Abteilung III C-6461/2008/mes/wam {T 0/2} U r t e i l v o m 3 1 . A u g u s t 2 0 1 0 Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richterin Madeleine Hirsig, Gerichtsschreiber Marc Wälti. X._______, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Invalidenversicherung, Verfügung vom 15. September 2008. B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandC-6461/2008 Sachverhalt: A. Der am _______ 1955 geborene, in seiner Heimat Deutschland wohn- hafte X._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer) war zuletzt beim Wasser- und Schiffahrtsamt Y._______ , Deutschland, vom 1. No vem - ber 1989 bis zum 22. August 2005 vollschichtig als Hilfsmatrose tätig. Ab dem 23. August 2005 ging er keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. Vom 20. Februar 2007 bis am 17. Oktober 2007 bezog er von der deutschen Bundesagentur für Arbeit, Y._______, Arbeitslosengelder (vgl. act. 1, 5, 10, 11 und 23). B. Am 6. September 2006 stellte der Beschwerdeführer bei der deut- schen Verbindungsstelle zuhanden der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA, im Folgenden: Vorinstanz) ein Gesuch um Bezug von Ren tenleistungen der schweizerischen Invalidenversicherung (IV). Er machte geltend, infolge Krankheit vom 23. August 2005 bis zum 19. Februar 2007 arbeitsunfähig gewesen zu sein (vgl. act. 1). C. Mit der ihren Vorbescheid vom 13. Juni 2008 (act. 18) im Wesentlichen bestätigenden Verfügung vom 15. September 2008 sprach die Vor- instanz dem Beschwerdeführer rückwirkend ab dem 1. August 2006 eine bis zum 31. Mai 2007 befristete, ordentliche ganze Invalidenrente zu. Mit Verfügung vom 23. September 2008 gewährte die Vorinstanz zudem eine entsprechende Zusatzrente für den am _______ 1988 geborenen Sohn des Beschwerdeführers (vgl. act. 21 und 22). D. Mit Beschwerde vom 26. September 2008 (von der Vorinstanz am 10. Oktober 2010 an das Bundesverwaltungsgericht weitergeleitet) be- antragte der Beschwerdeführer sinngemäss, in Aufhebung der Ver- fügung vom 15. September 2008 sei ihm mit Wirkung ab dem 1. Au- gust 2006 eine unbefristete ganze Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, sein Gesundheitszustand habe sich seit Ende Mai 2007 nicht verbessert. Er sei weiterhin vollschichtig arbeitsunfähig, was die der Beschwerde beigelegten Dokumente belegten. Die Verfügung vom 23. September 2008 (Zusatz- rente) wurde nicht angefochten. Seite 2C-6461/2008 E. In ihrer Vernehmlassung vom 11. Dezember 2008 beantragte die Vor- instanz die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der ange- fochtenen Verfügung – im Wesentlichen mit der Begründung, die mit Beschwerde nachgereichten Dokumente seien nicht geeignet, an ihrer bisherigen Beurteilung etwas zu ändern. F. Nach dem er den mit Zwischenverfügung vom 17. Dezember 2008 ein- verlangten Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 400.- am 2. Februar 2009 geleistet hatte, bestätigte der Beschwerdeführer in seiner undatierten, von Dr. med. A._______ mitunterzeichneten Replik, die am 2. Februar 2009 beim Bundesverwaltungsgericht einging, sinngemäss seine bisherigen Anträge sowie im We sentlichen deren Be gründung. Zugleich stellte er ein Gesuch um Verfahrenssistierung. G. In ihrer Duplik vom 12. Februar 2009 bestätigte die Vorinstanz im We- sentlichen ihre bisherigen Anträge sowie deren Begründung und be- antragte sinngemäss, das Sistierungsgesuch sei abzuweisen. H. Mit Verfügung vom 18. Februar 2009 wies das Bundesverwaltungs- gericht das Gesuch um Sistierung des Verfahrens ab und schloss den Schriftenwechsel. I. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwä- gungen näher eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Zu beurteilen ist die Beschwerde vom 26. September 2008 gegen die Verfügung vom 15. September 2008, mit welcher dem Beschwerde- führer rückwirkend eine vom 1. August 2006 bis zum 31. Mai 2007 befristete ganze Invalidenrente zugesprochen worden ist. 1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich im Wesentlichen nach den Vorschriften des Bundesgesetzes vom 17. Juni Seite 3C-6461/2008 2006 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bun- desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021 [vgl. auch Art. 37 VGG]) sowie des Bundesge- setzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialver- sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1 [vgl. auch Art. 3 Bst. dbis VwVG]). Dabei finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln diejenigen Verfahrensregeln Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in Kraft stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2; vgl. auch Art. 53 Abs. 2 VGG). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern – wie vorliegend – keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Als Vor- instanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört auch die IV-Stelle für Versicherte im Ausland, die mit Verfüg- ungen über Leistungsgesuche befindet (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG, SR 831.10]). 1.3 Nach Art. 59 ATSG ist zur Beschwerdeführung vor dem Bundes- verwaltungsgericht legitimiert, wer durch die angefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren als Partei teilgenommen. Als Adressat ist er durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat er an deren Aufhebung bzw. Änderung ein schutzwürdiges Interesse. Nachdem der Verfahrenskostenvorschuss innert Frist geleistet worden ist, kann auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde eingetreten werden (Art. 60 ATSG, Art. 21 Abs. 2, 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 2. Vorab sind die im vorliegenden Verfahren wesentlichen Verfahrens- grundsätze darzustellen. 2.1 Mit der Beschwerde kann gerügt werden, die angefochtene Ver- fügung verletze Bundesrecht (einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs von Ermessen), beruhe auf einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG). Seite 4C-6461/2008 2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Be- gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Be- schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gut- heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Be- gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ G YGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212). 2.3 Das Sozialversicherungsverfahren ist vom Untersuchungsgrund- satz beherrscht. Danach haben die Verwaltung und das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechts- erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt. Zum einen findet er sein Korrelat in den Mit- wirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit Hinweisen); zum anderen umfasst die behördliche und richterliche Abklärungspflicht nicht unbesehen alles, was von einer Partei behauptet oder verlangt wird. Vielmehr bezieht sie sich nur auf den im Rahmen des streitigen Rechtsverhältnisses (Streitgegenstand) rechtserheblichen Sachverhalt. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist (vgl. G YGI, a.a.O., S. 43 und 273). In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und Sozialversiche- rungsgerichte zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a mit Hinweis; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [im Folgenden: EVG, heute Schweizerisches Bundesgericht] I 520/99 vom 20. Juli 2000). 2.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1984, S. 136). 2.4.1Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisan- forderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Ge- schehensabläufen als die Wahrscheinlichste würdigen (BGE 126 V 353 Seite 5C-6461/2008 E. 5b, BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimm- ter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und weitere Beweismassnahmen könnten an diesem feststehenden Ergeb- nis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; U ELI K IESER , Das Verwal- tungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 212, Rz. 450; ALFRED K ÖLZ /ISABELLE H ÄNER , Verwaltungsverfahren und Verwal- tungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 111 und 320; G YGI, a.a.O., S. 274; vgl. auch BGE 122 II 464 E. 4a, BGE 122 III 219 E. 3c, BGE 120 1b 224 E. 2b, BGE 119 V 335 E. 3c mit Hinweisen). 2.4.2Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweis- mittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwer- deverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Be- weise frei, d.h. ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuch- ungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Ken- ntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei- lung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind. Aussch- laggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her- kunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auch auf Beurteilungen versicherungsinterner Ärzte der Vorinstanz oder von Ärzten eines regionalen ärztlichen Dienstes darf nur abge- stellt werden, sofern sie schlüssig und nachvollziehbar begründet so- wie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver- lässigkeit bestehen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Nicht in jedem Ein- zelfall zwingend erforderlich ist, dass solche Ärzte den Versicherten persönlich untersuchen. Das Fehlen eigener Untersuchungen vermag daher ihre Stellungnahmen für sich alleine nicht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es im Wesentlichen um die Beurtei- lung der erwerblichen Folgen eines bereits feststehenden medizi- Seite 6C-6461/2008 nischen Sachverhalts geht, folglich die direkte ärztliche Befassung mit dem Versicherten in den Hintergrund rückt (vgl. Urteil des Bundes- gerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 mit Hinweisen). 3. Im Folgenden werden die für die Beurteilung der Streitsache wesent- lichen materiellen Bestimmungen und die von der Rechtsprechung dazu entwickelten Grundsätze dargestellt. 3.1 Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger von Deutschland und hat dort seinen Wohnsitz, so dass vorliegend die Bestimmungen des Ab kommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einer- seits und der Europäischen Gemeinschaft andererseits über die Frei- zügigkeit vom 21. Juni 1999 (im Folgenden: FZA, SR 0.142.112.681) sowie der darin erwähnten europäischen Verordnungen anwendbar sind. Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sich- erheit koordiniert, um insbesondere die Gleichbehandlung aller Bürger der Vertragsstaaten zu gewährleisten. Soweit – was vorliegend der Fall ist – weder das FZA und die gestützt darauf anwendbaren gemein- schaftsrechtlichen Rechtsakte abweichende Bestimmungen vorsehen noch allgemeine Rechtsgrundsätze dagegen sprechen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens und die materielle Prüfung des Renten- anspruchs alleine nach der schweizerischen Rechtsordnung. Insbe- sondere besteht für die rechtsanwen denden Behörden in der Schweiz – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – keine Bindung an Feststellungen und Entscheide ausländischer Versicherungsträger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4, AHI- Praxis 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E.2). Vielmehr unter- stehen auch aus dem Ausland stammende Beweismittel der freien Be- weiswürdigung durch das Gericht (vgl. Urteil des EVG vom 11. De - zember 1981 i.S. D). 3.2 In zeitlicher Hinsicht ist vorab festzuhalten, dass Rechts- und Sach verhaltsänderungen, die nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 15. September 2008) eintraten, im vorliegenden Verfahren grundsätzlich nicht zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 130 V 329, BGE 129 V 1 E. 1.2, je mit Hinweisen). Allerdings können Tatsachen, die den Sachverhalt seither verändert haben, unter Um ständen Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (vgl. BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Seite 7C-6461/2008 Weiter sind grundsätzlich diejenigen materiellrechtlichen Bestimmun- gen anzuwenden, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung hatten (vgl. BGE 130 V 329). Ein allfälliger Leis- tungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). Im vorliegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene schwei- zerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erlass der ange- fochtenen Verfügung vom 15. September 2008 in Kraft standen; weiter aber auch solche Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten sind, die aber für die Beurteilung eines allenfalls früher entstandenen Rentenanspruchs von Belang sind (für das IVG: ab dem 1. Januar 2004 in der Fassung vom 21. März 2003 [AS 2003 3837; 4. IV-Revision] und ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 2006 [AS 2007 5129; 5. IV-Revision]; die Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201] in den entsprechenden Fassungen der 4. und 5. IV-Revision). Bei der Beurteilung des vorliegend geltend gemachten Rentenan- spruchs sind zudem das ATSG und die Verordnung vom 11. Sep tem- ber 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11) anwendbar. Die im ATSG enthaltenen Formulie- rungen der Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität entsprechen den von der Rechtsprechung früher zur Invalidenver- sicherung entwickelten Begriffen und Grundsätzen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). Daran hat auch die Revision des IVG und des ATSG vom 6. Oktober 2006 sowie der IVV und ATSV vom 28. Sep- tember 2007 (5. IV-Revision) nichts geändert. 3.3 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversiche- rung hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Eintritt der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Dauer (vgl. Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an die AHV/IV geleistet hat. Diese Bedingungen müssen kumulativ gegeben sein; fehlt eine, so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn die andere erfüllt ist. 3.3.1Der Beschwerdeführer hat laut Auszug vom 10. Dezember 2008 aus dem individuellen Konto in der Zeitspanne von 1984 bis 1987 wäh- rend insgesamt mehr als einem Jahr Beiträge an die AHV/IV geleistet (vgl. act. 20; vgl. auch act. 13 und 21), so dass bei frühestem Seite 8C-6461/2008 Anspruchsbeginn die Voraussetzung der Mindestbeitragsdauer für den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente erfüllt war (vgl. Art. 36 Abs. 1 IVG in der diesbezüglich anwendbaren, bis am 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung). 3.3.2Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde, ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit oder Unmöglich- keit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 1 und 3 ATSG). Nach Art. 4 IVG kann die Invalidität Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Abs. 1); sie gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Abs. 2). Der Begriff der Invalidität ist demnach nicht nach medizinischen Krite- rien definiert, sondern nach der Unfähigkeit, Erwerbseinkommen zu erzielen oder sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (vgl. BGE 110 V 273 E. 4a, BGE 102 V 165). Dabei sind die Erwerbs- bzw. Arbeitsmöglichkeiten nicht nur im angestammten Beruf bzw. der bis- herigen Tätigkeit, sondern – wenn erforderlich – auch in zumutbaren Verweisungstätigkeiten zu prüfen. Der Invaliditätsgrad ist also grund- sätzlich nach wirtschaftlichen und nicht nach medizinischen Grund- sätzen zu ermitteln. Bei der Bemessung der Invalidität kommt es somit einzig auf die objektiven wirtschaftlichen Folgen einer funktionellen Be hinderung an, und nicht allein auf den ärztlich festgelegten Grad der funktionellen Einschränkung (vgl. BGE 110 V 273; ZAK 1985 S. 459). Trotzdem ist die Verwaltung – und im Beschwerdeverfahren das Ge- richt – auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stel- lung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig- keiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärzt- lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten noch zugemutet werden können (vgl. BGE 115 V 134 E. 2, BGE 114 V 314 E. 3c mit Hinweisen; ZAK 1991 S. 319 E. 1c). Die rein wirtschaftlichen und rechtlichen Beurteilungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Bestimmung der Erwerbsfähigkeit, obliegen dagegen der Verwaltung und im Beschwerdefall dem Gericht. Seite 9C-6461/2008 3.3.3Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gül- tig gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Drei- viertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invalidi- tätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. Hieran hat die 5. IV-Revision nichts geändert (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG in der ab dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung). Laut Art. 28 Abs. 1ter erster Satz IVG (in der von 2003 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) bzw. Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung) werden jedoch Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50% entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, was laut Rechtsprechung eine beson- dere Anspruchsvoraussetzung darstellt (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c). Eine vorliegend zutreffende Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und Staatsangehörige der Europäischen Gemeinschaft (EU), denen bereits ab einem Invaliditäts- grad von 40% eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie in einem Mit- gliedstaat der EU Wohnsitz haben. 3.3.4Der Rentenanspruch entsteht frühestens in jenem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40% bleibend erwerbs- unfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeits- unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (vgl. Art. 29 Abs. 1 Bst. a und b IVG in den bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassungen). Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, welche ihre Erwerbsfähig- keit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhal- ten oder verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). Eine anspruchsbeeinflussende Veränderung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mo nate angedauert hat, eine Verbesserung allerdings nur dann, wenn sie nach Ablauf der drei Monate voraussichtlich weiterhin andauern Seite 10C-6461/2008 wird (vgl. Art. 88a Abs. 1 und 2 IVV). Die vorerwähnten Bestimmungen beziehen sich in erster Linie auf die Revision bereits laufender Renten. Sie sind sinngemäss aber auch dann anzuwenden, wenn die an- spruchsbeeinflussende Änderung noch vor Erlass der ersten Renten- verfügung eingetreten ist mit der Folge, dass rückwirkend von einem zeitlich gestaffelten Invaliditätsgrad auszugehen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6 b/dd mit Hinweis). 3.4 Aufgrund des im gesamten Sozialversicherungsrecht geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht ist sodann ein dauernd in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkter Versicherter gehalten, innert nützlicher Frist Arbeit im angestammten oder einem anderen Berufs- oder Erwerbszweig zu suchen und anzunehmen, soweit sie noch mög- lich und zumutbar erscheint (BGE 113 V 22 E. 4a, BGE 111 V 235 E. 2a). Deshalb ist es am behandelnden Arzt bzw. am Vertrauensarzt der IV-Stelle, aus medizinischer Sicht zu entscheiden, in welchem Aus- mass ein Versicherter seine verbliebene Arbeitsfähigkeit bei zumut- barer Tätigkeit und zumutbarem Einsatz auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt einsetzen kann. Diese Arbeitsmöglichkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu lassen (leidensangepasste Verweisungs- tätigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.), wobei es unerheblich ist, ob er seine Restarbeitsfähigkeit tatsächlich verwertet oder nicht. Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarkts ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invali- denversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugren- zen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; andererseits be- zeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält. Nach diesen Gesichts- punkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Mög- lichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 E. 3b). Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt wer- den kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 291 E. 3b). Seite 11C-6461/2008 4. Im Folgenden ist unter Berücksichtigung und Würdigung der ent- scheidwesentlichen Dokumente zu prüfen, ob die Vorinstanz den Sach verhalt vollständig erhoben und zu Recht eine vom 1. August 2006 bis zum 31. Mai 2007 befristete ganze Invalidenrente zuge- sprochen hat – was vom Beschwerdeführer bestritten wird. 4.1 Die angefochtene Verfügung beruht im Wesentlichen auf den Stel- lungnahmen vom 3. April und 20. Mai 2008 von Dr. med. B._______, regionaler ärztlicher Dienst Rhone (RAD), dem ein zuhanden der deut- schen Rentenversicherung erstellter Bericht vom 21. August 2007 von Dr. med. C._______ (act. 12) sowie ein – nicht aktenkundiges, im Bericht vom 21. August 2007 erwähn tes – internistischen Gutachten vom 3. Mai 2007 von Dr. med. D._______ zur Beurteilung vorlagen (vgl. act. 12 S. 2, 14 und 16). 4.1.1Der Bericht von Dr. med. C._______ ist unter Berücksichtigung des Gutachtens von Dr. med. D._______, eines Laborberichtes vom 27. März 2007 von Dr. med. A._______ (vgl. act. 12 S. 11 f.) sowie weiteren, nicht aktenkundigen Berichten von in Deutschland auf den Gebieten der Allgemeinmedizin, Neurologie, Inneren Medizin sowie Kardiologie praktizierenden Fachärzten aus den Jahren 2002 bis 2007 erstellt worden (vgl. act. 12 S. 2 und 4). Dr. med. C._______ stellt folgende Diagnosen: Alkoholkrankheit, nutritiv-toxische Leberzirrhose im Stadium Child B bei aktuell stabilem Zustand nach hytropischer und metabolischer Dekompen sation im August 2005, portale Hypertension, hypertensive Gastropathie, Ösophagusvarizen Grad I, Zustand nach nutritiv-toxischer Pancreatitis im Jahre 2002 (aktuell ohne Anhalts- punkte für ein chronisches Geschehen), alkoholtoxische Polyneuro- pathie, Varusgonarthrose mit medialem und lateralem Knorpelschaden (Zustand nach Innenmeniskusteilresektion sowie Kreuzbandplastik im Jahre 2003), chronisches Lendenwirbelsäulensyndrom, schwerer Nikotinmissbrauch, Zustand nach endoskopischer Abtragung eines Colonadenoms im April 2006 (histologisch benigne), Corpus- und Antrumsgastritis, asymptoma tische Cholezystolithiasis sowie atopi- sche Dermatitis (vgl. act. 12 S. 13). In arbeits- und sozialanamnesti- scher Hinsicht erwähnt er, der Beschwerdeführer sei seit dem 1. Juli 2005 arbeitsunfähig und ab dem 20. Februar 2007 als arbeitslos gemeldet (vgl. act. 12 S. 4 und 5). Ferner führt Dr. med. C._______ im Wesent lichen aus, die chronische Alkoholkrankheit des Beschwerde- führers habe zu einer erheblichen Multimorbidität geführt; primär zu Seite 12C-6461/2008 einer nutritiv-toxischen Leberzirrhose mit portaler Hypertension und erstgradigen Ösophagusvarizen, wobei jederzeit mit einer erneuten Dekompen sation – wie bereits im Jahre 2005 – zu rechnen sei. Hinzu kom me eine alkoholtoxische Polyneuropathie mit distal betonter Pall- hypästhesie, welche erhebliche Beschwerden – insbesondere Taub- heitsgefühle sowie Parästhesien an den Beinen und Füssen – ver- ursache. Es sei ferner mit einem chronisch rezidivierenden Verlauf der Pancreatitis zu rechnen. Die hypersensitive Gastropathie mit Antrums- und Corpusgastritis verstärke das negative Gesamtbild des Gesund- heitszustandes des Beschwerdeführers; und es bestehe das hohe Risiko einer kurz- bis mittelfristigen Verschlechterung desselben. Da hauptsächlich die Knie- und Rückenleiden die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers einschränkten und hinsichtlich der geklagten Lendenwirbelsäulenbeschwerden keine medizinischen Dokumente vor- lägen, empfehle sich die Durchführung einer orthopädischen Begut- achtung. Unter Vorbehalt allenfalls abweichender Ergebnisse dieser Be gutachtung gelangt Dr. med. C._______ zum Schluss, dem Be- schwerdeführer seien das Tragen von Lasten über 10 kg, ein häufiger Wech sel zwischen Stehen, Bücken und Liegen sowie Arbeiten in Zwangs haltungen unzumutbar. Daher sei dieser seit dem 6. Septem- ber 2006 in der zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit vollschichtig arbeitsunfähig. Ab diesem Zeitpunkt durchaus vollschichtig zumutbar seien indessen leichte sitzende Verweisungstätigkeiten mit geringen An forderungen an die geistige und psychische Belastbarkeit (vgl. act. 12 S. 14 ff.). 4.1.2Im Wesentlichen gestützt auf den Bericht von Dr. med. C._______ erwähnt Dr. med. B._______ in seinen Stellungnahmen als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Äthylismus mit Leberzirrhose im Child Stadium B, eine Neuropathie der untereren Extremitäten, eine portale Hypertension und Ösophagusvarizen Grad I (ICD10-Code F 10.2), eine Gonarthrose (IC10-Code M17.9) sowie eine Lumbalgie bei degenerativen Verände- rungen (ICD-Code M54.4). Er gelangte sinngemäss zum Schluss, angesichts der durch die Alkoholproblematik verursachten Sensibili- tätsstörungen, der Gonarthrose und der Rückenprobleme sei der Be- schwerdeführer seit dem 23. August 2005 vollschichtig arbeitsunfähig. Allerdings seien ihm körperlich leichte, vorwiegend sitzend und ohne Zwangshaltungen des Oberkörpers sowie ohne geistige und psych- ische Belastungen ausübbare Verweisungstätigkeiten ab dem 20. Februar 2007 vollschichtig zuzumuten (vgl. act. 14 und 16). Seite 13C-6461/2008 4.2 Zu den Stellungnahmen von Dr. med. B._______ ist vorab festzuhalten, dass er zu Recht von einer Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in der zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit ab dem 23. August 2005 ausgegangen ist. Diese Annahme findet denn auch – im Gegensatz zur sozialanam nestischen Feststellung von Dr. med. C._______, wonach dies bereits ab dem 1. Juli 2005 der Fall gewesen sein soll (vgl. act. 12 S. 5) – eine Stütze in den Akten; so insbesondere in den übereinstimmenden Erklärungen des Beschwerdeführers und seines letzten Arbeitgebers (vgl. act. 1, 10 und 11). Weiter ist festzuhalten, dass die im Bericht von Dr. med. C._______ aufgeführten, seit dem Jahre 2002 diagnostizierten Leiden zweifels- ohne als labiles pathologisches Geschehen zu qualifizieren sind; also als Leiden, die sowohl eine Verbesserung als auch eine Verschlimme - rung durchmachen können. Folglich findet Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung Anwendung. Ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers konnte danach frühestens dann entstehen, wenn er infolge seiner Leiden während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen war – sofern und solange er auch danach noch im Sinne des Gesetzes invalide gewesen ist (Wartezeit; vgl. BGE 121 V 264 E. 5 und 6 mit Hinweisen); vorliegend kann der Anspruch also frühestens am 23. August 2006 entstanden sein. Entgegen der Auffassung von Dr. med. B._______ kann aber gestützt auf den Bericht von Dr. med. C._______ nicht als überwiegend wahr- scheinlich erstellt gelten, dass der Beschwerdeführer ab dem 23. Au- gust 2005 bis zum 19. Februar 2007 durchgehend vollschichtig ar- beitsunfähig gewesen und seit dem 20. Februar 2007 (Beginn des bis zum 31. Mai 2007 dauernden Bezugs von Arbeitslosengeld seitens der deutschen Bundesagentur für Arbeit in Y._______ ; vgl. act. 23) nicht mehr invalide ist. Zum einen beinhaltet der Bericht von Dr. med. C._______ einzig ein Leistungskalkül ab dem 6. September 2006 und somit keine retrospek- tive Beurteilung der Auswirkungen der Leiden des Beschwerdeführers auf die Arbeitsfähigkeit seit dem 23. August 2005. Zum anderen hat Dr. med. C._______ die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Er- werbstätigkeit ab dem 6. September 2006 ausdrücklich unter Vorbehalt eines abweichenden Ergebnisses des emp fohlenen orthopädischen Gutachtens beurteilt. Dieses Gutachten wurde in der Folge aber nicht Seite 14C-6461/2008 erstellt, so dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. C._______ nicht als abschliessend qualifiziert werden kann und insbesondere nicht gestützt auf eine allseitige Untersuchung und Berücksichtigung aller relevanten Leiden erfolgte. Auch hat Dr. med. C._______ explizit festgehalten, dass ein hohes Risiko für eine kurz- bis mittelfristige Verschlechterung des Gesamtgesundheitszustandes bestehe, so dass zumindest fraglich ist, ob die aus dem August 2007 stammende Beurteilung durch Dr. med. C._______ im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (15. September 2008) noch aktuell war. 4.3 Angesichts dieser Umstände bestehen erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit der Schlussfolgerung von Dr. med. B._______, wonach dem Beschwerde führer seit dem 6. September 2006 geeignete Verwei- sungstätigkeiten durchgehend vollschichtig zumutbar gewesen sein sollen. Der Bericht von Dr. med. C._______ erlaubt – wie dargelegt – keine zuverlässige retrospektive Beurteilung der Auswirkungen des labilen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers auf dessen Arbeitsfähigkeit im vorliegend relevanten Beurteilungszeitraum vom 23. August 2005 bis zum 15. September 2008 (vgl. E. 3.2 hiervor). Hinzu kommt, dass die diesem Bericht zugrunde liegenden medi- zinischen Dokumente grösstenteils nicht aktenkundig sind und offenbar auch Dr. med. B._______ nicht vorlagen, so dass die Richtigkeit der Ausführungen von Dr. med. C._______ im vorinstanzlichen Verfahren nicht umfassend überprüft werden konnte. Es wäre Sache der Vorinstanz gewesen, die fraglichen Unterlagen von Amtes wegen zu edieren und Dr. med. B._______ bzw. ihrem ärzt- lichen Dienst zur Beurteilung zu unterbreiten. Auch aus diesem Grunde vermag die Beurteilung durch Dr. med. B._______ nicht zu überzeugen. Indem er im Übrigen den Beginn der vollschichtigen Arbeitsfähigkeit in Verweisungstätigkeiten (20. Februar 2007) alleine auf den Umstand stützt, dass der Beschwerdeführer vom 20. Februar 2007 bis zum 31. Mai 2007 in Deutschland Arbeitslosengelder bezog, kommt er seiner Aufgabe einer medizinischen Beurteilung nicht ausreichend nach. In diesem Zusammenhang sei erneut erwähnt, dass Erkenntnisse ausländischer Versicherungsträger für die rechts- anwenden den schweizerischen Behörden nicht verbindlich sind (vgl. E 3.1 hiervor). Die vorerwähnte Schlussfolgerung von Dr. med. B._______ erweist sich daher als medizinisch keineswegs nachvollziehbar und einleuchtend begründet. Seite 15C-6461/2008 4.4 Abschliessend sei angemerkt, dass auch die mit der Beschwerde nachgereichten Dokumente, welche die Vorinstanz weder ihrem eigenen noch dem regionalen ärztlichen Dienst unterbreitete, keine zu- verlässige retrospektive Beurteilung der Auswirkungen der Leiden auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im vorliegend mass- gebenden Beurteilungszeitraum erlauben. So kann dem – für die rechtsanwendenden schweizerischen Behörden ohnehin nicht verbind- lichen – Ände rungsbescheid vom 6. August 2008 des Versorgungs- amtes des Zentrums H._______ nicht entnommen werden, gestützt auf welche medizinischen Vorakten er erlassen wurde; ebenso wenig dem Bericht vom 25. Juli 2008 der Dres. med. E._______ und F._______, welche dem Beschwerde führer ohne medizinisch nachvollziehbare Begründung eine Arbeitsunfähigkeit attestierten. Dasselbe gilt bezüglich der Mitteilung vom 3. Juni 2008 der orthopädischen Abteilung des Klinikzentrums I._______ sowie der von Dr. med. A._______ mitunterzeichneten Replik vom 2. Februar 2009. Ohnehin ist Letztere nicht zu berücksichtigen, beinhaltet sie doch einzig die Beurteilung des Gesundheitszustandes nach dem vorliegend massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (vgl. E. 3.2 hiervor). 5. Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die vorliegenden medizinischen Unterlagen keine zuverlässige, ausreichend begrün- dete, nachvollziehbare und alle streitigen Belange umfassende Aus- einandersetzung mit den Auswirkungen des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers auf dessen Arbeitsfähigkeit im vorliegend massge benden Zeitraum vom 23. August 2005 bis zum 15. September 2008 beinhalten. Ohne eine ergänzende fachärztliche retrospektive Begutachtung ist es daher dem Bundesverwaltungsgericht nicht mög- lich, mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit festzustellen, ob, in welchem Um- fang und wie lange der Beschwerdeführer ab dem 23. August 2005 Anspruch auf die Ausrichtung einer Invalidenrente hat. 6. Die Vorinstanz hat somit den rechtserheblichen Sachverhalt nicht vollständig festgestellt und gewürdigt (Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG). Die angefochtene Verfügung ist daher in teilweiser Gutheiss- ung der Beschwerde aufzuheben und die Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese ist anzuweisen, unter Berücksichtigung der Seite 16C-6461/2008 aktenkundigen sowie sämtlicher zuhanden des deutschen Versiche- rungsträgers erstellter medizinischer Gutachten und Berichte eine um- fassende, insbesondere retrospektive fachärztliche Abklärung und Beurteilung der Leiden des Beschwerdeführers (auch in orthopädi- scher Hinsicht) und ihrer allfälligen Auswirkungen auf seine Arbeits- fähigkeit vornehmen zu lassen, um anschliessend neu zu verfügen (Art. 61 Abs. 1 VwVG). 7. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten sowie eine allfällige Parteientschädigung. 7.1 Angesichts des teilweisen Obsiegens des Beschwerdeführers sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG; vgl. BGE 132 V 215 E. 6.1). Der bereits geleistete Verfahrenskostenvor- schuss von Fr. 400.- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. 7.2 Da aufgrund der Akten feststeht, dass dem nicht vertretenen Be- schwerdeführer nur verhältnismässig geringe Kosten entstanden sind, ist von der Zusprechung einer Parteientschädigung abzusehen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 4 des Reglements vom 21. Feb- ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver- waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Verfügung vom 15. September 2008 wird aufgehoben. Die Sache wird an die Vor- instanz zurückgewiesen mit der Weisung, die erforderlichen zusätz- lichen Abklärungen und Beurteilungen im Sinne von Erwägung 6 vorzunehmen und anschliessend neu zu verfügen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der bereits geleistete Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 400.- wird dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Seite 17C-6461/2008 4. Dieses Urteil geht an: - den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein) - die Vorinstanz (Ref-Nr. _______) - das Bundesamt für Sozialversicherungen Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Stefan Mesmer Marc Wälti Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde- führende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG). Versand: Seite 18