<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00386</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106053&amp;W10_KEY=13013579&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00386</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.04.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>baupolizeilicher Befehl</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zuständigkeit zur Bewilligungserteilung für Bauvorhaben in einem überkommunal geschützten Ortsbild. Die Bauverfahrensverordnung sieht für Bauvorhaben im Perimeter eines überkommunal geschützten Ortsbildes eine Zuständigkeit der Baudirektion zur Bewilligungserteilung vor (E. 2a). Das in der Bauverfahrensverordnung vorgesehene Anzeigeverfahren garantiert keine (bundesrechtlich vorgeschriebene) materielle Prüfung. Durch die Zuständigkeit der Baudirektion wird diejenige der kommunalen Bewilligungsbehörde zur Anwendung der Kernzonenvorschriften der kommunalen Bau- und Zonenordnung nicht ausgeschlossen (E. 2b). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANZEIGEVERFAHREN">ANZEIGEVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUDIREKTION">BAUDIREKTION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWILLIGUNGSVERFAHREN">BEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KERNZONE">KERNZONE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOMMUNALES RECHT">KOMMUNALES RECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORTSBILDSCHUTZ">ORTSBILDSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRÃFUNG">PRÃFUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRÃFUNGSPFLICHT">PRÃFUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 7 BauVV</span><br/><span class="ungerade">§ 19 BauVV</span><br/><span class="gerade">§ 203 Abs. I lit. c PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 238 Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">§ 309 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 318 PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 22 RPG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2001 Nr. 19</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><a id="Text2"><span>I. Mit Eingabe vom 18. April 2000 ersuchte Herr A den Gemeinderat X um nach­trÃ¤gliche Erteilung der baurechtlichen Bewilligung fÃ¼r die Sanierung des Dachs an der Lie­genschaft Vers.Nr. 01, Parzelle Kat.Nr. 10, in X. In An­wendung von § 19 der Bauverfah­rensverordnung vom 3. Dezember 1997 (BauVV) und Anhang Ziff. 1.4 Ã¼berwies hierauf der Gemeinderat am 19. April 2000 das Baugesuch zur Bewilligung an die Baudirektion. Mit Schreiben vom 25. April 2000 teilte die Kantonale Denkmalpflege dem Gemeinderat X mit, dass aus ihrer Sicht dem geplanten Vor­haben nichts entgegenstehe. </span></a></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschluss vom 9. Mai 2000 erteilte der Gemeinderat X Herr A die nachge­suchte Baubewilligung unter der Auflage, dass das Dach auf der Westseite des GebÃ¤udes so zu gestalten sei, dass dieses den gesetzlichen Anforderungen von Art. 7 der Bau- und Zonenordnung vom 22. April 1997/5. Mai 1998 (BZO) entspreche. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Hiergegen erhob Herr A am 28. Mai 2000 Rekurs an die Baurekurs­kommis­sion IV und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Entscheid vom 12. Oktober 2000 hiess die Rekurskommission den Rekurs gut, hob den Beschluss des Gemeinderats X vom 9. Mai 2000 vollumfÃ¤nglich auf und lud die­sen ein, die nachgesuchte Baubewilligung mit den allenfalls erforderlichen Neben­bestim­mungen zu erteilen. Im Weiteren nahm die Rekurskommission davon Vormerk, dass die Baudirektion das Bauvorhaben ortsbildschutzrechtlich bereits bewilligt habe. Zur Be­grÃ¼n­dung fÃ¼hrte die Rekurskommission zur Hauptsache aus, das Bauvorhaben befinde sich in einem kantonal geschÃ¼tzten Ortsbild und betreffe ein im Inventar der kantonalen Denk­malpflegeobjekte verzeichnetes Einzelobjekt. GemÃ¤ss Ziff. 1.4.1.3/4 Anhang BauVV be­dÃ¼rften Bauvorhaben im Geltungsbereich einer Ã¼berkommunalen Schutzanordnung bzw. eines Ã¼berkommunalen Inventars betreffend Ortsbildschutz und Denkmalpflege neben oder anstelle der baurechtlichen Bewilligung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde einer Bewilligung der Baudirektion. Die Beurteilungskompetenz der Baudirektion erstrecke sich hierbei auf alle gestalterischen Belange eines Bauvorhabens, welche das fragliche Schutzobjekt beein­trÃ¤chtigen kÃ¶nnten. Dazu gehÃ¶rten zunÃ¤chst die Kubaturen der Bauten und ihre Anordnung auf dem BaugrundstÃ¼ck. Diese Gestaltungsmerkmale habe die Baudirektion nach Massga­be von § 238 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) und allenfalls anhand besonderer Vorschriften der Schutzanordnung zu Ã¼berprÃ¼fen. Aber auch die ÃberprÃ¼fung der Detailgestaltung falle in die Kompetenz der Baudirektion, seien doch auch Elemente wie Fassadengestaltung, Farbgebung, Fassadenverputz, Fenstereinrahmun­gen, RollÃ¤den oder fehlende Fenstersprossen durchaus geeignet, das Bauvorhaben im Orts­bild stÃ¶rend erscheinen zu lassen. Bei der Beurteilung der Detailgestaltung habe die Baudi­rektion auch die massgeblichen kommunalen Kernzonenvorschriften zu beachten, weil die­se Bestimmungen nÃ¤her ausfÃ¼hrten, welche Gestaltungselemente im jeweiligen schÃ¼t­zens­werten Ortsbild typisch oder gar unerlÃ¤sslich seien. Im Perimeter eines Ã¼berkommunal ge­schÃ¼tzten Ortsbildes sei die Baudirektion somit umfassend fÃ¼r die Beurteilung der Ein­ord­nung und der Einhaltung der massgeblichen Gestaltungsvorschriften zustÃ¤ndig. Vorlie­gend habe die Baudirektion kompetenzgemÃ¤ss die entsprechende Bewilligung im Anzeige­ver­fah­ren erteilt. In der Folge habe der Gemeinderat X das Bauvorhaben ohne Be­ur­teilungs­kompetenz nochmals in gestalterischer Hinsicht beurteilt und den positiven Ent­scheid der Baudirektion sinngemÃ¤ss durch eine Bauverweigerung mit entsprechender Be­seitigungsan­ordnung ersetzt. Diese SachverfÃ¼gung sei demnach in Verletzung der gesetzli­chen ZustÃ¤n­digkeitsordnung erfolgt. Damit sei der angefochtene Beschluss rechtswidrig und aufzuhe­ben. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 13. November 2000 beantragte die Gemeinde X dem Verwaltungsgericht: </span></p> <p class="Einzug1"><span>"1. Im Perimeter eines Ã¼berkommunal geschÃ¼tzten Ortsbildes ist die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde im Rahmen des koordinierten Baubewilligungsverfahrens umfassend fÃ¼r die Beurteilung der Einordnung und der Einhaltung der massgeblichen Ge­staltungsvorschriften, unter Anwendung der massgeblichen Kernzonenvorschriften der kommunalen Bau- und Zo­nen­ordnung zustÃ¤ndig. </span></p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1"><span>2. Die