<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2008 70 S.349</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">349</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft2"><b>70</b></span> <span class="ft2"><b>Ermessensveranlagung; Vermögensvergleich (§ 191 Abs. 3 StG).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Eine behauptete Schenkung von Bargeld vermag das Finanzierungs-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>manko des Vermögensvergleiches nicht zu begründen, wenn keine</b></span><br/> <span class="ft2"><b>weiteren Hinweise die Schenkung glaubhaft machen.</b></span><br/> <br/> <span class="ft1">24. Juli 2008 in Sachen J. + U.M., 3-RV.2007.241</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">2.3.</span><br/> <span class="ft6">Die Steuerkommission A. erstellte im Veranlagungsverfahren</span><br/> <span class="ft6">einen Vermögensvergleich. Da sich ein Finanzierungsmanko von</span><br/> <span class="ft6">CHF 21'641.00 ergab, wurden die Rekurrenten aufgefordert, sich da-</span><br/> <span class="ft6">zu zu äussern.</span><br/> <span class="ft6">Die Rekurrenten reichten folgende Bestätigung der in Öster-</span><br/> <span class="ft6">reich lebenden Schwester des Rekurrenten ein:</span><br/> <span class="ft7">"Ich, M.V. geb. M., habe am 5.1.2004 meinem Bruder, H.M., ein zins-</span><br/> <span class="ft7">loses Darlehen in der Höhe von</span> <span class="ft8">11.500.- gegeben.</span><br/> <span class="ft7">Dieser Betrag war ein Geschenk von mir an meinen Bruder."</span><br/> <span class="ft6">Die Steuerkommission A. anerkannte die Barzahlung aus dem</span><br/> <span class="ft6">Ausland nicht und rechnete nach Ermessen CHF 15'000.00 zum steu-</span><br/> <span class="ft6">erbaren Einkommen hinzu.</span><br/> <span class="ft6">2.4.</span><br/> <span class="ft6">Die Rekurrenten belegen die behauptete Schenkung der</span><br/> <span class="ft6">Schwester des Rekurrenten lediglich mit deren handschriftlichen Be-</span><br/> <span class="ft6">stätigung. Dies reicht nicht aus, um die Schenkung genügend nach-</span><br/> <span class="ft6">zuweisen (vgl. den bereits von der Steuerkommission zitierten RGE</span><br/> <span class="ft6">vom 21. Oktober 2004 in Sachen B. + E.K. betreffend die behauptete</span><br/> <span class="ft6">Gewährung von Darlehen). Daran ändert die "Eidesstättige Erklä-</span><br/> <span class="ft6">rung" der Schwester des Rekurrenten vom 19. Mai 2008 nichts, da</span><br/> <span class="ft6">der Notar lediglich die Echtheit der Unterschrift belegt (und belegen</span><br/> <span class="ft6">kann), und nicht die Schenkung an sich (RGE vom 26. Juni 2008 in</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">350</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Sachen D.D. + M.M.D.). Ein Zahlungsnachweis kann, da die Schen-</span><br/> <span class="ft6">kung in bar erfolgt sein soll, nicht erbracht werden. Auch der be-</span><br/> <span class="ft6">hauptete Bezug der</span> <span class="ft9">11'500.00 von der Postbank durch die Schwes-</span><br/> <span class="ft6">ter des Rekurrenten kann von der Bank nicht rekonstruiert werden</span><br/> <span class="ft6">(Schreiben vom 15. Mai 2008).</span><br/> <span class="ft6">Der Rekurrent, der selbständig erwerbstätig ist, hat die behaup-</span><br/> <span class="ft6">tete Schenkung in der Buchhaltung als Privateinlagen erfasst (mit</span><br/> <span class="ft6">Buchungen vom 30. Januar [CHF 4'623.00], vom 23. März</span><br/> <span class="ft6">[CHF 6'120.00] und vom 26. April [CHF 6'144.00]). Die gestaffelte</span><br/> <span class="ft6">Einzahlung aus dem Bankkonto sei unter Rücksicht auf den Wechsel-</span><br/> <span class="ft6">kurs und die persönlichen Bedürfnisse der Rekurrenten erfolgt. Aus</span><br/> <span class="ft6">der Verbuchung der Schenkung können die Rekurrenten nichts zu</span><br/> <span class="ft6">ihren Gunsten ableiten. Sie spricht im Gegenteil eher gegen die Dar-</span><br/> <span class="ft6">stellung der Rekurrenten. Die Behauptung, der Geldbetrag sei mit</span><br/> <span class="ft6">Rücksicht auf den Wechselkurs gestaffelt gewechselt worden, wirkt</span><br/> <span class="ft6">nicht glaubwürdig. Die Rekurrenten konnten nicht wissen, wie sich</span><br/> <span class="ft6">der Kurs entwickelt und ob sich ein Abwarten zu ihren Gunsten aus-</span><br/> <span class="ft6">wirkt.</span><br/> <span class="ft6">Die Steuerkommission A. hat daher die behauptete Schenkung</span><br/> <span class="ft6">der Schwester des Rekurrenten zu Recht nicht als Begründung für</span><br/> <span class="ft6">die Finanzierung des Mankos aus dem Vermögensvergleich aner-</span><br/> <span class="ft6">kannt.</span><br/></div> </div> </body> </html>