<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 3] </div> <div class="para">2P.293/1999/bol </div> <div class="para">2A.526/1999 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> II. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG</i> </div> <div class="para"> *********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>24. März 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Wurzburger, Präsident der </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>II. öffentlichrechtlichen Abteilung, Hartmann, Betschart,</i> </div> <div class="para">Hungerbühler, Müller und Gerichtsschreiber Moser. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Politische Gemeinde G u a r d a</u>, Beschwerdeführerin, ver- </div> <div class="para">treten durch Rechtsanwalt Dr. Rudolf Viletta, Giarsun, </div> <div class="para">Guarda, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Engadiner Kraftwerke AG (EKW)</u>, Zernez, Beschwerdegegnerin 1, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Fortunato Vincenz, Vazerol- </div> <div class="para">gasse 2, Chur, </div> <div class="para"> <u>Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg AG (EGL)</u>, Laufenburg, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin 2, vertreten durch Rechtsanwalt </div> <div class="para">Dr. Christian Schreiber, Postfach 180, Hartbertstrasse 11, </div> <div class="para">Postfach 180, Chur, </div> <div class="para"> <u>Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement des Kantons Graubünden</u>, </div> <div class="para"> <u>Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden</u>, 1. Kammer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"> Abgabe von Überschussenergie, </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>A.- </u> </div> <div class="para"> Die Gemeinde Guarda erstellte im Jahre 1990 als Be- </div> <div class="para">standteil der damals neu errichteten kommunalen Wasserver- </div> <div class="para">sorgungsanlage ein Kleinwasserkraftwerk (Charal 1), dessen </div> <div class="para">Jahresproduktion im Mittel rund 830'000 kWh beträgt, wovon </div> <div class="para">280'000 kWh (34 %) im Winter anfallen. Am 4. August 1998 </div> <div class="para">nahm die Gemeinde Guarda ein weiteres kommunales Wasser- </div> <div class="para">kraftwerk (ARA Giarsun) in Betrieb, welches aufgrund eines </div> <div class="para">Gemeindeversammlungsbeschlusses vom 21. August 1995 in Ver- </div> <div class="para">bindung mit einer Bewässerungs- und Kläranlage errichtet </div> <div class="para">worden war (Turbinenanlage im ARA-Gebäude am Inn-Ufer zur </div> <div class="para">Mehrfachnutzung des Wassers des Clozzabaches, der Zuleitung </div> <div class="para">Clozza-Charal sowie der Druckleitung Charal-ARA samt Aus- </div> <div class="para">gleichsspeicherbecken) und jährlich 2'220'000 kWh produ- </div> <div class="para">ziert, wovon rund 858'000 kWh (40 %) im Winter anfallen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Gemeinde Guarda, welche die Versorgung der in </div> <div class="para">ihrem Gebiet ansässigen Stromkonsumenten selber betreibt, </div> <div class="para">weist damit pro Jahr einen vorwiegend auf die Sommerperiode </div> <div class="para">entfallenden Produktionsüberschuss von rund 1 Mio. kWh auf. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Engadiner Kraftwerke AG (nachfolgend: EKW), </div> <div class="para">welche die in einer Korporation zusammengeschlossenen Kon- </div> <div class="para">zessionsgemeinden, worunter die Gemeinde Guarda, mit Energie </div> <div class="para">beliefert, übernahm seit 1991 die aus dem Kleinwasserkraft- </div> <div class="para">werk Charal 1 anfallende Rücklieferungsenergie zu gewissen - </div> <div class="para">inzwischen streitig gewordenen - Bedingungen. Verhandlungen </div> <div class="para">zwischen der Gemeinde Guarda und der EKW über die Übernahme- </div> <div class="para">bedingungen für die in den Werken Charal 1 und ARA Giarsun </div> <div class="para">produzierte Überschussenergie scheiterten im April 1997 </div> <div class="para">endgültig. Auch Verhandlungen mit der - als übergeordnetes </div> <div class="para">Versorgungsunternehmen betrachteten - Elektrizitäts-Gesell- </div> <div class="para">schaft Laufenburg AG führten zu keinem Ergebnis. Die Ge- </div> <div class="para">meinde Guarda gelangte in der Folge gestützt auf Art. 7 </div> <div class="para">Abs. 1 des Energienutzungsbeschlusses vom 14. Dezember 1990 </div> <div class="para">(s.u.) an das Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement des Kan- </div> <div class="para">tons Graubünden u.a. mit dem Begehren, es sei festzustellen, </div> <div class="para">dass sie berechtigt sei, die in ihren Kleinwasserkraftwerken </div> <div class="para">produzierte Energie bzw. Überschussenergie an das übergeord- </div> <div class="para">nete Versorgungsunternehmen abzugeben. Die EKW sei zu ver- </div> <div class="para">pflichten, die angebotene Energie abzunehmen, wobei diese ab </div> <div class="para">Inbetriebnahme des Werkes ARA Giarsun mit einem minimalen </div> <div class="para">Jahresmittelpreis von 16 Rp/kWh zu vergüten sei. Das Depar- </div> <div class="para">tement wies das Gesuch mit Verfügung vom 8. Oktober 1998 ab. </div> <div class="para">Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden bestätigte </div> <div class="para">diesen Entscheid mit Urteil vom 1. Juni 1999 (mitgeteilt am </div> <div class="para">15. September 1999), soweit es auf den Rekurs eintrat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>B.- </u> </div> <div class="para"> Die Gemeinde Guarda führt hiegegen mit Eingabe vom </div> <div class="para">15. Oktober 1999 beim Bundesgericht Verwaltungsgerichtsbe- </div> <div class="para">schwerde (Verfahren 2A.526/1999) mit den Begehren, das Ur- </div> <div class="para">teil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom </div> <div class="para">1. Juni 1999 aufzuheben und die Anschlussbedingungen für die </div> <div class="para">beiden Kleinwasserkraftwerkanlagen so festzulegen, dass die </div> <div class="para">Gemeinde Guarda berechtigt sei, die in diesen Werken regel- </div> <div class="para">mässig produzierte Energie, eventuell die über ihren Eigen- </div> <div class="para">bedarf hinaus produzierte Überschussenergie, subeventuell </div> <div class="para">die 5 % der in ihren Werken jährlich produzierten Elektrizi- </div> <div class="para">tät übersteigende Menge, an das übergeordnete Versorgungs- </div> <div class="para">unternehmen abzugeben. Die Engadiner Kraftwerke AG, even- </div> <div class="para">tuell die Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg AG, sei zur </div> <div class="para">Abnahme zu verpflichten, wobei ab dem Zeitpunkt der Inbe- </div> <div class="para">triebnahme des Werkes ARA Giarsun, d.h. ab 4. August 1998, </div> <div class="para">ein minimaler Jahresmittelpreis von 16 Rp/kWh zu vergüten </div> <div class="para">sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit einer weiteren, ebenfalls vom 15. Oktober 1999 </div> <div class="para">datierenden Eingabe führt die Gemeinde Guarda staatsrechtli- </div> <div class="para">che Beschwerde (Verfahren 2P.293/1999) mit dem Antrag, das </div> <div class="para">Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom </div> <div class="para">1. Juni 1999 vollumfänglich aufzuheben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>C.- </u> </div> <div class="para"> Das Verwaltungsgericht beantragt, unter Hinweis auf </div> <div class="para">die Erwägungen seines Urteils, Abweisung der Beschwerden, </div> <div class="para">soweit darauf einzutreten sei. Das Bau-, Verkehrs- und </div> <div class="para">Forstdepartement beantragt Abweisung beider Beschwerden. Die </div> <div class="para">Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg AG stellt den Antrag, </div> <div class="para">auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht einzutreten und </div> <div class="para">die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen, soweit darauf </div> <div class="para">einzutreten sei. Die Engadiner Kraftwerke AG beantragt, auf </div> <div class="para">die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht einzutreten, even- </div> <div class="para">tuell diese abzuweisen, und die staatsrechtliche Beschwerde </div> <div class="para">abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Das ebenfalls zur </div> <div class="para">Vernehmlassung eingeladene Eidgenössische Departement für </div> <div class="para">Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation stellt in seiner </div> <div class="para">Eingabe keinen ausdrücklichen Antrag. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Die beiden Beschwerden stehen sachlich und prozes- </div> <div class="para">sual in einem engen Zusammenhang, weshalb es sich rechtfer- </div> <div class="para">tigt, die Verfahren zu vereinigen und ein einziges Urteil zu </div> <div class="para">fällen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> a) Das Urteil des Verwaltungsgerichtes ist ein </div> <div class="para">letztinstanzlicher kantonaler Entscheid, der sich auf öf- </div> <div class="para">fentliches Recht des Bundes stützt (Art. 7 des Bundesbe- </div> <div class="para">schlusses vom 14. Dezember 1990 für eine sparsame und ra- </div> <div class="para">tionelle Energienutzung [Energienutzungsbeschluss, ENB], </div> <div class="para">AS 1991 1018; abgelöst durch Art. 7 des Energiegesetzes vom </div> <div class="para">26. Juni 1998 [EnG], SR 730.0, in Kraft seit 1. Januar </div> <div class="para">1999). Ein Ausschlussgrund gemäss <span class="artref">Art. 98 ff. OG</span> liegt nicht </div> <div class="para">vor, womit das Rechtsmittel der Verwaltungsgerichtsbe- </div> <div class="para">schwerde zulässig ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-II-252%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page252">BGE 122 II 252</a> E. 1 S. 255; Urteil </div> <div class="para">vom 21. März 1997 i.S. Hydro Electra AG c. Ortsgemeinde </div> <div class="para">Schwanden, in: ZBl 99/1998 S. 324, E. 1). Die Gemeinde ist </div> <div class="para">durch die Abweisung ihres Gesuches in schutzwürdigen eigenen </div> <div class="para">Interessen berührt und damit gemäss <span class="artref">Art. 103 lit. a OG</span> zur </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde legitimiert. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die gleichzeitig erhobene staatsrechtliche Be- </div> <div class="para">schwerde ist als subsidiäres Rechtsmittel nur soweit zuläs- </div> <div class="para">sig, als die darin erhobenen Rügen nicht bereits im Rahmen </div> <div class="para">der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geprüft werden können </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 84 Abs. 2 OG</span>). Der Einwand, das Verwaltungsgericht </div> <div class="para">habe die Argumente der Gemeinde "lediglich pauschal" gewür- </div> <div class="para">digt und durch ungenügende Begründung seines Urteils <span class="artref">Art. 4 </span></div> <div class="para">aBV verletzt (S. 5 der Beschwerde), kann, soweit die Anwen- </div> <div class="para">dung von Bundesrecht in Frage steht, mittels Verwaltungsge- </div> <div class="para">richtsbeschwerde vorgebracht werden (vgl. Art. 61 Abs. 2 in </div> <div class="para">Verbindung mit <span class="artref">Art. 1 Abs. 3 VwVG</span>), ebenso die Rüge, das </div> <div class="para">Verwaltungsgericht sei auf das bei ihm gestellte Feststel- </div> <div class="para">lungsbegehren zu Unrecht nicht eingetreten (S. 6 der Be- </div> <div class="para">schwerde), soweit an einer Beurteilung dieses Streitpunktes </div> <div class="para">überhaupt ein aktuelles Rechtsschutzinteresse besteht. Für </div> <div class="para">eine separate staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung </div> <div class="para">von <span class="artref">Art. 4 aBV</span> besteht insoweit kein Raum. Dasselbe gilt für </div> <div class="para">die Rüge, das Verwaltungsgericht habe die Erhebung gewisser </div> <div class="para">Beweise unter Verletzung von <span class="artref">Art. 4 aBV</span> abgelehnt (S. 7 der </div> <div class="para">Beschwerde); derartige Einwendungen gegen die Feststellung </div> <div class="para">des Sachverhaltes und die Beweiswürdigung können gemäss </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 105 Abs. 2 OG</span> im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbe- </div> <div class="para">schwerde geprüft werden. Schliesslich ist auch die - zum </div> <div class="para">Teil unter dem Titel der Gemeindeautonomie aufgeworfene - </div> <div class="para">Frage, ob die beschwerdeführende Gemeinde als Selbstversor- </div> <div class="para">gerin bzw. unabhängige Produzentin im Sinne von <span class="artref">Art. 7 ENB</span> </div> <div class="para">bzw. <span class="artref">Art. 7 EnG</span> oder aber als Unternehmen der öffentlichen </div> <div class="para">Energieversorgung mit einem "öffentlichen Energieversor- </div> <div class="para">gungsauftrag" im Sinne von Art. 1 lit. a und c der Energie- </div> <div class="para">verordnung vom 7. Dezember 1998 (EnV, SR 730.01; vgl. auch </div> <div class="para">Art. 1 lit. k und l der - bis 31. Dezember 1998 geltenden - </div> <div class="para">Verordnung über eine sparsame und rationelle Energienutzung </div> <div class="para">[Energienutzungsverordnung, ENV], AS 1992 397) einzustufen </div> <div class="para">sei, ausschliesslich im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbe- </div> <div class="para">schwerde zu prüfen; dass der soeben erwähnte bundesrechtli- </div> <div class="para">che Begriff an kantonale Rechtsvorschriften und Rechtsakte </div> <div class="para">anknüpft, welche vom Bundesgericht bei der Handhabung dieses </div> <div class="para">Begriffes, sei es als Tatbestandselement oder als rechtliche </div> <div class="para">Vorfrage, zu berücksichtigen sind, ändert nichts. Auf die </div> <div class="para">staatsrechtliche Beschwerde ist daher schon aufgrund von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 84 Abs. 2 OG</span> nicht einzutreten. Wieweit die Gemeinde </div> <div class="para">zur Ergreifung dieses Rechtsmittels überhaupt legitimiert </div> <div class="para">wäre, braucht unter diesen Umständen nicht untersucht zu </div> <div class="para">werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Gegenstand der Verwaltungsgerichtsbeschwerde bildet </div> <div class="para">die Frage, ob die Gemeinde Guarda Anspruch darauf hat, die </div> <div class="para">in ihren beiden Kleinwasserkraftwerken erzeugte Überschuss- </div> <div class="para">energie gemäss <span class="artref">Art. 7 ENB</span> bzw. <span class="artref">Art. 7 EnG</span> gegen eine zu be- </div> <div class="para">stimmende Vergütung an ein übergeordnetes Unternehmen der </div> <div class="para">öffentlichen Energieversorgung abzugeben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Bei Einreichung des Gesuches und im Zeitpunkt </div> <div class="para">des erstinstanzlichen Departementsentscheides galt noch die </div> <div class="para">Regelung gemäss Art. 7 des Energienutzungsbeschlusses vom </div> <div class="para">14. Dezember 1990 (ENB). Am 1. Januar 1999, d.h. noch vor </div> <div class="para">dem Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 1. Juni 1999, trat </div> <div class="para">das neue eidgenössische Energiegesetz (EnG) vom 26. Juni </div> <div class="para">1998 in Kraft. Es enthält selber keine Übergangsbestimmun- </div> <div class="para">gen. Hingegen sieht die einschlägige Verordnung (EnV) in </div> <div class="para">Art. 29 Abs. 1 vor, dass innert einem Jahr nach ihrem In- </div> <div class="para">krafttreten bei bestehenden Verträgen über Anschlussbedin- </div> <div class="para">gungen für unabhängige Produzenten eine Anpassung an das </div> <div class="para">neue Recht verlangt werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Verwaltungsgericht hat den bei ihm angefochte- </div> <div class="para">nen Departementsentscheid aufgrund der bisherigen, im Zeit- </div> <div class="para">punkt des Urteils bereits ausser Kraft getretenen Regelung </div> <div class="para">gemäss <span class="artref">Art. 7 ENB</span> sowie der dazu gehörigen, damals ebenfalls </div> <div class="para">bereits aufgehobenen Verordnung (ENV) geprüft. Ob es richti- </div> <div class="para">gerweise nicht bereits das neue Recht hätte zur Anwendung </div> <div class="para">bringen müssen, ist ohne Belang, da die für die Beurteilung </div> <div class="para">des streitigen Anspruches massgebende Regelung, wie sich </div> <div class="para">zeigen wird, in den hier wesentlichen Punkten keine Änderung </div> <div class="para">erfahren hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Nach <span class="artref">Art. 7 Abs. 1 EnG</span> sind die "Unternehmungen </div> <div class="para">der öffentlichen Energieversorgung" unter gewissen Voraus- </div> <div class="para">setzungen - auf die hier nicht näher eingegangen zu werden </div> <div class="para">braucht - verpflichtet, die von "unabhängigen Produzenten" </div> <div class="para">angebotene Überschussenergie abzunehmen. Als "unabhängige </div> <div class="para">Produzenten" gelten Inhaber von Energieerzeugungsanlagen, an </div> <div class="para">welchen Unternehmen der öffentlichen Energieversorgung zu </div> <div class="para">höchstens 50 % beteiligt sind und die leitungsgebundene </div> <div class="para">Energien vorwiegend für den Eigenbedarf oder aber ohne öf- </div> <div class="para">fentlichen Auftrag vorwiegend oder ausschliesslich zur Ein- </div> <div class="para">speisung ins Netz erzeugen (<span class="artref">Art. 1 lit. a EnV</span>). Als "Unter- </div> <div class="para">nehmen der öffentlichen Energieversorgung" gelten privat- </div> <div class="para">oder öffentlichrechtlich organisierte Unternehmen mit einem </div> <div class="para">"öffentlichen Energieversorgungsauftrag (<span class="artref">Art. 1 lit. c EnV</span>). </div> <div class="para">Eine gleich lautende Regelung der Grundvoraussetzungen für </div> <div class="para">die Übernahmepflicht enthielt bereits das frühere Recht. </div> <div class="para">Zwar verwendete <span class="artref">Art. 7 Abs. 1 ENB</span> anstelle des Begriffes des </div> <div class="para">unabhängigen Produzenten jenen des "Selbstversorgers", doch </div> <div class="para">stimmt die in <span class="artref">Art. 1 lit. k ENV</span> gegebene Definition mit der </div> <div class="para">in <span class="artref">Art. 1 lit. a EnV</span> enthaltenen Umschreibung wörtlich über- </div> <div class="para">ein. Dasselbe gilt für den Begriff des "Unternehmens der öf- </div> <div class="para">fentlichen Energieversorgung", welcher aus <span class="artref">Art. 1 lit. l ENV</span> </div> <div class="para">unverändert in die heutige Verordnung (<span class="artref">Art. 1 lit. c EnV</span>) </div> <div class="para">übernommen wurde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Das Verwaltungsgericht ging aufgrund der darge- </div> <div class="para">legten Regelungen zu Recht davon aus, dass ein Stromprodu- </div> <div class="para">zent, der selber die Stellung eines Unternehmens der öffent- </div> <div class="para">lichen Energieversorgung hat, keinen Anspruch auf Abnahme </div> <div class="para">seiner eigenen Überschussenergie durch andere Versorgungs- </div> <div class="para">unternehmen geltend machen kann. Das ergibt sich klar aus </div> <div class="para">Wortlaut und Sinn der erwähnten Vorschriften. Wenn die Be- </div> <div class="para">teiligung eines Unternehmens der öffentlichen Energieversor- </div> <div class="para">gung an einem "unabhängigen Produzenten" höchstens 50 % be- </div> <div class="para">tragen darf (<span class="artref">Art. 1 lit. c EnV</span>), kann ein Stromproduzent, </div> <div class="para">der selber ein Unternehmen der öffentlichen Energieversor- </div> <div class="para">gung ist, für die in seinen eigenen Anlagen erzeugte Energie </div> <div class="para">nicht als unabhängiger Produzent im Sinne von <span class="artref">Art. 7 EnG</span> </div> <div class="para">gelten. Dass der Verordnungsgeber mit dieser Regelung seine </div> <div class="para">Befugnisse überschritten habe, wird mit Grund nicht geltend </div> <div class="para">gemacht. Der in <span class="artref">Art. 7 EnG</span> (bzw. <span class="artref">Art. 7 ENB</span>) statuierten </div> <div class="para">Übernahmepflicht liegt die Überlegung zugrunde, dass es Un- </div> <div class="para">ternehmen der öffentlichen Energieversorgung zuzumuten ist, </div> <div class="para">die ihnen von einzelnen Kleinerzeugern angebotene Über- </div> <div class="para">schussenergie abzunehmen, weil sie über ein eigenes Netz und </div> <div class="para">über einen entsprechend grösseren Abnehmerkreis verfügen, an </div> <div class="para">den sie die bezogene Energie, unter Inkaufnahme allfälliger </div> <div class="para">Mehrkosten, weitergeben können. Wer selber ein Unternehmen </div> <div class="para">der öffentlichen Energieversorgung betreibt, kann sich für </div> <div class="para">die in eigenen Anlagen produzierte Überschussenergie nicht </div> <div class="para">auf die in <span class="artref">Art. 7 EnG</span> statuierte Abnahmepflicht berufen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Nach Art. 15 Abs. 3 der (aufgehobenen) Energie- </div> <div class="para">nutzungsverordnung (ENV) konnten kleine kommunale und regio- </div> <div class="para">nale Unternehmen der öffentlichen Energieversorgung, welche </div> <div class="para">durch die Erfüllung der Abnahmepflicht gegenüber Kleinerzeu- </div> <div class="para">gern übermässig belastet wurden, die 5 % der eigenen jährli- </div> <div class="para">chen Energieabgabe übersteigende Abnahmemenge an das "über- </div> <div class="para">geordnete Versorgungsunternehmen" weiterleiten (vgl. auch </div> <div class="para">Urteil vom 21. März 1997 i.S. Hydro Electra AG c. Ortsge- </div> <div class="para">meinde Schwanden, in: ZBl 99/1998 S. 324, E. 5c). Das gel- </div> <div class="para">tende Recht sieht diese Möglichkeit nicht mehr vor. Doch </div> <div class="para">können Unternehmungen der öffentlichen Energieversorgung, </div> <div class="para">welche von unabhängigen Produzenten überproportional elek- </div> <div class="para">trische Energie übernehmen müssen, Beiträge aus einem von </div> <div class="para">allen im betreffenden Kanton tätigen Energieversorgungsun- </div> <div class="para">ternehmen zu speisenden Ausgleichsfonds erhalten (<span class="artref">Art. 7 </span></div> <div class="para">Abs. 7 EnG). Beide Regelungen beziehen sich aber auf den </div> <div class="para">Fall, dass ein Unternehmen der öffentlichen Energieversor- </div> <div class="para">gung von unabhängigen (externen) Stromproduzenten übermässig </div> <div class="para">viel Energie übernehmen muss. Für Überschussenergie, die vom </div> <div class="para">öffentlichen Energieversorgungsunternehmen selber produziert </div> <div class="para">wird, besteht weder ein Anspruch auf Weiterleitung noch auf </div> <div class="para">Abgeltung aus dem Fonds. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> e) Als Unternehmen der öffentlichen Energieversor- </div> <div class="para">gung gelten privat- oder öffentlichrechtlich organisierte </div> <div class="para">Unternehmen mit einem öffentlichen Energieversorgungsauftrag </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 1 lit. c EnV</span>). Der Begriff der "Energieversorgung" </div> <div class="para">umfasst nach der gesetzlichen Definition in <span class="artref">Art. 4 Abs. 1 </span></div> <div class="para">EnG "die Gewinnung, Umwandlung, Lagerung, Bereitstellung, </div> <div class="para">Transport, Übertragung und Verteilung von Energieträgern und </div> <div class="para">Energie bis zum Endverbraucher, einschliesslich der Ein-, </div> <div class="para">Aus- und Durchfuhr". </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Nach Art. 61 des Wasserrechtsgesetzes des Kantons </div> <div class="para">Graubünden vom 12. März 1995 (BWRG) sorgen die Gemeinden für </div> <div class="para">die Erschliessung und Belieferung ihres Gebietes mit elek- </div> <div class="para">trischer Energie. Sie können zur Erfüllung dieser Aufgabe </div> <div class="para">eigene regionale oder überregionale Energieversorgungsunter- </div> <div class="para">nehmungen bilden oder die Aufgabe an private Versorgungsun- </div> <div class="para">ternehmungen übertragen (Art. 62 BWRG). Wieweit sich ein </div> <div class="para">solcher Versorgungsauftrag der Gemeinden noch aus anderen </div> <div class="para">kantonalen Rechtsnormen herleiten liesse (Art. 42 Abs. 3 </div> <div class="para">lit. a der Kantonsverfassung vom 2. Oktober 1892 in der Fas- </div> <div class="para">sung vom 8. Dezember 1974, Art. 4 lit. e des Gemeindege- </div> <div class="para">setzes vom 28. April 1974, Art. 7 und 19 [in der Fassung vom </div> <div class="para">6. Dezember 1987] des kantonalen Raumplanungsgesetzes vom </div> <div class="para">20. Mai 1973), kann dahingestellt bleiben. Jedenfalls ergibt </div> <div class="para">sich aus den übrigen angerufenen Vorschriften nichts Gegen- </div> <div class="para">teiliges. Gemäss den Feststellungen des Verwaltungsgerichts </div> <div class="para">hat die Gemeinde Guarda die Energieversorgung auf ihrem Ge- </div> <div class="para">biet nicht an eine aussenstehende Organisation übertragen. </div> <div class="para">Sie betreibt für die von ihr gemäss Konzessionsvertrag mit </div> <div class="para">der Beschwerdegegnerin 1 bezogene Energie vielmehr ein eige- </div> <div class="para">nes Verteilnetz, einschliesslich Trafostationen, und be- </div> <div class="para">stimmt selber den Stromtarif für die ortsansässigen Kunden </div> <div class="para">(vgl. Ziff. I/2 des Reglementes der Corporaziun dals cumüns </div> <div class="para">concessiunaris da las OEE über die Abgabe der elektrischen </div> <div class="para">Energie an die Abonnenten der Konzessions-Gemeinden, in den </div> <div class="para">Akten des Verwaltungsgerichts, Beilagen des EKW Nr. 31-33; </div> <div class="para">vgl. auch die eigenen Darlegungen der Gemeinde in der Re- </div> <div class="para">kurseingabe an das Verwaltungsgericht vom 6. November 1998, </div> <div class="para">S. 8). Die Gemeinde hat damit rechtlich und tatsächlich die </div> <div class="para">Stellung eines Unternehmens der öffentlichen Energieversor- </div> <div class="para">gung. Dass auch kleine kommunale Unternehmen unter diesen </div> <div class="para">Begriff fallen können, ergibt sich aus Art. 15 Abs. 3 der - </div> <div class="para">heute aufgehobenen - Energienutzungsverordnung (ENV), welche </div> <div class="para">die Möglichkeit der Weiterleitung bei übermässig hohen Lie- </div> <div class="para">ferungen durch Selbstversorger ausdrücklich für "kleine kom- </div> <div class="para">munale und regionale Unternehmen der öffentlichen Energie- </div> <div class="para">versorgung" vorsah. Auch die bundesrätliche Botschaft zum </div> <div class="para">Energiegesetz geht davon aus, dass selbst "kleine kommunale </div> <div class="para">und regionale Versorgungsunternehmen" gemäss <span class="artref">Art. 7 EnG</span> ab- </div> <div class="para">nahmepflichtig sind und aus diesem Grunde Massnahmen zum </div> <div class="para">Ausgleich übermässiger Belastungen notwendig sein können </div> <div class="para">(BBl 1996 IV 1094; vgl. auch das in ZBl 99/1998 S. 324 pub- </div> <div class="para">lizierte Urteil betreffend Abnahmepflicht des Elektrizitäts- </div> <div class="para">werkes der Ortsgemeinde Schwanden). Ob es, wie die Beschwer- </div> <div class="para">degegnerin 2 unter Hinweis auf die Formulierung in BGE 122 </div> <div class="para">II 252 E. 3a S. 256 geltend macht, für die Einstufung als </div> <div class="para">Unternehmen der öffentlichen Energieversorgung bereits ge- </div> <div class="para">nügt, dass ein Unternehmen einen öffentlichen Versorgungs- </div> <div class="para">auftrag faktisch wahrnimmt, oder ob diese Tätigkeit auf </div> <div class="para">einem rechtlich verankerten Auftrag beruhen muss, kann da- </div> <div class="para">hingestellt bleiben, zumal vorliegend entsprechende Rechts- </div> <div class="para">normen bestehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> f) Aus dem Gesagten folgt, dass die Gemeinde Guarda </div> <div class="para">für die in ihren eigenen Kleinwasserkraftwerken erzeugte </div> <div class="para">Energie oder Überschussenergie keine Ansprüche auf Abnahme </div> <div class="para">durch ein (anderes) Unternehmen der öffentlichen Energiever- </div> <div class="para">sorgung gemäss <span class="artref">Art. 7 ENB</span> oder <span class="artref">Art. 7 EnG</span> geltend machen </div> <div class="para">kann. Auch die Voraussetzungen für eine Weitergabe an ein </div> <div class="para">übergeordnetes Versorgungsunternehmen gemäss Art. 15 Abs. 3 </div> <div class="para">der aufgehobenen Energienutzungsverordnung (ENV) waren nie </div> <div class="para">gegeben, und das geltende Recht sieht diese Möglichkeit </div> <div class="para">nicht mehr vor. Ob die beschwerdebeklagten Kraftwerkgesell- </div> <div class="para">schaften als Unternehmungen der öffentlichen Energieversor- </div> <div class="para">gung gemäss <span class="artref">Art. 7 EnG</span> gegebenenfalls ins Recht gefasst </div> <div class="para">werden könnten oder ob sie, wie in der Vernehmlassung der </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin 1 bezüglich der Engadiner Kraftwerke AG </div> <div class="para">behauptet wird, nicht als Unternehmen der öffentlichen Ener- </div> <div class="para">gieversorgung zu qualifizieren wären, kann dahingestellt </div> <div class="para">bleiben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> g) Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei </div> <div class="para">von Vertretern der eidgenössischen und kantonalen Behörden </div> <div class="para">zur Realisierung des Kleinwasserkraftwerkes ARA Giarsun </div> <div class="para">angeregt und dabei namentlich durch das Amt für Energie </div> <div class="para">Graubünden in ihrer Auffassung bestärkt worden, dass sie </div> <div class="para">gemäss den Empfehlungen des Bundes Anspruch auf Weitergabe </div> <div class="para">an die Beschwerdegegnerin 1 gegen eine Entschädigung von </div> <div class="para">16 Rp/kWh haben werde. Im Vertrauen hierauf habe sie das </div> <div class="para">Projekt in der Folge realisiert. Im Rahmen des Bundespro- </div> <div class="para">grammes "Energie 2000" hätten sich die drei Bundesämter für </div> <div class="para">Energie, für Wasserwirtschaft sowie für Umwelt, Wald und </div> <div class="para">Landschaft in einem gemeinsamen Rundschreiben vom Februar </div> <div class="para">1998 an die schweizerischen Gemeinden gewandt und sie, u.a. </div> <div class="para">unter Hinweis auf die gemäss dem Entwurf für ein Energiege- </div> <div class="para">setz zu erwartende besondere Vergütung, zur Errichtung von </div> <div class="para">Kleinwasserkraftwerken ermuntert. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Wie es sich mit den behaupteten behördlichen Zusi- </div> <div class="para">cherungen im Einzelnen verhält, braucht nicht näher unter- </div> <div class="para">sucht zu werden. Eine behördliche Zusage kann allenfalls, </div> <div class="para">auch wenn sie nicht der Rechtslage entspricht oder ent- </div> <div class="para">sprach, nach dem Grundsatz des Vertrauensschutzes unter ge- </div> <div class="para">wissen Voraussetzungen die betreffende Behörde binden oder </div> <div class="para">zu Lasten des von ihr vertretenen Gemeinwesens Rechtswir- </div> <div class="para">kungen entfalten (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IB-397%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page397">BGE 119 Ib 397</a> E. 6e S. 409, mit </div> <div class="para">Hinweisen<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-I-328%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page328">122 I 328</a></span> E. 7a S. 340), nicht aber zur Folge </div> <div class="para">haben, dass ein diese Zusage nicht mittragender Dritter </div> <div class="para">Leistungen erbringen muss, zu denen er gesetzlich nicht </div> <div class="para">verpflichtet ist (vgl. zur analogen Situation im Baurecht </div> <div class="para">BGE 117 Ia 285 E. 3e S. 290). Die im Rahmen der Projektie- </div> <div class="para">rung des Kraftwerkes erfolgten behördlichen Erklärungen sind </div> <div class="para">daher, soweit es um die hier zu beurteilenden Ansprüche ge- </div> <div class="para">gen die beiden beschwerdebeklagten Kraftwerkgesellschaften </div> <div class="para">geht, rechtlich nicht von Belang. Was das erwähnte Rund- </div> <div class="para">schreiben der drei Bundesämter vom Februar 1998 anbetrifft, </div> <div class="para">so wirft dessen Inhalt zwar berechtigte Fragen auf, indem es </div> <div class="para">den Eindruck erweckt, dass auch Gemeinden für die von ihnen </div> <div class="para">erstellten Kleinwasserkraftwerke ohne weiteres die Stellung </div> <div class="para">eines unabhängigen Produzenten beanspruchen können, was nach </div> <div class="para">dem Gesagten aber nur der Fall ist, wenn sie, entgegen der </div> <div class="para">Regel, kein eigenes Stromverteilungsnetz betreiben. Für die </div> <div class="para">Investitionen der Beschwerdeführerin war dieses Schreiben </div> <div class="para">von 1998 aber nicht kausal. Auch die Feststellung in der </div> <div class="para">Vernehmlassung des Eidgenössischen Departementes für Umwelt, </div> <div class="para">Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), dass die Gemeinde </div> <div class="para">Guarda der erwähnten Aufforderung zur Realisierung von Ener- </div> <div class="para">gieerzeugungsanlagen in mustergültiger Weise nachgekommen </div> <div class="para">sei und es zu bedauern wäre, wenn die Gemeinde bezüglich der </div> <div class="para">Abnahme und Vergütung des ökologisch sinnvoll erzeugten </div> <div class="para">Stromes im Stiche gelassen würde, ist für die Beurteilung </div> <div class="para">der Rechtslage nicht von Bedeutung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Dass die Beschwerdegegnerin 1 ihre Pflicht zur </div> <div class="para">Übernahme der anfallenden Überschussenergie aufgrund der Re- </div> <div class="para">gelung von <span class="artref">Art. 7 ENB</span> und zu den von der Beschwerdeführerin </div> <div class="para">geforderten Bedingungen seinerzeit anerkannt hätte und der </div> <div class="para">Beschluss der Gemeindeversammlung von 1995 zur Realisierung </div> <div class="para">des Werkes ARA Giarsun auf einer solchen Vertrauensgrundlage </div> <div class="para">ergangen sei, ist nicht dargetan. Zwar wird in der </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde (S. 6) geltend gemacht, eine </div> <div class="para">"solche Unterstützungszusage", wie sie die Behörden abgege- </div> <div class="para">ben hätten, sei Ende 1993 anlässlich einer Besprechung der </div> <div class="para">Beteiligten auch seitens der Beschwerdegegnerin 1 erfolgt. </div> <div class="para">In der staatsrechtlichen Beschwerde (S. 3) wird diese Dar- </div> <div class="para">stellung aber dahin relativiert, dass die Beschwerdegegnerin </div> <div class="para">1 Ende 1993 die kommunalen Behördenvertreter an einer Sit- </div> <div class="para">zung im Glauben gelassen habe, es werde sich dannzumal eine </div> <div class="para">einvernehmliche Regelung der Anschlussbedingungen schon fin- </div> <div class="para">den lassen (im gleichen Sinne: S. 6 der Rekurseingabe an das </div> <div class="para">Verwaltungsgericht). Hierin liegt noch keine Zusage, aus </div> <div class="para">welcher die Beschwerdeführerin bezüglich der Handhabung von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 7 ENB</span> bzw. <span class="artref">Art. 7 EnG</span> auch gegenüber der Beschwerdegeg- </div> <div class="para">nerin 1 Anspruch auf Vertrauensschutz erheben könnte. Soweit </div> <div class="para">sich die Beschwerdeführerin heute auf weitergehende Zusiche- </div> <div class="para">rungen der Beschwerdegegnerin 1 beruft, deckt sich dies </div> <div class="para">nicht mit ihrer bisherigen Darstellung und wäre eine - nach </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 105 Abs. 2 OG</span> grundsätzlich unzulässige (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-II-97%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page97">BGE 121 II 97</a> </div> <div class="para">E. 1c S. 99, 110 E. 2c S. 114; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-IB-27%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page27">114 Ib 27</a> E. 8b S. 33; 107 Ib </div> <div class="para">167 E. 1b S. 169; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F106-IB-77%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page77">106 Ib 77</a> E. 2a S. 79 f.) - neue Sachver- </div> <div class="para">haltsbehauptung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> h) Es kann auch nicht von einer rechtsungleichen </div> <div class="para">Behandlung gegenüber andern Gemeinden gesprochen werden </div> <div class="para">(S. 9 f. der Verwaltungsgerichtsbeschwerde). Wenn die Ge- </div> <div class="para">meinden Silvaplana und Zuoz für den aus ihren eigenen Klein- </div> <div class="para">kraftwerken ins Netz eingespeisten Strom eine der Regelung </div> <div class="para">von <span class="artref">Art. 7 EnG</span> entsprechende Vergütung erhalten, so beruht </div> <div class="para">dies nicht auf einem behördlichen Entscheid, sondern auf </div> <div class="para">einer einvernehmlichen Regelung mit der betreffenden Kraft- </div> <div class="para">werkgesellschaft (AG Bündner Kraftwerke, vgl. S. 9 der Ver- </div> <div class="para">nehmlassung der Beschwerdegegnerin 2). Zudem steht das ganze </div> <div class="para">lokale Verteilnetz der genannten Gemeinden im Eigentum der </div> <div class="para">den Strom abnehmenden Kraftwerkgesellschaft (S. 9 f. der </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde), was nach dem Gesagten recht- </div> <div class="para">lich einen entscheidenden Unterschied ausmacht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> i) Wie es sich mit den bisherigen Abmachungen zwi- </div> <div class="para">schen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin 1 </div> <div class="para">verhält und welche (gütlichen) Lösungen bei der gegebenen </div> <div class="para">Situation für die Verwendung der erzeugten Überschussenergie </div> <div class="para">anzustreben sind, bildet nicht Gegenstand des vorliegenden </div> <div class="para">Verfahrens. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> j) Als unbegründet erscheint der Vorwurf, das Ver- </div> <div class="para">waltungsgericht habe seinen Entscheid unzureichend begrün- </div> <div class="para">det. Die aus <span class="artref">Art. 4 aBV</span> und vorliegend zusätzlich aus </div> <div class="para">Art. 61 Abs. 2 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 1 Abs. 3 VwVG</span> folgende </div> <div class="para">Begründungspflicht verlangt nicht, dass sich die urteilende </div> <div class="para">Behörde mit jedem Argument der Parteien auseinandersetzt. Es </div> <div class="para">reicht, wenn sie die für ihren Entscheid massgeblichen Grün- </div> <div class="para">de darlegt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-I-31%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page31">BGE 123 I 31</a> E. 2c S. 34; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IA-264%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page264">119 Ia 264</a> E. 4d </div> <div class="para">S. 269; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-IB-64%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page64">117 Ib 64</a> E. 4 S. 86, 481 E. 6b/bb S. 492, je mit </div> <div class="para">Hinweisen). Dem genügt das angefochtene Urteil, indem dar- </div> <div class="para">getan wird, dass und wieso die Gemeinde Guarda einen öffent- </div> <div class="para">lichen Energieversorgungsauftrag erfüllt und damit nicht die </div> <div class="para">Rechte einer "Eigenerzeugerin" gemäss <span class="artref">Art. 7 ENB</span> geltend </div> <div class="para">machen kann. Diese Argumentation ist nach dem Gesagten rich- </div> <div class="para">tig und trifft den Kern der Sache. Das Verwaltungsgericht </div> <div class="para">war bei der gegebenen Sach- und Rechtslage auch nicht ver- </div> <div class="para">pflichtet, die von der Beschwerdeführerin beantragten weite- </div> <div class="para">ren Beweise (Einholung einer schriftlichen Auskunft beim </div> <div class="para">Bundesamt für Energie, Durchführung eines Augenscheines) zu </div> <div class="para">erheben. Inwiefern das Verwaltungsgericht Bundesrecht bzw. </div> <div class="para">Bundesverfassungsrecht verletzt haben soll, indem es auf das </div> <div class="para">neben dem Leistungsbegehren gleichzeitig gestellte (über- </div> <div class="para">flüssige) Feststellungsbegehren nicht eintrat, ist nicht er- </div> <div class="para">sichtlich. Der Beschwerdeführerin ist dadurch rechtlich kein </div> <div class="para">Nachteil entstanden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> k) Wieweit die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">an das Bundesgericht gestellten, zum Teil modifizierten An- </div> <div class="para">träge prozessual zulässig sind bzw. ob sie, wie die Be- </div> <div class="para">schwerdegegnerin 2 einwendet, auf eine unzulässige Änderung </div> <div class="para">der bisherigen Beschwerdebegehren hinauslaufen (Festlegung </div> <div class="para">der Anschlussbedingungen durch das Bundesgericht), kann da- </div> <div class="para">hingestellt bleiben. Sie wären, soweit darauf einzutreten </div> <div class="para">ist, aufgrund der dargelegten Rechtslage jedenfalls alle ab- </div> <div class="para">zuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Bei diesem Ausgang sind die Kosten des bundesge- </div> <div class="para">richtlichen Verfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen </div> <div class="para">(Art. 156 in Verbindung mit <span class="artref"><artref id="CH/173.110/153" type="start"></artref>Art. 153 und 153a OG</span><artref id="CH/173.110/153^a" type="end"></artref>). Sie hat </div> <div class="para">zudem die beiden beschwerdebeklagten Kraftwerkgesellschaften </div> <div class="para">für die ihnen entstandenen Anwaltskosten zu entschädigen </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 159 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Bundesgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Die Verfahren 2A.526/1999 und 2P.293/1999 werden </div> <div class="para">vereinigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht ein- </div> <div class="para">getreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, </div> <div class="para">soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Die Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 8'000.-- wird </div> <div class="para">der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>5.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin hat die beiden Beschwerde- </div> <div class="para">gegnerinnen für das bundesgerichtliche Verfahren je mit </div> <div class="para">Fr. 5'000.-- zu entschädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>6.- </u> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird den Parteien, dem Bau-, Ver- </div> <div class="para">kehrs- und Forstdepartement sowie dem Verwaltungsgericht </div> <div class="para">(1. Kammer) des Kantons Graubünden und dem Eidgenössischen </div> <div class="para">Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation </div> <div class="para">schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">_____________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 24. März 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>