BRKE I Nr. 0353/2004 vom 26. November 2004 in BEZ 2005 Nr. 13 Der Gemeinderat X erteilte am 10. Mai 2004 die baurechtliche Bewilligung für die Neugestaltung des Gartenbereichs eines Einfamilienhaus es. Das Terrain war im Jahr 2000 au fgeschüttet und mit einer Granitsteinmauer gesichert worden. Nachbarn erh o- ben gegen die Baubewilligung Rekurs. Aus den Erwägungen: 6. (...) Bemerkungsweise seien folgende Ausführungen über die Messweise der Pflanzenhöhe i n Grenznähe angefügt. Die aufgrund der Kompetenzdelegation in Art. 688 ZGB erlassenen kantonalen Vorschriften über die Abstände von Pflanzen zur nac h- barlichen Grenze (§§ 169 ff. EG ZGB) enthalten keine Definition der Messweise. Nach gefestigter Lehre und R echtsprechung bemisst sich der Grenzabstand bei Bäumen nach der kleinsten horizont alen Entfernung zwischen dem Mittelpunkt des Stammquerschni t- tes und der Grenzlinie. N iveauunterschiede zwischen dem Pflanzengrundstück und dem Grundstück des Nachbarn, wie si e sich in Hanglagen ergeben, werden nicht berücksic h- tigt (vgl. A. Lindemann, Bäume und Sträucher im Nachbarrecht, 1988, S. 52, und L. Roos, Pflanzen im Nachbarrecht, 2002, S. 201 ff., auch zum Folgenden). Bei einem Strauch ist von dem der Grenze nächstgele genen Trieb aus zu messen, bei einer Hecke vom Fuss der einzelnen Heckenpflanze aus. Die Höhe der Pflanze wird vom Fuss aus, d.h. dort, wo die Pflanze aus dem Boden tritt, bis zur obersten Spitze gemessen. Auf das Niveau des Nachbargrundstücks kommt es grundsätzlich nicht an. Hingegen können Terrainveränderungen auf dem Pflanze n- grundstück relevant sei n. W urde der Boden aufgeschüttet, ist vom hypothetischen N i- veau des n atürlich gewachsenen Bodens aus zu messen. «W eit zurückliegende» Te r- rainveränderungen sind allerdings nach der spärlichen Rechtsprechung unbeachtlich. In der Dissertation von Roos (S. 207) wird zur Bestimmung des massgebenden Terrains eine analoge Anwendung von baurechtlichen Vorschriften postuliert. Im Kanton Zürich wäre dies § 5 ABV, wonach n icht der Bewilligungspflicht unterliegende Aufschüttungen, d.h. Geländeveränderungen, die nicht im Zusammenhang mit anderen bewilligung s- pflichtigen Bauten und Anlagen stehen und weder 1.0 m Höhe noch 500 m 2 Fläche überschreiten (§ 1 lit. d BVV), und genere ll lä nger als zehn Jahre zurückliegende B o- denbewegungen nicht berücksichtigt werden (§ 5 Abs. 2 lit. a ABV). Eine einheitliche Messweise von Gebäuden im Baurecht und von Pflanzen im Zivilrecht (unter Ausde h- nung auf sämtliche ebenso dem Zivilrecht untersteh ende Einfriedi gungen wie Holzwä n- de, Mauern und dergleichen [§ 177 f. EG ZGB]) nach Massgabe von § 5 ABV ist zu b e- grüssen. Zu erwä hnen bleibt, dass die Missbrauchsbestimmung von § 5 Abs. 2 lit. b ABV (Umgestaltung des Bodens zwecks Umgehung von Bauvorschrif ten) im Z ivilrecht von Art. 2 Abs. 2 ZGB wahrgenommen wird.