Interpellation Oehen 1012 N 19 juin 1987 produisait déjà avant l'introduction de la LPP. Des moyens plus appropriés pour résoudre ce problème sont fournis par l'arrêté fédéral du 6 octobre 1978 sur l'aide financière en faveur des régions économiquement menacées, ainsi que par le biais de l'assurance-chômage. Le président: L'interpellateur n'est que partiellement satis- fait de la réponse du Conseil fédéral. #ST# 86.109 Interpellation Oehen Unfälle in der chemischen Industrie. Konsequenzen Accidents dans l'industrie chimique. Mesures à prendre Wortlaut der Interpellation vom 3. Dezember 1986 Die Unvollkommenheit des Menschen und seiner Technik manifestiert sich in einer nicht mehr abreissenden Kette von sehr ernsten Unglücksfällen, welche für den Menschen und seine Lebensgrundlagen ernste Konsequenzen haben und haben werden. Verbesserte Sicherheitsvorkehren und konsequente Kon- trollen in allen Betrieben, welche giftige Stoffe herstellen, lagern oder vertreiben, sind zweifellos notwendig. Sie wer- den jedoch auch in Zukunft schwere Unfälle nicht verhin- dern können. Ich frage deshalb den Bundesrat: 1. Ist er nicht der Auffassung, es seien die nötigen gesetzge- berischen Massnahmen zu treffen, um die Produktion gifti- ger Wirkstoffe oder Abfallprodukte (verschiedenster techno- logischer Prozesse) sowie deren oftmals völlig unbekannten Metaboliten massiv einzuschränken? 2. Ist der Bundesrat bereit, den biologischen Landbau - der bekanntlich ohne gefährliche Pestizide und Düngemittel auskommt - ganz energisch zu fördern? 3. Ist der Bundesrat bereit, eine Gesetzesvorlage vorzuberei- ten, mit welcher der Begriff der Handels- und Gewerbefrei- heit-sowie die Freiheit von Lehre und Forschung-in einen neuen Rahmen gestellt werden, der den bitteren Erfahrun- gen und oekologischen Erkenntnissen Rechnung trägt? Texte de l'interpellation du 3 décembre 1986 L'imperfection de l'homme et des techniques qu'il met en oeuvre est mise en évidence par la série ininterrompue d'accidents très graves qui ont et auront encore de sérieuses conséquences pour l'homme et son milieu vital. Il est incontestablement nécessaire que des mesures de sécurité plus efficaces soient prises et des contrôles systé- matiques effectués dans toutes les entreprises qui fabri- quent, entreposent ou vendent des produits toxiques. Cela ne suffira cependant pas à éviter que de graves accidents se produisent à l'avenir également. C'est pourquoi je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes: 1. N'estime-t-il pas qu'il faut prendre les mesures nécessai- res sur le plan législatif afin de restreindre très fortement la fabrication de substances et sous-produits toxiques (dans toutes sortes de processus technologiques) ainsi que de métabolites dont on ignore parfois tout? 2. Le Conseil fédéral est-il disposé à encourager énergique- ment l'agriculture biologique qui, comme on le sait, n'a pas recours aux pesticides et engrais, qui sont dangereux? 3. Est-il prêt a élaborer un projet de loi par lequel on fixerait de nouvelles limites à la notion de liberté du commerce et de l'industrie et à celle de liberté de l'enseignement et de la recherche, en tenant compte des cruelles expériences faites et des enseignements qu'on peut en tirer sur le plan écolo- gique? Mitunterzeichner-Cosignataire: Soldini (D Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 27. Mai 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 mai 1987 In seiner Antwort auf Motionen und Postulate zur Brandka- tastrophe von Schweizerhalle hat der Bundesrat am 9. März 1987 erklärt, zahlreiche Fragen seien noch Gegenstand ein- gehender Abklärungen. Aufgrund der in der Zwischenzeit durchgeführten Abklärungen beantwortet der Bundesrat die vorliegende Interpellation wie folgt: 1. Das Giftgesetz und das Umweltschutzgesetz ermächtigen den Bundesrat, den Verkehr mit giftigen oder umweltgefähr- denden Stoffen einzuschränken und allenfalls Verbote aus- zusprechen. So sind mit der Verordnung vom 23. Dezember 1971 über verbotene giftige Stoffe und mit der Stoffverord- nung vom 9. Juni 1986 bereits eine Reihe gefährlicher Stoffe eingeschränkt oder verboten worden. Abklärungen zu wei- teren Problemstoffen sind im Gange, wobei dies für jeden einzelnen Fall einen beträchtlichen Aufwand bedingt. Abzu- wägen sind dabei beispielsweise auch die Eignung und dio Umweltverträglichkeit möglicher Ersatzstoffe, internationale Absprachen sowie die Möglichkeit eines wirkungsvollen Vollzugs. 2. Der Bundesrat begrüsst alle Bemühungen, die zu einer umweltfreundlicheren Produktion führen. Günstig aus der Sicht der Oekologie sind dabei die verschiedenen Formen des alternativen Landbaues. Aber auch beim Integrierten Pflanzenbau wird eine Betriebsform angestrebt, die den Anliegen der Oekologie und des Umweltschutzes woit entgegenkommt. Beide Richtungen haben ihre Berechti- gung und verdienen gefördert zu werden. Forschung, Schule, Beratung, aber auch ein grosser Teil der landwirt- schaftlichen Praxis haben das Gebot der Stunde erkannt und arbeiten je länger, je mehr in dieser Richtung. Diese umweltgerechten Betriebsweisen stellen allerdings hohe Anforderungen an das Wissen und die Ausbildung der Land- wirte, so dass sie sich nur langsam durchsetzen. Dazu kommt, dass viele Probleme noch näher untersucht werden müssen und dass dabei oft erst nach längerfristigen Versu- chen gesicherte Ergebnisse vorliegen, die der breiten Praxis empfohlen werden können. Der Bundesrat ist bereit, alle diese Bestrebungen im Rah- men des Möglichen zu unterstützen. 3. Die Handels- und Gewerbefreiheit in unserem Land ist gewährleistet, soweit sie nicht durch die Bundesverfassung und die auf ihr beruhende Gesetzgebung eingeschränkt ist. Desgleichen ist auch die Freiheit von Lehre und Forschung gewährleistet. Diese Freiheiten haben sich in unserem Rechtsstaat bewährt. Dabei ist zu beachten, dass der Kern- gehalt der beiden Freiheitsrechte verfassungsrechtlich vor- gegeben ist. Aufgabe des Gesetzgebers ist es, den Inhalt der Grundrechte zu konkretisieren und - unter Wahrung der verfassungsmässigen Schranken - die nötigen Begrenzun- gen aufzustellen. Hingegen geht es nicht an, den in einer langen rechtsstaatlichen Tradition gewachsenen Grundge- halt dieser Freiheitsrechte auf dem Weg der Gesetzgebung in einen «neuen Rahmen» zu stellen, d. h. grundlegend neu zu definieren: Dazu müsste der Weg über eine (Partial)- Revision der Bundesverfassung gewählt werden. Um die Konsequenzen aus dem Chemiebrand in Schweizer- halle ziehen zu können, ist indes weder eine grundlegende Abkehr vom Grundrechtsverständnis in unserer Verfassung noch eine neue Rahmengesetzgebung über die Ausübung der Handels- und Gewerbefreiheit bzw. der Freiheit von Lehre und Forschung nötig. Es genügt vielmehr, das beste- hende Recht konsequent zu nutzen und - soweit solche erkannt werden müssen - seine Lücken zu schliessen. Was19.Juni 1987 1013 Interpellation Loretan den Katastrophenschutz betrifft, erinnert der Bundesrat an das Umweltschutzgesetz, das am 1. Januar 1985 in Kraft trat und das mit seinen Verordnungen gerade für Industrie und Gewerbe strenge Vorschriften mit sich bringt. Die Brandka- tastrophe von Schweizerhalle hat 1986 gezeigt, dass zusätz- lich zu den ursprünglich vorgesehenen Verordnungen eine Störfall-Verordnung auszuarbeiten und das Umweltschutz- gesetz, wo nötig, zu ergänzen ist. Diese Arbeiten sind im Gange. Der Bundesrat wird auch in Zukunft neue Ergänzun- gen oder Aenderungen vorschlagen, wenn neue ökologi- sche Erkenntnisse deren Notwendigkeit belegen. Le président: L'interpellateur n'est que partiellement satis- fait de la réponse du Conseil fédéral. #ST# 86.122 Interpellation Loretan Schutz der Greina-Hochebene Protection de la haute vallée de la Greina Wortlaut der Interpellation vom 8. Dezember 1986 Nach dem Verzicht auf das Greina-Wasserkraftwerk stellen sich Probleme in zweifacher Hinsicht: die definitive Unter- schutzstellung und die angemessene Abgeltung der betrof- fenen Gemeinden. Ich frage in diesem Zusammenhang den Bundesrat: I.Ist der Bundesrat bereit, das Gebiet der Greina-Hoch- ebene ins BLN-Inventar gemäss Artikel 5 des Bundesgeset- zes über den Natur- und Heimatschutz (NHG) aufzu- nehmen? 2. Anerkennt der Bundesrat die Notwendigkeit, dass sich die Eidgenossenschaft an den Kosten einer definitiven Unter- schutzstellung der Greina-Hochebene beteiligen sollte, sei dies durch eine Einlage in einen Abgeltungsfonds zugun- sten der hoheitsberechtigten Gemeinden Sumvitg und Vrin, sei es auf eine andere Weise (Art. 13 NHG)? Texte de l'interpellation du 8 décembre 1986 L'abandon du projet de construction d'une centrale hydro- électrique à La Greina soulève le problème de la mise sous protection définitive du site et d'une indemnisation équita- ble des communes touchées. C'est pourquoi je demande au Conseil fédéral 1. s'il est prêt à inscrire la haute vallée de la Greina dans l'inventaire fédéral des paysages (IPF) prévu par l'article 5 de la loi fédérale sur la protection de la nature et du pay- sage; 2. s'il reconnaît que la Confédération se doit de participer aux frais qu'occasionnerait la décision de placer la haute vallée de La Greina sous protection; cette aide pourrait par exemple prendre la forme d'une contribution destinée à indemniser les communes de Sumvitg et de Vrin (art. 13 de la loi fédérale sur la protection de la nature et du paysage). Mitunterzeichner - Cosignataires: Aregger, Aubry, Auer, Basler, Bircher, Bühler-Tschappina, Cavadini, Chopard, Cin- cera, Columberg, Dünki, Eggli-Winterthur, Eisenring, Eng, Eppenberger-Nesslau, Feigenwinter, Fischer-Sursee, Fluba- cher, Frey, Früh, Giger, Grassi, Grendelmeier, Günter, Jean- neret, Kohler Raoul, Kühne, Lanz, Longet, Lüchinger, Mae- der-Appenzell, Massy, Mauch, Meizoz, Müller-Bachs, Müller- Meilen, Müller-Wiliberg, Nef, Oester, Pfund, Rubi, Ruffy, Rutishauser, Sager, Savary-Vaud, Schule, Segmüller, Seiler, Spalti, Steinegger, Vannay, Wanner, Weber-Monika, Weder- Basel, Wellauer, Wyss, Zwingli, Zwygart (58) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Weite Kreise der Bevölkerung haben mit Erleichterung und Freude vom Entscheid der Nordostschweizerischen Kraft- werke AG (NOK) und der Rhätischen Werke für Elektrizität AG (RW) Kenntnis genommen, auf das seit Jahren heftig diskutierte Wasserkraftwerk in einer einmaligen Landschaft zu verzichten. Dieser Verzicht auf eine seit 1958 rechtskräf- tig erteilte Konzession ist den beiden Gesellschaften hoch anzurechnen, auch wenn sie den Umweltschutzorganisatio- nen - darunter auch der Schweizerischen Stiftung für Land- schaftsschutz und Landschaftspflege (SL)- mindestens teil- weise die «Schuld» an dieser für die beiden Bündner Gemeinden Sumvitg und Vrin schmerzlichen Operation zugeschoben haben. In die Genugtuung über diesen Entscheid mischt sich das Bedauern mit den Berggemeinden Sumvitg und Vrin, denen nun seit Jahren erwartete, beträchtliche Einnahmen wegfal- len. Ihnen muss - in diesem Ausnahmefall - geholfen wer- den. Einen Anspruch auf eine angemessene Abgeltung haben aber Gemeinden primär nicht infolge von Kraftwerk- verzichten, sondern im Sinne eines volkswirtschaftlichen Ausgleichs für den dauerhaften Schutz einer Landschaft im nationalen Interesse. Die Basis hat ein hochherziger Spender gelegt, der die Schweizerische Stiftung für Landschaftsschutz und Land- schaftspflege (SL) zugunsten der Erhaltung der Greina- Hochebene mit 1 Million Franken ausgestattet hat. Dieser Betrag reicht aber für eine angemessene Abgeltung der beiden Gemeinden nicht aus. Die SL wird sich auf dieser Basis um die Aeufnung eines entsprechenden Fonds bemü- hen. Sie ist aber dafür auf die Unterstützung des Kantons Graubünden, des Bundes sowie der grossen Mitgliederorga- nisationen des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes angewiesen. Anzusprechen wird aber letztlich jeder Strom- konsument sein, denn es war und ist ja vieler Leute Mei- nung, dass die Landschaft der Greina nicht in einem Stau- see versinken solle.... Das Gebiet der Greina befindet sich im KLN-Inventar «Greina-Piz Medel». Die Landschaft ist von eindeutig natio- naler Bedeutung, so dass sich die Aufnahme ins BLN-Inven- tar offensichtlich aufdrängt. Dies wird denn auch die Grund- lage dafür abgeben, dass sich der Bund an den Kosten eines dauerhaften Schutzes der Greina-Hochebene beteiligen kann. Eine der möglichen Rechtsgrundlagen dafür findet sich in Artikel 5 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966 sowie in Artikel 14 der Voll- ziehungsverordnung vom 27. Dezember 1966. Sollte sich der Kanton Graubünden - wider Erwarten - ausserstande erklären, einen Beitrag zu leisten, erlaubt Artikel 14 Absatz 2 der Vollziehungsverordnung die Leistung eines Bundesbei- trags ausnahmsweise auch ohne Beitrag eines Kantons oder einer anderen öffentlichrechtlichen Körperschaft. Im Falle der Greina-Hochebene, und weil es sich um einen Verzicht auf ein rechtskräftig konzessioniertes Wasserkraftwerk han- delt (der auch dem Kanton Graubünden Ertragsausfälle bringt), Messe sich eine Ausnahme rechtfertigen. Dies um so mehr, als sich Private an den Aufwendungen für einen dauerhaften Schutz beteiligen. Es wäre indessen eine Illusion zu glauben, dass weitere namhafte Beiträge an eine Fonds-Lösung oder an eine andere Art zur angemessenen Abgeltung der hoheitsberech- tigten Gemeinden Zustandekommen, wenn sich nicht der Bund gleichsam als «Flaggschiff» beteiligt. Nur so wird sich ein dauerhafter Schutz erreichen lassen. Es kann hier auf die Rettung der Oberengadiner Seenlandschaft verwiesen werden; an dieser erfolgreichen Aktion hat sich der Bund seinerzeit finanziell massgebend beteiligt. Es versteht sich von selbst, dass in nächster Zeit insbeson- dere mit den Gemeinden Sumvitg und Vrin Gespräche auf- zunehmen sind. Die SL wird dies mit Unterstützung der Bündner Regierung anstreben. Es ist primär Sache dieser Gemeinden aufzuzeigen, unter welchen Voraussetzungen und in welcher Form die angesprochene Abgeltung erbracht werden soll. Es darf auf keinen Fall der Eindruck einer «Almosen»-Aktion entstehen. Den Gemeinden ist aber auchSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Oehen Unfälle in der chemischen Industrie. Konsequenzen Interpellation Oehen Accidents dans l'industrie chimique. Mesures à prendre In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.109 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 19.06.1987 - 08:00 Date Data Seite 1012-1013 Page Pagina Ref. No 20 015 535 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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