<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00273</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222925&amp;W10_KEY=13045536&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00273</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.12.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 19.01.2024 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Scheinehe. [Das Migrationsamt verlängerte die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers nicht mehr, da von einer Scheinehe mit der hier niedergelassenen damaligen Ehefrau auszugehen sei. Im Lauf des Rekursverfahrens ergab sich, dass das von der damaligen Ehefrau des Beschwerdeführers während der Ehe geborene Kind nicht von ihm stammte.] Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. des Akteneinsichtsrechts, weil gewisse Namen und Passagen in Polizeiaufträgen geschwärzt wurden. Hierbei handelte es sich um die erkennbare Anonymisierung persönlicher Daten Dritter (E. 2.1 â E. 2.3). In der Entscheidbegründung zitierte die Rekursabteilung in einem einzelnen Punkt nebst dem Dossier des Beschwerdeführers alternativ auch das sich nicht in den Akten befindliche Dossier der Ex-Ehefrau. Das Dossier wurde vom Verwaltungsgericht beigezogen und dem Beschwerdeführer zur Stellungnahme zugestellt, womit dem rechtlichen Gehör Genüge getan wurde (E. 2.4). Während ein einzelner Seitensprung den Fortbestand der Ehegemeinschaft einzeln betrachtet noch nicht infrage zu stellen vermag, kann der Nachweis einer parallel geführten Liebesbeziehung im Zusammenhang mit weiteren Indizien den Fortbestand des ehelichen Zusammenlebens ernsthaft in Zweifel ziehen. Unerheblich ist, ob der Ausländer selbst fremdging oder ob dies der Ehegatte war, von welchem der Ausländer seine ausländerrechtliche Bewilligung ableitet. Vorliegend verschwieg die damalige Ehefrau dem Beschwerdeführer, dass er nicht der leibliche Vater des während der Ehe geborenen Kinds sei. Mit dem Vater des Kinds, welcher mit der ersten Ex-Ehefrau des Beschwerdeführers verheiratet ist, führte sie während sechs Jahren eine Beziehung. Auch während der Ehe mit dem Beschwerdeführer führte sie die Beziehung weiter. Zwar scheint möglich, dass die damalige Ehefrau eine Dreiecksbeziehung führte. Aufgrund ihrer langjährigen Parallelbeziehung erweist sich die Berufung auf einen nachehelichen Aufenthaltsanspruch gleichwohl als rechtsmissbräuchlich. Aus den Befragungen der damaligen Eheleute ergab sich zudem ein gegenseitiges Desinteresse in Bezug auf die Familie des anderen Ehepartners, die Arbeit und die Vergangenheit des andern, was das Bild einer nicht gelebten Ehe abrundet. Damit liegen überwiegende Indizien für eine Scheinehe vor, womit ein Aufenthaltsanspruch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG wegen Rechtsmissbrauchs entfällt (E. 3.5). Abweisung uP/URB. Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BIOLOGISCHER VATER">BIOLOGISCHER VATER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DNA-TEST">DNA-TEST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARALLELBEZIEHUNG">PARALLELBEZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMISSBRAUCH">RECHTSMISSBRAUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SEITENSPRUNG">SEITENSPRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VATERSCHAFTSTEST">VATERSCHAFTSTEST</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 43 Abs. I AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 50 Abs. I lit. a AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 51 Abs. II lit. a AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=60166" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00273</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">21. Dezember 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1969, serbischer StaatsangehÃ¶riger, reiste am 3. Mai 2014 in die Schweiz, um am 11. Juni 2014 die hier niedergelassene bosnische StaatsangehÃ¶rige C, geboren 1980, zu heiraten. Diese brachte eine voreheliche Tochter, D (geboren 2005), in die Ehe mit. A war in erster Ehe von 1991 bis 2012 mit E verheiratet, mit welcher er drei erwachsene Kinder hat (F, geboren 1991; G, geboren 1992, 1993 oder 1994; H, geboren 2000). E heiratete am 9. Februar 2013 den in der Schweiz niedergelassenen serbischen StaatsangehÃ¶rigen I, geboren 1965, und lebt â gemeinsam mit dem jÃ¼ngsten Sohn H â ebenfalls im Kanton ZÃ¼rich.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Aufgrund der Heirat mit C wurde A eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehegattin erteilt, welche zuletzt bis 16. Juni 2018 verlÃ¤ngert wurde. Am 20. August 2015 gebar C die Tochter J. Am 8. Dezember 2016 sowie am 12. Dezember 2017 beauftragte das Migrationsamt die Kantonspolizei ZÃ¼rich, die ehelichen VerhÃ¤ltnisse von E und I einerseits sowie von A und C andererseits zu Ã¼berprÃ¼fen. Dies ausgehend vom Verdacht, dass die ehemaligen Eheleute A/E weiterhin eine Beziehung fÃ¼hren wÃ¼rden und I mit C ebenfalls in einer Beziehung sei. Die Eheleute A/C wurden am 15. Januar 2018 zu ihrer Ehe befragt. Am 22. MÃ¤rz 2018 schied das Bezirksgericht Horgen die Ehe von A und C und stellte die Tochter J unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut der Mutter. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Nach GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs wies das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 28. Februar 2019 ein von A am 24. April 2018 gestelltes Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung ab und wies ihn aus der Schweiz weg, wozu es ihm Frist bis 27. Mai 2019 ansetzte. Dabei war es zum Schluss gelangt, die damaligen Ehegatten A/C seien die Ehe nur zum Schein eingegangen, um die auslÃ¤nderrechtlichen Vorschriften Ã¼ber Zulassung und Aufenthalt zu umgehen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 8. April 2019 erhob A hiergegen Rekurs bei der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion. Dabei berief er sich insbesondere auf die Vater-Tochter-Beziehung mit J. Am 11. Juli 2019 stellte die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion dem Rechtsvertreter von A nachtrÃ¤glich vom Migrationsamt in die Akten eingefÃ¼gte AktenstÃ¼cke (namentlich den Polizeiauftrag vom 8. Dezember 2016 betreffend I und E, die Befragung derselben vom 23. Februar 2017 sowie die Befragung von C vom 9. August 2013) zur freigestellten Stellungnahme zu. Am 2. September 2019 wurde dem Rechtsvertreter von A ein Ermittlungsbericht der Kantonspolizei ZÃ¼rich vom 11. Juli 2019 zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt. Nach Eingang einer Stellungnahme hierzu setzte die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion A eine Frist bis 28. Oktober 2019, um einen DNA-Test durchzufÃ¼hren und seine biologische Vaterschaft bezÃ¼glich J nachzuweisen. Nach weiteren Eingaben, in welchen sich A u.<span> </span>a. auf den Standpunkt stellte, die Kindsmutter verweigere ein Gutachten zur KlÃ¤rung der Vaterschaft, stellte das Bezirksgericht Horgen mit Urteil vom 9. Dezember 2020 schliesslich fest, A sei nicht der Vater von J. </p> <p class="Urteilstext">Mit Entscheid vom 23. MÃ¤rz 2022 wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion den Rekurs ab. Dabei wurde A eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis 23. Mai 2022 angesetzt und sein Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 9. Mai 2022 beantragte A (nachfolgend: der BeschwerdefÃ¼hrer) dem Verwaltungsgericht, der Rekursentscheid sei unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen (zuzÃ¼glich MWST) aufzuheben und das Migrationsamt anzuweisen, seine Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Zudem ersuchte er um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands in der Person von Rechtsanwalt B.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf eine Vernehmlassung verzichtete, ging keine Beschwerdeantwort des Migrationsamts ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Beschwerde beim Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Am 1. Januar 2019 sind zahlreiche Ãnderungen des AuslÃ¤ndergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG), das nunmehr AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz (AIG) heisst, in Kraft getreten. In sinngemÃ¤sser Anwendung von Art. 126 Abs. 1 AIG bleibt auf Gesuche, die â wie hier â vor Inkrafttreten der GesetzesÃ¤nderung eingereicht wurden, grundsÃ¤tzlich das bisherige Recht anwendbar (vgl. BGr, 11. Juli 2019, 2C_481/2018, E. 1.1; VGr, 17. April 2019, VB.2019.00128, E. 1.2; Marc Spescha in: derselbe et al., Kommentar Migrationsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2019, Art. 126 N. 1). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt, das Migrationsamt und die Vorinstanz hÃ¤tten sein rechtliches GehÃ¶r nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) sowie Art. 6 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) verletzt. So habe das Migrationsamt in den im Rekursverfahren nachgereichten Akten Namen von Drittpersonen geschwÃ¤rzt. Ob die geschwÃ¤rzten Abschnitte fÃ¼r die Behandlung des Gesuchs relevante Tatsachen enthalten wÃ¼rden, die in den Entscheid des Migrationsamts eingeflossen seien, sei nicht erkennbar. Aufgrund des Verweises auf diesen Polizeirapport in der VerfÃ¼gungsbegrÃ¼ndung sei der Ermittlungsauftrag an die Polizei Teil der VerfÃ¼gungsbegrÃ¼ndung. Der Vorinstanz kÃ¶nne nicht zugestimmt werden, dass die SchwÃ¤rzung keine GehÃ¶rsverletzung darstelle. Ernsthafte GrÃ¼nde fÃ¼r die Anonymisierung seien nicht erkennbar, was eine der Voraussetzungen nach Art. 6 EMRK sei, um eine Anonymisierung zu rechtfertigen. Insbesondere sei nicht nachvollziehbar, dass es sich um zu schÃ¼tzende Drittpersonen gehandelt haben soll, wie die Vorinstanz ausfÃ¼hre. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts als Teil des Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r folgt nach der Rechtsprechung, dass grundsÃ¤tzlich sÃ¤mtliche beweiserheblichen Akten den Beteiligten gezeigt werden mÃ¼ssen, sofern in der sie unmittelbar betreffenden VerfÃ¼gung darauf abgestellt wird. Denn es gehÃ¶rt zum Kerngehalt des rechtlichen GehÃ¶rs, dass der VerfÃ¼gungsadressat vor Erlass eines fÃ¼r ihn nachteiligen Verwaltungsakts zum Beweisergebnis Stellung nehmen kann. Das Akteneinsichtsrecht ist somit eng mit dem Ãusserungsrecht verbunden, gleichsam dessen Vorbedingung (BGE 132 V 387 E. 3.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die vom BeschwerdefÃ¼hrer als GehÃ¶rsverletzungen gerÃ¼gten eingeschwÃ¤rzten Passagen finden sich im Polizeiauftrag des Migrationsamts an die Kantonspolizei vom 8. Dezember 2016 betreffend E und I, im polizeilichen Ermittlungsbericht vom 21. MÃ¤rz 2017 sowie im Befragungsprotokoll von E vom 23. Februar 2017 und im Befragungsprotokoll von I vom 2. MÃ¤rz 2017. Die Vorinstanz erblickte allein im Umstand, dass AktenstÃ¼cke teilweise geschwÃ¤rzt sind, keine GehÃ¶rsverletzung. Zudem wÃ¼rden die SchwÃ¤rzungen Namen und Adressen von zu Ã¼berprÃ¼fenden und ebenso zu schÃ¼tzenden Drittpersonen aus derselben Ortschaft in Serbien im Rahmen von ScheineheabklÃ¤rungen, zu denen anschliessend E und I befragt worden seien, betreffen. Die erkennbare Anonymisierung persÃ¶nlicher Daten Dritter aus den vorgÃ¤ngigen Ermittlungen stelle keine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs von A dar. </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht schliesst sich diesen ErwÃ¤gungen an. Aus dem Kontext zu den nicht geschwÃ¤rzten Stellen ergibt sich, dass der Polizeiauftrag des Migrationsamts vom 8. Dezember 2016 ein weiteres Paar betraf, welches "aus demselben Ort in Serbien" stamme. I wurde am 2. MÃ¤rz 2017 polizeilich u.<span> </span>a. zu verschiedenen Kontakten befragt, deren Namen ebenfalls eingeschwÃ¤rzt sind. Aus den Antworten ergibt sich, dass diese Personen ebenfalls aus seinem Heimatdorf K in Serbien stammen. EingeschwÃ¤rzt wurden sodann Namen des Cousins und der SchwÃ¤gerin von I, welche "im BÃ¼ndnerland" wohnen wÃ¼rden. Diese Personen sind ohne Weiteres als Drittpersonen zu qualifizieren, weshalb diesen in Bezug auf das auslÃ¤nderrechtliche Verfahren des BeschwerdefÃ¼hrers keinerlei Relevanz zukommt. Das rechtliche GehÃ¶r des BeschwerdefÃ¼hrers ist durch EinschwÃ¤rzung der Namen von Drittpersonen, um das Amtsgeheimnis zu wahren, nicht tangiert (vgl. dazu auch VGr, 29. September 2021, VB.2021.00423, E. 2.3). Ãberdies fÃ¤llt eine Berufung auf Art. 6 EMRK im Zusammenhang mit auslÃ¤nderrechtlichen Verfahren ausser Betracht (vgl. BGE 137 I 128 E. 4.4.2; BGr, 18. November 2020, 2C_933/2019, E. 3.2.3; BGr, 14. November 2019, 2C_613/2019, E. 2.3; VGr, 16. Juni 2022, VB.2022.00063, E. 2.2). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Eine weitere Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs sieht der BeschwerdefÃ¼hrer darin, dass die Vorinstanz in ihrer BegrÃ¼ndung in Ziff. 15.1 u.a. auf das "Dossier C." verweise. Dieses Dossier sei ihm nicht zur Einsicht vorgelegen, mithin sei sein rechtliches GehÃ¶r verletzt. In Nachachtung seines Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r ersuche er um Zustellung dieses Dossiers zur Einsicht- und Stellungnahme. </p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz fÃ¼hrte zum Beweis fÃ¼r ihre Feststellung, wonach C bei der Eheschliessung trotz ErwerbstÃ¤tigkeit hoch verschuldet gewesen sei und es sich daher um eine der typischen Zielgruppe fÃ¼r Scheinehen angehÃ¶rigen Personen handle, das â sich nicht in den Akten befindliche â Dossier C an. Das Verwaltungsgericht ersuchte daher das Migrationsamt um formlose Zustellung des genannten Dossiers. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 20. September 2022 teilte das Verwaltungsgericht den Parteien mit, dass das Dossier C zu den Akten genommen wurde und es dem BeschwerdefÃ¼hrer zur freigestellten Stellungnahme zuzustellen sei. Der BeschwerdefÃ¼hrer liess sich innert der ihm letztmals bis 4. November 2022 erstreckten Frist zum Dossier vernehmen. Damit wurde dem rechtlichen GehÃ¶r des BeschwerdefÃ¼hrers GenÃ¼ge getan, zumal sich die Vorinstanz nur alternativ auf das Dossier stÃ¼tzte und sich zum Beleg ihrer Feststellung auf weitere Fundstellen in den vorhandenen Akten stÃ¼tzte. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, aufgrund seiner am 22. MÃ¤rz 2018 geschiedenen Ehe mit C gestÃ¼tzt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 43 AIG (in der bis 31. Dezember 2018 gÃ¼ltigen Fassung) einen Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung zu haben. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss Art. 43 Abs. 1 AIG (in der bis 31. Dezember 2018 gÃ¼ltigen Fassung) haben auslÃ¤ndische Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Entscheidend ist damit nicht das formelle Bestehen einer Ehe zwischen den Beteiligten, sondern der Bestand einer gelebten Wohn- und Lebensgemeinschaft (BGE 136 II 113 E. 3.2). Nach AuflÃ¶sung der Ehegemeinschaft besteht ein entsprechender Bewilligungsanspruch in der bis 31. Dezember 2018 gÃ¼ltigen Fassung von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG weiter, wenn die in der Schweiz gelebte Ehegemeinschaft min­destens drei Jahre bestanden hat und kumulativ eine erfolgreiche Integration vorliegt. Die AnsprÃ¼che aus Art. 43 und 50 AIG erlÃ¶schen unter anderem, wenn sie rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht werden, namentlich um Vorschriften des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes und dessen AusfÃ¼hrungsbestimmungen Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen (Art. 51 Abs. 2 lit. a AIG). RechtsmissbrÃ¤uchlich ist insbesondere, wenn die Ehe nur zur Aufenthaltssicherung eingegangen oder aufrechterhalten wird. Hierbei reicht es aus, wenn zumindest einer der Ehegatten nicht eine eigentliche Lebensgemeinschaft im Sinn einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, kÃ¶rperlichen und spirituellen Verbindung fÃ¼hren will (vgl. BGE 127 II 49 E. 4a; BGr, 28. Mai 2019, 2C_931/2018, E. 3.2; BGr, 20. Juni 2017, 2C_177/2017, E. 2.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Das Vorliegen einer Scheinehe oder einer nur aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven aufrechterhaltenen Ehe entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis, weil es sich dabei um innere VorgÃ¤nge handelt, die der BehÃ¶rde nicht bekannt oder schwierig zu beweisen sind. Sie sind daher oft nur durch Indizien zu erstellen (vgl. BGE 122 II 289 E. 2b; BGr, 3. Dezember 2020, 2C_723/2020, E. 4.3.2). Dabei liegt in der Natur des Indizienbeweises, dass mehrere Indizien, welche fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf das Vorliegen einer bestimmten Tatsache erlauben, in ihrer Gesamtheit die erforderliche Ãberzeugung vermitteln kÃ¶nnen. Als Indizien fÃ¼r die Annahme einer rechtsmissbrÃ¤uchlich eingegangenen bzw. aufrechterhaltenen Ehe gelten namentlich das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten sowie die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung, wie beispielsweise eine Heirat nach einer nur kurzen Bekanntschaft sowie geringe Kenntnisse Ã¼ber den Ehegatten. Auch der Umstand, dass der Ehegatte ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung hÃ¤tte erlangen kÃ¶nnen, kann zumindest zusammen mit weiteren Indizien auf eine Scheinehe hinweisen (BGr, 29. August 2013, 2C_75/2013, E. 3.3). Ein weiterer Hinweis auf eine Scheinehe kÃ¶nnen widersprÃ¼chliche Aussagen der Beteiligten sein (vgl. BGr, 23. Februar 2021, 2C_1008/2020, E. 4.2). Zu berÃ¼cksichtigen sind auch die konkreten WohnverhÃ¤ltnisse, namentlich wenn die Ehegatten nicht zusammenwohnen, eine fÃ¼r das eheliche Zusammenwohnen ungeeignete Wohnung bezogen haben wollen oder getrennte Zimmer bewohnen (vgl. auch BGr, 4. Juli 2002, 2A.324/2002, E. 2.2.2). Ein starkes Indiz fÃ¼r eine nur zur Aufenthaltssicherung eingegangene bzw. aufrechterhaltene Ehe bilden auch aussereheliche Intimkontakte, zumindest wenn diese Ã¼ber vereinzelte SeitensprÃ¼nge hinausgehen und eine die eheliche Gemeinschaft konkurrenzierende Parallelbeziehung nahelegen (vgl. BGr, 25. August 2021, 2C_170/2021, E. 4.5; BGr, 20. Juli 2016, 2C_1115/2015, E. 5.2; BGr, 24. Mai 2016, 2C_706/2015, E. 3.2, diesbezÃ¼glich auch publiziert in BGE 142 II 265 und in Pra 106 [2017] Nr. 10). Verfestigen sich die SeitensprÃ¼nge zu einer echten Beziehung, erscheint die Berufung auf einen ehelichen Aufenthaltsanspruch selbst dann rechtsmissbrÃ¤uchlich, wenn das Eheleben im Sinn einer Dreiecksbeziehung bzw. "MÃ©nage-Ã -trois" parallel dazu fortgesetzt wird (vgl. VGr, 22. MÃ¤rz 2017, VB.2016.00790, E. 2.4; VGr, 10. Juli 2013, VB.2013.00007, E. 2.8; vgl. auch BGr, 18. Februar 2014, 2C_808/2013, E. 3.4; BGr, 3. April 2014, 2C_804/2013, E. 4).