<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2015-03-30-6B_222-2015.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6B_222/2015 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 30. März 2015</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Denys, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber C. Monn. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft des Kantons Uri, Postfach 959, 6460 Altdorf UR, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Nichtabgabe des entzogenen Ausweises und der Kontrollschilder, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Uri, Strafrechtliche Abteilung, vom 4. Februar 2015. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Der Präsident zieht in Erwägung:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Landgerichtsvizepräsidium Uri verurteilte den Beschwerdeführer mit Entscheid vom 4. Februar 2014 wegen Nichtabgabe des entzogenen Ausweises und der Kontrollschilder zu fünf Tagessätzen zu Fr. 40.--, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 300.-- bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen. Das Dispositiv nahm er am 10. Februar 2014 in Empfang. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Nachdem der Beschwerdeführer am 10. Februar 2014 telefonisch dem Vizepräsidenten des Landgerichts gegenüber seinen Unmut über das Urteil zum Ausdruck gebracht hatte, stellte er in einer schriftlichen Eingabe, die vom 20. Februar 2014 datiert, indessen erst am 22. Februar 2014 auf die Post gebracht wurde, fest, im Anschluss an das erwähnte Telefongespräch bestätige er, dass er die Entscheidung des Landgerichts vor dem Obergericht anfechten werde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Obergericht des Kantons Uri trat am 4. Februar 2015 auf die Berufung mangels formgültiger und fristgerechter Anmeldung des Rechtsmittels nicht ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer wendet sich ans Bundesgericht und beantragt, das Urteil des Obergerichts vom 4. Februar 2015 und der Entscheid des Landgerichtsvizepräsidiums vom 4. Februar 2014 seien aufzuheben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Im vorliegenden Verfahren kann ausschliesslich geprüft werden, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausging, der Beschwerdeführer habe die Berufung nicht formgültig und fristgerecht angemeldet, oder ob diese Schlussfolgerung das Recht verletzt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer rügt zur Hauptsache, die Vorinstanz habe <span class="artref">Art. 6 EMRK</span> verletzt, indem sie ihm das Recht abgesprochen habe, gegen den erstinstanzlichen Entscheid zu appellieren, der von einem voreingenommenen Richter gefällt worden sei. Folglich sei ihm der Zugang zu einem unabhängigen und unparteiischen Gericht verwehrt worden (Ziff. 2.1 und 2.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Rüge geht an der Sache vorbei. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer nicht das Recht zu appellieren abgesprochen, sondern festgestellt, dass er die gesetzlichen Voraussetzungen einer gültigen Berufung missachtet hat. Dass diese Feststellung rechtswidrig wäre, macht er nicht geltend. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Weiter rügt der Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe die EMRK verletzt, indem sie sich geweigert habe, sich zur Frage zu äussern, ob er gegen <span class="artref">Art. 97 SVG</span> verstossen habe (Ziff. 2.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Auch diese Rüge geht an der Sache vorbei. Nachdem der Beschwerdeführer keine gültige Berufung erhoben hat, konnte sich die Vorinstanz mit der materiellen Seite der Angelegenheit nicht befassen. Inwieweit bei dieser Sachlage eine Verletzung der EMRK vorliegen könnte, vermag der Beschwerdeführer nicht zu sagen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde ist mangels einer tauglichen Begründung im Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 BGG</span> nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Das nachträglich gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von <span class="artref">Art. 64 BGG</span> abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (<span class="artref">Art. 65 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Uri, Strafrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 30. März 2015 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Denys </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Monn </div> </div></body></html></html>