B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2536/2017 U r t e i l v o m 4 . M ä r z 2 0 1 9 Besetzung Richter Simon Thurnheer (Vorsitz), Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner, Richter Hans Schürch, Gerichtsschreiberin Andrea Beeler. Parteien A._______, geboren am (…), dessen Ehefrau B._______, geboren am (…), und deren Kinder C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), Syrien, vertreten durch (…) Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl; Verfügung des SEM vom 28. März 2017 / N (…). D-2536/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden – eine Familie syrischer Staatsangehöriger kur- discher Ethnie aus dem Dorf F._______ in der Nähe der Stadt G._______ (kurdisch, arabisch: H._______) in der Provinz Al -Hasaka – suchten am 9. Dezember 2015 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) des SEM in Kreuzlingen um Asyl nach. Am 11. Dezember 2015 wurde ihnen mitge- teilt, dass sie per Zufallsprinzip der Testphase des Verfahrenszentrums Zü- rich (VZ) zugewiesen worden seien. Am 14. Dezember 2015 wurden A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) und B._______ (nachfol- gend: Beschwerdef ührerin) zu ihrer Person und zum Reiseweg befragt (Befragung zur Person, BzP). Am 26. Januar 2016 hörte das SEM den Be- schwerdeführer und die Beschwerdeführerin vertieft zu ihren Asylgründen an (Anhörung). B. Der Beschwerdeführer brachte anlässlich seiner Befragungen im Wesent- lichen vor, dass er die Schule in der (…) Klasse abgebrochen und seiner Familie bei der (…) geholfen habe. Von September 2001 bis April 2004 habe er den obligatorischen Militärdienst gelei stet. Danach habe er in G._______ als (…) gearbeitet. Ab 2013 habe er kaum mehr Aufträge er- halten und deshalb seinen Vater beim (…) unterstützt. Er sei Mitglied der Yekiti-Partei (Partiya Yekîtî ya Kurdî li Sûriyê , Kurdische Einheitspartei in Syrien) und habe wie viele andere Kurden ab 2011 regelmässig an De- monstrationen gegen das syrische Regime teilgenommen. Nachdem er und einige seiner Mitstreiter vom syrischen Luftsicherheitsdienst identifi- ziert worden seien, habe er nur noch unregelmässig zu Hause übernachtet. Als sich im Verlaufe des Jahres 2012 die syrische Zentralregierung aus der Region zurückgezogen habe, habe die kurdische Partei PYD (Partiya Ye- kitîya Demokrat, Partei der Demokratischen Union) die regionale Kontrolle übernommen. Die von der PYD gegründeten Asayish (Asayiş, interne Si- cherheitskräfte) und der militärische Arm der PYD, die YPG (Yekîneyên Pa- rastina Gel, Volksverteidigungseinheiten ) hätten in der Folge begonnen, Demonstrationen gegen das Regime zu unterdrücken, so dass er für die Dauer ungefähr eines Jahres nicht politisch aktiv gewesen sei. Am (…) 2014 habe er mit Mitstreitern in einer Privatwohnung eine Sitzung ab- gehalten, um Demonstrationen gegen die PYD zu organisieren. Eine Ein- heit der Asayish habe die Wohnung jedoch gestürmt und ihn und die ande- ren vier Teilnehmer verhaftet. Sie seien in ein Gefängnis nach I._______ D-2536/2017 Seite 3 (kurdisch, arabisch: J._______) gebracht worden, wo er von seinen Kolle- gen getrennt worden sei. In den ersten zwei oder drei Wochen sei er drei- mal verhört worden. Im (…) 2014 sei ihm mitgeteilt worden, er würde unter der Bedingung freigelassen, dass er für den Asayish im Bereich Schmug- gel arbeiten würde. Als er gefragt habe, was ihm bei einer Ablehnung drohe, habe man ihm mitgeteilt, man würde ihn dem syrischen Regime ausliefern. Aus diesem Grund habe er schliesslich eingewilligt. Bevor er seine Einwilligung habe schriftlich bestätig en können, sei der Asayish in der Nähe in Ausschreitungen involviert gewesen. Als er und andere Ge- fängnisinsassen dies bemerkt hätten, hätten sie die Tür aufgebrochen, was allen die Flucht ermöglicht habe. Mithilfe von Zivilpersonen habe er sein Heimatdorf erreicht, wo er seine Freunde und seine Familie über die Inhaf- tierung habe orientieren können. Ein Freund habe ihm schliesslich gehol- fen, illegal in da s irakische Kurdistan zu fl iehen. Er sei dort gegen Ende Juni 2014 angekommen und habe fortan mit (…) in K._______ gelebt. Am Tag nach seiner Ankunft sei er von seiner Mutter informiert worden, dass er durch den Asayish in seinem Haus sowie im Haus seiner Eltern gesucht worden sei. Er sei etwa (…) Monate im Nordirak geblieben, bevor er in die Türkei weitergereist sei, um seine Familie zu treffen. Die Beschwerdeführerin machte ihrerseits im Wesentlich en geltend, dass sie in ihrem Dorf die Schule bi s zur (…) Klasse besucht und danach bei ihrer Familie im Haushalt gearbeitet habe. Sie sei weder politisch aktiv ge- wesen, noch habe sie an Demonstrationen teilgenommen. Ihr Haus sei – nach der Ausreise ihres Ehemannes – mehrmals von Mitgliedern der PYD durchsucht worden, wobei sie von diesen beschimpft worden sei . Sie sei schliesslich wegen der Probleme des Ehemannes aus Syrien geflohen. Sie habe mit ihren Kindern drei Mal erfolglos versucht, in das irakische Kurdis- tan einzureisen. Die Grenzbeamten der PYD hätten dabei vor ihr wissen wollen, wo sich ihr Ehemann befinde und weshalb sie in das irakische Kur- distan einreisen wolle. Schliesslich habe sie Syrien am (…) 2015 gemein- sam mit ihren Kindern in Richtung Türkei verlassen. Der Beschwerdeführer und die Besc hwerdeführerin führten weiter aus, dass sie gemeinsam nach Istanbul gereist und d urch die Einladung des (…) des Beschwerdeführers beziehungsweise des (…) der Beschwerde- führerin mit einem Visum in die Schweiz gereist seien, wo sie am 5. No- vember 2015 angekommen seien. D-2536/2017 Seite 4 Als Beweismittel reichten die Beschwerdeführenden ihre syrischen Identi- tätskarten, das Familienbüchlein, das Militärbüchlein des Beschwerdefüh- rers sowie eine Mitgli edschaftsbestätigung der Yekiti-Partei Schweiz be- treffend den Beschwerdeführer ein. C. Mit Verfügung vom 1. Februar 2016 wurde den Beschwerdeführenden mit- geteilt, dass ihre Asylgesuche weiterer Abklärungen bedürften und diese im erweiterten Verfahren behandelt würden. Für die Dauer des Verfahrens wurden die Beschwerdeführenden dem Kanton L._______ zugewiesen. Mit Schreiben vom 17. Februar 2016 informierte die Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende das SEM über das Mandatsende. D. Mit Verfügung vom 28. März 2017 – eröffnet am 30. März 2017 – stellte das SEM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigen- schaft nicht, lehnte ihre Asylgesuche ab, wies sie aus der Schweiz weg und schob den Wegweisungsvollzug wegen Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. E. Mit Eingabe vom 2. Mai 2017 (Datum des Poststempels) liessen die Be- schwerdeführenden diese Verfügung durch ihren Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht anfechten und beantragten, die Verfügung sei aufzuheben, es sei ihre Flüchtlin gseigenschaft festzustellen und es sei ihnen Asyl zu gewähren. Eventualiter seien sie als Flüchtlinge vorläufig auf- zunehmen. Gegebenenfalls sei eine ergänzende Anhörung anzuordnen. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie insbesondere um den Verzicht auf Er- hebung eines Kostenvorschusses und die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. F. Mit Zwischenverfügung vom 9. Mai 2017 hiess der zuständige Instruktions- richter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG unter der Voraussetzung des Nachreichens einer Fürsorgebestätigung sowie unter Vorbehalt der Veränderung der fi- nanziellen Lage der Beschwerdeführenden gut. Er gewährte ihnen Frist bis zum 24. Mai 2017, eine Fürsorgebestätigung einzureichen oder einen Kos- tenvorschuss zu leisten. D-2536/2017 Seite 5 G. Mit Eingabe vom 20. Mai 2017 reichten die Beschwerdeführenden fristge- recht eine Fürsorgebestätigung sowie eine Mitgliedschaftsbestätigung der Yekiti-Partei Schweiz nach. H. Mit Verfügung vom 24. Mai 2017 lud der zuständige Instruktionsrichter die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. I. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Juni 2017 hielt die Vorinstanz – unter Hin- weis auf ihre ergänzenden Bemerkungen – an ihren bisherigen Erwägun- gen vollumfänglich fest. J. Mit Instruktionsverfügung vom 13. Juni 2017 wurde den Beschwerdefüh- renden die vorinstanzliche Vernehmlassung zugestellt und ihnen gleichzei- tig die Möglichkeit eingeräumt, bis zum 28. Juni 2017 dazu Stellung zu nehmen. K. Mit Eingabe vom 28. Juni 2017 reichten die Beschwerdeführenden fristge- recht eine Replik ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer- den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. Septem- ber 2015). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist ein- zutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen D-2536/2017 Seite 6 richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Der Sachverhalt ist als hinreichend erstellt zu erachten, weshalb der Antrag auf erneute Anhörung der Beschwerdeführenden abzuweisen ist. 4. 4.1 Die Beschwerdeführenden erheben formelle Rügen, die vorab zu be- handeln sind, da deren Gutheissung geeignet wäre, eine Kassation der vo- rinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 4.2 Die Beschwerdeführenden rügen zunächst, dass der Grundsatz des rechtlichen Gehörs verletzt worden sei, indem die Vorinstanz das Asylge- such weder sorgfältig geprüft noch ihren Entscheid hinreichend begründet habe. Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Als Mitwirkungsrecht umfasst der Anspruch auf rechtliches Gehör alle Befug- nisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ih- ren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin- gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form - und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streit- frage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begr ündung muss so ab- gefasst sein, dass die betroffene Person den Entscheid sachgerecht an- fechten kann. Sie muss die wesentlichen Überlegungen nennen, von de- nen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Partei- standpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). Aus den beiden anlässlich der Befragung beziehungsweise der Anhörung erstellten Protokollen ist die geltend gemachte fehlende sorgfältige Abklä- rung des Sachverhalts nicht ersichtlich. Im Rahmen der Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) obliegt es auch den Beschwerdeführenden darzulegen, aus D-2536/2017 Seite 7 welchen Gründen sie um Asyl nachsuchen. Dabei können ihne n entspre- chende Fragestellung en durch die befragende Person helfen, die Asyl- gründe hinreichend darzulegen, wobei es nicht Sache des Befragers ist, jede Einzelheit zu erfragen. Vorliegend wurden die Beschwerdeführenden konkret zu ihren Ausreisegründen befragt und sie wurden am Ende der An- hörung gefragt, ob sie alles hätten sagen können, was für das Asylgesuch wesentlich sei. Dies bejahten beide (…). Dabei haben sie sich behaften zu lassen. Dementsprechend ist das SEM seiner Pflicht zur Abklärung des re- levanten Sachverhalts und zur Anhörung grundsätzlich nachgekommen. Im Übrigen hat sich das SEM in seiner Verfügung vom 28. März 2017 mit den Vorbringen der Beschwerdeführenden differenziert auseinanderge- setzt und ist zum Ergebnis gekommen, dass sie den Anforderungen an das Glaubhaftmachen nicht genügten. Eine konkrete Würdigung des Einzelfalls ist zweifellos erfolgt und es ist nicht ersichtlich, dass das SEM von den Beschwerdeführenden vorgebrachte Sachverhaltselemente nicht beachtet hätte. Schliesslich waren die Beschwerdeführenden auch in der Lage, die Verfügung sachgerecht anzufechten. Insofern die Beschwerdeführenden sodann rügen, dass die Beschwerde- führerin anlässlich der Anhörung nicht mit ihren Aussagen konfrontiert wor- den beziehungsweise auf Verschwiegenes angesprochen worden und ihr Gelegenheit gegeben worden sei, sich dazu zu äussern, ist festzuhalten, dass ein verfahrensrechtlicher Anspruch auf Konfrontation mit festgestell- ten Widersprüchen in den Aussagen schon während der Befragung nicht besteht (vgl. hierzu bereits Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1994 Nr. 13). 4.3 Die Beschwerdeführenden bringen in ihrer Beschwerde weiter vor, die Vorinstanz habe das Willkürverbot gemäss Art. 9 BV verletzt. Willkür liegt jedoch nicht bereits dann vor, wenn eine andere Lösung in Betracht zu zie- hen oder sogar vorzuziehen wäre, sondern nur dann, wenn ein Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Wider- spruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider- läuft (vgl. dazu Urteil des BVGer D -1749/2014 vom 21. Februar 2017 E. 4.1.7 m.w.H.). Unter Berücksichtigung dieser Ausführungen ist eine will- kürliche Vorgehensweise der Vorinstanz nicht ersichtlich. Die Beschwerde- führenden führen zudem auch nicht näher aus, inwiefern die Vorinstanz D-2536/2017 Seite 8 willkürlich gehandelt haben soll. Somit ist auch diese Rüge als unbegrün- det zu erachten. Da das Gericht in casu volle Kognition hat, kommt dem Willkürverbot ohnehin keine selbständige Bedeutung zu. 4.4 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, den angefochtenen Entscheid aus formellen Gründen aufzuheben. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 3 AsylG sind keine Flüchtlinge Personen, die we- gen Wehrdienstverweigerung oder Desertion ernsthaften Nachteilen aus- gesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Vorbehalten bleibt die Einhaltung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30). 5.3 Eine Refraktion oder Desertion vermag im Sinne von Art. 3 Abs. 3 AsylG nicht für sich alleine, sondern nur verbunden mit einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG die Flüchtlingseigenschaft zu begründen. Mit anderen Worten muss die betroffene Person aus den in diesem Gesetzes- artikel genannten Gründen (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder politischen Anschauungen) wegen ihrer Wehrdienstverweigerung oder Desertion eine Behandlung zu gewär- tigen haben, die ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG gleichkommt (BVGE 2015/3 E. 5). 5.4 Beruft sich eine Person darauf, d ass durch ihre illegale Ausreise (sog. Republikflucht) oder durch ihr Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat (insbesondere durch exilpolitische Aktivitäten) eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, hat sie begründeten Anlass zur Furch t vor künftiger Verfolgung, wenn der Heimat - oder Her- kunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit vom fraglichen Umstand er-D-2536/2017 Seite 9 fahren hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrecht- lich relevanter Weise verfolgt würde (vgl. Urteil des BVGer E -5232/2015 vom 3. Februar 2015 E. 5.3). Solche subjektiven Nachfluchtgründe b egründen zwar die Flüchtlingsei- genschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss von Asyl, unabhängig davon, ob sie missbräu chlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Pe rsonen, wel- che subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen kön- nen, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 m.w.H.). 5.5 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge- richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in ver- schiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.2 f. und BVGE 2012/5 E. 2.2). 6. 6.1 Zur Begründung ihrer abweisenden Verfügung führte die Vorinstanz aus, dass die Vorbringen weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG standhalten würden. Der Beschwerdeführer habe nicht nachvoll- ziehbar erklären können, wes halb er vom Luftsicherheitsdiens t registriert worden sei und wie er davon erfahren habe. Zunächst habe er diesbezüg- lich ausgeführt, er sei ab März 2011 „so wie jeder andere Mensch“ auf die Strasse gegangen. Auf die Frage, weshalb gerade er, als einfaches Mit- glied der Yekiti-Partei, als Regimegegner identifiziert und verfolgt worden sei, habe er erwidert, er habe die Demonstrationen organisiert. Er habe jedoch nie Kontakt mit Mitgliedern des Luftsicherheitsdienstes gehabt. Hierzu seien seine Erklärungen oberflächlich und wenig konkret ausgefal- len. Er habe nicht hinreichend zu begründen vermocht, weshalb gerade er, aus mehr als tausend Personen, eine grössere Gefahr für das Regime habe darstellen sollen, zumal er auch angegeben habe, dass das Organi-D-2536/2017 Seite 10 sationskomitee, dem er angehört habe, aus unzähligen Personen bestan- den habe. Sodann habe er geschildert, er habe sich, aufgrund seiner Iden- tifizierung durch den Luftsicherheitsdienst, zu Hause nicht mehr aufhalten können und habe seine Aussage dahingehend ergänzt, dass seine Familie belästigt und unter Druck gesetzt worden sei . Die Beschwerdeführerin habe hingegen in der Anhörung zunächst nur erwähnt, dass Leute der PYD das Haus mehrmals durchsucht hätten. Erst als sie gefragt worden sei, ob der Ehemann auch Probleme mit dem Regime gehabt habe, habe sie ge- antwortet, dass der Luftsicherheitsdienst ebenfalls Hausdurchsuchungen durchgeführt habe. Diese Aussagen seien nicht stimmig, da die Beschwer- deführerin, diese Hausdurchsuchungen zunächst verschwiegen und auch nicht angegeben habe, sie sei belästigt und unter Druck gesetzt worden . Insgesamt habe sie das Vorbringen nicht glaubhaft machen können. Fer- ner habe der Beschwerdeführer auch vorgetragen, er habe von einem Mit- streiter erfahren, dass er identifiziert worden sei, weil jene Person Mitglied des Zentralkomitees gewesen sei und deshalb immer derartige Informatio- nen erhalten habe. In der Stadt G._______ habe es zudem viele Spitzel der Regierung gegeben. Zu diesem Vorbringen habe er aber keine über- zeugenden beziehungsweise vertiefenden Angaben machen kö nnen, so dass sich die Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen verstärken würden. Im Ganzen habe er zwar glaubhaft darlegen können, dass er an Demonstrationen teilgenommen habe. Die Identifizierung durch den Luftsi- cherheitsdienst habe er jedoch nicht glaubhaft dartun können. Was die Schilderung des Beschwerdeführers bezüglich der Verhaftung und des Gefängnisaufenthalts angehe, seien diese vage, allgemein und teil- weise nicht nachvollziehbar ausgefallen und würden daher nicht den Ein- druck erwecken, das s sich das Geschilderte tatsächlich so zugetragen habe. Bereits seine Aussagen zu den Gründen für seine Inhaftierung seien nicht überzeugend ausgefallen. Seine politischen Aktivitäten habe er nicht substanziiert zu beschreiben vermocht. So könne seinen Aus führungen nicht gefolgt werden, die PYD habe – im Gegensatz zum Regime – ge- wusst wer hinter den Protesten stecke. Weshalb er dennoch Proteste ge- gen die PYD habe organisieren wollen, sei unbegreiflich und erscheine ri- sikoreich. In diesem Zusammenhang seien auch die Ausführungen zu den von ihm getroffenen Sicherheitsmassnahmen nicht nachvollziehbar. Zu- dem sei den Akten kein exponiertes politisches Profil zu entnehmen. Er habe angeführt, bei der Yekiti-Partei keine spezifischen Aufgaben gehabt zu haben und ein ganz normales Parteimitglied gewesen zu sein. Auch habe er keine differenzierenden Angaben zu den politischen Problemen in D-2536/2017 Seite 11 der Heimatregion machen können. Er sei nicht imstande gewesen, die un- terschiedlichen politischen Ziele der Yekiti-Partei und der PYD substanzi- iert darzulegen. Angesichts seines niederschwelligen politischen Profils sei es nicht nachvollziehbar, aus welchen Gründen die PYD über längere Zeit hinweg ein Interesse an ihm gehabt und ihn für knapp sechs Monate inhaf- tiert haben soll e. Seine d iesbezüglichen Aussagen seien als substanzlos und demnach nicht überzeugend zu werten. Ausserdem habe er nicht nachvollziehbar erklären können, weshalb ihn die PYD für Schmugglerge- schäfte habe engagieren wollen. Seine Erklärung, alle Personen, die für die PYD tätig seien, würde entweder als Spitzel oder Schmuggler arbeiten, sei wenig glaubhaft. Darauf angesprochen, dass er als ein für die PYD tä- tiger Schmuggler sein Heimatland leicht hätte verlassen können, habe er keine plausible Antwort zu geben vermocht. Es widerspreche auch der Lo- gik des Handelns, einem politischen Gefangenen anzubieten, im grenz- überschreitenden Schmuggel tätig zu werden, ausser man wolle geradezu, dass dieser das Land verlasse. Weshalb er nach seinem Ausbruch aus dem Gefängnis in sein H eimatdorf zurückgekehrt sei, sei ebenfalls wenig verständlich. Ferner hätten seine Aussagen zum Ausreiseverbot seiner Ehefrau in den Nordirak konstruiert gewirkt. Gründe dafür seien seinen Schilderungen nicht zu entnehmen gewesen und seine Antworten diesbe- züglich seien vage geblieben, so dass das Vorbringen eher als Versuch eingeordnet werden müsse, eine Verfolgung durch die PYD nach der Haft glaubhaft zu machen. Insgesamt sei davon auszugehen, dass er kein poli- tisches Risikoprofil aufweise. Seine Bef ürchtung, dass die PYD aufgrund der politischen Aktivitäten nach der Haft noch ein Interesse an ihm haben könnte, erscheine objektiv nicht begründet. Aufgrund der dargelegten Un- gereimtheiten in seinen Aussagen könne ihm nicht geglaubt werden, dass er aufgr und der von ihm vorgebrachten politischen Handlungen verfolgt worden sei. Schliesslich seien die vom Beschwerdeführer vorgetragenen exilpoliti- schen Aktivitäten nicht geeignet, eine Furcht vor flüchtlingsrelevanter Ver- folgung zu begründen. 6.2 In der Beschwerde wird dagegen vorgebracht, dass die Vorinstanz die Asylgesuche nicht genügend umfassend und sorgfältig geprüft habe. Der Beschwerdeführer habe als Mitglied der Yekiti -Partei mit bekannten Per- sönlichkeiten in seiner Stadt verkehrt, weshalb er den Behörden aufgefal- len sei und leicht habe identifiziert werden können. Zudem habe er mit wei- teren Personen, welche zusammen mit Personen der Yekiti-Partei die Pro- teste gegen das Regime in Gang gebracht und die Leute auf der Strasse D-2536/2017 Seite 12 mobilisiert hätten. Er sei stets dabei gewesen und habe mit seiner ganzen Kraft mitgewirkt und zusammen mit anderen Demonstranten den Sturz des syrischen Regimes skandiert. Alle Personen, mit denen er verkehrt habe, hätten wie er selbst ins Ausland fliehen müssen, da sie vom syrischen Re- gime verfolgt worden seien. Es sei zudem zu berücksichtigen, dass er aus einer bekannten oppositionellen kurdischen Familie und aus einem be- kannten politischen Umfeld stamme. Die Familie M._______ sei den Be- hörden in Syrien nämlich sehr bekannt und die meisten Mitglieder der Fa- milie würden der oppositionellen kurdischen Yekiti-Partei angehören. Seine Cousins N._______, O._______ und P._______ hätten als Mitglieder der Yekiti-Partei und infolge ähnlicher Aktivitäten in der Schweiz Asyl erhalten. Deren Akten seien zum Vergleich beizuziehen. Bei der Beschwerdeführerin handle es sich zudem um die Schwester der besagten Cousins. Des Wei- teren sei die Familie M._______ mit der Familie Q._______ verschwägert. Der Bruder des Beschwerdeführers sei mit der (…) des inzwischen verstor- benen Ex-Parteisekretärs und Mitglieds des politischen Büros der Yekiti - Partei, R._______, verheiratet. R._______ sei einer der wichtigen Mitgrün- der der Yekiti-Partei und habe diese viele Jahre geführt. Der Beschwerde- führer sei oft mit ihm und weiteren renommierten Persönlichkeiten der Par- tei bei verschiedenen Anlässen gesehen worden. Die Beschwerdeführerin, welcher die Vorinstanz vorwerfe, ein wichtiges Er- eignis erst erwähnt zu haben, als sie darauf angesprochen worden sei, habe weder etwas Wichtiges ganz vergessen noch etwas Neues hinzuge- fügt beziehungsweise nachgeschoben. Sie habe lediglich eine klare über- zeugende und identische Antwort auf eine bestimmte Frage gegeben und somit die Aussagen des Beschwerdeführers glaubhaft bestätigt. Die Praxis des SEM bei der Beurteilung der Asylgesuche und Qualifizierung der Tat- sachen und Aussagen führe zu falschen Einschätzungen und Entscheiden. Die Ausführungen der Beschwerdeführenden seien hingegen realistisch, plausibel, glaubwürdig und asylrelevant. Der Beschwerdeführer habe sich sodann ausführlich und substanziiert zum Ausbruch aus dem Gefängnis geäussert. Dass die Vorinstanz diese Vor- bringen nicht ernst nehme, sei als nicht fundierte Spekulation zu qualifizie- ren. Die Vorinstanz behaupte zudem lediglich, dass Zweifel an dem Ange- bot bestünden und nicht, dass es nicht asylrelevant sei. Zweifel seien je- doch noch kein Grund, jemandem Asyl zu verweigern. Die Vorinstanz ver- kenne in der ganzen Argumentation die wesentliche Tatsache, dass der Beschwerdeführer als Gegner des syrischen Regimes und der PYD iden-D-2536/2017 Seite 13 tifiziert worden sei. Die Vorinstanz stütze sich lediglich auf die Glaub haf- tigkeit der Aussagen und ignoriere Tatsachen, die viel asylrelevanter seien. Die behauptete Unglaubwürdigkeit diene bl oss als Vorwand, um den Be- schwerdeführenden Asyl zu verweigern. Die PYD würde einem Gegner na- türlich keine Führungspositionen anbieten, sondern diesen zu bestimmten Aufgaben und Zwecken rekrutieren beziehungsweise ausnutzen. Der Be- schwerdeführer hätte im R ahmen der ihm von der PYD angebotenen Schmugglergeschäfte lediglich Warten getragen und körperliche Arbeiten ausgeführt, aber keine bedeutende Funktionen innegehabt. Er wäre wäh- rend dieser Arbeiten auch überwacht worden. Viele Männer würden bei dieser Täti gkeit auch durch türkische Grenzsoldaten oder die eigenen Leute erschossen. Die PYD hätte von ihrem Angebot also wesentlich mehr profitiert als der Beschwerdeführer, zumal nicht sicher sei, ob er hätte flie- hen können. Zu beachten sei auch, dass der mitverhaftete Cousin des Be- schwerdeführers S._______ Opfer eine Deals geworden sei und nach sei- ner Verhaftung durch die PYD den syrischen Behörden übergeben worden sei. Seitdem fehle von ihm jede Spur . Die Vorinstanz habe die Situation des Cousins mit keinem Wort erwähnt, zumal der Beschwerdeführer näm- lich einem ebensolchen Deal knapp und glücklich entkommen sei. Der Be- schwerdeführer habe schliesslich nach dem Ausbruch schnell handeln müssen und sei deshalb in sein Heimatdorf zurückgekehrt, da er eine kon- krete Idee gehabt habe, wie er das Land würde verlassen können und weil er dafür Hilfe brauchen würde, die er nur in seinem Heimatdorf bekommen würde. Das Dorf befinde sich auch direkt an der Grenze, weshalb es von der PYD nicht umzingelt werden könne. Was die exi lpolitische Tätigkeit und Nachfluchtgründe angehe, so sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer aktives Mitglied der Yekiti - Partei sei und in der Schweiz mit führenden Mitgliedern verkehre. Er werde auch mit prominenten Mitgliedern, wie T._______ und U._______, gese- hen, wenn diese die Schweiz besuchten. Mitglieder der Yekiti-Partei seien im Verhandlungsteam der Opposition in Genf immer vertreten und kämen deshalb oft in die Schweiz. Das syrische Regime habe deshalb grosses Interesse daran, mit ihnen gesehene Personen zu identifizieren. Es sei deshalb sicher, dass der Beschwerdeführer als Mitglied der Yekiti -Partei und Regimegegner in Syrien längst bekannt sei. Im Falle einer Rückkehr wäre er somit grossen Gefahren ausgesetzt. Im März 2017 sei sodann die Tante des Beschwerdeführers, V._______, in Al -Hasaka gestorben. Der (…) Bruder des Beschwerdeführers, W._______, sei daraufhin nach Ha- saka gereist, um an der Beerdigung teilzunehmen. Am Checkpoint D-2536/2017 Seite 14 X._______ sei er angehalten, kontrolliert und für mehrere Stunden festge- halten sowie verhört worden. Der Bruder sei dabei unter anderem nach dem Beschwerdeführer gefragt worden, da dieser der Fahnenflucht be- schuldigt werden sei. Der Beschwerdeführer wäre in dieser Hinsicht ver- pflichtet gewesen, einmal jährlich in Al-Hasaka (wohin das Rekrutierungs- amt der Stadt G._______ verlegt worden sei), nachzufragen beziehungs- weise persönlich vorzusprechen, ob er für den Reservedienst einberufen worden sei oder nicht. Es handle sich deshalb zusätzlich zur Fahnenflucht um eine strafbare Unterlassung, weil der Beschwerdeführer seinen Pflich- ten nicht nachgekommen sei. Der Beschwerdeführer gelte aufgrund dieser Vorkommnisse nun im Sinne des syrischen Militärgesetzes als Dienstver- weigerer, weshalb ihm asylrelevante Verfolgung drohe. 6.3 In der Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, dass keine neuen er- heblichen Tatsachen oder Beweismittel dargetan worden sein, welche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könnten. Wie bereits im Asyl- entscheid erwähnt, werde die Teilnahme des Beschwerdeführers an De- monstrationen gegen das syrische Regime nicht bestritten. Allerdings sei seine Aussagen nicht zu entnehmen, dass er dabei jeweils eine konkrete Funktion innegehabt hätte, bei welcher er sich exponiert hätte. Folglich be- stehe keine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass ihm deswegen habe Gefahr drohen können, vom syrischen Regime identifiziert zu werden. Betreffend die angebliche Identifizierung durch den Luftsicherheitsdienst sei auf die Erwägungen im Asylentscheid zu verweisen. Insofern der Beschwerdefüh- rer geltend mache, er stamme aus einer bekannten oppositionellen kurdi- schen Familie und habe deswegen begründete Furcht, von den syrischen Behörden verfolgt zu werden, sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anh örung nirge nds angegeben habe, aufgrund der politi- schen Aktivitäten seiner Familie Probleme bekommen zu haben. In der Be- schwerde würden drei Cousins des Beschwerdeführers genannt. Diesbe- züglich sei zunächst zu erwähnen, dass die Cousins nicht der Kernfamilie des Beschwerdeführers angehörten. Zudem seien die Fälle der drei anders gelagert. Aufgrund der Aussagen der Cousins sei nicht auf eine konkrete Verbindung mit dem Beschwerdeführer zu schliessen. So sei einer der drei Cousins aus dem (…), während ein zweiter Cousin (…) habe. Ein weiterer Cousin habe hingegen glaubhaft machen können, (…) als Regimegegner identifiziert worden zu sein. Insgesamt sei aber nicht ersichtlich, inwiefern dem Beschwerdeführer durch die Aktivitäten der Cousins eine Reflexver- folgung gedroht habe. Schliesslich werde in der Beschwerde an mehreren Stellen erwähnt, dass der Beschwerdeführer oft mit wichtigen Exponenten D-2536/2017 Seite 15 der Yekiti-Partei verkehrt habe beziehungsweise mit ihnen gesehen wor- den sei. Da diesbezüglich keine Beweismittel eingereicht worde n seien, könne nicht festgestellt werden, ob daraus eine asylrelevante Verfolgung entstehen könnte. Zudem habe der Beschwerdeführer dies an der Anhö- rung nicht erwähnt. Eine Parteimitgliedschaft des Beschwerdeführers werde nicht bestritten, jedoch habe er i nnerhalb der Partei keine wichtige Funktion innegehabt, sodass in einer Gesamtwürdigung nicht von einem politischen Risikoprofil ausgegangen werden könne. 6.4 In der Replik bringen die Beschwerdeführenden vor, dass dem syri- schen Regime bekannt sei, wer hinter den Protesten in jeder Ecke Syriens stecken könnte. Das syrische Regime sei eines der mächtigsten und be- rüchtigtsten Regimes im Nahen Osten und verfüge über viele Agenten, Spitzel sowie Informanten. Der Beschwerdeführer gehöre einfach zu die- sem Verdachtskreis, da er Mitglied einer oppositionellen Familie sei und mit vielen renommierten oppositionellen Persönlichkeiten gesehen worden sei. Der Beschwerdeführer stamme wie die anderen Familienmitglieder aus dem Dorf F._______ und der einen Kilometer entfernten Stadt G._______. Er habe sich wie die anderen Mitglieder in diesem Dorf aufge- halten und in der benachbarten Stadt Proteste mitorganisiert und mitdurch- geführt. Der Beschwerdeführer war viel mit seinen Cousins unterwegs und wurde mit ihnen gesehen. Die Famil ienmitglieder des Beschwerdeführers seien den Behörden bekannt, weshalb sie gezielt verfolgt würden. Der Be- schwerdeführer habe diese Verfolgung glaubhaft machen und ausführliche sowie plausible Aussagen machen können. Die Vorinstanz habe sich zu- dem wiederum nicht zum Umstand geäussert, dass vom Cousin des Be- schwerdeführers, S._______, bis heute jede Spur fehle und man nicht wisse, ob er noch lebe oder bereits getötet worden sei. Diese Tatsache sei von der Vorinstanz nicht beachtet beziehungsweise ignoriert worden, ob- wohl sie asylrelevant sei. 7. 7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es den Beschwer- deführenden entgegen der Beschwerde nicht gelungen ist, eine asylbe- achtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 und 7 AsylG glaubhaft zu machen. 7.2 So ist der Vorinstanz zunächst darin zuzustimmen, dass der Beschwer- deführer nicht nachvollziehbar und substanziiert hat darlegen können, wie er vom Luftsicherheitsdienst identifiziert worden sein soll. Auf die Frage, D-2536/2017 Seite 16 wie er dies erfahren habe, antwortete der Beschwerdeführer zunächst aus- weichend, dass G._______ sehr klein sei und dass es viele Spitzel in der Region gebe und dass er dort begonnen habe, Demonstrationen zu orga- nisieren (…). Erst auf Nach frage führte er dann wenig substanziiert aus, dass ihm dies von einem Mitstreiter mitgeteilt worden sei, der Mitglied im Zentralkomitee gewesen sei und immer wieder Informationen erhalten habe (…). Der Beschwerdeführer hat sodann zu Protokoll gegeben, er sei „wie jeder andere Mensch“ auf die Strasse gegangen und es hätten sich „viele Leute“ zu einer Gruppe mobilisiert ( …), und weiter erklärt, dass er ein ganz normales Parteimitglied ohne spezifische Aufgaben gewesen sei (…) und dass jeweils mehr als tausend Personen an den Demonstrationen teilgenommen hätten ( …). Auf die in Anbetracht dieser Äusserungen be- rechtigte Frage, warum unter all diesen Personen gerade er identifiziert worden sein soll, erwidert e der Beschwerdeführer lediglich, er habe mit dem jungen Organisationskomitee Demonstrationen organisiert (…). Diese Begründung ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als unzureichend zu werten, zumal der Beschwerdeführer angegeben hat, bei dem besagten Komitee seien unzählige Personen Mitglied gewesen (…) und dass er nie persönlichen Kontakt mit dem Luftsicherheitsdienst gehabt habe (…). Bei den Aussagen der Beschwerdeführerin ist augenfällig, dass sie wich- tige Details – sich an den Fragen orient ierend – nachzuschieben scheint. So erwähnte sie in der freien Schilderung zunächst nur, dass sie aufgrund der Probleme ihres Mannes ausgereist sei, weil ihr Mann „von der PYD“ gesucht worden sei (…). Bezugnehmend auf diese Aussage, wiederholt e die Beschwerdeführerin in der Antwort zur (folgenden) Frage, ob dies alle Asylgründe seien, zunächst, dass sie hauptsächlich wegen der Probleme des Mannes geflohen sei , und führte aus: „Sie haben mich nur belästigt und unter Druck gesetzt, als sie unser Haus gestürmt haben“ (…). Auch in den darauffolgenden Fragen beziehungsweise Antworten wird offensicht- lich, dass es jeweils nur um die PYD geht ( …). Selbst die Frage gegen Ende der Anhörung, ob sie neben diesen Probleme n, welche sie mit der PYD gehabt habe, als diese bei i hr zu Hause vorbeigekommen sei , noch weitere Probleme gehabt habe, beantwortete die Beschwerdeführerin wie- derum lediglich in Bezug auf die PYD (…). Erst auf die konkrete Frage, ob der Ehemann auch Probleme mit dem Regime gehabt habe, antwortete die Beschwerdeführerin wie folgt „Ja, er hat gesagt, dass er von der Luftsicher- heit gesucht werde.“ (…) und vermittelte damit nicht den Eindruck, dass sie von diesen angeblichen Problemen etwas direkt wahrgenommen hätte. Le- diglich auf die Nachfrage, ob sie davon irgendetwas mitbekommen habe, D-2536/2017 Seite 17 antwortete die Beschwerdeführerin nun plötzlich, dass der Luftsicherheits- dienst auch zu ihnen nach Hause gekommen sei und nach dem Ehemann gefragt habe (…). Die Einschätzung der Vorinstanz, dass die Beschwerde- führerin ein wichtiges Vorbringen zunächst nicht erwähnt hat, ist somit ent- gegen der Beschwerde nicht zu beanstanden, denn zentrale Aussage, die zunächst nicht ansatzweise erwähnt werden stellen Widersprüche dar, die im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen sind. Der Einwand auf Beschwerdeebene, dass die Beschwerdeführerin aufgrund eines Spi- talaufenthalt des Sohnes während der Befragung unkonzentriert gewesen sei, sind in dieser Hinsicht unbehelflich, zumal der Spitalaufenthalt des Sohnes bereits in der Vergangenheit lag, die Beschwerdeführerin bestätigt hat, dass es dem Sohn w ieder gut gehe ( …), und weil aus dem Protokoll insgesamt nicht ersichtlich ist, dass die Beschwerdeführerin Konzentrati- onsschwierigkeiten gehabt hätte. Insoweit die Beschwerdeführenden in der Rechtsmitteleingabe vorbringen, der Beschwerdeführer sei leicht zu identifizieren gewesen, weil er mit be- kannten Persönlichkeiten in der Stadt beziehungsweise mit prominenten Mitgliedern der Yekiti-Partei verkehrt habe und weil er aus einer bekannten oppositionellen Familie stamme, ist Folgendes festzuhalten: Wie die V o- rinstanz in der Vernehmlassung zu Recht bemerkt, hat der Beschwerde- führer in der Anhörung nirgends den Umstand erwähnt, dass er mit be- kannten Parteiexponenten verkehrt h at respektive gesehen worden sei , was jedoch angesichts der ihm gestellten Fragen betreffend die Identifizie- rung durch die Behörden zu erwarten gewesen wäre. Auch hat er keine diesbezüglichen Beweismittel eingereicht. Schliesslich sind die Ausführun- gen dazu in der Rechtsmitteleingabe wenig substanziiert ausgefallen und werden selbst nach de n Erwägungen der Vorinstanz in der Vernehmlas- sung nicht detaillierter, sondern lediglich noch einmal wiederholt. Hätte sich der Sachverhalt wirklich so zu getragen beziehungsweise hätte der Be- schwerdeführer wirklich mit wichtigen Parteiexponenten verkehrt, wäre je- doch zu erwarten gewesen, dass er zu diesem Umgang weitaus konkretere Angaben machen kann und diesen Umstand vor allem früher, mithin bereits anlässlich der Anhörung, erwähnt und gegebenenfalls entsprechende Be- weismittel einreicht. Insofern die Beschwerdeführenden geltend machen, der Beschwerdeführer stamme aus einer bekannten kurdischen Familie, ist zunächst darauf hinzuweisen, dass er in Antwort auf die Frage, ob es in der Familie Personen gäbe, die ebenfalls politisch aktiv seien, ausführt e dass dies in seiner Familie wenig seien und nur die Kinder seines Onkels politisch aktiv gewesen sein (…). Es handelt sich bei den erwähnten Cous- ins sodann nicht um Mitglieder der Kernfamilie und der Beschwerdeführer D-2536/2017 Seite 18 hat auch, wie von der Vorinstanz richtig bemerkt, nirgends in der Anhörung angegeben, er habe aufgrund der politischen Aktivitäten seiner Familie Probleme bekommen. Soweit die Beschwerdeführenden in der Rechtsmit- teleingabe sowie in der Replik bemängeln, dass die Vorinstanz sich nicht zum mitentführten Cousin S._______ geäussert habe, der Opfers eines Deals mit der PYD geworden und den syrischen Behörden übergeben wor- den sei, ist festzuhalten, dass dieser Umstand nicht glaubhaft dargetan wurde und auch aufgrund der Akten nicht ersichtlich ist, inwiefern dem Be- schwerdeführer in diesem Zusammenhang eine Verfolgung drohen würde, zumal er nirgends in der Anhörung e rwähnt hat, er habe wegen seines Cousins Probleme bekommen beziehungsweise solche befürchtet. Des Weiteren ist die Einschätzung der Vorinsta nz, der Beschwerdeführer habe seine politischen Aktivitäten nicht substanziiert darlegen können, zu bestätigen. Zunächst hat die Vorinstanz diesbezüglich zu Recht festge- stellt, dass der Beschwerdeführer kein exponiertes politisches Profil auf- weise. So hat er angegeben, er habe bei der Yekiti-Partei keine spezifische Aufgabe gehabt und sei ein ganz normales Mitglied gewesen (…). Sodann bleibt unklar, welche Aufgaben der Beschwerdeführer im Rahmen der Or- ganisation von Demonstrationen denn genau übernommen haben will. Als er in der Anhörung, danach gefragt wurde, was seine Aufgabe im Rahmen des Organisationskomitees gewesen sei, führt e er aus, er sei mit seinem Cousin in die Dörfer geg angen und habe die Dorfbewohner aufgefordert, an den Demonstrationen teilzunehmen (…). Im Gegensatz dazu erklärte er in der freien Schilderung zu Beginn der Anhörung er habe , nachdem er vom Luftsicherheitsdienst identifiziert worden se i (mithin nach der De- monstrationszeit), mit seinem Cousin beschlossen in die Dörfer zu gehen (…). Bezeichnenderweise sind auch die Angaben betreffend Organisation beziehungsweise Kommunikation innerhalb dieses Organisationskomitees oberflächlich und ausweichend ausgefallen (…). Hätte der Beschwerdefüh- rer tatsächlich eine entsprechende Funktion innegehabt beziehungsweise entsprechende Tätigkeiten ausgeübt, wären von ihm in dieser Hinsicht de- tailliertere Angaben zu erwarten gewesen. Angesichts des niederschwelligen politischen Profils hat die Vorinstanz zu Recht festgestellt, dass es nicht nachvollziehbar sei, aus welchen Gründen die PYD über längere Zeit hinweg ein Interesse an ihm gehabt und ihn über Monate inhaftiert haben soll. Dies vermochte auch der Beschwerdeführer nicht plausibel zu erläutern (…). In Bezug auf die Schilderung der Inhaftie- rung mutet auch seltsam an, dass der Beschwerdeführer auf die Frage, was in den restlichen Monaten vor seinem Ausbruch passiert sei, zunächst D-2536/2017 Seite 19 lediglich ausführt, dass er während der restlichen Tage mit drei weiteren Personen im Gefängnis gewesen sei und dass sonst „nichts“ vorgefallen sei (…), nur um erst auf Nachfrage anzufügen, dass er während der restli- chen Haftzeit belästigt beziehungsweise beschimpft und sogar gefoltert worden sei (…). Insbesondere da der Beschwerdeführer dann auch aus- führte, die PYD habe „schlimmer als die syrische Regierung gefoltert“ und es sich um ein einschneidendes Erlebnis gehandelt haben dürfte, wäre zu erwarten gewesen, dass der diesen Umstand unverzüglich nennt. Darüber hinaus hat die Vorinstanz mit zutreffender Begründung dargelegt, warum es nicht nachvollziehbar sei, dass die PYD dem Beschwerdeführer als angeblich politis chem Gefangenen eine Tätigkeit als Schmuggler an- geboten haben soll und dass auch der Beschwerdeführer dafür keine hin- reichende Erklärung gehabt habe. Die entsprechen den Ausführungen auf Beschwerdeebene sind nicht geeignet etwas an dieser Einschätzung zu ändern. Es ist umso weniger plausibel, dass die PYD dem Beschwerdefüh- rer ein entsprechendes Angebot gemacht hat, angesichts des Umstandes, dass ihm in den Verhören vorgeworfen sein soll, er würde Leute dabei un- terstützen, in die Türkei zu gehen, und er würde den Kontakt mit ausländi- schen Journalisten pflegen beziehungsweise diese ins Land lassen (…). Angesichts dieser zahlreichen schweren Unglaubhaftigkeitselemente ver- mag der Umstand, dass einzelne Einwände des Beschwerdeführers nicht unberechtigt erscheinen, am Befund der Unglaubhaftigkeit nichts zu än- dern. 7.3 Insofern der Beschwerdeführer eine Einberufung in den militärischen Reservedienst geltend macht und ausführt, dass er in den Augen des syri- schen Regimes nun als Wehrdienstverweigerer gelte und deshalb gravie- rende Folgen beziehungsweise eine asylbeachtliche Verfolgung zu gewär- tigen habe, ist festzuhalten, dass diese nicht glaubhaft dargetan ist. Der Beschwerdeführer hat keine Beweismittel vorlegen können, die eine Ein- berufung in den Reservedienst belegen würden. Seine Angaben in der An- hörung blieben in dieser Hinsicht wenig konkret. So gab er lediglich zu Pro- tokoll, dass ihm während eines Verhörs mitgeteilt worden sei, es liege ein Reservistenaufgebot vor und man könne ihn deswegen der Regierung aus- liefern (…). Dies widerspricht zunächst der Darlegung in der Rechtsmitte- leingabe, wonach die syrischen Behörden keine schrift lichen Aufgebote mehr zustellen . Ohnehin ve rmögen die entsprechenden Ausführungen auch aus einem anderen Grund nicht zu überzeugen: In der Anhörung da- nach gefragt, ob es nach seinem Militärdienst irgendwelche Aktivitäten des D-2536/2017 Seite 20 Militärs gegeben habe beziehungsweise ob er einen Marschbefehl erhalten habe, führte der Beschwerdeführer wiederum lediglich aus, dass er nichts persönlich entgegengenommen habe, dass ihm aber während seiner Haft mitgeteilt worden sei, es liege ein Aufgebot von ihm vor (…). Den Umstand, dass er verpflichtet gewesen wäre, jährlich auf dem Rekrutierungsamt von Al-Hasaka nachzufragen respektive persönlich vorzusprechen und sich zu erkundigen, ob er in den Reservedienst einberufen worden sei und sein Unterlassen beziehungsweise seine Weigerung dies zu tun, erwähnte der Beschwerdeführer jedoch mit keinem Wort. Selbst wenn der Tatbestand der Wehrdienstverweigerung erfüllt sein sollte, ist auf den Grundsatzentscheid des Bundesverwaltungsgericht BVGE 2015/3 zu verweisen. Darin wird festgehalten, dass eine Wehrdienstver- weigerung oder Desertion die Flüchtlingseigenschaften nicht per se zu be- gründen vermögen, sondern nur dann, wenn damit eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG verbunden ist. Wie in den obigen Erwägun- gen festgestellt, sind die diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdefüh- rers als unglaubhaft einzustufen, mithin ist das Vorliegen eines politischen Profils zu verneinen – der Beschwerdeführer entstammt weder einer oppo- sitionellen Familie, noch hatte er je persönliche Probleme mit den syrischen Behörden. Es bestehen somit k einerlei Indizien dafür, dass die syrischen Sicherheitsbehörden den Beschwerdeführer als Regimegegner identifiziert hätten und er als solcher bei einer Rückkehr nach Syrien eine über die Bestrafung der Wehrdienstverweigerung hinausgehende Behandlung zu gewärtigen hätte. 7.4 Die Beschwerdeführenden machen schliesslich subjektive Nachflucht- gründe im Sinne von Art. 54 AsylG geltend, indem sie vorbringen, dass der Beschwerdeführer sich exilpolitisch engagiere, aktives Mitglied der Yekiti - Partei sei und in der Schweiz mit führenden Mitgliedern der Partei verkehre beziehungsweise mit prominenten Mitgliedern bei ihren Besuchen in der Schweiz gesehen werde. Das Bundesverwaltungsgericht geht in seiner Praxis davon aus, dass der Schwerpunkt der Aktivitäten syrischer Geheimdienste im Ausland nicht bei einer grossflächigen, sondern bei einer selektiven und gezielten Überwa- chung der im Ausland lebenden Opposition liegt (vgl. Referenzurteil des BVGer D-3839/2013 vom 28. Oktober 2015 E. 6.3). Die Annahme, die be- troffene Person habe die Aufmerksamkeit der syrischen Geheimdienste in einer Weise auf sich gezogen, welche auf eine begründete Furcht vor Ver- folgung wegen exilpolitischer Tätigkeiten schliessen lässt, rechtfertigt sich D-2536/2017 Seite 21 deshalb nur, wenn sie sich in einem besonderen Mass exponiert. Dies ist dann der Fall, wenn sie aufgrund ihrer Persönlichkeit, der Form des Auftritts und aufgrund des Inhalts der in der Öffentlichkeit abgegebenen Erklärun- gen den Eindruck erweckt, sie werde aus Sicht des syrischen Regimes als potenzielle Bedrohung wahrgenommen (vgl. Referenzurteil des BVGer D-3839/2013 vom 28. Oktober 2015 E. 6.3.6). Den Beschwerdeführenden ist es nicht gelungen, überzeugend darzule- gen, dass sich der Beschwerdeführer in der Schweiz profiliert exilpolitisch betätigt hat. So beschränken sich die Ausführungen in der Beschwerde- schrift auf die oberflächlichen und wenig konkreten Aussagen, der Be- schwerdeführer sei aktives Mitglied der Yekiti-Partei Schweiz und verkehre in der Schweiz mit führenden Mitgliedern beziehungsweise mit prominen- ten Parteiexponenten bei ihren Besuchen in der Schweiz. Vor diesem Hin- tergrund wäre es opportun und für den Beschwerdeführer auch relativ leicht gewesen, das Ausmass der exilpolitischen Aktivitäten mit Bildern, Vi- deos und ähnlichen Dokumenten zu untermauern, will er doch gerade aus der Identifizierbarkeit seiner Person durch die syrischen Behörden eine Ge- fährdung ableiten. Der Beschwerdeführer hat indessen diesbezüglich le- diglich zwei Mitgliedschaftsbestätigungen der Yekiti-Partei Schweiz einge- reicht. Auch unter Berücksichtigung dieser Bestätigungen bestehen keine konkreten und glaubhaften Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer tat- sächlich wegen seiner Tätigkeit oder Funktion im Exil als ernsthafter und potenziell gefährlicher Regimegegner die Aufmer ksamkeit der syrischen Geheimdienste auf sich gezogen haben könnte. Die Angaben des Be- schwerdeführers beschränken sich auf die Aussage, dass er ein aktives Mitglied sei und sich viel aktiver als ein gewöh nliches Parteimitglied betä- tige, während die Bestätigung vom (…) 2017 lediglich die oberflächliche Ausführung enthält, dass der Beschwerdeführer eine zentrale Rolle bei der Rekrutierung von neuen Mitgliedern, bei der Organisation von Veranstal- tungen und der Beziehungspflege mit anderen kurdischen Parteien und Organisationen in der Schweiz spiele. Es sind auch dieser Bestätigung kei- nerlei konkrete Angaben darüber zu entnehmen, worin die Tätigkeit des Beschwerdeführers denn genau bestehen beziehungsweise inwiefern er eine zentrale Rolle spielen soll. Auch ist nicht ersichtlich seit wann und mit welcher Frequenz er entsprechende Tätigkeiten ausübt. Angesichts der geltend gemachten Funktionen wären vom Beschwerdeführer jedoch de- tailliertere Angaben zu erwarten gewesen respektive wäre es für ihn ein Leichtes gewesen, entsprechende weitere Beweismittel beizubringen. D-2536/2017 Seite 22 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen erscheint es insgesamt nicht als wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer wegen seiner exilpoliti- schen Aktivitäten bei einer Rückkehr nach Syrien mit flüchtlin gsrechtlich relevanten Nachteilen rechnen müsste. Die Beschwerdeführenden können sich folglich nicht auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe berufen. 7.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten Asyl- gründe sowie die vorgebrachten subjektiven Nachfluchtgründe nicht geeig- net sind, eine asyl- respektive flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung be- ziehungsweise eine entsprechende Verfolgungsfurcht zu begründen. An dieser Einschätzung vermögen auch die weiteren Ausführungen auf Be- schwerdeebene respektive die zahlreichen Berichte von Kurdwatch nichts zu ändern, weshalb darauf nicht mehr näher einzugehen ist. Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylge- such der Beschwerdeführenden abgelehnt. 8. 8.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli- che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8.3 Im Sinne einer Klarstellung wird abschliessend festgehalten, dass sich aus den vorstehenden Erwägungen nicht der Schluss ergibt, die Be- schwerdeführenden seien zum heutigen Zeitpunkt angesichts der Entwick- lung in Syrien in ihrem Heimatstaat nicht gefährdet. Indessen ist eine sol- che Gefährdungslage ausschliesslich unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 4 AIG (SR 142.20) einzuordnen, wonach der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein kann, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Der generellen Gefährdung aufgrund der aktuellen Situation in Syrien im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG wurde durch die Vorinstanz mit der Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs Rechnung getragen. D-2536/2017 Seite 23 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwerde- führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) . Mit Zwischenverfügung vom 9. Mai 2017 wurde das Gesuch der Beschwerdeführenden um unent- geltliche Prozessführung unter Vorbehalt der Nachreichung einer Fürsor- gebestätigung gutgeheissen. Eine Fürsorgebestätigung wurde mit Eingabe vom 20. Mai 2017 nachgereicht. Da den Akten auch nicht zu entnehmen ist, dass sich die finanzielle Situation der Beschwerdeführenden geändert hätte, sind vorliegend demnach keine Verfahrenskosten zu erheben (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-2536/2017 Seite 24 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Simon Thurnheer Andrea Beeler Versand: