<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00311</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203852&amp;W10_KEY=13013571&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00311</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.11.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Administrativmassnahmen im Strassenverkehr (Anordnung einer ärztlichen Untersuchung)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Behörde darf eine verkehrsmedizinische bzw. privatärztliche Untersuchung anordnen, wenn sie Zweifel an der Fahreigung hat (E. 2.1); zulässige Anordnung der Untersuchung beim Augenarzt wegen Zweifeln an der Sehkraft (E. 2.2) und beim Allgemeinmediziner zur Abklärung des Medikamentenkonsums (E. 2.3); Berücksichtigung der Zeugnisse des Hausarztes nur unter Vorbehalten (mögliche Interessenkollisionen; E. 2.4). Zulässige Verweigerung einer Entschädigung bei nur teilweisem Obsiegen (E. 3). Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARZTUNTERSUCHUNG">ARZTUNTERSUCHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFLAGE, VERKEHRSMEDIZINISCHE">AUFLAGE, VERKEHRSMEDIZINISCHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAHREIGNUNG">FAHREIGNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MEDIKAMENTE">MEDIKAMENTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: SACHVERHALTSFESTSTELLUNG">SACHVERHALTSFESTSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STRASSENVERKEHRSRECHT">STRASSENVERKEHRSRECHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 14 Abs. 4 SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 31 Abs. 2 SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 104 Abs. 1 SVG</span><br/><span class="gerade">§ 19 Abs. 2 VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 2 Abs. 1 VRV</span><br/><span class="gerade">Art. 7 Abs. 1 VZV</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 Abs. 1 VZV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Am 28. Oktober 2002 geriet A mit seinem Personenwagen auf der L-Strasse in X in eine Geschwindigkeitskontrolle. Weil ein Atemlufttest auf vorgÃ¤ngigen Alkoholkonsum hindeutete, ordnete die Polizei eine Blutprobe an, die auf der Regionalwache durchgefÃ¼hrt werden sollte. A widersetzte sich der Blutentnahme; laut Polizeirapport kam es in der Folge zu einer Auseinandersetzung mit der aufgebotenen stellvertretenden OberÃ¤rztin des Instituts fÃ¼r Rechtsmedizin. Die Ãrztin empfahl in ihrem Bericht an das Strassenverkehrsamt (Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit), die Fahreignung von A abklÃ¤ren zu lassen. Am 13. Januar 2003 ordnete das Strassenverkehrsamt eine entsprechende verkehrsmedizinische Untersuchung an.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">A erhob gegen die VerfÃ¼gung des Strassenverkehrsamtes Rekurs an den Regierungsrat. Dieser hiess den Rekurs am 2. Juli 2003 teilweise gut und hob die angefochtene Anordnung auf. Gleichzeitig verpflichtete der Regierungsrat A, der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit ein augenÃ¤rztliches Zeugnis betreffend Sehkraft einzureichen, weiter ein privatÃ¤rztliches Zeugnis betreffend den allgemeinen Gesundheitszustand und medikamentÃ¶se Behandlungen. Der Regierungsrat beauftragte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit, A eine Frist zur ErfÃ¼llung dieser Auflagen anzusetzen. Eine ParteientschÃ¤digung wurde nicht zugesprochen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 9. September 2003 erhob A gegen den Entscheid des Regierungsrates Beschwerde ans Verwaltungsgericht. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen. Das Strassenverkehrsamt beantragte am 17. September 2003 die Abweisung der Beschwerde, ebenso der Regierungsrat am 26. September 2003. Mit Eingabe vom 3. Oktober 2003 hielt der BeschwerdefÃ¼hrer an seinen AntrÃ¤gen fest.</p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Der Regierungsrat verpflichtete den BeschwerdefÃ¼hrer, der Beschwerdegegnerin ein augenÃ¤rztliches und ein privatÃ¤rztliches Zeugnis einzureichen. Gleichzeitig beauftragte er die Beschwerdegegnerin, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine angemessene Frist zur ErfÃ¼llung dieser Auflagen anzusetzen. Dabei handelt es sich um einen Zwischenschritt auf dem Weg zur EndverfÃ¼gung (einem allfÃ¤lligen FÃ¼hrerausweisentzug), mithin um eine ZwischenverfÃ¼gung im Sinne von § 19 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG; analog, den vorsorglichen FÃ¼hrerausweisentzug betreffend, BGE 122 II 359 E. 1a). Die vorliegende ZwischenverfÃ¼gung unterliegt letztinstanzlich der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht, da gegen die EndverfÃ¼gung â den allfÃ¤lligen FÃ¼hrer­ausweis­entzug â ebenfalls die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegeben ist (Art. 101 lit. a des Bun­des­rechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943, OG, e contrario; Art. 24 Abs. 2 des Stras­­senverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958, SVG). Das Verwaltungsgericht ist somit fÃ¼r die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig (Art. 98a Abs. 1 OG; VGr, 27. November 2002, VB.2002.00169, E. 1, www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Eine Partei ist zur Anfechtung einer ZwischenverfÃ¼gung legitimiert, wenn diese einen Nachteil zur Folge hat, der sich spÃ¤ter voraussichtlich nicht mehr beheben lÃ¤sst (§ 48 Abs. 2 VRG). Die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung stellt einen solchen Nachteil dar (VGr, 27. November 2002, VB.2002.00169, E. 2b, www.vgrzh.ch = RB 2002 Nr. 16; vgl. auch BGr, 27. November 2002, 6A65/2002, www.bger.ch). Der Be­schwerdefÃ¼hrer ist somit zur Anfechtung der angeordneten Untersuchungen legitimiert. </span></p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht in der BegrÃ¼ndung seiner Beschwerde verschiedene MÃ¤ngel (Zustandekommen, Verfahren, etc.) der VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 13. Januar 2003 geltend. Diese erstinstanzliche VerfÃ¼gung ist indessen nicht Anfechtungsobjekt. Sie wurde vom Regierungsrat bereits vollumfÃ¤nglich aufgehoben; ob die Vorinstanz die VerfÃ¼gung auch wegen einer GehÃ¶rsverletzung hÃ¤tte aufheben sollen, ist vom Verwaltungsgericht mangels Rechtsschutzinteresse nicht zu beurteilen. Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer geltend macht, er sei vor Erlass der erstinstanzlichen VerfÃ¼gung nicht angehÃ¶rt worden, sind seine RÃ¼gen folglich nicht zu beurteilen.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer verlangt die Aufhebung der Anordnung, ein augenÃ¤rztliches sowie ein privatÃ¤rztliches Zeugnis zur Fahreignung erstellen zu lassen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Wer wegen Einnahme von Medikamenten nicht fahrfÃ¤hig ist, darf kein Fahrzeug fÃ¼hren (Art. 31 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962, VRV). Ist die FahrfÃ¤higkeit dauernd in Frage gestellt (zum Beispiel weil jemand durch kÃ¶rperliche Krankheiten daran gehindert ist, ein Fahrzeug sicher zu fÃ¼hren), ist dem Betroffenen der Fahrausweis mangels Fahreignung zu entziehen (Art. 14 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 16 Abs. 1 SVG). Ein solcher Sicherungsentzug dient der Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten FÃ¼hrern (Art. 30 Abs. 1 der Verkehrszulassungsverordnung vom 27. Oktober 1976). ErhÃ¤lt die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde, wie hier, vom Arzt (Art. 14 Abs. 4 SVG) bzw. von der Polizei (Art. 104 Abs. 1 SVG; Art. 123 Abs. 3 VZV) einen Hinweis, dass die Fahreignung mÃ¶glicherweise nicht gegeben ist, stellt sich fÃ¼r sie die Frage, ob sie die Fahreignung abklÃ¤ren lassen darf.</span></p> <p class="Urteilstext">Die gesetzliche Grundlage fÃ¼r die Anordnung einer EignungsabklÃ¤rung findet sich mangels einer expliziten bundesrechtlichen Vorschrift im kantonalen Verfahrensrecht (Pflicht zur Untersuchung des Sachverhaltes gemÃ¤ss § 7 VRG; vgl. Art. 106 Abs. 2 SVG). § 7 Abs. 1 VRG kann naturgemÃ¤ss nicht entnommen werden, welche Hinweise von Ãrzten oder von der Polizei ausreichend sind, um eine AbklÃ¤rung der Fahreignung anzuordnen. Damit rechtfertigt es sich, vergleichbare bundesrechtliche Vorschriften analog anzuwenden (VGr, 27. November 2002, VB.2002.00169, E. 3a, www.vgrzh.ch). Vor der Erteilung von Lernfahrausweisen ist eine AbklÃ¤rung anzuordnen, wenn Zweifel Ã¼ber die kÃ¶rperliche Eignung bestehen (Art. 7 Abs. 1 VZV); eine verkehrspsychologische oder psychiatrische Untersuchung drÃ¤ngt sich auf, wenn Zweifel an der charakterlichen oder psychischen Eignung eines Fahrzeuglenkers bestehen (Art. 9 Abs. 1 VZV). Zweifel an der Fahreignung sind begrÃ¼ndet, wenn "konkrete Anhangspunkte" dafÃ¼r bestehen, dass der betreffende Fahrzeuglenker "mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich in einem Zustand ans Steuer eines Fahrzeuges zu setzen, der das sicherere FÃ¼hren nicht mehr gewÃ¤hrleistet" (BGr, 27. November 2002, 6A.65/2002, E. 5.2, www.bger.ch; vgl. BGE 124 II 359 E. 3d; Rudolf Hauri-Bionda, Drogen/Medikamen­te: Anlass und MÃ¶glichkeiten der Fahreignungsuntersuchung aus medi­zinischer Sicht, AJP 1994, S. 457, 458 f.; RenÃ© Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III, Bern 1995, Rz. 2087). Die BehÃ¶rde verfÃ¼gt bei der Frage, ob eine Untersuchung anzuordnen sei oder nicht, natur­gemÃ¤ss Ã¼ber einen gewissen Ermessensspielraum (BGE 120 Ib 305 E. 4b), den das Verwaltungsgericht nur auf ErmessensÃ¼berschreitung hin untersucht (§ 50 Abs. 2 lit. c VRG; vgl. analog fÃ¼r die Anordnung einer Kontrollfahrt BGE 127 II 129 E. 3a).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht zunÃ¤chst geltend, die Vorinstanz habe keine augen­<br/> Ã¤rztliche Untersuchung anordnen dÃ¼rfen.</span></p> <p class="Urteilstext">Der Regierungsrat begrÃ¼ndet seine Zweifel am SehvermÃ¶gen des BeschwerdefÃ¼hrers mit den Angaben, die der BeschwerdefÃ¼hrer in seinem Rekurs zur angeordneten Blutentnahme auf der Regionalwache machte. Danach habe sich die Ãrztin ihm gegenÃ¼ber mit einem kreditkartenÃ¤hnlichen Gegenstand ausgewiesen. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe die Ãrztin darauf aufmerksam gemacht, dass er "im Kurzsichtbereich" aufgrund seines Alters nicht mehr derart gut sehen wÃ¼rde, um die Schrift noch zu erkennen. Diese Sachverhaltsdarstellung deckt sich zunÃ¤chst mit den Angaben, die der BeschwerdefÃ¼hrer bei der polizeilichen Einvernahme machte. Danach sei es ihm aufgrund seiner SehschwÃ¤che nicht mÃ¶glich gewesen, den Ausweis zu entziffern. Nach der Sachverhaltsdarstellung des BeschwerdefÃ¼hrers im Rekursverfahren ist diese SehschwÃ¤­che allerdings zu vernachlÃ¤ssigen, da die Ãrztin ihm den Ausweis aus einer Entfernung von 2 bis 2.5 Metern gezeigt habe. GemÃ¤ss dem Rapport der Stadt­polizei soll ihm die Ãrztin den Ausweis indessen auf eine wesentlich geringere Distanz (30 cm) vorgelegt haben. Wie die Vorinstanz in ihrem Entscheid zu Recht erwog, lÃ¤sst sich im Nachhinein nicht mehr feststellen, welche der beiden Sachverhaltsdarstellungen zutrifft. Im Gegensatz zu einer strafrechtlichen Verurteilung ist es fÃ¼r die Anordnung von Untersuchungsmassnahmen allerdings auch nicht notwendig, dass die BehÃ¶rde von der einen (fÃ¼r den Betroffenen nachteiligen) Sachverhaltsdarstellung wesentlich stÃ¤rker Ã¼berzeugt ist als von der anderen (vgl. Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999). Mit der augenÃ¤rztlichen Untersuchung will die Vorinstanz einzig abklÃ¤ren, ob der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber die notwendige Fahreignung verfÃ¼gt. Zweifel an der Fahreignung sind aufgrund der Sachverhaltsdarstellung im Polizeirapport durchaus angebracht. Falls jene Darstellung zutrifft, hatte der BeschwerdefÃ¼hrer auf eine vergleichs­weise kurze Distanz von 30 cm MÃ¼he, einen Ausweis zu entziffern. Der Rapport stellt somit unbesehen von abweichenden Sachverhaltsdarstellungen einen konkreten Anhaltspunkt fÃ¼r eine SehschwÃ¤che dar. Ob diese SehschwÃ¤che tatsÃ¤chlich eine Pflicht zum Tragen einer Brille nach sich zieht (vgl. Art. 26 Abs. 2 lit. a VZV sowie deren Anhang 1 Ziff. 3), kann die BehÃ¶rde nur durch eine Untersuchung in Erfahrung bringen. Indem der Regierungsrat eine solche Untersuchung anordnete, hat er nach dem Gesagten sein Ermessen weder Ã¼berschritten noch missbraucht.</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer wendet dagegen ein, der Regierungsrat habe in seiner BegrÃ¼ndung festgehalten, an der Sehkraft drÃ¤ngten sich keine ernsthaften Zweifel auf. Damit habe keine Untersuchung angeordnet werden dÃ¼rfen. Die Schwelle zur Anordnung einer Ã¤rztlichen Un­tersuchung ist indessen tiefer angesetzt als jene zum vorsorglichen Entzug des FÃ¼hrerausweises gemÃ¤ss Art. 35 Abs. 3 VZV. WÃ¤hrend ein vorsorglicher Entzug nur bei ernsthaften Zweifeln gerechtfertigt ist (BGE 125 II 492 E. 2b; BGE 122 II 359 E. 3a; BGr, 12. Juli 1996, 2A.162/1996 E. 2b, Dokument Nr. 5116 auf www.tcs.ch/assista­lex; RenÃ© Schaffhauser, Band III, Rz. 1996), reichen fÃ¼r die Anordnung einer Untersuchung blosse Zweifel an der Fahreignung aus.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beanstandet weiter, der Regierungsrat habe kein privatÃ¤rztliches Zeugnis verlangen dÃ¼rfen.</span></p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz begrÃ¼ndete die angeordnete privatÃ¤rztliche Untersuchung mit den Angaben, die der BeschwerdefÃ¼hrer im Rekursverfahren machte. Danach erlitt der BeschwerdefÃ¼hrer bei einem Verkehrsunfall im Jahr 1995 ein Schleudertrauma und nimmt seither gegen auftretende Kopfschmerzen rezeptfreie Schmerzmittel. Weiter stellte der Regierungsrat darauf ab, dass der BeschwerdefÃ¼hrer einem Polizeibeamten gegenÃ¼ber erklÃ¤rte, er leide unter Platzangst. Aus der BegrÃ¼ndung des vorinstanzlichen Entscheids geht weiter hervor, dass der angeordnete Bericht klÃ¤ren soll, ob der BeschwerdefÃ¼hrer mehrere PrÃ¤parate gleichzeitig einnimmt. Inwiefern der Regierungsrat damit sein Ermessen missbrÃ¤uchlich handhabte, ist nicht ersichtlich. Medikamente haben unbesehen davon, ob sie rezeptpflichtig oder im Handel frei erhÃ¤ltlich sind, auf die FahrfÃ¤higkeit bzw. auf die Fahreignung hÃ¶chst komplexe Auswirkungen. Im Gegensatz zu Alkohol (Art. 2 Abs. 2 VRV) definiert das Strassenverkehrsrecht bei Medikamenten keine Grenzwerte. Die Festlegung von Grenzwerten wÃ¤re wohl auch nicht sinnvoll, da die FahrfÃ¤higkeit unter Medikamenteneinfluss (Art. 2 Abs. 1 VRV) immer nur im Einzelfall bestimmt werden kann (Manfred DÃ¤hler/RenÃ© Schaffhauser, Strassenverkehrsdelikte, in: Marcel Alexander Niggli/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Strafverteidigung, Basel/Genf/ MÃ¼n­chen 2002, Rz. 11.196). In der verkehrsmedizinischen Literatur fehlen zwar Belege fÃ¼r eine generelle GefÃ¤hrdung der Verkehrssicherheit durch potentiell verkehrsbeeintrÃ¤chtigende Arzneimittel (vgl. die Hinweise bei RenÃ© Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band I, 2. A., Bern 2002, Rz. 507). Andererseits wird in der Fachliteratur auch auf die Sicherheitsrisiken hingewiesen, die bei der Kombination von mehreren Medikamenten sowie von Medikamenten und Alkohol bestehen (Schaffhauser, Band I, Rz. 508 m.H. in Anm. 92; Expertengruppe Verkehrs­sicher­heit, VerdachtsgrÃ¼nde fehlender Fahreignung, Leitfaden vom 26. April 2000, Ziff. II 5.1., Dokument Nr. 7002 auf www.tcs.ch/assistalex; abgedruckt auch im Jusletter vom 11. September 2001, www.weblaw.ch). Angesichts der Gefahren, die bei der gleichzeitigen Einnahme von verschiedenen Medikamenten fÃ¼r die Verkehrssicherheit bestehen, liegt es innerhalb des der Vorinstanz zustehenden Ermessens, eine entsprechende Untersuchung anzuordnen.</p> <p class="Urteilstext">Der Regierungsrat durfte im Ãbrigen auch darauf abstellen, dass die stellvertretende OberÃ¤rztin des Instituts fÃ¼r Rechtsmedizin in ihrem Bericht an die Beschwerdegegnerin eine AbklÃ¤rung der Fahreignung empfahl. Die Bindungswirkung eines vergleichsweise kurzen Ã¤rztlichen Berichts ist zwar nicht mit jener eines ausfÃ¼hrlicheren Gutachtens gleichzusetzen (zur Bindungswirkung eines Gutachtens KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl § 60 Rz. 18; VGr, 3. Juli 2002, VB.2002.00073, E. 2b, www.vgrzh.ch; BGE 118 Ia 144, 146 f.; je mit weiteren Hinweisen). Andererseits ist die BehÃ¶rde gerade bei komplexeren Sachverhalten wie dem Verdacht auf den Konsum mehrerer Medikamente auf den Sachverstand von Fachpersonen angewiesen. Der angefochtene Entscheid ist somit auch insofern nicht zu beanstanden, als er im Ergebnis der Empfehlung der AmtsÃ¤rztin folgt. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht weiter geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht ein Zeugnis seines langjÃ¤hrigen Hausarztes nicht berÃ¼cksichtigt. Die Vorinstanz verpflichtete den BeschwerdefÃ¼hrer andererseits, nicht ein <i>amts</i>Ã¤rztliches, sondern ein <i>privat</i>Ã¤rztliches Zeugnis einzureichen. Damit nimmt die Vorinstanz in Kauf, dass der BeschwerdefÃ¼hrer ein Zeugnis seines Hausarztes einreicht. Weil der Hausarzt bis zu einem gewissen Grad stets die Interessen seines Patienten im Auge haben wird, besteht somit die MÃ¶glichkeit, dass dieser einen fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer gÃ¼nstigen Bericht abliefern wird (RenÃ© Schaff­hauser, Band III, Rz. 2653; vgl. BGE 127 II 122 E. 4b). Deshalb behielt der Regierungsrat die MÃ¶glichkeit vor, dass der Bericht des Hausarztes dem Amtsarzt zur Stellungnahme Ã¼berwiesen wird. Der Regierungsrat weist somit nicht generell jede Stellungnahme des Hausarztes aus dem Recht; er erachtete einzig das (offenbar vorgÃ¤ngig eingereichte) Ã¤rzt­liche Zeugnis fÃ¼r die Frage der Anordnung einer Untersuchung als nicht ausschlaggebend. Eine GehÃ¶rsverletzung liegt somit nicht vor.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer beanstandet schliesslich die EntschÃ¤digungsregelung des vor­instanzlichen Entscheids. Die Vorinstanz durfte indessen von einer EntschÃ¤digung absehen, da sie die angeordnete amtsÃ¤rztliche Untersuchung zwar aufhob, an deren Stelle jedoch die Anordnung einer privatÃ¤rztlichen Untersuchung setzte. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat damit im Rekursverfahren nur teilweise obsiegt, nicht dagegen, wie fÃ¼r die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung erforderlich, Ã¼berwiegend oder mehrheitlich (vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl § 17 Rz. 32).</p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt in einem Eventualantrag das Begehren um Sistierung des vorliegenden Verfahrens. Eine solche Sistierung wÃ¤re dann sinnvoll, wenn der Entscheid in diesem Verfahren von einem Entscheid in einem anderen Verfahren abhÃ¤ngt oder von ihm wesentlich beeinflusst wird (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbemerkungen zu §§ 4â31, Rz. 29). Inwiefern das vom BeschwerdefÃ¼hrer gegen die stellvertretende OberÃ¤rztin des Instituts fÃ¼r Rechtsmedizin durch Strafanzeige eingeleitete Strafverfahren fÃ¼r das Verfahren vor Verwaltungsgericht von prÃ¤judizieller Bedeutung sein sollte, wird aus der BegrÃ¼ndung der Beschwerde nicht ersichtlich. Der Eventualantrag ist somit ebenfalls abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Die Kosten sind dem Verfahrensausgang entsprechend dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 VRG); ParteientschÃ¤digungen sind keine zuzusprechen. Weil das vorliegende Urteil einen Zwischenentscheid bestÃ¤tigt, betrÃ¤gt die Frist fÃ¼r die Ergreifung einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht zehn Tage (Art. 106 Abs. 1 OG).</p> <p class="Zwischentitel"><a id="Text12"></a><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'560.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Kosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Es werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">5. Gegen <a id="Dropdown3">diesen</a> <a id="Dropdown4">Entscheid</a> kann innert 10 Tagen, von dessen Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoNormal">6. â¦</p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>