A. Verwaltungsentscheide 1469 33 beschränkung betroffene Strecke. Der Einsprecher is t nach dem Gesagten durch die angefochtene Verkehrsbeschränkun g somit grundsätzlich in seinen Interessen berührt. Insbeso ndere bei der Herabsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit a uf kürzeren Strecken wie der vorliegenden stellt sich jedoch di e Frage, inwieweit eine solche Verkehrsbeschränkung einem Verkehrsteil nehmer über - haupt einen Nachteil zufügt, der ihn in so besonder er Weise trifft, dass ihm ein schutzwürdiges Interesse an der Einsprachee rhebung zuzu - sprechen ist. Vorliegend betrifft die strittige Ges chwindigkeitsherab- setzung von 80 km/h auf 60 km/h eine relativ kurze Strecke von nur gerade ca. 260 m. Der praktische Nutzen des Einspre chers bei einem allfälligen Obsiegen in diesem Verfahren beträfe so mit lediglich einen Zeitgewinn von weniger als 4 Sekunden (vgl. Stellun gnahme Tief - bauamt vom 20. November 2007); ob damit von einem s chütz- würdigen Interesse gesprochen werden kann, ist frag lich, kann aber für das Weitere offen gelassen werden. Die Legitima tion ist im Ergeb - nis somit zu bejahen. Im Weiteren ergibt die von Am tes wegen vorzunehmende Prüfung der Einsprachevoraussetzungen , dass diese in Bezug auf die Form - und Fristerfordernisse erfüllt sind. Auf die Einsprache ist einzutreten. Departement Bau und Umwelt, 15.02.2008 1469 Besuchsrecht. Bei Schulkindern entspricht ein Besuchsrecht des Vaters von einem Wochenende pro Monat der Praxis. M eldungen über Änderungen der Wohn - und Lebenssituation sind nicht zwingend dem Beistand zu melden, sondern können auch an die Vormund- schaftskommission erfolgen. Sachverhalt: S. erhielt nach der Scheidung das elterliche Sorger echt für die gemeinsamen Kinder M. und N. Nach einer Neuregelung des Be - suchsrechts durch die Vormundschaftskommission Z. w urde dem Vater B. ein Wochenende pro Monat von Samstag 10.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr zugesprochen. In einer Beschwerde gegen diesen Entscheid beantragt B. einen zusätzlichen Samstag p ro Monat. Weiter 33A. Verwaltungsentscheide 1469 34 verlangt er, dass er allfällige Änderungen seiner W ohn- und Lebenssituation nicht dem Beistand, sondern der Vor mundschafts- kommission melden könne. Aus den Erwägungen: 4. c) Vorerst bleibt festzuhalten, dass ein Besuchsrecht von keiner Partei bestritten wird und dies auch dem Wun sch der Kinder entspricht. Uneinigkeit besteht lediglich über die Häufigkeit. In der Lehre und Rechtsprechung besteht Einigkeit, dass im Bereich des Besuchsrechts Kinder als direkt betroffene Personen um ihrer Persönlichkeit willen angehört werden dürfen und un ter Umständen auch angehört werden sollen (BGE 122 III 412). Insbesondere bei Kindern im Alter von M. (11jährig) und N. (9jährig) ist eine Ermittlung des Kinderwillens üblich. Die Vormundschaftskommiss ion Z. ist dem nachgekommen, indem sie einen Abklärungsauftrag zur Besuchs - regelung anforderte und einen Bericht der zuständig en Lehrk räfte einholte. Aus dem erwähnten Bericht der Sozialberat ung Appenzell Hinterland vom 14. Mai 2007 geht hervor, dass die K inder die Besuche beim Vater begrüssen und auch gerne zu ihm gehen, ihnen dies jedoch einmal im Monat genügt. In seiner Besch werdeschrift vom 29. Juli 2007 hält B. fest, dass er zusätzlich zum zugesprochenen Besuchsrecht einen zusätzlichen Samstag pro Monat a ls angemessen betrachte. Dies entspreche auch dem Willen der Kind er. Im Rahmen der Befragung durch die Sozialberatung Appenzeller Hinterland hätten die Kinder lediglich aus Angst, dass es Ärger gebe, etwas anderes gesagt. d) Auf die Meinung des Kindes ist entsprechend seiner Reife Rücksicht zu nehmen ( Cyril Hegnauer , Grundriss des Kindesrechts, 5. A., Bern 1999, N 19.14). Geben die urteilsfähige n Kinder einen Wunsch betreffend der Besuchsrechtsregelung (Häufig keit, Ausge - staltung etc.) an, ist, sofern keine besonderen Ums tände vorliegen, diesem nachzukommen. Aus den eingereichten Unterlag en ist unklar, wie oft M. und N. zu ihrem Vater auf Besuch möchten . Kinder von geschiedenen oder getrennt lebenden Eltern stehen o ftmals in einem Loyalitätskonflikt. Um diesem bestmöglichst zu bege gnen, ist es nicht unüblich, dass sie bei jedem Elternteil jene Aussag e machen, die dieser gerne hört. Es ist durchaus möglich, dass di e Kinder beim Vater einem erweiterten Besuchsrecht zusprachen, um diesem einen Gefallen zu machen. Das geltend gemachte Aussagever halten der 34A. Verwaltungsentscheide 1469 35 Kinder ist, auch wenn sie wie vorliegend als urteil sfähig zu betrachten sind, immer unter dem Gesichtspunkt dieses Loyalitä tskonfliktes zu betrachten. e) Erst seit April 2006 haben M. und N. wieder vermehr t Kontakt zu ihrem Vater. Seither sehen sie ihren Vater regel mässig jeden 2. Samstag im Monat. Das von der Vormundschaftskommiss ion Z. festgesetzte Besuchsrecht geht über das bis anhin G elebte hinaus, ist doch nun auch eine Übernachtung vorgesehen. Die Kin der und der Vater haben fast zwei volle Tage im Monat, welche s ie gemeinsam verbringen können. Auch die Praxis tendiert dazu, b ei Schulkindern ein Besuchsrecht von einem Wochenende pro Monat fes tzusetzen (Basler Kommentar zum ZGB I, 3. A., Basel 2006, Art. 273 N 15). Das von der Vormundschaftskommission Z. verfügte Besuch srecht ent - spricht also durchaus dem in der Praxis üblichen. W eiter ist zu beachten, dass M. und N. erst seit rund eineinhalb Jahren wieder regelmässigen Kontakt zu ihrem Vater haben. Ein mon atliches Besuchsrecht mit Übernachtung erscheint als geeigne t, diesen Kon - takt wieder zu festigen und eine Grundlage dafür zu bilden, ein sich bewährendes Besuchsrecht in der Zukunft auszubauen. Die Gründe, welche der Beschwerdeführer für einen zusätzlichen Samstag vorbringt, sind nicht klar ersichtlich und aufgrund der Unterlagen auch nicht zwingend. Aus den genannten Gründen erscheint das an - geordnete Besuchsrecht als nachvollziehbar und der Situation angemessen, weshalb die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist. 5. a) […] b) Nach Art. 273 Abs. 2 ZGB (SR 210) kann die Vormund - schaftsbehörde Eltern, Pflegeeltern oder das Kind e rmahnen und ihnen Weisungen erteilen, wenn sich die Ausübung od er Nicht - ausübung des persönlichen Verkehrs für das Kind nac hteilig auswirkt oder wenn eine Ermahnung oder eine Weisung aus ande ren Gründen geboten ist. c) Die von der Vormundschaftskommission Z. verfügte We isung (Meldung einer allfälligen Änderung der Wohn - und Lebenssituation) entspricht dem Kindeswohl und wird auch von den Par teien grund - sätzlich nicht bestritten. In der Praxis ist es woh l üblich, wie auch vom Vertreter von S. festgehalten, dass diese Meldung a n den Beistand erfolgt. Eine gesetzliche Regelung hierfür fehlt. A us diesem Grund ist es durchaus möglich, dass diese Meldung auch an die Vor - 35A. Verwaltungsentscheide 1470 36 mundschaftsbehörde erfolgen kann. Im Bereich des Ki ndesrechts ist das Kindeswohl die oberste Maxime. Ist der Beschwer deführer bereit, diese Meldung an die Vormundschaftsbehörde zu mache n, ist dem zuzustimmen. Andernfalls ist zu befürchten, dass ei ne Meldung unterbleibt, was zu einer Gefährdung des Kindeswohl s führen kann. Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden, 05.02.200 8 1470 Ausschlagung der Erbschaft . Die Ausschlagung einer Erbschaft mit einem Aktivum von rund Fr. 300‘000. -- ist nicht im Sinne des Gesetzgebers. Sachverhalt: Der Verstorbene Q. hinterlässt seinen Erben eine Er bschaft mit einem Aktivum von rund Fr. 300‘000. --. Der Vormund des einen Sohnes beantragte beim Gemeinderat Z. die Ausschlag ung der Erbschaft. Gleichzeitig erklärten die übrigen Nachk ommen von Q. die Ausschlagung. Der Gemeinderat hiess die vom Vormund beantragte Ausschlagung der Erbschaft gut. Aus den Erwägungen: 1. Gemäss Art. 422 Ziff. 5 Z G B ( S R 210) bedarf die Annahme oder Ausschlagung einer Erbschaft durch Erben, die unter Vor - mundschaft stehen, nach der Beschlussfassung der Vo rmundschafts- behörde der Zustimmung der vormundschaftlichen Aufs ichtsbehörde. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden ist dies der Regie rungsrat (Art. 55 Abs. 2 und Art. 69 Abs. 2 EG zum ZGB; bGS 211.1). 2. […] 3. a) […] b) Die Ausschlagung einer Erbschaft befreit den Erben von der Haftung für die Nachlassschulden. Aber es droht auc h die Gefahr der Ausschlagung eines aktiven Nachlasses ( August Egger , Zürcher Kommentar zur Vormundschaft, Zürich 1948, Art. 422 N 13). Die vormundschaftliche Aufsichtsbehörde hat i.S.v. Art. 422 Ziff. 5 ZGB vorwiegend zu prüfen, ob der Nachlass verschuldet i st resp. Schulden bestehen, für welche das Mündel später haftbar gema cht wird. Im 36