<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00038</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204205&amp;W10_KEY=13013569&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00038</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.04.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Garagengebäude mit seitlichem Treppenabgang Bestandesschutz im Sinne von § 357 Abs. 1 PBG gilt nur für bestehende Bauten und Anlagen, jedoch nicht für bewilligte, aber noch nicht ausgeführte Bauprojekte (E. 3.1). Vollständige Anfechtbarkeit eines neuen Projekts (Alternativprojekt). Ein Abänderungsprojekt kann hingegen nur bezüglich jener Bauteile angefochten werden, welche unmittelbar oder mittelbar durch die Änderung betroffen werden (E. 3.1). Abgrenzung neues Projekt (Alternativprojekt) und Abänderungsprojekt (E. 3.2). Kein Dispens von der Einhaltung der Höhe eines Besonderen Gebäudes. Bei der Überschreitung der vorgesehenen Höhe wird der Gebäudeteil als Hauptgebäude(teil) qualifiziert (E. 4.1). Ausnahmebewilligung aufgrund topographischer Verhältnisse (E. 4.2). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALTERNATIVPROJEKT">ALTERNATIVPROJEKT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃNDERUNGSBEWILLIGUNG">ÃNDERUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANFECHTBARKEIT">ANFECHTBARKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESONDERES GEBÃUDE">BESONDERES GEBÃUDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESTANDESGARANTIE">BESTANDESGARANTIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISPENS">DISPENS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 49 Abs. III PBG</span><br/><span class="gerade">§ 238 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 273 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 357 Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2004 Nr. 28 S. 19</span><br/><span class="gerade">RB 2004 Nr. 79</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baukommission der Gemeinde X erteilte am 14. Mai 2003 D und E die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r den Neubau eines Einfamilienhauses (AbÃ¤nderungseingabe) auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse in X.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>II.<br/> </span></b><span>Hiergegen erhoben A und B am 26. Juni 2003 Rekurs an die Baurekurskommission und beantragten die Aufhebung der Baubewilligung hinsichtlich des GaragengebÃ¤udes, der Aus­sentreppe auf dem GaragengebÃ¤ude, des Treppenabgangs sÃ¼dseitig des GaragengebÃ¤udes und der BrÃ¼stung der Dachterrasse.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Entscheid vom 25. November 2003 wies die Baurekurskommission den Rekurs ab, soweit sie darauf eintrat und das Verfahren nicht gegenstandslos geworden war.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>III. <br/> </span></b><span>Mit Beschwerde vom 21. Januar 2004 liessen A und B dem Verwaltungsgericht beantragen, die Baubewilligung der Baukommission der Gemeinde X vom 14. Mai 2003 sei aufzuheben, soweit diese das sÃ¼dseitig an das HauptgebÃ¤ude angebaute GaragengebÃ¤ude und den Treppenabgang auf der SÃ¼dseite betreffe, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baurekurskommission beantragte die Abweisung der Beschwerde. Den nÃ¤mlichen Antrag