B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-529/2012 Te i l e n t s c h e i d u n d Z w i s c h e n v e r- f ü g u n g v o m 3 . D e z e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Francesco Parrino, Richter Stefan Mesmer, Gerichtsschreiber Michael Rutz. Parteien A._______, Trägerschaft der B._______ Klinik, vertreten durch Dr. iur. Marc Helfenstein, Rechtsanwalt, Stadthausquai 1, 8001 Zürich, Beschwerdeführerin, gegen 1. Medizinaltarif-Kommission UVG (MTK), Postfach 4358, 6002 Luzern, 2. Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, Geschäfts- feld Invalidenversicherung, Rechtsdienst, Effingerstrasse 20, 3003 Bern, 3. Suva Abteilung Militärversicherung, Laupenstrasse 11, Postfach 8715, 3001 Bern, alle vertreten durch SUVA Rechtsabteilung, Fluhmattstras- se 1, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerdegegnerinnen, Eidgenössisches Departement des Innern EDI, Inselgas- se 1, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Festsetzung des Tarifs der B._______ Klinik für die obligato- rische UV, IV und MV ab Juli 2009. C-529/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die B._______ Klinik in C._______ führt unter anderem stationäre B e- handlungen von Patienten der Unfall -, Militär- und Invalidenversicherung durch und schloss zu diesem Zweck mit den entsprechenden Versich e- rern am 21. Januar 2005 ein en Tarifvertrag ab, der bis 30. Juni 2009 an- wendbar war. Nachdem die Verhandlungen zwischen der B._______ Kli- nik und der Zentralstelle für Medizinaltarife zum Abschluss eines neuen Tarifvertrags infolge unterschiedlicher Ansichten über den Basispreis g e- scheitert waren, wandte sich die B._______ Klinik durch ihren Rechtsver- treter am 14. September 2009 an den Bundesrat mit dem Ersuchen, dass dieser mit Wirkung ab 1. Juli 2009 den Tarif für stationäre Patienten der Unfall-, Militär - und Invalidenversicherung mit einer DRG -Fallpauschale gemäss AP-DRG (Version 5.1, Grouper Version 1.9) und einem Basi s- preis von Fr. 9'481.- festsetze (Akten des Eidgenössisches Departem ent des Innern [im Folgenden: act.] 1). B. Die B._______ Klinik und die Medizinaltarif -Kommission UVG ( im Fo l- genden: MTK) konnten sich am 23. Dezember 2009 für die Zeit vom 1. Juli 2009 bis un d mit 31. Januar 2010 über eine provisorische Übe r- gangsregelung einigen, welche die Behandlung von Patienten in der B._______ Klinik trotz fehlendem Tarifvertrag ermöglichen sollte (act. 3). Dabei wurde ein provisorischer Basispreis von Fr. 6'679. - (CW-Version 3.2) mit Ausgleichsvorbehalt vereinbart. In der Folge konnten sich die B._______ Klinik und die V ersicherer der Unfallversicherung, vertreten durch die MTK, der Invalidenversicherung, vertreten durch das Bunde s- amt für Sozialversicherungen , sowie der Militärversicherung, ver treten durch die Schweizerische Unfallver sicherungsanstalt (im Folgenden: SU- VA), am 29. Januar 2010 auch für die Zeit ab 1. Februar 2010 bis zum Entscheid des Bundesrats, längstens aber bis 31. Dezember 2011 auf ei- nen provisorischen Basispreis von Fr. 8'700.- (CW-Version 5.1) mit Au s- gleichspflicht einigen (act. 5). C. C.a Nachdem zunächst das Generalsekretariat des Eidgenössischen De- partements des Innern (im Folgenden: EDI oder Vorinstanz) das Instrukti- onsverfahren geführt hatte, übertrug es am 12. März 2010 die Durchfüh- rung der nächsten Verfahrensschritte dem Bundesamt für Gesundheit, Sektion Unfallversicherung, Unfallverhütun g und Militärversicherung C-529/2012 Seite 3 (act. 6). Im Rahmen des vom Bundesamt für Gesundheit durchgeführten Anhörungsverfahrens nahm die MTK am 20. Mai 2010 Stellung und b e- antragte, dass der Antrag der B._______ Klinik abzuweisen und ein Ba- sispreis für die statio näre Behandlung ab 1. Juli 2009 bis 31. Dezember 2010 nach APDRG -CW-Version 5.1 und ab 1. Januar 2011 nach AP - DRG-CW-Version 6.0 von Amtes wegen festzusetzen sei (act. 11). Den Anträgen und Ausführungen der MTK schlossen sich das Bundesamt für Gesundheit am 20. Mai 2010 (act. 12) und die SUVA am 2. Juni 2010 (act. 13) vollumfänglich an. Am 17. August 2010 reichte die B._______ Klinik durch ihren Rechtsvertreter eine Stellung nahme ein und hielt am beantragten Basispreis fest (act. 17). C.b In der Folge konsultierte das Bundesamt für Gesundheit am 29. O k- tober 2010 den Preisüberwacher (act. 18), worauf dieser nach Einford e- rung weiterer Unterlagen am 29. April 2011 dem Bundesrat die Empfeh- lung unterbreitete, den strittigen Basispreis ab 1. Juli 2009 auf maximal Fr. 7'816.- festzusetzen (act. 43). C.c Mit Verfügung vom 12. Dezember 2011 (act. 56) setzte das EDI den Basispreis für die Behandlung von stationären Patienten der obligator i- schen Unfallversicherung, der Invalidenversicherung und der Militärvers i- cherung durch die B._______ Klinik mit Wirkung ab dem 1. Juli 2009 ge- stützt auf die Empfehlung des Preisüberwachers auf Fr. 7'816.- fest. Es entschied, dass dieser Basispreis bis zum Abschluss einer neuen Verein- barung durch die Vertragsparteien im Sinne einer DRG-Fallpauschale gilt. D. Da die Übergangsvereinbarung vom 29. Januar 2010 am 31. Dezember 2011 auslief, schlossen die Parteien im Sinne einer Übergangslösung für das Jahr 2012 am 16. Dezember 2011 auf der Grundlage der Tarifstruktur SwissDRG einen Tarifvertrag ab (Akten im Beschwerdeverfahren [im Fol- genden: B-act.] 1/7]. Dabei wurde vereinbart, den von der Regierung des jeweiligen Kantons genehmigten oder festgesetzten, für das jeweilige Spi- tal bzw. die jeweilige Spitalkategorie tiefsten Basispreis gemäss Kranken- versicherungsgesetz anzuwenden. Falls noch kein genehmigter oder festgesetzter Basispreis vorliegt, sollte der von der jeweiligen Kantonsr e- gierung festgesetzte provisorische Bas istarif gemäss Krankenversich e- rungsgesetz zur Anwendung kommen. C-529/2012 Seite 4 E. Gegen die Verfügung vom 12. Dezember 2011 erhob die A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführerin) als Trägerschaft der B._______ Klinik durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 27. Januar 2012 (Poststem- pel) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit de m Antrag, es sei der für die Versicherer gemäss Bundesgesetz über die Unfallversich e- rung, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung und Bundesgesetz über die Militärversicherung mit Wirkung ab 1. Juli 2009 geltende Tarif für stationäre Patienten der B._______ Klinik mit einer DRG -Fallpauschale gemäss AP-DRG, Version 5.1, Grouper-Version und einem Basispreis 1.0 von Fr. 9'481.- und ab 1. Januar 2011 in der mit der AP-DRG-CW-Version 6.0 korrespondierenden Höhe festzusetzen (B-act. 1). F. Mit Zwischenverfügung vom 2. Februar 2012 wurde die Beschwerdefü h- rerin unter Hinweis auf die Säumnisfolgen aufgefordert, einen Kostenvo r- schuss in der Höhe von Fr. 4'000.- zu leisten (B-act. 2). Die Beschwerde- führerin hat in der Folge fristgerecht einen Betrag von Fr. 4'000.- überwie- sen (B-act. 4). G. Mit Vernehmlassung vom 28. März 2012 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde (B-act. 10). H. In einer gemeinsamen Beschwerde antwort vom 27. April 2012 be antrag- ten die Beschwerdegegnerinnen, alle vertreten durch die Rechtsabteilung der SUVA, dass auf die Beschwerde nicht einzutreten sei, eventualiter sei sie abzuweisen (B-act. 12). Weiter beantragten sie, dass der Beschwerde die aufschie bende Wirkung zu ent ziehen sei . Zur Begründung des A n- trags auf Nichteintreten machten die Beschwerdegegnerinnen im Wesent- lichen geltend, dass die sachliche Zuständigkeit des Bundesverwaltungs- gerichts zur Beurteilung de r Beschwerde nicht gegeben sei, weil die Kompetenz in Tari fstreitigkeiten beim Bundesrat liege und dessen En t- scheide nicht jus tiziabel seien. D er angefochtene Entscheid stelle keine Verfügung im Rechtssinne dar und die Erhebung der Beschwerde durch die Beschwerdeführerin sei aufgrund der vertraglichen Vereinbarun gen rechtsmissbräuchlich. Zudem würden die Kompetenz des EDI zum Erlass der angefochtenen Verfügung und die Eröffnung des Rechtsmittelwegs vorsorglich bestritten. Der Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung wurde zusammengefasst damit begründet, dass die Beschwerdeführerin C-529/2012 Seite 5 durch die Beschwerdeerhebung ihrer vertraglichen Ausgleichspflicht auf unbestimmte Zeit entbunden sei und dadurch treuwidrig zu Lasten der Versicherer Kosten spare. Ein Hinausschieben der Zahlungspflicht bis zu einem möglichen Endentscheid bedeute für die Versicherer ab 1. Januar 2012 pro Jahr einen Verlust von Fr. 75'000. -, den Zinsausfall für die zu hohen Zahlungen in der Periode zwisch en dem 1. Juli 2009 und dem 31. Dezember 2011 nicht eingerechnet. Die Versicherer hätten einen legi- timen Anspruch auf den vertraglich vereinbarten Ausgleich. I. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 25. Mai 2012 wurde der Bunde s- rat eingeladen, zur Frage Stellung zu nehmen, ob er sich im vorliegenden Verfahren als zuständig erachte (B-act. 13). Daraufhin teilte das Bundes- amt für Justiz am 7. Juni 2012 mit, dass aus seiner Sicht der Bundesrat zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nicht zuständig sei , so n- dern das Bundesverwaltungsgericht über die Beschwerde zu befinden habe (B-act. 14). J. In der Replik vom 16. Juli 2012 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Be- gehren fest und beantragte, dass das Gesuch um Entzug der aufschi e- benden Wirkung der Beschwerde abzuweisen sei (B -act. 19). Zusa m- mengefasst liess sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht geltend machen, dass der Nichteintretensantrag der Beschwerdegegnerinnen unbegründet sei, da es sich um eine justiziable Streitigkeit handle und eine anfechtba- re Verfügung vor liege. Die Erhebung der Beschwerde sei nicht recht s- missbräuchlich, da beim Abschluss der Übergan gsvereinbarung niemand an die Kompetenzverschiebung vom Bundesrat zum EDI gedacht habe. Ein Ents cheid des Bundesrates wäre nicht anfechtbar gewesen, gegen den Entscheid des EDI stehe aber die Beschwerde ans Bundesverwa l- tungsgericht offen. Die Übergangsvere inbarung vom 29. Januar 2010 beinhalte keine n im Voraus getätigten Rechtsmittelverzicht . Im Übrigen wäre ein im Voraus getätigter Verzicht auf ein Rechtsmittel überhaupt nicht wirksam. Im Zusammenhang mit dem beantragten Entzug der au f- schiebenden Wirkung liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus- führen, dass die Beschwerdegegnerinnen keine wesentlichen Nach teile, Schäden oder anderweitigen präjudizierenden Wirkungen zu befürchten und auch nicht dargelegt hätten, zumal die getroffenen Übergangsverein- barungen eine Ausgleichszahlung vorsähen. C-529/2012 Seite 6 K. Mit Duplik vom 17. August 2012 (B-act. 21) machten die Beschwerde- gegnerinnen zur Begründung ihres Nichteintretensantrags im Wesentl i- chen geltend, dass nach dem übereinstimmenden Wortlaut der Gesetze der Bundesrat zur Festsetzung eines Tarifs im Bereich der Unfall-, Militär- und Invalidenversicherung zuständig sei. Dieser habe das letzte Wort. Weiter liege keine Verfügung vor, wenn eine Behörde anstelle der Partei- en einen umstrittenen Vertragspunkt autoritativ fest lege. Durch eine D e- legation einer Kompetenz des Bundesrats an ein Departement dürfe kein neuer Rechtsmittelweg geschaffen werden. Da die Anfechtung bunde s- rechtlicher Tarifentscheide nicht vorgesehen sei, sei die Delegation an das EDI nicht gesetzmässig und daher nichtig. Das Bundesverwaltung s- gericht dürfe sich daher nicht mit der Beschwerde befassen. Zum Entzug der aufschiebenden Wirkung wurde ausgeführt, dass die Beschwerdefüh- rerin kein überwiegendes Interesse daran habe, überhöhte Entschäd i- gungen zurückzuhalten. L. Die Vorinstanz verzichtete am 28. August 2012 auf das Einreichen einer weiteren Stellungnahme und hielt an den bisher gestellten Anträgen fest (B-act. 22). M. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 30. August 2012 wurde der Schrif- tenwechsel abgeschlossen (B-act. 23). N. Die Beschwerdeführerin reichte am 20. Dezember 2012 durch ihren Rechtsvertreter ein e Stellungnahme un d neue Beweismittel ein (B - act. 25), welche den übrigen Verfahrensbeteiligten am 11. Januar 2013 zugestellt wurden (B-act. 26). O. Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. C-529/2012 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen einen Entscheid des EDI vom 12. Dezember 2011 über die Festsetzung des Tarifs für die Behand- lung von stationären Patienten der Unfall-, Militär- und Invalidenversiche- rung in der B._______ Klinik ab 1. Juli 2009. 1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach den Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), soweit das Bundesgesetz über das Bunde s- verwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 172.32) nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Im Bereich des Tarif- wesens findet das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den All ge- meinen Teil des Sozialver sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1 ) keine A n- wendung (Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 2 Bst. a des Bundes- gesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG, SR 832.20], Art. 1 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Militärversicherung [MVG, SR 833.1] und Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]). 1.2 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet vorliegend im Sinne eines Teilentscheids bzw. einer Zwischenverfügung zunächst über die umstri t- tene Eintretensfrage (vgl. Art. 9 Abs. 1 VwVG ; vgl. MICHEL DAUM, in: Au- er/Müller/Schindler [Hrsg.] , Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 1 ff. zu Art. 9), über die eng damit zusammenhängende Frage der ebenfalls umstrittenen Zustä n- digkeit des EDI zum Erlass der angefochtenen Verfügung, über das Ge- such der Beschwerdegegnerinnen auf Entzug der aufschiebenden Wi r- kung sowie über die Anordnung von vorsorglichen Massnahmen von Am- tes wegen. 2. Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf die B e- schwerde einzutreten ist (BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen). Von den Be- schwerdegegnerinnen wird die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsg e- richts zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde bestritten. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 VGG Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausna h- me nach Art. 32 VGG vorliegt. C-529/2012 Seite 8 2.1.1 Nach Art. 5 Abs. 1 VwVG gelten als Verfügungen Anordnungen der Behörden im Einzelfall, die sich auf öffentliches Recht des Bundes stü t- zen und die "Begründung, Änderung oder Aufhebung von Rechten oder Pflichten" (Bst. a), die "Feststellung des Bestehens, Nichtbestehens oder Umfanges von Rechten oder Pflichten" (Bst. b) sowie die "Abweisung von Begehren auf Begründung, Änderung, Aufhebung oder F eststellung von Rechten oder Pflichten, oder Nichteintreten auf solche Begehren" (Bst. c) zum Gegenstand haben . Vorliegend hat die Vorinstanz hoheitlich einen Basistarif für die stationäre Behandlung von Patienten der Unfall-, Militär- und Invalidenversicherung in der B._______ Klinik festgelegt. Der ange- fochtene Entscheid stützt sich auf Art. 56 Abs. 3 UVG, Art. 26 Abs. 3 MVG und Art. 27 Abs. 3 IVG und beruht damit auf öffentlich-rechtlichen B e- stimmungen des Bundes sozialversicherungsrechts. Der als Verfügu ng bezeichnete angefochtene Entscheid ist daher als Verfügung im Sinn von Art. 5 VwVG zu betrachten . Das steht im Übrigen im Einklang mit der Praxis, wonach der Bundesrat gestützt auf Art. 47 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherun g (KVG, SR 832.10) er- lassene Tarifbeschlüsse ebenfalls als Verfügungen im S inn von Art. 5 Abs. 1 VwVG qualifiz iert hat (vgl. RKUV 5/2001 S. 358) und auch G e- nehmigungsentscheide über Tarife Verfügungen darstellen, die beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar sind ( vgl. RKUV 6/1997 S. 399 ff.; BVGE 2009/65 E. 1.2; vgl. auch ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bu n- des, 3. Aufl. 2013, Rz. 884). 2.1.2 Die Beschwerde betrifft keine der in Art. 32 Abs. 1 VGG aufgeführ- ten Sachbereiche und es ist auch nicht vorgesehen, dass die angefoc h- tene Verfügung bei einer anderen Bundesbehörde im Sinne von Art. 33 Bst. c-f oder bei einer kantonalen Behörde anfechtbar ist (Art. 3 2 Abs. 2 VGG). Aufgrund des Vorliegens einer Verfügung des EDI ist insbesondere auch die Anrufung eines kantonalen Schiedsgerichts gemäss Art. 57 UVG bzw. Art. 27 MVG oder Art. 27bis IVG ausgeschlossen. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt somit nicht vor. 2.2 Die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht ist zulässig gegen Verfügungen von den in Art. 33 VGG genannten Behörden. Hier ist eine Verfügung des EDI angefochten, bei welchem es sich zweifellos um eine Behörde gemäss Art. 33 Bst. d VGG handelt. Die Frage, ob das EDI zum Erlass der angefochtenen Verfügung zuständig war, betrifft entgegen der Auffassung der Beschwerdegegner innen nicht die Frage der Zuständi g- keit des Bundesverwaltungsgerichts, sondern ist im Rahmen der materiel-C-529/2012 Seite 9 len Prüfung zu untersuchen. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Daran änder n auch die spezialgesetzlichen Zuständigkeitsregelungen von Art. 109 UVG und Art. 69 Abs. 1 IVG nichts, zumal es sich hier nicht um eine Streitsache in einem vom ATSG erfassten Bereich handelt. 2.3 Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerdefü h- rerin durch diese besonders berührt und hat an ihrer Änderung ein schutzwürdiges Interesse, weshalb sie beschwerdelegitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Nachdem der Kostenvorschus s rechtzeitig geleistet wu r- de, ist auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) einzutreten. Im Übrigen ist aus dem Verhalten der Beschwerdeführerin weder ein Rechtsmissbrauch noch ein verbindlicher Rechtsmittelverzicht erkennbar, da die Beschwerdeführerin wie auch die Beschwerdegegnerinnen gemäss übereinstimmenden Au s- führungen davon ausgingen, dass ein Festsetzungsentscheid durch den Bundesrat erfolge, und ein Verzicht auf ein Rechtsmittel vor Kenntni s- nahme des begründeten Entscheids ohnehin nicht verbindlich ist (vgl. U r- teil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 139/02 vom 20. November 2002 E. 2.3 mit Hinweisen). 3. 3.1 Mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann gerügt werden, die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht (einschlies s- lich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe auf einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG). Das Bundesver- waltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Parteien gebunden (Art. 62 VwVG). 3.2 Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln sind in mat e- riellrechtlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massge- bend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts Geltung haben bzw. hatten (BGE 130 V 445 E. 1.2.1, BGE 130 V 329 E. 2.3). 4. Im Tarifwesen der Unfall -, Militär - und Invalidenversicherung sieht das Gesetz als Grundsatz vor, dass die Leistungserbringer mit den Versich e-C-529/2012 Seite 10 rern Tarifverträge abschliessen und weitgehend Vertragsautonomie herrscht. Die Tarifautonomie gilt als Leitmotiv u nd im Gegensatz zur Krankenversicherung (vgl. Art. 46 Abs. 4 KVG) unterliegen die von de n Parteien ausgehandelten Tarife nicht der Genehmigung durch eine B e- hörde (vgl. auch SANDRA SCHNEIDER, Tarifbildung im schweizerischen Gesundheitswesen, in: Soziale Sic herheit 2/2001 [Hrsg. Bundesamt für Sozialversicherungen], S. 60 ). In der Unfallversicherung gilt, dass die Versicherer mit den Medizinalpersonen sowie den Heil - und Kuranstalten vertraglich die Zusammenarbeit regeln und die Tarife festlegen können. Sie können die Behandlung der Versicherten ausschliesslich den am Ver- trag Beteiligten anvertrauen. Jedermann, der die Bedingungen erfüllt, kann dem Vertrag beitreten (Art. 56 Abs. 1 UVG). Im Bereich der Militä r- versicherung wird in einer praktisch wortgleichen Be stimmung festgelegt, dass die Militärversicherung mit den Medizinalpersonen, Anstalten, Inst i- tutionen für teilstationären Aufenthalt, Abklärungsstellen und Laboratorien vertraglich die Zusammenarbeit regeln und die Tarife festlegen kann. Sie kann die Behan dlung der Versicherten ausschliesslich den am Vertrag Beteiligten anvertrauen. Jedermann, der die Bedingungen erfüllt, kann dem Vertrag beitreten (Art. 26 Abs. 1 MVG). Die entsprechende Besti m- mung im IVG legt fest, dass d er Bundesrat befugt ist, mit der Ärzteschaft, den Berufsverbänden der Medizinalpersonen und der medizinischen Hilfspersonen sowie den Anstalten und Werkstätten, die Eingliederung s- massnahmen durchführen, Verträge zu schliessen, um die Zusammena r- beit mit den Organen der Versicherung zu regeln und die Tarife festzule- gen (Art. 27 Abs. 1 IVG). 5. Es ist unumstritten, dass die Tarifverhandlungen zwischen der Beschwer- deführerin und den Beschwerdegegnerinnen gescheitert sind, weshalb ab 1. Juli 2009 ein vertragsloser Zustand herrscht. 5.1 Die gesetzliche Konzeption im Bereich der Unfallversicherung sieht vor, dass der Bundesrat für die Koordination mit den Tarifordnungen a n- derer Sozialversicherungszweige sorgt und diese anwendbar erklären kann. Er ordnet die Vergütung für Versicherte, die sich in eine Heil anstalt ohne Tarifvereinbarung begeben (Art. 56 Abs. 2 UVG). Besteht kein Ve r- trag, so erlässt der Bundesrat nach Anhören der Parteien die erforderl i- chen Vorschriften (Art. 56 Abs. 3 UVG). Gestützt darauf hat der Bundes- rat auf Verordnungsebene festgelegt, dass für den Fall, dass sich der Versicherte in eine andere als die allgemeine Abteilung oder in eine ande- re Heilanstalt begibt, die Versicherung die Kosten übernimmt, die ihr bei C-529/2012 Seite 11 der Behandlung in der allgemeinen Abteilung dieser oder der nächstgele- genen entsprechenden Heilanstalt erwachsen wären (Art. 15 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 [UVV, SR 832.202]). 5.2 Die selbe Konzeption bei einem vertragslosen Zustand gilt auch in der Militärversicherung, die mit Art. 26 Abs. 2 und 3 MVG dieselben Delegat i- onsnormen wie Art. 56 Abs. 2 und 3 UVG kennt (Botschaft zum MVG, BBl 1990 III 265) und in der Invalidenversicherung, für welche Art. 27 Abs. 3 IVG vorsieht, dass im vertragslosen Zustand der Bundesrat die Höchstbe- träge festsetzen kann, bis zu denen den Versicherten die Kosten der Ei n- gliederungsmassnahmen vergütet werden. Die Anwendung des gleichen Systems ist auch unter dem Aspekt des Gebots der Koordination der T a- rifordnungen der verschiede nen Sozialversicherungssysteme angebracht sowie aus praktischen Gründen angezeigt, da die MTK, die Militärvers i- cherung und Invalidenversicherung in der Regel gemeinsam die Tarifve r- träge mit den Spitälern und den Verbänden der Medizinalpersonen a b- schliessen. 5.3 Bei Fehlen einer tarifve rtraglichen Regelung sieht Art. 15 Abs. 2 UVV die Anwendung eines Referenztarifs vor. Art. 56 Abs. 3 UVG – wie auch Art. 26 Abs. 3 MVG und Art. 27 Abs. 3 IVG – beruhen jedoch auf dem Gedanken, dass der Bundesrat dort eingreifen muss, wo das vom G e- setzgeber vorgesehene System gescheitert ist. Das ist etwa der Fall , wenn durch einen vertragslosen Zustand die flächendeckende medizin i- sche Versorgung der Versicherten in einer ganzen Region gefährdet ist. In einer solchen Si tuation hat der Bundesrat das Recht und die Pflicht , einzugreifen und die betroffenen Heilanstalten zur Zusammenarbeit mit den UVG-Versicherern zu verpflichten sowie verbindliche Tarife fest zule- gen, da die Anwendung der Regelung von Art. 15 Abs. 2 UVV in einem solchen Fall nicht sachgerecht wäre (vgl. Entscheid des Bundesrats vom 27. März 1985 E. 1 und 2 [act. 12/4]; vgl. auch SCHNEIDER, a.a.O., S. 60). 5.4 Hier ist unbestritten, dass durch den vertragslosen Zustand die fl ä- chendeckende medizinische Versorgung der Versicherten in einer ganzen Region grundsätzlich nicht gefährdet ist. Das wird so in der angefocht e- nen Verfügung festgehalten und wird von den Parteien nicht beanstandet. Die Vorinstanz hat ihre Kompetenz zur hoheitlichen Tariffestsetzung damit begründet, dass es sich bei der B._______ Klinik um eine wichtige regio- nal und überregional, schweizweit bekannte und auch international ane r- kannte Leistungserbringerin auf dem Gebiet der orthopädischen Verso r-C-529/2012 Seite 12 gung von Unfallpatienten sämtlicher Versicherungsklas sen handle. Die- ses Vorgehen ist sachgerecht und durch den weiten Wortlaut von Art. 56 Abs. 3 UVG und Art. 26 Abs. 3 MVG ("so erlässt der Bundesrat […] die erforderlichen Vorschriften") bzw. Art. 27 Abs. 3 IVG gedeckt. Auch aus den Materialen ergeben sich keine Hinweise darauf, dass ein hoheitliches Einschreiten des Bundesrats ausschliesslich bei Gefährdung der flächen- deckenden medizinischen Versorgung in einer ganzen Region zulässig wäre. Auch wenn keine Gefährdung der flächendeckenden medizinischen Versorgung der Versicherten in einer ganzen Region vorliegt , kann es im Einzelfall bei einem für die Versorgung der Bevölkerung wichtigen Spital durchaus angezeigt sein, hoheitlich in die gescheiterte Vertragsgestaltung einzugreifen. Da nicht zuletzt auch die Parteien dafürhalten, dass im vo r- liegenden Fall der Problematik des vertragslosen Zustands durch die A n- wendung eines Referenztarifs nicht beizukommen ist und ein Entscheid des Bundesrats ausdrücklich anerkannt bzw. soga r gewünscht wurde (act. 5 und 11), sieht das Bundesverwaltungsgericht keinen Anlass , von der Einschätzung der Verfahrensbeteiligten abzuweichen. Es ist daher im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass in der angefochtenen Verfügung hoheitlich ein Tarif für stationäre Behandlungen von Patienten der Unfall-, Militär- und Invalidenversicherung in der B._______ Klinik festgelegt wur- de. 6. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Delegation der Kompetenz vom Bundesrat an die Vorinstanz zur Festsetzung eines Tarifs zulässig war. 6.1 Das EDI stützt seine funktionelle Zust ändigkeit auf Art. 47 Abs. 6 des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes vom 21. März 1997 (RVOG, SR 172.010), wonach Gesc häfte des Bundesrates von Rechts wegen auf das in der Sache zuständige Departement übergehen, soweit Verfügungen zu treffen sind, die der Beschwerde an das Bundesverwa l- tungsgericht unterliegen. Die Beschwerde gegen Verfügungen des Bu n- desrates nach Artikel 33 Buchstaben a und b des Verwaltungsgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 bleibt vorbehalten. 6.2 Art. 47 Abs. 6 RVOG beinhaltet einen Delegationsautomatismus (vgl. THOMAS SÄGESSER, Handkommentar zum Regierungs - und Verwaltungs- organisationsgesetz, Bern 2007, N 46 zu Art. 47), der jedoch nur dann zum Tragen kommt, wenn die Beschwerde an das Bundesverwaltungsge- richt möglich ist. Ist sie nicht möglich, bleibt die Verfügungskom petenz C-529/2012 Seite 13 beim Bundesrat, was zur Folge hat, dass ein gerichtlicher Rechtsschutz in diesem Bereich fehlt und eine gesetzliche Ausnahme von der Recht s- weggarantie nach Artikel 29a der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) vorliegt (vgl. Bo t- schaft vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 4388). Dass der Bundesrat als erste und e inzige Instanz Verfü- gungen trifft, kann nur für Angelegenheiten mit einer besonderen polit i- schen Komponente in Betracht kommen. Aufgrund von Art. 29 a BV be- steht rechtlich nur sehr wenig Raum für Zuständigkeiten des Bundesrates als einzige Instanz. Soweit d as übergeordnete Recht die Schaffung einer solchen Zuständigkeit zulässt, sollte diese auch im Ausnahmekatalog von Art. 32 VGG enthalten sein, ansonsten der Delegationsautomatismus von Art. 47 Abs. 6 RVOG zum Tragen kommt (vgl. MARINO LEBER, Grundsätze für die Rechtsetzung im Bereich der Bundesrechtspflege, in: LeGes 2012/3, S. 301). 6.3 Das Bundesverwaltungsgericht verfügt grundsätzlich über eine allg e- meine Sachzuständigkeit in Bundesverwaltungssachen. Das Gesetz nimmt jedoch einige wenige Sachgebiete – mit v orwiegend politischem Charakter – aus (vgl. Botschaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 4387). Das Bundesverwaltungsgericht überprüft mit Ausnahme der Fälle nach Art. 33 Bst. b VGG keine Entscheide des Bundesrates. Durch die gesetzliche De legation von Verfügungskompetenzen des Bu n- desrates an das in der Sache zuständige Departement in Geschäften, die der Überprüfung durch das Bundesverwaltungsgericht unterliegen, wird sichergestellt, dass die Rechtsweggarantie greifen kann und die B e- schwerde an das Bundes verwaltungsgericht offen steht (vgl. Botschaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 4402 f.) . Ohne Au s- nahme von der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht geht die Verfügungskompetenz des Bundesrats folglich von Gesetzes weg en an das in der Sache zuständige Departement über (vgl. Botschaft zur Tota l- revision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 4388). 6.4 Wie bereits erwähnt ist die vorliegende Tarifstreitigkeit im Bereich der Unfall-, Militär- und Invalidenversicherung nicht im Ausnahmekatalog von Art. 32 VGG enthalten, weshalb in diesem Sachbereich eine Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig ist. Auch spezialgesetzliche Rechtsmittelbestimmungen stehen der Zuständigkeit des Bundesverwa l- tungsgerichts nicht entgegen. Aus diesem Grund geht die auf Art. 56 Abs. 3 UVG, Art. 26 Abs. 3 MVG und Art. 27 Abs. 3 IVG gestützte Verfü-C-529/2012 Seite 14 gungskompetenz des Bunde srats von Gesetzes wegen auf das in der Sache zuständige Departement, hier das EDI, über. 6.5 Der Gesetzgeber hat es unterlassen, die Zuständigkeit des EDI im Bereich des Tarifwesens der Unfall-, Militär- und Invalidenversicherung – im Nachgang zum Erlass des RVOG und in Nachvollzug der Revision der Bundesrechtspflege – anstelle des Bundesrats explizit im Gesetz zu ve r- ankern (vgl. dazu SÄGESSER, a.a.O., N 46 zu Art. 47). Aus der Botschaft zur Justizreform ergeben sich keine Anhaltspu nkte dafür, dass der G e- setzgeber die Tarife im Bereich der Unfall-, Militär- und Invalidenversiche- rung im Gegensatz zur Krankenversicherung im Streitfall bewusst einer gerichtlichen Kontrolle entziehen wollte. Wäre es ein Anliegen des G e- setzgebers gewesen, die Tariffestsetzungen im Bereich der Unfall-, Militär- und Invalidenversicherung in die abschliessende Zustän- digkeit des Bundesrats zu legen, hätte dieses Anliegen mit dem Au s- schluss der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht durch Au f- nahme in den K atalog von Art. 32 VGG oder durch eine spezialgesetzl i- che Regelung sichergestellt werden müssen. Die Möglichkeit der gericht- lichen Überprüfung von Tariffestsetzungen im Bereich der Unfall -, Militär und Invalidenversicherung erscheint auch angesichts des Gebots der Ko- ordination der verschiedenen Sozialversicherungszweige sachgerecht. Eine möglichst weitgehende Koordination mit den Tarifordnungen anderer Sozialversicherungszweige dient der Rechtssicherheit und trägt zu einer nicht unbedeutenden Verminderung d es administrativen Aufwandes der Vertragspartner bei (Botschaft zum UVG, BBl 1976 III 205). Es ist kein sachlicher Grund ersichtlich, weshalb Tariffestsetzungen im Bereich der Krankenversicherung gerichtlich überprüfbar sind und im Bereich der U n- fall-, Militär- und Invalidenversicherung nicht. Der Entscheid des Geset z- gebers, im Bereich der Krankenversicherung bei Tarifstreitigkeiten die Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht vorzusehen, obwohl bei der Festsetzung von Spitaltarifen aus Art. 6 Ziff. 1 EMRK k ein Anspruch auf Zugang zu einem Gericht abgeleitet werden kann (BGE 132 V 299), macht vielmehr deutlich, dass bei Tariffestsetzungsgeschäfte n der politi- sche Charakter nicht derart ausgeprägt ist, dass der Ausschluss der B e- schwerde an das Bundesverwaltungs gericht gerechtfertigt wäre. Schliesslich bleibt zu erwähnen, dass sich der Ausschluss der Beschwe r- de in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht aller- dings nach dem Wortlaut von Art. 83 Bst. r des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 200 5 (BGG, SR 173.110) auf Entscheide des Bundesve r- waltungsgericht auf dem Gebiet der Krankenversicherung beschränkt. C-529/2012 Seite 15 6.6 Aus dem Dargelegten folgt, dass die Zuständigkeit des EDI zum E r- lass der angefochtenen Verfügung zu bejahen ist. Gegen eine Zuständig- keit des EDI spricht auch nicht, dass die Parteien – und zunächst wohl auch das EDI selbst (vgl. act. 4) – von einem Entscheid durch den Bu n- desrat ausgegangen sind. 7. 7.1 Die Beschwerdegegnerinnen beantragen, der Beschwerde die au f- schiebende Wirkung zu entziehen. Als Verfügungsadressaten und Partei- en im Beschwerdeverfahren sind sie ohne weiteres legitimiert, einen Ver- fahrensantrag zu stellen (vgl. REGINA KIENER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 12 zu Art. 55). 7.2 Der Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kommt in der Regel von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu (Art. 55 Abs. 1 VwVG). Aufschiebende Wirkung besagt, dass die in einer Verfügung angeordnete Rechtsfolge vorläufig nicht eintritt, sondern bis zum Beschwerdeentscheid vollständig gehemmt wird. Zweck der aufschiebenden Wirkung ist es, die beschwerdeführende Person die nachteiligen Wirkungen der Verfügung solange nicht fühlen zu lassen, bis über deren Rechtmässigkeit entsch ie- den ist (ANDRÉ MOSER / MICHAEL BEUSCH / LORENZ KNEUBÜHLER, Prozes- sieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 116 f., Rz. 3.19). 7.3 Sofern die Verfügung nicht eine Geldleistung zum Gegenstand hat, kann die Beschwerdeinstanz, ihr Vorsitzender oder der Instruktionsrichter nach Einreichung der Beschwerde dieser die aufschiebende Wirkung entziehen ( Art. 55 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 1 VGG) . Nach der Rechtsprechung ist eine Verfügung auf eine Geldleistung gerichtet, wenn sie den Adressaten zur Bezah lung eines Geldbetrages verpflichtet (BGE 111 V 56 E. 3 ). Die angefochtene Verfügung verpflichtet die Verfügung s- adressaten nicht zu einer Geldleistung, weshalb hier keine Verfügung über eine Geldleistung im Sinn von Art. 55 Abs. 2 VwVG vorliegt (vgl. KIENER, a.a.O., Rz. 19 zu Art. 55). Die aufschiebende Wirkung der Beschwerde stellt die Regel dar, der Entzug bleibt die Ausnahme. Der Entzug der aufschiebenden Wirkung setzt voraus, dass im Einzelfall überzeugende Gründe für die sofortige Wirksamkeit der Verfügung spre- chen. Der Entzug muss mithin durch öffentliche oder private Interessen gerechtfertigt sein (KIENER, a.a.O., Rz. 14 und 19 zu Art. 55). C-529/2012 Seite 16 7.4 Im vorliegenden Fall haben die Parteien für die Zeit des vertragslosen Zustandes am 23. Dezember 2009 und a m 29. Januar 2010 eine Über- gangsregelung getroffen, die bis 31. Dezember 2011 anwendbar war. Diese sieht einen provisorischen Basispreis vor und statuiert eine Au s- gleichspflicht. Für das Jahr 2012 wurde ebenfalls ein Tarifvertrag im Sinne einer provisorisc hen Regelung getroffen, welcher die Bestimmung des Basispreises und die Ausgleichspflicht reg elt. Ob auch für die Zeit ab 1. Januar 2013 eine Übergangsregelung vereinbart wurde, ist nicht a k- tenkundig. Da die Parteien zumindest bis 31. Dezember 2012 einen p ro- visorischen Tarif vereinbart und auch die Ausgleichspflicht geregelt ha- ben, sind keine überzeugende n Gründe ersichtlich, die den Entzug der aufschiebenden Wirkung und die Abänderung der unter den Parteien in einem der Vertragsautonomie unterstehende Bere ich getroffene n Über- gangsregelung rechtfertigen, zumal im heutigen Zeitpunkt keine En t- scheidprognose in der Hauptsache gemacht werden kann, die allenfalls zu berücksichtigen wäre (vgl. BGE 130 II 149 E. 2.3) . Dementsprechend ist das Gesuch der Beschwerdegegnerinnen um Entzug der aufschieben- den Wirkung der Beschwerde abzuweisen. 7.5 Für den Fall, dass die Parteien für den Zeitraum ab 1. Januar 201 3 keine Übergangsregelung vereinbart haben, wird in Anwendung von Art. 56 VwVG, der vorsieht dass die Beschwerdeinsta nz, ihr Vorsitzender oder Instruktionsrichter nach Einreichung der Beschwerde von Amtes wegen oder auf Begehren einer Partei andere vorsorgliche Massnahmen treffen kann, um den bestehenden Zustand zu erhalten oder bedrohte I n- teressen einstweilen sicherzust ellen, als vorsorgliche Massnahme ang e- ordnet, dass die unter den Parte ien für das Jahr 2012 (Tarifvertrag 2012, B-act. 1/7) gestützt auf SwissDRG getroffene Übergangsregelung auch ab dem 1. Januar 2013 zur Anwendung gelangt. Demnach gilt ab 1. Ja- nuar 201 3 für die Dauer des Beschwerdeverfahrens als provisorischer Basispreis (100 %) für stationäre Behandlungen von Patienten der Unfall-, Militär - und Invalidenversicherung in der B._______ Klinik der vom Regierungsrat des Kantons Zürich im stationären Bereich der Aku t- somatik festgesetzte provisorische Tarif von Fr. 9'500. - (RRB 278/2013 und RRB 1493/2011). Ausdrücklich vorbehalten bleibt eine (abweichende) vertragliche Übergangsregelung zwischen den Parteien. 8. Über die Kosten dieses Teilentscheids bzw. dieser Zwischenverfügung und allfällige Parteientschädigungen ist im Entscheid über die Haupts a- che zu befinden. C-529/2012 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Auf die Beschwerde wird eingetreten. 2. Es wird festgestellt, dass das EDI zum Erlass der angefochtenen Verf ü- gung zuständig war. 3. Das Gesuch der Beschwerdegegnerinnen um Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde wird abgewiesen. 4. Im Sinn einer vorsorglichen Massnahme wird unter dem Vorbehalt e iner abweichenden vertraglichen Vereinbarung zwischen den Parteien ange- ordnet, dass ab 1. Januar 201 3 für die Dauer des Beschwerdeverfahrens als provisorischer Basispreis (100 %) für stationäre Behandlungen von Patienten der Unfall-, Militär- und Invalidenversicherung in der B._______ Klinik der vom Regierungsrat des Kantons Zürich im stationären Bereich der Akutsomatik festgesetzte provisorische Tarif von Fr. 9'500. - (RRB 278/2013 und RRB 1493/2011) gilt. 5. Dieser Teilentscheid bzw. diese Zwischenverfügung geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerinnen (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Einschreiben) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Franziska Schneider Michael Rutz C-529/2012 Seite 18 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Recht sschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange- fochtene Entscheid und die Beweismitte l sind, soweit sie der Beschwe r- deführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: