Entscheid vom 30. Oktober 2017 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Roy Garré und Cornelia Cova, Gerichtsschreiber Martin Eckner Parteien A., vertreten durch Rechtsanwältin Marina Bastron, Beschwerdeführer gegen STAATSANWALTSCHAFT GRAUBÜNDEN, Beschwerdegegnerin Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer: RR.2017.103 - 2 - Sachverhalt: A. Die Staatsanwaltschaft Koblenz führt ein Strafverfahren gegen A. wegen Bankrotts. In diesem Zusammenhang gelangt Deutschland mit Rechtshil- feersuchen vom 15. März 2017 an die Schweiz und ersucht um Unterlagen zum Konto von A. bei der Bank B. (Urk. Dossier 1). B. Die Staatsanwaltschaft Graubünden trat am 22. März 2017 auf das Rechts- hilfeersuchen ein und wies die Bank B. an, die Unterlagen herauszugeben (Urk. Dossier 2). Diese a ntwortete mit Schreiben vom 30. März 2017, wo- nach das Konto Nr. 1 am 8. Juli 2002 eröffnet und am 22. August 2012 sal- diert wurde. Das Konto lautete auf A. und/oder C. Mit dem Schreiben wurden Kontoeröffnungsunterlagen, Kontoabschlüsse und Detailbelege ab 1. Januar 2007 bis Saldierung sowie Termingeldanzeigen ediert (Urk. Dossier 3). C. Die Staatsanwaltschaft Graubünden erliess am 3. April 2017 die Schlussver- fügung (Urk. Dossier 2; act. 1.2). Diese ordnet an, das Schreiben der Bank B. vom 31. März 2017 (Datum des Eingangs bei der Staatsanwaltschaft, ver- fasst am 30. März 2017) samt Beilagen herauszugeben. D. Dagegen erhebt A. am 4. Mai 2017 Beschwerde. Er beantragt (act. 1 S. 2): 1. Die Schlussverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 03. April 2017 Register Nr. RE.217.27 ist aufzuheben und die Rechtshilfe an die Staatsanwalt- schaft Rheinland-Pfalz zu versagen. 2. Eventualiter: Die Schlussverfügung der Staats anwaltschaft Graubünden vom 03. April 2017 Register Nr. RE.217.27 ist insoweit aufzuheben, als diese die Her- ausgabe der Bankunterlagen für die Zeiträume ab dem 01. Januar 2011 betrifft. 3. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Das Bundesamt für Justiz beantragt am 24. Mai 2017 , die Beschwerde ab- zuweisen, soweit darauf einzutreten ist (act. 6). Die Staatsanwaltschaft Grau- bünden verzichtete am 29. Mai 2017 auf eine Stellungnahme (act. 7). Diese Eingaben wurden dem Beschwerdeführer am 1. Juni 2017 zur Kenntnis ge- bracht (act. 8). - 3 - Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom- men. Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 1. 1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz sind in erster Linie massgebend die Bestimmungen des Europäi- schen Übereinkommens vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in Strafsa- chen (SR 0.351.1; EUeR), dem beide Staaten beigetreten sind, das Zweite Zusatzprotokoll vom 8. November 2001 zum Europäischen Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen (SR 0.351.12; Zweites Zusatzprotokoll) und der Vertrag vom 13. November 1969 zwischen der Schweizerischen Eid- genossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über die Ergänzung des Europäischen Übereinkommens über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 und die Erl eichterung seiner Anwendung (SR 0.351.913.61; Zusatzvertrag) . Ebenso zur Anwendung kommt vorlie- gend das Übereinkommen vom 8. November 1990 über Geldwäscherei so- wie Ermittlung, Beschlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (Geldwäschereiübereinkommen, GwUe; SR 0.311.53, BGE 133 IV 215 E. 2.1; 123 II 134 E. 5b). Überdies gelangen die Bestimmungen der Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkom- mens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungs- übereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19 –62) zur Anwendung, wobei die zwischen den Vertragsparteien geltenden weiterge- henden Bestimmungen auf grund bilateraler Abkommen unberührt bleiben (Art. 48 Abs. 2 SDÜ ; Art. 26 Absätze 2 und 3 EUeR; ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 4. Aufl., Brüssel/ Bern 2014, N. 18-21, 28-40, 77, 109). 1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch stillschweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere An- forderungen an die Rechtshilfe stellt ( sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 229), sind das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internatio- nale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Ver- ordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; 136 IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. auch Art. 54 StPO ). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte - 4 - (BGE 139 II 65 E. 5.4 letzter Absatz ; 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 681 ff.). Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem anwendbar die Be - stimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver- waltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensg esetz, VwVG; SR 172.021; Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Straf- behördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]; BGE 139 II 404 E. 6/8.2; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 273). 2. 2.1 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein sch utzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit b. IRSG). Als persönlich und direkt betroffen wird im Falle der Herausgabe von Kontoinformationen an den ersuchenden Staat der jeweili ge Kontoinhaber angesehen (Art. 9a lit. a IRSV; Übersicht über die Rechtsprechung in BGE 137 IV 134 E. 5; TPF 2010 47 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 1C_126/2014 vom 16. Mai 2014, E. 1.3; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 524–535). 2.2 Als Inhaber des von der Rechtshilfe betroffenen Kontos ist A. zur Be- schwerde legitimiert. Auf die auch fristgere cht eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten. 3. 3.1 Der Beschwerdeführer rügt, de r Sachverhalt des Rechtshilfeersuchens würde nach Schweizer Recht nicht den Tatbestand des betrügerischen Kon- kurses nach Art. 163 Ziff. 1 StGB erfüllen. Ihm werde im Ersuchen lediglich vorgeworfen, die Existenz des Kontos in der Schweiz gegenüber dem Insol- venzverwalter verschwiegen zu haben. Allein das Unterlassen der Mitteilung an den Insolvenzverwalter sei indes noch kein Verheimlichen im Sinne des Art. 163 StGB. Weder stelle es das erforderliche positive Handeln (z.B. Ver- stecken von Vermögenswerten) dar noch eine wahrheitswidrige Behaup- tung, es seien keine weiteren Vermögenswerte vorhanden. Der Sachverhalt des Rechtshilfeersuchens würde sodann keinerlei Anhaltspunkte für ein all- fälliges betrügerisches Schweigen liefern (act. 1 S. 5 f.). 3.2 Die Rechtsprechung stellt an die Schilderung des Sachverhalts im Rechts- hilfeersuchen keine hohen Anforderungen. Danach kann von den Behörden des ersuchenden Staates nicht verlangt werden, dass sie den Sachverhalt, - 5 - der Gegenstand der Strafunte rsuchung bildet, lückenlos und völlig wider- spruchsfrei darstellen. Das wäre mit dem Sinn und Zweck des Rechtshilfe- verfahrens unvereinbar, ersucht doch ein Staat einen anderen gerade des- wegen um Mithilfe, damit er die bisher im Dunkeln gebliebenen Punkte au f- grund von Unterlagen, die im Besitze des ersuchten Staates sind, klären kann. Die ersuchte Behörde hat sich beim Entscheid über ein Rechtshilfebe- gehren nicht dazu auszusprechen, ob die darin angeführten Tatsachen zu- treffen oder nicht. Sie hat somit weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen. Sie ist vielmehr an die Darstellung des Sachverhaltes im Ersuchen und dessen allfälligen Ergänzungen gebunden, soweit diese nicht durch offensichtliche Fehler, Lü- cken oder Widersprüche sofort entkräftet wird (BGE 139 II 451 E. 2.2.1; 136 IV 4 E. 4.1; 133 IV 76 E. 2.2; TPF 2011 194 E. 2.1 S. 196; 2007 150 E. 3.2.4; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 293, 302). Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht (Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR [gemäss Vorbehalt der Schweiz zu Art. 5]), Art. 18 Ziff. 1 lit. f GwUe; Art. 64 Abs. 1 IRSG) ist der im Rechtshilfeersuchen dar- gelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie wenn die Schweiz wegen des analogen Sachverhalts ein Stra fverfahren eingeleitet hätte (BGE 132 II 81 E. 2.7.2; 129 II 462 E. 4.4). Es gilt der Grundsatz der abstrakten beidseitigen Strafbarkeit (BGE 136 IV 179 E. 2.3.4). Die Strafnormen brauchen nach den Rechtssystemen der Schweiz und des ersuchenden Staates nicht identisch zu sein. Zu prüfen ist mithin, ob der im Ausland verübte inkriminierte Sach- verhalt, sofern er – analog – in der Schweiz begangen worden wäre, die Tat- bestandsmerkmale einer schweizerischen Strafnorm erfüllen würde. Dabei genügt es, wenn der im Rechtshilfeersuchen geschilderte Sachverhalt unter einen einzigen Straftatbestand des schweizerischen Rechts subsumiert wer- den kann. Es braucht dann nicht weiter geprüft zu werden, ob darüber hinaus auch noch weitere Tatbestände erfüllt sein könnten (BGE 142 IV 175 E. 5.5; 139 IV 137 E. 5.1.1; 132 II 81 E. 2.1; 129 II 462 E. 4.6; 124 II 184 E. 4b/c c; TPF 2012 114 E. 7.3/7.4; 2011 194 E. 2.1 S. 196; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 576 ff.). 3.3 Nach dem Sachverhalt des Rechtshilfeersuchens habe der Beschwerdefüh- rer am 7. August 2009 die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über sein Ver- mögen beantragt. Es sei durch Beschluss des Amtsgerichts Bad Kreuznach vom 14. Dezember 2009 eröffnet worden, nachdem zuvor durch Beschluss vom 13. August 2009 schon die vorläufige Verwaltung angeordnet worden sei. Dasselbe Amtsgericht habe dem Beschwerdeführer durch Beschluss vom 10. Februar 2016 Restschuldbefreiung erteilt. Die Ermittlungen hätten - 6 - nun ergeben, dass der Beschwerdeführer bei der Bank B. in Z. Konten un- terhalten habe, die er sowohl gegenüber dem Insolvenzgericht als auch ge- genüber dem Treuhänder und Insolvenzverwalter verschwieg en habe. So seien im Jahr 2009 insgesamt EUR 154'994.91, im Jahr 2010 EUR 117'112.-- darauf überwiesen worden. Der Tatverdacht ergebe sich aus den bisherigen polizeilichen Ermittlungen, insbesondere der Auswertung der bei dem Beschuldigten sichergestellten Unterlagen (Urk. Dossier 1 Be- schluss des Amtsgerichts Koblenz vom 6. März 2017, S. 2). Betrügerischer Konkurs nach Art. 163 Ziff. 1 StGB begeht der Schuldner, der zum Schaden der Gläubiger sein Vermögen zum Scheine vermindert, na- mentlich Vermögenswerte beiseiteschafft oder verheimlicht, Schulden vor- täuscht, vorgetäuschte Forderungen anerkennt oder deren Geltendmachung veranlasst. Er wird, wenn über ihn der Konkurs eröffnet oder gegen ihn ein Verlustschein ausgestellt worden ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. Wer Vermögenswerte während laufendem Konkursverfahren ins Ausland auf ein der Konkurs verwaltung nicht gemeldetes Konto überweist, der ver- mindert im Sinne von Art. 163 Ziff. StGB sein Vermögen zum Schaden der Gläubiger, namentlich dadurch, dass er Vermögenswerte dem Zugriff der in- ländischen Zwangsvollstreckung entzieht und sie damit im Sinne des Tatbe- standes beiseiteschafft. Mithin hätte der Beschwerdeführer mit den Überwei- sungen auf sein ausländisches Konto nach der Konkurseröffnung vom 7. Au- gust 2009 (z.B. im Jahr 2010 EUR 117'112.--) prima facie den Tatbestand von Art. 163 Ziff. 1 StGB erfüllt. Das Erfordernis der beidseitigen Strafbarkeit ist somit gegeben. Der Sachverhalt des Rechtshilfeersuchens beschreibt im erforderlichen Umfang den Gegenstand und die Art der Untersuchung wie auch die wesentlichen behaupteten oder festzustellenden Handlungen. Die Sachverhaltsdarstellung enthält auch keine offensichtlichen Fehler, Lücken oder Widersprüche. Sie genügt – entgegen den Darlegungen des Beschwer- deführers – den gesetzlichen Anforderungen von Art. 14 Abs. 1 Ziff. 1 lit. b sowie Abs. 2 EUeR wie auch Art. 28 Abs. 3 lit. a IRSG, grundsätzlich insge- samt und ist weder mit offensichtlichen Fehlern noch mit Lücken oder Wider- sprüchen behaftet. 4. Der Beschwerdeführer bringt sodann vor, dass der Bankrott nach § 283 des deutschen StGB bereits verfolgungsverjährt sei (act. 1 S. 7 f.) . Das EUeR schliesst mit seinem qualifizierten Schweigen jedoch aus, dass Mitglieds- staaten das Vorliegen der Verjährung als Rechtshilfevoraussetzung prüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.258/2006 vom 16. Februar 2007, E. 2.7; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 670; je m.w.H.). Die Rüge ist somit nicht zielführend. - 7 - 5. 5.1 Die Herausgabe sämtlicher Unterlagen sei sodann deshalb unverhältnis- mässig, weil das Rechtshilfeersuchen den Sachverhalt auf die Jahre 2009 und 2010 eingr enze. In Anbetracht dessen und dass der Sachverhalt den Rechtshilferichter binde, sei die potenzielle Erheblichkeit für die Zeiträume ab 1. Januar 2011 für das deutsche Strafverfahren zu verneinen (act. 1 S. 6 f.). 5.2 Rechtshilfemassnahmen müssen verhältnismässig, mit anderen Worten für ihren Zweck tauglich, erforderlich und massvoll sein, also nicht über das hin- ausgehen, was zu dessen Erreichung notwendig ist (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 BV, Art. 63 Abs. 1 IRSG; BGE 139 II 404 E. 7.2.2 Abs. 2). Das Rechtshilfeersuchen hat den Gegenstand und den Grund des Begehrens zu spezifizieren (Art. 14 Ziff. 1 lit. b EUeR). Grundsätzlich muss die ersuchte Behörde aufzeigen, dass zwischen dem Gegenstand der Strafuntersuchung und den von der Rechtshilfe betroffenen Unt erlagen eine ausreichende in- haltliche Konnexität, d.h. ein ausreichender Sachzusammenhang, besteht (BGE 129 II 462 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 1A.47/2007 vom 12. No- vember 2007, E. 5.1; TPF 2008 44 E. 3.6). Sie kann dies nicht dem ersu- chenden Staat üb erlassen, indem sie ihm die Gesamtheit der beschlag- nahmten Dokumente übermittelt. Ein solches Vorgehen wäre unverhältnis- mässig (BGE 130 II 14 E. 4.3/4.4; TPF 2011 97 E. 5.1; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 717–726). Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geld- mittel mit möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben wurden, so sind die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Transaktio- nen zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt wurden, welche in die Angelegenheit verwickelt sind. Es sind grundsätzlich alle sach- lich und zeitlich konnexen sichergestellten Aktenstücke zu übermitteln (BGE 136 IV 82 E. 4.4; 129 II 462 E. 5.3/5.5; 121 II 241 E. 3c; Urteile des Bundesgerichts 1C_625/2012 vom 17. Dezember 2012, E. 2.2; 1A.79/2005 vom 27. April 2005, E. 4; TPF 2011 97 E. 5.1 und 2009 161 E. 5; ZIMMER- MANN, a.a.O., N. 723). 5.3 Rechtshilfe wird ersucht u.a. für "Kontounterlagen betreffend alle Konten, deren Inhaber der Beschuldigte ist" (Beschluss des Amtsgerichts Koblenz vom 6. März 2017, S. 1). Eine zeitliche Beschränkung bis zum 31. Dezember 2010 ist daraus nicht abzulesen und wäre aufgrund des Untersuchungsge- genstandes ermittlungsstrategisch auch kaum erklärbar. In der Begründung findet sich vielmehr auch der Verweis auf den Beschluss des Amtsgerichts Bad Kreuznach vom 10. Februar 2016, mit welchem dem Beschwerdeführer Restschuldbefreiung erteilt wurde. Die zeitliche Konnexität liegt klar vor, die - 8 - vorgesehene Rechtshilfe wahrt die Ver hältnismässigkeit auch in zeitlicher Hinsicht. 6. Insgesamt gehen die erhobenen Rügen fehl, weshalb die Beschwerde abzu- weisen ist. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 5'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 4bis und Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bun- desstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent- schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), der ge- leistete Kostenvorschuss von Fr. 5'000.-- (act. 4) daran anzurechnen. - 9 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt, un- ter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. Bellinzona, 30. Oktober 2017 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: Zustellung an - Rechtsanwältin Marina Bastron - Staatsanwaltschaft Graubünden - Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde einge- reicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Be- schwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Ge- genständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbe- reich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG) . Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).