B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-2461/2013, C-2468/2013 Te i l e n t s c h e i d v o m 2 9 . J a n u a r 2 0 1 4 Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz), Richter Michael Peterli, Richterin Franziska Schneider, Gerichtsschreiber Daniel Golta. Parteien 1.-47. [47 Krankenversicherer], 1-47 vertreten durch tarifsuisse ag, diese wiederum vertreten durch Dr. iur. Vincent Augustin, 48. Helsana Versicherungen AG, 49.-60. [12 weitere Krankenversicherer], 48 - 60 vertreten durch Helsana Versicherungen AG, Recht, Beschwerdeführerinnen, gegen 1. Physio Schaffhausen-Thurgau, 2.-110. [109 Leistungserbringerinnen und -erbringer], alle vertreten durch Schweizer Physiotherapie Verband physioswiss, diese wiederum vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur., LL.M. Christine Boldi, SwissLegal Dürr + Partner, Beschwerdegegnerinnen und Beschwerdegegner, Regierungsrat des Kantons Thurgau, handelnd durch Departement für Finanzen und Soziales, Vorinstanz. Gegenstand Festsetzung Taxpunktwert für physiotherapeutische Leistun- gen in freier Praxis ab 1. Januar 2013; Beschluss des Regie- rungsrats des Kantons Thurgau vom 2. April 2013 (Nr. 244). C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 3 Sachverhalt: A. Am 1. Juli 1998 genehmigte der Bundesrat den zwischen dem Schweize- rischen Physiotherapeutenverband (SPV; heute: Schweizer Physiother a- pie Verband physioswiss [im Folgenden: physioswiss]) einerseits und dem Konkordat Schweizerischer Krankenversicherer (KSK; heute: sant é- suisse), der Medizinal -Kommission UVG (MTK), der Invalidenversich e- rung (IV) und dem Bundesamt für Militärversicherung (BAMV) andere r- seits vereinbarten nationalen Vertrag vom 1. September 1997 betreffend die Abgeltung von physiotherapeutischen Leistungen mit Wirkung ab 1. Januar 1998 (im Folgenden: nationaler Physiotherapievertrag). Mit B e- schluss Nr. 855 vom 1. Oktober 2002 genehmigte der Regierungsrat des Kantons Thurgau (im Folgenden: Regierungsrat bzw. Vorinstanz) – auf der Basis des nationalen Physiotherapievertrages – die kantonal e Tax- punktwertvereinbarung zwischen physio Schaffhausen -Thurgau (im Fo l- genden: physio TG, Beschwerdegegnerin 1) und KSK mit einem Ta x- punktwert von Fr. 0.92. In der Folge kündigte physioswiss den nationalen Tarifvertrag mit Wirkung per 30. Juni 2011 und hielt in einem Schreiben vom 23. Juni 2011 an san- tésuisse und die tarifsuisse ag fest, der kantonale Vertrag gelte ebenfalls als auf diesen Zeitpunkt gekündigt (Akte der Vorinstanz [Vorakte] 3 Beila- ge 4). Mit Beschluss Nr. 182 vom 28. Februar 2012 verl ängerte der R e- gierungsrat die Geltungsdauer der kantonalen Tarifvereinbarung mit e i- nem Taxpunktwert von Fr. 0.92 bis zum 31. Dezember 2012. Am 3. August 2012 teilte tarifsuisse ag (im Folgenden: tarifsuisse) dem Regierungsrat mit, dass die Tarifverhandlungen gescheitert seien (Vorak- te 2). Mit Eingabe vom 25. September 2012 stellte die rubrizierte Rechtsanwä l- tin lic. iur. LL.M. Christine Boldi zuhanden des Regierungsrates einen T a- riffestsetzungsantrag (im Folgenden: Festsetzungsantrag; Vorakte 3). Diesen stelle sie im Namen von 1) physio TG, 2) physioswiss, 3) "Mitglie- dern von physio Schaffhausen -Thurgau, gemäss Liste und Vollmachten" (Liste 6a als Beilage zum Festsetzungsantrag [im Fol genden: Liste 6a]) und 4) Organisationen der Physiotherapie gemäss Art. 52a KVV, eben- falls Mitglieder von physioswiss und physio Schaffhausen -Thurgau, g e- mäss Liste und Vollmachten (Liste 6b als Beilage zum Festsetzungsa n- trag [im Folgenden: Liste 6b]). C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 4 Mit Beschluss Nr. 244 vom 2. April 2013 (im Folgenden: Regierungsrat s- beschluss bzw. RRB; B -act. 1 Beilage 1) legte der Regierungsrat den Taxpunktwert für physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis im Kan- ton Thurgau rückwirkend ab 1. Januar 2013 auf Fr. 0.97 fest und entzog einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Beschluss die aufschiebende Wirkung. Der Beschluss wurde unter anderem physioswiss "zu Handen von physio schaffhausen -thurgau und den durch sie vertretenen Mitgli e- der" eröffnet. B. B.a Am 1. Mai 2013 erhoben 47 durch tarifsuisse vertretene Krankenve r- sicher (im Folgenden : Beschwerdeführerinnen 1 -47 bzw. tarifsuisse - Versicherer) gegen diesen Regierungsratsbeschluss Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (zunächst: Beschwerdeverfahren C-2461/2013) und beantragten darin die Aufhebung der Ziffern 3, 4 und 6 des Regierungsratsbeschlusses und Rückweisung der Sache an den R e- gierungsrat zur neuen Entscheidung, eventualiter die Festsetzung eines Taxpunktwerts von höchstens Fr. 0.85 ab 1. Januar 2013 sowie die Wi e- derherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde. B.b Die Hels ana Versicherungen AG (im Folgenden: Helsana) und 12 weitere Krankenversicherer (diese vertreten durch Helsana; gemeinsam im Folgenden: Beschwerdeführerinnen 48 bis 60 bzw. HSK [Einkaufsg e- meinschaft Helsana, Sanitas und KPT] -Versicherer) erhoben am 2. Mai 2013 gegen den Regierungsratsbeschluss Nr. 244 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (zunächst: Beschwerdeverfahren C-2468/2013) und beantragten darin die Aufhebung des Regierungsrat s- beschlusses und Rückweisung der Sache an den Regierungsrat zur ne u- en Entscheidung und die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde. B.c In ihren Stellungnahmen zu den Anträgen auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung vom 6. Juni 2013 (B -act. 14 f.; im Folgenden: Stellungnahmen betreffend die aufschi ebende Wirkung) beantragte ph y- sio TG im Wesentlichen, auf die Beschwerden einzelner Beschwerdefü h- rerinnen sei nicht