<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp301216"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>109 II 33<br/><br/><br/><div class="paraatf">9. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung vom 2. Februar 1983 i.S. H. gegen M.H. AG (Berufung)</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp302448"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 343 Abs. 1 OR</span>. <div class="paratf">Diese Gerichtsstandsvorschrift berechtigt den Arbeitgeber, am Ort des Betriebes gegen seinen ehemaligen Arbeitnehmer wegen Verletzung eines vertraglichen Konkurrenzverbotes zu klagen. </div> </div> </div> <a name="idp306000"></a> <a name="idp309520"></a> <br/><div> <a name="idp312912"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 33</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page33"></a><div class="center pagebreak">BGE 109 II 33 S. 33</div> </div> <div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp315024"></a><span class="bold" id="consideration_2.">2. </span>Der Beklagte hält daran fest, dass vorliegend <span class="artref">Art. 343 Abs. 1 OR</span> nicht anwendbar sei und dass deshalb den Gerichten des Kantons Thurgau die örtliche Zuständigkeit fehle. Da die Vorinstanzen darüber keine selbständigen Zwischenentscheide fällten, kann die Rüge mit der Berufung gegen den Endentscheid erhoben werden (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/48/49" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/48/3" type="start"></artref>Art. 48 Abs. 3 und 49 OG</span><artref id="CH/173.110/48/49" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/49" type="end"></artref>). Nachdem die kantonalen Instanzen die Unzuständigkeitseinrede aufgrund des Bundesrechts verworfen haben, ist der Einwand der Klägerin, diese wäre nach kantonalem Recht verspätet gewesen, nicht zu hören (<span class="artref">Art. 55 Abs. 1 lit. c OG</span>).</div> <div class="paraatf">Für Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis gilt wahlweise der Gerichtsstand des Wohnsitzes des Beklagten oder des Ortes des Betriebs oder des Haushalts, für den der Arbeitnehmer Arbeit leistet (<span class="artref">Art. 343 Abs. 1 OR</span>). Die Vorinstanzen wenden zu Recht diese Bestimmung auf die vorliegende Klage an. So steht ausser <a name="page34"></a><div class="center pagebreak">BGE 109 II 33 S. 34</div>Frage, dass ein Streit um das arbeitsvertragliche Konkurrenzverbot (<span class="artref">Art. 340 ff. OR</span>) zu den Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis zählt (ARTHUR HAEFLIGER, Das Konkurrenzverbot im neuen schweizerischen Arbeitsvertragsrecht, 2. Aufl., S. 83; Obergericht Zürich in ZR 79/1980 Nr. 44) und dass die Gerichtsstandsbestimmung auch nach Beendigung des Arbeitsvertrags Geltung behält (BRÜHWILER, Handkommentar zum Einzelarbeitsvertrag, S. 255; SCHWEINGRUBER, Kommentar zum Arbeitsvertrag, 2. Aufl., S. 329 N. 2; HAEFLIGER, S. 84).</div> <div class="paraatf">Obschon <span class="artref">Art. 343 OR</span> vorab den Schutz des Arbeitnehmers bezweckt, gilt er und namentlich der Wahlgerichtsstand von Absatz 1 auch zugunsten des Arbeitgebers (SCHWEINGRUBER, S. 330; BRÜHWILER, S. 255; HAEFLIGER, S. 84). Der Klägerin stand daher frei, ob sie am Wohnsitz des Beklagten in Boniswil/AG oder an ihrem eigenen Sitz in Bischofszell/TG klagen wollte. Dass der Beklagte als Vertreter im Aussendienst nicht ständig an diesem Ort arbeitete, ändert nach dem klaren Gesetzestext nichts (deutsch: "Betrieb, für den der Arbeitnehmer Arbeit leistet", französisch: "pour lequel"; dazu namentlich STREIFF, Leitfaden zum neuen Arbeitsvertragsrecht, 3. Aufl., S. 169, N. 2). Eine Verletzung des <span class="artref">Art. 343 Abs. 1 OR</span> scheidet demnach aus.</div> </div></body></html>