B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-3162/2014 U r t e i l v o m 3 0 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Bruno Huber, mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas; Gerichtsschreiberin Jeannine Scherrer-Bänziger. Parteien A._______, geboren (…), unbekannter Staatsangehörigkeit (angeblich Volksrepublik China), (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 30. Mai 2014 / N (…). E-3162/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, eigenen Angaben zufolge ein Tibeter mit letztem Wohnsitz im Bezirk B._______, soll Tibet am (…) in Richtung Nepal ver- lassen haben, wo er sich i n der Folge bis am (…) aufgehalten habe und dann auf dem Luftweg an einen ihm unbekannten Ort gereist sei. Er sei in einem Auto weitergereist, habe in einem ihm unbekannten Ort übernac h- tet und sei am 13. November 2012 in die Schweiz gelangt, wo er gle i- chentags um Asyl nachsuchte. Die Befragung zur Person (BzP) fand am 28. November 2012 statt, die Anhörung am 13. Mai 2014. Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer vor, er und zwei Freunde hätten anlässlich des (…) am (…) einen Ausflug nach C._______ unternommen und sich dort an einer Demonstration ge- gen die Chinesen beteiligt. Chinesische Behörden hätten gegen die D e- monstranten Stöcke und Schusswaffen eingesetzt. Es sei ihm gelungen, nach Hause zu fliehen. Einer seiner Freunde sei durch Schüsse verletzt , in der Folge wohl fes tgenommen und verhört worden . Dabei sei vermu t- lich seine Identität bekannt geworden, weshalb er noch am selben Abend die Ausreise angetreten habe. Sein Onkel habe ihn in Nepal einem Schlepper übergeben. Der Beschwerdeführer reichte keine Identitätspapiere oder andere D o- kumente zu den Akten. B. Mit am 4. Juni 2014 eröffneter Verfügung vom 30. Mai 2014 stellte das Bundesamt fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte dessen Asylgesuch ab. Es wies ihn aus der Schweiz weg, wobei es den Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China ausschloss, und beauftragte den Kanton D._______ mit dem Vollzug der Wegweisung. C. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 10. Juni 2014 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte in materieller Hinsicht die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Gewä h- rung von Asyl, eventualiter unter Feststellung subjektiver Nachfluchtgrün- de die vorläufige Aufnahme als Flüchtling un d subeventualiter unter Fest- stellung der Unzulässigkeit de r Wegweisung die Anordnung der vorläuf i- gen Aufnahme. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er den Ve r-E-3162/2014 Seite 3 zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, die Gewährung der u n- entgeltlichen Prozessf ührung und die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung l e- gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte B e- schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutr e- ten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts im Asylbereich und die z u- lässigen Rügen bestimmen sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 3. 3.1 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weit e- rungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111 a Abs. 1 und 2 AsylG). 3.2 Das vorliegende Urteil ergeht noch während laufender Beschwerd e- frist. Die Voraussetzungen für ein Urteil vor Ablauf der Rechtsmittelfrist sind vorliegend erfüllt, da die Beschwerdeschrift als abschliessend zu verstehen und der Sachver halt vollständig festgestellt ist (vgl. zu den Voraussetzungen Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 13). E-3162/2014 Seite 4 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteile n ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten, so dass de- ren Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. In der BzP seien aufgrund der ungenügenden geografischen und länder- kundlichen Kenntnisse, der Sprechweise und fehlenden Chinesischkennt- nissen erste Zweifel an der behaupteten Herkunft aufgekommen. Das Länderwissen sei ungenügend, und die Angaben des Beschwerdeführers zu den Lebensumständen in Tibet seien nicht plausibel. Es widerspreche den gesicherten Kenntnissen des BFM bezüglich des Schulsystems und der konsequent durchgesetzten Schulpflicht in Tibet, dass er nach dem Willen der Eltern in der Landwirtsc haft geholfen habe statt zur Schule zu gehen. Zudem spreche er kein Chinesisch. Dies sei bei Tibetern, die ta t- sächlich aus Tibet stammen würden und dort noch vor wenigen Jahren gelebt hätten, kaum noch der Fall, weshalb sich die Zweifel an der ge l- tend gemachten Herkunft erhärten würden. Für diese Einschätzung wür- den auch die unsubstanziierten Aussagen zum Grenzübertritt sprechen. Auch habe er keine Ausweispapiere zu den Akten gereicht, die seine b e- hauptete Staatsangehörigkeit oder den Reiseweg einwandfrei b elegen könnten. Seine diesbezügliche Begründung sei wenig überzeugend au s-E-3162/2014 Seite 5 gefallen. Er habe keine Bemühungen erkennen lassen, zur Beschaffung von Pap ieren, die seine Identität und somit die geltend gemachte He r- kunft nachweisen würden, etwas unternommen zu haben. Es bestünden massive Zweifel daran, dass er überhaupt Papiere der Volksrepublik Ch i- na besitze, denn er sei nicht in der Lage, substanziiert und tatsachenko n- form zu beschreiben, wie seine Identitätskarte ausgestellt worden sei , und er widerspreche sic h betreffend das Familienbüchlein. Weiter mache er geltend, unter Verwendung eines gefälschten Passes von Nepal bis nach Europa geflogen zu sein, was bei Interkontinentalreisen per Flu g- zeug aufgrund strenger EDV -gestützter Kontrollen an wichtigen Gren z- übergängen wie auf Flughäfen kaum möglich sei. Aufgrund seiner stereo- typen, ungereimten und unsubstanziierten Aussagen sei darauf zu schliessen, dass das Fehlen von Ausweispapieren der Verschleierung der Identität und des Reiseweges diene, beziehungsweise versuche der B e- schwerdeführer, eine allfällige Rückschaffung in seinen tatsächlichen Herkunfts- oder Heimatstaat zu erschweren oder verunmöglichen. Es sei somit auszuschliessen, dass er jemals in der Volksrepublik China gelebt habe. Diese Einschätzung werde durch die unsubstanziierte sowie wider- sprüchliche und im länderspezifischen Kontext höchst stereotype Darstel- lung der vorgebrachten Probleme bekräftigt. Es bestünden keine vernünf- tigen Zweifel daran, dass er die angeblichen Ereignisse nicht selbst erlebt habe. 5.2 Der Beschwerdeführer bringt nebst umfangreichen Hinweisen auf die Gesetzeslage und Rechtsprechung dagegen vor, es gebe in Tibet zah l- reiche lokale Dialekte, unter denen eine Verständigung oft überhaupt nicht möglich sei. Daher würden Tibeter verschiedener Regionen zur Kommunikation untereinander einen überregionalen Sprachmix sprechen. Die Vorinstanz übersehe hinsichtlich der Vorhalte bezüglich seiner ge o- grafischen sowie landeskundlich -kulturellen Kenntnisse, dass er einen sehr bescheidenen Bildungsstand aufweise, da er nie die Schule besucht, sondern in der Landwirtschaft gearbeitet habe und nie auf Reisen gega n- gen sei. D as BFM unterlasse es, eine Gesamtbeurteilung des Vorg e- brachten für die Beurteilung der Glaubhaftmachung vorzunehmen. Es hätte sich vertieft mit den Vorbringen auseinandersetzen müssen. Das Bundesamt bestreite nicht, dass es sich bei m Beschwerdeführer um einen chinesischen Staatsangehörigen tibetischer Ethnie handle (fälschli- cherweise wird in der Beschwerde diesbezüglich von "B eschwerdeführe- rin" geredet). Er halte sich nunmehr seit d em 17. Oktober 2011 (recte: (…)) in der Schweiz auf, weshalb ihn im Falle der Einreise nach China E-3162/2014 Seite 6 der Generalverdacht der chinesischen Behörden treffen würde. Selbst wenn er tatsächlich ausserhalb des Tibets gelebt hätte, habe er im Lichte der Rechtsprechung begründete Furcht, bei der Einreise nach China auf- grund seines Auslandaufenthalts und namentlich seines Aufenthalts in der Schweiz der oppositionellen Haltung verdächtigt und deshalb flüchtling s- relevanten Übergriffen ausgesetzt zu werden. 6. 6.1 Der Beschwerdeführer setzt sich nicht substanziiert mit den Erwä- gungen der Vorinstanz auseinander. Die Beschwerdeschrift beschränkt sich im Wesentlichen darauf, die vorinstanzlichen Erwägungen pauschal und mit allgemeinen rechtlichen Hinweisen zu bestreiten ; dafür diente of- fensichtlich eine andere Beschwerde als Vorlage, ohne dass jene auf den vorliegenden Fall angepasst worden wäre (vgl. u.a. Beschwerdeschrift Ziff. 3.1 und 4.5). Es trifft jedenfalls nicht zu, dass die Vorinstanz von der chinesischen Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen wäre, die entsprechenden Vorbringen des Beschwerdeführers zielen diesbezüglich ins Leere. Auf den pauschalen Einwand, die Vorinstanz ha- be sich nicht vertieft mit den Vorbringen auseinandergesetzt, ist nicht wei- ter einzugehen, zumal er es unterlässt anzugeben, welche und inwiefern seine Argumente ungenügend gewürdigt worden seien; Entsprechendes ergibt sich auch nicht aus den Akten. 6.2 6.2.1 Die Identität des Beschwerdeführers steht bis heute nicht fest. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass der in Art. 12 VwVG statuierte Untersuchungsgrundsatz, wonach die Behörde den Sachverhalt von A m- tes wegen feststellt und sich nötigenfalls der gesetzlic hen Beweismittel bedient, seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG) findet. Dazu gehört, die Identität offenzulegen und vorha n- dene Identitätspapiere abzugeben, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der Anhörung die Asylgründe darzulegen, allfällige Be- weismittel vollständig zu bezeichnen und unverzüglich einzureichen s o- wie bei der Erhebung der biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). 6.2.2 Der Beschwerdeführer hat im vorinstanzlichen Verfah ren trotz aus- drücklicher Aufforderung weder Ausweispapiere noch irgendwelche B e- weismittel, die geeignet wären, etwas zur Klärung seiner Identität und seines Herkunftslandes beizutragen, eingereicht. Er begründete dies an- lässlich der BzP damit, das Familienbüchlein zu Hause bei den Eltern und E-3162/2014 Seite 7 die Identitätskarte bei seinem Onkel zurückgelassen zu haben (vgl. Akten BFM 4/11 S. 4 f.). Bei der Anhörung gab er zuerst an, seine Ausweispa- piere dem Schlepper gegeben zu haben ; kurz bevor er "hierher" geko m- men sei, habe dieser ihm gesagt, dass er "hier ins Heim gehen soll und ihm vorher aber die Papiere geben soll " (vgl. A15/22 F6 f.). Diese Aussa- ge korrigierte der Beschwerdeführer auf Nachfrage umgehend und gab schliesslich an, die Ausweispapiere nach Nepal mitgenom men und sie dann beim Onkel gelassen zu haben, der sie einem Freund zur Aufb e- wahrung gegeben habe (vgl. a.a.O. F8 –25). Vor dem Hintergrund dieser widersprüchlichen Aussagen ist der Einwand des Beschwerdeführers, er verfüge nicht über Telefonnummern des Onk els und dessen Freundes , als blo sse Schutzbehauptung zu werten , und die Schlussfolgerung des BFM, das Fehlen der Ausweispapiere diene der Verschleierung der Ide n- tität und des Reiseweges, ist nicht zu beanstanden. Auch auf Beschwer- deebene hat er sich nicht darum bemüht, Papiere beizubringen. Dies stellt eine Verletzung der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG dar, auf welche ihn die Vorinstanz bereits anlässlich der B e- fragung (vgl. A 4/11 S. 2) und später erneut bei der Anhörung (vgl. A 15/22 S. 2) hingewiesen hat. 6.3 Die Angaben des Beschwerdeführers bezüglich des Flucht- und Rei- sewegs wirken konstruiert. Es ist nicht glaubhaft, dass er weder die A n- kunftsdestination des ersten noch des zweiten Fluges kennen soll, wird diese doch bei einer Flugreise auf diversen Bildschirmen am Gate ang e- zeigt, steht auf dem Ticket, wird vom Piloten angesagt und ist bei der A n- kunft in manigfacher Art ersichtlich. Seine Vorbringen bezüglich des Flucht- und Reisewegs sind in der Tat pauschal und in vielen Teilen iden- tisch mit den Vorbringen zahlreicher Asylsuchender, welche angeben, aus Tibet zu kommen. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass überwiegende Zweifel an der geltend gemachten Herkunft bestehen. 6.4 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung zahlreiche Unge- reimtheiten und Widersprüche dargelegt, auf die zur Vermeidung von Wiederholungen ohne weiteres verwiesen werden kann . Der Erklärungs- versuch des Beschwerdeführers, Tibeter würden untereinander einen überregionalen Sprachmix sprechen, ist unbehelflich, da die Argumentati- on des BFM nur in Teilen auf sprachlichen Unstimmigkeiten gründet. Zen- tral jedoch war dessen Feststellung, dass der Beschwerdeführer abgese- hen von einfachen Fremdsprachenkenntnissen kein Chinesisch spreche und erfahrungsgemäss zu erwartende tibetische Begriffe nicht kenne. Der Beschwerdeführer hat sich in der Beschwerdeschrift dazu nicht geäu s-E-3162/2014 Seite 8 sert. Schliesslich vermag auch de ssen Hinweis auf seinen bescheidenen Bildungsstand nicht zu überzeugen; ein Mindestmass an geografischen und insbesondere ortsspezifischen Kenntnissen der Herkunftsregion dür- fen unabhängig vom Bildungsstand erwartet werden. 6.5 Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen, die Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen bezüglich zentraler Punkte seiner Herkunft und seines Reisewegs zu widerlegen. Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er vor seiner Ankunft in der Schweiz nicht in der Volksrepublik China, sondern in der exiltibetischen Diaspora gelebt hat. Namhafte exiltibeti sche Gemeinschaften gibt es – nebst der Schweiz und Nordamerika – lediglich in Indien und Nepal. Es ist daher vermutungsweise anzunehmen, dass er in Indien oder Nepal aufgewachsen ist respektive dort gelebt hat. Folglich wäre grundsätzlich zu prüfen, ob er über die chinesische Staat s- angehörigkeit verfügt, was eine Prüfung der Drittstaatenregelung im Si n- ne von Art. 31a Abs. 1 AsylG mit sich bringen würde, oder ob er die Staatsangehörigkeit von Indien oder Nepal erlangt hat, was zur Folge hät- te, dass das Vorliegen asylrelevanter Gefährdung hinsichtlich jenes Staa- tes zu prüfen wäre. Wie bereits vorstehend in Erwägung 6.2 ausgeführt, ist das Gericht mit der Vorinstanz der Auffassung, dass der Beschwerdeführer durch die Verheimlichung respektive Verschleierung seiner wahren Herkunft die ihm obliegende Mitwirkungspflicht verletzt und dadurch den Behörden nähere Abklärungen und eine Rückschaffung in seinen tatsächlichen Hei- matstaat verunmöglicht. Durch die Verletzung dieser Pflicht verunmöglicht er auch die Abklärung, welchen effektiven Status er in Indien respektive Nepal innehat. Er hat die Folgen seiner fehlenden Mitwirkun g insofern zu tragen, als seitens der Asylbehörden der Schluss zu ziehen ist, dass kei- ne flüchtlings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rüc k- kehr an seinen bisherigen Aufenthaltsort bestehen (vgl. Urteil des BVGer E-2981/2012 vom 20. Mai 2014 E. 5.10 [zur Publikation vorgesehen]). 6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG in Bezug auf die Volksrepublik Ch i- na nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen vermag und de s- halb nicht a ls Flüchtling anerkannt werden kann. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. E-3162/2014 Seite 9 Bei dieser Sachlage erübrigt sich, weiter auf die übrigen Beschwerdevo r- bringen im Asylpunkt einzugehen. 7. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Bundesamt in der Regel die Wegwe i- sung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylg e- such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt w e- der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (Art. 44 AsylG; ¨vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung ist nicht zu beanstanden. 8. 8.1 Bezüglich des Wegweisungsvollzugs stellt sich d as BFM auf den Standpunkt, da die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Staats an- gehörigkeit nicht glaubhaft sei, müsse diese als unbekannt gelten. Das Gericht folgt der Vorinstanz sowohl in diesem Punkt als auch hinsichtlich der weiteren diesbezüglichen Erwägungen. Zwecks Vermeidung von Wiederholungen kann auf den Entscheid des Bund esamtes verwiesen werden. 8.2 Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Wegweisungsvol l- zugs sind zwar von Amtes wegen zu prüfen, aber die Untersuchung s- pflicht findet, wie in Erwägung 6.2.1 ausgeführt, ihre Grenzen an der Mi t- wirkungspflicht des Beschwerdeführers. Es ist nicht Sache der Behörden, bei fehlenden, womöglich gezielt vorenthaltenen Hinweisen nach et - waigen Wegweisungsvollzugshindernissen in hypothetischen Herkunft s- ländern zu forschen. Vermutungsweise ist vorliegend davon auszugehen, einer W egweisung stünden keine Vollzugshindernisse im gesetzlichen Sinne entgegen, was insbesondere für Nepal und Indien gilt, welche als mögliche Herkunftsstaaten in Frage kommen (vgl. E. 6.5 vorstehend). Ein Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China ist im vorinstanzlichen Entscheid ausdrücklich ausgeschlossen worden (vgl. BFM -Verfügung vom 30. Mai 2014, Dispositiv Ziff. 4). Mit dem Vorenthalten von Informationen und dem Fehlen jeglicher Bemü- hungen, Ausweispapiere und Beweismittel zu beschaffen, die sein e Iden- tität, Herkunft und Vorbringen beweisen könnten, ist der Beschwerdefü h- rer selber dafür verantwortlich, dass sich zuerst die Vorinstanz und nun auch das Gericht mit den Fragen der Wegweisung und deren Vollzugs nur in grundsätzlicher Hinsicht beziehung sweise gemäss den vorstehe n- den Ausführungen befasst. Er entzieht mit seinem Verhalten die für g e-E-3162/2014 Seite 10 nauere Abklärungen erforderliche Grundlage, und es ist nicht Sache des Gerichts, sich in Mutmassungen und Spekulationen zu ergehen. 8.3 Es obliegt dem Beschwerd eführer, sich die für eine Rückkehr alle n- falls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist. 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Ko s- ten des vorliegenden Verfahrens zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), die auf Fr. 600.– festzusetzen sind (Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dem Ersuchen um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführ ung kann nicht stattgegeben werden, weil seine Begehren als aussichtslos zu gelten haben (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Mangels Befreiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten als Vorau s- setzung zur Bestellung eines amtlichen Rechtbeistands (Art. 110 a Abs. 1 AsylG) ist das entsprechende Begehren abzuweisen. (Dispositiv nächste Seite) E-3162/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Be- stellung eines amtlichen Rechtsbeistandes werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und E._______. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Jeannine Scherrer-Bänziger Versand: