A bteilung III C -3180/2006 {T 0/2} U rteil vom 4. Juni 2007 M itw irkung: R ichter Johannes Frölicher (Vorsitz) R ichter Stefan M esm er und Francesco Parrino G erichtsschreiberin Susanne Fankhauser D ._______ A G , Beschw erdeführerin, gegen SU VA Schw eizerische U nfallversicherungs-A nstalt, Fluhm attstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern, Vorinstanz, betreffend Einreihung im Präm ientarif für die B erufsunfallversicherung 2006 (Einspracheentscheid vom 28.2.2006). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie D ._______ AG in F._______ betreibt gem äss H andelsregistereintrag eine M etallbauschlosserei und ist für das Berufs- und N ichtberufs- unfallrisiko ihrer Arbeitnehm enden bei der Schw eizerischen U nfallversiche- rungsanstalt (nachfolgend SU VA) versichert. In deren Tarif für die Berufsunfallversicherung ist der Betrieb der Klasse 11C , "Stahl-, M etall- und Apparatebau; allgem eine Schlossereien, Schm ieden", und innerhalb dieser Klasse der gleichbezeichneten U nterklasse A sow ie dem U nter- klassenteil A0, "M etallbau, Schlosserei, Schm iede", zugeteilt. B. M it Verfügung vom 20. O ktober 2005 reihte die SU VA den Betrieb auf den 1. Januar 2006 neu in den Tarifen für die Berufs- und N ichtberufs- unfallversicherung ein. Im Bereich der Berufsunfallversicherung w urde auf diesen Zeitpunkt für die Klasse 11C das alte Bonus-M alus-System 95 (BM S 95) durch das revidierte Bonus-M alus-System 03 (BM S 03) abgelöst; gleichzeitig w urde der 150-stufige G rundtarif eingeführt. M it der neuen Einreihung erhöhte sich der N ettopräm iensatz der D ._______ AG für die Berufsunfallversicherung von 0,98% in der Stufe 6 des alten 20- stufigen Tarifs auf 1,205% in der Stufe 85 des G rundtarifs. C . G egen diese Verfügung erhob die D ._______ AG am 11. N ovem ber 2005 Einsprache, kritisierte die Präm ienerhöhung für die Berufsunfall- versicherung und beantragte die U m stufung in eine andere R isikoklasse, in der sie verursachergerechte tiefere Präm ien zu leisten habe. D . M it Entscheid vom 28. Februar 2006 w ies die SU VA die Einsprache ab. Zur Begründung führte sie unter anderem aus, die Einreihung sei korrekt gem äss den Einreihungsregeln erfolgt. Beim BM S 03 w erde dem betriebseigenen Schadenverlauf w eniger Bedeutung beigem essen als beim BM S 95, dafür kom m e dem Schadenverlauf der Branche eine grössere Bedeutung zu. D am it w erde eine breiter abgestützte Solidarität erreicht. W eiter erläuterte sie die als w esentlich bezeichneten Schritte bei der Präm ienfestlegung im R ahm en des BM S 03 sow ie die m it den Fachverbänden vereinbarten, besonderen Ü bergangsregelungen für die Klasse 11C . E. Am 31. M ärz 2006 erhob die D ._______ AG gegen diesen Einspracheentscheid Beschw erde vor der dam als zuständigen eidgenössi- schen R ekurskom m ission für die U nfallversicherung (nachfolgend R ekurs- kom m ission U V) und beantragte die U m stufung in eine tiefere R isiko- klasse. D er Betrieb sei seit 1918 SU VA-versichert und habe w ährend dieser Zeit einen grossen Präm ienüberschuss angehäuft; der ausge- zeichnete Schadenverlauf der letzten Jahre verdeutliche diese Tendenz. Zudem habe sich der Tätigkeitsbereich des Betriebs m arkant geändert: N eben den klassischen M etallbauarbeiten w ürden zu einem w ichtigen Teil kaufm ännische Aufgaben (Buchhaltung und Liegenschaftsverw altung für drei Betriebe) sow ie Architektur- und Ingenieurarbeiten ausgeführt. So betrage der Büroanteil 45% der Lohnsum m e. D ie erfolgte Einreihung beruhe som it auf falschen tatsächlichen G egebenheiten. Schliesslich 3 unterstrich der Betrieb seinen Einsatz im Bereich der Arbeitssicherheit. F. N ach fristgerechtem Eingang des m it Präsidialverfügung vom 7. April 2006 auf Fr. 800.-- festgesetzten Kostenvorschusses reichte die SU VA am 23. M ai 2006 ihre Vernehm lassung ein und beantragte die kostenfällige Abw eisung der Beschw erde. Sie erklärte die im BM S 03 angew andten Berechnungsgrundlagen und legte die für die Klasse 11C geltenden Ü bergangsregeln dar. D anach sei die Präm ienerhöhung m it dem System - w echsel auf m axim al 18% begrenzt w orden, w eshalb die Anpassung an die Bedarfssätze w enn nötig über m ehrere Jahre verteilt w ürden. D er verfügte N ettopräm iensatz dürfe jedoch in keinem Fall um m ehr als 14 Stufen vom Basissatz der Branche abw eichen. D ie Beschw erdeführerin w äre m it einer Erhöhung von m axim al 18% der Stufe 84 des G rundtarifs zugeteilt w orden, sei aber aufgrund der 14-Stufen-R egel in die Stufe 85 eingereiht w orden. D ie Erhöhung betrage som it rund 23% und bedeute eine M ehrbelastung der Lohnsum m e von 0,225% , w as w eder w illkürlich noch unverhältnism ässig sei. Zudem sei der individuelle Präm ienüber- schuss der Beschw erdeführerin (seit 1918 rund Fr. 206'000.--) nicht überm ässig hoch und rechtfertige keine tiefere Einreihung. Im W eiteren sei der überdurchschnittlich hohe Büroanteil von 45 Prozent (gem äss Betriebsbeschreibung vom 12. Februar 2003) im R ahm en der besonderen Betriebsverhältnisse berücksichtigt w orden. D ies sei aus der Ziffer 2 im C ode 11C A2M 2 auf dem G rundlagenblatt ganz unten rechts ersichtlich. D er Basissatz der Branche ohne besondere Betriebsverhältnisse betrage 2,9% . Im R ahm en des Einspracheverfahrens sei überdies eine neue Betriebsbeschreibung aufgenom m en w orden, w onach der Büroanteil nur noch 38% betrage; jedoch sei auf eine H öhereinreihung verzichtet w orden. Ein Betriebsbesuch (am 28. M ärz 2006) habe bestätigt, dass es sich bei der Beschw erdeführerin um einen typischen M etallbaubetrieb im Sinne der Klassenum schreibung der SU VA handle. Abschliessend betonte die SU VA, dass die Einhaltung der Arbeitssicherheitsvorschriften an sich keine zusätzliche Präm ienreduktion rechtfertige; im m erhin bew irkten die Leistungen der Beschw erdeführerin in diesem Bereich eine deutlich unter dem Basissatz der Branche liegende Einreihung. G . D ie D ._______ AG reichte am 7. Juni 2006 ihre R eplik ein und bestätigte ihren Beschw erdeantrag. Ihr Betrieb sei nicht risikogerecht eingereiht. D ie Abw eichungen von den Branchen-Ergebnissen ergäben sich nam entlich aus der W irtschaftsum frage 2006 des Berufsverbandes. D ie Annahm e der SU VA, dass der Büroanteil gesunken sei, sei nicht klar kom m uniziert w orden und entspreche auch nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Abschliessend kritisierte der Betrieb die Trendw ende zurück zur Einheitspräm ie, die m it dem BM S 03 stattfinde und forderte eine stärkere Berücksichtigung der individuellen Betriebsverhältnisse. D as Vorgehen der SU VA habe er in Bezug auf die Einreihung als verschleierte Taktik erlebt, w elche erst nach und nach klarer gew orden sei. H . M it Eingabe vom 21. Juni 2006 verzichtete die SU VA darauf, eine D uplik einzureichen.4 I. Am 1. Januar 2007 ging das vorliegende Beschw erdeverfahren auf das Bundesverw altungsgericht über, w elches den Parteien am 26. Februar 2007 die Zusam m ensetzung des Spruchkörpers m itteilte. Es ging kein Ausstandsbegehren ein. J. Auf die w eiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten w ird, sow eit für die Entscheidfindung erforderlich, im R ahm en der nachfolgen- den Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D eparte- m ente hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). 1.2 G em äss Art. 31 VG G beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw er- den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D e- zem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D ie Schw eizerische U nfallver- sicherungsanstalt (SU VA) ist eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. e VG G . D ie Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht ist jedoch unzulässig, w enn ein anderes Bundesgesetz eine kantonale Behörde als zuständig erklärt (Art. 32 Abs. 2 Bst. b VG G ). 1.3 D ie sachliche Zuständigkeit zur Beurteilung von Beschw erden gegen Verfügungen der SU VA w ird grundsätzlich durch Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. M ärz 1981 über die U nfallversicherung (U VG , SR 832.20) in Verbindung m it Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. O ktober 2000 über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG , SR 830.1) geregelt. D em nach ist das Bundesverw altungsgericht zuständig, w enn dies das G esetz über die U nfallversicherung ausdrücklich vorsieht. Eine solche besondere R egelung der Zuständigkeit enthält Art. 109 U VG . G em äss Bst. b dieser Bestim m ung beurteilt das Bundes- verw altungsgericht – in Abw eichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG – Beschw er- den gegen Einspracheentscheide über die Zuteilung der Betriebe und der Versicherten zu den Klassen und Stufen der Präm ientarife. D ie Zuständig- keit des Bundesverw altungsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache ist deshalb zu bejahen. 2. 2.1 D as Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht (w ie schon vor der R ekurskom m ission U V) richtet sich nach dem Verw altungsverfahrens- gesetz, sow eit das Verw altungsgerichtsgesetz nichts anderes bestim m t (Art. 37 VG G ; aArt. 109 Abs. 2 U VG ). Vorbehalten bleiben gem äss Art. 3 5 Bst. dbis Vw VG die besonderen Bestim m ungen des Bundesgesetzes über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG , SR 830.1). 2.2 D ie Beschw erde w urde frist- und form gerecht eingereicht (vgl. Art. 38 ff. und Art. 60 ATSG , Art. 52 Vw VG ). Als Arbeitgeberin ist die Beschw erde- führerin Schuldnerin der Präm ien für die obligatorische Versicherung der Berufsunfälle und Berufskrankheiten (Art. 91 Abs. 1 U VG ). Sie ist daher durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an der Aufhebung oder Abänderung der angefochtenen Verfü- gung (Art. 59 ATSG , Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). 3. 3.1 D ie Beschw erdeführerin kann im R ahm en des Beschw erdeverfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des M issbrauchs oder der Ü berschreitung des Erm essens, die unrichtige oder unvollständige Fest- stellung des Sachverhalts sow ie die U nangem essenheit des Entscheids beanstanden (Art. 49 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht m uss aber nur den Entscheid der unteren Instanz überprüfen, es darf sich nicht an deren Stelle setzen. Insbesondere dann, w enn die Erm essensausübung, die Anw endung unbestim m ter R echtsbegriffe oder die Sachverhaltsw ür- digung hoch stehende, spezialisierte technische oder w issenschaftliche Kenntnisse erfordert, ist eine Zurückhaltung des Bundesverw altungs- gerichts bei der Ü berprüfung vorinstanzlicher Bew ertungen angezeigt (vgl. BG E 133 II 35 E. 3.3, 130 II 449 E. 4.1, 126 II 43 E. 4c, 121 II 384 E. 1, 108 V 130 E. 4c/dd; vgl. auch VPB 67.31 E. 2, 68.133 E. 2.4; Sozial- versicherungsrecht – R echtsprechung [SVR ] 1994 KV N r. 3 E. 3b; BEATR IC E W AG N ER PFEIFFER , Zum Verhältnis von fachtechnischer Beurteilung und rechtlicher W ürdigung im Verw altungsverfahren, in: ZSR , N F 116, I. H albbd., S. 442 f.). 3.2 Im Bereich der Präm ientarife besteht die Ü berprüfungsbefugnis des Bundesverw altungsgerichtes einerseits darin, die richtige Anw endung des Tarifs zu kontrollieren; andererseits kann es – im R ahm en der konkreten N orm enkontrolle – die der Verfügung zu G runde liegenden Tarifpositionen auf ihre G esetz- und Verfassungsm ässigkeit überprüfen. D em U nfallversicherer steht bei der Festsetzung des Präm ientarifs für die Berufsunfallversicherung ein w eiter Erm essensspielraum zu. In diesen greift das G ericht nur m it grosser Zurückhaltung ein, in der R egel lediglich, w enn die Anw endung einer Tarifposition m it dem G leichbehandlungsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV) unvereinbar ist oder dem G edanken der R isikogerechtig- keit (Art. 92 Abs. 1 U VG ) w iderspricht oder w enn der Tarif sich nicht von objektiven Ü berlegungen leiten lässt (vgl. BG E 126 V 344 E. 4a; Kranken- und U nfallversicherung, R echtsprechung und Verw altungspraxis [R KU V] 1998 N r. U 294 S. 230 E. 1c). In diesem Zusam m enhang darf nicht ausser Acht gelassen w erden, dass bei der Festsetzung von Tarifen unter U m ständen kom plexe und allenfalls in der Zielrichtung w idersprüchliche Aspekte auf einen N enner zu bringen sind. D as kann zur Folge haben, dass eine bestim m te Tarifposition, die für sich allein genom m en diskutabel erscheint, im G esam tzusam m enhang trotzdem nicht zu beanstanden ist 6 (U rteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 240/03 vom 2. Juni 2004, E. 3.2.2). Eine Tarifposition darf deshalb nicht losgelöst von den übrigen Tarifbestim m ungen gew ürdigt w erden, sondern ist im G esam t- zusam m enhang zu beurteilen (vgl. U rteil der R ekurskom m ission U V vom 13. D ezem ber 2004, Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 69.73 E. 3). 3.3 D as Bundesverw altungsgericht überprüft ansonsten den angefochtenen Entscheid frei, dies unter Berücksichtigung der vorgebrachten R ügen. D ie Beschw erdeinstanz hat m ithin nicht zu untersuchen, ob sich die angefochtene Verfügung unter schlechthin allen in Frage kom m enden Aspekten als korrekt erw eist, sondern untersucht im Prinzip nur die vorgebrachten Beanstandungen. Von den Verfahrensbeteiligten nicht aufgew orfene R echtsfragen w erden nur geprüft, w enn hiezu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BG E 119 V 347 E. 1a; ALEXAN D R A R U M O -JU N G O , R echtsprechung des Bundesgerichts zum Sozial- versicherungsrecht, Bundesgesetz über die U nfallversicherung, 3. Aufl., Zürich 2003, S. 348). 4. D as am 1. Januar 2003 in Kraft getretene ATSG änderte die m assgeb- lichen Vorschriften über die Einreihung in die Präm ientarife (Art. 91 ff. U VG ) nicht, so dass auch auf die vor Erlass des ATSG ergangene R echtsprechung abgestellt w erden kann. 5. Im Folgenden w erden die bei der Präm ientarifgestaltung und der Einreihung der Betriebe in diesen Tarif zu beachtenden w ichtigsten gesetzlichen Bestim m ungen und m assgebenden G rundsätze aufgeführt (vgl. auch U rteil der R ekurskom m ission U V vom 30. Januar 1998, VPB 62.67 E. 3). 5.1 G em äss Art. 92 Abs. 2 U VG w erden für die Bem essung der Präm ien in der Berufsunfallversicherung die Betriebe nach ihrer Art und ihren Verhältnissen in Klassen des Präm ientarifs und innerhalb dieser in Stufen eingereiht. M assgebend sind dabei insbesondere die U nfallgefahr und der Stand der U nfallverhütung. 5.2 D ie Betriebe oder Betriebsteile sind so in Klassen und Stufen des Präm ientarifs einzureihen, dass die Kosten der Berufsunfälle und Berufskrankheiten einer R isikogem einschaft voraussichtlich aus den N ettopräm ien bestritten w erden können (Art. 113 Abs. 1 der Verordnung über die U nfallversicherung vom 20. D ezem ber 1982 [U VV, SR 832.202]). Aufgrund der R isikoerfahrungen kann die Zuteilung bestim m ter Betriebe zu den Klassen und Stufen des Präm ientarifs jew eils auf den Beginn des R echnungsjahres ändern (Art. 92 Abs. 5 U VG ). D ie Betriebe oder Betriebs- teile sind folglich nach M assgabe ihres R isikos in die Klassen und Stufen des Präm ientarifs einzuteilen (G rundsatz der risikogerechten Präm ien). 5.3 Bei der Präm ienbem essung ist w eiter das in Art. 61 Abs. 2 U VG vorge- sehene Prinzip der G egenseitigkeit zu berücksichtigen. D ieses Prinzip verlangt, dass der U nfallversicherer einerseits keine G ew inne aus dem 7 Versicherungsgeschäft erzielt, andererseits finanziell autonom sein soll. 5.4 N eben diesen, im G esetz explizite geregelten Prinzipien, m üssen sich die Versicherer bei der Aufstellung der Tarife an die allgem einen G rundsätze halten, w elche aus dem Sozialversicherungsrecht des Bundes, dem Verw altungsrecht und der Bundesverfassung fliessen. 5.4.1 U nter die allgem einen Prinzipien, w elche bei der Tarifgestaltung zu berücksichtigen sind, fällt nam entlich der G rundsatz der Solidarität. D em nach m uss das U nfallrisiko durch eine grosse Zahl von Versicherten getragen w erden (BG E 112 V 316 E. 5c). In eine ähnliche R ichtung geht das Versicherungsprinzip, w onach das R isiko durch eine M ehrzahl von Versicherten zu tragen ist. W eiter ist der G rundsatz der Verw altungsöko- nom ie zu beachten (U rteil der R ekurskom m ission U V vom 28. Juni 1996, VPB 61.23A_I E. 4d), sollen doch die Präm ieneinnahm en nicht durch überm ässige Verw altungsaufw endungen geschm älert w erden. 5.4.2 Ein Präm ientarif hat sodann den G rundsätzen der Verfassung zu ent- sprechen, insbesondere dem Prinzip der G leichbehandlung (Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV], SR 101) und dem W illkürverbot (Art. 9 BV). N ach ständiger R echtsprechung ist der G rundsatz der rechtsgleichen Behandlung verletzt, w enn rechtliche U nterscheidungen getroffen w erden, für die ein vernünftiger G rund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder w enn U nterscheidungen unterlassen w erden, w elche sich auf G rund der Verhältnisse aufdrängen (BG E 133 V 42 E. 3.1 m it H inw eisen). D ie R echtsgleichheit w ird insbesondere dann verletzt, w enn G leiches nicht nach M assgabe seiner G leichheit gleich oder U ngleiches nicht nach M assgabe seiner U ngleichheit ungleich behandelt w ird. Vorausgesetzt ist, dass sich die ungerechtfertigte G leich- bzw . U ngleichbehandlung auf eine w esentliche Tatsache bezieht (BG E 131 V 107 E. 3.4.2). W illkürlich ist eine Bestim m ung, w enn sie sich nicht auf ernsthafte G ründe stützen lässt oder w enn sie sinn- oder zw ecklos ist (BG E 132 I 157 E. 4.1). 5.4.3 D as Eidgenössische Versicherungsgericht hat im Ü brigen festgestellt, dass im Bereich der Präm ientarifgestaltung das G leichbehandlungsgebot und das Prinzip der R isikogerechtigkeit deckungsgleich sind (vgl. R KU V 1998 N r. U 294 S. 228 E. 1c). Lässt sich also für eine Betriebsart oder einen Betrieb ein gegenüber anderen Betriebsarten unterschiedliches R isiko feststellen, so gebietet dieser U nterschied, diese Betriebsart ungleich zu behandeln. Bei gleichen Verhältnissen m üssen auch gleiche Leistungen beziehungsw eise Präm ien resultieren (BG E 112 V 291 E. 3b m it H inw eisen), w obei unter G leichheit nicht Identität zu verstehen ist (siehe Erw ägung 5.6 und 6). 5.5 Im Verfahren zur Einreihung des einzelnen Betriebes in den Präm ientarif (das im Erlass einer Präm ienverfügung m ündet) haben die Versicherer w eiter den Anspruch auf rechtliches G ehör zu beachten (Art. 42 ATSG , Art. 29 Abs. 2 BV, vgl. auch Art. 29 Vw VG ). 8 5.5.1 D as rechtliche G ehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes M itw irkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, w elcher in die R echtsstellung einer Person eingreift. D azu gehört insbesondere deren R echt, sich vor Erlass des in ihre R echts- stellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Bew eise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehm en, m it erheblichen Bew eisanträgen gehört zu w erden und an der Erhebung w esentlicher Bew eise entw eder m itzuw irken oder sich zum indest zum Bew eisergebnis zu äussern, w enn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BG E 132 V 368 E. 3.1 m it H inw eisen). Ist eine Verfügung durch Einsprache anfechtbar, genügt es, w enn die Parteien im Einspracheverfahren ange- hört w erden (Art. 42 Satz 2 ATSG ; vgl. BG E 132 V 368 E. 4). 5.5.2 Einen w esentlichen Bestandteil des verfassungsrechtlich garantierten Anspruchs auf rechtliches G ehör bildet schliesslich die Begründungs- pflicht. D iese soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen M otiven leiten lässt, und es der betroffenen Person erm öglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Eine sachgerechte Anfechtung ist nur m öglich, w enn sich sow ohl die Partei w ie auch die R echtsm ittelinstanz über die Tragw eite des Entscheides ein Bild m achen können. In diesem Sinn m üssen w enigstens kurz die Ü berlegungen genannt w erden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf w elche sich ihre Verfügung stützt. D ies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich m it jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einw and auseinandersetzen m uss. Vielm ehr kann sie sich auf die für den Entscheid w esentlichen G esichtspunkte beschränken (U rteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 3/05 vom 17. Juni 2005, Sozialversicherungsrecht – R echtsprechung [SVR ] 2006 IV N r. 27, E. 3.1.3 m it H inw eisen). D ie Anforderungen an die Begründung sind um so höher, je w eiter der Entscheidungsspielraum der entscheidenden Behörde und je kom plexer die Sach- und R echtslage ist (U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, N . 1707 m it H inw eis; U rteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 3/05 vom 17. Juni 2005, SVR 2006 IV N r. 27, E. 3.2.3 f.). 5.6 Einzelne der hier dargelegten G rundsätze können sich w idersprechen. So sind das Prinzip der Solidarität und jenes der R isikogerechtigkeit einander entgegengesetzt. G rösstm ögliche Solidarität w äre durch eine für alle Betriebe geltende Einheitspräm ie zu erreichen, w ährend grösstm ögliche R isikogerechtigkeit eine für jeden Betrieb individuell bestim m te Präm ie bedingen w ürde. D ie Ausgestaltung des Präm ientarifs hat sich zw ischen diesen zw ei Polen zu bew egen. Aus dem G egensatz dieser zw ei G rundsätze fliesst denn auch, dass das G leichbehandlungsgebot nicht zur Folge haben kann, dass für jeden einzelnen Betrieb ein individueller R isikosatz bestim m t w ird, es fliessen zw angsläufig Faktoren anderer – nicht identischer – Betriebe für die Einreihung m it ein, sei dies im R ahm en der Zuteilung zu den Klassen oder bei der Berücksichtigung von Vergleichsw erten (vgl. oben Erw ägung 5.4 und nachfolgend Erw ägung 6). 6. D er SU VA steht bei der Bildung von R isikogem einschaften – die vom 9 G esetz gefordert und Voraussetzung für risikogerechte Präm iendiffe- renzierungen sind – ein erheblicher Erm essensspielraum zu. D ie Einteilung in Klassen hat nach sachlichen G esichtspunkten zu erfolgen, die eine rechtsungleiche Behandlung der Versicherten ausschliessen. Ist ein U nterscheidungsm erkm al sachlich gerechtfertigt, so hält es auch vor dem Erfordernis der R echtsgleichheit stand (BEATR IC E W EBER -D Ü R LER , D ie R echtsgleichheit in ihrer Bedeutung für die R echtssetzung, D iss. Zürich 1973, S. 186 ff.; D IES., Verw altungsökonom ie und Praktikabilität im R echts- staat, Schw eizerisches Zentralblatt für Staats- und G em eindeverw altung [ZBl] 87/1986, S. 193 ff., hiernach: W EBER -D Ü R LER , Verw altungsökonom ie; JÖ R G PAU L M Ü LLE R , D ie G rundrechte der schw eizerischen Bundesverfas- sung, 3. Aufl., Bern 1999, S. 397 ff.). Sachlich gerechtfertigt ist das U nter- scheidungsm erkm al, w enn es sich auf eine w esentliche Tatsache stützt (vgl. U rteil der R ekurskom m ission U V vom 28. Juni 1996, VPB 61.23A_I E. 4c; BG E 119 Ia 123 E. 2b, 118 Ia 1 E. 3a, 117 Ia 97 E. 3a und 257 E. 3b). D abei hält Art. 92 Abs. 2 U VG nam entlich fest, dass das U nter- scheidungsm erkm al in der Art und in den Verhältnissen des Betriebs zu suchen ist. N ach w elchen konkreten R isikogesichtspunkten im Einzelnen aber solche R isikogem einschaften zusam m enzufassen sind, w ird durch die G rundsätze der G egenseitigkeit (Art. 61 U VG ) und der R echtsgleichheit nicht deter- m iniert. D ies kann innerhalb so w eit gesteckter G renzen auf unterschied- liche Arten geschehen. Bei der Bestim m ung der für die Zuteilung w esentlichen Kriterien ist auch der G rundsatz der Verw altungsökonom ie zu beachten, w onach das gew ählte Elem ent nicht zu einem derart hohen Verw altungsaufw and führen darf, dass ein unverhältnism ässig grosser Anteil der Präm ien für die Kosten der Verw altung verw endet w ird. Es w ird also unter U m ständen ein gew isser Schem atism us notw endig, da auf relativ einfache und praktikable U nterscheidungskriterien abzustellen ist, selbst w enn daraus eine gew isse R echtsungleichheit erw achsen kann (vgl. BG E 131 I 291 E. 3.2, 112 V 283 E. 4b; SVR 1995 KV N r. 60; M Ü LLER , a.a.O ., S. 402 f.); allerdings m uss die der Verw altung geschaffene Erleich- terung die in einzelnen Fällen erfolgende Abw eichung von der R echts- gleichheit aufw iegen (W EBE R -D Ü R LER , Verw altungsökonom ie, S. 212 f.; BG E 107 V 203 E. 3a). Auch w enn neben der von der SU VA gew ählten Lösung andere Einteilungen vorstellbar sind, kann daraus noch nicht geschlossen w erden, dass diese ihren Erm essensspielraum überschreitet (siehe auch Erw ägung 3.2.). Ideal w äre es, w enn jeder Betrieb für sich eine R isikogem einschaft bilden könnte. D a aber ein einzelner Betrieb m eist zu w enig schlüssige R isiko- statistiken aufw eist, m üssen m ehrere Betriebe zu R isikogem einschaften zusam m engefasst w erden. D ies gilt insbesondere für kleinere Betriebe, denn das R isiko eines Berufsunfalls m it Invaliditätsfolge verw irklicht sich beispielsw eise durchschnittlich pro Jahr einm al auf 900 Beschäftigte (siehe Präm ienbem essung Berufs- und N ichtberufsunfallversicherung, Inform a- tionsbroschüre SU VA, N r. 2736.d - 2006, S. 4). In der R ealität existieren jedoch keine völlig identischen Betriebe, w eshalb jede Zusam m enfassung 10 von Betrieben zu einer R isikogem einschaft gew isse Schem atisierungen m it sich bringt. D ies liegt allerdings in der N atur der Sache begründet. Bei Betrachtung eines konkreten Betriebs sind som it in den m eisten Fällen gew isse M erkm ale anzutreffen, die sich bei anderen Betrieben der gleichen G em einschaft nicht oder anders ausgestaltet finden (vgl. zum G anzen unveröffentlichtes U rteil der R ekurskom m ission U V vom 22. Juli 2005, R EKU 586/04, E. 5a). 7. D ie Beschw erdeführerin fordert gestützt auf die R isikogerechtigkeit eine U m teilung in eine andere R isikoklasse. Konkret w ird nicht ausgeführt, w elche andere Klasse des SU VA-Tarifs auf ihren Betrieb zur Anw endung gelangen sollte; es w ird vielm ehr auf den positiven R isikoverlauf, den Einsatz im Bereich der Arbeitssicherheit und die Tatsache verw iesen, dass die ausgeübten Arbeiten nicht typisch für die Branche seien. D ie Beschw erdeführerin sei angesichts des U m fangs der kaufm ännischen Tätigkeiten, der Architektur- und Ingenieurarbeiten kein klassischer Schlosserbetrieb m ehr; es w erde auch ein H ausw art beschäftigt. Im G egensatz zu vergleichbaren Betrieben der Branche w ürden keine Planungs- und Ingenieurarbeiten im U nterakkord vergeben. D er "über- grosse" Büroanteil von 45% ergebe sich aus der Lohnliste. Auch im tech- nischen Bereich (55% ) w ürden branchenunübliche Arbeiten ausgeführt, insbesondere im Bereich Blechverarbeitung, Konstruktionsschlosserei, M etallrohrerzeugnisse, Fahrzeugbau und auch Beschattungsanlagen. 7.1 D ie Klasse 11C des SU VA-Tarifs, in der Betriebe des Stahl-, M etall- und Apparatebaus, allgem eine Schlossereien und Schm ieden zusam m enge- fasst sind, w ird in der als Verw altungsw eisung bezeichneten W egleitung zur Einreihung der Betriebe in den Präm ientarif der SU VA für das Jahr 2006 (im Folgenden: Präm ien-W egleitung) w ie folgt beschrieben: Betriebe, die vorw iegend aus Blechen, Profilen und R ohren – je nach Fachrichtung entw eder m ittels Verfahren der Stahl- bzw . Leichtm etallbautechnik, der Konstruk- tions- und Apparatebautechnik sow ie der Schw eiss- oder Schm iedetechnik – Bau- bzw . Bauw erksteile herstellen und diese in der R egel zu Baugruppen, ganzen Bauw erken oder Apparaten zusam m enbauen. D azu zählen insbesondere die Betriebe des Stahl- und M etallbaus, des Kessel- und Behälterbaus sow ie des Apparate- und Anlagenbaus. Im W eiteren sind hier die Betriebe des allgem einen Schlossereigew erbes, sodann die Schw eissereien und die gew erblichen Schm ieden untergebracht. Ferner gehören dieser Klasse die R ollladen- und Storenbaubetriebe sow ie die Stahlrohr- m öbelfabriken an. D ie gebräuchlichsten Ausgangsm aterialien für die obgenannten Betriebsarten sind H albzeuge, w ie Bleche, Profile und R ohre unterschiedlichster D im ensionen, vorw iegend aus Stahl und Leichtm etall, z. T. aber auch aus Buntm etall. Typische Arbeitsverfahren sind: - das Zuschneiden, w ie Sägen, Scheren, Brennschneiden - die spanlose Form ung, w ie Abkanten, Biegen, Stanzen, Schm ieden - die spanende Form ung, w ie Feilen, Bohren und Schleifen - das Fügen, w ie Schw eissen, Schrauben, N ieten und z.T. auch Kleben - die O berflächenbehandlung – von eher untergeordneter Bedeutung – w ie Sandstrahlen, N asslackieren und Pulverbeschichten - ferner der Zusam m enbau in der W erkstatt und die Ausw ärtsm ontage.11 C harakteristisch für die Klasse 11C ist, dass sie sich w eitgehend aus Betrieben zusam m ensetzt, die der Schlossereibranche entstam m en. D as Spektrum der hier vereinigten Schlossereitypen reicht von den Stahlbau- und M etallbauschlossereien über die Apparatebau-, Konstruktions-, R ohrbau- und allgem einen Schlossereien bis zu den Kunstschlossereien. D ie Klasse 11C hat ihrerseits vier U nterklassen m it verschiedenen U nter- klassenteilen: U nterklasse A Stahl- und M etallbau, allgem eine Schlossereien, Schm ieden - U nterklassenteil A0 M etallbau, Schlosserei, Schm ieden (Stufe 103) - U nterklassenteil A4S M etall-, Stahl-, G rossbehälter-, Pipelinebau (Stufe 109) U nterklasse B Apparatebau, Konstuktionsschlossereien - U nterklassenteil B0 Konstruktionsschlosserei (Stufe 94) - U nterklassenteil B4S Bühnenbau, M etallgestaltung, Feinschlosserei (Stufe 89) U nterklasse C H erstellung, M ontage und R eparatur von R ollläden und Storen - U nterklassenteil C 0 H erstellung, M ontage und R eparatur von R ollläden und Storen (Stufe 97) U nterklasse D H erstellung von Stahlrohrm öbeln und leichten M etallrohrerzeugnissen - U nterklassenteil D 0 H erstellung leichter M etallrohrerzeugnisse (Stufe 90) D ie U nterklasse A w ird w ie folgt beschrieben: Betriebe, die sich vorw iegend m it der ingenieurm ässigen H erstellung und Errich- tung von Bauw erken oder Bauw erksteilen aus Stahl und Leichtm etall befassen und dabei entw eder im Stahlhoch-, Stahlbrücken-, Stahlw asser- und Stahlbehäl- terbau oder im M etallbau tätig sind. Ferner Betriebe, die jedenfalls allgem eine Schlosserarbeiten ausführen, im Ü brigen aber ein stark diversifiziertes Tätigkeits- feld aufw eisen. D iesem Bereich sind auch die auf Farm technik spezialisierten Betriebe und die Zaunfabriken zugeteilt. Ausserdem sind hier die nichtindustriellen Schm ieden, die H uf- und Kunstschm ieden sow ie die Kunstschlossereien unterge- bracht. (...) Stahl- und M etallbau: Eine G rosszahl von Betrieben dieser Sparte treten als M ischform en in Erscheinung, w obei die vorw iegend im Stahlbau tätigen Betriebe, kom biniert m it M etallbauarbeiten, bedeutend häufiger anzutreffen sind als M etall- baubetriebe, die auch Stahlbauarbeiten ausführen. (...) Erzeugnisse des M etallbaus: Insbesondere Bauw erksteile oder ganze Einbau- gruppen, w ie Tür- und Fensterzargen, Fassadenelem ente, Türen, Tore, Fenster, Trenn- und Schiebew ände, Schaufensteranlagen, Schaukästen, Schutzraum - abschlüsse; ferner leichte Ingenieurbauw erke, w ie M etallkonstruktionen für Treppen und Zw ischenböden, U nterstände, Vorbauten, Kabinen, Treib- und G ew ächshäuser, W intergärten, G erüste u. a. m . (...) 7.2 D ie R egelung der Klasse 11C ist angesichts des w eiten Erm essensspiel- raum s der SU VA (siehe Erw ägung 6) nicht zu beanstanden. D ie Bildung der R isikogem einschaft erfolgt gestützt auf sachliche Kriterien; es w erden generelle M erkm ale aufgegriffen, w elche eine gew isse W irtschaftstätigkeit 12 anhand der verw endeten Produktionsverfahren, M aterialien und Produkte zu einer G em einschaft zusam m enfasst. Ein Verstoss gegen die R echts- gleichheit liegt som it nicht vor. 8. Es ist im W eiteren zu untersuchen, ob der Beschw erde führende Betrieb korrekt dieser Klasse und ihrer U nterklasse A beziehungsw eise dem U nterklassenteil A0 zugeordnet w urde. 8.1 Zunächst sind die in der Präm ien-W egleitung unter "Allgem eines zur Präm ienbem essung" erläuterten G rundsätze, sow eit sie für die vorliegende Frage von Bedeutung sind, sow ie die dazu gehörende Erklärung der Term inologie w ieder zu geben: D ie R isikoeinheit ist derjenige Teil der Lohnsum m e eines Betriebes oder m ehrerer Betriebe, w elcher zur Beurteilung eines gem einsam en Präm iensatzes verw endet w ird. D er U nterklassenteil ist eine M enge von R isikoeinheiten m it gleichartigen Tätigkeiten und U nfallrisiken und som it auch gleichen Basispräm iensätzen. Eine R isikogem einschaft (oder Am ortisationsgem einschaft) ist ein U nterklassenteil oder eine M enge von U nterklassenteilen, die bezüglich der U nfallversicherung in der R egel finanziell selbsttragend ist und Fehlbeträge oder Ü berschüsse w eitgehendst selbst präm ienproportional (im Verhältnis zur Präm ie) am ortisiert. D ie R isiko- gem einschaften in der BU V sind in der R egel die Klassen. D ie Broschüre «Präm ientarif» (Form . 335) enthält für jede Klasse einen 10- bis 150-stufigen Präm ientarif. Im Präm ientarif einer Klasse sind die für die Betriebe dieser Klasse zulässigen N ettopräm iensätze in Prozenten aufgeführt. U nter Einreihung eines Betriebes versteht m an dessen Zuw eisung zur Klasse, zur U nterklasse und zum U nterklassenteil sow ie die Festsetzung des Präm iensatzes. D ie für die Präm ienbem essung notw endige Erhebung der Betriebsm erkm ale erfolgt m it der sogenannten Betriebsbeschreibung. D er Abschnitt "Einreihung der R isikoeinheiten/Basis-Einreihung" enthält zudem folgende allgem eine Einreihungsregeln: D ie Zuw eisung einer R isikoeinheit zur Klasse, zur U nterklasse und zum U nterklassenteil erfolgt aufgrund der erhobenen Betriebsm erkm ale. M assgebend für die Zuw eisung sind diejenigen M erkm ale, die exklusive Adm inistration überw iegende Anteile haben. Beim Basis-Präm iensatz bei besonderen Betriebsverhältnissen gilt Folgen- des: W eist ein Betrieb m ehrere Klassen, U nterklassen oder U nterklassenteile betreffende M erkm ale auf, so w ird er der Klasse und dem U nterklassenteil zugew iesen, der bzw . dem der überw iegende Teil der M erkm ale entspricht. Es kann aber ein von der R egel abw eichender Präm iensatz bestim m t w erden. Bei der Einreihung von Betrieben m it hohem Anteil Bürolöhne gilt für die Zuw eisung zur R isikogem einschaft folgender G rundsatz: Betriebe, die einen hohen Anteil Löhne in der Adm inistration haben, w erden der Klasse und dem U nterklassenteil zugew iesen, der bzw . dem die Betriebe dieser Art m it grösseren Lohnanteilen in den branchenüblichen Tätigkeiten zugew iesen w ürden. D er Präm ientarif der betreffenden Klasse m uss aber eine angem essene Einreihungsm öglichkeit aufw eisen. D er Anteil Adm inistration w ird in jeder R isikogem einschaft bis zu einem sogenannten Schw ellw ert nicht als betriebliche Besonderheit berücksichtigt. 8.2 G em äss H andelsregisterauszug führt die Beschw erdeführerin einen Betrieb der M etallbauschlosserei. D ie G esellschaft kann sich an ähnlichen 13 U nternehm ungen beteiligen sow ie Liegenschaften erw erben und veräus- sern. Aus der Betriebsbeschreibung vom 30. Januar 2006 (siehe SU VA- Akte 5) ergeben sich für die Beschw erdeführerin folgende M erkm ale. Branchenübliche Arbeiten M etallbau, Bauschlosserei, gew erbliche Schm iede W erkstattarbeiten 44 % externe M ontagearbeiten 10 % Lager, Spedition, Transport für Eigenbedarf 6 % U nterhalt und R eparatur für Eigenbedarf 2 % Adm inistration, kaufm ännische Tätigkeiten 38 % In einer früheren Betriebsbeschreibung (vom 12. Februar 2003; vgl. hiezu SU VA-Akte 1) w ird der Anteil Adm inistrativarbeiten auf 45% beziffert, der Anteil branchenüblicher M etallbauarbeiten auf 55% (45% in der W erkstatt und 10% in der externen M ontage). Anlässlich eines Betriebsbesuchs vom 28. M ärz 2006 w urde die Beschw erdeführerin von der SU VA als "typischer M etallbaubetrieb, Klasse 11C " qualifiziert (vgl. R apport vom 4. April 2006, SU VA-Akte 7). Auf der H om epage der Beschw erdeführerin (...) stellt sich diese w ie folgt vor: "...". In der C H -Firm en-Suchm aschine (...) erscheint folgende M itteilung: "...". D ie Beschw erdeführerin zählt auf ihrer H om epage folgende Produkte auf: (...) 8.3 D ie Beschw erdeführerin erfüllt dam it eindeutig die Kriterien der Klasse 11C . In der Klassenum schreibung w erden explizit die durch den Betrieb verw endeten M aterialien und teilw eise auch seine Produkte genannt. Auch die Entw icklung derartiger Betriebe aus den herköm m lichen Schlossereien, auf w elche auch die Beschw erdeführerin verw eist, w ird bei den Einrei- hungsregeln berücksichtigt. Selbstverständlich ist, dass sich der Betrieb in seinen 88 Jahren Existenz auch in Bezug auf die angebotenen Produkte entw ickelt hat. Im SU VA-Tarif sind keine anderen Klassen ersichtlich, die besser auf die breit diversifizierten Tätigkeiten der Beschw erdeführerin passen w ürden. Betreffend U nterklassenzuteilung kom m en jedenfalls die U nterklassen D (leichte M etallrohrerzeugnisse) und C (R ollläden und Storen) klar nicht in Frage. Ebenfalls nicht passend ist die U nterklasse B (Apparate, Konstruktionsschlosserei); dabei handelt es sich um "Betriebe, die sich vorw iegend m it der H erstellung von Bauteilen oder Baugruppen aus H albzeug befassen und diese entw eder nur zu Konstruktionen im Sinne von H albfabrikaten für den M aschinen-, Apparate- und Einrichtungsbau oder – und das gilt für die M ehrzahl der Betriebe – zu Fertigprodukten w ie G eräten m it konstruktiven Anforderungen, in der H auptsache aber ver- fahrenstechnische Apparate zusam m enfügen und diese m it z.T. w eitver- zw eigten R ohrsystem en zu ganzen Anlagen verbinden" (Präm ien-W eg- leitung, Klasse 11C , U nterklasse B). D ie Beschw erdeführerin hingegen bietet M etall- und Stahlprodukte an, die nicht als Apparate, sondern als Bauw erksteile zu verstehen sind. Insbesondere sind auch die von der 14 Beschw erdeführerin als branchenunüblich erachteten Produkte (Beschat- tungsanlagen, Fahrzeugteile) keine Apparate, sondern Produkte des allgem einen Stahl- und M etallbaus. D ie Zuteilung in den U nterklassenteil A0 der Klasse 11C erfolgte insow eit korrekt. 9. D ie Beschw erdeführerin beruft sich auf ihren grossen Büroanteil und verlangt deshalb die Zuteilung in eine ihrem R isiko angem essenere Klasse. 9.1 W ie in Erw ägung 8.1 dargelegt, gilt bei der Einreihung eines Betriebes m it hohem Anteil Bürolöhne der G rundsatz, dass dieser nach M assgabe der grösseren Lohnanteile in den branchenüblichen Tätigkeiten der ent- sprechenden Klasse und dem U nterklassenanteil zugew iesen w ird. Ein überdurchschnittlich hoher Anteil in der Adm inistration w ird dann aber als betriebliche Besonderheit berücksichtigt, w enn dieser einen bestim m ten Schw ellw ert übersteigt. G em äss den Einreihungsregeln für die Klasse 11C ist ein überdurchschnittlich grosser Anteil Büroarbeiten als risikover- m indernd zu berücksichtigen (Präm ien-W egleitung, 11C G liederungskrite- rien/Betriebsverhältnisse). W ie die SU VA in ihrer Vernehm lassung festhält, w urde bei der Beschw erdeführerin der gem äss Betriebsbeschreibung vom 12. Februar 2003 ausgew iesene Büroanteil von 45 Prozent in Form von besonderen Betriebsverhältnissen berücksichtigt. O hne diese w ürde der Basissatz der Branche in Ziffer 4.1 des G rundlagenblattes näm lich 2.90 Prozent betragen (Vernehm lassung S. 5). D em gegenüber w ird bei der Beschw erdeführerin in dieser Position ein N ettopräm ienansatz von 2.3860 Prozent angegeben (SU VA-Akt. 3). W eiter verw eist die SU VA auf den im G rundlagenblatt ganz unten rechts angegebenen C ode 11C A2M 2: Aus dessen Ziffer 2 gehe hervor, dass diese besonderen Betriebsver- hältnisse berücksichtigt w orden seien (Vernehm lassung S. 5). 9.2 D iese Erläuterungen der SU VA sind w esentlich, w enn auch noch nicht ausreichend, um die Einreihung eines Betriebes in den Präm ientarif nach- zuvollziehen. D ennoch hat die SU VA die Beschw erdeführerin w eder im Verfügungs- noch im Einspracheverfahren darüber aufgeklärt, dass und in w elcher W eise sie den hohen Anteil Adm inistration als risikoverm indernd berücksichtigt hat und w ie sich dies auf die Präm ienberechnung ausw irkt. D ie Beschw erdeführerin rügt denn auch in ihrer R eplik, sie habe das Vorgehen der SU VA bezüglich Einreihung "als verschleierte Taktik erlebt, w elche nach und nach klarer w urde". Es stellt sich deshalb die Frage, ob die SU VA ihrer Begründungspflicht nachgekom m en ist. 9.3 D em Anspruch auf hinreichende Begründung als Bestandteil des recht- lichen G ehörs hat insbesondere der Einspracheentscheid zu genügen (vgl. Art. 52 Abs. 2 Satz 2 ATSG ). Auch w enn die Anforderungen an die Begründungsdichte bei Einspracheentscheiden in der R egel w eniger hoch anzusetzen sind als bei G erichtsentscheiden (U rteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 3/05 vom 17. Juni 2005, SVR 2006 IV N r. 27, E. 3.2.2), gilt es zu beachten, dass den Versicherern bei der Tarifgestal- tung ein grosser Erm essensspielraum zusteht und es sich bei der Einreihung in den Präm ientarif um eine kom plexe M aterie handelt (vgl. 15 auch Erw ägung 3.2). D ie Begründung hat entsprechend ausführlicher und um fassender zu sein, um die für den Entscheid w esentlichen G esichts- punkte darzulegen (siehe Erw ägung 5.5.2). 9.4 Im W eiteren ist auf die Aufklärungs- und Beratungspflicht der Versicherer hinzuw eisen. G em äss Art. 27 Abs. 1 ATSG sind die Versicherungsträger und D urchführungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen verpflichtet, im R ahm en ihres Zuständigkeitsbereiches die interessierten Personen über ihre R echte und Pflichten aufzuklären. D iese allgem eine und perm a- nente Aufklärungspflicht, die nicht erst auf persönliches Verlangen der interessierten Personen zu erfolgen hat, w ird hauptsächlich durch die Abgabe von Inform ationsbroschüren, M erkblättern und W egleitungen erfüllt. D ie Beratungspflicht des Versicherungsträger ist in Abs. 2 und Abs. 3 derselben Bestim m ung geregelt (vgl. dazu BG E 131 V 472 E. 4). D ie SU VA trifft dem nach eine Inform ationspflicht, die sich in zeitlicher H insicht nicht auf das Einspracheverfahren beschränkt. N ach der R echtsprechung der R ekurskom m ission U V bildet die w eit gehende Inform ationspflicht der Versicherer gegenüber den Versiche- rungsnehm ern ein G egengew icht zu ihrer Satzungskom petenz. D ie SU VA habe den bei ihr versicherten Betrieben den Zugang zu den Tarifgrund- sätzen und -regeln zu gew ährleisten. D ie im konkreten Fall m assgebenden Einreihungsregeln m üssten dem Betrieb bekannt sein beziehungsw eise bekannt gegeben w erden. W eiter hat die R ekurskom m ission U V m ehrfach kritisiert, dass gew isse Tarifregeln einerseits geheim gehalten w erden beziehungsw eise w urden, andererseits nicht in der Form von generell- abstrakten R egeln schriftlich form uliert seien (unveröffentlichtes U rteil der R ekurskom m ission U V [R EKU 627/05] vom 4. August 2006, E. 2d m it H inw eisen). Anzufügen ist, dass das Legalitätsprinzip als rechtsstaatlicher G rundsatz (vgl. Art. 5 Abs. 1 BV) für alle Arten von Verw altungstätigkeit gilt, nam ent- lich auch für die SU VA als autonom e öffentlich-rechtliche Anstalt und als dem G esetzesvollzug verpflichtetes Verw altungsorgan (vgl. BG E 104 V 209 E. c). Im Vordergrund steht hier das Erfordernis des R echtssatzes, w onach sich eine Verfügung auf eine genügend bestim m te, generell- abstrakte (und publizierte) N orm stützen m uss. Als R echtssätze sind auch die autonom en Satzungen der SU VA zu qualifizieren, sow eit dadurch R echte oder Pflichten von Privaten begründet w erden (siehe unveröffent- lichtes U rteil der R ekurskom m ission U V, R EKU 622/05, vom 1. M ai 2006, E. 5). D em gegenüber kom m t einer Verw altungsverordnung keine R echs- satzqualität zu (H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , N . 384). U nabhängig davon, ob beziehungsw eise w elchen den im vorliegenden Fall m assgebenden Tarifregeln R echtssatzcharakter zukom m t oder ob es sich um Verw altungsverordnungen handelt, w elche (lediglich) offene N orm en konkretisieren und die einheitliche, sachrichtige Anw endung des Tarifs bezw ecken, m uss die R echtssicherheit und R echtsgleichheit als G rund- anliegen des Bestim m theitsgebotes (vgl. H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , N . 383 f.) gew ährleistet sein. Angesichts der Kom plexität und Veränderlichkeit der zu 16 regelnden Sachverhalte lässt sich eine gew isse U nbestim m theit der N or- m en oft nicht verm eiden. D ie bei der Anw endung offener N orm en verm in- derte Voraussehbarkeit einer Entscheidung ist jedoch durch verfahrens- rechtliche G arantien m öglichst w eitgehend zu kom pensieren. D abei kom m t dem Anspruch auf rechtliches G ehör entscheidende Bedeutung zu (BG E 127 V 431 E. 2b). 9.5 D ie von der SU VA als Verw altungsw eisungen bezeichnete – und in der R egel den Betrieben nicht zugängliche – Präm ien-W egleitung enthält Erläuterungen, G rundsätze und R egelungen, die eine w esentliche G rund- lage dafür bilden, dass ein Betrieb seine Einreihung in den Präm ientarif anhand der im G rundlagenblatt aufgeführten D aten nachvollziehen kann. D ies gilt in besonderem M ass in denjenigen Fällen, bei denen besondere Betriebsverhältnisse vorliegen, kann doch allein aufgrund der von der SU VA abgegebenen oder zugänglich gem achten Inform ationen ein Betrieb gar nicht w issen, dass allenfalls besondere Betriebsverhältnisse berück- sichtigt w erden könnten und w elche Ausw irkungen dies gegebenenfalls hätte. D aran ändert auch der in Ziffer 3.1 auf dem G rundlagenblatt angeführte Verm erk "Basissatz 2006, unter Berücksichtigung allfälliger besonderer Betriebsverhältnisse" nichts. Selbst w enn die SU VA – w ie im vorliegenden Fall – solche besonderen Betriebsverhältnisse als risikover- m indernd bei der Präm ienbem essung berücksichtigt hat, kann dies der Betrieb ohne entsprechende Inform ation nicht erkennen, w eil diese Tatsache lediglich aus einem C ode auf dem G rundlagenblatt hervorgeht (vgl. Erw ägung 9.1). Ü ber die Bedeutung dieses C odes w urde die Beschw erdeführerin, sow eit aus den Akten ersichtlich, bis zum Abschluss des Einspracheverfahrens nie aufgeklärt. D ie Beschw erdeführerin konnte som it w eder überprüfen, ob die SU VA vom – ihrer M einung nach – richtig erhobenen Sachverhalt ausgegangen ist, noch ob die geltenden R egeln und G rundsätze (jedenfalls in den G rund- zügen) richtig angew endet w urden. Eine sachgerechte Anfechtung des Einspracheentscheides w ar auf dieser G rundlage nicht m öglich. D em nach ist die SU VA ihrer Begründungspflicht im vorliegenden Fall nicht nachge- kom m en und hat den Anspruch auf rechtliches G ehör der Beschw erde- führerin verletzt. 10. Zu prüfen sind noch die R echtsfolgen der festgestellten G ehörsverletzung. 10.1 D er Anspruch auf rechtliches G ehör ist form eller N atur. D essen Verletzung führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschw erde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung (BG E 127 V 431 E. 3d/aa, BG E 126 V 130 E. 2b m it H inw eisen). N ach der R echtsprechung kann eine – nicht besonders schw erw iegende – Verletzung des rechtlichen G ehörs als geheilt gelten, w enn die betroffene Person die M öglichkeit erhält, sich vor einer Beschw erdeinstanz zu äussern, die sow ohl den Sachverhalt w ie die R echtslage frei überprüfen kann. D ie H eilung eines allfälligen M angels soll aber die Ausnahm e bleiben (BG E 127 V 431 E. 3d/aa, BG E 126 V 130 Erw . 2b, je m it H inw eisen). 10.2 Ein solcher Ausnahm efall liegt hier zw eifellos nicht vor. Einerseits kann die 17 G ehörsverletzung nicht als leicht bezeichnet w erden, geht es doch um die Einsicht in die für die Einreihung im Präm ientarif grundlegenden R egeln (vgl. unveröffentlichte U rteile der R ekurskom m ission U V, R EKU 627/05, vom 4. August 2006, E. 4a sow ie R EKU 515/02, vom 21. N ovem ber 2003, E. 5). W ie bereits ausgeführt, kom m t dem rechtlichen G ehör hier zur G ew ährleistung von R echtssicherheit und R echtsgleichheit eine erhebliche Bedeutung zu (siehe Erw ägung 9.4). Andererseits kann das Bundesver- w altungsgericht, trotz gegebener Kognition (siehe Erw ägung 3), aufgrund der Akten und der Präm ien-W egleitung die R ichtigkeit der streitigen Verfügung nicht überprüfen. 10.3 Selbst die Präm ien-W egleitung enthält keine abschliessenden Angaben darüber, w ann konkret besondere Betriebsverhältnisse bestehen und w ie diese bei der Präm ienbem essung im Einzelfall zu berücksichtigen sind. D ie Einreihungsrichtlinien zur Klasse 11C w eisen unter "Besondere Betriebsverhältnisse" lediglich darauf hin, dass sich ein überdurch- schnittlich grosser Anteil an Büroarbeiten risikoverm indernd ausw irke. G em äss den allgem einen Erläuterungen zur Einreihung von Betrieben m it hohem Anteil Bürolöhne w ird der Anteil Adm inistration "in jeder R isiko- gem einschaft bis zu einem sogenannten Schw ellw ert nicht als betriebliche Besonderheit berücksichtigt." W ie dieser Schw ellw ert zu berechnen ist oder – konkreter – ab w elchem Prozensatz in der Klasse 11C die Adm inistration als betriebliche Besonderheit zu berücksichtigen ist, lässt sich der Präm ien-W egleitung nicht entnehm en. Im Ü brigen verw eist die W egleitung m ehrm als auf das besondere Inform atikprogram m (W Ekl), w elches beispielsw eise aus dem Anteil Adm inistration, dem Schw ellw ert und dem Anteil branchenüblicher Tätigkeiten einen Ziel-Präm iensatz errechnet, w elcher bei der Einreihung zu beachten ist. D ie R egeln und Kriterien auf w elchen diese Berechnung beruht, enthält die W egleitung aber nicht. Ebenso fehlen die (generell-abstrakten) R egeln zu den Ausw ir- kungen der besonderen Betriebsverhältnisse auf den Basissatz. D eshalb lässt sich für das G ericht auch nicht überprüfen, ob die R eduktion des Basissatzes von 2.90 Prozent (für den U nterklassenteil A0 der Klasse 11C ) auf 2.3860 Prozent (w ie im Fall der Beschw erdeführerin) korrekt vorgenom m en w urde. D ie R ekurskom m ission U V hat bereits m ehrfach festgehalten, dass diesbezüglich nicht nur ein Inform ationsdefizit, sondern ein R egelungsdefizit vorliege (U rteil der R ekurskom m ission U V [R EKU 627/05] vom 4. August 2006, E. 3b m it H inw eis). D ieser M angel betrifft bereits das Verfügungsverfahren und w iegt um so schw erer, als den Betrieben auch die erforderlichen G rundlagen fehlen, um zu entscheiden, ob sie eine Verfügung anfechten w ollen. Ihnen bleibt letztlich nur die W ahl, auf die R ichtigkeit der erlassenen Verfügung zu vertrauen oder vorsorglich Einsprache zu erheben. D ies w iderspricht aber den G rundsätzen eines effektiven und effizienten R echsschutzes. 10.4 H inzuw eisen ist überdies auf die zurückhaltende Ü berprüfung des G erichts bei (versicherungs-)technischen Fragen (vgl. Erw ägung 3.1), die im vor- liegenden Fall ebenfalls gegen eine ausnahm sw eise H eilung spricht. D ie zurückhaltende Ü berprüfung der G erichte bei technischen Fragen ist 18 dadurch begründet, dass deren Beurteilung einen hohen W issensstand im entsprechenden Fachgebiet erfordern, über den prim är die spezialisierte Verw altungsabteilung verfügt. D as G ericht m uss sich in erster Linie auf die Angaben der Fachbehörde verlassen (beziehungsw eise verlassen können) und die angestam m ten R ollen von Justiz und Verw altung beachten. D es- halb hat das G ericht nur ausnahm sw eise – w enn dazu keine fachtech- nischen Abklärungen erforderlich sind sow ie nur eine Lösung m öglich und rechtm ässig erscheint, m ithin der Verw altung kein Erm essensspielraum verbleibt – in der Sache selber zu entscheiden. In den übrigen Fällen ist eine R ückw eisung an die Verw altung angezeigt (vgl. BG E 129 II 331 E. 3.2; C H R ISTO PH BAN D LI, D ie R olle des Bundesverw altungsgerichts, in: N eue Bundesrechtspflege, Berner Tage für juristische Praxis – BTJP 2006, Bern 2007, S. 215). Im vorliegenden Fall m üsste das G ericht, um in der Sache selber zu entscheiden, zunächst die auch ihm noch nicht bekannten (siehe Erw ä- gung 10.3), von der SU VA erlassenen (beziehungsw eise zu erlassenden), generell-abstrakten R egeln erm itteln, um diese anschliessend auf den konkreten Fall anzuw enden. Bei diesem Vorgehen w ürde jedoch die sachgerechte Abgrenzung der R ollen zw ischen Justiz und Verw altung m issachtet. D er w eite Erm essensspielraum der SU VA bei der Festsetzung des Präm ientarifs und der Einreihung der Betriebe in diesen Tarif ist durch die erforderliche versicherungstechnische Fachkom petenz begründet. D as G ericht hat deshalb nicht an Stelle der Verw altung zu entscheiden, sondern lediglich deren Entscheid – m it der erforderlichen Zurückhaltung – zu überprüfen. 10.5 U nter diesen U m ständen ist der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit infolge eines schw erw iegenden Verfahrensfehlers an die SU VA zurückzuw eisen, dam it diese der Beschw erdeführerin die Tarif- regeln und die m assgebenden Elem ente des Sachverhalts zugänglich m ache, sie sich dazu äussern lasse und anschliessend neu verfüge. D ies rechtfertigt sich um so m ehr, als offenbar auch betreffend des m ass- gebenden Sachverhaltes (Anteil Adm inistration) unterschiedliche Angaben vorliegen (siehe Erw ägung 8.2). 11. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteientschädigung. 11.1 G em äss Art. 63 Abs. 1 Vw VG sind die Verfahrenskosten der unterliegen- den Partei aufzuerlegen. Bei einer Verletzung der Begründungspflicht als w esentlicher Bestandteil des verfassungsrechtlichen G ehörsanspruchs ist zudem der allgem eine R echtsgrundsatz zu beachten, w onach jene Partei für die Kosten eines Verfahrens aufkom m en m uss, w elche dieses verur- sacht hat (U rteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 150/02 vom 11. N ovem ber 2002 E. 1.2 m it H inw eisen). D ie R ückw eisung w egen des festgestellten Verfahrensm angels kom m t insofern einem O bsiegen der Beschw erdeführerin gleich. Sie hat deshalb keine Verfahrenskosten zu tragen und der geleistete Kostenvorschuss ist ihr zurückzuerstatten. D er SU VA sind in Anw endung von Art. 63 Abs. 2 Vw VG keine Verfahrens-19 kosten aufzuerlegen. 11.2 D er obsiegenden Partei kann von Am tes w egen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erw achsene notw endige und verhältnism ässig hohe Kosten zugesprochen w erden (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D a der Beschw er- deführerin, die insbesondere nicht anw altlich vertreten ist, keine unverhält- nism ässig grossen Kosten entstanden sind und sie zu R echt auch keinen entsprechenden Antrag gestellt hat, ist keine Parteientschädigung zuzu- sprechen (vgl. auch Art. 7 ff. des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Einsprache- entscheid vom 28. Februar 2006 aufgehoben und die Sache an die SU VA zurückgew iesen w ird, dam it diese im Sinne der Erw ägungen verfahre. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. D er Beschw erdeführerin w ird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet (G erichtsurkunde): - der Beschw erdeführerin - der Vorinstanz (R ef-N r. ...) - dem Bundesam t für G esundheit, Abteilung U nfallversicherung und -verhütung D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Johannes Frölicher Susanne Fankhauser R echtsm ittelbelehrung G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ).20 Versand am :