<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, den eidgenössischen Räten eine Änderung des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG) zu unterbreiten. Die Änderung muss bewirken, dass die relevanten Bestimmungen über den Schutz der Hecken und Feldgehölze die Bedürfnisse der Landwirtschaft besser berücksichtigen und besser auf die topographisch und ökologisch unterschiedlichen Voraussetzungen von Tal- und Berggebiet abgestimmt sind.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Feststellung, dass der ökologische Ausgleich, insbesondere was die Hecken und Feldgehölze betrifft, im Talgebiet ein anderes Gewicht hat als im Berggebiet, ist an sich richtig. Der daraus abgeleiteten Forderung, die Beseitigung ökologischer und landschaftlicher Strukturen im Berggebiet zu erleichtern, kann jedoch nicht zugestimmt werden. Gerade in ökologisch einigermassen reichhaltigen Räumen ist es wichtig, diese Reichhaltigkeit zu erhalten. Es ist nicht der Sinn einer multifunktionalen, zukunftsgerichteten Landwirtschaft, die ökologisch erwünschte Aufwertung im Talgebiet durch eine Verarmung im Berggebiet zu kompensieren und eine einheitlich-mittelmässige Qualität zu erzielen.</p><p>In der Tat erschweren Hecken und Feldgehölze gelegentlich eine rationelle Bewirtschaftung. Sie haben aber auch zahlreiche positive Wirkungen: Sie schützen vor Erosion und Wind und dienen im Sommer als Schattenspender für die Weidetiere. Nicht zuletzt sind sie visueller Leistungsausweis für eine Landwirtschaft, welche der biologischen und landschaftlichen Vielfalt verpflichtet ist.</p><p>Bei Hecken und Feldgehölzen handelt es sich um Biotope (Art. 18 Abs. 1bis des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz, NHG; SR 451), denen in der Regel lokale oder höchstens regionale Bedeutung zukommt. Der Auftrag zu ihrem Schutz richtet sich deshalb an die Kantone (Art. 18b NHG), die ihn - wenn möglich mittels Vereinbarungen mit den Grundeigentümern und Bewirtschaftern (Art. 18c Abs. 1 NHG) - situationsgerecht umsetzen; dazu zählt u. a. die Berücksichtigung der unterschiedlichen Verhältnisse im Berg- und im Talgebiet. Auch Schutz, Wiederherstellung und Ersatz bei technischen Eingriffen (Art. 18 Abs. 1ter NHG) sowie die Ausnahmen von der strafrechtlich unzulässigen Beseitigung von Hecken (Art. 18 Abs. 1 Bst. g des Jagdgesetzes vom 20. Juni 1986; SR 922.0) liegen in der Kompetenz der Kantone. Diese beiden Bestimmungen beinhalten eine gewisse Flexibilität und kommen damit dem Anliegen des Motionärs entgegen.</p><p>Durch die Gewährung von Ökobeiträgen an die freiwillige Schaffung und Pflege von Hecken und Feldgehölzen unterstreicht der Bund deren grosse Bedeutung für die einheimische Flora und Fauna sowie für Landschaftsbild und -gestaltung (Art. 40ff. der Direktzahlungsverordnung vom 7. Dezember 1998; SR 910.13). Hecken und Feldgehölze, die sich durch besondere Qualität auszeichnen oder - als klassische Vernetzungselemente - Bestandteile regionaler Vernetzungskonzepte bilden, werden von Bund und Kantonen aufgrund der Öko-Qualitätsverordnung vom 4. April 2001 noch mit zusätzlichen Beiträgen unterstützt.</p><p>Das bestehende Recht nimmt sowohl auf die Interessen der Bewirtschafter als auch auf die Bedürfnisse von Natur und Landschaft angemessen Rücksicht. Eine Änderung des NHG mit dem Ziel, den Schutz der Hecken und Feldgehölze im Berggebiet zu lockern, wäre kontraproduktiv angesichts der viel versprechenden Anstrengungen zur Stärkung des ökologischen Ausgleichs in der Landwirtschaft.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.