<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00278</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106018&amp;W10_KEY=13013579&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00278</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.03.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 22.03.2002 gutgeheissen und den Entscheid des Verwaltungsgerichts aufgehoben. </td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Teilweise Unterstellung der Verkaufsgeschäfte im Flughafen unter das Arbeitsgesetz. Zuständigkeit und Legitimation (E. 1). Streitgegenstand und anwendbares Recht (E. 2a-c). Auslegung von Art. 26 ArGV 2 (E. 2e). Das Geschäft des Bf unterliegt insoweit der behördlichen Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit, als die Verkaufsfläche 120 m2 übersteigt (E. 2f). Vertrauensschutz bei Duldung eines rechtswidrigen Zustands (E. 2g). Kostenverteilung für das Rekurs- und Beschwerdeverfahren (E. 3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Ãbrige Rechtsgebiete UR: Besondere Rechtsgebiete ST: ARBEITS- UND ARBEITSVERTRAGSRECHT">ARBEITS- UND ARBEITSVERTRAGSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLEGUNG">AUSLEGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: BERUFS- UND GEWERBERECHT">BERUFS- UND GEWERBERECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWILLIGUNGSPFLICHT">BEWILLIGUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LADENÃFFNUNGSZEITEN">LADENÃFFNUNGSZEITEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SONNTAGSARBEIT">SONNTAGSARBEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKAUFSFLÃCHE">VERKAUFSFLÃCHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 57 ArG</span><br/><span class="ungerade">Art. 58 ArG</span><br/><span class="gerade">§ 4 ArGV 2</span><br/><span class="ungerade">§ 26 ArGV 2</span><br/><span class="gerade">Art. 39 lit. II EBG</span><br/><span class="ungerade">§ 8a RuhetagsG</span><br/><span class="gerade">§ 19b lit. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. In der Halle des ZÃ¼rcher Flughafenbahnhofs bestehen seit dessen Inbetriebnahme anno 1980 Verkaufsstellen und Kioske. Sie Ã¶ffnen nach konstanter Praxis mit jÃ¤hrlich er­neuerter Bewilligung der Stadt Kloten auch an Sonntagen von 06.00 Uhr bis 23.00 Uhr und beschÃ¤ftigen dann in steter Kenntnis des kantonalen Amts fÃ¼r Wirtschaft und Arbeit (AWA) Personal ohne arbeitszeitliche Bewilligung. Dazu zÃ¤hlt unter anderen das Lebens­mittelge­schÃ¤ft der Marinello AG mit einer VerkaufsflÃ¤che von 450 m<sup>2</sup> (act. 11/2, auch zum Folgen­den, sowie 11/7/2+4+7+8+9+11).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das AWA konstatierte in Dispositiv-Ziffer I der VerfÃ¼gungen Nr. 102228 vom 15. Feb­ruar 2000, versandt am 6. des folgenden Monats, dieser Laden sei gestÃ¼tzt auf Art. 65 der Verordnung II vom 14. Januar 1966 zum Arbeitsgesetz (aArGV 2; AS 1966, 119 ff.) von der behÃ¶rdlichen Bewilligungspflicht fÃ¼r Sonntagsarbeit ausgenommen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die erwÃ¤hnten Betriebe unterliegen nicht der Eisenbahngesetzgebung (vgl. auch act. 11/7/3). Deshalb haben die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) sie nicht als Neben­betriebe im Sinn von Art. 39 des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 1957 (EBG, ob nun in der ursprÃ¼nglichen [AS 1958, S. 335 ff., 345], am 8. Oktober 1982 ergÃ¤nzten [AS 1984 II 1429 ff., 1434] oder in der anfangs 1999 in Kraft getretenen Fassung vom 20. MÃ¤rz 1998 [SR 742. 101]) eingerichtet und hat diesbezÃ¼glich beim Bundesamt fÃ¼r Ver­kehr auch kein so genanntes Anstandsverfahren im Sinn von Art. 40 Abs. 1 lit. e EBG in der seit 1. Januar 2000 anwendbaren Version vom 18. Juni 1999 stattgefunden (vgl. act. 4 S. 4 f.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Die Gewerkschaft Bau &amp; Industrie (GBI), die Unia, die Gewerkschaft Verkauf Handel Transport Lebensmittel (VHTL) sowie der Gewerkschaftsbund des Kantons ZÃ¼rich (GBKZ) erhoben am 6. April 2000 Beschwerde im Sinn von Art. 56 Abs. 1 des Arbeitsge­setzes vom 13. MÃ¤rz 1964 (ArG, SR 822.11). Sie beantragten, es sei Dispositiv-Ziffer I in <br/> der VerfÃ¼gung des AWA vom 15. Februar 2000 aufzuheben und es sei das Lebensmittelge­schÃ¤ft Marinello in der Flughafenbahnhofhalle von der Bewilligungspflicht gemÃ¤ss Art. 65 ff. aArGV 2 nicht auszunehmen, soweit die VerkaufsflÃ¤che 120 m<sup>2</sup> Ã¼bersteige, un­ter Kosten- <br/> und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten des Staats (act. 11/1).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit VerfÃ¼gungen vom 26. Mai 2000 (Rekurs Nr. 2000/014) wies die Volkswirt­schaftsdirektion des Kantons ZÃ¼rich das Rechtsmittel ab (Dispositiv-Ziffer I); sie aufer­legte ihre Verfahrenskosten den Rekurrierenden zu je einem Viertel, unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander (Dispositiv-Ziffer II Abs. 1).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen diese VerfÃ¼gung der Volkswirtschaftsdirektion gelangten GBI, Unia, VHTL und GBKZ (BeschwerdefÃ¼hrende 1-4) am 24. August 2000 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht und stellten folgende AntrÃ¤ge:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Es sei die genannte VerfÃ¼gung aufzuheben und es sei demgemÃ¤ss festzustellen, dass das GeschÃ¤ft Marinello AG im Flughafen ZÃ¼rich-Kloten nicht Art. 26 ArGV 2 [Verordnung 2 vom 10. Mai 2000 zum Arbeitsgesetz, in Kraft getreten am 1. August 2000, SR 822.112] un­tersteht und somit der Bewilligungspflicht fÃ¼r Sonntagsarbeit etc. untersteht.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 2. Eventualiter seien die angefochtene VerfÃ¼gung insoweit aufzuheben, als nur das Personal, welches nachweislich lediglich die Durchrei­sen­den bedient, von der Bewilligungspflicht fÃ¼r Sonntagsarbeit aus­genommen ist und es sei festzustellen, dass das Ã¼brige Personal der Bewilligungspflicht fÃ¼r Sonntagsarbeit untersteht.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 3. Subeventualiter seien die angefochtene VerfÃ¼gungen aufzuheben und es sei festzustellen, dass das fragliche GeschÃ¤ft nicht unter Art. 65ff. altArGV 2 fÃ¤llt und somit der Bewilligungspflicht fÃ¼r Sonn­tagsarbeit untersteht.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 4. Alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Be­schwer­degegnerinnen [gemeint Volkswirtschaftsdirektion, AWA und Marinello AG]."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In der Beschwerdeantwort des AWA (Beschwerdegegner 1) vom 12. September 2000 wurde dem Verwaltungsgericht beantragt, das Rechtsmittel abzuweisen, soweit da-rauf einzutreten sei. Unterm 29. September 2000 liess sich die Volkswirtschaftsdirektion im gleichen Sinn vernehmen. Am 30. Oktober 2000 und damit binnen erstreckter Frist liess die Marinello AG (Beschwerdegegnerin 2) auf Abweisung des Rechtsmittels schliessen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der vier BeschwerdefÃ¼hrenden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die Beurteilung der Beschwerde fÃ¤ll</span>t kraft der §§ 19b Abs. 1, 41 und 43 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) schon kantonalrechtlich in die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts. Zudem beschlÃ¤gt die ange­fochtene VerfÃ¼gung das Gebiet des ArbeitnehmerInnenschutzes und stÃ¼tzt sie sich auf das eidgenÃ¶ssische Arbeitsgesetz bzw. die zugehÃ¶rige Verordnung II. Laut Art. 57 ArG unter­liegen Entscheide der letzten kantonalen Instanz der Beschwerde an den Bundesrat, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht unzulÃ¤ssig ist. Deren Ausschluss gemÃ¤ss Art. 99 f. des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 (OG, SR 173. 110) lÃ¤sst sich nicht ersehen. Bleibt sie mithin nach den Art. 97 ff. OG offen, folgt daraus fÃ¼r den kantonalen Rechtsschutz abermals die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts (vgl. auch §§ 42 und 43 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Rechtsmittelberechtigung fÃ¼r die beschwerdefÃ¼hrenden ArbeitnehmerInnen­verbÃ¤nde der hier einschlÃ¤gigen Branchen (vgl. RekursbegrÃ¼ndung S. 2 f., auch zum Fol­genden) ergibt sich aus Art. 58 Abs. 1 ArG, ohne dass es darauf ankÃ¤me, ob die betroffe­nen Arbeitnehmenden oder einzelne von ihnen Mitglieder seien (BGE 119 Ib 374 E. 2b/ aa). Diese bundesrechtliche Bestimmung gilt ebenso fÃ¼r das kantonale Verfahren (Art. 98a Abs. 3 OG). Angesichts der Legitimation fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerinnen 1-3 als Gewerk­schaften darf jene des BeschwerdefÃ¼hrers 4 als Bund nicht von GewerkschafterInnen, son­dern bloss von Gewerkschaften dahin stehen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die BeschwerdefÃ¼hrenden behaupten, die angefochtene VerfÃ¼gung am 13. Juni 2000 erhalten zu haben (act. 2 S. 3). Das wirkt plausibel und wird durch die Akten jeden­falls nicht widerlegt, weil es sich bei diesem Tag um den auf Pfingstmontag folgenden han­delt und der fragliche Entscheid am 9. Juni 2000, dem Freitag vor dem Pfingstwochen­ende, zur Post gegeben worden ist (act. 11/10). Die Rechtsmittelschrift vom 24. August 2000 wahrt also die durch die Gerichtsferien vom 10. Juli bis 20. August 2000 unterbro­chene Be­schwerdefrist von 30 Tagen (Art. 56 Abs. 1 oder Abs. 2 Satz 2 ArG in Verbin­dung mit § 53 VRG sowie § 70 in Verbindung mit § 11 VRG und § 71 VRG in Verbin­dung mit § 140 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976, LS 211.1).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die vorinstanzliche Vernehmlassung hingegen traf beim Verwaltungsgericht per Weibel am Dienstag, 3. Oktober 2000 ein (act. 10) und hat nach § 70 in Verbindung mit § 11 VRG die dafÃ¼r gesetzte 30-tÃ¤gige Frist (act. 1 S. 2) verpasst, denn diese war schon am 30. August 2000 erÃ¶ffnet worden (act. 6). Das spielt indes keine Rolle, weil die Vorinstanz auf inhaltlich weiterfÃ¼hrende Ãusserungen verzichtet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Die einander zuwider laufenden Feststellungsinteressen der BeschwerdefÃ¼hren­den und der Beschwerdegegnerschaft sind dermassen evident, dass darÃ¼ber bis anhin mit gutem Grund kein Wort verloren worden ist (vgl. allgemein Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/ Mar­tin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, §§ 4 N. 14, 19 N. 58 ff. und 48 N. 19 sowie insbesondere Art. 18 ff., 27, 41 Abs. 3, 51 f. und 59 Abs. 1 lit. b ArG; ferner § 29 Ziff. 11 des Gesetzes betreffend die Or­ganisation und GeschÃ¤ftsordnung des Regierungsrates und seiner Direktionen vom 26. Feb­­ruar 1899 [LS 172.1], § 2 lit. a der Delegationsverordnung vom 9. Dezember 1998 [LS 172.14] sowie §§ 1 Abs. 1, 12 und 14 Abs. 1 der Verordnung zum Arbeitsgesetz vom 27. Januar 1966 [LS 822.1]).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Rekurs verlangten die BeschwerdefÃ¼hrenden sinngemÃ¤ss die Feststellung, die private Beschwerdegegnerin unterliege nur insofern der Bewilligungspflicht fÃ¼r Sonntags­arbeit, als die VerkaufsflÃ¤che ihres GeschÃ¤fts in der Flughafenbahnhofhalle 120 m<sup>2</sup> Ã¼ber­steige. Vor Verwaltungsgericht dehnen sie ihre AntrÃ¤ge zur Sache (1-3) auf den ganzen Laden aus, also auch auf die bei der Vorinstanz noch nicht zum Streitgegenstand erhobe­nen 120 m<sup>2</sup>. Das ist unzulÃ¤ssig (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 54 N. 4) und es gilt somit auf das Rechtsmittel im Umfang dieser Erweiterung nicht einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Die Rechtsmittelantwort der privaten Beschwerdegegnerin scheint anzunehmen, deren zweiter, kleinerer Betrieb an der so genannten Airport Plaza bilde auch Streitgegen­stand (S. 7 f.; vgl. act. 11/7/4+7+11). So verhÃ¤lt es sich jedoch nicht (vgl. auch act. 11/7/13).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) In der mitangefochtenen VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners 1 ging es nur um die Frage der Bewilligungspflicht fÃ¼r Sonntagsarbeit. Im Rekurs wollten die Beschwerde­fÃ¼hrenden sinngemÃ¤ss feststellen lassen, der streitgegenstÃ¤ndliche Betrieb der privaten Be­schwerdegegnerin sei nicht in Anwendung von Art. 65 ff. aArGV 2 von der Bewilligungs­pflicht ausgenommen. Indes betrifft die Bewilligungsfreiheit von Art. 66 aArGV 2 die Ver­schiebung der Tagesarbeitsgrenzen, die von Art. 67 aArGV 2 die Nachtarbeit und erst jene von Art. 68 aArGV 2 die Sonntagsarbeit. Die Vorinstanz hÃ¤tte folglich auf das Rechtsmit­tel, statt es gÃ¤nzlich abzuweisen, insofern nicht eintreten sollen, als es mehr als die vom Be­schwerdegegner 1 allein geregelte Frage der Bewilligungspflicht fÃ¼r Sonntagsarbeit be­schlug (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 86). Wenn die dadurch freilich nicht beschwerten BeschwerdefÃ¼hrenden im Antrag 1 an das Verwaltungsgericht mit dem Stich­wort "(Bewilligungspflicht fÃ¼r Sonntagsarbeit) <b><i>etc</i></b><i>.</i>" abermals auf mehr zielen denn die Be­willigungspflicht fÃ¼r Sonntagsarbeit (vgl. Art. 26 Abs. 2 ArGV 2), muss die Beschwerde in diesem Umfang vom Ergebnis her vorab abgewiesen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Zusammen mit den am 20. MÃ¤rz 1998 revidierten Bestimmungen des Arbeitsge­setzes hat der Bundesrat die neue Verordnung 2 dazu (ArGV 2) auf den 1. August 2000 in Kraft treten lassen (AS 2000 II 1569 ff. und 1623 ff.). Der Beschwerdegegner 1 wandte in seiner mitangefochtenen VerfÃ¼gung noch die damals geltende alte Verordnung II (aArGV 2) an. Das tat auch der vorinstanzliche Entscheid vom 26. Mai 2000; immerhin erwog er, kÃ¼nf­tiges Recht zeitigte das nÃ¤mliche Ergebnis (E. 9).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei der ÃberprÃ¼fung von nicht abgeschlossenen Sachverhalten (Dauerverwaltungs­akten) erachtet die verwaltungsgerichtliche Praxis regelmÃ¤ssig neues Recht als massgeb­lich. WÃ¤hrend eines Rechtsmittelverfahrens eingetretene RechtsÃ¤nderungen sollten allge­mein dann BerÃ¼cksichtigung finden, wenn der Entscheid andernfalls nur noch theoretische Bedeutung besÃ¤sse. Auch das Bundesgericht teilt diesen Standpunkt, falls sich dabei der Streitgegenstand gleich bleibt und nicht neue Ermessensfragen erheben sowie namentlich in Bewilligungsverfahren die nach neuem Recht urteilende Instanz volle Sachverhaltskon­trolle Ã¼ben darf (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, §§ 20 N. 52 und 52 N. 18).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zutreffend verficht die Beschwerde (S. 4) vor diesem Hintergrund die jetzige An­wendbarkeit der neuen Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz und opponiert dem die Beschwer­degegnerschaft nicht (vgl. act. 7 sowie 12 S. 2 und 9). Die Ãbergangsfrist fÃ¼r Anpassungen an das geÃ¤nderte Recht ist am 31. Januar 2001 abgelaufen (Art. 54 ArGV 2). Die Kontro­verse dreht sich hier â nach wie vor â um die Feststellung, ob bzw. inwiefern der betrof­fene Betrieb <i>kÃ¼nftig</i> von der behÃ¶rdlichen Bewilligungspflicht fÃ¼r Sonntagsarbeit ausge­nom­­men sei, denn <i>bislang</i> durfte die private Beschwerdegegnerin darauf vertrauen (vgl. auch Sachverhalt lit. E und F in der mitangefochtenen VerfÃ¼gung des Beschwerdegeg­ners 1). Zu (weiteren) Ermessensentscheiden wird es nicht kommen. Endlich binden die Sachverhaltsfeststellungen der VerwaltungsbehÃ¶rden das Verwaltungsgericht in keiner Weise (§§ 51, 52 Abs. 2, 60 und 64 Abs. 1 VRG; vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, §§ 51 N. 1 und 5 f., 52 N. 11, 60 N. 1 f. und 4 f. sowie 64 N. 3). Dass sich der Beschwerdegegner 1 noch auf Art. 65 aArGV 2 stÃ¼tzte, erfordert jedenfalls keinen Eingriff in sein Dispositiv, weil es sich hierbei materiell um ein blosses BegrÃ¼ndungselement handelt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Kraft Art. 4 Abs. 2 ArGV 2 dÃ¼rfen Arbeitgebende die ArbeitnehmerInnen ohne behÃ¶rdliche Bewilligung ganz oder teilweise am Sonntag beschÃ¤ftigen, soweit die Bestim­mungen des 3. Abschnitts (Art. 15 ff. ArGV 2) hierauf verweisen (Art. 3 ArGV 2). Art. 26 Abs. 4 ArGV 2 definiert Verkaufsstellen und Dienstleistungsbetriebe namentlich an Bahn­hÃ¶fen, FlughÃ¤fen und anderen Terminals des Ã¶ffentlichen Verkehrs als Betriebe fÃ¼r Reisen­de, wenn jene ein Waren- und Dienstleistungsangebot fÃ¼hren, das sich Ã¼berwiegend auf die spezifischen BedÃ¼rfnisse der Reisenden ausrichtet. GestÃ¼tzt auf Art. 26 Abs. 2 in Verbin­dung mit Art. 4 Abs. 2 ArGV 2 kÃ¶nnen die Arbeitgebenden die in solchen Betrieben mit der Bedienung der Durchreisenden beschÃ¤ftigten Arbeitnehmenden wÃ¤hrend des ganzen Sonntags ohne behÃ¶rdliche Bewilligung einsetzen. Zu den Betrieben, die im Sinn von Art. 65 ff. aArGV 2 den BedÃ¼rfnissen der Reisenden dienen (so genannte ReisebedÃ¼rfnis­betriebe, vgl. Abschnittstitel X vor den erwÃ¤hnten Bestimmungen und zum Begriff RB 1999 Nr. 92) rechneten frÃ¼her Art. 65 Abs. 2 lit. a und c aArGV 2 Kioske und andere Verkaufsstellen in BahnhÃ¶fen und FlughÃ¤fen sowie Dienstleistungsbetriebe in BahnhÃ¶fen, FlughÃ¤fen und an Haltestellen der Ã¶ffentlichen Transportbetriebe. Art. 65 Abs. 1 in Ver­bindung mit Art. 68 Abs. 1 aArGV 2 erlaubte den Arbeitgebenden, die Arbeitnehmenden an Sonntagen ohne behÃ¶rdliche Bewilligung zu beschÃ¤ftigen, soweit diese Betriebe nach den Vorschriften Ã¼ber den Ladenschluss oder gemÃ¤ss Eisenbahngesetzgebung offen halten durften. Als Arbeitnehmende bezeichnete Art. 65 Abs. 3 aArGV 2 das Verkaufspersonal, mit Einschluss der ambulanten VerkÃ¤uferInnen, das Bedienungspersonal sowie die Hilfs­krÃ¤fte (AuslÃ¤uferInnen und dergleichen). Art. 65 Abs. 4 aArGV 2 behielt VerfÃ¼gungen der EisenbahnaufsichtsbehÃ¶rden gemÃ¤ss Art. 40 Abs. 1 lit. g (heute lit. e) EBG vor, d.h. Ent­scheide Ã¼ber Streitigkeiten betreffend das BedÃ¼rfnis zur Einrichtung von Nebenbetrieben sowie deren Ãffnungs- und Schliessungszeiten. Und soweit das Offenhalten an Sonntagen gemÃ¤ss Eisenbahngesetzgebung gestattet war, erlaubte Art. 68 Abs. 1 aArGV 2 wie schon gesagt das Heranziehen von ArbeitnehmerInnen ohne behÃ¶rdliche Bewilligung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Was die in der frÃ¼heren Verordnung II zum Arbeitsgesetz erwÃ¤hnte Eisenbahnge­setzgebung anlangt, erlaubt Art. 39 EBG den Bahnunternehmungen, an BahnhÃ¶fen Neben­betriebe einzurichten, soweit sich diese auf die BedÃ¼rfnisse der Bahnkunden ausrichten (Abs. 1); solche Nebenbetriebe unterliegen nicht den Vorschriften von Kantonen und Ge­meinden Ã¼ber die Ãffnungs- und Schliessungszeiten, hingegen den weiteren Ã¼ber die Ge­werbe-, Gesundheits- und Wirtschaftspolizei sowie den von den zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden ver­bindlich erklÃ¤rten Regelungen Ã¼ber das ArbeitsverhÃ¤ltnis (Abs. 2). Art. 39 EBG sagte schon in der alten erweiterten Fassung, wo die BedÃ¼rfnisse des Bahnbetriebs und des Ver­kehrs es rechtfertigen, kÃ¶nnen die Bahnunternehmungen auf Bahngebiet Nebenbetriebe ein­richten (Abs. 1); solche Nebenbetriebe unterstehen den Vorschriften Ã¼ber die Gewerbe-, Gesundheits- und Wirtschaftspolizei sowie den von den zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden verbindlich erklÃ¤rten Regelungen Ã¼ber das ArbeitsverhÃ¤ltnis (Abs. 2); soweit indessen BedÃ¼rfnisse des Bahnbetriebs und des Verkehrs es erfordern, finden die Vorschriften von Kantonen und Ge­meinden Ã¼ber die Ãffnungs- und Schliessungszeiten keine Anwendung (Abs. 3); Ein­richtungen und Betriebe der auf Erwerb ausgerichteten Nebennutzungen auf Bahngebiet, die nicht von Bahnbetrieb und -verkehr abhÃ¤ngen, unterstehen der ordentlichen Gesetzge­bung von Bund und Kantonen (Abs. 4).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>BezÃ¼glich der in der alten Verordnung II zum Arbeitsgesetz ebenfalls genannten Vorschriften Ã¼ber den Ladenschluss gilt es hinzuweisen auf das Gesetzes Ã¼ber die Ã¶ffentli­chen Ruhetage und Ã¼ber die Verkaufszeiten im Detailhandel vom 14. MÃ¤rz 1971 in der am 1. Juni 1998 in Kraft getretenen Fassung vom 15. MÃ¤rz 1998 (GS VI 299 ff. sowie OS 54, 523 und 584). GemÃ¤ss dessen § 8a Satz 1 in Verbindung mit § 1 Abs. 1 lit. a dÃ¼rfen in Zen­tren des Ã¶ffentlichen Verkehrs VerkaufsgeschÃ¤fte, die sich in Bahnhofliegenschaften und damit verbundenen Einkaufspassagen befinden, selbst an Sonntagen von 6 Uhr bis 20 Uhr Ã¶ffnen, was alles die Teilinkraftsetzung des neuen Ruhetags- und LadenÃ¶ffnungs­gesetzes vom 26. Juni 2000 (LS 822.4; vgl. auch dessen § 1 Abs. 1 lit. a) auf den 1. De­zember 2000 unberÃ¼hrt gelassen hat. Der Begriff Zentren des Ã¶ffentlichen Verkehrs meint dessen Kno­ten­punkte von grosser Bedeutung (ABl 1997 II 1425). Hierzu zÃ¤hlt ohne weite­res der Flug­hafenbahnhof (Prot. KR [1995-99], S. 10135 und 10139; vgl. auch Sachverhalt lit. A Abs. 1 im vorinstanzlichen Entscheid), und der streitgegenstÃ¤ndliche Betrieb der pri­vaten Beschwerdegegnerin liegt als VerkaufsgeschÃ¤fte zumindest in einer mit diesem Bahnhof verbundenen Einkaufspassage (vgl. act. 11/7/8).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Art. 27 ArG erlaubt dem Verordnungsgeber, Gruppen von Betrieben oder Arbeit­nehmenden ganz oder teilweise vom Verbot der Sonntagsarbeit oder dem Erfordernis von deren Bewilligung auszunehmen und entsprechenden Sonderbestimmungen zu unterstellen, soweit das die RÃ¼cksicht auf die speziellen VerhÃ¤ltnisse dieser Gruppen erheischt (Abs. 1 sowohl in der aktuellen als auch in der ursprÃ¼nglichen Fassung; vgl. Letztere in AS 1966, 57 ff.); solche Sonderbestimmungen kÃ¶nnen namentlich erlassen werden fÃ¼r in Abs. 2 lit. a-m aufgezÃ¤hlte FÃ¤lle. Abweichend vom vorinstanzlichen Entscheid (E. 4), der Rekurs­antwort des Beschwerdegegners 1 (act. 11/6 S. 2) sowie der privaten Beschwerdegegnerin (act. 12 S. 3) halten die BeschwerdefÃ¼hrenden Art. 27 ArG mit Blick auf die ReisebedÃ¼rf­nisbetriebe einerseits fÃ¼r eine unzulÃ¤ssige Delegationsnorm und argumentieren anderseits, der Bundesrat habe mit Art. 26 ArGV 2 bzw. Art. 65 ff. aArGV 2 die ihm durch Art. 40 in Verbindung mit Art. 27 ArG verliehenen Verordnungskompetenzen Ã¼berschritten (act. 2 S. 5 f. und 12 sowie 11/1 S. 3 f., auch zum Folgenden).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ob ein Bundesgesetz statthaft Regelungsbefugnisse delegiert habe, gehÃ¶rt indes von Verfassungs wegen nicht zum Eingriffsbereich der Gerichte; diese dÃ¼rfen hingegen prÃ¼fen, ob sich der Bundesrat im Rahmen der ihm eingerÃ¤umten Befugnisse bewegt habe (Ulrich HÃ¤felin/Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 4. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 1815; dieselben, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, Supplement zur 4. Auflage, "Die neue Bun­desverfassung", ZÃ¼rich 2000, Rz. 1806 ff.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden konstatieren zwar zutreffend, fÃ¼r ReisebedÃ¼rfnisbetriebe fehlten Anhaltspunkte in Art. 27 Abs. 2 ArG, welche Norm insbesondere fÃ¼r die dort ge­nannten Bereiche Sonderbestimmungen bezÃ¼glich Verbot der Sonntagsarbeit bzw. der Pflicht zu deren Bewilligung zu erlassen erlaubt, aber das eben ausdrÃ¼cklich nur nament­lich tut. FÃ¼r die Statthaftigkeit derartiger Sonderbestimmungen kommt es kraft Art. 27 Abs. 1 ArG lediglich darauf an, ob sie mit RÃ¼cksicht auf die speziellen VerhÃ¤ltnisse ir­gend­welcher Betriebe als notwendig erscheinen (vgl. Manfred Rehbinder/Roland MÃ¼ller, Arbeitsgesetz, 5. A., ZÃ¼rich 1998, S. 133 f.). Das vermag man bei ReisebedÃ¼rfnisbetrieben nicht im Ernst zu bezweifeln. Da zum Beispiel eisenbahnrechtliche Nebenbetriebe unter UmstÃ¤nden auch an Sonntagen Ã¶ffnen dÃ¼rfen, handelt der Bundesrat im Sinn des eidgenÃ¶s­sischen Eisenbahngesetzgebers, wenn er den ReisebedÃ¼rfnisbetrieben alsdann bewil­li­gungs­­frei das nÃ¶tige Bedienungspersonal gÃ¶nnt (was keineswegs die IdentitÃ¤t von eisen­bahnrechtlichem Neben- und arbeitsrechtlichem ReisebedÃ¼rfnisbetrieb bedeuten soll). Sonst hÃ¤tte es der gleiche SouverÃ¤n mit Art. 1 Abs. 2, 4 Abs. 1 und Art. 27 Abs. 1<sup>bis</sup> ArG tendenziell den allgemein vom Arbeitsgesetz bzw. nur von der Bewilligungspflicht fÃ¼r Sonntagsarbeit ausgenommenen arbeitnehmerInnenlosen, Familien- und neu ebenso den kleingewerblichen Betrieben vorbehalten wollen, Bahnnebenbetriebe zu fÃ¼hren, welche Absicht sich ihm schwerlich unterstellen lÃ¤sst.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Nach alledem gilt es nunmehr, Art. 26 ArGV 2 auszulegen, und zwar einerseits auch vor dem Hintergrund von Art. 65 ff. aArGV 2 sowie anderseits im denkbaren Zusam­menhang von Arbeits- und Eisenbahngesetzgebung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Die BeschwerdefÃ¼hrenden bemerken einleitend, weil die Art. 18 f. ArG grund­sÃ¤tzlich Sonntagsarbeit verbieten bzw. der Bewilligungspflicht unterwerfen, mÃ¼sse der Be­griff der ReisebedÃ¼rfnisbetriebe, die als eine Ausnahme Arbeitnehmende am Sonntag be­wil­ligungsfrei beschÃ¤ftigen kÃ¶nnen, restriktiv interpretiert werden (act. 2 S. 6 und 12 sowie 11/1 S. 4, auch zum Folgenden).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese Meinung teilt das Kreisschreiben des Bundesamts fÃ¼r Wirtschaft und Arbeit (BWA) vom September 1998 betreffend Art. 65 ff. aArGV 2 (abgedruckt in JAR 2000, S. 85 ff., 85). Es entspricht auch den Tatsachen, dass eine Arbeitsgesetzesrevision in der Volksabstimmung vom 1. Dezember 1996 unter anderem deswegen scheiterte, weil sie sechs bewilligungsfreie Verkaufssonntage vorsah (BBl 1998 II 1403). Hingegen lÃ¤sst sich BGE 120 Ib 332 = Pra 84/1995 Nr. 270 nicht entnehmen, (arbeitsgesetzliche) Ausnahmen seien restriktiv zu handhaben. Vielmehr hat die These der restriktiven Auslegung von Aus­nahmeregeln generell ausgedient (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemei­nen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 187; vgl. auch BGE 117 Ib 114 E. 7c).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Ausgang der erwÃ¤hnten Volksabstimmung vom 1. Dezember 1996 erlaubt nur den Schluss, der SouverÃ¤n habe die Kauflust des allgemeinen Publikums nicht auf Kosten der Sonntagsruhe fÃ¼r das Verkaufspersonals befriedigt sehen wollen. Damit ist aber fÃ¼r die Begriffsbestimmung von Reise(nden)bedÃ¼rfnisbetrieben kaum etwas gewonnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Der Verweis auf VerfÃ¼gungen der EisenbahnaufsichtsbehÃ¶rden bzw. die Eisen­bahngesetzgebung in Art. 65 Abs. 4 und 68 Abs. 1 aArGV 2 bedeutete klarer Weise, dass mit Verleihung des Bahnnebenbetriebs-Status zugleich jener eines arbeitsrechtlichen Rei­sebedÃ¼rfnisbetriebs gegeben war (Ã¤hnlich BGE 119 Ib 374 E. 2b/bb und BWA in JAR 2000, S. 87; anders E. 6 der vorinstanzlichen VerfÃ¼gung; ferner die BeschwerdefÃ¼hrenden in act. 2 S. 12 sowie 11/1 S. 5; offenbar auch BGE 125 I 431 E. 3b/aa S. 434).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dieser Gleichlauf hat jetzt ein Ende gefunden, weil Art. 26 ArGV 2 nicht mehr auf das Eisenbahngesetz bzw. darauf gestÃ¼tzte Anordnungen verweist. Dass es fÃ¼r Bahnneben­betriebe, die sonntags offen halten dÃ¼rfen, als wÃ¼nschbar oder gar notwendig erscheint, als­dann Personal einzusetzen, verpflichtet den Bundesrat laut der klaren Kann-Bestimmung bzw. blossen ErmÃ¤chtigung in Art. 27 ArG keineswegs, hierfÃ¼r durch Verordnung von der Bewilligungspflicht zu dispensieren (vgl. Rehbinder/MÃ¼ller, S. 134; Max Holzer in: Walter Hug, Kommentar zum Arbeitsgesetz, Bern 1971, Art. 27 N. 2 f.). Deshalb gilt es den ar­beitsrechtlichen Begriff des ReisebedÃ¼rfnisbetriebs im Sinn von Art. 26 ArGV 2 prinzipiell unabhÃ¤ngig von jenem des Bahnnebenbetriebs auszulegen; wegen der offenkundigen NÃ¤he der beiden hindert das allerdings nicht, Erkenntnisse aus der Interpretation des Letzteren fÃ¼r den Ersteren in Betracht zu ziehen (vgl. auch Beschwerde S. 8 f. sowie die private Be­schwerdegegnerin in act. 12 S. 3 f.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Entgegen der privaten Beschwerdegegnerin (act. 12 S. 4 f.) vermag indes die Libe­ralisierung der LadenÃ¶ffnungszeiten im Kanton ZÃ¼rich die Anwendung der eidgenÃ¶ssi­schen ArbeitnehmerInnenschutzgesetzgebung in keiner Weise zu beeinflussen. Denn auf dem Sachgebiet der Arbeits- und Ruhezeit haben die Kantone nach Art. 73 Abs. 1 lit. a ArG die MÃ¶glichkeit des Legiferierens verloren oder kÃ¶nnen jedenfalls nicht die bundes­rechtlichen Standards zu Lasten der BeschÃ¤ftigten unterschreiten (Rehbinder/MÃ¼ller, S. 111 f., 215 und 217).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Mit Urteil vom 22. Juni 1998 hat das Bundesgericht zu den ReisebedÃ¼rfnisbe­trieben im Sinn von Art. 65 ff. aArGV 2 erwogen, ihre Kundschaft mÃ¼sse sich hauptsÃ¤ch­lich bzw. vorwiegend aus Reisenden zusammensetzen und sie haben deren spezifischen bzw. besonderen BedÃ¼rfnissen zu dienen (JAR 1999, S. 355 ff.; vgl. auch Rehbinder/MÃ¼l­ler, S. 135 sowie E. 7 im vorinstanzlichen Entscheid). Gleichfalls zu Art. 65 ff. aArGV 2 ergÃ¤nzte das BWA im erwÃ¤hnten Kreisschreiben vom September 1998 einleuchtend rich­tig, im Zusammenhang mit BahnhÃ¶fen mÃ¼sse es sich bei den Reisenden um â zu welchem Zweck auch immer â die Bahn BenÃ¼tzende handeln, also Ferien-, Ausflugs- und GeschÃ¤fts­reisende sowie Pendler, aber nicht Anwohner der nÃ¤heren oder weiteren Umgebung des Bahnhofs, welche diesen aus andern GrÃ¼nden aufsuchen. Bei den spezifischen BedÃ¼rfnis­sen haben solche nach Speis und Trank, Zeitungen, BÃ¼chern, Tabakwaren, Schokolade, Reisebedarf, Frischblumen und Lebensmitteln fÃ¼r unterwegs im Vordergrund zu stehen sowie nach Dienstleistungen in Verbindung mit dem Reiseverkehr, wie sie etwa Bankfili­alen, InformationsbÃ¼ros und Autovermietungen offerieren; nicht dazu gehÃ¶ren jedoch die Befriedigung von SonderwÃ¼nschen, die Reisende gelegentlich Ã¤ussern, oder BedÃ¼rfnisse, die sich ohne weiteres vor oder nach der Reise oder ohne BeeintrÃ¤chtigung des Anspruchs auf bequemes Reisen ausserhalb des Bahnbetriebs abdecken lassen; davon ausgeschlossen sind ebenso VersorgungsbedÃ¼rfnisse von OrtsbevÃ¶lkerung, Anwohnern der Agglomeration und Einkaufstouristen. Als Verkaufsstellen kÃ¶nnen nur Betriebe gelten, deren Angebot sich zumindest vorwiegend auf die spezifischen BedÃ¼rfnisse der Reisenden ausrichte und deren Existenz von den KaufaktivitÃ¤ten der Reisenden abhÃ¤nge; das Angebot und die Verkaufs­flÃ¤che mÃ¼ssen sich im Vergleich mit andern GeschÃ¤ften einschrÃ¤nken, wie auch der italie­nische und franzÃ¶sische Verordnungstext zeigen. Als taugliches Instrument fÃ¼r die Festle­gung des massgeblichen Bahnhofareals erscheinen die fÃ¼r die Reisenden wichtigen Ver­kehrswege zu und von den Geleisen; die Verkaufsstellen haben sich deshalb in der NÃ¤he der Bahnsteige, der Geleise oder an den Hauptverkehrswegen im Bahnhof zu oder von den Geleisen zu befinden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Art. 26 ArGV 2 bestÃ¤tigt diese Definition des ReisebedÃ¼rfnisbetriebs offensichtlich (anfÃ¤nglich einengend, im Ergebnis jedoch gleich Beschwerde S. 7- 9, auch zum Folgen­den). GegenÃ¼ber Art. 65 Abs. 2 lit. c aArGV 2 einzig weitergehend lÃ¤sst die neue Norm an Haltestellen der Ã¶ffentlichen Transportbetriebe bzw. Terminals des Ã¶ffentlichen Verkehrs nicht mehr nur Dienstleistungsbetriebe, sondern jetzt auch Verkaufsstellen zu. Es spielt hier keine Rolle, ob damit Haltestellen im innerstÃ¤dtischen Verkehr mitgemeint seien (of­fen gelassen vom BGr in JAR 1999, S. 355 ff.; verneinend Rehbinder/MÃ¼ller, S. 136; dazu passte auch der Begriff der Durchreisenden in Art. 26 Abs. 2 ArGV 2 schlecht).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Angesichts der mit Art. 26 ArGV inhaltlich gewÃ¤hrleisteten KontinuitÃ¤t von Art. 65 ff. aArGV 2 und der durch die letzteren Bestimmungen hergestellten Verbindung zum Eisenbahnrecht erstaunt es nicht, dass der Begriff des ReisebedÃ¼rfnisbetriebs an Bahn­hÃ¶fen jenen des Nebenbetriebs einschliesst, wie ihn das Bundesgericht zur alten Fas­sung von Art. 39 EBG entwickelt hat (Ã¤hnlich Beschwerde S. 9 und 12; vgl. auch die pri­vate Beschwerdegegnerin in act. 12 S. 3 ff.). Insbesondere hat BGE 123 II 317 zum ZÃ¼r­cher Haupt­bahnhof folgende Ãberlegungen angestellt:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"3.â a) ...</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>b) aa) Das Bundesgericht hat sich im Entscheid «Stadelhofen» eingehend mit der Tragweite von Art. 39 Abs. 1 EBG auseinandergesetzt (BGE 117 Ib 114 ff.). Es verwarf den Einwand, dass in Bahnnebenbetrieben nur gerade BedÃ¼rfnisse befriedigt werden dÃ¼r­fen, die wÃ¤hrend der Bahnreise entstehen ... und nahm ... eine geltungszeitliche Auslegung dieser Bestimmung vor: Der Umfang der von den Bahnunternehmungen zu befriedigenden BedÃ¼rfnisse sei nicht ein fÃ¼r allemal gegeben; er wachse mit dem Lebensstandard der Bahn­benÃ¼tzer. Diesem Umstand habe der Gesetzgeber Rechnung getragen, indem er als Rechtfertigungsgrund fÃ¼r die Errichtung von Nebenbetrieben einen unbestimmten Rechts­begriff gewÃ¤hlt habe. Die Art der BedÃ¼rfnisse kÃ¶nne sich Ã¤ndern, vor allem eine Auswei­tung erfahren; die neuen BedÃ¼rfnisse mÃ¼ssten aber von einer gewissen StÃ¤rke sein. Die Befriedigung vereinzelter oder ausgefallener WÃ¼nsche, die gelegentlich von Reisenden geÃ¤ussert wÃ¼rden, gehÃ¶re ebensowenig dazu wie BedÃ¼rfnisse, die ebensogut und ohne Be­hinderung vor oder nach der Reise befriedigt oder ohne BeeintrÃ¤chtigung des Anspruchs auf bequemes Reisen ausserhalb des Bahnbetriebs abgedeckt werden kÃ¶nnten ... Das Bun­desgericht hielt an einem sachlichen Zusammenhang zwischen der GeschÃ¤ftstÃ¤tigkeit und dem Bahnreisen als solchem fest. Es mÃ¼sse im Einzelfall abgeklÃ¤rt werden, ob fÃ¼r die Ge­schÃ¤ftstÃ¤tigkeit ein BedÃ¼rfnis des Bahnbetriebs und des Verkehrs bestehe; welche GeschÃ¤f­te als Nebenbetriebe gelten kÃ¶nnten, bestimme sich nach der GrÃ¶sse des Bahnhofs, seiner Lage und der Zusammensetzung der Bahnkundschaft. Da im Bahnhof Stadelhofen in erster Linie die BedÃ¼rfnisse von Berufspendlern im Lokalverkehr abzudecken seien, habe das An­gebot â neben den klassischen Nebenbetrieben oder Weiterentwicklungen von solchen â auf diese BedÃ¼rfnisse ausgerichtet zu sein, damit ein GeschÃ¤ft als Bahnnebenbetrieb aner­kannt werden kÃ¶nne. Der Berufspendler mÃ¼sse den geÃ¤nderten Arbeits- und Lebensge­wohn­heiten in Grossstadt-Agglomerationen entsprechend seine GrundbedÃ¼rfnisse in einer dem Bahnreisen angemessenen Art und Weise (schneller Kauf beispielsweise von leicht im Zug transportablen Waren) am Bahnhof befriedigen kÃ¶nnen ...</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>bb) ... Dass vereinzelte GeschÃ¤fte nicht nur von Bahnkunden besucht werden, son­dern auch von Dritten, schliesst ein BedÃ¼rfnis der Bahnreisenden nicht aus.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>c) ...</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>... Art. 39 Abs. 3 EBG bezieht sich auf die Dauer des nach Absatz 1 bestehenden BedÃ¼rfnisses des Bahnbetriebs und des Verkehrs: Nur wenn und solange ein solches be­steht, sind am Bahnhof allenfalls von kantonalen oder kommunalen Regelungen abwei­chende LadenÃ¶ffnungszeiten auch erforderlich (unverÃ¶ffentlichtes Urteil vom 7. Juni 1994 [Stadelhofen II], E. 3c/bb)... Ob sich aufgrund der Gebote des Bahnbetriebs und des Ver­kehrs von kantonalen oder kommunalen Regelungen abweichende Ãffnungszeiten recht­fertigen, ist im Einzelfall mit Blick auf das Verkehrsaufkommen zu beurteilen. Die abwei­chenden Ãffnungszeiten sind unter UmstÃ¤nden bei den einzelnen Betrieben im Hinblick auf ihr Angebot noch einmal auf ihre Notwendigkeit hin zu prÃ¼fen. Wenn ein GeschÃ¤ft an sich als Nebenbetrieb zu qualifizieren ist, bedeutet dies nÃ¤mlich nicht unbedingt auch, dass die von ihm angebotene Ware oder Dienstleistung Ã¼ber die ganze Zeitspanne der Ãffnungs­zeiten hinweg â vor allem auch an Sonntagen â einem BedÃ¼rfnis des Bahnbetriebs und des Verkehrs entspricht (vgl. unverÃ¶ffentlichtes Urteil vom 7. Juni 1994 [Stadelhofen II], E. 3c/bb). Kann zu Randzeiten ein bestimmtes BedÃ¼rfnis der Reisenden vom Verkehrsauf­kommen her durch einen oder einige wenige Betriebe abgedeckt werden, so stellt sich al­lenfalls die Frage, ob GeschÃ¤fte mit gleichartigem Warenangebot ausserhalb der kantona­len oder kommunalen Ãffnungszeiten nicht alternierend offenzuhalten wÃ¤ren.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>4.â a) Der Hauptbahnhof ZÃ¼rich ist ein wichtiger und stark frequentierter Eisen­bahnverkehrsknotenpunkt, mit dem zahlreiche andere Verkehrsunternehmungen verbunden sind. Laut den Akten handelt es sich um den grÃ¶ssten Umsteigebahnhof mit internationalen Verbindungen der Schweiz. Die Bahnkundschaft von 300'000 bis 350'000 an- und wegfah­renden Passagieren pro Tag setzt sich aus Berufspendlern, Touristen, GeschÃ¤fts- sowie Aus­­flugsreisenden zusammen. Die Frage nach dem Nebenbetriebsstatus der einzelnen Ge­schÃ¤fte ist vor diesem tatsÃ¤chlichen Hintergrund zu prÃ¼fen. Dabei ist zu berÃ¼cksichtigen, dass das Bundesgericht im Entscheid «Stadelhofen» im wesentlichen erklÃ¤rt hat, dass der Bahnreisende seine alltÃ¤glichen GrundbedÃ¼rfnisse, die er gerade wegen seines Bahnreisens durch den Zwang von Arbeitszeit und Fahrplan nur erschwert decken kann, im Rahmen sei­ner regelmÃ¤ssigen ReiseaktivitÃ¤t soll befriedigen kÃ¶nnen. Zur Abdeckung anderer Be­dÃ¼r­fnisse hat das Bundesgericht nur solche GeschÃ¤fte zugelassen, die klassischerweise als Bahnnebenbetriebe gelten (Kiosk, Coiffeur, Blumenladen usw.) oder heutigen BedÃ¼rfnis­sen entsprechende Weiterentwicklungen von solchen darstellen (kiosk-/barartige Ge­schÃ¤fts­­organisation und entsprechendes Angebotssortiment: kleineres BuchgeschÃ¤ft mit etwas erweitertem LektÃ¼reangebot als ein klassischer Kiosk usw.).</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>b) Der Kauf am Bahnhof in Nebenbetrieben hat Ausnahmecharakter. Er soll dem Bahnreisenden aus einer durch seine Reise begrÃ¼ndeten oder damit zusammenhÃ¤ngenden momentanen Verlegenheitssituation helfen. Dies sollte mit dem Begriff des «En-Passant-Kaufs» (Einkauf ohne Zeitaufwand in kioskartiger Organisation, Kleinmengen usw.) aus­gedrÃ¼ckt werden. Im Rahmen einer zeitgemÃ¤ssen Weiterentwicklung des Kiosksortiments ist dem Bahnkunden ein gegenÃ¼ber dem klassischen Kiosk etwas erweitertes Angebot ana­log den VerhÃ¤ltnissen bei Tankstellen und AutobahnraststÃ¤tten zur VerfÃ¼gung zu stellen. Es geht nicht darum, ihm in mehreren kleinen, aber hochspezialisierten GeschÃ¤ften ein um­fassendes Angebot zu erÃ¶ffnen, das unter UmstÃ¤nden grÃ¶sser ist als jenes entsprechender Abteilungen eines Warenhauses. Nicht alles, was in der Angebotspalette eines Bahnhofs wÃ¼nschbar erscheint, ist im Sinne von Art. 39 Abs. 1 EBG durch die BedÃ¼rfnisse des Bahnbetriebs und des Verkehrs auch gedeckt. Geht das Angebot am Bahnhof Ã¼ber die Be­friedigung alltÃ¤glicher, kleinerer BedÃ¼rfnisse im geschilderten Rahmen hinaus, ist hierfÃ¼r auf die kommerzielle Nutzung gemÃ¤ss Art. 39 Abs. 4 EBG zu verweisen... Dass ein breite­res Warenangebot den Bahnhof als solchen attraktiver und das Verbringen der Wartezeit abwechslungsreicher gestaltet, vermag daran ebensowenig zu Ã¤ndern wie der Leistungs­auftrag der Bundesbahnen ...</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>5.â ...</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>6.â c) Aus den vorliegenden Verfahren und jenen um den Bahnhof Stadelhofen er­geben sich kÃ¼nftig branchenmÃ¤ssig folgende Richtlinien:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â <i>Kleider- und SchuhgeschÃ¤fte</i> sind grundsÃ¤tzlich keine Bahnnebenbetriebe.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â <i>Hifi-, Platten- und ComputerlÃ¤den</i> haben in der Regel als kommerzielle Nutzungen zu gelten; ebenso: <i>Galerien, Reprografieunternehmen, Optiker-, Foto- und ElektrofachgeschÃ¤fte, Weinhandlungen usw.</i></span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â <i>Buchhandlungen, Papeterien, Geschenkartikel- und Spielwarenboutiquen</i> kÃ¶nnen Bahn­nebenbetriebe sein, wenn sie von der GrÃ¶sse und der Organisation her Kioskcharakter haben <br/> (GrÃ¶sse max. 50-70 </span><span>m<sup>2</sup></span><span>) und ihr (beschrÃ¤nktes) Angebot einem erweiterten Kiosksortiment ent­spricht.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â <i>BÃ¤ckereien, Konditoreien, Confiserien</i> haben im Rahmen einer kioskartigen Organisation an grÃ¶sseren BahnhÃ¶fen Nebenbetriebsstatus. Das gleiche gilt fÃ¼r <i>Metzgereien </i>mit ausgebautem Traiteur-Service.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â <i>LebensmittelgeschÃ¤fte</i> kÃ¶nnen an Pendler- und GrossstadtbahnhÃ¶fen Nebenbetriebscha­rakter haben, wenn sie nicht zu gross sind (max. ca. 100-120 </span><span>m<sup>2</sup></span><span>) und das Angebot auf den «nor­malen» tÃ¤glichen Gebrauch der Bahnreisenden ausgerichtet ist (kein Spezialpublikum).</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â <i>TabakwarengeschÃ¤fte, BlumenlÃ¤den</i> (Kauf von Schnittblumen, Arrangements usw.; hin­gegen keine GÃ¤rtnereiartikel, Saatgut), <i>CoiffeurlÃ¤den, Restaurants, Sandwichverkaufsstellen</i> und <i>Take-Aways</i> sind klassische Bahnnebenbetriebe oder kÃ¶nnen als zeitgemÃ¤sse Fortbildung von sol­chen gelten.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â <i>Apotheken, Drogerien, und ParfÃ¼merien</i> (soweit mit Drogerieprodukten verbunden) kÃ¶n­nen an GrossbahnhÃ¶fen mit durchmischtem Publikumsverkehr (bei beschrÃ¤nkter VerkaufsflÃ¤che) als Nebenbetriebe gelten.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>7.â ..."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>ee) Bei der Erstberatung der Bahnreform (vgl. hierzu Botschaft in BBl 1997 I 909 ff.) beantragte die stÃ¤nderÃ¤tliche Kommission, die ursprÃ¼ngliche Fassung von Art. 39 Abs. 1 EBG um folgenden zweiten Satz zu ergÃ¤nzen: "Der Bundesrat bezeichnet die Bran­chen, deren GeschÃ¤fte als Nebenbetriebe gelten." Nachdem der Berichterstatter an den so­eben referierten "umstrittenen" Bundesgerichtsentscheid erinnert und den Widerstand des Bundesrats erwÃ¤hnt hatte, der keinen Legiferierungsbedarf sehe, begrÃ¼ndete er den Antrag damit, dieser verhindere, dass das Bundesgericht interpretieren mÃ¼sse, welche Branchen zu den unerlÃ¤sslichen Nebenbetrieben der Bahn gehÃ¶ren. Der StÃ¤nderat nahm den Antrag an (Amtl.Bull. S 1997, S. 877). â Die nationalrÃ¤tliche Kommission wollte dem beitreten. Na­tionalrat Loeb beantragte dagegen die heutige Fassung von Art. 39 EBG, wobei in Abs. 1 erst von BedÃ¼rfnissen der Kunden die Rede ging, sowie die Streichung des Anstandsver­fahrens in Art. 40 EBG. Er bezweckte hiermit, den Bahnen unabhÃ¤ngig von ReisebedÃ¼rf­nissen die optimale Nutzung ihrer Liegenschaften in voller unternehmerischer Freiheit zu erlauben und die BahnhÃ¶fe attraktiver zu machen. Zwei das unterstÃ¼tzende Voten betonten, der Markt solle entscheiden. Nationalrat Marti und Bundesrat Leuenberger, der nunmehr eine Verordnungskompetenz des Bundesrats befÃ¼rwortete, wehrten sich vergeblich. Der Nationalrat nahm den Antrag Loeb zu Art. 39 EBG deutlich an, beharrte aber knapp auf dem Anstandsverfahren. Weil dieses Resultat etwas verwirrlich anmutete, kam der Rat auf Art. 39 EBG zurÃ¼ck, stimmte indes dem Antrag Loeb erneut zu, wenn auch weniger kom­fortabel (Amtl.Bull. N 1998, S. 15 ff.). â Hierauf beantragte die stÃ¤nderÃ¤tliche Kommis­sion, dem Nationalrat beizupflichten, jedoch in Art. 39 Abs. 1 EBG von BedÃ¼rfnissen der <i>Bahn</i>kunden zu sprechen. Der Berichterstatter erklÃ¤rte, der Nationalrat habe den ursprÃ¼ng­lichen Art. 39 Abs. 1 EBG redaktionell neu gefasst, und zwar restriktiver. Die Kommission habe das noch damit verdeutlicht, dass ausschliesslich die BedÃ¼rfnisse von Bahnkunden gemeint seien. Der StÃ¤nderat nahm den Antrag so an (Amtl.Bull. S 1998, S. 282 f.). â Der Nationalrat lenkte endlich ein. Zuvor hatte sein Berichterstatter erlÃ¤utert, der StÃ¤nderat habe die Fassung der Volkskammer mit dem Begriff der Bahnkunden etwas verschÃ¤rft, obwohl man davon ausgehen kÃ¶nne, dass sich die Kunden nicht mit dem Bahnbillett aus­weisen mÃ¼ssen. Die EinschrÃ¤nkung sei von der Angebotsseite her zu sehen. In diesem Sinn beispielsweise vermÃ¶gen Verpflegungsbetriebe eher als Nebenbetriebe zu gelten denn Klei­dergeschÃ¤fte (Amtl.Bull. N 1998, S. 612 f.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>AmÃ©dÃ©o Wermelinger und Serge Stalder, die sich beide als Mitarbeiter der SBB zu erkennen geben (Der juristische Lebenslauf von SBB-Liegenschaften in: Festschrift Paul-Henri Steinauer, Fribourg 1998, S. 149 ff.), halten bereits die Bundesgerichtspraxis zu Art. 39 EBG in der ursprÃ¼nglichen Fassung fÃ¼r verfehlt, und zwar insbesondere was die branchen- und flÃ¤chenmÃ¤ssige Eingrenzung der Nebenbetriebe anlangt sowie das Erforder­nis, diese sollen nicht BedÃ¼rfnissen dienen, welche sich ohne weiteres wÃ¤hrend der ordent­lichen LadenÃ¶ffnungszeiten ausserhalb des Bahnhofs befriedigen lassen; sie meinen, die Novellierung der Bestimmung mache BGE 123 II 317 weitgehend obsolet und es komme fÃ¼r die Verleihung des Nebenbetriebsstatus nur mehr auf einen effizient abgewickelten Verkauf von GegenstÃ¤nden an, welche verschiedene Bahnkunden begehren (a.a.O., S. 181 ff.). In letzterer Hinsicht Ã¤hnlich Ã¤ussert sich die private Beschwerdegegnerin (act. 12 S. 5 f.); in gleicher Richtung zielen Ãberlegungen des vorinstanzlichen Entscheids (E. 7).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nationalrat Loeb und seine Mitstreitenden dÃ¼rften eine totale Liberalisierung der Nebenbetriebe bezweckt haben. Die Volkskammer behielt indes von Anfang an das An­standsverfahren bei und stimmte dann auch der vom StÃ¤nderat in ihre Fassung eingefÃ¼gten VerschÃ¤rfung zu. KÃ¤me es nur auf die WillensÃ¤usserungen im Nationalrat an, liesse sich eine extensivere Interpretation von Art. 39 EBG wohl kaum bemÃ¤keln, die obendrein zu­mindest seinerzeit kraft Art. 65 ff. aArGV 2 auf die arbeitsrechtliche Beurteilung durch­schlagen musste. Stellte man hingegen auf die Verlautbarungen im StÃ¤nderat ab, wÃ¤re die Einrichtung von Nebenbetrieben im Vergleich zu frÃ¼her gar strengeren Bedingungen un­terworfen worden. Haben die beiden RÃ¤te also einen Gesetzestext verabschiedet, Ã¼ber des­sen Bedeutung sich je in ihrem Schoss miteinander unvereinbare Auffassungen kundtaten, kann es auf diese nicht ankommen und gilt es den revidierten Art. 39 EBG ohne die Mate­rialien auszulegen. Da das Bundesgericht schon unter dessen alter Fassung von BedÃ¼rfnis­sen der Bahnkunden gesprochen hat, drÃ¤ngt sich auf, in der Umformulierung lediglich eine NachfÃ¼hrung der Bestimmung im Sinn der hÃ¶chstrichterlichen Praxis zu erblicken. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Hiermit kann nun der gegenwÃ¤rtig interessierende Laden der privaten Beschwer­degegnerin daraufhin untersucht werden, ob er einen ReisebedÃ¼rfnisbetrieb darstelle. Es gibt an BahnhÃ¶fen keinen Grund, dem Begriff des arbeitsrechtlichen ReisebedÃ¼rfnisbe­triebs einen umfassenderen Sinn beizulegen als dem bundesgerichtlich definierten des ei­senbahnrechtlichen Nebenbetriebs (ebenso die BeschwerdefÃ¼hrenden in act. 2 S. 10 ff. und 11/1 S. 5 f.; vgl. zudem E. 5 f. des angefochtenen Entscheids â alles auch zum Folgenden). Gleicher Massen fehlt ein Anlass, den Begriff des ReisebedÃ¼rfnisbetriebs jedenfalls bezÃ¼g­lich Lebensmitteln am Flughafen Kloten ausdehnender zu handhaben als am ZÃ¼rcher (Pendler- und Grossstadt-)Hauptbahnhof (anders die private Beschwerdegegnerin in act. 12 S. 8; vgl. auch S. 2 f. in der Rekursantwort des Beschwerdegegners 1 und E. 7 des ange­fochtenen Entscheids), weist doch der Letztere die um ein Vielfaches hÃ¶here Reisendenfre­quenz auf als der Erstere (vgl. BGE 123 II 317 E. 4a S. 322 mit S. 3 in der mitangefochte­nen VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners 1 sowie S. 7 in der Rechtsmittelantwort der priva­ten Beschwerdegegnerin). Das gilt um so eher, als das streitgegenstÃ¤ndliche GeschÃ¤ft nicht nur im Flughafen-, sondern ebenso im Bahnhofsbereich liegt (vgl. auch die private Be­schwerdegegnerin in act. 11/7/10 Blatt 1). Es ist mit Blick auf die Nahrungsbeschaffung nicht einzusehen, was prinzipiell etwa eine sonntags mit dem Flugzeug aus den Ferien heim­kehrende Familie von einer solchen unterscheidet, die das mit dem Zug tut, oder auch was PendlerInnen am Flughafen von jenen am Hauptbahnhof.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kontroverse dreht sich lediglich um die Ã¼ber 120 m<sup>2</sup> hinausgehende Verkaufs­flÃ¤che, also genau das, was BGE 123 II 317 E. 6c bei LebensmittelgeschÃ¤ften nicht lÃ¤nger toleriert. Die private Beschwerdegegnerin argumentiert irrtÃ¼mlich, das Manko, dass es an­ders als etwa im Hauptbahnhof am Flughafen keine Vielzahl von Betrieben mit Ã¤hnlichem oder gleichem Angebot gebe, lasse sich nur mit einer VergrÃ¶sserung der statthaften FlÃ¤che wettmachen (act. 12 S. 8); denn weil es sich bloss darum handelt, den Reisenden ein be­schrÃ¤nktes Sortiment anzudienen, mÃ¼ssen umgekehrt zu ausgedehnte Lokale eine Gliede­rung in mehrere Einheiten erfahren. Das fortwÃ¤hrend bis auf 450 m<sup>2</sup> geschrumpfte Gesamt­mass des streitgegenstÃ¤ndlichen Betriebs (vgl. act. 11/7/7, S. 4 in der mitangefochtenen Ver­fÃ¼gung des Beschwerdegegners 1 sowie E. 7 S. 6 des angefochtenen Entscheids) zieht die Rechtsmittelantwort der privaten Beschwerdegegnerin wegen Untervermietung schon wieder in Zweifel (S. 8), doch scheint beim letzteren Wert der von der Metzgerei Braun­walder beanspruchte Platz bereits BerÃ¼cksichtigung gefunden zu haben (vgl. act. 11/7/2+ 8 f.). Wie das sich im Detail auch verhalten mag, so gilt es jedenfalls Beschwerdeantrag 1 teilweise gutzuheissen; je Dispositiv-Ziffer I der VerfÃ¼gungen der Vorinstanz und des Be­schwerdegegners 1 sind teilweise aufzuheben und es ist festzustellen, dass das Lebensmit­telgeschÃ¤ft der privaten Beschwerdegegnerin in der Halle des ZÃ¼rcher Flughafenbahnhofs insoweit der behÃ¶rdlichen Bewilligungspflicht fÃ¼r Sonntagsarbeit unterliegt, als die Ver­kaufsflÃ¤che 120 m<sup>2</sup> Ã¼bersteigt. Alsdann braucht der Disput Ã¼ber die Kundenstruktur da­selbst und die dortige Zusammensetzung der offerierten Waren nicht aufgegriffen zu wer­den (vgl. die BeschwerdefÃ¼hrenden in act. 2 S. 10 f. und 11/1 S. 5 f. gegen S. 7 in der Rechtsmittelantwort der privaten Beschwerdegegnerin, S. 3 f. in der mitangefochtenen VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners 1 und E. 7 S. 6 im angefochtenen Entscheid; ferner act. 11/7/9+10). Der privaten Beschwerdegegnerin bleibt es unbenommen, fÃ¼r diesen Be­reich beim heute laut Art. 19 Abs. 4 ArG zustÃ¤ndigen Bundesamt, d.h. dem Staatssekreta­riat fÃ¼r Wirtschaft (vgl. Art. 42 Abs. 2 f. ArG sowie Art. 75 Abs. 1 der Verordnung 1 vom 10. Mai 2000 zum Arbeitsgesetz [SR 822.111]), um eine dauernde Bewilligung fÃ¼r Sonn­tagsarbeit einzukommen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Weder interessiert der Eventualantrag (2) der Beschwerde (vgl. dazu Beschwerde S. 12 gegen S. 8 in der Beschwerdeantwort der privaten Beschwerdegegnerin) fÃ¼r die Ã¼ber 120 m<sup>2</sup> hinausgehende VerkaufsflÃ¤che lÃ¤nger noch beschlÃ¤gt er fÃ¼r jene bis 120 m<sup>2</sup> den Streitgegenstand. Die private Beschwerdegegnerin sei immerhin darauf hingewiesen, dass der vorsÃ¤tzliche Verstoss gegen das Gebot von Art. 26 Abs. 2 ArGV 2, die sonntags bewil­ligungsfrei beschÃ¤ftigten ArbeitnehmerInnen nur fÃ¼r die Bedienung der Reisenden einzu­setzen, kraft Art. 59 Abs. 1 lit. b und 61 Abs. 1 ArG mit GefÃ¤ngnis bis zu sechs Monaten oder mit Busse bestraft wird. Der Subeventualantrag (3) der Beschwerde endlich ist wegen der Anwendung neuen Rechts gegenstandslos geworden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>g) Im Verfahren vor dem Beschwerdegegner 1 berief sich die private Beschwerde­gegnerin noch darauf, sie habe in Kennntnis des kantonalen Arbeitsinspektorats seit Jahr­zehnten bewilligungsfrei Personal zur Sonntagsarbeit herangezogen. Eine Kehrtwende be­deutete einen Bruch berechtigten Vertrauens in die GlaubwÃ¼rdigkeit der staatlichen Ver­wal­tungsorgane und somit eine unzulÃ¤ssige Verletzung wohlerworbener Rechte (act. 11/7/10 Blatt 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die sehr lang anhaltende Duldung eines rechtswidrigen Zustands durch die kompe­tente BehÃ¶rde kann einen Schutz fÃ¼r die begrÃ¼nden, welche gestÃ¼tzt auf das hierdurch ge­wonnene Vertrauen eine nicht ohne Nachteil rÃ¼ckgÃ¤ngig zu machende Disposition getÃ¤tigt haben, sofern kein Ã¼berwiegendes Ã¶ffentliches Interesse dagegen streitet (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 525 ff., insbesondere 549 f. und 556-562).</span></p> <p class="Einzug1"><span>Mag hier auch die zeitliche Komponente allenfalls als erfÃ¼llt erscheinen, so wird doch keine VertrauensbetÃ¤tigung geltend gemacht und dÃ¼nkte einen ansonsten das Ã¶ffentli­che Interesse an der Durchsetzung des Sonntagsarbeitsverbots stÃ¤rker als jenes der privaten Beschwerdegegnerin an deren maximaler Nutzung der GeschÃ¤ftsflÃ¤che Ã¼ber die Sonntage.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Trotz des Eingriffs bei Dispositiv-Ziffer I in der mitangefochtenen VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners 1 gilt es die dortige Nebenfolgenregelung zu Lasten der privaten Beschwerdegegnerin zu belassen (Dispositiv-Ziffer III), handelt es sich doch im Sinn von § 13 Abs. 1 VRG um fÃ¼r VerwaltungstÃ¤tigkeit geschuldete GebÃ¼hren und Kosten, welche unabhÃ¤ngig davon aufzuerlegen waren, wie weit die Anordnung ihrer primÃ¤ren Adressatin entgegenkam (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 4 ff.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>AusgangsgemÃ¤ss ist die Kostenbelastung in Dispositiv-Ziffer II Abs. 1 der vorin­stanzlichen VerfÃ¼gung zu Ã¤ndern (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 28). Laut § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG tragen mehrere Beteiligte die Kosten entsprechend dem Unterliegen. Haben sie dasselbe Begehren gestellt oder richtet sich das Verfahren gegen sie, Ã¼bernehmen sie laut § 14 VRG die ihnen auferlegten Kosten gleichmÃ¤ssig unter subsidiÃ¤rer Haftung fÃ¼r das Ganze, falls nicht das zwischen ihnen existierende RechtsverhÃ¤ltnis Solidarhaftung begrÃ¼n­det. Eine derartige Solidarhaftungsgruppe bilden kraft gemeinsamer Anwaltsmandatierung die BeschwerdefÃ¼hrenden (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 14 N. 3). In analoger Anwendung von § 17 Abs. 3 wird der Beschwerdegegner 1 nach konstanter Praxis verschont. Die private Be­schwerdegegnerin verliert im Rekurs fast vollstÃ¤ndig und wird daher allein kosten­pflichtig. An sich kÃ¶nnten die BeschwerdefÃ¼hrenden alsdann ParteientschÃ¤digungen erhal­ten. Solche haben sie bei der Vorinstanz zwar verlangt (zu diesem Erfordernis KÃ¶lz/Boss­hart/­RÃ¶hl, § 17 N. 6), aber ausdrÃ¼cklich und anders als vor Verwaltungsgericht bloss vom Staat. Es drÃ¤ngt sich indes nicht auf, das Prinzip von § 17 Abs. 3 VRG zu durchbrechen, wo­nach das Gemeinwesen keine EntschÃ¤digung schuldet, wenn sich wie hier Private ge­gen­Ã¼berstehen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 46 ff.). Also bleibt es insofern beim Rekurs­entscheid.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:<br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Soweit auf die Beschwerde eingetreten wird, wird sie teilweise gutgeheissen und im Ãbrigen abgewiesen:<br/> <br/> In teilweiser Aufhebung je von Dispositiv-Ziffer I der VerfÃ¼gung der Volkswirtschafts­direktion vom 26. Mai 2000 (Rekurs Nr. 2000/014) und der VerfÃ¼gung Nr. 102228 des AWA vom 15. Februar 2000 wird festgestellt, dass das LebensmittelgeschÃ¤ft der Mari­nello AG in der Halle des ZÃ¼rcher Flughafenbahnhofs insoweit der behÃ¶rdlichen Be­will­igungspflicht fÃ¼r Sonntagsarbeit unterliegt, als die VerkaufsflÃ¤che 120 m<sup>2</sup> Ã¼ber­steigt.<br/> <br/> In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziffer II Abs. 1 der VerfÃ¼gung der Volkswirtschafts­di­rektion vom 26. Mai 2000 (Rekurs Nr. 2000/014) werden die Rekurskosten der Mar­i­nello AG auferlegt.<br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2.<span> </span></span><span>...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>