Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 5. Januar 2016 (460 15 146) ___________________________________________________________________ Strafrecht Veruntreuung / Strafzumessung / Zivilklage Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Ref.), Richterin Hele- na Hess; Gerichtsschreiber Stefan Steinemann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, Rheinstrasse 27, 4410 Liestal, Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin A._____, vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Imbach, Stadthausstrasse 39, 8402 Winterthur, Privatkläger 1 und Anschlussberufungskläger B._____, vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Imbach, Stadthausstrasse 39, 8402 Winterthur, Privatklägerin 2 und Anschlussberufungsklägerin gegen C._____, vertreten durch Advokat Daniel Levy, Bahnhofstrasse 5, Postfach 1607, 4133 Pratteln 1, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Veruntreuung etc. Berufung und Anschlussberufungen gegen das Urteil des Strafge- richts Basel-Landschaft vom 13. März 2015 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil vom 13. März 2015 erklärte das Strafgericht Basel -Landschaft C._____ der Veruntreuung, der ungetreuen Geschäftsbesorgung , der Urkundenfälschung und der meh r- fachen, teilweise versuchten Erschleichung einer falschen Beurkundung schuldig und veru r- teilt ihn zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von zwei Jahren bei einer Probezeit von drei Jahren (Dispositiv -Ziffer 1). Ausserdem verwies es die Zivilklage von B._____ und A._____ gestützt auf Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg (Dispositiv-Ziffer 2). Im Wei- teren auferlegte es die Kosten des Vorverfahrens von Fr. 11‘335.-- und die Gerichtsgebühr von Fr. 12‘000.-- C._____ (Dispositiv-Ziffer 3). Ferner verurteilte es C._____, B._____ und A._____ gestützt auf Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO eine reduzierte Entschädigung von Fr. 10‘800.-- zu bezahlen (Dispositiv-Ziffer 4). B. Gegen dieses Urteil meldete C._____ (nachfolgend: Beschuldigter) mit Eingabe vom 20. März 2015 Berufung an. In der Berufungserklärung vom 23. Juni 2015 beantragte der Beschuldigte, es sei das angefochtene Urteil aufzuheben und er sei in allen Anklagepunkten vollumfänglich freizusprechen; es seien sämtliche Zivilforderungen von B._____ und A._____ abzuweisen, eventualiter seien diese Zivilforderungen auf den Zivilweg zu verwe i- sen; unter o/e-Kostenfolge. C. Mit Schreiben vom 7. Juli 2015 erklärte die Staatsanwaltschaft Basel -Landschaft An- schlussberufung mit den Anträgen, die Dispositiv -Ziffer 1 des angefochtenen Urteils sei i n- soweit aufzuheben, als der Beschuldigte im Anklagepunkt 2.2 teilweise wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung schuldig gesprochen worden sei. Er sei stattdessen wegen Veruntre u- ung schuldig zu sprechen; eventualiter sei der Schuldspruch wegen ungetreuer Geschäft s- besorgung zu bestätigen. Der Beschuldigte sei im Anklagepunkt 2.2 wegen einer um Fr. 101‘290.50 höheren Deliktssumme als vom Strafgericht angenommen der Veruntreuung, eventualiter der ungetreuen Geschäftsbesorgung, zum Nachteil der Erbengemeinschaft †D._____ schuldig zu erklären. Es sei die Dispositiv -Ziffer 1 des angefochtenen Urteils in Bezug auf die ausgefällte Strafe aufzuheben und der Beschuldigte zu einer teilbeding t voll- ziehbaren Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, davon sechs Monate unbedingt, bei einer Probezeit von zwei Jahren, zu verurteilen. D. Mit Eingabe vom 15. Juli 2015 erklärten B._____ und A._____ (nachfolgend: Priva t- kläger) Anschlussberufung mit de n Begehren, es sei die Dispositiv -Ziffer 1 des angefocht e- nen Urteils zu bestätigen, es seien hingegen die Dispositiv -Ziffern 2 und 4 des angefocht e- nen Urteils aufzuheben und es sei der Beschuldigte zu verpflichten, den Privatklägern Sch a- denersatz in der Hö he von Fr. 203‘110.50, eventualiter im Betrag von Fr. 49‘358.48, zuzüg- lich Zins von 5% seit dem 13. Dezember 2008 zu leisten sowie eine Parteientschädigung von Fr. 37‘800.-- zu bezahlen; unter o/e Kostenfolge. E. In der Anschlussberufungsbegründung vom 25 . August 2015 bestand die Staatsa n- waltschaft auf ihren Begehren. F. In der Berufungsbegründung vom 28. August 2015 hielt der Beschuldigte an seinen Anträgen fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Mit Eingabe vom 1. Oktober 2015 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Ste l- lungnahme zur Anschlussberufung der Privatkläger. H. In der Stellungnahme vom 8. Oktober 2015 begehrte der Beschuldigte, es seien die Anschlussberufungen der Staatsanwaltschaft und der Privatkläger abzuweisen, unter o/e - Kostenfolge. I. In der Verfügung vom 21. O ktober 2015 stellte der Präsident der Abteilung Strafrecht des Kantonsgerichts fest, dass die Privatkläger auf eine Stellungnahme zur Berufung des Beschuldigten und zur Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft innert der mit Verfügung vom 2. September 2015 gewährten Frist verzichteten. J. Zur gestrigen Verhandlung erscheinen der Beschuldigte mit Advokat Daniel Levy, die Staatsanwältin Nicole Bolliger und Rechtsanwalt Patrick Imbach als Rechtsvertreter der Pr i- vatkläger. Die Parteien halten an ihren Anträgen fest. Erwägungen I. FORMELLES A. Eintreten auf die Berufung und Anschlussberufungen Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Ber u- fungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung z u- lässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gemäss Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Erme s- sens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemesse nheit (lit. c), wobei das Ber u- fungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem ersti n- stanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröff nung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des b e- gründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO ist die Anschlussberufun g innert 20 Tagen seit Empfang der Berufungserklärung schriftlich zu erklären. Die Legitimation des Beschuldigten sowie der Privatkläger zur Ergrei- fung des Rechtsmittels wird in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert und diejenige der Staatsa n- waltschaft in Art. 381 Abs. 1 StPO. Nachdem das angefochtene Urteil ein taugliches Anfec h- tungsobjekt darstellt, sowohl der Beschuldigte , die Privatkläger als auch die Staatsanwalt- schaft berufungslegitimiert sind, zulässige Rügen erheben und die Rechtsmittelfristen g e- wahrt haben sowie der Erklärungspflicht nachgekommen sind, ist ohne Weiteres auf die B e- rufung des Beschuldigten sowie die Anschlussberufungen der Privatkläger und der Staats- anwaltschaft einzutreten. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Zulässigkeit der Noven 1. Der Beschuldigte bringt vor, die Privatkläger hätten in ihrer Anschlussberufung ser- klärung diverse Dokumente eingereicht, welche den Wert der streitbetroffenen Aktien und Obligationen im Zeitpunkt der Übertragung vom Beschuldigten auf die Privatkläger belegten . Gemäss Art. 398 Abs. 5 StPO seien diese verspätet eingereicht worden. 2. Beschränkt sich die Berufung auf den Zivilpunkt, so wird nach Art. 398 Abs. 5 StPO das erstinstanzliche Urteil nur so weit überprüft, als es das am Gerichtsstand anwendbare Zivilprozessrecht vorsehen würde. Weil das vorinstanzliche Urteil vom Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft auch im Strafpunkt angefochten wurde und das vorliegende Verfahren vor Kantonsgericht somit nicht auf den Zivilpunkt beschränkt ist, kommt vorliegend Art. 398 Abs. 5 StPO nicht z ur Anwendung. Demnach kann das Berufungsgericht gemäss Art. 398 Abs. 2 StPO das erstinstanzliche Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überpr ü- fen. Aufgrund dessen sind im zweitinstanzlichen Verfahren neue Tatsachenbehauptungen und Beweismittel zugelassen (HUG/SCHEIDEGGER, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 398 N 17 ). Folgerichtig sind die von den Privatklägern mit ihrer Anschlussberufungse r- klärung eingereichten Belege ins Recht zu nehmen. II. TATSÄCHLICHES UND RECHTLICHES A. Veruntreuung AA. Verfügungsbefugnisse des Beschuldigten 1. Die Vorinstanz gelangte zur Beweiserkenntnis, dass †D._____ dem Beschuldigten nie den Auftrag ert eilt habe, sein Vermögen vor dessen Erben in Sicherheit zu bringen und es dazu auf seinem Zugriff en tzogene Konten zu transferieren. Der Beschuldigte sei nur e r- mächtigt gewesen, die in der Vollmacht vom 15. März 2008 genannten alltäglichen Recht s- geschäfte sowie den Hausverkauf zu den im “Entwurf Vereinbarung“ vom 2. Februar 2008 genannten Konditionen abz uwickeln. Die in der Anklageschrift umschriebenen umfangre i- chen Transaktionen seien somit ohne entsprechenden Auftrag von †D._____ erfolgt. 2. Der Beschuldigte wendet dagegen ein, das Strafgericht habe zu Unrecht angenom- men, er habe keinen Auftrag gehabt , um das Vermögen von †D._____ vor dessen Erben in Sicherheit zu bringen. Als †D._____ von ihm erfahren habe, dass bei seinem Tod seine Nichte und sein Neffe ihn beerben würden, sei er vollkommen aufgebracht gewesen, weil das Verhältnis zu diesem Zweig der Familie schon seit langem zerrüttet gewesen sei. †D._____ und der Beschuldigte seien deshalb übereingekommen, Vermögenswerte tre u- händerisch auf den Beschuldigten zu übertragen. Der Beschuldigte habe †D._____ vorge- schlagen, dessen Vermögen in Aktien anzule gen, womit †D._____ einverstanden gewesen sei. Das Strafgericht gehe dabei davon aus, dass sich der Beschuldigte erst nach den ersten Transaktionen beim Erbschaftsamt bezüglich der Erben von †D._____ erkundigt habe. Dar- aus folgere es, dass diese Abklärung nicht Auslöser der strittigen Transaktionen gewesen sein könne. Die Vorinstanz verkenne dabei, dass nicht die Bestätigung des Erbschaftsamts bezüglich der Erben ausschlaggebend gewesen sei, sondern †D._____ auf die bereits zuvor Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom Beschuldigten erteilte Auskunft vertraut habe. Es sei daher unerheblich, wann die A b- klärung beim Erbschaftsamt tatsächlich stattgefunden habe. Ausserdem werte die Vorinstanz den Umstand, dass der Beschuldigte den im Vorverfahren zu Protokoll gegebenen Wutanfall von †D._____, den dieser bei Kenntnisnahme der gesetzlichen Erbfolge erlitten habe, a n- lässlich der strafgerichtlichen Hauptverhandlung nicht mehr erwähnt habe, als Beleg dafür, dass †D._____ diese Nachricht eher gleichgültig aufgenommen habe. Dass der Beschuldigte diesen W utanfall an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nicht mehr ausdrücklich e r- wähnt habe, heisse nicht, dass es diesen nicht gegeben habe. Er bleibe dabei, dass †D._____ vollkommen aufgebracht reagiert habe, als er die Nachricht von der Erbfolge e r- halten habe. Zudem habe es das Strafgericht unter Verweis auf Dokumente aus dem Jahr 1978 (recte wohl: 1976) und eine Weihnachtskarte aus dem Jahr 1998 verneint, dass die Beziehung von †D._____ zur Familie seiner gesetzlichen Erben schon seit langem zerrüttet gewesen sei. Da die fraglichen Schriftstücke 17 bzw. 37 (recte wohl: 39) Jahre alt seien, liessen diese keine Rückschlüsse bezüglich der Familienverhältnisse vor dem Tod von D._____ zu. Im Weiteren möge in der Tat ungewöhnlich sein, dass sich der Beschuldigte und †D._____ nie darüber unterhalten hätten, was nach dem Tod von †D._____ mit seinem Vermögen geschehen solle. Dieser Umstand zeige aber geradezu beispielhaft auf, dass sich der Beschuldigte und †D._____ bei ihrem Vorgehen in der Tat nicht genügend Gedanken gemacht hätten. Gleiches gelte für den Umstand, dass die beiden anfangs gemeint hätten, ihre Zusammenarbeit möglichst detailliert und schriftlich regeln zu müssen, was sie denn anfangs auch getan hätten. Mit der Zeit habe sich aber ein immer tieferes Vertrauensverhält- nis entwickelt, weshalb dem Aspekt der Schriftlichkeit beidseits keine grosse Bedeutung mehr beigemessen worden sei. Ferner sei das Strafgericht zur Erkenntnis gelangt, dass sich †D._____ Sorgen um seine finanzielle Zukunft gemacht haben müsse, weil in der dem B e- schuldigten erteilten Vollmacht auch enthalten gewesen sei, dass dieser allfällige Ergä n- zungsleistungsansprüche abklären sollte. Daraus folgere d ie Vorinstanz weiter, unter diesen Umständen müsse ein Einverständnis von †D._____ zum Kauf der fraglichen Aktien verneint werden. †D._____ habe dem Beschuldigten nie von finanziellen Sorgen berichtet; dazu habe er auch keinen Anlass gehabt. Dass in der Vollmacht die Abklärung von E rgänzungsleis- tungsansprüchen enthalten gewesen sei, habe zwei Gründe gehabt. Zum einen sei dieser Passus vermutlich einfach aus einer Vorlage für die Vollmacht übernommen worden; zum anderen sollte der Beschuldigte alles vorkehren, um mögliche Einkommensquellen von †D._____ abzuklären. Schliesslich führe die erste Instanz als ein Hauptargument für die a n- geblich unlautere Absicht des Beschuldigten an, dass dieser just dann mit den Transaktionen begonnen habe, als es †D._____ gesundheitlich sehr schlecht gegangen sei. Der Beschul- digte habe angenommen, dass †D._____ unter diesen Umständen vom Treiben des B e- schuldigten nichts mehr mitbekomme. Der Beschuldigte bestreite diese Unterstellung. Selbst wenn der Beschuldigte davon ausgegangen wäre, dass †D._____ nichts erfahren würde, so hätte er sehr wohl damit rechnen müssen, dass beim Tod von †D._____ dessen Erben von diesen Transaktionen Kenntnis erlangen würden. Zu guter Letzt sei zu beachten, dass der Beschuldigte das Konto und das Depot, auf welche die fraglichen Gelder üb ertragen worden seien, die Bezeichnung „ I._____CONSULTING (D._____)“ getragen hätten. I._____ sei die Abkürzung für C._____. Dieser Umstand allein belege schon, dass der Beschuldigte keine Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht unlauteren Absichten gehegt habe, ansonsten er wohl kaum das Konto und das Depot mit dem Namen des vermeintlich Betrogenen bezeichnet hätte. a. Beweismittel aa. Schriftliche Aufträge und Vollmachten 1. †D._____ beauftragte den Beschuldigten am 2. Februar 2008 mit schriftlichem Ve r- trag mit dem Titel „Entwurf Vereinbarun g“, seine Liegenschaft an der H._____ 1 in G._____ zu einem Preis von "ca. Fr. 1.000.000.--" zu verkau fen (act. AA 10.10.013). Damit erteilte †D._____ dem Beschuldigten gleichzeitig auch die Vollmacht zum Verkauf dieser Liege n- schaft. 2. Am 22. Februar 2008 erteilte †D._____ dem Beschuldigten schriftlich die Vollmacht, ihn der J._____ gegenüber in jeder beliebigen Weise rechtsgültig zu vertreten (act. AA 31.05.004). 3. Am 15. März 2008 vereinbarten †D._____ und der Beschuldigte in einem schriftl i- chen Vertrag mit dem Titel „Vollmacht Version 1 von 1 vom 15.3.2008“ (act. AA 10.10.001) Folgendes: „Herr D._____, H._____ 1, G._____ erteilt Herrn C._____, H._____ 1, G._____, nachste- hend Beistand genannt, im Sinne eines Beistandes auf freiwilliger Basis fol gende Vollmach- ten: 1. Der Beistand wird ermächtigt, alle im Zusammenhang mit Versicherungen (Kra n- kenkassen, Pensionskassen, Zeitschriftenabonnements und ähnlichen Belangen) Anpassungen rechtsgültig vorzunehmen und zu veranlassen. 2. Der Beistand wird ermäc htigt, Abklärungen im Zusammenhang mit eventuell best e- henden Ansprüchen für Ergänzungsleistungen durchzuführen und gegebenenfalls den Leistungsanspruch einzuleiten. 3. Für die Suche eines Kaufinteressenten und die Abwicklung des Verkaufs für das Einfamilienhaus an der H._____ 1 in G._____ besteht eine separate Vereinbarung. 4. Der Beistand wird ermächtigt, alle im Zusammenhang mit der Energieabrechnung im EFH anfallenden Meldungen rechtsgültig zu unterschreiben und an die entspr e- chenden Instanzen weiterzuleiten. 5. Im Falle des Todes eines der beiden Ehegatten wird der Beistand beauftragt, die notwendigen Informationen bei den kommunalen Instanzen wie Zivilstandsamt etc. vorzunehmen. 6. Für alle Bankgeschäfte und das eBanking besteht ebenfalls eine separate Vereinba- rung. 7. Für zusätzliche Vereinbarungen werden Folgeversionen dieser Vollmacht erstellt.“ Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ab. Aussagen des Beschuldigten Das Strafgericht gab im angefochtenen Urteil (E. I.2.2 Ziff. 3-12) die zentralen Aussagen des Beschuldigten zum Anklagevorwurf im Vorverfahren und an der erstinstanzlichen Hauptve r- handlung einlässlich und korrekt wieder. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann diesb e- züglich vollumfänglich auf das angefochtene Urteil verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). b. Beweiswürdigung ba. Allgemeines 1. Gemäss der aus Art. 8 und 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK s o- wie Art. 10 Abs. 3 StPO verankerten Maxime "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis ihrer Schuld zu vermuten, dass die einer strafbaren Handlung beschuldigte Person unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO). Der Grundsatz "in dubio pro reo" besagt, dass sich das Gericht nicht von einem für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an der Erfül lung der tatsächlichen Vorausse t- zungen der angeklagten Tat bestehen. Das Gericht darf sich nicht nach Gutdünken und rein subjektivem Empfinden von der Schuld der beschuldigten Person überzeugt zeigen. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind aber ohne Bedeutung. Es müssen vielmehr erhebl i- che und nicht zu unterdrückende Zweifel vorliegen. Relevant sind mithin nur unüberwindliche Zweifel, d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage geradezu aufdrängen (BGer. 6B_46/2014 vom 9. Oktober 2014 E. 2.2). 2. Bei der Beweisführung können auch indirekte, mittelbare Beweise, sog. Anzeichen oder Indizien, einen bedeutsamen Schluss erlauben. Indizien sind Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere, unmittelbar erhebliche Tatsache zulassen. Beim Indizienbeweis wird vermutet, dass eine nicht bewiesene Tatsache gegeben ist, weil sich diese Schlussfo l- gerung aus bewiesenen Tatsachen (Indizien) nach der Lebenserfahrung aufdrängt. Der Ind i- zienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig. Weil ein Indiz indessen immer lediglich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt es, einzeln betrachtet, die Möglichkeit des Anderss eins offen, enthält daher auch Zweifel. Es ist aber zulässig, aus der Gesamtheit der verschied enen Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und inso weit Zweifel offen lassen, auf den vollen rech tsgenügenden Beweis von Tat oder Täter zu schliessen (BGer. 6B_332/2009 vom 4. August 2009 E. 2.3). 3. Beruht die Beweisführung auf Aussagen von Beteiligten, so sind diese frei zu würdi- gen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Welche Sachverhaltsschilderung überzeugend ist, muss aufgrund sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, entschieden werden. Bei der Würdigung von Aussagen darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder al l- gemeine Glaubwürdigkeit von Aussagenden abgestellt werden. Massgebend ist vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage (OGer. ZH SB110697 vom 15. März 2012 E. 3.4; BGer. 6B_938/2014 vom 18. Februar 2015 E. 2.3). Bei der Abklärung des Wahrheitsgehalts von Zeugenaussagen hat sich die sogenannte Aussageanalyse weitgehend durchgesetzt. Nach dem empirischen Ausgangspunkt der Aussageanalyse erfordern wahre und falsche Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schilderungen unterschiedliche geistige Leistungen. Überprüft wird dabei in erster Linie die Hypothese, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung der Umst ände, der intellektu- ellen Leistungsfähigkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erle b- nishintergrund machen könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Weise vorgenommen, dass das im Rahmen eines hypothesengeleiteten Vorgehens durch Inhaltsanalyse (aussage- immanente Qualitätsmerkmale, sogenannte Realkennzeichen) und Bewertung der Entst e- hungsgeschichte der Aussage sowie des Aussageverhaltens insgesamt gewonnene Erge b- nis auf Fehlerquellen überprüft und die persönliche Kompetenz der aussagende n Person analysiert werden. Es ist immer davon auszugehen, dass die Aussage auch nicht realität s- begründet sein kann. Ergibt die Prüfung, dass diese Unwahrhypothese (Nullhypothese) mit den erhobenen Fakten nicht mehr in Übereinstimmung stehen kann, so wird sie verworfen. Es gilt dann die Alternativhypothese, dass die Aussage wahr ist. Erforderlich ist dafür beson- ders auch die Analyse der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Aussage (BGE 128 I 81 E. 2 S. 85 f.; BGer. 6B_1008/2014 vom 25. März 2015 E. 1.2). bb. In Concreto (1) Zeit bis zum Tod von †D._____ Nachfolgend ist zu prüfen, inwieweit der Beschuldigte bis zum Ableben von †D._____ am 30. März 2009 über dessen Verfügungswerte hat disponieren dürfen. 1. Vorweg ist zu bemerken, dass der Beschuldig te zwar aufgrund der Vollmacht vom 22. Februar 2008 im Aussenverhältnis, d.h. gegenüber der J._____, zur Disposition über die Vermögenswerte von †D._____ bei der J._____ berechtigt gewesen ist. Ob der Beschuldigte im Innenverhältnis zu †D._____ zu den streitbetroffenen Transaktionen befugt gewesen ist, bestimmt sich indes nach den zwischen †D._____ und dem Beschuldigten getroffenen ko n- kreten Abmachungen. 2.1 In den Einvernahmen vom 4. und 11. November 2010 machte der Beschuldigte gel- tend, er ha be die Erbfolge von †D._____ beim Erbschaftsamt abgeklärt und danach †D._____ eröffnet, seine Erben seien die Privatkläger. Daraufhin habe †D._____ wütend reagiert und ihn beauftragt, sein Geld vom J._____-Konto abzuzweigen und auf ein anderes Konto zu verschieben (act. AA 10.01.002; AA 10.01.014). Dies steht jedoch in einem klaren Widerspruch zu dem vom Beschuldigten im Berufungsverfahren erhobenen Vorbringen, †D._____ habe nicht zufolge der Auskunft des Erbschaftsamts, sondern aufgrund einer vo r- gängigen Orientierung durch den Beschuldigten über seine Erben das Einverständnis zu den streitbetroffenen Transaktionen erteilt. Vorliegend kann offen bleiben, welche Version zutrifft. Festzuhalten ist indessen, dass der Beschuldigte den Sachverhalt nicht immer gle ich dar- stellt, was an der Glaubwürdigkeit seiner diesbezüglichen Ausführungen zweifeln lässt. Au s- serdem ist aus den zutreffenden von der ersten Instanz dargelegten Gründen (E. I.2.2 Ziff. 3) erstellt, dass eine Erkundigung des Beschuldigten beim Erbschaftsamt über die Erbfolge von †D._____ im Zeitraum vor den ersten (versuchten) Transaktionen am 5. Mai 2008 ab dem J._____-Konto Nr. 2._____ des Verstorbenen nicht erkennbar ist und der Beschuldigte diese Abklärung vielmehr erst im Dezember 2008 vornahm. Weil der Beschuldigte bereits ab A n- fang Mai 2008 Gelder vom vorgenannten Konto von †D._____ auf seine eigenen Konten Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht überwies, entsprechen seine vorerwähnten Aussagen vom 4. und 11. November 2010, er sei von †D._____ erst nach der besagten Abklärung beim Erbschaftsamt mit dem Beiseiteschaf- fen des Vermögens beauftragt worden, nicht den Tatsachen. Das Aussageverhalten des Beschuldigten erweist sich in dieser Hinsicht somit als unglaubhaft. 2.2 Der Beschuldigte sagte in der Einvernahme vom 4. November 2010 aus, al s er †D._____ darüber ins Bild gesetzt habe, dass die Privatkläger ihn beerben wür den, sei die- ser ausgerastet (act. AA 10.01.002) . In der Befragung vom 11. November 2010 führte der Beschuldigte aus, nachdem er †D._____ mitgeteilt habe, dass die Privatkläge r seine Erben seien, sei dieser in die Luft gegangen (act. AA 10.01.014) . Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung beschrieb der Beschuldigte die Reaktion von †D._____ auf die Informati- on bezüglich seiner Erben allerdings anders. So führte er aus, er habe †D._____ immer wie- der gesagt, wer Erbe sei, aber dieser habe es nicht wahrhaben wollen (act. 119). Gemäss den Ausführungen des Beschuldigten in den Einvernahmen vom 4. und 11. November 2010 soll †D._____ auf die Bekanntgabe seiner Erben mit Wut reagiert haben. Eine solche Rea k- tion setzt voraus, dass †D._____ die fragliche Erbfolge tatsächlich zur Kenntnis nahm. Diese beiden Depositionen stehen im klaren Widerspruch zu den Ausführungen des Beschuldigten an der str afgerichtlichen Hauptverhandlung, wonach †D._____ nicht zur Kenntnis habe nehmen wollen, dass die Privatkläger seine Erben sind. Dieses widersprüchliche Aussag e- verhalten lässt an der Glaubhaftigkeit der Ausführungen des Beschuldigten zweifeln . Aus- serdem fä llt auf , dass der Beschuldigte anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung den Wutanfall von †D._____ nach der Bekanntgabe seiner Erben gar nicht mehr erwähnte. Dass der Beschuldigte diese eindrückliche Reaktion nicht mehr anführte, lässt es als fraglich erscheinen, ob seine diesbezüglichen Depositionen auf wirklich Erlebtem basieren. Im Wei- teren ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte auf die Frage, weshalb †D._____ kein Testa- ment errichtet habe, unterschiedliche Antworten gab. So führte er im Vorverfa hren aus, zwi- schen ihm und †D._____ sei die Errichtung eines Testaments durch den Letzteren nie ein Thema gewesen (act. AA 10.01.006). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung machte der Beschuldigte indessen geltend, er habe mit †D._____ über die Erstellung eines Testaments gesprochen (act. 115). Diese widersprüchlichen Angaben wecken weitere Zwe i- fel an der Glaubhaftigkeit der Angaben des Beschuldigten. 2.3 Die †Ehegatten E._____ (gestorben am 17. April 2008) und D._____ bestimmten in der von ihnen errichteten letztwilligen Verfügung vom 7. März 1976, dass alles Erbgut von †D._____ aus seinem Elternhaus nach dem Ableben des zuletzt Versterbenden von ihnen an F._____ oder deren Kinder, d.h. die Privatkläger, übergehen soll (act. AA 60.05.018). Dass †E._____ und †D._____ diese letztwillige Verfügung errichteten und während ihrer Lebzeiten nie widerrufen oder in anderer Weise letztwillig verfügt haben, bildet einen A n- haltspunkt dafür, dass das Verhältnis von †E._____ und †D._____ zu den Privatklägern nicht zerrüttet war. Überdies äusserten sich †E._____ und †D._____ in der W eihnachtskarte aus dem Jahre 1998 dahingehend , dass ihnen die verstorbene F._____ sehr fehle (act. AA 60.05.020). Dies spricht zumindest dafür, dass †E._____ und †D._____ damals eine gute Beziehung zu †F._____ hatten. Ausserdem ist festzuhalten, dass sich bei den Akten keine r- lei Schriftstücke befinden, welche auf eine getrübte Beziehung von †E._____ und †D._____ Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu den Privatklägern hinweisen würden. Zudem r eichte der Beschuldigte keine Dokumente ein, welche solches nahelegen würden. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich aufgrund von Dokumenten eine Zerrüttung des Verhältnisses von †E._____ und †D._____ zu den Privatklägern nicht feststellen läs st. Im Gegenteil indiziert der Umstand, dass †E._____ und †D._____ die letztwillige Verfügung vom 7. März 1976 weder widerrufen noch nachträglich eine dieser entgegenstehende letztwillige Disposition getroffen haben, dass dieses Verhältnis auch in den letz ten Jahren vor dem Tod von †D._____ nicht zerrüttet war. 2.4 Der Beschuldigte machte in seinen Depositionen im Vorverfahren geltend, er habe †D._____ darüber orientiert, dass dessen Vermögen bei seinem Ableben an die Privatkläger gehe (act. AA 10.01.002, AA 10.01.014). Bei der Befragung vor Strafgericht führte der B e- schuldigte aus, †D._____ habe gewollt, dass sein Vermögen nicht auf die Seite seiner Schwester geht (act. 111). A nlässlich der kantonsgerichtlichen Verhandlung gibt der B e- schuldigte zu Protokoll, er habe wiederholt versucht, †D._____ zum Abschluss eines Test a- ments zu bewegen (Prot. KG vom 4. und 5. Januar 2016, S. 16). Demgemäss macht der Beschuldigte geltend, er habe sich mit †D._____ darüber unterhalten, wer dessen Vermögen erben soll. Vor dem Hintergrund des vorstehend Dargelegten erscheint die Behauptung des Beschuldigten, er und †D._____ hätten nie darüber gesprochen, was beim Ableben von †D._____ mit dessen Vermögen geschehen solle, als unglaubhaft. 2.5 Unbehelflich ist das Vorbringen des Beschuldigten, dass er und †D._____ im Ver- lauf der Zeit ein immer tieferes Vertrauensverhältnis entwickelt und deshalb dem Aspekt der Schriftlichkeit keine grosse Bedeutung mehr beigemessen hätten. Der Beschuldigte und †D._____ können zwar nach Abschluss der schriftlichen Vereinbarung vom 15. März 2008 von dieser abweichende mündliche Übereinkünfte getroffen haben. Es ist indessen zu b e- achten, dass †D._____ in der Vereinbarung vom 15. März 2008 den Beschuldigten au s- schliesslich mit der Besorgung von Geschäften mit klar untergeordneter Bedeutung beau f- tragte und der Inhalt der Beauftragung des Beschuldigten minutiös sowie sachlich ei n- schränkend geregelt wurde. So erteilte †D._____ dem Beschuldigten den Auftrag, alle im Zusammenhang mit Versicherungen (Krankenkassen, Pensionskassen, Zeitschriftenabo n- nements und ähnlichen Belangen) Anpassungen rechtsgültig vorzunehmen und zu veranlas- sen sowie alle im Zusammenhang mit der Energieabrechnung im Einfamilienhaus anfalle n- den Meldungen rechtsgültig zu unterschreiben und an die entsprechenden Instanzen weite r- zuleiten. Angesichts dessen erscheint es völlig lebensfremd, dass die Parteien bereits wen i- ge Wochen später es nicht mehr für nötig gehalten haben sollen, weitaus bedeutendere A n- gelegenheiten, nämlich die treuhänderische Verwaltung eines Grossteil des Vermögens von †D._____ und der Kauf von Aktien, Obligationen ausländischer Unternehmen und Frem d- währungen aus diesem Vermögen, nicht schriftlich zu regeln. Dafür spricht auch, dass die Parteien in der Vereinbarung vom 15. März 2008 ausdrücklich vorsahen, dass für zusätzliche Vereinbarungen Folgeversionen dieser Vollmacht erstellt werden, und unstrittig keine solche Folgeversionen errichtet wurden. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.6 In den Vereinbarungen vom 2. Februa r 2008 und 15. März 2008 ist kein Passus enthalten, mit welchem †D._____ den Beschuldigten zur Verwaltung seines Vermö gens be- auftragte. In der Einvernahme vom 16. Februar 2012 wurde der Beschuldigte gefragt, ob schon von Beginn weg abgemacht gewesen sei, d ass er den Erlös aus dem Verkauf der Liegenschaft in Wertschriften anlegen soll. Daraufhin antwortete er, dass dies nie diskutiert worden sei (act. AA 10.01.051). Demnach räumte der Beschuldigte selbst ein, keine Ermäch- tigung zur Verwendung des Liegenschaf tserlöses zum Kauf von Wertschriften gehabt zu haben. Anlässlich der vorgenannten Befragung machte der Beschuldigte bezüglich der Ve r- wendung der streitbetroffenen vom J._____-Konto Nr. 2._____ von †D._____ abgezweigten Fr. 190‘000.-- geltend, †D._____ habe gewusst, dass er Aktien aus dessen Vermögen ka u- fen werde (act. AA 10.01.050). Aufgrund dieser detailarmen und un substanziierten Behaup- tung kann es jedoch nicht als glaubhaft erachtet werden, dass der Beschuldigte von †D._____ einen Auftrag zur Anlage sein es Vermögens in Aktien hatte. In der Vereinbarung vom 15. März 2008 findet sich ein Passus, worin †D._____ den Beschuldigten ermächtigte, Abklärungen im Zusammenhang mit eventuell bestehenden Ansprüchen auf Ergänzungsleis- tungen durchzuführen und gegebenenf alls den Leistungsanspruch einzuleiten. Dieser wäre wohl nicht in die besagte Vereinbarung aufgenommen worden, wenn die Zukunft von †D._____ auf längere Frist finanziell abgesichert gewesen wäre. Dass sich †D._____, wel- chen offensichtlich Zukunftssorgen beschäftigten, entschlossen haben sollte, einen beträcht- lichen Teil seines Vermögens, welcher bis anhin sicher auf einem Bankkonto angelegt war, nunmehr in Aktien, Obligationen von ausländischen Unternehmen und Fremdwährungen zu investieren und diese in auf den Namen des Beschuldigten lautenden Konten und Depots zu lagern, erscheint nicht als nachvollziehbar. Aus den überzeugenden Erwägungen im ang e- fochtenen Urteil (E. I.2.2 Ziff. 10) ist es im Übrigen als vom Beschuldigten eingestanden a n- zusehen, dass †D._____ dem Beschuldigten kein Einverständnis erteilte, von seinen Konten Geld auf jene des Beschuldigten zu transferieren. Um überflüssige Wiederholungen zu ve r- meiden, ist auf die entsprechenden vorinstanzlichen Ausführungen zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Angemerkt sei, dass, s elbst wenn †D._____ den Beschuldigten mit der Ver- mögensverwaltung beauftragt hätte, der Beschuldigte in der streitgegenständlichen Zeit ab Mai 2008 nicht zum Kauf der von ihm erworbenen Aktien, Anleihen ausländischer Unte r- nehmen und Fremdwährungen befugt gewesen wäre. Aufgrund des hohen Alters und des schlechten Gesundheitszustandes von †D._____ musste der Beschuldigte mit einem hohen Aufwand für die Finanzierung des Lebensunterhalts von †D._____ rechnen. Unter dies en Umständen und de r Investition eines bedeutenden Teils des Gesamtvermögens von †D._____ in Aktien, Obligationen von ausländischen Unternehmen und Fremdwährungen ging er ein hohes Risiko ein, diese Wertpapiere und Fremdwährungen zur Unzeit mit einem grossen Verlust abstossen zu müssen. Aufgrund dessen müsste die vom Beschuldigten g e- tätigte Vermögensanlage im Lichte von Art. 398 Abs. 2 OR in jedem Fall als unzulässig ge- wertet werden. 2.7 Das Strafgericht erwog, kurz nachdem †D._____ am 1. Mai 2008 wegen Hirnbl u- tungen notfallmässig ins Spital eingeliefert worden sei, wo er auf der Intensivstation und dann in der Wachstation der Uni -Klinik untergebracht gewesen sei, habe der Beschuldigte die streitgegenständlichen Transaktionen ab dem †D._____ gehörenden J._____-Konto Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nr. 2._____ vorgenommen. Da sich †D._____ in den Folgemonaten entweder im Spital oder im Alterspflegeheim Q._____ aufgehalten habe, sei die Wahrscheinlichkeit verschwindend klein gewesen, dass er die an ihn gerichtete Korrespondenz und insbesondere die Kont o- auszüge zu Gesicht bekommen habe. Dass der Beschuldigte gerade in demjenigen Zei t- punkt mit den fraglichen Transaktionen begonnen habe, als die gravierenden gesundheitl i- chen Probleme von †D._____ eingetreten seien, d ürfte kein Zufall gewesen sein. Diesen überzeugenden Ausführungen pflichtet das Kantonsgericht bei. Nach allgemeiner Lebense r- fahrung sind die Hemmungen, widerrechtlich über fremdes Vermögen zu disponieren, nä m- lich deutlich herabgesetzt, wenn der Berechtigt e zufolge seines Alters und Gesundheitsz u- stands die Verfügungen über sein Vermögen nicht mehr ohne Weiteres persönlich wah r- nehmen kann. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass unrechtmässige Transaktionen nach dem Tod des Berechtigten entdeckt werden könn en. Denn dieser Umstand ändert am bedeutenden Risiko nichts, dass Unbefugte im Moment der Schwäche des Berechtigten der Versuchung unterliegen können, sich dessen Vermögen zu behändigen. Dies gilt umso mehr, als ein Unbefugter damit rechnen kann, dass die Gefahr des Entdecktwerdens beim Ableben des Berechtigten beschränkt ist, da die Sache nur auffliegen wird, wenn jemand sich die Mühe macht, die Kontoauszüge des Verstorbenen kritisch zu durchleuchten. Unz u- treffend ist das Vorbringen des Beschuldigten, das Strafgericht habe das eingangs geschi l- derte Verhalten des Beschuldigten als Hauptargument für die ihm unterstellte unlautere A b- sicht verwendet. Denn die erste Instanz berücksichtigte dies lediglich als eines von zahlre i- chen Indizien. 2.8 Das Konto und da s Depot, auf welche die fraglichen Gelder teilweise transferiert wurden, trugen zwar die Bezeichnung „ I._____CONSULTING (D._____)“, welche in der B e- zeichnung den Nachnamen von †D._____ enthält. Der Beschuldigte führte jedoch nicht, wie bei Treuhandverhältnissen geboten ist, zeitnah und lückenlos Buch über die †D._____ zu- stehenden Vermögenswerte und legte darüber auch nicht gegenüber †D._____ periodisch Rechenschaft ab. In seiner Steuererklärung 2008 deklarierte der Beschuldigte das Verm ö- gen von †D._____ bzw. dessen Surrogate gar als sein eigenes (act. AA 25.06.007). All dies zeigt, dass der Beschuldigte trotz der eingangs erwähnten Bezeichnung des besagten Ko n- tos und Depots das in Frage stehende Geld von †D._____ seinem persönlichen Vermögen einverleibte. 2.9 Schliesslich ist hervorzuheben, dass †D._____ die gesetzliche Erbfolge nicht durch eine letztwillige Verfügung ausser Kraft setzte. Damit entschied er sich implizit dafür, dass sein Vermögen bei seinem Tod den Privatklägern als gesetzliche Erben zukommen soll . Aufgrund dessen durfte der Beschuldigte keine Vorkehrungen treffen, um den Privatklägern das Vermögen von †D._____ bei dessen Ableben zu entziehen. Da der Beschuldigte weder geltend macht noch sonst aus einem Grund anzunehmen ist, der Beschu ldigte habe davon ausgehen dürfe, das Vermögen von †D._____ sei aufgrund eines Erbvertrags oder Test a- ments anderen als den gesetzlichen Erben vermacht worden, war dem Beschuldigten offe n- sichtlich klar, dass er nichts unternehmen durfte, um das Vermögen von †D._____ den Pri- vatklägern zu entziehen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.10 In Anbetracht all des vorstehend Ausgeführten und der im erstinstanzlichen Urteil erörterten Gründe (E. I.2.2 Ziff. 1-12) sind die Bekundungen des Beschuldigten als unglau b- haft zu bewerten, †D._____ habe ihn beauftragt, sein Vermögen treuhänderisch zu verwa l- ten und es den Privatklägern zu entziehen sowie daraus Aktien, Obligationen ausländischer Unternehmen oder Fremdwährungen zu kaufen. Der Beschuldigte war somit lediglich befugt, †D._____ im Rahmen der in der Vereinbarung vom 15. März 2008 erwähnten alltäglichen Rechtsgeschäfte zu vertreten sowie die streitbetroffene Liegenschaft zu den im „ Entwurf Vereinbarung vom 2. Februar 2008 “ genannten Konditionen zu verkaufen. Zu Recht schloss das Strafgericht daraus, dass der Beschuldigte die von der Staatsanwaltschaft angeklagten Transaktionen ohne entsprechenden Auftrag von †D._____ vornahm. (2) Zeit nach dem Tod von †D._____ Wie bereits gezeigt, hatte †D._____ den Beschuldigten weder mit der treuhänderischen Verwaltung seines Vermögens noch mit dem Kauf von Aktien, Anleihen von ausländischen Unternehmen oder Fremdwährungen beauftragt. Demnach konnte der Beschuldigte beim Tod von †D._____ keinen Auftrag zur treuhänderischen Verwaltung des Vermögens des Verstorbenen oder zum Erwerb von Aktien, Anleihen von ausländischen Unternehmen oder Fremdwährungen aus diesem Vermögen mit den Erben von †D._____, d.h. den Privatkl ä- gern, fortgesetzt haben. Ausserdem steht fest, dass der Beschuldigte mangels eines en t- sprechenden Testaments oder Erbvertrags vom Vermögen †D._____ aus Erbrecht nichts für sich beanspruchen konnte. AB. Dispositionen über das Vermögen von †D._____ bzw. dessen Erben Im angefochtenen Urteil (E. I.2.2 Ziff. 15, 16, 23, 27, 30, 31 und 32) stellte das Strafgericht die vom Beschuldigten über das Vermögen von †D._____ bzw. dessen Erben getroffenen Dispositionen vollständig und richtig fest. Zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholu n- gen kann vollumfänglich auf diese Erwägungen verwiesen werden (Art. 82 Ab s. 4 StPO). Unstrittig steht überdies fest, dass der Beschuldigte den Privatklägern am 31. Juli 2009 total Fr. 100‘000.-- und am 31. August 2009 insgesamt Fr. 200‘000.-- überwies. AC. Rechtliche Würdigung a. Objektiver Tatbestand aa. Allgemeines Den objektiven Tatbestand der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfüllt, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen ve r- wendet. Als Vermögenswerte im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB gelten Forderungen und Buchgeld (BGer. 6B_66/2008 vom 9. Mai 2008 E. 5.3.1). Als anvertraut gilt, was jemand mit der Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse des Treugebers zu verwenden, insbesondere es zu verwahren, zu verwalten oder einem anderen abz uliefern. Eine solche Verpflichtung kann auf ausdrücklicher oder stillschweigender Abmachung ber u- hen. Das Anvertrautsein von Vermögenswerten setzt dabei voraus, dass der Treuhänder ohne Mitwirkung des Treugebers über diese verfügen kann, ihm mithin Zugriff auf das frem- de Vermögen eingeräumt worden ist. Daneben muss das Empfangene dem Treuhänder Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht wirtschaftlich fremd sein. Dies ist der Fall, wenn der Treuhänder verpflichtet ist, dem Treug e- ber dessen Wert ständig zu erhalten . Nach der Rechtsprechung genügt für die Werterhal- tungspflicht die Begründung eines "faktischen" oder "tatsächlichen" Vertrauensverhältnisses (BGE 133 IV 21 E. 6.2 S. 27 f.). Eine Werterhaltungspflicht kann auch aufgrund einer gesetz- lichen Treuepflicht bestehen. Entgegen der Auffassung der e rsten Instanz bestand eine so l- che Treuepflicht des Beschuldigten zu den Privatklägern. †D._____ erteilte dem Beschuldig- ten am 2. Februar 2008 den Auftrag zum Verkauf seiner Liegenschaft in G._____. Gemäss Art. 405 Abs. 1 OR erlischt der Auftrag, sofern nicht das Gegenteil vereinbart ist oder aus der Natur des Geschäfts hervorgeht, mit dem Verlust der entsprechenden Handlungsfähigkeit, dem Konkurs, dem Tod oder der Verschollenerklärung des Auftragge bers oder des Beau f- tragten. Der Beschuldigte hatte die fragliche Liegenschaft schon vor dem Tod von †D._____ im Namen des Letzteren verkauft. Da kein Grund zur Annahme besteht, †D._____ habe nach seinem Tod auf die Entgegennahme des noch ausstehenden Restk aufpreises von der Käuferschaft zugunsten der berechtigten Erben verzichten wollen, durfte und musste der Beschuldigte davon ausgehen, er sei von †D._____ auch mit der Einkassierung der einen Tag nach dessen Tod von der Käuferschaft geleisteten Restkaufpre iszahlung von Fr. 685‘000.-- zugunsten der Erben des Verstorbenen betraut gewesen. Aus der Natur des hier in Frage stehenden Geschäfts muss somit geschlossen werden, dass beim Tod von D._____ die Privatkläger als dessen Erben in seine Rechtsstellung eintraten und der besagte Auftrag mit ihnen als fortgesetzt galt. Nach Art. 398 Abs. 2 OR haftete der Beschuldigte den Privatklägern für getreue und sorgfältige Ausführung dieses Auftrags. Selbst wenn davon auszugehen wäre, der besagte Auftrag sei mit dem Tod vo n †D._____ beendet worden, wä- re dem Beschuldigten gegenüber den Privatklägern die Pflicht zur Herausgabe des Ve r- kaufserlöses zugekommen (BGE 119 II 222 E. 2b/bb S. 226). Er hätte demnach auch die s- falls das fragliche Geld sorgfältig verwalten und den Privat klägern herausgeben müssen. Im Gegensatz zu den Darlegungen der ersten Instanz statuiert das Erbrecht nicht nur für die gesetzlichen Erben im Verhältnis zu den eingesetzten Erben eine Treuepflicht, sondern vie l- mehr obliegt aufgrund von Art. 581 Abs. 2 ZGB dem Gewahrsamsinhaber von Nachlassver- mögen eine solche gegenüber den berechtigten Erben (TRECHSEL/CRAMERI, Praxiskommen- tar StGB, 2. Aufl. 2013, Art. 138 N 7; NIGGLI/RIEDO, Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 138 N 86). Aufgrund all dessen folgt, das s der Beschuldigte nach dem Ableben von †D._____ verpflichtet war, das Nachlassvermögen von †D._____ im Interesse der Privatklä- ger in seinem Wert zu erhalten. Die tatbestandsmässige Handlung besteht bei der Veru n- treuung von Vermögenswerten in einem Verhalten, durch welches der Täter eindeutig seinen Willen bekundet, den obligatorischen Anspruch des Treugebers zu vereiteln (BGE 133 IV 21 E. 6.1.1 S. 27); mit anderen Worten in der Verwendung der anvertrauten Vermögenswerte entgegen der Abmachungen mit dem Tre ugeber bzw. dessen Weisungen in zweckwidriger Weise (BGE 129 IV 257 E. 2.2.1 S. 259; DONATSCH, Strafrecht III, 10. Aufl. 2013, S. 145). Der Täter muss also die Vermögenswerte nicht völlig aus der Hand geben; es genügt, dass er sie so bindet, dass er nicht mehr frei über sie verfügen kann oder sie beiseiteschafft oder vortäuscht, ihren Eingang leugnet oder verschleiert (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., Art. 138 N 107). Bei Geldern auf einem fremden Konto , über welches der Täter verfügen darf, bildet bereits eine pflichtwidrige Abbuchung eine unrechtmässige Verwendung anvertrauter Vermögen s- werte im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB ( NIGGLI/RIEDO, a.a.O., Art. 138 N 108). Der Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tatbestand setzt als ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal den Eintritt eines Vermögen s- schadens voraus (BGE 111 IV 19 E. 5 S. 23) , wobei dieser als Aspekt der Tathandlung selbst zu betrachten ist . Denn wer einen Vermögenswert unrechtmässig verwendet, gefäh r- det die Forderung des Treugebers, womit diese gleichzeitig in ihrem Wert herabgesetzt is t (TRECHSEL/CRAMERI, a.a.O., Art. 138 N 17). ab. In Concreto aba. Vermögenswerte Das Geld auf dem J._____-Konto Nr. 2._____ von †D._____ sowie das von der Käuferschaft der Liegenschaft von †D._____ überwiesene Geld bzw. die Forderung von †D._____ gegen- über dieser Käuferschaft auf Bezahlung des Kaufpreises dieser Liegenschaft stellen Verm ö- genswerte im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB dar. abb. Anvertrautsein 1. Der Beschuldigte konnte aufgrund der ih m von †D._____ eingeräumten Vollmacht vom 22. Februar 2008 frei und ohne Mitwirkung von †D._____ über dessen J._____-Konto Nr. 2._____ verfügen. Das Geld auf diesem Konto musste er indessen im Interesse von †D._____ verwenden. Damit gilt dieses Geld als dem Beschuldigten anvertraut. 2. Am 2. Februar 2008 erteilte †D._____ dem Beschuldigten eine schriftliche Vol l- macht zum Verkauf seiner Liegenschaft in G._____. Aufgrund dessen konnte der Beschu l- digte über die Forderung gegenüber der Käuferschaft auf Bezahlung des Kaufpreises bzw. das ihm überwiesene Entgelt von insgesamt Fr. 830‘000.-- allein verfügen. Der Beschuldigte war verpflichtet, die Fr. 830‘000.-- sowohl für die Bezahlung der auf der Liegenschaft laste n- den Hypotheken als auch der verkäuferseits anfallenden Immobiliensteuern und Gebühren zu verwenden sowie den verbleibenden Betrag †D._____ bzw. dessen Erben zukommen zu lassen. Die Forderung von †D._____ gegenüber der Käuferschaft auf Bezahlung des Kau f- preises bzw. das von der Käuferschaft entrichtete Entgelt von Fr. 830‘000.-- war somit dem Beschuldigten anvertraut. abc. Tathandlung (1) Bezüge ab dem J._____-Konto Nr. 2._____ Der Beschuldigte transferierte zwischen dem 7. und dem 15. Mai 2008 in 26 Überweisungen insgesamt Fr. 190‘000.-- vom J._____-Konto Nr. 2._____ von †D._____, entweder direkt oder über ein anderes eigenes Konto auf sein K._____-Konto Nr. 4._____. Zwischen dem 27. Februar und dem 26. März 2009 übertrug er in fünf Überweisungen total Fr. 34‘200.-- ab dem J._____-Konto Nr. 2._____ von †D._____ auf sein K._____-Konto Nr. 3._____. Die beiden K._____-Konten lauteten auf den Namen des Beschuldigten und waren dem Zugriff von †D._____ entzogen. Da der Beschuldigte keinen Auftrag zur treuhänderischen Verwa l- tung des Vermögens von †D._____ hatte, lässt sich das Verhalten d es Beschuldigten nur damit erklären, dass dieser die Gelder von insgesamt Fr. 224‘200.-- †D._____ entziehen und seinem eigenen Vermögen einverleiben wollte. Diese Absicht manifestierte der Beschuldigte auch dadurch, dass er dieses Geld weitgehend für den K auf von Namenaktien, Obligationen Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Fremdwäh rungen verbrauchte. Durch die vorerwähnten Überweisungen ohne Auftrag von †D._____ verwendete der Beschuldigte Gelder des Letzteren von insgesamt Fr. 224‘200.-- unrechtmässig in seinem Nutzen. (2) Anzahlung vom 14. Oktober 2008 für die Liegenschaft in G._____ Am 14. Oktober 2008 überwies die Käuferschaft der Liegenschaft von †D._____ auf das K._____-Konto des Beschuldigten Nr. 4._____ eine Anzahlung von Fr. 85‘000.--. Indem der Beschuldigte mit Fr. 84‘397.10 v on diesem Konto zwischen dem 21. Oktober und dem 20. November 2008 Namenaktien der UBS AG erwarb und diese auf ein auf seinen Namen lautendes und dem Zugriff von †D._____ entzogenes Depot einbuchen liess, verwaltete er insoweit das ihm anvertraute Vermögen von †D._____ nicht entsprechend seinen Pflichten, sondern verbrauchte dieses in zweckwidriger Weise zu seinem persönlichen Vorteil. Dadurch bekundete er eindeutig den Willen, den obligatorischen Anspruch des Treugebers zu vereiteln. Der Beschuldigte verwe ndete diese Fr. 84‘397.10 somit unrechtmässig in se i- nem Nutzen. (3) Teilzahlung vom 23. Dezember 2008 für die Liegenschaft in G._____ Am 23. Dezember 2008 leistete die Käuferschaft der Liegenschaft von †D._____ auf das K._____-Konto des Beschuldigten Nr. 4._____ eine Teilzahlung von Fr. 60‘000.--. Davon gebrauchte er Fr. 57‘585.50 zwischen dem 5. Januar und dem 16. Februar 2009 für den Kauf von Namenaktien der CS Group, der Novartis AG und der UBS AG, welche er in ein auf seinen Namen lautendes und dem Zugriff von †D._____ entzogenes Depot einbuchen liess, sowie den Kauf von EUR 5‘000. --, welche er auf ein auf seinen Namen lautendes und dem Zugriff von †D._____ entzogenes Bankkonto überwies (act. AA 30.10.003, AA 30.016.010). Zudem verwendete er einen Betrag von Fr. 220.38, welcher aus dem Vermögen von †D._____ stammt, für einen Einkauf in die Pensionskasse der P._____. Durch die dargestell- te Verwendung von Fr. 57‘805.88 aus dem Liegenschaftsverkaufserlös verwaltete er das ihm anvertraute Vermögen von †D._____ nicht entsprechend seinen Pflichten, sondern ge- brauchte dieses in zweckwidriger Weise zu seinem persönlichen Vorteil. Damit bekundete er offenkundig den Willen, den obligatorischen Anspruch des Treugebers zu vereiteln. De m- nach verwendete der Beschuldigte diese Fr. 57‘805.88 unrechtmässig in seinem Nutzen. (4) Restzahlung Anzahlung für die Liegenschaft in G._____ 1. Am 31. März 2009 überwies die Käuferschaft der Liegenschaft von †D._____ auf das K._____-Konto des Beschuldig ten Nr. 4._____ den restlichen Kaufpreis von Fr. 685‘000.--. Unstrittig steht fest, dass der Beschuldigte b is zum 16. April 2009 davon Fr. 334'858.-- rechtmässig verwendete, indem er die Hypothek auf der veräusserten Liegen- schaft von †D._____ ablöste und d iverse Rechnungen im Zusammenhan g mit dem Hau s- verkauf sowie der Bestattung von †D._____ bezahlte. Im Übrigen verwendete er die Res t- kaufpreiszahlung wie folgt: Zwischen dem 7. und dem 14. April 2009 kaufte der Beschuldigte mit einer Summe von Fr. 55‘579.07 Namenaktien der UBS AG und der Schweizerischen Rückversicherungs-Gesellschaft AG, welche er in ein auf seinen Namen lautendes und dem Zugriff von †D._____ entzogenes Depot einbuchen liess. Überdies transferierte er am Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht 26. Juni 2009 vom vorgenannten K._____-Konto einen Betrag von Fr. 4‘200.-- auf das auf ihn lautende und dem Zugriff von †D._____ entzogene L._____-Konto IBAN Nr. 5._____. Zudem überwies er vom vorerwähnten K._____-Konto einen Betrag von Fr. 3‘000.-- auf sein K._____-Konto Nr. 3._____ und bezog diesen am 22. Juli 2009 in bar. Indem der Beschu l- digte die fraglichen Wertschriftenkäufe tätigte, Fr. 4‘200.-- auf ein anderes Konto verschob und Fr. 3‘000.-- in bar bezog, verwaltete der Beschuldigte das Vermögen von †D._____ nicht entsprechend seinen Pflichten, sondern verfügte im Umfang von Fr. 62‘779.07 in zweckwid- riger Weise zu seinem persönlichen Vorteil darüber. Dadurch bekundete er eindeutig den Willen, den obligatorischen Anspruch der Privatkläger zu vereiteln. Der Beschuldigte ve r- wendete diese Fr. 62‘779.07 somit unrechtmässig in seinem Nutzen. 2. Von der Restkaufpreiszahlung von Fr. 685‘000.-- verblieb nach Abzug der rech t- mässigen verwendeten Fr. 334‘858.-- und der unrechtmässig ausgegebenen Fr. 62‘779.07 am 22. Juli 2009 auf dem K._____-Konto des Beschuldigten Nr. 4._____ noch ein Betrag von Fr. 287‘362.93. Am 31. Juli 2009 überwies der Beschuldigte den Privatklägern total Fr. 100‘000.-- und am 31. August 2009 nochmals insgesamt Fr. 200‘000.--. Die Privatkläger sind die einzigen Erben von †D._____. Nach Art. 560 Abs. 1 ZGB erwarben sie zwar mit dem Tod von †D._____ die Erbschaft als Ganzes. Der Beschuldigte war indessen zur Au s- händigung des sich bei ihm befindlichen Erbschaftsvermögen s aufgrund von Art. 559 Abs. 2 ZGB erst nach Ausstellung der Erbenbescheinigung des Erbschaftsamts G._____ vom 14. Juli 2009 verpflichtet (act. AA 01.02.042). Weil dem Beschuldigten eine angemessene Frist zur Aushändigung dieses Erbschaftsvermögens zuzugestehen ist, kann aus strafrechtli- cher Optik bezüglich der vom Beschuldigten rund zwei Wochen nach der Ausstellung dieser Erbenbescheinigung den Privatklägern überwiesenen Fr. 100‘000.-- keine zweckwidrige Verwendung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erblickt werden. Da der Beschuldigte die nach dieser Zahlung verbleibenden Fr. 187‘362.93 weiterhin bis zum 31. August 2009 auf dem auf seinen Namen lautenden und dem Zugriff der Privatkläger entzogenen K._____- Konto Nr. 4._____ einbehielt, bekundete er e indeutig den Willen, den obligatorischen A n- spruch der Privatkläger zu vereiteln. Demnach verwendete der Beschuldigte diese Fr. 187‘362.93 unrechtmässig in seinem Nutzen. Weil die Veruntreuung mit der zweckwidr i- gen Verwendung des betreffenden Geldes bereits vollendet war, kann dem Beschuldigten hinsichtlich der aus dem veruntreuten Vermögen erzielten Dividenden- und Zinserträgen von Fr. 1‘290.50 keine Veruntreuung zur Last gelegt werden. abd. Vermögensschaden Im Umfang der durch den Beschuldigten unrechtmä ssig entzogenen bzw. vorenthaltenen Vermögenswerte von Fr. 616‘544.98 (Fr. 224‘200.-- + Fr. 84‘397.10 + Fr. 57‘805.88 + Fr. 62‘779.07 + Fr. 187'362.93) entstand †D._____ bzw. den Privatklägern ein Vermögen s- schaden. Daran ändert auch der †D._____ bzw. den Privatklägern zustehende Anspruch auf Rückforderung dieses Geldbetrags gegenüber dem Beschuldigten nichts. Denn diese Forde- rung war in ihrem Wert vermindert, weil sie mit dem Risiko verbunden war, dass der B e- schuldigte diese bestreitet oder nicht bezahlen k ann oder will (OGer. ZH SB130137 vom 31. März 2014 E. II. 3.5.2). Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht abe. Fazit Aufgrund der vorstehenden Ausführungen erhellt, dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale der Veruntreuung erfüllt sind. b. Subjektiver Tatbestand ba. Allgemeines In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz und ein Handeln in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht erforderlich (BGE 133 IV 21 E. 6.1.2 S. 27). Als Bereicherung gilt jede wirtschaftliche Be s- serstellung, auf die ihr Empfänger keinen Rechtsanspruch besitzt (BGE 114 IV 133 E. 2b S. 137). An der Absicht unrechtmässiger Bereicherung kann es fehlen, wenn der Täter E r- satzbereitschaft aufweist, d.h. wenn dieser den Willen und die Möglichkeit hatte, seiner Treuepflicht zeitgerecht nachzukommen. Unrechtmässig bereichert sich somit, wer Ve rmö- genswerte in seinem Nutzen verwendet, ohne fähig und gewillt zu sein, sie jederzeit sofort zu ersetzen (BGE 133 IV 21 E. 6.1.2 S. 27 ; BStGer. SK.2015.35 vom 10. November 2015 E. 3.2). bb. In Concreto 1. Der Beschuldigte muss sich bewusst gewesen sein, dass das Vermögen auf dem J._____-Konto Nr. 2._____ und der Erlös aus der streitbetroffenen Liegenschaft nicht ihm, sondern vielmehr wirtschaftlich †D._____ bzw. dessen Erben gehörte. Davon ist vorliegend umso mehr auszugehen, als dem Beschuldigten aufgrund seiner beruflichen Ausbildung und Erfahrung als Kaufmann sehr wohl klar gewesen sein muss, dass er auf das fragliche Ve r- mögen keinerlei Anspruch hatte, weil ihm dieses zu keiner Zeit von †D._____ geschenkt oder vererbt wurde. Auch war dem Beschuldigten klar, dass er das besagte Vermögen durch die fraglichen Transaktionen zweckwidrig verwendete. Sein Handeln erfolgte mithin vorsät z- lich. 2. Nachfolgend ist zu prüfen, ob der Beschuldigte in unrechtmässiger B ereicherungs- absicht gehandelt hat. Dazu ist vorerst über den von der Vorinstanz nicht geprüften Einwand des Beschuldigten zu befinden, es fehle aufgrund seiner Ersatzbereitschaft an einer u n- rechtmässigen Bereicherungsabsicht. Wie es um die Fähigkeit des Be schuldigten stand, sofort und jederzeit aus eigenen Mitteln Ersatz leisten zu können, kann hier offen gelassen werden, denn es fehlte ihm - jedenfalls im Zeitpunkt der inkriminierten Handlungen - der Wil- le, dies zu tun. Der Beschuldigte unterliess es, über die streitbetroffenen Bezüge aus dem Vermögen von †D._____ und deren Verwendung zeitnah und systematisch Buch zu führen sowie durch periodische Auszüge †D._____ bzw. dessen Erben regelmässig über den Stand des Guthabens zu orientieren. Damit wurde eine Rü ckforderung dieser Gelder durch †D._____ bzw. dessen Erben beträchtlich erschwert. Überdies ist zu beachten, dass der Beschuldigte in der von ihm für †D._____ am 28. Februar 2009 gemachten Steuererklärung 2008 die aus dem Vermögen von †D._____ bezogenen Vermögenswerte gar nicht aufführte, sondern vielmehr diese bzw. deren Surrogate in seiner Steuererklärung 2008 vom 16. März 2009 als eigenes Vermögen deklarierte (act. AA 25.06.007 ff.; AA 25.07.021 ff.). Ausserdem wies der Beschuldigte in der von ihm am 24. April 2009 erstellten und gleichentags dem Erb- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht schaftsamt G._____ eingereichten Bilanz unter den Aktiven unter der Bezeichnung „Tre u- handkonto K._____“ Fr. 122.66 aus (act. AA 25.11.023) und verschwieg damit praktisch sämtliche bis zum Tod von †D._____ veruntreuten Gelder. Im Weiteren zahlte er nach der Ausstellung der Erbenbescheinigung für die Privatkläger am 14. Juli 2009 einen Betrag von Fr. 187‘362.93 den Berechtigten nicht innert einer angemessen Frist, sondern erst eineinhalb Monate später zurück. Auf grund der dargestellten Umstände folgt, dass der Beschuldigte nicht gewillt war, die inkriminierten Gelder jederzeit und sofort zu ersetzen. Damit muss die Ersatzbereitschaft des Beschuldigten verneint werden. Aufgrund dessen und des Wissens des Beschuldigten um die fehlende Berechtigung an den streitbetroffenen Vermögenswerten muss geschlossen werden, dass er die fraglichen zweckwidrigen Verfügungen über diese Vermögenswerte in der Absicht tätigte, sich unrechtmässig zu bereichern. c. Fazit Das Dargelegte zeigt, dass der Beschuldigte den subjektiven Tatbestand der Veruntreuung erfüllte. d. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine vorhanden. e. Fazit Gesamthaft ergibt sich, dass der Beschuldigte sich der Veruntreuung schuldig machte. An- gemerkt sei, dass selbst, wenn anzunehmen wäre, der Beschuldigte habe nach dem Tod von †D._____ das Vermögen des Verstorbenen nicht mehr veruntreuen können, dieser aus den vom Strafgericht in seinem Urteil angeführt en Gründen wegen ungetreuer Geschäftsbe- sorgung schuldig zu erklären wäre. Um Wiederholungen zu vermeiden, ist auf die entspr e- chenden Ausführungen im erstinstanzlichen Urteil (E. I.2.2 Ziff. 30 -42) zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). B. Urkundenfälschung BA. Formular A und wirtschaftliche Berechtigung an Vermögenswerten Der Beschuldigte gab in dem von ihm am 7. Mai 2008 unterzeichneten Formular A gemäss Art. 3 und 4 VSB (nachfolgend: Formular A) für das K._____-Konto Nr. 4._____ an, allein an den Vermögenswerten wirtschaftlich berechtigt zu sein. Ausserdem verpflichtete er sich in diesem Formular A, der K._____ AG Änderungen von sich aus mitzuteilen (act. AA 30.05.008). Am 7. Mai 2008 befanden sich auf diesem Konto dem Beschuldig ten gehörende Fr. 10‘000.--. Zwischen dem 7. Mai 2008 und dem 15. Mai 2008 überwies er in 26 Transaktionen insgesamt Fr. 190'000.-- vom J._____-Konto Nr. 2._____ von †D._____ entweder direkt oder via ein anderes seiner K._____-Konten auf sein K._____-Konto Nr. 4._____ (act. AA 31.12.008, AA 30.16.001 ff., AA 30.06.008; AA 70.01.001 ff.; AA 10.01.006). Ausserdem za hlten die drei Personen M._____, N._____ und O._____ am 14. Oktober 2008 Fr. 85'000.--, am 23. Dezember 2008 Fr. 60'000.-- und am 31. März 2009 Fr. 685'000.-- zur Tilgung des Kaufpreises der von †D._____ erworbenen Liegenschaft auf Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht das K._____-Konto Nr. 4._____ ein (act. AA 30.17.022 ff.; act. AA 01.02.009 ff.). Unstrittig gehörten die vorerwähnten t otal Fr. 190‘000.-- und die Kaufpreiszahlungen f ür die Liege n- schaft von insgesamt Fr. 830‘000.-- wirtschaftlich nicht dem Beschuldigten. BB. Rechtliche Würdigung a. Objektiver Tatbestand aa. Allgemeines Gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB macht sich der Urkundenfälschung schuldig, wer in der A b- sicht, jemanden am Vermögen oder an andern Rechten zu schädigen oder sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das echte Handzeichen eines andern zur Herstellung e iner un- echten Urkunde benützt oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkunden lässt. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt d em Formular A eine erhöhte Glaubwürdigkeit und damit Urkundenqualität zu (BGE 139 II 404 E. 9.9.2 S. 443). ab. In Concreto Indem sich der Beschuldigte in dem am 7. Mai 2008 unterzeichneten Formular A als allein i- gen wirtschaftlich Berechtigten an den Vermögenswerten auf dem K._____-Konto Nr. 4._____ bezeichnete bzw. es unterliess, der K._____ AG zu melden, dass er bezüglich der nach der Unterzeichnung dieses Formulars A aus dem Vermögen von †D._____ auf die- ses Konto überwiesenen total Fr. 190‘000.-- und dem darauf einbezahlten Erlös aus dem Verkauf der Liegenschaft von †D._____ von insgesamt Fr. 830‘000.-- nicht wirtschaftlich be- rechtigt war, verwirklichte er den objektiven Tatbestand der Urkundenfälschung. b. Subjektiver Tatbestand ba. Allgemeines Der subjektive Tatbestand der Urkundenfälschung verlangt Vorsatz hinsichtlich aller objekt i- ven Tatbestandsmerkmale, wobei Eventualvorsatz ausreicht. Vorausgesetzt wird überdies ein Handeln in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an anderen Rechten zu schädigen oder sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen. Als unrecht- mässiger Vorteil genügt jegliche Besserstellung, sei sie vermögensrechtlicher oder sonstiger Natur (BGer. 6B_446/2011 vom 27. Juli 2012 E. 7.5). Die Verwirklichung der Schädigungs - oder Vorteilsabsicht ist nicht erforderlich; Eventualabsicht reicht aus (BGer. 6B_183/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.4.2). bb. In Concreto In dem von ihm am 7. Mai 2008 unterzeichneten Formular A musste der Beschuldigte mit einem Kreuz angeben, ob er allein oder eine andere Person oder Firma an den Vermögen s- werten auf dem K._____-Konto Nr. 4._____ wirtschaftlich berechtigt ist. Die Stelle, an wel- cher er dieses Dokument unterzeichnete, befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Abschnitt, in welchem er sich als alleinigen wirtschaftlich Berechtigten an den fraglichen Vermögen s- werten bezeichnete. Auch wurde in diesem Schriftstück in der Zeile gleich vor seiner Unte r- Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht schrift auf die Verpflichtung zur Meldung von Änderungen hingewiesen. Direkt unter der U n- terschrift ist in fetter Schrift folgender Hinweis angebracht: „Das vorsätzliche fals che Ausfül- len dieses Formulars ist strafbar (Art. 251 des Schweizerischen Strafgesetzbuches, Urku n- denfälschung; Strafandrohung: Zuchthaus bis fünf Jahren oder Gefängnis).“ Überdies ist zu beachten, dass der Beschuldigte bereits am 15. November 2001 ein For mular A bezüglich des fraglichen Kontos ausgefüllt sowie unterschrieben hatte (act. AA 30.05.006), und de m- nach mit der Identifikation des wirtschaftlich Berechtigten durch dieses Formular vertraut war. Aufgrund all dessen kann nur geschlossen werden, dass der in finanziellen Angelegen- heiten erfahrene Beschuldigte bezüglich des wirtschaftlich Berechtigten im besagten Form u- lar A bewusst falsche Angaben machte bzw. hinsichtlich der nach der Unterzeichnung dieses Dokuments auf dem besagten Konto eingegangenen G elder, welche †D._____ bzw. dessen Erben gehörten, zu Unrecht der K._____ AG nicht mitteilte, dass er an diesen nicht wir t- schaftlich berechtigt war. An dieser Stelle sei angemerkt, dass für den Beschuldigten zu ke i- ner Zeit ein Anlass zur Annahme bestand, er sei an den streitbetroffenen Vermögenswerten wirtschaftlich berechtigt gewesen; denn †D._____ hatte ihm diese weder geschenkt noch vererbt. Demnach kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte vorsätzlich die K._____ AG über seine fehlende wirtschaft liche Berechtigung an den fraglichen Vermögenswerten täuschte. Der Beschuldigte durfte über das Vermögen von †D._____ nicht in eigenem Nu t- zen verfügen. Indem sich der Beschuldigte gegenüber der K._____ AG als wirtschaftlich Be- rechtigten an diesen Geldern a usgab, verschaffte er sich die Möglichkeit, jederzeit unb e- schränkt über diese Fr. 830‘000.-- verfügen zu können, insbesondere auch nach dem Abl e- ben von †D._____. Damit war bei ihm eine unrechtmäsisge Vorteilsabsicht gegeben. Mithin erfüllte er den subjektiven Tatbestand der Urkundenfälschung. c. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. d. Fazit Aufgrund der vorstehenden Schilderungen steht fest, dass der Beschuldigte den Tatbestand der Urkundenfälschung erfüllte. C. Mehrfach versuchte Erschleichung einer Falschbeurkundung CA. Bilanz vom 24. April 2009 a. Einreichen der unvollständigen Bilanz 1.1 Der Beschuldigte wies in der am 24. April 2009 auf den Todestag von †D._____ erstellten Bilanz Aktiven von Fr. 798‘917.45 sowie Passiven von Fr. 343‘991.20 und damit ein Reinvermögen des Verstorbenen von Fr. 454‘926.25 aus (act. AA 25.11.023). 1.2 †D._____ stand gegenüber dem Beschuldigten eine Schadenersatzforderung von Fr. 366‘402.98 zu, da der Beschuldigte zwischen dem 7. Mai 2008 und dem 26. März 2009 einen Betrag von Fr. 224‘200.--, einen solchen von Fr. 84‘397.10 und einen solchen von Fr. 57‘805.88 von †D._____ veruntreute. Weil der Beschuldigte in der erwähnten Bilanz d ie- se Schadenersatzforderung nicht aufführte, sondern von den von ihm veruntreuten Geldern Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei den Aktiven unter dem Titel „Treuhandkonto K._____“ lediglich einen Betrag von Fr. 122.66 auflistete (act. AA 25.11.023), fehlte darin ein wesentlicher Teil des s ich im Besitz des Beschuldigten befindenden Vermögens von †D._____, womit die Bilanz lückenhaft war. Diese Bilanz übergab der Beschuldigte anlässlich der Aufnahme des Inventars des Nachla s- ses von †D._____ am 24. April 2009 dem Erbschaftsamt G._____. Gestützt darauf wurde kein Sicherungsinventar errichtet. 2. Aus den überzeugenden, vom Strafgericht in seinem Urteil angeführten Gründen (E. I.2.4 Ziff. 3 und 4) ist es als ausgeschlossen anzusehen, dass d er Beschuldigte die Auf- listung der streitbetroffenen Vermögensbestandteile vergessen haben könnte. Entgegen sei- ner Auffassung durfte der Beschuldigte nicht annehmen, er sei berechtigt, die fraglichen Vermögenswerte in der zuhanden des Erbschaftsamts erstellten Bilanz nicht aufzu führen, um diese den gesetzlichen Erben von †D._____ vorzuenthalten. Denn weil †D._____ die besagten Vermögensbestandteile dem Beschuldigten weder schenkte noch ihm vererbte, musste dem Beschuldigten klar gewesen sein, dass er den Nachlass von †D._____ vollstän- dig offenzulegen hatte, um das Substrat der berechtigten Erben nicht unzulässig zu schm ä- lern. Aufgrund all dessen steht fest, dass der Beschuldigte bewusst eine Bilanz errichtete, welche nicht alle sich in seinem Besitz befindlichen Vermögensbestandte ile des Nachlasses von †D._____ auswies. b. Rechtliche Würdigung ba. Objektiver Tatbestand baa. Allgemeines 1. Den objektiven Tatbestand der Erschleichung einer Falschbeurkun dung im Sinne von Art. 253 Abs. 1 StGB erfüllt, wer eine inhaltlich unwahre Beurk undung rechtlich erhebli- cher Tatsachen durch Täuschung eines Beamten oder einer Person öffentlichen Glaubens bewirkt. Hierzu bedarf es keines arglistigen V orgehens; vielmehr genügt eine blosse Irrefüh- rung, welche in einfachen Falschangaben gegenüber der Ur kundsperson bestehen kann (DONATSCH/WOHLERS, Strafrecht IV, 4. Aufl. 2011, S. 174). 2. Errichtet das Erbschaftsamt G._____ gestützt auf Art. 553 Abs. 3 ZGB i.V.m. § 110 Abs. 1 EG ZGB ein Sicherungsinventar, so obliegt ihm dabei die Pflicht, zur Sicherung des Erbgangs den Umfang des Nachlasses zu ermitteln. Dazu hat es eigene Nachforschungen anzustellen und Personen zu befrage n, die über die Vermögensverhältnisse der verstorb e- nen Person Auskunft geben können oder die deren Vermögensstücke besitzen. Die über das Ergebnis dieser Erhebungen von ihm ausgefertigte Urkunde ist mithin bestimmt und geei g- net, eine Tatsache von rechtlich er Bedeutung zu beweisen. Das Sicherungsinventar hat s o- mit Urkundenqualität. Im Sicherungsinventar wird beurkundet, dass der Nachlass zumindest nicht geringer ist, als er aufgrund der Ermittlungen der Zivilrechtsverwaltung festgestellt ist (ZR 45 Nr. 135; TRECHSEL/ERNI, Praxiskommentar StGB, 2. Aufl. 2013, Vor Art. 251 N 23). Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht bab. In Concreto Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens bego n- nen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so kann das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB). Indem der Beschuldigte die unwahre Bilanz vom 24. April 2009 noch am gleichen Tag beim Erbschaftsamt G._____ einreichte, versuchte er, den Inventurbeam- ten über eine rechtlich erhebliche Tatsache zu täuschen und so die Errichtung eines unwa h- ren Sicherungsinventars zu erreichen. bb. Subjektiver Tatbestand bba. Allgemeines In subjektiver Hinsicht ist erforderlich, dass der Täter vor sätzlich und mit Täuschungsabsicht handelt. Eventualvorsatz genügt (DONATSCH/WOHLERS, a.a.O., S. 175). bbb. In Concreto Der Beschuldigte wusste um die Unvollständigkeit der Bilanz vom 24. April 2009 . Weil er diese trotzdem beim Erbschaftsamt einreichte , muss ihm ein vo rsätzliches Tun angelastet werden. Dabei handelte er in der Ab sicht, den Inventurbeamten über eine rechtlich erhebl i- che Tatsache zu täuschen. Der subjektive Tatbestand von Art. 253 Abs. 1 StGB ist damit erfüllt. bc. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. bd. Fazit Dem Gesagten zufolge muss geschlossen werden, dass der Beschuldigte sich der versuc h- ten Erschleichung einer Falschbeurkundung schuldig machte. CB. Bilanz vom 2. Juni 2009 a. Einreichen der unvollständigen Bilanz 1.1 In der auf den Todestag von †D._____ errichteten Bilanz vom 2. Juni 2009 führte der Beschuldigte Aktiven von Fr. 914‘619.19 sowie Passiven von Fr. 379‘136.05 und damit ein Reinvermögen von Fr. 535‘483.14 auf (act. AA 25.11.140). Diese Bilanz war unvollstä n- dig, weil statt der †D._____ gegenüber dem Beschuldigten zustehenden Schadenersatzfo r- derung von Fr. 366‘402.98 (siehe E. II/C/CA/a) lediglich ein Aktienbestand von Fr. 104‘152.50 ausgewiesen wu rde. Demnach ergibt sich, dass der Beschuldigte einen Teil des sich in seinem Besitz befindenden Vermögens des Verstorbenen verheimlichte. Die vom Beschuldigten am 2. Juni 2009 erstellte Bilanz war somit unvollständig. 1.2 Die besagte Bilanz würde sich s elbst dann als lückenhaft herausstellen, wenn d a- von auszugehen wäre, der Beschuldigte hätte keine Schadenersatzforderung von Fr. 366‘402.98, sondern nur das veruntreute Geld bzw. dessen Surrogate aufführen müssen. Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht Weil der Beschuldigte insgesamt Fr. 366‘402.98 veruntreute und für den Erwerb der in der Bilanz aufgeführten Wertpapieren lediglich Fr. 171'641.55 aufwendete (act. AA 25.11.109), stünde jedenfalls fest, dass er darin unter den Aktiven Fr. 194‘761.43 zu wenig ausgewiesen hätte. 1.3 Der Beschuldigte reichte die fragliche Bilanz mit Schreiben vom 3. Juni 2009 beim Erbschaftsamt G._____ ein. In der Folge wurde gestützt auf diese kein Sicherungsinventar erstellt. 2. Angesichts der überaus auffälligen Akribie, mit welcher der Beschuldigte zum Be i- spiel unter den Passiven auch Kleinstbeträge (zum Beispiel EBM: Fr. 6.55 oder Transpor t- brett für Mosaik: Fr. 12.--) auflistete, erscheint als ausgeschlossen, dass der Beschuldigte in der Bilanz vom 2. Juni 2009 vergessen haben könnte, das fragliche Nachlassver mögen im Umfang von rund einer Viertelmillion Franken aufzuführen. Aufgrund seiner einschlägigen Berufskenntnisse sowie, da †D._____ dem Beschuldigten das nicht aufgelistete Vermögen weder schenkte noch vererbte, bestand für den Beschuldigten auch keine Veranlassung a n- zunehmen, er müsse dieses in der besagten Bilanz nicht aufführen. b. Rechtliche Würdigung ba. Objektiver Tatbestand Indem der Beschuldigte am 3. Juni 2009 die unrichtige Bilanz vom 2. Juni 2009 beim Er b- schaftsamt G._____ einreichte, versuchte er, den Inventurbeamten über eine rechtlich e r- hebliche Tatsache zu täuschen und damit die Erstellung eines unwahren Sicherungsinve n- tars zu erwirken. bb. Subjektiver Tatbestand Der Beschuldigte hatte Kenntnis von der Lückenhaftigkeit der Bilanz vom 2. Juni 2009 . In- dem er diese trotzdem dem Erbschaftsamt zusandte , handelte er vo rsätzlich. Dies tat er i n der Absicht, den betreffenden I nventurbeamten über eine rechtlich erhebliche Tatsache zu täuschen. Der subjektive Tatbestand von Art. 253 Abs. 1 StGB ist mithin gegeben. bc. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind nicht vorhanden. bd. Fazit Nach alledem muss geschlossen werden, dass der Beschuldigte wegen versuchter Erschlei- chung einer Falschbeurkundung schuldig zu erklären ist. Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Erschleichung einer Falschbeurkundung DA. Einreichung der unvollständigen Aufstellung vom 19. Juni 2009 1.1 Der Beschuldigte wies in der am 19. Juni 2009 auf den Todestag von †D._____ vorgenommenen Aufstellung Aktiven von insgesamt Fr. 1‘014‘861.69 aus (act. AA 25.11.024). Darin sind zwar vom Beschuldigten aus dem veruntreuten Vermögen von †D._____ erworbene Wertschriften im Betrag von Fr. 204‘395.-- aufgeführt. Weil jedoch die †D._____ gegenüber dem Beschuldigten zustehende Schadenersatzforderung von Fr. 366‘402.98 (siehe E. II/C/CA/a) nicht erwähnt wurde und überdies die aufgeführten Wer t- papiere in H öhe von Fr. 204‘395.-- betragsmässig unter dieser Schadenersatzforderung l a- gen, ergibt sich, dass der Beschuldigte einen Teil des sich in seinem Besitz befindenden Vermögens des Verstorbenen verheimlichte. Die vom Beschuldigten am 19. Juni 2009 e r- stellte Aufstellung erweist sich somit als unvollständig. 1.2 Diese Aufstellung wäre selbst dann als lückenhaft zu qualifizieren, wenn anzune h- men wäre, der Beschuldigte hätte darin keine Schadenersatzforderung von Fr. 366‘402.98, sondern bloss das veruntreute Gel d bzw. dessen Surrogate auflisten müssen. Weil der B e- schuldigte Vermögen von †D._____ im Umfang von Fr. 366‘402.98 veruntreute und für den Erwerb der streitbetroffenen Wertpapiere nur Fr. 352‘354.55 bezahlte (act. AA 25.11.044), stünde jedenfalls fest, dass er darin Fr. 14‘048.43 zu wenig ausgeführt hätte. 1.3 Der Beschuldigte reichte die am 19. Juni 2009 errichtete Aufstellung mit Eingabe vom 20. Juni 2009 beim Erbschaftsamt G._____ ein (act. AA 25.11.146 ff.). In der Folge e r- stellte dieses gestützt auf diese Aufstellung am 2. Juli 2009 ein Steuer - und Sicherungsin- ventar über den Nachlass von †D._____ (act. AA 25.11.003 ff.). 2. Der Beschuldigte vermischte sein eigenes Vermögen mit jenem von †D._____, in- dem er Gelder von †D._____ auf seinen Namen lautende und teilweise mit eigenen Geldern alimentierte Bankkonten überwies, dieses zum Teil auf andere eigene Konten weitertransf e- rierte und daraus zum Teil Aktien, Obligationen und Fremdwährungen erwarb. Da er nicht zeitnah und lückenlos über die Verwendung des Vermögens von †D._____ Buch führte, nahm er in Kauf, nicht mehr in der Lage zu sein, das eigene vom fremden Vermögen korrekt ausscheiden zu können. Er nahm es deshalb letztlich in Kauf, keine den Tatsachen entspr e- chende Bilanz über das Nachlassvermögen von †D._____ erstellen zu können. DB. Rechtliche Würdigung a. Objektiver Tatbestand Der Beschuldigte veranlasste den Inventurbeamten durch die Einreichung der lückenhaften Aufstellung der Aktiven des Nachlasses von †D._____, ein unvollständiges Sicherungsinven- tar zu erstellen und damit eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig zu verurkunden. Der Inventurbeamte befand sich im Irrtum über den Umfang des Nachlasses. Denn e s ist als Er- fahrungstatsache anzunehmen, dass der Inventurbeamte bei richt iger Kenntnis des Sac h- verhaltes kein lückenhaftes Sicherungsinventar errichtet hätte. Der objektive Tatbestand von Art. 253 Abs. 1 StGB ist mithin erfüllt. Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht b. Subjektiver Tatbestand Der Beschuldigte nahm zumindest in Kauf, dass die Aufstellung der Aktiven des Nachlass- vermögens lückenhaft war und der Inventurbeamte durch die Einreichung dieses Dokuments über eine rechtlich erhebliche Tatsache getäuscht wurde. Weil er dieses Dokument dennoch beim Erbschaftsamt einreichte, muss ihm ein zumindest eventualvo rsätzliches Tun angelas- tet werden. Der subjektive Tatbestand von Art. 253 Abs. 1 StGB ist infolge all dessen geg e- ben. c. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. d. Fazit Nach alledem folgt, dass der Beschuldigte den Tatbestand der Erschleichung einer Falsc h- beurkundung verwirklichte. E. Konkurrenzen und Ergebnis 1. Die vom Beschuldigten erfüllten Tatbestände stehen in echter Konkurrenz, da u n- terschiedliche Rechtsgüter verletzt wurden und keine straflosen Vor - oder Nachtaten vorlie- gen. Demzufolge ist der Beschuldigte der Veruntreuung, der Urkundenfälschung und der mehrfachen, teilweise versuchten Erschleichung einer falschen Beurkundung schuldig zu erklären. 2. Dem Gesagten zufolge erweist sich die Berufung des Beschuldigten, insoweit er einen Freispruch in allen Anklagepunkten verlangt, als unbegründet und ist somit abzuwe i- sen. Dagegen dringt die Staatsanwaltschaft mit ihrer Anschlussberufung insoweit durch, als die Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Urteils insofern aufgehoben wird, als der Beschu l- digte im Anklagepunkt 2.2 teilweise wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung schuldig g e- sprochen wurde, und der Beschuldigte stattdessen wegen Veruntreuung schuldig erkl ärt wird. Die Staatsanwaltschaft unterliegt indes insofern, als sie verlangt, es sei der Beschuldig- te im Anklagepunkt 2.2 wegen einer um Fr. 101‘290.50 höheren Deliktssumme als vom Strafgericht angenommen der Veruntreuung zum Nachteil der Erbengemeinschaft †D._____ schuldig zu erklären. Die Privatkläger unterliegen mit ihrer Anschlussberufung, mit welcher sie die Bestätigung aller erstinstanzlich ausgesprochenen Schuldsprüche verlangen, ins o- weit, als das Kantonsgericht den vom Strafgericht gegenüber dem Bes chuldigten ausgefäll- ten Schuldspruch wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung aufhebt und diesen bezüglich des zugrunde gelegten Sachverhalts wegen Veruntreuung schuldig spricht. Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht III. STRAFZUMESSUNG A. Strafe AA. Strafrahmen Für die Strafzumessung ist zu nächst der Strafrahmen zu bestimmen. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angeme s- sen. Das Gericht darf jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist dabei an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Der ordentliche Strafrahmen für die vom Beschuldigten verübten Delikte e r- streckt sich von einem Tagessatz Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe (Art. 138 Ziff. 1 StGB, Art. 251 Ziff. 1 StGB, Art. 253 StGB). Strafschärfend zu berücksichtigen sind die Deliktsmehrheit und die teilweise mehrfache Tatbegehung , anderseits wirkt sich die Tatsa- che, dass es bei zwei Erschleichungen einer Falschbeurkundung beim Versuch blieb, stra f- mildernd aus (Art. 22 Abs. 1 StGB). Weitere Strafschärfungs - oder Strafmilderungsgründe liegen nicht vor. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung führen Straf schärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch zu einer Erhöhung des Strafrahmens. Der ordentl i- che Strafrahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63). Dies ist hier nicht der Fall. Für die auszufällende Strafe ist s o- mit von einem Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe (bis zu 360 Tagessätzen) auszugehen. AB. Strafzumessungskriterien a. Allgemeines Das Gericht misst die Strafe gemäss Art. 47 StGB nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschu lden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lag e war, die Gefährdung oder Verletzung zu ve r- meiden (Abs. 2). b. In Concreto ba. Tatkomponenten baa. Objektive Tatschwere Während rund eines Jahres machte sich der Beschuldigte wegen Veruntreuung in der Höhe von Fr. 616‘544.98 schuldig. Dieser Deliktsbetrag ist bedeutend und fällt zulasten des B e- schuldigten ins Gewicht. Sodann ist zu beachten, dass die vom Beschuldigten begangene Veruntreuung Ausdruck einer besonders hohen kriminellen Energie ist: Das veruntreute Bankguthaben von Fr. 224‘200.-- überwies er durch 31 Einzeltransaktionen aus dem Vermö- gen von †D._____ auf seine eigenen Konten. Auch veruntreute er durch eine stattliche Zahl von Käufen von Wertschriften und Fremdwährungen einen namhaften Teil des Erlöses aus dem Verkauf der Liegenschaft von †D._____. Der Beschuldigte missbrauchte das ihm von Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht †D._____ entgegengebrachte Vertrauen kr ass, um sich in egoistischer Weise Zugriff auf dessen Vermögenswerte zu verschaffen. Während der zu Lebzeiten von †D._____ verübten Veruntreuung (7. Mai 2008 - 26. März 2009) war die Gesundheit des Letzteren erheblich beeinträchtigt; so musste der über ach tzigjährige †D._____ am 1. Mai 2008 wegen einer Hirnblutung ins Spital eingeliefert werden und die folgenden Monate bis zu seinem Tod am 30. März 2009 im Spital oder im Pflegeheim verbringen. †D._____ war zumindest in der Zeit nach seiner Hirnblutung für die Besorgung seiner finanziellen Angelegenheiten offensichtlich hilfsbedürftig. Dass der Beschuldigte diesen Zustand zwecks persönlicher Bereicherung ausnützte, ist verwerflich. Der Beschuldigte legte zudem bei der mehrfachen, teilweise ve r- suchten Erschleichung einer falschen Beurkundung eine beträchtliche kriminelle Energie an den Tag: Der Beschuldigte schreckte nicht davor zurück, gegenüber dem Inventurbeamten wiederholt falsche Angaben zu den Vermögensverhältnissen von †D._____ zu machen. Es war ihm dabei klar, dass er der Einzige war, welcher über diese Vermögensverhältnisse B e- scheid wusste. Hätte er mit dem fraglichen Vorgehen Erfolg gehabt, wären die Privatkläger um eine namhafte Erbschaft unrechtmässig geprellt worden. Dieses Verhalten zeugt von beträchtlicher Unverfrorenheit. In Anbetracht all dessen ist das Verschulden des Beschuldig- ten objektiv als mittelschwer zu werten. bab. Subjektive Tatschwere Der Beschuldigte handelte vorsätzlich. Mit der deliktischen Tätigkeit wollte er sich zusätzliche finanzielle Mittel verschaffen, obgleich er in ausgesprochen guten finanziellen Verhältnissen lebte. Er nutzte das ihm vom hilflosen †D._____ entgegengebrachte Vertrauen schamlos aus. Sein Beweggrund für die Verübung der Straftaten war rein finanzieller und so mit egois- tischer Natur. Es wäre dem Beschuldigten somit ohne Weiteres möglich gewesen, sich g e- setzeskonform zu verhalten. Aufgrund all dessen ergibt sich, dass d ie subjektiven Komp o- nenten des Tatverschuldens das objektiv mittelschwere Verschulden des Beschuldigten nicht zu relativieren vermögen. bb. Täterkomponenten bba. Vorleben und persönliche Verhältnisse Die erste Instanz legte das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten ausführlich dar. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann vorab auf diese strafgerichtlichen Ausführungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Entgegen der Vorinstanz ist das Al- ter des Beschuldigten allerdings nicht strafmindernd zu berücksichtigen . Denn allein au f- grund des fortgeschrittenen Alters eines Täters kann nicht angenommen werden, dass di e- ser durch einen Vollzug einer Freiheitsstrafe härter getrof fen wird als ein jun ger Mensch (BGer. 6B_291/2012 vom 16. Juli 2013 E. 6.3). bbb. Einsicht und Reue Der Beschuldigte zeigte sich sowohl im Vorverfahren als auch an der erst - und zweitinstanz- lichen Hauptverhandlung ausserordentlich davon überzeugt, überhaupt nichts falsch g e- macht zu haben. Die Verantwortung für das Vorgefallene schob er auf den Verstorbenen, welcher ihn zum „ Verschwindenlassen“ der Gelder angestiftet habe. Schuld an der ganzen Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht Situation habe auch die Privatklägerin 2, welche geldgierig sei und nicht genug bekommen könne. An der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung bezeichnete er einzig die Unterzeic h- nung des unrichtig ausgefüllten Formulars A der K._____ als Fehler (Prot. KG vom 4. und 5. Januar 2016, S. 32). Angesichts all dessen kann dem Beschuldigten keine Einsicht und Reue, welche sich strafmindernd auszuwirken vermöchte, attestiert werden. bbc. Wiedergutmachung des Schadens 1. Erbringt der Täter in Relation zu seinen finanziellen Verhältnissen beachtliche Wi e- dergutmachungszahlungen, so wirken sich diese im Rahmen von Art. 47 StGB strafmindernd aus (BGE 135 IV 87 E. 6 S. 96); eine Strafmilderung i m Sinne von Art. 48 lit. d StGB setzt dagegen besondere Anstrengungen des Täters voraus (OGer. ZH SB110391 vom 3. N o- vember 2011 E. III.3.2.2.b). 2. Der Beschuldigte überwies den Privatklägern unstrittig Fr. 311‘000.--. Dabei ist zu beachten, dass es sich bei der in diesem Betrag enthaltenen Zahlung vom 31. Juli 2009 über Fr. 100‘000.-- nicht um eine Rückzahlung von veruntreutem Vermögen handelt (siehe E. II/A/AC/a/ab/abc/4); somit zählt diese Summe auch nicht zur vom Beschuldigten geleist e- ten Schadenswied ergutmachung. Ausserdem übertrug der Beschuldigte den Privatklägern am 21. September 2008 und am 5. Februar 2009 Wertschriften im Betrag von Fr. 358‘147.-- (siehe E. IV Ziff. 2.2). Angesichts des Umstands, dass der Beschuldigte das überwiesene Geld auf seinem Bankkonto hatte (act. AA 30.06.001 ff. und insb. AA 30.16.015) und sich die fraglichen Wertschriften in seinen Depots befanden sowie der Beschuldigte über weiteres Vermögen und erhebliche Einkünfte verfügte (act. AA 25.06.021), führte die Leistung der Schadenswiedergutmachung zu keiner besonderen Einschränkung beim Beschuldigten. A n- gesichts dessen und da diese nur aufgrund des erheblichen Drucks der Privatkläger zusta n- de kam, ist die erbrachte Schadenswiedergutmachung bloss leicht strafmindernd zu berüc k- sichtigen. bbd. Verletzung des Beschleunigungsgebots 1. Das in Art. 5 Abs. 1 StPO verankerte Beschleunigungsgebot verpflichtet die Straf- behörden, die Strafverfahren unverzüglich an die Hand zu nehmen und sie ohne unbegrü n- dete Verzögerung zum Abschluss zu bringen. Entscheidend für die Beurteilung der Ang e- messenheit der Verfahrensdauer ist eine Gesamtbetrachtung des konkreten Einzelfalls unter Berücksichtigung der Komplexität des Falls sowie des Verhaltens der beschuldigten Person und der zuständigen Behörde (BGE 124 I 139 E. 2c S. 141). Von den Behörden und Geric h- ten kann nicht verlangt werden, dass sie sich ständig einem einzigen Fall widmen. Zeiten, in denen das Verfahren stillsteht, sind unumgänglich und grundsätzlich hinzunehmen (BGer. 6B_51/2013 vom 12. März 2013 E. 2.2). Sind die Strafverfolgungsbehörden im Stadium der Untersuchung indes während etwa 13 oder 14 Monaten untätig, ist dies zu sanktionieren (BGer. 6B_390/2012 vom 18. Februar 2013 E. 4.4; BGE 130 IV 54 E. 3.3.3 S. 56). Die Wür- digung der Verletzung des Beschleunigungsgebots ist aufgrund einer Gesamtschau aller bedeutsamen Umstände des Einzelfalls vorzunehmen (BGer. 6B_676/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.4.1). Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Zwischen der Eröffnung des gegen den Beschuldigten geführten Strafverfahrens am 17. Juni 2010 (act. AA 90.02.001) bis zum heutigen Urteil vergingen fünfeinhalb Jahre. Die- ses Verfahren zog sich in Anbetracht des Aktenumfangs von lediglich sechs Bundesordnern und der durchschnittlichen Schwierigkeit zu lange hin. Ausserdem li egen zwischen der let z- ten Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft am 16. Februar 2012 und der Schlussmittei- lung gemäss Art. 318 Abs. 1 StPO vom 17. Oktober 2013 20 Monate (act. AA 10.01.045 ff.; AA 90.06.020 ff. ). Diese Untätigkeit der Staatsanwaltschaft dauerte offenkundig zu lange. Ausserdem ist mit der Vorinstanz übereinzustimmen, dass zwischen dem Eingang der A n- klageschrift beim Strafgericht am 12. Dezember 2013 und der Durchführung der Hauptve r- handlung am 13. März 2015 unnötig viel Zeit verstrich. Aus diesen Gründen ist eine Verlet- zung des Beschleunigungsgebots zu beja hen und deswegen eine Strafreduktion von vier Monaten vorzunehmen. AC. Auszufällende Strafe In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründ e erweist sich eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren als angemessen. B. Strafvollzug BA. Allgemeines Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung we iterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Für den bedingten Vollzug genügt das Fehlen einer ungünstigen Prognose. Die Gewährung des bedingten Strafaufsch ubs setzt mit and e- ren Worten nicht die positive Erwartung voraus, der Täter wer de sich bewähren, sondern es genügt die Abwesenheit der Befürchtung, dass er es nicht tun werde. Der Strafaufschub ist deshalb die Regel, von der grundsätzlich nur bei ungünstiger Prognose abgewichen werden darf. Er hat im breiten Mittelfeld der Ungewisshe it den Vorrang ( BGer. 6B_358/2014 vom 26. Juni 2014 E. 2.3) BB. In concreto Weil der Beschuldigte nicht vorbestraft ist und sich seit dem letzten deliktischen Verhalten im Jahr 2009 keine strafrechtlichen Verfehlungen zu Sch ulden kommen liess, kann ihm ke ine schlechte Prognose gestellt werden . Demzufolge ist der bedingte Strafvollzug zu gewähren. Um den - angesichts der offenkundigen Unbelehrbarkeit und Unbeeindruckbarkeit des B e- schuldigten - bestehenden Restzweifeln zu begegnen, ist die Probezeit auf drei Jahre fest- zusetzen. C. Gesamtergebnis Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von zwei Jahren, bei einer Probezeit von drei Jahren, zu verurteilen ist. Im Übrigen sei angefügt, dass diese Strafe aus den vorgenannten Gründen auch auszuspr e- chen wäre, wenn die vorinstanzlichen Schuldsprüche vollumfänglich zu bestätigen wären. Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mithin ist die Berufung des Beschuldigten insoweit abzuweisen, als damit eine Aufhebung der von der ersten Instanz ausg esprochenen Freiheitsstrafe beantragt wird. Ebenfalls abz u- weisen ist im Strafpunkt die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft. IV. ZIVILKLAGE 1.1 Das Strafgericht erwog im Wesentlichen, die Privatkläger würden ihre Schadene r- satzforderung von Fr. 203‘110.50 aus der Differenz der vom Beschuldigten †D._____ bzw. dessen Erben entzogenen sowie in seinem Nutzen verwendeten Vermögenswerten und der vom Beschuldigten geleisteten Teilzahlungen des Beschuldigten herleiten. Bei einer dieser Teilzahlungen hand le es sich um vom Beschuldigten auf die Privatkläger überschriebene Wertpapiere. Den Betrag dieser Wertschriften hätten die Privatkläger aufgrund der Kurse dieser Wertpapiere am Todestag von D._____ auf Fr. 204‘395.-- beziffert. Der Todeszei t- punkt sei zwar entscheidend für die Bestimmung des Wertes der Erbschaft; für die Frage der Anrechnung des Wertes des den Erben übertragenen Aktienpakets sei jedoch der Zeitpunkt der Übertragung der Aktien an die Erben massgebend. Da die Kurse der Wertpapiere im Zeitpunkt der Übertragung vom Beschuldigten an die Privatkläger nicht aktenkundig seien, lasse sich der vom Beschuldigten der Erbengemeinschaft verursachte Schaden nicht b e- stimmen. Aufgrund dessen sei die Zivilklage gestützt auf Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg zu verweisen. 1.2 Die Privatkläger wenden dagegen insbesondere ein, für sie sei es schwer verstän d- lich, dass gerade der Anrechnungswert der Teilzahlung in Form der Übertragung von Wer t- papieren einer Beurteilung der Zivilforderung durch das Straf gericht entgegengestanden sei. Abgesehen von diesem Anrechnungswert werfe die Zivilklage keinerlei Fragen auf. Die D e- liktssumme stütze sich auf die Anklageschrift, auf welcher der Schuldspruch wegen Veru n- treuung beruhe. Insgesamt habe der Beschuldigte den Berechtigten Fr. 718‘505.48 entzogen und unrechtmässig für sich selber verwendet. Der Beschuldigte habe nie einen Auftrag g e- habt, Wertschriften zu kaufen. Dass das Abstellen auf den Wert im Zeitpunkt der Übertr a- gung zu einem willkürlichen Resultat führe, z eige sich am Beispiel der vom Beschuldigten den Privatklägern übertragenen UBS-Aktien. Bei der ersten Transaktion vom 21. September 2009 hätten die UBS-Aktien einen Wert von Fr. 19.27 pro Stück und bei der zweiten Tran s- aktion vom 5. Februar 2010 einen solc hen von Fr. 13.88 pro Stück gehabt. Je nachdem, auf welchen Wert abgestellt werde, führten die starken Kursschwankungen zu einer erheblichen, aber völlig zufälligen Differenz, welche nicht die Privatkläger zu verantworten hätten, da sie keinen Einfluss auf den Übertragungszeitpunkt gehabt hätten. Nachdem die Privatkläger ein halbes Jahr auf eine Teilzahlung hätten warten müssen, hätten sie die fraglichen Wertschri f- ten mangels Alternativen angenommen; hingegen seien die Folgen des gemäss Vorinstanz unzutreffenden Wertbestimmungszeitpunkts nicht von ihnen zu tragen. Sollte die Berufung s- instanz die im erstinstanzlichen Urteil vertretene Auffassung hinsichtlich des massgeblichen Zeitpunkts der Wertermittlung bestätigen, sei von einem Wert der übertragenen Wertpa piere im Transaktionszeitpunkt von Fr. 358‘147.-- auszugehen. Seite 32 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.3 Der Beschuldigte trägt in der Stellungnahme vom 8. Oktober 2015 vor, er habe b e- reits im vorinstanzlichen Verfahren aufgezeigt, dass den Privatklägern kein Schaden e r- wachsen sei. Ergänzend w eise er darauf hin, dass der Höchststand der UBS-Aktien in den letzten 52 Wochen bei Fr. 22.57 pro Aktie gelegen sei. Im Vergleich zum Übertragungszei t- punkt seien die 15‘150 UBS-Aktien somit Fr. 65‘895.-- mehr wert, was den von den Priva t- klägern per Übergabezeitpunkt berechneten Schaden deutlich übersteige. Sollte die Zivilkl a- ge nicht abgewiesen werden, sei diese aus den von der ersten Instanz angeführten Gründen auf den Zivilweg zu verweisen. Dies sei umso mehr angezeigt, als der Beschuldigte der Zivil- klage der Privatkläger Verrechnungsforderungen von total Fr. 56‘550.-- entgegenhalte. 2.1 Laut Art. 122 Abs. 1 StPO kann die geschädigte Person zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat als Privatklägerschaft adhäsionsweise im Strafverfahren geltend ma chen. Gemäss Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO entscheidet das Gericht zusammen mit dem Strafurteil materiell über die anhängig gemachte Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht. Die Zivilklage wird hingegen auf den Zivilweg verwiesen, wenn die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinreichend begründet oder beziffert hat ( Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO) . Wäre die vollständige Beurteilung des Zivilanspruchs unverhältnismässig aufwendig, so kann das Gericht die Zivilklage nur dem Grundsatz nach ents cheiden und sie im Übrigen auf den Z i- vilweg verweisen (Art. 126 Abs. 3 StPO ). Die materielle Beurteilung der Adhäsionsklage ist, unter Vorbehalt der gesetzlichen Ausnahmen von Art. 126 Abs. 2 bis 4 StPO, zwingend und muss vollständig sein (BGer. 6B_75/2014 vom 30. September 2014 E. 2.4.3). Die beschul- digte Person kann gegen die Zivilforderungen der geschädigten Person materiell -rechtliche Einreden erheben, die zum Untergang der Zivilansprüche der geschädigten Person (z.B. Tilgung durch Erfüllungsstatt oder Verrechnung) führen. Es obliegt indes ihr, die tatsächl i- chen Grundlagen der Einrede zu s ubstanziieren und zu beweisen ( DOLGE, Basler Kommen- tar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 122 N 29). 2.2.1 Der Beschuldigte transferierte Fr. 224‘200.-- aus dem Vermögen von †D._____ auf ein eigenes Bankkonto und liess die Käuferschaft der Liegenschaft von †D._____ den Kauf- preis von Fr. 830‘000.-- auf ein eigenes Bankkonto überweisen. Weil dem Beschuldigten kein Rechtsanspruch auf die ihm aus dem Vermögen von †D._____ zugegangenen insgesamt Fr. 1‘054‘200.-- (Fr. 224‘000.-- + Fr. 830‘000.--) zusteht und dieses Geld von den Privatkl ä- gern geerbt wurde, steht fest, dass er dieses den Privatklägern herauszugeben hat. Davon sind die von ihm aus dem Vermögen von †D._____ rechtmässig getätigten Ausgaben von Fr. 334‘858.-- (siehe E. II/A/AC/a/ab/abc/4) und die von ihm erbrachten Zahlungen an die Privatkläger von total Fr. 311‘000.-- in Abzug zu bringen. Insgesamt müsste der Beschuldigte demnach den Privatklägern noch Fr. 408‘342.-- entrichten. Vorliegend ist indessen zu beach- ten, dass die Privatkläger den nach Abzug der rechtmässigen Auslagen und vom Beschu l- digten geleisteten Zahlungen beanspruchten Betrag lediglich auf Fr. 407‘505.48 (Fr. 718‘505.48 [Schadenbetrag] minus Fr. 311‘000.-- [Zahlungen des Beschuldigten]) bezi f- fern. Dabei sind die Privatkläger zu behaften. Strittig und zu prüfen bleibt nachfolgend, mit welchem Betrag die vom Beschuldigten den Privatklägern übertragenden Wertschriften als Tilgung der ausstehenden Forderung der Privatkläger gegenüber dem Beschuldigten anz u- rechnen sind. Seite 33 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2.2 Der Beschuldigte übertrug den Privatklägern am 21. September 2009 300 Name n- aktien der Kudelski AG, 12‘200 Namenaktien der UBS AG, 700 Namenaktien der Schweize- rischen Rückversicherungs -Gesellschaft AG, Fr. 20‘000.-- nominal 5.25% Dubai Holdings Commercial Operations MTN 08 -11-Obligationen und Fr. 25‘000.-- nominal der 5.75% KLM Koninklijke Luchtvaart MJJ MV 1986 -perpetual-Obligation sowie am 5. Februar 2010 2‘950 Namenaktien der UBS AG. Die Privatkläger hatten sich mit der Übertragung dieser Wertp a- piere einverstanden erklärt. Im Umfang des Wertes dieser Aktien und Obligationen verzichte- ten sie dadurch auf eine entsprechende Geldzahlung und nahmen damit diese Wertpapiere insoweit an Erfüllun gsstatt an. Die Forderung der Privatkläger ist demzufolge in Höhe des Kurswertes dieser Wertschriften am Tag der Übertragung als getilgt anzusehen. Auf diesen Betrag ist auch deshalb abzustellen, weil die Privatkläger am Transaktionstag diese börse n- kotierten Wertpapiere zum Kurswert hätten versilbern und damit ein Absinken dieser Wer t- papiere unter diesen Kurswert hätten vermeiden können. Die Privatkläger legen aufgrund einschlägiger Bankunterlagen dar, dass diese Wertpapiere am jeweiligen Tag der Übertr a- gung einen Wert von Fr. 358‘147.-- aufwiesen. Weil dieser Betrag vom Beschuldigten nicht bestritten wird und zudem nachgewiesen ist, ist auf diesen abzustellen. Demnach ergibt sich, dass der Beschuldigte durch die Übertragung der besagten Wertpapiere an die P rivatkläger die offenen Ansprüche der Privatkläger im Umfang von Fr. 358‘147.-- tilgte. Danach schuldet der Beschuldigte den Privatklägern noch einen Betrag von Fr. 49‘358.48 ( Fr. 407‘505.48 minus Fr. 358‘147.--). 2.3 Im Folgenden ist darüber zu befinde n, ob der Beschuldigte der Forderung der Pr i- vatkläger Verrechnungsansprüche entgegenhalten kann. 2.3.1 Der Beschuldigte bringt vor, er habe für die Betreuung von †E._____ und †D._____ insgesamt 633 Stunden aufgewendet. Bei einem angemessenen Stundenansatz von Fr. 50.-- ergebe dies einen Forderungsbetrag von Fr. 31‘650.--. Zudem stehe ihm aufgrund des Verkaufs der Liegenschaft von †D._____ eine Maklerprovision von 3% auf dem Ve r- kaufspreis von Fr. 830‘000.--, d.h. von konkret Fr. 24‘900.--, zu. 2.3.2 Nach Art. 394 Abs. 3 OR ist bei einem Auftragsverhältnis eine Vergütung zu leisten, wenn sie verabredet oder üblich ist. Die Beweislast für die Vereinbarung eines Honorars liegt beim Beauftragten. Ist kein Honorar vereinbart worden, hat der eine Vergütung ford ernde Beauftragte die Übung nachzuweisen, wonach Aufträge der in Frage stehenden Art gemei n- hin bloss gegen eine Entschädigung verrichtet werden ( FELLMANN, Berner Kommentar OR, 1992, Art. 394 N 372 und 382; BGE 127 III 519 E. 2a S. 522). Haben die Parteien bezüglich der Vergütung nichts vereinbart, ist Entgeltlichkeit dann die Regel, wenn die Geschäfts- oder Dienstleistung berufsmässig geschieht (BGE 82 IV 145 E. 2a S. 147 f.; BGer. 4C.261/2005 vom 9. Dezember 2005 E. 2.1). 2.3.3.1 Der Beschuldigte legte weder substanziiert dar noch erbrachte er einen Nachweis dafür, dass er von den †Ehegatten E._____ und D._____ je einen Auftrag zur Vornahme der von ihm in Rechnung gestellten Tätigkeiten erhalten hatte. Selbst wenn ein solcher Auftrag Seite 34 http://www.bl.ch/kantonsgericht anzunehmen wäre, wäre zu beachten, dass er weder substanziiert aufzeigte noch nachwies, dass für seine Bemühungen eine Vergütung abgemacht war. Da der Beschuldigte diese T ä- tigkeiten nicht berufsmässig verrichtete, kann zudem eine Vergütung für die von ihm vorg e- nommenen Tätigkeiten nicht als üblich erachtet werden. In Anbetracht all dessen erhellt, dass der Beschuldigte den Bestand der von ihm geltend gemachten Verrechnungsforderung von Fr. 31‘650.-- nicht nachzuweisen vermag. 2.3.3.2 †D._____ beauftragte den Beschuldigten mit Vertrag vom 2. Februar 2008, seine Liegenschaft in G._____ zu einem Preis von zirka einer Million Franken zu verkaufen (act. AA 01.02.016). Der Beschuldigte zeigte weder substanziiert auf noch wies er nach, dass er mit †D._____ für die Bemühungen zum Verkauf seines Wohnhauses ein Honorar vereinba r- te. Im vorgenannten Vertrag wurde im Übrigen auch keine Entschädigung für die Verkauf s- bemühungen des Beschuldigten stipuliert. Weil der Beschuldigte kein professioneller Liegen- schaftsvermittler ist, kann es zudem nicht als üblich gelten, dass seine Verkaufsbemühungen zu honorieren sind. Selbst wenn eine Entschädigung vereinbart worden wäre, vermöchte dies dem Beschuldigten nichts zu helfen. Denn weil er die Liegenschaft vertragswid rig zu einem Preis von nur Fr. 830‘000.-- statt von „ca. Fr. 1‘000‘000.--“ verkaufte, könnte er wegen des Verkaufs der Liegenschaft zu einem zu tiefen Preis kein Honorar beanspruchen. Dem Gesagten zufolge ergibt sich, dass der Beschuldigte die geltend gemachte Verrechnungsfor- derung von Fr. 24‘900.-- nicht nachzuweisen vermag. 2.3.3.3 Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte keine eigenen A n- sprüche gegenüber den Privatklägern zur Verrechnung mit der noch nicht beglichenen Fo r- derung der Letzteren bringen kann. 2.4 (…) 2.5 Nach alledem ergibt sich, dass die Anschlussberufung der Privatkläger in dem Si n- ne teilweise gutzuheissen ist, als der Beschuldigte zu verurteilen ist, den Privatklägern Fr. 49‘358.48 zuzüglich Zins von 5% seit dem 13. Dezember 2008 zu bezahlen. V. GERICHTSKOSTEN UND ENTSCHÄDIGUNG A. Gerichtskosten Im vorliegenden Fall ist festzustellen, dass die Berufung des Beschuldigten vollumfänglich abzuweisen ist. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft ist insofern teilweise gutzu- heissen, als der von der Vorinstanz bezüglich eines Teils des im Anklagepunkt 2.2 angeklag- ten Sachverhalts gegenüber dem Beschuldigten ausgefällte Schuldspruch wegen ungetreuer Geschäftsführung aufzuheben und dieser stattdessen wegen Veruntreuung zu verurteilen ist. Indessen unterliegt die Staatsanwaltschaft mit ihren weiteren Anschlussberufungsanträgen im Anklagepunkt 2.2 zur Deliktssumme und zum Strafmass. Die Privatkläger obsiegen mit ihrer Anschlussberufung insoweit teilweise, als sie mit der eingeklagten Zivilforderung zu rund einem Viertel durchdringen. Im Übrigen unterliegen die Privatkläger dagegen mit ihrer Anschlussberufung. Angesichts dieses Verfahrensausgangs erscheint es als angezeigt, in Seite 35 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens von total Fr. 15‘300.-- (beststehend aus einer Urteilsgebühr von Fr. 15‘000.-- und Auslagen von pauschal Fr. 300.--) dem Beschuldigten im Umfang von Fr. 13‘260.-- und den Privatklägern im Umfang von Fr. 1‘020.-- aufzuerlegen sowie im Umfang von Fr. 1‘020.-- der Staatskasse zu überbinden. B. Entschädigungen BA. Erstinstanzliches Verfahren 1. Nach Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO hat die Privatklägerschaft, wenn sie obsiegt, g e- genüber der beschuldigten Person Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für no t- wendige Aufwendungen im Verfahren. Die Privatklägerschaft obsiegt, wenn im Falle der Strafklage die beschuldigte Person schuldig gesprochen bzw. wenn im Falle der Zivilklage die Zivilforderung geschützt wird. Die Aufwendungen im Sinne von Art. 433 Abs. 1 StPO b e- treffen in erster Linie die Anwaltskosten, soweit diese durch die Beteiligung am Strafverfa h- ren selbst verursacht worden und für die Wahrung der Interessen der Privatklägerschaft not- wendig gewesen sind (BGer. 6B_1046/2013 vom 14. Mai 2014 E. 2.3). 2.1 Gemäss Art. 119 Abs. 2 StPO kann sich die geschädigte Person als Straf - bzw. Zi- vilklägerin am Strafverfahren beteiligen (vgl. auch Art. 118 Abs. 1 StPO). Strafklägerin ist, wer die Verfolgung und Bestrafung der fü r die Straftat verantw ortlichen Person verlangt (lit. a). Als Zivilklägerin gilt, wer adhäsionsweise privatrechtliche Ansprüche geltend macht, die aus der Straftat abgeleitet werden (lit. b). Die Privatkläger reichten nicht nur die Strafa n- zeige vom 11. Mai 2010 ein (act. 01.01.001 ff.), sondern beteiligten sich mit diversen Eing a- ben aktiv am Vorverfahren (act. AA 01.06.003 ff.) und stellten an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung den Antrag, es sei der Beschuldigte im Sinne der Anklageschrift schuldig zu sprechen und zu bestrafen (act. 197 ff.). Ausserdem erhoben die Privatkläger mit Eingabe vom 22. Juli 2010 Zivilklage (act. AA 01.05.006). Demnach steht fest, dass sie zugleich Straf- und Zivilkläger sind. 2.2 Im Strafpunkt obsiegen die Privatkläger mit ihrem vor erster Instanz gestellten A n- trag fast vollumfänglich. Mit ihrer Zivilforderung dringen sie dagegen lediglich im Umfang eines Viertels durch. Nach Massgabe ihres Obsiegens haben sie gegenüber dem Beschu l- digten Anspruch auf eine reduzierte Entschäd igung. Die Privatkläger verlangen für ihre B e- mühungen im Vorverfahren und im Prozess vor Strafgericht (ohne Hauptverhandlung) eine Parteientschädigung von Fr. 37‘800.--. Dieser Honorarforderung liegt unter anderem ein A r- beitsaufwand bis zur Hauptverhandlung von 101.58 Stunden zu einem Ansatz von Fr. 300.-- pro Stunde zugrunde (act. 289 ff.). In Anbetracht, dass die Durchsetzung des staatlichen Strafanspruchs in erster Linie Aufgabe der Staatsanwaltschaft ist und sie die entspreche n- den Untersuchungen vornimmt, erscheint der von den Rechtsvertretern der Privatkläger b e- triebene Aufwand als übermässig. Dafür spricht auch, dass die Verteidigung des Beschuldig- ten für das Vorverfahren und den erstinstanzlichen Prozess (ohne Hauptverhandlung) ledi g- lich einen Arbeits aufwand von 55 Stunden (act. 283 ff., 301 ff.) und damit bloss einen rund halb so grossen Zeitaufwand wie die Rechtsvertreter der Privatkläger fakturierte. Im Weit e- ren fällt auf, dass die Privatkläger durch zwei verschiedene Rechtsanwälte vertreten wurden. Seite 36 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der dadurch entstandene Mehraufwand gilt als unnötig. Ferner erweist sich angesichts der durchschnittlichen Schwierigkeit des vorliegenden Falls der von den Rechtsvertretern der Privatkläger zur Anwendung gebrachte Stundenansatz von Fr. 300.-- als zu hoch, praxisge- mäss erscheint in casu lediglich ein Stundenansatz von Fr. 250.-- angemessen. In Anb e- tracht des gebotenen Aufwands für das Vorverfahren und den erstinstanzlichen Prozess s o- wie des teilweisen Obsiegens der Privatkläger ist der Beschuldigten zu ver pflichten, den Pri- vatklägern eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 10‘800.-- (inkl. Auslagen und Fr. 800.-- MwSt.) zu bezahlen. Damit ist das vorinstanzliche Urteil in Abweisung der A n- schlussberufung der Privatkläger zu bestätigen. BB. Zweitinstanzliches Verfahren Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person im zweitinstanzlichen Ve r- fahren Anspruch auf angemessene Entschädigung (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). Weil vorliegend dem Gericht keine Honorarnote eingereicht wurde, ist die En t- schädigung für den Beizug eines Rechtsanwalts im Be rufungsverfahren gemäss § 18 Abs. 1 TO von Amtes wegen nach Ermessen festzusetzen. In Anbetracht de s teilweisen Obsiegens der Privatkläger sowie der Schwierigkeit und des Umf angs des Falls ist der Beschuldigte zu verurteilen, den Privatklägern für das zweitinstanzliche Verfahren eine reduzierte Parteient- schädigung von Fr. 3‘240.-- (inkl. Auslagen und Fr. 240.-- MwSt.) zu bezahlen. Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 13. März 2015, lautend: „1. C._____ wird schuldig erklärt der Veruntreuung, der ungetreuen G e- schäftsbesorgung, der Urkundenfälschung und der mehrfachen, teilwe i- se versuchten Erschleichung einer falschen Beurkundung und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von zwei Jahren (wobei die Strafe ohne Berücksichtigung der Verletzung des Beschleunigungsg e- bots 2 Jahre und 4 Monate betragen hätte), bei einer Probezeit von 3 Jahren, in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB, Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, Art. 253 Abs. 1 StGB [teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB], Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 2. Die Zivilklage von B._____ und A._____ wird gestützt auf Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen. Seite 37 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens in der Höhe von Fr. 11‘335.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 12‘000.--, ge- hen zulasten von C._____. Wird mangels Berufung keine nachträgliche schriftliche Urteilsbegrü n- dung ausgefertigt, wird die Gerichtsgebühr auf Fr. 6‘000.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 und Abs. 2 GebT). 4. C._____ wird verurteilt, B._____ und A.___ __ gestützt auf Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO eine reduzierte Entschädigung in der Höhe von Fr. 10‘800.-- zu bezahlen.“ wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten sowie in teilweiser Gutheissung der Anschlussberufungen der Staatsanwaltschaft und der Privatkläger in den Dispositiv-Ziffern 1 und 2 aufgehoben und wie folgt neu gefasst: „1. C._____ wird schuldig erklärt der Veruntreuung, der Urkundenfä l- schung und der mehrfachen, teilweise versuchten Erschleichung einer falschen Beurkundung und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von zwei Jahren (wobei die Strafe ohne Berücksichtigung der Verletzung des Beschleun i- gungsgebots 2 Jahre und 4 Monate betragen hätte), bei einer Probezeit von 3 Jahren, in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, Art. 253 Abs. 1 StGB [teilwe ise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB], Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 2. In teilweiser Gutheissung der Zivilklage von A._____ und B._____ wird C._____ verurteilt, A._____ und B._____ Fr. 49‘358.48 zuzüglich Zins von 5% seit dem 13. Dezember 2008 zu bezahlen.“ Im Übrigen wird das Urteil des Strafgerichts Basel -Landschaft vom 13. März 2015 bestätigt. II. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Urteilsgebühr von Fr. 15‘000.-- und Auslagen von pauschal Fr. 300.--, total somit Fr. 15‘300.--, gehen im Umfang von Fr. 13‘260.-- zulasten des Beschuldigten, im Umfang Seite 38 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Fr. 1‘020.-- zulasten der P rivatkläger sowie im Umfang von Fr. 1‘020.-- zulasten der Staatskasse. III. Der Beschuldigte wird verurteilt, den Privatklägern eine reduzierte Parteien t- schädigung von Fr. 3‘240.-- (inkl. Auslagen und Fr. 240.-- MwSt.) für das zweitinstanzliche Verfahren zu bezahlen. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Stefan Steinemann