B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1487/2016 wiv U r t e i l v o m 1 8 . J a n u a r 2 0 1 7 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richterin Barbara Balmelli, Richter Bendicht Tellenbach, Gerichtsschreiber Patrick Weber. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 3. Februar 2016 / N (…). D-1487/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge verliess d ie Beschwerdeführerin Sri Lanka am (…) Juli 2014 und gelangte auf dem Seeweg nach Indien. Von dort aus reiste sie auf dem Luftweg in die Schweiz weiter, wo sie am 8. Juli 2014 ankam und am Folgetag um Asyl nachsuchte. Am 16. Juli 2014 führte das damalige Bundesamt für Migration ( heute Staatssekretariat für Migration SEM) die Befragung zur Person (BzP) durch. Die Anhörung fand am 28. Januar 2015 statt. A.b Die Beschwerdeführerin machte geltend, tamilischer Ethnie zu sein und B._______ gelebt zu haben. Sie sei nicht Mitglied der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen, habe die Bewegung aber unterstützt. Eine ihrer Cousinen sei LTTE -Mitglied gewesen. 2007 beziehungsweise 2008 habe sie LTTE-Mitglieder beherbergt und ihnen geholfen, bei Familien im Dorf unterzukommen. Ausserdem habe sie die Mitglieder der Organisation an verschiedene Orte begleitet. Im Mai 2008 sei sie nach einer Identitäts- kontrolle durch Soldaten für einige Tage festgehalten und überprüft wor- den. Ihre ID -Karte sei beschlagnahmt worden. Sie sei dazu angehalten worden, Personen zu identifizieren. Sie habe ein Dokument unterzeichnen müssen und sei d urch Vermittlung von Angehörigen freigekommen. Von November 2011 bis Mai 2013 habe sie an der Universitäten von B._______ und C._______ (…) und (…) studiert. Sie habe an verschiedenen opposi- tionellen Anlässen teilgenommen und sei wiederholt durch Soldaten ange- halten und auch geschlagen worden. Man habe sie aufgefordert, keine Ver- anstaltungen der LTTE mehr zu frequentieren. Zudem hätten die Soldaten gesagt, dass sich ihr Vater in D._______ nicht oppositionell betätigen solle. Im Weiteren habe sie sich an Kundgebungen im Zusammenhang mit ver- missten Personen beteiligt. Im Januar 2013 habe sie gegen die Festnahme von Studierenden durch die Armee mitdemonstriert. Die Soldaten hätten ihr dabei erneut gesagt, sie sei schon einmal in Haft gewesen, und Dro- hungen ausgestossen. Die Sicherheitskräfte hätten ein Foto von ihr ge- habt. Im Mai 2013 s ei sie durch Unbekannte auf offener Strasse bedroht worden. Am (…) Mai 2013 hätten während ihrer Abwesenheit unbekannte Personen zuhause nach ihr gesucht und LTTE -lastige Beweismittel ([…]) beschlagnahmt. Ihre Mutter habe sie über das Vorgefallene informiert, wes- halb sie nicht mehr nach Hause und nicht mehr zur Universität gegangen sei. Später sei sie erneut von Unbekannten zuhause gesucht worden. Nach Kurzaufenthalten bei einer Freundin und Verwandten sei sie von Juni 2013 bis zur Ausreise bei einer Bekannten in E._______ untergekommen. In der D-1487/2016 Seite 3 Schweiz habe sie erfahren, dass ihre Mutter vor der Ausreise ihrer Tochter bei wiederholten Vorsprachen durch Unbekannte geschlagen worden und in der Folge in Sri Lanka umgezogen sei. A.c Die Beschwerdeführerin gab ihre Identitätskarte, Internetberichte im Zusammenhang mit Studentenprotesten, Fotos, die Kopie ihrer Studenten- karte, ihre Registrierbestätigung an der Uni sowie ein ärztliches Attest zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 3. Februar 2016 – eröffnet am 9. Februar 2016 – stellte das SEM fest, d ie Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegwei- sung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug. Im Asylpunkt erwog die Vorinstanz, die Beschwerdeführerin habe im We- sentlichen vorgebracht, wegen der Suche durch unbekannte Personen vom Mai 2013 geflohen zu sein. Diese hätten Publikationen der LTTE be- schlagnahmt. Als Grund für die Verfolgung mache sie geltend, als Studen- tin der Universität B._______ seit 2011 an verschiedenen LTTE-Anlässen teilgenommen zu haben. Es treffe zwar zu, dass die Sicherheitskräfte im Zusammenhang mit den verbotenen Feierlichkeiten des sogenannten Hel- dentages an der Universität B._______ 2011 und 2012 gegen prominente Aktivisten und Anführer der Studentenproteste vorgegangen seien. So seien im November und Dezember 2012 mehrere Festnahmen erfolgt. Bis am (…) Februar 2013 seien aber alle Inhaftierten wieder freigekommen. Vor diesem Hintergrund sei nicht nachvollz iehbar, dass die Sicherheits- kräfte – ein ernsthaftes Verfolgungsinteresse vorausgesetzt – erst im Mai 2013 nach ihr gesucht haben sollten. Im Übrigen habe sie angegeben, an- lässlich der Studentendemonstrationen vor Ort gewesen und von den Si- cherheitskräften sogar angesprochen worden zu sein. Wäre sie tatsächlich in deren Fokus gestanden, hätte man sie mit Sicherheit an Ort und Stelle verhaftet und verhört und nicht erst Monate später während ihrer Abwesen- heit zuhause gesucht. Zudem weise sie – auch unter der Annahme, sie habe tatsächlich an den Demonstrationen teilgenommen – kein relevantes politisches Profil auf. Ihren Ausführungen könne nicht entnommen werden, dass sie innerhalb der Studentenbewegung je mals eine aktive Rolle ge- spielt oder sich in besonderer Weise engagiert und exponiert hätte. Aus den Akten gehe auch nicht hervor, dass ein persönlicher Bezug zu einem der verhafteten Studenten bestanden hätte. So erstaune nicht, dass sie – im Gegensatz zu den erwähnten Studenten – zwischen November 2012 D-1487/2016 Seite 4 und Februar 2013 weder von einer Suchaktion noch einer Verhaftung be- troffen gewesen sei, zumal die Sicherheitskräfte ja vor Ort gewesen seien und mit ihr gesprochen beziehungsweise sie gewarnt hätten. Gemäss Quellen für die Vorkommnisse im relevanten Zeitraum s eien ausschliess- lich Personen, welche für die Demonstrationen verantwortlich gewesen seien, festgenommen worden. Die von der Beschwerdeführerin eingereich- ten Internetberichte, in welchen sie nicht erwähnt werde, vermittelten kein anderes Bild. Eine asylrel evante Verfolgungsmotivation der Sicherheits - kräfte wegen der dargelegten Vorfälle sei mithin nicht ersichtlich. Bezeich- nenderweise habe sie keine genauen Angaben machen können, welche Personen im Mai 2013 aus welchem konkreten Grund vorgesprochen hät- ten. Dasselbe gelte für die angebliche zweite Suche nach ihr, die sie zeitlich nicht genau habe einordnen können. Ihre Angaben zu Zusammenhängen und Hintergründen der Suchaktionen