Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 10. Mai 2017 (810 17 103) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Unterbringung einer Jugendlichen in einer geschlossenen Einrichtung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Beat Walther, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret , Gerichtsschrei- berin i.V. Daniela Spitteler Beteiligte A.____ , z.Zt. Jugendheim B.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Susanne Ackermann, Advokatin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde C.____ , Vorinstanz D.____ , Beigeladene Betreff Umplatzierung in die geschlossene Abteilung des Jugendheims B.____ (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde C.____ vom 7. April 2017) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____, geb. 2002 in Afghanistan, reiste im Jahre 2 013 zusammen mit ihrer Familie in die Schweiz ein. Am 11. März 2014 kam es zu einem Vorfal l massiver Gewaltausübung des Vaters gegenüber seiner Familie. Die Mutter und die Kinder kehrten daraufhin nicht in die Fami- lienwohnung zurück und leben seither getrennt vom Vate r. Am 4. März 2015 wurde der Vater strafrechtlich verurteilt, er musste in der Folge die Sch weiz verlassen. Am 19. November 2014 verfügte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) E.____ die Errichtung einer Er- ziehungsbeistandschaft für A.____. Als Beiständin wurde F .____ ernannt. Aufgrund eines Um- zugs übernahm ab 1. Februar 2015 die KESB C.____ die Beistandschaft über A.____. B. Ende des Jahres 2015 begann A.____ gegenüber ihrer Familie gewalttätig zu werden und mit Suizid zu drohen. Vom 18. März bis am 13. April 2016 kam es zu einem freiwilligen Aufenthalt im Heim G.____. Dieser Aufenthalt wurde von A.____ mit der Rückkehr zu ihrer Fa- milie abgebrochen. Aufgrund weiterer gewalttätiger Ausbrüche, anhaltend er Schulabwesenheit, Suiziddrohungen, selbstverletzendem Verhalten und Alkoholkonsum entzog di e KESB C.____ mit Entscheid vom 30. Mai 2016 der Mutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht über A.____ und platzierte diese per 31. Mai 2016 im Heim G.____. Aufgrund eines Suizidver suches am 21. Juni 2016 wurde A.____ durch den Notfallpsychiater in die Klinik H.____ auf die geschlossene Jugendabteilung eingewiesen. Mit Entscheid der KESB C.____ vom 21. Ju li 2016 wurde A.____ anschliessend per 13. Juli 2016 in der offenen Abteilung der I.____ platziert. Dort legte A.____ weiter ein mas- siv selbstverletzendes Verhalten an den Tag und kehrte zwei Mal nicht in die I.____ zurück. Infolge dessen platzierte die KESB C.____ A.____ mit Entscheid vom 23. August 2016 vo- rübergehend wieder in der geschlossenen Jugendabteilung der Klinik H.____. Als sich die Situ- ation beruhigt hatte, wurde A.____ am 1. September 2016 zur Überbrückung in die geschlosse- ne Abteilung der I.____ überwiesen. Mit Schreiben vom 16. September 2016 beantragte die B eiständin eine Platzierung in der Be- obachtungsstation der I.____, da dort psychiatrisch und so zialpädagogisch besser auf A.____ eingegangen werden könne. Eine geschlossene Einrichtung sei zurzeit nicht notwendig. Anläss- lich der persönlichen Anhörung vom 21. September 2016 erklärte sich A.____ mit der Umplat- zierung nicht einverstanden. Sie wolle einfach nur nach hause zu ihrer Familie. Mit Entscheid vom 22. September 2016 wurde von Amtes wegen Susanne A ckermann, Advokatin, als Kin- desvertreterin eingesetzt. Mit Entscheid vom 14. Oktober 2016 platzierte die KESB C.____ A.____ in der Beobachtungsstation. Auch diese Platzier ung erwies sich nicht als erfolgreich. Am 2. November 2016 ging A.____ zu ihrer Mutter zurück . Diverse Rückführversuche in die Beobachtungsstation scheiterten. Die Beiständin stellte a m 25. November 2016 Antrag auf ei- nen Rückplatzierungsversuch in die Familie. Aufgrund der stabilisierten psychischen Situation sei eine solche verantwortbar. Mit Entscheid vom 8. Dezember 2016 hob die KESB C.____ dem Antrag entsprechend den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die Platzierung in der Beobachtungsstation auf. C. In der Nacht zum 9. Januar 2017 kam es zu einem Polize ieinsatz bei der Familie. Ge- mäss Polizeirapport habe A.____ ihre Familie tätlich an gegriffen. Sie habe diverse Gegenstän- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht de herumgeworfen, Möbel demoliert und damit gedroht, sich vom Balkon zu stürzen. In der Fol- ge entzog die KESB C.____ der Mutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht und platzierte A.____ vorübergehend in der geschlossenen Jugendabteilung der K linik H.____. Nach einem Aufent- halt in der geschlossenen Abteilung der I.____ vom 11 . Januar bis 2. März 2017 wurde A.____ mit Entscheid vom 1. März 2017 im Wohn- und Schulheim J.____ untergebracht. Auch hier riss A.____ aus. In der Nacht vom 5. auf den 6. März 2017 wurde sie sodann mit einer Alkoholver- giftung in das Spital K.____ eingeliefert. Am 17. März 2017 informierte die Beiständin darüber, dass die Platzierung im J.____ nicht auf- rechterhalten werden könne. A.____ würde sich in akuter Gefahr befinden. Sie werde gemäss Angaben ihrer Mutter von einem Drogendealer manipuli ert und als Drogenkurierin missbraucht. Die Beiständin beantragte eine Platzierung von A.____ in einer geschlossenen Institution. Mit Entscheid der KESB C.____ vom 17. März 2017 wurde die Jugendliche darum erneut in der Klinik H.____ platziert. Als Übergangslösung wurde A._ ___ zwischen dem 28. März und dem 10. April 2017 in der geschlossenen Abteilung der I.____ untergebracht. Anlässlich der Anhörung vom 4. April 2017 teilte A.__ __ mit, dass sie nicht einverstanden sei mit der Umplatzierung, da sie ihr nichts bringe. Sie er suchte um eine letzte Chance, sich noch- mals im J.____ beweisen zu dürfen. Sie habe eingesehen , dass Kurvengänge nichts bringen würden; sie habe grosse Angst vor dem Eingesperrtsein. D ie Kindsmutter erklärte sich mit der geplanten Platzierung einverstanden, da sie sich grosse Sorgen um die Entwicklung ihrer Toch- ter mache. D. Mit Entscheid vom 7. April 2017 verfügte die KESB di e Platzierung von A.____ im Ju- gendheim B.____ per 10. April 2017, vorläufig in der geschlossenen Wohngruppe, für die Dauer von mindestens drei Monaten und längstens bis zum Abschluss der Abklärungen betreffend eine geeignete Anschlusslösung (Ziff. 2). Begründet wur de dieser Entscheid im Wesentlichen mit den gescheiterten Platzierungen im offenen Rahmen. Das Kindeswohl und die Entwicklung von A.____ seien hochgradig gefährdet. Die Jugendliche sei uneinsichtig, nicht absprachefähig und könne Versprechen nicht einhalten. E. A.____, vertreten durch die Kindesvertreterin Susa nne Ackermann, erhob am 21. April 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Ab teilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht (Kantonsgericht), gegen den Entscheid der KESB C.____ vom 7. April 2017. Sie beantragt die Aufhebung der Ziff. 2 des Entscheids vom 7. April 2017 sowie die Platzierung von A.____ im J.____. Die Beiständin sei zu beauftragen, d iese Umplatzierung vorzubereiten und zu begleiten. Der Beschwerdeführerin sei für die orden tlichen und ausserordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Begründet wird die Beschwerde mit der traumatischen Vergangenheit der Be schwerdeführerin. Sie sei todunglück- lich und ertrage es nicht, im B.____ eingesperrt zu sei n. Sie wünsche einen erneuten Versuch im J.____ und sei nun bereit, sich an die Regeln zu hal ten. Sie habe keine Suizidgedanken mehr. Im B.____ käme sie in Kontakt mit einem ihre ged eihliche Entwicklung gefährdenden Milieu, da die Einrichtung auch als Strafvollzugsinstit ution für jugendliche Frauen fungiere. Ge- mäss telefonischer Auskunft sei auf den 1. Juli 2017 ein Platz im J.____ frei. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Am 2. Mai 2017 reichte die Beiständin dem Kantonsg ericht aufforderungsgemäss ei- nen Bericht über die aktuelle Situation der Beschwerdeführerin ein. G. In der Vernehmlassung vom 2. Mai 2017 verweist die KESB C.____ im Wesentlichen auf ihren Entscheid vom 7. April 2017 und beantragt d ie Abweisung der Beschwerde unter o/e- Kostenfolge. H. In der Kindsanhörung durch das Präsidium vom 4. Ma i 2017 im B.____ äusserte sich die Beschwerdeführerin dahingehend, dass es ihr Wunsch sei, sofort nach Hause zu gehen. Sie wäre bereit dazu, im J.____ platziert zu werden, wenn es dort einen freien Platz geben würde. Ihre Beiständin habe ihr gesagt, dass sie nicht zuhause bl eiben könne. Das würde sie grund- sätzlich akzeptieren. Weiter führte die Beschwerdeführerin aus, dass sie es im B.____ sehr schlimm fände, eingesperrt zu sein. Im J.____ wäre es mögl ich, am Wochenende nach Hause zu gehen und man könne das Natel bei sich haben. I. Die Kindsmutter D.____ hat sich nicht vernehmen lassen . Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung d es Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (Verwaltungsprozessor dnung, VPO) vom 16. Dezember 1993 ist das Kantonsgericht, Abteilung Ve rfassungs- und Verwaltungsrecht, zu- ständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entsc heide der Kindes- und Erwachsenen- schutzbehörde (Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgeset zbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907). Gemäss Art. 314b Abs. 1 ZGB sind di e Bestimmungen des Erwachse- nenschutzes über die fürsorgerische Unterbringung sinngemä ss anwendbar, wenn ein Kind in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht wird. Die s ist vorliegend der Fall. Die Be- schwerdeführerin ist als Direktbetroffene zur Beschwerdeer hebung legitimiert (Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). Die von der Vorinstanz eingesetzte Kinde svertreterin ist von Gesetzes wegen zur Prozessvertretung im Rechtsmittelverfahren befugt (Art. 3 14a bis Abs. 3 ZGB). Nach Art. 450b Abs. 2 ZGB beträgt die Frist zur Einreichung der Besch werdeschrift bei einem Entscheid auf dem Gebiet der fürsorgerischen Unterbringung zehn Tage seit Mitteilung des Entscheids. Der angefochtene Entscheid wurde der Kindesvertreterin am 11 . April 2017 eröffnet. Mit der Post- aufgabe der Beschwerdeschrift am 21. April 2017 hat die Beschwerdeführerin die Beschwerde- frist eingehalten. Da auch die übrigen Prozessvoraussetz ungen erfüllt sind, ist auf die Be- schwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die El tern nicht von sich aus für Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes. Art. 307 Abs. 1 ZGB enthält die Aufforde- rung, die im Einzelfall geeigneten, vom Gesetz vorgese henen Massnahmen (Art. 307 Abs. 3 ZGB bis Art. 312 ZGB) zu treffen. Die materiellen Vo raussetzungen für den Entzug der elterli- chen Obhut und die Unterbringung Minderjähriger richt en sich nach Art. 310 Abs. 1 ZGB (Bot- schaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erw achsenenschutz, Personen- recht und Kindesrecht], [Botschaft Erwachsenenschutz] vom 28. Juni 2006, S. 7102; Urteil des Bundesgerichts 5A_561/2013 vom 10. Januar 2014 E. 7.1). Nach Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die KESB das Kind den Eltern oder Dritten, wenn es sich bei diesen befindet, wegzunehmen und in angemessener Weise unterzubringen, wenn der Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann. Die KESB hat zu bestimmen, wo das Kind untergebracht wird. In Betracht kom- men Familienpflege, eine betreute Wohngruppe, Heimp flege oder eine selbständige Unterkunft (PETER BREITSCHMID , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zu m Zivilgesetzbuch, 5. Aufl., Basel 2014, N 8 zu Art. 310 ZGB). Kindesschut zmassnahmen bezwecken im Allgemei- nen die Abwendung einer Gefährdung des Kindeswohls (C YRIL HEGNAUER , Grundriss des Kin- desrechts, 5. Aufl., Bern 1999, Rz. 27.09). Von einer Gefährdung des Kindeswohls wird nach herrschender Auffassung dann ausgegangen, wenn nach den konkreten Umständen die ernstli- che Möglichkeit einer gegenwärtigen oder zumindest unmittelbar bevorstehenden Gefahr für die Kindesentwicklung abzusehen ist, die bei ihrer Fortdauer eine erhebliche Beeinträchtigung des physischen oder psychischen Wohls des Kindes voraussehen lässt (vgl. BREITSCHMID , a.a.O., N 18 zu Art. 307 ZGB). Unerheblich ist, auf welche U rsachen die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, der Eltern oder der wei- teren Umgebung liegen. Desgleichen spielt es keine Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Gefährdung trifft. Massgebend sind die Verhältnisse im Z eitpunkt der Entziehung. Alle Kindes- schutzmassnahmen müssen erforderlich sein (Subsidiarität), und es ist immer die mildeste Er- folg versprechende Massnahme anzuordnen (Proportionalität ); diese sollen elterliche Bemü- hungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementari tät vgl. Art. 389 ZGB in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB, siehe zum Ganzen H EGNAUER , a.a.O., Rz. 27.10 ff.; Urteil des Bun- desgerichts 5A_188/2013 vom 17. Mai 2013 E. 3). 3.2 Die Beschwerdeführerin ging in der Vergangenheit teilweise gar nicht mehr zu Schule, drohte mit Suizid, verletzte sich selbst, ging auf Kurve, wurde als Drogenkurierin missbraucht und konsumierte Drogen sowie übermässig Alkohol bis zur Alkoholvergiftung. Sie traf sich mit älteren Männern, wobei es wohl beinahe zu einem sexuel len Übergriff gekommen ist. Das Kin- deswohl und die Entwicklung der Beschwerdeführerin erscheinen durch ihr Verhalten und diese Vorfälle hochgradig gefährdet. Die Kindsmutter war b is anhin nicht imstande, der Selbstgefähr- dung der Beschwerdeführerin wirksam entgegen zu treten. Damit liegt im Falle der Beschwer- deführerin eine Gefährdung ihres Kindeswohl und Entwi cklung vor, welcher nur mit der Aufhe- bung des Aufenthaltsbestimmungsrecht der Kindsmutter übe r A.____ gemäss Art. 310 Abs. 1 ZGB und einer entsprechenden Platzierung durch die K ESB C.____ begegnet werden kann. Die Beschwerdeführerin stellt dies nicht in Abrede. Si e ficht denn auch in erster Linie nicht die Platzierung in einem Heim an, sondern die Platzierung in einer geschlossenen Abteilung eines Heims. Eine solche sei in ihrem Falle unverhältnismässig . Näher zu prüfen ist demnach, ob die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Platzierung der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 3 10 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 314b ZGB in der geschlossenen Wohngruppe des B.___ _ unter den gegebenen Umstän- den verhältnismässig war bzw. ist. 4.1 Die KESB C.____ begründet ihren Entscheid zugunste n der Unterbringung in der ge- schlossene Wohngruppe des B.____ mit den gescheiterten fr üheren Platzierungen im offenen Rahmen. Diese hätten gezeigt, dass A.____ für eine so lche Platzierung nicht bereit sei. Das Kindeswohl und ihre Entwicklung seien hochgradig gefähr det. A.____ bewege sich in Kreisen von Drogendealern und konsumiere selbst Drogen sowie üb ermässig Alkohol. Die Jugendliche sei uneinsichtig, nicht absprachefähig und könne Verspre chen nicht halten. Sie gefährde dane- ben auch ihre schulische und berufliche Entwicklung. Da d ie kurzfristige Platzierung in einer geschlossenen Abteilung nicht zum erhofften Ziel gefü hrt habe, sei eine längerfristige Platzie- rung in einer geschlossenen Abteilung zu ihrem Schutz ange zeigt. Ziel dieser Platzierung sei die persönliche Stabilisierung sowie die Erarbeitung e iner geeigneten Anschlusslösung. Es sei eine vertiefte Abklärung ihres nicht altersadäquaten u nd selbstgefährdenden Verhaltens ange- zeigt. Auch wenn A.____ erklärt habe, sie halte sich ab jetzt an die Regeln und würde nicht mehr weglaufen, sei davon auszugehen, dass ihr die notwe ndige Einsicht zur Verhaltensände- rung fehle. A.____ könne unter den gegebenen Umständen nicht nachhause zurückkehren. 4.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie sei durch ih ren gewalttätigen Vater schwer traumatisiert und erst seit einem halben Jahr auffälli g. Sie sei im B.____ todunglücklich, da sie es nicht ertrage, eingesperrt zu sein, und sie fühle sich einsam und von den anderen Bewohne- rinnen ausgegrenzt. Für sie gehöre der Entzug ihrer Fre iheit ebenfalls zur Gewalt und sie rea- giere überaus empfindlich darauf. Es sei für sie sehr belastend, dass sie ihre Mutter nicht mehr sehen und (wegen technischer Probleme seitens ihrer Mu tter) auch nicht mit ihr telefonieren könne. Ihr sei wichtig, dass sie an den Wochenenden ihre Familie sehen könne. Die Beschwer- deführerin habe ihrer Kindesvertreterin gegenüber gl aubhaft versichert, dass sie keine Sui- zidgedanken (mehr) habe. Die Schilderungen betreffen d die dubiosen, männlichen Kontakte hätte sie gegenüber ihrer Mutter stark übertrieben un d sie wolle diese nicht mehr. Weil das B.____ auch als Strafvollzuginstitution für jugendliche Frauen fungiere, gerate sie in Kontakt mit einem ihre gedeihliche Entwicklung gefährdenden Milieu , welches ihr bisher unbekannt gewe- sen sei. Die Beschwerdeführerin räumt ein, dass sie sich unklug und unvernünftig verhalten habe, als sie nicht in das J.____ zurückgekehrt sei. Sie wünsche einen neuen Versuch dort und sei nun bereit, sich an die Regeln zu halten. Gemäss te lefonischer Auskunft des Heims sei auf den 1. Juli 2017 ein Platz frei. Das J.____ sei grundsä tzlich bereit, die Beschwerdeführerin wie- der aufzunehmen. Die Unterbringung in der geschlossene n Abteilung des B.____ sei im Falle der Beschwerdeführerin nicht die mildeste Massnahme und e s erscheine überaus streng, sie wegen ihres Scheiterns nun definitiv im B.____ einzusper ren. In ihrem jugendlichen Alter sei es ihr zuzubilligen, dass sie Fehler machen und auch aus ihnen lernen könne. Wenn sie ihre zwei- te Chance nicht wahrnehme, könne man sie immer noch ins B.____ zurückschicken. Insgesamt erachte sie deshalb die angeordnete Platzierung als unver hältnismässig, weshalb sie aufzuhe- ben sei. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 In der Vernehmlassung vom 2. Mai 2017 weist die KE BS C.____ darauf hin, dass die Massnahmen im offenen Rahmen sogar zu einer Zunahme de r Gefährdung der Beschwerde- führerin geführt hätten. Während dieser Zeit sei die Beschwerdeführerin als Drogenkurierin missbraucht und wegen einer Alkoholvergiftung im Spital eingeliefert worden, zudem habe sie mit fremden älteren Männern verkehrt. Auch schon frühe r habe die Beschwerdeführerin um erneute Chancen im offenen Rahmen gebeten. Im J.____ gebe es im Moment keine freien Plätze. Die vorläufige Umplatzierung in die geschlossen e Abteilung des B.____ sei geeignet und verhältnismässig, da sämtliche milderen Massnahmen ber eits versucht worden seien und damit der Gefährdung der Beschwerdeführerin nicht gen ügend habe entgegengewirkt werden können. 5.1 Die geschlossene Einrichtung muss gemäss Art. 314b Abs . 1 in Verbindung mit Art. 426 Abs. 1 ZGB für den Vollzug der Kindesschutzmassn ahme geeignet sein, wobei der Begriff der Einrichtung weit auszulegen ist (Botschaft E rwachsenenschutz, a.a.O., S. 7062). Eine Einrichtung ist grundsätzlich dann geeignet, wenn es ihres fachlichen und organisatori- schen Angebots bedarf, damit dem betroffenen Kind, das sich meist in einer speziellen kindes- schutzrechtlichen Gefährdungslage befindet, die nötige Be treuung, Unterstützung, Förderung und allenfalls auch Behandlung zuteilwerden und damit seine gedeihliche Entwicklung in ge- ordnete Bahnen gelenkt werden kann (K URT AFFOLTER -FRINGELI /URS VOGEL , in: Hausheer/ Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum schweizerischen Privat recht, Bern 2016, N 98 zu Art. 310/314b ZGB; BGer 5A_188/2013 vom 17. Mai 201 3 E. 5.1). Die einweisende Stelle hat im Einzelnen zu prüfen, ob das Betreuungs- und Therapie angebot der Einrichtung mit den spe- zifischen Bedürfnissen der betroffenen Person und dem Z iel der fürsorgerischen Unterbringung übereinstimmt (THOMAS GEISER /MARIO ETZENSBERGER , in: Basler Kommentar, a.a.O., N 37 zu Art. 426 ZGB; BGE 112 II 486 zu aArt. 397a Abs. 1 ZGB). 5.2 Das Jugendheim B.____ ist eine Institution, welche normalbegabte junge Frauen, die eine stationäre Massnahme benötigen, aufnimmt. Es arbe itet mit den Jugendlichen an ihren Verhaltensauffälligkeiten, wie beispielsweise Ausreissen , Drogenkonsum und Selbst- sowie Fremdgefährdung. Ziel ist es, die jungen Frauen sozial zu (re-)integrieren. Die vielfältigen Wohnangebotsformen von geschlossenen, halbgeschlossenen so wie offenen Wohngruppen und begleitetes Wohnen erlauben es, je nach Entwicklung der Jugendlichen eine angepasste Wohnform anzubieten, ohne die Institution wechseln zu müssen. Die geschlossene Wohngrup- pe verfügt dabei über Ateliers und ein begrenztes Sch ulangebot. Während mindestens einer Stunde pro Tag müssen sich die Jugendlichen an der frischen Luft aufhalten. In der auf Ehrlich- keit und erzieherischer Konsequenz basierenden Erziehungsar beit der Sozialpädagogen soll den Jugendlichen mit dem Ziel der Stärkung der Eigenve rantwortung Grenzen aufgezeigt und diese klar durchgesetzt werden, ohne die Jugendlichen b ei Grenzüberschreitungen fallen zu lassen. Überdies verfügt das Heim über ein psychotherape utisches Angebot (vgl. Pädagogi- sches Konzept - Kurzfassung, Ausgabe 08.2015, abrufbar unter: www.xy.ch). 5.3 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine normalbegabte 15-Jährige, bei der es in den ihr bisher eingeräumten Freiräumen zu ma ssiven Schwierigkeiten und Verhal- tensauffälligkeiten gekommen ist. So riss sie mehrfach aus, konsumierte Drogen sowie über- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht mässig Alkohol und legte wiederholt ein selbstverletzende s Verhalten an den Tag. Die Be- schwerdeführerin fiel also durch Verhaltensauffälligkeiten auf, für deren Behandlung das B.____ spezialisiert ist. Damit ist das fachliche und organisatori sche Angebot der geschlossenen Abtei- lung grundsätzlich geeignet, der bestehenden Gefährdungslage der Beschwerdeführerin entge- genzuwirken und ihre gedeihliche Entwicklung in geordnete Bahnen zu lenken. Die Befürchtung der Beschwerdeführerin, wonach sie im Heim einem ihre gedeihliche Entwicklung gefährdenden Milieu ausgesetzt werde, ist unbegründet. Beim B.____ h andelt es sich um eine professionelle, auf die Situation der Beschwerdeführerin zugeschnitten e Einrichtung mit entsprechender Be- treuung. Dass in einer derartigen Institution auch ande re Jugendliche mit ähnlichen Problemen untergebracht sind, liegt in der Natur der Sache und lässt die Eignung der Einrichtung nicht ent- fallen. 6.1 Schliesslich muss die Platzierung in der geschlossenen Abteilung des B.____ zum Schutz der Beschwerdeführerin geeignet, erforderlich un d verhältnismässig im engeren Sinn sein. 6.2 Ziel der Massnahme ist der wirksame Schutz des Kindesw ohls der Beschwerdeführe- rin. Ungeeignet ist eine Massnahme dann, wenn sie am Zi el vorbeischiesst, d.h. keinerlei Wir- kungen im Hinblick auf den angestrebten Zweck entfaltet oder die Erreichung dieses Zweckes sogar erschwert oder verhindert. Die Rechtsprechung ist be i der Beurteilung der Eignung grosszügig und sondert nur diejenigen Massnahmen aus, die sich als völlig ungeeignet zur Zie- lerreichung erweisen (vgl. U LRICH HÄFELIN /GEORG MÜLLER /FELIX UHLMANN , Allgemeines Ver- waltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 522 ff.; BGE 132 I 7 E. 4). In der Vergangenheit hat die Beschwerdeführerin die ihr zugestandenen Freiräume re gelmässig dazu ausgenutzt, um sich selbst massiv zu gefährden. Eine Platzierung im geschlossenen Rahmen beschränkt diese Frei- räume und minimiert dadurch das Risiko einer Selbstgefäh rdung. Damit erweist sich eine Plat- zierung im geschlossenen Rahmen als geeignet, um der Ge fährdung des Kindeswohls zu be- gegnen. 6.3 Die Massnahme ist erforderlich, wenn keine gleich ge eignete, aber mildere Massnah- me für den angestrebten Erfolg ausreichen würde. Eine offene Platzierung der Beschwerdefüh- rerin wäre zwar weniger einschränkend und damit milder . Da sämtliche vorangegangenen Plat- zierungen im offenen und halboffenen Rahmen - darunt er auch die von ihr beantragte offene Unterbringung im Schulheim J.____ - jeweils nach kurzer Zeit gescheitert sind, wäre eine sol- che aber für die Zielerreichung offenkundig nicht gle ich gut geeignet. Die Zusicherung der Be- schwerdeführerin, sich inskünftig an die Regeln halten zu wollen, vermag in Anbetracht ihrer Vorgeschichte und dem Umstand, dass sie derartige Verspre chen in den letzten Monaten wie- derholt nicht eingehalten hat, an diesem Ergebnis nicht s zu ändern. Wenn sie vorbringt, es sei ihr eine zweite Chance zu gewähren, übersieht sie, dass si e zahlreiche frühere Chancen nicht zu nutzen gewusst hat. Da keine gleich geeigneten mild eren Massnahmen zur Platzierung im geschlossenen Rahmen ersichtlich sind, ist diese auch erforderlich. 6.4.1 Eine Massnahme ist nur gerechtfertigt, wenn sie ein vernünftiges Verhältnis zwischen dem angestrebten Ziel und dem Eingriff, den sie für d en betroffenen Privaten bewirkt, wahrt Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Verhältnismässigkeit im engeren Sinn). Nur in diesem Fa ll ist sie dem Privaten zumutbar (HÄFELIN /MÜLLER /FELIX UHLMANN , a.a.O., Rz. 555 ff.). 6.4.2 Die Beschwerdeführerin erachtet ihre Unterbring ung im geschlossenen Rahmen für unverhältnismässig. Sie erlebt das Eingesperrtsein als sch were psychische Belastung und hält dafür, die geschlossene Abteilung sei ihr insbesondere deshalb nicht zumutbar, weil sie ihr Mo- biltelefon nicht bei sich haben und am Wochenende nicht nachhause zu ihrer Familie könne. Es sei für sie sehr belastend, dass sie ihre Mutter und ihre Familie nicht sehen könne. Des Weite- ren fühle sie sich einsam und von den anderen Bewohnerinnen ausgegrenzt. 6.4.3 Ein behördlicher Freiheitsentzug ist für Betrof fene regelmässig eine einschneidende Erfahrung und es erscheint ohne Weiteres verständlich, dass die Beschwerdeführerin auf die geschlossene Platzierung empfindlich und ablehnend rea giert. Die damit einhergehende Ein- schränkung ihrer Bewegungsfreiheit und die engmaschige Kontrolle ihres Verhaltens beein- trächtigen ihre privaten Interessen an einer selbstbestim mten Lebensführung in der Tat beson- ders intensiv. Gleichzeitig ist aber vor Augen zu halten, dass ihr körperliches und seelisches Wohl sowie ihre persönliche Entwicklung in verschiedener Hinsicht akut und erheblich gefährdet sind, wobei sich diese Gefährdung in den Tagen vor der geschlossenen Unterbringung noch akzentuiert hat. 6.4.4 Hervorzuheben ist dabei insbesondere ihr Substanzkon sum. In der Wissenschaft be- steht ein Konsens, dass gerade im jugendlichen Alter der Konsum von Alkohol und anderen Substanzen, wie etwa Cannabis und Designerdrogen, schwer wiegende Folgen für die Gesund- heit haben kann. So sind die körperlich schädigenden Ausw irkungen durch übermässigen Alko- holkonsum bei Kindern und Jugendlichen drastisch: Die L eber von Jugendlichen kann Alkohol nur bedingt abbauen, so dass bereits geringe Mengen schwe re Vergiftungen verursachen kön- nen, wie dies im Falle der Beschwerdeführerin bereits g eschehen ist. Die Gehirnreifung ist bei Jugendlichen durch übermässigen Alkoholkonsum stark gefährd et (vgl. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, Factsheet Alkohol und Jugend [Stand: Juni 2016], abrufbar unter: www.dhs.de). Die bei der Beschwerdeführerin zu Tage ge tretene Affinität zum Drogenmilieu birgt neben gesundheitlichen noch weitere Gefahren, so sei nur an den von ihr beschriebenen Transport von Drogen zugunsten eines Dritten - eine grun dsätzlich strafbare Handlung - erin- nert. Nur in der geschlossenen Abteilung ist es möglich, die Beschwerdeführerin vor diesen Selbstgefährdungen wirksam zu schützen, zumal die notwen digen Grundlagen für den Eigen- schutz, die Einsicht und Selbstdisziplin, im Rahmen der pä dagogischen Betreuung erst noch erarbeitet werden müssen. 6.4.5 Teil der aus pädagogischen Gründen notwendigen Einschränkungen ist auch der limi- tierte Kontakt zur Aussenwelt. In der geschlossenen Abte ilung ist es der Beschwerdeführerin möglich, zwei Mal in der Woche für 15 Minuten zu telefo nieren und sonntags von 14:00 bis 16:00 Uhr von der Familie besucht zu werden. Gemäss dem Bericht der Beiständin vom 2. Mai 2017 organisiert das Heim den Kontakt zwischen der Beschwer deführerin und ihrer Familie, insofern ist der regelmässige Austausch mit der Mutter und der restlichen Familie sichergestellt. Die Beschwerdeführerin fühlt sich nach eigenen Angaben im Heim ausgegrenzt und einsam. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Derartige Gefühle sind am Anfang einer Heimunterbrin gung an einem unbekannten neuen Ort durchaus normal. Die Beschwerdeführerin dürfte in den kommenden Wochen neue Kontakte knüpfen und sich besser einleben. Den Anfang hat sie gem äss dem Bericht der Beiständin be- reits gemacht. So verhalte sie sich sehr freundlich und halte sich an die Regeln. Sie habe inzwi- schen auch den Antrag gestellt, die Schule im B.____ be suchen zu dürfen und wolle eine Be- rufsausbildung im Gesundheitsbereich absolvieren. Ein von der Beschwerdeführerin gemeldeter Vorfall mit einem Mädchen, welches sie im Treppenhaus ge stossen habe, sei vom Pädagogen- Team aufgenommen, besprochen und entsprechend sanktioniert worden. 6.4.6 Die Beiständin hat den Eindruck, dass sich die Beschw erdeführerin insofern auf die Platzierung eingelassen habe, als sie versuche sich so zu verhalten, dass sie die geschlossene Abteilung baldmöglichst verlassen könne. Damit ist ein er ster Schritt getan. Die vielfältigen Wohnangebotsformen erlauben es, die Beschwerdeführeri n in einer offenen bzw. halboffenen Wohnform unterzubringen, sofern es ihr Verhalten erlau bt. Die Beschwerdeführerin hat es sel- ber in der Hand, die geschlossene Unterbringung möglichst kurz zu halten. Von einem "definiti- ven" Einsperren kann somit nicht die Rede sein. In Anb etracht der gravierenden Kindswohlge- fährdung und der Notwendigkeit einer persönlichen Sta bilisierung sowie einer nachhaltigen Verhaltensänderung erweist sich die Platzierung der Besch werdeführerin im geschlossenen Rahmen trotz der für diese damit einher gehenden einsch neidenden Restriktionen als zumut- bar. 6.5 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Pla tzierung der Beschwerde- führerin im geschlossenen Rahmen geeignet, erforderlich sowie für sie zumutbar ist, um diese vor der akut bestehenden Gefährdungslage zu schützen. Die Unterbringung erweist sich nach dem Gesagten als - sowohl bezogen auf den Zeitpunkt de r Einweisung als auch im aktuellen Zeitpunkt - sachgerecht, verhältnismässig und angemessen. 7.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlieg enden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Da die Kindesvertreter in von der KESB C.____ eingesetzt wurde, sind die Kosten der Kindesvertretung nicht Teil der kantonsgerichtlichen Verfahrenskos- ten. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'600.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 7.2 Im Weiteren ist über das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung zu befinden. Gemäss § 22 Abs. 1 VPO wird eine Partei auf ihr Begehren von der Bezahlung der Verfahrenskosten und der Kosten von Beweismassnahmen befre it, wenn ihr die nötigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offensichtlich aussichtslo s erscheint. Die Bedürftigkeit der Be- schwerdeführerin resp. deren Mutter ist für das vorliege nde Beschwerdeverfahren hinreichend dargetan. Die weiteren Voraussetzungen von § 22 VPO sin d erfüllt, weshalb das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen ist. Die Verfahrenskosten gehen dementsprechend zulasten der Gerichtskasse. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3 Die Beschwerdeführerin beantragt die Zusprechung einer Parteientschädigung. Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines An- walts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschä digung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die ausserordentlichen Kosten sind ausgangsgemäss wettzuschlagen. 7.4 Da die Vertreterin der Beschwerdeführerin von der KESB C.____ mit Entscheid vom 22. September 2016 als Kindesvertreterin gemäss Art. 31 4a bis ZGB eingesetzt wurde, wird sie eine Mandatsentschädigung, welche auch die Bemühungen im Rahmen des vorliegenden Be- schwerdeverfahrens mitumfasst, bei der KESB C.____ geltend machen können. Der Antrag auf unentgeltliche Verbeiständung ist dementsprechend gegenstandslos. 7.5 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass sie zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung de r unentgeltlichen Prozessführung der Ge- richtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Feb- ruar 2001). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführerin wird die unentgeltliche Pr ozessführung bewilligt. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘600.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g gehen die Ver- fahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V.