Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 11. Oktober 2017 (470 17 131) ____________________________________________________________________ Strafprozessrecht Entschädigung Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Stephan Gass (Ref.), Richterin Helena Hess; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien A.____ , vertreten durch Advokatin Elisabeth Joller, Hauptstrasse 47, 4153 Reinach, Beschwerdeführer gegen Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabtei- lung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Beschwerdegegnerin Gegenstand Entschädigung (Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung, vom 22. Juni 2017) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Im Rahmen eines Strafverfahrens gegen B.____ wegen des Verdachts des Angriffs, der Freiheitsberaubung, der Nötigung, des Hausfriedensb ruchs etc. im Zusammenhang mit dem Überfall auf das Sportcenter von C.____ vom 24. Februar 2014 (Fallkomplex "D.____") meldete sich A.____ bei den Strafverfolgungsbehörden und sa gte als Zeuge zu Gunsten von B.____ aus. In der Folge eröffnete die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft am 3. April 2014 ein Ver- fahren gegen A.____ wegen des Verdachts des falschen Zeugnisses. Im Zuge der Ermittlungen gegen A.____ wurde am 15. April 2014 sowie am 16. M ai 2014 das Verfahren auf die Tatbe- stände des Angriffs, der Freiheitsberaubung, der Nö tigung und des Hausfriedensbruchs ausge- weitet. Zufolge dieser Ausweitung wurde Advokatin E lisabeth Joller als notwendige Verteidige- rin aufgeboten. Mit Schreiben vom 23. April 2014 üb ernahm Advokatin Elisabeth Joller die Wahlverteidigung des Beschuldigten. Mit Verfügung d er Staatsanwaltschaft vom 15. Mai 2017 wurde das Verfahren gegen A.____ bezüglich der Tatb estände des Angriffs, der Freiheitsbe- raubung, der Nötigung und des Hausfriedensbruchs ei ngestellt. In Bezug auf den Vorwurf des falschen Zeugnisses kündigte die Staatsanwaltschaft eine Anklageerhebung an. Mit Schreiben vom 16. März 2017 begehrte Advokatin Elisabeth Joll er für ihre Aufwendungen eine Entschädi- gung in der Höhe von CHF 20'215.55. Mit Schreiben a n Advokatin Elisabeth Joller vom 21. März 2017 bat die Staatsanwaltschaft um Stellun gnahme zu diversen Unklarheiten in der Abrechnung bzw. um Anpassung der Honorarnote. Diese m Ansinnen kam Advokatin Elisabeth Joller mit Eingabe vom 6. April 2017 nach, wobei si e – mit Ausnahme einer fälschlicherweise verrechneten Besprechung im Untersuchungsgefängnis Waaghof – die Begleichung der Hono- rarnote im geltend gemachten Umfang verlangte und d arüber hinaus eine ergänzende Rech- nung für ihren Aufwand im Zusammenhang mit dem Anpa ssungsbegehren der Staatsanwalt- schaft einreichte. Daraufhin gewährte ihr die Staat sanwaltschaft mit Schreiben vom 7. April 2017 das rechtliche Gehör hinsichtlich der geplante n Kürzung der beantragten Entschädigung. Am 10. April 2017 fand sodann zwischen der Staatsan waltschaft und Advokatin Elisabeth Joller eine telefonische Besprechung in der Angelegenheit statt. Schliesslich reichte Advokatin Elisa- beth Joller mit Eingabe vom 9. Mai 2017 der Staatsa nwaltschaft eine aktualisierte Honorarnote für die Zeit vom 23. April 2014 bis zum 9. Mai 2017 über einen Betrag in der Höhe von insge- samt CHF 21'681.95 ein. B. In der Folge erkannte die Staatsanwaltschaft in Be zug auf die geltend gemachte Entschä- digung von Advokatin Elisabeth Joller mit Verfügung vom 22. Juni 2017 Folgendes: Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht "1. Der beschuldigten Person wird gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädi- gung von CHF 5'420.35 zugesprochen. 2. Im Übrigen werden der beschuldigten Person kei ne weitere Entschädigung und kei- ne Genugtuung zugesprochen. 3. Es werden keine Kosten erhoben." Auf die Begründung dieser Verfügung sowie der nachf olgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen des vorliegenden Beschlusses eingegangen. C. Gegen die Entschädigungsverfügung der Staatsanwalt schaft vom 22. Juni 2017 erhob A.____, vertreten durch Advokatin Elisabeth Joller, mit Eingabe vom 3. Juli 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Str afrecht, und stellte dabei die folgenden Rechtsbegehren: "1. Es sei Ziff. 1 der Verfügung der Staatsanwalt schaft vom 22. Juni 2017 aufzuheben, und es sei dem Beschwerdeführer gemäss Art. 429 Abs . 1 lit. a StPO eine Partei- entschädigung von CHF 20'435.90 zuzusprechen. 2. Eventualiter sei Ziff. 1 der Verfügung der Sta atsanwaltschaft vom 22. Juni 2017 auf- zuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Sta atsanwaltschaft zurückzuwei- sen. 3. Unter o/e Kostenfolge." D. Demgegenüber beantragte die Staatsanwaltschaft in ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Juli 2017 die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter o/e Kostenfolge. E. Mit Eingabe vom 29. August 2017 reichte Advokatin Elisabeth Joller dem Kantonsgericht ihre Honorarnote für das Beschwerdeverfahren in der Höhe von CHF 3'287.40 nach. Erwägungen 1. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgeric hts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, als Beschwerdeinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 20 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO sowie aus § 15 Abs. 2 EG StPO. Nach Art. 393 Abs. 1 lit. a Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht StPO ist die Beschwerde zulässig gegen die Verfügun gen und die Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbe hörden. Gemäss Abs. 2 von Art. 393 StPO können mit der Beschwerde gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung un d Rechtsverzögerung (lit. a); die un- vollständige oder unrichtige Feststellung des Sachv erhaltes (lit. b); sowie Unangemessenheit (lit. c). Nach Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwe rde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide innert zehn Tagen schriftlich und begrün det bei der Beschwerdeinstanz einzu- reichen. Die Legitimation des Beschuldigten zur Erg reifung des Rechtsmittels schliesslich wird in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Nachdem die angef ochtene Verfügung ein taugliches Anfech- tungsobjekt darstellt, der Beschuldigte beschwerdel egitimiert ist, eine zulässige Rüge erhebt, die Rechtsmittelfrist gewahrt hat sowie der Begründ ungspflicht nachgekommen ist, ist ohne Weiteres auf die Beschwerde einzutreten. 2.1 Nach Art. 429 Abs. 1 StPO hat die beschuldigte Per son, wenn sie ganz oder teilweise freigesprochen wird oder wenn das Verfahren gegen s ie eingestellt wird, Anspruch auf: Ent- schädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene A usübung ihrer Verfahrensrechte (lit. a); Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die i hr aus ihrer notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind (lit. b); Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei Freihei tsentzug (lit. c). Gemäss Abs. 2 von Art. 429 StPO prüft die Strafbehörde den Anspruch v on Amtes wegen; sie kann die beschuldig- te Person auffordern, ihre Ansprüche zu beziffern u nd zu belegen. Das Gesetz sieht eine Ent- schädigung ausdrücklich nur für die angemessene Aus übung der Verfahrensrechte vor. Dies bedeutet, dass sich sowohl der Beizug eines Verteid igers als auch der von diesem betriebene Aufwand als angemessen darstellen müssen. Gemäss Bo tschaft ist die Entschädigung nur dann auszurichten, wenn die beschuldigte Person auf grund der Schwere des Tatvorwurfs und nach dem Grad der Komplexität des Sachverhaltes sow ie nach den persönlichen Verhältnissen objektiv begründeten Anlass gehabt hat, einen Anwal t beizuziehen (Botschaft vom 21. Dezem- ber 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrech ts, 1329, Art. 437; BGE 138 IV 197 E.1). Zu beachten ist allerdings, dass gestützt auf Art. 130 lit. b StPO die beschuldigte Person unter anderem verteidigt werden muss, wenn ihr eine Freih eitsstrafe von mehr als einem Jahr oder eine freiheitsentziehende Massnahme droht. Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach den Anwaltstarifen und nach dem Zeitaufwand, den der Ve rteidiger für die Verteidigung der be- schuldigten Person aufgewendet hat. Zumindest dem G runde nach sollen diese Verteidigungs- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht kosten voll entschädigt werden. Die Bemühungen des Anwaltes müssen im Umfang aber den Verhältnissen entsprechen, d.h. sachbezogen und ang emessen sein. Die Verteidigungskosten müssen mithin in einem vernünftigen Verhältnis zur Komplexität des Falles und zur Wichtigkeit der Sache stehen. Unnötige und übersetzte Kosten si nd nicht zu entschädigen, wobei auf die Verhältnisse im Zeitpunkt des Verteidigerbeizugs ab gestellt werden muss. Den erbetenen An- walt trifft in diesem Sinne ein Schadenminderungsge bot. Nicht umstritten in der Rechtspre- chung (vgl. BGer 6B_30/2010 vom 1. Juni 2010 E. 5.4 .2) ist sodann, dass das zwischen Be- schuldigtem und Wahlverteidiger vereinbarte Honorar (Stundenansatzhöhe) für die Festsetzung der Parteientschädigung nicht bindend ist, vielmehr richtet sich die Höhe nach den kantonalen Anwaltstarifen. Auch zu entschädigen sind wesentlic he Nebenkosten der Verteidigung sowie die Mehrwertsteuer. Zu beachten ist, dass bei Teile instellungen oder -freisprüchen eine ent- sprechende Zuteilung zu erfolgen hat. Für die Entsc hädigung ist dann zu ermitteln, welcher prozentuale Anteil des anwaltlichen Aufwands auf de n entsprechenden Teil entfallen ist. Das erforderliche Mass der Substantiierung der Kostennote findet seine Grenze in der Wahrung des Anwaltsgeheimnisses. Wird massgeblich von der Koste nnote abgewichen, ist der Verteidigung das rechtliche Gehör zu gewähren und die Herabsetzu ng zu begründen. Die Beurteilung der Verhältnismässigkeit des betriebenen Aufwandes gibt der urteilenden Behörde einen grossen Ermessensspielraum. Wird das Verfahren gegen mehrer e Beschuldigte geführt und gibt es deswegen auch mehr als einen Verteidiger, so lässt die Praxis (vgl. BGer 6B_528/2010 vom 16. September 2010 E. 2.5.1) einen Quervergleich zw ischen den jeweiligen anwaltlichen Auf- wendungen zu (S TEFAN WEHRENBERG / FRIEDRICH FRANK , in: Basler Kommentar, Schweizeri- sche Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 13 ff. zu Art. 429 StPO, mit Hinweisen). 2.2.1 Im vorliegenden Fall hat die Staatsanwaltschaft die von der Verteidigung geltend gemach- ten Aufwendungen nach ihrem Ermessen aufgeteilt auf das eingestellte Verfahren wegen An- griffs, Freiheitsberaubung, Nötigung und Hausfriede nsbruchs einerseits und dasjenige wegen falschen Zeugnisses andererseits und darüber hinaus bei diversen Positionen der Honorar- rechnung Kürzungen vorgenommen, welche nachfolgend im Einzelnen zu prüfen sind. Zu- nächst ist mit Blick auf die vorgängig zitierte Leh re und Praxis festzustellen, dass die Staatsan- waltschaft grundsätzlich in korrekter Weise davon a usgeht, dass Aufwendungen der Verteidi- gung zu separieren sind nach dem Verfahren, in dem sie angefallen sind, zumal in casu eine Entschädigungspflicht nur für das eingestellte Verf ahren wegen Angriffs, Freiheitsberaubung, Nötigung und Hausfriedensbruchs besteht. Allerdings weist der Beschwerdeführer in diesem Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass das erforderliche Mass der Substantiierung der Kos- tennote seine Grenze in der Wahrung des Anwaltsgehe imnisses findet. Das Bundesgericht hat diesbezüglich (vgl. zum Ganzen BGer 6B_30/2010 vom 1. Juni 2010 E. 5.3.4) festgehalten, zu den Tatsachen, welche vom Anwaltsgeheimnis erfasst werden, gehört schon der Umstand des Bestehens eines Mandats zwischen dem Rechtsanwalt u nd seinem Klienten. Ist das Mandats- verhältnisses, wie im Zusammenhang mit der Entschäd igungsfrage bei einem Freispruch, schon bekannt, fällt allerdings nicht jede Informat ion über erbrachte Verteidigungsleistungen unter das Anwaltsgeheimnis, wenn daraus keine Schlü sse auf deren materiellen Inhalt oder die Verteidigungsstrategie gezogen werden können. Unproblematisch ist es daher, wenn vom Frei- gesprochenen im Zusammenhang mit der Beurteilung de r Prozessentschädigung verlangt wird, dass die Rechnungspositionen in den eingereichten H onorarnoten auch nach der Art der Tätig- keit (Aktenstudium, Korrespondenz, Besprechung, Tel efonate, Verfassen von Rechtsschriften, juristische Recherchen, Teilnahme an Verhandlungen, Reisezeit etc.) spezifiziert werden. Der Freigesprochene wird damit nicht zur Preisgabe von Informationen gezwungen, welche dem Anwaltsgeheimnis unterliegen. Allzu detaillierte An gaben über Art, Ort und Zeit der Vornahme bestimmter Leistungen, welche Rückschlüsse z.B. auf das Verhalten des Beschuldigten oder die Verteidigungsstrategie zulassen, dürfen hingege n nicht verlangt werden. In concreto ist in- des nicht entscheidend die Frage, ob die Honorarnote der Verteidigerin ausreichend spezifiziert ist, sondern vielmehr, ob aufgrund der konkreten Um stände eine Aufteilung der Aufwendungen auf die beiden separaten Verfahren überhaupt möglic h ist. Hierzu ergibt sich aus den Akten, dass der Nachweis des falschen Zeugnisses wesentlic h davon abhängt, ob dem Beschuldigten B.____ eine Tatbeteiligung am Angriff, der Freiheit sberaubung, der Nötigung und des Hausfrie- densbruchs wird nachgewiesen werden können, weil si ch dann das vom Beschuldigten A.____ abgegebene Alibi objektiv als falsch herausstellt. Insofern steht der Vorwurf des falschen Zeug- nisses mit demjenigen des Angriffs, der Freiheitsbe raubung, der Nötigung und des Hausfrie- densbruchs in einem ausserordentlich engen sachlich en Konnex. Hinzu kommt, dass die Ver- teidigerin zufolge des Vorliegens der Voraussetzung en einer notwendigen Verteidigung erst dann für den Beschwerdeführer tätig geworden ist, a ls gegen diesen ein Verfahren wegen An- griffs, Freiheitsberaubung, Nötigung und Hausfriede nsbruchs eröffnet worden ist. Konsequen- terweise weist sie in ihrem detaillierten Leistungs journal vom 3. Juli 2017 Bemühungen erst ab dem 23. April 2014 aus. Sodann sind keine Aufwendun gen ersichtlich, welche ausschliesslich im Verfahren wegen falschen Zeugnisses und nicht au ch im Zusammenhang mit dem einge- stellten Verfahren wegen Angriffs, Freiheitsberaubung, Nötigung und Hausfriedensbruchs ange- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht fallen sind. Namentlich bei der Einvernahme der Zeugin E.____ vom 22. Juni 2016 wird auf Zei- le 45 ff. exemplarisch dargelegt, dass diese grundsätzlich in Bezug auf die Straftatbestände der versuchten schweren Körperverletzung, des Angriffs, der Freiheitsberaubung, der Nötigung, des Hausfriedensbruchs und betreffend den Beschuldi gten gleichzeitig zusätzlich wegen des Vorwurfs des falschen Zeugnisses befragt wird. Folgerichtig hat die Zeugin auch zu allen aufge- listeten Straftatbeständen Ausführungen getätigt. Indem die Staatsanwaltschaft faktisch die bei- den Verfahren zusammengelegt hat, hat sie es selbst nahezu verunmöglicht, Aufwendungen, welche allenfalls nur für das Verfahren wegen falsc hen Zeugnisses getätigt worden sind, aus- zuscheiden. Sofern die Staatsanwaltschaft einzelne Verfahrenshandlungen auf das Verfahren wegen falschen Zeugnisses hätte begrenzen wollen, h ätte es im Übrigen keine Veranlassung gegeben, den Mitbeschuldigten im Verfahren wegen Angriffs, Freiheitsberaubung, Nötigung und Hausfriedensbruchs die entsprechenden Teilnahmerech te einzuräumen. Zutreffend ist ferner die Feststellung des Beschwerdeführers, wonach es z ufolge der fehlenden Separierung der beiden Verfahren durch die Staatsanwaltschaft bei s ämtlichen Befragungen von Zeugen, Aus- kunftspersonen oder Mitbeschuldigten gleichermassen zu potentiell belastenden Aussagen be- züglich dessen Teilnahme am Angriff wie zu belasten den Depositionen betreffend B.____ hätte kommen können, was wiederum den Beschwerdeführer im Verfahren wegen falschen Zeugnis- ses belastet hätte. Unter diesen Umständen erschein t eine Aufteilung der Aufwendungen auf die verschiedenen Verfahren nicht nur als nicht ang ezeigt, sondern praktisch als nicht durch- führbar. Nachdem die Verteidigerin unbestrittenermassen erst nach der Eröffnung des nunmehr eingestellten Verfahrens wegen Angriffs, Freiheitsb eraubung, Nötigung und Hausfriedens- bruchs mandatiert worden ist, sind nach Ausgeführtem ihre Aufwendungen auch in diesem Ver- fahren abzurechnen. Bei diesem Zwischenresultat ble ibt somit nur anzufügen, dass der Be- schwerdeführer im Verfahren wegen falschen Zeugniss es – soweit dieses ebenfalls eingestellt werden sollte bzw. soweit der Beschuldigte bei eine r allfälligen Anklage freigesprochen werden sollte – im Umfang der in casu zuzusprechenden Ents chädigung keine separaten Aufwendun- gen seiner Verteidigerin mehr geltend machen kann. 2.2.2 Nachfolgend sind die einzelnen strittigen Punkte z u würdigen, wobei das Kantonsgericht diesbezüglich zwecks Übersichtlichkeit dem systemat ischen Aufbau der Beschwerdeschrift folgt: Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht a) Rz. 19: Der Beschwerdeführer anerkennt, dass die L eistungen "Einschreiben an Gericht" und "Mail an Klient" vom 1. Juli 2014 sowie diejeni ge "Eingang und Durchsicht Verfügung v. Stawa/Schreiben an Klient" vom 21. Juni 2016 verseh entlich doppelt verrechnet worden sind und hat die dementsprechenden Posten gekürzt, worau s die geforderte Parteienschädigung in der Höhe von CHF 20'435.90 gemäss Honorarnote vom 3 . Juli 2017 resultiert. Weitere Bemer- kungen von Seiten des Kantonsgerichts erübrigen sich daher. b) Rz. 20: In Bezug auf den geltend gemachten Aufwand vom 1. Juli 2014, 22. Juli 2014 und 20. November 2014 hat die Staatsanwaltschaft erkann t, dass es sich dabei um Aufwand im Rahmen des Beschwerdeverfahrens 470 14 111 vor dem Kantonsgericht Basel-Landschaft handle und dementsprechend dort zu berücksichtigen sei. Demgegenüber ist der Beschwerde- führer der Ansicht, es treffe zwar zu, dass die Lei stungen streng genommen dem Beschwerde- verfahren zuzuordnen seien. Allerdings habe die Ver teidigerin ihre Honorarnote bereits einge- reicht gehabt, als es zu Unklarheiten gekommen sei bezüglich der Art des Mandates. Die Staatsanwaltschaft habe dem Kantonsgericht auf Anfr age fälschlicherweise mitgeteilt, dass die Verteidigerin als amtliche Verteidigung eingesetzt worden sei. Das Kantonsgericht habe darauf- hin eine schriftliche Bestätigung verlangt, dass es sich um eine Wahlverteidigung handle. We- gen dieser geringfügigen Aufwendungen sei es nicht angemessen gewesen, eine neue Hono- rarnote einzureichen, dennoch bestehe ein Anspruch auf Entschädigung, zumal der Mehrauf- wand von der Staatsanwaltschaft zu verantworten gewesen sei. Nach entsprechenden Abklärungen des Kantonsgerichts ist festzustellen, dass der vom Be- schwerdeführer dargelegte Sachverhalt zutrifft. In seinem Beschluss vom 22. Juli 2014 hat das Kantonsgericht in E. 2.2.1 ausgeführt, es ist unkla r, ob die Rechtsvertreterin des Beschwerde- führers im Verfahren vor der Staatsanwaltschaft, wie sie am 22. Juli 2014 telefonisch kundgetan hat, als Wahlverteidigerin tätig ist, oder ob sie, wie die Staatsanwaltschaft gleichentags telefo- nisch mitgeteilt hat, als amtliche Verteidigerin wa ltet. In der Folge hat das Kantonsgericht in Ziffer 3 des Beschlussdispositivs vom 22. Juli 2014 die Parteien ersucht, mitzuteilen, ob Advo- katin Elisabeth Joller im Verfahren vor der Staatsa nwaltschaft als Wahlverteidigerin oder amtli- che Verteidigerin eingesetzt ist. Aufgrund dessen h at sich die Verteidigerin zur Richtigstellung vernehmen lassen müssen. Ebenfalls zutreffend ist, dass der zusätzliche Aufwand zur Klärung der vorgängig aufgeworfenen Frage im Beschwerdeverf ahren nicht abgerechnet worden ist. Nachdem dieser erhöhte Aufwand der Verteidigerin so dann durch eine Fehlinformation der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Staatsanwaltschaft nötig geworden ist, spricht nich ts dagegen, ihn im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen. Demnach ist die Streichung der Positionen im Umfang von 40 Minuten Auf- wand und CHF 17.-- Auslagen durch die Staatsanwalts chaft aufzuheben bzw. es ist keine ent- sprechende Kürzung vorzunehmen. c) Rz. 21: Im Hinblick auf die Einvernahme des Beschu ldigten vom 23. April 2014 ist die Staatsanwaltschaft der Ansicht, zu entschädigen sei nur der aktenkundige Aufwand, d.h. die Einvernahmedauer plus ein angemessener Weg. Nachdem die Einvernahmen 133 Minuten gedauert hätten, erscheine zuzüglich Weg von Reinac h nach Arlesheim, Liestal und wieder zu- rück nach Reinach sowie zuzüglich Wartezeiten ein A ufwand von drei Stunden und 30 Minuten statt vier Stunden und 25 Minuten als angemessen. D er Beschwerdeführer hingegen ist der Auffassung, es sei so viel Zeit in Rechnung gestell t worden, wie seine Verteidigerin tatsächlich aufgewendet habe. Dass in der Honorarnote mehr Zeit verrechnet worden sei als die protokol- lierte Dauer der Einvernahme betrage, könne vielfäl tige Gründe haben. So könne es zu Warte- zeiten kommen, und nach der Einvernahme werde das w eitere Vorgehen besprochen. Zudem sei bei der polizeilichen Einvernahme lediglich das Ende der Befragung vermerkt, nicht jedoch das Ende der Protokolldurchsicht. Das Kantonsgericht teilt die Auffassung des Beschwe rdeführers, wonach nicht unbesehen auf die protokollierte Dauer der Einvernahme abgestellt werden kann, sondern vielmehr die gesam- ten im Rahmen einer Einvernahme angefallenen Aufwen dungen zu berücksichtigen sind. Hier- unter fallen exemplarisch nebst der Wegpauschale, w elche praxisgemäss innerhalb des Kan- tons Basel-Landschaft bzw. von oder nach Basel-Stad t im Umfang von maximal einer Stunde (Hin- und Rückweg) angerechnet wird, allfällige Wartezeiten, der Zeitaufwand für die Durchsicht des Protokolls und die Nachbesprechung mit dem Klienten. In casu sind keine Hinweise ersicht- lich, dass in der Honorarrechnung Leistungen verrechnet worden wären, die nicht tatsächlich im Zusammenhang mit den Einvernahmen des Beschuldigten vom 23. April 2014 erbracht worden sind, weshalb sich unter diesem Titel im Ergebnis k eine Reduktion des Entschädigungsan- spruchs rechtfertigt. d) Rz. 22: In Bezug auf die Teilnahme an der Einverna hme des Beschuldigten B.____ vom 4. Dezember 2014 legt die Staatsanwaltschaft dar, d ie Tatbeteiligung des Genannten sei für den Vorwurf des falschen Zeugnisses essentiell, wom it der Aufwand auch jenem Verfahren zu- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuordnen und daher nicht im vorliegenden Verfahren zu entschädigen sei. Der Beschwerdefüh- rer bestreitet seinerseits, dass die Teilnahme an d er Einvernahme ausschliesslich oder haupt- sächlich wegen des Vorwurfs des falschen Zeugnisses erfolgt sei. Vielmehr sei die Teilnahme deswegen geboten gewesen, weil B.____ den Beschwerd eführer zumindest flüchtig gekannt habe und ihn hätte entlasten können. Wie vorgängig dargelegt (oben E. 2.2.1), erscheint eine Aufteilung der Aufwendungen auf die verschiedenen Verfahren wegen Angriffs, Freiheitsbe raubung, Nötigung und Hausfriedens- bruchs einerseits und falschen Zeugnisses andererse its weder als angezeigt noch als faktisch durchführbar. Demnach ist der entsprechende Aufwand – nachdem von der Staatsanwaltschaft die Berücksichtigung des Aufwandes für die Teilnahm e an der Einvernahme per se nicht be- zweifelt, sondern nur die Frage, in welchem Verfahr en dies zu geschehen habe, aufgeworfen wird – im vorliegenden Verfahren zu entschädigen, w omit die diesbezügliche Kürzung der Staatsanwaltschaft aufzuheben ist. e) Rz. 23: Hinsichtlich der Teilnahme an der Einverna hme von F.____ vom 11. Dezember 2014 berücksichtigt die Staatsanwaltschaft einen Au fwand von 70 Minuten und Auslagen von CHF 5.60, wobei sie in diesem Zusammenhang den gelt end gemachten Aufwand für den Weg von Reinach nach Binningen und zurück von 80 Minuten auf insgesamt 40 Minuten kürzt. Dem- gegenüber ist der Beschwerdeführer der Ansicht, die verrechneten 80 Minuten Wegzeit mit dem öffentlichen Verkehr seien absolut realistisch, zum al seine Verteidigerin kein eigenes Auto be- sitze. Wie ausgeführt (oben E. 2.2.2.c), rechnet das Kanto nsgericht praxisgemäss eine Wegstrecke von maximal 30 Minuten bzw. von maximal einer Stunde für den Hin- und Rückweg an. Wie die Staatsanwaltschaft zu Recht ins Felde führt, lässt sich unter Beachtung der Schadenminde- rungspflicht auf der Strecke von Reinach nach Binni ngen und zurück auch bei Benutzung des öffentlichen Verkehrs eine höhere Entschädigung nic ht rechtfertigen. Nach Gesagtem ist eine Korrektur dahingehend vorzunehmen, als der Wegaufwa nd für die Teilnahme an der Einver- nahme von F.____ vom 11. Dezember 2014 von 80 Minut en lediglich um 20 Minuten auf 60 Minuten statt auf 40 Minuten zu kürzen ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht f) Rz. 24: Bezüglich der Konfrontationseinvernahme vo m 26. März 2015 ist die Staatsan- waltschaft der Meinung, dass die Teilnahme der Verteidigerin nicht zu entschädigen sei, da die- se gewusst habe, dass der Beschuldigte nicht vorgel aden sei und keiner der Mitbeschuldigten ihn bislang belastet habe. Ausserdem sei der Vertei digerin ausdrücklich mitgeteilt worden, dass der Beschuldigte an dieser Einvernahme nicht themat isiert werde. Dem entgegnet der Be- schwerdeführer, bei der fraglichen Konfrontationsei nvernahme sei es um eine zentrale Verfah- renshandlung gegangen, an welcher eine Teilnahme zw eifellos geboten gewesen sei. Es treffe zwar zu, dass vorgängig darauf hingewiesen worden s ei, dass nicht geplant gewesen sei, die Tatbeteiligung des Beschwerdeführers zu thematisier en, es sei aber nicht davon auszugehen, dass die Staatsanwaltschaft auf entsprechende Fragen verzichtet hätte, wenn es überraschend zu Belastungen gekommen wäre. Unter den Parteien ist unbestritten, dass der Besch uldigte im Vorfeld der Konfrontationseinver- nahme von der Staatsanwaltschaft darüber informiert worden ist, dass dessen allfällige Tatbe- teiligung nicht zur Sprache kommen werde. Ungeachte t dieses Umstandes weist der Be- schwerdeführer zu Recht darauf hin, dass es sich bei der fraglichen Konfrontationseinvernahme von 13 Mitbeschuldigten um eine wesentliche Verfahr enshandlung gehandelt hat und darüber hinaus nicht auszuschliessen gewesen ist, dass eine r dieser Mitbeschuldigten den der gleichen Delikte beschuldigten Beschwerdeführer allenfalls hätte belasten können. Insofern erscheint die Teilnahme der Verteidigerin an der Konfrontationsei nvernahme zur Wahrung der Rechte des Beschwerdeführers nicht als überflüssiger Aufwand, womit dieser in casu zu entschädigen ist. g) Rz. 25: Hinsichtlich der Einvernahme der Zeugin E. ____ vom 22. Juni 2016 führt die Staatsanwaltschaft aus, die Teilnahme an dieser Ein vernahme sei zweifellos angemessen ge- wesen, jedoch habe die Zeugin den Beschuldigten hin sichtlich des Vorwurfs des falschen Zeugnisses erheblich belastet, weshalb der Aufwand nicht im vorliegenden Verfahren zu ent- schädigen sei. Diesbezüglich ist der Beschwerdeführer der Ansicht, die Teilnahme an der fragli- chen Einvernahme sei im Zusammenhang mit dem Vorwur f des Angriffs, der Freiheitsberau- bung, der Nötigung und des Hausfriedensbruchs gebot en gewesen, weshalb sie im vorliegen- den Verfahren zu entschädigen sei. Wie vorgängig dargelegt (oben E. 2.2.1), erscheint eine Aufteilung der Aufwendungen auf die verschiedenen Verfahren wegen Angriffs, Freiheitsbe raubung, Nötigung und Hausfriedens- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht bruchs einerseits und falschen Zeugnisses andererse its weder als angezeigt noch als faktisch durchführbar. Demnach ist der entsprechende Aufwand – nachdem von der Staatsanwaltschaft die Berücksichtigung des Aufwandes für die Teilnahm e an der Einvernahme per se nicht be- zweifelt, sondern nur die Frage, in welchem Verfahr en dies zu geschehen habe, aufgeworfen wird – im vorliegenden Verfahren zu entschädigen, w omit die diesbezügliche Kürzung der Staatsanwaltschaft aufzuheben ist. Von Amtes wegen um fünf Minuten zu kürzen ist hingegen die geltend gemachte Wegpauschale vom 22. Juni 2016 von Reinach auf Muttenz und retour von einer Stunde und fünf Minuten, da praxisgemäss für den Hin- und Rückweg maximal eine Stunde angerechnet wird. h) Rz. 26: Die Staatsanwaltschaft vertritt zusammenfa ssend die Ansicht, dass unter dem Titel Teilnahme an Einvernahmen insgesamt ein Aufwa nd von vier Stunden und 40 Minuten zu entschädigen sei, nämlich drei Stunden und 30 Minut en für die Teilnahme an der Einvernahme des Beschuldigten vom 23. April 2014 und 70 Minuten für die Teilnahme an der Einvernahme von F.____ vom 11. Dezember 2014. Der Beschwerdefüh rer ist der Auffassung, dass seine Verteidigerin vom Teilnahmerecht äusserst zurückhal tend Gebrauch gemacht habe und der dafür entstandene Aufwand angemessen sei. Das Kantonsgericht hat vorgängig unter den lit. c) bis lit. g) erwogen, dass der von der Verteidi- gung geltend gemachte Aufwand für die Teilnahme an diversen Einvernahmen grundsätzlich ungekürzt zu entschädigen ist, sich hingegen eine R eduktion der Wegpauschale betreffend der Einvernahme vom 11. Dezember 2014 um 20 Minuten sow ie betreffend der Einvernahme vom 22. Juni 2016 um fünf Minuten auf jeweils maximal 60 Minuten rechtfertigt. i) Rz. 27: Nicht zu entschädigen ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft des Weiteren an- waltlicher Kleinstaufwand, welcher bereits im Honor ar inbegriffen sei; hierzu gehörten nament- lich die Mandatseröffnung vom 23. April 2014 (fünf Minuten), die Eintragung einer Frist vom 27. Juni 2014 (fünf Minuten) erfolglose Anrufversuc he vom 20. November 2014 (fünf Minuten) sowie die Nachbearbeitung vom 9. Mai 2017 (20 Minut en). Der Beschwerdeführer legt diesbe- züglich dar, im Vergleich zur Leistungsaufstellung vom 9. Mai 2017 seien bereits diverse kleine- re Kürzungen vorgenommen worden, welche unter ander em den von der Staatsanwaltschaft monierten Kleinstaufwand beträfen. Abzulehnen sei j edoch die Streichung des Nachbearbei- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungsaufwandes von 20 Minuten, welcher praxisgemäss entschädigt werde und nicht zu hoch bemessen sei. Gestützt auf die Ausführungen des Beschwerdeführers wird von diesem offenbar die Streichung von sogenanntem Kleinstaufwand im vorgängig definierten Umfang (zu Recht) nicht mehr ange- fochten. Insofern ist der Aufwand für die Mandatser öffnung vom 23. April 2014 (fünf Minuten) und die Eintragung einer Frist vom 27. Juni 2014 (f ünf Minuten) von gesamthaft zehn Minuten ohne Weiteres zu streichen. Auf die Geltendmachung des Aufwandes für die erfolglosen Anruf- versuche vom 20. November 2014 hat er gemäss des an gepassten Leistungsjournals vom 3. Juli 2017 von vornherein verzichtet. Für eine Kü rzung des Aufwandes für die Nachbearbei- tung vom 9. Mai 2017 im Umfang von 20 Minuten fehlt hingegen eine nachvollziehbare Begrün- dung der Staatsanwaltschaft, zumal eine Dauer von 2 0 Minuten nicht mehr als im Honorar in- begriffener Kleinstaufwand bezeichnet werden kann. Demnach ist die Kürzung der Honorar- rechnung im Umfang von zehn Minuten zu bestätigen, die weitere Kürzung im Umfang von 20 Minuten hingegen aufzuheben. j) Rz. 28: In E. 17d) listet die Staatsanwaltschaft a uf, dass für Kontakte mit der Polizei und Staatsanwaltschaft (Telefon, Fax und Briefe) bis zu m 16. März 2017 ein Aufwand von total 13 Stunden und 50 Minuten, für Kontakte mit dem Klient en (Telefon, Fax, Briefe und persönlicher Kontakt) bis zum 16. März 2017 ein solcher von tota l 12 Stunden und schliesslich für das Ak- tenstudium bis zum 16. März 2017 ein Aufwand von to tal 14 Stunden und 15 Minuten geltend gemacht werde. Dieser Umfang wird vom Beschwerdefüh rer nicht bestritten. Unmittelbare Kon- sequenzen auf die angefochtene Kürzung der Honorarr echnung zeitigt diese Erwägung jedoch nicht, weshalb das Kantonsgericht an vorliegender S telle auf weiterführende Darlegungen ver- zichtet. k) Rz. 29: In E. 17e/i) stellt die Staatsanwaltschaft dem geltend gemachten Verteidigungs- aufwand die Untersuchungshandlungen betreffend den Beschwerdeführer gegenüber und kon- statiert dabei, dass der von der Verteidigung betri ebene Aufwand in keinem Verhältnis zum Un- tersuchungsaufwand stehe. Von Seiten des Beschwerde führers wird mit Nachdruck bestritten, dass der Untersuchungsaufwand minimal gewesen sei, zumal die Staatsanwaltschaft ein ge- meinsames Verfahren gegen alle Mitbeschuldigten gef ührt habe, und alle Verfahrenshandlun- gen, welche sich gegen die Gesamtheit der Mitbeschu ldigten gerichtet hätten, auch den Be- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer betroffen hätten. Da die Depositione n der Staatsanwaltschaft wiederum keine unmittelbaren Konsequenzen auf die angefochtene Kür zung der Honorarrechnung zeitigen, verzichtet das Kantonsgericht an vorliegender Stelle ebenfalls auf weiterführende Darlegungen. l) Rz. 30: In Bezug auf das Aktenstudium erachtet die Staatsanwaltschaft einen Aufwand von maximal zehn Stunden als angemessen und begründ et dies damit, dass sich die Beweisla- ge seit dem Frühling 2014 nicht verändert und die S taatsanwaltschaft eine Verfahrenseinstel- lung ab dem 16. Juli 2015 vorbehältlich neuer Erkenntnisse in Aussicht gestellt habe. Bei dieser Ausgangslage hätte sich die Verteidigung auf diejen igen Aktenstücke beschränken müssen, welche die potentiellen Belastungen oder Entlastung en des Beschwerdeführers betroffen hät- ten. Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Ansi cht, das Untersuchungsverfahren habe bis Mitte 2017 gedauert, und die Frage, ob sich die Beweislage in der Zwischenzeit verändert habe, habe eben nur durch eine zumindest summarisch e Durchsicht der Akten festgestellt wer- den können. Der errechnete Gesamtaufwand von 14 Stu nden und 15 Minuten könne ange- sichts des Umfangs der Akten und der Dauer des Verf ahrens nicht als unangemessen bezeich- net werden. Das Kantonsgericht stimmt der Staatsanwaltschaft da hingehend zu, dass der Aufwand für das Aktenstudium in der Höhe von 14,25 Stunden bzw. 14 Stunden und 15 Minuten in Anbetracht der überschaubaren Untersuchungshandlungen und angesichts der konkreten Vorwürfe gegen- über dem Beschuldigten als relativ hoch erscheint. Auf der anderen Seite ist nicht zu überse- hen, dass die Fallakten betreffend den Komplex "D._ ___" sehr umfangreich sind, was naturge- mäss nur schon für deren Sichtung und Bestimmung, w as allenfalls für den Beschwerdeführer von Relevanz sein könnte, einen angemessenen Aufwan d erfordert. Ausserdem hat die Staats- anwaltschaft zwar bereits im Juli 2015 eine Verfahr enseinstellung (vorbehältlich neuer Erkennt- nisse) in Aussicht gestellt, tatsächlich erfolgt is t diese aber erst knapp zwei Jahre später, wes- halb nicht zu beanstanden ist, dass die Verteidiger in auch während dieser Zeit einen gewissen Aufwand für das Aktenstudium betrieben hat. Infolge dessen ist die von der Staatsanwaltschaft unter dem Titel Aufwand für das Aktenstudium vorgen ommene pauschale Kürzung aufzuheben bzw. der geltend gemachte Anspruch ungeschmälert zu entschädigen. m) Rz. 31: Im Hinblick auf den Verteidigungsaufwand i m Verkehr mit den Strafverfolgungs- behörden legt die Staatsanwaltschaft dar, die Eröff nung der meisten Verfügungen sowie Gele- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht genheiten zur Stellungnahme zu Gutachten gegenüber dem Beschuldigten seien nur pro forma erfolgt, hätten ihn aber inhaltlich nicht oder nur am äussersten Rand betroffen. Folgerichtig ha- be sich die Verteidigung in aller Regel hierzu auch nicht geäussert. Allerdings sei diese ver- pflichtet gewesen, ihren diesbezüglichen Aufwand au f das Nötigste zu beschränken, was sie aber offenbar nicht getan habe. Insgesamt erscheine damit unter diesem Titel ein Aufwand von maximal acht Stunden als angemessen. Demgegenüber i st der Beschwerdeführer der Ansicht, es verstehe sich von selbst, dass seine Verteidiger in sämtliche Korrespondenz der Staatsan- waltschaft habe sichten müssen, ob dies nun von zen traler Bedeutung für das Strafverfahren gewesen sei oder nicht. Der Staatsanwaltschaft ist beizupflichten, dass sic h der Kontakt der Verteidigung zu den Straf- verfolgungsbehörden unter Beachtung der Schadenmind erungsplicht darauf zu beschränken hat, was für den eigenen Klienten massgeblich ist. In casu wird das Strafverfahren zwar gegen mehrere Mitbeschuldigte geführt und dementsprechend sind aufgrund der Teilnahmerechte des Beschwerdeführers auch zahlreiche Schriften ergangen, tatsächlich betroffen davon haben den Beschuldigten bzw. dessen Strafverfahren aber nur r elativ wenige. Praxisgemäss (vgl. zum Ganzen BGer 6B_528/2010 vom 16. September 2010 E. 2 .5.1) muss der Aufwand des Vertei- digers in einem vernünftigen Verhältnis zur erbrach ten Leistung stehen (BGer 6B_799/2007 vom 19. Juni 2008 E. 3.3.3), wobei nutzlose, überflüssige und verfahrensfremde Aufwendungen nicht zu entschädigen sind (BGE 117 Ia 22 E. 4b). I n concreto hat es die Verteidigerin nach Ansicht des Kantonsgerichts angesichts der überscha ubaren Anzahl von ihren Klienten betref- fenden Verfahrenshandlungen tatsächlich in einem ge wissen Masse verpasst, sich auf das für den Beschuldigten Notwendige zu beschränken, was eine verhältnismässige Kürzung des dies- bezüglichen Aufwandes rechtfertigt. Im Gegensatz zu r Staatsanwaltschaft erachtet das Kan- tonsgericht allerdings lediglich eine Reduktion des anrechenbaren Aufwandes von 13 Stunden und 50 Minuten auf pauschal zehn statt acht Stunden als angemessen. Eine solche pauschale Kürzung ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprec hung im Übrigen ausdrücklich zulässig, soweit sie auf die konkreten Verhältnisse Rücksicht nimmt und nicht ausserhalb jedes vernünf- tigen Verhältnisses zu den vom Anwalt geleisteten D iensten steht (BGE 141 I 124 E. 4.3, mit Hinweis). n) Rz. 32: Die diesbezüglichen Darlegungen des Beschw erdeführers sind bereits vorgängig unter lit. m) Gegenstand der kantonsgerichtlichen Erwägungen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht o) Rz. 33: Die diesbezüglichen Darlegungen des Beschw erdeführers sind bereits vorgängig unter lit. m) Gegenstand der kantonsgerichtlichen Erwägungen. p) Rz. 34: Hinsichtlich des Aufwandes im Verkehr der Verteidigung mit dem Klienten führt die Staatsanwaltschaft aus, besonders zu betonen se i, dass sich die Beweislage gegen den Beschuldigten seit dem Frühling 2014 abgesehen von den Aussagen der Zeugin E.____ kaum verändert habe, weshalb nicht nachvollziehbar sei, warum unter diesem Titel ein Aufwand im Umfang von 14 Stunden notwendig gewesen sei. In der Honorarnote würden sogar mehr Ein- zelpositionen unter Klientenkontakt aufgeführt als unter Kontakt mit den Strafverfolgungsbehör- den. Auffällig sei zudem, dass ein erheblicher Teil des Aufwandes von wenigstens vier Stunden und 30 Minuten am selben Tag verrechnet werde. Bei dieser Ausgangslage erschienen drei Besprechungen zu jeweils einer Stunde sowie vier St unden für den übrigen Klientenkontakt (Telefonate, E-Mails und Schreiben, nicht jedoch reine Weiterleitungen) als angemessen, womit insgesamt sieben Stunden zu vergüten seien. Dem ent gegnet der Beschwerdeführer, er habe als beschuldigte Person im Strafverfahren einen Ans pruch darauf, über den Fortgang der Un- tersuchung informiert zu werden und dürfe erwarten, dass entsprechende Anfragen von seiner Verteidigerin beantwortet würden, zumal es sich in casu nicht um einen Fall der amtlichen Ver- teidigung handle und daher ein grosszügigerer Masss tab anzulegen sei. Abgesehen davon handle es sich bei sämtlichen Schreiben um solche, die von seiner Verteidigerin verfasst wor- den seien; reine Kanzleitätigkeit sei nicht verrechnet worden. In einem ersten Schritt ist die Staatsanwaltschaft darauf hinzuweisen, dass sie offenbar irrtümli- cherweise von einem Aufwand im Umfang von 14 Stunden für den Verkehr der Verteidigung mit dem Klienten ausgeht, errechnet hat sie nämlich in diesem Zusammenhang vorgängig unter lit. j) einen tatsächlichen Aufwand von 12 Stunden. Zutreffend ist sodann das Argument des Beschwerdeführers, wonach in casu ein grosszügigere r Massstab anzulegen ist, nachdem es sich um eine Wahlverteidigung und nicht um eine amt liche Verteidigung handelt. Nichtsdesto- trotz sieht das Gesetz eine Entschädigung ausdrücklich nur für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte vor, der betriebene Aufwand muss s ich in einem vernünftigen Verhältnis zur Komplexität des Falles darstellen. Das bedeutet, da ss sich unter Beachtung des Schadenmin- derungsgebots auch die Wahlverteidigung hinsichtlic h des Entschädigungsanspruchs auf das Notwendige beschränken muss (siehe oben E. 2.1). In concreto erscheint der getätigte Auf- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht wand in Anbetracht der sich in casu im Strafverfahr en stellenden Probleme sowie angesichts der tatsächlich von Seiten der Staatsanwaltschaft g etätigten Untersuchungshandlungen als un- verhältnismässig hoch, zumal die Verfahrensdauer nu r marginal und der reine Aktenumfang des Komplexes "D.____" bei der vorliegenden Positio n Aufwand im Verkehr der Verteidigung mit dem Klienten im Gegensatz zur Position Aufwand betreffend Aktenstudium gar nicht zu be- rücksichtigen sind. Im Ergebnis erachtet das Kanton sgericht eine Kürzung des Aufwandes von 12 Stunden auf pauschal neun statt sieben Stunden als angemessen. q) Rz. 35: Die diesbezüglichen Darlegungen des Beschw erdeführers sind bereits vorgängig unter E. 2.2.1 Gegenstand der kantonsgerichtlichen Erwägungen. r) Rz. 36: In Bezug auf den für den Zeitraum nach dem 16. März 2017 geltend gemachten Aufwand von zusätzlichen sechs Stunden und 30 Minut en legt die Staatsanwaltschaft dar, die- ser Aufwand wäre nicht angefallen, wenn die Honorar note von Anfang an den gesetzlichen An- forderungen entsprochen hätte. Der Staat hafte nich t für den aus der Bereinigung einer unge- nügend geführten Honorarrechnung entstandenen Aufwa nd, zumal dieser in erster Linie des- halb angefallen sei, weil sich die Verteidigerin wo rtreich einer Bereinigung entzogen habe. Zu- dem sei schon am 16. März 2017 für die Begründung d er Entschädigungsforderung ein Auf- wand von einer Stunde und 50 Minuten entschädigt wo rden. Der Beschwerdeführer ist der An- sicht, die eingereichte Honorarnote entspreche den gesetzlichen Anforderungen vollumfänglich. Ebenso sei die Weigerung, die von der Staatsanwalts chaft geforderte Begründung vorzuneh- men, völlig zu Recht erfolgt. Sodann hätten die Ein gaben der Verteidigerin nach dem 16. März 2017 sich nicht auf wortreiche Erklärungen hinsicht lich der Weigerung beschränkt, sondern es sei eine detaillierte Stellungnahme zu den monierten Posten eingereicht worden. Aus dem aktualisierten Leistungsjournal der Verteid igerin vom 3. Juli 2017 ergibt sich, dass im Zeitraum vom 20. März 2017 bis zum 9. Mai 2017 ein nachträglicher Aufwand von sechs Stun- den und 30 Minuten geltend gemacht wird. Dies einse itig dem Beschwerdeführer anzulasten, erscheint angesichts der vorgängigen Erwägungen des Kantonsgerichts unter E. 2.2.2 lit. a) bis lit. t) nicht als sachgerecht. Da nach Ansicht des Kantonsgerichts sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung zum zusätzlichen Aufwand beigetra gen haben, erscheint es nicht mehr als konsequent, dass dieser jeweils hälftig, d.h. im Um fang von drei Stunden und 15 Minuten, zu Lasten des Staates sowie zu Lasten des Beschwerdeführers geht. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht s) Rz. 37: Bezüglich der Bemessung des Stundenansatze s führt die Staatsanwaltschaft aus, wenngleich das gesamte Verfahren durchaus aufwendig sei, habe sich die relevante Fragestel- lung für den Beschuldigten darauf beschränkt, ob di eser an der Tat beteiligt gewesen sei oder nicht, und hierfür seien nur einige wenige Beweise zu berücksichtigen gewesen. Der Fall habe keine besonderen Schwierigkeiten in rechtlicher ode r tatsächlicher Hinsicht geboten, weshalb von einem durchschnittlich schwierigen Fall auszugehen sei. Praxisgemäss werde für einen Fall wie den vorliegenden ein Stundenansatz von CHF 230. -- vergütet. Demgegenüber ist der Be- schwerdeführer der Ansicht, der angewendete Stundenansatz von CHF 280.-- liege in der Mitte des vorgegebenen Rahmens gemäss Tarifordnung. Anges ichts der Komplexität des Falles mit zahlreichen Mitbeschuldigten und Geschädigten, des grossen Aktenumfangs, der Schwere der Tatvorwürfe und der zahlreichen, teilweise ungewöhn lichen, Verfahrenshandlungen erscheine dies angemessen. Praxisgemäss (vgl. zum Ganzen BGer 6B_30/2010 vom 1 . Juni 2010 E. 5.4.2) ist für die Be- stimmung des Honoraransatzes im Einzelfall auf die allgemeinen Regeln von § 3 Abs. 1 TO Anwälte zurückzugreifen, wonach bei der Berechnung nach Zeitaufwand das Honorar CHF 200.-- bis CHF 350.-- pro Stunde, je nach Schwi erigkeit und Bedeutung der Sache, der damit verbundenen Verantwortung und der persönliche n und finanziellen Verhältnisse der zah- lungspflichtigen oder der auftraggebenden Person, b eträgt. Dies gilt auch für private Mandate mit einem vereinbarten Honoraransatz (BGer 6B_497/2 007 vom 13. November 2007 E. 2.5.1). Das Bundesgericht hat in der Vergangenheit einen St undenansatz von CHF 250.-- in Fällen mittlerer Komplexität bzw. von CHF 200.-- oder CHF 220.-- in weniger komplexen Verfahren als mit dem Willkürverbot vereinbar erklärt (vgl. BGer 6B_668/2009 vom 5. März 2010 E. 3.2 mit Hinweis, 6B_347/2009 vom 10. September 2009 E. 2, 6 B_194/2008 vom 11. August 2008 E. 3.3.2). Es wird ausdrücklich in Kauf genommen, d ass die beschuldigte und freigesprochene Person im Ergebnis einen Teil der privaten Verteidi gungskosten aufgrund des mit dem Anwalt vereinbarten höheren Stundenansatzes selber tragen muss, da diese eine gewisse Schadens- minderungspflicht trifft, weshalb sie mit ihrer Ver teidigung nicht einen beliebigen, vom Staat zu entschädigenden Stundenansatz vereinbaren kann. In casu trifft es zwar zu, dass die gesamten Akten im Fallkomplex "D.____" sehr umfangreich sind, bei den konkreten Vorwürfen gegenüber dem Beschuldigten handelt es sich aber weder in tat sächlicher noch in rechtlicher Hinsicht um eine besonders anspruchsvolle Angelegenheit, nament lich sind keine aussergewöhnlichen Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rechtsfragen zu klären gewesen. Des Weiteren wird d er grosse Aktenumfang bereits bei der Anrechnung des Aufwandes betreffend Aktenstudium ge bührend berücksichtigt, weshalb er nicht noch zusätzlich bei der Höhe des Stundenansat zes Geltung beanspruchen kann. Sodann vermag auch die Schwere der Tatvorwürfe nicht dazu führen, dass das Verfahren als beson- ders komplex einzustufen wäre. Infolgedessen hat di e Staatsanwaltschaft zu Recht den zu ent- schädigenden Stundenansatz der Verteidigerin von CHF 280.-- auf im Kanton Basel-Landschaft praxisgemässe CHF 230.-- herabgesetzt, zumal mit diesem Ansatz auch weniger anspruchsvol- le Tätigkeiten wie Reisen und Teilnahme an Einverna hmen abgegolten werden. Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass bereits im Beschluss d es Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Ab- teilung Strafrecht, vom 22. Juli 2014 (470 14 111) im Beschwerdeverfahren betreffend Akten- einsicht und Teilnahmerecht unter Beteiligung der n ämlichen Parteien in E. 2.2.2 der Stunden- ansatz auf praxisgemässe CHF 230.-- festgesetzt worden ist, was selbstredend auch in concre- to zu gelten hat. t) Rz. 38: Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft bedürf ten auch die geltend gemachten Aus- lagen einer näheren Prüfung. Bezüglich der Kopien sei darauf hinzuweisen, dass für die Anzahl von 689 Kopien der Ansatz für Massenkopien zur Anwe ndung gelange. Für Telefonate und Fa- xe decke eine Pauschale von CHF 10.-- die effektive n Auslagen mehr als genügend. Sodann seien die Portokosten ab dem 20. März 2017 zu strei chen. Der Beschwerdeführer legt dar, der Ansatz für Kopien sei bereits an denjenigen für Mas senkopien in der Höhe von CHF 0.25 pro Kopie angepasst worden. Die Telefonspesen seien auf pauschal CHF 1.-- pro Telefonat bzw. CHF 2.-- pro Telefonat mit dem Beschwerdeführer her abgesetzt worden. Die von der Staatsan- waltschaft vergütete Pauschale von CHF 10.-- decke die Auslagen bei weitem nicht und sei daher unangemessen. In grundsätzlicher Weise ist darauf hinzuweisen, da ss neben dem Aufwand auch alle wesentli- chen Nebenkosten der Verteidigung zu entschädigen s ind, worunter namentlich Kopiaturen so- wie Porto- und Telefonkosten fallen. Nachdem in cas u seitens der Verteidigung im neuen Leis- tungsjournal der Ansatz sowohl für die Massenkopien als auch für die Telefonate tarifkonform gesenkt worden ist, sieht das Kantonsgericht keine Veranlassung, weiter korrigierend einzugrei- fen. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht u) Gestützt auf die vorgängigen Darlegungen berechnet sich somit die dem Beschuldigten auszurichtende Entschädigung für dessen Verteidigungskosten wie folgt: Ausgehend von der aktualisierten Honorarnote vom 3. Juli 2017 im Umfang von CHF 20'435.90 (66,5 Stunden Aufwand zu jeweils CHF 280.--/h plus Auslagen von CHF 302.65 plus Mehrwert- steuer von CHF 1'513.75) ist nach lit. e) eine Kürz ung des Aufwandes um 20 Minuten vorzu- nehmen, nach lit. g) eine solche um fünf Minuten, n ach lit. i) um zehn Minuten, nach lit. m) um drei Stunden und 50 Minuten, nach lit. p) um drei S tunden und nach lit. r) um drei Stunden und 15 Minuten, woraus ein anrechenbarer Aufwand von insgesamt 55 Stunden und 50 Minuten (66 Stunden 30 Minuten minus zehn Stunden 40 Minuten) r esultiert. In einem zweiten Schritt ist nach lit. s) der Stundenansatz auf CHF 230.-- zu re duzieren, die Auslagen hingegen sind ge- mäss lit. t) ungeschmälert zu entschädigen. Hieraus ergibt sich ein Honorar von gesamthaft CHF 14'195.05 (55,83 Stunden Aufwand zu jeweils CHF 230.--/h plus Auslagen von CHF 302.65 plus Mehrwertsteuer von CHF 1'051.50). Indem das Kantonsgericht den veranschlagten Stunden aufwand immer noch über jenem der Rechtsvertreter der überwiegenden Anzahl der Mitbes chuldigten ansetzt (vgl. hierzu die Auflis- tung der Staatsanwaltschaft in der Beschwerdeantwor t vom 24. Juli 2017, S. 5), wird dem Um- stand Rechnung getragen, dass der Verteidigerin bei der Beurteilung der Frage, ob ein be- stimmter Verteidigungsaufwand notwendig ist, ihrers eits ein Ermessensspielraum einzuräumen ist. Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist damit in tei lweiser Gutheissung der Beschwerde Ziffer 1 der angefochtenen Verfügung aufzuheben, un d dem Beschuldigten ist für den einge- stellten Verfahrensteil betreffend die Straftatbestände der Freiheitsberaubung, des Angriffs, des Hausfriedensbruchs und der Nötigung eine Entschädig ung in der Höhe von insgesamt CHF 14'195.05 (inklusive Auslagen und CHF 1'051.50 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates auszurichten. 3. Die Staatsanwaltschaft hat dem Beschwerdeführer er stinstanzlich in der angefochtenen Verfügung eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 5'420.35 (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen. Indem dieser im vorli egenden Beschwerdeverfahren eine sol- che in der Höhe von CHF 20'435.90 (inklusive Auslag en und Mehrwertsteuer) begehrt, beträgt Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht die massgebliche Differenz und damit die faktische Forderung CHF 15'015.55. Nachdem das Kantonsgericht nunmehr erkennt, dass dem Beschwerde führer für den eingestellten Verfah- rensteil eine Parteientschädigung in der Höhe von C HF 14'195.05 (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) zu entrichten ist, entspricht dies einer Erhöhung der ursprünglichen Entschädi- gung um CHF 8'774.70 und damit einem teilweise Obsi egen des Beschwerdeführers im Um- fang von rund 60 Prozent. Demnach gehen bei diesem Verfahrensausgang in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO die ordentlichen Kosten des vo rliegenden Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 3'100.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 3'000.-- sowie Auslagen von CHF 100.--) im Verhältnis von 40 Prozent (= CHF 1'2 40.--) zu Lasten des Beschwerdeführers zu 60 Prozent (= CHF 1'860.--) zu Lasten des Staates. Im nämlichen Umfang von 60 Prozent ist dem Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren ei ne reduzierte Parteientschädigung zu- zusprechen, basierend auf der Honorarrechnung seiner Verteidigerin vom 29. August 2017 und unter Berücksichtigung eines Stundenansatzes von CH F 230.--, woraus ein Betrag in der Höhe von insgesamt CHF 1'624.15 (zehn Stunden 45 Minuten bzw. 10,75 Stunden Aufwand zu je- weils CHF 230.--/h plus Auslagen von CHF 33.90 plus CHF 200.50 Mehrwertsteuer = CHF 2'706.90 ͯ 0,6) zu Lasten des Staates resultiert. Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wi rd die Einstellungsverfü- gung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allge meine Hauptab- teilung, vom 22. Juni 2017 in Ziffer 1 aufgehoben, und dem Beschul- digten wird für den eingestellten Verfahrensteil be treffend die Straftat- bestände der Freiheitsberaubung, des Angriffs, des Hausfriedens- bruchs und der Nötigung eine Entschädigung in der H öhe von insge- samt CHF 14'195.05 (inklusive Auslagen und CHF 1'05 1.50 Mehr- wertsteuer) zu Lasten des Staates ausgerichtet. 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahren s in der Höhe von CHF 3'100.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 3'000 .-- sowie Aus- lagen von CHF 100.--) gehen im Verhältnis von 40 Pr ozent (= CHF 1'240.--) zu Lasten des Beschwerdeführers zu 60 Prozent (= CHF 1'860.--) zu Lasten des Staates. 3. Dem Beschwerdeführer wird für das Beschwerdever fahren eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von CHF 1'62 4.15 (inklusive Auslagen und CHF 120.30 Mehrwertsteuer) zu Lasten d es Staates zugesprochen. Präsident Enrico Rosa Gerichtsschreiber Pascal Neumann