<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, die Arbeitsplatzwirkungen bei der Einführung des von der Arbeitgeberseite geforderten Rentenalters von 67 Jahren aufgrund der vorhandenen Erhebungen (Volkszählung 1990 u. a.) zu ermitteln.</p><p>Insbesondere bitten wir um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie viele Arbeitsplätze würden zusätzlich beansprucht, wenn das AHV-Rentenalter für Männer generell und verbindlich von 65 auf 67 und für Frauen von 62 respektive 64 auf 67 erhöht würde?</p><p>2. Wie viele Arbeitsplätze würden mit plausiblen Annahmen zusätzlich beansprucht, wenn das Rentenalter für Männer und Frauen zwischen 62 und 67 Jahren (bei entsprechenden Rentenkürzungen bei früherem Rentenbezug) wählbar wäre?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die nachfolgend aufgeführten Zahlen geben einen ersten Anhaltspunkt aus dem Gesichtswinkel der demographischen Struktur. Um die Wirkungen des Rentenalters 67 auf die Beschäftigung und die Arbeitslosigkeit umfassend zu beurteilen, müssten weitere zentrale Fakten wie die Konjunktur, die veränderte Erwerbsquote und die steigende Erwerbsnachfrage der Frauen, die Lohnbildung, die Wirtschaftsstruktur, die Fremdarbeiterpolitik, die Entwicklung der durchschnittlichen Arbeitszeit usw. in die Betrachtung einbezogen werden.</p><p>1. Die folgenden Schätzungen stützen sich auf die Erwerbstätigkeit gemäss der Volkszählung 1990. Rund 70 Prozent der Männer (bei rund 30 000 Männern pro Jahrgang also 21 000) sind kurz vor dem Rentenalter noch erwerbstätig, danach arbeiten noch 20 Prozent (rund 6000) weiter. Bei einer Erhöhung des Rentenalters um zwei Jahre könnte somit eine zusätzliche Nachfrage von bis zu 30 000 Arbeitsplätzen (21 000/6000 pro Jahr) entstehen. Von den Frauen sind heute vor dem Rentenalter 37 Prozent erwerbstätig und danach noch 17 Prozent bis Alter 64 bzw. 10 Prozent bis Alter 67. Mit der Erhöhung auf das Rentenalter 64 könnte sich bei 34 000 Frauen pro Jahrgang eine zusätzliche Nachfrage von rund 14 000 Arbeitsplätzen ergeben und bei der Erhöhung vom Alter 64 auf 67 eine solche von weiteren 27 000 Arbeitsplätzen. Insgesamt ergibt dies (Männer und Frauen zusammen) rund 71 000 Arbeitsplätze.</p><p>2. Bei Wählbarkeit des Rentenbeginnes zwischen 62 und 67 Jahren wäre die zusätzliche Nachfrage vermutlich geringer, weil ein grosser Teil der Betroffenen sich für den Vorbezug entscheiden dürfte. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass je nach Höhe der Rentenkürzung die Hälfte bis zwei Drittel der erwerbstätigen Männer vorzeitig die Rente beziehen, bei den Frauen dürfte die Vorbezugsquote eher noch höher liegen. So könnten insgesamt noch 20 000 bis 30 000 zusätzliche Arbeitsplätze (je 10 000 bis 15 000 pro Geschlecht) bis zum Alter 67 nachgefragt werden.</p><p>Die vorliegenden Zahlen könnten mit der Zeit noch höher ausfallen, wenn man das künftige Bevölkerungswachstum in den betroffenen Altersgruppen berücksichtigt.</p>  Antwort des Bundesrates.