<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00109</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106134&amp;W10_KEY=4467148&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00109</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.06.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Projektfestsetzung für Radweg</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Für die mit einem Radwegprojekt nach Strassenrecht verbundene naturnahe Gestaltung eines Gewässers besteht die gesetzliche Grundlage im Wasserbaurecht, und die Projektfestsetzung für beide Anliegen kann angesichts der identischen Verfahrensbestimmungen im nämlichen Verfahren erfolgen.<br/>Verfahrensablauf für die Projektfestsetzung nach Strassengesetz und Wasserwirtschaftsgesetz (E. 1). Keine Ermessensüberprüfung durch das Verwaltungsgericht (E. 2). Gegen die Integration eines Projekts für bauliche Veränderungen an einem Oberflächengewässer in das Festsetzungsverfahren für ein Radwegprojekt ist nichts einzuwenden (E. 3). Anforderungen an die Gestaltung von Gewässern (E. 4). Verhältnismässigkeit des Eigentumseingriffs gewahrt (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSPRACHEVERFAHREN">EINSPRACHEVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESETZLICHE GRUNDLAGE">GESETZLICHE GRUNDLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWÃSSERBAUPROJEKT">GEWÃSSERBAUPROJEKT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NATURNAH">NATURNAH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROJEKTEINSPRACHE">PROJEKTEINSPRACHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RADWEGPROJEKT">RADWEGPROJEKT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: VERKEHR (INKL. STRASSENRECHT, WANDERWEGE)">VERKEHR (INKL. STRASSENRECHT, WANDERWEGE)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WASSERBAU">WASSERBAU</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: WASSERRECHT UND GEWÃSSERSCHUTZ">WASSERRECHT UND GEWÃSSERSCHUTZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 17 StrassG</span><br/><span class="ungerade">§ 2 WasserwirtschaftsG</span><br/><span class="gerade">§ 18a WasserwirtschaftsG</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 lit. I WBG</span><br/><span class="gerade">Art. 4 lit. II WBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Am 28. Februar 2001 setzte der Regierungsrat das "Projekt fÃ¼r die Erstellung des regionalen Radwegs entlang der X-strasse, TeilstÃ¼ck Abzweigung ..., Gemeinden M-O ... gemÃ¤ss den bei den Akten liegenden PlÃ¤nen" fest. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Den ErwÃ¤gungen ist, soweit im vorliegenden Zusammenhang von Interesse, zu ent­nehmen: Die GemeinderÃ¤te der betroffenen Gemeinden sowie Kantonspolizei und ZÃ¼rcher Planungsgruppe W hÃ¤tten dem Projekt zugestimmt. Das Amt fÃ¼r Landschaft und Natur, Fach­stelle fÃ¼r Naturschutz, habe beantragt, dass fÃ¼r eine naturnahe Gestaltung des Bachs (Ã¶ffentliches GewÃ¤sser Nr. ...) auf der Parzelle Nr. 01 des Landwirts A ein zusÃ¤tzlicher Land­streifen von 11 m Breite auszuscheiden sei. Hierauf habe das Amt fÃ¼r Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) nach Begehung vor Ort und Verhandlungen mit dem Tiefbau­amt in seiner Stellungnahme vom 31. MÃ¤rz 2000 eine auf 8 m herabgesetzte Breite festge­legt, die im Projekt nun berÃ¼cksichtigt worden sei. Die Auflage des AusfÃ¼hrungsprojekts und des Landerwerbsplans gemÃ¤ss § 16 in Verbindung mit § 17 Abs. 2 </span>des Gesetzes Ã¼ber den Bau und den Unterhalt der Ã¶ffentlichen Strassen (Strassengesetz) vom 27. September 1981 (in der Fassung vom 8. Juni 1997; StrassG; LS 722.1) sei vom 1. bis 30. September 2000 erfolgt, worauf vier Einsprachen eingegangen seien. Der Einsprecher A habe bezÃ¼g­lich seiner Parzelle Nr. 01 beantragt, es sei auf den zusÃ¤tzlichen Erwerb von Kulturland fÃ¼r den Ausbau des Bachs zu verzichten und der Radweg sei an den Waldrand zu verlegen. Diesem Antrag sei nicht zu entsprechen und an der Verbreiterung der Bachparzelle 01 von 4,5 auf 8 m fÃ¼r die naturnahe Gestaltung des Bachs festzuhalten. Der Landerwerb sei nach §§ 18 ff. StrassG durchzufÃ¼hren und einer Projektfestsetzung nach § 15 StrassG stehe nichts entgegen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Mit Beschwerde vom 2. April 2000 beantragte A dem Verwaltungsgericht sinn­gemÃ¤ss, auf die naturnahe Gestaltung des Bachs und die dafÃ¼r erforderliche zusÃ¤tzliche Beanspruchung seines Grundeigentums zu verzichten. Als Landwirt, der sein Einkommen ausschliesslich auf seinem Betrieb erarbeite, werde ihm mit der Landabtretung ein Teil seiner Produktionsgrundlage entzogen. Er sei nach wie vor bereit, ab bestehender Grenze einen Streifen von 4 m Breite fÃ¼r den Bau des Radwegs abzutreten. Der heutige Ausbau des Bachs genÃ¼ge, um auch bei starken RegenfÃ¤llen das Wasser aufzunehmen. Die ge­plante Verbreiterung sei "eine reine AlibiÃ¼bung", um das schlechte Gewissen zu beruhigen, weil mit dem Radweg doch wieder etliche Quadratmeter "zubetoniert" wÃ¼rden. FÃ¼r die Beanspruchung seines GrundstÃ¼cks zur Bachverbreiterung fehle die gesetzliche Grundlage.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Baudirektion fÃ¼r den Regierungsrat beantragte am 7. Mai 2001 Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. Aufgrund des Einzugsgebiet des Bachs von 3,4 km<sup><span>2 </span></sup>ergebe sich eine massgebliche Hochwassermenge von 9 m<sup><span>3</span></sup>/s. Im Be­reich des GrundstÃ¼cks von A verlaufe der Bach in einem 4,5 m schmalen, 2 m tiefen Gra­ben. FÃ¼r GehÃ¶lz oder fÃ¼r einen bei FliessgewÃ¤ssern typischen Pflanzenbewuchs fehle der Platz und der Bach weise ein grosses Ã¶kologisches Defizit auf. Die von der Fachstelle be­antragte Verbreiterung auf 11 m stÃ¼tze sich vor allem auf Art. 21 Abs. 2 der Verordnung des Bundesrats vom 2. November 1994 Ã¼ber den Wasserbau (Wasserbauverordnung, WBV;<span> SR 721.100.1</span>), wonach die Kantone den Raumbedarf fÃ¼r FliessgewÃ¤sser fest­legen, der fÃ¼r den Schutz vor Hochwasser und die GewÃ¤hrleistung der natÃ¼rlichen Funktionen des GewÃ¤ssers erforderlich sei, sowie auf ein von den zustÃ¤ndigen BundesÃ¤mtern herausgege­benes Merkblatt "Raum den FliessgewÃ¤ssern!", aus welchem anhand einer SchlÃ¼sselkurve die erforderliche Breite der Uferstreifen in AbhÃ¤ngigkeit von der Breite der Gerinnesohle abgeleitet werden kÃ¶nne. Diese betrage entlang dem GrundstÃ¼ck des BeschwerdefÃ¼hrers 0,5 bis 1 m, was aufgrund der erwÃ¤hnten Kurve Uferstreifen von je 5 m Breite bzw. einen Landstreifen von 11 m erforderlich mache. BezÃ¼glich der gesetzlichen Grundlage verwies die Baudirektion auf Art. 4 und 17 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991 Ã¼ber den Was­serbau (WBG; SR 721.100). Nach Art. 21 Abs. 3 WBG hÃ¤tten die Kantone die Gefahren­gebiete und den Raumbedarf der GewÃ¤sser bei ihrer Richt- und Nutzungs­planung sowie bei ihrer Ã¼brigen raumwirksamen TÃ¤tigkeit zu berÃ¼cksichtigen, also auch beim Bau eines Rad­wegs, der wie hier mit Eingriffen in den Bach verbunden sei. Die Verbreiterung des Bachs entspreche den Vorgaben von Art. 4 Abs. 2 WBG und sei damit rechtlich genÃ¼gend abge­stÃ¼tzt. Sie liege im Ã¶ffentlichen Interesse und sei Ã¼berdies verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) Der Regierungsrat hat das Projekt nach den Bestimmungen des Strassengeset­zes durchgefÃ¼hrt. Nach § 17 StrassG kann gegen das Projekt innerhalb der Auflagefrist Ein­sprache erhoben werden, wobei sich die Legitimation nach der Rekurs- und Beschwer­delegitima­tion gemÃ¤ss dem Verwaltungsrechtspflegegesetz vom 24. Mai 1959 (VRG) be­stimmt (Abs. 1 SÃ¤tze 1 und 2). Mit der Einsprache kÃ¶nnen gemÃ¤ss § 17 Abs. 2 Satz 1 StrassG alle MÃ¤ngel des Projekts geltend gemacht werden. Ãber Einsprachen wird laut § 17 Abs. 4 StrassG mit der Festsetzung ent­schieden (Satz 1). Der Entscheid ist nach den Vorschriften Ã¼ber die Verwaltungsrechts­pflege weiterziehbar (Satz 2). Wer es unterlassen hat, Einsprache zu erheben, kann den Entscheid nicht anfechten (Satz 3).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Ein entsprechender Verfahrensablauf ergibt sich auch nach den Bestimmungen des Wasserwirtschaftsgesetzes vom 2. Juni 1991 (WasserwirtschaftsG; LS 724.11). GemÃ¤ss § 18 Abs. 4 WasserwirtschaftsG (in der Fassung vom 8. Juni 1997) werden Projekte des Staates fÃ¼r bauliche VerÃ¤nderungen von OberflÃ¤chengewÃ¤ssern vom Regierungsrat festge­setzt; mit der Projektfestsetzung ist das Enteignungsrecht erteilt. Wie bei Strassenbauten erfolgt zunÃ¤chst eine Ã¶ffentliche Planauflage, und die Regelung des Einspracheverfahrens in § 18a Abs. 2 ff. WasserwirtschaftsG entspricht derjenigen von § 17 StrassG. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Im Enteignungsverfahren sind nach § 17 Abs. 3 lit. a StrassG bzw. § 18a Abs. 4 lit. a WasserwirtschaftsG Einsprachen gegen das Projekt ausgeschlossen; lediglich bei Pro­jekten von untergeordneter Bedeutung, bei denen auf das Einspracheverfahren verzichtet wird, kÃ¶nnen Begehren um ProjektÃ¤nderung noch im Enteignungsverfahren gestellt werden (§ 17 Abs. 5 StrassG, § 18a Abs. 6 WasserwirtschaftsG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der BeschwerdefÃ¼hrer hat wÃ¤hrend der Ã¶ffentlichen Auflage des Radwegprojekts Einsprache erhoben, und der angefochtene Festsetzungsbe­schluss des Regierungsrats vom 28. Februar 2001 ist ihm persÃ¶nlich zugestellt worden. Als direkt Betroffener ist er zur Be­schwerde befugt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nach § 17 Abs. 4 Satz 2 StrassG bzw. § 18a Abs. 5 Satz 2 WasserwirtschaftsG in Verbindung mit § 41 VRG ist das Verwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zustÃ¤ndig.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen gemÃ¤ss § 50 f. VRG Rechtsverletzungen (einschliesslich des Ermessensmissbrauchs und der ErmessensÃ¼ber­schreitung) sowie die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des (ent­scheidungswe­sentlichen) Sachverhalts gerÃ¼gt werden. Dem Verwaltungsgericht ist demgemÃ¤ss die Er­messensprÃ¼fung versagt (<span>Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Ver­waltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, </span>§ 50 N. 70 ff.). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>3. Statt der bisherigen Genehmigungsverfahren ist zusammen mit der Revision des Verwaltungsrechtspflegegesetzes fÃ¼r Projekte des Strassen- und GewÃ¤sserbaus ein Festset­zungsverfahren mit Planauflage, Einsprache und Enteignungsrecht eingefÃ¼hrt worden (vgl. </span>KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, <span>§ 19 N. 125). In diesem Verfahren soll geprÃ¼ft werden, ob das Projekt sÃ¤mtlichen massgeblichen Bestimmungen des Bundesrechts und des kantonalen Rechts ent­spricht und damit die materielle Koordination der Rechtsanwendung gewÃ¤hrleistet wird (Antrag und Weisung des Regierungsrats zur Ãnderung des Verwaltungsrechtspflegegeset­zes vom 3. Mai 1995, ABl 1995 II 1556).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Gegen die Integration eines Projekts fÃ¼r bauliche VerÃ¤nderungen an einem OberflÃ¤­chengewÃ¤sser (§ 18 Abs. 4 WasserwirtschaftsG) in ein Strassenbauprojekt (§§ 12 ff. StrassG), wie sie der geplante naturnahe Ausbau des Bachs im Rahmen des Radwegbaus darstellt, ist deshalb aus verfahrensmÃ¤ssiger Sicht nichts einzuwenden. Weil Planauflage und Einspracheverfahren fÃ¼r beide Projekte Ã¼bereinstimmen, haben betroffene Grundei­gentÃ¼mer keinen Rechtsverlust zu befÃ¼rchten; vielmehr erlaubt ein solches Verfahren in AbwÃ¤gung gegenÃ¼ber den privaten Interessen des betroffenen GrundeigentÃ¼mers eine ko­ordinierte PrÃ¼fung sÃ¤mtlicher strassen- und wasserbaulichen sowie umwelt- und planungs­rechtlichen Aspekte beider Bauvorhaben. Allerdings wird im Festsetzungsbeschluss des Regierungsrats vom 28. Februar 2001 eine solche umfassende PrÃ¼fung nur ansatzweise vorgenommen und stÃ¼tzt sich dieser Beschluss ausschliesslich auf das Strassengesetz. Be­zÃ¼glich des Ausbaus des Bachs wird lediglich auf die Stellungnahmen der zustÃ¤ndigen FachÃ¤mter und eine Studie des Bundes vom Mai 2000 hingewiesen; eine PrÃ¼fung der rechtlichen Grundlagen fehlt insofern vollstÃ¤ndig, und der BeschwerdefÃ¼hrer hat deshalb deren Vorhandensein verstÃ¤ndlicherweise in Zweifel gezogen. Eine (unvollstÃ¤ndige) Dar­stellung der fÃ¼r den geplanten Bachbau herangezogenen Rechtsgrundlagen enthÃ¤lt erst die Vernehmlassung der Baudirektion vom 7. Mai 2001.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Bei der Anwendung des Wasserwirtschaftsgesetzes, welches laut § 1 auch den Hochwasserschutz und die Wasserbaupolizei regelt, ist gemÃ¤ss § 2 Abs. 1 unter anderem darauf zu achten, dass bestehende ErholungsrÃ¤ume erhalten bleiben und neue geschaffen werden kÃ¶nnen (lit. e), bestehende LebensrÃ¤ume von Tieren und Pflanzen erhalten bleiben und neue geschaffen werden kÃ¶nnen (lit. f), Landschaften und Ortsbilder geschont und bau­liche VerÃ¤nderungen gut gestaltet werden (lit. h), natÃ¼rlicher Wasserhaushalt und Was­serlauf geschont und womÃ¶glich wiederhergestellt werden (lit. i). Dem Regierungsrat steht gemÃ¤ss § 10 WasserwirtschaftsG das Enteignungsrecht zu.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Von Bundesrechts wegen haben die Kantone den Hochwasserschutz zu gewÃ¤hrleis­ten (Art. 2 WBG), und zwar in erster Linie durch den Unterhalt der GewÃ¤sser und durch raumplanerische Massnahmen (Art. 3 Abs. 1WBG). Laut Art. 4 Abs. 2 WBG muss bei Eingriffen in das GewÃ¤sser dessen natÃ¼rlicher Verlauf mÃ¶glichst beibehalten oder wieder­hergestellt werden; GewÃ¤sser und Ufer mÃ¼ssen so gestaltet werden, dass sie einer vielfÃ¤lti­gen Tier- und Pflanzenwelt als Lebensraum dienen kÃ¶nnen (lit. a), die Wechselwirkungen zwischen ober- und unterirdischen GewÃ¤ssern weitgehend erhalten bleiben (lit. b) und eine standortgerechte Ufervegetation gedeihen kann (lit. c). Sodann legen gemÃ¤ss Art. 21 WBV die Kantone den Raumbedarf der GewÃ¤sser fest, der fÃ¼r den Schutz vor Hochwasser und die GewÃ¤hrleistung der natÃ¼rlichen Funktionen des GewÃ¤ssers erforderlich ist (Abs. 2); sie berÃ¼cksichtigen diesen Raumbedarf bei ihrer Richt- und Nutzungsplanung sowie bei ihrer Ã¼brigen raumwirksamen TÃ¤tigkeit (Abs. 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Auch wenn es, wie der BeschwerdefÃ¼hrer geltend macht, zutreffen mag, dass der bestehende, kÃ¼nstlich angelegte Bachverlauf dem Hochwasserschutz zu genÃ¼gen vermag, so verfehlt er doch in jeder anderen Hinsicht die durch das heutige Recht gestellten wasser­baulichen Anforderungen. Wie sich aufgrund der bei den Akten liegenden PlÃ¤ne ergibt, fehlt insbesondere der Platz fÃ¼r eine standortgerechte Ufervegetation, fÃ¼r wel­che gemÃ¤ss Art. 4 Abs. 2 lit. c WBG bei Eingriffen in das GewÃ¤sser zu sorgen ist. Im Zusammenhang mit dem Radwegbau, der offenkundig eine raumwirksame TÃ¤tigkeit darstellt, ist deshalb gestÃ¼tzt auf Art. 21 Abs. 3 WBV dieser zusÃ¤tzliche Raumbedarf zu berÃ¼cksichtigen. Die angefochtene Anordnung beruht damit bereits bundesrechtlich auf einer hinreichenden ge­setzlichen Grundlage. Abgesehen davon dÃ¼rfte sich die geplante Massnah­me auch auf das kantonale Recht stÃ¼tzen lassen (§ 1 in Verbindung mit § 2, insbesondere Abs. 1 lit. f und i WassserwirtschaftsG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Als Eingriff in das Eigentum des BeschwerdefÃ¼hrers muss die umstrittene Ver­brei­terung des Bachgebiets im Ã¶ffentlichen Interesse liegen und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein. Ein Ã¶ffentliches Interesse ist fÃ¼r die insbesondere mit GrÃ¼nden des Umweltschutzes und der Raumplanung gerechtfertigte naturnahe Gestaltung des Bachs ohne weiteres gegeben. Was die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit des Eingriffs betrifft, so hat der Regierungsrat gegenÃ¼ber dem ur­sprÃ¼nglichen Antrag der Fachstelle fÃ¼r Naturschutz, der fÃ¼r das Bachgebiet einen Strei­fen von 11 m Breite verlangte, bereits eine VerschmÃ¤lerung auf 8 m vorgenommen. Dass sich die naturnahe Gestaltung auch mit einem geringeren Landbedarf bewerkstelligen lies­se, wird nicht geltend gemacht. Wie sich dem Merkblatt "Raum den FliessgewÃ¤ssern" ent­neh­men lÃ¤sst, liegt bereits die Breite von 8 m unter dem empfohlenen Minimum. BezÃ¼glich der im Rahmen der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung sodann vorzunehmenden AbwÃ¤gung zwischen den Ã¶ffentlichen und den entgegenstehenden privaten Interessen des Beschwerde­fÃ¼hrers bringt dieser nur vor, er verliere mit der drohenden Landabtretung einen Teil seiner Produktionsgrundlage als Landwirt. Dies allein lÃ¤sst den Eingriff nicht als unverhÃ¤ltnis­mÃ¤s­­sig erscheinen. WÃ¤hrend heute der Bach einen 4,5 m breiten Streifen beansprucht, er­fordern Radweg und Bachgebiet zusammen neu einen Streifen von 12 m ab bestehendem Fahrbahnrand, was beim GrundstÃ¼ck des BeschwerdefÃ¼hrers einem Mehrbedarf von rund 2'800 m2 entspricht. Davon macht die umstrittene Verbreiterung des Bachgebiets von 4,5 auf 8 m nur rund 1'300 m2 aus; dass diese Verminderung seines Bodens zu einer existenz­bedrohenden Einkommenseinbusse fÃ¼hren kÃ¶nnte, hat der BeschwerdefÃ¼hrer nicht darge­tan.<a id="Text3"></a></span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. â¦</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1.<span> </span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">2. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>