B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1665/2018 U r t e i l v o m 2 7 . J a n u a r 2 0 2 1 Besetzung Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), Richterin Daniela Brüschweiler, Richter Simon Thurnheer, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren am (...), Türkei, vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 14. Februar 2018 / N_______. D-1665/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer reichte am (...) ein erstes Asylgesuch in der Schweiz ein, das vom seinerzeit zuständigen Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) mit Verfügung vom 19. Januar 2001 abgelehnt wurde. Die dagegen erhobene Beschwerde wies die damals zuständige Schweizerische Asyl- rekurskommission (ARK) mit Urteil vom 7. Juni 2002 ab. A.b Am (...) verliess der Beschwerdeführer unkontrolliert die Schweiz, wo- rauf er Asylgesuche in B._______ (...), den C._______ (...) und D._______ (…) stellte und schliesslich am (...) von den C._______ in die Türkei aus- gewiesen wurde. B. Am (...) ersuchte der Beschwerdeführer in der Schweiz ein zweites Mal um Asyl. Mit Verfügung vom 26. März 2013 trat die Vorinstanz (damals Bun- desamt für Migration; BFM) auf sein Asylgesuch nicht ein und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. Mit Urteil D-1756/2013 vom 1 0. April 2013 wies das Bundesverwaltungsgericht die dagegen erhobene Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. C. Mit Urteil vom (...) verurteilte das (Nennung Behörde) den Beschwerdefüh- rer wegen (Nennung Straftatbestände und Höhe der Strafe). D. D.a Mit Eingabe vom (...) reichte der Beschwerdeführer beim SEM ein drit- tes Asylgesuch ein, welches er in seiner Eingabe vom 19. Januar 2017 nä- her erläuterte. Dabei führte er zur Begründung i m Wesentlichen an, die Auswirkungen des in der Türkei ausgebrochenen Konflikts hätten ihn und sein Umfeld massiv beeinflusst. Sein (Nennung Verwandter) und zwei (Nennung Verwandte) hätten sich den "Guerilleros" angeschlossen. Er – wie auch sein (Nennung Verwandter) – sei Mitglied bei der F._______ und gemäss dem (Nennung Person) seines Dorfes werde in der Türkei nach ihm gesucht. Er habe durch seine Frau erfahren, dass die Unterdrückung seiner Familie seit (Nennung Dauer) zugenommen habe. Aufgrund dessen werde sein (Nennung Verwandter) vermisst. Ausserdem seien viele seiner Verwandten aufgrund Mitgliedschaft en bei der F._______ und der G._______ und wegen auf Facebook geposteten Artikeln verhaftet und im Gefängnis eingesperrt worden. Seine Frau sei bedroht worden und man habe ihr gesagt, dass die Familie solange unter Druck gesetzt werde, bis D-1665/2018 Seite 3 er seinen (Nennung Verwandter) finde und den Behörden übergebe. Er selber nehme in der Schweiz an Kundgebungen der F._______ teil. Auf- grund dieser Umstände könne er nicht in die Türkei zurückkehren. Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer (Aufzählung Beweismittel) zu den Akten. D.b Mit Schreiben vom 27. Juni 2017 forderte das SEM den Beschwerde- führer auf, bis am 26. Juli 2017 sein Mehrfachgesuch einlässlich zu be- gründen, da dieses keine substanziierte Begründung enthalte und er die eingereichten Beweismittel nicht weiter erläutert habe. D.c In seiner Eingabe vom 26. Juli 2017 ergänzte der Beschwerdeführer, dass seine Wohnung in d er Türkei (Nennung Zeitpunkt) durch die türki- schen Sicherheitskräfte durchsucht und seine Ehefrau für eine Nacht auf den Posten mitgenommen worden sei. Die Behörden seien im Besitz eines Fotos gewesen, auf welchem er anlässlich einer exilpolitischen Kundge- bung vom (...) zu sehen sei, und hätten seine Frau dazu befragt. Zudem werde sein (Nennung Verwandter) in der Türkei immer wieder von den Si- cherheitskräften befragt und behelligt. Mit seinem (Nennung Verwandter), der sich der H._______ angeschlossen habe, habe er seit (Nennung Zeit- punkt) keinen Kontakt mehr, da dieser vermutlich habe fliehen müssen. Am (...) habe er an (Nennung Veranstaltung und Ort derselben) teilgenommen. Er sei Mitglied des kurdischen Vereins und nehme an allen öffentlichen An- lässen teil. In der Türkei sei er zudem für die F._______ aktiv gewesen, indem er Propaganda betrieben und Spendengelder einbezahlt habe. Auch betreibe er ein Facebook-Konto, auf welchem er regelmässig über Aktivi- täten der kurdischen Exilopposition in der Schweiz berichte, Nachrichten aus der Türkei verbreite und sich kritisch über die türkische Regierung äussere. Er reichte (Nennung Beweismittel) zu den Akten. D.d Mit Eingabe vom 24. August 2017 brachte der Beschwerdeführer er- gänzend vor, dass sein (Nennung Verwandter) am (...) in einem Gefecht mit der türkischen Armee ums Leben gekommen sei. An der Beerdigung seines (Nennung Verwandter) seien die Trauernden von den Behörden be- helligt worden. Dazu legte er (Aufzählung Beweismittel) ins Recht. D.e Am 29. November 2017 reichte der Beschwerdeführer (Nennung wei- tere Beweismittel) ein. D-1665/2018 Seite 4 E. Mit Verfügung vom 14. Februar 2018 – eröffnet am 19. Februar 2018 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen- schaft nicht und lehnte sein Asylgesuch ab. Es verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. F. Mit Eingabe vom 19. März 2018 erhob der Beschwerdeführer beim Bun- desverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte, es sei die angefoch- tene Verfügung aufzuheben, s eine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Eventualtier sei er wegen Unzulässigkeit be- ziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzu- nehmen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unent- geltlichen Prozessführung und um Beigabe seines Rechtsvertreters als un- entgeltlicher Rechtsbeistand. Der Beschwerde lagen (Nennung Beweismittel) bei. G. Die Instruktionsrichterin forderte den Beschwerdeführer mit Zwischenver- fügung vom 4. April 2018 auf, bis zum 18. April 2018 eine Fürsorgebestä- tigung nachzureichen, und wies das Gesuch um unentgeltliche Rechtsver- beiständung ab. H. Am 11. April 2018 reichte der Beschwerdeführer eine Fürsorgebestätigung vom (...) nach. I. Mit Verfügung vom 16. April 2018 hiess d ie Instruktionsrichterin das Ge- such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und verzich- tete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Ferner lud sie das SEM zur Vernehmlassung ein. J. Die Vernehmlassung des SEM vom 19. April 2018 wurde dem Beschwer- deführer am 23. April 2018 zur Kenntnis gebracht. K. Mit Schreiben vom 6. November 2020 beantwortete die Instruktionsrichte- rin eine Verfahrensstandsanfrage des Beschwerdeführers vom 4. Novem- ber 2020. D-1665/2018 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei- lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie- gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 1.2 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Art. 1 der Übergangbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh- rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Der Beschwerdeführer rügt eine unvollständige und unrichtige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts. Diese formelle Rüge ist vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet sein könnte, eine Kassation der erstin- stanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2). Er machte geltend, d as SEM habe in der angefochtenen Verfügung den Hintergrund einer wesentlich verschlimmerten Menschenrechtslage, wel- che sich auf die Verfolgungssituation der Angehörigen der kurdischen Min- derheit in der Türkei auswirke, nicht berücksichtigt. Es sei damit der Abklä- rungspflicht nicht nachgekommen, womit der angefochtene Entscheid auf einem unvollständigen Sachverhalt beruhe. 3.2 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs- grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen- digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu- klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen. Unrichtig ist die D-1665/2018 Seite 6 Sachverhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher u nd ak- tenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird, etwa weil die Rechtserheb- lichkeit einer Tatsache zu Unrecht verneint wird und folglich nicht alle ent- scheidwesentlichen Gesichtspunkte des Sachverhalts geprüft werden, o- der weil Beweise falsch gewürdigt wu rden. Unvollständig ist die Sachver- haltsfeststellung demgegenüber, wenn nicht alle für den Entscheid rechts- relevanten Sachumstände berücksichtigt wurden. Gemäss Art. 8 AsylG hat die asylsuchende Person demgegenüber die Pflicht an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.2). 3.3 Vorliegend erweist sich die Rüge der unvollständigen oder unrichtigen Sachverhaltsfeststellung als unbegründet. Das SEM führte bei der Darle- gung des Sachverhalts alle wesentlichen Sachverhaltselemente auf. Es würdigte sodann die Ausführungen des Beschwerdeführers vor dem Hin- tergrund der aktuellen Lage in der Türkei und stufte seine Asylvorbringen als unglaubhaft und – bezüglich der vorgebrachten exilpolitischen Aktivitä- ten – als nicht asylrelevant ein. Alleine der Umstand, dass das SEM in sei- ner Länderpraxis zur Türkei einer anderen Linie folgt, als vom Beschwer- deführer vertreten, und es aus sachlichen Gründen zu einer anderen Wür- digung der Asylgründe gelangt, als vom Beschwerdeführer verlangt, spricht nicht für eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung. Soweit der Be- schwerdeführer in Ziff. 7.3 im ersten Absatz anführt, die von ihm geschil- derten Bedrohungslage erscheine nach Darlegung seiner Herkunft und Ab- stammung sowie der aktuellen Situation in der Türkei deshalb als überwie- gend glaubhaft, vermengt er die sich aus dem Untersuchungsgrundsatz ergebende Frage der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts mit der Frage der rechtlichen Würdigung der Sache, welche die materielle Ent- scheidung über die vorgebrachten Asylgründe betrifft. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde vom SEM richtig und vollständig festgestellt. Ein formel- ler Mangel liegt nicht vor, weshalb dem Rückweisungsantrag nicht stattzu- geben ist. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung D-1665/2018 Seite 7 des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, d ie einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub- haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2012/5 E. 2.2). 5. 5.1 Das SEM kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vor- bringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Glaub- haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG und – soweit die angeführten exilpolitischen Aktivitäten betreffend – denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Zur Begründung führte es an, der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage gewesen, seine persönliche Bedrohungslage fundiert zu erläutern. Seiner Eingabe vom (...) fehle es gänzlich an einer substanziierten Begründung seiner Asylgründe. Weiter sei darauf hinzuweisen, dass er die Beweismittel kommentarlos zu den Akten gereicht und nicht dargelegt habe, inwiefern diese mit der von ihm geltend gemachten Bedrohungslage in Verbindung stünden. Es sei ihnen auch keine solche Hinweise zu entnehmen. Er bringe zwar vor, seine Familie werde unterdrückt und bedroht, er nenne jedoch keine konkreten Hinweise, die auf die vorgebrachte Bedrohungslage hin- deuten würden. Auch den eingereichten Beweismitteln seien keine konkre- ten Anhaltpunkte dafür zu entnehmen. Die Mitgliedschaftsbestätigungen der F._______, die Fotos des (Nennung Verwandter) und die Videos von kurdischen Kundgebungen vermöchten bestenfalls seine Parteimitglied- schaft und die Aktivitäten von (Nennung Verwandter) zu bestätigen. Diese enthielten jedoch keine Hinweise auf die vorgebrachte Gefährdungssitua- tion. Trotz Aufforderung des SEM vom 27. Juni 2017, das Asylgesuch so- lide zu begründen, habe er die Gründe seines dritten Asylgesuchs in seiner zweiten Eingabe vom 26. Juli 2017 nicht im Detail erläutern können. Er D-1665/2018 Seite 8 habe lediglich ergänzt, seine Wohnung in der Türkei sei durchsucht wor- den. Zudem werde sein jüngster (Nennung Verwandter) in der Türkei im- mer wieder von den Sicherheitskräften befragt u nd behelligt. Sein (Nen- nung Verwandter) habe vermutlich fliehen müssen, weshalb er keinen Kon- takt zu ihm habe. Bei seinen Ausführungen handle es sich einzig um Be- hauptungen, die er weder mit konkreten Hinweisen noch mit substanziier- ten Angaben zu un terlegen vermöge. Der Mangel an substanziierten An- gaben vermittle den Eindruck , dass er nicht auf eine tatsächlich vorhan- dene Bedrohungssituation zurückgreifen könne. Es sei vielme hr davon auszugehen, dass sein V orbringen konstruiert sei. Den mit Eingabe vom 27. Juli 2017 eingereichten Beweismitteln könne keine Beweiskraft zuer- kannt werden. Das Bestätigungsschreiben des (Nennung Person) sei als Gefälligkeitsschreiben einzustufen und enthalte keinen Hi nweis auf eine gezielt gegen ihn gerichtete Verfolgungsmassnahme. Das Schreiben sei- ner Ehefrau sei ebenso als Gefälligkeitsschreiben zu qualifizieren. Auch die übrigen Beweismittel der Eingaben vom 24. August 2017 und 29. Novem- ber 2017, namentlich (Nennung Beweismittel), würden keine Hinweise auf eine gegen ihn gerichtete ernsthafte Bedrohung in seinem Heimatstaat ent- halten. Es sei nicht auszuschliessen, dass (Nennung Verwandter) verstor- ben sei. Allerdings lasse sich allein vom Tod des (Nennung Verwandter) keine gezielt gegen den Beschwerdeführer gerichtete Verfolgungssituation ableiten. Hierfür mangle es seinen Eingaben an substanziierten Hinweisen und Erläuterungen. Sodann habe er lediglich in der Eingabe vom 19. Ja- nuar 2017 erwähnt, dass sein (Nennung Verwandter) verschwunden sei respektive vermisst werde, nicht jedoch in seinen weiteren Eingaben vom 26. Juli 2017, 24. August 2017 und 29. November 2017. In diesen habe er vielmehr betont, (Nennung Verwandter) habe flüchten müssen und sei im (...) bei einem Gefecht mit der türkischen Armee ums Leben gekommen . Der Umstand, dass er seinen angeblich verschwundenen (Nennung Ver- wandter) – im Gegensatz zu seiner Eingabe vom 19. Januar 2017 – nicht mehr erwähnt habe, untermauere den Eindruck, dass er nicht auf Selbst- erlebtes, sondern auf ein konstruiertes Vorbringen zurü ckgreife. Zusam- mengefasst gelinge es ihm aufgrund seiner substanzlosen und wider- sprüchlichen Angaben nicht, eine Verfolgung im Sinne von Art. 7 AsylG glaubhaft zu machen. Bezüglich seiner exilpolitischen Aktivitäten sei festzuhalten, dass es für die Annahme einer begründeten Furcht vor einer zukünftigen asylrelevanten Verfolgung nicht genüge, für die F._______ aktiv zu sein. Aus den einge- reichten Beweismitteln gehe zudem nicht hervor, dass er in der Schweiz in exponierter Stellung exilpolitisch tätig wäre. Zudem habe er keine Belege D-1665/2018 Seite 9 eingereicht, die sein vorgebrachtes politisches Engagement auf Facebook belegen würden , weshalb grundsätzlich Z weifel an seinen geltend ge- machten Facebook-Aktivitäten angebracht seien. Somit bestehe mangels exponierter politischer Stellung kein Grund zur Annahme, dass er wegen seiner exilpolitischen Aktivitäten asylrelevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten habe. 5.2 Der Beschwerdeführer entgegnete in der Beschwerdeschrift, die Vor- instanz habe weder grundsätzliche Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit ge- äussert noch spezifische Zweifel an den einzelnen Vorbringen formuliert . Den Akten könnten diesbezüglich auch keinerlei Anhaltspunkte entnom- men werden. Somit sei auf Beschwerdeebene davon auszugehen, dass er die geltend gemachten Fluchtgründe erlebt habe. Diesbezüglich sei zu be- rücksichtigen, dass er an (Nennung Krankheiten) leide, was sich aus dem ins Recht gelegten (Nennung Beweismittel) ergebe. Es liege auf der Hand, dass seine Ausdrucksmöglichkeiten wegen dieser Erkrankung stark einge- schränkt seien. Mit Blick auf seine Herkunft und seinen familiären Hinter- grund sei aufgrund dieses Arztberichtes davon auszugehen, dass er schon in jungen Jahren eine schwerwiegende Vorverfolgung erlitten habe. Dies erlaube, das Beweismass für die aktuelle Verfolgungssituation zu relativie- ren. Seine ständige Befürchtung , wegen seiner kurdischen Abstammung, seiner Sympathie für den Befreiungskampf und wegen seines (Nennung Verwandter) erneut verfolgt, behelligt, festgenommen, angeklagt und ver- urteilt zu werden, erscheine damit nachvollziehbar. Die dramatischen poli- tischen Veränderungen in der Türkei seit dem Jahr 2008 wirkten sich auf Angehörige der kurdischen Minderheit in der Türkei nachteilig aus, indem diese mit einem deut lich erhöhten Risiko rechnen müssten, wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit verfolgt zu werden . Die geschilderte Bedro- hungslage erscheine nach dem bisher Gesagten als überwiegend glaub- haft. Insbesondere sei im vorliegenden Verfahren das im Rahmen des zweiten Asylverfahrens geltend gemachte politische Strafverfahren vom (...) mitzuberücksichtigen. Die Vorinstanz habe dieses Vorbringen gar nie geprüft. Unabhängig vom Ergebnis jenes Strafverfahrens sei aber davon auszugehen, dass er wegen seines familiären Hintergrunds und der politi- schen Aktivitäten für die kurdische Bewegung im Rahmen der zahlreichen Festnahmen erkennungsdienstlich behandelt und polizeilich (und wohl auch geheimdienstlich) registriert worden sein müsse. Sei er dies nach dem Freispruch, der bezüglich seines im ersten Asylverfahren thematisier- ten Strafverfahrens ergangen sei, gemäss dem damaligen Abklärungser- gebnis der Botschaft noch nicht gewesen, müsse eine solche Registrierung D-1665/2018 Seite 10 in der Zwischenzeit geschehen sein. E s liege auf der Hand, dass er zwi- schenzeitlich im Informationssystem GBTS eingetragen sei. Nach der stän- digen Praxis sei er deshalb wegen begründeter Furcht vor zukünftiger Ver- folgung als Flüchtling anzuerkennen. Er habe Belege für seine Mitglied- schaft und diejenige seines (Nennung Verwandter) bei der F._______ ein- gereicht, die von der Vorinstanz unerwähnt geblieben seien, aber durchaus eine Verfolgung durch heimatliche Sicherheitskräfte begründen könnten. Die Fotos des (Nennung Verwandter) als Angehöriger der Guerilla würden ebenso Indizien für eine Verfolgungssituation bilden. Auch die beiden Re- ferenzschreiben des (Nennung Person) und der (Nennung Person) seien wichtige Indizien, wenn auch keine direkten Beweise. Dass der (Nennung Verwandter) vermisst gewesen sei und er dies später nicht mehr erwähnt habe, erkläre sich dadurch, dass er mit (Nennung Verwandter) wieder Kon- takt habe aufnehmen können. Naheliegend sei ferner, dass er sich in erster Linie um (Nennung Verwandter) gesorgt habe und sehr habe trauern müs- sen, als ihm dessen Tod bekannt geworden sei. Das auf Beschwerdeebene eingereichte neue Referenzschreiben der (...) beleuchte sodann seine exil- politischen Aktivitäten. Nachdem bekannt geworden sei, dass die türki- schen Geheimdienste in der Schweiz nicht einmal vor einer Entführung ei- nes Gülen-Anhängers zurückschrecken würden, müsse umso eher damit gerechnet werden, dass der Auslandsgeheimdienst überaus aktiv im Be- spitzeln aller oppositionellen Bewegungen sei. In seiner Gesamtheit habe er im Heimatstaat asylrelevante Behelligungen erlitten und vor dem Hinter- grund des andauernden Ausnahmezustands in der Türkei, der veränderten Menschenrechtslage und der anhaltenden massiven Verfolgung jeglicher kurdischen Aktivisten begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung. 6. 6.1 Die Ausführungen auf Beschwerdeebene und die zu deren Stützung eingereichten Dokumente sind insgesamt nicht geeignet, die dargelegte Asylbegründung in ihrer Gesamtheit als glaubhaft gemacht respektive als asylrelevant erscheinen zu lassen und dadurch zu einer anderen Beurtei- lung als die Vorinstanz zu gelangen. 6.1.1 Zunächst kann der Behauptung des Beschwerdeführers, wonach das SEM keine spezifischen Zweifel an seinen einzelnen Vorbringen formuliert und auch keine grundsätzlichen Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit geäus- sert habe, weshalb von der Glaubhaftigkeit der angeführten Fluchtgründe auszugehen sei, nicht beigepflichtet werden , da sich eine solche Darstel- lung teilweise auch als aktenwidrig erweist . Die Vorinstanz hat in ihrem Asylentscheid (vgl. S. 3-5) nämlich die jeweiligen Sachverhaltselemente D-1665/2018 Seite 11 und die zur Stützung derselben eingereichten Beweismittel gewürdigt und diese – soweit nicht die exilpolitischen Aktivitäten betreffend – zu Recht und mit zutreffender Begründung als substanzlos und teilweise wider- sprüchlich qualifiziert. Der Beschwerdeführer vermag diesen Ausführungen mit seinen pauschalen Entgegnungen nichts Stichhaltiges entgegenzuset- zen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen auf die entsprechen- den Erörterungen im angefochtenen Entscheid zu verweisen ist. 6.1.2 Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang auf seine beeinträchtigte gesundheitliche Situation hinweist und vorbringt, er leide gemäss (Nennung Beweismittel) an (Nennung Diagnose), vermag er dar- aus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Wohl werden darin als Symp- tome einer (Nennung Leiden und deren Symptome) formuliert. Der Be- schwerdeführer wurde gleichzeitig jedoch auch als bewusstseinswache und bewusstseinsklare, in allen Qualitäten voll orientierte Person beurteilt und es wurde ihm eine vor handene Urteils- und Kritikfähigkeit attestiert. Wesentlich erscheint in diesem Zusammenhang jedoch der Umstand, dass den Ausführungen im erwähnten ärztlichen Bericht zu folge das diagnosti- zierte Gesundheitsbild im Wesentlichen auf die – gemäss Anamnese – im Jahr (...) erlittene Haft und Folter zurückzuführen sei, zumal nur ganz am Rande auf die Gründe, die den Beschwerdeführer im Jahr (...) erneut zum Verlassen seiner Heimat veranlasst haben sollen, Bezug genommen wird (behördlicher Druck infolge Anschluss eines (Nennung Verwandter) an die H._______). Es ist daher nicht ersichtlich, weshalb es dem Beschwerde- führer im Rahmen seines dritten Asylgesuchs nicht hätte möglich sein sol- len, sich konkret und substanziiert zu den Motiven desselben zu äussern . Dies gilt umso mehr, als die diesbezüglichen Ereignisse offenbar nicht in Zusammenhang mit den Geschehnissen, die zu seiner Traumatisierung in den Jahren (...) geführt haben sollen, stehen . Der Einwand, seine Aus- drucksmöglichkeiten seien wegen seiner psy chischen Erkrankung stark eingeschränkt, bleibt auch deshalb unbehelflich, da der Beschwerdeführer im Rahmen seines Mehrfachgesuchs nicht im Rahmen einer A nhörung, sondern in schriftlicher und begründeter Form seine Gründe darzulegen hatte (vgl. zum Ganzen: BVGE 2014/39 E. 5.5). Der im vorliegenden Ver- fahren durch einen im Asylrecht spezialisierten Rechtsanwalt vertreten e Beschwerdeführer hatte dadurch die Möglichkeit, die Gründe seines dritten Asylgesuchs in aller Ruhe vorzubereiten und mit der Hilfe seine s Rechts- vertreters zu Papier zu bringen. Zudem räumte ihm das SEM während des Verfahrens die Gelegenheit ein, seine Begründung zu ergänzen und weiter zu konkretisieren. D-1665/2018 Seite 12 6.1.3 Weiter vermag seine Erklärung z um vorinstanzlichen Vorhalt, wo- nach er seinen verschwundenen (Nennung Verwandter) lediglich in seiner Eingabe vom 19. Januar 2017, aber nicht mehr in seinen weiteren ergän- zenden Schreiben erwähnt habe, nicht zu überzeugen. Darin führt er an, er habe wieder mit (Nennung Verwandter) Kontakt herstellen können und sich naheliegender Weise in erster Linie um seinen (Nennung Verwandter) gesorgt und schliesslich intensiv dessen Tod betrauert . So hätte von ihm erwartet werden dürfen, dass er den Umstand einer neuerlichen Kontakt- aufnahme mit (Nennung Verwandter) bereits in einer der weiteren Einga- ben vorbringt, zumal er den Verlust des Kontaktes zu diesem ja auch the- matisierte und er überdies in seiner ergänzenden Eingabe vom 26. Juli 2017 über die Schicksale des noch zuhause lebenden (Nennung Ver- wandte) berichtete – so will er den Kontakt zu seinem (Nennung Verwand- ter) verloren haben – weshalb logisch nicht nachvollziehbar ist, dass er sich nicht auch zum Verbleib des damals bereits vermissten (Nennung Ver- wandter) äusserte. 6.1.4 Der Hinweis des Beschwerdeführers, es sei das im Rahmen des zweiten Asylverfahrens geltend gemachte politische Strafverfahren vom (...), in dessen Verlauf er inhaftiert, verurteilt und nach der Freilassung noch rund (Nennung Anzahl) festgenommen und einmal erheblich misshandelt worden sei, vorliegend mi t zu berücksichtigen , und die damit einherge- hende Rüge, die Vorinstanz habe dieses Vorbringen gar nie geprüft, erwei- sen sich als nicht stichhaltig. Diesbezüglich ist zunächst festzustellen, dass im vorangehenden Asylbeschwerdeverfahren das Bundesverwaltungsge- richt in seinem Urteil D -1756/2013 vom 10. April 2013 die vorinstanzliche Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer keinerlei Dokumente einge- reicht habe, die die geltend gemachten Festnahmen, seine Untersu- chungshaft und sein Strafverfahren belegen würde n, bestätigte. Überdies führte das Gericht an, der Beschwerdeführer hätte seit Einreichung des (zweiten) Asylgesuchs genügend Zeit gehabt, sich ernsthaft um die Bei- bringung entsprechender Gerichtsdokumente zu bemühen, wäre er von den türkischen Behörden ta tsächlich behelligt worden. Der Beschwerde- führer hat auch in seinem dritten Asylverfahren bis dato keinerlei Unterla- gen eingereicht, welche die entsprechenden Schilderungen in irgendeiner Weise belegen könnten. Unter diesen Umständen erweisen sich seine An- gaben, er sei im Rahmen der zahlreichen Festnahmen behördlich regis- triert worden und mittlerweile bestehe zweifellos ein Eintrag im GBTS, als blosse Mutmassungen. Lediglich am Rande erwähnt sei der Umstand, dass im (Nennung Beweismittel) die aktuelle Situa tion des Beschwerde- führers kurz dargelegt wird. Zu den Geschehnissen des Jahres (...) wurde D-1665/2018 Seite 13 jedoch lediglich ein Satz vermerkt, wonach der Beschwerdeführer in jenem Jahr seine Heimat habe verlassen müssen. Offenbar unterliess es der Be- schwerdeführer anlässlich des Arztbesuches, die Begebenheiten des Jah- res (...) näher zu erläutern respektive als einen der Gründe für seine Ver- folgung zu nennen, was insofern erstaunt, als diese im Rahmen des dritten Asylverfahrens zu berücksichtigen seien und er sich gegenüber dem Arzt offensichtlich veranlasst sah, über die Geschehnisse seit dem Jahr (...) zu berichten. 6.1.5 Die vom Beschwerdeführer im Verlaufe des Verfahrens eingereichten Beweismittel erweisen sich zum Beleg der vorgebrachten Gefährdungssi- tuation als nicht beweis kräftig. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Ent- scheid in überzeugender Weise aufgezeigt, dass den ins Recht gelegten Dokumenten keine Anhaltspunkte für eine gegen ihn gerichtete Verfol- gungssituation entnommen werden können. Die eingereichten Mitglied- schaftsbestätigungen der (grundsätzlich legalen) F._______ vermögen zwar eine Parteimitgliedschaft, nicht aber daraus resultierende Nachstel- lungen der Behörden zu dokumentieren. Es genügt nicht, eine solche Ver- folgung lediglich zu behaupten (vgl. Rechtsmitteleingabe S. 11, Ziff. 7.4), ohne diese jedoch zu konkretisieren. Es ist zudem nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer in dieser Partei eine herausragende Position inne- gehabt hätte, oder dass er sich an Veranstaltungen besonders exponiert hätte. Solches machte er im Übrigen auch nicht geltend. Sodann lassen die Unterlagen zu seinem (Nennung Verwandter) (Nennung Beweismittel) keinen anderen Schluss zu. Der Beschwerdeführer vermag damit weder substanziiert noch nachvollziehbar darzulegen, dass ihm aus dem Tod sei- nes (Nennung Verwandter) von Seiten der türkischen Behörden Probleme erwachsen würden. Auch die in der Bestätigung des (Nennung Person) oder dem Schreiben der (Nennung Person) dokumentierten behördlichen Suchen im Haus des Beschwerdeführers vermögen zu keiner anderen Ein- schätzung zu führen, sind die Behörden doch den Angaben zufolge aus- schliesslich auf der Suche nach (Nennung Verwandter) gewesen respek- tive haben sie deswegen auch den jüngeren (Nennung Verwandter) wie- derholt befragt. Der Beschwerdeführer hat bis zum heutigen Zeitpunkt zu- dem auch sonst keine Beweismittel eingereicht, die ein aktuelles Verfol- gungsinteresse der türkischen Behörden zu belegen vermöchten. 6.2 Asylsuchende sind auch dann als Flüchtlinge anzuerkennen, wenn sie erst aufgrund von Ereignissen nach ihrer Ausreise im Falle einer Rückkehr in ihren Heimat - oder Herkunftsstaat in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt würden. Zu unterscheiden ist dabei zwischen objektiven und D-1665/2018 Seite 14 subjektiven Nachfluchtgründen. Objektive Nachfluchtgründe liegen vor, wenn äussere Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Ein- fluss nehmen konnte, zur drohenden Verfolgung führen; der von einer Ver- folgung bedrohten Person ist in solchen Fällen die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Subjektive Nachfluchtgründe liegen vor, wenn eine asylsuchende Person erst durch die unerlaubte Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verha ltens nach der Ausreise eine Verfolgung zu befürchten hat; in diesen Fällen wird kein Asyl gewährt (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2010/44 E. 3.5 m.w.H.). 6.2.1 Hinsichtlich des Vorbringens, dass der Beschwerdeführer in der Tür- kei gesucht beziehungsweise verfolgt werde, weil sich sein (Nennung Ver- wandter) und (Nennung Verwandte) der kurdischen Guerilla angeschlos- sen hätten, macht er sinngemäss eine Reflexverfolgung, mithin einen ob- jektiven Nachfluchtgrund geltend. Dazu ist Folgendes zu erwägen: Unter Reflexverfolgung sind behördliche Belästigungen oder Behelligun- gen von Angehörigen aufgrund des Umstandes zu verstehen, dass die Be- hörden einer gesuchten, politisch unbequemen Person nicht habhaft wer- den oder schlechthin von deren politischer Exponiertheit auf eine solche auch bei Angehörigen schliessen. Der Zweck einer solchen Reflexverfol- gung kann insbesondere darin liegen, Informationen über effektiv gesuchte Personen zu erlangen, beziehungsweise Geständnisse von Inhaftierten zu erzwingen. Aufgrund der Akten besteht vorl iegend kein Anlass zur An- nahme, der Anschluss von (Nennung Verwandte) zur H._______ seien ge- eignet, den Beschwerdeführer zu gefährden. Wie in E. 6.1 oben ausge- führt, vermag der Beschwerdeführer ein Verfolgungsinteresse der türki- schen Behörden an seiner Person nicht glaubhaft zu machen. Auch wenn nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden kann, dass der (Nennung Ver- wandter) ein Mitglied der H._______ war, ist dennoch zu berücksichtigen, dass dieser mittlerweile – wie auch gemäss Eingabe vom 19. Januar 2017 einer der beiden (Nennung Verwandter) – verstorben ist. Zwar mag der Umstand, dass (Nennung Verwandter) Mitglied der H._______ gewesen sein könnte, für den Beschwerdeführer eine subjektive Furcht vor künftiger Verfolgung als nachvollziehbar erscheinen lassen . Aus objektiver Sicht sind aber aufgrund der lediglich behaupteten, aber durch keinerlei substan- ziierten oder mit Dokumenten unterlegten Massnahmen der türkischen Si- cherheitskräfte gegenüber dem Beschwerdeführer oder weiteren Familien- angehörigen keine tatsächlichen Hinweise auf das allfällige Bestehen einer Reflexverfolgung zu erkennen. Ausserdem liegen derzeit keine konkreten Hinweise vor, welche auf eine künftige Furcht vor einer Reflexverfolgung D-1665/2018 Seite 15 schliessen lassen würden. Zusammenfassend gilt festzustellen, dass sich der Beschwerdeführer nicht auf objektive Nachfluchtgründe berufen kann. 6.2.2 Sodann ist hinsichtlich der exilpolitischen Tätigkeiten des Beschwer- deführers das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG zu prüfen. Wer sich darauf beruft, dass durch ein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat - oder Herkunftsland eine Gefährdungssituation geschaffen worden sei, macht – wie bereits erwähnt – subjektive Nachfluchtgründe geltend (Art. 54 AsylG). Diese begründen zwar die Flüchtlingsei genschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Aus- schluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden (BVGE 2009/28 E. 7.1 m.w.H.). Massgeb- lich ist, ob die heimatlichen Behörden d as Verhalten der asylsuchenden Person als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei der Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung von Art. 3 AsylG befürchten muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nachweis einer begründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und Art. 7 AsylG). 6.2.3 Es ist davon auszugehen, dass die Aktivitäten kurdischer Exilorgani- sationen oder einzelner Exponentinnen eines gewissen Formats seitens der Türkei beobachtet werden. Dieser Umstand reicht indessen für sich al- lein genommen nicht aus, um eine tatsächliche Gefährdung im Falle der Rückkehr in die Türkei als hinreichend wahrscheinlich erscheinen zu las- sen. Vielmehr müssten konkrete Anhaltspunkte – nicht nur die abstrakte oder rein theoretische Möglichkeit – dafür vorliegen, dass der Beschwer- deführer tatsächlich das Interesse der heimatlichen Behörden auf sich ge- zogen hätte. Massgebend ist dabei nicht primär das Hervortreten im Sinne einer optischen Erkennbarkeit und Individualisierbarkeit, sondern eine öf- fentliche Exponierung, die aufgrund der Persönlichkeit der asylsuchenden Person, der Form des Auftritts und des Inhalts der in der Öffentlichkeit ab- gegebenen Erklärungen den Eindruck erweckt, dass der Asylsuchende zu einer Gefahr für den Bestand des türkischen Regimes wird (vgl. z.B. Urteil des BVGer D -5125/2015 vom 30. Mai 2018 E. 9.3 m.w.H.). Um eine tat- sächliche Gefährdung im Falle der Rückkehr in die Türkei als wahrschein- lich erscheinen zu lassen, müssen konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass exilpolitisch aktive Staatsangehörige der Türkei tatsächlich das Inte- resse der heimatlichen Behörden auf sich gezogen haben respektive als regimefeindliche Personen namentlich identifiziert und registriert wurden D-1665/2018 Seite 16 (vgl. z.B. Urteil des BVGer D -705/2018 vom 18. Februar 2019 E. 6.1.1 m.w.H.). 6.2.4 Dem Beschwerdeführer kann aufgrund des vorgebrachten, sehr nie- derschwelligen exilpolitischen Engagements in der Schweiz (wiederholte Teilnahme an kurdischen Veranstaltungen ohne besondere Funktion, so auch an einer Kundgebung am [...] in [...] ) keine öffentliche Exponierung zugesprochen werden, welche durch seine Persönlichkeit oder durch die Form des Auftritts und des Inhalts der in der Öffentlichkeit abgegebenen Erklärungen den Eindruck erwecken könnten, er stelle eine Gefahr für das politische System dar (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3). Das exilpolitische En- gagement des Beschwerdeführers übersteigt die Schwelle der massenty- pischen Erscheinungsformen exilpolitischer Proteste türkischer Staatsan- gehöriger nicht. An dieser Einschätzung vermag das auf Besc hwerde- ebene eingereichte Bestätigungsschreiben der (...) vom (...), gemäss wel- chem der Beschwerdeführer "bei politischen Aktivitäten stets aktiv teilge- nommen" habe und sich ansonsten im Wesentlichen auf eine Darstellung der Menschenrechtslage und der Situa tion der Kurden in der Türkei be- schränkt, angesichts dessen pauschalen Inhalts nichts zu ändern. Zum gleichen Schluss kommt das Gericht auch hinsichtlich der lediglich behaup- teten, aber durch keinerlei Belege gestützten Aktivitäten des Beschwerde- führers auf Facebook sowie hinsichtlich der Behauptung, die Ehefrau sei von den Behörden mit dem Foto des Beschwerdeführers an einer De- monstration in (...) konfrontiert worden. 6.3 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine relevante Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 3 respektive Art. 54 AsylG darzutun oder auch nur glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat demnach die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 7. Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli- che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die We gweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). D-1665/2018 Seite 17 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völkerrecht- liche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegen- stehen. 8.2.1 Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Ab- kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG – wie in der angefochtenen Verfügung zu- treffend bemerkt wurde – nicht anwendbar. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, da ss er für den Fall einer Aus- schaffung in den He imatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behan dlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124127 m.w.H.). Das ist ihm jedoch – insbesondere auch in Berück- sichtigung seines Hinweises, bei einer Rückkehr in die Türkei würde er we- gen seiner politischen Aktivitäten in der Schweiz und wegen einer mittler- weile zweifellos bestehenden Registrierung im GBTS festgenommen (vgl. Beschwerde S. 13 und E. 6.1-6.3 oben) – nicht gelungen. D-1665/2018 Seite 18 8.2.2 Was die dargelegten psychischen Beschwerden betrifft, so kann ge- mäss der Praxis des EGMR der Vollzug der Wegweisung eines abgewie- senen Asylsuchenden mit gesundheitlichen Problemen im Einzelfall einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen. Hierfür sind jedoch ganz ausser- gewöhnliche Umstände Voraussetzung (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, § 183). Solche Umstände liegen nicht nur in Fällen vor, in denen sich die von einer Ausschaffung betroffene Person in unmittelbarer Gefahr befindet zu sterben, sondern auch dann, wenn Personen darunter fallen, die ange- sichts fehlender Behandlungsmöglichkeiten im Zielstaat der Ausschaffung einem realen Risiko einer schwerwiegenden, raschen und irreversiblen Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgesetzt werden, die zu heftigen Leiden oder einer erheblichen Reduktion der Lebenserwartung führen. Solche aussergewöhnlichen Umstände können aber hier hinläng- lich ausgeschlossen werden (vgl. BVGE 2011/9 E. 7.1 S. 117 f., BVGE 2009/2 E. 9.1.3). 8.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der We gweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.3 8.3.1 Nach Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.3.2 Gemäss konstanter Praxis und selbst unter Ber ücksichtigung der Entwicklungen im Nachgang des Putschversuchs vom Juli 2016 ist nicht davon auszugehen, dass in der Türkei eine landesweite Situation allgemei- ner Gewalt herrscht. Auch in den vorwiegend von Kurden besiedelten Pro- vinzen im Osten und Südoste n des Landes ist nicht von einer flächende- ckenden Situation allgemeiner Gewalt oder bürgerkriegsähnlichen Verhält- nissen auszugehen (vgl. Urteil des BVGer E-3042/2017 vom 28. Juli 2017 E. 6.2.2 sowie das Referenzurteil E-1948/2018 vom 12. Juni 2018 E. 7.3). Ausgenommen sind die Provinzen Hakkari und Sirnak; den Wegweisungs- vollzug dorthin erachtet das Bundesverwaltungsgericht aufgrund einer an- haltenden Situation allgemeiner Gewalt als unzumutbar (vgl. BVGE 2013/2 E. 9.6). Demnach ist der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in die Provinz (...) als generell zumutbar zu erachten. D-1665/2018 Seite 19 8.3.3 Aus den Akten ergeben sich auch keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer im Falle seiner Rückkehr in die Türkei aus individuellen Gründen in eine existenzbedrohende Sit uation geraten könnte. Im Urteil des BVGer D-1756/2013 vom 10. April 2013 wurde der Wegweisungsvoll- zug des Beschwerdeführers als zumutbar qualifiziert, dies infolge der schu- lischen Ausbildung und der Berufserfahrungen des Beschwerdeführers , des bestehenden familiären Beziehungsnetzes sowie der guten finanziel- len Situation der Familie. In seiner Beschwerdeschrift führt der Beschwer- deführer keine Gründe an, die die bisherige Einschätzung umzustossen vermöchte (vgl. dazu auch E. 8.3.4 nachfolgend). Es sollte ihm in Berück- sichtigung seiner Fähigkeiten demnach möglich sein, dort ein wirtschaftli- ches Auskommen zu finden. Dabei hat er die Möglichkeit, auf die Hilfe ein- zelner Familienangehöriger zurückzugreifen. Schliesslich genügen blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Be- völkerung im Allgemeinen betroffen ist, nicht, um eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG darzustellen (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2). 8.3.4 Hinsichtlich der gesundheitlichen Situation liegt beim Besc hwerde- führer gemäss dem in den Akten liegenden Arztbericht vom (...) eine (Nen- nung Diagnose) vor. (Nennung Behandlung und Hinweis auf die Gefahr eines Suizids). 8.3.5 Dazu ist vorweg festzustellen, dass das eingereichte ärztliche Zeug- nis vom (...) stammt und der durch einen asylerfahrenen Rechtsanwalt ver- tretene Beschwerdeführer – trotz dem ihm obliegenden Mitwirkungspflicht im Verfahren – bis dato kein aktuelles Zeugnis zu seiner momentanen psy- chischen Verfassung einreichte. Aus diesem Umstand ist immerhin zu schliessen, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Ausstellung dieses Zeugnisses nicht verschlechtert ha ben dürfte. An- gesichts der nachfolgenden Überlegungen kann darauf verzichtet werden, ein aktuelles Zeugnis vom Beschwerdeführer n achzufordern (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 357): Die Behandlung psychischer Probleme, wie sie im vorliegenden ärztlichen Bericht aufgeführt werden, ist in der Türkei sowohl stationär als auch am- bulant möglich. Es existieren landesweit psychiatrische Einrichtungen und es stehen moderne Psychopharmaka zur Verfügung. Namentlich in türki- schen Gross - und Provinzhauptstädten ist der Zugang zu Gesundheits- diensten, Beratungsstellen und Behandlungseinrichtungen für psychische D-1665/2018 Seite 20 Leiden gewä hrleistet (vgl. hierzu etwa Urteil BVGer E -1948/2018 vom 12. Juni 2018 E. 7.3.5.3 m.w.H.). Dass der behandelnde Therapeut in diesem Zusammenhang die vom Be- schwerdeführer benötigte Behandlungsmöglichkeit (Psychotherapie) in der Türkei in Frage stellt, vermag namentlich vor dem Hintergrund der genann- ten Behandlungsmöglichkeiten für psychische Erkrankungen letztlich nicht zur Unzumutbarkeit des Vollzugs zu führen. Es ist angesichts des in der Herkunftsprovinz bestehenden Beziehungsnetzes für den Beschwerdefüh- rer als möglich und zumutbar zu erachten, eine entsprechende Behand- lung weiterzuführen. Sodann kann einer allfälligen Eigengefährdung de s Beschwerdeführers als Reaktion auf den negativen Beschwerdeentscheid und der Aussicht auf eine bevorstehende Rückkehr i n seine Heimat im Rahmen des Vollzugs der Wegweisung angemessen Rechnung getragen werden. Abschliessend ist auf die Möglichkeit, dem SEM bei Bedarf einen Antrag auf Gewährung medizinischer Rückkehrhilfe zu stellen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG), hinzuweisen. Den Akten sind zudem keine Hinweise zu entnehmen, dass er aktuell nicht reisefähig wäre. Ohnehin ist die Frage der Reisefähigkeit, welche im erwähnten ärztlichen Zeugnis in Frage ge- stellt wird, erst kurz vor dem effektiven Vollzug der Wegweisung definitiv zu beurteilen. Eine allenfalls fehlende Reisefähigkeit stellt lediglich ein tempo- räres Vollzugshindernis dar. 8.3.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zus tändi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög- lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefo chtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. D-1665/2018 Seite 21 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Indessen wurde mit Zwischen- verfügung vom 16. April 2018 das Gesuch um unentgeltliche Prozessfüh- rung gutgeheissen. Da der Beschwerdeführer noch immer als bedürftig zu bezeichnen ist, ist vorliegend am Ergebnis der oben erwähnten Verfügung festzuhalten und auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-1665/2018 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Jeannine Scherrer-Bänziger Stefan Weber Versand: