Abteilung IV D-8036/2009 {T 0/2} U r t e i l v o m 3 0 . D e z e m b e r 2 0 0 9 Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richterin Claudia Cotting-Schalch; Gerichtsschreiber Stefan Weber. A._______, geboren X._______, Guinea, alias A._______, geboren Y._______, Guinea, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü- gung des BFM vom 17. Dezember 2009 / N_______. B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandD-8036/2009 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der eigenen Angaben zufolge aus B._______ stammende Be - schwerdeführer vom Volksstamm der C._______ seinen Heimatstaat am 8. Oktober 2009 auf dem Landweg verliess und über D._______ und E._______ am 22. Oktober 2009 illegal in die Schweiz gelangte, wo er gleichentags im F._______ um Asyl nachsuchte und anschlies- send ins G._______ transferiert wurde, dass die beim Beschwerdeführer am 24. November 2009 mit seinem Einverständnis durchgeführte Knochenaltersanalyse ein Skelettalter von 18 Jahren ergab, dass er am 4. Dezember 2009 zu seinem Gesundheitszustand befragt und ihm anschliessend das rechtliche Gehör zur Knochenaltersanaly- se gewährt wurde, dass er anlässlich der Kurzbefragung vom 4. Dezember 2009 sowie der direkten Bundesanhörung vom 14. Dezember 2009 zur Begrün- dung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, seit dem Jahre 2008 Mitglied der H._______ gewesen zu sein und für diese die Leute für die Opposition sensibilisiert und an Kundgebungen teilge- nommen zu haben, dass er im Jahre Z._______ anlässlich einer Kundgebung festgenom- men und während eines Tages festgehalten und geschlagen worden sei, dass er am W._______ zusammen mit seinem ebenfalls politisch akti- ven Vater an einer Demonstration teilgenommen habe, wobei es zu ei- ner Auseinandersetzung mit dem Militär gekommen sei und viele Per- sonen deswegen Verletzungen davon getragen oder gar ihren Tod ge- funden hätten und er in der Folge von seinem Vater getrennt und von den Soldaten ins Camp I._______ gebracht worden sei, dass er in der darauffolgenden Nacht zusammen mit anderen Gefan- genen gezwungen worden sei, Leichen zu vergraben, damit die Regie- rung nicht die wirkliche Anzahl der Todesopfer habe bekannt geben müssen, Seite 2D-8036/2009 dass ihm anlässlich der geplanten Verlegung ins Camp J._______ ein Soldat aus Mitleid die Flucht ermöglicht habe, dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers in Anwen- dung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) mit Verfügung vom 17. Dezember 2009 - gleichen- tags eröffnet - nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz so- wie den Vollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die vom Be- schwerdeführer behauptete, aber von den Asylbehörden (aufgrund des Aussehens des Beschwerdeführers, der vagen Aussagen zu weiteren Identitätselementen und der Möglichkeit der Beschaffung von Identi- tätsdokumenten sowie des Resultats der medizinischen Knochenal- tersanalyse) ernsthaft angezweifelte Minderjährigkeit sei unbewiesen geblieben, weshalb er die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen habe und das BFM daher weiterhin von seiner Volljährigkeit im Zeitpunkt der Einreichung des Asylgesuches ausgehe und die direkte Bundesanhö- rung ohne Vertrauensperson durchgeführt worden sei, dass keine entschuldbaren Gründe vorlägen, die es dem Beschwerde- führer verunmöglichten, Reise- oder Identitätspapiere einzureichen, dass die Vorbringen, weshalb es ihm nicht möglich gewesen sei, die von ihm in Aussicht gestellten Identitätsdokumente (Geburtsurkunde, Schülerausweis) kommen zu lassen, als stereotyp und daher als un- glaubhaft zu erachten seien, dass im Weiteren die Angaben zum Reiseweg substanzarm und reali- tätsfremd ausgefallen seien, dass er zudem die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle und aufgrund der Aktenlage keine zusätzlichen Abklärun- gen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegwei- sungsvollzugshindernisses erforderlich seien, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers diesbezüglich unlo- gisch und realitätsfremd ausgefallen seien, so hinsichtlich der Motivati- on des ihn befreienden Soldaten und der genauen Fluchtbeschreibung aus dem Camp, Seite 3D-8036/2009 dass weiter nicht nachvollziehbar bleibe, weshalb der Beschwerdefüh- rer über den Verbleib seines Vaters nichts wisse respektive in diesem Zusammenhang keinerlei Nachforschungen angestellt habe, dass sich der Beschwerdeführer überdies in keiner Weise bemüht habe, die von ihm genannten Dokumente seiner Partei oder der guineischen Menschenrechtsorganisation betreffend die Teilnahme an der Demonstration und seine Inhaftierung zu beschaffen, dass die vom Beschwerdeführer angeführte Festnahme im Jahre Z._______ in zeitlicher und sachlicher Hinsicht nicht in engem Kausal- zusammenhang zum Zeitpunkt des Verlassens seines Heimatstaates stehe, weshalb dieses Vorbringen nicht asylrelevant sei, dass der Wegweisungsvollzug in den Heimatstaat durchführbar sei, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. Dezember 2009 (Poststempel) gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Be schwerde erhob und beantragte, es sei der vorinstanzliche Ent- scheid vollumfänglich aufzuheben und es sei die Sache zur Prüfung des Asylgesuchs (Eintreten) an die Vorinstanz zurückzuweisen, dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgelt- lichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgeset- zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses ersuchte, dass die vorinstanzlichen Akten am 24. Dezember 2009 beim Bundes- verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge- gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.119]), dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson- ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be- ziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Be- schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), Seite 4D-8036/2009 dass sich namentlich aus den Verfahrensakten keine Anhaltspunkte er- geben, welche zu Zweifeln an der Urteilsfähigkeit des nach eigenen Angaben (...) alten Beschwerdeführers Anlass geben würden, weshalb er unter diesen Umständen, ungeachtet der Glaubhaftigkeit seiner geltend gemachten Minderjährigkeit, als prozessfähig zu erachten ist, dass somit auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters bezie- hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif- tenwechsel verzichtet wurde, dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentschei- de auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass deshalb bei Begründetheit der Beschwerde die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass bei dem am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Nichteintretenstat- bestand von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG, auf welchen sich die hier angefochtene Verfügung stützt, die Besonderheit besteht, dass das BFM im Rahmen einer summarischen Prüfung das offenkundige Nichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und das offenkundige Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen zu beurteilen hat (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), weshalb inso- Seite 5D-8036/2009 weit bei dagegen erhobenen Beschwerden auch die Flüchtlingseigen- schaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass in der Frage der Wegweisung und deren Vollzugs die Beurtei- lungszuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts nicht beschränkt ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin- dung mit Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) auch materiell zur Sache zu äussern hatte, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu- chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht- lingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab- klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Voll- zugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG), dass der Beschwerdeführer innerhalb von 48 Stunden nach Einrei- chung des Asylgesuches keine Identitäts- oder Reisepapiere im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 Bst. a AsylG abgab, dass vorliegend auch keine entschuldbaren Gründe für das Nichtein- reichen von Dokumenten zu bejahen sind, dass der Beschwerdeführer zur Begründung lediglich angab, keinerlei Identitätsdokumente wie Reisepass oder Identitätskarte besessen zu haben und lediglich über einen Schülerausweis sowie eine Geburtsur- kunde, die sich bei seinem Vater befunden hätten, verfügt zu haben (vgl. act. A1/11, S. 4; act. A23/15, S. 2 f.), dass der Beschwerdeführer im Hinblick auf die Beschaffbarkeit von Identitätsdokumenten - wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht erkannte - lediglich stereotype Angaben machte und ihm im Übrigen anlässlich der direkten Anhörung Wege aufgezeigt wurden, an wen er sich zwecks Beschaffung von Identitätsdokumenten sonst noch Seite 6D-8036/2009 hätte wenden und um Hilfe bitten können (vgl. act. A23/15, S. 3), ohne dass er diesbezüglich jedoch erkennbare Bemühungen zwecks Be- schaffung von solchen Dokumenten unternommen hätte, dass sodann auch die Schilderungen des Beschwerdeführers zu den Umständen seiner Ausreise aus dem Heimatstaat und der Weiterreise in die Schweiz als realitätsfremd und unsubstanziiert zu erachten sind, dass allein das Vorbringen, er sei ohne eigene Identitätsdokumente bis nach D._______ gereist und auch nie persönlich kontrolliert worden, angesichts der benutzten (teilweise öffentlichen) Verkehrsmittel und -wege und der im Nachgang zu den Ereignissen vom W._______ errichteten diversen Kontrollpunkte als offensichtlich realitätswidrig eingestuft werden muss, dass es weiter hinsichtlich der Beurteilung der Glaubhaftigkeit zu den Reiseumständen als überwiegend unwahrscheinlich zu erachten ist, dass der Beschwerdeführer bezüglich des verwendeten Reisepapiers weder den darin aufgeführten Namen noch andere Personalien ge- kannt haben soll, zumal er dadurch bei der Ausreise ein erhebliches Risiko der Entdeckung eingegangen wäre, hätte er doch - entgegen seinen anderslautenden Ausführungen bei der direkten Anhörung - keine plausible Auskunft geben können, falls ihn einer der kontrollie- renden Beamten bei der Ausreise nur schon nach seinem Namen ge- fragt hätte beziehungsweise er hätte nicht sicher sein können, dass der von ihm angegebene Name auch tatsächlich dem im Reisepapier vermerkten Namen entsprochen hätte (vgl. act. A23/15, S. 10), wo- durch er eine Entdeckung geradezu provoziert hätte, zumal er über ei- nen offiziellen Grenzübergang ausgereist sein will, dass mithin mit diesen jeglicher Substanz entbehrenden Vorbringen keine entschuldbaren Gründe im Sinne des Gesetzes für das Fehlen von Dokumenten vorgetragen wurden, welche insbesondere dann an- zunehmen wären, wenn spezifische Fluchtumstände im Vordergrund stünden, die zum Verlust der Papiere geführt hätten oder die es nicht erlaubt hätten, solche mitzunehmen, dass der Beschwerdeführer mit seinem gesamten Aussageverhalten den auch im Beschwerdeverfahren nicht widerlegten Eindruck vermit- telt, er versuche, seine wahre Identität und genaue Herkunft zu ver- schleiern, und keinesfalls - wie von der Vorinstanz zutreffend festge- stellt - glaubhaft darzulegen vermochte, er sei durch nicht selbst zu Seite 7D-8036/2009 verantwortende Umstände an der unverzüglichen Einreichung von Rei- se- oder Identitätspapieren im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG gehindert worden (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), dass er ferner unbegründet liess, wie er respektive seine Fluchthelfer eine Reise von Guinea über D._______ und E._______ und mittels verschiedener Verkehrsmittel ohne Reisepapiere organisierten, finanzierten und durchführten, was die Unglaubhaftigkeit seiner Angaben über das Fehlen der Identitätspapiere untermauert, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich der Finanzierung seiner Reise angab, die zweite Frau seines Vaters habe ihm Geld für die Bezahlung des Transports bis nach K._______ gegeben (vgl. act. A23/15, S. 7), hingegen in einem anderen Zusammenhang anführte, er verstehe sich mit der erwähnten Frau seines Vaters nicht gut und er sei nicht sicher, ob ihm diese einen Gefallen tun würde (vgl. act. A1/11, S. 4; act. A23/15, S. 3), was als weitere Ungereimtheit im Sachverhaltsvortrag des Beschwerdeführers zu werten ist, dass die insgesamt substanzlosen und realitätsfremden Angaben des Beschwerdeführers über den fehlenden Besitz von Identitätspapieren die Haltlosigkeit seiner diesbezüglichen Angaben ebenso bestätigen wie die unrealistischen und detailarmen Angaben über die Reise in die Schweiz, dass die Vorinstanz das Vorliegen entschuldbarer Gründe, die es dem Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, den Behörden innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuches Identitätsdokumente einzureichen, zutreffend und mit hinreichender Begründung verneint hat, dass angesichts obiger Ausführungen und Schlussfolgerungen in casu auch die Einreichung der vom Beschwerdeführer in Aussicht gestellten weiteren Beweismittel infolge deren Untauglichkeit nicht abgewartet zu werden braucht (antizipierte Beweiswürdigung; FRITZ GYGI , Bundesver- waltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 274), weshalb der dem- entsprechende implizite Beweisantrag abzuweisen ist, dass, soweit der Beschwerdeführer diesbezüglich anführt, er vermöge eventuell seine Identitätskarte nachzureichen, festzuhalten ist, dass er gemäss eigenen Ausführungen im vorinstanzlichen Verfahren wieder- Seite 8D-8036/2009 holt angab, gar nie eine solche besessen zu haben, da er noch nicht volljährig gewesen sei (vgl. act. A1/11, S. 4 oben; act. A23/15, S. 2), dass ferner die in Aussicht gestellte Schülerkarte sowie Bestätigungen der Menschenrechtsorganisation und der Partei des Beschwerdefüh- rers weder Reise- noch Identitätspapiere im Sinne der zu beachtenden Bestimmungen darstellen (vgl. Art. 1a Bstn. b und c der Asylverord- nung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311), weshalb diese auch bei rechtzeitiger Einreichung respektive bei allfälliger Nachreichung auf Beschwerdeebene an obiger Erkennt- nis nichts zu ändern vermöchten, dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Befragungen zu Recht weder die Flüchtlingseigenschaft festgestellt noch zusätzliche Abklärungen zu deren Feststellung beziehungsweise derjenigen von Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat, dass die Vorinstanz die Asylvorbringen des Beschwerdeführers zu Recht als unglaubhaft sowie - hinsichtlich der angeführten Festnahme im Jahre Z._______ - als asylirrelevant qualifizierte, zumal die vom Be- schwerdeführer angegebenen Fluchtumstände als realitätsfremd und sein weiteres Verhalten hinsichtlich seines Vaters (unterbliebene Nach- forschungen trotz Möglichkeiten solche zu betreiben) und die Nichtein- reichung von beweistauglichen Dokumenten als nicht nachvollziehbar qualifiziert werden müssen, dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe den vorins- tanzlichen Einwänden nichts Substanzielles entgegenzuhalten ver- mag, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen auch diesbezüg- lich auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid zu verweisen ist, dass gestützt auf die Aktenlage und die vorstehenden Erwägungen das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 und 7 AsylG - und wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zum Vollzug der Wegweisung ergibt - das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernis- sen offenkundig erscheinen und sich aus den Akten keine Anhalts- punkte für die Annahme ergeben, das BFM habe eine mehr als bloss summarische materielle Prüfung vorgenommen oder zusätzliche Ab- klärungen getroffen, Seite 9D-8036/2009 dass unter diesen Umständen von zusätzlichen Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG abgesehen werden konnte, dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei- sung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen hat, weshalb die verfügte Wegweisung im Ein- klang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a AsylV1; vgl. EMARK 2001 Nr. 21), dass zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Wegwei- sung entgegenstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzumutbaren oder unmöglichen Vollzugs das Anwesenheitsverhältnis nach den Be- stimmungen des AuG über die vorläufige Aufnahme zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG), dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben am Y._______ geboren wurde, somit nach dem massgebenden schweizerischen Recht (vgl. EMARK 1994 Nr. 11 E. 4d S. 92) noch minderjährig wäre, und mithin grundsätzlich den Normen des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) un- terliegen würde, welchen Bestimmungen insbesondere im Hinblick auf die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges Rechnung zu tragen wäre (vgl. EMARK 1998 Nr. 13 E. 5e.aa S. 98 f.), dass die Vorinstanz aber zu Recht auf diesbezügliche Erwägungen und allenfalls weitere Abklärungen im Heimatstaat des Beschwerde- führers verzichten konnte, da sie zutreffend davon ausging, dass der Beschwerdeführer die von ihm behauptete Minderjährigkeit nicht glaubhaft machen konnte, dass gestützt auf die Praxis bei der Prüfung der Altersangaben einer minderjährigen Person zunächst von allenfalls eingereichten Identitäts- dokumenten auszugehen ist (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6 ff.), vorlie- gend der Beschwerdeführer jedoch - wie dargelegt - keine Identitäts- dokumente einreichte und die in Aussicht gestellten Identitätsdoku- mente überdies nicht als rechtsgenüglich erachtet werden könnten, Seite 10D-8036/2009 dass bei Fehlen rechtsgenüglicher Identitätsausweise sodann auch auf wissenschaftliche Methoden im Sinne von Art. 7 Abs. 1 AsylV 1, bei- spielsweise die so genannte Knochenaltersanalyse abgestellt werden kann, sofern sie bestimmten Kriterien entspricht (vgl. EMARK 2001 Nr. 23 E. 4), dass das BFM am 24. November 2009 eine Knochenaltersanalyse durchführen liess, gemäss welcher der Beschwerdeführer ein Ske- lettalter von 18 Jahren aufweise, und ihm das Ergebnis der Analyse in der Folge zur Kenntnis gebracht wurde (vgl. act. A19/3), dass die Vorinstanz ihre Ausführungen zum Alter des Beschwerdefüh- rers indes nicht einzig auf die Ergebnisse der Knochenaltersanalyse abstellte, sondern sich zudem mit seinen Vorbringen zur Frage seines Alters und den Gesamtumständen auseinandersetzte, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung insgesamt mit über- zeugenden Argumenten darlegte, weshalb den Angaben des Be- schwerdeführers über sein Alter nicht geglaubt werden könne, und sich bei seiner Beurteilung zutreffend auf die offenkundig unsubstanzi- ierten und realitätsfremden Angaben - insbesondere sein Alter, den Reiseweg sowie seine Identitätspapiere betreffend - stützte, dass die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem angeblichen Ge- burtsdatum sowie dem Alter seiner Eltern vage ausgefallen sind, dass er zwar ein genaues Geburtsdatum angab, jedoch dieses nur vom Hörensagen kennen will (vgl. act. A19/3, S. 1 f.), dass gemäss gefestigter Praxis eine asylsuchende Person die objekti- ve Beweislast für die behauptete Minderjährigkeit und die Folgen der Beweislosigkeit trägt (vgl. EMARK 2001 Nrn. 22 und 23), und es dem Beschwerdeführer vor dem Hintergrund der Erwägungen nicht gelang, seine Minderjährigkeit glaubhaft zu machen, dass grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen ist, ob der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG), diese Untersuchungspflicht jedoch nach Treu und Glauben ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden findet (Art. 8 AsylG), welche auch die Substanziierungslast tragen (Art. 7 AsylG), und es deshalb nicht Sache der Asylbehörden sein kann, nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen, wenn - Seite 11D-8036/2009 wie vorliegend - die asylsuchende Person durch Nichtabgabe rechts- genüglicher Identitätspapiere eine vernünftige Prüfung der Durchführ- barkeit des Wegweisungsvollzuges verhindert, dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung der mass- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb- liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non- Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersicht- lich sind, die im Heimatstaat droht, dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat des Beschwerdefüh- rers (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-5984/2006 vom 21. Oktober 2009) noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefähr- dung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, dass es dem jungen und gesunden Beschwerdeführer zumutbar ist, sich erneut in seinem Heimatland niederzulassen und dort eine neue Existenz aufzubauen, weil er seit seiner Geburt bis zur Ausreise stets in B._______ gelebt haben will und über eine (...)-jährige Schulbildung sowie diverse Sprachkenntnisse verfügt (vgl. act. A1/11, S. 1 ff.), dass angesichts des unglaubhaften Sachverhaltsvortrags überdies da- von ausgegangen werden darf, der Beschwerdeführer verfüge in sei- ner Heimatregion über ein weiterhin bestehendes soziales Bezie- hungsnetz, dass ihm demnach seine nach wie vor in Guinea lebenden Verwandten (...) bei der Wiedereingliederung behilflich sein können, dass im Übrigen keine weiteren persönlichen Gründe ersichtlich sind, aufgrund derer unter Umständen geschlossen werden könnte, der Be- schwerdeführer gerate im Falle der Rückkehr in eine existenzbedro- hende Situation, weshalb der Vollzug der Wegweisung - in Überein- stimmung mit der Vorinstanz - als zumutbar zu bezeichnen ist, dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei- matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste- Seite 12D-8036/2009 hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Wegweisungs- vollzug insgesamt zu bestätigen ist und eine Anordnung der vorläufi- gen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG), dass es dem Beschwerdeführer infolgedessen nicht gelungen ist dar- zutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig fest- stelle oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Be- schwerde abzuweisen ist, dass die Beschwerde aufgrund voranstehender Erwägungen als aus- sichtslos zu qualifizieren und deshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, dass die Kosten des Verfahrens in der Höhe von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1 bis 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerle- gen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), dass mit vorliegendem Urteil das Gesuch um Verzicht auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos wird. (Dispositiv nächste Seite) Seite 13D-8036/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an: - den Beschwerdeführer durch Vermittlung des BFM, G._______ (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein) - das BFM, G._______ (per Telefax zu den Akten Ref.-Nr. N_______ mit der Bitte um Eröffnung des Urteils an den Beschwerdeführer und um Zustellung der beiliegenden Empfangsbe stätigung an das Bundesverwaltungsgericht) - L._______ (per Telefax) Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: Seite 14