BRKE II Nr. 267/1994 vom 20. Dezember 1994 in BEZ 1995 Nr. 10 2. Das Gebäude der Rekurrentinnen ist im Inventar der kunst - und kulturhistori- schen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung d er Gemeinde H. verzeichnet. Der Gemeinderat H. hatte unter verschiedenen Bedingungen eine Subvention an die Renovation des W ohnhauses in der Höhe von Fr. 18'830. -- (10% der subvention s- berechtigten Kosten von Fr. 188'300. --) zugesichert. Nach Abschluss der Bauarbei- ten reduzierte die Behörde mit dem angefochtenen Beschluss die Subvention um Fr. 2'960.-- (10% von Fr. 29'600.--) auf Fr. 15'870. --. Zur Begründung wurde angeführt, dass bezüglich der Kosten der Renovation der Südfassade des Gebäudes in der Höhe von Fr. 29'600.-- keine Subventionsberechtigung bestehe, weil die Rolläden in der Südfassade nicht entfernt worden seien. Vorgängig aber ebenfalls nach Abschluss der Bauarbeiten hatte die Baudirekt i- on unter der Bedingung des Eintrages einer Personaldienstbarkeit im Grundbuch zum Schutze des Gebäudes zulasten des Fonds für gemeinnützige Zw e- c ke/Subventionen Natur - und Heimatschutz eine Subvention in der Höhe von Fr. 18'830.-- (10% der Renovationskosten von Fr. 188'300.--) zugesprochen. 3. Gemäss § 329 Abs. 1 li t. a PBG sind die Baurekurskommissionen für die B e- urteilung von Streitigkeiten über die Anwendung des kantonalen Planungs - und Baugesetzes (PBG) und der zugehörigen ausführenden Erlasse (§ 3 Abs. 1 und 2 PBG) zustä ndig. Der zürcherische Natur - und Heimatsc hutz hat seine gesetzliche Grundlage im III. Titel des Planungs - und Baugesetzes (§§ 203 - 217 PBG) und in der N atur- und Heima tschutzverordnung vom 20. Juli 1977 (NHV). Gemäss § 217 Abs. 1 lit. b PBG unterstützt der Staat durch finanzielle Beiträge Massnahmen zur Schaffung, Erhaltung, Erschlies sung, Gestaltung oder Pflege von Objekten des Na- tur- und He imatschutzes sowie von Erholungsgebieten. In der Verordnung über Staatsbeiträge an nachgeordnete Planu ngen und an Massnahmen für den Natur - und Heimatschutz und für kommunale Erholungsgebiete vom 15. Januar 1992 (SBV) werden die staatlichen Beitragsleistungen näher geregelt. Gemäss § 1 SBV gewährt der Staat den Gemeinden aus dem Fonds zur Finanzie rung von Mass nahmen für den Natur- und Heimatschutz und für Erho lungsgebiete Beiträge an die Kosten von Massnahmen zum Schutze von Ortsbildern von ka ntonaler und regionaler Bede u- tung sowie an die Kosten von Massna hmen im Interesse von Objekten des Natur - und Heimatschutzes von kommunaler Bedeutung und von kommunalen Er holungs- gebieten. Zu Lasten desselben Fonds vergütet der Staat Priva tpersonen die Kosten der Pflege und des Unterhaltes von Schutzobjekten kantonaler oder regionaler B e- deutung, wenn sich die Eigentümer im Sinne von § 207 Abs. 2 PBG durch öffentlic h- rechtliche Vereinba rung verpflichten, eine die allgemeine Unterhalt spflicht überste i- gende Betreuung selbst vorz unehmen (§ 2 SBV). Ueber diese gesetzl iche Beitrags-- 2 - pflicht hinaus kann der Staat aus dem Denkmalpflegefonds zusät zlich Subventionen gewähren (§ 3 SBV). Na ch der Legaldefinition von § 3 Abs. 1 des Staatsbe itragsge- setzes sind Subventionen Staatsbeiträge zur Unterstützung oder Erhaltung von Lei s- tungen im öffen tlichen Interesse, auf die das Gesetz keinen Anspruch einräumt. Kantonale Subvent ionen für Schutzobjek te von kommunaler Bedeutung, die nicht durch eine förmliche Massna hme unter Schutz gestellt worden sind, betragen im Regelfall 10% (§ 10 Abs. 1 SBV). In Anwendung der letztgenannten Bestimmungen hat die Ba udirektion vo rliegend eine Subvention zugesprochen. Die Verfügungen der Baudirektion sind g emäss § 329 Abs. 1 lit. b PBG beim Regierung srat anfecht- bar. 4. Eine gesetzliche Grundlage für die Ausrichtung von Beiträgen an den Unte r- halt von Schutzobjekten durch die Gemeinden an Private lässt sich dagegen weder im Planungs- und Baugesetz noch in den zugehörigen ausführenden Er lassen fi n- den. Das Gesetz verpflichtet mit § 217 PBG ausdrücklich nur den Staat und nicht auch die Gemeinden zur Zahlung von Beiträgen. Auch die gestützt auf das Pl a- nungs- und Baugesetz ergangene (§ 45 PBG) Bau- und Zonenordnung der Gemei n- de H. enthält - mangels Vorgabe im übergeordneten kantonalen Recht - keine ent- sprechenden Regelungen. Nach Ziffer 8.8 BauO erlässt der Gemeinderat zwar ein Reglement über Beiträge an Massnahmen für den Natu r- und Heimatschutz. Diese Bestimmung dient indessen - wie auch die W egleitung zur Bau - und Zonenordnung erhellt - lediglich der Orientierung von Bauherren und Architekten. Aufgrund dieses Hinweises in der Bau- und Zonenordnung lässt sich offensichtlich ni cht ableiten, das kommunale Reglement sei als ausführender kommunaler Erlass zum Planungs - und Baugesetz zu qualifizieren, zumal dieses wie gesagt keine Regelungen über ko m- munale Beiträge an Natur - und Heimatschutzmassnahmen enthält und die Gemei n- den auch nicht zum Erlass von entsprechenden Normierungen verpflichtet. Unter diesen Umständen stellt die Auseinandersetzung über die Höhe eines kommunalen Beitrages an die Renovation des inventarisierten W ohnhauses der Re- kurrentinnen keine Streitigkeit über die An wendung des Planungs- und Baugesetzes oder ausführender Erlasse dar. Mangels sachlicher Zuständigkeit der Baurekur s- kommission II ist daher auf den Rekurs nicht einzutreten. 5. Da gemäss dem Gesetz über das Gemeindewesen vom 6. Juni 1926 (GG) als allgem eines Rechtsmittel gegen Verfügungen der Gemeindebehörden der R e- kurs an den Bezirksrat gegeben ist (§ 152 GG in Verbindung mit § 10 des Gesetzes über die Bezirksverwaltung, § 19 Abs. 1 VRG und § 141 GG), sind die Akten an den zuständigen Bezirksrat H. zu überweisen (§ 5 Abs. 2 VRG).