<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Normal Heading1"><span id="_GoBack"></span><span class="Normal Heading1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Normal Heading1"><span class="Normal Heading1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Normal Heading1"></p></td></tr></table><p><span>AK.2016.00009</span></p><p><br/></p><p><span> </span></p><p>III. Kammer</p><p>Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender<br/>Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer<br/>Sozialversicherungsrichterin Fehr<br/>Gerichtsschreiberin Locher</p><p class="Normal Heading2"><span class="Normal Heading2">Urteil vom 27. Oktober 2017</span></p><p class="Normal StandardEinzug"><span class="Normal StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegnerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">X.___ war seit der Eintragung im Handelsregister des Kantons Zürich am 28. März 2011 bis zum 13. Dezember 2013 (Urk. 6/151; Publikation im SHAB am 18. Dezember 2013) Gesellschafterin und Geschäftsführerin (mit Ein</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zelunterschrift) der Y.___ mit Sitz in Rümlang. Diese war der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen. Mit Urteil vom 9. September 2014 eröffnete der Konkursrichter des Bezirksgerichts Dielsdorf über die Ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sellschaft den Konkurs. Das Konkursverfahren wurde mit Entscheid des Kon</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">kursrichters vom 6. Oktober 2014 mangels Aktiven eingestellt. Am 12. Januar 2015 wurde die Y.___ im Handelsregister des Kantons Zürich von Amtes wegen gelöscht (Urk. 6/151).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Verfügung vom 7. September 2015 forderte die Ausgleichskasse von X.___ Schadenersatz für entgangene Sozialversicherungsbeiträge in der Höhe von Fr. 141‘981.40 (Urk. 6/141). Die dagegen von der Verpflichteten am 2. Oktober 2015 (Datum des Poststempels) erhobene Einsprache (Urk. 6/145) hiess die Verwaltung mit Entscheid vom 4. März 2016 teilweise gut und redu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zierte die Schadenersatzforderung auf Fr. 141‘457.95 (Urk. 6/148 = Urk. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Gegen den Einspracheentscheid vom 4. März 2016 erhob X.___ am 24. März 2016 Beschwerde und beantragte dessen Aufhebung (Urk. 1). Mit Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schwerdeantwort vom 28. April 2016 schloss die Ausgleichskasse auf Abwei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Gerichtsverfü</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gung vom 2. Mai 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Gericht zieht in Erwägung:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Nach Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinter- lassenenversi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">cherung (AHVG) hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften der Versicherung einen Schaden zufügt, diesen zu ersetzen. Handelt es sich beim Arbeitgeber um eine juristische Person, so haften subsidiär die Mitglieder der Verwaltung und alle mit der Geschäftsführung oder Liquidation befassten Personen. Sind mehrere Personen für den gleichen Schaden verantwortlich, so haften sie für den ganzen Schaden solidarisch (Art. 52 Abs. 2 AHVG).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Vorschriften über die Arbeitgeberhaftung nach </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">52 AHVG sowie die dazu entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichts finden mangels eigener Bestimmungen sinngemäss Anwendung auf die Invalidenversicherungs- (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">66 des Bundesgesetzes über die Invalidenvers</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">icherung), Erwerbsersatz</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">- (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">21 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2 des Bundesgesetzes über </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft) und Arbeitslosenversicherungsbeiträge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">6 des Bun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">desgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenz</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">entschädigung) </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sowie auf jene</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> an die Familienausgleichskassen (FAK) gemäss dem Bundesgesetz über die Familienzulagen (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">25 lit. c). Gleiches gilt für die bis 3</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Dezember 2008 nach kantonalem Recht erhobenen FAK-Beiträge (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">§ </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">33 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2 des Gesetzes über Kinderzulagen für Arbeitnehmer in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung bzw. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">§ </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">33 des ab </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Januar 2008 bis 3</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">0. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Juni 2009 gültig gewesenen Kinderzulagengesetzes; nicht publiziertes Urteil des Bundes</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gerichts 2P.251/19</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">96 vom 30. Juni 1997). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Voraussetzung für eine Haftung nach Art. 52 AHVG ist zunächst das Vorliegen eines Schadens. Dieser besteht darin, dass der AHV ein ihr gesetzlich geschul</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">deter Beitrag entgeht. Die Höhe des Schadens entspricht dabei dem Betrag, dessen die Kasse verlustig geht (Thomas Nussbaumer, Die Ausgleichskasse als Partei im Schadenersatzprozess nach Artikel 52 AHVG, ZAK 1991 S. 383 ff. und 433 ff.). Verwaltungs- und Betreibungskosten, Veranlagungs- und Mahnge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bühren sowie die Verzugszinsen bilden Bestandteil des Schadens, welcher der Ausgleichskasse zu ersetzen ist (BGE 121 III 382 E. 3bb; vgl. auch BGE 109 V 95 oben, 108 V 189 E. 5). Im Hinblick auf die in Art. 14 Abs. 1 AHVG normierte Beitrags- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers gehören auch die Arbeitge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">berbeiträge zum massgeblichen Schaden (BGE 98 V 26 E. 5).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der von der Beschwerdegegnerin verfügungsweise geltend gemachte Schaden (Urk. 6/141) für die unbezahlt gebliebenen Beiträge und Nebenkosten wird von der Beschwerdeführerin in masslicher Hinsicht nicht bestritten. Er ist anhand der Kassenakten – insbesondere der Beitragsübersicht vom 27. April 2016 und des gleichentags erstellten Kontoauszugs (Urk. 6/153-154) – hinreichend sub</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stantiiert dargelegt. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerdegegnerin reduzierte im angefochtenen Einspracheentscheid – wie bereits ausgeführt – die von der Beschwerdegegnerin geforderte Schaden</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ersatzsumme von Fr. 141‘981.40 auf Fr. 141‘457.95. Dabei ging sie zutreffen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">derweise davon aus, dass die nach dem Ausscheiden der Beschwerdeführerin als Gesellschafterin und Geschäftsführerin der Y.___ in Rechnung gestellten Betreibungs- und Mahnkosten nicht der Pflichtigen ange</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lastet werden können.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mangels offenkundiger Anhaltspunkte für Berechnungsfehler ist die Schadensbe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rechnung der Beschwerdegegnerin zu bestätigen und von einem vorliegend relevanten Schadensbetrag von Fr. 141‘457.95 auszugehen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Art. 14 Abs. 1 AHVG und die Art. 34 ff. der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) schreiben vor, dass der Arbeitgeber bei je</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">der Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und zusammen mit den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Die Arbeit</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">geber haben den Ausgleichskassen periodisch Abrechnungsunterlagen über die von ihnen an ihre Arbeitnehmer ausbezahlten Löhne zuzustellen, damit die entsprechenden paritätischen Beiträge ermittelt und verfügt werden können. Die Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine gesetzlich vorgeschriebene öffentlichrechtliche Aufgabe. Die Nichterfüllung dieser öffent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">lichrechtlichen Aufgabe bedeutet eine Missachtung von Vorschriften im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AHVG und zieht die volle Schadendeckung nach sich (BGE 118 V 193 E. 2a; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.6). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Aus den Akten ist ersichtlich, dass die Y.___ den ihr als Arbeitgeberin obliegenden Zahlungsverpflichtungen nur unvollständig nach</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">kam. Die Beschwerdegegnerin sah sich deshalb veranlasst, die Gesellschaft wie</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">derholt zu mahnen und mehrere Schuldbetreibungsverfahren einzuleiten (vgl. Urk. 6/153). Hinzu kommt, dass die Konkursitin sowohl am 20. März 2012 (Urk. 6/16) wie auch am 18. März 2013 – die Gesellschaft bestand erst seit März 2011 – um einen Zahlungsaufschub für die Begleichung der ausstehenden Bei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">träge ersuchte, wobei die Raten – wenn überhaupt – zumeist verspätet bezahlt wurden (Urk. 6/17 S. 2, 6/56 und 6/59 S. 2). Schliesslich blieben geschuldete Sozialversicherungsbeiträge (inklusive Nebenkosten) in der Höhe von Fr. 141‘981.40 unbezahlt, wovon in diesem Prozess – wie ausgeführt – Fr. 141‘457.95 relevant sind (vgl. 2.3 hievor). Damit ist die Konkursitin ihren Pflichten als Arbeitgeberin selbstredend nicht nachgekommen und hat öffent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">lichrechtliche Vorschriften missachtet.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Zu prüfen bleibt, ob und inwieweit der entstandene Schaden auf ein qualifiziert schuldhaftes Verhalten der Beschwerdeführerin zurückzuführen ist. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht besteht nach dem Wortlaut des Art. 52 AHVG darin, dass der Arbeitgeber absichtlich oder grob</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">fahrlässig Vorschriften verletzt hat und dass durch diese Missachtung ein Scha</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">den verursacht worden ist (BGE 108 V 183 E. 1a). Absicht beziehungsweise Vorsatz und Fahrlässigkeit sind verschiedene Formen des Verschuldens. Art. 52 AHVG statuiert demnach eine Verschuldenshaftung, und zwar handelt es sich um eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht. Die Schadenersatzpflicht ist im konkreten Fall nur dann begründet, wenn nicht Umstände gegeben sind, welche das fehlerhafte Verhalten des Arbeitgebers als gerechtfertigt erscheinen lassen oder sein Verschulden im Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit ausschliessen. In diesem Sinne ist es denkbar, dass ein Arbeitgeber zwar in vorsätzlicher Missachtung der AHV-Vorschriften der Ausgleichskasse einen Schaden zufügt, aber trotzdem nicht schadenersatzpflichtig wird, wenn beson</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">dere Umstände die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht schuldhaft erscheinen lassen (BGE 108 V 183 E. 1b; ZAK 1985 S. 576 E. 2 und S. 619 E. 3a).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.2</span><span> </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.2.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Grobe Fahrlässigkeit liegt praxisgemäss vor, wenn ein Arbeitgeber das ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und unter glei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen. Das Mass der zu ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">langenden Sorgfalt ist abzustufen entsprechend der Sorgfaltspflicht, die in den kaufmännischen Belangen jener Arbeitgeberkategorie, welcher die betreffende Person angehört, üblicherweise erwartet werden kann und muss. Dabei sind an die Sorgfaltspflicht einer Aktiengesellschaft hinsichtlich der Einhaltung gesetz</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">licher Vorschriften grundsätzlich strenge Anforderungen zu stellen. Ähnlich ist zu differenzieren, wenn es darum geht, die subsidiäre Haftung der Organe eines Arbeitgebers zu ermitteln (BGE 108 V 199 E. 3a; ZAK 1985 S. 51 E. 2a, S. 620 E. 3b; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.6).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.2.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Nicht jedes einer Firma als solcher anzulastende Ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schulden muss auch ein solches ihrer sämtlichen Organe sein. Vielmehr hat man abzuwägen, ob und in</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">wieweit eine Handlung der Firma einem bestimmten Organ im Hinblick auf dessen rechtliche und faktische Stellung innerhalb der Firma zuzurechnen ist. Ob ein Organ schuldhaft gehandelt hat, hängt demnach entscheidend von der Verantwortung und den Kompetenzen ab, die ihm von der juristischen Person übertragen wurden (BGE 108 V 199 E. 3a; ZAK 1985 S. 620 E. 3b). Bei einfa</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chen Verhältnissen muss vom einzigen Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft, der als solcher die Verwaltung der Gesellschaft als einzige Person in Organstel</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">lung zu besorgen hat, in der Regel der Überblick über alle wesentlichen Belange der Firma verlangt werden, und dies selbst dann, wenn er seine Befugnisse weitgehend an einen Geschäftsführer delegiert hat. Er kann mit der Delegation der Geschäftsführung nicht zugleich auch seine Verantwortung als einziges Verwaltungsorgan an den Ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schäftsführer delegieren (BGE 108 V 199 E. 3b).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.2.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Formell eingesetzte Geschäftsführer einer GmbH wie auch Personen, die faktisch die Funktion eines Geschäftsführers ausüben, haften für den der Ausgleichs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">kasse zufolge nicht bezahlter Bundessozialversicherungsbeiträge entstandenen Schaden nach den gleichen Grundsätzen wie Organe einer Aktiengesellschaft (BGE 126 V 237 ff.).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.3</span><span> </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.3.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Beschwerdeführerin brachte zu ihrer Entlastung unter Hinweis auf die Bi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">lanz der Y.___ vor, im Zeitpunkt ihres Ausscheidens habe diese über genügend Aktiven verfügt, um die Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen. Nachher sei die Beitragspflicht auf den neuen Geschäftsführer übergegangen, der sämtliche Pflichten und Schulden des Unternehmens über</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nommen habe. Sie treffe deshalb keine Haftung mehr (Urk. 1).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.3.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Vorweg ist festzuhalten, dass im vorliegenden Prozess nicht zu untersuchen ist, was der Inhalt der mit Z.___ im Zusammenhang mit dem Verkauf der Y.___ getroffenen Vereinbarung war und ob sie vom Käufer erfüllt worden ist. Zu entscheiden ist einzig, ob die Y.___ die ihr als Arbeitgeberin obliegenden Pflichten verletzt hat und ob gegebenenfalls ein qualifiziertes Verschulden der Beschwerdeführerin zu beja</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hen ist. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.3.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Beschwerdeführerin war seit der Eintragung der Y.___ im Handelsregister des Kantons Zürich am 28. März 2011 bis zu ihrem Austritt am 13. Dezember 2013 als deren Gesellschafterin und Geschäftsführerin mit Einzelzeichnungsberechtigung aufgeführt. Ihr kommt somit in der betref</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">fenden Zeitperiode formelle Organeigenschaft zu.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Y.___ war zwar nicht mehr ein eigentliches Klein</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">stunternehmen; trotzdem – auch mit Blick auf die ausgerichtete Lohnsumme – ein Unternehmen mit einfacher Verwaltungsstruktur. Die Verhältnisse, nament</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">lich auch hinsichtlich der beitragsrechtlichen Situation, waren einfach und leicht überschaubar. Bei derartigen Verhältnissen muss von einer Geschäftsfüh</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rerin einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) verlangt werden, dass sie den Überblick über alle wesentlichen Belange des Unternehmens hat. In diesen Konstellationen werden praxisgemäss auch erhöhte Anforderungen an Kenntnis und Erledigung von Abrechnungs- und Zahlungsverkehr mit der Aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gleichskasse gestellt. Denn gemäss Art. 812 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR) sind die Geschäftsführer sowie Dritte, die mit der Geschäftsführung befasst sind, verpflichtet, ihre Aufgabe mit aller Sorgfalt zu erfüllen und die Interessen der Gesellschaft in guten Treuen zu wahren. Art. 810 Abs. 2 OR enthält sodann ei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nen – im Wesentlichem der aktienrechtlichen Bestimmung von Art. 716a Abs. 1 OR entsprechenden – Katalog unübertragbarer und unentziehbarer Aufgaben. So obliegt den Geschäftsführern insbesondere die Oberleitung der Gesellschaft und die Erteilung der nötigen Weisungen (Ziffer 1), die Ausgestaltung des Rechnungswesens, der Finanzkontrolle sowie der Finanzplanung (Ziffer 3) und die Aufsicht über die Personen, denen Teile der Geschäftsführung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">übertragen sind, namentlich im Hinblick auf die Befolgung der Gesetze, Statuten,</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Regle</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">mente und Weisungen (Ziffer 4). Das Gesetz verbietet zwar die Vornahme einer bestimmten Arbeits- und Kompetenzaufteilung nicht, doch die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Überwachungs- und Kontrollpflichten v</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">erbleiben auch dann bei der (Gesamt)-</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Geschäftsführung</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> beziehungsweise bei sämtlichen Geschäftsführern. Deshalb hat sich jeder Ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schäftsführer einer GmbH periodisch über den Geschäftsgang und die wichtigs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ten Geschäfte, welche nicht zu seinem primären Aufgabenbereich gehören, zu orientieren, Rapporte zu verlangen, diese sorgfältig zu studieren und nötigen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">falls ergänzende Auskünfte einzuholen, Irrtümer abzuklären und bei Unregel</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">mässigkeiten einzugreifen. Die Rechtslage ist insoweit nicht anders als bei einer Aktiengesellschaft (vgl. hiezu BGE 114 V 219 E. 4a und E. 4.2.3 hie</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">vor).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Beschwerdeführerin hätte daher in der Zeit, als sie formelles Organ der Kon</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">kursitin war, insbesondere dafür besorgt sein müssen, dass von der Gesellschaft die gesetzlichen Vorschriften, wozu auch jene betreffend das Beitragswesen ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hören, eingehalten werden. Erst mit dem Ende der Organstellung endet die Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">fugnis zur Vermögensdisposition und somit grundsätzlich auch die Haftung für später entstehende Beitragsschulden. Die Pflichtige kann sich deshalb nicht mit dem Verkauf der Gesellschaft an Z.___ von ihren damals bestande</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nen Verantwortlichkeiten gegenüber der Beschwerdegegnerin entledigen. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Jahresabrechnung 2013 (Urk. 6/80) und die Nachzahlungsverfügung für Januar bis März 2012 (Urk. 6/102) nach ihrem Ausscheiden aus der GmbH in Rechnung gestellt wurden. Denn auszu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gleichen waren Sozialversicherungsbeiträge beziehungsweise Beitragsschulden, die zu einem Zeitpunkt entstanden waren, als die Beschwerdeführerin noch Geschäftsführerin und Gesellschafterin der Y.___ war. Weder Abrechnungspflicht, Beitragsschuld noch Fälligkeit sind von der Zustel</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">lung einer Rechnung, einer Veranlagungs- oder Nachzahlungsverfügung seitens der Ausgleichskasse abhängig. Die Abrechnungspflicht sowie die Beitragsschuld entstehen im Zeitpunkt der Lohnzahlung (Art. 14 und Art. 51 AHVG; vgl. hiezu bereits Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts H 136/00 vom 29. Dezember 2000 E. 4b). Vor diesem Hintergrund ist eine Pflichtverlet</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zung der Beschwerdeführerin ausgewiesen, die während der Zeit erfolgte, als sie noch Einfluss auf das Abrechnungs- und Zahlungswesen nehmen konnte. Bei den Nachzahlungen handelte es sich denn auch nicht um geringfügige Abwei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chungen von den Akonto-Rechnungen (Art. 24 Abs. 3 AHVV), sondern um eine wesentliche – das heisst eine über 10%ige – Erhöhung der Lohnsumme (Art. 35 Abs. 2 AHVV und Randziffer 2048 der Wegleitung über den Bezug der Beiträge in der AHV, IV und EO [WBB]); vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_355/2010 vom 17. August 2010 E. 5.1; ferner Urk. 6/78 und Urk. 6/106). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verhält sich ein Arbeitgeber wi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">derrechtlich und schuldhaft im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AHVG, wenn er in Verletzung der Meldepflicht nach Art. 35 Abs. 2 AHVV zu tiefe Akontobeiträge leistet ohne sicherzustellen, etwa durch Bildung von Rückstellungen, dass unter Berücksichtigung der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung genügend Mittel für die Begleichung der entsprechend höheren Schlussabrechnung innert nützlicher Frist zur Verfügung stehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_247/2016 vom 10. August 2016 E. 5.1.1 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts 9C_335/2010 vom 17. August 2010 E. 5.2.1).</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Ein Blick in die Bilanz der Y.___ per 14. Dezember 2013 (Urk. 3/3) zeigt, dass das Um</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">laufvermögen – das im Gegensatz zum Anlagevermögen grundsätzlich kurzfris</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tige Investitionen erlaubt – zum grösseren Teil aus Debitoren bestand, das heisst aus Forderungen, beispielsweise gegenüber Kunden. Die betreffenden Rechnun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gen wurden per Bilanzstichtag zwar schon gestellt, aber noch nicht bezahlt. Mittel für die Begleichung der Nachtragsabrechnung standen damit – entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin (Urk. 1) – effektiv nicht zur Verfügung, zumal Debitoren-Forderungen auch mit einem gewissen Ausfallrisiko verbun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">den sind. Zu ergänzen bleibt sodann, dass für die Beurteilung der Verschul</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">densfrage ohnehin entscheidend ist, ob die verantwortlichen Organe (nach aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sen erkennbar) der Pflicht, für eine ordnungsgemässe Bezahlung der Sozialver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sicherungsbeiträge zu sorgen, nachgekommen sind (vgl. hiezu bereits das Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts H 34/02 vom 4. März 2004 E. 5.5, ferner etwa auch Urteil des Bundesgerichts 9C_117/2011 vom 29. März 2011 E. 5 mit weiteren Hinweisen). Dies ist aufgrund der vorstehenden Erwägungen zu verneinen. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.3.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Werden bei ungenügender Liquidität die einen Schulden bezahlt, andere aber nicht, ist dies grundsätzlich nicht grobfahrlässig. Nach der Rechtsprechung zu Art. 52 AHVG ist es allerdings – allenfalls abgesehen von kurzfristigen Aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ständen – grobfahrlässig, Löhne zu bezahlen, wenn die darauf geschuldeten AHV-Beiträge nicht gedeckt sind. Gegenteiliges Verhalten ist den verantwortli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chen Organen grundsätzlich als qualifiziertes Verschulden zuzurechnen, was die volle Schadenersatzpflicht nach sich zieht, sofern die übrigen Haftungsvoraus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">setzungen ebenfalls erfüllt sind. Der Grund liegt in der besonderen Natur der AHV-Beträge, hinsichtlich welcher der Arbeitgeber die Funktion eines Vollzugs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">organs ausübt (Art. 51 AHVG). Daraus resultiert eine besondere Pflicht, für die ordnungsgemässe Bezahlung der Beiträge zu sorgen (Urteil des Bundesgerichts 9C_311/2015 vom 9. Juli 2015 E. 4.2.2). Falls daher die Liquiditätssituation die Begleichung der vollen Bruttolöhne zuzüglich des Beitragsanteils des Arbeitge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bers nicht zulässt, sind die Lohnzahlungen praxisgemäss auf ein Mass zu redu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zieren, welches die Entrichtung der darauf anfallenden Sozialversicherungsbei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">träge erlaubt (vgl. etwa bereits Urteil des damaligen Eidgenössischen Versiche</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rungsgerichts H 69/05 vom 15. März 2006 E. 5.3.3 mit Hinweis; ferner Urteil des Bundesgerichts 9C_328/2012 vom 11. Dezember 2012 E. 5.1 mit Hinweis auf Marco Reichmuth, Die Haftung des Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 AHVG, 2008, Rz 673 und 952 mit weiteren Hinweisen). Dem ist die Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schwerdeführerin nicht nachgekommen; vielmehr hat sie den Lohnzahlungen – in den Jahren 2012 und 2013 insbesondere auch ihren eigenen Bezügen (Urk. 6/42 S. 3 und Urk. 6/78) – Priorität vor der Beitragsentrichtung einge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">räumt, welches Verhalten für ein weiteres Ansteigen der Beitragsausstände ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">antwortlich war. Dieses Handeln stellt eine Verletzung ihrer öffentlichrechtli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chen Pflichten als Geschäftsführerin einer GmbH dar.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin nicht vom Vorwurf, ihre Obliegenheiten im Zusammenhang mit dem Beitrags</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">weisen grobfahrlässig missachtet zu haben, zu entlasten mag. </span></p><p class="Normal standard"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Schliesslich setzt die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers nach Art. 52 Abs. 1 AHVG voraus, dass zwischen der absichtlichen oder grobfahrlässigen Missach</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tung von Vorschriften und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zusammenhang gegeben ist (BGE 119 V 401 E. 4a mit Hinweisen auf die Lehre, 103 V 120 E. 4).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfol</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des ein</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">getretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Er</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">eignis allge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">mein als begünstigt erscheint (BGE 119 V 401 E. 4a mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 189 sowie 119 Ib 334 E. 3c).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Zwischen dem der Beschwerdeführerin vorzuwerfenden widerrechtlichen Verhal</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ten und dem eingetretenen Schaden ist der Kausalzusammenhang ohne Weiteres zu bejahen. Denn es ist anzunehmen, dass ein pflichtgemässes Ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">halten den Schaden verhindert hätte.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">6.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Nach dem Dargelegten wurde die Beschwerdeführerin zu Recht verpflichtet, für den eingetretenen Schaden im Umfang von Fr. 141‘457.95 Ersatz zu leisten. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Das Gericht erkennt:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Die </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Beschwerde </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">wird abgewiesen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Das Verfahren ist kostenlos.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">X.___</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Bundesamt für Sozialversicherungen</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">4.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Da der Streitwert Fr. 30'000.-- übersteigt, kann gegen diesen Entscheid innert </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff., insbesondere Art. 85, in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">stellen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>GräubLocher</p></div> </div></body></html>