Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Dezember 2013 (720 13 208) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Kein Rechtsschutzinteresse, die Bemessung des Valideneinkommens und den daraus resultierenden IV-Grad von 83% anstelle von 76% gerichtlich feststellen zu lassen; we- sentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit als Voraussetzung auf einen Rentenanspruch während mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen verneint. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves T hommen, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Simone Emmel , Advokatin, Rümelinsplatz 14, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Beigeladene Pensionskasse B.____ Betreff IV-Rente A. Der 1968 geborene A.____ ist gelernter Chemielabo rant und leidet seit 2009 an akuten Rückenbeschwerden mit Taubheitsgefühlen in den Beinen. Im Dezember 2009 unterzog er sich einer Diskushernienoperation L4/5. Seither war er te ilweise oder ganz arbeitsunfähig und be- fand sich wegen anhaltenden Rückenbeschwerden bei diverse n Ärzten in medizinischer Be- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung. Bis Ende Mai 2010 war er bei der B.____ AG angestellt. Dieses Arbeitsverhältnis kündigte A.____ und machte sich in der Folge im Inform atikbereich selbständig. Diese selb- ständige Tätigkeit gab er jedoch aufgrund anhaltender Rückenschmerzen schon bald wieder auf und ging seither keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. B. Am 11. Juni 2011 meldete sich A.____ bei der Eidge nössischen Invalidenversicherung (IV) insbesondere unter Hinweis auf starke Rückenschmerzen beim Sitzen und Stehen zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen un d erwerblichen Verhältnisse sprach ihm die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 12. Juni 2013 ab 1. Februar 2013 eine ganze IV-Rente basierend auf einem IV-Grad von 76% zu. C. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertre ten durch Simone Emmel, Advoka- tin, am 15. Juli 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht d es Kantons Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beant ragte, die Verfügung der IV-Stelle vom 12. Juni 2013 sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirk ung ab 1. Dezember 2011 eine gan- ze IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angeleg enheit zur Neubeurteilung an die Vo- rinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung machte er zusamm enfassend geltend, dass das Wartejahr im Dezember 2009 eröffnet, zwischen November 2 011 und Januar 2012 indes nicht unterbrochen worden sei. Entgegen dem Attest des beha ndelnden Rheumatologen sei er seit der ersten Rückenoperation im Dezember 2009 dauerhaft a rbeitsunfähig gewesen. Ohne ge- sundheitliche Beschwerden wäre er ausserdem noch immer a ls Laborant mit zusätzlichen IT- Funktionen bei der B.____ AG oder einer anderen Firm a beschäftigt. Unter Berücksichtigung des letzten Lohns bei der B.____ AG ergebe sich bei gle ichbleibendem Invalideneinkommen somit ein IV-Grad von 83% statt 76%. D. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 19. Juli 2013 wurde die Pensionskasse B.____ zum Beschwerdeverfahren beigeladen. In seiner ergänzend en Beschwerdebegründung vom 12. Juni 2013 reichte der Beschwerdeführer eine Stell ungnahme seines behandelnden Rheu- matologen vom 16. Juli 2013 ein. Die IV-Stelle schloss m it Vernehmlassung vom 5. August 2013 auf Abweisung der Beschwerde. Gestützt auf die echtze itliche Beurteilung des behan- delnden Rheumatologen sei daran festzuhalten, dass zwisc hen November 2011 und Januar 2012 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Damit sei das Wartejahr unter- brochen worden. Erst mit der gesundheitlichen Verschlechterung im Februar 2012 sei wiederum von einer arbeitsrelevanten Einschränkung auszugehen. Was die hypothetische Erwerbstätig- keit im Gesundheitsfall betreffe, sei der Beschwerdefüh rer vor Eintritt des Gesundheitsscha- dens bereits während Jahren nicht mehr als Laborant täti g gewesen. Damit wäre er auch im Gesundheitsfall keiner Laborantentätigkeit mehr nachg egangen. Weil für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im IT-Bereich keine konkreten Lohnangaben vo rhanden seien, habe die IV-Stelle für das Valideneinkommen daher zu Recht auf den in der an gefochtenen Verfügung herangezoge- nen Tabellenlohn zurückgegriffen. E. Die Pensionskasse B.____ schloss sich in ihrer Stellungn ahme vom 23. September 2013 sowohl dem Antrag als auch der entsprechenden Begründun g der IV-Stelle in deren Vernehm- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht lassung an. Mit Eingabe vom 18. Oktober 2013 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerde- führers ihre Honorarnote ein. Auf die Standpunkte der Parteien und der Beigeladene n wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-Stelle Basel- Landschaft vom 12. Juni 2012, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltung sprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist so- mit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 2.1 Bevor das Kantonsgericht eine Beschwerde einer m ateriellen Prüfung unterzieht, hat es von Amtes wegen zu prüfen, ob auf das Rechtsmittel eingetreten werden kann (vgl. § 16 Abs. 2 VPO). Zu den Prozessvoraussetzungen, die allesamt erfüllt sein müssen, damit das Gericht zur Begründetheit oder Unbegründetheit der Rechtsbegehren Stellung nehmen kann, gehören na- mentlich unter anderem die Legitimation und die Beschw er der Beschwerde führenden Partei (vgl. zum Ganzen: F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 71 ff.). Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerdebegründun g die Bemessung des Validenein- kommens und den daraus resultierenden Invaliditätsgrad v on 76% anstelle von 83%. Gestützt auf Art. 28 Abs. 2 IVG stünde ihm dabei so oder ande rs eine ganze IV-Rente zu. Es stellt sich deshalb die Frage, ob er ein Rechtsschutzinteresse an der Feststellung eines höheren IV-Grads besitzt. 2.2. Gemäss Art. 59 ATSG ist zur Beschwerde berechtigt , wer durch die angefochtene Verfü- gung oder den Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf- hebung oder Änderung hat. Diese Norm umschreibt die Le gitimation im kantonalen Beschwer- deverfahren und stimmt materiell mit Art. 89 des Bund esgesetzes über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG) vom 17. Juni 2005 bzw. mit 1 03 lit. a des vor Inkrafttreten des BGG geltenden Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG) vom 16. Dezember 1943 überein, welcher die Legitimation zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (vormals: Verwaltungsgerichtsbeschwerde) regelt. Der Begriff des schutzwür- digen Interesses der beiden Gesetzesbestimmungen ist dem nach gleich auszulegen, weshalb die dazumal zu Art. 103 lit. a OG ergangene Rechtsprechu ng im Rahmen von Art. 59 ATSG ebenfalls Anwendung findet (vgl. BGE 130 V 390 E. 2.2 ; Urteil F. des EVG vom 14. Oktober 2004, C 12/04, E. 1.2, je mit weiteren Hinweisen). Nach dieser Rechtsprechung ist zur Be- schwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Die Rechtsprechung betrachtet als schutz- würdiges Interesse jedes praktische oder rechtliche Inter esse, welches eine von einer Verfü- gung betroffene Person an deren Änderung oder Aufheb ung geltend machen kann. Das schutzwürdige Interesse besteht somit im praktischen Nutzen, den die Gutheissung der Be- schwerde dem Verfügungsadressaten verschaffen würde, ode r – umgekehrt - im Umstand, ei- nen Nachteil wirtschaftlicher, ideeller, materieller oder anderweitiger Natur zu vermeiden, den die angefochtene Verfügung mit sich bringen würde. Das rechtliche oder auch bloss tatsächli- che Interesse braucht mit dem Interesse, das durch die von der Beschwerde führenden Partei als verletzt bezeichnete Norm geschützt wird, somit nicht ü berein zu stimmen. Immerhin wird verlangt, dass die Beschwerde führende Partei durch die angefochtene Verfügung stärker als irgendjemand betroffen ist und in einer besonderen, beachtenswerten und nahen Beziehung zur Streitsache steht (vgl. BGE 127 V 3 E. 1b, 82 E. 3a/aa, 125 V 342 E. 4a, je mit Hinweisen). 2.3 Soweit der Beschwerdeführer für sein Rechtsschutzinte resse auf die politische Diskussion über die IVG-Revision und auf eine allfällige Änderun g der gesetzlichen Grundlagen verweist, kann daraus gerade keine besonders nahe Beziehung zur St reitsache abgeleitet werden, wie sie für ein rechtliches oder tatsächliches Interesse im so eben dargelegten Sinne vorausgesetzt wäre. Gesetzliche Bestimmungen können grundsätzlich imm er geändert werden und es ist im heutigen Zeitpunkt noch unbestimmt, ob tatsächlich eine Änderung der massgebenden Schwel- lenwerte erfolgen wird. Eine Anfechtungsmöglichkeit de s IV-Grads unter den gegebenen Um- ständen würde ausserdem jene Personen benachteiligen, welche keinen Anlass und angesichts der Gerichtspraxis auch keine Möglichkeit hatten, den IV-Grad als solches anzufechten. Es wird vielmehr Sache des Gesetzgebers und in der Folge der Ge richte sein, die Überprüfung des IV- Grads im Falle einer Herabsetzung der Rente bei grundsätzlich unveränderten Verhältnissen zu prüfen. 2.4 Im konkreten Zusammenhang mit der Ausrichtung einer Rente der beruflichen Vorsorge ist ausserdem zu beachten, dass die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Min- destvorsorge rechtsprechungsgemäss an die Feststellungen der IV-Organe gebunden sind. Dies gilt allerdings nur insoweit, als die Vorsorgeeinr ichtung ins invalidenversicherungsrechtli- che Verfahren einbezogen worden ist. Hintergrund bilde t die Überlegung, dass dem BVG- Versicherer in diesem Verfahren ein selbstständiges Beschwerderecht zusteht und die IV-Stelle deshalb verpflichtet ist, eine Rentenverfügung allen in Betracht fallenden Vorsorgeeinrichtungen von Amtes wegen zu eröffnen. Unterbleibt ein solches Ein beziehen der Vorsorgeeinrichtung, ist die invalidenversicherungsrechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (vgl. Sozialversicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2007 IV Nr. 3 S. 8 E. 3; BGE 129 V 73). Wie aus den Akten hervor geht, war die Pensionskasse B.____ weder in das Vorbescheidverfahren der IV einbezogen worden, noch ist ihr die nunmehr im Streit stehende IV-Verfügung vom 12. Juni 2013 eröffnet worden. Der d argelegten Rechtsprechung zufolge ist die Invaliditätsschätzung der IV-Stelle für sie somit gru ndsätzlich unverbindlich (vgl. BGE 133 V 67, E. 4.3.2). Damit aber fehlt es für den Beschwerdeführer an einem schutzwürdigen Interesse, den festgelegten IV-Grad hinsichtlich einer allfällige n Erhöhung auf 83% im vorliegenden Ver- fahren gerichtlich überprüfen zu lassen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.5 Es tritt hinzu, dass die versicherte Person gemäss de n massgebenden Reglementen der Pensionskasse B.____ so oder anders Anspruch auf eine Vol linvalidenrente der Vorsorgeein- richtung besitzt, sobald deren IV-Grad 70% oder mehr beträgt (vgl. Art. 11 Abs. 1 und 3 der Reglemente der Pensionskasse B.____ 1 und 2, gültig jew eils ab 1. Januar 2011). Für den Be- schwerdeführer besteht demnach aus spezifisch berufsvorsorg erechtlicher Sicht weder ein rechtlicher noch praktischer Nutzen, die eine ganze IV-Re nte gewährende IV-Verfügung vom 12. Juni 2013 hinsichtlich der Höhe des festgelegten IV-Grads von 76% gerichtlich anzufechten. Als Zwischenergebnis resultiert, dass auf sein entsprechend es Feststellungsbegehren nicht eingetreten werden kann. Soweit der Beschwerdeführer im Übrigen die Aufhebung der Verfü- gung vom 12. Juni 2013 und die Ausrichtung einer ganz en IV-Rente bereits ab Dezember 2011 beantragt, sind die Sachurteilsvoraussetzungen jedoch allesamt erfüllt. Diesbezüglich ist auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten. 3.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2 007 gültig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung) hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindest ens 70%, auf eine Dreiviertelsren- te, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder län gere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Bee inträchtigung der körperlichen, der geis- tigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung]). Danach ist der Invalidi- tätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en. Dazu wird das Erwerbseinkom- men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalid ität und nach Durchführung der medizi- nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei- nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdi fferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG haben nur jene Versicherte Anspruch auf eine Rente, die unter anderem während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes- tens 40% arbeitsunfähig gewesen sind. Ein wesentliche r Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Gesetzesbestimmung liegt dann vor, wenn d ie versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig gew esen ist (vgl. Art. 29ter der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbeso ndere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungspro- zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B eweisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicher ungsgericht alle Beweismittel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und d anach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung de s streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des EVG mi t dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Fo rmen medizinischer Berichte und Gut- achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustelle n (vgl. die ausführlichen Zusammenstel- lungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ve rwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversiche- rung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltu ngsverfahren sinngemäss Anwendung (vgl. Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C. ____ und D.____ vom 6. Januar 2013 ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einem chronischen, lumboradikulären Schmerz- und ein em motorischen Ausfallsyndrom L4/5 links, an einer chronisch seronegativen Spondarthropathie im Rahmen einer Psoriasis vul- garis sowie an einem Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätssy ndrom (ADHS) leidet. Unbestrit- ten ist der Umstand, dass das Wartejahr im Dezember 20 09 begonnen hat (vgl. Vernehmlas- sung der IV-Stelle vom 5. August 2013, Ziff. 2). Differenzen bestehen hingegen in Bezug auf die Frage, ob das Wartejahr gemäss Art. 29ter IVV durch ein e Periode vollständiger Arbeitsfähig- keit von Anfang November 2011 bis Ende Januar 2012 unterbrochen worden ist. 5.2 Im Zentrum der gegenteiligen Standpunkte steht da bei insbesondere der Arztbericht des behandelnden Rheumatologen Dr. E.____, FMH Innere M edizin, speziell Rheumaerkrankun- gen, vom 28. März 2012. Daraus geht hervor, dass der Ve rsicherte vom 1. November 2011 bis Ende Januar 2012 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit vor übergehend wieder vollständig ar- beitsfähig gewesen sei (vgl. a.a.O., Ziffer 1.6). Im Anschluss an eine Rezidiv-Operation am 17. August 2011 habe nach drei bis vier Monaten ein Sc hmerzwiederaufbau bis hin zu einer starken Exazerbation am 8. / 9. März 2012 stattgefunden. Bereits Mitte Februar 2012 sei eine Konsultation beim Wirbelsäulen-Orthopäden zwecks erneuten operativen Eingreifens vereinbart gewesen (vgl. a.a.O., Ziffer 1.4). Die aktuelle Medikat ion sei nicht gänzlich bekannt, da der Pa- tient hospitalisiert sei oder gewesen sei (vgl. a.a.O., Ziffer. 1.5). Gestützt auf diese Aussage geht die IV-Stelle davon aus, dass das Wartejahr unter brochen worden ist. Diesem Standpunkt kann nicht gefolgt werden. 5.3 Entgegen der von der IV-Stelle vertretenen Auffa ssung zeichnen die Akten bei Weitem kein derart klares Bild, als dass in der fraglichen Period e zwischen November 2011 und Januar 2012 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer vo llständigen Arbeitsfähigkeit im ange- stammten Beruf ausgegangen werden kann. Anzunehmen ist vielmehr das Gegenteil. So hat sich die gesundheitliche Situation des Versicherten im N achgang zu dessen zweiten Rücken- operation am 17. August 2011 nach anfänglich gutem He ilungsverlauf schon bald wieder ver- schlechtert (vgl. Abschlussbericht Frühintervention vom 13. Februar 2012, IV-Dok Nr. 20). Mitte Oktober 2011 hatte eine erste Nachfrage ergeben, dass de r Heilungsprozess komplikationslos verlaufe, die zeitlichen Prognosen mit Blick auf eine be rufliche Tätigkeit hingegen noch unklar seien (vgl. Aktennotiz der IV-Stelle vom 18. Oktober 201 1, IV-Dok Nr. 15). Aus dem Bespre- chungsprotokoll vom 1. Dezember 2011 ergibt sich, dass der Versicherte seit der Operation im August 2011 zunächst sehr gute Fortschritte erzielt habe , seit kurzem jedoch wieder vermehrt Schmerzen aufgetreten seien, und die Prognose über d en weiteren Genesungsverlauf vorerst noch unsicher sei (vgl. Aktennotiz der IV-Stelle vom 5. D ezember 2011, IV-Dok Nr. 18). Des Weiteren geht aus dieser Aktennotiz hervor, dass den Angaben des Versicherten zufolge die im Arztbericht von Dr. E.____ vom 21. Juni 2011 formulierte n Angaben noch unverändert Gültig- keit besitzen. Gemäss jenem Arztbericht vom 21. Juni 2011 (recte: 28. Juli 2011) aber war der Versicherte seit 1. Dezember 2009 in der zuletzt ausgeüb ten Tätigkeit vollständig arbeitsunfä- hig, da längeres Stehen an Ort, gebücktes Arbeiten sowie längeres Sitzen seit der Operation im Dezember 2009 nicht mehr möglich war (vgl. a.a.O., IV-D ok Nr. 12, Ziff. 1.6 f.). Ebenso legen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht die zeitlich nachfolgenden Unterlagen nahe, dass der V ersicherte in der fraglichen Periode sei- ne Arbeitsfähigkeit nicht wieder erlangt hat. Hinzu weisen ist insbesondere auf die Beurteilung des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) vom 12. Juli 2012, wonach der Gesundheitszustand des Versicherten seit Anfang des Jahres 2012 instabil und eine Beurteilung der zumutbaren Arbeits- fähigkeit aus somatischer Sicht aktuell gerade nicht mö glich war (vgl. a.a.O., IV-Dok Nr. 27, S. 2). Auch wenn der behandelnde Rheumatologe Dr. E .____ in seinem Arztbericht vom 28. März 2012 ausdrücklich eine volle Arbeitsfähigkeit bestätigt hat, steht dieses Attest mithin in deutlichem Widerspruch zur übrigen Aktenlage. Die erwähnten echtzeitlichen Unterlagen zeich- nen das Bild einer im Nachgang zur Rückenoperation vom 17. August 2011 lediglich anfänglich verbesserten Gesundheitsentwicklung, wie sie sich bereits i n den Jahren 2009 und 2010 mani- festiert hatte, bevor der Versicherte jeweils aber schon nach kurzer Zeit wieder an Rückfällen zu leiden begonnen hatte (vgl. RAD-Beurteilung vom 12. J uli 2012, IV-Dok Nr. 27, S. 2; ebenso Bericht von Dr. F.____, FMH für Orthopädische Chirurg ie, vom 8. März 2012, IV-Dok Nr. 36, S.2). Für die Zeit zwischen November 2011 und Januar 201 2 ist bei dieser Sachlage mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit keine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit dargetan. 5.4 Daran vermag auch die nachträgliche Stellungnahme des behandelnden Rheumatologen vom 16. April 2013 nichts zu ändern. Seine Bestätigun g, dass der Versicherte in der Zeit vom 1. November 2011 bis Ende Januar 2012 für leichte körp erliche Tätigkeiten vollständig arbeits- fähig gewesen sei, wird vom behandelnden Arzt selbst da hingehend stark relativiert, als die passager wiedererlangte Arbeitsfähigkeit in einer kurze n Phase geringerer Beschwerden „auch zwecks Aktivierung und Förderung der Reintegration in den Arbeitsprozess (u.a. auch Mithilfe der ALV, etc.)“ bestätigt worden sei (vgl. a.a.O., IV -Dok Nr. 44, S. 4, a.E. ad 3). Ausserdem steht sie nicht mit der echtzeitlichen Auskunft gegenüber der IV-Stelle vom 17. Januar 2012 im Einklang, wonach für eine wechselbelastende Tätigkeit im kaufmännischen Bereich dazumal noch ein Arbeitspensum im Umfang von 50% angegeben w orden war (vgl. Aktennotiz der IV- Stelle vom 18. Januar 2012, IV-Dok Nr. 19). Zumal mit dem behandelnden Rheumatologen am 17. Januar 2012 eine weitere Besprechung just zur Klä rung der Ausgangslage auf den 6. Feb- ruar 2012 vereinbart worden war, kann jedenfalls nich t davon ausgegangen werden, dessen nachträgliche Stellungnahme vom 16. April 2013 belege die Wiedererlangung einer vollständi- gen Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-Dok Nr. 44, S. 4). Nicht s anderes gilt hinsichtlich der ergänzenden Stellungnahme von Dr. E.____ vom 16. Juli 2013. In die ser Stellungnahme hält der behandeln- de Rheumatologe zunächst an seiner Aussage vom 16. Apri l 2013 fest, dass der Versicherte zwischen 1. November 2011 und Ende Januar 2012 für leic hte körperliche Tätigkeiten vollstän- dig arbeitsfähig gewesen sei. Als Begründung gibt er an, dass ein Versuch zur Reintegration in den Arbeitsmarkt unter Mithilfe der Arbeitslosenversicheru ng unternommen werden sollte. Gleichzeitig weist er aber darauf hin, dass während die ser Phase Bedarf für eine intensive me- dikamentöse Behandlung bestanden habe, was „genügend H inweis für das Weiterbestehen einer erheblichen Krankheitsaktivität während der Zeitperiode der Arbeitsfähigkeit“ gewesen sei. Mit dieser Aussage wird das Attest der wieder eingetret enen passageren Arbeitsfähigkeit so- gleich derart relativiert, dass darauf nicht abgestellt w erden kann. Insgesamt müssen die Aus- sagen des behandelnden Rheumatologen dahingehend versta nden werden, dass es sich bei dessen Attest vom 28. März 2012 um einen letztlich geschei terten Versuch gehandelt hat, die Reintegration des Versicherten in den Arbeitsprozess insb esondere mit Blick auf allfällige An- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprüche gegenüber der Arbeitslosenkasse zu unterstützen. Dies gilt umso mehr, als Dr. E.____ den Begriff der dazumal attestierten Arbeitsfähigkeit offensichtlich dahingehend relativiert hat, als er ihn im Nachgang in Anführungszeichen gesetzt und e rgänzend darauf hingewiesen hat, dass für eine Reintegration des Versicherten in den Arbeitsmarkt eine lediglich mindestens hälf- tige Arbeitsfähigkeit Vorbedingung gewesen sei (vgl. er gänzende Stellungnahme von Dr. E.____ vom 16. Juli 2013). 5.5 Kann unter diesen Umständen weder der Stellungnah me von Dr. E.____ vom 16. April 2013 noch dessen Stellungnahme vom 16. Juli 2013 gefolg t werden, ist auf die übrigen Akten abzustellen. Dabei sind insbesondere auch die Ergebni sse im Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 6. Januar 2013 zu berücksichtigen. Daraus er gibt sich, dass der Arbeitsunfähig- keitsverlauf des Versicherten retrospektiv schwierig zu erui eren sei, aufgrund der Aktenlage aber insbesondere seit der neurochirurgischen Intervention ab August 2011 bis zirka April 2012 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Diese Auffassung vermag zu überzeugen. Der begutachtende Rheumatologe hat diese Einschätzung in Kenntnis aller relevanten Akten abgegeben. Insbesondere war er sich dabei auch bewusst, d ass der Versicherte „wenn auch nur für eine kurze Zeit wieder als potentiell arbeitsf ähig beurteilt“ worden ist (vgl. a.a.O., S. 15). Da der begutachtende Rheumatologe bereits an anderer Stelle in seinem Gutachten vom 6. Januar 2013 auf die fragliche Einschätzung von Dr. E .____ vom 28. März 2012 Bezug ge- nommen hat (vgl. Gutachten a.a.O., S. 4), kann entgegen der von der IV-Stelle vertretenen Auf- fassung auch nicht gesagt werden, der begutachtende Rh eumatologe habe die von Dr. E.____ als passager bezeichnete Wiedererlangung der Arbeitsfäh igkeit übersehen (vgl. Vernehmlassung der IV-Stelle vom 5. August 2013, S. 3). Ebenso wenig gefolgt werden kann dem vernehmlassungsweise vertretenen Standpunkt, der begutachtende Rheumatologe beschreibe in seinem Gutachten vom 6. Januar 2013 ein e postoperative Verschlechterung erst ab Februar 2012. Der Gutachter geht in Übereinstimmu ng mit der echtzeitlichen Aktenlage vielmehr davon aus, dass nach der erneuten Rückenoperation am 17. August 2011 bereits nach einem Monat wiederum eine Schmerzzunahme zu verzei chnen gewesen ist (vgl. a.a.O., S. 6). 5.6 Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass der Versiche rte im Nachgang zu seiner Rückenoperation am 17. August 2011 und nach einem anfän glich komplikationslos verlaufen- den Heilungsprozess schon bald – jedenfalls spätestens M itte November 2011 – schmerzbe- dingt erneut in massgebendem Umfang arbeitsunfähig w ar. War er zuvor unbestrittenermassen bereits bis Ende Oktober 2011 in seiner Arbeitsfähigkei t durch die zuvor erfolgte Operation ar- beitsunfähig, liegt kein wesentlicher Unterbruch des W artejahres im Sinne von Art. 29ter IVV vor (vgl. oben, Erwägung 3.3 hievor), und das Wartejahr ist seit dessen Eröffnung im Dezember 2009 im Dezember 2010 abgelaufen. Nachdem sich der Ver sicherte am 11. Juni 2011 für Leis- tungen der IV angemeldet hat (vgl. IV-Dok Nr. 4), b esitzt er bereits ab Dezember 2011 An- spruch auf eine ganze IV-Rente (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG ). Soweit darauf eingetreten werden kann (vgl. oben, Erwägung 2.3 bis 2.5 hievor), ist die B eschwerde bei diesem Ergebnis gutzu- heissen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Ar t. 69 Abs. 1bis IVG ist das Be- schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicher ungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1’000.— festgelegt. Bei Fä llen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Ge richt die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterlie genden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin un terlegene Partei, weshalb sie grund- sätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO der Vorinstanz bzw. den kantonalen Behörden ge- mäss Verwaltungsverfahrensgesetz vom 13. Juni 1988 keine V erfahrenskosten auferlegt wer- den. Aufgrund dieser Bestimmung ist auf die Erhebung v on Verfahrenskosten zu verzichten, und der geleistete Kostenvorschuss ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Soweit darauf einzutreten ist, wird die Besch werde gutgeheissen. Die Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 12. Juni 2 013 wird aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerde führer ab 1. Dezember 2011 Anspruch auf eine ganze Rente der I nvalidenversi- cherung hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘244.95 (inkl. Ausla- gen und 8 % Mehrwertsteuer) auszurichten.