TPF 2020 26 26 Il s’agit donc de déterminer si le recourant dispose d’un tel intérêt, actuel, personnel et juridique. 4.2 En l’espèce, la décision attaquée rejette la requête du recourant tendant au caviardage des adresses et numéros de téléphone de témoins. Selon le recourant et sur la base de l’art. 108 al. 1 CPP, les noms de témoins doivent être caviardés dans le but de préserver leur identité. En effet, ces témoins étant à sa décharge, il existe selon lui un risque que les autres parties à la procédure utilisent ces informations pour les retrouver et exercer une pression sur eux dans le but d’influencer leur témoignage ou créer un risque de collusion. La décision querellée a donc pour objet le caviardage des noms de témoins et non celui du recourant. Le recourant ne dispose donc pas d’un intérêt personnel à ce que la décision soit annulée ou modifiée puisqu’il ne demande pas le caviardage d’éléments liés à sa personne ni n’invoque un préjudice direct, mais se contente d’invoquer un risque théorique que les parties plaignantes pourraient tenter d’influencer certains témoins ce qui pourrait lui porter préjudice. Ces allégations présupposent que les témoins hypothétiques circonvenus pour les parties plaignantes prennent le risque d’altérer leur témoignage en défaveur de A. et de commettre ainsi une infraction pénale. Cette double supposition ne repose sur aucun élément ni indice concret. Enfin, il est également important de souligner que le recourant n’a pas réussi à démontrer de manière probante dans son écriture l’existence d’un risque concret d’influence ou de collusion de la part des autres parties à la procédure sur lesdits témoins. Au vu de ces éléments, celui-ci ne dispose pas d’un intérêt direct à l’annulation de la décision mais, au mieux, d’un intérêt indirect. 4.3 A défaut pour le recourant de disposer d’un intérêt pour recourir, le recours doit être déclaré irrecevable. TPF 2020 26 7. Auszug aus dem Urteil der Strafkammer in Sachen Bundesanwaltschaft und Privatklägerschaft gegen A., B. und C. vom 12. Februar 2020 (SK.2019.64) Geldfälschung Art. 240 ff. StGB TPF 2020 26 27 Auch bloss einseitig bedruckte Nachahmungen von Banknoten sind Falschgeld im Sinne von Art. 240 ff. StGB (E. 4.1.3). Fausse monnaie Art. 240 ss CP Des imitations de billets de banque imprimées sur un côté seulement constituent aussi de la fausse monnaie au sens des art. 240 ss CP (consid. 4.1.3). Contraffazione di monete Art. 240 e segg. CP Anche le imitazioni di banconote stampate solo su un lato costituiscono moneta falsa ai sensi degli art. 240 e segg. CP (consid. 4.1.3). Zusammenfassung des Sachverhalts: Die Bundesanwaltschaft warf B. (u.a.) vor, gefälschte Euro-Banknoten im Betrag von EUR 15’700.– von Deutschland in die Schweiz eingeführt und in Umlauf gesetzt zu haben. A. und C. sollen sich als Mittäter an der Planung und Entschlussfassung zu dieser Tat beteiligt haben. Die Strafkammer sprach A., B. und C. des In-Umlaufsetzens falschen Geldes (Art. 242 Abs. 1 i.V.m. Art. 250 StGB) und des Einführens falschen Geldes (Art. 244 Abs. 1 i.V.m. Art. 250 StGB) schuldig. Aus den Erwägungen: 4.1.1 Wer falsches oder verfälschtes Metallgeld oder Papiergeld, falsche oder verfälschte Banknoten als echt oder unverfälscht in Umlauf setzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 242 Abs. 1 StGB). Gemäss Art. 250 StGB findet diese Bestimmung auch Anwendung auf Metallgeld, Papiergeld, Banknoten und Wertzeichen des Auslandes. Zur Erfüllung von Art. 242 StGB ist es begriffsnotwendig, dass die Tathandlungen bezüglich gefälschten oder verfälschten Geldes vorgenommen werden (LENTJES MEILI/KELLER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 242 StGB N. 7). Eine Geldfälschung liegt vor bei Geldzeichen, die den äusseren Anschein echten, also gültigen Geldes erwecken (LENTJES MEILI/KELLER, a.a.O., Art. 240 StGB N. 10). Dabei TPF 2020 26 28 sind an die Ähnlichkeit keine allzu hohen Anforderungen zu stellen; denn entscheidend ist die Verwechslungsgefahr mit echten Geldzeichen. Nach herrschender Auffassung erfüllt sogar die Herstellung falschen Phantasiegeldes den Tatbestand (vgl. STRATENWERTH/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil II, 7. Aufl. 2013, § 33 N. 5; HAFTER, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil II, 1943, S. 573 Fn. 2). Die Qualität der Fälschung ist grundsätzlich ohne Belang, denn auch plumpe, offensichtliche, d.h. für jedermann leicht erkennbare Nachahmungen fallen unter Art. 240 ff. StGB. In Bezug auf Geldmünzen hielt das Bundesgericht insbesondere fest, entsprechend der Natur von Art. 240 ff. StGB als Gefährdungsdelikte und den Gepflogenheiten des täglichen Geschäftsverkehrs genüge es bereits, wenn das Falsifikat eine münzenähnliche Gestaltung aufweise und auch nur bei bloss flüchtiger Betrachtung als echt erscheine (zum Ganzen BGE 123 IV 55 E. 2c; Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2010.28 vom 1. Dezember 2011 E. 7.3.1). […] 4.1.3 Strittig ist vorliegend insbesondere, ob es sich bei den inkriminierten, einseitig bedruckten Nachahmungen von 89 Euro-Banknoten um falsches Papiergeld, mithin um Falschgeld im rechtlichen Sinne und damit um ein taugliches Tatmittel handelt. Dies wird von der Verteidigung der Beschuldigten B. und C. bestritten. Der Verteidigung ist zwar zuzustimmen, dass die Falsifikate keine gute Qualität aufweisen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist jedoch einzig entscheidend, ob eine Verwechslungsgefahr mit echten Banknoten besteht oder nicht (vgl. E. 4.1.1). Dass dies vorliegend zutrifft, ergibt sich u.a. aus Art. 243 Abs. 1 StGB, worin der Gesetzgeber die Verwechslungsgefahr für diejenigen Fälle konkretisiert hat, in denen der Täter ohne Fälschungsabsicht vorgeht. Nach dem Gesetzeswortlaut wird eine Verwechslungsgefahr u.a. durch die Wiedergabe oder Nachahmung der Gesamtheit einer Seite oder des grössten Teils einer Seite einer Banknote auf einem Material und in einer Grösse, die mit Material und Grösse des Originals übereinstimmen oder ihnen nahekommt, geschaffen. Eine Verwechslungsgefahr liegt gemäss Gesetzestext bei einseitig bedruckten Falsifikaten mithin sogar dann vor, wenn die bedruckte Seite nicht die gesamte Seite einer echten Banknote wiedergibt, sondern bloss deren grössten Teil. Diese gesetzgeberischen Kriterien für die Verwechslungsgefahr bei Handeln ohne Fälschungsabsicht müssen erst recht bei Handeln mit Fälschungsabsicht gemäss Art. 242 StGB gelten. Im Lichte dieser gesetzlichen Vorgabe führt auch die Schweizer Nationalbank TPF 2020 26 29 in ihrem «Merkblatt über die Reproduktion von Banknoten» aus, dass erst dann keine Verwechslungsgefahr mit echten Banknoten mehr bestehe, wenn die Abbildungen mit einem quer aufgedruckten Vermerk «SPECIMEN» versehen sind. Der Aufdruck «SPECIMEN» müsse hierbei mindestens 75 % der Länge und 15 % der Breite der Reproduktion betragen und in einer Farbe gedruckt sein, die einen sichtbaren Kontrast zur Hauptfarbe der Reproduktion bilde. Zusätzlich zum Vermerk «SPECIMEN» erachtet die Schweizer Nationalbank die Erfüllung mindestens eines weiteren Kriteriums als unabdingbar, um einer Verwechslungsgefahr mit echten Noten vorzubeugen, z.B. eine Verkleinerung oder Vergrösserung der Originalnote oder die Abbildung von weniger als 40 % einer Seite der Originalnote. Vorliegend wurde nicht bloss der grösste Teil einer Seite, sondern die gesamte Seite der jeweils gefälschten Banknoten abgebildet, wenngleich nicht in qualitativ hochstehender Weise. Dabei kommt die Grösse der Falsifikate derjenigen von Originalbanknoten nahe. Dasselbe gilt mit Bezug auf das verwendete Material, wurde doch Papier und nicht etwa Karton verwendet. Ferner trägt auch die korrekte Farbe der Falsifikate – obwohl nicht immer im originalen Farbton – sowie die originalgetreue Abbildung der jeweiligen Motive der Euro-Banknoten zur Gefahr einer Verwechslung mit echten Banknoten bei. Nach dem Gesagten sowie in Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und der gesetzgeberischen Vorgaben waren die vorliegenden Falsifikate geeignet, die Gefahr einer Verwechslung mit echten Euro-Banknoten zu schaffen. Der tiefen Qualität der Falsifikate wird im Rahmen der Strafzumessung Rechnung zu tragen sein.