JAAC70.50 Auszug aus dem Urteil der ARK vom 15. November 2005 i.S. I.E., Mazedonien, und V.B., Ukraine; auch erschienen in: Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 25 Art. 44,art. 52etart. 67PA.Traitementd’unedemandederéexamen insuffisammentmotivée(précisiondelaJICRA2003n°7= JAAC67.106). Art. 60PA.Art. 156al. 6OJ.Procéduretéméraire. -L’Officefédéraldesmigrations(ODM)n’apasàentrerenmatièresur unedemandederéexameninsuffisammentmotivée(JICRA2003n°7= JAAC67.106). Lefaitpourl’ODMdenepassesaisird’unetelledemande etderenonceràrendreunedécisionformelle,nedonnepasmatière àrecoursdevantlaCommissionsuissederecoursenmatièred’asile (précisiondejurisprudence;consid. 4). -Lemandatairepeutêtrepersonnellementastreintàsupporterlesfrais d’uneprocéduretéméraire(consid. 6). Art. 44,Art. 52undArt. 67VwVG.Behandlungeinesunsubstanziierten Wiedererwägungsgesuchs(PräzisierungvonEMARK2003Nr. 7= VPB 67.106). Art. 60VwVG.Art. 156Abs. 6OG.MutwilligeProzessführung. -AufunsubstanziierteWiedererwägungsgesuchehatdasBundesamt fürMigration(BFM)nichteinzutreten(vgl. EMARK2003Nr. 7= VPB 67.106). NimmtdasBFMinsolchenFällendasunsubstanziierte WiedererwägungsgesuchnichtandieHand,ohneeineformelle Verfügungzutreffen,stelltdieskeinAnfechtungsobjektdar,die SchweizerischeAsylrekurskommissiontrittfolglichaufeine entsprechendeBeschwerdenichtein(PräzisierungderPraxis;E.4). -BeimutwilligerProzessführungkönnendemRechtsvertreter persönlichdieVerfahrenskostenauferlegtwerden(E.6). 1Art. 44,Art. 52eArt. 67PA.Trattazionediunadomandadiriesame insufficientementemotivata(precisazionediGICRA2003n. 7= GAAC 67.106). Art. 60PA.Art. 156cpv. 6OG.Proceduratemeraria. -L’Ufficiofederaledellamigrazione(UFM)nondeveentrarenelmerito diunadomandadiriesameinsufficientementemotivata(GICRA2003n. 7= GAAC67.106). LaCommissionesvizzeradiricorsoinmateriad’asilo (CRA)dichiarapertantoirricevibiliiricorsicontroilrifiutodell’UFM d’esaminareunasiffattadomandaed’emettereunadecisioneformale (precisazionedellagiurisprudenza;consid. 4). -Ilrappresentantepuòessereobbligatoasopportarepersonalmentele speseprocessualidiunaproceduratemerariadinanziallaCRA(consid. 6). AusdenErwägungen: 1. 1.1. DieGesuchstellerreichtenam9. Dezember2002Asylgesucheinder Schweizein,welchevomBundesamtfürFlüchtlinge(BFF,neu: Bundesamtfür Migration,BFM)mitVerfügungenvom24. April2003bzw. vom28. April2003 abgelehntwurden. 1.2. AufdievondenGesuchstellerngegendieseVerfügungenerhobenen BeschwerdentratdieSchweizerischeAsylrekurskommission(ARK)mit Urteilenvom27. Juni2003bzw. vom15. Juli2003wegenNichtleistendes Kostenvorschussesnichtein. 1.3. AufeinvonderGesuchstellerinam9. Juli2003erhobenes RevisionsgesuchtratdieARKmitUrteilvom7. August2003wegen ungenügenderBegründung(fehlendeAngabedesRevisionsgrundes)nichtein. 1.4. MitEingabeihresRechtsvertretersandasBFF(datiertvom24. Juli 2003,beimBundesamteingelangtam15. September2003)ersuchtendie GesuchstellerumWiedererwägungderAsylentscheidevom24. bzw. 28. April 2003,imWesentlichen(nebstderSchwangerschaftderGesuchstellerin)mit derBegründung,«dieProblemeinderHeimatseienerneutaufgeflammt». 1.5. MitseparatenVerfügungenvom19. Septemberbzw. vom23. September 2003wiesdasBundesamtdieWiedererwägungsgesucheab. Diese VerfügungenliessendieGesuchstellerdurchihrenRechtsvertretermit Beschwerdenvom21. bzw. 22. Oktober2003beiderARKanfechten. Der zuständigeInstruktionsrichtersetzteam29. Dezember2003denVollzug einstweilenaus. MitzweiseparatenUrteilenvom19. Juli2005wiesdieARK dieBeschwerdenab. 2. 2.1. MitEingabeihresRechtsvertretersvom7. Oktober2005andasBFM reichtendieGesuchstellererneuteinWiedererwägungsgesuchein. Zur BegründungwurdeimWesentlichenangeführt,«dieProblemeinderHeimat 2seienerneutaufgeflammt»;derGesuchstellerseiwegenseinerAktivitäten imRahmenderKosovo-BefreiungsarmeeUÇKbedroht,erwerdeerneut polizeilichgesucht;imWeiterenwurdegeltendgemacht,esseien«psychische Problemeaufgetaucht»;derGesuchstellersteheinBehandlungbeieinemArzt, der«dieÜberweisunganeinenSpezialistenerwäge»;derGesuchstellerhalte sichnunmehrangeblichinderKlinikKönigsfeldenauf. 2.2. DasBFMleitetedieseEingabeam12. Oktober2005andieARKweiter,da dasGesuchnachseinerAnsichtvorabRevisionsgründeenthalte. 2.3. MitZwischenverfügungdeszuständigenInstruktionsrichtersder ARKvom17. Oktober2005wurdedemRechtsvertreterderGesuchsteller mitgeteilt,entgegenderAuffassungdesBFMliegekeinRevisionsgesuchvor. EswerdezwarinderEingabebehauptet,imvorangehendenVerfahrenhätten «gewisserechtserheblicheTatsachennichtrechtzeitigbeigebrachtwerden» können;indessenwerdeankeinerStelledes«Wiedererwägungsgesuchs» inirgendeinerWeiseeinderartigerRevisionsgrunddargelegt. Vielmehr würdeninpauschalerWeiseausschliesslichangeblichneueingetretene VeränderungendesSachverhaltsbehauptet,ohnedieseindessenauch nuransatzweisezusubstanziieren. Diesgelteauchfürdiebehaupteten gesundheitlichenProbleme,welcheinkeinerWeisenäherspezifiziertwürden. WederfürdieangeblichenpsychischenProbleme,weswegenderGesuchsteller inBehandlungbeiDr. Z.stehe,nochfürdenangeblichenAufenthaltin derKlinikKönigsfeldenwerdeeinBeleggeliefert. AufdasGesuch-falls dieGesuchstelleraufdessenBehandlungalsRevisionsgesuchbeharrten -seidahermangelshinreichenderBegründungnichteinzutreten. Den GesuchstellernwurdeinnertdersiebentägigenVerbesserungsfristGelegenheit geboten,ihrGesuchohneKostenfolgezurückzuziehenoderdiesesallenfalls imSinnederstrengenformellenAnforderungenvonArt. 67inVerbindung mitArt. 52Abs. 1und2desBundesgesetzesvom20. Dezember1968überdas Verwaltungsverfahren(VwVG,SR172.021)zuverbessern. Beiunbenützter FristwerdeaufdasGesuchkostenfällignichteingetreten. Überdieswurde demRechtsvertreterunterHinweisaufEMARK2003Nr. 7(= VPB67.106) mitgeteilt,beiunveränderterSachlagewürdedavonabgesehen,dasGesuch demBFMzurPrüfungalsWiedererwägungsgesuchzurückzusenden,dakeine WiedererwägungsgründesubstanziiertwürdenunddaherdasBFMnicht gehaltenwäre,aufdieEingabeüberhaupteinzutreten. ImWeiterenverfügtederInstruktionsrichter,dassderVollzugnichtausgesetzt werdeundfordertedieGesuchsteller-unterVorbehaltfristgerechter Revisionsverbesserung-zurLeistungeinesKostenvorschussesvonFr. 1’400.- biszum1. November2005auf. EinallfälligesGesuchumunentgeltliche RechtspflegewürdebeiunveränderterSachlageohneAnsetzungeiner Nachfristabgewiesen. SchliesslichwurdederRechtsvertreterdaraufhingewiesen,dassseinGesuch nachderzeitigerAktenlagedenAnscheineinertrölerischenEingabeerwecke undsichdieARKdaherallfälligeprozessualeMassnahmenoderKostenfolgen wegenmutwilligerProzessführungvorbehalte. 2.4. MitEingabevom24. Oktober2005teiltederRechtsvertreterder Gesuchstellermit,erbestehedarauf,dassdasalsWiedererwägungsgesuch bezeichneteGesuchalssolchesdurchdasBFMbehandeltwerde. Die ÜberweisungandieARKseiinkeinerWeisegerechtfertigtgewesen. Soweitin 3derZwischenverfügungdesInstruktionsrichtersdasFehlenvonBelegenfür dieWiedererwägungsgründebemängeltwerde,werde«geflissentlich»darauf hingewiesen,dassdieBehandlungbeiDr. Z.ausgewiesensei;imÜbrigen müssenachherrschenderLehreundPraxisaufeinWiedererwägungsgesuch auchdanneingetretenwerden,wenndasVorliegeneinesqualifizierten Wiedererwägungsgrundeslediglichbehauptetwerde. 3. DasGesuchvom7. Oktober2005wurdeinnertdersiebentägigen FristwederzurückgezogennochalsRevisionverbessert. Wieinder Zwischenverfügungvom17. Oktober2005angedroht,istsomitaufdas RevisionsgesuchmangelsBegründungnichteinzutreten. 4. DerRechtsvertreteristderAuffassung,dasGesuchseivomBFMals Wiedererwägungsgesuchzubehandeln. Demistjedochnichtso. Wiein derZwischenverfügungvom17. Oktober2005ausgeführt,bestehtkein Anlass,dasGesuchderVorinstanzzurPrüfungalsWiedererwägungsgesuch zurückzusenden,dakeinesolchenGründe-imSinnenachträglicher VeränderungendesSachverhalts-substanziiertwurden. 4.1. DerRechtsvertretergehtinseinerEingabevom24. Oktober2005nicht weiteraufdenVorhaltdermangelndenSubstanziierungein,weistjedoch, soweitdasFehlenvonBelegenbemängeltwurde,«geflissentlich»daraufhin, dieBehandlungbeiDr. med. Z.sei«ausgewiesen». Auchdiestrifftnichtzu. Als«Beweisstück»wardemWiedererwägungsgesuchlediglichdieFotokopie einerKarte(vermutlichderKrankenkasse)beigelegt,welchedieAngabenzur medizinischenVersorgungdesGesuchstellersenthält(Personalien,zuständige KrankenkasseundVersicherungsnummersowiedieAdressedeszuständigen ArztesDr. Z.). EinekonkreteBehandlungwirddamitnichtbelegt. 4.2. EntgegenderAuffassungdesRechtsvertretersgenügtesnicht,das VorliegeneinesWiedererwägungsgrundesblosszubehaupten,damitbereits daraufeinzutretenist. EinesolcheAussagelässtsichdeminderEingabevom 24. Oktoberzitierten BGE113Ia152 keineswegsentnehmen. ImUrteilvom 20. Februar2003-publiziertalsEMARK2003Nr. 7(= VPB67.106)-wurde klarfestgehalten,dassaufeinWiedererwägungsgesuchnurdanneinzutreten ist,wennausderRechtsschriftdietatsächlichenAnhaltspunkte,dieaufdas VorliegeneinesWiedererwägungsgrundeshindeutensollen,ersichtlichsind. DiesesUrteilsolltedemRechtsvertreterinsbesondereauchdeshalbgeläufig sein,weilerauchinjenemVerfahrenRechtsvertreterwarundüberdies seinedortigeVorgehensweisederjenigenimvorliegendenVerfahrensehr ähnlichwar. Esistdennauchbezeichnend,dassderRechtsvertreternicht etwadievorgehaltenemangelndeSubstanziierungdurchErgänzungen oderBeweismittelzuverbessernversucht,sondernsichdamitbegnügt,den (unzutreffenden)Standpunktzuvertreten,esgenügedieblosseBehauptung, umeinenAnspruchaufmateriellePrüfungauszulösen. Damiträumter implizitein,dassdasGesuchtatsächlichnurreineBehauptungenenthält. 4.3. DasGesuchistdeshalbnichtdemBFMzuüberweisen,dadiesesaufdie Eingabegarnichteinzutretenhätte-janichteinmalgehaltenwäre,darüberin FormeineranfechtbarenVerfügungzuentscheiden(EMARK2003Nr. 7= VPB 67.106,S.45). DieGesuchstellerkönnenauchnichtetwaunterBerufungauf Art. 9Abs. 2VwVGdenErlasseinerVerfügungdurchdasBFMverlangen, 4daeshiernichtumdieFragederZuständigkeitbzw. derenAbgrenzung zwischenverschiedenenBehördengeht,sondernumdieFrage,obüberhaupt eingenügendsubstanziiertesGesuchvorliegt,aufdaseinzutretenist. SolltensichdieGesuchstellererneutmiteinementsprechenden WiedererwägungsbegehrenandasBFMwenden,wäreihnendies unbenommen,dochmüsstensiegewärtigen,dassauchdaraufnicht eingetretenbzw. esnichtandieHandgenommenwürde,wennesden gleichenSubstanziierungsgradwiedasvorliegendeaufwiese. Aufeine allfälligeBeschwerde,welchesichgegendieformloseNichtanhandnahme einessolchenunsubstanziiertenWiedererwägungsgesuchesrichtenwürde, wäredementsprechend-diesinPräzisierungdeserwähntenUrteilsvom20. Februar2003(EMARK2003Nr. 7= VPB67.106)-garnichtmehreinzutreten. 5. DievorliegendeEingabehatoffensichtlichtrölerischenCharakter. Wie obendargelegt,stelltdieVorgehensweisedesRechtsvertreters-geradeauchin AnbetrachtdessenStellungnahmezurZwischenverfügungvom17. Oktober 2005-einemutwilligeProzessführungdarundistdeshalb,wieindieser Zwischenverfügungangedroht,inAnwendungvonArt. 60VwVGmiteiner verfahrensdisziplinarischenMassnahmezuahnden. DaderRechtsvertreter vonderARKschonwiederholtwegenmutwilligerProzessführungermahnt wurde,kannesdiesmalnichtbeieinemVerweisbleiben. SeinVorgehenhat systematischenCharakterundistnotorisch(vgl. dazudaserwähnteUrteil vom20. Februar2003). Zudemistbezeichnend,dassderRechtsvertreterin seinerEingabevom24. Oktober2005aufZiff. 6derZwischenverfügungvom 17. Oktober2005,welcheaufdentrölerischenCharakterderEingabehinwies, mitkeinemWorteinging,somitnichteinmaldenVersuchunternahm,den VorhaltderMutwilligkeitzuentkräften. EineOrdnungsbussevonFr. 200.- erscheintunterdiesenUmständenangemessen. 6. DieKostendesVerfahrenssindausdenangeführtenGründenwegen Mutwilligkeitzuverdoppeln(vgl. Art. 2Abs. 3KostenV)undwerden aufFr. 400.-festgelegt. SiewärengrundsätzlichdenGesuchstellern aufzuerlegen(Art. 63Abs. 1VwVG).InAnwendungvonArt. 156Abs. 6 desBundesrechtspflegegesetzesvom16. Dezember1943(OG,SR173.110) (inVerbindungmitArt. 6desAsylgesetzesvom26. Juni1998[AsylG],SR 142.31)sindsiejedochinAnbetrachtdesmissbräuchlichenVorgehensdes Rechtsvertretersdiesemselbstaufzuerlegen(vgl. dazu BGE129IV206 ). 5Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 70.50 - Auszug aus dem Urteil der ARK vom 15. November 2005 i.S. I.E., Mazedonien, und V.B., Ukraine; auch erschienen in: Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 25 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2006 Année Anno Band 70 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 007 343 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.