<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2002.00094</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107107&amp;W10_KEY=4467144&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2002.00094</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.03.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzung 1999</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Fristwiederherstellung, § 15 Abs. 1 VO StG<br/><br/>Erwächst den Pflichtigen ein Nachteil daraus, dass die Ermessenseinschätzung an die Pflichtigen selbst, statt an deren bekannten Vertreter zugestellt wird, kann die versäumte Einsprachefrist wiederhergestellt werden, wenn nachgewiesen wird, dass es den Pflichtigen nicht möglich war, auf den zugestellten Entscheid zu reagieren.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABKLÃRUNGEN">ABKLÃRUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSPRACHEFRIST">EINSPRACHEFRIST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTVERSÃUMNIS">FRISTVERSÃUMNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Ãbriges ST: FRISTWIEDERHERSTELLUNG">FRISTWIEDERHERSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TÃTIGWERDEN">TÃTIGWERDEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRETER">VERTRETER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUMUTBARKEIT">ZUMUTBARKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTELLUNG">ZUSTELLUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 lit. II BV</span><br/><span class="gerade">§ 127 lit. II StG</span><br/><span class="ungerade">§ 10 VO StG</span><br/><span class="gerade">§ 15 lit. I VO StG</span><br/><span class="ungerade">§ 15 lit. II VO StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2003 Nr. 93 S. 208</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span>hat sich ergeben:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1">I. Die C AG ersuchte am 29. MÃ¤rz 2000 das Steueramt der Stadt ZÃ¼rich, den Eheleuten A und B die Frist zur Einreichung der SteuererklÃ¤rung fÃ¼r die Steuerperiode 1999 bis 31. Dezember 2000 zu erstrecken. Das Steueramt bewilligte die Erstreckung am 5. Mai 2000 jedoch nur bis 30. November 2000. Mit Gesuch von diesem Tag verlangte die C AG erneut um FristverlÃ¤ngerung bis 31. Dezember 2000, was aber vom Steueramt am 18. Dezember 2000 abgelehnt wurde. Da die SteuererklÃ¤rung in der Folge nicht abgegeben wurde, wurden die Eheleute AB zu deren Einreichung gemahnt, zunÃ¤chst vom Steueramt der Stadt ZÃ¼rich am 30. MÃ¤rz 2001 und â nachdem diese Mahnung den Eheleuten nicht zugestellt werden konnte â am 22. Mai 2001 durch das kantonale Steueramt. Nach unbenutztem Ablauf dieser Mahnfrist wurden A und B am 11. Juni 2001 vom kantonalen Steueramt in Anwendung von § 139 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) fÃ¼r die Steuerperiode 1999 nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 145'000.- und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. 1'200'000.- eingeschÃ¤tzt. Der EinschÃ¤tzungsentscheid wurde den Eheleuten am 12. Juni 2001 zugestellt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Am 23. Januar 2002 teilte die C AG dem kantonalen Steueramt mit, sie habe "heute" vom EinschÃ¤tzungsentscheid Kenntnis erhalten und ersuchte um dessen Zustellung. Sie erhob am 11. Februar 2002 namens der Pflichtigen Einsprache und stellte ein Begehren um Fristwiederherstellung. Das Steueramt am 27. MÃ¤rz 2002 wies indessen das Fristwiederherstellungsgesuch ab und trat wegen VerspÃ¤tung auf die Einsprache nicht ein.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Die Steuerrekurskommission II hiess den hiergegen gerichteten Rekurs der Pflichtigen mit Entscheid vom 30. August 2002 gut und wies die Sache zur materiellen Beurteilung der Einsprache an das kantonale Steueramt zurÃ¼ck.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kommission gelangte zum Schluss, die Einsprache sei zwar verspÃ¤tet erfolgt. Angesichts dessen, dass das VertretungsverhÃ¤ltnis zwischen den Pflichtigen und der C AG fÃ¼r die SteuerbehÃ¶rden deutlich erkennbar gewesen sei, habe das kantonale Steueramt den EinschÃ¤tzungsentscheid zu Unrecht den Pflichtigen und nicht deren Vertreterin zugestellt. Die Zustellung sei zwar wirksam, doch bleibe die Wiederherstellung der versÃ¤umten Frist gemÃ¤ss § 15 der Verordnung zum Steuergesetz vom 1. April 1998 (VO StG) vorbehalten. Aufgrund der UmstÃ¤nde hÃ¤tte es an den Pflichtigen gelegen, abzuklÃ¤ren, ob die Vertreterin im Besitz des EinschÃ¤tzungsentscheids gelangt sei. Indessen ergebe sich aufgrund einer Gesamtbetrachtung, dass der pflichtige Ehemann "lebensfÃ¼hrungsuntÃ¼chtig" sei und ihm deshalb nicht zum Vorwurf gemacht werden kÃ¶nne, dass er seine Vertreterin nicht rechtzeitig binnen Einsprachefrist Ã¼ber den fraglichen EinschÃ¤tzungsentscheid in Kenntnis gesetzt habe.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Das kantonale Steueramt beantragte dem Verwaltungsgericht mit Beschwerde vom 28. Oktober 2002 die Wiederherstellung des Einspracheentscheids.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Rekurskommission II verzichtete auf Vernehmlassung, wÃ¤hrend die Pflichtigen auf Abweisung der Beschwerde schlossen und eine ParteientschÃ¤digung verlangten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. Gegen den EinschÃ¤tzungsentscheid kÃ¶nnen laut § 140 Abs. 1 StG der Steuerpflichtige und die Gemeinde innert 30 Tagen nach Zustellung beim kantonalen Steueramt Einsprache erheben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Hat der Steuerpflichtige einen Vertreter bestellt, sind VerfÃ¼gungen und Entscheide gemÃ¤ss § 127 Abs. 2, 1. Halbsatz StG in der Regel dem Vertreter zuzustellen. Die SteuerbehÃ¶rde ist zur Zustellung an den Vertreter verpflichtet, sofern und solange das VertretungsverhÃ¤ltnis der BehÃ¶rde bekannt ist (BGE 113 Ib 296 E. 2b = ASA 59 [1990/91], S. 200 = StE 1989 B 93.6 Nr. 7; BGr, 30. August 1988, ASA 59 [1990/91], S. 415 E. 3b = StE 1989 B 93.6 Nr. 9; BGr, 20. MÃ¤rz 1992, ASA 62 [1993/94], S. 627 E. 5; BGr, 21. Mai 1997, ASA 67 [1998/99], S. 391 E. 2a = StE 1998 B 92.7 Nr. 4). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das VertretungsverhÃ¤ltnis zeitigt seine Wirkungen im Steuerverfahren ab der fÃ¼r die SteuerbehÃ¶rden ersichtlichen Vollmachtserteilung bis hin zum Zeitpunkt, in dem das ErlÃ¶schen dieses VerhÃ¤ltnisses den SteuerbehÃ¶rden erkennbar wird (RB ORK 1935 Nr. 65; RB 1969 Nr. 52; RB 1985 Nr. 52). Dabei braucht das VertretungsverhÃ¤ltnis nicht in einer ausdrÃ¼cklichen Vollmacht zu Tage zu treten; erforderlich ist einzig, dass das VertretungsverhÃ¤ltnis deutlich zum Ausdruck kommt (BGE 99 V 182; RB 1975 Nr. 59; RB 1983 Nr. 53 = ZBl 85/1984, S. 183 = ZR 83 Nr. 41 = StE 1984 B 93.6 Nr. 2). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die C AG hat zweimal â am 29. MÃ¤rz 2000 und am 30. November 2000 â das Steueramt der Stadt ZÃ¼rich ersucht, den pflichtigen Eheleuten die Frist zur Einreichung der SteuererklÃ¤rung fÃ¼r die Steuerperiode 1999 zu erstrecken. Das Steueramt seinerseits hat diese Gesuche am 5. Mai 2000 bzw. am 18. Dezember 2000 beantwortet. Unter diesen UmstÃ¤nden war zum einen klar, dass die C AG als Vertreterin der Pflichtigen auftrat, und wurde zum andern deutlich, dass das Steueramt der Stadt ZÃ¼rich dieses VertretungsverhÃ¤ltnis auch als solches erkannte und akzeptierte. Denn andernfalls wÃ¤re das Steueramt verpflichtet gewesen, von der C AG eine Vollmacht der Pflichtigen einzufordern (§ 2 VO StG) oder auf die Erstreckungsbegehren mangels BevollmÃ¤chtigung nicht einzutreten. Aus diesem Grund treffen die AusfÃ¼hrungen des BeschwerdefÃ¼hrers nicht zu, es habe keine Willenskundgabe seitens der Pflichtigen selber vorgelegen. Inwiefern der Umstand, dass in der Folge binnen der erstreckten Frist keine SteuererklÃ¤rung eingereicht wurde, als Indiz fÃ¼r die Beendigung des VertretungsverhÃ¤ltnisses zu wÃ¼rdigen sein soll, ist nicht ersichtlich. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Demzufolge hÃ¤tten sowohl das Steueramt der Stadt ZÃ¼rich als auch das kantonale Steueramt die Mahnungen zur Einreichung der SteuererklÃ¤rung vom 30. MÃ¤rz 2001 bzw. 22. Mai 2001 nicht an die Pflichtigen, sondern an ihre Vertreterin, die C AG richten mÃ¼ssen. Ebenso wÃ¤re das kantonale Steueramt gehalten gewesen, die ErmessenseinschÃ¤tzung vom 11. Juni 2001 dieser Gesellschaft zuzustellen. Denn die ErfÃ¼llung der SteuererklÃ¤rungspflicht ist die grundlegendste Verfahrenspflicht der Steuerpflichtigen. Wer zur Erstreckung der Frist fÃ¼r deren ErfÃ¼llung als bevollmÃ¤chtigt erscheint, muss ohne gegenteilige Anhaltspunkte auch als zur Vertretung im EinschÃ¤tzungs- und Einspracheverfahren befugt gelten. </p> <p class="Einzug1">Dass sich bei den dem kantonalen Steueramt Ã¼berwiesenen Akten weder die Fristerstreckungsgesuche der C AG noch die Antwortschreiben des Steueramts der Stadt ZÃ¼rich befanden, Ã¤ndert an der prozessualen Lage nichts. Das kantonale Steueramt muss sich den vom Steueramt der Stadt ZÃ¼rich begangenen Verstoss gegen die aus Art. 29 Abs. 2 der Schweizerischen Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) und § 124 StG sowie § 4 VO StG abgeleitete AktenfÃ¼hrungspflicht entgegenhalten lassen (vgl. BGE 124 V 372 E. 3b; Martin Zweifel in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, 2. A., Basel/Genf/ MÃ¼nchen 2002, Art. 41 StHG N. 3g). Die Steuerpflichtigen mÃ¼ssen sich nÃ¤mlich darauf verlassen kÃ¶nnen, dass die EinschÃ¤tzungsakten vollstÃ¤ndig gefÃ¼hrt werden. Hierzu gehÃ¶ren auch die von der BehÃ¶rde erstellten oder ihr zugegangenen AktenstÃ¼cke im Zusammenhang mit der ErfÃ¼llung der SteuererklÃ¤rungspflicht (vgl. die im Gesetz den einschlÃ¤gigen Bestimmungen von §§ 132 ff. StG vorangestellte Ãberschrift "D. EinschÃ¤tzung im ordentlichen Verfahren").</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Werden VerfÃ¼gungen und Entscheide an den Steuerpflichtigen statt an dessen Vertreter zugestellt, so ist zwar die Zustellung nach § 127 Abs. 2 StG und § 10 Satz 1, 2. Halbsatz VO StG gÃ¼ltig. Kann aber deswegen â wie im vorliegenden Fall â eine Frist nicht eingehalten werden, bleibt gemÃ¤ss § 10 Satz 2 VO StG deren Wiederherstellung nach § 15 VO StG vorbehalten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Mit dieser Regelung soll dem aus dem GehÃ¶rsanspruch von Art. 29 Abs. 2 BV fliessenden Grundsatz Rechnung getragen werden, wonach dem Steuerpflichtigen aus der fehlerhaften ErÃ¶ffnung einer VerfÃ¼gung oder eines Entscheids kein Nachteil erwachsen darf (BGr, 30. August 1988, ASA 59 [1990/91], S. 415 E. 3c = StE 1989 B 93.6 Nr. 9; BGr, 21. Mai 1997, ASA 67 [1998/99], S. 391 E. 2a; vgl. Art. 38 des Bundesgesetzes Ã¼ber das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span class="Halbfett">Die Folgen der unzulÃ¤ssigen direkten Zustellung an den Steuerpflichtigen</span> beurteilen sich somit aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde des Einzelfalls danach, ob und bejahendenfalls inwieweit der Steuerpflichtige einen Nachteil <span class="Halbfett">erlitten hat (Zweifel, Art. 41 StHG N. 30, auch zum Folgenden). Dabei ist allerdings der Grundsatz von Treu und Glauben zu beachten, an welchem die Berufung auf FormmÃ¤ngel in jedem Fall ihre Grenze findet (BGE 106 V 97 E. 2a; BGE 122 V 198 E. 2). Es gilt, dass die Adressaten einer mangelhaften VerfÃ¼gung oder Entscheids im Rahmen des ihnen Zumutbaren von sich aus die sich aufdrÃ¤ngenden Schritte zur Behebung des Mangels zu unternehmen haben (BGE 102 Ib 91 E. 3). </span></p> <p class="Einzug1"><span class="Halbfett"> </span></p> <p class="Einzug1"><span class="Halbfett">Infolgedessen darf sich der vertretene Steuerpflichtige in der Regel darauf verlassen, dass sein Vertreter die zur Wahrung seiner</span> Interessen erforderlichen Vorkehrungen trifft. Deshalb wird er mÃ¶glicherweise nicht selber tÃ¤tig, wenn er von der BehÃ¶rde direkt eine VerfÃ¼gung zugestellt erhÃ¤lt, und erleidet er insoweit einen Nachteil. <span class="Halbfett">Unter dem Gesichtswinkel des Grundsatzes von Treu und Glauben</span> jedoch ist dem Steuerpflichtigen im Allgemeinen zuzumuten, mit seinem Vertreter oder der BehÃ¶rde Verbindung aufzunehmen, um sich Klarheit darÃ¼ber zu verschaffen, ob die BehÃ¶rde ihm die VerfÃ¼gung lediglich orientierungshalber direkt zugestellt oder ob sie das bestehende VertretungsverhÃ¤ltnis missachtet hat. Nimmt er diese AbklÃ¤rung binnen der ihm aufgrund der UmstÃ¤nde des Einzelfalls zumutbaren Zeitspanne seit Kenntnisnahme von der VerfÃ¼gung vor, so ist ihm die versÃ¤umte Frist ohne Weiteres wieder herzustellen, d.h. ohne dass WiederherstellungsgrÃ¼nde im Sinn von § 15 Abs. 1 VO StG vorliegen mÃ¼ssen (vgl. BGr, 30. August 1988, ASA 59 [1990/91], S. 415 E. 3c = StE 1989 B 93.6 Nr. 9). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Nach dem Gesagten kommt es nicht darauf an, ob der pflichtige Ehemann durch Krankheit im Sinn von § 15 Abs. 1 VO StG an der Einhaltung der unstreitig versÃ¤umten Einsprachefrist gehindert worden ist, weshalb die diesbezÃ¼glichen AusfÃ¼hrungen des BeschwerdefÃ¼hrers unbehelflich sind. Entscheidend ist bloss, ob der Pflichtige innerhalb der ihm zumutbaren Frist AbklÃ¤rungen getroffen hat, um sich Klarheit darÃ¼ber zu verschaffen, ob das kantonale Steueramt ihm die VerfÃ¼gung lediglich orientierungshalber direkt zugestellt oder ob sie das bestehende VertretungsverhÃ¤ltnis missachtet hat. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In diesem Licht betrachtet sind wesentlich geringere Anforderungen an die Zumutbarkeit eines TÃ¤tigwerdens des Steuerpflichtigen zu stellen als an den rechtzeitigen Nachweis der schuldlosen FristversÃ¤umnis im Sinn von § 15 Abs. 1 und 2 VO StG, stellt doch die mangelhafte Zustellung eines Entscheids eine GehÃ¶rsverletzung der BehÃ¶rde gegenÃ¼ber dem Steuerpflichtigen dar und ist dieser lediglich im Rahmen von Treu und Glauben zu einer Beseitigung der Folgen dieses Mangels gehalten. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">So gesehen kann dem pflichtigen Ehemann, den die Rekurskommission in nachvollziehbarer, hier nicht zu wiederholender Weise (vgl. § 161 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976) unter Darlegung und in AbwÃ¤gung der besonderen aktenkundigen UmstÃ¤nde als "lebensfÃ¼hrungsuntÃ¼chtig" charakterisiert hat, nicht als Verstoss gegen Treu und Glauben angelastet werden, wenn er die C AG erst sieben Monate nach Zustellung vom fraglichen EinschÃ¤tzungsentscheid in Kenntnis gesetzt hat. Somit ist den Pflichtigen die versÃ¤umte Einsprachefrist wieder herzustellen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>