Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. Oktober 2016 (720 16 203 / 273) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revision der Invalidenrente; Würdigung des medizinischen Sachverhaltes Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiber i.V. Mark Grieder Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Nicolai Fullin, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Die 1956 geborene A.____ arbeitete vom 1. März 2001 bis 31. Juli 2002 als Lagermitar- beiterin bei der Firma B.____ AG in C.____ in einem 100%-Pensum. Am 31. Januar 2003 mel- dete sich A.____ unter Hinweis auf seit Oktober 200 1 bestehende chronische Schmerzen und psychische Probleme bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leis- tungen an, wobei sie eine Rente beantragte. Nach Ab klärung der gesundheitlichen und erwerb- lichen Verhältnisse sowie nach durchgeführtem Vorbe scheidsverfahren ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle), in Anwendung der allg emeinen Bemessungsmethode des Ein- kommensvergleichs, einen IV-Grad von 100 % und spra ch ihr mit Verfügung vom 7. August Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2003 rückwirkend ab 1. Oktober 2002 eine ganze Rente zu. Mit Schreiben vom 22. August 2005 teilte sie der Versicherten mit, dass die revisionswei se Überprüfung des IV-Grades keine rentenbeeinflussende Änderung ergeben habe und ihr de shalb weiterhin eine ganze Rente zu- stehe. Am 4. August 2008 nahm die IV-Stelle eine weit ere Revision von Amtes wegen vor. Nach durchgeführtem Vorbescheidsverfahren hob sie den Re ntenanspruch der Versicherten unter Anwendung der allgemeinen Bemessungsmethode des Einkommensvergleichs mit Verfü- gung vom 25. März 2010 auf Ende des folgenden Monats auf. A.2 Am 22. April 2010 erhob die Versicherte beim Kant onsgericht Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 25. März 2010. Darin beantragte sie die Aufhebung der Verfügung sowie die weitere Aus- richtung einer Rente. Das Kantonsgericht hiess die Beschwerde mit Urteil vom 13. Januar 2011 gut, hob die Verfügung vom 25. März 2010 auf und wies die Sache zur erneuten medizinischen Abklärung an die IV-Stelle zurück. A.3 Gestützt auf das neu eingeholte medizinische Gutacht en der D.____ GmbH (D.____) erging am 26. Juni 2012 ein Vorbescheid, gemäss welchem die Rente rückwirkend per 30. April 2010 aufgehoben werden sollte. Nachdem die Versichert e dagegen am 27. August 2012 Ein- wand erhob, holte die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten bei der E.____ AG (E.____) ein, welches am 9. Januar 2015 erging. Gestützt darauf erliess die IV-Stelle am 24. März 2015 wie- derum einen Vorbescheid, der den IV-Grad von A.____ a uf 0 % festlegte. Trotz erhobenen Einwands durch die Versicherte hob die IV-Stelle mit Ve rfügung vom 26. Mai 2016 die Rente auf Ende des folgenden Monats (recte: rückwirkend auf Ende April 2010) auf. B. Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Advoka t Nicolai Fullin, am 24. Juni 2016 beim Kantonsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhe bung der angefochtenen Verfügung sowie die weitere Ausrichtung einer ganzen Rente. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr eine ganze Rente bis Ende Juni 2016 zu leisten; alles unter o/e-Kostenfolge. In ihrer Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass kein Revisionsgrund vorliege, da die Verfügung auf ungenügenden medizinischen Berichten beruhe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 10. Juni 2010 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim sachlich wie ört lich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführer in über den 30. April 2010 hinaus Anspruch auf eine Rente hat. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Inva- lidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, d ie ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fä- higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht dur ch zumutbare Eingliederungsmassnah- men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternati- ve Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalidi tätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 1 32 V 99 E. 4 mit weiteren Hinwei- sen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente unter anderem revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen; vgl. auch: BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; RUDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grund- figur namentlich von Invalidenrentenrevisionen, in: Schaf fhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 16 f.). Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im Wesentl ichen unveränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer materiellen Revision . Bloss auf einer anderen Wertung beru- hende, revisionsrechtlich unerhebliche Differenzen sind d aher von revisionsbegründenden tat- sächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schl ussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Erme ssens zurückzuführen (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 6.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet dabei die letzte (der versichert en Person eröffnete) rechtskräftige Verfü- gung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rente nanspruchs mit rechtskonformer Sach- verhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eine s Einkommensvergleichs (bei An- haltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen A uswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 7. August 2003 rückwir kend ab 1. Oktober 2002 eine gan- ze Rente zugesprochen. Nachdem im vorangegangenen Rentenrevisionsverfahren keine mate- rielle Prüfung durchgeführt wurde und unveränderte V erhältnisse festgestellt worden waren (Mitteilungen vom 22. August 2005), leitete die IV-Stelle im August 2008 von Amtes wegen eine weitere Überprüfung des Rentenanspruchs der Versicherten ein. Gestützt auf die Ergebnisse der von ihr in der Folge vorgenommenen Abklärungen ho b sie die ganze Rente der Versicher- ten zunächst mit Verfügung vom 25. März 2010 und sodann mit jener vom 26. Mai 2016 auf Ende April 2010 auf. Im Lichte der vorstehend erwähnte n bundesgerichtlichen Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichtete n Rente rechtfertigt, demnach durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursp rünglichen Rentenverfügung vom 7. August 2003 bestanden hat, mit demjenigen im Zeit punkt der vorliegend angefochtenen Ver- fügung vom 26. Mai 2016. 7. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich gegenüber der ursprünglichen Rentenverfü- gung vom 7. August 2003 im Zeitpunkt der streitigen Re visionsverfügung vom 26. Mai 2016 eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin ergeben hat. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 8.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 8.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 8.4 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen S achverhaltes in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu bea chten: Da die Feststellung einer revi- sionsbegründenden Veränderung durch eine Gegenüberste llung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Bewe ises das Vorhandensein einer ent- scheidungserheblichen Differenz in den - den medizinische n Gutachten zu entnehmenden - Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstel lten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisth ema der Revision bezieht. Einer Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbar en und schlüssigen medizinischen Beur- teilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilu ng der Rentenberechtigung beweisend wä- re (vgl. dazu BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a) , mangelt es daher in der Regel am recht- lich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Ein- schätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Ge- sundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Urteile des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2, und vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). 9.1 Für die Beurteilung der Frage, ob sich der Gesundh eitszustand der Beschwerdeführerin verändert hat, sind im Wesentlichen nachfolgende Berichte zu berücksichtigen. 9.2.1 Im Rahmen der ursprünglichen Verfügung vom 7. A ugust 2003 stützte sich die IV- Stelle insbesondere auf die Ausführungen von Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, und Dr. med. G.____, FMH für Allgemeine M edizin. Dr. F.____ diagnostizierte bei der Versicherten am 27. März 2003 rezidivierende mittelschwere depressive Phasen mit somati- schen Symptomen, Zwangsstörungen mit Zwangshandlungen nach traumatischem Erlebnis als vierjähriges Kind, ein Karpaltunnelsyndrom (CTS) beidse its sowie Schulter-Arm-Schmerzen beidseits mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung. Er attestierte ihr seit Sommer 2002 und bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. 