B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-3817/2020 E-3818/2020 U r t e i l v o m 2 5 . S e p t e m b e r 2 0 2 0 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen; Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien 1. A._______, geboren am (…), 2. B._______, geboren am (…), Türkei, (Verfahren E-3817/2020) und 3. C._______, geboren (…), Türkei, (Verfahren E-3818/2020) alle vertreten durch Saban Murat Özten, (…), Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Wegweisungsvollzug (Beschwerden gegen Wiedererwä- gungsentscheide); Verfügungen des SEM vom 29. Juni 2020 N (…) und N (…). E-3817/2020; E-3818/2020 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, I. dass ein von der Beschwerdeführerin 1 am 14. März (…) für sich und ihre beiden Söhne (Beschwerdeführende 2 und 3) auf der Schweizer Botschaft in Istanbul gestelltes Visagesuch zwecks Ehevorbereitung in der Schweiz von der zuständigen kantonalen Behörde abgewiesen wurde, II. dass die Beschwerdeführenden – Angehörige der kurdischen Ethnie mit letztem Wohnsitz in D._______ − am 28. August 2019 illegal in die Schweiz einreisten und am 29. August 2019 Asylgesuche stellten, dass die Beschwerdeführerin 1 zur Begründung ihres Asylgesuchs – so- weit vorliegend von I nteresse – vorbrachte, sie sei wegen der geplanten Heirat mit einem hier wohnhaften Landsmann in die Schweiz gereist, dass sie von ihrem Ex -Partner – dem Vater ihres älteren Sohnes – in der Türkei bedroht worden sei, der während ihrer Beziehung immer wieder ge- waltsame Übergriffe auf sie verübt habe, dass sie unter verschiedenen gesundheitlichen Problemen (fortgeschrit- tene Krebserkrankung, Herzprobleme, Schilddrüsenerkrankung) leide und deswegen in Spitälern in Adana und D._______ in Behandlung gewesen sei, dass das SEM mit zwei separaten Verfügungen vom 4. Dezember 2019 feststellte, die Beschwerdeführenden würden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, ihre Asylgesuche ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, dass die gegen die Verfügungen der Vorinstanz erhobenen Beschwerden vom 13. Dezember 2019 vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 23. Dezember 2019 vereinigt (E -6626/2019 und E-6629/2019) und abge- wiesen wurden, III. dass die Beschwerdeführenden 1 und 2 mit eine m Wiedererwägungsge- such vom 27. Januar 2020 beim SEM eine vorläufige Aufnahme aus hu-E-3817/2020; E-3818/2020 Seite 3 manitären Gründen beantragten und hierzu zur Begründung im Wesentli- chen vorbrachten, bei der Beschwerdeführerin 1 sei im Dezember 2019 erneut ein bösartiger Krebsausbruch d iagnostiziert worden und sie habe sofort medizinisch behandelt werden müssen, dass die Beschwerdeführerin 1 einen Arztbericht vom 3. Dezember 2019 einreichte, worin ihr ein "Invasiv -lobuläres Mamma-Ca rechts" diagnosti- ziert wurde, dass in einem weiter en Arztbericht des E._______ vom 30. Januar 2020 berichtet wurde, in einer Operatio n vom 29. Januar 2020 sei eine Seg- mentresektion Mamma rechts durchgeführt worden, und eine Vorstellung am hausinternen Tumorboard auf den 3. Februar 2020 vorgesehen, dass das SEM mit Verfügung vom 29. Juni 2020 das Wiedererwägungsge- such abwies, die Verfügung des SEM vom 4. Dezember 2019 als rechts- kräftig und vollstreckbar erklärte und feststellte, einer allfälligen Be- schwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu, dass das SEM sein e Verfügung damit begründete, die Tumorerkrankung der Beschwerdeführerin 1 habe bereits im Jahr 2014 in der Türkei begon- nen und das SEM sei darauf und auf die Möglichkeit der medizinischen Behandlung in ihrem Heimatland bereits im Asylentscheid vom 4. Dezem- ber 2019 ausführlich eingegangen, dass auch das Bundesverwaltungsgericht sich mit ihrer medizinischen Si- tuation auseinandergesetzt habe und zum Schluss gekommen sei, dass die Erwägungen des SEM nicht zu beanstanden seien, dass angesichts des Umstandes, da ss sie bereits in der Türkei an ihrem Wohnort D._______ von einer guten medizinischen Versorgung habe pro- fitieren können, gefolgert werden könne, dass auch die Nachbehandlung des in der Schweiz diagnostizierten und operativ entfernten Mammakarzi- noms gewährleistet sei, dass zusammenfassend festzuhalten sei, dass keine Gründe vorliegen würden, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 4. Dezember 2019 be- seitigen könnten, weshalb das Wiedererwägungsgesuch abzuweisen sei, dass das Wiedererwägungsgesuch als von vornherein aussichtslos habe bezeichnet werden müssen, da, wie im Asylentscheid ausgeführt, gute Möglichkeiten der Behandlung ihrer Erkrankung in der Türkei bestehen würden, E-3817/2020; E-3818/2020 Seite 4 IV. dass der Beschwerdeführer 3 mit einem Wiedererwägungsgesuch vom 24. Februar 2020 an das SEM gelangte und beantragte, er sei aus huma- nitären Gründen vorläufig aufzunehmen, der Wegweisungsentscheid des SEM sei aufzuheben und das Verfahren sei mit demjenigen seiner Mutter zu vereinigen beziehungsweise koordiniert zu behandeln, dass er zur Begründung im Wesentlichen vorbrachte, aufgrund seiner per- sönlichen Situation habe er bereits in der Türkei psychische Probleme ge- habt, die sich nach seiner Einreise in die Schweiz anfänglich gebessert hätten, dass er nach dem ablehnenden Asylentscheid aber erneut in eine psychi- sche Krise geraten sei und die Krebserkrankung seiner Mutter diese noch verschärft habe, dass auch eine mögliche Trennung von seiner Mutter mit einem Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit verbunden sei, dass er auch in der Schweiz, wie in der Türkei, der grösste Unterstützer seiner Mutter im Kampf gegen den Krebs sei und er wisse, dass es sich schlecht auf die Gesundheit seiner Mutter auswirken würde, wenn er in die Türkei ausgewiesen würde, weshalb er während der Krebsbehandlung mit seiner Mutter zusammenbleiben und sie bei ihrem Kampf sowohl emotional als auch mit seinen Sprachkenntnissen unterstützen wolle, dass er zur Stützung der Vorbringen einen klinisch -psychologischen Arzt- bericht vom 24. April 2020 zu den Akten reichte, dass das SEM ebenso mit Verfügung vom 29. Juni 2020 auch das Wieder- erwägungsgesuch des Beschwerdeführers 3 abwies, die Verfügung des SEM vom 4. Dezember 2019 als rechtskräftig und vollstreckbar erklärte und feststellte, einer allfälligen Beschwerde kom me keine aufschiebende Wirkung zu, dass das SEM seine Verfügung im Wesentlichen damit begründete, insge- samt sei nicht davon auszugehen, dass seine gesundheitlichen Probleme im Falle der freiwilligen Rückkehr in die Heimat beziehungsweise eines zwangsweisen Vollzugs der Wegweisung dorthin mangels ausreichender medizinischer Behandlungsmöglichkeiten eine drastische und lebensbe- drohende Verschlechterung seines Gesundheitszustandes nach sich zie- hen würde, E-3817/2020; E-3818/2020 Seite 5 dass der auf ihm lastende psychische Druck aufgrund der Erkrankung sei- ner Mutter verständlich sei, da er diesen als einziger erwachsener Sohn ohne Beziehungsnetz in der Schweiz weitgehend alleine tragen müsse, er demgegenüber gemäss den Akten in der Türkei über ein grosses familiäres Beziehungsnetz verfüge, womit die Möglichkeit bestehe, dass die Belas- tung durch die Erkrankung seiner Mutter von anderen Familienmitgliedern mitgetragen werden könne und sich für ihn vermindern würde, dass in seinem Heimatland zudem sprachliche Hindernisse wegfallen wür- den, was die Pflege oder den Aufbau eines ausserfamiliären Beziehungs- netzes erleichtern könnte, dass in persönlicher Hinsicht die Rückkehr in die Türkei gestatte, dass er die nicht zu Ende geführte schulische Ausbildung nachholen und eine be- rufliche Ausbildung oder eine Arbeit aufnehmen könne, womit ihm eine Zu- kunftsperspektive entstehe, dass das SEM weiter ausführte, was sodann die Ausgestaltung der kon- kreten Vollzugsmodalitäten betreffe, so obliege es den mit dem Vollzug be- trauten Behörden, der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers Rechnung zu tragen, dass es auch möglich sei, dass der Vollzug zusammen mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder erfolgen könne, was jedoch die Bereitschaft und die Mitwirkung aller Betroffenen zur Rückkehr voraussetze, und sollten sich bei ihm allenfalls vorhandene suizidale Tendenzen im Falle eines all- fälligen zwangsweisen Vollzugs der Wegweisung akzentuieren, dem mit geeigneten medikamentösen oder allenfalls auch psychotherapeutischen Massnahmen entgegenzuwirken wäre, so dass eine konkrete Gefahr erns- ter gesundheitlicher Schäden ausgeschlossen werden könne, V. dass die Beschwerdeführenden 1 und 2 und der Beschwerdeführer 3 je mit separater Beschwerdeeingabe vom 28. Juli 2020 an das Bundesverwal- tungsgericht gelangten und beantragten, die Beschwerde sei gutzuheis- sen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden (respektive des Beschwerdeführers) nicht zulässig beziehungsweise nicht zumutbar sei, die Vorinstanz sei anzuweisen, die vorläufige Aufnahme der Beschwer- deführenden (respektive des Beschwerdeführers) zu verfügen, eventualiter E-3817/2020; E-3818/2020 Seite 6 sei die Beschwerdesache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzu- weisen, der vorliegenden Beschwerde sei eine aufschiebende Wirkung zu erteilen, den Beschwerdeführenden (respektive dem Beschwerdeführer) sei das Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege zu erteilen und der Unter- zeichner sei den Beschwerdeführenden (respektive dem Beschwerdefüh- rer) als amtlicher Rechtsbeistand zu bestellen, dass bezüglich der Begründung der Beschwerden im Einzelnen auf die Ak- ten und soweit notwendig, auf die nachstehenden Erwägungen zu verwei- sen ist, dass das Bundesverwaltungsgericht mit superprovisorischer Massnahme vom 29. Juli 2020 bezüglich beider Beschwerdeverfahren den Vollzug der Wegweisung per sofort einstweilen aussetzte, dass mit Eingabe vom 3. August 2020 zwei Bestätigungen der Fürsorge- abhängigkeit der Beschwerdeführenden vom 22. Juli 2020 nachgereicht wurden und unter Einreichung einer Terminkarte in Kopie ergänzend fest- gehalten wurde, die Beschwerdeführerin 1 habe den ersten Termin mit ihrer Psychologin vereinbart, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 6. August 2020 die Beschwerdeverfahren E-3817/2020 und E-3818/2020 vereinigte und festhielt, über diese werde in einem Urteil zu entscheiden sein, dass weiter die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerden und um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung so- wie unentgeltlichen Verbeiständung abgewiesen wurden, dass den Beschwerdeführenden Frist zur Leistung eines Kostenvorschus- ses angesetzt wurde, dass der Kostenvorschuss innert Frist geleistet wurde, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Ve rfügungen nach Art. 5 VwVG beurteilt, das SEM zu den Behörden nach Art. 33 VGG gehört und daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts ist sowie eine das Sachgebiet betreffende Zuständigkeitsausnahme im Sinne von Art. 32 VGG nicht vorliegt, E-3817/2020; E-3818/2020 Seite 7 dass nac h Lehre und Praxis Wiedererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, weshalb das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde n zuständig ist und dar- über – in der Regel und auch vorliegend – endgültig entscheidet (Art. 105 AsylG, Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass die Beschwerdeführenden zur Einreichung d er Beschwerde legiti- miert sind und auf die frist - und formgerecht eingereichten Beschwerden einzutreten ist (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend um solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften- wechsel verzichtet wurde, dass im Beschwerdeverfahren zusammenfassend geltend gemacht wird, die neue Situation, die durch das Wiederauftreten von Krebs bei der Be- schwerdeführerin1 begonnen habe und von der Vorinstanz völlig ignoriert worden sei, sei für die Beschwerdeführerin 1 durch die aussergewöhnliche COVID-19-Epidemie noch verschlimmert worden und in dieser neuen Si- tuation sei der Vollzug der Wegweisung der Besc hwerdeführenden in die Türkei unzumutbar, dass sämtliche negativen Änderungen der Situation der Beschwerdefüh- renden bei der Beurteilung ihrer Beschwerden angemessen zu berücksich- tigen seien, dass der Vorhalt der Beschwerdeführenden, das SEM habe das Wieder- auftreten der Krebserkrankung bei der Beschwerdeführerin 1 völlig igno- riert, nicht gehört werden kann, wenn das SEM in der angefochtenen Ver- fügung ausführt, angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin bereits in der Türkei an ihrem Wohnort D._______ von einer guten medizi- nischen Versorgung habe profitieren können, gefolgert werden könne, E-3817/2020; E-3818/2020 Seite 8 dass auch die Nachbehandlung des in der Schweiz diagnostizierten und operativ entfernten Mammakarzinoms gewährleistet sei, dass die Beschwerdeführenden in grundsä tzlicher Weise zu verkennen scheinen, dass zwischen den materiellrechtlichen Voraussetzungen einer konkreten Gefährdung im Herkunfts- oder Heimatstaat und allfälligen aktu- ellen Hindernissen eines Wegweisungsvollzuges bezüglich der Modalitä- ten des Vollzuges rechtlich klar zu unterscheiden ist, dass den Beschwerdeführenden zwar insofern zuzustimmen ist, als in den angefochtenen Verfügungen die Vorinstanz die COVID-19-Pandemie nicht ausdrücklich erwähnte, dass dieser Umstand aber dem SEM in rechtlich relevanter Hinsicht nicht vorgehalten werden kann, da dieser Aspekt allenfalls im Rahmen der blos- sen Vollzugsmodalitäten zum Tragen kommt, dass ein entsprechender Hinweis des SEM in den angefochtenen Verfü- gungen gerade unter Berücksichtigung der vorliegend en Lebenssituation der Beschwerdeführerin 1 dennoch zumindest nicht unangebracht gewe- sen wäre, zumal das SEM in seinen Verfügungen des ordentlichen Verfah- rens seit einiger Zeit gar in den Dispositiven zum Vollzugspunkt explizit auf Art. 45 Abs. 2bis AsylG i.V.m. Art. 9 Abs. 3 COVID-19-Verordnung Asyl hin- weist, dass die Beschwerdeführenden abgesehen davon mit Vormerk darauf hin- gewiesen werden können, dass gesundheitliche Aspekte und insbeson- dere etwa die Reisefähigkeit betroffener Personen von den zuständige n Behörden im Rahmen der Modalitäten des Vollzuges der Wegweisung auch in zeiträumlicher Hinsicht – gerade auch aktuell unter Einbezug der Einschränkungen aufgrund der bestehende COVID-19-Pandemie – zu be- rücksichtigen sind, dass demnach auch vorliegend ohne Weiteres davon auszugehen ist, dass die aktuelle gesundheitliche Situation insbesondere der Beschwerdeführe- rin 1 im Rahmen der konkreten Vollzugsmodalitäten auch in zeitlicher Hin- sicht gebührend Beachtung finden wird, dass jedoch in vorliegend rechtlich relevanter Hinsicht der hinreichend be- gründeten Feststellung des SEM zu folgen ist, dass auch die mit den Wie-E-3817/2020; E-3818/2020 Seite 9 dererwägungsgesuchen neu geltend gemachten gesundheitlichen und me- dizinischen Behandlungsbedürfnisse der Beschwerdeführenden in der Tür- kei adäquat abgedeckt werden können, dass in den in Rechtskraft erwachsenen Verfügungen des SEM vom 4. De- zember 2019 in ausführlichen Erwägungen festgestellt wurde, dass für die Beschwerdeführenden dem Vollzug der Wegweisung keine Hindernisse entgegenstehen, und dies im Urteil des BVGer E-6626/2019 vom 23. De- zember 2019 bestätigt wurde, dass im Urteil E-6626/2019 festgehalten wurde, die – von den Beschwer- deführenden nicht bestrittene – Einschätzung des SEM, wonach die medi- zinische Behandlung der gesundheitlichen Probleme der Beschwerdefüh- rerin 1 in der Türkei gewährleistet sei, sei nicht zu beanstanden, dass sie gemäss Aktenlage bereits vor der Ausreise aus dem Heimatstaat in mehreren Spitälern in ärztlicher Behandlung gewesen sei und nicht gel- tend gemacht worden sei, diese sei nicht adäquat gewesen (Ende Wieder- gabe des Urteils des BVGer E-6626/2019), dass das Gericht die Einschätzung des SEM in den vorliegenden ange- fochtenen Verfügungen entgegen der in den Beschwerden vertretenen An- sicht teilt, dass den vorliegenden Wie dererwägungsgesuchen diesbezüg- lich keine wesentlich und somit keine erheblich veränderte Sachlage be- züglich einer konkreten Gefährdung der Beschwerdeführenden aus medi- zinischen Gründen zu entnehmen ist, dass das SEM zutreffend festgestellt hat, dass auch die Nachbehandlung des in der Schweiz diagnostizierten Krebsleidens der Beschwerdeführerin 1 in der Türkei gewährleistet ist, dass das SEM ebenso zu Recht erwog, insgesamt sei nicht davon auszu- gehen, dass die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers 3 bei einer Rückkehr in die Heimat mangels ausreichender medizinischer Be- handlungsmöglichkeiten eine drastische und lebensbedrohende Ver- schlechterung seines Gesundheitszustandes nach sich ziehen würde, dass das SEM in den angefochtenen Verfügungen damit zu Recht darge- legt hat , die Beschwerdeführenden vermöchten in dieser Hinsicht keine wiedererwägungsrechtlich relevanten Gründe aufzuzeigen, E-3817/2020; E-3818/2020 Seite 10 dass im Urteil E-6626/2019 weiter festgestellt wurde, die Beschwerdefüh- renden würden gemäss ihren Aussagen in ihrem Heimatstaat über ein trag- fähiges Familiennetz verfügen, auf dessen Unterstützung sie bei der Si- cherstellung einer wirtschaftlichen Existenz mutmasslich zählen könnten, dass unter diesen Umständen auch die Tatsache, dass es sich beim Be- schwerdeführer 2 um ein 12-jähriges Kind handle, respektive das Kindes- wohl dem Vollzug klarerweise nicht entgegenstehe und der Minderjährige in Begleitung seiner Mutter und seines volljährigen Bruders (Beschwerde- führer 3) in das Land zurückkehren werde, in dem er vor der kürzlic h er- folgten Ausreise sein ganzes Leben verbracht habe (Ende Wiedergabe des Urteils des BVGer E-6626/2019), dass die gegenteiligen Vorbringen im vorliegenden Beschwerdeverfahren bezüglich der familiären Verhältnisse als vorgeschoben und damit nicht- glaubhaft gemacht zu gelten haben, dass auch die Einwände bezüglich des Kindeswohls nicht stichhaltig und wiedererwägungsrechtlich irrelevant erscheinen, dass, soweit in den Rechtsmitteleingaben Umstände geltend gemacht wer- den, die bereits Gegenstand der Prüfung in den Verfügungen des SEM vom 4. Dezember 2019 und im Urteil E -6626/2019 waren, die Beschwer- deführenden damit mit der Einreichung der Wiedererwägungsgesuche auf eine nochmalige Würdigung ihrer bereits bekannten und als solche bereits beurteilten Vorbringen abzielen, dass eine bloss neue Würdigung eines mit rechtskräftigem Entscheid be- reits bestandenen Sachverhaltes einer Wiedererwägung nicht zugänglich ist, dass demnach mit den Wiedererwägungsgesuchen und den hierzu einge- reichten Beweismitteln sowie auch mit den Rechtsmitteleingaben offenkun- dig nicht d argetan wird , inwiefern seit dem rechtskräftigen Urteil E-6626/2019 nachträglich erheblich veränderte Sachlagen entstanden sein sollten, die entgegen dem rechtskräftigen Urteil eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführenden in der Türkei bewirken würden, dass sich die Beschwerden gegen Verfügungen richtet, mit denen ein Wie- dererwägungsgesuch abgewiesen wurde, mithin im Beschwerdeverfahren nur zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht das V orliegen von Widerer- wägungsgründen verneint hat, E-3817/2020; E-3818/2020 Seite 11 dass aufgrund der oben dargelegten Rechtslage seit den Verfügungen des SEM vom 4. Dezember 2019 zwar teilweise neue Sachverhalte entstan- den, aber keine in materiellrechtlicher Hinsicht erheblich veränderte Sach- lage vorliegt, die eine Wiedererwägung der rechtskräftig gewordenen Ver- fügungen rechtfertigen würde, dass die Beschwerdeführenden mit den Rechtsmitteleingaben offensicht- lich nicht darzulegen vermögen, inwiefern die Vorinstanz das Vorliegen ei- nes Wiedererwägungsgrundes zu Unrecht verneint haben sollte, dass die angefochtenen Verfügungen weder in formeller noch in materieller Hinsicht zu beanstanden sind, dass die angefochtene n Verfügungen Bundesrecht nicht verletzen , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellen (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen sind, weshalb die Beschwerden, wie dargelegt, als offensichtlich unbegründet abzuweisen sind, dass bei dieser Sachlage die Kosten des Verfahrens von Fr. 1700.– (Art. 1– 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverwaltungsg ericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und der geleistete Kostenvorschuss zur Begleichung dieser Kosten zu verwenden ist. (Dispositiv nächste Seite) E-3817/2020; E-3818/2020 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerden werden abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1700.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Vorschuss wird zur Begleichung der Kosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän- dige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Christoph Berger Versand: