<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00199</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105658&amp;W10_KEY=4467150&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00199</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.08.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nutzungsplanung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Widerruf der Genehmigung von Reservezonen:<br/><br/>Kognition bei der Überprüfung von Nutzungsplänen (E. 2).<br/>Verhältnis von Richtplanung zur Nutzungsplanung; Zweck der Reservezone; akzessorische Überprüfung des Richtplans im Allgemeinen (E. 3 a).<br/>Das streitbetroffene Gebiet liegt nach dem kantonalen Richtplan nicht im Anordnungsspielraum, sondern im Landwirtschaftsgebiet. Die Beibehaltung der Reservezone anlässlich der Revision der Nutzungsplanung widerspricht daher eigentlich dem Richtplan (E. 3 b).<br/>Akzessorische Überprüfung des Richtplans: Der Richtplan bewirkt mit der Zuweisung des streitbetroffenen Gebietes in das Landwirtschaftsgebiet eine Rechtsungleichheit im Vergleich mit einem peripher gelegenen, weniger gut für die Überbauung geeigneten Gebiet, das aber dem Bauentwicklungsgebiet angehört (E. 3 c/d). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANORDNUNGSSPIELRAUM">ANORDNUNGSSPIELRAUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOGNITION">KOGNITION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NUTZUNGSPLAN">NUTZUNGSPLAN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: RAHMENNUTZUNGSPLÃNE">RAHMENNUTZUNGSPLÃNE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSGLEICHHEIT">RECHTSGLEICHHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RESERVEZONE">RESERVEZONE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RICHTPLAN">RICHTPLAN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: RICHTPLÃNE (PLANUNGSGRUNDSÃTZE)">RICHTPLÃNE (PLANUNGSGRUNDSÃTZE)</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 16 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 19 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 65 PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 26 lit. II RPG</span><br/><span class="ungerade">Art. 33 lit. III/b RPG</span><br/><span class="gerade">§ 50 VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 51 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die Gemeindeversammlung Weisslingen beschloss am 19. MÃ¤rz 1999 eine Revi­sion der mit RRB 269/1985 genehmigten Bau- und Zonenordnung vom 24. Juni 1983. Dabei wurden die Reservezonen in den Gebieten Gatter und Hindergass beibehalten; die vom Gemeinderat beantragte Einzonung des Gebietes Hindergass wurde abgelehnt. Mit Beschluss Nr. 637 vom 19. April 2000, verÃ¶ffentlicht am 5. Mai 2000, genehmigte der Regierungsrat die festgesetzten Ãnderungen grÃ¶sstenteils (Disp. Ziff. I mit Ausnahmen in Disp. Ziff. III); indessen widerrief er die Genehmigung der Reservezonen in den Gebieten Gatter und Hindergass (Disp. Ziff. II). Den Widerruf begrÃ¼ndete er damit, dass fÃ¼r diese Gebiete mit dem kantonalen Richtplan vom 31. Januar 1995 Landwirtschaftsgebiet festge­setzt worden sei, weshalb sie der Landwirtschaftszone zugewiesen werden mÃ¼ssten. Im kantonalen Richtplan sei allerdings fÃ¼r das ebenfalls einer Reservezone zugeteilte Gebiet HofÃ¤cher sÃ¼dwestlich des Dorfkerns von Weisslingen Bauentwicklungsgebiet festgelegt worden, obwohl dieses Gebiet im Vergleich zu den beiden aufzuhebenden Reservezonen peripher liege. Im Rahmen der nÃ¤chsten Revision des kantonalen Richtplans mÃ¼ssten die Festlegungen zum Siedlungs- und Bauentwicklungsgebiet der Gemeinde Weisslingen ge­samthaft neu beurteilt und nÃ¶tigenfalls angepasst werden; mit dem jetzigen Beschluss werde eine aus dannzumaliger Sicht allenfalls bessere LÃ¶sung bezÃ¼glich Situierung und GrÃ¶sse von allenfalls neu festzulegendem Siedlungsgebiet nicht prÃ¤judiziert.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit Eingabe vom 30. Mai 2000 beantragten zwÃ¶lf BeschwerdefÃ¼hrenden dem Verwaltungsgericht, die Gebiete Gatter und Hindergass seien "wieder dem Bauent­wicklungsgebiet/Reservezone zuzuweisen und spÃ¤testens bei der nÃ¤chsten Revision der Zonenplanung durch den Kantonsrat dem Baugebiet einzuordnen". Die Baudirektion er­suchte um Abweisung der Beschwerde. Der Gemeinderat Weisslingen teilte dem Gericht mit, er unterstÃ¼tze die Beschwerde, soweit damit die Beibehaltung der Reservezonen ange­strebt werde; die Zuweisung der Gebiete zu einer Bauzone werde hingegen abgelehnt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) und § 329 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde sachlich und funktionell zustÃ¤ndig. Da die streitbetroffenen Teile der kommunalen Nutzungsplanung nicht zugleich mit Rekurs vor Baurekurskommission angefochten worden sind, kann der Genehmigungswiderruf unmittelbar beim Verwaltungsgericht angefochten werden (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 19 N. 106; BEZ 1999 Nr. 23). Als EigentÃ¼mer von GrundstÃ¼cken in den Gebieten Gatter und Hindergass sind die BeschwerdefÃ¼hrer nach § 338a Abs. 1 PBG zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten, allerdings insoweit nicht, als damit eine direkte AbÃ¤nderung des kantonalen Richtplans angestrebt wird.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Erlass und Ãnderung kommunaler ZonenplÃ¤ne werden von der Baudirektion bzw. vom Regierungsrat im Genehmigungsverfahren nach Art. 26 des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 Ã¼ber die Raumplanung (RPG) und § 89 in Verbindung mit § 2 lit. a und b PBG auf RechtmÃ¤ssigkeit, ZweckmÃ¤ssigkeit und Angemessenheit geprÃ¼ft (§ 5 Abs. 1 PBG). GemÃ¤ss einem Kreisschreiben der Baudirektion vom 1. Juni 1980 an die Gemein­den Ã¼ber die Genehmigungspraxis nach dem Planungs‑ und Baugesetz wird zwischen vol­ler, abgeschwÃ¤chter und beschrÃ¤nkter PrÃ¼fung unterschieden. NutzungsplÃ¤ne unterstehen einer umfassenden Rechtskontrolle, die nur durch die ZurÃ¼ckhaltung eingeschrÃ¤nkt wird, die beachtet werden muss, wenn bei der Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe die WÃ¼r­digung Ã¶rtlicher VerhÃ¤ltnisse Gegenstand der ÃberprÃ¼fung bildet. Hinsichtlich ZweckmÃ¤s­sigkeit und Angemessenheit unterliegen NutzungsplÃ¤ne einer vollen ÃberprÃ¼fung, soweit fÃ¶rmlich ausgewiesene Ã¼berÃ¶rtliche Interessen berÃ¼hrt werden; im Ãbrigen greift nur eine abgeschwÃ¤chte ÃberprÃ¼fung ein, welche lediglich dann zu einer Verweigerung der Ge­nehmigung fÃ¼hrt, wenn die UnzweckmÃ¤ssigkeit oder die Unangemessenheit offensichtlich ist (Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau‑ und Umweltrecht, 3. A., ZÃ¼rich 1999, N. 424). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ein wichtiger Gesichtspunkt im Genehmigungsverfahren ist die Ãbereinstimmung des kommunalen Plans mit der Ã¼bergeordneten Planung (Art. 26 Abs. 2 RPG, § 16 PBG). Dabei ist zu beachten, dass der zÃ¼rcherische Richtplan den Gemeinden vor allem im soge­nannten Anordnungsspielraum (undefinierter Bereich zwischen Siedlungs‑ und Landwirt­schaftsgebiet; vgl. BGE 112 Ia 281 E. 7a; Haller/Karlen, N. 224 und 292; Beschluss des Kantonsrats vom 31. Januar 1995 zum kantonalen Richtplan, Ziffer 2.2.2) bewusst ein er­heb­liches planerisches Ermessen einrÃ¤umt. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf der Regierungsrat kommunale Festlegungen im Anordnungsspielraum nur dann nicht genehmigen, wenn sie wegleitenden Zielen und GrundsÃ¤tzen der Raumplanung widerspre­chen oder in unzureichender Weise Rechnung tragen (BGr, 4. Mai 1988, ZBl 90/1989, S. 119 ff.; Karl SpÃ¼hler, Der Rechtsschutz von Privaten und Gemeinden im Raumpla­nungsrecht, ZBl 90/1989, S. 110 f.). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die ÃberprÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts wÃ¤re an sich nach kantonaler Ordnung auf Rechtskontrolle beschrÃ¤nkt; es dÃ¼rfte den Nichtgenehmigungsbeschluss des Regierungsrats nur umstossen, wenn er sich als rechtsfehlerhaft erwiese (§ 50 VRG) oder auf einer ungenÃ¼genden Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts beruhte (§ 51 VRG). Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG gebietet zusÃ¤tzlich eine Ermessenskontrolle, schliesst jedoch nicht aus, dass auch das Verwaltungsgericht die vom Regierungsrat als Genehmi­gungsbehÃ¶rde geÃ¼bte ZurÃ¼ckhaltung beachtet (RB 1994 Nr. 17 = BEZ 1994 Nr. 22).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die Planungen unterer Stufen haben derjenigen der oberen Stufe, die Nut­zungsplanungen jeder Art und Stufe der Richtplanung zu entsprechen (§ 16 Abs. 1 PBG). Abweichungen sind nur zulÃ¤ssig, wenn sie sachlich gerechtfertigt und untergeordneter Natur sind (§ 16 Abs. 2 PBG). Reservezonen umfassen FlÃ¤chen, deren Nutzung noch nicht bestimmt ist oder in denen eine bestimmte Nutzung erst spÃ¤ter zugelassen werden soll (§ 65 Abs. 1 PBG). Sie sind nur im Siedlungs- und im Bauentwicklungsgebiet zulÃ¤ssig. Im Hinblick auf diese GrundsÃ¤tze kommt der Frage, ob die streitbetroffene nutzungsplaneri­sche Festlegung der Gemeinde dem kantonalen Richtplan entspreche, vorrangige Bedeu­tung zu. Liegt das einer Reservezone zugewiesene Land, wie hier, gemÃ¤ss der kartographi­schen Darstellung des kantonalen Richtplans im Landwirtschaftsgebiet, kann die Frage nur dann bejaht werden, wenn die Richtplanung bezÃ¼glich dieser Festlegung einen Anord­nungsspielraum belÃ¤sst.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind Festlegungen im Anordnungsspiel­raum nur dann aufzuheben oder nicht zu genehmigen, wenn sie wegleitenden Zielen und GrundsÃ¤tzen der Raumplanung nicht entsprechen oder nur unzureichend Rechnung tragen (SpÃ¼hler, S. 110 f.). Widerspricht eine planerische Festlegung mangels eines Anordnungs­spielraums dem kantonalen Richtplan, ist sie ‑ unter Vorbehalt sachlich gerechtfertigter Abweichungen untergeordneter Natur (§ 16 Abs. 2 PBG) ‑ rechtsverletzend, es sei denn, der Richtplan erweise sich aufgrund einer akzessorischen ÃberprÃ¼fung seinerseits als bun­desrechtswidrig. Eine derartige akzessorische ÃberprÃ¼fung im Rechtsmittelverfahren Ã¼ber NutzungsplÃ¤ne ist zulÃ¤ssig, wenn sich die betroffenen GrundeigentÃ¼mer gegen den Richt­plan als solchen nicht zur Wehr setzen konnten (BGE 119 Ia 362 E. 4a S. 368; 113 Ib 299 E. 2b S. 302; 107 Ia 77 E. 3c S. 91 f.; 105 Ia 223 E. 2e S. 230), wie das nach zÃ¼rcherischer Ordnung zutrifft (§ 19 Abs. 2 PBG; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 26).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Entgegen der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrenden waren die beiden streitbe­troffenen Gebiete gemÃ¤ss kantonalem Gesamtplan 1978 nicht als Bauentwicklungsgebiet gekennzeichnet, sondern lagen sie im (damals kartographisch gekennzeichneten) Anord­nungsspielraum zwischen Baugebiet und Landwirtschaftsgebiet. GemÃ¤ss kantonalem Richtplan 1995 liegen die beiden Areale im Landwirtschaftsgebiet. Auch der Richtplan 1995 belÃ¤sst den Gemeinden zwischen Siedlungs- und Landschaftsgebiet einen Anord­nungsspielraum, der allerdings nicht mehr kartographisch in Erscheinung tritt (vgl. RB 1997 Nr. 67). Mit Bezug auf die beiden streitbetroffenen Gebiete Gatter und Hindergass kann indessen nach dem neuen Richtplan ein solcher Anordnungsspielraum nicht (mehr) angenommen werden. HÃ¤tte der Kantonsrat bei der Festsetzung des Richtplans in diesen beiden Gebieten, die immerhin je eine LÃ¤nge von ca. 200 m und eine Breite von ca. 100 m aufweisen, eine spÃ¤tere Ãberbauung ermÃ¶glichen wollen, so hÃ¤tte er sie dem Siedlungsge­biet oder â wie er dies bezÃ¼glich des weiter sÃ¼dlich gelegenen Gebiets HofÃ¤cher getan hat â dem Bauentwicklungsgebiet zuordnen mÃ¼ssen. Die Beibehaltung der beiden Reservezonen wÃ¼rde daher, wie der Regierungsrat im angefochtenen Beschluss zutreffend festgestellt hat, dem kantonalen Richtplan widersprechen. Angesichts der rÃ¤umlichen Ausdehnung der bei­den Areale kann auch nicht von einer bloss untergeordneten Abweichung im Sinn von § 16 Abs. 2 PBG gesprochen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die ErwÃ¤gungen des Regierungsrats lassen darauf schliessen, dass er beim Wi­derruf der Genehmigung davon ausgegangen ist, als GenehmigungsbehÃ¶rde dÃ¼rfe er den vom Kantonsrat festgesetzten Richtplan von vornherein nicht akzessorisch Ã¼berprÃ¼fen (zu dieser umstrittenen Frage vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 20 N. 31; RB 1996 Nr. 64). Dem Verwaltungsgericht steht jedenfalls eine solches ÃberprÃ¼fungsrecht zu. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Es fragt sich, ob im vorliegenden Fall auf eine derartige akzessorische ÃberprÃ¼fung im Hinblick auf die ErwÃ¤gung des Regierungsrats verzichtet werden kÃ¶nne, im Rahmen der nÃ¤chsten Revision des kantonalen Richtplans seien "die Festlegungen zum Siedlungs- und Bauentwicklungsgebiet der Gemeinde Weisslingen gesamthaft neu zu beurteilen und nÃ¶tigenfalls anzupassen", weshalb mit dem streitigen Genehmigungswiderruf "eine aus dannzumaliger Sicht bessere LÃ¶sung bezÃ¼glich Situierung und GrÃ¶sse von allenfalls neu festzulegendem Siedlungsgebiet nicht prÃ¤judiziert" werde. Dieser Betrachtungsweise kann nicht beigetreten werden. Nach der zutreffenden Feststellung des Regierungsrats liegt das im Richtplan dem Bauentwicklungsgebiet zugewiesene und gemÃ¤ss Zonenplan 1999 eben­falls in der Reservezone verbleibende Gebiet HofÃ¤cher, namentlich im Vergleich zu den beiden streitbetroffenen Arealen Gatter und Hindergass, peripher. Wenn nun der Regie­rungsrat die 1985 erteilte Genehmigung von Reservezonen in der Gemeinde Weisslingen bezÃ¼glich der Areale Gatter und Hindergass widerrufen hat, hinsichtlich des Gebiets Hof­Ã¤cher dagegen nicht, so wird damit die Rechtsstellung der GrundeigentÃ¼mer in den Arealen Gatter und Hindergass gegenÃ¼ber den GrundeigentÃ¼mern im Gebiet HofÃ¤cher verschlech­tert. Im Gegensatz zu letzterem kÃ¶nnten erstere nur aufgrund einer Ãnderung des kantona­len Richtplans eingezont werden, wobei dahin steht, ob der hierfÃ¼r zustÃ¤ndige Kantonsrat bei der nÃ¤chsten Revision des kantonalen Richtplans die Areale Gatter und Hindergass dem Siedlungs- oder dem Bauentwicklungsgebiet zuteilen wird. Zudem haben EigentÃ¼mer von GrundstÃ¼cken in Reservezonen nach Ablauf von acht Jahren seit Festsetzung oder Revi­sion des Zonenplans auf Gesuch hin Anspruch auf ÃberprÃ¼fung der Bauzonendimensionie­rung (§ 65 Abs. 4 PBG). Die dem Genehmigungswiderruf der Reservezone zugrundelie­gende Festlegung des Richtplans (Zuweisung zum Landwirtschaftsgebiet) ist daher akzes­sorisch zu Ã¼berprÃ¼fen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Als Siedlungsgebiet darf nur Land ausgeschieden werden, das bereits weitgehend Ã¼berbaut ist oder voraussichtlich innert 20 bis 25 Jahren benÃ¶tigt wird und erschlossen werden kann (§ 21 Abs. 2 PBG). ZusÃ¤tzlich kÃ¶nnen als Bauentwicklungsgebiet FlÃ¤chen vorgesehen werden, die voraussichtlich in einem spÃ¤teren Zeitpunkt der Besiedlung dienen (§ 21 Abs. 3 PBG). Die Abgrenzung zwischen Siedlungs- und Landwirtschaftsgebiet ein­schliesslich der Festsetzung von Bauentwicklungsgebiet setzt eine das ganze Gemeindege­biet einbeziehende Gesamtbetrachtung voraus; das gilt auch fÃ¼r die akzessorische ÃberprÃ¼­fung derartiger Abgrenzungen und Festlegungen. Im vorliegenden Fall fragt sich insbeson­dere, ob die Zuweisung der bisher im Anordnungsspielraum liegenden Areale Gatter und Hindergass zum Landwirtschaftsgebiet vereinbar damit sei, dass das weitaus grÃ¶ssere und peripherer gelegene Gebiet HofÃ¤cher im Bauentwicklungsgebiet belassen wurde. Diese Frage hat vorliegend auch der Regierungsrat als GenehmigungsbehÃ¶rde aufgeworfen, je­doch unbeantwortet gelassen, weil er den Richtplan offenkundig als verbindlich (d.h. fÃ¼r ihn nicht einer akzessorischen ÃberprÃ¼fung zugÃ¤nglich) erachtete.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dem Gebot der Rechtsgleichheit kommt zwar bei Planungsmassnahmen allgemein nur eine abgeschwÃ¤chte Wirkung zu (Haller/Karlen, N. 121). Vorliegend kann indessen nicht darÃ¼ber hinweggesehen werden, dass sich die Areale Gatter und Hindergass fÃ¼r eine kÃ¼nftige bauliche Entwicklung besser eignen als das Gebiet HofÃ¤cher. Bereits ein Blick auf den Zonenplan zeigt, dass das Gebiet HofÃ¤cher erheblich peripherer liegt und grÃ¶sser ist. Das Areal Hindergass grenzt zudem auf drei Seiten an Ã¼berbautes und auch eingezontes Land; es kann zwar â wegen seiner Ausdehnung und weil das sÃ¼dlich angrenzende Land nur mit wenigen Bauten Ã¼berstellt ist - nicht als BaulÃ¼cke im engeren Sinn (dazu BGE 118 Ib 38 E. 4a S. 45; BGr, 3. Februar 1995, ZBl 97/1996 S. 272 E. 7c/aa; RB 1993 Nr. 63) bezeichnet werden, kommt aber einer derartigen Qualifikation immerhin nahe. Soweit der kantonale Richtplan 1995 in der Gemeinde Weisslingen fÃ¼r das dem Bauentwicklungsge­biet zugeschiedene Gebiet HofÃ¤cher eine spÃ¤tere bauliche Entwicklung ermÃ¶glicht, fÃ¼r die Areale Gatter und Hindergass hingegen nicht, erweist sich demnach diese Ausscheidung als nicht haltbar. Dabei hat das Verwaltungsgericht im vorliegenden Rechtsmittelverfahren Ã¼ber den Genehmigungswiderruf nicht darÃ¼ber zu befinden, ob sich die Zuweisung des Gebietes HofÃ¤cher zum Bauentwicklungsgebiet auch dann rechtfertigt, wenn die Areale Gatter und Hindergass dem Bauentwicklungs- oder dem Siedlungsgebiet zugeteilt wÃ¼rden. Doch erweist es sich bei der aufgezeigten Sachlage jedenfalls als rechtswidrig, die Geneh­migung der Reservezonen Gatter und Hindergass deswegen zu widerrufen, weil sie dem kantonalen Richtplan widersprechen. Andere GrÃ¼nde hat der Regierungsrat fÃ¼r den Wider­ruf der Genehmigung nicht angefÃ¼hrt. Im Rechtsmittelverfahren Ã¼ber einen negativen Ge­nehmigungsentscheid ist es nicht Aufgabe des Verwaltungsgerichts, zu prÃ¼fen, ob sich der Genehmigungswiderruf allenfalls aus anderen, vom Regierungsrat nicht angefÃ¼hrten GrÃ¼n­den gleichwohl halten liesse; denn das Gericht ist nicht GenehmigungsbehÃ¶rde. Aufgrund der vorliegenden Akten sind denn auch andere GrÃ¼nde, die einen Genehmigungswiderruf rechtfertigen kÃ¶nnten, nicht ersichtlich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Weitere Erhebungen im jetzigen Beschwerdeverfahren erÃ¼brigen sich auch deswe­gen, weil dem hier zu treffenden Entscheid Ã¼ber den Verbleib der streitbetroffenen Areale in der Reservezone trotz seiner Bedeutung fÃ¼r die Planung und namentlich im Hinblick auf § 65 Abs. 4 PBG (dazu E. 3c) bei Weitem nicht die gleiche Tragweite zukommt wie dem spÃ¤ter anstehenden Entscheid Ã¼ber die Zuweisung zu einer Zone mit bestimmter Nutzung: Die Reservezone ist keine Bauzone (BGE 123 I 175 E. 3b S. 183; Haller/Karlen, N. 296). Bauten und Anlagen sind darin nur nach Art. 24 RPG zulÃ¤ssig (§ 65 Abs. 2 PBG). Grund­sÃ¤tzlich besteht fÃ¼r dortige Bauten und Anlagen gegenÃ¼ber dem Gemeinwesen weder ein Anspruch auf Erschliessung noch ein solcher auf Inanspruchnahme Ã¶ffentlicher Versor­gungs- und Erschliessungsanlagen (§ 65 Abs. 3 PBG). In aller Regel begrÃ¼ndet die Zuwei­sung von GrundstÃ¼cken in der Reservezone zu einer Nichtbauzone auch keinen Anspruch auf EntschÃ¤digung wegen materieller Enteignung (vgl. BGE 112 Ib 388, 112 Ia 155). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird, soweit darauf eingetreten wird, gutgeheissen. Dispositiv Zif­fer II des Beschlusses Nr. 637 des Regierungsrats vom 19. April 2000 wird aufgeho­ben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>