B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6558/2013 U r t e i l v o m 1 4 . M ä r z 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn; Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. Parteien A._______, geboren (…), Äthiopien, vertreten durch lic. iur. Daniel Habte, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Oktober 2013 / N _______. D-6558/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin Äthiopien im April 2009 und gelangte am 31. Oktober 2011 illegal in die Schweiz, wo sie am selben Tag ein Asylgesuch stellte. B. Am 8. November 2013 fand die Befragung zur Person (Kurzbefragung) statt. Dabei machte die Beschwerdeführerin geltend, sie sei eritreische Staatsangehörige und habe seit ihrem sechsten Lebensjahr in Äthiopien gelebt. Am 24. Juni 2013 fand die direkte Anhörung der Beschwerdefü h- rerin zu ihren Asylgründen statt. C. C.a Zur Begründung i hres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin geltend, ihre Familie sei von Äthiopien nach Eritrea deportiert und ihr Bru- der von der Polizei mitgenommen worden. C.b Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin eine äthiopische Aufentha ltsbewilligung für eritreische Staatsangehörige in Äthiopien sowie eine Kopie der eritreischen Identitätskarte ihres Vaters ins Recht. D. D.a Mit Verfügung des BFM vom 25. Oktober 2013 – eröffnet am 29. Ok- tober 2013 – lehnte das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab, ordnete deren Wegweisung aus der Schweiz an und erachtete den Voll - zug als zulässig, zumutbar und möglich. D.b Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, die von der Beschwerdeführerin eingereichte äthiopische Aufenthaltsbewilligung für eritreische Staatsangehörige in Äthiopien sei offensichtlich gefälscht. Die angebrachte Fotografie sei über einen behördlichen Stempel geklebt wor- den und die Beschwerdeführerin habe die Behörde, die dieses Dokument ausgestellt haben soll e, nicht benennen k önnen. Des Weiteren habe sie erklärt, ihr Bruder habe dieses Dokument für sie besorgt, wobei zu erwar- ten sei, dass sie selber bei der Behörde hätte vorstellig werden müssen. Der Beschwerdeführerin sei zu diesen Ungereimtheiten das rechtliche Gehör gewährt worden, es sei ihr jedoch nicht gelungen, die Unstimmig- keiten aufzulösen. Deshalb werde das eingereichte Dokument vom BFM eingezogen. Ebenso werde die eingereichten Kopie der eritreischen Iden-D-6558/2013 Seite 3 titätskarte ihres Vaters eingezogen. Da die Identität der Be - schwerdeführerin nicht feststehe und diese s Dokument nur in Kopie vor - liege, komme diesem Beweismittel kein Beweiswert zu. Schliesslich be - fremde auch, dass die fragliche Identitätskarte vor 21 Jahren ausgestellt worden sei, zumal anzunehmen wäre, dass die Beschwerdeführerin ein aktuelles Dokument eingereichte hätte, wenn ihr Vater noch immer in Erit- rea leben würde. Aufgrund der als gefälscht erkannten Identitätskarte so - wie weiterer Unstimmigkeiten sei davon auszugehen, dass es sich bei der Beschwerdeführerin nicht um eine eritreische, sondern um eine äthiopi - sche Staatsangehörige handle. D.c Die Beschwerdeführerin habe zwar angegeben, im Besitz einer eri t- reischen Geburtsurkunde zu sein, dennoch habe sie diese ohne hinre i- chende Erklärung nicht zu den Akten ger eicht. Des Weiteren ver füge sie weder über Kenntnisse des Tigrinya, der Muttersprache ihrer Mutter, noch habe sie angeben können, wo sich dieser Ort in Eritrea befinde. Auch den Aufenthaltsort ihres Vaters, welcher noch immer in Eritrea leben solle, habe sie nicht benennen können. D.d Ebenso wenig sei die Darstellung der angeblich in Äthiopien erlitte - nen Verfolgungsmassnahmen glaubhaft. Die Beschwerdeführerin habe einerseits geltend gemacht, sie habe sich dort aufgrund ihrer eritreischen Herkunft versteckt aufgehalten (vgl. BFM-Akten A8/37 S. 6 F. 59), ande- rerseits wolle sie dort von 1990 bis 2008 die Schule besucht haben (vgl. A8/37 S. 10 F. 108). Zudem habe sie im Verlauf der Anhörung erklärt, von 2002 bis 2007 habe sie bei den Angehörigen einer Freundin i hrer Mutter gewohnt. Demgegenüber habe sie im weiteren Verlauf der Anhörung gel- tend gemacht, von 2003 bis 2007 mit ihrem Bruder eine Wohnung gemie- tet zu haben (vgl. A8/37 S. 22 F. 254), um dann anschliessend zu erklä- ren, ihr Bruder habe bei der eritreische n Botschaft gearbeitet (vgl. A8/37 S. 27 F. 309), und an anderer Stelle geltend gemacht, er habe ihr nur I n- formationen zukommen lassen beziehungsweise er habe dort Freunde gehabt (vgl. A8/37 S. 29 F. 329). Darüber hinaus habe sie an einer Stelle der Anhörung erklärt, sie habe in Äthiopien keine behördlichen Probleme gehabt (vgl. A8/37 S. 23 F. 259), um dann geltend zu machen, sie sei auf dem Polizeirevier von den Behörden eingeschüchtert worden (vgl. A8/37 S. 30 F. 335). Aufgrund der widersprüchlichen Schilderung könne ihre Darstellung nicht geglaubt werden. D.e Bezüglich der geltend gemachten Deportation ihres Vaters nach Erit - rea sowie der Festnahme ihres Bruders hielt das BFM fest, die diesb e-D-6558/2013 Seite 4 züglichen Darstellungen seien zu wenig konkret, als dass sie ge glaubt werden könn ten, da d ie Beschwerdeführerin grundlegende Angaben schuldig geblieben sei. D.f Im Übrigen habe die Beschwerdeführerin die geltend gemachte D e- portation ihres Vaters auf das Jahr 2002 datiert (vgl. A8/37 S. 18 F. 210). Deportationen der vorgeb rachten Art seien indes nic ht in diesem Zeit - rahmen erfolgt. Da ihre Darstellung nicht tatsachengerecht sei, könne sie nicht geglaubt werden. Angesichts dieser massiven Unstimmigkeiten könne darauf verzichtet werden, auf zahlreiche weitere Ungereimtheiten einzugehen, es werde stattdessen auf die Protokolle verwiesen. E. Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 22. November 2013 liess die Beschwerdeführerin die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft sowie die Gewährung von Asyl beantragen. Eventualiter sei die Unzuläs- sigkeit, die Unzumutbarkeit sowie die Unmöglichkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und der Beschwerdeführerin sei in der Folge davon von Amtes wegen die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In pr o- zessualer Hinsicht liess sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozes s- führung sowie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses beantragen. F. F.a Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. No - vember 2013 wurden die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus- ses abgewiesen und die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Säumnisfolge zur Leistung eines Ko stenvorschusses in der Höhe Fr. 600.– bis am 16. Dezember 2013 aufgefordert. F.b Die Beschwerdeführerin leistete den Kostenvorschuss fristgerecht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r-D-6558/2013 Seite 5 waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die B e- schwerde ist einzutreten. 1.4 Die Schweizerische Bundesversammlung hat am 14. Dezember 2012 eine Revision des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 verabschiedet (AS 2013 4375), welche am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist. Gemäss Abs. 2 der diesbezüglichen Übergangsbestimmungen gilt für die im Zeit - punkt des Inkrafttretens hängigen Verfahren das neue Recht. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der D-6558/2013 Seite 6 Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Vorab werden in der Beschwerde formelle Rügen erhoben. Das BFM habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, weil es keine Abwägung zwi - schen den für und gegen die Beschwerdeführerin sprechenden Sachver - haltselementen vorgenommen habe. Entgegen der Auffassung des BFM handle es si ch bei den von der Beschwerdeführerin eingereichten B e- weismitteln um rechtsgenügliche Urkunden für ihre eritreische Herkunft. Indem das BFM jegliche Beweismittel als Fälschung qualifiziere, verletze es neben dem Untersuchungsgrundsatz auch die Begründungs - und Ab- klärungspflicht; die Vorgehens weise des BFM grenze schon an Willkür. Ausserdem sei der Nachweis der Täuschung mit der blossen Behau p- tung, dass die Beweismittel gefälscht seien, nicht erbracht. 4.2 Der vorinstanzliche Entscheid kam entgegen den Beschwerdevorbrin- gen nicht unter Verletzung von Bestimmungen des rechtlichen Gehörs zu- stande. Zwar war das BFM gehalten, bei der Prüfung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen eine Abwägung vorzunehmen. Eine Verletzung dieser Abwägungspflicht kann aber nicht schon im Umstand, dass das BFM in seinen Erwägungen insbesondere die aus seiner Sicht zentralen Gründe für die Unglaubhaftigkeit der Darlegungen explizit auflistete, erblickt wer - den. Die Beschränkung auf die Auflistung lediglich entscheidwesentlicher Argumente erscheint vielmehr als zulässig und schliesst eine vorgängige Auseinandersetzung mit Aspekten, welche allenfalls, wenn auch nicht ausschlaggebend, für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen sprechen, offen- sichtlich nicht aus. Auch die Würdigung der eingereichte n Kopie der erit- reischen Identitätskarte des Vaters der Beschwerdeführerin ist im Ergeb- nis nicht zu beanstanden und der Beschwerdeführerin war es mög lich, den vorinstanzlichen Entscheid sachgerecht anzufechten. Demnach ist weder eine Verletzung der Unters uchungsmaxime noch eine solche der Begründungspflicht seitens der Vorinstanz zu erkennen. 4.3 Der Umstand, dass das Bundesamt de n eingereichten Dokumenten den Beweiswert absprach, stellt keine Verletzung der Begründungspflicht dar. Vielmehr führte die Vorinsta nz in der angefochtenen Verfügung aus, dass es sich bei der eingereichten Identitätskarte des Vaters der B e-D-6558/2013 Seite 7 schwerdeführerin um eine Fotokopie handle, welcher in dieser Eigen - schaft kein Beweiswert zukomme. 4.4 Des Weiteren hat das BFM festgestellt, dass die eingereichte äthiopi- sche Aufenthaltsbewilligung für eritreische Staatsangehörige in Äthiopien offensichtlich verfälscht sei. Näher ist auf die gewonnenen Erkenntnisse, die sich mit jenen des Gerichts in vergleichbare n Fällen decken, aus Gründen der in die sem Zusammenhang gebotenen Zurückhaltung bei Fälschungsmerkmalen nicht einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht hat keine Veranlassung, die von der Beschwerdeführerin in ihrer Rechts- mitteleingabe bestrittene Richtigkeit der Analyse des BFM in Frage zu stellen; es teilt die Auffassung der Vorinstanz, wonach es sich bei der Aufenthaltsbewilligung ebenfalls um eine Fälschung handelt, und die ein- gereichten Beweismittel gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG einzuziehen sind. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die S chweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali - tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Mass nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli - chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver - fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6. 6.1 Die Vorbringen auf Beschwerdeebene sind nicht geeignet, eine Ände- rung der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Argumentation der Vorinstanz werden keine stichhaltigen und substanziierten Gründe entge - gengesetzt. Eine diesbezügliche Auseinandersetzung unterbleibt zwar D-6558/2013 Seite 8 nicht gänzlich. Die Ausführungen de r Beschwerdeführerin vermögen je - doch die Erwägun gen des BFM nicht umzustossen, da die Beschwerde- führerin im Wesentlichen an der Asylrelevanz und Stimmigkeit ihrer Vor- bringen sowie an der Echtheit der von ihr eingereichten Beweismittel festhält. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung des BFM sowie in der Zw i- schenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. November 2013 verwiesen werden. 6.2 Im Rahmen einer Gesamtwürdigung aller Aussagen der Beschwerde- führerin kommt das Gericht zum Schluss, dass es ihr nicht gelungen ist, eine asylrelevante Verfolgung in ihrem Heimatland glaubhaft zu machen. Das BFM hat ihr Asylgesuch zu Recht abgewiesen. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol - chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Rec ht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmung en über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be weisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewei - sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völ kerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). D-6558/2013 Seite 9 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein - kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter u nd andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigen- der Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigens chaft erfüllen. Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Äthiopien ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus- schaffung nach Äthiopien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nac h- weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Fol- ter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Äthiopien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-6558/2013 Seite 10 8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie i m Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor- läufige Aufnahme zu gewähren. 8.5 In Äthiopien besteht keine Situation allgemeiner Gewalt, die sich über das ganze Staatsgebiet oder weite Teile davon erstrecken würde, und na- mentlich keine gänzlich unsichere, von bewaffneten Konflikten oder pe r- manent drohenden Unruhen dominierte Lage, aufgrund derer der Be - schwerdeführer si ch bei einer Rückkehr unvermeidlich einer konkreten Gefährdung ausgesetzt sehen würde. Grundsätzlich sind die Behörden von Amtes wegen verpflichtet, den Sachverhalt hinsichtlich des Bestehens allfälliger Wegweisungshinder - nisse abzuklären. Solche Abklärungen sind im vorliegenden Fall indessen nicht möglich, da die Identität der Beschwerdeführerin nicht feststeht und ihre Vorbringen im Asylpunkt unglaubhaft sind (vgl. die vorstehenden E r- wägungen). Bei dieser Sachlage kann es nicht Sache der Asylbehö rden sein, nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen, zumal die Untersuchungspflicht der Behörden nach Treu und Glauben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person findet (vgl. Art. 8 AsylG), welche im Übrigen auch die Substanziierungslast trägt (vgl. Art. 7 AsylG). Wie vorstehend ausgeführt hat die Beschwerdeführerin ihre Asy l- vorbringen teils widersprüchlich, teils unbegründet und tatsachenwidrig geschildert. Darüber hinaus hat sie gefälschte Beweismittel ins Recht g e- legt. Angesichts dieser Sachlage hat die Beschwerdeführerin die Folgen der mangelhaften Mitwirkung zu tragen, indem vermutungsweise davon auszugehen ist, sie habe bei einer Rückkehr nach Äthiopien keine indiv i- duell begründete, konkrete Gefährdung zu gewärtigen. Nach dem G esagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.6 Schliesslich ist der Vollzug auch möglich, da keine Vollzugshinder - nisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin ob - liegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mit zuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515). D-6558/2013 Seite 11 8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt ( Art. 106 Abs. 1 AsylG ). Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) , auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge - richt [VGKE, SR 173.320.2]). Der am 16. Dezember 2013 geleistete Ko s- tenvorschuss in derselben Höhe ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. (Dispositiv nächste Seite) D-6558/2013 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfa h- renskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Ulrike Raemy Versand: