Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. März 2016 (710 15 251 / 62) ____________________________________________________________________ Alters- und Hinterlassenenversicherung Nachforderung von paritätischen AHV/IV/EO/ALV/FAK-Beiträgen Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A. ____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. André Becht , Adv o- kat, St. Alban-Ring 249, 4052 Basel B.___ GmbH , Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. André Becht, Advokat, St. Alban-Ring 249, 4052 Basel gegen AHV -Kasse Coiffure & Esthétique , Wyttenbachstrasse 24, Pos t- fach, 3000 Bern 25, Beschwerdegegnerin Beigeladene Ausgleichskasse Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen C. ____, Betreff Beiträge Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit einer “Vereinbarung“ und einem “Zusatzvertrag“ vom 7. Dezember 2012 beauftrag- te A.____, Inhaberin der Einzelfirma “D.____“, C.__ __, „in ihrem Studio in E.____ bei Kunden Anwendungen in professioneller Cosmetologie durchzuführe n.“ Ihre Honorare aus dieser Be- schäftigung rechnete C.____ als Selbständigerwerbende be i der Ausgleichskasse Basel- Landschaft ab. Mit Schreiben vom 11. Oktober 2013 löste A.____ das Vertragsverhältnis mit C.____ mit sofortiger Wirkung auf. Im März 2014 prüfte die Ausgleichskasse Basel-Landschaft a uf Ersuchen von C.____ deren Vertragsverhältnis mit A.____ als Inhaberin der Einzelfirma “D.____“ aus AHV-rechtlicher Sicht. Dabei gelangte sie zur Auffassung, dass es sich bei der zw ischen den beiden Parteien verein- barten Tätigkeit um eine unselbständige Erwerbstätigke it handle. Nachdem sie Kenntnis von dieser (Neu-) Beurteilung des AHV-rechtlichen Status von C.____ durch die Ausgleichskasse Basel-Landschaft erhalten hatte, erhob die für die Beitragserhebung bei A.____ und der B.____ GmbH zuständige Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique auf den von diesen beiden Arbeitge- berinnen an C.____ entrichteten Entgelten nachträgli ch AHV/IV/EO/ALV/FAK-Beiträge zuzüg- lich Verwaltungskosten und Zinsen und zwar wie folgt: M it zwei Veranlagungsverfügungen vom 12. Juni 2014 von A.____ auf den im Jahr 2012 sowie in den Monaten Januar und Februar 2013 entrichteten Entgelten und mit einer weiteren V eranlagungsverfügung vom selben Tag von der B.____ GmbH auf den im Zeitraum vom 1. März 20 13 bis 31. Oktober 2013 geleisteten Zahlungen. Die von A.____ und der B.____ GmbH gegen die jeweiligen Verfügungen erhobe- nen Einsprachen wies die Ausgleichskasse Coiffure & Esthét ique mit drei Einspracheentschei- den vom 10. Juli 2014 ab. Die von Advokat Dr. André Becht namens und im Auftrag von A.____ und der B.____ GmbH gegen diese drei Einspracheentscheide erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) mit Urtei l vom 14. November 2014 (Verfahren 710 14 221 / 277) in dem Sinne gut, als es die angefo chtenen Einspracheentscheide der Aus- gleichskasse Coiffure & Esthétique vom 10. Juli 2014 auf hob und die Angelegenheit an die Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique zurückwies, damit di ese über den Umfang der Beitrags- pflicht von A.____ und der B.____ GmbH im Sinne der Erwägungen neu verfüge. Überdies ver- pflichtete das Kantonsgericht die Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique, den Beschwerdefüh- rerinnen eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr . 1‘637.70 (inkl. Auslagen) zu bezahlen. Auf die von der Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique ge gen diesen Entscheid erhobene Be- schwerde trat das Schweizerische Bundesgericht mit Urteil vom 5. März 2015 (9C_109/2015) mit der Begründung nicht ein, dass es sich beim Rückweisung sentscheid des Kantonsgerichts vom 14. November 2014 um einen nicht selbständig anfechtbaren Vor- oder Zwischenentscheid handle. In Nachachtung des Urteils des Kantonsgerichts vom 14. Nove mber 2014 erliess die Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique am 26. Mai 2015 e ine neue, an A.____ und an die B.____ GmbH gerichtete Veranlagungsverfügung. Darin se tzte sie die von A.