<h2>SubmittedText<h2><p>Im SBB-Bahnhof in Bellinzona, der sogenannten "Porta del Ticino", zeigen sich beim römischen Travertin, der versuchsweise an einer Stelle in der Bahnhofsunterführung eingesetzt worden ist, nach ein paar Wochen bereits die ersten Risse sowie Anzeichen dafür, dass er schon bald beschädigt sein wird. Wenn ein Stein Risse aufweist beziehungsweise solche auftreten, darf das nie unterschätzt werden: Gewöhnlich deutet dies darauf hin, dass die Festigkeit des Materials ungenügend oder das Material ungeeignet ist. Ich bitte den Bundesrat daher um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Wie sind die ersten Risse zu deuten, die am römischen Travertin, der versuchsweise an einer Stelle im Bahnhof Bellinzona eingesetzt worden ist, aufgetreten sind?</p><p>2. Falls sich das Material als ungeeignet erweisen sollte und die SBB gezwungen wären, dieses schon nach kurzer Zeit zu reparieren und/oder zu ersetzen: Wer müsste angesichts der Tatsache, dass die Steinplatten von einer italienischen Firma geliefert werden, für die Kosten für die beschädigten Platten aufkommen?</p><p>3. Wäre es angesichts der Ergebnisse, welche die versuchsweise eingebauten Steinplatten zeitigen, nicht angebracht, den Entscheid zu überdenken, der zur Wahl des römischen Travertins anstelle des zuverlässigeren Materials aus dem Inland geführt hat?</p><p>4. Stimmt es, dass die für den Ausbau des Bahnhofs Verantwortlichen prüfen, ob wegen der Probleme mit dem Travertin ein anderes Material verwendet werden soll?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hält fest, dass er bezüglich der Auswahl und des Einsatzes von Natursteinen auf Bahnhöfen der SBB keine spezifische Verantwortung trägt. Es liegt in der Entscheidbefugnis der SBB, die Bahnhöfe mit in- oder ausländischen Materialien auszustatten.</p><p>1. Gemäss Auskunft der SBB wurde die angesprochene Platte mit einem Riss vor einem Jahr auf der provisorischen Rampe verlegt, um die Platten bezüglich Verschmutzungsgrad und Reinigung zu testen. Dieses Vorgehen wird bei Bodenbelägen in stark frequentierten Bereichen immer durchgeführt, um Erkenntnisse für den späteren Betrieb zu erlangen. Die Bemusterungsfläche wird seit Beginn der Sanierung des Perrons 1 im April 2016 überaus starken physikalischen Belastungen ausgesetzt. Im Normalbetrieb wird später eine solche Belastung nicht auftreten. Zudem ist die jetzige Ausführung mit dem provisorischen Unterlagsboden mit der zukünftigen Situation in der Halle nicht vergleichbar.</p><p>2. Der Austausch von schadhaften Platten erfolgt im Sinne einer Garantieleistung durch den Hersteller. Der Hersteller ist ein im Tessin ansässiges Unternehmen. Kann dieses Unternehmen unerwarteterweise seiner Verpflichtung aus verdeckten Mängeln nicht nachkommen, besteht seitens SBB ein 10-prozentiger Rückbehalt der Auftragssumme, der für derartige Mängelbehebungen eingesetzt werden kann. Den SBB entstehen keine Kosten.</p><p>3. Ein durch die übermässig starke Belastung während des Baustellenbetriebs herbeigeführter Riss in einer Platte, die sich auf einem provisorischen Unterlagsboden befindet, ist aus Sicht der SBB kein Grund, den bereits gefällten Entscheid zu überdenken.</p><p>4. Eine derartige Prüfung findet nicht statt. Am gefällten Entscheid wollen die SBB festhalten.</p>  Antwort des Bundesrates.