Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. August 2016 (720 16 73) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf IV-Rente Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Raffaella Biaggi, Advo- katin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____ arbeitete zuletzt bis zum 30. November 20 13 als Unterhaltsreinigerin bei der Firma B.____. Am 16. August 2013 meldete sie sich u nter Hinweis auf eine Arthrose bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die gesu ndheitlichen, erwerblichen und haushalteri- schen Verhältnisse ab. Nach Durchführung des Vorbes cheidverfahrens lehnte sie mit Verfü- gung vom 15. Februar 2016 gestützt auf einen – nach der gemischten Bemessungsmethode ermittelten – Invaliditätsgrad von 1% den Rentenans pruch ab. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin R affaela Biaggi, am 29. Februar 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei die Verfügung vom 15. Februar 2016 aufzuheben und die Beschwerde- gegnerin zu verpflichten, ihr ab August 2014 eine ganze Rente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei- sen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass sich die IV-Stelle ihren Entscheid auf ungenügende medizinische Unterlagen stütze. Zudem sei die An- wendung der gemischten Methode nicht rechtens. Weiter hielt die Beschwerdeführerin fest, dass die Restarbeitsfähigkeit wegen ihres Alters nicht me hr verwertbar sei. Zudem sei vom In- valideneinkommen ein höherer leidensbedingter Abzug vorzunehmen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 3. Mai 2016 schloss die B eschwerdegegnerin auf Abwei- sung der Beschwerde. D. Mit Replik vom 23. Mai 2016 und Duplik vom 2. Juni 2 016 hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht beim örtlich wie sa chlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochten en Verfügung vom 15. Februar 2016 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechu ngsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 hat die versicherte Person Anspr uch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertel srente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 4.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ein em Aufgabenbereich (z.B. Haus- halt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerb stätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgab enbereich zu betätigen (Betäti- gungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 4.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen u nd der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte M ethode der Invaliditätsbemes- sung). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Renten- anspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbe- messung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstäti ge zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.5.1 In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 1 5. Februar 2016 hat die IV-Stelle die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall als teilerwerbst ätig eingestuft und den Invaliditätsgrad anhand der gemischten Methode bemessen. Bei der Festleg ung der Anteile der Erwerbs- und der Haushaltstätigkeit ist sie in ihrer Verfügung davon ausgegangen, dass die Beschwerdefüh- rerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung einer Erw erbstätigkeit im Umfang von 64% nach- gehen und den Haushalt im Umfang der restlichen 36% be sorgen würde. Diese Angaben ent- sprechen zwar nicht jenen im Fragebogen zur Ermittlung d er Erwerbstätigkeit vom 5. August 2014, wo unterschriftlich anerkannt wurde, dass die Besc hwerdeführerin während 24% einer ausserhäuslichen Tätigkeit und zu 76% den Haushalt führen würde. Nachdem die Beschwerde- gegnerin jedoch festgestellt hatte, dass die Beschwerdeführerin bei der C.____, wo sie bis 2011 in einem 36%igen Pensum arbeitete, aus wirtschaftlichen Gründen ihre Stelle verloren hatte, passte sie die Anteile Erwerbstätigkeit/Haushalt zu Recht den tatsächlichen Gegebenheiten an. 4.5.2 Die Beschwerdeführerin äusserte sich zur Statusfrag e dahingehend, dass der Invalidi- tätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu ermitt eln sei, da sie - wäre sie gesund - in einem 100% Pensum arbeiten würde. Sinngemäss macht die Beschwerdeführerin geltend, dass die IV-Stelle den Invaliditätsgrad zu Unrecht nach der gemischten Methode berechnet habe. 4.5.3 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zei tweilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung führt –, ergibt sich nach konstanter Rechtsprechun g des Bundesgerichts aus der Prü- fung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umst änden täte, wenn keine gesundheitli- che Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen die persönlichen, familiären, sozia- len und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfälli ge Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön- lichen Neigungen und Begabungen der versicherten Person zu berücksichtigen. Die Statusfra- ge beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfü- gung (hier: 16. Februar 2016) entwickelt haben, wobe i für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten Teilerwerbstätigkeit der i m Sozialversicherungsrecht übliche Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderl ich ist (BGE 125 V 150 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen; Urteil des Eidgen össischen Versicherungsgerichts [EVG, heute Schweizerisches Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen] vom 13. November 2002, I 58/02, E. 1.2). Die blosse Möglichkeit eines bestimm ten Sachverhalts genügt den Beweisan- forderungen nicht. Das Gericht hat jener Sachverhaltsd arstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste wür digt (BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). 4.5.4 Vorliegend wird nicht bestritten, dass die Stat usfrage im Rahmen der Haushaltsabklä- rung vom 12. Juni 2014 diskutiert wurde und in der Fol ge auch Eingang fand in das Fragefor- mular zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit, welches die Beschwerdeführerin am 4. August 2014 unterzeichnete. Demgemäss würde die Beschwerdeführerin gerne ein volles Arbeitspensum übernehmen. Die sei ihr aber aufgrund ihrer familiären Situation nicht möglich, weshalb sie wei- ter zu 24% (36%) erwerbstätig und zu 76% (64%) den Hau shalt führen würde. Aufgrund dieser Aussage kann nicht ohne weiteres gesagt werden, dass die Beschwerdeführerin im Gesund- heitsfall weiterhin nur teilerwerbstätig gewesen wär e. Letztlich kann die Frage der Methoden- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht wahl im vorliegenden Fall aber offen bleiben, weil die Beschwerdeführerin - wie nachfolgend aufgezeigt wird - sowohl unter Anwendung der gemischten Methode wie auch bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades aufgrund eines Einkommensvergleichs k einen Anspruch auf eine Invali- denrente hat. 4.5.5 Hinsichtlich der Statusfrage ist der Vollständigke it halber darauf hinzuweisen, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) im Urt eil Nr. 7186/09 vom 2. Februar 2016 i. S. Di Trizio c. Schweiz, welches am 4. Juli 201 6 in Rechtskraft erwachsen ist, festge- stellt hat, dass die bisherige Berechnungspraxis des Bundes gerichts Art. 14 in Kombination mit Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte un d Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 verletzte, da die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung hauptsäch- lich bei Frauen (nach der Geburt eines Kindes) angewand t werde. Das Urteil verweist ausser- dem auf alternative Berechnungsmethoden. Diese Rechtsprechung des EGMR hat auf den vor- liegenden Fall keinen Einfluss, weil die Beschwerdeführe rin - anders als im zitierten EGMR- Entscheid - keine (Kinder-)Betreuungspflichten mehr ha t (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 11. August 2016, 9C_650/2015, E. 5.5 mit Hinweis mit dem zur Publikation bestimmten Urteil des Bundesgericht vom 4. Mai 2016, 9C_178/2015). 5. Ausgangspunkt bei der Ermittlung des Invaliditätsgr ades bildet damit die Frage, in wel- chem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundhe itlichen Beeinträchtigungen ar- beitsunfähig bzw. im Aufgabenbereich eingeschränkt ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung de s medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbar keit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorlie- gen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schluss folgerungen gelangt. Eine abwei- chende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug ersche inen, die Schlüssigkeit des Gerichts- gutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise v om Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f . E. 3b/aa mit Hinweisen). Gleicher- massen ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Ve rwaltungsverfahrens eingeholten Gut- achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6. Bei der Würdigung des vorliegenden medizinischen Sach verhalts sind folgende Berich- te zu berücksichtigen: 6.1 Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Medizin, führte im Rahmen der Anmeldung zum Leistungsbezug aus, dass die Beschwerdeführerin mit Auswir kung auf die Arbeitsfähigkeit an einer schweren Gonarthrose rechts, einer Chondrokalzinose , an einer Periarthropathia hume- ruscapularis beidseits und einem leichten Lumbovertebralsyndrom bei einer lumbosakralen Dis- kopathie sowie bei einer leichten ventralen Spondylose L1-L4 leide. Die Beschwerdeführerin weise keine psychischen Einschränkungen auf. Sie habe trotz e rheblicher Behinderungen wäh- rend 3 Stunden täglich im Reinigungsdienst gearbeitet . Ihre Arbeitsfähigkeit sei insbesondere wegen den Beschwerden in der linken Schulter eingeschr änkt und es seien ihr keine Tätigkei- ten mit Belastung dieser Schulter und mit Heben des l inken Armes zumutbar. Weiter sei sie durch die Knieschmerzen und die ungünstige Adipositas belastet. 6.2 Die IV-Stelle liess die Beschwerdeführerin durch Dr. med. E.____, FMH Rheumatolo- gie und Innere Medizin, und Dr. med. F.____, FMH Psychi atrie und Psychotherapie, begutach- ten. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.1 Dr. E.____ untersuchte die Beschwerdeführerin a m 31. Oktober 2014 und diagnosti- zierte in seinem Gutachten vom 4. November 2014 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere medial betonte Gonarthrose beidseits. Ohne Einfl uss auf die Arbeitsfähigkeit bestün- den ein Ganzkörperschmerzsyndrom ohne organische Ursache mit in diesem Rahmen rein de- skriptiv Periarthropathia humeroscapularis links mehr als rechts und einem chronischem lumbal betontem Panvertebralsyndrom, Spannungskopfschmerzen, Chon drokalzinose, diskrete Fin- gerpolyarthrose ohne entsprechende Klinik der Finger, Diabetes mellitus Typ II, Adipositas, Sta- tus nach Hepatitis B-Infektion und laparoskopischer Magen übernähung bei perforiertem präpy- lorischem Ulkus. In der Beurteilung hielt Dr. E.____ fest, dass einerseits eine schwere Gonarth- rose auf beiden Seiten vorliege. Diese sei radiologisch dokumentiert und könne die mechani- schen Beschwerden im Kniegelenk erklären. Ebenfalls sei ein gewisser Ruheschmerz durch eine solch ausgeprägte Gonarthrose nachvollziehbar, we nn auch nicht in dem anlässlich der Untersuchung geklagten Ausmass. Schwieriger nachzuvollzie hen seien die ubiquitär vorkom- menden Schmerzen, welche eigentlich nicht mit der Dia gnose einer Chondrokalzinose verein- bar seien. Die Diagnose könne in Akutphasen Schmerzen in den einzelnen Bereichen der Ge- lenke verursachen, aber einen Dauerschmerz liesse sich dadur ch nicht erklären. Rein formal sei hingegen möglich, dass ab und zu auch Gelenksattacken im Bereiche der Schultern oder eventuell auch anderen Gelenken vorliegen würden. Zusamm enfassend bestehe also als orga- nischer Kern eine schwere Gonarthrose beidseits und - dar über aufgepfropft - fände sich ein Ganzkörperschmerzsyndrom. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass z eitweilig auch Chondro- kalzinose bedingte Gelenksentzündungen vorliegen würden. Diese wären allerdings im Sinne einer Prophylaxe mit hochdosiertem Magnesium behandelba r. Die angegebenen Kopfschmer- zen, welche die Beschwerdeführerin als Migräne bezeichne , seien im Rahmen einer Span- nungskopfschmerzsymptomatik zu sehen, weil sie den ganzen Ko pf umfassen und anamnes- tisch von der Halswirbelsäule (HWS) ausgehen würden. Be treffend den Diabetes mellitus hielt Dr. E.____ fest, dass dieser gut eingestellt sei. Die ebe nfalls geklagten Fingerschmerzen seien im Rahmen des Ganzkörpersyndroms und nicht in Bezug auf eine Polyarthritis zu sehen. Auf- grund der Tatsache, dass der Beschwerdeführerin einfach alles wehtue, seien die Beschwerden auf dem Hintergrund des weichteilrheumatischen Schmerzsy ndroms zu sehen. Klar auszu- schliessen sei jedoch das Vorliegen einer Frozen Shoulde r. Gestützt auf diese Untersuchungs- ergebnisse hielt Dr. E.____ die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Reini- gungsfachkraft als nicht mehr arbeitsfähig. In Bezug auf eine Verweistätigkeit nannte Dr. E.____ folgendes Profil: aufgrund der ausgeprägten G onarthrose könne die Beschwerdeführe- rin nicht dauernd gehen, nicht auf Treppen, Leitern, Gerüsten steigen, nicht auf den Knien ar- beiten und weder knien noch sich repetitiv bücken. Für e ine Tätigkeit, welche diese Restriktio- nen berücksichtige und welche sich im körperlich leichten Bereich bis 10 kg bewege, welche die Beschwerdeführerin zudem vorwiegend sitzend ausführen und bei welcher sie gelegentlich kurz aufstehen und herumgehen könne, bestehe eine Arbeitsf ähigkeit von 100%. Diese Einschät- zung gelte ab 25. September 2013. 6.2.2 Die IV-Stelle holte auch ein psychiatrisches Gutacht en bei Dr. F.____ ein. Dieser nann- te in seinem Gutachten vom 30. April 2015 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig- keit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit läge ein e chronische Schmerzstörung mit somati- schen und psychischen Faktoren vor. Die Beschwerdeführerin h abe bis 2006 ohne gesundheit- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht liche Beschwerden gearbeitet. Seither klage sie über Schm erzen im ganzen Körper. Da das Ausmass der geklagten Schmerzen und die subjektive Krankhei tsüberzeugung, überhaupt kei- ne Arbeit mehr ausüben zu können, durch die somatische n Befunde nicht hinreichend objekti- viert werden könnten, müsse eine psychische Überlagerung angenommen werden. Es handle sich um eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Eine wei- tere psychiatrische Störung könne nicht diagnostiziert werden. Die Beschwerdeführerin habe sich noch nie in psychiatrischer oder psychotherapeutischer Behandlung befunden und sei auch nie psychopharmakologisch behandelt worden. Sie pflege eine gute Beziehung zu ihrem Ehe- mann, der wegen eines Prostatakarzinoms viermal operiert worden sei und eine 50%ige IV- Rente beziehe. Auch zu ihren vier Kindern und ihren zah lreichen Enkelkindern habe sie ein gu- tes Verhältnis. Sie leide unter leichten Schlafstörungen, habe aber am Morgen keine Mühe auf- zustehen. Der Haushalt werde durch die Schwiegertöchter b esorgt, was bei ihrem kulturellen Hintergrund durchaus Tradition habe. Sie unternehme kleinere Spaziergänge, sehe fern und pflege auch Kontakt zu den Verwandten ihres Ehemannes. Einmal pro Jahr besuche sie ihre Heimat. Bei der psychiatrischen Untersuchung hätten keinerlei psychopathologische Symptome festgestellt werden können und die Stimmung sei ausgeglichen, zum Teil sogar heiter gewesen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Komorbidität. Ein e schwere chronische körperliche Begleiterkrankung liege nicht vor und ein ausgeprägter sozialer Rückzug lasse sich ebenfalls nicht feststellen. Dass alle therapeutischen Bemühungen g escheitert seien, hänge wesentlich damit zusammen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund de r ausgeprägten Krankheitsüber- zeugung wenig Motivation zeige, sich trotz allfälliger Re stbeschwerden aktiv um ihre Genesung zu bemühen und sich der Belastung der Arbeitswelt wiede r auszusetzen. Hinweise auf unbe- wusste Konflikte würden fehlen und ein primärer Krankhe itsgewinn sei nicht vorhanden. Die Beschwerden seien weder durch eine psychiatrische noch dur ch eine somatische Störung hin- reichend erklärbar. Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschw erdeführerin daher zumutbar, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengun g aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können. Eine Einschrän kung der Arbeitsfähigkeit bestehe daher nicht. Die bisherige Tätigkeit als Reinigungsfachf rau wie auch jede andere seien der Be- schwerdeführerin daher zu 100% zumutbar. 6.2.3 In der Konsensbesprechung vom 25. April 2015 kamen die Dres. E.____ und F.____ zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin aus bidisziplinärer Sicht in einer adaptierten Tätig- keit zu 100% arbeitsfähig sei. 6.4 Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens hol te die IV-Stelle eine Stellung- nahme beim regionalen ärztlichen Dienst (RAD) ein. Pr act. med. G.____, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, führte am 2. Mai 2016 aus, dass im Gutachten von Dr. F.____ auf der Grundlage der Förster-Kriterien die zumutbare Willens anstrengung zur Überwindung des Lei- dens als gegeben angesehen worden und eine psychiatrische Einschränkung der Arbeitsfähig- keit verneint worden sei. Nachdem er die Ausführungen von Dr. F.____ mit Blick auf die in BGE 141 V 281 genannten Standardindikatoren geprüft hat te, kam der RAD-Arzt zum Schluss, dass im Lichte der neuen Rechtsprechung aus medizinischer Sicht abschliessend davon ausgegan- gen werden könne, dass bei der Versicherten aufgrund der evaluierten Ressourcen die Arbeits- fähigkeit psychiatrisch nicht eingeschränkt sei. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 15. Februar 2016 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes vollumfä nglich auf die Gutachten der Dres. E.____ und F.____ vom 4. November 2014/30. April 2016. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherten eine angepasste Tätigkeiten im Umfang von 100% zumutbar sei. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen vorliegend n icht vor. Die Gutachten der Dres. E.____ und F.____ beruhen auf eingehenden Untersuchu ngen der Versicherten und berück- sichtigten auch die übrigen bei den Akten liegenden med izinischen Berichte. Zudem gehen sie einlässlich auf die Beschwerden ein und vermitteln ein hinreichendes Bild über den Gesund- heitszustand der Versicherten. Es wird deutlich, dass die V ersicherte nebst einer ausgeprägten Gonarthrose beidseits keine weiteren Beschwerden mit Ei nfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf- weist. Vor diesem Hintergrund ist auch die fachärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar begründet. Demnach ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin adaptierte, leichte Tätigkeiten, welche das Anforderu ngsprofil von Dr. E.____ berücksichtigen, zu 100% ausüben kann. Insgesamt ist die Beurteilung im bidisziplinären Gutachten sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen überzeugend und lässt eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu, weshalb die IV-Stelle bei der Beu rteilung der medizinischen Sachlage da- rauf abstellen durfte. 7.2 Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführe rin nichts zu ändern. Betreffend das Teilgutachten von Dr. E.____ hielt sie fest, dass di eses zwar die schwere Gonarthrose be- rücksichtige. Hingegen lasse es ausser Acht, dass durch die erheblichen und nachvollziehbaren Schmerzen Fehlbelastungen hervorgerufen würden, welche ihrerseits wiederum Schmerzen verursachten, deren Auswirkungen im Gutachten nicht berü cksichtigt worden seien. Hierzu ist mit der Beschwerdegegnerin festzustellen, dass Dr. E.__ __ sämtliche geltend gemachten Schmerzen untersucht hat und objektivierte. Er schloss in seiner Beurteilung gelegentliche ent- zündliche Prozesse zwar nicht aus, hielt diesbezüglich jed och fest, dass solche Entzündungen im Sinne einer Prophylaxe mit hochdosiertem Magnesium b ehandelbar seien. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass Dr. E.____ diese Beschwerden bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigte. Weitere Einwä nde gegen das Teilgutachten von Dr. E.____ werden denn auch zu Recht nicht vorgebracht. 7.3.1 In Bezug auf die Ausführungen von Dr. F.____ mo nierte die Beschwerdeführerin, dass dieser die Zumutbarkeit anhand der Försterkriterien ge prüft und keine Indikatorenprüfung im Sinne der Rechtsprechung gemäss Art. 141 V 281 vorgenomm en habe. Hierzu ist zunächst festzustellen, dass das Gutachten von Dr. F.____ am 30. A pril 2015 und damit noch vor dem am 3. Juni 2015 gefällten Leitentscheid des Bundesgericht s erging. Eine Indikatorenprüfung konnte aus in zeitlicher Hinsicht daher nicht vorgenomm en werden. Mit BGE 141 V 281 vom Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht von der Rechtsprechun g, wonach die somatoforme Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutba- ren Willensanstrengung überwindbar seien (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die B eurteilung somatoformer Schmerzstö- rungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurt eilende Arbeitsunfähigkeit begründet (E. 6): An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – a usschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei mate- rieller Beweislast der rentenansprechenden Person (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An die Stelle des bisherigen Kriterien katalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren (E. 4). Diese lassen sich in zwei Be reiche einteilen. In einem Teil wird un- ter dem Stichwort "funktioneller Schweregrad" der Indi katorenkomplex "Gesundheitsschädi- gung" (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, B ehandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz, Komorbiditäten), "Persönlichkeit" (Per sönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res- sourcen) und "sozialer Kontext" geklärt. Im zweiten Teil wird sodann eine Konsistenzprüfung unter Berücksichtigung der gleichmässigen Einschränkung d es Aktivitätsniveaus in allen ver- gleichbaren Lebensbereichen und dem behandlungs- und ei ngliederungsanamnestisch ausge- wiesenen Leidensdruck vorgenommen. 7.3.2 Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 In gress). Recht und Medizin wirken so- wohl bei der Formulierung der Standardindikatoren (E. 5.1) wie auch bei deren - rechtlich gebo- tenen - Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). D ie Anerkennung eines rentenbegründen- den Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktion ellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikato- ren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überw iegender Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweisl osigkeit nach wie vor die materiell be- weisbelastete versicherte Person zu tragen. 7.3.3 Zunächst ist festzuhalten, dass gemäss altem Verfahr ensstandard eingeholte Gutach- ten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prü- fung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ent- scheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorh andenen Beweisgrundlagen vor Bun- desrecht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die n unmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administ- rativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit wei- teren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurte ilung im Lichte der massgeblichen Indi- katoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8). 7.3.4 Vorliegend ist eine schlüssige Prüfung der massgebe nden Standardindikatoren ge- stützt auf das Gutachten von Dr. F.____ möglich und eine weitere medizinische Abklärung dementsprechend - wie nachfolgend aufgezeigt wird - nicht angezeigt. 7.3.4.1 Vorab kann unter der Kategorie "funktioneller Schweregrad" betreffend den (ersten) Indikatorenkomplex "Gesundheitsschädigung" festgestellt werden, dass diese nicht als beson- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ders schwer einzustufen ist. Aus dem Gutachten von Dr. F.__ __ geht hervor, dass dieser keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erheben konnte. Er stellte einzig eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren fes t. Die Ausprägung der diagno- serelevanten Befunde und Symptome ist denn auch bescheid en. So lebt die Beschwerdeführe- rin zusammen mit ihrem Mann und einem Sohn und dessen Familie zusammen. Der Haushalt wird dabei von der Schwiegertochter übernommen; die B eschwerdeführerin kümmert sich um ihren kranken Ehemann. Sie steht jeden Morgen auf und bereitet sich und ihrem Ehemann das Frühstück zu. Sie verbringt den Tag mehrheitlich daheim und schaut fern. Sie pflegt aber re- gelmässigen Kontakt zu ihren Kindern und Enkelkindern sow ie zu den zahlreichen Verwandten ihres Ehemannes. Der Alltag der Beschwerdeführerin ersc heint aufgrund dieser Schilderungen zwar eher passiv, aber nicht beeinträchtigt. Hinweise auf Simulation und Aggravation sind dem Gutachten von Dr. F.____ keine zu entnehmen. Hingegen weist Dr. E.____ daraufhin, dass die Beschwerdeführerin praktisch bei jeder körperlichen Un tersuchung gegeninnerviert und wäh- rend der ganzen Begutachtung praktisch permanent gestöhnt habe. Dr. E.____ hielt diesbezüg- lich jedoch fest, dass die Beschwerdeführerin dadurch ihr e Schmerzen habe zum Ausdruck bringen wollen. Beim Indikator "Behandlungs- und Eingliederungserfolg und Resistenz" müssen der Verlauf und der Ausgang der bisher durchgeführte n Therapien und Eingliederungsversuche gewürdigt und geprüft werden, ob die therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. Die Beschwerdeführerin war nie in psychiatrischer Behandlung und stand noch nie unter psychiatri- scher Medikation. Berufliche Massnahmen wurden mangels Mo tivation und subjektiver Krank- heitsüberzeugung als sinnlos erachtet. Betreffend die Go narthrose wurde zwischenzeitlich an einem der Knie eine Prothese eingesetzt, was zu einer Verbesserung der Schmerzsituation geführt habe. Die Möglichkeit, auch das andere Knie mi t einer Prothese zu versorgen, steht momentan noch aus. Insgesamt erscheinen die therapeutisc hen Massnahmen aber ausge- schöpft zu sein. Betreffend den Indikator der "Komorbi dität" ist zunächst darauf hinzuweisen, dass gestützt auf die neue Rechtsprechung des Bundesgeri cht der psychischen Komorbidität kein Vorrang mehr zukommt (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3) . Neu sind auch körperliche Erkran- kungen bei der Beurteilung zu berücksichtigen. Vorliege nd liegen aus psychiatrischer Sicht kei- ne eigentlichen Diagnosen vor. In somatischer Hinsicht ist die beidseitige Gonarthrose zu er- wähnen, wobei eines der beiden Knie bereits operiert wurde. Insgesamt ist die Komorbidität als gering einzuschätzen. 7.3.4.2 Im zweiten Indikatorenkomplex wird nach der Pe rsönlichkeit und der Persönlichkeits- entwicklung und der -struktur gefragt. Gestützt darauf sind die persönlichen Ressourcen zu prü- fen. Aus dem Gutachten von Dr. F.____ geht hervor, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Ur- teilsbildung nicht gestört ist. Sie pflegt regelmässige Kontakte und die Beziehungsfähigkeit ist damit erhalten. Ebenso besteht ein guter affektiver B ezug und das Denken ist nicht eingeengt. Sie hat zudem einen klaren und guten Bezug zur Realität und zum Gutachter. Insgesamt schei- nen die persönlichen Ressourcen damit nicht eingeschränkt zu sein. 7.3.4.3 Neben den Komplexen "Gesundheitsschädigung" un d "Persönlichkeit" bestimmt auch der soziale Kontext mit darüber, wie sich die (kausal allein massgeblichen) Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung konkret manifestieren. Hierbei ist eine Abgrenzung der psychoso- zialen und der soziokulturellen Kriterien vorzunehmen, welche als invaliditätsfremd auch weiter- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht hin unbeachtlich bleiben. In diesem Zusammenhang sind vo rliegend allenfalls die fehlenden Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin und die Erkranku ng des Ehemannes zu erwähnen. Weiter ist aber zu beachten, dass die Beschwerdeführerin gut in ihrem sozialen Umfeld veran- kert und dieses auch gut vernetzt ist. So lebt sie in ein er Familiengemeinschaft mit dem Ehe- mann und einem ihrer Söhne und dessen Familie. Sie hat auch regelmässigen Kontakt zu ihren anderen Kindern und Enkelkindern. 7.3.4.4 Nachdem der "funktionelle Schweregrad" anhand der Indikatoren geprüft worden ist, ist als nächster Schritt eine Konsistenzprüfung unter Berücksic htigung der gleichmässigen Ein- schränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Le bensbereichen und dem behand- lungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck vorgenommen. Dabei ist vorliegend festzustellen, dass die Beschwerdeführerin led iglich Schmerzmittel einnimmt und in die Physiotherapie geht. Andere therapeutische Hilfen nimmt sie nicht in Anspruch. Die Somati- sierungsstörung besteht denn auch in nicht näher lokalisier baren ubiquitären Schmerzen. Auf- grund der Indikatoren ist daher insgesamt eine wesentl iche Einschränkung der Leistungsfähig- keit nicht plausibel. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin über erhebli- che Ressourcen verfügt, welche auch im Erwerbsbereich ve rwertbar erscheinen. Damit ist aber auch die Zumutbarkeitsbeurteilung im Gutachten von D r. F.____ nachvollziehbar, der die Be- schwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit als 100% arbeitsfähig erachtete. Das Teilgut- achten von Dr. F.____ gibt damit genügend Aufschluss über die massgeblichen Indikatoren, die gemäss neuer Rechtsprechung zu berücksichtigen sind. Ebenso er scheint die vorgenommene Zumutbarkeitsbeurteilung überzeugend, so dass entgegen de n Ausführungen der Beschwerde- führerin vollumfänglich auf die Ausführungen von Dr. F.____ abgestellt werden kann. 7.3.5 Unzutreffend ist im Übrigen die Behauptung der Beschwerdeführerin, dass die Be- schwerdegegnerin mit den Gutachten der Dres. E.____ und F.____ zwei eigenständige Gutach- ten eingeholt habe, weil die interdisziplinäre Beurte ilung fehle. In Ziffer 11 des Gutachtens von Dr. F.____ wird auf die am 24. April 2015 stattgefun dene Konsensbesprechung mit Dr. E.____ hingewiesen, wonach aus gesamtmedizinischer Sicht die rheumatologische Zumutbarkeitsbeur- teilung massgeblich sei. 7.3.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerd egegnerin ihren Entscheid zu Recht auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. E.____ u nd F.____ abstellte und davon aus- ging, dass der Beschwerdegegnerin eine Verweistätigkei t zu 100% zumutbar ist. Lässt die vor- handene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung des massgebenden me- dizinischen Sachverhalts zu, so ist dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin, wonach weite- re medizinische Abklärungen vorzunehmen seien, nicht statt zugeben. Der Anspruch auf rechtli- ches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen , und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen An- spruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsa- che erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemä sser Beweiswürdigung zur Überzeu- gung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, ka nn auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Bew eiswürdigung ist nach konstanter Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 141 I 64 E. 3.3, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 8.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet im Weiteren die Verwertbarkeit der ihr noch zumut- baren Restarbeitsfähigkeit. Sie stellt sich insbesondere auch mit Blick auf ihr Alter und die Tat- sache, dass sie immer in der Reinigungsbranche tätig gewe sen sei, auf den Standpunkt, es könne nicht davon ausgegangen werden, dass ihr noch eine Anstellung angeboten werden könnte. 8.2 Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzu stellen, ob eine invalide Person un- ter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werd en kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich n utzen könnte, wenn die verfügbaren Ar- beitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4; Urteil des EVG vo m 16. Juni 2004, I 824/02, E. 2.2.1 zu Art. 28 Abs. 2 aIVG). Gemäss Art. 16 ATSG (vgl. oben E. 4.2) ist bei der Bestimmung des Inva- liditätsgrades deshalb von einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage auszugehen. Der Begriff um- fasst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Ange bot und der Nachfrage nach Stellen; andererseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fä- cher verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar so wohl bezüglich der dafür verlangten be- ruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hi nsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob e ine invalide Person die Möglich- keit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten (BGE 110 V 276 E. 4b; Zeitschrift für die Ausgleichskassen [ZAK] 1991 S. 318 E. 3b). Das restlich e erwerbliche Leistungsvermögen hat sich somit in einem fiktiven Arbeitsmarkt zu bewähren, der definitionsgemäss unter anderem konjunkturell ausgeglichen ist (Urteil des EVG vom 17. Dez ember 2002, I 601/01, E. 4.3; RUDOLF RÜEDI , Im Spannungsfeld zwischen Schadenminderungspflicht und Zumutbarkeits- grundsatz bei der Invaliditätsbemessung nach einem ausgeg lichenen Arbeitsmarkt, in: Schaff- hauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 35). Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertba rkeit der Restarbeitsfähigkeit darf aller- dings nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausg egangen und insbesondere dort nicht von einer Arbeitsgelegenheit gesprochen werden, w o die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichen e Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegen kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprec henden Stelle deshalb zum Vornhe- rein als ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteil des Bundes gerichts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4.1 mit Hinweisen). 8.3 Die Rechtsprechung hat insbesondere auch das fortge schrittene Alter, obgleich ein an sich invaliditätsfremder Faktor (AHI-Praxis 1999 S. 240 u nten sowie Urteil des EVG vom 29. August 2002, I 97/00, E. 1.4 mit Hinweisen), als K riterium anerkannt, welches zusammen mit den weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenh eiten dazu führen kann, dass die der versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ih r deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Ist die Resterwerbsfähigkeit in die- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht sem Sinne wirtschaftlich nicht mehr verwertbar, liegt vo llständige Erwerbsunfähigkeit vor, die zum Anspruch auf eine ganze Invalidenrente führt (vgl. Urteil des EVG vom 5. August 2005, I 376/05, E. 4.1 mit Hinweisen). Der Einfluss des Lebe nsalters auf die Möglichkeit, das verblie- bene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmar kt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen. Die Bedeutung des fortgeschrittenen Alters für die Besetzung entsprechender Stellen ergibt sich vielmehr aus den Einzelfallumständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweistätigkeiten mass gebend erscheinen. Zu denken ist zu- nächst an die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsscha dens und seiner Folgen, angesichts der beschränkten Dauer verbleibender Aktivität sodann nam entlich auch an den absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand, dessen Ausmass wi ederum anhand von Kriterien wie der Persönlichkeitsstruktur, vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung und beruf- lichem Werdegang sowie der Anwendbarkeit von Berufserfa hrung aus dem angestammten Be- reich abzuschätzen ist (vgl. Urteile des EVG vom 5. August 2 005, I 376/05, E. 4.1 und vom 23. Oktober 2003, I 392/02, E. 3.1). 8.4 Wie das Bundesgericht im Urteil vom 10. September 2 013, 8C_345/2013, aufzeigt, hatte es sich schon verschiedentlich mit Fällen von versiche rten Personen zu befassen, in de- nen sich die Frage stellte, ob diese angesichts ihres fo rtgeschrittenen Alters in einem als aus- geglichen unterstellten Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gelten und die ihr verbliebene Leis- tungsfähigkeit erwerblich verwerten konnten. So hatte l aut der vom Bundesgericht im genann- ten Urteil in E. 4.3.2 wiedergegebenen Kasuistik das damalige EVG einen 60-jährigen Versi- cherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textilin dustrie tätig gewesen war, als zwar nicht leicht vermittelbar erachtet. Es sah aber mit Bezug auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt gleichwohl Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal H ilfsarbeiten auf dem hypothetischen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden, und der Ver- sicherte zwar eingeschränkt (weiterhin zumutbar waren lei chte und mittelschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen), ab er immer noch im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfähig war (Urteil des EVG vom 5. Au gust 2005, I 376/05, insbesondere E. 4.2). Bejaht hat das EVG auch die Verwertbarkeit d er Restarbeitsfähigkeit eines (ebenfalls) 60-jährigen Versicherten mit einer aufgrund verschiede ner psychischer und physischer Limitie- rungen (es bestanden u.a. rheumatologische und kardiale Probleme) um 30 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2007, I 304/06, E. 4.1 und 4.2). Schliesslich erachtete das Bundesgericht die Chance n eines 60 Jahre alten Versicherten auf eine Anstellung als intakt, der in Bezug auf körpe rlich leichte Arbeiten, die abwechslungs- weise sitzend oder stehend ausgeführt werden können, oh ne regelmässiges Heben oder Tra- gen von Gewichten über 10 kg, ohne häufige Arbeiten üb er der Horizontalen und ohne regel- mässige Kraftanwendung des linken Arms bei voller Stunden präsenz im Umfang von 80% ar- beitsfähig war (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.3). 8.5 Im Lichte der dargelegten Grundsätze und der hoh en Hürden, welche das Bundesge- richt für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat, ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen iv-rec htlich erheblichen fehlenden Zu- gang der Beschwerdeführerin zum Arbeitsmarkt verneinte. Die Beschwerdeführerin war im massgebenden Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zu mutbarkeit ihrer Erwerbstätig- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit (BGE 138 V 457 ff.) bzw. im Zeitpunkt der Gutachte nserstellung 59 Jahre alt und daher nicht mehr leicht vermittelbar. Dennoch dürfen die Anst ellungschancen auf dem von Gesetzes wegen als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt für in takt erachten werden. Einerseits wer- den Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 28 Abs. 2 IVG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (vgl. Urteil des EVG vom 20. Juli 2004, I 39/04). Andererseits ist die Beschwerdeführerin in einer leide nsadaptierten Tätigkeit nach wie vor zu 100 % arbeitsfähig vgl. (Urteil des Bundesgerichts vo m 22. Januar 2007, I 304/06, E. 4.2). Eine Anstellung wäre daher aber noch als realistisch zu bezeichnen. Unter diesen Umständen ist die Beschwerdegegnerin vorliegend zu Recht von der Verwert barkeit der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgegangen. 9. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Die Beschwerdegegnerin stützte die Berechnung de s Invaliditätsgrads auf die ge- mischte Methode. Die Beschwerdeführerin kritisiert diese s Vorgehen und macht geltend, dass sie im Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig wäre und de r Invaliditätsgrad daher durch einen Einkommensvergleich zu berechnen sei. Zugunsten der Besch werdeführerin wird vorliegend der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleic hs ermittelt. Aufgrund der massgeben- den Beurteilung der Dres. E.____ und F.____ ist davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh- rerin eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 100% möglich und zumutbar ist. Die von der IV- Stelle vorgenommene Bemessung der Vergleichseinkommen aufgrund der Tabellenlöhne (Vali- deneinkommen: Fr. 16'236.00 und Invalideneinkommen: Fr. 17'587.00) hat die Beschwerdefüh- rerin zu Recht nicht bestritten und es ist auch im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht keine andere Einschätzung der V ergleichseinkommen vorzunehmen. Gestützt auf diese Vergleichseinkommen ergibt selbst eine Berücksichtigung des (vorliegend zu Recht nicht angewendeten) maximalen leidensbedingten Abzugs vom Invalideneinkommen von 25% (Fr. 17'587.00 x 0,75 = Fr. 13'190.20; vgl. auch BGE 126 V 80 E. 5b) einen rentenaus- schliessenden Invaliditätsgrad von gerundet 19% (Fr. 16' 236.00 - Fr. 13'190.20 = Fr. 3'045.80; zur Rundungspraxis des Bundesgerichts: BGE 130 V 121 ff.) . Da auch die Berechnung des Invaliditätsgrads gestützt auf die gemischte Methode unte r Berücksichtigung der vorstehenden Vergleichseinkommen keinen rentenbegründenden Invaliditätsgrad ergeben würde (Erwerbsbe- reich 36% x 19% = gerundet 7%), erübrigen sich vorliege nd weitergehende detaillierte Ausei- nandersetzungen mit der Kritik der Beschwerdeführerin a n der gemischten Methode und am Haushaltsbericht vom 5. August 2014. Diesbezüglich kann da her auf die überzeugenden und zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden. Die angefochtene Verfügung, mit welcher der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine R ente verneint wurde, ist demnach nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kosten rahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahre nskosten in der Regel der unterlie- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie gend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 10.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 600.-- werden der Beschwerde- führerin auferlegt und mit dem Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht