<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2015.00014</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=215258&amp;W10_KEY=13013518&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2015.00014</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.06.2015</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 20.06.2016 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verletzungen des Arbeitsgesetzes</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Ermahnung eines Betriebs nach Art. 51 Abs. 1 ArG zur Einhaltung der Vorschriften des Arbeitsgesetzes] Obschon eine Verwarnung nach Art. 51 Abs. 1 ARG den Vorwurf rechtswidrigen Verhaltens in sich schliesst und notwendige Voraussetzung für spätere schärfere Massnahmen bildet, ist fraglich, ob ihr Verfügungscharakter zukommt. Die Frage wird vorliegend mit Blick auf die spezielle Ausgangslage offengelassen und ein schützwürdiges Interesse der Beschwerdeführerin an der Klärung der Frage angenommen, ob sie als verantwortlicher Betrieb im Sinn des Arbeitsgesetz anzusehen sei (E. 1.2). Entscheidend für die sachliche Anwendbarkeit des Arbeitsgesetzes auf ein Unternehmen ist die Frage, wessen Direktionsgewalt ein unselbständig Erwerbstätiger im Arbeitsvollzug unterstellt ist. Auf eine Direktions- bzw. Weisungsgewalt schliessen lassen dabei unter anderem das Vorliegen einer Rapportpflicht der Arbeitnehmenden gegenüber vorgesetzten Personen, das Recht zur Erteilung von (Fach-)Anweisungen, wann (fixe Arbeitszeiten, Pikett-, Nacht-, Schichtdienste, Anordnung von Überstundenarbeit etc.), wie oder wo die Arbeiten auszuführen sind, sowie zur Bestimmung, mit welchen Arbeitsmitteln die Arbeiten auszuführen sind, und das Bestehen eines Kontrollrechts gegenüber den Arbeitnehmenden bezüglich der geleisteten Arbeit (E. 4.2). Nachdem es gemäss ausdrücklicher Vereinbarung zwischen der Beschwerdeführerin und ihren Auftraggebern Sache der Beschwerdeführerin ist, die Arbeitsschutzbestimmungen und die Arbeitsbedingungen am Ort der Leistung einzuhalten, sie die Dispositionsbefugnis bezüglich der Arbeitseinsätze der einzelnen Arbeitnehmenden behält und nur sie als Arbeitgeberin gegenüber ihren Angestellten Fachweisungen erteilen kann, ist mit dem Beschwerdegegner und der Vorinstanz davon auszugehen, dass sie unter den Betriebsbegriff des Arbeitsgesetzes fällt und daher auch die richtige Adressatin der Verwarnung des Beschwerdegegners ist (E. 4.3 ff.). Insofern, als jedoch sowohl der Beschwerdegegner wie auch die Vorinstanz die Annahme der Beschwerdeführerin teilen, bei zweien ihrer Arbeitnehmenden habe während des überprüften Zeitraums zeitweise eine rechtfertigende Notfallsituation vorgelegen, erweist sich die Verwarnung des Beschwerdegegners als fehlerhaft. Der Rekurs der Beschwerdeführerin hätte daher teilweise gutgeheissen werden müssen (E. 5). Teilweise Gutheissung der Beschwerde.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSGESETZ">ARBEITSGESETZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETRIEB">BETRIEB</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFÃGUNGSCHARAKTER">VERFÃGUNGSCHARAKTER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWARNUNG">VERWARNUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 1 ArG</span><br/><span class="gerade">Art. 51 Abs. 1 ArG</span><br/><span class="ungerade">§ 19 Abs. 1 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=26447" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2015.00014</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">10. Juni 2015 </a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Jso Schumacher<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Peter Sprenger, Verwaltungsrichter AndrÃ© Moser, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Sonja GÃ¼ntert. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> vertreten durch B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Amt fÃ¼r Wirtschaft und Arbeit, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Verletzungen des Arbeitsgesetzes,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><span>A fÃ¼hrt im Auftrag diverser Bahnunternehmen Bau- und Unterhaltsarbeiten an Gleistrassees durch.</span></p> <p class="Urteilstext">AnlÃ¤sslich einer Kontrolle des Betriebs <span>betreffend die Einhaltung der gesetzlichen Arbeits- und Ruhezeiten im </span>Januar 2014 stellte das Amt fÃ¼r <span>Wirtschaft und Arbeit des Kantons ZÃ¼rich (AWA) fest, dass A die notwendigen Schritte zur Umsetzung des Arbeitsgesetzes vom 13. MÃ¤rz 1964 (ArG, SR 822.11) nicht eingeleitet habe. </span>Am 20. MÃ¤rz 2014 verfÃ¼gte es<span> daher, A habe umgehend die Vorschriften des Arbeitsgesetzes einzuhalten, insbesondere dessen Art. 9, 10, 15, 15a, 17a und 21 sowie Art. 13 und 18 der Verordnung 1 vom 10. Mai 2000 zum Arbeitsgesetz (ArGV 1, SR 822.111) und Art. 48 der Verordnung 2 vom 10. Mai 2000 zum Arbeitsgesetz (SR 822.112). FÃ¼r den Fall der Nichtbeachtung dieser Anordnung drohte das AWA dem Unternehmen ein Vorgehen nach Art. 51 Abs. 2 ArG an, wies auf Art. 52 ArG hin und behielt sich eine Anzeigeerstattung nach Massgabe der Art. 59 ff. ArG vor. Weiter verpflichtete es A, ihm bis spÃ¤testens 15. Oktober 2014 eine Liste der von ihr von Juli bis September 2014 im Bereich Gleisbau beschÃ¤ftigten </span>Arbeitnehmenden<span> einzureichen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="MsoNormal"><span>Mit Rekurs vom 24. April 2014 beantragte </span><span>A </span><span>der Volkswirtschaftsdirektion die Aufhebung der Verwarnung des AWA vom 20. MÃ¤rz 2014 unter EntschÃ¤digungsfolge.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 25. November 2014 wies die Volkswirtschaftsdirektion das Rechts­mittel ab (Dispositiv-Ziff. I), auferlegte die Rekurskosten von insgesamt Fr. 1'250.- A (Dispositiv-Ziff. II)und sprach dieser keine ParteientschÃ¤digung zu (Dispositiv-Ziff. III).</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="MsoNormal"><span>A </span><span>erhob am 12. Januar 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, unter EntschÃ¤digungsfolge seien die VerfÃ¼gung der Volkswirtschaftsdirektion vom 25. November 2014 sowie jene des AWA vom 20. MÃ¤rz 2014 aufzuheben.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung</span><span> vom 14. Januar 2015 wurde dem AWA sowie der Volkswirtschaftsdirektion eine Frist von 30 Tagen zur Beschwerdebeantwortung bzw. <br/> -vernehmlassung angesetzt. Tags darauf nahm der Postdienst der kantonalen Verwaltung die VerfÃ¼gung in Empfang.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Volkswirtschaftsdirektion teilte am 27./28. Januar 2015 â unter Hinweis auf </span><span>die BegrÃ¼ndung des angefochtenen Entscheids â ihren Verzicht auf eine Vernehmlassung mit</span><span>. Das AWA reichte am 18. Februar 2015 eine Beschwerdeantwort ein.</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft seine ZustÃ¤ndigkeit nach § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) von Amtes wegen. Erstinstanzliche Rekursentscheide einer Direktion betreffend Anordnungen zum Vollzug des Arbeitsgesetzes kÃ¶nnen beim Verwaltungsgericht mit Beschwerde angefochten werden (§ 41 in Verbindung mit §§ 19 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 Satz 1 sowie 19a und §§ 42â44 e contrario VRG; vgl. ferner § 1 Abs. 1 in Verbindung mit § 2 lit. b der [kantonalen] Verordnung zum Arbeitsgesetz vom 23. Oktober 2002 [kantonale Verordnung zum Arbeitsgesetz, LS 822.1]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Ebenfalls von Amtes wegen zu prÃ¼fen hat das Verwaltungsgericht, ob die Prozessvoraussetzungen bei der unteren Rechtsmittelinstanz gegeben waren (vgl. Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], Vorbemerkungen zu §§ 19â28a N. 57; Marco Donatsch, Kommentar VRG, § 63 N. 25). </p> <p class="Erwgung2">Dem Rekursverfahren lag als Anfechtungsobjekt das mit einer Rechtmittelbelehrung versehene, als VerfÃ¼gung betitelte Schreiben des Beschwerdegegners vom 20. MÃ¤rz 2014 vor, mit welchem VerstÃ¶sse der BeschwerdefÃ¼hrerin gegen das Arbeitsgesetz festgestellt werden und sie unter Androhung von Nachteilen zur kÃ¼nftigen Einhaltung der missachteten Gesetzesbestimmungen ermahnt wird.</p> <p class="Erwgung3"><b>1.2.1 </b>GemÃ¤ss § 19 Abs. 1 VRG sind mit Rekurs (wie auch mit verwaltungsgerichtlicher Beschwerde, vgl. § 41 VRG) nur Anordnungen anfechtbar. Der Begriff der Anordnung entspricht grundsÃ¤tzlich dem der VerfÃ¼gung (Martin Bertschi/Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, Vorbemerkungen zu §§ 4â31 N. 13 ff., auch zum Folgenden). Als Handlungsform der Verwaltung legt die VerfÃ¼gung bzw. Anordnung das verwaltungsrechtliche RechtsverhÃ¤ltnis fÃ¼r die Beteiligten verbindlich und erzwingbar fest; sie bildet insoweit ein Institut des materiellen Verwaltungsrechts. Als Anfechtungsgegenstand und Sachentscheidsvoraussetzung ist sie ein Institut des Verwaltungsprozessrechts, das den Zugang zum Rechtsmittelverfahren regelt. Entsprechend der bundesgesetzlichen Legaldefinition in Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 Ã¼ber das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ist die VerfÃ¼gung ein individueller, an den Einzelnen gerichteter Hoheitsakt, durch den eine konkrete verwaltungsrechtliche Rechtsbeziehung rechtsgestaltend oder feststellend in verbindlicher und erzwingbarer Weise geregelt wird (vgl. Bertschi/PlÃ¼ss, Vorbemerkungen zu §§ 4â31 N. 18). Nach der Rechtsprechung sind behÃ¶rdliche Mahnungen, Belehrungen, Verweise, Verwarnungen oder Androhungen belastender Massnahmen einer VerfÃ¼gung im Sinn von Art. 5 Abs. 1 VwVG gleichzustellen, wenn diese rechtliche Folgen zeitigen, die Rechtstellung der Betroffenen verschlechtern, den Vorwurf rechtswidrigen Verhaltens in sich schliessen, notwendige Voraussetzung fÃ¼r spÃ¤tere schÃ¤rfere Massnahmen bilden oder sonstwie konkrete Handlungsanweisungen beinhalten bzw. direkt eine Disziplinarmassnahme bilden (<span>RenÃ© Wiederkehr/Paul Richli, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Bd. I, Bern 2012, Rz. 2320 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung</span>).</p> <p class="Erwgung3"><b><span>1.2.2 </span></b>Der Vollzug des Arbeitsgesetzes obliegt in erster Linie den Kantonen (Art. 41 Abs. 1 Satz ArG, Art. 75 Abs. 1 ArGV 1), welche von Amtes wegen oder auf Antrag hin Kontrollen bei den dem Arbeitsgesetz unterstellten Betrieben vornehmen (Art. 45 ff. ArG). Stellt die kantonale BehÃ¶rde bei ihrer KontrolltÃ¤tigkeit fest, dass die Vorschriften des Arbeitsgesetzes oder einer Verordnung dazu nicht befolgt werden, so macht sie die Fehlbaren entsprechend dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip zunÃ¤chst darauf aufmerksam und verlangt die Einhaltung der nicht befolgten Vorschrift (Art. 51 Abs. 1 ArG; zum Ganzen Laurent Moreillon [Pierre Siegenthaler] in: Thomas Geiser/Adrian von Kaenel/RÃ©my Wyler [Hrsg.], Arbeitsgesetz, Bern 2005, Art. 51 N. 7 ff.). Dies hat der Beschwerdegegner als im Kanton ZÃ¼rich zustÃ¤ndige BehÃ¶rde im Sinn des Arbeitsgesetzes (§ 1 kantonale Verordnung zum Arbeitsgesetz) mit Schreiben vom 20. MÃ¤rz 2014 an die BeschwerdefÃ¼hrerin getan.</p> <p class="Erwgung3">Obschon die Verwarnung nach Art. 51 Abs. 1 ArG zweifelsohne den Vorwurf rechtswidrigen Verhaltens in sich schliesst und notwendige Voraussetzung fÃ¼r spÃ¤tere schÃ¤rfere Massnahmen bildet, soll <span>ihr nach der auch in der Lehre geteilten Auffassung des </span>Staatssekretariats fÃ¼r Wirtschaft (Seco) kein VerfÃ¼gungscharakter zukommen (Seco [Hrsg.], Wegleitung zum Arbeitsgesetz und zu den Verordnungen 1 und 2, Bern MÃ¤rz 2012 [Wegleitung], Art. 51 ArG Abs. 1, abrufbar unter <cite><span>www.seco.admin.ch &gt; Themen &gt; Arbeit &gt; Arbeitnehmerschutz &gt; Rechtliche Grundlagen; </span></cite><span>Roland MÃ¼ller,</span><span> Arbeitsgesetz, 7. A., ZÃ¼rich 2009, S. 157). </span><span>Ob dieser Auffassung mit Blick auf das oben 1.2.1 AusgefÃ¼hrte generell zu folgen ist, kann offenbleiben, da jedenfalls vorliegend ein schÃ¼tzenswertes Interesse der BeschwerdefÃ¼hrerin </span><span>an der Anfechtung </span><span>der "AusgangsverfÃ¼gung" gegeben ist. Namentlich die baldmÃ¶glichste KlÃ¤rung der Frage ihrer arbeitsgesetzlichen Verantwortlichkeit ist fÃ¼r sie von grosser Bedeutung, dÃ¼rfte diese doch wesentliche Auswirkungen auf ihre weitere Betriebsgestaltung zeitigen. Hiervon scheint auch der Beschwerdegegner ausgegangen zu sein, kleidete er doch seine Verwarnung formell in VerfÃ¼gungsform. </span></p> <p class="Erwgung3"><span>In dem Schreiben des Beschwerdegegners vom 20. MÃ¤rz 2014 ist demzufolge ein taugliches Anfechtungsobjekt zu sehen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung1"><span>Die mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung</span><span> vom 14. Januar 2015 angesetzte 30-tÃ¤gige Frist zur Beschwerdebeantwortung fing mit Empfang der VerfÃ¼gung durch den Postdienst am 15. Januar 2015 an zu laufen und endete am (Montag,) 16. Februar 2015. </span>Der Beschwerdegegner gab die Beschwerdeantwort jedoch erst am (Mittwoch,) 18. Februar 2015 und damit verspÃ¤tet bei der Post auf. Entsprechend ist diese Eingabe aus dem Recht zu weisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Bereits im vorinstanzlichen Verfahren war unbestritten, dass es in Zusammenhang mit der Erbringung von Gleisbauarbeiten durch die BeschwerdefÃ¼hrerin wÃ¤hrend der Monate Juli bis September 2013 zu zahlreichen VerstÃ¶ssen gegen das Arbeitsgesetz gekommen war. So offenbarte die stichprobenweise PrÃ¼fung der dem Beschwerdegegner anlÃ¤sslich einer Betriebskontrolle im Januar 2014 vorgelegten Arbeitszeitaufzeichnungen der Arbeitnehmenden der BeschwerdefÃ¼hrerin mehrfache â mit Ã¼ber 70 Stunden teilweise massive â Ãberschreitungen der wÃ¶chentlichen Arbeitszeit (Art. 9 Abs. 1 lit. b ArG und Art. 13 ArGV 1), aber auch der tÃ¤glichen Arbeitszeit (Art. 10 Abs. 3 ArG) sowie der Dauer der Nachtarbeit (Art. 17a ArG), wiederholtes Nichteinhalten der gesetzlich vorgeschriebenen Pausen (Art. 15 ArG und Art. 18 ArGV 1) sowie der tÃ¤glichen Ruhezeit (Art. 15a ArG) und schliesslich den Umstand, dass zwei Arbeitnehmer Art. 21 Abs. 1 ArG <span>zuwider </span>im Juli 2013 an acht Tagen in Folge gearbeitet hatten.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der Beschwerdegegner war daher gestÃ¼tzt auf Art. 51 Abs. 1 ArG grundsÃ¤tzlich gehalten, die von ihm anlÃ¤sslich der Kontrolle des Betriebs der BeschwerdefÃ¼hrerin festgestellten Zuwiderhandlungen gegen das Arbeitsgesetz und die dazugehÃ¶rigen Verordnungen zu rÃ¼gen und gegenÃ¼ber dem fehlbaren Betrieb eine Verwarnung auszusprechen (vgl. oben 1.2).<span> Dies stellt auch die BeschwerdefÃ¼hrerin zu Recht nicht in Abrede.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin</span> wendet jedoch ein, die falsche Adressatin der Verwarnung zu sein, da aufgrund der mit den einzelnen Bahnunternehmen bestehenden VertrÃ¤ge die Verantwortung fÃ¼r die Einhaltung der relevanten Bestimmungen des Arbeitsgesetzes nicht bei ihr, sondern bei den Bahnen liege. Aufgrund ihrer vertraglichen Verpflichtungen in den entsprechenden VertrÃ¤gen habe sie ihre Mitarbeitenden sozusagen an diese "verliehen", sodass der ihr verbleibende Handlungsspielraum hinsichtlich der LÃ¤nge der EinsÃ¤tze ihrer Angestellten verschwindend klein sei. Die von ihr eingegangenen VertragsverhÃ¤ltnisse wiesen insofern Parallelen zum klassischen Personalverleih auf, was es erlaube, die Pflichten aus dem Arbeitsgesetz analog zum Personalverleih auf die Vertragspartner zu verteilen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Das Arbeitsgesetz ist â unter Vorbehalt der hier nicht einschlÃ¤gigen Art. 2â4 ArG â auf alle Ã¶ffentlichen und privaten Betriebe anwendbar (Art. 1 Abs. 1 ArG; vgl. Thomas Geiser in: derselbe/von Kaenel/Wyler, Art. 1 N. 2 und 6). Der Begriff des Betriebs ist dabei bewusst sehr weit gefasst (Geiser, Art. 1 N. 7, auch zum Folgenden). Als Betrieb gilt jede Arbeitsorganisation, in der mindestens ein Arbeitnehmer dauernd oder vorÃ¼bergehend beschÃ¤ftigt wird. Daraus darf aber nicht geschlossen werden, dass der Betrieb im Sinn des Arbeitsgesetzes mit dem Arbeitgeber identisch ist. Es ist nÃ¤mlich sehr wohl mÃ¶glich, dass das ArbeitsverhÃ¤ltnis nicht mit dem Betriebsinhaber, sondern mit einem Dritten besteht, wie eben beispielsweise bei der Leiharbeit. Der Betrieb ist dann jenes Unternehmen, welches die Direktionsgewalt ausÃ¼bt. Die Aufspaltung der Arbeitgeberfunktion bewirkt insofern, dass die Pflichten, welche den Arbeitgeber gegenÃ¼ber dem Arbeitnehmer treffen, auf Betriebsinhaber und Dritten aufgeteilt werden. So treffen die Schutzpflichten des Arbeitsgesetzes (Art. 6 ArG) nicht bloss den rechtlichen Arbeitgeber, sondern jeden Betrieb, der Arbeitnehmer beschÃ¤ftigt. Dabei wird hauptsÃ¤chlich auf das UnterordnungsverhÃ¤ltnis zwischen Arbeitnehmer und Betrieb abgestellt. Nicht entscheidend ist, ob zwischen dem Drittbetrieb und dem Arbeitnehmer eine vertragliche Beziehung besteht (vgl. Wegleitung, Art. 1 ArG Abs. 2). Damit wird die Verantwortlichkeit des tatsÃ¤chlichen bzw. konkreten Arbeitgebers unterstrichen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Entscheidend fÃ¼r die sachliche Anwendbarkeit des Arbeitsgesetzes auf ein Unternehmen ist demzufolge die Frage<span>, wessen Direktionsgewalt ein unselbstÃ¤ndig ErwerbstÃ¤tiger im Arbeitsvollzug unterstellt ist.</span></p> <p class="Erwgung2">Auf eine Direktions- bzw. Weisungsgewalt schliessen lassen dabei unter anderem das Vorliegen einer Rapportpflicht der Arbeitnehmenden gegenÃ¼ber vorgesetzten Personen, das Recht zur Erteilung von (Fach-)Anweisungen, wann (fixe Arbeitszeiten, Pikett-, Nacht-, Schichtdienste, Anordnung von Ãberstundenarbeit etc.), wie oder wo die Arbeiten auszufÃ¼hren sind, sowie zur Bestimmung, mit welchen Arbeitsmitteln die Arbeiten auszufÃ¼hren sind, und das Bestehen eines Kontrollrechts gegenÃ¼ber den Arbeitnehmenden bezÃ¼glich der geleisteten Arbeit (vgl. Roland Bachmann, Verdeckter Personalverleih: Aspekte zur rechtlichen Ausgestaltung, zur Bewilligungspflicht, zum Konzernverleih und zum Verleih mit AuslandsberÃ¼hrung, in: ArbR 2010, S. 53 ff., 59 f. mit Hinweisen). <span>Insgesamt begrÃ¼ndet die Weisungsgewalt eine rechtliche Unterordnung, wobei das Mass der AbhÃ¤ngigkeit nach den UmstÃ¤nden des Einzelfalls zu beurteilen ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin pflegt nun im Rahmen ihres Unternehmenszwecks VertrÃ¤ge mit Bahnunternehmen abzuschliessen, deren wesentlicher Regelungsinhalt die entgeltliche Ãberlassung von Maschinen und Fachpersonal fÃ¼r Gleisbaumaschinenleistungen ist. Dies geht aus den von der BeschwerdefÃ¼hrerin der Vorinstanz als Anschauungsbeispiele eingereichten VertrÃ¤gen mit D hervor.</p> <p class="Erwgung2">Ein Blick in diese als WerkvertrÃ¤ge betitelten RahmenvertrÃ¤ge vom 30. April 2007 offenbart darÃ¼ber hinaus, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin richtig in der Annahme geht, die damit begrÃ¼ndeten VertragsverhÃ¤ltnisse seien nicht als Personalverleih zu qualifizieren. So garantiert die BeschwerdefÃ¼hrerin mit Vertragsschluss einen vertraglich vereinbarten Erfolg und haftet sie insofern D gegenÃ¼ber nicht nur fÃ¼r die sorgfÃ¤ltige Auswahl ihres Fachpersonals wie beim Personalverleih, sondern fÃ¼r die vertragsgemÃ¤sse AusfÃ¼hrung der geschuldeten Leistung (siehe auch den Hinweis auf SIA-Norm 118). Gegen das Vorliegen eines Personalverleihs spricht daneben auch, dass gestÃ¼tzt auf die beiden RahmenvertrÃ¤ge mit Maschinen und Werkzeug der BeschwerdefÃ¼hrerin gearbeitet wird, keine Weisungskompetenz von D hinsichtlich der nÃ¤heren Wahl der Hilfsmittel besteht und dass in Bezug auf die EntlÃ¶hnung neben leistungsabhÃ¤ngigen und somit erst nach Abnahme der Arbeiten geschuldeten Schichtpauschalen Jahrespauschalen vereinbart werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>UnabhÃ¤ngig von der Qualifikation der von der BeschwerdefÃ¼hrerin eingegangenen VertragsverhÃ¤ltnisse etwa als WerkvertrÃ¤ge, AuftrÃ¤ge oder gemischte VertrÃ¤ge mit Elementen des Personalverleihs sowie der Miete ist fÃ¼r die Beurteilung der Anwendbarkeit des Arbeitsgesetzes auf die BeschwerdefÃ¼hrerin jedoch nach dem Gesagten (4.2) von Relevanz, inwieweit diese mit Eingehen einer Vertragsverpflichtung jeweils ihre arbeitsvertraglichen Weisungsbefugnisse gegenÃ¼ber ihren Angestellten auf ihre Vertragspartner Ã¼bertrÃ¤gt. In den als Muster beigegebenen RahmenvertrÃ¤gen mit D finden sich dabei folgende (gleichlautende) Bestimmungen zur Aufteilung der Weisungsbefugnisse:</p> <p class="Erwgung2">In den beiden RahmenwerkvertrÃ¤gen wird zunÃ¤chst statuiert, dass D das Jahreseinsatzprogramm des AusfÃ¼hrungsjahres festlegt, welches Programm als Einsatzplan fÃ¼r die Maschinen sowie fÃ¼r die diese handhabenden Personen dient. In den VertrÃ¤gen wiederum findet sich die Regeldauer der Arbeitsschichten der Arbeitnehmenden der BeschwerdefÃ¼hrerin bestimmt, wobei fÃ¼r den Fall einer von D verschuldeten Ãberschreitung der maximalen SchichtlÃ¤nge der BeschwerdefÃ¼hrerin eine VergÃ¼tung auszurichten ist. GemÃ¤ss den RahmenwerkvertrÃ¤gen wird sodann die Bauleitung im Sinn von Art. 33 ff. der SIA-Norm 118 von D bzw. von einer Eisenbahnverkehrsunternehmung ausgeÃ¼bt, welcher auch die Sicherheitsleistung (Baustellenleitung) obliegt; entsprechend werden sowohl der Sicherheitschef und der Sicherheitsdienst (SicherheitswÃ¤rter und Vorwarner) wie auch die SchienenfahrzeugfÃ¼hrer von D gestellt. Dabei wird ausdrÃ¼cklich betont, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin bei Arbeiten in und neben den Gleisen und elektrischen Anlagen strikt alle sie betreffenden Sicherheitsbestimmungen sowie entsprechende Weisungen der Fachdienste zu befolgen hat und einzelne Arbeitsphasen Ã¼berhaupt erst begonnen werden dÃ¼rfen, wenn fÃ¼r diese ein Sicherheitsdispositiv der Sicherheitsleitung vorliegt und die Sicherheitsverantwortlichen durch die Sicherheitsleitung instruiert worden sind. Die VertrÃ¤ge verpflichten die BeschwerdefÃ¼hrerin schliesslich, die Arbeitsschutzbestimmungen und die Arbeitsbedingungen am Ort der Leistung einzuhalten, wobei sie bei Verletzung der genannten Pflichten D eine Konventionalstrafe schuldet.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Aus den RahmenvertrÃ¤gen zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und D erhellt demzufolge, dass das Bahnunternehmen jeweils den Ort, die Zeit und die Art der einzelnen ArbeitseinsÃ¤tze der Maschinen der BeschwerdefÃ¼hrerin und der diese bedienenden FachkrÃ¤fte bestimmt. DarÃ¼ber hinaus mÃ¼ssen die Arbeitnehmenden der BeschwerdefÃ¼hrerin schon allein mit Blick auf Art. 19 des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 1957 (SR 742.101) bei ihrer Leistungserbringung den Weisungen der Bahnmitarbeitenden bezÃ¼glich der Einhaltung der Sicherheits- und Schutzvorschriften folgen. Das Bahnunternehmen ist somit faktisch befugt, den Arbeitsteams der BeschwerdefÃ¼hrerin Zielweisungen bezÃ¼glich Arbeitsort und Einsatzzeitpunkt sowie Verhaltensweisungen hinsichtlich Arbeitsbeginn, Arbeitszeit und UnfallverhÃ¼tung zu geben. Dabei legt die BeschwerdefÃ¼hrerin glaubhaft dar, dass ihre Angestellten â einmal am Einsatzort eingetroffen â jeweils auch Weisungen der Bahnbegleiter bezÃ¼glich der LÃ¤nge und DurchfÃ¼hrung von Arbeitspausen zu befolgen haben.</p> <p class="Erwgung2">Dennoch ist es gemÃ¤ss der ausdrÃ¼cklichen Vereinbarung der Vertragsparteien Sache der BeschwerdefÃ¼hrerin, die Arbeitsschutzbestimmungen und die Arbeitsbedingungen am Ort der Leistung einzuhalten. Ein Blick auf die in den Akten befindlichen Arbeitszeitrapporte zeigt denn auch, dass es offensichtlich der BeschwerdefÃ¼hrerin und nicht den Bahnunternehmen obliegt, die Arbeitszeitaufzeichnungen ihrer Angestellten zu kontrollieren und zu unterzeichnen. Selbst ohne eine einschlÃ¤gige vertragliche Regelung trÃ¤fe sie indes die Verantwortung fÃ¼r die Einhaltung der arbeitsgesetzlichen Vorschriften zur Arbeits- und Ruhezeit.</p> <p class="MsoNormal"><span>Zudem liegt die Verantwortung fÃ¼r die Planung und Koordination der einzelnen ArbeitseinsÃ¤tze ihrer Angestellten allein bei der BeschwerdefÃ¼hrerin. Sie behÃ¤lt die Dispositionsbefugnis. Das heisst, die Bahnunternehmen kÃ¶nnen das von ihr eingesetzte Personal nicht nach Belieben auswechseln oder gar selbst bestimmen, welche Arbeitnehmenden im Einzelnen wann und wie lange auf ihren Baustellen arbeiten. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat vielmehr selbst fÃ¼r einen ausreichenden Bestand an qualifizierten FachkrÃ¤ften zu sorgen und ihre Mitarbeitende den verschiedenen Schichten zuzuteilen. Sie trÃ¤gt namentlich auch die Verantwortung dafÃ¼r, dass selbst bei kurzfristigen Ãnderungen der Einsatzzeiten â wie sie in der Gleisbaubranche Ã¼blich sind â genÃ¼gend personelle Ressourcen zur VerfÃ¼gung stehen, um die arbeitsgesetzlichen Vorschriften einhalten zu kÃ¶nnen</span><span>. Ãberdies hat sie mit ihren Vertragspartnern Vertragsbedingungen auszuhandeln, welche ihr die Planung der einzelnen ArbeitseinsÃ¤tze erleichtern. Davon, dass ihr eine gewisse Einflussnahme auf den Vertragsinhalt mÃ¶glich ist, zeugen denn auch die von der BeschwerdefÃ¼hrerin in der aktuellen Ausschreibung "Gleisbaumaschinenleistungen" angebrachten Vorbehalte.</span></p> <p class="Erwgung2">Daneben ist â in Ermangelung anderweitiger Angaben in den RahmenvertrÃ¤gen â davon auszugehen, dass allein die BeschwerdefÃ¼hrerin als Arbeitgeberin gegenÃ¼ber ihren Angestellten Fachweisungen erteilen kann, zumal sie allein fÃ¼r allfÃ¤llige MÃ¤ngel des Arbeitsresultats einzustehen hat.<span> Etwas anderes geht â entgegen den diesbezÃ¼glichen Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrerin â auch aus Art. 33 Abs. 2 der SIA-Norm 118 nicht hervor. Die Bestimmung umschreibt lediglich die Vertretungsbefugnis des Bauleiters, erweitert jedoch das Weisungsrecht des Bahnunternehmens als Bauherrn gegenÃ¼ber dem ausfÃ¼hrenden Unternehmen bzw. dessen Angestellten nicht.</span> <span>Es ist entsprechend â anderweitige vertragliche Vereinbarungen der Parteien vorbehalten â einzig auf die Herstellung des geschuldeten Werks beschrÃ¤nkt, weshalb die</span> AusÃ¼bung werkvertraglicher Weisungsbefugnisse einschliesslich der damit zusammenhÃ¤ngenden Kontroll- und ÃberprÃ¼fungsrechte dem arbeitsvertraglichen Weisungsrecht nicht gleichgesetzt werden kann. Dass vorliegend ein weiter gehendes vertragliches Weisungsrecht von D als Bauherrin vereinbart worden sein soll, wonach sie ermÃ¤chtigt wÃ¤re, gleich der BeschwerdefÃ¼hrerin als Arbeitgeberin Einsatz und Arbeit fÃ¼r die einzelnen Arbeitnehmenden unmittelbar bindend zu organisieren, wird im Ãbrigen auch von der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht substanziiert geltend gemacht. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.6 </b>Vor diesem Hintergrund ist mit dem Beschwerdegegner und der Vorinstanz festzustellen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin unter den Betriebsbegriff in Art. 1 Abs. 1 bzw. Abs. 2 ArG fÃ¤llt und sie daher die richtige Adressatin der Verwarnung durch den Beschwerdegegner ist. Durch BegrÃ¼ndung eines VertragsverhÃ¤ltnisses mit einem Bahnunternehmen wird diesem mithin nicht eine faktische Arbeitgeberstellung eingerÃ¤umt. Es liegt namentlich keine in ausreichendem Mass mit dem Institut des Personalverleihs vergleichbare Aufteilung der Weisungsbefugnisse unter den Vertragsparteien vor. Die BeschwerdefÃ¼hrerin kann daher ihre Verantwortung als Arbeitgeberin gegenÃ¼ber ihren Angestellten nicht auf die Bahnunternehmen abwÃ¤lzen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht weiter geltend, die beanstandeten Verletzungen des Arbeitsgesetzes betreffend die Arbeitnehmer E und F seien durch eine Notfallkonstellation in der zweiten JulihÃ¤lfte des Jahres 2013 gerechtfertigt gewesen, was sowohl der Beschwerdegegner als auch die Vorinstanz bejaht hÃ¤tten, weshalb die Vorinstanz den Rekurs mindestens teilweise hÃ¤tte gutheissen mÃ¼ssen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Den AusfÃ¼hrungen zum Sachverhalt im Schreiben des Beschwerdegegners vom <span>20. MÃ¤rz 2014 </span>kann in diesem Zusammenhang entnommen werden, dass bei F und E VerstÃ¶sse gegen Art. 9, 15, 15a, 17a sowie 21 ArG und Art. 13 sowie 18 ArGV 1 festgestellt wurden. Dabei fÃ¤llt auf, dass sÃ¤mtliche Zuwiderhandlungen â mit Ausnahme jener gegen die Pflicht zur GewÃ¤hrung eines wÃ¶chentlichen freien Halbtags nach Art. 21 ArG â im betrachteten Zeitraum auch von anderen kontrollierten Arbeitnehmenden begangen wurden. Zudem verstiessen die namentlich Genannten auch im Monat August 2013 bzw. in den Monaten August und September 2013 gegen Art. 15a und 17a ArG. In der Verwarnung wird die BeschwerdefÃ¼hrerin sodann unter dem Titel "VerfÃ¼gung" ausdrÃ¼cklich ermahnt, umgehend die Vorschriften des Arbeitsgesetzes einzuhalten, insbesondere Art. 9, 10, 15, 15a, 17a und 21 ArG, Art. 13 und 18 ArGV 1 sowie Art. 48 ArGV 2, wobei die betreffenden Gesetzesbestimmungen im Anschluss wÃ¶rtlich wiedergegeben werden.</p> <p class="Erwgung2">Nachdem allerdings sowohl der Beschwerdegegner wie auch die Vorinstanz die Annahme der BeschwerdefÃ¼hrerin teilen, bei F und E habe wÃ¤hrend des Zeitraums vom 15. Juli 2013 bis zum 25. Juli 2015 eine rechtfertigende Notfallsituation im Sinn von Art. 12 Abs. 2 und Art. 26 Abs. 1 ArG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 lit. c ArGV 1 vorgelegen, erweist sich der Wortlaut der Verwarnung des Beschwerdegegners bezÃ¼glich der wÃ¤hrend dieses Zeitraums von den beiden Arbeitnehmern begangenen GesetzesverstÃ¶sse sowie die ErwÃ¤hnung von Art. 21 ArG im "VerfÃ¼gungsteil" als unzutreffend. Der Rekurs der BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤tte daher teilweise gutgeheissen werden mÃ¼ssen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>In diesem Sinn erweisen sich bezogen auf diesen Punkt sowohl die angefochtene Verwarnung des Beschwerdegegners als auch der Entscheid der Vorinstanz Ã¼ber die vollumfÃ¤ngliche Abweisung des Rekurses der BeschwerdefÃ¼hrerin als fehlerhaft, sodass die Beschwerde in diesem Umfang teilweise gutzuheissen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="MsoNormal"><span>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>7. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2">Wegen der teilweisen Beschwerdegutheissung sind die Rekurskosten neu zu verlegen (Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 13 N. 66). </p> <p class="MsoNormal"><span>Das Rechtsmittel wird nur zu einem geringen Teil gutgeheissen. Entsprechend dem Verfahrensausgang sind damit die in ihrer HÃ¶he unverÃ¤ndert zu belassenden Kosten der vorinstanzlichen VerfÃ¼gung zu 1/10 dem Beschwerdegegner sowie zu 9/10 der nahezu vollstÃ¤ndig unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen. AusgangsgemÃ¤ss rechtfertigt es sich auch nach wie vor, der BeschwerdefÃ¼hrerin keine ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Rekursverfahren zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG; PlÃ¼ss, § 17 N. 21). </span></p> <p class="Erwgung2">Eine entsprechende Regelung ist ausgangsgemÃ¤ss gestÃ¼tzt auf § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 sowie § 17 Abs. 2 VRG in Bezug auf die Kosten und ParteientschÃ¤digungen auch vor Verwaltungsgericht zu treffen.</p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss erkennt die Kammer:</span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. Die Beschwerde wird im Sinn der ErwÃ¤gungen 5 und 7 teilweise gutgeheissen. Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. II des Beschlusses der Vorinstanz von </span><span>25. November 2014 </span><span>werden die Kosten des Rekursverfahrens </span><span>der BeschwerdefÃ¼hrerin zu 9/10 und dem Beschwerdegegner zu 1/10 </span><span>auferlegt.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 5'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin zu 9/10 und dem Beschwerdegegner zu 1/10 auferlegt.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlichrechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (SR 173.110) erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an</span><span>â¦</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>