23. Januar 1991 15 Postulat Cottier übertragen. Im Verlaufe der Zeit zeigte es sich immer mehr, dass die Altersgrenze für Jugend + Sport mit 14 Jahren zu hoch angesetztist. Der Uebergang vom Schulturnen zurTätig- keit in Sportvereinen schliesst nicht nahtlos an das Schultur- nen an. Wenn die Motivation rechtzeitig ausgenützt werden soll, muss der Beginn der Aktivität in den einzelnen speziellen Sportarten bereits in der Mittel- und Oberstufe der Volksschule beginnen. Wichtig ist, dass der Jugendliche von Anfang an von entsprechend ausgebildeten Jugend + Sport-Leitern be- treut wird. Nur so kann die Motivation richtig ausgenützt wer- den. Eine Herabsetzung des Jugend + Sport-Alters drängt sich also auf. Die Grenze sollte neu mindestens auf 12, allenfalls auf 10 Jahre angesetzt werden. Weil im Bund, auch in diesem Rate, bisher alle Vorstösse zur Herabsetzung des Alters erfolg- los blieben, haben bis jetzt 20 Kantone sogenannte An- schlussprogramme Jugend + Sport für Jüngere eingeführt. Die Eidgenössische Sportschule in Magglingen ist zurzeit daran, mit den Kantonen und Verbänden eine Lösung der Lei- terausbildung zu finden. Es zeigt sich dabei, dass die kantona- len Unterschiede zu Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit unter den Kantonen und vor allem mit den schweizerisch orga- nisierten Verbänden führen, die seit Jahren eine Senkung des Jugend + Sport-Alters in der Bundesgesetzgebung fordern. Diese Schwierigkeiten zeigen, dass die Aufgabenteilung Bund/Kantone, welche die Aktion Jugend + Sport - im Blick auf die nationale Organisation der Sportverbände - dem Bunde zuweist, nach wie vor richtig ist. Es ist aber höchste Zeit, dass der Bund nun Jugend + Sport voll übernimmt - im Rahmen dieser Aufgabenteilung, wie wir sie damals beschlos- sen haben. Wir stehen im Jubiläumsjahr 1991, in welchem vor allem in die Zukunft geblickt werden soll. «Der Jugend gehört die Zu- kunft», heisst ein geflügeltes Wort. Lasst uns auch mit der För- derung des Sportes etwas für unsere Jugend tun. Bundespräsident Cotti: Es ist Ihnen bekannt, dass im Jahre 1987 parlamentarische Vorstösse von Herrn Dirren und von Frau Bührer, die ebenfalls eine Herabsetzung des Alters für Ju- gend-i-Sport vorschlugen, abgelehnt wurden. Die Begrün- dungen, die damals angegeben wurden, waren die folgen- den: Im Rahmen der neu entstandenen Aufgabenteilung Bund und Kantone würden möglicherweise nur wenige Regio- nen die Senkung des J + S-Alters in der Tat anstreben. In der Zwischenzeit - das muss gesagt werden - haben 20 Kantone die sogenannten Jugend + Sport-Anschlussprogramme für Jüngere eingeführt, oder sie führen sie in diesem Jahr ein, und entsprechende Projekte sind in fünf weiteren Kantonen vorge- sehen. Man könnte also den Eindruck bekommen, dass die Kantone damit zeigen wollen, dass die Ziele der Motion bereits antizipiert werden. Aber in Wirklichkeit ist es nicht so. Deshalb hat die Motion von Herrn Ständerat Ruesch durchaus eine grosse Bedeutung. Die Sportschule Magglingen stellt seit Jahren Dienstleistun- gen - Sie wissen es - für Jugend + Sport und für die entspre- chenden Anschlussprogramme für jüngere Teilnehmer zur Verfügung. Sie ist zurzeit auch daran, mit Kantonen und Ver- bänden eine Lösung für die Leiterausbildung für den Unter- richt mit Jüngeren zu suchen. Aber dabei zeigt sich, dass die kantonalen Unterschiede zu Schwierigkeiten in der Zusam- menarbeit unter den Kantonen und vor allem in den schweize- risch organisierten Verbänden führen, die übrigens seit Jah- ren eine Senkung des Alters in der Gesetzgebung fordern. Eine Bundeslösung hätte ohne Zweifel den Vorteil, dass nicht in jedem Kanton ein entsprechender administrativer und aus- bildungsmässiger Parallelaufwand betrieben werden müsste. Wie immer hat also eine - wie soll ich sagen - «zentralisierte Lösung» ohne Zweifel Vorteile, die klar ersichtlich werden. Es gibt aber - das ist der Grund, weshalb der Bundesrat die Um- wandlung in ein Postulat beantragt - eine Reihe von Elemen- ten, die einer weiteren Prüfung bedürfen: bezüglich inhaltli- cher, struktureller, finanzieller und personeller Konsequen- zen. Ich habe verlangt, Herr Ruesch, dass diese Analyse bis im Herbst dieses Jahres definitiv überarbeitet wird. Die Grundlinie der Motion entspricht der Auffassung des Bun- desrates. Aber ohne die Ergründung der erwähnten Elemente und Konsequenzen kann der Bundesrat noch nicht eine abso- lute und definitive Verpflichtung übernehmen. Ich kann Ihnen aber garantieren, dass der Bericht in wenigen Monaten vorlie- gen wird. Ich kann Ihnen zusätzlich auch sagen, dass wir einer Lösung der Problematik sehr wohlwollend entgegenblicken. Ruesch: Nachdem der Herr Bundespräsident verbindlich zu- gesichert hat, dass in einigen Monaten eine Analyse vorliegt, bin ich mit der Umwandlung in ein Postulat einverstanden. Ueberwiesen als Postulat- Transmis comme postulat #ST# 90.834 Postulat Cottier Kulturgüterschutz Préservation des biens culturels Wortlaut des Postulates vom 4. Oktober 1990 Der Bundesrat wird ersucht zu prüfen, mit welchen Massnah- men der Bund zum Schutz der Kulturgüter beitragen kann. Die ebenso starke wie rasche Zunahme des Schadstoffge- halts in der Atmosphäre schadet auch unseren Kulturgütern. Ohne entsprechende Gegenmassnahmen verkommen jahr- hundertealte Denkmäler in wenigen Jahren zu Ruinen: Wand- malereien werden durch einwirkende Salze beschädigt, Schadstoffe greifen die Fassaden an, etc. Um einen weiteren Zerfall zu verhindern, müssen parallel zur Verminderung der Umweltverschmutzung auch Sofortmassnahmen zur Erhal- tung und Pflege der Kulturgüter ergriffen werden, die sich auf die Erkenntnisse spezifischer Grundlagenforschung (insbe- sondere im Bereich der Chemie und der Materialwissenschaf- ten) sowie auf die Entwicklung geeigneter Technologien stüt- zen können. Eine solche Aufgabe übersteigt die Möglichkei- ten eines einzelnen Kantons. Es müssen also dringend Mittel gefunden werden, mit denen eine Verschlimmerung der Situa- tion verhindert werden kann. Zu diesem Zweck wird der Bundesrat ersucht, sämtliche Mög- lichkeiten zu prüfen; insbesondere soll er die Schaffung einer schweizerischen Fachstelle erwägen, die mit anderen For- schungszentren im In- und Ausland zusammenarbeitet, oder der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege grös- sere Mittel zur Verfügung stellen. Texte du postulat du 4 octobre 1990 Le Conseilfédéral est prié d'examiner par quels moyens la Confédération peut agir en vue de la préservation des biens culturels. La croissance aussi forte que rapide de la teneur en polluants de l'atmosphère ne manque pas d'affecter aussi nos biens culturels. Sans contre-mesures adéquates, des monuments vieux de plusieurs siècles tomberont en ruine en quelques an- nées: les peintures murales sont mutilées par des processus de salination, les façades rongées par les polluants etc. Pour éviter que cette décomposition se développe encore, il faut, parallèlement à une réduction de la pollution de l'environne- ment, introduire de toute urgence des mesures de conserva- tion qui puissent s'appuyer sur des recherches fondamenta- les spécifiques (notamment en chimie et en science des maté- riaux) et sur le développement de technologies appropriées. C'est une tâche qui dépasse les capacités d'un canton pris in- dividuellement. Il est donc urgent de se doter de moyens per- mettant d'éviter que la situation ne se dégrade encore. A cette fin, le Conseil fédéral est prié d'examiner toutes les pos- sibilités, en particulier celle de la création d'un centre d'ex- perts suisses fonctionnant en collaboration avec d'autres cen-Interpellation Cottier 16 23 janvier 1991 très de recherche en Suisse et à l'étranger ou le renforcement des moyens de la Commission fédérale des monuments et si- tes. Mitunterzeichner - Cosignataires: Cavadini, Danioth, Delalay, Ducret, Huber, Iten, Jelmini, Piller, Roth, Schallberger (10) M. Cottier: De nombreux biens culturels sont aujourd'hui dé- tériorés et risquent de tomber en ruine. La cause en est une croissance aussi forte que rapide de la teneur en polluants de l'atmosphère. Des contre-mesures adéquates sont indispen- sables pour sauver des oeuvres et monuments - il s'agit aussi bien de peintures murales ou de sculptures, que d'églises ou autres édifices situés dans toutes les régions du pays. C'est une tâche d'ordre national qui dépasse les frontières et les ca- pacités d'un canton pris individuellement. Il est donc urgent de se donner les moyens d'éviter que la situation ne se dé- grade encore. Il s'agirait pour la Confédération de contribuer d'une part aux recherches fondamentales en chimie et en sciences des maté- riaux et d'autre part au développement de technologies appro- priées. Certains aspects du problème ont déjà fait l'objet d'un programme national de recherche. Les milieux intéressés, tels que la Commission fédérale des sites, les Ecoles polytechni- ques ou l'Université, devraient être associés à cette action. Ce n'est que de cette manière que nous réussirons à préserver ces biens culturels qui sont des témoignages de notre passé. Dans ce sens, je vous invite à voter la transmission du postulat au Conseil fédéral. M. Cotti, président de la Confédération: Je peux répondre brièvement à M. Cottier. Le problème qu'il vient de poser prend des dimensions toujours plus importantes et le pro- gramme national de recherche intitulé «Méthodes de conser- vation des biens culturels» a bien mis en lumière la dégrada- tion cruelle que ces derniers subissent, notamment à cause des différentes sortes de pollution, et plus spécialement de la pollution atmosphérique. Le problème se pose d'ailleurs au ni- veau international et dans les pays qui nous entourent on y fait face avec beaucoup d'engagement. En Allemagne fédérale, entre 1985 et 1989, quelque 100 millions de DM ont été consa- crés à la recherche pour la sauvegarde des biens culturels dans le sens que vous indiquez. Ce même programme national de recherche a d'ailleurs établi que sans une participation accrue de la Confédération dans ce secteur, on ne pourra pas résoudre le problème au niveau national. C'est la raison pour laquelle je puis vous confirmer déjà que le postulat est accepté car c'est la voie dans laquelle nous nous sommes engagés de créer un centre d'experts chargé d'établir des structures de recherche systématique sur le sujet dans le cadre soit d'une fondation, soit d'une associa- tion, et sous une forme qui n'a pas encore été définitivement arrêtée. Une somme comprise entre 2 et 3 millions de francs devrait être affectée à cet objectif et, si le Parlement est d'ac- cord, les moyens seront puisés dans les montants mis à dispo- sition pour la prochaine période de recherche sur la base de l'article 16 de la loi fédérale sur la recherche. Je répète donc que nous acceptons le postulat. Ueberwiesen - Transmis #ST# 90.766 Interpellation Cottier Erhöhung der jährlichen Zusicherungs- und Zahlungskredite für Abwasserreinigungs- und Abfallbehandlungsanlagen Augmentation des crédits destinés aux installations d'épuration des eaux et de traitement des déchets Wortlaut der Interpellation vom 2. Oktober 1990 Zahlreiche Kantone haben ihre Abwasserreinigungs- und Ab- fallbehandlungsanlagen heute noch nicht zu Ende gebaut, obwohl der Bund die Frist auf den 1. Juli 1987 angesetzt hatte. Die Gründe dafür liegen zur Hauptsache in Verzögerungen, die bei der Planung und beim Bau dieser Anlagen in den Kan- tonen aufgetreten sind. Aber auch der Bund ist für diese Verzö- gerungen mitverantwortlich, da er immer grössere Schwierig- keiten hat, den Kreditgesuchen der Kantone (Zusicherungs- und Zahlungskredite) nachzukommen. Im Interesse des Um- weltschutzes muss die Fertigstellung der Gewässerschutz- und Abfallentsorgungsanlagen kontinuierlich vorangetrieben werden. Ist der Bundesrat bereit, im Budget 1991 die Beträge sowohl für die Zusicherungs- als auch für die Zahlungskredite zu erhö- hen? Texte de l'interpellation du 2 octobre 1990 De nombreux cantons suisses n'ont aujourd'hui pas encore achevé la construction de leurs installations d'épuration des eaux et de traitement des déchets alors que la Confédération a fixé cette échéance au 1er juillet 1987. Cela est dû, certes, à des retards que les cantons ont pris dans la planification et la réalisation de ces ouvrages. Mais la Confédération aussi, par ses difficultés croissantes à satisfaire les demandes de crédits (crédits annuels d'engagement et crédits de paiement) qui lui sont soumises par les cantons, porte également sa part de res- ponsabilité dans les retards pris. L'intérêt de la protection de l'environnement commande une exécution continue et soute- nue des installations d'épuration des eaux et de traitement des déchets. Le Conseil fédéral est-il disposé à augmenter dans le budget de 1991 les montants aussi bien des crédits de paiement ? Mitunterzeichner - Cosignataires: Béguin, Cavadini, Delalay, Ducret, Huber, Jelmini, Küchler, Lauber, Piller, Reymond, Roth, Schallberger (12) M. Cottier: L'augmentation des crédits destinés aux installa- tions d'épuration des eaux et de traitement des déchets a déjà fait l'objet d'un débat lors de l'examen du budget, à la session de décembre 1990. Je serai dès lors bref. Plusieurs cantons, dont le nôtre, n'ont aujourd'hui pas encore construit et achevé les ouvrages de traitement des eaux. Les retards sont dus à diverses causes: des raisons techniques ou, pour certaines collectivités comme nos communes, un manque de moyens financiers. Il est vrai que la Confédération, par ses difficultés croissantes à satisfaire les demandes de crédits, porte aussi sa part de responsabilité dans les retards. Les causes sont donc diverses et les retards intervenus doi- vent être rattrapés. Cependant, la réduction régulière du mon- tant des subventions à allouer à la construction de ces installa- tions rend ce rattrapage impossible. La diminution des sub- ventions a des effets d'autant plus graves que, inversement, l'indice du coût de la construction progresse constamment. Aussi l'intérêt de la protection de l'environnement com- mande-t-il une exécution continue et soutenue des installa- tions d'épuration des eaux et de traitement des déchets.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Cottier Kulturgüterschutz Postulat Cottier Préservation des biens culturels In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band I Volume Volume Session Januarsession Session Session de janvier Sessione Sessione di gennaio Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 02 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.834 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 23.01.1991 - 16:00 Date Data Seite 15-16 Page Pagina Ref. No 20 019 619 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.