seien dürftig und stereotyp ausgefal- len. Im Weiteren seien ihre Vorbringen in wesentlichen Punkten zu wenig kon- kret, detailliert und differenziert, wodurch der Eindruck entstehe, sie habe das Geschilderte gar nicht selber erlebt. Sie habe geltend gemacht, sowohl im Jahr 2011 wie auch 2012 am Heldengedenktag der LTTE teilgenommen zu haben. Trotz wiederholter Nachfrage und der Aufforderung, möglichst detaillierte Schilderungen zu machen, seien ihre Aussagen knapp, ober- flächlich und distanziert ausgefallen. Es sei ihr nicht gelungen, die Ge- schehnisse realitätsnah, anschaulich und anhand b esonderer Erinnerun- gen zu schildern. Entsprechend müsse bezweifelt werden, dass sie über- haupt vor Ort gewesen sei. Bezeichnenderweise habe sie auch nicht – wie aus einer Internetquelle hervorgehe – geltend gemacht, dass der Helden- tag vom November 2012 lediglich von einer kleinen Studentengruppe heimlich zelebriert worden sei. Vom eigentlichen Ablauf der Feierlichkeiten habe sie offenbar keine Kenntnisse, was wiederum gegen ihre angebliche Teilnahme spreche. Ferner habe sie in ihrer Erzählung die Ereignisse vom November 2011 und vom Mai 2012 vermischt und den Eindruck vermittelt, nicht genau zu wis- sen, wann welcher Student verhaftet respektive angegriffen worden sowie was der Grund des Protests jeweils gewesen sei. Ihre Schilderungen stün- den auch in Widerspruch zu den eingereichten Medienartikeln. Mit den tat- sächlichen Hinter- und Bewegründen der Proteste sei sie offenbar nicht vertraut gewesen, was wiederum gegen eine angebliche persönliche Teil- nahme spreche. Die eingereichten weiteren Beweismittel wiesen keinen Bezug zu ihrer Person auf und rechtfertigten keine andere Sichtweise. D-1487/2016 Seite 5 Das weitere Vorbringen, 2007 beziehungsweise 2008 im Dorf die LTTE lo- gistisch unterstützt zu haben, müsse ebenfalls bezweifelt werden. So habe sie wiederholt ungereimte Aussagen bei der zeitlichen Einordung ihrer O- Level-Prüfung, zur zuhause verbrachten Zeitspanne und zum Zeitpunkt des Besuchs der LTTE -Mitglieder gemacht. Ausserdem habe sie grosse Mühe bekundet, konkrete Fragen zu den Unterstützungsleistungen hinrei- chend detailliert und substanziiert zu beantworten. Demzufolge bestünden jedenfalls keine glaubhaften Hinweise dafür, dass sie die LTTE in einem grösseren Ausmass als von der Dorfbevölkerung üblich unterstützt hätte. Was die Festhaltung durch Soldaten im Rahmen einer ID -Kontrolle vom Mai 2008 anbelange, habe sie deren Dauer unterschiedlich angegeben (drei bis vier respektive zwei Tage). Im Rahmen der BzP habe sie die Fest- nahme eher beiläufig erwähnt und in keiner Hinsicht zu erkennen gegeben, dass diese Massnahme im Zusammenhang mit ihrer angeblichen LTTE - Unterstützung stehen könnte. Erst bei der Anhörung habe sie einen sol- chen Zusammenhang geltend gemacht und erwähnt, man habe sie ge- fragt, wen sie unterstützt habe, und von ihr verlangt, Personen zu identifi- zieren. Dass sie diese Sachverhaltselemente nicht bereits bei der BzP gel- tend gemacht habe, erstaune umso mehr, als man sie bereits damals wie- derholt gefragt habe, ob sie alles Wesentliche habe schildern können, was sie bejaht habe. Im Übrigen wäre diese Festhaltung in einem Armeecamp ohnehin nicht als gezielte Verfolgung zu qualifizieren, hätte es sich doch mutmasslich um eine blosse Routinekontrolle gehandelt. Ausserdem sei sie gemäss ihren Angaben nach kurzer Zeit wieder freigelassen worden, was gegen ein ihr von den Sicherheitskräften zur Last gelegtes relevantes LTTE-Profil spreche. So sei es denn auch in den folgenden Jahren trotz Anhaltungen durch die Sicherheitskräfte zu keiner weiteren Festnahme mehr gekommen. Die Gezieltheit der Verfolgung im Mai 2008 sei auch in diesem Lichte besehen zu verneinen , und von einer begründeten Furch t vor ernsthaften Nachteilen im heutigen Zeitpunkt könne aufgrund der un- glaubhaften Vorfluchtgründe nicht ausgegangen werden. Schliesslich sei auch die angeblich illegale Ausreise aus Sri Lanka zu be- zweifeln, da es ihr zum einen nicht gelungen sei, eine relevante Vorverfol- gung glaubhaft zu machen. Zum andern müssten ihre Schilderungen zur Reise als widersprüchlich und unsubstanziiert bezeichnet werden. Allerdings bleibe zu prüfen, ob Elemente vorlägen, welche die Anerken- nung als Flüchtling respektive die Asylgewährung trotz unglaubhafter Vor- fluchtgründe rechtfertigen würden. Sie sei tamilischer Ethnie und seit Juli D-1487/2016 Seite 6 2014 landesabwesend. Auch wenn solchen rückkehrenden Personen ge- genüber seitens der Behörden eine erhöhte Wachsamkeit bestehe, führten die besagten Umstände noch nicht zur Bejahung einer relevanten Verfol- gungsfurcht. Auch die Herkunft aus dem Norden des Landes und die allfäl- lige Rückkehr mit temporären Reisedokumenten könnten die Aufmerksam- keit der Behörden erhöhen, liessen aber für sich alleine besehen ebenfalls nicht auf ein politisches Profil verbunden mit ernsthaften Nachteilen schliessen. Ferner habe sie geltend gemacht, eine entfernte Verwandte sei LTTE-Mitglied gewesen. Zu dieser habe sie indes kein besonders enges Verhältnis gehabt. Es ergäben sich keine Hinweise, wonach sie wegen die- ser Person das Interesse der srilankischen Behörden auf sich gezogen hätte. Wäre ein solches Interesse vorhanden gewesen, hätten sich die Si- cherheitskräfte mit den in Sri Lanka verbliebenen Angehörigen – beispiels- weise ihrer Mutter, ihrer Schwester und ihrer Tante – befasst, wofür es aber keine Hinweise gebe. Trotz der erwähnten zusätzlichen Faktoren und der damit möglicherweise einhergehenden erhöhten Aufmerksamkeit der Behörden bei der Wieder- einreise bestehe nach dem Gesagten kein hinreichend begründeter Anlass zur Annahme, dass die Beschwerdeführerin Massnahmen zu befürchten habe, we lche über einen sogenannten Background-Check hinausgehen würden. Gemäss herrschender Lehre reichten diese Faktoren aber nicht aus, um von relevanten Verfolgungsmassnahmen bei der Rückkehr auszu- gehen. Demzufolge erfülle sie die Flüchtlingseigenschaft auch im aktuellen Zeitpunkt nicht. Den Vollzug der Wegweisung erachtete das SEM für zulässig, zumutbar und möglich. D ie Beschwerdeführerin stamme aus F._______ im Distrikt B._______, wo sie im Haus der Mutter gelebt habe. Die Mutter, welche die Reise nach Europa finanziert habe, lebe heute bei Verwandten in G._______. Weitere Verwandte lebten im Distrikt B._______. Ausserdem befinde sich ihre verheiratete Schwester in der Heimat, und eine weitere soziale Anknüpfungsmöglichkeit bestehe in E._______. Es könne davon ausgegangen werden, dass sie vor Ort über ein tragfähiges Beziehungs- netz und eine gesicherte Wohnsituation verfüge. Auch finanzielle Unter- stützung von Angehörigen – dem in D._______ lebenden Vater und weite- ren Verwandten in der Schweiz – komme in Betracht. In gesundheitlicher Hinsicht bestünden ebenfalls keine Vollzugshindernisse. Eine konkrete Ge- fährdung vor Ort sei mithin zu verneinen. D-1487/2016 Seite 7 C. Mit Eingabe ihrer (vormaligen) Rechtsvertretung v om 7. März 2016 er- suchte die Beschwerdeführerin das Bundesverwaltungsgericht vorab um Ansetzung einer angemessenen Frist zur Einreichung einer Beschwerde- ergänzung nach Gewährung der am 2. März 2016 beim SEM beantragten Einsicht in weitere vor instanzliche Akten. Eventualiter sei eine 30tägige Frist zur Beibringung von Beweismitteln aus dem Ausland anzusetzen. Die Beschwerdeführerin beantragte sodann die Aufhebung der Verfügung des SEM wegen Verletzung des Anspruchs auf das rechtliche Gehör und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an das SEM zu- rückzuweisen. Eventualiter sei die Verfügung wegen Verletzung der Be- gründungspflicht aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzu- weisen oder die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und Asyl zu gewäh- ren. Eventualiter sei die Verfügung in den Dispositivziffern 4 und 5 aufzu- heben und die Unzulässigkeit beziehung sweise zumindest die Unzumut- barkeit des Vollzugs festzustellen. Es sei mitzuteilen, welcher Bundesver- waltungsrichter oder welche Bundesverwaltungsrichterin sowie welcher Gerichtsschreiber oder welche Gerichtsschreiberin im vorliegenden Ver- fahren mit der Instruktion betraut seien und welche Richter oder Richterin- nen an einem Entscheid weiter mitwirkten . Vom Gericht sei eine Bestäti- gung, wonach diese Gerichtspersonen auch in diesem Fall nach dem Zu- fallsprinzip ausgewählt worden seien und insbesondere keine Program- mierung oder Manipulation existiere, welche eine Beeinflussung der ent- sprechenden Zuteilung ermögliche, zu übermitteln . Der Weg von der Re- gistrierung der Beschwerde bis zur Bestimmung der zuständigen Gerichts- personen sei über einen Ausdruck des entsprechen den Logbuches des Registrierungssystems des Bundesverwaltungs gerichts zu dokumentie- ren. In der Eingabe legte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dar, seine Mandantin sei nicht wegen der Probleme mit der Armee vor Kriegsende im Zusammenhang mit der LTTE-Unterstützung oder der Repressalien an der Universität aufgrund der geschilderten Aktionen ausgereist. Mit der Suche vom (…) Mai 2013 und einer nachträglichen, bei welcher ihre Mutter er- heblich verletzt worden sei, habe sich ihre Situation aber radikal geändert. Es seien ein logischer Überlegungsfehler der Beschwerdeführerin und mehrere logische/juristische Fehler der für die Anhörung und den Ent- scheid verantwortlichen Personen des SEM, welche zu einem negativen D-1487/2016 Seite 8 Asylentscheid geführt hätten. So sei die Beschwerdeführerin fälschlicher- weise davon ausgegangen, die Aktion vom Mai 2013 habe eine Reaktion auf ihr nicht besonders intensives Engagement bei den Student enprotes- ten dargestellt. Es wäre aber wesentlich logischer (gewesen), sich hier die Frage zu stellen, ob denn allenfalls eine der fünf Personen der LTTE, wel- chen sie 2007/2008 geholfen habe, festgenommen worden sei und ihren Namen preisgegeben habe, oder o b sich in den Akten der Sicherheits- kräfte, welche diese bei den LTTE beschlagnahmt hätten, etwas über ihre Unterstützungsleistung vermerkt gewesen sei. Dies umso mehr, als das SEM im Entscheid aufgezeigt habe, dass in Anbetracht des chronol ogi- schen Ablaufs der Ereignisse an der Uni diese nicht verfolgungsauslösend für Mai 2013 angesehen werden könnten. Es wäre also notwendig gewe- sen zu fragen, mit welchen Geschehnissen diese Suche nach der Be- schwerdeführerin und die Hausdurchsuchung im Zusammenhang stehen würden. Dass das SEM auf die Unglaubhaftigkeit ihrer LTTE-Unterstützung wegen der unterschiedlichen zeitlichen Angaben im Zusammenhang mit der O-Level-Prüfung schliesse, sei nicht haltbar, da ein allfälliger diesbe- züglicher Irrtum nicht das Kernvorbringen b etreffe und der richtige Zeit- punkt durch Beweismittel belegt werden könne. Hinzu komme, dass das SEM das eingereichte medizinische Dokument als Beweismittel für die er- littenen Verletzungen nicht gewürdigt habe, was die Pflicht zur sorgfältigen und ernsthaften Prüfung der Sache verletze. Ausserdem habe die Anhö- rung ungewöhnlich lang gedauert, wobei das stetige Kreisen um das glei- che Thema im Rahmen der Befragungsstrategie offensichtlich dazu ge- dient habe, die Beschwerdeführerin zu Widersprüchen und Ungenauigkei- ten zu verleiten. Gravierend im Sinne von weiteren Gehörsverletzungen sei sodann, dass zwischen Anhörung und Entscheidfällung mehr als ein Jahr vergangen sei, ohne dass der Beschwerdeführerin das rec htliche Gehör zur sich verän- dernden Situation vor Ort gewährt worden sei oder eine erneute Anhörung stattgefunden hätte, und sich das SEM auf veraltete Quellen im angefoch- tenen Entscheid abstütze. Tatsache sei, dass sie im Dezember 2015 erneut vor Ort gesucht worden sei, was auf ein andauerndes Verfolgungsinteresse hindeute. Im Februar 2016 habe sie von ihrer Mutter erfahren, dass im Um- feld ihrer entfernten Verwandten und den LTTE-Mitgliedern, welche sie un- terstützt habe, Suchaktionen stattgefunden hätten. In der Schweiz habe sie im Verlauf des letzten Jahres viele neue Kontakte geknüpft, im September 2015 an einer LTTE -Kundgebung teilgenommen und sich mit einem hier als Flüchtling anerkannten Landsmann verlobt. Eine baldige Heirat werde D-1487/2016 Seite 9 erfolgen. Der Verlobte habe ihr mitgeteilt, dass die erwähnte entfernte Ver- wandte in ihrem Herkunftsgebiet wichtige militärische Aufgaben für die LTTE, welche aus Sicht der Sicherheitskräfte noch heute von Interesse seien, durchgeführt habe. Ausserdem wurde geltend gemacht, die Be- schwerdeführerin trete mit ihrem künftigen Mann vermehrt exilpolitisch auf. Im Rahmen einer erneuten Anhörung oder der Gewährung des rechtlichen Gehörs hätte sie diese neuen Sachverhaltselemente geltend machen kön- nen. Gestützt auf die aktuelle Lage in Sri Lanka sei jedenfalls davon auszuge- hen, dass bereits im Rahmen der sogenannten Background -Checks die Gefahr von Übergriffen drohe. Im Weiteren habe sich die Sicherheitslage in Sri Lanka für Personen mit dem Profil der Beschwerdeführerin auch nach dem Präsidentschaftswechsel nicht verbessert. Soweit das SEM im Übri- gen die angebliche Unglaubhaftigkeit der Kernvorbringen auch mit Unge- reimtheiten im Zusammenhang mit der Ausreise zu begründen versuche, könne dieser Einschätzung gestützt auf übereinstimmende Quellen zur Re- levanz solcher Ungereimtheiten nicht nachvollzogen werden. Zusammenfassend habe die Beschwerdeführerin im Falle der Rückkehr begründete Furcht, im Zusammenhang mit ihren 2007/2008 getätigten Un- terstützungsleistungen für die LTTE asylrelevant verfolgt zu werden. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Behör- den von dieser Unters tützung Kenntnis erlangt hätten und deshalb am (…) Mai 2013 erstmals versucht hätten, ihrer habhaft zu werden. Zudem habe sie sich in der Schweiz exilpolitisch betätigt. Nach Gewährung der Akteneinsicht und der Einreichung allfälliger zusätzlicher Beweismi ttel werde mehr und Zusätzliches ausgeführt werden können. Ein allfälliger Vollzug der Wegweisung würde gegen die relevanten gesetz- lichen Bestimmungen verstossen. Bereits im erstinstanzlichen Verfahren habe die Beschwerdeführerin geltend gemacht, ihre Mutter sei mit Gewalt vertrieben und in der Folge nach G._______ geflohen. In der Zwischenzeit sei ihre Schwester im Rahmen eines Familiennachzugs in die Schweiz ge- reist. Entgegen der Sichtweise des SEM könne entsprechend nicht von ei- ner gesicherten Wohnsituation vor Ort ausgegangen werden. Dem Gericht wurden mit der Eingabe die Beilagen gemäss Auflistung in der Beschwerde übermittelt (vgl. S. 23 der Rechtsschrift; Beweismittel 1 bis 6). D-1487/2016 Seite 10 D. Am 7. März 2016 behandelte das SEM das Akteneinsichtsgesuch vom 2. März 2016. E. Mit Zwischenverfügung vom 11. März 2016 stellte die Instruktionsrichterin die aufschiebende Wirkung der Beschwerde fest, verzichtete auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses und setzte Frist zur Beschwerdeergänzung an. Die Anträge im Zusammenhang mit der Verfahrensabwicklung am Bun- desverwaltungsgericht wurden abgelehnt. Gleichzeitig wurde – unter Vor- behalt nachträglicher Veränderungen – das Spruchgremium mitgeteilt. F. Mit Eingabe vom 21. März 2016 übermittelte die Beschwerdeführerin dem Gericht Schulunterlagen als Belege für den Zeitpunkt der LTTE-Unterstüt- zung. Ferner machte der Rechtsvertreter Ausführungen zur Behandlung seiner Anträge im Zusammenhang mit der Verfahrensabwicklung. Weitere Beweismittel stellte er ohne beantragte Fristansetzung eventualiter in Aus- sicht. G. Mit Vernehmlassung vom 6. April 2016 beantragte das SEM die Abweisung der Beschwerde. Die Anhörung sei korrekt durchgeführt worden. Betref- fend Zumutbarkeit des Vollzugs hielt die Vorinstanz fest, gemäss ihren Aus- sagen verfüge die Beschwerdeführerin auch ausserhalb der Kernfamilie über soziale Anknüpfungspunkte. Den Akten (N […]) ihrer inzwischen ebenfalls in die Schweiz eingereisten Schwester könne entnommen wer- den, dass auch diese in der Heimat über ein tragfähiges Beziehung snetz verfügt habe und durch den im Ausland lebenden Vater unterstützt worden sei. Das ferner geltend gemachte Ehevorbereitungsverfahren sei praxisge- mäss nicht vollzugshemmend. Schliesslich könne die Teilnahme an einer Kundgebung im September 2015 nicht al s exponierte politische Tätigkeit bezeichnet werden. H. In der Replik vom 27. April 2016 erneuerte die Beschw erdeführerin ihre Anträge betreffend Verfahrensabwicklung am Bundesverwaltungsgericht und ersuchte um Einsicht in eine Akte des Verfahrens der Schwester. Das SEM habe es bezeichnenderweise unterlassen, auf ihre zentralen Be- schwerdevorbringen einzugehen. Gemäss einer Aktennotiz der Schweizer D-1487/2016 Seite 11 Vertretung in (…) seien – vom SEM mutmasslich übernommene – Ein- schätzungen zum Risikoprofil von Rückkehrenden vorgenommen worden. Diese müssten indes gemäss öffentlich zugänglichen Quellen als nicht zu- treffend bezeichnet werden. Ferner verdeutlichte der Rechtsvertreter seine bisherigen Rügen und stellte eine weitere Eingabe nach Übermittlung der beantragten Akte in Aussicht. Der Eingabe lagen die erwähnte Aktennotiz und ein UN-Bericht bei. I. Mit Zwischenverfügung vom 6. Mai 2016 lehnte die Instruktionsrichterin die wiedererwägungsweise gestellten Anträge hinsichtlich Verfahrensabwick- lung am Gericht ab. Betreffend Einsicht in die Akte der Schwester der Be- schwerdeführerin wurde festgehalten, eine vollumfänglich e Einsicht kom- me aus Datenschutzgründen nicht in Betracht. Entsprechend wurden le- diglich gewisse Präzisierungen zu den Erwägungen des SEM gemacht. Es sei der B eschwerdeführerin unbenommen, weitergehende Einsicht durch eine Bevollmächtigung der Schwester respektive eine Einwilligungserklä- rung bei der Vorinstanz zu erlangen. J. Mit Eingabe vom 23. Mai 2016 rügte der Rechtsvertreter erneut die Be- handlung seiner Anträge hinsichtlich Verfahrensabwicklung am Gericht be- ziehungsweise erneuerte sie. Was die Akte im Verfahren der Schwester anbelange, so sei daraus ohne deren Einwilligung sowohl vom SEM wie jetzt vom Gericht zitiert worden, was nicht angehe. Es seien Schritt e zur Sanktionierung dieser strafrechtlich relevanten Vorgänge einzuleiten. Zu- dem vermöchten die entsprechenden Zitate die Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung der Beschwerdeführerin in keiner Weise schlüssig zu be- legen. Es sei sinnvoll, gestützt auf Art. 28 Abs. 2 VwVG die genannte Akte und die darauf sich stützenden Erwägungen der Asylbehörden aus den Ak- ten zu weisen, sollte das ganze Protokoll unter Fristansetzung zur Stellung- nahme nicht doch noch offengelegt werden. K. K.a Mit Zwischenverfügung vom 30. November 2016 hielt die Instruktions- richterin fest, das SEM habe dem Gericht am 3. Juni 2016 eine (beim Zivil- standsamt eingereichte) Kopie zweier Seiten des sri-lankischen Reisepas- ses der Beschwerdeführerin – ausgestellt am (…) 2013 – übermittelt. Bei der Anhörung habe sie ausgesagt, zu diesem Zeitpunkt in E._______ ver- steckt gelebt zu haben . Die Ausstellung des erwähnten Dokuments habe D-1487/2016 Seite 12 sie im Verlaufe des bisherigen Asylverfahrens verschwieg en. De r Be- schwerdeführerin wurde Frist zur Stellungnahme angesetzt. K.b Mit Eingabe vom 12. Dezember 2016 gab der Rechtsvertreter seine Mandatsniederlegung bekannt. K.c Mit Zwischenverfügung vom 14. Dezember 2016 wurde der Beschwer- deführerin das obenerwähnte rechtliche Gehör direkt gewährt. K.d Mit Eingabe vom 23. Dezember 2016 erklärte die Beschwerdeführerin, in Sri Lanka könne ein Reisepass auch ohne persönliches Erscheinen bei den Behörden erhältlich gemacht werden. Sie habe sich das Dokument über eine Vermittlungsperson beschaffen können. Der Pass sei für sie auf der Flucht un d im Asylverfahren vorerst ohne Bedeutung gewesen. Erst wegen ihrer Heiratsabsichten verbunden mit einer standesamtlichen Auf- forderung habe sie eine Kopie durch ihre Mutter vor Ort an ihren Verlobten schicken lassen. Der Eingabe lag ein Zustellcouvert bei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur D-1487/2016 Seite 13 Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Die mit Eingabe vom 23. Mai 2016 erneut gestellten Anträge zur Ver- fahrensabwicklung am Bundesverwaltungsgericht sind – auch unter Hin- weis auf die bisherigen Zwischenverfügungen – abzuweisen. Es ist festzu- halten, dass das Geschäftsreglement für das Bundesverwaltungsgericht (VGR; SR 173.320.1) keinen Raum für „willkürliche Zuteilung“ offen lässt. Sollte aus bestimmten Gründen eine automatisch zugeteilte Gerichtsper- son ersetzt werden müssen, erfolgt auch dies aufgrund eines vorbestimm- ten Schlüssels. 3.2 Die Asylbehörden sind befugt, Aussagen von verschiedenen Asylsu- chenden einander gegenüberzusetzen, wenn dies zur Klärung des Sach- verhalts nötig ist. Dazu braucht es ke ine Einwilligung, da dieser Vorgang für die Erfüllung des gesetzlichen Auftrags notwendig ist. Allerdings ist die Offenlegung auf das Notwendigste zu beschränken. Für eine weiterge- hende Offenlegung ist eine Einwilligung erforderlich. Vorliegend wurde nur das Nötigste aus der Akte der Schwester zitiert und der Beschwerdeführe- rin auch kommuniziert, weshalb keine Gehörsverletzung erfolgte. Eine Weisung aus den Akten kommt somit nicht in Betracht, und der Antrag auf vollständige Einsicht in das Protokoll ohne E inwilligungserklärung der Be- troffenen ist abzuweisen. Für die ferner beantragten strafrechtlichen Abklä- rungen besteht somit kein Anlass. 4. 4.1 Nachfolgend sind die weiteren formellen Rügen vorab zu prüfen, da diese gegebenenfalls zur Kassation der vorinstanzlichen Verfügung führen können. Die Beschwerdeführerin stellt den Antrag, die angefochtene Ver- fügung sei wegen unrichtiger und unvollständiger Sachverhaltsfeststellung und wegen der Verletzung des Prinzips des rechtlichen Gehörs durch das SEM aufzuheben und die Akten zur Vornahme entsprechender Abklärun- gen an die Vorinstanz zu überweisen. D-1487/2016 Seite 14 4.2 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellt die Asylbehörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts kann nach Art. 49 Bst. b VwVG beziehungsweise Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG gerügt werden. "Un- richtig" ist die Sachverhaltsfeststellung beispielsweise dann, wenn der Ver- fügung ein aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachver halt zu - grunde gelegt wurde. "Unvollständig" ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Behörde trotz der geltenden Untersuchungsmaxime den Sach- verhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder nicht alle für den Ent- scheid wesentlichen Sachumstände berücksichtigt wurden (vgl. dazu BEN- JAMIN SCHINDLER, in: Christoph Auer/Markus Müller /Benjamin Schindler, VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 28 zu Art. 49, S. 676 f.). Ihre Grenze findet die Untersuchungspflicht allerdings in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchen- den (vgl. Art. 8 AsylG). 4.3 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich h ört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Begründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begrün- dung der Verfügung soll es dem Betroffenen ermöglichen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Art. 35 Abs. 1 VwVG umschreibt den Inhalt der Begründungspflicht nicht näher; verlangt wird aber, dass die Begründung eines Entscheides so abgefasst wird, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann, wa s nur der Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Trag- weite des Entscheides ein Bild machen können (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.6). 4.4 In der Beschwerde vom 7. März 2016 räumt der vormalige Rechtsver- treter ein, seine Man dantin habe nie ein besonderes politisches Engage- ment – weder bei der LTTE-Unterstützung im Dorf noch an der Uni – ge- habt. Mithin geht auch er davon aus, dass sie bis zum (…) Mai 2013 keine relevanten Vorfluchtgründe hatte. Mit der Suche am genannten Datum und den nachträglichen habe sich ihre Situation aber radikal geändert. Die Mo- tivation dieser Suche sei von der Beschwerdeführerin fälschlicherweise auf die Vorfälle an der Uni und nicht auf ihre LTTE -Unterstützung 2007/2008 zurückgeführt worden. Das SEM w äre gehalten gewesen, den rechtser- heblichen Sachverhalt in dieser Hinsicht zu prüfen, zumal es eine Verfol- gungsmotivation wegen der Uni-Vorfälle ausgeschlossen habe. D-1487/2016 Seite 15 Vorab ist festzuhalten, dass den vorliegenden Protokollen nicht schlüssig entnommen werden kann, die Beschwerdeführerin habe die Suche vom Mai 2013 tatsächlich lediglich auf die Ereignisse an der Universität zurück- geführt (vgl. A 4/14 S. 8 f. ; A 12/30 Antwort 47). Weitere Abklärungen zu machen beziehungsweise in Erwägung zu ziehen, dass ihre LT TE-Kon- takte vor Kriegsende verfolgungsauslösend gewesen sein könnten, dräng- te sich für die Vorinstanz indes gleichwohl nicht auf, da die Beschwerde- führerin im damaligen Zeitpunkt unbestrittenermassen kein besonderes politisches Profil aufwies. Sich die Frage zu stellen, ob denn allenfalls eine der fünf Personen der LTTE, welchen sie geholfen habe, festgenommen worden sei und ihren Namen preisgegeben habe , oder ob in beschlag- nahmten Akten der Sicherheitskräfte ihre Unterstützungsleistung en ver- merkt gewesen seien, hätte demnach als blosse Spekulation nicht die Un- tersuchungsmaxime beschlagen. Vor diesem Hintergrund erweist sich die weitere Rüge, das SEM habe in unzulässiger Weise auf die Unglaubhaf- tigkeit der LTTE-Unterstützung geschlossen, schon insofern als nicht ent- scheidend, als die Asylrelevanz der damaligen Unterstützung für die Fol- gezeit auch bei Wahrunterstellung zu verneinen ist. Abgesehen davon führte das SEM in diesem Zusammenhang nicht nur die Datierung der Prü- fung, sondern zu Recht auch die mange lnde Substanz der Äusserungen zu Unterstützungshandlungen als Unglaubhaftigkeitselement e an. Dass die Vorinstanz im Weiteren auf die von der Beschwerdeführerin später er- littenen Schläge der Sicherheitskräfte trotz eingereichtem Beweismittel nicht detailliert einging, erscheint als vertretbar, da ja auch der Rechtsver- treter davon ausgeht, sie sei nicht wegen der diesbezüglichen Ereignisse ausgereist, und das SEM nebst Unglaubhaftigkeitselementen im Grund- satz unbestrittenermassen festhielt, eine allfällige Te ilnahme der Be- schwerdeführerin an den damaligen Demos sei nicht mit einer erlittenen asylrelevanten Verfolgung oder einer entsprechenden begründeten Furcht verbunden gewesen. Die lange Dauer der Anhörung ist entgegen der Auffassung des vormaligen Rechtsvertreters nicht auf die „Befragungsstrategie“ zurückzuführen. Viel- mehr wurde die Anhörung korrekt vorgenommen, war aber offensichtlich nicht ganz einfach. Die Befragungsperson war sehr bemüht, der Beschwer- deführerin Gelegenheit zu geben, die jeweiligen Vorbringen zu verdeutli- chen und genauer in das Gesamtgeschehen einzuordnen. Am Schluss be- stätigte die Beschwerdeführerin die Vollständigkeit und Korrektheit des Protokolls, wobei die lange Dauer der Anhörung auch von der Hilfswerkper- son nicht beanstandet wurde. Gehörsverletzungen sind mithin auch dies- bezüglich nicht ersichtlich. D-1487/2016 Seite 16 Gravierend im Sinne einer weiteren Gehörsverletzung sei sodann, dass zwischen Anhörung und Entscheidfällung mehr als ein Jahr vergangen sei, ohne dass der Beschwerdeführerin das rechtl iche Gehör zur sich verän- dernden Situation vor Ort gewährt worden sei oder eine erneute Anhörung stattgefunden hätte. Aufgrund des klaren Sachverhalts und einer nicht mehrjährigen Zeitspanne konnte indes in vertretbarer Weise auf das recht- liche Gehör verzi chtet werden. Im Rahmen der Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) wäre es der Beschwerdeführerin im Übrigen grundsätzlich oblegen, allfällige neue Befürchtungen wegen der Situation vor Ort beziehungs- weise die (angebliche) erneute Suche , die Teilnahme an exilpo litischen Veranstaltungen in der Schweiz sowie eine bevorstehende Heirat geltend zu machen. Aufgrund der Aussagen und des Persönlichkeitsprofils der Be- schwerdeführerin sah das SEM vor Entscheidfällung jedenfalls zulässiger- weise von weiteren Verfahrensschritten ab. Die Beschwerdeführerin lastet dem SEM respektive der sachbearbeiten- den Person ferner an, die Verfügung berücksichtige die neusten Berichte zur Situation vor Ort nicht, da nur veraltete Quellen aufgeführt würden. In diesem Zusammenhang gilt es festzuhalten, dass eine Offenlegung bezie- hungsweise eine Auflistung sämtlicher verwendeter Quellen in Verfügun- gen im Verwaltungsverfahren weder üblich noch erforderlich ist, zumal es sich bei einer Verfügung nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung han- delt. Die Begründungspflicht dient nicht der Offenlegung von Amtswissen. Sie verlangt vielmehr, dass das Staatssekretariat die wesentlichen Überle- gungen nennt, die es dem konkreten Entscheid zugrunde legt. Die Vor - instanz hat in der angefochtenen Verfügung einlässlich begründet, wie sich die Situation in Sri Lanka zum Zeitpunkt der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Vorfälle darstellte und wie sie aktuell zu würdigen ist. Die Beschwerde selbst zeigt denn auch, dass eine sach gerechte Anfech- tung möglich war. Der Begründungspflicht ist damit Genüge getan. Somit geht diese Rüge ebenso fehl wie die Behauptung, der Sachverhalt sei un- vollständig und unrichtig abgeklärt worden, da das SEM wie erwähnt ja nicht gehalten war, sämtliche aktuellen Quellen aufzuführen, und eine aus- führliche Prüfung des Rückkehrrisikos im aktuellen Zeitpunkt vornahm. 4.5 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass keine Verletzun- gen der genannten Verfahrensgarantien vorliegen. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im D-1487/2016 Seite 17 Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozia len Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, d es Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen oder den Tatsachen oder der allgemeinen Erf ahrung widersprechen und sie dürfen nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren. Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig er- scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbrin- gen auf gefäls chte oder verfälschte Beweismittel abstützt (Art. 7 Abs. 3 AsylG), wichtige Tatsachen unte rdrückt oder bewusst falsch dar stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet nach- schiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwir- kung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für ge- wisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen de r Beschwerdeführerin. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwie- gende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung spre- chen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamt würdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhalts darstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. 5.3 5.3.1 In der Beschwerde wird die Suche vom (…) Mai 2013 auf die LTTE- Unterstützung der Beschwerdeführerin Ende 2007 beziehungsweise An- fang 2008 zurückgeführt. Auch wenn wie dargelegt gewisse Zweifel an die- sen Kontakten bestehen, ist nicht von der Hand zu weisen, dass es im an-D-1487/2016 Seite 18 gegebenen Zeitraum im genannten Gebiet wohl immer wieder zu – freiwil- ligen oder unfreiwilligen – Kontakten der Zivilbevölkerung und den LTTE kam und die Beschwerdeführerin möglicherweise involviert war. Sie soll in der Folge im Mai 2008 festgenommen, zu LT TE-Belangen befragt und nach kurzer Zeit ohne Eröffnung eines Verfahrens freigelassen worden sein. Dass jetzt ausgerechnet sie viele Jahre nach der wie erwähnt jeden- falls nicht herausragenden Unterstützung der LTTE zuhause deswegen hätte gesucht werden sollen, wirkt somit sehr unwahrscheinlich. Vielmehr dürfte sie nach so langer Zeit von den Sicherheitskräften kaum als geeig- nete Auskunftsperson für die allfälligen Pläne oder Taten einer entfernten Verwandten und deren Umfeld erschienen sein. Die wie erwähnt spekula- tiven Beschwerdevorbringen vermögen mithin nicht zu überzeugen , und zwar umso weniger, als gemäss Aktenlage vor der Ausreise offensichtlich keine Kontakte zu dieser Verwandten bestanden (vgl. A 12/30 Antwort 87). 5.3.2 Die nachträglichen Vorkommnisse vo r der angeblichen Suche vom Mai 2013 werden von der Beschwerdeführerin nicht als fluchtauslösend angesehen. Die Frage, an welchen oppositionellen universitären Veran- staltungen sie teilnahm und in welcher genauen Form es dabei zu Behör- denkontakten kam, kann mithin offen gelassen werden. Fest steht jedoch, dass sie bei diesen geltend gemachten Kontakten verbunden mit Identi- tätskontrollen nicht festgenommen oder inhaftiert wurde. Auch diese Um- stände deuten darauf hin, dass sie wegen der vorgebrachten LTTE -Kon- takte im Dorf offensichtlich auch später nicht im Fokus der Sicherheitskräfte stand, was klarerweise gegen die vorgebrachte Suche aus den angebli- chen Gründen spricht. 5.3.3 Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin diese angebliche Suche verbunden mit der Beschla gnahme von LTTE -Utensilien sehr stereotyp schilderte. Dass sich die Vorsprechenden im Übrigen im Mai 2013 damit begnügt haben sollen, die Mutter aufzufordern, sich zu melden, wenn ihre Tochter wieder zuhause sei, und es demnach unterlassen haben sollen, sich nach ihrem aktuellen Aufenthaltsort zu erkundigen oder eine Vorla- dung zu deponieren, spräche selbst bei Wahrunterstellung gegen eine Ver- folgungsintensität asylrelevanten Ausmasses. Die angebliche erneute Su- che konkretisierte und substantiierte sie kaum (vgl. A 12/30 Antworten 180, 189 ff. und 215 ff.). Soweit in der Beschwerde für Dezember 2015 offenbar eine nochmalige Suche geltend gemacht wird, erscheint eine solche in An- betracht des Profils der Beschwerdeführerin wiederum als blosse Behaup- tung. Gegen die angebliche Verfolgungssituation vor der Ausreise spre-D-1487/2016 Seite 19 chen ferner ihre sehr vagen und pauschalen Angaben zum einjährigen Auf- enthalt in E._______. Überdies sagte sie aus, nicht zu wissen, ob sie auch an der Uni gesucht worden sei, obwohl es für sie im Falle einer tatsächlich vorhandenen Gefährdung nahe gelegen hätte, sich durch Kontakte vor Ort darüber zu informieren (a.a.O. Antwort 214). Ausserdem war sie trotz des langen Aufenthalts nicht in der Lage – oder nicht willens –, ihre Adresse in E._______ zu nennen (a.a.O. Antwort 229). Sie habe Angst gehabt, das Haus zu verlassen. Gleichwohl gelang es ihr aber gemäss den übermittel- ten Unterlagen im Zusammenhang mit einer allfälligen Heirat in der Schweiz, sich damals per (…) 2013 einen Reisepass ausstellen zu lassen. Selbst wenn man im Sinne ihrer Behauptung davon ausgeht, ein Reise- pass könne vor Ort unter Umständen auch ohne persönliches Erscheinen erlangt werden, erstaunt diese Vorgehensweise doch, da sie ja gleichzeitig geltend macht, im Fokus der Behörden gestanden zu haben. Auch wenn allein aufgrund der Ausstellung eines solchen Dokuments nicht auf eine fehlende behördliche Verfolgung geschlossen werden kann (vgl. Urteil des BVGer E-5274/2008 vom 31. Oktober 2012 E. 3.3.2), wirft ihr Aussagever- halten mithin ein bezeichnendes Licht auf die Einhaltung der Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht (vgl. dazu A 4/14 S. 6, wo sie zu Protokoll gab, über keinen aktuell gültigen Reisepass auf ihren Namen zu verfügen). 5.3.4 Schliesslich soll der Vater der Beschwerdeführerin im Jahr 2010 be- suchshalber in Sri Lanka geweilt haben. Dass er bei der Ein- oder Ausreise beziehungsweise während des Aufenthalts relevanten Schwierigkeiten ausgesetzt gewesen wäre, wird nicht geltend gemacht (vgl. A 12/30 Ant- wort 268). Somit bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass ihr vor der Aus- reise seinetwegen eine asylrelevante Reflexverfolgung gedroht hätte. 5.4 Asylrelevante Vorfluchtgründe beziehungsweise eine begründete Furcht vor solchen Nachteilen sind mithin zu verneinen. Überzeugende Be- schwerdevorbringen oder taugliche Beweismittel für eine andere Sicht- weise fehlen. Die Ansetzung einer Frist zur Einreichung weiterer Beweis- mittel erübrigt sich (vgl. S. 1 der Eingabe vom 21. März 2016). Somit bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen für die Aner- kennung als Flüchtling gemäss Art. 3 AsylG im aktuellen Zeitpunkt zu er- füllen vermag. 6. 6.1 Entsprechend der Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flücht- lingseigenschaft erforderlich, dass die asylsuchende Person ernsthafte D-1487/2016 Seite 20 Nachteile von bestimmter Intensität im Falle einer Rückkehr in den Heimat- staat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft be- fürchten muss. Die Nachteile müssen der asylsuchenden Pers on gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive drohen. 6.2 Gemäss dem Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 vermag eine geltend gemachte Verbindung zu den LTTE dann eine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen im asylrechtlichen Sinn zu begründen, wenn der betroffenen Person aus Sicht der sri-lankischen Behörden infolgedessen ein Interesse am Wiederauf- flammen des tamilischen Separatismus in Sri Lanka zugeschrieben und sie mithin als Gefahr für die nach dem Krieg w iedergewonnene Einheit des Landes wahrgenommen wird. Es sind keineswegs nur in besonderem Masse exponierte Personen betroffen. So ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass die sri -lankische Regierung auch sieben Jahre nach Ende des Bürgerkrieges im Jahr 2009 noch über ein Wiederaufleben respektive Wiedererstarken der LTTE besorgt ist und jeglichen Verdacht entsprechender Bestrebungen mit grösster Aufmerksamkeit verfolgt. Hin- gegen sind nicht alle Rückkehrenden, die eine irgendwie geartete tatsäch- liche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Verbindung zu den LTTE aufweisen, einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefahr vor Verfol- gung ausgesetzt, sondern nur jene, die aus Sicht der sri-lankischen Regie- rung bestrebt sind, den ethnischen Konflikt im Land wieder aufflammen zu lassen. Ob dies zu bejahen und einer Person mithin die Flüchtlingseigen- schaft zuzuerkennen ist, ist im Einzelfall zu erörtern, wobei eine asylsu- chende Person die für diese Beurteilung relevanten Umstände glaubhaft machen muss (vgl. E. 8.5.3). 6.3 Rückkehrende aus der Schweiz, denen nahe Kontakte zu den LTTE unterstellt werden, sind bei der Wiedereinreise einer erhöhten Verfolgungs- gefahr ausgesetzt . Dass der Name des Beschwerdeführer in in der (…) E._______ abrufbaren „Stop -List“ vermerkt ist, erscheint als unwahr- scheinlich, da sie nach dem Gesagten im Zeitpunkt der Ausreise kein ei- gentliches politisches Profil aufwies, keine Kontakte zu (vormaligen) LTTE- Aktivisten geltend machte und – falls überhaupt glaubhaft – lediglich 2008 für kurze Zeit im Rahmen einer Kontrolle in Haft war (vgl. a.a.O. E. 8.5.2). Ebenfalls unwahrscheinlich ist eine solche aktuell vorhandene Eintragung für den Vater der Beschwerdeführerin, zumal er ja nach langem Ausland- aufenthalt 2010 offenbar unbehelligt ein- und ausreisen konnte, und somit keine reflexverfolgungsmässige Gefahr erkennbar wird. Soweit die Be-D-1487/2016 Seite 21 schwerdeführerin vorbringt, in der Schweiz mit einem anerkannten Flücht- ling bekannt geworden zu sein, führt alleine diese Bekanntschaft noch nicht zu einer deutlichen Akzentuierung ihres Risikoprofils. Ähnliches gilt für ih- ren Schwager (N […]). Was das exilpolitische Engagement der Beschwer- deführerin anbelangt, ist nur eine einzige Teilnahme an einem Anlass do- kumentiert; dies erscheint kaum als „überzeugter Aktivismus“ und kann ebenfalls nicht als entscheidrelevant risikobegründend angesehen werden. Auch das allfällige Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente bei der Ein- reise in Sri Lanka sowie eine zwangsweise respektive durch die IOM be- gleitete Rückführung nach Sri Lanka sind schwach risikobegründende Fak- toren, welche in der Regel für sich alleine genommen keine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen vermögen (a.a.O. E. 8.5.4 f.), aber in einer Gesamtsicht zu würdigen sind. Eine solche ergibt in Anbetracht der genannten Fallumstände keine rele- vante Erhöhung ihres Risikoprofils. Anzufügen ist erneut, dass sie betref- fend Reisepass nicht wahrheitsgemäss aussagte und stichhaltige Be- schwerdegegenargumente wiederum fehlen. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass d ie Beschwerdeführerin nichts vorgebracht hat, das geeignet wäre, die Flüchtlingseigenschaft nachzuwei- sen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 8. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg- weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylge- such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Die Beschwerdeführerin verfügt we- der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (BVGE 2009/50 E. 9). Die Vorinstanz hat die Anordnung der Wegweisung demnach zu Recht verfügt. 9. 9.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG (SR 142.20) unzulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Wei- terreise des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen. Da d ie Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zu-D-1487/2016 Seite 22 lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver- fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behandlung na- mentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri-Lanka zu- rückkehren müssen, wiederholt befasst. Dabei unter streicht der Gerichts- hof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehren- den Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob der oder die Betroffene ernsthafte Gründe für eine Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be- fragung ein Interesse, verschiede ne Aspekte, welche durch die nachfol- gend zu erläuternden Risikofaktoren abgedeckt sind, in Betracht gezogen werden, wobei dem Umstand gebührend Beachtung zu schenken sei, dass diese einzelnen Aspekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglich- erweise kein "real risk" darstellen, diese Schwelle bei einer kumulativen Würdigung erreichen könnten (vgl. vorgenanntes Referenzurteil des BVGer mit weiteren Hinweisen). Nachdem d ie Beschwerdeführerin nicht glaubhaft gemacht hat, dass sie befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri -lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihr würde dort eine menschenrechtswidrige Be- handlung drohen. 9.2 Der Vollzug der Wegweisung kann nach Art. 83 Abs. 4 AuG unzumut- bar sein, wenn der Ausländer oder die Ausländerin im Heimat - oder Her- kunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet ist. Im erwähnten Referenzurteil hat das Bundesverwaltungsgericht seine bis- herige Rechtsprechung und die gegenwärtige Praxis des SEM bestätigt, wonach der Wegweisungsvollzug sowohl in die Nordprovinz (Distrikte Jaffna [ausgenommen das Vanni-Gebiet], Kilinochchi, Mullaitivu, Mannar und Vavuniya) als auch in die Ostprovinz (Distrikte Trincomalee, Batticaloa und Ampara) zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbar- keitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder so- zialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkom- mens- und Wohnsituation) bejaht werden kann. D-1487/2016 Seite 23 Die Beschwerdeführerin stammt aus F._______ im Distrikt B._______, wo sie im Haus der Mutter lebte. Die Mutter lebt jetzt offenbar bei Verwandten in G._______. Weitere Verwandte lebten im Distrikt B._______. Die verhei- ratete Schwester ist zwar mittlerweile ausgereist, wobei aber im Sinne der vorinstanzlichen Erwägungen von weiteren sozialen Anknüpfungspunkten beispielsweise auch in E._______ auszugehen ist. Insgesamt ist entgegen den nicht stichhaltigen Beschwerdevorbringen nach wie vor wahrschein- lich, dass sie vor Ort über ein tragfähiges Beziehungsnetz und eine gesi- cherte Wohnsituation verfügt. Auch finanzielle Unterstützung von Angehö- rigen – dem in D._______ lebenden Vater und weiteren Verwandten in der Schweiz – kommt nach wie vor in Betracht. In gesundheitlicher Hinsicht sind keine Vollzugshindernisse erkennbar. Entsprechend darf davon aus- gegangen werden, dass sie sich bei einer Rückkehr in ihre Heimat schnell wieder integrieren und in der Lage sein wird, sich eine wirtschaftliche Exis- tenzgrundlage aufzubauen. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich als zumutbar. Was die Beziehung der Beschwerdeführerin zu einem Lands- mann in der Schweiz anbelangt, ist ihr unbenommen, ein allfälliges Ehe- vorbereitungsverfahren aus dem Ausland einzuleiten oder fortzuführen. 9.3 Die Beschwerdeführerin verfügt über eine Identitätskarte un d einen Reisepass, weshalb ein Vollzug der Wegweisung auch möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme fällt ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 10. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun- desrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahre ns sind die Kosten der Beschwerde- führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). D-1487/2016 Seite 24 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber Versand: