A bteilung III C -1579/2007 {T 0/2} U rteil vom 13. Juli 2007 M itw irkung: R ichter Eduard Acherm ann R ichter Francesco Parrino R ichter M ichael Peterli G erichtsschreiber W ilhelm -U lrich Schodde S._______ Beschw erdeführer, gegen Schw eizerische A usgleichskasse SA K , avenue Edm ond-Vaucher 18, Post- fach 3100, 1211 G enf 2, Vorinstanz betreffend A H V (M indestbeitragsdauer) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er am 8. O ktober 1941 geborene, w iederverheiratete, deutsche Staatsan- gehörige S._______stellte am 28. August 2006 bei der D eutschen R entenversicherung Bund, Berlin, ein G esuch um Bezug einer schw eizerischen Altersrente (Form ulare der Europäischen G em einschaf- ten E202, 207). Er gab dabei an, vom 6. Januar bis zum 29. O ktober 1965 bei der Brauerei Feldschlösschen in R heinfelden tätig gew esen zu sein und legte das entsprechende Arbeitszeugnis vor (act. 1-26). D er Antrag w urde an die Schw eizerische Ausgleichskasse (nachfolgend: SAK oder Vorinstanz) in G enf w eitergeleitet. Aus den von der SAK edierten Akten und dem individuellen Beitragskonto des G esuchstellers ist sodann er- sichtlich, dass er von Januar bis O ktober 1965 in der Schw eiz Beiträge auf Einkom m en von Fr. 10'600.-- abgerechnet hat (act. 27, 34). M it Verfügung vom 20. N ovem ber 2006 w ies die SAK das G esuch ab m it der Begrün- dung, dass ihm nicht für ein volles Jahr Einkom m en, Erziehungs- oder Be- treuungsgutschriften angerechnet w erden könnten, so dass er die Bedin- gung der einjährigen M indestbeitragsdauer nicht erfülle (act. 38-39). M it Schreiben vom 29. N ovem ber 2006 erhob S._______Einsprache gegen die Verfügung der SAK vom 20. N ovem ber 2006 m it der Begründung, dass ihn die zuständigen Beam ten der AH V bei seiner Abm eldung nicht auf die Konsequenzen seiner 10-m onatigen Beitragsdauer hingew iesen hätten; er verlangte, dass ihm die M öglichkeit eingeräum t w erde, die fehlenden beiden Beitragsm onate nachzuzahlen (act. 40-41). M it Einspracheverfügung vom 30. Januar 2007 w ies die Vorinstanz die Einsprache ab m it der Begründung, dass die M indestbeitragsdauer bei Eintritt des Versicherungsfalles erfüllt sein m uss; nachher zurückgelegte Beitragszeiten könnten nicht angerechnet w erden (act. 42-43). B. G egen die Einspracheverfügung vom 30. Januar 2007 erhob S._______(nachfolgend: Beschw erdeführer) am 27. Februar 2007 Be- schw erde bei der SAK und beantragte die Aufhebung der Einspracheverfü- gung, die Einräum ung der M öglichkeit, die fehlenden zw ei Beitragsm onate nachzuzahlen bzw . alternativ die R ückerstattung der geleisteten Beiträge. Als Begründungen führte er an, dass er vom 6. Januar bis 29. O ktober 1965 bei der Brauerei Feldschlösschen in R heinfelden beschäftigt gew e- sen sei, dass ihn die zuständige AH V-Stelle bei der Abm eldung nicht über die einjährige M indestbeitragsdauer unterrichtet habe und som it ein Ver- stoss gegen die Auskunfts- und Beratungspflicht des Sozialversicherungs- trägers vorliege. W eiter beanstandete er, dass ihm nicht die M öglichkeit der nachträglichen Zahlung von fehlenden Beiträgen eingeräum t w erde, obw ohl dies in D eutschland und in Ö sterreich der Fall sei (act. 45-50). C . In ihrer Vernehm lassung vom 4. April 2007 stellte die Vorinstanz den An- trag auf Abw eisung der Beschw erde, m it der Begründung, dass die einjäh- rige M indestbeitragsdauer nicht vorliege, da der Beschw erdeführer w eni- ger als ein Jahr in der Schw eiz erw erbstätig gew esen sei. W eiter führte die SAK aus, dass die M indestbeitragsdauer bei Eintritt des Versicherungsfal- les erfüllt sein m üsse, so dass eine N achzahlung nach diesem Zeitpunkt 3 w irkungslos w äre. Bezugnehm end auf den subsidiären Antrag auf R ückerstattung von Beiträgen, führte die Vorinstanz an, dass diese für Staatsangehörige von H eim atstaaten, m it w elchen die Schw eiz ein Sozialversicherungsabkom m en geschlossen habe, nicht m öglich sei. D em Beschw erdeführer als Staatsangehöriger D eutschlands könnten keine Beiträge zurückerstattet w erden, da das Freizügigkeitsabkom m en zw ischen der Schw eiz und der Europäischen G em einschaft zur Anw endung gelange und dieses in seinem Fall keine R ückerstattung der Beiträge vorsehe. D . R eplikando hielt der Beschw erdeführer an seinen Anträgen fest und gab an, dass nach Auskunft des deutschen Bundesm inisters für Arbeit und So- ziales die in der Schw eiz verbrachten Beitragszeiten, da diese unter 12 M onaten lägen, nach gem einschaftsrechtlichen Vorschriften zu beurteilen seien. E. M it Schreiben vom 7. M ärz und 12. April 2007 teilte das Bundesverw al- tungsgericht dem Beschw erdeführer den Spruchkörper für den vorliegen- den Entscheid m it und gab ihm G elegenheit, bis zum 22. M ai 2007 ein Ausstandsbegehren einzureichen. Es sind keine Ausstandsbegehren ein- gegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 VG G in Verbindung m it Art. 33 lit. d VG G und Art. 85bis Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und H interlassenenversiche- rung vom 20. D ezem ber 1946 (AH VG , SR 831.10) beurteilt das Bundes- verw altungsgericht Beschw erden von Personen im Ausland gegen Verfü- gungen der Schw eizerischen Ausgleichskasse. Es liegt keine Ausnahm e im Sinne von Art. 32 VG G vor. 1.2 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) findet das Vw VG kei- ne Anw endung in Sozialversicherungssachen, sow eit das Bundesgesetz vom 6. O ktober 2000 über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG , SR 830.1) anw endbar ist. G em äss Art. 1 Abs. 1 AH VG sind die Bestim m ungen des ATSG auf die im ersten Teil geregelte Alters- und H interlassenenversicherung anw endbar, sow eit das AH VG nicht ausdrück- lich eine Abw eichung vom ATSG vorsieht. 1.3 D er Beschw erdeführer ist durch den angefochtenen Einspracheentscheid berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG beschw erdelegitim iert ist. 1.4 D a die Beschw erde im Ü brigen frist- und form gerecht (Art. 60 ATSG und Art. 52 Vw VG ) eingereicht w urde, ist auf die Beschw erde einzutreten.4 2. 2.1 D er Beschw erdeführer ist Staatsangehöriger eines M itgliedstaates der Eu- ropäischen G em einschaft, w o er auch seinen W ohnsitz hat, und er hat das R entenalter im O ktober 2006, das heisst nach dem 1. Juni 2002, erreicht. D em zufolge ist das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkom m en vom 21. Juni 1999 zw ischen der Schw eizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen G em einschaft und ihren M itgliedstaaten anderer- seits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681), w elches die ver- schiedenen bis dahin geltenden bilateralen Abkom m en zw ischen der Schw eizerischen Eidgenossenschaft und den einzelnen M itgliedsstaaten der Europäischen G em einschaft insow eit ersetzt, als darin derselbe Sach- bereich geregelt w ird, anzuw enden (Art. 20 FZA). Sow eit dieses Abkom m en, insbesondere dessen Anhang II, der die Koordi- nierung der System e der sozialen Sicherheit regelt (Art. 8 FZA), keine ab- w eichenden Bestim m ungen enthält, ist m angels einer einschlägigen ge- m einschaftsrechtlichen bzw . abkom m ensrechtlichen R egelung die Ausge- staltung des Verfahrens sow ie die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen und die Berechnung einer schw eizerischen Altersrente grundsätzlich Sa- che der innerstaatlichen R echtsordnung (BG E 130 V 51 ff.; SVR 2004 AH V N r. 16 S. 49; U rteil des EVG H 13/05 vom 4. April 2005, E. 1.1,). Insow eit bestim m t sich vorliegend der Anspruch des Beschw erdeführers auf eine R ente der Alters- und H interlassenenversicherung (AH V) aus- schliesslich nach dem internen schw eizerischen R echt, insbesondere dem AH VG und der Verordnung über die Alters- und H interlassenenversiche- rung vom 31. O ktober 1947 (AH VV, SR 831.101). G em äss bundesgerichtlicher R echtsprechung (BG E 131 V 209, m it H inw ei- sen auf die R echtsprechung des EuG H ) sagt w eder Art. 46 der Verord- nung N r. 1408/71 noch eine andere Vorschrift der Koordinierungsverord- nungen (AS 2002 688 und 700), w elche Zeiten vom nationalen R echt als Versicherungszeiten zu betrachten sind. D er in Art. 46 der Verordnung N r. 1408/71 verw endete Begriff der "Versicherungszeiten" w erde in Art. 1 Bst. r dieser Verordnung definiert als "die Beitrags-, Beschäftigungszeiten oder Zeiten einer selbstständigen Tätigkeit, die nach den R echtsvorschriften, nach denen sie zurückgelegt w orden sind oder als zu- rückgelegt gelten, als Versicherungszeiten bestim m t oder anerkannt sind, sow ie alle gleichgestellten Zeiten, sow eit sie nach diesen R echtsvorschrif- ten als den Versicherungszeiten gleichw ertig anerkannt sind ...". D ie Ver- ordnung N r. 1408/71 regle m ithin nicht, w elche Zeiten Versicherungszeiten darstellen; dies richtet sich nach den R echtsvorschriften des betroffenen Staates. D a die Verordnung N r. 1408/71 nicht die Voraussetzungen für die Entstehung von Versicherungszeiten regle, sei es Sache jedes M itglied- staats, die Voraussetzungen festzulegen, unter denen eine Person einem System der sozialen Sicherheit beitreten kann oder m uss, solange es da- bei nicht zu einer diskrim inierenden U nterscheidung zw ischen Inländern 5 und Angehörigen der anderen M itgliedstaaten kom m e und allgem ein das G em einschaftsrecht beachtet w erde. D azu gehöre insbesondere das D iskrim inierungsverbot, w elches auch in Art. 2 FZA seinen N iederschlag gefunden habe. 2.2 G em äss Art. 48 Abs. 1 und 2 der Verordnung N r. 1408/71 ist der Träger ei- nes M itgliedstaates ungeachtet des Art. 46 Abs. 2 nicht verpflichtet, Leis- tungen aus Zeiten zu gew ähren, die nach den von ihm angew endeten R echtsvorschriften zurückgelegt w urden und im Zeitpunkt des Versiche- rungsfalles zu berücksichtigen sind, w enn die D auer dieser Zeiten w eniger als ein Jahr beträgt und aufgrund allein dieser Zeiten kein Leistungsan- spruch nach diesen R echtsvorschriften erw orben w orden ist. D iese Zeiten w erden vom zuständigen Träger jedes anderen M itgliedstaates bei der An- w endung von Art. 46 Abs. 2 (m it Ausnahm e des Bst. b), berücksichtigt. 2.3 In zeitlicher H insicht sind grundsätzlich diejenigen R echtssätze m assge- bend, die bei Erfüllung des zu R echtsfolgen führenden Tatbestandes G el- tung hatten (BG E 130 V 445, 127 V 467 Erw . 1, 126 V 136 Erw . 4b). D ie vorliegend strittigen Fragen, ob die Vorinstanz zu R echt m angels Erfüllung der M indestbeitragsdauer keine Altersrente zugesprochen, keine N achzah- lung von Beiträgen zugelassen und auch keine Beiträge zurückerstattet hat, beurteilen sich som it nach den im O ktober 2006 (Vollendung des R en- tenalters des Beschw erdeführers von 65 Jahren) gültigen Bestim m ungen des AH VG und der AH VV. 2.4 Anspruch auf eine ordentliche R ente der Alters- und H interlassenenversi- cherung haben die rentenberechtigten Personen, denen für m indestens ein volles Jahr Einkom m en, Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften ange- rechnet w erden können, oder ihre H interlassenen (Art. 29 Abs. 1 AH VG ). Ein volles Beitragsjahr liegt vor, w enn eine Person insgesam t länger als elf M onate im Sinne von Art. 1a oder 2 AH VG versichert w ar und w ährend dieser Zeit den M indestbeitrag bezahlt hat oder Beitragszeiten im Sinne von Art. 29ter Abs. 2 lit. b und c AH VG aufw eist (Art. 50 AH VV). 2.5 D ie Beitragsdauer eines Versicherten bestim m t sich in der R egel nach den Einträgen in seinen individuellen Konten (IK; Art. 30ter AH VG ). G em äss Art. 138 Abs. 1 AH VV sind die von einem Arbeitnehm er erzielten Erw erbsein- kom m en, von w elchen der Arbeitgeber die gesetzlichen Beiträge abgezo- gen hat, in das individuelle Konto des Arbeitnehm ers einzutragen, selbst w enn der Arbeitgeber die entsprechenden Beiträge der Ausgleichskasse nicht entrichtet hat. D ies gilt auch bei einer N ettolohnvereinbarung, das heisst w enn der Arbeitgeber säm tliche Beiträge vom Lohn zu seinen Las- ten übernim m t. Kann der N achw eis nicht erbracht w erden, dass der Arbeit- geber tatsächlich die AH V-Beiträge vom Lohn seines Arbeitnehm ers abge- zogen hat, oder lässt sich eine behauptete N ettolohnvereinbarung nicht eindeutig feststellen, so dürfen die entsprechenden Einkom m en nicht ins individuelle Konto eingetragen w erden. D ie Eintragung ins individuelle Konto des Versicherten erfolgt in der R egel einm al jährlich (Art. 139 AH VV). G em äss Art. 141 Abs. 1 AH VV hat der Versicherte das R echt, bei jeder Ausgleichskasse, die für ihn ein individuelles Konto führt, einen Aus-6 zug über die darin gem achten Eintragungen unter Angabe allfälliger Arbeit- geber zu verlangen. D er Kontoauszug w ird unentgeltlich abgegeben. Ver- sicherte, w elche die R ichtigkeit einer Eintragung nicht anerkennen, können innert 30 Tagen seit Zustellung des Kontoauszuges bei der Ausgleichskas- se eine Berichtigung verlangen (Art. 141 Abs. 2 AH VV). W ird kein Konten- auszug oder keine Berichtigung verlangt, oder w ird das Berichtigungsbe- gehren abgelehnt, so kann bei Eintritt des Versicherungsfalles die Berichti- gung von Eintragungen nur verlangt w erden, sow eit deren U nrichtigkeit of- fenkundig ist oder dafür der volle Bew eis erbracht w ird (Art. 141 Abs. 3 AH VV). D ies gilt nicht nur für unrichtige, sondern auch für unvollständige Eintragungen im individuellen Konto, w ie beispielsw eise die N ichtregistrie- rung tatsächlich geleisteter Zahlungen. D iese Kontoberichtigung erstreckt sich alsdann auf die gesam te Beitragsdauer des Versicherten, betrifft so- m it also auch jene Beitragsjahre, für w elche gem äss Art. 16 Abs. 1 AH VG jede N achzahlung von Beiträgen ausgeschlossen ist (BG E 117 V 262 f. Erw . 3a m it H inw eisen). 2.6 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschw erdeführer nur w ährend 10 M onaten in der Schw eiz erw erbstätig oder w ohnhaft gew esen ist und auch nur für diese Periode Beiträge auf Einkom m en für ihn abgerechnet w urden (vgl. act. 27, 13, 41). Som it w eist der Beschw erdeführer nicht die für den Leistungsbezug notw endige M indestbeitragsdauer auf. D er Beschw erdeführer beantragt deshalb die N achzahlung der zw ei feh- lenden Beitragsm onate und subsidiär die R ückerstattung der einbezahlten Beiträge. 2.7 D ie Entrichtung von Beiträgen ist in den Art. 3 bis 10 AH VG geregelt. M an- gels einer entgeltlichen Erw erbstätigkeit in der Schw eiz oder w enn die per- sönlichen Voraussetzungen und die Versicherunsbedingungen nicht erfüllt sind, können keine Beiträge bezahlt w erden. G em äss R andziffer (R z) 4205 der vom Bundesam t für Sozialversicherung herausgegebenen W egleitung über die R enten (R W L) m uss die M indestbeitragsdauer bei Eintritt des Versicherungsfalles erfüllt sein. N achher zurückgelegte Beitragszeiten bzw . Zeiten, für die Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften berücksich- tigt w erden könnten, können nicht angerechnet w erden. D ie für die Verw altung verbindlichen W eisungen und Kreisschreiben stel- len kein objektives R echt dar und sind daher für den Sozialversicherungs- richter nicht bindend. Sie dienen der gleichm ässigen Anw endung des R echts durch die Verw altung. D er Sozialversicherungsrichter soll die W ei- sungen bei seiner Entscheidung m itberücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht w erdende Auslegung der anw endbaren G esetzesbestim m ungen zulassen. Er w eicht insow eit davon ab, als die W eisungen m it den anw endbaren gesetzlichen Bestim m ungen nicht ver- einbar sind (BG E 123 V 72 Erw . 4a, 118 V 131 Erw . 3a, 117 Ib 231 Erw . 4b, jew eils m it H inw eisen). Für das Bundesverw altungegericht besteht vorliegend G rund, von der ge- nannten W eisung abzuw eichen.7 Es ist der Vorinstanz daher beizupflichten, dass - entgegen der Ansicht des Beschw erdeführers - eine Entrichtung von Beiträgen nach dem Eintritt des Versicherungsfalles (vorliegend das Erreichen des 65. Altersjahres) nicht m ehr m öglich ist. G em äss Art. 16 Abs. 1 AH VG können Beiträge zu- dem auch nicht m ehr eingefordert oder entrichtet w erden, sofern sie nicht innert 5 Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, für w elches sie geschul- det sind, durch Verfügung geltend gem acht w urden. 2.8 Art. 18 Abs. 3 AH VG sieht ausdrücklich vor, dass AH V-Beiträge aus- nahm sw eise jenen Ausländern zurückvergütet w erden können, m it deren Land keine zw ischenstaatliche Vereinbarung besteht, w as vorliegend nicht zutrifft. D ie Verordnung über die R ückvergütung der von Ausländern an die Alters- und H interlassenenversicherung bezahlten Beiträge (R V, SR 831.131.12) kom m t vorliegend nicht zur Anw endung, da diese nur für Aus- länder angew endet w ird, m it dessen H eim atstaat keine zw ischenstaatliche Vereinbarung besteht. Vorliegend bestand seit 1964 das Abkom m en zw i- schen der Schw eizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik D eutschland über Soziale Sicherheit vom 25. Februar 1964 (SR 0.831.109.136.1), w elches durch das FZA abgelöst w urde. D iese Abkom - m en sehen keine R ückerstattung von Beiträgen vor. 2.9 H ingegen ist es aufgrund von Art. 46 Abs. 2 der Verordnung N r. 1408/71 m öglich, die Altersrente des Beschw erdeführers, w elche er m öglicherw eise in D eutschland beziehen könnte, aufgrund der in der Schw eiz zurückgeleg- ten 10 Beitragsm onate und der entsprechenden Beiträge neu zu berech- nen. D ie Akten m üssen deshalb an die Vorinstanz zurückgeschickt w er- den, dam it diese in einem zw ischenstaatlichen Verfahren m it den anderen betroffenen Staaten, in w elchen Beitragszeiten für den G esuchsteller ab- gerechnet w orden sind, die in der Schw eiz zurückgelegten Beitragszeiten Berücksichtigung finden (BG E 130 V 335 E. 5). 3. 3.1 D er Beschw erdeführer beanstandet, dass ihn die zuständige AH V-Stelle bei seiner Ausreise nicht über die Problem atik der einjährigen M indestbei- tragsdauer aufgeklärt habe, und dass som it ein Verstoss gegen die Aus- kunfts- und Beratungspflicht des Sozialversicherungsträgers vorliege. M it diesem Einw and beruft sich der Beschw erdeführer auf den Vertrauens- schutz. 3.2 D er G rundsatz von Treu und G lauben schützt den Bürger in seinem be- rechtigten Vertrauen auf behördliche Zusicherungen und sonstiges, be- stim m te Erw artungen begründendes Verhalten der Behörden. D er G rund- satz fliesst direkt aus Art. 9 BV. G estützt auf den G rundsatz von Treu und G lauben kann unter bestim m ten Voraussetzungen eine vom m ateriellen R echt abw eichende Behandlung des R echtsuchenden geboten sein. G em äss R echtsprechung und D oktrin ist eine falsche behördliche Auskunft bindend (vgl. BG E 127 I 36 Erw . 3a, 121 V 66 Erw . 2a, 116 V 298 Erw . 3 m it H inw eisen), 8 - w enn die Behörde in einer konkreten Situation m it Bezug auf bestim m te Personen gehandelt hat; -w enn die Behörde für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig w ar oder w enn der Bürger die Behörde aus zureichenden G ründen als zu- ständig betrachten durfte; -w enn der Bürger die U nrichtigkeit der Auskunft nicht ohne w eiteres er- kennen konnte; -w enn er im Vertrauen auf die R ichtigkeit der Auskunft D ispositionen ge- troffen hat, die nicht ohne N achteil rückgängig gem acht w erden können; -w enn die gesetzliche O rdnung seit der Auskunftserteilung keine Ände- rung erfahren hat. D iese fünf Voraussetzungen m üssen kum ulativ erfüllt sein, fehlt auch nur eine, so ist ein Anspruch auf eine vom m ateriellen R echt abw eichende Be- handlung nicht gegeben (BG E 119 V 307 Erw . 3a). 3.3 D ie Bew eislast der falschen Auskunft trägt diejenige Partei, w elche aus ih- rem Vorhandensein R echte ableitet. Kann diese Partei sie nicht genügend bew eisen, so trägt sie die Folgen der Bew eislosigkeit, näm lich, dass die R echte nicht zugesprochen w erden (BG E 115 V 142 Erw . 8a, 107 V 163 Erw . 3a, 103 V 65 Erw . 2a). 3.4 D er Beschw erdeführer hat keine Bew eise für eine falsche oder ungenü- gende Auskunft der AH V-Behörden ins R echt gelegt. Er hat auch nicht dar- gelegt, inw iew eit er durch sein Vertrauen auf die R ichtigkeit der Auskunft D ispositionen getroffen hat, die nicht ohne N achteil rückgängig gem acht w erden konnten. Som it kann das Bundesverw altungsgericht keine Verlet- zung vertrauensschutzrechtlicher G rundsätze erkennen. 3.5 D ie angefochtene Einspracheverfügung vom 30. Januar 2007 erw eist sich daher als bundesrechts- und gem einschaftsrechtskonform . D ie Beschw er- de ist som it abzuw eisen. 4. D as Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis AH VG ). D em Be- schw erdeführer, der sich nicht anw altlich vertreten liess und dem auch sonst keine notw endigen und verhältnism ässig hohen Kosten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 Vw VG entstanden sind, ist keine Parteientschädigung zuzu- sprechen.9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Akten gehen zurück an die Vorinstanz, dam it diese gem äss den W ei- sungen in Erw ägung 2.9 vorgehe. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben, und es w ird keine Parteient- schädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben m it R ückschein) - der Vorinstanz (G erichtsurkunde, R ef-N r.x) - dem Bundesam t für Sozialversicherungen (G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Eduard Acherm ann W ilhelm -U lrich Schodde R echtsm ittelbelehrung G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :