Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. April 2013 (720 12 340 / 77) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Zusprache einer abgestuften Rente / Zeitpunkt der Herabsetzung Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Diet er Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch D r. Daniel Riner, Advo- kat, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1946 geborene, früher als selbständiger Coiffe ur tätig gewesene A.____ war seit dem 1. März 2003 als Verkaufsberater bei der B.____ AG angestellt und durch die Arbeitgebe- rin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsgesellschaf t (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 26. Januar 2004 erlitt A.____ anläss- lich eines Autounfalls ein HWS-Distorsionstrauma ohne ossä re Läsionen. Nach Eingang der Unfallmeldung kam die SUVA für die Heilungskosten auf und sie leistete dem Versicherten Taggeldzahlungen entsprechend der ausgewiesenen Arbe itsunfähigkeit. Mit Verfügung vom Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 21. August 2007 stellte die SUVA ihre Versicherungsleistu ngen per 31. August 2007 mit der Begründung ein, dass die geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar und im Weiteren nicht unfalladäquat seien. Daran hiel t sie auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 7. November 2007 fest. Die vo n A.____ gegen diesen Einspra- cheentscheid erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht B asel-Landschaft, Abteilung So- zialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 23. Juli 2008 ab (Verfahren-Nr. 725 07 457/232). Gegen diesen Entscheid erhob A.____ Beschwer de beim Schweizerischen Bundes- gericht, welche jedoch mit Urteil vom 31. März 2009 (8C_987/2009) abgewiesen wurde. Am 19. Mai 2005 hatte sich A.____ unter Hinweis auf d ie Unfallfolgen auch bei der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an gemeldet. Die IV-Stelle Basel- Landschaft klärte in der Folge die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse des Ver- sicherten ab, wobei sie für den Zeitraum ab 26. Januar 2005 (Ablauf des Wartejahres) einen Invaliditätsgrad des Versicherten von 67 % und ab 21. März 2006 einen solchen von 48 % er- mittelte. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-S telle A.____ mit fünf Verfügungen vom 11. Oktober 2012 rückwirkend ab 1. Januar 2005 eine Drei viertelsrente und ab 1. Juli 2006 bis 30. Juni 2011, d.h. bis zum Ende des Monats, in welchem er das AHV-Rentenalter erreichte, eine Viertelsrente zu. B. Gegen diese Verfügungen erhob A.____, vertreten du rch Advokat Dr. Daniel Riner, am 1. November 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen aus der Invalidenversicherung zuzus prechen; insbesondere sei ihm auch ab dem 21. März 2006 eine Dreiviertelsrente zuzusp rechen. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen durchzuführen; alles unter o/e Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Januar 2013 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Zur Vervollständigung der Unterlagen zog das Gerich t bei der SUVA die Unfallversiche- rungs-Akten des Versicherten bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 1. November 2012 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2007 gült ig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung) hat die versicherte Per- son Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindes tens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wen n sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung]). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, d as die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invalidität sgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 3.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Ve rsicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilu ngen) bleibt folglich weitestgehend an- wendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Nachdem sich der Beschwerdeführer bei der IV zum Bez ug von Leistungen angemeldet hatte, zog die IV-Stelle als erstes bei der SUVA die da s Unfallereignis vom 26. Januar 2004 betreffenden Unfallakten bei. Diese enthielten verschie dene (fach-) ärztliche Berichte, die sich Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht zum Gesundheitszustand und - teilweise - zur Arbeitsfähig keit des Versicherten äusserten. Da die Unterlagen nach Auffassung der IV-Stelle jedoch keine abschliessende Beurteilung des aus IV-rechtlicher Sicht relevanten medizinischen Sachverhaltes zuliessen, gab die IV-Stelle bei der Begutachtungsstelle C.____ eine polydisziplinäre Beguta chtung des Versicherten in Auftrag. Das Ärzteteam der Begutachtungsstelle C.____ führte bei m Exploranden internistische, rheu- matologische, neurologische, neuropsychologische und psychoso matische Untersuchungen durch. Gestützt auf seine Abklärungen hielt es in seinem ausführlichen Gutachten vom 29. April 2010 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsf ähigkeit fest: (1) ein chronisches zerviko- zephales Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0) mit/bei (1.1) au sgeprägten degenerativen Verände- rungen ohne Hinweise auf radikuläre Kompression oder K ompression des Myelons (CT HWS vom 26.02.2004) und (1.2) klinisch-neurologisch keinen Hinweisen auf eine auslösende, beglei- tende Radikulo- oder Myelopathie; (2) einen Status nac h HWS-Distorsionstrauma (ICD-10 S13.4) bei Auffahrunfall am 26.01.2004 ohne milde t raumatische Hirnverletzung sowie (3) eine leichte neuropsychische Störung (ICD-10 F06.07). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Versi- cherten gelangte das Gutachterteam der Begutachtungsste lle C.____ im Rahmen seiner ge- meinsam vorgenommenen Konsensbeurteilung zur Auffassung, dass für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Büro und als Verkäufer im Aussendienst, welche als körperlich leichte Arbeit einge- stuft werden könne, auf Grund des chronischen zervikozephal en Schmerzsyndroms mit Kopf- schmerzattacken und der leichten neuropsychischen Störung ei ne 80 %-ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Die 20 %-ige Einschränkung ergebe sich durch di e bei Schmerzen verminderte Ar- beitsgeschwindigkeit sowie den Bedarf nach vermehrte n Pausen zur Durchführung von Selbst- übungen; insgesamt bestehe bei chronischen Nackenbeschwerde n eine etwas verminderte Belastbarkeit. Für anderweitige leichte Verweistätigkei ten bestehe ebenfalls eine Arbeitsfähig- keit von 80 %. Bei solchen Verweistätigkeiten sollte da rauf geachtet werden, dass Zwangshal- tungen und Arbeiten mit repetitiven Wirbelsäulenrotat ionen oder -beugungen, vor allem des HWS-Bereichs, sowie mechanisch länger dauernde Erschütteru ngen und routinemässige Trag- arbeiten bis Schulterhöhe über 10 kg und über Schulter höhe über 5 kg vermieden werden soll- ten. Zudem sollten auch bei diesen Verweistätigkeiten ku rze Erholungspausen ermöglicht wer- den. Mittelschwere und schwere Verweistätigkeiten seien dem Versicherten auf Grund des chronischen zervikozephalen Schmerzsyndroms nicht mehr möglich. 4.2 Die IV-Stelle stützte sich in den angefochtenen Verf ügungen vom 11. Oktober 2012 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits fähigkeit des Versicherten vollum- fänglich auf die Ergebnisse, zu denen die Gutachter de r Begutachtungsstelle C.____ in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 29. April 2010 gelangt sind. Sie ging demzufolge davon aus, dass beim Versicherten für die zuletzt ausgeübte Tätigkei t im Büro und als Verkäufer im Aus- sendienst sowie für anderweitige leichte Verweistätigkei ten eine Arbeitsfähigkeit von 80 % be- stehe. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist jedenfall s insoweit nicht zu beanstanden, als sie den Zeitraum ab Erstellung des Gutachtens der Beg utachtungsstelle C.____ (Ende April 2010) betrifft (vgl. dazu E. 4.4 und 4.5 hiernach). W ie oben ausgeführt (vgl. E. 3.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten der Begutachtungsstelle C.____ vom 29. Apri l 2010 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesger icht verlangt wird (vgl. E. 3.3 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf a llseitigen Untersuchungen, es berücksich- tigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. d er Beurteilung der aktuellen medi- zinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschät- zungen auseinander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Insbesondere nimmt es auch eine schlüssige Beurteilung der aktuellen Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. 4.3 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeign et, die ausschlaggebende Beweis- kraft des Gutachtens der Begutachtungsstelle C.____ in Fr age zu stellen. Insbesondere kann der Versicherte aus der abweichenden Einschätzung der Arb eitsfähigkeit durch den Hausarzt Dr. med. D.____, Allgemeinmedizin FMH, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dieser attestiert dem Versicherten gemäss Bericht vom 11./28. August 2009 eine bleibende 50 %-ige Arbeitsun- fähigkeit ab 24. Mai 2004. Wie die IV-Stelle in ihre r Vernehmlassung zutreffend geltend macht, kann man sich bei der Würdigung dieser Beurteilung jedo ch des Eindrucks nicht erwehren, dass sich Dr. D.____ letztlich durch die subjektive Einschät zung des Beschwerdeführers hat leiten lassen, der sich selber bis auf Weiteres lediglich noch in diesem Ausmass für arbeitsfähig hält. Laut den schlüssigen Ausführungen der Gutachter d er Begutachtungsstelle C.____ lässt sich diese (Selbst-) Einschätzung aber aus medizinischer Sicht nicht objektivieren. 4.4 Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass der Versi cherte ab Januar 2005 (Ablauf des Wartejahres) in seiner angestammten und in jeder ander weitigen leichten Verweistätigkeit zu 50 % arbeitsfähig war. Laut der von der IV-Stelle i n der angefochtenen Verfügung vertretenen Auffassung war dem Versicherten die Ausübung der genann ten (Verweis-)Tätigkeiten ab März 2006 jedoch wieder im Umfang von 80 % zumutbar. Die I V-Stelle stützte sich bei dieser Ein- schätzung auf einen Bericht von Dr. med. E.____, Neurol ogie FMH, vom 21. März 2006. Darin habe dieser zum Ausdruck gebracht, dass es im Vergleich zu seinem ersten Bericht vom 1. Juni 2004 zu einer klaren Verbesserung des Gesundheitszustand es des Versicherten gekommen sei. Diese Einschätzung der IV-Stelle, wonach ab März 20 06 wieder von einer 80 %-igen Ar- beitsfähigkeit des Versicherten auszugehen sei, vermag ni cht zu überzeugen. Richtig ist zwar, dass ein Vergleich der Berichte von Dr. E.____ vom 1. Juni 2004 und vom 21. März 2006 eine gewisse Verbesserung ausweist, wesentlich ist aber, dass sich Dr. E.____ im März 2006 nicht in der Lage sah, die Arbeitsfähigkeit insgesamt, d.h. unter Berücksichtigung sämtlicher Beein- trächtigungen, zu beurteilen. Er erachtete diesbezüglich eine zusätzliche Stellungnahme aus neuropsychologischer Sicht für notwendig. Dies ist denn a uch durchaus nachvollziehbar, wur- den doch damals die neuropsychologischen Defizite als zwe ites Hauptproblem neben den (et- was gelinderten) Kopfschmerzen geschildert, welche - so D r. E.____ - ihrerseits schon eine Reduktion des Rendements im Bereich von 20-30 % zur Folg e hätten. In seinen weiteren Aus- führungen hielt Dr. E.____ sodann fest, dass nichts ein zuwenden sei gegen eine probehalber erfolgende schrittweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit, wobei die SUVA - als damals leistender Unfallversicherer - „vielleicht einmal abklären muss“, ob die tatsächliche Leistung des Versi- cherten nicht mehr als 50% betrage und somit auch forma l eine höhere Arbeitsfähigkeit attes- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tiert werden könnte. Im nächsten Abschnitt seines Berichts ging Dr. E.____ jedoch wiederum von einer 50 %-igen Arbeitsfähigkeit des Versicherten a us. Dies deckt sich im Übrigen auch weitgehend mit der Einschätzung der damaligen Arbeitg eberin des Versicherten, welche des- sen Leistung im Mai 2006 gegenüber der SUVA mit höchstens 50 % bezifferte. 4.5 Entgegen der Auffassung der IV-Stelle kann deshalb nach dem Gesagten nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer (bereits) ab März 2006 wieder zu 80 % ar- beitsfähig war. Eine entsprechende Erhöhung der Arb eitsfähigkeit ist erst durch das Gutachten der Begutachtungsstelle C.____ mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit ausgewiesen, wobei sich die betreffende Ein schätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter der Begutachtungsstelle C.____ auf den Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens (29. April 2010) bezieht. Für den relevanten Zeitraum davor (Januar 2005 bis April 2010) lassen sich dem Gutachten der Begutachtungsstelle C.____ dagege n keine schlüssigen und überzeu- genden Aussagen entnehmen. Da von weiteren Abklärungen diesbezüglich keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten sind, ist im Ergebnis für den Zei traum vom 26. Januar 2005 (Ablauf des Wartejahres) bis 29. April 2010 (Erstellung des Guta chtens der Begutachtungsstelle C.____) von einer 50 %-igen und anschliessend von einer 80 %-igen Arbeitsfähigkeit des Ver- sicherten in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Büro u nd als Verkäufer im Aussendienst sowie in anderweitigen leichten Verweistätigkeiten auszugehen. 5.1 Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 2.3 h iervor), ist der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergle ichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Die IV-Stelle hat in den angefochtenen Verfüg ungen vom 11. Oktober 2012 die erfor- derlichen Einkommensvergleiche vorgenommen. Darin ist sie von einem Valideneinkommen von Fr. 119’154.-- für das Jahr 2005 und von Fr. 119'9 88.-- (für das Jahr 2006) ausgegangen und hat dieses ausgehend von einer 50 %-igen Arbeits fähigkeit einem zumutbaren Invaliden- einkommen von Fr. 39’000.-- bzw. ausgehend von einer 8 0 %-igen Arbeitsfähigkeit einem sol- chen von Fr. 62'400.-- gegenübergestellt. Daraus result ierten in den beiden Einkommensver- gleichen Invaliditätsgrade von 67 % (bei 50 %-iger Arb eitsfähigkeit) und von 48 % (bei 80 %- iger Arbeitsfähigkeit). Diese Einkommensvergleiche erweisen sich grundsätzlich, d.h. vorbehält- lich der nachfolgenden minimalen Präzisierungen, als rec htens. In ihrer Vernehmlassung hat die IV-Stelle das massgebende Valideneinkommen neu mi t Fr. 115'109.-- (für das Jahr 2005) bzw. mit Fr. 115'915.-- (für das Jahr 2006) beziffert. Ob diese nachträgliche Korrekturen, zu denen sich der Versicherte im Rahmen des vorliegenden B eschwerdeverfahrens nicht mehrt äussern konnte, richtig sind, braucht vorliegend nicht w eiter geprüft zu werden. Selbst wenn man mit der IV-Stelle von den genannten tieferen Val ideneinkommen ausgeht, resultieren dar- aus im Einkommensvergleich zwar leicht tiefere Invaliditä tsgrade von 66 % (bei 50 %-iger Ar- beitsfähigkeit) und von 46 % (bei 80 %-iger Arbeitsf ähigkeit), im Ergebnis ändert dies aber nichts an den grundsätzlichen Ansprüchen des Beschwerdeführ ers auf eine Dreiviertelsrente (bei IV-Graden von 67 % oder 66 %) und auf eine Vier telsrente (bei IV-Graden von 48 % oder 46 %). 5.2 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass beim Be schwerdeführer ab 26. Janu- ar 2005 - je nach Höhe des als massgebend erachteten Vali deneinkommens (vgl. E. 5.1 hier- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht vor) - ein IV-Grad von 67 % oder 66 % und ab 29. Apri l 2010 ein solcher von 48 % oder 46 % vorgelegen hat. Gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 ist eine Verbesserung der Erwerbsf ähigkeit von dem Zeitpunkt an zu be- rücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie vorau ssichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem si e ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Daraus folgt, dass der tiefere IV-Grad des Versicherten bei der Festsetzung de r ihm zustehenden abgestuften Rente ab 29. Juli 2010 zu berücksichtigen ist. Der Beschwerdefüh rer hat deshalb mit Wirkung ab 1. Januar 2005 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und mit Wirkung ab 1. August 2010 An- spruch auf eine Viertelsrente. 6. Im Ergebnis ist somit die vorliegende Beschwerde in d em Sinne gutzuheissen, als die angefochtenen Verfügungen der IV-Stelle vom 11. Oktob er 2012 aufzuheben sind und festzu- stellen ist, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Januar 2005 Anspruch auf eine Drei- viertelsrente und mit Wirkung ab 1. August 2010 auf eine Viertelsrente hat. 7.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist der Beschwerdeführer obsiegende und die IV-Stelle unterliegende Partei. 7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Ver fahrenskosten auferlegt werden. Auf- grund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfah- renskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten erhoben werden. 7.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 15. Februar 2013 für da s vorliegende Verfahren einen Zeitauf- wand von 10,15 Stunden geltend gemacht. Die detaillierte Abrechnung beinhaltet nun allerdings auch Bemühungen von 5,45 Stunden, die im Rahmen des Verwaltungsverfahrens bis zum Er- lass der Rentenverfügung erbracht worden sind. Bei der Bemessung der Parteientschädigung für das versicherungsgerichtliche Verfahren wird aber p raxisgemäss nur der im Rahmen des eigentlichen Beschwerdeverfahrens, d.h. der nach der Z ustellung der Verfügung entstandene Aufwand berücksichtigt. Dies bedeutet, dass in casu ledigl ich der für den Zeitraum nach dem 11. Oktober 2012 (Versand der Rentenverfügung) ausgewiesene Aufwand von 4,7 Stunden, der sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverh alts- und Rechtsfragen als an- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gemessen erweist, entschädigt werden kann. Die Bemühung en sind zu dem in Sozialversiche- rungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zu r Anwendung gelangenden Stun- denansatz von 250 Franken zu entschädigen. Im Weiteren hat der Rechtsvertreter in seiner Honorarnote Auslagen in der Höhe von Fr. 132.50 ausge wiesen. Der detaillierten Abrechnung kann allerdings nicht entnommen werden, in welchem Verfahrensstadium diese angefallen sind. Ein Teil der Auslagen stammt aber zweifellos ebenfalls aus dem Zeitraum vor Verfügungser- lass. Insgesamt erscheint es deshalb als angemessen, die Häl fte der ausgewiesenen Auslagen von Fr. 132.50, also den Betrag von Fr. 66.25, im Rah men der Parteientschädigung der IV- Stelle zu auferlegen. Demnach ist dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der Hö- he von Fr. 1'340.55 (4,7 Stunden à Fr. 250.-- zuzügli ch Auslagen von Fr. 66.25 + 8 % Mehr- wertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochte- nen Verfügungen der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 11 . Oktober 2012 aufgehoben werden und festgestellt wird, dass der Beschwerde- führer mit Wirkung ab 1. Januar 2005 Anspruch auf ein e IV- Dreiviertelsrente und mit Wirkung ab 1. August 2010 a uf eine IV- Viertelsrente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 1'340.55 (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht