<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">H 282/99 Ca </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>IV. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Hadorn </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 27. März 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.________, 1974, Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Ausgleichskasse des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, </div> <div class="para">Zürich, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit Verfügung vom 30. April 1998 setzte die Aus- </div> <div class="para">gleichskasse des Kantons Zürich die persönlichen Beiträge </div> <div class="para">des 1974 geborenen A.________ für die Jahre 1995 und 1996 </div> <div class="para">um einen Viertel herab. </div> <div class="para"> Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversi- </div> <div class="para">cherungsgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom </div> <div class="para">26. Juli 1999 ab. </div> <div class="para"> A.________führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit den </div> <div class="para">sinngemässen Begehren, die Beiträge für 1995 und 1996 seien </div> <div class="para">auf das gesetzliche Minimum herabzusetzen, und es seien ihm </div> <div class="para">sämtliche Prozesskosten in der Höhe von mindestens </div> <div class="para">Fr. 5000.- zurückzuerstatten. Ferner wünsche er bei der </div> <div class="para">Verhandlung persönlich anwesend zu sein. Dem Urteil des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts sei allenfalls eine </div> <div class="para">internationale Rechtsmittelbelehrung beizufügen. </div> <div class="para"> Die Ausgleichskasse verweist auf ihre Vernehmlassung </div> <div class="para">im kantonalen Verfahren, während das Bundesamt für Sozial- </div> <div class="para">versicherung sich nicht vernehmen lässt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Da keine Versicherungsleistungen streitig sind, </div> <div class="para">hat das Eidgenössische Versicherungsgericht nur zu prüfen, </div> <div class="para">ob der vorinstanzliche Entscheid Bundesrecht verletzt, ein- </div> <div class="para">schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, </div> <div class="para">oder ob der rechtserhebliche Sachverhalt offensichtlich un- </div> <div class="para">richtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher </div> <div class="para">Verfahrensbestimmungen festgestellt worden ist (Art. 132 in </div> <div class="para">Verbindung mit Art. 104 lit. a und b sowie <span class="artref">Art. 105 Abs. 2 </span></div> <div class="para">OG). </div> <div class="para"> Ferner ist <span class="artref">Art. 114 Abs. 1 OG</span> zu beachten, wonach das </div> <div class="para">Eidgenössische Versicherungsgericht in Abgabestreitigkeiten </div> <div class="para">an die Parteibegehren nicht gebunden ist, wenn es im Pro- </div> <div class="para">zess um die Verletzung von Bundesrecht oder um die unrich- </div> <div class="para">tige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts </div> <div class="para">geht. </div> <div class="para"> 2.- Soweit der Beschwerdeführer mit dem "Wunsch, bei </div> <div class="para">der Verhandlung persönlich anwesend zu sein" sinngemäss die </div> <div class="para">Durchführung einer parteiöffentlichen Verhandlung bean- </div> <div class="para">tragt, ist dieser Antrag abzuweisen. Nach konstanter Recht- </div> <div class="para">sprechung sind Verhandlungen grundsätzlich im kantonalen </div> <div class="para">Verfahren zu beantragen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-47%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page55">BGE 122 V 55</a> Erw. 3a mit Hinwei- </div> <div class="para">sen). Solches hat der Beschwerdeführer nicht getan, weshalb </div> <div class="para">sein diesbezügliches Begehren verspätet ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Ist einem obligatorisch Versicherten die Bezahlung </div> <div class="para">der Beiträge aus selbstständiger Erwerbstätigkeit nicht zu- </div> <div class="para">zumuten, können seine Beiträge auf begründetes Gesuch hin </div> <div class="para">für bestimmte oder unbestimmte Zeit angemessen herabgesetzt </div> <div class="para">werden (<span class="artref">Art. 11 Abs. 1 AHVG</span>). Die Voraussetzung der Unzu- </div> <div class="para">mutbarkeit ist erfüllt, wenn die Beitragspflichtigen bei </div> <div class="para">Bezahlung des vollen Beitrags ihren Notbedarf und denje- </div> <div class="para">nigen ihrer Familie nicht befriedigen könnten. Ob eine Not- </div> <div class="para">lage besteht, ist an Hand der gesamten wirtschaftlichen </div> <div class="para">Verhältnisse und nicht des Erwerbseinkommens allein zu be- </div> <div class="para">urteilen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F104-V-61%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page61">BGE 104 V 61</a> Erw. 1a mit Hinweisen). Unter Not- </div> <div class="para">bedarf ist das Existenzminimum im Sinne des SchKG zu ver- </div> <div class="para">stehen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-271%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page274">BGE 120 V 274</a> Erw. 5a mit Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- a) Ob die vom Beschwerdeführer geschuldeten per- </div> <div class="para">sönlichen Beiträge herabgesetzt werden können, ist auf </div> <div class="para">Grund der ökonomischen Verhältnisse zu beurteilen, die im </div> <div class="para">Zeitpunkt gegeben sind, da er bezahlen sollte. Dies ist </div> <div class="para">- unter Vorbehalt von Fällen missbräuchlicher Verzögerung - </div> <div class="para">jener Zeitpunkt, in welchem die Kassenverfügung, der kanto- </div> <div class="para">nale Entscheid oder das Urteil des Eidgenössischen Versi- </div> <div class="para">cherungsgerichts in Rechtskraft erwächst (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-271%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page275">BGE 120 V 275</a> </div> <div class="para">Erw. 5a/dd mit Hinweisen). Hingegen können im Herabset- </div> <div class="para">zungsverfahren die mit rechtskräftigen Verfügungen festge- </div> <div class="para">legten Beiträge nicht mehr überprüft werden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-271%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page273">BGE 120 V 273</a> </div> <div class="para">Erw. 4). Dies ist auch hier der Fall, nachdem das Eidgenös- </div> <div class="para">sische Versicherungsgericht im Urteil vom 9. Juli 1997 die </div> <div class="para">Nachzahlungsverfügungen vom 18. Januar 1996, auf welchen </div> <div class="para">die hier streitigen Beiträge beruhen, und das dort angewen- </div> <div class="para">dete Bemessungsverfahren bestätigt hat. Soweit der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer vorliegend sinngemäss beabsichtigt haben </div> <div class="para">sollte, darauf zurückzukommen, könnte auf ein derartiges </div> <div class="para">Begehren nicht eingetreten werden. Somit ist einzig zu prü- </div> <div class="para">fen, ob Anspruch auf Herabsetzung der Beiträge für 1995 und </div> <div class="para">1996 auf das gesetzliche Minimum besteht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die Vorinstanz hat das betreibungsrechtliche Exi- </div> <div class="para">stenzminimum des Beschwerdeführers gestützt auf die Akten </div> <div class="para">der Ausgleichskasse in für das Eidgenössische Versiche- </div> <div class="para">rungsgericht verbindlicher Weise (Erw. 1 hievor) auf </div> <div class="para">Fr. 24'833.- und die verfügbaren Mittel an Hand seiner </div> <div class="para">eigenen Angaben im Herabsetzungsgesuch auf Fr. 29'700.- </div> <div class="para">festgesetzt. Dabei hat die Vorinstanz mehrere Aktivposten </div> <div class="para">(Einkünfte aus der Tätigkeit als beratender Chemiker, mög- </div> <div class="para">licher Erlös aus einem allfälligen Verkauf der Betriebsein- </div> <div class="para">richtung, Auflösung der Police der X.________) nicht ein- </div> <div class="para">bezogen. Sie kam zum Schluss, dass die geschuldeten Bei- </div> <div class="para">träge in der Höhe von rund Fr. 19'000.- um einen Viertel </div> <div class="para">herabzusetzen seien. Damit hat die Vorinstanz weder Bundes- </div> <div class="para">recht verletzt noch ihr Ermessen in fehlerhafter Weise aus- </div> <div class="para">geübt. In Anbetracht der nicht angerechneten Aktivposten </div> <div class="para">erscheint die Annahme, dass der Beschwerdeführer über aus- </div> <div class="para">reichende Mittel zur Bezahlung der um 25 % herabgesetzten </div> <div class="para">Beiträge verfüge, nicht als willkürlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 5.- Der vorliegende Prozess ist kostenpflichtig, da es </div> <div class="para">nicht um die Bewillgung oder Verweigerung von Versiche- </div> <div class="para">rungsleistungen geht (<span class="artref">Art. 134 OG</span> e contrario). Der unter- </div> <div class="para">liegende Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten zu tragen </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). Bei diesem Ausgang sind ihm keine </div> <div class="para">Prozesskosten zurückzuerstatten. </div> <div class="para"> 6.- Die Urteile des Eidgenössischen Versicherungsge- </div> <div class="para">richts sind letztinstanzlich (<span class="artref">Art. 128 OG</span>), unterliegen </div> <div class="para">somit keinem ordentlichen Rechtsmittel an ein schweizeri- </div> <div class="para">sches Gericht. Zulässig sind einzig die Revision und die </div> <div class="para">Erläuterung aus den in Art. 136ff. OG erwähnten Gründen. </div> <div class="para">Gemäss Art. 34 und 35 Abs. 1 der Konvention zum Schutze der </div> <div class="para">Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) kann innerhalb </div> <div class="para">von 6 Monaten wegen Verletzung der in der Konvention und </div> <div class="para">ihren Protokollen garantierten Rechte Individualbeschwerde </div> <div class="para">beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strass- </div> <div class="para">burg erhoben werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, </div> <div class="para"> soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Die Gerichtskosten von total Fr. 1500.- werden dem </div> <div class="para"> Beschwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten </div> <div class="para"> Kostenvorschuss verrechnet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversiche- </div> <div class="para"> rungsgericht des Kantons Zürich und dem Bundesamt für </div> <div class="para"> Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 27. März 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der IV. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>