B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5711/2023 U r t e i l v o m 8 . J u l i 2 0 2 4 Besetzung Richterin Contessina Theis (Vorsitz), Richterin Aileen Truttmann, Richter Walter Lang, Gerichtsschreiber Martin Scheyli Parteien A._______, geboren am [...], Sri Lanka, vertreten durch ass.iur. Kerstin Krüger, HEKS / Rechtsschutz Bundesasylzentren Nordwestschweiz, [...], Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des SEM vom 11. Oktober 2023 D-5711/2023 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer, ein s ri-lankischer Staatsangehöriger, am 28. August 2023 unkontrolliert in die Schweiz einreiste und gleichentags ein Asylgesuch stellte, dass er gemäss Einträgen in der Datenbank „Eurodac“ bereits am 18. Juni 2023 in Rumänien und am 25. Juni 2023 in Österreich Asylgesuche gestellt hatte, dass das Staatssekretariat für Migration (SEM) den Beschwerdeführer am 6. September 2023 zu seinen Personalien befragte, dass der Beschwerdeführer am 7. September 2023 den Rechtsschutz für Asylsuchende im Bundesasylzentrum Region Nordwestschweiz mit seiner Rechtsvertretung mandatierte, dass das SEM am 25. September 2023 ein rechtliches Gehör zur Anwen- dung der Rechtsbestimmungen des Dublin-Regimes durchführte, dass das SEM am 25. September 2023 an die zuständige rumänische Be- hörde die Mitteilung richtete, gestützt auf die einschlägigen Staatsverträge (Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidge- nossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags [Dublin- Assoziierungsabkommen, SR 0.142.392. 68]; Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglied- staats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist [Dublin -III-VO]; Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin]) werde Rumänien als zur Durchführung des Asylverfahrens zuständig erachtet, dass mit Eingabe der Rechtsvertretung an das SEM vom 4. Oktober 2023 ein medizinischer Laborbericht eingereicht wurde, dass die zuständige rumänische Behörde am 6. Oktober 2023 der Über- nahme des Beschwerdeführers zustimmte, D-5711/2023 Seite 3 dass sie dabei mitteilte, der Beschwerdeführer habe in Rumänien am 17. Juni 2023 ein Asylgesuch gestellt, welches die zuständige Verwal- tungsbehörde am 23. Juni 2023 abgelehnt habe, wobei dieser Entscheid nicht angefochten worden und somit rechtskräftig sei, dass zudem einem Ersuchen der österreichischen Behörden um Über- nahme des Beschwerdeführers am 11. Juli 2023 zugestimmt worden sei, dass das SEM mit Verfügung vom 11. Oktober 2023 (Datum der Eröffnung: 12. Oktober 2023 ) gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein- trat, dessen Wegweisung nach Rumänien sowie den Vollzug anordnete und ihn anwies, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwer- defrist zu verlassen, wobei es festhielt, dass eine Beschwerde gegen diese Verfügung keine aufschiebende Wirkung habe, dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Eingabe seiner Rechts- vertreterin vom 18. Oktober 2023 beim Bundesverwaltungsgericht anfocht, dass er dabei beantragte, der genannte Entscheid sei aufzuheben und das SEM anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und es materiell zu prü- fen, eventualiter sei die Sache zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, dass er in prozessualer Hinsicht beantragte, der Vollzug der Wegweisung sei im Sinne einer superprovisorischen Massnahme einstweilen auszuset- zen und der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, dass er in prozessualer Hinsicht ausserdem beantragte, es sei ihm die un- entgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewäh- ren, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 19. Ok- tober 2023 den Vollzug der Wegweisung im Sinn e einer superprovisori- schen Massnahme einstweilen aussetzte, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 15. November 2023 ein ärztliches Zeugnis einreichte, D-5711/2023 Seite 4 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet d es Asyls über Be- schwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet, (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG), dass das Bundesverwaltungsgericht – mit einer vorliegend nicht zutreffen- den Ausnahme – endgültig entscheidet (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung hat, wo- mit er zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG; Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass im vorliegenden Fall auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wird (Art. 111a Abs. 1 AsylG), dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1, 2012/4 E. 2.2), dass sich demnach die Beschwerdeinstanz, falls sie den Nichteintretens- entscheid als unrechtmässig erachtet, einer selbständigen materiellen Prü- fung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2014/39 E. 3), dass gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist, dass das SEM zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen Staates die Zuständigkeitskriterien gemäss der Dublin-III-VO prüft, D-5711/2023 Seite 5 dass das SEM auf das Asylgesuch nicht eintritt, sofern die Prüfung der Zu- ständigkeitskriterien zur Feststellung führt, dass ein anderer Mitgliedstaat für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, und der betreffende Mit- gliedstaat einer Übernahme zugestimmt hat oder von dessen Zustimmung infolge unterlassener Antwort innerhalb der ein schlägigen Frist auszuge- hen ist (Art. 22 Abs. 7 sowie Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO), dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi- gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, wobei die einzelnen Bestimmungskriterien in der Reihenfolge ihrer Auflistung im Ka- pitel III Anwendung finden (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskrite - rien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), dass, wenn kein Mitgliedstaat gemäss diesen Kriterien bestimmt werden kann, derjenige Staat zuständig ist, in welchem das erste Asylgesuch ge- stellt wurde (Art. 3 Abs. 2 Satz 1 Dublin-III-VO), dass, wenn es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den ei- gentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme- bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer un menschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund- rechte der Europäischen Union (EU-Grundrechtecharta; ABl. C 364/1 vom 18. Dezember 2000) mit sich bringen, zu prüfen ist, ob aufgrund dieser Kri- terien ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann, dass, wenn kein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann, der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mit- gliedstaat wird (Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO), dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an- deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe der Art. 23, 24, 25 und 29 Dublin -III-VO wieder aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO), dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin -III-VO be- schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörig en oder Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch D-5711/2023 Seite 6 wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist (sog. Selbsteintrittsrecht; Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dub- lin-III-VO), dass gemäss Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO ein Mitgliedstaat in der Regel ent- scheidet, die antragstellende Person nicht von ihren Kindern, Geschwis- tern oder einem Elternteil zu trennen, wenn sie wegen Schwangerschaft, eines neugeborenen Kindes, schwerer Krankheit, ernsthafter Behinderung oder hohen Alters auf deren Unterstützung angewiesen ist und sich diese rechtmässig in einem Mitgliedstaat aufhalten, oder wenn umgekehrt ihr Kind, eines ihrer Geschwister oder ein Elternteil, das/der sich rechtmässig in einem Mitgliedstaat aufhält, auf die Unterstützung der antragstellenden Person angewiesen ist, dass, sind die Voraussetzungen von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO gegeben und halten sich die betroffenen Personen in demselben Mitgliedstaat auf, die entscheidende Behörde, auss erordentliche Umstände vorbehalten, sich für zuständig zu erklären hat (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 8.3.3), dass mit der Beschwerdeschrift im vorliegenden Fall in einem ersten Schritt geltend gemacht wird, das SEM habe in mehrfacher Hinsicht seine Pflicht zur vollständigen und richtigen Ermittlung des Sachverhalts, seine Begrün- dungspflicht sowie den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt und zudem sein Ermessen unterschritten, dass dies zum einen unter Hinweis auf die medizinische Situation des Be- schwerdeführers begründet wird, dass diesbezüglich in der Beschwerdeschrift (S. 6 f.) im Wesentlichen vor- gebracht wird, der Beschwerdeführer habe auf seine Initiative hin einen Tag nach·dem rechtlichen Gehör zur Anwendung der Rechtsbestimmungen des Dublin-Regimes vom 25. September 2023 einen Arzttermin erhalten, dass der betreffende Arzt am 26. September 2023 eine Posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert, dem Beschwerdeführer ein Antidepres- sivum verschrieben und für ihn einen Termin bei den Universitären Psychi- atrischen Kliniken Basel (UPK) vorgemerkt habe, dass dieser Termin bei den UPK jedoch noch nicht stattgefunden habe, dass die Feststellung des SEM in der angefochtenen Verfügung, es gebe keine ausstehenden Arzttermine, deshalb ebenso unrichtig sei wie dessen Folgerung, unter diesen Umständen sei der medizinische Sachverhalt als D-5711/2023 Seite 7 ausreichend erstellt zu erachten und es könne auf weitere diesbezügliche Abklärungen verzichten werden, dass die Behauptung in der angefoch tenen Verfügung, es liege keine schwerwiegende medizinische Diagnose vor, die geeignet wäre, die Zuläs- sigkeit der Wegweisung nach Rumänien und die Nichtanwendung der Sou- veränitätsklausel in Frage zu stellen, nicht gerechtfertigt sei, solange keine vollständige medizinische Abklärung habe durchgeführt werden können, dass die Vorinstanz ohne umfassende medizinische Abklärung und ohne ausreichende Auseinandersetzung mit aktuellen Berichten zur Gesund- heitsversorgung in Rumänien auch nicht beurteilen könne, ob m it einer Überstellung in diesen Staat die ernsthafte Gefahr einer Verletzung von Art. 3 EMRK bestehe, wodurch die Schweiz verpflichtet wäre, die Souve- ränitätsklausel gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO anzuwenden, dass in diesem Zusammenhang geltend gemach t wird, Rumänien habe nicht nur das schlechteste Gesundheitssystem in Europa, sondern auf- grund des Massenzustroms von Flüchtlingen nach dem Ausbruch des Krie- ges in der Ukraine habe sich die Situation zweifelsfrei noch verschärft, dass das SEM nebst dem medizinischen Sachverhalt es zudem unterlas- sen habe, die relevanten Tatsachen für die Prüfung der Zuständigkeit der Schweiz aufgrund von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO, für die Prüfung der ver- pflichtenden Anwendung der Souveränitätsklausel aufgrund von Art. 3 und Art. 8 EMRK beziehungsweise Art. 4 EU-Grundrechtecharta sowie in Be- zug auf die Anwendung der Souveränitätsklausel gemäss Art. 29 a Abs. 3 der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) umfassend zu ermitteln, dass jedoch Hinweise vorliegen würden, wegen derer sich vertiefte Abklä- rungen aufgedrängt hätten, dass dem Beschwerdeführer abgesehen von den medizinischen Belangen im Falle einer Überstellung nach Rumänien nämlich auch in anderweitiger Hinsicht eine Verletzung der erwähnten menschenrechtlichen Ansprüche drohe, nachdem er während seines dortigen Aufenthalts bereits eine un- menschliche und erniedrigende Behandlung erlebt habe, dass ihm in Rumänien, nachdem sein dort gestelltes Asylgesuch be reits abgewiesen worden sei, die Abschiebung in sein Heimatland drohe, D-5711/2023 Seite 8 dass in Rumänien nämlich auch das Vorhandensein eines fairen und kor- rekten Asylverfahrens mit Schutz vor Rückschiebung fraglich sei, dass in der Beschwerdeschrift des Weiteren unter Hinweis auf die psychi- sche Erkrankung des Beschwerdeführers geltend gemacht wird, es liege eine entsprechende besondere Verletzlichkeit vor, weshalb sein Wunsch, in der Schweiz mit seinem Bruder zusammenzuleben, nachvollziehbar und aufgrund der gesundheitlichen Situation ein Bedarf nach Unterstützung ge- geben sei, dass deshalb aufgrund eines entsprechenden Abhängigkeitsverhältnisses die Zuständigkeit der Schweiz auch gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Dublin-III- VO gegeben sei, dass die Vorinstanz jedoch auch diesbezüglich den Sachverhalt nicht aus- reichend abgeklärt habe, dass im Verwaltungsverfahren der Untersuchungsgrundsatz und die Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachver- halts gelten (Art. 6 AsylG i. V. m. Art. 12 VwVG), wobei die Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Be- weis zu führen hat, dass zu den Verfahrensgarantien, die der Grundsatz des rechtlichen Ge- hörs umfasst (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29‒33 VwVG) unter anderem die Pflicht der Behörden gehört, die Vorbringen der Betroffenen sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen, dass daraus ausserdem auch die in Art. 35 Abs. 1 VwVG gesetzlich nie- dergelegte grundsätzliche Pflicht der Behörden folgt, ihren Entscheid zu begründen (BGE 123 I 31 E. 2c), dass gemäss Art. 8 Abs. 1 Bst. f AsylG i.V.m. Art. 26a AsylG zur Mitwir- kungspflicht asylsuchender Personen unter anderem gehört, dass sie sich einer vom SEM angeordneten medizinischen Untersuchung unterziehen, dass Asylsuchende zufolge Art. 26a Abs. 1 AsylG die für das Asyl - und Wegweisungsverfahren massgeblichen gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen, die ihnen bereits zum Zeitpunkt der Einreichung des Asylgesuches bekannt waren, unmittelbar nach der Gesuchseinreichung, spätestens je- doch bei der Anhörung zu den Asylgründen nach Art. 36 Abs. 2 AsylG oder D-5711/2023 Seite 9 der Gewährung des rechtlichen Gehörs nach Art. 36 Abs. 1 AsylG geltend machen müssen, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs vom 25. September 2023 im Wesentlichen angab, sein Ziel sei immer die Schweiz gewesen, weil hier sein Bruder lebe, den er se it fünfzehn Jahren nicht mehr gesehen habe und mit dem er zusammen sein wolle, dass er in Rumänien nach seiner Ankunft insgesamt drei Tage lang auf einem Polizeiposten und in einem Camp festgehalten worden sei, wo bei es weder Essen noch Wasser gegeben habe, auch während zum Teil län- gerer Transporte nicht, dass er anschliessend ein vierjähriges Einreiseverbot und ein Papier erhal- ten habe, wonach er das Land innerhalb von zehn Tagen zu verlassen habe, dass er von den rumänischen Behörden zwar nicht geschlagen worden sei, aber in Handschellen auf dem Boden habe kauern müssen, dass er hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts zu Protokoll gab, es gehe ihm körperlich gut, er sei aber psychisch belastet, dass er nämlich ständig Kopfschmerzen habe sowie unter Schlafstörungen und Vergesslichkeit leide, oft traurig sei und auch weinen müsse, dass er vom Arzt Schlaftabletten erhalten habe und er für einen Termin bei einem Psychiater angemeldet worden sei, dass er den ersten Termin nicht habe wahrnehmen können, aber nochmals zum Arzt gehen werde, um einen neuen Termin zu erhalten, dass aus den vorinstanzlichen Akten hervorgeht, dass durch das SEM mit E-Mail vom 9. Oktober 2023 der Pflegedienst im Bundesasylzentrum Basel angefragt wurde, ob sich der Beschwerdeführer wegen seiner (zusammen- fassend wiedergegebenen) gesundheitlichen Probleme gemeldet habe, ob er einmal einen Termin bei einem Psychiater wahrgenommen habe, welche Diagnosen gegebenenfalls gestellt beziehungsweise welche Behandlun- gen initiiert worden seien und ob entsprechende medizinische Berichte vor- liegen würden, dass der Pflegedienst im Bundesasylzentrum Basel mit E-Mail an das SEM vom 10. Oktober 2023 mitteilte, der Beschwerdeführer sei mit den vom D-5711/2023 Seite 10 Staatssekretariat genannten Beschwerden zur Pflege gekommen und auch zu deren Hausarzt gegangen, welcher ihm eine Schlaftablette ver- schrieben habe, dass der Beschwerdeführer den ersten psychiatrischen Termin nicht wahr- genommen habe und kein Folgetermin bekannt sei, dass er im Übrigen eine körperliche Diagnose erhalten habe, nämlich (sinn- gemäss, aufgrund der vom Pflegedienst verwendeten Kürzel ) vor allem eine Verletzung eines Nervs am rechten Unterarm, dass der Pflegedienst dem SEM mit genannter E -Mail ein vom 26. Sep- tember 2023 datierendes "medizinisches Datenblatt für interne Arztbesu- che" übermittelte, dass diesem Aktenstück unter dem Titel "Anamnese/Diagnose" in psy- chisch-medizinischer Hinsicht zu entnehmen ist, der Beschwerdeführ er könne nicht schlafen, habe Angst und Albträume, habe viel erlebt im Hei- matland, wobei eine "PTSD" (Abkürzung für "post -traumatic stress disor- der"; Posttraumatische Belastungsstörung) diagnostiziert werde, dass das Datenblatt unter dem Titel "Therapie/Prozedere" in psychisch- medizinischer Hinsicht die Einträge "Beginn Trittico 100mg 0-0-0-1" sowie "VP" enthält, dass sich der Inhalt des Datenblatts in psychisch -medizinischer Hinsicht auf die soeben genannten Einträge beschränkt, dass dem Datenblatt in sonstiger medizinischer Hinsicht unter dem Titel "Anamnese/Diagnose" abgesehen von Angaben zu Werten wie Blutdruck und Puls zu entnehmen ist, dass die Innenseite des rechten Unterarms des Beschwerdeführers nach einer Messerverletzun g taub, aber schmerzlos sei und der rechte Unterarm eine Nervverletzung sowie an der Ellenbeuge eine Narbe aufweise, dass in der angefochtenen Verfügung (S. 5) gestützt auf die genannten medizinischen Akten über eine Wiedergabe des betreffenden Inhalts hin- aus im Wesentlichen festgestellt wurde, das SEM erachte den medizini - schen Sachverhalt als ausreichend erstellt, um die Zulässigkeit der Weg- weisung (recte: des Vollzugs der Wegweisung) nach Rumänien beurteilen und über die Anwendung der Souveränitätsklausel befinden zu können, D-5711/2023 Seite 11 dass keine ausstehenden Arzttermine bekannt seien, bei welchen neue schwerwiegende Diagnosen gestellt werden könnten, die geeignet wären, die Einschätzung des SEM betreffend die Zulässigkeit des Wegweisungs- vollzugs nach Rumänien oder die Anwendung der Souveränitätsklausel zu ändern, dass deshalb auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet werde, dass aufgrund der vorhandenen medizinischen Unterlagen und unter Be- rücksichtigung der geschilderten gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht davon auszugehen sei, die hohe Schwelle für eine drohende Verlet- zung von Art. 3 EMRK werde im Falle des Beschwerdeführers überschrit- ten, dass das zu beurteilende Krankheitsbild (die vom Beschwerdeführer be- richteten Schlafprobleme, Albträume, Angst, Kopfschmerzen, Vergesslich- keit und Trauer ; die vom behandelnden Arzt getroffene Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung) keine derart aufwändige Behand- lung bedingen würden, dass sie in Rumänien nicht erhältlich wäre, dass vielmehr auch dort eine adäquate medizinische Infrastruktur bestehe und psychologisch-psychiatrische Abklärungen und Behandlungen erhält- lich und zugänglich seien, dass das Gericht mit Blick auf die Akten des vorinstanzlichen Verfahrens zu folgenden Feststellungen gelangt, dass zunächst zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung hinsichtlich der gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers lediglich bekannt war, was dem medizinischen Datenblatt vom 26. September 2023 und der E-Mail des Pflegedienstes im Bundesasylzentrum Basel vom 10. Oktober 2023 entnommen werden kann, dass in den vorinstanzlichen Akten abgesehen von der E-Mail vom 10. Ok- tober 2023 – die sich inhaltlich auf vier Zeilen beschränkt – keine Doku- mentation des Pflegedienstes enthalten ist, aus welcher hervorgehen würde, wann und aus welchen Gründen dieser vom Beschwerdeführer in Anspruch genommen wurde, dass das einzige zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vorliegende ärztliche Zeugnis – das medizinische Datenblatt des Hausarztes des Bun- desasylzentrums – keinerlei detaillierte und nachvollziehbare Angaben dazu enthält, aufgrund welcher persönlicher Schilderungen des D-5711/2023 Seite 12 Beschwerdeführers eine Anamnese erfolgte, welche den verantwortlichen Arzt zur Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung veran- lasste, dass auch die getroffene Diagnose in keiner Weise erläutert wird, dass sich das medizinische Datenblatt vom 26. September 2023 vielmehr auf stichwortartige Einträge beschränkt, wobei die Bedeutung der verwen- deten Kürzel, so insbesondere "VP" unter dem Titel "Therapie/Prozedere" in psychisch-medizinischer Hinsicht – teilweise nicht verständlich ist, dass sich die mutmassliche Bedeutung des Kürzels "VP" lediglich dadurch erschliesst, dass in der angefochtenen Verfügung (S. 5) ausgeführt wird, der Beschwerdeführer sei für einen Termin bei den Universitären Psychi- atrischen Kliniken Basel vorgemerkt worden, dass den vorins tanzlichen Akten nicht zu entnehmen ist, aus welchen Gründen der Beschwerdeführer einen (und welchen) psychiatrischen Ter- min nicht wahrnahm beziehungsweise wahrzunehmen vermochte, dass das genannte ärztliche Zeug nis offensichtlich weder in anamnesti- scher noch in diagnostischer Hinsicht geeignet ist, die gesundheitliche, ins- besondere psychisch-medizinische Situation des Beschwerdeführers aus- reichend darzustellen, dass im Verlauf des Beschwerdeverfahrens mit Eingabe vom 15. Novem- ber 2023 ein vom 10. November 2023 datierendes ärztliches Zeugnis der Akutambulanz der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel einge- reicht wurde, dass daraus im Wesentlichen hervorgeht, der Beschwerdeführer leide ge- mäss seinen Angaben seit gewisser Zeit (Anmerkung: zeitliche Angabe un- vollständig) an Traurigkeit, Energielosigkeit und Antriebslosigkeit, werde durch ständige, häufige Angstzustände geplagt, dass im genannten ärztlichen Zeugnis unter dem Titel "psychiatrische Anamnese/Diagnosen" vermerkt wurde, es liege eine "mittelgradige de- pressive Episode, v.a. PTSD" vor, dass unter dem Titel "somatische An amnese" vermerkt wurde, es seien keine Diagnosen erfragt worden, jedoch habe vor kurzem eine Abklärung beim Hausarzt stattgefunden, D-5711/2023 Seite 13 dass unter dem Titel "psychischer Befund" im Wesentlichen vermerkt wurde, es bestünden keine Hinweise für eine psychotische Symptomatik, der Beschwerdeführer habe sich von Suizidalität glaubhaft distanziert, es seien während der Sitzung weder Hinweise für Fremdgefährdung noch sol- che für akute Gefährdungsaspekte vorgelegen, dass dem Beschwerdeführer des Weiteren ein Antidepressivum (Brintellix) verschrieben und ein Folgetermin für den 4. Dezember 2023 vereinbart wurde, dass auch dieses ärztliche Zeugnis weder in anamnestischer noch in diag- nostischer Hinsicht geeignet ist, die gesundheitliche, insbesondere psy- chisch-medizinische Situation des Beschwerdeführers in der erforderlichen Klarheit darzustellen, dass sich die Rüge des Beschwerdeführers, au f der Grundlage der zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vorliegenden ärztlichen Zeugnisse lasse sich nicht beurteilen, ob eine Überstellung nach Rumänien mit der ernsthaften Gefahr einer Verletzung von Art. 3 EMRK verbunden sei, was zur Anwendung der Souveränitätsklausel gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III- VO führen müsste, als gerechtfertigt erweist, dass an dieser Einschätzung auch das auf Beschwerdeebene eingereich- ten ärztliche Zeugnis nichts zu ändern vermag, dass ausserdem zum heutigen Zeitpunkt auch keine Einschätzung in Be- zug auf die allfällig zu prüfende weitere Frage möglich ist, ob und inwiefern gesundheitliche Probleme der Durchführbarkeit eines Vollzugs der Weg- weisung nach Rumänien entgegenstehen könnten, dass somit im vorliegenden Fall dem Standpunkt der Vorinstanz, der me- dizinische Sachverhalt sei ausreichend abgeklärt worden, nicht gefolgt werden kann, dass vielmehr auch unter Berücksichtigung de s im Beschwerdeverfahren eingereichten ärztlichen Zeugnisses kein medizinischer Bericht vorliegt, der mit ausreichender Klarheit die gesundheitliche Situation des Beschwer- deführers darlegt, dass das SEM, indem es seine betreffenden Erwägungen auf einen nicht ausreichend abgeklärten Sachverhalt abstützte, auch seiner Begründungs- pflicht nicht nachgekommen ist, D-5711/2023 Seite 14 dass hinsichtlich der weiteren Rügen des Beschwerdeführers festzuhalten ist, dass seit dem Ausbruch des Krieges in der U kraine am 24. Februar 2022 bekanntlich eine grosse Anzahl von Flüchtenden deren Anrainerstaa- ten – darunter Rumänien – um Schutz ersucht haben, und dies die betroffe- nen Staaten hinsichtlich der Anwendung der Dublin-III-VO vor grosse Her- ausforderungen stellt, dass angesichts der weiterhin anhaltenden Situation eine Überlastung des rumänischen Asylsystems auch zum heutigen Zeitpunkt nicht auszu- schliessen ist, dass das SEM in diesem Zusammenhang auf die Rechtsprechung des Ge- richtshofs der Europäischen Union (EuGH), insbesondere das Urteil in der Rechtssache C-646/16 vom 26. Juli 2017, hinzuweisen ist, in welchem sich der Gerichtshof mit der Problematik auseinandersetzte, wie in einer Situa- tion vorzugehen ist, die durch die Ankunft einer aussergewöhnlich hohen Zahl internationalen Schutz begehrender Drittstaatsangehöriger gekenn- zeichnet ist, dass dort festgehalten wurde, der Gefahr, dass eine solche Situation ein- trete, sei Rechnung getragen und den Mitgliedstaaten aufgrund dessen In- strumente zur Verfügung gestellt worden, die es ermöglichen sollten, ihr angemessen zu begegnen, ohne dass es dafür einer speziellen Regelung zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaats benötige, dass nämlich – unter anderem – die Aufnahme einer aussergewöhnlich ho- hen Zahl internationalen Schutz begehrender Drittstaatsangehöriger durch einen Mitgliedstaat dadurch erleichtert werden könne, dass andere Mit- gliedstaaten, einseitig oder in Abstimmung mit dem betreffenden Mitglied- staat, im Geist der Solidarität, der der Dublin -III-VO zugrunde liege, von der in Art. 17 Abs. 1 derselben vorgesehenen Befugnis Gebrauch machen, zu beschliessen, bei ihnen gestellte Anträge auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn sie nach den in der Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig sind, dass weiter auf die Möglichkeit hingewiesen wird, dass im zuständigen Mit- gliedstaat infolge der Ankunft einer aussergewöhnlich hohen Zahl interna- tionalen Schutz begehrender Drittstaatsangehöriger aufgrund einer Sys- temüberlastung eine Gefahr ein er unmenschlichen oder erniedrigen Be- handlung bestehen könnte, was dazu führen müsste, dass die internatio- nalen Schutz beantragende Person nicht an diesen Staat überstellt werden dürfte, D-5711/2023 Seite 15 dass die Vorinstanz vor diesem Hintergrund vertieft hätte prüfen müss en, ob es wesentliche Gründe für die Annahme gebe, der Beschwerdeführer werde im Falle einer Überstellung nach Rumänien menschenunwürdige Zustände sowie kein faires Asylverfahren zu erwarten haben und ob des- halb die Gefahr einer unmenschlichen oder entwürd igenden Behandlung im Sinne von Art. 4 EU-Grundrechtecharta und Art. 3 EMRK bestehe, dass der Beschwerdeführer bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend machte, er sei in Rumänien unmenschlich behandelt worden, habe insbe- sondere keine ausreichende Nahrung erhalten, dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung trotz dieser Vorbrin- gen und trotz der erwähnten Belastung des Asylsystems im Gefolge des Geschehens in der Ukraine mit keinem Wort auf die aktuelle Situation in Rumänien eingegangen ist, dass das SEM entsprechend auch die Frage einer möglichen Verpflichtung der Schweiz zum Selbsteintritt im soeben genannten Zusammenhang gänzlich unberücksichtigt gelassen hat, dass das SEM durch die Nichtberücksichtigung der genannten Entwicklun- gen in Rumänien sein Ermessen unterschritten hat (vgl. auch Urteile des BVGer F-1489/2022 vom 21. April 2022 E. 4.7, D-1692/2022 vom 28. April 2022 S. 5 f., D -1049/2022 vom 6. Mai 2022 S. 7, D -3902/2022 vom 12. September 2022), dass bereits dies eine Rechtsverletzung dars tellt (vgl. BGE 132 V 393 E. 3.3) und somit von der Kognition des Gerichts erfasst ist, dass eine sachgerechte Ermessensausübung insbesondere eine fundierte Abklärung der Situation von Asylsuchenden in Rumänien beziehungsweise des aktuellen Zustands des dortigen Asylsystems voraussetzt, dass das SEM auch diesbezüglich den rechtserheblichen Sachverhalt un- zureichend abgeklärt hat und seiner Begründungspflicht nicht nachgekom- men ist, dass durch den Beschwerdeführer in weiterer Hinsicht geltend gemacht wird, aufgrund seiner gesundheitlichen Situation und eines entsprechen- den Abhängigkeitsverhältnisses zu seinem Bruder sei die Zuständigkeit der Schweiz auch gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO gegeben, wobei die Vorinstanz jedoch auch diesbezüglich den Sachv erhalt nicht ausreichend abgeklärt habe, D-5711/2023 Seite 16 dass auf diesen Aspekt, da dessen Beurteilung von den Ergebnissen der vom SEM zu veranlassenden zusätzlichen medizinischen Abklärungen ab- hängig ist, zum heutigen Zeitpunkt nicht einzugehen ist, dass das SEM aufzufordern ist, das Verfahren erneut an die Hand zu neh- men, die erforderlichen Abklärungen im Sinne der angestellten Erwägun- gen durchzuführen, die Sache unter Beachtung der Begründungspflicht neu zu beurteilen und sein Ermessen gesetzeskonform auszuüben, dass durch das Staatssekretariat zu diesem Zweck ein ausführlicher medi- zinischer Bericht zur gesundheitlichen, insbesondere psychischen Situa- tion des Beschwerdeführers anzufordern sein wird, dass die Beschwerde nach dem Gesagten gutzuheissen ist, soweit die Auf- hebung der Verfügung und die Rückweisung der Sache zur erneuten Be- urteilung an die Vorinstanz beantragt wird, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG) , womit der Antrag, es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, gegenstandslos wird, dass keine Parteientschädigung auszurichten ist, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. auch Art. 111ater AsylG). Dispositiv nächste Seite) D-5711/2023 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2. Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung und zur erneuten Beurteilung an das SEM zurück- gewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Contessina Theis Martin Scheyli