B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3127/2012 U r t e i l v o m 2 1 . M ä r z 2 0 1 3 Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz), Richter Martin Zoller, Richter Gérald Bovier, Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler. Parteien A.______, geboren (…), Iran, vertreten durch lic. iur. Kazim Mohamed Ali, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 9. Mai 2012 / N (…). D-3127/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin, eine ethnische Türkin iranischer Staatsangeh ö- rigkeit mit letztem Wohnsitz in B._______, verliess eigenen Angaben z u- folge ihren Heimatstaat am 1. Dezember 2010 und gelangte auf dem Landweg über die Türkei und weitere, ihr unbekannte Länder am 14. Dezember 2010 in die Schweiz. Gleichentags suchte sie im Em p- fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ um Asyl nach. Dort wur- de am 21. Dezember 2010 die Befragung zur Person (BzP) durchgeführt. Am 29. September 2011 sowie am 24. Oktober 2011 wurde die B e- schwerdeführerin vom BFM einlässlich zu ihren Asylgründen angehört. Zusammengefasst machte die Beschwerdeführerin zur Begründung ihres Asylgesuches geltend, sie habe sich bereits viele Jahre politis ch betätigt und für die Rechte der Frauen eingesetzt. Dies habe sie gegen den Wi l- len ihres früheren Ehemannes – welcher für die Regierung gearbeitet ha- be und von dem sie zwischenzeitlich geschieden sei – gemacht. Während ihrer Ehe sei sie von ihrem Ehemann mehrfach misshandelt worden. En- gagiert als Menschenrechtsaktivistin habe sie sich insbesondere durch die Unterstützung ihrer Cousine D._______, der Stellvertreterin von E._______. So habe sie beispielsweise Kurierdienste übernommen, als Chauffeuse fungiert und eine ihrer Wohnungen für Versammlungen zur Verfügung gestellt. Wegen dieses Engagements sei sie zwei Mal bedroht worden. Durch ihren Bekannten beziehungsweise Verlobten F._______ habe sie überdies mit den Mujahedin-e Khalq' (MEK; auch bekannt als People's Mujahedin Organization [PMOI] und Mujahedin Khalq Organiz a- tion [MKO]) Kontakt gehabt, für welche sie im Übrigen bereits während ih- rer Gymnasiumszeit aktiv gewesen sei. Anlass für ihre Ausreise sei schliesslich Folgendes gewesen: Ihr Ex-Mann habe noch Kartons mit Un- terlagen in ihrer Wohnung gehabt, die er nach der Scheidung nicht mitge- nommen habe. Als er die Abholung dieser Unterlagen angekündigt habe, habe F._______ diese Kartons geöffnet und darin befindliche Floppy - Discs entnommen, entwendet und an die Mujahedin weitergegeben. Ihr Ex-Mann habe dies bei der Abholung bemerkt und die Sepah (iranische Revolutionsgarde) angerufen. Zwei Beamte seien d araufhin gekommen und hätten sie ( Beschwerdeführerin) mitgenommen. Sie sei in der Folge verhört, zusammenge schlagen und vergewaltigt worden. Anschliessend habe man sie gehen lassen. Am folgenden Morgen sei sie von ihrer Toch- ter, die beim Vater wohne, angerufen und gewarnt worden. Ihre Tochter habe ein Telefongespräch ihres Vaters belauscht, wonach sie (Beschwer-D-3127/2012 Seite 3 deführerin) von der Sepah observiert werde und allenfalls beseitigt we r- den solle. Daraufhin sei sie untergetaucht beziehungsweise ausgereist. Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens verschiedene Unterlagen zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 9. Mai 2012 – eröffnet am darauffolgenden Tag – stellte das BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseige n- schaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug an. Zur Begründung führte das Bundesamt im Wesentlichen an, die Auss a- gen der Beschwerdeführerin zum unmittelbaren Ausreisemotiv, dem Ve r- hör durch die Sepah sowie dem Telefonanruf ihrer Tochter, seien u n- substanziiert und wide rsprüchlich ausgefallen. Diesbezüglich sei von e i- nem Sachverhaltskonstrukt der Beschwerdeführerin auszugehen. Als u n- glaubhaft seien sodann die von der Beschwerdeführerin geschilderten Bedrohungen im Zusammenhang mit ihrer Unterstützung von D._______ zu beu rteilen. Da die Beschwerdeführerin keine anderen, ihr aufgrund des geltend gemachten Engagements erwachsenen asylrelevanten Nachteile geltend gemacht habe, erübrige sich eine abschliessende Kl ä- rung der Frage, ob ihr Engagement den Tatsachen entspreche. Ange- sichts der als nicht glaubhaft erachteten Drohung könne auch bezüglich der behaupteten Aktivitäten für die MKO offen gelassen werden, ob diese Betätigungen den Tatsachen entsprächen. Die von der Beschwerdeführe- rin eingereichten Beweismittel seien nicht ge eignet, die geltend gemac h- ten Asylvorbringen zu untermauern. Die Vorbringen der Beschwerdefü h- rerin hielten somit den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand. Weiter führte die Vor instanz aus, zu den Misshandlungen der Beschwe r- deführerin durch ihren früheren Ehemann sei festzuhalten, dass sie die gerichtliche Scheidung von ihm erwirkt habe . Zufolge der (finanziellen) Unterstützung durch ihre Familie und der zwischenzeitlich erfolgte n Ver- lobung sei davon auszugehen, dass sie durch die Scheidung nicht in eine wirtschaftliche oder soziale Notlage geraten sei, weshalb der Beschwe r- deführerin keine asylrelevanten Nachteile entstanden seien. Schliesslich D-3127/2012 Seite 4 hielten die geltend gemachten subjek tiven Nachfluchtgründe den Anfo r- derungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Den Wegweisungsvollzug erachtete das BFM sodann als zulässig, z u- mutbar und möglich. C. Mit Eingabe vom 11. Juni 2012 liess die Beschwerdeführerin durch i hren Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht gegen die vorinstanzl i- che Verfügung vom 9. Mai 2012 Beschwerde erheben, mit welcher sie in materieller Hinsicht beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe- ben, es sei ihre Flüchtlingseigenschaft fes tzustellen, und ihr sei Asyl zu gewähren. Eventualiter beantragte sie, es sei die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzuste l- len und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) - unentgeltliche Prozessfü h- rung sowie unent geltliche Rechtsvertretung - sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Mit der Beschwerdeschrift reichte die Beschwerdeführerin diverse B e- weismittel zu den Akten. Auf die Beschwerdebegründung und die eingereichten Beweismittel wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. D. Mit Instruktionsverfügung vom 21. Juni 2012 wurde festgehalten, die B e- schwerdeführerin könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz a b- warten, über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfl e- ge im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG werde im Endentscheid befunden, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses werde verzichtet und das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung (Art. 65 Abs. 2 VwVG) w erde abgewiesen. Des Weiteren wurde der Vorinstanz das Doppel der Beschwerdeschrift zugestellt und ihr Frist zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeräumt. E. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 22. Juni 2012 einen Arztbericht sowie eine Bestätigung über die Fürso r- geabhängigkeit der Beschwerdeführerin ein. D-3127/2012 Seite 5 F. Das Bundesamt nahm mit seiner Vernehmlassung vom 26. Juli 2012 i n- nert erstreckter Frist Stellung zu den Beschwerdevorbringen und bea n- tragte gleichzeitig die Abweisung der Beschwerde. G. Mit Verfügung vom 30. Juli 2012 wurde der Beschwerdeführerin eine K o- pie der vorinstanzlichen Vernehmlassung zugestellt und Frist zur Ste l- lungnahme eingeräumt. Mit Eingabe vom 10. August 2012 machte die Beschwerdeführerin von ihrem Äusserungsrecht Gebrauch. H. Mit Eingabe vom 9. November 2012 liess die Beschwerdeführerin durc h ihren Rechtsvertreter ein ärztliches Zeugnis vom 9. August 2012 zu den Akten reichen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt ni cht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein D-3127/2012 Seite 6 schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flü chtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschö p- fen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein, der inneren Logik entbehren oder den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrun g wide r- sprechen. Darüber hinaus müssen Gesuchstellende persönlich glau b- würdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrücken oder bewusst falsch darstellen, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechseln, ste igern oder unbegründet nachschieben oder die nötige Mitwirkung am Verfahren verweigern. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Be- weis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen einer gesuchstellenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, welche für die Richtigkeit der Sachve r- haltsdarstellung sprechen, im Rahmen einer Gesamtwürdigung aller El e- mente (übereinstimmende Angaben bezüglich des vorgebrachten Sac h- verhaltes, Sub stanziiertheit und Plausibilität der Vorbringen, persönliche Glaubwürdigkeit) überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte D-3127/2012 Seite 7 Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 AsylG; BVGE 2010/57 E. 2.3 S. 826 f.; Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asyl- rekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.). 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin lässt auf Beschwerdeebene zunächst vo r- bringen, es sei verständlich, dass sie bezüglich der Vergewaltigung keine ausschweifenden Ausführungen habe machen wollen, und dies könne als nicht unüblicher Schutzmechanismus angesehen werden. Es könne nicht von ihr erwartet werden, dass sie die genauen Details und den Verlauf ih- rer Vergewaltigung wiedergebe. Sie befinde sich in ärztlicher Behandlung und habe sich de n behandelnden Ärzten anvertraut. Es wäre unang e- bracht, von der Beschwerdeführerin zu verlangen, dass sie dieses tra u- matische Erlebnis ein weiteres Mal bei der Befragung durch ihr völlig u n- bekannte Personen aufrolle. Zudem sei festzuhalten, dass es sich bei der ersten Befragung nicht um eine Frauenrunde gehandelt habe . Auch des- halb sei es verständlich, dass die Beschwerdeführerin nicht ausführlich habe Auskunft geben wollen. Die Vergewaltigung sei jedoch dokumentiert und es gebe keinen triftigen Grund, dies e anzuzweifeln. Was den Wider- spruch anbelange, wer sie nach der Vergewaltigung nach Hause g e- bracht habe, sei festzuhalten, dass nicht erwartet werden könne, dass sie jedes Detail wiedergeben könne. Zu den entwendeten "Floppy -Discs" wendet die Beschwerdeführerin ein, ihr Ex-Mann habe die Dokumente wohl nach der Scheidung in ihrer Wo h- nung gelassen, um einen Vorwand zu haben, bei ihr vorbeikommen zu können. Es habe sich vor allem um alte Uni -Unterlagen und Bücher g e- handelt, angesichts des Formats "Floppy-Discs" müssten darauf sehr alte Daten gewesen sein . Andernfalls wären die iranischen Behörden siche r- lich noch viel härter vorgegangen. Aufgrund der mangelnden aktuellen Relevanz der Daten sei es durchaus möglich, dass der Ex -Mann der Be- schwerdeführerin diese Ki sten vorerst vergessen habe. Soweit sich die Beschwerdeführerin in der BzP zum Inhalt der "Floppy-Discs" geäussert habe, habe es offenbar Schwierigkeiten mit dem Übersetzer gegeben. Zwar werde das Protokoll rückübersetzt, doch könne die Fehlerquelle nicht gefunden werden, wenn der Übersetzer einen technischen Ausdruck grundsätzlich falsch übersetze und dann in gleicher Weise zurückübe r- setze. Die Qualifikation des Übersetzers werde nicht bezweifelt, doch könne es bei einem technischen Ausdruck durchaus zu Fehlern kommen. Ein Missverständnis in der Übersetzung sei der Beschwerdeführerin nicht anzulasten. D-3127/2012 Seite 8 Zu ihrer untergeordneten Rolle gegenüber ihrer Cousine D._______ habe die Beschwerdeführerin klar ausgesagt, dass sie ihrer Cousine deren Stellung in der Gruppe nicht habe streitig machen wollen und mit ihrer e i- genen Rolle zufrieden gewesen sei. Angesichts der erheblichen Sankti o- nen, welche D._______ und ihrer Gruppe heute auferlegt seien, sei es durchaus verständlich, dass die Beschwerdeführerin versucht habe , vor- sichtig vorzugehen und vorerst unentdeckt zu bleiben. Hinsichtlich der Frage, weshalb für die Beschwerdeführerin gerade im Jahr 2010 eine Gefährdung entstanden sei, wird in der Beschwerdeschrift ausgeführt, D._______ habe im Jahr 2010 aufgrund ihrer politischen Tä- tigkeit ins Gefängnis gehen müssen. Als D._______ im Spital gewesen sei, habe die Beschwerdeführerin vermehrt Nachrichten übermitteln und auch die Gastgeberin für die Gruppe spielen müssen. Sie sei Vertrauen s- person von D._______ und Bindeglied zu deren Gruppe gewesen. Es sei nicht erstaunlich, dass die Leute um D._______ ebenfalls unter Verdacht gestanden seien, weshalb auch nicht überrasche, wenn die Beschwerd e- führerin gerade im Jahr 2010 immer mehr ins Visier der Behörden ger a- ten sei. Es sei ja die gleiche Zeit gewesen, ab der auch D._______ und ihre Gruppe immer mehr sanktioniert und überwacht worden seien. Dies sei auch im Zusammenhang mit der politischen Lage des Landes nach der Wiederwahl von Präsident Ahmedinejad zu betrachten. Zu den vo m BFM als unglaubhaft erachteten Drohungen lässt die B e- schwerdeführerin vorbringen, die eine Situation im Spital sei kurz und u n- erwartet gewesen. Ein Mann sei auf sie zugekommen, habe einen Satz gesagt und sei wieder verschwunden. Dazu habe die Beschwerdeführerin nicht viel sagen können. Auch die Aussage, dass sie sich habe anmelden müssen, um etwas zu essen zu erhalten, sei nicht als situativ korrigierend zu bewerten. Es habe sich vielmehr um eine Präzisierung aufgrund der präzisierenden Nachfrage gehandel t. In diesem privaten Spital sei es notwendig gewesen, sich vorab für die Nacht anzumelden, ansonsten man nach Ende der Besuchszeit das Zimmer habe verlassen müssen. Als Mangel erachtet die Beschwerdeführerin im Weiteren, dass die Vorin- stanz eine Würdigung ihres Engagements für die Menschenrechtsgruppe als nicht notwendig eingeschätzt habe, obwohl bekannt sei, dass D._______ und mehrere Mitglieder ihrer Gruppe heute aufgrund ihrer p o- litischen Aktivitäten im Gefängnis seien. Eine rechtlic he Auseinanderset- zung in diesem Punkt wäre angezeigt gewesen. Dasselbe gelte für die politischen Aktivitäten der Beschwerdeführerin für die MKO . Es sei b e-D-3127/2012 Seite 9 kannt, dass gegen Mitglieder und Sympathisanten der MKO im Iran sehr hart vorgegangen werde. Sodann wendet die Beschwerdeführerin bezüglich ihrer exilpolitischen Betätigung ein, angesichts ihrer jahrelangen politischen Aktivität und der erlittenen Repressionen gegen si e und ihre Familie könne bei ihr durc h- aus ein echtes politisches Interesse angenommen wer den. Zudem habe sie keinerlei wirtschaftliches Interesse, in die Schweiz zu kommen, da sie im Iran wohlhabend gewesen sei. Nach der Rechtsprechung des EGMR stellten selbst niederrangige und mutmasslich opportunistische Demons t- rationsteilnehmer ein Ziel sta atlicher Überwachungs - und Repression s- massnahmen dar. Schliesslich hält die Beschwerdeführerin fest, gesamthaft betrachtet stü t- ze sich die Vorinstanz durchwegs auf unhaltbare Argumente oder B e- hauptungen. Es sei darauf hinzuweisen, dass Behauptungen eines G e- suchstellers nicht durch Behauptungen oder Vermutungen der Behörden widerlegt werden dürften in der Meinung, dagegen müsse der G e- suchsteller strikte Beweise erbringen. Was die Behörden entgegenhalten würden, müsse auf besseren Gründen beruhen, also objekt iv näher an der Wahrheit sein, und möglichen Gegenargumenten Rechnung tragen. 4.2 In seiner Vernehmlassung vom 26. Juli 2012 führt das Bundesamt aus, in Bezug auf die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereic h- ten medizinischen Dokumente werde darauf verwies en, dass sowohl die medikamentöse, wie auch die psychiatrische medizinische Versorgung im Iran, vor allem in grösseren Städten wie B._______, sichergestellt sei. Die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierte posttraumatische Bela s- tungsstörung (PTBS) werde gemäss ärztlichem Bericht vom 20. Juni 2012 zurzeit nicht psychiatrisch oder psychotherapeutisch behandelt und die der Beschwerdeführerin verschriebenen Medikamente seien im Iran erhältlich. Weiter sei darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin aus einer Familie mit gesicherten finanziellen Verhältnissen stamme, sie die letzten Jahre vor der Ausreise in B._______ gewohnt habe und über zwei eigene Wohnungen verfüge. Demnach sei es ihr offensichtlich mö g- lich, eine medikamentöse wie auch allfällige psych iatrische Behandlung zu finanzieren. Zudem verweist die Vorinstanz auf die Möglichkeit der Gewährung von medizinischer Rückkehrhilfe und hält fest, die diagnost i- zierte PTBS bestätige noch nicht die geltend gemachten Asylvorbringen, sondern könne auch auf anderen Gründen beruhen. D-3127/2012 Seite 10 Zum Einwand, die Beschwerdeführerin habe aufgrund eines Schutzm e- chanismus sowie wegen des geschlechtlich gemischten Anhörungsteams nur eingeschränkt über die Vergewaltigung berichten können, wird vom BFM ausgeführt, angesichts des als nicht glaubhaft beurteilten Kontextes der Vergewaltigung habe sich eine nähere und separate Befragung in e i- nem geschlechtsspezifisch zusammengesetzten Team erübrigt. Die im Arztbericht vom 6. August 2011 festgehaltenen Hämatome an der Inne n- seite der Ob erschenkel müssten demnach von einem anderen als dem geltend gemachten Kontext stammen. Das BFM legt weiter dar, den im Zuge der Beschwerde eingereichten Beweismitteln (Foto [Beilage 3] und CD -Rom [Beilage 5]) seien keine neuen relevanten Sachverhaltseleme nte zu entnehmen. Der Inhalt der USB-Sticks (Beilagen 4 und 9) hätten aus informatiksicherheitstechn i- schen Gründen nicht gesichtet werden können. Basierend auf den ang e- gebenen Beschreibungen sei zu schliessen, dass den USB -Sticks keine neuen, relevanten Sachverhaltselemente zu entnehmen seien. 4.3 Die Beschwerdeführerin lässt in der Replik vom 10. August 2012 z u- sammengefasst ausführen, ihre Aussagen vor den Asylbehörden stim m- ten mit der Anamnese der Ärzte überein. Aus den Berichten sei ersich t- lich, dass die Bes chwerdeführerin eine psychisch sehr belastende Zeit durchgemacht habe. Es möge sein, dass die PTBS die Asylvorbringen nicht mit letzter Sicherheit zu beweisen vermöge, doch genüge deren Glaubhaftmachung. Aufgrund der festgestellten Hämatome, der kons i- stenten Erzählung der Beschwerdeführerin und der ärztlichen Einschä t- zungen sei davon auszugehen, dass die Vergewaltigung tatsächlich statt- gefunden habe. Es habe bereits im Vorfeld Hinweise darauf gegeben, dass die Beschwerdeführerin Opfer von sexueller Gewalt g eworden sein könnte. Mit Rücksicht auf ihre kulturelle Herkunft habe von ihr nicht e r- wartet werden können, detaillierte Angaben über die Vergewaltigung in Anwesenheit von Männern zu machen. Das BFM wäre gehalten gew e- sen, eine separate Befragung in einer Frauenrunde durchzuführen. Schliesslich wendet die Beschwerdeführerin ein, die Fotos auf den USB - Sticks, welche das BFM aus informatiksicherheitstechnischen Gründen nicht habe sichten können, seien geeignet, ihre starke politische Gesi n- nung aufzuzeigen, so sei sie mit D._______ sowie dem ehemaligen Pr ä- sidentschaftskandidaten Karroubi zu sehen. Zudem werde in Beilage 9 ihr politisches Engagement aufgezeigt. Falls auch das Gericht aus techn i- schen Gründen oder Sicherheitsgründen nicht in de r Lage sei, die Daten D-3127/2012 Seite 11 zu sichten, werde um Ansetzung einer Frist zur Einreichung in anderer Form ersucht. 5. Vorab ist festzuhalten, dass es dem Bundesverwaltungsgericht ohne Wei- teres möglich war, den Inhalt der eingereichten USB -Sticks (Beilagen 4 und 9) zu sichten. Einzig wenige Inhalte der Beilage 9 (Ordner "Trashes" sowie ".DS_Store") konnten nicht geöffnet werden. Es besteht indessen für das Gericht angesichts der umfangreichen – und teilweise sachfre m- den – Foto- und Videoi nhalte keine Veranlassung zu di esbezüglichen Weiterungen. 6. Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zei t- punkt des Asylentscheides massgeblich. Ausgangspunkt der Prüfung ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Furcht vor e i- ner bereits erfolgten oder absehbaren Verfolgung im Heimatstaat. Verä n- derungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind zugunsten und zulasten der ein Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 und BVGE 2007/31 E. 5.3, mit weiteren Hinweisen). Die erlittene Verfolgung oder die begrü n- dete Furcht vor zukünftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat und grun d- sätzlich auch im Zeitpunkt des Asy lentscheides nach aktuell sein (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7.2 und dort zitierte Urteile). 6.1 Nach dem vorstehend Gesagten ist in einem ersten Schritt die Situ a- tion der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Ausreise zu prüfen. 6.1.1 Nach Darstellung der Beschwerdefü hrerin wurde sie wenige Tage vor ihrer Ausreise am 1. Dezember 2010 Opfer von Verfolgungshandlu n- gen seitens der Sepah zufolge der von ihr beziehungsweise ihrem Verlob- ten entwendeten Unterlagen, um diese an die MKO weiterzugeben. Die s- bezüglich teilt das Bun desverwaltungsgericht die Auffassung des BFM, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, den entsprechenden Sachverhalt glaubhaft zu schildern. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann zunächst auf die überzeugenden Ausführungen des Bundesamtes verwiesen werden. Zur Kritik der Beschwerdeführerin an den vorinstanzli- chen Erwägungen ist einerseits anzumerken, dass das Gericht nicht ve r- kennt, mit welchen Schwierigkeiten die Schilderung erlittener Vergewalt i- gung verbunden sein kann. Angesichts der persönlich en Situation der D-3127/2012 Seite 12 Beschwerdeführerin, einer heute bald dreiundvierzigjährigen Frau mit j u- ristischer Ausbildung, Mutter zweier Töchter, ist jedoch davon auszuge- hen, dass sie sich der Bedeutung der Befragungen im Asylverfahren b e- wusst und im Stande gewesen war, die mit der Schilderung von sexueller Gewalt verbundenen Schwierigkeiten zu überwinden. Dabei ist ihr nicht vorzuwerfen, dass sie nicht bereits anlässlich der BzP detailliert e Anga- ben machte. Die Aussage, dass es während des Verhörs überhaupt zu Misshandlungen gekommen ist, wäre aber, auch wenn es sich anlässlich der BzP (worauf in der Beschwerdeschrift [S. 8: "erste Befragung"] wohl Bezug genommen wird) nicht um eine reine Frauenrunde handelte , zu erwarten gewesen. Anlässlich der BzP schilderte die Beschwerdeführerin einzig die bereits einige Zeit zurückliegenden körperlichen Misshandlu n- gen durch den geschiedenen Ehemann (vgl. Akten BFM A 5/12 S. 6 f.). Gemäss Art. 6 der Asylverordnung 1 vom 11 . August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) wird die asylsuchende Person von einer Person gleichen Geschlechts angehört, wenn konkrete Hinweise auf geschlechtsspezif i- sche Verfolgung vorliegen. Gemäss den jeweiligen Anhörungsprotokollen (A 18/22 und A 20/21) wurden beide Anhörungen durch weibliche Mita r- beiterinnen des Bundesamtes, Dolmetscherinnen und Hilfswerkvertret e- rinnen durchgeführt. Einzig hinsichtlich der Protokollführung ist nicht e r- sichtlich, ob es sich um ein männliche oder weibliche Person handelte. Es hätte jedoch der Beschwerdeführerin oblegen, ihre diesbezügliche Kritik zu konkretisieren. Entgegen der Darstellung auf Beschwerdeebene kann auch nicht von einer Dokumentation der Vergewaltigung ausgegangen werden. Die Beschwerdeführerin zielt bei ihrer Beha uptung wohl auf die von ihr eingereichten ärztlichen Berichte ab. Dabei ist in den Schilderu n- gen der Beschwerdeführerin kein Hinweis darauf zu finden, aufgrund wel- cher Umstände es anlässlich der behaupteten Vergewaltigung zu den Hämatomen gekommen sein sol l. Zudem vermögen weder die am 26. Januar 2011 – und damit rund zwei Monate nach der angeblichen Vergewaltigung – festgestellten Hämatome auf der Innenseite beider Oberschenkel (vgl. dazu Beschwerdeakten act. 9 S. 1) noch die psych i- schen Schwierigkeiten de r Beschwerdeführerin eine Vergewaltigung zu dokumentieren. Wären tatsächlich rund zwei Monate nach der Vergewa l- tigung noch auf diese zurückzuführende Hämatome sichtbar gewesen, müssten die erlittenen Verletzungen und die damit zusammenhängenden Beschwerden derart gravierend gewesen sein, dass die Beschwerdefü h- rerin diese zwingend hätte erwähnen müssen. Entsprechende Angaben finden sich jedoch in den Protokollen nirgends. Sodann liegt auf der Hand, dass bei der Diagnose psychischer Beeinträchtigungen hinsichtlich der Ursachen einzig auf die Angaben der Patientin oder des Patienten D-3127/2012 Seite 13 abgestellt werden kann . Dies ist auch im vorliegenden Fall nicht anders. Entsprechend wird denn auch im neusten ärztlichen Zeugnis vom 9. August 2012 ausgeführt, es habe "offenbar" eine Vergewaltigung statt- gefunden. Es ist aber gerade Aufgabe des Gerichts beziehungsweise der Behörden, über die Glaubhaftigkeit der im Verfahren erhobenen Auss a- gen zu entscheiden (vgl. dazu EMARK 1996 Nr. 16 E. 3e). Nebst diesen Überlegungen überzeugt die Darstellung der Beschwerd e- führerin auch aus weiteren Gründen nicht. So erscheint äusser st schwer nachvollziehbar, dass der Verlobte der Beschwerdeführerin nicht nur die Kartons des gewalttätigen und regierungstreuen geschiedenen Eheman- nes öffnete, sondern daraus auch noch Floppy -Discs entwendete. Ein solches Vorgehen wäre geradezu offensichtlich mit der Gefahr von Mass- nahmen seitens der Regierung zulasten der Beschwerdeführerin und/oder ihres Verlobten verbunden. Nachdem sich elektronische Inhalte relativ einfach kopieren lassen, hätte sich die Gefahr der Entdeckung bei einem Kopieren der Inhalte erheblich schmälern lassen . Schliesslich lag auf der Hand, dass in erster Linie die Beschwerdeführerin und ihr Verlo b- ter Zugang zu den Dokumenten hatten. Die Aussage der Beschwerdefüh- rerin, niemand habe gewusst, dass sie mit F._______ liiert gewesen sei (vgl. A 20/21 S. 8) erscheint überdies wenig überzeugend, nachdem sie gleichzeitig angab, sie hätten zusammen gewohnt (vgl. A 18/22 S. 2 und A 20/21 S. 7). Ein solches Risiko wegen offensichtlich alter Dokumente einzugehen, erscheint abwegig. Dies insbesondere auch deshalb, weil die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge bereits bedroht worden sein soll und sie ihren Verlobten darüber informiert ha be (vgl. A 20/21 S. 6). Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin angab, ihr Verlobter F._______ sei lange Zeit exilpolitisch aktiv gewesen (vgl. A 18/22 S. 11). Umso mehr wäre damit zu rechnen – jedenfalls wenn die Behauptungen von behördlicher Überwachung der im Exil politisch engagierten Pers o- nen zutreffen würden –, dass der Verlobte der Beschwerdeführerin unmit- telbar nach dem Verschwinden der Floppy -Discs (ebenfalls) von den Be- hörden belangt worden wäre. Entsprechend erscheint auch wenig übe r- zeugend, dass sich d ie Beschwerdeführerin nach ihrer Befragung mit e r- littener Misshandlung sowie nach dem von ihrer Tochter angeblich b e- lauschten Telefongespräch noch zwei Nächte bei ihrem Verlobten au f- gehalten haben will. Hinsichtlich des von der Tochter angeblich belauschten Telefongesprächs ist mit der Vorinstanz von einem Konstrukt auszugehen. Insbesondere er- scheint die behauptete Beseitigungsabsicht angesichts der von der B e-D-3127/2012 Seite 14 schwerdeführerin selber geschilderten niederrangigen Betätigung sowohl für die Menschenrechtsorgani sation als auch die MKO als nachgescho- ben, zumal ihr für die Sepah tätige frühere Ehemann schon seit 2001/2002 beziehungsweise 2006 (vgl. A 20/21 S. 13) von ihren Aktivitä- ten für D._______ beziehungsweise die MKO gewusst haben soll. 6.1.2 Auch bezüglich der beiden von der Beschwerdeführerin geschilder- ten Drohungen kann zunächst auf die zutreffenden vorinstanzlichen Aus- führungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Zur a n- geblich im Spital erfolgten Drohung bleibt anzufügen, dass der B e- schwerdeführerin zwar darin zuzustimmen ist, dass bei einem nur einige Sekunden dauernden Erlebnis keine ausschweifenden Schilderungen er- wartet werden können. Anderseits fällt auf, dass die Beschwerdeführerin zunächst angab, sie sei im Spital mit dem Tode bedroht worden ( vgl. A 18/22 S. 9), während sie anlässlich der zweiten Anhörung zu Protokoll gab, der Mann habe zu ihr gesagt, sie solle ihre Grenze nicht überschre i- ten, ansonsten läge sie auch bald auch im Spital (vgl. A 20/22 S. 5). Die- se abweichende Schilderung spricht nicht für die Wiedergabe von ta t- sächlich Erlebtem. Hinzu kommt, dass eine Bedrohung in Gegenwart von mehreren Personen (vgl. a.a.O.) wenig überzeugt. Zudem handelte es sich beim Besuch einer sich im Spital befindlichen Verwandten um einen ganz normalen Vorgang, bei welchem die Warnung vor einer "Grenzüber- schreitung" wenig Sinn ergibt. Hinsichtlich der zweiten Drohung wird in der Beschwerdeschrift nicht dargelegt, inwiefern die vorinstanzlichen E r- wägungen unzutreffend sein sollten und solches ist auch nicht ersichtlich. 6.1.3 In Bezug auf das von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Engagement für ihre Cousine D._______ beziehungsweise für die Me n- schenrechtsorganisation "iranisches Zentrum für Menschenrechtsverte i- diger" (CHRD) ist der Vorinstanz aus den in der angefochtenen Verfügung aufgeführten Gründen darin zuzustimmen, dass die Angaben der B e- schwerdeführerin nicht den Eindruck zu erwecken vermögen, sie habe sich in relevantem Ausmass für die Organisation engagiert. Die von der Beschwerdeführerin eingereichten Beweismittel legen keinen anderen Schluss nahe. Dies gilt sowohl für die Fotos als auch die auf Beschwe r- deebene eingereichten elektronischen Datenträger, welche unter and e- rem kurze Filmsequenzen enthalten (Beschwerdebeilage 5), in welchen D._______ sowie offenbar deren (…) (sowie teilweise ein weiteres Kind) zu sehen sind. Auch die beiden Videos, die allenfalls anlässlich des B e- suchs von Karroubi bei D._______ aufgezeichnet wurden, enthalten ke i- nerlei Anhaltspunkte dafür, dass sich die Besc hwerdeführerin in releva n-D-3127/2012 Seite 15 ter Weise für die Menschenrechtsorganisation eingesetzt hätte. Weder ist ein Kontakt der Beschwerdeführerin zu Karroubi ersichtlich, geschweige denn die von der Beschwerdeführerin behauptete Übergabe eines Bri e- fes. Alleine die Verw andtschaft der Beschwerdeführerin mit D._______ sowie ein enger Kontakt zwischen diesen beiden Frauen vermögen keine asylrelevante Verfolgung darzustellen. Bei dieser Sachlage bestand für das BFM – entgegen der Auffassung in der Beschwerdeschrift (vgl. S. 9) – kein Anlass, sich zu einer künftigen Gefährdung der Beschwerdeführ e- rin zu äussern. 6.1.4 Das Bundesamt lässt in seiner Verfügung offen, ob die geltend g e- machten Betätigungen für die MKO den Tatsachen entsprächen. Es b e- gründet dies damit, dass die Beschwerde führerin angegeben habe, w e- gen dieser Tätigkeit nie Probleme mit oder Kontakt zu den iranischen B e- hörden gehabt zu haben, und ihr zudem die entsprechende Bedrohung nach der angeblichen Übergabe eines Briefes an Karroubi nicht geglaubt werden könne. Das Bun desverwaltungsgericht gelangt demgegenüber zur Auffassung, dass die Angaben der Beschwerdeführerin auch diesb e- züglich nicht zu überzeugen vermögen. Dabei ist mit der Vorinstanz auf das sich in Allgemeinplätzen erschöpfende Wissen der Beschwerdeführe- rin hinzuweisen. Zudem erscheint wenig realistisch, dass der geschied e- ne Ehemann der Beschwerdeführerin ihren Aktivitäten für die MKO jahre- lang – und insbesondere auch nach der zweiten Scheidung – tatenlos zugeschaut hätte. 6.2 Zusammenfassend ist als Zwischenergebn is festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine im Zeitpunkt ihrer Ausrei- se aus dem Iran bestehende oder unmittelbar drohende asylrelevante Verfolgungsgefahr nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Somit hat die Vorinstanz diesbezüglich das Asylgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen. 7. Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin durch ihr Verha l- ten nach der Ausreise, namentlich durch das geltend gemachte exilpolit i- sche Engagement, Grund für eine zukünftige Verfol gung durch die iran i- schen Behörden gesetzt hat und aus diesem Grund die Flüchtlingseige n- schaft erfüllt. 7.1 Subjektive Nachfluchtgründe sind dann anzunehmen, wenn eine asylsuchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat - oder Her-D-3127/2012 Seite 16 kunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfo l- gung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit subjekt i- ven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 sowie BVGE 2009/29 E. 5.1, mit weiteren Hinweisen). Massg e- bend ist, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei einer Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nachweis einer b e- gründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG). Der Asylausschluss- grund ist absolut zu verstehen und mithin unabhängig davon anzuwe n- den, ob Nachfluchtgründe missbräuchlich g esetzt worden sind oder nicht (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 S. 66 ff.; Botschaft zur Totalrevision des Asylgesetzes vom 4. Dezember 1995, BBl 1996 II 73). Es ist daher nicht entscheidend, welchen mutmasslichen Zweck die asylsuchende Person durch ihre exilpolitischen Tätigkeiten zu erreichen versucht hat. 7.2 Bei der Prüfung, ob eine exilpolitisch aktive Person aus dem Iran in ihrem Heimatland im Sinne von Art. 3 AsylG gefährdet ist und sie als Fo l- ge ihrer Exiltätigkeit im heutigen Zeitpunkt die Flüchtlingseigenschaft er- füllt, ist festzuhalten, dass die politische Betätigung für staatsfeindliche Organisationen im Ausland seit der Neufassung des iranischen Stra f- rechts im Jahr 1996 unter Strafe gestellt ist. Iranische Sicherheitsdienste pflegen die politischen Aktivitäten ihrer Bürger im Ausland, insbesondere diejenige von führenden Mitgliedern regierungskritischer Organisationen , zu beobachten und zu erfassen. Umfang und Intensität der Überwachung sind jedoch nur schwer abzuschätzen; sie scheint abe r seit den Unruhen im Anschluss an die Präsidentschaftswahlen 2009 eher zugenommen zu haben. Mittels Einsatz moderner Software dürfte es den iranischen B e- hörden heute technisch auch möglich sein, die im Internet vorhandenen grossen Datenmengen ohne allzu g rossen Aufwand in einem gewissen Ausmass zu überwachen (vgl. FIORENZA KUTHAN, Iran: Illegale Ausre i- se/Situation von Mitgliedern der PDKI/Politische Aktivitäten im Exil, Au s- kunft der SFH -Länderanalyse, 16. November 2010, S. 10 ff.; MICHAEL KIRSCHNER, Iran: Rückkehrgefährdung für Aktivistinnen und Mitglieder exilpolitischer Organisationen – Informationsgewinnung iranischer Behör- den, Auskunft der SFH-Länderanalyse, 4. April 2006, S. 9 f.). Die iranischen Geheimdienste scheinen sich heute auf die Erfassung von Personen zu konzentrieren, die über die massentypischen und niedrig profilierten Erscheinungsformen exilpolitischer Proteste hinaus Funkti o-D-3127/2012 Seite 17 nen wahrnehmen und/oder Aktivitäten entwickeln, die sie aus der Masse der mit dem Regime Unzufriedenen besonders hera usheben und gleic h- zeitig als ernsthafte und potentiell gefährliche Regimegegner erscheinen lassen. Nach Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts unterliegen Mi t- glieder in Exilorganisationen von im Iran verbotenen oppositionellen Pa r- teien, Teilnehmer an Veranstaltungen dieser Organisationen, Mitwirkende an regimekritischen Demonstrationen, welche die dabei üblichen Plakate tragen und Parolen rufen, Teilnehmer von sonstigen regimekritischen Veranstaltungen und Personen, die Büchertische b etreuen und Informati- ons- und Propagandamaterial in Fussgängerzonen verteilen, allerdings keiner allgemeinen Überwachungsgefahr durch iranische Exilbehörden (vgl. dazu BVGE 2009/28 E. 7.4.3). Keine Rolle spielt dabei die Quantität der exilpolitischen Aktivitäten, entscheidend ist vielmehr deren Qualität: So sind insbesondere exponierte Positionen in exilpolitischen Gruppen und Vereinigungen (Führungs - und Funktionsaufgaben) sowie die Form (z.B. gewaltsame Proteste) und der Einfluss (öffentliche Wirkung) von Ak- tionen bei der Beu rteilung der Gefährdung einer Person von Bedeutung (vgl. KIRSCHNER, a.a.O., S. 7 f.). 7.3 Mit den im erstinstanzlichen Verfahren sowie im Beschwerdeverfa h- ren vorgebrachten und dokumentierten exilpolitischen Tätigkeiten erreicht die Beschwerdeführerin keinen Be kanntheitsgrad, bei dem angenommen werden müsste, dass die iranischen Behörden auf sie aufmerksam g e- worden seien beziehungsweise darüber hinaus in ihr eine Person erke n- nen, die das politische System gefährden könnte. Bis auf die dokume n- tierten Tätigkeiten scheint keine zusätzliche ausserordentliche Präsenz in der Öffentlichkeit erfolgt zu sein. Die dokumentierten Aktivitäten waren auch auf einen kleineren Rahmen beschränkt und die Beschwerdeführ e- rin macht weder geltend noch ist ersichtlich, dass diese in de n nationalen und internationalen Medien überhaupt ein Echo gefunden hätten. Die Be- schwerdeführerin vermittelt als Demonstrationsteilnehmerin nie das Bild einer gegen das iranische Regime aus der Masse der üblichen Demons t- rierenden herausgehobene aktive und ernstzunehmende Person, die eine Tatkraft entwickelt hätte oder in Zukunft über eine solche verfügen kön n- te, die für das Regime zur Gefahr werden könnte. Daran ändern die bei den Demonstrationsteilnahmen mitgeführten Plakate – soweit sie in einer für das Gericht verständlichen Sprache verfasst sind – nichts. Schliesslich sind den Aussagen der Beschwerdeführerin keine überzeugenden und glaubhaften Hinweise darauf zu entnehmen, dass die iranischen Behö r- den tatsächlich auf sie aufmerksam geworden wären und si e Verfo l- gungshandlungen der iranischen Behörden zu befürchten hätte. Mit Blick D-3127/2012 Seite 18 auf Art und Umfang ihrer exilpolitischen Tätigkeit kann sie nicht als b e- sonders engagierte und exponierte Regimegegnerin qualifiziert werden. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft auch unter den Aspekten der subjektiven Nac h- fluchtgründe nicht erfüllt. 8. Die Feststellung des BFM, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüch t- lingseigenschaft nicht, ist dementsprechend zu bestätigen. Das Asylge- such der Beschwerdeführerin wurde daher zu Recht und mit zutreffender Begründung abgelehnt. 9. 9.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an ; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 9.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, mit Hinweis auf EMARK 2001 Nr. 21). 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegw eisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dez ember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heiss t, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2). 10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin od er des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). D-3127/2012 Seite 19 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (Fo K, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. E ine Rückkehr der Beschwerdeführerin in den Iran ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus- schaffung in den Iran dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausg e- setzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Me n- schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgeme i- ne Menschenrechtssituation im Iran lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-3127/2012 Seite 20 10.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 10.3.1 Die allgemeine Lage im Iran spricht nicht gegen die Zumutbarkeit des Vollzuges der Wegweisung. 10.3.2 Das Bundesamt hat in der angefochtenen Verfügung mit zutreffen- der Begründung dargetan, weshalb der Wegweisungsvollzug der B e- schwerdeführerin auch in individueller Hinsicht als zumutbar zu erachten sei. Diesen Ausführungen wird weder in der Beschwerdeschrift noch in der Replik etwa s Substanzielles entgegen gehalten. Insbesondere ve r- mögen auch die Ausführungen des behandelnden Arztes in seinem ärztli- chen Zeugnis vom 9. August 2012 nicht zu einem anderen Schluss zu führen. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 10.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zustä n- digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 10.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt ri chtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). In Gutheissung D-3127/2012 Seite 21 des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird jedoch auf die Auferlegung der Verfahrenskosten verzichtet, zumal das Verfahren nicht als aussichtslos zu bezeichn en und von der prozessualen Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen ist. (Dispositiv nächste Seite) D-3127/2012 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gut geheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Robert Galliker Daniela Brüschweiler Versand: