Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. November 2016 (720 17 194 / 295) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Beweiswert kreisärztlicher Beurteilungen; Zulässigkeit einer erst im Beschwerdeverfah- ren eingereichten versicherungsinternen Beurteilung. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Stephan Pau- kner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Jan Herrmann , Recht s- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Die 1970 geborene A.____ war bei der B.____ AG a ngestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsgesellsc haft (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 3. April 201 4 liess sie der Suva über ihre Arbeitgeberin einen Unfall melden, wonach sie am 30. März 2014 we gen einer plötzlichen Instabilität des rechten Knies eine hohe Stufe hinunter gefallen sei. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 14. Mai 2014 unterzog sich die Versicherte einer K niearthroskopie rechts mit media- ler Teilmeniskektomie, einer Baker-Zysten-Entlastung sowi e einer Knorpelglättung der Remur- trochlea und des medialen Condylus. Nachdem sie anfangs Ju li 2014 noch über einen verbes- serten Gesundheitszustand und zufriedenstellende Operati onsergebnisse berichtet hatte, liess sie mit Rückfallmeldung vom 10. November 2015 erneute S chmerzen im operierten Knie mel- den, wonach es manchmal zu Blockaden und zu einer eingesch ränkten Streckung komme. Nachdem die Suva die geklagten Rückfallbeschwerden am r echten Knie zunächst als unfall- kausal anerkannt und hierfür weiterhin unter anderem in Form einer Kostenübernahme für or- thopädische Schuheinlagen die gesetzlichen Leistungen au sgerichtet hatte, klagte die Versi- cherte in der Folge über eine deutliche Zunahme berei ts zuvor bekannter Rückenbeschwerden. Nach Rücksprache mit ihrem kreisärztlichen Dienst hielt die Suva am 7. Juni 2016 fest, dass kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwi schen dem ursprünglich gemel- deten Ereignis vom 30. März 2014 bzw. den verordneten Sch uheinlagen und den gemeldeten Rückenbeschwerden bestehe. C. Nachdem sich die Versicherte anfangs des Jahres 2017 we gen einer Überlastung des medialen rechten Kniegelenks erneut in ärztliche Behand lung begeben hatte, teilte ihr die Suva nach einer ergänzenden kreisärztlichen Beurteilung mit Verfügung vom 17. März 2017 mit, dass aufgrund der medizinischen Unterlagen kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammen- hang zwischen dem Ereignis vom 30. März 2014 und diesen neuen Kniebeschwerden bestehe. Die Versicherungsleistungen würden daher ab 17. Februa r 2017 eingestellt. Eine hiergegen erhobene Einsprache wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 26. Mai 2017 ab. D. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch R echtsanwalt Jan Hermann, am 19. Juni 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Base-Landschaft, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die Suva in Aufhebung des ange- fochtenen Einspracheentscheids zu verpflichten, ihr die ge setzlichen Leistungen auszurichten bzw. es sei ein orthopädisches Gerichtsgutachten bei einer neutralen Stelle einzuholen, unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung liess sie zusammengefasst geltend machen, dass die in den Akten vorhandene kreisärztliche Beurteilung vom 9. März 2 017 keinerlei Begründung enthalte, weshalb die neu bei ihr aufgetretenen Beschwerden im verletzten Knie nicht kausal auf das erlittene Unfallereignis vom 30. März 2014 zurückzuführe n seien. Der behandelnde Arzt wider- spreche diametral der kreisärztlichen Einschätzung, obscho n auch er diesen Widerspruch zu- gegebenermassen nicht weiter begründe. Damit lasse sich aber keine Entscheidung herbeifüh- ren. Die zusätzliche kreisärztliche Beurteilung vom 22. Mai 2017 sei ähnlich schlecht begründet. Ausserdem sei es der Suva verwehrt gewesen, nach einer ersten, nicht beweistauglichen versi- cherungsinternen Einschätzung eine weitere interne Einschätzung beim selben Arzt einzuholen. Vielmehr wäre nach dem Bericht des behandelnden Arzte s vom 27. April 2017 eine externe Begutachtung angezeigt gewesen. Die Vorinstanz sei gehal ten, die notwendigen Abklärungen im Rahmen ihrer Untersuchungspflicht im Verwaltungsverfahren vorzunehmen und dürfte diese nicht ins Einspracheverfahren verlagern. E. Die Suva schloss mit Vernehmlassung vom 13. Juli 2017 auf Abweisung der Beschwer- de. Nachdem die klinischen Befunde unter den Ärzten unbe stritten seien und die bildgebende Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Diagnostik eindeutig degenerative Verschleisserscheinungen im rechten Kniegelenk nachweise, sei nicht einzusehen, inwiefern der kreisärztlichen Aktenb eurteilung die Beweiskraft abzuspre- chen sei. Der richtigen Einschätzung der nachgewiesenen d egenerativen Befunde durch den Kreisarzt komme im Gegenteil eine massgebende Bedeutung zu. Der Antrag auf Einholung eines externen Gutachtens sei abzuweisen. F. Mit Replik vom 11. August 2017 hielt die Beschwerdefü hrerin an ihren bereits gestellten Rechtsbegehren fest. Die Suva ihrerseits hielt unter Hi nweis auf eine neuerliche Beurteilung ihres versicherungsmedizinischen Kompetenzzentrums vom 25. S eptember 2017 mit Duplik vom 3. Oktober 2017 am Abweisungsantrag fest. Die Beschwe rdeführerin machte in ihrer Stel- lungnahme vom 11. Oktober 2017 schliesslich im Wesentlichen geltend, dass die zusätzliche versicherungsinterne Beurteilung vom 11. Oktober 2017 nich t berücksichtigt werden dürfe, weil ihre Verfahrensrechte verletzt worden seien. Diese Verfa hrensrechte könnten durch noch so viele versicherungsinterne Stellungnahmen nicht geheilt werden. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 A bs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) v om 20. März 1981 kann gegen Ein- spracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen ka ntonalen Versicherungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 ATSG das Versi- cherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versichert e Person zur Zeit der Beschwerde- erhebung ihren Wohnsitz hat. Dieser liegt im hiesigen Kanton. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnun g (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht des Kant ons Basel-Landschaft als einzige ge- richtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache entscheide der Versicherungs- träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit sachlich und ört lich für die Behandlung der vorliegen- den Beschwerde zuständig. 1.2 Vorab zu klären ist, was Streitgegenstand der Beschw erde bildet. Im verwaltungsge- richtlichen Beschwerdeverfahren sind nur jene Rechtsverhä ltnisse zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich Stel lung genommen hat. Insoweit be- stimmen die vorinstanzliche Verfügung bzw. der vorinstanzli che Einspracheentscheid den be- schwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Str eitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist mit andere n Worten jenes Rechtsverhältnis, das Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids bzw. der Verfügung des Versicherungs- trägers bildet, und zwar in dem Ausmass, als die Regelun g des Rechtsverhältnisses nach den Parteianträgen im Beschwerdeverfahren weiterhin streit ig ist (F RITZ GYGI , Bundesver- waltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 46; BGE 125 V 414 f. E. 1b). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.3 Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahr ens bildet der Einspracheent- scheid der Suva vom 26. Mai 2017. In ihrer diesem Ein spracheentscheid vorangehenden Ver- fügung vom 17. März 2017 hat die Suva den Kausalzusam menhang zwischen dem Ereignis vom 30. März 2014 in Bezug auf die „neu gemeldeten“ B eschwerden der Versicherten abge- lehnt. Dabei hat sie sich auf ihr formloses Schreiben v om 10. März 2017 bezogen (Suva-Dok 50), in welchem sie ausschliesslich auf die Kniebeschwerden der Versicherten Bezug genom- men hat. Auf die ihr am 24. Mai 2016 gemeldeten Rücke nbeschwerden, welche sie gegenüber der Versicherten bereits am 7. Juni 2016 als nicht kausal beurteilt hatte (Suva-Dok 38), ist die Suva in ihrem Schreiben vom 10. März 2017 dabei nicht eingegangen. Ausserdem hat die Ver- sicherte eine einsprachefähige Verfügung lediglich im Z usammenhang mit dem Ablehnungs- schreiben der Suva vom 10. März 2017 und mithin ausschlie sslich in Bezug auf ihre erneuten Kniebeschwerden verlangt (Suva-Dok 51). Damit hat die S uva in ihrer Verfügung vom 17. März 2017 und damit auch in ihrem Einspracheentscheid vom 26. Mai 2016 die Frage nach einem rechtserheblichen Kausalzusammenhang in der Folge zu Re cht einzig hinsichtlich der Be- schwerden am rechten Knie zum Prozessthema gemacht. Zum al die Versicherte auch in ihrer Beschwerdebegründung ausschliesslich auf die im Februar 2017 als Rückfall gemeldeten Knie- beschwerden Bezug nimmt, kann auf die frist- und formge recht eingereichte Beschwerde in streitgegenständlicher Hinsicht demnach nur auf die von d er Suva abgelehnte Leistungspflicht im Zusammenhang mit den geklagten Kniebeschwerden der Versicherten eingetreten werden. 2. Strittig und zu prüfen ist, ob die Suva der Versi cherten weiterhin Leistungen nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG) zu entrichten hat und in diesem Zusammenhang, ob zwischen dem Unfallereignis vom 30. März 2014 und den seit Mitte Februar 2017 erneut geltend gemachten Beschwerden am rechten Knie ein rechtserheblicher Kausalzusammenhang gegeben ist. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt allerdings stets vorau s, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Ar beitsunfähigkeit, Invalidität, Integritäts- schädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht ( BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle U mstände, ohne deren Vorhanden- sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. En tsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht e rforderlich, dass ein Unfall die al- leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher St örungen ist. Es genügt, dass das schädi- gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht wer- den kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. 2.2 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversiche rers erst, wenn der Unfall nicht die na- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht türliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darst ellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich n ach dem schicksalsmässigen Verlauf ei- nes krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326, U 180/93 E. 3b mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheit sschadens mit dem im Sozialversi- cherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwieg enden Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender ursä chlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Weil es sich dabei um eine anspruchsaufheb ende Tatsache handelt, liegt die Be- weislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegr ündender natürlicher Kausalzusam- menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9 8C_354/2007, E. 2.2). Der B eweis des Wegfalls des natürlichen Kau- salzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfre mder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den n egativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt und die versicherte Person nunmehr bei voller Ge- sundheit ist. Entscheidend ist allein, ob die unfallbed ingten Ursachen des Gesundheitsscha- dens ihre kausale Bedeutung verloren haben und wegge fallen sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_847/2008 vom 29. Januar 2009 E. 2). 2.3 Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 hält fest, dass Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt werden. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern e iner vermeintlich geheilten Krank- heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähig- keit kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein schei nbar geheiltes Leiden im Verlaufe län- gerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem völlig anders gear- teten Krankheitsbild führen können ( BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2). Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unfaller- eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachte n Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigu ng ebenfalls ein (natürlicher und adä- quater) Kausalzusammenhang besteht (Kranken- und Unfallversicherung - Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). 3.1 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer g esundheitlichen Störung ein na- türlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrag e, worüber die rechtsanwendende Be- hörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweis- würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen B eweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkei t eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, d ie es von allen möglichen Geschehen- sabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialver sicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). 3.3 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wi e alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheide nd, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet si nd (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So kommt bei spielsweise Berichten und Gutachten ver- sicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts v om 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 4. Im Zentrum der strittigen Kausalitätsbeurteilung stehen die drei versicherungsinternen Beurteilungen der Suva vom 8. März 2017, vom 22. Mai 2017 und vom 25. September 2017. 4.1 Gemäss der ersten kreisärztlichen Beurteilung vom 8. März 2017 zeige die Versicherte einen Status nach Kniearthroskopie rechts mit lateraler Meniskusnaht und VKB-Shrinking am 10. April 2013. Am 30. März 2014 sei es bei plötzlicher Instabilität des rechten Kniegelenks zu einem Hinfallen gekommen. In der MRI-Diagnostik vom 9. April 2014 sei eine zirkuläre Rissbil- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung im Bereich des medialen Meniskus festgestellt worden, die auf das Ereignis vom 30. März 2014 zurückzuführen sei. In der Operation vom 14. Mai 201 4 habe die Läsion des medialen Meniskus schliesslich behoben werden können. Die Versicherte leide gemäss Bericht der be- handelnden Klinik vom 17. Februar 2017 an einer Baker -Zyste an atypischer Lage. Diese sei nicht auf das Ereignis vom 30. März 2014 zurückzuführen. S omit seien die Beschwerden, wel- che aktuell im Bereich des rechten Kniegelenks bestünden, nicht auf das Ereignis vom 30. März 2014 zurückzuführen. In der durchgeführten MRI-Diagnostik des rechten Knies vom 16. Februar 2017 sei kein Nachweis einer erneuten Meniskusläsion sichtb ar. Diese MRI-Diagnostik bestäti- ge, dass die Beschwerden nicht auf das Ereignis vom 30. März 2014 zurückzuführen seien. 4.2 In seiner zweiten, im Rahmen des Einsprache-Verfahre ns ergangenen Beurteilung vom 22. Mai 2017 kommt der Kreisarzt zum Schluss, dass es am 30. März 2014 zu einem Un- fallereignis am rechten Kniegelenk gekommen sei. Infolg e dessen sei am 14. Mai 2015 (recte: 2014) eine operative Sanierung einer medialen Meniskusläsion durchgeführt worden. Im Opera- tionsbericht vom 14. Mai 2015 (recte: 2014) sei eine g rossflächige Chrondrose des medialen Femurkondylus Grad II bis III mit freien Knorpellamelle n aufgefallen. In der MRI-Untersuchung des rechten Kniegelenks vom 9. April 2014 seien ausgepr ägte degenerative Veränderungen des Gelenkknorpels am medialen Femurkondylus mit medial a kzentuierter Gonarthrose be- schrieben worden. Sowohl im Operationsbericht vom 14. M ai 2015 (recte: 2014) als auch im MRI-Befund vom 9. April 2014 seien somit zeitnah zum Unfall vom 30. März 2014 bereits dege- nerative Veränderungen beschrieben worden. Schliesslich werde im MRI vom 16. Februar 2017 ein unregelmässiger, leicht verschmälerter Knorpel femo ral mit Signalstörungen und einzelnen subchondralen Osteophyten in der Belastungszone beschrieben. Ein zirka 3 mm grosses, ober- flächliches Knorpelfragment hebe sich hier ab. Im Übrig en bestehe gemäss MRI vom 16. Feb- ruar 2017 eine glatte Oberfläche des normal breiten Tibiaknorpels. Aufgrund des Vergleichs dieser MRI-Befunde sowie des intraoperativen Befundes se i festzustellen, dass die medial be- tonten Verschleisserscheinungen des rechten Kniegelenks kei ne Folge des Ereignisses vom 30. März 2014 seien. Bereits unmittelbar nach dem Erei gnis hätten entsprechende degenerati- ve Veränderungen im medialen Kompartiment vorgelegen . Die aktuell vorhandene Varusgon- arthrose und die medial betonten Verschleisserscheinunge n stünden deshalb nicht in einem Zusammenhang mit dem Ereignis vom 30. März 2014. Mit de n vorhandenen MRI-Aufnahmen könne eine ausreichende Beurteilung der Situation erfolgen. 4.3 Aus der dritten, von der Suva im Rahmen des vorlieg enden Beschwerdeverfahrens zusammen mit der Duplik eingereichten chirurgischen Beurte ilung vom 25. September 2017 geht hervor, dass der Nachweis einer Baker-Zyste und der Bursitis anserina auf ein Ver- schleissleiden des Kniegelenks hindeuten würden. Beide Ver änderungen seien nicht mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit eine Folge des Ereignisses vo m 30. März 2014. Bereits im MRI- Befund vom 9. April 2014 und im Operationsbericht vom 1 4. Mai 2014 seien erhebliche Knor- pelschäden beschrieben worden. Diese seien übereinstimm end als Verschleissleiden klassifi- ziert worden. Der Radiologe nenne eindeutig eine med ial akzentuierte Gonarthrose. Diese Ver- änderungen, die wenige Tage nach dem Ereignis vom 30. März 2014 bildgebend dokumentiert worden sind, seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht kausal zu diesem Ereignis. Die Entwicklung einer Arthrose und degenerativer Knorpelschä den verlaufe über Jahre. Der Innen- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht meniskus, der durch den Unfall vom 30. März 2014 eine Ri ssbildung am Übergang zum Hinter- horn erfahren habe, werde mit Ausnahme einer kleinen Läsion an der Unterfläche am Übergang vom Hinterhorn zur Pars intermedia mit dem fachradiolog ischen Befund vom 16. Februar 2017 als glatt beschrieben. Die weiterhin beschriebene Subluxation des Innenmeniskus aus dem Ge- lenkspalt hinaus gelte als Zeichen eines fortgeschritten en Verschleissleidens. Residuen des Ereignisses vom 30. März 2014 seien damit keine bekannt. Z usammenfassend habe das Er- eignis vom 30. März 2014 ein durch die medial betonte Gonarthrose und eine Femoro- Patellararthrose erheblich vorgeschädigtes Kniegelenk betroffen. Auch der Innenmeniskus habe zu diesem Zeitpunkt bereits erhebliche verschleissbedingt e Schäden in Form einer degenerati- ven Auswalzung des Mittelteils des medialen Meniskus aufgew iesen. Die unfallbedingte Verla- gerung von defekten Meniskusanteilen sei durch die Oper ation vom 14. Mai 2014 mittels Re- sektion dieser Anteile behoben worden. Die vorbestehend e Texturstörung des Innenmeniskus entspreche einem Verschleissleiden und werde durch die Resektion naturgemäss nicht beho- ben. Dieses Verschleissleiden schreite – auch durch die Int eraktion mit der Gonarthrose – mit der Zeit weiter fort. Der Nachweis einer kleinen Läsion im Bereich der Unterfläche des Innen- meniskus sei Ausdruck einer fortschreitenden Texturstörung des Meniskus; er sei nicht auf eine neue traumatische Schädigung oder auf einen Rückfall b etreffend das Ereignis vom 30. März 2014 zurückzuführen. Die Baker-Zyste werde bereits kurz nac h dem Ereignis vom 30. März 2014 bildgebend dokumentiert und sei mit überwiegend er Wahrscheinlichkeit Ausdruck der Arthrose. Beschwerden durch die Bursitis anserina seien erstmals beinahe drei Jahre nach dem Ereignis vom 30. März 2014 beschrieben worden. Die Schlei mbeutelentzündung sei damit kei- ne überwiegend wahrscheinliche Folge des Ereignisses vom 30. März 2014 und stelle auch keinen Rückfall auf dieses Ereignis dar. Eine Rückfallkausalität der von der Beschwerdeführerin im Februar 2017 geschilderten Beschwerden und dem Unfa llereignis vom 30. März 2014 sei deshalb nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben. 5.1 Die Suva gelangte im angefochtenen Einspracheent scheid zum Ergebnis, dass ein Kausalzusammenhang zwischen den von der Versicherten per Fe bruar 2017 erneut geklagten Kniebeschwerden und dem Unfallereignis vom 30. März 20 14 zu verneinen sei. Dabei stützte sie sich in medizinischer Hinsicht auf die erste versicherungsi nterne Beurteilung ihres Kreisarz- tes vom 8. März 2017 (oben, Erwägung 4.1 hiervor). De r Beschwerdeführerin ist allerdings bei- zupflichten, dass diese Aktenbeurteilung den Anforderung en an eine valide Einschätzung der medizinischen Verhältnisse nicht genügt. Die betreffen de kreisärztliche Einschätzung hält mit Blick auf die strittige Kausalitätsfrage einzig fest, dass die Baker-Zyste am rechten Knie der Versicherten nicht auf den erlittenen Unfall vom 30. März 2014 zurückzuführen sei. Dieser letzt- lich apodiktischen Schlussfolgerung ist nicht zu entnehmen , weshalb dem so sein soll. Wie der Kreisarzt zu seiner Schlussfolgerung kommt, ist jedenfall s nicht ersichtlich. Zumal die neu ge- klagten Beschwerden den übrigen ärztlichen Unterlagen zufolge nicht nur auf eine Baker-Zyste, sondern nebst einer varischen Fehlstellung im Kniegelenk o ffenbar auch auf Schäden am In- nen-Meniskus sowie auf eine Bursitis anserina zurückzuführ en sind (chirurgische Beurteilung des versicherungsmedizinischen Kompetenzzentrums der Suva vom 25. September 2017, oben, Erwägung 4.3 hiervor), erweist sich die kreisärztliche Beurteilung vom 8. März 2017 nicht nur als unbegründet, sondern auch als unvollständig. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Die Beschwerdeführerin geht gestützt auf die bun desgerichtliche Rechtsprechung in BGE 135 V 465, E. 4.4, und im Urteil des Bundesgerich ts 8C_800/2011 vom 31. Januar 2012, E. 3.3, davon aus, dass die Suva die vorliegende Angele genheit nicht mit weiteren, versiche- rungsinternen medizinischen Beurteilungen hätte abschliessen dürfen, sondern vielmehr gehal- ten gewesen wäre, bereits im Rahmen des Einspracheverfa hrens eine externe Begutachtung bei einer neutralen Stelle zu veranlassen. Dieser Ansich t kann nicht gefolgt werden. Einerseits erweist sich die zitierte Rechtsprechung in dieser Hinsicht als nicht einschlägig. Daraus kann jedenfalls nicht geschlossen werden, dass es dem Versicherungst räger verwehrt wäre, im Ein- spracheverfahren bzw. allenfalls im Beschwerdeverfahren mittels einer weiteren, versicherungs- internen Einschätzung des medizinischen Sachverhalts zur Erhellung der massgebenden Ver- hältnisse beizutragen. Andererseits ist daran zu erinne rn, dass das Gericht dem Untersu- chungsgrundsatz verpflichtet ist, wonach jegliche Beweism ittel ohne Bindung an förmliche Be- weisregeln zu würdigen sind, und der Untersuchungsgrun dsatz dabei stets durch die Mitwir- kungspflicht der am Verfahren beteiligten Parteien er gänzt wird (BGE 130 I 183 E. 3.2). Zumal in prozessualer Hinsicht kein Novenverbot besteht, implizi ert diese Beweisregel, dass nicht nur die Beschwerde führende Partei, sondern auch die Beschwerdegegnerin selbst noch im verwal- tungsgerichtlichen Verfahren grundsätzlich berechtigt i st, eine aktuelle und mithin neue Ein- schätzung der medizinischen Verhältnisse einzureichen. Ande rs zu entscheiden hiesse, auch einer Beschwerde führenden Partei letztlich zu unters agen, ihre Parteistandpunkte in medizini- scher Hinsicht beispielsweise erst replicando zu unterm auern. Mit Blick auf den Untersu- chungsgrundsatz des Gerichts würde ein solches Verbot unwe igerlich zu einer Verletzung des rechtlichen Gehörs führen. Der von der Beschwerdeführerin zitierten Rechtsprechung lässt sich lediglich entnehmen, dass aus dem Grundsatz der Waffengleichheit das Recht der versicherten Person folgt, mittels eigener Beweismittel in Form von Berichten auch der behandelnden Ärzte die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststell ungen versicherungsinterner Fach- personen in Zweifel zu ziehen. Umgekehrt kann mit Blick au f die dargelegte Verfahrensmaxime aber auch dem Versicherungsträger nicht untersagt werden, seinen Standpunkt mittels erneuter versicherungsinterner Beurteilungen ergänzend darzulegen, sofern der versicherten Person bzw. der Beschwerde führenden Partei dabei konsequent das rechtliche Gehör gewährt wird (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juli 2017, 8C_196/20 17, E. 5.3). Diese Voraussetzung ist im hier vorliegenden Fall zweifellos erfüllt: Die Beschw erdeführerin konnte sich ausführlich im Rahmen ihrer Beschwerdebegründung zunächst zur kreisärztlich en Beurteilung vom 22. Mai 2017 und anschliessend im Rahmen ihrer Stellungnahme vo m 11. Oktober 2017 auch zur duplicando eingereichten chirurgischen Beurteilung vom 2 5. September 2017 äussern. Entge- gen der von ihr vertretenen Auffassung kann in der na chträglichen Einreichung ergänzender versicherungsinterner Einschätzungen mithin keine Verlet zung von Verfahrensrechten erblickt werden. 5.3 Wie zuvor ausgeführt, kommt dem Bericht eines bera tenden Arztes des Versicherungs- trägers zwar nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG einge- holten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. Solche Berich- te sind aber soweit zu berücksichtigen, als keine – auch n ur geringen – Zweifel an der Richtig- keit seiner Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.7). Wie ebenfalls bereits darge- legt, vermag die erste kreisärztliche Beurteilung vom 8 . März 2017 nicht zu überzeugen. Nicht Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht anders verhält es sich in Bezug auf die Aussage des behand elnden Arztes in dessen Bericht vom 27. April 2017 (Suva-Dok 60). Wie die Beschwerdefü hrerin richtig vorbringt, ist auch des- sen Einschätzung unbegründet erfolgt. Die alleinige Ta tsache, dass sich die Versicherte im Nachgang zu ihrem Unfall einer operativen Versorgung ih res rechten Knies unterzogen hat, spricht jedenfalls nicht dafür, dass ihre aktuellen Beschwe rden auf das am 30. März 2014 erlit- tene Unfallereignis zurückführen wären. Anders zu entsc heiden hiesse, die Kausalität lediglich damit zu begründen, dass die Versicherte vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen wäre. Zumal anlässlich der MRT-Untersuchung vom 8. April 2014 – run d eine Woche nach dem Unfallereig- nis vom 30. März 2014 – bereits ausgeprägte Veränderunge n des Gelenkknorpels mit akzentu- ierten Gonarthrose-Zeichen erhoben worden waren (Ve rlaufsbericht des behandelnden Arztes vom 17. April 2014, Suva-Dok 4), ist eine solche "post h oc ergo propter hoc"-Argumentation beweisrechtlich unzulässig (Urteil des Bundesgerichts 8C_17 8/2010 vom 22. Juni 2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Die Aussage des behandelnden Arztes in dessen Stellungnahme vom 27. April 2017 (Suva-Dok 60), dass der aktuelle Zustand d er Kniegelenke mit dem Trauma und der stattgefundenen Operation im Jahr 2014 zusammenhän ge, ist deshalb weder nachvollzieh- bar noch überzeugend. 5.4 Anders ist in Bezug auf die chirurgische Beurteilung der Suva vom 25. September 2017 zu entscheiden. An der Richtigkeit der Schlussfolge rungen dieser versicherungsinternen Einschätzung zu zweifeln, besteht kein Anlass. Sie setzt sich umfassend und detailliert mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen ause inander und erläutert in differenzierter Art und Weise die gesundheitlichen Verhältnisse am betr offenen Knie der Versicherten. Was zunächst die seitens des behandelnden Arztes bereits im No vember 2015 erhobene varische Deformität betrifft (Sprechstundenbericht vom 26. Nove mber 2015, Suva-Dok 28), zeigt die kreisärztliche Beurteilung auf, dass eine solche Fehlstellu ng nebst der aktenkundigen Adiposi- tas als wichtiger Faktor für das Entstehen einer Gonarth rose gilt. Dieses Verschleissleiden, wie es bei der Versicherten bereits schon kurz nach dem Unfal l vom 30. März 2014 in akzentuierter Form erhoben worden war (MRT-Untersuchungsbericht vom 9. April 2014, Suva-Dok 3 und Verlaufsbericht vom 17. April 2014, Suva-Dok 4), belegt mithin einen Überlastungsschaden, wie er auch durch den behandelnden Arzt explizit diagnostizie rt worden ist (Sprechstundenbericht vom 26. November 2015, Suva-Dok 28). Diese Tatsache spr icht klar gegen eine traumatische Rückfallursache. Nichts anderes gilt hinsichtlich des Mittelteils des medialen Meniskus, bei wel- chem gemäss der nach dem Unfall angefertigten MRT-Diagnostik nicht nur von vorbestehenden Verschleisserscheinungen in Form einer degenerativen Auswa lzung auszugehen ist, sondern auch anlässlich der Kniearthroskopie eine grossflächige C hondrose mit freien Knorpellamellen festzustellen war. Nachdem die unfallbedingte Rissbildun g am Übergang zum Hinterhorn des Innenmeniskus am 16. Juni 2015 operativ reseziert worden war (Operationsbericht vom 14. Mai 2014, Suva-Dok 12), konnte anlässlich der radiologischen Untersuchung vom 16. Februar 2017 ein weiterhin glatter Innenmeniskus erhoben werden (MRI-Bericht vom 16. Februar 2017, Suva- Dok 47). Damit aber ist davon auszugehen, dass im Zeitpu nkt der Geltendmachung von Rück- fallbeschwerden per Februar 2017 keine Residuen des ursp rünglich erlittenen Unfalls mehr feststellbar waren. Diese Schlussfolgerung deckt sich mit der Einschätzung, zu welcher bereits der kreisärztliche Dienst der Suva anlässlich seiner Beurte ilung vom 22. Mai 2017 gelangt ist (oben, Erwägung 4.2 hiervor). Damit wiederum aber i st der kreisärztlichen Beurteilung vom Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 25. September 2017 zu folgen, wonach der Unfall vom 30. März 2014 ein im Sinne einer medial betonten Gonarthrose und einer Femoro-Patellarthros e erheblich vorgeschädigtes Kniegelenk getroffen hat. Daran vermag die ebenfalls vorbestehend e Texturstörung des Innenmeniskus nichts zu ändern. Ein Rückfall im Zusammenhang mit dem ursprünglich erlittenen Unfall ist un- ter diesen Umständen jedenfalls nicht dargetan. Nichts anderes gilt in Bezug auf die durch die Baker-Zyste und die Schleimbeutelentzündung im Bereich der muskulären Ansatzsehne im be- troffenen Knie hervorgerufenen Beschwerden. Die Baker- Zyste war bereits kurz nach dem Un- fall vom 30. März 2014 bildgebend dokumentiert (MRT-Befund vom 9. April 2014, Suva-Dok 3); auch sie muss als vorbestehend und deshalb als unfallfremd qualifiziert werden. Die durch eine Bursitis anserina hervorgerufenen Beschwerden werden schli esslich in Form einer deutlichen Druckdolenz erstmals am 7. Februar 2017 erwähnt (Suva-Dok 44). Die mithin knapp dreijährige Latenzzeit zwischen dem Unfall und dem erstmaligen Auft reten dieser Beschwerden spricht klarerweise auch hier gegen einen überwiegend wahrschein lichen Kausalzusammenhang. Auf die kreisärztliche Einschätzung vom 25. September 2017 ist deshalb abzustellen. 5.5 An diesem Ergebnis ändert nichts, dass die Beschwerde führerin vom versicherungs- medizinischen Kompetenzzentrum der Suva nicht persönlich untersucht worden ist. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine reine Aktenbeur teilung bzw. ein reines Aktengut- achten nicht per se unzuverlässig. Einem reinen Aktengutach ten kann sehr wohl ein voller Be- weiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorlieg t und es im Wesentlichen lediglich um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht. Ak- tengutachten sind deshalb bei Fragestellungen dann zul ässig, wenn die übrigen Unterlagen ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben, so dass sich der Sachverständige gesamthaft ein lückenloses Bild machen kan n (Kranken- und Unfallversiche- rung – Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 198 8, Nr. U 56 S. 370 E. 5b). Eine sol- che Konstellation liegt hier vor. Das versicherungsmedizin ische Kompetenzzentrum der Suva hatte gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten a usschliesslich zu beurteilen, ob die mit den geklagten Beschwerden im Zusammenhang stehenden Diagnosen am rechten Knie überwiegend wahrscheinlich auf den ursprünglich erlitte nen Unfall vom 30. März 2014 zurück- zuführen sind. Bei dieser Fragestellung kann eine gestüt zt auf die Akten erstellte Beurteilung durchaus Klärung bringen. Das versicherungsmedizinische Ko mpetenzzentrum der Suva hat vorliegend denn auch alle vorhandenen Arztberichte gewür digt und sich so ein vollständiges Bild über die strittige Frage machen können. 5.6 Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich geltend m acht, die SUVA habe die Kausali- tätsfrage in medizinischer Hinsicht ungenügend abgeklärt und sei damit dem Untersuchungs- grundsatz im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG nicht nachg ekommen, ist auf das bereits Darge- legte zu verweisen (oben, Erwägung 5.2 hiervor). Sof ern die im Rahmen des Untersuchungs- grundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen de n Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) zur Überzeugung führen , ein bestimmter Sachverhalt sei über- wiegend wahrscheinlich (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360, 125 V 193 E. 2 S. 195, je mit Hinwei- sen), und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem f eststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme wei terer Beweise keine Verletzung des An- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht spruchs auf rechtliches Gehör (antizipierte Beweiswürdigun g; vgl. SVR 2001 IV Nr. 10 S. 27 E. 4 S. 28; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162, je mit Hinweise n). Vorliegend beruhen die Einschätzung der medizinischen Situation und die Beurteilung der st rittigen Rückfallkausalität letztlich auf ei- ner umfassenden Würdigung der relevanten Vorakten. Di ese führt insgesamt zu einem nach- vollziehbaren Ergebnis. Dies gilt umso mehr, als sich in den übrigen medizinischen Akten keine Anhaltspunkte befinden, welche die versicherungsinternen Schlussfolgerungen in Zweifel zie- hen oder gar in überzeugender Art und Weise für ein e Bejahung einer nachvollziehbar begrün- deten Rückfallkausalität sprechen würden. Aufgrund die ser klaren Sachlage ist dem Untersu- chungsgrundsatz im hier vorliegenden Fall aber Genüge getan. Es kann deshalb in antizipierter Beweiswürdigung von weiteren Abklärungen abgesehen werd en (BGE 136 I 236 E. 5.3, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6. Zusammenfassend hat die Suva ihre Leistungspflicht für die von der Beschwerdeführe- rin gemeldeten Rückfallbeschwerden am rechten Knie zu Recht verneint. Dies führt zur Abwei- sung der Beschwerde. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozess ausgang entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde am 28. Dezember 2017 Beschwerde ans Bundesgericht erho- ben (vgl. nach Vorliegen des entsprechenden Urteils Verfahren-Nr. 8C_916/2017 ).