Kassationsgericht des Kantons Zürich Kass.-Nr. AC090008/U/mum Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, Bernhard Gehrig, Andreas Donatsch, die Kassationsrichterin Sylvia Frei und der Kassationsrichter Paul Baumgartner sowie der juristische Sekre- tär Titus Graf Zirkulationsbeschluss vom 25. Juni 2009 in Sachen X., Anzeigeerstatter, Rekurrent und Beschwerdeführer gegen 1. A. , 2. B., Angezeigte, Rekursgegner und Beschwerdegegner betreffend Eröffnung einer Untersuchung gegen Behördenmitglieder und Beamte Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Beschluss der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 8. Mai 2009 (NS090002/U) - 2 - Das Gericht hat in Erwägung gezogen: 1.1 X. (nachfolgend: Beschwerdeführ er) liess durch seinen damaligen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 29. Ja nuar 2008 bei der Staatsanwaltschaft See/Oberland Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Veruntreuung bzw. unge- treuer Geschäftsbesorgung erstatten (OG AK act. 2/1). Zusammengefasst wurde in der Strafanzeige ausgeführt, es bes tünden gewichtige Indi zien dafür, dass ein ehemaliger Mitarbeiter des Betreibungsam tes Y.-Z. im Rahmen des gegen den Beschwerdeführer geführten Verfahrens betreffend Grundpfandverwertung Miet- zinseinnahmen veruntreut habe. 1.2 Auf Anfrage der (zuständigen) St aatsanwaltschaft Limmattal/Albis nann- te der Rechtsvertreter des Beschwe rdeführers den früheren Gemeindeammann von Y., C., als Hauptverdächtigen (OG AK act. 2/3). In Anwendung von § 22 Abs. 6 StPO verfügte diese Staat sanwaltschaft am 5. Mai 2008 die Überweisung der Akten an die Anklagekammer des Obergerichtes mit dem Antrag, über die Eröff- nung einer Strafuntersuchung oder das Nichteintreten auf die Strafanzeige zu entscheiden (OG AK act. 2/4). Da C. bereits verstorben war, beschloss die Ankla- gekammer des Obergerichtes am 17. Juni 2008 Nichteintreten auf die Strafanzei- ge bzw. Nichteröffnung einer Strafuntersuchung gegen C. (OG AK act. 2/5). 1.3 Mit Schreiben vom 28. August 2008 beantragte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bei der Staatsanwaltsc haft Limmattal/Albis die Erweiterung der Strafuntersuchung auf A. und B., we lche beide früher für das erwähnte Be- treibungsamt tätig gewesen seien (OG AK act. 2/6). Diese Staatsanwaltschaft ver- fügte am 12. November 2008 auch inso fern die Überweisung der Akten an die Anklagekammer des Obergerichtes mit dem Antrag, über die Eröffnung einer Strafuntersuchung oder das Nichteintreten auf die Stra fanzeige zu entscheiden (OG AK act. 1). 1.4 Die Anklagekammer des Obergeric htes beschloss am 4. Dezember 2008 auch insofern Nichteintreten auf die Strafanzeige und hielt zudem fest, es - 3 - werde gegen A. und B. (Beschwerdegegner 1 und 2) keine Strafuntersuchung er- öffnet (OG AK act. 3). Gegen diesen Be schluss erhob der Besch werdeführer Re- kurs (OG ZK act. 1). Die für die Behan dlung des Rekurses zuständige II. Zivil- kammer des Obergerichtes wies dieses Rechtsmittel mit Beschluss vom 8. Mai 2009 ab mit dem Zusatz, es werde dem gemäss gegen die Be schwerdegegner 1 und 2 keine Strafuntersuchung eröffnet. Zudem wies die II. Zivilkammer ein Ge- such des Beschwerdeführers um Bestellu ng eines unentgeltlichen Rechtsvertre- ters ab (OG ZK act. 9 bzw. KG act. 2). Dieser Beschluss wurde dem Beschwerde- führer am 12. Mai 2009 zugestellt (OG ZK act. 10/1). 2. Mit Schreiben vom 10. Juni 2009 erhebt der Beschwerdeführer gegen den Beschluss der II. Zivilkammer vom 8. Ma i 2009 kantonale Nichtigkeitsbeschwerde beim Kassationsgericht (KG act. 1). Der Beschwerdeführer will damit offenbar rü- gen, dass sein Rekurs sowie sein Gesuch um Gewährung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes abgewiesen wurden (vgl. KG act. 1 S. 2/3). 3.1 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Beschluss (einzig) die Beschwerde (in Strafsachen) an das Bundesgericht als zulässiges Rechtsmittel angegeben. Der Beschwerdeführer führt einleitend aus, er habe vom Bundesgericht und von der juristischen Sekretärin des O bergerichtes, welche am angefochtenen Entscheid mitgewirkt habe, je die tele fonische Auskunft erhalten, gegen den Be- schluss der II. Zivilkammer vom 8. Mai 2009 könne kantonale Nichtigkeitsbe- schwerde geführt werden (KG act. 1 S. 2 oben). 3.2 Es erscheint äusserst fraglich, dass der Beschwerdeführer entsprechen- de (vorbehaltlose) Auskünfte erhalten hat; le tztlich kann diese Frage indessen of- fen bleiben. 3.3 Am 1. Januar 2005 ist eine Teilrev ision der kantonalzürcherischen StPO in Kraft getreten. Danach ist in Strafv erfahren nur noch eine Rechtsmittelinstanz vorgesehen. Die kantonale (s trafprozessuale) Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht ist nur noch gegen Urte ile und Erledigungsbeschlüsse des Ge- schworenengerichtes und des Obergerichtes als erster Instanz zulässig (§ 428 - 4 - StPO). Da die II. Zivilkammer des Obergerichtes, die Vorinstanz im vorliegenden Kassationsverfahren, nicht als erste Inst anz, sondern vielmehr als Rekursinstanz (und damit als Rechtsmittelinstanz) entschieden hat, ist die kantonale Nichtig- keitsbeschwerde gegen der en Beschluss (in all seinen Teilen) gemäss § 428 StPO in der seit 1. J anuar 2005 gültigen Fassung unzulä ssig (anstatt vieler vgl. etwa: Kass.-Nr. AC050095, Beschluss vo m 20.7.2005 i.S. G. Erw. 3.3). Daran könnte nichts ändern, wenn der Beschwe rdeführer die von ihm erwähnten Aus- künfte erhalten hätte, denn dadurch wird ke ine (vom Gesetz nicht vorgesehene) Zuständigkeit begründet (anstatt vieler vg l. etwa BGE 129 IV 200/201 Erw. 1.5 m.H. sowie Proz.-Nr. 1B_10/2009, Urteil der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes vom 14.5.2009 i.S. X. Erw. 2 a.A. m.H.). 3.4 Abschliessend ist daher festzuhalten, dass auf die vor liegende Nichtig- keitsbeschwerde zufolge Unzulässigkeit nicht eingetreten werden kann. Damit ist auch auf die vom Beschwerdeführer zusätz lich, offenbar für den Fall der Gutheis- sung der Beschwerde, gestellten Anträge (vgl . KG act. 1 S. 3) nicht einzutreten. Der Antrag auf die Bestellung eines unentge ltlichen Rechtsvertreters für das Kas- sationsverfahren ist zufolge Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels abzuweisen. 3.5 Zufolge des Nichteintretens auf die Beschwerde k ann von Weiterungen im Sinne von § 433 Abs. 1 Satz 1 StPO abgesehen werden. 3.6 Dem Ausgang des Kassationsverf ahrens entsprechend wird der Be- schwerdeführer kostenpflichtig (§ 396a St PO). Daran könnte (ebenfalls) nichts ändern, wenn der Beschwerdeführer die von ihm erwähnten Auskünfte erhalten hätte. Einerseits enthält der angefochtene Entscheid eine zutreffende Rechtsmit- telbelehrung; andererseits hätte sich der Beschwerdeführer beim Kassationsge- richt betreffend der Frage der Zulässigkeit einer Kassationsbeschwerde in diesem Fall erkundigen können. Insofern könnte er sich somit nicht auf die Erhebung der Nichtigkeitsbeschwerde in guten Treuen berufen. Da den Beschwerdegegnern 1 und 2 keine Gelegenheit für eine Beschwer- deantwort zu erteilen war (vgl. Erw. 3.5), haben sie naturgemäss keine Anträge - 5 - gestellt und sind sie daher nicht als obsiegende Partei im Sin ne von § 396a StPO zu betrachten, weshalb sie keinen Anspruch auf Prozessentschädigung haben. 3.7 Gemäss Art. 112 Abs. 1 lit. d BGG müssen Entscheide, die der Be- schwerde an das Bundesgericht unterliegen, eine Rechtsmittelbelehrung enthal- ten. Es ist daher festzuhalten, dass gegen diesen Erledigungsbeschluss des Kas- sationsgerichtes Beschwerde in Strafs achen an das Bundesgericht erhoben wer- den kann. Hingegen ist die Frist zur Anfecht ung des obergerichtlic hen Entscheides vom 8. Mai 2009 mittels Beschwerde an das Bundesgericht nicht neu anzusetzen. Gemäss Praxis des Bundesgerichtes zu Ar t. 100 Abs. 6 BGG sind nur zulässige Rechtsmittel zu nennen (vgl. Proz.-Nr . 1B_25/2008, Urteil des Bundesgerichts vom 2.7.2008 i.S. X., Erw. 1. 2.4 m.H.); wird also beim Kassationsgericht (wie im vorliegenden Fall) eine v on vornherein unzulässige Nichtigkeitsbeschwerde erho- ben, läuft die Frist zur Anfechtung des ob ergerichtlichen Entscheids nach der Er- öffnung des kassationsgerichtlichen Nichtei ntretensentscheids nicht neu (BGE 134 III 94 Erw. 1.2 und 95 Erw. 1.4, je m.H.; vgl. ferner z.B. Urteile des Bundesge- richtes vom 18.4.2008 i.S. A. [Proz.-Nr. 4D_38/2008], und vom 3.4.2009 i.S. X. Erw. 1.3 [Proz.-Nr. 5A_771/2008]; s.a. Kass.-Nr. AC080026, Beschluss des Kas- sationsgerichtes vom 6.3.2009 i.S. X. Erw. III/7). Das Gericht beschliesst: 1. Auf die Nichtigkeitsbeschwerde wird nicht eingetreten. 2. Der Antrag des Beschwerdeführers auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters für das Kassationsve rfahren wird abgewiesen. Auf seine übrigen Anträge wird nicht eingetreten. - 6 - 3. Die Gerichtsgebühr für das Kassati onsverfahren wird auf Fr. 400.-- festge- setzt. 4. Die Kosten des Kassa tionsverfahrens werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. 5. Den Beschwerdegegnern 1 und 2 wir d für das Kassationsverfahren keine Prozessentschädigung zugesprochen. 6. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 78 ff. BGG an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. Hinsichtlich des Fristenlauf es gelten die Art. 44 ff. BGG. 7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die II. Zivilkammer des Obergerichtes, die Anklagekammer des Obergerichtes, di e Oberstaatsanwaltschaft (für sich und zuhanden der zuständigen Staatsa nwaltschaft), je gegen Empfangs- schein. ______________________________________ KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der juristische Sekretär: