18.Juni 1984 335 Dringliche Interpellation Hefti vous nous demandez. Nous essaierons de l'accomplir au plus près de notre conscience. Ce sera un travail considéra- ble. Je ne sais pas encore sous quelle forme nous vous le présenterons et pour cela je vous suis reconnaissant d'avoir utilisé la forme d'un postulat et non pas d'une motion. Überwiesen - Transmis #ST# 84.435 Dringliche Interpellation Hefti Besuch des Premierministers von Südafrika Interpellation urgente Hefti Visite du premier ministre d'Afrique du Sud Wortlaut der Interpellation vom 4. Juni 1984 Letzte Woche erhielt die Schweiz den Besuch des Minister- präsidenten und des Aussenministers von Südafrika. Sie wurden von unserem Bundespräsidenten empfangen. Der Bundesrat wird angefragt, welches die Gründe gewesen sind, dass der Vorsteher unseres Departementes für auswär- tige Angelegenheiten von einer Begegnung mit diesen süd- afrikanischen Besuchern absah. Texte de l'interpellation du 4 juin 1984 Lors de la visite qu'ils ont effectuée en Suisse la semaine dernière, le premier ministre et le ministre des affaires étran- gères d'Afrique du Sud ont été reçus par le président de la Confédération. Le Conseil fédéral est invité à indiquer les raisons pour lesquelles le chef de notre Département des affaires étran- gères a renoncé à les rencontrer. Mitunterzeichner - Cosignataire: Cavelty (1 ) Hefti: Kürzlich erhielt die Eidgenossenschaft den Besuch des Premier- und des Aussenministers der Republik Süd- afrika. Diese wurden von unserem Bundespräsidenten emp- fangen, während der Vorsteher unseres Departementes für auswärtige Angelegenheiten, dem bei der Pflege der Bezie- hungen zum Ausland eine Hauptfunktion zufällt, nicht zuge- gen war. In Portugal, Grossbritannien, Deutschland und, wie ich glaube, auch Frankreich, welche von den beiden südafri- kanischen Magistraten ebenfalls besucht wurden, kamen diese jeweils nicht nur mit dem Haupt der Regierung, son- dern auch mit den betreffenden Aussenministern zu- sammen. Die vorliegende Interpellation soll dem Bundesrat bzw. dem Departement Gelegenheit bieten, kurz darzulegen, dass sich die Abwesenheit des Departementsvorstehers nicht gegen Südafrika richtete, sondern durch äussere Umstände bedingt war, die zudem meines Wissens nicht auf schweize- rischer Seite lagen. Eine solche Klarstellung scheint mir schon deshalb ange- zeigt, als Südafrika zurzeit immer noch vielfachen Anfech- tungen ausgesetzt ist, welche auf einer zu einseitigen Betrachtungsweise fussen. Zwar verfügt in Südafrika ein Teil der schwarzen Bevölkerung noch über keine politi- schen Rechte, aber die wirtschaftliche Lage dieser Bevölke- rung ist bedeutend besser als in den anderen von schwarzen Afrikanern bewohnten und geleiteten Staaten; und je länger, je mehr verfügt der südafrikanische Schwarze über wirt- schaftliche Aufstiegsmöglichkeiten wie sonst selten. Was übrigens die politischen Rechte betrifft, so bleiben solche anderenorts noch viel ausgeprägter engen Oligarchien reserviert, die zudem oft viel weniger Sinn für die allgemeine Volkswohlfahrt haben. 44-S Gewiss lässt sich die heutige politische Dominanz der Weis- sen an sich nicht vertreten und muss die Entwicklung zur Gleichheit fortschreiten. Der Preis sollte aber nicht wirt- schaftlicher Rückfall und innere Unordnung sein samt den damit verbundenen weltpolitischen Gefahren. Das erfordert mit Umsicht vollzogene Wandlungen, welche gewisse Zeit benötigen. Wozu überstürzte und extreme Lösungen füh- ren, dafür bildet unter anderem Simbabwe ein wenig einla- dendes Beispiel. Den Äusserungen und auch schon einigen Massnahmen der Repräsentanten der jetzt regierenden Partei lässt sich entnehmen, dass die Zeichen der Zeit erkannt sind, innen- politische Änderungen angestrebt werden und ein Zusam- mengehen mit den anderen Staaten des gesamten südli- chen Afrikas eingeleitet wird, wobei deren wirtschaftliche Stärkung das Ziel ist, also beste Entwicklungshilfe. Eine solche Politik, sowohl die im Inneren wie die nach aussen, schafft nicht nur die Voraussetzungen für vermehrte Gleich- berechtigung, sondern wird auch ein gewisses Stimulans für deren Durchsetzung bilden. Ich glaube, die Schweiz hat daran ein Interesse und sollte im Rahmen ihrer Möglichkeiten dafür wirken, dass die ange- führten Gesichtspunkte Beachtung finden und schliesslich zum gewünschten Erfolg führen. M. Aubert, conseiller fédéral: J'aimerais rassurer M. Hefti, en répondant simplement à sa question sans entrer dans les détails de la politique de l'Afrique du Sud. C'est le 28 février que M. Pieter Wilhelm Botha, premier ministre, a demandé à être reçu à Berne par le président de la Confédération, et non pas par le chef du Département fédéral des affaires étrangères, à l'occasion d'un voyage qu'il faisait en Europe. Pour soulager le président de la Confédération, qui était surchargé, j'ai accepté de recevoir moi-même, à sa place, M. Botha. Nous avons fixé une date: le 19 avril. J'était prêt à le recevoir, nous avions retenu la maison de Watteville où je devais lui offrir un déjeuner. M. Botha a alors annoncé qu'il avait changé d'avis et qu'il viendrait le vendredi 1er juin. Or, ce même jour, je n'étais pas disponible et le président de la Confédération a accepté de recevoir M. Botha, à déjeuner, à la maison de Watteville, de 11 h 30 à 14 heures. A 14 heures, M. Botha était lui-même pris par d'autres obligations. Il devait en particulier donner une conférence de presse au Bellevue-Palace. D'autre part, M. Botha ne voulait pas engager un dialogue bilatéral offi- ciel sur des problèmes de politique étrangère ou de politi- que économique. Le soir, une réception privée était organi- sée, à Zurich, par l'association économique Suisse-Afrique du Sud. Nous sommes donc allés au-devant des désirs de M. Botha puisqu'il souhaitait être reçu par le président de la Confédération et qu'il l'a été effectivement. Pour vous rassu- rer, je vous préciserai que j'ai moi-même reçu M. Pik Botha, le ministre des affaires étrangères, dans une séance de travail, le 8 mars 1979 et qu'en outre, nous avons toujours suivi très attentivement les développements politiques en Afrique du Sud: nous sommes en relations diplomatiques régulières avec ce pays et je me permets de vous rappeler que nous exerçons le double mandat de puissance protec- trice de l'Afrique du Sud en Israël et d'Israël en Afrique du Sud, depuis la rupture de leurs relations diplomatiques. Vous pouvez dès lors constater que les relations entre la Suisse et l'Afrique du Sud sont tout à fait normales. D'autre part, nous avons su conserver la confiance des autres pays de la région. Nous accordons à certains d'entre eux une importante aide au développement. Nous sommes mêmes intervenus en Angola à la demande de l'URSS et de la Tchécoslovaquie, afin d'obtenir la libération de citoyens soviétiques et tchèques prisonniers de l'Unità, mouvement révolutionnaire de l'Angola. Nous prenons part également à la recherche d'une solution en Namibie. Nous espérons que cet Etat pourra accéder bientôt à l'indépendance. En con- clusion, je ne pense donc pas que mon absence, le vendredi 1er juin, ait pu mettre en péril les relations entre l'Afrique du Sud et la Suisse.Gestion du Conseil fédéral 336 19 juin 1984 Hefti: Ich danke Herrn Bundesrat Aubert für seine Ausfüh- rungen und erkläre mich befriedigt. Schluss der Sitzung um 19.45 Uhr La séance est levée à 19 h 45 #ST# Zehnte Sitzung - Dixième séance Dienstag, 19.Juni 1984, Vormittag Mardi 19 juin 1984, matin 8.00h Vorsitz - Présidence: M. Debétaz 84.021 Geschäftsbericht des Bundesrates, des Bundesgerichts und des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 1983 Gestion du Conseil fédéral, du Tribunal fédéral et du Tribunal fédéral des assurances Fortsetzung - Suite Siehe Seite 295 hiervor - Voir page 295 ci-devant Justiz- und Polizeidepartement Département de justice et police Masoni, Berichterstatter: Immer aktuell ist die Frage, wie man der Gesetzesflut und der zu ausführlichen Gesetzge- bung (in Richtung Gebrauchsanweisungen) entgegenwir- ken kann. Um dies zu beantworten, muss man richtig ein- schätzen können, welchen Anteil an jener Erscheinung die tatsächlichen Bedürfnisse, neue Entwicklungen und Ände- rungen, Anpassungsbedürftigkeit alter Gesetze, parlamenta- rische Vorstösse, Perfektionismus und ungenügende Bremswirkung seitens einer dazu bestimmten Behörde haben. Früher hatte sich die Justizabteilung mit dieser letz- ten Aufgabe in einem gewissen Sinne identifiziert. Gesetzesflut und Übertreibung der Gesetzesausführlichkeit sind Erscheinungen, die in verschiedener Hinsicht gefähr- lich sein können: sinkendes Rechtsbewusstsein beim Bür- ger, Überlastung des Parlamentes mit Nebenfolgen, die in Richtung Berufsparlament gehen, Unausgeglichenheit der Rechtsordnung usw. Aus dcesem Grunde hatte die Kommis- sion das Problem mit dem Departementschef besprochen und mit Befriedigung festgestellt, dass das Departement bereits verschiedentlich das Vorverfahren bei nicht streng notwendigen Gesetzesvorlagen rechtzeitig unterbrechen konnte. Die Kommission will dieses wichtige Problem, das bereits 1979/80 einen Besuch veranlasste, weiterhin verfol- gen, und sie empfiehlt dem Departement, seinerseits die Anstrengungen in diesem Sinne weiterzuführen. Die Kom- mission wünscht hier eine Stellungnahme des Departe- mentsvorstehers auf die Frage: Welche konkreten Möglich- keiten sieht das Departement, um die Zahl der Gesetzge- bungsvorhaben im Vorverfahren zu senken? Bundesrat Friedrich: Ihre Kommission hat mir den Auftrag gegeben, mich kurz über das Thema Gesetzesflut und Rege- lungsdichte zu äussern. Gestatten Sie, dass ich zuerst ein Wort sage zur Rolle des Bundesamtes für Justiz, das ja hier gewissermassen im Zentrum steht. Das Bundesamt für Justiz partizipiert an der Rechtsetzung, genau gesagt am Vorbereitungsverfahren der Rechtsetzung, in zwei verschiedenen Rollen. Zunächst einmal als federführendes Amt, wenn es um eigene Vorla- gen geht, und sodann als geschäftsbegleitendes Amt bei Vorlagen anderer Ämter und vor allem bei Vorlagen anderer Departemente. Federführung ist beispielsweise gegeben in wichtigen Bereichen wie dem gesamten Zivilrecht, dem Strafrecht, dem Zwangsvollstreckungsrecht usw. DieSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Dringliche Interpellation Hefti Besuch des Premierministers von Südafrika Interpellation urgente Hefti Visite du premier ministre d'Afrique du Sud In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1984 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 09 Séance Seduta Geschäftsnummer 84.435 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 18.06.1984 - 17:15 Date Data Seite 335-336 Page Pagina Ref. No 20 012 670 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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