A bteilung III C -73/2006 {T 0/2} U rteil vom 27. M ärz 2007 M itw irkung: R ichter Trom m er (Vorsitz); R ichter Vuille; R ichter Vaudan; G erichtsschreiber Longauer. X._______, Beschw erdeführer, vertreten durch Advokat D r. iur. Stefan Suter, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Einreisesperre. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer (geb. 1978) ist m azedonischer Staatsangehöriger. Am 15. O ktober 1997 gelangte er erstm als in die Schw eiz und ersuchte unter einer Falschidentität um Asyl. D as Asylgesuch w urde m it Verfügung des dam aligen Bundesam tes für Flüchtlinge vom 6. O ktober 1998 rechts- kräftig abgew iesen, und die allein angefochtene W egw eisung m it U rteil der dam aligen Asylrekurskom m ission (AR K) vom 9. August 1999 letztinstanz- lich bestätigt. D er Beschw erdeführer hat in der Folge das Land verlassen. B. Am 20. Juli 2000 heiratete der Beschw erdeführer in M azedonien die in der Schw eiz w ohnhafte Landsfrau Y._______, die dam als im Besitz einer Jah- resaufenthaltsbew illigung des Kantons Aargau w ar und die heute m it N ie- derlassungsbew illigung im Kanton Basel-Stadt lebt. Aus dieser Verbindung entstam m t die am 12. Juli 2005 geborene Tochter Z._______. Alle für den Beschw erdeführer eingereichten Fam iliennachzugsgesuche scheiterten, letztm als durch den R ekursentscheid des Sicherheitsdepartem ents des Kantons Basel-Stadt vom 23. Februar 2006. C . M it U rteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 10. O ktober 2003 w urde der Beschw erdeführer der Vergew altigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 des Schw eizerischen Strafgesetzbuches vom 21. D ezem ber 1937 (StG B, SR 311.0) schuldig gesprochen, begangen am 22. O ktober 1999, und zu einer Freiheitsstrafe von 12 M onaten Zuchthaus m it bedingtem Strafvollzug un- ter Auferlegung einer Probezeit von 2 Jahren verurteilt. D as U rteil erw uchs unangefochten in R echtskraft. D . G estützt auf den vorerw ähnten Sachverhalt verhängte die Vorinstanz ge- gen den Beschw erdeführer am 22. Septem ber 2005 eine Einreisesperre auf unbestim m te D auer. Zur Begründung hielt sie fest, das Verhalten des Beschw erdeführers habe w egen Vergew altigung zu Klagen Anlass gege- ben. Er gelte deshalb als unerw ünscht. Einer allfälligen Beschw erde ent- zog die Vorinstanz vorsorglich die aufschiebende W irkung. E. M it Beschw erde vom 30. Septem ber 2005 gelangte der Beschw erdeführer an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ), als die da- m als zuständige, verw altungsinterne R echtsm ittelinstanz, und ersuchte um Aufhebung der Einreisesperre sow ie um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege m it Bestellung eines Arm enanw alts. F. M it Zw ischenverfügung vom 5. O ktober 2005 lehnte das D epartem ent die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege ab. G . D ie Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehm lassung vom 8. N ovem ber 2005 die Abw eisung der Beschw erde. H . D er Beschw erdeführer seinerseits hält m it Eingabe vom 15. N ovem ber 2005 replikw eise am R echtsm ittel fest. I. Auf den w eiteren Akteninhalt w ird, sow eit rechtserheblich, in den Erw ä- gungen eingegangen.3 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. Einreisesperren des BFM unterliegen der Beschw erde an das Bundesver- w altungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20] i.V.m . Art. 31 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes- verw altungsgericht [VG G , Verw altungsgerichtsgesetz, SR 173.32]). Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verw altungsgerichtsgesetzes beim EJPD bereits hängige R echtsm ittelverfahren, die Einreisesperren zum G egen- stand haben, w erden vom Bundesverw altungsgericht übernom m en. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). D as U rteil ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [SR 173.110]). G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfah- ren (Vw VG , SR 172.021), sow eit das Verw altungsgerichtsgesetz nichts an- deres bestim m t. 2. D er Beschw erdeführer ist als Adressat der angefochtenen M assnahm e zur Beschw erdeführung legitim iert; auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde ist einzutreten (Art. 48 ff. Vw VG ). 3. M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Er- m essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb- lichen Sachverhaltes sow ie die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 49 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht w endet im Beschw erdeverfahren das Bundesrecht von Am tes w egen an. Es ist gem äss Art. 62 Abs. 4 Vw VG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be- schw erde auch aus anderen als den geltend gem achten G ründen gutheis- sen oder abw eisen. M assgebend ist grundsätzlich die Sach- und R echtsla- ge zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BG E 129 II 215 teilw eise publizierten U rteils 2A.451/2002 vom 28. M ärz 2003). 4. D ie eidgenössische Behörde kann über unerw ünschte ausländische Per- sonen die Einreisesperre verhängen. W ährend der Einreisesperre ist ihnen jeder G renzübertritt ohne ausdrückliche Erm ächtigung der verfügenden Behörde untersagt (Art. 13 Abs. 1 AN AG ). 5. Als präventivpolizeiliche Adm inistrativm assnahm e w ill die Einreisesperre der G efahr künftiger Störungen der öffentlichen O rdnung und Sicherheit sow ie anderer unter den Schutz der Frem denpolizei fallender Polizeigüter begegnen (zum Kreis der Polizeigüter im Frem denpolizeirecht vgl. BG E 98 Ib 85 ff. E. 2c S. 89, 465 ff. E. 3a S. 467 f.). N aturgem äss lässt sich die Frage, ob eine Polizeigefahr im oben dargelegten Sinne besteht, nur in Form einer Prognose beurteilen, die sich auf das bisherige Verhalten des Ausländers abstützt. In diesem Sinne gelten Ausländer als "unerw ünscht", deren Verhalten in der Vergangenheit darauf schliessen lässt, dass sie nicht w illens oder nicht fähig sind, sich in die geltende O rdnung einzufü- gen, und deren Fernhaltung daher im öffentlichen Interesse liegt (Ent-4 scheide des EJPD , publiziert in Verw altungspraxis der Bundesbehörden, VPB 63.1, 60.4, 58.53 sow ie PETER SU LG ER BÜ EL, Vollzug von Fernhalte- und Entfernungsm assnahm en gegenüber Frem den nach dem R echt des Bundes und des Kantons Zürich, D iss. Zürich 1984 = Europäische H och- schulschriften, R eihe II, R echtsw issenschaft, Bd. 352, Bern usw . 1984, S. 79 f., m it w eiteren N achw eisen). D iese Voraussetzung ist im Falle von aus- ländische Staatsangehörigen, die ein gem einrechtliches Verbrechen oder Vergehen begangen haben, regelm ässig erfüllt (VPB 63.1, 57.14; vgl. fer- ner den Ausw eisungstatbestand des Art. 10 Abs. 1 Bst. a Vw VG ). 6. D er Beschw erdeführer w urde m it U rteil des Strafgerichts Basel-Stadt rechtskräftig der Vergew altigung gem äss Art. 190 Abs. 1 StG B und dam it eines Verbrechens schuldig gesprochen und zu einer bedingten Zucht- hausstrafe von 12 M onaten verurteilt. D er Fernhaltegrund der U ner- w ünschtheit im Sinne von Art. 13 Abs. 1 AN AG ist deshalb in der Person der Beschw erdeführers ohne jeden Zw eifel gegeben. 7. Es bleibt zu prüfen, ob die Einreisesperre dem G rundsatz nach sow ie von ihrer D auer her in richtiger Ausfüllung des Erm essens ergangen und ange- m essen ist. In die rechtskonform e Erm essensausübung haben der G rund- satz des G esetzesvorranges (darunter fällt nam entlich die verfassungskon- form e Erm essensausübung, vgl. JÖ R G PAU L M Ü LLE R , Elem ente einer schw ei- zerischen G rundrechtstheorie, Bern 1982, S. 77 ff.) und die allgem einen G rundsätze des Verw altungshandelns einzufliessen, w ie das W illkürverbot, das G ebot der rechtsgleichen Behandlung, das G ebot von Treu und G lau- ben und der G rundsatz der Verhältnism ässigkeit von Verw altungsakten. Im vorliegenden Fall steht die Verhältnism ässigkeit der Einreisesperre und ihre Vereinbarkeit m it Art. 8 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) und m it Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenos- senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) im Vordergrund. U nter dem G esichtspunkt der Verhältnism ässigkeit ist eine w ertende Abw ägung vor- zunehm en zw ischen dem öffentlichen Interesse an der M assnahm e einer- seits und den von der M assnahm e beeinträchtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits. D ie Stellung der verletzten oder gefährdeten R echtsgüter, die Besonderheiten des ordnungsw idrigen Verhaltens und die persönlichen Verhältnisse des Verfügungsbelasteten bilden dafür die G rundlage (vgl. statt vieler U LR IC H H ÄFELIN / G EO R G M Ü LLER / FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich und St. G allen 2006, S.127 f.). 7.1 7.1.1 Ausgangspunkt und M assstab für das öffentliche Interesse an der Fernhal- tung eines abgeurteilten Straftäters bildet die vom Strafrichter verhängte Strafe (BG E 129 II 215 E. 3.1 S. 216; 120 Ib 6 E. 4b S. 14). D iese ist im vorliegenden Fall m it einem Jahr Zuchthaus für sich genom m en em pfind- lich, liegt jedoch am untersten Ende der gesetzlichen Strafandrohung von Art. 190 Abs. 1 StG B. Eine Landesverw eisung w urde nicht ausgesprochen. U m das öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung in Frage zu stellen, be-5 ruft sich der Beschw erdeführer auf beide Elem ente sow ie auf den vom Strafgericht gew ährten bedingten Strafvollzug. D er Argum entation des Be- schw erdeführers kann – sow eit sie den bedingten Strafvollzug und den Verzicht auf die gerichtliche Landesverw eisung zum G egenstand hat – nicht gefolgt w erden. Strafrechtliche und frem denpolizeiliche M assnahm en verfolgen unterschiedliche Zw ecke. Aus strafrechtlicher Sicht ist nam ent- lich die Frage einer m öglichen W iedereingliederung in die G esellschaft m assgeblich, w obei die Prognose über ein künftiges W ohlverhalten in der Schw eiz von entscheidender Bedeutung ist und U ngew issheiten in Kauf genom m en w erden. Für die Frem denpolizeibehörden steht dagegen das Interesse an der öffentlichen O rdnung und Sicherheit im Vordergrund, w ährend der W iedereingliederungsgedanke nur einen von m ehreren Fak- toren darstellt (BG E 130 II 493 E. 4.2 S. 500 f.; 125 II 105 E. 2c S. 109 f.; 122 II 433 E. 2b und c S. 435 ff.). Aus der um fassenden Interessenabw ä- gung ergibt sich ein im Vergleich m it den Straf- und Strafvollzugsbehörden strengerer Beurteilungsm assstab der Frem denpolizei (BG E 120 Ib 129 E. 5b S. 132; 114 Ib 1 E. 3a S. 4). W ie die Vorinstanz in ihrer Vernehm las- sung zu R echt hervorhebt, kann die G ew ährung des bedingten Strafvoll- zugs und der Verzicht auf eine gerichtliche Landesverw eisung die frem - denpolizeiliche Interessensabw ägung nicht entscheidend beeinflussen. W eshalb das Strafgericht eine einjährige Freiheitsstrafe aussprach und auf eine gerichtliche Landesverw eisung verzichtete, ist im Ü brigen nicht be- kannt, w eil kein begründetes U rteil angefertigt w urde. Indessen gehören aus frem denpolizeilicher Sicht Verbrechen und Vergehen gegen die sexu- elle Integrität und dam it auch eine Vergew altigung zu denjenigen Verhal- tensw eisen, die – nebst G ew altdelikten und D rogenhandel – die öffentliche O rdnung und Sicherheit in einem besonders sensiblen Bereich treffen und deshalb im R ahm en der frem denpolizeilichen Interessenabw ägung einen strengen M assstab rechtfertigen. D as bedeutet unter anderem , dass zum Schutz anderer R echtsgenossen nur ein sehr geringes R estrisiko eines R ückfalls in Kauf genom m en w erden darf (BG E 125 I 521 E. 4a/aa S. 526 f.; U rteil des Bundesgerichts 2A.308/2004 vom 4. O ktober 2004 E. 3.3; ALAIN W U R ZBU R G ER , La jurisprudence récente du Tribunal fédéral en m atière de police des étrangers, in: R D AF 53/1997 I, S. 42). D er m assnahm ebe- lastete Ausländer m uss in der R egel durch sein Verhalten unter Bew eis stellen, dass von ihm keine G efahr für die öffentliche O rdnung und Sicher- heit ausgeht. Er kann sich nicht, w ie es vorliegend geschehen ist, auf sta- bilisierende Einflüsse, w ie Integration und Fam ilienverhältnisse, oder etw a allgem eine Erkenntnisse aus der Krim inologie berufen, ganz abgesehen davon, dass von einer Integration in der Schw eiz vernünftigerw eise keine R ede sein kann. Im m erhin kann und m uss aus der Strafzum essung der Schluss gezogen w erden, dass die Straftat des Beschw erdeführers, so verw erflich sie auch ist, im R ahm en der m öglichen Verhaltensw eisen, die den Straftatbestand der Vergew altigung erfüllen, vom U nrechtsgehalt her am untersten Ende anzusiedeln ist. Zu berücksichtigen ist ferner, dass die Straffälligkeit des Beschw erdeführers in das Jahr 1999 fällt und er sich in den seither vergangenen bald acht Jahren keine w eiteren D elikte hat zu Schulden kom m en lassen, die auch nur annähernd an die Schw ere einer 6 Vergew altigung heranreichen. 7.1.2 D ennoch spricht eine zeitlich erw eiterte G esam tschau des Verhaltens w e- niger zu G unsten als eher zu Lasten des Beschw erdeführers. Es w urde bereits erw ähnt, dass er von 1997 bis anfangs 2000 als Asylsuchender in der Schw eiz w eilte, w obei er die Asylbehörden über seine Identität täusch- te. Er gab sich als U ._______ aus dem Kosovo aus, w eil er sich davon grössere Erfolgsaussichten für sein Asylgesuch erhoffte. In diese Zeit fällt auch die später abgeurteilte Vergew altigung, die gem äss Anklageschrift vor dem H intergrund der Bem ühungen des Beschw erdeführers zu sehen ist, dem O pfer einen Eheschluss abzuzw ingen und so ein Bleiberecht in der Schw eiz zu erw irken. Zuvor w urde der Beschw erdeführer m it Strafver- fügung vom 17. Juli 1998 vom Bezirksam t Arbon w egen Entw endung eines Fahrrades zum G ebrauch m it einer Busse von Fr. 100.-- bestraft. N ach Ab- schluss des Asylverfahrens hat der Beschw erdeführer das Land verlassen. Am 19. August 2000 w urde er indessen nach illegaler Einreise in Basel aufgegriffen und am 7. Septem ber 2000 ausgeschafft. Vier M onate später, am 6. Januar 2001 w urde der Beschw erdeführer beim Versuch der illega- len Einreise in die Schw eiz m it einem totalgefälschten m azedonischen und einem gestützt darauf ausgestellten internationalen Führerschein polizei- lich angehalten. M it Verfügung vom 6. Februar 2001 verhängte das seiner- zeitige Bundesam t für Ausländerfragen gegen den Beschw erdeführer eine zw eijährige Einreisesperre. Im M ärz 2003 reiste der Beschw erdeführer er- neut illegal in die Schw eiz und ersuchte die Behörden des Kantons Basel- Stadt um Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung zum Verbleib bei seiner Ehefrau. D as G esuch w urde am 11. August 2005 in erster Instanz abge- w iesen, und der Beschw erdeführer w urde unter Ansetzung einer Ausreise- frist bis 15. Septem ber 2005 aufgefordert, den Abschluss des Verfahrens im Ausland abzuw arten. D ieser Aufforderung kam er nicht nach, w eshalb er am 21. Septem ber 2005 festgenom m en w urde. D ie auf den 24. Septem - ber 2005 organisierte Ausschaffung liess der Beschw erdeführer scheitern, indem er im Flugzeug – noch vor dem Start – Todesdrohungen gegen die Besatzung ausstiess, w orauf er w ieder herausgeführt w erden m usste. Schliesslich gelang die Ausschaffung am 6. O ktober 2005. 7.1.3 Aus den obenstehenden Erw ägungen m uss zum heutigen Zeitpunkt das öffentliche Interesse an einer langfristigen Fernhaltung des Beschw erde- führers als erheblich beurteilt w erden. D aran kann nichts w esentliches än- dern, dass der Strafrichter aus spezifisch strafrechtlicher Sicht von einem leichten Fall ausging und die Straftat bald acht Jahre zurückliegt. Entschei- dend für diese Einschätzung ist die Art der Straffälligkeit, die aus frem den- polizeilicher Sicht ausserordentlich schw er w iegt, und der U m stand, dass die Persönlichkeit des Beschw erdeführers, w ie sie sich in seinem sons- tigen Verhalten bis in die jüngste Vergangenheit w iderspiegelt, nicht dieje- nige G ew ähr für künftiges W ohlverhalten bietet, die in Anbetracht seiner Straffälligkeit gefordert w erden kann und m uss. 7.2 D em öffentlichen Interesse gegenüber führt der Beschw erdeführer aus- schliesslich seine Ehe m it einer in der Schw eiz niedergelassenen Lands- frau und seine Vaterschaft zur gem einsam en Tochter an. Er verw eist auf 7 den U m stand, dass ihm die Behörden des Kantons Basel-Stadt den Fam i- liennachzug unabhängig von der Einreisesperre verw eigert hätten. Es kön- ne unter dem G esichtspunkt des R echts auf Fam ilie und des Kindesw ohls nicht angehen, dass ihm im Sinne eines "O verkill" selbst spärliche Be- suche bei seiner Tochter und seiner Ehefrau verunm öglicht w ürden. 7.2.1 D am it beruft sich der Beschw erdeführer sinngem äss auf Art. 8 EM R K und Art. 13 Abs. 1 BV. Beide Bestim m ungen, deren Schutzbereich im Auslän- derrecht deckungsgleich ist (BG E 129 II 215 E.4.2 S. 218 f.), dienen dem Schutz eines von staatlichen Eingriffen ungestörten Fam ilienlebens. Zw ar verm itteln w eder Art. 8 EM R K noch Art. 13 Absatz 1 BV einen unm ittel- baren Anspruch auf Einreise und Aufenthalt. D as Bundesgericht geht je- doch in seiner ständigen R echtsprechung davon aus, dass die Verw eige- rung einer Aufenthaltsbew illigung unter bestim m ten U m ständen einen nach M assgabe von Art. 8 Abs. 2 EM R K bzw . Art. 36 BV rechtfertigungs- bedürftigen Eingriff in das R echtsgut des Fam ilienlebens darstellt. D ies ist der Fall, w enn ein Ausländer über nahe Fam ilienangehörige (Ehegatten und unm ündige Kinder) m it gefestigtem Anw esenheitsrecht in der Schw eiz (Schw eizer Bürgerrecht, N iederlassungsbew illigung oder Aufenthaltsbew il- ligung m it Verlängerungsanspruch) verfügt und das Fam ilienleben tatsäch- lich gelebt und intakt ist (vgl. statt vieler BG E 126 II 377 E. 2. b/aa S. 382). O b im Falle der Einreisesperre, falls sie überhaupt als ein solcher recht- fertgigungsbedürftiger Eingriff in das Fam ilienleben anerkannt w erden kann (dazu später), die Voraussetzungen an die verw andtschaftliche N ähe der Betroffenen und die Q ualität des Anw esenheitsrechts des in der Schw eiz w ohnhaften Fam ilienangehörigen w eiter zu fassen sind, m uss vorliegend nicht beantw ortet w erden; denn es steht ausser Frage, dass hier alle Kriterien der bundesgerichtlichen R echtsprechung erfüllt sind. 7.2.2 D er Beschw erdeführer geht zu R echt nicht davon aus, dass es die Einrei- sesperre ist, die ein fam iliäres Zusam m enleben in der Schw eiz verunm ög- licht. D enn die R ealisierung der fam illiären G em einschaft im gem einsam en H aushalt setzt zw ingend eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung voraus. Eine solche kann dem Beschw erdeführer im R ahm en des vorlie- genden Verfahrens m angels sachlicher und funktioneller Zuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts nicht verm ittelt w erden. Es sind die Kantone, die in erster Linie über die Erteilung von Aufenthaltsbew illigungen befin- den. D abei entbindet der Bestand einer Einreisesperre zum indest dann nicht von der Pflicht zur m ateriellen Prüfung eines G esuchs, w enn ein Be- w illigungsanspruch geltend gem acht w ird (vgl. etw a nicht publizierte U rteile des Bundesgerichts 2A.141/2002 vom 19. Juli 2002 E. 1.4, 2A.43/2000 vom 12. April 2000 E. 1a sow ie 2A.19/1993 vom 10. M ärz 1994 E. 1d). Fol- gerichtig hat der Beschw erdeführer im Kanton Basel-Stadt im D ezem ber 2006 erneut ein G esuch um Fam iliennachzug gestellt, über das die kanto- nalen Behörden ungeachtet der Einreisesperre m ateriell zu befinden ha- ben w erden. In diesem R ahm en w erden die Bew illigungsbehörden auch zu prüfen haben – w ie sie es bei früheren G elegenheiten bereits getan haben – ob dem Bescherdeführer ohne Verletzung von Art. 8 EM R K und Art. 13 Abs. 1 BV die Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung zum Verbleib bei sei-8 ner Fam ilie verw eigert w erden kann. 7.2.3 Vor dem aufgezeigten H intergrund kann sich nur die Frage stellen, ob die über die Verw eigerung der Aufenthalts hinausgehende, durch die Einreise- sperre zusätzlich erw irkte Erschw ernis des Fam ilienlebens vor Art. 8 EM R K und Art. 13 Abs. 1 BV standhält. D iese Erschw ernis besteht nicht in einem absoluten, für die D auer der Einreisesperre geltenden Einreisever- bot, w ie der Beschw erdeführer anzunehm en scheint. D ie W irkung einer Einreisesperre äussern sich vielm ehr darin, dass ein Ausländer von den allgem einen, für seine Personenkategorie geltenden Einreisebestim - m ungen ausgenom m en w ird, indem er eine besondere Bew illigung, die so genannte Suspension der Einreisesperre, einholen m uss, w enn er in die Schw eiz einreisen w ill (vgl. Art. 13 Abs. 1 letzter Satz AN AG ). M it dieser Suspension kann die W irksam keit der Einreisesperre auf G esuch hin für bestim m te Zeit und aus triftigen G ründen ausgesetzt w erden. D er auslän- dische Staatsangehörige w ird m it anderen W orten einem besonderen Be- w illigungs- und Kontrollregim e in Bezug auf Einreise, Aufenthaltszw eck und Ausreise unterstellt. O b in diesem , in erster Linie adm inistrativen Er- schw ernis bereits ein rechtfertigungsbedürftiger Eingriff in das Fam ilienle- ben begründet ist, kann offen bleiben. Auf G rund der geographischen Ent- fernung und der Visum spflicht, der Staatsangehörige M azedoniens grund- sätzlich unterstehen, sind dem Beschw erdeführer spontane Besuche bei seiner Fam ilie in der Schw eiz ohnehin nicht m öglich, und der Pflege der fa- m iliären Beziehungen durch Besuche im Ausland steht die Einreisesperre nicht entgegen. Im Ü brigen m usste zum Zeitpunkt des Eheschlusses zu- m indest dem Beschw erdeführer bew usst gew esen sei, dass er nicht ohne w eiteres m it einer problem losen G estaltung der ehelichen G em einschaft w ird rechnen können. Selbst w enn m an deshalb von einem unter dem G e- sichtspunkt von Art. 8 EM R K und Art. 13 Abs. 1 BV relevanten Eingriff aus- gehen w ollte, w äre eine Störung des Fam ilienlebens in der konkreten Situation geringfügig. D em entsprechend tief ist das private Interesse des Beschw erdeführers und seiner Fam ilie einzustufen. 7.3 Eine w ertende G ew ichtung der sich entgegenstehenden Interessen führt das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass die auf unbestim m te Zeit verhängte Einreisesperre eine verhältnism ässige und angem essene M assnahm e zum Schutz der öffentlichen O rdnung darstellt. N am entlich ist festzustellen, dass eine allfällige, im Lichte von Art. 8 EM R K und Art. 13 Abs. 1 BV relevante Störung des Fam ilienlebens durch das öffentliche In- teresse an der Fernhaltung des Beschw erdeführers gerechtfertigt ist. 8. Aus den obenstehenden Erw ägungen folgt, dass die angefochtene Verfü- gung im Lichte von Art. 49 Vw VG nicht zu beanstanden ist. D ie Beschw er- de ist deshalb abzuw eisen. 9. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend w ird der unterliegende Be- schw erdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrenskos- ten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigun- gen vor dem Bundesverw altungsgericht [SR 173.320.2]).9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Kosten des Verfahrens von Fr. 700.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. Sie sind durch den am 19. O ktober 2005 geleisteten Kostenvor- schuss gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: -dem Beschw erdeführer (Einschreiben) -der Vorinstanz -den Bevölkerungsdiensten und M igration des Kantons Basel-Stadt -dem M igrationsam t Kanton Aargau D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: A. Trom m er J. Longauer Versand am :