<h2>SubmittedText<h2><p>Bundesrat und Verwaltung bereiten zurzeit die nächste Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie für die Jahre 2004-2007 vor. In diesem Zusammenhang ersuche ich den Bundesrat, mir zu den folgenden Fragen Auskunft zu geben:</p><p>1. Im Rahmen der BFT-Botschaft vom 25. November 1998 hat der Bundesrat in Aussicht gestellt, ein Globalkonzept für die Bildungsforschung in der Schweiz zu erarbeiten und umzusetzen. Wurde dieses in Aussicht gestellte Konzept erarbeitet und umgesetzt?</p><p>2. Was gedenkt der Bundesrat zur Behebung der offensichtlichen Schwachstellen im Bereich der Bildungsforschung zu unternehmen? Wird er im Rahmen der BFT-Botschaft 2004-2007 Vorschläge für eine bessere Zusammenarbeit unter den Instituten bzw. für eine echte Flurbereinigung erarbeiten? Welche Rolle soll in Zukunft das Schweizerische Institut für Berufspädagogik spielen? Werden allenfalls die projektgebundenen Beiträge (Kooperations- und Restrukturierungsprojekte) für eine Strukturbereinigung auch im Bereich der Bildungsforschung genutzt werden?</p><p>3. Ist der Bundesrat ebenfalls der Auffassung, dass eine Verstärkung der Forschungsaktivitäten, speziell auch im quartären Bildungsbereich (Erwachsenenbildung, Weiterbildung), zielgerichtet durch den Bund unterstützt werden sollte?</p><p>4. Wie gedenkt der Bundesrat die Bildungsforschung für eine Steuerung des Gesamtsystems zu nutzen? Ist er gewillt, in Zusammenarbeit mit den Kantonen entsprechende Massnahmen (Stichwort "Bildungsmonitoring") zu treffen?</p><p>5. Zentrale Grundlage für weite Teile der Bildungsforschung ist ein umfassendes und aussagekräftiges System von Bildungsindikatoren und -statistiken. Ein solches System besteht in der Schweiz trotz verdienstvollen Ansätzen des Bundesamtes für Statistik, insbesondere auch für den quartären Bildungsbereich, nur in Ansätzen. Ist der Bundesrat bereit, Bestrebungen zum Aufbau eines solchen Systems zu unterstützen und die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Bevor auf die Fragen der Interpellantin eingegangen werden kann, soll daran erinnert werden, dass die Eidgenossenschaft bei Weitem nicht die einzige Trägerin der Bildungsforschung ist, wie übrigens ja auch nicht des Bildungsbereichs schlechthin. Neben den Kantonen, Hochschulen und Berufsbildungszentren sind auch verschiedene Vereinigungen in diesem Bereich tätig. Die Rolle des Bundes kann somit nicht darin bestehen, die Umsetzung von Massnahmen und Konzepten im Bereich der Bildungsforschung durchzusetzen. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Forschungsorgane für die Koordination ihrer Aktivitäten primär selber zuständig sind (Selbstkoordination), besteht die Aufgabe des Bundes vor allem darin, im Rahmen seiner Kompetenzen im Bereich der Hochschulpolitik zu einer qualitativen Weiterentwicklung der Bildungsforschung durch Förderungsmassnahmen beizutragen und darauf hinzuwirken, dass Synergien genutzt und Doppelspurigkeiten abgebaut werden. Für die Koordination haben der Bund und die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) bereits 1971 gemeinsam ein Organ eingesetzt: die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung.</p><p>1. Es trifft zu, dass der Bundesrat in seiner Botschaft vom 25. November 1998 die Erarbeitung und Umsetzung einer Gesamtstrategie für die schweizerische Bildungsforschung ankündigte. Die zuständigen Stellen der Bundesverwaltung haben bereits ein Mandat zur Entwicklung einer solchen Strategie vergeben.</p><p>2. Die zur Behebung der Schwachstellen im Bereich der Bildungsforschung zu treffenden Massnahmen sollen aufgrund dieses Mandates abgeklärt sowie unter Berücksichtigung bereits bestehender Studien im Rahmen der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2004-2007 vorgeschlagen werden. Innerhalb der Bildungsforschung kommt der Berufsbildungsforschung besondere Beachtung zu. Hier kann es weniger um eine Strukturbereinigung als um den Aufbau einer entsprechenden Forschungskapazität gehen. Bereits in der Botschaft von 1998 über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2000-2003 hat der Bundesrat erklärt, dass er die Berufsbildungsforschung auf ein international anerkanntes Niveau bringen und sie in Bund, Kantonen, Hochschulen und Wirtschaft besser verankern wolle. Im Aufbau befinden sich Kompetenznetzwerke zu Lehr- und Lernforschung, Wissensmanagement und Bildungstechnologien sowie Bildungsökonomie. Das Schweizeriche Institut für Berufspädagogik ist, mit einem klaren Schwerpunkt in Berufspädagogik, Teil dieses Netzwerkes. Die Zuteilung der projektgebundenen Beiträge liegt im Zuständigkeitsbereich der Schweizerische Universitätskonferenz (SUK). Unter der Voraussetzung, dass ein entsprechendes Projekt von der SUK gutgeheissen wird, können diese Beiträge nach Massgabe des bewilligten Projektes zur Strukturierung der Bildungsforschung verwendet werden. Dabei muss man sich allerdings der Einschränkung bewusst sein, dass die pädagogischen Hochschulen als zentrale Akteure im Bereich der Bildungsforschung nicht ohne weiteres in solche Projekte einbezogen werden können, da sie im ausschliesslich kantonalen Kompetenzbereich liegen.</p><p>3. Solange dem Bund keine allgemeine Zuständigkeit im Weiterbildungsbereich zukommt, muss er sich auf die berufsbezogene Weiterbildung konzentrieren, wie sie im Entwurf zum neuen Berufsbildungsgesetz definiert ist. Diesem Gesetz liegt das Konzept des lebenslangen Lernens zugrunde, das auf einem ganzheitlichen Verständnis des Bildungsbegriffes beruht, der sämtliche Bildungsstufen von der Vorschulstufe bis zur Erwachsenenbildung umfasst. Entsprechend soll auch die Berufsbildungsforschung angelegt werden, wie sie in der Antwort zur zweiten Frage skizziert ist.</p><p>4. Die Bildungsforschung ist unverzichtbar für die Beobachtung der Funktionsweise und der Ergebnisse des Bildungssystems. Ohne diese Forschung ist ein Verständnis der Stärken und Schwächen des Systems unmöglich. Auch wenn der Bund im Bildungsbereich nur über beschränkte Kompetenzen verfügt, ist er daran interessiert, sich auf ein kohärentes Bildungssystem stützen zu können. Diese Kohärenz kann nur mit dem Aufbau eines gesamtschweizerischen Bildungsmonitorings erreicht werden.</p><p>In diesem Sinne haben das EDI und das EVD zusammen mit der EDK eine gemeinsame Arbeitsgruppe damit beauftragt, ein Konzept für ein gesamtschweizerisches Bildungsmonitoring vorzulegen. Dieses Konzept sollte Ende dieses Jahres entscheidungsreif sein. Das Monitoringinstrument soll unter Beachtung der gegebenen Zuständigkeitsordnung gemeinsame Beobachtungs- und Beurteilungskriterien liefern.</p><p>5. Im Sinne der Einheitlichkeit des Systems sollte das aufzubauende gesamtschweizerische Bildungsmonitoring auch den Weiterbildungsbereich umfassen. Unter der Voraussetzung, dass die Kantone gleichziehen, ist der Bundesrat bereit, eine dahin gehende Initiative zu unterstützen und zum Aufbau des Monitorings in seinem Zuständigkeitsbereich dem Parlament die nötigen Mittel zu beantragen.</p>  Antwort des Bundesrates.