Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. August 2019 (720 18 58 / 196) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rentenrevision: Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Beat Her sberger, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch C arole Held, Rechtsan- wältin , Rechtsdienst Behindertenforum, Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1969 geborene A.____ hatte sich im Januar 2012 unter Hinweis auf „Sucht und Depression“ bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (I V) zum Leistungsbezug ange- meldet. Nachdem sie die gesundheitlichen und die erwer blichen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft beim Versiche rten einen Invaliditätsgrad von 100 %. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfügung vom 22. Februar 2013 rückwirkend ab 1. Januar 2013 eine ganze Rente zu. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Rahmen eines im November 2016 von Amtes wegen ein geleiteten Revisionsverfahrens ver- anlasste die IV-Stelle eine erneute Abklärung der ges undheitlichen Verhältnisse des Versicher- ten. Gestützt auf deren Ergebnisse gelangte sie zur Auf fassung, dass sich der Gesundheitszu- stand von A.____ relevant verbessert habe mit der Folge , dass aus dem neu vorzunehmenden Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad von 0 % resulti ere. Die IV-Stelle hob deshalb nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 8. Januar 2018 die dem Versicherten bisher ausgerichtete ganze Rente auf das Ende des der Z ustellung der Verfügung folgenden Monats auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten du rch Rechtsanwältin Carole Held, am 8. Februar 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abt eilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die ange fochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm aufgrund der Nichtverwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit weiterhin eine ganze Rente auszurichten. Eventualiter sei ihm aufgrund seiner 50 %-igen Arbeitsfähigkeit - unter Gewäh- rung eines leidensbedingten Abzugs von mindestens 20 % - weiterhin eine Dreiviertelsrente auszurichten; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihm die une ntgeltliche Prozessführung und die un- entgeltliche Verbeiständung zu gewähren seien. C. Mit Verfügung vom 20. Februar 2018 bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwerde- führer gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwältin Caro- le Held als Rechtsvertreterin. D. In ihrer Vernehmlassung vom 30. April 2018 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt der Beschwerdeführer in seiner Rep- lik vom 6. Juli 2018 an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und den wesentli- chen bisherigen Vorbringen fest. Die IV-Stelle wiederu m beantragte in ihrer Duplik vom 3. Au- gust 2018 nach wie vor die Abweisung der Beschwerde. F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 25. Oktober 2018 g elangte das Kantonsgericht zum Ergebnis, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Das Gericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur Klärung der medizinischen Sachlage bei PD Dr. m ed. B.____, Psychiatrie und Psycho- therapie FMH, ein psychiatrisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Im Anhang zu die- sem Beschluss unterbreitete das Kantonsgericht den Parteien den Entwurf des entsprechenden Auftrags und den vorgesehenen Fragenkatalog. Die Part eien erhoben keine personenbezoge- nen Ausstandsgründe gegen den vorgeschlagenen Gerichtsgut achter und sie verzichteten da- rauf, Zusatzfragen zu stellen. Die IV-Stelle ersuchte einzig darum, den Gutachter insbesondere auch zu den bei den Akten liegenden forensischen Gutach ten Stellung nehmen zu lassen. Am 29. November 2018 erging der entsprechende Auftrag an PD Dr. B.____. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Am 25. Februar 2019 erstattete PD Dr. B.____ das p sychiatrische Gerichtsgutachten. Die Parteien erhielten in der Folge Gelegenheit, si ch zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu äussern, wie sich dessen Ergebnisse auf den Leistungs anspruch des Versicherten auswir- ken würden. Die IV-Stelle machte am 1. April 2019 hie rvon Gebrauch. Unter Hinweis auf eine Beurteilung von Dr. med. C.____, Psychiatrie und Psycho therapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 18. März 2019, vertrat si e die Auffassung, dass das Gerichts- gutachten als Entscheidgrundlage geeignet sei. Man halte am bisherigen Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Der Versicherte liess sich am 15. Mai 2019 unter Beilage einer Stellung- nahme des Diplom-Psychologen D.____ vom 7. Mai 2019 v ernehmen. In seiner Eingabe er- suchte er darum, dem Gutachter PD Dr. B.____ Rückfrage n zu den Kritikpunkten des Diplom- Psychologen D.____ zu stellen. Mit Verfügung vom 27. Ma i 2019 hielt die instruierende Präsi- dentin fest, dass der Entscheid über diesen Antrag dem D reiergericht überlassen werde. Sie überwies deshalb die Angelegenheit dem Dreiergericht zur (erneuten) Beurteilung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 8. Februar 2018 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle in de r angefochtenen Verfügung vom 8. Januar 2018 die laufende ganze Rente des Versichert en zu Recht auf das Ende des der Zu- stellung der Verfügung folgenden Monats aufgehoben hat. 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Weise ändert. Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Ans pruchs (Viertelsrente, halbe Rente, Dreiviertelsrente, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) ausw irkt (BGE 134 V 131 E. 3). Ein Revisi- onsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicher- ten Person, wozu namentlich der Gesundheitszustand gehört . Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der pathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unt erschiedlichen Einschätzung der Ar- beitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (Urteil d es Bundesgerichts vom 13. Okto- ber 2017, 8C_170/2017, E. 5.1 mit zahlreichen Hinwe isen). Daher sind bloss auf einer anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche Diffe renzen sind daher von revisionsbe- gründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Ei ne ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verän- dert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung d es medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urteil des Bun desgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2. 3). Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 22. Februar 2013 bei ei nem Invaliditätsgrad von 100 % ab 1. Januar 2013 eine ganze Rente zu. Im Rahmen eines i m November 2016 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens nahm sie eine e inlässliche materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit vertieften medizinischen Abklärungen vor. Gestützt auf deren Ergebnisse hob die IV-Stelle die laufende ganze Rente des Versicherten mit Verfügung vom 8. Januar 2018 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgen den Monats auf. Nach dem Gesagten beurteilt sich somit die Frage, ob eine Änderung in d en tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausge richteten Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursp rünglichen Rentenverfügung vom 22. Februar 2013 bestanden hat, mit demjenigen im Ze itpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 8. Januar 2018. 4. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundh eitszustand und - damit einher- gehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versicherte n tatsächlich, wie von der IV-Stelle gel- tend gemacht, seit Erlass der Rentenverfügung vom 22. Februar 2013 in einer anspruchserheb- lichen Weise verbessert haben. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). 4.3.1 So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach de r Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholt es Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfer- tigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen ande rer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsg utachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). 4.3.2 Im Weiteren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.4 Schliesslich gilt es in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sachverhalts Folgendes zu be achten: Wegen des vergleichen- den Charakters des revisionsrechtlichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche fak- tische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich wer- den, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begrü ndet wird, neu sind oder dass sich vor- bestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihre m Ausmass substantiell verändert ha- ben. Die Feststellung über eine seit der früheren Beu rteilung eingetretene tatsächliche Ände- rung ist genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sa chverständigen aufzeigen, welche kon- kreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im V erlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktob er 2017, 8C_170/2017, E. 5.2 mit Hin- weis). Demgegenüber mangelt es einer für sich allein b etrachtet vollständigen, nachvollziehba- ren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hin blick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 1 34 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswe rt, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effek- tive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden ha t. Vorbehalten bleiben Sachla- gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Ur- teile des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/ 2010, E. 4.2, und vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). 5.1 Beim Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung vom 2 2. Februar 2013, mit welcher sie dem Versicherten eine ganze Rente zusprach, stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts auf das Gutachten von Dr. med. Dipl.-Psych. E.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. Oktober 2012 . Darin hatte der Gutachter beim Ex- ploranden als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltend agitiert-depressive Episode, gegenwärtig mittelgradig ausgeprägt, im Rahmen einer rezidivie- rend depressiven Störung (ICD-10 F33.11) vor dem Hintergrund einer Aufmerksamkeits-Defizit- Hyperaktivitätsstörung des Erwachsenenalters (ICD-10 F90.0 ) erhoben. In der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit war Dr. E.____ zur Auffassung gelang t, dass aus psychiatrischer Sicht auf- grund der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung d es Erwachsenenalters und der komorbiden rezidivierend depressiven Störung, zum Untersu chungszeitpunkt mittelgradig aus- geprägt, eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit für jedwe de Tätigkeit unter den Bedingungen der freien Wirtschaft bestehe. Der Versicherte wäre mit sein em geringen Durchhaltevermögen, sei- ner geringen Frustrationstoleranz, seiner Anspannung und Irritierbarkeit unter den Bedingungen der freien Wirtschaft einem potentiellen Arbeitgeber kaum zumutbar. 5.2 Im Rahmen des im November 2016 von Amtes wegen eing eleiteten Revisionsverfah- rens gab die IV-Stelle bei Dr. med. F.____, Psychiatr ie und Psychotherapie FMH, ein psychiat- risches Gutachten in Auftrag, welches dieser am 30. Mai 2017 erstattete. Darin erhob der ge- nannte Facharzt beim Versicherten als Diagnose mit Ausw irkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte E pisode (ICD-10 F33.0). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte er ei ne Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) an. Die ADHS schränke die Arbeitsfähig keit bei einer Arbeit, die keine hohe Konzentrationsfähigkeit voraussetze, nicht ein. Die dep ressive Störung sei weitgehend remit- tiert, sie sei als Folge der früher bestehenden Alkohol- und Kokainabhängigkeit anzusehen. Beim Versicherten bestehe ab Datum der aktuellen Unte rsuchung sowohl in der früheren Tätig- keit als Lagerist und Chauffeur als auch in jeder andere n beruflichen Tätigkeit eine Arbeitsfä- higkeit von 80 %. 5.3 Mit Schreiben vom 12. Januar 2018 nahm der am Ze ntrum G.____ tätige, den Versi- cherten behandelnde Psychologe D.____ zum Gesundheitszusta nd und zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers Stellung. Er betonte, dass die Ab klärung der ADHS-Problematik insge- samt ein differenziertes Bild zeige: Es gebe immer noc h mehrere Verhaltensbereiche, in denen der Patient durch seine adulte ADHS in der Arbeitsfäh igkeit deutlich eingeschränkt sei (v.a. in den Bereichen Temperament, affektive Labilität, emotionale Überreagibilität, Impulsivität). Diese Verhaltensbereiche seien im Gutachten von Dr. F.____ g ar nicht oder nicht störungsspezifisch abgeklärt worden. Die Einschränkungen hätten seiner An sicht nach weiterhin Krankheitswert. Sie könnten vom Patienten bei Belastungen nicht willentlich kontrolliert werden und würden sei- ne Arbeitsfähigkeit deutlich herabsetzen. Eine Arbei tsfähigkeit über dem Niveau von 50 % sei derzeit auf keinen Fall gegeben. 5.4.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen V erfügung vom 8. Januar 2018 bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts im W esentlichen auf das psychiatrische Gutachten von Dr. F.____ vom 30. Mai 2017. Nach dem ob en Gesagten (vgl. E. 4.3.2 hiervor) ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztin- nen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise s prechen. Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 25. Oktober 2018 gelangte das Kantonsge- richt nun allerdings zur Auffassung, dass dem Gutachten v on Dr. F.____ vom 30. Mai 2017 - entgegen der Sichtweise der IV-Stelle - keine ausschlagg ebende Beweiskraft beigemessen werden könne. 5.4.2 Das Kantonsgericht erwog in seinem Beschluss vom 2 5. Oktober 2018, dass beim Versicherten seit der im Februar 2013 erfolgten Renten zusprache zwar von einer gewissen Verbesserung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähi gkeit ausgegangen werden könne. Dies betreffe vor allem die rezidivierende depressive Stö rung, bei welcher aktuell in nachvoll- ziehbarer Weise lediglich noch eine leichte Episode di agnostiziert werde. Zu einer Verbesse- rung sei es sodann auch bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Versicherten gekommen, strittig und unklar sei jedoch, in welchem Ausmass. Während der Beschwer deführer und der behandelnde Psychologe D.____ von einer höchstens 50 %-igen Arbeitsfähigkeit ausgehen würden, beziffere der Gutachter Dr. F.____ diese auf 80 % und die IV-St elle in der angefochtenen Verfügung gar auf 100 %. Diesen Einschätzungen des Gutachters - und der IV-Stelle - könne nun aber ge- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht stützt auf die vorhandene Aktenlage nicht beigepflichte t werden. In seinem Gutachten vom 19. Oktober 2012 habe Dr. E.____ schlüssig und nachvollziehbar dargelegt, dass die Arbeitsfä- higkeit des Versicherten im Zeitpunkt seiner Beurteilun g in ganz erheblichem Masse durch die diagnostizierte ADHS des Erwachsenenalters (mit-) beein trächtigt worden sei. Im aktuellen Gutachten vom 30. Mai 2017 vertrete Dr. F.____ nunmeh r die Auffassung, dass sich die adulte ADHS nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, bzw. dass si e ihn lediglich bei einer Arbeit, die eine hohe Konzentrationsfähigkeit voraussetze, beeintr ächtige. Er unterlasse es jedoch, diese Einschätzung einlässlicher zu begründen. Insbesondere setz e er sich, wie der behandelnde Psychologe D.____ zu Recht moniere, nicht mit der Frage auseinander, ob und wie sich die adulte ADHS heute auf weitere relevante Verhaltensbe reiche wie Temperament (hot temper), Hyperaktivität, affektive Labilität, emotionale Überre agibilität, Desorganisation und Impulsivität auswirke. Entsprechende gutachterliche Abklärungen und ei ne Auseinandersetzung mit dieser Thematik wären aber schon deshalb von Bedeutung gewesen, weil der Vorgutachter Dr. E.____ in einigen dieser Bereiche relevante, die Arbeitsfäh igkeit beeinflussende Beeinträchtigungen festgehalten habe. Indem Dr. F.____ hierzu nicht Stellung nehme und insbesondere nicht nach- vollziehbar und schlüssig darlege, weshalb die adulte AD HS die Arbeitsfähigkeit des Versicher- ten heute ausser bei einer Tätigkeit, die eine hohe K onzentrationsfähigkeit voraussetze, nicht mehr beeinträchtige, vermöge sein Gutachten in Bezug auf die oben (vgl. E. 4.4 hiervor) ge- schilderte revisionsrechtliche Fragestellung nicht zu überz eugen und es erweise sich in dieser Hinsicht als unvollständig. 5.4.3 Der Beurteilung von Dr. F.____ könne, so das Ka ntonsgericht in seinem Beschluss vom 25. Oktober 2018 weiter, auch in einem anderen Punkt nicht gefolgt werden. Der Gutachter leite eine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Ver sicherten unter anderem auch aus dem zwischenzeitlichen Wegfall der Suchtmittelproblema tik des Exploranden ab. Diese Be- gründung erweise sich aber als unzutreffend. Sie überse he, dass bereits Dr. E.____ in seinem Gutachten - und zwar bei den Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit - eine abstinente Kokainabhängigkeit und einen derzeit abstine nten schädlichen Gebrauch von Alko- hol festgehalten habe. Nichtsdestotrotz habe der dama lige Gutachter dem Versicherten auf- grund der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung d es Erwachsenenalters und der komorbiden rezidivierend depressiven Störung, zum Untersu chungszeitpunkt mittelgradig aus- geprägt, eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit für jedwe de Tätigkeit unter den Bedingungen der freien Wirtschaft attestiert. Hätten sich die frühere Kokainabhängigkeit und der frühere schädli- che Gebrauch von Alkohol aber bereits damals nicht mehr auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt, so lasse sich aber mit dem Wegfall der Suchtmittelprobl ematik nicht eine seit der damaligen Begutachtung bzw. seit Erlass der Rentenverfügung vom 2 2. Februar 2013 eingetretene Ver- besserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten begründen. 5.4.4 Da die übrigen damals vorliegenden medizinischen Berichte ebenfalls keine ausrei- chende Grundlage für eine abschliessende Beurteilung d er Beschwerde bildeten, beschloss das Kantonsgericht, den Fall auszustellen und die erfor derliche zusätzliche Abklärung des me- dizinischen Sachverhalts im Rahmen eines psychiatrischen Geri chtsgutachtens vornehmen zu lassen, mit dessen Erstellung in der Folge PD Dr. B.____ beauftragt wurde. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1.1 Gestützt auf seine eingehende ambulant-psychiatri sche Untersuchung des Exploran- den und die medizinische Aktenlage erhob PD Dr. B.___ _ in seinem ausführlichen Gerichtsgut- achten vom 25. Februar 2019 als Diagnosen/Differentia ldiagnosen (gemäss ICD-10) mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit akzentuierte emotiona l instabile Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1), eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörun g (ADHS; ICD-10 F90.0) und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0). Als Diagnosen/ Differentialdiagnosen (gemäss ICD-10) ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er Stö- rungen durch Alkohol, Status nach schädlichem Gebrauch (ICD-10 F10.1), und Störungen durch Kokain, Status nach schädlichem Gebrauch (ICD-10 F14.1), fest. 6.1.2 In seiner medizinischen Beurteilung äusserte sich der Gutachter sodann zur Frage nach den qualitativen und quantitativen Beeinträchtigungen der festgestellten Störungen. Dabei wies er mehrfach darauf hin, dass die akzentuierten Persön lichkeitszüge aus psychiatrischer Sicht nicht losgelöst von der ADHS diskutiert werden kö nnten, weil sie eng miteinander verwo- ben seien. Der Explorand könne sich sowohl aufgrund der Persönlichkeitspathologie wie auch aufgrund der ADHS nicht auf ausreichend sublimierte Be wältigungsstrategien abstützen, wenn er sich in Konflikt- oder Belastungssituationen befinde. Die Folge seien psychische Beschwer- deformationen, die er sodann entwickle, so allen voran e ine depressive Symptomformation. In der Vergangenheit habe er auch auf den Konsum von Al kohol und Kokain zurückgegriffen. Die ADHS sie über viele Jahre hinweg, nämlich sicher bereits ab Ende der Adoleszenz bis 2009, weitgehend asymptomatisch geblieben. Ab 2009 sei die ADH S im Rahmen der Vaterschaft des Exploranden klinisch wie auch hinsichtlich ihrer Beeinträchtigungen in diversen anamnestischen Bereichen relevant geworden, ehe sie ab 2013 wieder d eutlich kompensierter gewesen sei. Hinzuweisen sei sodann auf den Umstand, dass auf die sub jektiven Beschwerdeangaben des Exploranden nicht ohne Weiteres abgestützt werden könne. Es würden sich gewisse Inkonsis- tenzen zwischen den subjektiven Angaben des Exploranden und den objektiven Untersu- chungsbefunden im Rahmen der hiesigen Begutachtung ergeben, und zwar dahingehend, dass sich der Explorand als im Alltag wie auch im potentiell en Berufsleben als deutlich, beziehungs- weise vollständig dysfunktional beschreibe, während im ob jektiven Psychostatus die spezifi- schen Parameter zur innerpsychischen Vitalität maximal leich t pathologisch ausfallen würden. Es bestehe auch eine Diskrepanz innerhalb der subjektiven Angaben, wenn er mitteile, dass er täglich mehrmals länger spazieren gehen könne, mit dem Fahrrad unterwegs sei, sich wieder für einen Schrebergarten und auch für ein Fitnessabo nnement interessiere, die Einkäufe tätige und auch im Haushalt mithelfen könne, dann aber aus führe, dass er sich ausserstande fühle, wieder im ersten Arbeitsmarkt tätig zu werden. Ebenso berichte er über Einbussen seiner kogni- tiven Fähigkeiten, die aber im objektiven Befund nicht wirklich bestätigt werden könnten. Beim Exploranden liege zwar eine Persönlichkeitspatholo gie, nicht aber eine regelrechte Per- sönlichkeitsstörung vor. Zudem sei die ADHS unterdessen wieder zu weiten Teilen kompensiert und man habe es mit einer lediglich leichten Affektpat hologie zu tun. Die Gesamtheit der Diag- nosen begründe, dass der Explorand in seiner allgemei nen psychischen Belastbarkeit eine ge- wisse Einbusse erlebe. Würde eine erhebliche Einbusse dies er Belastbarkeit vorliegen, müsste sich diese nicht nur in diversen anamnestischen Bereichen, sondern auch in der hiesigen Be- gutachtungssituation zeigen, so etwa in den spezifischen objektiven Parametern zur innerpsy- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht chischen Vitalität oder auch darin, dass der Explorand i m Verlauf der hiesigen Begutachtung Zeichen einer nachlassenden Kooperations- und Konzentrat ionsfähigkeit oder einer nachlas- senden generellen Belastbarkeit zeigen würde. Gleichzei tig sei aber auch zu berücksichtigen, dass der Explorand nicht ohne Weiteres in der Lage sei, mit belastenden Lebensumständen adäquat umzugehen, sodass sich diese immer im Sinne eine r psychischen Beschwerdeent- wicklung auswirken könnten, wie auch im Sinne einer Beei nträchtigung der innerpsychischen Ressourcen. Die Würdigung des retrospektiven Langzeitverl aufs könne aber nicht ausweisen, dass es sich hier um eine besonders ausgeprägte ADHS han dle, genauso wenig wie man es mit einer ausgeprägten Persönlichkeitsstörung zu tun hab e, zumal lediglich akzentuierte Per- sönlichkeitszüge vorliegen würden. Dass diese als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä- higkeit beurteilt würden, stehe im Zusammenhang mit d em gleichzeitigen Vorliegen einer ADHS, wodurch - wie schon erwähnt - eine gegenseitige negative Interferenz begünstigt werde, mit aversiven Lebensumständen nicht ausreichend adäquat umgehen zu können. Wenn man die qualitativen Funktionsfähigkeiten anhand der sogenannten ICF-Kriterien disku- tiere, so könne man als Ergebnis festhalten, dass beim Ex ploranden aus psychiatrischer Sicht die erhaltenen im Vergleich zu den darniederliegende n Funktionsfähigkeiten deutlich überwie- gen würden. Was die Frage der Arbeitsfähigkeit des Versicherten ang ehe, sei - so PD Dr. B.____ weiter - deshalb aus psychiatrischer Sicht davon auszugehen, dass im an gestammten Beruf aktuell wieder eine 80 %-ige Arbeitsfähigkeit bestehe. In den bisherigen Bereichen, in denen der Ex- plorand tätig gewesen sei, nämlich im Gastgewerbe wie auch als Lagerist und Magaziner, wür- den keine zusätzlichen Einschränkungen im Sinne einer L eistungsminderung vorliegen. Der Versicherte sei seinem Arbeitsumfeld auch zumutbar, zu mal er nicht unter einer schweren Per- sönlichkeitspathologie und auch nicht unter einer schwer en ADHS leide. Die genannten Ein- schätzungen würden auch hinsichtlich aller zumutbaren ande ren Tätigkeiten gelten. Für diese sei aus psychiatrischer Sicht ebenfalls von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % auszugehen. 6.1.3 Im Weiteren nahm der Gutachter auch zu divergier enden Beurteilungen anderer Ärzte und therapeutischer Fachkräfte Stellung. So ging er i nsbesondere auch auf die abweichenden Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit des Versicherten durch den behandelnden Psychologen D.____ ein. Dieser habe in einem ersten Bericht vom 12. April 2012 eine vollständige Arbeitsun- fähigkeit ab 1. Januar 2012 und in einem späteren Ber icht vom 18. März 2015 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit ab 13. Januar 2011 festgehalten. In späteren Schreiben vom 18. Oktober 2017 und 12. Januar 2018 habe er dann eine Belastbarke it, die auf keinen Fall über dem 50 %- Niveau liege, attestiert, gleichzeitig aber auch darauf hingewiesen, dass in der Praxis von keiner auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbaren Arbeitsfähigkei t mehr ausgegangen werden könne. Was den ersten Bericht aus dem Jahre 2012 angehe, lass e sich nachvollziehen, dass damals eine möglicherweise erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe, weil damals die ADHS erheblich dekompensiert gewesen sei. Für die späteren Berichte aber, das heisst ab 2013, sei von einer deutlich kompensierteren ADHS auszugehen. Im Übrigen falle auf, dass der Explorand nie mit ADHS-spezifischen Medikamente n behandelt worden sei, sodass auch im Zeitraum zwischen 2009 und 2013, als die ADHS deutlich dekompensiert gewesen sei, Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine nicht optimale und nicht ausreichende psychopharmakol ogische Behandlung bestanden habe. In den späteren Berichten habe sich der behandelnde Psychologe hauptsächlich auf sub- jektive Beschwerdeangaben des Exploranden gestützt, wobei aber auch auffalle, dass er bei- spielsweise in seinem Bericht vom 18. Oktober 2017 festha lte, dass die Störungen durch mul- tiplen Substanzgebrauch derzeit abstinent seien und dass lediglich noch eine leichte depressive Episode vorliege. Zudem teile er im Bericht vom 12. Jan uar 2018 mit, dass eine erkennbare Stabilisierung des Exploranden psychiatrisch und im Legalb ereich vorliege. Es erstaune daher, dass dennoch eine derart hohe Einschränkung der Arbeit sfähigkeit postuliert werde. Aufgrund der diversen zu berücksichtigenden Beurteilungsdimensionen könne eine erhebliche Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit nicht mehr nachvollzogen werden. Zu den Einschätzungen im psychiatrischen Gutachten von Dr. E.____ vom 19. Oktober 2012 sei zu sagen, dass dieser als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit grundsätzlich eine mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung sowie eine ADHS diagnostiziert habe. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit, die er attestiert habe, sei nicht ausreichend untermauert. Allenfalls könne man aber einräumen, dass damals die ADHS tatsächlich derart dekompensiert gewesen sei, dass die Annahme einer zumindest vor- übergehenden vollständigen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gerechtfertigt gewesen sei. Was schliesslich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im psychiatrischen Gutachten von Dr. F.____ vom 30. Mai 2017 angehe, sei festzuhalten, dass sich dieser zu wenig detailliert mit den Auswirkungen der ADHS auseinandersetze. Zudem form uliere Dr. F.____, dass mit dem Sistieren des Konsumverhaltens die ADHS keine Auswirkung mehr auf die Arbeitsfähigkeit ge- habt habe. Dabei habe jedoch bereits Dr. E.____ in se inem psychiatrischen Gutachten vom 19. Oktober 2012 die Suchtdiagnosen als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten. 6.1.4 Abschliessend bejahte PD Dr. B.____ ausdrücklich d ie ihm unterbreitete Frage, ob sich der Gesundheitszustand und/oder die Beurteilung der Ar beitsfähigkeit seit der damaligen Be- gutachtung durch Dr. E.____ erheblich verändert hätten . Es könne davon ausgegangen wer- den, dass sich damals im Vergleich zur aktuellen Begutacht ung insbesondere hinsichtlich der ADHS ein deutlich dekompensierteres Zustandsbild gezeigt habe. Seit 2013 habe sich die ADHS aber wieder deutlich stabilisiert. Entsprechend müss e nach der aktuellen Begutachtung die Arbeitsfähigkeit anders formuliert werden. 6.2 In ihrer Stellungnahme vom 1. April 2019 zum Geri chtsgutachten von PD Dr. B.____ vertrat die IV-Stelle gestützt auf die Beurteilung ihr es RAD-Arztes Dr. C.____ die Auffassung, dass dieses als Entscheidgrundlage geeignet sei. Ausgehen d von der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit des Versicherten von 80 % resultiere im Einkommensvergleich ein Invaliditäts- grad von 20 %. Somit liege kein rentenbegründender In validitätsgrad mehr vor, weshalb die laufende Rente zu Recht aufgehoben worden sei. Der Beschwerdeführer wiederum liess am 15. Mai 2019 einen Bericht des behandelnden Therapeut en D.____ vom 7. Mai 2019 einrei- chen, in welchem dieser ausführlich zum Gerichtsgutachten von PD Dr. B.____ Stellung nahm. Gleichzeitig vertrat er die Auffassung, dass es dem Ther apeuten mit seiner nachvollziehbar Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht begründeten Kritik gelinge, das Gutachten zumindest st ellenweise in Zweifel zu ziehen, wes- halb für einen Entscheid im vorliegenden Beschwerdever fahren nicht ohne weiteres darauf ab- gestellt werden könne. Er beantrage deshalb, dem Guta chter PD Dr. B.____ zu den entspre- chenden Kritikpunkten Rückfragen zu stellen. 6.3 Laut Auffassung des Beschwerdeführers drängen sich insb esondere aufgrund zweier wesentlicher Kritikpunkte des behandelnden Therapeuten D .____ am Gerichtsgutachten Rück- fragen bei PD Dr. B.____ auf. So moniere der Therap eut, dass der Gutachter zu Unrecht so- wohl die ausgeprägte Insomnie wie auch das agitierte Verlassen der Wohnung und Umherirren auf der Strasse nicht als depressive Symptome mit relevan ter Auswirkung auf die Arbeitsfähig- keit werte. Ebenso bemängle der Therapeut, dass der G utachter den massiven sozialen Rück- zug des Exploranden in ein Zimmer während des Tages mi t Herunterlassen der Rollläden zwecks Reizabschirmung zwar erwähne, jedoch weder als symptom atisch noch als problema- tisch einordne. Schliesslich stelle D.____ in Bezug auf di e vom Gutachter vorgeschlagene me- dikamentöse Behandlung klar, dass diese bereits in einer Frühphase der ADHS-Behandlung beim Versicherten leitliniengerecht durchgeführt worden sei, jedoch aufgrund der negativen Folgen und fehlenden Positivwirkung nach kurzer Zeit wie der habe abgesetzt werden müssen. Diese Vorbringen geben nun aber - entgegen der Auffa ssung des Beschwerdeführers - keinen hinreichenden Anlass für entsprechende Rückfragen an d en Gerichtsgutachter. Diesem waren sowohl die Schlafprobleme des Exploranden als auch der Umstand, dass sich dieser tagsüber teilweise auch mit heruntergelassenen Rollläden in sei nem eigenen Zimmer aufhält, bekannt (vgl. die Wiedergabe des Tagesablaufs durch den Explor anden, S. 22 des Gutachtens). Dass der behandelnde Therapeut diesen "depressiven Symptomen " bei der Würdigung des Gesund- heitszustandes und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfä higkeit ein anderes Gewicht bei- misst, als der Gerichtsgutachter, bedeutet nun aber (noc h) nicht, dass Letzterem entsprechen- de Rückfragen zu stellen wären. In diesem Zusammenhan g ist denn auch auf die Rechtspre- chung hinzuweisen, wonach es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der thera- peutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtu ngsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits ohnehin nicht zulä sst, ein Administrativ- oder Gerichts- gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiter er Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu andersl autenden Einschätzungen gelan- gen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine a bweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretat ion entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt gebli eben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2018, 8C_874/2017, E. 5.2.2 mit Hinweisen ). Eine solche Konstellation liegt hier nicht vor, da nach dem Gesagten dem Bericht des behande lnden Therapeuten D.____ keine relevanten neuen Gesichtspunkte zu entnehmen sind, die i m Gerichtsgutachten von PD Dr. B.____ nicht berücksichtigt worden wären. Nicht relevant für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens ist sodann die Frage, ob und wie lange de r Versicherte hinsichtlich seiner ADHS leitliniengerecht medikamentös behandelt worden ist. Entscheidend ist vielmehr, dass sich nach der überzeugenden Beurteilung des Gerichtsgutachters d ie ADHS seit 2013 so oder so wieder deutlich stabilisiert hat mit der Folge, dass aktuell auf grund dieses Leidens und der zusätzlich bestehenden akzentuierten, emotional instabilen Persönl ichkeitszüge und der gegenwärtig Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht leichten Episode einer rezidivierenden depressiven Störun g lediglich noch eine 20 %-ige Ar- beitsunfähigkeit besteht. 7.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3.1 hiervor), weich t das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Ein schätzung der medizinischen Exper- ten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Ge richtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend erfüllt das psychiatri- sche Gerichtsgutachten von PD Dr. B.____ vom 25. Februar 2 019 die rechtsprechungsgemäs- sen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgru ndlage in jeder Hinsicht: Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) - für die streitigen Belange umf assend, es beruht auf allseitigen Untersu- chungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abge- geben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizi nischen Zusammenhänge bzw. der Be- urteilung der medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen und der divergierenden Beurte ilung des behandelnden Therapeuten auseinander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeu gend. Sodann erfüllt es auch die Anforderungen, denen es unter revisionsrechtlichem Blickwi nkel zu genügen hat, zeigt es doch schlüssig auf, dass und inwiefern es seit der ursprüngliche n Rentenzusprache im Februar 2013 zu einer effektiven Verbesserung des Gesundheitszustands u nd - damit einhergehend - der Arbeitsfähigkeit des Versicherten gekommen ist. Die en tsprechenden, vorstehend (vgl. E. 6.1 hiervor) wiedergegebenen Ausführungen des Gerichtsgutac hters PD Dr. B.____ vermögen zu überzeugen, sodass an dieser Stelle vollumfänglich darauf verwiesen werden kann. 7.2 Die Vorbringen des Beschwerdeführers sind nicht geei gnet, die ausschlaggebende Beweiskraft des Gerichtsgutachtens von PD Dr. B.____ in Frage zu stellen. Er beschränkt sich in seiner Stellungnahme vom 15. Mai 2019 zum Gerichtsg utachten im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass es dem behandelnden Therapeuten D.__ __ im Bericht vom 7. Mai 2019 ge- linge, mit seiner nachvollziehbar begründeten Kritik da s Gutachten zumindest stellenweise in Zweifel zu ziehen. Aus diesem Grund seien dem Gutachte r PD Dr. B.___ zu den entsprechen- den Kritikpunkten Rückfragen zu stellen. Dass und wesha lb solche Rückfragen nicht erforder- lich sind, ist bereits weiter oben aufgezeigt worden (vgl . E. 6.3 hiervor). An dieser Stelle kann daher vollumfänglich auf die dortigen Ausführungen ve rwiesen und von Weiterungen hierzu abgesehen werden. 7.3 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass sich der G esundheitszustand und - damit einhergehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versicherten im Vergleich zur Situation, wie sie im Zeitpunkt der Rentenzusprache im Februar 2013 vorgelegen hat, in einer anspruchs- erheblichen Weise verbessert haben. Somit hat die IV-S telle in der angefochtenen Verfügung das Vorliegen der Revisionsvoraussetzungen des Art. 17 Ab s. 1 ATSG im Ergebnis zu Recht bejaht. 8.1 Gestützt auf dieses Zwischenergebnis ist in einem nä chsten Schritt zu prüfen, wie sich die geschilderte Entwicklung auf den Rentenanspruch des B eschwerdeführers auswirkt. Zur Beantwortung dieser Frage sind die Anspruchsberechtigun g und allenfalls der Umfang des An- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht spruchs pro futuro zu prüfen. Es gilt mit anderen Wort en, auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts den Invaliditäts grad bei Erlass der streitigen Revisions- verfügung zu ermitteln, woraus sich die Anspruchsberecht igung und allenfalls der Umfang des Anspruchs ergeben (Urteile des Bundesgerichts vom 3. Apri l 2017, 9C_766/2016, E. 1.2, und vom 29. Juni 2015, 9C_173/2015, E. 2.2, je mit Hinweisen). 8.2 Ausgangspunkt der Beurteilung des (heutigen) Ren tenanspruchs bildet die Frage, in welchem Ausmass der Versicherte aufgrund seiner gesundhe itlichen Beeinträchtigungen ar- beitsunfähig ist. Wie bereits weiter vorne ausgeführt (vgl. E. 6.2 hiervor), ist laut dem psychiatri- schen Gerichtsgutachten von PD Dr. B.____ vom 25. Februar 2019 davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im angestammten Beruf und in sämtl ichen zumutbaren Verweistätigkei- ten wieder zu 80 % arbeitsfähig ist. Nach dem oben Ge sagten (vgl. E. 6.3 hiervor) kommt die- sem Gutachten voller Beweiswert zu, so dass bezüglich der aktuellen Einschätzung der Arbeits- fähigkeit des Beschwerdeführers auf diese gutachterliche Zumutbarkeitsbeurteilung abgestellt werden kann. 8.3 Wie ebenfalls bereits ausgeführt (vgl. E. 2.5 hier vor), ist der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergl eichs zu bestimmen. Die IV-Stelle hatte in der angefochtenen Verfügung vom 8. Januar 2 018 den erforderlichen Einkommensver- gleich vorgenommen und dabei aufgrund ihrer damalige n Einschätzung, wonach dem Versi- cherten die Ausübung jeglicher beruflichen Tätigkeit ( wieder) im Umfang von 100 % zumutbar sei, anhand der Gegenüberstellung von Validen- und zum utbarem Invalideneinkommen einen Invaliditätsgrad von 0 % ermittelt. Nunmehr anerkennt die Beschwerdegegnerin in ihrer Stel- lungnahme vom 1. April 2019 zum Gerichtsgutachten, da ss beim Versicherten nicht von einer uneingeschränkten, sondern von einer 80 %-igen Arbei tsfähigkeit im angestammten Beruf und in sämtlichen zumutbaren Verweistätigkeiten auszugehen sei. Da im Fall des Versicherten so- wohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln seien (vgl. zum Ganzen: BGE 126 V 75 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 321 E. 3b/aa) und gleich- zeitig die Vornahme eines leidensbedingten Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. dazu BGE 134 V 322 E. 5.3 und 126 V 75 E. 5b/bb und cc) nicht a ngezeigt sei, führe der Einkommensver- gleich nunmehr zu einem massgebenden Invaliditätsgrad vo n 20 %. Dieser Betrachtungsweise und dem daraus resultierenden Ergebnis der IV-Stelle i st vollumfänglich beizupflichten und es kann von weiteren Erörterungen hierzu abgesehen werden. 9. Da nicht nur der in der angefochtenen Verfügung e rmittelte Invaliditätsgrad von 0 %, sondern auch der gestützt auf die Ergebnisse des Gerich tsgutachtens von PD Dr. B.____ be- messene Invaliditätsgrad von 20 % unter dem für einen R entenanspruch erforderlichen Wert von 40 % liegt, hat der Beschwerdeführer grundsätzlich ke inen Anspruch (mehr) auf eine IV- Rente. Die von der IV-Stelle in der angefochtenen Ve rfügung vom 8. Januar 2018 angeordnete Rentenaufhebung erweist sich daher im Ergebnis als rech tens, wobei die Aufhebung gestützt auf Art. 88 bis Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversich erung (IVV) vom 17. Januar 1961 korrekterweise vom ersten Tag des zweiten der Zustel lung der Verfügung folgenden Mo- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht nats an erfolgte. Die vorliegende Beschwerde erweist si ch demnach als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 10. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Von Fällen abgesehen, in denen ein lediglich geringer oder aber ein ausgesprochen hoher Ve rfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bu ndesrechtlichen Kostenrahmens praxisgemäss auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO we rden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausma ss auferlegt. Vorliegend ist der Be- schwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verf ahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 20. Februar 2018 die unentgeltli- che Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 10.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträ ger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die M assnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden h at, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick au f die Wahrung der Verfahrens- fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV- Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht wei ter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend war das Kan- tonsgericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung v om 25. Oktober 2018 zum Ergebnis ge- langt, dass das von der IV-Stelle eingeholte Gutachten von Dr. F.____ vom 30. Mai 2017 insbe- sondere in Bezug auf die revisionsrechtliche Fragestellung (vgl. E. 4.4 hiervor) unvollständig war (vgl. dazu E. 5.4 hiervor) und demnach den rechts prechungsgemässen Anforderungen an ein beweistaugliches Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a) n icht genügte. Da ein Entscheid in der Angelegenheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war, beschloss das Kantonsgericht, die erforderliche zusätzliche Abklärung d es medizinischen Sachverhaltes im Rahmen eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens vornehmen zu lassen. Das in der Folge ein- geholte Gerichtsgutachten von PD Dr. B.____ vom 25. Fe bruar 2019 war mit anderen Worten für eine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs d es Versicherten unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind demnach die Kosten dieses Gutachtens der IV-Stelle zu auferlegen. Die Kosten be laufen sich gemäss den eingereichten Honorarrechnungen von PD Dr. B.____ vom 25. Februar 2 019 und der Laborrechnungen der H.____ AG, vom 18. und 19. Februar 2019 auf insgesamt Fr. 7'672.55. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.3.1 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Nach der Rechtsprechung gi lt es unter dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf eine Parteientschädigung als Obsiegen, we nn die Rechtsstellung der Partei durch den Entscheid im Vergleich zu derjenigen im Admi nistrativverfahren verbessert wird. Massgebend sind dabei die im Beschwerdeverfahren gestell ten Anträge. Wird eine Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückgewiesen, ste llt dies für die versicherte Person ein vollständiges Obsiegen dar. Weist aber das kantonale Ger icht die Sache nicht an die Verwal- tung zurück, sondern nimmt - etwa in Nachachtung von B GE 137 V 210 ff. - die erforderlichen Abklärungen selber vor und entscheidet hernach in dem Sinne, dass sich die Rechtsstellung der versicherten Person im Vergleich zur angefochtenen Verfügung nicht verbessert, so ist von einem vollständigen Unterliegen der versicherten Person auszugehen (Urteil des Bundesge- richts vom 6. Juli 2018, 8C_304/2018, E. 4.3.1 mit zah lreichen Hinweisen). Zu beachten bleibt in diesem Zusammenhang immerhin, dass der IV-Stelle - in Anwendung des Verursacherprin- zips - auch im Falle einer Beschwerdeabweisung Parteikoste n auferlegt werden können, wenn sie ihre Abklärungspflicht nach Art. 43 Abs. 1 ATSG schu ldhaft verletzt hat. Diese Durchbre- chung des Unterliegerprinzips (Art. 61 lit. g ATSG) r echtfertigt sich indessen nur, wenn die Ver- waltung lediglich sehr rudimentäre Abklärungen vorgenom men hat (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 2018, 8C_304/2018, E. 4.3.3 mit Hinweis). Nachdem sich vorliegend die Rechtsstel- lung des Beschwerdeführers mit dem Ausgang des Verfahre ns gegenüber jener nach Ab- schluss des Administrativverfahrens nicht verbessert hat und die IV-Stelle im Verwaltungsver- fahren nicht bloss rudimentäre Abklärungen vorgenommen hatte, ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zuzusprechen. 10.3.2 Dem Versicherten wurde nun allerdings mit Verfü gung vom 20. Februar 2018 die un- entgeltliche Verbeiständung mit seiner Rechtsvertreter in bewilligt, sodass diese für ihre Bemü- hungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist. Die Recht svertreterin des Beschwerdefüh- rers machte in ihrer Honorarnote vom 16. August 2018 , die sie im Hinblick auf die erste Urteils- beratung vom 25. Oktober 2018 eingereicht hatte, ein en Zeitaufwand von 18 Stunden und 10 Minuten sowie Auslagen von Fr. 100.-- geltend. Mi t Verfügung vom 27. Mai 2019 forderte das Kantonsgericht sie sodann auf, innert unerstreckbare r Frist bis 17. Juni 2019 eine aktuali- sierte Honorarnote nach Zeitaufwand einzureichen. Glei chzeitig wurde die Rechtsvertreterin darauf hingewiesen, dass das Honorar nach Ermessen festgesetzt werde, falls bis zum genann- ten Termin keine Honorarnote eingehen sollte. In der Folge liess die Rechtsvertreterin dem Kantonsgericht keine aktualisierte Kostennote zukommen, sod ass das Honorar ankündigungs- gemäss nach Ermessen festzusetzen ist. Mit Blick auf die sei t Einreichung der ersten Honorar- note vom 16. August 2018 bis zur heutigen Urteilsberatu ng getätigten Bemühungen wäre es grundsätzlich angemessen, der Rechtsvertreterin zusätzlich zu dem in der ursprünglichen Ho- norarnote ausgewiesenen Zeitaufwand von 18 Stunden und 10 Minuten pauschal 3 weitere Stunden zu entschädigen. Nun gilt es aber zu beachten, da ss sich der bis zur ersten Urteilsbe- ratung geltend gemachte Zeitaufwand von 18 Stunden und 10 Minuten als zu hoch erweist. Die Honorarrechnung ist daher zu kürzen, wobei es sich in Anbe tracht, dass ein doppelter Schrif- tenwechsel durchgeführt wurde, und unter Berücksichtigu ng der Entschädigungspraxis in ver- gleichbaren Fällen rechtfertigt, den entschädigungsbere chtigten Zeitaufwand bis zur ersten Ur- teilsberatung auf 15 Stunden festzusetzen. Zusätzlich ist nach dem vorstehend Gesagten für Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Zeitraum danach bis zur heutigen Urteilsberatung ein weiterer Aufwand von drei Stunden zu berücksichtigen. Das Honorar der Rechtsvertreterin des V ersicherten ist daher vorliegend auf der Basis eines insgesamt als angemessen erachteten Zei taufwandes von 18 Stunden fest- zusetzen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwä ltinnen und Anwälte vom 17. No- vember 2003 beläuft sich der Stundenansatz bei unentge ltlicher Verbeiständung auf Fr. 200.--. Der Rechtsvertreterin des Versicherten ist somit ein Ho norar in der Höhe von Fr. 3‘700.-- (18 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 10 0.--) aus der Gerichtskasse auszurich- ten. 10.4 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 7‘672.55 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘700.-- (inkl. Auslagen) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht