A bteilung IV D -6391/2006 law /w ic {T 0/2} U rteil vom 2. M ai 2007 M itw irkung: R ichter W alter Lang, M arkus König, D aniel Schm id G erichtsschreiberin C orinne W irthner A. _______, seine Ehefrau B. _______, sow ie deren Kinder C . _______ und D . _______, Afghanistan, vertreten durch lic. iur. M ichael G uidon, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 30. Juli 2003 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. a) D ie Beschw erdeführer, sunnitische Tadschiken m it letztem W ohnsitz in der Pro- vinz _______, verliessen ihren H eim atstaat nach eigenen Angaben am 17. O kto- ber 1999 und gelangten am 10. N ovem ber 1999 auf dem Luftw eg nach Zürich-Klo- ten, w o sie am 11. N ovem ber 1999 um Asyl nachsuchten. M it Verfügung vom sel- ben Tag verw eigerte das Bundesam t den Beschw erdeführern vorläufig die Einrei- se in die Schw eiz und w ies ihnen für die D auer des w eiteren Asylverfahrens bis m axim al am 25. N ovem ber 1999 den Transitbereich des Flughafens Zürich-Kloten als Aufenthaltsort zu. Am 12. N ovem ber 1999 befragte die Flughafenpolizei Zürich die Beschw erdeführer zu ihren Asylgründen. M it Zw ischenverfügung vom 16. N o- vem ber 1999 bew illigte das Bundesam t den Beschw erdeführern die Einreise in die Schw eiz zur Prüfung ihrer Asylgesuche und ordnete an, sie seien um gehend an die Em pfangsstelle (heute: Em pfangs- und Verfahrenszentrum ) _______ zu w ei- sen. D ort w urden die Beschw erdeführer am 18. N ovem ber 1999 sum m arisch zum R eisew eg und zu ihren G ründen für das Verlassen des H eim atlandes befragt. Für die D auer des Asylverfahrens w urden sie dem Kanton _______ zugew iesen, w o sie am 18. bzw . 19. April 2000 durch die zuständige kantonale Behörde zu ihren Asylgründen angehört w urden. Zur Begründung seines Asylgesuchs m achte der Beschw erdeführer im W esentli- chen geltend, er sei seit seinem sechsten Lebensjahr in _______ aufgew achsen. Er stam m e aus (...). Von 1988 bis 1993 sei er M itglied der Partei von _______ ge- w esen. W ährend dieser Zeit seien in Afghanistan die M ujaheddin an die M acht ge- kom m en. N ach seinem (...) sei er (...) und habe dort in einem Krankenhaus gear- beitet. Später habe er auch Patienten bei sich zuhause behandelt. Eines Tages seien R egierungsleute zu ihm gekom m en, hätten ihn bedroht und ihn beauftragt, einen schw er verletzten Kollegen von ihnen zu behandeln. D anach sei es im m er öfter vorgekom m en, dass er gezw ungen w orden sei, Patienten der Taliban zu ver- arzten. Einer seiner Brüder sei von den Taliban im Jahre 1998 derart m isshandelt w orden, dass er an den Verletzungen gestorben sei. Er selbst sei auch von den Taliban gesucht w orden, w eshalb er anfangs 1999 in die Provinz _______ geflüch- tet sei und dort ein H aus gem ietet habe. Zu der Zeit sei die Situation noch gut ge- w esen, da M assoud die Kontrolle über diese G ebiete gehabt habe. D ann sei der N orden jedoch von den Taliban angegriffen w orden. D er Kom m andant M assoud habe jedem M ann eine W affe zur Verfügung gestellt, um gegen die Taliban zu käm pfen. Er habe aber nicht w ieder in Schw ierigkeiten geraten und auf keinen Fall käm pfen w ollen. Aus diesen G ründen habe er seinen H eim atstaat am 17. O ktober 1999 verlassen. Anlässlich der kantonalen Anhörung reichte der Beschw erdeführer (...) zu den Ak- ten. D ie Beschw erdeführerin m achte im W esentlichen geltend, sie sei w egen der 3 Schw ierigkeiten ihres Ehem annes ausgereist. Ihr Vater sei O ffizier gew esen. W eil er um sein Leben gefürchtet habe, sei er 1997 m it der Fam ilie in die Provinz _______ geflüchtet. D ort habe sie dann ihren Ehem ann kennen gelernt und geheiratet. b) Am 10. D ezem ber 2001 ersuchte der inzw ischen m andatierte R echtsvertreter des Beschw erdeführers um Akteneinsicht. G leichzeitig reichte dieser ein vom Be- schw erdeführer am 28. N ovem ber 2001 unterzeichnetes Schreiben ein. D arin m acht dieser geltend, nachdem er ______ geflüchtet sei, w o er sich verheiratet habe, hätten ihn die M ujaheddin an die Front geschickt; dort habe er Verw undete pflegen m üssen, obw ohl er den W unsch geäussert habe, als ______ arbeiten zu w ollen. Er sei von den M ujaheddin gefoltert w orden. Zudem brachte er vor, er habe erfahren, dass seine Eltern ihr H eim atland inzw ischen auch hätten verlassen m üssen, nachdem sie von den M ujaheddin bedroht w orden seien. Er habe seit län- gerer Zeit keine Inform ationen m ehr über ihr Schicksal, w as ihn psychisch stark belaste. D iese Vorbringen w iederholte er im W esentlichen in einer w eiteren Einga- be vom 4. Februar 2002. Ergänzend fügte er darin an, er sei von den M ujaheddin zw ei W ochen lang festgehalten w orden, ohne den G rund zu kennen. B. M it Schreiben vom 5. Juni 2000 teilte das Zivilstandsam t _______ dem Bundesam t m it, dass die Beschw erdeführerin am 25. M ai 2000 ______ zur W elt gebracht hat. C . M it Verfügung vom 30. Juli 2003 - eröffnet am 5. August 2003 - stellte das Bundes- am t fest, die Beschw erdeführer w ürden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen und lehnte die Asylgesuche ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung aus der Schw eiz und deren Vollzug an. D . M it Eingabe vom 3. Septem ber 2003 (Poststem pel) liessen die Beschw erdeführer durch ihren R echtsvertreter gegen diese Verfügung bei der Schw eizerischen Asyl- rekurskom m ission (AR K) Beschw erde erheben und beantragen, die Verfügung der Vorinstanz vom 30. Juli 2003 sei aufzuheben; es sei festzustellen, dass der Be- schw erdeführer die Flüchtlingseigenschaft erfülle und ihm und seiner Fam ilie Asyl zu gew ähren; eventualiter sei vom Vollzug der W egw eisung abzusehen und das Bundesam t anzuw eisen, dem Beschw erdeführer und seiner Fam ilie w egen U nzu- lässigkeit und U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung vom Am tes w egen die vorläufige Aufnahm e zu gew ähren. In verfahrensrechtlicher H insicht liessen sie ferner beantragen, es sei die unentgeltliche R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG zu gew ähren und es sei von der Erhebung eines Kostenvor- schusses abzusehen. Zusam m en m it der R echtsm ittelschrift liess der Beschw erdeführer als Bew eism ittel eine alte Identitätskarte im O riginal und eine Kopie des ______ von 1988, eine Ab- schrift des Briefes von _______ vom 10. D ezem ber 2002 im O riginal m it Ü ber- setzung, ein von ihm persönlich verfasstes Schreiben bezüglich seiner angebli- chen Inhaftierung durch die M ujaheddin sow ie verschiedene Lageanalysen und G utachten von N G O ’s zu den Akten reichen.4 E. M it Zw ischenverfügung vom 16. Septem ber 2003 hiess der zuständige Instruk- tionsrichter der AR K das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kosten- vorschusses und w ies das G esuch um am tliche Verbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 Vw VG ab. F. In seiner Vernehm lassung vom 24. Septem ber 2003 beantragte das Bundesam t die Abw eisung der Beschw erde. D azu nahm en die Beschw erdeführer m it R eplik vom 13. O ktober 2003 Stellung. G . G em äss M itteilung der Frem denpolizei der Stadt _______ brachte die Beschw er- deführerin am 10. August 2004 _______ zur W elt. H . Am 24. N ovem ber 2004 reichte der R echtsvertreter der Beschw erdeführer bei der AR K ein Schreiben des _______ sow ie dessen vom Beschw erdeführer verfasste Ü bersetzung ein. I. M it Schreiben vom 12. Januar 2005 liess der R echtsvertreter der Beschw erdefüh- rer der AR K einen Brief des in _______ lebenden C ousins des Beschw erdeführers vom 23. D ezem ber 2004 zukom m en, in dem dieser die Situation des Beschw erde- führers und dessen Fam ilie darstellt. J. Am 30. N ovem ber 2005 liess der R echtsvertreter der Beschw erdeführer der AR K ein Schreiben seines M andanten zukom m en, in dem dieser seine Situation noch einm al zusam m enfasst.5 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t am 1. Januar 2007, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrens- recht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ).6 4. 4.1 D as Bundesam t lehnte die Asylgesuche der Beschw erdeführer m it der Begrün- dung ab, ihre Vorbringen hielten w eder den Anforderungen an die Flüchtlingsei- genschaft gem äss Art. 3 AsylG noch jenen an die G laubhaftigkeit gem äss Art. 7 AsylG stand. Im Einzelnen führte es aus, für die Bestim m ung der Flüchtlingseigen- schaft sei der Zeitpunkt des Asylentscheides m assgebend. D er Beschw erdeführer habe geltend gem acht, von den Taliban verfolgt zu w erden. D urch die m ilitärische Intervention der U SA und ihrer Verbündeten hätten die Taliban jedoch ihre M acht verloren. Am 22. D ezem ber 2001 sei in Afghanistan eine Ü bergangsregierung ein- gesetzt w orden. D ie Loya Jirga habe am 19. Juni 2002 einen Ü bergangspräsidenten gew ählt. D ie R egierung sei bem üht, die Situation zu norm alisieren und räum e der Sicherheit absolute Priorität ein. D ie Furcht vor einer asylrelevanten Verfolgung durch die Taliban sei zum heutigen Zeitpunkt nicht m ehr begründet, w eshalb die diesbezüglichen Vorbringen des Beschw erdeführers nicht asylrelevant seien. Aus- serdem m ache der Beschw erdeführer nachträglich die Verfolgung durch die M uja- heddin im N orden Afghanistans geltend. D iese Behauptung erscheine nach der Er- oberung Afghanistans durch die am erikanischen Kräfte jedoch rein zw eckm ässig. D a sie den vorangegangenen Aussagen w iderspreche, sei sie nicht glaubhaft. Aber auch w enn m an dem Beschw erdeführer in diesem Punkt G lauben schenken w ürde, m üsste m an feststellen, dass dieser sein Land w ährend dem R egim e der M ujahed- din nicht verlassen, sondern w eiterhin ______ ausgeübt habe. D ie Erfahrung zeige, dass gefährdete Personen so schnell w ie m öglich versuchten, sich in Schutz zu bringen. Schliesslich lasse der Beschw erdeführer in seinen Schreiben an das Bun- desam t nur verlauten, er könne w eit um fassendere Angaben m achen. Aus diesen G ründen seien die diesbezüglichen Vorbringen des Beschw erdeführers nicht glaub- haft und die eingereichten Bew eism ittel im Ü brigen asylrechtlich nicht relevant. 4.2 D iesen Erw ägungen w ird in der Beschw erde entgegen gehalten, die vorgenom - m enen Befragungen lieferten bezüglich der ab Ende 2001 herrschenden Situation m it den M ujaheddin als neue alte offizielle M achthaber viel zu w enig präzise Infor- m ationen. D er Beschw erdeführer habe zw ar schon anlässlich der Befragungen im N ovem ber 1999 und im April 2000 darauf hingew iesen, dass die R ückkehr nach Afghanistan unter den M ujaheddin aufgrund des _______, seiner Parteizugehörig- keit und seines _______ m it grossen G efahren verbunden w äre und dass er auch schon unter den M ujaheddin ganz konkret bedroht w orden sei. Aus der Lektüre der Befragungsprotokolle gehe jedoch hervor, dass dies zum dam aligen Zeitpunkt ei- gentlich niem anden interessiert habe. So habe sich der Beschw erdeführer in sei- nen Schilderungen in der R egel denn auch auf seine Taliban-Zeit vom Septem ber 1996 bis M ärz/April 1999 beschränkt. Sow ohl Befrager und Befragter seien dam als im m er sogleich auf die Situation unter den Taliban zu sprechen gekom m en. N ach M einung der Beschw erdeführer w äre für einen Entscheid zur vollständigen Erm itt- lung des entscheidrelevanten Sachverhalts eigentlich eine w eitere Befragung not- w endig gew esen. Es w erde jedoch versucht, dieses M anko in der Beschw erde- schrift w ettzum achen. D as Verhalten des Beschw erdeführers zeige, dass dieser von einem Inform ations- defizit auf Seiten der Asylbehörden ausgegangen sei. In seinen Briefen vom 28. 7 N ovem ber 2001 und vom 4. Februar 2002 habe er versucht, der Vorinstanz seine aktuelle Situation zu schildern und dabei insbesondere auf seine Problem e m it den M ujaheddin aufm erksam zu m achen. D ie auf französisch verfassten Briefe habe ein kongolesischer Asylsuchender für die Beschw erdeführer, der dam als m it sei- nen noch m angelhaften Französischkenntnissen deren genauen Inhalt und Aussa- gekraft nicht habe beurteilen können, geschrieben. D ies erkläre unter anderem die Tatsache, dass im Brief vom 4. Februar 2002 die zw eiw öchige Inhaftierung des Beschw erdeführers durch die M ujaheddin nur ungenau geschildert und zeitlich falsch eingeordnet w orden sei. Zudem sei es aufgrund der geschilderten U m stän- de nicht erstaunlich, dass in den Briefen des Beschw erdeführers vieles nur ange- deutet w orden sei und es an Präzisierungen fehle. Im W eiteren w ird geltend gem acht, die ab N ovem ber 2001 gem achten Angaben des Beschw erdeführers zur Verfolgung durch die M ujaheddin entsprächen den vo- rangegangenen insofern sehr genau, als dass er diese aus aktuellem , unvorherge- sehenen Anlass ergänzt, nie aber W idersprüchliches hervorgebracht habe. N ach seiner Flucht aus der zw eiw öchigen G efangenschaft habe der Beschw erdeführer vom U m stand profitiert, dass der Fall von Kabul unm ittelbar bevorgestanden habe und die M ujaheddin im Septem ber 1996 die Kontrolle über die H auptstadt an ihre W idersacher endgültig hätten abgeben m üssen. D am it sei für den Beschw erdefüh- rer die Verfolgungsgefahr durch die M ujaheddin vorerst gebannt gew esen und es habe dam als keinen unm ittelbaren Anlass m ehr zur Flucht gegeben. D er Beschw erdeführer habe bereits am 25. April 2003 eine Kopie der Abschrift eines Schreibens _______ vom 10. D ezem ber 2002, in dem um die Verhaftung des Beschw erdeführers ersucht w erde, zu den Akten gereicht. In den Erw ägungen der Vorinstanz sei diese Eingabe jedoch offensichtlich unberücksichtigt geblieben. U nter H inw eis auf die Lageanalysen der Schw eizerischen Flüchtlingshilfe (SFH ) und des U N H C R über Afghanistan sow ie auf ein G utachten von D r. B.G . w ird in der Beschw erdeschrift geltend gem acht, dass der Beschw erdeführer zu jener G ruppe von Personen gehöre, die im Falle einer R ückkehr m it erheblicher W ahr- scheinlichkeit O pfer von asylrelevanter Verfolgung w erden w ürde, da er die funda- m entalistischen Ideologien der Taliban und von Teilen der M ujaheddin schon im - m er abgelehnt habe. Ausserdem w ürde ihn (...) m achen. Aufgrund der (...) und w egen seiner persönlichen Verfolgung durch die M ujaheddin m üsse er heute konkret dam it rechnen, verfolgt und m isshandelt zu w erden und keinerlei rechtsstaatlichen Schutz zu erhalten. 4.3 In ihrer Vernehm lassung w endet die Vorinstanz ein, entgegen der Behauptung des Beschw erdeführers liessen sich den Anhörungsprotokollen keine H inw eise auf eine Verfolgung durch die M ujaheddin entnehm en. An der Anhörung im Flughafen Zürich habe der Beschw erdeführer ausdrücklich angegeben, dass die G efahr nur von den Taliban ausgegangen sei (vgl. A1/45, S. 16-19). Anlässlich der kantonalen Anhörung habe er sodann die allgem eine Sicherheitslage in Afghanistan beschrie- ben (vgl. A11/14, S. 8), die der R echtsvertreter der Beschw erdeführer jedoch selt- sam erw eise als Verfolgung durch die M ujaheddin betrachte. Im Ü brigen seien da-8 m als auch keine erlittenen Beeinträchtigungen geltend gem acht w orden. 4.4 In ihrer R eplik erklärte der R echtsvertreter der Beschw erdeführer, es sei bereits in der Beschw erdeschrift dargelegt w orden, w eshalb es aus aufgrund der dam aligen Situation absolut nachvollziehbaren G ründen w eder zu konkreten Fragen der Be- hörden noch zu detaillierten Angaben des Beschw erdeführers bezüglich seiner Problem e m it den M ujaheddin gekom m en sei. Ausserdem habe er die M ujaheddin an der kantonalen Anhörung explizit erw ähnt. Schliesslich w urde noch einm al die allgem eine Situation in Afghanistan unter der H errschaft der M ujaheddin dargelegt. 4.5 Zusam m en m it der R echtsm itteleingabe reichte der Beschw erdeführer der AR K die Kopie einer als D rohbrief gedachten Abschrift eines Schreibens der _______ an die dortigen nationalen Sicherheitsbehörden vom 10. D ezem ber 2002 (m it Ü ber- setzung) zu den Akten, im dem um die Verhaftung des Beschw erdeführers ersucht w erden soll. Am 24. N ovem ber 2004 reichte der R echtsvertreter der Beschw erde- führer ein Schreiben des _______ aus dem Jahr 2004 (m it Ü bersetzung des Beschw erdeführers) zu den Akten, w obei es sich um eine an den Beschw erdeführer gerichtete Vorladung handeln soll. Als Anlass für das ge- richtliche Verfahren w erden die von der Sicherheitsdirektion in G hazni aufgestell- ten Vorw ürfe im Zusam m enhang m it dem Tod des Kom m andanten X. _______ von 1996 genannt. Es läge belastendes M aterial vor, das die gegen die Ziele und die Ideologie der M ujaheddin gerichtete Tätigkeit des Beschw erdeführers bew eisen w ürde. Seitens der Beschw erdeführer w ird geltend gem acht, m it der Eingabe die- ser Bew eism ittel w ürden ihre Vorbringen deutlich bestätigt. 5. 5.1 D ie Taliban sind in jüngster Vergangenheit w ieder erstarkt. W eite Teile der länd- lichen G ebiete in den südlichen und östlichen Provinzen Aghanistans, w o sie bei der ansässigen Bevölkerung erneut über einen gew issen R ückhalt verfügen, ste- hen heute unter dem Einfluss der Taliban. D ie von ihnen durchgeführten G ueril- laaktionen und teils offen geführten Angriffe gegen m ilitärische Verbände der inter- nationalen Truppen m achen deutlich, dass die Taliban heute als ernsthafte G efahr für die Stabilisierung Afghanistans betrachtet w erden m üssen. Im Ergebnis über- einstim m end m it dem Bundesam t geht das Bundesverw altungsgericht dennoch da- von aus, dass der Beschw erdeführer objektiv betrachtet keine begründete Furcht vor N achteilen seitens der Taliban zu hegen braucht. Auch in Anbetracht der skiz- zierten Situation erachtet es das Bundesverw altungsgericht als unw ahrscheinlich, dass der Beschw erdeführer heute im Falle der R ückkehr nach ________l oder _______, dort in naher Zukunft m it erheblicher W ahrscheinlichkeit O pfer von Ü ber- griffen seitens der Taliban w erden könnte. W as die erstm als m it Eingabe vom 10. D ezem ber 2001 an das Bundesam t geltend gem achte Verfolgung durch die M ujaheddin _______ nach der Flucht vor den Tali- ban aus _______ betrifft, so lassen sich diesbezüglich in den Befragungsprotokol- len - entgegen der in der Beschw erde vertreten Ansicht - keine Aussagen finden. 9 Es ist keinesw egs so, dass sow ohl Befrager als auch Befragter im m er sogleich auf die Situation unter den Taliban zu sprechen gekom m en w ären. Vielm ehr zeigt sich gerade bei der Lektüre des Protokolls der Befragung durch die Flughafenpolizei, dass die dem Beschw erdeführer bezüglich seiner Asylgründe gestellten Fragen sehr offen gehalten w aren und dem Beschw erdeführer ein breites Spektrum offen liessen, innerhalb w elchem er seine Ausführungen anbringen konnte. D er Beschw erdeführer erklärte w eder bei der Befragung durch die Flughafenpolizei noch bei der Kurzbefragung in der Em pfangsstelle noch anlässlich der kantonalen Anhörung zu den Asylgründen, 1996 vor M achtantritt der Taliban von den M ujaheddin inhaftiert und m isshandelt w orden zu sein, w ie er dies nunm ehr auf Beschw erdeebene (S. 3 Beschw erdeschrift; Beschw erdebeilage N r. 7) geltend m acht. Er legte insbesondere dar, dass es vor den Taliban, die alle unter einer Führung gew esen seien, viele Kom m andeure gegeben habe, so dass m an sich habe verschieben und ruhig leben können (Flughafenprotokoll S. 19). D ie bei säm tlichen Befragungen ohne nachvollziehbaren G rund nicht vorgebrachten Verfolgungshandlungen durch die M ujaheddin erscheinen folglich als nachgescho- ben und sind deshalb als unglaubhaft zu qualifizieren. D iese Schlussfolgerung rechtfertigt sich um so m ehr, als sich auch seine erstm als in der Eingabe vom 4. Februar 2002 an das Bundesam t geltend gem achten Angaben betreffend die zw ei- w öchige H aft bei den M ujaheddin w idersprechen. G em äss seinen Ausführungen in der Eingabe vom 4. Februar 2002, ist er nach der Flucht aus _______ von den M ujaheddin _______ zw ei W ochen lang festgehalten w orden. In der Beschw erde w ird die Inhaftierung durch die M ujaheddin hingegen zeitlich vor der Flucht aus _______ datiert und sie soll in _______ erfolgt sein (vgl. Beschw erde S. 3). D ie Erklärung in der Beschw erde, w onach die zeitlich falsche Einordnung der In- haftierung in der Eingabe vom 4. Februar 2002 auf der erschw erte Kom m unikation zw ischen dem Beschw erdeführer und dem kongolesischen Verfasser der Eingabe zurückzuführen sei, erscheint angesichts des U m standes, dass sich die D arstel- lung in der Beschw erde nicht nur zeitlich, sondern auch örtlich und inhaltlich m it den Angaben in der Eingabe vom 4. Februar 2002 nicht vereinbaren lassen, w enig überzeugend. Angesicht der U nglaubhaftigkeit der geltend gem achten Verfolgung durch die M ujaheddin kann m it überw iegender W ahrscheinlichkeit davon ausge- gangen w erden, dass den Beschw erdeführern bei einer R ückkehr in ihr H eim at- land auch seitens der neuen M achthaber keine asylrechtlich relevante Verfolgung droht. Bei dieser Sachlage kom m t dem eingereichten D rohbrief (Schreiben _______ vom 10. D ezem ber 2002) keine Bew eiskraft zu, zum al dessen Inhalt m it den Aussagen des Beschw erdeführers nicht vereinbar ist. G em äss D rohbrief hat der Beschw erdeführer näm lich 1996 aus dem G efängnis entw ischen können, w ährend er in der Befragung durch die Flughafenpolizei die Frage, ob er je im G efängnis gew esen sei, m it „nein“ beantw ortete und dann sofort w ieder auf die zw ei Jahre der Talibanherrschaft zu sprechen kam , die in krassem G egensatz zu der vorher ruhigen Zeit gestanden haben soll (Flughafenprotokoll S. 19). D em eingereichten Schreiben des _______ aus dem Jahr 2004 kom m t aus denselben G ründen ebenfalls kein Bew eisw ert zu. U nter diesen U m ständen erübrigen sich w eitere Ausführungen zu den Beschw erdevorbringen sow ie zu den als Bew eism ittel eingereichten D okum enten im Asylpunkt, da sie nicht zu einer anderen Beurteilung zu führen verm ögen. D er rechtserhebliche Sachverhalt w urde im erstinstanzlichen Verfahren ausreichend erm ittelt, und es ist dem gem äss 10 absehbar, dass aus zusätzlichen Abklärungen keine neuen entscheidw esentlichen Erkenntnisse gew onnen w erden könnten. Eine erneute Befragung des Beschw erdeführers ist nach dem G esagten entbehrlich; der entsprechende Bew eisantrag w ird abgelehnt. 5.2 Aufgrund der nachgeschobenen und teilw eise w idersprüchlichen Vorbringen des Beschw erdeführers ist zusam m enfassend festzustellen, dass dieser zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem H eim atstaat von den M ujaheddin nicht verfolgt w ar. Im Ü brigen liegen auch keine hinreichenden Indizien für eine begründete Furcht vor einer zukünftigen Verfolgung vor. Som it ist in W ürdigung der gesam ten U m stände alsdann festzustellen, dass der Beschw erdeführer einen Sachverhalt im Sinne der D efinition von Art. 3 AsylG w eder nachgew iesen noch glaubhaft gem acht hat. W eil die Beschw erdeführerin keine eigenen Asylgründe geltend m achte, können auch sie und die beiden m inderjährigen Kinder nicht als Flüchtlinge anerkannt w erden. D ie Vorinstanz hat die Asylgesuche der Beschw erdeführer dem nach zu R echt ab- gelehnt. 6. Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (vgl. Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Vorliegend hat der Kanton keine Aufenthaltsbew illigung erteilt (vgl. Art. 32. Bst. a AsylV 1) und die Beschw erdeführer haben auch keinen Anspruch auf Ertei- lung einer solchen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2001 N r. 21). D ie verfügte W egw eisung steht so- m it im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen. 7. 7.1 G em äss Art. 44 Abs. 2 AsylG regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Auslän- dern, w enn der Vollzug nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar ist. D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat ausreisen oder dorthin gebracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W ei- terreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entge- genstehen. N icht zum utbar kann der Vollzug der W egw eisung insbesondere sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (vgl. Art. 14a Abs. 2, 3 und 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG ; SR 142.20]). D ie vorläufige Aufnahm e ist anzuordnen, sobald einer dieser drei alternativen ge- setzlichen G ründe gegeben ist (vgl. EM AR K 2001 N r. 1 E. 6a S. 2). Aufzuheben ist die vorläufige Aufnahm e nach M assgabe von Art. 14b Abs. 2 und Abs. 2bis AN AG , w obei in einem Aufhebungsverfahren säm tliche gesetzlichen Vollzugshindernisse von Am tes w egen vor dem H intergrund der in diesem Zeitpunkt herrschenden Ver- hältnisse zu prüfen w ären. G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Auf- nahm e steht dem w eggew iesenen Asylsuchenden w iederum die Beschw erde an 11 die AR K offen (vgl. Art. 105 Abs. 1 Bst. e AsylG i.V.m . Art. 44 Abs. 2 und 3 AsylG ; vgl. zum G anzen EM AR K 2006 N r. 6 E. 4.2. S. 54 f.; 2003 N r. 12 E. 9 S. 80 f.; 2001 N r. 20 E. 3c.aa-cc S. 153 ff.). 7.2 D er Vollzug der W egw eisung kann gem äss Art. 14a Abs. 4 AN AG insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allge- m einer G ew alt kennzeichnet, angenom m en w erden. Ferner ist von einer konkreten G efährdung auszugehen, w enn eine Person nach ihrer R ückkehr die absolut not- w endige m edizinische Versorgung nicht erhalten könnte oder - aus objektiver Sicht - w egen der vorherrschenden Verhältnisse m it grosser W ahrscheinlichkeit unw ie- derbringlich in völlige Arm ut gestossen w ürde, dem H unger und som it einer ernst- haften Verschlechterung ihres G esundheitszustandes, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert w äre (vgl. EM AR K 1995 N r. 5 E. 6e S. 47; 1994 N r. 18 S. 139 ff.; N r. 19 S. 145 ff. und N r. 20 S. 155 ff.). 7.2.1 In ihrem unter EM AR K 2006 N r. 9 publizierten U rteil nahm die AR K aufgrund der politischen Entw icklung seit dem Sturz des Taliban-R egim es im Jahre 2001 eine differenzierte Lagebeurteilung vor und prüfte nach EM AR K 2003 N r. 10 und 30 er- neut die Zum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung nach Afghanistan. Auf der G rundlage der neuen dem okratischen Verfassung vom Januar 2004 w urde der bisherige Präsident der Ü bergangsregierung, H am id Karzai, anlässlich der Präsidentschaftsw ahlen vom O ktober 2004 an der Spitze der R egierung bestätigt. In der Folge fanden am 18. Septem ber 2005 Parlam entsw ahlen statt und anfangs D ezem ber 2005 w urde das O berhaus geschaffen. Trotz dieser Entw icklung auf in- stitutioneller Ebene konnten viele bedeutende Problem e im Bereich der Sicherheit, der D em okratie, des R echtsstaats, der w irtschaftlichen Entw icklung und der m edi- zinischen Infrastruktur (noch) nicht gelöst w erden. D ie hum anitäre und w irtschaftli- che Situation bleibt w eiterhin prekär (vgl. auch EM AR K 2003 N r. 10, E. 10b.bb, S. 67 f.). Bezüglich der Sicherheitslage ist festzuhalten, dass Afghanistan auch heute noch ausländische Truppen beherbergt, die Teil der so genannten Koalitionstrup- pen und der International Security Assistance Force (ISAF) sind. Ihre Aktionen sind vorw iegend gegen Partisanen des alten R egim es und Personen, die der Ver- bindung zur Al-Q a’ida verdächtigt w erden, gerichtet. D ie ISAF hat sich seit O ktober 2003 kontinuierlich von Kabul in den N orden und N ordosten Afghanistans vorgear- beitet und hat w esentlich zur Stabilisierung dieser R egionen beigetragen. Im Sep- tem ber 2005 konnte sie die Befriedung der R egionen im W esten des Landes sicherstellen und beabsichtigte, im Laufe des Jahres 2006 ihren Aktionsradius auf den Süden auszudehnen. D ank der Bem ühungen der R egierung und der internationalen Truppen konnte in der Stadt Kabul, in ihrer U m gebung und in ver- schiedenen im N orden der H auptstadt gelegenen Städten ein genügendes Sicher- heitsniveau geschaffen w erden. In M azar-e-Sharif kann die Sicherheitslage heute als befriedigend bezeichnet w erden und auch im W esten in der Provinz H erat ist von einer relativ ruhigen Lage auszugehen. In den R egionen im O sten, Südosten und Süden Afghanistans hingegen m uss im m er noch von einer Situation allgem ei-12 ner G ew alt gesprochen w erden. D ie G renzregion zu Pakistan, der so genannte Pashtunen-G ürtel, gilt als am w enigsten stabil. In diesen R egionen im Süden und O sten w aren in den letzten Jahren zahlreiche Angriffe von Extrem isten, die insbe- sondere lokale Führer zum Ziel hatten, sow ie verschiedenste Sprengstoffanschlä- ge (auch Selbstm ordattentate) zu verzeichnen. Zusam m enfassend kam die AR K in ihrem unter EM AR K 2006 N r. 9 publizierten U rteil zum Schluss, dass der Vollzug der W egw eisung nur in R egionen als zum utbar zu bezeichnen ist, in denen seit 2004 keine bedeutenden m ilitärischen Aktivitäten m ehr zu verzeichnen sind oder keine dauernde Instabilität besteht. D arunter fallen die Provinz Kabul (vgl. bereits EM AR K 2003 N r. 10), die nördlich der H auptstadt gelegenen Provinzen Parw an, Baghlan, Takhar, Badakhshan, Kunduz, Balkh, Sari Pul sow ie die G ebiete um Sam angan, die nicht zum H azarajat gehören (traditionelles Siedlungsgebiet der H azara, vgl. EM AR K 2003 N r. 30 E. 7a S. 193) sow ie die Provinz H erat im W esten des Landes. D er Vollzug der W egw eisung ist nur für Personen als zum utbar zu erachten, die aus diesen R egionen stam m en oder dort über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügen und konkrete M öglichkeiten der Sicherung des Existenzm inim um s und der W ohnsituation bestehen (vgl. dazu EM AR K 2003 N r. 10 E. 10b.cc S. 68; N r. 30 E. 7b S. 193 f.). Zudem ist die R ückkehr in diese Provinzen nur zum utbar bei jungen, unverheirateten Personen oder kinderlosen Paaren ohne schw ere gesundheitliche Problem e. D as Bundesverw altungsgericht sieht aufgrund der jüngsten Entw icklung keinen Anlass, von dieser Einschätzung abzuw eichen. 7.2.2 Abzuklären bleibt dem nach, ob es den Beschw erdeführern zuzum uten ist, sich im G rossraum Kabul, in der Provinz _______ oder in einer der anderen oben genann- ten Provinzen niederzulassen. D ie Beschw erdeführer stam m en beide ursprünglich aus _______ und haben vor der Ausreise längere Zeit in _______ verbracht (vgl. A2/7, S. 1; A3/7, S. 1). Sie sind verheiratet und haben zw ei kleine Kinder im Alter von _______ Jahren. G em äss den Akten leben w eder in _______ noch in _______ und auch im restli- chen G ebiet Afghanistans keine nahen Fam ilienangehörigen m ehr, da diese ver- m utlich alle ins Ausland geflüchtet sind (vgl. Eingaben vom 10. D ezem ber 2001 und vom 4. Februar 2002 sow ie Beschw erdeeingabe, S. 9). Som it besitzen die Be- schw erdeführer in Afghanistan kein soziales N etz, w elches ihnen die R eintegration erleichtern w ürde. Trotz seines _______ sind angesichts der prekären w irtschaftli- chen R ahm enbedingungen die C hancen des Beschw erdeführers, für den Lebens- unterhalt seiner Fam ilie aufzukom m en, als schlecht einzustufen. Es ist dem nach nicht davon auszugehen, dass die Beschw erdeführer in ihrem H eim atstaat über eine gesicherte W ohnsituation und ein tragfähiges Fam ilien- oder Beziehungsnetz verfügen, um sich dort eine Existenzgrundlage aufbauen beziehungsw eise sichern zu können. U nter diesen U m ständen - insbesondere auch in Berücksichtigung, dass die Beschw erdeführer kleine Kinder haben - ist ihnen die R ückkehr in ihr H ei- m atland zur Zeit nicht zuzum uten. D er Vollzug der W egw eisung ist som it im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG als unzum utbar zu bezeichnen. Aus den Akten ergeben sich im Ü brigen keine H inw eise auf allfällige Ausschlussgründe gem äss Art. 14a 13 Abs. 6 AN AG . 8. N ach dem G esagten ist die Beschw erde gutzuheissen, sow eit beantragt w ird, es sei den Beschw erdeführern w egen U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung von Am tes w egen die vorläufige Aufnahm e zu gew ähren; im Ü brigen ist sie abzu- w eisen. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung des Bundesam tes vom 30. Juli 2003 sind dem nach aufzuheben und das BFM ist anzuw eisen, den Aufent- halt der Beschw erdeführer und ihrer in das Verfahren m it einbezogenen Kinder nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 14a Abs. 4 AN AG ). 9. 9.1 D ie Beschw erdeführer sind m it ihren Begehren nur teilw eise durchgedrungen, w eshalb ihnen die Kosten des Verfahrens in erm ässigtem U m fang aufzuerlegen w ären (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ; EM AR K M itteilungen 2002/1, Kostenregelung bei teil- w eiser G utheissung der Beschw erde). N achdem ihnen m it Zw ischenverfügung vom 16. Septem ber 2003 jedoch die unentgeltliche R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG gew ährt w urde, sind den Beschw erdeführern keine Verfahrens- kosten aufzuerlegen. 9.2 D en Beschw erdeführern ist als teilw eise obsiegender Partei für die ihnen im Be- schw erdeverfahren entstandenen Kosten eine reduzierte Parteientschädigung zu- zusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 7 Abs. 2 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE; SR 173.320.2]). D er R echtsvertreter der Beschw erdeführer hat eine vom 3. Septem ber 2003 datierende Kostennote eingereicht, w orin er den zeitlichen Aufw and für das Beschw erdeverfahren auf 11.5 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 100.-- beziffert. D ies erscheint angem essen. D ie w eiteren Aufw endungen für die Einga- ben vom 13. O ktober 2003, vom 24. N ovem ber 2004, vom 12. Januar 2005 und vom 30. N ovem ber 2005 für die keine Kostennote eingereicht w urde, sind auf ins- gesam t 3 Stunden zu veranschlagen. D ie zur H älfte zu entschädigenden Kosten der Partei sind alsdann auf der Basis des geltend gem achten Stundenansatz und unter Berücksichtigung der Auslagen und der M ehrw ertsteuer auf Fr. 830.-- festzu- setzen (Art. 9 Abs. 1 VG KE) und das BFM ist anzuw eisen, den Beschw erdeführer diesen Betrag als Entschädigung für das Verfahren vor dem Bundesverw altungs- gericht auszurichten (Art. 64 Abs. 2 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)14 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit beantragt w ird, es sei den Beschw er- deführern w egen U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung von Am tes w egen die vorläufige Aufnahm e zu gew ähren; im Ü brigen w ird sie abgew iesen. 2. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung vom 30. Juli 2003 w erden aufge- hoben. 3. D as BFM w ird angew iesen, die Beschw erdeführer und ihre Kinder vorläufig aufzu- nehm en. 4. D en Beschw erdeführern w erden keine Kosten auferlegt. 5. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführern eine Parteientschädigung von Fr. 830.-- auszuzahlen. 6. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführer, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilagen: Beschw erdebeilagen N rn. 2, 4 und 6, Schreiben des _______ m it Briefum schlag) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - _______ D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: W alter Lang C orinne W irthner Versand am :