<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">447</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft4"><b>90</b></span> <span class="ft4"><b>Tempo-30-Zone</b></span><br/> <span class="ft6">-</span> <span class="ft4"><b>Torwirkung im Ein- und Ausfahrtsbereich der Tempo-30-Zone</b></span><br/> <span class="ft6">-</span> <span class="ft4"><b>Weisser Querbalken als zulässige Gestaltungsmassnahme zur vorge-</b></span><br/> <span class="ft4"><b>schriebenen Torwirkung</b></span><br/> <span class="ft6">-</span> <span class="ft4"><b>Unterscheidung zwischen Signal, Markierung und Gestaltung</b></span><br/> <span class="ft6">-</span> <span class="ft4"><b>Ähnlichkeitsverbot gemäss Art. 72 Abs. 1bis SSV</b></span><br/> <span class="ft8">Aus dem Entscheid des Regierungsrats vom 19. Februar 2014 i.S. Stadtrat</span><br/> <span class="ft8">X. gegen den Entscheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU)</span><br/> <span class="ft8">(RRB Nr. 2014-000127).</span><br/> <span class="ft10"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer hat am R.weg und in anderen Strassen</span><br/> <span class="ft1">im Stadtgebiet den Übergang in die Tempo-30-Zonen mit einem 2 m</span><br/> <span class="ft1">breiten, weissen Querbalken auf der Strasse angezeigt. Die Vor-</span><br/> <span class="ft1">instanz macht geltend, ein weisser Querbalken sei als Markierung in</span><br/> <span class="ft1">den Normen nicht vorgesehen und könne von Fussgängerinnen und</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">448</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Fussgängern mit einer Strassenquerungsstelle verwechselt werden.</span><br/> <span class="ft1">Ein solcher Querbalken sei daher weder zulässig, noch sinnvoll.</span><br/> <span class="ft1">3.1</span><br/> <span class="ft1">Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Tempo-30-Zonen und die</span><br/> <span class="ft1">Begegnungszonen vom 28. September 2001 (SR 741.213.3) schreibt</span><br/> <span class="ft1">vor, dass die Übergänge vom übrigen Strassennetz in die Zonen</span><br/> <span class="ft1">deutlich erkennbar sein müssen und dass die Ein- und Ausfahrten der</span><br/> <span class="ft1">Zonen durch eine kontrastreiche Gestaltung zu verdeutlichen sind, so</span><br/> <span class="ft1">dass die Wirkung eines Tores entsteht. Art. 5 sagt jedoch nichts</span><br/> <span class="ft1">darüber, wie diese Gestaltung der Übergänge genau auszusehen hat.</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 bestimmt lediglich, dass der Zonencharakter mit besonderen</span><br/> <span class="ft1">Massnahmen gemäss den einschlägigen technischen Normen ver-</span><br/> <span class="ft1">deutlicht werden kann. Auch in der Signalisationsverordnung wird</span><br/> <span class="ft1">die Gestaltung des Übergangs in die Tempo-30-Zone nicht geregelt.</span><br/> <span class="ft1">Es findet sich keine Norm, welche diese Gestaltung genauer um-</span><br/> <span class="ft1">schreibt. Unter anderem wohl deshalb hat die Vorinstanz ein Merk-</span><br/> <span class="ft1">blatt zur Tempo-30-Zone verfasst. Im Merkblatt "Tempo-30-Zonen</span><br/> <span class="ft1">und Begegnungszonen" der Abteilung Tiefbau BVU vom 23. Dezem-</span><br/> <span class="ft1">ber 2011 schreibt diese unter dem Punkt gestalterische Massnahmen:</span><br/> <span class="ft1">"Freie Wahl der Massnahmen. Verdeutlichung der Eingänge durch</span><br/> <span class="ft1">kontrastreiche Gestaltung (Torwirkung)". Offensichtlich bezieht sich</span><br/> <span class="ft1">die Vorinstanz dabei auf den Art. 5 der Verordnung über die Tempo-</span><br/> <span class="ft1">30-Zonen und die Begegnungszonen.