, B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-116/2015 U r t e i l v o m 1 5 . F e b r u a r 2 0 1 7 Besetzung Richterin Contessina Theis (Vorsitz), Richter Hans Schürch, Richter Gérald Bovier, Gerichtsschreiberin Anna Wildt. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), und deren Kinder C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), Syrien vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt, Hirschengraben 10, Postfach, 3001 Bern, Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 3. Dezember 2014 / N (…). D-116/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden – syrische Staatsangehörige kurdischer Eth- nie – reisten am 20. Juni 2013 von Syrien in den Libanon. Von dort gelang- ten sie am 10. April 2014 mit einem Einreisevisum in die Schweiz, wo sie tags darauf ein Asylgesuch stellten. Am 5. Mai 2014 fand die Befragung zur Person (BzP) statt, am 21. November 2014 wurden sie einlässlich zu ihren Gesuchsgründen angehört. Zu ihrem persönlichen Hintergrund brachten sie vor, sie stammten aus E._______, der Beschwerdeführer habe dort in einem ethnisch gemischten Viertel beziehungsweise nach seiner Ve rlobung für ein halbes Jahr in F._______ gelebt. Nach der Heirat sei er in das Elternhaus der Beschwer- deführerin in E._______ gezogen, wo er unter anderem als [Beruf] seiner Schwiegerfamilie geholfen habe. Zur Begründung seines Gesuchs brachte der Beschwerdeführer vor, er habe im Mai 2013 respektive zwischen März und Mai 2013 das Quartier für die YPG als Wache beschützt und sei deshalb von Islamisten telefo- nisch bedroht worden. Sein Bruder, seine Cousins und seine Schwiegerfa- milie hätten an der Front für die YPG gekämpft. Als sein Bruder von Is- lamisten entführt worden sei, habe er das Land verlassen. Der Bruder sei am (…) vom IS geköpft worden. Die Beschwerdeführerin brachte vor, sie habe im Mai oder Juni 20 11 an einer regimekritischen Demonstration in E._______ teilgenommen und sei bei der gewaltsamen Auflösung dieser Kundgebung am Kopf verletzt wor- den. Nach der Gründung der YPG habe sie an weiteren Demonstrationen teilgenommen. Drei ihrer Brüder arbeiteten für die YPG, im Haus ihres Va- ters habe sie manchmal YPG-Leute bewirtet und ihr Neffe sei als YPG - Kämpfer gestorben. In der einlässlichen Anhörung brachten die Beschwerdeführenden vor, der Beschwerdeführer werde von den syrischen Behörden gesucht. Sie hätten bei ihrer Ausreise an der Grenze zum Libanon erstmals davon erfahren. Die Grenzwache habe ihn aufgefordert, sich bei der Kriminalpolizei in Da- maskus zu melden. Mittels Bestechung von Beamten am Pass - und Mi- grationsamt sei ihm später die Ausreise gelungen. Weiter brachten sie vor, der [Partei] nahezustehen und in der Schweiz an Kundgebungen und Veranstaltungen teilzunehmen. D-116/2015 Seite 3 Die Beschwerdeführenden reichten Beweismittel über die Ermordung des Bruders des Besc hwerdeführers durch Islamisten (Sterbenachrichten auf der Facebook-Seite der YPG , Internetausdrucke, Fotos von der Beerdi- gung), ein Foto des gefallenen Neffen der Beschwerdeführerin und Fotos von einer Trauerkundgebung in Zürich, Fotos von ihrer Teilnahme an De- monstrationen in Basel und Zürich, einen Notizzettel „Telegramm an die Kriminalpolizei, Aktennummer 2384“ und eine Bestätigung der [Partei], zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 3. Dezember 2014 – zugestellt am 9. Dezember 2014 – stellte die Vorinstanz fest, die Beschwerdefüh renden würden die Flücht- lingseigenschaft nicht erfüllen, lehnte deren A sylgesuche ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und schob deren Vollzug wegen Unzumut- barkeit zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. C. Mit Eingabe vom 8. Januar 2015 liessen die Beschwerdeführenden – han- delnd durch ihren Rechtsvertreter – gegen diesen Entscheid beim Bundes- verwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, es sei die ange- fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurück- zuweisen. Eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und Asyl zu gewähren, eventualiter sei die vorläufige Aufnahme als Flüchtlinge anzuordnen oder die Feststellung der Unzulässi gkeit des Wegweisungs- vollzugs festzustellen. Im Weiteren wurde die Feststellung des Fortbestands der Rechtswirkung der vorläufigen Aufnahme für den Fall der Aufhebung der Verfügung bean- tragt. Ferner machten sie geltend, die Vorinstanz habe ihr Recht auf Akten- einsicht und das rechtliche Gehör verletzt, weil ihnen die Einsicht in die Akten A 3/1 („interne Aktennotiz“) und A 35/1 („interner Antrag betreffend vorläufige Aufnahme“ beziehungsweise „VA-Antrag“) verweigert und auch keine schriftliche Begründung des internen VA-Antrags zugestellt worden sei. Eventualiter sei nach Gewährung der Akteneinsicht oder der Zustel- lung der schriftlichen Begründung des internen VA-Antrags eine angemes- sene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen. D. Die Instruktionsrichterin forderte die Beschwerdeführenden mit Zwischen- verfügung vom 13. Januar 2015 auf, innert Frist einen Kostenvorschuss zu leisten mit der Androhung, es werde ansonsten auf die Beschwerde nicht D-116/2015 Seite 4 eingetreten. Gleichzeitig wurde das Gesuch um Einsicht in die Akten A 3/1 und A 35/1 abgewiesen und auf eine Fristsetzung zur Beschwerdeergän- zung verzichtet. Im Weiteren wurden der Antrag auf Zustellung einer schriftlichen Begründung der vorläufigen Aufnahme und der Antrag auf Feststellung des Fortbestands der Rechtswirkung derselben abgewiesen. E. Mit Eingabe vom 26. Januar 2015 ersuchten die Beschwerdeführenden durch ihren Rechtsvertreter um Befreiung von der Pflicht zur Leistung eines Kostenvorschusses und reichten ei ne Sozialhilfebestätigung vom 21. Januar 2015 zu den Akten. F. Mit Verfügung vom 27. Januar 2015 hiess die Instruktionsrichterin das Ge- such um Befreiung von den Verfahrenskosten und den Erlass von der Kos- tenvorschussleistungspflicht gut. G. Mit Verfügung vom 10. März 2015 forderte die Instruktionsrichterin das SEM auf, das Protokoll über die Anhörung de r Beschwerdeführerin im N- Dossier abzulegen und gab dem SEM Gelegenheit, zu den Beschwerde- akten Stellung zu nehmen. H. Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 28. März 2015 fest, die Be- schwerdeschrift und die damit eingereichten Unterlagen enthielten kein e neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könne . Es seien auch sämtliche Be- weismittel gewürdigt worden, an den Erwägungen halte es vollumfänglich fest. I. In der Replik vom 1. April 2015 beantragten die Beschwerdeführenden, das Dossier sei dem SEM zur erneuten Vernehmlassung zu übermitteln . Sie wiederholten die formellen Rügen und bemängelten neu, das SEM sei sei- ner Aktenführungspflicht nicht nachgekommen, was sich auch durch das in Verstoss geratene Anhörungsprotokoll der Beschwerdeführerin zeige. In materieller Hinsicht hielten sie daran fest, der Beschwerdeführer sei bereits in Syrien als R egimegegner identifiziert worden. Auch sei gemäss Urteil D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 bereits eine geringere exilpolitische D-116/2015 Seite 5 Exponiertheit als vom SEM angenommen ausreichend, weshalb die Sache zur Neubeurteilung zurückzuweisen sei. J. Mit Schreiben vom 18. Mai 2015 reichten die Beschwerdeführenden wei- tere Beweismittel, welche ihr politisches Engagement dokumentierten, zu den Akten. Dabei handelt es sich um Fotos anlässlich einer Veranstaltung in Zürich vom 1. Mai 2015, auf denen der Beschwerdeführer mit einem hochrangigen Vertreter der [Partei] abgebildet ist, sowie Bilder der Be- schwerdeführenden bei Veranstaltungen und Kundgebungen in Basel. Des Weiteren wurde mitgeteilt, dass der Beschwerdeführer Mitglied/Helfer der [Partei] sei. K. Mit Eingabe vom 24. Juni 2015 reichte der Beschwerdeführer weitere Be- weismittel ein, welche bestätigten, dass sein ermordeter Bruder ein Märty- rer der YPG sei, sowie Fotos des Beschwerdeführers anlässlich einer De- monstration zu Ehren von drei Märtyrerinnen vom 14. Juni 2015 in Basel. L. Mit Eingabe vom 20. Januar 2016 beantragten die Beschwerdeführenden erneut die vernehmlassungsweise Überweisung des Beschwerdedossiers an das SEM und verwiesen auf zahlreiche Internetberichte über die Situa- tion in Syrien. M. Mit Schreiben vom 1. Februar 2016 wurden weitere Fotos über die exilpo- litische Betätigung der Beschwerdeführenden sowie eine Bestätigung der [Partei] vom 23. Januar 2016, welche die Mitgliedschaft des Beschwerde- führers nachweise, zu den Akten gereicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher D-116/2015 Seite 6 zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigens chaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen D-116/2015 Seite 7 Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Die Vorinstanz lehnte die Asylgesuche mit der Begründung ab, die Vor- bringen der Beschwerde führenden seien nicht glaubhaft , teilweise nicht asylrelevant und könnten nicht zur Zuerkennung der Flüchtlingseigen- schaft führen. 4.1.1 Die Vorbringen, der Name des Beschwerdeführers befände sich auf einer Fahndungsliste der syrischen Behörden und er sei vor der Ausreise von islamistischen Milizen telefonisch bedroht worden, seien nicht glaub- haft. Die Vorfälle seien von den Beschwerdeführenden im Rahmen der BzP mit keinem Wort erwähnt worden, obwohl es sich dabei um wichtige Ereig- nisse handeln würde, die auf eine zielgerichtete Bedrohung hindeuten könnten. Die Beschwerdeführenden hätten hingegen in der BzP ausdrück- lich verneint, Probleme mit syrischen Behörden oder Islamisten gehabt zu haben. Zur Erklärung der Beschwerdeführenden, sie seien angewiesen worden, sich kurz zu halten, führte das SEM aus, sie hätten in der BzP ausreichend Zeit gehabt, diese Vorbringen zumindest andeutungsweise zu erwähnen. Schliesslich sei auch nicht verständlich, weshalb der Beschwer- deführer den von den Grenzbeamten und vom Passamt redigierten Zettel nicht bereits in der BzP abgegeben habe. An der Einschätzung, dass es sich dabei um einen Versuch handle, die asylrechtliche Vorbringen durch einen Nachschub beziehungsweise ein Konstrukt anzupassen, könne auch der als Beweismittel Nr. 8 eingereichte Zettel nichts ändern. 4.1.2 Nicht asylrelevant sei zudem das Vorbringen der Beschwerdeführe- rin, im Mai oder Juni 2011 in E._______ an einer Demonstration teilgenom- men zu haben. Dies habe über zwei Jahre vor ihrer Ausreise stattgefunden, zudem habe sie diese Ereignisse auch nicht als Ausreisegrund geltend ge- macht, weshalb ihre Angaben dazu nicht als asylrelevant zu werten seien. Schliesslich seien auch die übrigen Vorbringen zur sch wierigen Versor- gungslage sowie zur Ermordung des Bruders des Beschwerdeführers und des Neffen der Beschwerdeführerin durch Islamisten nicht asylrelevant, da diese Ereignisse auf die allgemeine Bürgerkriegssituation zurückzuführen seien. D-116/2015 Seite 8 4.1.3 Ferner seien auch am Wahrheitsgehalt des Vorbringens, der Be- schwerdeführer habe als Wachmann der YPG ein Quartier gegen Islamis- ten beschützt, Zweifel aufgekommen. In der BzP hätten die Beschwerde- führenden hierzu angegeben, er habe diese Tätigkeit im Mai 2013 ausge- übt. Im Zuge der Anhörung hätten sie hingegen erklärt, dies sei von März bis Mai 2013 respektive von März bis Juni 2013 der Fall gewesen. Es er- übrige sich eine weitere Glaubhaftigkeitsprüfung, da es sich hierbei ohne- hin nicht um asylrelevante Vorbringen handle . Nicht asylrelevant seien auch die Angaben der Beschwerdeführerin, sie habe bisweilen Angehörige der YPG zuhause bewirtet. 4.1.4 In Bezug auf die vorgebrachten subjektiver Nachfluchtgründe stellte das SEM fest, eine zweimalige Teilnahme an Kundgebungen in der Schweiz und die Bestätigung (…) vom 22. November 2014, wonach der Beschwerdeführer Sympathisant sei, reichten nicht aus, die Flüchtl ingsei- genschaft zu begründen. Aufgrund dieser niederschwelligen Aktivitäten sei nicht von einer Erfassung seiner Person durch syrische Geheimdienste o- der einer Wahrnehmung der Beschwerdeführenden als potentielle Bedro- hung für das Regime auszugehen. Zudem sei im Zuge durch die Schwä- chung der syrischen Sicherheitskräfte von einer lediglich selektiven Über- wachung der im Ausland lebenden Opposition auszugehen. 4.2 In der dagegen erhobenen Beschwerde wurden in formeller Hinsicht die Verletzung des rechtlichen Gehörs, die unvollständige und unrichtige Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Verletzun g der Begründungspflicht gerügt. Die Angaben der Beschwerdeführenden seien glaubhaft, die Vorinstanz hätte deren Asylrelevanz prüfen müssen. 4.2.1 In Hinblick auf den Vorwurf, das Vorbringen über die Ausreiseschwie- rigkeiten sei nachgeschoben, machten die Beschwerdeführenden geltend, sie seien in der BzP aufgefordert worden, sich kurz zu halten. Der Be- schwerdeführer habe bereits in der BzP angegeben, er sei an der syrisch- libanesischen Grenze angewiesen worden, sich bei den Sicherheitsleuten zu melden, während die Beschwerdeführerin vo r ihm ausgereist sei. Die Vorinstanz habe ohne weitere Abklärung, was denn nun sein Problem an der Grenze gewesen sei, die nächste Frage nach dem Datum und der Ein- reiseart gestellt, woraufhin der Beschwerdeführer sich bemüht hätte, ledig- lich die Fragen des SEM kurz und bündig zu beantworten. Dies könne den Beschwerdeführenden nun nicht angelastet werden. Auch könne in den unterschiedlichen Zeitangaben zur Quartierwache für die YPG kein we-D-116/2015 Seite 9 sentlicher Widerspruch gesehen werden, insgesamt habe der Beschwer- deführer diese Tätigkeit eben ausgeführt bevor sie in den Libanon ausge- reist seien. Auch aus den divergierenden Angaben zur Häufigkeit der Droh- anrufe lasse sich nichts ableiten, zumal die Beschwerdeführerin mehrfach explizit angegeben habe, nicht zu wissen, wie oft ihr Mann telefonische Bedrohungen erhalten habe, und sie dies lediglich schätzen könne. Es sei rechtsmissbräuchlich, dies als Anhaltspunkt für einen Widerspruch oder eine Lüge heranzuziehen. Vielmehr sei erstellt, dass sie häufig Drohanrufe erhalten hätten. Nach anderthalb Jahren und vielen Strapazen könne ihnen nicht angelastet werden, sie seien sich über die genaue Anzahl der Anrufe nicht einig. 4.2.2 Die gezielte Verfolgung – sowohl durch das Regime als a uch durch die Islamisten – sei asylrelevant. Mit abwegigen Behauptungen der Un- glaubhaftigkeit habe es aber die Vorinstanz unterlassen, die Asylrelevanz der Geschehnisse an der Grenze zu prüfen. Vielmehr sei deutlich, dass die Beschwerdeführenden nicht nur durch Islamisten bedroht gewesen seien, sondern auch von der syrischen Regierung Gefahr ausgegangen sei, wo- rüber sie erst im Zuge ihrer Ausreise Kenntnis erlangt hätten. Zudem sei die Behauptung der Vorinstanz, die Tätigkeit als Wache unter der YPG sei nicht asylrelevant, absurd. Dieses Engagement habe d azu geführt, dass die Islamisten die Beschwerdeführenden telefonisch bedroht und veran- lasst hätten, das Land zu verlassen. Der eigentliche Fluchtgrund sei di e Furcht vor Islamisten gewesen. Die Anweisung der Grenzbeamten, sich bei der Kriminalpolizei zu melden, habe schliesslich dazu geführt, dass die Be- schwerdeführenden die Gefahr, die ihnen vom Assad-Regime drohte, be- merkt hätten. 4.2.3 Zudem fehlten Abklärungen, ob eine Kollektivverfolgung vorliege. Eine solche Prüfung dränge sich im Hinblick auf acht online-publizierte Ar- tikel über die Situation der Kurdinnen und Kurden in Syrien und die Verfol- gungspraxis des IS sowie Massaker an Kurdinnen und Kurden durch Jab- hat al-Nusra auf. Die Vorinstanz habe sich aber – ohne Angabe von Quel- len – auf eine pauschale Feststellung beschränkt. Dies sei im Widerspruch zur Praxis des Gerichts, das in den Urteilen D-7234/2013 und D-7233/2013 vom 2. Juli 2014 eine Abklärung, ob Kurdinnen und Kurden einer Kollektiv- verfolgung unterlägen, verlangt habe. Aus diesem Grund sei die angefoch- tene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuwei- sen. Auch aufgrund der jüngsten Ereignisse in Kobane bestünden keine Zweifel an einer ethnischen Kollektivverfolgung von Kurdinnen und Kurden D-116/2015 Seite 10 durch sunnitische Terrororganisationen, wobei auf diesbezügliche Medien- berichte zu verweisen sei. 4.2.4 Schliesslich führe auch das Assad-Regime seinen Krieg gegen jegli- che Art von Opposition auf brutale Weise fort. In keinem Fall, in welchem nur die geringste Verbindung oder Annahme einer Verbindung zwischen Gesuchsstellenden und der Opposition bestünden, könne eine asylrele- vante Verfolgung abgewi esener Asylgesuchsstellender nach deren Wie- dereinreise in Syrien ausgeschlossen werden. Dies zeigten fünf online-Be- richte und Medienartikel, welche sich mit der systematischen Gewalt des Regimes gegen Oppositionelle auseinandersetzten, wie auch Feststellun- gen des UNHCR zur Situation in Syrien, zur Gefährdung Oppositioneller, sowie die UNHCR-Analyse, wonach Syrische Flüchtlinge bereits die Krite- rien der Flüchtlingseigenschaft erfüllten, ohne individuell verfolgt oder von einer solchen Verfolgung bedroht zu sein, sowie spezifische Risikoprofile (UNHCR „International Protection Considerations with regard to people fleeing the Syrian Arab Republic“, Update II vom 22. Oktober 2013 und Update III, vom 27. Oktober 2014). Die Vorinstanz sei aufzufordern, diese Berichte des UNHCR zu berücksichtigen und die entsprechenden Konse- quenzen zu ziehen, da der Beschwerdeführer als [Parteimitglied] zur ge- nannten Risikogruppe zähle. 4.2.5 In Bezug auf die geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten hätte die Vorinstanz wiederum die Expertenmeinung des UNHCR vom 27. Okto- ber 2014 wie auch jene des UK H ome Office vom 21. Februar 2014 zu berücksichtigen gehabt und dem Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen- schaft zuerkennen müssen. Die Vorinstanz habe die diesbezüglich einge- reichten Beweismittel offensichtlich nicht gewürdigt. Die Beschwerdefüh- renden hätten bereits in ihrer Heimat, wie auch in der Schweiz, an Kund- gebungen gegen das Regime und die Islamisten teilgenommen. Der Be- schwerdeführer habe eine überzeugte Haltung gezeigt und öffentlich für die kurdischen Anliegen gegen das Regime protestiert. Die exilpolitischen Demonstrationen würden vom Regime sehr wohl wahrgenommen, wes- halb mit einer asylrelevanten Verfolgung zu rechnen sei. Das exilpolitische Engagement sei die Fortsetzung seiner bereits im Herkunftsstaat bestan- denen Haltung, was ihm – wie weiter oben dargelegt – Probleme mit den dortigen Behörden eingebracht habe. Ziel der Exilsyrer und Kurden sei es, die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf die Vorgänge in ihrer Heimat und die Lage der Bevölkerung zu lenken, sowie Assad öffent- lich anzuprangern, um Unterstützung aus dem Ausland zu erhalten . Inso-D-116/2015 Seite 11 fern sei die Bevölkerung in Syrien auf die Weiterführung exilpolitischer De- monstrationen durch ihre Landsleute angewiesen. Es wiege schwer, dass die Vorinstanz nicht ausführlich zur Frage der G efährdung aufgrund sub- jektiver Nachfluchtgründe Stellung genommen habe. Es seien acht Dossiers betreffend die Gefährdung der exilpolitischen Op- position beizuziehen, wobei es sich um einen Fall handle, in dem eine Per- son in Syrien während mehrerer Monate inhaftiert und über zahlreiche Kur- den in der Schweiz detailliert befragt und gefoltert worden sei. Die Fälle würden zeigen, dass die syrischen Behörden ausführlich über die exilpoli- tischen Aktivitäten von Exilsyrern informiert seien und alles daran setzten, an Informationen über diese zu kommen. Dem Beschwerdeführer und sei- ner Familie drohe aufgrund seiner exilpolitischen Aktivitäten Verfolgung, weshalb sie als Flüchtlinge anzuerkennen seien. Wer als Regimegegner öffentlich auftrete und eine Haltung „Weg mit Assad“ demonstriere, werde genauestens registriert. Assads Gegner sei die Masse der individuellen Oppositionellen, die unablässig das syrische Regime öffentlich anprangert. Es sei daher mit einem gezielten Vorgehen gegen die Vertreter und Vertre- terinnen der Opposition zu rechnen. Zudem sei bei einem längeren Aus- landsaufenthalt eine ausführliche Befragung die R egel, wobei Personen, bei welchen sich der Verdacht oppositioneller Exilaktivitäten erhärte, an den Geheimdienst überstellt und willkürlichem Vorgehen ausgesetzt seien. Es sei damit zu rechnen, dass versucht werde, von einer kurdischen Per- son, die mit der Opposition in Verbindung stehe, relevante Kontakte un d Informationen zu erlangen. 4.2.6 Für den Fall der Ablehnung der Flüchtlingseigenschaft werde bean- tragt, die Unzulässigkeit der Wegweisung festzustellen. Für den Fall, dass die Angaben bei der Beweismittelbezeichnung als unzureichend erachtet würden, werde eine Fristansetzung zwecks Einreichung der ausgedruck- ten Beweismittel beantragt. 4.3 In seiner Vernehmlassung hielt das SE M an den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung fest. Entgegen der Ausführungen in der Be- schwerdeschrift seien die Vorbringen und eingereichte n Beweismittel zu den exilpolitischen Aktivitäten gewürdigt worden. Bei den acht Dossiers, auf die in der Beschwerdeschrift verwiesen wurde, handle es sich um teil- weise abgeschriebene Fälle infolge des Rückzugs des Asylgesuchs, in ei- nem Fall seien die Betroffenen nicht wegen exilpolitischen Engagements als Flüchtlinge anerkannt worden und schliesslich sei bei jenen Personen, D-116/2015 Seite 12 die tatsächlich aufgrund ihrer exilpolitischen Aktivitäten als Flüchtlinge vor- läufig aufgenommen worden seien, ein weitaus qualifizierte res Engage- ment vorgelegen als beim Beschwerdeführer, das in keiner Weise mit den Aktivitäten des Beschwerdeführers vergleichbar sei. In Bezug auf das in Verstoss geratene Anhörungsprotokoll der Beschwerdeführerin legte das SEM einen Auszug bei, der keine Unterschrift enthält, und schlug vor, den Rechtsvertreter aufzufordern, dem Gericht eine Kopie des unterschriebe- nen Protokolls zur Verfügung zu stellen. 4.4 In ihrer Replik beantragten die Beschwerdeführenden, dem SEM die Beschwerdeakten zur erneuten Vernehmlassung zu übermitteln und wie- sen auf das Urteil D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 hin, wonach gegen tatsächliche oder vermeintliche Regimegegner mit grösster Brutalität und Rücksichtslosigkeit vorgegangen werde. Zudem habe das SEM in der Ver- nehmlassung seine Begründungspflicht verletzt, da nicht erkennbar sei, weshalb die eingereichten B eweismittel keine qualifizierte Exponiertheit der exilpolitischen Betätigung der Beschwerdeführenden zu bestätigen vermochten. Aufgrund der zitierten Praxisänderung sei davon auszugehen, dass bereits ein geringeres Mass an Exponiertheit ausreiche. Das SEM sei aber pauschal davon ausgegangen, es lägen keine neuen erheblichen Be- weismittel vor, ohne sich mit den auf Beschwerdeebene vorgelegten neuen Berichten des UNHCR „International Protection Considerations with regard to people fleeing the Syrian Arab Repub lic“, Update III, vom 27. Oktober 2014“ auseinanderzusetzen. Zudem sei davon auszugehen, dass die Pra- xisänderung auch auf Demonstrationen im Exil anzuwenden sei, weshalb auch diesbezüglich ein geringerer Grad der Exponiertheit ausreichend sei. Schliesslich bestärke die Tatsache, dass ein Protokoll in Verstoss geraten sei, den Anschein der unsorgfältigen und nicht ordnungsgemässen Dos- sierbearbeitung des SEM, weshalb die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückgewiesen werden müsse. 5. In einem ersten Schritt ist auf die vorgebrachten Verfahrensrügen einzuge- hen. 5.1 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verfügende Be- hörde die Vorbringen der Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernst- haft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entspre- chend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). D-116/2015 Seite 13 5.2 Die Beschwerdeführenden können ihr Anhörungsrecht nur dann wirksam ausüben, wenn sie die entscheidwesentlichen Verfahrensakten kennen. Das Akteneinsichtsrecht gemäss Art. 26 – 28 VwVG ist eng mit dem Äusserungsrecht verbunden, gleichsam dessen Vorbedingung (BGE 132 V 387 E. 3.1). 5.3 Wie bereits in der Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. Januar 2015 ausgeführt, waren die in der Beschwerdeschrift enthaltenen Anträge auf Akteneinsicht abzuweisen. Gemäss konstanter Rechtsprechung besteht kein Anspruch auf Einsicht in verwaltungsinterne Akten, die einzig der verwaltungsinternen Me inungsbildung dienen (vgl. statt vieler E-3485/2014 vom 7. Oktober 2014, E. 4.2). Die Vorinstanz hat den Antrag auf vorläufige Aufnahme (Akte A35/1) zu Recht als intern qualifiziert und nicht zur Einsicht zugestellt. Auch bei der Akte A3/1 handelte es sich um verwaltungsinterne, dem Asylverfahren vorgelagerte Abläufe und damit um ein internes Aktenstück, das nicht zu edieren war und sich auch nicht zum Nachteil der Beschwerdeführenden ausgewir kt hat. Schliesslich konnte auch auf die Zustellung oder Nachlieferung einer schriftlichen Begründung hinsichtlich der Gewährung der vorläufigen Aufnahme verzichtet werden. W ie in der Zwischenverfügung vom 13. Januar 2015 ausgeführt, wurde die vorläufige Aufnahme bereits in der Verfügung des BFM vom 3. Dezember 2014 mit der Unzumutbarkeit aufgrund der allgemeinen Bürgerkriegssituation ausreichend begründet . Gleichzeitig war auch der Antrag auf Feststellung über die Rechtswirkung der vorläufigen Aufnahme abzuweisen, da diese von der Vorinstanz bereits den kantonalen Behörden mitgeteilt worden war. Eine Vollzugsanordnung kommt zudem nur bei einem rechtskräftig negativen Entscheid zum Tragen, was aufgrund der vorliegenden Anfechtung der erstinstanzlichen Verfügung noch nicht der Fall sein kann. 5.4 Aus dem Akteneinsichtsrec ht folgt auch die Aktenführungspflicht, da das Akteneinsichtsrecht nur dann wahrgenommen werden kann, wenn die Behörde Akten anlegt und diese auch ordnungsgemäss führt. In Bezug auf die gerügte Verletzung der Aktenführungspflicht ist festzuhalten, dass das von de r Beschwerdeführerin original signierte A nhörungsprotokoll in Verstoss geraten ist und nur mehr in Kopie vorhanden ist. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, betreffen die strittigen Punkte aber die Protokolle der Erstbefragung (BzP) und nicht die einlässliche Anhörung, weshalb vorliegend kein prozessualer Nachteil für die Beschwerdeführerin entstanden sein kann . Dennoch ist der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass die Verletzung der Aktenführungspflicht gemäss D-116/2015 Seite 14 bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Beweislastumkehr führt, wenn eine Partei einen Beweis nicht erbringen kann, weil die Behörde ihre Aktenführungspflicht verletzt hat (BGE 138 V 218 E. 8.1.1). 5.5 Hinsichtlich der gerügten Verletzung der Abklärungs - und Begrün- dungspflicht ist anzuführen, dass die Vorinstanz die Vorbringen der Be- schwerdeführenden tatsächlich hörte, diese differenziert prüfte und in der Entscheidfindung berücksichtigte. Auch der Vorwurf, die Vorinstanz hätte die eingereichten Beweismittel nicht gewürdigt, geht ins Leere. In der an- gefochtenen Verfügung wurde angeführt, dass die Beschwerdeführenden Fotos und Internetausdrucke, die in Bezug zu ermordeten Verwandten und deren Begräbnissen stünden, eingereicht haben. In den Erwägungen kommt das BFM sodann zum Schluss, dass die Tötung der Verwandten eine unmittelbare Folge des Bürgerkriegs sei und daher nicht als asylrele- vant erkannt werde. Auch die YPG-Nähe der Familien der Beschwerdefüh- renden wurde ausreichend berücksichtigt. So geht aus den gewürdigten Vorbringen und Beweismitteln hervor, dass die Beschwerdeführerin YPG- Mitglieder bewirtet habe, es sich bei den zu Tode gekommenen Verwand- ten, einschliesslich des Bruders des Beschwerdeführers, um YPG-Kämp- fer handle und der Beschwerdeführer auch als Wachmann tätig gewesen sei. Das BFM hat die Vorbringen berücksichtigt und – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden – in der rechtlichen Würdigung als nicht asylre- levant erkannt, worin aber keine Gehörsverletzung liegen kann. Auch wur- den in der Verfügung die Beweismittel in Bezug auf die Teilnahmen an An- lässen und Demonstrationen in der Schweiz, sowie die Bestätigung der [Partei], erwähnt. Nach einer gesamtheitlichen Würdigung gelangte die Vo- rinstanz zu einem anderen Ergebnis als die Beschwerdeführenden , weil sie die Anwe senheit bei diesen Kundgebungen und die Bestätigung der [Partei] als Hinweise auf ein lediglich niederschwelliges exilpolitisches En- gagement bewertete, welches die Anforderungen an die Flüchtlingseigen- schaft nicht erfülle. 5.6 Aufgrund des Gesagten ist auch nicht zu erkennen, dass der Sachver- halt nicht genügend erstellt worden sei. Es ist nicht ersichtlich und wird nicht dargelegt, inwiefern weitere Abklärungen, namentlich eine weitere Anhörung, geeignet wären, zu neuen wesentlichen Erkenntnissen in Bezug auf die Beschwerdeführenden zu gelangen. 5.7 Nach dem Gesagten sind di e Anträge der Beschwerdeführenden, die angefochtene Verfügung sei wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs und unrichtiger beziehungsweise unvollständiger Sachverhaltsabklärung zu D-116/2015 Seite 15 kassieren und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, abzuweisen. Auch der Antrag, dem SEM die Beschwerdeakten erneut zur Vernehmlassung zuzustellen, ist abzuweisen, da – wie weiter oben ausgeführt – der wesentliche Sachverhalt in Bezug auf das exilpolitisc he Engagement erstellt ist und die auf Beschwerdeebene neu eingereichten Beweismittel, sowie die Rechtsprechung, vom Gericht berücksichtigt werden können. 6. Im Folgenden sind die Glaubhaftigkeit und die Asylrelevanz der Vorbringen zu prüfen. 6.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was ins - besondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner - im Gegensatz zum strikten Beweis - ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der Gesuchstellenden. Eine Behauptung gilt bereits als gl aubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar mö glich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2; BVGE 2010/57 E. 2.3). 6.2 Nach Prüfung der Akten gelangt das Gericht mit der Vorinstanz zum Ergebnis, dass keine hinreichend konkrete Bedrohung der Beschwerde- führenden durch Terroristen glaubhaft gemacht worden ist . In der BzP brachten die Beschwerdeführenden vor, aufgrund der Islamisten gäbe es D-116/2015 Seite 16 an ihrem Herkunftsort keine Sicherheit mehr, weshalb sie ausgereist seien. Der Beschwerdeführer gab an, sein Bruder sei getötet worden und gegen Kurden sei eine Fatwa erlassen worden, wobei er selbst aber bis zu seiner Ausreise keine persönlichen Probleme mit Islamisten gehabt habe. In der einlässlichen Anhörung sprachen die Beschwerdeführenden dann zum ersten Mal davon, von Terroristen auch telefonisch bedroht worden zu sein. Vor dem Hintergrund der weniger konkreten Vorbringen in der BzP er- scheint ihr erstmaliges Vorbringen anlässlich der Anhörung, gezielte Droh- anrufe erhalten zu haben , als nach geschoben. Zudem ist festzuhalten, dass ihr Herkunftsort, E._______, zum Kerngebiet jener Regionen Nordsy- riens gehört, die seit geraumer Zeit durch die syrisch-kurdische Partei PYD und deren bewaffnete Organisation YPG kontrolliert werden (in Bezug auf die Situation in Syrien vgl. BVGE 2015/3 E. 6.7.5.3 und Urteil D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 E. 5.9.3 [als Referenzurteil publiziert]). Auch im Kon- text der verfügbaren Länderinformationen erscheint es nicht sehr wahr- scheinlich, dass die Beschwerdeführenden zum Zeitpunkt ihrer Ausreise einen auf sie persönlich gerichteten gewaltsamen Übergriff seitens islamis- tischer Terroristen zu befürchten hatten, noch wäre dies zum heutigen Zeit- punkt der Fall. 6.3 Im Folgenden ist auf die geltend gemachte Kollektivverfolgung einzu- gehen. Das Gericht verkennt nicht, dass sich die syrischen Kurdinnen und Kurden in einer schwierigen Situation befinden und gegen sie Gräueltaten verübt werden. Aus den von den Beschwerdeführenden eingereichten Be- weismitteln un d den allgemein zugänglichen Länderberichten lässt sich nicht schliessen, dass sämtliche in Syrien verbliebenen Kurden eine objek- tiv begründete Furcht vor Verfolgung hätten. Zwar hat der IS die Kontrolle über Teile der kurdischen Gebiete übernommen, jedoch stehen andere Ge- biete nach wie vor unter der Kontrolle des syrischen Regimes und wiede- rum andere – wie der Herkunftsort der Beschwerdeführenden – unter kur- discher Kontrolle. Von einer den Beschwerdeführenden als Kurden drohen- den Kollektivverfolgung kann daher nicht ausgegangen werden (vgl. statt vieler, BVGer D -4576/2014 vom 17. September 2015 E. 5.9 und D- 146/2014 vom 29. Dezember 2015 E. 8.3.2). 6.4 In der einlässlichen Anhörung machten die Beschwerdeführenden so- dann geltend, bei ihrer Ausreise erfahren zu haben, dass der Beschwerde- führer namentlich auf einer Fahndungsliste des syrischen Regimes stehe. In der Anhörung erklärten sie, bis zum Vorfall an der Grenze zum Libanon sei ihnen nicht bewusst gewesen , dass von Seiten des Regimes Gefahr drohe. Zwar hat der Beschwerdeführer, wie von der Vorinstanz festgestellt, D-116/2015 Seite 17 in der BzP dementiert, in Syrien von Verfolgung durch staatliche Behörden betroffen zu sein. Es ist aber auch richtig, dass der Beschwerdeführer be- reits anlässlich der BzP erklärte, er se i an der Grenze zurückgeblieben, weil er sich noch bei den Sicherheitsbehörden habe melden müssen. Vor dem Hintergrund der zügigen Befragung ist es ihm nicht anzulasten, das geltend gemachte Verhalten der syrischen Sicherheitsbehörden erst in der einlässlichen Anhörung konkretisiert zu haben. Hingegen ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass es damit nicht gelungen ist, eine asylrelevante Verfol- gung durch das Regime glaubhaft zu machen. In dem Zusammenhang fällt auf, dass der Beschwerdeführer nicht erklären konnte, weshalb er sich bei der Kriminalpolizei hätte melden sollen . Zu Recht hat die Vorinstanz dem vorgelegten Zettel (Beweismittel Nr. 8) aufgrund der leichten Herstellbar- keit und der späten Einreichung keinen massgeblichen Beweiswert zuge- messen. Auch die Angaben des Beschwerdeführers, er habe nach der Nut- zung von Kontakten binnen weniger Stunden trotzdem ausreisen können, lassen seine Darstellung, von der Seite des Regimes sei eine Gefahr aus- gegangen, als Mutmassung erscheinen, die nicht ausreicht, von einem dro- henden asylrelevanten Nachteil auszugehen. 6.5 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass es – auch vor dem Hintergrund der verfügbaren Länderinformationen – nicht wahrscheinlich ist, dass die Beschwerdeführenden einer konkreten Verfolgungsgefahr durch islamistische Terrororganisationen, einer Vorverfolgung durch das syrische Regime oder einer ethnischen Kollektivverfolgung ausgesetzt sind. Die Vorinstanz hat folglich ihre Asylgesuche zu Recht abgelehnt. 7. Im Folgenden ist auf das exilpolitische Engagement der Beschwerdefüh- renden und die damit geltend gemachten subjektiven Nachfluchtgründe einzugehen. 7.1 Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseig en- schaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Asylausschluss. Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachwei- sen oder glaubhaft machen können, werden als Flüchtlinge vorläufig auf- genommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 m.w.H.). 7.2 Die in Syrien herrschende politische und menschenrechtliche Lage wurde durch das Bundesverwaltungsgericht im Rahmen zweier asylrecht- licher Koordinationsentscheide ausführlich gewürdigt (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.2 und U rteil D -5779/2013 vom 25. Februar 2015 E. 5.3 und 5.7.2 D-116/2015 Seite 18 m.w.H. [als Referenzurteil publiziert]). Darin würdigte das Gericht eine Viel- zahl von Berichten – darunter auch die in den Beschwerdeeingaben zitier- ten Analysen des UNHCR –, wonach belegt ist, dass die staatlichen syri- schen Sicherheitskräfte seit dem Ausbruch des Konflikts im März 2011 ge- gen tatsächliche oder verme intliche Regimegegner mit gröss ter Brutalität und Rücksichtslosigkeit vorgehen. Personen, die sich an regimekritischen Demonstrationen beteiligt haben, sind in grosser Zahl von Verhaftung, Fol- ter und willkürlicher Tötung betroffen. Mit anderen Worten haben Perso- nen, die durch die staatlichen syrischen Sicherheitskräfte als Gegner des Regimes identifiziert werden, eine Behandlung zu erwarten, die einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleich- kommt. In einem weiteren Referenzurteil hat sich das Bundesverwaltungsgericht zudem ausführlich mit der Frage befasst, unter welchen Umständen ange- sichts der in Syrien herrschenden Situation eine regimekritische exilpoliti- sche Betätigung zur Annahme subjektiver Nachfluchtgründe führt (Urteil D- 3839/2013 vom 28. Oktober 2015 E. 6.3). 7.2.1 Diesbezüglich wurde durch das Gericht zunächst festgehalten, dass die Geheimdienste des staatlichen syrischen Regimes in verschiede nen europäischen Staaten nachrichtendienstl ich tätig sind mit dem Ziel, re- gimekritische Personen zu identifizieren und oppositionelle Gruppierungen zu unterwandern und zu bespitzeln. Es kann somit nicht ausgeschlossen werden, dass syrische Geheimdienste v on der Einreichung eines Asylge- suchs durch Personen syrischer Herkunft in der Schweiz erfahren, insbe- sondere wenn sich die betreffende Person hier exilpolitisch betätigt oder mit – aus der Sicht des syrischen Regimes – politisch missliebigen, oppo- sitionellen Organisationen, Gruppierungen oder Tätigkeiten in Verbindung gebracht wird. 7.2.2 Allein der Umstand, dass syrische Geheimdienste im Ausland aktiv sind und gezielt Informationen über regimekritische Personen und opposi- tionelle Organisationen sammeln, vermag nach ständiger Rechtsprechung jedoch die Annahme, aufgrund geheimdienstlicher Informationen über exil- politische Tätigkeiten im Falle der Rückkehr nach Syrien in asylrechtlich relevantem Ausmass zur Rechenschaft gezogen zu werden, nicht zu recht- fertigen. Damit die Furcht vor Verfolgung als begründet erscheint, müssen vielmehr über die theoretische Möglichkeit hinausgehende konkrete An- haltspunkte vorliegen, die den Schluss zulassen, dass die asylsuchende Person tatsächlich das Interesse der syrischen Behörden auf sich gezogen D-116/2015 Seite 19 und als regimefeindliches Element namentlich identifiziert und registriert wurde. Diesbezüglich geht die Rechtsprechung davon aus, dass sich die syrischen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen konzentrieren, die über niedrigprofilierte Erscheinungsformen exilpolitischer Proteste hin- aus Funktionen wahrgenommen und/oder Aktivitäten entwickelt haben, welche die betreffende Person als Individuum aus der Masse der mit dem Regime Unzufriedenen herausheben und als ernstha ften und potenziell gefährliche Regimegegner erscheinen lassen. Für die Annahme begründe- ter Furcht ist insofern nicht primär das H ervortreten im Sinne einer opti- schen Erkennbarkeit und Individualisierbarkeit massgebend; ausschlagge- bend ist vielmehr eine öffentliche Exponieru ng, die aufgrund der Persön- lichkeit des Asylsuchenden, der Form des Auftritts und aufgrund des Inhalts der in der Öffentlichkeit abgegebenen Erklärungen den Eindruck erweckt, dass der Asylsuchende aus Sicht des syrischen Regimes als potenzielle Bedrohung w ahrgenommen wird ( Urteil D-3839/2013 vom 28. Okto- ber 2015 E. 6.3.2 [als Referenzurteil publiziert]; Urteil D-5872/2015 vom 2. Dezember 2016 E. 6.4.2.2 und 6.4.2.3 m.w.H.). 7.3 Aufgrund der Vorbringen und eingereichten B eweismittel ist keine schlüssige Be urteilung der Frage möglic h, welche Funktionen der Be- schwerdeführer innerhalb der exilsyrischen Bewegung in der Schweiz tat- sächlich innehaben will. Gemäss der Bestätigung vom 23. Januar 2016 und den eingereichten Fotos von Kundgebungen ist lediglich zu sehen, dass er ein einfaches (…)-Mitglied ist, das mit anderen Demonstrationsteilnehmen- den auf öffentlichen Plätzen kurdische Fahnen zeigt. Es ist nicht ersichtlich, ob diese Kundgebungen gegen das staatliche Regime in Syrien gerichtet waren. Auch hat der Beschwerdeführer anlässlich seiner Anhörung erklärt, die zwei Demonstrationen, an welchen er bis dahin teilgenommen hatte, hätten sich auf Vorgänge in Kobane im Zusammenhang mit dem IS bezie- hungsweise auf die Türkei bezogen. Weitere Bilder zeigen die Beschwer- deführenden an Traueranlässen für Märtyrer, darunter auch ihre Verwand- ten, die von islamistischen Terroristen getötet worden waren. Andere Bilder wiederum zeigen die Beschwerdeführenden in Versammlungsräumen, wo- bei weder zu den Inhalten noch zur konkreten Funktion des Beschwerde- führers Angaben gemacht wurden. Somit ist nicht einmal im Ansatz ersicht- lich, ob der Beschwerdeführer im Rahmen der von ihm besuchten Veran- staltungen irgendwelche eigenständige Aufgaben und Funktionen ausübte, oder ob er ledi glich als passiver Teilnehmer anwesend war. Seine blosse räumliche Nähe zu bestimmten Personen auf einzelnen eingereichten Fo- tos lässt offensichtlich keine diesbezüglichen Schlüsse zu und begründet D-116/2015 Seite 20 keine ‒ wie erst auf Beschwerdeebene behauptet ‒ regimekritische Hal- tung oder potentielle Gefährdung durch das Regime. Wie bei der erwähn- ten Demonstration vor der türkischen Vertretung, in Bezug auf die der Be- schwerdeführer angab, sie sei gegen den IS, den türkischen Staat und die Vorkommnisse in Kobane gerichtet gewesen, besteht auch in Bezug auf die auf der Beschwerdeebene eingereichten Beweismittel kein Grund zur Annahme, die Kritik am staatli chen Regime in Syrien sei haupt sächlicher Gegenstand dieser Treffen gewesen. Schliesslich lässt sich auch aus den Fotos, die den Beschwerdeführer neben einem prominenten Vertreter [ei- ner Partei] zeigen, nichts anderes ableiten. Es ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer alleine deshalb als Regimegegner ins Schein- werferlicht der syrischen Behörden geraten ist oder registriert wurde. 7.4 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Einschätzung der Vorinstanz, es würden keine Anhaltspunkte für eine besondere Position in der syrisch- kurdischen Exilgemeinde vorliegen, zutreffend ist. Aus den Vorbringen der Beschwerdeführenden kann nicht von einem besonders ausgeprägten exil- politischen Engagement im Sinne der erwähnten Praxis ausgegangen wer- den. Folglich liegen keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür vor, dass die Beschwerdeführenden aufgrund ihrer Beteiligung an exilpolitischen Aktivi- täten bei einer Rückkehr nach Syrien einer spezifischen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt sein könnten. Daher ist auch das Vorlie- gen von subjektiven Nachfluchtgründen zu verneinen. 8. Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). D-116/2015 Seite 21 9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 9.3 Da die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 3. Dezember 2014 die vor- läufige Aufnahme der Beschwerdeführenden in der Schweiz anordnete, er- übrigen sich weitere Ausführungen zum Vollzug der Wegweisung. Auf den diesbezüglichen Antrag ist nicht einzutreten. 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da der Antrag auf unentgeltliche Prozessführung vom 26. Januar 2015 mit Verfügung vom 27. Januar 2015 gutgeheissen wurde, haben die Beschwerdeführen- den vorliegend keine Verfahrenskosten zu tragen. (Dispositiv nächste Seite) D-116/2015 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Contessina Theis Anna Wildt Versand: