<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00157</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204374&amp;W10_KEY=13013568&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00157</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.07.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung (Familiennachzug)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verweigerung des mütterlichen Familiennachzugs für Kinder, deren Väter verstorben sind. Weder die BVO noch die UNO-Kinderrechtekonvention vermitteln einen Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (E. 1.3+4). Die älteste Tochter war zur Zeit der Einreichung des Gesuches bereits 19-jährig, weshalb sie sich nicht auf Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG berufen kann (E. 1.5). Auf die Beschwerde wird nur bezüglich der beiden jüngeren Kinder eingetreten (E. 1.8). Voraussetzungen des Familiennachzugs durch einen Elternteil gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung. Die Kinder wuchsen bei der Schwester der Beschwerdeführerin auf und wurden von dieser auch während der Abwesenheit der Mutter betreut. Die Beschwerdeführerin wartete nach ihrer Heirat mit einem Schweizer Bürger über fünf Jahre, bis sie ein Nachzugsgesuch für ihre Kinder stellte. Somit strebte sie nicht in erkennbarer Weise das Zusammenleben mit ihren Kindern an. Unter diesen Umständen müssen nach der Rechtsprechung stichhaltige Gründe eine Änderung der Betreuungsverhältnisse notwendig machen. Dies ist vorliegend nicht erfüllt, da die beiden jüngeren Kinder weiterhin durch ihre Tante und zudem durch ihre ältere Schwester betreut werden können (E. 2). Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wird. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃNDERUNG DER BETREUUNGSVERHÃLTNISSE">ÃNDERUNG DER BETREUUNGSVERHÃLTNISSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Garantien der EMRK ST: ART. 8 EMRK">ART. 8 EMRK</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETREUUNGSVERHÃLTNISSE">BETREUUNGSVERHÃLTNISSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDERRECHTEKONVENTION">KINDERRECHTEKONVENTION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Grundrechte ST: ÃBRIGE GRUNDRECHTE">ÃBRIGE GRUNDRECHTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WITWE/-R">WITWE/-R</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSAMMENLEBEN">ZUSAMMENLEBEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 17 Abs. II ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 13 Abs. I BV</span><br/><span class="ungerade">§ 13 lit. f BeamtenV</span><br/><span class="gerade">§ 36 BeamtenV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 Abs. I EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>A, frÃ¼here StaatsangehÃ¶rige von Haiti, seit 2002 Schweizer BÃ¼rgerin, reiste im Mai 1993 in die Schweiz ein. Hier heiratete sie am 20. August 1993 den Schweizer C. Ihre aus zwei frÃ¼heren Beziehungen stammenden drei Kinder D, geboren 1979, E, geboren 1984 und F, ge­boren 1987, verblieben bei deren Tante G in Haiti. Die VÃ¤ter verstarben Mitte der neunziger Jahre. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Am 7. Dezember 1998 stellte A ein Nachzugsgesuch fÃ¼r die drei Kinder. Dieses Begehren schrieb die damalige Fremdenpolizei des Kantons ZÃ¼rich am 18. Juni 2001 wegen fehlender Unterlagen ab.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Hierauf stellte A bereits am 2. Juli 2001 ein neues Nachzugsgesuch, wiederum fÃ¼r alle drei Kinder. Das nunmehrige Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich wies das Gesuch mit VerfÃ¼gung vom 18. April 2002 ab. BezÃ¼glich der Ã¤ltesten Tochter D verwies das Migrationsamt auf deren Geburtsjahr 1979, womit die "zulÃ¤ssige Alters­grenze" Ã¼berschritten sei. BezÃ¼glich E und F wurde im Wesentlichen ausgefÃ¼hrt, dass keine enge Beziehung zur Mutter nachgewiesen sei.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Gegen die VerfÃ¼gung des Migrationsamts wurde am 21. Mai 2002 Rekurs an den Regierungsrat erhoben mit dem Begehren, den drei Kindern den Verbleib bei der Mutter zu bewilligen. Der Regierungsrat wies den Rekurs am 3. MÃ¤rz 2004 ab, soweit er darauf eintrat und der Rekurs nicht gegenstandslos geworden war.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>A gelangte mit Beschwerde vom 7. April 2004 an das Verwaltungsgericht und verlangte die Aufhebung des Rekursentscheids und der VerfÃ¼gung des Migra­tionsamts; den drei Kindern sei die Bewilligung zur Einreise, zum Aufenthalt im Kanton ZÃ¼rich und zum Verbleib bei ihr zu erteilen. Zudem verlangte sie eine EntschÃ¤digung zu Lasten der Gegenpartei. Die Staatskanzlei beantragte namens des Regierungsrats, die Beschwerde abzuweisen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpoli­zei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Das ist der Fall bei Entscheiden betreffend Aufenthalts- und Niederlassungsbe­wil­li­gungen, auf deren Erteilung die auslÃ¤ndische Person einen bundes- oder vÃ¶lkerrecht­lichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflege­gesetzes vom 16. De­zem­ber 1943).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 17 Abs. 2 Satz 3 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) haben ledige Kinder unter 18 Jahren Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung der Eltern bzw. des einen Elternteils, sofern sie mit ihren Eltern zusammenwohnen. Diese Bestimmung gilt analog fÃ¼r Schweizer BÃ¼rgerinnen und BÃ¼rger mit Kindern auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶rigkeit. Nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung ist das Alter der Kinder im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs massgebend (BGE 124 II 361 E. 4b, BGE 120 Ib 257 E. 1f.)</span></p> <p class="Erwgung2">Ferner stÃ¼tzt sich die Beschwerde auf Art. 8 Abs. 1 <span>der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK)</span>, der den Schutz des Familienlebens garantiert (vgl. dazu ausfÃ¼hrlich BGE 127 II 60 E. 1d/aa mit Hinweisen). Die Vorschrift garantiert einem ledigen minderjÃ¤hrigen Kind das Zusammenleben mit seinen in der Schweiz lebenden Eltern, sofern diese Ã¼ber ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz verfÃ¼gen und die familiÃ¤re Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und intakt ist (BGE 126 II 377 E. 2b). <span>Anders als bei Art. 17 Abs. 2 ANAG wird bei Art. 8 Abs. 1 EMRK und dem nicht weiter gehenden Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) nicht auf den Zeitpunkt der Gesuchstellung, sondern auf den Urteilszeitpunkt abgestellt (BGE 120 Ib 257 E. 1f). </span></p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b><span>Keinen Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz vermitteln hingegen die in der Beschwerde weiter angerufenen Art. 13 lit. f und Art. 36 der Verordnung Ã¼ber die Begrenzung der Zahl der AuslÃ¤nder vom 6. Oktober 1986 (BVO; vgl. BGE 119 Ib 91 E. 1d, </span>122 II 186 E. 1a<span>; VGr, 23. Januar 2002, VB.2001.00318 E. 2c; 11. Juni 2003, VB.2003.00018, E. 1e, je unter www.vgrzh.ch). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.4 </span></b><span>Dasselbe gilt fÃ¼r das Ãbereinkom­­men Ã¼ber die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 (UNO-Kinder­rechtekon­ven­tion; SR 0.107, [KRK]). Aus dem Ãbereinkommen ergeben sich hinsichtlich Erteilung fremdenpolizeilicher Bewilligungen keine gerichtlich durch­setzbaren AnsprÃ¼che (BGE 126 II 377 E. 5, 124 II 361 E. 3b). </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>1.4.1 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht in diesem Zusammenhang eine Verletzung von Art. 12 der UNO-Kinderrechtekonvention geltend und verlangt eine AnhÃ¶rung der Kinder. GemÃ¤ss Art. 12 KRK haben Kinder, die zur eigenen Meinungsbildung befÃ¤higt sind, das Recht, in den sie berÃ¼hrenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren gehÃ¶rt zu werden. Allerdings ist ein Kind im fremden­polizeilichen Verfahren nicht zwingend persÃ¶nlich, sondern ledig­lich in angemessener Weise anzuhÃ¶ren. Die AnhÃ¶rung kann je nach der zu behandelnden Problematik und den UmstÃ¤nden des Einzelfalles auch schriftlich oder Ã¼ber einen Vertreter vorgenommen werden (Art. 12 Abs. 2 KRK; BGE 124 II 361 E. 3c, mit Hinweisen). </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>1.4.2 </span></b><span>Der Willen der Kinder fliesst vorliegend Ã¼ber die Mutter bzw. deren Vertreterin in das Verfahren ein. Zudem waren alle drei Kinder vor der Rekursinstanz noch selbst als Parteien aufgetreten. Die Anforderungen von Art. 12 KRK mÃ¼ssen demnach als erfÃ¼llt gelten (vgl. auch BGer, 11. Dezember 2002, 2A.456/2002, E. 3.6, www.bger.ch).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.5 </span></b>Die Ã¤lteste Tochter der BeschwerdefÃ¼hrerin, D, ist 1979 geboren.<span> Sie war demnach im Zeitpunkt der ersten Gesuchstellung, also im Dezember 1998, bereits 19-jÃ¤hrig. Damit entfÃ¤llt eine Berufung auf Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Dass ein besonderes AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis vorliegen wÃ¼rde, welches D nach Erreichen der VolljÃ¤hrigkeit allenfalls einen Anspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 8 EMRK verschaffen kÃ¶nnte, ist nicht behauptet oder ersichtlich. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dass sodann weder die </span><span>Verordnung Ã¼ber die Begrenzung der Zahl der AuslÃ¤nder noch die </span><span>UNO-Kinder­rechtekon­ven­tion </span><span>gerichtlich durchsetzbare AnsprÃ¼che auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung vermitteln, ist bereits dargelegt worden. Im Ãbrigen ist mit Blick auf die UNO-Kinderrechtekonvention daran zu erinnern, dass D bereits im Zeit­punkt der Gesuchstellung volljÃ¤hrig war.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>BezÃ¼glich D fehlt es demnach an einem </span><span>bundes- oder vÃ¶lkerrecht­lichen Anspruch</span><span> auf Erteilung einer </span><span>Aufenthalts- oder Niederlassungsbe­wil­li­gung. Insoweit </span><span>ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.6 </span></b><span>Die Tochter E, geboren 1984, ist heute 20 Jahre alt, war im Zeitpunkt der Gesuchstellung indes noch minderjÃ¤hrig. Sie kann sich somit auf Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG berufen. Insoweit ist auf Beschwerde einzutreten. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Hingegen entfÃ¤llt im heutigen Zeitpunkt ein Anspruch gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 EMRK oder Art. 13 Abs. 1 BV. Nach Meinung der BeschwerdefÃ¼hrerin ist es angesichts der langen Verfahrensdauer allerdings willkÃ¼rlich, wenn bei der Beurteilung des Aufenthaltsgesuchs von den aktuellen VerhÃ¤ltnissen im Zeitpunkt des Entscheids ausgegangen wird. E kÃ¶nne sich deshalb auch auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Zutreffend ist, dass das Verfahren bei der Fremdenpolizei bzw. beim Migrationsamt und vor dem Regierungsrat lang gedauert hat. Die ausgedehnte Dauer des erstinstanzlichen Verfahrens ist indessen wesentlich darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren, dass eine Beglaubigung der Geburtsscheine in Haiti eingeholt wurde. Dieses Vorgehen war durchaus gerechtfertigt, um so mehr als die Nachforschungen ergaben, dass fÃ¼r D falsche Angaben vorlagen. Das Rekursverfahren dauerte dann rund eindreiviertel Jahre â fraglos eine unbefriedigend lange Dauer. Da indessen keinerlei Anhaltspunkte dafÃ¼r bestehen, dass die Vorinstanz die Sache â wie in der Beschwerde sinngemÃ¤ss angesprochen â durch zeitlich ausreichende Nichtanhandnahme hat beeinflussen wollen, fÃ¼hrt die VerzÃ¶gerung nicht zu einer AnspruchsbegrÃ¼ndung nach Art. 8 Abs. 1 EMRK. Im Ãbrigen wÃ¼rde die Anwendung von Art. 8 Abs. 1 EMRK, wie die spÃ¤teren ErwÃ¤gungen zeigen, vorliegend ohnehin nichts am Ergebnis Ã¤ndern. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.7 </span></b><span>F, 1987 geboren, ist heute gut 16 Jahre alt. </span>Zudem ist die familiÃ¤re Beziehung zwischen ihm und seiner Mutter intakt und wird tatsÃ¤chlich gelebt. <span>Eine AnspruchsbegrÃ¼ndung ist damit sowohl gemÃ¤ss Art. 17 Abs. 2 ANAG als auch nach Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV mÃ¶glich. DiesbezÃ¼glich ist auf die Beschwerde ebenfalls einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.8 </span></b><span>Zusammenfassend ist somit auf die Beschwerde nur bezÃ¼glich E und F einzutreten, nicht aber bezÃ¼glich der Ã¤ltesten Tochter D. FÃ¼r die beiden jÃ¼ngeren Geschwister ist nachfolgend zu prÃ¼fen, ob die Voraussetzungen zur Verwirklichung des Anspruchs erfÃ¼llt sind.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>GemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Nachzug von gemeinsamen Kindern durch beide Elternteile innerhalb der Schranken von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG im Allgemeinen jederzeit zulÃ¤ssig; es besteht ein grundsÃ¤tzlich unbedingter Anspruch auf Familiennachzug. Vorbehalten bleibt einzig das Rechtsmissbrauchsverbot (BGE 126 II 329 E. 3b, 129 II 11 E. 3.1.2).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Davon unterscheidet sich die Konstellation, wo sich lediglich ein Elternteil in der Schweiz aufhÃ¤lt: In einem solchen Fall setzt der Nachzug das Bestehen einer vorrangigen Beziehung zwischen dem hier lebenden Elternteil und dem nachzuziehenden Kind voraus; ferner mÃ¼ssen stichhaltige familiÃ¤re GrÃ¼nde, zum Beispiel eine Ãnderung der BetreuungsmÃ¶glichkeiten, den Nachzug rechtfertigen (BGE 126 II 329 E. 2b+3a, 129 II 11 E. 3.1.3, 129 II 249 E. 2.1). Die Verweigerung einer Bewilligung lÃ¤sst sich jedenfalls dann nicht beanstanden, wenn die Familientrennung von den Betroffenen ursprÃ¼nglich freiwillig herbeigefÃ¼hrt worden ist, fÃ¼r die Ãnderung der bisherigen VerhÃ¤ltnisse keine Ã¼berwiegenden familiÃ¤ren Interessen bestehen bzw. sich ein Wechsel nicht als zwingend erweist und die FortfÃ¼hrung und Pflege der bisherigen familiÃ¤ren Beziehungen nicht behÃ¶rdlich verhindert wird (BGE 124 II 361 E. 3a, 129 II 11 E. 3.1.3). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Diese Auslegung von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG steht somit nach Auffassung des Bundesgerichts nicht im Widerspruch zu Art. 8 Abs. 1 EMRK oder Art. 13 Abs. 1 BV; dasselbe gilt mit Bezug auf die in Art. 10 Abs. 1 KRK statuierte Pflicht, FamilienzusammenfÃ¼hrungsbegehren wohlwollend und human zu bearbeiten (kritisch zur dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung etwa Philip Grant, La protection de la vie familiale et de la vie privÃ©e en droit des Ã©trangers, Basel etc. 2000, S. 158 ff., S. 162; Marc Spescha, LÃ¼ckenfÃ¼llung und Rechtsmissbrauch im AuslÃ¤nderrecht, AJP 2002, S. 1420 f.; Marc Spescha/Peter StrÃ¤uli, AuslÃ¤nderrecht, ZÃ¼rich 2001, S. 84 ff.).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Diese strenge Praxis des Bundesgerichts gilt immerhin in denjenigen FÃ¤llen, in welchen der eine Elternteil verstorben ist, nicht absolut: So mag ein bedingungsloser (bzw. nur unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauches stehender) Anspruch des Ã¼berlebenden Eltern­teils auf nachtrÃ¤glichen Nachzug der minderjÃ¤hrigen Kinder allenfalls dann gegeben sein, wenn zwischen diesem und den Kindern eine Familiengemeinschaft bereits bestanden hat und der Ã¼berlebende Elternteil die Rolle, welche an sich den Eltern gemeinsam zukommt, trotz vorÃ¼bergehender Betreuung der Kinder durch aussenstehende (nicht zur Kernfamilie gehÃ¶rende) Dritte auch tatsÃ¤chlich ausÃ¼bt und das Zusammenleben mit den Kindern anstrebt bzw. sich diese MÃ¶glichkeit durch seine persÃ¶nliche Lebensgestaltung erkennbar vorbehÃ¤lt (BGE 129 II 11 E. 3.1.4, E. 3.2 und 3.3). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Unter diesen PrÃ¤missen ist vorliegend vorab zu prÃ¼fen, ob bezÃ¼glich der Kinder E und F ein grundsÃ¤tzlich bedingungsloses Nachzugsrecht besteht oder ob die zusÃ¤tzlichen Voraussetzungen, wie sie beim Nachzug durch einen Elternteil in der Regel gelten, erfÃ¼llt sein mÃ¼ssen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Ãber die Gestaltung der Familien- und WohnverhÃ¤ltnisse bis zur Ãbersiedlung der BeschwerdefÃ¼hrerin in die Schweiz im Mai 1993 enthalten die Akten wenig. Immerhin wird ausgefÃ¼hrt, dass die Kinder bei der BeschwerdefÃ¼hrerin in U auf Haiti aufgewachsen seien. Seit der Ausreise der BeschwerdefÃ¼hrerin wÃ¼rden die Kinder bei ihrer Tante G, der Schwester der BeschwerdefÃ¼hrerin, wohnen. Allerdings wurde fÃ¼r diese Tante dieselbe Adresse verzeichnet wie fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin selbst. Dies legt nahe, dass bereits zuvor eine Ã¼ber die Kernfamilie hinausgehende Wohngemeinschaft bestanden hatte. Die Akten enthalten sodann keine konkreten Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass die Betreuung durch die Schwester lediglich vorÃ¼bergehender Natur gewesen wÃ¤re und sich die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrer Lebensgestaltung vorbehalten hÃ¤tte, die Kinder so bald wie mÃ¶glich nachzuziehen. Gegen eine bloss provisorische ZurÃ¼cklassung spricht vielmehr, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin bis zur Stellung des Nachzugsgesuchs Ã¼ber fÃ¼nf Jahre zuwartete. Zwar lÃ¤sst sich nicht widerlegen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin â wie sie ausfÃ¼hrt â aus ihrem Bekanntenkreis die Auskunft erhielt, das Nachzugsgesuch kÃ¶nne erst nach Erhalt der Niederlassungsbewilligung gestellt werden. Hat sich die BeschwerdefÃ¼hrerin jedoch in dieser Angelegenheit bloss auf solch unverbindliche AuskÃ¼nfte verlassen, anstatt bei der BehÃ¶rde oder in rechtskundigem Kreis nachzufragen, so zeigt dies deutlich, dass sie dem Familiennachzug damals wÃ¤hrend geraumer Zeit keine grosse Bedeutung beimass. Insgesamt lÃ¤sst sich nicht erkennen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin das Zusammenleben mit ihren freiwillig in der Heimat zurÃ¼ckgelassenen Kindern bei der Ãbersiedlung in die Schweiz angestrebt bzw. sich die MÃ¶glichkeit des Zusammenlebens erkennbar vorbehalten hÃ¤tte. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Unter diesen UmstÃ¤nden besteht ein nachtrÃ¤glicher Anspruch auf Familiennachzug, gleich wie bei getrennt lebenden Eltern, nur insoweit, als stichhaltige GrÃ¼nde eine Ãnderung der BetreuungsverhÃ¤ltnisse notwendig machen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.5 </span></b><span>Solche GrÃ¼nde fÃ¼r eine Ãnderung der BetreuungsverhÃ¤ltnisse dÃ¼rfen nicht leichthin be­jaht werden. Es gelten hohe Beweisanforderungen (vgl. BGE 124 II 361 E. 4c S. 370/371). Der Nachzug muss sich als zur Pflege des Kindes notwendig erweisen (BGE 129 II 11 E. 3.1.3). Dabei ist auch zu prÃ¼fen, ob im Heimatland alternative BetreuungsmÃ¶glichkeiten zur VerfÃ¼gung stehen, die dem Kindeswohl besser entsprechen, beispielsweise weil dadurch bei schon Ã¤lteren Kindern vermieden werden kann, dass sie aus ihrer bisherigen Um­gebung und dem ihnen vertrauten Beziehungsumfeld herausgerissen werden (BGE 125 II 585 E. 2c). An den Nachweis der fehlenden BetreuungsmÃ¶glichkeit im Heimatland sind umso hÃ¶here Anforderungen zu stellen, je Ã¤lter das Kind ist bzw. je grÃ¶sser die ihm in der Schweiz drohenden Integrationsschwierigkeiten sind (BGE 129 II 11 E. 3.3.2).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.5.1 </span></b><span>Die Vorinstanz hat Ã¼berzeugend dargelegt, dass die Schwester der BeschwerdefÃ¼hrerin die wichtigste Bezugsperson fÃ¼r E und F ist. Es kann darauf verwiesen werden (vgl. § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG). Die Beschwerde­fÃ¼hrerin rÃ¤umt denn auch selbst ein, dass die drei Kinder von der Tante gut betreut und versorgt worden sind. Sie macht allerdings geltend, dass die Tante aus gesundheitlichen GrÃ¼nden nicht mehr in der Lage sei, sich ausreichend um die Kinder zu kÃ¼mmern, und verweist dazu auf die im Rekursverfahren eingereichten Arztzeugnisse. Die Vorinstanz hat diese bei den Akten liegenden Zeugnisse berÃ¼cksichtigt. Sie gelangte allerdings zur Ãberzeugung, damit lasse sich nicht hinreichend beweisen, dass die Tante E und F wegen der geltend gemachten Erkrankungen nicht weiterhin altersgerecht betreuen kÃ¶nne (E. 4d). Auf diese ErwÃ¤gungen, mit welchen sich die Beschwerde nicht auseinandersetzt, lÃ¤sst sich vollumfÃ¤nglich verweisen. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.5.2 </span></b><span>Die Vorinstanz ist zudem der Auffassung, dass die Ã¤lteste Tochter D eine allfÃ¤llig noch notwendige Betreuung der jÃ¼ngeren Geschwister Ã¼bernehmen kÃ¶nne. Dies stellt die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht ernsthaft in Abrede, macht sie doch einzig geltend, D mache seit Sommer letzten Jahres eine kaufmÃ¤nnische Ausbildung; E und F seien deshalb lange vor ihrer Ã¤ltesten Schwester zuhause. Eine Ausbil­dung lÃ¤sst erfahrungsgemÃ¤ss durchaus noch Raum zur Betreuung Ã¤lterer Kinder. Angesichts des fortgeschrittenen Alters kÃ¶nnen E und F durch Tante und Schwes­ter jedenfalls ausreichend betreut werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Es bestehen somit keine genÃ¼gend stichhaltigen GrÃ¼nde fÃ¼r den beantragten Nachzug von E und F. Vielmehr ist davon auszugehen, dass im Heimatland weiterhin MÃ¶glichkeiten fÃ¼r eine altersgerechte Betreuung vorhanden sind. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.5.3 </span></b><span>Schliesslich durfte die Vorinstanz auch berÃ¼cksichtigen, dass E und F, welche noch nie in der Schweiz geweilt und mit Ausnahme der hier lebenden Mutter keinen Bezug zum Land haben, im Fall einer Ãbersiedlung erhebliche Integrationsschwierigkeiten hÃ¤tten. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.5.4 </span></b><span>Der Nachzugswille und das persÃ¶nliche Interesse der Kinder sowie der BeschwerdefÃ¼hrerin selbst vermag die im schweizerischen AuslÃ¤nderrecht anerkannten Ziele der Aufrecht­erhaltung eines ausgewogenen VerhÃ¤ltnisses zwischen dem Bestand der schweize­ri­schen und der auslÃ¤ndischen WohnbevÃ¶lkerung oder der Schaffung gÃ¼nstiger Rahmenbe­dingun­gen fÃ¼r die Eingliederung der AuslÃ¤nder (vgl. BGE 126 II 425 E. 5b/bb, mit zahlreichen Hinweisen) nicht aufzuwiegen. Zusammengefasst ergibt sich somit, dass Vorinstanz und Beschwerdegegnerin die Nachzugsbegehren fÃ¼r E und F ohne Rechtsverletzung abweisen durfte. Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Verfahrenskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen und besteht kein Anspruch auf ParteientschÃ¤digung (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG, § 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext"><span>6. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>