</span><br/> <span class="ft1">In der Schweizer Norm (SN) des Schweizerischen Verbands der</span><br/> <span class="ft1">Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) 640 214, Entwurf des Stras-</span><br/> <span class="ft1">senraums, Farbliche Gestaltung von Strassenoberflächen, vom Juni</span><br/> <span class="ft1">2009, werden zwar verschiedene farbliche Gestaltungen erwähnt, die</span><br/> <span class="ft1">Gestaltung des Übergangs in die Tempo-30-Zone wird jedoch nicht</span><br/> <span class="ft1">geregelt. In dieser Norm werden flächige Gestaltungen, breite Bän-</span><br/> <span class="ft1">der am Fahrbahnrand zur optischen Einengung und Mehrzweck-</span><br/> <span class="ft1">streifen behandelt, aber nicht die Gestaltung der Torwirkung bei der</span><br/> <span class="ft1">Tempo-30-Zone. Regelungszweck ist die Unterscheidung von Mar-</span><br/> <span class="ft1">kierungen und die Vermeidung von Verwechslungen mit solchen. Da</span><br/> <span class="ft1">die Gestaltung des Übergangs in die Tempo-30-Zone in der VSS</span><br/> <span class="ft1">Norm 640 214 gar nicht thematisiert wird und soweit keine Ver-</span><br/> <span class="ft1">wechslungsgefahr besteht, ist diese Norm für die vorliegend rele-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">449</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">vanten Fragen nicht anwendbar. SN 640 850a, Markierungen, Ausge-</span><br/> <span class="ft1">staltung und Anwendungsbereiche, vom November 2004 regelt unter</span><br/> <span class="ft1">anderem verschiedene Quermarkierungen, wie zum Beispiel Halte-</span><br/> <span class="ft1">und Wartelinien, nicht aber die Ein- und Ausfahrtsgestaltung von</span><br/> <span class="ft1">Tempo-30-Zonen. SN 640 851, Besondere Markierungen, Anwen-</span><br/> <span class="ft1">dungsbereiche, Formen, Abmessungen, vom Juni 2002 regelt</span><br/> <span class="ft1">wiederum nur die Anzeige der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in</span><br/> <span class="ft1">Tempo-30-Zonen durch Markierungen "ZONE 30" und "30" in Form</span><br/> <span class="ft1">von Bodenschriften. Da weder in der Verordnung über die Tempo-</span><br/> <span class="ft1">30-Zonen, noch in einer in der Bauverordnung (BauV) vom 25. Mai</span><br/> <span class="ft1">2011 als massgeblich bezeichneten VSS Norm vorgeschrieben ist</span><br/> <span class="ft1">(vgl. § 41 BauV), wie die Torwirkung zu erreichen ist, darf sich der</span><br/> <span class="ft1">Bauherr in diesem Bereich einer gewissen Gestaltungsfreiheit bedie-</span><br/> <span class="ft1">nen. Die Gestaltungsfreiheit des Bauherrn findet dort ihre Grenzen,</span><br/> <span class="ft1">wo sie anderen Normen widerspricht, beispielsweise dem Ähnlich-</span><br/> <span class="ft1">keitsverbot gemäss Art. 72 Abs. 1</span><span class="ft12"><sup>bis</sup></span> <span class="ft1">SSV. Eine Verwechslungsgefahr</span><br/> <span class="ft1">muss vermieden werden. Die Gestaltung muss zudem kontrastreich</span><br/> <span class="ft1">und auch geeignet sein, eine Torwirkung zu erzeugen.</span><br/> <span class="ft1">3.2</span><br/> <span class="ft1">Ein weisser Querbalken auf dunklem Asphalt ist unbestrittener-</span><br/> <span class="ft1">massen kontrastreich. Es bleibt daher zu klären, ob ein solcher auch</span><br/> <span class="ft1">geeignet ist, die Wirkung eines Tores zu erzeugen. Eine Torwirkung</span><br/> <span class="ft1">kann durch verschiedene gestalterische Massnahmen erzeugt werden.</span><br/> <span class="ft1">Es können beispielsweise Stein- oder Betonblöcke am Rande der</span><br/> <span class="ft1">Fahrbahn positioniert werden, um die Fahrbahn zu verengen.</span><br/> <span class="ft1">Derselbe Effekt kann auch mit festen Blumenkisten oder Blumenra-</span><br/> <span class="ft1">batten erreicht werden. Aber auch ein weisser, 2 m breiter Quer-</span><br/> <span class="ft1">balken, wie ihn der Beschwerdeführer benutzt hat, erscheint durch-</span><br/> <span class="ft1">aus geeignet, eine Torwirkung zu erzeugen. Durch den Querbalken</span><br/> <span class="ft1">wird die Zone am Anfang und am Ende gegenüber dem restlichen</span><br/> <span class="ft1">Strassenbereich visuell abgetrennt. Fahrzeugführende, die sich in die</span><br/> <span class="ft1">Tempo-30-Zonen begeben oder aus dieser ausfahren, müssen die</span><br/> <span class="ft1">visuelle Grenze, nämlich den Querbalken, überqueren. Dadurch wird</span><br/> <span class="ft1">ihnen verdeutlicht, dass sie sich nun in eine andere Zone begeben</span><br/> <span class="ft1">und gleichzeitig wird ihre Aufmerksamkeit für Markierungen und</span><br/> <span class="ft1">Signale geweckt. Ein solcher Querbalken könnte allenfalls auch mit</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">450</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">anderen gestalterischen Massnahmen, zum Beispiel mit festen Blu-</span><br/> <span class="ft1">menkisten, kombiniert werden, was den Effekt der Torwirkung noch</span><br/> <span class="ft1">verstärken könnte. Voraussetzung ist allerdings eine Strassenbreite,</span><br/> <span class="ft1">welche zumindest eine einseitige Fahrbahnverengung zulässt.</span><br/> <span class="ft1">3.3</span><br/> <span class="ft1">Das Argument der Vorinstanz, der Querbalken sei unzulässig,</span><br/> <span class="ft1">da eine solche Markierung weder in der SSV, noch in der Weisung</span><br/> <span class="ft1">des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie</span><br/> <span class="ft1">und Kommunikation (UVEK) über besondere Markierungen auf der</span><br/> <span class="ft1">Fahrbahn vom 19. März 2002 vorgesehen sei, vermag nicht zu über-</span><br/> <span class="ft1">zeugen. Zwar trifft es zu, dass gemäss Art. 72 Abs. 3 SSV nur die in</span><br/> <span class="ft1">der SSV vorgesehenen Markierungen - und allenfalls weitere beson-</span><br/> <span class="ft1">dere Markierungen des UVEK - auf der Strasse angebracht werden</span><br/> <span class="ft1">dürfen. Bei den vorliegend zu beurteilenden Querbalken handelt es</span><br/> <span class="ft1">sich jedoch nicht um Markierungen im Sinne der VSS, sondern um</span><br/> <span class="ft1">eine ausdrücklich vorgeschriebene Gestaltung im Sinne von Art. 5</span><br/> <span class="ft1">der Verordnung über die Tempo-30-Zonen und Begegnungszonen.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Abs. 2 des genannten Artikels kann der Zonencharakter mit</span><br/> <span class="ft1">besonderen Markierungen verdeutlicht werden. Die Verordnung un-</span><br/> <span class="ft1">terscheidet somit eindeutig zwischen Gestaltung (Querbalken) und</span><br/> <span class="ft1">Verkehrsanordnungen in Form einer Markierung. Als Markierung gilt</span><br/> <span class="ft1">z.B. die Anzeige der Höchstgeschwindigkeit auf der Strasse (z.B.</span><br/> <span class="ft1">"ZONE 30"). Diese darf nur so angebracht werden, wie es in der</span><br/> <span class="ft1">Weisung über besondere Markierungen auf der Fahrbahn des UVEK</span><br/> <span class="ft1">vorgesehen ist, nämlich bestehend aus der Zahl "30" mit oder ohne</span><br/> <span class="ft1">Wort "ZONE" (weiss). Die Anzeige der Höchstgeschwindigkeit auf</span><br/> <span class="ft1">einer Tafel im Strassenbereich (Zahl "30" in schwarzer Schrift auf</span><br/> <span class="ft1">weissem Grund, rot umrundet) wäre das entsprechende Signal zur</span><br/> <span class="ft1">Tempo-30-Zone. Gestalterische Massnahmen, Markierungen und</span><br/> <span class="ft1">Signale werden im Strassenverkehr kombiniert. Es ist zu unterschei-</span><br/> <span class="ft1">den, ob es sich um eine Gestaltung, eine Markierung oder ein Signal</span><br/> <span class="ft1">handelt, um die entsprechenden Normen und Richtlinien anwenden</span><br/> <span class="ft1">zu können. Der vorliegend fragliche Querbalken ist eine gestalte-</span><br/> <span class="ft1">rische Massnahme, um die Torwirkung beim Übergang in die Tem-</span><br/> <span class="ft1">po-30-Zone zu erzeugen und den Beginn oder das Ende der Zonen zu</span><br/> <span class="ft1">verdeutlichen. Die Verkehrsanordnung erfolgt dagegen durch das</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">451</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Signal und die normierten Fahrbahnmarkierungen. Da der Bauherr</span><br/> <span class="ft1">für die Gestaltung keine baulichen Massnahmen, wie beispielsweise</span><br/> <span class="ft1">einen Betonblock, sondern eine Gestaltung mit Farbe gewählt hat,</span><br/> <span class="ft1">hat die Vorinstanz den Querbalken fälschlicherweise als Markierung</span><br/> <span class="ft1">interpretiert. Wäre der Querbalken nicht mit Farbe aufgetragen,</span><br/> <span class="ft1">sondern wäre beispielsweise ein Querbalken aus Pflastersteinen ge-</span><br/> <span class="ft1">legt worden, wäre der Unterschied zur Markierung auffälliger. An</span><br/> <span class="ft1">der Argumentation würde sich hingegen nichts ändern. Der Quer-</span><br/> <span class="ft1">balken ist keine Markierung und muss daher auch nicht in der SSV</span><br/> <span class="ft1">oder der Weisung des UVEK vorgesehen sein.</span><br/> <span class="ft1">3.4</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Art. 72 Abs. 1</span><span class="ft12"><sup>bis</sup></span> <span class="ft1">SSV sind bauliche Elemente, die</span><br/> <span class="ft1">Markierungen ähnlich sind, mit ihnen verwechselt werden, ihre Wir-</span><br/> <span class="ft1">kung beeinträchtigen oder sonst den Eindruck einer strassenver-</span><br/> <span class="ft1">kehrsrechtlichen Bedeutung erwecken können, unzulässig.</span><br/> <span class="ft1">Die Vorinstanz macht geltend, das Anbringen eines weissen</span><br/> <span class="ft1">Querbalkens sei nicht zulässig, da er von Fussgängerinnen und Fuss-</span><br/> <span class="ft1">gängern, insbesondere von Kindern, als vortrittsberechtigte Strassen-</span><br/> <span class="ft1">querungsstelle aufgefasst werden könne. Auch dieser Darlegung</span><br/> <span class="ft1">kann nicht gefolgt werden. In der Signalisationsverordnung ist als</span><br/> <span class="ft1">Strassenquerungsstelle der Fussgängerstreifen vorgesehen (Art. 77</span><br/> <span class="ft1">SSV). Fussgängerstreifen werden durch eine Reihe gelber, bei Pfläs-</span><br/> <span class="ft1">terung allenfalls weisser Balken parallel zum Fahrbahnrand gekenn-</span><br/> <span class="ft1">zeichnet. Der Fussgängerstreifen unterscheidet sich in mehrfacher</span><br/> <span class="ft1">Hinsicht von einem Querbalken. Einerseits ist der Fussgängerstreifen</span><br/> <span class="ft1">in der Regel gelb, andererseits besteht er aus mehreren einzelnen</span><br/> <span class="ft1">Balken, die parallel und nicht senkrecht zum Fahrbahnrand markiert</span><br/> <span class="ft1">werden. Weitere Strassenquerungsstellen sind weder in der Verord-</span><br/> <span class="ft1">nung, noch in der Weisung des UVEK vorgesehen. Es kommt hinzu,</span><br/> <span class="ft1">dass die Querbalken nicht dort angebracht wurden, wo Fussgänger</span><br/> <span class="ft1">die zur Tempo-30-Zone gehörenden Strassen überqueren, also bei der</span><br/> <span class="ft1">rechtwinkligen Einmündung in die Strasse im Bereich Generell-50,</span><br/> <span class="ft1">sondern deutlich zurückversetzt. An dieser Lage und in dieser Mach-</span><br/> <span class="ft1">art ist eine Verwechslung mit einer Fussgängerquerungsstelle ausge-</span><br/> <span class="ft1">schlossen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">452</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Der strittige Querbalken könnte allenfalls mit einer anderen</span><br/> <span class="ft1">weissen Linie verwechselt werden. In der SSV sind namentlich</span><br/> <span class="ft1">Sicherheits-, Leit-, Doppel- und Vorwarnlinien vorgesehen. Auch</span><br/> <span class="ft1">diese Linien werden aber nicht quer über die Fahrbahn, sondern pa-</span><br/> <span class="ft1">rallel zum Fahrbahnrand und in der Fahrbahnmitte angebracht.</span><br/> <span class="ft1">Zudem sind diese Linien viel schmaler als der Querbalken, den der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer benutzt hat. Eine Ähnlichkeit zu den in der VSS</span><br/> <span class="ft1">genannten Linien ist nicht erkennbar.</span><br/> <span class="ft1">Weiter ist zu prüfen, ob der Querbalken allenfalls mit einer</span><br/> <span class="ft1">Quermarkierung, insbesondere mit einer Halte- oder Wartelinie ge-</span><br/> <span class="ft1">mäss Art. 75 SSV verwechselt werden kann. Die Haltelinie ist weiss,</span><br/> <span class="ft1">ununterbrochen und quer zur Fahrbahn. Sie ist jedoch in der Regel</span><br/> <span class="ft1">0,5 m, maximal 1,0 m breit, also viel schmaler als der 2 m breite</span><br/> <span class="ft1">Querbalken und meist mit dem Signal oder Wort "STOP", einem</span><br/> <span class="ft1">Lichtsignal oder einem Bahnübergang kombiniert. Der Querbalken</span><br/> <span class="ft1">kann also aufgrund seiner Breite und insbesondere der Kombination</span><br/> <span class="ft1">mit der Markierung und der Signalisation der Tempo-30-Zone nicht</span><br/> <span class="ft1">mit einer Haltelinie verwechselt werden. Die Wartelinie besteht aus</span><br/> <span class="ft1">einer Reihe weisser Dreiecke und kann bereits deshalb nicht mit dem</span><br/> <span class="ft1">Querbalken verwechselt werden.</span><br/> <span class="ft1">Weitere verwechselbare Linien oder Balken werden weder in</span><br/> <span class="ft1">der SSV noch in der Weisung des UVEK genannt. Und da andere, als</span><br/> <span class="ft1">die in der SSV oder der Weisung genannten Markierungen nicht</span><br/> <span class="ft1">zulässig sind (vgl. Art. 72 Abs. 3 SSV), besteht keine Ähnlichkeit</span><br/> <span class="ft1">oder Verwechslungsgefahr mit dem 2 m breiten, weissen Querbalken.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/></div> </div> </body> </html>