2015 Militär- und Bevölkerungsschutz 481 VI. Militär- und Bevölkerungsschutz 85 Finanzierung des Erwerbs von Material für den Bevölkerungs - und Zivilschutz Der Kanton gibt Ersatzbeiträge nur für die Beschaffung von standardi- siertem Material frei. Gemeindeverband Bevölkerungsschutz und Zivilschutzorganisation X. ge- gen den Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales (Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz) vom 18. März 2015 ( RRB Nr. 2015 - 000272). Aus den Erwägungen 1. Mit der Totalrevision des Bundesgesetzes über den Bevölke - rungsschutz und den Zivilschutz vom 4. Oktober 2002 (BZG) über - trug der Bund die Materialbeschaffung in diesen Berei chen den Kantonen (vgl. Art. 43a BZG). Im Kanton Aargau ist die dies be- zügliche V orgehensweise im Gesetz über den Bevölkerungs schutz und den Zivilschutz im Kanton Aargau (Bevölkerungs - und Zi vil- schutzgesetz Aargau, BZG -AG) vom 4. Juli 2006 geregelt. Da nach ist die Beschaffung – und damit auch die Finanzierung, Lage rung und Bewirtschaftung – des notwendigen Materials Sache des für den Zivilschutz in der Region zuständigen Organs (§ 29 Abs. 1 BZG - AG), wobei die zuständige kantonale Stelle nach Anhörung der Gemeinden in einer Materialliste das standardisierte Material festlegt (§ 29 Abs. 2 BZG-AG). Auf Ersuchen der für den Zivilschutz in der Region verantwortlichen Organe kann die zustän dige Stelle auch die Koordination zur gemeinsamen Beschaffung von Material überneh - men; das derart er worbene Material wird den Gemeinden bzw. Regionen gegen Verrechnung abgegeben (§ 29 Abs. 4 BZG-AG). 2015 Verwaltungsbehörden 482 Zur Deckung der Kosten, die den Gemeinden bzw. Regio nen durch den Erwerb von Material anfallen, können diese einen Antrag auf Verwendung von Schutzplatz -Ersatzbeiträgen stellen. Die Aus - zahlung von Ersatzbeiträgen – dabei handelt es sich um diejenigen Gelder, die von der entsprechen den Eigentümerschaft bei einer Befreiung von der Schutzraumpflicht zu leisten sind (vgl. Art. 46 f. BZG) – erfolgt, in Ausführung von Bundesrecht (vgl. Art. 22 der Verordnung über den Zivilschut z, Zivilschutzverordnung, ZSV , vom 5. Dezember 2003), gestützt auf § 30 Abs. 4 der V erordnung über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz im Kanton Aargau (BZV-AG) vom 22. November 2006. Diese Bestimmung erlaubt den Einsatz von Ersatzbeiträgen für die Beschaffung, den Unterhalt und die Lagerung von Material für Aufgaben des Zivilschut zes. Zu be - achten ist, dass es sich dabei um eine zwar grundsätzlich zu lässige Verwendung von Ersatzbeiträgen handelt (zur Priorisierung der Ver - wendungsmöglichkeiten der Ersatzbeiträge vgl. Art. 22 ZSV , § 35 Abs. 4 BZG-AG und § 30 Abs. 4 BZV-AG), dass ein entsprechender Rechtsanspruch der Zivilschutzorganisationen indessen nirgends ver- ankert ist. Das für den Zivilschutz in der Region zuständige Organ muss dem Kanton viel mehr Antrag auf Freigabe der Ersatzbeiträge stellen (§ 35 Abs. 5 BZG -AG). Für den Kanton entscheidet erstin - stanzlich die Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz (§ 1 Abs. 1 BZV-AG). 2. 2.1 Der Gemeindeverband "Bevölkerungsschutz und Zivil schutz- organisation X." moniert in der Hauptsache, dass die Ab teilung Mi- litär und Bevölkerungsschutz (AMB) seinem Gesuch um Freigabe von Ersatzbeiträgen betreffend 2 Kastenanhänger "Ifor Williams" so- wie 4 Notleuchten für deren Innenausleuchtung (Gesamt wert Fr. 18'602.60) nicht entsprochen habe. Die AMB führt da zu aus, die Freigabe der Beiträge sei deshalb verweigert worden, weil es sich beim fraglichen Ma terial nicht um standardisiertes Mate rial gemäss der aktuellen Materialliste handle. 2.2 2015 Militär- und Bevölkerungsschutz 483 Wie oben aufgezeigt, sind gemäss § 29 Abs. 1 BZG -AG grund- sätzlich die regionalen Zivilsc hutzorganisationen für die Materialbe- schaffung zuständig. Die von der AMB unter Einbezug der Gemein - den bzw. Regionen aufgestellte Liste des standardisierten Materials ist dabei insofern bindend, als die Zivilschutz organisationen zwar Material in Abweichung von der Materialliste erwerben können, Er - satzbeiträge jedoch nur für standardisiertes Material verwendbar sind (vgl. Stellungnahme der AMB …). Es liegt auf der Hand, dass durch diese Form der Verbindlichkeit dem der Materialliste inhärente n Sinn, – nicht zuletzt auch im Hinblick auf allfällige spätere Fusionen der Zi vilschutzorganisationen (vgl. Stellungnahme der AMB …) – innerhalb des Kantons eine gewisse Vereinheitlichung des Materials zu erreichen, zum Durchbruch verholfen wird. Der kantonale Gesetz- geber ging denn auch davon aus, dass sich die Zivil schutz- organisationen beim Erwerb von Material an die Materialliste halten würden (vgl. Bot schaft des Regierungsrats an den Grossen Rat vom 27. April 2005, Neuausrichtung des Bevölkerungsschut zes und des Zivilschutzes im Kanton Aargau, Gesetz über den Bevölke rungs- schutz und de n Zivilschutz im Kanton Aargau, BZG -AG, 05.96, S. 38). Nachdem wie erwähnt kein Rechtsanspruch auf die Freigabe von Ersatzbeiträgen besteht, ist jedenfalls nicht zu beans tanden, dass Ersatzbeiträge nur für das standardisierte Material freigegeben werden; diese Praxis trägt letztlich auch zu einer rechtsgleichen und willkürfreien Behandlung der Gesuche bei. (…) 2015 Verwaltungsrechtspflege 485 VII. Verwaltungsrechtspflege 86 Erstinstanzliche Verfahrenskosten In erstinstanzlichen Verfahren dürfen externe Rechtsberatungskosten nicht den gesuchstellenden Personen weiterverrechnet werden. Aus dem Entscheid des Regierungsrats i.S. I.S. und R.K. gegen den Ent - scheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (Abteil ung für Bau - bewilligungen)/Gemeinderats R. vom 19. August 2015 (RRB Nr. 2015- 000882). Aus den Erwägungen 9. Gebührenverfügung des Gemeinderats R. Der Gemeinderat auferlegte den Beschwerdeführenden im Rah - men des Entscheids zusätzlich zu r Baubewilligu ngsgebühr von Fr. 2'800.– unter dem Titel "Kosten externe Beurteilung" einen Be - trag von Fr. 5'292.–. Diese Kosten stehen im Zusammenhang mit der Tätigkeit von Dr. H. In der Beschwerdeantwort macht die Ein - wohnergemeinde unter Bezugnahme auf § 41 der Bau ordnung der Gemeinde R. und §§ 3 und 5 des Gebührenreglements der Gemeinde R. geltend, dass es sich bei einer externen Rechtsberatung um Kosten für Gutachten oder Expertenberichte handle. Der mandatierte Rechts- anwalt sei Experte seines Fachs. Es liege dah er eine gesetzliche Grundlage für die Überwälzung der externen Rechtsberatungskosten vor. Dr. H. wurde von der Einwohnergemeinde als Rechtsanwalt mandatiert. Er vertritt damit die Interessen der Gemeinde. In den Ak- ten befindet sich kein Hinweis dafür, d ass Rechtsanwalt H. als Gut - achter oder Experte bestellt worden wäre. Die Einwohnergemein de R. beauftragte damit Dr. H. nur, die Interessen der Gemeinde (gegen diejenigen der gesuchstellenden Personen) zu ver treten. Dr. H.