<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">283</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><span class="ft2"><b>53</b></span> <span class="ft2"><b>Fristwiederherstellung; Kostenverlegung in Steuerverfahren</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Vordatierung als Fristwiederherstellungsgrund</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Anforderungen an den Empfänger vordatierter behördlicher Sen-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>dungen</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Grundsätze für die Kostenverlegung und die Ausrichtung von Par-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>teientschädigungen in Steuerverfahren</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Urteil des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 2. Dezember 2009 in Sa-</span><br/> <span class="ft5">chen Z.-B. gegen Kantonales Steueramt und Gemeinderat W.</span><br/> <span class="ft5">(WBE.2009.106).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">284</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">II.</span><br/> <span class="ft1">1.</span><br/> <span class="ft1">Einsprachen, Rekurse und Beschwerden sind innert 30 Tagen</span><br/> <span class="ft1">einzureichen. Diese Frist kann nicht erstreckt werden. Auf verspätet</span><br/> <span class="ft1">erhobene Rechtsmittel wird nur eingetreten, wenn die steuer-</span><br/> <span class="ft1">pflichtige Person durch erhebliche Gründe oder durch fehlende oder</span><br/> <span class="ft1">unrichtige Rechtsmittelbelehrung an der rechtzeitigen Einreichung</span><br/> <span class="ft1">verhindert war und das Rechtsmittel innert 30 Tagen nach Wegfall</span><br/> <span class="ft1">des Hinderungsgrunds eingereicht wird (§ 187 Abs. 1 und 2 StG).</span><br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">Die Einsprache wurde unbestrittenermassen am 4. Oktober</span><br/> <span class="ft1">2007 und damit erst 31 Tage nach Empfang der Veranlagungsverfü-</span><br/> <span class="ft1">gung am 3. September 2007 eingereicht. Damit erweist sich die</span><br/> <span class="ft1">Einsprache als nicht fristgerecht und es bleibt einzig zu klären, ob die</span><br/> <span class="ft1">Steuerkommission bzw. in der Folge das Steuerrekursgericht den</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführern die verpasste Frist wieder hätte herstellen müs-</span><br/> <span class="ft1">sen.</span><br/> <span class="ft1">2.1.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführer machen geltend, durch das falsche Ver-</span><br/> <span class="ft1">sanddatum auf der vordatierten Veranlagungsverfügung (3. Septem-</span><br/> <span class="ft1">ber 2007), das nicht mit dem Datum des tatsächlichen Versandes</span><br/> <span class="ft1">übereingestimmt habe (31. August 2007), sei bei Ihnen eine Vertrau-</span><br/> <span class="ft1">ensgrundlage geschaffen worden. Nachdem sie die Verfügung tat-</span><br/> <span class="ft1">sächlich am 3. September 2007 in Empfang genommen hätten, sei</span><br/> <span class="ft1">ihnen das genaue Zustelldatum später nicht mehr erinnerlich gewe-</span><br/> <span class="ft1">sen. Im Vertrauen auf das auf der Veranlagung aufgedruckte Ver-</span><br/> <span class="ft1">sanddatum seien sie davon ausgegangen, und hätten auch davon aus-</span><br/> <span class="ft1">gehen dürfen, dass ihnen die Verfügung nicht vor dem</span><br/> <span class="ft1">4. September 2007 zugestellt worden sei. Deshalb sei ihnen die Ein-</span><br/> <span class="ft1">sprachefrist wiederherzustellen und die Einsprache als rechtzeitig zu</span><br/> <span class="ft1">betrachten.</span><br/> <span class="ft1">2.2.</span><br/> <span class="ft1">Das Steuerrekursgericht ist dagegen im Ergebnis zur Auffas-</span><br/> <span class="ft1">sung gelangt, es fehle an der von den Beschwerdeführern behaupte-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">285</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ten Vertrauensgrundlage, so dass eine Fristwiederherstellung ausser</span><br/> <span class="ft1">Betracht falle.</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1.</span><br/> <span class="ft1">In Anlehnung an die vom Bundesgericht entwickelte Recht-</span><br/> <span class="ft1">sprechung zur Einhaltung bundesrechtlicher Rechtsmittelfristen ist</span><br/> <span class="ft1">zunächst festzuhalten, dass es an sich Sache des Empfängers ist, sich</span><br/> <span class="ft1">das Aushändigungsdatum einer Verfügung zu merken und an</span><br/> <span class="ft1">geeigneter Stelle zu notieren. Dessen ungeachtet hat das Bundesge-</span><br/> <span class="ft1">richt angenommen, dass dem Empfänger einer Verfügung, wenn er</span><br/> <span class="ft1">sich im Datum nicht mehr sicher ist, eine Möglichkeit offen stehen</span><br/> <span class="ft1">muss, um den letzten Tag der Rechtsmittelfrist zu bestimmen (vgl.</span><br/> <span class="ft1">Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2001 [I 579/98], Erw. 3a;</span><br/> <span class="ft1">Urteil vom 4. September 2007 [8C_50/2007], Erw. 5.2).</span><br/> <span class="ft1">Es besteht keine Aufbewahrungspflicht des Empfängers bei</span><br/> <span class="ft1">Postsendungen. Ausserdem entspricht es der Lebenserfahrung, dass</span><br/> <span class="ft1">bei empfangenen Postsendungen nicht jedes Zustellkuvert aufbe-</span><br/> <span class="ft1">wahrt wird und der Empfänger sich bei eingeschriebenen Sendungen</span><br/> <span class="ft1">auch in aller Regel nicht akribisch das Datum der Entgegennahme</span><br/> <span class="ft1">notiert. Entgegen der Auffassung des Steuerrekursgerichts erscheint</span><br/> <span class="ft1">es daher als entschuldbar, wenn beim Empfänger einer Verfügung,</span><br/> <span class="ft1">obwohl er deren Empfang - hier auf einem sog. Rückschein -</span><br/> <span class="ft1">schriftlich bestätigt, Unsicherheit über den genauen Empfangszeit-</span><br/> <span class="ft1">punkt entsteht.</span><br/> <span class="ft1">3.2.</span><br/> <span class="ft1">Das Bundesgericht hat in den beiden bereits angeführten Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheiden (vgl. vorne Erw. 3.1.) weiter geprüft, auf welche zumutba-</span><br/> <span class="ft1">ren Weisen sich der über den genauen Empfangszeitpunkt unsichere</span><br/> <span class="ft1">Verfügungsadressat Sicherheit über den genauen Zustellungszeit-</span><br/> <span class="ft1">punkt verschaffen kann. Dabei ist es zur Auffassung gelangt, es</span><br/> <span class="ft1">könne vom Verfügungsempfänger in der Regel nicht verlangt wer-</span><br/> <span class="ft1">den, dass er sich mittels eines Nachforschungsbegehrens bei der Post</span><br/> <span class="ft1">oder einer sog. Track-and-Trace-Anfrage Gewissheit über den Zu-</span><br/> <span class="ft1">stellungszeitpunkt verschafft. Das Bundesgericht hat es vielmehr als</span><br/> <span class="ft1">zulässig erachtet, dass der Verfügungsadressat sich anhand des Da-</span><br/> <span class="ft1">tums der Verfügung (bzw. eines allfällig abweichenden Versandda-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">286</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">tums) Sicherheit verschafft. Er darf darauf vertrauen, dass dieses</span><br/> <span class="ft1">Datum zutrifft.</span><br/> <span class="ft1">3.3.</span><br/> <span class="ft1">Auch für das aargauische Verwaltungsverfahrensrecht stellt zu-</span><br/> <span class="ft1">mindest ein auf der Verfügung aufgedrucktes Versanddatum eine</span><br/> <span class="ft1">Vertrauensgrundlage dar. Es würde in diesen Fällen zu weit führen,</span><br/> <span class="ft1">vom Verfügungsadressaten zu verlangen, sich bei der verfügenden</span><br/> <span class="ft1">Behörde nach dem genauen Zustellungsdatum (oder der Track-and-</span><br/> <span class="ft1">Trace-Nummer) zu erkundigen. Dies muss jedenfalls für Fälle wie</span><br/> <span class="ft1">den vorliegenden gelten, wo die Beschwerdeführer im Veranla-</span><br/> <span class="ft1">gungsverfahren noch nicht vertreten waren.</span><br/> <span class="ft1">Für den zu beurteilenden Sachverhalt bedeutet dies, dass die</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer sich auf das auf der Verfügung aufgedruckte Ver-</span><br/> <span class="ft1">sanddatum "3. September 2009" verlassen durften und nicht in Er-</span><br/> <span class="ft1">wägung ziehen mussten, dass die Veranlagungsverfügung allenfalls</span><br/> <span class="ft1">vordatiert worden sein könnte. Unter diesen Umständen erweist sich</span><br/> <span class="ft1">ihre falsche Annahme der Zustellung am Folgetag, dem 4. September</span><br/> <span class="ft1">2007, und der dadurch verursachte Irrtum hinsichtlich des Endes des</span><br/> <span class="ft1">Fristenlaufs gemäss § 187 Abs. 2 StG als entschuldbar und die</span><br/> <span class="ft1">Steuerkommission hätte dementsprechend auf ihre Einsprache ein-</span><br/> <span class="ft1">treten müssen.</span><br/> <span class="ft1">4. (...)</span><br/> <span class="ft1">III.</span><br/> <span class="ft1">1.</span><br/> <span class="ft1">Für die Parteistellung, die Kostenverlegung und die Ausrich-</span><br/> <span class="ft1">tung von Parteientschädigungen im Geltungsbereich der Steuerge-</span><br/> <span class="ft1">setzgebung des Kantons Aargau gelangen primär die entsprechenden</span><br/> <span class="ft1">Verfahrensbestimmungen des StG (§ 188 f. StG), welche gemäss</span><br/> <span class="ft1">§ 1 Abs. 3 VRPG vorbehalten sind, zur Anwendung. Lediglich sub-</span><br/> <span class="ft1">sidiär und ergänzend sind die diesbezüglichen Regeln im VRPG</span><br/> <span class="ft1">(§ 29 ff. VRPG) und in der ZPO anwendbar (§ 197 Abs. 4 StG;</span><br/> <span class="ft1">§ 2 VKD).</span><br/> <span class="ft1">Die Normen des StG knüpfen für die Bestimmung des Begriffs</span><br/> <span class="ft1">der Partei - anders als § 13 VRPG - abstrakt an die im Gesetz um-</span><br/> <span class="ft1">schriebene Legitimation zur Ergreifung eines Rechtsmittels an (vgl.</span><br/> <span class="ft1">§ 175 Abs. 3 StG). Daraus ergibt sich, dass im verwaltungsgerichtli-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">287</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">chen Beschwerdeverfahren grundsätzlich die gemäss §</span> <span class="ft1">198</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 StG Beschwerdeberechtigten als Parteien zu betrachten sind,</span><br/> <span class="ft1">d.h. die steuerpflichtige Person, der Gemeinderat, das KStA, und</span><br/> <span class="ft1">soweit es um die Kirchensteuerfrage geht, die Kirchenpflege.</span><br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens werden ge-</span><br/> <span class="ft1">mäss § 189 Abs. 1 StG der unterliegenden Partei auferlegt; bei teil-</span><br/> <span class="ft1">weiser Gutheissung der Beschwerde sind die Kosten anteilmässig</span><br/> <span class="ft1">aufzuteilen. Mangels einer ausdrücklichen Regelung im StG, wer als</span><br/> <span class="ft1">unterliegende Partei zu betrachten ist, sind ergänzend die Regeln des</span><br/> <span class="ft1">VRPG zur Kostenverlegung heranzuziehen. Unter der Herrschaft des</span><br/> <span class="ft1">alten Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 9. Juli 1968</span><br/> <span class="ft1">(aVRPG) wurde die Bestimmung über die Kostenauflage in der</span><br/> <span class="ft1">Weise angewendet, dass eine Kostenauflage der amtlichen Kosten</span><br/> <span class="ft1">nur an den Privaten bei dessen Unterliegen erfolgt ist. Behörden</span><br/> <span class="ft1">wurden unter Hinweis auf § 35 Abs. 1 aVRPG keine Kosten aufer-</span><br/> <span class="ft1">legt. Aufgrund des ausdrücklichen gesetzgeberischen Willens (vgl.</span><br/> <span class="ft1">Botschaft des Regierungsrats des Kantons Aargau an den Grossen</span><br/> <span class="ft1">Rat vom 14. Februar 2007 zum Gesetz über die Verwaltungsrechts-</span><br/> <span class="ft1">pflege, Bericht und Entwurf zur 1. Beratung, S. 6 f.) ist an der grund-</span><br/> <span class="ft1">sätzlichen Kostenfreiheit des Verfahrens für Behörden festzuhalten</span><br/> <span class="ft1">(§ 31 Abs. 2 Satz 1 VRPG). Vorbehalten bleiben einerseits die in</span><br/> <span class="ft1">§ 31 Abs. 2 Satz 1 VRPG erwähnten Fälle des schwerwiegenden</span><br/> <span class="ft1">Verfahrensmangels und der Willkür, die zur Auferlegung von Verfah-</span><br/> <span class="ft1">renskosten an die Behörden führen und andererseits die Fälle, in</span><br/> <span class="ft1">welchen eine Behörde selbst erfolglos Beschwerde führt (zur ent-</span><br/> <span class="ft1">sprechenden Praxis unter dem aVRPG: AGVE 2006, S. 285; ebenso</span><br/> <span class="ft1">für das DBG: Urteile des Bundesgerichts vom 20.</span> <span class="ft1">Juni</span> <span class="ft1">2002</span><br/> <span class="ft1">[2A.88/2002 und 2A.89/2002], publ. in: StE 2002, B 26.27 Nr. 5,</span><br/> <span class="ft1">Erw. 4.1). Ein derartiger Ausnahmefall liegt hier indessen nicht vor,</span><br/> <span class="ft1">sodass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten vollumfäng-</span><br/> <span class="ft1">lich auf die Staatskasse zu nehmen sind (§ 31 Abs. 2 VRPG).</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">Der obsiegenden steuerpflichtigen Person wird für die Vertre-</span><br/> <span class="ft1">tung durch eine Anwältin oder einen Anwalt, eine Notarin oder einen</span><br/> <span class="ft1">Notar oder durch eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater eine</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">288</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">angemessene Entschädigung zugesprochen (§ 189 Abs. 2 StG). Be-</span><br/> <span class="ft1">reits aus dem Wortlaut dieser Bestimmung ergibt sich, dass nur die</span><br/> <span class="ft1">obsiegenden steuerpflichtigen Personen, nicht dagegen Behörden,</span><br/> <span class="ft1">entschädigungsberechtigt sind, womit die Anwendung der Praxis der</span><br/> <span class="ft1">Verrechnung von Parteientschädigungen (zur aargauischen Ver-</span><br/> <span class="ft1">rechnungspraxis siehe AGVE 2000, S. 51) im kantonalen Steuerrecht</span><br/> <span class="ft1">ausser Betracht fällt. Auch in den kantonalen Rechtsmittelverfahren</span><br/> <span class="ft1">vor Verwaltungsjustizbehörden im Anwendungsbereich des DBG</span><br/> <span class="ft1">(Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 VwVG) wird den</span><br/> <span class="ft1">Bundesbehörden (wie auch anderen Behörden) in der Regel keine</span><br/> <span class="ft1">Parteientschädigung zugesprochen (so auch Felix Richner/Walter</span><br/> <span class="ft1">Frei/Stefan Kaufmann/Hans Ulrich Meuter, Handkommentar zum</span><br/> <span class="ft1">DBG, 2. Auflage, Zürich 2009, Art. 144</span> <span class="ft1">N</span> <span class="ft1">44).</span><br/> <span class="ft1">Obsiegt - wie hier - die vertretene steuerpflichtige Person, ist</span><br/> <span class="ft1">zu entscheiden, wer als unterliegende Partei anzusehen ist und wem</span><br/> <span class="ft1">somit die Parteientschädigung auferlegt wird (bzw. nach der Termi-</span><br/> <span class="ft1">nologie im VRPG und DBG: die Parteikosten auferlegt werden).</span><br/> <span class="ft1">Diesen Fall regelt weder § 189 Abs. 2 StG noch § 32 Abs. 2 VRPG</span><br/> <span class="ft1">ausdrücklich. Da in Verfahren betreffend Kantons- und Gemeinde-</span><br/> <span class="ft1">steuern die infrage stehenden Steuern sowohl dem Kanton als auch</span><br/> <span class="ft1">der Gemeinde zustehen, dem KStA gemäss § 161 StG eine weitge-</span><br/> <span class="ft1">hende Aufsicht bei den an die Veranlagungsbehörden der Gemeinden</span><br/> <span class="ft1">delegierten Veranlagungen zukommt und ein kantonaler Steu-</span><br/> <span class="ft1">erkommissär in der kommunalen Steuerkommission Einsitz nimmt</span><br/> <span class="ft1">(§ 164 Abs. 2 StG), rechtfertigt es sich in der Regel, bei den von den</span><br/> <span class="ft1">kommunalen Steuerkommissionen veranlagten Steuern sowohl den</span><br/> <span class="ft1">Kanton als auch die Gemeinde als unterliegende Partei zu betrachten</span><br/> <span class="ft1">und die Parteientschädigung grundsätzlich je zur Hälfte dem für den</span><br/> <span class="ft1">Kanton handelnden KStA und dem für die Gemeinde handelnden</span><br/> <span class="ft1">Gemeinderat aufzuerlegen.</span><br/> <span class="ft1">Dementsprechend haben das KStA und der Gemeinderat W. die</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer für das rekurs- und verwaltungsgerichtliche Ver-</span><br/> <span class="ft1">fahren anteilsmässig zu je 50 % zu entschädigen.</span><br/></div> </div> </body> </html>