Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. Dezember 2015 (720 15 169 / 313; 720 15 99 / 314) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Invalidenrente, Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, Bemessung der Invalidität. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Markus Schmid , Rechtsanwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Die 1964 geborene A.____ arbeitete zuletzt vom 1. November 2003 bis 31. August 2011 als Sachbearbeiterin für die B____AG in einem Pensum von 60%. Am 11. September 2010 erlitt A.____ bei einem Auffahrunfall eine Dis torsion der Halswirbelsäule (HWS). Am 1. November 2010 meldete sie sich unter Hinweis auf unfallbedingte Beschwerden bei der Eid- genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. In der Folge zog die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) die Akten der C____AG als zuständige Unfallversi- cherung bei. Nach weiteren Abklärungen der gesundhe itlichen, erwerblichen und hauswirt- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht schaftlichen Verhältnisse sprach sie A.____ – nach durchg eführtem Vorbescheidverfahren – mit Verfügung vom 11. Februar 2015 ab 1. Oktober 2012 auf grund eines IV-Grads von 48% eine Viertelsrente, ab 1. April 2013 zufolge vorübergehende r Verschlechterung des Gesundheitszu- standes eine ganze Rente und ab 1. August 2013 wieder um aufgrund eines IV-Grads von 48% eine Viertelsrente zu. A.2 Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Ma rkus Schmid, am 10. März 2015 (Verfahren Nr. 720 15 99) Beschwerde beim Kantonsgeri cht, Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 11. Februar 2015 aufzuheben und es sei die Beschwerdeg egnerin zu verpflichten, ihr mindes- tens eine halbe Rente auszurichten; unter o/e-Kostenfol ge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantrage sie die Durchführung einer öffentlichen Par teiverhandlung und die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Advokat Schmid als Rechtsvertreter. B.1 Am 8. April 2015 erliess die IV-Stelle drei weite re Verfügungen, in denen sie die Nach- zahlung der ganzen Rente von April 2013 bis Juli 2013 sowie der Viertelsrente für die Zeit vom 1. Oktober 2012 bis 31. März 2013 und vom 1. August 2013 bis 28. Februar 2015 anordnete. B.2 Gegen die letzten beiden Verfügungen vom 8. April 2015 erhob die Versicherte, wei- terhin vertreten durch Advokat Schmid, am 12. Mai 201 5 Beschwerde beim Kantonsgericht (Verfahren Nr. 720 15 169). Sie beantragte, in Guth eissung der Beschwerde seien die Verfü- gungen vom 8. April 2015 aufzuheben und es sei die Bes chwerdegegnerin zu verpflichten, ihr für die Zeit ab Oktober 2012 bis März 2013 und von Augu st 2013 bis Februar 2015 mindestens eine halbe Rente auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht bean- tragte sie die Durchführung einer öffentlichen Parteiverhandlung, die Vereinigung der Verfahren Nr. 720 15 99 und Nr. 720 15 169 und die Bewilligun g der unentgeltlichen Rechtspflege mit Ad- vokat Schmid als Rechtsvertreter. Die Beschwerden begründe te sie im Wesentlichen damit, dass die IV-Stelle unzulässigerweise ausschliesslich auf di e Zumutbarkeitsbeurteilung im Gut- achten des Begutachtungszentrums D.____ vom 25. November 2012 abgestellt habe. Dieses Gutachten könne aber frühestens ab Februar 2013 zum Tra gen kommen. Für die Zeit davor müsse auf das von der Unfallversicherung veranlasste Gutach ten der Gutachterstelle E.____ vom 12. Januar 2012 abgestellt werden, welches eine Arb eitsunfähigkeit von 60% attestiere. Aus diesem Grund bestehe ab Oktober 2012 Anspruch auf e ine Dreiviertelsrente. Aufgrund der Operation im Januar 2013 sei dieser Anspruch sicher noch bis März 2013 gegeben. Ab April 2013 bis Juli 2013 habe sie aufgrund der rechtskräftigen Verfügung vom 8. April 2015 Anspruch auf eine ganze Rente. Nachdem das Universitätsspital X.__ __ noch im November 2013 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert habe und die Untersuchungen des Begutachtungszent- rums D.____ für die Verlaufsbegutachtung erst im Mai/Ju ni 2014 stattgefunden hätten, sei der Anspruch auf eine ganze Rente sicherlich noch bis Ende Ju li 2014 zu bestätigen. Im Weiteren habe die IV-Stelle das Invalideneinkommen falsch berech net. Sie sei nicht von einer Arbeitsun- fähigkeit von 30% bzw. aktuell 40% in einer Verweistät igkeit, sondern von einer solchen von 50% in der angestammten Tätigkeit ausgegangen und hab e nicht den mutmasslichen Lohn beim ehemaligen Arbeitgeber veranschlagt, sondern statt essen auf die Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebungen (LSE) abgestellt. Dies sei nicht zulässig. Es treffe zwar zu, dass sie Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihre angestammte Stelle aufgrund ihres Gesundheitsschaden s verloren habe und sie ohne Ge- sundheitsschaden noch immer für die B____AG arbeiten wü rde. Bei der Berechnung des Inva- lideneinkommens müsse daher von vom effektiven Lohn ausgeg angen werden, welcher bei einem 50%-Pensum der Hälfte eines Vollpensums entsprec hen würden. Daraus resultiere ein Anspruch auf eine halbe Rente. Weiter sei beweismässig erstellt, dass sie ab Oktober 2010 ihr Arbeitspensum von 60% auf 80% und ab Januar 2011 auf 100% aufgestockt hätte, so dass die gemischte Methode nur bis Ende 2010 anwendbar wäre. Wa s schliesslich die Einschränkung im Haushalt angehe, könne nicht auf die Angaben im Ab klärungsbericht vom 19. März 2013 abgestellt werden, da dieser nicht schlüssig sei, die Sc hadenminderungspflicht durch mitarbei- tende Familienmitglieder überstrapaziere und mit der ärztlichen Einschätzung nicht überein- stimme. Da bei dieser Sachlage auf die ärztliche Einschätzung abzustellen sei, müsse von einer Einschränkung in Haushalt von 20% ausgegangen werden. C. Mit Verfügung vom 19. Mai 2015 legte die instruie rende Präsidentin des Kantonsge- richts die Verfahren Nr. 720 15 99 und Nr. 720 15 169 zusammen. Gleichzeitig wies sie das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ab und bewilligt e der Beschwerdeführerin für die Verfahren Nr. 720 15 99 und Nr. 720 15 169 die unen tgeltliche Verbeiständung mit Advokat Schmid als Rechtsvertreter. D. In ihren Vernehmlassungen vom 30. April 2015 und 7 . Juli 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. E. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 3. Dezember 2 015, an welcher die Beschwerde- führerin und als Zeugin F.____ befragt wurden, hielt en die Parteien an den gestellten Anträgen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobenen Beschwerden vom 10. März 2015 und 12. Mai 2015 ist einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführ erin. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der Verfügungen vom 11. F ebruar 2015 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbe- fugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.1.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstäti gen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1.2 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufg abenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG d arauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen ( Betätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 4.1.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig si nd oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.1.4 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zei tweilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bund esgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versich erten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 11. Februar 2015) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Ge- sundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderl ich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.2 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten nach Ablauf des War- tejahrs ab 1. September 2011 nach der gemischten Metho de bemessen. Dabei hat sie bei der Festlegung der Anteile der Erwerbs- und Haushaltstätigke it auf die im "Fragebogen zur Ermitt- lung der Erwerbstätigkeit" vom 14. März 2013 wiedergeg ebenen Angaben der Versicherten abgestellt, wonach diese ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen ab 1. Oktober 2010 in einem Pensum vom 80% erwerbstätig und zu 20% für den Haushalt besorgt wäre. Ab 1. Oktober 2012 ermittelte die IV-Stelle den IV-Grad unter Hinweis auf entsprechende Angaben der Versicherten im Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit vo m 14. März 2013 nach der allgemeinen Methode. Die Beschwerdeführerin wendet ein, sie hätte ihr Arbeitspensum bereits per 1. Januar Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2011 auf 100% erhöht, so dass nicht die gemischte Metho de, sondern die allgemeine Bemes- sungsmethode zur Anwendung kommen müsse. 4.3 Der Auffassung der Beschwerdeführerin kann nicht be igepflichtet werden. Auf dem entsprechenden Fragebogen der IV-Stelle hatte sie am 14. März 2013 gegenüber der Abklä- rungsperson der IV unmissverständlich ausgesagt, dass sie i hr Pensum ohne Gesundheits- schaden ab 1. Oktober 2010 auf 80% und per 1. Oktober 2 012 auf 100% erhöht hätte. Zur Be- gründung gab sie an, dass sie sich im Oktober 2012 von ih rem Lebenspartner getrennt habe und deshalb aus finanziellen Gründen – wegen ihres Woh neigentums und der Hypothekar- schulden – auf einen höheren Verdienst angewiesen gewese n wäre. Nachdem die Beschwer- deführerin die Pensumserhöhung auf 100% per 1. Oktob er 2012 plausibel begründete, unter- schriftlich bestätigte und zudem keine Hinweise ersichtlich sind, dass sie die Fragen betreffend das Arbeitspensum nicht richtig verstanden haben könnte, ist ihre nachträgliche Behauptung, wonach sie das Pensum bereits ab 1. Januar 2011 – ledig lich drei Monate nach dessen Erhö- hung auf 80% – aufgrund einer Beförderung auf 100% erhöht hätte, nicht überzeugend. So ge- ben sich aus den Akten keine Hinweise, die auf die Absic ht der Versicherten, bereits ab Januar 2011 einer Vollzeittätigkeit nachzugehen, schliessen lass en. Auch die aufgerufene Zeugin ver- mag die Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin nicht zu erhärten. Zwar bestätigte sie, dass im Rahmen einer Teamsitzung über Beförderung und Pensumserhöhung der Versicherten orientiert wurde. Indes war nach Angaben der Zeugin d er Zeitpunkt der Pensumserhöhung auf 100% nicht klar. Da die Behauptung der Beschwerdeführe rin, das Pensum bereits ab 1. Januar 2011 auf 100% erhöht zu haben, im Widerspruch zu den be i der Haushaltsabklärung gemach- ten Angaben steht und sich eine solche auf diesen Zeitp unkt auch aufgrund der vorliegenden Akten und den Angaben der Zeugin nicht hinreichend na chweisen lässt, trägt die Beschwerde- führerin die Folgen der Beweislosigkeit. Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf die unterschriftlich bestätigten Aussagen der Beschwerdeführerin vom 14. März 2013 abge- stellt und bis zum 30. September 2012 die gemischte Methode mit 80% Erwerb und 20% Haus- halt und ab 1. Oktober 2012 die Allgemeine Bemessungsmethode angewendet hat. 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsve rfahren sinngemäss Anwendung (Ur- teil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/9 9, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfa hrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche V ertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potenti- ellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht verg essen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen läng eren Zeitraum abdeckende und umfas- sende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft we rtvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Beha ndlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil d es EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 2b) nicht zu, ein Administrativgutachten stets in F rage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu a nderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). Vor- behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichend e Beurteilung aufdrängt, weil die behan- delnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver är ztlicher Interpretation entspringende – As- pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkan nt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 6. Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sind im W esentlichen die folgenden medizi- nischen Unterlagen zu berücksichtigen: 6.1 Die C____AG beauftragte die Gutachterstelle E.__ __ mit einem polydisziplinären Gut- achten. Am 12. Januar 2012 wurde mit Auswirkung auf di e Arbeitsfähigkeit ein Status nach HWS-Distorsion am 11. September 2010 mit chronischem z ervikalen bzw. zervikozephalen Schmerzsyndrom bei erosiver Osteochondrose C5/6 mit breit basiger Bandscheibenprotrusion, vorbestehenden degenerativen Veränderungen auf dem Niveau C5/6 mit Progression über Zeit, eine posttraumatische Belastungsstörung und eine deutli ch ausgeprägte depressive Sympto- matik, differentialdiagnostisch eine mittel- bis schwerg radige depressive Episode ohne psycho- tische Symptome, differentialdiagnostisch eine Anpassungsst örung mit depressiven Sympto- men und Angst. Bei der Versicherten seien alle Tätigke iten mit Belastung, resp. Zwangshaltun- gen des Schulter-Nackengürtels, mit Einschränkungen verbunden. Bei administrativen Tätigkei- ten ohne repetitives Heben etwa von schweren Ordnern un d bei Möglichkeit, gelegentlich Pau- sen einzulegen, resp. in wechselbelastenden Tätigkeiten, sei die Versicherte zu 50% arbeitsfä- hig. Aufgrund der psychischen und kognitiven Beschwerden ( Konzentrationsstörung) bestünde eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In sgesamt betrage die Arbeitsunfähigkeit schätzungsweise 60%. Genauere Angaben könnten erst nach einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) gemacht werden. Eine solche erscheine aber derzeit unverhältnismäs- sig zu sein. 6.2 Die IV-Stelle beauftragte das Begutachtungszentrum D.____ mit einer polydisziplinären Begutachtung. Am 25. November 2012 wurden mit Auswirku ng auf die Arbeitsfähigkeit ein zer- vikothorakales Schmerzsyndrom mit zervikobrachialer Schmerzkompo nente beidseits bei Spannungskopfschmerzen, migräniformen Exazerbationen, de generativen Veränderungen der HWS, bei Status nach Verkehrsunfall am 11. September 20 10, Infiltration der Fazettengelenke HWK 5/6 beidseits mit Lokalanästhetikum ohne Effekt, Häm angiomen an den Brustwirbelkör- pern (BWK) 3 und 7, ein intermittierendes Lumboverte bralsyndrom bei diskreter Spondylose und Spondylarthrosen an den Lendenwirbelkörpern (LWK) 3-5 und eine leicht bis mittelgradig ängstlich gefärbte depressive Episode ohne somatisches Syn drom (ICD-10 F32.00/10). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Stat us nach posttraumatischer Belastungs- störung (ICD-10 F43.1), eine euthyreote Struma diffus a bei labormässig Morbus Hashimoto, rezidivierende gastrointestinale Beschwerden, eine chron isch-venöse Insuffizienz Grad I mit zum Teil symptomatischer Seitastvarikosis, ein Status nach chr onischem Reizhusten unklarer Aetiologie und Allergien bzw. Unverträglichkeiten auf Laktose, Penicillin, Ponstan und Latex. Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten werde wesentlich beeinträchtigt durch die Veränderung im Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bereich des Achsenskeletts. Körperlich schwere und mittel schwere Arbeiten seien der Versi- cherten grundsätzlich nicht mehr zuzumuten. Körperlich l eichte, wechselbelastende und rü- ckenadaptierte Tätigkeiten ohne einseitige Körperstellu ngen oder Zwangshaltungen seien der Versicherten aber zumutbar. Vermieden sollten aber Arb eiten in der Höhe oder solche, welche wiederholtes Steigen auf Leitern notwendig machen. Entsprechend angepasste Tätigkeiten sei- en der Versicherten aus rheumatologischer und neurologisc her Sicht vollschichtig zumutbar, wobei schmerzbedingt von einer Leistungseinschränkung von 30% auszugehen sei. Aus psy- chiatrischer Sicht bestehe aufgrund der gegenwärtig leic ht- bis mittelgradigen depressiven Epi- sode in sämtlichen Tätigkeiten eine Einschränkung von 20%. Diese Arbeitsunfähigkeit sei aber nicht additiv zu den körperlich bedingten Einschränkungen . In einer angepassten Tätigkeit be- stehe somit gesamtmedizinisch eine volle Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsbeschränkung von 30%. Diese Zumutbarkeitsbeurteilung gelte ab sechs Monat en nach dem Unfallereignis am 11. September 2000. In der angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin bestehe aus neurolo- gisch/rheumatologischer Sicht eine 50%ige Arbeitsunfähigk eit, da diese Arbeit nicht als ange- passt zu qualifizieren sei. In dieser 50%ige Arbeitsunfäh igkeit sei aber die 20%ige Arbeitsunfä- higkeit aus psychiatrischer Sicht bereits subsumiert. Diese 5 0%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestehe ebenfalls ab etwa sechs Monaten nach dem Unfall. 6.3 Im Verlaufsgutachten des Begutachtungszentrums D.__ __ vom 2. Juli 2014 werden die Diagnosen im Gutachten vom 25. November 2012 bestätig t und ergänzt um den Status nach Diskektomie und Stabilisation mit Cage und Platte am HW K 5/6 am 17. Januar 2013 bei pro- gredienter, erosiver Osteochondrose mit sekundärer Spinalkanalstenose und klinischer zervika- ler Myelopathie ohne radikuläres oder spinales Ausfal lsyndrom. Ferner wird neu ein idiopathi- scher Gesichtsschmerz rechts erwähnt. Es bestünde ein relevanter organischer Beschwerde- kern, wobei die Verknüpfung der degenerativen Verände rungen und die Traumatisierung durch den Unfall in einer ungünstigen Wechselwirkung stehen würden. Der zwischenzeitlich durchge- führte chirurgische Eingriff habe zwar zu keiner Besserun g geführt, aber die degenerative Pro- gression aufgehalten. Ab Operationsdatum, d.h. ab 17. Januar 2013, bestehe eine Arbeitsunfä- higkeit von 100%. Danach sei die Arbeits- und Leistung sfähigkeit sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht wieder gleich wie vor der Operation. Allenfalls sei aus rheumato- logischer Sicht zu diskutieren, ob aufgrund der höheren S chmerzintensität eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40% gewährt werden könnte. Gesamtmedizinisch würde aber in der Konsensfindung eine höhergradige Einschränkung der Lei stungsfähigkeit von 40% als nicht rechtfertigbar beurteilt. Auch im Haushalt bestehe un verändert eine Leistungsbeeinträchtigung von 20%. Die Haushaltsabklärung der IV-Stelle sei auf eine deutlich niedrigere Beeinträchtigung von nur 5,6% gekommen, was wahrscheinlich an der unterschiedlichen Gewichtung liege. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in den angefochtenen V erfügungen vom 11. Februar 2015 und 8. April 2015 bei der Beurteilung des Gesundheitszu standes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten auf die Gutachten des Begutachtungszentrums D.____ vom 25. November 2012 und 2. Juli 2014. Sie ging demgemäss davon aus, dass die Versicherte seit März 2011 im Um- fang von 30%, ab 16. Januar 2013 zu 100% und ab 18. A pril 2013 wiederum im Umfang von 30% in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Wie o ben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen nicht vor. Die Beurteilungen in den Gutachten des Begutachtungszen trums D.____vom 25. November 2012 und 2. Juli 2014 beruhen auf eingehenden Unters uchungen der Versicherten und berück- sichtigen die übrigen bei den Akten liegenden medizinisc hen Berichte. Zudem gehen die Gut- achter auf ihre Beschwerden ein und vermitteln ein hinreichendes Bild über deren Gesundheits- zustand. Es wird deutlich, dass die Versicherte seit dem Au ffahrunfall am 11. September 2010 an Dauerschmerzen im Nacken- und Brustwirbelsäulenbereich z.T. mit Ausstrahlung in den Kopf und in beide Arme leidet. Vor diesem Hintergru nd ist auch die fachärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar begründet. Demnac h ist davon auszugehen, dass die Be- schwerdeführerin seit März 2011 im Umfang von 30%, nach der Operation am 16. Januar 2013 vorübergehend zu 100% und ab 18. April 2013 wiederum im Umfang von 30% in ihrer Arbeits- fähigkeit eingeschränkt ist. Insgesamt sind die Gutachte n sowohl in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezog enen Schlussfolgerungen über- zeugend, weshalb die IV-Stelle bei der Beurteilung d er medizinischen Sachlage darauf abstel- len durfte. 7.2 Die Beschwerdeführerin macht denn auch zu Recht kei ne grundsätzlichen Einwendun- gen gegen die Schlüssigkeit des Gutachtens des Begutachtu ngszentrums D.____ geltend. Wenn sie moniert, für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit bis zur Begutachtung im November 2012 sei das echtzeitliche Gutachten der Gutachterstelle E .____ vom 12. Januar 2012 mass- gebend, kann ihr nicht beigepflichtet werden. Zunächst haben die Gutachter des Begutach- tungszentrums D.____ festgestellt, dass in rheumatologisch er und neurologischer Hinsicht kei- ne Diskrepanzen bestünden. Lediglich in psychiatrischer Hinsicht ergibt sich insofern eine Diffe- renz, als im Gutachten der Gutachterstelle E.____ von ei ner mittelgradigen bis schweren de- pressiven Episode ausgegangen wurde, während der psychiatr ische Fachgutachter des Begut- achtungszentrums D.____ eine leichte bis mittelschwere De pression feststellte. Entscheidend ist aber, dass die im Gutachten der Gutachterstelle E. ____ geschätzte Leistungsfähigkeit relati- viert wird durch den Hinweis, dass diese im Rahmen einer EFL verifiziert werden müsse. Damit enthält das Gutachten der Gutachterstelle E.____ kein e abschliessende Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit. Ausserdem bezieht sich die Einschätzung lediglich auf die bisherige Tätigkeit der Versicherten. Auch wenn der psychiatrische Gutachter des Beg utachtungszentrums D.____ – im Gegensatz zur konsensualen Beurteilung, wonach bereits sechs Monate nach dem Unfall, d.h. ab März 2011 von einer Arbeitsunfähigkeit von 3 0% auszugehen sei – erst ab September 2011 eine Verbesserung der depressiven Symptomatik annimmt , vermag dies die Beweistaug- lichkeit des Gutachtens nicht in Frage zu stellen, betrif ft dieser Widerspruch doch noch die Zeit des Wartejahres. Insgesamt ist das Gutachten des Begutac htungszentrums D.____vom 25. November 2012 für die Zeit ab frühestmöglichem R entenbeginn ab 1. September 2011 wi- derspruchsfrei und überzeugend, weshalb es eine geeigne te Entscheidgrundlage darstellt. Dasselbe gilt – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführe rin – auch für die Zeit nach dem ope- rativen Eingriff am 16. Januar 2013. Diesbezüglich ber uft sie sich auf den Bericht von Dr. med. G.____ vom 6. November 2013. Sie macht geltend, aufgrund der von diesem attestier- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten vollständigen Arbeitsunfähigkeit müsse davon ausgeg angen werden, dass diese Einschät- zung bis zur Verlaufsbegutachtung durch das Begutachtungsz entrum D.____, also bis mindes- tens Ende Juli 2014, Geltung habe. Dem ist entgegenzuh alten, dass Dr. G.____ seine Beurtei- lung in keiner Weise begründet. Zudem steht sie im Wid erspruch zu den übrigen diagnosti- schen Feststellungen und Befunden. So stellte Dr. G.____ dieselben Diagnosen wie präoperativ und hielt ausserdem fest, dass der präoperative Zustand si ch zwar nicht wesentlich verbessert habe, dass aber zumindest eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes habe erreicht werden können. Damit erscheint auch die präoperative Zumutbar keitsbeurteilung drei Monate nach der Operation – wie dies vom Begutachtungszentrum D.____ ver treten wird – einleuchtender als die Einschätzung von Dr. G.____. Folglich ist davon auszu gehen, dass die Beschwerdeführerin drei Monate nach der Operation in einer angepassten Verweistätigkeit wieder zu 30% arbeitsfä- hig war. Schliesslich kann auch dem Einwand der Beschwerdef ührerin, wonach ab dem Zeit- punkt der Verlaufsbegutachtung durch das Begutachtungsze ntrum D.____ eine Arbeitsunfähig- keit von 40% in einer Verweistätigkeit angenommen werd en müsse, nicht gefolgt werden. Die Frage der Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit auf 40% wird von den Gutachtern zwar aufgeworfen und diskutiert, letztendlich aber auch klar verneint. Demn ach besteht kein Grund für die An- nahme einer Arbeitsunfähigkeit von 40% in einer Verw eistätigkeit. Insgesamt vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin die ausschlaggebende Beweiskraft der Gutachten vom 25. November 2012 und 2. Juli 2014 nicht in Zweifel zu ziehen. Vielmehr lassen sie eine zuver- lässige Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu, weshalb in antizi- pierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf zusätzliche Abklärungen verzichtet werden kann. 8.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch hat die IV-Stelle eine Haus- haltsabklärung in Auftrag gegeben. Gemäss der bundesge richtlichen Rechtsprechung stellt die in Art. 69 Abs. 2 IVV vorgesehene Abklärung an Ort und Stelle eine grundsätzlich geeignete und im Regelfall genügende Basis dafür dar, unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse die Unmöglichkeit der versicherten Person festzustellen, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Im Rahmen der Haushaltsabklärung werden di e im Haushalt anfallenden Arbeitspro- zesse von einer qualifizierten Abklärungsperson, deren fach liche Kompetenz vorausgesetzt wird (vgl. dazu BGE 128 V 93 f. E. 4 und 130 V 62 f. E. 6.1 und 6.2), an Ort und Stelle einzeln besprochen und allfällige Einschränkungen werden im jeweiligen Bereich festgehalten. Von den Ergebnissen einer solchen Abklärung ist nur ausnahmsweise abzuweichen, handelt es sich doch bei der Einschätzung der Behinderungen im Rahmen eines Betätigungsvergleichs um einen Ermessensentscheid (vgl. BGE 114 V 316, 98 V 131). 8.2 Die IV-Stelle ging gestützt auf den Abklärungsberi cht Haushalt vom 19. März 2013 davon aus, dass die Versicherte im Umfang von 5,6% eingesc hränkt sei. Wie bereits erwähnt (vgl. E. 5.3 hiervor) liegt die ärztliche Einschätzung im Gutachten des Begutachtungszentrums D.____ deutlich über diesem Wert. Auch wenn bei der H aushaltsabklärung die medizinische Beurteilung nicht im Vordergrund steht, ist aufgrund der überzeugenden und deshalb massge- benden Feststellung im neurologischen Teilgutachten, wonach das Ergebnis des Abklärungsbe- richt nicht realistisch sei, gemäss der ärztlichen Einschätzung davon auszugehen, dass die Versicherte eine weitaus höhere Beeinträchtigung im Hau shalt aufweist. Die Frage, in welchem Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Umfang die Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich einsc hränkt ist, kann aber letztlich offen bleiben. Auch wenn von einer Einschränkung von 20% au sgegangen wird, resultiert kein an- spruchsbegründender IV-Grad (vgl. nachstehende E.10). 9. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.1.1 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimme n. Dabei ist in zeitlicher Hin- sicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt d es Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222, 128 V 174), welcher – zu Recht unbestr itten – auf September 2011 zu liegen kommt (vgl. Art. 29 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 IVG). Für den nachfolgend durchzuführenden Ein- kommensvergleich sind demnach die zu diesem Zeitpunkt gegebenen Einkommensverhältnisse massgebend. 9.1.1 Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielba ren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgeben den Zeitpunkt nach dem Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b) als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkre t wie möglich zu erfolgen. Massge- bend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer ber uflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung, soweit hiefür hinreichend konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten gehabt hät te (BGE 96 V 29; ZAK 1985 S. 635 E. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3b). Da im Gesundheitsfall erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit in der Regel weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr . U 168 S. 101 E. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 E. 3c). 9.1.2 Die IV-Stelle ermittelte das Valideneinkommen aufgrund der Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin im "Fragebogen Arbeitgeber" vom 18. No vember 2010. Da aufgrund der Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen is t, dass die Versicherten im Ge- sundheitsfall die bisherige Tätigkeit weitergeführt hätte und bei der Bemessung des Validenein- kommens entscheidend ist, was eine versicherte Person als Ges unde überwiegend wahr- scheinlich tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie b estenfalls verdienen könnte (BGE 131 V 51 E. 5.1), ist nicht zu beanstanden, dass di e Vorinstanz das Valideneinkommen aufgrund der Lohnangaben der ehemaligen Arbeitgeber in bemessen hat. Gemäss dem Schrei- ben der B____AG vom 22. März 2013 war bei der Erhöhun g des Pensums auf 80% vorgese- hen, dass die BF – bei gleichen Lohnbedingungen – neu e Aufgaben erhält. Demnach resultiert ausgehend von einem Jahresverdienst von Fr. 36‘270.-- (Pensum 60%) im Jahr 2010 und unter Berücksichtigung einer Nominallohnentwicklung von 1,5% i m Jahr 2011 (vgl. BFS T1.2.10 No- minallohnentwicklung Frauen 2011-2014) ab 1. Septembe r 2011 ein massgebendes Validen- einkommen von Fr. 49‘085.-- (Pensum 80%; Fr. 36‘270.- - : 60 x 80 x 101,5%). Ab 1. Oktober 2012 beträgt das Valideneinkommen unter Berücksichtigung einer Nominallohnentwicklung von 1,3% im Jahr 2012 Fr. 62‘154.-- (Pensum 100%; 36‘270.-- : 60 x 100 x 101,5% x 101,3%). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2.1 Bei der Ermittlung des trotz Gesundheitsschadens zumu tbarerweise erzielbaren Ein- kommens (Invalideneinkommen) ist zu prüfen, ob dieses auf grund des Verdinestens bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit oder aber unter Beizug de r Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu bestimmen ist. Die Beschwer deführerin macht geltend, dass auch für die Bemessung des Invalideneinkommens auf die Lohnangaben der ehemaligen Ar- beitgeberin abzustellen sei, da sie gemäss der Zumutbar keitsbeurteilung des Begutachtungs- zentrums D.____in der angestammten Tätigkeit noch 50% a rbeiten könne. Auf diese Weise resultiere ein IV-Grad von 50% und damit eine halbe Rente. 9.2.2 Beansprucht eine versicherte Person eine Rente, i st sie kraft Schadenminderungs- pflicht gehalten, die Restarbeitsfähigkeit so gut als möglich zu verwerten (Urteil des Bundesge- richts vom15. Januar 2009, 9C_733/2008, E. 4.2). Zu prü fen ist deshalb, ob die Versicherte in einer angepassten Verweistätigkeit und einem Pensum von 70% ein höheres Invalideneinkom- men erzielen kann als in ihrer bisherigen Tätigkeit in einem Pensum von 50%. Laut LSE Tabelle TA 1 belief sich der Zentralwert für die im Anforder ungsniveau 4 beschäftigten Frauen im Jahr 2010 auf Fr. 4‘225.--. Unter Berücksichtigung der durch schnittlichen Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden und einer Nominallohnentwicklung von 1% i m Jahr 2011 (vgl. BFS T39: Entwick- lung der Nominallöhne) resultiert ab 1. September 2 011 (Arbeitsfähigkeit von 70%) ein Invali- deneinkommen von Fr. 37‘368.--. (Fr. 4‘225.-- : 40 x 41,7 x 12 x 101% x 70%). In der ange- stammten Tätigkeit bei der ehemaligen Arbeitgeberin würde der Jahresverdienst bei einem Pensum von 50% lediglich Fr. 30'678.-- (Fr. 36‘270.-- : 60 x 50 x 101,5%) betragen. Da die Be- schwerdeführerin bei ihrer ehemaligen Arbeitgeberin b ei optimaler Verwertung ihrer Restar- beitsfähigkeit das geringere Einkommen erzielen würde, kann entgegen ihrem Dafürhalten für die Bemessung des Invalideneinkommens nicht auf den Verd ienst bei ihrer ehemaligen Arbeit- geberin abgestellt werden. Vielmehr ist für das Invalid eneinkommen auf den Verdienst gemäss LSE Tabelle TA 1, Anforderungsniveau 4 in Höhe von Fr. 37‘368.-- abzustellen. 9.2.3 Hat eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen ein deutlich unterdurch- schnittliches Einkommen bezogen, so ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, es sei denn, es bestünd en Anhaltspunkte dafür, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommen sniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditä tsfremde Gesichtspunkte zurückzu- führenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkom- men gleichmässig zu berücksichtigen sind. Diese Paralleli sierung der Einkommen kann praxis- gemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch Abstellen au f die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 134 V 325 f. E. 4.1). Wie das Bundesgericht mit BGE 135 V 297 ff. präzi- siert hat, ist der tatsächlich erzielte Verdienst allerd ings erst dann im Sinne von BGE 134 V 325 f. E. 4.1 deutlich unterdurchschnittlich, wenn er mindestens 5% vom branchen- üblichen Tabellenlohn abweicht. Ebenso hat das Bundesg ericht in diesem Entscheid festgehal- ten, dass eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen bei Erfüllung der übrigen Vorausset- zungen nur in dem Umfang erfolgen darf, in welchem d ie prozentuale Abweichung den Erheb- lichkeitsgrenzwert von 5% übersteigt (BGE 135 V 303 f. E. 6.1.2 und 6.1.3). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2.4 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 9.2.2 hiervor) aus geführt, würde die Versicherte in der angestammten Tätigkeit bei der ehemaligen Arbeitgeber in bei einem Pensum von 50% einen Jahresverdienst von Fr. 30'678.-- erzielen. Demgegenübe r hätte sie in der angestammten Tä- tigkeit als kaufmännische Angestellte aufgrund der LSE 2010 Tabelle T7S, Anforderungsniveau 3, „Andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten“, mi t einem Pensum von 50% einen Jah- resverdienst von Fr. 37'617.-- erzielen können (Fr. 5‘92 5.-- : 40 x 41,7 x 12 x 1,5% [vgl. BSV, T1.2.10 Nominallohnentwicklung Frauen 2011-2014] x 50% ). Setzt man den Verdienst bei der ehemaligen Arbeitgeberin dem aufgrund der LSE Tabel le T7S ermittelten Einkommen von Fr. 37'617.-- gegenüber, so zeigt sich, dass die Beschwerd eführerin ein Einkommen erzielt hat, welches um Fr. 6‘939.-- und somit um 18,44% unter dem branchenüblichen Durchschnittslohn gelegen hat. Da keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, d ass sich die Versicherte aus freien Stü- cken mit einem bescheideneren Einkommen begnügen wollte , als sie hätte erzielen können, sind die Voraussetzungen für eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen grundsätzlich ge- geben. Somit ist das vorstehend anhand der LSE berechn ete Invalideneinkommen von Fr. 37‘368.-- um 13,44%, d.h. um den Prozentsatz, um welchen der effektive Minderverdienst von 18,44% den Erheblichkeitsgrenzwert von 5% übersteigt, zu kürzen. Dies ergibt ein paralleli- siertes Invalideneinkommen von Fr. 32'346.-- (Fr. 37‘368.-- x 86,56%). 9.3.1 Von diesem anhand der Tabellenlöhne der LSE er hobenen Invalideneinkommen sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Di enstjahre, Nationali- tät/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welch e nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom stati stischen Lohn unter Berücksichti- gung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale let ztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). 9.3.2 Vorliegend hat die IV-Stelle keinen Abzug vom T abellenlohn vorgenommen, was an- hand eines Quervergleichs mit ähnlich gelagerten Fällen zu Recht nicht beanstandet wurde. In Würdigung sämtlicher hier massgebenden Kriterien ist zu beachten, dass den Behinderungen der Beschwerdeführerin bereits durch die Annahme eines r eduzierten Arbeitspensums im Um- fang von 30% Rechnung getragen wurde. Die Kriterien Lebensalter, Dienstjahre und Nationali- tät/Aufenthaltskategorie rechtfertigen vorliegend kein en Abzug. Zudem wirkt sich den statisti- schen Angaben zufolge der Teilzeiterwerb bei Frauen nicht lohnmindernd aus. Weitere sachbe- zogene Gründe für einen Abzug vom Tabellenlohn sind nic ht ersichtlich. Demnach beträgt das massgebende Invalideneinkommen ab 1. September 2011 Fr . 32'346.-- Ab 1. Oktober 2012 beträgt es unter Berücksichtigung einer Nominallohnentwi cklung von 1,3% im Jahr 2012 Fr. 32‘766.-- (Fr. 32'346.-- x 101,3%). 10. Der IV-Grad bemisst sich wie folgt: Nach Ablauf des Wartejahres ab 1. Oktober 2011 bis 30. September 2012 ist von einem Erwerbsanteil von 80% und einem Haushaltsanteil von Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 20% auszugehen, wobei im Erwerb eine Arbeitsunfähigke it von 50% und im Haushalt eine Be- schränkung von 20% besteht. Folglich beläuft sich das Valideneinkommen auf Fr. 49‘085.-- und das Invalideneinkommen auf Fr. 32'346.--, so dass im Erwerb ein IV-Grad von 34.1%, gewichtet 27.28% (34,1% x 80%) und im Haushalt ein IV-Grad von 20%, gewichtet 4% (20% x 20%), re- sultiert. Insgesamt resultiert für diesen Zeitraum ein rentenausschliessender IV-Grad von rund 31%. Ab 1. Oktober 2012 ist von einer Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin von 100% aus- zugehen, weshalb der IV-Grad nach der allgemeinen Met hode zu bemessen ist. Setzt man im Einkommensvergleich das Invalideneinkommen von Fr. 32‘ 766.-- dem Valideneinkommen von Fr. 62‘154.-- gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 29‘388.--, was einen IV-Grad von 47,28% bzw. gerundet von 47% (vgl. zur Rund ungspraxis: BGE 130 V 121) und somit Anspruch auf eine Viertelsrente ergibt. Nach der Operation am 16. Januar 2013 war die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen während drei M onaten vollständig arbeitsunfähig. Folgerichtig hat sie – unter Berücksichtigung der dreimo natigen Übergangsfrist (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV) – vom 1. April 2013 bis 31. Juli 2013 Ansp ruch auf eine ganze Rente. Ab 1. August 2013 besteht bei einem IV-Grad von 47% wiederum Anspr uch auf eine Viertelsrente. Demnach ist die Verfügung der IV-Stelle im Ergebnis zu schützen und die Beschwerde abzuweisen. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 und 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor kantonalem Ver- sicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligu ng oder die Verweigerung von IV- Leistungen kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufe rlegt. Vorliegend ist die Beschwer- deführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfah renskosten ihr aufzuerlegen sind. Die Ver- fahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- werden mit de m geleisteten Kostenvorschuss ver- rechnet. 11.2.1 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessaus gang entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 19. M ai 2015 die unentgeltliche Verbei- ständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt wurde, i st dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Der Rechtsvertreter der Ve rsicherten weist in seiner Honorar- note vom 4. August 2015 für das Verfahren Nr. 720 15 9 9 einen Zeitaufwand von 11 Stunden und Auslagen von Fr. 398.-- aus, was umfangmässig nicht zu beanstanden ist. Zu beachten ist, dass die Beschwerdeführerin in den Verfahren Nr. 720 1 5 99 und Nr. 720 15 169 weitgehend identische Beschwerden erhob. Hinzuzurechnen sind die Bem ühungen für die Parteiverhand- lung (inkl. Vorbereitungsarbeiten). Insgesamt ist für beide Beschwerdeverfahren ein Aufwand von pauschal 16 Stunden angemessen. Gemäss § 3 Abs. 2 d er Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1 . Januar 2014 geltenden Fassung) be- trägt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung F r. 200.-- pro Stunde. Dem Rechtsvertre- ter der Beschwerdeführerin ist deshalb für seine Bemühu ngen ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘885.85 (16 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 398.-- zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 11.2.2 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53 a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerden werden abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 3‘885.85 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichts- kasse ausgerichtet. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs http://www.bl.ch/kantonsgericht