stellten D und E sowie die Baukommission X, welche zudem beide die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung beantragten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien in ihren Rechtsschriften werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben. </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span> zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden beantragen in prozessualer Hinsicht die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins. Da sich der massgebliche Sachverhalt aus den Akten bzw. den BauplÃ¤nen mit hinreichender Deutlichkeit ergibt, kann auf die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins verzichtet werden.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.1 </span></b><span class="UrteilstextChar"><span>Die Baurekurskommission ist auf den Rekurs der BeschwerdefÃ¼hrenden nicht eingetreten, soweit diese EinwÃ¤nde gegen die Garagenbaute geltend machten. Die Vorinstanz hat hierzu ausgefÃ¼hrt, den RechtsvorgÃ¤ngern der Bauherrschaft sei mit Beschluss vom 26. August / 11. September 2002 die </span></span><span>Baubewilligung auf dem streitbezogenen GrundstÃ¼ck fÃ¼r ein Einfamilienhaus mit angebauter Garage erteilt worden. Ein neues Projekt (Alternativprojekt) kÃ¶nne umfassend angefochten werden. Bei einem AbÃ¤nderungsprojekt, um das es sich im vorliegenden Fall handle, kÃ¶nnten dagegen nur die bewilligten Ãnderungen Streitgegenstand sein. Deshalb kÃ¶nnten bei ProjektÃ¤nderungen nur diejenigen Teile eines Bauvorhabens neu Ã¼berprÃ¼ft werden, die durch die Ãnderung unmittelbar oder mittelbar betroffen wÃ¼rden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vorliegend seien zwar zahlreiche Ãnderungen geplant und praktisch das ganze GebÃ¤ude davon betroffen. Entscheidend sei indessen, dass die Platzierung und oberirdische Kubatur des Einfamilienhauses praktisch nicht verÃ¤ndert wÃ¼rden. Neben dem Verzicht auf ein zweites Untergeschoss mit Schwimmhalle und einem Luftschutzraum neu unter dem GaragengebÃ¤ude wÃ¼rden die Ãnderungen vorab die innere Konfiguration des GebÃ¤udes (Trenn­wÃ¤nde, Raumeinteilung, Treppenhaus etc.) und die FassadenÃ¶ffnungen betreffen. Die zur An­wen­dung von § 357 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 / 1. September 1991 (PBG) entwickelten GrundsÃ¤tze der Unterscheidung zwischen noch zulÃ¤ssigen baulichen Massnahmen und der neubauartigen Umgestaltung wÃ¼rden hier nicht weiterhelfen. Es komme nicht auf die Summe der Einzelmassnahmen an, sondern allein auf den qualitativen Grad der VerÃ¤nderung. In der bewilligten HÃ¼lle wÃ¼rden vorliegend zwar tief greifende Umstrukturierungen vorgenommen, welche aber unter baurecht­lichen Beurteilungsaspekten wie der Erschliessung und der sich auf die Nachbarn auswirkenden baulichen GrundstÃ¼cksnutzungen (Nutzungsziffern, AbstÃ¤nde, Geschosszahlen, HÃ¶hen etc.) wenig bedeutsam seien. Es liege insgesamt klarerweise ein AbÃ¤nderungsprojekt vor. Die Rekurrenten kÃ¶nnten somit keine EinwÃ¤nde gegen die sÃ¼dseitige Garagenbaute und insbesondere gegen die hierfÃ¼r erteilte Ausnahmebewilligung erheben.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.2 </span></b><span>Diesen AusfÃ¼hrungen halten die BeschwerdefÃ¼hrenden entgegen, es liege kein AbÃ¤nderungsprojekt vor, sondern ein neues Projekt, das vollstÃ¤ndig auf seine BewilligungsfÃ¤higkeit zu Ã¼berprÃ¼fen sei. Die zur Anwendung von § 357 PBG entwickelten GrundsÃ¤tze zur Beurteilung, ob ein neues Projekt vorliege oder nur eine AbÃ¤nderung, seien hier anwendbar. Die Rechtsprechung billige bewilligten, aber noch nicht ausgefÃ¼hrten Projekten die Bestandesgarantie im Sinn von § 357 Abs. 1 PBG zu, selbst wenn vor BauausfÃ¼hrung die Rechtslage Ã¤ndere und das Projekt nicht mehr bewilligungsfÃ¤hig wÃ¤re. Es lÃ¤gen auch keine ProjektÃ¤nderungen vor, die im Anzeigeverfahren hÃ¤tten bewilligt werden dÃ¼rfen. Das angebliche AbÃ¤nderungsprojekt hÃ¤tte vielmehr neu ausgeschrieben werden mÃ¼ssen. Aufgrund der tief greifenden Umstrukturierungen liege in qualitativer Hinsicht ein neues Projekt vor, das allein auch aufgrund der markanten Ãnderung der Fassaden neu hÃ¤tte ausgeschrieben werden mÃ¼ssen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das streitige Projekt sehe auf der SÃ¼d- und Ostseite eine weit gehende Freilegung des GaragengebÃ¤udes vor. Auf der SÃ¼dseite werde das "erste" Untergeschoss der Garage neu zu mehr als zur HÃ¤lfte sichtbar. Infolge der wesentlich anderen Gestaltung des Terrains kÃ¶nne sich die jetzige Bauherrschaft nicht mehr auf die frÃ¼her erteilte (Ausnahme-) Bewilligung berufen. FÃ¼r das vorliegende, von der erteilten Ausnahmebewilligung abweichende Projekt fehle in formeller Hinsicht eine neuerliche Erteilung eines Dispenses durch den Gemeinderat X; die Baukommission X sei hierzu nicht zustÃ¤ndig. Sodann wÃ¤ren die Voraussetzungen fÃ¼r eine Ausnahmebewilligung auch in materieller Hinsicht nicht vorhanden. Schliesslich widerspreche die Abgrabung durch den vorgesehenen Abgang auf der SÃ¼dseite des GaragengebÃ¤udes auch § 238 Abs. 1 PBG.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.1 </span></b><span>Die DurchfÃ¼hrung des Baubewilligungsverfahrens obliegt in erster Linie der Ã¶rtlichen BaubewilligungsbehÃ¶rde. Diese prÃ¼ft bei Gesuchseinreichung insbesondere, ob die Baugesuchsunterlagen und die Aussteckung den Vorschriften entsprechen (§ 313 PBG), ordnet die Publikation und Ã¶ffentliche Auflage des Baugesuchs an (§ 314 PBG), bestimmt die Ver­fahrensart (§ 325 PBG), sorgt fÃ¼r die Koordination bei ZustÃ¤ndigkeit mehrerer BehÃ¶rden (Art. 25a des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 Ã¼ber die Raumplanung; § 9 Abs. 1 lit. a der Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997) und entscheidet Ã¼ber das Baugesuch, sofern nicht durch Verordnung die ZustÃ¤ndigkeit einer anderen Instanz bestimmt ist (§ 315 PBG; vgl. zum Ganzen auch Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 234 ff.).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ein bewilligtes Bauprojekt steht der Einreichung eines weiteren Baugesuchs fÃ¼r das gleiche Bauareal nicht entgegen, wenn der Gesuchsteller ein hinreichendes Interesse daran hat und das Begehren keinem Rechtsmissbrauch gleichkommt. Ob dies als selbstÃ¤ndiges (Alternativ-)</span><span> </span><span>Projekt erfolgt oder in Form eines Ãnderungsgesuchs zum bereits bewilligten Projekt (Stammbewilligung), entscheidet in erster Linie die Bauherrschaft (MÃ¤der, Rz. 377). Die BaubewilligungsbehÃ¶rde ihrerseits kann unter bestimmten Voraussetzungen die Einreichung eines Ãnderungsgesuchs ablehnen; insbesondere dann, wenn das Bauprojekt in seinen GrundzÃ¼gen wesentlich abgeÃ¤ndert wird. Ein Bauvorhaben ist in seinen GrundzÃ¼gen verÃ¤ndert, wenn ein Hauptmerkmal wie Erschliessung, Standort, Ã¤ussere<br/> Masse, Geschosszahl, Geschosseinteilung oder Zweckbestimmung verÃ¤ndert werden (vgl. Aldo Zaugg, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern vom 9. Juni 1985, 2. A., Bern 1995, Art. 32 N. 13).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, bilden die von der Praxis zur Anwendung von § 357 PBG (Ãnderung an vorschriftswidrigen Bauten und Anlagen) entwickelten GrundsÃ¤tze der Unterscheidung zwischen noch zulÃ¤ssigen baulichen Massnahmen und neubauÃ¤hnlicher Umgestaltung kein taugliches Unterscheidungskriterium, welche Ãnderungen eines bewilligten Bauvorhabens im Rahmen einer blossen Ãnderungsbewilligung beurteilt werden kÃ¶nnen. § 357 PBG regelt den Bestandesschutz bzw. die so genannte erweiterte Besitzstandsgarantie von unter altem Recht rechtmÃ¤ssig getÃ¤tigten baulichen Investitionen bzw. fertig gestellten Bauwerken (RB 1992 Nr. 74 = BEZ 1992 Nr. 14; RB 1986 Nr. 99 = BEZ 1987 Nr. 5; vgl. auch Konrad Willi, Die Besitzstandsgarantie fÃ¼r vorschriftswidrige Bauten und Anlagen innerhalb der Bauzonen, ZÃ¼rich 2003, S. 17 f. und 78 ff.). Nach dem klaren Wortlaut von § 357 Abs. 1 PBG fallen "bestehende" Bauten und Anlagen unter diese Bestimmung und nicht auch bewilligte, aber noch nicht ausgefÃ¼hrte Projekte, wie die BeschwerdefÃ¼hrenden vorbringen. Dass bewilligte Bauprojekte grundsÃ¤tzlich erstellt werden dÃ¼rfen, auch wenn vor der BauausfÃ¼hrung die Rechtslage Ã¤ndert und das Projekt nicht mehr bewilligungsfÃ¤hig wÃ¤re, ist eine Frage der Bestandeskraft einer formell rechtskrÃ¤ftigen Baubewilligung. Schliesslich ist der Entscheid, ob ein Baugesuch im ordentlichen oder im vereinfachten Verfahren bzw. im Anzeigeverfahren (§ 325 PBG) bewilligt werden kann, nicht Grundlage der Abgrenzung zwischen einem neuen Projekt und einem Ãnderungsprojekt, sondern ergeht als Folge der Zuteilung zur einen oder anderen Gesuchsart.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>WÃ¤hrend ein selbstÃ¤ndiges, neues Projekt umfassend auf seine BewilligungsfÃ¤higkeit Ã¼berprÃ¼ft wird, wird ein Ãnderungsgesuch nur hinsichtlich der abgeÃ¤nderten Baumassnahmen bzw. allenfalls hinsichtlich der baurechtsrelevanten Auswirkungen auf das bereits bewilligte Bauvorhaben beurteilt. Demzufolge kann ein neues Projekt vollstÃ¤ndig (neu) angefochten werden; ein Ãnderungsprojekt hingegen nur bezÃ¼glich der Bauteile, welche durch die Ãnderung unmittelbar oder mittelbar betroffen werden (RB 1981 Nr. 145).<i> </i>Beim Entscheid, ob ein Ãnderungsgesuch als solches entgegenzunehmen und zu beurteilen sei oder ob das Bauprojekt als Ganzes Gesuchsgegenstand bilde, steht der BaubewilligungsbehÃ¶rde ein von den RechtsmittelbehÃ¶rden zu respektierender Ermessensspielraum zu (vgl. MÃ¤der, Rz. 347 ff.). Die ÃberprÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts ist gemÃ¤ss § 50 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 Abs. 2 lit. c des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai<br/> 1959 / 8. Juni 1997 (VRG) â abgesehen vom hier nicht eingreifenden § 50 Abs. 3 VRG â auf blosse Rechtskontrolle beschrÃ¤nkt.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.2 </span></b><span>Die private Beschwerdegegnerschaft hat vorliegend um die AbÃ¤nderung der am 26. August 2002 erteilten Stammbewilligung fÃ¼r den Neubau eines Einfamilienhauses mit GaragengebÃ¤ude auf ihrem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 nachgesucht. Wie die Vorinstanz zu Recht ausgefÃ¼hrt hat, betrifft das streitige Baugesuch zwar verschiedene Ãnderungen, welche praktisch das ganze GebÃ¤ude betreffen. Qualitativ sind diese Ãnderungen aber nicht einschneidend, da sie sich nur auf die innere GebÃ¤udeorganisation beziehen und die gesetzlichen Grundanforderungen an die Baureife, Erschliessung sowie die sich auf die Nachbarschaft auswirkenden baulichen GrundstÃ¼cksnutzungen wie AusnÃ¼tzung, AbstÃ¤nde, Geschosszahlen, HÃ¶hen usw. nicht betreffen. Wenn die Baukommission X unter diesen UmstÃ¤nden das Ãnderungsgesuch als solches entgegennahm und die baurechtliche PrÃ¼fung auf die abgeÃ¤nderten Bauteile beschrÃ¤nkte, war dies auf jeden Fall nicht rechtsverletzend. DemgemÃ¤ss kÃ¶nnen die BeschwerdefÃ¼hrenden â wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat â das Bauvorhaben auch nur bezÃ¼glich jener Bauteile anfechten, welche durch die Ãnderung unmittelbar oder mittelbar betroffen worden sind (RB 1981 Nr. 145). </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.1 </span></b><span>Mit Beschluss vom 26. August 2002 hatte die Baukommission X den RechtsvorgÃ¤ngern der privaten Beschwerdegegnerschaft die Erstellung eines Einfamilienhauses auf dem streitbetroffenen GrundstÃ¼ck bewilligt und dem Gemeinderat X "gemÃ¤ss Pkt. 1207 der ErwÃ¤gungen" die Erteilung eines Dispenses fÃ¼r die Ãberschreitung der GebÃ¤udehÃ¶he im Ã¶stlichen Bereich der Garagenbaute sÃ¼dlich angrenzend an das HauptgebÃ¤ude beantragt. In den ErwÃ¤gungen (Pkt. 1207) hatte die Kommission ausgefÃ¼hrt, es wÃ¼rden besondere topografische VerhÃ¤ltnisse vorliegen. Da die HÃ¶hennormverletzung durch die Anpassung des gestalteten Terrains kaschiert und durch Dritte kaum einsehbar sei, rechtfertige sich in AbwÃ¤gung der Ã¶ffentlichen und nachbarlichen Interessen eine Ausnahmebewilligung. Der Gemeinderat X erteilte hierauf am 11. September 2002 die beantragte Ausnahmebewilligung.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Wie die Vorinstanz zu Recht angefÃ¼hrt hat, kann von der Einhaltung der HÃ¶he eines Besonderen GebÃ¤udes nicht dispensiert werden, da die hÃ¶henmÃ¤ssige Ausdehnung Teil der Definition des GebÃ¤udetypus ist (§ 49 Abs. 3 und § 273 PBG). Ãbersteigt ein solcher GebÃ¤udeteil nÃ¤mlich die maximal vorgesehene HÃ¶he, so wird er als HauptgebÃ¤ude(teil) qualifiziert. Dieser wiederum ist einem grÃ¶sseren Grenzabstand unterworfen. Die Ausnahmebewilligung hÃ¤tte also bezÃ¼glich der Einhaltung des Grenzabstands durch den als HauptgebÃ¤udeteil zu qualifizierenden Garagenanbau (4,5 statt 6 m gemÃ¤ss Art. 18 der Bauzonenordnung) und nicht bezÃ¼glich der HÃ¶he eines Besonderen GebÃ¤udes erteilt werden mÃ¼ssen. Diese Ungenauigkeit ist vorliegend indessen nicht entscheidrelevant. Die angefochtene Ãnderungsbewilligung der Baukommission X Ã¤ndert sowohl hinsichtlich der Abstands- als auch HÃ¶henverhÃ¤ltnisse der Garagenbaute nichts.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen vor, infolge der wesentlich anderen Gestaltung des Terrains liege keine Kaschierung mehr vor. Deshalb kÃ¶nne sich die jetzige Bauherrschaft nicht mehr auf die frÃ¼her erteilte Baubewilligung bzw. Ausnahmebewilligung berufen. Sie machen damit geltend, durch die AbÃ¤nderungsbewilligung wÃ¼rden die Voraussetzungen der frÃ¼heren Ausnahmebewilligung dahinfallen. Dieser Einwand erweist sich als unbegrÃ¼ndet. Die Ausnahmebewilligung wurde aufgrund der topografischen VerhÃ¤ltnisse erteilt. Die gesetzlichen Mindestanforderungen hinsichtlich Garagenvorplatz und zulÃ¤ssigem GefÃ¤lle der von der hÃ¶her gelegenen L-Strasse aus erfolgenden Garagenzufahrt fÃ¼hrten dazu, dass die Garage die fÃ¼r Besondere GebÃ¤ude zulÃ¤ssige HÃ¶he Ã¼berschreitet. Diese stellt damit ein HauptgebÃ¤udeteil dar, welcher den fÃ¼r solche Bauten erforderlichen Grenzabstand von 6 m unterschreitet. Diese Dispensgrundlagen haben nach wie vor ihre GÃ¼ltigkeit. FÃ¼r die Aussentreppe vom Garagenvorplatz zum Sockelgeschoss wird die SÃ¼dfassade in Treppenbreite (1,2 m) geÃ¶ffnet. Dieser schmale Einschnitt in das gestaltete Terrain stellt hinsichtlich der Einsehbarkeit und Kaschierung keine wesentliche Ãnderung gegenÃ¼ber dem ursprÃ¼nglichen Projekt dar; von einer wesentlichen anderen Gestaltung des Terrains kann keine Rede sein. Die Aussentreppe als solche stellt einen mÃ¶glichen Zugang zu einem Untergeschoss dar und verstÃ¶sst hier in ihrer Ausgestaltung nicht gegen § 238 Abs. 1 PBG.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5.</span></b></p> <p class="Erwgung1"><span class="UrteilstextChar"><span>Zusammengefasst ergibt sich, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden das Bauprojekt nur hinsichtlich jener baulichen Massnahmen anfechten kÃ¶nnen, welche Gegenstand des Baugesuchs sind, d.h. gegenÃ¼ber der Stammbewilligung vom 26. August / 11. September 2002</span></span><span> â <span class="UrteilstextChar">un­mit­tel­bar oder mittelbar â abgeÃ¤ndert werden. Die sÃ¼dseitige Garagenbaute als solche ist nicht Gegenstand des Ãnderungsgesuchs. Die vom Gemeinderat X am 11. September 2002 fÃ¼r die Garagenbaute erteilte Ausnahmebewilligung wird durch die bewilligten AbÃ¤nderungen nicht berÃ¼hrt und hat demgemÃ¤ss nach wie vor Bestand. Der Treppenabgang vom Garagenvorplatz zum Sockelgeschoss des GaragengebÃ¤udes ist bewilligungsfÃ¤hig. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.</span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten den BeschwerdefÃ¼hrenden aufzuerlegen. Eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen von vornherein nicht zu. Hingegen ist eine solche gestÃ¼tzt auf § 17 Abs. 2 lit. a und b VRG der Beschwerdegegnerschaft zuzusprechen. Angemessen ist fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine EntschÃ¤digung von je Fr. 1'000.- fÃ¼r die Beschwerdegegnerschaft 1 und 2.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet <span>die Kammer</span>:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'590.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden je zur HÃ¤lfte den BeschwerdefÃ¼hrenden auferlegt, unter solidarischer Haftung eines jeden fÃ¼r die ganzen Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Die BeschwerdefÃ¼hrenden werden solidarisch verpflichtet, der Beschwerdegegnerschaft 1 und 2 eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'000.- (MWSt inbegriffen) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>