9.2.2 Dr. G.____ stellte am 12. April 2003 bei der V ersicherten rezidivierende depressive Phasen, ausgeprägte und anhaltende somatoforme Schmerzst örungen, ein CTS beidseits (Operation rechts am 8. Dezember 2001) sowie ein chr onisches, rechtsbetontes Cervicobrachi- alsyndrom und ein intermittierendes lumbovertebrales Sy ndrom fest. Er bescheinigte ihr eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. 9.3.1 Im Rahmen der am 5. August 2008 eingeleiteten Rentenrevision attestierte Dr. G.____ mit Arztbericht vom 15. September 2008 keine Veränderu ngen des Gesundheitszustandes der Versicherten und bestätigte ihre 100%ige Arbeitsunfähigkeit. 9.3.2 Die IV-Stelle holte sodann bei Dr. med. H.___ _, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten ein. Dieser stellte in seinem Gutachten vom 16. Juni 2009 keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Im Vordergrund der Beschwerden der Explorandin stünden aktuell die Schmerzen und die Kraftlosigkeit der Hand gelenke. Im Weiteren lägen Nackenbe- schwerden mit Ausstrahlung in die gesamte rechte Körperh älfte vor. Gemäss den vorliegenden Unterlagen sei die Versicherte wegen eines CTS an beide n Handgelenken operiert worden. Beide Beschwerdebereiche liessen sich aber organisch nic ht genügend erklären. Der aktuelle psychische Zustand sei zweifellos stabil-ausgewogen und eu thym. Die Explorandin weise kei- nerlei signifikante psychopathologische Symptome auf. In sbesondere könne weder eine de- pressive Störung noch eine affektive oder kognitive Hemmung noch eine bedrückte oder devita- lisierte Stimmung nachgewiesen werden. Es habe auch ke ine Antriebsstörung und Suizidalität bestanden. Falls die Explorandin jemals eine depressive E pisode aufgewiesen habe, habe sich diese Störung nun offenbar soweit verbessert, dass von ei ner vollständigen Remission auszu- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gehen sei. Es sei von einem erheblichen Gegensatz zwischen d er subjektiv dargestellten ge- sundheitlichen Einschränkung und den objektivierbaren psychiatrischen Befunden auszugehen. Im angestammten Beruf als Textilbetriebsarbeiterin könne keine Einschränkung der Arbeitsfä- higkeit attestiert werden. Die dysfunktionale Schmerzver arbeitung berechtige gemäss gesetzli- chen Vorgaben zu keiner verminderten Arbeitsfähigkeit. Eine psychische Komorbidität liege nicht vor, insbesondere könne eine depressive Störung au sgeschlossen werden. Die Foerster- kriterien gälten als nicht erfüllt. Weder liege ein pr imärer Krankheitsgewinn noch eine chroni- sche körperliche Begleiterkrankung vor. Die aktuelle psychiatrische Begutachtung weise bei der Versicherten abschliessend keine Arbeitsunfähigkeit mehr au s und die ursprünglich diagnosti- zierte mittelgradige depressive Störung lasse sich aktuell nicht mehr nachweisen. Die beklagten Schmerzen der Explorandin hätten somit kein Korrelat im affektiven Bereich. Der psychische Gesundheitszustand sei daher als wesentlich verbessert einzustufen. 9.3.3 In der Folge liess die IV-Stelle das psychiatrische Gutachten von Dr. H.____ vom 16. Juni 2009 durch den Regionalen Ärztlichen Dienst de r IV-Stelle (RAD) beurteilen. Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führte mit S tellungnahme vom 22. September 2009 zusammenfassend aus, dass keine psychia trische Störung bestehe, die eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Versichert en habe. Diese habe sich mittlerweile psychopathologisch deutlich stabilisiert und präsentiere sich in einem nahezu unauffälligen Sta- tus, was auch im Gutachten festgestellt worden sei. 9.3.4 Nachdem das Kantonsgericht mit Urteil vom 13. Jan uar 2011 die Sache zur erneuten Überprüfung des medizinischen Sachverhaltes an die IV-S telle zurückwies, holte diese ein po- lydisziplinäres Gutachten bei der D.____ ein, welches am 1 6. April 2012 unter der Fallführung von Dr. med. J.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, er ging. Dr. med. K.____, FMH Psychiat- rie und Psychotherapie, stellte keine Diagnosen mit Ei nfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Ein- fluss auf diese bestünde eine rezidivierende depressive Stör ung mit gegenwärtig leichter Epi- sode und eine Schmerzverarbeitungsstörung. Eine psychisch a usgewiesene Arbeitsunfähigkeit läge rückwirkend bis mindestens Juni 2009 nicht vor. Die s eit Jahren bestehende, ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung habe keinen Krankheitswert und werde sich durch eine psy- chiatrische Behandlung kaum wesentlich beeinflussen lassen. Daher seien aus psychiatrischer Sicht keine Massnahmen angezeigt. Die rheumatologische Unt ersuchung durch Dr. med. L.____, FMH Rheumatologie, ergab, dass sämtliche Tätigke iten mit starker und mittelstarker Belastung des rechten Armes sowie alle körperlichen schwer en und mittelschweren Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien. Dies aufgrund einer chronifizi erten multifaktoriellen Zervikobrachial- gie rechts, einer chronisch plantaren Fasciitis beidseiti g, einer pes anserinus-Enthesiopathie rechts sowie eines rezidivierenden akuten Lumbovertebralsyn droms. Er setzte die Leistungs- verminderung durch diese Faktoren in der Folge auf 20 % fest. In der Gesamtbeurteilung gin- gen die Dres. J.____, K.____ und L.____ davon aus, da ss die Explorandin für eine körperliche leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Überkopfarbei ten und längeres Stehen oder Gehen zu 80 % arbeits- und leistungsfähig sei. Dies in einem ganztägigen Pensum und ohne dass be- rufliche Massnahmen angezeigt wären. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.3.5 In der Folge liess die IV-Stelle die Beschwerdef ührerin aufgrund eines Einwandes und neuer medizinischer Unterlagen noch durch die E.____ p olydisziplinär begutachten. In deren Gutachten von 9. Januar 2015 hielt Dr. med. M.____, FMH Innere Medizin, fest, dass aus inter- nistischer Sicht die geltend gemachten massiven Beschwerde n im Bereich der Hände und Ar- me nicht ausreichend nachvollziehbar seien. Prof. Dr. m ed. N.____, FMH Neurologie, führte eine neurologische Untersuchung durch, die keinen ausreich enden Hinweis auf eine die Ar- beitsfähigkeit mindernde Läsion am zentralen oder peri pheren Nervensystem, der Wirbelsäule sowie der paravertebralen Strukturen ergab. Er diagnostizierte ein CTS mit beidseits geringgra- dig ausgeprägter residueller Irritierbarkeit des rechtsse itigen Nervus medianus auf Höhe des Retinaculum flexorum. Für die von der Versicherten vorge tragenen Symptomatik ergebe sich kein hinreichendes klinisches oder elektrophysiologisches Korr elat. Damit sei sie per sofort in einer leichten bis mittelschweren Arbeit des allgemeinen Arbeitsmarktes 100% arbeitsfähig. Auch zeuge der gute funktionelle Status der Hände vo n einem typischen Ergebnis einer CTS- Operation. Die dermatologische Untersuchung bei Dr. m ed O.____, FMH Dermatologie, ergab keine Limitation der Arbeitsfähigkeit, da keine Hinwei se über eine dermatologische Erkrankung vorlägen. In der psychiatrischen Untersuchung von Dr. med. P.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, liessen sich keine höhergradigen psychischen Auffälligkeit objektivieren. Ein nam- haftes depressives Syndrom sei daher nicht wahrscheinlich. Dies sei aber allenfalls auf eine deutliche Besserung zurückzuführen, was angesichts der anti depressiven Behandlung auch zu erwarten gewesen sei. Die berichteten Kontrollzwänge s eien überdies nicht als Hinweis für das Vorliegen einer eigenständigen Zwangsstörung zu verstehe n, da sie nicht höhergradig ein- schränkend wirken würden. Hinweise auf somatoforme Schmer zstörungen fänden sich eben- falls nicht. Zusammenfassend sei eine psychiatrische Erkrankun g mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit als gegeben anzusehen. In der Folge setzte Dr. P.____ die Arbeitsfähigkeit der Explorandin auf 100 % fest, wobei lediglich Nacht- und Schichtarbeit vermieden werden sollte. In der Kon sensbeurteilung der Dres. M.____, O.____, N.____ und P.____ wurde festgehalten, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh- rerin in der zuletzt ausgeübten sowie in jeder vergleich baren oder auch einer anderen Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts per sofort auf 100 % einzuschätzen sei. 10.1 Die IV-Stelle stellte bei der Beurteilung des akt uellen medizinischen Sachverhaltes und beim – damit einhergehenden – Entscheid über die Frag e, ob seit der ursprünglichen Renten- zusprache eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustan des der Beschwerdeführerin eingetreten ist, auf das zuletzt aufgeführte polydisziplinäre Gutachten der E.____ vom 9. Januar 2015 ab. Sie gelangte dabei zum Ergebnis, dass die Be schwerdeführerin in der zuletzt ausge- übten sowie jeder vergleichbaren oder auch einer ander en Tätigkeit des allgemeinen Arbeits- markts eine 100%ige Arbeitsfähigkeit aufweise. Dabei gi ng sie insbesondere davon aus, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführeri n seit der ursprünglichen Ren- tenzusprache vom 7. August 2003 erheblich verbessert hat. Während ihr damals aufgrund ihrer psychischen und wegen den somatischen Gesundheitsbeeintr ächtigungen eine 100%ige Ar- beitsunfähigkeit attestiert worden sei, liege heute au s medizinischer Sicht keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mehr vor. Diese vori nstanzliche Beweiswürdigung ist letztlich nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. hiervor , E. 5.3), ist den im Rahmen des Ver- waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezia lärztinnen und -ärzte, die aufgrund Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie n ach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien sind vorliegend keine ersichtlich. Das Gutachten der E.____ vom 9. Januar 2015 weist weder fo rmale noch inhaltliche Mängel auf. Es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. hier vor, E. 5.2) – für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Be- schwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben wor den, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung de r medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Ei nschätzungen auseinander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Das Gutachten legt überzeugend dar, dass das Vorliegen einer psychiatrischen Erkrankung der Versicherten ausgeschlossen werden kann. 10.2 Daran ändern die Ausführungen in der Beschwerde nichts. Die Beschwerdeführerin bemängelt, dass eine Revision nach Art. 17 ATSG gerade nicht durchgeführt werden dürfe, da keine effektive Veränderung des Gesundheitszustands stattge funden habe und nur ein abwei- chendes Krankheitsverständis vorliege. Explizit erwähnt sie in diesem Zusammenhang, dass eine einmalige Konsultation eher den Charakter einer Stichprobe hätte und daher keine schlussfolgernde Beurteilung über Verläufe zulassen könne. Auch sei es möglich, dass der Gutachter die Versicherte in einer besseren Phase gesehen habe, aber dadurch noch lange nicht davon ausgegangen werden dürfe, dass dieser moment ane Zustand dauernd anhalten würde. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden . Der Beschwerdeführerin wurde in den Gutachten von Dr. H.____ (2009), der D.____ (2012) so wie der E.____ (2015) über einen Zeit- raum von 6 Jahren jeweils übereinstimmend keine renten relevante Einschränkung der Arbeits- fähigkeit attestiert. Entgegen ihrer Ansicht ist das Er gebnis im Gutachten der E.____ keine Mo- mentaufnahme, sondern eine Bestätigung der bereits fe stgestellten medizinischen Situation. Soweit die Beschwerdeführerin im Gutachten eine Ause inandersetzung mit den vor der Ren- tenzusprache erstellten Berichte vermissen will, widersprich t sie sich selbst, denn sie führt in ihrer Beschwerde aus, dass sich die Gutachter auch ausdrüc klich mit den Arztberichten von Dr. F.____ und Dr. G.____ sowie den Vorgutachten befasst und ausgeführt haben, aus welchen Gründen sie zu einer anderen Beurteilung der Arbeitsf ähigkeit gelangt sind. Zudem ist dem Gutachten eine ausführliche und einleuchtende Analyse m it den vorangegangenen medizini- schen Gutachten sowie eine detaillierte und schlüssige Beu rteilung des derzeitigen Gesund- heitszustandes zu entnehmen. 10.3.1 Weiter ist entgegen der Ansicht der Beschwerdefüh rerin die rückwirkende Rentenein- stellung nicht zu beanstanden. Die Beschwerdegegnerin be gründet dies auch damit, dass sich die Verbesserung des Gesundheitszustandes der Versicherten aus den aufgeführten medizini- schen Unterlagen entnehmen lasse. So sei bereits Dr. H.__ __ in seinem Gutachten vom 13. Juni 2009 zum Schluss gelangt, dass eine Verbesserung des Ge sundheitszustandes der Be- schwerdeführerin erkennbar sei und sich die ursprünglich diagnostizierte mittelgradig depressi- ve Störung nicht mehr nachweisen lasse. Im D.____-Gutachten vom 18. April 2012 sei dann die Auffassung bestätigt worden, dass aufgrund der anamnesti schen Angaben, der Untersu- chungsbefunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht davon ausgegangen werden könne, die festgestellte Arbe itsfähigkeit bestehe seit Mitte 2009 (Begutachtung durch Dr. H.____). Gegenüber dem Zeitpu nkt der Rentenzusprache läge ledig- lich noch eine leichte depressive Episode vor. Obwohl im E.____-Gutachten vom 9. Januar 2015 die volle Arbeitsfähigkeit erst „per sofort“ att estiert werde, seien dennoch explizit vier ab- gelaufene depressive Episoden und eine deutliche Besser ung festgestellt worden. Insofern sei auch dort von einer Verbesserung im Verlauf ausgegange n worden. Die fehlende Angabe über den Zeitpunkt der Verbesserung liesse sich aus dem Vorguta chten des D.____ entnehmen. Gemäss diesem bestehe der verbesserte Gesundheitszustand – wie oben dargelegt – seit der Begutachtung durch Dr. H.____. Obwohl dieses Gutachten vom Kantonsgericht mit Urteil vom 13. Januar 2011 als ungenügend erachtet worden sei, sei en die darin erhobenen Befunde und die attestierte Arbeitsfähigkeit in den psychiatrischen Folgegutachten dennoch bestätigt worden. Daher rechtfertige es sich, das Gutachten von Dr. H.____ der Vollständigkeit halber zu berück- sichtigen, wenn der Zeitpunkt der eingetreten gesundhe itlichen Verbesserung bestimmt werden solle. 10.3.2 Diese Ausführungen der IV-Stelle machen deutli ch, dass die Verbesserung des Ge- sundheitszustandes bereits seit der Begutachtung durch Dr. H.____ eingetreten ist. Die nach diesem Zeitpunkt ergangenen Berichte bestätigten die damaligen Schlussfolgerungen, wonach die Beschwerdeführerin an keiner psychischen Beeinträchtig ung mit Einfluss auf die Arbeitsfä- higkeit leide. Die Aufhebung des Rentenanspruchs per En de April 2010 ist nicht zu beanstan- den. Daran ändert nichts, dass der angefochtenen Verfü gung vom 26. Mai 2016 zu entnehmen ist, die Rente werde auf das Ende des folgenden Monat s – d.h. Ende Juni 2016 – aufgehoben. Dabei kann es sich aufgrund des vorstehend Gesagten nur u m eine fehlerhafte Formulierung handeln, aus welcher die Beschwerdeführerin nichts zu ihr en Gunsten ableiten kann und wel- che durch das Kantonsgericht im vorliegenden Verfahren berichtigt wird. 10.4 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die IV-St elle in der angefochtenen Ver- fügung zutreffend davon ausgegangen ist, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde- führerin seit der am 7. August 2003 erfolgten Rentenzusprache erheblich verbessert hat mit der Folge, dass der Versicherten mit Wirkung ab April 2010 die Ausübung ihrer ursprünglichen Tä- tigkeit im Umfang von 100 % zumutbar ist. Da gemäss Rechtsprechung vom Grundsatz auszu- gehen ist, dass aus einer medizinisch attestierten Verbesser ung der Arbeitsfähigkeit in der Re- gel unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähi gkeit geschlossen werden kann, ist vor- liegend ein Revisionsgrund nach Art. 17 ATSG gegeben ( vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_136/2012, E. 4.2 und vom 30. Novembe r 2010, 9C_675/2010, E. 5.1, [SZS 2011 S. 71]). 11. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.2 hiervor), ist de r Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en. Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 26. Mai 2016 zur Ermittlung des Invalid itätsgrades den erforderlichen Einkom- mensvergleich vorgenommen, wobei sie - wie vorstehend d argelegt – zu Recht davon ausging, dass die Beschwerdeführerin in ihrer ursprünglichen Tätig keit zu 100 % arbeitsfähig ist. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstellung von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen ei- nen Invaliditätsgrad von 0 % ermittelt, woraus kein Anspruch mehr auf eine Rente resultiert. Die Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht konkrete Berechnung, die von der Beschwerdeführerin in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet wurde, erweist sich als rechtens, weshalb die sbezüglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 26. Mai 2016 verwiesen werden kann. 12. Zusammenfassend ist aufgrund der vorstehenden Ausfü hrungen nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle mit der Revisionsverfügung vom 26. Mai 2016 die ursprüngliche Rente per Ende April 2010 aufgehoben hat. Die dagegen erhobene Beschwerde ist daher abzuweisen. 13. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen sind. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verr echnet. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht