Seite 1 Entscheid vom 22. September 2017 (510 17 69) __________________________________________________ ___________________ Eigenmietwert für ausländische Liegenschaft Besetzung Steuergerichtspräsident C. Baader, Gerich tsschreiberin I. Wissler Parteien A.____ , Rekurrent gegen Steuerverwaltung des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 33 , 4410 Liestal, Rekursgegnerin betreffend Staatssteuer 2015 Seite 2 Sachverhalt 1. Mit Veranlagungsverfügung zur Staatssteuer 2015 vo m 8. Dezember 2016 wurde der Pflichtige für die in B.____ gelegene Liegenschaft mit einem Eigenmietwert von Fr. 6‘491.-- ver- anlagt. 2. Gegen diese Veranlagung erhob der Pflichtige mit Schreiben vom 4. Januar 2017 Ein- sprache und begehrte, der Eigenmietwert für die in B.____ gelegene Liegenschaft sei auf Fr. 2.- - festzusetzen. Zur Begründung führte er aus, die Ein sprache betreffe die erneute Erfassung des Mietwertes für die ausserkantonale Liegenschaft, wel che sowohl ihm als auch seiner Part- nerin zur Hälfte gehöre. Für die erkrankte Partnerin, deren Beistand er sei, verfüge er über eine Vollmacht. Nach persönlicher Besprechung mit der Steu erverwaltung im Jahre 2015 sei der Eigenmietwert für das Jahr 2014 auf Fr. 2.-- reduziert worden. Damals wie auch heute sei die Liegenschaft nicht mehr genutzt worden. Es sei kein Ge ld mehr investiert und nur der minimale Unterhalt gewährleistet worden. Die früheren eigenen Bemühungen seien seit dem Jahre 2011 eingestellt worden. Die Liegenschaft aus dem Jahre 1710 befinde sich teilweise in einem sehr schlechten Zustand. Sie könne weder bewohnt noch vermi etet noch verkauft werden. Da die Lebenspartnerin seit dem Jahre 2012 nur mit dem Rollst uhl mobil sei, könne die Liegenschaft von ihr nicht genutzt werden. 3. Mit Einsprache-Entscheid vom 21. Juni 2017 wies die St euerverwaltung die Einsprache ab. Zur Begründung führte sie u.a. aus, die Selbstnut zung sei grundsätzlich nicht abhängig von der tatsächlichen zeitlichen Nutzung eines Gebäudes. Es g enüge, wenn den Steuerpflichtigen die Liegenschaft zur Verfügung stehe. Hielten sich die Eigentümer die Liegenschaft zum jeder- zeitigen Eigengebrauch zur Verfügung, sei dies der ganzj ährigen vollumfänglichen Eigennut- zung gleichzustellen. Aufgrund der persönlichen Vorspr ache und Besprechung am 29. Mai 2015 und in Anbetracht der besonderen Umstände sei auf die Erfassung eines Eigenmietwertes in den Jahren 2013 und 2014 verzichtet worden. Stehe e ine Liegenschaft nur deshalb leer, weil ein Eigentümer keinen Mieter oder Käufer finden könne, so sei der Mietwert nicht zu versteuern. Gleiches gelte für eine Liegenschaft, die infolge Umbau - und Renovationsarbeiten nicht be- wohnbar sei. Sei eine Vermietung, respektive ein Verk auf trotz aller Bestrebungen nicht mög- lich, müsse sich der Eigentümer diesen Zustand anrechnen lassen. Die Entscheidung, die Lie- genschaft zu renovieren, zu verkaufen, zu vermieten oder selbst zu nutzen liege ausschliesslich Seite 3 beim Pflichtigen. Da die Angaben und die vorliegenden Unterlagen nicht ausreichen würden um nachzuweisen, dass die Liegenschaft nicht innert nützlicher Frist verkauft, umgebaut oder ver- mietet habe werden können, sei aus steuertechnischer Sicht die Erhebung eines Eigenmietwer- tes für die leer stehende Liegenschaft in B.____ gerec htfertigt. Entsprechend bleibe der aufge- rechnete Eigenmietwert von Fr. 6'491.-- für die Liegenschaft in B.____ unverändert bestehen. 4. Mit Schreiben vom 20. Juli 2017 erhob der Pflichtig e gegen diesen Einsprache- Entscheid Rekurs und begehrte, der Eigenmietwert für die in B.____ gelegene Liegenschaft betr. das Jahr 2015 sowie für die Folgejahre sei wiede r auf Fr. 2.-- festzusetzen. Zur Begrün- dung führte er u.a. aus, in die Liegenschaft sei seit 2011 kein weiteres Geld investiert worden. Die früheren, eigenen Bemühungen zum optimalen Unter halt der Liegenschaft seien seit 2011 eingestellt worden. Da die Lebenspartnerin diese Liegenschaft nie mehr betreten werde, mache es auch für ihn keinen Sinn Investitionen vorzunehmen. D ie Liegenschaft insbesondere die an- grenzende Scheune befinde sich in einem schlechten Zust and. Sie könne deshalb so weder bewohnt noch vermietet werden. Sie könne deshalb auch n icht verkauft werden. Die von ihm geforderten Verkaufsbemühungen könnten gar nicht ange packt werden. Da die Lebenspartne- rin seit dem Jahre 2012 nur mit einem Rollstuhl mobil sei, könne die nicht rollstuhlgängige Lie- genschaft von ihr nicht genutzt werden. Sie sei unheilba r krank und werde nie mehr genesen. Diese besonderen Umstände müssten in die Urteilsfindung einfliessen, insbesondere auch der Umstand, dass er selbst wegen der andauernden Krankheit der Partnerin und den langen, tägli- chen Besuchszeiten physisch und moralisch nicht in der Lage sei, die Verkaufsbemühungen anzupacken. 5. Mit Vernehmlassung vom 16. August 2017 beantragte d ie Steuerverwaltung die Abwei- sung des Rekurses. Zur Begründung führte sie u.a. aus, die Eigenmietwertbesteuerung sei rest- riktiver Natur. Die Steuerverwaltung habe im Sinne eines Entgegenkommens in den beiden Vor- jahren (2013 und 2014) auf die Besteuerung des Eigen mietwertes verzichtet, indem dem Re- kurrenten in dieser Zeit die Möglichkeit eingeräumt w orden sei, die Liegenschaft zu renovieren, zu vermieten oder zu verkaufen. Der Rekurrent sei zwar f rei, ob er Verkaufsanstrengungen un- ternehme, die Liegenschaft renoviere, unterhalte oder im jetzigen Zustand belasse. Aus rein steuerlicher Sicht zähle einzig der Umstand, dass der Rekur rent über eine Liegenschaft in B.____ verfüge, welche bewohnbar sei oder - gemäss den vo rliegenden Fotos - ohne weiteres bewohnbar gemacht werden könne. Dieser Umstand sei, wie bereits erwähnt, der Eigennutzung Seite 4 einer Liegenschaft gleichzusetzen, indem sich der Rekurr ent die zur Diskussion stehende Lie- genschaft faktisch zum jederzeitigen Eigengebrauch zur Ver fügung halte. Die Aufrechnung des Eigenmietwertes der in B.____ gelegenen Liegenschaft e rscheine daher aus rein steuersyste- matischen Gründen folgerichtig. 6. An der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Der Präsident des Steuergerichts zieht in Erwägung: 1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu- ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurt eilung des vorliegenden Rekurses zu- ständig. Gemäss § 129 Abs. 1 StG werden Rekurse, deren u mstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 2'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuer- gerichts als Einzelrichter beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stell enden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten. 2. Der Beurteilung unterliegt vorliegend, ob für di e im Eigentum des Pflichtigen stehende Liegenschaft in B.____ ein Eigenmietwert zu erheben ist. a) Gemäss § 6bis StG ist bei persönlicher Zugehörigkeit von natürlichen Personen die Steuerpflicht unbeschränkt; sie erstreckt sich aber nicht auf Geschäftsbetriebe, Betriebsstät- ten und Grundstücke ausserhalb des Kantons (Abs. 1). Die A bgrenzung der Steuerpflicht für Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und Grundstücke von natü rlichen Personen erfolgt im Ver- hältnis zu anderen Kantonen und zum Ausland nach den Gru ndsätzen des Bundesrechts über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung. Wenn