einzutreten, die Beschwerde seien abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei , die Rechtsbegehren einzelner Beschwerdeführe- rinnen seien abzuweisen, sämtliche neuen Tatsachen und Beweise seien aus dem Recht zu weisen , der angefochtene RRB und die Festsetzung eines Taxpunktwerts ab 1. Januar 2013 auf Fr. 1.05 seien aufzuheben, C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 5 eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur erneuten Festsetzung des Taxpunktwerts zurückzuweisen, die Anträge der Versicherer auf Wie- derherstellung der aufschiebenden Wirkung seien abzuweisen, die Be- schwerdeverfahren C -2461/2013 und C -2468/2013 seien zusammenz u- legen, es sei v olle Akteneinsicht und die Möglichkeit, zu de n Unterlagen Stellung zu nehmen, zu gewähren bzw. es sei ein zweiter Schriftenwech- sel durchzuführen; alles unter o-/e-Kostenfolge. Zugleich führte Rechtsanwältin Boldi aus, dass die Stellungnahmen betreffend die aufschiebende Wirkung gemäss Art. 57 Abs. 1 des Verwal- tungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) seitens der Leistungserbringer für sämtliche am Festsetzungsverfahren Beteiligten gleichermassen bei der Vorinstanz eingereicht würden. Bei diesen Beteiligten handle es sich um phy sio TG (als Beschwerdegegner 1), physioswiss (als Beschwerdegegner 2), die auf der Liste 6a (Beilage zum Festsetzungsantrag) aufgeführten Personen (als Beschwerdegegner 3) und die auf der Liste 6b (Beilage zum Festsetzungsantrag) aufgefüh r- ten Organisationen der Physiotherapie (als Beschwerdegegner 4). Neben Vollmachten von physio TG und physioswiss (B -act. 14.2a und 14.2b) reichte Rechtsanwältin Boldi zur Bezeichnung der Beschwerdegegner 3 und 4 zwei neue Listen 3a und 3b ein und bot an, bei Bedarf von den dar- in aufgelisteten Personen ausgestellte Vollmachten einzureichen. B.d Mit Zwischenverfügung vom 4. Juli 2013 (B -act. 16) vereinigte das Bundesverwaltungsgericht die beiden bisher separat geführten Verfahren unter der Verfahrensnummer C -2461/2013, hiess die B egehren der B e- schwerdeführerinnen um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung insofern gut, als im Sinne einer vorsorglichen Massnahme mit Wirkung ab 1. Januar 2013 für die Dauer des Verfahrens der umstrittene Taxpunk t- wert provisorisch auf Fr. 0.92 festgesetzt wurde, wobei je nach Ausgang des Verfahrens in der Hauptsache die rückwirkende Geltendmachung e i- ner Tarifdifferenz durch die Berechtigten vorbehalten bleibe. Zugleich stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass physio TG (gemäss vo r- liegender Vollmacht vertreten durch Rechtsanwältin Boldi [B -act. 14.2a]) für das vorliegende Verfahren ohne Weiteres als Beschwerdegegnerin gelte, die von Rechtsanwältin Boldi eingereichten Stellungnahmen (nur) physio TG zugerechnet würden und nur physio TG als Besch werdegeg- nerin geführt werde. Das Bundesverwaltungsgericht lud physio TG ein, eine Stellungnahme in der Hauptsache (Beschwerdeantwort) einzure i- chen, und ersuchte die Vorinstanz um Einreichung einer Vernehmla s- sung. C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 6 B.e Mit Vernehmlassung vom 29. Juli 2013 (B -act. 19) beantragte die Vorinstanz die vollumfängliche Abweisung der Beschwerden unter Ko s- ten- und Entschädigungsfolgen. B.f In der Beschwerdeantwort vom 5. August 2013 erneuerte physio TG ihre Beschwerdeanträge. Ausserdem beantragte sie in verfahrensrechtli- cher Hinsicht, es seien ihre Stellungnahmen (B-act. 14 f.) und die B e- schwerdeantwort auch den in ihren Stellungnahmen als Beschwerdege g- ner 2 -4 bezeichneten Personen zuzurechnen, wobei sie für die B e- schwerdegegner 3 und 4 darum ersuchte, allenfalls eine Frist z u setzen, die entsprechenden Vollmachten einzureichen. Weiter stellte sie materiel- le und formelle Anträge und ersuchte um Gewährung voller Akteneinsicht. B.g Mit Verfügung vom 15. August 2013 forderte das Bundesverwa l- tungsgericht Rechtsanwältin Boldi auf, bis zum 16. September 2013 von denjenigen Personen, die auf den Listen zu den Stellungnahmen betre f- fend die aufschiebende Wirkung aufgeführt sind, eine Vollmacht zu ihren Gunsten und/oder zugunsten von physioswiss einzureichen, sowie zu be- legen, dass die ents prechenden Personen selbst physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis im Kanton Thurgau zulasten der OKP - Versicherer abrechnen, oder – falls dies nicht der Fall sei – zu substanti- ieren und zu belegen, weshalb diese Personen dennoch für das vorli e- gende Verfahren passivlegitimiert sein sollten, ansonsten die auf den Li s- ten aufgeführten Personen nicht als Beschwerdegegnerinnen zugelassen würden. Mit derselben Verfügung forderte das Bundesverwaltungsgericht physioswiss auf, bis zum 16. September 2013 ihre Passivlegitimation zu substantiieren und zu belegen, ansonsten sich das Bundesverwaltung s- gericht vorbehalte, physioswiss nicht als Beschwerdegegnerin zuzula s- sen. B.h Am 16. September 2013 (B -act. 23) liess sich physioswiss zu ihrer Parteistellung vernehmen. B.i Mit einem weiteren Schreiben vom 16. September 2013 (B -act. 24) reichte Rechtsanwältin Boldi 67 Vollmachten ein, in welchen jeweils ph y- sio TG, physioswiss und SwissLegal Dürr + Partner AG, Rechtsanwältin Boldi und/oder lic.iur. István Bojt und/oder MLaw Dom inik Dall'O eine vollumfängliche Vertretungsvollmacht erteilt und zugleich von der unte r- zeichnenden Person bestätigt worden ist, dass sie physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis zulasten der OKP -Versicherer abrechne (ZSR [Zahlstellenregisternummer] -Inhaberin). Am 20. September 2013 reichte C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 7 Rechtsanwältin Boldi eine Vollmacht von B._______ bzw. für die C._______ GmbH zu den Akten (B-act. 25). B.j Mit Verfügung vom 25. September 2013 (B -act. 26) forderte das Bu n- desverwaltungsgericht Rechtsanwältin Boldi auf, bis zum 15. Oktober 2013 zu belegen, dass D._______ im Sinne von Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat, oder keine Mög- lichkeit zur Teilnahme erhalten hatte, ansonsten er nicht als Beschwerd e- gegner zugelassen werde. B.k Am 14. Oktober 2013 liess Rechtsanwältin Boldi dem Bundesverwa l- tungsgericht kommentarlos "diverse Vollmachten, Originale und Kopien" zukommen (B -act. 27). Mit Eingabe vom 15. Oktober 2013 erklärte sie, dass D._______ keine Möglichkeit zur Teilnahme am vor instanzlichen Verfahren gehabt habe und beantragte seine Zulassung als Beschwerd e- gegner im vorliegenden Beschwerdeverfahren (B-act. 28). B.l Mit Verfügung vom 17. Oktober 2013 wies das Bundesverwaltungsge- richt die von Rechtsanwältin Boldi am 14. Oktober 2013 eingereichten Vollmachten aus dem Recht und retournierte ihr diese (B-act. 29). B.m Am 17. Dezember 2013 reichte Rechtsanwältin Boldi unaufgefordert 47 Vollmachten ein und beantragte, diese zu den Akten zu nehmen und die betreffenden Vollmachtgeber als Beschwe rdegegner zum vorliege n- den Verfahren zuzulassen (B -act. 31 und Beilagen). 41 dieser Vollmac h- ten seien bereits am 14. Oktober 2013 eingereicht und vom Bundesve r- waltungsgericht aus dem Recht gewiesen worden ; sechs weite re Voll- machten würden erstmals eingereicht. C. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit entscheidrelevant, im Rahmen der nachfolgenden Erwägu n- gen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Nach Art. 53 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) kann gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 47 KVG beim Bundesverwaltungsgericht C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 8 Beschwerde geführt werden. Der angefochtene RRB Nr. 244 vom 2. April 2013 wurde gestützt auf Art. 47 Abs. 1 KVG erlassen. Das Bundesverwal- tungsgericht ist deshalb zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 90a Abs. 2 KVG). 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich g e- mäss Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 200 5 (VGG, SR 173.32) und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach dem VwVG. Vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des VGG und die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG. Dementsprechend beurteilt sich die im Folgenden zu prüfende Frage der Passivlegitimation zur Teilnahme als Beschwerdegeg nerin im vorliegenden Verfahren nach dem VwVG. 2. 2.1 Im Rahmen des vorliegenden Entscheids ist vorab zu prüfen, ob ph y- sioswiss und die auf den Listen zu den Stellungnahmen betreffend die aufschiebende Wirkung a ls einzelne Leistungserbringer aufgeführten n a- türlichen und juristischen Personen im vorliegenden Beschwerdeverfa h- ren Parteien/Beschwerdegegnerinnen sind. Dazu sind zunächst die recht- lichen Voraussetzungen für eine Zulassung als Beschwerdegegnerinnen zu umschreiben (nachfolgend E. 2.2) und dann zu prüfen, ob diese Vo r- aussetzungen vorliegend von physioswiss (unten E. 3) und von den au f- gelisteten Leistungserbringern (unten E. 4) erfüllt werden. 2.2 Die (Aktiv-)Legitimation im Beschwerde- bzw. Rekursverfahren ist Teil der Eintretensvoraussetzungen, deren Vorliegen von der Rechtsmittelb e- hörde von Amtes wegen zu prüfen ist (vgl. BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinwe i- sen). Dabei prüft das Bundesverwaltungsgericht die Parteistellung una b- hängig von den entsprechenden Feststellunge n der Vorinstanz ( ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Ve r- waltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013 [hie r- nach: KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren], N. 922). Nach der Lehre entbindet die Prüfung von Amtes wegen die Beschwerde führende Partei nicht von der Pflicht (substantiiert) darzulegen, aus welchen U m- ständen sich ihre Beschwerdebefugnis ergibt (vgl. BGE 133 V 239 E. 9.2 mit Hinweis; BERNHARD WALDMANN, in: Marcel Alexander Niggli / Peter Uebersax / Hans Wiprächtiger [Hrsg.], Kommentar BGG, Basel, Art. 89 Rz. 3 und 12; KÖLZ/BOSSHART/RÖHL, VRG -Kommentar, § 21 Rz. 29 f.; ferner GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, S. 150 f., welcher die Pflicht zur Darlegung der Legitimation insbesondere in Bezug auf die Drittb e-C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 9 schwerde hervorhebt). Die ungenügende Darlegung der Legitimation kann somit zu einem Nichteintretensentscheid wegen Fehlens einer Pr o- zessvoraussetzung führen (vgl. BGE 133 V 239 E. 9.6; BVGE 2010/51; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -6540/2010 vom 3. März 2011 E. 4.1, je m.w.H.). 2.3 Physioswiss geht zu Recht davon aus (B -act. 23), dass für B e- schwerdeverfahren wie das vorliegende, der Parteibegriff von Art. 6 i.V.m. Art. 48 VwVG gilt. Als Parteien gelten Personen, deren Rechte oder Pflichten die Verfügung berühren soll, und andere Personen, Organisat i- onen oder Behörden, denen ein Rechtsmittel gegen die Verfügung z u- steht (Art. 6 VwVG). Die Personen, deren Rechtsbeziehungen von der Verwaltungsbehörde verbindlich festgelegt bzw. deren Rechte und Pflich- ten in der Verfügung geregelt werden, sind die Anordnungssubjekte der Verfügungen, ihre materiellen und damit primären Adressaten. Sie sind von Drittbetroffenen (sekundäre Adressaten) zu unterscheiden, die nicht zu den materiellen Adressaten gehören, aber dennoch in rechtlichen oder tatsächlichen Interessen betroffen sein können (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren N. 949; ISABELLE HÄNER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zü rich 2008 [im Folgenden: VwVG-Kommentar], Rz. 5, 11 f. zu Art. 48; HANSJÖRG SEILER/NICOLAS VON WERDT/ANDREAS GÜNGERICH, Bundesgerichtsgesetz [BGG]: Bu n- desgesetz über das Bundesgericht, Handkommentar, Bern 2007 [hie r- nach: BGG -Handkommentar], Art. 89 Rz. 16, je m.w.H.). Nach Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Erhebung der Beschwerde berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Tei l- nahme erhalten hat (Bst. a; sogenannte formelle Beschwer) und ausse r- dem durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Bst. b und c; sogenannte materielle Beschwer). Die Anforderungen gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG – welche jenen gemäss Art. 89 Abs. 1 BGG (SR 173.110) entsprechen – sind nach der Rechtsprechung des Bunde s- gerichts besonders bedeutend bei der Beschwerde eines Dritten, der nicht primärer Verfügungsadressat ist, sondern gegen eine den Adress a- ten begünstigende (oder belastende) Verfügung Beschwerde erhebt. Die Regelung soll die Popularbeschwerde ausschliessen und den Charakter des allgemeinen Beschwerderechts als Instrument des Individualrecht s- schutzes unterstreichen. Die Beschwerde führende Person muss durch den angefochtenen Entscheid stärker als ein beliebiger Dr itter betroffen sein und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 10 Streitsache stehen. Neben der spezifischen Beziehungsnähe zur Strei t- sache muss die Beschwerde führende Person einen praktischen Nutzen aus einer allfälligen Aufhebung oder Ä nderung des angefochtenen En t- scheids ziehen, das heisst, ihre Situation muss durch den Ausgang des Verfahrens in relevanter Weise beeinflusst werden können. Das schut z- würdige Interesse besteht darin, dass dieser Person ein persönlicher und unmittelbarer materieller oder ideeller Nachteil droht, den der angefoc h- tene Entscheid mit sich bringen würde. Ein bloss mittelbares oder au s- schliesslich allgemeines öffentliches Interesse berechtigt – ohne die e r- forderliche Beziehungsnähe zur Streitsache selber – nicht zur Beschwer- de. Der drohende Nachteil muss im Übrigen eine minimale besondere Schwere erreichen. Es reicht nicht aus, wenn nur eine sehr geringe B e- einträchtigung droht (vgl. BGE 139 II 298 E. 2.2; BVGE 2012/9 E. 4.1.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -7165/2010 vom 24. Februar 2011 E. 3.3.2, je m.w.H.). Für die Frage nach dem besonders schutzwürdigen Interesse (und mithin nach der dieses voraussetzenden Parteistellung) sind die konkreten U m- stände des Einzelfalles von zentraler Bedeutung. Es gibt keine rechtslo- gisch stringente, sondern nur eine praktisch vernünftige Abgrenzung zur Popularbeschwerde; wo diese Grenze verläuft, ist für jedes Rechtsgebiet gesondert zu beurteilen. Gesichtspunkte, welche gegen die Zuerkennung der Parteistellung sprechen, sind etwa die Möglichkeit für die Interessie r- ten, den angestrebten Erfolg auf anderem – z.B. zivil- oder strafrechtl i- chem – Weg zu erreichen, das bloss mittelbare Betroffensein, aber auch Aspekte der Praktikabilität, namentlich das Anliegen, die Verwaltungst ä- tigkeit nicht übermässig zu erschweren (BGE 139 II 279 E. 2.3, Urteil des Bundesgerichts 2C_762/2010 vom 2. Februar 2011 E. 4.4, BVGE 2012/9 E. 4.1.2, je m.w.H.). 2.4 Die Voraussetzungen zur Legitimation als Beschwerdeführer (Aktivl e- gitimation) gelten allgemein für die Zulassung als Partei zum Beschwe r- deverfahren und sind somit auch (analog) für die Zulassung als B e- schwerdegegner (Passivlegitimation) massgebend (vgl. HÄNER, VwVG-Kommentar, Rz. 6, 9 zu Art. 48, je m.w.H.; vgl. auch die Teilen t- scheide des Bundesver waltungsgerichts in den Beschwerdeverfahren C-4132/2011, C-4153/2011, C-4154/2011, C-4155/2011 und C-5723/2011 vom 21., 23. und 29. Mai 2012 in Verbindung mit BVGE 2012/9). Analog zur Aktivlegitimation (vgl. oben E. 2.2) ist auch substantiiert darzulegen, aus welchen Umständen sich die Passivlegitimation ergibt; die ungen ü-C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 11 gende Darlegung kann zu einer Nichtzulassung als Beschwerdegegner zum Beschwerdeverfahren führen. 3. 3.1 Der Regierungsrat hat im angefochtenen Beschluss einen Tarif ("Tax- punktwert") für physiot herapeutische Leistungen in freier Praxis im Kan- ton Thurgau (zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung [im Folgenden: OKP]) rückwirkend ab 1. Januar 2013 festgesetzt. Mat e- rielle und damit primäre Adressaten sind damit einerseits diejenigen n a- türlichen und juristischen Personen, die im Kanton Thurgau ab dem 1. Januar 2013 (im Sinne von Art. 47 und 52 a der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung [KVV, SR 832.102]) zu Las- ten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung physioth erapeutische Leistungen in freier Praxis erbringen, und andererseits die für den Kanton Thurgau zugelassenen OKP -Versicherer, die entsprechende Leistungen zu entschädigen haben. 3.2 Physioswiss beantragt, selbst als Beschwerdegegnerin zum Verfa h- ren zugelassen zu werden (vgl. ihre Eingabe vom 16. September 2013 [B-act. 23], ihre Stellungnahme vom 6. Juni 2013 im Verfahren C-2461/2013 [B -act.14, insbesondere S. 3, 12 f.], ihre Stellungnahme vom 6. Juni 2013 betreffend die aufschiebende Wirkung im Verfahren C-2468/2013 [B-act.15, insbesondere S. 2, 9 f.], ihre Beschwerdeantwort vom 5. August 2013 [B -act. 21, insbesondere S. 3-5, 12 f.]). Sie macht dafür geltend, dass sie selbst die Voraussetzungen der materiellen B e- schwer erfülle, namentlich ein eigenes schutzwürdi ges Interesse am Ver- fahrensausgang habe und daher im eigenen Namen und Interesse zur Teilnahme am Beschwerdeverfahren als Partei legitimiert sei. Sie macht weiter geltend, dass sie im Sinne der sogenannten "egoistischen Ve r- bandsbeschwerde" legitimiert sei, im eigenen Namen, aber im Interesse ihrer Mitglieder als Beschwerdegegnerin zum Beschwerdeverfahren z u- gelassen zu werden (vgl. unten E. 3.5). 3.3 Vorweg ist festzuhalten, dass unbestritten ist, dass physioswiss eine als Verein konstituierte juristische Perso n und damit partei - und prozess- fähig ist (vgl. ihre Statuten [B -act. 28.1]; vgl. HÄNER, VwVG-Kommentar, Rz. 5 zu Art. 48). Ausserdem macht physioswiss nicht geltend, selbst physiotherapeutische OKP-Leistungen im Kanton Thurgau zu erbringen. Sie gehört dami t nicht zu den materiellen und primären Adressaten des angefochtenen Beschlusses. Alleine aus einer allfälligen formellen Bete i- ligung am vorinstanzlichen Verfahren (formelle Beschwer) ergibt sich en t-C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 12 gegen der von physioswiss vertretenen Ansicht nicht direkt eine Legitima- tion zur Teilnahme als Partei am Beschwerdeverfahren. Vielmehr muss zusätzlich die Voraussetzung der materiellen Beschwer erfüllt sein, deren Vorliegen in Bezug auf physioswiss nach den für die Drittbeschwerde gel- tenden Grundsätzen zu prüfen ist (vgl. oben E. 2.2 ff.). Daran würde auch nichts ändern, sollte die Vorinstanz physioswiss im Festsetzungsverfa h- ren nicht nur als Vertreterin von physio TG und der einzelnen Leistung s- erbringer, sondern als eigen ständige Partei behandelt haben – was aus den Akten nicht offensichtlich hervorgeht. Eine solche Feststellung würde das Bundesverwaltungsgericht nicht binden. Dies kann dazu führen, dass selbst einer Person, die vor der Vorinstanz zu Unrecht als Partei beha n- delt wurde, im nachfolgenden Beschwerdeverfahren die passive Parteirol- le als Beschwerdegegnerin abgesprochen werden kann (vgl. oben E. 2.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts K 112/06 vom 30. Mai 2007 E. 4.2; PATRICK SUTTER in: VwVG-Kommentar, Rz. 6 zu Art. 6, je m.w.H. ). Dass physioswiss – ungeachtet ihrer damaligen Funktion – am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat, begründet für sich alleine somit keine Leg i- timation zur Teilnahme am Beschwerdeverfahren als Partei. 3.4 3.4.1 Physioswiss macht zur Begründung ihrer eigenen materiellen B e- schwer geltend (vgl. Stellungnahme von physioswiss vom 16. September 2013 [B-act. 23]), – dass sie als grösster Berufsverband die Interessen von über 90 % der in der Schweiz selbständig erwerbstätigen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie der Organisation en der Physiotherapie ve r- trete, wozu insbesondere Tarifangelegenheiten gehörten, – dass die Organisationen der Physiotherapie (juristische Personen) nur Mitglieder von physioswiss sein könnten, nicht aber von physio TG, – dass eine enge Verbundenheit zwischen ihr und den regionalen Ve r- bänden bestehe, – dass sie (auch als Vertreterin der Kantonal - und Regionalverbände) die Tarife für physiotherapeutische Leistungen in der Schweiz ve r- handle und Vertragspartei des vom 1. Januar 1998 bis 31. Dezember 2011 geltenden nationalen Physiotherapievertrages gewesen sei. C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 13 Diese Umstände indizieren, dass physioswiss durch den angefochtenen Beschluss stärker als die Allgemeinheit betroffen und allenfalls im Sinne der bundesgerichtlichen Praxis besonders berührt ist. Dies alleine vermag die für die Legitimation notwendige mate rielle Beschwer allerdings noch nicht zu begründen. Vielmehr ist zusätzlich ein schutzwürdiges Interesse erforderlich (vgl. oben E. 2.3). Dass im Zusammenhang mit den genan n- ten Umständen physioswiss ein persönlicher und unmittelbarer materiel- ler oder ideeller Nachteil droht, den der angefochtene Entscheid mit sich bringen würde, macht physioswiss nicht geltend und ist auch nicht e r- sichtlich. 3.4.2 Der einzige ihr persönlich drohende Nachteil, den physioswiss ko n- kret geltend macht, ist finanzieller Natur (Beschwe rdeantwort [B -act. 21 S. 12; Stellungnahme von physioswiss zu ihrer Parteistellung [B -act. 23] S. 4). Ein finanzieller Nachteil kann ein schutzwürdiges Interesse darste l- len und ist grundsätzlich dazu geeignet, die Legitimation zu begründen; der Nachteil mu ss sich jedoch unmittelbar aus dem angefochtenen En t- scheid ergeben. Ein mittelbares finanzielles Interesse wird als nicht g e- nügend erachtet. So wird die Legitimation bei der Drittanfechtung erst bei konkreter Leistungspflicht bejaht. Dass der angefochtene Entscheid die Wahrscheinlichkeit der späteren Leistungspflicht des Dritten erhöht, reicht nicht aus, um dessen Beschwerdelegitimation zu bejahen. Für die B e- schwerdebefugnis des Dritten ist erforderlich, dass sich der ihm erwac h- sende Nachteil unmittelbar au s der Verfügung ergibt; es genügt nicht, wenn der Nachteil eine blosse Reflexwirkung darstellt (vgl. BVGE 2010/51 E. 6.7; BGE 133 V 188 E. 4.5, BGE 134 V 153 E. 5.3.2.3, BGE 135 V 382 E. 3). Diese in Bezug auf die allfällige Leistungspflicht gelte n- den Grundsätze sind sinngemäss auf allfällig reduzierte Einnahmen a n- zuwenden: Die Verminderung der Einnahmen muss sich unmittelbar aus dem angefochtenen Entscheid ergeben, darf nicht bloss die Wahrschei n- lichkeit einer späteren Einnahmenminderung erhöhen und darf k eine blosse Reflexwirkung darstellen. Physioswiss macht geltend, dass die derzeitigen Physiotherapietarife existenzbedrohend seien, dass davon auszugehen sei, dass bei Guthei s- sung der vorliegenden Beschwerden die Anzahl von Physiotherapeuti n- nen und Physio therapeuten abnehmen würde, dass dies zu einem Mi t- gliederschwund bei physioswiss führ te, welcher wiederum finanzielle Nachteile für physioswiss nach sich ziehen würde. Dabei handelt es sich offensichtlich nicht um einen sich unmittelbar aus dem Entscheid e rge- benden Nachteil im Sinne der dargelegten Rechtsprechung, sondern um C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 14 einen mittelbaren Nachteil, sodass kein schutzwürdiges Interesse im Si n- ne der bundesgerichtlichen Praxis vorliegt. Da vorliegend lediglich ein Teil der physioswiss-Mitglieder eines Kantons vom Verfahrensausgang direkt betroffen sind (vgl. unten E. 3.5.4 f.) und deren Interessen im vorliege n- den Verfahren im Wesentlichen durch physio TG vertreten werden, ist ein kausal auf den Verfahrensausgang zurückzuführender relevanter Mitgli e- der- und Einnahmenschwund für physioswiss nicht nur mittelbar, sondern auch bloss hypothetisch (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_762/2010 E. 4.5). 3.4.3 Da physioswiss in Bezug auf das vorliegende Verfahren kein eig e- nes schutzwürdiges Interesse aufzuweisen vermag, fehlt es an einem der Elemente für das Vorliegen einer materiellen Beschwer, sodass physio - swiss nicht in eigenem Namen und Interesse dazu legitimiert ist, am vo r- liegenden Verfahren als Partei teilzunehmen. 3.5 Physioswiss macht allerdings auch geltend, sie s ei im eigenen N a- men, aber gewissermassen stellvertretend, im Interesse ihrer Mitglieder dazu legitimiert, als Partei zum Beschwerdeverfahren zugelassen zu werden (s. Stellungnahme zur Parteistellung S. 5; s. auch Beschwerd e- antwort S. 12). 3.5.1 Gemäss den in de r Rechtsprechung des Bundesgerichts entwicke l- ten Grundsätzen über das Verbandsbeschwerderecht kann ein Verband die Interessen seiner Mitglieder mittels Beschwerde geltend machen, wenn kumulativ vier Voraussetzungen erfüllt sind: Der Verband muss j u- ristische Persönlichkeit besitzen (1), er muss statutarisch zur Wahrung der in Frage stehenden Interessen der Mitglieder befugt sein (2), diese In- teressen müssen der Mehrheit oder doch einer Grosszahl seiner Mitgli e- der gemeinsam sein (3) und jedes dieser Mitgliede r wäre selbst zur Ge l- tendmachung dieser Interessen durch Beschwerde befugt (4) (vgl. BGE 136 II 539 E. 1.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -6540/2010 vom 3. März 2011 E. 4.4, je mit weiteren Hinweisen). Diese Vorausse t- zungen müssen analog erfüllt se in, wenn ein Verband die Interessen se i- ner Mitglieder als Beschwerdegegner in einem Beschwerdeverfahren ver- treten will. 3.5.2 Wie bereits erwähnt ist physioswiss eine juristische Person, womit die Voraussetzung (1) erfüllt ist. Auch steht ausser Frage, dass jene Mit- glieder von physioswiss, welche ab dem 1. Januar 2013 im Kanton Thu r- gau Leistungen erbringen, welche nach dem im umstrittenen Beschluss C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 15 festgelegten Tarif abgerechnet werden, selbst zur Geltendmachung ihrer Interessen als Partei im Beschwerdeverfahren befugt wären. 3.5.3 Aus den Ausführungen in den Eingaben von Rechtsanwältin Boldi und aus den Statuten von physioswiss (im Folgenden: Statuten physio s- wiss [B-act. 23.1]) und physio schaffhausen -thurgau (im Folgenden: St a- tuten TG [B -act. 23.2]) ergibt sich, dass physioswiss der Fach - und Be- rufsverband der diplomierten Physiotherapeutinnen und -therapeuten in der Schweiz ist, dass auf kantonaler oder regionaler Ebene autonome Berufsverbände bestehen, welche sich in ihrem Hoheitsgebiet für die I n- teressen der Mitglie der einsetzen, von physioswiss anerkannt werden, Mitglieder von physioswiss sind und Delegierte für die Delegiertenve r- sammlung von physioswiss (oberstes Organ derselben) entsenden, und dass physio TG ein solcher kantonaler bzw. regionaler Verband und Mi t- glied von physioswiss ist und dessen Statuten akzeptiert (vgl. Statuten physioswiss: Art. 1, 3, 4, 15; Statuten TG: Art. 1 Abs. 4). Aktivmitglieder von physio TG sind selbständig erwerbende oder angestellte Physioth e- rapeutinnen, deren Ausbildung vom Schweize r Physiotherapie Verband, resp. von der verantwortlichen Registrierungsstelle, anerkannt ist und sowohl den kantonalen wie eidgenössischen gesetzlichen Vorschriften entspricht. Sie sind im Allgemeinen im Kanton Schaffhausen oder Thu r- gau berufstätig und aut omatisch Mitglieder von physioswiss (vgl. Art. 4, Art. 3 Abs. 1 Statuten TG; Art. 5 Abs. 2 zweiter Satz Statuten physio s- wiss). Juristische Personen, welche die in Art. 52 a KVV formulierten An- forderungen erfüllen, können Mitglieder von physioswiss sein, nic ht aber von physio TG (vgl. Art. 10 Statuten physioswiss; Art. 3 Statuten TG) 3.5.4 Gemäss den Angaben auf ihrer Internetseite vertritt physioswiss die Interessen ihrer insgesamt mehr als 8'000 Mitglieder. Von diesen Mitgli e- dern seien etwa 5'000 Freipraktizieren de, 2'600 Angestellte, 300 in Au s- bildung und 100 Organisationen (http://www.physioswiss.ch/swiss/verband/berufsverband.htm, besucht am 5. Dezember 2013). Auf der Internetseite für physio schaffhausen - thurgau wird ausgeführt, dass von den 8'000 selbständig erwerbenden und angestellten Physiotherapeuten, deren Interessen physioswiss ve r- trete, 350 zum Kantonalverband schaffhausen -thurgau gehörten (http://www.physioswiss.ch/sh-tg/, besucht am 5. Dezember 2013). 3.5.5 Von den 350 Mitgliedern von physio TG sind in Bezug auf den ange- fochtenen Beschluss nur jene primäre Adressaten und materiell b e- schwert, die zu Lasten der OKP physiotherapeutische Leistungen in freier C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 16 Praxis im Kanton Thurgau erbringen. Nicht dazu gehören namentlich Nicht-Aktivmitglieder, angestellte und damit nicht in freier Praxis tätige Ak- tivmitglieder und (nur) im Kanton Schaffhausen in freier Praxis physiothe- rapeutische Leistungen erbringende Mitglieder (vgl. Art. 4 ff. Statuten TG). Dazu kommen die juristischen Personen, die nicht Mitglieder von phy sio TG sein können, aber Mitglieder von physioswiss sind und im Sinne von Art. 52a KVV Leistungen im Kanton Thurgau erbringen. Schweizweit gibt es gemäss Internetseite von physioswiss 100 solche juristische Pers o- nen. Wie viele davon im Kanton Thurgau entsp rechende Leistungen erbringen, ist nicht aktenkundig. Mögliche materielle Adressaten und m a- teriell beschwert sind vorliegend somit maximal 450 natürliche oder juri s- tische Personen. Dass zusätzliche Mitglieder von physioswiss die Vo r- aussetzungen erfüllen, u m als Partei am Beschwerdeverfahren teilne h- men zu können, dass sie namentlich über ein entsprechend schutzwürd i- ges Interesse verfügen, wurde von physioswiss nicht dargelegt. Selbst wenn von diesen 450 über ein schutzwürdiges Interesse verfügenden, zur Beschwerde legitimierten Mitgliedern von physioswiss auszugehen wäre, stellen diese keine Mehrheit und keinen Grossteil der 8'000 Mitglieder von physioswiss dar, womit die Voraussetzung (3) nicht erfüllt ist. Damit ist ei- ne egoistische Verbandsbeschwerdegegner schaft vorliegend ausg e- schlossen. 3.5.6 Damit kann offenbleiben, ob physioswiss vorliegend im Sinne der Voraussetzung (2) statutarisch zur Wahrung der in Frage stehenden Int e- ressen der betroffenen Mitglieder befugt wäre. Die aus den Statuten ph y- sioswiss und Sta tuten TG hervorgehende föderalistische Aufteilung der Aufgaben und Zuständigkeiten zwischen physioswiss und physio TG als Kantonalverband könnten allerdings darauf schliessen lassen, dass in Bezug auf einen kantonalen Tarif (wie der vorliegend umstrittene) lediglich physio TG zur Wahrung der Interessen der gemeinsamen Mitglieder b e- fugt wäre, und auf nationaler Ebene nur physioswiss. 3.6 Physioswiss macht zu Recht nicht geltend, dass ein anderes Bunde s- gesetz ihr eine spezifische Beschwerdeberechtigung einräumt, wie sie in Art. 48 Abs. 2 VwVG vorbehalten bleibt (sogenannte ideelle Verbandsb e- schwerde). 3.7 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass physioswiss, welcher das Bundesverwaltungsgericht explizit Gelegenheit geboten hat, sich zu ihrer Passivlegitimation zu äussern, weder in Bezug auf eine eigene Legi- timation noch auf eine Legitimation im Sinne einer egoistischen Ve r-C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 17 bandsbeschwerdegegnerschaft ausreichend substantiiert dargelegt hat, dass die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Demnach kommt physioswiss im vorliegenden Verfahren keine Parteistellung als B e- schwerdegegnerin zu. Ihre Funktion im vorliegenden Verfahren als (Rechts-)Vertreterin für physio TG und die weiteren als Beschwerdege g- nerinnen zum Verfahren zugelassenen Personen (vgl. unten E. 4) w ird dadurch nicht tangiert. 4. 4.1 Neben der Passivlegitimation von physioswiss ist auch zu prüfen, ob die weiteren Personen, deren Zulassung als Beschwerdegegnerinnen Rechtsanwältin Boldi mit ihren Stellungnahmen betreffend die aufschi e- bende Wirkung und der Bes chwerdeantwort beantragt hat (vgl. Listen zu den Stellungnahmen betreffend die aufschiebende Wirkung [Listen 3a und 3b]; vgl. Sachverhalt Bst. B.c, B.f), im Beschwerdeverfahren Parte i- stellung inne haben. 4.2 Da die auf den Listen 3a und 3b aufgeführten Antragsteller namentlich den Personen entsprechen, in deren Namen Rechtsanwältin Boldi am 25. September 2012 das Tariffestsetzungsbegehren an die Vorinstanz gestellt hat (vgl. Vorakten 3, Listen 6a und 6b), ist davon auszugehen, dass diese Personen – inkl. G._______ für die H._______ AG (Beilage zu B-act. 24), B._______ für die C._______ GmbH (Beilage zu B -act. 25) und E._______ für die F._______ GmbH (Beilage zu B -act. 31), welche im vorinstanzlichen Verfahren als natürliche Personen aufgeführt waren – (vgl. Sachverhalt B.i) am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen haben und somit vorliegend (im Sinne von Art. 48 Abs. 1 Bst. a erster Halbsatz VwVG) formell beschwert sind. 4.3 Unter diesen Personen sind in erster Linie als primäre Adressaten materiell diejenigen beschwert, die ab dem 1. Januar 2013 physiother a- peutische Leistungen in freier Praxis im Kanton Thurgau zu Lasten der OKP erbringen (vgl. oben E. 3.1). Dass dies nicht für alle auf den Listen aufgeführten Personen zutrifft, ist aus einem entsprechenden Vermerk auf dem Inhaltsverzeichnis zu den Stellungnahmen betreffend die aufschi e- bende Wirkung und zur Beschwerdeantwort ersichtlich. Für jene Personen, für welche die oben umschriebenen Vollmachten ei n- gereicht worden sind (vgl. Sachverhalt Bst. i), i st davon auszugehen, dass sie (aufgrund der selbstdeklaratorischen Angaben) zu den auch ma- teriell beschwerten Personen zu zählen sind und dass sie den von C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 18 Rechtsanwältin Boldi für sie gestellten Antrag auf Teilnahme am B e- schwerdeverfahren bestätigen. Diese Personen (inkl. die H._______ AG, die D._______ GmbH und die F._______ GmbH [s. E. 4.2]) erfüllen daher die Voraussetzungen für die Parteistellung im vorliegenden Verfahren. 4.4 Auch für D._______ wurde eine der umschriebenen Vollmachten ei n- gereicht. Aufgrund der Angaben von Rechtsanwältin Boldi, wonach er in Dietikon (ZH) und Münchwilen (TG) praktiziere, nicht Mitglied von physio TG sei und keine Möglichkeit gehabt habe, am vorinstanzlichen Verfahren teilzunehmen, kann davon ausgegangen werden, dass D._______ ohne Verschulden nicht in der Lage gewesen ist, sich am vorinstanzlichen Ve r- fahren zu beteiligen und daher nicht nur materiell (vgl. oben E. 4.3) so n- dern auch formell beschwert ist (im Sinne von Art. 48 Abs. 1 Bst. a zwe i- ter Satzteil VwVG; vgl. BGE 135 II 172 E. 2.2.1, 133 II 181 E. 3.2 m.w.H.). Er erfüllt daher die Voraussetzungen für die Parteistellung im vorliege n- den Verfahren. 4.5 Neben physio TG (Beschwerdegegnerin 1) kommt somit den oben in E. 4.3 f. genannten – im Rubrum als Beschwerdegegnerin nen und B e- schwerdegegner 2 bis 110 aufgeführten – Personen im vorliegenden Ver- fahren Parteistellung als Beschwerdegegnerinnen zu. Davon auszugehen ist, dass es sich bei I._______ (J._______ [ergänzende Bezeichnung] ), die im Beschwerdeverfahren eine Vollmacht einger eicht hat (Beilage zu B-act. 24) , und K._______ (J._______ [ergänzende Bezeichnung] ), die am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat, um dieselbe Person handelt. 4.6 4.6.1 Am 15. August 2013 hat das Bundesverwaltungsgericht Rechtsa n- wältin Boldi dazu aufgefordert, bis zum 16. September 2013 von den auf den Listen zu den Stellungnahmen betreffend die aufschiebende Wirkung aufgeführten Personen eine Vollmacht zu ihren Gunsten und/oder z u- gunsten von physioswiss einzureichen, sowie zu belegen, dass die en t- sprechenden Personen selbst physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis im Kanton Thurgau zu Lasten der OKP -Versicherer abrechnen, oder – falls dies nicht der Fall sei – zu substantiieren und zu belegen, weshalb sie dennoch für das vorliegende Verfahr en passivlegitimiert sein sollten (B -act. 22). Andernfalls würden die auf den Listen zu den Ste l- lungnahmen betreffend die aufschiebende Wirkung aufgeführten Pers o- nen nicht als Beschwerdegegnerinnen zugelassen. C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 19 4.6.2 Die folgenden Personen, die dieser Aufforderu ng nicht nachg e- kommen sind, sind im vorliegenden Beschwerdeverfahren, wie in der Ver- fügung vom 15. August 2013 in Aussicht gestellt, nicht Beschwerdegeg- nerinnen (für Adressen und weitere Angaben s. die Listen zu den Ste l- lungnahmen betreffend die aufschiebende Wirkung): [Auflistung von 39 Personen] Auf eine erneute Nachinstruktion zur Stellung der natürlichen und jurist i- schen Personen als Beschwerdegegnerinnen ist zu verzichten. Rechts- anwältin Boldi ist, ohne über schriftliche Vollmachten zu verfügen, gegen- über dem Gericht als Vertreterin der betreffenden Personen aufgetreten. Spätestens mit Z wischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 4. Juli 2013 wurde ihr bekanntgegeben, dass das Bundesverwaltungsge- richt (vorderhand) lediglich physio TG als Beschwerdegegnerin anerken- ne (B-act. 16 S. 4, 8). Im Übrigen behält sich das Bundesverwaltungsgericht vor, in weiteren, analog gelegenen Fällen (nur) einmalig im Sinne der im vorliegenden Ver- fahren am 15. August 2013 erlassenen Verfügung (B-act. 22) Vollmachten und Belege betreffend die geltend gemachte Passivlegitimation einzufo r- dern und nach Ablauf der entsprechenden Frist ohne weitere Instrukt i- onsschritte über die Anträge von Personen, die als Beschwerdegegneri n- nen zum Beschwerdeverfahren zugelassen wer den möchten, zu befi n- den. 4.7 Auf die von physioswiss und den in E. 4.6. angeführten Personen in ihren Stellungnahmen betreffend die aufschiebende Wirkung und in der Beschwerdeantwort gestellten Anträge (vgl. Sachverhalt Bst. B.c, B.f) ist somit mangels Parteistellung nicht einzutreten. 5. Vorliegend handelt es sich um einen Teilentscheid im Sinn von Art. 91 BGG, da hiermit das Verfahren für physioswiss und die in E. 4.6 erwähn- ten weiteren Beteiligten beendet wird (vgl. Teilentscheid des Bundesve r- waltungsgericht C-4132/2011 vom 29. Mai 2012; vgl. auch BGE 133 V 477 E. 4; BGG-Handkommentar, Art. 91 Rz. 4; Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A-692/2008 vom 7. April 2008 E. 1). C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 20 6. 6.1 Da physioswiss und die in E. 4.6 aufgelisteten Personen mit ihren An- trägen unterliege n, sind ihnen für den vorliegenden Teilentscheid unter solidarischer Haftung Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.- auf- zuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]; vgl. auch sinngemäss Teilentscheid des Bundesverwaltungsgerichts A-692/2008 vom 7. April 2008 E. 5). 6.2 Bezüglich des vorliegenden Teilentscheides ist von der Zusprache von Parteientschäd igungen abzusehen, da den Beschwerdeführerinnen kein zusätzlicher Aufwand entstanden ist und die Vorinstanz keinen A n- spruch auf Parteientschädigung hat (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 4 VGKE; Art. 7 Abs. 3 VGKE). 7. Über das Gesuch der Beschwer degegnerinnen und -gegner um Gewä h- rung der Akteneinsicht ist zu einem späteren Zeitpunkt zu entscheiden. 8. Dieser Entscheid kann nicht beim Bundesgericht angefochten werden (vgl. Art. 83 Bst. r BGG; vgl. für viele: Teilentscheid des Bundesverwa l- tungsgerichts C -4132/2011 vom 29. Mai 2012) . Er tritt mit Eröffnung in Rechtskraft. C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Auf die von physioswiss und den in E. 4.6. aufgelisteten Personen g e- stellten Anträge wird mangels Parteistellung nicht eingetreten. 2. Physioswiss und den in E. 4.6. aufgelisteten Personen werden unter sol i- darischer Haftung Verfahrenskosten von Fr. 1'500.- auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden Teilentscheids zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 4. Dieser Teilentscheid geht an: – die Beschwerdeführerinnen 1-47 (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdeführerinnen 48-60 (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerinnen und -gegner (Gerichtsurkunde) – Rechtsanwältin lic.iur. LL.M. Christine Boldi (Gerichtsurkunde; Beilage: Einzahlungsschein; zuhanden physioswiss und der gemäss E. 4.6 aufgelisteten Personen) – die Vorinstanz (Ref-Nr. RRB 244/2013; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Beat Weber Daniel Golta Versand: