A bteilung II B -7442/2006 {T 0 /2 } U rteil vom 18. M ai 2007 M itw irkung: R ichterin Vera M arantelli, R ichter D avid Aschm ann, R ichter Bernard M aitre (Abteilungspräsident); G erichtsschreiber Thom as Zogg K ._______, vertreten durch Katzarov SA, Patent & Tradem ark Attorneys, M ain O ffice, rue des Epinettes 19, 1227 C arouge G E, Beschw erdeführerin gegen P._______, vertreten durch A. W . M etz & C o. AG , H ottingerstrasse 14, Postfach, 8024 Zürich, Beschw erdegegnerin Eidgenössisches Institut für G eistiges Eigentum , Einsteinstrasse 2, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend W iderspruchsverfahren N r. 7685 FEEL 'N LEA R N / SEE 'N LEA R N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdegegnerin ist Inhaberin der Schw eizer W ortm arke N r. 535'210 FEEL 'N LEAR N . D iese w urde am 8. April 2005, unter Beanspru- chung einer Priorität einer G em einschaftsm arkenanm eldung vom 7. Janu- ar 2005, für "W egw erfw indeln aus Papier und/oder Zellulose" in der Klasse 16 hinterlegt. B. G estützt auf diese M arke erhob die Beschw erdegegnerin am 27. Juli 2005 W iderspruch gegen die Schw eizer W ortm arke N r. 533'069 SEE 'N LEAR N , w elche am 2. M ärz 2005 für "C ouches-culottes jetables, protège-couches- culottes jetables, culottes d'apprentissage jetables" in der Klasse 16 re- gistriert w orden w ar. C . M it Schreiben vom 14. D ezem ber 2005 verneinte die Beschw erdeführerin eine Verw echslungsgefahr zw ischen den W iderspruchsm arken und schloss auf kostenfällige Abw eisung des W iderspruchs. D . M it Entscheid vom 5. April 2006 hiess die Vorinstanz den W iderspruch gut und w iderrief die Eintragung der Schw eizer M arke N r. 533'069 SEE 'N LEAR N , da zw ischen den beiden M arken eine Verw echslungsgefahr be- stehe. E. G egen diesen Entscheid erhob die Beschw erdeführerin am 22. M ai 2006 Beschw erde vor der Eidgenössischen R ekurskom ission für geistiges Ei- gentum . Sie stellte folgendes R echtsbegehren: "[...], nous dem andons, que la décision du 5 avril 2006 soit annulée, que l'opposition soit déclarée m al-fondée et qu'il soit m is à la charge de l'opposante une indem nité équitable à verser à la recourante [...]". F. M it Verfügung vom 8. Juni 2006 forderte die Eidgenössische R ekurskom - m ission für geistiges Eigentum die Vorinstanz und die Beschw erde- gegnerin zur Einreichung einer Beschw erdeantw ort auf. M it Schreiben vom 5. Juli 2006 verzichtete die Vorinstanz auf w eitere Ausführungen, verw ies auf ihre Erw ägungen im Entscheid vom 5. April 2006 und beantragte die kostenfällige Abw eisung der Beschw erde. M it Eingabe vom 14. August 2006 reichte die Beschw erdegegnerin ihre Beschw erdeantw ort ein und stellte folgende R echtsbegehren: "1. D ie Beschw erde sei vollum fänglich abzuw eisen und der Entscheid des eidge- nössischen Instituts für G eistiges Eigentum vom 5. April 2006 sei zu bestäti- gen; 2. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der W iderspruchsgeg- nerin und Beschw erdeführerin". G . M it Verfügung vom 15. N ovem ber 2006 w urde das Verfahren per 1. Januar 2007 an das Bundesverw altungsgericht überw iesen. H . M it Schreiben vom 19. Januar 2007 teilte das Bundesverw altungsgericht m it, dass nach neuem R echt die m assgebliche Verfahrenssprache diejeni- ge des angefochtenen Entscheids, also D eutsch, sei. D ie Beschw erde- gegnerin w urde aufgefordert m itzuteilen, ob sie einverstanden sei, das vorliegende Beschw erdeverfahren w ie bis anhin in französischer Sprache 3 w eiterzuführen. M it Schreiben vom 6. Februar 2007 sprach sich die Beschw erdegegnerin sinngem äss dafür aus, das Verfahren in deutscher Sprache w eiterzuführen. M it Verfügung vom 8. Februar 2007 räum te das Bundesverw altungsgericht der Beschw erdeführerin eine Frist bis zum 23. Februar 2007 ein, um zur Frage der Verfahrenssprache Stellung zu nehm en. Zusätzlich ordnete das Bundesverw altungsgericht an, dass bei unbenütztem Fristenlauf das Verfahren ohne w eitere Verfügung auf D eutsch w eitergeführt w erde. D ie Beschw erdeführerin hat sich innerhalb der angesetzten Frist nicht vernehm en lassen, w eshalb das Verfahren in deutscher Sprache w eitergeführt w urde. I. Auf die D urchführung einer m ündlichen und öffentlichen Verhandlung haben die Parteien stillschw eigend verzichtet. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D as Bundesverw altungsgericht ist zur Beurteilung von Beschw erden gegen Entscheide der Vorinstanz in W iderspruchssachen zuständig (Art. 31 f. und 33 lit. d des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). Es hat das vorliegende Verfahren am 1. Januar 2007 von der Eidgenössischen R ekurskom m ission für geistiges Eigentum über- nom m en (Art. 53 Abs. 2 VG G ). D ie Beschw erde w urde in der gesetzlichen Frist von Art. 50 Abs. 1 in Verbindung m it Art. 22a Abs. 1 des Verw altungs- verfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021) am 22. M ai 2006 eingereicht und der verlangte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet. Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die Beschw erde- führerin zur Beschw erde legitim iert (Art. 48 Vw VG ). Auf die Beschw erde ist daher einzutreten. 2. Vom M arkenschutz sind Zeichen ausgeschlossen, die einer älteren M arke ähnlich und für gleiche oder gleichartige W aren oder D ienstleistungen registriert sind, so dass sich daraus eine Verw echslungsgefahr ergibt (Art. 3 Abs. 1 lit. c des M arkenschutzgesetzes vom 28. August 1992 [M SchG , SR 232.11]). D ie Beurteilung der Verw echslungsgefahr richtet sich nach der Ähnlichkeit der Zeichen im Erinnerungsbild des Letztabnehm ers (BG E 121 III 377 E. 2a S. 378 – Boss; BG E 119 II 473 E. 2d S. 477 - R adion) und nach der G leichartigkeit der W aren und D ienstleistungen, für die die M arken eingetragen sind. 2.1 Eine Verw echslungsgefahr im Sinne von Art. 3 Abs. 1 lit. c M SchG ist dann anzunehm en, w enn das jüngere Zeichen die ältere M arke in ihrer U nter- scheidungsfunktion beeinträchtigt. Eine solche Beeinträchtigung ist gegeben, sobald zu befürchten ist, dass die m assgeblichen Verkehrskreise sich durch die Ähnlichkeit der M arken irreführen lassen und W aren, die das eine oder das andere Zeichen tragen, dem falschen M arkeninhaber zurechnen (BG E 122 III 382 E. 1 S. 384 – Kam illosan). Bei der Verw echs- lungsgefahr sind die jew eiligen U m stände des Einzelfalls zu berücksichti- gen. Einerseits bestehen W echselw irkungen zw ischen der W arengleichar- tigkeit und der Zeichenähnlichkeit. Andererseits m üssen je nach Einzelfall 4 w eitere U m stände – z.B. die Abnehm erkreise oder die Aufm erksam keit beim Kauf des Produkts – berücksichtigt w erden (LU C A S D AVID , Kom m entar zum M arkenschutzgesetz, in: H einrich H onsell, N edim Peter Vogt, Lucas D avid [H rsg.], Kom m entar zum schw eizerischen Privatrecht, M arkenschutzgesetz M uster- und M odellgesetz, 2. Aufl., Basel 1999 [zit. D AVID , Kom m entar M SchG ], Art. 3 N . 8; C H R ISTO PH W ILLI, Kom m entar M arkenschutzgesetz, D as schw eizerische M arkenrecht unter Berücksichtigung des europäischen und internationalen M arkenrechts, Zürich 2002, Art. 3 N . 17). 2.2 Bei der Beurteilung der Verw echselbarkeit ist insbesondere auch die unter- scheidende Kraft der M arken in Betracht zu ziehen, da schw ache M arken keinen grossen Schutzum fang verdienen (D AVID , Kom m entar M SchG , Art. 3 N . 13 e contrario). D ie Beschw erdeführerin stützt ihre Beschw erde denn auch w eitgehend darauf, dass sie der W iderspruchsm arke aufgrund ihrer geringen Kennzeichnungskraft lediglich einen sehr lim itierten Schutzum - fang zuerkennen m öchte (vgl. II. 3 der Beschw erde vom 22. M ai 2006). D ie Kennzeichnungskraft bezeichnet die Fähigkeit des Zeichens, sich dem Publikum als M arke einzuprägen, sei dies aufgrund der originären Eigenart oder aufgrund der D auer und Intensität der N utzung (W ILLI, a.a.O ., Art. 3 N . 111). Von H aus aus kennzeichnungsschw ach ist eine M arke, deren G ehalt durch einen Sachbegriff des täglichen Sprachgebrauchs oder durch eine allgem ein gebräuchliche Bezeichnung für die in Frage stehenden W aren und D ienstleistungen geprägt w ird (W ILLI, a.a.O ., Art. 3 N . 113; D AVID , Kom - m entar M SchG , Art. 3 N . 13). W er sich durch den G ebrauch von gängigen Sachbezeichnungen m it seiner M arke dem G em eingut annähert, nim m t eine geringere Kennzeichnungskraft in Kauf. Bei schw achen M arken genügen daher schon bescheidenere Abw eichungen, um eine hinreichen- de U nterscheidbarkeit zu schaffen (BG E 122 III 382 E. 2a S. 385 – Kam illosan). 2.3 Vom M arkenschutz ausgeschlossen sind Zeichen im G em eingut (Art. 2 lit. a M SchG ). D arunter fallen insbesondere Beschaffenheitsangaben, d.h. Ausdrücke, die geeignet sind, im Verkehr zur Bezeichnung von Eigen- schaften oder als unm ittelbarer H inw eis auf M enge, Art der H erstellung, Verw endungszw eck, W irkungsw eise oder geografische H erkunft der W are aufgefasst zu w erden. Vorausgesetzt ist, dass der beschreibende C harak- ter für einen erheblichen Teil der m assgeblichen Verkehrskreise ohne besondere G edankenarbeit oder besonderen Fantasieaufw and zu erken- nen ist. Blosse Anspielungen und G edankenassoziationen, die nur entfernt auf eine W are oder D ienstleistung hinw eisen, sind dem M arkenschutz zugänglich (BG E 106 II 245 E. 2 S. 246 - R otring; U rteil des Bundesge- richts 4C .3/1999 vom 18. Januar 2000 E. 3d - Liberty C am pus; W ILLI, a.a.O ., Art. 2 N . 54). Im Interesse eines funktionierenden W ettbew erbs m üssen zudem reklam ehafte Anpreisungen und W erbeslogans von allge- m einer Bedeutung für den geschäftlichen Verkehr freigehalten w erden. Ist der Slogan dagegen nicht auf den ersten Blick verständlich und erschliesst sich sein Sinn erst durch einige G edankenarbeit, gehört er nicht zum G em eingut (Entscheid der R ekurskom m ission für geistiges Eigentum 5 [R KG E] vom 24. April 2003, sic! 10/2003 802 E. 5 und 7 S. 802 f. – W e keep our prom ises). 3. Im vorliegenden Fall geht es um zw ei W ortm arken, die beide für W aren der Klasse 16 beansprucht w erden. D as Zeichen "FEEL 'N LEAR N " soll für W egw erfw indeln aus Papier und/oder Zellulose hinterlegt w erden, das Zeichen "SEE 'N LEAR N " für couches-culottes jetables, protège-couches- culottes jetables und culottes d'apprentissage jetables. Es besteht som it nicht nur W arengleichartigkeit sondern – w ie von der Vorinstanz bereits festgehalten (vgl. III. B. 5 des angefochtenen Entscheids vom 5. April 2006) – W arenidentität. D ieser U m stand legt im Bezug auf den Zeichenab- stand einen besonders strengen M assstab nahe (BG E 122 III 382 E. 3a S. 387 - Kam illosan; BG E 121 III 377 E. 2a S. 379 – Boss). D ie Zeichen "FEEL 'N LEAR N " und "SEE 'N LEAR N " bestehen durchw egs aus W örtern des englischen G rundw ortschatzes. D ie englische Sprache ist dem schw eizerischen D urchschnittsverbraucher zum indest in den G rund- zügen vertraut, so dass nicht nur einfache W örter m it leicht verständlichem Sinngehalt, sondern auch kom plexere Aussagen verstanden w erden (W ILLI, a.a.O ., Art. 2 N . 17). Vom D urchschnittsschw eizer und von der D urch- schnittsschw eizerin w erden "FEEL 'N LEAR N " und "SEE 'N LEAR N " daher ohne w eiteres verstanden und m it "fühle und lerne" respektive "sieh und lerne" übersetzt (Langscheidts H andw örterbuch Englisch, Berlin et al. 2001, S. 223, 359 und 555). Entgegen der Auffassung der Beschw erdeführerin ist "FEEL 'N LEAR N " für die beanspruchten W aren – W egw erfw indeln – nicht unm ittelbar beschrei- bend. W as m it W egw erfw indeln gelernt w erden kann ist nicht spontan ersichtlich: D er Zw eck einer W indel besteht in erster Linie darin, die Ausscheidungen eines Babys aufzunehm en, Feuchtigkeit aufzusaugen und lästige G eruchsem issionen so gut w ie m öglich zu verhindern. D ass m it einer W egw erfw indel - w ie die Beschw erdeführerin in Bezug auf eine W indel der Beschw erdegegnerin vorbringt (vgl. II. 3. der Beschw erde vom 22. M ai 2006) - auch etw as gelernt w erden könnte, w ird hingegen vom D urchschnittskonsum enten nicht unm ittelbar erkannt und ist aus dem R egistereintrag auch nicht ersichtlich. D er Slogan "FEEL 'N LEAR N " erscheint im Bezug auf die beanspruchte W arenklasse auf den ersten Blick überraschend und unpassend. Erst durch einige G edankenarbeit erschliesst sich der Sinn dieser Aussage als Anspielung auf die Funktion der Lernw indel, für w elche die M arke beansprucht w ird. Im W iderspruchs- verfahren ist aber nicht vom tatsächlichen Einsatz der angefochtenen M arke auszugehen, sondern einzig von deren Eintragung (D AVID , Kom m en- tar M SchG , Art. 3 N . 12). Entgegen den Vorbringen der Beschw erdeführerin ist daher bei der M arke "FEEL 'N LEAR N " nicht von einem kennzeichnungsschw achen Zeichen (vgl. II. 3 der Beschw erde vom 22. M ai 2006), sondern m it der Vorinstanz, von einer M arke m it durchschnittlichem Schutzum fang (vgl. III. D . 8 des angefochtenen Entscheids vom 5. April 2006) auszugehen. 4. D ie Zeichenähnlichkeit bestim m t sich nach dem G esam teindruck der zu 6 vergleichenden Zeichen. Zu berücksichtigen sind alle der m enschlichen W ahrnehm ung zugänglichen, äusserlichen und inhaltlichen Ü bereinstim - m ungen, aber auch U nterschiede. D ie Prüfung nach dem G esam teindruck soll dem U m stand R echnung tragen, dass die M arke norm alerw eise als G anzes w ahrgenom m en w ird und Einzelheiten w eniger Bedeutung zuge- m essen w ird. U nzulässig ist die m osaikartige Betrachtung. D ie M arke ist als G anzes zu w ürdigen und darf nicht in ihre Einzelteile zergliedert und isoliert betrachtet w erden (W ILLI, a.a.O ., Art. 3 N . 63; D AVID , Kom m entar M SchG , Art. 3 N . 11; EU G EN M AR B AC H , Kennzeichenrecht, in: R oland von Büren / Lucas D avid (H rsg.), Schw eizerisches Im m aterialgüter- und W ettbew erbsrecht, Bd. III, Basel 1996, S. 116). 4.1 D ie Verw echselbarkeit von zw ei M arken kann nicht abstrakt beurteilt w erden, sondern es sind im m er auch die konkreten U m stände in Betracht zu ziehen. Insbesondere m uss die übliche Aufm erksam keit der Konsum en- ten beim Kauf des Produktes beachtet w erden. M assgeblich dafür ist die Verkehrsauffassung. N am entlich ist die Verw echslungsgefahr kleiner, w enn sich die M arken bloss an Fachleute richten, w eil solche über ein gutes U nterscheidungsverm ögen verfügen sollten. D agegen ist bei M assenartikeln des täglichen Bedarfs ein strengerer M assstab anzulegen, da die Konsum enten beim Kauf eine geringere Aufm erksam keit aufw enden (BG E 121 III 377 E. 3d S. 381 - Boss; BG E 122 III 382 E. 3a S. 388 - Ka- m illosan; W ILLI, a.a.O ., Art. 3 N . 20 f.; D AVID , Kom m entar M SchG , Art. 3 N . 14). 4.2 Im Konflikt zw ischen zw ei W ortzeichen beurteilt sich die Verw echselbarkeit zunächst nach dem W ortklang und dem Schriftbild. D a der durchschnittli- che M arkenadressat aber, w as er hört und liest, unw illkürlich auch gedanklich verarbeitet, kann für den G esam teindruck einer W ortm arke, die dem allgem einen Sprachschatz entnom m en ist, auch ihr Sinngehalt entscheidend sein (BG E 121 III 377 E. 2b S. 376 - Boss; BG E 122 III 382 E. 5a S. 388 - Kam illosan). Ein Abw ehranspruch besteht, sobald sich die Verw echselbarkeit auch nur auf einer dieser Ebenen ergibt. Allfällige W echselw irkungen sind jedoch selbstverständlich zu beachten und die Verw echselbarkeit akzentuiert sich, sobald sich auf m ehreren Ebenen Ü berschneidungen ergeben. Andererseits kann die Ü bereinstim m ung in einer R ichtung durch die deutliche Verschiedenheit der anderen Faktoren aufgehoben w erden, beispielsw eise w enn das ähnliche Klangbild durch den unterschiedlichen Sinngehalt kom pensiert w ird, so dass keine M arkenähnlichkeit m ehr besteht (BG E 121 III 377 E. 3c S. 380 f - Boss; W ILLI, a.a.O ., Art. 3 N . 69; M AR BAC H , a.a.O ., S. 118; D AVID , Kom m entar M SchG , Art. 3 N . 19). 5. D ie zu vergleichenden M arken haben das gleiche Silbenm ass (drei Silben) und den gleichen Ausspracherhythm us. Beide w erden trotz Verw endung der englischen Sprache vom D urchschnittsschw eizer verstanden und auch englisch ausgesprochen. Es liegt deshalb eine identische Vokalfolge vor (näm lich i-ä-ö). D ie zu vergleichenden Zeichen unterscheiden sich lediglich durch die Anfangsbuchstaben "F" und "S" sow ie durch den zusätzlichen Buchstaben "L" beim W ort "FEEL". D ie beiden Konsonanten "F" und "S" 7 am W ortanfang sind stim m los und w erden sehr ähnlich ausgesprochen. Auch der zusätzliche Konsonant "L" w ird kaum betont und verm ag den W ortklang nicht entscheidend zu prägen. Auf der Ebene W ortklang besteht deshalb eine ausgeprägte M arkenähnlichkeit. Beinahe identisch sind vorliegend auch die M arkenlänge und die benutzten Zeichen. Lediglich im ersten W ort sind kleine schriftbildliche U nterschiede zu verzeichnen. D och auch da sticht vor allem das bei beiden Zeichen vorkom m ende doppelte "EE" ins Auge. D er R est der zu vergleichenden M arken ist vollkom m en identisch. Im visuellen G esam teindruck ergibt sich darum ebenfalls eine hochgradige Ähnlichkeit. D ie M arken "FEEL 'N LEAR N " und "SEE 'N LEAR N " w eisen schliesslich auch äusserst ähnliche Sinngehalte auf. D ass die Verben "FEEL" und "SEE" im Einzelnen unterschiedliche Sinnesw ahrnehm ungen bezeichnen, ändert nichts daran, dass beide M arken den G edanken des Lernens m ittels Sinnesorganen beinhalten. D ieser G rundgedanke bleibt dem Kon- sum enten in Erinnerung, w eshalb die M arkenähnlichkeit auch in sem anti- scher H insicht zu bejahen ist (so auch der Entscheid der R KG E vom 21. D ezem ber 2001, sic! 3/2002 172 E. 6 S. 172 – Fly aw ay / Float aw ay). Im vorliegenden Fall besteht som it bezüglich der beanspruchten W aren W arenidentität; gleichzeitig liegt zw ischen den M arken eine erhebliche Zeichenähnlichkeit vor. Eine unm ittelbare Verw echslungsgefahr zw ischen den strittigen Zeichen ist daher zu bejahen. D ies gilt um so m ehr, w enn m an in Betracht zieht, dass die Aufm erksam keit des D urchschnittskonsu- m enten beim Kauf von W egw erfw indeln – also einem M assenartikel – verhältnism ässig gering ist. Aber selbst bei denjenigen Konsum enten, denen die Verschiedenheit von "FEEL 'N LEAR N " und "SEE 'N LEAR N " auffällt, w äre m it einer m ittelbaren Verw echslungsgefahr in dem Sinne zu rechnen, dass sie aufgrund der Ü bereinstim m ung in der Struktur der beiden M arken und der Identität des Zeichenendes ("'N LEAR N ") anneh- m en, es handle sich um zw ei Zeichen des gleichen U nternehm ens (BG E 127 III 160 E. 2a S. 166 – Securitas). 6. D ie Beschw erde erw eist sich som it insgesam t als unbegründet und ist abzuw eisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die G erichtsgebühr der Beschw erdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). Zudem hat die Beschw erdeführerin der Beschw erdegegnerin eine Parteientschädi- gung zu bezahlen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D ie G erichtsgebühr ist nach U m fang und Schw ierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien festzulegen (Art. 63 Abs. 4bis Vw VG , Art. 2 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). Im Beschw erde- verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht ist dafür ein Streitw ert zu veran- schlagen (Art. 4 VG KE). Im W iderspruchsverfahren besteht dieser Streitw ert vor allem im Schaden der beschw erdeführenden Partei im Fall einer M arken- verletzung durch die angefochtene M arke. Es w ürde aber zu w eit führen und könnte im Verhältnis zu den relativ geringen Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens abschreckend w irken, w enn dafür stets konkrete Aufw andsnach-8 w eise im Einzelfall verlangt w ürden. M angels anderer streitw ertrelevanter Angaben ist der Streitw ert darum nach Erfahrungsw erten auf Fr. 40'000.-- festzulegen (JO H AN N ZÜ R C H ER , D er Streitw ert im Im m aterialgüter- und W ettbe- w erbsprozess, sic! 7/2002 493 ff. S. 505; LEO N Z M EYER , D er Streitw ert in Prozessen um Im m aterialgüterrechte und Firm en, sic! 6/2001 559 ff.; LU C AS D AVID , D er R echtsschutz im Im m aterialgüterrecht, in: R oland von Büren / Lucas D avid (H rsg.), Schw eizerisches Im m aterialgüter- und W ettbew erbs- recht, Bd. I/2, 2. Aufl., Basel 1998, S. 29 f.). D ie Eingaben der Beschw erdegegnerin ans Bundesverw altungsgericht be- schränken sich auf zwei kurze Schreiben (Fristverlängerungsgesuch vom 3. Juli 2006 und Stellungnahm e zum Sprachenw echsel vom 6. Februar 2007) sow ie die Beschw erdeantw ort. Trotz der von der Beschw erdegegnerin m it Kostennote vom 12. April 2007 ausgew iesenen Fr. 4'012.75 erscheint daher eine Parteientschädigung im U m fang von Fr. 2'500.-- als angem essen (Art. 34 M SchG , Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). 7. G egen dieses U rteil steht keine Beschw erde am Bundesgericht offen (Art. 73 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). Es ist rechtskräftig. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen und der angefochtene Entscheid w ird bestätigt. 2. D ie G erichtsgebühr von Fr. 4'000.-- w ird der Beschw erdeführerin auferlegt und m it dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- verrechnet. D ie Beschw erdeführerin hat dam it noch Fr. 500.-- zu bezahlen. 3. D ie Beschw erdeführerin hat der Beschw erdegegnerin eine Parteientschä- digung in der H öhe von Fr. 2'500.-- zu bezahlen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (eingeschrieben, m it Beilagen) - der Beschw erdegegnerin (eingeschrieben, m it Beilagen) - der Vorinstanz (R ef-N r. W spr. 7685) (eingeschrieben, m it Beilagen) D er Abteilungspräsident: D er G erichtsschreiber: Bernard M aitre Thom as Zogg Versand am : 24. M ai 2007