ein Unternehmen Verluste aus einer ausländischen Betriebsstätte mit inländischen Gewinnen ver rechnet hat, innert der folgenden 7 Jahre aber aus dieser Betriebsstätte Gewinne verzeichnet, so ist im Ausmass der im Betriebs- stättestaat verrechenbaren Gewinne eine Revision der urs prünglichen Veranlagung vorzuneh- men; die Verluste aus dieser Betriebsstätte werden in di esem Fall in der Schweiz nachträglich Seite 5 nur satzbestimmend berücksichtigt. In allen übrigen Fäl len sind Auslandsverluste aus- schliesslich satzbestimmend zu berücksichtigen (Abs. 3). Abwei chende bundesrechtliche und staatsvertragliche Regelungen bleiben vorbehalten (Abs. 4). Gemäss § 18 Abs. 1 StG entrich- ten Steuerpflichtige, die im Kanton nur für einen T eil ihres Einkommens und Vermögens oder Ertrages und Kapitals steuerpflichtig sind, die Steuern für die im Kanton steuerbaren Werte nach dem Steuersatz, der ihrem gesamten Einkommen und Vermögen oder Ertrag und Kapital entspricht. Steuerfreie Beträge werden ihnen anteilsmässig gewährt. b) Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Abkommens zwischen der Schweiz und B.____ zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen und zur Vermeidung von Steuerbetrug und St euerflucht, vom 9. September 1966 (DBA CH-F) können Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem dieses Vermögen liegt. Absatz 1 gilt fü r Einkünfte aus der unmittelbaren Nut- zung, der Vermietung oder Verpachtung sowie jeder and eren Art der Nutzung unbeweglichen Vermögens (Abs. 3). Gemäss Art. 25 lit. B Abs. 1 DBA CH-F wird in der S chweiz die Doppelbesteue- rung wie folgt beseitigt: Bezieht eine in der Schweiz ansässige Person Einkünfte oder hat sie Vermögen und können diese Einkünfte oder dieses Vermög en nach diesem Abkommen in B.____ besteuert werden, so nimmt die Schweiz diese Ei nkünfte (ausgenommen Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren) oder dieses Vermögen von der Besteuerung aus; sie kann aber bei der Festsetzung der Steuer für das übrige Einkommen oder das übrige Vermögen dieser Person den Steuersatz anwenden, der anzuwenden wäre, w enn die betreffenden Einkünfte oder das betreffende Vermögen nicht von der Besteueru ng ausgenommen wären. Die Befrei- ung der in Artikel 6 Absatz 2 zweiter Absatz, Artikel 1 5 Absatz 2 oder Artikel 24 Absatz 1 zwei- ter Satz erwähnten Einkünfte, Kapitalgewinne oder Vermögensteile wird nur nach Nachweis der Besteuerung dieser Einkünfte, Kapitalgewinne oder Vermögensteile in B.____ gewährt. 3. a) Gemäss § 23 Abs. 2 i.V.m. § 24 StG sind die Natu raleinkünfte aller Art, insbe- sondere der Wert selbstverwendeter Erzeugnisse und Waren des eigenen Betriebes, durch eigene Arbeitsleistungen geschaffene Werte, der Mietwe rt selbstgenutzter Liegenschaften, der Bezug und die Nutzung von Sachen, Rechten und Dienstleistungen steuerbar. Zum steuerbaren Einkommen gehören insbesondere all e Einkünfte aus unbe- weglichem Vermögen, insbesondere aus Vermietung und V erpachtung, Eigengebrauch sowie wiederkehrende Einkünfte aus Baurechts- oder anderen Nutzungsverträgen. Seite 6 b) Im schweizerischen Steuerrecht wird der Mietwert der vom Eigentümer selbstge- nutzten Wohnungen und Räume als Naturaleinkommen der Einkommenssteuer unterworfen. Den Kantonen wird dies in Art. 7 Abs. 1 StHG zwingend vorgeschrieben. Obwohl sich das Pos- tulat der Rechtsgleichheit zwischen Mietern einerseits u nd Haus- und Wohnungseigentümern andererseits unter dem Gesichtswinkel von Art. 8 BV auch durch andere Lösungen verwirkli- chen liesse, bietet Art. 7 Abs. 1 keinen Gestaltungsspiel raum für systematisch grundlegend an- dere Regelungen (vgl. Höhn/Waldburger, Steuerrecht Ba nd II. 9. Auflage, Bern/Stuttgart/Wien 2002, § 41 N 29 mit Hinweisen; vgl. Reich in: Zweifel /Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schwei- zerischen Steuerrecht, Art. 7 StHG N 42f.). c) Die Besteuerung des Eigenmietwertes wird durch das basellandschaftliche Steu- errecht in § 23 Abs. 2 StG in Verbindung mit § 27ter StG explizit angeordnet. Eine Selbstnut- zung liegt dann vor, wenn ein Gebäude zu Wohn- oder an deren Zwecken tatsächlich selbst gebraucht wird. Die Selbstnutzung kann durch den Eige ntümer, durch den Ehegatten oder durch die Kinder erfolgen. Im Weiteren wird eine Sel bstnutzung durch den Eigentümer nach Bundesgerichtspraxis und herrschender Lehre auch angenomme n, wenn dieser die Nutzung des Gebäudes unentgeltlich einem Dritten überlässt (vgl. Findeisen/Theiler in: Nefz- ger/Simonek/Wenk, Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, 27ter N 2 f.). Die Praxis dehnt jedoch den Begriff der Eigennutzun g auch auf andere Liegen- schaften und Wohnungen aus. Insbesondere werden auch di e vom Eigentümer nur zeitweise bewohnten zusätzlichen Wohnungen der Eigenmietwertbesteu erung unterworfen (vgl. Höhn/Waldburger, a.a.O., § 41 N 37). Somit liegt Ei gengebrauch auch dann vor, wenn der Steuerpflichtige sein Haus oder seine Wohnung jederzeit zu seiner Verfügung hält und bezie- hen kann, ohne das Wohnrecht tatsächlich auszuüben; dies en Ertrag hat er zu versteuern, wie wenn er das ganze Jahr darin gewohnt hätte (vgl. Der St euerentscheid [StE], 1992, B 25.3 Nr. 13, E. 2a mit weiteren Hinweisen; vgl. Entscheid des B undesgerichts [BGE] Nr. 2C 773/2009 vom 23. April 2010, E. 2.1). Dasselbe gilt für unbenü tzte Wohnungen und Liegenschaften (z.B. Ferienhäuser), die der Eigentümer zu seiner Verfügung hält und deshalb nicht vermieten will (vgl. Findeisen/Theiler, a.a.O., § 27ter N 6; vgl. H öhn/Waldburger, a.a.O., § 41 N 36 mit weite- ren Hinweisen; vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Hand kommentar zum DBG, 3. A. Zürich 2016, Art. 21 N 77ff.). In einem solchen Fall hat au ch das Steuergericht in seinem Entscheid vom 26. September 2008 die Festsetzung und Besteuerung des Eigenmietwerts für ein selten genutztes und aufgrund der spärlichen Infrastruktur sowie der dadurch geringen Attraktivität des Ferienortes praktisch nicht vermietbares Ferienhaus bestä tigt (vgl. Entscheid des Steuerge- Seite 7 richts [StGE] vom 26. September 2008, 510 08 43, E. 2 c; StGE vom 11. August 2010, 510 10 27, E. 3e). Anders verhält es sich dagegen, wenn es dem Eigentüme r am Willen fehlt, sich die Liegenschaft zur eigenen Nutzung vorzubehalten, die Nutzung aus äusseren Gründen un- terbleibt, sei es, weil sich trotz ernsthafter Bemühunge n kein Mieter oder Käufer findet, sei es weil es bloss teilweise nutzbar ist oder sei es, weil das G ebäude leer steht, da es zum Verkauf bestimmt ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Ar t. 21 N 78 mit weiteren Hinweisen; vgl. BGE Nr. 2C 773/2009 vom 23. April 2010 E. 2.1). Das Verwaltungsgericht St. Gallen hat in sei- nem Urteil vom 15. Oktober 2009 die Rechtsprechung be stätigt. Es erklärte den Eigenmietwert eines unbewohnten Hauses für steuerbar, wenn dieses dem Eigentümer objektiv zur Nutzung zur Verfügung steht und Verkaufsbemühungen nicht hinre ichend nachgewiesen sind (vgl. Ent- scheid des Verwaltungsgerichts SG [VGE SG] vom 15. Okto ber 2009, B 2009/47; vgl. auch BGE Nr. 2C 773/2009 vom 23. April 2010 E. 2.2). 4. a) Gemäss § 43 StG ist der Wert der Grundstücke unte r billiger Berücksichtigung des Verkehrswertes und des Ertragswertes zu ermitteln (Abs. 1). Massgebend ist die Kataster- schätzung. Das Nähere bestimmt die Vollziehungsverordnung (Abs. 3). Gemäss § 14 des Dekrets gilt als Verkehrswert der Gebäude grundsätzlich de r durchschnittliche Brandversiche- rungswert in den ersten 15 der letzten 17 Jahre vor der Neuschätzung. Gemäss § 27ter StG leitet sich der Eigenmietwert von dem gemäss dem Sachve rsicherungsgesetz vom 12. Januar 1981 geschätzten einfachen Brandlagerwert einer Liegensc haft ab, welcher mit einem gemein- despezifischen Korrekturfaktor, einem Korrekturfaktor nac h Alter der Liegenschaft und einem Korrekturfaktor für Stockwerkeigentum multipliziert wird , was den steuerlichen Brandlagerwert ergibt (Abs. 1). Die Korrekturfaktoren nach Alter der Liegenschaft betragen: bei 25 Jahre und jünger: --; bei 26 bis 85 Jahre: 0.9; bei 86 Jahre und älter: 0.8 (Abs. 3). Bis zu einem steuerli- chen Brandlagerwert von Fr. 20'000.-- beträgt der Ei genmietwert 64.53%. Für jeden um Fr. 100.-- höheren steuerlichen Brandlagerwert reduziert si ch dieser Satz gemäss nachstehender Tabelle […] (Abs. 5). Der Eigenmietwert beträgt 60% des marktüblichen Mietwertes (Abs. 6). Kann der Steuerpflichtige nachweisen, dass der Eigenm ietwert des von ihm selbst genutzten Wohneigentums mehr als 60% des marktüblichen Mietwertes beträgt, so beträgt der Eigen- mietwert 60% des marktüblichen Mietwertes (Abs. 7). b) Im interkantonalen Verhältnis kann der Eigenmietw ert der ausserkantonalen Lie- genschaft gemäss KM Nr. 414 ohne Korrekturen direkt übern ommen werden, da dieser in der Seite 8 Regel ebenfalls 60% der Marktmiete beträgt. Für auslä ndische Liegenschaften fehlen die nöti- gen Angaben wie Brandlagerwert und Korrekturfaktoren , um nach den für die Staatssteuer massgebenden Regeln den Eigenmietwert bestimmen zu kön nen, weshalb für die Berechnung folgende Grundregel zur Anwendung kommen soll: Der Au sländische Wert der Liegenschaft wird durch 2.6 (Repartitionswert 260%) geteilt, was de n Katasterwert des Kantons Basel- Landschaft ergibt, welcher wiederum durch 3.45 zu teil en ist, was zum einfachen Brandlager- wert führt. c) Der Rekurrent führte an der heutigen Verhandlung aus, die Liegenschaft in B.____ sei ein Wunschtraum von ihm und seiner Lebenspa rtnerin gewesen. Vor zehn Jahren sei diese jedoch unheilbar erkrankt und seither 100% pf legebedürftig. Sie werde künstlich er- nährt und sitze im Rollstuhl. Er selbst leide seit einige n Jahren an Herzproblemen. Die Liegen- schaft sei nicht fertig renoviert worden. In diesem Zusta nd könne sie weder vermietet noch ver- kauft werden. Sie werde auch nicht mehr genutzt. Vor drei Jahren sei der Eigenmietwert auf- grund dieser Situation gestrichen worden. Es sei auch nie erwähnt worden, dass die Reduktion befristet sei. Für das Jahr 2015 sei dieser nun wieder eingesetzt worden, was aufgrund der ge- schilderten Situation nicht nachvollziehbar sei. Die Steu erverwaltung führte dagegen aus, dass der Eigenmietwert lediglich vorübergehend reduziert wo rden sei, um der schwierigen Situation des Rekurrenten Rechnung zu tragen und ihm die Möglichke it zu geben, dass er sich um die Renovation, die Vermietung oder den Verkauf der Liege nschaft kümmern könne. Aufgrund der gesetzlichen Regelungen könne die Steuerverwaltung den Eigenmietwert gar nicht komplett streichen. Nach Ablauf einer solchen Übergangsfrist müsse d er Eigenmietwert wieder versteu- ert werden. d) Der Eigenmietwert der Liegenschaft in B.____ ist auch im vorliegenden Fall steuerbar, da die Gesetzeslage, wie in den vorangehenden Erwägungen dargelegt wurde, gar keine andere Beurteilung zulässt. Die Steuerverwaltung gewährte dem Rekurrenten entgegen- kommenderweise eine Frist von zwei Jahren, sich um das Sch icksal der Liegenschaft zu küm- mern. In dieser Frist hätte die Liegenschaft renoviert, vermietet oder verkauft werden können. Vorliegend hat der Rekurrent in dieser Hinsicht keinerl ei Anstrengungen nachgewiesen. Die Gründe dafür sind durchaus nachvollziehbar, aber aufgru nd der gesetzlichen Vorschriften steu- erlich irrelevant. Seite 9 5. a) Hinsichtlich der Berechnung gilt folgendes: In de n Akten befindet sich eine nota- rielle Bescheinigung über den Wert der Liegenschaft. Darauf ist der Wert mit € 180‘000.-- bis € 190‘000.-- ausgewiesen. Die Steuerverwaltung ging in ihrer Berechnung von einem Mittelwert von € 185‘000.-- für die Liegenschaft in B.____ aus und rec hnete damals mit einem Wechsel- kurs von 1,23372, was umgerechnet zu einem Wert von Fr. 22 8‘238.-- führt. Dieser Wert wird durch 2.6 (Repartitionswert 260%) geteilt, was zu einem Wert von Fr. 87‘784.-- (gerundet) führt. Letzterer ist durch 3.45 zu teilen, was einen Brandlagerwert von Fr. 25'445.-- (gerundet) ergibt. b) Bezüglich der Altersentwertung gilt vorliegend au fgrund des Baujahrs von 1710 gemäss Ausführungen des Pflichtigen der Faktor 0.8, w as einen steuerlich massgebenden Brandlagerwert von Fr. 20‘356.-- (Fr. 25’445.-- x 0.8) ergibt. Gemäss der Tabelle in § 27ter Abs. 5 StG ist bei de r Umrechnung des Brandla- gerwertes bei einem steuerlichen Brandlagerwert zwischen Fr. 20'001.-- und Fr. 26'000.-- von einem Satz von 64.53% auszugehen (Korrekturfaktor: 0.1 92925%). Vorliegend beläuft sich der steuerliche Brandlagerwert gemäss vorangehender Berechnung auf Fr. 20‘356.--. Die Korrektur des Prozentsatzes errechnet sich wie folgt: Fr. 20‘356.-- - 20‘001.-- = Fr. 355.--; Fr. 355.-- : 100 = Fr. 3.55; Fr. 3.55 x 0.192925 = 0.684883%. Der Sat z von 64.53% ist demzufolge auf 63.845116% (64.53 - 0.684883) zu reduzieren. Der steu erlich massgebliche Brandlagerwert ist mit diesem Satz zu multiplizieren, was einen Eigenmietwe rt von Fr. 12‘996.-- (Fr. 20‘356.-- x 63.845116%) ergibt. Der dem Rekurrenten anteilig auf zurechnende Eigenmietwert beträgt 50% und damit Fr. 6‘498.--. Die Steuerverwaltung rechnet e einen Wert von Fr. 6‘491.-- auf. Der ge- ringe Unterschied ist auf eine Rundungsdifferenz bei de n zahlreichen Berechnungen zurückzu- führen. Die Berechnung des Eigenmietwertes ist demzufolge korrekt. c) Festzuhalten ist an dieser Stelle noch, dass der Eigen mietwert für die in B.____ gelegene Liegenschaft in der Schweiz lediglich satzbesti mmend zu versteuern ist. Der Rekur- rent versteuert vorliegend für das Jahr 2015 ein Einkomme n von Fr. 77‘758.-- zu einem Satz von Fr. 82‘017.--. Im Ergebnis hat der Pflichtige aufgrund der Hinzurech nung des Eigenmietwertes aus der ausländischen Liegenschaft zum satzbestimmenden Ein kommen (Steuersatz bei Fr. 82‘017.-- = 10,38%; Steuersatz bei Fr. 77‘758.-- = 10,08%) eine steuerliche Mehrbelastung von rund Fr. 230.-- zu tragen. Aufgrund all dieser Ausführungen erweist sich der Rekurs als unbegründet und ist abzuweisen. Seite 10 6. Ausgangsgemäss sind dem unterliegenden Rekurrenten d ie Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 500.-- aufzuerlegen (§ 130 StG i.V.m. § 20 A bs. 1 und Abs. 3 des Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO]). Seite 11 Demgemäss w i r d e r k a n n t : ://: 1. Der Rekurs wird abgewiesen. 2. Der Rekurrent hat gemäss § 130 StG i.V.m. § 20 VPO die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- (inkl. Auslagen von pauschal Fr. 10 0.--) zu bezahlen, welche mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden. 3. Mitteilung an den Rekurrenten (1), die Gemeinde C.____ (1) und die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (3).