<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00403</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206327&amp;W10_KEY=13013559&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00403</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.12.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 27.04.2007 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ausnahmebewilligung für Dorfladen (mit Imbissecke), die mit Auflagen betreffend die Zufahrt zum Laden erteilt wurde. Die Beschwerdeführenden beklagen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, da die einschneidenden Auflagen ohne vorherige Anhörung verfügt worden seien. Im Baubewilligungsverfahren wird jedoch der Anspruch auf rechtliches Gehör weitgehend dadurch gewahrt, dass sich der Baugesuchsteller im Rahmen seiner Baueingabe auf diejenigen Umstände berufen kann, die nach seiner Auffassung zur unbelasteten Baubewilligung führen müssen. Die Beschwerdeführenden haben dazu in ihrem Baugesuch nichts vorgebracht, obwohl sie aufgrund der Lage ihres Grundstückes in der Landwirtschaftszone und an der Staatsstrasse mit Auflagen rechnen mussten (E. 4.1). Es bestehen zwar gewisse Zweifel daran, ob die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin den aus dem rechtlichen Gehör fliessenden Anforderungen genügten, indes wurde ein allfälliger Mangel spätestens im Rekursverfahren geheilt (E. 4.2). Da in verkehrsmässiger Hinsicht in erheblicher Weise von den bisherigen Verhältnissen abgewichen wird (§ 233 Abs. 2 PBG), kann die Behörde verlangen, dass Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit getroffen werden (E. 5.1). Die angefochtenen Auflagen erweisen sich insgesamt als verhältnismässig (E. 5.2). Abweisung der Beschwerde.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFLAGE">AUFLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSSICHERHEIT">VERKEHRSSICHERHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUFAHRT">ZUFAHRT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 233 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 233 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 240 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 357 Abs. IV PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 10 Abs. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><span>Die BaubehÃ¶rde X erteilte am 14. Februar 2006 A und B die nachtrÃ¤gliche baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Umnutzung eines in der Landwirtschaftszone an der L-Strasse (Staatsstrasse) gelegenen WerkstattgebÃ¤udes in einen Dorfladen mit Imbissecke auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 im Weiler M. Mit diesem Beschluss wurde der Bauherrschaft auch die VerfÃ¼gung der Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich vom 17. Januar 2006 erÃ¶ffnet, womit dem Vorhaben die erforderliche Ausnahmebewilligung nach Art. 37a des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 Ã¼ber die Raumplanung (RPG) sowie die strassenpolizeiliche Bewilligung erteilt wurde. Im Rahmen dieser Bewilligung wurde verlangt, dass die Bauzufahrt und die Verkehrserschliessung ausschliesslich Ã¼ber die N-Strasse zu erfolgen hÃ¤tten; das direkte Ein- und Ausfahren auf die L-Strasse und/oder der Materialumschlag auf derselben sei untersagt (Disp.-Ziff. II lit. a). Das GrundstÃ¼ck sollte weiter durch bauliche</span> Massnahmen<span> unÃ¼berfahrbar und dauerhaft auf der ganzen</span> AnstosslÃ¤nge<span> gegen das Staatsstrassengebiet abgegrenzt werden; mobile Abschrankungen seien nicht gestattet (Disp.-Ziff. II lit. b). Schliesslich wurde fÃ¼r das Bauvorhaben ein zustÃ¤ndiger Unterhaltsingenieur bezeichnet und die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde eingeladen, diesen zur abschliessenden Baukontrolle/Bauabnahme beizuziehen (Disp.-Ziff. II lit. c und d). </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen die VerfÃ¼gung der Baudirektion erhoben A und B Rekurs an die Baurekurskommission III des Kantons ZÃ¼rich und verlangten sinngemÃ¤ss die Aufhebung der strassenpolizeilichen Auflagen und Bedingungen. Die Baurekurs­kommission III wies den Rekurs am 26. Juli 2006 unter Kostenfolgen fÃ¼r die Rekurrenten ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 19. September 2006 gelangten A und B an das Verwaltungsgericht und verlangten, der Rekursentscheid sowie die Auflagen und Bedingungen gemÃ¤ss Disp.-Ziff. II lit. a und b der strassenpolizeilichen Bewilligung seien aufzuheben, eventuell sei die Sache zur ErgÃ¤nzung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Zu den Nebenfolgen beantragten sie, die erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen und die BeschwerdefÃ¼hrer seien fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren angemessen zu entschÃ¤digen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baudirektion und die Baurekurskommission III beantragten am 6. bzw. 20. Oktober 2006 ohne weitere Bemerkungen die Beschwerdeabweisung.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Nach § 240 Abs. 1 des Planungs‑ und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) dÃ¼rfen durch Bauten, Anlagen, Bepflanzungen und sonstige GrundstÃ¼cknutzungen weder der Verkehr behindert oder gefÃ¤hrdet noch der Bestand und die Sicherheit des StrassenkÃ¶rpers beeintrÃ¤chtigt werden. Im Bereich wichtiger Strassen haben Verkehrserschliessungen nach MÃ¶glichkeit rÃ¼ckwÃ¤rtig oder durch Zusammenfassung mehrerer Ausfahrten zu erfolgen (§ 240 Abs. 3 PBG). Die Verkehrserschliessung bildet eine Grundanforderung fÃ¼r Bauten und Anlagen sowie fÃ¼r Umbauten oder NutzungsÃ¤nderungen, durch die von den bisherigen VerhÃ¤ltnissen wesentlich abgewichen wird (§ 233 Abs. 1 und 2 PBG). Bestehende Bauten und Anlagen, die Bauvorschriften widersprechen, dÃ¼rfen nach § 357 Abs. 1 PBG umgebaut und erweitert werden, wenn keine Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen oder nachbarlichen Interessen entgegenstehen; fÃ¼r neue oder weitergehende Abweichungen von Vorschriften bleiben die erforderlichen Ausnahmebewilligungen vorbehalten. Die baurechtliche Bewilligung kann verlangen, dass Verbesserungen gegenÃ¼ber dem bestehenden Zustand vorgenommen werden, die im Ã¶ffentlichen Interesse liegen und nach den UmstÃ¤nden zumutbar sind (§ 357 Abs. 4 PBG). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Das GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 liegt mit seiner nordwestlichen Grenze von knapp 50 m LÃ¤nge an der L-Strasse, welche die Ortschaften Y und Z verbindet. Im Osten wird es durch die kommunale N-Strasse begrenzt, welche in der nordÃ¶stlichen GrundstÃ¼cksecke in die L-Strasse mÃ¼ndet. Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben das ehemalige Lager- und WerkstattgebÃ¤ude eigenmÃ¤chtig zu einem Dorfladen mit Imbissecke umgebaut und hierfÃ¼r unter anderem lÃ¤ngs der Ostseite des GebÃ¤udes vier ParkplÃ¤tze sowie im SÃ¼den einen weiteren Parkplatz und eine freistehende KÃ¼hlzelle errichtet. Der Ladeneingang befindet sich auf der im GelÃ¤nde etwas hÃ¶her gelegenen SÃ¼dseite. Nicht von der Umnutzung betroffen sind WerkstattrÃ¤umlichkeiten im Untergeschoss des GebÃ¤udes, wo die BeschwerdefÃ¼hrenden eine Radio/TV-Reparaturwerkstatt betreiben. Diese Werkstatt ist Ã¼ber eine separate TÃ¼r von Norden her zugÃ¤nglich; vor dem Eingang liegt eine mit Verbundsteinen befestigte FlÃ¤che mit Anschluss an die L-Strasse. Dieser Zugang, welcher Ã¼ber einen Asphaltbelag auch mit der N-Strasse verbunden ist, wurde bisher als Werkstattzufahrt und insbesondere zum Be- und Entladen von GerÃ¤ten benutzt.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Baurekurskommission erwog, die bestehende Erschliessungssituation sei nicht rechtswidrig, sondern allenfalls unbefriedigend gewesen. Dies verbiete es aber nicht, eine rÃ¼ckwÃ¤rtige Erschliessung zu verlangen, wenn die Verkehrssicherheit aufgrund der Erstellung oder Ãnderung von Bauten oder Anlagen neu zu beurteilen sei. Mit der Einrichtung des Dorfladens mit Imbissecke werde der Publikumsverkehr auf dem GrundstÃ¼ck intensiviert und die Situation entscheidend verÃ¤ndert. Auch wenn die neuen KundenparkplÃ¤tze an der N-Strasse lÃ¤gen, so kÃ¶nne nicht ausgeschlossen werden, dass Kunden des Durchgangsverkehrs ihre Fahrzeuge auf der Nordseite abstellen und danach direkt auf die L-Strasse zurÃ¼ckfahren wÃ¼rden. Da damit die Verkehrssituation verschlechtert werde, seien die angeordneten Massnahmen sinnvoll und lÃ¤gen ohne weiteres innerhalb des Ermessens der Beschwerdegegnerin. Die Massnahmen seien auch verhÃ¤ltnismÃ¤ssig und somit zumutbar, dies insbesondere weil die Nordseite des GebÃ¤udes auch Ã¼ber die asphaltierte FlÃ¤che von der N-Strasse her zu erreichen sei.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden beklagen vorab eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs, da die Ã¤usserst einschneidenden Auflagen und Bedingungen ohne vorherige AnhÃ¶rung verfÃ¼gt worden seien. Die Beschwerdegegnerin habe die ihr obliegenden InteressenabwÃ¤gungen und Ermessenentscheide Ã¼berhaupt nicht begrÃ¼ndet; der Mangel sei auch im Rekursverfahren nicht geheilt worden.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Das Recht auf Ãusserung und AnhÃ¶rung bildet Teilgehalt des rechtlichen GehÃ¶rs und steht grundsÃ¤tzlich auch dem Gesuchsteller im nichtstreitigen Verwaltungsverfahren wie dem Baubewilligungsverfahren zu. In diesen Verfahren wird der Anspruch regelmÃ¤ssig dadurch gewahrt, dass sich der Baugesuchsteller im Rahmen seiner Baueingabe auf diejenigen UmstÃ¤nde berufen kann, die seiner Auffassung nach zur unbelasteten Bewilligung seines Vorhabens fÃ¼hren mÃ¼ssen. Im vorliegenden Fall mussten die BeschwerdefÃ¼hrenden aufgrund der Lage ihres GrundstÃ¼ckes in der Landwirtschaftszone und an der Staatsstrasse mit einschrÃ¤nkenden Auflagen in der Baubewilligung ohne weiteres rechnen. Dabei war insbesondere wegen der Erstellung zusÃ¤tzlicher AbstellplÃ¤tze auch mit einer neuen Beurteilung der Verkehrserschliessung und Verkehrssicherheit zu rechnen. Unter diesen UmstÃ¤nden hÃ¤tten sich die BeschwerdefÃ¼hrenden bereits mit ihrem Baugesuch zur Verkehrs- und Erschliessungssituation Ã¤ussern mÃ¼ssen und konnten sich nicht darauf verlassen, vor der VerfÃ¼gung diesbezÃ¼glicher Auflagen angehÃ¶rt zu werden. Ihr Recht auf Ãusserung und AnhÃ¶rung wurde daher nicht verletzt.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Pflicht der BehÃ¶rden zur BegrÃ¼ndung von VerfÃ¼gungen leitet sich ebenfalls aus dem Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r ab und wird in § 10 Abs. 2 VRG statuiert. An die BegrÃ¼ndung erstinstanzlicher Verwaltungsakte sind im Allgemeinen keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. Sie muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene Ã¼ber die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und in voller Kenntnis der GrÃ¼nde ein Rechtsmittel ergreifen kann. Die BegrÃ¼ndungsdichte hÃ¤ngt von der Entscheidungsfreiheit der BehÃ¶rde und der EingriffsintensitÃ¤t ab (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 10 N. 39, 41 und 43). </p> <p class="Urteilstext">Es bestehen gewisse Zweifel daran, ob die angefochtene VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin diesen Anforderungen genÃ¼gte. Darin wurde nÃ¤mlich nur gerade auf § 240 PBG verwiesen, ohne dass auf die konkreten UmstÃ¤nde der bestehenden Ausfahrt und das Bauvorhaben als solches eingegangen worden wÃ¤re. Die Beschwerdegegnerin erachtete allerdings die Auflagen offenbar als unproblematisch, da den BaueingabeplÃ¤nen nicht zu entnehmen war, dass ein Teil des Untergeschosses mit seinem nordseitigen Zugang weiterhin als Werkstatt genutzt werden sollte und demnach das Interesse an der bestehenden Ausfahrt auf die L-Strasse fortbestand. Soweit dennoch ein BegrÃ¼ndungsmangel vorliegen sollte, wurde dieser jedenfalls im Rekursverfahren geheilt. In ihrer Vernehmlassung samt Mitbericht ergÃ¤nzte die Beschwerdegegnerin die ursprÃ¼ngliche BegrÃ¼ndung; sodann setzt sich insbesondere der Rekursentscheid mit der konkreten Situation und den entscheidrelevanten Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrenden in ihrer Rekursschrift sowie in der auf die Rekursvernehmlassung hin verfassten Eingabe vom 25. April 2006 hinreichend auseinander. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, die strittigen Auflagen und Bedingungen wÃ¼rden die Besitzstandgarantie von § 357 PBG verletzen. Die Erschliessungssituation vor der Umnutzung sei nicht rechtswidrig gewesen, da § 240 PBG die Ausfahrt auf wichtige Ã¶ffentliche Strassen nicht grundsÃ¤tzlich verbiete. Die vorgenommene Umnutzung des Obergeschosses habe keine wesentliche neue Erschliessungssituation verursacht, weshalb die ErschliessungsverhÃ¤ltnisse gemÃ¤ss § 233 Abs. 2 PBG nicht hÃ¤tten neu Ã¼berprÃ¼ft werden dÃ¼rfen. </p> <p class="Erwgung2">Aus dem Umstand, dass die bisherige Erschliessungssituation gemÃ¤ss dem Rekursentscheid nicht als rechtswidrig, sondern nur als unbefriedigend bezeichnet werden kann, lÃ¤sst sich nichts fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden ableiten. Die Beschwerdegegnerin stÃ¼tzte die angefochtene VerfÃ¼gung auf § 240 PBG. Die Baurekurskommission verwies zwar â angeregt durch einen Hinweis in der Vernehmlassung â auf die Abgrenzungs- bzw. ZustÃ¤ndigkeitsprobleme bei der Anwendung von § 357 Abs. 4 PBG und der Erschliessungsvorschrift gemÃ¤ss § 233 PBG (E. 5.1), nahm im Entscheid aber eine Gesamtbeurteilung der Verkehrssicherheit vor, da sie von einer wesentlich verÃ¤nderten Situation bezÃ¼glich Erschliessung und Verkehrssicherheit ausging (E. 5.2). </p> <p class="Erwgung2">Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit mÃ¼ssen sich nur dann auf § 357 Abs. 4 PBG abstÃ¼tzen, wenn kein Zusammenhang zwischen dem Ãnderungsvorhaben selber und der angestrebten Verbesserung besteht. Soll jedoch mit einer Nebenbestimmung ein Mangel behoben werden, der durch den Umbau oder die Erweiterung des GebÃ¤udes verursacht oder verschÃ¤rft wird, so kann diese Anordnung auch ohne AbstÃ¼tzung auf § 357 Abs. 4 PBG getroffen werden (vgl. RB 1998 Nr. 124), so etwa wie hier in Anwendung der Vorschriften Ã¼ber die Erschliessung und Verkehrssicherheit. Die BeschwerdefÃ¼hrenden wollen mit ihrem Laden und Imbiss nicht nur die Dorfbewohner, sondern explizit auch den Durchgangsverkehr ansprechen. Dies veranlasste sie denn auch zur Erstellung von zusÃ¤tzlich fÃ¼nf BesucherparkplÃ¤tzen auf der Ostseite des GebÃ¤udes. Damit wird in verkehrsmÃ¤ssiger Hinsicht ganz erheblich von den bisherigen VerhÃ¤ltnissen abgewichen (vgl. § 233 Abs. 2 PBG). Wenngleich diese neuen ParkplÃ¤tze selber an der N-Strasse liegen, so erhÃ¶ht die publikumsintensivere GebÃ¤udenutzung dennoch die Gefahr, dass vermehrt Fahrzeuge direkt von der L-Strasse auf den befestigten Vorplatz auf der nÃ¶rdlichen GebÃ¤udeseite fahren, ehe sie wieder direkt â allenfalls sogar mit einem RÃ¼ckwÃ¤rtsmanÃ¶ver â auf die Staatsstrasse ausfahren. Aufgrund dieser UmstÃ¤nde bestand durchaus Anlass fÃ¼r eine neue Beurteilung der gesamten Erschliessungssituation inklusive Verkehrssicherheit. Eine Verletzung der Bestandesgarantie kann darin nicht erblickt werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Weiter rÃ¼gen die BeschwerdefÃ¼hrenden eine Verletzung des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssig­keitsgrundsatzes. Die verfÃ¼gten Massnahmen seien unnÃ¶tig, hÃ¤tten mit milderen Massnahmen erreicht werden kÃ¶nnen und seien in ihren Auswirkungen und gemessen an den auf dem Spiel stehenden Ã¶ffentlichen Interessen unzumutbar. </p> <p class="Urteilstext">Bei der Beurteilung der konkreten Gefahrensituation war vorliegend zu beachten, dass die L-Strasse den Weiler M von SÃ¼den her gesehen in einer langgezogenen Rechtskurve durchquert. Die strittige Einfahrt liegt im Innenradius dieser Kurve und kurz nach der Innerorts-GeschwindigkeitsbeschrÃ¤nkung und nur weniger Meter vor den EinmÃ¼ndungen der N-Strasse und der gegenÃ¼berliegenden O-Strasse. Unter diesen UmstÃ¤nden durften die Vorinstanzen ein Ã¶ffentliches Interesse an der seitlichen Erschliessung des gesamten WerkstattgrundstÃ¼cks von der N-Strasse ohne weiteres bejahen. Um ein direktes Ein- und Ausfahren vom Vorplatz effektiv zu verhindern, sind sodann nicht nur ein Verbot, sondern ebenso auch bauliche Massnahmen notwendig. Die Abschrankung des GrundstÃ¼cks gegenÃ¼ber der L-Strasse kann â wie dies die Baupolizei in ihrer Stellungnahme vom 31. MÃ¤rz 2006 versichert â durchaus mit einfachen Mitteln realisiert werden. Da der befestigte Vorplatz bereits heute Ã¼ber eine asphaltierte FlÃ¤che mit der N-Strasse verbunden ist, sollte auch in dieser Hinsicht kein grosser Anpassungsbedarf bestehen. Als Ã¼bertrieben erscheinen daher die AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrenden in ihrer Stellungnahme, wonach sie massive bauliche Ãnderungen fÃ¼r einen Ã¼berschwemmungssicheren Wendeplatz, die Verbreiterung des Wegs zur N-Strasse und die Absperrungen finanzieren mÃ¼ssten. Soweit der bestehende Vorplatz fÃ¼r ein WendemanÃ¶ver nicht ausreichen sollte, kÃ¶nnen die Werkstattkunden â wie im Ãbrigen auch die Ladenbesucher â Ã¼ber die N-Strasse rÃ¼ckwÃ¤rts ein- oder ausparkieren. Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben es schliesslich ihrem eigenmÃ¤chtigen Vorgehen zuzuschreiben, dass sie allenfalls notwendige zusÃ¤tzliche Umgebungsarbeiten nicht bei der Aussenraumplanung zum Dorfladen berÃ¼cksichtigen und mit den Bau- und Umgebungsarbeiten koordinieren konnten. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">DemgemÃ¤ss erweisen sich die angefochtenen Auflagen als rechtmÃ¤ssig; ein Ermessensmissbrauch oder eine ErmessensÃ¼berschreitung kann den Vorinstanzen nicht vorgeworfen werden (vgl. § 50 Abs. 1 und Abs. 2 lit. c VRG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.</p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Kosten den BeschwerdefÃ¼hrenden aufzuerlegen (§ 13 in Verbindung mit § 70 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen damit von vornherein nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je zur HÃ¤lfte solidarisch auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>