<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die individuelle Begleitung nach Artikel 18 Absätze 2 und 3 des Berufsbildungsgesetzes unabhängig vom Inkrafttreten der entsprechenden Verordnungen möglichst rasch umzusetzen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der Probleme auf dem Arbeits- und Lehrstellenmarkt bewusst. Der Struktur- und Technologiewandel in der Wirtschaft führt - bei zunehmendem Kostendruck - zu ständig höheren Anforderungen an die Jugendlichen und die berufliche Ausbildung. Gleichzeitig dürfte die Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger noch bis ins Jahr 2006 ansteigen.</p><p>Das neue Berufsbildungsgesetz (BBG) erweitert die Möglichkeiten zur Problembekämpfung: zusätzliche Bildungsangebote (z. B. zweijährige berufliche Grundbildung) und flexible Organisationsformen, angepasst an die spezifischen Bedürfnisse der Bildung und der Branchen.</p><p>Anzusetzen ist aber auch auf der individuellen Ebene. Eines der bewährtesten Instrumente ist das Coaching besonders betroffener Jugendlicher. Dieses kommt sowohl beim Übergang von der Schule in die berufliche Grundbildung als zunehmend auch während der Ausbildungszeit selbst zur Anwendung.</p><p>Für die entsprechenden Massnahmen sind die Kantone zuständig. Sie werden dabei vom Bund finanziell unterstützt. Genannt seien insbesondere das Lehrstellenmarketing und die gezielte Vermittlung von Lehrstellensuchenden; ferner Pilotprojekte zur Berufsvorbereitung oder zur Unterstützung Einzelner während schwierigen individuellen Phasen in der Ausbildungszeit.</p><p>Die in der Motion geforderte sofortige Umsetzung der fachkundigen individuellen Begleitung gemäss dem neuen BBG hingegen bezieht sich auf einen kleinen Ausschnitt des Berufsbildungsangebotes: Der Gesetzgeber beschränkte die individuelle fachkundige Begleitung ausdrücklich auf Personen mit Lernschwierigkeiten innerhalb der neuen zweijährigen beruflichen Grundbildungen (Art. 18 Abs. 2 BBG). Er hatte dabei insbesondere die unabsehbaren finanziellen Folgen im Auge. Insofern ist es nicht möglich, die individuelle fachkundige Begleitung unabhängig vom Inkraftsetzen der neuen zweijährigen Grundbildungen einzuführen. </p><p>Inzwischen sind mehrere Verordnungen über solche Bildungsangebote in Kraft getreten. Es fehlen aber die Erfahrungen, wie die fachkundige individuelle Begleitung - die vor allem auch kulturelle und familiäre Hintergründe abdecken soll - konkret umzusetzen ist. Der Bundesrat ist an möglichst vielfältigen und adäquaten Lösungen interessiert. Er hat daher die entsprechenden Vorschriften der Berufsbildungsverordnung sehr flexibel gestaltet (vgl. Art. 10 Abs. 5) und ist bereit, entsprechende Pilotprojekte besonders zu fördern.</p><p>Der Bund unterstützt verschiedene Arten der individuellen Begleitung, die die zuständigen kantonalen Stellen anbieten. Er hat dies unter den Lehrstellenbeschlüssen I und II getan und wird es im Rahmen der Projektförderung gemäss neuem BBG weiter tun.</p><p>Dazu kommt die jährliche Erhöhung des Anteils des Bundes an den Kosten der öffentlichen Hand für Berufsbildung von heute 16 auf 25 Prozent. Mit dem neuen System der Berufsbildungsfinanzierung werden auch individuelle Begleitmassnahmen im Rahmen der pauschalen Abgeltungen unterstützt. </p><p>In der Übergangszeit sorgt der schrittweise Anstieg der Bundessubventionen für die Finanzierung von Berufsbildungsreformen auf kantonaler Ebene (2004: 10 Millionen Franken zusätzlich zu den ordentlichen Bundesbeiträgen gemäss anrechenbaren Kosten). Es ist an den Kantonen zu entscheiden, für welche ihrer besonderen Bedürfnisse sie die zusätzlichen Bundesgelder einsetzen. Ein darüber hinaus gehender Handlungsbedarf ist nicht abzusehen. Der Vollzug der Berufsbildung muss vor Ort geschehen. Diese Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen hat sich bewährt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.