Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. Mai 2019 (715 18 310 / 133) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit; die Beschwerdeführerin konnte nicht rechtsgenüg- lich darlegen, dass ihr aus gesundheitlichen Gründen ein Verbleib an der bisherigen Ar- beitsstelle zumindest bis zur Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle nicht zumutbar ge- wesen wäre. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Therese Hintermann , Rechtsanwältin, Martin Disteli-Strasse 9, 4601 Olten gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Die 1975 geborene A.____ war zuletzt seit dem 1. Januar 2013 bei der B.____AG in Y.____ als Springerin angestellt. Am 11. Oktober 20 17 kündigte sie das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist per 31. Januar 2018. Am 28. November 2017 mel- dete sie sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungsze ntrum X.____ (RAV) zur Arbeitsvermittlung an und erhob gleichentags bei der Öffentlichen Arbe itslosenkasse Baselland (Kasse) Anspruch Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 1. Februar 2018. Mit Verfügung vom 14. März 2018 stellte die Kasse A.____ ab dem 1. Februar 2018 wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung ein, da die Versich erte ihre Arbeitsstelle gekündigt ha- be, ohne dass ihr eine neue Stelle vertraglich zugesicher t gewesen sei. Mit Entscheid vom 18. August 2018 hiess die Einspracheinstanz des Kantonalen Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit Basel-Landschaft (KIGA), Abteilung Öffentliche Arbeitslosenkasse, die gegen die Verfü- gung vom 14. März 2018 von der Versicherten erhobene Ein sprache insofern teilweise gut, als sie die Einstelldauer auf 27 Tage reduzierte. Zur Begr ündung brachte sie im Wesentlichen vor, dass eine Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht rechtsgenüglich belegt sei. Zwar habe ein belastendes Verhältnis der Versicherten zum V orgesetzten bestanden. Ein Mobbing im rechtlichen Sinne sei indes nicht hinreichend erstellt. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwä ltin Therese Hintermann, am 19. September 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte die Aufhebung des Ein spracheentscheids vom 18. August 2018 und die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrens- rechtlicher Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Rechts- anwältin Therese Hintermann als Rechtsvertreterin. In der Begründung trug sie im Wesentli- chen vor, dass ihr ein Verbleib am bisherigen Arbeitsplatz nicht mehr zumutbar gewesen sei. C. Die Kasse schloss in ihrer Vernehmlassung vom 10. Dezem ber 2018 auf Abweisung der Beschwerde. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obl igatorische Arbeitslosenversiche- rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil d es Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide au s dem Bereich der Arbeitslosenver- sicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zustän- dig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Ar t. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbe itslosenversicherung und die Insolven- zentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherun gsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasse s die Kontrollpflicht erfüllt. Vorlie- gend kommt die Beschwerdeführerin ihren Kontrollpflich ten im Kanton Basel-Landschaft nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu b ejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezem- ber 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsg ericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Ver sicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG, weshalb auch die sachliche Zuständigkeit des K antonsgerichts gegeben ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO (in der ab 1. Januar 2019 geltenden Fassung) entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialversicherungsrech t des Kantonsgerichts Streitigkei- ten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch Präsidialentscheid. Im vorliegenden Fall sind eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Umf ang von 27 Tagen bei einem Taggeld von Fr. 177.85 und damit ein Streitwert von Fr. 4‘801.95 zu beurteilen. Über die Beschwerde ist demnach präsidial zu entscheiden. 2. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin die Beschwe rdeführerin infolge selbstverschul- deter Arbeitslosigkeit zu Recht für die Dauer von 27 Ta gen in der Anspruchsberechtigung ein- stellte. 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person a lles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in d er Anspruchsberechtigung verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwal- tungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits - und Verschuldensprinzip beherrscht (T HOMAS NUSSBAUMER , in: Schindler/Tanquerel/Tschannen/Uhlmann, Schweizeri - sches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslo senversicherung, 3. Aufl., Basel 2016, Rz. 828). 3.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versichert e Person in der Anspruchsberechti- gung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden a rbeitslos geworden ist. Eine selbst- verschuldete Arbeitslosigkeit liegt dann vor, wenn und s oweit der Eintritt derselben nicht objek- tiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und den persönlichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der v ersicherten Person liegt (ARV 1982 Nr. 4 S. 39). Dies ist unter anderem dann der Fall, w enn die versicherte Person das Arbeitsver- hältnis von sich aus kündigt, ohne dass ihr eine andere Ste lle zugesichert war (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). 3.3 Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV findet die Schadenminderungspflicht (Art. 17 Abs. 1 AVIG) ihre Gr enze grundsätzlich im Zumutbarkeits- gedanken. So gilt nach Art. 16 Abs. 1 AVIG eine Arbeit noch als zumutbar, die den berufs- und ortsüblichen, insbesondere den gesamt- und normalarbe itsvertraglichen Bedingungen ent- spricht, den Fähigkeiten und dem Gesundheitszustand der arbeitslosen Person angemessen ist und die Wiederbeschäftigung in ihrem Beruf nicht wese ntlich erschwert. Das Bundesgericht hat in konstanter Praxis entschieden, dass bei der Frage der Zu mutbarkeit bzw. Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz ein strenger Massstab anzul egen ist. Die Zumutbarkeit zum Verbleiben an der bisherigen Arbeitsstelle wird dabei strenger beurteilt als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b/ bb mit Hinweisen; THOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 838). Wenn nicht besondere Umstände vorlieg en, darf einer versicherten Person zugemutet werden, wenigstens so lange am Arbeitsplatz zu ve rbleiben, bis sie eine neue Stelle gefunden hat (ARV 1976 Nr. 18; G ERHARD GERHARDS , Kommentar zum AVIG, Bd. I, N. 27 zu Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 16; J ACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zür ich 1998, S. 116). 3.4 Der Begriff der Unzumutbarkeit ist im Lichte von Art. 20 lit. c des Übereinkommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation vom 2 1. Juni 1988 über Beschäftigungsförde- rung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit (IAO-Übereinko mmen; für die Schweiz in Kraft seit dem 17. Oktober 1991) auszulegen. Staatsvertraglich wir d nur das freiwillige Aufgeben einer Stelle ohne triftigen Grund sanktioniert. Damit dürf en bei einer völkerrechtskonformen Ausle- gung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine überhöhten A nforderungen an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz gestellt werden; insbesonde re sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive Beweggründe der versicherten Person zu be rücksichtigen. Vermag die versi- cherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Grün de zu nennen, kann nicht von einer freiwilligen Preisgabe der Beschäftigung im Sinne de s Übereinkommens gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009, 8C_958/2008, E. 2.2 mit Hinweisen). 3.5 Als legitimer Grund im vorgenannten Sinne gilt d ie Kündigung einer Arbeitsstelle, die die Gesundheit der versicherten Person gefährdet. Gesundhei tsgefährdende Arbeitsstellen sind nicht mehr zumutbar im Sinne von Art. 16 AVIG. Eine Un zumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen muss durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) belegt sein. Aus Gründen der Rechtssicherh eit darf sich die Arbeitslosenkasse nicht mit blossen Behauptungen der versicherten Person be gnügen, sondern benötigt vielmehr zweckdienliche Beweismittel, welche primär die versicherte P erson im Rahmen der ihr oblie- genden Mitwirkungspflicht bei der Abklärung des Sachverh alts beizubringen hat (BGE 124 V 234 E. 4b/bb). 3.6 Dagegen vermögen ein schlechtes Arbeitsklima und Mei nungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten oder Arbeitskollegen grundsätzlich keine Unzu mutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses zu begründen (Urteil des Bundesgerich ts vom 9. Juni 2017, 8C_66/2017, E. 2). Bei Schwierigkeiten wie Auseinandersetzungen, Stresssituationen und dergleichen ist es der versicherten Person grundsätzlich zuzumuten, ihre Stel le nicht ohne Zusicherung einer neuen Anschlussstelle aufzugeben. Das Bundesgericht hat fest gehalten, dass belastende Ver- hältnisse am Arbeitsplatz eine vorzeitige Auflösung des A rbeitsverhältnisses nicht rechtfertigen. Sie können aber allenfalls beim Verschulden berücksichtigt werden (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit 2007 Schweizerisches Bundesgericht] vom 29. Oktober 2003, C 133/03, E. 3.2 mit Hinweisen). Auch ein den Vorstell ungen der versicherten Person nicht ent- sprechendes Betriebsklima genügt hierzu keineswegs (ARV 1986 Nr. 24 S. 95). 4.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist schliesslich auf fol gende Grundsätze hinzuweisen: Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltun gsgerichtsbeschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versi cherungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständige Festste llung des rechtserheblichen Sachver- haltes zu sorgen (BGE 138 V 218 E. 6 mit weiteren Hin weisen). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzun ehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten erg ebender Anhaltspunkte hinreichender Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anlass besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). 4.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen d ie vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfüge nde Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen an nehmen, wenn sie von ihrem Be- stehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, Bern 1984, S. 136). I m Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab- weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegend en Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts gen ügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 mit weiteren Hin- weisen). 5. Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführerin ein Verschu lden an ihrer Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung m it Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV anzulasten ist. Aufgrund der vorliegenden Akten stellt sich der rechtserh ebliche Sachverhalt wie folgt dar: Im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 28. November 20 17 gab die Beschwerdeführerin an, Grund für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses sei Mobbing gewesen. Die Frage, ob sie im Zeitpunkt der Kündigung oder während der Kündigun gsfrist wegen Krankheit oder Unfall an der Arbeitsleistung verhindert gewesen sei, verneinte si e. Am 23. Oktober 2017 bestätigte die ehemalige Arbeitgeberin den Erhalt des Kündigungsschre ibens vom 11. Oktober 2017 und die Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf den 31. Januar 2018. Gleichzeitig kündigte sie Abklä- rungen durch die betriebliche Sozialberatung an und ste llte die Beschwerdeführerin per sofort frei. In der Arbeitgeberbescheinigung vom 14. Februar 2018 wurde bei der Frage nach dem Grund der Kündigung auf das Schreiben vom 11. Oktober 2017 hingewiesen. Auf Nachfrage der Arbeitslosenkasse hin hielt die Personalverantwortl iche der ehemaligen Arbeitgeberin am 15. Juni 2017 fest, dass die Versicherte die Personalabte ilung bereits am 2. Dezember 2015 über Unstimmigkeiten zwischen ihr und ihrem Vorgesetzten informiert habe. In der Folge seien mit den Beteiligten Vereinbarungen hinsichtlich der weiteren Zusammenarbeit getroffen worden. Hernach seien mit der Versicherten in regelmässigen A bständen Gespräche geführt worden, letztmals drei Wochen vor Eingang der Kündigung. Dabei habe die Versicherte nie ausgeführt, von ihrem Vorgesetzen schlecht behandelt oder gar gemobbt worden zu sein. Vielmehr habe sie bestätigt, dass sich die Situation stark gebessert habe und soweit alles in Ordnung sei. Das belastende Verhältnis zwischen der Versicherten und ihre m Vorgesetzten sei zwar bekannt ge- wesen. Über weiterhin bestehende tiefgreifende Proble me habe die Versicherte aber weder berichtet noch hätten sich Hinweise darauf ergeben. Die von der Versicherten am 11. Oktober 2017 vorgetragenen massiven Vorwürfe gegen den Vorges etzten hätten daher überrascht. Die Abklärungen der betrieblichen Sozialberatung (Bericht vom 13. Juni 2018) hätten den Mobbing- verdacht weder bestätigen noch entkräften können. Hierf ür wären weitere Gespräche notwen- dig gewesen, für welche die Versicherte jedoch nicht zur Verfügung gestanden habe. Aufgrund Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Tatsache, dass sie den Untersuchungsprozess abgebrochen hatte, sich die Vorwürfe der Versicherten nicht bestätigten und das Verhältnis zwischen i hr und ihrem Vorgesetzten durch die massiven Vorwürfe endgültig zerstört war, sei die Kündigung akzeptiert und die Mitarbeiterin für den Rest der Kündigungsfrist freigestellt worden. 6. Unbestritten kündigte die Beschwerdeführerin das Arb eitsverhältnis mit der B.____AG am 11. Oktober 2017 unter Beachtung der dreimonatige n Kündigungsfrist ordentlich per 31. Januar 2018, ohne dass ihr eine andere Arbeitsstelle zugesichert gewesen wäre. Die Frage der Einstellung in der Anspruchsberechtigung beurteilt sich demgemäss danach, ob ihr ein Ver- bleiben an der bisherigen Arbeitsstelle bis zum Auffinde n einer neuen Anstellung zumutbar ge- wesen wäre (vgl. E. 3.3 hiervor). Damit ist zu prüfen, ob die von der Beschwerdeführerin vorge- brachte Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz aus gesundheitlichen Gründen durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis oder durch andere geei gnete Beweismittel belegt ist (vgl. E. 3.5 hiervor). 7. Am 12. Oktober 2017 attestierte Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 12. bis 22. Oktober 2017 eine krankheitsbedingte vollstä ndige Arbeitsunfähigkeit. Sodann be- scheinigte die Hausärztin Dr. med. D.____, FMH Allgemei ne Innere Medizin, am 20. Oktober 2017 arbeitsplatzspezifisch eine vollständige Arbeitsunfäh igkeit vom 19. bis 29. Oktober 2017. Im Arztzeugnis betreffend die Auflösung des Arbeitsverhä ltnisses aus gesundheitlichen Grün- den vom 18. Januar 2018 gab Dr. D.____ an, die Versich erte seit dem 19. Oktober 2017 zu behandeln. Sie habe gesundheitliche Probleme geschild ert, die aufgrund der Tätigkeit beim Arbeitgeber (Mobbing) entstanden seien und sie bei de r Arbeit beeinträchtigt hätten. Sie sei aufgrund ihrer eigenen Untersuchungen und ihrer Einschä tzung zum Schluss gekommen, dass es der Versicherten aus gesundheitlichen Gründen nicht zu mutbar sei, am bisherigen Arbeits- platz zu verbleiben. Am 1. Februar 2018 führte Dr. me d. E.____, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, aus, dass die Versicherte aufgrund einer lang andauernden Belastungssituation am Arbeitsplatz im Oktober 2017 zwei psychotherapeutische Sit zungen wahrgenommen habe. Sie habe dünnhäutig und weinerlich gewirkt und von emotion aler Erschöpfung, somatischen Symp- tomen, Überforderungsgefühlen, Motivationsschwierigkeite n und Verlust von Freude berichtet. Aufgrund von ausgeprägten Ängsten habe sich die Versiche rte nicht mehr vorstellen können, an den Arbeitsort zurückzukehren. In den beiden Sitzun gen seien psychoedukative Elemente und der Umgang mit der bestehenden Situation besproch en worden. Weitere Therapiesitzun- gen seien nicht durchgeführt worden. Am 14. September 2018 führte Dr. E.____ weiter aus, dass er die Versicherte am 27. und am 31. Oktober 2017 gesehen habe. Sie habe im Zusam- menhang mit einer lange bestehenden zwischenmenschlichen als Mobbing erlebten Belas- tungssituation am Arbeitsplatz psychische Probleme geschildert. Sie habe die Tätigkeit trotz der Belastungssituation über lange Zeit ausgeübt. Im Oktobe r 2017 sei es dann zu einer psychi- schen Dekompensation gekommen, worauf sie die Arbeitsstelle gekündigt habe. Eine Rückkehr an ihre damalige Arbeitsstelle sei ihr zu diesem Zeitp unkt aufgrund ihres psychischen Zustands und der unverändert bestehenden Belastungssituation – ni cht zuletzt wegen der drohenden psychischen Verschlechterung – nicht mehr möglich gewesen. Im Psychostatus hätten sich eine depressive Symptomatik mit Affektlabilität, Selbstzw eifel, emotionale Überforderungsge- fühle und Erschöpfung, Niedergestimmtheit, eine Antrie bsstörung, Freud- und Lustlosigkeit, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Gedankenkreisen, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme, Kopfschmerzen und eine Druckgefühl a uf der Brust gezeigt. Die Versi- cherte habe unüberwindbare Ängste geschildert, zur Arbei t zurückzukehren. Diagnostisch sei von einer schweren Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) auszug ehen. Zu jenem Zeitpunkt habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die dam aligen Umstände am Arbeitsplatz hät- ten zu diesem Zustand geführt. Erfahrungsgemäss komme es ohne Mediation resp. Klärung der Situation nicht zu einer spontanen Besserung. Vielmehr sei davon auszugehen, dass eine Rückkehr an den Arbeitsplatz einen Rückfall provozieren würde. Er habe der Versicherten nicht geraten, das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Es sei jedoch nachvollziehbar, dass die Kündigung „aus der Krankheit heraus“ erfolgt sei. 8.1 Wie unter Erwägung 3.6 hiervor ausgeführt, verm ögen ein schlechtes Arbeitsklima und Meinungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten oder Arbeitsko llegen grundsätzlich keine Unzu- mutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses zu begründen. Belegt die versicherte Per- son allerdings durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (od er allenfalls durch andere geeignete Beweismittel), dass ihr die Weiterarbeit aus gesundhei tlichen Gründen nicht mehr zumutbar ist, ist grundsätzlich von einer Unzumutbarkeit aus gesundheitli chen Gründen auszugehen. Bei der Prüfung der Unterlagen fällt zunächst auf, dass kein e chtzeitliches Arztzeugnis zu finden ist, dem die Unzumutbarkeit des Verbleibens an der bisherige n Stelle zu entnehmen wäre. Die Zeugnisse der Dres. C.____ und D.____ vom 12. Oktober 2017 und 20. Oktober 2017 beschei- nigen zwar eine (vorübergehende) Arbeitsunfähigkeit. S ie legen aber nicht in rechtsgenüglicher Weise dar, dass es der Beschwerdeführerin aus gesundhei tlichen Gründen nicht zumutbar ge- wesen wäre, am bisherigen Arbeitsplatz zu verbleiben. I hre Atteste enthalten weder Angaben zur Diagnose noch nehmen sie hinreichend Bezug auf di e von der Beschwerdeführerin konkret ausgeübte Tätigkeit. Die Unzumutbarkeit des Verbleiben s an der bisherigen Stelle ist aus- schliesslich durch die nachträglich erstellten Bescheinigung en und Berichte der behandelnden Ärzte Dr. D.____ vom 18. Januar 2018 und Dr. E.____ vo m 14. September 2018 bescheinigt worden. Da die Beschwerdeführerin erst nach der Kündig ung des Arbeitsverhältnisses bei den Dres. D.____ und E.____ in Behandlung stand, basieren ihre Einschätzungen letztlich einzig auf den Angaben der Beschwerdeführerin. Deshalb reich en ihre Beurteilungen unter Berück- sichtigung der strengen Rechtsprechung (vgl. E. 3.6 hier vor) – nicht aus, um zu belegen, dass es der Beschwerdeführerin unzumutbar war, zumindest bis zu r Zusicherung einer neuen Ar- beitsstelle am Arbeitsplatz zu bleiben. Bei dieser medizinischen Sachlage kann im Zeitpunkt der Kündigung nicht von einer Unzumutbarkeit des Verbleib ens am Arbeitsplatz gesprochen wer- den. Es fehlt diesbezüglich an einem eindeutigen ärztl ichen Zeugnis. Gegen eine Gesundheits- schädigung, welche eine sofortige Kündigung notwendig gemacht hätte, spricht sodann die Tat- sache, dass sich in den Akten keinerlei Anhaltspunkte finden , wonach in der weiter zurücklie- genden Vergangenheit bereits einmal eine ärztliche Kon sultation stattgefunden oder eine Ar- beitsunfähigkeit bestanden hätte. Zudem wies die Beschw erdeführerin in ihrem ausführlich be- gründeten Kündigungsschreiben vom 11. Oktober 2017 le diglich darauf hin, dass ihr Arzt ihr empfohlen habe, „vorübergehend nicht mehr zur Arbeit zu gehen“. Von einem ärztlichen Rat zur Kündigung, ist nicht die Rede. Es liegen auch keine an deren geeigneten Beweismittel bei den Akten, die auf eine Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitli- chen Gründen schliessen lassen würden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Soweit sie geltend macht, ihre Stelle wegen Mobbi ng gekündigt zu haben, erscheint die- ser Vorwurf nicht hinreichend gesichert. Die zur Klärung der Situation beauftragte betriebliche Sozialberatung konnte den Mobbingverdacht zwar weder be stätigen noch entkräften, da die Versicherte den Untersuchungsprozess abgebrochen hatte. D ie Personalverantwortliche der ehemaligen Arbeitgeberin führte aber am 15. Juni 2018 glaubhaft aus, die Versicherte habe auf wiederholte Nachfrage hin keine tiefgreifenden Prob leme mit dem direkten Vorgesetzten er- wähnt und es hätten sich auch sonst keine Hinweise dar auf ergeben. Aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin kann darauf geschlossen werden, da ss zwischen ihr und ihrem Vorge- setzten Spannungen bestanden. Indes ist, wie eingangs (vgl. E. 3.3 hiervor) dargelegt, nach der Rechtsprechung bei der Frage der Unzumutbarkeit des V erbleibens am Arbeitsplatz ein stren- ger Massstab anzulegen. Solange nicht ausgewiesen ist, da ss eine versicherte Person im Sin- ne der Schadenminderungspflicht alles Zumutbare untern ommen hat, um die Probleme am Ar- beitsplatz mit ihren Vorgesetzten oder eventuell Mitarb eitern zu lösen, ist die Kündigung durch die versicherte Person auch bei einem schlechten Arbeitsklima oder beim Vorliegen gespannter Beziehungen zu Vorgesetzten und Mitarbeitern nicht gerechtfertigt. 8.3 Nach dem Ausgeführten steht fest, dass es im Rahmen de r Mitwirkungspflicht der Par- teien (vgl. E. 3.5 hiervor) an der Beschwerdeführerin g elegen wäre, die Notwendigkeit der Auf- gabe der Arbeitsstelle glaubhaft zu machen, was ihr nicht gelungen ist. Die Beschwerdeführerin kann nicht rechtsgenüglich darlegen, dass ein zwingender Grund zur freiwilligen Stellenaufgabe vorgelegen hat. Ein Kausalzusammenhang zwischen der krank heitsbedingten Arbeitsunfähig- keit der Beschwerdeführerin und der Arbeitsstelle im Si nne einer Gesundheitsgefährdung ist nicht erstellt. Bei dieser Aktenlage wäre es der Beschwe rdeführerin in arbeitslosenversiche- rungsrechtlicher Hinsicht deshalb zumutbar gewesen, ihr e Anstellung – gegebenenfalls unter einer vorübergehenden Krankschreibung oder einer allfälligen ärztlichen Therapie – vorerst bei- zubehalten. In Anbetracht der Spannungssituation mit d em direkten Vorgesetzten kann der Wunsch nach einem Stellenwechsel zwar nachvollzogen werden , eine sofortige Kündigung mit der Folge des Bezugs von Arbeitslosenentschädigung zu Laste n der Allgemeinheit rechtfertigt sich vorliegend aber nicht, weshalb der Tatbestand der se lbstverschuldeten Arbeitslosigkeit gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG als erfüllt zu betra chten ist. Die Einstellung in der Anspruchs- berechtigung ist demnach im Grundsatz nicht zu beanstanden. 9.1 Zu prüfen bleibt, ob die Anzahl der Einstelltage korrekt ermittelt worden ist. Die Dauer der Einstellung bemisst sich einzig nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Sie beträgt nach Art. 45 Abs. 2 AVIV 1 - 15 Tage bei lei chtem Verschulden, 16 - 30 Tage bei mittel- schwerem Verschulden und 31 - 60 Tage bei schwerem Versc hulden. Innerhalb dieses Rah- mens entscheidet die Arbeitslosenkasse nach pflichtgemässem E rmessen. Das Gericht greift nur mit Zurückhaltung in das der Arbeitslosenkasse zustehend e Ermessen ein. Es setzt nicht sein Ermessen anstelle desjenigen der Arbeitslosenkasse, so lange diese von ihrem Ermessen pflichtgemäss Gebrauch gemacht hat, also allen einschlägi gen Gesichtspunkten gebührend Rechnung getragen hat. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist im vorlie genden Fall von einer selbstver- schuldeten Arbeitslosigkeit auszugehen. Demnach läge der grundsätzliche Rahmen für die Be- messung der Einstelltage zwischen 31 und 60 Tagen. Die Be schwerdegegnerin setzte die Dau- er der Einstellung auf 27 Tage fest. Dabei unterschrit t sie den grundsätzlichen Sanktionsrah- men für ein schweres Verschulden. Dies kann gemäss bundesge richtlicher Rechtsprechung dann angezeigt sein, wenn zwar kein entschuldbarer Gru nd für die Stellenaufgabe, wohl aber besondere Umstände im Einzelfall vorliegen (vgl. BGE 13 0 V 126 E. 3.2). Diese können sich auf die subjektive Situation der betroffenen Person oder auf eine objektive Begebenheit bezie- hen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2009, 8C_ 829/2009, E. 3.1). Bei der Festle- gung der Dauer der Einstellung ist zu Gunsten der Beschw erdeführerin zu Recht verschul- densmindernd berücksichtigt worden, dass das Verhältnis zum ehemaligen Vorgesetzten schon lange belastet war. Insgesamt ist die auf 27 Tage fe stgelegte Einstellung in der Anspruchsbe- rechtigung in diesem Fall angemessen und sachlich gerecht fertigt. Das Kantonsgericht sieht selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass damit der Sanktionsrahmen für schweres Verschulden unterschritten wird, keinen Anlass, in das vorinstanzliche Ermessen einzugreifen. 10. Aus dem Gesagten folgt, dass der angefochtene Einspr acheentscheid vom 15. August 2018 nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerdeführerin konn te nicht rechtsgenüglich darlegen, dass ihr aus gesundheitlichen Gründen ein Verbleib an d er bisherigen Arbeitsstelle zumindest bis zur Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle nicht zumut bar gewesen wäre. Die Beschwerde- gegnerin hat sodann ihr Ermessen bei der Festlegung de r Einstelltage korrekt ausgeübt. Die Beschwerde erweist sich folglich als unbegründet und ist abzuweisen. 11. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 12.1 Abschliessend bleibt über den Antrag der Beschwerde führerin zu befinden, es sei ihr die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin zu bewilligen. Gemäss Art. 61 lit. f Satz 2 ATSG wird der Beschwerde führenden Person, wo d ie Verhältnisse es rechtfertigen, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Praxisgemäss ist die unentgeltliche Verbeiständung im kantonalen Beschwerdeverfahren zu gewähren, wenn der P rozess nicht offensichtlich aus- sichtslos erscheint, die Partei bedürftig und die anwaltl iche Verbeiständung notwendig oder doch geboten ist (U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015 , Art. 61 Rz. 176 ff. mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dies e Voraussetzungen sind vorliegend zu bejahen: Die Bedürftigkeit der Versicherten ist gestützt auf die eingereichten Unterlagen gege- ben, die Beschwerde kann nicht als offensichtlich aussicht slos bezeichnet werden und die an- waltliche Vertretung war geboten. Das Gesuch der Besch werdeführerin um unentgeltliche Ver- beiständung im vorliegenden Verfahren ist demnach zu bew illigen. Deren Rechtsvertreterin hat in ihrer Honorarnote vom 19. Februar 2019 einen Zei taufwand von 10,67 Stunden geltend ge- macht, was angesichts der sich stellenden Sachverhalts- un d Rechtsfragen nicht zu beanstan- den ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die An wältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltl icher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Hinzukommen die in der Honorarnote ausgewiesene n Auslagen von Fr. 107.90. Der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ist deshalb für ihre Bemühungen ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘414.50 (10.67 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 107.90 zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 12.2 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird der Rechts- vertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘414.50 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Ge richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht