B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-8114/2010 U r t e i l v o m 5 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richter Jean-Daniel Dubey, Richterin Marianne Teuscher, Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. Parteien A._______, vertreten durch B._______, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Einreiseverbot. C-8114/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin (geb. 5. Februar 1962 ) ist serbische und maze- donische Staatsangehörige. Sie reiste im Jahr 2004 – nachdem sie b e- reits in den Neunzigerjahren in der Schweiz als Saisonarbeiterin erwerbs- tätig gewesen war – illegal in die Schweiz ein und arbeitete seitdem bei einer Familie Y ._______ als Haushälterin und Kindermädchen. B. Im Jahr 2009 ersuchten der Verein Berner Beratungsstelle für Sans - Papier und das Forum Migration Oberwallis für die Beschwerdeführerin um die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung aufgrund eines schwerwi e- genden persönlichen Härtefalls. Am 26. Februar 2010 wurde der B e- schwerdeführerin von der Dienststelle für Bevölkerung und Migration des Kantons Wallis (nachfolgend: DBM) Gelegenheit geboten, diesbezüglich Stellung zu nehmen. C. Mit Entscheid vom 15. Juni 20 10 wies die DBM das Gesuch ab. Z udem wurde der Beschwerdeführerin eine Ausreisefrist bis zum 31. Juli 2010 gesetzt. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2010 und gleichzeitigem Wi e- dererwägungsgesuch beantragte die Beschwerdeführerin die Aufhebung des Entscheides. Mit Verfügung vom 1. Februar 2011 wurde auf das Wie- dererwägungsgesuch nicht eingetreten. Dagegen erhob die Beschwerd e- führerin am 22. Februar 2011 Beschwerde beim Staatsrat und beantragte gleichzeitig, es sei das Verfahren mit dem noch hängigen Beschwerd e- verfahren bezüglich der Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung zu ve r- einigen. D. Zwischenzeitlich wurde die Beschwerdeführerin am 3. November 2010 von der Polizei des Kantons Wallis angehört. Gleichentags ordnete die DBM die Ausschaffungshaft an. Mit Entsche id des Kantonsgerichts vom 5. November 2010 wurde die Ausschaffungshaft bestätigt. E. Mit Verfügung vom 4. November 2010 verhängte das Bundesamt für Mig- ration (BFM) gegen die Beschwerdeführerin ein fünfjähriges Einreiseve r- bot. Zur Begründung der Fernhaltemassnahme bezog sich die Vorinstanz auf Art. 67 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20; zur damaligen C-8114/2010 Seite 3 Fassung vgl. AS 2007 5437) und führte aus, die Beschwerdeführerin h a- be wegen illegaler Einreise sowie illegalen Aufenthalts und Erwerbstäti g- keit ohne Bewilligung gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung ve r- stossen; zudem habe sie in Ausschaffungshaft genommen werden mü s- sen (Art. 67 Abs. 1 Bst. d ). Gleichzeitig entzog es einer a llfälligen B e- schwerde gegen diese Verfügung gestützt auf Art. 55 Abs. 2 des Verwa l- tungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) die aufschiebende Wirkung. F. Am 10. November 2010 erfolgte die Ausschaffung der Beschwerde - führerin nach Belgrad (Serbien). G. Mit Strafbefehl des Untersuchungsrichteramts Oberwallis vom 13. D e- zember 2010 wurde die Beschwerdeführerin wegen Ausübens einer nicht bewilligten Tätigkeit gemäss Art. 115 Abs. 1 Bst. c AuG für schuldig b e- funden und zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.- und zu einer Busse von Fr. 200. - verurteilt. Der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. H. Mit Rechtsmitteleingabe vom 17. November 2010 beantragt die B e- schwerdeführerin die A ufhebung des Einreiseverbots. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, sie sei seit Jahre n als Kindermädchen bei der gleichen Familie. Zwar habe sie im Sommer 2005 nach Serbien z u- rückkehren wollen, aufgrund diverser Schicksalsschläge, welche die F a- milie er litten habe, sei eine Abreise jedoch nicht mehr in Frage geko m- men. Vom kantonalen Migrationsamt sei sie nie über den negativen B e- willigungsentscheid in Kenntnis gesetzt worden. In E rgänzung ihrer B e- schwerde teilt e sie am 3. Dezember 2010 unter anderem mit, die G e- meinde – welche ihr den negativen Entsche id hätte eröffnen sollen – sei in dieser Sache nie tätig geworden, weshalb sie weder vom letzteren noch von der ihr darin angesetzten Ausreisefrist etwas gewusst habe. Sie habe nicht wissentlich und wil lentlich gegen eine Ausreiseverfügung wi- derhandelt. Auch habe sie nie einen Verstoss gegen die öffentliche Si- cherheit und Ordnung begangen oder diese gefährdet, sondern sich vie l- mehr mit all ihrer Energie für die Kinder der Familie Y ._______ eingesetzt. C-8114/2010 Seite 4 I. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 19. Januar 2011 auf Abweisung der Beschwerde. J. Replikweise hält die Beschwerdeführerin am 22. Februar 2011 an ihrer Beschwerde und deren Begründung fest. Gleichzeitig wurde darum e r- sucht, das Verfahren betreffend Einreiseverbot mit dem Aufenthalt s- rechtsverfahren zu koordinieren. K. Unter Hinweis, dass gemäss bundesgerichtliche r Rechtssprechung die Frage der Aufenthaltsregelung einem Entscheid über die Fernhaltemas s- nahme vorgeht, wurde die Beschwerdeführerin am 4. März 2011 gebeten, zu einer allfälligen Sistierung des Verfahrens Stellung zu nehmen. Nach- dem eine diesbezügliche Stellungnahme mit Schreiben vom 11. April 2011 eingereicht worden war, sistierte das Bundesverwaltungsgericht das vorliegende Verfahren. L. Mit Entscheid vom 18. Mai 2011 wies der Staatsra t des Kantons Wallis die Beschwerden gegen die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung s o- wie gegen das Nichteintreten auf das Wiedererwägungsgesuch ab, wo r- aufhin das Bundesverwaltungsgericht am 17. August 2011 die Aufhebung der Sistierung des vorliegenden Verfahrens verfügte. M. Mit ergänzender Stellungnahme vom 22. September 2011 hält die B e- schwerdeführerin an ihrem Rechtsmittel fest. N. Auf den weiteren Akteninhalt wird – soweit rechtserheblich – in den Er- wägungen eingegangen. C-8114/2010 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be - schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vor liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Dazu gehört auch das BFM, das mit der Anordnung eines Einreisever botes eine Verfügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges Anfecht ungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts a n- deres bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsbetroffene legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte B e- schwerde ist somit einzutreten (Art. 49 ff. VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän dige Feststellung des rechts - erheblichen Sachverhaltes sowie – soweit nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt we r- den (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bunde s- recht von Amtes wegen an . Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt se i- nes Entscheides (vgl. BVGE 2011/1 E. 2, BVGE 2007/41 E. 2). C-8114/2010 Seite 6 3. Die Beschwerdeführerin beantragt im vorliegenden Verfahren das Einho- len eines Amtsberichtes bei der Gemeinde X._______, die Befragung von C._______, D._______ und B._______ sowie den Beizug der Strafakte bei der Staatsanwaltschaft Oberwallis . Überdies wird auch ihre persönl i- che Einvernahme angeregt. Diesbezüglich gilt es Folgendes festzuhalten: Der Behörde kommt grundsätzlich die Pflicht zu, den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln (Art. 12 VwVG). Zudem ist die Behörde verpflichtet, die von den Parteien angebotenen Beweise abz u- nehmen, sofern diese geeignet sind, den rechtserheblichen Sachverhalt zu erhellen. Kommt die Behörde bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, die Akten erlaubten die richtige und vollständige Fes t- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder die behauptete Tats a- che sei für die Entscheidung der Streitsache nicht von Bedeutung, kann sie auf die Erhebung weiterer Beweise verzichten, o hne durch diese anti- zipierte Beweiswürdigung den Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenosse n- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) zu verletzen (vgl. zum Ganzen BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 mit Hinweis). Der entscheiderhebliche Sachverhalt erschliesst sich, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, in hinreichender Weise aus den Akten. Von de n bean- tragten Beweismittelofferten kann daher in antizipierter Beweiswürdigung ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs abgesehen werden. 4. Wird gegen eine Person, welche nicht Angehörige eines Staates ist, der durch eines der Schengen -Assozierungsabkommen gebunden ist (vgl. Anhang 1 Ziffer 1 AuG), ein Einreiseverbot nach Art. 67 AuG verhängt, wird diese Person gestüt zt auf Art. 94 Abs. 1 und Art. 96 des Überei n- kommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkommens betreffend den schrittweisen Abbau der Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen (Schengener Durchführungsübereinkommen [SDÜ], Abl. L 239 vom 22. Septemb er 2000, S. 19 -62) und Art. 16 Abs. 2 und 4 des Bu n- desgesetzes vom 13. Juni 2008 über die polizeilichen Informationssyst e- me des Bundes (BPI, SR 361) grundsätzlich im Schengener Informat i- onssystem ([SIS], vgl. dazu Art. 92 ff. SDÜ) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben. Eine solche Ausschreibung einer Person im SIS zur Ein- reiseverweigerung aufgrund einer vom BFM verhängten Fernhaltemas s- nahme bewirkt, dass ihr die Einreise in das Hoheitsgebiet der Schengen - Mitgliedstaaten verweigert wird (vgl. Art. 13 Abs. 1 der Verordnung [EG] C-8114/2010 Seite 7 Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [Schengener Grenzkodex bzw. SGK, Abl. L 105 vom 13. April 2006, S. 1-32]). 5. 5.1. Auf den 1. Januar 2011 trat als Folge der Weiterentwicklung des Schengen-Besitzstandes eine neue Fassung von Art. 67 AuG in Kraft (zum Ganzen vgl. BBl 2009 8881 und AS 2010 5925). Nach Art. 67 Abs. 1 AuG wird ein Einreiseverbot vom BFM unter Vorbehalt von Abs . 5 nun gegenüber weggewiesenen Ausländerinnen und Ausländern verfügt, wenn die Wegweisung nach Art. 64d Abs. 2 Bst. a – c AuG sofort vol l- streckt wird (Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG) oder die betroffene Person der Ausreiseverpflichtung nicht nachgekommen ist ( Art. 67 Abs. 1 Bst. b AuG). Es kann nach Art. 67 Abs. 2 AuG sodann gegen ausländische Per - sonen erlassen werden, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden (Art. 67 Abs. 2 Bst. a), Sozialhilfekosten verursacht haben (Art. 67 Abs. 2 Bst. b) oder in Vorbereitungs -, Ausschaffungs- oder Durchsetzungshaft genommen worden sind (Art. 67 Abs. 2 Bst. c). Das Einreiseverbot wird für eine Dauer von höchstens fünf Jahren verhängt. Es kann für eine län- gere Dauer verfügt werden, wenn die betroffene Person eine schwerwi e- gende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 AuG). Schliesslich kann die verfügende Behörde aus humanitären oder anderen wichtigen Gründen von der Verhängung eines Einreisever- bots absehen oder ein Einreiseverbot vollständig oder vorübergehend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AuG). Die bisher bestehende Praxis der Vorinstanz bei der Ansetzung von Fernhaltemassnahmen ist mit den obgenannten Grundsätzen ve reinbar (vgl. BBl 2009 8896 ad Art. 67 Abs. 3 in fine). Für die Beschwerdeführerin ändert sich dadurch im Ergebnis nichts. 5.2. Wie bereits die altrechtliche Einreisesperre (vgl. Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlas sung der Ausländer [ANAG, BS 1 121]) ist das Einreiseverbot keine Sanktion für vergangenes Fehlverhalten, sondern eine Massnahme zur Abwe n- dung künftiger Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (siehe Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländeri nnen und Ausländer vom 8. März 2002 [nachfolgend: Botschaft], BBl 2002 3709, 3813). Die C-8114/2010 Seite 8 öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG (welcher der alten Fassung von Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG entspricht) bildet den Oberbegriff fü r die Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter. Sie umfasst unter anderem die Unverletzlichkeit der objektiven Recht s- ordnung; deren Verletzung ist namentlich gegeben bei erheblichen oder wiederholten Verstössen gegen gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen sowie bei Nichterfüllung öffentlichrechtlicher oder priva t- rechtlicher Verpflichtungen (Botschaft, a.a.O., 3809; vgl. auch Art. 80 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201] sowie RAINER J. SCHWEIZER/PATRICK SUTTER/NINA WIDMER, in: Rainer J. Schweizer [Hrsg.], Sicherheits- und Ordnungsrecht des Bundes, SBVR Bd. III/1, B a- sel 2008, Teil B, Rz. 13 mit Hinweisen). 5.3. Allgemein gilt, dass für die Verhängung eines Einreise verbots kein vorsätzlicher Verstoss gegen ausländerrechtliche Bestimmungen erfo r- derlich ist. Es genügt, wenn der ausländischen Person eine Sorgfalt s- pflichtverletzung zugerechnet werden kann. Unkenntnis oder Fehlinte r- pretation der Einreise- oder Aufenthaltsvorschriften stellen normalerweise keinen hinreichenden Grund für ein Absehen von einer Fernhaltemas s- nahme dar. Jeder Ausländerin und jedem Ausländer obliegt, sich über be- stehende Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit ausländerrechtl i- chen Vorschriften i ns Bild zu setzen und sich im Falle von Unklarheiten bei den zuständigen Stellen zu informieren (vgl. statt vieler Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -4639/2010 vom 15. Februar 2011 E. 5.3 mit Hinweis). 6. 6.1. Sofern sie keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, be nötigen Auslände- rinnen und Ausländer für einen Aufenthalt in der Schweiz von bis zu drei Monaten keine Bewilligung (Art. 10 Abs. 1 AuG). Demgegenüber benöt i- gen Ausländerinnen und Ausländer, die in der Schweiz eine Erwerbstätig- keit ausüben wollen, unabhängi g von der Aufenthaltsdauer eine Bewill i- gung (Art. 11 Abs. 1 Satz 1 AuG). Art. 9 Abs. 1 VZAE hält präzisierend fest, dass Ausländerinnen und Ausländer ohne Erwerbstätigkeit in der Schweiz für einen Aufenthalt von bis zu drei Monaten innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach Einreise keine Bewilligung benötigen und sich nicht anmelden müssen (bewilligungsfreier Aufenthalt). Die Ei n- reisevoraussetzungen nach Art. 5 AuG müssen während des gesamten bewilligungsfreien Aufenthalts erfüllt sein (Art. 9 Abs. 2 VZAE). C-8114/2010 Seite 9 6.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet zu keiner Zeit, in der Schweiz e i- ner Erwerbstätigkeit nachgegangen zu sein. Bereits anlässlich ihrer B e- fragung durch die DBM am 26. Februar 2010 machte sie geltend, für die Familie Y ._______ zu arbeiten . Sie erhalte einen Lohn von Fr. 2'000.- sowie freie Kost und Logis. Ihr Arbeitgeber ziehe ihr auch die AHV und Pensionskasse vom Lohn ab. Des Weiteren zahle er ihr die Krankenkasse. Die von der Beschwerdeführerin vorgenommenen Arbeits- leistungen sind mit diese n Ausführungen zweifellos als Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 11 Abs. 2 AuG zu qualifizieren, für welche sie vorgängig eine Bewilligung hätte einholen müssen. Vor diesem Hintergrund kann es auch keine Rolle spielen, dass die Beschwerdeführerin eine sehr enge Beziehung zu den von ihr betreuten Kindern aufgebaut habe und für die Familie Trost und Stütze in schwierigen Zeiten gewesen sei. Mit rechts- kräftigem Strafbefehl des Untersuchungsrichteramts Oberwallis vom 13. Dezember 2010 wurde sie denn auch zu einer Geldstrafe von 30 Ta- gessätze zu je Fr. 30. - und zu einer Busse von Fr. 200. - verurteilt. Der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben unter Ansetzung einer Pr o- bezeit von zwei Jahren. Die Beschwerdeführerin hat somit offensichtlich ausländerrechtlichen Bestimmungen zuwidergehandelt (vgl. Art. 115 Abs. 1 Bst. c AuG). 7. 7.1. Die Vorinstanz begründet das verhängte Einreiseverbot weiter damit, die Beschwerdeführerin habe in Ausschaffungshaft genommen werden müssen. 7.2. Mit Verfügung der DBM vom 3. November 2010 wurde festgestellt, dass im Falle der Beschwerdeführerin die Voraussetzungen für die An- ordnung der Ausschaf fungshaft g emäss des damaligen Art. 76 Abs. 1 Bst. b Ziff. 3 AuG gegeben waren. Aufgrund konkrete r Anzeichen sei zu befürchten, dass sie sich der Ausschaffung entziehen wolle. Die kantona- le Behörde führte aus, die Beschwerdeführerin sei im Jahr 2004 illegal in die Schweiz gekommen und habe seither bei der Familie Y ._______ als Haushälterin gearbeitet. Das Gesuch um Aufenthaltsbewilligung sei mit – mittlerweilen rechtskräftige r – Verfügung vom 15. Juni 2010 abgeleh nt worden; gleichzeitig sei ihr eine Ausreise frist per 31. Juli 2010 angesetzt worden. Die Ausschaffung habe man ihr anlässlich der polizeilichen An- hörung vom 3. November 2010 angekündigt. C-8114/2010 Seite 10 7.3. Die Beschwerdeführerin bestreitet denn auch nicht, in Ausscha f- fungshaft gewesen zu sei n, macht aber beschwerdeweise geltend, den negativen Entscheid der DBM vom 15. Juni 2010 – worin auch die Au s- reisefrist angesetzt wurde – nie erhalten zu haben. Dieser sei im Übrigen auch der Gemeinde X._______ zugestellt worden, welche die Pflicht g e- habt hätte, ihr den Entscheid zu eröffnen und ihr desse n negative Bedeu- tung – die Ausreise aus der Schweiz – darzulegen. Die Gemeinde habe dies jedoch versäumt, da sie davon ausgegangen sei, der Entscheid sei ihr nur informationshalber zugegangen. Hätte die Beschwerdeführerin vom negativen Entscheid gewusst, hätte sie diesen respektiert und sie wäre geordnet ausgereist. Es sei für sie ein grosser Schock gewesen, als sie anfangs November in Ausschaffungshaft versetzt worden sei. Diese Sachverhaltsdarstellung deckt sich mit der Aktenlage. So hat die Beschwerdeführerin bereits anlässlich der polizeilichen Anhörung vom 3. November 2010 ausge sagt, sie habe den negativen Entscheid der DBM vom 15. Juni 2010 nie erhalten. Das letzte Mal habe sie im Februar 2010 vom Migrationsamt gehört, als sie schriftlich befragt worden sei. Damit sei sie auch nicht in Kenntnis der ihr gesetzten Ausre i- sefrist gewesen (vgl. Polizeiprotokoll vom 3. November 2010, Frage 10 und Frage 11). Einem Schreiben der Gemeinde X._______ vom 3. D e- zember 2010 ist zudem zu entnehmen, man habe am 16. Juni 2010 ein Schreiben der Dienststelle für Bevölkerung und Migration erhalten. We- gen der Bemerkung "Motif: Zur Information (…)" sei man hingegen davon ausgegangen, es handle sich lediglich um ein Informationsschreiben. Auf dieses Schreiben wird auch im Entscheid des Staatsrates des Ka n- tons Wallis vom 18. Mai 2011 Bezug gen ommen. Aufgrund dieses U m- stands sowie des Hinweises, dass die Vorinstanz weder beweisen könnte, dass die Sendung den Postbetrieben tatsächlich zur Beförderung übergeben worden sei noch dass und wann sie dem Adressaten zug e- stellt worden sei , wurde festgest ellt, dass die Eröffnung der Verfügung vom 15. Juni 2010 unter einem Mangel leide. Weiter wurde aus den Akten geschlossen, die Beschwerdeführerin habe am 24. November 2010 zum ersten Mal Kenntnis von der negativen Verfügung erhalten , als ihr die Dienststelle für Bevölkerung und Migration eine Kopie des Aktendossiers zugesandt habe. Vor diesem Hintergrund ist der Beschwerdeführerin nicht vorzuwerfen, sie habe die ihr in der negativen Verfügung vom 15. Juni 2010 angesetzte Ausreisefrist ungenutzt verstreichen lassen. Vielmehr ist davon auszug e-C-8114/2010 Seite 11 hen, dass ihre Ausreise – in Kenntnis des Entscheides – fristgerecht und ordnungsgemäss erfolgt wäre. Die Beschwerdeführerin äusserte sich an- lässlich ihrer Befragung durch die DBM am 26. Februar 2010 denn auch dahingehend, dass wenn sie keine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erhalte, sie wieder nach Hause (Serbien) gehen könnte. Sie würde wieder mit ihrem Ehemann und ihren Kindern leben. Die Ausschaffungshaft kann ihr somit nicht angelastet werden. Demzufo lge stützt sich die Vorinstanz zu Unrecht auf Art. 67 Abs. 1 Bst. d AuG in der Fassung vom 1. Januar 2008 bzw. Art. 67 Abs. 2 Bst. c AuG in der Fassung vom 1. Januar 2011. 7.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass d ie Beschwerdeführerin gegen die öffent liche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz verstossen hat, indem sie einer nicht bewilligten Erwerbstätigkeit nachging (Art. 115 Abs. 1 Bst. c AuG). Der Fernhaltegrund von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG ist somit gegeben, weshalb sich die Verhängung der Fernha ltemassnahme in grundsätzlicher Hinsicht als gerechtfertigt erweist. 8. 8.1. Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme in richtiger Ausübung des Ermessens ergangen und angemessen ist. Der Grundsatz der Verhäl t- nismässigkeit steht dabei im Vordergrund. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine wertende Abwägung vorzunehmen zwischen dem öffentlichen Int e- resse an der Massnahme einerseits und den von der Massnahme beei n- trächtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits. Die Stellung der verletzten oder gefährdeten R echtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die persönlichen Verhältnisse des Ve r- fügungsbelasteten bilden dabei den Ausgangspunkt der Überlegungen (vgl. statt vieler Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 613 ff.). 8.2. Das Fehlverhalten de r Beschwerdeführerin wiegt objektiv nicht leicht. Sie war über Jahre hinweg in der Schweiz erwerbstätig, ohne dass sie im Besitze einer entsprechenden Arbeitsbewilligung war. Sie hat somit ausländerrechtliche Norm en missachtet, denen im Interesse einer funktionierenden Rechtsordnung eine zentrale Bedeutung zukommt. 8.3. Auf der anderen Seite ist die Gefahr weiterer gleichgelagerter Zuw i- derhandlungen nicht in dem Masse zu veranschlagen, wie zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung von der Vorinstanz ang e- nommen wurde. Mitberücksichtigen kann man, dass die Beschwerde -C-8114/2010 Seite 12 führerin von sich aus die Legalisierung ihres Status anstrebte. Sie legte ihre Verhältnisse von Anfang an offen und zeigte sich gegenüber den Behörden kooperativ. Zudem verfügte sie über einen gültigen serbischen Pass. 8.4. Eine Abwägung der gegenläufigen öffentlichen und privaten Int e- ressen führt zum Ergebnis, dass das Einreiseverbot dem Grundsatze nach zu bestätigen ist, in der ausgesprochenen Dauer von fünf Jahren jedoch als unangemessen lang erscheint. Angesichts der konkreten U m- stände ist davon auszugehen, dass dem öffentlichen Interesse an der Fernhaltung de r Beschwerdeführerin mit ei nem Einreiseverbot von drei Jahren Dauer hinreichend Rechnung getragen wird. 9. Aus diesen Erwägungen folgt, dass das auf fünf Jahre bemessene Ei n- reiseverbot Bundesrecht verletzt (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen und das gegen d ie Beschwerdeführerin verhängte Einreiseverbot auf drei Jahre – bis zum 3. November 2013 – zu befristen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die (ermässigten) Verfahren s- kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg ericht [VGKE, SR 173.320.2]). Eine Parteientschädigung ist nicht auszurichten, da der nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin keine verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 4 VGKE). (Dispositiv nächste Seite) C-8114/2010 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und das Einreis everbot bis zum 3. November 2013 befristet. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 5 00.- werden der Beschwerdeführerin au f- erlegt und mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.- ver- rechnet. Der Restbetrag von Fr. 300.- wird zurückerstattet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilage: Formular "Zahlad - resse") – die Vorinstanz (Akten Ref-Nr.[…]) – die Dienststelle für Bevölkerung und Migration des Kantons Wallis Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer Versand: