<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00216</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105720&amp;W10_KEY=13013580&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00216</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 05.10.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Benützungsgebühren für die Entwässerung von Staatsstrassen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Gebührenpflicht für die Ableitung von Abwasser über öffentliche Gewässer Es kann offen bleiben, ob das Verbot der Reformatio in peius auch zugunsten des Staats gilt, da der angefochtene Entscheid in den unstrittigen Punkten zu bestätigen ist (E. 2b). Eine Differenzierung der Gebührenpflicht je nach Ableitungsart des Abwassers ist nicht schon deshalb ausgeschlossen, weil die Abgabepflicht sich auf "Grundstücke" bezieht (E. 3b). Die Einteilung der Strassen in Abschnitte mit verschiedener Ableitungsweise ist mit bescheidenem Aufwand möglich und führt zu einer unterschiedlichen Beurteilung der Gebührenpflicht (E. 3c). Gewässerunterhaltskosten, die durch Meteorwasser verursacht werden, dürfen über Abwassergebühren finanziert werden. Das Verursacherprinzip verlangt, dass auch die Benützung der öffentlichen Gewässer zur Abwasserableitung der Gebührenpflicht unterstellt wird (E. 4b). Es ist überdies fraglich, ob die Beschwerdegegnerin vom Beschwerdeführer Beiträge nach § 14 WasserwirtschaftsG verlangen könnte (E. 4c). Eine Differenzierung der Gebührenpflicht nach Intensität der Beanspruchung der Abwasserentsorgungsanlagen ist nicht geboten (E. 5b, c).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABWASSER">ABWASSER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABWASSERANLAGE">ABWASSERANLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABWASSERGEBÃHR">ABWASSERGEBÃHR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEITRAG">BEITRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Abgaberecht ST: BEITRÃGE">BEITRÃGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Abgaberecht ST: GEBÃHREN">GEBÃHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRUNDSTÃCK">GRUNDSTÃCK</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HOCHWASSERSCHUTZ">HOCHWASSERSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: METEORWASSER">METEORWASSER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PAUSCHALIERUNG">PAUSCHALIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTEILSCHLÃSSEL">VERTEILSCHLÃSSEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTEILUNGSPLAN">VERTEILUNGSPLAN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERURSACHERPRINZIP">VERURSACHERPRINZIP</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 45 lit. I EG GSchG</span><br/><span class="ungerade">Art. 3a GSchG</span><br/><span class="gerade">Art. 60a GSchG</span><br/><span class="ungerade">§ 13 HochwasserschutzV</span><br/><span class="gerade">§ 14 lit. II WasserwirtschaftsG</span><br/><span class="ungerade">§ 14 lit. III WasserwirtschaftsG</span><br/><span class="gerade">§ 14 lit. IV WasserwirtschaftsG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Am 27. April 1999 auferlegte der Gemeinderat X dem Staat ZÃ¼rich fÃ¼r die Ent­wÃ¤sserung der drei auf Gemeindegebiet verlaufenden Staatstrassen eine GebÃ¼hr von insge­samt Fr. 6'287.60 fÃ¼r das Jahr 1998. Er ging dabei von einer gesamten GrundstÃ¼cksflÃ¤che von 34'931 m<sup>2</sup>, einem Gewichtungsfaktor 6 fÃ¼r Strassen und einem GebÃ¼hrenansatz von 3 Rappen pro gewichtetem m<sup>2</sup> aus. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den hiergegen erhobenen Rekurs des Kantons ZÃ¼rich hiess der Bezirksrat am 12. Mai 2000 teilweise im Sinn der ErwÃ¤gungen gut. Er erwog, die GebÃ¼hrenberechnung fÃ¼r die EntwÃ¤sserung der Staatsstrassen dÃ¼rfe sich nicht auf die gesamte StrassenflÃ¤che beziehen, eine Differenzierung nach Art der EntwÃ¤sserung der einzelnen Abschnitte sei angezeigt. Soweit eine EntwÃ¤sserung Ã¼ber die Schulter, d.h. mittels direktem Versickern in der Umgebung stattfinde, entfalle die GebÃ¼hrenpflicht. Jedoch bestehe diese auch dann, wenn die EntwÃ¤sserung nicht Ã¼ber kommunale, sondern Ã¼ber kantonseigene Leitungen direkt in Ã¶ffentliche GewÃ¤sser erfolge, da diese GewÃ¤sser gemÃ¤ss der kommunalen Ver­ordnung Ã¼ber die GebÃ¼hren fÃ¼r SiedlungsentwÃ¤sserungsanlagen vom 10. Juni 1997 (Ent­wÃ¤sserungsgebÃ¼hrenverordnung) zu den SiedlungsentwÃ¤sserungsanlagen der Gemeinde gehÃ¶rten. Der Gemeinderat X wurde eingeladen, die massgebenden FlÃ¤chen der einzelnen Strassenabschnitte zu ermitteln und die GebÃ¼hr entsprechend neu zu errechnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen diesen Beschluss erhob der Kanton ZÃ¼rich am 14. Juni 2000 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, der GebÃ¼hrenbeschluss sei auch insoweit auf­zuheben, als GebÃ¼hren fÃ¼r Ã¼ber kantonseigene Leitungen in ein Ã¶ffentliches GewÃ¤sser ab­geleitetes Regenwasser erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat beantragte am 22. Juni und der Gemeinderat X am 11. Juli 2000 die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Da der vorliegenden Streitsache grundsÃ¤tzliche Bedeutung zukommt, ist die Ent­scheidung darÃ¼ber ungeachtet des geringen Streitwertes der Kammer vorbehalten (§ 38 Abs. 3 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997, VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Das Verwaltungsgericht Ã¼berprÃ¼ft den angefochtenen Entscheid lediglich auf Rechtsverletzungen hin. Eine ErmessensÃ¼berprÃ¼fung steht ihm - ausser bei Ermessens­missbrauch und ErmessensÃ¼berschreitung - nicht zu (§ 50 Abs. 1 und 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der BeschwerdefÃ¼hrer hat bereits in seiner Rekursschrift an den Bezirksrat die GebÃ¼hrenpflicht betreffend diejenigen Abschnitte von insgesamt 1810 m LÃ¤nge anerkannt, deren Strassen-Meteorwasser tatsÃ¤chlich in kommunale Anlagen der Abwasserbeseitigung eingeleitet wird. Da vor Verwaltungsgericht keine neuen Sachbegehren gestellt werden kÃ¶nnen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspfle­gegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 52 N. 3), bleibt die GebÃ¼hrenauflage insoweit bestehen. Die Beschwerdegegnerin hat selbst gegen den Entscheid der Vorinstanz nicht Beschwerde erhoben und damit die Aufhebung der GebÃ¼hrenauflage mit Bezug auf diejenigen Strassenabschnitte mit einer GesamtlÃ¤nge von 720 m, die Ã¼ber die Schulter ent­wÃ¤ssert werden, akzeptiert. Ob eine AbÃ¤nderung des Anfechtungsobjekts zuungunsten des als BeschwerdefÃ¼hrer auftretenden Staats nach § 63 Abs. 2 VRG unzulÃ¤ssig ist, ist fraglich (vgl. RB 1980 Nr. 23; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 63 N. 17), kann aber offen bleiben, da kein Grund besteht, den angefochtenen Entscheid in diesem Punkt von Amtes wegen aufzuhe­ben (vgl. E. 3). Im Streit liegt damit nur noch die GebÃ¼hrenpflicht der Strassenabschnitte, die Ã¼ber kantonseigene Leitungen in Ã¶ffentliche GewÃ¤sser entwÃ¤ssert werden; sie messen insgesamt 1295 m (vgl. E. 4).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die Vorinstanz hat erwogen, die fraglichen Kantonsstrassen seien nicht ge­samthaft als GrundstÃ¼cke der AbwasserentsorgungsgebÃ¼hrenpflicht zu unterstellen, viel­mehr drÃ¤nge sich eine Unterteilung in Abschnitte gemÃ¤ss der Art der Abwasserableitung auf.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Es fragt sich zunÃ¤chst, ob der Begriff des "GrundstÃ¼cks" im Sinn des Zivilrechts auszulegen und damit auf die grundbuchliche Behandlung als Liegenschaft im Sinn von Art. 655 Abs. 2 Ziff. 1 und Art. 943 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB abzustellen ist. Bei einer solchen Betrachtungsweise wÃ¤re eine Unterteilung der Kantonsstrassen in einzelne Abschnitte aus­geschlossen. Zivilrechtliche Begriffsbestimmungen sind fÃ¼r das Ã¶ffentliche Recht jedoch nicht in jedem Fall massgebend (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 241). Vorliegend ist zu beachten, dass Ã¶ffentli­che Strassen sich Ã¼ber erhebliche Distanzen erstrecken und sich dadurch von anderen GrundstÃ¼cken stark unterscheiden. Ihr Meteorwasser wird deshalb nicht, wie dies bei ande­ren GrundstÃ¼cken in der Regel der Fall ist, auf nur eine Art abgeleitet, sondern sie weisen neben Abschnitten, die Ã¼ber kommunale Anlagen und GewÃ¤sser entwÃ¤ssert werden, auch solche auf, deren Wasser Ã¼ber die Schulter in angrenzende Parzellen abgeleitet wird und dort versickert. Eine Unterteilung in Abschnitte ist somit sachgerecht und darf nicht aus rein begrifflichen GrÃ¼nden ausgeschlossen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Eine Pauschalierung der Abgabebemessung ist mit GrÃ¼nden der Verwaltungs­Ã¶konomie zu rechtfertigen (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 2054). Der Aufwand zur Ermittlung der fÃ¼r die GebÃ¼hrenbemessung massgebenden VerhÃ¤ltnisse soll in einem vernÃ¼nftigen VerhÃ¤ltnis stehen zur HÃ¶he der GebÃ¼hr und zum Ausmass der Unterschiede in den tatsÃ¤chlichen Ver­hÃ¤ltnissen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Anhand des Strassenidentifikationsplans kann die Ableitungsart der einzelnen Kan-tonsstrassenabschnitte mit bescheidenem Aufwand festgestellt werden. Wie die Vorinstanz erwogen hat, erfolgt bei Abschnitten, die Ã¼ber die Schulter entwÃ¤ssert werden, die Meteor­wasserableitung nicht "unter BenÃ¼tzung Ã¶ffentlicher SiedlungsentwÃ¤sserungsanlagen" im Sinn von Art. 6 Abs. 3 der kommunalen EntwÃ¤sserungsgebÃ¼hrenverordnung, sondern ge­langt allenfalls ein kleiner Teil des Abflusswassers in diese. Eine GebÃ¼hrenpflicht fÃ¼r diese Teilstrecken besteht somit nicht. Diese zutreffenden ErwÃ¤gungen werden in der Beschwer­deantwort anerkannt. Der angefochtene Entscheid ist in diesem Punkt somit zu bestÃ¤tigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt gegen die GebÃ¼hrenauflage im noch strittigen Umfang vor, die Kostentragung fÃ¼r Unterhaltsmassnahmen an Ã¶ffentlichen GewÃ¤ssern werde durch § 14 des Wasserwirtschaftsgesetzes vom 2. Juni 1991 (WasserwirtschaftsG) abschliessend geregelt. Eine teilweise Finanzierung durch AbwasserentsorgungsgebÃ¼hren sei nicht zulÃ¤ssig. Diese Kosten seien grundsÃ¤tzlich durch die Gemeinden zu tragen. § 14 WasserwirtschaftsG sehe zwar vor, dass die Gemeinden einen Teil davon auf Dritte abwÃ¤l­zen kÃ¶nnten. Ein solcher Regress setze aber voraus, dass das Gemeinwesen zuerst einen Kostenverleger aufstelle. Im vorliegenden Fall fehle es daran aber nachweislich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Beschwerdegegnerin fÃ¼hrt einen Viertel ihrer jÃ¤hrlichen Ausgaben von gut Fr. 40'000.- fÃ¼r den GewÃ¤sserunterhalt auf Massnahmen zur Erhaltung der Funktionstaug­lichkeit der VorflutgewÃ¤sser zurÃ¼ck (act. --). Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt nicht in Ab­rede, dass Unterhaltsmassnahmen durch die BenÃ¼tzung der entsprechenden GewÃ¤sser zur Sied­lungsentwÃ¤sserung verursacht werden kÃ¶nnen, und zieht auch die genannten Zahlen nicht in Zweifel (act. --). Es ist fraglich, ob solche Vorkehren noch als Hochwasser­schutzmass­nahmen im Sinn von § 14 WasserwirtschaftsG qualifiziert werden kÃ¶nnen. Je­denfalls erscheinen sie mindestens gleichermassen als Kosten fÃ¼r Bau, Betrieb, Unterhalt, Sanie­rung und Ersatz der Ã¶ffentlichen Abwasseranlagen im Sinn von Art. 60a Abs. 1 des Ge­wÃ¤sserschutzgesetzes vom 24. Januar 1991 (GSchG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zudem verlangt das in Art. 3a und Art. 60a GSchG statuierte Verursacherprinzip, dass alle Kosten der Abwasserentsorgung ihren Verursachern angelastet werden. Aus die­sem Grund sind auch die Ã¶ffentlichen GewÃ¤sser als Abwasseranlagen im Sinn von Art. 60a Abs. 1 GSchG, als Abwasserbeseitigungsanlagen im Sinn von § 45 Abs. 1 des EinfÃ¼h-rungsgesetzes zum GewÃ¤sserschutzgesetz vom 8. Dezember 1974 (EG GSchG) sowie als Ã¶ffentliche SiedlungsentwÃ¤sserungsanlagen im Sinn von Art. 6 Abs. 3 der kommunalen EntwÃ¤sserungsgebÃ¼hrenverordnung zu qualifizieren, soweit dort Unterhaltskosten anfallen, die auf deren BenÃ¼tzung zur Abwasserentsorgung zurÃ¼ckzufÃ¼hren sind. Nur dann, wenn auch die kostenverursachende Benutzung der Ã¶ffentlichen GewÃ¤sser zur Abwasserablei­tung der GebÃ¼hrenpflicht unterstellt wird, entspricht der Kreis der Kostenverursacher demjenigen der KostentrÃ¤ger.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ein solches Vorgehen fÃ¼hrt nicht zu einer "Vermischung" der beiden Arten der Ab­gabeerhebung, wie der BeschwerdefÃ¼hrer vorbringt. Eine Kostenaufteilung und âanlastung an verschiedene Rechnungen â was der BeschwerdefÃ¼hrer selbst auch fÃ¼r zulÃ¤ssig hÃ¤lt â hat vielmehr zur Folge, dass die der Abwasserentsorgung zugeordneten Kostenanteile Ã¼ber AbwasserentsorgungsgebÃ¼hren, die dem eigentlichen Hochwasserschutz zugeschriebenen Anteile hingegen davon vÃ¶llig getrennt durch BeitrÃ¤ge nach § 14 WasserwirtschaftsG auf­grund eines Verteilplans im Sinn von § 13 der Verordnung Ã¼ber den Hochwasserschutz und die Wasserbaupolizei vom 14. Oktober 1992 (Hochwasserschutzverordnung) auf die Verursacher verlegt werden. Auf diese Weise kÃ¶nnen die Kosten auf eine Weise Ã¼berwÃ¤lzt werden, die dem Verursacherprinzip besser als das vom BeschwerdefÃ¼hrer befÃ¼rwortete Verfahren Rechnung trÃ¤gt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Somit steht das WasserwirtschaftsG einer teilweisen Finanzierung von GewÃ¤s­serunterhaltskosten Ã¼ber AbwasserentsorgungsgebÃ¼hren nicht entgegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Ãberdies ist fraglich, ob die Beschwerdegegnerin vom BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber­haupt BeitrÃ¤ge nach § 14 WasserwirtschaftsG verlangen kÃ¶nnte, wie dies der Beschwerde­fÃ¼hrer gegen die ZulÃ¤ssigkeit der auferlegten GebÃ¼hr vorbringt. Einerseits ist eine derartige Beitragserhebung bereits deshalb fragwÃ¼rdig, weil die vorliegend betroffenen Massnahmen nur bedingt Hochwasserschutzmassnahmen im Sinn des Gesetzes darstellen (vgl. E. 4b). Anderseits ist in diesem Zusammenhang im Folgenden zu prÃ¼fen, ob die spezifischen Vor­aussetzungen der einzelnen Beitragsarten nach § 14 Abs. 2, 3 und 4 WasserwirtschaftsG erfÃ¼llt sind.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach § 14 Abs. 2 WassserwirtschaftsG kann das kostenpflichtige Gemeinwesen von einem anderen Gemeinwesen, das aus einer Hochwasserschutzmassnahme einen be­sonderen Nutzen zieht, angemessene BeitrÃ¤ge verlangen. Die BeitrÃ¤ge bemessen sich vor allem nach den eingesparten Kosten eigener Schutzmassnahmen. Eine solche Einsparung ergibt sich aber nur dann, wenn das ins Recht gefasste Gemeinwesen auf eigene Schutz­massnahmen an GewÃ¤sserabschnitten verzichten kann, fÃ¼r die es unterhaltspflichtig ist. Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfÃ¼llt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss § 14 Abs. 3 WasserwirtschaftsG sind die Gemeinden berechtigt, maximal 60 % ihres Kostenanteils an Hochwasserschutzmassnahmen auf die daran interessierten GrundeigentÃ¼mer und Wasserwerkbesitzer sowie auf andere Beteiligte zu verlegen. Laut § 13 Hochwasserschutzverordnung hat die Gemeinde einen Verteilplan zu erstellen, wenn sie einen Teil ihrer Kosten auf interessierte GrundeigentÃ¼mer und Wasserwerksbesitzer verlegen will. Eine solche Kostenauflage setzt ein intensives Interesse an der fraglichen Massnahme voraus, welches das allgemeine Interesse an einem Schutz vor Hochwasser erheblich Ã¼bersteigt. Die Weisung zum WasserwirtschaftsG verwies betreffend die Bemes­sung des Beitrags insbesondere auf die Einsparung von Kosten fÃ¼r eigene Abwehrmass­nahmen (ABl 1988, S. 672). Auf die Notwendigkeit eines intensiven, deutlich Ã¼berdurch­schnittlichen Interesses weist auch das Verfahren der Beitragserhebung hin: Die BeitrÃ¤ge der einzelnen Beteiligten sollen im Verteilplan individuell bestimmt und nicht durch eine Norm generell-abstrakt festgelegt werden. Ein solches Vorgehen ist nur bei einem kleinen Kreis von Beitragspflichtigen praktikabel. Vorliegend fehlt ein solches intensives Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers in seiner Eigenschaft als StrasseneigentÃ¼mer jedoch. Nichts weist darauf hin, dass er stÃ¤rker durch Auswirkungen von Hochwassern betroffen wÃ¤re als ein durchschnittlicher GrundeigentÃ¼mer in der fraglichen Gemeinde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>§ 14 Abs. 4 WasserwirtschaftsG ermÃ¤chtigt die Gemeinden, anteilsmÃ¤ssige BeitrÃ¤­ge an die Kosten von Hochwasserschutzmassnahmen von denjenigen Dritten verlangen, welche diese durch eigene Anlagen, Einrichtigungen, Vorkehren oder Planungsmassnah­men zu einem erheblichen Teil ausgelÃ¶st haben. Betrachtet man die GewÃ¤sserunterhaltsar­beiten, deren Kosten die Beschwerdegegnerin der Abwasserrechnung belastet, ebenfalls als Hochwasserschutzmassnahmen, so kommt eine Beitragserhebung in Betracht, da die Ar­beiten zu einem erheblichen Teil durch das Meteorwasser der Staatsstrassen notwendig werden. Diese Betrachtungsweise lÃ¤sst aber die gegenteilige der Beschwerdegegnerin nicht als unzulÃ¤ssig erscheinen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Diejenigen Abschnitte der Kantonsstrassen, deren AbwÃ¤sser ohne BenÃ¼tzung anderer Anlagen direkt in ein Ã¶ffentliches GewÃ¤sser abgeleitet werden, dÃ¼rfen demnach der AbwassergebÃ¼hrenpflicht unterstellt werden (E. 4). Diese Art der EntwÃ¤sserung bean­sprucht die Einrichtungen der Abwasserentsorgung allerdings weniger intensiv als die Ab­leitung Ã¼ber gemeindeeigene Leitungen und Reinigungsanlagen. Es fragt sich deshalb, ob fÃ¼r diese Strassenabschnitte GebÃ¼hren in derselben HÃ¶he wie fÃ¼r andere GrundstÃ¼cke er­hoben werden dÃ¼rfen oder ob sich weitere Differenzierungen aufdrÃ¤ngen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Eine gesonderte GebÃ¼hrenerhebung fÃ¼r die direkte Einleitung von Meteorwasser in Ã¶ffentliche GewÃ¤sser hÃ¤tte anzusetzen beim Ausmass der Beanspruchung dieser GewÃ¤s­ser durch die einzelnen Verursacher im VerhÃ¤ltnis zu den gesamten Kosten des Unterhalts, der durch die BenÃ¼tzung dieser GewÃ¤sser zur Abwasserableitung notwendig wurde. Dazu mÃ¼ssten die von den einzelnen GrundstÃ¼cken herrÃ¼hrenden Abflussmengen erfasst werden. Ebenfalls mÃ¼ssten die Einleitungen von Abwasser aus den eigentlichen Abwasserentsor­gungsanlagen festgestellt werden. Dabei wÃ¤re auch zu berÃ¼cksichtigen, dass die einzelnen Einleitungen die Ã¶ffentlichen GewÃ¤sser in ungleicher Weise belasten: Die Einleitung von Abwasser aus den Entsorgungsanlagen ist quantitativ und qualitativ kontrollierbar und deshalb gewÃ¤sserschonender als die direkten Einleitungen von GrundstÃ¼cken, die stÃ¤rker variieren und in stÃ¤rkerem Mass Fremdstoffe in die Ã¶ffentlichen GewÃ¤sser eintragen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Daraus wird ersichtlich, dass die Erhebung einer gesonderten GebÃ¼hr fÃ¼r die di­rekte Ableitung von Meteorwasser Ã¼ber Ã¶ffentliche GewÃ¤sser umfangreiche Erhebungen Ã¼ber Ausmass und Eigenschaften dieser Einleitungen voraussetzen wÃ¼rde. DemgegenÃ¼ber ist fraglich, ob eine gesonderte GebÃ¼hrenerhebung ein fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer wesent­lich gÃ¼nstigeres Resultat ergÃ¤be: Nach Rechnung der Beschwerdegegnerin entfÃ¤llt auf diese Strassenabschnitte fÃ¼r das Jahr 1998 eine AbwassergebÃ¼hr von Fr. 2'331.- (act. --). Verglichen mit dem durch die Beschwerdegegnerin der Abwasserrechnung belasteten An­teil der GewÃ¤sserunterhaltskosten von Fr. 10'000.- scheint dies relativ viel, doch ist zu be­rÃ¼cksichtigen, dass die entsprechenden Staatsstrassenabschnitte mutmasslich den flÃ¤chen­mÃ¤ssig grÃ¶ssten Teil der direkt in die Ã¶ffentlichen GewÃ¤sser entwÃ¤sserten GrundstÃ¼cke ausmachen und dass diese Art der Ableitung die GewÃ¤sser intensiver beansprucht als die Meteorwasserentsorgung via Kanalisation und Reinigungsanlage (E. 5b). So betrachtet ergÃ¤be sich zwischen der GebÃ¼hrenauflage gemÃ¤ss dem kommunalen EntsorgungsgebÃ¼h­renreglement und einer separaten GebÃ¼hr fÃ¼r die Benutzung Ã¶ffentlicher GewÃ¤sser zur di­rekten Abwasserableitung allenfalls noch eine Differenz von wenigen Hundert Franken. Dieser Unterschied rechtfertigt die oben umschriebenen Erhebungen nicht. Jedenfalls aber ist eine zusÃ¤tzliche Differenzierung der AbwasserentsorgungsgebÃ¼hren auch nach der Art der Ableitung nicht geboten, eine Pauschalierung insoweit also zulÃ¤ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Die Sache wird zur Berechnung der Benutzungsge­bÃ¼hr im Sinn der ErwÃ¤gungen an den Gemeinderat X zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>