<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00188</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206020&amp;W10_KEY=13013560&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00188</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.07.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilfe: Auflage, sich um eine günstigere Wohnung zu bemühen (Sachverhalt: Der 83-jährige Beschwerdeführer muss Sozialhilfeleistungen beziehen, weil seine Mittel nicht mehr ausreichen, nachdem seine vollinvalide Ehefrau in einem Krankenheim untergebracht werden musste und dadurch sehr hohe Pflegekosten entstanden sind.) Die Auflage war als verpflichtende Aufforderung und nicht als blosse Empfehlung zu verstehen, weshalb sie anfechtbar war (E. 2). Rechtsgrundlagen für die Ausrichtung von Sozialhilfeleistungen im Allgemeinen und zu den zu berücksichtigenden Wohnkosten im Besonderen (E. 3.1). Die Auflage, sich um eine günstigere Wohnung zu bemühen, bedarf in der vorliegenden besonderen Konstellation einer sehr sorgfältigen vorherigen Abklärung unter Berücksichtigung der gesamten Umstände. Insbesondere sind die tatsächlich für die Gemeinde anfallenden Kosten, weitere Finanzierungsmöglichkeiten und das Angebot an günstigen Wohnungen zu prüfen. Die bislang getätigten Abklärungen erweisen sich als ungenügend. Teilweise Gutheissung und Rückweisung (E. 3.4). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFLAGE">AUFLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHVERHALTSERMITTLUNG">SACHVERHALTSERMITTLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNUNG">WOHNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNUNGSKOSTEN">WOHNUNGSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNUNGSWECHSEL">WOHNUNGSWECHSEL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 2 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 15 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 21 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 27 SHV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b><b> </b></p> <p class="Urteilstext"><b>A. </b>B liegt nach einer schweren Hirnblutung seit dem 1. November 2001 im Krankenheim Y im wachkomaÃ¤hnlichen Zustand in vÃ¶lliger HandlungsunfÃ¤higkeit und Hilflosigkeit. Am 5. Juli 2002 erschienen A, der Ehemann von B, sowie ein Sohn bei der SozialbehÃ¶rde der Gemeinde X und beantragten Sozialhilfe fÃ¼r A und B zur Sicherstellung der ungedeckten Heimkosten sowie fÃ¼r den eigenen Lebensunterhalt. Mit Beschluss vom 12. August 2002 gewÃ¤hrte die SozialbehÃ¶rde fÃ¼r den Monat Juni 2002 Kostengutsprache fÃ¼r die wirtschaftliche Hilfe in der HÃ¶he von Fr. 2'858.20 und ab 1. Juli 2002 bis 30. Juni 2003 von monatlich Fr. 4'531.20, zuzÃ¼glich Medizinalkosten und Zahnkurzbehandlungen bis maximal Fr. 300.- pro Jahr. Dies war trotz der hohen Einnahmen des Ehepaars von monatlich Fr. 11'696.- aus AHV, Pensionskasse sowie Leistungen der Krankenkasse notwendig geworden, betrug doch allein der monatliche Aufwand fÃ¼r die Heimtaxe Y Fr. 8'821.- (Juni 2002) bzw. Fr. 10'494.- (ab Juli 2002). </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Beschluss vom 7. Juli 2003 wurde erneut Kostengutsprache ab 1. Juli 2003 bis 30. Juni 2004 respektive bis zu einer VerÃ¤nderung der finanziellen Situation im Umfang von Fr. 4'595.80 monatlich, abzÃ¼glich sÃ¤mtlicher Einnahmen und zuzÃ¼glich Medizinalkosten sowie Zahnkurzbehandlungen bis maximal Fr. 300.- pro Jahr zugestanden. Am 11. Oktober 2004 erfolgte eine Kostengutsprache ab 1. Juli 2004 bis 30. Juni 2005.</p> <p class="Urteilstext"><b>C. </b>Am 6. September 2005 (versandt am 13. September 2005) wurde von der SozialbehÃ¶rde der Gemeinde X die Fortsetzung der Kostengutsprache im bisherigen Umfang bis am 30. September 2005 beschlossen. FÃ¼r die Zeit ab 1. Oktober 2005 bis 30. September 2006 erfolgte eine Kostengutsprache fÃ¼r die wirtschaftliche Hilfe in der HÃ¶he von monatlich Fr. 10'629.90, abzÃ¼glich sÃ¤mtlicher Einnahmen (Letztere = Fr. 10'009.-; Fehlbetrag Fr. 620.90), zuzÃ¼glich Medizinalkosten und Zahnkurzbehandlungen bis maximal Fr. 300.- pro Jahr. Zudem wurde A aufgefordert, in eine gÃ¼nstigere Wohnung umzuziehen. Wegen dieser Aufforderung wandte sich A mit Schreiben vom 8. Oktober 2005 an den Bezirksrat Z. Dieser hielt mit Schreiben vom 12. Oktober 2005 fest, A sei wegen der Aufforderung zum Umzug noch nicht beschwert. Erst wenn die SozialbehÃ¶rde eine LeistungskÃ¼rzung beschliessen wÃ¼rde, wÃ¤re dieser neu beschlossene Entscheid anfechtbar, weshalb auf den Rekurs nicht eingetreten werde. </p> <p class="Urteilstext"><b>D. </b>Mit Beschluss vom 12. Dezember 2005 lehnte die SozialbehÃ¶rde der Gemeinde X die subsidiÃ¤re Kostengutsprache fÃ¼r die Mehrkosten des Einbettzimmers fÃ¼r B ab (Dispositiv-Ziffer 2) und forderte A auf, bis Ende September 2006 einen Wohnungswechsel vorzunehmen, wobei der neue Mietzins maximal Fr. 1'300.- monatlich betragen soll (Dispositiv-Ziffer 3). Zudem wurde der Sozialdienst aufgefordert, mit A und dessen Kindern die neue finanzielle Situation bzw. die mÃ¶gliche Kostenbeteiligung der Kinder von A und B zu prÃ¼fen und Bericht und Antrag an die SozialbehÃ¶rde zu stellen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 12. Januar 2006 erhob A beim Bezirksrat Z Rekurs gegen die im Beschluss der SozialbehÃ¶rde der Gemeinde X vom 12. Dezember 2005 getroffene Aufforderung zum Verlassen der Wohnung bis Ende September 2006. In ihrer Stellungnahme vom 7. Februar 2006 machte die SozialbehÃ¶rde geltend, es sei auf den Rekurs nicht einzutreten, da gar keine LeistungskÃ¼rzung in Aussicht gestellt worden sei. Der Bezirksrat Z hielt indessen im Rekursentscheid vom 9. MÃ¤rz 2006 fest, aufgrund der Formulierung im angefochtenen Beschluss, wonach <i>"A aufgefordert wird, bis Ende September 2006 einen Wohnungswechsel vorzunehmen (neuer Mietzins bis max. Fr. 1'300.- mtl).",</i> mÃ¼sse davon ausgegangen werden, dass die Gemeinde X ab Oktober 2006 anstatt des effektiven Mietzinses lediglich noch Fr. 1'300.- monatlich fÃ¼r die Wohnkosten zu zahlen bereit sei. Daher sei von einer anfechtbaren Anordnung auszugehen. In der Folge wies der Bezirksrat den Rekurs von A gegen den Beschluss der SozialbehÃ¶rde X vom 12. Dezember 2005 betreffend Vornahme eines Wohnungswechsels in eine kostengÃ¼nstigere Wohnung unter Fr. 1'300.- monatlich ab und wies A an, der SozialbehÃ¶rde X monatlich seine BemÃ¼hungen zu belegen. Im Unterlassungsfall werde ihm die KÃ¼rzung der Wohnkosten auf jenen Betrag angedroht, der durch die gÃ¼nstigere Wohnung entstanden wÃ¤re, maximal jedoch auf Fr. 1'300.- monatlich. Der Rekurs von A wurde insofern gutgeheissen, als die SozialbehÃ¶rde X dazu angehalten wurde, die bisherige Wohnmiete anzurechnen, sofern und solange sich keine gÃ¼nstigere Wohnung vermitteln lasse, die der Situation von A gerecht werde.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen den Rekursentscheid gelangte A mit Beschwerde vom 20. April 2006 an das Verwaltungsgericht. SinngemÃ¤ss beantragte er die Aufhebung des Rekursentscheids, soweit er zu einem Wechsel in eine gÃ¼nstigere Wohnung verpflichtet worden war. Die Wohlfahrtsabteilung der Gemeinde X verzichtete mit Schreiben vom 18. Mai 2006 auf eine Beschwerdeantwort. Ebenso hatte der Bezirksrat Z mit Beschluss vom 28. April 2006 auf eine Vernehmlassung verzichtet.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Einzelrichterin</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde in einer sozialhilferechtlichen Angelegenheit gemÃ¤ss § 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) funktionell und sachlich zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Streitgegenstand bildet die an den BeschwerdefÃ¼hrer ergangene Aufforderung, sich um eine gÃ¼nstigere Wohnung mit einem monatlichen Mietzins von hÃ¶chstens Fr. 1'300.- zu bemÃ¼hen. Der bisherige Mietzins betrÃ¤gt Fr. 2'565.10. Bei Streitigkeiten Ã¼ber periodisch wiederkehrende Leistungen, namentlich im Bereich der Sozial- und Jugendhilfe, ist der Streitwert in der Regel der Summe dieser periodischen Leistungen wÃ¤hrend der Dauer von zwÃ¶lf Monaten gleichzusetzen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 38 N. 5; RB 1998 Nr. 21). Dies ergibt vorliegend einen Streitwert von unter Fr. 20'000.- (12 x Fr. 1'265.10), weshalb die Sache in die einzelrichterliche Kompetenz fÃ¤llt (§ 38 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Vorliegend ist nicht zu beanstanden, dass der Bezirksrat die Aufforderung an den BeschwerdefÃ¼hrer, bis Ende September 2006 einen Wohnungswechsel zu einem Mietzins bis maximal Fr. 1'300.- monatlich vorzunehmen, als anfechtbar qualifiziert hat. Dies aus folgenden GrÃ¼nden:</p> <p class="Urteilstext"><span>Eine <i>Auflage </i>verpflichtet den VerfÃ¼gungsadressaten im Zusammenhang mit den durch die VerfÃ¼gung begrÃ¼ndeten Rechten und Pflichten zu einem Tun, Dulden oder Unterlassen. Von unverbindlichen Empfehlungen und blossen Ermahnungen unter Hinweis auf mÃ¶gliche rechtliche Konsequenzen unterscheiden sich Auflagen dadurch, dass ihre Einhaltung erzwungen werden kann (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 41; Max Imboden/RenÃ© Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Basel/Frankfurt a.M. 1986/1990, Nr. 55 B; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich 2002, Rz. 878). Die Formulierung in Dispositiv-Ziffer 3 des Beschlusses der Beschwerdegegnerin vom 12. Dezember 2005 mit der Aufforderung zum Wohnungswechsel konnte vom BeschwerdefÃ¼hrer jedoch nicht mehr als eine blosse "Empfehlung" oder "Ermahnung" verstanden werden, selbst wenn die Beschwerdegegnerin selber dies so gemeint haben sollte, zumal sowohl eine zeitliche als auch eine betragsmÃ¤ssige Limite gesetzt worden waren. Unter diesen UmstÃ¤nden musste der BeschwerdefÃ¼hrer unabhÃ¤ngig vom Fehlen einer konkreteren Sanktionsandrohung davon ausgehen, dass er zum Wohnungswechsel verpflichtet sei bzw. im Unterlassungsfall ab September 2006 die Wohnkosten ohne weitere Androhung zu einem entsprechend tieferen Ansatz berechnet wÃ¼rden (KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 4-31 N. 12, vgl. auch Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch, hrsg. von der Abteilung Ãffentliche FÃ¼rsorge des Sozialamts des Kantons ZÃ¼rich, Ziff. 2.1.3/S. 25 [Fassung vom April 2005]; vgl. RB 1998 Nr. 34). Die Vorinstanz ist daher zu Recht auf den Rekurs eingetreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext"><b>3.1</b> Wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner FamilienangehÃ¶rigen nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann, hat nach § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe. Diese soll das soziale Existenzminimum gewÃ¤hrleisten, das neben den Ã¼blichen Aufwendungen fÃ¼r den Lebensunterhalt auch individuelle BedÃ¼rfnisse angemessen berÃ¼cksichtigt (§ 15 Abs. 1 SHG). Grundlage der Bemessung bilden gemÃ¤ss § 17 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 (SHV) die Richtlinien fÃ¼r die Ausgestaltung und Bemessung der So­zial­hilfe, hrsg. von der Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe, in der Fassung vom Dezember 2004 (SKOS-Richtlinien), wobei Abweichungen im Einzelfall vorbehalten bleiben. Nach den genannten Richtlinien setzt sich das individuelle UnterstÃ¼tzungsbudget aus der materiellen Grundsicherung, bestehend aus dem Grundbedarf fÃ¼r den Le­bensunterhalt, den Wohnkosten und der medizinischen Grund­versorgung einerseits und aus situationsbedingten Leistungen, aus Integrationszulagen und/oder aus Einkommens-FreibetrÃ¤gen anderseits zusammen (SKOS-Richtlinien, Ziff. A.6-1). </p> <p class="Urteilstext">ÃberhÃ¶hte Wohnkosten sind so lange zu Ã¼bernehmen, bis eine zumutbare gÃ¼nstigere LÃ¶sung zur VerfÃ¼gung steht. Die Sozialhilfeorgane haben die Aufgabe, die SozialhilfebezÃ¼gerinnen und -bezÃ¼ger bei der Suche nach gÃ¼nstigem Wohnraum aktiv zu unterstÃ¼tzen. Ãbliche KÃ¼ndigungsbedingungen sind in der Regel zu berÃ¼cksichtigen. Bevor der Umzug in eine gÃ¼nstigere Wohnung verlangt wird, ist die Situation im Einzelfall genau zu prÃ¼fen. Insbesondere sind folgende Punkte bei einem Entscheid zu berÃ¼cksichtigen: die GrÃ¶sse und die Zusammensetzung der Familie, eine allfÃ¤llige Verwurzelung an einem bestimmten Ort, das Alter und die Gesundheit der betroffenen Personen sowie der Grad ihrer sozialen Integration. Weigern sich unterstÃ¼tzte Personen, trotz Vorliegens von zumutbaren UmstÃ¤nden eine gÃ¼nstigere Wohnung zu suchen oder in eine effektiv verfÃ¼gbare und zumutbare gÃ¼nstigere Wohnung umzuziehen, dann dÃ¼rfen die anrechenbaren Wohnkosten auf jenen Betrag reduziert werden, der fÃ¼r die gÃ¼nstigere Wohnung aufzuwenden wÃ¤re. Dies kann dazu fÃ¼hren, dass die unterstÃ¼tzte Person den teureren Mietzins nicht mehr zu bezahlen vermag und die KÃ¼ndigung erhÃ¤lt. In diesem Fall ist das Gemeinwesen verpflichtet, eine Notunterkunft zur VerfÃ¼gung zu stellen (SKOS-Richtlinien, Ziff. B.3-1, 3-2).</p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.2 </span></b><span>Die Vorinstanz hat erwogen, der 83-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrer sei nach langen Jahren derselben Wohnsitznahme zweifellos in seiner Umgebung tief verwurzelt. DemgegenÃ¼ber sei zu berÃ¼cksichtigen, dass der Gesundheitszustand der Ehefrau deren RÃ¼ckkehr in die eheliche Wohnung nicht mehr zulassen werde. Auch spreche das fortgeschrittene Alter des BeschwerdefÃ¼hrers eher fÃ¼r eine Verkleinerung des Hausstandes. Im Weiteren mÃ¼sse mit der Pflege der Ehefrau auf Jahre hinaus und somit auch mit einer lÃ¤ngeren UnterstÃ¼tzung der wirtschaftlichen Hilfe gerechnet werden. Daher habe die SozialbehÃ¶rde den BeschwerdefÃ¼hrer zu Recht aufgefordert, sich nach einer gÃ¼nstigeren Wohnung umzusehen.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.3 </span></b><span>DemgegenÃ¼ber hÃ¤lt der BeschwerdefÃ¼hrer unter anderem fest, er leide extrem unter der Situation seiner Frau. Wenn er jetzt zudem aus seinem sozialen Umfeld herausgerissen wÃ¼rde, verliere er die existenzielle Grundlage und Lebensfreude, die er noch habe. Er sei noch rÃ¼stig und wolle weiter in seiner Wohnung bleiben. Jetzt in eine andere Wohnung zu ziehen und nach dem Ableben seiner Frau wieder umzuziehen â beim Wegfall der hohen Pflegekosten mit einem Selbstanteil von Fr. 6'000.- pro Monat hÃ¤tte er ja genug Geld â, sei eine schlimme Vorstellung, die ihn nachts nicht mehr schlafen lasse. Der Fall seiner Frau sei ein tragischer Spezialfall, fÃ¼r den es sicherlich eine Ausnahmeregelung gebe. Die Beschwerdegegnerin beziehe zudem noch Spezialleistungen im Umfang von ca. Fr. 1'200.- pro Monat, sodass nur ca. Fr. 400.- ungedeckt blieben, derentwegen er in eine andere Wohnung ziehen soll.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.4 </span></b><span>Zweifellos liegt vorliegend ein tragischer Spezialfall vor, wie dies der BeschwerdefÃ¼hrer ausdrÃ¼ckt. Wegen der VollinvaliditÃ¤t seiner Frau ist er nicht nur psychisch und physisch Ã¼ber GebÃ¼hr belastet â er besucht seine Frau tÃ¤glich wÃ¤hrend vier bis fÃ¼nf Stunden und beteiligt sich selber massgeblich an der Pflege â, sondern leistet auch finanziell im Rahmen seiner ehelichen UnterstÃ¼tzungspflicht einen grossen Beitrag, was dazu gefÃ¼hrt hat, dass er materiell stark eingeschrÃ¤nkt leben muss. Entsprechend bedarf die allfÃ¤llige Verpflichtung des Ã¼ber 80-jÃ¤hrigen BeschwerdefÃ¼hrers zur Miete einer kostengÃ¼nstigeren Wohnung einer sehr sorgfÃ¤ltigen vorherigen AbklÃ¤rung unter BerÃ¼cksichtigung der gesamten UmstÃ¤nde, namentlich des Alters, der Gesundheit, der Verwurzelung und sozialen Integration des BeschwerdefÃ¼hrers, aber auch der von der Beschwerdegegnerin effektiv zu tragenden Kosten und etwaiger weiterer FinanzierungsmÃ¶glichkeiten. Schliesslich wÃ¤re in Rechnung zu stellen, ob in X Ã¼berhaupt ein konkretes Angebot an gÃ¼nstigeren Wohnungen besteht und ob eine solche an den Ã¼ber 80-jÃ¤hrigen BeschwerdefÃ¼hrer ohne weiteres vermietet wÃ¼rde. Bei der ZumutbarkeitsprÃ¼fung wÃ¤re zudem zu beachten, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer beim allfÃ¤lligen Wegfall der Pflegekosten fÃ¼r seine Frau wieder eine teurere Wohnung leisten kÃ¶nnte, was einen erneuten Umzug mit sich brÃ¤chte. Ob sich die Beschwerdegegnerin ihrerseits aktiv auf die Suche nach einer gÃ¼nstigeren und zumutbaren Wohngelegenheit fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer gemacht hat, wie dies gemÃ¤ss den SKOS-Richtlinien ihre Aufgabe wÃ¤re (Ziff. B.3-1), lÃ¤sst sich ebenfalls nicht ergrÃ¼nden. Aufgrund der speziellen UmstÃ¤nde dÃ¼rfte eine dem schwer belasteten BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegende Mitwirkungspflicht fÃ¼r die Suche nach einer gÃ¼nstigeren Wohnung â wenn Ã¼berhaupt â ohnehin nur eingeschrÃ¤nkter Art sein. Alles in allem ergibt sich, dass vorliegend die erforderlichen AbklÃ¤rungen fÃ¼r eine Verpflichtung des BeschwerdefÃ¼hrers zum Wohnungswechsel nur ungenÃ¼gend erfolgt sind. Dies erklÃ¤rt sich wohl daraus, dass die Beschwerdegegnerin selber ihre Aufforderung an den BeschwerdefÃ¼hrer zum Wohnungswechsel bis Ende September 2006 als rechtsunwirksam erachtete. Im Beschluss vom 12. Dezember 2005 forderte die SozialbehÃ¶rde denn auch den Sozialdienst auf, mit dem BeschwerdefÃ¼hrer und dessen Kindern die neue finanzielle Situation bzw. die mÃ¶gliche Kostenbeteiligung der Kinder des Ehepaars zu prÃ¼fen und Bericht und Antrag an die SozialbehÃ¶rde zu stellen (Dispositiv-Ziffer 4), was belegt, dass die Beschwerdegegnerin ihrerseits weitere SachverhaltsabklÃ¤rungen fÃ¼r notwendig erachtete.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Unter diesen UmstÃ¤nden rechtfertigt es sich, in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckzuweisen, da aufgrund der ungenÃ¼genden Feststellung des Tatbestands in der Sache jetzt nicht entschieden werden kann (§ 64 Abs. 1 VRG; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 64 N. 6).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, hat sie doch die VerhÃ¤ltnisse nicht genÃ¼gend abgeklÃ¤rt bzw. die Aufforderung an den BeschwerdefÃ¼hrer zum Wohnungswechsel per Ende September 2006 in ihrem Beschluss vom 12. Dezember 2005 so formuliert, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in guten Treuen von einer verbindlichen, anfechtbaren Anordnung ausgehen musste (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 14).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> die Einzelrichterin</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Sache zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckgewiesen. Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. l'200.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'260.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Mitteilung an â¦</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>