Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. November 2014 (715 14 225) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Ablehnung der Anspruchsberechtigung; Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit gemäss Art. 14 Abs. 1 und 3 AVIG; Beweis weder einer krankheitsbedingter Arbeitsunfä- higkeit noch eines Auslandaufenthalts während mindestens zwölf Monaten erbracht. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. Der 1958 geborene A.____ ist Staatsangehöriger v on B.____ und im Besitz einer Nie- derlassungsbewilligung C, gemäss welcher er ursprün glich am 1. März 2006 in die Schweiz eingereist war. Nach einem ersten Bezug von Arbeits losenentschädigung während der Rah- menfrist für den Leistungsbezug in der Periode zwis chen dem 2. Oktober 2006 bis zum 1. Oktober 2008 meldete sich der Versicherte am 26. Februar 2014 erneut zur Arbeitsvermitt- lung an, nachdem er am 24. Februar 2014 einen Antrag zum Bezug von Arbeitslosenentschädi- gung mit Wirkung ab 26. Februar 2014 eingereicht hatte. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Nach Abklärung der massgebenden Verhältnisse verfügte d ie öffentliche Arbeitslosen- kasse Baselland (Kasse) aufgrund der Angaben des Versichert en mit Verfügung vom 29. April 2014 die Ablehnung der Anspruchsberechtigung wegen Nich terfüllung der Anspruchsvoraus- setzungen. Zur Begründung brachte sie vor, dass der Versi cherte während der Rahmenfrist für die Beitragszeit keine beitragspflichtige Beschäftigung während mindestens zwölf Monaten nachweisen könne. Ebenso wenig sei er von der Erfüllung der Beitragszeit befreit, weil er wäh- rend der massgebenden Beitragsrahmenfrist seine Arbeitsu nfähigkeit ärztlich nicht bescheini- gen könne. Sein Anspruch müsse deshalb abgelehnt werden. Eine dagegen erhobene Einspra- che des Versicherten wies die Kasse mit Entscheid vom 25. Juli 2014 ab. C. Mit Eingabe vom 11. August 2014 erhob der Versicher te beim Kantonsgericht des Kan- tons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (K antonsgericht), Beschwerde ge- gen den Einspracheentscheid des Kasse vom 25. Juli 2014 und beantragte sinngemäss dessen Aufhebung sowie die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung. D. Die Kasse schloss mit Vernehmlassung vom 27. Oktober 2014 auf Abweisung der Be- schwerde. Sämtliche Einzelheiten der Parteistandpunkte ergeben si ch – soweit sie für den Entscheid von Bedeutung sind – aus den nachfolgenden Erwägungen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht frist- und formgerecht eingereich- te Beschwerde ist einzutreten. 2. Gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes über die Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 hat die ve rsicherte Person Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wenn die Beitragszeit erfüllt ist oder wenn sie von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist. Für den Leistungsbezug und fü r die Beitragszeit gelten grundsätzlich zweijährige Rahmenfristen (vgl. Art. 9 Abs. 1 AVIG). D ie Rahmenfrist für die Beitragszeit be- ginnt gemäss Art. 9 Abs. 3 AVIG zwei Jahre vor der Rahm enfrist für den Leistungsbezug. Letz- tere wiederum beginnt gemäss Art. 9 Abs. 2 AVIG an jenem Tag, an dem (wiederum) sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Massgebend ist dabei der Zeitpunkt, in welchem sich die versicherte Person erstmals zur Erfüllung der Kontrol lpflicht auf der Wohnsitzgemeinde meldet (vgl. Art. 17 Abs. 2 AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgese- henen Rahmenfrist während mindestens zwölf Monaten ein e beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (vgl. Art. 13 Abs. 1 AVIG). Von der Erfü llung der Beitragszeit befreit sind Perso- nen, die innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszei t während insgesamt mehr als zwölf Mo- naten nicht in einem Arbeitsverhältnis standen und di e Beitragszeit infolge Krankheit, Unfall oder Mutterschaft nicht erfüllen konnten, sofern sie währ end dieser Zeit Wohnsitz in der Schweiz hatten (vgl. Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG). Für die Dauer während eines Jahres ebenfalls von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind Angehö rige von Staaten der Europäischen Ge- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht meinschaft und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), deren Niederlassungsbewilli- gung nicht erloschen ist und die nach einem Auslandaufe nthalt von über einem Jahr in einem Staat, der sowohl ausserhalb der Europäischen Gemeinsch aft als auch der EFTA liegt, in die Schweiz zurückkehren (vgl. Art. 14 Abs. 3 AVIG). 3.1 Fest steht und zwischen den Parteien unbestritten ist , dass der Versicherte innerhalb der für die Erfüllung der Beitragszeit massgebenden R ahmenfrist vom 26. April 2012 bis 25. April 2014 keine beitragspflichtige Beschäftigung vo n mindestens zwölf Monaten ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Soweit der Beschwerdeführe r in diesem Zusammenhang geltend macht, dass er die Beitragszeit von zwölf Monaten ledigli ch vor seiner ursprünglichen, erstmali- gen Anmeldung zum Leistungsbezug habe erfüllen müssen, ist an dieser Stelle allerdings fest- zuhalten, dass ihm nicht gefolgt werden kann. Aus den erw ähnten gesetzlichen Bestimmungen ergibt sich klar, dass sämtliche Anspruchsvoraussetzungen – m ithin auch das Erfordernis der Beitragszeit – bei jeder erneuten Rahmenfrist für den Leistungsbezug und damit auch bei jeder wiederholten Anmeldung zum Bezug von Arbeitslosenentschäd igung im Einzelfall neu geprüft und erfüllt werden müssen (vgl. Art. 9 Abs. 2 und 4 AVIG). Nicht zur Diskussion steht sodann eine allfällige Anrechnung von gleichgestellten Zeite n im Sinne von Art. 13 Abs. 2 AVIG. Eben- so wenig zur Diskussion Anlass bietet die Frage, ob der V ersicherte infolge einer Schulausbil- dung, Umschulung oder Weiterbildung gemäss Art. 14 Ab s. 1 lit. a AVIG von der Erfüllung der Beitragszeit zu befreien ist, wofür kumulativ ein minde stens zehnjähriger Wohnsitz in der Schweiz vorausgesetzt wäre. Dem Beschwerdeführer ist desh alb insoweit zuzustimmen, dass ein über zehnjähriger Wohnsitz in der Schweiz vorliegen d nicht anspruchsrelevant ist, da viel- mehr die Frage einer allenfalls krankheitsbedingten Verhinderung an der Erfüllung der Beitrags- zeit im Streite steht. Entgegen der unter den Parteien geführten Debatte ist demnach bereits an dieser Stelle festzuhalten, dass auf die Frage betreff end den mindestens zehnjährigen Wohn- sitz des Beschwerdeführers vorliegend nicht weiter einzuge hen ist. Strittig ist hingegen, ob der Versicherte entweder wegen Krankheit nach Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG oder gemäss Art. 14 Abs. 3 AVIG infolge eines Auslandaufenthalts von über einem Jahr von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist. 3.2 Was den Befreiungstatbestand zunächst von Art. 14 Ab s. 1 AVIG betrifft, muss der Versicherte nach dessen klaren Wortlaut durch einen der i n dieser Bestimmung genannten Gründe an der Ausübung einer beitragspflichtigen Besc häftigung gehindert worden sein. Wie das Bundesgericht wiederholt festgestellt hat, muss zwischen dem Befreiungsgrund und der Nichterfüllung der Beitragszeit ein Kausalzusammenhang b estehen. Dabei muss das Hindernis während mehr als zwölf Monaten bestanden haben. Hinte rgrund bildet der Umstand, dass dem Versicherten bei einer kürzeren Verhinderung während der zweijährigen Rahmenfrist genügend Zeit verbleibt, um eine ausreichende beitragspflichtig e Beschäftigung auszuüben. Da eine Teil- zeitbeschäftigung mit Bezug auf die Erfüllung der Beitr agszeit einer Vollzeitbeschäftigung gleichgestellt ist (vgl. Art. 11 Abs. 4 Satz 1 AVIV), li egt die erforderliche Kausalität zudem nur vor, wenn es dem Versicherten aus einem der in Art. 14 A bs. 1 lit. a-c AVIG genannten Gründe auch nicht möglich und zumutbar ist, ein Teilzeitarbeit sverhältnis einzugehen (vgl. BGE 126 V 387 E. 2b, 121 V 342 E. 5b; ARV 1995 Nr. 29 S. 167 E. 3b mit Hinweisen; Urteile des Eidge- nössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 29. November 2005 , C 153/05, E. 4 und vom Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 14. September 2004, C 284/03, E. 2.1; vgl. BGE 130 V 231 f. E. 1.2.3 mit Hinweisen [= Pra 2005 Nr. 81, S. 610, E. 1.2.3]). Art. 14 AVIG ist al s Ausnahmeklausel vom Grundsatz der Min- destbeitragspflicht subsidiär zu Art. 13 AVIG und gela ngt bei genügender Beitragszeit deshalb nicht zur Anwendung. Eine Kumulation oder Kompensati on von beitragspflichtigen und bei- tragsbefreiten Zeiten ist somit ausgeschlossen. Es ist deshalb auch nicht möglich, fehlende Bei- tragszeiten mit Zeiten der Befreiung von der Erfüllun g der Beitragszeit aufzufüllen und umge- kehrt (vgl. THOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwal- tungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Basel/Genf/München 2007, S. 2256 Rz 254). 3.3 Das Vorliegen eines im Streit stehenden Befreiungst atbestandes gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG muss überprüfbar sein. Dieser bestimmt sich grundsätzlich nach objektiver Be- trachtungsweise ex post. Eine Krankheit gilt dabei nur d ann als Befreiungsgrund, wenn die ver- sicherte Person in dieser Zeit nicht in einem Arbeitsve rhältnis stand und deswegen die Bei- tragszeit nicht erfüllen konnte. Ob sich die versicherte Person nach eigener Einschätzung ge- sundheitsbedingt ausser Stande sieht, eine beitragspflich tige (Teilzeit-) Beschäftigung auszu- üben, ist demgegenüber nicht massgebend. Daran ändert auch nichts, dass im Zuge allfälliger Abklärungen hinsichtlich beispielsweise unfall- bzw. inval idenversicherungsrechtlicher Ansprü- che, die häufig längere Zeit andauern, abweichende od er gar kontroverse Stellungnahmen der involvierten medizinischen Fachpersonen zur Arbeitsfähigkeit vorliegen können (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 22. Februar 2010, 8C_655/2009, E. 6. 1.2; Urteil des EVG vom 11. April 2002, C 333/00, E. 3). Die Kasse hat im Rahmen ihrer Abklärungspflicht dabei stets die beweis- relevanten Unterlagen von sich aus einzuverlangen (vgl. AV IG-Praxis ALE, Oktober 2012, Rz B 185). Sie ist auch im Zusammenhang mit der Beitragsb efreiung von Gesetzes wegen ver- pflichtet, die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und hierfür die erfor- derlichen Auskünfte einzuholen (vgl. Art. 43 Abs. 1 des B undesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). 4.1 Im Zusammenhang mit seiner krankheitsbedingten Verhi nderung an der Erfüllung der Beitragszeit macht der Beschwerdeführer geltend, dass er im Jahre 2012 während 60 Tagen durchgehend als Freelancer in C.____ gearbeitet habe, als er krank geworden sei. Das ent- sprechende Arztzeugnis sei ihm von der Firma in C.____ fü r das KIGA Baselland zugemailt worden. Es gäbe allerdings keine Gesetzesbestimmung, wo nach er ein Zeugnis eines Schwei- zer Arztes benötige. Es sei ihm nicht möglich gewesen, vor O rt, wo er gearbeitet habe, einen Deutsch sprechenden Arzt aufzusuchen. Als Freelancer entscheide er zudem jeweils selbst, ob er krank sei. Hierfür benötige er kein Arztzeugnis, da er dann auch kein Einkommen erziele. Auch seine Schweizer Krankenkasse habe bisher noch kein en tsprechendes Arztzeugnis ver- langt. Auf Nachfrage der Kasse hatte der Versicherte b ereits mit Schreiben vom 7. März 2014 erklärt, dass er vom 1. Oktober 2012 bis 25. Februar 2014 wegen Krankheit zu Hause gewesen sei. Ab November 2013 habe er mit seinen ehemaligen B auleitern wieder Kontakt aufgenom- men, um wieder eine Stelle im Ausland zu erhalten. In diesem Zeitraum sei er nicht berufstätig gewesen (vgl. Akt N° 70 der Kasse). In den Akten findet sich sodann ein handschriftlich vorab ausgefülltes Formular „Arztzeugnis“, wonach der Versicher te in der Zeit vom 2. Dezember 2012 bis 8. Juni 2013 sowie vom 15. Juni 2013 bis zum 5. Fe bruar 2014 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei. Dieses Zeugnis ist jedoch weder von einem Arzt ausgestellt noch unterzeichnet Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht worden (vgl. Akt N° 79 der Kasse). Im seiner Beschwerde vorangehenden Einspracheverfahren hat der Versicherte schliesslich ein in unbekannter Spra che verfasstes Dokument eingereicht, wonach es sich seiner Darstellung zufolge um die ärztliche Bestätigung einer krankheitsbeding- ten Arbeitsunfähigkeit auf unbestimmte Zeit handle (v gl. Einsprachebegründung vom 24. Mai 2014, Akt N° 121 der Kasse). Im Weiteren hat der Ver sicherte zusammen mit seiner Ein- sprachebegründung vom 24. Mai 2014 drei Belege seiner K rankenkasse eingereicht. Daraus geht hervor, dass er in der Zeit vom 20. März 2013 bis 2 . April 2013 an drei Tagen aus krank- heitsbedingten Gründen von Dr. D.____ wegen einer sub kutanen Exzision ambulant behandelt worden war (vgl. Akt N° 104 ff. der Kasse). Den übrigen Akten ist zu entnehmen, dass der Ver- sicherte während seines Aufenthalts in C.____ wegen eine s Virus in der dortigen Klinik viele Medikamente erhalten habe und zwei Tage später nach Ha use geflogen sei. Es sei ihm unklar, weshalb er im Nachgang nunmehr als Gesunder zum Arzt geh en solle. Er versorge seine Krankheiten im Ausland selbst mit Medikamenten aus der Schweiz (vgl. Schreiben des Versi- cherten vom 12. April 2014, Akt N° 101 der Kasse). Sein em weiteren Schreiben vom 29. April 2014 ist schliesslich unter anderem zu entnehmen, dass sich d ie Kosten der sogenannten Arzt- gebühren für das Arztzeugnis aus C.____ auf unbestimmte Zeit ab Oktober 2012 bis Januar 2014 geschätzt auf EURO 2‘500.— belaufen würden (vgl. Akt N° 100 der Kasse). 4.2 Der vorliegenden Aktenlage zufolge vermag der Besch werdeführer eine krankheitsbe- dingte Verhinderung seiner Beitragszeiterfüllung in d er fraglichen Beitragsrahmenfrist nicht zu belegen. Vorweg ist dem Standpunkt des Beschwerdeführer s in grundsätzlicher Hinsicht zu widersprechen, wonach er kein Arztzeugnis benötige, sola nge er kein Einkommen erziele und als Freelancer jeweils selbst entscheide, ob er krankhei tsbedingt in der Lage sei, einer Arbeit nachzugehen. Infolge seiner Anmeldung zum Bezug von Taggeldern ist er entgegen seiner Auf- fassung in arbeitslosenversicherungsrechtlicher Hinsicht sehr wohl verpflichtet, eine allfällige, krankheitsbedingte Verhinderung mit der im Sozialversiche rungsrecht allgemein gültigen Maxi- me der überwiegenden Wahrscheinlichkeit mittels eine Ar ztzeugnisses nachzuweisen. Diese Verpflichtung des Versicherten ergibt sich nicht nur in a llgemeiner Hinsicht aus Art. 43 ATSG (vgl. Erwägung 3.3 hievor), sondern in Bezug auf einen allfälligen Taggeldanspruch auch unmit- telbar aus Art. 28 Abs. 5 AVIG, wonach der Versicherte seine Arbeitsunfähigkeit mit einem ärzt- lichen Zeugnis nachzuweisen hat. Soweit der Beschwerdefüh rer in diesem Zusammenhang vorbringen lässt, sich auch bei länger andauernder Krank heit nicht in ärztliche Behandlung zu begeben und kein Arztzeugnis einzuholen, ist ihm diese Unterlassung jedenfalls dann anzu- rechnen, sobald er später staatliche Leistungen der Arbeitslosenversicherung beantragen will. Wenn der Beschwerdeführerin weiter ausführt, dass auch seine schweizerische Krankenkasse bisher noch kein entsprechendes Arztzeugnis verlangt hab e, ist ihm zu entgegnen, dass dies- falls gerade keine Leistungen im Zusammenhang mit sein er Arbeitsunfähigkeit zur Diskussion stehen, die Krankenkasse mithin auf ein solches Arbeit sunfähigkeitszeugnis zur Prüfung ihrer Leistungsflicht nicht angewiesen ist. Anders verhält es sich jedoch hinsichtlich der hier zur Dis- kussion stehenden Leistungen der Arbeitslosenversicherung, für deren Beurteilung den gesetz- lichen Vorgaben zufolge zu prüfen ist, ob und inwiewei t der Versicherte krankheitsbedingt an der Ausübung seiner Arbeitstätigkeit und demnach bei d er Erfüllung seiner Beitragszeit aus krankheitsbedingten Gründen verhindert gewesen ist. Insof ern vermag auch dessen Hinweis, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich im Krankheitsfall mit Medikamenten aus der Schweiz s elbst zu versorgen, nichts zu seinen Gunsten beizutragen. Ob und in welcher Form der Beschw erdeführer seine Krankheit medika- mentös behandeln lässt, vermag letztlich denn auch nicht s über eine krankheitsbedingte Ar- beitsunfähigkeit auszusagen. Dies ist einzig Aufgabe von Ärztinnen und Ärzten. Im Grundsatz ist dem Versicherten dabei zuzustimmen, dass er hierfür n icht zwingend auf ein schweizeri- sches Arztzeugnis angewiesen wäre. Nichts desto trotz hat ein solches Arztzeugnis jedoch stets über eine bestimmte, von den Ärztinnen und Ärzten n achvollziehbar kontrollierten Zeitper- iode Auskunft zu geben. Das in fremder Sprache verfasste und letztlich nicht lesbare Dokument des Versicherten, welches dieser einspracheweise der Kass e eingereicht hatte, wird diesen Anforderungen nicht gerecht und vermag deshalb nichts z u seinen Gunsten zu belegen. Zum einen ist es Sache der Parteien, fremdsprachige Dokumen te in einer amtlich beglaubigten Übersetzung einzureichen. Angesichts des zeitlich limitiert en Aufenthalts des Beschwerdefüh- rers in C.____ bis Anfang Oktober 2012 vermochte ein solc hes Zeugnis andererseits aber oh- nehin nicht zu genügen, da der behandelnde Arzt offen kundig nicht in der Lage gewesen wäre, eine längerfristige Einschätzung über den Gesundheitszu stand und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten für die Zeit nach erfolgter Rückkehr in die Schweiz abzugeben. Das Vorbringen des Versicherten in dessen Einsprachebegründung vom 24. M ai 2014, wonach es sich dabei um die ärztliche Bestätigung einer Arbeitsunfähigkeit auf unbestimmte Zeit handle, vermag un- ter diesem Blickwinkel somit ebenfalls nicht zu überzeugen. Soweit der Versicherte mit Schrei- ben an die Kasse vom 7. März 2014 erklärt hatte, dass er ab November 2013 wieder mit ehe- maligen Kollegen zwecks Erhalts einer neuen Stelle im A usland Kontakt aufgenommen habe, ist im Gegenteil indiziert, dass er im Verlaufe des Jahre s 2013 aus gesundheitlichen Gründen wieder in der Lage gewesen sein dürfte, seiner angestam mten Tätigkeit nachzugehen. Eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit in der Zeit vom 1 . Oktober 2012 bis 25. Februar 2014 ist unter diesen Umständen jedenfalls nicht belegt. Nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag der Beschwerdeführer schliesslich aus den einge- reichten Rückforderungsbelegen für seine Krankenkasse. D araus geht einzig hervor, dass er zwischen dem 20. März 2013 und dem 2. April 2013 an insg esamt drei Tagen bei Dr. D.____ in E.____ ambulant behandelt worden war. Ob, wie lange und in welchem Umfang in diesem Zu- sammenhang eine Arbeitsunfähigkeit bestanden hat, geh t daraus nicht hervor und ist damit nicht belegt. Daran vermag auch das vorgefertigte Arztze ugnis der Kasse nichts zu ändern, da dieses gerade nicht von einem Arzt oder eine Ärztin unt erzeichnet worden ist. Als Zwischener- gebnis ist demnach festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in der fraglichen Beitragsrahmen- frist vom 26. April 2012 bis 25. April 2014 keine kra nkheitsbedingte Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit zu belegen in der Lage ist. 5.1 Damit bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer allenfalls gemäss Art. 14 Abs. 3 AVIG von der Erfüllung der Beitragszeit zu befreien ist (vgl. Erwägung 2 a. E. hiervor). Dieser Be- stimmung zufolge sind auch in der Schweiz niedergelassene EU- und EFTA-Bürger, die nach einem Auslandaufenthalt von über einem Jahr in einem Staat ausserhalb der EU oder der EFTA in die Schweiz zurückkehren, während eines Jahres von der Erf üllung der Beitragszeit befreit, sofern sie sich in der zweijährigen Rahmenfrist für die B eitragszeit über eine der Betragsdauer nach Art. 13 Abs. 1 AVIG entsprechende Beschäftigung al s Arbeitnehmende im Ausland aus- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht weisen können. Unter entsprechender Beschäftigung ist eine Arbeitnehmertätigkeit von mindes- tens zwölf Monaten zu verstehen. Ausländische Beschäftigu ngszeiten können dabei nicht mit einer unter zwölf Monaten liegenden beitragspflichtige n Tätigkeit in der Schweiz für eine Bei- tragsbefreiung zusammengezählt werden. Die versicherte Person hat die ausländische Be- schäftigungszeit mit einer entsprechenden Bescheinigung de s Arbeitgebers nachzuweisen. Die Dauer des Auslandaufenthalts muss dabei, wie auch die ent sprechende Beschäftigung als ar- beitnehmende Person, innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit liegen (vgl. AVIG-Praxis ALE, Oktober 2012, Rz B 199 ff.). 5.2 Der Beschwerdeführer hat in seinem Antrag auf Arbe itslosenentschädigung vom 24. Februar 2014 angegeben, zuletzt vom 21. Juli 2010 bis 21. September 2010 im Rahmen einer Vollzeitbeschäftigung in F.____ bei der Firma G .____ angestellt gewesen zu sein. Dieses Arbeitsverhältnis habe er gekündigt, weil die Arbeit zu gefährlich gewesen sei (vgl. Akt N° 59 ff. der Kasse). Der Versicherte ist auf diese Aussagen der e rsten Stunde, welche rechtspre- chungsgemäss unbefangener und zuverlässiger als spätere Darst ellungen zu qualifizieren sind (vgl. BGE 121 V 47 E. 2a), grundsätzlich zu behaften (vg l. Urteil S. des Eidgenössischen Versi- cherungsgerichts vom 19. Mai 2004, U 236/03; THOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversiche- rungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, § 68 RZ 39). Dies g ilt insbesondere für seine Angaben im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung, andernfalls es der Arbeitslosenkasse letztlich nicht mög- lich wäre, überhaupt eine ordnungsgemässe Abwicklung der geltend gemachten Arbeitslo- senentschädigungsansprüche zu gewährleisten. Soweit de mnach darauf abgestellt wird, dass der Versicherte zuletzt für die Dauer von zwei Monaten im Jahre 2010 bei der Firma G.____ in einem Arbeitsverhältnis gestanden sei, scheidet eine Bef reiung gemäss Art. 14 Abs. 3 AVIG dem Gesagten zufolge aber von vornherein aus, setzt diese doch voraus, dass die Beschäfti- gung im Ausland während der fraglichen Beitragsrahmen frist mindestens zwölf Monate gedau- ert hätte. Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdebegründung nunmehr auf eine 60- tägige Tätigkeit während des Jahres 2012 in C.____ hin gewiesen hat, ist nicht anders zu ent- scheiden. Dem in den Akten liegenden Lebenslauf zufolge fiel dieser Aufenthalt in die Zeit zwi- schen Juli und September 2012 (vgl. Akt N° 51). Für diese Annahme liegt zwar keinerlei Arbeit- geberbestätigung vor, jedoch deckt sie sich mit den Angab en, dass der Versicherte nach einer Viruserkrankung in C.____ wieder ab Oktober 2012 in di e Schweiz zurückgekehrt und seither nicht mehr berufstätig gewesen sei (vgl. Schreiben des Versicherten vom 7. März 2013, Akt N° 70 der Kasse; Schreiben des Versicherten vom 12. April 2 014, Akt N° 101 der Kasse). Ander- weitige Auslandaufenthalte während der hier massgeben den Beitragsrahmenfrist vom 26. April 2012 bis 25. April 2014 sind weder geltend gemacht, no ch sind diesbezüglich allfällige Indizien in den übrigen Akten ersichtlich. Damit aber vermag der Beschwerdeführer während der mass- gebenden Beitragsrahmenfrist offensichtlich keinen Auslan daufenthalt während mindestens zwölf Monaten nachzuweisen, weshalb er auch den Befre iungsgrund von Art. 14 Abs. 3 AVIG nicht erfüllt. 6. Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer innerhalb d er für die Erfüllung der Bei- tragszeit massgebenden Rahmenfrist vom 26. April 2012 b is 25. April 2014 weder eine bei- tragspflichtige Beschäftigung von mindestens zwölf Monaten ausgeübt noch ist er während die- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ser Periode von der Erfüllung der Beitragszeit befrei t. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis abzuweisen. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.