Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 2. September 2020 (810 20 59) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Behördliche Aufsicht über den Willensvollstrecker Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Marku s Clausen, Daniel Häring, Markus Mattle, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Yaël Heymann Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Aurelio A. Ferrari und/oder Dr. Leandro Perucchi, Rechtsanwälte gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner B.____ , Beschwerdegegnerin Betreff Aufsichtsrechtliche Anzeige gegen die Willensvo llstreckerin im Nach- lass von C.____, (RRB Nr. 188 vom 11. Februar 2020) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____ ist der Neffe und ein Erbe der am 17. August 2017 ver storbenen C.____ (Erb- lasserin). Mit Testament vom 14. Juli 2017 richtete die se verschiedene Geld- und Sachver- mächtnisse aus und verfügte unter anderem in Ziffer 1 Bst. m folgendes: "Die 4 Gemälde von E.____, F.____, G.____ und H.____ (dieser hängt im Tessin) an die I.____ Stiftung, sofern die Stiftung dann noch existiert. Die se Bilder müssen in der Villa J.____ in K.____ ausgestellt werden." B. Als Willensvollstreckerin der Erblasserin amtet die B .____ (Willensvollstreckerin). C. Mit Eingabe vom 9. September 2019 gelangte A.___ _, vertreten durch Aurelio A. Ferrari, Fürsprecher in Zürich, und/oder Dr. Leandro Perucchi, R echtsanwalt in Zürich, an die Zivil- rechtsverwaltung D.____ als Aufsichtsbehörde über die W illensvollstrecker (Zivilrechtsverwal- tung) und beantragte, es sei die Willensvollstreckerin anzuweisen, das Vermächtnis gemäss Ziffer 1 Bst. m des Testaments vom 14. Juli 2017 nur un ter der Voraussetzung an die I.____ Stiftung herauszugeben, dass diese schriftlich zusichere, die Bilder dauernd und der Öffentlich- keit zugänglich in der Villa J.____ in K.____ auszustell en und nicht zu veräussern. Zudem sei die Willensvollstreckerin anzuweisen, die Ausrichtung erst vo rzunehmen, wenn der Museums- betrieb in der Villa J.____ wiederaufgenommen werde. Beide Weisungen seien unter Andro- hung der Bestrafung nach Art. 292 StGB im Widerhandl ungsfall sowie der Absetzung im Nicht- befolgungsfall anzuordnen. Weiter sei der Willensvollst reckerin im Sinne einer superprovisori- schen Massnahme zu verbieten, die Ausrichtung des Vermächt nisses zugunsten der I.____ Stiftung während der Dauer des Verfahrens vorzunehmen . Eventualiter sei dieses Verbot vor- sorglich anzuordnen. Beide Begehren seien wiederum mit der Androhung der Bestrafung nach Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall und der Absetzung im Nichtbefolgungsfall zu verbinden. Schliesslich sei der L.____ als Aufbewahrerin der Bilder die Anhängigmachung des Verfahrens anzuzeigen, verbunden mit der Weisung, die Bilder nur mit der ausdrücklichen Zustimmung der Zivilrechtsverwaltung herauszugeben; alles unter o/e-Koste nfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Erblasserin habe die Ausri chtung des Vermächtnisses an die I.____ Stiftung von einer doppelten Bedingung abhängig gemacht. Zum einen müsse die I.____ Stiftung noch bestehen, zum anderen müssten die Bilder in der Villa J.____ ausgestellt werden. Der Erblasserin sei es wichtig gewesen, dass die vier Bil der genau in dieser Örtlichkeit ausge- stellt würden und nicht im Rahmen einer anderen Samm lung oder aber an einem anderen Ort. Da die Villa J.____ umfassend saniert werde und mit ei ner ersten Ausstellung frühestens im Jahr 2022 gerechnet werden könne, sei derzeit lediglich die erste Bedingung erfüllt. Die zweite Bedingung könne aufgrund verschiedener Ungewissheiten nicht sichergestellt werden, weshalb eine Ausrichtung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich un d widerrechtlich sei. Mit der von der Willensvollstreckerin beabsichtigten Ausrichtung des Verm ächtnisses per 10. September 2019 werde der Wille der Erblasserin nicht respektiert. D. Mit Verfügung vom 12. September 2019 trat die Zi vilrechtsverwaltung auf die Begehren von A.____ nicht ein. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass vorliegend die Aus- legung des Testaments strittig sei und die Streitigkeit f olglich materielles Recht betreffe, wofür die Zivilgerichtsbarkeit zuständig sei. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Dagegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch A urelio A. Ferrari, Fürsprecher in Zü- rich, und/oder Dr. Leandro Perucchi, Rechtsanwalt in Zür ich, am 18. September 2019 Be- schwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). Er beantragte, es sei die angefochtene Verfügung der Zivilrechtsverwalt ung vom 12. September 2019 aufzu- heben und die Willensvollstreckerin anzuweisen, die Au srichtung des Vermächtnisses gemäss Ziffer 1 Bst. m des Testaments vom 14. Juli 2017 erst vor zunehmen, wenn sichergestellt sei, dass der Museumsbetrieb in der Villa J.____ wiederaufge nommen sei und die Bilder dort der Öffentlichkeit zugänglich ausgestellt würden, unter And rohung der Bestrafung nach Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall sowie der Absetzung im N ichtbefolgungsfall. Infolge besonderer Dringlichkeit sei diese Weisung superprovisorisch und ohne vorgängige Anhörung der Willens- vollstreckerin anzuordnen. Ferner sei der L.____ als Aufbewahrerin der Bilder die Anhängigma- chung des Verfahrens anzuzeigen, verbunden mit der Weisung, die Bilder nur mit der ausdrück- lichen Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde herau szugeben; alles unter o/e- Kostenfolge. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass die von der Willensvollstre- ckerin beabsichtigte Ausrichtung des Vermächtnisses dem of fensichtlichen und eindeutigen Sinn des Testaments widerspreche. So habe die Erblasserin die Bilder an die I.____ Stiftung unter der Bedingung vermacht, dass diese in der Villa J.____ in K.____ ausgestellt würden. Da dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt klar nicht der Fall sei und frühestens im Jahr 2022 wieder Ausstellungen in der Villa J.____ stattfänden, verletzt e eine Ausrichtung des Vermächtnisses die klare und unzweideutige Bestimmung von Ziffer 1 Bst. m des Testaments. Die Ankündigung der baldigen Ausrichtung der Gemälde stelle daher ein e drohende Pflichtverletzung der Wil- lensvollstreckerin dar, welche mittels Anordnung einer Si cherungsmassnahme zu verhindern sei. Dabei sei die Zivilrechtsverwaltung zu Unrecht davo n ausgegangen, dass die anbegehrte Sicherungsmassnahme eines einstweiligen Ausrichtungsverbo ts nicht in ihre Überprüfungsbe- fugnis falle, und habe damit das massgebliche Recht fal sch angewendet. Zudem habe sie den Sachverhalt aktenwidrig festgestellt, indem sie trotz of fensichtlich klarem und unzweideutigem Wortlaut von einer auslegungsbedürftigen testamentarischen Anordnung ausgegangen sei. Die Zivilrechtsverwaltung habe ferner das rechtliche Gehör ve rletzt und eine formelle Rechtsver- weigerung begangen. Zum einen habe sie sich zu Unrecht nicht mit der Frage auseinanderge- setzt, ob eine Sicherungsmassnahme zum Schutz vor einer dr ohenden Pflichtverletzung durch die Willensvollstreckerin anzuordnen sei. Sie habe sich lediglich darüber geäussert, wie das Testament juristisch verschieden qualifiziert werden könne. Zum anderen habe sie aufgrund ihrer unzulässigen Überprüfungsbeschränkung gänzlich darauf verzichtet, irgendeine inhaltliche Beurteilung der Anträge vorzunehmen. F. Mit Verfügung vom 27. September 2019 hiess der in struierende Rechtsdienst des Re- gierungsrats den Antrag auf Erlass einer vorsorglichen Massn ahme gut und wies die Willens- vollstreckerin an, die Ausrichtung des Vermächtnisses während der Dauer des Beschwerdever- fahrens vor dem Regierungsrat nicht vorzunehmen. G. In ihrer Vernehmlassung vom 14. November 2019 bea ntragte die Zivilrechtsverwaltung die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, sofern darauf eingetreten werden könne. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Mit Schreiben vom 2. Oktober 2019 und 24. Oktober 2019 teilte die Willensvollstreckerin unter anderem mit, dass keine Zweifel an der Wiedereröffnung der Villa J.____ bestünden. Dies werde seitens der Stadt K.____ als Baurechtnehmerin m it Schreiben vom 22. Oktober 2019 bestätigt. I. Mit Regierungsratsbeschluss Nr. 188 vom 11. Februar 2020 wies der Regierungsrat die Beschwerde ab. Zur Begründung führte er zusammenfassend aus, dass objektiv nichts darauf hindeute, dass dem Willen der Erblasserin auf unabseh bare Zeit nicht entsprochen werden könne. Insbesondere bestehe mit Verweis auf das von der Willensvollstreckerin vernehmlas- sungsweise eingereichte Schreiben vom 2. Oktober 2019 u nd das Bestätigungschreiben der Stadt K.____ vom 22. Oktober 2019 kein Grund zur Anna hme, dass die Bilder dereinst nicht in der Villa J.____ ausgestellt werden könnten und die be vorstehende baldige Herausgabe der Bilder durch die Willensvollstreckerin als eine pflichtwi drige Handlung gewertet werden müsse. Damit bestehe zurzeit auch kein Raum für den Erlass ein es aufsichtsrechtlich motivierten Aus- händigungsverbots. Zudem hielt der Regierungsrat fest, dass die Auslegung des Testaments betroffen sei, soweit A.____ geltend mache, es handle sich bei der angeordneten Ausstellungs- pflicht um eine Bedingung, während die Willensvollstreckerin sich auf den Standpunkt stelle, es handle sich um eine Auflage. Die Zivilrechtsverwaltung habe diesbezüglich zu Recht ausge- führt, dass es sich dabei um eine materiell-rechtliche F rage handle, welche im Rahmen eines zivilrechtlichen Verfahrens geprüft werden müsse. Ferner sei eine Verletzung der Begrün- dungspflicht zu verneinen, zumal die Zivilrechtsverwaltung mit ihrer Ausführung zu den ver- schiedenen Auslegungsmöglichkeiten aufgeführt habe, dass d ie vorgetragenen Rügen primär zivilrechtlich motiviert seien und gestützt auf diese Begrü ndung ohne Weiteres zum Schluss habe kommen dürfen, dass den Begehren nicht stattzugebe n sei. Auch liege keine formelle Rechtsverweigerung vor. Zwar sei die Zivilrechtsverwaltung formal auf die Aufsichtsbeschwerde nicht eingetreten, habe aber die Eingabe von A.____ sehr wohl an die Hand genommen und seine Begehren im Rahmen ihrer Begründung einlässlich geprüft. J. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, nach wie vor ver treten durch Aurelio A. Ferrari, Fürsprecher in Zürich, und/oder Dr. Leandro Perucchi, Rechtsanwalt in Zürich, mit Eingabe vom 24. Februar 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Kantonsgericht). Er beantragt, es sei der Beschluss des Regierungsrats vom 11. Februar 2020 aufzuheben (Ziffer 1) und die Willensvollstreckeri n anzuweisen, die Ausrichtung des Ver- mächtnisses gemäss Ziffer 1 Bst. m des Testaments vom 14. Juli 2017 erst vorzunehmen, wenn sichergestellt sei, dass der Museumsbetrieb in der V illa J.____ wiederaufgenommen sei und die Bilder dort der Öffentlichkeit zugänglich aus gestellt würden, unter Androhung der Be- strafung nach Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall sowie der Absetzung im Nichtbefolgungsfall (Ziffer 2). Zudem sei der Willensvollstreckerin superpr ovisorisch zu verbieten, die Ausrichtung des Vermächtnisses während der Dauer des Verfahrens vorzun ehmen, unter Androhung der Bestrafung nach Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall sowie der Absetzung im Nichtbefol- gungsfall (Ziffer 3). Im Weiteren sei der L.____, A ufbewahrerin der Bilder, die Anhängigma- chung des Verfahrens anzuzeigen, verbunden mit der Weisung, die Bilder nur mit der ausdrück- lichen Zustimmung der Verfahrensleitung herauszugeben ( Ziffer 4); alles unter o/e-Kostenfolge (Ziffer 5). Der Beschwerdeführer rügt eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung. Entgegen der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorinstanzlichen Auffassung gehe aus den vernehmlassungsweis e eingereichten Unterlagen der Willensvollstreckerin nicht hervor, wann der Museumsb etrieb wiederaufgenommen werde und dass die Stadt K.____ die Villa J.____ im Baurecht übernommen habe und nach der Sanie- rung wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen würde . Auch habe die Vorinstanz nicht be- rücksichtigt, dass gemäss neuem Museumskonzept die Villa J.___ _ neu unter dem Namen "Standort M.____ " figurieren werde und neben weite ren betrieblichen Fragen unter anderem unklar sei, wie der Standort M.____ konzipiert sei. De s Weiteren habe der Regierungsrat zu Unrecht eine Sorgfaltspflichtverletzung verneint. Eine Voraussetzung für die Vermächtnisaus- richtung sei die Ausstellung der vermachten Bilder in der Villa J.___. Die Vorinstanz habe je- doch verkannt, dass die Wiederaufnahme des Ausstellungsbet riebs in Form der Villa J.____ ungewiss und in zeitlicher Hinsicht nicht absehbar sei. Si e habe zudem rechtsfehlerhaft be- gründet, weshalb die Ausrichtung trotz fehlenden Bedingungseintritts rechtmässig sein solle. K. Mit Verfügung vom 26. Februar 2020 untersagte das Kantonsgericht der Willensvollstre- ckerin im Sinne einer superprovisorischen Massnahme, für di e Dauer des Verfahrens die Aus- richtung des Vermächtnisses zugunsten der I.____ Stiftung vorzunehmen. L. Mit Eingabe vom 27. Februar 2020 nahm die Willen svollstreckerin zu den Massnahme- begehren in Ziffer 3 und 4 der Beschwerde Stellung und beantragte deren Abweisung. M. Mit Verfügung vom 19. März 2020 hiess das Kantonsger icht das Gesuch des Beschwer- deführers teilweise gut und bestätigte das Aushändigu ngsverbot im Sinne einer vorsorglichen Massnahme. Im Übrigen wurde das Begehren um Androhung der Ungehorsamsstrafe sowie der Antrag auf Anzeige des vorliegenden Verfahrens an die L.____ als Aufbewahrerin der Bilder abgewiesen. N. Die Willensvollstreckerin reichte mit ihrer Stellun gnahme vom 26. März 2020 ein neues Bestätigungsschreiben der Stadt K.____ vom 20. März 2020 ein, in welchem diese bestätige, dass die Freigabe des Bauprojekts gemäss Zeitplan Ende Mä rz 2020 erfolge und schliesslich im Jahr 2021 mit einem Baubeginn gerechnet werden kön ne. Der beigelegte Phasenterminplan bestätige zudem, dass die Wiederaufnahme des Museumsbetri ebs ab Ende 2022 vorgesehen sei. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer behaupteten Unsicherheiten betreffend Name und Form der Villa J.____ bringt die Willensvollstreckerin vor, dass im Protokollauszug des Grossen Gemeinderats vom 22. Mai 2017 neben dem Namen "Villa J.____" auch die Strasse, an der sie sich befindet, erwähnt werde. Das Museum werde jedoch in allen übrigen Akten als "Villa J.____" bezeichnet. Auch umfasse der Museumsbetrieb die bisherigen Gebäude, was sich aus den beigelegten Bauprojektplänen EG/1. OG vom 4. Juni 2019 ergebe. Ferner führe die verzö- gerte Vermächtnisausrichtung zu einer Verminderung des Be trags, welcher den 18 Prozent- vermächtnisnehmer aus dem Nachlass zukomme, was dem Erblasserwillen widerspreche. O. In seiner Vernehmlassung vom 21. April 2020 beant ragt der Regierungsrat die vollum- fängliche Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. Unter Verweis auf die Verfahrens- akten und die Erwägungen im angefochtenen Entscheid fü hrt er zusammenfassend aus, dass entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers die Bereichslei terin Kultur der Stadt K.____ mit Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schreiben vom 22. Oktober 2019 bestätigt habe, dass die Stadt K.____ die Villa J.____ im Bau- recht vom Kanton übernommen habe, sie sanieren werde u nd zum Zweck einer musealen Nut- zung umbauen lasse. Ferner werde daran festgehalten, da ss nichts darauf hindeute, dass die vermachten Bilder nicht in der Villa J.____ ausgestellt würden und damit dem Willen der Erb- lasserin auf unabsehbare Zeit nicht entsprochen werden könne. Ob es sich schliesslich im Tes- tament um eine Bedingung oder Auflage handle, sei im Rahmen eines zivilrechtlichen Verfah- rens zu prüfen. P. In seiner Replik vom 8. Juni 2020 führt der Beschw erdeführer betreffend die Vernehm- lassung der Willensvollstreckerin vom 26. März 2020 im Wesentlichen aus, dass der eingereich- te Phasenterminplan frühestens ab Januar 2023 eine Inb etriebnahme des Museumsbetriebs vorsehe. Zudem sei das Projekt nachweislich bereits jetzt im Rückstand und aus einer blossen Terminplanung könne auf eine mehr als zweieinhalb Jahre in der Zukunft liegende Wiedereröff- nung gestützt auf die allgemeine Lebenserfahrung keine sfalls geschlossen werden. Im Gegen- teil sei erfahrungsgemäss davon auszugehen, dass es noch vier bis fünf Jahre dauern werde, bis in der Villa J.____ wieder Ausstellungen stattfin den würden. Selbst eine verbindliche Zusi- cherung eines Termins für die Wiederaufnahme des Ausstellungsbetriebs in vier bis fünf Jahren würde jedoch keineswegs bedeuten, dass damit auch die str eitgegenständlichen Bilder in der Villa J.____ ausgestellt würden. Des Weiteren lasse sich di e Willensvollstreckerin von sach- fremden Interessen leiten, wenn sie die Interessen der 18 Prozentvermächtnisnehmer berück- sichtige. Betreffend die Vernehmlassung der Vorinstanz v om 21. April 2020 führt der Be- schwerdeführer im Wesentlichen aus, dass es sich bei den A usführungen bezüglich des Ter- mins der Wiedereröffnung lediglich um Schätzungen und Spekulationen handle. Q. Am 24. Juni 2020 reichten die Rechtsvertreter des Besch werdeführers ihre Honorarnote sowie die mit Verfügung vom 25. Mai 2020 ersuchte Vollm acht für das vorliegende Verfahren ein. R. Am 29. Juni 2020 nahm die Willensvollstreckerin zur Honorarnote vom 24. Juni 2020 Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regierungs- rates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kanto nsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzli cher Ausschlusstatbestand vor- liegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beur teilung der vorliegenden Angelegen- heit gegeben. 1.2 Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an der Beurteilung seiner Eingab e, weshalb er nach § 47 Abs. 1 lit. a Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht VPO zur verwaltungsgerichtlichen Beschwerde legitimiert i st. Da die weiteren Prozessvoraus- setzungen ebenfalls erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Eine Ermessenskontrolle ist dem Kantonsgericht vorliegend verwehrt (vgl. § 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob das Gesuch des Beschwerdeführers um Erlass eines aufsichtsrechtlich motivierten Aushändigun gsverbots zu Recht abgewiesen wurde. 4.1 Der Beschwerdeführer moniert zunächst, dass die Vori nstanz rechtsfehlerhaft nicht be- gründet habe, weshalb die Ausrichtung des Vermächtnisses t rotz fehlendem Bedingungseintritt rechtmässig sein solle. Soweit er damit rügt, die Vori nstanz habe seinen Anspruch auf rechtli- ches Gehör verletzt, indem sie den angefochtenen Entsche id unzureichend begründet habe, ist aufgrund der formellen Natur der Gehörsverletzung zun ächst diese zu behandeln (Urteil des Bundesgerichts 5A_401/2015 vom 7. September 2015 E. 3.1 m.w.H.). 4.2.1 Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der S chweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verankerte Anspruch der Partei en auf rechtliches Gehör gewährleistet dem Einzelnen allgemein eine effektive Mitwirkung im V erfahren zum Erlass von Entscheidun- gen, die in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreifen (GEROLD STEINMANN , in: Bernhard Eh- renzeller et al. [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur schw eizerischen Bundesverfassung, 3. Auflage, Zürich 2014, N 42 ff. zu Art. 29 BV). Al s Teilgehalte des rechtlichen Gehörs zählen in der Rechtsprechung und Lehre die Ansprüche auf vor gängige Äusserung und Anhörung, der Anspruch auf Berücksichtigung der Vorbringen, der Anspru ch auf Teilnahme am Beweisverfah- ren unter Einschluss des Rechts, Beweisanträge zu stellen , das Recht auf Akteneinsicht und das Recht auf einen begründeten Entscheid (BGE 142 I 86 E. 2.2; 141 V 557 E. 3.1; KGE VV vom 11. August 2017 [810 17 35] E. 4.1; M ICHELE ALBERTINI , Der verfassungsmässige An- spruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 206 ff.; JÖRG PAUL MÜLLER /M ARKUS SCHEFER , Grundrechte in der Schweiz, 4. Auflage, Bern 2008, S. 846 ff.). Der Anspruch auf rechtliches Gehö r umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1; 135 I 279 E. 2.3; 132 V 368 E. 3.1). 4.2.2 Der Anspruch auf Begründung von Verfügungen un d Entscheiden verlangt, dass die Behörde ihren Entscheid begründet. Die Begründung ei nes Entscheids entspricht den Anforde- rungen von Art. 29 Abs. 2 BV, wenn die Betroffenen da durch in die Lage versetzt werden, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in vol ler Kenntnis der Umstände an eine hö- here Instanz weiterzuziehen. Die Begründungspflicht soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und der betroffenen P erson ermöglichen, die Verfügung sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt w erden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie si ch ausdrücklich mit jeder tatbeständ- lichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2; 129 I 232 E. 3.2; KGE VV vom 31. Oktober 201 8 [810 17 223] E. 5.2; KGE VV vom 20. Dezember 2017 [810 17 93] E. 5.1; STEINMANN , a.a.O., N 49 zu Art. 29 BV). 4.3 Aus den rechtlichen Erwägungen des angefochtenen Entscheids geht klar hervor, dass die Vorinstanz die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Rügen im Zusammenhang mit dem Entscheid der Zivilrechtsverwaltung und den Handlungen der Willensvollstreckerin überprüft und festgestellt hat, dass die Zivilrechtsverwaltung im R ahmen ihrer beschränkten Aufsichts- kompetenz in der Ausrichtung der fraglichen Bilder zu Re cht keine Pflichtverletzung erblickt hatte, die ein aufsichtsrechtlich motiviertes Einschreit en rechtfertigen würde. Sie legt in strin- genter Weise dar, weshalb sie die Voraussetzungen für den Erlass eines aufsichtsrechtlich mo- tivierten Aushändigungsverbots als nicht gegeben ansieht. Diese Ausführungen genügen den Anforderungen an die Begründungspflicht. Hiervon zeug t auch der Umstand, dass der Be- schwerdeführer in der Folge offensichtlich in der Lage w ar, die Tragweite der Entscheidung richtig einzuschätzen und den Entscheid sachgerecht anzufechten. Im Übrigen fällt die Gehörs- verletzungsrüge weitgehend mit den Vorwürfen der unzur eichenden Berücksichtigung der für ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde sprechenden Argume nte und folglich mit der inhaltlichen Kritik an der Abweisung des beantragten Aushändigungsver bots zusammen. Es liegt keine Ge- hörsverletzung vor, nur weil die Begründung der Behörd e nach Ansicht des Beschwerdeführers materiell fehlerhaft ist (vgl. Urteil des Bundesgeri chts 1C_474/2016 vom 1. Juni 2017 E. 2; ALBERTINI , a.a.O., S. 405). Der Entscheid der Vorinstanz verletzt die Begründungspflicht nicht. 5.1 Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerde sodann vor, dass die Vorinstanz den Sachverhalt unrichtig festgestellt habe, indem sie nicht berücksichtigt habe, dass aus den ver- nehmlassungsweise eingereichten Unterlagen der Willensvollstreckerin nicht hervorgehe, wann der Museumsbetrieb wieder aufgenommen werde und ob d ie Villa J.____ überhaupt unter die- sem Namen und in dieser Form weitergeführt werden könne. 5.2 Dem Beschwerdeführer kann mit der Rüge der unrich tigen Sachverhaltsfeststellung nicht gefolgt werden. Bezüglich der Wiederaufnahme des Museumsbetriebs führt die Vorinstanz in ihren Erwägungen im angefochtenen Entscheid aus, dass kein triftiger Grund zur Annahme vorliege, dass die vermachten Bilder dereinst nicht in d er Villa J.____ in K.____ ausgestellt werden könnten. Dabei stützt sie sich insbesondere auf das Schreiben der Willensvollstreckerin vom 2. Oktober 2019, in welchem diese bestätige, dass k eine Zweifel an der Wiedereröffnung der Villa J.____ als Museum bestanden. Dies werde schliessl ich durch die Stadt K.____ in ih- rem Schreiben vom 22. Oktober 2019 mit Verweis auf die vorangegangenen politischen Ent- scheide der öffentlichen Hand bezüglich der Zukunft der Villa J.____ als Museumsbetrieb be- stätigt. Gestützt auf die vorgenannten Unterlagen geht die Vorinstanz davon aus, dass mit einer Wiederaufnahme des Museumsbetriebs in absehbarer Zeit gerechnet werden könne, ohne sich explizit zum genauen Zeitpunkt der Wiedereröffnung der Villa J.____ zu äussern. Abgesehen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht von der Tatsache, dass sowohl dem aktenkundigen Schreiben d er I.____ Stiftung vom 18. Juli 2019 als auch dem vom Beschwerdeführer selbst im Verfah ren vor der Zivilrechtsverwaltung eingereichten Internetauszug der Startseite der Villa J.____ vom 5. September 2019 entnom- men werden kann, dass eine Wiedereröffnung der Villa J.____ im Jahr 2022 geplant werde, wird aus der Rüge des Beschwerdeführers nicht ersichtlich, was er aus der fehlenden Da- tumsangabe zu seinen Gunsten ableiten könnte. Die Sc hlussfolgerung, mangels Angabe eines genauen Datums könne ohne Weiteres davon ausgegangen w erden, dass eine Wiederaufnah- me des Museumsbetriebs in absehbarer Zeit ausgeschlossen sei , ist unter Berücksichtigung der vorgenannten Unterlagen und der Bestätigung von S eiten der Stadt K.____ nicht nachvoll- ziehbar. Dies umso mehr, als gemäss dem im vorliegenden Be schwerdeverfahren von der Wil- lensvollstreckerin eingereichten und nach § 6 Abs. 2 VPO zu berücksichtigenden Phasenter- minplan mit einer Wiederaufnahme des Museumsbetriebs per Januar 2023 gerechnet wird. Zu- dem ist festzuhalten, dass unabhängig davon, wann der Museumsbetrieb tatsächlich wieder aufgenommen wird, aus der fehlenden Datumsangabe nic ht ohne Weiteres abgeleitet werden kann, dass die Wiederaufnahme des Museumsbetriebs ungewiss s ei. Die Rüge des Beschwer- deführers geht damit ins Leere. Auch aus dem Vorbring en, die Villa J.____ würde neu unter dem Namen Standort M. ____ figurieren, kann der Besch werdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass im Grossra tsbeschluss vom 22. Mai 2017 die Bezeichnung "M. ____ (bisher Villa J.___)" verwendet w ird, welche mit der Formulierung im entsprechenden Antrag des Stadtrats an den Grossen Geme inderat vom 22. Februar 2017 übereinstimmt (vgl. Antrag des Stadtrats an den Grossen Gemeinderat vom 22. Februar 2017, GGR-Nr. 2017.17, S. 1). Hingegen wird in der nachfol genden Weisung des Stadtrats an den Grossen Gemeinderat vom 22. Februar 2017 jeweils die B ezeichnungen "Villa J.____" oder "Standort Villa J.____" verwendet, sodass allein aus der Formulierung im Grossratsbeschluss vom 22. Mai 2017 nicht ohne Weiteres darauf geschlossen werden kann, dass die Villa J.____ unter neuem Namen figurieren werde. Ferner ist festzu halten, dass selbst unter der Annahme, dass die Villa J.____ unter neuem Namen weitergeführt werden sollte, dies einer Ausrichtung des Vermächtnisses nicht entgegenstehen würde. Wie der Be schwerdeführer selbst in seiner Aufsichtsbeschwerde an die Zivilrechtsverwaltung vom 9. S eptember 2019 angegeben hat, sei der Erblasserin wichtig gewesen, dass die Bilder im Rah men der Kunstsammlung I.____ aus- gestellt würden (vgl. Aufsichtsbeschwerde vom 9. Septem ber 2019, Rz. 30). In diesem Zusam- menhang ist der Weisung des Stadtrats an den Grossen Gemeinderat vom 22. Februar 2017 zu entnehmen, dass in einem einzigen Museumsbetrieb unter einheitlicher Leitung verschiedene Sammlungen, unter anderem die Sammlung der I.____ S tiftung in der Villa J.____, integriert werden sollten, wobei beabsichtigt werde, dass die Iden tität der einzelnen Sammlungen erhal- ten bleibe. Bezüglich der Villa J.____ wird insbesonder e festgehalten, dass deren Sammlung einen kulturhistorischen Wert habe und eine grosse Anzi ehungskraft besitze, weshalb die Kul- turstadt K.____ und der Kanton N.____ ein grosses Interesse am Erhalt des ganzen Ensembles hätten (vgl. Weisung des Stadtrats an den Grossen Geme inderat vom 22. Februar 2017, S. 5 f.). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass sel bst bei einer allfälligen Namensän- derung dem Willen der Erblasserin, die vermachten Bil der im Rahmen der Kunstsammlung I.____ in der Villa J.____ auszustellen, entsprochen we rden könnte, weshalb sich die diesbe- zügliche Rüge als unbegründet erweist. Ferner ist den A kten zu entnehmen, dass das Museum Villa J.____ auch nach der Sanierung das bisherige Gebäu de umfassen wird (vgl. Bauprojekt- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht pläne EG/1. OG vom 4. Juni 2019). Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, es sei unklar, ob die Villa J.____ in dieser Form weitergeführt werden könne, kann folglich nicht gefolgt werden. 5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine Anhaltspu nkte für eine unrichtige Sach- verhaltsfeststellung ersichtlich sind. Insoweit erweisen sich die vom Beschwerdeführer diesbe- züglich erhobenen Rügen als unbegründet. 6.1 Ferner macht der Beschwerdeführer in seiner Besch werde und Replik geltend, dass die Vorinstanz zu Unrecht eine Sorgfaltspflichtverletzung verneint habe. 6.2.1 Der Erblasser kann in einer letztwilligen Verfüg ung eine oder mehrere handlungsfähige Personen mit der Vollstreckung seines Willens beauftra gen (Art. 517 Abs. 1 des Schweizeri- schen Zivilgesetzbuches [ZGB] vom 10. Dezember 1907). Die Wi llensvollstrecker haben den Willen des Erblassers zu vertreten und gelten insbesonde re als beauftragt, die Erbschaft zu verwalten, die Schulden des Erblassers zu bezahlen, die V ermächtnisse auszurichten und die Teilung nach den vom Erblasser getroffenen Anordnunge n oder nach Vorschrift des Gesetzes auszuführen (Art. 518 Abs. 2 ZGB). Bei der Ausrichtung der Vermächtnisse handelt es sich um eine der wichtigsten Aufgaben, für deren zuverlässige Erledigung der Erblasser einen Willens- vollstrecker einsetzen kann. Dieser hat selbständig, alle nfalls auch gegen den Willen des oder der Erben, jene Vermächtnisse auszurichten, die den Erb en gemeinsam bzw. dem Alleinerben auferlegt sind. Zur Aufgabe des Willensvollstreckers gehö ren auch die Kontrolle und Durchset- zung von Auflagen und Bedingungen im Sinne von Art. 4 82 ZGB (Urteil des Bundesgerichts 5C.311/2001 vom 6. März 2002 E. 2b). 6.2.2 Die Willensvollstrecker stehen von Gesetzes wegen in den Rechten und Pflichten des amtlichen Erbschaftsverwalters und damit unter der Aufsich t der Behörde, bei der die Erben gegen die von ihnen beabsichtigten oder getroffenen M assregeln Beschwerde zu erheben be- fugt sind (Art. 518 Abs. 1 i.V.m. Art. 595 Abs. 3 ZGB; Urteil des Bundesgerichts 5A_794/2011 vom 16. Februar 2012 E. 3). Sie können Handlungen und Unterlassungen der Willensvollstre- cker sowie auch Interessenskollisionen, die vom Erblasser n icht vorausgesehen und nicht ge- wollt gewesen sein konnten, rügen (vgl. C HRISTIAN BRÜCKNER /T HOMAS WEIBEL , die erbrechtli- chen Klagen, 3. Aufl., Zürich 2012, Rz. 312). Art. 54 SchlT ZGB überträgt den Kantonen die Kompetenz zur Bestimmung dieser Behörde. Gemäss § 105 l it. m des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 1 6. November 2006 amtet die Zivil- rechtsverwaltung als Aufsichtsbehörde über die Willensvollstrecker. 6.2.3 Die Kognitionsbefugnis der Aufsichtsbehörde ist nach Lehre und Rechtsprechung be- schränkt. Die zuständige Behörde kann allfällige Mängel in der Mandatsführung der Willensvoll- strecker prüfen, wozu Kompetenzüberschreitungen, Pflichtve rletzungen, Untätigkeit und Unfä- higkeit, Unzweckmässigkeit bis hin zur Willkür sowie Verl etzung der schützenswerten Interes- sen aller am Nachlass Beteiligten gehören, und sie geg ebenenfalls unter anderem ermahnen, ihnen Weisungen erteilen oder sachdienliche Massnahmen treffen (vgl. BGE 91 II 52 E. 1; 90 II 376 E. 3; 66 II 148 E. 2; KGE VV vom 13. September 2017 [810 17 43] E. 4.1; M ARTIN KARRER /N EDIM PETER VOGT /D ANIEL LEU , in: Thomas Geiser/Stephan Wolf [Hrsg.], Basler Kom- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht mentar, Zivilgesetzbuch II, 6. Aufl., Basel 2019, N 22 zu Art. 595 ZGB). Hingegen steht es ihr nicht zu, sich über materiell-rechtliche Fragen, wie etwa die Auslegung letztwilliger Verfügun- gen, die Erbenstellung oder den Bestand einer strittig en Forderung, auszusprechen. Dies ist allein dem Zivilrichter überlassen (Urteil des Bundesge richts 5D_136/2015 vom 18. April 2016 E. 5.1; BGE 138 III 449 E. 4.2.1; KGE VV vom 11. Au gust 2017 [810 17 35] E. 6.2; B ERNHARD CHRIST /MARK EICHNER , in: Daniel Abt/Thomas Weibel [Hrsg.], Praxiskommenta r Erbrecht, 3. Aufl., Basel 2015, N 89 zu Art. 518 ZGB; R AINER KÜNZLE , in: Heinz Hausheer/Hans Peter Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum schweizerischen Priva trecht, Bern 2011, N 523 zu Art. 517-518 ZGB). Folglich können als Beschwerdegründ e grundsätzlich nur administrative Pflichtverletzungen bzw. Fehler im formellen Vorgehen des Willensvollstreckers beim Vollzug des Erblasserwillens vorgebracht werden, nicht dagegen Fragen der Testamentsgültigkeit oder der Testamentsauslegung (B RÜCKNER /W EIBEL , a.a.O., Rz. 322). In der Praxis können diese Fragen allerdings oft nur schwer auseinandergehalten w erden (vgl. K ÜNZLE , a.a.O., N 523 zu Art. 517-518 ZGB). Weicht der Willensvollstrecker vom o ffensichtlichen und eindeutigen Sinn des Testaments ab, so liegt eine aufsichtsrechtlich zu rüg ende Pflichtverletzung vor. Kann eine testamentarische Anordnung in guten Treuen verschieden a usgelegt werden, so ist der Streit darüber im ordentlichen Zivilprozess zu führen, da eine materiell-rechtliche Frage betroffen ist. 6.3.1 Gemäss der testamentarischen Anordnung der Erblass erin sind die vier streitgegen- ständlichen Gemälde als Vermächtnis der I.____ Stiftung herauszugeben, wobei als Vorausset- zung der Vermächtnisausrichtung statuiert wird, dass die I.____ Stiftung noch existiert und die vier vermachten Bilder in der Villa J.____ in K.____ au sgestellt werden müssen. Dass die erste Voraussetzung erfüllt ist, wird im vorliegenden Beschwerd everfahren nicht mehr bestritten, weshalb darauf nicht näher einzugehen ist. Strittig ist hingegen, ob auch die zwei- te Voraussetzung der Vermächtnisausrichtung erfüllt ist o der der Willensvollstrecker durch die Vermächtnisausrichtung pflichtwidrig handeln würde, so dass ein aufsichtsrechtliches Eingreifen der Behörde mittels verbindlicher Weisung angezeigt erscheint. 6.3.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, das s eine derzeitige Ausrichtung des Ver- mächtnisses eine Sorgfaltspflichtverletzung darstelle, da es sich bei der angeordneten Ausstel- lungspflicht um eine Bedingung handle, mit der Folge , dass die Vermächtnisausrichtung erst vorgenommen werden könne, wenn die vermachten Bilder tatsächlich in der Villa J.____ aus- gestellt werden könnten, setzt er sich mit der Frage de r Testamentsauslegung auseinander. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers handelt e s sich bei der testamentarischen Anordnung, die vermachten Bilder seien in der Villa J.____ auszustellen, nicht offensichtlich um eine Bedingung, von dessen Eintritt die Ausrichtung de s Vermächtnisses abhängig gemacht wird (vgl. DANIEL STAEHELIN , in: Thomas Geiser/Stephan Wolf [Hrsg.], Basler Kommen tar, Zivil- gesetzbuch II, 6. Aufl., Basel 2019, N 8 zu Art. 482). Vielmehr kann die testamentarische An- ordnung in guten Treuen auch als Auflage verstanden werden, die lediglich ein bestimmtes Tun verlangt, nicht aber einen Einfluss auf den Bestand der testamentarischen Anordnung hat (vgl. STAEHELIN , a.a.O., N 1 zu Art. 482). Wie die Vorinstanz in ihr en Erwägungen im angefoch- tenen Entscheid zu Recht ausführt, handelt es sich dabei um eine materiell-rechtliche Frage, die letztlich im Rahmen eines zivilrechtlichen Verfahrens geprüft werden müsste. Ob die testa- mentarische Anordnung in einem allfälligen Zivilverfahr en durch den Zivilrichter schliesslich als Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bedingung oder Auflage ausgelegt wird, ist jedoch fü r die im vorliegenden Beschwerdeverfah- ren relevante Frage, ob ein aufsichtsrechtlich motiviert es Einschreiten angezeigt erscheint, un- beachtlich. Zum einen kann – wie bereits ausgeführt – in der angeordneten Ausstellungspflicht nicht offensichtlich eine Bedingung ausgemacht werden, weshalb in diesem Zusammenhang in der Ausrichtung des Vermächtnisses auch kein Widerspruch zum offensichtlichen und eindeuti- gen Sinn des Testaments erblickt werden kann. Zum anderen sind auch sonst – in Bestätigung der vorinstanzlichen Erwägungen – keine objektiven Gründe ersichtlich, die darauf hindeuten würden, dass eine Ausstellung der vermachten Bilder in d er Villa J.____ in absehbarer Zeit nicht möglich wäre. So ist den Akten zu entnehmen, dass d ie Stadt K.____ die Villa J.____ im Baurecht übernommen hat, diese sanieren und zum Zweck e iner musealen Nutzung umbauen lässt (vgl. Protokollauszüge der Stadtratsbeschlüsse vom 21. November und 12. Dezember 2018 sowie das Schreiben der Stadt K.____ vom 22. Okto ber 2019). Die Werke der I.____ Stif- tung, welche in der Villa J.____ gezeigt wurden, werd en im Rahmen einer Dauerlei- he vorübergehend im Kunstmuseum O.____ ausgestellt, bi s die Villa J.____ saniert und umge- baut ist. Durch die in der Vereinbarung enthaltene Rü ckzugsklausel wird der Stiftung ermög- licht, die Sammlung in die Stadt K.____ zurückzuholen, sobald die Villa J.____ als Standort im Rahmen des Museumskonzepts betrieben werden kann (vgl. Wei sung des Stadtrats an den Grossen Gemeinderat vom 22. Februar 2017, S. 4 f.). Di e Wiederaufnahme des Museumsbe- triebs ist sodann gemäss Phasenterminplan per Januar 2023 geplant. Die vorgenannten Aus- züge aus den Akten lassen einerseits erkennen, dass eine Wiedereröffnung der Villa J.____ als Museum in absehbarer Zeit geplant wird und die Villa J.____ folglich nach der Sanierung wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Zwa r ist dem Beschwerdeführer insofern beizupflichten, dass Verzögerungen und Rückstände bei Reno vationsprojekten nicht ausge- schlossen werden können und häufig die Regel darstellen, doch kann allein daraus nicht abge- leitet werden, dass die Wiedereröffnung der Villa J.____ ungewiss sei. Konkrete Anhaltspunkte, die die Wiedereröffnung des Museumsbetriebs in abseh barer Zeit als ungewiss erscheinen las- sen würden, liegen nicht vor. Anderseits geht aus den vorg enannten Akten hervor, dass die Sammlung der I.____ Stiftung auch nach der Sanierung in die Villa J.____ zurückgeführt wer- den soll. Insofern deutet nichts drauf hin, dass die verm achten Bilder nicht entsprechend dem Willen der Erblasserin zusammen mit der bisherigen Kunstsammlung in der Villa J.____ ausge- stellt werden könnten. Ein Grund zur Annahme, dass der Museumsbetrieb in Form der Villa J.____ ungewiss sei, ist ebenfalls nicht ersichtlich (vgl. Erwägung 5.2). Insgesamt besteht kein Grund zur Annahme, dass die vermachten Bilder nicht in der Villa J.____ ausgestellt werden könnten und dem Willen der Erblasserin in absehbarer Z eit nicht entsprochen werden könnte. Folglich kann in der baldigen Ausrichtung des Vermächtnisse s durch die Willensvollstreckerin auch keine pflichtwidrige Handlung erblickt werden, we lche ein aufsichtsrechtlich motiviertes Aushändigungsverbot rechtfertigen würde. 6.3.3 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Will ensvollstreckerin dafür zu sorgen hat, dass die Nachlassabwicklung zeitlich und ökonomisch effizient und damit möglichst kosten- günstig erfolgt (vgl. K ARRER /V OGT /L EU , a.a.O., N 16 zu Art. 518). Wie die Vorinstanz berei ts in zutreffender Weise festgehalten hat, ist die Willensvoll streckerin folglich gehalten, gemäss dem Willen der Erblasserin die vermachten Bilder innert nützlicher Frist auszurichten, um so für den Nachlass ungebührlich belastende Lagerungskosten zu vermeid en. Vor diesem Hintergrund Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht überzeugt der Vorwurf des Beschwerdeführers, die Willensv ollstreckerin würde die Interessen der testamentarisch begünstigten Barvermächtnisnehmer höh er gewichten als den Willen der Erblasserin und würde sich daher von sachfremden Interessen leiten lassen, nicht, zumal es im Interesse des Nachlasses liegt, die Kosten möglichst tief zu halten. 6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in der angekünd igten Ausrichtung des Ver- mächtnisses durch die Willensvollstreckerin keine drohende P flichtverletzung zu erblicken ist und die Vorinstanzen demzufolge zu Recht dem Begehren des Beschwerdeführers um Erlass eines aufsichtsrechtlich motivierten Aushändigungsverbots nicht stattgegeben haben. Die Be- schwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet und ist daher abzuweisen. 7.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfa hrens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpfli chtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Som it sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- dem Ausgang des Verfahrens e ntsprechend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'500.-- zu ver- rechnen. 7.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden (§ 21 Abs. 1 VPO). Die Parteikosten sind gestützt auf den Ausgang des Verfah- rens wettzuschlagen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- gehen zu Lasten des Beschwerdeführers und werden mit dem geleisteten Kosten vorschuss in der Höhe von Fr. 2'500.-- verrechnet. Der zuviel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 700.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin