JAAC69.52 Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 29. Oktober 2004 i.S. K.M., unbekannter Herkunft, angeblich Sudan, auch erschienen in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 30 Art. 8 al. 1 let. a et b, art. 17 al. 3, art. 26 al. 2 LAsi. Art. 19 al. 1 OA 1. Examen des données relatives à l’âge d’un requérant soi-disant mineur avant la désignation d’une personne de confiance (Décision de principe). Il est licite de se prononcer, à titre préjudiciel, sur la qualité de mineur dont se prévaut un requérant, avant audition sur ses motifs d’asile et désignation d’une personne de confiance, s’il existe des doutes sur les données relatives à son âge. Art. 8 Abs. 1 Bst. a und b, Art. 17 Abs. 3, Art. 26 Abs. 2 AsylG. Art. 19 Abs. 1 AsylV 1. Prüfung der Altersangaben einer ihre Minderjährigkeit behauptenden asylsuchenden Person vor dem Entscheid über die Notwendigkeit der Beiordnung einer Vertrauensperson (Grundsatzentscheid). Es ist zulässig, vor der einlässlichen Anhörung zu den Asylgründen und ohne Beiordnung einer Vertrauensperson vorfrageweise über die Frage der Glaubhaftigkeit einer geltend gemachten Minderjährigkeit zu befinden, wenn Zweifel an den Altersangaben der asylsuchenden Person bestehen. 1Art. 8 cpv. 1 lett. a e b, art. 17 cpv. 3 nonché art. 26 cpv. 2 LAsi. Art. 19 cpv. 1 OAsi 1. Accertamento, anteriormente alla pronuncia della decisione concernente la designazione di una persona di fiducia, delle dichiarazioni rese da un richiedente l’asilo sulla sua minore età (Decisione di principio). È legittimo che l’Ufficio federale dei rifugiati si pronunci - a titolo pregiudiziale, prima dell’effettuazione dell’audizione particolareggiata sui motivi d’asilo e della designazione di una persona di fiducia - sull’allegata minorità di un richiedente l’asilo allorquando vi sono dei dubbi riguardo all’età dichiarata. ZusammenfassungdesSachverhalts: EigenenAussagenzufolgesollderBeschwerdeführerausdemSudanstammen, diesesLandimNovember2003ohneReisepapiereverlassenhabenundam 17.März2004übereinennichtnäherbezeichnetenStaatindieSchweiz eingereistsein. Am17.März2004stellteerbeiderEmpfangsstelledes BundesamtesfürFlüchtlinge(BFF)inBaseleinAsylgesuch,woeram26.März 2004summarischbefragtwurde. DasBFFgabam19.März2004zurBestimmungdesAltersdes BeschwerdeführersdieDurchführungeinerradiologischenUntersuchung seinesHandknochens(sogenannteKnochenaltersanalyse)in Auftrag;gleichentagswurdedemBFFmitgeteilt,dassgemässdieser KnochenaltersanalysedasKnochenalterdesBeschwerdeführerseinemAlter von19Jahrenundmehrentspreche. Am2.April2004fandinderEmpfangsstelleeinedirekteBundesanhörungim SinnevonArt.29Abs.4desAsylgesetzesvom26.Juni1998(AsylG,SR142.31) statt. InderenRahmengewährtedieVorinstanzdemBeschwerdeführer vorwegdasrechtlicheGehörzumErgebnisderKnochenaltersanalyse vom19.März2004,wobeieranseinenbisherigenAltersangabenfesthielt; unmittelbarimAnschlussdaranteiltedasBFFdemBeschwerdeführer mit,dassaufgrundseinerÄusserungenundderTatsache,dasserseine Minderjährigkeitnichtbelegenoderglaubhaftmachenkönne,bei derWeiterbehandlungseinesAsylgesuchsdavonausgegangenwerde, dasservolljährigsei. ImweiterenVerlaufderAnhörungmachteder BeschwerdeführerzurBegründungseinesAsylgesuchsimWesentlichen geltend,erseiChristundausdemSudanausgereist,weildortzwischen MuslimenundChristenKriegherrsche. MuslimehättenseinHaus niedergebranntundseinenVaterverschleppt;erselbstseivonihnenmit einemMesserverletztworden,währendseinerMutterundseinerSchwester dieFluchtgelungensei. MitVerfügungvom5.April2004tratdasBFFgestütztaufArt.32Abs.2Bst.a AsylGaufdasAsylgesuchnichteinundordnetegleichzeitigdieWegweisung desBeschwerdeführersundderenVollzugan. 2DieseVerfügungfochtderBeschwerdeführermitEingabevom14.April2004 beiderSchweizerischenAsylrekurskommission(ARK)an. Erbeantragte sinngemässdieAufhebungderangefochtenenVerfügungunddieGewährung vonAsylinderSchweiz, eventualiter dieAnordnungdervorläufigen Aufnahme. AufErsuchendeszuständigenInstruktionsrichtersderARKnahmdas BFFinseinerVernehmlassungvom29.April2004StellungzurFrageder Notwendigkeit,demBeschwerdeführerimerstinstanzlichenVerfahreneine Vertrauenspersonbeizuordnen;imÜbrigenhieltesanderangefochtenen VerfügungfestundbeantragtedieAbweisungderBeschwerde. DiedemBeschwerdeführermitZwischenverfügungvom4.Mai2004füreine allfälligeReplikangesetzteFristliefam17.Mai2004ungenutztab. DieARKweistdieBeschwerdeab. AusdenErwägungen: 3. 3.1. Isteinerunbegleitetenminderjährigen-d.h. unter18-jährigen(vgl. Art.1 Bst.dderAsylverordnung1vom11.August1999überVerfahrensfragen [AsylV1],SR142.311inVerbindungmitArt.14desSchweizerischen Zivilgesetzbuchsvom10.Dezember1907[ZGB],SR210;vgl. auchArt.1des Übereinkommensvom20.November1989überdieRechtedesKindes[KRK], SR0.107)-PersonkeinVormundoderBeistandernanntwordenundsind entsprechendevormundschaftlicheMassnahmenseitensderzuständigen kantonalenBehördenauchnichtinnertvernünftigerFristzuerwarten,so istderurteilsfähigen,unbegleitetenundnichtvertretenenminderjährigen PersonfürdieDauerdesAsylverfahrenseinerechtskundigeVertrauensperson beizuordnen,bevordieerste Anhörungzuden Asylgründen(Art.29 AsylGbzw. Art.36Abs.1AsylG)durchgeführtwird(vgl. Art.17Abs.3AsylG;Art.7Abs.3 und5AsylV1;Art.12undArt.22KRK;EntscheidungenundMitteilungender SchweizerischenAsylrekurskommission[EMARK]1998Nr.13= VPB63.13, EMARK1999Nr.18= VPB64.88,EMARK2003Nr.1[woklargestelltwird,dass dieserinEMARK1998Nr.13statuierteGrundsatzauchunterdemgeltenden, am1.Oktober1999inKraftgetretenenAsylgesetzGültigkeitbesitzt]). 3.2. DerBeschwerdeführergabbeiEinreichungseinesAsylgesuchsinder Empfangsstellean,erseiam17.Januar1987geboren. WürdendieseAngaben zutreffen,wäreer-auchimheutigenZeitpunkt-minderjährig,undes hättefürihnvorderAnhörungvom2.April2004eineVertrauensperson ernanntwerdenmüssen. DieVorinstanzvertrittindessendieAnsicht,dass derBeschwerdeführerseineMinderjährigkeitnichthabeglaubhaftmachen können,weshalbihmdennauchkeineVertrauenspersonbeizuordnen gewesensei. ZunächststelltsichdaherdieFrage,obdieVorinstanzbeiihrer vorfrageweisenPrüfungdesAltersdesBeschwerdeführerszuRechtdavon ausgegangenist,dasserentgegenseinenAngabennichtminderjährigsei. 4. 4.1. DieVorinstanzbegründeteihrenBefund,dassderBeschwerdeführer nichtalsminderjährigzubetrachtensei,imWesentlichenwiefolgt: Die MöglichkeitenderAsylbehörden,imRahmendesUntersuchungsgrundsatzes gemässArt.12desBundesgesetzesvom20.Dezember1968überdas 3Verwaltungsverfahren(VwVG,SR172.021)dastatsächlicheAltereiner asylsuchendenPersonzuermitteln,seiensehreingeschränkt. Gemäss gefestigterRechtsprechung(EMARK2000Nr.19E.8b= VPB65.4,EMARK2001 Nr.22= VPB66.29 undEMARK2001Nr.23;alleunterVerweisaufArt.8ZGB) trageeineasylsuchendePersoninmateriellerHinsichtdieBeweislastdafür, dassdiegeltendgemachteMinderjährigkeitzumindestglaubhaftgemacht werde,dasieausdieserTatsacheRechtezuihrenGunstenableitenwolle. Bei derBeurteilungderGlaubhaftigkeitdergeltendgemachtenMinderjährigkeit geheesimAllgemeinenunddamitauchimvorliegendenFallumeine GesamtbeurteilungallerElemente,diefürodergegeneineasylsuchende Personsprächen. DaimFalldesBeschwerdeführersaufgrundkonkreter IndizienernsthafteZweifelanderRichtigkeitdesvonihmangegebenen Altersbestandenhätten,seieineKnochenaltersanalysedurchgeführt worden,diekeineHinweiseaufeineMinderjährigkeit,sondernaufein Altervon19Jahrenundälterergebenhabe,wasdessenVolljährigkeitals wahrscheinlicherscheinenlasse. ZumResultatdieserKnochenaltersanalyse habederBeschwerdeführerkeineStellunggenommen. WeitereZweifelan derMinderjährigkeitdesBeschwerdeführersbestündenaufgrundseines äusserenErscheinungsbildessowiedesUmstands,dasserbisheutekeine rechtsgenügendenDokumenteeingereichthabe,dieseineIdentitätund damitseinAlterbeweisenkönnten. DieFrage,oberinAfrikairgendwo registriertsei,habederBeschwerdeführerverneint;aufdieIndiziengegen dievonihmbehaupteteMinderjährigkeitangesprochen,habeeranseinen AltersangabenfestgehaltenundzuProtokollgegeben,seineMutterhabe ihmvorungefährzehnJahrengesagt,wiealtersei. Diesreicheindessen nicht,umdieaufderdurchgeführtenRöntgenanalysederHandknochendes BeschwerdeführersbasierendeSchlussfolgerungdesBFF-dieVolljährigkeit desBeschwerdeführers-umzustossen. DerBeschwerdeführerhabeseit EinreichungseinesAsylgesuchsnichtsunternommen,umseineangebliche Minderjährigkeitzubeweisen. ErhabedieseauchimRahmendesrechtlichen Gehörsnichtglaubhaftzumachenvermocht. DieMinderjährigkeitsei somitunbewiesengeblieben,weshalbderBeschwerdeführerdieFolgender BeweislosigkeitzutragenhabeundvonseinerVolljährigkeitauszugehensei. 4.2. DerBeschwerdeführerhieltinseinerRechtsmittelschriftanseinen bisherigenAltersangabenfest. Erbekräftigtedabei,dasserseinAltervor zehnJahrenvonseinerMuttererfahrenhabe. AufgrundderNotundder ArbeitinderLandwirtschaftseheerälteraus,weshalbmanzumSchluss gekommensei,dasser19Jahrealtsei;erkönnekeineDokumentebeibringen, diedasGegenteilbewiesen,weilseinHausniedergebranntsei. 4.3. InseinerVernehmlassungäussertesichdasBFFzurFrageder NotwendigkeitderBeiordnungeinerVertrauenspersonimWesentlichen wiefolgt: GemässunschwerzuerkennenderAbsichtdesGesetzgebersseidie BeiordnungeinerVertrauenspersonnurfürasylsuchendePersonenbestimmt, dietatsächlichminderjährigseien. DasBFFhabeVerfahrensmassnahmen getroffen,dieeserlaubten,frühestmöglichKlarheitzuschaffen,obeine geltendgemachteMinderjährigkeittatsächlichgegebensei. Seiaufgrund einerKnochenaltersanalyseundweitererIndizienwieAugenscheinoder AussageninderKurzbefragungzuschliessen,dassdiePerson19Jahre oderältersei,sogehedasBFFabdemZeitpunktdiesesErgebnissesdavon aus,dassdieasylsuchendePersonbereitsbeiEinreichungdesAsylgesuchs 4volljähriggewesensei. DamitfindegleichzeitigeineBeweislastumkehrzu LastenderasylsuchendenPersonstatt;diesemüssemindestensglaubhaft machen,dasssieentgegenderBeweislagetatsächlichminderjährigsei. DasBFFgebeihrdazuimRahmeneinesrechtlichenGehörszumErgebnis derKnochenaltersanalysesowiezudenweiterenIndizien,diefürihre Volljährigkeitsprächen,explizitGelegenheit. DadieasylsuchendePerson zudiesemZeitpunktunterVorbehaltdesGegenbeweisesalsvolljähriggelte, erübrigeessich,imZeitpunktdesrechtlichenGehörseineVertrauensperson beizuordnen. DasvomBFFangewandteVerfahrenstützesichmassgeblichauf dievonderARKinEMARK2001Nr.22= VPB66.29 undEMARK2001Nr.23 entwickeltenGrundsätzezurBeweislastfürbehaupteteMinderjährigkeit. DieAsylgesetzrevisionvom1.April2004habezumZiel,Missbräuche-wozu auchdieVortäuschungeinesminderjährigenAlterszähle-bereitsinder allererstenVerfahrensphaseindenEmpfangsstellenaufzudeckenundbereits dortwirkungsvollzubekämpfen. 5. 5.1. DemBFFistzunächstdarinzuzustimmen,dassbeifraglicher MinderjährigkeitnachderBestimmungvonArt.8ZGB,diealsallgemeiner RechtsgrundsatzauchimöffentlichenRechtAnwendungfindet,die asylsuchendePersondafürdieBeweislastunddamitdieFolgender Beweislosigkeitträgt(EMARK2000Nr.19E.8bS.188= VPB65.4,EMARK2001 Nr.23E.6cS.187). Zupräzisierengiltesallerdings,dassdieasylsuchende PersondieseBeweislastvonAnfanganträgt,undnichtetwaerstabdem Zeitpunkt,indemallfälligeIndiziengegendiebehaupteteMinderjährigkeit sprechen,wiediesdieVorinstanzinihrerVernehmlassungandeutet,indem sieindiesemZusammenhanginzumindestmissverständlicherWeisevon einereigentlichen«BeweislastumkehrzuLastenderasylsuchendenPerson» spricht. 5.2. DerGrundsatz,wonachdieasylsuchendePersonnachArt.8ZGBdie Beweislastfürdievonihrbehauptete,vondenAsylbehördenjedochinZweifel gezogeneMinderjährigkeitträgt,wirktsichallerdingserstdannzuUngunsten derbetreffendenPersonaus,wenndieBehauptungderMinderjährigkeit tatsächlichunbewiesenbleibt-dasheisstwederderasylsuchendenPerson derNachweisgelingt,dasssiewenigerals18Jahrealtist,nochderBehörde, dassjenePersonmehrals18jährigist-,weilsichandernfallsdieFrage derBeweislastverteilunggarnichtstellt(vgl. H. Hausheer/M. Jaun ,Die EinleitungsartikeldesZGB[Art.1-10ZGB],Bern2003,Rz.32zuArt.8,9und 10ZGB).UnabhängigvonderVerteilungderobjektivenBeweislaststellen sichnämlichdieFragenderBeweisführungund-würdigung,dasheisst,wer dienotwendigenEntscheidgrundlagenimHinblickaufeineBeurteilung derRichtigkeitderAltersangabenzubeschaffenhatundwieallfällige Beweismittelzuwürdigensind. Diese ModalitätenderSachverhaltsfeststellung -einschliesslichderFrage,mitwelchenMittelndiesezuerfolgenhat-und GrundsätzederBeweiswürdigungsindnichtGegenstandvonArt.8ZGB, sondernrichtensichnachdemfürdasjeweiligeVerfahrenmassgeblichen Prozessrecht(vgl. Hausheer/Jaun,a.a.O.,Rz.37zuArt.8,9und10ZGB). 5.3.1. SogiltimAsylverfahrengemässArt.12VwVGinVerbindungmit Art.6AsylG,dassderSachverhaltvonAmteswegenfestzustellenist. Diese behördlicheUntersuchungspflichtwirdimAsylverfahrendurchdieder 5asylsuchendenPersongestütztaufArt.8AsylGauferlegteMitwirkungspflicht eingeschränkt,wobeisieinsbesondereauchihreIdentitätoffenzulegen undinderEmpfangsstelleReisepapiereundIdentitätsausweiseabzugeben hat(vgl. Art.8Abs.1Bst.aundbAsylG).DieasylsuchendePersontrifftaber nichtnurdieseMitwirkungspflicht,siehatvielmehraucheinenAnspruch aufMitwirkung,wassichunmittelbarausdemAnspruchaufrechtliches GehörnachArt.29Abs.2derBundesverfassungderSchweizerischen Eidgenossenschaftvom18.April1999(BV,SR101)ergibt(vgl. EMARK2003 Nr.13E.4cS.84). 5.3.2. ZurAltersabklärungstehengrundsätzlichdieinArt.12Bst.a-eVwVG aufgezähltenBeweismittelzurVerfügung,dasheisstUrkunden,Auskünfte derParteien,AuskünfteoderZeugnisvonDrittpersonen,Augenscheinund GutachtenvonSachverständigen. 5.3.3. MitBezugaufdasBeweismass,demAltersangabenzugenügenhaben, istvonderallgemeinenRegelvonArt.7AsylGauszugehen,dasheisst,die behaupteteMinderjährigkeitmusszumindestglaubhafterscheinen(vgl. EMARK2000Nr.19E.8bS.188= VPB65.4). Diesgiltauchdann,wenndie BehördeneinenNichteintretensentscheidzufällengedenken,beiwelchem herabgesetzteBeweismassanforderungenhinsichtlichHinweisenaufeine VerfolgungimweitenSinnegelten(vgl. Art.32Abs.2Bst.a,Art.33Abs.3 Bst.b,Art.34Abs.2AsylG),stelltdochdasAlterderasylsuchendenPerson -insbesondereaucheineallfälligeMinderjährigkeit-blosseinpersönliches MerkmalunddamitgeradekeinenAspekteinerVerfolgungimweiten Sinnedar(vgl. EMARK2003Nr.18E.5bS.115= VPB68.43;W. Stöckli,in: HandbücherfürdieAnwaltspraxis,Bd. VIII,Ausländerrecht,Baselu.a. 2002, Rz.8.95). 5.3.4. BeiderBeurteilungderFrage,obdasangegebeneAlterglaubhaft erscheint,istimRahmeneinerGesamtwürdigungeineAbwägungsämtlicher Anhaltspunkte,welchefürodergegendieRichtigkeitderbetreffenden Altersangabensprechen,vorzunehmen(vgl. EMARK1993Nr.21= VPB 58.26). DabeigiltderGrundsatzderfreienBeweiswürdigung(vgl. Art.40des Bundesgesetzesvom4.Dezember1947überdenBundeszivilprozess[BZP],SR 273inVerbindungmitArt.19VwVG; A. Kölz/I. Häner,Verwaltungsverfahren undVerwaltungsrechtspflegedesBundes,2. Auflage,Zürich1998,Rz.290). 6. 6.1. FürdieBeurteilungdesAlterseinerasylsuchendenPersonfallenin ersterLinievondieserPersonselbstabgegebeneodervondenBehördenauf andereWeiseerlangteundfürechtbefundeneIdentitätspapiere(Art.1Bst.b undcAsylV1)inBetracht,dasheisstUrkundenimSinnevonArt.12Bst.a VwVG;ihnenkommt-ihreEchtheitvorausgesetzt-einhoherBeweiswert zu. ReichtdieasylsuchendePersonkeineIdentitätspapiereein,welche dieBehauptung,minderjährigzusein,stützenkönnten,darfjedochallein darausnochnichtderSchlussgezogenwerden,dieserPersonseiesnicht gelungen,ihreMinderjährigkeitglaubhaftzumachen,sondernessindzuvor dieangegebenenGründefürdiesesVersäumnisaufderenPlausibilitätzu prüfen(EMARK2001Nr.22E.3bS.182unten= VPB66.29). 6.2. LiegenkeineschlüssigenIdentitätsdokumentevor,fallenmitBlickaufdie AltersfeststellungalsBeweismittelsodannAbklärungsergebnisseinBetracht, welcheauf«wissenschaftlicheMethoden»imSinnevonArt.7Abs.1AsylV1 6abstellen. InderPraxisdesBFFhandeltessichdabeiinderRegelumso genannteKnochenaltersanalysen(vgl. dazuausführlichEMARK2000Nr.19 =VPB65.4). UngeachtetderbeweisrechtlichenEinordnungdieserdurch eineFachpersonerstelltenAnalysensowiederformellenAnforderungen, welchensiezugenügenhaben,umüberhauptalsEntscheidgrundlagezu taugen,istfestzuhalten,dassderartigenAbklärungsergebnissennurein äusserstbeschränkterBeweiswertzukommt. NachderPraxisderARKvermag zwareineKnochenaltersanalyseals«anderesBeweismittel»imSinnevon Art.32Abs.2Bst.bAsylGzugenügen,soferndieAbweichungzwischen demfestgestelltenKnochenalterunddembehaupteten(chronologischen) AlterdreiJahreübersteigt(vgl. EMARK2001Nr.23E.4S.186);diesbedeutet indessennichtmehralsdieFeststellung,dassüberdaswahreAltergetäuscht wurde. HinsichtlichderFrage,obeinePersondas18.Altersjahrtatsächlich bereitserreichthat,sindaufgrundeinerKnochenaltersanalysedemgegenüber keinewissenschaftlichzuverlässigenAussagenmöglich. Einentsprechender Schlusslässtsichinsbesondereauchdannnichtziehen,wennaufgrundeiner KnochenaltersanalysederAbschlussdesKnochenwachstumsunddamitein sogenanntesKnochenaltervon19Jahrenundmehrfestgestelltwordenist, kanndochdiesdurchausauchbeiPersonenmiteinemtatsächlichenAltervon wesentlichwenigerals18JahrenderFallsein,ohnedasssiesichausserhalb desstatistischen90-95%-Normalbereichsbewegenwürden(vgl. EMARK2000 Nr.19E.7cS.187= VPB65.4;vgl. diesbezüglichauchdieimErgebnisgleich lautendeStellungnahmederSchweizerischenGesellschaftfürpädiatrische Radiologie[SGPR]imNachganganderenJahresversammlungvom15.Mai 2004,welchederARKam25.Mai2004übermitteltwurde). Einfestgestelltes Knochenaltervon19Jahrenvermagdeshalbhöchstensein-schwaches-Indiz fürdieVolljährigkeitderbetreffendenPersonzubilden;indiesemSinneund nichtandersistdennauchdieFeststellunginEMARK2001Nr.23zuverstehen, wonachdieKnochenaltersanalysekeineHinweiseaufeineMinderjährigkeit desBeschwerdeführersergeben,sondernimGegenteildessenVolljährigkeit als«wahrscheinlich»habeerscheinenlassen(vgl. EMARK2001Nr.23E.6c S.187). 6.3. GewisseRückschlüsseaufdasAltereinerasylsuchendenPerson sindallenfallsauchaufgrundihresäusserenErscheinungsbildsmöglich, wieesvondenAsylbehördenbeispielsweiseanlässlicheinerBefragung wahrgenommenwird(vgl. Art.12Bst.dVwVG).Indessenkannaufgrunddes ErscheinungsbildesdasAlternursehrgrobgeschätztwerden. Eineindeutiger SchlussüberdieVolljährigkeitbeziehungsweiseMinderjährigkeitkannauf dieseWeisenurdanngezogenwerden,wennessichumeinePersonhandelt, derenAlterganzklarausserhalbdesGrenzbereichsliegt,alsoentweder nochumeinKindoderaberumeineerwachsenePersonmittlerenoder reiferenAlters. FürdieAlterskategorievonJugendlichenbeziehungsweise jungenErwachsenenimAltervonungefähr15-25Jahrenistdagegennach «Augenschein»eineeinigermassenzuverlässigeSchätzung,obsieweniger odermehrals18Jahrealtsind,nichtmöglich. DaesinAsylverfahrender 7vorliegendenArtindenmeistenFällenumPersoneninderAltersgruppeum zwanzigJahregeht,kommtdemBeweismitteldesAugenscheinsinsofern kaumpraktischeBedeutungzu. 6.4.1. AngesichtsdesgeringenBeweiswertesderbeidenzuletztgenannten BeweismittelkommtbeidervorfrageweisenPrüfungdesAlterseinerihre MinderjährigkeitbehauptendenasylsuchendenPersonderWürdigung ihrereigenenAngaben,diesieeinerseitszuihremAlterselbst,andererseits zurunterbliebenenAbgabevonIdentitätspapierenmacht,inallerRegel entscheidendeBedeutungzu. DazuistsiebereitsbeiderErhebungder PersonalieninderEmpfangsstelle(vgl. Art.26Abs.2AsylG)zubefragen. Bei denbetreffendenAngabenhandeltessichumParteiauskünfteimSinnevon Art.12Bst.bVwVG,diefreiaufihreGlaubhaftigkeithinzuwürdigensind(vgl. R. Rhinow/H. Koller/Ch. Kiss-Peter ,ÖffentlichesProzessrechtundGrundzüge desJustizverfassungsrechtsdesBundes,Basel/Frankfurta.M.1994,Rz.888;vgl. auchEMARK1994Nr.13E.3bS.114= VPB59.53). 6.4.2. DieBefragungderasylsuchendenPersonzuihremAlterundihre gleichzeitigeKonfrontationmitallfälligengegenihreAngabensprechenden IndizienstelltalsKonkretisierungdesAnspruchsaufrechtlichesGehör (Art.29Abs.2BV;Art.29ff. VwVG)nichtnureinpersönlichkeitsbezogenes MitwirkungsrechtdieserPersonselbstdar(vgl. vorne,E.5.3.1amEnde), sonderndientauchdermateriellenSachverhaltsabklärungimRahmender behördlichenUntersuchungspflicht(vgl. BGE127I54 E.2bS.56, BGE124I 241E.2S.242;Kölz/Häner,a.a.O.,Rz.129,mitweiterenHinweisen). Zwar schliesstdiesebehördlicheUntersuchungspflichteinedieasylsuchendePerson alleintreffende,uneingeschränkteBeweisführungslastbegriffsnotwendigaus (vgl. Kölz/Häner,a.a.O.,Rz.105). AllerdingskommtderMitwirkungspflicht derVerfahrensparteien(vgl. auchdazuE.5.3.1)naturgemässgeradedann besonderesGewichtzu,wennsievonbestimmtenTatsachenbessere KenntnisalsdieBehördenhaben,welchewiederumohneMitwirkungder ParteiendieseTatsachengarnichtoderjedenfallsnichtmitvernünftigem Aufwanderhebenkönnten(vgl. dazu BGE128II139 E.2bS.142f., BGE 124II361 E.2bS.365;Kölz/Häner,a.a.O.,Rz.272; A. Moser/P . Uebersax, ProzessierenvoreidgenössischenRekurskommissionen,Handbücherfür dieAnwaltspraxis,Bd.3,Baselu.a. 1998,Rz.1.6;EMARK1995Nr.23E.5a S.222f.; M. Nierhaus,BeweismassundBeweislast: Untersuchungsgrundsatz undBeteiligtenmitwirkungimVerwaltungsprozess,München1989,S.340 und438). GeradeüberihrAltervermageineasylsuchendePersonin allerRegelambestenselbstAuskunftzugeben,währendandererseits ohnederenMitwirkungdieBehördenzueinergenauenAltersfeststellung kauminderLagesind. Art.8Abs.1Bst.aAsylGsiehtdennauchvor, dassAsylsuchendeihreIdentitätoffenzulegenhaben;gebensieinder EmpfangsstellekeineIdentitätspapiereab(vgl. Art.8Abs.1Bst.bAsylG), sohabensiezumindestvollständigeundwahrheitsgemässeAltersangaben zumachen,wasselbstverständlichvoraussetzt,dasssieindieserHinsicht urteilsfähigsind,dasheisstinderLage,BedeutungundTragweiteihrer MitwirkungspflichtzuerfassenundgemässdieserErkenntnisvernünftig zuhandeln(vgl. EMARK1996Nr.4E.2aS.26f.,undNr.5E.4aS.39,mit weiterenHinweisen; BGE124III5 E.1aS.7f.). EineVerletzungdieser Vollständigkeits-undWahrheitspflichthätteinprozessualerHinsichtals VerletzungderMitwirkungspflichtzugelten(vgl. indiesemSinne,wenn 8auchmitBezugaufdieAngabenzudenAsylgründen,EMARK1995Nr.18 E.3bS.186f.,mitweiterenHinweisen;vgl. auchNierhaus,a.a.O.,S.291),was allerdingskeineswegsbedeutet,dassunwahreAltersangabenfürsichallein bereitszueinemNichteintretensentscheidnachArt.32Abs.2Bst.cAsylG führenkönnten(vgl. zudenVoraussetzungenfürdieAnnahmeeiner groben VerletzungderMitwirkungspflichtimSinnevonArt.32Abs.2Bst.cAsylGstatt vielerEMARK2003Nr.21E.3dS.136,mitweiterenHinweisen= VPB68.45). 6.4.3. AufihreMitwirkungspflichtmussdieasylsuchendePersonimSinne einerbehördlichenAufklärungspflicht(vgl. Art.19Abs.3AsylG;Kölz/Häner, a.a.O.,Rz.274)geradedannbesondersaufmerksamgemachtwerden, wennanderRichtigkeitihrerAltersangaben,wiesiesichimAllgemeinen bereitsausdembeiderGesuchseinreichungausgefülltenPersonalienblatt entnehmenlassen,vonAnfanganZweifelbestehen. DiesfallsistdasAlter derasylsuchendenPersonimRahmenderEmpfangsstellenbefragung durchgezielteFragestellungnäherabzuklären,wobeidiebetreffende PersoninsbesondereauchzudenGründenfürdieunterbliebeneAbgabe vonIdentitätspapierensowiezuihrenpersönlichenLebensumständen (familiäreVerhältnisse,Schulbesuch,Berufsausbildung,bisherausgeübte Erwerbstätigkeitusw.) einlässlichzubefragenist. EinemsolchenVorgehen stehenauchnichtetwadieFeststellungenimGrundsatzentscheidEMARK 1993Nr.3= VPB57.30 entgegen,denneinenblosssummarischenCharakter weistdieBefragunginderEmpfangsstellenurinsofernauf,alsAsylsuchende auchzum Reiseweg undzuden Ausreisegründen befragtwerden(vgl. EMARK 1993Nr.3S.13= VPB57.30;vgl. auchArt.26Abs.2AsylG),währendeine umfassendeErhebungderPersonalienderasylsuchendenPersonzuden eigentlichenHauptzweckendieserBefragunggehört(vgl. wiederumArt.26 Abs.2AsylG;vgl. auchArt.19Abs.1AsylV1). ImWeiterenstehteinenoch ohneBeiordnungeinerVertrauenspersondurchgeführte,vorfrageweise PrüfungdesAlterseinernichtaufdenerstenBlickalsminderjährig erkennbarenasylsuchendenPersonauchinkeinemWiderspruchzudenin EMARK1998Nr.13= VPB63.13 entwickeltenGrundsätzen(vgl. EMARK1998 Nr.13E.4b/eeS.94= VPB63.13),kanndoch-solltediebetreffendePerson tatsächlichminderjährigsein-indieserspezifischenVerfahrenssituation beziehungsweisebeiAngabenzueinersoeinfachenFrage,wieesdiejenige nachdemAlterist,dieGefahreineraltersbedingtenÜberforderungohne weiteresausgeschlossenwerden. 6.4.4. BeidervorfrageweisenPrüfungdesAltersderasylsuchendenPersonin derEmpfangsstellekannesalsIndizgewertetwerden,dasdenBeweiswert ihrerAussagenüberdasAlterreduziert,wennsienebennichtschlüssigen AussagenzudensoebengenanntenPunktenganzoffensichtlichunzutreffende AngabenüberihrenReisewegmachtoderwennihrelementareKenntnisse überihrangeblichesHeimat-oderHerkunftslandfehlen,wobeiallerdings ihrerpersönlichenReifeundihremBildungsgradbesondersRechnungzu tragenist(vgl. dazuallgemeinEMARK1999Nr.2E.6dS.14= VPB64.5). ImÜbrigenverstehtessich vonselbst,dassvertiefteländerspezifische 9AbklärungennichtbereitsimRahmenderEmpfangsstellenbefragung,sondern erstineinemspäterenStadiumdesAsylverfahrenszuerfolgenhaben, gegebenenfallsunterBeizugeigentlicherLänderexperten. 6.4.5. KommtdieasylsuchendePersonihrerMitwirkungspflichtbei derErhebungderPersonalieninderEmpfangsstellenichtodernurin ungenügendemMassenach,sodassderenAngabenzuihremAlterundzur unterbliebenenAbgabevonIdentitätspapierenvölligunsubstanziiertbleiben, istesgrundsätzlichnichtzubeanstanden,wenndieBehördenvordem EntscheidüberdieNotwendigkeitderBeiordnungeinerVertrauensperson keineweiterenAltersabklärungenvornehmen,sondernangesichtsder MitwirkungsverweigerungderbetroffenenPersonvonderBeweislosigkeit unddamit-nachderBeweislastverteilungsregelvonArt.8ZGB(vgl. vorne, E.5.1)-vonderUnglaubhaftigkeitdergeltendgemachtenMinderjährigkeit ausgehen. Damitistallerdingsnochnichtunbedingt gesagt,dassdie betreffendePersontatsächlichvolljährigist. Esistdurchausmöglich,dass dieinderEmpfangsstellevorgenommeneFeststellungderBeweislosigkeit beziehungsweisederUnglaubhaftigkeitderbehauptetenMinderjährigkeit -welcherinsofernkeindefinitiverCharakterzukommt-imweiteren Verlaufdeserst-oderzweitinstanzlichenVerfahrensentkräftetwird, indemdieasylsuchendePersondiegeltendgemachteMinderjährigkeit glaubhaftmacht. Dieswiederumbedeutet,dassesfürdasBFFdurchaus angezeigtseinkann,diefürMinderjährigegeltendenVerfahrensgarantien auchdanneinzuhalten,wennesdieAltersangabeneinerunbegleiteten, ihreMinderjährigkeitbehauptendenasylsuchendenPersonbezweifelt; denndienachträglicheFeststellungimBeschwerdeverfahren,dassdie AltersangabenderbetreffendenPerson-unddamitdievonihrgeltend gemachteMinderjährigkeit-alsglaubhaftzuerachtensind,ihrabervorder AnhörungzudenAsylgründenkeineVertrauenspersonbeigeordnetworden ist,hättedieKassationdesvorinstanzlichenEntscheidswegenVerletzung desAnspruchsaufrechtlichesGehörunddieRückweisungderSacheandie VorinstanzzurFolge(vgl. EMARK1998Nr.13= VPB63.13,EMARK1999Nr.3 E.3cS.20= VPB64.3,EMARK1999Nr.18E.5cund5d/aaS.119f. = VPB64.88). 7. 7.1. VorliegendistdemBeschwerdeführervorseinerAnhörungzuden Asylgründenvom2.April2004keineVertrauenspersonernanntworden, weildieVorinstanzbereitszujenemZeitpunktdavonausgegangenwar,dass erentgegenseinenBehauptungenvolljährigsei. ZwarsprichtdieVorinstanz imangefochtenenEntscheidvonderVolljährigkeitdesBeschwerdeführers alseiner«aufderdurchgeführtenRöntgenanalysederHandknochen(…) basierendenSchlussfolgerung»,womitsieabernachdembisherGesagten zuverkennenscheint,dasseinerKnochenaltersanalysemitBezugaufdie FragederMinderjährigkeitnureingeringerBeweiswertzukommt(vgl. dazuimEinzelnenvorne,E.6.2). Diesändertallerdingsnichtsdaran,dass dieVorinstanzangesichtsdervölligunsubstanziiertenAltersangabendes BeschwerdeführersimErgebniszuRechtvonderBeweislosigkeitund damitUnglaubhaftigkeitdervonihmgeltendgemachtenMinderjährigkeit ausgegangenist. SohatderBeschwerdeführerinderEmpfangsstelle zumeineninsehrunbestimmterWeiseerklärt,seineGeburtseinirgends registriert,underhabeseinGeburtsdatumlediglichvonseinerMutter erfahren. ZumanderenhateraberauchkeinenachvollziehbarenGründefür 10dieunterbliebeneAbgabevonIdentitätspapierengenannt,beschränkteersich dochdiesbezüglichaufdiewenigplausibleAussage,erhabesolchePapiere niegehabtundauchnichtbeantragt. AlsIndizgegendievonihmgeltend gemachteMinderjährigkeitistimWeiterenauchdievageundrealitätsfremde BeschreibungseinesReisewegs-erseimiteinemSchiffvoneinemihm unbekanntenOrtzueinemihmebenfallsnichtbekanntenOrtgereist,wobei ervoneinemweissenMannbegleitetwordensei-anzuführen. Besonders insGewichtfälltschliesslich,dasservölligunsubstanziiertebeziehungsweise offensichtlichtatsachenwidrigeAngabenzuseinemangeblichenHeimatland, demSudan,gemachthat,wobeiindiesemZusammenhangzuerwähnenist, dasserzudenNachbarländerndesSudansfälschlicherweiseauchSomalia undSierraLeonegezählt,wiederholtvon«Kantoun»(Schreibweisedes Beschwerdeführers)alsderHauptstadtdesSudansgesprochen,Pidgin EnglischbeziehungsweiseEnglischalsdieeinzigenvonihmgesprochenen SprachenbezeichnetundsichkeinerEthniezugehörigerklärthat(vgl. dazu ausführlicherhinten,E.9). SelbstvoneinertatsächlichminderjährigenPerson könntendiesbezüglichsubstanziiertereAngabenerwartetwerden. 7.2. DieAusführungendesBeschwerdeführersanlässlichderBundesanhörung vom2.April2004,inderenRahmenihmauchdasrechtlicheGehörzur Knochenaltersanalysevom13.März2004gewährtwurde,enthielten nichts,dasdenSchlussgerechtfertigthätte,dienachderBefragungin derEmpfangsstelle-wiesoebendargelegt-unbewiesengebliebene Minderjährigkeitseinachträglichglaubhaftgemachtworden. Vielmehr erschöpftensichseineAusführungenindieserHinsichtdarin,dassererneut bekräftigte,erseiminderjährig,besitzeaberkeineBeweise,diediesbelegen könnten,undhabeseinAltervorzehnJahrenvonseinerMuttererfahren. 7.3. AuchimVerfahrenvorderARKhatderBeschwerdeführernichts vorgebracht,dasdievonihmbehaupteteMinderjährigkeitglaubhaft erscheinenliesse,sondernimWesentlichenlediglichseinebisherigen, unsubstanziiertenAltersangabenwiederholt(vgl. dazuvorne,E.4.2). 7.4. DamitistalsZwischenergebnisfestzuhalten,dassdievom BeschwerdeführerbehaupteteMinderjährigkeitnachderBefragunginder Empfangsstelleunbewiesengebliebenistundvonihmauchimweiteren VerlaufdesAsylverfahrensnichtglaubhaftgemachtwordenist,weshalbauch nichtzubeanstandenist,dassihmvorderAnhörungzudenAsylgründenvom 2.April2004keineVertrauenspersonbeigeordnetwordenist. Nachfolgend wirdsomitzuprüfensein,obdasBFFzuRechtgestütztaufArt.32Abs.2Bst.a AsylGaufdasAsylgesuchdesBeschwerdeführersnichteingetretenist. 8. (AllgemeineAusführungenzuArt.32Abs.2Bst.aAsylG) 9. 9.1. DieVorinstanzhatinderangefochtenenVerfügunggestütztauf Art.32Abs.2Bst.aAsylGfestgestellt,dassderBeschwerdeführernicht habeglaubhaftmachenkönnen,zurAbgabevonIdentitätspapierenaus 11entschuldbarenGründennichtinderLagegewesenzusein,undsichinseinen VorbringenkeineHinweiseaufeineVerfolgungfindenliessen,diesichnicht alsoffensichtlichhaltloserweisenwürden. 9.2. DieARKschliesstsichdieserEinschätzungan. MitBezugaufdie unterbliebeneAbgabevonIdentitätspapieren,seineangeblicheHerkunft ausdemSudanundseinenReiseweghatderBeschwerdeführernämlich bereitsbeiderBefragunginderEmpfangsstelle-wiebereitsdargelegt (vgl. vorne,E.7.1)-völligunsubstanziiertebeziehungsweiseoffensichtlich tatsachenwidrigeAngabengemacht. PlausiblereAusführungenvermochteer auchanlässlichderdirektenBundesanhörungnichtzumachen. Vielmehrist demBFFdarinzuzustimmen,dassderBeschwerdeführerkeineüberzeugende Erklärungdafürgelieferthat,wieerohneIdentitätspapiereperSchiff vonAfrikanachEuropareisenkonnte,ohnejevondenGrenzkontrollen aufgegriffenzuwerden. ImWeiterenhabensichdieZweifelandervon ihmbehauptetensudanesischenHerkunftaufgrundseinerAussagenbei derdirektenBundesanhörungbestätigt. Sobekräftigteerbeispielsweise, inseinemElternhausausschliesslichEnglischgesprochenzuhaben,was angesichtsdersprachlichenVerhältnisseimSudaneinerplausiblenErklärung bedurfthätte,dieerjedochmitdemblossenHinweisdarauf,dassseinVater Christgewesenseiundverlangthabe,dassnurEnglischgesprochenwerde, keineswegszuliefernvermochte. FürdiezahlreichenweiterenAspekte,die gegeneinesudanesischeHerkunftdesBeschwerdeführerssprechen,kannim ÜbrigenzumeinenaufdievorstehendenAusführungen(vgl. wiederumE.7.1), zumanderenaufdieAktenverwiesenwerden. Zwaristeineeingehende PrüfungvonallfälligenHinweisenaufVerfolgungimSinnevonArt.32Abs.2 Bst.aAsylGohnegenauereKenntnisderHerkunftdesBeschwerdeführers -dievorliegendaufgrundseinerunsubstanziiertenbeziehungsweise tatsachenwidrigenlandesspezifischenAngabenalsunbekanntzubezeichnen ist,wobeiimmerhingewisseHinweiseaufeineHerkunftausNigeriabestehen -nichtdenkbar. DennochkanndieFrageseinerHerkunftfürdieBeurteilung derBeschwerdeletztlichoffenbleiben. Zwarsindallfällige,aufmenschliche EinwirkungenzurückzuführendeWegweisungsvollzugshindernisseim SinnevonArt.44Abs.2AsylGinVerbindungmitArt.14aAbs.2-4des Bundesgesetzesvom26.März1931überAufenthaltundNiederlassung derAusländer(ANAG,SR142.20),die-wiebereitsdargelegt-vomweiten VerfolgungsbegriffgemässArt.32Abs.2Bst.aAsylGebenfallserfasst werden,vonderARKgrundsätzlichvonAmteswegenzuprüfen. Diese Untersuchungspflichtfindetjedoch-auchindiesemZusammenhang-ihre GrenzenanderMitwirkungspflichtderBeschwerdeführendenPerson nachArt.8AsylG.VerunmöglichtesdieBeschwerdeführendePersonden AsylbehördendurcheineVerletzungderMitwirkungspflichtüberhaupt sinnvollzuprüfen,obihrimHeimat-oderHerkunftsstaatGefahrdroht, kannesnachTreuundGlaubennichtSachederARKsein,nachallfälligen WegweisungsvollzugshindernisseninhypothetischenHerkunftsländern zuforschen(vgl. W. Kälin,GrundrissdesAsylverfahrens,Basel/Frankfurt a.M.1990,S.262f.). ImWeiterenistfestzustellen,dassdieVorbringen,mit denenderBeschwerdeführergeltendgemachthat,imOktober2003imSudan OpfereinesbewaffnetenÜbergriffsdurchmuslimischeKämpfergeworden zusein,unsubstanziiertundrealitätsfremdunddamitoffensichtlichhaltlos imSinnevonArt.32Abs.2Bst.aAsylGausgefallensind. Zutreffendstellt dieVorinstanzindiesemZusammenhangdennauchfest,dieVorbringendes 12Beschwerdeführersliessenangesichtsihresstereotypenundoberflächlichen Charakters-soseierinsbesonderenichtinderLagegewesen,denAlltagin einemvoneinembewaffnetenKonfliktbeherrschtenGebietlebensnahzu beschreiben-keineZweifeldaran,dasserdasvonihmGeschildertesonicht erlebthabenkönne. 9.3. DieAusführungeninderBeschwerdeschriftsindnichtgeeignet,die zutreffendeEinschätzungderVorinstanzzuentkräften,zumalsichder BeschwerdeführerimWesentlichendaraufbeschränkt,erneutseine sudanesischeHerkunftzubekräftigenundsichaufdenvonihmgeltend gemachtenbewaffnetenÜbergriffdurchmuslimischeKämpferzuberufen, ohnedasseraberdazusubstanziiertereunddamitüberzeugendeAngaben machenwürde. Damitgiltesfestzuhalten,dassdieVorinstanzzuRechtaufdas AsylgesuchdesBeschwerdeführersgestütztaufArt.32Abs.2Bst.aAsylGnicht eingetretenist. 13Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 69.52 - Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 29. Oktober 2004 i.S. K.M., unbekannter Herkunft, angeblich Sudan, auch erschienen in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 30 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2005 Année Anno Band 69 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 006 992 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.