TPF 2004 31 31 sichtlichistdem gegenüber,weshalbeinversteckterFehlerdannnichtkorri- giertwerden dürfte,wennanhandderEr wägungen derEntscheidprozess unddamitderwirklicheWilledesGerichtsnachvollziehbarist(vgl.auch POUDRET,a.a.O.,Art.145OGN.1S.77,wonachderZweckderEr läute- runggem äss Art.145OGdarinbesteht,demEntscheiddieFormulierungzu geben,welchegedachtundbeabsichtigtwar;ferner H AUSER/SCHWERI, Kommentarzum zürcherischenGerichtsverfassungsgesetz, Zürich2002, § 166 GVGN.1).DamitwirdnichteinMangelinderWillensbildungkor- rigiertundderEntscheiderf ährtkeineinhaltliche Änderung,wirddiesem doch nichtsbeigef ügt, was nicht bereitsInhalt ge wesen wäre. Die Zuständigkeitf ürdieVornahme zulässigerKorrekturenliegtbeider Strafkammer. TPF 200431 10.AuszugausdemEntscheidderBeschwerdekammerinSachenA.gegen EidgenössischesUntersuchungsrichteramtvom21.Oktober2004 (BK_B 132/04) Abweisung eines Beweisantrags. Art. 115 Abs. 1 BStP Das Eidgenössische Untersuchungsrichteramtistnichtverpflichtet,diebean- tragteBefragungeinesEntlastungszeugendurchz uführen. Esistnurverpflich- tet,denSachverhaltsoweitfestzustellen,alsesderBundesanwaltschaftdamit ermöglicht wirdzuentscheiden,obAnklagezuerhebenoderdasVerfahren einzustellensei.SoweiteineBefragungauchinderHauptverhandlungnoch möglich ist,entstehtdemBeschuldigtendurchdieAbweisungeinesBeweisan- tragskein nichtwiedergutzumachender Nachteil. Rejet d’une offre de preuve. Art. 115 al. 1 PPF L’Officedesjuges d’instructionfédérau x n’estpastenu d’entendreun témoin à décharge dont l’audition a été requise.Il n’esttenuquedeconstaterlesfaitsde façonà permettreauM inistère publicdela Confédération de déciders’il ya lieu d’ordonner lamiseenaccusationoudesuspendrela procédure. DanslaTPF 2004 31 32 mesure où l’auditionpeutencoreavoirlieuaucoursde l’audienceprincipale,le rejet d’une offre de preuve ne cause pas à l’inculpé un préjudice irréparable. Reiezione di un’istanza probatoria. Art. 115 cpv. 1 PP L’Ufficio deigiudiciistruttorifederalinon è tenutoaeseguire l’interrogatorio propostodiuntestimonioadiscarico.Esso è unicamentetenutoadaccertarei fattiinmanierasufficiente affinché ilMinisteropubblicodellaConfederazione siaingradodidecideresepromuovere l’accusa osospendereilprocedimento. Seuninterrogatorio è ancorapossibileduranteildibattimento,ilrespingimen- todi un’istanzaprobatorianonprovoca all’imputatounpregiudizioirrepara- bile. Zusammenfassung des Sachverhalts: IneinerStrafuntersuchunggegenA.undMitbeteiligtewegenVerdachtsder GefährdungdurchSprengstoffeinverbrecherischerAbsichthattederMit- beschuldigteB.imRahmeneinerrechtshilfeweiseinBosnien-Herzegowina durchgeführtenEinvernahmeA.undC.belastet.DerVerteidigervonA. stelltean lässlicheinerKonfrontationseinvernahmevonA.,B.undC.inder SchweizdenAntrag,esseienD.(BeamtederBundeskriminalpolizei)sowie E.alsZeugeneinzuvernehmen,einerseitsdazu,wasD.mitB.nachdessen AnkunftinderSchweizundvorderEinvernahme überdiesegesprochen habe,andererseitsE.dazu,wasD.diesemamTelefon überdasAussage- verhaltenvonB.er zählt habe.DerUntersuchungsrichterwiesdiebeiden Beweisanträgemit Verf ügung vom27. August 2004 ab. Die Beschwerdekammer wies die Beschwerde ab. Aus den Erwägungen: 3.2 Damitistzupr üfen,obdieVorinstanzaufgrundderVorschriftender BStP überdieVoruntersuchungzurAbnahmederbeantragtenBeweise verpflichtetgewesen wäre.Gem äss Art.115BStPkannu.a.derBeschul- digtedemUntersuchungsrichterUntersuchungshandlungenbeantragen (Abs.1).DerUntersuchungsrichterentscheidet überdieAntr äge derPartei- en(Abs.2).EineweitereRegelungfindetsichinArt.119BStPf ürdie PhasedesAbschlussesderVoruntersuchung.ErachtetderUntersuchungs-TPF 2004 31 33 richter,derZweckderVoruntersuchungseierreicht,sobestimmtergem äss Art.119BStPdenParteieneineFrist,indersieeineEr gänzungderAkten beantragen können. Erentscheidet überdieAntr äge. Massgeblichf ürdie BeurteilungderAblehnungdesBeweisantragsimvorliegendenFallist Art. 115BStP.DieTragweitedieserBestimmung(wieauchdesArt.119 BStP)beurteiltsicheinerseitsausderKonzeptiondesBundesstrafprozesses heraus,welchesdieunmittelbareErhebungderBeweiseanderHauptver- handlung(Unmittelbarkeitsprinzip)kennt,andererseitsimVer hältniszu Art.113BStP.Zwarber ücksichtigtneugem ässArt.169Abs.2BStP(in Kraftseitdem1.April2004)dieStrafkammerdesBundesstrafgerichtsbei der Beweiswürdigungauchdie währenddesVorverfahrensgemachten Feststellungen.DennochgeltenweiterhindieBestimmungenderBStP über diedirekteBeweisabnahme.Entsprechendk önnen dieParteiennach Art. 157Abs.2BStPbiszumSchlussdesBeweisverfahrensneueBeweis- massnahmenbeantragen.Darausfolgt,dassderBeschwerdef ührerseine Anträge aufEinvernahmealsZeugen(oderAuskunftspersonen)vonD.und E.imRahmenderVorbereitung(Art.137Abs.1BStP)undderDurchf üh- rungderHauptverhandlung(Art.138Abs.2,157BStP)erneutstellenkann. EinnichtwiedergutzumachenderNachteilentstehtdemBeschwerdef ührer ausderAblehnungdiesesBeweisantragsdurchdenUntersuchungsrichter somitnicht.NachArt.113BStPstelltderUntersuchungsrichterdenSach- verhaltsoweitfest,dassderBundesanwaltentscheidenkann,obAnklagezu erhebenoderobdieUntersuchungeinzustellenist.ErsammeltdieBeweis- mittelf ürdieHauptverhandlung.ZuweitergehendenBeweiserhebungenist ergrund sätzlichnichtverpflichtet,dennaufgrunddesdenBundesstrafpro- zessbestimmenden,weitgehendenUnmittelbarkeitsprinzipsbestehtjede MöglichkeitderBeweisabnahmeinderHauptverhandlung.Andersalsin ProzessordnungenmitvomGesetzhereingeschr änkterUnmittelbarkeit oderbeschr änkter MündlichkeitundMittelbarkeit,kannauchnichtgesagt werden,die ÜberprüfungderGlaub würdigkeiteinesZeugenundderGlaub- haftigkeitseinerAussagenhabenotwendigerweiseinderUntersuchungzu erfolgen.DemUntersuchungsrichterstehtdeshalbbeiseinemEntscheid überBeweiserhebungeneinbesondersweitesErmessenzu.Dervorliegend abgelehnteBeweisantrag beschlägtdasBeweisthema(BeteiligungvonC. undA.amSprengstoffanschlagvonY.)insofernindirekt,alsdieGlaubhaf- tigkeitderAussagenvonB.dadurchinFragegestelltwerden könnte. Auch wennesdeshalbsinnvollgewesen wäre,demBeweisantragstattzugeben, kanndieFragederGla ubwürdigkeitvonB.undderGlaubhaftigkeitseiner BelastungdochohneweiteresinderHauptverhandlunggekl ärtwerden,und eskannzudiesemZweckdiebeantragteEinvernahmevorGerichterfolgen.TPF 2004 34 34 FürdenEntscheid überAnklageoderEinstellungsinddieseZeugeneinver- nahmeninAnbetrachtdesf ürdenEntscheid überdieAnklageerhebung anwendbarenGrundsatzes „in dubioprodurior e“ (PIQUEREZ,Pr océdure pénaleSuisse, Zürich2000,S.648N2969)jedenfallsnichtausschlagge- bend.DerErmessensentscheidderVorinstanzistdeshalbnichtzubeanstan- den.ImSinneeinerSchlussbemerkungseifestgestellt,dassD. anlässlich derKonfrontationseinvernahmevom25.August2004anwesendwar.Das EinverständnisderParteienunddesUntersuchungsrichtersvorausgesetzt, hätte erumgehendkurzbefragtwerden können.WenngleichdieseBefra- gungnichtaufdiedirekteErhellungdesrechtserheblichenSachverhaltes zielte,w äredieZulassungderFragedienlichgewesen.EinBeschuldigter, dervoneinemDrittendavonerf ährt,einErmittlungsbeamterhabesichmit einemihnbelastendenMitbeschuldigten überdessenAussageverhalten unterhalten,hateinlegitimesInteressedaran,dassdieUmst ände jenerUn- terhaltungg eklärtwerden.DerBeschwerdef ührer hättedamitaufdenAn- trag,auchE.alsZeugeneinzuvernehmen,inderFolgeunterUm ständen verzichtenk önnen, wasletztlichderPr ozessökonomiezugutegekommen wäre. TPF 200434 11.AuszugausdemEntscheidderBeschwerdekammerinSachenA.gegen Swissmedicvom 8. November 2004(BK_B 075/04) Hausdurchsuchung; Anfechtungsgegenstand; aktuelles praktisches Interesse. Beschlagnahme; Tatverdacht; Einziehung; Beweismittel; Verhältnismässigkeit. Art.28Abs.1,46Abs.1lit.aundb,48f.VStrR,Art.58StGB,Art.86Abs.1 HMG DervoneinerBeschlagnahmeBetroffeneistvonderZwangsmassnahmedirekt berührt und hat ein schut zwürdiges Interesse an deren Aufhebung (E. 2.1). VerlangtderBetroffenedieAufhebungeiner durchgeführten undabgeschlos- senenHausdurchsuchung,istmangelseinesanfechtbarenGegenstandessowie mangelseinesaktuellenundpraktischenInteressesaufdieBeschwerdenicht einzutreten(E. 2.2). AusreichendkonkreterTatverdacht für eineWiderhandlunggegenArt.86 Abs. 1 HMG (E. 3).