ZustÃ¤ndigkeit der Baudirektion im Rahmen des koordi­nierten Baubewilligungsverfahrens fÃ¼r Bauvorhaben, wel­che sich im Perimeter eines Ã¼berkommunal geschÃ¼tzten Ortsbildes befinden, beschrÃ¤nkt sich, gestÃ¼tzt auf § 238 Abs. 2 PBG und § 2 der Verordnung Ã¼ber den Natur- und Heimatschutz und Ã¼ber kommunale ErholungsflÃ¤chen (Na­tur- und Heimatschutzverordnung), unter Anwendung von § 7 PBG und Ziffer 1.4.1.3 Anhang zur Bauverfahrensver­ordnung, auf die Anliegen des Natur- und Heimatschutzes. </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Die Kosten des Verfahrens sind auf die Staatskasse zu neh­men." </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission IV beantragte ohne weitere Bemerkungen die Abwei­sung der Beschwerde. Der private Beschwerdegegner stellte ebenfalls den Antrag auf Ab­weisung des Rechtsmittels, unter Zusprechung einer UmtriebsentschÃ¤digung. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgen­den EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben: </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. GemÃ¤ss § 21 lit. b in Verbindung mit § 70 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) ist eine Gemeinde zur Beschwerde legitimiert, wenn sie sich fÃ¼r die Durchsetzung und richtige Anwendung ihres kommunalen Rechts wehrt oder einen Eingriff in ihre qualifizierte Entscheidungs- oder Ermessensfreiheit gel­tend macht (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechts­pflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 62 und 66). Diese Rechts­mittelbefugnis kommt der Gemeinde X hier umso mehr zu, als sie sich gegen eine Be­schneidung ihrer ZustÃ¤ndigkeit bei der Anwendung ihrer kommunalen Bau- und Zonen­ordnung zur Wehr setzt. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) GemÃ¤ss § 318 PBG entscheidet die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde Ã¼ber Baugesuche, so­weit durch Verordnung nichts anderes bestimmt ist. Nach § 359 Abs. 1 PBG erlÃ¤sst der Regierungsrat die erforderlichen Verordnungen, insbesondere Ã¼ber das baurechtliche Ver­fahren (lit. l). In Anwendung dieser Bestimmung hat der Regierungsrat die Bauverfahrens­verordnung erlassen, welche laut dessen § 7 im Anhang Vorhaben auflistet, die "neben oder anstelle der baurechtlichen Bewilligung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde der Beurteilung (Bewilligung, Konzession oder Genehmigung) anderer, namentlich kantonaler Stellen" bedÃ¼rfen. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das streitige BaugrundstÃ¼ck liegt gemÃ¤ss Zonenordnung der Gemeinde X in der Kernzone. Diese beruht auf dem im kantonalen Richtplan festgelegten schutzwÃ¼rdi­gen Ortsbild. Das GebÃ¤ude Vers.Nr. 01 ist zudem im Inventar der kantonalen Denkmal­pflege­objekte als schutzwÃ¼rdiges Objekt von regionaler Bedeutung aufgefÃ¼hrt. Ziff. 1.4.1 des Anhangs zur BauVV statuiert im Geltungsbereich einer Ã¼berkommunalen Schutzan­ord­nung oder im Geltungsbereich eines Ã¼berkommunalen Inventars betreffend Ortsbild­schutz eine ZustÃ¤ndigkeit der Baudirektion. Deren Entscheid ergeht gemÃ¤ss § 19 BauVV, d.h. es gilt eine abgekÃ¼rzte Behandlungsfrist von 30 Tagen auch fÃ¼r Vorhaben, die keiner Bewilli­gung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde bedÃ¼rfen oder im ordentlichen Verfahren behandelt werden (Abs. 1). In diesen FÃ¤llen gibt die kantonale Leitstelle den Gesuchstellenden und der Ã¶rtli­chen BaubehÃ¶rde das Datum bekannt, an welchem die Behandlungsfrist endet (Abs. 2). Wenn die zustÃ¤ndige Stelle innert dieser Frist keine andere Anordnung trifft, gilt ihre Zu­stimmung als erteilt (§ 19 Abs. 3 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 BauVV). In wel­chem Um­fang die Baudirektion bei der PrÃ¼fung eines Bauvorhabens im Geltungsbereich eines Ã¼ber­kommunal geschÃ¼tzten Ortsbildes bezÃ¼glich des Ortsbildschutzes zustÃ¤ndig ist, ist verord­nungsmÃ¤ssig nicht geregelt. Nach Auffassung der Vorinstanz erstreckt sich die Beurtei­lungskompetenz der Baudirektion in solchen FÃ¤llen umfassend auf die Beurteilung der Einordnung und der Einhaltung der massgeblichen Gestaltungsvorschriften einschliess­lich der kommunalen Kernzonenvorschriften (vgl. auch BRKE IV, 30. MÃ¤rz 2000, BEZ 2000 Nr. 30). <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Art. 22 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG) begrÃ¼ndet eine di­rekte bundesrechtliche Bewilligungspflicht fÃ¼r die Errichtung und Ãnderung von Bauten und Anlagen (vgl. hierzu Alexander Ruch, Kommentar zum Bundesgesetz Ã¼ber die Raum­planung, ZÃ¼rich 1999, Art. 22 N. 3 ff.; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Bd. I, 3. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 512). Diese dient der prÃ¤ventiven Kon­trolle, d.h. der behÃ¶rdlichen ErklÃ¤rung, dass einem baulichen Vorhaben keine Hindernisse aus dem anwendbaren Baurecht entgegenstehen (§ 320 PBG). Korrelat hierzu ist eine be­hÃ¶rdliche <i>PrÃ¼fungspflicht.</i> Die Funktion der Baubewilligung verlangt, dass die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde die entsprechende materielle PrÃ¼fung vornimmt, d.h. in Form einer VerfÃ¼gung entscheidet, ob die massgebenden Vorschriften eingehalten sind (vgl. Ruch, Art. 22 N. 6 ff., 48 f.). <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Ortsbild von X ist nicht nur kantonal geschÃ¼tzt, sondern es ist auch im Bundes­inventar der schÃ¼tzenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) aufgefÃ¼hrt. Es stellt mithin ein schÃ¼tzenswertes Ortsbild von nationaler Bedeutung dar (vgl. Verordnung Ã¼ber das Bundes­inventar der schÃ¼tzenswerten Ortsbilder der Schweiz [VISOS] vom 9. Septem­ber 1981). Dieses Inventar ist nicht nur laut § 3 der (kantonalen) Natur- und Heimat­schutz­ver­ordnung vom 20. Juli 1977 bei Fragen des Natur- und Heimatschutzes beizuziehen, son­dern bindet nach heutiger Rechtsauffassung die Kantone auch bei der Er­fÃ¼llung rein kanto­na­ler Aufga­ben (JÃ¶rg Leimbacher, Bundesinventare, VLP-Schriftenfolge Nr. 71, Bern 2000, S. 18 f., 68 ff.; OGr SH, 30. MÃ¤rz 1998, URP 1998, S. 546). Nach der Rechtsauffassung der Vorin­stanz ist die Baudirektion im Perimeter eines Ã¼berkommunal geschÃ¼tzten Ortsbildes umfas­send fÃ¼r die Beurteilung der Einordnung und der Einhaltung der massgeblichen Ge­stal­tungs­vorschriften zustÃ¤ndig (vgl. BRKE IV, 30. MÃ¤rz 2000, BEZ 2000 Nr. 30). Da deren Ent­scheid - wie gesehen - in Anwendung von § 19 BauVV ergeht, hÃ¤tte dies zur Folge, dass die Beurteilung von Bauprojekten selbst in national geschÃ¼tzten Ortsbildern dadurch abge­schlossen werden kÃ¶nnte, dass nach Ablauf von 30 Tagen die Zustimmung/Bewilligung der kantonalen Baudirektion als erteilt zu gelten hÃ¤tte. Dies wi­derspricht klar der bundesrecht­lich statuierten Bewilligungs- und PrÃ¼fungspflicht der Be­hÃ¶rden im Sinn von Art. 22 RPG. Bereits im Zusammenhang mit der Anwendung von Art. 24 RPG hatte das Bundesgericht festgehalten, es bestehe bei allen im Sinn von Art. 22 RPG bewilligungspflichtigen Bauten und Anlagen eine bundesrechtliche PrÃ¼fungspflicht (BGE 115 Ib 400 E. 4a-b), welchem das damals im Kanton ZÃ¼rich festgelegte Meldever­fahren (anstelle des Genehmigungsverfah­rens) nicht genÃ¼gte (Haller/Karlen, 2. A., ZÃ¼­rich 1992, Rz. 840; Christoph Bandli, Bauen ausserhalb der Bauzonen [Art. 24 RPG], GrÃ¼sch 1989, S. 114, N. 153). Es ist mit Art. 22 Abs. 2 und 3 RPG unvereinbar, eine Be­willigung als erteilt anzunehmen, wenn die Bewilli­gungsbehÃ¶rde innert einer bestimmten Frist keine Anordnung trifft (vgl. Ruch, Art. 25 N. 24). Ob dies auch fÃ¼r untergeordnete Bauvorhaben zutrifft, kann offen bleiben. Das in der Bauverfahrensverordnung vorgese­hene Verfahren fÃ¼r Bewilligungen im Geltungsbereich einer Ã¼berkommunalen Schutzan­ordnung oder im Geltungsbereich eines Ã¼berkommunalen Inventars betreffend Ortsbild­schutz garantiert keine im Sinn von Art. 22 RPG bundesrecht­lich vorgeschriebene materi­elle PrÃ¼fung. Somit ist ausgeschlossen, dass mit der Zustimmung der kantonalen Baudi­rektion gemÃ¤ss Ziff. 1.4.1 Anhang BauVV auch die abschliessende PrÃ¼fung und Beurtei­lung der kommunalen Bau- und Zonenordnung erfolgt sei. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vorliegend kommt hinzu, dass das Schreiben der Baudirektion an den Gemeinderat vom 25. April 2000 folgende Formulierung enthielt: "Aus unserer Sicht steht dem geplan­ten Vorhaben nichts entgegen". Damit gab die Baudirektion klar kund, dass auch nach ih­rem VerstÃ¤ndnis die vorgenommene PrÃ¼fung nicht die ihr von der Baurekurskommis­si­on IV beigemessene Bedeutung hatte und demzufolge eine ZustÃ¤ndigkeit der Ã¶rtlichen BaubewilligungsbehÃ¶rde zur Anwendung der massgeblichen kommunalen Kernzonenvor­schriften nicht ausgeschlossen war. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerde der Gemeinde X erweist sich damit als begrÃ¼ndet. Der an­gefoch­tene Entscheid der Baurekurskommission IV vom 12. Oktober 2000 ist aufzuheben. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Erweist sich ein angefochtener Entscheid als rechtsverletzend, weshalb er aufzu­heben ist, so entscheidet das Verwaltungsgericht selbst (§ 63 Abs. 1 VRG) oder weist die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurÃ¼ck (§ 64 Abs. 1 VRG). Vor­liegend erweist sich eine RÃ¼ckweisung als geboten. Wohl hat die Baurekurskommission IV in ihrem Entscheid vom 12. Oktober 2000 im Sinn eines obiter dictum festgehalten, dass der positive Entscheid der Baudirektion auch materiell nachvollziehbar sei. Diese AusfÃ¼h­rungen ergingen indessen ohne BerÃ¼cksichtigung des der Gemeinde bei der Anwendung ihres kommunalen Baupolizeirechts zustehenden Ermessensspielraums. Die Sache ist da­her zur ergÃ¤nzenden PrÃ¼fung an die Baurekurskommission IV zurÃ¼ckzuweisen. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Die Beschwerde ist damit gutzuheissen. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Baurekurskommission IV vom 12. Oktober 2000 wird aufgehoben. Die Akten werden zur Neuentscheidung im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Vorinstanz zurÃ¼ckgewiesen. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>