<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VK.2000.00002</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105482&amp;W10_KEY=13013581&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VK.2000.00002</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.05.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4"></td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baukostenverzugszinsen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>VK.2000.00002 + VB.2000.00057: Zulässiger Rechtsweg zur Austragung von Streitigkeiten aus verwaltungsrechtlichem Vertrag Der Zivilrichter ist für die vorliegende Angelegenheit nicht zuständig, da es sich um eine Streitigkeit aus verwaltungsrechtlichem Vertrag handelt (E. 1b). Das Verwaltungsgericht im Klageverfahren ist zuständig, falls in der Sache keine Verfügungsbefugnis einer Verwaltungsbehörde besteht. Eine solche ist jedenfalls dann anzunehmen, wenn der Klageweg noch nicht offenstand (E. 1c). Der Bezirksrat hätte schon deshalb auf den Rekurs eintreten müssen, weil die Klägerin/Beschwerdeführerin verfügt hatte. Da vorliegend der Klageweg nicht offenstand, lässt sich der angefochtene Entscheid auch nicht als Gutheissungs-/Aufhebungsentscheid halten (E. 1d). Auf die Klage ist nicht einzutreten, die Eingabe als Beschwerde entgegenzunehmen, diese gutzuheissen, der Nichteintretensbeschluss des Bezirksrats aufzuheben und die Sache zur materiellen Behandlung an ihn zurückzuweisen (E. 2).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERTEMPORALES RECHT">INTERTEMPORALES RECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KLAGEVERFAHREN">KLAGEVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICH-RECHTLICHER VERTRAG">ÃFFENTLICH-RECHTLICHER VERTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Verwaltungsinterne Rechtspflege ST: REKURS">REKURS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REKURSVERFAHREN">REKURSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFÃGUNGSKOMPETENZ">VERFÃGUNGSKOMPETENZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWALTUNGSRECHTLICHER VERTRAG">VERWALTUNGSRECHTLICHER VERTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Klageverfahren ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 19 lit. I VRG</span><br/><span class="gerade">§ 82 lit. k VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. Die Erschliessung des Industriegebiets "P." in A. wurde seit den sech­zi­ger Jahren in verschiedenen Etappen nach den Bestimmungen und GrundsÃ¤tzen des Quar­tierplan­rechts geplant und realisiert. Am 16. Oktober 1984 schlossen die beteiligten Grundeigen­tÃ¼­mer einen Erschliessungsvertrag Ã¼ber das in einem zweiten Teil zu erschlies­sende Gebiet, welcher das Erschliessungskonzept, die Landabtretungen, die Neuzuteilun­gen, die Kosten­verlegung, die Bau‑ und Niveaulinien, den Vollzug sowie den Bau der Er­schliessungs­an­la­gen regelte. Der Vertrag wurde auch vom GemeindeprÃ¤sidenten und ‑schrei­ber von A. fÃ¼r die als GrundeigentÃ¼merin mitbeteiligte Gemeinde unter­zeich­net; der Gemeinderat hatte den Vertrag am 9. Oktober 1984 genehmigt. In den Schluss­bestimmungen (Ziff. 2.11) wur­de Folgendes ausgefÃ¼hrt:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"Im vorliegenden Verfahren fehlt die formell fÃ¼r ein dem Gesetz ent­sprechendes Quartierplanverfahren erforderliche Genehmigung durch die Baudirektion und die damit zusammenhÃ¤ngende BegrÃ¼ndung des Quartierplanbannes. Auf diese Genehmigung wird aus verfahrenstech­nischen GrÃ¼nden verzichtet. Es handelt sich also rechtlich um ein pri­vates Landumlegungsverfahren sowie um einen privatrechtlichen Ver­trag auf Erstellung von Erschliessungsanlagen. Vermessungs‑ und grund­buchtechnisch erfolgt die Landumlegung somit nach Quartier­planrecht. Der vorliegende Vertrag sowie die Landumlegungen ge­mÃ¤ss NachfÃ¼hrungstabellen des Geometers bedÃ¼rfen daher der Ã¶ffent­lichen Beurkundung durch das Notariat Q.. â Soweit im Ã¼bri­gen der vorliegende Vertrag nichts regelt, unterstellen sich die betei­ligten GrundeigentÃ¼mer den Bestimmungen des neuen kantonalen Quar­tierplanrechts. Dies gilt insbesondere auch im Hinblick auf den Rechtsschutz."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit Beschluss vom 3. Februar 1997 genehmigte der Gemeinderat A. unter ande­rem den Schlussbericht und die Bauabrechung Ã¼ber das Gebiet P., 2. Teil, 2. Etappe. Zu­gleich stellte er den beteiligten GrundeigentÃ¼mern ihre Baukostenanteile in Rechnung. Fer­ner bestimmte er die Konditionen betreffend den Zins fÃ¼r die von der Ge­meinde A. geleis­te­ten BaukostenvorschÃ¼sse und hielt zugleich fest, diese Kondi­tionen wÃ¼rden fÃ¼r alle nicht rekurrierenden GrundeigentÃ¼mer rechtskrÃ¤ftig, wÃ¤hrend von rekurrierenden Grundeigen­tÃ¼­mern spÃ¤ter ein Zins aufgrund des Ansatzes fÃ¼r Gemeinde­darlehen und fÃ¼r die ganze Zeit der AusstÃ¤nde gefordert werde (Disp. Ziff. 5). ‑ Hiergegen erhoben die heutigen Beklag­ten/Beschwerdegegner als EigentÃ¼mer von kostenbelasteten GrundstÃ¼cken am 24. MÃ¤rz 1997 Rekurs an die Baurekurskommisison I mit dem Antrag, die Zinsverpflichtung in Disp. Ziff. 5 ersatzlos aufzuheben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschluss vom 28. Mai 1997 setzte der Gemeinderat A. den Zins an­drohungs­gemÃ¤ss neu fest und zwar auf Fr. 82'134.40 (fÃ¼r den heutigen Beklagten/Be­schwer­defÃ¼hrer Nr. 2), Fr. 124'533.05 (Nr. 3) und Fr. 66'095.80 (Nr. 1). Hiergegen erhoben die heutigen Be­klagten/Beschwerdegegner am 14. Juli 1997 erneut Rekurs an die Baure­kurskom­mis­sion I. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission beschloss am 17. April 1998, die Rekursverfahren zu vereinigen, auf die Rekurse infolge UnzustÃ¤ndigkeit nicht einzutreten und die Akten dem Bezirksrat Q. zu Ã¼berweisen. Die Kommission erwog im Wesentlichen: Der Er­schlies­sungs­vertrag vom 9. Oktober 1984 sei nie vom Regierungsrat genehmigt worden; er erfÃ¼lle damit nicht die Erfordernisse eines privaten Quartierplans im Sinn von §§ 131 ff. des Pla­nungs‑ und Baugesetzes vom 7. September 1975 in der damals ‑ 1984 ‑ geltenden ur­sprÃ¼ng­lichen Fassung (PBG). Damit sei "nicht von einem ordnungsgemÃ¤ss durchgefÃ¼hr­ten privaten Quartierplan auszugehen", fÃ¼r dessen Beurteilung die Baurekurskommission I nach §§ 229 f. PBG "ohne weiteres" zustÃ¤ndig wÃ¤re. Ob es sich bei der Erschliessungsver­einbarung vom 8. Oktober 1984 um einen verwaltungsrechtlichen oder privatrechtlichen Vertrag handle, welche Qualifikation bestimmend fÃ¼r die ZustÃ¤ndigkeit in der vorliegen­den Streitigkeit sei, mÃ¼sse von der jedenfalls unzustÃ¤ndigen Baurekurskommission nicht abschliessend beurteilt werden. Weil im Licht des Entscheids RB 1990 Nrn. 2 und 23 eher ein verwaltungsrechtlicher Vertrag anzunehmen sei und weil Ã¼bergangsrechtlich nach Art. XV Abs. 3 der Gesetzesnovelle vom 8. Juni 1997 zur Revision des Verwaltungs­rechts­pflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¼r bereits hÃ¤ngige Streitigkeiten die bishe­rige Zu­stÃ¤ndigkeitsordnung gelte, rechtfertige es sich, die vorliegende Streitsache an den Be­zirks­rat Q. zu Ã¼berweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Der Bezirksrat Q. beschloss am 14. Januar 2000, auf die Rekurse im Sinn der ErwÃ¤gungen nicht einzutreten. Er erwog, bei der Erschliessungsvereinbarung vom 9. Ok­tober 1984 handle es sich um einen Ã¶ffentlichrechtlichen Vertrag, weshalb sich der Rechts­schutz nach dem VRG richte. Nach Art. XV Abs. 3 der Gesetzesnovelle vom 8. Juni 1997 zur Revision des VRG bestimme sich fÃ¼r die im Zeitpunkt des Inkrafttretens hÃ¤ngi­gen Rechtsmittelverfahren nur die ZustÃ¤ndigkeit nach bisherigen Recht, wÃ¤hrend im Ãbri­gen das neue Recht anzuwenden sei. Demnach beurteile sich auch die Frage, ob die weite­ren (neben der ZustÃ¤ndigkeit erforderlichen) Sachurteilsvoraussetzungen gegeben seien, nach neuem Recht. Zu diesen Sachurteilsvoraussetzungen gehÃ¶re auch das Vorliegen eines An­fechtungsobjekts. Im vorliegenden Fall stehe der Rekurs an den Bezirksrat nur offen, so­fern dem Gemeinderat A. bezÃ¼glich der streitbetroffenen Zinsen eine VerfÃ¼­gungs­kompe­tenz zuzuerkennen sei. Zur Beantwortung dieser Frage sei die frÃ¼here Recht­sprechung, wel­che allein zur GewÃ¤hrleistung des richterlichen Rechtsschutzes eine solche VerfÃ¼gungs­kompetenz auch bei Streitigkeiten aus verwaltungsrechtlichen VertrÃ¤gen ange­nommen ha­be (RB 1990 Nr. 23), nicht mehr massgebend, weil nunmehr, seit der Revision des VRG vom 8. Juni 1997, fÃ¼r solche Streitigkeiten die Klage an das Verwaltungsgericht nach § 82 lit. k VRG zulÃ¤ssig sei. "In Anbetracht dessen fehlte entweder bereits bei Ein­gang des Re­kurses ein Anfechtungsobjekt oder dasselbe hat sich im Verfahrensverlauf als nicht geset­zesbestÃ¤ndig erwiesen und ist nun nicht mehr beachtlich, weshalb auf die Re­kur­se mangels eines Anfechtungsobjekts nicht eingetreten werden kann." Es stehe der Re­kurs­gegnerin frei, die streitigen Zinsen beim Verwaltungsgericht einzuklagen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>IV. Mit Eingabe vom 31. Januar/10. Februar 2000 erhob die Gemeinde A. beim Verwaltungsgericht Klage mit dem Antrag, die Beklagten zu verpflichten, die mit Be­schluss vom 28. Mai 1997 in Rechnung gestellten Zinsen zu bezahlen; eventualiter, so­fern das Verwaltungsgericht auf die Klage nicht eintrete, wurde beantragt, die Eingabe als Be­schwerde gegen den Beschluss des Bezirksrats Q. vom 14. Januar 2000 entge­gen­zu­neh­men, diesen Beschluss aufzuheben und den Bezirksrat anzuweisen, den Rekurs der heu­tigen Beklagten vom 28. Mai 1997 materiell zu behandeln; alles unter Kosten‑ und Ent­schÃ¤­digungsfolgen zulasten der Beklagten/Beschwerdegegner.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat Q. verzichtete auf Vernehmlassung. Die Beklagten/Be­schwer­degeg­ner beantragten am 10. April 2000 Abweisung der Klage, unter Kosten‑ und EntschÃ¤di­gungsfolgen zulasten der KlÃ¤gerin. Zuvor sei der KlÃ¤gerin Gelegenheit zu geben, ihre Kla­ge zu verbessern, da diese den Anforderungen von § 83 VRG nicht genÃ¼ge. FÃ¼r den Fall, dass das Verwaltungsgericht das Vorliegen eines verwaltungsrechtlichen Vertrags vernei­ne, sei auf die Klage nicht einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen (§ 5 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 und § 86 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Der Sache nach streitig ist, ob die Beklagten/Beschwerdegegner als Grundei­gen­tÃ¼mer die von der KlÃ¤gerin/BeschwerdefÃ¼hrerin geleisteten BaukostenvorschÃ¼sse fÃ¼r den 2. Teil, 2. Etappe der nach quartierplanrechtlichen GrundsÃ¤tzen erfolgten Erschlies­sung des Industriegebiets "P." in dem von der KlÃ¤gerin/BeschwerdefÃ¼hrerin mit Be­schluss vom 28. Mai 1997 festgesetzten Umfang zu verzinsen haben. Mit Bezug auf die kontroverse Zu­stÃ¤n­digkeitsfrage fallen aufgrund verschiedener Kriterien ‑ Ã¼ber welche sich die Verfah­rens­beteiligten sowie die mit der Sache bisher befassten Vorinstanzen (Baure­kurskommis­sion I und Bezirksrat Q.) weitgehend einig sind ‑ folgende LÃ¶sungen in Betracht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>- Zivilrichter, sofern es sich um eine Streitigkeit aus privatrechtlichem Vertrag handelt;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>- Verwaltungsgericht, sofern es sich um eine Streitigkeit aus Ã¶ffent­lichrechtlichem Vertrag handelt, die zudem intertemporalrechtlich nach § 82 lit. k VRG in der Fassung vom 8. Juni 1997 zu behandeln ist;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>- Bezirksrat, entweder bereits deswegen, weil die KlÃ¤gerin/Beschwer­defÃ¼hrerin in der Sache eine VerfÃ¼gung erlassen hat, oder deshalb, weil ihr ungeachtet der Vereinbarung vom 9. Oktober 1984 eine Ver­fÃ¼gungskompetenz tatsÃ¤chlich zukam; Voraussetzung ist aber in je­dem Fall, dass die Zinsforderung fÃ¼r die BaukostenvorschÃ¼sse betref­fend die Erschliessung des Industriegebiets "P." als andere (d.h. nicht baurechtliche im Sinn von § 329 Abs. 1 PBG) Ã¶ffentlichrechtli­che Streitigkeit zu qualifizieren ist;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>- Baurekurskommission, sofern der KlÃ¤gerin/BeschwerdefÃ¼hrerin in der Sache ungeachtet der Vereinbarung vom 9. Oktober 1984 eine VerfÃ¼gungskompetenz zukam und die Zinsforderung fÃ¼r die Bau­kostenvorschÃ¼sse betreffend die Erschliessung des Industriegebiets "P." als planungs‑ und baurechtliche Streitigkeit im Sinn von § 329 Abs. 1 PBG, insbesondere als quartierplanrechtliche Strei­tigkeit (vgl. §§ 146 und 177 PBG), zu qualifizieren ist.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Bei der Vereinbarung vom 9. Oktober 1984 handelt es sich, wie der Bezirksrat Q. zutreffend erwogen und was auch die Baurekurskommission I als naheliegend betrachtet hat, nicht um einen privatrechtlichen, sondern um einen Ã¶ffentlichrechtlichen Vertrag (RB 1990 Nrn. 2 und 23). Die ZustÃ¤ndigkeit des Zivilrichters scheidet damit aus.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) GemÃ¤ss § 82 lit. k VRG beurteilt das Verwaltungsgericht Streitigkeiten aus ver­waltungsrechtlichen VertrÃ¤gen. Diese umfassende, einer Teilgeneralklausel gleichkom­men­de ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts im Klageverfahren fÃ¼r Vertragsstreitigkeiten ist erst mit der Revision des VRG vom 8. Juni 1997, in Kraft seit 1. Januar 1998, einge­fÃ¼hrt worden. Zum Teil handelt es sich bei den TatbestÃ¤nden in § 81 lit. a ‑ d und § 82 lit. a ‑ i VRG, welche die verwaltungsgerichtliche ZustÃ¤ndigkeit im Klageverfahren be­grÃ¼n­den bzw. teilweise schon vor der Revision vom 8. Juni 1997 begrÃ¼ndet haben, eben­falls um Streitigkeiten, die sich aus verwaltungsrechtlichen VertrÃ¤gen ergeben kÃ¶nnen; diese anderen ZustÃ¤ndigkeitsbestimmungen fallen jedoch vorliegend ausser Betracht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts im Klageverfahren und jene des Ge­richts oder einer vorinstanzlichen RekursbehÃ¶rde im Anfechtungsverfahren schliessen sich gegenseitig aus. Welchem Verfahren der Vorrang vor dem anderen zukommt, bestimmt sich letztlich danach, ob das Gemeinwesen in der streitigen Angelegenheit eine VerfÃ¼gung erlassen darf oder nicht: Die der im betreffenden Sachgebiet zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde stets still­schweigend zukommende VerfÃ¼gungskompetenz wird in den dem Klageverfahren nach §§ 81/82 VRG unterstellten Materien wegbedungen. In diesen Materien ist es der Verwal­tung grundsÃ¤tzlich verwehrt, eine Sache verbindlich durch VerfÃ¼gung zu regeln, es sei denn, die Sachgesetzgebung sehe eine VerfÃ¼gungskompetenz gleichwohl ausdrÃ¼cklich vor. Aus der gesetzlichen Regelung des Rechtsschutzes (ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts im Klageverfahren) ergibt sich der Ausschluss der (stillschweigenden) VerfÃ¼gungskompe­tenz (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflege­setz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Vorbem. zu §§ 32-86 N. 7, Vorbem. zu §§ 41-71 N. 8, Vorbem. zu §§ 81-86 N. 7).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Teilweise wird in Rechtsprechung und Lehre die Meinung vertreten, auf mangelnde VerfÃ¼gungsbefugnis des Gemeinwesens kÃ¶nne selbst dort nicht ohne weiteres geschlossen werden, wo die Beteiligten das streitige RechtsverhÃ¤ltnis zulÃ¤ssigerweise durch Ã¶ffentlich­rechtlichen Vertrag geregelt haben (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 79 N. 4, Vorbem. zu §§ 81-86 N. 3, § 82 N. 38). Das Verwaltungsgericht hat diese Auffassung mit Bezug auf perso­nalrechtliche Streitigkeiten verworfen (VGr, 9. Februar 2000, PK.1999.00006 E. 1a). Mit Bezug auf Streitigkeiten aus anderen verwaltungsgerichtlichen VertrÃ¤gen hatte es die Frage bis anhin nicht zu beurteilen; sie braucht auch im vorliegenden Fall nicht abschliessend be­urteilt zu werden. Sie ist jedenfalls dort zu bejahen, wo der richterliche Rechtsschutz im Kla­geverfahren nicht bzw. noch nicht kraft ausdrÃ¼cklicher Vorschrift offensteht, um den Vertragsparteien mit dem Rekurs trotzdem einen Rechtsmittelweg zu erÃ¶ffnen (vgl. RB 1990 Nr. 23 E. 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Der Bezirksrat Q. hat seine ZustÃ¤ndigkeit mit der BegrÃ¼ndung verneint, die vorliegende Streitigkeit falle auch aus intertemporalrechtlicher Sicht, d.h. in Auslegung von Art. XV Abs. 3 der Gesetzesnovelle vom 8. Juni 1997 zur Revision des VRG, in die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts nach § 82 lit. k VRG, weil ein dem Rekurs unter­liegendes Anfechtungsobjekt entweder bereits bei Eingang des Rechtsmittels gefehlt habe oder sich jedenfalls im weiteren Verfahrensverlauf als nicht gesetzesbestÃ¤ndig erwiesen habe. Dieser Betrachtungsweise kann nicht beigetreten werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Rekurs der heutigen Beklagten/Beschwerdegegner vom 14. Juli 1997 richtete sich gegen den Beschluss des Gemeinderats A. vom 28. Mai 1997. Mit diesem Be­schluss lag jedenfalls ein Anfechtungsobjekt vor. Im Ãbrigen ergibt sich die ZustÃ¤ndig­keit des Bezirksrats ‑ ob unter der alten oder der neuen Fassung des VRG ‑ aus dessen § 19 Abs. 1. Die Frage, ob der Gemeinderat die streitige Zinsforderung Ã¼berhaupt mittels Ver­fÃ¼gung habe festsetzen dÃ¼rfen, hÃ¤tte somit Gegenstand einer materiellen Beurteilung bilden mÃ¼s­sen. Wenn der Bezirksrat eine solche VerfÃ¼gungskompetenz verneinen wollte, so hÃ¤tte er den Rekurs, statt auf diesen nicht einzutreten, gutheissen und die angefochtene VerfÃ¼­gung aufheben sollen. ‑ Allerdings besteht kein Anlass, den Rekursentscheid des Bezirks­rats schon aus diesem Grund aufzuheben. WÃ¤re den ErwÃ¤gungen des Bezirksrats im Ãbri­gen zu folgen, so liesse sich Ã¼ber den genannten Mangel hinwegsehen, indem der bezirks­rÃ¤tliche Nichteintretensbeschluss in einen Entscheid umgedeutet wÃ¼rde, mit dem der Be­zirksrat ‑ sinngemÃ¤ss ‑ den Rekurs gutgeheissen und die VerfÃ¼gung vom 28. Mai 1997 auf­gehoben habe. Indessen kann auch den Ã¼brigen ErwÃ¤gungen des Bezirksrats, soweit sie sich mit der intertemporalrechtlichen Frage der Anwendung von § 82 lit. k VRG bzw. der Auslegung von Art. XV Abs. 3 der genannten Gesetzesnovelle befassen, nicht beigetreten werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss Art. XV Abs. 3 der Gesetzesnovelle richtet sich die ZustÃ¤ndigkeit fÃ¼r die Beurteilung der im Zeitpunkt des Inkrafttretens hÃ¤ngigen Rechtsmittelverfahren nach dem bisherigen Recht (Satz 1). Im Ãbrigen findet das neue Recht auf hÃ¤ngige Verfahren An­wen­dung (Satz 2). Im Zeitpunkt des Inkrafttretens der revidierten VRG-Bestimmungen am 1. Januar 1998 war das vorliegende Rechtsmittelverfahren vor Baurekurskommission I hÃ¤n­gig. Da Letztere die Sache gestÃ¼tzt auf § 5 Abs. 2 VRG an den Bezirksrat Ã¼berwiesen hat, musste dieser ZustÃ¤ndigkeitsfragen ebenfalls nach altem Recht, d.h. so beurteilen, wie wenn das Verfahren am 1. Januar 1998 bei ihm hÃ¤ngig gewesen wÃ¤re; davon ist im Ãbri­gen auch der Bezirksrat ausgegangen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Neben der eigenen (bezirksrÃ¤tlichen) ZustÃ¤ndigkeit war insbesondere auch die Fra­ge, ob dem Gemeinderat A. bezÃ¼glich der Verteilung der Erschliessungskosten und der Erhebung von Zinsen VerfÃ¼gungskompetenz zukam, nach dem altem Recht zu beurtei­len, das am 28. Mai 1997, d.h. in jenem Zeitpunkt galt, in dem der Gemeinderat den mit Re­kurs angefochtenen Beschluss getroffen hat. Damals bestand fÃ¼r Streitigkeiten aus ver­waltungs­rechtlichen VertrÃ¤gen noch keine allgemeine ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungs­ge­richts, wie sie erst mit dem am 1. Januar 1998 in Kraft getretenen § 82 lit. k VRG ge­schaf­fen worden ist. Daraus ist abzuleiten, dass dem Gemeinderat A. in der stritti­gen An­gelegenheit eine VerfÃ¼gungskompetenz zustand (vgl. E. 1c unten). Das Verwal­tungs­ge­richt hat in einem Ã¤hnlich gelagerten Fall erkannt, Ã¼ber die in einem quartier­planÃ¤hnlichen Verfahren geltend gemachten und mit Schlussabrechnung verfÃ¼gungsmÃ¤ssig festgesetzten Beitragsforde­run­gen des Gemeinwesens aus einem frÃ¼heren Erschliessungs­vertrag habe auf Rekurs hin der Bezirksrat zu entscheiden (RB 1990 Nrn. 2 und ins­bes. 23). Diese Betrach­tungsweise muss auch im vorliegenden Fall massgebend sein, da wie erwÃ¤hnt im Zeit­punkt, in dem hier der Gemeinderat A. den mit Rekurs ange­fochtenen Beschluss getroffen hat, § 82 lit. k VRG noch nicht in Kraft war, mithin der Re­kurs den einzigen in dieser Angelegenheit in Be­tracht fallenden Rechtsmittelweg darstellte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Die vorstehenden ErwÃ¤gungen gelten auch mit Bezug auf den Beschluss des Ge­meinderats vom 3. Februar 1997 und den dagegen erhobenen Rekurs vom 24. MÃ¤rz 1997. Wie anzumerken ist, sind jedoch Disp. Ziff. 5 dieses Beschlusses und der dagegen erho­be­ne Rekurs durch den Beschluss vom 28. Mai 1997 gegenstandslos geworden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Aufgrund dieser ErwÃ¤gungen ist auf die Klage nicht einzutreten. Die Eingabe des Gemeinderats A. vom 31. Januar 2000 ist als Beschwerde entgegenzunehmen und im Sinn der vorstehenden ErwÃ¤gungen gutzuheissen. Der Nichteintretensbeschluss des Be­zirksrats Q. vom 14. Januar 2000 ist aufzuheben. Die Sache ist zur materiellen Be­ur­teilung der strei­tigen Zinsforderung an den Bezirksrat zurÃ¼ckzuweisen. Dieser wird ein­ge­la­den, die Ange­legenheit befÃ¶rderlich zu behandeln. Der Neuentscheid des Bezirks­rats wird nach Mass­ga­be des revidierten VRG (§ 19c Abs. 2 und § 41 VRG) mit Be­schwerde an das Verwal­tungs­gericht anfechtbar sein (vgl. RB 1998 Nr. 43).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf die Klage wird nicht eingetreten und die Eingabe vom 31. Januar 2000 als Be­schwerde entgegengenommen;</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Bezirksrats Q. vom 14. Januar 2000 wird aufgehoben. Die Sache wird zur materiellen Behandlung an den Be­zirksrat zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>