<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00453</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205632&amp;W10_KEY=4467137&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00453</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 14.12.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Führerausweisentzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Warnungsentzug nach Kollision mit zwei Fussgängern, die ihren schweren Verletzungen erlagen. Der Beschwerdeführer lässt eine weitere Reduktion der Entzugsdauer um vier auf zwei Monate beantragen.<br/><br/>Der Beschwerdeführer hat in objektiver Hinsicht den Verkehr in schwerer Weise im Sinn von Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG gefährdet (E. 3). Sodann ist von einem recht schweren Verschulden des Beschwerdeführers im Sinn von Art. 33 Abs. 2 VZV auszugehen: Er hätte selbst im - aufgrund der örtlichen Verhältnisse sehr unwahrscheinlichen - Fall, dass die beiden Fussgänger die Strasse jenseits des Fussgängerstreifens betreten hätten, genügend Zeit gehabt, auf die Fussgänger aufmerksam zu werden und rechtzeitig zu bremsen und anzuhalten. Auch der Einwand, dass die Kollison hätte vermieden werden können, wenn der Beschwerdeführer etwa eine Sekunde früher reagiert hätte, vermag ihn nicht zu entlasten. Ebenso gehen die Ausführungen des Beschwerdeführers zur unbestritten nicht angepassten Geschwindigkeit an der Sache vorbei. Sodann bewertete auch die Strafbehörde das Verschulden des Beschwerdeführers als ziemlich schwer (E. 4.2). Bei gesamthafter Würdigung aller Umstände erweist sich die Entzugsdauer von sechs Monaten somit als angemessen (E. 4.3). Abweisung (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFMERKSAMKEIT">AUFMERKSAMKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTZUGSDAUER">ENTZUGSDAUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FÃHRERAUSWEISENTZUG">FÃHRERAUSWEISENTZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FUSSGÃNGER">FUSSGÃNGER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FUSSGÃNGERSTREIFEN">FUSSGÃNGERSTREIFEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEFÃHRDUNG">GEFÃHRDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOLLISION">KOLLISION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEUMUND, AUTOMOBILISTISCHER">LEUMUND, AUTOMOBILISTISCHER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTANPASSEN DER GESCHWINDIGKEIT">NICHTANPASSEN DER GESCHWINDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SICHTVERHÃLTNISSE">SICHTVERHÃLTNISSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFBEFEHL">STRAFBEFEHL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFRICHTER">STRAFRICHTER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFURTEIL">STRAFURTEIL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STRASSENVERKEHRSRECHT">STRASSENVERKEHRSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TÃTUNG">TÃTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNFALL">UNFALL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHULDEN (SVG)">VERSCHULDEN (SVG)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WARNUNGSENTZUG">WARNUNGSENTZUG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 16 Abs. II SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 16 Abs. III SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 16 Abs. III lit. a SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 90 Ziff. 2 SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 33 Abs. II VZV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>A lenkte am 4. Dezember 2001, um etwa 17.30 Uhr, seinen Personenwagen auf der L-Strasse in X Richtung Y. Auf der HÃ¶he des Restaurants C Ã¼bersah er zwei FussgÃ¤nger, die dabei waren, die Strasse im entfernteren Bereich des FussgÃ¤ngerstreifens oder kurz danach von links nach rechts zu Ã¼berqueren und kollidierte ungebremst mit ihnen. Die beiden FussgÃ¤nger wurden beim Zusammenprall so schwer verletzt, dass sie noch am gleichen Abend verstarben. Am 28. MÃ¤rz 2003 wurde A von der Bezirksanwaltschaft X mit unangefochten in Rechtskraft erwachsenem Strafbefehl zu zwei Monaten GefÃ¤ngnis bedingt und einer Busse von Fr. 1'200.- verurteilt. Mit VerfÃ¼gung vom 9. Dezember 2003 entzog die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Strassenverkehrsamt, Abteilung Administrativmassnahmen) A den FÃ¼hrerausweis fÃ¼r die Dauer von acht Monaten. Straf- wie EntzugsverfÃ¼gung lag der Tatbestand der fahrlÃ¤ssigen TÃ¶tung zugrunde. </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Den gegen die EntzugsverfÃ¼gung gerichteten Rekurs, womit A die Herabsetzung der Entzugsdauer auf zwei Monate verlangte, hiess der Regierungsrat mit Entscheid vom 17. August 2005 teilweise gut und setzte die Dauer des FÃ¼hrerausweisentzugs auf sechs Monate fest. </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 21. September 2005 an das Verwaltungsgericht erneuerte A sein Begehren um Herabsetzung der Dauer des FÃ¼hrerausweisentzugs auf zwei Monate. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit und die Staatskanzlei liessen am 3. Oktober 2005 bzw. am 18. Oktober 2005 Abweisung der Beschwerde beantragen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Parteivorbringen sowie die ErwÃ¤gungen des angefochtenen Regierungsratsbeschlusses werden â soweit erforderlich â nachstehend wiedergegeben.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Die grundsÃ¤tzliche ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung von Beschwerden gegen administrative Massnahmen im Strassenverkehr findet ihre Grundlage in § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG). Die Behandlung entsprechender Beschwerden erfolgt gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 lit. a VRG durch den Einzelrichter. Nach § 38 Abs. 3 Satz 2 VRG ist die einzelrichterliche Beurteilung indessen ausgeschlossen, wenn Entscheide des Regierungsrats angefochten sind. Nachdem hier Letzteres der Fall ist, hat die GeschÃ¤ftserledigung in Dreierbesetzung zu erfolgen (vgl. § 38 Abs. 1 VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Am 14. Dezember 2001 wurde die Teilrevision des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG) verabschiedet. Die revidierten Bestimmungen wurden seither gestaffelt in Kraft gesetzt. Der Entscheid der Beschwerdegegnerin erging noch unter der Herrschaft alten Rechts. In Ã¼bergangsrechtlicher Sicht gilt, dass nach bisherigem Recht angeordnete Massnahmen nach bisherigem Recht zu beurteilen sind (Ziff. III Abs. 2 des Ãnderungsgesetzes vom 14. Dezember 2001, AS 2002, 2767). Damit ist der vorliegende Fall nach altem Recht zu beurteilen.</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Nach Art. 16 Abs. 2 SVG kann der FÃ¼hrerausweis entzogen werden, wenn der FÃ¼hrer Verkehrsregeln verletzt und dadurch den Verkehr gefÃ¤hrdet oder andere belÃ¤stigt hat (Satz 1). In leichten FÃ¤llen kann eine Verwarnung ausgesprochen werden (Satz 2). Der FÃ¼hrerausweis muss entzogen werden, wenn der FÃ¼hrer den Verkehr in schwerer Weise gefÃ¤hrdet hat (Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG). Das Gesetz unterscheidet somit:</span></p> <p class="MsoNormal"><span>â<span> </span></span><span>den leichten Fall (Art. 16 Abs. 2 Satz 2 SVG), </span></p> <p class="MsoNormal"><span>â<span> </span></span><span>den mittelschweren Fall (Art. 16 Abs. 2 Satz 1 SVG) sowie</span></p> <p class="MsoNormal"><span>â<span> </span></span><span>den schweren Fall (Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>In schwerer Weise gefÃ¤hrdet den Verkehr im Sinn von Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Ziff. 2 SVG eine ernstliche Gefahr fÃ¼r die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Nach der Rechtsprechung stimmen die Regelungen von Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG und Art. 90 Ziff. 2 SVG inhaltlich Ã¼berein (BGE 120 Ib 285, 123 II 37). Der schwere Fall der Verkehrsregelverletzung beim FÃ¼hrerausweisentzug entspricht somit der groben Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Ziff. 2 SVG bei den Strafbestimmungen. Dementsprechend ist bei Vorliegen eines Schuldspruchs wegen Verstosses gegen Art. 90 Ziff. 2 SVG der obligatorische Ausweisentzug im Sinn von Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG zu verfÃ¼gen. Umgekehrt bedeutet dies, dass im Fall einer Verurteilung wegen einfacher Verkehrsregelverletzung nur ein fakultativer Ausweisentzug im Sinn von Art. 16 Abs. 2 SVG in Frage kommt, es sei denn, die Voraussetzungen zum Abweichen vom Strafurteil seien gegeben.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Im Interesse von einheitlicher Rechtsanwendung und Rechtssicherheit gilt es zu vermeiden, dass derselbe Lebensvorgang zu voneinander abweichenden Sachverhaltsfeststellungen von Verwaltungs- und JustizbehÃ¶rden fÃ¼hrt und die erhobenen Beweise abweichend gewÃ¼rdigt bzw. rechtlich beurteilt werden. Das Strafverfahren bietet durch die verstÃ¤rkten Mitwirkungsrechte des Beschuldigten, die umfassenderen persÃ¶nlichen und sachlichen Ermittlungsinstrumente sowie die weiterreichenden prozessualen Befugnisse besser GewÃ¤hr dafÃ¼r, dass das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung nÃ¤her bei der materiellen Wahrheit liegt als im nicht durchwegs derselben Formstrenge unterliegenden Verwaltungsverfahren. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat daher die VerwaltungsbehÃ¶rde â sofern eine Anzeige an den Strafrichter bereits erfolgt oder mit einer solchen zu rechnen ist â grundsÃ¤tzlich mit ihrem Entscheid zuzuwarten, bis ein rechtskrÃ¤ftiges Strafurteil vorliegt, soweit der Sachverhalt oder die rechtliche Qualifikation des in Frage stehenden Verhaltens fÃ¼r das Verwaltungsverfahren von Bedeutung sind (BGE 119 Ib 158 E. 2c/bb). Dies ist vorliegend denn auch geschehen.</span></p> <p class="Urteilstext">Die VerwaltungsbehÃ¶rde darf von den Feststellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zu Grunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, oder wenn sie zusÃ¤tzliche Beweise erhebt, sowie wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht sÃ¤mtliche Rechtsfragen abgeklÃ¤rt hat. Die VerwaltungsbehÃ¶rde hat vor allem dann auf die Feststellungen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren ergangen ist. Sie ist aber unter bestimmten Voraussetzungen auch an einen Strafentscheid gebunden, der im Strafbefehlsverfahren gefÃ¤llt wurde, selbst wenn er ausschliesslich auf einem Polizeirapport beruht. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Beschuldigte wusste oder angesichts der Schwere der ihm vorgeworfenen Delikte voraussehen musste, dass gegen ihn ein FÃ¼hrerausweisentzugsverfahren erÃ¶ffnet wÃ¼rde, und er es trotzdem unterlÃ¤sst oder darauf verzichtet, im Rahmen des (summarischen) Strafverfahrens die ihm garantierten Verteidigungsrechte geltend zu machen. Unter diesen UmstÃ¤nden darf der Betroffene nicht das Verwaltungsverfahren abwarten, um allfÃ¤llige RÃ¼gen vorzubringen und BeweisantrÃ¤ge zu stellen, sondern ist nach Treu und Glauben verpflichtet, dies bereits im Rahmen des (summarischen) Strafverfahrens zu tun, sowie allenfalls die nÃ¶tigen Rechtsmittel zu ergreifen (BGE 123 II 97, 121 II 214 E. 3a). In reinen Rechtsfragen, wozu die Beurteilung der Schwere eines Falls zÃ¤hlt, ist die AdministrativbehÃ¶rde demgegenÃ¼ber nicht an die Ansicht des Strafrichters gebunden (BGE 115 Ib 163 E. 2a, 103 Ib 101 E. 2c).</p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt diese GrundsÃ¤tze nicht in Frage, macht aber geltend, dass unter BerÃ¼cksichtigung der den BeschwerdefÃ¼hrer entlastenden UmstÃ¤nde die Entzugsdauer zu lang sei.</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der EntzugsverfÃ¼gung kann nicht entnommen werden, ob der BeschwerdefÃ¼hrer den Verkehr in schwerer Weise im Sinn von Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG oder in mittelschwerer Weise (Art. 16 Abs. 2 Satz 1 SVG) gefÃ¤hrdet hat. Diese Frage wird auch von der Vorinstanz offen gelassen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im Strafbefehl wird dem BeschwerdefÃ¼hrer fahrlÃ¤ssige TÃ¶tung vorgeworfen. Zur pflichtwidrigen Verhaltensweise des BeschwerdefÃ¼hrers wird festgehalten, dass er den Unfall hÃ¤tte vermeiden mÃ¼ssen und auch vermeiden kÃ¶nnen, wenn er seine Aufmerksamkeit ganz dem Verkehr und der Strasse gewidmet und seine Geschwindigkeit angesichts der mehreren hintereinander liegenden FussgÃ¤ngerstreifen und der durch Dunkelheit, Regen und nasse Fahrbahn beeintrÃ¤chtigten Sicht angepasst hÃ¤tte, mithin langsamer gefahren wÃ¤re: So wÃ¤re es ihm mÃ¶glich gewesen, rechtzeitig abzubremsen und vor dem FussgÃ¤ngerstreifen anzuhalten. In Wirklichkeit habe er die beiden FussgÃ¤nger ungebremst gerammt. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Strafbefehl Ã¤ussert sich nicht nÃ¤her zu den einzelnen vom BeschwerdefÃ¼hrer missachteten Verkehrsregeln, da mit der Bestrafung wegen fahrlÃ¤ssiger TÃ¶tung die durch die Verletzung der entsprechenden Verkehrsregeln geschaffene GefÃ¤hrdung der getÃ¶teten Personen mitabgegolten wurde (vgl. BGr, 29. November 2001, 6S.628/2001, E. 2a, www.bger.ch). Aufgrund der Sachverhaltsfeststellung im Strafverfahren ist jedoch von der Verletzung der fÃ¼r die GewÃ¤hrleistung der Sicherheit des Strassenverkehrs grundlegenden Verkehrsregeln gemÃ¤ss Art. 26, Art. 32 Abs. 1, Art. 33 Abs. 2 SVG sowie Art. 4 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 auszugehen. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat mithin in objektiver Hinsicht den Verkehr in schwerer Weise im Sinn von Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG gefÃ¤hrdet.</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Dauer des Warnungsentzugs richtet sich vor allem nach der Schwere des Verschuldens, dem Leumund als MotorfahrzeugfÃ¼hrer sowie nach der beruflichen Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu fÃ¼hren (Art. 33 Abs. 2 der Verkehrszulassungsverordnung vom 27. Oktober 1976 [VZV]). Alle UmstÃ¤nde sind dabei gesamthaft zu wÃ¼rdigen, und es ist im Einzelfall die Entzugsdauer so festzusetzen, dass die mit der Massnahme beabsichtigte erzieherische und prÃ¤ventive Wirkung am besten erreicht wird (BGE 124 II 44, 128 II 173). Beim Warnungsentzug darf die Sanktion das Mass des Verschuldens daher nicht Ã¼bersteigen. Bei dessen Beurteilung mÃ¼ssen die objektiven UmstÃ¤nde des Einzelfalls herangezogen werden, doch kÃ¶nnen diese bei der Bemessung der Entzugsdauer nur soweit berÃ¼cksichtigt werden, als sie auch verschuldensmÃ¤ssig von Bedeutung sind.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer lÃ¤sst vorbringen, dass im Strafverfahren nicht verbindlich abgeklÃ¤rt werden konnte, ob die beiden FussgÃ¤nger die Strasse auf dem entfernteren Bereich des FussgÃ¤ngerstreifens oder kurz danach Ã¼berquert hÃ¤tten. Zu Gunsten des BeschwerdefÃ¼hrers sei demnach davon auszugehen, dass er gegenÃ¼ber den FussgÃ¤ngern nicht zu erhÃ¶hter Aufmerksamkeit verpflichtet war, zumal diese auch dunkel gekleidet gewesen seien und es bereits Nacht war. Dem ist entgegenzuhalten, dass der mit den Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen vertraute BeschwerdefÃ¼hrer gemÃ¤ss seinen eigenen Angaben unmittelbar vor dem Unfall weder in der eigenen Fahrtrichtung noch auf der Gegenfahrbahn Verkehr auf der Strasse wahrnahm und selbst im â aufgrund der Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse sehr unwahrscheinlichen â Fall, dass die beiden FussgÃ¤nger die Strasse jenseits des FussgÃ¤ngerstreifens, aber immer noch in dessen direkter NÃ¤he, betreten hÃ¤tten, genÃ¼gend Zeit gehabt hÃ¤tte, auf die FussgÃ¤nger aufmerksam zu werden und rechtzeitig zu bremsen und anzuhalten. Unbestrittenermassen hat der BeschwerdefÃ¼hrer die FussgÃ¤nger aber erst beim Zusammenstoss und damit vorher Ã¼berhaupt nicht wahrgenommen. Es vermag ihn bei BerÃ¼cksichtigung der durchgehenden Strassenbeleuchtung und uneingeschrÃ¤nkten SichtverhÃ¤ltnisse (Rekursschrift, S. 2) auch die dunkle Kleidung der beiden FussgÃ¤nger nicht zu entlasten, weshalb ihm eine in hohem Mass ungenÃ¼gende Aufmerksamkeit vorzuwerfen ist.</p> <p class="Urteilstext"><span>Auch der Einwand, dass die Kollision hÃ¤tte vermieden werden kÃ¶nnen, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer etwa eine Sekunde frÃ¼her reagiert hÃ¤tte â eine Entgegnung auf die von der Vorinstanz festgestellte, nicht nur kurze Unaufmerksamkeit â, vermag ihn nicht zu entlasten. Wenn eine Sekunde ausgereicht hÃ¤tte, dann heisst dies jedenfalls nicht, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer nur gerade eine Sekunde fÃ¼r die Reaktion zur VerfÃ¼gung stand. Diese Angabe bezieht sich lediglich auf die minimal erforderliche Zeit, um knapp ausreichend noch kollisionsfrei anhalten zu kÃ¶nnen. Sie lÃ¤sst aber keinen RÃ¼ckschluss auf den dem BeschwerdefÃ¼hrer zur VerfÃ¼gung stehenden Anhalteweg zu; dieser war bei BerÃ¼cksichtigung der durch die FussgÃ¤nger zurÃ¼ckzulegenden Wegstrecke ab Betreten der Fahrbahn weit grÃ¶sser als der bei der Geschwindigkeit von 40 km/h bei nasser Fahrbahn minimal erforderliche Anhalteweg von 21 m (vgl. Merkblatt "Physik im Strassenverkehr" der Schweizerischen Beratungsstelle fÃ¼r UnfallverhÃ¼tung, http://shop.bfu.ch/pdf/28_42.pdf).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Schliesslich gehen auch die AusfÃ¼hrungen des BeschwerdefÃ¼hrers zur unbestritten nicht angepassten Geschwindigkeit an der Sache vorbei. Der BeschwerdefÃ¼hrer machte schon in der Rekursschrift geltend, dass den damaligen Gegebenheiten eine Geschwindigkeit von 30â35 km/h angepasst gewesen wÃ¤re, wÃ¤hrend er mit etwa 40 km/h gefahren sei. Daraus folge, dass die Geschwindigkeit "nur minim nicht angepasst" gewesen sei. Dazu ist zu bemerken, dass ab einer Kollisionsgeschwindigkeit von 20 km/h Becken- und BeinbrÃ¼che, ab einer solchen von 45 km/h tÃ¶dliche Verletzungen sehr wahrscheinlich sind (BGE 123 II 37). Bei den gegebenen Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen bzw. der damaligen Witterung, die der Strafbefehl wiedergibt, kann damit auch einer Differenz von 10 km/h erhebliche Bedeutung zukommen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Auch die StrafbehÃ¶rde hat sich keineswegs nur mit einer bei FahrlÃ¤ssigkeitsdelikten Ã¼blichen Formulierung begnÃ¼gt. ZunÃ¤chst beanstandete sie nicht etwa nur ein zu spÃ¤t eingeleitetes BremsmanÃ¶ver, sondern dessen Ausbleiben bis zur Kollision. Ausserdem hat sie zum Ausdruck gebracht, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Kollision hÃ¤tte vermeiden mÃ¼ssen und vermeiden kÃ¶nnen, wenn er seine Aufmerksamkeit ganz dem Verkehr und der Strasse gewidmet hÃ¤tte. Weiter wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer das Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die gegebenen VerhÃ¤ltnisse vorgehalten. Der in diesen Feststellungen zum Ausdruck kommende Vorwurf ist deutlich genug. â Die StrafbehÃ¶rde verurteilte den BeschwerdefÃ¼hrer nach dessen Einvernahme nebst einer Busse zu einer Strafe von zwei Monaten GefÃ¤ngnis, bedingt lÃ¶schbar nach Ablauf einer Probezeit von zwei Jahren. Dies zeigt, dass sie das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers als ziemlich schwer bewertete, denn bei fahrlÃ¤ssiger TÃ¶tung ist die Strafdrohung GefÃ¤ngnis bis zu drei Jahre, Haft (Art. 39 Ziff. 1 Abs. 2 des Strafgesetzbuchs) oder Busse, und in der Praxis wird bei nur leichtem Verschulden lediglich eine Busse ausgesprochen (BGE 125 II 561).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Zusammengefasst wird dem mit den Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen vertrauten BeschwerdefÃ¼hrer nicht eine bloss Sekundenbruchteile beanspruchende Unaufmerksamkeit vorgeworfen, sondern das gÃ¤nzliche Ãbersehen der die Strasse auf dem FussgÃ¤ngerstreifen oder kurz danach von links betretenden FussgÃ¤nger bis zum Kollisionszeitpunkt, und zwar bei durchgehender Strassenbeleuchtung und uneingeschrÃ¤nkten SichtverhÃ¤ltnissen und fehlenden weiteren Verkehrsbewegungen. Zudem erweist sich die vom BeschwerdefÃ¼hrer eingehaltene Geschwindigkeit bei den gegebenen Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen bzw. der damaligen Witterung klar als unangepasst, so dass mit der Vorinstanz von einem recht schweren Verschulden im Sinn von Art. 33 Abs. 2 VZV auszugehen ist.</p> <p class="Urteilstext"><span>Der Regierungsrat hat im Ãbrigen weniger den noch keineswegs langjÃ¤hrigen automobilistischen Leumund vor dem Unfall (BGE 120 Ib 320) â ein ungetrÃ¼bter automobilistischer Leumund ist zudem Ausgangspunkt fÃ¼r die "normale" Entzugsdauer (BGE 122 II 21) â, sondern vor allem das Wohlverhalten bis zum Zeitpunkt seines Entscheids ausreichend zu Gunsten des BeschwerdefÃ¼hrers berÃ¼cksichtigt. Berufliche GrÃ¼nde der Massnahmeempfindlichkeit wurden nicht vorgebracht und sind daher nicht zu berÃ¼cksichtigen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei gesamthafter WÃ¼rdigung aller UmstÃ¤nde erweist sich somit die Entzugsdauer von sechs Monaten als angemessen und im Hinblick auf die erzieherische und prÃ¤ventive Wirkung des Warnungsentzugs als gerechtfertigt.</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Die Kosten sind dem Verfahrensausgang entsprechend dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihm von vornherein nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG); die Beschwerdegegnerin hat keine solche beantragt. </span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>