B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-194/2013 U r t e i l v o m 2 2 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Richter Frank Seethaler (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richter Francesco Brentani, Gerichtsschreiber Beat König. Parteien X._______, Z._______ (Deutschland), Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenrente (Rentenanspruch). B-194/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die […] 1978 geborene, verheiratete, in ihrer Heimat wohnhafte deutsche Staatsangehörige X._______ arbeitete in den Jahren 2003 bis 2006 in der Schweiz als Alterspflegerin und leistete dabei Beiträge an die schwei- zerische Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenversicherung. Am 4./6. September 2007 stellte sie bei der für sie als Grenzgängerin zustän- digen IV-Stelle Thurgau (nachfolgend: IV-Stelle TG) einen Antrag auf Aus- richtung einer Invalidenrente. B. B.a Mit Verfügung vom 10. Juni 2009 wies die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) das Leistungsbegehren ab. B.b Gegen die Verfügung vom 10. Juni 2009 erhob X._______ (nachfol- gend: Beschwerdeführerin) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Mit Urteil vom 5. Juli 2011 hob das Bundesverwaltungsgericht die Verf ü- gung vom 10. Juni 2009 auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie zum Erlass einer neuen Verfü- gung an die IVSTA zurück. C. Nach Einholung eines polydisziplinären Gutachtens bei der MEDAS G._______ vom 14. Juni 2012 wies die IVSTA das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 20. November 2012 erneut ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, infolge eines Invaliditätsgrades von unter 40 % b e- stehe kein Rentenanspruch. D. Gegen die Verfügung vom 20. November 2012 erhob die Beschwerdefüh- rerin mit einer am 14. Januar 2013 der deutschen Post übergebenen Ein- gabe (vgl. Poststempel, BVGer -act. 1) Beschwerde beim Bundesverwa l- tungsgericht. Sie beantragt die Aufhe bung der ange fochtenen Verfügung und die Zusprache einer vollen Invalidenrente, eventualiter die Zusprache einer Dreiviertel - oder Viertelsinvalidenrente bzw. die Zusprache einer halben Invalidenrente. Zur Begründung verwies sie auf die im vorinstan z- lichen Verfahren mit einem Schreiben vom 7. September 2012 gemac h- ten Ausführungen und machte namentlich geltend, das Gutachten der MEDAS vom 14. Juni 2012 sei weder schlüssig noch nachvollziehbar. B-194/2013 Seite 3 E. Mit Vernehmlassung vom 20. Februar 2013 schl iesst die IV-Stelle TG auf Abweisung der Beschwerde. Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 28. Februar 2013, die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung sei zu bes- tätigen. Die beiden Vernehmlassungen wurden der Beschwerdeführerin zusa m- men mit einer seitens der IV -Stelle TG neu eingereichten Stellungnahme eines Psychiaters des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 7. Feb- ruar 2013 übermittelt. F. Mit Replik vom 13. April 2013 hält die Beschwerdeführerin an ihrem B e- schwerdeantrag fest. Die mit der Replik neu eingereichten Akten wurden in der Folge der Vorinstanz zur Kenntnis gebracht. Mit Duplik bzw. Vernehmlassung vom 7./14. Mai 2013 halten die IV-Stelle TG und die Vorinstanz an ihren Anträgen fest. G. Auf weitere Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Ra hmen der folgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den a n- fechtbaren Verfügungen gehören jene der IV -Stelle für Versicherte im Ausland, die zu den Vorinstanzen des Bundesverwaltungsgerichts gehört (Art. 33 lit. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG, SR 831.20]). Ei- ne Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das VwVG findet keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil B-194/2013 Seite 4 des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist (Art. 3 Bst. dbis VwVG). Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgeno m- men; sie ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG; vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie ist daher zur Beschwerde legitimiert. 1.3 Die Beschwerde ist innert 30 Tagen nach Eröffnung der Verfügung einzureichen (Art. 60 Abs. 1 ATSG). Diese Frist beginnt am Tag nach ihrer Mitteilung an die Parteien zu laufen (Art. 38 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 60 Abs. 2 ATSG). Sie ruht insbesondere vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 38 Abs. 4 Bst. c in Verbindung mit Art. 60 Abs. 2 ATSG). Ist der letzte Tag der Frist ein Sonntag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 60 Abs. 2 ATSG). Schriftliche Eingaben müs sen nach Art. 39 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 Abs. 2 ATSG spätestens am letzten Tag der Frist der Behörde eingereicht oder zu deren Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung überg e- ben werden (vgl. auch Art. 21 Abs. 1 VwVG). Nach der Rechtsprechung reicht die Aufgabe einer Sendung bei der au s- ländischen Poststelle – unter Vorbehalt anderslautender staatsvertragl i- cher Bestimmungen – nicht für die Wahrung der Rechtsmittelfrist. Freilich muss di e Verwaltung, um sich gegenüber einer im Ausland wohnhaften Person auf die Regelung von Art. 39 Abs. 1 ATSG (bzw. Art. 21 Abs. 1 VwVG) berufen zu können, wonach eine Beschwerdeschrift der Schwe i- zerischen Post zu übergeben ist, diese Gesetzesvorschrift in d er Rechtsmittelbelehrung wörtlich wiedergeben. Tut sie Letzteres nicht, ist infolge unrichtiger Rechtsmittelbelehrung auf die Beschwerde einzutreten, wenn sie innert der Beschwerdefrist bei der ausländischen Post aufgeg e- ben worden ist (Urteil des Bundesger ichts 9C_339/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.2, mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung wurde der Beschwerdeführerin ausweislich eines Schreibens der Schweizerischen Post, das die Vorinstanz mit ihren Akten eingereicht hat, am 28. November 2012 zugestellt (IV -act. 40 S. 1; vgl. demgegenüber Replik, S. 1, wonach die Beschwerdeführerin die Ver- fügung erst am 29. November 2012 erhalten haben soll). Die Beschwer- defrist begann somit am 29. November 2012 zu laufen (Art. 38 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 60 Abs. 2 ATSG). Unter Berücksichtigung der B-194/2013 Seite 5 Gerichtsferien vom 18. Dezember 2012 bis und mit dem 2. Januar 2013 (vgl. Art. 38 Abs. 4 Bst. c in Verbindung mit Art. 60 Abs. 2 ATSG) so wie des Umstandes, dass der 13. Januar 2013 ein Sonntag war (vgl. Art. 38 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 60 Abs. 2 ATSG), endete die Frist am Mo n- tag, den 14. Januar 2013. Die Beschwerdeführerin hat ihre Beschwerde nach dem aktenkundigen Poststempel am 14. Januar 2013 der deutschen Post in Z._______ über- geben. Ob ihre Sendung noch gleichentags in den Herrschaftsbereich der Schweizerischen Post gelangt ist, braucht nicht geklärt zu werden. Die Aufgabe der Sendung bei der ausländischen Post muss vorliegend im Sinne der vorgenannten Rechtsprechung zur Fristwahrung genügen, en t- hielt doch die Rechtsmittelbelehrung im angefochtenen Entscheid keinen Hinweis auf die Regelung von Art. 39 Abs. 1 ATSG (bzw. Art. 21 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdefrist ist somit eingehalten. 1.4 Da die Beschwerde im Übrigen auch den Formerfordernissen gemäss Art. 52 VwVG entspricht und der Kostenvorschuss innert der angesetzten Frist gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG geleistet wurde, ist darauf einzutreten. 1.5 1.5.1 Die örtliche Zuständigkeit der IV-Stelle richtet sich in der Regel nach dem Wohnsitz des Versicherten im Zeitpunkt der Anmeldung (Art. 55 IVG). Zuständig zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen von Grenzgängern ist die IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt. Dies gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz noch in der be- nachbarten Grenzzone haben und der Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die Verfügungen werden von der IV-Stelle für Versicherte im Ausland erlassen (Art. 40 Abs. 2 der Ve r- ordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]). Gemäss Art. 40 Abs. 3 IVV bleibt die einmal begründete Zuständigkeit der IV-Stelle im Verlaufe des Verfahrens erhalten. Frühestens nach einer g e- richtlichen Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung und neuer Verfügung an die Verwaltung kann sich ein Wechsel der IV-Stelle rechtfer- tigen (Urteil des Bundesgerichts I 232/03 vom 22. Januar 2004, publiziert in SVR 2005 IV Nr. 39 S. 145 ff. E. 3.3.1 f.; vgl. auch Urteil des Bunde s-B-194/2013 Seite 6 gerichts I 190/06 vom 16. Mai 2007 E. 3.2 ; Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts C-2825/2010 vom 26. September 2011 E. 3.1). 1.5.2 Die Besc hwerdeführerin war früher Grenzgängerin, wohnt immer noch im Grenzgebiet und hatte ihre letzte Arbeitsstelle im Kanton Thu r- gau. Sie hat sich somit zu Recht bei der IV-Stelle TG zum Leistungsbezug angemeldet, welche die Abklärungen durchführte. Auch war die IVSTA gemäss der vorstehenden Erwägung für den Erlass der angefochtenen Verfügung zuständig. 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige o der unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kantonale B e- hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG). 2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der B e- gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die B e- schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gut - heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer B e- gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. THOMAS HÄBERLI, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Art. 62 N. 40). 2.3 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so - fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vor sieht, nach dem Beweis - grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mö g- lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglic hen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichs- te würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 3. Im Folgenden ist vorab zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren in materieller Hinsicht zur Anwendung gelangen. 3.1 Die Beschwerdeführerin ist deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz in Deutschland, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abko m- men vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenosse n- schaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitglieds-B-194/2013 Seite 7 staaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten ist. Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbeiteten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II ("Koordinierung der Sys teme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertrag s- parteien untereinander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familiena n- gehörige, die innerhalb der Gem einschaft zu - und abwandern (SR 0.831.109.268.1), und die Verordnung Nr. 574/72 oder gleichwertige Vorschriften an. Diese sind am 1. April 2012 durch die Verordnungen (EG) N r. 883/2004 des Europäischen P arlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit s o- wie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit abgelöst worden (vgl. hierzu auch Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts C-3985/2012 vom 25. Februar 2013 E. 2.1). Nach Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 8 83/2004 haben Personen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staates. Dabei ist im Rahmen des FZA auch die Schweiz als "Mitglie d- staat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnungen zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 Anhang II des FZA). Demnach richten sich die Bestimmung der In- validität und die Berechnung der Rentenhöhe auch nach dem Inkrafttr e- ten des FZA nach schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4), ins- besondere dem IVG, der IVV, dem ATSG sowie der entsprechenden Ver- ordnung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11). 3.2 In materiell-rechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts- sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen f ührenden Tatbestandes Geltung haben, wobei nach ständiger Praxis auf den im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes (hier: 20. November 2012) eingetretenen Sachverhalt abgestellt wird (BGE 130 V 329, BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen). Ein allfälliger Leistungsan- spruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den in Kraft stehenden Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). Tatsachen, die jenen Sachve r- halt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer ne u- en Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). B-194/2013 Seite 8 Bei den materiellen Bestimmungen des I VG und der IVV ist auf die per 1. Januar 2004 in Kraft getretenen Bestimmungen der 4. IV -Revision in der Fassung vom 21. März 2003 (AS 2003 3837) bzw. in der Fassung vom 21. Mai 2003 (AS 2003 3859), und für die Zeit ab 1. Januar 2008 auf die dannzumal in Kraft getretenen Änderungen (5. IV-Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) abzustellen (vgl. auch Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts C-4404/2009 vom 5. Juli 2011 E. 4.1) . Soweit ein Rente n- anspruch ab dem 1. Januar 2012 zu prüfen ist, sind weiter die mit dem ersten Massnahmenpaket der 6. IV-Revision zu diesem Zeitpunkt in Kraft getretenen Gesetzesänderungen zu beach ten (IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659], IVV in der Fassung vom 16. November 2011 [AS 2011 5679]). 3.3 Bezüglich der vorliegend aufgrund von Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG zu berücksichtigenden ATSG -Normen zur Ar - beitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) und zur Bestimmung des Invaliditätsgrades (Art. 16) hat das Schweize - rische Bundesgericht (vormals Eidgenössisches Versicherungsgericht [EVG]) erkannt, dass es sich bei den in Art. 3 –13 ATSG enthaltenen Le- galdefinitionen in aller Regel um eine formellgesetzliche Fassung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechenden Begriffen vor In-Kraft-Treten des ATSG handelt und sich inhaltlich damit keine Änd e- rung ergibt, weshalb die hierzu entwickelte Rechtsprechung übernommen und weitergeführt werden kann (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1–3.3). 4. Nachfolgend sind die zur Beurteilung der Streitsache massgebenden g e- setzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze darzulegen. 4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursach- te und nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger dauernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Der Inval i- ditätsbegriff enthält damit zwei Elemente: ein medizinisches (Gesun d- heitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wir t- schaftliches im weiteren Sinn (dauerhafte oder länger daue rnde Ei n-B-194/2013 Seite 9 schränkung der Erwerbsfähigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen U ELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 8 Rz. 7). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Un- fähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem an - deren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbs- unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der E r- werbsmöglichkeiten auf dem in Betr acht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 ATSG). 4.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch psychische Gesundheitsschäden eine Invalidität bewirken (Art. 8 i n Verbindung mit Art. 7 ATSG [4. IV-Revision]). Nicht als Folgen eines psy- chischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrech t- lich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, we l- che die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei we itgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen, BGE 130 V 352 E. 2.2.1; SVR 2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der vers i- cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Res t- arbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden au s- geglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Masss tab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1, BGE 127 V 294 E. 4c, BGE 102 V 165). Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sin- ne des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbeg- riff selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (inval i- disierenden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten E r- werbsunfähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische St ö- rungen, welche durch soziale Umstände verursacht werden und bei Weg- fall der Belastung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berecht i- gen. Zwar kann einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit B-194/2013 Seite 10 der invalidisierende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das B eschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart ve r- selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – unab- hängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswi r- ken (SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden W echsel- wirkungen zwischen sich körperlich und psychisch manifestierenden St ö- rungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten bio -psycho- sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2). 4.3 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gültig g e- wesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von min- destens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Inva- liditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. Hier - an hat die 5. IV -Revision nichts geändert (Art. 28 Abs. 2 IVG in der a b 2008 geltenden Fassung). Laut Art. 28 Abs. 1 ter IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) bzw. Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 geltenden Fassung) werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht völkerrechtliche Vereinbarungen eine abwei- chende Regelung vorsehen. Eine solche Ausnahme gilt seit dem 1. Juni 2002 für die Staat sangehörigen eines Mitgliedstaates der EU und der Schweiz, sofern sie – wie vorliegend die deutsche Beschwerdeführerin – in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (BGE 130 V 253 E. 2.3 und E. 3.1). Nach den Vorschriften der 4. IV -Revision entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist oder wä h- rend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mi n- destens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (Art. 29 Abs. 1 Bst. a und b IVG in der von 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen B-194/2013 Seite 11 Fassung). Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre E r- werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er - halten oder verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mind estens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). 4.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkom- men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglied e- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezi e- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichs t g e- nau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall be kannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, BGE 104 V 136 E. 2a und b; ZAK 1990 S. 518 E. 2). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Inva lidität nach Art. 16 ATSG festgelegt und für den anderen Teil ohne Erwerbstätigkeit darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabe n- bereich zu betätigen (gemischte Methode des Einkommensvergleichs; Art. 28a Abs. 3 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist, vereinfacht ausgedrückt, die durch einen Gesundheitsschaden verursachte Unfähigkeit, durch zumu t- bare Arbeit Geld zu verdienen (ALFRED MAURER, Bundessozialversiche- rungsrecht, Basel 1993, S. 140). Der Begriff der Invalidität ist demnach nicht nach dem Ausmass der g e- sundheitlichen Beeinträchtigung definiert, sondern nach der daraus fo l- genden Unfähigkeit, Erwerbseinkommen zu erzielen (BGE 110 V 275 E. 4a, 102 V 166) oder sich im bisherigen Aufgabenberei ch zu betätigen. Dabei sind die Erwerbs - bzw. Arbeitsmöglichkeiten nicht nur im ang e- stammten Beruf bzw. der bisherigen Tätigkeit, sondern – wenn erforder- lich – auch in zumutbaren anderen beruflichen Tätigkeiten (Verweistäti g-B-194/2013 Seite 12 keiten) zu prüfen. Der Invalidit ätsgrad ist also grundsätzlich nach wir t- schaftlichen und nicht nach medizinischen Grundsätzen zu ermitteln. Das heisst, dass es bei der Bemessung der Invalidität einzig und allein auf die objektiven wirtschaftlichen Folgen der funktionellen Behinderung a n- kommt, welche nicht unbedingt mit dem vom Arzt festgelegten Grad der funktionellen Einschränkung übereinstimmen müssen (BGE 110 V 275; ZAK 1985 S. 459). Trotzdem ist die Verwaltung und im Beschwerdefall auch das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die der Ar zt und gegeb e- nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Ste l- lung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Au s- künfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche A r- beitsleistungen dem Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 115 V 134 E. 2, BGE 114 V 314 E. 3c mi t Hinweisen; ZAK 1991 S. 319 E. 1c). Die rein wirtschaftlichen und rechtlichen Beurteilungen, insbeso n- dere im Zusammenhang mit der Bestimmung der Erwerbsfähigkeit, o b- liegt dagegen der Verwaltung und im Beschwerdefall dem Gericht. 4.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen h a- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet we rden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2). 4.5.1 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un- tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei- lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der m e- dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des E x- perten begründet sind. Ausschlag gebend für den Beweiswert ist grun d- sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeic h- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be- richt oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a). B-194/2013 Seite 13 4.5.2 Berichten und Gutachten versiche rungsinterner Ärzte kommt B e- weiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrü n- det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Z u- verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in e i- nem Anstell ungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangen heit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die U n- parteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erschei nen lassen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee, mit Hinweisen). 4.5.3 Auf Stellungnahmen der RAD resp. der medizinischen Dienste kann für den Fall, dass ihnen materiell Gutachten squalität zukommen soll, nur abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtliche n Anforde- rungen an einen ärztlichen Bericht genügen (Urteil des EVG I 694/05 vom 15. Dezember 2006 E. 2). Die RAD -Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen, spielt doch die fachliche Qualifika tion des Experten für die richterliche Würdigung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Bezüglich der medizin i- schen Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und G e- richte auf die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Deshalb ist für die Eignung eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten medizi- nischen Disziplin ein entsprechender spezialärztlicher Titel des berichten- den oder zumindest des den Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des EVG I 178/00 vom 3. August 2000 E. 4a; Urteile des Bundes- gerichts 9C_410/2008 vom 8. September 2008 E. 3.3, I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.3 und I 362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1; vgl. auch SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2 [nicht publizierte Textpassa- ge der E. 3.3.2 des Entscheides BGE 135 V 254]). Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versicherte Person untersucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der R AD für die Beurteilung der med i- zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur "bei Bedarf" se l- ber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen an sich ist somit kein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, und die direkte ärztliche Befassung mit der versiche r- ten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des B undesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 und I 10 94/06 vom 14. Nove m- ber 2007 E. 3.1.1, je mit Hinweisen). B-194/2013 Seite 14 4.6 Zu bemerken bleibt, dass aufgrund des im gesamten Sozialversich e- rungsrecht geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht ein i n- valider Versicherter gehalten ist, innert nützlicher Frist Arbe it im ang e- stammten oder einem anderen Berufs- oder Erwerbszweig zu suchen und anzunehmen, soweit sie möglich und zumutbar erscheint (BGE 113 V 28 E. 4a, 111 V 239 E. 2a). Deshalb ist es am behandelnden Arzt bzw. am Vertrauensarzt einer IV-Stelle aus medizi nischer Sicht zu bestimmen, in welchem Ausmass ein Versicherter seine verbliebene Arbeitsfähigkeit bei zumutbarer Tätigkeit und zumutbarem Einsatz auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt einsetzen kann. Diese Arbeitsmöglichkeit hat sich der Vers i- cherte anrechnen zu lassen. 5. 5.1 Die angefochtene Verfügung stützt sich insbesondere auf ein Gutach- ten der MEDAS G._______ vom 14. Juni 2012. Die entsprechende B e- gutachtung bestand namentlich aus rheumatologischen Untersuchungen und einem ca. 70 -minütigen psychiatrisc hen Explorationsgespräch (vgl. Akten IV-Stelle TG, act. 65 S. 15 ff.). Die Gutachter, welche sich aus Fachärzten für innere Medizin und Rheumatologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie zusammensetzten, haben sich zudem ausführlich mit den medizinischen Vorakten aus der Schweiz und aus Deutschland, ergä n- zenden, von der IV -Stelle TG nachgesandten medizinischen Unterlagen, ergänzenden Radiologiebefunden des W._______-instituts und den A n- gaben der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. Sie stellten zusa m- menfassend folgende Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutb a- ren Arbeitsfähigkeit (Akten IV-Stelle TG, act. 65 S. 27 f.): - Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit histrionischen und Borderline - Zügen (ICD-10: F61.0) - Pathologisches Spielen (ICD-10: F63.0) - Chronifizierendes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit Sacroili a- kalgelenksdysfunktion links (ICD-10: M54.5) - Spondylarthrose der mittleren < distalen LWS, mehrsegmentale lumbale Spondylose - leichte Dehydrat ation der Bandscheiben L4/5 > L3/4 mit min i- maler Discusprotrusion ohne Neurokompression (MRI 17.02.2012) - unauffällige Sacroiliakalgelenke beidseits, insbesondere ohne Hinweise für das Vorliegen entzündlicher Veränderungen (MRI 17.02.2012) - Status nach thorakolumbalem Morbus Scheuermann B-194/2013 Seite 15 - muskuläre Dysbalance/Dekonditionierung - lumbosakrale Hyperlordose, abgeflachte BWS-Kyphose - Pustulöse Dermatose planta pedis beidseits DD plantares Ekzem, Pust u- losis palmoplantaris, plantare Psoriasis Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig keit nannte die MEDAS G._______ eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD -10: F45.4), eine gegenwärtig remittierte rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33.4) und (anamnestisch) eine posttraumatische Belastung s- störung (ICD-10: F43.1) (Akten IV-Stelle TG, act. 65 S. 24). Die Gutachter kamen sodann zum Schluss, dass gesamthaft von einer dauerhaften, vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in der zuletzt von ihr ausgeführten Tätigkeit als Pflegefachfrau in stellve r- tretender Leitungsfunktion seit Mai 2006 auszugehen ist (vgl. Akten IV- Stelle TG, act. 65 S. 32). Während der Dauer von stationären Behandlun- gen vom 30. Januar bis 15. Februar 2007, vom 15. Mai bis 14. August 2007, vom 5. Mai bis 15. Juni 2010 und vom 16. März bis 3. Mai 2011 sei die Beschwe rdeführerin überdies auch in adaptierter Tätigkeit voll a r- beitsunfähig gewesen. Eine darüber hinausgehende vollumfängliche A r- beitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten sei weder aus somatischer noch psychiatrischer Sicht ausreichend zu begründen. Indes sei in adap- tierten Tätigkeiten von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von m a- ximal 30 % auszugehen, soweit es nicht um die genannten Zeiten stati o- närer Behandlungen gehe. Der Beschwerdeführerin seien körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere ber ufliche Tätigkeiten "ohne viele soziale Kontakte, ohne repetitives Heben/Tragen von Lasten über 12,5 bis 15 kg, ohne längere Arbeiten in ausgesprochenen Wirbelsäule n- zwangshaltungen und ohne überwiegend stehende Arbeiten" aus polydis- ziplinärer Sicht zu 70 % möglich (act. 65 S. 32 f.). 5.2 Die Beschwerdeführerin macht freilich insb esondere geltend, das er- wähnte polydisziplinäre Gutachten enthalte keine Angaben darüber, ob ih- re Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten bereits vor dessen Erstellung zu höchstens 30 % eingeschränkt gewesen sei (Einwand der Beschwe r- deführerin vom 7. September 2009, S. 9). Auch würden in diesem Gu t- achten "Abgrenzungen zu den einzelnen Jahres -Zeiträumen" fehlen (Einwand der Beschwerdeführerin vom 7. September 2009, S. 12). B-194/2013 Seite 16 5.2.1 Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -4404/2009 hat das G e- richt insbesondere ausgeführt, der Gutachter Dr. med. Q._______ sei zum Schluss gekommen, dass zum Zeitpunkt einer Untersuchung am 8. Januar 2009 die rezidivierende depressive Störung remittiert und die posttraumatische Belastungsstörung nicht manifest sei. Ferner erwog es, dass dies i m Lichte der übrigen medizinischen Akten auf eine unter U m- ständen seit dem Sommer 2008 eingetretene Verbesserung des Gesund- heitszustandes der Beschwerdeführerin hin deuten könne. Mit Blick da r- auf, dass dem Gericht vor diesem Hintergrund "die Frage eines mögl i- cherweise höheren Invaliditätsgrades [als 33 %] für die Zeit ab Septe m- ber 2006 jedenfalls bis Juni 2008 […] insgesamt noch ungenügend g e- klärt" schien (E. 7.4 des Urteils), wies es damals die Sache zur Festste l- lung des Sachverhaltes an die Vorinstanz zurück. Die Rückweisung zur weiteren Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts erfolgte dabei ausdrücklich mit der an die Vorinstanz gerichteten Anweisung, "ein […] polydisziplinäres Gutachten […] insbesondere über den Verlauf des G e- sundheitszustandes der Beschwerdeführerin für die massgebende Zeit (September 2006 bis Juni 2009 )" einzuholen (E. 8.2 und Dispositiv -Ziff. 1 des Urteils). Die erwähnte Rüge der Beschwerd eführerin und die besagten Erwägu n- gen des Gerichts werfen die Frage auf, ob da s Gutachten der MEDAS G._______ genügend Angaben enthält, um den Invaliditätsg rad der B e- schwerdeführerin für die Zeit ab September 2006 bis Juni 2009 beurteilen zu können. 5.2.2 Die MEDAS G._______ war unter anderem um eine Würdigung der vorhandenen Arztberichte insbesondere bei Diskrepanzen in der Beurte i- lung der Arbeitsfähigkeit ersucht worden, und zwar mit der Bitte, "die Aus- führungen im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vo m 5.7.2011, insbe- sondere in Bezug auf den Verlauf der Arbeitsfähigkeit ab Mai 2006" zu berücksichtigen (vgl. Akten IV -Stelle TG, act. 65 Ziff. 8 Nr. 10). Die Gut- achter nahmen dazu mehrfach nicht Stellung (vgl. Akten IV -Stelle TG, act. 65 Ziff. 5.4.3, 5.6.3, 5.10, 5.11 [Nr. 6a], 8 [Nr. 6 und 10]). Der zustän- dige Psychiater erklärte diesbezüglich im Teilgutachten Psychiatrie, das Bestandteil des polydisziplinären Gutachtens der MEDAS G._______ vom 14. Juni 2012 bildete und am 15. Februar 2012 erstellt worden war, im Einzelnen Folgendes (vgl. Akten IV-Stelle TG, act. 65 Ziff. 5.11 Nr. 10): "Ich gehe davon aus, dass die Versicherte wahrscheinlich im bisherigen B e- ruf seit Mai 2006 nicht arbeitsfähig ist. Ab Gutachtenzeitpunkt [(d.h. ab dem B-194/2013 Seite 17 15. Februar 2012)] erachte ich sie aber sicher im Rahmen einer adaptierten Tätigkeit zu höchstens 30 % eingeschränkt." Im Abschnitt "Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit und Beginn dieser angepassten Tätigkeit" im Teilgutachten Psychiatrie hielt dieser Psychiater led iglich fest, in einer adaptierten Tätigkeit , bei welcher die Beschwerdeführerin für sich selbst etwas Produktives leisten könne, ohne auf andere angewiesen oder zwischenmenschlichen Konflikten ausg e- setzt zu sein, sei die Arbeitsfähigkeit zu höchstens 30 % eingeschränkt (Akten IV-Stelle TG, act. 65 Ziff. 5.6.3). Im Rahmen der polydisziplinären Zusammenfassung hielten die Gutac h- ter sodann fest, es sei aus psychiatrischer Sicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit dem Mai 2006 im bisherigen Beru f nicht mehr arbeitsfähig war. Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in adaptierten beruflichen Tätigkeiten verwiesen die Gutachter auf ihre Ausführungen unter dem Titel "Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit", wo sie der B e- schwerdeführerin bei adaptierte n Tätigkeiten abgesehen von den akte n- kundigen Zeiten voller Arbeitsunfähigkeit infolge stationärer Behandlu n- gen (vom 30. Januar bis 15. Februar 2007, vom 15. Mai bis 14. August 2007, vom 5. Mai bis 15. Juni 2010 und vom 16. März bis 3. Mai 2011) ei- ne Einsc hränkung der Arbeitsfähigkeit aus polydisziplinärer Sicht von höchstens 30 % attestierten (Akten IV-Stelle TG, act. 65 Ziff. 7 und Ziff. 8 Nr. 7). Aus den vorstehend genannten Stellen des Gutachten s der MEDAS G._______ geht hervor, dass sich die Gutachter trotz mehrmaliger Ziti e- rung des Gutachtensauftrages nicht ausdrücklich zur Frage äusserten, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang vor dem Zeitpunkt des Explorat i- onsgesprächs bzw. der Erstellung des Gutachtens (15. Fe bruar bzw. 14. Juni 2012) eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in adaptierten Täti g- keiten bestand. Eine entsprechende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit liegt insbesondere nicht allein aufgrund des U m- standes vor, dass die Gutachter diejenigen Zeiten aufgeführt haben, wäh- rend denen die Beschwerdeführerin (wegen stationärer Behandlungen) gänzlich – also auch im angestammten Beruf – arbeitsunfähig gewesen ist. Das Gutachten der MEDAS lässt somit – entgegen dem Auftrag des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. vorn E. 5.2.1) – weiterhin offen, ob die Beschwerdeführerin zumindest während eines Teiles des hier massg e- benden Zeitraumes – namentlich infolge ihrer depressiven Störung und/oder einer posttraumatischen Belastungsstörung – in einem höheren Masse in ihrer Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten eingeschränkt B-194/2013 Seite 18 war, als dies die Vorinstanz angenommen hat. Diesbezüglich geben auch die übrigen Akten nicht hinreichend Aufschluss . Es lässt sich daher bei der derzeitigen Aktenlage nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit annehmen, dass für die gesamte massgebende Zeit ein nicht anspruchsbegründender Invaliditätsgrad vo r- lag. 6. Zusammenfassend stellt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass die Vorinstanz d en rechtserheblichen Sachverhalt – entgegen dem Auftrag des Bundesverwaltungsgerichts – nicht vollständig festgestellt und g e- würdigt hat (vgl. Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG). Die angefochtene Verfügung vom 20. November 2012, welche auf einer lückenha ften medi- zinischen Aktenlage beruh t, ist daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien ist es dem Bundesverwa l- tungsgericht unbenommen, von der Anordnung eines Gerichtsgutachtens abzusehen und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, wenn nur eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausfüh- rungen erforderlich ist ( BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4) . Vorliegend bedarf es, um neu entscheiden zu können, in diesem Sinne lediglich einer Ergä n- zung des polydisziplinären Gutachtens der MEDAS betreffend die Frage, ob und inwiefern gegebenenfalls die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefü h- rerin in adaptierten Tätigkeiten in der massgebenden Zeitspanne vor dem Gutachtenszeitpunkt eingeschränkt war. Eine Rückweisung an die Vori n- stanz erscheint vorliegend auch unter dem Gesichtspunkt, dass damit der Beschwerdeführerin der doppelte Instanzenzug gewahrt bleibt, gerech t- fertigt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-5129/2010 vom 18. Juni 2013 E. 7). Die Sache ist folglich zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhal- tes und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückz u- weisen (Art. 61 Abs. 1 VwVG). Die Vorinstanz wird dabei nach Einholung der entsprechenden Ergänzung den Invaliditätsgrad der Beschwerdefü h- rerin neu zu bestimmen haben. Dabei wird sie insbesondere zu klären haben, ob allenfalls v on einer Arbeitsgelegenheit in adaptierten Tätigke i- ten nicht mehr gesprochen werden kann, weil die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene A r- beitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebe rs möglich wäre B-194/2013 Seite 19 und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint ( vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B- 29/2011 vom 15. Mai 2013 E. 2.8, mit Hinweis auf das Urteil des Bundes- gerichts 8C_602/2010 vom 30. April 2010). 7. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ve r- weigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht kosten - pflichtig. Die Verfahrenskosten sind in der Regel von der unterliegenden Partei zu tragen. Da eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der beschwerdeführenden Partei gilt, sind keine Verfahrenskosten zu erh e- ben (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG; BGE 132 V 215 E. 6.1). Der B e- schwerdeführerin ist der geleistete Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 400.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückz u- erstatten. 7.2 Der nicht anwaltlich vertretenen Be schwerdeführerin sind keine ve r- hältnismässig hohe Kosten entstanden, wesha lb ihr keine Parteientschä- digung zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die Verfügung der Vorinstanz vom 20. November 2012 aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur weiteren Abklärung des Sachverhalts sowie zum Er- lass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurü ckgewiesen wird. S o- weit weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleiste te Kostenvorschuss von Fr. 400. - nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. B-194/2013 Seite 20 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein ; Beilage: Rückerstattungsformular); – die Vorinstanz (Ref.-Nr. […]; Gerichtsurkunde); – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Gerichtsurkunde). Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Frank Seethaler Beat König Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die U n- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 31. Juli 2013