Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, vom 30. April 2013 (410 13 45) ____________________________________________________________________ Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) Arrestverfahren / Arrestvoraussetzungen gemäss Art. 272 SchKG Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber i.V. Diego Stoll Parteien A.____ , vertreten durch Advokat Thomas Waldmeier, Kirchplatz 16, Postfach 916, 4132 Muttenz 1, Beschwerdeführerin gegen B.____ , vertreten durch Advokat Dr. Andreas Leukart, Büchelistrasse/Linden- strasse 2, Postfach 552, 4410 Liestal, Beschwerdegegner 1 C.____ , Beschwerdegegner 2 Gegenstand Arrest / Beschwerde gegen das Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten Walden- burg vom 22. Januar 2013 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Arrestbegehren vom 6. August 2012 gelangte Advokat B.____ an das Bezirksgericht Waldenburg und beantragte, es sei die Liegenschaft, Pa rzelle Nr. 0.____, Grundbuch X.____, im Eigentum von C.____, zu verarrestieren, soweit verarr estierbar bis zur Deckung der Forde- rung von CHF 59'613.70, nebst Zins zu 5 % seit 6. Juni 2012 sowie der Kosten, unter o/e Kos- tenfolge. Unter Bezugnahme auf ein Schreiben vom 22. Mai 2012 und eine Schuldanerkennung vom 6. Juni 2012 machte er geltend, man habe eine fä llige Honorarforderung über CHF 59'613.70 gegenüber dem vormaligen Mandanten C._ ___. Dieser lebe zurzeit auf unbe- stimmte Dauer in Y.____, obwohl er noch eine Anschrift in Z.____ besitze. Ein tatsächlich ge- lebter, fester Wohnsitz sei demnach nicht auszumachen, we shalb der Arrestgrund von Art. 271 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG erfüllt sei. Da der Schuldner off ensichtlich nicht die Absicht habe, in ab- sehbarer Zeit wieder in die Schweiz zurückzureisen, über pr aktisch keine Mittel zur Deckung seines Bedarfs verfüge und davon auszugehen sei, dass er noch länger in Y.____ bleibe, sei belegt, dass er sich flüchtig gemacht habe, unter anderem, um sich seinen Verbindlichkeiten zu entziehen. Damit sei auch der Arrestgrund gemäss Art. 2 71 Abs. 1 Ziff. 2 SchKG gegeben. Schliesslich handle es sich bei der Parzelle Nr. 0.____ des Grundbuchs X.____ um einen verar- restierbaren Vermögenswert im Eigentum von C.____, weshalb sämtliche Voraussetzungen zur Arrestlegung erfüllt seien. In der Folge bewilligte d er Bezirksgerichtspräsident Waldenburg den Arrest und erliess am 9. August 2012 einen Arrestbefehl. Als Grund der Forderung wurde die erwähnte Honorarforderung angegeben, als Arrestgrund Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG und als Arrestgegenstand die Liegenschaft, Parzelle Nr. 0.____, Grundbuch X.____. B. Mit Eingabe vom 22. August 2012 erhob A.____, vertreten durch Advokat Fredy Veit, Ein- sprache gegen den Arrestbefehl. Sie verlangte die vollum fängliche Aufhebung des Arrests. Zur Begründung brachte die Einsprecherin zusammengefasst vor, dass ihr C.____ die verarrestierte Liegenschaft am 3. September 2007 verkauft habe, wora uf ihm der Verkaufspreiserlös vollum- fänglich ausbezahlt worden sei. In der Folge habe aber keine grundbuchliche Übertragung stattgefunden, da nach wie vor ein Arrest in der Höhe von CHF 300'000.00 auf der Liegenschaft laste, obwohl bei Vertragsschluss suggeriert worden sei, dass der Arrest eine reine, in Kürze zu bereinigende Formalität betreffe. B.____ sei umfassend darüber orientiert, dass C.____ wirt- schaftlich nicht mehr Eigentümer der betreffenden Liege nschaft sei. Demnach wisse er auch, dass er mit seinem Arrest eigentlich in das Vermögen eine r Drittperson eingreife. Ein derartiges Vorgehen sei rechtsmissbräuchlich und verdiene keinen Rechtsschutz. C. Mit Stellungnahme vom 10. Oktober 2012 forderte B.___ _ die vollumfängliche Abweisung der Einsprache. Er führte hauptsächlich aus, im Kauf vertrag vom 3. September 2007 sei in Zif- fer 7 festgehalten, der vorgemerkte Arrest habe zur Folge, dass eine Grundbucheintragung erst stattfinde, wenn die entsprechende Löschungsbewilligung vorliege. Da die Bewilligung nach wie vor ausstehe, sei in rechtlicher Hinsicht C.____ Eigentümer der betreffenden Liegenschaft. Ent- sprechend erfülle die Arrestlegung die gesetzlichen Vorga ben. Dass die Einsprecherin angeb- lich nicht genügend über die besagte Ziffer aufgeklärt worden sei, könne nicht ihm angelastet werden. D. Mit Urteil vom 22. Januar 2013 bzw. mit nachgelieferter Begründung vom 5. Februar 2013 wies der Bezirksgerichtspräsident Waldenburg die Einsprach e ab. Er erwog im Wesentlichen, Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass B.____ gegenüber dem rechtlichen Eigentümer der Pa rzelle Nr. 0.____ des Grundbuchs X.____, C.____, eine unbeglichene Honorarforderung habe. Bei der Arrestlegung könne nicht von einer zweckwidrigen Ausübung eines Rechtsinstituts gespro chen werden. Dies treffe umso mehr zu, als dass die Einsprecherin keinerlei Tatsachen un d Beweise habe vorbringen können, die den Nachweis einer Absprache zwischen B.____ und C. ____ erbringen würden. Ebenso wenig könne B.____ vorgeworfen werden, dass er kein In teresse an der Arrestlegung habe oder sein Interesse an der Arrestlegung zu demjenigen de r Einsprecherin in einem krassen Missverhältnis stehe. Das Vorgehen sei aus Sicht der einspre chenden Partei zwar moralisch verwerflich, stelle aber keinen offenbaren Rechtsmissbrauch dar. E. Mit Beschwerde vom 14. Februar 2013 gelangte A.____, nunmehr vertreten durch Advo- kat Thomas Waldmeier, an das Kantonsgericht Basel-Landsc haft. Sie begehrte, es seien das Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten Waldenburg vom 22. J anuar 2013 sowie der Arrest auf Parzelle Nr. 0.____, Grundbuch X.____, in Höhe von CH F 59'613.70 nebst Zins gemäss Ar- restbefehl vom 9. August 2012 vollumfänglich aufzuheben. Demgemäss sei das Grundbuchamt X.____ gerichtlich anzuweisen, den Arrest auf der betre ffenden Parzelle zu löschen, alles unter o/e Kostenfolge. In ihrer Begründung führte sie vorwie gend aus, dass sich ihrer Kenntnis ent- ziehe, ob und inwiefern die von B.____ behauptete Arr estforderung gerechtfertigt sei. Aufgrund seiner anwaltlichen Tätigkeit für C.____ wisse er aber, dass die fragliche Liegenschaft zwar gemäss Grundbuch noch im Eigentum seines früheren Man danten stehe, wirtschaftlich aber seit dem Jahre 2007 ihr gehöre. Die vorliegende Konstel lation sei vergleichbar mit jener des Treuhandverhältnisses. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre chung sei eine Verarrestierung gegen den Treuhänder ausgeschlossen, was im vorliegenden Fall analog für den rein formal- rechtlichen Eigentümer gelte. Die fragliche Liegenschaft stelle somit keinen Vermögenswert im Sinne von Art. 271 Abs. 1 SchKG dar. Weiter werde am Vorwurf des Rechtsmissbrauchs fest- gehalten, da B.____ versuche, den aufgrund der fortda uernden Nichterfüllung seines früheren Mandanten bestehenden grundbuchlichen Zustand zu seinen Gunsten auszunutzen. Dabei zie- le er bewusst darauf ab, sich an einem wirtschaftlich der Beschwerdeführerin gehörenden Ver- mögenswert schadlos zu halten, obwohl die Beschwerdeführ erin offensichtlich nicht Schuldne- rin seiner behaupteten Forderung sei. F. Mit Stellungnahme vom 11. März 2013 beantragte B.___ _, vertreten durch Advokat Dr. Andreas Leukart, die vollumfängliche Abweisung de r Beschwerde, weswegen der Arrest zu bestätigen sei, unter o/e Kostenfolge. Zur Begründung machte er insbesondere geltend, die Beschwerdeführerin wisse sehr wohl, dass er einen belegte n Honoraranspruch gegenüber C.____ besitze. Weiter handle es sich bei der besagten P arzelle um einen Vermögensgegens- tand von C.____, sei dieser doch nach wie vor als deren Eigentümer im Grundbuch eingetra- gen. Sodann gehe der Vergleich zu einem Treuhandverh ältnis fehl, zumal ein solches weder hergeleitet werden könne noch von der Beschwerdeführerin belegt sei. Ausserdem sei die hohe Schwelle des Rechtsmissbrauchs als ultima ratio vorliegend nicht einmal ansatzweise über- schritten. Dass zwischen der Beschwerdeführerin und C.____ ein Kaufvertrag geschlossen worden sei, die Eigentumsübertragung jedoch noch nicht stattgefunden habe, könne ihm nicht zum Nachteil gereichen. Unter Berücksichtigung des klaren Wortlauts des Kaufvertrags und der Anwesenheit eines Notars sei davon auszugehen, dass die B eschwerdeführerin gewusst habe, Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht welche Konsequenzen die Unterzeichnung des Kaufvertrages mit sich bringen würde. Ferner sei zu bemerken, dass dem Gesetz eine Situation wie die vorliegende nicht unbekannt sei, müsse ein Gläubiger doch die Möglichkeit haben, seine F orderungen gegenüber dem Schuld- ner durchzusetzen. Andernfalls habe er stets zu befürchten , dass der Schuldner seine Vermö- genswerte beiseite schaffe, damit diese nicht mehr zwecks B efriedigung herangezogen werden könnten. G. Mit Verfügung vom 26. März 2013 wurde der Schriftenw echsel geschlossen und der Ent- scheid des Präsidiums aufgrund der Akten angeordnet. Erwägungen 1. Ein im Arresteinspracheverfahren ergangener Entscheid kann gemäss Art. 278 Abs. 3 SchKG mit Beschwerde nach der ZPO angefochten werden (vgl. Art. 309 lit. b Ziff. 6 i.V.m. Art. 319 ZPO). Zur Anwendung kommt das summarische Ver fahren (Art. 251 lit. a ZPO). Die Beschwerde ist daher bei der Rechtsmittelinstanz innert ze hn Tagen seit der Zustellung des begründeten Entscheides oder seit der nachträglichen Zust ellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet einzureichen (Art. 321 Abs. 1 und 2 ZPO). Beschwerdelegitimiert ist der im Einspracheverfahren unterlegene und dadurch beschwerte Einsprecher. Im vorliegenden Fall wurde die nachgelieferte Entscheidbegründung der Beschwerdeführerin am 7. Februar 2013 zugestellt. Die am 14. Februar 2013 der Schweize rischen Post übergebene Beschwerde ist somit fristgerecht eingereicht worden. Auch der Kostenvorschuss für das Rechtsmittelverfah- ren in der Höhe von CHF 600.00 wurde geleistet. Die Beschwerdeführerin hat als Einsprecherin gegen den Arrestbefehl am erstinstanzlichen Verfahren t eilgenommen und ist durch die Abwei- sung ihrer Einsprache beschwert, weswegen sie zur Beschwerde erhebung legitimiert ist. Somit ist auf die Beschwerde einzutreten. Für deren Beurtei lung ist gemäss § 5 Abs. 1 lit. b EG ZPO das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerich ts Basel-Landschaft zuständig. Der Entscheid erfolgt in Anwendung von Art. 327 Abs. 2 ZPO aufgrund der Akten. 2.1 Im Beschwerdeverfahren nach Art. 278 Abs. 3 SchKG hat di e Beschwerdeinstanz die Arrestvoraussetzungen von Art. 272 SchKG insofern zu über prüfen, als sie über die Wahr- scheinlichkeit des Bestandes einer Arrestforderung, das Vorl iegen eines Arrestgrundes bei feh- lender Pfanddeckung und die Wahrscheinlichkeit des Vorha ndenseins eines dem Schuldner gehörenden Arrestgegenstands zu befinden hat. Über den Bestand der Forderung, das Beste- hen eines allfälligen Pfandrechts und die rechtliche Z ugehörigkeit des Arrestobjekts wird in die- sem Prozess dagegen nicht materiell rechtskräftig entschied en. Vielmehr ist diesbezüglich auf spätere Verfahren, etwa auf das Widerspruchsverfahren gemäss Art. 106 ff. SchKG, zu verwei- sen (R EISER , Basler Kommentar SchKG, Art. 278 N 3 f.; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 5A_697/2010 E. 3 vom 11. November 2010). 2.2 Zumal das Gericht das Recht im Rahmen der gestellten Rech tsbegehren und des unter- breiteten Sachverhalts von Amtes wegen anwendet, ohne d abei an die rechtliche Begründung der Parteien gebunden zu sein (vgl. L EUENBERGER /U FFER -TOBLER , Schweizerisches Zivilpro- zessrecht, N 49), ist nachfolgend als erstes die Wahrscheinli chkeit des Bestandes der Arrest- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht forderung zu beurteilen. Damit eine Forderung des Ar restgläubigers gegenüber dem Arrest- schuldner besteht, muss sie rechtsgültig entstanden und nicht durch Bezahlung oder aus einem anderen Grund untergegangen sein (S TOFFEL , Basler Kommentar SchKG, Art. 271 N 28). Vor- liegend ist die geltend gemachte Forderung anhand des Schreibens vom 22. Mai 2012 von B.____ an C.____, welches B.____ seinem Arrestbegehre n vom 6. August 2012 beigelegt hat, zu beurteilen. Darin führt er aus, dass in Sachen „Forde rung von Frau D.____“ unterdessen hohe Kosten seinerseits aufgelaufen seien. Vor Bezirksgeri cht Waldenburg habe er diesbezüg- lich eine Honorarnote über CHF 60'561.90 eingereicht. Der ihm nach § 72 ZPO BL zugespro- chene Anteil sei jedoch aufgrund der Berufung der Gegenseite noch nicht bezahlt worden, wes- halb er C.____ um Begleichung dieser Rechnung bitte. Hinzu komme ein nicht durch die unent- geltliche Prozessführung gedeckter Betrag von CHF 2'128 .65, eine Zwischenabrechnung über CHF 879.10 und ein Aufwand von CHF 7'102.20, welcher in Sachen „Arrest“ angefallen sei. Bezahlt habe C.____ bislang lediglich CHF 11'058.12, weshalb insgesamt noch ein Betrag von CHF 59'613.70 ausstehend sei. Die Kosten in Sachen „For derung von Frau D.____“ können demnach auch dem von B.____ erwähnten Berufungsverfahre n entnommen werden. In diesem erkannte das Kantonsgericht Basel-Landschaft mit Entschei d vom 10. April 2012, dass B.____ für das Berufungsverfahren für den Zeitraum vom 6. Okt ober 2011 bis zum Entzug der unent- geltlichen Rechtspflege am 15. März 2012 eine Entschädig ung von CHF 14'662.80 zuzüglich Auslagen von CHF 155.30 und Mehrwertsteuer von CHF 1'185.45 auszurichten sei und dass im Übrigen die Vorinstanz bei der Liquidation der Prozessk osten § 72 ZPO BL zu berücksichtigen habe (vgl. KGEBL 400 11 42 E. 7 vom 10. April 2012). Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht nicht ein (vgl. Urteil 4A_344 /2012 des Bundesgerichts vom 30. Juli 2012). Aus diesen Erkenntnissen ist zu schliessen, dass die g eltend gemachte Honorarforde- rung für das Verfahren vor Bezirksgericht Waldenburg im Umfang von CHF 60'561.90 durch die unentgeltliche Rechtspflege abgedeckt ist, wie dies im Üb rigen B.____ in seinem Schreiben vom 22. Mai 2012 ebenfalls festgehalten hat. Dass die Ho norarnote über CHF 60'561.90 vom Gemeinwesen zum Zeitpunkt des Arrestbegehrens noch nich t beglichen war, ändert daran nichts. Honorarvereinbarungen zwischen dem unentgeltlich en Rechtsbeistand und dem Ver- beiständeten sind unzulässig, da nicht der Verbeiständete, sondern das Gemeinwesen zur Ent- schädigung verpflichtet ist. Selbst wenn die staatliche E ntschädigung geringer als eine privat- rechtlich geschuldete ist, darf der Rechtsbeistand vom Ve rbeiständeten keine Kostenvorschüs- se und zusätzliche Honorare geltend machen (EMMEL , ZPO Kommentar, Art. 122 N 4; Urteil des BGer 5D_52/2009 E. 1.1 vom 6. Mai 2009). Da C.____ d ie überdies angelaufenen Kosten von CHF 10'109.95 mittels Anzahlung von CHF 11'058.12 bereits getilgt hat, ist die Wahrscheinlich- keit des Bestandes der Arrestforderung insgesamt zu vernei nen. Daran vermag auch die eben- falls ins Recht gereichte Schuldanerkennung vom 6. Juni 2012 nichts zu ändern, da die Aner- kennung einer Nichtschuld den Bestand der Forderung nicht wahrscheinlicher macht. 2.3 Weiter ist fraglich, ob ein Arrestgrund vorliegt bzw. o b die von B.____ im Rahmen des Arrestbegehrens vom 6. August 2012 angerufenen Arrestgr ünde tatsächlich gegeben sind. Der Arrestgrund nach Art. 271 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG beding t, dass der Schuldner über keinen festen Wohnsitz verfügt, wobei für den Wohnsitz der äusserlich sichtbare, objektive Umstand des Auf- enthaltes am Ort und das subjektive Element der Absicht d es dauernden Verweilens aus- schlaggebend sind. Mangelnder Wohnsitz schliesst nicht nur einen Wohnsitz im Inland, sondern Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch einen solchen im Ausland aus. Der Arrestgrund ist d emnach nur dann gegeben, wenn überhaupt kein Wohnsitz besteht (S TOFFEL , a.a.O., Art. 271 N 60 ff.). Vorliegend bringt B._ ___ selbst vor, dass C.____ auf unbestimmte Dauer in Y.____ l ebe und offensichtlich nicht die Ab- sicht habe, in absehbarer Zeit wieder in die Schweiz zurückzureisen. Daraus ist zu folgern, dass der Schuldner sowohl unter objektivem als auch unter su bjektivem Gesichtspunkt über einen festen Wohnsitz verfügt, weswegen der Arrestgrund des man gelnden festen Wohnsitzes offen- kundig nicht einschlägig ist. Der Arrestgrund gemäss Art. 271 Abs. 1 Ziff. 2 SchKG setzt als objektive Komponente sodann ein Beiseiteschaffen von Ver mögenswerten oder eine Flucht bzw. Fluchtvorbereitung des Schuldners – also eine Aufgab e des Wohnsitzes, ohne Begrün- dung eines neuen – voraus. Hinzu tritt die subjektive Kom ponente der Absicht, sich der Erfül- lung der Verbindlichkeiten zu entziehen (STOFFEL , a.a.O., Art. 271 N 68 ff.). Wie vorgängig aus- geführt, verfügt C.____ über einen festen Wohnsitz. Da es B.____ überdies verpasst, dessen böswillige Absicht hinreichend darzulegen, ist auch der zweitgenannte Arrestgrund nicht gege- ben. Zusammengefasst ist demnach das Vorliegen eines Arrestgrundes ebenfalls zu verneinen. Dass der Bezirksgerichtspräsident Waldenburg im Rahmen der Arrestlegung von Amtes wegen den Arrestgrund von Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG für anwendbar erklärt hat, ist belanglos, da es dem Arrestgläubiger obliegt, die tatbeständlichen Voraussetzungen glaubhaft zu machen, die für einen der Arrestgründe konstitutiv sind und den Arrestgrund zu bezeichnen, den er für gegeben hält (STOFFEL , a.a.O., Art. 272 N 10). 2.4 Nach dem Vorstehenden kann an dieser Stelle offen ble iben, ob die fragliche Liegen- schaft einen verarrestierbaren Vermögenswert im Sinne von Art. 271 Abs. 1 SchKG darstellt bzw. ob das Verhalten von B.____ als rechtsmissbräuchlich zu beurteilen ist. Im Ergebnis ist die Beschwerde somit gutzuheissen. Das Urteil des Bezirksgeri chtspräsidenten Waldenburg vom 22. Januar 2013 sowie der Arrest auf der Parzelle Nr. 0.____ des Grundbuchs X.____ in Höhe von CHF 59'613.70 nebst Zins zu 5 % seit dem 6. Juni 20 12 gemäss Arrestbefehl vom 9. Au- gust 2012 sind folglich aufzuheben. Demgemäss ist das Grun dbuchamt X.____ anzuweisen, den Arrest auf Parzelle Nr. 0.____ des Grundbuchs X.__ __ in Höhe von CHF 59'613.70 nebst Zins zu 5 % seit dem 6. Juni 2012 zu löschen. 3. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten f ür das erstinstanzliche Verfah- ren und das Beschwerdeverfahren zu entscheiden. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt, wobe i die Gerichtskosten aus Billigkeits- gründen auch dem Kanton auferlegt werden können (vgl. Art. 107 Abs. 2 ZPO). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wären die Prozesskosten an sich vollumfänglich von den Be- schwerdegegnern zu tragen. Da das erstinstanzliche Urteil a ber weder die Wahrscheinlichkeit der Arrestforderung noch das Vorliegen eines Arrestgrun des angemessen berücksichtigt hat, werden die Gerichtskosten in casu aus Billigkeitsgründen de m Kanton auferlegt. Die erstin- stanzlichen Gerichtskosten belaufen sich dabei gemäss Ziffer 2 des angefochtenen Urteils- dispositivs auf CHF 500.00, die zweitinstanzlichen Gerichtsk osten werden in Anwendung von Art. 61 Abs. 1 i.V.m. Art. 48 SchKG auf CHF 600.00 fe stgesetzt. Da sich Art. 107 Abs. 2 ZPO gemäss klarem Gesetzeswortlaut einzig auf die Gerichtskost en bezieht, ist die Parteientschädi- gung derweil zur Hauptsache zu schlagen (S TERCHI , Berner Kommentar ZPO, Art. 107 N 25). Diese ist in Anwendung von Art. 106 Abs. 3 ZPO vollumfänglich von B.____ zu bezahlen, zumal Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Arrestlegung auf sein Gesuch zurückzuführen ist und C .____ keinerlei Interesse an der Durchführung dieses Verfahrens hat. Mangels eingereichte r Honorarnoten ist die Parteient- schädigung dabei von Amtes wegen nach Ermessen zu bestim men, wobei der benötigte Zeit- aufwand, die Schwierigkeit und Bedeutung der Sache, die Auslagen und die Mehrwertsteuer zu berücksichtigen sind (vgl. § 18 Abs. 1 i.V.m. §§ 2 Abs. 1, 3 Abs. 1, 16 Abs. 1 und 17 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte). Vorl iegend werden den Rechtsvertretern der Beschwerdeführerin jeweils sechs Stunden angerechnet. Di eser Zeitaufwand erscheint in An- betracht der vorliegenden Unterlagen als angemessen. Ent sprechend der Schwierigkeit der Sache und dem Aktenumfang wird ihr Honoraransatz auf C HF 250.00 pro Stunde angesetzt. Weiter werden die angefallenen Auslagen auf CHF 50.00 geschätzt. Unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von 8 % wird die Parteientschädigung für die Verfahren vor erster und zweiter Instanz demnach auf jeweils CHF 1'674.00 festgesetzt. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2. Das Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten Waldenburg vo m 22. Janu- ar 2013 sowie der Arrest auf Parzelle Nr. 0.____, Gru ndbuch X.____ , in Höhe von CHF 59'613.70 nebst Zins zu 5 % seit dem 6. Ju ni 2012 ge- mäss Arrestbefehl vom 9. August 2012 werden aufgehoben. 3. Das Grundbuchamt X.____ wird angewiesen, den Arr est auf Par zelle Nr. 0.____, Grundbuch X.____ , in Höhe von CHF 59'613.70 nebst Zins zu 5 % seit dem 6. Juni 2012 zu löschen. 4. Die erstinstanzlichen Gerichtskosten von CHF 500.00 so wie die zweit- instanzlichen Gerichtskosten von CHF 600.00 werden dem Kan ton auf- erlegt. 5. B.____ hat der Beschwerdeführerin für die Verfahren vor erst er und zweiter Instanz eine Parteientschädigung von jeweils CHF 1'674.00, insgesamt CHF 3'348.00, zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber i.V. Diego Stoll Gegen diesen Entscheid hat der Beschwerdegegner 1 Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht (Verfahrensnummer 5A_538/2013) erhoben.