____ nachzuzahlenden AHV/IV/EO/ALV/FAK-Beiträge (inkl. Ver waltungskosten) für die Abrech- nungsperiode vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012 auf Fr. 6‘035.25 und für die Abrech- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht nungsperiode vom 1. Januar 2013 bis 28. Februar 2013 auf Fr. 1‘208.95 sowie die von der B.____ GmbH für die Abrechnungsperiode vom 1. März 2013 bis 31. Oktober 2013 nachzuzah- lenden Beiträge auf Fr. 4‘999.45 fest. Die von A.___ _ und der B.____ GmbH gegen diese Ver- fügung erhobene Einsprache wies die Ausgleichskasse Coiff ure & Esthétique mit Einsprache- entscheid vom 7. Juli 2015 ab. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Advokat Dr. André Becht namens und im Auftrag von A.____ und der B.____ GmbH am 28. Juli 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht mit den Rechtsbegehren, es seien der Einspracheentscheid und die ihm zugrunde liegende Veranlagungsverfügung aufzuheben. Sodann sei die Sozial versicherungsanstalt Basel- Landschaft als Beigeladene in das Verfahren einzubeziehen und es sei von einer Beitragserhe- bung für die drei Abrechnungsperioden vom 1. Januar 20 12 bis 31. Dezember 2012, vom 1. Januar 2013 bis 28. Februar 2013 und vom 1. März 2 013 bis 31. Oktober 2013 abzusehen; unter o/e-Kostenfolge. C. Mit Verfügung vom 20. August 2015 lud das Kantonsge richt die von den angefochte- nen Beitragsverfügungen mitbetroffene C.____ und die Ausgleichskasse Basel-Landschaft zum vorliegenden Beschwerdeverfahren bei. D. Die Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 28. August 2015, die Beschwede sei abzuweisen und die Verfügung vom 26. Mai 2015 sei zu bestätigen. Die Sozialversicherungsanstalt Basel-Landschaft sei einzuladen, die seinerzeitige Beitragsrückerstattung an C.____ rückgängig zu machen, da mit eine Beitragsanrechnung an die Beitragsschuld der Beschwerdeführerinnen erfolgen könne. Sodann sei der Vertreter der Beschwerdeführerinnen anzuweisen, ihr die erhaltene Parteikostenentschädigung von Fr. 1‘637.70 zurückzuzahlen. E. In ihrer Stellungnahme vom 30. Oktober 2015 beantr agte die Ausgleichskasse Basel- Landschaft sowohl die Abweisung der Beschwerde als auch d es Antrags der Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique, wonach sie - die Ausgleichkasse Basel-Landschaft - einzuladen sei, die seinerzeitige Beitragsrückerstattung an C.____ rückgängig zu machen, damit eine Beitragsan- rechnung an die Beitragsschuld der Beschwerdeführerinnen erfolgen könne. F. Am 1. Dezember 2015 teilte die Beigeladene C.___ _ mit, dass sie sich den Ausführungen der Ausgleichskasse Basel-Landschaft vollumfänglich anschliesse. G. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten d ie Beschwerdeführerinnen in ihrer Replik vom 17. Dezember 2015 und die Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique in ihrer Duplik vom 22. Dezember 2015 vollumfänglich an den bishe rigen Anträgen und wesentlichen Begründungen fest. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen laut Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgeset zes über die Alters- und Hinterlas- senenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 auf die Alters- und Hinterlassenenversi- cherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide d er Ausgleichskassen beim zu- ständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde erhob en werden. Örtlich zuständig ist, soweit es sich - wie vorliegend - nicht um einen Einspra cheentscheid einer kantonalen Aus- gleichskasse handelt, nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung i hren Wohnsitz hat. Vorliegend befin- den sich sowohl der Wohnsitz der Beschwerdeführerin A.___ _ als auch der Sitz der Beschwer- de führenden B.____ GmbH im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtl iche Instanz des Kantons Be- schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Im ersten in dieser Angelegenheit ergangenen Urt eil vom 14. November 2014 hat das Kantonsgericht entschieden, dass es sich bei der von der Beig eladenen C.____ für die Be- schwerdeführerinnen ausgeübte Tätigkeit aus AHV-rechtliche r Sicht um eine unselbständige Erwerbstätigkeit gehandelt hat. Soweit die Beschwerdef ührerinnen diese AHV-rechtliche Quali- fikation der damaligen Tätigkeit im Rahmen ihrer Replik erneut in Frage stellen, ist auf ihre Vor- bringen nicht (mehr) einzugehen. Streitgegenstand de s vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet einzig der von der Ausgleichskasse Coiffure & Esth étique im angefochtenen Einsprache- entscheid bzw. in der ihm zu Grunde liegenden Nachzahlu ngsverfügung festgesetzte Umfang der Beitragspflicht der beiden Beschwerdeführerinnen. 1.3 Im Kostenentscheid seines Urteils vom 14. November 2 014 hat das Kantonsgericht die Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique verpflichtet, de n Beschwerdeführerinnen eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 1‘637.70 (inkl. Auslagen) zu bezahlen. In ihrer Vernehmlassung vom 28. August 2015 beantragt die Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique nunmehr, es sei der Vertreter der Beschwerdeführerinnen anzuweisen, ihr di e erhaltene Parteikostenentschädigung von Fr. 1‘637.70 zurückzuzahlen. Auf dieses Rechtsbegehr en kann im Rahmen des vorliegen- den Beschwerdeverfahrens nicht eingetreten werden. Der betreffende Kostenentscheid des Kantonsgerichts ist vielmehr mit Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht anzufechten. Nach der Praxis des Bundesger ichts stellt die in einem Rückwei- sungsentscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsreg elung - wie die Rückweisung im Hauptpunkt selbst - zwar einen Zwischenentscheid (Art. 9 3 Abs. 1 BGG) dar, der in der Regel nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten wer den kann, weshalb das Bundesgericht denn auch mit Urteil vom 5. März 2015 (9C_109/2015) a uf die Beschwerde der Ausgleichskas- se Coiffure & Esthétique gegen den Rückweisungsentscheid des Kantonsgerichts vom 14. No- vember 2014 nicht eingetreten ist. Das im Rückweisungsur teil vom 14. November 2014 Ent- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht schiedene wird jedoch mit Bezug auf die darin getroffe ne (Kosten- und) Entschädigungsrege- lung durch Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar sein (Art. 93 Abs. 3 BGG; vgl. zum Ganzen BGE 133 V 648 E. 2.2; Urteil K. des Bundesgeri chts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007, E. 3, und den Hinweis des Bundesgerichts i n seinem in der vorliegenden Ange- legenheit ergangenen Nichteintretensentscheid vom 5. Mä rz 2015, 9C_109/2015, S. 3, erster Abschnitt). 2.1 Gemäss Art. 14 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alt ers- und Hinterlassenenversi- cherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 sind die Beiträge vom Einkommen aus unselbständi- ger Erwerbstätigkeit bei jeder Lohnzahlung in Abzug zu bringen und vom Arbeitgeber zusam- men mit dem Arbeitgeberbeitrag periodisch zu entrichte n. Erfüllungsschuldner für die ganze Beitragsforderung ist somit ausschliesslich der Arbeitgebe r. Der Arbeitnehmer muss sich dabei jedoch einen Lohnabzug im Umfang der Hälfte der gesch uldeten AHV/IV/EO/ALV-Beiträge ge- fallen lassen (Art. 5 AHVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 AHVG). 2.2 Erhält eine Ausgleichskasse Kenntnis davon, dass ein Beitragspflichtiger keine Beiträ- ge oder zu niedrige Beiträge bezahlt hat, so hat sie die Nachzahlung der geschuldeten Beiträge zu verlangen und nötigenfalls durch Verfügung festzusetzen . Vorbehalten bleibt die Verjährung nach Art. 16 Abs. 1 AHVG (Art. 39 Abs. 1 der Verordn ung über die Alters- und Hinterlassenen- versicherung [AHVV]) vom 31. Oktober 1947). 2.3 Entrichtete eine versicherte Person persönliche Beitr äge und zeigt sich später, dass es sich bei der fraglichen Tätigkeit um eine unselbständig e Erwerbstätigkeit handelte, sind - allen- falls unter den Voraussetzungen der Wiedererwägung oder prozessualen Revision (Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG) - auf den betreffenden Einkommen nachträglich paritätische Beiträge zu erheben. Dabei sind die bereits als Selbständigerwerbe nder bezahlten Beiträge im Umfang der Arbeitnehmerbeiträge der nachgeforderten paritätischen Beiträge anzurechnen (Urteil X. des Bundesgerichts vom 26. Januar 2012, 9C_459/2011, E. 6. 3.2 mit Hinweis; vgl. auch Rz. 3025 und 3035 der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversich erungen über den Bezug der Bei- träge in der AHV, IV und EO [WBB], in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung). Das Gleiche gilt auch dann, wenn eine andere Ausgleichskasse die Lo hnbeiträge nachfordert als diejenige, der die anzurechnenden Beiträge vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit entrichtet wurden (WBB Rz. 3036). 3.1 Im ersten in dieser Angelegenheit ergangenen Urt eil vom 14. November 2014 hat das Kantonsgericht festgehalten, dass die Beigeladene C.____ auf den Entgelten, die ihr die Be- schwerdeführerinnen für ihre Tätigkeit bezahlt hatten, bereits Beiträge aus selbständiger Er- werbstätigkeit an die Ausgleichskasse Basel-Landschaft en trichtet hatte. Es hat deshalb die damals angefochtenen Beitragsverfügungen der Ausgleichsk asse Coiffure & Esthétique aufge- hoben und die Angelegenheit an die genannte Ausgleic hskasse zurückgewiesen, damit diese über den Umfang der Beitragspflicht der Beschwerdeführ erinnen neu verfüge. Vor Erlass einer neuen Nachzahlungsverfügung sei insbesondere eine Bereini gung der von der Beigeladenen für diese Entgelte erhobenen Beiträge aus selbständige r Erwerbstätigkeit durchzuführen. Dabei seien, so das Kantonsgericht unter Hinweis auf die vorste hend erwähnten Verwaltungsweisun- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen weiter, die von der Beigeladenen bereits als Selb ständigerwerbende bezahlten Beiträge im Umfang der Arbeitnehmerbeiträge an die nachgeforder ten paritätischen Beiträge anzurechnen (vgl. E. 4.5 und 4.6 des Urteils vom 14. November 2014). 3.2 Wie sich erst im jetzigen Beschwerdeverfahren gezeigt hat, hat die Ausgleichskasse Basel-Landschaft nun allerdings der Beigeladenen C.__ __ die von ihr aus selbständiger Er- werbstätigkeit entrichteten Beiträge bereits am 2. Jul i 2014 zurückerstattet. Von diesem Um- stand hatte das Kantonsgericht anIässlich seiner Urteilsberatung vom 14. November 2014 keine Kenntnis. Die Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique vertritt deshalb im vorliegenden Verfahren die Auffassung, dass die vom Kantonsgericht im Rückweisungs entscheid vom 14. November 2014 geforderte Anrechnung der von C.____ bereits als S elbständigerwerbende bezahlten Bei- träge im Umfang der Arbeitnehmerbeiträge an die nac hgeforderten paritätischen Beiträge gar nicht mehr möglich sei. Dieser Einwand erweist sich als zut reffend. Aufgrund der anfangs Juli 2014 - vorschnell - vorgenommenen Rückerstattung der gesa mten Beiträge durch die Aus- gleichskasse Basel-Landschaft stehen, wie die Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique zu Recht geltend macht, keine Beiträge mehr zur Verfügung, die angerechnet werden können. Für dieses Einkommen sind somit, auch darin ist der Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique beizupflichten, keine Beiträge mehr bezahlt, wodurch der Versicherten C .____ auch kein Einkommen renten- wirksam angerechnet werden darf. Ebenso richtig weist di e Ausgleichskasse Coiffure & Est- hétique in ihrer Vernehmlassung sodann darauf hin, da ss sie die geschuldeten paritätischen Beiträge vollumfänglich beim Arbeitgeber - vorliegen d also bei den Beschwerdeführerinnen - einfordern muss (vgl. E. 2.1 hiervor). Es ist ihr mangel s einer entsprechenden rechtlichen Grundlage insbesondere verwehrt, die Arbeitnehmerbeit räge direkt bei der in Bezug auf die fragliche Tätigkeit als Arbeitnehmerin geltenden C.____ einzufordern. Durch ein solches Vorge- hen würde die Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique vielm ehr - und auch darin ist ihr beizu- pflichten - in unzulässiger Weise gegen Art. 14 AHVG verstossen. 3.3 Aus dem Gesagten folgt somit, dass die Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique die auf dem massgebenden Lohn von C.____ geschuldeten paritäti schen AHV/IV/EO/ ALV/FAK- Beiträge zu Recht vollumfänglich bei den Beschwerdefüh rerinnen erhoben hat. Die entspre- chende Nachzahlungsverfügung bzw. der sie bestätigende Ei nspracheentscheid erweist sich diesbezüglich als rechtens. 3.4 Was die Beschwerdeführerinnen vorbringen, vermag di eses Ergebnis nicht in Frage zu stellen. Ihrem Einwand, wonach sich „Kompetenzkonflikte zw ischen den Ausgleichskassen“ nicht zu ihren Lasten auswirken sollten, ist zwar durchaus ein gewisses Verständnis entgegen zu bringen, dies ändert aber nichts am Umstand, dass in An betracht der bestehenden klaren gesetzlichen Grundlagen der Arbeitgeber zur Bezahlung d er gesamten paritätischen Beiträge verpflichtet ist und dementsprechend die zuständige Aus gleichskasse die gesamten Beiträge ausschliesslich beim Arbeitgeber einfordern kann (und muss). 3.5 Was die betragsmässige Höhe der von der Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique nunmehr nachgeforderten paritätischen Beiträge betrifft, so wird diese von den Beschwerdefüh- rerinnen nicht in Frage gestellt. Aus den Akten sind e benfalls keine Anhaltspunkte ersichtlich, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht die gegen deren Richtigkeit sprechen würden. Somit kan n von weiteren Erörterungen hierzu abgesehen und bezüglich der konkreten Berechnung der Bei träge stattdessen vollumfänglich auf die detaillierten Ausführungen der Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique in der Nachzah- lungsverfügung vom 26. Mai 2015 verwiesen werden. 4. Zu ergänzen bleibt Folgendes: Sind sich Arbeitgeb er und Arbeitnehmer bezüglich der Bezahlung des Arbeitnehmerbeitrags uneinig, so hat d arüber nicht die AHV-Behörde oder das kantonale Versicherungsgericht, sondern das Zivilgericht im Rahmen einer arbeitsvertragsrecht- lichen Streitigkeit zu befinden. Insoweit ist das Kanton sgericht im vorliegenden Beschwerdever- fahren betreffend Beitragserhebung nicht zuständig, i n Bezug auf das Schuldverhältnis zwi- schen den Beschwerdeführerinnen und der Beigeladenen C .____ irgendwelche Entscheide zu fällen oder Anordnungen zu treffen. In diesem Zusamme nhang sei aber immerhin erwähnt, dass C.____ in ihrer Stellungnahme vom 1. Dezember 20 15 zum Ausdruck bringt, dass sie of- fenbar bereit ist, für den auf sie entfallenden Arbe itnehmeranteil an der paritätischen Beitrags- forderung aufzukommen. 5. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass der angefochtene Einsprache- entscheid der Ausgleichskasse Coiffure & Esthétique vom 7. Juli 2015 nicht zu beanstanden ist, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abgewiesen werden muss. 6.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. 6.2 Gemäss Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hat die obsiegend e Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Stellt man vorli egend ausschliesslich auf den Prozess- ausgang ab, so handelt es sich bei den Beschwerdeführerinnen um die unterliegenden Parteien mit der Folge, dass ihnen nach dem Wortlaut der genan nten Bestimmung keine Parteientschä- digung zustehen würde und die ausserordentlichen Prozessk osten stattdessen wettzuschlagen wären. Nun gilt es allerdings zu beachten, dass das damali ge Eidgenössische Versicherungs- gericht (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche A bteilungen) in ständiger Rechtsprechung zum Parteientschädigungsrecht im Rahmen der bundesrechtlichen Vorschriften über die Partei- entschädigung im kantonalen Beschwerdeverfahren - wie et wa die damaligen Bestimmungen von Art. 85 Abs. 2 lit. f AHVG und Art. 108 Abs. 1 li t. g des Bundesgesetzes über die Unfallver- sicherung (UVG) vom 20. März 1981 - das Verursacherprinzip anerkannt hat. Danach hat unnö- tige Kosten zu bezahlen, wer sie verursacht hat (BGE 125 V 375 E. 2b). Dementsprechend kann keine Parteientschädigung beanspruchen, wer zwar i m Prozess obsiegt, sich aber den Vorwurf gefallen lassen muss, er habe es wegen Verletzun g der Mitwirkungspflicht selber zu verantworten, dass ein unnötiger Prozess geführt worden se i (Sozialversicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2004 ALV Nr. 8 E. 3.1 mit zahlre ichen Hinweisen). Andererseits kann das Verursacherprinzip aber auch dazu führen, dass die Be hörde einer unterliegenden Partei die Parteikosten zu ersetzen hat, wenn sie das Verfahren d urch einen Fehler veranlasst oder wenn sie der Beschwerde führenden Partei - unter damal iger Optik - zumindest berechtigten Anlass zur Ergreifung des Rechtsmittels gegeben hat (vgl. zum Ganzen: M ARTIN BERNET , Die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Parteientschädigung in der schweizerischen Verwaltungsrec htspflege, Zürich 1986, S. 136 ff.). Diese im Rahmen von altArt. 85 Abs. 2 lit. f AHVG sowie altArt. 108 Abs. 1 lit. g UVG entwickel- ten Grundsätze zum Anspruch auf Parteientschädigung im ka ntonalen Beschwerdeverfahren haben unter der Herrschaft des ATSG weiterhin Geltung und sind demnach für die Auslegung von Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG massgebend (SVR 2004 ALV Nr. 8 E. 3.1). 6.3 Vorliegend hat die Ausgleichskasse Basel-Landschaft de r Beigeladenen C.____ die von ihr als Selbständigerwerbende bezahlten Beiträge bereits am 2. Juli 2014 und somit in ei- nem Zeitpunkt zurückerstattet, in welchem die Verfügunge n vom 12. Juni 2014, mit denen die fraglichen Entgelte als massgebender Lohn im Sinne des AHVG qualifiziert worden waren, noch einspracheweise angefochten werden konnten und somit kla rerweise noch nicht rechtskräftig geworden waren. Dadurch hat die Ausgleichskasse Basel-Landschaft die in den massgebenden Verwaltungsweisungen (vgl. WBB Rz. 3035 f.) vorgesehene Anrechnung der von der Beigela- denen bereits als Selbständigerwerbende bezahlten Bei träge an die nachzufordernden paritäti- schen Beiträge verunmöglicht; gleichzeitig hat sie durch d ieses vorschnelle Vorgehen das vor- liegende Beschwerdeverfahren - zumindest ein Stück weit - mitveranlasst. Es rechtfertigt sich deshalb, die Ausgleichskasse Basel-Landschaft gestützt au f das Verursacherprinzip zu ver- pflichten, für die Hälfte der Kosten der vom Rechtsvert reter der Beschwerdeführerinnen im vor- liegenden Beschwerdeverfahren erbrachten Bemühungen aufzukommen. Den Beschwerdefüh- rerinnen ist mit anderen Worten eine reduzierte Parte ientschädigung zu Lasten der Ausgleichs- kasse Basel-Landschaft zuzusprechen, welche der Hälfte des B etrages entspricht, der ihr bei vollständigem Obsiegen zugestanden wäre. 6.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen hat in seiner Honorarnote vom 11. Januar 2016 für das vorliegende Verfahren einen Z eitaufwand von 25 Stunden sowie Aus- lagen von Fr. 79.40 geltend gemacht. Die detaillierte Abrechnung beinhaltet nun allerdings auch Bemühungen von 11 Stunden und Auslagen von Fr. 39.--, die im Rahmen des Verwaltungsver- fahrens bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheides erbracht worden bzw. ange- fallen sind. Bei der Bemessung der Parteientschädigung für das versicherungsgerichtliche Ver- fahren kann aber nur der im Rahmen des eigentlichen Be schwerdeverfahrens, d.h. der nach der Zustellung des Einspracheentscheides entstandene Auf wand berücksichtigt werden. Dies bedeutet, dass vorliegend aus der Honorarnote vom 11. Januar 2016 lediglich der für den Zeit- raum ab 9. Juli 2015 (Zustellung des Einspracheentschei des) ausgewiesene Aufwand von 14 Stunden und die ab diesem Zeitpunkt entstandenen A uslagen von Fr. 40.40 entschädigt werden können. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversi cherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. Bei vollständigem Obsiegen hätten die Be schwerdeführerinnen demnach An- spruch auf eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3’540.40 (14 Stunden à Fr. 250.-- zu- züglich Auslagen von Fr. 40.40) gehabt. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 6.3 hiervor) ist den Beschwerdeführerinnen zu Lasten der Ausgleichskasse Basel-Lan dschaft eine reduzierte Par- teientschädigung zuzusprechen, welche der Hälfte dieses B etrages entspricht. Die Ausgleichs- kasse Basel-Landschaft hat den Beschwerdeführerinnen somi t eine reduzierte Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 1‘770.20 (inkl. Auslagen) zu b ezahlen. Im Übrigen sind die ausseror- dentlichen Kosten wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Auf den Antrag der AHV-Kasse Coiffure & Esthétiq ue, es sei der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen anzuweisen, ih r die erhal- tene Parteikostenentschädigung von Fr. 1‘637.70 zurückzuzahlen, wird nicht eingetreten. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Die Ausgleichskasse Basel-Landschaft hat den Beschwe rdeführerin- nen eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe v on Fr. 1‘770.20 (inkl. Auslagen) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht