<h2>SubmittedText<h2><p>Der "Weltwoche" vom 5. Oktober 2000 ist zu entnehmen, dass es bei der Besetzung des Präsidiums der Studienkommission des Nationalen Forschungsprogrammes zur Aufarbeitung der Beziehungen Schweiz/Südafrika während der Apartheid Probleme gibt. Stimmt dies und welches sind die Gründe?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit Beschluss vom 3. Mai 2000 beauftragt, im Rahmen des Nationalen Forschungsprogrammes "Grundlagen und Möglichkeiten der schweizerischen Aussenpolitik" (NFP 42) ein Zusatzmodul  "Beziehungen Schweiz/Südafrika" (NFP 42+) zu lancieren.</p><p>Der Präsident der Expertengruppe des NFP 42, Professor Dr. Jürg Martin Gabriel, verlangte beim SNF für das NFP 42+ eine konsequente Internationalisierung, d. h. den sofortigen Einsatz eines internationalen Beirates und den direkten Zugang zu südafrikanischen Akten.</p><p>Der SNF hat die Anliegen von Professor Gabriel sorgfältig abgeklärt. Was die Frage des Aktenzuganges betrifft, nahm er einerseits Kenntnis vom Bundesratsbeschluss (3. Mai 2000), mit welchem sich der Bundesrat für eine liberale Einsichtspraxis im Rahmen des bestehenden Archivierungsgesetzes ausgesprochen hatte. Andererseits konnte sich der SNF hinsichtlich des Aktenzuganges in Südafrika auf die entsprechenden Vorarbeiten des Schweizerischen Bundesarchivs stützen, das mit dem National Archives of South Africa in ständigem Kontakt steht. Was den Einsatz eines internationalen Beirates betrifft, ist der SNF der Meinung, dass für ein Zusatzmodul von 2 Millionen Franken, in welchem sechs bis acht Projekte in Gang gesetzt werden können, eine starke internationale Vertretung in der Expertengruppe unverhältnismässig ist. Der SNF hat aber beschlossen, alle Gesuche, auch von ausländischen Experten bzw. Expertinnen, begutachten zu lassen und im Laufe des Programmes Workshops mit internationaler Beteiligung durchzuführen. Der SNF war schliesslich der Auffassung, den Forschungsauftrag des Bundesrates unter diesen Rahmenbedingungen angemessen erfüllen zu können.</p><p>Da seinen Anliegen nicht entsprochen werden konnte, hat Professor Gabriel das Angebot des SNF abgelehnt, das Präsidium des NFP 42+ zu übernehmen. An seine Stelle ist Professor Georg Kreis getreten.</p>  Antwort des Bundesrates.