<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00459</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204097&amp;W10_KEY=13013569&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00459</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.03.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Besuchsregelung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die interne Regelung der Strafanstalt Pöschwies über die Anrechnung der nicht in Anspruch genommenen Besuchsstunden auf Besuche aus dem Ausland ist rechtmässig. Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts, weil die Besuchsregelung im Strafvollzug sich auf Bundesrecht stützt (E. 1). Grundsätze der Regelung der Haftbedingungen; Darstellung der konkreten rechtlichen Regelung. Können Insassen von im Ausland wohnhaften Angehörigen nicht regelmässig besucht werden, können nach anstaltsinterner Praxis die nicht in Anspruch genommenen Besuchsstunden bis zu einem gewissen Mass aufgerechnet und für längere Besuche dieser Angehörigen verwendet werden (E. 2.1+2). Die Besuchsregelung wird durch das Interesse an einem ordnungsgemässen Anstaltsbetrieb gerechtfertigt, besonders auch, da sie im Einzelfall Ausnahmen vorsieht (E. 2.3). Das Besuchswesen muss nicht in allen Einzelheiten gesetzlich geregelt werden (E. 2.4). Die Besuchsregelung ist weder unverhältnismässig noch treuwidrig noch diskriminierend (E. 2.6-7). Kostentragung durch die Gerichtskasse aus Billigkeitsgründen (E. 3). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANTIZIPIERTE BEWEISWÃRDIGUNG">ANTIZIPIERTE BEWEISWÃRDIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESUCHSREGELUNG">BESUCHSREGELUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BILLIGKEIT">BILLIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESETZLICHE GRUNDLAGE">GESETZLICHE GRUNDLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTEN">KOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFVOLLZUG">STRAFVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS">ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 10 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 36 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 3 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="gerade">§ 99 JVV</span><br/><span class="ungerade">§ 13 Abs. II VRG</span><br/><span class="gerade">§ 43 Abs. I Ziff. g VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 43 Abs. II VRG</span><br/><span class="gerade">Art. 5 VStGB 1</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2004 Nr. 32 S. 83</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>A, geboren 1966, steht in der kantonalen Strafanstalt PÃ¶schwies im Vollzug einer langjÃ¤hrigen Freiheitsstrafe. Am 3. Juli 2003 richtete er ein Schrei­ben an den Direktor der Strafanstalt PÃ¶schwies, worin er beantragte, es seien alle dis­kriminierenden BesuchseinschrÃ¤nkungen gegen seine Frau und seine Tochter, die im Land M leben, aufzuheben. Im Weiteren seien ihm alle Stunden, die er fÃ¼r den Besuch aufgespart habe, zu gewÃ¤hren, und zwar wann und mit wem er wolle, sofern es Platz gebe. Alle Regeln betreffend Besuch seien mit Rechtsbelehrung offen zu legen. Unmenschliche und erniedrigende Strafen oder Behandlungen ihm, Frau und Tochter gegenÃ¼ber seien zu unterlassen und sie seien per sofort menschenrechtskonform zu behandeln. Mit Schreiben vom 7. Juli 2003 ersuchte er um sofortige Beantwortung seines ersten Schreibens sowie zusÃ¤tzlich um Bewilligung von Besuchen seitens seiner Mutter zusammen mit seiner Familie.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Mit Schreiben vom 14. Juli 2003 teilte die Direktion der Strafanstalt PÃ¶schwies A die gesetzlichen Grundlagen sowie die anstaltsinterne Praxis im Besuchswesen mit. Gleichzeitig wurde A erÃ¶ffnet, dass ihm die Anstalt "das grundsÃ¤tzliche, heutige Maximum an Besuchszeit im Falle eines Auslandbesuches" bewilligt habe.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 28. Juli 2003 gelangte A mit Rekurs an die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich, mit welchem er grundsÃ¤tzlich die schon der Direktion der Strafanstalt PÃ¶schwies gestellten AntrÃ¤ge wiederholte. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Direktion der Justiz und des Innern verfÃ¼gte am 5. November 2003 die Abweisung des Rekurses, soweit darauf eingetreten wurde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 10./11. Dezember 2003 wandte sich A an das Verwaltungsgericht mit folgenden AntrÃ¤gen:</span></p> <p class="EinzugZitat"> "1. Die VerfÃ¼gung der Direktion der Justiz und des Innern Kt. ZÃ¼richs vom 5. November 2003 sei aufzuheben.</p> <p class="EinzugZitat"> 2. Eventuell ist die VerfÃ¼gung vom 5. November 2003 wegen fehlender BegrÃ¼ndung und Zirkelschluss an die Direktion der Justiz und des Innern Kt. ZÃ¼richs zur Neubeurteilung zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="EinzugZitat"> 3. Es sind alle rassendiskriminierende BesuchseinschrÃ¤nkungen, vergleichen Sie das Schreiben vom 14.07.03 KSA <i>(Text: So erhÃ¤lt ein Gefangener, der vom Ausland Besuch eines/r Familienan­ge­hÃ¶­ri­gen er­hÃ¤lt max. 16 Stunden..................usw.) </i>gegen meine Frau und Tochter aufzuheben <b>(Art. 261 StGB)</b>. Demzufolge ist vorliegend keine gesetzliche Grundlage gegeben und die VerfÃ¼gung ver­fas­sungs­widrig und nicht EMRK-konform.</p> <p class="EinzugZitat"> 4. Es sind mir alle Stunden, die ich fÃ¼r den Besuch aufgespart habe, zu gewÃ¤hren, wann und wenn ich will, sofern es Platz im Besuchswesen der PÃ¶schwies gibt.</p> <p class="EinzugZitat"> 5. Es sind alle Regeln betreffend Besuch mir bzw. allen Gefangenen schriftlich mitzuteilen, auch die "geheimen" Besuchsregeln (mit Rechts­mittelbelehrung und BegrÃ¼ndung).</p> <p class="EinzugZitat"> 6. Es sind alle unmenschlichen und erniedrigenden Strafen oder Behandlungen gegen B, C und A sofort zu unterlassen <b>(Art. 3 EMRK)</b>. Denn vorliegend ist keine gesetzliche Grundlage gegeben und die VerfÃ¼gung verfassungswidrig und nicht EMRK-konform.</p> <p class="EinzugZitat"> 7. Die Behauptung, es kÃ¶nne aus KapazitÃ¤ts-, Organisations- und SicherheitsgrÃ¼nden nicht gewÃ¤hrt werden, ist konkret und nachhaltig wie schriftlich zu beweisen und zu begrÃ¼nden.</p> <p class="EinzugZitat"> 8. Wegen Verstoss von <b>Art. 3 EMRK</b> ist Frau D (â¦) als Zeugin zu befragen.</p> <p class="EinzugZitat"> 9. Es sei dem Gefangenen A zu Resozialisierungszwecken ein Besuch mit Frau und Kind zu fÃ¶rdern bzw. dem Gefangenen keine 'Steine in den Weg zu legen'.</p> <p class="EinzugZitat"> 10. Warum wurden die Besuche meiner Mutter, die Schweizerin ist und in der Schweiz lebt, im Juli ohne schriftlich begrÃ¼ndete, rekursfÃ¤hige BegrÃ¼ndung abgelehnt? (Art. 29 BV.) Demzufolge ist vorliegend keine gesetzliche Grundlage gegeben und die VerfÃ¼gung verfassungswidrig und nicht EMRK-konform.</p> <p class="EinzugZitat"> 11. Es seien alle Gefangenen als Zeugen zu befragen, ob das Besuchswesen je voll war, wenn sie Besuch hatten.</p> <p class="EinzugZitat"> 12. Es seien alle Gefangenen, die mehr als 19 Std. Besuch aus dem Ausland hatten, als Zeugen aufzurufen.</p> <p class="EinzugZitat"> 13. Dem Rekurrenten sei fÃ¼r das Rekursverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren.</p> <p class="EinzugZitat"> 14. Alles unter Kosten und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten des Staates.</p> <p class="EinzugZitat"> 15. Die Nichtanhandnahme eines wesentlichen Beweisantrages in einem zentralen Punkt verletzt Art. 6 EMRK, den Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r und auf ein faires Verfahren sowie die Unschuldsvermutung. Dies muss zur Aufhebung der angefochtenen VerfÃ¼gung fÃ¼hren.</p> <p class="EinzugZitat"> 16. WillkÃ¼rliche behÃ¶rdliche Entscheide verstossen gegen Treu und Glauben (<b>Art. 2 ZGB</b>).</p> <p class="EinzugZitat"> 17. Es sind alle Besuche, die A bis jetzt hatte, dem Verwaltungsgericht als Beweis vorzulegen."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 9./15. Januar 2004 die Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie einzutreten sei. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 15./20. Januar 2004 auf eine Beschwerdeantwort.</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Einzelrichterin</span> zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen (§ 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss § 43 Abs. 1 lit. g VRG ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht gegen Anordnungen betreffend den Vollzug von Strafen und Massnahmen zwar grundsÃ¤tzlich ausgeschlossen. Sie ist jedoch unter anderem zulÃ¤ssig, wenn gegen solche Anordnungen die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 2 VRG). Dies trifft fÃ¼r Entscheide Ã¼ber den Besuchsverkehr wÃ¤hrend des Vollzugs zu (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Boss­hart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 43 N. 24; BGr, 21. </span><span>August 2000, 1P.481/2000, E. 1a/aa, www.bger.ch). </span><span>BezÃ¼glich des Empfangs von Besuchen und Briefverkehrs wurde nÃ¤mlich durch den Bundesrat in Art. 5 der Verordnung (1) zum Schweizerischen Straf­ge­setzbuch vom 13. November 1973 (VStGB 1) eine materielle Basisregelung getroffen. GemÃ¤ss Abs. 1 der Bestimmung ist der Empfang von Besuchen grundsÃ¤tzlich "nur soweit beschrÃ¤nkt, als es die Ordnung in der Anstalt gebietet". "Soweit tunlich, ist dem Einge­wie­se­nen der Verkehr mit den AngehÃ¶rigen zu erleichtern" (Abs. 2). Besuche sind in der Re­gel nur unter Kontrolle gestattet (Abs. 3). Auch wenn die kantonale Justizvoll­zugs­verordnung vom 24. Oktober 2001 (JVV) und die sich darauf stÃ¼tzende Hausordnung der Strafanstalt PÃ¶schwies vom 6. Dezember 2002 (Hausordnung) die bundesrÃ¤tliche Ver­ordnung nicht (direkt) erwÃ¤hnen, vollziehen die aufgefÃ¼hrten kantonalen Regelungen Bundes­recht und stellen daher unselbstÃ¤ndige kantonale Vollzugsgesetzgebungen dar (BGE 118 Ib 130). Demnach ist die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts in vorliegender Sache gegeben und auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Auf die schon im Rekurs gestellten AntrÃ¤ge in den Ziffern 9 (FÃ¶rderung der Besuche von Frau und Kind) und 10 (Ablehnung der fÃ¼r die Mutter beantragten Besuche im Juli 2003) war die Vorinstanz nicht eingetreten mit der BegrÃ¼ndung, diese wÃ¼rden nicht Gegenstand des Entscheides der Direktion der kantonalen Strafanstalt PÃ¶schwies vom 14. Juli 2003 bilden, der sich nur mit dem zeitlichen Umfang des Besuchsrechts befasse. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren kÃ¶nnen diese erneut gestellten AntrÃ¤ge nicht an die Hand genommen werden. BezÃ¼glich der zukÃ¼nftigen Gestaltung der Besuche fehlt es naturgemÃ¤ss an einer anfechtbaren konkreten VerfÃ¼gung bzw. Anordnung im Sinn von § 19 Abs. 1 VRG. Im Weiteren kommt dem Verwaltungsgericht keine Aufsichtsfunktion gegenÃ¼ber den VerwaltungsbehÃ¶rden zu (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 41 N. 16). Daher kann auf den Antrag in Ziffer 10 betreffend die im Juli letzten Jahres abgelehnten Besuchs­bewilligungen fÃ¼r die Mutter des BeschwerdefÃ¼hrers nicht eingetreten werden, zumal es an einem aktuellen Rechtsschutzinteresse fehlt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 25). Aber auch auf den Antrag in Ziffer 5, wonach allen Anstaltsinsassen mit Rechtsmittelbelehrung und BegrÃ¼ndung sÃ¤mtliche Besuchsregeln mitzuteilen seien, kann nicht eingetreten werden. Zum einen kommt dem Verwaltungsgericht wie erwÃ¤hnt keine Aufsichtsfunktion zu. Zum andern steht ihm auch nicht die abstrakte Normenkontrolle zu (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 41 N. 8, § 50 N. 115 f.). Letzteres gilt sowohl in Bezug auf das Justizvollzugsgesetz als auch fÃ¼r die Hausordnung sowie entsprechende Weisungen (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 4-31 N. 16, § 19 N. 8 ff., besonders N. 18 f.). Nur bei der PrÃ¼fung der Ausgestaltung der konkreten Besuchsregelung kann das Verwaltungsgericht im Rahmen der akzessori­schen Normenkontrolle auf die VerfassungsmÃ¤ssigkeit der zugrunde liegenden Bestim­mun­gen eingehen, worauf noch zurÃ¼ckzukommen ist. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Nach § 38 Abs. 2 lit. b VRG fÃ¤llt die Beurteilung der Beschwerde gegen den Rekursentscheid der Direktion der Justiz und des Innern in die einzelrichterliche Kompetenz.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>GemÃ¤ss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kÃ¶nnen â falls die Haftvoraus­setzungen in einem formellen Gesetz ausreichend konkretisiert sind â die Haftbedingungen auf Verordnungsstufe in einem materiellen Gesetz (GefÃ¤ngnisreglement, Hausordnung) geregelt werden. Um einen ausreichenden Schutz gegen willkÃ¼rliche und ver­fas­sungswidrige Haftbedingungen zu gewÃ¤hrleisten, hat ein GefÃ¤ngnisreglement allerdings ein Mindestmass an Klarheit und Regelungsdichte aufzuweisen (BGE 123 I 221 E. 4a mit Hinweisen). Die BeschrÃ¤nkung der Freiheitsrechte von Gefangenen darf nicht Ã¼ber das hinaus­gehen, was zur GewÃ¤hrleistung des Haftzweckes und zur Aufrechterhaltung eines ordnungsgemÃ¤ssen Anstaltsbetriebes erforderlich ist (BGE 123 I 221 E. 4c mit Hinweisen, 117 Ia 465 E. 2a; vgl. auch BGE 106 Ia 136 E. 3b). Die aus dem Haftregime resultierenden FreiheitsbeschrÃ¤nkungen mÃ¼ssen auch mit den Garantien der EuropÃ¤ischen Menschen­rechts­konvention (EMRK) vereinbar sein. Diese gewÃ¤hrleistet indessen im Bereich der Haftbedingungen keine Ã¼ber die verfassungsmÃ¤ssigen Grundrechtsgarantien hinaus­gehen­den Rechte (BGE 123 I 221 E. 4e). Im Weiteren ist festzuhalten, dass die vom Ministerko­mitee des Europarates in der Empfehlung R (87) 3 vom 12. Februar 1987 erlassenen allge­mei­nen EuropÃ¤ischen Haft- und StrafvollzugsgrundsÃ¤tze (https://wcm.coe.int) den Charak­ter von Richtlinien und Empfehlungen fÃ¼r einen zweckmÃ¤ssigen Vollzug freiheits­ent­ziehender Sanktionen haben. Sie sind nach der Praxis des Bundesgerichtes aber nicht in der Wie­se vÃ¶lkerrechtlich verbindlich, dass die Missachtung der MindestgrundsÃ¤tze fÃ¼r sich allein als Verstoss gegen verfassungsmÃ¤ssige Rechte oder wegen Verletzung eines Staats­vertrages gerÃ¼gt werden kÃ¶nnte, und sie begrÃ¼nden insofern keine subjektiven Rechte und Pflichten. Da in den MindestgrundsÃ¤tzen aber die gemeinsame RechtsÃ¼berzeugung der Mit­gliedstaaten des Europarates zum Ausdruck kommt, werden sie vom Bundesgericht bei der Konkretisierung der GrundrechtsgewÃ¤hrleistung der Bundesverfassung sowie der Euro­pÃ¤ischen Menschenrechtskonvention gleichwohl berÃ¼cksichtigt (BGE 122 I 222 E. 2a/aa, 118 Ia 64 E. 2a mit Hinweisen; vgl. dazu auch Heinz MÃ¼ller-Dietz, Menschenrechte und Strafvollzug, in: Heike Jung/Heinz MÃ¼ller-Dietz, Langer Freiheitsentzug â wie lange noch?, Schriftenreihe der Deutschen BewÃ¤hrungshilfe, Godesberg 1994, www.jura.uni-sb.de [Saar­brÃ¼cker Bibliothek]). Der Schutzbereich der einzelnen Freiheitsrechte samt ihren AusprÃ¤gungen sowie die Grenzen der ZulÃ¤ssigkeit von Eingriffen sind im Einzelfall angesichts von Art und IntensitÃ¤t der BeeintrÃ¤chtigung zu bestimmen (BGE 123 I 221 E. 4e mit Hinweis).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Bestimmungen der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention lassen im Rahmen der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit EinschrÃ¤nkungen in die Grundrechte insbesondere im Interesse der Aufrechterhaltung der Ordnung und der VerbrechensverhÃ¼tung zu. Zur "Ordnung" im er­wÃ¤hnten Sinn gehÃ¶rt auch die Aufrechterhaltung eines ordnungsgemÃ¤ssen und ungestÃ¶rten GefÃ¤ngnisbetriebs. Das Ã¶ffentliche Interesse an der EinschrÃ¤nkung ist den tangierten priva­ten Interessen entgegenzustellen. FÃ¼r alle Gefangenenkategorien gilt, dass Besuche einen erheblichen Verwaltungsaufwand mit sich bringen. Im Interesse der Sicherheit des GefÃ¤ng­nisses und der NichtgefÃ¤hrdung des Haftzweckes muss insbesondere eine Besuchsbe­will­li­gung erteilt werden (vgl. § 100 JVV, § 47 f. Hausordnung), alle Besuche mÃ¼ssen in der Re­gel Ã¼berwacht, notfalls mÃ¼ssen die GesprÃ¤che auf Tonband aufgenommen oder es muss eine Kleider- und Effektendurchsuchung vollzogen werden (vgl. §§ 99 Abs. 4 und 101 JVV, Art. 5 Abs. 3 VStGB 1), unter UmstÃ¤nden sind weitere Sicherheitsmassnahmen erforderlich. Es liegt im Ã¶ffentlichen Interesse, den personellen und zeitlichen Aufwand im Verwaltungsbetrieb von GefÃ¤ngnissen nach MÃ¶glichkeit auf ein vertretbares Mass zu beschrÃ¤nken, solange die daraus resultierenden Eingriffe verhÃ¤ltnismÃ¤ssig bleiben (BGE 118 Ia 64 E. 3n/aa-bb S. 85).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Zwar kommt dem Verwaltungsgericht bezÃ¼glich der Frage der VerfassungsmÃ¤ssigkeit der in der Justizvollzugsverordnung bzw. Hausordnung enthaltenen Besuchsregelungen keine abstrakte Normenkontrolle zu, wie sie dem Bundesgericht im Rahmen einer staats­recht­lichen Beschwerde zustÃ¼nde (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 41 N. 8, § 50 N. 115). Ist aber wie vor­liegend die Ausgestaltung einer konkreten Besuchsregelung Streitgegenstand, so steht dem Verwaltungsgericht die akzessorische Normenkontrolle bezÃ¼glich der zugrunde­lie­gen­den Gesetzeserlasse zu (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 117 ff., vgl. auch RB 1996 Nr. 29). Im Folgenden ist daher auch in Beachtung dieses Gesichtspunktes zu prÃ¼fen, ob die fÃ¼r den Be­schwerdefÃ¼hrer geltende Besuchsregelung die Garantien der Verfassung und der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention einhÃ¤lt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>GemÃ¤ss § 99 Abs. 1 Satz 1 JVV kÃ¶nnen verurteilte Personen wÃ¤hrend mindestens einer Stunde pro Woche besucht werden. Zur UnterstÃ¼tzung der Resozialisierung oder der erzieherischen Entwicklung der verurteilten Person kÃ¶nnen zusÃ¤tzliche Besuche gestattet werden (§ 99 Abs. 2 JVV). Wenn der verurteilten Person keine Urlaube gewÃ¤hrt werden kÃ¶nnen und die erforderlichen personellen und rÃ¤umlichen Voraussetzungen gegeben sind, kÃ¶nnen Ehe- und Lebenspartnerinnen oder ­-partner sowie Kinder fÃ¼r lÃ¤ngere Besuche zugelassen werden (§ 99 Abs. 3 JVV). § 46 Abs. 1 der Hausordnung sieht vor, dass die Gefangenen in der Regel einen Besuch pro Woche empfangen dÃ¼rfen. Besuche von Vormundspersonen oder AnwÃ¤lten bzw. AnwÃ¤ltinnen sowie Sozialarbeitenden werden nicht angerechnet (§ 46 Abs. 2 Hausordnung). Die Personenzahl pro Besuch wird von der Anstaltsdirektion festgelegt. Mehr als jeweils vier Personen werden nicht zugelassen (§ 46 Abs. 3 Hausordnung). Zum Besuch eines Gefangenen werden zwÃ¶lf von diesem be­zeich­nete Personen zugelassen, bei denen es sich nicht um solche handeln darf, die gemÃ¤ss § 100 JVV vom Besuch ausgeschlossen sind (§ 47 Abs. 1 Hausordnung). Amtliche Be­suchende (Rechtsvertretende etc.) sind von der Limitierung ausgenommen. Der Gefangene kann die Liste der Besuchenden einmal pro Jahr Ã¤ndern oder neu festlegen. Beim Vor­liegen wichtiger GrÃ¼nde lÃ¤sst die Anstaltsdirektion Ãnderungen der Besucherliste vor Ab­lauf eines Jahres zu oder gestattet Besuche nicht aufgefÃ¼hrter Personen (§ 47 Abs. 2 Haus­ordnung). Besuchsgesuche sind zwei Wochen vor dem gewÃ¼nschten Datum von der Be­suchsperson oder vom Gefangenen schriftlich an den Besuchspavillon zu richten (§ 48 Satz 1 Hausordnung). Die regulÃ¤re Besuchsdauer betrÃ¤gt eine Stunde und kann im Einzel­fall verlÃ¤ngert werden, wenn besondere UmstÃ¤nde dies rechtfertigen (§ 49 Hausordnung).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach konstanter Praxis wird in der kantonalen Strafanstalt PÃ¶schwies bei Gefangenen, die mehr als acht Jahre Strafzeit hinter sich haben, die Besuchszeit auf sieben Stunden pro Monat erhÃ¶ht. Den Insassen, die von AngehÃ¶rigen mit Wohnsitz im Ausland nicht regelmÃ¤ssig besucht werden kÃ¶nnen, wird einmal pro Jahr im ersten Besuchsmonat ein Besuch von maximal 16 Stunden gewÃ¤hrt. Die Verteilung ist Sache des Insassen bzw. des Platzangebotes. GrundsÃ¤tzlich kÃ¶nnte alles in einer Woche bezogen oder auf einen Monat verteilt werden. Bei Gefangenen mit mehr als acht Jahren Strafzeit wird die Dauer auf hÃ¶chstens 19 Stunden verlÃ¤ngert. Dieses Maximum wird auch dann nicht Ã¼berschritten, wenn noch nicht beanspruchte ordentliche Besuchszeit zur VerfÃ¼gung stehen wÃ¼rde. Deren Beanspruchung ist aber fÃ¼r zusÃ¤tzliche Besuche mÃ¶glich, wenn sich AngehÃ¶rige aus dem Ausland lÃ¤nger als einen Monat in der Schweiz aufhalten oder ihnen mehr als ein Besuch pro Jahr mÃ¶glich ist. Diese zusÃ¤tzlichen Besuche werden jeweils im Umfang von hÃ¶chstens drei Stunden pro Woche zugelassen, wobei auch hier weitergehende Ausnahmen mÃ¶glich sind. Damit die Verwendung nicht konsumierter Besuchszeit Ã¼ber das Jahresende hinaus mÃ¶glich ist, jedoch ohne dass auf diesem Weg Besuchszahl oder ‑umfang in einem nicht vertretbaren Mass erhÃ¶ht werden kÃ¶nnen, kann solche Besuchszeit bis zu einem Maximum von zwÃ¶lf Stunden ins folgende Jahr Ã¼bertragen werden. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, von den sieben monatlichen Besuchsstunden brauche er im Monat deren drei unter anderem fÃ¼r seine Mutter, wÃ¤hrend er den Rest fÃ¼r seine Frau und Tochter sammle. Letztere kÃ¶nnten ihn aus KostengrÃ¼nden nur alle drei bis sechs Monate besuchen. In den letzten Jahren habe er frei Ã¼ber seine aufgesparten Besuchsstunden verfÃ¼gen kÃ¶nnen. Von der "geheimen Regel", wonach eine entsprechende BeschrÃ¤nkung auf 16 bzw. 19 Stunden bestehe, habe er nichts gewusst. Es spreche gegen Treu und Glauben, wenn ihm nicht alle auf diese Weise aufgesparten Stunden gewÃ¤hrt wÃ¼rden. So seien ihm im Juli 2003 nur 19 und nicht wie beantragt 20 Besuchsstunden gewÃ¤hrt worden, was auf den ersten Blick als geringe Differenz erscheinen mÃ¶ge. Er habe aber bewusst vorher auf Besuch verzichtet und die Besuchsstunden hart zusammengespart. Die angewandte Regelung (die Limitierung der Besuchszeit auf 16 bzw. 19 Stunden bei Besuchen aus dem Ausland) stÃ¼tze sich auf keine gesetzliche Grundlage, liege nicht im Ã¶ffentlichen Interesse, sei rassendiskriminierend, nicht verhÃ¤ltnismÃ¤ssig und laufe der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention zuwider. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz stellte sich auf den Standpunkt, weder gestÃ¼tzt auf Ziff. 43.1 der Emp­fehlung R (87) 3 des Ministerkomitees des Europarates noch nach Art. 5 VStGB 1 gebe es einen Anspruch der Strafgefangenen auf eine unbeschrÃ¤nkte Anzahl von Besuchen; viel­mehr dÃ¼rften diese aus den genannten GrÃ¼nden eingeschrÃ¤nkt werden. Die Besuchs­rege­lung der kantonalen Strafanstalt PÃ¶schwies sei zusammen mit den den Insassen offen ste­hen­den MÃ¶glichkeiten des Brief- und Telefonverkehrs geeignet, die Aufrechterhaltung oder die NeuanknÃ¼pfung von Kontakten mit AngehÃ¶rigen und weiteren Personen ausser­halb der Strafanstalt in ausreichendem Ausmass zu ermÃ¶glichen. Die Anstaltsordnung ver­lange nÃ¤mlich auch, dass die Strafanstalt im Rahmen ihrer rÃ¤umlichen und personellen Gegebenheiten dafÃ¼r zu sorgen habe, dass alle Insassen die ihnen zustehende Anzahl von Besuchen im erlaubten Umfang erhalten kÃ¶nnten. Allein schon der Umstand, dass in der kantonalen Strafanstalt PÃ¶schwies rund 370 Gefangene untergebracht seien, belege, dass zeitliche BeschrÃ¤nkungen und eine sorgfÃ¤ltige Planung erforderlich seien, um in den vor­han­denen RÃ¤umlichkeiten die erforderliche Anzahl von Besuchen abwickeln zu kÃ¶nnen. Die Anstalt habe im Interesse der Anstaltsordnung auch fÃ¼r eine Gleichbehandlung der Insassen zu sorgen, die es beispielsweise ausschliesse, einem Gefangenen allein aus dem Grund mehr oder lÃ¤ngere Besuche zu gestatten, weil es seinen Besuchern mÃ¶glich wÃ¤re, an Daten oder zu Tageszeiten in der Anstalt zu erscheinen, an denen die Besuchs­rÃ¤um­lich­kei­ten schwÃ¤cher belegt sind.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Die in der ErwÃ¤gung 2.2 Absatz 1 wiedergegebenen Bestimmungen der Justizvoll­zugs­ver­ordnung sowie der Hausordnung bezÃ¼glich der Regelung von Besuchen erlauben eine verfassungsmÃ¤ssige und der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention genÃ¼gende Ausle­gung und sind daher nicht zu beanstanden (namentlich geht es um die Frage der Verletzung der in den Art. 9, 10, 13 und 14 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen­schaft vom 18. April 1999 [BV] sowie Art. 3 und 8 EMRK garantierten Grundrechte). Die ge­nann­ten Regelungen sind fÃ¼r die Aufrechterhaltung eines ordnungsgemÃ¤ssen Anstaltsbetriebes und zur BeschrÃ¤nkung des Verwaltungsaufwandes auf ein vernÃ¼nftiges Mass erforderlich; sie tragen gleichzeitig den Grundrechten der Gefangenen gebÃ¼hrend Rechnung (vgl. BGE 118 Ia 64 E. 3n/bb). Insbesondere erlauben sie auch beim Vorliegen spezieller UmstÃ¤nde im Einzelfall eine flexiblere Handhabung (§ 99 Abs. 2 und 3 JVV, § 47 Abs. 2 und § 49 Hausordnung; </span>vgl. zum Ganzen BGE 123 I 221 E. 4c, 122 I 222 E. 2a/aa, 106 Ia 136 E. 7a). <span>Darunter fÃ¤llt notwendigerweise auch die Konstellation, bei wel­cher die AngehÃ¶rigen des Anstaltsinsassen im Ausland leben und diesen nicht regel­mÃ¤ssig besuchen kÃ¶nnen. Die in solchen FÃ¤llen angewandte Praxis (siehe vorn 2.2 Abs. 2) widerspricht weder der Justizvollzugsverordnung noch der Hausordnung und verletzt auch nicht die genannten Grundrechte der Bundesverfassung oder der EuropÃ¤ischen Menschen­rechts­konvention. Immerhin wird dem Umstand, dass diese Insassen nicht gleich regel­mÃ¤ssig von ihren AngehÃ¶rigen besucht werden kÃ¶nnen, wie wenn Letztere hier lebten, in­so­weit Rechnung getragen, als im ersten Besuchsmonat im Jahr ein ausgedehntes Besuchs­recht von 16 bzw. 19 Stunden gewÃ¤hrt wird, was eine Aufrechterhaltung und Vertiefung der Beziehung fÃ¶rdert und damit einhergehend dem Resozialisierungsgedanken Rechnung trÃ¤gt. Ausserdem sind in den Folgemonaten weiterhin Besuche mÃ¶glich, wenn auch nicht mehr im genannten Umfang. Eine grundsÃ¤tzliche Limitierung im gehandhabten Sinn ist aber sowohl zwecks Vermeidung eines unvernÃ¼nftig grossen Verwaltungsaufwands als auch zur Aufrechterhaltung eines ordnungsgemÃ¤ssen Anstaltsbetriebes unumgÃ¤nglich. Auch Ziff. 43 der Empfehlung R (87) 3 des Ministerkomitees des Europarates sieht fÃ¼r den Besuchsverkehr den Vorbehalt der Erfordernisse der Haft sowie von Sicherheit und Ord­nung vor (vgl. BGE 118 Ia 64 E. 3o; MÃ¼ller-Dietz, Ziff. 3, 4 und 6). Eine Verletzung von Art. 3 EMRK liegt somit keineswegs vor, weshalb die in diesem Zusammenhang beantragte Befragung einer Zeugin (vgl. Antrag Ziff. 8) nicht vorzunehmen ist. Entgegen der Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers stellt die praktizierte Regelung auch nicht eine Son­der­regelung fÃ¼r seine Person und Familie dar. Vielmehr handelt es sich um Rahmen­bedingungen, welche beim Vorliegen entsprechender VerhÃ¤ltnisse zum Tragen kommen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>An dieser Stelle ist anzubringen, dass zwar der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r auch das Recht umfasst, BeweisantrÃ¤ge zu stellen, und â als Korrelat â die Pflicht der BehÃ¶rde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmÃ¤ssigen Anspruchs in­dessen nur Ã¼ber jene Tatsachen abzunehmen, die fÃ¼r die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Auf weitere Beweisvorkehren kann auch dann verzichtet werden, wenn der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn bereits Fest­stehendes bewiesen werden soll, wenn von vornherein gewiss ist, dass der angebotene Be­weis keine AbklÃ¤rungen herbeizufÃ¼hren vermag, oder wenn die BehÃ¶rde den Sachverhalt gestÃ¼tzt auf ihre eigene Sachkenntnis bzw. jene ihrer fachkundigen Mitglieder zu wÃ¼rdigen vermag. Gelangt die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemÃ¤sser BeweiswÃ¼rdigung zur Ãberzeugung, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht rechtserheblich oder der angebotene Beweis vermÃ¶ge keine AbklÃ¤rungen herbeizufÃ¼hren, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. In der damit verbundenen antizipierten Be­weis­wÃ¼rdigung kann kein Verstoss gegen den Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r nach Art. 29 Abs. 2 BV erblickt werden (BGE 122 V 157 E. 1d). Daraus ergibt sich, dass vorliegend auf die Abnahme weiterer Beweise, namentlich die Befragung weiterer Zeugen, verzichtet werden kann, ohne dass dadurch das rechtliche GehÃ¶r oder Art. 6 EMRK verletzt wÃ¼rden (vgl. Antrag Ziff. 15).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Entgegen der Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers ist auch ist nicht erforderlich, dass sich die BesuchsbeschrÃ¤nkungen bzw. ­-ausgestaltungen in allen Varianten notwendig aus genauen und speziellen Vorschriften ergeben mÃ¼ssen (BGE 109 Ia 273 E. 4d S. 284, 106 Ia 277 E. 3a+9c). Daher lÃ¤sst sich aus dem Umstand, dass die erwÃ¤hnte Praxis betreffend die Besuchsregelung von im Ausland lebenden AngehÃ¶rigen der Insassen nicht oder noch nicht schriftlich festgehalten ist, nicht ableiten, es fehle an einer gesetzlichen Grundlage und Art. 36 Abs. 1 BV sei verletzt (vgl. AntrÃ¤ge Ziff. 3 und 6). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.5 </span></b><span>Die praktizierte Besuchsregelung verletzt auch nicht das Prinzip der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit im Sinn von Art. 36 Abs. 3 BV, wie dies der BeschwerdefÃ¼hrer geltend macht. Der Besuchsverkehr steht wie dargelegt unter dem Vorbehalt der Erfordernisse der Haft sowie von Sicherheit und Ordnung. Die vorliegende Besuchsregelung berÃ¼cksichtigt notwendigerweise diese Ã¶ffentlichen Interessen, ohne aber Ã¼ber GebÃ¼hr in die genannten Grundrechte der Insassen einzugreifen. BezÃ¼glich der EinschrÃ¤nkung des Besuchsrechts bedarf es ausserdem keiner weiteren Beweise oder BegrÃ¼ndungen, namentlich, wie es um die KapazitÃ¤ts-, Organisations- und SicherheitsgrÃ¼nde stehe (vgl. AntrÃ¤ge Ziff. 7 und 11), sind doch diese fÃ¼r die Frage der Besuchsregelung ohnehin nicht allein entscheidend. Die praktizierte Regelung genÃ¼gt wie ausgefÃ¼hrt den in der Verfassung und der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention statuierten Grundrechten und steht im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Unter diesen UmstÃ¤nden ist die Vorinstanz ihrer BegrÃ¼ndungspflicht genÃ¼gend nachgekommen, weshalb sich eine RÃ¼ckweisung im beantragten Sinn (vgl. Antrag Ziff. 2) erÃ¼brigt (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 10 N. 40, § 28 N. 4). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.6 </span></b><span>Im Weiteren hat die Vorinstanz zur Recht verneint, dass die vorliegende Besuchs­rege­lung rassendiskriminierend sei. Zum einen hÃ¤ngt die Anwendung der speziellen Besuchsre­ge­lung bei im Ausland lebenden AngehÃ¶rigen des Anstaltsinsassen allein davon ab, ob Er­stere nicht regelmÃ¤ssig in die Schweiz kommen kÃ¶nnen, um das Besuchsrecht auszuÃ¼ben. Ist ein regelmÃ¤ssiger Besuch nicht mÃ¶glich, so findet eine Kompensation durch die Er­mÃ¶glichung von lÃ¤nger dauernden Besuchen im ersten Besuchsmonat jÃ¤hrlich statt. Dabei ist nicht nur der Zeitfaktor isoliert zu betrachten, sondern es ist auch zu berÃ¼cksichtigen, dass solche lÃ¤nger dauernden Besuche durchaus auch Vorteile fÃ¼r die Beziehungspflege haben kÃ¶nnen. Entsprechende BeschrÃ¤nkungen in zeitlicher Hinsicht sowie bezÃ¼glich der Ãbertragung aufgesparter Stunden auf das folgende Jahr sind daher nicht zu beanstanden (vgl. Antrag Ziff. 4). Andernfalls kÃ¶nnten wiederum Ungleichbehandlungen gegenÃ¼ber jenen Insassen entstehen, welche zufolge der MÃ¶glichkeit monatlicher Besuche nicht in den Genuss von derart ausgedehnten Besuchen kommen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.7 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, es verletze Treu und Glauben, dass ihm entgegen den frÃ¼heren Gepflogenheiten nicht mehr alle aufgesparten Besuchsstunden so gewÃ¤hrt wÃ¼rden, wie er beantrage, sofern es Platz im Besuchswesen der PÃ¶schwies gebe (AntrÃ¤ge Ziff. 4+16+17). Die Vorinstanz hielt diesbezÃ¼glich fest, dass es sich angesichts einer reduzierten Anrechnung von Besuchszeit im Familienzimmer (wodurch effektiv mehr Zeit zugestanden werde) um ein MissverstÃ¤ndnis handeln dÃ¼rfte. Abgesehen davon wÃ¤re eine frÃ¼here Zulassung eines lÃ¤ngeren Besuches im Einzelfall als Ausnahmeregelung zu betrachten, auf die kein genereller Anspruch bestehe. Schon im Schreiben der Direktion der Strafanstalt PÃ¶schwies vom 14. Juli 2003 war festgehalten worden, der vom BeschwerdefÃ¼hrer eingegebene Familienzimmerbesuch sei anstatt mit fÃ¼nf Stunden bewilligter Besuchszeit nur mit zwei Stunden angerechnet worden. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Auf den Umstand, dass der Familienzimmerbesuch mit weniger Stunden angerechnet wurde, als effektiv in Anspruch genommen wurden, wird in der Beschwerdeschrift nicht eingegangen. Die Anrechnung von weniger als der tatsÃ¤chlichen Besuchsstunden lÃ¤sst aber darauf schliessen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer auch heute, das heisst gestÃ¼tzt auf die seit dem 1. Januar 2002 geltende Justizvollzugsverordnung bzw. die am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Hausordnung, effektiv nicht weniger Besuchsstunden erhÃ¤lt als frÃ¼her. Selbst wenn dem anders wÃ¤re, verstiesse eine entsprechende PraxisÃ¤nderung nicht gegen Treu und Glauben bzw. stellte diese kein widersprÃ¼chliches Verhalten dar, bewegte sie sich doch im gesetzlichen Rahmen. Insbesondere begrÃ¼ndet die blosse Erwartung, eine Verwal­tungs­einheit werde eine grosszÃ¼gige Bewilligungspraxis wie bis anhin handhaben, keinen Vertrauensschutz (RenÃ© Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrecht­sprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel und Frankfurt a.M. 1990, Nr. 72 B I e, Nr. 77 VII). Weitere Beweisabnahmen erÃ¼brigen sich daher auch in diesem Zusammenhang (Antrag Ziff. 17). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.8 </span></b><span>Aus den dargelegten GrÃ¼nden erÃ¼brigt sich eine Befragung all jener Gefangenen als Zeugen, die mehr als 19 Stunden Besuch aus dem Ausland hatten, wie dies vom Beschwer­defÃ¼hrer beantragt wird (Antrag Ziff. 12). Einerseits lÃ¤sst das Gesetz Abweichungen in speziellen FÃ¤llen zu (vgl. § 99 Abs. 2 und 3 JVV sowie §§ 46 Abs. 1 und 49 Hausord­nung), wovon auch schon der BeschwerdefÃ¼hrer profitiert hat (z.B. durch die nur teilweise Anrechnung der Besuchsstunden im Familienzimmer). Andererseits vermÃ¶gen solche Ausnahmen keine neuen Rahmenbedingungen fÃ¼r alle Anstaltsinsassen zu bilden. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit auf sie eingetreten werden kann.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens wÃ¤ren die Kosten praxisgemÃ¤ss dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen. Vorliegend rechtfertigt es sich jedoch aus BilligkeitsgrÃ¼nden, die Kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 27). Dem BeschwerdefÃ¼hrer kann nicht verargt werden, dass er nach mehrjÃ¤hrigem ununterbrochenem Strafvollzug die RechtmÃ¤ssigkeit der aktuellen Besuchsregelung geklÃ¤rt haben wollte. Zudem gab es dazu bisher keine verÃ¶ffentlichten Entscheide des Verwaltungsgerichts. Insoweit wird das Begehren des BeschwerdefÃ¼hrers um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege gegen­standslos. Eine EntschÃ¤digung ist ihm hingegen nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet <span>die Einzelrichterin</span>:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>6. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>