<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00095</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206214&amp;W10_KEY=4467134&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00095</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.09.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 26.03.2007 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Fristwiederherstellung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Versäumte Rechtsmittelfrist. Fristwiederherstellung.<br/><br/>Aus mangelhafter Eröffnung eines Entscheids darf einer Partei kein Nachteil erwachsen. Diesem Grundsatz ist dann genüge getan, wenn eine objektiv mangelhafte Eröffnung trotz ihres Mangels ihren Zweck erreicht hat. Es ist nach den Umständen des Einzelfalls zu prüfen, ob die betroffene Partei durch den gerügten Eröffnungsmangel tatsächlich irregeführt und benachteiligt worden ist. Richtschnur für die Beurteilung dieser Frage ist der Grundsatz von Treu und Glauben. Für die Zustellung einer Sendung genügt es, wenn sie in den Machtbereich des Adressaten gelangt und er demnach von ihr Kenntnis nimmt (E. 2.1). <br/><br/>Die Zustellung eines Entscheids an die Privatadresse des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin ist zwar mangelhaft. Die Sendung wurde jedoch vom Assistenten des Rechtsvertreters üblicherweise abgeholt, so dass Letzterer vom Entscheid Kenntnis erhalten hat und durch die mangelhafte Zustellung in keiner Weise benachteiligt wurde. Eine erneute Zustellung desselben Entscheids an die Geschäftsadresse des Rechtsvertreters vermag keine neue Rechtsmittelfrist auszulösen (E. 2.2-3).<br/><br/>Grundsätze und Voraussetzungen für die Wiederherstellung einer Frist (E. 3.1). Da die Beschwerdeführerin für den massgeblichen Zeitpunkt keinen Wiederherstellungsgrund geltend macht, ist die Vorinstanz auf das Fristwiederherstellungsgesuch zu Recht nicht eingetreten (E. 3.2).<br/><br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERÃFFNUNGSMANGEL">ERÃFFNUNGSMANGEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: FRIST/-EN">FRIST/-EN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTVERSÃUMNIS">FRISTVERSÃUMNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTWIEDERHERSTELLUNG">FRISTWIEDERHERSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTWIEDERHERSTELLUNGSGESUCH">FRISTWIEDERHERSTELLUNGSGESUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTWIEDERHERSTELLUNGSGRÃNDE">FRISTWIEDERHERSTELLUNGSGRÃNDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHTEIL">NACHTEIL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 11 Abs. I VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 11 Abs. II VRG</span><br/><span class="gerade">§ 12 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 22 Abs. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschluss vom 8. November 2005 verweigerte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich der A AG teilweise die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die sexgewerbliche Nutzung des GebÃ¤udes auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der M-Strasse in ZÃ¼rich.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Auf einen hiergegen von der A AG mit Eingabe vom 29. Dezember 2005 (versandt am 5. Januar 2006) erhobenen Rekurs trat die Baurekurskommission I mit Entscheid vom 27. Januar 2006 nicht ein, gleichzeitig wies sie ein am 5. Januar 2006 gestelltes Fristwiederherstellungsgesuch ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diesen Entscheid liess die A AG am 23. Februar 2006 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und Folgendes beantragen:</p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Es sei der Entscheid der Baurekurskommission I des Kantons ZÃ¼rich vom 27. Januar 2006 hinsichtlich Ziff. I, II und III des Dispositivs aufzuheben.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 2.1. Es sei festzustellen, dass die am 17. November 2005 erfolgte Zustellung des Entscheides der Bausektion der Stadt ZÃ¼rich vom 8. November 2005 an die Privatadresse (N-Strasse 02 in ZÃ¼rich) des unterzeichneten Anwaltes rechtlich unwirksam war und keine Rechtsmittelfrist auszulÃ¶sen vermochte.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 2.2. Es sei weiter festzustellen, dass die am 29. November 2005 erfolgte Zustellung des Entscheides der Bausektion der Stadt ZÃ¼rich vom 8. November 2005 an die GeschÃ¤ftsadresse (N-Strasse 03 in ZÃ¼rich) des unterzeichneten Anwaltes rechtlich unwirksam war und keine Rechtsmittelfrist auszulÃ¶sen vermochte.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 3. Eventualiter sei das Gesuch um Wiederherstellung der am 29. Dezember 2005 abgelaufenen Rekursfrist gutzuheissen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 4. Schliesslich sei der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 5. Unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Staatskasse."</span></p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission I beantragte am 7. MÃ¤rz 2006 Abweisung der Beschwerde. Die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich schloss am 28. MÃ¤rz 2006 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde. In Replik und Duplik hielten beide Parteien an ihren AntrÃ¤gen fest.</p> <p class="Urteilstext">Die Parteivorbringen sowie die ErwÃ¤gungen der Vorinstanz werden, soweit rechtserheblich, im Rahmen der nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung von Beschwerden gegen Entscheide der Baurekurskommission zustÃ¤ndig. Das gilt auch fÃ¼r einen Nichteintretensentscheid infolge Fehlens einer Prozessvoraussetzung (§ 19 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 VRG).<span> Die Verweigerung der Wiederherstellung der Rechtsmittelfrist stellt einen verfahrensabschliessenden Endentscheid dar, der mit dem in der Hauptsache zur VerfÃ¼gung stehenden Rechtsmittel angefochten werden kann (</span>Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 10 N. 25)<span>. Da die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen ohne weiteres erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss § 22 Abs. 1 VRG ist der Rekurs innert 30 Tagen seit der Mitteilung oder, mangels einer solchen, seit Kenntnisnahme der angefochtenen Anordnung bei der Rekursinstanz schriftlich einzureichen. Aus mangelhafter ErÃ¶ffnung darf einer Partei kein Nachteil erwachsen (vgl. Art. 38 des Bundesgesetzes Ã¼ber das Verwaltungsverfahren [VwVG] vom 20. Dezember 1968 [SR 172.021]; BGE 117 Ib 270 E. 1c und d). Diesem Grundsatz ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und einhelliger Lehre dann GenÃ¼ge getan, wenn eine objektiv mangelhafte ErÃ¶ffnung trotz ihres Mangels ihren Zweck erreicht hat (BGE 122 V 189 E. 2 S. 194; BGr, 31. Dezember 1993, 1A.256/1993 E. 2a, ZBl 95/1994 S. 529; BGr, 17. Februar 2006, 1A.253/2005, E. 2.2, www.bger.ch; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 10 N. 62; Alfred KÃ¶lz/Isabelle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 364 f., jeweils auch zum Folgenden; siehe sodann auch RenÃ© Rhinow/Heinrich Koller/Christina Kiss, Ãffentliches Prozessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel 1996, Rz. 381). Es ist nach den UmstÃ¤nden des Einzelfalls zu prÃ¼fen, ob die betroffene Partei durch den gerÃ¼gten ErÃ¶ffnungsmangel tatsÃ¤chlich irregefÃ¼hrt und dadurch benachteiligt worden ist. Richtschnur fÃ¼r die Beurteilung dieser Frage ist der auch im prozessualen Bereich geltende Grundsatz von Treu und Glauben, an welchem die Berufung auf FormmÃ¤ngel in jedem Fall ihre Grenze findet. Der Adressat einer mangelhaften VerfÃ¼gung muss alles ihm Zumutbare unternehmen, um in den Besitz der fÃ¼r die Wahrung seiner Rechte notwendigen Unterlagen zu kommen. Insbesondere darf er den Beginn des Fristenlaufs nicht beliebig hinauszÃ¶gern, wenn er einmal von der ihn betreffenden VerfÃ¼gung Kenntnis erhalten hat (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich 2002, N. 1641, mit Hinweisen).</p> <p class="Urteilstext">Die Rechtsmittelfrist beginnt mit der ErÃ¶ffnung bzw. der Zustellung des Entscheids zu laufen (§ 11 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 VRG; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 11 N. 3). Nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist fÃ¼r die Zustellung einer Sendung nicht erforderlich, dass der Adressat sie tatsÃ¤chlich in Empfang nimmt; es genÃ¼gt, wenn sie in seinen Machtbereich gelangt und er demzufolge von ihr Kenntnis nehmen kann (BGE 122 I 139 E. 1 S. 143; 122 III 316 E. 4 S. 320; KÃ¶lz/HÃ¤ner, Rz. 341, KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 10 N. 20 ff.). Werden behÃ¶rdliche Anordnungen eingeschrieben versandt, so erfolgt die Zustellung demnach bereits im Zeitpunkt der Entgegennahme bzw. der Abholung auf der Post.</p> <p class="Erwgung2"><a id="_Ref148323956"><b>2.2 </b>Der fragliche Bauentscheid wurde dem Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin erstmals am 17. November 2005 zugestellt. Zwar erfolgte die Zustellung nicht an seine GeschÃ¤ftsadresse, sondern an die direkt daneben liegende Privatadresse. Insofern erfolgte sie zweifellos nicht ordnungsgemÃ¤ss, denn ein Anwalt muss nicht damit rechnen, Sendungen, die seine AnwaltstÃ¤tigkeit betreffen, an seine private Adresse zugestellt zu erhalten. Die Sendung wurde jedoch â gemÃ¤ss den AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrerin (Rekursschrift) â wie Ã¼blich von seinem Assistenten abgeholt (die Unterschrift des EmpfÃ¤ngers auf dem RÃ¼ckschein ist denn auch dieselbe wie bei der zweiten Zustellung vom 29. November 2005 an die GeschÃ¤ftsadresse [vgl. auch die Unterschrift auf der Gerichtsurkunde]). Damit hat der Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin von dem fÃ¼r diese bestimmten Bauentscheid am 17. November 2005 Kenntnis erhalten. Von diesem Zeitpunkt an war er im Besitz aller wesentlichen Informationen, deren er fÃ¼r das Einreichen eines Rechtsmittels bedurfte. Durch die mangelhafte ErÃ¶ffnung wurde er in keiner Weise irregefÃ¼hrt oder benachteiligt. Die Rekursfrist wurde folglich mit der Zustellung vom 17. November 2005 ausgelÃ¶st und endete, weil der 17. Dezember ein Samstag war, am 19. Dezember 2005 (§ 11 Abs. 1 in Verbindung mit 70 VRG).</a></p> <p class="Urteilstext">Selbst wenn erst die unbestrittene Kenntnisnahme des Entscheids im GeschÃ¤ftsbereich am 21. November 2005 (vgl. Beschwerdeschrift; Rekursschrift) â an diesem Tag telefonierte der Rechtsvertreter auch unbestrittenermassen mit einem Sachbearbeiter der Bausektion und hatte den fraglichen Bauentscheid vor sich liegen â fÃ¼r die AuslÃ¶sung der Rechtsmittelfrist als massgeblich angesehen wÃ¼rde, wÃ¤re der am 5. Januar 2006 der Post Ã¼bergebene Rekurs der BeschwerdefÃ¼hrerin zu spÃ¤t erfolgt. Die Rechtsmittelfrist wÃ¤re diesfalls am 21. Dezember 2005 verstrichen (§ 11 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Irrelevant fÃ¼r den zu beurteilenden massgeblichen Fristenlauf ist, dass der Bauentscheid dem Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin am 29. November 2005 nochmals an seine GeschÃ¤ftsadresse zugestellt wurde. Diese Zustellung vermag keine neue Rechtsmittelfrist auszulÃ¶sen. Insbesondere kann der Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin aus dem auf der letzten Seite des Entscheids angebrachten Hinweis, dass durch die erneute Zustellung die Rekursfrist nicht neu zu laufen beginne, nichts fÃ¼r sich ableiten. Dieser spricht nach dem Grundsatz von Treu und Glauben im Gegenteil dafÃ¼r, dass der Vertreter nicht davon ausgehen konnte, dass ein neuer Fristenlauf ausgelÃ¶st wurde. Im Ãbrigen ist es einzig Sache der Rechtsmittelinstanzen Ã¼ber die Einhaltung der Rechtsmittelfrist als Prozessvoraussetzung zu befinden. Auf entsprechende Hinweise seitens der BaubehÃ¶rde kommt es nicht an â es sei denn, es handle sich um einen Anwendungsfall des Vertrauensschutzes infolge unrichtiger behÃ¶rdlicher Auskunft, was vorliegend gerade nicht zutrifft.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrerin beantragt eventualiter die Wiederherstellung der versÃ¤umten Frist.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss § 12 Abs. 2 VRG kann eine versÃ¤umte gesetzliche Frist wiederhergestellt werden, wenn dem SÃ¤umigen keine grobe NachlÃ¤ssigkeit zur Last fÃ¤llt und er innert zehn Tagen nach dem Wegfall des Grundes, der die Einhaltung der Frist verhindert hat, ein Gesuch um Wiederherstellung einreicht. Dabei obliegt es der sÃ¤umigen Partei, sowohl die GrÃ¼nde im Wiederherstellungsgesuch vollstÃ¤ndig und genau darzustellen als auch darzulegen, dass die Gesuchsfrist von 10 Tagen eingehalten worden ist (RB 2002 Nr. 12 und 13, auch zum Folgenden). FÃ¼r den Beginn des Fristenlaufs ist entscheidend, dass die sÃ¤umige Partei aufgrund der ihr bekannten UmstÃ¤nde wissen oder jedenfalls damit rechnen musste, eine Frist versÃ¤umt zu haben und es ihr objektiv mÃ¶glich und subjektiv zumutbar ist, tÃ¤tig zu werden. Das Gesuch um Fristwiederherstellung kann nach Ablauf der fÃ¼r die Einreichung gesetzten Frist nicht mehr ergÃ¤nzt werden (RB 2002 Nr. 3). Die sÃ¤umige Partei muss sich das Verhalten eines beauftragten Vertreters anrechnen lassen, wobei insbesondere an Fristwiederherstellungsbegehren von AnwÃ¤lten erhÃ¶hte Anforderungen zu stellen sind (RB 2000 Nr. 3; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 12 N. 16).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht in Bezug auf die am 19. bzw. spÃ¤testens am 21. Dezember 2005 abgelaufene Rechtsmittelfrist keinen Wiederherstellungsgrund geltend, weshalb die Beschwerde, soweit sie das Fristwiederherstellungsgesuch betrifft, schon aus diesem Grund abzuweisen ist. Derartige GrÃ¼nde, die im Ãbrigen beim Anwalt der BeschwerdefÃ¼hrerin vorhanden sein mÃ¼ssten, sind auch nicht ersichtlich. </p> <p class="Erwgung2">Da wie dargelegt nicht die Zustellung vom 29. November 2005 fÃ¼r den Fristenlauf massgeblich war (oben E. 2.2 f.), erÃ¼brigt sich, die BegrÃ¼ndetheit des Fristwiederherstellungsgrunds fÃ¼r diesen Zeitpunkt zu prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung2">Die Vorinstanz hat das Fristwiederherstellungsgesuch daher im Ergebnis zu Recht abgewiesen. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang wird die BeschwerdefÃ¼hrerin kostenpflichtig (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 VRG). Ãberdies hat sie der Beschwerdegegnerin, deren BemÃ¼hungen Ã¼ber den Ã¼blichen Verwaltungsaufwand bei der Beantwortung von Rechtsmitteln hinausgingen, eine ParteientschÃ¤digung zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Angemessen erscheint eine ParteientschÃ¤digung in der HÃ¶he von Fr. 1'000.- (§ 12 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 140.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'640.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat der Beschwerdegegnerin eine ParteientschÃ¤digung in der HÃ¶he von Fr. 1'000.- auszurichten.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>