<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-10-11-5A_767-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_767/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 11. Oktober 2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Stefan Blättler, Bundesanwalt, c/o Bundesanwaltschaft, Guisanplatz 1, 3003 Bern, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Persönlichkeitsschutz, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, 2. Zivilkammer, vom 24. August 2023 </div> <div class="para">(ZK 23 196, ZK 23 197). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para">Für mit rechtskräftigem Urteil des Bundesstrafgerichts festgelegte Kosten, für deren Inkasso gemäss <span class="artref">Art. 75 StBOG</span> die Bundesanwaltschaft zuständig ist, leitete diese gegen den Beschwerdeführer eine Betreibung ein. Mit Begleitschreiben wies sie das Betreibungsamt Küsnacht darauf hin, dass der Beschwerdeführer ein erhebliches Aggressionspotential aufweist. </div> <div class="para">Mit Eingabe an die Schlichtungsbehörde Bern-Mittelland gegen den Bundesanwalt (Beschwerdegegner) stellte der Beschwerdeführer das Begehren um Feststellung, dass die Behauptung, er weise ein erhebliches Aggressionspotential auf, ehrverletzend, rufschädigend und rechtswidrig sei, sowie das weitere Begehren, dass der Bundesanwalt zur Zahlung von Fr. 1'000.--, d.h. 20 % des gemäss Gutachten von Rechtsanwalt B.________ erlittenen Schadens von Fr. 5'000.-- wegen nachgewiesener übler Nachrede, Verleumdung, Rufschädigung und Ehrverletzung, zu verurteilen sei. </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 25. Mai 2023 trat die Schlichtungsbehörde auf das Gesuch nicht ein mit der Begründung, dass die gestellten Begehren nicht gegen den Bundesanwalt persönlich gestellt werden könnten, sondern gemäss <span class="artref">Art. 3 und <artref id="CH/170.32/6/2" type="start"></artref>Art. 6 Abs. 2 VG</span><artref id="CH/170.32/3" type="end"></artref> gegen den Bund zu richten wären, und dass bei Klagen gegen den Bund gemäss <span class="artref">Art. 5 Abs. 1 lit. f ZPO</span> i.V.m. Art. 6 Abs. 2 EG ZSJ/BE beim Obergericht des Kantons Bern geltend zu machen wären, weshalb die Schlichtungsbehörde für die Beurteilung der Eingabe unzuständig sei. </div> <div class="para">Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Bern am 24. August 2023 ab, soweit es darauf eintrat, mit der Begründung, die Begehren wären gemäss <span class="artref"><artref id="CH/170.32/3" type="start"></artref>Art. 3 und 6 VG</span><artref id="CH/170.32/6" type="end"></artref> gegen den Bund zu richten und Schadenersatz- oder Genugtuungsbegehren im Bereich des VG seien nicht auf dem zivilrechtlichen, sondern vielmehr auf dem öffentlich-rechtlichen Weg geltend zu machen und entsprechende Eingaben nach <span class="artref">Art. 10 Abs. 1 und <artref id="CH/170.32/20/2" type="start"></artref>Art. 20 Abs. 2 VG</span><artref id="CH/170.32/10/1" type="end"></artref> i.V.m. Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 1 der Verordnung zum Verantwortlichkeitsgesetz beim Eidgenössischen Finanzdepartement einzureichen. </div> <div class="para">Mit Beschwerde vom 9. Oktober 2023 wendet sich der Beschwerdeführer an das Bundesgericht mit den Begehren um Aufhebung des obergerichtlichen Entscheides, eventualiter des Entscheides der Schlichtungsbehörde, sowie um Zuspruch einer Umtriebsentschädigung von Fr. 2'000.--. Ferner verlangt er die unentgeltliche Rechtspflege. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Rechtsmittel nach dem Bundesgerichtsgesetz sind reformatorisch (vgl. <span class="artref">Art. 107 Abs. 2 BGG</span>). Daher darf sich die beschwerdeführende Partei nicht darauf beschränken, die Aufhebung oder Kassation des angefochtenen Entscheides zu beantragen; vielmehr ist ein Antrag in der Sache zu stellen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=08.10.2023&amp;to_date=27.10.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-489%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page489">BGE 133 III 489</a> E. 3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=08.10.2023&amp;to_date=27.10.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-III-379%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page379">134 III 379</a> E. 1.3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=08.10.2023&amp;to_date=27.10.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-313%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page313">137 II 313</a> E. 1.3<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=08.10.2023&amp;to_date=27.10.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-89%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page89">147 I 89</a></span> E. 1.2.5). Bereits daran scheitert die Beschwerde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Sodann mangelt es aber auch an einer hinreichenden Beschwerdebegründung: Die Beschwerde hat eine Begründung zu enthalten, in welcher in gedrängter Form dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>), was eine sachbezogene Auseinandersetzung mit dessen Erwägungen erfordert (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=08.10.2023&amp;to_date=27.10.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">BGE 140 III 115</a> E. 2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=08.10.2023&amp;to_date=27.10.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">142 III 364</a> E. 2.4). Eine sachbezogene Auseinandersetzung mit der ausführlichen und in jeder Hinsicht zutreffenden Entscheidbegründung im angefochtenen Entscheid erfolgt nicht, wenn der Beschwerdeführer sich auf die Vorbringen beschränkt, dieser verletze den Gerechtigkeitsgedanken und die Schlichtungsbehörde habe unter Druck der Bundesanwaltschaft in vorauseilendem Gehorsam im Interesse der Eidgenossenschaft agiert und seine Anliegen in gehörsverletzender Weise über Bord geworfen, denn das Urteil des Bundesstrafgerichts sei gar nicht rechtskräftig und die üble Nachrede bzw. Verleumdung sei privat und im Rahmen eines persönlichen Vordrängens des Bundesanwaltes erfolgt, welcher Vendetta an seiner Familie üben wolle. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich nicht hinreichend begründet, weshalb auf sie nicht eingetreten werden kann und der Präsident im vereinfachten Verfahren entscheidet (<span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, konnte der Beschwerde von Anfang an kein Erfolg beschieden sein, weshalb es an den materiellen Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). Ob die formellen Voraussetzungen gegeben wären, ist demnach belanglos; ohnehin aber wäre die behauptete Prozessarmut mit der Behauptung, an Krebs erkrankt und ohne jegliches Einkommen zu sein, nicht substanziiert und dokumentiert. Das entsprechende Gesuch ist somit abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, 2. Zivilkammer, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 11. Oktober 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>