Abteilung I A-594/2009 {T 0/2} U r t e i l v o m 1 0 . N o v e m b e r 2 0 0 9 Richterin Marianne Ryter Sauvant (Vorsitz), Richterin Kathrin Dietrich, Richter Beat Forster, Gerichtsschreiber Cesar Röthlisberger. H._______, Beschwerdeführer, gegen Schweizerische Bundesbahnen SBB , Infrastruktur PM Luzern, Zentralstrasse 1, 6002 Luzern, Beschwerdegegnerin, Bundesamt für Verkehr BAV, 3003 Bern, Vorinstanz. Plangenehmigungsverfügung vom 12. Dezember 2008. B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandA-594/2009 Sachverhalt: A. Mit Verfügung vom 9. Juli 2008 genehmigte das Bundesamt für Ver- kehr (BAV) das Bauvorhaben "Stadtbahn Zug – 1. Teilergänzung S2/ Erweiterung der Haltestelle Zug Oberwil zu einer Kreuzungsstation" mit Auflagen und trat gleichzeitig auf die von H._______ eingereichte Einsprache nicht ein. B. Gegen die Verfügung des BAV vom 9. Juli 2008 erhob H._______ am 8. August 2008 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. C. Mit Urteil vom 4. November 2008 (A-5155/2008) hiess das Bundes- verwaltungsgericht die Beschwerde, soweit es darauf eintrat, gut und wies die Sache zur materiellen Beurteilung an das BAV zurück. D. Das BAV genehmigte mit Verfügung vom 12. Dezember 2008 die Planvorlage der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) vom 2. Juli 2007 betreffend "Stadtbahn Zug – 1. Teilergänzung S2 / Erwei- terung der Haltestelle Oberwil (ZG) zu einer Kreuzungsstation" und wies die dagegen erhobene Einsprache des H._______ ab, soweit auf die Einsprache eingetreten und sie nicht als erledigt und gegenstands- los abgeschrieben wurde. Es begründete seinen Entscheid zur Hauptsache damit, dass die Im- missionsgrenzwerte überall eingehalten seien. Betreffend die Ver- kehrsentwicklung folgte es den Ausführungen der SBB, wonach das Bauvorhaben den mittel- und langfristigen Bedürfnissen, auch im Hin- blick auf das Konzept "Zukünftige Entwicklung Bahn" und die Inbe- triebnahme des Gotthardbasistunnels, genüge. Aus raumplanerischer Sicht seien keine Einwände von den angehörten Fachbehörden des Bundes und des Kantons Zug erhoben worden. Aus den Eingaben des Beschwerdeführers gehe nicht hervor, inwiefern die bestehende und durch das Bauvorhaben der SBB unveränderte Linienführung im Be- reich seiner Grundstücke gegen das geltende Raumplanungsrecht des Bundes verstosse. Betreffend Körperschall und Erschütterungen seien die bundesrechtlichen Bestimmungen eingehalten. Betreffend die Bau- stellenerschliessung fehle es dem Beschwerdeführer an einem schutz- würdigen Interesse und die Anträge betreffend nichtionisierender Strahlung und Entwässerung würden schliesslich gestützt auf die Aus- führungen der SBB vom 10. Januar 2008 als erledigt betrachtet. Seite 2A-594/2009 E. Mit Eingabe vom 27. Januar 2009 erhebt H._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) erneut beim Bundesverwaltungsgericht Beschwer- de gegen die Plangegenehmigung des BAV (nachfolgend: Vorinstanz) und stellt folgende Anträge: 1. Der Entscheid des Bundesamtes für Verkehr, BAV, sei aufzuheben und es seien die im Einspracheverfahren gestellten Anträge gutzuheissen, nämlich: 1.1 Das Projekt ist in der vorliegenden Form nicht zu genehmigen und es ist ein Verfahren für einen Ausbau im Sinne einer nachhaltigen Variante mit Begradigung, wie sie die SBB aus dem Jahre 1988 vorsah, einzuleiten. 1.2 Falls das Projekt bewilligt wird, ist im Norden vor der Parzelle Y das Ausweichgeleise zu schliessen (was für das Ausweichen von Stadtbahnzügen genügt). 2. Eventualiter ist für den Fall, dass das Projekt bewilligt wird, bei Bahnkilometer X durch Parzelle Z eine Unterführung als Baustellenzufahrt der S2 in Oberwil zu erstellen. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten/Vorinstanz. Zur Begründung seiner Anträge bringt der Beschwerdeführer haupt- sächlich vor, das vorgelegte Projekt berücksichtige die zukünftige Ver- kehrsentwicklung zu wenig und stehe im Widerspruch mit dem raum- planerischen Gebot der Nachhaltigkeit und der haushälterischen Nut- zung des Bodens. Das in den nächsten 30 Jahren zu erwartende Ver- kehrsaufkommen könne mit dem heute geplanten Kreuzungsbauwerk in Oberwil nicht bewältigt werden. Zudem sei die Lärmprognose kor- rekt und vollständig, d.h. unter Einbezug des gesamten zu erwarten- den Verkehrsaufkommens zu stellen. Das Umweltschutzrecht verpflich- te die SBB immissionsmindernde Massnahmen zu erwägen und diese ins Projekt zu integrieren und umzusetzen, sofern sie wirtschaftlich tragbar seien. Dies betreffe auch die Wahl und Optimierung der Linien- führung. Mit einer Begradigung der bestehenden Linie könne anstelle der Vernichtung von Bauland und einer Zunahme von Lärmimmissio- nen dank Tunnelierung neues Siedlungsgebiet geschaffen, bestehende Eisenbahnimmissionen stark verringert und die Fahrtgeschwindigkeit auf diesem Abschnitt erhöht werden. Zum Thema Körperschall und Erschütterungen sowie auch zur Ent- wässerung äussert sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde Seite 3A-594/2009 nicht mehr oder nur noch marginal. Betreffend nichtionisierender Strahlung bemängelt er, seine Parzellen Z und T seien als nichtexis- tent übergangen worden. Bezüglich Baustellenerschlies-sung bzw. Un- terführung erläutert er neben allgemeinen Nachteilen der geplanten Variante für das Dorf Oberwil sein Interesse an einer besseren Zufahrt zu seinem Grundstück. Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs anlässlich des Augenscheins mit der Vorinstanz vom 31. März 2008. F. In der Beschwerdeantwort vom 6. März 2009 beantragt die SBB (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, und stellt den Verfahrensantrag, der Be- schwerde sei die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Sie begründet ihren Antrag in der Sache vor allem damit, dass die bestehende Lini- enführung durch das vorgelegte Projekt keine Änderungen erfahre und der Beschwerdeführer keinen rechtlichen Anspruch auf eine Anpas- sung der Linienführung nach seinen Wünschen habe. Zudem genüge die heutige Linienführung den zukünftigen Bedürfnissen. Betreffend die umweltrechtlichen Vorbringen verweist die Beschwerdegegnerin auf das Plandossier, wonach alle gesetzlichen Vorschriften eingehal- ten seien. Der Beschwerdeantrag Ziff. 1.2 betreffend Ausweichgeleise sei ein unzulässiges Novum, weshalb darauf nicht einzutreten sei. Zum Beschwerdeantrag Ziff. 2 betreffend Baustellenzufahrt sei der Be- schwerdeführer schliesslich mangels schutzwürdigem Interesse nicht legitimiert. G. In ihrer Vernehmlassung vom 10. März 2009 beantragt die Vorins- tanz ebenfalls die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutre- ten sei. Zur Begründung verweist sie grundsätzlich auf die in der ange- fochtenen Verfügung vom 12. Dezember 2008 gemachten Ausführun- gen. Betreffend des Augenscheins bzw. der Einigungsverhandlung vom 30. April 2008 weist sie darauf hin, dass das Beschlussprotokoll von allen Anwesenden ohne Beanstandungen unterschrieben worden sei und der Beschwerdeführer im durchgeführten Schriftenwechsel genü- gend Gelegenheit zur Stellungnahme gehabt habe, weshalb keine Ver- letzung des rechtlichen Gehörs vorliege. In einer ergänzenden Vernehmlassung vom 12. März 2009 unterstützte die Vorinstanz den von der Beschwerdegegnerin gestellten Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung. Seite 4A-594/2009 H. Mit Eingabe vom 30. März 2009 beantragt der Beschwerdeführer die Abweisung des Gesuchs um Entzug der aufschiebenden Wirkung. I.Mit Zwischenverfügung vom 3. April 2009 wurde dem Antrag der Be- schwerdegegnerin auf Entzug der aufschiebenden Wirkung stattgege- ben. J. Ebenfalls mit Zwischenverfügung vom 3. April 2009 wurde die Vor- instanz gestützt auf den ersten Fachbericht des Bundesamtes für Um- welt (BAFU) vom 20. März 2009 angewiesen, die Lärmbelastung auf der dem Beschwerdeführer gehörenden Parzelle Z genauer zu ermit- teln. Die Vorinstanz erteilte der Beschwerdegegnerin daraufhin einen entsprechenden Auftrag. Die darauf folgenden Abklärungen bzw. die Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 23. April 2009 wurden im zweiten Fachbericht des BAFU vom 20. Mai 2009 insofern kritisiert, als das Kurvenkreischen bei der Lärmermittlung für die Parzelle Z nicht berücksichtigt worden sei und es diesbezüglich genauerer Abklä- rungen bedürfe. K. In der Replik vom 20. Mai 2009 übt der Beschwerdeführer erneut Kritik an der Verkehrsprognose. Die Zunahme des Verkehrsaufkom- mens von überregionalen und internationalen Personenreisezügen so- wie des Güterverkehrs sei nicht ausreichend berücksichtigt worden. Zudem sei die Lärmermittlung für die Parzelle Z unklar. Er kritisiert da- bei insbesondere die angewandte Berechnungsmethode und die Nicht- berücksichtigung des Kurvenkreischens. L. Mit Verfügung vom 27. Mai 2009 wurde die Beschwerdegegnerin aufgefordert, die vom BAFU beantragten Abklärungen zu treffen und zur vom Beschwerdeführer aufgeworfenen Frage des Verkehrsaufkom- mens Stellung zu nehmen. M. In ihrer Duplik vom 10. Juni 2009 legte die Beschwerdegegnerin ausführlicher dar, weshalb die Lärmvorschriften auf der Parzelle Z auch unter Einbezug des Kurvenkreischens eingehalten seien. Selbst bei einem "Worst-Case-Szenario" sei ein maximaler Beurteilungspegel Lr von 56.2 dB(A) für die Tagesperiode und von 43.4 dB(A) für die Nachtperiode ausgewiesen. Damit seien die massgebenden Immissi- onsgrenzwerte eingehalten. In diesem Zusammenhang rechtfertigte sie auch ihre Prognose betreffend Verkehrsentwicklung und betonte, dass das vorliegende Projekt primär dem auszubauenden Regionalan- gebot diene. Einem weiteren Ausbau sei durch die bestehende Infra- Seite 5A-594/2009 struktur (Abschnitte mit Einspurbetrieb) enge Grenzen gesetzt. Um we- sentliche Leistungssteigerungen bewerkstelligen zu können, wären weitere Doppelspurausbauten erforderlich. N. In seinem dritten und letzten Fachbericht vom 8. Juli 2009 befindet das BAFU schliesslich die von der Beschwerdegegnerin durchgeführ- ten Lärmermittlungen als korrekt und damit die bundesrechtlichen Vor- schriften als eingehalten. O. Der Beschwerdeführer bleibt auch in seinen Schlussbemerkungen vom 6. August 2009 bei seiner Kritik an der Lärmprognose. Insbeson- dere das Kurvenkreischen sei nicht berücksichtigt worden. Zudem sei nicht nur das Verkehrsaufkommen der Stadtbahn Zug, sondern auch das überregionale und internationale nach Inbetriebnahme der NEAT zu berücksichtigen. Er fordere deshalb ein unabhängiges Gutachten und stelle den Antrag auf eine Messung vor Ort. P. Auf die übrigen Ausführungen der Beteiligten wird – soweit ent- scheidrelevant – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge- gangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Eine Plangenehmigung stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG dar. Das BAV gehört zu den in Art. 33 VGG genannten Vorinstanzen des Bundesverwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegen die Plangenehmigung der Vorinstanz vom 12. Dezember 2008. 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Seite 6A-594/2009 1.3 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung be- sonders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Bst. c). 1.3.1Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5155/2008 vom 4. November 2008 (E. 5) wurde rechtskräftig festgestellt, dass der Be- schwerdeführer grundsätzlich zur Einsprache gegen die Plangenehmi- gung der Vorinstanz legitimiert ist. Die dort gemachten Ausführungen zur Legitimation im Sinne von Art. 48 Abs. 1 VwVG gelten auch im vor- liegenden Beschwerdeverfahren. Betreffend den einzelnen Rügen und Vorbringen ist Folgendes zu ergänzen. 1.3.2Der Beschwerdeführer kann die Überprüfung eines Bauvorha- bens nur im Lichte jener Rechtsätze verlangen, die sich rechtlich oder tatsächlich auf seine Stellung auswirken. Beschwerdegründe Privater, mit denen ein bloss allgemeines öffentliches Interesse an der richtigen Anwendung des Rechts verfolgt wird, ohne dass dem Beschwerdefüh- rer im Falle des Obsiegens ein praktischer Nutzen entsteht, sind unzu- lässig (BGE 133 II 249 E. 1.3.1-1.3.2). Zur Frage der räumlichen Nähe ist in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Nationalstrassen- und Eisenbahnbau festgehalten worden, dass der betroffene Private nicht allgemein am Projekt oder der geplanten Linienführung Kritik üben dürfe. Vielmehr habe er konkret aufzuzeigen, inwiefern das Pro- jekt im Bereiche seines Grundstücks gegen Bundesrecht verstosse (vgl. BGE 120 Ib 59 E. 1c, BGE 118 Ib 206 E. 8b). 1.3.3Steht einmal fest, dass der Beschwerdeführer zur Beschwerde legitimiert ist, kann er grundsätzlich alle Rügen anbringen, die für sei- ne Position Vorteile erwarten lassen und den Streitgegenstand be- treffen. Im Gegensatz beispielsweise zur Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern setzt das Verwaltungsverfahrensrecht des Bundes nicht für jede Rüge eine besondere Beziehungsnähe voraus (vgl. THOMAS M ERKLI /ARTHUR AESCHLIMANN /RUTH HERZOG , Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, N. 27 zu Art. 65 VRPG; KÖLZ /HÄNER , Verwaltungsverfahren und Verwal- tungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 538). Damit kann der Beschwerdeführer, falls er legitimiert ist, im Beschwer- deverfahren des Bundes auch bloss Einwände vorbringen, welche All- gemeininteressen wie Anliegen der Raumplanung oder des Umwelt- Seite 7A-594/2009 schutzes betreffen (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-2086/2006 vom 8. Mai 2007 E. 2 und A-2517/2008 vom 11. August 2008 E. 4.4; hiernach E. 8). 1.3.4Der Beschwerdeführer fordert in Ziff. 1.1 seiner Anträge die Nichtgenehmigung der von der Beschwerdegegnerin am 2. Juli 2007 eingereichten Variante mit einer oberirdischen Kreuzungsstation (nachfolgend: Variante 2007) und an deren Stelle die Umsetzung der Variante aus dem Vorprojekt der Beschwerdegegnerin aus dem Jahr 1988 mit einer Begradigung durch die Errichtung eines Tunnels (nach- folgend: Variante 1988). Da er dies nicht nur mit allgemeiner Kritik an der Linienführung begründet, sondern Verletzungen der Umweltschutz- und Raumplanungsvorschriften geltend macht, die ihn im Bereich sei- ner Grundstücke besonders treffen bzw. die Variante 1988 zu weniger Immissionen auf seinen Grundstücken und deren Bebaubarkeit führen würde, wurde seine Legitimation im bereits genannten Verfahren A-5155/2008 bejaht. Auf seine diesbezüglichen Rügen ist – soweit er im vorliegenden Beschwerdeverfahren noch daran festhält – einzutre- ten (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgericht A-2517/2008 vom 11. August 2008 E. 5). 1.3.5Anders zu beurteilen ist hingegen der Eventualantrag auf Erstel- lung einer Unterführung als Baustellenzufahrt für den Fall, dass die Variante 2007 bewilligt wird (Beschwerdeantrag Ziff. 2). Die vorgese- hene Baustellenzufahrt führt über das öffentliche Wegnetz via Widen- strasse und den Mülimattweg, ohne die Grundstücke des Beschwerde- führers zu beanspruchen. Mangels räumlicher Nähe fehlt es dem Be- schwerdeführer somit an einer besonderen, beachtenswerten und na- hen Beziehung zur Streitsache. Er ist diebezüglich nicht mehr als je- dermann betroffen. Auf diesen Antrag ist – wie die Vorinstanz richtig feststellte – mangels schützenswertem Interesse nicht einzutreten. 1.4 Weiter ist der Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens zu be- stimmen. 1.4.1Ausgangspunkt des Beschwerdeverfahrens ist die angefochtene Verfügung (Art. 5 und 44 VwVG i.V.m. Art. 31 VGG); sie bildet den Rah- men der möglichen Anfechtung. Gegenstand des Beschwerdeverfah- rens kann nur sein, was bereits Gegenstand des erstinstanzlichen Ver- fahrens war oder nach richtiger Gesetzesauslegung hätte sein sollen. Im Rahmen des Anfechtungsgegenstandes wird der Streitgegenstand gemäss der Dispositionsmaxime durch die Parteibegehren definiert. Seite 8A-594/2009 Damit kann sich der Streitgegenstand im Laufe des Rechtsmittelzuges verengen und um nicht mehr strittige Punkte reduzieren, hingegen grundsätzlich nicht erweitern oder qualitativ verändern (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-5466/2008 vom 3. Juni 2009 E. 1.3.1 und A-1393/2006 vom 10. Dezember 2007 E. 2.2.1; ANDRÉ M OSER /MICHAEL BEUSCH /LORENZ KNEUBÜHLER , Prozessieren vor dem Bun- desverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 25 f. Rz. 2.7 f. mit Hinweisen). 1.4.2In bundesrechtlichen Plangenehmigungsverfahren kommt die Besonderheit hinzu, dass bereits gestützt auf spezialgesetzliche Ver- fahrensbestimmungen sämtliche Einwände gegen ein Projekt, die während der Auflagefrist erhoben werden können, im Einsprachever- fahren anzubringen sind und im Beschwerdeverfahren nicht noch nachgetragen werden können (vgl. Art. 27d Nationalstrassengesetzes vom 8. März 1960 [NSG, SR 725.11], Art. 18f des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 1957 [EBG, SR 742.101], Art. 37f des Luftfahrtge- setzes vom 21. Dezember 1948 [LFG, SR 748.0], Art. 16f des Elektrizi- tätsgesetzes vom 24. Juni 1902 [EleG, SR 734.0]). Damit wird gewähr- leistet, dass im Interesse der Konzentration alle Einwände gesamthaft überprüft werden und in den Plangenehmigungsentscheid einfliessen können (vgl. Botschaft vom 25. Februar 1998 zu einem Bundesgesetz über die Koordination und Vereinfachung der Plangenehmigungsver- fahren, BBl 1998 2591, S. 2620 und 2634; BGE 133 II 30 E. 2.2). 1.4.3Die Beschränkung auf die Einspracherügen bedeutet zudem, dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht nur diejenigen Anträge gestellt werden können, welche bereits Gegenstand des vor- instanzlichen Einspracheverfahrens waren. Eine Änderung oder Aus- weitung der Begehren über die Einspracherügen hinaus ist dagegen nicht zulässig (Urteil des Bundesgerichtes 1E.18/1999 vom 25. April 2001 E. 3; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-4642/2008 vom 3. März 2009 E. 2.2 und A-672/2008 vom 4. August 2008 E. 2.2). 1.4.4Der Beschwerdeführer stellt für den Fall, dass das (von der Be- schwerdegegnerin vorgelegte) Projekt bewilligt werde, den Antrag, das Ausweichgleis im Norden vor der Parzelle 2718 zu schliessen (Be- schwerdeantrag Ziff. 1.2). Dieser Antrag wurde im Einspracheverfahren nicht vorgebracht, obwohl dies dem Beschwerdeführer möglich gewe- sen wäre. Der Antrag stellt somit eine unzulässig Ausweitung der Be- gehren dar, weshalb darauf nicht einzutreten ist. Seite 9A-594/2009 1.5 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 und 52 VwVG) ist unter Berücksichtigung der gemachten Vor- behalte (E. 1.3.5 und E. 1.4.4) einzutreten. 2. 2.1 Der Beschwerdeführer rügt vorab eine Verletzung des rechtlichen Gehörs anlässlich des Augenscheins bzw. der Einigungsverhandlung vom 30. April 2008. Wegen der zu knapp bemessenen Zeit habe nach dem Augenschein keine Einigungsverhandlung stattgefunden. Die Parteien hätten lediglich die Möglichkeit gehabt, mit ihrer Unterschrift an den gestellten Anträgen festzuhalten oder diese zurückzuziehen. Zudem sei von der Vorinstanz kein Protokoll über den Augenschein erstellt worden, womit die Möglichkeit für Ergänzungen und Berichtigungen entfallen sei. 2.2 Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) garantierte Grundsatz des rechtlichen Gehörs umfasst die Rechte der Parteien auf Teilnahme am Verfahren und auf Einfluss- nahme auf den Prozess der Entscheidfindung, indem ihre Argumente angehört und beurteilt werden. In diesem Sinne dient das rechtliche Gehör einerseits der Sachverhaltsabklärung, stellt andererseits aber auch ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass von Verfügungen dar (vgl. BGE 126 V 130 E. 2b, BGE 121 V 150 E. 4a; KÖLZ /HÄNER , a.a.O., Rz. 292 ff.). Für das Verwaltungsverfahren ist der An spruch auf rechtliches Gehör in den Art. 26 ff. VwVG sowie in den verfahrensrechtlichen Bestimmungen der Spezialgesetze konkretisiert. So hat die Behörde die Parteien grundsätzlich anzuhören, bevor sie entscheidet (Art. 30 VwVG), und ihnen Gelegenheit zu geben, zu den Vorbringen der Gegenpartei Stellung zu nehmen (Art. 31 VwVG). Ein Anspruch auf eine mündliche Anhörung oder eine mündliche Verhand- lung besteht im weitgehend schriftlichen Verwaltungsverfahren indes- sen nicht (KÖLZ /HÄNER , a.a.O., Rz. 149 f.; M OSER /BEUSCH /KNEUBÜHLER , a.a.O., S. 144 Rz. 3.86). Wie die meisten Spezialgesetze in Sachbereichen, in welchen es zu Massenverfahren kommt, kennt auch das eisenbahnrechtliche Plange- nehmigungsverfahren eine Sonderregelung betreffend die Anhörung. Das Äusserungsrecht der Parteien wird mit der Einsprache gemäss Art. 18f EBG in einem Art. 30a VwVG entsprechenden, formalisierten Verfahren gewährleistet (vgl. PATRICK SUTTER , in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren Seite 10A-594/2009 [VwVG], Zürich 2008, Rz. 7 und 8 zu Art. 30a). Dies bedeutet, dass sich die Einsprechenden im erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren al- leine in ihrer Einsprache zur Sache – so wie sie aus den aufgelegten Plänen und Akten hervorgeht – äussern können. Bis zum Entscheid der Genehmigungsbehörde nehmen sie indessen untereinander und gegenüber der Gesuchstellerin nicht den Status einer Gegenpartei im Sinne von Art. 31 VwVG ein, d.h. ihnen muss nicht Gelegenheit zur Stellungnahme zu anderen Parteistandpunkten eingeräumt werden (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4010/2007 vom 27. Ok - tober 2008 E. 3.2.2). 2.3 Die Einigungsverhandlung wiederum ist im EBG nicht selbständig geregelt. Gemäss Art. 18a EBG sind folglich subsidiär die Regeln des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 über die Enteignung (EntG, SR 711) heranzuziehen. Gemäss Art. 48 EntG sind in der Einigungsver- handlung die Einsprachen und die verlangten Planänderungen zu be- sprechen. Zudem sind die zur Abklärung streitiger oder zweifelhafter Punkte dienlichen Erhebungen zu machen. Die Verfahrensleitung soll versuchen, eine Verständigung herbeizuführen. Aus dieser Formulie- rung geht hervor, was auch in der Rechtsprechung und Literatur aner- kannt ist: Die Einigungsverhandlung ist ein informeller Versuch, zwi- schen Gesuchsteller und Einsprecher eine Einigung herbeizuführen. Es handelt sich dabei weder um eine formelle mündliche Verhandlung noch lässt sich daraus ein Anspruch auf eine mündliche Anhörung ab- leiten (vgl. analog zum Nationalstrassenrecht: Urteil des Bundesver- waltungsgericht A-5466/2008 vom 3. Juni 2009 E. 2.4). 2.4 Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen (E. 2.6), hat vorlie- gend durchaus eine Einigungsverhandlung stattgefunden. Nach dem Gesagten geht die Rüge des Beschwerdeführers – durch Verzicht auf eine Einigungsverhandlung sei sein rechtliches Gehör verletzt worden – aber unabhängig vom Stattfinden der Verhandlung fehl. Die Eini- gungsverhandlung ist keine formelle mündliche Verhandlung und dient somit auch nicht der Wahrung des rechtlichen Gehörs. Das Gehör des Beschwerdeführers wurde ausreichend gewahrt, indem er am Augen- schein vom 30. April 2008 hat teilnehmen und sich anlässlich seiner Einsprache zweimal (24. September 2007 und 10. März 2008) zum Plangenehmigungsgesuch der Beschwerdeführerin äussern können. 2.5 Die Einigungsverhandlung wird regelmässig mit einem Augen- schein verbunden, da vor Ort oft einfacher eine gütliche Einigung ge- Seite 11A-594/2009 funden werden kann. Da es sich um einen informellen Einigungsver- such handelt, liegt es jedoch im pflichtgemässen Ermessen der Ge- nehmigungsbehörde, ob eine solche Verhandlung überhaupt durchge- führt wird oder nicht (vgl. U ELI STÜCKELBERGER /CHRISTOPH HALDIMANN , Infra- struktur und Eisenbahn, in: Heinrich Koller/Georg Müller/Thierry Tanquerel/Ulrich Zimmerli, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band IV, Verkehrsrecht, Basel 2008, hiernach: Schweizerisches Bun- desverwaltungsrecht, S. 274, Rz 29). 2.6 Vorliegend hat sich die Vorinstanz dazu entschlossen, die Eini- gungsverhandlung mit einem Augenschein zu verbinden. Über deren Ergebnis wurde unbestrittenermassen ein Beschlussprotokoll erstellt. Es kann somit nicht gesagt werden, dass überhaupt keine Einigungs- verhandlung stattgefunden habe. Vielmehr ist davon auszugehen, dass schon während des Augenscheins Gespräche stattgefunden haben. Zudem konnte der Beschwerdeführer das Beschlussprotokoll mit einer Aktennotiz ergänzen. Hinweise dafür, dass die Vorinstanz potentiell fruchtbare Gespräche unterbunden hätte, liegen nicht vor. Die Vorins- tanz hat allenfalls auf weitere Gespräche verzichtet. Dies ist ange- sichts ihres weiten Ermessens, insbesondere wenn eine Einigung aus- sichtslos erscheint, nicht zu beanstanden. 2.7 Zum Vorwurf der mangelnden Protokollierung ist schliesslich Fol- gendes anzumerken: Aus der Aktenführungspflicht ergibt sich die Pflicht der Behörden, entscheidrelevante Tatsachen und Ergebnisse zu protokollieren (vgl. dazu ausführlich A- 962/2009 vom 23. Juli 2009 E. 6.2). Gemäss Art. 49 EntG ist über die Einigungsverhandlung ein Protokoll zu führen, welches die Namen der erschienenen Beteiligten (Bst. a), die Vereinbarungen sowie die Erklärungen der Parteien über Anerkennungen, Verzichte und Rechtsvorbehalte (Bst. b) und die Un- terschriften der Verfahrensleitung sowie der Parteien, soweit sie Erklä- rungen gemäss Bst. b abgegeben haben (Bst. c), enthalten muss. Eine eigentliche Protokollierung der gemachten Äusserungen ist indessen nicht vorgesehen. Dies erklärt sich mit der soeben erörterten informel- len Natur der Einigungsverhandlung. Entscheidrelevant ist in der Regel alleine das Ergebnis der Einigungsverhandlung. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz für den Augenschein und die Einigungsverhandlung zusammen "lediglich" ein Beschluss- protokoll erstellt hat, welches die Teilnehmenden nennt (Art. 49 Bst. a EntG), das Ergebnis der Verhandlung festhält (Bst. b) und von der Ver- Seite 12A-594/2009 fahrensleitung und den Parteien unterschrieben wird (Bst. c). Ent- scheid relevante Erkenntnisse anlässlich des Augenscheins hätten ohne weiteres im Beschlussprotokoll oder einer zusätzlichen Notiz ver- merkt werden können. Da der Augenschein offensichtlich keine neuen Erkenntnisse hervorgebracht hat, wurde auch nichts vermerkt. Der Protokollierungspflicht wurde somit mit dem Beschlussprotokoll Genü- ge getan. 2.8 Die Vorwürfe betreffend Gehörsverletzung erweisen sich deshalb als unbegründet. 3. 3.1 Der Beschwerdeführer verlangt in den Rechtsschriften verschiede- ne Beweismassnahmen: - Augenschein betreffend Durchführung des Bauvorhabens; - Lärmmessung vor Ort; - Expertise durch die Eidgenössische Materialprüfungs- und For- schungsanstalt (EMPA) betreffend die Frage, ob das SEMIBEL Kurvenkreischgeräusche berücksichtigte; - unabhängiges Gutachten betreffend Lärmprognose. Unabhängig davon, ob der Beschwerdeführer seine Anträge als Be- weisanträge im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht oder als An- weisungen an die Vorinstanz im Falle einer Rückweisung verstanden haben will, gelten nachfolgende Ausführungen. 3.2 Die Wahrung des rechtlichen Gehörs verlangt grundsätzlich, die angebotenen Beweise abzunehmen. Davon darf im Sinne einer antizi- pierten Beweiswürdigung abgewichen werden, wenn aufgrund bereits abgenommener Be weise der rechtlich erhebliche Sachverhalt für ge- nügend geklärt erachtet wird und ohne Willkür vorweg die Annahme getroffen werden kann, die rechtliche Überzeugung würde durch weite- re Beweiserhebungen nicht geändert (vgl. BGE 130 II 425 E. 2.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-8728/2007 vom 8. April 2008 E. 2.2 mit Verweisen). So kann von der Erhebung eines beantragten Beweis- mittels abgesehen werden, wenn der Sachverhalt, den eine Partei be- weisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn im Voraus gewiss ist, dass der angebotene Beweis keine wesentlichen Erkenntnisse zu vermitteln Seite 13A-594/2009 vermag, oder wenn die Tatsachen bereits aus den Akten genügend er- sichtlich sind (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A- 4010/2008 vom 27. Oktober 2008 E. 5.1; KÖLZ /HÄNER , a.a.O., Rz. 320: M OSER /BEUSCH /KNEUBÜHLER , a.a.O., S. 165 Rz. 3.144). 3.3 Wie sich nachfolgend zeigen wird, gehen die rechtlich erheblichen Tatsachen mit genügender Klarheit aus den Akten hervor. Es kann ohne Willkür davon ausgegangen werden, dass weitere Beweiserhe- bungen an der rechtlichen Überzeugung nichts ändern würden. Die gestellten Beweisanträge sind deshalb abzuweisen. 4. 4.1 Der Beschwerdeführer findet die zur Genehmigung vorgelegte Va- riante 2007 an sich nicht bundesrechtskonform. Aus diesem Grund stösst er sich daran, dass die von ihm bevorzugte und angeblich bes- sere Variante 1988 der ersteren nicht gegenübergestellt und die Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen worden sind. Zwar solle sich bei der Planung von öffentlichen Werken der Aufwand für die Ausarbei- tung von Projektvarianten und Alternativen in gewissem Rahmen hal- ten. Soweit eine Lösung aber für direkt betroffene Private mit erhebli- chen Vorteilen verbunden und für die Bauherrschaft ohne jegliche Nachteile belastet sei, dürfe sie nicht ohne weiteres als unzweckmäs- sig aus dem Auswahlverfahren ausgeschieden werden. Die Kritik des Beschwerdeführers wirft die Frage auf, unter welchen Umständen und in welchem Umfang die Plangenehmigungsbehörde Projektvarianten zu prüfen hat. Er macht letztlich eine fehlerhafte Inter- essenabwägung geltend. 4.2 Dem Beschwerdeführer ist insofern zuzustimmen, als die Plange- nehmigungsbehörde in ihrem Entscheid eine umfassende Interessen- abwägung vorzunehmen hat, indem sie alle im konkreten Fall relevan- ten Interessen ermittelt, bewertet und gegeneinander abwägt, um so- dann zu entscheiden, welcher der möglichen Varianten der Vorzug zu geben ist. Die Interessenabwägung ist eine Argumentationstechnik zur kontrollierten Konkretisierung von rechtlich vermittelten Handlungs- spielräumen. Sie führt von der offenen Norm zur fallbezogenen Ent- scheidung, indem sie alle in der Sache erheblichen Gesichtspunkte nach einem bestimmten Muster verarbeitet und dabei dem Ziel ver- pflichtet bleibt, diese Gesichtspunkte in optimaler Weise zu berück- sichtigen. Eine Interessensabwägung ist immer dort vorzunehmen, wo die anzuwenden Normen besonders viele und besonders weite Hand- Seite 14A-594/2009 lungsspielräume enthalten, sodass die üblichen Hilfsgrössen eines pflichtgemässen Ermessensgebrauchs (Sinn und Zweck des Geset- zes, Beachtung von Verhältnismässigkeit usw.) nicht genügen. Dies ist typischerweise im Planungs- und Umweltrecht der Fall (vgl. PIERRE TSCHANNEN /ULRICH ZIMMERLI , Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, § 26 Rz. 34 ff.). Zu beachten ist dabei aber, dass der Vergleich verschiedener Lösun- gen nur dann angezeigt ist, wenn die Varianten, die einander gegen- übergestellt werden, echte Alternativen sind, d.h. sie müssen realis- tisch und einigermassen ausgereift sein. Zudem sind nur dort Varian- ten zu prüfen, wo tatsächlich auch ein Konflikt mit den einschlägigen Vorschriften zu erkennen ist. Nicht verlangt werden kann hingegen, dass alle in Betracht fallenden Alternativen im Detail projektiert wer- den. So dürfen insbesondere Varianten, die mit erheblichen Nachteilen belastet sind, schon nach einer ersten summarischen Prüfung aus dem Auswahlverfahren ausscheiden. Die Vorinstanz hat als Genehmi- gungsbehörde primär die zur Diskussion gestellten Varianten und die dagegen gerichteten Einwände zu prüfen; selber weitere Lösungen er- arbeiten muss sie dagegen in der Regel nicht (vgl. Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts A-1835/2006 vom 4. Juli 2007 E. 5; Entscheid der Rekurskommission des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation [REKO UVEK] A-2004-151 vom 14. Dezember 2005 E. 6.1 mit Hinweisen). 4.3 Vorliegend schlägt der Beschwerdeführer ein teilweise bereits ausgearbeitetes, aber später fallen gelassenes Vorprojekt zum Ver- gleich vor, welches nicht von vornherein als unrealistisch und unaus- gereift bezeichnet werden kann. Und dennoch hat die Vorinstanz Bun- desrecht nicht verletzt, indem sie die Vor- und Nachteile der beiden Projekte nicht im Einzelnen gegeneinander abgewogen, sondern sich auf eine summarische Prüfung und auf die Feststellung, dass die vor- gelegte Variante 2007 bundesrechtskonform ist, beschränkt hat. Im Plangenehmigungsverfahren muss nicht jede, möglicherweise auch bundesrechtskonforme Variante dem vorgelegten Projekt gegenüber- gestellt werden. Bei jedem Bauprojekt sind regelmässig mehrere bun- desrechtskonforme Varianten denkbar. Der Entscheid, welche von mehreren bundesrechtskonformen Varianten umgesetzt wird, liegt grundsätzlich im Ermessen der Planungsbehörde und wird regelmäs- sig durch die politischen Entscheidungsträger vorgeprägt. Sind keine Seite 15A-594/2009 Anhaltspunkte für eine fehlerhafte Feststellung des Sachverhaltes er- kennbar, wird dieser Ermessensentscheid im gerichtlichen Überprü- fungsverfahren mit einer gewissen Zurückhaltung überprüft (vgl. nach- folgend E. 4.4) und im Wesentlichen nur noch abgeklärt, ob alle be- rührten Interessen ermittelt und beurteilt sowie die möglichen Auswir- kungen der Entscheidung berücksichtigt worden sind (TSCHANNEN / ZIMMERLI , a.a.O., § 26 Rz. 39 f.). Die Feststellung, dass ein vorgelegtes Projekt bundesrechtskonform ist, kann die Prüfung anderer Varianten damit ohne weiteres ausschliessen, da die Einhaltung von Bundesrecht geradezu impliziert, dass den berührten Interessen genügend Rechnung getragen wurde. Bestreitet dies der Beschwerdeführer, muss er konkret aufzuzeigen, inwiefern das vorgelegte Projekt Bundesrecht verletzt. Die Gegenüberstellung eines ganz anderen Projekts kann – so wie die vom Beschwerdeführer vorgeschlagene Variante 1988 – nicht verlangt werden. Vielmehr sind erst im Falle einer Rechtsverletzung Varianten zu prüfen, die konkret auf die Behebung eines festgestellten Konflikts zielen (z.B. die Errichtung einer Lärmschutzmauer, wenn die Grenzwerte nicht eingehalten sind). Wie sich nachfolgend zeigen wird, verletzt das vorgelegte Projekt aber kein Bundesrecht. Es stehen ihm keine derart gewichtigen Interessen gegenüber, die es rechtfertigen würden, weitere Varianten, insbesondere die Variante 1988, zu prüfen. 4.4 Das Bundesverwaltungsgerichts überprüft die Interessensabwä- gung als Rechtsfrage grundsätzlich frei (Art. 49 VwVG). Bei Plange- nehmigungsentscheiden auferlegt es sich – wie eben aufgezeigt – al- lerdings einer gewissen Zurückhaltung, soweit es die Sachverhaltser- mittlung und die Ausübung des vorinstanzlichen Verwaltungsermessen zu beurteilen hat. 4.4.1Zurückhaltung bei der Sachverhaltsermittlung ist insbesondere dann angezeigt, wenn technische Fragen zu beurteilen sind und wenn der Entscheid der Vorinstanz mit Amtsberichten bzw. Stellungnahmen der Fachstellen des Bundes übereinstimmt. Sachkundige Auskünfte ei- ner Amtsstelle werden nur dann inhaltlich überprüft und es wird nur dann von ihnen abgewichen, wenn dafür stichhaltige Gründe, also etwa offensichtliche Mängel oder innere Widersprüche, gegeben sind (KÖLZ /HÄNER , a.a.O., Rz. 290; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-2422/2008 vom 18. August 2008 E. 7.2). Allerdings muss sicherge- stellt sein, dass das Gericht auch Verwaltungsentscheide, die überwie- Seite 16A-594/2009 gend auf Ermessen beruhen, wirksam überprüfen kann (Urteil des Bundesgerichts 1C_309/2007 vom 29. Oktober 2008 E. 2.1.1 mit Hin- weisen; Urteil des Bundesverwaltungsgericht A-3029/2008 vom 18. Juni 2009 E. 1.4). Es ist ohne weiteres zulässig, bei der Prüfung naturwissenschaftlicher und technischer Fragen auf die Berichte und Stellungnahmen der vom Gesetzgeber beigegebenen sachkundigen Instanzen abzustellen. Ergänzende Beweiserhebungen in Form von Expertisen sind denn auch nur ausnahmsweise und nur dort vorzuneh- men, wo die Klärung der umstrittenen Sachverhaltsfrage für die rechtli- che Beurteilung unabdingbar ist (Urteil des Bundesgerichts 1E.1/2006 vom 12. April 2006 E. 5 mit weiteren Hinweisen; Urteile des Bundes- verwaltungsgerichts A-3029/2008 vom 18. Juni 2009 E. 1.4 und A-4122/2007 vom 27. Oktober 2008 E. 4.2, Letzteres bestätigt durch die Urteile des Bundesgerichts 1C.544/2008, 1C.548/2008 und 1C.550/2008 vom 27. August 2009). 4.4.2Bei der Ermessensausübung belässt das Bundesverwaltungsge- richt der Vorinstanz somit einen gewissen Spielraum und weicht nicht leichthin von deren Beurteilung ab, wenn, wie vorliegend, die Vorins- tanz als Fachbehörde mit den tatsächlichen Verhältnissen besser ver- traut ist und sich technische Fragen stellen (vgl. BGE 133 II 35 E. 3 so- wie Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für Infrastruk- tur und Umwelt [REKO/INUM] vom 8. September 2005, A-2005-36, E. 4). Insbesondere ist das Bundesverwaltungsgericht gemäss bundesge- richtlicher Rechtsprechung weder Oberplanungsbehörde noch Auf- sichtsinstanz in Umweltschutzsachen. Als richterliche Behörde darf es daher nicht sein eigenes Gutdünken an die Stelle des Ermessens der fachkundigen Verwaltungsbehörde setzen. Dies insbesondere dann, wenn einerseits mehrere Lösungen möglich und rechtmässig erschei- nen, andererseits Spielraum für Verwaltungsermessen besteht (vgl. BGE 129 II 331 E. 3.2; Urteil des Bundesverwaltungsgericht A-5646/2008 vom 13. August 2009 E. 8.3; M OSER /BEUSCH /KNEUBÜHLER , a.a.O., Rz. 2.156). 5. Nach Auffassung des Beschwerdeführers entspricht das vorgelegte Projekt insbesondere nicht den lärmrechtlichen Vorschriften des Bun- des. 5.1 Da die vorliegende Änderung gemäss Anhang 2 der Verordnung vom 14. November 2001 über die Lärmsanierung der Eisenbahnen Seite 17A-594/2009 (VLE, SR 742.144.1) nicht im Emissionsplan 2015 berücksichtigt ist, richtet sich die lärmrechtliche Beurteilung nicht nach den spezialge- setzlichen Sanierungsvorschriften, sondern gemäss Art. 4 VLE nach der Lärmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV, SR 814.41). 5.2 Bei dem von der Beschwerdegegnerin geplanten Bauvorhaben handelt es sich um die Änderung einer bestehenden ortsfesten Anlage (zum Begriff vgl. Art. 7 Abs. 7 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Okto- ber 1983 [USG, SR 814.01] und Art. 2 Abs. 1 LSV). Wird eine beste- hende Anlage wesentlich geändert, so müssen die Lärmemissionen der gesamten Anlage mindestens so weit begrenzt werden, dass die Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden (Art. 8 Abs. 2 LSV). Im Gegensatz zu Neuanlagen, welche grundsätzlich die Planungswer- te nicht überschreiten dürfen, geniessen bestehende Anlagen, die we- sentlich geändert werden, mit den höheren Immissionswerten eine ge- nerelle Erleichterung, ohne dass ein überwiegendes öffentliches Inter- esse an der Anlage oder eine unverhältnismässige Belastung des Pro- jekts nachgewiesen werden müsste (Art. 25 Abs. 2 USG; vgl. ADRIAN W ALPEN , Bau und Betrieb von zivilen Flughäfen: unter besonderer Be- rücksichtigung der Lärmproblematik um den Flughafen Zürich, Zürich 2005, S. 274). Als wesentliche Änderungen ortsfester Anlagen gelten Umbauten, Er- weiterungen und vom Inhaber der Anlage verursachte Änderungen des Betriebs, wenn zu erwarten ist, dass die Anlage selbst oder die Mehrbeanspruchung bestehender Verkehrsanlagen wahrnehmbar stär- kere Lärmimmissionen erzeugen (Art. 8 Abs. 3 LSV). Die Zunahme der Lärmimmission wird in jedem Fall dann als wahrnehmbar angesehen, wenn der Beurteilungs-Emissionspegels Lr, e um mehr als 2 dB(A) zu- nimmt. Liegt die Zunahme zwischen 1 und 2 dB(A), gilt sie nur dann als wahrnehmbar, wenn die gesamte Verkehrsmenge für die Tages- oder Nachtperiode mindestens um 25% erhöht wird. Liegt die Zunah- me unter 1 dB(A), gilt sie in keinem Fall als wahrnehmbar (Weisung Nr. 4 BAV/BUWAL vom 25. Februar 1992; Urteil des Bundesgerichts 1A.275/2004 vom 26. Mai 2005 E. 3.2; BVGE 2007/1 E. 3.5; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-5155/2008 vom 4. November 2008 E. 5.1 und A-4207/2007 vom 26. Februar 2008 E. 5.2). 5.3 Auf Anregung des BAFU hin hat die Instruktionsrichterin eine ge- nauere Ermittlung der Lärmbelastung auf der am meisten exponierten Seite 18A-594/2009 Parzelle Z des Beschwerdeführers angeordnet. Die in der Folge von der Beschwerdegegnerin bzw. von externen Experten durchgeführten Berechnungen ergaben eine gegenwärtige Lärmbelastung von 52.6 dB(A) am Tag und 40.9 dB(A) in der Nacht (vgl. Stellungnahme der Be- schwerdegegnerin vom 23. April 2009, S. 4, Beilage 2). Die Prognose für die Lärmbelastung nach Abschluss des Bauvorhabens im Jahr 2011 sagt im pessimistischsten Fall („Worst-Case-Szenario“) einen Beurteilungspegel von 56.2 dB(A) am Tag und 43.4 dB(A) in der Nacht voraus (vgl. Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 10. Juni 2009, S. 4, Beilage 1). 5.4 Gemäss den erwähnten Berechnungen ist somit maximal eine Er- höhung der Lärmbelastung von 3.6 dB(A) (Differenz von 52.6 dB(A) am Tag im Jahr 2006 und 56.2 dB(A) im Jahr 2011) auf der am meis- ten exponierten Parzelle Z des Beschwerdeführers zu erwarten. Eine solche Zunahme wird nach dem Gesagten als wahrnehmbar beurteilt, weshalb das geplante Bauvorhaben als wesentliche Änderung einer bestehenden Anlage zu qualifizieren ist (Art. 8 Abs. 3 LSV). Die Lärm- emissionen der gesamten Anlage müssen folglich mindestens so weit begrenzt werden, dass die Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden (Art. 8 Abs. 2 LSV). Da die Parzelle Z in einer Wohnzone mit Empfindlichkeitsstufe II liegt, betragen die Immissionsgrenzwerte für den Tag 60 dB(A) und für die Nacht 50 dB(A) (vgl. Anhang 4 LSV i.V.m. Art. 43 Abs. 1 Bst. b LSV). Diese Werte werden bei der prognostizierten Belastung von 56.2 dB(A) am Tag und 43.4 dB(A) in der Nacht eingehalten. 6. Der Beschwerdeführer stellt diese Lärmprognose indes in Bezug auf das prognostizierte Verkehrsaufkommen (E. 6.1) und in Bezug auf die Lärmberechnungsmethode (E. 6.2) in Frage. 6.1 6.1.1Der Beschwerdeführer macht geltend, es sei von einem zu tiefen Verkehrsaufkommen ausgegangen worden. Die Vorinstanz habe eine korrekte und umfassende Prüfung unterlassen und sich lediglich auf die Aussage der Beschwerdegegnerin gestützt, wonach der projektier- te Ausbau den mittel- und längerfristigen Bedürfnissen genüge. Beim geplanten Bauvorhaben handle es sich nicht nur um eine Erwei- terung für die Stadtbahn S2 (nachfolgend: S-Bahn), sondern auch um Seite 19A-594/2009 ein wichtiges Stück Infrastrukturerweiterung für den Bahnbetrieb der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) sowie des Verkehrsver- bundes Innerschweiz. Es sei nur die Verkehrszunahme der S-Bahn, nicht aber diejenige durch die überregionalen und internationalen Per- sonenzüge nach Inbetriebnahme der NEAT berücksichtigt worden. Zu- dem sei auch bei der S-Bahn bloss von einer Verkehrszunahme basie- rend auf der Einführung des ½-Stunden-Taktes ausgegangen worden, obwohl der kantonale Richtplan bis 2016 die Einführung des ¼-Stun- den-Taktes auf dem S-Bahn-Netz vorsehe. Schliesslich könne entge- gen den Behauptungen der Beschwerdegegnerin nicht davon ausge- gangen werden, dass die Güterzüge abnehmen würden. Bekanntlich stünden mit dem bereits genehmigten Ausbau der Axenstrasse und den dortigen Tunnelbauten, mit der SBB-Tunnel-Umfahrung Flüelen und der Urner NEAT-Berg-Lang-Variante über die nächsten Jahrzehnte hinweg weitere Projekte an, die erhebliche Aushubtransporte notwen- dig machten. 6.1.2Die Beschwerdegegnerin hält diesen Vorwürfen entgegen, das vorliegend interessierende Bauvorhaben diene primär dem Zweck, das vom Kanton Zug bestellte, zusätzliche Regionalzugsangebot führen zu können. Mit der bestehenden Infrastruktur könnten auf der betroffenen Zuglinie ohne weitere Doppelspurausbauten die Zugzahlen nicht we- sentlich gesteigert werden. Zudem verlaufe die Entwicklung der Zug- zahlen sehr dynamisch, da sie von verschiedenen Faktoren wie der wirtschaftlichen Entwicklung einer Region abhingen. Auf die Darlegung von möglichen zukünftigen Verkehrsszenarien könne im vorliegenden Verfahren verzichtet werden. Realistische Verkehrsprognosen seien einzig und allein im Zusammenhang mit der ordentlichen Lärmsanie- rung festzulegen (vgl. Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 10. Juni 2009, S. 6). Sowohl die Vorinstanz wie auch das BAFU schliessen sich dieser Be- urteilung an. Das BAFU hält ausdrücklich fest, es sehe vorliegend kei- nen Grund, von den Annahmen der Beschwerdegegnerin abzuweichen (vgl. Vernehmlassung des BAFU vom 20. Mai 2009, S. 2). 6.1.3Die Immissionsgrenzwerte dürfen weder von der Anlage selber noch von deren betrieblichen Mehrbeanspruchung überschritten wer- den (Art. 8 Abs. 2 i.V.m. Art. 9 Bst. a LSV). Bestehen Zweifel, ob die Grenzwerte eingehalten werden können, ist eine Lärmprognose anzu- ordnen (Art. 25 Abs. 1 USG). Wie die Beschwerdegegnerin diesbezüg- Seite 20A-594/2009 lich richtig ausführt, kann nicht verlangt werden, dass alle zukünftigen Verkehrsszenarien durchgespielt werden. Die Entwicklung des Ver- kehrsaufkommens der nächsten Jahre ist von verschiedenen, schwer vorhersehbaren Faktoren wie der wirtschaftlichen und politischen Ent- wicklung, von Umwelteinflüssen und den zur Verfügung stehenden fi- nanziellen Mitteln abhängig. Aufgrund dieser naturgegebenen Unge- nauigkeiten entziehen sich Prognosen denn auch weitgehend der Kri- tik, soweit sie sich nicht schon im Laufe des Bewilligungsverfahrens als offensichtlich und erheblich unrichtig herausstellen. Diese Unzu- länglichkeiten sind hinzunehmen, solange sich die getroffenen Annah- men nicht als unbrauchbar erweisen und es daher an der vom Gesetz geforderten vollständigen Sachverhaltsabklärung fehlt (vgl. BGE 126 II 522 E. 14; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6985/2007 vom 10. Juli 2008 E. 3.2). Aus diesen Gründen muss es genügen, wenn die Prognose auf das konkrete Projekt und dessen vorhersehbaren Aus- wirkungen beschränkt wird. In zeitlicher Hinsicht bedeutet dies, dass das Verkehrsaufkommen unmittelbar vor Ausführung des Bauvorha- bens mit demjenigen unmittelbar nach Inbetriebnahme der geänderten Anlage zu vergleichen ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgericht A-4207/2007 vom 26. Februar 2008 E. 5.3 mit Hinweisen). 6.1.4Es ist somit vorliegend nicht zu beanstanden, wenn die Ver- kehrsprognose der Beschwerdegegnerin "nur" diejenigen zusätzlichen Züge berücksichtigt, die im Zusammenhang mit dem Projekt tatsäch- lich geplant sind und das Verkehrsaufkommen des Jahres 2006 mit dem geplanten im Jahr 2011 vergleicht. Gemäss Umweltbericht vom 30. Juni 2007 beträgt die geplante Zunahme auf dem Abschnitt von der Haltestelle Lindenpark bis zu Haltestelle in Oberwil täglich 30 S- Bahnzüge und auf dem Abschnitt von der Haltestelle in Oberwil bis zur Haltestelle in Walchwil täglich 23 S-Bahnzüge. An der Richtigkeit der Prognose ändert auch nichts, dass im kantona- len Richtplan die Einführung des ¼-Stunden-Taktes vorgesehen ist. Richtpläne sind einstweilen festgehaltene "Etappen" im stetig voran- schreitenden und sich erneuernden Prozess der Konkretisierung raumwirksamer Aufgaben (vgl. PETER HÄNNI , Planungs-, Bau- und be- sonderes Umweltschutzrecht, 5. Aufl., Bern 2008, S. 100). Der Richt- plan ist nicht rechtsetzend; weder räumt er natürlichen oder juristi- schen Personen Rechte ein noch auferlegt er ihnen Pflichten, die ihre Grundlage nicht schon in Vorschriften des Gesetzes- oder Verfas- Seite 21A-594/2009 sungsrechts finden (vgl. H ÄNNI , a.a.O., S. 98 f.). Dies ist – wie sich auch im vorliegenden Fall zeigt – sinnvoll. Gemäss den nachvollziehbaren Darlegungen der Beschwerdegegnerin würde auf der betroffenen Zuglinie eine zusätzliche Leistungssteige- rung weitere Doppelspurausbauten erfordern. Die Einführung des ¼- Stunden-Taktes bedürfte somit eines weiteren Infrastrukturausbaus, dessen Realisierung insbesondere aus politischen und finanziellen Gründen heute noch ungewiss ist. Angesichts dieser Unsicherheiten kann von der Beschwerdegegnerin nicht verlangt werden, dass sie beim vorliegenden Bauvorhaben die möglichen zukünftigen Entwick- lungen in dem vom Beschwerdeführer geforderten Mass berücksich- tigt. Die durch die allfällige Einführung des ¼-Stunden-Taktes zu er- wartenden Emissionen wären zudem erst in der Plangenehmigung des konkreten Projekts zu berücksichtigen und sind damit nicht Gegen- stand des vorliegenden Verfahrens. 6.1.5Auf die Einwände betreffend Güterverkehr ist grundsätzlich nicht einzutreten, da der Beschwerdeführer diese erst anlässlich des Be- schwerdeverfahrens vorgebracht hat (vgl. E. 1.4.2). Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass die Argumentation der Beschwerdegegnerin über- zeugend ist und die Mutmassungen des Beschwerdeführers diese nicht als offensichtlich mangelhaft oder widersprüchlich erscheinen lassen. In Anwendung der vorliegend gebotenen Zurückhaltung bei der Überprüfung des Sachverhalts (vgl. E. 4.4.1) wären die diesbezügli- chen Einwände somit abzuweisen. 6.1.6Im Ergebnis ist die Verkehrsprognose nicht zu beanstanden. Dies umso weniger, als die Beschwerdegegnerin ihre eigenen Kapazi- tätsbedürfnisse am besten zu beurteilen vermag und ihr sowohl die Vorinstanz wie auch das BAFU als Fachbehörde in diesem Punkt ge- folgt sind. Wie bereits erwähnt, auferlegt sich das Bundesverwaltungs- gericht bei fachspezifischen Sachverhaltsfragen eine gewisse Zurück- haltung, wenn die Vorinstanz über ein besonderes Fachwissen verfügt und ihr Entscheid mit der Meinung der angehörten Fachbehörde über- einstimmt. Die Rüge des Beschwerdeführers an der Verkehrsprognose erweist sich somit als unbegründet. Seite 22A-594/2009 6.2 6.2.1Der zweite Kritikpunkt an der Lärmprognose betrifft die ange- wandte Berechnungsmethode. Der Beschwerdeführer rügt im Wesent- lichen, die vorgenommenen Lärmberechnungen seien nur minimal do- kumentiert und könnten teilweise nicht nachvollzogen werden. Es sei beispielsweise nicht klar, ob Brems- und Anfahrtsgeräusche berück- sichtigt worden seien. Das verwendete schweizerische Emissions- und Immissionsmodell für die Berechnung von Eisenbahnlärm (SEMIBEL) sei nicht in der Lage, die bestehende Situation korrekt abzubilden, da es Kurvenkreischen und Bremsgeräusche nicht berücksichtige. Zudem müsste auch die Emissionszunahme durch die Weichen berücksichtigt werden. 6.2.2Mit Bezug auf die Rechtsprechung der ehemaligen Rekurskom- mission für Infrastruktur und Umwelt (REKO/INUM) weist die Be- schwerdegegnerin darauf hin, dass das Berechnungsmodell SEMIBEL den gesetzlichen Anforderungen genüge. Lärmmessungen seien nur dann notwendig, wenn spezielle Situationen vorherrschten. Hingegen könne Kurvenkreischen mit SEMIBEL abgebildet werden. 6.2.3Die Lärmimmissionen werden als Beurteilungspegel Lr oder als Maximalpegel Lmax anhand von Berechnungen oder Messungen er- mittelt (Art. 38 Abs. 1 LSV). Der Beurteilungspegel Lr für Eisenbahn- lärm wird nach Ziffer 31 Anhang 4 LSV aus den Teilbeurteilungspegeln für Fahrlärm (Lr1) und Rangierlärm (Lr2) berechnet. Die ehemalige REKO/INUM hat in ihrer Rechtsprechung bestätigt, dass das Berech- nungsmodell SEMIBEL den gesetzlichen Anforderungen an Verfahren zur Berechnung von Lärmimmissionen gemäss Anhang 2 LSV ent- spricht (vgl. Entscheid der REKO/INUM A-2002-60 vom 17. Dezember 2003 E. 7.1). In einem richtungsweisenden Entscheid hat die Rekurs- kommission aber gestützt auf Expertengutachten (insbesondere der EMPA) festgestellt, dass das ab einem bestimmten Kurvenradius mög- liche Kurvenkreischen wegen dessen Tonhaltigkeit mittels der in Ziff. 31 Abs. 2 Anhang 4 LSV vorgesehenen Berechnungsmethode nicht störungsgerecht abgebildet wird, weshalb Ziff. 33 Abs. 2 Anhang 4 LSV betreffend die Pegelkorrektur K2 für den Rangierlärm analogie- weise anzuwenden sei. Dies führt je nach den Umständen zu einem Zuschlag zwischen 0 und +8 dB(A) zu dem mit SEMIBEL errechneten Beurteilungspegel (vgl. ausführlich Entscheid der REKO/INUM A-2003-2 vom 15. Dezember 2004 E. 6.3, E. 6.4 und E. 6.6.2). Seite 23A-594/2009 6.2.4Gemäss den Fachberichten kann für die Parzelle Z Kurvenkrei- schen nicht gänzlich ausgeschlossen werden, da die geplante Linien- führung Kurvenradien von 275 m und 304 m aufweist. Aus diesem Grund wurde auf Antrag des BAFU eine separate Lärmberechnung durchgeführt, die sowohl das Kurvenkreischen wie auch die Weichen mit einem Zuschlag berücksichtigte. Daraus resultierte, dass selbst bei pessimistischen Annahmen (mehr Güterverkehr und Zuschlag von 7 dB(A) für Kurvenkreischen) die Immissionsgrenzwerte eingehalten werden (vgl. Umweltbericht vom 30. Juni 2007, S. 8; Stellungnahme des BAFU vom 20. Mai 2009, S. 2; Vernehmlassung der Beschwerde- gegnerin vom 23. April 2009, Beilage 2). Das BAFU erachtete diese Lärmermittlung in seiner abschliessenden Vernehmlassung vom 8. Juli 2009 als korrekt. Es gibt keinen Grund, an dieser Beurteilung zu zwei- feln. 6.3 Dem Beschwerdeführer ist somit insofern Recht zu geben, als SE- MIBEL Kurvenkreischen nicht störungsgerecht abbildet. Diesem Um- stand wurde aber vorliegend mit einer Pegelkorrektur angemessen Rechnung getragen, weshalb sich die Lärmberechnungen als ein- wandfrei erweisen. Es kann also auf die Lärmprognose der Beschwer- degegnerin (vgl. E. 5.3) abgestellt und gestützt darauf festgestellt wer- den, dass die Immissionsgrenzwerte (Art. 8 Abs. 2 LSV) eingehalten sind. Damit erweist sich auch die Rüge an der Lärmberechnung im Er- gebnis als unbegründet. 7. 7.1 Als weiterer, lärmrechtlicher Einwand bringt der Beschwerdeführer schon in seiner Einsprache vom 24. September 2007 vor, die Be- schwerdegegnerin sei anzuhalten, beim Bau die Schallemissionen durch entsprechende Konstruktionen und verwendete Materialien opti- mal nach den Möglichkeiten der heutigen Baukunst (Schwellenmateri- al, Unterbau, "Flüsterschiene" etc.) zu minimieren, sofern sie wirt- schaftlich tragbar seien. Damit beruft sich der Beschwerdeführer auf das umweltrechtliche Vorsorgeprinzip. 7.2 Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer anlässlich des Einsprach- verfahrens gemachten Stellungnahme vom 10. Januar 2008 dazu aus, dass das Schwellenmaterial (Beton/Holz/Stahl) nach dem anerkannten Stand der Technik keinen Einfluss auf die Schallemissionen habe. Für den Unterbau sei das Schienenprofil IV geplant, welches im Gegen- satz zum Schienenprofil VI einen um 3 dB(A) tieferen Emissionswert Seite 24A-594/2009 aufweise. Die vom Beschwerdeführer vorgeschlagene Flüsterschiene sei zwar schon bei Strassenbahnen, nicht jedoch bei Vollbahnen mit einer zulässigen Achslast von 22.5 t eingesetzt worden. Neuartige Fahrbahnoberbaukomponenten dürften nur soweit eingesetzt werden, als die sicherheitsrelevanten Anforderungen vorbehaltslos eingehalten werden könnten. Bevor demzufolge neue Produkte zur Anwendung kä- men, müsse ein Typenzulassungsverfahren durchgeführt werden. Die vorgesehenen Bauelemente würden somit dem Stand der Technik ent- sprechen und hätten keine negativen Auswirkungen auf den Eisen- bahnlärm. 7.3 Unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung sind im Rah- men der Vorsorge die Lärmemissionen der neuen oder geänderten An- lageteile so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich mög- lich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 8 Abs. 1 LSV i.V.m. Art. 11 Abs. 1 und 2 USG ). "Unabhängig von der bestehenden Umweltbelas- tung" bedeutet, dass trotz Einhaltung der Belastungsgrenzwerte die Emissionen an der Quelle möglichst zu begrenzen sind und die Grenz- werte nicht einfach ausgeschöpft werden dürfen (vgl. ALEXANDER ZÜRCHER , Die vorsorgliche Emissionsbegrenzung nach dem Umwelt- schutzgesetz, in: Alfred Kölz/Heribert Rausch, Schriftreihe zum Um- weltrecht, Band 11, Zürich 1996, §6, S. 161). Die Formulierung des Vorsorgegrundsatzes ist eine Konkretisierung des Verhältnismässig- keitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV), weshalb im Rahmen der Vorsorge nur Massnahmen verlangt werden können, die zu Emissionsbegrenzung geeignet und notwendig sind. Zudem soll der angestrebte Zweck in ei- nem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die den Pri- vaten auferlegt werden, d.h. die Massnahme muss zumutbar sein (U LRICH HÄFELIN /GEORG M ÜLLER /FELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungs- recht, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 581). Als "technisch mög- lich" gilt das, was zur Zeit dem in der Fachwelt vorhandenen Niveau entspricht. Der Ausdruck "betrieblich möglich" hat kaum eigenständige Bedeutung, ist im Zusammenhang mit dem "technisch möglichen" aber so zu verstehen, dass die Technologie betrieblich erprobt und umsetz- bar sein muss. Das Kriterium der wirtschaftlichen Tragbarkeit ist schliesslich eine Konkretisierung des Zumutbarkeitserfordernisses (vgl. zum Ganzen, ANDRÉ SCHRADE /THEO LORETAN , in: Vereinigung für Um - weltrecht/Keller [Hrsg.], Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. Aufl., Zürich 2004, Rz. 19 ff. zu Art. 11 Abs. 2 USG) . Seite 25A-594/2009 7.4 Gemäss den Ausführungen der Beschwerdegegnerin entspricht das Bauvorhaben dem Stand der Technik. Sie legt nachvollziehbar dar, dass an der Baumaterialwahl nichts auszusetzen sei und weshalb die technische Umsetzbarkeit von sog. "Flüsterschienen" für Vollbahnen heute noch ungewiss sei. Weder die mit den fachspezifischen Fragen besser vertraute Vorinstanz noch das BAFU haben diese Auffassung in Frage gestellt. Auch der Beschwerdeführer bringt keine stichhaltigen Gründe vor, die am Stand der Technik des vorliegenden Bauvorhabens zweifeln liessen. Ist aus technischer und betrieblicher Sicht keine wei- tere vernünftige Reduktion der Emissionen ersichtlich, wird die Frage der wirtschaftlichen Tragbarkeit hinfällig. Das vorgelegte Projekt hält somit auch vor dem Vorsorgegrundsatz stand. 7.5 Im Ergebnis erweisen sich die lärmrechtlichen Rügen gesamthaft als unbegründet. 8. Schon in seiner Einsprache vom 24. September 2007 brachte der Be- schwerdeführer zudem raumplanungsrechtliche Einwände vor. 8.1 Die Variante 1988 gewähre einen besseren Zugang zum Naherho- lungsgebiet in Oberwil-Nord. Dank Tunnelierung würde das wegfallen- de Trassee ausgezeichnetes Siedlungsgebiet schaffen, anstatt Bau- land zu vernichten. Zudem könne dann endlich die überdimensionierte Stolzengrabenstrasse ihrem Zweck entsprechend als Erschliessungs- strasse genutzt werden. Zusammenfassend bringt er vor, die Variante 1988 diene der haushälterischen Nutzung des Bodens und der lang- fristigen und nachhaltigen Siedlungsentwicklung besser als die Varian- te 2007. Damit beruft sich der Beschwerdeführer auf die Raumpla- nungsgrundsätze. 8.2 Die Vorinstanz weist in der Plangenehmigung vom 12. Dezember 2008 darauf hin, dass die Linienführung im Bereich der beschwerde- führerischen Grundstücke unverändert bleibe und aus seiner Be- schwerde nicht hervorgehe, inwiefern das Bauvorhaben gegen das geltende Raumplanungsrecht des Bundes verstosse. 8.3 Das Raumplanungsrecht lässt den Planungsbehörden weite und rechtlich kaum näher bestimmte Gestaltungsspielräume. Solche Hand- lungsfreiheiten sind unerlässlich, da der Planungsvorgang immer wie- der von neuem einzigartig ist und sich kaum generell-abstrakt festle- gen und unter eine Norm subsumieren lässt (H ÄNNI , a.a.O., S. 80). Die Seite 26A-594/2009 beschriebene Zurückhaltung in der Ermessenskontrolle (vgl. E. 4.4) ist somit bei der Überprüfung von raumplanerischen Entscheiden beson- ders ausgeprägt. 8.4 Das Hauptziel des Raumplanungsrechts besteht darin, eine zweckmässige und haushälterische Nutzung des Bodens und eine ge- ordnete Besiedlung des Landes zu gewährleisten (Art. 75 Abs. 1 BV und Art. 1 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG, SR 700). Die Instrumente des Raumplanungsrechts sind die Konzepte und Sachpläne des Bundes, der kantonale Richtplan, der alle raumwirksamen Tätigkeiten koordiniert und die örtlichen Nut- zungspläne, welche die zulässige Bodennutzung parzellenscharf mit- tels Zonen festlegen. 8.5 Aus den Akten geht hervor, dass die Planvorlage der Beschwerde- führerin vollständig in der bestehenden Richt- und Nutzungsplanung aufgeht. Im Einflussbereich der Parzellen des Beschwerdeführers be- wegen sich die baulichen Veränderungen innerhalb der bestehenden Baulinien, d.h. sein Land wird nicht tangiert. Insbesondere die Zonen- konformität des Projekts steht ausser Frage. Damit beinhaltet die Plan- vorlage keine neuen raumplanerischen Veränderungen, die nicht schon mit den bestehenden Plänen beschlossen worden wären. Die entsprechende durch die Raumplanung bedingte Interessensabwä- gung hat beim Erlass der bestehenden Pläne bereits stattgefunden. Dementsprechend hat weder das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) noch die zuständige Behörde des Kantons Zug aus raumplane- rischer Sicht Einwände gegen das Projekt vorgebracht. Der Vorinstanz ist deshalb zuzustimmen, wenn sie ausführt, aus raum- planerischer Sicht seien keine Rechtsverletzungen erkennbar, die eine Prüfung von Varianten verlangen würden. Die Kritik des Beschwerde- führers erscheint vor diesem Hintergrund pauschal und allgemein. Er führt vor allem aus, weshalb die von ihm bevorzugte Variante 1988 raumplanerische Vorteile brächte, ohne aber substantiiert darzulegen, inwiefern die Variante 2007 nicht vor dem Raumplanungsrecht stand- halten würde. 8.6 Es gibt somit keine stichhaltigen Gründe, in das raumplanerische Ermessen der Vorinstanz einzugreifen, zumal das Projekt zweifellos rechtskonform ist. Wie bereits erwähnt, ist das Bundesverwaltungsge- richt nicht Oberplanungsbehörde. Die raumplanungsrechtlichen Rügen erweisen sich somit als unbegründet und sind abzuweisen. Seite 27A-594/2009 9. 9.1 Der Beschwerdeführer hält auch an seiner Rüge betreffend nicht- ionisierender Strahlung fest. Seine Parzellen Z und T seien im Umwelt- bericht und im Bericht "Beurteilung der Emissionen von nicht ionisie- render Strahlung für Fahrleitungen Kreuzungsstation Oberwil km 2.772 – 3.356" als nicht existent übergangen worden. Gemäss demselben Bericht seien die Anlagegrenzwerte auch in den unüberbauten Bauzo- nen einzuhalten. In der oben auf Seite 4 stehenden Tabelle sei min- destens die Bauparzelle Z zu ergänzen. 9.2 Die Vorinstanz verweist diesbezüglich auf die Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 10. Januar 2008. Diese bestreitet nicht, dass die Parzelle Z in der genannten Tabelle fehle. Unter der Annah- me, dass auf der Parzelle ein Gebäude mit dem minimalen Bauab- stand von 5 m zur SBB-Parzelle erstellt würde, wäre mit einer magneti- schen Flussdichte von ≤ 0.8 µT zu rechnen. Dies bedeutet, dass der Anlagegrenzwert auch auf dieser Parzelle sicher eingehalten sei. Die im Standortdatenblatt vorgenommene Beurteilung sei nach wie vor gültig. 9.3 Aus der systematischen Darstellung der Beschwerdeschrift geht nicht klar hervor, ob der Beschwerdeführer diesen Einwand als formel- len Antrag auf Ergänzung des genannten Berichts oder als Begrün- dung seines Hauptantrages (Beschwerdeantrag Ziff. 1.1) verstanden haben will. Diese Frage ist indessen nicht abschliessend zu beantwor- ten, da sich der Einwand ohnehin als unbegründet erweist. Aus der Beurteilung der Emissionen von nicht ionisierender Strahlung für Fahrleitungsanlagen bzw. aus dem Standortdatenblatt gemäss Art. 11 der Verordnung vom 23. Dezember 1999 über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV, SR 814.710) geht hervor, dass an den drei Orten mit empfindlicher Nutzung, an denen die Strahlung am stärksten ist, der Anlagegrenzwert von 1 µT (NISV Anhang 1 Ziff. 54) bei einer Höchstbelastung an der exponiertesten Stelle mit ≤ 0.8 µT eingehalten ist. Daraus lässt sich im Sinne der beschwerdegegneri- schen Argumentation ohne weiteres ableiten, dass der Anlagegrenz- wert auch auf den Parzellen des Beschwerdeführers eingehalten ist. Das BAFU bestätigte in seiner Stellungnahme vom 3. Dezember 2007 diese Beurteilung. Seite 28A-594/2009 9.4 Die Beschwerde erweist sich somit auch in diesem Punkt als un- begründet und ist abzuweisen, soweit in diesem Punkt überhaupt noch ein selbständiger Antrag besteht. 10. Soweit der Beschwerdeführer in der Einsprache Einwände betreffend Körperschall und Erschütterung machen wollte bzw. in der Beschwer- de überhaupt noch daran festhält, sind diese mit Verweis auf die Stel- lungnahme des BAFU vom 3. Dezember 2007 und den Umweltbericht vom 30. Juni 2007 abzuweisen. Die Fachbehörden haben einhellig festgestellt, dass die Erschütterungs- und Köperschallimmissionen trotz Mehrverkehr nicht relevant zunehmen und die Anhaltswerte bzw. die Immissionsrichtwerte eingehalten werden. 11. Der Beschwerdeführer beruft sich auch auf die zwischen ihm und der Beschwerdegegnerin im Jahr 1990 geschlossene Grundsatzvereinba- rung. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann diese Vereinbarung nicht als Grundlage für einen Vertrauensschutz dienen, da die Beschwerdegegnerin diesbezüglich als Privatperson und nicht als Behörde gehandelt hat. Solche Vereinbarungen binden zudem aus- schliesslich die Beteiligten untereinander, nicht aber die Plangenehmi- gungsbehörde. Diese prüft das vorgelegte Projekt in jedem Fall frei und ausschliesslich gestützt auf die einschlägigen öffentlich-rechtli- chen Vorschriften (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5433/2008 vom 20. Februar 2009 E. 9.6). 12. Im Ergebnis erweisen sich die Rügen gesamthaft als unbegründet. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 13. 13.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.- zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.- zu ver- rechnen (Art. 5 Abs. 3 der Verordnung vom 10. September 1969 über Kosten und Entschädigungen im Verwaltungsverfahren [SR 172.041.0]). 13.2 Angesichts seines Unterliegens steht dem Beschwerdeführer von vornherein keine Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Seite 29A-594/2009 Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.- verrechnet. Der Restbetrag ist innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Die Zustellung des Einzahlungsscheins erfolgt mit separater Post. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: - den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) - die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) - die Vorinstanz (Ref-Nr. 341.12-2007/0273; Einschreiben) - das UVEK (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Seite 30A-594/2009 Marianne Ryter Sauvant Cesar Röthlisberger Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG). Versand: Seite 31