</p> <p class="Erwgung2">Zwar obliegt der Beweis fÃ¼r eine rechtsmissbrÃ¤uchlich geschlossene oder aufrechterhaltene (Schein-)Ehe grundsÃ¤tzlich der BehÃ¶rde. Weisen die Indizien indessen mit grosser Wahrscheinlichkeit auf eine vorgetÃ¤uschte Ehegemeinschaft bzw. eine die Ehe konkurrenzierende Parallelbeziehung hin, obliegt der Gegenbeweis dem betroffenen AuslÃ¤nder (VGr, 29. September 2021, VB.2021.00423, E. 4.1.5; VGr, 21. Februar 2017, VB.2017.00009, E. 4.1.4; VGr, 22. Januar 2014, VB.2013.00586, E. 3.2; vgl. auch <span>Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014</span>, § 7 N. 28). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die Vorinstanz erachtete folgende Indizien als ausschlaggebend fÃ¼r das Vorliegen einer Scheinehe zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und C: Zum einen sei A DrittstaatsangehÃ¶riger und keine qualifizierte Arbeitskraft, so dass ihm ein lÃ¤ngerer Aufenthalt in der Schweiz nur mittels Heirat einer hier aufenthaltsberechtigten Person mÃ¶glich gewesen sei. Dabei kÃ¶nnte ihn der Umstand, dass zwei seiner BrÃ¼der in der Schweiz leben, in seiner Absicht noch bestÃ¤rkt haben. Auch sei C trotz ErwerbstÃ¤tigkeit hoch verschuldet gewesen, als sie ihn kennengelernt habe und habe damit der Zielgruppe von Personen angehÃ¶rt, welche fÃ¼r das Eingehen von GefÃ¤lligkeitsehen typischerweise ausgesucht wÃ¼rden. Ferner hÃ¤tten die Eheleute in ihren polizeilichen Einvernahmen im Jahr 2018 unterschiedliche Aussagen zur Heiratsabsicht, den Eheringen und dem Hochzeitsessen gemacht, was in der Rekurseingabe teilweise korrigiert bzw. ergÃ¤nzt worden sei bzw. seien die Ungenauigkeiten damit erklÃ¤rt worden, dass man sich auch in einer ''normalen'' Ehe nach Jahren nicht mehr an alle Details erinnern kÃ¶nne. Dies mÃ¶ge zwar zutreffen, helfe aber nicht Ã¼ber den auch sonst in den Einvernahmen gewonnenen Eindruck hinweg, dass die Eheleute â ausser Spazierengehen â keine Gemeinsamkeiten, keine gemeinsamen Freunde, keine gemeinsamen Ferien und generell kein Interesse fÃ¼reinander hÃ¤tten. Besonders markant sei das gezeigte Desinteresse an den Ex-Partnern mit den Kindern und an den Geschwistern des anderen gewesen. Am deutlichsten fÃ¼r das Eingehen einer Scheinehe spreche jedoch die mit den Einvernahmen aufgedeckte Parallelbeziehung von C und I. Wie sich herausgestellt habe, habe diese seit dem Jahr 2009 oder 2011 ein VerhÃ¤ltnis, eine Beziehung oder eine offene Beziehung zu I, der seit dem Jahr 2013 in der Schweiz mit der Ex-Ehefrau von A, E, verheiratet sei. C habe in der Einvernahme vom 19. Juni 2019 erklÃ¤rt, dass das VerhÃ¤ltnis zu I vor rund vier Jahren, d.<span> </span>h. im Jahr 2015, vollstÃ¤ndig aufgelÃ¶st worden sei. Dass C A die Sachlage nie erklÃ¤rt habe bzw. dieser wÃ¤hrend der Ehe oder bis zum Vaterschaftstest nicht selbst zu der Erkenntnis gekommen sei, sei wenig glaubhaft, gerade weil es sich bei I um den Ehegatten seiner Ex-Ehefrau handle, mit der er aufgrund des nachgezogenen, gemeinsamen Sohns H in der Schweiz Kontakt hatte, und weil I gegenÃ¼ber C seit der Geburt der Tochter tÃ¤tlich geworden sein soll, was A im Zusammenwohnen kaum entgangen sein kÃ¶nne. Von wesentlicher Bedeutung sei, dass A nicht der biologische Vater der am 15. August 2015 geborenen J sei und die Tochter ca. fÃ¼nf Monate nach der Heirat mit C ausserehelich gezeugt worden sei. In der Retrospektive hÃ¤tten damit die wiederholten Aussagen von A, C aus Liebe geheiratet und mit ihr ein Kind gezeugt zu haben, an Glaubhaftigkeit vollstÃ¤ndig eingebÃ¼sst. Die Parallelbeziehung von C und die aussereheliche Kindszeugung lasse in einer GesamtwÃ¼rdigung der Indizien nur den Schluss auf eine Scheinehe zu. Dass A insbesondere unwissend gewesen sein soll, Ã¼berzeuge nicht. Die Aufrechterhaltung des Bilds, er sei der leibliche Vater von J, hÃ¤tte ihm der Aufenthaltssicherung wesentlich dienen kÃ¶nnen. Unerheblich sei, ob das Ehepaar nach Angaben von A und von C Geschlechtsverkehr miteinander gehabt hÃ¤tten, denn daraus kÃ¶nne nicht allein abgeleitet werden, dass eine wirkliche Lebensgemeinschaft beabsichtigt gewesen sei. Insgesamt sei rechtsgenÃ¼gend erstellt, dass A und C den Anschein einer gelebten ehelichen Beziehung erweckt hÃ¤tten und die BehÃ¶rden damit getÃ¤uscht hÃ¤tten. Aufgrund dieses rechtsmissbrÃ¤uchlichen Verhaltens sei der Anspruch auf Erteilung bzw. VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 43 und Art. 50 AIG (in der bis 31. Dezember 2018 gÃ¼ltigen Fassung) nie entstanden bzw. nach Art. 51 Abs. 2 lit. a und b erloschen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼hrt folgende Argumente an, um den Schluss der Vorinstanz auf eine Scheinehe zu entkrÃ¤ften: FÃ¼r die Eheschliessung habe er C kein Entgelt bezahlt. Zwar habe C zahlreiche BetreibungsregistereintrÃ¤ge. Diese Schulden habe sie aber schon vor und auch noch wÃ¤hrend der Ehe mit ihm angehÃ¤uft. Er habe jedenfalls nichts zur Schuldensanierung beigetragen. Man kÃ¶nne daher auch nicht annehmen, die Heirat habe der finanziellen Sanierung gedient. Zudem habe C nie Sozialhilfe bezogen. Was das fehlende Wissen zu den Details zur Heirat anbelange, so rÃ¤ume selbst die Vorinstanz ein, dass man sich nach Jahren nicht mehr an alle Details erinnern kÃ¶nne. Zudem seien die zur Befragung angebotenen Trauzeugen nicht angehÃ¶rt worden, welche Ã¼ber die Heiratszeremonie nÃ¤heren Aufschluss hÃ¤tten geben kÃ¶nnen. Die Trauzeugen L und M seien daher vom Verwaltungsgericht zu befragen. In Bezug auf die gemeinsamen Interessen verfalle die Vorinstanz schliesslich reinen Stereotypen: Denn es sei nichts UngewÃ¶hnliches, wenn Ehepartner keine gemeinsamen Freunde und keine gemeinsamen Interessen hÃ¤tten. Nicht weniger einsichtig sei, wenn man sich nicht fÃ¼r den Ex-Partner und die vorehelichen Kinder interessiere. Auch sei nicht ungewÃ¶hnlich, dass man sich fÃ¼r die Geschwister des andern nicht gross interessiere. Erheblich ins Gewicht falle aber die von der Vorinstanz nicht beachtete Tatsache, dass er mit J eine gelebte Vater-Tochter-Beziehung gelebt habe, was dafÃ¼rspreche, dass er das Familienleben gepflegt habe. Dass er nicht gewusst habe, dass er nicht der leibliche Vater von J sei, kÃ¶nne ihm nicht vorgeworfen werden. Er habe vom Fremdgehen seiner damaligen Ehefrau nichts bemerkt; es sei denn auch nichts AussergewÃ¶hnliches, wenn man das Fremdgehen des Partners nicht bemerke. Das Fremdgehen sei schliesslich keine Seltenheit und es kÃ¶nne daraus nicht geschlossen werden, dass er, der nicht fremdgegangen sei, eine Scheinehe gefÃ¼hrt habe. Zudem habe er mit seiner damaligen Ehefrau C ehelichen Geschlechtsverkehr gehabt. Das Fremdgehen und die Zeugung der ausserehelichen Tochter habe von ihm auch nicht bemerkt werden kÃ¶nnen: Die Vorhaltungen der Vorinstanz, er hÃ¤tte via seinen Sohn, der bei seiner Ex-Ehefrau E und I gelebt habe, von der Untreue von C etwas mitbekommen kÃ¶nnen, gehe fehl. Auch kÃ¶nne ihm nicht vorgehalten werden, dass er bei C die Spuren allfÃ¤lliger Gewalt als Folge der ausserehelichen Beziehung mit I hÃ¤tte entdecken kÃ¶nnen, habe es sich doch nur um eine RÃ¶tung oder einen Kratzer gehandelt. Schliesslich widerspreche das Tochter-Vater-VerhÃ¤ltnis mit J der Argumentation der Vorinstanz, er habe das Bild des leiblichen Vaters bloss zu Aufenthaltszwecken aufrechterhalten: Bis zur Kenntnisnahme des DNA-Tests habe er nicht gewusst, dass er nicht der leibliche Vater von J sei. Dies zumal er mit C wÃ¤hrend der Ehe bis zur Trennung geschlechtlich verkehrt habe. Dementsprechend habe er auch die Vaterschaft nicht angefochten, die UnterhaltsbeitrÃ¤ge bezahlt und sein Besuchsrecht wahrgenommen. GemÃ¤ss Aussagen von C habe er ein gutes VerhÃ¤ltnis zur Tochter gehabt. Dieses Vater-Kind-VerhÃ¤ltnis manifestiere gerade das gemeinsame Interesse der ehemaligen Eheleute, wobei es sich im Gegensatz zu gemeinsamen Hobbies und Freunden etc. als um ein existenzielles, gewichtiges Interesse handle. Gerade seine Beziehung zu J beweise, dass diese nicht nur auf dem Papier existiert habe und spreche dafÃ¼r, dass er keine Scheinehe gefÃ¼hrt habe. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Es trifft zu, dass C dem BeschwerdefÃ¼hrer vorenthielt, dass er nicht der leibliche Vater von J sei. AnlÃ¤sslich der Befragung vom 19. Juni 2019 im Zusammenhang mit einer tÃ¤tlichen Auseinandersetzung mit I fÃ¼hrte C gegenÃ¼ber der Kantonspolizei aus, sie habe vor rund zehn Jahren mit I ein VerhÃ¤ltnis angefangen. Von diesem VerhÃ¤ltnis habe eigentlich niemand etwas gewusst, ausser ihre Schwester N. Das VerhÃ¤ltnis habe insgesamt sechs Jahre gedauert, ohne dass ihr damaliger Ehemann A etwas davon gewusst hÃ¤tte. Vor rund vier Jahren habe sie das VerhÃ¤ltnis komplett beendet. WÃ¤hrend ihres VerhÃ¤ltnisses hÃ¤tten sie zusammen ein Kind gezeugt. Der damalige Ehemann sei der Meinung, das Kind sei von ihm, was aber nicht stimme. Sie habe ihm diese Sachlage nie erklÃ¤rt, weshalb dieser auch die Alimente von Fr. 400.- pro Monat bezahle und ein Besuchsrecht innehabe. Mit I hÃ¤tte sie eine rein sexuelle Beziehung gefÃ¼hrt: Sie hÃ¤tten nie zusammengewohnt und nie offiziell eine Beziehung gefÃ¼hrt. Demzufolge war der BeschwerdefÃ¼hrer tatsÃ¤chlich im Unwissen Ã¼ber die fehlende biologische Vaterschaft bezÃ¼glich J und nahm offenbar noch nach der Scheidung von C an, der leibliche Vater von J zu sein. Im Zusammenhang mit dem Vorliegen einer Scheinehe spielt es jedoch keine Rolle, ob der AuslÃ¤nder selbst fremdging oder ob dies der Ehegatte war, von welchem der AuslÃ¤nder seine auslÃ¤nderrechtliche Bewilligung ableitet (vgl. dazu VGr, 16. Dezember 2020, VB.2020.00679, E. 3.2.1 in fine und E. 3.4.3, bestÃ¤tigt mit BGr, 25. August 2021, 2C_170/2021, E. 4.5; VGr, 10. Juli 2013, VB.2013.00007, E. 2, bestÃ¤tigt mit BGr, 3. April 2014, 2C_804/2013). Entscheidend ist aber die QualitÃ¤t der gelebten Parallelbeziehung: WÃ¤hrend ein einzelner Seitensprung den Fortbestand einer Ehegemeinschaft einzeln betrachtet noch nicht infrage zu stellen vermag, kann der Nachweis einer parallel gefÃ¼hrten Liebesbeziehung im Zusammenspiel mit weiteren Indizien den Fortbestand des ehelichen Zusammenlebens ernsthaft in Zweifel ziehen (BGr, 9. Dezember 2019, 2C_718/2019, E. 3.2). Vorliegend gab die Ehefrau bereits im Jahr 2013 anlÃ¤sslich einer polizeilichen Befragung zu Protokoll, der mit E verheiratete I sei seit zwei Jahren ihr Freund. Die Beziehung mit I pflegte sie auch wÃ¤hrend ihrer Ehe mit dem BeschwerdefÃ¼hrer weiter. Allein schon die Dauer der Beziehung von sechs Jahren spricht nicht mehr nur fÃ¼r eine lose Beziehung zu I, sondern fÃ¼r eine parallel zur Ehe mit dem BeschwerdefÃ¼hrer gepflegte Parallelbeziehung, aus welcher schliesslich â nach Angaben von C in der polizeilichen Befragung vom 19. Juni 2019 â auch die Tochter J entsprang. I seinerseits gab an, bei C handle es sich um seine Ex-Freundin (polizeiliche Befragung vom 19. Juni 2019). Der BeschwerdefÃ¼hrer wendet dagegen ein, nichts von dieser ausserehelichen Beziehung seiner damaligen Ehefrau gewusst zu haben. TatsÃ¤chlich scheint gestÃ¼tzt auf die Akten mÃ¶glich, dass C die Ehe mit dem BeschwerdefÃ¼hrer im Sinn einer Dreiecksbeziehung gefÃ¼hrt hat: So gaben beide anlÃ¤sslich des Prozesses betreffend Anfechtung der Vaterschaft Ã¼bereinstimmend gegenÃ¼ber dem Bezirksgericht Horgen am 30. September 2020 zu Protokoll, wÃ¤hrend der Ehe miteinander Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Ferner fuhr der BeschwerdefÃ¼hrer C zur Geburt ihrer Tochter J ins Spital (an der Geburt war er indes nicht zugegen). Auch habe er im Glauben, er sei der Vater von J mit ihr eine Vater-Tochter-Beziehung gepflegt und auch die UnterhaltsbeitrÃ¤ge bezahlt und sein Besuchsrecht wahrgenommen. Diese UmstÃ¤nde sprechen aus seiner Sicht zwar gegen die bloss zu einer Aufenthaltssicherung eingegangene Ehe (vgl. dazu auch VGr, 19. Februar 2020, VB.2019.00596). Aufgrund der langjÃ¤hrigen Parallelbeziehung seiner damaligen Ehefrau zu I erweist sich die Berufung auf einen nachehelichen Aufenthaltsanspruch gleichwohl als rechtsmissbrÃ¤uchlich (vgl. E. 3.2). Neben der Parallelbeziehung der damaligen Ehefrau zu I bestehen zahlreiche weitere Indizien fÃ¼r eine Scheinehe: Zwar konnte der BeschwerdefÃ¼hrer das Geburtsdatum der Ehefrau nennen, war sich aber nicht sicher ("Evtl. ... 1980."). Weiter gab der BeschwerdefÃ¼hrer etwa an, seine Frau arbeite bei der Firma S als Reinigungskraft. Richtig wÃ¤re gewesen, dass sie als VerkÃ¤uferin bei der Firma S arbeitet. Eine derartige Abweichung in Bezug auf die TÃ¤tigkeit der Ehefrau ist unerklÃ¤rbar. Auffallend ist auch, dass die damalige Ehefrau auf die Frage, ob der BeschwerdefÃ¼hrer Geschwister habe, angab, "Nein, nicht dass ich wÃ¼sste." Dies obwohl der BeschwerdefÃ¼hrer vier Geschwister hat, wovon zwei BrÃ¼der im Kanton St. Gallen leben. Auch die genaue Anzahl der vorehelichen Kinder des BeschwerdefÃ¼hrers ("zwei oder drei") konnte C nicht nennen, geschweige denn deren Namen. WidersprÃ¼chlich sind denn auch die Aussagen der damaligen Ehepartner Ã¼ber H, den in O lebenden Sohn des BeschwerdefÃ¼hrers. Der BeschwerdefÃ¼hrer gab an, diesen fast jedes Wochenende zu sehen und mit ihm eine gute Beziehung zu haben. Er gehe dafÃ¼r immer nach O. H komme nicht nach P. Seine Ehefrau C habe ihn noch nie gesehen oder getroffen. Diese wiederum erklÃ¤rte, die Ex-Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers und der Sohn lebten "irgendwo in ZÃ¼rich". Diese Aussagen der damaligen Ehegatten sind hÃ¶chst erstaunlich, lebte doch H im gemeinsamen Haushalt mit I, dem Ehemann von E (erste Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers) und dem ausserehelichen Freund von C. Dass H ferner seine "Halbschwester" J nie getroffen habe, deutet darauf hin, dass die damaligen Ehegatten A/C kein Interesse an der Familie des andern zeigten. Das gegenseitige Desinteresse zeigte sich nicht nur in Bezug auf die Familie des andern Ehepartners, sondern auch in Bezug auf die Arbeit oder die Vergangenheit des andern, was das Bild einer nicht gelebten Ehe abrundet. Insgesamt liegen mit der Fremdbeziehung der damaligen Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers mit I wÃ¤hrend der Ehe Ã¼berwiegende Indizien fÃ¼r eine Scheinehe vor. Bei dieser klaren Sachlage kann auf die Befragung der Trauzeugen in antizipierter BeweiswÃ¼rdigung verzichtet werden. Damit entfÃ¤llt ein Aufenthaltsanspruch gestÃ¼tzt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG in der bis 31. Dezember 2018 gÃ¼ltigen Fassung (Art. 51 Abs. 2 lit. a AIG). </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Ebenso wenig ist dem BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen (Art. 96 Abs. 1 AIG) zu verlÃ¤ngern: Wohl ist der BeschwerdefÃ¼hrer nicht straffÃ¤llig geworden, hat keine Sozialhilfe bezogen und ist heute in einem Vollzeitpensum erwerbstÃ¤tig (siehe Arbeitsvertrag des BeschwerdefÃ¼hrers mit der Q GmbH vom 3. Februar 2018). Dies entspricht indes dem Verhalten, das allgemein von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern erwartet werden darf (vgl. VGr, 12. September 2018, VB.2018.00268, E. 4.1). Zwar hÃ¤lt sich der BeschwerdefÃ¼hrer seit acht Jahren in der Schweiz auf und lebt hier sein erwachsener Sohn H, zu welchem er ein gutes VerhÃ¤ltnis hat. Seine Kontakte in die Heimat pflegte er jedoch weiter: Zuletzt hielt er sich ferienhalber vom 28. Januar bis 20. Februar 2022 in Serbien auf. FÃ¼r das Jahr 2019 liegt ein weiteres RÃ¼ckreisevisum fÃ¼r einen einmonatigen Ferienaufenthalt in Serbien vor. Im Jahr 2021 reiste er ebenfalls fÃ¼r drei Wochen nach Serbien. Seine erwachsenen Kinder F und G leben in Serbien. Nach seinen Angaben sieht er sie ein- bis zweimal pro Jahr, weshalb von einer intakten Beziehung ausgegangen werden kann. Auch ein Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers lebt in Serbien. Es ist daher anzunehmen, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer die Wiedereingliederung in Serbien, einem Land, in welchem er aufgewachsen ist und wÃ¤hrend 45 Jahren lebte, keine Schwierigkeiten bereitet. </p> <p class="Urteilstext">Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">Bei diesem Prozessausgang wird der BeschwerdefÃ¼hrer kostenpflichtig (§ 65a VRG in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und es steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer ersucht um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und Rechtsvertretung. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b><span>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusÃ¤tzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG). Offenkundig aussichtslos sind Begehren, deren Chancen auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (PlÃ¼ss, § 16 N. 46). Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichtskosten aus seinem Einkommen â nach Abzug der Lebenshaltungskosten â innert angemessener Frist zu bezahlen (PlÃ¼ss, § 16 N. 20).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>Angesichts der langjÃ¤hrigen, wÃ¤hrend der Ehe mit dem BeschwerdefÃ¼hrer aufrechterhaltenen Fremdbeziehung der damaligen Ehefrau mit I und dem mit ihm ausserehelich gezeugten Kind erwies sich das Begehren des BeschwerdefÃ¼hrers um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung als offensichtlich aussichtslos. Ferner verpasste es der Rechtsvertreter des BeschwerdefÃ¼hrers, die geltend gemachte Mittellosigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers zu substanziieren und beschrÃ¤nkte sich in der Beschwerde darauf, die entsprechenden Belege nachreichen zu wollen. In der PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 11. Mai 2022 wurde er explizit darauf hingewiesen, dass vom anwaltlichen vertretenen BeschwerdefÃ¼hrer die BegrÃ¼ndung und Belegung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege grundsÃ¤tzlich bereits im Gesuchszeitpunkt erwartet wird (PlÃ¼ss, § 16 N. 38 ff.). Eine nachtrÃ¤gliche BegrÃ¼ndung des Gesuchs habe indes zur Folge, dass hÃ¶chstens diejenigen Leistungen entschÃ¤digungsfÃ¤hig seien, welche nach der Einreichung eines vollstÃ¤ndig begrÃ¼ndeten und belegten Gesuchs erbracht wÃ¼rden. Gleichwohl gingen in der Folge beim Verwaltungsgericht keine Unterlagen zur BegrÃ¼ndung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege ein. Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und unentgeltlichen Rechtsbeistand ist daher abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>