Steuerrekursgericht des Kantons Zürich 1. Abteilung 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 Entscheid 14. April 2011 Mitwirkend: Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter Mi- chael Ochsner und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow In Sachen 1. A, 2. B, Beschwerdeführer/ Rekurrenten, vertreten durch C, gegen 1. S c hw ei zeri s ch e Ei d ge no ss en sc haf t , Beschwerdegegnerin, 2. S t a at Z üri c h, Rekursgegner, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Süd, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Direkte Bundessteuer 2006 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2006 - 2 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 hat sich ergeben: A. A zusammen mit B schloss am 24. August 2000 mit der D AG (nachfolgend D) einen Vertrag mit dem Titel "Vermögensverwa ltungsauftrag mit Wertz uwachs- und Kapitalsicherungsgarantie" ab. Dabei überliess er der D ein auf seinen Namen laute n- des Wertschriftendepot mit einem Anlagewert von Fr. 1 Mio. (Anfangskapital) und dem Auftrag, die Vermögenswerte selb stständig nach freiem Ermessen anzulegen und zu verwalten. Als Gegenleistung garantierte die D nach Ablauf von 6 Jahren die Rückzah- lung eines Endbetrags von Fr. 1'330'000. - (= Anfangskapital inkl. j ährlicher Zins von 5.5% bzw. Fr. 55'000.- [ohne Zinseszinsen]) sowie einen Anteil von 30% an einem al l- fällig darüber hinaus erzielten Wertzuwachs des Wertschriftendepots. Gestützt auf diesen Vertrag rechnete die D mit dem Pflichtigen per 31. August 2006 wie folgt ab: Fr. Anlagevermögen garantiert 1'000'000.00 Wertzuwachs garantiert 330'000.00 ./. Total Auszahlungen während Vertragslaufzeit - 24'765.85 Garantiertes Endvermögen 1'305'234.15 Ist-Vermögen (nach Konto- und Depotsaldierung) 289'419.55 Differenz (Garantiertes Vermögen ./. Ist-Vermögen) 1'015'814.60 Aufgeteilt in: Kapitalsicherungsgarantie 685'814.60 Wertzuwachsgarantie (Einkommensteuer relevant) 330'000.00 Total auszubezahlende Garantieansprüche 1'015'814.60 In der Steuererklärung 2006 deklarierten die Pflichtigen einkommensseitig die vorerwähnte Wertzuwachskomponente von Fr. 330'000. -, wobei sie in den Vorjahren (2000 bis 2005) bereits besteuerte Beträge von insgesamt Fr. 75'473.- in Abzug brach- ten; zum verbleibenden Nettobetrag von Fr. 254'527.- bemerkten sie in einem Beglei t- brief, dass diese r satzbestimmend mit Fr. 50'905. - zu veranschlagen sei, weil er sich auf fünf Jahre verteile. Letzterem lag zugrunde, dass die Steuerbehörde bei der Veran-- 3 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 lagung 2005 erstmals die Meinung vertreten hatte, die sechsjährige Wertzuwachskom- ponente von Fr. 330'000. - sei steuerlich jährlich zu erfassen, worauf (einvernehmlich) ein Jahreszins von Fr. 55'000.- bereits besteuert worden ist. Im Einschätzungsverfahren für die Steuerperiode 2006 stellte sich der Steue r- kommissär (Korrekturvorschlägen der Wertschriftenabteil ung des kantonalen Steuer- amts folgend) auf den Standpunkt, der per Vertragsablauf ausbezahlte Wertzuwachs sei entgegen der Deklaration wie im Vorjahr mit einem Jahresbetreffnis von Fr. 55'000.- zu versteuern; steuerbar sei dafür aber der unter dem Titel Ka pitalsiche- rungsgarantie ausbezahlte Betrag von Fr. 685'814.60. Gestützt auf diese Sichtweise unterbreitete er den Pflichtigen mit Vorschlägen vom 9. Dezember 2008 für die Steuer- periode 2006 die folgende Einschätzung bzw. Veranlagung: Staats- und Gemeindesteuer Direkte Bundessteuer Fr. Fr. Steuerbares Einkommen 1'036'700.- 1'042'900.- Satzbestimmendes Einkommen 1'040'100.- Steuerbares Vermögen 3'734'000.- Satzbestimmendes Vermögen 3'844'000.-. Mit Antwort vom 9. April 2009 liessen die Pflichtig en diesen Vorschlag able h- nen. Zur Begründung führten sie aus, dass die von der D ausbezahlte Kapitalgarantie keine Einkommenssteuern auslösen könne, welche Auffassung auch die Eidgenöss i- sche Steuerverwaltung (ESTV) vertrete. In letzterem Zusammenhang wurde n zwei Stellungnahmen der ESTV vom 18. März und 17. August 2004 eingereicht. Der Steuerkommissär hielt in der Folge an seiner Auffassung fest und schät z- te die Pflichtigen am 18. Februar 20 10 (Staats- und Gemeindesteuern) bzw. 24. A u- gust 2006 (direkte Bundesteuer) - unter Korrektur auf ein steuerbares Einkommen von Fr. 1'042'400.- für die direkte Bundessteuer - nach Massgabe de r abgelehnten Vo r- schläge ein. B. Die hiergegen am 16. März 2010 erhobenen Einsprachen, mit welchen die Pflichtigen unter Hinweis auf ihre im Schreiben vom 9. April 2008 bereits vorgebrac h-- 4 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 ten Argumente die Vornahme der Einschätzung bzw. Veranlagung gemäss Selbstd e- klaration verfechten liessen, wies das kantonale Steueramt am 9. November 2010 ab. C. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 10. Dezember 2010 Beschwerde bzw. Rekurs erheben und beantragen, die steuerbaren Einkommen seien um die aufg e- rechnete Kapitalgarantie von Fr. 685'815. - zu reduzieren. Zur Begründung wurde im Hauptstandpunkt geltend gemacht, dass die Kapitalgarantie letztlich eine blosse Kapi- talrückzahlung darstelle und folglich keine Einkommenssteuern auslösen könne. Mit Beschwerde- und Rekursantwort vom 10. Januar 2011 schloss das kant o- nale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Derweil stellte die ESTV in ihrer sich auf die direkte Bundessteuer beziehen- den Vernehmlassung vom 9. Februar 2011 Antrag auf Gutheissung der Beschwerde. Die Kammer zieht in Erwägung: 1. Die früheren Steuerrekurskommissionen sind per 1. Januar 2011 zum Steuerrekursgericht mutiert (vgl. §§ 112 - 118a und §§ 147 - 153 des Steuergesetzes in der alten und neuen Fassung vom 8. Juni 1997 bzw. 13. September 2010, StG). Das vorliegende, noch bei der Steuerrekurskommission I ei ngegangene Geschäft ist als Folge dieser Änderung der 1. Abteilung des Steuerrekursgerichts zugeteilt worden und wird unter den bisherigen Geschäftsnummern weitergeführt. 2. Umstritten ist allein, ob die dem Pflichtigen von der D pro 2006 gestützt auf den Vermögensverwaltungsvertrag vom 24. August 2000 ausbezahlte Kapitalgarantie im Betrag von Fr. 685'814.60 als steuerbares Einkommen qualifiziert. Von Amts wegen zu prüfen ist aber auch, in welchem Umfang der de m Pflichtigen aus dem gle ichen Vertrag unter dem Titel Wertzuwachsgarantie ausbezahlte Betrag von Fr. 330'000.- pro 2006 zu versteuern ist. - 5 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 3. a) Der streitbetroffene Vertrag mit dem Titel "Vermögensverwaltungsauftrag mit Wertzuwachs- und Kapitalsicherungsgarantie" hat den folgenden Inhalt: Ziff. 1 hält fest, dass der Pflichtige der D den Auftrag erte ilt, ein auf se inen Namen lautendes Depot bei …bank in der Höhe von Fr. 1 Mio. zu verwalten. Dabei ist die D gemäss Ziff. 2 unter Einräumung entsprechender Rechte beauftragt , die Depo t- werte selbstständig nach freiem Ermessen und frei in der Wahl der Anlageobjekte (bei- spielhaft genannt werden: Obligationen, Aktien, Anlagefondsanteile, Geldmarktp apier, Festgelder, Edelmetalle, derivative Finanzinstrumente [standartisierte und nicht sta n- dartisierte Optionsgeschäfte, Financial Futures etc.], Treuhandanlagen, Barmittel) und des Anlagezeitpunkts anzulegen und zu verwalten. In Ziff. 3 wird die D ermächtigt, mit der Depotbank Retrozess ionsvereinbarungen einzugehen, wobei von der Depo tbank weitergegebene Kommissionserträge der D zustehen. Ziff. 4 gibt vor, dass die Vermö- gensverwaltung in erster Linie zum Ziel hat, Kapitalgewinne zu erzi elen. Ziff. 6 lässt sich sodann entnehmen, dass die D berechtigt, aber nicht verpflichtet ist, zur Absich e- rung bestimmter Vermögenswerte Options- und Futuresgeschäfte (Hedging) zu tätigen. Gemäss Ziff. 9 ist der Vertrag auf 6 Jahre abg eschlossen. Dabei sichert die D dem Pflichtigen per Vertragsablauf bzw. per 31. August 2006 die Rückzahlung eines Endbe- trags von Fr. 1'330'000.-, entsprechend "einer jährlichen Zunahme von CHF 55'000.00 (5.5% ohne Zinseszins auf dem am Anfang des Vertragsverhältnis ses eingesetzten Kapital von CHF 1'000'000.00)". Für den Fall einer jährlich höheren Wertz unahme als CHF 55'000.- ist vereinbart, dass der übe rsteigende Betrag zu 30% an den Pflichtigen und zu 70% (Erfolgshonorar) an die D geht; mit dieser Erfolg sbeteiligung wird dabei auch das Verwaltungshonorar abgegolten. Rückzüge sind nur im Umfang des jährlich garantierten Wertzuwachs es von Fr. 55'000.- bis zum 31. März de s folgenden Ve r- tragsjahres zulässig. Weiter ist in Ziff. 9 festgehalten, dass bei vorzeitiger Vertragsau f- lösung der effektive Wertzuwachs im Verhältnis 70% zu 30% auf zuteilen ist, womit auch die "ordentliche Verzinsung" abgegolten w ird. Schliesslich ist in Ziff. 10 aufge- führt, dass eine allfällige negative Vermögensdifferenz zwischen dem garantierten B e- trag von Fr. 1'330'000. - und dem tatsächlichen Endvermögen im Sinn der Garantiez u- sage per 31. August 2006 auszugleichen wäre. b) Die ESTV wurde von der D im Zusammenhang mit der Frage angeschri e- ben, ob die während der sechsjährigen Vertragszeit im Depot angefallenen und vom Pflichtigen bereits versteuerten Zinsen und Dividenden bei der Besteuerung des garan- tierten Wertzuwachses bei Vertragsablauf in Abzug gebracht werden können. - 6 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 aa) In einer ersten Stellungnahme vom 1. Juli 2004 stellte die ESTV fest, beim ihr vorgelegten Vertrag gehe es sich nicht um ein "f estverzinsliches und kapitalgaran- tiertes Finanzprodukt", denn die D sei nicht Emittentin. Es handle sich primär um einen Vermögensverwaltungsauftrag. Der auf Ablauf des Vertrags versprochene Zins sei erst dannzumal zu besteuern, wobei die bereits versteuerten Zinsen des D epots in Abzug zu bringen seien. bb) In einem zweiten, ausführlicheren Schreiben vom 17. August 2004 nahm die ESTV zur gleichen Frage wie folgt Stellung: Der Vertrag sei im Hinblick auf die Besteuerung der Zinsen noch einmal g e- prüft worden. Dabei gelange die ESTV nun zu einer anderen Auffassung: Wie im Schreiben vom 1. April 2004 festgehalten, handle es sich beim fraglichen Vermögens- verwaltungsauftrag nicht um ein kapitalgarantiertes Produkt im Sinn des Kreisschre i- bens Nr. 4 der ESTV vom 12. April 1999, weil die D nicht Emittentin eines solchen Pro- dukts sei. Die auftragsrechtlichen Komponenten würden überwiegen. Der Kunde verbleibe Eigentümer des Depots, weil dieses weiterhin auf seinen Namen la ute. Es kämen jedoch da rlehensähnliche Elemente hinzu, weil die Rückzahlung dem eing e- setzten Kapital und einem jährlich garantierten Vermögenszuwachs basierend auf e i- nem Zinsfuss von 5.5% pro Jahr entspreche. Vor allem bestehe die Möglichkeit, im Umfang des jährlich garantierten Wertzuwachses in der Höhe von Fr. 55'000. - bis zum 31. März des folgenden Monats Rückzüge zu tätigen. Im Zusammenhang mit dem g a- rantierten Vermögenszuwachs werde sogar ausdrücklich von "ordentlicher Verzinsung" gesprochen. Damit entspreche der garantierte Vermögenszuwachs wirtschaftlich e i- nem Zins wie bei einem Darlehen, wo der Zins eine Vergütung für die Überlassung des Kapitals entspreche. Im Fall des Pflicht igen seien die Zinsen und Dividenden, die aus den deponierten Werten stammten, ordentlich deklariert worden. Die damit geäu fneten Barmittel seien nach Vertrag zur Reinvestition in neue Werte zur Verfügung gestanden; die Zinsen seien also nicht zurückbehalten worden, um bei Vertragsende den gara n- tierten Wertzuwachs abzudecken. Die Zinsen würden somit nicht ein zweites Mal bei der Auszahlung des garantierten Wertzuwachses besteuert. Aus diesem Grund kön n- ten die während der Laufzeit des Vertrags versteuerten Vermögenserträge auf den sich im Depot befindlichen Werten nicht vom garantierten Vermögenszuwachs in A bzug gebracht werden. Der Letztere sei bei Vertragsende voll umfänglich als Vermögenser- trag zu versteuern. Dies gelte im Übrigen auch für andere Kunden, die solche Verträge abgeschlossen hätten. In Fäl len, wo die Wertzunahme den garantierten Zuwachs - 7 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 übersteige, stelle sich aber die Frage, ob nicht gewerbsmässiger Wertschrifte nhandel vorliege. Die Frage könne jedoch offen gelassen werden, weil der Vertrag ein e E r- folgsbeteiligung vorsehe und damit von einem partiarischen Darlehen auszugehen sei und der dem Anleger verblei bende Erfolgsteil folglich auch als steuerbarer Darlehen s- zins angeschaut werden könne. Noch einmal sei schliesslich festzuhalten, das s die garantierte Kapi talrückzahlung keine Einkommenssteuern auslöse, auch wenn die Wertschriften an Wert verloren hätten. Insbesondere die Differenz zwischen der Kap i- talrückzahlung und dem effektiven niedrigen Wert der Wertschriften sei kein Verm ö- gensertrag, weil es sich nicht um ein kapitalgarantiertes Produkt im Sinn des Krei s- schreibens Nr. 4 handle. Die auftrags - und darlehensrechtlichen Elemente würden überwiegen, weshalb die Garantieverpflichtung eine blosse Kapitalrückzahlung darstel- le. c) Die Vorinstanz leitet die Steuerbarkeit der in Frage stehenden Garantielei s- tung aus der Einkommensgeneralklausel von § 16 Abs. 1 StG bzw. Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 19. Dezember 1990 ( DBG) ab, wonach alle wiederkehrenden und einmal igen Einkünfte der Einkommenssteuer unte r- liegen. Zur weiteren Begründung führte sie im Einspracheentscheid aus, dass ein Dar- lehensverhältnis offensichtlich nicht eingegangen worden sei, denn die Wertschriften und Geldbeträge seien der D nicht ausgeliehen worden. Das Depot sei rechtlich und wirtschaftlich im Eigentum des Auftraggebers verblieben. Auch eine Schadenersat z- leistung aus Auftragsrecht liege nicht vor, denn die D habe ihre vertraglichen Leistu n- gen erfüllt: Weil die versprochen Wertzunahme von 5.5% nicht erzielt worden sei, habe sie die vertragliche Garantieleistung erbracht. Damit fehle es an einer Pflicht widrigkeit und damit an der Grundvoraussetzung einer Schadenersatzpflicht. Dank der Vertrag s- erfüllung sei dem Pflichtigen kein Schaden entstand en und ein Ve rschulden der D sei auch nicht ersichtlich. Die Besteuerung der Garantieleistung stehe im Übrigen im Ei n- klang mit dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit: Weil der Pflichtige zivilrechtlich und wirtschaftlich Eigentümer des von der D verwalte- ten Depots geblieben sei, habe er einen steuerlich unbeachtlichen Kapitalverlust e r- zielt. Durch die Leistun g der Kapitalsicherungsgarantie seien ihm alsdann im Umfang der Garantie Mittel zugefloss en, welche ihm ohne Garantieleistung nicht zug estanden hätten. Damit habe sich seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhöht. d) Die Pflichtigen halten dem beschwerde- und rekursweise entgegen, beim fraglichen Vertrag handle es sich um ein en Innominatkontrakt, welcher im Sinn der - 8 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 Würdigung der ESTV bei einem Darlehen bzw. bei einem partiarischen Darlehen anzu- siedeln sei. Allenfalls könnte die Kapitalgarantie auch als versicherungstechnische Komponente angesehen werden. So sei die D aufgrund von statistischen Überlegu n- gen betre ffend langfristige Anlagen davon ausgegangen, dass sie das Risiko eine s Wertverlusts übernehmen könne. Sie sei dementsprechend unter dem Vorbehalt einer sechsjährigen Vertragsdauer bereit gewesen, den Schaden einer risikoreicheren Ve r- mögensanlage zu überneh men. Auch bei dieser Betrachtungsweise falle eine Ei n- kommensbesteuerung ausser Betracht. Selbst wenn man von einem Auftrag aus gehe, ergäbe sich keine Besteuerung der Kapitalgarantie . Diesfalls wäre nämlich von einer pauschalierten Schadenersatzregelung auszugehen: Der Pflichtige habe mit dem Ve r- trag zumindest den Erhalt des eingesetzten Vermögens angestrebt. Wenn die D im eigenen Int eresse (Retrozessionen, Gewinnanteil) ein zu hohes Risiko eingegangen sei und den vorgegebenen Werterhalt verpasst habe, sei i hr eine Pflichtwidrigkeit vo r- zuhalten und sei ein entsprechender Schaden entstanden. 4. a) Festzuhalten ist zunächst, dass die Parteien mit der ESTV zurecht davon ausgehen, dass der Pflichtige mit dem im Streit liegenden Vertrag kein kapitalgarantier- tes Produkt im Sinn des Kreisschreibens Nr. 4 vom 12. April 1999 (Obligati onen und derivate Finanzinstrumente als Gegenstand der direkten Bundessteuer, der Verrec h- nungssteuer sowie der Stempelabgaben) erworben hat. Selbst wenn im Ü brigen ein solches Produkt (etwa aus dem Bereich "K apitalgarantierte Derivate") vorläge, könnte die Garantieleistung keine Einkommenssteuern auslösen , denn der garantierte Rück- zahlungsbetrag (Transparente Produkte ) bzw. das ursprünglich investierte Kapital (nicht transparente Produkte) ist bei solchen Produkten nicht steuerbar (vgl. Ziff. 3.4.1 bzw. 3.4.2 des Kreisschreibens). b) Auszugehen ist mit den Parteien auch davon, dass weder ein reine s Auf- tragsverhältnis noch ein Darlehensvertrag vorliegt. Beim in Frage stehenden "Verm ö- gensverwaltungsauftrag mit Wertzuwachs - und Kapitalsicherungsgarantie" handelt es sich vielmehr um einen Innominatkontrakt, dessen Inhalt durch Auslegung zu ermi tteln ist. Unterschiedlich legen die Parteien den Vertrag insoweit aus, als die Pflichtigen mit Bezug auf die Garantieleistung primär von einer blossen Kapitalrückzahlung oder allen- falls von einer Schadenersatzleistung ausgehen, während die Steuerbehörde auf steu- erbaren Vermögenszuwachs schliesst. - 9 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 c) Soweit der Inhalt eines Vertrags unter den Parte ien streitig ist, ermittelt der Richter durch Auslegung dieser Vertragsbestimmung den vereinbarten Inhalt (Gauch/Schluep/Schmid/Rey, Schweizerisches Obligationenrecht, Al lgemeiner Teil, Band I, 9. A., 2008, Rz 1196). Das Ziel der richterlichen Vertragsausl egung besteht in der Feststellung des übereinstimmenden wirklichen Willens, den die Parteien au s- drücklich oder stillschweigend erklärt haben (subjektive Auslegung). In vielen Einzelfäl- len lässt sich der übereinsti mmende wirkliche Wille der Parteien indes n icht mehr (mit Sicherheit) feststellen. Alsdann muss der Richter sich damit begnügen, durch objekt i- vierte Auslegung den Vertragswillen zu ermitteln, den die Parteien mutmasslich gehabt haben. Hierbei hat der Richter das als Vertragswillen anzusehen, was ve rnünftig und redlich (korrekt) handelnde Parteien unter den gegebenen (auch persönlichen) U m- ständen durch die Verwendung der auszulegenden Worte oder ihr sonstiges Ve rhalten ausgedrückt und folglich gewollt haben würden (Ga uch/Schluep/Schmid/Rey, Rz 1200 f.; Wolfgang Wiegand, in: Basler Kommentar, 4. A, 2007, Art. 18 N 13 OR). Primäres Auslegungsmittel ist dabei der Wortlaut der vertraglichen Vereinbarungen. Hierbei ist auch das systematische Element zu berücksichtigen. Der einzelne Ausdruck ist im Zusammenhang, in dem er steht, als Teil des Ganzen aufzufassen. Der Sinng e- halt eines Worts wird häufig durch die Stellung, welche dieses im Vertragstext ei n- nimmt, (mit)bestimmt (Gauch/Schluep/Schmid/Rey, Rz 1206 ff.; Wiegand, Art. 18 N 24 OR). Als ergänzendes Ausl egungsmittel sind die Umstände (wie Ort, Zeit und andere Begleitumstände des Vertragsabschlusses, das Ve rhalten der Parteien vor und nach dem Vertragsabschluss sowie die Interessenlage der Parteien beim Vertragsabschluss und der sich daraus ergebende Vertr agszweck) zu berücksichtigen. Dabei ist indes zu beachten, dass dem Wortlaut im Verhältnis zu den ergänzenden Auslegungsmitteln insoweit Vorrang zukommt, als immer dann, wenn die übrigen Auslegungsmittel, in s- besondere der Vertragszweck, nicht sicher einen anderen Schluss erlauben, es beim Wortlaut sein Bewenden haben muss (G auch/Schluep/Schmid/Rey, Rz 1212 ff.; Wi e- gand, Art. 18 N 18 OR). Im Sinn von allgemeinen Ausl egungsregeln hat der Richter sich geistig in die Zeit des Vertragsabschlusses zurückzuversetz en und sich in die d a- malige Lage der vertragsschliessenden Parteien hineinz udenken. Er hat zwar vom Wortlaut als primärem Auslegungsmittel auszugehen; er darf jedoch nicht beim buc h- stäblichen Sinn der verwendeten Worte haften bleiben, sondern hat den wirkl ichen (zumindest aber den mutmasslichen) Willen der Parteien zu erfo rschen. Im Sinn einer ganzheitlichen Auslegung ist die einzelne Vertragsbestimmung unter Mitberücksicht i- gung des Vertragsganzen auszulegen. - 10 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 d) Das Steuerrekursgericht legt den streitbetroffenen Vertrag mit Bezug auf die Frage der Steuerbarkeit der strittigen Garantieleistung in gleicher Weise aus wie die ESTV: Gemäss Vertrag hat der Pflichtige letztlich ein Vermögen im Wert von Fr. 1 Mio. angelegt bzw. durch die D verwalten lassen. Der für eine feste Laufzeit von sechs Jahren abgeschlossene Vertrag garantierte dabei, dass das eingesetzte Kapital (Fr. 1 Mio.) bei Vertragsablauf zurückbezahlt wird . G arantiert wurde im Ra hmen der Wertzuwachsgarantie zudem eine konstante jährliche Verzinsun g des investierten Ka- pitals (5.5% von Fr. 1 Mio. = Fr. 55'000.-), wobei die Aus zahlung als Einmalbetreffnis per Vertragsablauf erfolgen sollte (6 x Fr. 55'000. - = Fr. 330'000. -). Insgesamt wurde damit die "Rückzahlung" eines Endbetrags von Fr. 1'330'000. - per Vertragsablauf g a- rantiert. Wirtschaftlich betrachtet ist dergestalt von einem Darlehen des Pflichtigen an die D mit sechsjähriger Laufzeit auszugehen (Hingabe eines Betrags von Fr. 1 Mio. gegen einen Vergütungszins von 5.5% p.a.). Im Übrigen liegt das ganze Konstrukt aber auch in der Nähe einer Obligation mit sechsjähriger Laufzeit und Einmalverzinsung. Dass das Depot im Eigentum des Pflichtigen verblieben ist, ändert an dieser Betrachtungsweise nichts. Abgesehen von der Möglichkeit, jährliche Rückzüge in Höhe der 5.5%-Jahresverzinsung zu tätigen oder den Vertrag während der sechsjährigen Laufzeit aufzulösen (wodurch aber die Garantieverpflichtungen der D untergegangen wären; vgl. Vertrag Ziff. 4, 9 und 12), hatte der Pflichtige keine Verfügungsmacht mehr über sein Depot bzw. das so angelegte Vermögen. Derweil konnte die D mit den ihr zur Verfügung gestellten Depotwerten in ihrem Geschäftsbereich (Vermögensverwa ltung) nach Massgabe der inhaltlich vorgegebenen breiten Anlagepolitik schalten und walten wie sie wollte, sich dabei Kommissionserträge (Retrozessionen) verdi enen und mit Blick auf die vereinbarte Erfolgsbeteiligung insbesondere versuchen, Kapitalgewinne zu erzielen, um an diesen bei Übertreffen der "ordentlichen Verzinsung" (von 5.5%) mit 70% zu partizipieren. Diese Erfolgsbeteiligung berücksichtigend spricht die ESTV zu Recht von einem partiarischen Darlehen. Ein solches liegt nämlich vor, wenn die Ver- tragsparteien abmachen, dass der Bor ger dem Darleiher statt eines Zinses oder (wie hier) neben einem Zins einen Anteil am Gewinn seines Geschäftes ausrichtet, wobei charakteristisch ist, dass der Borger mit dem Darlehen ein vertraglich be stimmtes Ge- schäft ver folgt (hier risikobehaftete Vermögensanlage) um dabei Gewinn zu erwirt- schaften. - 11 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 Abgesehen vom Risiko, dass die D die vertraglich zugesicherte Kapitalrück- zahlung mangels Zahlungsfähigkeit nicht mehr hätte leisten können (welches Ris iko bonitätsbezogen auch bei gewöhnlichen Darlehensgeschäften oder Obligationen be- steht), bestand für den P flichtigen zu keiner Zeit ein Risiko, einen Kapitalverlust zu e r- leiden. Zwar war sich der Pflichtige bewusst, dass mit Blick auf die vereinbarte, auf Kapitalgewinne ausgerichtete Anlagepolitik sein Depot an Wert verlieren kann (vgl. Risikoklausel in Ziff. 6); indes musste ihn das Depot bzw. dessen Zusammense t- zung und Wert mit Blick auf eine mögliche Negativentwicklung insoweit nicht mehr inte- ressieren, als er aufgrund der konkreten Vertragsausgestaltung Anspruch darauf hatte, in jedem Fall nach sechsjährige r Anlagedauer sein investiertes Vermögen von Fr. 1 Mio. zuzüglich eines Jahreszinses von 5.5% zurückzuerhalten; von Interesse war das Depot wegen der vereinbarten 30%-Erfolgsbeteiligung lediglich bei stark positiver Entwicklung. Soweit die D dem Pflichtigen per Vertragsablauf (2006) das per Vertragsbe- ginn (2000) investierte Anlagekapital von Fr. 1 Mio. zurückbezahlt hat, fehlt es bei die- ser Lage der Dinge an einem Vermögenszugang und kann dies folglich keine Einko m- menssteuern auslösen. e) Zum gleichen Resultat führt im Übrigen noch eine andere Betrachtungswei- se: Ginge man mit der Steuerbehörde nicht von einem darlehensähnlichen Geschäft, sondern davon aus, dass der Pflichtige mit Hilfe der D als Vermögensverwalterin eige- ne Geldanlagen tätigte, welche nach sechsjähriger Anlagedauer zu einem Kapitalve r- lust geführt haben, so wäre im vorliegenden Fall von gewerbsmässigem Wert schriften- handel auszugehen. Zu diesem Schluss kommt sinngemäss auch die ESTV in ihrer zweiten Stellungnahme. Dafür sprechen allein s chon die gewählte hochriskante Anla- gepolitik (welche u.a. Hedging-Geschäfte mit einschliesst ) und die bedeutenden De- potumsätze (vgl. für das Jahr 2006: Transaktionsliste und Bankbelege ). Dass die zahl- reichen Wertschriftengeschäfte nicht vom Pflichtigen selbst, sondern durch die von ihm beauftragte D abgewickelt worden sind, spielt nach der bundesgerichtlichen Rech t- sprechung keine Rolle (vgl. BGr, 23. Oktober 2009, 2C_868/2008). I n einer so lchen Konstellation wäre folglich auch der Kapitalverlust einkommenss teuerwirksam und r e- sultierte bei Steuerbarkeit der den Kapitalverlust ausgleichenden Garantieleistung s o- mit ein Nullsummenspiel. - 12 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 5. a ) Neben der Kapitalrückzahlung (Fr. 1 Mio.). wurde dem Pflichtigen per Vertragsablauf (31.8.2006) die folgende Wertzuwachskomponente ausbezahlt: Fr. Wertzuwachs garantiert 330'000.- ./. Auszahlungen während Laufzeit -24'765.85 Restbetrag Wertzuwachs garantiert 305'234.15 b) Die Pflichtigen gingen bei ihrer Deklaration 2006 von der einkommensste u- errelevanten Besteuerung der Wertzuwachsgarantie von Fr. 330'000. - aus, brachten dabei aber pro 2000 bis 2005 bereits versteuerte Einkommensanteile von insgesamt Fr. 75'473.- in Abzug; zudem verlangten sie die satzbestimmende B erücksichtigung des überjährigen Charak ters der Wertzuwachsauszahlung (vgl. Beglei tschreiben zur Steuererklärung vom 29. August 2007). Die Steuerbehörde ging demgegenüber davon aus, dass lediglich der 5.5%-Jahreszins von Fr. 55'000.- steuerbar sei. Eine Begrün- dung dafür lässt sich aber weder de m Einschätzungs- bzw. Veranlagung sentscheid noch den Einsprach eentscheiden entnehmen. Letzteres mag darauf zurückzuführen sein, dass die Steuerbehörde bereits in der Vorperiode 2005 (anders als in d en Steu- erperioden bis 2004 ) die Auffassung vertre ten hatte, die Wertzuwach sgarantie sei im Umfang des 5.5%-Jahreszinses von Fr. 55'000. - jährlich steuerbar. A llerdings wurde die entsprechende Einkommensaufrechnung auch damals nicht begründet (vgl. Einschätzungsentscheid für die Steuerperiode 2005 vom 22. Januar 2 007; Steu- erakten 2005). Im E inspracheverfahren wies die Steuerkommissärin mit Schre iben an die Pflichtigen vom 4. April 2007 lediglich darauf hin, dass "gemäss steuerlicher Beur- teilung" die Wertzuwachsraten jährlich im Umfang von jeweils Fr. 55'000.- pro Jahr zu besteuern seien, weshalb pro 2005 ein entsprechender Betrag aufzurec hnen sei; die letzte Tranche der Wertzuwachsgarantie werde alsdann per 2006 besteuert, auch wenn damit vom Gesamtbetrag im Ergebnis lediglich Fr. 110'000.- zur B esteuerung gelangten. In der Folge haben die Pflichtigen ihre gegen die Zinsbesteuerung gericht e- te Einsprache damals zurückzogen (vgl. Steuerakten 2005). Beschwerde- und rekursweise haben die Pflichtigen die Sichtweise der Ste u- erbehörde in Abweichung zu ihrer Deklaration nu nmehr übernommen; dies wohl mit Blick auf eine ansonsten drohende Höhertaxation ( Besteuerung der Kapitalgarantie und zusätzlich Besteuerung der gesamten Wertzuwachsgarantie). - 13 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 c) Gemäss Vertrag (Ziff. 9) war die Wertzuwachsgarantie von Fr. 330'000.- per Vertragsablauf bzw. per 31. August 2006 geschuldet. Auch wenn diese Summe letz t- lich einer jährlichen Verzinsung des Anlagekapitals (Fr. 1 Mio.) von 5.5% entspricht, so ist gleichwohl nicht nachvollziehbar, wieso die Auszahlung per 2006, welche nach dem bereits Gesagten im Ergebnis eine Einmalverzinsung für ein sechsjähriges Darlehen bzw. eine sechsjährige Anlage beinhaltet, nicht im Auszahlungsjahr zur Besteuerung gelangen sollte. Auch die ESTV ging in den erwähnten Stellungnahmen von einer so l- chen Schlussbesteuerung aus. Fraglich war im Rahmen der diesbezügl ichen Anfrage lediglich, ob die vergleichsweise geringfügigen Zinsen und Dividenden, welche wäh- rend der Vertragslaufzeit im Depot angefallen und ordentlich versteuert wo rden sind, bei der Wertzuwachsbesteuerung am Ende der Vertragszeit in Abzug gebracht werden können. Diesbezüglich ging die ESTV in ihrer abschliessenden zweiten Stellungnahme davon aus, dass der volle Wertzuwachs zu versteuern sei, weil die während der Ve r- tragszeit geäufneten Barmittel aus Zins- und Dividendenzahlungen zur Reinvestit ion zur Verfügung gestanden hätten und nicht für den garantierten Wertzuwachs bei Ve r- tragsende zurückbehalten worden seien. Dem ist freilich entgegenzuhalten, dass de r Pflichtige gemäss Schlussabrechnung der D während der Vertragslaufzeit bereits Ein- zelbeträge von insgesamt Fr. 24'765.85 ausbezahlt erhalten hat (= keine Reinvestit i- on), weshalb die Wertzuwachs-Schlusszahlung von Fr. 330'000.- entsprechend gekürzt worden ist. Soweit es sich bei diesen während der Vertragslaufzeit bezogenen Beträ- gen wohl um bereits versteuerte Zins betreffnisse handelt, stünde dies einer erneuten Besteuerung bei Vertragsende entgegen. Die Pflichtigen bezifferten die bereits beste u- erten Betreffnisse in ihrer Deklaration allerdings lediglich auf Fr. 20'473.-. Überprüfen lässt sich die verbleibende Diskrepanz (vorzeitige Rückzahlungen von Fr. 24'765.85; bereits versteuerte Zinsbetreffnisse von angeblich Fr. 20'473.-) gestützt auf die vorli e- genden Steuerakten nicht, weshalb der Sachverhal t in diesem Zusa mmenhang noch untersuchungsbedürftig ist. Die notwendige Untersuchung ist zwecks Wahrung des gesetzlichen Instanzenzugs gemäss § 149 Abs. 3 StG bzw. Art. 143 Abs. 1 DBG erst- instanzlich von der Steuerbehörde im Einspracheverfahren vorzunehmen, weil sie i m fraglichen Zusammenhang ohne jegliche Begründung fälschlicherweise davon ausging, es sei lediglich ein Jahreszins von Fr. 55'000.- zu besteuern und deshalb entsprechen- de Abklärungen unterblieben sind (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 143 N 26. ff. DBG und Kommentar zum harmonisierten Zü rcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 149 N 29 ff. StG ). - 14 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 Steuerbar wird letztlich d ie per 2006 ausbezahlte Wertzuwachsgarantie von Fr. 330'000.- sein, wobei die in den Vorjahren vom Pflichtigen bereits bezogenen Be- träge von insgesamt Fr. 24'765.85 insoweit in Abzug zu bringen sind, als sie tatsäc h- lich bereits versteuert worden sind. Ebenfalls abzuziehen ist das von der Steuerbehö r- de in der Vorperiode 2005 bereits besteuerte Zinsbetreffnis von Fr. 55'000.-. Weil die dergestalt zu ermittelnde Schlusszahlung im Ergebnis ein fünfjähriges Zins einkommen beinhaltet, ist diese bei der Festlegung der satzbestimmenden Einkommen lediglich mit einem Fünftel zu veranschlagen (§ 36 StG, Art. 37 DBG). Die einkommensseitigen Steuerfaktoren werden bei diesem Ergebnis sehr nahe bei der Selbstdekl aration der Pflichtigen liegen. 6. a) Nach alledem sind die vorinstanzlichen Entscheide aufzuheben und ist die Angelegenheit zur weiteren Sachverhaltsabklärung un d zum Neuentscheid an das kantonale Steueramt zurückzuweisen. b) Ausgangsgemäss sind die Kosten de r Beschwerdegegnerin bzw. dem Rekursgegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Dabei ist zu berücksichtigen, dass auch die nebenpunktbedingte Rückweisung durch die Steuerbe- hörde verursacht worden ist. Sodann haben die Pflichtigen Anrecht auf die beantragten Parteientschädigungen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Verwa l- tungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968; § 1 52 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/6. September 1987). Demgemäss erkennt die Kammer: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Einspracheentscheid vom 9. No- vember 2010 wird aufgehoben und die Angelegenheit im Sinn der Erwägungen zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid an das kantonale Steueramt ins Einspracheverfahren zurückgewiesen. 2. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Der Einspracheentscheid vom 9. Nove m- ber 2010 wird aufgehoben und die Angelegenheit im Sinn der Erwägungen zur wei-- 15 - 1 DB.2010.265 1 ST.2010.363 teren Untersuchung und zum Neuentscheid an das kantonale Steueramt ins Ein- spracheverfahren zurückgewiesen. […]