Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. Dezember 2014 (720 14 205) ___________________________________________________________________ Invalidenversicherung Selbst bei Anwendung der allgemeinen statt der gemischten Bemessungsmethode be- steht kein Anspruch auf eine IV-Rente. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Raffaella Biaggi, Advo- katin, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.0955.0446.25) A. Die 1980 geborene A.____ war in einem 40% Pensum als Zimmermädchen im Hotel B.____ tätig. Diese Tätigkeit kündigte sie aus gesu ndheitlichen Gründen per Ende März 2012. Am 31. Mai 2012 meldete sich A.____ wegen eines Bur nouts bei der Eidgenössischen Invali- Seite 2 denversicherung zum Leistungsbezug an. Die ersten medizin ischen Abklärungen bei Dr. med. C.____, FMH Innere Medizin, sowie bei Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ergaben eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab März 2012. A.____ wurde daraufhin in rheumato- logischer und psychiatrischer Hinsicht gutachterlich abgeklärt . Aus rheumatologischer Sicht konnte keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit festgest ellt werden, dagegen stellte der psy- chiatrische Gutachter eine Somatisierungsstörung sowie ein e mittelgradige depressive Episode fest und attestierte A.____ eine 40%ige Arbeitsunfähi gkeit ab April 2013 (vgl. Gutachten des E.____ vom 30. April 2013 sowie Gutachten der F.____ vom 21. August 2013). Gemäss Abklä- rungsbericht Haushalt vom 11. Februar 2014 war A.__ __ bei der Ausübung der Haushaltstätig- keiten nicht eingeschränkt. In Anwendung der gemischten Bemessungsmethode mit den Antei- len 40% Erwerb und 60% Haushalt sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfügung vom 25. Juni 2014 ab 1. März 2013 eine bis Ende Juli 2013 befristet e Viertelsrente aufgrund der 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab März 2012 zu. Darüber hinaus ha be sie keinen Anspruch auf eine IV- Rente. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Ra ffaella Biaggi, mit Eingabe vom 8. Juli 2014 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozia lversicherungsrecht. Sie beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die A usrichtung einer unbefristeten IV-Rente. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Durchführung we iterer Abklärungen an die IV-Stelle zu- rückzuweisen. Sie machte geltend, dass die Bemessung des IV- Grades nach der allgemeinen und nicht nach der gemischten Bemessungsmethode zu erfolge n habe. Im Gesundheitsfall hät- te sie ab April 2012 eine Vollzeitstelle als Gouvernant e angetreten. Die IV-Stelle habe dies zu Unrecht als unwahrscheinlich abgetan. Sollte das Gericht dem nicht folgen können, so wäre bei Anwendung der gemischten Bemessungsmethode die IV-Stell e anzuweisen, die Haushaltsab- klärung neu durchzuführen, da es dieser an Objektivität fehle. Zudem sei ein leidensbedingter Abzug von 10% zu gewähren. C. Mit Vernehmlassung vom 17. September 2014 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Trotz des Jobangebots des Hotels B.____ s ei es unwahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall mehr als 40% a rbeiten würde. Gegenüber der Abklä- rungsperson habe sie weder angeben können, wer ihr die volle Stelle angeboten habe noch wer während ihrer Arbeitszeit die Kinder betreut hätte. S chliesslich habe sie ihre eigene Aussage zurückgezogen und das hypothetische Pensum mit 50% beziffe rt. Die IV-Stelle sei gemäss psychiatrischem Gutachten vom 21. August 2013 von einer 40% igen Arbeitsunfähigkeit ausge- gangen. Diese medizinisch-theoretisch attestierte Arbei tsunfähigkeit sei aus sozialversiche- rungsrechtlicher Sicht unbeachtlich, da die Somatisierungsstörung als überwindbar gelten müs- se, weil es an einer erheblichen psychischen Komorbidität fehle und die Foersterkriterien nicht erfüllt seien. Ausserdem gehe aus dem Gutachten hervor, dass mehrere psychosoziale und somit invaliditätsfremde Belastungsfaktoren hauptverantw ortlich für das Beschwerdebild seien. In Bezug auf den Haushaltsbericht sei festzuhalten, dass die Abklärungsperson zu Recht keine Einschränkungen im Haushalt habe feststellen können. Sof ern tatsächlich gewisse Einschrän- Seite 3 kungen berücksichtigt werden müssten, wären diese im Rahmen der Schadenminderungspflicht durch den Ehemann der Beschwerdeführerin zu kompensieren . Der Vollständigkeit halber sei darauf hinzuweisen, dass selbst unter der Annahme, dass die Beschwerden nicht überwindbar wären und die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ei ner 100%igen Erwerbstätigkeit nach- gehen würde, kein Anspruch auf eine IV-Rente bestehen würde. Denn nach Auskunft der da- maligen Arbeitgeberin vom 2. Mai 2014 hätte die Besch werdeführerin im Jahr 2012 in einer Vollzeittätigkeit jährlich Fr. 45‘600.-- verdient. Diese m Valideneinkommen wäre ein Invaliden- einkommen von Fr. 32‘350.-- gegenüberzustellen, womit e in rentenausschliessender IV-Grad von 29% resultieren würde. D. Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 2. Oktob er 2014 an ihren Begehren ge- mäss Beschwerde fest. Die IV-Stelle widerspreche in ihre r Vernehmlassung den gutachterli- chen Ausführungen, wonach die Beschwerden gerade nicht ü berwindbar seien. Damit entziehe sie ihrer Verfügung die Grundlage, was nicht nachvollzie hbar sei. In Bezug auf das Validenein- kommen übersehe die IV-Stelle, dass sie nicht nur in ein em höheren Pensum, sondern auch in einer qualifizierteren Stelle gearbeitet hätte. Die diesbezüglichen Lohnangaben lägen aber nicht vor. Die von der IV-Stelle herangezogenen Angaben ent sprächen vielmehr dem Lohn vor Ein- tritt des Gesundheitsschadens, hochgerechnet auf ein 10 0%-Pensum. Ansonsten seien die Vergleichseinkommen zu parallelisieren. E. Mit Duplik vom 24. Oktober 2014 hielt die IV-Stelle an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Sie habe ausführlich begründet, wesha lb die Überwindbarkeit der Beschwer- den vorliegend zu bejahen sei. Insbesondere seien psychosozia le Belastungsfaktoren für das Beschwerdebild verantwortlich. Dem Schreiben der ehemal igen Arbeitgeberin vom 2. Mai 2014 könne entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin in einer Vollzeitstelle Fr. 45‘600.-- verdient hätte. Weder für eine Parallelisierung der V ergleichseinkommen noch für die Berück- sichtigung eines leidensbedingten Abzuges bleibe Raum. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Als Invalidität gilt die voraussichtlich bleibende ode r längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesge setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Di e Invalidität wird durch eine Beein- trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge sundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] vom 19. Juni 1959, Art. 3 und 4 ATSG). 1.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2 , 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Seite 4 Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umst änden in der Regel kein Krank- heitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschad en im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krank- heitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternati- ve Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine V iertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. 1.4 Die Bemessung der Invalidität von Teilerwerbstätig en erfolgt nach Art. 28a Abs. 3 IVG. Danach wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstä tig sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Danach wird der IV-Grad aufgrund eines Einkommensvergleichs bestimmt. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva- lidität durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeg lichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsei nkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen ; allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs). Waren sie daneben auch im Aufgabenbere ich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG (Betätigungsver gleich) festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der T ätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Bemessungsmethode). 2.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitwei lig erwerbstätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invalid itätsbemessung führt -, ergibt sich nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesun dheitliche Beeinträchtigung bestün- de. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der E rwerbstätigkeit der versicherten Per- son im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothe- tisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinw eisen; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen versicherten Personen im Beson- deren sind ausser der finanziellen Notwendigkeit die p ersönlichen, familiären, sozialen und er- Seite 5 werblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehun gs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und d ie Ausbildung sowie die persönlichen Nei- gungen und Begabungen zu berücksichtigen (BGE 125 V 15 0 E. 2; 117 V 195; AHI 1997 S. 289). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder nur zeitweilig erwerbstätig zu betrachten ist, beurteilt sich deshalb nicht danach, ob sie beispielsw eise vor ihrer Heirat erwerbstätig ge- wesen ist oder nicht. Diese Tatsache kann allenfalls ein I ndiz darstellen. Die Statusfrage beur- teilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich b is zum Erlass der angefochtenen Verfügung (hier: 2014) entwickelt haben, wobei für di e hypothetische Annahme einer im Ge- sundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderl ich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 2.2 Die IV-Stelle stufte die Beschwerdeführerin als Te ilerwerbstätige ein und bemass den IV-Grad nach der gemischten Methode mit den Anteilen 40% Erwerb und 60% Haushalt. Die Beschwerdeführerin bestreitet diesen Status und macht mit Verweis auf das Schreiben des Ho- tels B.____ vom 7. April 2014 geltend, dass sie bei gute r Gesundheit ab April 2012 Vollzeit ge- arbeitet hätte. Folglich sei der IV-Grad nach der al lgemeinen Bemessungsmethode zu berech- nen. Die IV-Stelle erachtet die Annahme, dass die Ver sicherte eine Vollzeitstelle angenommen hätte als unwahrscheinlich und hält an der gemischten Be messungsmethode fest. Diesbezüg- lich führt sie die Mehrfachbelastung mit Familie/Hausha lt und Beruf sowie die vagen Ausfüh- rungen der Versicherten zum Jobangebot anlässlich der Haushaltsabklärung an. 2.3 Die Beschwerdeführerin ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Sie war in den Jahren 2005 und 2006 sowie von 2010 bis 2012 in einem Pensum von ca. 40% im Hotel B.____ als Zimmermädchen tätig. Ihr Ehemann arbeitet bei F.____. Allein aufgrund der Familienstruktur mit zwei jüngeren Kindern ist zu vermuten, dass die Versi cherte weiterhin in einem Teilzeitpen- sum arbeiten würde, um die Mehrfachbelastung besser ausgleichen zu können. Als Indiz gegen die Aufnahme einer Vollzeitbeschäftigung kann auch der Umstand gewertet werden, dass die Versicherte bis anhin nur Teilzeit arbeitete und berei ts die Teilzeittätigkeit als anstrengend er- lebte. Es bleibt aber zu berücksichtigen, dass die Versiche rte gemäss psychiatrischem Gutach- ten vom 21. August 2013 die Arbeit im Hotel sehr posit iv beschrieb, finanziell von ihrem Ehe- mann unabhängig sein wollte und mit ihrem Einkommen a uch ihre Familie im Ausland unter- stützte, was eher für einen Ausbau der Erwerbstätigkeit spricht. Jedenfalls ist es nicht unge- wöhnlich, dass beide Ehepartner Vollzeit arbeiten, insb esondere wenn der eine Ehepartner kei- nen übermässig hohen Lohn bezieht. Dies vor allem dann, wenn die Arbeitszeiten flexibel ge- staltet werden können. Zudem lässt sich die Kinderbetreu ung organisieren. Ob die Versicherte in der Tat eine Vollzeitstelle angenommen hätte, lässt sich zwar nur hypothetisch beurteilen. Immerhin kann sie aber eine Bestätigung ihrer ehemalig en Arbeitgeberin vorweisen, welche ihr eine Vollzeitstelle ab April 2012 offerierte. Die Au ssage der Abklärungsperson, dass die Versi- cherte im Gespräch unsicher wirkte und schliesslich angab, lediglich 50% arbeiten zu wollen, ist nicht höher zu bewerten als die Bestätigung der Arbeitgeberin. Die Versicherte unterschrieb das Seite 6 Protokoll nicht und bestreitet gerade diese Aussage in ihrer Beschwerde. Wie es sich damit verhält, muss vorliegend jedoch nicht abschliessend beurtei lt werden. Denn wie die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung richtig darlegte und nachfolgend a ufzuzeigen sein wird, besteht selbst bei Anwendung der allgemeinen Bemessungsmethode und ei ner Arbeitsunfähigkeit von 40% kein Anspruch auf eine unbefristete IV-Rente. 3.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheid end, was die versicherte Per- son im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der ü berwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, auszugehen i st (Urteil des Bundesgerichts vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreiche n Hinweisen). Vorliegend macht die Versi- cherte geltend, dass sie im Gesundheitsfall per 31. März 2012 eine 100% Stelle als Gouvernan- te im Hotel B.____ angetreten hätte. Gemäss Bestätigu ng der Arbeitgeberin vom 2. Mai 2014 hätte das Jahresgehalt im Jahr 2012 Fr. 45‘600.-- betra gen. Da für das Jahr 2013 keine Nomi- nallohnentwicklung im Bereich Gastgewerbe und Beherberg ung zu berücksichtigen ist (Bun- desamt für Statistik, Nominallohnindex Frauen 2011-20 13), bildet das Jahreseinkommen in Hö- he von Fr.45‘600.-- das für den Einkommensvergleich mas sgebende Valideneinkommen der Beschwerdeführerin. 3.2 Da die Versicherte seit Eintritt des Gesundheitsschad ens keine zumutbare, leidensan- gepasste Tätigkeit ausübt, hat die IV-Stelle das Invalid eneinkommen richtigerweise unter Bei- zug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturer hebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik ermittelt (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). Laut Tabelle TA1 der LSE 2010 belief sich der Zentral wert für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Frauen im privaten Sektor auf Fr. 4'225.--. Da- bei ist zu beachten, dass dieser Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 40 Wo- chenstunden beruht und auf die durchschnittliche Wochenar beitszeit für das Jahr 2013 von 41,7 Stunden (Bundesamt für Statistik [www.bfs.admin .ch; Dokument je-d-03.02.04.19] umzu- rechnen ist. Dies ergibt einen Monatslohn von Fr. 4‘405. --. Dieser Betrag ist der bis ins Jahr 2013 erfolgten Nominallohnentwicklung von 1% (2011), 1 % (2012) und 0,7% (2013) (Bundes- amt für Statistik, Nominallohnindex, Frauen 2011-2013, Spalte Total) anzupassen, was grund- sätzlich ein Invalideneinkommen von Fr. 4'524 pro Monat bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 54‘288.-- ergibt. 3.3.1 Hat eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntni sse, beschränkte Anstellungsmög- lichkeiten wegen Saisonnierstatus) ein deutlich unterdurch schnittliches Einkommen bezogen, so ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, es sei denn, es bestünden Anhaltspunkte dafür, dass sie sich aus freien Stücken mit einem be- scheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. Nur dad urch ist der Grundsatz gewahrt, Seite 7 dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzufüh renden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkomm en gleichmässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisge mäss entweder auf Seiten des Vali- deneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung des e ffektiv erzielten Einkommens oder durch Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wert es erfolgen (BGE 134 V 325 f. E. 4.1). Wie das Bundesgericht mit BGE 135 V 297 ff . präzisiert hat, ist der tatsächlich erzielte Verdienst allerdings erst dann im Sinne von BGE 134 V 325 f. E. 4.1 deutlich unterdurchschnitt- lich, wenn er mindestens 5 % vom branchenüblichen Tabe llenlohn abweicht. Ebenso hat das Bundesgericht in diesem Entscheid festgehalten, dass eine Parallelisierung der Vergleichsein- kommen bei Erfüllung der übrigen Voraussetzungen nur in dem Umfang erfolgen darf, in wel- chem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwe rt von 5 % übersteigt (BGE 135 V 303 f. E. 6.1.2 und 6.1.3). 3.3.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.1) war die Versi cherte vor Eintritt des Gesundheitsscha- dens als Zimmermädchen im Hotel B.____ tätig und hätt e als Gesunde im Jahr 2013 einen Lohn von Fr. 45‘600.-- erwirtschaftet. Laut der LSE 2 010 belief sich der Durchschnittslohn für die im Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie (Anfo rderungsniveau 4) beschäftigten Frauen im privaten Sektor im Jahre 2010 auf Fr. 3‘714. -- (Tabelle TA1, Ziff. 55-56). Dieser Be- trag ist wiederum der bis ins Jahr 2013 erfolgten Nomin allohnentwicklung anzupassen und auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit dieser Branche von 42,4 Stunden (Bundesamt für Sta- tistik [www.bfs.admin.ch; Dokument je-d-03.02.04.19]) u mzurechnen. Der Nominallohnindex veränderte sich bei den Frauenlöhnen im genannten Ber eich im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr nicht, dagegen im Jahr 2012 um 2,9 %. Im Jahr 2013 erfolgte kein Teuerungsausgleich (Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex, Frauen 201 1-2013, Spalte Gastgewerbe und Be- herbergung). Folglich resultiert für das Jahr 2013 ein Tabellenlohn von Fr. 4'051.-- pro Monat bzw. von Fr. 48‘612.-- pro Jahr. Setzt man diesen Betra g dem ermittelten Validenlohn von Fr. 45‘600.-- gegenüber, so zeigt sich, dass die Beschwe rdeführerin ohne gesundheitliche Be- einträchtigungen ein Einkommen erzielte, welches um Fr . 3‘012.-- und somit um 6,2 % unter dem branchenüblichen Durchschnittslohn gelegen hat. 3.3.3 Da keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, dass sich die Versicherte aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommen begnügen wollte, als sie hätte erzielen können, und da wei- ter anzunehmen ist, dass sie angesichts ihrer Qualifikati on nicht Einkünfte in Höhe des erhobe- nen Durchschnittslohnes erreichen könnte, sind die Vorausse tzungen für eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen grundsätzlich gegeben. Somit ist das vorstehend anhand der LSE berechnete Invalideneinkommen von Fr. 54‘288.-- (vgl. E . 3.2) um 1,2 %, d.h. um den Prozent- satz, um welchen der effektive Minderverdienst von 6,2 % den Erheblichkeitsgrenzwert von 5 % übersteigt, zu kürzen. Dies ergibt ein parallelisierte s Invalideneinkommen von Fr. 53'637.-- (Fr. 54‘288.-- x 98,8 %). Da die Versicherte laut den massgebenden medizinischen Unterlagen Seite 8 in einer solchen Tätigkeit noch zu 60 % arbeitsfähig ist, resultiert für sie grundsätzlich ein Invali- deneinkommen von Fr. 32‘182.-- (Fr. 53'637.-- x 60 %). 3.4 Von diesem anhand der Tabellenlöhne der LSE erho benen Invalideneinkommen sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Di enstjahre, Nationali- tät/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welch e nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom stati stischen Lohn unter Berücksichti- gung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale let ztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochtenen Verfü- gung keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen. Demgeg enüber vertritt die Beschwerde- führerin die Auffassung, dass die Gewährung eines Abzug es von 10 % angemessen sei. Zu beachten ist, dass die Auswirkungen der vorhandenen gesund heitlichen Einschränkungen mit der Annahme einer 40%-igen Arbeitsunfähigkeit schon be rücksichtigt sind. Weiter berechtigen weder das Alter der Beschwerdeführerin, die Anzahl Di enstjahre noch die Nationalität oder der Beschäftigungsgrad grundsätzlich einen leidensbedingten Abzug. Folglich ist das Vorgehen der IV-Stelle nicht zu beanstanden. Aber selbst ein leidensbedingter Abzug von 10% würde gemäss den folgenden Berechnungen am Ergebnis nichts ändern. 3.5 Setzt man im Einkommensvergleich das Invalideneinkomme n von Fr. 32‘182.-- dem Valideneinkommen von Fr. 45‘600.-- gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 13‘418.--, was einen Invaliditätsgrad von 29,42 % bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 29 % ergibt. Bei Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10% würde eine Erwerbseinbusse von Fr. 16‘636.-- und d ementsprechend ein Invaliditätsgrad von 36,5% resultieren. 4. Aus dem Gesagten ergibt sich zusammenfassend, dass selbs t bei Anwendung der all- gemeinen Berechnungsmethode des Einkommensvergleichs mit Parallelisierung der Ver- gleichseinkommen und Berücksichtigung eines leidensbeding ten Abzugs von 10% kein renten- relevanter IV-Grad resultiert. Folglich kann auch die F rage der Überwindbarkeit der Beschwer- den offen gelassen werden. Ebenso bedarf es keiner det aillierten Auseinandersetzung mit dem Abklärungsbericht Haushalt vom 11. Februar 2014. Zu berücksichtigen ist, dass die Versicherte gemäss psychiatrischem Gutachten vom 21. August 2013 in d er Organisation des Haushaltes eingeschränkt ist. Gemäss beschriebenem Tagesablauf ist es i hr aber durchaus möglich, im Haushalt tätig zu sein, weshalb eine massgebende Einschr änkung im Haushalt zu verneinen ist. Der Abklärungsbericht ist demnach im Wesentlichen ni cht zu beanstanden. Es erstaunt je- doch, dass die IV-Stelle in ihrer Verfügung nicht von e iner Aufteilung 50% Haushalt und 50% Erwerbstätigkeit entsprechend ihrem Bericht ausging. Aber selbst bei Anwendung der gemisch- Seite 9 ten Bemessungsmethode mit dieser Aufteilung ergibt sich kein anspruchsrelevanter IV-Grad. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 5. Nach Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilli- gung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kan tonalen Versicherungsgericht kosten- pflichtig. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassun gs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfahre nskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie gend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ih r zu auferlegen sind. Gemäss Ausgang des Verfahrens werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Seite 10 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht