<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00180</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205202&amp;W10_KEY=4467138&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00180</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.07.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung als Arzt</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Entzug der Bewilligung zur selbständigen ärztlichen Berufsausübung<br/>(Der Beschwerde führende Arzt hat nach der Zwangsversteigerung des Praxisinventars im Verlauf des Umzugs Patientenakten unverschlossen in einem für Dritte zugänglichen Kellerabteil zwischengelagert.)<br/><br/>Im Verfahren der Direktbeschwerde unterliegt die angefochtene Verfügung auch einer Ermessenskontrolle (E. 1). Voraussetzungen zur selbständigen ärztlichen Berufsausübung, insbesondere Vertrauenswürdigkeit; Voraussetzungen zum Bewilligungsentzug (E. 2.1). Dem Arzt darf die Bewilligung nicht allein deshalb entzogen werden, weil er keine Praxis mehr führt (Hinweis auf VB.2003.00160 = RB 2003 Nr. 61) (E. 2.3). Die erwähnte Zwischenlagerung der Patientenakten stellt eine klare und länger andauernde Pflichtverletzung dar. Ausserdem hat der Arzt zu erwartende Postsendungen der Gesundheitsdirektion mehrmals nicht entgegengenommen. Das unprofessionelle Verhalten des Arztes stellt dessen Vertrauenswürdigkeit in Frage (E. 2.4). Ein Bewilligungsentzug muss dem Verhältnismässigkeitsgebot entsprechen (E. 2.5). Die Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit wiegen nicht so schwer, dass sie einen Bewilligungsentzug zu rechtfertigen vermögen. Den Defiziten (unkorrekte Aufbewahrung von Patientenakten, ungenügende postalische Erreichbarkeit, negative Finanzsituation) kann für die Zukunft mit milderen Massnahmen begegnet werden. Es sind mehrere Massnahmen denkbar, weshalb über deren Anordnung die Gesundheitsdirektion zu entscheiden hat (E. 2.6). Die Patientenakten bleiben vorläufig (bis zum Neuentscheid der Direktion) beschlagnahmt (E. 2.7 am Anfang).<br/>Teilweise Gutheissung und Rückweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARZT">ARZT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARZTGEHEIMNIS">ARZTGEHEIMNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFBEWAHRUNGSPFLICHT">AUFBEWAHRUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Gesundheit ST: BERUFSAUSÃBUNG">BERUFSAUSÃBUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUFSGEHEIMNIS">BERUFSGEHEIMNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUFSPFLICHT">BERUFSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWILLIGUNGSENTZUG">BEWILLIGUNGSENTZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTZUG">ENTZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KRANKENGESCHICHTE">KRANKENGESCHICHTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PATIENTENAKTEN">PATIENTENAKTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 7 Abs. I lit. a aGesundheitsG</span><br/><span class="ungerade">§ 8 Abs. I aGesundheitsG</span><br/><span class="gerade">§ 9 Abs. I aGesundheitsG</span><br/><span class="ungerade">§ 12 Abs. I aGesundheitsG</span><br/><span class="gerade">§ 16 Abs. I aGesundheitsG</span><br/><span class="ungerade">§ 16 ÃrzteV</span><br/><span class="gerade">Art. 36 Abs. III BV</span><br/><span class="ungerade">§ 19a Abs. II Ziff. 2 VRG</span><br/><span class="gerade">§ 50 Abs. III VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><span>Dr. A war von 1998 bis 2001 mit seiner damaligen Ehefrau in einer Gemeinschaftspraxis in X als Arzt tÃ¤tig gewesen. Nach entsprechender Anfrage der Gesundheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich teilte ihr Dr. A am 13. Juli 2002 schriftlich mit, seine PraxistÃ¤tigkeit in X aufgegeben zu haben und eine NeuerÃ¶ffnung in Y vorzusehen. Mit Brief vom 18. Juli 2002 antwortete ihm die Gesundheitsdirektion, wenn er bis zum 15. September 2002 keine Praxisadresse melde, werde die Praxisbewilligung per Ende September 2002 gelÃ¶scht. Die Frist wurde mehrfach erstreckt. Am 9. Juni 2003 teilte Dr. A seine neue Adresse an der L-Strasse in Y mit.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am â¦ erschien in einer Fachzeitschrift eine Steigerungsanzeige gegenÃ¼ber Dr. A betreffend medizinische Anlagen, Apparate und Instrumente, BÃ¼romobiliar sowie ein paar KunstgegenstÃ¤nde. Daraufhin forderte ihn die Gesundheitsdirektion mit Schreiben vom 31. August 2004 im Zusammenhang mit einer bevorstehenden ÃberprÃ¼fung seiner VertrauenswÃ¼rdigkeit in Bezug auf die Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit sowie die Praxisbewilligung zur Stellungnahme zum betreibungsrechtlichen Verfahren auf. Weiter habe er darÃ¼ber Auskunft zu geben, ob er die selbststÃ¤ndige TÃ¤tigkeit aufgegeben habe bzw. wie die weitere Betreuung der Patientinnen und Patienten gewÃ¤hrleistet sei, wie es mit der Haftpflichtversicherung stehe, inwiefern die Voraussetzungen bezÃ¼glich RÃ¤ume, Einrichtungen und AusrÃ¼stungen gegeben seien und wo er die Krankengeschichten und Medikamente aufbewahre. Das zweimal per "Einschreiben/RÃ¼ckschein" zugestellte Schreiben wurde mit dem Vermerk "nicht abgeholt" der Gesundheitsdirektion retourniert, ebenso die "zweite Zustellung" vom 21. September 2004.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Betreibungsamt Y forderte Dr. A mit Schreiben vom 1. September 2004 letztmals zur Abholung der Patientendossiers, welche sich noch im Kellerraum an der L-Strasse in Y befanden, innert zehn Tagen auf. Dr. A war am 10. Juni 2004 von dort ausgewiesen worden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 28. September 2004 wandte sich die Verwalterin der Liegenschaft L-Strasse an die Gesundheitsdirektion mit der Mitteilung, die Krankendossiers seien zwar am 10. September 2004 entfernt worden, befÃ¤nden sich mittlerweile aber wieder im Kellerabteil.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>In der Folge wurden die Krankendossiers von der Gesundheitsdirektion sichergestellt. Zudem erhob sie beim Statthalteramt Strafanzeige gegen Dr. A wegen Verletzung des Berufsgeheimnisses. Am 15. Oktober 2004 erliess die Gesundheitsdirektion eine VerfÃ¼gung, mit welcher Dr. A per sofort im Sinn einer superprovisorischen Massnahme die selbststÃ¤ndige Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit untersagt und die Patientendossiers superprovisorisch beschlagnahmt wurden. Dr. A wurde Frist zur Stellungnahme zur superprovisorischen VerfÃ¼gung und zum geplanten Entzug der Bewilligung zur selbststÃ¤ndigen Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit angesetzt, unter der Androhung, im SÃ¤umnisfall wÃ¼rde aufgrund der Akten entschieden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Schreiben vom 28. Oktober 2004 teilte Dr. A der Gesundheitsdirektion unter anderem mit, die PraxiserÃ¶ffnung sei auf den 1. September 2004 geplant gewesen, dann aber aus finanziellen GrÃ¼nden gescheitert. Ein Transportunternehmen hÃ¤tte daraufhin die deponierten Sachen rÃ¤umen sollen. Er habe zwar versprochen, die Rechnung bar zu begleichen, was ihm dann doch nicht mÃ¶glich gewesen sei. Er sei kurzfristig ausser Landes und schlecht erreichbar gewesen. Ãberrascht und entsetzt habe er schliesslich feststellen mÃ¼ssen, dass die Sachen vom Unternehmen am 15. September 2004 einfach wieder retourniert worden seien. WÃ¤hrend dieser ganzen Zeit habe er aber keine Patienten betreut, und bei den Krankengeschichten habe es sich um alte und abgeschlossene Patientenakten gehandelt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 3. November 2004 forderte die Gesundheitsdirektion Dr. A zu einer detaillierteren Stellungnahme auf. Das betreffende Schreiben wurde trotz zweimaliger Zustellung nicht abgeholt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 17. Januar 2005 entzog die Gesundheitsdirektion Dr. A die Bewilligung zur selbststÃ¤ndigen Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit und beschlagnahmte die Patientendossiers definitiv. Dem Lauf der Beschwerdefrist und einer allfÃ¤lligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. Nach zwei erfolglosen Zustellversuchen wurde Dr. A die VerfÃ¼gung vom 17. Januar 2005 am 22. MÃ¤rz 2005 amtlich Ã¼berbracht. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>II.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 21. April 2005 gelangte Dr. A, nunmehr anwaltlich vertre­ten, an das Verwaltungsgericht mit dem Begehren um vollumfÃ¤ngliche Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 17. Januar 2005. Im Weiteren sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zu Lasten der Gesundheitsdirektion. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die aufschiebende Wirkung wurde mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 10. Mai 2005 wieder hergestellt. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerdeantwort ging am 31. Mai 2005 ein mit dem Antrag auf vollumfÃ¤ngliche Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Schreiben vom 21. Juni 2005 teilte die Rechtsvertreterin des BeschwerdefÃ¼hrers mit, dass sie das Mandat per sofort niedergelegt habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der gegen die VerfÃ¼gung der Gesundheitsdirektion vom 17. Januar 2005 erhobenen Beschwerde sachlich und funktionell zustÃ¤ndig (§ 41 Abs. 1 und § 19a Abs. 2 Ziff. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 19a N. 4). Der angefochtene Entscheid unterliegt im Verfahren der Direktbeschwerde nicht nur der Rechts-, sondern auch der Ermessenskontrolle (§ 50 Abs. 3 VRG).</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.1 </span></b><span>Nach § 7 Abs. 1 lit. a des Gesundheitsgesetzes vom 4. November 1962 (GesundheitsG) ist eine Bewilligung der Direktion des Gesundheitswesens erforderlich, um gegen Entgelt oder berufsmÃ¤ssig Krankheiten, Verletzungen oder sonstige gesundheitliche StÃ¶rungen festzustellen und zu behandeln oder Ã¼berhaupt medizinische Verrichtungen vorzunehmen. GemÃ¤ss § 1 Abs. 1 lit. a und d der Ãrzteverordnung vom 6. Mai 1998 (ÃrzteV) bedÃ¼rfen einer Bewilligung der Gesundheitsdirektion zur selbststÃ¤ndigen TÃ¤tigkeit die Ãrztinnen und Ãrzte mit privater Praxis und alle anderen Ãrztinnen und Ãrzte, die Kranke untersuchen oder behandeln, ohne dabei im Namen einer praxisberechtigten Person tÃ¤tig zu sein. Die Bewilligung zur selbststÃ¤ndigen BerufsausÃ¼bung wird bis zum Ablauf des 70. Altersjahrs erteilt und kann fÃ¼r jeweils drei Jahre erneuert werden, sofern die Voraussetzungen nach § 8 GesundheitsG fortbestehen (§ 1 Abs. 3 ÃrzteV). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Direktion des Gesundheitswesens erteilt die Bewilligung, wenn der Gesuchsteller das eidgenÃ¶ssische Arztdiplom besitzt, die durch dieses Gesetz verlangten Anforderungen erfÃ¼llt, vertrauenswÃ¼rdig ist und nicht an einem geistigen oder kÃ¶rperlichen Gebrechen leidet, das ihn zur BerufsausÃ¼bung offensichtlich unfÃ¤hig macht (§§ 8 Abs. 1 und 16 Abs. 1 GesundheitsG). Die in § 8 Abs. 1 GesundheitsG erwÃ¤hnte VertrauenswÃ¼rdigkeit besteht nicht nur im VerhÃ¤ltnis zwischen Arzt und Patient, sondern auch zwischen Arzt und BehÃ¶rde. Dieses Vertrauens erweist sich ein Arzt dann als wÃ¼rdig, wenn von ihm aufgrund seiner bisherigen BerufstÃ¤tigkeit und LebensfÃ¼hrung erwartet werden darf, dass er bei der selbststÃ¤ndigen AusÃ¼bung seines Berufs alle notwendige Sorgfalt anwenden wird (§ 12 Abs. 1 GesundheitsG). Dabei hat der Arzt grundsÃ¤tzlich fÃ¼r jede Pflichtverletzung einzustehen (BGE 120 II 248 E. 2c). Daneben muss die BehÃ¶rde die Gewissheit haben, dass sich der praktizierende Arzt an die Gesundheitsgesetzgebung und an die Weisungen der AufsichtsbehÃ¶rde hÃ¤lt (vgl. § 7 Abs. 3 GesundheitsG). Nach § 9 Abs. 1 GesundheitsG kann die Gesundheitsdirektion die Bewilligung entziehen, wenn deren Voraussetzungen nicht mehr vorhanden sind oder wenn den BehÃ¶rden nachtrÃ¤glich Tatsachen zur Kenntnis gelangen, auf Grund derer die Bewilligung hÃ¤tte verweigert werden mÃ¼ssen. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.2 </span></b><span>Die Beschwerdegegnerin hat die VertrauenswÃ¼rdigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers verneint. Die Deponierung der unverschlossenen Krankendossiers an einem fÃ¼r Dritte zugÃ¤nglichen Ort stelle einen groben Verstoss gegen die Aufbewahrungspflicht gemÃ¤ss § 16 ÃrzteV sowie eine Verletzung des Berufsgeheimnisses nach Art. 321 Strafgesetzbuch (StGB) dar. Er habe sich nicht die MÃ¼he gemacht, das Transportunternehmen Ã¼ber seinen Auslandaufenthalt zu informieren, geschweige denn, sich nach dem aktuellen Aufbewahrungsort der Krankengeschichten zu erkundigen. AnlÃ¤sslich der einstweiligen Sicherstellung der Unterlagen vom 4. Oktober 2004 sei ein Chaos vorgefunden worden; zwischen den Krankengeschichten hÃ¤tten sich ungeÃ¶ffnete Gerichtsurkunden, Bussen usw. befunden. Dies komplettiere das Bild einer absolut mangelhaften PraxisfÃ¼hrung und einer mit der Vertrauensstellung des Arztes nicht vereinbarten LebensfÃ¼hrung. Es kÃ¶nne nicht davon ausgegangen werden, dass er inskÃ¼nftig anders vorgehen werde, was sich bereits in der erneuten Vereitelung der Zustellung des Schreibens vom 3. November 2004 zeige. Schliesslich sei auch davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nach der zwangsrechtlichen Verwertung des Praxisinventars und der Ausweisung aus den PraxisrÃ¤umlichkeiten nicht mehr Ã¼ber die gemÃ¤ss § 15 ÃrzteV erforderlichen RÃ¤ume, Einrichtungen und AusrÃ¼stungen verfÃ¼ge. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer gesteht ein, sich in einer vorÃ¼bergehenden Lebenskrise befunden und sich nur noch ungenÃ¼gend um administrative Belange gekÃ¼mmert zu haben. Die Deponierung der Patientendossiers durch das Transportunternehmen an einem frei zugÃ¤nglichen Ort sei schockierend. Er wisse, dass letztlich er die Verantwortung dafÃ¼r trage. Er habe jedoch nicht damit rechnen kÃ¶nnen und mÃ¼ssen, dass das Transportunternehmen die Krankengeschichten retourniere, weshalb sein Verschulden nicht schwer wiege. Seine kurzfristige Auslandabwesenheit vom 11./12. September 2004 habe er â da es sich um ein Wochenende gehandelt habe â dem Unternehmen nicht gemeldet. Auch spreche der Umstand, dass im abgeschlossenen Kellerabteil der Praxis neben Patientendossiers noch andere Sachen verstaut gewesen seien, nicht fÃ¼r eine chaotische PraxisfÃ¼hrung. Es sei durchaus Ã¼blich, dass ein Kellerabteil vielseitig genutzt werde. Dies alles sei von der Beschwerdegegnerin nicht beachtet worden. Es kÃ¶nne ihm nicht eine schwere, die Patienten gefÃ¤hrdende Verletzung der Berufspflichten vorgeworfen werden. Vielmehr handle es sich um ein einmaliges Fehlverhalten. Nach der Zwangsversteigerung habe er sich zuerst fassen und neu orientieren mÃ¼ssen und nicht sofort neue PlÃ¤ne fÃ¼r eine Praxis aufweisen kÃ¶nnen. Jetzt beschÃ¤ftige er sich aber intensiv damit, Investoren zu finden oder sich einer Praxisgemeinschaft anzuschliessen. Zudem setze § 15 ÃrzteV nicht voraus, dass der Arzt Ã¼ber eigene RÃ¤umlichkeiten verfÃ¼ge. Er kÃ¶nne sich auch an einer Praxisgemeinschaft beteiligen oder sich von einem Spital anstellen lassen. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.3 </span></b><span>Vorab ist auf die Frage einzugehen, ob dem BeschwerdefÃ¼hrer die Bewilligung schon aufgrund der Tatsache, dass er Ã¼ber keine PraxisrÃ¤umlichkeiten und kein Inventar mehr verfÃ¼gt, entzogen werden durfte. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist in einem Entscheid vom 10. Juli 2003 (RB 2003 Nr. 61 E. 3b, 4b/bb-cc = VB.2003.00160, <a href="http://www.vgrzh.ch/"><span>www.vgrzh.ch</span></a>) zum Schluss gelangt, mangels gesetzlicher Grundlage dÃ¼rfe einem Arzt die Bewilligung zur selbststÃ¤ndigen Ã¤rztlichen BerufsausÃ¼bung nicht allein deswegen entzogen werden, weil er keine Praxis mehr fÃ¼hre. Bei der Bewilligung handle es sich nÃ¤mlich nicht um eine eigentliche "Betriebsbewilligung", zumal mit § 1 Abs. 1 lit. d ÃrzteV impliziert werde, dass die Bewilligung auch an Personen erteilt werden kÃ¶nne, die keine Praxis fÃ¼hren. Auch der Zusammenhang der Normen in der Ãrzteverordnung stehe einer anderen Interpretation entgegen: Die Verordnung fÃ¼hre nÃ¤mlich das Bewilligungskonzept gemÃ¤ss Gesundheitsgesetz aus. Die Verordnung enthalte einen Abschnitt "I. Zulassung zur Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit" (vor § 1) und erwÃ¤hne darunter die verschiedenen Bewilligungen: selbststÃ¤ndige BerufsausÃ¼bung (§ 1), Vertretungsbewilligung (§ 2), Assistenzbewilligung (§ 7). Auf gleicher Hierarchiestufe folge der Abschnitt "II. PraxisfÃ¼hrung" (vor § 12). BefÃ¤nden sich die Abschnitte "I. Zulassungâ¦" und "II. PraxisfÃ¼hrung" in unmittelbarer Nachbarschaft, so spreche dies dafÃ¼r, dass im Abschnitt "I. Zulassungâ¦" das fragliche Bewilligungserfordernis (ErÃ¶ffnung und FÃ¼hrung einer Praxis) ausdrÃ¼cklich erwÃ¤hnt worden wÃ¤re, wenn die PraxiserÃ¶ffnung Voraussetzung fÃ¼r die selbststÃ¤ndige TÃ¤tigkeit bildete. Eine Minderheit des Gerichts vertrat die Auffassung, selbst wenn das kantonale Recht eine hinreichende gesetzliche Grundlage dafÃ¼r enthielte, die Bewilligung zur selbststÃ¤ndigen Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit von der ErÃ¶ffnung und FÃ¼hrung einer Praxis abhÃ¤ngig zu machen, wÃ¤re die Beschwerde gutzuheissen gewesen. Ohne gesetzliche Grundlage dÃ¼rfe eine einmal erteilte Bewilligung nur dann entzogen werden, wenn die Voraussetzungen fÃ¼r einen Widerruf erfÃ¼llt seien, was hinsichtlich der Aufgabe einer bewilligten TÃ¤tigkeit nicht zutreffe. DafÃ¼r bedÃ¼rfte es einer klaren gesetzlichen Grundlage. Auch seien polizeilich motivierte Bewilligungen, anders als Konzessionen, nicht mit einer Betriebspflicht verbunden (RB 2003 Nr. 61, am Ende ["MinderheitsbegrÃ¼ndung"] = VB.2003.00160, www.vgrzh.ch). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>GestÃ¼tzt auf die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ergibt sich daher, dass allein die Zwangsversteigerung bzw. die Aufgabe der Praxis und der Umstand, wonach der BeschwerdefÃ¼hrer nicht geltend mache, in nÃ¤chster Zeit andere PraxisrÃ¤umlichkeiten zu beziehen, den Entzug der Bewilligung nicht zu rechtfertigen vermÃ¶gen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Somit fÃ¤llt hauptsÃ¤chlich ins Gewicht, inwieweit die unsachgemÃ¤sse Deponierung der unverschlossenen Patientendossiers und das Ã¼brige Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers dessen VertrauenswÃ¼rdigkeit beeintrÃ¤chtigt haben und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.4 </span></b><span>Dass das Abstellen der Krankengeschichten an einem frei zugÃ¤nglichen Ort eine Verletzung der Aufbewahrungspflicht gemÃ¤ss § 16 ÃrzteV und des Berufsgeheimnisses im Sinn von Art. 321 StGB darstellt, steht fest. Der BeschwerdefÃ¼hrer bestreitet nicht, dass er die Verantwortung dafÃ¼r zu tragen hat, obwohl die Hinterlegung der Akten durch das Transportunternehmen erfolgte. Dies geschah allerdings wegen Ausbleibens der abgemachten Barzahlung seitens des BeschwerdefÃ¼hrers. Wenn er nun ausfÃ¼hrt, er habe nicht von der entsprechenden Reaktion des Unternehmens ausgehen mÃ¼ssen, so hilft ihm dies nicht weiter, ebenso wenig die Behauptung, wÃ¤hrend seiner Auslandabwesenheit am Wochenende des 11./12. Septembers 2004 habe er nicht mit einer Kontaktierung rechnen mÃ¼ssen, weshalb er seine Abwesenheit auch nicht gemeldet habe. Nachdem die Bezahlung nicht erfolgt war, konnte der BeschwerdefÃ¼hrer nicht in guten Treuen annehmen, das Transportunternehmen werde sich um die sachgerechte Deponierung der Patientendossiers kÃ¼mmern. Ausserdem erfolgte die RÃ¼ckfÃ¼hrung der Dossiers an die L-Strasse erst nach Tagen, nÃ¤mlich am 15. September 2004, und wiederum erst nachdem einige Zeit verstrichen war, wandte sich die Verwalterin der Liegenschaft an die Gesundheitsdirektion wegen der nicht abgeholten Kisten des BeschwerdefÃ¼hrers, um welche sich dieser zwischenzeitlich nicht weiter gekÃ¼mmert hatte. In Bezug auf die Aufbewahrungspflicht und die Einhaltung des Berufsgeheimnisses hat sich der BeschwerdefÃ¼hrer somit eine klare und lÃ¤nger andauernde Pflichtverletzung zuschulden kommen lassen, worÃ¼ber nicht leichtfertig hinweggesehen werden kann. Hinzu kommt das Ã¼brige nicht geschÃ¤ftsmÃ¤ssige Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers. So hat er das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 3. Novem­ber 2004 trotz zweimaliger Zustellung nicht entgegengenommen, obwohl er wusste, dass ein Verfahren gegen ihn erÃ¶ffnet worden war. Selbst die vorliegend angefochtene VerfÃ¼gung vom 17. Januar 2005 musste ihm amtlich zugestellt werden, da die Zustellungsversuche mittels Gerichtsurkunde erfolglos geblieben waren. Auch der Umstand, dass sich zwischen den beschlagnahmten Krankendossiers noch anderweitige ungeÃ¶ffnete Gerichtsurkunden und Bussen des BeschwerdefÃ¼hrers befunden hatten, bekrÃ¤ftigt die EinschÃ¤tzung eines unprofessionellen Gebarens des BeschwerdefÃ¼hrers in administrativen Belangen, deren korrekte Abwicklung aber ebenfalls zu einer ordnungsgemÃ¤ssen PraxisfÃ¼hrung gehÃ¶rt und sehr wohl im Interesse der Patienten liegt. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass beim Entscheid Ã¼ber die VertrauenswÃ¼rdigkeit alle VorfÃ¤lle, die dem Arzt vorgeworfen werden, in ihrer Gesamtheit zu wÃ¼rdigen sind, worunter nebst dem beruflichen auch das ausserberufliche Verhalten fallen kann (RB 1966 Nr. 71, ebenso RB 1999 Nr. 79). Aus diesem Grund ist auch nicht weiter zu beanstanden, wenn die Vorinstanz nach Bekanntmachung der Zwangsversteigerung des Praxisinventars die ÃberprÃ¼fung der VertrauenswÃ¼rdigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers in die Wege geleitet hat. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Es ergibt sich somit, dass der BeschwerdefÃ¼hrer durch sein Verhalten seine VertrauenswÃ¼rdigkeit in Frage gestellt hat. Nicht jede Verletzung der Ã¤rztlichen Berufspflicht rechtfertigt es jedoch, der betroffenen Person die fÃ¼r die Bewilligungserteilung vorausgesetzte VertrauenswÃ¼rdigkeit abzusprechen. Die Gesundheitsdirektion kann nur aus schwerwiegenden GrÃ¼nden die BerufsausÃ¼bung einschrÃ¤nken oder verbieten (§ 11 ÃrzteV; VGr, 11. Juli 2002, VB.2002.00135, E. 2b). Im Folgenden ist daher zu prÃ¼fen, ob die Verfehlungen des BeschwerdefÃ¼hrers die von der Beschwerdegegnerin verhÃ¤ngte strenge Massnahme des Entzugs der Bewilligung zur selbststÃ¤ndigen Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit rechtfertigen, handelt es sich doch dabei um einen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit, dessen ZulÃ¤ssigkeit sich nach Art. 36 und 94 der Bundesverfassung (BV) bemisst (BGr, 18. Mai 2005, 2P.310/2004, E. 4.2, www.bgr.ch).</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.5 </span></b><span>§ 9 Abs. 1 Satz 2 GesundheitsG nennt als EntzugsgrÃ¼nde fÃ¼r die Bewilligung gemÃ¤ss § 7 Abs. 1 lit. a GesundheitsG unter anderem die schwere, die Patienten gefÃ¤hrdende Verletzung der Berufspflichten, die missbrÃ¤uchliche AusnÃ¼tzung der beruflichen Stellung und ernstliche sittliche Verfehlungen an Patienten, womit die erforderliche gesetzliche Grundlage im Sinn von Art. 36 Abs. 1 BV grundsÃ¤tzlich gegeben ist. Der Entzug, der fÃ¼r die ganze oder einen Teil der BerufstÃ¤tigkeit auf bestimmte oder unbegrenzte Zeit erfolgen kann (§ 9 Abs. 2 GesundheitsG), muss jedoch gemessen an der Pflichtverletzung und den auf dem Spiel stehenden privaten und Ã¶ffentlichen Interessen jedenfalls verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit erfordert, dass die Verwaltungsmassnahmen zur Verwirklichung des im Ã¶ffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sind. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernÃ¼nftigen VerhÃ¤ltnis zur FreiheitsbeschrÃ¤nkung stehen, die den Privaten auferlegt werden. Unter Eignung einer Massnahme ist deren Zwecktauglichkeit zu verstehen. Die Verwaltungsmassnahme muss im Hinblick auf das im Ã¶ffentlichen Interesse angestrebte Ziel erforderlich sein; sie hat zu unterbleiben, wenn eine gleich geeignete, aber mildere Massnahme fÃ¼r den angestrebten Erfolg ausreichen wÃ¼rde. Die Massnahme darf in sachlicher, rÃ¤umlicher, zeitlicher und personeller Hinsicht nicht Ã¼ber das Notwendige hinausgehen. So ist es beispielsweise nicht statthaft, eine Bewilligung zu verweigern oder ein gÃ¤nzliches Verbot auszusprechen, wenn der rechtmÃ¤ssige Zustand durch eine mit der Bewilligung verbundene Auflage oder Bedingung herbeigefÃ¼hrt werden kann. Eine Verwaltungsmassnahme ist nur gerechtfertigt, wenn sie ein vernÃ¼nftiges VerhÃ¤ltnis zwischen dem angestrebten Ziel und dem Eingriff, die sie fÃ¼r den betroffenen Privaten bewirkt, wahrt. Der staatliche Eingriff muss sodann durch ein das private Interesse Ã¼berwiegendes Ã¶ffentliches Interesse gerechtfertigt sein (VGr, 11. Juli 2002, VB.2002.00135, E. 2c; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich 2002, N. 587, 591-595, 605 f., Pierre Tschannen/Ulrich Zimmerli, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. A., Bern 2005, § 21 N. 4 ff.). </span></p> <p class="Urteilstext"><b>2.6 </b>Die geschilderten Vorkommnisse lassen in der Tat gewisse Zweifel an der VertrauenswÃ¼rdigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers aufkommen. Allerdings wiegen diese nicht derart schwer, als dass ein Entzug der Bewilligung ohne weiteres gerechtfertigt wÃ¤re. Insbesondere hat der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend seiner eingestandenen Krise niemanden selbststÃ¤ndig medizinisch behandelt, sodass die Gefahr einer gesundheitlichen BeeintrÃ¤chtigung von Patienten nie bestanden hat. Vielmehr beschrÃ¤nken sich die dem BeschwerdefÃ¼hrer vorzuwerfenden Verhaltensweisen auf administrative Belange, was entsprechend zu berÃ¼cksichtigen ist. Der mit dem Einschreiten der Beschwerdegegnerin angestrebte Zweck<br/> â darunter fallen unter anderem die korrekte Aufbewahrung der Patientendossiers, die GewÃ¤hrleistung eines den geschÃ¤ftlichen Gepflogenheiten genÃ¼genden Empfangs postalischer Zustellungen und eine die Patienten nicht negativ tangierende Finanzierungssituation â sollte auch mit milderen Massnahmen erreicht werden kÃ¶nnen. Denkbar sind mehrere MÃ¶glichkeiten, wovon nur einige zu erwÃ¤hnen sind: Als weniger einschneidende Varianten kÃ¶nnten eine Verwarnung bzw. bei Wiederaufnahme der selbststÃ¤ndigen Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit die Erteilung konkreter Weisungen und Auflagen in Bezug auf die administrativen Belange (zum Beispiel die Verpflichtung zur teilweisen vorÃ¼bergehenden Ãbertragung gewisser Aufgaben an eine fachlich qualifizierte Drittperson und/oder die Erbringung eines Finanzierungsnachweises bei beabsichtigter PraxiserÃ¶ffnung), unter Androhung entsprechender Konsequenzen bei Nichtbefolgung, in Frage kommen (vgl. § 9 Abs. 2 GesundheitsG, wonach der Entzug auch nur fÃ¼r einen Teil der BerufstÃ¤tigkeit erfolgen kann).</p> <p class="Urteilstext">Die Gesundheitsdirektion weist in ihrer Beschwerdeantwort auf mÃ¶gliche gesundheitliche Probleme beim BeschwerdefÃ¼hrer hin, die allerdings fÃ¼r den von ihr verfÃ¼gten Bewilligungsentzug nicht ausschlaggebend waren. Sollten solche gesundheitlichen Probleme tatsÃ¤chlich ernsthafte Zweifel an der PraxisfÃ¤higkeit des BeschwerdefÃ¼hrers wecken, so wÃ¤re â als mÃ¶gliche Grundlage fÃ¼r einen allfÃ¤lligen erneuten Entzug der Bewilligung unter diesem Gesichtswinkel â eine vertiefte Untersuchung des Sachverhalts notwendig (vgl. § 7 Abs. 1 VRG), wozu allenfalls auch eine AbklÃ¤rung durch eine (medizinische) Fachperson zÃ¤hlen kann.</p> <p class="Urteilstext">Zusammenfassend ergibt sich, dass die dargelegten Vorkommnisse zwar die Ergreifung von Massnahmen rechtfertigen. Allerdings erscheint ein Entzug der Bewilligung, so wie er angeordnet worden ist, aufgrund des heutigen Aktenstandes als nicht verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Da mehrere MÃ¶glichkeiten in Frage kommen, muss zwecks Wahrung des funktionellen Instanzenzugs die Beschwerdegegnerin darÃ¼ber befinden, welche mildere Massnahme sie ergreifen will, um damit der angeschlagenen VertrauenswÃ¼rdigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers zu begegnen. Sollte sie hingegen einen Bewilligungsentzug auf anderer Grundlage â nÃ¤mlich im Hinblick auf die in Zweifel gezogene PraxisfÃ¤higkeit in gesundheitlicher Sicht â nach wie vor in Betracht ziehen, wÃ¤ren hierfÃ¼r wie erwÃ¤hnt ergÃ¤nzende Untersuchungen erforderlich. Es ist daher die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Sache im Sinne der ErwÃ¤gungen zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Urteilstext"><b>2.7 </b>Dies hat zur Folge, dass die durch die Gesundheitsdirektion sichergestellten Patientendossiers im Sinn von Dispositiv-Ziffer II der VerfÃ¼gung vom 15. Oktober 2004 bis auf weiteres, das heisst bis spÃ¤testens zum Neuentscheid durch die Vorinstanz, <i>vorlÃ¤ufig</i> formell beschlagnahmt bleiben. Der BeschwerdefÃ¼hrer vermag denn auch noch keine Angaben darÃ¼ber zu machen, wann und wo genau er seine Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit wieder aufnehmen wird bzw. inwieweit die korrekte Aufbewahrung der Dossiers gewÃ¤hrleistet wÃ¤re, weshalb die Beschlagnahme vorlÃ¤ufig aufrechtzuerhalten ist.</p> <p class="Urteilstext">Dem BeschwerdefÃ¼hrer war mit VerfÃ¼gung vom 15. Oktober 2004 im Sinn einer superprovisorischen Massnahme die AusÃ¼bung der selbststÃ¤ndigen Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit per sofort untersagt worden (Dispositiv-Ziffer I). Zudem war dem Lauf der Beschwerdefrist und einer allfÃ¤lligen Beschwerde gegen die angefochtene VerfÃ¼gung vom 17. Januar 2005 die aufschiebende Wirkung entzogen worden. Mit verwaltungsgerichtlicher PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 10. Mai 2005 wurde die aufschiebende Wirkung aber wiederhergestellt. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat damit die MÃ¶glichkeit erhalten, schon wÃ¤hrend des laufenden Verfahrens die selbststÃ¤ndige Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit wieder aufzunehmen. Daran Ã¤ndert der vorliegend zu fÃ¤llende Entscheid nichts. Dies bedeutet, dass die Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 17. Januar 2005 kein Wiederaufleben des superprovisorisch angeordneten Verbots zur AusÃ¼bung der selbststÃ¤ndigen Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit zur Folge hat. Sollte sich aufgrund neuer Erkenntnisse eine andere Massnahme aufdrÃ¤ngen, wÃ¤re eine solche entsprechend neu anzuordnen.</p> <p class="Urteilstext"><b>3.</b></p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens den Parteien je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen, und es ist keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 und § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die VerfÃ¼gung der Gesundheitsdirektion vom 17. Januar 2005 wird aufgehoben. Die Sache wird zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckgewiesen. Die von der Gesundheitsdirektion sichergestellten Patientendossiers bleiben vorlÃ¤ufig beschlagnahmt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>