B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2749/2013 U r t e i l v o m 2 8 . N o v e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Daniel Willisegger (Vorsitz), Richter Markus König, Richter Walter Stöckli, Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. Parteien A._______, geboren am (…), Syrien, vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 11. April 2013 / N (…). E-2749/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer reichte am 21. Juli 2008 in der Schweiz ein Asy l- gesuch ein. Mit Verfügung vom 26. Juni 2009 wies das BFM dieses ab und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 7. August 2009 nicht ein. B. Am 12. August 2009 reichte der Beschwerdeführer ein Revisionsgesuch gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 7. August 2009 ein. Mit Urteil vom 1. September 2009 trat das Bundesverwaltungsgericht auf das Gesuch nicht ein. C. Am 28. Oktober 2010 wurde der Beschwerdeführer im Rahmen des Du b- lin-Abkommens von Deutschland in die Schweiz überstellt. Am 4. N o- vember 2010 reichte er auf schriftlichem Weg ein zweites Asylgesuch ein. Am 4. Februar 2013 wurde er vertieft zu seinen Asylgründen angehört. D. Mit Verfügung vom 11. April 2013 – tags darauf eröffnet – stellte das BFM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Es lehnte das Asylgesuch ab, ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an, schob den Vollzug infolge Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläuf i- gen Aufnahme auf und beauftragte den zuständigen Kanton mit der U m- setzung der vorläufigen Aufnahme. E. Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 13 . Mai 2013 (Postste m- pel) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, es sei ihm Einsicht in das Beweismittel Nr. 8 "Faxkopie Haftbefehl und Überse t- zung" sowie in die DVD gemäss Beweismittel 6 zu gewähren. Alsdann sei ihm ein e angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergä n- zung zu gewähren. Weiter sei festzustellen, dass die angefochtene Ve r- fügung betreffend die Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs in Rechtskraft erwachsen sei. Die angefochtene Verfügung sei im Übrigen aufzuheben und die Sache dem BFM zur vollständigen und richtigen Abklärung und Feststellung des rechtserheblichen Sachve r- halts und zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Eventualiter sei die ang e- fochtene Verfügung aufzuheben, ihm die Flücht lingseigenschaft zuz u-E-2749/2013 Seite 3 sprechen und Asyl zu gewähren oder ihn vorläufig aufzunehmen. Sub e- ventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Unzulä s- sigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. F. Mit Zwischenverfügung vom 23. Mai 2013 hiess das Bun desverwaltungs- gericht den Antrag auf Akteneinsicht gut, wies den Antrag auf Fristanse t- zung zur Einreichung einer Stellungnahme ab und verzichtete auf die E r- hebung eines Kostenvorschusses. Am 4. Juni 2013 reichte der B e- schwerdeführer eine Stellungnahme und weitere Beweismittel zu den Ak- ten. G. Am 6. Juni 2013 lud das Bundesverwaltungsgericht die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung ein. Mit Verfügung vom 14. Juni 2013 zog das BFM die angefochtene Verfügung teilweise in Wiedererwägung. Es hob die Ziffern 1 und 4 auf, stellte fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft erfülle und die Wegweisung zur Zeit wegen Unz u- lässigkeit nicht vollzogen werde . Es schob den Vollzug zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf und beauftragte den zuständi gen Kanton mit der Umsetzung der vorläufigen Aufnahme. H. Am 18. Juni 2013 ersuchte das Bundesverwaltungsgericht den B e- schwerdeführer um Mitteilung, ob er an der Beschwerde, soweit sie nicht gegenstandslos geworden sei, festhalte oder diese zurückziehen möchte. Am 25. Juni 2013 teilte er mit, dass er an der Beschwerde festhalte und reichte die Kostennote seines Rechtsvertreters ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgericht sgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]; Art. 105 des Asy l-E-2749/2013 Seite 4 gesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist a ls Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung an sich legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG) ist einzutreten. 1.2 Die Beschwerde richtet sich gegen Dispositiv-Ziffer 2 (Asyl) und Ziffer 3 (Wegweisung) der ursprünglichen Verfügung vom 11. April 2013. Die Dispositiv-Ziffer 1 (fehlende Flüchtlingseigenschaft) und Ziffer 4 (vorläufi- ge Aufnahme infolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs) wurden durch die Wiedererwägungsverfügung vom 14. Juni 2013 aufgehoben. Die Vorinstanz hat darin festgestellt, dass der Beschwerdeführer aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe die Flüchtlingseigenschaft erfüllt und den Wegweisungsvollzug infolge Unzulässigkeit aufgeschoben. Soweit in der Beschwerde beantragt wird, "es sei festzustellen, dass die Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges in Rechtkraft erwachsen ist", "es sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges festzustellen" und der Beschwerdeführer "vorläufig aufzunehmen" , ist sie gegenstands- los. Im angefochtenen Asylpunkt bildet indes die Frage nach der u r- sprünglichen Flüchtlingseigenschaft weiterhin Beschwerdegegenstand. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Er messens, die unrichtige und u n- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sowie U n- angemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht zunächst eine Verletzung der Begründungspflicht. Die Vorinstanz hätte erwähnen müssen, dass er kurdischer Ethnie sei. Dieser Umstand sei im Zusammenhang mit der b e- gründeten Furcht vor einer asylrelevanten Verfolgung zwingend zu b e- rücksichtigen. 3.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das Korrelat zum Gehörsanspruch bildet die behördliche Begründungspflicht. Die Behörden sind verpflichtet, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer En t- scheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form - und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begrü n-E-2749/2013 Seite 5 dung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid geg e- benenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die es ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die B e- gründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188). 3.2 Der Beschwerdeführer verkennt, dass die Vorinstanz die Ethnie sehr wohl erwähnt hat (Abhaltung eines kurdischen Festes) und den Umstand bei der Prüfung seiner Asylgründe berücksichtigt hat. Der Beschwerde- führer macht keine asylrelevanten Nachteile in Bezug auf seine Ethnie geltend. Solche sind auch nicht ers ichtlich. Es besteht keine Kollektivver- folgung der Kurden in Syrien (vgl. statt vieler Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts D -7159/2010 vom 20. Januar 2011 E. 5). Die Vorinstanz war deshalb nicht gehalten, sich in ihrer Verfügung weitergehend damit zu befassen. Der Begründungspflicht hat sie Genüge getan und die B e- schwerde zeigt denn auch, dass eine sachgerechte Anfechtung möglich war. Die Rüge ist unbegründet. 4. Der Beschwerdeführer rügt sodann eine Verletzung von Art. 6 der Asyl- verordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311). 4.1 Gemäss Art. 17 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 6 AsylV 1 wird die asyls u- chende Person von einer Person gleichen Geschlechts befragt, wenn konkrete Hinweise auf geschlechtsspezifische Verfolgung vorliegen. G e- schlechtsspezifisch ist die Verfolgung, wenn sie in der Form sexueller Gewalt stattfindet oder die sexuelle Identität des Opfers treffen soll. 4.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, aufgrund der geschlechtsspezi- fischen Vorbringen hätte er zwingend in einer Männerrunde befragt we r- den müssen. Anlässlich der Befragung gab er an, dass er in eine Einze l- zelle gekommen, einvernommen und geschlagen worden sei. Er wurde daraufhin direkt auf Folterungen angesprochen und gefragt, ob es ihm unangenehm sei, wenn Frauen anwesend seien. Hierauf antwo rtete er, dass es schon gehe , und fuhr ohne Weiteres mit seinen Ausführungen fort (BFM-Akten, B21/15 F/A55). Da er mit der Fortsetzung einverstanden war, hatte die Vorinstanz keinen Anlass, die Befragung zu unterbrechen und durch ein reines Männerteam wieder aufzunehmen. Eine Verletzung von Art. 17 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 6 AsylV 1 liegt nicht vor. E-2749/2013 Seite 6 5. 5.1 Die Vorinstanz begründet die angefochtene Verfügung damit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers zahlreiche Ungereimtheiten enthielten und den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht standhielten. Im Ei n- zelnen hält sie fest, es sei realitätsfremd, dass er das Spital unbemerkt al- leine hätte verlassen können. Er habe angegeben, aus dem Ohr geblutet zu haben und nicht mehr habe stehen können. Zudem sei er von Polizis- ten bewacht worden, und das von Mauern umgebene Spital sei von zwei Wachen kontrolliert worden. Angesprochen auf den Alarm, der angesichts der geltend gemachten Verfolgungssituation hätte ausgelöst werden müssen, sei er einer konkreten Antwort ausgewichen. Weiter habe er a n- gegeben, im Spital neue Kleider erhalten und darin noch Geld für die Busfahrt gefunden zu haben. Dies widerspreche der allgemeinen Erfa h- rung. Auch seien seine Angaben widersprüchlich ausgefallen. Er habe e i- nerseits angegeben, neue Kleider erhalten zu haben ; andererseits habe er die Kleidung implizit als seine eigene vorherige Kleidung deklariert. Ferner sei nicht nachvollziehbar, dass ihm der befreundete Arzt zur Flucht verholfen hätte. Dieser sei sich der schwerwiegenden Folg en der Flucht- hilfe für einen politischen Aktivisten sicher bewusst gewesen. 5.2 Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, e r habe ausdrücklich ge- schildert, dass zwischen der Inhaftierung und der Haftentlassung mehrere Wochen vergangen seien. Es sei offensichtl ich kein Widerspruch , dass sich sein Gesundheitszustand innerhalb der mehrwöchigen Inhaftierung verbessert habe. Es sei nicht ersichtlich, was an seinen Ausführungen zur Flucht unlogisch sein soll. Er habe dies e detailliert, konkret und wide r- spruchsfrei geschildert. Die anwesenden Polizisten hätten keinen Ve r- dacht schöpfen können und müssen, wenn der zuständige Arzt ihn in die Radiologie verlegen wollte. Sie seien davon ausgegangen, dass sich der zuständige Arzt korrekt verhält und ihm nicht die Flucht er möglichen wür- de. Der Schwerpunkt der Kontrolle sei auf die Personen ausgerichtet ge- wesen, die sich in das Spital begeben. Besucher hätten das Spital ohne Kontrolle verlassen können. Die Argumentation des BFM sei willkürlich, wenn es damit argumentiere, es sei unlogisch, dass überhaupt jemand den für ihre grausame Effizienz berüchtigten syrischen Behörden en t- kommen könnte. Ebenso sei es willkürlich , zu behaupten, es sei nicht nachvollziehbar, dass ihm der Arzt zur Flucht verholfen habe. Nach dieser Logik würde es nirgends auf der Welt Menschen geben, welche anderen zur Flucht verhelfen. Betreffend den Alarm sei festzuhalten, dass die Poli- zisten ihn in der Radiologie gewähnt und (noch) keinen Anlass gehabt E-2749/2013 Seite 7 hätten, einen Alarm auszulösen. So sei ihm die Flucht gelungen. Es kön- ne offen bleiben, welche Massnahmen im Falle des Auslösens eines Alarms getroffen worden wären. Es sei deshalb nicht zu seinen Ungun s- ten zu werten, dass er darauf spekulative Antworten gegeben habe. Schliesslich habe er mit keinem Wort erwä hnt, dass es sich um seine e i- genen Kleider gehandelt habe. 6. 6.1 Gemäss Art. 7 AsylG muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen, wer um Asyl nachsucht (Abs. 1). Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet, oder in sich widersprüchlich sind, den Ta t- sachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Abs. 3). 6.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sind Vo r- bringen dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlü s- sig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen e r- schöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der i n- neren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgeme i- nen Erfahrung widersprechen. Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegen- satz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durc h- aus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der asyl- suchenden Person. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn die urteilende Behörde von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesam- ten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstä nde gegen die vorg e- brachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne e i- ner Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sac h- verhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise ab zustellen (vgl. zum Ganzen BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3 und Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -859/2010 vom 10. Oktober 2011 E. 3.2). 6.3 Nach Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flüchtlingseige n- schaft erforderlich, dass die asylsuchende Person er nsthafte Nachteile E-2749/2013 Seite 8 von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise solche im Fall e i- ner Rückkehr in den Heimatstaat befürchten muss. Die Nachteile müssen der asylsuchenden Person gezielt und aufgrund bestimmter Verfo l- gungsmotive drohen oder zugefügt worden sein (vgl. BVGE 2010/57 E. 2 und die dort genannten Zitate und Literaturhinweise). 7. 7.1 Die Vorinstanz hat den Massstab des Glaubhaftmachens nach Art. 7 AsylG auf den vorliegenden Fall korrekt angewendet. Sie hat in der ange- fochtenen Verfügung einläss lich begründet, weshalb die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht plausibel und in einer Gesamtwürdigung als u n- glaubhaft ausfielen. Der Beschwerdeführer setzt sich mit der vorinstanzl i- chen Beweiswürdigung kaum auseinander und zeigt nicht auf, inwiefern diese Bundesrecht verletzt oder zu einer fehlerhaften Sachverhaltsfes t- stellung führen soll. Solches ist auch nicht ersichtlich. 7.2 Vorab kann a uf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (oben E. 4.1). Ergänzend dazu ist fe stzu- halten, dass er sich auf Beschwerdeebene widersprüchlich zu seinen bis- herigen Angaben äussert. Anlässlich der Anhörung gab er an, dass er aufgrund der Ohrverletzung ins Spital gebracht worden sei und sich nur einen Tag dort aufgehalten ha be (vgl BFM-Akten, B21/15 F60 und F70). Dies lässt sich mit seinem Vorbringen, er habe zum Fluchtzeitpunkt wi e- der stehen/laufen können, da sich sein Gesundheitszustand während der mehrwöchigen Inhaftierung gebessert habe, nicht vereinen. 7.3 Abgesehen vom Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erach- tet das Bundesverwaltungsgericht die Ausführungen zur Flucht in Über- einstimmung mit der Vorinstanz für nicht glaubhaft. Gemäss seinen A n- gaben ist er während der radiologischen Untersuchung geflohen . Der zu- ständige Radiologe ist ein Verwandter von ihm. Dieser musste aber damit rechnen, wegen Fluchthilfe belangt zu werden, und die schwerwiegenden Konsequenzen mussten ihm bewusst gewesen sein. Es liegt daher keine Willkür in der Beweiswürdigung , wenn die Vorinstanz annimmt, dass die- ser wohl kaum ein so extrem hohes Risiko eingegangen wäre. Darüber hinaus ist es realitätsfremd anzunehmen, dass das Regime einen Gefan- genen von einem verwandten Arzt hätte behandeln lassen und ihn wä h- rend der Behandlung alle ine gelassen hätte . Auch die Ungereimtheiten betreffend der Kleidung und des Geldes konnte er auf Beschwerdeebene nicht überzeugend auflösen. Weiter spricht die Tatsache, dass er im B e-E-2749/2013 Seite 9 sitz der Spitalakte (im Original) ist , nicht für die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen. Wenn er tatsächlich wegen Folterungen behandelt worden wäre, hätte das Regime die Akte vernichten lassen und ihm sicher nicht ausgehändigt. Ferner lässt sich sein Verhalten nach der Flucht aus dem Spital mit dem eines Flüchtlings kaum vereinen. So ist nicht nachvollzieh- bar, weshalb er sich zu seiner Schwester begeben haben soll, wo er doch dort zuerst gesucht würde. 7.4 Schliesslich bleibt festzuhalten, dass seine Ausführungen insgesamt und insbesondere zur Haft und den Folterungen äusserst pauschal und substanzarm ausfielen. Sie enthalten keine Realitätskennzeichen und er- wecken nicht den Eindruck des Selbsterlebten. Es ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Vorbringen des Beschwerdefüh- rers nicht glaubhaft sind. An diesem Beweisergebnis vermögen auch ei n- gereichten Beweismittel nichts zu ändern. 7.5 Der Beschwerdeführer hat somit nichts vorgebracht, das geeignet wä- re, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 8. Gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG verfügt das Bundesamt in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer ve r- fügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (BVGE 2009/50 E. 9). Das Bundesamt hat die Anordnung der Wegweisung zu Recht verfügt. 9. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch kein anderer Beschwe r- degrund erfüllt ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuwe i- sen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist angesichts der teilweisen Widererwägung durch die Vorinstanz von einem hälftigen Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen. Die Gesamtkosten wären auf Fr. 600.– festzusetzen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1–3 und Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i-E-2749/2013 Seite 10 gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) . Der Beschwerdeführer hat sie zur Hälfte zu tragen. 10.2 Obsiegende und teilweise obsiegende Parteien haben Anspruch a uf eine Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 10.3 Angesichts des teilweisen Obsiegens ist dem Beschwerdeführer e i- ne reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 7 Abs. 2 VGKE). Die eingereichte Kostennote des Rechtsvertreters vom 13. März 2012 be- läuft sich auf Fr. 2'108. – (Stundenansatz Fr. 230. –). Unter Berücksicht i- gung der massgebenden Berechnungsfaktoren (Art. 8 ff. VGKE) ist dieser Betrag um die Hälfte zu kürzen und die Parteientschädigung auf Fr. 1'160.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Die Vori n- stanz ist in Anwendung von Art. 64 Abs. 2 VwVG anzuweisen, dem Be- schwerdeführer diesen Betrag als Parteientschädigung zu entrichten. (Dispositiv nächste Seite) E-2749/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht gegenstandslos g e- worden ist. 2. Die Verfahrenskosten von Fr . 300.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1' 160.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Willisegger Linda Rindlisbacher Versand: