<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00184</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220333&amp;W10_KEY=13013484&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00184</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.06.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 18.09.2020 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung eines 34-jährigen Staatsangehörigen der Türkei nach weniger als 3 Jahre dauernder Ehe] Der Beschwerdeführer war mit seiner hier niedergelassenen Ehefrau weniger als drei Jahre verheiratet. Ein nachehelicher Härtefall ist nicht gegeben (E. 3.1). Die vor Verwaltungsgericht zum ersten Mal behaupteten politischen Aktivitäten in einer Kurdenpartei sind nicht hinreichend belegt und hielten den Beschwerdeführer in der Vergangenheit nicht von Besuchen in der Heimat ab. Eine Gefährdung des Beschwerdeführers bei einer Ausreise in die Türkei erscheint demnach höchst zweifelhaft. Der Schluss von Vorinstanz und Beschwerdegegner, die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers im Rahmen des pflichtgemässen Ermessens nicht zu verlängern, ist nicht rechtsfehlerhaft (E.3.3). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHEHELICHER HÃRTEFALL">NACHEHELICHER HÃRTEFALL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 50 AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=47472" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00184</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">24. Juni 2020</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber David Henseler.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A ist ein am 1986 geborener StaatsangehÃ¶riger der TÃ¼rkei. Er reiste erstmals am 19. April 2010 in die Schweiz ein und ersuchte um Asyl. Am 30. September 2010 heiratete er in C die Schweizer BÃ¼rgerin D, geboren 1988. Das Migrationsamt ging aufgrund entsprechender Hinweise von der Cousine von D dem Verdacht einer Scheinehe nach, der sich jedoch nicht nachweisen liess. In der Folge wurde A am 18. April 2011 eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau erteilt und zuletzt mit GÃ¼ltigkeit bis am 29. September 2014 verlÃ¤ngert. GemÃ¤ss Angaben der Eheleute A und D wurde die eheliche Gemeinschaft zwischen Februar und Mai/Juni 2014 aufgegeben. Mit Urteil und VerfÃ¼gung des Bezirksgerichts E vom 9. MÃ¤rz 2015 wurde die Ehe geschieden. Mit VerfÃ¼gung vom 30. April 2015 wies das Migrationsamt das Gesuch von A um VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung ab. Die dagegen erhobenen Rechtsmittel blieben erfolglos, und das Verwaltungsgericht setzte dem BeschwerdefÃ¼hrer mit VerfÃ¼gung vom 26. September 2016 Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 15. November 2016 (VB.2016.00555). </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 27. Oktober 2016 heiratete A in ZÃ¼rich die Schweizer BÃ¼rgerin F, geboren 1997. In der Folge wurde ihm erneut eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau erteilt. Mit Urteil des Bezirksgerichts G vom 10. August 2017 wurde die Ehe geschieden. Mit Schreiben vom 14. September 2017 teilte das Migrationsamt A mit, dass es aufgrund der Scheidung beabsichtige, seine Aufenthaltsbewilligung nicht zu verlÃ¤ngern und ihn aus der Schweiz wegzuweisen. Am 25. September 2017 heiratete dieser in G die hier niedergelassene tÃ¼rkische StaatsangehÃ¶rige H, geboren 1998, worauf ihm erneut eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau erteilt wurde, zuletzt mit GÃ¼ltigkeit bis am 24. September 2019. Mit Urteil des Bezirksgerichts G vom 21. Mai 2019 wurde die Ehe geschieden. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b><span>Nach GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs verweigerte das </span>Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 16. Oktober 2019 die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung von A, wies ihn aus der Schweiz weg und setzte ihm Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 16. Januar 2020. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen dagegen gerichteten Rekurs wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 13. Februar 2020 ab (Dispositiv-Ziff. I), setzte A zum Verlassen der Schweiz eine neue Frist bis 15. Mai 2020 (Dispositiv-Ziff. II), auferlegte diesem die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1'335.- (Dispositiv-Ziff. III) und richtete in Dispositiv-Ziff. IV keine ParteientschÃ¤digung aus.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen liess A am 18. MÃ¤rz 2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Rekursentscheid aufzuheben und "dem BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen"; eventualiter "sei das Verfahren zur SachverhaltsergÃ¤nzung und neuen Entscheidfindung an die Vorinstanz (Migrationsamt) zurÃ¼ckzuweisen". In prozessualer Hinsicht beantragte er, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. </p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 1. April 2020 auf eine Vernehmlassung; das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen erstinstanzliche Rekursentscheide einer Direktion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu, es sei denn, es wurde aus besonderen GrÃ¼nden eine gegenteilige Anordnung getroffen (§ 55 in Verbindung mit § 25 Abs. 1 und 3 VRG). Weil vorliegend keine solche erfolgte, war das diesbezÃ¼glich gestellte Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers von vornherein gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Nach AuflÃ¶sung der Ehegemeinschaft hat der auslÃ¤ndische Ehegatte <span>einer Person mit Niederlassungsbewilligung </span>gemÃ¤ss Art. 50 Abs. 1 des <span>AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20)</span> weiterhin Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre gedauert hat und die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt sind<span> </span>(lit. a) oder wenn wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde einen Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt vor, dass er wÃ¤hrend seiner Anwesenheit "sieben Jahre und ein Monat in der Schweiz mit niedergelassenen oder heimatberechtigten drei Frauen verheiratet war". Damit verfÃ¤ngt er jedoch nicht, da mehrere aufeinanderfolgende Ehegemeinschaften von kÃ¼rzerer Dauer nicht zusammenzurechnen sind (BGE 140 II 289 E. 3.3). Dem BeschwerdefÃ¼hrer kommt deshalb mangels ErfÃ¼llens der Dreijahresfrist gestÃ¼tzt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG kein Aufenthaltsanspruch in der Schweiz zu. Ob er die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt, ist deshalb nicht zu prÃ¼fen. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.2 </b>Wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde im Sinn vom Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG kÃ¶nnen namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefÃ¤hrdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AIG). Als wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde fallen nur UmstÃ¤nde in Betracht, welche bei einem Wegfall der Anwesenheitsberechtigung fÃ¼r die auslÃ¤ndische Person Konsequenzen von erheblicher IntensitÃ¤t erwarten lassen (BGE 137 II 345 E. 3.2.3). Die RÃ¼ckkehr in LebensverhÃ¤ltnisse, welche im Herkunftsland allgemein Ã¼blich sind, stellt fÃ¼r sich allein noch keinen wichtigen Grund dar. Das gilt auch dann, wenn die auslÃ¤ndische Person in der Heimat auf eine im Vergleich zur Schweiz weniger vorteilhafte Lebenssituation trifft (BGr, 14. MÃ¤rz 2016, 2C_672/2015, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Weiter muss sich der HÃ¤rtefall nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG auf die Ehe und den damit verbundenen Aufenthalt beziehen.</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht keinen nachehelichen HÃ¤rtefall geltend; ein solcher ist denn auch nicht ersichtlich. Der VollstÃ¤ndigkeit halber ist festzuhalten, dass sich ein HÃ¤rtefall weder aus der Krebserkrankung des BeschwerdefÃ¼hrers noch aus seinen nunmehr geltend gemachten politischen AktivitÃ¤ten ergeben kann (vgl. dazu auch hinten, E. 3.3.3 f.), da diesen Sachverhalten der notwendige Bezug zur aufgelÃ¶sten Ehe fehlt. Demnach ist auch ein Anspruch aus Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG zu verneinen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht sinngemÃ¤ss einen Anwesenheitsanspruch aus Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) geltend. Diese Bestimmung bzw. der inhaltlich gleichwertige Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) garantieren den Schutz des Privat- und Familienlebens.</p> <p class="Urteilstext"><span>Ãber die Kernfamilie hinaus kann Art. 8 EMRK fÃ¼r nahe Verwandte einer in der Schweiz fest anwesenheitsberechtigten Person ein Aufenthaltsrecht entstehen lassen. GrundsÃ¤tzlich setzt dies allerdings unter anderem voraus, dass die verwandte auslÃ¤ndische Person von der in der Schweiz fest anwesenheitsberechtigten Person abhÃ¤ngig bzw. pflegebedÃ¼rftig ist (BGr, 23. April 2019, 2C_269/2018, E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). Zwischen Geschwistern kann sich eine solche AbhÃ¤ngigkeit etwa dann ergeben, wenn ein Erwachsener anstelle der Eltern fÃ¼r einen unselbstÃ¤ndigen Geschwisterteil die Betreuung und FÃ¼rsorge und damit eigentlich die Elternrolle Ã¼bernimmt (BGE 120 Ib 257 E. 1d in fine; vgl. BGr, </span>21. Mai 2012<span>, 2C_430/2012, E. 3.2.1; VGr,</span> 21. November 2001, VB.2001.00246, VB.2001.00247, E. 4, je mit zahlreichen Hinweisen). Auch unter<span> dem Aspekt des Rechts auf Privatleben kann eine auslÃ¤nderrechtliche Fernhaltemassnahme Art. 8 EMRK verletzen. Dabei genÃ¼gt eine lange Anwesenheit und die damit verbundene normale Integration jedoch nicht; erforderlich sind besonders intensive, Ã¼ber eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur (</span>BGE 144 II 1 E. 6.1).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist nicht (mehr) verheiratet und hat keine Kinder. Zu seinem Bruder, I, hat der BeschwerdefÃ¼hrer gemÃ¤ss eigenen Angaben ein enges VerhÃ¤ltnis. Dass er zu diesem in einem AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis im Sinn der vorzitierten Rechtsprechung steht, macht er indes nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤lt sich zwar seit rund zehn Jahren rechtmÃ¤ssig in der Schweiz auf. Eine besonders ausgeprÃ¤gte Integration kann ihm allerdings nicht attestiert werden, zumal er wÃ¤hrend seiner Anwesenheit dreimal strafrechtlich in Erscheinung getreten ist und zahlreiche Betreibungen gegen ihn verzeichnet sind. Eine besonders ausgeprÃ¤gte Integration ergibt sich sodann auch nicht daraus, dass der BeschwerdefÃ¼hrer ein eigenes GeschÃ¤ft fÃ¼hrt und dort mehrere Angestellte hat. Wie die Vorinstanz zu Recht erwog, kÃ¶nnten sowohl der Bruder als auch zwei Cousins des BeschwerdefÃ¼hrers im Fall einer Wegweisung seinen Betrieb weiterfÃ¼hren und so einen Stellenverlust der Angestellten abwenden (§ 28 Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Seine berufliche Integration als SelbstÃ¤ndigerwerbender ist sodann ohnehin nicht als so ausgeprÃ¤gt zu betrachten, dass von einer ausserordentlichen Integration gesprochen werden kÃ¶nnte. Weitere Elemente, die eine besonders ausgeprÃ¤gte Integration in die hiesigen VerhÃ¤ltnisse belegen wÃ¼rden, bringt der BeschwerdefÃ¼hrer nicht vor und sind auch nicht ersichtlich. </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten fÃ¤llt ein aus Art. 8 EMRK abgeleiteter Anwesenheitsanspruch ausser Betracht.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Da der BeschwerdefÃ¼hrer weder aus dem VÃ¶lkerrecht noch aus dem Landesrecht einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz ableiten kann, hatte die Vorinstanz die Frage der (Wieder-)Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nach Massgabe der allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen von Art. 18â29 AIG und damit nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen nach Art. 96 AIG zu prÃ¼fen (VGr, 22. November 2017, VB.2017.00492, E. 4.1). In solche Ermessensentscheide kann das Verwaltungsgericht nur eingreifen, wenn ein qualifizierter Ermessensfehler vorliegt, der Entscheid sich insbesondere von sachfremden Motiven leiten lÃ¤sst (§ 50 VRG; vgl. Marco Donatsch, <span>in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG],</span> § 50 N. 25 f.). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b>Der heute 34-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrer reiste im Alter von rund 24 Jahren in die Schweiz ein und hÃ¤lt sich seither hier auf. Er hat die prÃ¤genden Kinder- und Jugendjahre in der TÃ¼rkei verbracht und ist mit der Sprache und der Kultur seiner Heimat noch immer vertraut. Dort hat er auch wÃ¤hrend fÃ¼nf Jahren die Schule besucht und vor seiner Einreise in die Schweiz gearbeitet. Seine Eltern sowie zwei Schwestern (mit deren Familien) leben in der TÃ¼rkei. Bei einer RÃ¼ckkehr in die Heimat verfÃ¼gt der BeschwerdefÃ¼hrer somit Ã¼ber ein familiÃ¤res Netz, das ihn unterstÃ¼tzen kann. In der Schweiz lebt der BeschwerdefÃ¼hrer zwar seit rund zehn Jahren; hier war er auch regelmÃ¤ssig erwerbstÃ¤tig und musste nie Sozialhilfe beziehen. Die von ihm begangenen Straftaten wiegen sodann nicht allzu schwer, und ausserdem ist zu seinen Gunsten zu gewichten, dass er bestehende Schulden teilweise getilgt hat. Insgesamt kann jedoch nicht von einer so erfolgreichen Integration in die hiesigen VerhÃ¤ltnisse ausgegangen werden, dass eine RÃ¼ckkehr in die Heimat geradezu unzumutbar erscheint. </p> <p class="Erwgung3"><a id="_Ref43458573"><b>3.3.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht vor Verwaltungsgericht erstmals geltend, dass er aktives Mitglied einer Kurdenpartei sei und dass die Konsequenzen einer Ausschaffung in die TÃ¼rkei deshalb nicht absehbar seien. Im eingereichten Schreiben eines kurdischen Vereins wird ausgefÃ¼hrt, der BeschwerdefÃ¼hrer werde in der TÃ¼rkei "mutmasslich von der Regierung sowie von staatlichen und staatsnahen SicherheitsbehÃ¶rden und Organisationen gesucht und verfolgt". Aus den Akten geht zwar hervor, dass der BeschwerdefÃ¼hrer Kurde ist; dies hat ihn jedoch in der Vergangenheit nicht von Aufenthalten in der TÃ¼rkei abgehalten. So gab der BeschwerdefÃ¼hrer anlÃ¤sslich der Einvernahme vom 27. November 2017 an, dass er zweimal gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau, H, in der TÃ¼rkei war und dort auch ein Hochzeitsfest mit 600 GÃ¤sten stattgefunden habe. Sodann war der BeschwerdefÃ¼hrer auch davor regelmÃ¤ssig besuchshalber in der TÃ¼rkei. Eine GefÃ¤hrdung des BeschwerdefÃ¼hrers bei einer Ausreise in die TÃ¼rkei erscheint demnach hÃ¶chst zweifelhaft, zumal den Akten keine weiteren Hinweise auf die geltend gemachten politischen AktivitÃ¤ten des BeschwerdefÃ¼hrers </a>zu entnehmen sind.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.4 </b>Mit Blick auf das aktenkundige Krebsleiden des BeschwerdefÃ¼hrers ist festzuhalten, dass dieses offenbar Ã¼berwunden ist. Denn der BeschwerdefÃ¼hrer gab im November 2017 an, dass er im Jahr 2013 Krebs hatte; "[a]ber momentan ist gut". Von einer akuten gesundheitlichen GefÃ¤hrdung des BeschwerdefÃ¼hrers ist somit nicht auszugehen. DiesbezÃ¼glich ist ausserdem darauf hinzuweisen, dass der<span> blosse Umstand, dass das Gesundheits- oder Sozialversicherungswesen in einem anderen Staat nicht mit jenem in der Schweiz vergleichbar ist und die hiesige medizinische Versorgung einem hÃ¶heren Standard entspricht, nicht bereits die Unzumutbarkeit einer RÃ¼ckkehr in die frÃ¼heren VerhÃ¤ltnisse zur Folge hat (vgl. BGE 139 II 393 E. 6 mit Hinweisen).</span> Der BeschwerdefÃ¼hrer macht denn auch nicht geltend, dass sein Gesundheitszustand einen Verbleib in der Schweiz notwendig machen wÃ¼rde. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.5 </b><span>Insgesamt ist der Schluss von Beschwerdegegner und Vorinstanz, die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers im Rahmen des pflichtgemÃ¤ssen Ermessens nicht zu verlÃ¤ngern, daher nicht rechtsfehlerhaft.</span></p> <p class="Urteilstext">Vollzugshindernisse im Sinn von Art. 83 Abs. 4 AIG liegen nach dem Gesagten ebenfalls nicht vor.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b><b> </b></p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig; ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 und 4 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 70.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'070.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gung 5 Beschwerde erhoben werden. Sie ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>