Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Mai 2015 (720 15 32) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Ablehnung einer IV-Rente zu Recht erfolgt; Würdigung der medizinischen Unterlagen; Berechnung des IV-Grads mittels gemischter Methode Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Milena Grob Parteien A.___, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Andreas Bernoulli, Advokat, Theodorsgraben 4, 4058 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.9574.9511.92) A. Die 1973 geborene A.___ besuchte zwischen 2008 u nd 2010 die B.___schule und meldete sich mit Gesuch vom 8. Februar 2011 unter H inweis auf eine Anpassungsstörung und Depressionen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die von der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) eing eleiteten Eingliederungsmassnahmen schei- terten. Nachdem die IV-Stelle in gesundheitlicher, erwerblicher und hauswirtschaftlicher Hin- sicht Abklärungen vorgenommen hatte, lehnte sie – nach durchgeführtem Vorbescheidverfah- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren – mit Verfügung vom 10. Dezember 2014 einen Anspruch a uf Leistungen der IV ab. Zur Begründung führte sie aus, die Abklärungen hätten ergeben, dass kein rentenbegründender IV- Grad vorliege, da A.___ in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig sei und deshalb in der Lage sei, ein rentenausschliessendes Einkommen zu generieren. B. Gegen diese Verfügung erhob A.___, vertreten durch Dr. Andreas Bernoulli, am 27. Januar 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochten e Verfügung aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, ihr ab 1. August 2011, eventuell ab e inem späteren Zeitpunkt, eine ganze Inva- lidenrente auszurichten. Eventualiter sei ihr ab 1. Aug ust 2011, eventuell ab einem späteren Zeitpunkt, eine Teilrente auszurichten. Weiter beantragte sie, dass weitere medizinische Abklä- rungen, eventuell auch eine nochmalige Haushaltsabklär ung in Auftrag zu geben seien und nach Vorliegen der Ergebnisse dieser Abklärung neu über den Rentenanspruch ab 1. August 2011 zu entscheiden sei. Unter o/e Kostenfolge. Zur Beg ründung führte sie im Wesentlichen aus, dass die Berechnung des Invaliditätsgrades nicht in A nwendung der gemischten Methode erfolgen könne. Es könne nicht auf das Gutachten von C. ___, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie, abgestellt werden und es seien weitere Abklärun gen vorzunehmen. Ausserdem sei ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20% vorzunehmen C. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 12. Februar 2015 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlich en aus, dass das Gutachten von Dr. C.___ umfassend und die Anwendung der gemischten Methode nicht zu beanstanden sei. D. Mit Schreiben vom 2. April 2015 an das Kantonsgerich t äusserte sich die Beschwerde- führerin persönlich zur ihrer finanziellen Situation u nd zur hypothetischen Frage ihres Arbeits- pensums bei voller Gesundheit. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die IV -Stelle in der angefochtenen Verfü- gung vom 10. Dezember 2014 gestützt auf den Sachverhalt, wie er sich damals präsentiert hat, Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht abgelehnt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterli chen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumut bar oder – als alternative Vorausset- zung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente , wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG d arauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen ( Betätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 bis IVV). 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil H. des Bu ndesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versich erten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.2 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtli ch des Beweiswertes des Abklärungsbe- richts sind – analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten (vgl. nachstehen E.5.2 ff; BGE 134 V 232 E. 5.1) – verschiedene Faktore n zu berücksichtigen. Ein Haushaltsab- klärungsbericht ist beweiskräftig, wenn er von einer quali fizierten Person verfasst wird, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen und Behinde- rungen hat, die sich aus den medizinischen Diagnosen er geben. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierend e Meinungen der Beteiligten im Be- richt aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plau sibel, begründet und angemes- sen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (vgl. AHI -Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1 .1). Das Gericht greift, sofern der Be- richt eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschr iebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar feststellb are Fehleinschätzungen oder An- haltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (z.B. infolge von Widersprüchlichkei- ten) vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstan d, dass die fachlich kompetente Abklä- rungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als da s im Beschwerdefall zuständige Ge- richt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2008, 8C _107/2008, E. 3.2.1 mit weiteren Hin- weisen; BGE 128 V 93 f. E. 4). 4.3 In der angefochtenen Verfügung 10. Dezember 2014 hat die IV-Stelle den Invaliditäts- grad der Versicherten in Anwendung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung ermit- telt. Dabei ist sie davon ausgegangen, dass die Versicher te bei voller Gesundheit zu 75% einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde und zu 25% im Haushalt beschäftigt wäre. Die IV-Stelle errechnete aufgrund der Haushaltsabklärung eine Einschränkung im Haushalt von 5,3%. Diese Berechnung wurde von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet. Demgegenüber macht die Versicherte in ihrer Beschwerde aber geltend, sie wäre ohne gesundheitliche Beein- trächtigungen zu 100% erwerbstätig, weshalb die Bemessun g der Invalidität nach der allgemei- nen Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen habe. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 Die IV-Stelle weist zur Begründung der von ihr g etroffenen Methodenwahl und der Festlegung der Anteile der Erwerbstätigkeit (75%) und der Haushalttätigkeit (25%) darauf hin, dass die Versicherte anlässlich der Haushaltabklärung vom 8 . Mai 2014 angegeben habe, sie würde ohne gesundheitliche Einschränkungen in einem Pe nsum von 70-80% einer Erwerbstä- tigkeit nachgehen. Wie dem "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit" entnommen wer- den kann, hat die Abklärungsperson die entsprechende A ussage der Versicherten so protokol- liert und den Fragebogen anschliessend der Versicherten mit dem ausdrücklichen Hinweis zu- gestellt, das Protokoll auf seine Richtigkeit hin zu üb erprüfen und dieses zu unterschreiben. Dieses Protokoll hat die Beschwerdeführerin am 5. Juni 2014 unterschrieben. Auch im Gutach- ten von Dr. C.___ ist vermerkt, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit wohl zu 70% arbeiten würde. Darauf gestützt hat die IV-Stelle di e gemischte Methode zur Berechnung des Invaliditätsgrades angewendet, mit den Anteilen 75% E rwerb und 25% Haushalt. Diese Auftei- lung wird von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerd e bestritten. Die Beschwerdeführerin führte aus, dass sie aufgrund eines Entwicklungsschubes ihre s 1999 geborenen Sohnes mitt- lerweile zu 100% arbeitstätig wäre, weshalb die gemisch te Methode nicht zur Anwendung kommen könne und der Invaliditätsgrad nach der allgemei nen Bemessungsmethode des Ein- kommensvergleichs zu ermitteln sei. 4.5 Der unterschriftlich bestätigte Fragebogen zur Ermit tlung der Erwerbstätigkeit mit den Anteilen 70-80% (Erwerb) und 30-20% (Haushalt und B etreuung des Sohnes) ist eindeutig und nachvollziehbar, weshalb vorliegend darauf abzustellen i st. So führte die Beschwerdeführerin selber aus, dass sie seit 2008 oft das Gefühl hatte, zu we nig für ihren Sohn da zu sein. Anläss- lich des Gesprächs mit Dr. C.___ am 31. Januar 2014 fü hrte sie sodann aus, dass sie wohl et- wa zu 70% arbeitstätig wäre und anlässlich der Haushalts abklärung am 8. Mai 2014 bestätigte sie diese Einschätzung erneut. Mit überwiegender Wahrsch einlichkeit ist davon auszugehen, dass die Angabe der Beschwerdeführerin vom Juni 2014 zu m Verfügungszeitpunkt im Dezem- ber 2014 noch immer ihre Geltung hatte und deshalb vor liegend die gemischte Methode zur Anwendung gelangt. Die Würdigung der IV-Stelle ents pricht auch dem Umstand, dass die im Rahmen des Haushaltsabklärungsberichts gemachten Aussage n, praxisgemäss stärker zu ge- wichten sind als spätere, anderslautende Erklärungen, wel che von Überlegungen sozialversi- cherungsrechtlicher Natur beeinflusst sein können (Urteil 8C_352/2008 vom 9. Oktober 2008 E. 3.2.2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 121 V 45 E. 2a S. 47). Ob die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitseinschränkung aufgrund der weiteren Entwicklun g ihres Sohnes sowie aufgrund der Unterstützung durch den Kindsvater ihr Arbeitspens um seit Erlass der Verfügung erhöht hätte oder in Zukunft erhöhen würde und somit die ge mischte Methode keine Anwendung mehr finden würde, ist nicht Gegenstand des vorliegenden Ve rfahrens (vgl. E. 2 hiervor) und deshalb erst in einem allfälligen Revisionsverfahren zu prüfen. Es ist somit mit der IV-Stelle davon aus- zugehen, dass die Angaben der Beschwerdeführerin zum Ver fügungszeitpunkt noch ihre Be- rechtigung hatten und deshalb zum Zeitpunkt des Verfüg ungserlasses noch die gemischte Me- thode zur Anwendung kam. 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.4. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV- Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lan- ge, bis über die für die Beurteilung des streitigen An spruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6. Zur Beurteilung des vorliegenden Falles liegen im Wesentlichen die folgenden medizi- nische Berichte und Gutachten vor: 6.1 Die IV-Stelle beauftragte Dr. C.___ mit der Beg utachtung der Beschwerdeführerin. Er untersuchte die Beschwerdeführerin am 31. Januar 2014 und erstattete das Gutachten am 5. Februar 2014. Er diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, aktuell leicht bis mittelgradig und den Verdacht auf eine Persönlichkeit sproblematik mit akzentuierten Zügen. Aufgrund ihres labilen Zustandes und ihrer Unsicherheit sei die Beschwerdeführerin nicht in der Lage eine verantwortungsvolle Tätigkeit durchzuführen oder unter Zeitdruck zu arbeiten. Sie benötige längere Erholungsphasen. Es sollte der Beschwe rdeführerin aber möglich sein, eine klar strukturierte Tätigkeit halbtags durchzuführen. Es k önne für eine derartige Tätigkeit eine höchstens 50%ige Einschränkung attestiert werden. Diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestünde seit längerer Zeit, mit grosser Wahrscheinlichke it seit der Hospitalisierung in der Psy- chiatrischen Klinik G.___ im April 2011, wobei zum vorgängigen Verlauf keine aussagekräftigen Unterlagen zur Verfügung stünden. Die Prognose sei ung ewiss und unsicher, da eine lebens- lange Problematik bestehe, die bisher nicht genügend aufgearbeitet habe werden können. 6.2 Dr. D.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, des re gionalen ärztlichen Dienstes beider Basel (RAD) führte in einer Stellungnahme vom 11. Februar 2014 betreffend das Gut- achten von Dr. C.___ aus, dass die formalen und inhaltl ichen Kriterien der Expertise erfüllt sei- en und die Beurteilung schlüssig und nachvollziehbar sei. Die Diagnose einer rezidivierend de- pressiven Episode und die daraus resultierende Arbeitsunf ähigkeit sei ausreichend plausibel begründet worden. Es könne deshalb auf das Gutachten von Dr. C.___ abgestellt werden. 6.3 Der behandelnde Hausarzt, Dr. E.___, FMH Innere M edizin, äusserte sich in einer Stel- lungnahme vom 18. August 2014 kritisch betreffend den Vorbescheid der IV-Stelle vom 25. Juni 2014. Er führte aus, dass aufgrund seiner Beobachtungen seit 2010 sowie aufgrund der Aussa- gen der Beschwerdeführerin eine mittelschwere, teils schw ere Depression vorliege. Aufgrund seiner Langzeitbeobachtung und des bisherigen Misserfolg s verschiedenster ambulanter und stationärer psychotherapeutischer und psychopharmakotherap eutischer Massnahmen sei eine vertiefte psychiatrische Abklärung wünschenswert. 6.4 Die behandelnde Psychiaterin, Dr. F.___, FMH Psychia trie und Psychotherapie, führte mit Arztbericht vom 25. August 2014 aus, dass sich die Beschw erdeführerin wegen einer de- pressiven Entwicklung bei ihr in psychiatrischer Behandlung befinde. Es bestehe eine mittelgra- dige depressive Episode einer rezidivierenden depressiven Störung, der Verdacht auf eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung und eine kombinierte Persönl ichkeitsstörung. Aufgrund des be- obachteten instabilen, reduzierten, sich verschlechternden psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin bestünde eine Arbeitsunfähigkei t von 100%. Es sei der Beschwerde- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht führerin aufgrund des langjährigen Krankheitsverlaufe s, der Komorbiditäten, des bisher beo- bachteten Krankheitsverlaufes, der Kontextfaktoren und insbesondere der insgesamt fehlenden psychischen Stabilität nicht möglich, einer Arbeit nachzug ehen. Dr. F.___ schätzte die Progno- se bezüglich einer vollen Arbeitsfähigkeit als schlecht ein. 6.5 Dr. C.___ reichte mit Datum vom 19. November 201 4 eine ergänzende Stellungnahme ein, in der er sich zum Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. F.___ äusserte. Er führte aus, dass ein schwankender Verlauf nachvollziehbar sei, dies se i jedoch bei der Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit mitberücksichtigt worden, indem eine 50% ige Einschränkung angenommen wer- de. Dr. F.___ habe ausserdem nicht weiter ausgeführt, weshalb bei der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Die Komorb iditäten und die Kontextfaktoren habe sie nicht näher beschrieben. Dr. C.___ führte in der ergä nzenden Stellungnahme weiter aus, dass er in seinem Gutachten festgehalten habe, dass mögliche Persönlichkeitsfaktoren eine Rolle spielen dürften. Dr. F.___ habe weiter die Verdachtsd iagnose einer kombinierten Persönlich- keitsstörung erstellt, welche sie aber nicht näher präzisier t habe. Obwohl Dr. F.___ auch eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung in Betracht ziehe, habe sie diese bisher nicht abgeklärt. Für eine derartige Verdachtsdiagnose lägen jedoch aus gutachterlicher Sicht keine eindeutigen Feststel- lungen vor. Aus dem Bericht von Dr. F.___ seien insbes ondere keine neuen Anhaltspunkte zu entnehmen, um aus gutachterlicher Sicht eine andere Ei nschätzung vornehmen zu können. Dr. C.___ hielt deshalb an seiner Beurteilung fest. 6.6 Dr. D.___ vom RAD hielt in einer Stellungnahme v om 24. November 2014 fest, dass im Schreiben von Dr. E.___ keine substantiellen neuen med izinischen Argumente vorgebracht worden seien. Der Bericht sei vorwiegend auf bereits be kannte Fakten sowie auf subjektive Angaben der Versicherten abgestützt worden. Betreffen d das Schreiben der behandelnden Psychiaterin Dr. F.___ hielt Dr. D.___ fest, dass dazu im Schreiben von Dr. C.___ vom 19. November 2014 nachvollziehbare Ausführungen gemacht worden seien. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 10. Dezember 2014 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits fähigkeit der Versicherten vollum- fänglich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. C.___ in sein em psychiatrischen Gutachten vom 5. Februar 2014 sowie in seiner ergänzende Stellungnahme vom 19. November 2014 gekommen ist. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherten d ie Ausübung einer optimal ange- passten Tätigkeit (ohne Verantwortung und ohne Zeitdruck) halbtags zumutbar sei. Diese Beur- teilung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Wie obe n ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Dr. C.___ hat die Versicherte eingehend untersucht, er geht in seinem ausführlichen Bericht einlässlich auf deren Beschwerden ein, er setzt sich mit den bei den Akten liegenden medizini- schen Unterlagen auseinander, er vermittelt dadurch ein umfassendes Bild über den Gesund- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht heitszustand und er nimmt eine schlüssige Einschätzung de r Arbeitsfähigkeit der Versicherten vor. 7.2 Die Kritik, welche die Beschwerdeführerin (auch) i n inhaltlicher Hinsicht am Gutachten von Dr. C.___ anbringt, ist nicht geeignet, dessen aussch laggebende Beweiskraft in Frage zu stellen. Nichts zu ihren Gunsten kann die Beschwerdeführer in aus der abweichenden Beurtei- lung ihres Gesundheitszustandes durch Dr. F.___ ableiten . Entgegen der darin geäusserten Auffassung ist gestützt auf die schlüssigen Darlegungen d es Gutachters Dr. C.___ davon aus- zugehen, dass bei der Beschwerdeführerin keine mittelgr adige depressive Störung vorliegt. Nicht beigepflichtet werden kann sodann auch dem Einwan d der Beschwerdeführerin, dass Dr. C.___ das Ausmass der gesundheitsbedingten Beeinträchti gungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit unterschätzt habe. Wie oben d argelegt, erfüllt dessen Gutachten die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinisch e Beurteilungsgrundlage (vgl. E. 5.1 ff hiervor) und es sind keine Anhaltspunkte ersicht lich, dass Dr. C.___ den Gesundheits- zustand der Beschwerdeführerin nicht korrekt erfasst habe n könnte. Dr. C.___ setzte sich in seiner Stellungnahme vom 19. November 2014 mit den i hm widersprechenden Diagnosen von Dr. F.___ auseinander. So führte er aus, dass bereits an lässlich der Begutachtung im Bericht vom 5. Februar 2014 festgehalten worden sei, dass mögliche Persönlichkeitsfaktoren eine Rolle spielen dürften. Bestätigt werden könne eine depressive S ymptomatik, die zum Gutachtenzeit- punkt als eher leicht eingestuft wurde, doch sei es nachv ollziehbar, einen schwankenden Ver- lauf anzunehmen. Er führt aus, dass dies auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit grosszü- gig mitberücksichtigt worden sei, indem eine 50%ige Ei nschränkung angenommen worden sei und konkretisiert, dass bei leichten depressiven Episoden i n der Regel keine derart hohe Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit angenommen werde. Die b ehandelnde Psychiaterin begründe zudem die volle Arbeitsunfähigkeit nicht, sondern stütze sich einzig auf den Verlauf. Daraus folgt, dass die IV-Stelle sich in ihrer Verfügung zu Recht auf das Gutachten von Dr. C.___ stütz- te. 7.3 Lassen die vorhandenen medizinischen Unterlagen nac h dem Gesagten eine zuver- lässige Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu, so kann auf die von der Beschwerdeführerin eventualiter bea ntragte Einholung eines gerichtlichen Gutachtens aus dem psychiatrischen Fachbereich verzichtet we rden. Der Anspruch auf rechtli- ches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen , und – als Korrelat – die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen An- spruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsa- che erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemä sser Beweiswürdigung zur Überzeu- gung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, ka nn auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Bew eiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, dass nich t ersichtlich sei, bei welchen Tätigkeiten in der freien Wirtschaft die vom Gutachte r umschriebenen Bedingungen erfüllt wer- den könnten. 8.1 Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarkts ist ein theoretischer und abstrakter Be- griff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der In validenversicherung von jenem der Ar- beitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleich- gewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fä cher verschiedenartiger Stellen offen hält. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelf all, ob die invalide Person die Mög- lichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 130 V 346 E. 3.2, 110 V 276 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 E. 3b). 8.2 Es obliegt grundsätzlich der Verwaltung, konkrete Ar beitsmöglichkeiten zu bezeichnen, welche aufgrund der ärztlichen Angaben und unter Berüc ksichtigung der übrigen Fähigkeiten der versicherten Person in Frage kommen (BGE 107 V 20 E . 2b; AHI 1998 S. 290 E. 3b; SVR 2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [Urteil vom 26. Oktober 2004, I 457/04]). In Betracht fallen nur Ein- satzmöglichkeiten, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gege- benheiten des Einzelfalles zumutbar erscheinen (BGE 113 V 28 E. 4a; AHI 2001 S. 282 E. 5a/aa [Urteil vom 22. August 2001, I 11/00]). Dabei d arf nicht von unrealistischen Annahmen ausgegangen werden; im Rahmen der sowohl durch den Be griff des ausgeglichenen Arbeits- marktes als auch die Selbsteingliederungspflicht gebotenen Zumutbarkeitsprüfung sind die per- sönlichen und beruflichen Gegebenheiten der versicherten Person zu würdigen (Urteil vom 27. Mai 2005, I 819/04, E. 2.2 mit Hinweisen). Die Verwaltung oder das Gericht muss beurteilen, ob ein potenzieller Arbeitgeber die versicherte Person einstellen würde (SVR 2003 IV Nr. 35 S. 108 E. 2.3, Urteil vom 26. Mai 2003, I 462/02; Urteil vo m 4. April 2002, I 401/01, E. 4b). Nach der Rechtsprechung dürfen nicht übermässige Anforderungen an die Konkretisierung von Arbeits- gelegenheiten und Verdienstmöglichkeiten gestellt werden (AHI 1998 S. 290 E. 3b). Es ist nicht in jedem Fall erforderlich, die zumutbaren Tätigkeite n im Einzelnen zu bezeichnen. Vielmehr genügt ein genereller Verweis auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt, soweit klar feststeht, dass der versicherten Person auch unter Berücksichtigung der ge sundheitlichen Einschränkungen ein breites Spektrum an zumutbaren Tätigkeiten offen steht. Die IV-Stelle führte in ihrer Ver- nehmlassung vom 12. Februar 2015 an, dass es der Beschwerd eführerin möglich sei, Überwa- chungsarbeiten, Sortier- und Montagearbeiten oder Ad ministrativarbeiten auszuführen. Damit hat die IV-Stelle der Beschwerdeführerin zumutbare Tätigkeiten bezeichnet. 9.1 Die Bemessung der Invalidität von Teilerwerbstätig en erfolgt nach Art. 28a Abs. 3 IVG. Demnach wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwer bstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Nach dieser Regelung ist der IV-Grad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die ve rsicherte Person nach Eintritt der Invalidität durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Er werbseinkommen, das sie erzielen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Validene inkommen). War sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festge- legt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstät igkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Ant eil der Tätigkeit im Aufgabenbereich fest- zulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemes- sen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; vgl. E.3.2 ff. hiervor). 9.2 Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügun g vom 10. Dezember 2014 den erfor- derlichen Einkommensvergleich vorgenommen und einen I nvaliditätsgrad von 31% ermittelt. Die IV-Stelle hat dabei sowohl bei der Höhe des Validenlohnes als auch bei der Höhe des Inva- lidenlohnes auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bund esamts für Statistik (BFS) 2010, Ta- belle TA1, privater Sektor, Anforderungsniveau des Arb eitsplatzes 4, Spalte Frauen, abgestellt und ist von einem monatlichen Lohn von Fr. 4‘225.--, b asierend auf 40 Wochenstunden ausge- gangen. Nach Anpassung dieses Betrages an die Nominallo hnentwicklung 2011 von 1% (BFS T1.2.93_V Nominallohnindex Frauen 1993-2012) und Umr echnung auf die betriebsübliche wö- chentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (BFS je-d-03.02 .04.19) x 12 Monate hat sie für ein Pensum von 75% ein jährliches Valideneinkommen von Fr. 4 0‘037.-- errechnet. Dieses Vorge- hen wurde von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht beanstandet. 9.3 Bei der von der IV-Stelle korrekt vorgenommenen Be rechnung des Invalideneinkom- mens resultiert ein jährliches Einkommen von Fr. 53‘383.- -, von welchem ein Abzug von 10% für invaliditätsbedingte Beeinträchtigungen vorgenomm en wurde. Dies führt zu einem Invali- deneinkommen von Fr. 48‘045.--. Für das der Beschwerdeführerin zumutbare Pensum von 50% ergibt sich sodann ein jährliches Einkommen von Fr. 24‘022.--. 9.4 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass ein lei densbedingter Abzug von zumin- dest 20% vorzunehmen sei. Der vorgenommene Abzug von 10 % trage den tatsächlich noch bestehenden Verdienstmöglichkeiten der Beschwerdeführer in in Anbetracht der verschiedenen Bedingungen, die an einen Arbeitsplatz zu stellen sind, nicht Rechnung. Unter Berücksichtigung der Einschränkungen, die sich aus dem ärztlichen Zumutba rkeitsprofil ergeben, erscheint ein Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 10% grundsät zlich angemessen. Ausserdem beste- hen keine Anhaltspunkte um in das Ermessen der Vorinsta nz einzugreifen. Diese Frage kann jedoch offen gelassen werden, da auch bei Gewährung e ines höheren Abzuges ein renten- auschliessender Invaliditätsgrad resultieren würde. 9.5 Stellt man das Valideneinkommen von Fr. 40‘037.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 24‘022.-- gegenüber, so resultiert eine Erwerbse inbusse von Fr. 16‘015.-- und ein IV-Grad von ungewichtet 40%. Der ungewichtete IV-Grad im Haushalt beträgt gemäss dem Abklärungs- bericht vom 8. Mai 2014 5,3%. Die IV-Grade für den Er werbsbereich und für den Haushalt sind demgemäss zu gewichten und zu addieren (5,3% x 0,25 + 4 0% x 0,75), wobei ein IV-Grad von 31,325% resultiert. Da der IV-Grad unter 40% liegt, hat die Beschwerdeführerin keinen An- spruch auf eine IV-Rente. Selbst wenn ein leidensbedin gter Abzug von 25% vorgenommen würde, wofür vorliegend keine Anhaltspunkte bestehen, würde das Invalideneinkommen für ein 100% Pensum Fr. 40‘037.-- und für ein 50% Pensum Fr. 20‘018.-- betragen und die Erwerbs- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht einbusse Fr. 20‘019.--, was einem ungewichteten IV-Gra d von 50% entspricht. Gewichtet und addiert man nun 5,3% x 0,25 + 50% x 0,75 so ergibt di es immer noch einen rentenausschlies- senden IV-Grad von 38,8%. 9.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle einen Rentenanspruch der Ver- sicherten zu Recht abgelehnt hat. Die gegen die Verfüg ung vom 10. Dezember 2014 erhobene Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 10. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens e inheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschw erdeführerin unterliegende Par- tei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600. -- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600. -- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.