B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung VI F-4851/2021 U r t e i l v o m 9 . N o v e m b e r 2 0 2 1 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiber Michael Spring. Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…), alias C._______, geboren (…), Marokko, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver- fahren); Verfügung des SEM vom 29. Oktober 2021 / N (…) F-4851/2021 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer reichte am 22. September 2021 in der Schweiz ein Asylgesuch ein. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck -Daten- bank Eurodac ergab, dass er am 10. Februar 2020 in Slowenien um Asyl ersucht hatte. Anlässlich des Dublin-Gesprächs vom 11. Oktober 2021 gab er an, dass er ungefähr im November 2019 seinen Heimatstaat verlassen habe und auf dem Seeweg nach Griechenland gelangt sei. Über Albanien, Montenegro, Bosnien, Kr oatien, Slowenien, Italien und Frankr eich sei er schliesslich am 22. September 2021 in die Schweiz eingereist. Bis etwa März 2020 sei er in Slowenien gewesen. Er habe sich dazu gezwungen gesehen, dort ein Asylgesuch zu stellen, da ihm angedroht worden sei, ihn nach Kroatien oder Bosnien zu überstellen. In Griechenland, Kroatien und Italien habe er weder Behördenkontakt gehabt noch versucht, ein Asylge- such zu stellen. In Frankreich sei er ungefähr sechs Monate geblieben. Auch dort habe er nicht um Asyl ersuc ht. Er habe keine Aufenthaltstitel und/oder Visa für andere europäische Länder. In Slowenien habe er 15 Tage in einem Camp gelebt. Er sei die ersten sieben Tage in einem Zimmer eingesperrt gewesen, daraufhin habe er sich frei bewegen dürfen. Er habe empfindliches Zahnfleisch, ansonsten aber keine gesundheitlichen Prob- leme. Die Vorinstanz gewährte ihm das rechtliche Gehör zur möglichen Zu- ständigkeit Sloweniens sowie zur Wegweisung dorthin. B. Gestützt auf den Eurodac-Abgleich und die Angaben des Beschwerdefüh- rers ersuchte die Vorinstanz die slowenischen Behörden am 12. Oktober 2021 um Übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriter ien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt- staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An- trags auf internationalen Schutz zuständig ist (Neufassung), ABl. L 180/31 vom 29. Juni 2013 (nachfolgend: Dublin-III-VO). C. Slowenien lehnte das Übernahmeersuchen am 20. Oktober 2021 ab. Am 25. Oktober 2021 ersuchte das SEM die slowenischen Behörden im Rah- men eines Remonstrati onsverfahrens (Art. 5 D urchführungsverordnung [EU] Nr. 118/2014 der Kommission vom 30. Januar 2014 zur Änderung der F-4851/2021 Seite 3 Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Ver- ordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates zur Festlegung der Kriterien und Ver- fahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines v on einem Drittstaatangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist [nachfolgend: DVO]) erneut um Übernahme des Beschwer- deführers. Am 26. Oktober 2021 stimmten die slowen ischen Behörden dem Ersuchen zu. D. Mit Verfügung vom 29. Oktober 2021 (eröffnet am 1. November 2021) trat die Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ord- nete dessen Wegweisung nach Slowenien an und beauftragte den zustän- digen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung. Zudem ordnete sie die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde gegen die Verfügung komme keine aufschiebende Wirkung zu. E. Mit Rechtsmitteleingabe vom 2. November 2021 (Postaufgabe) gelangte der Beschwerdeführer an das Bundesverwaltungsgericht mit den Anträ- gen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die Flüchtlingseigen- schaft sei anzuerkennen und es sei Asyl zu gewähr en. Weiter sei festzu- stellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar und un- möglich sei und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessu- aler Hinsicht wurde beantragt, es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ein amtlicher Rechtsbeistand einzusetzen. Zudem sei die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen. F. Am 4. November 2021 setzte der Instruktionsrichter gestützt auf Art. 56 VwVG den Vollzug der Wegweisung per sofort einstweilen aus. Die vo- rinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht gleichentags in elektronischer Form vor. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 105 AsylG (SR 142.31) in Verbindung mit Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem F-4851/2021 Seite 4 Gebiet des Asyls zuständig und entscheidet über diese in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der Beschwer- deführer ist zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist – unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen – einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen S achverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begrün detheit hin zu überprüfen (Art. 31a Abs. 1, 3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer- deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylges uch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 m.w.H.). 3.2 Die Begehren auf Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft, Gewäh- rung von Asyl bzw. Anordnung der vorläufigen Aufnahme gehen über den zulässigen Streitgegenstand hinaus. Auf die d iesbezüglichen Ausführun- gen in der Rechtsmitteleingabe ist daher nicht weiter einzugehen und inso- weit auf die Beschwerde nicht einzutreten 4. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zwei- ten Richters beziehungsweis e einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 5. 5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a F-4851/2021 Seite 5 Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg- weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi- gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin -III-VO mehr statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). 5.3 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpfli chtet, einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an- deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe der Artikel 23, 24, 25 und 29 wieder aufz unehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO). 5.4 Erweist es sich als unmöglich, eine antragstellende Person an den zu- nächst als zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es we- sentliche Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemi- sche Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen o- der entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU- Grundrechtecharta) mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prü- fende Mitgliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um festzustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann. Kann keine Ü berstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund der Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten Mitgliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat der zustän- dige Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 5.5 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin -III-VO kann jeder Mitgliedstaat beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa- tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-F-4851/2021 Seite 6 fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge- nannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkreti- siert. Gemäss dieser Bestimmung kann das SEM das Asylgesuch «aus hu- manitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III- VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche Überstellungshindernisse vor, ist de r Selbsteintritt zwingend (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 5.6 Nach einer anfänglichen Ablehnung des Wiederaufnahmegesuchs der Vorinstanz vom 12. Oktober 2021 stimmten die slowenischen Behörden diesem am 26. Oktober 2021 im Rahmen eines Remonstrationsverfahrens zu. Das Vorgehen des SEM, binnen drei Wochen nach Erhalt einer ableh- nenden Antwort des ersuchten Staates eine neuerliche Prüfung eines Übernahmeersuchens zu verlangen, ist in Art. 5 DVO vorgesehen. Die Zu- ständigkeit Sloweniens ist gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO somit grundsätzlich gegeben. 6. 6.1 Das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen in Slowenien wei- sen nach konstanter Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts keine systemischen Schw achstellen im Sinne vo n Art. 3 Abs. 2 zweiter Satz Dublin-III-VO auf (vgl. Urteile des BVGer D-715/2021 vom 19. Februar 2021, F-4659/2020 vom 24. September 2020 E. 4.1 und F-3660/2020 vom 22. Juli 2020 E. 4.1). 6.2 Für eine Änderung der dargestellten Rechtsprechung besteht auch in Würdigung der pauschal gehaltenen Vorbringen des Beschwerdeführers, dass ein Zugang zum Asylsystem und einer Asylunterkunft in Slowenien vor allem für Rücküberstellte schwierig sei, kein Anlass. Slowenien ist Sig- natarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 ge- gen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Be- handlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen entsprechenden völkerrechtlichen Verpflichtungen nach. Es ist so- mit anzunehmen, dass dieser Staat die Rechte, die sich für Schutzsu- chende aus den Richtlinien des Europäischen Parlaments und d es Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuer- kennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrens-F-4851/2021 Seite 7 richtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Nor- men für die Aufnahme von Personen, die inte rnationalen Schutz beantra- gen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, anerkennt und schützt. Der Be- schwerdeführer vermag nicht darzutun, dass die ihn bei einer Rückführung erwartenden Bedingungen in Slowenien derart schlecht sind, dass sie zu einer Verletzung v on Art. 4 der EU -Grundrechtecharta bzw. Art. 3 EMRK führen könnten. Bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung der ihm zustehenden Aufnahmebedingungen könnte er sich nötigenfalls an die slowenischen Behörden wenden und seine Rechte auf dem Rechtsw eg einfordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). 6.3 Folglich ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin -III-VO nicht ge- rechtfertigt. 7. 7.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, sein gesundheitlicher Zustand habe sich zunehmend verschlechtert und der Zugang zu medizinischer Behand- lung sei in Slowenien nicht gewährleistet. Er fordert damit sinngemäss die Ausübung des Selbsteintrittsrechts nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin- III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1. 7.2 Aus den Akten ergibt sich, dass dem Beschwerdeführer am 19. Okto- ber 2021 ein kariöser Zahn und am 28. Oktober 2021 die hierfür gesetzte Naht entfernt werden mussten. Am 21. Oktober 2021 hatte er sich zudem infolge von Magenbrennen bei der Pflege im BAZ (…) gemeldet. Das Pfle- gepersonal stufte dies als eine Reaktion auf die Behandlung mit entzün- dungshemmenden Mitteln ein. Es führte am 27. Oktober 2021 gegenüber der Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer habe deswegen während vier Tagen das Medikament Pantoprazol erhalten. Danach habe er sich nicht mehr gemeldet. 7.3 Diese gesundheitlichen Probleme stellen kein völkerrechtliches Voll- zugshindernis im Sinne von Art. 3 EMRK dar, welches zwingend zu einem Selbsteintritt führen müsste. Slowenien verfügt über eine ausreichende medizinische Infrastruktur und ist gemäss Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie verpflichtet, den Antragstellern die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behand- lung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zu- gänglich zu machen. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, wonach dem Be- schwerdeführer dort eine adäquate Behandlung s einer gesundheitlichen F-4851/2021 Seite 8 Beeinträchtigungen verweigert würde. Die Überstellung des Beschwerde- führers nach Slowenien erweist sich als zulässig. Die schweizerischen Be- hörden, die mit dem Vollzug der angefochtenen Verfügung beauftragt sind, werden den medizinischen Umständen bei der Bestimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung des Beschwerdeführers Rechnung tragen und die slowenischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren (vgl. Art. 31 f. Dublin-III- VO). 7.4 Zusammenfassend liegt kein Grund vor für die Anwendung der Ermes- sensklausel von Art. 17 Dublin -III-VO beziehungsweise Art. 29a Abs. 3 AsylV 1. Weder ist die Schweiz völkerrechtlich verpflichtet, auf das Asylge- such einzutreten, noch liegen humanitäre Gründe vor, welche einen Selbst- eintritt nahelegen würden. Die Vorinstanz ist daher zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Da er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Nie- derlassungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach Slowenien in An- wendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1). 8. Das Fehlen von Überstellungshindernissen ist bereits Voraussetzung des Nichteintretensentscheids gemäs s Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG, weshalb allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) unter diesen Umständen nicht mehr zu prüfen sind (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 m.w.H.). 9. Nach dem Ausgeführten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 4. November 2021 angeordnete Vollzugsstopp dahin und die Anträge auf Gewährung der auf- schiebenden Wirkung sowie auf Verzicht auf die Erhebung eines Kosten- vorschusses werden gegenstandslos. 10. 10.1 Die Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ungeachtet einer allfälli- gen prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen ist (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG). F-4851/2021 Seite 9 10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh- rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest- zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bunde sverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge- wiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Fulvio Haefeli Michael Spring Versand: