Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. März 2014 (725 13 222) ___________________________________________________________________ Unfallversicherung Zahnschaden, Rückfall, Ursache des Frontzahnschadens ist nicht überwiegend wahr- scheinlich unfallbedingt. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiberin Christ ina Markiewicz Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen Basler Versicherung AG , Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Die 1955 geborene A.____ fiel am 9. Juni 2010 inf olge eines Ohnmachtsanfalls fron- tal auf das Gesicht und zog sich dabei eine Rissquetschwund e an der Oberlippe zu. Diese wurde notfallmässig im B.____ genäht. Am 28. Juni 201 0 erfolgte in der C.____ eine Zahn- kontrolle mit Röntgenbild der Frontzähne. Die Basler Versicherungen AG (Basler) richtete die Seite 2 entsprechenden Leistungen aus. Am 27. November 2012 meldete die Arbeitgeberin der Ver- sicherten der Basler einen Rückfall. Die Frontzähne hät ten sich seit dem Unfall verschoben, weshalb eine zahnärztliche Korrekturbehandlung notwend ig sei. Nach Abklärung des Sach- verhalts lehnte die Basler ihre Leistungspflicht mit Verf ügung vom 16. Mai 2013 ab mit der Begründung, zwischen dem Unfallereignis vom 9. Juni 2010 und den Veränderungen in der Zahnstellung bestehe kein natürlicher Kausalzusammenha ng. Mit Einspracheentscheid vom 26. Juni 2013 hielt die Basler an ihrer Ablehnung fest. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ Beschwerde ans K antonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Sie beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen. Gemäss ihrem behandelnden Zahnarzt Dr. med. dent. D.____ seien die aufgetretenen Veränderu ngen in der Zahnstellung auf das Un- fallereignis vom 9. Juni 2010 zurückzuführen. Eventuali ter sei die Angelegenheit zur rechts- genüglichen Abklärung des Sachverhalts an die Basler zurückzuweisen. C. Mit Vernehmlassung vom 1. Oktober 2013 beantragte die Basler, vertreten durch Ad- vokat Andrea Tarnutzer-Münch, die Abweisung der Beschwe rde. Dr. med. dent. E.____, be- ratender Zahnarzt, sei zum Schluss gekommen, dass es keine Hinweise für eine unfallkau- sale Einwirkung auf die Frontzähne gäbe. Da es der Versicherten obliege, bei Rückfällen und Spätfolgen den Kausalzusammenhang zwischen Unfallereign is und Schaden nachzuweisen und dies hier nicht gelungen sei, trage sie die Folgen der Beweislosigkeit. Eine Leistungs- pflicht der Basler bestehe nicht. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeite n bis zu einem Streitwert von Fr. 10‘000.-- durch Präsidialentscheid. Im vorliegenden Fall liegt der Streitwert mit Behand- lungskosten in der Höhe von Fr. 4‘487.95 unter dieser G renze. Die Angelegenheit ist dem- nach präsidial zu entscheiden. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfal lversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligatorisc hen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtbe- rufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicher- ten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unf allfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll od er teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Seite 3 2.2 Laut Art. 11 der Verordnung über die Unfallversich erung (UVV) vom 20. Dezember 1982 werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Rück- fälle und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtlich e Tatbestände dar (Art. 22 UVG; BGE 127 V 457 E. 4b, 118 V 297 E. 2d). Bei einem Rü ckfall handelt es sich um das Wieder- aufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit k ommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe länge rer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können. Rück- fälle und Spätfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an (Kran- ken- und Unfallversicherung – Rechtsprechung und Verwaltu ngspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). 3.1 Es ist zu prüfen, ob die Basler zu Recht die Übernahm e der Zahnbehandlungskosten abgelehnt hat. 3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UV G setzt – unter anderem – voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem einge tretenen Schaden (Krank- heit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschäd igung) ein natürlicher Kausalzusammen- hang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sin ne des natürlichen Kausalzusam- menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein d er eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. n icht zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall di e alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass d as schädigende Ereignis zusam- men mit anderen Bedingungen die körperliche oder gei stige Integrität der versicherten Per- son beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und e iner gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine T atfrage, worüber die rechtsanwen- dende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall d as Gericht – im Rahmen der ihr oblie- genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrec ht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die b losse Möglichkeit eines Zusam- menhangs genügt für die Begründung eines Leistungsansp ruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Da Rückfälle und Spätfolgen begrifflich an ein be stehendes Unfallereignis anschlies- sen (vgl. E. 2.1 hiervor), können sie eine Leistungspflic ht des Unfallversicherers nur auslö- sen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerde n und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). Der Un- fallversicherer kann in Bezug auf Rückfalle oder Spätfol gen nicht auf der Anerkennung des Seite 4 natürlichen Kausalzusammenhangs beim Grundfall behafte t werden, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Vielmehr o bliegt es dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwisch en dem als Rückfall oder Spätfolge postulierten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfall- kausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstell t ist, entsteht eine erneute Leistungs- pflicht des Unfallversicherers. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusamm enhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c in fine). Bei Beweislosigke it fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Juni 2011, 8C_44/2011, E. 5.1). Bevor sich aber die Frage der Beweislast stellt, ist zu p rüfen, ob der Sachverhalt bezüglich des Kausalzusammenhangs genügend abgeklärt ist (vgl. Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversich erungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9 E. 2.2 [8C_354/2007]). 4. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie insbeso ndere der Feststellung natür- licher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin - is t die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab v on Ärztinnen und Ärzten zur Verfü- gung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlre ichen weiteren Hinweisen). Das Ge- richt hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für de n Sozialversicherungsprozess gül- tigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 6 1 lit. c ATSG) - wie alle anderen Be- weismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Bew eisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversich erungsgericht alle Beweismittel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und d anach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die a ndere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen U ntersuchungen beruht, auch die ge- klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakte n (Anamnese) abgegeben wor- den ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhäng e und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss folgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.1 Die Beschwerdegegnerin holte zur Beurteilung der U nfallkausalität des mit Rückfall- meldung vom 27. November 2012 geltend gemachten Zahnsc hadens Erkundigungen beim behandelnden Zahnarzt Dr. D.____ ein. Sie bat ihn da s Formular „Zahnbefund“ für die Be- handlung und die Röntgenuntersuchung vom 28. Juni 201 0 auszufüllen (vgl. Schreiben vom 29. November 2012). Dr. D.____ retournierte die Anfrage mit Notiz vom 20. Dezember 2012, dass die am besagten Tag durchgeführte parodontale Th erapie (Zahnreinigung) keinen Be- Seite 5 zug zum Unfall gehabt habe. Die Beschwerdegegnerin gel angte erneut an Dr. D.____ mit der Bitte, die am 28. Juni 2010 angefertigte Röntgenaufnahme einzureichen und das Formu- lar „Befund/Kostenvoranschlag“ auszufüllen. Des Weitere n bat sie um Zusendung der ab dem 29. Juni 2010 erstellten Zahnröntgenbilder. Gemä ss ausgefülltem Formular „Befun- de/Kostenvoranschlag“ war der Befund der Frontzähne na ch dem Röntgenbild vom 28. Juni 2010 unauffällig. Aus den beigelegten Unterlagen bet reffend Zahnerhaltung geht hervor, dass ab 1. September 2009 bis 3. Dezember 2012 alle dre i bis vier Monate parodontale Be- handlungen stattfanden. Dem Kostenvoranschlag vom 26. F ebruar 2013 ist weiter zu ent- nehmen, dass eine Parodontaloperation sowie die Einsetz ung einer Kunststoffkrone vorge- sehen waren. 5.2 Die Beschwerdegegnerin schloss aus den eingereichten Unterlagen, dass es sich um eine krankheitsbedingte Zahnschädigung handle und vernei nte ihre Leistungspflicht (vgl. Schreiben vom 4. April 2013). Dr. D.____ erklärte dara ufhin, dass Veränderungen in der Zahnstellung die vorgeschlagene Therapie erforderten. Diese Veränderungen seien – da andere Ursachen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinl ichkeit auszuschliessen seien – auf das Unfallereignis zurückzuführen. Die „wahrscheinliche biologische Erklärung“ dafür sei, dass „Umbauvorgänge im zahntragenden Knochen“ nach dem Unfall stattgefunden hätten. Für eine langfristige Stabilisierung der Situation se i neben der nötigen prothetischen Thera- pie eine zusätzliche Augmentation mit Weichgewebe notwendig. 5.3 Zur Beurteilung der Situation holte die Beschwer degegnerin eine Stellungnahme ih- res beratenden Zahnarztes Dr. E.____ ein (vgl. Schreiben vom 12. April 2013). Nach Durch- sicht des Dossiers kam Dr. E.____ mit Bericht vom 18. Apri l 2013 zum Schluss, dass es kei- ne Hinweise für eine unfallbedingte Einwirkung auf di e Oberkieferfrontzähne gäbe. Weder habe der behandelnde Arzt im Krankenhaus noch der Zah narzt einen Schaden der Front- zähne der Versicherten - welche bereits vor dem Unfall we gen einer parodontalen Erkran- kung behandelt worden sei - vermerkt. Mit überwiegende r Wahrscheinlichkeit bestehe kein Zusammenhang zwischen den geltend gemachten Frontzahnbe schwerden und dem Unfall- geschehen vom 9. Juni 2010. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurtei lung des medizinischen Sach- verhaltes auf die Ergebnisse, zu denen Dr. E.____ in sei ner Stellungnahme vom 18. April 2013 gelangte. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Nach der Rechtsprechung kommt zwar dem Bericht eines beratenden Arztes des Versicherungsträ- gers nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahre n nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Ger ichtsgutachten. Ein solcher Be- richt ist aber soweit zu berücksichtigen, als keine – auch nur geringe – Zweifel an der Rich- tigkeit seiner Schlussfolgerungen bestehen (vgl. BGE 1 35 V 471 E. 4.7). Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richtigkeit der Feststellungen von Dr. E.____ zu zweifeln. Zu Recht be- rücksichtigte er, dass die Versicherte bereits vor dem Unfal l wegen Parodontosebeschwer- Seite 6 den in Behandlung stand. Das Parodont, der Zahnhaltea pparat, besteht aus dem den Zahn umgebenden Zahnfleisch, dem knöchernen Zahnfach sowie ei nem speziellen Fasersystem, das den Zahn im Kieferknochen verankert. Eine Entzünd ung des Zahnhalteapparates, die Parodontitis, führt zum Abbau des Knochens. Unbehande lt führt eine Parodontitis oft zum Zahnverlust. Parodontale Erkrankungen sind chronische Erkr ankungen, die in erster Linie durch Bakterien im Zahnbelag hervorgerufen werden. Darüber hinaus gibt es Risikofaktoren, welche die Entstehung und Ausprägung der Parodontitis ungünstig beeinflussen. So erhöht insbesondere das Rauchen das Risiko, Zähne infolge einer P arodontitis zu verlieren. Zu den Risikofaktoren zählen auch gewisse Veranlagungen oder best immte Lebensumstände, wie zum Beispiel Stress. Eine Parodontaloperation dient der Wiederherstellung des Zahnhalte- apparates. Mit Hilfe von Knochenersatzmaterialien wird der verloren gegangene Knochen wieder aufgebaut. Bevor eine Parodontaloperation in Erwägung gezogen wird, erfolgt eine intensive dentalhygienische Vorbehandlung. 6.2 Aufgrund dieser Sachlage lässt sich nicht mit überw iegender Wahrscheinlichkeit sa- gen, dass der Unfall, der mehr als zwei Jahre zurücklieg t, Ursache für die Lockerung des zu behandelnden Frontzahnes war. Die vom behandelnden Zahnarzt genannten „Umbauvor- gänge im Knochen“ lassen sich - wie Dr. E.____ anführ te - viel wahrscheinlicher damit erklä- ren, dass die Parodontitis zum Abbau des Knochens geführt hat, insbesondere, wenn man die Krankengeschichte der Versicherten in Betracht zieht. Gemäss den zahnärztlichen Unter- lagen war die Versicherte seit September 2009 und somit bereits vor dem Unfall regelmäs- sig, d.h. alle drei bis vier Monate in parondontaler B ehandlung. Das Röntgenbild der Front- zähne, das kurz nach dem Unfall angefertigt worden war , war unauffällig. Auch fehlten An- zeichen für eine Lockerung der Schneidezähne im Oberkief er, welche ein Fortschreiten der Zahnfleischbeschwerden hätte erklären können. Die Schluss folgerung, dass die Verände- rungen im Oberkiefer durch den Sturz vom 9. Juni 2010 ausgelöst worden seien, überzeugt deshalb nicht. Gestützt auf den Bericht von Dr. E.____ vom 18. April 2013 ist vielmehr davon auszugehen, dass die Ursache des Frontzahnschadens krankheit sbedingt ist. Da die Akten- lage eine schlüssige Beurteilung des vorliegenden Falle s zulässt, kann auf die Einholung weiterer medizinischer Unterlagen verzichtet werden. Di e Beschwerde ist folglich abzuwei- sen. Seite 7 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht