<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00278</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106824&amp;W10_KEY=13013575&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00278</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.07.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nutzungsplanung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nutzungsplanung. Einschränkung des Autooccasionsgewerbes (Handel und Lagerung von Fahrzeugen) in der Industriezone durch eine besondere Bestimmung in der Bauordnung (max. 20 % der unüberbauten Grundstücksfläche dürfen für den Handel und die Lagerung genutzt werden): Kognition im Zusammenhang mit der Überprüfung von kommunalen Bauordnungen (E. 2). Industriezone: Umschreibung nach PBG und ergänzende Vorschriften in der kommunalen Bauordnung (E. 3a). Die das Autooccasionsgewerbe einschränkende Norm berührt die Eigentumsgarantie und die Wirtschaftsfreiheit (E. 4). Sie findet eine Grundlage im kantonalen Recht (E. 5). Die Einschränkung des Autooccasionsgewerbes aus raumplanerischen Gründen stellt ein zulässiges öffentliches Interesse dar (E. 6a/b). Hingegen wirkt sich die Norm insofern unverhältnismässig aus, als sie faktisch zu einem Ausschluss des Autooccasionsgewerbes in der Industriezone führt; sie ist nicht erforderlich, da mildere Massnahmen in Betracht kommen (z.B. Ausscheidung bestimmter Bereiche innerhalb der Industriezone, in denen dieses Gewerbe ausdrücklich zugelassen bzw. verboten ist) (E. 6c-e). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUTOHANDEL">AUTOHANDEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Grundrechte ST: EIGENTUMSGARANTIE">EIGENTUMSGARANTIE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEBRAUCHTWAGENGEWERBE">GEBRAUCHTWAGENGEWERBE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Grundrechte ST: HANDELS- UND GEWERBEFREIHEIT">HANDELS- UND GEWERBEFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INDUSTRIEZONE">INDUSTRIEZONE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOGNITION">KOGNITION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: RAHMENNUTZUNGSPLÃNE">RAHMENNUTZUNGSPLÃNE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHLIEREN">SCHLIEREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTSFREIHEIT">WIRTSCHAFTSFREIHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 26 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 27 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 56 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 57 PBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 22 BZO Schlieren</span><br/><span class="gerade">Art. 22a BZO Schlieren</span><br/><span class="ungerade">§ 50 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2002 Nr. 72 S. 168</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Beschluss vom 25. September 2000 ergÃ¤nzte der Gemeinderat Schlieren die kommunale Bau- und Zonenordnung vom 16. September 1996 mit folgendem im Bereich der Industriezonen geltenden Art. 22a der Bauordnung (BauO):</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>âFÃ¼r den Gebrauchtwagenhandel und fÃ¼r die Bereitstellung von Export-Occasionsfahrzeugen dÃ¼rfen ausserhalb von geschlossenen GebÃ¤udeteilen maximal 20 % der parzellierten GrundstÃ¼cksflÃ¤che ge­nutzt werden. Bei Ã¼berbauten GrundstÃ¼cken sind die GebÃ¤udeflÃ¤chen mitsamt den GrenzabstÃ¤nden in Abzug zu bringen.â</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen den am 19. Januar 2001 publizierten Beschluss erhoben die Erben des B, EigentÃ¼mer der in der Industriezone liegenden GrundstÃ¼cke Kat.Nrn. 1 und 2, Rekurs mit dem Antrag, Art. 22a BauO aufzuheben. Die Baurekurskommission I hiess den Rekurs am 13. Juli 2001 gut und hob den Beschluss des Gemeinderats Schlieren vom 25. September 2000 auf.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Dagegen gelangte der Stadtrat Schlieren mit Beschwerde vom 14. September 2001 an das Verwaltungsgericht mit dem Antrag, den Rekursentscheid aufzuheben und den Gemeinderatsbeschluss zu bestÃ¤tigen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerschaft (VB.2001.00278). Der Gemeinderat Schlieren stimmte dieser vorsorglichen Beschwerdeerhebung durch den Stadtrat am 24. September 2001 zu. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 19. September 2001 hin prÃ¼fte der Regierungsrat die Ge­nehmigungsfÃ¤higkeit von Art. 22a BauO. Mit Beschluss vom 27. Februar 2002 verweigerte er dieser Bestimmung die Genehmigung. Gegen die Genehmigungsverweigerung er­hob die Stadt Schlieren am 3. April 2002 ebenfalls Beschwerde (VB.2002.00108). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 9. April 2002 wurden die beiden Beschwerdeverfahren vereinigt und der privaten Beschwerdegegnerschaft, dem Regierungsrat sowie der Baurekurs­kommission Frist zur Einreichung der Beschwerdeantwort bzw. Vernehmlassung ange­setzt. Die Baurekurskommission I beantragte am 16. April 2002 unter Verzicht auf weite­re AusfÃ¼hrungen Abweisung der Beschwerde. Den nÃ¤mlichen Antrag stellte namens des Regierungsrats die Baudirektion nach Ablauf der angesetzten Frist mit Eingabe vom 15.</span><span> </span><span>Mai 2002. Innert der ihnen erstreckten Frist beantragte die private Beschwerdegegnerschaft am 10. Juni 2002 ebenfalls Abweisung der Beschwerde sowie Zusprechung einer Par­teientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>IV. Bereits am 9. MÃ¤rz 2000 hatte der Ausschuss Bau und Planung des Stadtrats Schlie­ren der E AG die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r einen Lagerplatz fÃ¼r Baumaterialien und Baumaschinen sowie fÃ¼r zum Export bestimmte Gebrauchtwagen auf dem GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 2 verweigert, dies mit der BegrÃ¼ndung, das Bauvorhaben prÃ¤judiziere die mit Art. 22a BauO vorgesehene neue Festlegung. Den hiergegen erhobenen Rekurs der E AG hiess die Baurekurskommission I am 13. Juli 2001 gut. Die dagegen von der Stadt Schlieren erhobene Beschwerde hat das Verwaltungsgericht am 23. November 2001 unter Aufhebung des Rekursentscheids vom 13. Juli 2001 und Wiederherstellung des kommunalen Bauverweigerungsbeschlusses vom 9. MÃ¤rz 2000 gutgeheissen (VB.2001.00274). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) in Verbindung mit § 329 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975/8. Juni 1997 (PBG) zur Behandlung der vorliegenden, einen kommunalen Nutzungsplan betreffenden Beschwerde zustÃ¤ndig (RB 1998 Nr. 26). Die Stadt Schlieren ist nach § 338a Abs. 1 PBG zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Weil auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Regierungsrat hat seine Beschwerdeantwort/Vernehmlassung dem Verwaltungsgericht am 15. Mai 2002 und damit nach Ablauf der hierfÃ¼r am 9. April 2002 angesetzten Frist von dreissig Tagen zugestellt. Sie ist daher aus dem Recht zu weisen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 26 N. 30). Wie angemerkt werden kann, enthÃ¤lt die Ein­gabe ausschliesslich Argumente, die schon zuvor in das Verfahren eingebracht worden sind oder die auch ohne entsprechende Parteivorbringen im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen in die Beurteilung einfliessen kÃ¶nnten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Kommunale NutzungsplÃ¤ne werden von der Baurekurskommission als erster Rechts­mittelinstanz (vgl. § 329 Abs. 1 PBG) grundsÃ¤tzlich mit voller Kognition nach § 20 VRG, d.h. einschliesslich einer Angemessenheits- und ZweckmÃ¤ssigkeitskontrolle, Ã¼berprÃ¼ft. Dabei hat die RekursbehÃ¶rde jedoch die den Gemeinden bei der Festsetzung einer Bau- und Zonenordnung zustehende Autonomie zu beachten. Sie soll dann korrigierend ein­greifen, wenn sich die kommunale LÃ¶sung aufgrund Ã¼berkommunaler Interessen als un­zweckmÃ¤ssig erweist oder den wegleitenden Zielen und GrundsÃ¤tzen der Raumplanung un­zureichend Rechnung trÃ¤gt, im Ãbrigen im Rahmen der Ermessenskontrolle jedoch nur dann, wenn die Unangemessenheit oder UnzweckmÃ¤ssigkeit der streitbetroffenen Festsetzung offensichtlich ist (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 20 N. 20; Walter Haller/Peter Karlen, Rechts­schutz im Raumplanungs- und Baurecht, ZÃ¼rich 1998, Rz. 1073). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dem Verwaltungsgericht steht nach § 50 Abs. 1 und 2 VRG bei der ÃberprÃ¼fung von die kommunale Planfestsetzung betreffenden <i>Rekursentscheiden</i> keine Ermessenskontrolle zu, was mit dem Bundesrecht, insbesondere mit Art. 33 Abs. 3 lit. b des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG) vereinbar ist, dies im Unterschied zur ÃberprÃ¼fung von negativen <i>Genehmigungsentscheiden</i> des Regierungsrats, wo dem Gericht als ein­ziger kantonaler Rechtsmittelinstanz gestÃ¼tzt auf § 50 Abs. 3 VRG und Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG eine erweiterte Kognition zukommt (RB 1994 Nr. 17 = BEZ 1994 Nr. 22). Bei der Ãber­prÃ¼fung von Entscheiden, mit welchen kommunale Planfestsetzungen aufgehoben bzw. nicht genehmigt worden sind, hat das Verwaltungsgericht im Rahmen der ihm zustehenden Rechtskontrolle auch zu prÃ¼fen, ob die Baurekurskommission bzw. der Regierungs­rat in rechtsverletzender Weise die kommunale Planungsautonomie missachtet habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) GemÃ¤ss § 56 PBG (in der Fassung vom 1. September 1991) sind Industriezonen in erster Linie fÃ¼r die Ansiedlung industrieller und gewerblicher Betriebe der Produktion, der GÃ¼tergrossverteilung, der Lagerhaltung und des Transports bestimmt (Abs. 1). Zu­lÃ¤ssig sind ferner betriebs- und unternehmenszugehÃ¶rige Verwaltungs-, Forschungs- und technische RÃ¤ume, Wohlfahrtseinrichtungen, in ausgedehnten oder abgelegenen Industriezonen auch kleinere LÃ¤den fÃ¼r den tÃ¤glichen Bedarf und sonstige den BeschÃ¤ftigten nÃ¼tzliche Dienstleistungsbetriebe (Abs. 2). Die Bau und Zonenordnung kann auch Handels- und Dienstleistungsgewerbe zulassen; aus planerischen oder infrastrukturellen GrÃ¼nden kann sie bestimmte Betriebsarten ausschliessen (Abs. 3). GemÃ¤ss § 57 PBG kann die Bau- und Zonenordnung Industrie- und Gewerbezonen unterschiedlicher Einwirkungen ausscheiden. Dabei kann sie Betriebe, die unverhÃ¤ltnismÃ¤ssigen Verkehr auslÃ¶sen, stark stÃ¶renden gleich­stellen. Im Rahmen dieser kantonalen Regelung enthÃ¤lt die Bauordnung Schlieren nÃ¤here Bestimmungen betreffend die Industriezone in Art. 20 â 22. GemÃ¤ss Art. 22 Abs. 4 BauO sind Handels- und Dienstleistungsbetriebe zulÃ¤ssig. Der streitbetroffene Art. 22a BauO ergÃ¤nzt diese kommunale Ordnung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Baurekurskommission hat erwogen, Art. 22a BauO beinhalte eine EinschrÃ¤n­kung der GrundstÃ¼cknutzung, welche im Schutzbereich der Eigentumsfreiheit nach Art. 26 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) und der Wirtschaftsfreiheit nach Art. 27 BV liege. § 56 Abs. 3 Halbsatz 2 PBG bilde eine hinreichende Grundlage fÃ¼r die streitbetroffene NutzungsbeschrÃ¤nkung. Das gelte nicht nur hinsichtlich des als Handelsbetrieb zu qualifizierenden und daher § 56 Abs. 3 Halbsatz 1 PBG zuzuordnenden Handels mit Gebrauchtwagen, sondern auch hinsichtlich der als Lagerhaltung zu qualifizierenden und des­wegen § 56 Abs. 1 PBG zuzuordnenden Bereitstellung von Export-Occasions­fahr­zeugen. Das von der Stadt Schlieren geltend gemachte Anliegen, den unbegrenzten Zuwachs an Auto­occasionshandelsplÃ¤tzen einzudÃ¤mmen, stelle angesichts der negativen Aus­wirkungen auf die Stadtentwicklung, das Stadtbild und die Stadtstruktur ein legitimes raumplanerisches Interesse dar. Art. 22a BauO verstosse indessen gegen den Grundsatz der VerhÃ¤ltnis­mÃ¤ssigkeit. Die streitige Regelung bewirke nÃ¤mlich, dass Autooccasionshandels­plÃ¤tze, wie sie wÃ¤hrend der letzten zehn Jahre in Schlieren entstanden seien, Ã¼berhaupt nicht mehr mÃ¶g­lich seien. Ausgehend von einer notwendigen FlÃ¤che von durchschnittlich rund 10 m2 fÃ¼r ein Fahrzeug mÃ¼sste fÃ¼r 100 Fahrzeuge ein GrundstÃ¼ck von 5'000 m2 zur VerfÃ¼gung ste­hen, wobei die nicht benutzte FlÃ¤che von 4000 m2 nicht einmal durch irgendwelche Ge­bÃ¤ude Ã¼berstellt werden dÃ¼rfte, ansonsten sich die zur VerfÃ¼gung stehende FlÃ¤che weiter </span></p> <p class="Einzug1"><span>re­­duzieren wÃ¼rde. Die neue Bestimmung fÃ¼hre sodann dazu, dass die bestehenden Autoocca­sionshandelsplÃ¤tze nachtrÃ¤glich baurechtswidrig wÃ¼rden. Demnach bewirke Art. 22a BauO ein faktisches Verbot von Autooccasionsbetrieben auf dem Gebiet der Stadt Schlieren, indem es aufgrund dieser Regelung kaum mehr mÃ¶glich sein werde, ein genÃ¼gend gros­ses GrundstÃ¼ck fÃ¼r einen derartigen Betrieb zu finden und ein solches Grund­stÃ¼ck zusÃ¤tzlich noch in einer anderweitigen Weise sinnvoll zu nutzen. Das von der Rekursgegnerin angestrebte Ziel, den Zuwachs an AutooccasionshandelsplÃ¤tzen einzudÃ¤m­men, lasse sich auch mit weniger weit gehenden, d.h. kein faktisches Verbot solcher Betriebe beinhaltenden Mass­nahmen erreichen. So habe die Baudirektion im Rahmen der Vor­prÃ¼fung mit Schreiben vom 14. Januar 1999 auf die MÃ¶glichkeit hingewiesen, aufgrund einer planerischen Erfassung und Analyse aller vorhandenen Betriebe der fraglichen Art innerhalb der Industriezone âzonen- oder gebietsweiseâ FlÃ¤chen zu bezeichnen, in denen eine derartige Nutzung zulÃ¤ssig bleibe. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Regierungsrat hat sich zur BegrÃ¼ndung der Nichtgenehmigung im Wesentlichen diesen ErwÃ¤gungen der Baurekurskommission I angeschlossen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt, die Baurekurskommission und der Regierungsrat seien mit ihrer Berechnungs- und Betrachtungsweise davon ausgegangen, dass AutooccasionshandelsplÃ¤tze nur ausserhalb von geschlossenen GebÃ¤uden mÃ¶glich seien. Diese Annahme sei offenkundig unzutreffend. Occasionsfahrzeuge kÃ¶nnten problemlos auch in GebÃ¤uden zum Verkauf angeboten und fÃ¼r den Export bereitgestellt werden. Dies lasse Art. 22a BauO unbeschrÃ¤nkt zu; die Bestimmung wolle einzig siedlungsplanerisch unerwÃ¼nschte BlechwÃ¼sten verhindern. Es kÃ¶nne daher keine Rede davon sein, dass Art. 22a BauO zu einem faktischen Ausschluss von Autooccasionsbetrieben fÃ¼hre. Auf einem Areal, das neben GebÃ¤uden eine unbebaute FlÃ¤che von 1000 m2 aufweise, kÃ¶nnten zusÃ¤tzlich zu 20 im Freien deponierten Fahrzeugen âeine unbeschrÃ¤nkte Anzahlâ von Fahrzeugen in den GebÃ¤uden aufgestellt werden, wobei die FreiflÃ¤che von 800 m2 (80 % der nicht Ã¼berbauten GrundstÃ¼cksflÃ¤che) ohnehin fÃ¼r die Anlieferung und die grundstÃ¼cksinterne Verschiebung der Fahrzeuge erforderlich sein dÃ¼rfte. Entgegen der Auffassung der Vorinstanzen sei Art. 22a BauO fÃ¼r die Erreichung des damit angestrebten Ziels erforderlich. Die von den Vorinstanzen erwÃ¤hnte Alternative â gebietsweise Bezeichnung der FlÃ¤chen fÃ¼r die AutooccasionshandelsplÃ¤tze â sei keine geeignete Massnahme zum Schutz der Stadt­entwicklung und des Stadtbildes; sie wÃ¼rde offenkundig zu einer "Ghettoisierung" der entsprechenden Gebiete fÃ¼hren. Schliesslich erweise sich die Regelung in Art. 22a BauO auch als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig im engeren Sinn, indem sie in einem vernÃ¼nftigen VerhÃ¤ltnis zu dem da­mit verfolgten Ziel stehe. Mit ihren Entscheiden hÃ¤tten Baurekurskommission und Regierungsrat in unzulÃ¤ssiger Weise in die Gemeindeautonomie eingegriffen, welche der BeschwerdefÃ¼hrerin bei der nÃ¤heren Ausgestaltung von § 56 Abs. 3 PBG im kommunalen Recht zustehe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Die private Beschwerdegegnerschaft (im Folgenden: Beschwerdegegnerschaft) bringt vor, Art. 22a BauO sei schon deswegen rechts- und insbesondere verfassungswidrig, weil ein hinreichendes Ã¶ffentliches Interesse an einer solchen Regelung fehle. Beide Vorinstanzen hÃ¤tten zu Unrecht das Vorliegen eines solchen Ã¶ffentlichen Interesses bejaht. Mit der streitbetroffenen Regelung verfolge die BeschwerdefÃ¼hrerin wirtschafts- und steuerpolitische Interessen, indem sie Nutzungen verhindern wolle, die wenig Investitionen beding­ten. Derartige Motive dÃ¼rften nicht als planerische oder infrastrukturelle GrÃ¼nde im Sinn von § 56 Abs. 3 Halbsatz 2 PBG, welche den Ausschluss bestimmter Betriebsarten rechtfertigten, anerkannt werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. NutzungsbeschrÃ¤nkungen, die wie Art. 22a BauO die zulÃ¤ssigen FlÃ¤chen fÃ¼r den Handel mit Gebrauchtwagen und fÃ¼r die Bereitstellung von Export-Occasionsfahrzeu­gen maximal begrenzen, tangieren die Baufreiheit als Bestandteil der Eigentumsgarantie nach Art. 26 BV sowie die Wirtschaftsfreiheit nach Art. 27 BV (Peter HÃ¤nni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. A., Bern 2002, S. 26 f. und 45 f.). Daran vermag der Umstand, dass Art. 22a BauO die HÃ¶chstbegrenzung fÃ¼r entsprechende Verkaufs- bzw. BereitstellungsflÃ¤chen im Freien â anders als etwa die HÃ¶chstbegrenzung der zulÃ¤ssigen VerkaufsflÃ¤chen in Einkaufszentren (dazu BGE 102 Ia 104 E. 5a; BGr, 29. Oktober 1992, ZBl 94/1993, S. 425) â in Relation zur GrundstÃ¼cksgrÃ¶sse vornimmt und insofern eine Re­gelung enthÃ¤lt, die mit fÃ¼r <i>GebÃ¤ude</i> geltenden Nutzungsziffern vergleichbar ist (vgl. § 254 PBG), entgegen der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerin nichts zu Ã¤ndern. Denn auch Regelungen mit Nutzungsziffern kÃ¶nnen den Schutzbereich der genannten Grundrechte tangieren. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>EinschrÃ¤nkungen von Grundrechten mÃ¼ssen auf einer gesetzlichen Grundlage beruhen, durch ein Ã¶ffentliches Interesse gedeckt und mit dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip ver­einbar sein (Art. 36 BV). Richtet sich die Beschwerde wie hier gegen eine rechtssatzmÃ¤s­sige Regelung als solche ‑ was bei kommunalen Nutzungsplanungsstreitigkeiten zulÃ¤ssig ist (vgl. vorn E. 1) â, so kann sich unter dem Gesichtswinkel des Erfordernisses der ge­setzlichen Grundlage nurmehr noch die Frage stellen, ob die angefochtene Norm innerhalb des ZustÃ¤ndigkeitsbereichs des legiferierenden Organs liegt. Ob sie mit den berÃ¼hrten Freiheitsrechten vereinbar und damit auch materiell verfassungsmÃ¤ssig sei, ist kein Gesichtspunkt, der bereits im Zusammenhang mit dem LegalitÃ¤tserfordernis zu prÃ¼fen wÃ¤re (BGE 102 Ia 104 E. 4). Im vorliegenden Fall stellt sich zunÃ¤chst die Frage, ob Art. 22a BauO mit </span></p> <p class="Einzug1"><span>dem kantonalen Recht, insbesondere mit den §§ 56 ff. PBG, vereinbar sei; dabei geht es wie erwÃ¤hnt nicht unmittelbar um das Erfordernis der gesetzlichen Grundlage im verfassungs­rechtlichen Sinn, sondern um die Frage, ob die kommunale Bestimmung eine hinreichende Grundlage im <i>kantonalen</i> <i>Recht</i> finde (dazu nachfolgend E. 5). An die verfassungsrechtlichen Erfordernisse des Vorliegens eines Ã¶ffentlichen Interesses und der Wahrung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit ist anderseits auch der Gesetzgeber â hier der Gemeinderat Schlieren â ge­bunden (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 467 und 491); ob Art. 22a BauO diesen Erfordernissen entspricht, ist eine Frage der <i>materiellen VerfassungsmÃ¤ssigkeit</i>, die im Zusammenhang mit den von der Beschwerdegegnerschaft angerufenen Grundrechten zu prÃ¼fen ist (dazu nachfolgend E. 6). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie anzumerken ist, setzt die Beurteilung der VerfassungsmÃ¤ssigkeit entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerschaft nicht deren eigene Beschwerdeerhebung im Sinn einer (unzulÃ¤ssigen) âAnschlussbeschwerdeâ voraus; eine derartige Beurteilung hÃ¤lt sich im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen (§ 7 Abs. 4 Satz 2 VRG), welcher Grund­satz ungeachtet der in § 50 Abs. 1 VRG verwendeten Formulierung auch im gerichtlichen Beschwerdeverfahren gilt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Die Baurekurskommission ist zum Schluss gelangt, mit § 56 Abs. 3 Halbsatz 2 PBG sei im kantonalen Recht eine hinreichende Grundlage fÃ¼r die streitbetroffene Regelung des kommunalen Rechts vorhanden. Sie hat dabei die von ihr aufgeworfene Frage, ob der gemÃ¤ss dieser Bestimmung mÃ¶gliche Ausschluss bestimmter Betriebsarten nicht nur fÃ¼r Handels- und Dienstleistungsbetriebe (§ 56 Abs. 3 Halbsatz 1), sondern auch fÃ¼r Indus­trie- und Gewerbebetriebe (§ 56 Abs. 1) zulÃ¤ssig sei, im Ergebnis stillschweigend bejaht, indem sie die Bereitstellung von Export-Occasionsfahrzeugen der Lagerhaltung im Sinn von § 56 Abs. 1 PBG zuordnete und abschliessend festhielt, auch fÃ¼r den Ausschluss solcher Betriebe bilde § 56 Abs. 3 Halbsatz 2 PBG eine hinreichende Grundlage. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ob sich die Regelung von § 56 Abs. 3 Halbsatz 2 PBG lediglich auf Handels- und Dienstleistungsbetriebe oder auch auf Industrie- und Gewerbebetriebe beziehe, ist in der Tat unklar. Zu beachten ist, dass der Gesetzgeber, die MÃ¶glichkeit, in den Industrie- und Gewerbezonen Handels- und Dienstleistungsgewerbe zuzulassen, sowie die MÃ¶glichkeit, bestimmte Betriebsarten von diesen Zonen auszuschliessen, innerhalb von § 56 PBG im gleichen Absatz geregelt und beide Regelungen zudem lediglich je in einem Halbsatz formuliert hat, was eher, jedoch nicht zwingend darauf hindeutet, dass sich Halbsatz 2 ausschliesslich auf Halbsatz 1 bezieht. Wortlaut und Stellung der Bestimmung lassen daher beide Deutungen zu. Sodann lÃ¤sst sich, wie die Baurekurskommission zutreffend erwogen hat, auch den Gesetzesmaterialien diesbezÃ¼glich keine schlÃ¼ssige Antwort entnehmen (vgl. Protokoll der kantonsrÃ¤tlichen Kommission zur Beratung der PBG-Revision vom 19. April 1990). In der Lehre wird die Auffassung vertreten, die Gemeinden kÃ¶nnten gestÃ¼tzt auf § 56 Abs. 3 Halbsatz 2 PBG mit oder ohne Zulassung von Handelsbetrieben bestimmte Be­triebsarten â mithin auch solche, die den Industrie- und Gewerbebetrieben im Sinn von § 56 Abs. 1 PBG zuzuordnen sind â ausschliessen (Haller/Karlen, Rz. 287). Dieser Auffassung, die durch den Zweck der Bestimmung gedeckt wird, ist beizutreten. Demnach erweist sich der Schluss der Baurekurskommission, Art. 22a BauO finde in § 56 Abs. 3 Halb­satz 2 PBG eine hinreichende kantonalrechtliche Grundlage, auch insoweit als zutreffend, als die genannte kommunale Bestimmung NutzungsbeschrÃ¤nkungen fÃ¼r die Bereitstel­lung von Export-Occasionsfahr­zeugen vorsieht. Im Ãbrigen lÃ¤sst sich diese Betriebsart ohne weiteres auch den Handelsbetrieben im Sinn von § 56 Abs. 3 Halbsatz 1 und Art. 22 Abs. 4 BauO zuordnen. Geht man von einer solchen Zuordnung aus, fÃ¤llt die Bereitstellung von Export-Occasionsfahrzeugen von vornherein unter § 56 Abs. 3 Halbsatz 2 PBG.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss § 56 Abs. 3 Halbsatz 2 PBG setzt der Ausschluss bestimmter Betriebsarten âplanerische oder infrastrukturelle GrÃ¼ndeâ voraus. Ob solche GrÃ¼nde gegeben sind, ist je­doch eine Frage, die sich weitgehend mit jener nach dem Vorliegen eines hinreichenden Ã¶f­fentlichen Interesses an der streitbetroffenen Regelung bzw. NutzungsbeschrÃ¤nkung deckt. Diese Frage ist im vorliegenden Fall, in welchem sich die Beschwerdegegnerschaft und die Vorinstanz auf die Eigentumsgarantie und Wirtschaftsfreiheit berufen, im Zusammenhang mit der PrÃ¼fung der materiellen VerfassungsmÃ¤ssigkeit zu beurteilen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. a) Das Erfordernis des Ã¶ffentlichen Interesses setzt unterschiedliche Schranken fÃ¼r die Eigentumsgarantie nach Art. 26 BV und die Wirtschaftsfreiheit nach Art. 27 BV. GemÃ¤ss Lehre und Rechtsprechung ist grundsÃ¤tzlich jedes Ã¶ffentliche Interesse geeignet, einen Eingriff in das Eigentum zu rechtfertigen, sofern das angestrebte Ziel nicht rein fiskalischer Art ist (Ulrich HÃ¤felin/Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2001, N. 602 ff.). DemgegenÃ¼ber kommt als zulÃ¤ssiges Motiv fÃ¼r einen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit nicht schlechthin jedes Ã¶ffentliche Interesse in Betracht. Eine wesent­liche Schutzfunktion dieses Freiheitsrechts besteht darin, dass es den Kantonen Massnahmen mit wirtschaftspolitischer Zielsetzung untersagt (HÃ¤felin/Haller, N. 670 ff.). Die Rechtsprechung hat diese besondere Schutzfunktion auch im Zusammenhang mit raumplanerischen Massnahmen beachtet. Danach verletzen eigentumsbeschrÃ¤nkende Massnahmen die Wirtschaftsfreiheit, wenn sie âunter dem Deckmantel der Raumplanung einen Eingriff in den wirtschaftlichen Wettbewerb bezwecken, um bestimmte Gewerbezweige oder Betriebsformen vor Konkurrenz zu schÃ¼tzen oder in ihrer Existenz zu sichernâ. Hat dagegen eine nach Art. 26 BV zulÃ¤ssige Massnahme âunbeabsichtigt schwerwiegende wirtschaftliche oder wirtschaftspolitische Nebenwirkungenâ, so ist aufgrund einer InteressenabwÃ¤gung abzuklÃ¤ren, ob das raumplanerische Anliegen das erforderliche Gewicht besitzt, um diese Nachteile zu rechtfertigen (HÃ¤nni, S. 45 f. mit Hinweis auf die bundesgerichtliche Praxis, namentlich jene zu Einkaufszentren, in Anm. 142 â 147).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Industriezone von Schlieren, die eine AusnÃ¼tzung mit einer Baumassenziffer von 8 m3/m2 und eine fÃ¼nfgeschossige Bauweise erlaubt (Art. 20 BauO), umfasst grossrÃ¤u­mige Gebiete entlang der Bahnlinie und der ZÃ¼rcherstrasse, die zum Teil noch unÃ¼berbaut und zum Teil unternutzt sind. Nach unbestrittener Darstellung der BeschwerdefÃ¼hrerin haben sich dort seit der letzten Revision der BauO im Jahr 1996 zahlreiche Autohandelsbe­triebe angesiedelt, die mehrheitlich Occasionsfahrzeuge zum Verkauf anbieten oder fÃ¼r den Export bereitstellen. Mit Art. 22a BauO will die BeschwerdefÃ¼hrerin den unbegrenzten Zu­wachs an solchen AutooccasionshandelsplÃ¤tzen ausserhalb von GebÃ¤uden einschrÃ¤nken. Dass die Nutzung grosser FlÃ¤chen als Lager- und VerkaufsflÃ¤che fÃ¼r den Occasionshandel mit negativen Auswirkungen fÃ¼r das Stadtbild, die Stadtstruktur und die Stadtentwicklung verbunden ist und die sich so bildenden âBlechwÃ¼stenâ namentlich in Ã¤sthetischer Hinsicht Probleme schaffen, erscheint offenkundig. Das Anliegen der BeschwerdefÃ¼hrerin, derartige Nutzungen auf ein bestimmtes Mass zu beschrÃ¤nken, stellt zweifellos ein legitimes raumplanerisches Motiv und damit ein Ã¶ffentliches Interesse dar, welches einen Eingriff in die Eigentums- und Baufreiheit zu rechtfertigen vermag. Es liegen keinerlei Anhaltspunkte vor, welche die Behauptung der Beschwerdegegnerschaft stÃ¼tzen wÃ¼rden, wonach die frag­liche Vorschrift rein steuerpolitischen Interessen diene, indem sie die Ansiedlung von Betrieben mit grÃ¶sserer WertschÃ¶pfung und dementsprechend grÃ¶sserer Steuerkraft fÃ¶rdern wolle. Ein legitimes raumplanerisches Interesse an der streitbetroffenen Regelung hat auch die Baurekurskommission bejaht, jedoch offen gelassen, ob mit diese Regelung in verfassungswidriger Weise ein wirtschaftspolitischer Zweck verfolgt werde. Letzteres trifft offen­kundig nicht zu. Die pauschale Behauptung der Beschwerdegegnerschaft, Art. 22a BauO diene wirtschaftspolitischen Zwecken, entbehrt jeglicher Substanziierung und Ãberzeugungskraft. Die von der BeschwerdefÃ¼hrerin geltend gemachten Anliegen sind offenkundig planerische GrÃ¼nde im Sinn von § 56 Abs. 3 Halbsatz 2 PBG und nicht bloss vorgeschoben, um damit wirtschaftspolitische Ziele zu verfolgen. Nicht auszuschliessen ist al­lerdings, dass die Anwendung von Art. 22a BauO zu unbeabsichtigten Nebenwirkungen fÃ¼r die freie ErwerbstÃ¤tigkeit und den freien Wettbewerb fÃ¼hren kann. Wie erwÃ¤hnt, bedeutet eine solche Reflexwirkung jedoch nicht, dass die Regelung mit Art. 27 BV von vorn­herein unvereinbar wÃ¤re. Vielmehr kann der unerwÃ¼nschten Nebenwirkung im Rahmen einer InteressenabwÃ¤gung Rechnung getragen werden. Eine solche InteressenabwÃ¤gung ist ohnehin unter dem Gesichtswinkel der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit im engeren Sinn insoweit vorzunehmen, als zu prÃ¼fen ist, ob die streitbetroffene Regelung ein vernÃ¼nftiges Ver­hÃ¤ltnis zwischen dem angestrebten Ziel und dem Eingriff, den sie fÃ¼r die Betroffenen bewirkt, wahrt (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 514 ff.; HÃ¤felin/Haller, N. 323) .</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Baurekurskommission hat erwogen, die streitbetroffene Regelung fÃ¼hre zu einem faktischen Verbot der fraglichen Betriebe aus wirtschaftlichen und logistischen GrÃ¼n­den. Die Folge wÃ¤re ein Ausschluss von Autooccasionsbetrieben auf dem Gebiet der Stadt Schlieren, was mit der getroffenen Bestimmung weder beabsichtigt noch aus planerischen GrÃ¼nden erforderlich sei. Dieser Beurteilung, die auch dem Nichtgenehmigungsbeschluss des Regierungsrats zugrunde liegt, ist zuzustimmen. Zu Unrecht wirft die Beschwer­defÃ¼h­rerin den Vorinstanzen in diesem Zusammenhang eine unrichtige Berechnungs- und Betrachtungsweise vor, indem sie die MÃ¶glichkeit, derartige Betriebe innerhalb von GebÃ¤uden abzuwickeln, nicht berÃ¼cksichtigt hÃ¤tten. Die Baurekurskommission ist, wie sich aus dem Zu­sammenhang ihrer ErwÃ¤gungen ergibt, nicht davon ausgegangen, das Bereit­stellen der Oc­casionsfahrzeuge zum Verkauf und zum Export sei in rechtlicher Hinsicht innerhalb von GebÃ¤uden unzulÃ¤ssig, sondern davon, dass eine derartige BetriebsfÃ¼hrung aus wirtschaftlichen GrÃ¼nden kaum in Betracht komme. Die BeschwerdefÃ¼hrerin anderseits geht ohne nÃ¤­here Substanziierung und BegrÃ¼ndung davon aus, dass die FÃ¼hrung solcher Betriebe wirt­schaftlich auch dann tragbar sei, wenn die zum Verkauf und Export bestimmten Fahrzeuge grÃ¶sstenteils in geschlossenen GebÃ¤uden abgestellt wÃ¼rden. Es ist in­dessen offenkundig und bedarf keiner nÃ¤heren SachverhaltsabklÃ¤rung, dass eine derartige BetriebsfÃ¼hrung wirtschaft­lich nicht tragbar wÃ¤re. Damit erweist sich die Schlussfolgerung der Vorinstanzen, Art. 22a BauO fÃ¼hre faktisch zu einem Verbot von Autooccasionsbetrieben auf dem Gemeindegebiet der BeschwerdefÃ¼hrerin, jedenfalls im Ergebnis als zutreffend. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Soweit es der BeschwerdefÃ¼hrerin darum geht, die Bereitstellung von Occasionsfahrzeugen zum Verkauf und Export ausserhalb von GebÃ¤uden auf ein bestimmtes Mass zu beschrÃ¤nken und namentlich den ungebremsten Zuwachs solcher Betriebe einzudÃ¤mmen, lÃ¤sst sich diese Zielsetzung, wie die Vorinstanzen zutreffend erwogen haben, auch mit milderen, ebenso geeigneten Massnahmen umsetzen. Dazu bietet sich vorab die von Regierungs­rat und der Baurekurskommission erwÃ¤hnte MÃ¶glichkeit an, aufgrund einer planerischen Erfassung und Analyse aller vorhandenen Betriebe der fraglichen Art innerhalb der Industriezone gebietsweise FlÃ¤chen zu bezeichnen, in denen eine derartige Nutzung zulÃ¤ssig bleiben soll. Dem Einwand der BeschwerdefÃ¼hrerin, eine solche Regelung sei âin keiner Weise eine geeignetere Massnahme zum Schutze der Stadtentwicklung und des Stadtbildesâ, kann nicht gefolgt werden. Zum einen erweist sich die in Art. 22a BauO getroffene Regelung schon dann als nicht erforderlich und damit unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, wenn die genann­te Alternative gleich geeignet ist; diese AlternativlÃ¶sung ist nicht erst dann vorzuziehen, wenn sie âgeeigneterâ erscheint. Mit den Vorinstanzen ist davon auszugehen, dass die AlternativlÃ¶sung ebenso geeignet ist. Was die BeschwerdefÃ¼hrerin dagegen vorbringt, Ã¼ber­zeugt nicht: Innerhalb der grossen, der Industriezone Schlieren zugewiesenen Areale dÃ¼rfte es mÃ¶glich sein, die Ausscheidung von FlÃ¤chen mit und solchen ohne zugelassene Occasionsbetriebe so vorzunehmen, dass die von der BeschwerdefÃ¼hrerin befÃ¼rchtete âGhet­toisierungâ vermieden wird. Demnach ist die vorinstanzliche WÃ¼rdigung, wonach Art. 22a BauO dem Gebot der Erforderlichkeit widerspricht, nicht rechtsverletzend.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Das gilt jedenfalls dann, wenn die Zielsetzung von Art. 22a BauO darin erblickt wird, die Bereitstellung von Occasionsfahrzeugen zum Verkauf und Export auf ein bestimm­tes Mass zu beschrÃ¤nken und namentlich den ungebremsten Zuwachs solcher Betriebe einzudÃ¤mmen, wovon nach dem Gesagten auszugehen ist. Sollte aber die Zielsetzung da­rin bestehen, grÃ¶ssere Ansammlungen von Occasionsfahrzeugen ausserhalb von GebÃ¤uden in der ganzen Industriezone zu unterbinden, so entspricht die streitige Bestimmung zwar dem Gebot der Erforderlichkeit. Sie erweist sich aber auch unter dieser Annahme als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, weil eine solche Zielsetzung in keinem vernÃ¼nftigen VerhÃ¤ltnis zum Eingriff steht, den die Bestimmung bewirkt. Diese Wirkung besteht nach dem Gesagten (E. 6 b) in einem faktischen Ausschluss solcher Betriebe innerhalb der gesamten Industriezone und damit auch des gesamten Gemeindegebiets. Eine derartige Auswirkung lÃ¤sst sich fÃ¼r betroffene Betriebe unter dem Gesichtswinkel der Wirtschaftsfreiheit nicht rechtfertigen. Den raumplanerischen Interessen der BeschwerdefÃ¼hrerin ist hinreichend Rechnung ge­tragen, wenn die Bereitstellung von Occasionsfahrzeugen zum Verkauf und zum Export aus­serhalb von GebÃ¤uden mit weniger weit gehenden Vorschriften, welche grÃ¶ssere Fahrzeugparks innerhalb der Industriezone nicht von vornherein gÃ¤nzlich ausschliessen, eingeschrÃ¤nkt wird.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. Diese ErwÃ¤gungen fÃ¼hren zur Abweisung der Beschwerden. Die Gerichtskosten sind der unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG). ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerden VB.2001.00278 und VB.2002.00108 werden abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>...</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>