Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. August 2016 (725 15 288 / 205) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Beurteilung der Unfallkausalität einzelner Beschwerden / Invaliditätsbemessung anhand der LSE-Tabellenlöhne Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Peter Bürkli, Advokat, LL.M., St. Jakobs-Strasse 11, Postfach, 4002 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1958 geborene A.____ war seit dem 1. Juni 19 88 als Monteur bei der B.____ AG in C.____ tätig und durch die Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 17. November 2008 zog sich A.____ beim Losreissen e iner am Boden festklebenden, ca. 25 kg schweren Pumpe eine Distorsion der rechten Schulter mit einer Rotatorenmanschettenruptur zu. Nach Eingang der durch die Arbeitgeberin erstat teten Unfallmeldung erbrachte die SUVA Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilbehandlung, Taggelder). Nachdem die Behand- lung der erlittenen Verletzung in den Jahren 2010 bi s 2013 verschiedene schulterarthroskopi- sche Eingriffe erforderlich gemacht hatte, teilte die S UVA dem Versicherten Ende April 2014 gestützt auf eine von ihr eingeholte kreisärztliche Beur teilung mit, dass das erreichte Ergebnis nach viermaliger Rekonstruktion der Rotatorenmanschette „sehr ordentlich“ sei. Von einer un- fallchirurgisch-orthopädischen Behandlung sei keine nam hafte Besserung mehr zu erwarten, weshalb man die vorübergehenden Leistungen per Ende M ai 2014 einstelle und zur Prüfung des Rentenanspruchs übergehe. Gestützt auf ihre medizinisch en und erwerblichen Abklärun- gen sprach die SUVA A.____ in der Folge mit Verfügung vom 11. Juli 2014 für die verbliebenen Beeinträchtigungen aus dem Ereignis vom 17. November 20 08 mit Wirkung ab 1. Juni 2014 eine Invalidenrente basierend auf einem Erwerbsunfähi gkeitsgrad von 18 % zu. Daran hielt die SUVA auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 22. Juli 2015 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Advokat Pet er Bürkli namens und im Auftrag von A.____ am 14. September 2015 Beschwerde beim Kanto nsgericht, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht), wobei er folgende Rechtsbegehren stellte: „1. Es sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegne rin vom 22. Juli 2015 betreffend den An- spruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente gemäss Einspracheentscheid vom 22. Juli 2015 aufzuheben, soweit eine Erwerbsunfähigkeit von lediglich 18 % festgestellt wurde, und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen per 1. Juni 2014 weiter- hin auszurichten. 2. Es sei der Sachverhalt vollständig festzustellen. 3. Es sei ein gerichtliches Gutachten bezüglich der Kausa lität des Unfalls vom 17. November 2008 für die gesundheitlichen Probleme an der linken Schulter und deren invalidisierende Wirkung zu erstellen und das rechtliche Gehör hierzu zu gewähren. Eventualiter sei die Kausalität des Unfalls vom 17. November 2008 für die gesundheitlichen Probl eme an der linken Schulter und deren in- validisierende Wirkung festzustellen. 4. Es sei ein gerichtliches Gutachten bezüglich der zumut baren Erwerbstätigkeit zu erstellen und das rechtliche Gehör hierzu zu gewähren. 5. Es sei dem Beschwerdeführer per 1. Juni 2014 eine seinem Invaliditätsgrad entsprechende Inva- lidenrente zuzusprechen. 6. Es sei dem Beschwerdeführer eine Integritätsentsch ädigung vom mindestens 40 % zuzuspre- chen. 7. Unter o/e-Kostenfolge inkl. Auslagen und 8 % MWST zulasten der Beschwerdegegnerin.“ C. In ihrer Vernehmlassung vom 30.Oktober 2016 beantra gte die SUVA die Abweisung der Beschwerde. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten d er Beschwerdeführer mit Replik vom 2. Dezember 2015 und die SUVA mit Duplik vom 2. M ärz 2016 an ihren bisherigen Anträ- gen und wesentlichen Begründungen fest. Zudem legte d ie SUVA ihrer Eingabe eine ärztliche Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. D.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau- matologie des Bewegungsapparates, vom 15. Januar 2016 bei. Der Beschwerdeführer nahm in der Folge mit Eingabe vom 30. März 2016 hierzu Stellu ng; die SUVA wiederum äusserte sich am 26. April 2016 zu der letztgenannten Eingabe des Beschwerdeführers. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Das Kantonsgericht zog zur Vervollständigung der Akten das IV-Dossier des Versicher- ten bei. Die Parteien erhielten in der Folge Gelegenheit, hierzu Stellung zu nehmen Mit Eingabe vom 24. Juni 2016 machte der Beschwerdeführer von dieser Möglichkeit Gebrauch. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 ATSG, dessen Be stimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versiche rungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihr en Wohnsitz hat. Befindet sich die- ser im Ausland, so ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in welchem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in welchem ihr letzter schweizerischer Arbeit- geber Wohnsitz hat. Vorliegend hat der Beschwerdeführer Wohnsitz in Frankreich. Der Sitz sei- nes letzten schweizerischen Arbeitgebers befand sich jedoch in C.____ (BL), sodass die örtli- che Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu b ejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezem- ber 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsg ericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Ver sicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zu- ständig. 1.2 Im versicherungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind g rundsätzlich nur Rechtsver- hältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen der zuständige Sozialversicherer vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung geno mmen hat. Insoweit bestimmt die Verfü- gung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgeg enstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurt eilsvoraussetzung, wenn und inso- weit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 f. E . 2.1, 125 V 414 E. 1a und b, je mit Hin- weisen). Vorliegend sprach die SUVA dem Versicherten in der Verfügung vom 11. Juli 2014 eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähi gkeit von 18 % zu. Zur Frage, ob auch ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe , äusserte sich die genannte Verfügung mit keinem Wort. In seiner Einsprache gegen diese Verf ügung beantragte der Versicherte zum einen die Ausrichtung einer höheren Invalidenrente und zum andern die Zusprache einer Integ- ritätsentschädigung von mindestens 40 %. In der Folge le hnte die SUVA im vorliegend ange- fochtenen Einspracheentscheid vom 22. Juli 2015 die bean tragte Erhöhung der Invalidenrente ab. In Bezug auf die vom Versicherten ebenfalls geltend gemachte Integritätsentschädigung beschränkte sie sich - zu Recht - auf den Hinweis, dass über den betreffenden Anspruch noch nicht befunden worden sei (vgl. E. 1b des Einspracheen tscheids). In seiner gegen diesen Ein- pracheentscheid erhobenen Beschwerde vom 14. September 2014 beantragt der Versicherte - unter anderem - erneut, es sei ihm eine Integritätsen tschädigung von mindestens 40 % auszu- richten. Da die Frage, ob der Versicherte (auch) Ansp ruch auf Ausrichtung einer Integritätsent- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht schädigung hat, aber weder Gegenstand der dem Verfahre n zu Grunde liegenden Rentenver- fügung vom 11. Juli 2014 noch des vorliegend angefochten en Einspracheentscheids vom 22. Juli 2015 bildete, fehlt es diesbezüglich an einem A nfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung. Somit kann aber nach dem eingangs Gesagten auf den Antrag des Beschwerdeführers, es sei ihm eine Integritätsentsch ädigung von mindestens 40 % auszu- richten, im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens nicht eingetreten werden. 1.3 Soweit in der frist- und formgerecht erhobenen Be schwerde vom 14. September 2015 die Höhe der Invalidenrente, welche die SUVA dem Beschwerdeführer für die verbliebenen Fol- gen des Ereignisses vom 17. November 2008 zugesprochen h at, beanstandet wird, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem ve rsicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigke it, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang b esteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenha ngs sind alle Umstände, ohne de- ren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um- schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzus ammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache g esundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis- tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetrete ne gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ist na ch der Rechtsprechung dann zu bejahen, wenn das Ereignis nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Le- benserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von de r Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis all gemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). 2.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu minde stens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit da uernde ganze oder teilweise Erwerbs- unfähigkeit. Diese wiederum entspricht dem durch Beeintr ächtigung der körperlichen oder geis- tigen Gesundheit verursachten und nach zumutbarer Beha ndlung und Eingliederung verblei- benden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmögli chkeiten auf dem in Betracht kom- menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 3.1 Im Zusammenhang mit der Beurteilung des Rentenans pruchs ist jeweils als erstes zu prüfen, in welchem Ausmass die versicherte Person unfallbe dingt arbeitsunfähig ist. Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leiste n (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist d ie Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 1 32 V 99 E. 4 mit weiteren Hinwei- sen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiter en Hinweisen). Sodann kommt gemäss diesen Richtlinien Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An di e Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungs fall ohne Einholung eines externen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest stellungen, so sind ergänzende Ab- klärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil A. des Bundesge- richts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 4.1 Beim Ereignis vom 17. November 2008 zog sich der Ve rsicherte eine Distorsion der rechten Schulter mit einer Rotatorenmanschettenruptur zu. In der Folge kam es zu insgesamt vier schulterarthroskopischen Rekonstruktionen der Rotatore nmanschette, letztmalig am 8. Ja- nuar 2013. Da der Versicherte auch nach dem letzten Ein griff über ständige Schmerzen in der rechten Schulter und später auch über solche in der linke n Schulter klagte, legte die Beschwer- degegnerin die medizinischen Akten ihrem Kreisarzt Dr. D.____ zur Stellungnahme vor. In sei- ner Beurteilung vom 3. April 2014 hielt dieser fest, bei Betrachtung der reinen Funktion in der rechten Schulter sei das erreichte Ergebnis nach viermal iger Rekonstruktion der Rotatoren- manschette „sehr ordentlich“. Für den Versicherten stünde n die Schmerzen und die damit ver- bundene Einschränkung der Benutzung des rechten Armes i m Vordergrund. Die begonnene und aktuell laufende spezielle Schmerzbehandlung sei de shalb medizinisch indiziert und sollte fortgeführt werden. Im Gegensatz dazu sei 1 ¼ Jahr na ch der letzten Operation von einer un- fallchirurgisch-orthopädischen Behandlung keine namhafte Besserung mehr zu erwarten. Die Beschwerden an der linken Schulter seien unfallfremd. Diese seien erstmals mindestens fünf Jahre postoperativ aufgetreten. Der Versicherte habe ein MRI der linken Schulter vorgelegt, in welchem sich eine Ruptur der Supraspinatussehne zeige, diese sei krankheitsbedingt und nicht Unfallfolge. Hinsichtlich der Zumutbarkeitsbeurteilung sei festzuhalten, dass beim Versicherten Einschränkungen bestünden, die Folgen des Ereignisses vom 17. November 2008 seien. Diese Einschränkungen würden ausschliesslich die rechte Schulter betreffen. Zumutbar seien dem Versicherten leichte bis gelegentlich knapp mittelschwere T ätigkeiten mit dem rechten Arm bis zur Horizontalen. Unter optimalen Bedingungen könne eine solche Tätigkeit ganztägig ausgeübt werden. Nicht zumutbar seien dem Versicherten repetiti ve Arbeiten mit den rechten Arm über einen längeren Zeitraum von Stunden, wie sie zum Beis piel bei Tätigkeiten am Fliessband eventuell erforderlich wären. Ebenfalls nicht ausgeübt werden könnten Tätigkeiten, bei denen Vibrationen auf den rechten Arm übertragen würden. 4.2 Im Laufe des Einspracheverfahrens unterzog sich der V ersicherte am 25. November 2014 einem durch Dr. med. E.____ in Frankreich durchg eführten arthroskopischen Schulterein- griff links. 4.3 Die SUVA stützte sich im angefochtenen Einspracheentsch eid vom 22. Juli 2015 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vollumfänglich auf den Bericht des Kreisarztes Dr. D.____ vom 3. April 2014. Sie ging demnach davon aus, dass die Beschwerden an der lin- ken Schulter unfallfremd seien. Was die Auswirkungen der unfallkausalen Einschränkungen an der rechten Schulter betreffe, könne auf die kreisärzt liche Zumutbarkeitsbeurteilung abgestellt werden. Danach sei dem Versicherten die Ausübung einer leichten bis gelegentlich knapp mit- telschweren Tätigkeit mit dem rechten Arm bis zur Horizo ntalen unter optimalen Bedingungen ganztägig zumutbar. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 In seiner Beschwerde vom 14. September 2015 machte der Versicherte geltend, den vorhandenen Akten könne entnommen werden, dass die Be schwerden an der linken Schulter auf die Fehl- bzw. Überbelastung aufgrund der Schonung der rechten Schulter zurückzuführen seien und somit eine mittelbare Unfallfolge darstelle n würden. Trotz dieser Hinweise habe es die SUVA aber unterlassen, die invalidisierende Wirkung der gesundheitlichen Probleme an der linken Schulter abzuklären. Gestützt auf diesen Einwand des Versicherten ersuchte die Be- schwerdegegnerin Dr. D.____ einlässlicher zur Frage der U nfallkausalität der Beschwerden an der linken Schulter Stellung zu nehmen. In seinem Ant wortschreiben vom 16. Oktober 2015 hielt der Kreisarzt diesbezüglich fest, bei Beschwerden, d ie in einem derartig langen zeitlichen Abstand zu einem Ereignis aufgetreten seien, das prinzip iell ungeeignet sei, eine solche Schä- digung auszulösen, und bei einem beidseitigen Befund, der eher für degenerative Veränderun- gen spreche, lasse sich eine Kausalität einer Läsion an der Rotatorenmanschette auf der linken Seite zum angeschuldigten Ereignis im gegebenen Fall m edizinisch mit an Sicherheit grenzen- der Wahrscheinlichkeit ausschliessen. Auch eine “Überlastu ng“ der Sehne führe nicht zu einer Schädigung im Sinne der gegebenen Läsion. Zum einen h abe der Versicherte gemäss Dossier in den letzten Jahren nur an wenigen Tagen wirklich körperlich schwer gearbeitet, weshalb eine “Überlastung“ praktisch nicht vorgelegen habe. Zum ander n sei eine Sehne an der Schulter für normale Belastungen “gemacht“ und reisse nicht, auch w enn sie gegebenenfalls mehr als auf der Gegenseite benutzt werde. 4.5 Zusammen mit ihrer Vernehmlassung reichte die SUVA dem Kantonsgericht ein von der Begutachtungsstelle F.____ im hängigen IV-Verfahr en des Versicherten erstelltes polydis- ziplinäres Gutachten ein. Dieses datiert vom 28. Juli 2015 , weshalb es noch keinen Eingang in den - wenige Tage zuvor ergangenen - Einspracheentscheid der SUVA vom 22. Juli 2015 hatte finden können. Hält man sich nun allerdings diese nahe beieinander liegenden Daten vor Au- gen, so zeigt sich, dass das Gutachten den medizinischen Sachve rhalt wiedergibt, wie er ziem- lich exakt im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Ein spracheentscheides - welcher nach ständiger Rechtsprechung für die Beurteilung der Streitsache in zeitlicher Hinsicht massgebend ist (vgl. BGE 116 V 248 E. 1a mit weiteren Hinweisen) - vorgelegen hat. Zudem haben sich der Beschwerdeführer in seiner Replik sowie in der nachfolg enden Eingabe und die SUVA in ihrer Vernehmlassung sowie in ihrer Duplik einlässlich mit dem Inhalt dieses Gutachtens auseinan- dersetzen können. Diese Umstände erlauben es, dessen Erge bnisse im vorliegenden Be- schwerdeverfahren bei der Würdigung des medizinischen Sach verhalts mit zu berücksichtigen. In ihrem Gutachten halten die involvierten Fachärzte der Begutachtungsstelle F.____ bezüglich der hier allein interessierenden beidseitigen Schulter probleme folgende Diagnosen mit Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit fest: Chronische Schult erbeschwerden der dominanten rechten Seite (ICD-10 M19.81/Z98.8) mit/bei: (1) Status nach viermaliger Schulterarthroskopie; (2) int- raoperativ erhoben: etwas entzündlichen Veränderungen des Knorpels glenoidal, leichtgradiger Labrumdegeneration, Partialläsion der langen Bizepssehne und Supraspinatussehne; (3) radio- logisch mässiger Glenohumeral- und Akromioklavikulararthros e (CT 05/2014); (4) funktionell keinem höhergradigen Defizit. Als Diagnose ohne Auswirku ngen auf die Arbeitsfähigkeit wird anamnestisch ein Status nach arthroskopischem Schultereingri ff links (11/2014; ICD-10 Z98.8) aufgeführt. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit halten die Gutachter der Begutachtungsstelle F.____ fest, aufgrund der chronischen Schulterbeschwerden rechts bei Status nach mehreren Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schulteroperationen seien dem Exploranden körperlich schw ere und mittelschwere Tätigkeiten, wie er sie bisher ausgeübt habe, nicht mehr zumutbar. Körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne wiederholten Einsatz der rechten oberen Extremität über Schulterniveau seien dagegen ohne Leistungseinschränkung ganztags möglich. An der linken Schulter seien nach der erfolgten Operation unauffällige Befunde erhobe n worden, eine diesbezügliche Einschrän- kung der Arbeitsfähigkeit bestehe nicht. 4.6 Mit ihrer Duplik reichte die SUVA eine weitere är ztliche Beurteilung ihres Kreisarztes Dr. D.____ vom 15. Januar 2016 ein. Darin nahm diese r nochmals zur Frage der Unfallkausali- tät der Beschwerden des Versicherten an der linken Schul ter Stellung, wobei er zusammenfas- send zum Ergebnis gelangte, dass es für die „sechs Jahre spä ter“ einsetzenden Beschwerden beim Nachweis von multiplen degenerativen Veränderungen am linken Schultergelenk nicht nur mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, sondern mit Siche rheit an einem natürlichen Kausalzu- sammenhang zum Ereignis vom November 2008 fehle. 5.1 Zwischen den Parteien ist hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts hauptsächlich strittig, ob (auch) die Beschwerden des Versicherten an d er linken Schulter unfallkausal sind bzw. ob und wie sich diese - bejahendenfalls - auf sein e Arbeits- und Erwerbsfähigkeit auswir- ken. Der Beschwerdeführer macht diesbezüglich geltend, di e Schulterproblematik links sei auf eine Fehl- bzw. Überbelastung aufgrund der Schonung der rechten Schulter zurückzuführen; es handle sich somit um eine mittelbare Unfallfolge. In A nbetracht der klaren und schlüssigen fachärztlichen Beurteilungen des Kreisarztes Dr. D.____ d ürfte sich diese Auffassung des Ver- sicherten jedoch als unzutreffend erweisen. Zur Begründ ung dieser Einschätzung kann vollum- fänglich auf die nachvollziehbaren Erläuterungen des Kr eisarztes hierzu in seinen Stellungnah- men vom 16. Oktober 2015 und 15. Januar 2016 verwiesen werden. Eine weitere Auseinander- setzung mit dessen Argumenten und mit den vom Beschwerdef ührer hiergegen erhobenen Einwänden kann nun allerdings unterbleiben. Wie es sich mit der fraglichen Unfallkausalität der Schulterbeschwerden links verhält, kann letztlich nämlich aus folgenden Gründen offen bleiben: Laut Gutachten der Begutachtungsstelle F.____ vom 28. Ju li 2015 sind an der linken Schulter nach der im November 2014 erfolgten Operation unauff ällige Befunde erhoben worden. Von Seiten der linken Schulter besteht deshalb, so das Fazi t der Fachärzte der Begutachtungsstelle F.____, keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In Anbetracht dieser gutachterlichen Feststel- lung, an deren Richtigkeit zu zweifeln kein Anlass besteht , ist es im Zusammenhang mit der Beurteilung des Rentenanspruchs des Versicherten nicht von Belang, ob es sich bei der im lin- ken Schultergelenk inzwischen operativ erfolgreich behoben en Läsion der Supraspinatussehne und den damit zusammenhängenden Beschwerden effektiv um mittelbare Unfallfolgen gehan- delt hatte oder nicht. 5.2 Da nach dem Gesagten die Frage, ob sich die Schult erproblematik links (ebenfalls) auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Versicherten auswi rkt, gestützt auf das zwischenzeitlich erstellte Gutachten der Begutachtungsstelle F.____ abschl iessend beantwortet werden kann, erübrigen sich diesbezüglich weitere Abklärungen des medi zinischen Sachverhalts. Demnach kann davon abgesehen werden, zur Beantwortung der auf geworfenen Frage - wie vom Versi- cherten in seiner Beschwerde beantragt - ein gerichtlich es Gutachten in Auftrag zu geben. Der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Bew eisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfas- sungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen a bzunehmen, die für die Ent- scheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Ger icht bei pflichtgemässer Beweiswür- digung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevan- ten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreiche nd abgeklärt ist, kann auf ein bean- tragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbun dene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 141 I 64 E. 3.3, 122 V 162 E. 1d). 5.3 Somit hat die SUVA bei der Prüfung des Rentenans pruchs des Versicherten zu Recht nur die unfallbedingten gesundheitlichen Beeinträchti gungen im Bereich der rechten Schulter berücksichtigt. Bei der Beurteilung der Frage, wie sich die von Dr. D.____ und den Gutachtern der Begutachtungsstelle F.____ bezüglich der rechten Sc hulter übereinstimmend diagnostizier- ten chronischen Schulterbeschwerden bei Status nach vier maliger Schulterarthroskopie auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswirken, hat sich die SUVA, wie bereits oben ausgeführt (vgl. E. 4 hiervor), auf die kreisärztliche Zumutbarkeit sbeurteilung vom 3. April 2014 gestützt. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherte körper lich schwere und mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr verrichten könne. Die Ausübung einer leichten bis gelegentlich knapp mittelschweren Tätigkeit mit dem rechten Arm bis zur Ho rizontalen hingegen sei ihm unter opti- malen Bedingungen ganztägig zumutbar. Diese vorinstanzli che Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Nach der Rechtsprechung kommt zwar den Be richten versicherungsinterner Ärz- tinnen und Ärzte nicht derselbe Beweiswert zu wie eine m im Verfahren nach Art. 44 ATSG ein- geholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, solche Be- richte sind aber, wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), soweit zu berücksichtigen, als keine - auch nur geringe - Zweifel an der Richtigkeit ihrer S chlussfolgerungen bestehen (vgl. BGE 135 V 471 E. 4.7). Vorliegend ist kein Anlass ersichtli ch, an der Richtigkeit der Feststellungen von Dr. D.____ zu zweifeln. Es ist vielmehr festzuhalten, dass dieser sich in seinen Berichten ausführlich mit den bei den Akten liegenden medizinische n Unterlagen auseinandersetzt und dass er eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit d es Versicherten vornimmt. Dazu kommt, dass auch der Facharzt, der den orthopädischen Fach teil des Gutachtens der Begut- achtungsstelle F.____ vom 28. Juli 2015 verfasst hat, in seiner Beurteilung ausdrücklich fest- hält, dass der kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung „au fgrund der heutigen Untersuchung klar zuzustimmen“ sei (vgl. S. 19 des Gutachtens, Ziff. 4.2.8 am Ende). 6.1 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Inva liditätsgrades das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat i n der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffe rnmässig möglichst genau ermit- telt und einander gegenübergestellt werden. Aus der E inkommensdifferenz lässt sich der Invali- ditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entsch eidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrsche inlichkeit als gesunde Person tat- sächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versichert e Person vor Eintritt des Gesund- heitsschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil I. des damaligen Eidgenössischen Versiche- rungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtlic he Abteilungen] vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend war der Versicherte seit dem 1. Juni 1988 als Monteur bei der B.____ AG tätig gew esen. Dieses Arbeitsverhältnis endete jedoch mit der Konkurseröffnung über die Arbeitgeber in im Jahr 2011. Somit wäre der Versi- cherte auch im Gesundheitsfall im Zeitpunkt des Rentenb eginns (1. Juni 2014) nicht mehr für diese Arbeitgeberin tätig gewesen. Bei dieser Ausgangsl age ist die SUVA bei der Bemessung des Valideneinkommens denn auch zu Recht nicht vom Lohn ausgegangen, den der Versicher- te zuletzt bei der B.____ AG erzielt hatte, sondern sie hat das Valideneinkommen zutreffend anhand von statistischen Durchschnittswerten bestimmt. Au f diese Weise hat sie im angefoch- tenen Einspracheentscheid gestützt auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturer- hebung (LSE) 2012 des Bundesamtes für Statistik (vgl. d azu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hin- weisen und 124 V 322 E. 3b/aa), Sektor Baugewerbe, Mä nner, Kompetenzniveau 1, für das vorliegend massgebende Jahr 2014 - das Jahr des Rentenbeginns - ein Valideneinkommen von Fr. 68‘952.-- errechnet. Dabei ist sie jedoch für die Jahre 2013 und 2014 von einer leicht zu ho- hen Nominallohnentwicklung im Baugewerbe von + 0,7 % f ür das Jahr 2013 und von + 0,8 % für das Jahr 2014 ausgegangen. Effektiv betrug die Nominallohnentwicklung im genannten Sek- tor in den beiden Jahren jeweils + 0,5 % (Bundesamt fü r Statistik, Die Lohnentwicklung 2014, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex Männer 2012-2014, Sektor F “Baugewerbe/Bau“). In ihrer Vernehmlassung hat die SUVA ihre Berechnung deshalb entsprechend korrigiert und das mas- sgebende Valideneinkommen nunmehr neu auf Fr. 68‘610.-- festgesetzt. 6.2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, bei der Be rechnung des Valideneinkommens sei in seinem Fall - entgegen der Auffassung der SUVA - nicht vom Tabellen-Durchschnittslohn des Kompetenzniveaus 1, sondern von demjenigen des Kompeten zniveaus 2 auszugehen. Dieses umfasse praktische Tätigkeiten wie den Verkauf, das Bedi enen von Maschinen und elektroni- schen Geräten sowie Fahrdienste. Er sei bei seiner letzt en Arbeitgeberin sowohl selbständig auf Montage unterwegs als auch mit der Bedienung von S chweissgeräten betraut gewesen. Es sei deshalb offensichtlich, dass er zuletzt eine Tätigkeit a usgeübt habe, die über die Anforde- rungen des Kompetenzniveaus 1, welches einfache und repe titive Arbeiten umfasse, hinausge- gangen sei. Diesem Einwand des Beschwerdeführers kann nicht beigepflichtet werden. Wie die SUVA in ihrer Vernehmlassung zu Recht geltend macht, ist es zwar so, dass der Versicherte während mehr als 20 Jahren für denselben Betrieb al s Monteur gearbeitet und sich in dieser langjährigen Tätigkeit wohl nach und nach berufliche Kenntnisse erworben hat. Dieser Umstand vermag aber, wie die SUVA weiter zutreffend festhält, nicht über die Tatsache hinwegzutäu- schen, dass er weder über eine baugewerbliche Ausbildung oder über einen Berufsabschluss noch aufgrund seines beruflichen Werdeganges über beson dere Fertigkeiten und Fachkennt- nisse verfügt, die ihm auch in einer anderen als der an gestammten Tätigkeit von entscheiden- dem Nutzen sein könnten. Somit ist aber nicht zu beanstanden, dass die SUVA bei der Berech- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nung des Valideneinkommens auf den Durchschnittslohn des Kompetenzniveaus 1 abgestellt hat. Ebenso für die Richtigkeit dieses Ergebnisses spricht sodann der Umstand, dass der Versi- cherte auch bei seiner langjährigen Arbeitgeberin zule tzt lediglich einen Lohn erzielt hat (im Jahr 2009: Fr. 59‘488.-- brutto [(Fr. 4‘576.-- x 13)], der jedenfalls nicht über dem Durchschnitts- lohn des Kompetenzniveaus 1 gelegen hat. 6.3.1 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesun dheitsschadens keine oder jeden- falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit a ufgenommen, so können für die Fest- setzung des (hypothetischen) Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung entweder die LSE-Tabellenlöhne oder die Lohnangaben aus der Dokum entation von Arbeitsplätzen (DAP) der SUVA herangezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b mit Hinweisen, 129 V 475 E. 4.2.1). In ihrer Rentenverfügung vom 11. Juli 2014 ermittelte die SUVA das Invalideneinkommen des Versicherten anhand ihrer DAP und gelangte auf diese W eise zu einem zumutbaren Jahres- gehalt von Fr. 57‘217.--. Im angefochtenen Einsprach eentscheid gelangte sie allerdings zur Auffassung, dass die von ihr verwendeten DAP-Blätter nicht in allen Teilen als optimal und dem massgeblichen Zumutbarkeitsprofil voll entsprechend bez eichnet werden könnten. Sie ent- schloss sich deshalb, das Invalideneinkommen nicht mehr anha nd ihrer DAP, sondern unter Beizug der LSE-Tabellenlöhne zu ermitteln. Ein solcher “Wechsel“ der Bemessungsmethode im Rahmen des Einspracheverfahrens ist grundsätzlich zulässig, wo bei allerdings die Verfahrens- rechte der Einsprache führenden Person zu beachten und zu wahren sind (rechtliches Gehör; Gelegenheit zum Rückzug der Einsprache, falls die Verfüg ung wegen des Ergebnisses der Neuberechnung zu Ungunsten der versicherten Person abgeändert werden soll). 6.3.2 Laut Tabelle TA1 der LSE 2012 belief sich der Z entralwert für die mit einfachen Tätig- keiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzn iveau 1) beschäftigten Männer im pri- vaten Sektor im Jahre 2012 auf Fr. 5'210.-- (LSE 2012, Privater Sektor, Tabelle TA1, Männer, Kompetenzniveau 1, Total). Dieser Tabellenlohn beruh t auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden und ist auf die durchschnittliche Woche narbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabschnitten) umzurechnen. Daraus resultiert ein Monatslohn von Fr. 5'431.45 bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 65‘177.40. Die- ser Betrag wiederum ist der bis ins Jahr 2014 erfolgten Nominallohnentwicklung von + 0,8 % per 2013 und von + 0,7 % per 2014 (Bundesamt für Statistik, Die Lohnentwicklung 2014, Tabel- le T1.1.10, Nominallohnindex Männer 2012-2014, Total ) anzupassen, was einen Jahreslohn von - gerundet - Fr. 66‘159.-- ergibt. Da der Versiche rte in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist (vgl. E. 5.3 hiervor), beläuft sich das anhand der LSE-Tabellenlöhne er- mittelte Invalideneinkommen auf den genannten Betrag von Fr. 66‘159.--. 6.3.3 Der Versicherte vertritt in seiner Beschwerde die Auffassung, dass bei der Ermittlung seines Invalideneinkommens nicht auf den Durchschnittslohn aller Sektoren (“TOTAL“), son- dern auf denjenigen des Sektors Dienstleistungen abzuste llen sei. Dieser beinhalte Arbeitsplät- ze, die er mit seinen gesundheitlichen Beeinträchtigun gen am ehesten ausüben könne. Dieser Betrachtungsweise kann jedoch nicht gefolgt werden. Wi e die SUVA in ihrer Vernehmlassung zu Recht einwendet, bietet auch der Sektor Produktion eine Vielzahl von Tätigkeiten an, die der Versicherte mit seinen unfallbedingten Beeinträchtigun gen verrichten kann. Somit ist es aber Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht sachgerecht, bei der Ermittlung des Invalideneinkommens des Beschwerdeführers nicht von den durchschnittlich tieferen Gehältern des Sektors Dienst leistungen, sondern vom Durch- schnittslohn aller Sektoren (“TOTAL“) auszugehen. 6.4.1 Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fall auf der Grundlage von statisti- schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich ber ücksichtigt, dass versicherte Per- sonen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Sch werarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurme hr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht errei- chen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugela ssene Abzug entwickelte sich in der Fol- ge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, w obei die Rechtsprechung dem Um- stand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes h aben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür be- stehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehr erer dieser Merkmale ihre gesund- heitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allg emeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch- schnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmun g der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das I nvalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insg esamt auf höchstens 25 % des Tabel- lenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2; vgl. z um Ganzen auch BGE 126 V 80 E. 5b/bb und cc). 6.4.2 Vorliegend hat die SUVA einen Abzug vom Tabell enlohn von 15 % vorgenommen. Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Auffassung, d ass sich in seinem Fall die Gewäh- rung des Maximalabzuges von 25 % rechtfertige. Dieser Be trachtungsweise des Versicherten kann nicht beigepflichtet werden. Eine allfällige, auf die unfallbedingten gesundheitlichen Beein- trächtigungen zurückzuführende Lohneinbusse ist mit dem vorgenommenen Abzug von 15 % zweifellos ausreichend abgedeckt. Weitere Kriterien, die eine Erhöhung des Abzuges vom Ta- bellenlohn rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich. So nehmen sowohl die Bedeutung des Alters als auch diejenige der Dienstjahre der Versicherten ab, je niedriger das Anforderungspro- fil ist, weshalb diese Faktoren bei einfachen Tätigkei ten körperlicher oder handwerklicher Art, die dem Kompetenzniveau 1 der LSE entsprechen, in der Regel keinen Anlass zu einem (weite- ren) Abzug vom Tabellenlohn geben (vgl. BGE 126 V 79 E. 5a/cc). Unter Würdigung der gege- benen Umstände und in Berücksichtigung der in Betracht fallenden Merkmale lässt sich deshalb - entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers - die Vornahme eines höheren Abzuges nicht begründen. 6.4.3 Gewährt man dem Versicherten einen 15 %-igen Ab zug vom Tabellenlohn, so führt dies, wie die SUVA im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend festgehalten hat, zu ei- nem massgebenden Invalideneinkommen von Fr. 56‘235.-- (Fr. 66‘159.-- x 85 %). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.5 Setzt man im Einkommensvergleich dieses Invalidene inkommen von Fr. 56'235.-- dem Valideneinkommen von Fr. 68‘610.-- (vgl. E. 6.2.1 hi ervor) gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 12'375.--, was einen Invaliditätsgrad von 18,04 ergibt. Nach dem oben Gesagten (vgl. dazu E. 6.2.1 hiervor) ist die SUVA im a ngefochtenen Einspracheentscheid fälschlicherweise von einem leicht höheren Valideneinko mmen von Fr. 68‘952.-- ausgegangen, was im Einkommensvergleich zu einem minim höheren Inval iditätsgrad von 18,44 % geführt hat. Nach der laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu beachtenden Rundungspraxis (vgl. BGE 130 V 121 ff.) führen jedoch beide Ergebnisse ge rundet zu einem massgebenden Invalidi- tätsgrad von 18 %. Die nachträgliche Korrektur des Val ideneinkommens hat somit im Ergebnis im Vergleich zum angefochtenen Einspracheentscheid kein e Schlechterstellung des Versicher- ten zur Folge. 7. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die S UVA dem Versicherten für die verbliebenen Beeinträchtigungen aus dem Ereignis vom 17. November 2008 zu Recht eine Invalidenrente basierend auf einem Erwerbsunfähigkeitsgr ad von 18 % zugesprochen hat. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 22. Juli 2015 ist som it im Ergebnis nicht zu beanstan- den. Die vom Versicherten hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss, soweit darauf eingetreten werden kann (vgl. E. 1.2 hier- vor). 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozess ausgang entsprechend wettzuschla- gen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht