B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4/2012 U r t e i l v o m 2 7 . F e b r u a r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Daniel Willisegger, mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi; Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli. Parteien A._______, Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Emil Robert Meier, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 24. November 2011 / N (…). E-4/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer reichte am 19. April 1999 ein erstes Asylgesuch in der Schweiz ein. Mit Verfügung vom 12. April 20 02 stellte das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. Die dage- gen eingereichte Beschwerde wies die damals zuständige Schweizer i- sche Asylrekurskommission (ARK) mit Urteil vom 5. März 2003 ab. Nach dem erfolglosen Einreichen eines Wiedererwägungsgesuchs reiste der Beschwerdeführer aus der Schweiz aus. B. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer Sri Lanka am 24. Oktober 2008 über den Flughafen von Colombo , reiste am 27. Okto- ber 2008 in die Schweiz ein und suchte g leichentags um Asyl nach. Am 3. November 2008 wurde er im Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel befragt. Das BFM hörte ihn am 8. Mai 200 9 und am 2. Juli 2009 zu den Asylgründen an. Im Wesentlichen machte er geltend, er stamme aus B._______. Sein Vater lebe seit 1983, seine Mutter seit 2003 in der Schweiz; beide würden sie über eine Aufenthaltsbewilligung C verfügen. Nach seiner Rückkehr aus der Schweiz bis zur erneuten Ausreise habe er bei einem Onkel und dessen Tochter in C._______ (Jaffna, Nordprovinz) gelebt. Er habe Kindern Computerkurse erteilt und für Dritte deren Fotos auf CDs gebrannt. Im Frühling 2006 sei er daheim von fünf Soldaten au f- gesucht und gefragt worden, weshalb all seine Verwandten im Ausland leben würden. Sein Onkel habe sich eingeschalten, worauf er in Ruhe ge- lassen worden sei. Seither habe er Angst gehabt. Am 10. Januar 2007 sei sein Onkel gestorben. Er habe weiter zusammen mit seiner Cousine im Haus des Onkels gelebt. Am 24. September 2008 habe die Armee a n- lässlich einer Hausdurchsuchung seinen Laptop beschla gnahmt und se i- ner Cousine mitgeteilt, er müsse sich bei der Armee melden. Seine Cou- sine habe ihn im Tempel aufgesucht und ihm geraten, nicht mehr nach Hause zu kommen. Er habe seinen Bruder in D._______ kontaktiert, wel- cher umgehend seine Ausreise organisi ert habe. All seine Verwandten würden im Ausland leben, weshalb er bei einer Rückkehr ganz alleine sei. C. Mit Verfügung vom 24. November 2011 stellte das BFM fest, der B e- schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asy l-E-4/2012 Seite 3 gesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. D. Mit Eingabe vom 30. Dezember 2011 an das Bundesverwaltungsgericht beantragte der Beschwerdeführer, die angefochtene Verfügung sei au f- zuheben. Das Verfahren sei an die Vorinstanz zur Vervoll ständigung des Sachverhalts und zum neuen Entscheid zurückzuweisen. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren. Subeventualiter sei festzuste l- len, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig sei, und das BFM a n- zuweisen, ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren. E. Mit Zwischenverfügung vom 13. Januar 2012 setzte der Instruktionsric h- ter dem Beschwerdeführer Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses. Dieser ging am 25. Januar 2012 bei der Gerichtskasse ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]; Art. 105 des Asyl- gesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG) ist einzutreten. 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf Verletzung von Bundesrecht, unrichtige und unvollständige Festste l- lung des rechtserheblichen Sachverhalts und Unangemessenheit (Art. 106 Abs. 1 AsylG). E-4/2012 Seite 4 2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Der Beschwerdeführer stellt den Antrag, die angefochtene Verfügung sei wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs aufzuheben und an die Vor- instanz zurückzuweisen. 3.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör richtet sich nach Art. 29 VwVG und Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos- senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101 ). Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeit s- bezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sic h zumin- dest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den En t- scheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 135 II 286 E. 5.1 S. 293; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). 3.3 Der Beschwerdeführer stellt nicht in Abrede, dass er von seinem Äus- serungsrecht Gebrauch machen und sich mit Beweisanträgen einbringen konnte. Er wu rde in Übereinstimmung mit dem massgebenden Verfa h- rensrecht summarisch befragt (Art. 26 AsylG) und vertieft zu seinen Asy l- gründen angehört (Art. 29 AsylG). Weitere Teilgehalte des rechtlichen Gehörs ruft er nicht an. Vielmehr begründet er seine Rüge damit, dass sich im Nachgang zur Befragung vom Juli 2009 verschiedene neue asy l- relevante Umstände verwirklich t hätten. Indem er nicht erneut befragt worden sei, habe die Vorinstanz den eingeschränkten Untersuchung s- grundsatz verletzt. Indes verkennt der Beschwerd eführer die Tragweite des Untersuchungsgrundsatzes. Asylsuchende sind verpflichtet, bei der Sachverhaltsfeststellung aktiv mitzuwirken (BVGE 2011/27 E. 4.2 S. 539). Hat der Asylsuchende wesentliche Ergänzungen zum Sachverhalt anz u-E-4/2012 Seite 5 bringen, so hat er dies im Rahmen der Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) umgehend zu tun. Gemäss Art. 32 Abs. 2 VwVG können die Behörden verspätete Parteivorbringen, die ausschlaggebend sind, trotz Verspätung berücksichtigen. Einen Anspruch darauf, dass die Behörden die Asyls u- chenden von Amtes wegen zu einer erneuten Anhörung vorladen oder nochmals eine Frist zur Stellungnahme ansetzen, ergibt sich aus dem Gesetz nicht. Die Rüge der Gehörsverletzung ist unbegründet. 4. 4.1 Der Beschwerdeführer macht weiter eine veraltete und unvollständige Sachverhaltsfeststellung geltend. 4.2 Der Untersuchungsgrundsatz verpflichtet die Behörde, den Sachve r- halt von Amtes wegen festzustellen (Art. 12 VwVG). Die Frage, ob der rechtserhebliche Sachverhalt vollständig und richtig festgestellt ist, beu r- teilt sich indessen im Zeitpunkt des Beschwerdeentscheides. Unvollstä n- dig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die angefochtene Verfügung nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berück- sichtigt ( ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Ve r- waltungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1998, 2. Aufl., Rz. 630). 4.3 Der Beschwerdeführer führt in der Rechtsmitteleingabe aus, nach der Anhörung im Juli 2009 hätten sich neue asylrelevante Sachverhalte zuge- tragen. Mit seinem Nachbar und Freund, welcher Mitglied der Liberation Tigers of Tamil Eelam ( LTTE) gewesen sei und der Spionagegruppe E._______ angehört habe, habe er eng zusammengearbeitet. Er habe Aufnahmen, welcher sein Freund von Angriffen der Armee auf die Zivilbe- völkerung gemacht habe, ins Vanni -Gebiet weitergeleitet. Zwischenzei t- lich sei der Freund von der sri-lankischen Armee verhaftet worden. Er be- fürchte nun, von den sri -lankischen Sicherheitsbehörden der Unterstü t- zung der LT TE verdächtigt zu werden. Sodann sei seine Cousine nach F._______ weggezogen und das Haus des Onkels konfisziert worden. 4.4 Anlässlich der Befragungen hat der Beschwerde führer die Zusa m- menarbeit mit seinem Freud und Nachbar nicht erwähnt, insbesondere auch nicht, dass er dessen Bilder von Angriffen der sri-lankischen Armee, weitergeleitet habe. Dieses Vorbringen hätte er bereits anlässlich der Be- fragung vorbringen können. Die weiteren neuen Vorkommnisse hätte er – wie bereits vorstehend dargelegt – jederzeit im Rahmen seiner Mitwi r- kungspflicht ins Verfahren einbringen können. Entsprechendes hat er E-4/2012 Seite 6 nicht getan. Darüber hinaus führt er keine Gründe an, weshalb es ihm nicht möglich und zumutbar gewesen sein soll, dies zu tun . Der Vorin- stanz kann nicht vorgehalten werden, den Sachverhalt unvollständig fest- gestellt zu haben. Die Rüge erweist sich als unzutreffend. 4.5 Der Beschwerdeführer unterlässt es, seine erstmals vor Gericht ei n- gebrachten Vorbringen zu substantiieren, geschweige denn, dass er sie mit Beweismitteln belegen würde. Die Vorbringen sind nachgeschoben, als nachträgliche Sachver haltsanpassung und daher als nicht glaubhaft zu werten. Nachfolgend ist daher vom Sachverhalt auszugehen, wie ihn die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung festgestellt hat. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten soziale n Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). 6. 6.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, der Beschwerdeführer erfülle die Voraussetzungen zur Anerkennung als Flüchtling gemäss Art. 3 AsylG nicht. Aus den Akten würden sich keine Hinweise ergeben, dass das einmalige Vorsprechen der sri -lankischen Armee im Jahre 2006 konkrete Verfolgungsmassnahmen nach sich g e- zogen hätte. Während der folgende n zwei Jahre habe der Beschwerde- führer unbehelligt gelebt. Die Beschlagnahmung des Notebooks am 24. September 2008 sei im Zusammenhang mit der damaligen Bürgerkrieg s- situation zu bewerten. Der Hausdurchsuchungen fehle die erforderliche Intensität. Zudem würden solche Personenkontrollen darauf abzielen, die Infiltrierung durch die LTTE in die Zivilgesellschaft zu unterbinden. Der Beschwerdeführer verfüge nicht über ein Profil, welches ihn aktuell g e- genüber den sri-lankischen Behörden verdächtig mache. E-4/2012 Seite 7 6.2 Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, indem die Vorinstanz ihn nicht als Flüchtling anerkenne, verletze sie Bundesrecht . Er sei eng mit der LTTE verflochten, weshalb er einem ernsthaften Verfolgungsrisiko unterliege. Der Beschwerdeführer hat anlässlich der Befragungen an keiner Stelle geltend gemacht, in irgend einer Weise in einer Beziehung zur LTTE zu stehen. Namentlich hat er auch nie vorgebracht, seine Schwester sei bei der Organisation aktiv gewesen. Die Schwester lebt im Übrigen bereits seit Jahren in F._______ und ist dort eingebürgert. Wäre sie tatsächlich jemals aktiv für die LTTE gewesen, wäre der Beschwerdeführer allenfalls in früheren Jahren diesbezüglich en Nachteilen ausgesetzt gewesen. Auf- grund der veränderten Sachlage ist dies heute wenig wahrscheinlich. Entgegen seiner Ansicht erfüllt der politisch nie aktive Beschwerdeführer offensichtlich keines der in BVGE 2011/24 dargelegten Risikoprofile : (1.) der politischen Opposition verdächtigte Personen, (2.) kritisch auftretende Journalisten und Medienschaffende, Menschrechtsaktivisten und regim e- kritische NGO-Vertreter, (3.) Personen, die Opfer oder Zeugen schwerer Menschrechtsverstösse wurden oder diesbezüg lich juristische Schritte eingeleitet haben, (4.) Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Konta k- te zu den LTTE unterstellt werden beziehungsweise (5.) die über b e- trächtliche finan zielle Mittel verfügen . Die vom Beschwerdeführer ang e- führten Benachteiligungen stehen im Zusammenhang mit der damaligen Bürgerkriegssituation in Sri Lanka und sind insoweit asylrechtlich nicht beachtlich. Sodann legt der Beschwerdeführer mit dem blossen Wiede r- holen des aktenkundigen Sachverhalts nicht dar, i nwiefern die Vorinstanz ihn zu Unrecht nicht als Flüchtling anerkannt hat. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 7. Gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG verfügt das Bundesamt in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine au s- länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. E-4/2012 Seite 8 8. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 8.1 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völke r- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. Da der Beschwerdeführer die Fl üchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Z u- lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver- fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV); Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK, SR 0.101). Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist insoweit zulässig. 8.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Das Bundesverwaltungsgericht nahm in BVGE 2011/24 eine umfassende Analyse der Situation in Sri Lanka vor. Dabei gelangte es zum Schluss, dass der Vollzug der Wegweisung in alle Landesteile Sri Lankas, insb e- sondere in den Grossraum Colombo, grundsätzlich zumutbar ist. Au s- nahme bildet die Nordprovinz. Dort ist der Vollzug ins Vanni -Gebiet u n- zumutbar. Bezüglich der übrigen Gebi ete der Nordprovinz ist der Vollzug nicht generell unzumutbar, sondern es muss im Einzelfall eine zurückha l- tende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien vorgenommen werden. E-4/2012 Seite 9 Der Beschwerdeführer stammt aus C._______ (Jaffna, Nordprovinz) und hat dort von Geburt bis 1999 und von 2003 bis zur Ausreise im Oktober 2008 gelebt. Der Vollzug der Wegweisung in die Nordprovin z ist daher grundsätzlich zumutbar. Sodann sind den Akten keine Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach dem Beschwerdeführer aus individuellen Gründen eine Rückkehr in den He i- matstaat nicht zumutbar sein soll. Der Beschwerdeführer lebte bis zum Alter von 1 7 Jahren mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in C._______. Nach seiner Rückkehr aus der Schweiz lebt e er bei seinem Onkel und dessen Tochter erneut dort. Er unterrichtete Kinder und brann- te für Dritte Fotos auf CD. Insgesamt hat der heute 31jährige Beschwe r- deführer somit über 20 Jahre in seinem Heimatland gelebt. Demnach ist er mit dem Land und der dorti gen Tradition verwurzelt. Dass die Tochter des verstorbenen Onkels, mit welcher er zusammenlebte , zwischenzeit- lich Sri Lanka verlassen hat, ist eine durch nichts belegte Behauptung. Es bestehen sodann erhebliche Zweifel daran, dass de r Beschwerdeführer keine weiteren Verwandte im Heimatland hat , zumal er eine sehr grosse Verwandtschaft hat. Zumindest aber verfügt er über ausreichend ausse r- familiäre soziale Kontakte in seinem Heimatland, insbesondere in der Nordprovinz. Unter diesen Umständen ist davon auszu gehen, dass er sich bei der Rückkehr sozial und beruflich wieder integrieren und eine neue Existenz aufbauen kann. Gemäss ständiger Praxis des Bundesve r- waltungsgerichts stellen jedenfalls blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten keine existenzbedrohende Situation dar, die den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erscheinen liesse (vgl. statt vieler Urteil des Bundesverwalt ungsgerichts E -699/2010 vom 28. August 2012). Schliesslich vermag der erwachsene Beschwerdeführer aus dem U m- stand, dass seine Eltern in der Schweiz leben im Hinblick auf die Zumu t- barkeit des Vollzugs der Wegweisung nichts für sich abzuleiten. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er habe psychische Probl e- me. Aufgrund der Akten ergibt sich, dass er sich diesbezüglich in der Schweiz behandeln liess und auch entsprechende Medikamente erhielt. Indes hat der im Beschwerdeverfahren anwaltlich vertretene Beschwe r- deführer im Rahmen der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 AsylG) bis heute kein aktuelles ärztliches Zeugnis eingereicht, welches belegen würde, dass er nach wie vor psychische Probleme hat. Das Ge- richt geht demnach davon aus, dass der Beschwerdeführer aktuell keiner medizinischen Behandlung bedarf. Es liegen somit keine Wegweisung s- hindernisse medizinischer Art v or. Weitergehend bringt der Beschwerd e-E-4/2012 Seite 10 führer in der Rechtsmitteleingabe nichts vor, was den Vollzug der We g- weisung als unzumutbar erscheinen liesse. 8.3 Der Beschwerdeführer verfügt über eine sri -lankische Identitätskarte, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.4 Die Vorinstanz hat den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, zu- mutbar und möglich. Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen Aufna h- me ausser Betracht (Art- 83 Abs. 1-4 AuG). Der entsprechende Eventual- antrag ist abzuweisen. 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä- digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 25. Januar 2012 geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) E-4/2012 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ve r- rechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Willisegger Barbara Balmelli Versand: