B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1526/2012 U r t e i l v o m 22 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas; Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Emil Robert Meier, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 16. Februar 2012 / N (…). D-1526/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer, ein sri - lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie, seinen Heimatstaat am 15. November 2008 auf dem Seeweg, und gelangte am 12. Januar 2009 via Italien illegal in die S chweiz, wo er noch am selben Tag ein Asylg e- such stellte. B. Am 28. Januar 2009 fand die Befragung zur Person (Kurzbefragung) statt. Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, er sei tamilischer Ethnie und stamme aus B._______, C._______ (Jaffna Distrikt, ausser- halb des Vanni-Gebietes), wo er mit seinen Eltern und seinen Geschwis- tern gelebt habe. Am 19. Oktober 2009 fand die direkte Anhörung des Beschwerdeführers zu seinen Asylgründen statt (Anhörung). C. C.a Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er habe einen Bruder und einen Freund gehabt, die sich für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) engagiert hätten. Er selber habe die LTTE seit dem Jahr 2001 unterstützt, ohne Mitglied gewesen zu sein. Wegen dieser Unterstützungstätigkeit habe er Schwi e- rigkeiten mit Soldaten der sri-lankischen Armee bekommen, die ihn an ih- ren Kontrollposten nach seinem Freund und seinem Bruder gefragt hä t- ten. Am 3. Oktober 2008 habe er sich im Camp der Armee melden mü s- sen, nachdem die Soldaten am Tag zuvor zu Hause seinen Identität s- ausweis beschlagnahmt hätten. Er habe sich in der Folge einer täglichen Meldepflicht unterziehen müssen und sei im November 2008 zehn Tage lang im Spital gewesen, weil er im Camp jeweils geschlagen worden sei. Der Dorfvorsteher habe sein Problem mit der Armee auch nicht lö sen können und die LTTE hätten ihn wegen seiner regelmässigen Unte r- schriftsleistung im Camp verdächtigt , sie verraten zu haben . Nachdem am 1. November 2008 sein Freund erschossen und er am Tag darauf zu Hause gesucht worden sei, habe sich sein Vater an sei ner Stelle ins A r- meecamp begeben. Am 5. November 2008 sei aber auch sein Vater getö- tet worden. Er habe sich bei einem Onkel versteckt und mit dessen Hilfe und Beziehungen zur Eelam People's Democratic Party (EPDP) am 7. November 2008 die Reise nach Colombo angetreten. Am 15. Nove m- ber 2008 sei er per Schiff von Sri Lanka nach Europa gereist. D-1526/2012 Seite 3 C.b Zur Untermauerung seiner Vorbringe n legte der Beschwerdeführer folgende Unterlagen ins Recht: Ein "Diagnosis Ticket" (…), eine Todesur- kunde (…), einen Arztbericht (…), eine Bestätigung des Grama O f- ficer(…), eine Bestätigung der "Diocese of Jaffna" (…), eine Fotografie sowie einen Zeitungsartikel (…). D. Mit Verfügung vom 16. Februar 2012 – eröffnet am 17. Februar 2012 – lehnte das BFM das Asylgesuch ab, ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz an und erachtete den Vollzug als zulässig, zumutbar und mö g- lich. Zur Begründung wurde unter anderem ausgeführt, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten teils den Anforderungen an die Glaubhaf- tigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), teils denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Das BFM führte im Einzelnen aus, der Beschwerdeführer habe sich in zahlreiche Ungereimtheiten verstrickt. Bei der Kurzbefragung habe er ausgesagt, die LTTE unterstützt zu haben, indem er ihnen zu essen g e- geben habe. Bei der Anhörung habe er aber erklärt, er habe die LTTE seit dem Jahre 2001 unterstützt, indem er am Pongu Tamil teilgenommen, i h- nen zu essen gegeben und ihnen Lebensmittel sowie Gewehre geliefert habe. In Anbetracht der zentralen Bedeutung, die der Beschwerdeführer der Unterstützungstätigkeit für die LTTE und der damit verbundenen Ve r- folgung durch die sri -lankischen Sicherheitskräfte zumesse, hätte er sämtliche Formen der Unte rstützung für die LTTE zwingend bereits a n- lässlich der Kurzbefragung erwähnen müssen. Der Beschwerdeführer habe bei der Kurzbefragung ausgesagt, Angehöri- ge der LTTE hätten ihn zweimal gewarnt, weil sie ihn nach dem Tod se i- nes Freundes im November 2008 verdächtigt hätten, der Armee Hinweise gegeben zu haben. Bei der Anhörung habe er aber gesagt, die beiden Warnungen und der Verdacht der LTTE seien in der Festnahme von drei Mitgliedern der LTTE begründet gewesen. Ferner habe er bei der Kurzbe- fragung angegebe n, am 2. November 2008 seien vier Unbekannte auf Motorrädern zu Hause aufgetaucht und hätten ihn erschiessen wollen. Bei der Anhörung habe er allerdings zuerst festgehalten, an diesem Tag seien Soldaten der sri-lankischen Armee nach Hause gekommen und hät- ten seinen Eltern gesagt, er solle das Haus so schnell wie möglich ve r- lassen. An späterer Stelle habe er ausgeführt, seine Mutter habe Moto r- räder gehört, und ihn gewarnt, dass Armeeangehörige vor dem Haus se i-D-1526/2012 Seite 4 en, woraufhin er die Flucht ergriffen habe. Zum a ngeblichen Besuch der sri-lankischen Soldaten zu Beginn des Monats Oktober 2008 bei ihm zu Hause habe er bei der Kurzbefragung zu Protokoll gegeben, sieben bis acht Soldaten seien nachts bei ihm zu Hause aufgetaucht und hätten se i- nen Identitätsausweis besc hlagnahmt. Er habe diesen Ausweis am fo l- genden Tag, als er sich im Armeecamp gemeldet habe, wieder zurücke r- halten. Bei der Anhörung hingegen soll der Dorfvorsteher diesen Ausweis von der Armee zurückerhalten haben, nachdem er aus Sri Lanka ausg e- reist sei. Seine Vorbringen würden auch der allgemeinen Lebenserfahrung wieder- sprechen. So mache es keinen Sinn, dass die sri -lankischen Soldaten den Beschwerdeführer im Oktober 2008, als er zehn Tage lang im Spital gewesen sei, angeblich fast täglich zu Hause gesuch t und dabei seinen Vater beschuldigt hätten, ihn zu den LTTE geschickt zu haben. Es wäre den Sicherheitskräften nämlich ein Leichtes gewesen dies zu überprüfen. Ebenso erfahrungswidrig sei , dass die sri -lankischen Sicherheitskräfte, die dem Dorfvorsteher i m Oktober 2008 gesagt hätten, sie würden ihn verdächtigen, die LTTE zu unterstützen, nicht konsequenter gegen ihn vorgegangen seien. Erfahrungswidrig sei auch, dass er sich nach dem Tod seines angeblichen Freundes und der Suche nach ihm im November 2008 ausgerechnet im nahe gelegenen Haus seines Freundes versteckt haben wolle, wo es den sri-lankischen Sicherheitskräften nicht schwer ge- fallen wäre, ihn ausfindig zu machen. Zudem sei erfahrungswidrig, dass er im Spätherbst 2008, als die Kämpfe zwischen der Armee und der LTTE besonders heftig gewesen seien, ohne jegliche Kontrollen und Identität s- ausweise sowie Passierscheine von B._______ nach Colombo habe re i- sen können. Somit hielten die se Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. Befürchtungen, künftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein, seien nur dann asylrelevant, wenn begründeter Anlass zur A n- nahme besteh e, dass sich die Verfolgung mit beachtlicher Wahrschei n- lichkeit und in absehbarer Zeit verwirklichen werde. Die Vorbringen des Beschwerdeführers müssten vor dem Hintergrund der allgemein ang e- spannten Situation betrachtet werden, welche während des Bürgerkr iegs geherrscht habe. Nachdem im Jahr 2002 zwischen der sri -lankischen Regierung und der LTTE ein Waffenstillstand geschlossen worden sei, sei es im Sommer 2006 zu einem Wiederaufflammen des innerstaatlichen bewaffneten Konflikts zwischen der sri -lankischen Armee und den LTTE gekommen. Unter den Auseinandersetzungen im Norden und Osten Sri D-1526/2012 Seite 5 Lankas habe die Zivilbevölkerung gelitten. Tamilen und Tamilinnen seien von lokal bedingten Verfolgungsmassnahmen seitens der sri -lankischen Sicherheitskräfte und der mit ihnen verbündeten bewaffneten Gruppen besonders betroffen gewesen. Die Situation in Sri Lanka stelle sich heute jedoch anders dar. Der Krieg zwischen der sri-lankischen Regierung und den separatistischen LTTE sei im Mai 2009 mit deren Niederlage zu Ende g egangen. Seither befinde sich das gesamte Land wieder unter Regierungskontrolle und es sei zu keinen terroristischen Aktivitäten der LTTE mehr gekommen. Die S i- cherheits- und Menschenrechtslage sei zwar noch nicht in allen Teilen des Landes zufriedenstellend, doch die Anzahl der Gewaltereignisse wie Entführungen, Verschleppungen und Tötungen sei erheblich zurückg e- gangen. Die LTTE sei am Ende des Krieges vernichtend geschlagen wor- den und habe über keine handlungsfähige Struktur mehr verfügt. Die LTTE stelle damit auch für den Beschwerdeführer keine unmittelbare B e- drohung mehr dar. Auch der Einfluss der bewaffneten Gruppen habe seit dem Ende des Bürgerkrieges stark abgenommen. Auf eine Zusammenarbeit der Regi e- rung mit bewaffneten Organisationen oder Gruppierungen bestünden kei- nerlei Hinweise mehr. Zudem seien Übergriffe auf die Zivilbevölkerung von Seiten krimineller Einzeltäter oder bewaffneter Gruppen mittlerweile von den zuständigen Behörden geahndet worden. In den Schilderungen des Beschwerdeführers fänden sich keine Hinweise dafür, dass die sri -lankischen Behörden heute – mehr als zwei Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges – ein ernsthaftes Interesse daran h a- ben sollten, gerade ihn zu verfolgen. Angesichts seines geringen polit i- schen Profils sei nicht davon auszugehen, dass er zum jetzigen Zeitpunkt mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von asylrelevanten Schwierigkeiten bedroht sei. Die Vorbringen des Beschwerdeführers seien daher auch asylrechtlich unbeachtlich. Auch die ins Recht gelegten Beweismittel könnte n keine asylrelevante Verfolgung des Beschwerdeführers durch die sri -lankische Behörden b e- legen. Sie enthielten keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer von den sri-lankischen Behörden verfolgt worden sei oder in Zukunft eine solche Verfolgung zu b efürchten habe. Der Zeitungsartikel beziehe sich D-1526/2012 Seite 6 nicht auf den Beschwerdeführer persönlich und die Fotografie belege w e- der eine Beziehung zu den LTTE noch eine Unterstützungstätigkeit für diese oder Verfolgungsmassnahmen durch die sri -lankischen Behörden. Der mit der Todesurkunde belegte Tod seines Vaters und die ärztliche Pflege des Beschwerdeführers seien im Sinne der oben stehenden Er- wägungen als nicht asylbeachtlich zu bewerten. Die beiden Schreiben des Grama Officer und der Diözese hätten nur geringen Beweiswert, da sie einfach beschaffbar seien und Schreiben dieser Art in der Regel auf Wunsch der beantragenden Person erstellt würden. Die Vorbringen hielten somit auch den Anforderungen an die Flüchtling s- eigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. E. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 19. März 2012 focht der B e- schwerdeführer die Verfügung des BFM beim Bundesverwaltungsgericht mit folgenden Rechtsbegehren an: Es sei der Entscheid des BFM vom 16. Februar 2012 aufzuheben und es sei das Verfahren zur Vervollständi- gung des Sachverhaltes und zum neuen Entscheid zurückzuweisen. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren. Subeventual i- ter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig sei, und das BFM sei anzuweisen, dem Beschwerdefüh rer die vorläufige Auf- nahme in der Schweiz zu gewähren. F. F.a Mit Zwischenverfügung des Bu ndesverwaltungsgerichts vom 22. März 2012 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, er dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig wurde er unter Hinweis auf die Säumnisfolge aufgefordert, bis zum 10. April 2012 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– zu leisten. F.b Der Beschwerdeführer leistete den einverlangten Kostenvorschuss fristgerecht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom D-1526/2012 Seite 7 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nic hts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an de ren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. D-1526/2012 Seite 8 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu we rden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind ins besondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. Vorab werden in der Beschwerde formelle Rügen erhoben: Das BFM lege seinem Entscheid einen veralteten Sachverhalt zugrunde, so wie er sich im Oktober 2009 präsentiert habe. Seitdem sei der Beschwerdeführer nicht mehr von der Vorinstanz kontaktiert worden und auch nicht ang e- fragt worden, ob sich seitdem irgendwelche Veränderungen ergeben hä t- ten. Dadurch sei der (abgemilderte) Untersuchungsgrundsatz sowie das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt worden. Die Sache sei deshalb an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese den Beschwerde- führer zu den Veränderungen in den letzten zweieinhalb Jahren befrage und allenfalls dazu ergänzende Abklärungen vornehme. 6. Der Beschwerdeführer rügt demnach Verfahrensmängel, die sich insb e- sondere auf die Erhebung des Sachverhaltes durch di e Vorinstanz bezie- hen. Dabei rügt er unter anderem, dass sich seit seiner Flucht die Ve r- hältnisse in Sri Lanka allgemein stark verändert hätten und sich seit der Anhörung im Oktober 2009 mehrere Umstände von asylrelevanter B e- deutung ereignet hätten, die ihn persönlich betreffen würden, wie die Ver- haftung und das nach wie vor unbekannte Schicksal seines Bruders D._______ sowie sein exilpolitisches Engagement. Soweit seine Rüge n D-1526/2012 Seite 9 sowie die damit verbundenen prozessualen Anträge seine persönlichen Umstände betreffen, ist auf die nachfolgenden Ausführungen unter E. 6.1 f. zu verweisen. Auf die Rügen und die damit verbunden prozessualen Anträge im Hinblick auf die allgemeinen Veränderungen in Sri Lanka, ist im Zusammenhang mit der Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzuges einzugehen (vgl. nachfolgend, E. 9.6 ff.). 6.1 Gemäss der im Verwaltungsverfahren geltenden Untersuchungsm a- xime hat die Behörde den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes w e- gen festzustellen (Art. 12 VwVG). Dieser allgemeine Grundsatz wird rela- tiviert durch die Mitwirkungspflicht der Parteien, welche namentlich ins o- weit greift, als eine Partei das Verfahren durch eigenes Begehren eing e- leitet hat oder selbstständige Begehren stellt (Art. 13 Abs. 1 Bst. a und b VwVG). Die Mitwirkungspflicht gilt insbesondere für solche Tatsachen, die eine Partei besser kennt als die Behörden und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht ohne vernünftigen Aufwand erheben kö n- nen (vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 356 f. mit weiteren Hinweisen). 6.2 Nach Treu und Glauben darf vermutet werden, dass der Beschwerde- führer und insbesondere sein in Asylsachen versierter Rechtsvertreter die wesentlich erscheinenden Elemente aufzeigen und unaufgefordert mittels Beweisstücken belegen. So gilt denn auch die Mitwirku ngspflicht insbe- sondere für solche Tatsachen, die eine Partei besser kennt als die Behör- den und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht ohne ve r- nünftigen Aufwand erheben können (vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 356 f. mit weiteren Hinweisen). Som it wäre es Pflicht des Beschwerdeführers beziehungsweise seine s Rechtsvertreters gewesen, allfällige zwische n- zeitlich eingetretene Veränderungen sofort den Schweizer Asylbehörden zur Kenntnis zu bringen . Demnach sind seine Anträge, es seien weitere Abklärungen des Sachverhalts vorzunehmen, abzuweisen, beziehung s- weise die genannten Rügen geben keinen Anlass, die Sache zum Zweck zusätzlicher Sachverhaltserhebungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Im Übrigen wird auf die geltend gemachte exilpolitische Tätigkeit des B e- schwerdeführers nachfolgend noch eingegangen (vgl. E. 7.3). 7. 7.1 Die Vorbringen in der Beschwerdeeingabe vom 19. März 2012 sind nicht geeignet, eine Änderung der vorinstanzlichen Verfügung zu bewi r- ken. Der Argumentation des BFM werden keine stichhaltigen und su b- stanziierten Gründe entgegengesetzt. Eine diesbezügliche Auseinande r- setzung unterbleibt zwar nicht, doch vermögen die Ausführungen des Be-D-1526/2012 Seite 10 schwerdeführers, welcher im Wesentlichen an der Asylrelevanz sowie der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen festhält, die nachvollziehbaren Erw ä- gungen des BFM nicht umzustossen. Insbesondere der Einwand auf Be- schwerdeebene, wonach der Beschwerdeführer mit dem bei der Kurzb e- fragung anwesenden Dolmetscher Mühe geh abt haben will und sein Vo r- bringen während der Anhörung, wonach er bei der Kurzbefragung Angst gehabt haben will und er bei allen Befragungen Angst habe (vgl. A10/15 S. 7), vermag zu keiner anderen Einschätzung zu führen. So hat der Be- schwerdeführer sämtli che Protokolle mit seiner Unterschrift bestätigt, weshalb er sich seine Aussagen entgegenhalten lassen muss, zumal er die übersetzenden Personen anlässlich d er Kurzbefragung (vgl. A1/12 S. 10) sowie anlässlich der Anhörung (vgl. A10/15 S. 1) "gut" verstand en haben will. Auch ist nicht einzusehen, weshalb er in einem Land um Asyl ersucht, vor dessen Behörden er sich zu fürchten vorgibt. Für das Bu n- desverwaltungsgericht besteht nach dem Studium der Akten keine Veran- lassung, die Erwägungen des Bundesamts zu be anstanden. Um Wieder- holungen zu vermeiden kann auf die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 7.2 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die auf Beschwerdeebene eingereichte Bestätigung der "Human Rights Commis- sion of Sri Lanka" vom 22. Februar 2012 sowie die erwähnten Zeitungsar- tikel im Einzelnen einzugehen, da sie am Ergebnis der vorgenommenen Würdigung nichts zu ändern vermögen. Unter diesen Umständen ist s o- mit festzustellen, dass der Beschwerdeführer einen flüchtlingsrechtliche bedeutsamen Sachverhalt weder nachgewiesen noch glaubhaft gemacht hat. Die Feststellung des BFM, der Beschwerdeführer erfülle die Flüch t- lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht, ist dementsprechend zu be s- tätigen. 7.3 In einem näch sten Schritt ist auf die subjektiven Nachfluchtgründe einzugehen, welche der Beschwerdeführer im vorliegende Verfahren mit den Vorbringen geltend macht, wonach die tamilische Gemeinschaft in der Schweiz die Tamil Tigers wesentlich unterstütze, und er an ei ner De- monstration (…) in F._______ teilgenommen habe. Dies stelle ein weit e- res Gefährdungselement dar. 7.3.1 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat – insbesondere durch politische Exilaktivitäten – eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, sich somit auf das Vorliegen subjektiver Nachflu chtgründe beruft, hat b e- gründeten Anlass zur Furch t vor künftiger Verfolgung, wenn der Heimat - D-1526/2012 Seite 11 oder Herkunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von den Aktivit ä- ten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt würde (vgl. EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1 S. 10; EMARK 2000 NR. 16 E. 5a S. 141 f.). Subjektive Nac h- fluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinn von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss aus der Asyl- gewährung. Die vom Gesetzgeber bezweckte Bestimmung subjektiver Nachfluchtgründe als Asylausschlussgrund verbietet ein Addieren solcher Gründe mit Fluchtgründen vor der Ausreise aus dem Heimat - oder Her- kunftsstaat, die für sich allein nicht zur An erkennung der Flüchtlingse i- genschaft ausreichen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352, EMARK 1995 Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 und S. 70). 7.3.2 Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer sein exilpolitisches Engagement nur in bescheidenem und wenig überzeugenden Ausma ss betrieben. Man darf davon ausgehen, dass die sri -lankischen Behörden kein Interesse an derartigen, politisch unbedeutenden Aktivitäten ihrer Landsleute haben, mit denen Emigranten offensichtlich eine Aufnahme in ihrem Zielland anvisieren. Das Interesse der sri -lankischen Behörden dürfte auf die eigentlichen Regimegegner beschränkt sein, welche geg e- benen falls mit den zur Verfügung stehenden, nachrichtendienstlichen Personalressourcen überwacht werden, soweit dies überhaupt möglich ist. Der Beschwerdeführ er gehört nicht zu dieser Kategorie von Zielpe r- sonen. Seine exilpolitischen Aktivtäten, die sich lediglich auf eine einzige Teilnahme an einer Demonstration beschränken, verschaffen ihm kein Profil, welches die sri -lankischen Behörden als staatsfeindliche Aktivität im Ausland auffassen könnten. Vor diesem Hintergrund besteht kein hi n- reichender Anlass zur Annahme, dass der Beschwerdeführer bei der Rückkehr nach Sri Lanka mit ernsthaften Nachteilen von Seiten de r Re- gierung zu rechnen hätte. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Eingabe des Beschwerdeführers im Einzelnen ei n- zugehen, da sie am Ergebnis der vorgenommenen Würdigung nichts zu ändern vermögen. Es ist dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Bei dieser Sachlage ist auch die geltend gemachte Furcht vor künftiger Verfolgung als unbegründet zu erkennen, weshalb auch das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen im Sinne vo n Art. 54 AsylG zu verneinen ist. D-1526/2012 Seite 12 8. 8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit weiteren Hinweisen). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu belegen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WAL- TER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Auslä n- derrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtlic he Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere gr ausame, D-1526/2012 Seite 13 unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen . Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 9.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefü h- rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Straf e oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK widrige Behan d- lung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. NA. v. United Kin g- dom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008 P .K. v. Den- mark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Der Gerichtshof unterstreicht, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr verschiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen la sse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be- fragung ein Interesse. Nachdem der Beschwerdeführer nicht glaubhaft D-1526/2012 Seite 14 gemacht hat, dass er befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heima t- land die Aufmerksamkeit der sri -lankischen Behörden in einem flüch t- lingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch ke i- ne Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine me n- schenrechtswidrige Behandlung im Heimatland drohen. Auch die allge- meine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvol l- zug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). An dieser Einschätzung ändern auch die diesbezügl i- chen Vorbringen des Beschwerdeführers in der Beschwerdeschrift nichts, weshalb es sich erübrigt, weiter darauf einzugehen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 9.5 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.6 In der Beschwerde wird unter anderem gerügt, das BFM habe seinem Entscheid einen veralteten Sachverhalt zugrunde gelegt, nämlich wie er sich im Oktober 2009 präsentiert habe. Di e Verhältnisse hätten sich j e- doch in Sri Lanka seit der Flucht des Beschwerdeführers stark geändert, der Bürgerkrieg sei seit dem Jahre 2009 beendet und die LTTE sei b e- siegt. 9.7 Entgegen den Ausführungen auf Beschwerdeebenen hat das BFM in der angefochtenen Verfügung sehr wohl die aktuelle Lage in Sri Lanka berücksichtigt. So hat das BFM unter anderem auf das Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgericht (BVGE 2011/24) verwiesen, in dessen Rahmen sich das Bundesverwaltungsgericht mit der Lage in Sri Lanka auseinandergesetzt und namentlich auf die seit der letzten vom Bunde s- verwaltungsgericht vorgenommenen Lageanalyse vom Februar 2008 (vgl. dazu das Grundsatzurteil BVGE 2008/2) eingetretenen Ereignisse und die daraus resultierenden Entwicklungen näher einging ( vgl. BVGE 2011/24 E. 6.2 S. 486 mit Hinweis auf E. 7 und E. 8). Dabei wurde eine Vielzahl von Länder - und Themenberichten sowohl in ternationaler, aus- ländischer wie auch schweizerischer Nichtregierungs- und Regierungsor- ganisationen sowie von ausländischen un d inländischen Presseberichten ausgewertet (vgl. BVGE 2011/24 E. 6.2 S. 486 f.) Der Umstand an sich, D-1526/2012 Seite 15 dass sich das BFM bei seiner Beurteilung der allgemeinen Situation in Sri Lanka im Wesentlichen auf das zitierte Grundsatzurteil des Bundesve r- waltungsgericht stützte, ist nicht als ungenügende Begründung aufzufa s- sen, da die dort vorgenommen Lageanalyse umfassend und detailliert e r- folgt ist und sich die Verhältnisse in Sri Lanka seither nicht wesentlich verändert haben. Das BFM hat somit das rechtliche Gehör nicht verletzt und die entsprechende Rüge kann ebenfalls nicht gehört werden. Somit sind seine Anträge, es seien weitere Abklärungen des Sachverhalts vo r- zunehmen, abzuweisen beziehungsweise geben die genannten Rügen keinen Anlass, die Sache zum Zweck zusät zlicher Sachverhaltserhebun- gen an die Vorinstanz zurückzuweisen. 9.8 9.8.1 Es bleibt somit, an dieser Stelle festzuhalten, dass g emäss öffent- lich zugänglichen Quellen heute im Heimatstaat des Beschwerdeführers von einer seit Ende des bewaffneten Konflikts zwischen der sri-lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 er heblich ver besserten Mensche n- rechts- und Sicherheitslage auszugehen ist, auch wenn sich das Land immer noch in einem Entwicklungsprozess befindet (vgl. BVGE 2011/24 E. 12 S. 509). 9.8.2 Es ist festzustellen, dass im Distrikt Jaffna und in den südlichen Tei- len der Distrikte Vavuniya und Mannar keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht und die dortige politische Lage nicht dermassen angespannt ist, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1. S. 510). 10. Gestützt auf die Beurteilung der allgemeine n, heute herrschenden S i- cherheits- und politischen Lage in Sri Lanka sowie nach Prüfung der A k- ten kommt das Bundesverwaltungsgericht in Übereinstimmung mit dem BFM zum Schluss, dass der Wegweisungsvollzug des Beschwerdefü h- rers im heutigen Zeitpunkt zumutbar ist. Gemäss den Akten lebte der Be- schwerdeführer seit seiner Geburt bis im Jahr 2000 in B._______ (C._______, Jaffna-Distrikt), ausserhalb des Vanni-Gebietes. Danach be- gab er sich nach E._______, wo er sich bis im Jahr 2002 aufhielt. Bis zu seiner Ausreise habe er dann wieder in B._______ gelebt (vgl. Akten der Vorinstanz A10/15 S. 3) . In B._______ habe er bei seinen Eltern gelebt und die letzten sieben ode r acht Tage vor seiner Ausreise habe er bei seinem Onkel verbracht (vgl. A10/15 S. 3) . Neben seinen Geschwistern und seiner Mutter leben noch vier Onkel und fünf Tanten sowie ein Cousin D-1526/2012 Seite 16 seines Vaters, mit dem er einen ganz engen Kontakt habe, in Sri Lanka (vgl. a.a.O) . Ein Onkel väterlicherseits finanzierte seine Ausreise und nahm mit dem Schlepper Kontakt auf (vgl. A10/15 S. 10 und S. 12). Unter diesen Umständen ist entgegen seinen anders lautenden Aussagen auf Beschwerdeebene davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr über ein tragfähiges Netz verfügt, zumal seine Familie auch noch immer in B._______ lebt. Seine Mutter beziehungsweise seine Schwestern werden den jungen Beschwerdeführer zumindest vorübergehend aufnehmen und allenfalls bei der Arbeitssuche unterstützen können. Auch werden im vo r- liegenden Verfahren keinerlei Belege für die fehlende Möglichkeit seiner Mutter und seiner Schwestern beigebracht, den Beschwerdeführer bei sich aufzunehmen. Dieser verfügt über eine elfjährige Schulbildung (vgl. A1/12 S. 2) und fand vor seiner Ausreise mit Gelegenheitsarbeiten ein Auskommen (vgl. a.a.O). Bei der Reintegration wird er im Bedarfsfall auf die (finanzielle) Unterstützung seiner nahen Verwandten zählen können, die in Sri Lanka leben. Dies um so mehr als ein Onkel auch seine Ausrei- se finanziert und organisiert hat. Die Rückkehrhilfe der Schweiz wird ihm den Wiedereinstieg in Sri Lanka ebenfalls erleichtern (vgl. Art. 62 ff. der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.3 12]). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass bloss soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige B e- völkerung im Allgemeinen betroffen ist, nicht genügen, um eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vg l. BVGE 2008/34 E. 11.2.2). Entgegen den Vorbringen des aktenmässig gesunden Beschwerdeführers in der Rechtsmittelschrift ist anzunehmen, dass er bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat in eine existenzielle Notlage ger a- ten wird. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich damit sowohl in gen e- reller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 10.1 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zustä n- digen Vertretung des Hei matstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 10.2 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). D-1526/2012 Seite 17 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefocht ene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest gestellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die B e- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) , auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge- richt [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 3. April 2012 geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-1526/2012 Seite 18 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt, und mit dem am 3. April 2012 geleisteten Kostenvorschuss in de r- selben Höhe verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Ulrike Raemy Versand: