A bteilung I A -1499/2006 {T 0/2} U rteil vom 23. A pril 2007 M itw irkung: R ichter M arkus M etz (Vorsitz), Pascal M ollard, André M oser. G erichtsschreiberin Sonja Bossart. X._______ G m bH , ... Beschw erdeführerin, vertreten durch ... gegen Eidgenössische Steuerverw altung ESTV , H auptabteilung M ehrw ertsteuer, Schw arztorstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend M ehrw ertsteuer (3. Q uartal 2001 bis 4. Q uartal 2002). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie X. ist seit dem 1. Januar 1995 als Steuerpflichtige unter der N um m er 299'286 im R egister der M ehrw ertsteuerpflichtigen der Eidgenössischen Steuerverw altung (ESTV) eingetragen. Im Fragebogen zur Eintragung als Steuerpflichtige hatte die X. als eigene Konten das PC -Konto ... und ..., angegeben. Am 21. Septem ber 2001 verkauften die G esellschafter A. und B. ihre Stam m anteile an der X. m it W irkung auf den 1. N ovem ber 2001 an die .... Ihr Ausscheiden w urde am 3. D ezem ber 2001 im H andelsam tsblatt SH AB N r. 234 publiziert. Als neue G eschäftsführer der X. w urden C . und D . im H andelsregister eingetragen. B. Auf den 16. Januar 2002 w urde auf G rund einer heute nicht m ehr nachvollziehbaren telefonischen Instruktion durch eine unbekannte Person bei der ESTV das Auszahlungskonto der X. auf das PC -Konto xy. geändert, das auf A. lautete. In der Folge schrieb die ESTV die Steuerguthaben der X. für das 3. und 4. Q uartal 2001 sow ie für alle vier Q uartale des Jahres 2002 im U m fang von Fr. 19'943.65 diesem PC -Konto xy. gut. C . Am 16. Juni 2003 teilte die X. der ESTV m it, die Vorsteuerüberschüsse seien seit dem 9. N ovem ber 2001 auf ein falsches Konto überw iesen w orden und forderte die ESTV auf, ca. Fr. 17'800.-- auf ihr eigenes Konto bei der ... zu überw eisen. D . D ie ESTV befragte zw ischen dem 22. Januar und dem 24. Februar 2004 C ., D . und E., der als selbständiger Treuhänder die Buchhaltung der X. betreute, zu den Vorfällen. E. sagte aus, B. habe im Zeitraum Som m er oder H erbst 2002 angerufen und ihm m itgeteilt, auf das Konto von A. seien M ehrw ertsteuerbeträge einbezahlt w orden. N ach den Aussagen von C . geschah dies im ersten Q uartal 2003 anlässlich des Abschlusses der R echnung 2002 der X. D . hatte ebenfalls davon gehört, m einte jedoch es sei Anfang 2002 gew esen. Er korrigierte diese Aussage später aber w ieder. E. Am 18. M ai 2004 reichte die X. vier Korrekturabrechnungen für die Zeit vom 4. Q uartal 2001 bis zum 4. Q uartal 2002 ein (ohne das 1. Q uartal 2002). D ie Änderungen ergaben sich daraus, dass Verrechnungen von Personalkosten zw ischen Schw esterfirm en nach Erstellen der M ehrw ertsteuerabrechungen geändert w orden w aren. G estützt auf diese Korrekturabrechnungen erstellte die ESTV am 18. Juni 2004 eine Ergänzungsabrechnung (EA) N r. 07567010 und forderte von der X. die R ückzahlung von Fr. 12'229.-- zuzüglich Verzugszins von 5% seit dem 31. August 2002 (m ittlerer Verfall). D a die X. m it der R ückzahlung nicht einverstanden w ar, erliess die ESTV am 18. O ktober 2004 einen Entscheid, gegen den die X. am 16. N ovem ber 2004 Einsprache einreichte m it dem Begehren, der Entscheid sei aufzuheben, die der X. zustehenden, aber fälschlicherw eise an A. und B. ausbezahlten Vorsteuerüberschüsse in 3 H öhe von Fr. 19'943.65 seien an die X. auszuzahlen bzw . m it der EA N r. 07567010 vom 18. Juni 2004 in der H öhe von Fr. 12'229.-- zu verrechnen, sodass der X. Fr. 7'14.65 zurückzuzahlen seien. F. M it Einspracheentscheid vom 25. August 2005 w ies die ESTV die Einsprache vom 16. N ovem ber 2004 ab. Sie begründete ihren Entscheid dam it, dass von der ersten Auszahlung auf das PC -Konto xy. vom 16. Januar 2002 bis zur M itteilung an die ESTV vom 16. Juni 2003 ganze 17 M onate vergangen seien. D ie X. habe bem erken m üssen, dass sie die Auszahlung der deklarierten Vorsteuerüberschüsse nicht erhalten habe. B. habe der Beschw erdeführerin schon im Som m er/H erbst 2002 m itgeteilt, er habe Ü berw eisungen der ESTV erhalten, und angefragt, w as er dam it m achen solle. Es könne letztlich offen bleiben, w ann genau des Telefongespräch zw ischen E. und B. stattgefunden habe, da die X. ohnehin Kenntnis über die nicht erhaltenen Zahlungen haben m usste. D as Selbstveranlagungsprinzip der M ehrw ertsteuer bedeute, dass die steuerpflichtige Person die volle und alleinige Verantw ortung für die richtige und vollständige um satzsteuerrechtliche Behandlung der in ihrem U nternehm en vorkom m enden G eschäftsvorfälle trage. W ürden deklarierte Vorsteuerguthaben nicht ausbezahlt, habe sich der Steuerpflichtige folglich nach dem G rund zu erkundigen. D adurch, dass die X. der ESTV pflichtw idrigerw eise nicht m itteilte, dass sie keine Zahlungen erhalten habe, durfte die ESTV darauf vertrauen, dass sie die Ü berw eisungen an die richtige Zahladresse ausgerichtet hatte. D as w idersprüchliche Verhalten der X. sei als R echtsm issbrauch zu qualifizieren und verdiene keinen R echtsschutz. G . D ie X. (Beschw erdeführerin) reichte gegen den Einspracheentscheid vom 25. August 2005 am 25. Septem ber 2005 Beschw erde bei der Eidgenössischen Steuerrekurskom m ission (SR K) ein m it dem Begehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und der X. seien Fr. 7'714.65 zuzüglich Vergütungszins zurückzuerstatten. Bei der Berechnung ihrer Forderung hat die Beschw erdeführerin berücksichtigt, dass sie den gem äss ihrer Korrekturabrechnung vom 14. M ai 2004 geschuldeten Betrag von Fr. 989.50 für das 4. Q uartal 2002 (1. O ktober bis 31. D ezem ber 2002) der ESTV nicht bezahlt hatte. D ie Beschw erdeführerin m acht im W esentlichen geltend, am 3. D ezem ber 2001 sei im H andelsregister öffentlich bekannt gem acht w orden, dass A. und B. nicht m ehr als G eschäftsführer der Beschw erdeführerin am teten. A. habe im Jahr 2002 telefonisch der ESTV ihre private Kontonum m er für die Ü berw eisung der G utschriften angegeben. C . und der Buchhalter der Beschw erdeführerin hätten erst im Frühjahr 2003 vom U m stand erfahren, dass die der Beschw erdeführerin zustehenden Ü berschüsse an A. und B. ausbezahlt w orden seien. D ie ESTV dürfe nicht allein auf eine einzige Aussage von D . abstützen, w onach er vom Buchhalter der Beschw erdeführerin anfangs 2002 darüber orientiert w orden sei, dass das G eld an B. überw iesen w urde. D . habe seine Aussage später korrigiert; danach sei er erst im Frühjahr 2003 auf diesen U m stand aufm erksam gem acht w orden. H . D ie ESTV hält in der Vernehm lassung vom 10. N ovem ber 2005 an ihrer 4 Feststellung des Sachverhalts und an den entsprechenden R echtsfolgen fest und beantragt die Abw eisung der Beschw erde. Sie betont noch einm al, der Steuerpflichtige habe sie über die Änderung von Vertretungsbefugnissen rechtzeitig zu orientieren. Es könne heute nicht m ehr nachvollzogen w erden, w er die M utation der Auszahlungsadresse veranlasst habe. Sie m acht geltend, es w iderspreche angesichts der gesetzlichen Pflicht zur Selbstdeklaration und der Pflicht zur M itteilung des Steuerpflichtigen über nicht erhaltene Auszahlungen dem Prinzip von Treu und G lauben, w enn die nicht erhaltenen Auszahlungen nachträglich noch eingefordert bzw . verrechnet w ürden. Es sei w ider Treu und G lauben, w enn die Beschw erdeführerin zw ischen der erw arteten Auszahlung und der M itteilung an die ESTV, keine Zahlungen erhalten zu haben, 17 M onate zuw arte. I. Am 15. Februar 2007 teilte das Bundesverw altungsgericht den Parteien m it, es habe das Verfahren der SR K übernom m en. J. Auf die w eiteren Ausführungen in den Eingaben w ird – sow eit entscheidrelevant – im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G gegeben ist. Eine solche liegt nicht vor und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VG G . D as Bundesverw altungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschw erde zuständig. Es übernim m t am 1. Januar 2007 die Beurteilung des bei der SR K hängigen R echtsm ittels und w endet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VG G ). D ie Beschw erdeführerin ist durch den Einspracheentscheid der ESTV vom 25. August 2005 beschw ert (Art. 48 Vw VG ), hat diesen m it Eingabe vom 25. Septem ber 2005 frist- und form gerecht angefochten (Art. 50 ff. Vw VG ) und den Kostenvorschuss von Fr. 1'300.-- fristgerecht geleistet. Auf die Beschw erde ist deshalb einzutreten. 1.2 D as Bundesverw altungsgericht kann den angefochtenen Einspracheentscheid grundsätzlich in vollem U m fange überprüfen. D ie Beschw erdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a Vw VG ) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b Vw VG ) auch die R üge der U nangem essenheit erheben (Art. 49 Bst. c Vw VG ; vgl. AN D R É M O SER /PETER U EBE R SAX, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurskom m issionen, Basel und Frankfurt am M ain 1998, R z. 2.59; U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLER /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Auflage, Zürich 2006, R z. 1632 5 ff.). D as Bundesverw altungsgericht hat den Sachverhalt von Am tes w egen festzustellen und ist dabei nicht ausschliesslich an die Parteibegehren gebunden. G rundsätzlich hat die Beschw erdeinstanz das R echt von Am tes w egen anzuw enden. Sie ist an die vorgebrachten rechtlichen Ü berlegungen der Parteien nicht gebunden (vgl. Art. 62 Abs. 4 Vw VG ; ALFR ED KÖ LZ/ISABELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1998, S. 39 R z. 112). 2. Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass nicht die Beschw erdeführerin bzw . deren Vertreter, sondern D ritte die ESTV telefonisch ersuchten, die G uthaben der Beschw erdeführerin ab dem 16. Januar 2002 auf ein anderes Konto zu überw eisen, w orauf ohne w eitere R ückfrage bei der Beschw erdeführerin das Auszahlungskonto bei der ESTV m utiert w orden ist. U nbestritten ist ferner, dass die ESTV aus diesem G rund die G uthaben der Beschw erdeführerin aus Vorsteuerüberschüssen von insgesam t Fr. 19'943.65 auf ein Konto einbezahlt hat, das nicht der Beschw erdeführerin, sondern D ritten gehörte. U nbestritten ist ausserdem , dass die Beschw erdeführerin ihre G uthaben aus Vorsteuerüberschüssen entsprechend ihrer Korrekturabrechnung für das 3. und 4. Q uartal 2001 sow ie für die ersten drei Q uartale des Jahres 2002 (1. Juli 2001 bis 30. Septem ber 2002) im U m fang von Fr. 8'703.90 nie erhalten hat. Schliesslich ist unbestritten, dass die Beschw erdeführerin die Steuerschuld von Fr. 989.50 gem äss der Korrekturabrechnung vom 14. M ai 2004 für das 4. Q uartal 2002 (1. O ktober bis 31. D ezem ber 2002) nicht bezahlt hat. 3. 3.1 N ach Art. 46 des Bundesgesetzes über die M ehrw ertsteuer vom 2. Septem ber 1999 (M ehrw ertsteuergesetz, M W STG , SR 641.20) hat die steuerpflichtige Person gegenüber der ESTV innert 60 Tagen nach Ablauf der Abrechungsperiode unaufgefordert und in der vorgeschriebenen Form über die Steuer und die Vorsteuer abzurechnen. Art. 57 Abs. 1 M W STG bestim m t, dass die steuerpflichtige Person der ESTV über alle Tatsachen, die für die Steuerpflicht oder für die Steuerbem essung von Bedeutung sein könnten, nach bestem W issen und G ew issen Auskunft zu erteilen hat. D as Selbstveranlagungsprinzip hat im M ehrw ertsteuerrecht eine überaus grosse Bedeutung (Entscheid der SR K vom 15. Juni 2004, veröffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 68.155, E. 4b; ALO IS C AM EN ZIN D /N IKLAU S H O N AU E R /KLAU S A. VALLEN D E R , H andbuch zum M ehrw ertsteuergesetz (M W STG ), Bern 2003, R z. 1579 ff.). In der W egleitung 2001 zur M ehrw ertsteuer, gültig ab 1. Januar 2001 (W egleitung 2001), schreibt schliesslich die ESTV in R andziffer 971 vor, die M utation der Auszahlungsadresse m üsse ihr schriftlich m it Beilage eines Einzahlungsscheins gem eldet w erden. 3.2 D as Verbot des w idersprüchlichen Verhaltens trifft auch den Privaten im R echtsverkehr m it der Verw altung. Allerdings m uss das Vertrauen der Behörden durch eine vorbehaltlose Zusicherung des Privaten begründet w erden (H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 712; nach C H R ISTO PH R O H N ER , 6 St. G aller Kom m entar zu Art. 9 BV, R z. 49, sind hingegen lediglich die staatlichen O rgane Adressaten des G rundsatzes). D ie Behörden dürfen jedoch nicht im gleichen M ass auf Verhaltensw eisen von Privaten vertrauen w ie um gekehrt die Privaten auf behördliches Verhalten (TH O M AS G ÄC H TER , R echtsm issbrauch im öffentlichen R echt, Zürich/Basel/G enf 2005, 194 f., 201). D er Anspruch auf R ückvergütung zu viel erhobener oder nicht geschuldeter Steuern verjährt fünf Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem er entstanden ist. N ach der konstanten R echtsprechung des Bundesgerichts (BG E 125 I 19 E. 3g; BG E 110 II 275 E. 2; BG E 105 II 42 E. 1b) begründet blosses Zuw arten m it der G eltendm achung eines Anspruchs keinen R echtsm issbrauch (vgl. auch H EIN R IC H H O N SELL, Basler Kom m entar zum Schw eizerischen Privatrecht, Zivilgesetzbuch, 2. Aufl., Basel 2006, R z. 49 zu Art. 2 ZG B). Innerhalb einer Verjährungsfrist darf eine Verw irkung des Anspruchs w egen verzögerter R echtsausübung nur m it grosser Zurückhaltung angenom m en w erden (BG E 94 II 41 E. 6b). D ie Verw irkung zufolge verspäteter R echtsausübung setzt grundsätzlich voraus, dass der Berechtigte um die Verletzung seiner R echte w eiss und trotzdem untätig bleibt (BG E 117 II 575 E. 4, 5a). 4. 4.1 Selbst w enn vorliegend die Beschw erdeführerin 17 M onate zw ischen der erw arteten Auszahlung ihres Steuerguthabens und der M itteilung an die ESTV gew artet hat, kann ihr aufgrund des vorstehend G esagten (E. 3.2) kein R echtsm issbrauch angelastet w erden und sie hat ihren Anspruch nicht verw irkt. D ie Beschw erdeführerin hat nachw eislich der ESTV nie eine schriftliche M itteilung zukom m en lassen, das von ihr anlässlich der Anm eldung ihrer Steuerpflicht vom 8. N ovem ber 1994 m itgeteilte PC - Konto ... sei nicht m ehr gültig. Es ist nicht ersichtlich, w orauf die ESTV die Pflicht der Beschw erdeführerin stützen w ill, ihr innerhalb kurzer Fristen und unter Verw irkungsfolge m itzuteilen, sie habe die Vorsteuerguthaben nicht ausbezahlt erhalten; unter Vorbehalt des R echtsm issbrauchs konnte die Beschw erdeführerin innerhalb der Verjährungsfrist von fünf Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Anspruch entstanden w ar, ihren Anspruch geltend m achen (Art. 50 Abs. 1 M W STG ). Es ist nicht ersichtlich, inw iew eit sich die Beschw erdeführerin rechtsm issbräuchlich verhalten hat, w eil sie 17 M onate m it der M itteilung an die ESTV zuw artete. D as Prinzip der Selbstveranlagung w ürde überdehnt, w enn von der Steuerpflichtigen verlangt w ürde, unverzüglich nach G ründen für eine verzögerte Auszahlung der Steuerguthaben zu fahnden. Vielm ehr w äre es nach Treu und G lauben als Ausfluss des vertrauensw ürdigen Verhaltens (vgl. dazu H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 622) Pflicht der ESTV gew esen, die Beschw erdeführerin über die telefonische Anordnung einer ihr w ohl unbekannten Person zur Änderung der Auszahlungsadresse zu orientieren. Es schadet der Beschw erdeführerin deshalb auch nicht, w enn sie das PC -Konto ... am 7. Juni 2002 aufgelöst hat. D ie ESTV hat ab dem 16. Januar 2002 ohnehin keine Zahlungen m ehr auf dieses Konto überw iesen. Zahlungen der ESTV auf ein aufgelöstes Konto w ären ausserdem zurückgekom m en und die ESTV hätte ohne w eitere R ückfrage 7 bei der Beschw erdeführerin ihre Zahlungen auf das zw eite Konto überw eisen können, das ihr im Fragebogen vom 8. N ovem ber 1994 auch angegeben w orden w ar, oder hätte nach Ziffer 971 der W egleitung 2001 m it der w eiteren Auszahlung zuw arten können. Es bestand für die ESTV keinerlei Veranlassung, von ihrer eigenen Praxis der schriftlichen M itteilung einer Änderung der Auszahlungsadresse Abstand zu nehm en. D abei spielt auch keine R olle, dass der externe Buchhalter der Beschw erdeführerin von B. eine M itteilung über den Eingang von Zahlungen der ESTV erhalten hatte. D iese M itteilung kann der Beschw erdeführerin nicht zugerechnet w erden. D er Zeitpunkt dieses Telefonanrufs konnte auch durch die ausführlichen Befragungen der ESTV von D ., C . und E. nicht m ehr m it Sicherheit geklärt w erden. C . gab an, davon im ersten Q uartal 2003 erfahren zu haben. D . sagte aus, der Buchhalter E. habe ihn Anfang 2002 darauf aufm erksam gem acht. E. schliesslich verlegte den entsprechenden Telefonanruf von B. in den Som m er oder H erbst 2002, w ar sich aber nicht m ehr sicher. D ie Beschw erdeführerin m usste auch nicht dam it rechnen, dass die ESTV entgegen ihrer eigenen Praxis aufgrund eines telefonischen Anrufs einer unbekannten Person eine Auszahlungsadresse m utieren w ürde. Schliesslich ist auch auf das Ö ffentlichkeitsprinzip des H andelsregistereintrags nach Art. 933 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 30. M ärz 1911 betreffend die Ergänzung des Schw eizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: O bligationenrecht) (O R , SR 220) hinzuw eisen (w orauf sich auch die Beschw erdeführerin beruft). D er H andelsregistereintragung kom m t positive Publizitätsw irkung zu, so dass der ESTV der Einw and verw ehrt ist, sie habe die im H andelsam tsblatt publizierten Eintragungen über die Beschw erdeführerin nicht gekannt (PETER G AU C H , Von der Eintragung im H andelsregister, in: SAG 48/1976 S. 145; G ÉR AR D W YSSA, Les effets externes de l'inscription au registre du com m erce, D iss. Lausanne 1950, S. 30 ff.). Am 3. D ezem ber 2001 w urde das Ausscheiden von A. und B. aus der Beschw erdeführerin veröffentlicht. Zum Zeitpunkt der Auszahlung am 16. Januar 2002 m usste die ESTV deshalb von der dahingefallenen Vertretungsbefugnis von A. und B. Kenntnis haben (BG E 123 III 223 E. 3a; BG E 117 II 581 E. 5b/aa). Es ist nicht ersichtlich, inw iew eit sich die Beschw erdeführerin rechtsm issbräuchlich auf das Ö ffentlichkeitsprinzip des H andelsregisters berufen sollte. D ie Beschw erdeführerin hatte keine Veranlassung, eine entsprechende M itteilung über die Änderung der Vertretungsbefugnisse an die ESTV zu m achen, da durch diese Änderung insbesondere die Auszahlungsadresse für ihre Steuerguthaben keine Änderung erfahren hatte. N ach dem G esagten hat die Beschw erdeführerin keine Auszahlung ihrer unbestrittenen Steuerguthaben erhalten. R echtsm issbrauch ist ihr nicht vorzuw erfen. Aus diesen G ründen ist die Beschw erde gutzuheissen und die Steuerforderung gem äss Ziffer 2 des angefochtenen Einspracheentscheids auf Fr. 989.50 zuzüglich 5% Verzugszins seit 2. M ärz 2003 herabzusetzen (Art. 47 Abs. 1 und 2 M W STG ).8 4.2 D ie Forderung der Beschw erdeführerin auf Auszahlung ihrer Vorsteuerguthaben im U m fang von Fr. 8'703.90 für das 3. Q uartal 2001 bis zum 3. Q uartal 2002 (Zeitraum vom 1. Juli 2001 bis 30. Septem ber 2002) ist nicht verjährt. Sie hat ihren Anspruch am 16. Juni 2003 im U m fang von ca. Fr. 17'800.-- bei der ESTV geltend gem acht und dam it die Verjährung nach Art. 50 Abs. 2 M W STG unterbrochen. Seit der Einsprache vom 16. N ovem ber 2004 steht die Verjährung still (Art. 50 Abs. 3 M W STG ). 4.3 Es gilt noch den Zins zu berechnen, den die ESTV der Beschw erdeführerin schuldet. Erfolgt nach Art. 48 Abs. 4 M W STG die Auszahlung des Ü berschusses an abziehbaren Vorsteuern zu G unsten der steuerpflichtigen Person später als 60 Tage nach Eintreffen der Steuerabrechnung bei der ESTV, so w ird für die Zeit vom 61. Tag bis zur Auszahlung ein Vergütungszins zum Zinssatz für den Verzugszins ausgerichtet. 4.3.1 D as Vorsteuerguthaben der Beschw erdeführerin von Fr. 99.15 für das 3. Q uartal 2001 ist bei Eingang der Abrechnung bei der ESTV am 25. O ktober 2001 ab dem 25. D ezem ber 2001 zu 5% zu verzinsen. 4.3.2 D as Vorsteuerguthaben von Fr. 2'136.95 für das 4. Q uartal 2001 ist bei Eingang der Abrechnung bei der ESTV am 10. Juni 2002 ab dem 10. August 2002 zu 5% zu verzinsen. 4.3.3 D as Vorsteuerguthaben von Fr. 769.60 für das 1. Q uartal 2002 ist bei Eingang der Abrechnung bei der ESTV am 2. Septem ber 2002 ab dem 3. N ovem ber 2002 zu 5% zu verzinsen. 4.3.4 D as Vorsteuerguthaben von Fr. 2'093.65 für das 2. Q uartal 2002 ist bei Eingang der Abrechnung bei der ESTV am 20. August 2002 ab dem 20. O ktober 2002 zu 5% zu verzinsen. 4.3.5 D as Vorsteuerguthaben von Fr. 3'604.55 für das 3. Q uartal 2002 ist bei Eingang der Abrechnung bei der ESTV am 28. O ktober 2002 ab dem 28. D ezem ber 2002 zu 5% zu verzinsen. 5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschw erdeführerin nach Art. 63 Abs. 1 Vw VG und der ESTV nach Art. 63 Abs. 2 Vw VG keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. D er Beschw erdeführerin w ird nach Art. 64 Abs. 1 Vw VG zu Lasten der ESTV eine Parteientschädigung zugesprochen, die in Anw endung des Art. 7 Abs. 1 in Verbindung m it Art. 14 Abs. 2 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 (VG KE, SR 173.320.2) auf Fr. 2'500.-- festgesetzt w ird. D er von der Beschw erdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'300.-- w ird dieser nach Eintritt der R echtskraft dieses U rteils zurückerstattet. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht:9 1. D ie Beschw erde vom 25. Septem ber 2005 gegen den Einspracheentscheid der ESTV vom 25. August 2005 w ird im Sinne der Erw ägungen gutgeheissen, und die Steuerforderung gem äss Ziffer 2 des angefochtenen Einspracheentscheids w ird auf Fr. 989.50 zuzüglich 5% Verzugszins seit 2. M ärz 2003 herabgesetzt. 2. D ie ESTV schuldet der Beschw erdeführerin die folgenden Vorsteuerguthaben: Fr. 99.15 zuzüglich 5% Zins seit dem 25. D ezem ber 2001, Fr. 2'136.95 zuzüglich 5% Zins seit dem 10. August 2002, Fr. 769.60 zuzüglich 5% Zins seit dem 3. N ovem ber 2002, Fr. 2'093.65 zuzüglich 5% Zins seit dem 20. O ktober 2002 und Fr. 3'604.55 zuzüglich 5% Zins seit dem 28. D ezem ber 2002. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. D er von der Beschw erdeführerin geleiste Kostenvorschuss von Fr. 1'300.-- w ird dieser nach Eintritt der R echtskraft dieses U rteils zurückerstattet. 4. D ie ESTV hat der Beschw erdeführerin eine Parteientschädigung in der H öhe von Fr. 2'500.-- auszurichten. 5. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. ESTV ...) (G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M arkus M etz Sonja Bossart R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l und m sow ie 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). Versand am :