<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2018-03-27-1B_111-2018.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1B_111/2018</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 27. März 2018</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Merkli, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Eusebio, Chaix, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Härri. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, </div> <div class="para">Florhofgasse 2, Postfach, 8090 Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Obergericht des Kantons Zürich, </div> <div class="para">Zwangsmassnahmengericht, </div> <div class="para">Hirschengraben 15, Postfach 2401, 8021 Zürich 1. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Strafverfahren; Überwachungsmassnahmen, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen die Verfügungen des Obergerichts des Kantons Zürich, Zwangsmassnahmengericht, vom 30. Januar 2018 (TK180013-O/U01 (41) und vom 12. Februar 2018 (TK180013-O/U02 (98). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich (im Folgenden: Staatsanwaltschaft) führt ein Strafverfahren gegen A.________ und B.________ wegen des Verdachts der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung. Sie wirft A.________ vor, er habe als Organ von Unternehmen die Übernahme zu überhöhten Preisen von Gesellschaften vorangetrieben, an denen er sich unter Mitwirkung von B.________ vorher verdeckt beteiligt habe. Dabei geht es namentlich um die Sachverhalte C.________ und D.________. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Am 17. bzw. 18. Januar 2018 ordnete die Staatsanwaltschaft im Sachverhalt C.________ unter anderem die Echtzeitüberwachung des Mobiltelefonanschlusses xxx von A.________ und des Mobiltelefonanschlusses yyy von B.________ für die Dauer von 3 Monaten an. </div> <div class="para">Am 18. Januar 2018 ersuchte die Staatsanwaltschaft das Zwangsmassnahmengericht am Obergericht des Kantons Zürich um die Genehmigung der Überwachung. </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 30. Januar 2018 lehnte das Zwangsmassnahmengericht die Genehmigung ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Am 7. Februar 2018 ordnete die Staatsanwaltschaft im Sachverhalt D.________ die Echtzeitüberwachung der genannten Mobiltelefonanschlüsse von A.________ und B.________ für die Dauer von 3 Monaten an. </div> <div class="para">Gleichentags ersuchte die Staatsanwaltschaft das Zwangsmassnahmengericht um die Genehmigung der Überwachung; ebenso um die Wiedererwägung der Verfügung vom 30. Januar 2018. </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 12. Februar 2018 genehmigte das Zwangsmassnahmengericht die Überwachung der beiden Mobiltelefonanschlüsse in Bezug auf den Sachverhalt D.________ bis zum 7. Mai 2018 (Dispositiv-Ziffern 1 und 2). Das Gesuch um Wiedererwägung der Verfügung vom 30. Januar 2018 wies es ab (Dispositiv-Ziffer 3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>D.</b> </div> <div class="para">Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich führt Beschwerde in Strafsachen mit dem Antrag, die Verfügung vom 30. Januar 2018 in Bezug auf die Nichtgenehmigung der Überwachung der Rufnummern xxx von A.________ und yyy von B.________ aufzuheben. Ziffer 3 der Verfügung vom 30. Januar 2018 (gemeint wohl: vom 12. Februar 2018) sei aufzuheben. Die Überwachung der Anschlüsse xxx von A.________ und yyy von B.________ sei für den Zeitraum vom 17. Januar 2018 bis am 7. Februar 2018 zu genehmigen. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an das Zwangsmassnahmengericht zurückzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>E.</b> </div> <div class="para">Das Zwangsmassnahmengericht hat auf Vernehmlassung verzichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Gegen die angefochtenen Entscheide ist gemäss <span class="artref">Art. 78 Abs. 1 BGG</span> die Beschwerde in Strafsachen gegeben. </div> <div class="para">Ein kantonales Rechtsmittel steht nicht zur Verfügung. Die Beschwerde ist nach <span class="artref">Art. 80 Abs. 2 Satz 3 BGG</span> zulässig (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=08.03.2018&amp;to_date=27.03.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-IV-340%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page340">BGE 137 IV 340</a> E. 2.2 S. 343). </div> <div class="para">Die Oberstaatsanwaltschaft ist gemäss Art. 81 Abs. 1 lit. a und b Ziff. 3 BGG zur Beschwerde berechtigt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=08.03.2018&amp;to_date=27.03.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-IV-196%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page196">BGE 142 IV 196</a> E. 1.5 S. 198 ff.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.1.</b> Die angefochtenen Entscheide schliessen das Strafverfahren nicht ab. Es handelt sich um Zwischenentscheide. Diese betreffen weder die Zuständigkeit noch den Ausstand. Es geht somit um "andere Zwischenentscheide" nach <span class="artref">Art. 93 BGG</span>. Gegen derartige Entscheide ist gemäss Abs. 1 dieser Bestimmung die Beschwerde zulässig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (lit. a), oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (lit. b). </div> <div class="para">Die Gutheissung der Beschwerde würde hier keinen das Strafverfahren abschliessenden Endentscheid herbeiführen. Die Variante nach <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG</span> fällt ausser Betracht. </div> <div class="para">Nach der Rechtsprechung muss es sich im Strafrecht beim nicht wieder gutzumachenden Nachteil nach <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> um einen solchen rechtlicher Natur handeln. Ein derartiger Nachteil liegt vor, wenn er auch durch einen für den Beschwerdeführer günstigen späteren End- oder anderen Entscheid nicht mehr behoben werden kann. Ein lediglich tatsächlicher Nachteil wie die Verlängerung oder Verteuerung des Verfahrens genügt nicht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=08.03.2018&amp;to_date=27.03.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-289%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page289">BGE 141 IV 289</a> E. 1.2 S. 291; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=08.03.2018&amp;to_date=27.03.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-II-315%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page315">140 II 315</a> E. 1.3.1 S. 318; je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Das Bundesgericht hat nach einem Meinungsaustausch zwischen der Strafrechtlichen und der I. öffentlichen-rechtlichen Abteilung seine Rechtsprechung zum nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Bereich des Beweisrechts präzisiert. Erachtet die kantonale Beschwerdeinstanz während des Vorverfahrens entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft ein Beweismittel als unverwertbar und ordnet sie dessen Entfernung aus den Akten an (<span class="artref">Art. 141 Abs. 5 StPO</span>), so droht der Staatsanwaltschaft dann ein nicht wieder gutzumachender Nachteil, wenn die Entfernung des Beweismittels die Weiterführung des Strafverfahrens verunmöglicht oder zumindest stark erschwert. Dies trifft nicht zu, wenn der Staatsanwaltschaft andere Untersuchungsmassnahmen zur Weiterführung des Strafverfahrens und gegebenenfalls Anklageerhebung zur Verfügung stehen. In jedem Fall ist es Sache der Staatsanwaltschaft, die Voraussetzungen von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> darzutun, damit auf ihre Beschwerde eingetreten werden kann (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=08.03.2018&amp;to_date=27.03.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-284%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page284">BGE 141 IV 284</a> E. 2.4 S. 287 f.; 289 E. 1.4 S. 292; je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Im hier zu beurteilenden Fall besteht eine vergleichbare Situation (vgl. Urteil 1B_433/2015 vom 18. Januar 2016 E. 1.2). Die angefochtenen Entscheide hindern die Staatsanwaltschaft daran, allfällige Erkenntnisse aus der nicht genehmigten Überwachung im Sachverhalt C.________ als Beweise in das Verfahren einzubringen. Ein nicht wieder gutzumachender Nachteil wäre dann anzunehmen, wenn dies der Staatsanwaltschaft die Weiterführung des Strafverfahrens verunmöglichen oder zumindest stark erschweren würde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.2.</b> Die Beschwerdeführerin äussert sich nicht dazu, inwiefern ihr die angefochtenen Entscheide einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken sollen. Damit kommt sie ihrer dargelegten Begründungspflicht nicht nach. Auf die Beschwerde könnte unter diesen Umständen nur eingetreten werden, wenn der nicht wieder gutzumachende Nachteil offensichtlich wäre (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=08.03.2018&amp;to_date=27.03.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-284%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page284">BGE 141 IV 284</a> E. 2.3 S. 287; 289 E. 1.3 S. 292; Urteil 1B_170/2017 vom 9. Juni 2017 E. 1.3; je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Dies trifft nicht zu. Wie die Staatsanwaltschaft im Genehmigungsgesuch vom 18. Januar 2018 selber darlegt, liegt zum Sachverhalt C.________ eine qualitativ hochstehende private Untersuchung durch die mutmasslich geschädigte Gesellschaft vor. Die Vorinstanz erwägt, die Geschehnisse in diesem Sachverhalt schienen bereits relativ gut dokumentiert und die Schwierigkeit des Falles sei eher in der rechtlichen Würdigung der Vorgänge zu vermuten (Verfügung vom 30. Januar 2018 S. 8). Dagegen wendet die Beschwerdeführerin substanziiert nichts ein. Mit der nicht genehmigten Überwachung bezweckte die Staatsanwaltschaft nach ihren Ausführungen im Genehmigungsgesuch zudem in erster Linie, die Beschuldigten "synchron und gut vorbereitet tangieren zu können" (vgl. auch Verfügung vom 12. Februar 2018 S. 2). Der Zugriff auf die Beschuldigten hat inzwischen bereits stattgefunden. A.________ und B.________ wurden Ende Februar 2018 festgenommen und in Untersuchungshaft versetzt. Ein synchroner und gut vorbereiteter Zugriff auf die Beschuldigten war also offenbar auch ohne die Erkenntnisse aus der nicht genehmigten Überwachung möglich. Hinzu kommt Folgendes: Bei der Überwachung von A.________ und B.________ im Sachverhalt D.________ wurde ein Gespräch zum Sachverhalt C.________ aufgezeichnet. Mit Verfügung vom 16. Februar 2016 genehmigte die Vorinstanz die Verwertung dieses Gesprächs als Zufallsfund; ebenso die Verwertung von künftigen Erkenntnissen zum Sachverhalt C.________ (Beschwerde S. 5 Ziff. 11). Dass der Staatsanwaltschaft ohne Erkenntnisse aus der nicht genehmigten Überwachung die Weiterführung des Verfahrens im Sachverhalt C.________ verunmöglicht oder zumindest stark erschwert sein sollte, ist unter diesen Umständen nicht von Vornherein klar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.3.</b> Äussert sich demnach die Beschwerdeführerin nicht zum nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> und ist dieser auch nicht offensichtlich, kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Gerichtskosten zu erheben (<span class="artref">Art. 66 Abs. 4 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin und dem Obergericht des Kantons Zürich, Zwangsmassnahmengericht, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 27. März 2018 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Merkli </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Härri </div> </div></body></html>