<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2021-01-19-5A_9-2021.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_9/2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 19. Januar 2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bezirksgericht Brugg, </div> <div class="para">Untere Hofstatt 4, 5200 Brugg, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Unentgeltliche Rechtspflege (Eigentumsherausgabe), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht, 4. Kammer, vom 25. November 2020 (ZSU.2020.140). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para">A.________ hat bei B.________ das Pferd "C.________" in Pension. Ihrem Herausgabeanspruch hält dieser ein Retentionsrecht wegen Nichtbezahlung von Pensionsbeiträgen, Hufschmidrechnungen und dergleichen entgegen. </div> <div class="para">Darauf klagte A.________ beim Bezirksgericht Brugg mit diversen Anträgen (Herausgabe von Pferdepass und Eigentumsurkunde des Freibergerpferdes "C.________" [Ziff. 1], Vorenthalt / Diebstahl von Freibergerpferd "C.________" [Ziff. 2], schwere Körperverletzung am Freibergerpferd "C.________" (kastriert ohne Erlaubnis, in der Kenntnis, dass das Pferd Hengst bleiben soll) [Ziff. 3], Schadenersatz und Genugtuung [Ziff. 4], Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsbeistand [Ziff. 5]). </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 11. April 2019 im vereinfachten Verfahren erteilte das Bezirksgericht zunächst die unentgeltliche Rechtspflege. Am 12. Februar 2020 fand eine Instruktionsverhandlung statt. Auf Verfügung vom 13. Februar 2020 hin reichte A.________ am 31. März 2020 eine "verbesserte" Klage ein, in welcher sie nebst der strafbewehrten Herausgabe des Pferdes, des Pferdepasses und der Eigentumsurkunde auch Schadenersatz von mindestens Fr. 6'595'760.-- und Genugtuung von mindestens Fr. 50'000.-- sowie die Weiterführung im ordentlichen Verfahren verlangte. </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 19. Mai 2020 wurde eine Überführung ins ordentliche Verfahren angeordnet. Mit weiterer Verfügung vom 13. Februar 2020 entzog das Bezirksgericht der Klägerin die unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit des Verfahrens. </div> <div class="para">Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 25. November 2020 ab. </div> <div class="para">Hiergegen hat A.________ am 30. Dezember 2020 beim Bundesgericht eine Beschwerde eingereicht. Am 5. und 14. Januar 2021 hat sie weitere Eingaben nachgereicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Soweit die Beschwerdeführerin bemängelt, dass im Entscheid über die unentgeltliche Rechtspflege die Gegenparteien nicht aufgeführt würden, übersieht sie, dass das Verfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege nicht ein Zweiparteienverfahren, sondern im Gegensatz zum Hauptverfahren und losgelöst von diesem ein Administrativverfahren ist, welches sich zwischen der gesuchstellenden Partei und dem betreffenden Kanton abspielt und an welchem die Gegenpartei des Hauptverfahrens nicht beteiligt ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Mit dem in der Eingabe vom 14. Januar 2021 gestellten Gesuch um "Fristverlängerung der Zahlung des vom Obergericht festgelegten Preises für die Entscheidung" scheint die Gerichtsgebühr für das obergerichtliche Verfahren angesprochen zu sein. Für diesbezügliche Stundungsgesuche oder Gesuche um Ratenzahlung ist indes nicht das Bundesgericht zuständig, sondern das Gericht, welches die betreffende Gebühr festgelegt hat, vorliegend also das Obergericht des Kantons Aargau. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">In der Sache selbst hat die Beschwerde ein Rechtsbegehren und eine Begründung zu enthalten (<span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span>), in welcher in gedrängter Form dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>), was eine sachbezogene Auseinandersetzung mit dessen Erwägungen erfordert (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=11.01.2021&amp;to_date=30.01.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">BGE 140 III 115</a> E. 2 S. 116; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=11.01.2021&amp;to_date=30.01.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">142 III 364</a> E. 2.4 S. 368). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde und die weiteren Eingaben scheitern bereits daran, dass sie kein Rechtsbegehren zur Sache enthalten. Sodann scheitern sie auch daran, dass die Beschwerdeführerin sich nicht zu den Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege, sondern direkt zur Hauptsache äussert, welche jedoch vorliegend nicht Anfechtungsgegenstand ist, indem sie weitschweifige Ausführungen zur tatsächlichen und rechtlichen Geschichte des Pferdes, zu dessen angeblicher Unpfändbarkeit und zu den Eigentumsverhältnissen macht. Zum Begründungskern des angefochtenen Entscheides - dass nämlich das auf einem weit entfernten Hof gehaltene Pferd nicht dem häuslichen Bereich zugeordnet werden könne und mithin pfändbar sowie nicht ersichtlich sei, inwiefern B.________ sein Retentionsrecht verwirkt haben soll, weshalb das Hauptverfahren als aussichtslos zu betrachten sei und es deshalb an den Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege fehle und diese, nachdem die Aussichtslosigkeit im Verlauf des Verfahrens klar geworden sei, aufgrund von <span class="artref">Art. 120 ZPO</span> auch wieder habe entzogen werden dürfen - lässt die Beschwerde jedoch eine konzise Bezugnahme vermissen; es wird nicht in nachvollziehbarer Weise dargetan, inwiefern der obergerichtliche Entscheid gegen Recht verstossen, namentlich <span class="artref">Art. 117 lit. b oder <artref id="CH/272/120" type="start"></artref>Art. 120 ZPO</span><artref id="CH/272/117/b" type="end"></artref> verletzt sein könnte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich nicht hinreichend begründet, weshalb auf sie nicht eingetreten werden kann und der Präsident im vereinfachten Verfahren entscheidet (<span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde und die weiteren Eingaben wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Zivilgericht, 4. Kammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 19. Januar 2021 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>