B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4210/2013 U r t e i l v o m 7 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter William Waeber, Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann. Parteien A._______, geboren am (…), unbekannter Herkunft, angeblich China (Volksrepublik), vertreten durch Franz Betschart-Röllin (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. Juni 2013 / N (…). E-4210/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge seinen Heimat- staat am 20. November 2012 und reiste über Nepal – dort habe er sich bis zum 20. Mai 2013 aufgehalten – und unbekannte Länder am 1. April 2013 in die Schweiz ein, wo er gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszent- rum (EVZ) (...) ein Asylgesuch einreichte. Am 17. April 2013 wurde er summarisch befragt sowie am 24. Mai 2013 einlässlich zu seinen Ausrei- se- und Asylgründen angehört. Dabei gab er an, er sei chinesischer Staatsangehöriger tibetischer Ethnie und stamme aus dem Dorf B._______, Gemeinde C._______, Bezirk D._______, Präfektur E._______, Provinz F._______ (Volksrepublik Chi- na). Er sei ein Bauernsohn und habe nie die Schule besucht. Er spreche insbesondere Alttibetisch ([…]), jedoch kein Chinesisch, da [Geschwisternteil] stets alle Behördengänge für ihn erledigt habe. Im Jahr [90er-Jahre] sei er erstmals schwer krank geworden. Daraufhin sei er re- gelmässig zur Untersuchung nach C._______ gegangen. Als die Kran k- heit derart schlimm geworden sei, dass er nicht mehr aus dem Bett habe aufstehen können, habe [Geschwisternteil] veranlasst, dass ihn ein Kra n- kenwagen nach E._______ gefahren habe, wo er eine n Monat lang im Krankenhaus verbracht und die benötigten Medikamente erhalten habe. Nach einer Operation im Jahr 2010 habe er im November 2010 das Klos- ter G._______, Ortschaft H._______, aufgesucht und sei dort – er habe religiöse Schriften und Tibetisch s tudiert – bis Juni 2012 verweilt bezie- hungsweise er habe sein ganzes Leben im Kloster verbracht. Anschlies- send habe er im Juli 2012 im Kloster und in B._______ heimlich Videos des Dalai Lama verteilt, welche allerdings weniger einen politischen, son- dern vielmehr einen religiösen Inhalt gehabt hätten. Danach sei er noch etwa drei Monate im Dorf geblieben. Als die Geheimpolizei von seinen Aktivitäten er fahren habe, habe ihm (Verwandter) geraten, B._______ schnellstmöglich zu verlassen, andernfalls die ganze Familie Probleme bekomme beziehungsweise (Verwandter) habe ihn – nachdem er das Dorf verlassen habe – darüber in Kenntnis gesetzt, dass er gesucht wer- de. Im Übrigen habe er im Jahr 2000 zusammen mit vier Freunden Plakate, auf welchen sie mit Blut Parolen gegen die Chinesen geschrieben hätten, auf der Felsenwand in B._______ aufgehängt; dieser Vorfall habe aber keine Konsequenzen nach sich gezogen. E-4210/2013 Seite 3 B. Gemäss Aktennotizen der Betreuungsstelle ORS Service AG wurde der Beschwerdeführer infolge einer (…) ärztlich untersucht (A4/2; A5/1). C. Im Auftrag des BFM wurde am 22. April 2013 mittels eines Telefon - Interviews eine Evaluation des Alltagswissens mit dem Beschwerdeführer durchgeführt. Im Bericht vom 6. Mai 2013 kam der Sachverständige zum Schluss, die Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer im behau p- teten geographischen Raum gelebt habe, sei klein. Anlässlich der Anh ö- rung vom 24. Mai 2013 informierte das BFM den Beschwerdeführer über den Werdegang und die Qualifikation des Alltagsspezialisten und gewähr- te ihm zum Abklärungsergebnis das rechtliche Gehör. Er hielt dabei an seinen Aussagen, in Tibet aufgewachsen zu sein und bis zu seiner Au s- reise dort gelebt zu haben, fest. D. Mit Verfügung vom 26. Juni 2013 – eröffnet am 28. Juni 2013 – wies das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, verfügte seine Wegwei- sung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an . Im Übrigen hielt es fest, dass der Wegweisungsvollzug in die Volksrepublik China ausgeschlossen sei. E. Mit Eingabe vom 24. Juli 2013 (Datum Poststempel) erhob der Recht s- vertreter namens und im Auftrag des Beschwer deführers gegen die vo r- instanzliche Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die Verfügung des BFM vom 26. Juni 2013 sei aufzuheben und die Sache zwecks Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; eventualiter sei der Beschwerdeführer als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren ; subeventualiter sei er unter Anerkennung der Flüchtlings eigenschaft aufgrund von subjektiven Nachflucht gründen vorläufig aufzunehmen ; subsubeventualiter sei infolge Unzumutbarkeit oder Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unen t- geltlichen Rechtspflege sowie der aufschiebenden Wirkung der B e- schwerde ersucht. Zudem wurde beantragt, die zuständige Behörde sei vorsorglich anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat- oder Herkunftsstaats sowie jegliche Datenweiterga be an diese zu unterlassen; im Falle einer bereits erfolgter Datenweitergabe sei der Beschwerdeführer darüber in einer separaten Verfügung zu informieren. E-4210/2013 Seite 4 Zur Stützung der geltend gemachten Vorbringen wurden diverse Berichte bezüglich der Lage in Tibet sowie eine Fotogra fie der (…)narbe des Be- schwerdeführers zu den Akten gereicht. F. Mit Zwischenverfügung vom 31. Juli 2013 hielt das Bundesverwaltung s- gericht fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, über das Gesuch um unentgeltliche Prozessfü h- rung werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, der Beschwerd e- führer werde aufgefordert, dem Gericht eine Fürsorgebestätigung einz u- reichen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses werde verzichtet. Im Übrigen lud es das BFM ein, eine Vernehmlassung einzureichen. G. Mit Eingabe vom 8. August 2013 an das Bundesverwaltungsgericht reich- te der Beschwerdeführer eine Fürsorgebestätigung zu den Akten. H. In seiner Vernehmlassung vom 14. August 2013 hielt das BFM an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. I. Mit Zwischenverfügung vom 19. August 2013 stellte das Bundesverwa l- tungsgericht dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung des BFM zur Kenntnis zu und bot ihm Gelegenheit zur Einreichung einer Stellungnahme. Der Beschwerdeführer lies die Frist ungenutzt verstreichen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d E-4210/2013 Seite 5 Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG l iegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 u nd 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Fests tellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in we sentli- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). E-4210/2013 Seite 6 4. 4.1 Zur Begründung seiner ablehnenden Verfügung führte d as BFM im Wesentlichen aus, die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Vo r- bringen vermöchten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten. Von der angeblichen behördlichen S u- che nach ihm habe er lediglich durch Hörensage n erfahren; konkrete Hinweise würden indes fehlen. Daneben würden die in diesem Zusa m- menhang vorgebrachten Schilderungen im länderspezifischen Kontext höchst stereotyp ausfallen. Zudem komme der Sachverständige gestützt auf die durchgeführte Ev a- luation des Alltagswissens zum Schluss, die Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer im von ihm behaupteten geografischen Raum gelebt habe, sei klein. Zwar habe er als Wohnort B._______ und als Nachbar- ortschaften I._______, J._______ und H._______ aufgezählt. Laut dem Sachverständigen könne bei Letzterem jedoch nicht von einem Nachba r- ort zu B._______ gesprochen werden, weil die Distanz dafür offensich t- lich zu gross sei. Weiter habe der Beschwerdeführer zwar die Gemeinde und den Bezirk für den geltend gemachten Wohnort korrekt benennen können. Auf Nachfrage hin habe er aber erklärt, die Nachbardörfer K._______ und L._______ nicht zu kennen beziehungsweise nicht zu wissen, wie diese Orte im Verhältnis zum geltend gemachten Wohnort stünden. Ferner habe er behauptet, seit seiner Kindheit krank zu sein , ohne aber anführen zu können, welche Medikamente er habe einnehmen müssen. Bezeichnenderweise habe er – obwohl er gemäss eigenen An- gaben einen Monat in einem Krankenhaus in E._______ verbracht habe, wo er operiert worden sei – weder zum dortigen Aufenthalt noch zu seiner Krankheit konkrete Angaben machen können. Überdies sei er als angeb- licher Bauernsohn nicht in der Lage gewesen anzugeben, wie gross das bewirtschaftete Land seiner Familie gewesen sei, wie die üblichen Grös- senangaben für landwirtschaftlich genutzte Fläche n lauten würden, wie man eine Yak-Kuh melke und wie viel Gerste seine Familie jeweils geern- tet habe. Im Übrigen könnten ihm, obschon er erklärt habe , von Novem- ber 2010 bis Juni 2012 beziehungsweise bereits seit seiner Kindheit im Kloster G._______ gelebt zu haben, keine soliden Kenntnisse betreffend das Kloster und d essen nähere Umgebung attestiert werden . Darüber hinaus spreche er – abgesehen von sehr wenigen und allgemein bekann- ten Wendungen – kein Chinesisch, was gemäss Aussage des Sachver- ständigen für Personen, die im Tibet sozialisiert worden seien, kaum noch zutreffe; vielmehr wären im Falle einer Sozialisation im Tibet auch chine- sische Begriffe in das Vokabular des Beschwerdeführers eingeflossen. E-4210/2013 Seite 7 Auch habe er im Rahmen des ihm gewährten rechtlichen Gehörs den Ab- klärungsergebnissen der Evaluation nichts entgegensetzen können. In seinen Stellungnahmen würden nach wie vor substantiierte Angaben fe h- len, welche klare und nachvollziehbare Hinweise auf die geltend gemach- te Herkunft geben könnten. Somit würden die aus der Evaluation des Al l- tagswissens gezogenen Schlüsse, wonach die Hauptsozialisation des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht im b e- haupteten Lebensraum stattgefunden habe, seinen geltend gemachten Asylvorbringen ohnehin die Grundlage entziehen. Schliesslich seien auch seine Angaben zum Grenzübertritt äusserst vage und realitätsfremd ausgefallen, weshalb auszuschliessen sei, dass e s sich beim Beschwerdeführer um einen Flüchtling aus der Volks republik China handle. 4.2 In der Rechtsmitteleingabe wurde den Erwägungen des BFM im We- sentlichen entgegengehalten, dass die Begründung des Bundesamtes sehr gesucht sei. So basiere sie hauptsächlich auf Befunden, welche als "wahrscheinlich gering" formuliert worden seien und mithin nicht als fu n- diert beziehungsweise überzeugend bezeichnet werden könnten. Des- halb müsse die Evaluation als eine illegitime Feststellung betrachtet we r- den, welche nicht der Wahr heit entspreche. Die Aussage des sogenan n- ten Sachverständigen, er bezweifle, dass der Beschwerdeführer im Tibet geboren sei und dort gelebt habe, weil er kein Chinesisch spreche, sei äusserst fraglich. Es würden sich tausende Tibeter finden – insbesondere jene aus ländlichen Regionen –, welche weder Chinesisch sprechen noch lesen beziehungsweise schreiben könnten. Der Beschwerdeführer habe anlässlich des Telefoninterviews angegeben, dass er während seines Aufenthaltes als Kind im Kloster (infolge seiner Krankheit) die Tibetische Blockschrift erlernt habe. Der Sachverständige habe daraufhin gesagt, dies sei sehr gut , und "den Test sogar abgestempelt"; in der vorinstanzli- chen Verfügung sei dieser Umstand allerdings nicht berücksichtigt wor- den. Überdies hätten die Ausführungen des Beschwerdeführers betref- fend die Plakatklebeaktion gegen die Chinesen keinen Eingang in die Er- wägungen des Sachverständigen gefunden. Aufgrund dieser aufgeführten Diskrepanzen sei die Fachkund e des Sachverständigen stark anzuzwei- feln. Der Beschwerdeführer habe des Weiteren erklärt, seit seiner Kindheit krank gewesen zu sein. Dass er dabei nicht habe angeben können , um was für eine Krankheit es sich handle, nämlich (…) (und später vermutlich E-4210/2013 Seite 8 […]), könne ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden. Jedenfalls stehe aufgrund der medizinischen Abklärungen in der Schweiz fest, dass er vermutlich (…) habe – er klage über zeitweilige (…)schmerzen – und sich infolge einer (…) für weitere sechs Monate einer med ikamentösen B e- handlung unterziehen müsse. Eine echte H eilungschance habe er nur in der Schweiz. Dass er ferner keine gültigen Papiere habe einreichen können, liege da r- an, dass es allgemein schwierig sei, als Tibeter Dokumente zu organisi e- ren, was die Ausku nft der Länderanalyse der Schweizerischen Flüch t- lingshilfe (SFH) vom 4. März 2013 sowie die kürzlich erschienen en Be- richte von Radio Free Asia vom 20. Januar 2013 un d The Washington Post vom 23. Januar 2013 belegen würden. Er könne seine Familie im Tibet nicht kontaktieren, weil er sie dadurch der Gefahr aussetzen würde, verdächtigt zu werden, Kontakte mit Separatisten zu pflegen. Da der Beschwerdeführer illegal aus der Volksrepublik China ausgereist sei, habe er bei einer Rückkehr begründete Furcht , ernsthaften Nachtei- len im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. Sollte für den Zei t- punkt der Ausreise eine asylrechtlich relevante Verfolgung verneint we r- den, wäre infolge der illegal erfolgten Ausreise das Bestehen subjektiver Nachfluchtgründe zu bejahen, und der Beschwerdeführer (wegen Unzu- lässigkeit des Wegweisungsvollzugs) als Flüchtling vorläufig aufzunehmen. 4.3 In seiner Vernehmlassung hielt das BFM fest, die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung des vorinstanzlichen Standpunktes zu rechtfertigen ve r- möchten. Es stelle zwar nicht in Abrede, dass der Beschwerdeführer ope- riert worden sei. Jedoch vermöchten auch die eingereichten Fotogra fien mit sichtbaren Narben nicht nachzuweisen, dass diese Operation in der Volksrepublik China stattgefunden habe. Somit sei den eingereichten F o- tografien kein Beweiswert beizumessen. 5. 5.1 Im zur Publikation bestimmten Urteil E-2981/2012 vom 20. Mai 2014 präzisierte das Bundesverwaltungsgericht seine Praxis ge mäss EMARK 2005 Nr. 1 dahingehend, dass bei Personen tibetischer Ethnie, die ihre wahre Herkunft verschleiern oder verheimlichen, vermutungsweise davon auszugehen sei, dass keine flüchtlings - oder wegwei sungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort bestän- den; denn die Abklärungspflicht der Asylbehörden finde ihre Grenze an E-4210/2013 Seite 9 der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person. Für asylsuchende Per- sonen tibetischer Ethnie, welche unglaubhafte Angaben über ihren a n- geblichen Sozialisierungsraum in China machen und vermutungsweise im Exil, vorab in Indien oder Nepal, gelebt hätten, beständen grundsätzlich folgende mögliche Konstellationen bezüglich der Staatsangehörigkeit: a. Besitz der chinesischen Staatsangehörigkeit ohne Aufenthalts bewilli- gung in Nepal oder Indien (blosse Duldung im betreffenden Drittstaat); b. Besitz der chinesischen Staatsangehörigkeit mit entsprechender Au f- enthaltsbewilligung im Drittstaat Nepal oder Indien; c. Besitz der Staatsangehörigkeit von Nepal oder von Indien (u nd damit einhergehendem Verlust der chinesischen Staatsangehörigkeit). Daraus ergebe sich folgendes Prüfschema: Besitzt die betreffende Pe r- son die chinesische Staatsangehörigkeit und verfügt sie gleichzeitig über eine Aufenthaltsberechtigung im Drittstaat Nepal oder Indien (Konstellat i- on b) oder wird die Person im betreffenden Drittstaat zumindest gelduldet (Konstellation a), wäre eine Prüfung der Drittstaatenregelung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG durch die Asylbehörden möglich, voraus- gesetzt die asylsuchende Person legt den schweizerischen Behörden alle Fakten im Verfahren dar. Bei der Konstellation b dürften im Regelfall die Voraussetzungen der Drittstaatenregelung gegeben sein. Hat die asylsu- chende Person die Staatsangehörigkeit von Nepal ode r Indien erlangt (Konstellation c), besitzt sie die chinesische Staatsangehörigkeit nicht r e- spektive nicht mehr, da sie gemäss chinesischer Rechts lage durch den Erwerb einer anderweitigen Staatsbürgerschaft die chinesische National i- tät verliert. Diesfalls wäre die Flüchtlingseigenschaft in Bezug auf Nepal beziehungsweise Indien zu prüfen. Vermutungsweise g elte, dass die asylsuchende Person im Land ihrer (neu erlangten) Staatsangehörigkeit keine asylrelevante Gefährdung zu befürchten hat, wenn sie keine en t- sprechenden Vorbringen gla ubhaft vorträgt ( BVGE E-2981/2012 E. 5.8). Zusammenfassend wurde demnach festgestellt, dass für Angehörige der tibetischen Ethnie sowohl in Nepal als auch in Indien die Möglichkeit be- stehe, unter gewissen Bedingungen eine Aufenthaltsbewilligung zu erhal- ten beziehungsweise dass es unter engen Voraussetzungen auch mö g- lich sei, die entsprechende Staatsangehörigkeit zu erwerben, womit infol- ge Erwerbs einer neuen die chinesische Staatsangehörigkeit untergehe. Allerdings müsse davon ausgegangen werden, dass ein grosser Teil der in Nepal und Indien lebenden Exil -Tibeterinnen und -Tibeter keine neue Staatsangehörigkeit erworben hät ten und nach wie vor chinesische Staatsangehörige seien. E-4210/2013 Seite 10 Verunmögliche eine tibetische asylsuchende Person durch die Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht allerdings die Abklärung, welchen effektiven St a- tus sie in Nepal respektive in Indien innehabe, könne aber namentlich keine Drittstaatenabklärung im Sinne von Art. 3 1a Abs. 1 Bst. c AsylG stattfinden. Im Übrigen werde durch die Verheimlichung und Verschlei e- rung der wahren Herkunft auch die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimat land veru n- möglicht (BVGE E-2981/2012 E. 5.9 f.). 6. 6.1 Aufgrund der vorliegenden Aktenlage besteht Grund zur Annahme, dass der Beschwerdeführer seine wahre Herkunft zu verschleiern ve r- sucht, weshalb das Bundesverwaltungsgericht der Ansicht der Vorinstanz folgt, dass die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung nicht zu überzeugen vermag. Im Einzelnen erschöpfen sich die Vorbringen des Beschwerd e- führers in Bezug auf den geltend gemachten Vorfall mit der Geheimpolizei und d ie angebliche illegale Ausreise in unsubstantiierten Ausführungen, welche in wesentlichen P unkten als zu wenig konkret gewertet werden müssen respektive widersprüchlich ausfallen. Insbesondere gab er an- lässlich der summarischen Befragung im EVZ zuerst an, (Verwandter) habe ihm, als die Geheimpolizei von seiner Verteilaktion erfahren habe, geraten, schnellstmöglich das Dorf zu verlassen, ansonsten die ganze Familie Schwierigkeiten bekommen würde. Aus Angst vor einer Festna h- me habe er das Dorf daraufhin verlassen (A7/11 S. 8). Demgegenüber erklärte er an der Anhörung, bis zu seiner Ausreise sei nichts Besonderes geschehen; nachdem er sein Dorf verlassen habe, habe er durch (Ver- wandter) erfahren, dass er seitens der Geheimpolizei gesucht werde. Über die genauen Umstände – wann genau jene ins Dorf gekommen se i- en und nach ihm gesucht hätten – konnte er jedoch keine Auskunft geben (A16/11 S. 7). Auf Vorhalt hin, weshalb er sein Dorf verlassen habe, wenn doch nichts geschehen sei, verstrickte er sich weiter in seinen Aussagen (A16/11 S. 8). Er könne sich ferner selbst nicht erklären, wie die Polizei von seiner Handlung erfahren habe (A16/11 S. 8). Im Übrigen fehlen in der Beschwerdeeingabe hierzu jegliche Ausführungen. Weiter ist festzuhalten, dass die Plakataktion im Jahre 2000 laut eigenen Angaben des Beschwerdeführers kei ne Konsequenzen nach sich zo g, weshalb dem Vorfall keine Asylrelevanz zukommt. Überdies weisen seine Angaben in Bezug auf den Aufenthalt im Kloster Unstimmigkeiten auf (Aufenthalt seit der Kindheit respektive von Novemb er 2010 bis Juni 2012; A7/11 S. 3; A 16/11 S. 3). Zudem hielt die Vorinstanz zutreffend E-4210/2013 Seite 11 fest, dass seine Angaben zum angeblichen Grenzübe rtritt sowie Verbleib in Nepal äusserst vage und realitätsfremd ausgefallen sind (A7/11 S. 6 f.). Ferner spreche er zwar Alttibetisch ( […]), jedoch kein Chinesisch, weil [Geschwisternteil] für ihn immer alle Behördengänge erledigt habe; seine Antwort auf die Frage, weshalb [Geschwisternteil] (Alltags-)Chinesisch beherrsche und er nicht, vermag dabei nicht zu über zeugen (A7/11 S. 4). Gestützt werden diese Zweifel an den geltend gemachten Vorbringen zu- dem dadurch, dass der Beschwerdeführer keine rechtsgenügenden Iden- titätsdokumente eingereicht hat. In der EVZ-Befragung gab er hierzu zu- erst an, der Schlepper habe seine Identitätskarte an sich genommen und in den Fluss geworfen (A7/ 11 S. 6), während er anlässlich der Anhörung behauptete, selber die Identitätskarte in den Fluss geworfen zu haben (A16/11 S. 6). Ein plausibler Grund für dieses Verhalten ist jedenfalls nicht ersichtlich. Schliesslich wird nicht bezweifelt, dass der Besch werdeführer an gesundheitlichen Problemen leide t und sich einer Operation habe un- terziehen müssen. Dieser Umstand vermag jedoch keine Sozialisation in Tibet nachzuweisen. 6.2 Diese Zweifel an den Asylvorbringen des Beschwerdeführers werden zudem durch das Resultat der Evaluation des Alltagswissens gestützt. Bei der vom BFM in Auftrag gegebenen Analyse wurden die landeskund- lich-kulturellen Kenntnisse des Beschwerdeführers geprüft. Die vorli e- gend zu beurteilende Evaluation ist fundiert und mit einer überzeugenden sowie ausgewogenen Begründung versehen, die zu keinen Beansta n- dungen Anlass gibt. Ferner bestehen – anders als in der Beschwerde- schrift behauptet – an der fachlichen Qualifikation des Sachverständigen keine Zweifel, weshalb von der inhaltlichen Richtigkeit und Vollständigkeit der Auswertung ausgegangen wird. Der mit der Erstellung der Evaluation des Alltagswissen beauftragte Sachverständige gelangte aufgrund ungenügender geographischer be- ziehungsweise landeskundlich-kultureller K enntnisse de s Beschwerd e- führers zum Schluss, die Wahrscheinlichkeit, dass er im behaupteten Raum gelebt haben könnte, sei klein. Zwar ist festzuhalten, dass die Aus- führungen nicht in allen Belangen gleichermassen durchschlagend e r- scheinen und sich die Antworten des Beschwerdeführers nicht durchwegs als unzutreffend erwiesen. Allerdings sind die Aussagen hinsichtlich des angeblichen Nachbardorfs H._______ beziehungsweise das fehlende Wissen um die Existenz der Nachbardörfer K._______ und L._______ seiner angeblichen Heimatregion nur schwer nachvollziehbar. Zudem konnte er zwar den Namen des Klosters in der Nähe zum geltend g e-E-4210/2013 Seite 12 machten Wohnort nennen. Jedoch fallen seine weiteren Angaben betre f- fend das Kloster und dessen Umgebung unzutreffend aus. Weiter fehlen – trotz Aussage des Beschwerdeführers, ein Bauernsohn zu sein – prak- tisch jegliche Angabe n hinsichtlich Fragen betreffend Landwirtschaft . Schliesslich konnte er auch in Bezug auf seinen Aufenthalt im Kranke n- haus nur vage Angaben machen, was nach einem einmonatigen Verbleib nicht einleuchtend erscheint. Zum Ergebnis der Evaluation des Alltagswissens wurde dem Beschwe r- deführer anlässlich der Anhörung in korrekter Weise das rechtliche Gehör gewährt, wobei es ihm nicht gelungen ist, die Schlussfolge rungen der Evaluation zu entkräften (vgl. A16/11 S. 2 ff.). Im Übrigen werden auch in der Beschwerdeeingabe keine stichhaltigen Entgegnungen vorgebracht, welche die obigen Erwägungen umzustossen vermögen. 6.3 Aufgrund der schlüssig begründeten vorinstanzlichen Verfügung so- wie der Evaluation des Alltagswissens ist mit überwiegender Wahrschein- lichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer vor seiner A n- kunft in der Schweiz nicht in der Volksrepublik China, sondern in der exi l- tibetischen Diaspora gelebt hat. Namhafte exiltibetische Gemeinschaften gibt es – nebst der Schweiz und Nordamerika – lediglich in Indien und Nepal. Vermutungsweise ist somit anzunehmen, dass er in Indien oder Nepal aufgewachsen ist respektive dort gelebt hat. Folglich wäre grun d- sätzlich zu prüfen, ob er über die chinesische Staatsangehörigkeit ve r- fügt, was eine Prüfung der Drittstaatenregelung im Sinne von Art. 31 a Abs. 1 AsylG mit sich bringen würde, oder ob er über die indische oder nepalesische Staatsangehörigkeit verfügt, was zur Folge hätte, dass das Vorliegen asylrelevanter Gefährdung hinsichtlich jenes Staates zu prüfen wäre. Das Gericht ist wie die Vorinstanz der Auffassung, dass der B e- schwerdeführer die Mitwirkungspflicht in nicht entschuldbarer Weise ve r- letzt hat und dadurch den Behörden nähere Ab klärungen – die Abklä- rungspflicht der Asylbehörden findet , wie bereits festgehalten , ihre Gren- ze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person – sowie eine Rückschaffung in seinen tatsächlichen Heimatstaat verunmöglicht. Der Beschwerdeführer hat die Folgen dieses Verhaltens zu verantworten (vgl. BVGE E-2981/2012 E. 5.10). 7. Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass zwar davon auszuge- hen ist, dass der Beschwerdeführer tibetischer Ethnie ist. Jedoch entbeh- ren seine geltend gemacht en Vorbringen hinsichtlich des Ortes seiner E-4210/2013 Seite 13 hauptsächlichen Sozialisation, der illegalen Ausreise aus Tibet und seiner Asylvorbringen insgesamt der Glaubhaftigkeit. Folglich ist es ihm nicht gelungen, für den Zeitpunkt seiner Ausreise eine asylrechtlich re levante Verfolgung, die er in seiner Heimat vor seiner Ausreise erlitten hat oder in begründeter Weise zukünftig befürchten müsste, aufzuzeigen oder glaub- haft zu machen. Der Beschwerdeführer vermag weder die Flüchtlingse i- genschaft im Zeitpunkt seiner Ausreise noch subjektive Nachfluchtgründe nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat somit zu Recht seine Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 8. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Bundesamt in der Regel die Wegwe i- sung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylg e- such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt w e- der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den ges etzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 9.2 Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Wegweisungsvol l- zugs sind zwar von Amtes wegen zu prüfen, aber die Untersuchung s- pflicht findet, wie bereits vorstehend ausgeführt, ihre Grenzen an der Mi t- wirkungspflicht des Beschwerdeführers. Es ist nicht Sache der Behörden, bei fehlenden Hinweisen nach etwaigen Wegweisungsvollzugshinderni s- sen in hypothetischen Herkunftsländern zu forschen. Der Beschwerdefüh- rer hat die Folgen seiner fehlenden Mitwirkung insofern zu tragen, als sei- tens der Asylbehörden der Schluss gezogen werden muss, es spreche nichts gegen eine Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort, da er keine konkreten, glaubhaften Hinweise geliefert hab e, die gegen eine entspr e- chende Rückkehr sprechen würden. Da der Beschwerdeführer mit se i- nem Verhalten die für genauere Abklärungen erforderliche Grundlage entzieht und es nicht Sache des Gerichts sein kann, sich in Mutmassu n- gen und Spekulationen zu ergehen, können seine geltend gemachten ge- sundheitlichen Beschwerden keine weitere Berücksichtigung finden. E-4210/2013 Seite 14 In Übereinstimmung mit der Dispositivziffer 5 der angefochtenen Verf ü- gung ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass für alle Exil -Tibeterinnen und -Tibeter ein Vollzug der Wegweisung nach China im Sinne von Art. 45 Abs. 1 Bst. d AsylG ausgeschlossen wird, da ihnen dort gegebene n- falls Verfolgung im flüchtlingsrechtlichen Sinn beziehungsweise eine menschenunwürdige Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK droht (BVGE E-2981/2012 E. 5.11). 9.3 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich die für eine Rückkehr allen - falls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist. 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletz t und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. Personendaten von Asylsuchenden, anerkannten Flüchtlingen und Schutzbedürftigen werden dem Heimat - oder Herkunftsstaat nicht b e- kannt gegeben, wenn dadurch die betroffene Person oder ihre Ange - hörigen gefährdet würden; über ein Asylgesuch dürfen keine Angaben ge- macht werden (Art. 97 Abs. 1 AsylG). Jedoch kann die für die Organisat i- on der Ausreise zuständige Behörde zwecks Beschaffung der für den Vollzug der Wegweisung notwendigen Reisepapiere mit dem Heimat - oder Herkunftsstaat Kontakt aufnehmen, wenn in erster Instanz das V or- liegen der Flüchtlingseigenschaft verneint wurde (Art. 97 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 11. August 1999 über den Vollzug der Weg- und Ausweisung von ausländischen Personen (VVWA, SR 142.281) gilt das Vorliegen der Flüchtlingseige nschaft als verneint, wenn das Asylgesuch abgelehnt oder ein Nichteintretensentscheid ve r- fügt wurde. Das BFM hat das Asylgesuch de s Beschwerdeführers mit Verfügung vom 26. Juni 2013 abgelehnt, weshalb formal die Vorausse t- zungen gemäss Art. 97 Abs. 2 AsylG erfüllt sind. Vorliegend ist der He r- kunftsstaat des Beschwerdeführers indes nicht bekannt. Aufgrund einer allfälligen Gefährdung durch eine eventuelle Bekanntgabe der in Art. 97 Abs. 3 AsylG erwähnten (Personen-)Daten wird einer Weitergabe an die chinesischen Behörden jedenfalls ausgeschlossen. E-4210/2013 Seite 15 Der diesbezügliche prozessuale Antrag ist ohnehin mit Ergehen des vo r- liegenden Urteils nunmehr gegenstandslos geworden; er wäre im Ra h- men der Instruktion abzuweisen gewesen. Das BFM ist allerdings anz u- weisen, de m Beschwerdeführer im Rahmen von Art. 26 ff. VwVG eine eventuell bereits erfolgte Weitergabe von (Personen-)Daten im Sinne von Art. 97 Abs. 3 AsylG an die zuständige ausländische Behörde offenzulegen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das mit der Beschwerde g e- stellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist i n- des gutzuheissen, nachdem die Fürsorgeabhängigkeit des Beschwerd e- führers belegt ist und die Begehren zu m Zeitpunkt der Beschwerdeerh e- bung nicht als aussichtslos zu taxieren waren (Art. 65 Abs. 1 VwVG) . Es sind somit keine Verfahrenskosten zu sprechen. (Dispositiv nächste Seite) E-4210/2013 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine eventuell bereits erfolgte Weitergabe von Personendaten an die zuständigen ausländ i- schen Behörde offenzulegen. Im Übrigen wird die Weitergabe der Perso- nendaten an die chinesischen Behörden ausgeschlossen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Sandra Bodenmann Versand: