B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5395/2017 U r t e i l v o m 9. F e b r u a r 2 0 1 8 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter William Waeber, Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren am (...), B._______, geboren am (...), C._______, geboren am (...), Syrien, alle vertreten durch lic. iur. Jürg Walker, Fürsprech und Notar, Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (sicherer Drittstaat); Verfügung des SEM vom 20. September 2017 / N_______. D-5395/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Die Beschwerdeführerin und ihre Kinder suchten am 2. August 2016 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) D._______ um Asyl nach. A.b. Eine Überprüfung über die Fingerabdruck-Datenbank Eurodac ergab, dass die Beschwerdeführerin und ihre Kinder am 10. August 2015 in Dä- nemark Asylgesuche eingereicht hatten. A.c. Am 11. August 2016 fand im EVZ D._______ eine verkürzte Befra- gung zur Person (BzP) der Beschwerdeführerin statt, wobei sie zu ihrer Herkunft, zu Dokumenten, zum Reiseweg und zu ihrem Drittstaataufenthalt befragt wurde. Auf eine Erfassung der Asylgründe wurde v erzichtet (vgl. Vorakten A7/12 S. 2 Bst. h). Dabei brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, am 19. Juli 2015 Syrien zusammen mit ihren drei Kindern in Richtung E._______ ver- lassen zu haben. In F._______ sei sie auf der Botschaft gewesen, da ihr Mann – der zu diesem Zeitpunkt bereits in Dänemark gewesen sei – ihr eine Einladung geschickt habe, worauf sie sich im Rahmen des Familien- nachzugs ebenfalls nach Dänemark begeben hätten. Dort hätten sie ein Asylgesuch eingereicht und eine Aufenthaltsberechtigung erhalten. Infolge ehelicher Probleme habe sich ihr Mann ungefähr im (...) – nicht offiziell, aber religiös – von ihr scheiden lassen. Bereits in Syrien hätten sie sich auf diese Art drei Mal scheiden lassen. Auf Intervention von Dritten seien sie aber jeweils wieder zusammengekommen. In Dänemark habe sie an einer geheimen Adresse gewohnt. Nachdem Familienangehörige ihres Mannes eine Wohnung vis -à-vis von ihr erhalten hätten, habe sie dies den däni- schen Behörden gemeldet. Diese hätten ihr geraten, die Türe nicht mehr zu öffnen. Die Kinder hätten nach Einreichung des Scheidungsbegehrens bei ihr gewohnt, der Vater habe aber alle zwei Wochen ein dreitägiges Be- suchsrecht gehabt. Ihr ältester Sohn habe sich zunächst geweigert, den Vater zu besuchen. Auf ihr Bitten hin sei er dann doch gegangen und später nicht mehr zurückgekehrt beziehungsweise bei seinem Vater geblieben. Eines Tages sei der älteste Sohn in ihrer Abwesenheit in ihre Wohnung zurückgekehrt und habe dabei einen Wohnungsschlüssel mitgenommen. Sie habe diesen Umstand der Polizei gemeldet und dabei ihre Angst ge- äussert, dass es ihrem Mann dadurch möglich sei, eines Tages ungehin- dert ihre Wohnung aufzusuchen. Die Polizei habe ihr geraten, mit den zu- ständigen Personen ihrer Gemeinde zu sprechen, und ihr überdies gesagt, dass ihr (ältester) Sohn selber entscheiden könne, wo er wohnen wolle. Im D-5395/2017 Seite 3 Gespräch mit den Zuständigen der Gemeinde sei ihr geraten worden, eine Nachbarin bei ihr übernachten zu lassen. Die folgenden zwei Wochen habe dann in der Tat ei ne Nachbarin in ihrer Wohnung übernachtet, bis das Schloss der Wohnungstüre ersetzt gewesen sei. Ihr Mann habe sich oft in der Nähe des Balkons ihrer Wohnung aufgehalten und immer wieder ver- sucht, über den Balkon in ihre Wohnung zu gelangen. Sie und die be iden jüngeren Kinder hätten in der Nacht Angst gehabt und alle im gleichen Zim- mer geschlafen. In der Folge habe sie sich erneut bei den Behörden ge- meldet. Es sei eine Gerichtsverhandlung angesetzt worden, in welcher sie von ihrem Mann beschimpft worden sei. Ausserdem habe er nicht gewollt, dass die Kinder bei ihr bleiben würden. Da sie sich in der Verhandlung nicht hätten einigen können, sei das Verfahren an einen Richter zum Entscheid weitergeleitet worden. Im Vorfeld dieser weiteren Verhandlung habe ihr Mann wiederholt gedroht, sie umzubringen und die Kinder zu sich zu neh- men. Aus Angst habe sie die Gerichtsverhandlung vor dem Richter nicht mehr abgewartet und sich mit ihren zwei jüngeren Kindern in die Schweiz begeben, wo sich (Nennung Verwandte) aufhalten würden. Zu einer möglichen Zuständigkeit Dänemarks zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens und der Fällung eines möglichen Nichteintre- tensentscheids durch das SEM wurde der Beschwerdeführerin das rechtli- che Gehör gewährt. Diesbezüglich führte sie an, sie bevorzuge, nach Sy- rien anstatt nach Dänemark zurückzugehen, da sie in Dänemark ohnehin getötet würde. Die Familie ihres Mannes habe bereits (Nennung Person) in Syrien umgebracht und akzeptiere keine Scheidung. Sie sei sicher, dass die Familie auch sie töten wolle. Die Beschwerdeführerin gab ihre Identitätskarte sowie den Asylentscheid der dänischen Behörden zu den Akten. A.d. Am 16. September 2016 ersuchte das SEM gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah- ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei- nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge- stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (ABl. L180/31 vom 29.6.2013; Dublin-III-VO) die dänischen Behörden um Rückübernahme der Beschwerdeführenden. Die dänischen Behörden teilten in ihr er Antwort vom 26. September 2016 mit, dass eine Rückübernahme nicht in Betracht D-5395/2017 Seite 4 falle, weil die Beschwerdeführerin und ihre Kinder am 6. Juni 2016 in Dä- nemark subsidiären Schutz erhalten hätten. Daher würden die Regelungen der Dublin-III-VO keine Anwendung finden. A.e. Am 27. September 2016 teilte das SEM de n Beschwerdeführenden mit, da sie in Dänemark subsidiären Schutz erhalten hätten, sei die Dublin- Verordnung vorliegend nicht anwendbar und ihre Asylgesuche seien in der Schweiz zu behandeln. Gleichzeitig gewährte es der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid in An- wendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) und zur beabsich- tigten Wegweisung ihrer Person und ihrer Kinder nach Dänemark bis zum 7. Oktober 2016. A.f. Am 29. September 2016 ersuchte das SEM die dänischen Behörden um Rückübernahme der Beschwerdeführenden gestützt auf die Bestim- mungen der Richtlinie Nr. 2008/115 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 16. Dezember 2008 sowie des bilateralen Abkommens zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung des Königreichs Dä- nemark über die Rückübernahme von Personen. Am 5. Oktober 2016 ent- sprachen die dänischen Behörden diesem Ersuchen. A.g. Mit an die Vorinstanz gerichtetem Schreiben vom 4. Oktober 20 16 (Eingang SEM: 5. Oktober 2016) teilte der Rechtsvertreter die Übernahme des Mandats mit und ersuchte hinsichtlich der eingeräumten Frist zur Stel- lungnahme zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG sowie zur beabsichtigten Wegweisung der Beschwerdeführenden nach Dänemark gleichzeitig um Akteneinsicht. So- dann ersuchte er zwecks Beschaffung weiterer Beweismittel um Frister- streckung bis zum 31. Oktober 2016. A.h. Mit persönlich verfasster Eingabe vom 5. Oktober 2016 legten die Be- schwerdeführenden ihre Stellungnahme ins Recht. Darin hielten sie im We- sentlichen am bereits vorgebrachten Sachverhalt fest und fügten an, sie seien in die Schweiz geflohen, da hier die (Nennung Verwandte) der Be- schwerdeführerin wohnhaft seie n, die ihr über das in Dänemark erlittene Trauma hinweghelfen und bei der Betreuung ihrer Kinder in der Schweiz mitwirken könnten. A.i. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2016 reichte der Rechtsvertreter der Be- schwerdeführenden diverse Unterlagen (Nennung Beweismittel) zu den D-5395/2017 Seite 5 Akten. Im Weiteren wiederholte er seine Gesuche um Akteneinsicht und um Fristerstreckung bis zum 31. Oktober 2016. A.j. Am 19. Oktober 2016 legte der Rechtsvertreter weitere Beweismittel (Auflistung Beweismittel) ins Recht und ersuchte erneut um Frister stre- ckung zur Einreichung einer Stellungnahme bis zum 31. Oktober 2016. A.k. Mit Entscheid des SEM vom 25. Oktober 2016 wurden die Beschwer- deführenden für den Aufenthalt währen d des Verfahrens dem Kanton G._______ zugewiesen. A.l. Mit Schreiben vom 31. Oktober 2016 teilte der Rechtsvertreter dem SEM – nebst ergänzenden Informationen zum Sachverhalt – mit, er warte noch immer auf den Entscheid über die Gewährung von Akteneinsicht, wel- che gewährt werden müsse, bevor er seine Schlussbemerkungen einrei- chen könne. Die Frist zur Stellungnahme sei daher so lange zu erstrecken, bis er diese in voller Kenntnis der Akten erstellen könne. A.m. Am 9. November 2016 ersuchte der Rechtsvertreter um Mitteilung der aktuellen Adresse der Beschwerdeführenden, da diese vom Kanton inzwi- schen irgendwo untergebracht worden seien und er seine Mandanten zu- verlässig erreichen können müsse. A.n. Mit Schreiben vom 23. Februar 2017 brachte der Rechtsvertreter dem SEM weitere Informationen betreffend die Trennung der Ehegatten zur Kenntnis. A.o. Mit Eingabe vom 4. April 2017 wurde ein an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden gerichtetes (Nennung Beweismittel) eingereicht. A.p. Mit Schreiben an das SEM vom 8. September 2017 erneuerte der Rechtsvertreter sein Gesuch um Einsicht in die vorinstanzlichen Akten. A.q. Das SEM informierte am 13. September 2017 die dänischen Behör- den per E-Mail über die familiären Schwierigkeiten der Beschwerdeführen- den und fragte über mögliche Schutzmassnahmen bei einer Rückkehr und allfällige zusätzliche Informationen an. Die Antwort der dänischen Behör- den erging am 15. September 2017. B. Mit Verfügung vom 20. September 2017 – eröffnet am 22. September 2017 D-5395/2017 Seite 6 – trat das SEM gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf die Asylgesu- che der Beschwerdeführenden nicht ein, wies sie aus der Schweiz weg und forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft dieser Verfügung zu verlassen, ansonsten sie in Haft genommen und unter Zwang nach Dänemark zurückgeführt würden. Gleichzeitig wurden mit der Verfü- gung die editionspflichten Akten gemäss Aktenverzeichnis zugestellt. Für die Entscheidbegründung ist auf die Akten zu verweisen. C. In der beim Bundesverwaltungsgericht am 22. September 2017 erhobenen Beschwerde beantragten die Beschwerdeführenden, es sei der angefoch- tene Entscheid des SEM aufzuheben, es sei die Vorinstanz zu verpflichten, auf ihr Asylgesuch einzutreten, es sei die Wegweisung nach Dänemark aufzuheben, sie seien bei einer Bestätigung des Nichteintretensentscheids in der Schweiz vorläufig aufzunehmen und es sei die angefochtene Verfü- gung wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs zu kassieren, und ersuch- ten in prozessualer Hinsicht um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, um Beiordnung ihres Rechtsvertreters als amtlicher Rechts- beistand sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses . Auf die Begründung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. Ihrer Rechtsmitteleingabe legten die Beschwerdeführenden (Auflistung Be- weismittel) ins Recht. D. Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 28. September 2017 wurde den Beschwerdeführenden mitgeteilt, dass sie den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürften und auf die weiteren Anträge zu einem spä- teren Zeitpunkt eingegangen werde. Die Vorinstanz wurde in Anwendung von Art. 57 VwVG zur Einreichung einer Vernehmlassung bis zum 9. Okto- ber 2017 eingeladen. E. Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 9. Oktober 2017 – nebst einigen ergänzenden Bemerkungen – die Abweisu ng der Be- schwerde. F. Mit Verfügung vom 13. Oktober 2017 wurde den Beschwerdeführenden die vorinstanzliche Vernehmlassung zur Stellungnahme unterbreitet. D-5395/2017 Seite 7 G. Mit Eingabe vom 13. Oktober 2017 reichten die Beschwerdeführenden (Nennung Beweismittel) zu den Akten u nd stellten gleichzeitig die Einrei- chung eines ausführlicheren Berichts in Aussicht. H. Mit Eingabe vom 23. Oktober 2017 legten die Beschwerdeführenden ihre Replik, unter Beilage weiterer Beweismittel (Auflistung Beweismittel) ins Recht. I. Mit Schreiben vom 3. November 2017 reichten die Beschwerdeführenden ein weiteres Beweismittel ( Nennung Beweismitte]) zu den Akten. Zudem ersuchten sie, es sei bis zur Einreichung eines ausführlichen Berichts mit dem Urteil zuzuwarten. J. Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 7. Dezember 2017 wurden die Beschwerdeführenden aufgefordert, das in Aussicht gestellte Beweismittel bis zum 22. Dezember 2017 nachzureichen. Bei ungenutzter Frist werde das Verfahren aufgrund der bestehenden Aktenlage weitergeführt. K. Mit Eingabe vom 20. Dezember 2017 reichten die Beschwerdeführenden das in Aussicht gestellte Beweismittel (Nennung Beweismittel) nach. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zustän- dig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die be- schwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). D-5395/2017 Seite 8 1.2. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.3. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 1.4. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM ablehnt, ein Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, ist die Beurteilungskompetenz des Bundesverwaltungsgerichts grundsätz- lich auf die Frage beschränkt, ob das Staatsekreta riat zu Recht auf das Gesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5). Sofern das Gericht den Nichteintretensentscheid als unrechtmässig erachtet, enthält es sich einer selbstständigen materiellen Prüfung, hebt die angefochtene Verfü- gung auf und weist die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 m.w.H.). Bezüglich der Frage der ausländerrechtlichen Wegweisung und des Weg- weisungsvollzugs hat das SEM eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb dem Gericht diesbezüglich volle Kognition zukommt. 2. 2.1. Die Beschwerdeführenden rügten in ihrer Rechtsmitteleingabe zu- nächst, die Vorinstanz habe gegen das Gebot der Fairness im Verfahren verstossen, indem sie den angefochtenen Nichteintretensentscheid willent- lich und absichtlich erst am letzten Arbeitstag ihres Rechtsvertreters vor dessen Ausreise ins Ausland eröffnet habe. Dazu hätte jedoch kein Grund bestanden, da ihr Asylverfahren seit dem 2. August 2016 hängig und die Instruktion des erstinstanzlichen Verfahrens spätestens im Oktober 2016 abgeschlossen gewesen sei. Die weiteren Eingaben ihres Rechtsvertreters hätten keinen Einfluss auf die Spruchreife des Verfahrens mehr gehabt. Es sei daher kein objektiver Grund erkennbar, weshalb das SEM mit seinem Entscheid fast ein Jahr zugewartet habe, obwohl es seit der Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 8. September 2017 Kenntnis von dessen Ausland- abwesenheit zwischen dem (...) und (...) gehabt habe. Es sei daher für das D-5395/2017 Seite 9 SEM vorstellbar gewesen, dass ihr Rechtsvertreter nur mit Mühe Zeit fin- den werde, die Beschwerde vor dessen Auslandabwesenheit abzufassen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV ist jedoch vorliegend nicht zu erkennen. Zunächst kann dem Vorbringen, die Instruktion des erstinstanzlichen Verfahrens sei spätestens im Oktober 2016 abgeschlossen gewesen, nicht beigepflichtet werden. In seiner Ein- gabe vom 4. Oktober 2016 brachte der Rechtsvertreter vor, es müssten noch Beweismittel aus Dänemark beschafft werde n, und ersuchte in die- sem Zusammenhang um Erstreckung der Frist für eine ergänzende Stel- lungnahme bis zum 31. Oktober 2016. In seinen nachfolgenden Eingaben vom Oktober 2016, vom 23. Februar 2017 und 4. April 2017 reichte er wei- tere, mittlerweile aus Dänemark erhaltene Beweismittel zu den Akten. So- dann wurden die dänischen Behörden durch das SEM am 13. September 2017 per E-Mail über die familiären Schwierigkeiten der Beschwerdefüh- renden informiert und über mögliche Schutzmassnahmen bei einer Rück- kehr und al lfällige zusätzliche Informationen angefragt. Eine entspre- chende Antwort der dänischen Behörden erging am 15. September 2017. Diese Umstände waren mit Blick auf die (zu erstellende) Spruchreife des Verfahrens durchaus bedeutsam. Somit kam die Instruktion im vorinstanz- lichen Verfahren erst zu diesem Zeitpunkt zum Abschluss. Es sind daher – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht – durchaus objektive Gründe für den vom SEM gewählten Eröffnungszeitpunkt ersichtlich. Somit war das SEM nicht verpflichtet, vorher Akteneinsicht zu gewähren (Art. 27 Abs. 1 Bst. c VwVG). Der angefochtene Entscheid erging sodann fünf Tage nach Auskunftserteilung durch die dänischen Behörden am 20. September 2017. In Beachtung der vom Rechtsvertreter angekündigten Ferienabwe- senheit wurde diesem der Entscheid zunächst gleichentags per Telefax übermittelt (vgl. Beschwerdebeilage 5). Auch wenn dem Rechtsvertreter der Nichteintretensentscheid letztlich erst am Freitag, 22. September 2017, postalisch eröffnet wurde, erweist sich die Rüge, die Eröffnung sei durch den Mitarbeiter des SEM willentlich und absichtlich erst am letzten Arbeits- tag vor der Abreise des Rechtsvertreters ins Ausland geschehen, als un- begründet, zumal dieser bereits zwei Tage vorher Kenntnis vom Entscheid erhielt. Der Rechtsvertreter führt denn in seiner Rechtsmitteleingabe (S. 4 oben) auch an, er habe nach Erhalt der per Telefax übermittelten Kopie bereits einen groben Entwurf seiner Beschwerdeschrift erstellt. Soweit er dabei geltend macht, er habe die Akten erst zusammen mit de m Original der angefochtenen Verfügung am 22. September 2017 erhalten und erst dann seine Beschwerde vollständig ausfertigen können, ist festzustellen, D-5395/2017 Seite 10 dass das durch Art. 29 Abs. 2 BV garantierte rechtliche Gehör den An- spruch der von einem Verfahren betroffenen Person umfasst, sich vor einer behördlichen Anordnung zu allen wesentlichen Punkten zu äussern und von der betreffenden Behörde alle dazu notwendigen Informationen zu er- halten. Allerdings beschlägt der verfassungsmässige Anspruch auf rechtli- ches Gehör nur die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes, nicht aber die rechtliche Würdigung desselben. Dem Betroffenen ist somit in der Regel kein Recht auf vorgängige Stellungnahme bezüglich Fragen der rechtlichen Beurteilung und Wü rdigung von Tatsachen einzuräumen, es sei denn, die Behörde gedenke, sich in ihrem Entscheid auf einen völlig unüblichen, nicht voraussehbaren Rechtsgrund abzustützen (vgl. BVGE 2007/21 E. 10.2 mit verschiedenen Hinweisen; vgl. PATRICK SUTTER in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Zürich/St. Gallen 2008, Art. 29 Rz. 12; vgl. auch den in der Rechtsmitteleingabe zitierten EMARK 2001 Nr. 8, EMARK 2000 Nr. 29 E. 5, EMARK 1994 Nr. 13 E. 3b.). Beruht der Entscheid weder auf nachträglich eingetretenen oder den Parteien unbekannten tatsächli- chen Umständen noch auf neuen, unvorhersehbaren Rechtsgrundlagen, ist somit der Anspruch auf rechtliches Gehör gewahrt (vgl. SUTTER, a.a.O., Rz. 14). Im vorliegenden Fall gab das SEM dem Gesuch um Gewährung der Akteneinsicht erst zusammen mit dem ausgefällten Entscheid statt. Die Vorinstanz hat durch dieses Vorgehen den Anspruch der Beschwerdefüh- renden auf rechtliches Gehör nicht verletzt, zumal ihnen vorgängig, mithin ein knappes Jahr vorher mit Schreiben des SEM vom 27. September 2016 die Möglichkeit eingeräumt wurde, sich zum beabsichtigten Erlass eines Nichteintretensentscheids und der gleichzeitigen Wegweisung nach Däne- mark zu äussern. Dabei ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass die Be- schwerdeführenden von dieser Möglichkeit mit persönlich verfasster Stel- lungnahme vom 5. Oktober 2016 und in Kenntnis der bis zum damaligen Zeitpunkt bestehenden Aktenlage Gebrauch machten. Sodann reichte der Rechtsvertreter seinerseits mit Eingabe vom 4. Oktober 2016 eine kurze Stellungnahme und im weiteren Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens diverse Beweismitteleingaben zu den Akten. Dadurch hatten die Be- schwerdeführenden – entgegen ihrer auf Beschwerdeebene geäusse rten Ansicht – durchaus die Möglichkeit, sich vor Erlass des angefochtenen Ent- scheids zu allfälligen Fehlern bei der Ermittlung des Sachverhalts zu äus- sern und au f allenfalls fehlende Sachverhaltselemente hinzuweisen. Im Übrigen machte der Rechtsvertreter in der Beschwerdeschrift (S. 3) selber nicht geltend, es sei ihm unter den gegebenen Umständen unmöglich ge- wesen, eine Beschwerde zu verfassen, und war sich überdies des zusätz- lichen Drucks vor längeren Büroabwesenheiten bewusst, zumal er darauf D-5395/2017 Seite 11 hinwies, es sei in der Advokatur bekannt, dass es in den letzten Tagen vor einer Ferienabwesenheit immer hektisch werde, weil noch sämtliche Fris- ten gewahrt werden müssten, die während der Abwesenheit ablaufen wür- den. Insgesamt erweist sich d ie geltend gemachte Verletzung des rechtlichen Gehörs als unbegründet. 2.2. Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsätzen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Sie muss die für das Ver- fahren notwendigen Sachverhaltsunterlagen beschaffen und die rechtlich relevanten Umstände abklären sowie ordnungsgemäss darüber Beweis führen (beispielsweise durch die Einholung eines Gutachtens). Dieser Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG, vgl. BVGE 2014/12 E. 5.9 und 6 ). Trotz des Untersuchungsgrundsatzes kann sich nämlich die entscheidende Behörde in der Regel darauf be- schränken, die Vorbringen eines Gesuchstellers zu würdigen und die von ihm angebotenen Beweise abzunehmen, ohne weitere Abklärungen vor- nehmen zu müssen. Eine ergänzende Untersuchung kann sich jedoch auf- drängen, wenn aufgrund dieser Vorbringen und Beweismittel berechtigte Zweifel oder Unsicherheiten bestehen, die voraussichtlich nur mit Ermitt- lungen von Amtes wegen beseitigt werd en können (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1 S. 414 f.; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 23 E. 5a S. 222). Vorliegend ging die Vorinstanz aufgrund der Parteiauskünfte, der von den Beschwerdefüh- renden eingereichten Beweismittel und den bei den dänischen Behörden eingeholten Angaben (Art. 12 VwVG) offensichtlich davon aus, dass der rechtserhebliche Sachverhalt als erstellt gelten könne und keine weiteren Beweismassnahmen zu ergreifen seien. So gilt ein Sachverhalt erst dann als unvollständig festgestellt, wenn nicht über alle rechtserheblichen Um- stände Beweis geführt wurde oder wenn eine entscheidrelevante Tatsache zwar erhoben wurde, diese jedoch daraufhin nicht gewürdigt wurde und nicht in den Entscheid einfloss (vgl. OLIVER ZIBUNG/ELIAS HOFSTETTER, in: Waldmann/Weissenberger (Hrsg.), Praxiskommentar Verwaltungsverfah- rensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 49 N 40; BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Mül- ler/Schindler (Hrsg.), Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwal- tungsverfahren (VwVG), Zürich /St. Gallen 2008, Rz. 28 zu Art. 49; Urteil des BVGer D–6284/2013 vom 20. Februar 2014 mit weiteren Hinweisen). D-5395/2017 Seite 12 Vorliegend führte das SEM in seiner Verfügung an, dass eine entspre- chende Zustimmung zur Rückübernahme Dänemarks vorliege und die dä- nischen Behörden durch das SEM am 13. September 2017 explizit über die weiterhin bestehenden Schwierigkeiten im familiären Bereich und das daraus resultierende Schutzbedürfnis informiert worden sei en. Die Vor- instanz prüfte und würdigte somit alle ihr im Zeitpunkt ihres Entscheides vorliegenden Sachverhaltsvorbringen und allfäll ig vorhandenen Beweis- mittel mit Blick auf eine Rückkehr der Beschwerdeführenden nach Däne- mark. Da sich die verfügende Behörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbe- ständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinanderset- zen muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken darf (BGE 126 I 97 E. 2b), ist es der Vorinstanz nicht anzulasten, wenn sie sich nicht ausdrücklich mit der Auskunft, wonach die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführenden mittlerweile widerrufen worden sein könnte, die Beschwerdeführerin daher bei der erneuten Einreise in Dänemark ein Ge- such um Aufhebung des Widerrufs der Aufenthaltsbewilligung zu stellen habe, auseinandersetzte, zumal sie festhielt, dass die dänischen Behörden einer Rückübernahme zugestimmt hätten und diese Zustimmung bis dato auch nicht widerrufen wurde. 2.3. Zusammenfassend erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün- det. Der Antrag, es sei die angefochtene Verfügung wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs zu kassieren, ist demzufolge abzuweisen. 3. 3.1. Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht ein- getreten, wenn eine asylsuchende Person in einen vom Bundesrat im Sinne von Art. 6 a Abs. 2 Bst. b AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren kann, in welchem sie sich vor Einreichung des Asylgesuchs in der Schweiz aufgehalten hat. 3.2. Aus den Akten folgt, dass Dänemark den Beschwerdeführenden am 6. Juni 2016 subsidiären Schutz gewährte. Bei Dänemark handelt es sich gemäss Beschluss des Bundesrates vom 25. Juni 2003 – publiziert mit Me- dienmitteilung des Bundesrates gleichen Datums – (in Kraft seit dem 1. Au- gust 2003) um einen verfolgungssicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG, und die dänischen Behörden stimmten einer Rück- übernahme der Beschwerdeführerin und ihrer Kinder am 5. Oktober 2016 ausdrücklich zu. D-5395/2017 Seite 13 3.3. In Bezug auf den Umstand, wonach sich Familienangehörige der Be- schwerdeführenden in der Schweiz aufhalten, legte das SEM zutreffend dar, wieso diesbezüglich die Voraussetzungen von Art. 1a Bst. e der Asyl- verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (A sylV 1 , SR 142.311) nicht gegeben sind. An dieser Einschätzung ist vorliegend festzuhalten. Ausserdem kann vorliegend nicht von einem über die Kern- familie hinausgehenden besonderen Abhängigkeitsverhältnis oder von Be- ziehungen hinreichender Intensität (vgl. BGE 135 I 148) ausgegangen wer- den. Insbesondere wohnen die Beschwerdeführenden nicht in einem ge- meinsamen Haushalt mit ihren Familienangehörigen und sind auch in fi- nanzieller Hinsicht nicht von diesen abhängig. Lediglich der Hinweis auf die (moralische) Unterstützung der Beschwerdeführerin bei der Bewältigung ihres Traumas vermag noch keine genügend intensive Beziehung in obi- gem Sinne zu begründen. 3.4. Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen zum Erlass eines Nichteintretensentscheids in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG gegeben. 4. Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylge- such hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 AsylG). Da der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und kein An- spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.1 m.w.H.), steht die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen. Sie wurde demnach vom SEM zu Recht angeordnet. 5. Das SEM regelt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be - stimmungen über die vorläufige Aufnahme, wenn der Vollzug der Wegwei- sung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). Bei der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugs- hindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der glei- che Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und an- dernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). Vorliegend ist einzig der Vollzug der Wegweisung nach Dänemark einer Prüfung zu unterziehen, nicht aber ein solcher in den Heimat - oder Her- kunftsstaat der Beschwerdeführenden. D-5395/2017 Seite 14 5.1. Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste- hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgen deiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an- dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf sodann nie- mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be- handlung unterworfen werden. 5.1.1. Angesichts der Vermutung, wonach Dänemark seine völkerrechtli- chen Verpflichtungen einhalte, obliegt es der Beschwerdeführerin und ih- ren Kindern, diese Vermutung u mzustossen. In diesem Zusammenhang haben sie ernsthafte Anhaltspunkte vorzubringen, dass die Behörden des in Frage stehenden Staates im konkreten Fall das Völkerrecht verletzen und ihnen nicht den notwendigen Schutz gewähren oder sie menschenun- würdigen Lebensumständen aussetzen würden. 5.1.2. Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin und ihre Kin- der am 6. Juni 2016 in Dänemark subsidiären Schutz erhielten und über eine Aufenthaltsbewilligung verfügten. Die Auskunft der dänischen Behör- den vom 15. September 2017, wonach die Aufenthaltsbewilligung der Be- schwerdeführenden mittlerweile widerrufen worden sein könnte, die Be- schwerdeführerin daher bei der erneuten Einreise in Dänemark ein Gesuch um Aufhebung des Widerrufs der Aufentha ltsbewilligung zu stellen habe, lässt entgegen der auf Beschwerdeebene vertretenen Ansicht nicht darauf schliessen, dass sie dort kein Aufenthaltsrecht mehr erlangen könnten oder deswegen Hinweise bestehen würden, dass ihnen Dänemark keinen effek- tiven Schutz vor Rückschiebung in den Heimatstaat zukommen liesse. So ist Dänemark Signatarstaat der EMRK, des FoK und der FK und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nach. Insbeson- dere haben auch die dänis chen Behörden das Verbot des Non -Refoule- ment zu beachten und es sind den Akten diesbezüglich keine Gründe für die Annahme zu entnehmen, Dänemark habe oder werde in ihrem Fall die- sen Grundsatz missachten und sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit a us einem Grund nach Art. 3 D-5395/2017 Seite 15 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr laufen würden, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden. Sodann ist festzuhalten, dass Dänemark an die Richtlinie 2011/95/EU (Qualifikationsrichtlinie) gebunden ist. Im Kapitel VII dieser Richtlinie wer- den die den Flüchtlingen und Personen mit subsidiärem Schutzstatus zu gewährenden Rechte geregelt (Art. 26 [Zugang zu Beschäftigung], Art. 29 Abs. 2 [Sozial- und Nothilfe] und Art. 30 Abs. 2 [medizinische Versorgung]). Es liegen keine erhärteten Hinweise vor, wonach sich Dänemark als Sig- natarstaat dieses Abkommens nicht an seine entsprechenden völkerrecht- lichen Verpflichtungen halten würde. Zur geltend gemachten Bedrohung durch private Dritte, in casu den Ehemann/Vater und allfällige weitere Ver- wandte des Ehemanns, und der damit einhergehenden Rüge des fehlen- den Schutzes seitens der dänischen Polizei ist Folgendes festzuhalten: Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichtes verfüg t Däne- mark über einen grundsätzlich funktionierenden Polizei- und Justizapparat, weshalb vorliegend keine Gründe dafür sprechen, dass dort keine wirk- same und funktionierende Infrastruktur zur Schutzgewährung zur Verfü- gung stünde. Eine Garantie für langfristigen individuellen Schutz kann oh- nehin nicht verlangt werden. Keinem Staat gelingt es, die absolute Sicher- heit aller seiner Bürger respektive Einwohner jederzeit und überall zu ga- rantieren. Zudem ergeben sich aus den Akten auch keine Hinweise, dass die staatliche Schutzinfrastruktur der Beschwerdeführerin und ihren Kin- dern in der Vergangenheit nicht zugänglich gewesen wäre respektive für diese in Zukunft nicht erhältlich wäre oder die dänischen Behörden nicht willens sein könnten, ihnen Schutz vor allfälli gen Übergriffen durch Ver- wandte zu gewähren und zu diesem Zweck konkrete und geeignete Mas- snahmen zu treffen. Diesbezüglich ist d en Akten zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin und ihre Kinder nach der Einreise den dänischen Be- hörden gegenüber das Begeh ren geäussert hätten, nicht mit dem Ehe- mann/Vater zusammenleben zu wollen, weshalb sie durch Vermittlung der lokalen dänischen Behörden in einem speziellen Center für verletzliche Frauen platziert worden seien. Die Beschwerdeführerin führte sodann an- lässlich der BzP an, sie habe sich während ihres Aufenthalts in Dänemark wiederholt an die dänischen Behörden oder die Polizei wenden müssen, nachdem sie sich wegen Familienangehörigen ihres Mannes oder wegen Drohungen und Versuchen desselben, in ihre Wohnung zu gelangen, be- droht gefühlt und um ihr Leben gefürchtet habe. Dabei habe sie wiederholt Ratschläge von den Behörden erhalten, wie sie sich verhalten solle , und einmal sei das Schloss ihrer Wohnungstüre ersetzt worden, da ihr Mann über den ältesten Sohn zu e inem Schlüssel ihrer Wohnungstüre gelangt D-5395/2017 Seite 16 sei. In dieser Zeit respektive bis zur Auswechslung des Türschlosses habe während zweier Wochen eine Nachbarin in ihrer Wohnung übernachtet. Zudem habe eine Gerichtsverhandlung – gemäss Angaben auf Beschwer- deebene mit Blick auf das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder – statt- gefunden, anlässlich welcher sie mit ihrem Mann nicht zu einer Einigung gekommen sei. Die in der Folge angesetzte Gerichtsverhandlung vor ei- nem Richter habe sie dann aber nicht mehr abgewartet und sei vorher zu- sammen mit den beiden jüngeren Kindern aus Dänemark ausgereist. Es ist demnach festzustellen, dass die dänischen Behörden Kenntnis von den bestehenden familiären Schwierigkeiten haben und nach geäusserten Be- fürchtungen und Drohungen jeweils entsprechende Schritte unternommen haben. Es ist den Beschwerdeführenden demnach zuzumuten, sich im Be- darfsfall erneut an die dänischen Behörden zu wenden und diese um Schutz zu ersuchen. Aus diesen Ausführungen lassen sich demnach keine konkreten Indizien entnehmen, dass die dänischen Behörden sich bezüg- lich Schutzgewährung ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen entzogen hätten oder entziehen würden. Den Akten kann auch entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin in Dänemark adäquat medizinisch behandelt worden ist. Eine Verletzung von Art. 3 EMRK bei einer Rückkehr nach Dä- nemark ist mithin nicht ersichtlich. 5.1.3. Der Vollzug der Wegweisung nach Dänemark ist somit in Beachtung der massgebenden völker - und landesrechtlichen Bestimmungen als zu- lässig zu beurteilen. 5.2. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Herkunftsstaat auf Grund von Si- tuationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festge- stellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Auf- nahme zu gewähren. 5.2.1. Hinsichtlich der allgemeinen Lebensbedingungen in Dänemark und der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Schwierigkeiten, als alleinstehende Mutter mit Kindern den Lebensunterhalt zu bestreiten, wies das SEM in zutreffender Weise auf die Qualifikationsrichtlinie hin, welche vorsieht, dass Personen, denen internationaler Schutz zuerkannt worden ist, in dem Mitgliedstaat, der diesen Schutz gewährt hat, die notwendige Sozialhilfe dieses Mitgliedstaats erhalten. Die Beschwerdeführerin ist da- her gehalten, ihr und ihren Kindern zustehende Unterstützungsleistungen erneut bei den zuständigen Behörden einzufordern und diese Hilfe – falls D-5395/2017 Seite 17 notwendig – auf dem Rechtsweg einzufordern. Es liegen keine Hinweise vor, dass den Beschwerdeführenden die erneute Inanspruchnahme der Sozialhilfe nicht zukommen würde beziehungsweise dass sie im Falle einer Rückführung nach Dänemark in eine existenzielle Notlage geraten könn- ten. 5.2.2. Sodann kann auch der Auffassung der Vorinstanz gefolgt werden, wonach in Dänemark der Zugang zu notwendiger medizinischer Behand- lung gewährleistet ist und sich die Beschwerdeführerin respektive deren Kinder zur weiteren Behandlung bei allfälligen gesundheitlichen Problemen an eine medizinische Einrichtung wenden können. Vorliegend liess sich die Beschwerdeführerin den Akten zufolge (vgl. Schreiben des Rechtsvertre- ters vom 4. April 2017, act. A34/3) während ihres Aufenthaltes in Dänemark bereits medizinisch versorgen und es liege auch eine Krankenakte vor. Es sind keinerlei Hinweise ersichtlich, weshalb sie oder ihre beiden Kinder (gemäss dem auf Beschwerdeebene eingereichten [Nennung Beweismit- tel] liege bei den Kindern eine [Nennung Diagnose] vor) eine entspre- chende Behandlung nicht (erneut) in Anspruch nehmen können sollten. Dass die Kinder – wie im erwähnten Bericht angeführt – gemäss Aussagen ihrer Mutter Opfer massiver häuslicher Gewalt geworden seien, lässt sich, vergleicht man die Schilderungen der Beschwerdeführerin im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens, aber nicht bestätigen. Jedenfalls lässt der Ge- sundheitszustand der Beschwerdeführenden diese nicht als verletzliche Personen, deren Gesundheit oder Leben bei einer Rückschaffung nach Dänemark in Gefahr geraten könnte, erscheinen. Weiter ist abschliessend auf die Ausführungen des SEM auf Seite 4 des angefochtenen Entscheids hinzuweisen, wonach das SEM die dänischen Behörden gegebenenfalls vor der Überstellung über den Gesundheitszustand der Beschwerdefüh- renden und deren notwendige Behandlung informiere, und die zuständigen Behörden Dänemarks am 13. September 2017 explizit übe r die weiterhin bestehenden familiären Probleme und das deswegen bestehende Schutz- bedürfnis der Beschwerdeführenden in Kenntnis gesetzt wurden. Für den Fall, dass die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführenden widerrufen worden sein sollte, stellt es keine unzumutbare Erschwernis des Wegwei- sungsvollzuges dar, wenn diese bei der Einreise in Dänemark ein Gesuch um Aufhebung des Widerrufs ihrer Aufenthaltsbewilligung zu stellen haben. 5.2.3. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich damit insgesamt auch als zumutbar. D-5395/2017 Seite 18 5.3. Da die dänischen Behörden einer Rückübernahme der Beschwerde- führenden ausdrücklich zustimmten, ist der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ( Art. 83 Abs. 2 AuG). Dem Vorbringen, die dä- nischen Behörden hätten nirgends festgehalten, ob ein Gesuch um Nicht- widerruf der Aufenthaltsbewilligung erfolgreich sein würde, ist entgegenzu- halten, dass dem Mailverkehr mit der dänischen Einwanderungsbehörde vom September 2017 (vgl. act. A36/2) nicht zu entnehmen ist, ein solches Gesuch sei von vornherei n aussichtslos oder eine Aufenthaltsbewilligung werde nicht mehr erteilt. 5.4. Zusammenfassend ist es den Beschwerdeführenden nicht gelungen, das Vorliegen von Wegweisungsvollzughindernissen glaubhaft zu machen. Mithin hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Auf- nahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). Bei dieser Sach- lage erübrigt es sich, auf weitere Vorbringen und Beweismittel einzugehen. 6. Aufgrund der vors tehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefoch- tene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 7. 7.1. Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist der Antrag, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, gegenstandslos gewor- den. 7.2. Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Be- gehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Dabei verfügt eine Person dann nicht über die erforderlichen Mittel, wenn sie ohne Be- einträchtigung des notwendigen Lebensunterhaltes die Prozesskosten nicht zu bestreiten vermag. Eine Beschwerde gilt ferner dann als aussichts- los, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlust- gefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275). Es ist gestützt auf die eingereichte Fürsorgebestätigung vom 23. Oktober 2017 nach wie vor von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführenden auszu-D-5395/2017 Seite 19 gehen. Nachdem überdies die Rechtsbegehren im Rahmen einer summa- rischen Aktenprüfung nicht als aussichtslos zu beurteilen waren, ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gutzuheissen. Demnach sind den Beschwerdeführenden keine Verfahrenskosten aufzu- erlegen. 7.3. Gemäss Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG bestellt das Bundesverwaltungs- gericht bei Beschwerden gegen Nichteintretens- und Wegweisungsent- scheide auf Antrag der asylsuchenden Person, welche von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit wurde, eine amtliche Rechtsbeiständin oder einen amtlichen Rechtsbeistand. Nachdem den Beschwerdeführenden die unentgeltliche Prozessführung gewährt wurde, ist auch das Gesuch um Gewährung der amtlichen Rechtsverbeiständung gutzuheissen und ihnen ihr Rechtsvertreter, Fürsprech und Notar Jürg Walker, als amtlicher Rechts- beistand beizugeben. Aufgrund der Gutheissung des Gesuchs haben die Beschwerdeführenden Anspruch auf Übernahme der ihnen notwendigerweise erwachsenen Par- teikosten durch das Bundesverwaltungsgericht (vgl. Art. 110a Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 8–14 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Rechtsvertreter reichte am 23. Oktober 2017 eine Kosten- note ein. Demnach beliefen sich seine Bemühungen auf 9.33 Stunden; der geltend gemachte Stundenansatz liegt bei Fr. 2 30.–. Zusätzlich werden Auslagen in der Höhe von Fr. 43.90 aufgeführt. Zudem ist zu berücksichti- gen, dass nach Einreichung der Kostennote zwei weitere Beweismittelein- gaben ins Recht gelegt wurden, deren Aufwand von der Kostennote nicht erfasst ist. Der diesbezügliche Aufwand kann jedoch auf Grund der Akten zuverlässig abgeschätzt werden und ist auf eine halbe Stunde zu beziffern. Die Auslagen erhöhen sich um Fr. 10.60. Nachdem die familiären Prob- leme der Beschwerdeführenden und die sich daraus ergebenden gesund- heitlichen Konsequenzen vorliegend nicht bestritten sind, erweist sich der diesbezügliche Aufwand zum Nachweis ihrer beeinträchtigten gesundheit- lichen Verfassung sowie zum Beleg des vom Ehemann auf sie weiterhin ausgeübten Drucks als nicht notwendig. Der Aufwand ist daher en tspre- chend zu kürzen und es ist von einem notwendigen Aufwand von insge- samt sieben Stunden auszugehen. Nach Praxis des Bundesverwaltungsgerichts werden anwaltliche Vertrete- rinnen und Vertreter mit einem Stundensatz von Fr. 200. – bis 220.– ent-D-5395/2017 Seite 20 schädigt (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Dem amtlichen Rechts- vertreter ist daher zu Lasten des Bundesverwaltungsgerichts eine Entschä- digung von gesamthaft Fr. 1 722.– (Honorar: Fr. 1540.–, Auslagen: Fr. 54.50, Mehrwertsteuer Fr. 127.50) zuzusprechen. (Dispositiv nächste Seite) D-5395/2017 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut- geheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Das Gesuch um Gewährung der amtlichen Rechtsverbeiständung wird gut- geheissen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden, Fürsprech und Notar Jürg Walker, wird als amtlicher Rechtsbeistand eingesetzt. 4. Dem amtlichen Rechtsvertreter wird durch das Bundesverwaltungsgericht eine Entschädigung von Fr. 1722.– ausgerichtet. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: