B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6327/2013/mel U r t e i l v o m 1 7 . J a n u a r 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richter Thomas Wespi, Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren (…), B._______, geboren (…), beide Eritrea, beide vertreten durch Dr. iur. Oliver Brunetti, BAS Beratungsstelle für Asylsuchende der Region Basel, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl (ohne Wegweisung); Verfügung des BFM vom 9. Oktober 2013 / N (…). D-6327/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 22. Februar 2012 bewilligte das BFM die Einreise der beiden minder- jährigen Beschwerdeführenden, welche sich im Moment des Gesuchs C._______ aufgehalten hätten, in die Schweiz , nachdem deren in der Schweiz lebender Bruder für sie am 8. November 2011 ein Familienz u- sammenführungsgesuch eingereicht hatte . Mit Verfügung vom 23. März 2012 wurden die Einreisekosten übernommen. B. Die Beschwe rdeführenden verliessen gemäss den Angaben der B e- schwerdeführerin ihr Heimatland am 10. Oktober 2011 beziehungsweise reisten mit einem Schlepper an diesem Tag in C._______, wo sie vor ü- bergehend bei einer Familie gelebt hätten, bis ihr Gesuch um Einreise in die Schweiz entschieden worden sei. Am 10. Juli 2012 seien sie auf dem Luftweg in die Schweiz gereist. Am 13. Juli 2012 stellten sie die Asylg e- suche. Am 18. Juli 2012 fand im Empfangs - und Verfahrenszentrum D._______ die Befragung zur Person statt und am gleichen Tag erging der Beschluss der Vormundschaftsbehörde E._______ zur Übernahme der Beistandschaft infolge Minderjährigkeit der Beschwerdeführenden. Das BFM hörte die Beschwerdeführerin am 4. März 2013 zu ihren Asy l- gründen an und am 13. Juni 2013 wurde ein Lingua-Gutachten erstellt, welches die angegebene Herkunft bestätigt. Die Beschwerdeführerin machte geltend, ihr Vater befinde sich seit dem Jahr 2001 im Gefängnis und ihr älterer Bruder, der sich bereits in der Schweiz befinde, habe vor drei oder vi er Jahren einen Einberufungsb e- fehl für das Militär erhalten. Um sich nach dem Verbleib dieses Bruders zu erkundigen, seien Angehörige der Militärbehörden etwa drei oder vier Mal am Wohnort der Familie vorbeigekommen. Da sie den Bruder nicht vorgefunden hätten, seien sie jeweils wieder gegangen. Im Jahr 2011 sei ein Regierungsvertreter bei der Mutter vorbeigekommen und habe diese aufgefordert, den ältesten Sohn ins Militär zu bringen. Sollte sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, müsse eine Busse bezahlt werden; an- sonsten werde sie mit den beiden andern Kinder n (Anmerkung des G e- richts: mit den Beschwerdeführenden) verhaftet. Kurze Zeit später habe der Onkel die Ausreise der Beschwerdeführenden organisiert und deren Kosten bezahlt. D-6327/2013 Seite 3 C. Die Beschwerdeführerin gab an, sie habe nie einen Reisepass oder eine Identitätskarte erhalten. D. Das BFM stellte mit Verfügung vom 9. Oktober 2013 – eröffnet am fo l- genden Tag – fest, die Beschwerd eführenden erfüllten die Flücht lings- eigenschaft nicht, und verfügte ihre Wegweisun g aus der Schweiz. Den Wegweisungsvollzug erachtete es als unzumutbar und gewährte deshalb die vorläufige Aufnahme. Den Kanton E._______ beauftragte es mit de s- sen Umsetzung. Es begründete seinen Entscheid damit, dass die Anga- ben der Beschwerdeführerin den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht zu genügen vermöchten . Sie habe zuerst angegeben, die Militä r- dienstaufforderung des Bruders gesehen und gelesen zu haben, während sie kurze Zeit später diese Aussagen dementiert habe. Auch das Datum der Ausreise a us C._______ und die Beziehung zur Tante in F._______ seien widersprüchlich wiedergegeben worden. Ferner habe sie zuerst angegeben, bei der Ausreise aus Eritrea seien nur der Schlepper, der Chauffeur und sie anwesend gewesen, um später noch ihren jüngeren Bruder beizufügen. Ausserdem würden ihre Angaben über die Umstände der Ausreise in C._______ konstruiert wirken, wobei insbesondere die Aussage, sie hätten erst C._______ erfahren, dass sich der ältere Bruder in der Schweiz befinde, un glaubhaft erscheine, da sie C._______ bei der gleichen Familie wie früher ihr älterer Bruder anlässlich dessen Ausreise gewesen seien. Nicht mit der allgemeinen Erfahrung und der Logik des Handelns zu vereinbaren seien auch die Aussagen über die Reise in C._______ selbst. Insbesondere könne nicht geglaubt werden, dass sie während acht Tagen keiner einzigen Person begegnet seien, zumal die Beschwerdeführerin gemäss ihren Aussagen jeweils tagsüber unterwegs gewesen sei und somit Menschen bei der täglichen Arbe it hätte bege g- nen müssen. Überdies sei es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, konkrete Details zur Ausreise in C._______ preiszugeben, obwohl diese Reise für sie ein prägendes Ereignis gewesen sein müsste und sie somit hätte in der Lage sein müssen, kon kretere Angaben zu Protokoll zu g e- ben. Den Vollzug der Wegweisung erachtete die Vorinstanz als unzumut- bar, weshalb es die Gewährung der vorläufigen Aufnahme anordnete. Hinsichtlich der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs äusserte sich das BFM nicht konkre t; vielmehr stellte es bloss fest, dass sich für den Fall einer Rückkehr ins Heimatland aus den Akten keine Anhaltspunkte für e i- ne durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung ergäben. D-6327/2013 Seite 4 E. Mit Eingabe vom 11. November 2013 an das Bundesverwaltungsgeri cht liessen die beiden minderjährigen Beschwerdeführenden die vorinstanzl i- che Verfügung vom 9. Oktober 2013 anfechten. Sie ersuchten um Aufh e- bung der angefochtenen Verfügung, um Feststellung der Flüchtlingse i- genschaft und um Gewährung von Asyl, eventualite r um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Gewährung der vorläufigen Aufnahme sowie in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Einschluss des Verzichts auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses. Zur Begründung wurde dargelegt, dass die Beschwerdeführerin im Zei t- punkt der Erstbefragung 14-jährig und im Zeitpunkt der Anhörung 15-jäh- rig gewesen sei. Hinsichtlich des Schreibens der Militärbehörden an den älteren Bruder handle es sich nicht um einen Widerspruch. Vielmehr habe sich die Unklarheit aus der doppelten Bedeutung des Ausdrucks "ges e- hen" ergeben: Die Beschwerdeführerin habe das Schreiben zwar ges e- hen, aber dessen Inhalt nicht zur Kenntnis genommen. Entgegen der A r- gumentation in der angefochtenen Verfügung habe sie vor der Frage 88 des Protokolls nicht ausgesagt, das Schreiben gesehen und gelesen zu haben, sondern nur Ersteres. Vom Inhalt des Schreibens sei sie durch i h- re Mutter in Kenntnis gesetzt worden. Damit seien ihre Aussagen diesb e- züglich stimmig aus gefallen. Bezüglich der unterschiedlichen Daten, wann die Beschwerdeführenden das Heimatland verlassen beziehung s- weise in C._______ eingereist seien, handle es sich um eine unwesentl i- che Ungenauigkeit. Zudem habe die Beschwerdeführerin gar nicht g e- wusst, wann sie aus dem Heimatland ausgereist sei, weshalb sie einfach das Datum der Ankunft bei der Familie C._______ genannt habe. Auch der im Zusammenhang mit dem Kontakt zur Tante in F._______ vorge- worfene Widerspruch sei erklärbar: Während die Beschwerdeführe rin zu- nächst in der Ich-Form dargelegt habe, sie selber habe keinen Kontakt zu dieser Tante, brachte sie später in der Wir -Form vor, dass dieser Kontakt bestanden habe, wobei damit die Familie gemeint sei. Da die Beschwe r- deführerin noch ein Kind sei, müsse es als normal betrachtet werden, dass der Kontakt zur Tante nicht durch sie persönlich, sondern durch a n- dere Familienmitglieder hergestellt worden sei. Ihre Erklärung anlässlich der Konfrontation mit den verschiedenen Widersprüchen, nämlich sie h a- be Angst gehabt, sei als normale Reaktion auf eine Verunsicherung zu sehen. Dass die Beschwerdeführerin ferner den kleinen Bruder nicht ex - tra erwähnt habe auf die Frage nach den Personen, welche bei der Au s- reise im Auto gewesen sein, erschei ne ebenfalls nachvollziehbar. Zudem D-6327/2013 Seite 5 habe auch das BFM in seiner Fragestellung einmal von "du" und dann wieder von "ihr" gesprochen. Das Argument des BFM, es widerspreche der allgemeinen Erfahrung und der Logik des Handelns, dass die B e- schwerdeführerin und ihr jüngerer Bruder zufällig bei der gleichen Familie wie ihr zuvor ausgereister älterer Bruder C._______ untergekommen sei- en, weshalb dieser Sachverhalt konstruiert wirke, vermöge nicht zu übe r- zeugen: Alle drei Geschwister seien vom gleichen, durch den Onkel o r- ganisierten Schlepper von Eritrea in C._______ geführt worden. Der älte- re Bruder habe sodann die Familie C._______ gebeten, ihn zu kontaktie- ren, wenn seine Geschwister zu ihnen gelangen sollten. Es sei somit nachvollziehbar, dass der Schlepper die gleiche Familie als Aufnahmesta- tion C._______ benutzt habe. Der Argumentation des BFM, es sei nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin während der Flucht in C._______ keinem Menschen begegnet sei, obwohl sie tagsüber gela u- fen seien, sei entgegenzuhalten, dass die Streck e in C._______ nachts zu gefährlich sei, um von Kindern bewältigt zu werden , und sich der e r- fahrene Schlepper mit ihnen nicht in belebte Ortschaften oder Zonen b e- geben habe. Unter diesen Umständen sei es erklärbar, dass sie keine Menschen angetroffen hätte n. Die Einschätzung des BFM, die Schild e- rung der Ausreise durch die Beschwerdeführerin sei ohne Details erfolgt, könne nicht geteilt werden. Vielmehr seien auch diese Angaben der Flucht normal detailliert. Zudem müsse beachtet werden, dass die B e- schwerdeführerin im Zeitpunkt der Flucht 14 -jährig gewesen sei, diese ferner im Zeitpunkt der Anhörung bereits eineinhalb Jahre zurückgelegen und sie selber die Führung dem Schlepper überlassen habe. Folglich sei- en die Ausführungen der Beschwerdeführerin entgegen de r Argumentati- on in der angefochtenen Verfügung weder widersprüchlich noch der Logik des Handelns zuwiderlaufend oder zu wenig detailliert. Der Beschwerd e- führerin und ihrem jüngeren Bruder drohten ernsthafte Nachteile im Sinne des Gesetzes, weil sich ihr Vater im Gefängnis befinde , sich ihr älterer Bruder dem Militärdienst entzogen habe und die Mutter nach der Entla s- sung aus dem Gefängnis, in welches sie wegen des Bruders gekommen sei, ebenfalls aus dem Land geflohen sei. Folglich sei ihnen Asyl zu g e- währen. Darüber hinaus seien sie illegal aus Eritrea ausgereist. Für eine legale Ausreise hätten sie Reisepapiere und ein Visum benötigt, deren Erhalt angesichts ihrer Vorgeschichte nicht denkbar sei. Gemäss ständ i- ger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgericht s sei im Fall einer i l- legalen Ausreise aus Eritrea von subjektiven Nachfluchtgründen ausz u- gehen, was die Gewährung der Flüchtlingseigenschaft zur Folge habe. D-6327/2013 Seite 6 F. Mit Zwischenverfügung vom 20. November 2013 teilte das Bundesverwal- tungsgericht den Beschwerdefü hrenden mit, dass sie den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könnten. Der Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben und die Beschwerdeführenden wurden aufgefordert, innert Frist eine Bestät i- gung der Fürsorgeabhängigkeit nachzureichen, verbunden mit der A n- drohung, im Unterlassungsfall werde davon ausgegangen, sie seien nicht bedürftig im Sinne des Gesetzes. Auf die Erhebung eines Kostenvo r- schusses wurde verzichtet und die Beschwerdeführenden wurden aufge- fordert, innert Frist eine Vollmacht der Rechtsvertretung nachzureichen. Das BFM wurde zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen. G. Mit Eingabe vom 11. November 2013 (Datum Poststempel: 27. November 2013) wurden zwei Fürsorgebestätigungen und die Kopie einer Vollmacht nachgereicht mit dem Hinweis, dass sich deren Original in den Akten des BFM befinde. H. Das BFM stellte in sein er Vernehmlassung vom 11. Dezember 2013 fest, dass keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel vorlägen, welche eine Änderung des Standpunktes zu rechtfertigen vermöchten. Es verwies auf seine Erwägungen und hielt vollumfänglich an diesen fest. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und e ntscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r-D-6327/2013 Seite 7 son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und de m BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonder s berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die vorinstanzliche Vernehmlassung vom 11. Dezember 2013 ist den B e- schwerdeführenden bislang noch nicht zur Kenntnis gebracht worden. Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens wird sie ihnen zusammen mit dem Urteil zur Kenntnis gebracht. 3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schwei z Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Ansch auungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). D-6327/2013 Seite 8 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälscht e oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Das BFM geht davon aus, dass die Vorbringen der Beschwerdeführe- rin nicht glaubhaft ausgefallen seien, wobei es sich – mit einer Ausnahme – in der angefochtenen Verfügung überwiegend darauf beschränkt hat, diese in Bezug auf die Ausreise aus dem Heimatland und die Reise in C._______ festzustellen. 5.2 Hinsichtlich der Ereignisse im Heimatland vor der Ausreise in C._______ legte das BFM dar, die Beschwerdeführerin wolle die für den älteren Bruder bestimmte Militärdienstaufforderung zunächst gesehen und gelesen haben, um kurz darauf zu behaupten, dem sei nicht so g e- wesen, was widersprüchlich sei. Den Widerspruch habe sie nicht aufl ö- sen können. Die Durchsicht des Anhörungsprotokolls ergibt, dass die Be- schwerdeführerin zuerst aussagte, sie habe das erwähnte Dokument ge- sehen; es stehe darin, dass der Bruder Militärdienst leisten und sich im gleichen Monat melden müsse (vgl. Akte C15/19 S. 7). Aus diesen Anga- ben ergibt sich nicht eindeutig, ob die Beschw erdeführerin das Dokument selber gelesen oder dessen Inhalt von einer Drittperson – vorliegend von ihrer Mutter – erfahren hat. Die Argumentation des BFM, wonach sie z u- erst angegeben habe, das Schreiben gesehen und gelesen zu haben, überzeugt folglich nicht. Zudem stehen diese Aussagen nicht ohne Zwei- fel im Widerspruch zu ihren späteren Angaben, wonach sie das Schre i- ben nur kurz erblickt und dann ihre Mutter nach dessen Inhalt gefra gt ha- be (vgl. Akte C15/19 S. 8), obwohl sich Ungereimtheiten ergeben in B e- zug auf die Sprache, in welcher es verfasst worden sein soll, weshalb man als Leser des Protokolls zunächst dazu neigt, die Aussagen der B e- schwerdeführerin im Zusammenhang mit diesem Schreiben generell als unglaubhaft zu betrachten. Diese Sichtweise ist inde ssen nicht gerech t- fertigt, weil der Begriff "gesehen" mehrdeutig verstanden werden kann, wie in der Beschwerdeschrift zu Recht dargelegt wurde. Auch wenn die Beschwerdeführerin einmal erwähnte, sie habe das Schreiben der Mil i- tärbehörden "gesehen" und kurz darauf angab, sie habe dieses nicht "ge- sehen", was zwar tatsächlich auf den ersten Blick als widersprüchlich e r-D-6327/2013 Seite 9 scheint, ist im vorliegenden Zusammenhang zu beachten, dass der Be g- riff "gesehen" zuerst im Sinne von "erblickt" oder "einen Blick darauf g e- worfen" und danach im Sinne von "gelesen" zu betrachten ist, woraus sich zwar eine Ungereimtheit, aber nicht zwingend ein Widerspruch e r- gibt. Vielmehr ist diese Ungereimtheit vorliegend zugunsten der noch minderjährigen Beschwerdeführerin als geringfügig und somit als nicht re- levant für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu werten. 5.3 Weitere Argumente, welche aus der Sicht des BFM gegen das Vorli e- gen der Flüchtlingseigenschaft sprechen könnten, sind der ange fochte- nen Verfügung nicht zu entnehmen. Zwar wirft das BFM der Beschwerde- führerin auch vor, sie habe widersprüchlich dargelegt, ob sie mit der Tante in F._______ Kontakt gehabt habe oder nicht, indem sie ihre zuerst zu Protokoll gegebene Version später wieder korrigiert habe. Indessen b e- zieht sich dieses Argument nicht auf die Frage der Flüchtlingseigenschaft. Aus dem Protokoll ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin zunächst verneinte, mit dieser Tante Kontakt gehabt zu haben; ausserdem ergän z- te sie diesen Sachverhalt, indem sie angab, sie wisse nicht, ob die Fam i- lie mit der Tante Kontakt gehabt habe, weil sie nichts davon erfahren h a- be (vgl. Akte C15/19 S. 11). Kurz danach hingegen gab sie zu, dass "sie" – womit die Familie gemeint ist – die Tante jeweils kontaktiert habe (vgl. Akte C15/19 S. 11 unten). Damit räumt die Beschwerdeführerin nachträg- lich ein, dass sie Kenntnis von der Kontaktnahme mit der Tante durch die Familie hatte, was im Widerspruch zu ihrer ersteren Angabe, sie wisse nicht, ob die Familie diese Tante kontaktiert habe, steh t. Die Einwände in der Beschwerde vermögen daran nichts zu ändern, da sich der Wide r- spruch nicht daraus ergibt, dass die Beschwerdeführerin einmal von sich persönlich und damit von "ich" und das andere Mal von der Familie als Ganzes und damit von "wir" sprach. Vielmehr ist ihre Aussage darüber, ob die Familie mit der Tante in F._______ Kontakt hatte oder nicht, wide r- sprüchlich ausgefallen. Indessen kann aus diesem für die Beurteilung e i- ner im Zeitpunkt der Ausreise bestehenden asylerheblichen Gefährdung wenig gewichtigen Widerspruch nicht abgeleitet werden, die Angaben der Beschwerdeführerin über ihre Asylgründe seien nicht glaubhaft. 5.4 Weitere Argumente, welche gegen eine asylrelevante Gefährdung der Beschwerdeführenden im Zeitpunkt der Ausreise aus Eritrea sprechen, wurden vom BFM nicht angeführt. Vielmehr beschränkt es sich bei der restlichen Argumentation auf die Frage, ob die geltend gemachte illegale Ausreise aus Eritrea als glaubhaft gelten kann oder nicht. Damit hat sich das BFM bei der Prüfung des für die Beurteilung der Flüchtlingseige n-D-6327/2013 Seite 10 schaft relevanten Sachverhaltes auf ein einziges Argument – nämlich die Frage, ob die von der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Mi- litärdienstaufforderung zu Protokoll gegebenen Aussagen glaubhaft seien oder nicht – beschränkt, wobei sich herausgestellt hat, dass die diesbe- zügliche Argumentation des BFM nicht überzeugt. Folglich hat das BFM die Frage, ob die geltend gemachten Fluchtgründe glaubhaft seien oder nicht, mit keinem stichhaltigen Argument beantwortet. Damit hat es eine allfällige Gefährdung im Sinne des Gesetzes nur ungenügend abgeklärt, weshalb nachfolgend zu prüfen ist, ob eine Verletzung des Unters u- chungsgrundsatzes beziehungsweise der Begründungspflicht vorliegt. 6. 6.1 Im Verwaltungsverfahren im Allgeme inen und im Asylverfahren im Besonderen gilt der Un tersuchungsgrundsatz. Danach stellt die Behörde den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG; vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Die Bestimmung von Art. 13 VwVG beschränkt den Untersuchungsgrundsatz und hält fest, dass die Par teien verpflichtet sind, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken. Eine im Vergleich zum Verwaltungsverfahren verstärkte Mi t- wirkungspflicht ist in Art. 8 AsylG vorgesehen und detailliert umschrieben. Dahinter steckt der Grundgedanke, dass die zuständige Behörde den Sachverhalt nicht selber ermitteln muss, wenn ein Asylsuchender die e r- forderliche Mitwirkung verweigert. 6.2 Für das erstinstanzliche Asylverfahren bedeutet dies, dass das BFM zur richtigen und vollständigen Ermittlung und Feststellung des rechtse r- heblichen Sachverhalts verpflichtet ist und Elemente, die zugunsten der asylsuchenden Person sprechen, ebenso zu ermitteln hat wie solche, die sich zu ihren Ungunsten auswirken. Sofern es zur Feststellung des Sach- verhalts notwendig ist und die gesetzlichen Mitwirkungspflichten durch die asylsuchende Person nicht verletzt worden sind, ist das BFM gesetzlich verpflichtet, über die Befragung hin aus weitere Abklärungen vorzune h- men (vgl. Art. 41 Abs. 1 AsylG). Nach Lehre und Praxis besteht eine No t- wendigkeit für weitere Abklärungen insbesondere dann, wenn aufgrund der Vorbringen der asylsuchenden Person und der von ihr eingereichten oder angebotenen Beweismittel Zweifel und Unsicherheiten am Sachver- halt weiterbestehen, die voraussicht lich mit Ermittlungen von Amtes w e- gen beseitigt werden können. 6.3 Weiter verlangt der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom D-6327/2013 Seite 11 18. April 1999 [BV, SR 101], Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) unter anderem, dass die verfü gende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Ents cheidbegründung nie- derschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Ferner soll die Abfassung der Begründung dem Betroffenen ermöglichen, den Entscheid gegebe - nenfalls sachgerecht anzufechten, was nur der Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Trag weite des Entscheides ein Bild machen können, wobei sich die verfügende Behörde allerdings nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein wand auseinandersetzen muss, son dern sich auf die wesentlichen Ge sichtspunkte beschränken kann. Die Begründung s- dichte richtet sich dabei nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfa h- rensumständen und den Interessen des Betroffenen (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2 S. 674 f. mit weiteren Hinweisen). 7. 7.1 Im vorliegen den Fall ergibt sich die Verletzung des Untersuchung s- grundsatzes beziehungsweise der Begründungspflicht aus der Argume n- tation in der vorinstanzlichen Verfügung. Das BFM ging von der fehlenden Glaubhaftigkeit der Vorbringen aus, beschränkte sich in seiner Argumen- tation jedoch fast ausschliesslich auf Sachverhaltselemente, welche im Zusammenhang mit der Ausreise aus dem Heimatland stehen. Die B e- schwerdeführerin machte geltend, ihr Vater befinde sich im Gefängnis (vgl. Akte C15/19 S. 4); dennoch nahm das BFM dazu keine Stellung, obwohl nicht auszuschliessen ist, dass Kindern, deren Vater sich im G e- fängnis befindet, möglicherweise eine Reflexverfolgung drohen könnte. Dies wäre – sei es unter dem Gesichtspunkt der Glaubhaftigkeit der Au s- sagen oder demjenigen der Flüchtlingseigenschaft – näher zu prüfen g e- wesen. Zu einer allfälligen Gefährdung der Beschwerdeführenden als Folge des wegen des drohenden Militärdienstes geflohenen älteren Br u- ders äusserte sich das BFM nur indirekt und nur in einem einzigen Argu- ment, nämlich hinsichtlich der Militärdienstvorladung, wobei es diesb e- züglich die Aussagen der Beschwerdeführerin als nicht glaubhaft betrach- tete, was – wie den vorangehenden Erwägungen entnommen werden kann – zu Unrecht erfolgt ist. Damit ist auch dieser Teil de s Sachverhalts offen geblieben. Eine weitere mögliche Gefährdung aufgrund des Vo r- bringens, die Mutter der Beschwerdeführenden habe die von den Behö r- den verlangte Geldsumme nicht bezahlt und sei selber aus dem Land g e- flohen, blieb gänzlich unerwähnt, obwohl auch zu prüfen wäre, ob sich daraus eine Gefährdung der minderjährigen Beschwerdeführenden erg ä-D-6327/2013 Seite 12 be. Damit erscheint der Sachverhalt in verschiedener Hinsicht nicht g e- klärt. Das BFM hat sich damit begnügt, aus denjenigen Aussagen der Be- schwerdeführerin, welche sich überwiegend auf die Ausreise aus Eritrea und die Einreise in C._______ beziehen, auf die Unglaubhaftigkeit sämtli- cher Aussagen zu schliessen, während wesentliche Sachverhaltselemen- te – insbesondere eine allfällige Gefährdung im Zeitpunkt der Ausre ise und im Zeitpunkt des Entscheides – weder aus der Sicht der Glaubhaftig- keit der Aussagen noch aus derjenigen der Erfüllung der Flüchtlingse i- genschaft geprüft wurden. Das BFM wäre indessen gestützt auf den ihm obliegenden Untersuchungsgrundsatz verpflich tet gewesen, die jenigen Aussagen der Beschwerdeführerin unter dem Gesichtspunkt der Flüch t- lingseigenschaft oder der Glaubhaftigkeit näher zu prüfen, welche nicht in erster Linie die Ausreise betreffen, sondern eine allfällige Gefährdung im Sinne des Asylge setzes beschlagen und somit für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft relevant sind . Mit nur eine m einzigen Argument, welches sich – wie die vorangehenden Erwägungen gezeigt haben – als nicht stichhaltig erweist, ist es dieser Pflicht nicht nachgekomm en. Dabei hat es nicht nur den Untersuchungsgrundsatz, sondern auch die Begrü n- dungspflicht verletzt, zumal es nicht nachvollziehbar erscheint, dass aus der festgestellten Unglaubhaftigkeit der die Ausreise betreffenden Auss a- gen auch auf eine allfällig fehlende Gefährdung zu schliessen wäre. 7.2 Da der Untersuchungsgrundsatz im Asylverfahren an die Grenzen der Mitwirkungspflicht, welche den Beschwerdeführenden obliegt, stösst, stellt sich vorliegend noch die Frage, ob die minderjährige Beschwerd e- führerin anlässlich der Anhörung den Sachverhalt von sich aus hätte ei n- gehender darstellen müssen. Hinsichtlich der Ausreiseumstände wird auch das vom BFM in der angefochtenen Verfügung gerügt (vgl. II./3. der angefochtenen Verfügung, S. 3). Indessen ist dabei zu berücks ichtigen, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine im Zeitpunkt der Anh ö- rung erst 15 -jährige Jugendliche handelt, von der in der Regel nicht ver- langt werden kann, dass sie das BFM von sich aus auf das Vorliegen e i- ner Gefährdung aufmerksam zu machen hat. Somit kann die Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes durch das BFM auch nicht mit der den Beschwerdeführenden obliegenden Mitwirkungspflicht im Asylverfahren erklärt werden. Indessen kann d ie Frage, ob das BFM die Beschwerde- führerin beziehungsweise die Beschwerdeführenden hätte eingehender anhören müssen, um hinsichtlich einer allfäl ligen Gefährdung im Sinne des Gesetzes zu einem Schluss zu gelangen, an dieser Stelle offen g e- lassen werden, weil der Vorinstanz nicht vorzugreifen ist, allfällige zusätz-D-6327/2013 Seite 13 liche Untersuchungsmassnahmen wie beispielsweise eine weitere Anhö- rung durchzuführen. 7.3 Folglich hat das BFM im vorliegenden Fall den Untersuchungsgrun d- satz und die Begründungspflicht, welche Teil des rechtlichen Gehörs da r- stellen, verletzt. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs führt grundsät z- lich – das heisst ungeachtet der materiellen Auswirkungen – zur Aufhe- bung des daraufhin ergangenen Entscheides. 7.4 Zwar haben Beschwerden gegen Verfügungen des BFM über die Verweigerung des Asyls und die Wegweisung grund sätzlich reformatori- schen und nur ausnahmsweise kassatorischen Charakter (Art. 105 Abs. 1 und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 61 Abs. 1 VwVG). Reformatorische Entsche i- dungen setzen indessen Entscheidungsreife voraus, wobei insbesondere eine genügende Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes darunter fällt, was vorliegend gestützt auf die vorangehenden Erwägungen nicht der Fall ist. 7.5 Die Heilung einer Gehörsverletzung aus prozessökonomischen Grü n- den auf Beschwerdeebene ist zudem nur dann mög lich, wenn das Ve r- säumte nachgeholt wird, die beschwerdeführende Person dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerdeinstanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tatbestand und Rechtsanwen dung zukommt, sowie die festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit ve r- tretbarem Aufwand hergestellt werden kann (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f. mit weiteren Hinweisen). 7.6 Vorliegend hat das BFM in seiner Vernehmlassung vom 11. Deze m- ber 2013 festgestellt, dass es an seinen Erwägungen vollumfänglich fes t- halten will, weil keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung des Standpunktes zu rechtfertigen vermöchten, vorlägen. Damit hat es die Versäumnisse nicht na chgeholt, womit der rechtserhebliche Sachverhalt nicht richtig und vollständig festgestellt wo r- den ist. Es kann nicht Sinn des Beschwerdeverfahrens sein, für eine vol l- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen, wenn im vorinstanzlichen Verfahren die erforderlichen Sachverhaltsabklä- rungen unterbleiben. Ausserdem kann das Bundesverwaltungsgericht nicht als einzige Instanz die Flüchtlingseigenschaft prüfen, da ihm die s- bezüglich unter den gegebenen Umständen gar keine Überprüfungsb e- fugnis zukommt. Ebensowenig kann das Bundesverwaltungsgericht die D-6327/2013 Seite 14 festgestellte Verletzung der Begründungspflicht durch das BFM im B e- schwerdeverfahren heilen. Dies ist vorliegend umso mehr der Fall, als das BFM in seiner Vernehmlassung keine ergänzende Begründung a n- brachte. Demzufolge kann der vorliegende Mangel auf Beschwerdeebene nicht geheilt werden. Gegen eine Heilung des Verfahrensmangels spricht ferner auch der Umstand, dass de n Beschwerdeführenden andernfalls eine Instanz verloren ginge. 7.7 Weil das BFM vorliegend die Frage einer allfälligen Gefährdung der Beschwerdeführenden nur mit einem einzigen und – wie sich gezeigt hat – nicht stichhaltigen Argument, das die Unglaubhaftigkeit der diesbezügli- chen Aussagen hätte belegen sollen, geprüft hat, ist di e angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das BFM hat im Sinne obenstehender Erwägungen aufzuzeigen, inwiefern es die geltend g e- machten Gefährdungselemente der Beschwerdeführenden als glaubhaft und/oder als für die Flüchtlingseigenschaft relevant erachtet und welche Folgen daraus zu ziehen sind. Dazu ist der Sachverhalt rechtsgenüglich abzuklären und entsprechend zu begründen. Das BFM hat die Sache im Rahmen eines neuen bes chwerdefähigen Entscheides einer rechtlichen Würdigung zu unterziehen. Die Beschwerde ist infolgedessen im Sinne der Erwägungen gutzuheissen und die angefochtene Verfügung aufzuh e- ben. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG), weshalb die mit Eingabe vom 11. November 2013 ge- stellten Gesuche um Befreiung von Verfahrenskosten und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG gegenstands- los geworden sind. 9. Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwac h- sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent schädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). Die Beschwerdeführenden obsiegen mit der Kassation. Seitens der Rechtsvertretung liegt keine Kostennote vor. Au f- grund der Akten lässt sich der Parteiaufwand hinreichend zuverlässig a b- schätzen, weshalb auf die Einforderung einer Kostennote verzichtet we r-D-6327/2013 Seite 15 den kann (Art. 14 Abs. 2 in fine VKGE). Unter Berücksichtigung der massgebenden Bemessungsfaktoren (Art. 9 -13 VGKE) und der Entsch ä- digungspraxis in Vergleichsfällen ist das BFM anzuweisen, d en Be- schwerdeführenden für das Rechtsmittelverfahren eine Parteientschäd i- gung in der Höhe von pauschal Fr. 800.– (inkl. Auslagen und Meh r- wertsteuer) auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-6327/2013 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. 2. Die Verfügung des BFM vom 9. Oktober 2013 wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Das BFM hat den Beschwerdeführenden für das Verfahren vor dem Bu n- desverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 800.-- auszurich- ten. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: