<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zu erstellen über das Verfahren, das die verschiedenen Zentren, die klinische Forschung betreiben, gegenwärtig durchlaufen müssen, wenn sie eine sogenannte Multizenterstudie durchführen wollen. Er soll sich dabei insbesondere mit der Komplexität dieses Verfahrens befassen. Dieses sieht nämlich vor, dass jedes der beteiligten Zentren den Prüfplan zunächst von der für es zuständigen kantonalen Ethikkommission und dann auch noch von Swissmedic begutachten lassen muss, und dies, obwohl alle beteiligten Zentren nach ein und demselben Prüfplan vorgehen. Der Bundesrat soll zudem die Auswirkungen dieses aufwendigen Verfahrens auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Forschung prüfen und dabei vor allem die Fragen der Flexibilität, der Fristen bis zum Beginn einer Multizenterstudie und der Kosten berücksichtigen. </p><p>Der Bundesrat wird ausserdem aufgefordert, in seinem Bericht die Möglichkeiten und die Zweckmässigkeit einer Vereinfachung der aktuellen Verfahren darzulegen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der im Postulat beschriebenen Problematik rund um die Mehrfachbeurteilung von Multizenterstudien bewusst. Er nahm dazu bereits im Rahmen verschiedener parlamentarischer Vorstösse ausführlich Stellung (vgl. 08.3707 Motion Humbel Näf, 04.3742 Motion Hochreutener, 04.3105 Motion Dunant und 04.1105 Anfrage Gutzwiller).</p><p>Die eidgenössischen Räte behandeln gegenwärtig den Verfassungsartikel über die Forschung am Menschen. Im Zuge der Erarbeitung der Botschaft zum Bundesgesetz über die Forschung am Menschen (Humanforschungsgesetz), welche nach Abschluss der parlamentarischen Beratungen zum Verfassungsartikel dem Parlament unterbreitet werden soll, sind zahlreiche Abklärungen zum Beurteilungsverfahren von Forschungsvorhaben vorgenommen worden. Mit diesem Gesetz soll eine schweizweit einheitliche Regelung der Forschung am Menschen und damit auch der Beurteilungsverfahren von Forschungsvorhaben vor den Ethikkommissionen geschaffen werden. Das Humanforschungsgesetz wird die geltenden Vorschriften zu den Ethikkommissionen auf Bundesebene und im kantonalen Recht ablösen. So ist insbesondere vorgesehen, dass Multizenterstudien zwecks Vermeidung von Mehrfachbeurteilungen im Wesentlichen nur noch durch eine Ethikkommission (sogenannte Leitkommission) überprüft werden.</p><p>Vor diesem Hintergrund schätzt der Bundesrat den Nutzen eines Berichtes zur aktuellen Situation bei der Beurteilung von Multizenterstudien als sehr gering ein und lehnt das Postulat deshalb ab.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.