Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. Oktober 2020 (715 20 162 / 255) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Nachdem der Ehemann der Beschwerdeführerin seine Anteile an der B.____ GmbH ver- kauft hat, kann er auch keinen Einfluss mehr auf eine eventuelle Wiederanstellung der Beschwerdeführerin nehmen. Demzufolge ist die arbeitgeberähnliche Stellung der Be- schwerdeführerin bzw. ihres Ehemannes zu verneinen. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Dieter M. Troxler, Rechtsanwalt, Wasserturmplatz 2, 4410 Liestal gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. Die 1995 geborene A.____ arbeitete seit dem 1. Fe bruar 2017 bei der B.____ GmbH. Das Arbeitsverhältnis endete zufolge Kündigung durch d ie Arbeitgeberin – das Kündigungs- schreiben vom 22. Februar 2019 war von ihrem Ehemann u nterzeichnet worden – per 31. Mai 2019. Des Weiteren arbeitet A.____ seit dem 1. Mai 2018 bei der C.____ GmbH. Der Ehemann Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht von A.____ war bis zum XX.XX.2019 Gesellschafter der B.____ GmbH mit einem Anteil von 75 % des Stammkapitals (Fr. 15'000.--). Mit Übernahmedatum vom XX.XX.2019 verkaufte der Ehe- mann von A.____ seine Anteile an der B.____ GmbH. Des Weiteren ist der Ehemann von A.____ auch alleiniger Gesellschafter der C.____ GmbH. Nachdem A.____ ab XX.XX.2019 Anspruch auf Arbeitslosentaggeld erhoben hatte, lehnte die Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) einen solchen Anspruch mit Verfügung vom 9. Juli 2019 für die Zeit ab XX.XX.2019 ab. Als Be- gründung wurde ausgeführt, A.____ habe als mitarbeit ende Ehegattin des Arbeitgebers in der B.____ GmbH keinen Anspruch auf Arbeitslosentaggelder. So lange ihr Ehegatte den Geschäfts- verlauf seiner Firma massgeblich beeinflussen könne, hab e er jederzeit die Möglichkeit, sie er- neut anzustellen. Als ehemals mitarbeitende Ehegattin könne sie die Entscheidungen des Arbeit- gebers massgeblich beeinflussen. Ihr komme deshalb auch eine arbeitgeberähnliche Stellung zu. Nachdem die Verfügung vom 9. Juli 2019 unangefochten in Rechtskraft erwachsen war, wurde A.____ am 5. September 2019 per Anmeldedatum von der Arbeitsvermittlung abgemeldet. Am 13. November 2019 hat sich A.____ erneut zur Arbeitsvermittlung angemeldet und gleichen- tags Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 13. N ovember 2019 erhoben. Begründet wurde die Anmeldung wieder mit dem Verlust der Arbeitsstelle bei der B.____ GmbH, aus welcher der Ehemann von A.____ gemäss Handelsregistereintrag vom XX.XX.2019 in der Zwischenzeit ausgeschieden war. Mit Verfügung vom 7. Januar 2020 h at die Arbeitslosenkasse einen An- spruch von A.____ auf Arbeitslosenentschädigung abgelehnt mit der Begründung, dass sie auf- grund ihres Arbeitsverhältnisses bei der C.____ GmbH, be i welcher ihr Ehemann einziger Ge- sellschafter und Geschäftsführer sei, zum Kreis derjenige n Personen gehöre, die keinen An- spruch auf Kurzarbeitsentschädigung und damit auch keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschä- digung haben. Eine dagegen erhobene Einsprache wies d ie Einspracheinstanz des KIGA mit Entscheid vom 27. März 2020 ab. Zudem wies sie den im Einspracheverfahren gestellten Antrag auf unentgeltliche Prozessführung ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr . Dieter M. Troxler, mit Schreiben vom 30. April 2020 Beschwerde bei Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, der a ngefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Sache zur Festsetzung der Taggeldl eistungen an die Vorinstanz zurückzu- weisen; unter o/e-Kostenfolge. C. Mit Vernehmlassung vom 8. Juli 2020 beantragte di e Ausgleichskasse, dass die Be- schwerde abzuweisen sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obli gatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil d es Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversi- cherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht e rhoben werden. Örtlich zuständig Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherun g und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desj enigen Kantons, in dem die versi- cherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrol lpflicht erfüllt. Vorliegend erfüllt die Beschwerdeführerin die Kontrollpflicht im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die örtliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtlich e Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art . 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 30. April 2020 ist e inzutreten, wobei festzuhalten ist, dass sich die Beschwerde – wie sich aus deren Begründung e rgibt – nicht gegen die Verweige- rung der unentgeltlichen Verbeiständung richtet. 2. Vorweg ist auf folgenden Verfahrensgrundsatz hinzuwe isen: Der Sozialversicherungs- prozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Die- ser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er fin det sein Korrelat in den Mitwirkungs- pflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 15 8 E. 1a, je mit Hinweisen). Der Untersu- chungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Be weisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte abl eiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrund- satzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsp rechen (BGE 117 V 261 E. 3b mit Hin- weisen). 3. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegner in zu Recht den Anspruch der Be- schwerdeführerin auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 13. November 2019 ablehnte. Die Be- schwerdegegnerin begründet die Ablehnung der Anspruchsberechtigung im Wesentlichen mit der arbeitgeberähnlichen Stellung der Beschwerdeführerin b zw. ihres Ehemannes in der C.____ GmbH. 4.1 Zu prüfen ist, ob die Anspruchsberechtigung aufgr und einer arbeitgeberähnlichen Stel- lung der Beschwerdeführerin bzw. ihres Ehemannes zu verneinen ist. 4.2.1 Gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG haben Persone n, die in ihrer Eigenschaft als Gesell- schafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Ent- scheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beein- flussen können sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädi- gung. Hinsichtlich des Anspruchs auf Arbeitslosenentschäd igung findet sich zwar in Art. 8 ff. AVIG keine Regelung, die dieser Norm zur Kurzarbeit entsprechen würde. Nach der Rechtspre- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht chung gilt diese Regelung jedoch grundsätzlich auch für den Anspruch auf Arbeitslosenentschä- digung (BGE 123 V 234 E. 7b/bb). Der Grund für dies e Regelung liegt darin, dass Arbeitgeber und arbeitgeberähnliche Personen über eine unterneh merische Dispositionsfreiheit verfügen, durch die sie die Möglichkeit haben, die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Kurzarbeitsent- schädigung – für sich oder ihren Ehegatten – selbst herb eizuführen. 4.2.2 Die Frage, ob eine arbeitnehmende Person einem obersten betrieblichen Entschei- dungsgremium angehört und ob sie in dieser Eigenschaft massgeblich Einfluss auf die Unterneh- mensentscheidungen nehmen kann, ist aufgrund der internen betrieblichen Struktur zu beantwor- ten. Keine Prüfung des Einzelfalles ist erforderlich, wenn sich die massgebliche Entscheidungs- befugnis bereits aus dem Gesetz selbst (zwingend) ergibt (BGE 123 V 234 E. 7a). Dies gilt ins- besondere für die Gesellschafter einer GmbH (Art. 810 ff. des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, Obligationenrecht, OR) sowie die mitarbei- tenden Verwaltungsräte einer AG, für welche das Gesetz in Art. 716-716b OR verschiedene, nicht übertrag- und entziehbare, die Entscheidungen des Arbeitgebers bestimmende oder massgeblich beeinflussende Aufgaben vorschreibt (vgl. Urteil des Bu ndesgerichts vom 31. Januar 2014, 8C_821/2013, E. 2). 4.2.3 Damit eine versicherte Person in arbeitgeberähnl icher Stellung oder deren mitarbeiten- der Ehegatte Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, muss sie mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb definitiv auch die arbeitgeberähnliche Stellung verlieren. Behält sie nach der Entlas- sung ihre arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb bei und kann sie dadurch die Entscheidungen des Arbeitgebers weiterhin bestimmen oder massgeblich beeinflussen, verfügt sie nach wie vor über die unternehmerische Dispositionsfreiheit, den Betrieb jederzeit zu reaktivieren und sich bei Bedarf erneut als Arbeitnehmer einzustellen. Ein solch es Vorgehen läuft auf eine rechtsmiss- bräuchliche Umgehung der Regelung des Art. 31 Abs. 3 l it. c AVIG hinaus, welche ihrem Sinn nach der Missbrauchsverhütung dient und in diesem Rahmen insbesondere dem Umstand Rech- nung tragen will, dass der Arbeitsausfall von arbeitgeberähnlichen Personen praktisch unkontrol- lierbar ist, weil sie ihn aufgrund ihrer Stellung bestimmen oder massgeblich beeinflussen können. Diese Rechtsprechung will nicht bloss dem ausgewiesenen Missbrauch an sich begegnen, son- dern bereits dem Risiko eines solchen, welches der Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung an arbeitgeberähnliche Personen inhärent ist (Urteile des Bundesgerichts vom 25. Januar 2006, C 255/05, und vom 14. April 2003, C 92/02; vgl. BARBARA KUPFER BUCHER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslo- senversicherung und die Insolvenzentschädigung, 4. Auflag e, Zürich/Basel/Genf 2013, S. 15 ff. mit Hinweisen zur Rechtsprechung). Das geforderte Ausscheiden aus dem Betrieb muss anhand eindeutiger Kriterien gemessen werden können (ARV 2003 S. 242 E. 4; ARV 2007 Nr. 6 S. 118 E. 4.2). 4.3 Aus den Akten geht hervor, dass der Ehemann der B eschwerdeführerin seit Monat X.____ 2015 Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung der B.____ GmbH war und seine Stammanteile per XX.XX.2019 verkauft hat. Wie sich aus dem Handelsregister des Kantons Basel-Landschaft ergibt, wurde der Ehemann der Beschw erdeführerin am XX.XX.2019 im Han- delsregister als Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung gelöscht. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Beschwerdeführerin arbeitet ausserdem seit dem 1. Mai 2018 in einer Teilzeitanstellung von 20 % für die C.____ GmbH. Gemäss Auszug aus dem Handelsregister ist der Ehemann der Be- schwerdeführerin einziger Gesellschafter und Geschäftsführer dieser Firma. 5.1 Die Vorinstanz lehnte mit rechtskräftig gewordener V erfügung vom 9. Juli 2019 einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Arbeitslosenentschädigung für die Zeit ab XX.XX.2019 ab, mit der Begründung, sie übe als mitarbeitende Ehegattin in der Firma B.____ GmbH eine arbeit- geberähnliche Stellung aus. Diese Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Nach- dem sich die Beschwerdeführerin am 13. November 2019 e rneut zum Bezug von Arbeitslo- senentschädigung wegen des Verlustes ihrer Arbeitsstelle bei der B.____ GmbH angemeldet hatte, lehnte die Vorinstanz die Anspruchsberechtigung der Beschwerdeführerin wiederum ab. Diesmal begründete die Vorinstanz die Ablehnung damit, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihres Arbeitsverhältnisses bei der C.____ GmbH gemäss der Rechtsprechung zu Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG zum Kreis derjenigen Personen gehöre, die keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschä- digung hätten. Die dagegen erhobene Einsprache wies die Beschwerdegegnerin im Wesentli- chen mit folgender Begründung ab: Die Einsprecherin se i seit dem 1. Mai 2018 bei der C.____ GmbH angestellt, in welcher ihr Ehemann einziger Gesell schafter und Geschäftsführer sei. Als mitarbeitende Ehegattin habe die Versicherte eine arbeitgeberähnliche Stellung inne. Unter Ver- weis auf AVIG-Praxis ALE B30 und B31 führte die Vorins tanz aus, eine versicherte Person mit arbeitgeberähnlicher Stellung habe auch dann keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wenn sie nur für kurze Zeit in einem Drittbetrieb unselbständigerwerbend tätig gewesen sei. Habe eine versicherte Person weiterhin eine arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb A inne und mache sie den Verlust einer unselbständigen Erwerbstätigkeit ohne arbeitgeberähnliche Stellung im Be- trieb B geltend, so könne der Arbeitsausfall rechtsprech ungsgemäss nur dann entschädigt wer- den, wenn die beitragspflichtige Beschäftigung im Drittbetrieb wenigstens sechs Monate gedauert habe und die Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten erfüllt sei (AVIG-Praxis ALE B30). Die mit- arbeitenden Ehegatten, die aus dem Betrieb, welcher vom anderen Eheteil weitergeführt werde, ausgeschieden seien, würden erst dann als anspruchsberechtigt gelten, wenn sie entweder min- destens eine sechsmonatige beitragspflichtige Beschäftigung nach Aufgabe der Tätigkeit im ehe- lichen Betrieb ausgeübt hätten oder die Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten alleine ausserhalb des ehelichen Betriebes erfüllen würden (AVIG-Praxis ALE B31). Diese Weisungen hätten im Umkehrschluss auch im vorliegenden Fall Geltung zu haben. Fakt sei, dass die Einsprecherin in der C.____ GmbH eine arbeitgeberähnliche Stellung in nehabe. Diese arbeitgeberähnliche Stel- lung bestehe weiterhin. Einzig die arbeitgeberähnlich e Stellung in der Firma B.____ GmbH sei endgültig aufgegeben worden. Die Einsprecherin habe so mit immer in einem Betrieb gearbeitet bzw. arbeite in einem Betrieb des Ehemannes. Somit sei die Einsprecherin zu Recht in der An- spruchsberechtigung abgelehnt worden. 5.2 Der Beschwerdegegnerin ist zwar zuzustimmen, dass die Beschwerdeführerin grund- sätzlich als mitarbeitende Ehegattin im Betrieb der C. ____ GmbH im Sinne von Art. 31 Abs. 3 lit. c anzusehen ist, was im Übrigen nicht bestritten wird. Fraglich ist jedoch, ob dies Auswirkun- gen auf ihren Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung wegen des Verlustes ihrer Anstellung bei der B.____ GmbH hat. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorliegend macht die Beschwerdeführerin nämlich nicht aus dem Arbeitsverhältnis bei der GmbH, in welcher sie aufgrund der Gesellschafterstellung ihres Ehemannes nach wie vor eine arbeitge- berähnliche Stellung innehat, einen Anspruch auf Arb eitslosenentschädigung geltend, sondern aus dem seitens der Arbeitgeberin wegen des Verkaufs der Stammanteile gekündigten Arbeits- verhältnis bei der Firma B.____ GmbH (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2010, 8C_999/2009, E. 3.3). Unbestrittenermassen steht fest, dass die Beschwerdeführerin in dieser Firma keine arbeitgeberähnliche Stellung mehr ausübt, da ihr Ehemann – nachdem er sein ge- samtes Stammkapital an eine unabhängige Drittperson ve rkauft hat – nicht mehr (Mit-)Inhaber der Firma ist. Die Beschwerdeführerin und auch ihr Ehe mann können keinen Einfluss mehr auf eine mögliche Wiedereinstellung bei der B.____ GmbH ausüben. Diese Situation entspricht der- jenigen, welche in AVIG-Praxis ALE B14 und B27 beschrie ben ist. Demnach besteht ein An- spruch auf Arbeitslosenentschädigung, wenn eine versicherte Person definitiv aus dem Betrieb ausgeschieden ist und ihre arbeitgeberähnliche Stellung endgültig aufgegeben hat. Der Verkauf des Betriebes oder der finanziellen Beteiligung führt zum Wegfall der arbeitgeberähnlichen Stel- lung. Hat aber ein Betroffener unter diesen Umständen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, so muss es auch der mitarbeitende Ehegatte haben, unabhä ngig davon, ob noch eine weitere Anstellung in einer weiteren Firma mit einer arbeitg eberähnlichen Stellung besteht. Die von der Beschwerdegegnerin unter Verweis auf AVIG-Praxis ALE B3 0 und B31 herangezogenen Bei- spiele sind mit dem vorliegenden Sachverhalt nicht vergleichbar. Eine beitragspflichtige Beschäf- tigung in einem Drittbetrieb steht vorliegend nicht zur Diskussion. Insbesondere ist auch nicht nachvollziehbar, worin der von der Vorinstanz angegebene Umkehrschluss bestehen soll. 5.3 Nachdem der Ehemann der Beschwerdeführerin seine Anteile an der B.____ GmbH ver- kauft hat, kann dieser auch keinen Einfluss mehr auf ei ne eventuelle Wiederanstellung der Be- schwerdeführerin nehmen. Damit ist die arbeitgeberähnl iche Stellung der Beschwerdeführerin bzw. ihres Ehemannes zu verneinen und die mit BGE 123 V 234 begründete Rechtsprechung (vgl. oben E. 4.2.1 und 4.1.2) findet auf den hier zu beurteilenden Sachverhalt keine Anwendung. Demzufolge ist die vorliegende Beschwerde gutzuheissen und die Angelegenheit zur Abklärung der weiteren Anspruchsvoraussetzungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 6.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. 6.2 Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene V erfügung auf und weist es die An- gelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Ver- fügung an die Beschwerdegegnerin zurück, so gilt in pro zessualer Hinsicht die beschwerdefüh- rende Partei als (vollständig) obsiegende und die Beschw erdegegnerin als unterliegende Partei (vgl. BGE 137 V 61 f. E. 2.1, 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf E rsatz der Parteikosten. Diese wer- den vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den St reitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Der Rechtsvertreter der Ver- sicherten ist mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 15. Juli 2020 aufgefordert worden, innert Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht unerstreckbarer Frist bis 29. Juli 2020 seine detailli erte Honorarnote nach Zeitaufwand einzu- reichen. Gleichzeitig ist er darauf hingewiesen worden, dass das Honorar nach Ermessen fest- gesetzt werde, falls bis zum genannten Termin keine Ho norarnote eingehen sollte. In der Folge hat der Rechtsvertreter dem Kantonsgericht keine Koste nnote zukommen lassen, sodass das Honorar ankündigungsgemäss nach Ermessen festzusetzen ist. Der erbrachte Aufwand setzt sich im Wesentlichen aus dem Aktenstudium – wobei zu bea chten ist, dass der Rechtsvertreter die Beschwerdeführerin bereits im Einspracheverfahren ver treten hat –, einem Instruktionsge- spräch mit der Mandantin und dem Verfassen der Beschwerd e zusammen. Hält man sich die erbrachten Bemühungen vor Augen, erscheint es angemessen, für diese einen Zeitaufwand von insgesamt sieben Stunden zu entschädigen. Die Bemühunge n sind zu dem in Sozialversiche- rungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stunden- ansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und An- wälte vom 17. November 2003). Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'750.-- zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 7. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge- gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbststän dig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh- ren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffent lich-rechtlichen Angelegenheiten anfecht- bar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort e inen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er- sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid , sondern um einen Zwischenent- scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset- zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesg ericht. Die nachstehende Rechtsmittel- belehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefoch- tene Einspracheentscheid vom 27. März 2020 aufgehoben und die An- gelegenheit zur Vornahme der erforderlichen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an di e Beschwer- degegnerin zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 1'750.-- (inkl. Auslagen) auszurichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht