Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 25. Oktober 2017 (810 17 161) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Persönlicher Verkehr / Ausdehnung des Besuchs- und Ferienrechts Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Stefan Schulthess, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Beat Walther , Gerichtsschreiber Marius Wehren Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Daniel Levy , Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegner, vertreten durch Susanne Ackermann, Advokatin Betreff Regelung des persönlichen Verkehrs (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 14. Juni 2017) A. A.____ und C.____ sind die gemeinsamen, nicht ve rheirateten Eltern von D.____ (geb. 2010). Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde E.__ __ vom 8. November 2010 wurde A.____ und C.____ gestützt auf aArt. 298a Abs. 1 ZG B das gemeinsame Sorgerecht für ihre Tochter D.____ erteilt und die von den Kindseltern am 21. Oktober 2010 geschlossene Verein- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht barung über die Betreuung und den Unterhalt wurde g enehmigt. Die fragliche Vereinbarung sieht vor, dass bei Auflösung der Hausgemeinschaft die O bhut über das Kind der Mutter zu- steht. Hinsichtlich des Besuchsrechts wurde für den Konfli ktfall folgende "Minimalregel" verein- bart: "Der Vater ist berechtigt, D.____ jeweils jedes zweite Wochenende, Samstagmittag bis Sonntagabend, zu sich auf Besuch zu nehmen. Er ist überdi es berechtigt, auf eigene Kosten zwei Wochen Ferien pro Jahr mit D.____ zu verbringen. B ei Konflikten über das Besuchsrecht oder Fragen der Erziehung, welche die Eltern nicht sel ber lösen können, suchen sie eine ge- eignete Fachstelle auf." B. Mit Eingabe vom 21. März 2017 beantragte C.____, ve rtreten durch Susanne Acker- mann, Advokatin, bei der Kindes- und Erwachsenenschutzb ehörde B.____ (KESB) unter ande- rem die Ausdehnung des Besuchsrechts auf jedes zweite Woch enende von Freitagabend bis Montag Schulbeginn und an einem schulfreien Nachmittag in der Woche sowie ein Ferienrecht von drei Wochen. C. Mit Entscheid vom 14. Juni 2017 räumte die KESB C._ ___ in Bezug auf seine Tochter D.____ ein Besuchsrecht 14-täglich von Freitagabend 18 .00 Uhr bis Sonntag 17.00 Uhr sowie ein Ferienrecht von drei Wochen pro Jahr ein. Im Wei teren wurde verfügt, dass D.____ die Fei- ertage alternierend bei den Kindseltern verbringt. Zudem wurde der Kindsvater berechtigt er- klärt, vom 1. Juli 2017 bis 8. Juli 2017 Ferien mit sein er Tochter zu verbringen. Einer allfälligen Beschwerde wurde in Bezug auf diese Ferienwoche die aufschiebende Wirkung entzogen. D. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten du rch Daniel Levy, Advokat, mit Ein- gabe vom 26. Juni 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht. Sie stellt das Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid vollumfänglich aufzuheben. Dies unter o/e-Kostenfolge, wobei der Be schwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen sei. In verfahrensrechtliche r Hinsicht wurde beantragt, der vorlie- genden Beschwerde sei umgehend die aufschiebende Wirkung zu erteilen. E. Mit Verfügung vom 28. Juni 2017 wurde der Antrag der Beschwerdeführerin auf Wie- derherstellung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen. F. Mit Vernehmlassung vom 17. Juli 2017 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin. G. In seiner Vernehmlassung vom 18. Juli 2017 beantrag t der Beschwerdegegner, nach wie vor vertreten durch Susanne Ackermann, Advokatin, sin ngemäss die Abweisung der Be- schwerde unter o/e-Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin. H. Mit Verfügung vom 3. August 2017 wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen. I. Mit Verfügung vom 29. August 2017 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung über- wiesen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 3 14 Abs. 1 ZGB kann gegen Ent- scheide der Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Zu- ständiges Gericht im Sinne dieser Bestimmung ist nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Ein- führung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 das Kantonsgericht, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Das Verfahren ri chtet sich vorab nach Art. 450 ff. ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Gemäss Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Ände rung des angefochtenen Ent- scheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist als V erfahrensbeteiligte ohne weiteres zur Beschwerde legitimiert. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Streitgegenstand bildet die von der Vorinstanz vorgen ommene Anpassung des Be- suchs- und Ferienrechts des Beschwerdegegners. In Bezug auf die Sommerferien 2017 erweist sich die Beschwerde mittlerweile als gegenstandslos. 3.1 Auf Begehren eines Elternteils, des Kindes oder von Amtes wegen regelt die Kindes- schutzbehörde die Zuteilung der elterlichen Sorge neu, wenn dies wegen wesentlicher Ände- rung der Verhältnisse zur Wahrung des Kindeswohls nöti g ist (Art. 298d Abs. 1 ZGB). Sie kann sich auf die Regelung der Obhut, des persönlichen Verkeh rs oder der Betreuungsanteile be- schränken (Art. 298d Abs. 2 ZGB). 3.1.1 Vorliegend einigten sich die Kindseltern in der Vereinbarung über die gemeinsame elterliche Sorge vom 21. Oktober 2010 hinsichtlich des Besuchs- und Ferienrechts auf eine "Mi- nimalregel" für den Konfliktfall. Weil die Bedürfnisse des Kleinkindes nicht denjenigen eines Jugendlichen entsprechen, lässt sich das Besuchsrecht bei eine m Kind nicht bis zu dessen Mündigkeit einheitlich regeln. Das Besuchsrecht unterlie gt vielmehr der gleichen Dynamik wie die Beziehung, deren Ausdruck es ist, und bedarf daher a uch differenzierter Regelungen (vgl. BGE 120 II 229 E. 3b/aa). Es ist üblich, dass bei Schulkindern ein grosszügigeres Besuchsrecht eingeräumt wird als bei Kleinkindern (vgl. M ICHEL /S CHLATTER , in: Büchler/Jakob [Hrsg.], Kurz- kommentar ZGB, 2. Aufl., Basel 2018, N 12 zu Art. 273; siehe auch Urteil des Bundesgerichts 5P.14/2004 vom 23. Februar 2004 E. 4.2). 3.1.2 Zwischen den Kindseltern besteht hinsichtlich des am 21. Oktober 2010 im Sinne einer "Minimalregel" vereinbarten Besuchs- und Ferienrechts im heutigen Zeitpunkt keine Einigkeit mehr. D.____ war im damaligen Zeitpunkt neun Monate alt, während sie mittlerweile sieben Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Jahre alt ist. Die Vorinstanz ist vor diesem Hintergrund zu Recht zumindest implizit von verän- derten Verhältnissen im Sinne von Art. 298d ZGB ausge gangen (vgl. Urteile des Bundesge- richts 5A_200/2015 vom 22. September 2015 E. 7.2.2; 5A _198/2013 vom 14. November 2013 E. 4.3). 3.1.3 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, di e KESB hätte auf das Gesuch des Beschwerdegegners vom 21. März 2017 nicht eintreten dürfen, weil entgegen der Vereinbarung vom 21. Oktober 2010 vorgängig keine geeignete Fachstell e aufgesucht worden sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Wie die Vorinstanz in ihrer Vern ehmlassung zutreffend ausführt, können die Kindseltern die gesetzlichen Bestimmungen über di e Regelung des persönlichen Verkehrs nicht durch eigene Vereinbarungen ausser Kraft setzen. D ie KESB hatte im vorliegenden Fall somit von Gesetzes wegen über das Gesuch des Beschwerdegegn ers um Anpassung des Be- suchs- und Ferienrechts zu befinden. Hinzu kommt, dass die Sozialarbeiterin der KESB vor- gängig des angefochtenen Entscheids versuchte, eine einver nehmliche Lösung in Bezug auf das Besuchs- und Ferienrecht zu finden, was sie auch dem R echtsvertreter der Beschwerde- führerin mit E-Mail vom 3. Mai 2017 mitteilte. Dass si ch die Beschwerdeführerin diesem Vorge- hen wiedersetzt oder die Inanspruchnahme einer (externen) Fachstelle gefordert hätte, wird von ihr nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Die Vorinstanz ist demnach zu Recht auf das Gesuch des Beschwerdegegners eingetreten. 3.2 Die Beschwerdeführerin macht in der Sache geltend , der Beschwerdegegner habe das Besuchs- und Ferienrecht, wie es in der Vereinbarung vom 21. Oktober 2010 als Minimalregel vorgesehen sei, in der Vergangenheit nicht ausgeschöpft. Namentlich seien ihm jeweils andere Sachen wichtiger gewesen (Events, Foto-Shootings etc.) als die Wahrnehmung des Besuchs- rechts. Weiter habe die KESB in ihrem Entscheid unberü cksichtigt gelassen, dass sich D.____ einer Ausdehnung des Besuchsrechts klar widersetzt habe. D ies lasse sich aus Sicht der Kindsmutter ohne weiteres damit erklären, dass D.____ vom Vater in der Vergangenheit immer wieder enttäuscht worden sei, indem dieser immer wieder Wochenenden kurzfristig abgesagt und sich während den Besuchen nicht persönlich um seine T ochter gekümmert habe. Der Be- schwerdeführerin sei zudem bekannt, dass die Psychologin F. ____ sowie ihre Schwägerin, G.____, von der KESB zur Situation befragt worden seien und beide von einer Ausdehnung des Kontaktrechts abgeraten hätten, worüber die KESB ohne ersichtlichen Grund hinweggesehen habe. Der Beschwerdegegner habe sein Gesuch um Ausweit ung des Besuchsrechts sodann deshalb gerade jetzt gestellt, weil die Kindsmutter sei n Ansinnen auf Reduktion des Unterhalts- beitrags nicht akzeptiert habe. 3.3 Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, die Kindseltern seien bisher nicht in der Lage gewesen, einvernehmlich eine Ausdehnung de s Besuchsrechts für den Kindsvater festzulegen und umzusetzen. Um den bereits aufflammend en Loyalitätskonflikt für das Kind zu vermeiden, sei es angezeigt, das Besuchsrecht autoritati v behördlich festzulegen. Die abklä- rende Sozialarbeiterin der KESB habe keine Einigung zw ischen den Kindseltern erwirken kön- nen. Die Fronten schienen zu verhärtet und D.____ hab e anlässlich ihrer Anhörung bereits stark in die Diskussionen rund um das Besuchsrecht verwickelt gewirkt. Sie sorge sich mit ihren sieben Jahren bereits um Themen, mit welchen sich eine Erstklässlerin noch nicht befassen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht müssen sollte. Da die Kommunikation zwischen den Kindselte rn schwierig sei und es immer wieder zu massiven Spannungen komme, unter welchen schl iesslich insbesondere auch D.____ leide, sei im Interesse des Kindswohls zur Entsp annung der Situation und zur Unter- stützung der Kindseltern eine autoritative Festlegun g des Besuchsrechts für den Kindsvater zu verfügen. In ihrer Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin habe D.____ anlässlich der Anhörung zu keinem Zeitpunkt zu erkennen gegeben, dass sie nicht zu ihrem Vater gehen möchte. Sod ann hätten weder die Psychologin noch die Schwägerin der Beschwerdeführerin Bedenken bezü glich einer Ausdehnung des Be- suchsrechts vorgebracht. Ebenfalls unbegründet sei der Vorw urf der Beschwerdeführerin, die KESB habe den angefochtenen Entscheid ungenügend beg ründet und dadurch den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Vorliegend sei es nicht m öglich gewesen, zwischen den Kindsel- tern eine Einigung zu erzielen. Aufgrund der erheblich en Spannungen zwischen den Kindsel- tern stehe D.____ in einem Loyalitätskonflikt zu ihren E ltern. Dieser Konflikt gefährde das Kin- deswohl, weshalb die Besuchsregelung habe festgelegt we rden müssen. Die mit dem ange- fochtenen Entscheid angeordnete Besuchsregelung entspreche der gängigen Praxis beim nicht sorgeberechtigten Elternteil, weshalb die Beschwerde auch in diesem Punkt unbegründet sei. 3.4 Der Beschwerdegegner macht zusammengefasst geltend, e s sei unzutreffend, dass das bisherige Besuchsrecht aus Gründen, die beim Vater li egen, nicht ausgeschöpft worden sei. Diesbezüglich werde auf die eingereichten E-Mails zwischen den Kindseltern verwiesen, welche aus diversen Gründen durch die Kindsmutter gekürzt e Besuchswochenenden betreffen würden. Ebenfalls bestehe zwischen den offenen Unterhalt sfragen und dem Wunsch des Va- ters, seine Tochter mindestens im normalen Umfang sehen zu können, kein Zusammenhang. Die KESB weise zu Recht auf die beginnende Instrumentalisierung des Kindes durch die Mutter hin. Das von der KESB angeordnete Besuchs- und Ferienr echt liege unter dem Antrag des Va- ters und bewege sich am unteren Rand des Üblichen. Es seien keine Gründe ersichtlich und die Beschwerdeführerin mache auch keine solchen geltend, we shalb ein Besuchs- und Ferienrecht im üblichen Rahmen das Kindeswohl gefährden sollte. 3.5 Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut ni cht zusteht, und das unmündige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Dieses Recht steht dem Betroffenen um seiner Persönlich keit willen zu (vgl. BGE 136 III 353 E. 3.4; 123 III 445 E. 3b). Als sog. "Pflichtrecht" di ent es freilich in erster Linie dem Interesse des Kindes. Bei der Festsetzung des Besuchsrechts geht es nicht darum, einen gerechten Inte- ressenausgleich zwischen den Eltern zu finden, sondern de n elterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen Interesse zu regeln (vgl. BGE 120 II 229 E. 3 b/aa). Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des Besuchsrechts gilt somit immer das Kindeswohl, das anhand der gegebenen Umstände zu beurteilen ist. Allfällige Interessen der Eltern haben zurückzustehen (vgl. BGE 123 III 445 E. 3b S. 451; Urteile des Bundesgerichts 5A _200/2015 vom 22. September 2015 E. 7.2.3; 5A_719/2013 vom 17. Oktober 2014 E. 4.2). 3.5.1 Der Entscheid der Vorinstanz ist nach vorgängiger Anhörung der Kindseltern und von D.____ ergangen. Die Beschwerdeführerin führte anläs slich einer ersten Anhörung vom 28. April 2017 aus, dass der Kindsvater die ihm zustehenden Wochenenden nicht genutzt habe. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Er arbeite zu 100% und sie wisse nicht, wie er eine zusät zliche Betreuung unter der Woche bewerkstelligen wolle. Auch habe der Beschwerdegegner in den letzten drei Jahren nie mit D.____ Ferien gemacht. Bezüglich des weiteren Vorgehens wurde festgehalten, dass sich die Kindsmutter bis zum 11. Mai 2017 überlege, ob sie an d en Wochenenden mit einer Ausweitung einverstanden wäre (vgl. Aktennotiz vom 28. April 2017). Im Rahmen ihrer Rückmeldung vom 11. Mai 2017 schlug die Beschwerdeführerin als Kompro misslösung vor, dass das Besuchs- recht weiterhin gemäss der Vereinbarung vom 21. Oktober 2010 ausgeübt werden solle. Zu- sätzlich könne der Kindsvater einen Nachmittag pro Mona t übernehmen und die Tochter bis Ende Schuljahr 2017 an zwei Besuchswochenenden bereits am Freitag um 12.00 Uhr abholen. Eine Woche mehr Ferien sei dagegen nicht möglich (vgl. Aktennotiz vom 11. Mai 2017). Anläss- lich der Anhörung vom 7. Juni 2017 führte die Beschwerde führerin im Wesentlichen aus, dass sie an ihrem Vorschlag von sporadischen Freitagen festhal te. D.____ sei sonst zu oft weg und sie brauche die Mutter. Sie könne nicht länger als 4 T age getrennt sein von der Tochter. Auch hätte sie Bedenken, wie D.____ ihre Hobbies an den Wochenenden beim Kindsvater ausführen solle. Der Vater interessiere sich nicht dafür (vgl. Akte nnotiz vom 7. Juni 2017). D.____ gab an der Anhörung vom 7. Juni 2017 Auskunft über ihre Hobbie s (Spielplatz, Basteln, Fernsehen). Was ihr beim Vater nicht gefalle, sei das Einkaufen am Samstag. Auf die Frage nach ihren Akti- vitäten beim Vater erklärte sie, dass sie Golf spielen müsse, Fernsehen schaue, die Grosseltern besuche und mit den Hunden spazieren gehe, Freundinnen habe sie keine. Weiter führte sie aus, für sie laufe das Leben gut so, sie wünsche sich nur , dass die Eltern nicht so viel streiten würden. Sie sei lieber bei der Kindsmutter. Auch erklä rte sie, dass sie gerne Fagott spielen würde, die Mutter dies jedoch nicht bezahlen könne. Di e Mutter sage, sie solle den Vater nach Geld fragen (vgl. Aktennotiz vom 7. Juni 2017). Der Besch werdegegner führte im Rahmen der Anhörung vom 7. Juni 2017 aus, dass er an seiner Forder ung eines Besuchsrechts von Frei- tagabend bis Sonntagabend festhalte. Er werde D.____ an ihre Freizeitaktivitäten fahren und sie wie ein normaler Vater begleiten (vgl. Aktennotiz vom 13. Juni 2017). 3.5.2 Das in der Vereinbarung vom 21. Oktober 2010 vorg esehene Besuchs- und Ferien- recht im Konfliktfall stellt ausdrücklich eine "Minimalr egel" dar; mithin wurde bereits im damali- gen Zeitpunkt an eine zukünftige Erweiterung des Besuch srechts gedacht. Das Besuchs- und Ferienrecht ist denn auch altersadäquat festzusetzen, zu mal die Bedürfnisse eines Kleinkindes nicht denjenigen eines Jugendlichen entsprechen und es ü blich ist, dass mit zunehmendem Alter auch eine Ausdehnung des Besuchsrechts erfolgt (vgl. E. 3.1.1 hiervor). Im angefochtenen Entscheid wurde das Besuchsrecht des Beschwerdegegners gege nüber der Vereinbarung vom 21. Oktober 2010 dahingehend angepasst, dass die Besuchsw ochenenden statt am Samstag- mittag bereits am Freitagabend um 18.00 Uhr beginnen und das Ferienrecht wurde von zwei auf drei Wochen pro Jahr erhöht. Im Weiteren verfügte die Vorinstanz, dass D.____ die Feier- tage alternierend bei den Kindseltern verbringt. Di e Vorinstanz und der Beschwerdegegner hal- ten zutreffend fest, dass dem Beschwerdegegner mit die ser Regelung ein nach heutigen Mass- stäben übliches Besuchs- und Ferienrecht eingeräumt wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_450/2015 vom 11. März 2016 E. 3.4; Urteil des Kanto nsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 20. Mai 2015 [810 15 62] E. 4.4). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.5.3 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, d er Kindsvater habe das Besuchsrecht bis anhin von sich aus nicht ausgeschöpft und sich nie um Ferien mit D.____ bemüht, unterlässt sie es, diese Behauptungen in irgendeiner Form zu bel egen. Gemäss dem vom Beschwerde- gegner mit Eingabe vom 27. Juni 2017 eingereichten E- Mail-Verkehr waren es jeweils im Ver- halten der Kindsmutter liegende Gründe, welche zu eine r Kürzung oder einem Ausfall der Be- suche führten (vgl. E-Mails der Beschwerdeführerin vom 28 . Mai 2015 und 18. Januar 2016). Auch erkundigte sich der Beschwerdegegner bereits 2015 bei der Kindsmutter nach der Mög- lichkeit, mit D.____ einen kleinen Urlaub zu machen. Di e Kindsmutter antwortete, dass sie mit der Kinderpsychologin abkläre, ob D.____ für Ferien schon bereit sei, worauf der Beschwerde- gegner gemäss dessen unbestrittenen Ausführungen diesbe züglich nichts mehr hörte (vgl. E-Mail-Verkehr vom 11. Juni 2015). Damit bestehe n entgegen der Argumentation der Be- schwerdeführerin keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerde gegner sein Besuchsrecht von sich aus nicht wahrgenommen oder sich nicht um gemeinsame Ferien mit seiner Tochter be- müht hätte. Ebenfalls nicht gefolgt werden kann der Be schwerdeführerin, soweit sie geltend macht, dass sich D.____ der Ausdehnung des Besuchsrechts klar wi dersetzt habe. Die Aussa- gen von D.____ deuten darauf hin, dass sie unter den S treitigkeiten ihrer Eltern leidet und zwi- schen den Fronten steht. Die Vorinstanz weist zu Recht darauf hin, dass D.____ im Rahmen der Anhörung zu keinem Zeitpunkt zu erkennen gab, dass si e nicht zu ihrem Vater gehen möchte. Ebenfalls ergeben sich weder aus den Aussagen von D.____ noch anderweitig An- haltspunkte dafür, dass die allgemeine Freizeitgestaltu ng des Beschwerdegegners mit dem Kindeswohl von D.____ nicht vereinbar wäre. Schliesslich findet auch die Behauptung der Be- schwerdeführerin, die Therapeutin der Kindsmutter und ihre Schwägerin hätten gegenüber der KESB von einer Ausdehnung des Besuchsrechts abgeraten, in den Akten keine Grundlage. 3.5.4 Nach dem Gesagten sind keine Gründe ersichtlich, we lche der strittigen Ausdehnung des Besuchs- und Ferienrechts des Beschwerdegegners entgeg enstehen würden und diese ist – namentlich mit Blick auf den Umstand, dass mit zunehmend em Alter eine Ausdehnung des Besuchsrechts angezeigt ist – nicht zu beanstanden. 3.6 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich eine Verl etzung der Begründungspflicht geltend. 3.6.1 Aus dem in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen- schaft (BV) vom 18. April 1999 verankerten Anspruch der Betroffenen auf rechtliches Gehör ergibt sich als Teilgehalt unter anderem die grundsät zliche Pflicht der Behörden, ihren Ent- scheid zu begründen. Die Begründung muss so abgefasst sein , dass der Betroffene den Ent- scheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Die B egründung muss kurz die wesentli- chen Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist hingegen, dass sic h der Entscheid mit allen Parteistand- punkten einlässlich auseinander setzt und jedes einzelne V orbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 133 III 439 E. 3.3; 129 I 232 E. 3.2; 126 I 97 E. 2b; je mit Hinweisen). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.6.2 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz die wes entlichen Gründe für ihren Entscheid dargelegt (E. 3.3 hiervor). Die Beschwerdeführerin war gestützt darauf ohne weiteres in der Lage, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Vor diesem H intergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz die Begründungspflicht verletzt haben soll. Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs erweist sich demnach als unbegründet. 4.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der ganz oder teilweise un terliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe v on Fr. 1'400.-- sind der unterlegenen Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 4.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise ob siegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Ausgan g des Verfahrens ist dem Be- schwerdegegner eine Parteientschädigung zulasten der Besc hwerdeführerin zuzusprechen. Der von der Beschwerdeführerin in der Honorarnote vom 3 1. August 2017 geltend gemachte Aufwand ist nicht zu berücksichtigen, soweit er im Zusamm enhang mit dem Verfahren vor der Vorinstanz steht. Der für das vorliegende Verfahren, d.h . ab dem 16. Juni 2017 geltend ge- machte Aufwand von 6.25 Stunden à Fr. 250.-- erweist sich als angemessen. Die Beschwerde- führerin hat dem Beschwerdegegner demzufolge eine Pa rteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'823.90 (inkl. Auslagen und 8% MWST) auszurichten. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie sich nicht als gegenstands- los erweist. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner ei ne Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 1'823.90 (inkl. Auslagen und 8% MWST) auszurichten. Präsidentin Gerichtsschreiber