A bteilung I A -1465/2006 {T 0/2} U rteil vom 27. Juni 2007 M itw irkung: R ichter D aniel R iedo (Vorsitz), Thom as Stadelm ann (Kam m erpräsident), Lorenz Kneubühler (Abteilungspräsident); G erichtsschreiberin Iris W idm er. X._______, Beschw erdeführerin, vertreten durch Y._______ gegen Eidgenössische Steuerverw altung, H auptabteilung M ehrw ertsteuer, Schw arztorstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend M W ST; A rt. 90 A bs. 2 B st. b M W STG ; Vergütungszins (1/2001 - 4/2002). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie X._______ (nachfolgend: Antragstellerin oder Beschw erdeführerin) liess am 20. Juni 2002 gestützt auf Art. 90 Abs. 2 Bst. b des Bundesgesetzes vom 2. Septem ber 1999 über die M ehrw ertsteuer (M W STG , SR 641.20) bei der Eidgenössischen Steuerverw altung (ESTV) für das Jahr 2001 den Antrag auf Vergütung der M ehrw ertsteuer im U m fang von Fr. 344'116.70 stellen. D em G esuch auf am tlichem Form ular lagen diverse einschlägige Belege sow ie die schriftliche Erklärung der schw eizerischen Leistungserbringerin gegenüber der ESTV bei, w onach sie die schw eizerische M ehrw ertsteuer deklariert hatte, w elche auf den der ausländisch ansässigen Antragstellerin in R echnung gestellten U m sätzen des Jahres 2001 lastete. D er Aufforderung der ESTV, w eitere U nterlagen nachzureichen, kam die Antragstellerin binnen verlängerter Frist nach. B. Am 24. Februar 2003 liess die Antragstellerin ein w eiteres G esuch auf Steuervergütung einreichen, diesm al für das Jahr 2002 im U m fang von Fr. 343'172.60. D em Antrag auf am tlichem Form ular lagen w iederum diverse Belege sow ie die gleichlautende schriftliche Erklärung der näm lichen schw eizerischen Leistungserbringerin bei. D ie nachgeforderten U nterlagen reichte die Antragstellerin erneut binnen verlängerter Frist nach. C . M it G utschrift vom 30. April 2003 zeigte die ESTV an, der Antragstellerin gestützt auf das G esuch vom 24. Februar 2003 Fr. 343'173.-- zu vergüten. Am 5. M ai 2003 zahlte die Verw altung den Betrag aus. D . Am 8. August 2003 nahm die ESTV die G utschrift vom 30. April 2003 zurück und forderte bei der Antragstellerin die ausbezahlten Fr. 343'173.-- w ieder ein m it der Begründung, es fehle der erforderliche U nternehm ernachw eis. Aus dem selben G rund sei das G esuch auf Steuervergütung vom 20. Juni 2002 unbegründet. D ie Antragstellerin liess in der Folge für die Jahre 2001 und 2002 um einen einsprachefähigen Entscheid ersuchen. E. Am 18. N ovem ber 2003 entschied die ESTV, sie habe die Vergütung der M ehrw ertsteuer für in den Jahren 2001 und 2002 durch die Antragstellerin bezogene Leistungen bzw . die G esuche vom 20. Juni 2002 und 24. Februar 2003 zu R echt abgelehnt. Zur Begründung legte die Verw altung im W esentlichen dar, der N achw eis, die durch die schw eizerische U nternehm erin erbrachten Leistungen seien durch die Antragstellerin für steuerbare Zw ecke verw endet w orden, könne nicht als erbracht gelten. Insbesondere sei die im Antragsform ular genannte steuerbare Tätigkeit (Betrieb von Flugzeugen) nicht nachgew iesen. F. M it Einsprache vom 23. D ezem ber 2003 liess die Antragstellerin beantragen, den angefochtenen Entscheid aufzuheben, die für die Jahre 2001 und 2002 ersuchten Steuervergütungen zu gew ähren, ein Verspätungszins von 5% pro Jahr für die nicht bzw . verspätet vergütete Steuer auszurichten m it beginnendem Zinsenlauf nach Ablauf von 60 3 Tagen seit Einreichungsdatum der Anträge sow ie für das Verfahren vor der ESTV eine Parteientschädigung zuzusprechen, alles unter Kostenfolge zulasten der ESTV. G . M it Einspracheentscheid vom 27. M ai 2005 hiess die ESTV die Einsprache im Sinne der Erw ägungen sow ie die Steuervergütungsanträge für die Jahre 2001 und 2002 gut. Einen Vergütungszins richtete die Verw altung hingegen nicht aus, auch sprach sie keine Parteientschädigung zu. Zur Begründung der G utheissung hielt sie fest, der N achw eis der U nternehm ereigenschaft der Antragstellerin und einer Verw endung der bezogenen schw eizerischen Leistungen für steuerbare U m sätze sei erbracht. D em gegenüber sei ein Vergütungszins nicht geschuldet, denn das Königreich Saudi-Arabien gew ähre kein entsprechendes G egenrecht. N ach ihrem Kenntnisstand sehe auch kein M itgliedstaat der EU bei M ehrw ertsteuervergütungen der fraglichen Art einen Vergütungszins vor, selbst w enn das Verfahren m ehrere M onate oder gar Jahre gedauert habe. Bei diesem Verfahrensausgang sei überdies keine Parteientschädigung geschuldet. H . Am 27. Juni 2005 lässt die Antragstellerin gegen diesen Einsprache- entscheid Beschw erde bei der Eidgenössischen Steuerrekurskom m ission (SR K) einreichen und beantragen, diesen aufzuheben, sow eit er keinen Vergütungszins und keine Parteientschädigung zuspricht; ihr sei „ein Verspätungszins von 5% auf Fr. 344'116.70 für die Zeit vom 21. August 2002 bis 13. Juni 2005 zu bezahlen, som it von Fr. 48'513.30“; ferner sei ihr für das Einspracheverfahren vor der ESTV eine Parteientschädigung zuzusprechen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der ESTV. M it Vernehm lassung vom 15. Septem ber 2005 schliesst die ESTV auf Abw eisung der Beschw erde. Auf die Eingaben der Parteien an die SR K w ird - sow eit entscheid- w esentlich - im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. I. Am 2. Februar 2007 teilt das Bundesverw altungsgericht den Ver- fahrensbeteiligten m it, es habe das vorliegende Verfahren zuständigkeits- halber übernom m en. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. Bis zum 31. D ezem ber 2006 unterlagen Einspracheentscheide der ESTV der Beschw erde an die SR K. D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die am 1. Januar 2007 bei der SR K hängigen R echtsm ittel. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes- verw altungsgericht [Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32]). Sow eit das VG G nichts anderes bestim m t, richtet sich gem äss Art. 37 VG G das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). D as Bundesverw altungs- gericht ist zur Behandlung der Beschw erde sachlich w ie funktionell 4 zuständig (Art. 31 und 33 Bst. d VG G ). D ie Beschw erdeführerin hat den Einspracheentscheid vom 27. M ai 2005 frist- und auch form gerecht angefochten (Art. 50 und 52 Vw VG ). Sie ist durch die angefochtene Verfügung beschw ert und zur Anfechtung berechtigt (Art. 48 Vw VG ). Auf die Beschw erde ist daher einzutreten. 2. 2.1 N ach dem G rundsatz der R echtsanw endung von Am tes w egen ist das Bundesverw altungsgericht als Beschw erdeinstanz an die rechtliche Begründung der Begehren nicht gebunden, es kann eine Beschw erde auch aus anderen als den geltend gem achten G ründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis m it einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abw eicht (Art. 62 Abs. 4 Vw VG ; U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1342/2006 vom 3. M ai 2007 E. 1.3; AN D R É M O SER , in: André M oser/Peter U ebersax, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurskom m issionen, Basel und Frankfurt am M ain 1998, R z. 1.8 f.). 2.2 2.2.1 D er M ehrw ertsteuer unterliegen u.a. im Inland gegen Entgelt erbrachte Lieferungen von G egenständen sow ie im Inland gegen Entgelt erbrachte D ienstleistungen (Art. 5 Bst. a und b M W STG ). 2.2.2 D er Bundesrat ist zuständig zu bestim m en, unter w elchen Voraussetzungen den Abnehm ern m it W ohn- oder G eschäftssitz im Ausland die Steuer auf den an sie im Inland ausgeführten Lieferungen oder D ienstleistungen bei G ew ährung des G egenrechts durch das Land ihres W ohn- oder G eschäftssitzes vergütet w erden kann (Art. 90 Abs. 2 Bst. b M W STG ). D er Bundesrat hat die Voraussetzungen für eine solche Steuervergütung in Art. 28 ff. der Verordnung vom 29. M ärz 2000 zum Bundesgesetz über die M ehrw ertsteuer (M W STG V, SR 641.201) geregelt. 2.2.3 D anach ist anspruchsberechtigt auf Steuervergütung, w er G egenstände einführt oder sich im Inland Leistungen der in Art. 6 und 7 M W STG genannten Arten gegen Entgelt erbringen lässt und zudem : a. W ohn- oder G eschäftssitz im Ausland hat, w obei der O rt, an w elchem eine Betriebsstätte geführt w ird, einem G eschäftssitz gleichgestellt ist; b. im Inland keine G egenstände liefert oder, unter Vorbehalt von Abs. 2, im Inland keine D ienstleistungen erbringt; c. im Land seines W ohn- oder G eschäftssitzes seine U nternehm ereigenschaft nachw eist (Art. 28 Abs. 1 M W STG V). Ebenfalls unter dem Titel „Anspruchsberechtigte“ setzt die Verordnung für eine Steuervergütung überdies voraus, dass der Staat des W ohn- oder G eschäftssitzes des Antragstellers ein entsprechendes G egenrecht gew ährt (Art. 28 Abs. 3 M W STG V). D aneben regelt der Verordnungsgeber den U m fang der Steuervergütung (Art. 29 M W STG V), die Vergütungsperiode (Art. 30 M W STG V) sow ie das Vergütungsverfahren (Art. 31 M W STG V).5 Einen allfälligen Vergütungszins hat der Verordnungsgeber für die Steuervergütung gem äss Art. 90 Abs. 2 Bst. b M W STG ausdrücklich w eder vorgesehen noch ausgeschlossen. 2.2.4 D ie M W STG V w ird im konkreten Anw endungsakt grundsätzlich daraufhin überprüft, ob sie gesetz- und verfassungsm ässig ist. Ist der Bundesrat w ie im Fall der in R ede stehenden Art. 28 ff. M W STG V durch eine D elegationsnorm in einem Bundesgesetz erm ächtigt w orden (Art. 90 Abs. 2 Bst. b M W STG ), ist zu prüfen, ob sich der Verordnungsgeber an die G renzen der ihm im G esetz eingeräum ten Befugnisse gehalten hat. Sow eit das G esetz den Bundesrat nicht erm ächtigt, von der Verfassung abzuw eichen, befindet das G ericht auch über die Verfassungsm ässigkeit der selbständigen Verordnungen. R äum t jedoch das G esetz dem Bundesrat - w ie hier - einen w eiten Erm essensspielraum für die R egelung auf Verordnungsstufe ein, so ist dieser für das Bundesverw altungsgericht verbindlich. D er R ichter hat diesfalls nicht sein eigenes Erm essen an die Stelle jenes des Verordnungsgebers zu setzen, sondern lediglich zu prüfen, ob die Verordnungsbestim m ung den R ahm en der dem Bundesrat delegierten Kom petenzen offensichtlich sprenge oder sich aus andern G ründen als gesetz- oder verfassungsw idrig erw eise (BG E 131 II 25 f., m it H inw eisen; U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1438/2006 vom 11. Juni 2007 E. 4.4.2; U LR IC H H ÄFELIN /W ALTER H ALLE R , Schw eizerisches Bundesstaatsrecht, 6. Aufl., Zürich/Basel/G enf 2005, R z. 2096 ff.). 2.3 2.3.1 Erfolgt die Auszahlung des Ü berschusses an abziehbaren Vorsteuern beziehungsw eise eines anderen Saldoguthabens zu G unsten der steuerpflichtigen Person später als 60 Tage nach Eintreffen der Steuerabrechnung beziehungsw eise der schriftlichen G eltendm achung des Saldos bei der ESTV, so w ird für die Zeit vom 61. Tag bis zur Auszahlung ein Vergütungszins zum Zinssatz für den Verzugszins ausgerichtet. Ein solcher Vergütungszins w ird auch dann ausgerichtet, w enn der steuerpflichtigen Person Steuern zurückzuerstatten sind, die zu U nrecht eingefordert w urden (Art. 48 Abs. 4 M W STG ). D er für die zu U nrecht erhobene Steuer ausgerichtete Vergütungszins ergibt sich bereits aus den allgem einen Prinzipien der ungerechtfertigten Bereicherung (vgl. ALO IS C AM EN ZIN D /N IKLAU S H O N AU E R , H andbuch zum M ehrw ertsteuergesetz, Bern/Stuttgart/W ien 2000, R z. 1251). D ie Verw altung ist unter dem G esichtspunkt des R echtsgleichheitsgebotes gehalten, alle Bürger, denen sie Steuern zurückzuerstatten hat, auf die selbe W eise zu restituieren (Entscheid der SR K [2001-154] vom 24. M ai 2002 E. 5., bestätigt durch U rteil 2A.326/2002 des Bundesgerichts vom 2. Juni 2003, veröffentlicht in Archiv für Schw eizerisches Abgaberecht [ASA] 74 679 E. 4.3). N icht zu verzinsen sollen dem gegenüber Ü berschüsse aus Vorauszahlungen der steuerpflichtigen Person sein (Bericht vom 28. August 1996 der Kom m ission für W irtschaft und Abgaben des N ationalrats [W AK-N ] zur parlam entarischen Initiative [Parlam entarische Initiative D ettling, 93.461] über den Erlass eines Bundesgesetzes über die 6 M ehrw ertsteuer, ad Art. 46 Abs. 4), da die Vergütungszinspflicht des Fiskus auf die Fälle der verspäteten Auszahlung des Vorsteuerüberschusses, der R ückerstattung zu U nrecht einverlangter oder irrtüm lich bezahlter Beträge beschränkt sei (TH O M AS P. W EN K, in m w st.com , Kom m entar zum Bundesgesetz über die M ehrw ertsteuer, Basel/ G enf/M ünchen 2000, ad Art. 48 Abs. 4). 2.3.2 G em äss herrschender Lehre und R echtsprechung ist für öffentlichrechtliche G eldforderungen - m ithin auch abgaberechtliche Forderungen - ein Verzugszins geschuldet, sofern dies durch besondere gesetzliche R egelung nicht ausgeschlossen ist (statt vieler: U rteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 1999, veröffentlicht in ASA 68 522 E. 3a; BG E 101 Ib 258 f. E. 4b; Entscheid der Eidgenössischen Zollrekurskom m ission vom 27. April 1998, veröffentlicht in Verw altungs- praxis der Bundesbehörden [VPB] 63.74 E. 5c.bb; U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/ G enf 2006, R z. 756 ff; FR ITZ G YG I, Verw altungsrecht, Bern 1986, S. 296 f.; relativierend für das Sozialversicherungsrecht: BG E 119 V 81 E. 3a). Vergütungszins, w elcher für die zuviel bezahlten und deshalb rückzuerstattenden Beträge auszurichten ist, w ird im Steuerrecht sogar ohne gesetzliche G rundlage gew ährt (BG E 101 Ib 18 E. 3; Entscheid der SR K vom 28. Juni 2005, veröffentlicht in VPB 69.125 E. 4, m it w eiteren H inw eisen; ER N ST BLU M EN STEIN /PETER LO C H ER , System des schw eizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 313). 2.3.3 Bei verspäteter R ückerstattung der M ehrw ertsteuer beträgt der Vergütungszinssatz 5% pro Jahr (Art. 1 Abs. 3 der ausser Kraft gesetzten, aber hier noch anw endbaren Verordnung vom 20. Juni 2000 des EFD über die Verzugs- und Vergütungszinssätze, AS 2000 2146). 3. 3.1 Im vorliegenden Fall bleibt nunm ehr die eigentliche Steuervergütung m it Bezug auf die fraglichen Leistungen, w elche die Beschw erdeführerin in den Jahren 2001 und 2002 von der schw eizerisch ansässigen Leistungserbringerin bezogen hat, unbestritten. Ebenso nicht Streitgegenstand bildet ein allfälliger Vergütungszins auf dem Steuerbetrag von Fr. 343'173.--, der für das Jahr 2002 vergütet w orden ist. Im Streit liegen indes die Fragen, ob die ESTV bezüglich der m it Eingabe vom 20. Juni 2002 für das Jahr 2001 beantragten und erst m it Einspracheentscheid vom 27. M ai 2005 bew illigten Steuervergütung in H öhe von Fr. 344'116.70 einen Vergütungszins auszurichten hat sow ie, ob der Beschw erdeführerin für das vorinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung zuzusprechen sei. 3.2 D ie Vorinstanz begründet ihren abw eisenden Einspracheentscheid im W esentlichen dam it, das Königreich Saudi-Arabien gew ähre kein G egenrecht bezüglich Vergütungszinsen. D abei verkennt sie, dass dieser Staat - w ie die ESTV selber ausführt - ein völlig anderes Steuersystem als die Schw eiz und deshalb auch keine Steuervergütung in der hier in R ede stehenden Art kennt. Es liegt deshalb auf der H and, dass das Königreich 7 eine Vergütungszinspflicht bezüglich solcher Steuervergütungen, die ihm unbekannt sind, gar nicht vorsehen kann. U nter diesen U m ständen erw eist sich im vorliegenden Fall als unzulässig, die Ausrichtung von Vergütungszins vom G egenrecht des Königreichs Saudi-Arabien abhängig zu m achen. H ätte die ESTV im Ü brigen auf dieses G egenrecht abgestellt, w äre es überhaupt zu keiner Steuervergütung gekom m en. W eshalb die ESTV schliesslich auf die R egelung der EU verw eist, die nach ihrer Behauptung kein G egenrecht auf Vergütungszins im Steuerver- gütungsverfahren einräum e, bleibt unersichtlich, ist die Beschw erde- führerin doch in Saudi-Arabien und nicht in der EU ansässig. 3.3 D er ESTV ist ferner entgegen zu halten, dass unzulässig erscheint, die Vergütungszinspflicht überhaupt vom G egenrecht des betroffenen Staates abhängig zu m achen. D er Bundesrat bezieht das G egenrecht als Voraussetzung für die Steuervergütung einzig auf die Anspruchs- berechtigung (R andtitel zu Art. 28 M W STG V, Art. 28 Abs. 3 M W STG V, E. 2.2.3 hievor). D en U m fang der Steuervergütung (Art. 29 M W STG V), die Vergütungsperiode (Art. 30 M W STG V) sow ie das Vergütungsverfahren (Art. 31 M W STG V) regelt der Verordnungsgeber hingegen nach M assgabe des innerstaatlichen R echts, m ithin unabhängig vom G egenrecht. M acht der Bundesrat lediglich die Anspruchsberechtigung auf Steuervergütung vom G egenrecht abhängig, dann richtet sich ein allfälliger Vergütungszins gleich w ie die übrigen R egelungsinhalte nach innerstaatlichem R echt. Es kann auch nicht gesagt w erden, der Verordnungsgeber unterschreite den ihm m it D elegationsnorm von Art. 90 Abs. 2 Bst. b M W STG übertragenen Erm essensspielraum bei der R egelung der Steuervergütung, indem er einzig die Anspruchsberechtigung vom G egenrecht des andern Staates abhängig m acht und nicht etw a auch die Vergütungszinspflicht. D enn diese D elegationsnorm beschränkt das G egenrecht als Voraussetzung der Steuervergütung auf die Tatbestände „im Inland ausgeführte Lieferungen oder D ienstleistungen“ an „Abnehm er m it W ohn- oder G eschäftssitz im Ausland“ und geht dam it nicht über jene Tatbestände hinaus, w elche der Bundesrat in Art. 28 M W STG V unter dem Titel „Anspruchsberechtigte“ erfasst und vom G egenrecht abhängig m acht. Ü berdies hat der Verordnungsgeber - anders als etw a beim Erlass der Einfuhrsteuer (Art. 19f Abs. 4 M W STG V) - die Vergütungszinspflicht bei der Steuervergütung in Anw endung von Art. 90 Abs. 2 Bst. b M W STG nicht ausdrücklich ausgeschlossen und dam it signalisiert, dass er - anders als beim Einfuhrsteuerlass - nicht von der grundsätzlichen Vergütungs- zinspflicht (E. 2.3.1 und 2.3.2 hievor) abw eichen w ill. H ierzu ist er angesichts des sehr w eiten Erm essensspielraum s, w elcher ihm durch die D elegationsnorm übertragen w ird, berechtigt. D ies nicht zuletzt auch angesichts des G rundsatzes, w onach öffentlichrechtliche G eldforderungen zu verzinsen sind. D aran orientiert sich der Bundesrat offensichtlich, w enn er die Vergütungszinspflicht im Vergütungsverfahren nicht ausschliesst. Eine Verletzung von Verfassungs- oder G esetzesrecht durch diese R egelungsart ist w eder ersichtlich noch durch die ESTV dargetan. Im G egenteil verschafft m it seiner Erm essensbetätigung der Verordnungs-8 geber dem G ebot N achachtung, die Verw altung sei gehalten, alle Betroffenen, denen sie Steuern rückzuerstatten hat, auf die selbe W eise zu behandeln (E. 2.3.1 hievor). U nter diesen U m ständen hält die R egelung jedenfalls vor der zurückhaltenden Ü berprüfung durch das Bundesverw altungsgericht stand. D er R ichter hat nicht sein eigenes Erm essen an die Stelle jenes des Verordnungsgebers zu setzen und im Vergütungsverfahren einen Ausschluss der Vergütungszinspflicht zu statuieren. 3.4 Einen w eiteren Ablehnungsgrund erblickt die ESTV im W ortlaut und in der System atik von Art. 48 Abs. 4 M W STG . D araus gehe hervor, Vergütungszins sei ausschliesslich an steuerpflichtige Personen auszurichten. Bei der Beschw erdeführerin handle es sich aber nicht um eine Steuerpflichtige, w eshalb ein Vergütungszins entfalle. D em ist nicht beizupflichten. W ie bereits m ehrfach dargelegt, ist die Verw altung von Verfassungs w egen gehalten, alle Betroffenen, denen sie Steuern zurückzuerstatten hat, gleicherw eise Vergütungszinse zu entrichten (E. 2.3.1 und 3.3 hievor). W eshalb dies gerade für G läubiger im Vergütungsverfahren nicht zutreffen sollte, nur w eil sie subjektiv nicht steuerpflichtig sind, ist nicht ersichtlich. D ie Leistungsem pfänger, auf w elche das Vergütungsverfahren im Sinne von Art. 90 Abs. 2 Bst. b M W STG abzielt, sind system notw endigerw eise nie schw eizerisch steuerpflichtig. System w idrig und daher nicht sachgerecht ist unter diesem G esichtspunkt, w enn die Verw altung das R echt auf Vergütungszins von der subjektiven Steuerpflicht abhängig m achen w ill. Solches w äre auch m it dem R echtsgleichheitsgebot nicht zu vereinbaren. D er Vergütungszins zielt im Fall des inländischen Steuerpflichtigen darauf ab, diesen dafür zu entschädigen, dass sein Anspruch auf R ückerstattung von Vorsteuern (oder Steuern) durch die Verw altung verspätet erfüllt w orden ist. N icht anders verhält es sich im vorliegenden Fall. D ie ausländisch ansässige U nternehm erin hat Anspruch auf Vergütung schw eizerischer Vorsteuer, w elche ihr verspätet ausbezahlt w orden ist. Es erscheint ungerechtfertigt, die eine U nternehm erin für die Verspätung m it Vergütungszins zu entschädigen, die andere aber nicht. Schliesslich m acht die R echtsprechung die Anw endbarkeit von Art. 48 Abs. 4 M W STG (bzw . des gleichlautenden Art. 39 Abs. 4 der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die M ehrw ertsteuer [M W STV, AS 1994 1464]) nicht davon abhängig, dass die Anspruchsberechtigte eine steuerpflichtige Person ist. Beispielsw eise ist die aufgrund der Verw altungsratstätigkeit zunächst entrichtete Steuer zuzüglich Vergütungszins zurückzuerstatten, nachdem sich zw ischen- zeitlich erw iesen hat, Verw altungsratshonorare hätten als Einkünfte aus unselbständiger Erw erbstätigkeit zu gelten (U rteil 2A.326/2002 des Bundesgerichts vom 2. Juni 2003, veröffentlicht in ASA 74 679 E. 4.3, 681 E. 5.3.1). D er Verw altungsrat hat m angels selbständiger Tätigkeit nicht als steuerpflichtige Person zu gelten und zw ar ab Beginn der Verw altungsratstätigkeit. Ein Vergütungszins ist dem zufolge dort nicht anders als im vorliegenden Fall an eine nicht steuerpflichtige Person auszurichten. D as Argum ent der ESTV verfängt nicht. 9 N ur der Vollständigkeit halber sei darauf hingew iesen, dass es sich vorliegend nicht um „Ü berschüsse aus Vorauszahlungen“ handelt, w elche offenbar nicht zu verzinsen sind (E. 2.3.1 hievor). D ie an die Beschw erdeführerin vergütete Vorsteuer im Betrag von Fr. 344'116.70 w urde durch die schw eizerisch ansässige Leistungserbringerin nicht „vorausbezahlt“ in diesem Sinne. So w ird vorliegend denn auch kein Vergütungszins ab dem Zeitpunkt der Steuerentrichtung durch die Leistungserbringerin, sondern ab dem 61. Tag nach Eingang des G esuch der Beschw erdeführerin um Steuervergütung geltend gem acht. 3.5 D ie Beschw erdeführerin hat das G esuch um Vergütung der auf den im Jahre 2001 bezogenen Leistungen lastenden Vorsteuer am 20. Juni 2002 bei der zuständigen Behörde eingereicht. D ie Steuervergütung w urde ihr erst m it Einspracheentscheid vom 27. M ai 2005 zugesprochen. D er fragliche Betrag in H öhe von Fr. 344'116.70 w ar der Beschw erdeführerin bis zur Auszahlung folglich unrechtm ässig entzogen. Für den daraus resultierenden unberechtigten G enuss des G eldvorteils des Fiskus in der Zeit ab dem 61. Tag seit Einreichung des Antrags bis zur Auszahlung ist in Anw endung von Art. 48 Abs. 4 M W STG ein Vergütungszins in H öhe von 5% geschuldet. M it R echt w irft die ESTV der Beschw erdeführerin nicht vor, das Vergütungsverfahren schuldhaft überm ässig verlängert zu haben m it der Folge, dass deshalb ein Vergütungszins als nicht (oder nicht für die ganze Zeitdauer) geschuldet zu gelten hätte. D ie Beschw erde ist in diesem Punkt dem G rundsatze nach gutzuheissen. D ie Beschw erdeführerin behauptet, die Vorsteuer in H öhe von Fr. 344'116.70 sei ihr am 14. Juni 2005 entrichtet w orden. D as genaue D atum der Auszahlung ist jedoch aktenm ässig nicht erstellt. D a es ohnehin grundsätzlich zunächst an der ESTV ist, Steuerforderungen oder -guthaben zu beziffern, ist die Sache zur Berechnung des geschuldeten Vergütungszinses für die Zeit ab dem 61. Tag seit G esuchstellung bis zur tatsächlichen Auszahlung an die Vorinstanz zurückzuw eisen. 4. D ie Beschw erdeführerin beantragt ferner eine Parteientschädigung für das Einspracheverfahren vor der ESTV. Art. 68 Abs. 1 M W STG sieht vor, dass im Veranlagungsverfahren und im Einspracheverfahren in der R egel keine Kosten erhoben und keine Parteientschädigung ausgerichtet w ird. W ird vom G rundsatz der Kostenlosigkeit dann abgew ichen, w enn der Steuerpflichtige das Verfahren schuldhaft verursacht hat (vgl. PETER A. M Ü LLE R -STO LL, in m w st.com , a.a.O ., ad Art. 68 R z. 3), hat um gekehrt die ESTV eine Parteikostenentschädigung nur dann auszurichten, w enn ihr ebenfalls ein solches schuldhaftes Verhalten vorgew orfen w erden kann (Entscheid der SR K vom 8. Juni 2004, veröffentlicht in VPB 68.161 E. 5). Solches ist hier indes w eder dargetan noch ersichtlich. Vielm ehr ist die Vorinstanz verpflichtet, Steuervergütungsanträge zu prüfen und nötigenfalls ein Einspracheverfahren zu eröffnen, falls die entsprechenden Ansprüche um stritten bleiben. Von einer schuldhaften Verursachung des Verfahrens kann keine R ede sein. Für die ungebührlich lange 10 Verfahrensdauer w ird die Beschw erdeführerin m it dem Vergütungszins entschädigt. D ie Beschw erde ist in diesem Punkt abzuw eisen. 5. Folglich ist die Beschw erde teilw eise gutzuheissen und die Sache zur Berechnung des geschuldeten Vergütungszinses an die Vorinstanz zurückzuw eisen. Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschw erde- führerin als zu einem kleinen Teil unterliegende Partei die Verfahrenskosten (Fr. 2'000.--) im U m fange von Fr. 200.-- zu tragen. D er ESTV sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 Vw VG ). D er Kostenvorschuss ist m it den Verfahrenskosten zu verrechnen und der Ü berschuss (Fr. 1'800.--) zurückzuerstatten. D ie Vorinstanz hat der teilw eise obsiegenden Beschw erdeführerin eine reduzierte Parteientschädigung von insgesam t Fr. 2'700.-- auszurichten (Art. 64 Abs. 1 und 2 Vw VG ; Art. 7 ff. des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver- w altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird im Sinne der Erw ägungen teilw eise gutgeheissen und die Sache zur Berechnung des geschuldeten Vergütungszinses an die Vorinstanz zurückgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten im Betrage von Fr. 2'000.-- w erden der teilw eise obsiegenden Beschw erdeführerin im U m fang von Fr. 200.-- auferlegt und m it dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- verrechnet. D er Ü berschuss von Fr. 1'800.-- w ird nach R echtskraft des vorliegenden Entscheides zurückerstattet. D er Vorinstanz w erden keine Kosten auferlegt. 3. D er Beschw erdeführerin w ird eine Parteientschädigung in H öhe von Fr. 2'700.-- zulasten der ESTV zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. _______) (m it G erichtsurkunde) D er Abteilungspräsident: D ie G erichtsschreiberin: Lorenz Kneubühler Iris W idm er11 R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert 30 Tagen seit der Eröffnung m it einer Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie Beschw erde ist unzulässig gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. m und 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G ]; SR 173.110). Versand am :