BRKE I Nr. 396/1994 vom 9. Dezember 1994 in BEZ 1995 Nr. 7 Auch unter der Herrschaft des W asserwirtschaftsgesetzes vom 2. Juni 1991 (WWG; in Kraft seit dem 1. Januar 1993) sind die Gemeinden zur Beurteilung der Frage zuständig, ob der vormals in § 263 PBG geregelte kantonalrechtliche Gewä s- serabstand von 5 m (§ 21 Abs. 1 W WG) bzw. die kommunalen Gewässerabstandsli- nien (§ 67 PBG) eingehalten sind. Die Dispensierung von kommunalen Gewässe r- abstandslinien fällt ebenfalls in die Zuständigkeit der Ge meinden (§ 2 lit. c PBG), während Ausnahm ebewilligungen v om kantonalrechtlichen Mindestgewässera b- stand in der Kompetenz der Baudirektion stehen (§ 21 Abs. 2 W WG). 4.c) Bestehen kommunale Gewässerabstandslinien und werden wie im vor - liegenden Fall durch das Bauvorhaben sowohl der kommunale als auch der kant o- nale Gewässerabstand verletzt, so hat zunächst die Gemeinde zu entscheiden, ob die Unter schreitung des kommunalen Gewässerabstandes zulässig sei oder nicht. Ist die Bewill igung zu verweigern, so muss das Bauvorhaben nicht auch noch der kantonalen Behörde vorgel egt werden. Dies wäre erst dann erforderlich, wenn die Gemeinde die für die U nterschreitung des kommunalen Abstandes erforderliche B e- willigung e rteilen würde oder wenn gar kein durch eine Gewässerabstandslinie im Sinne von § 67 PBG festgelegter kommunaler Gewässerabstand bestünde. 5.a) Kommunale Gewässerabstandslinien gemäss § 67 PBG sind nicht mit den Baulinien für Fluss - und Bachkorrektionen bzw. für Uferwege und dgl. im Sinne von § 96 PBG zu verwechseln. Solche Baulinien dienen ausschliesslich der Sicher ung bestehender und geplanter Anlagen. Die Gewässerabstandslinien sind dagegen als Instrument für die Erhöhung des kantonalrechtlichen Mindestgewässerabstandes vorgesehen und erfüllen eine raumplanerische Funktion beispielsweise zur Sich e- rung von Erholung sräumen oder von geschützten Landschaften oder Vegetationen entlang von Fluss - und Bachufern. Sie bestimmen den Ab stand zwischen Bauten und Anlagen einerseits und den öffentlichen Gewässern andererseits, wie dies bei Gebäude- und Grenzabständen in bezug auf die Distanz zwischen den Bauten und den Grundstücksgrenzen bzw. zw ischen den Bauten unter sich der Fall ist. Die Rechtswirkungen der Gewässerabstand slinien im Sinne von § 67 PBG richten sich daher nicht nach den §§ 99 ff. PBG. W erden kommunale Gewässerabs tandslinien verletzt, so kann eine Bewilligung demnach nur e rteilt werden, wenn die Vorausse t- zungen von § 220 PBG oder von § 357 PBG erfüllt sind.