Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 27. Oktober 2016 (725 16 200 / 281) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht auf die Kausalitätsbeurteilung ihres beratenden Arztes abgestellt. Die beklagte Fussheberschwäche sowie die Diskushernie stehen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereig- nis. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin i.V. Isabella Schibli Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. iur. Odilo Guntern, Rechtsanwalt, Bahnhofstrasse 10, Postfach 315, 3900 Brig gegen Visana Versicherungen AG , Leistungszentrum UVG , Weltpoststra s- se 19, 3000 Bern 15, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Der 1972 geborene A.____ arbeitet seit dem 1. Ma i 2012 bei der B.____ AG als kauf- männischer Angestellter und ist in dieser Eigenscha ft bei der Visana Versicherungen AG (Visa- na) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankhe iten versichert. Am 28. Mai 2014 liess er durch die Arbeitgeberin melden, dass er am 22. Mai 2014 aufgrund einer Notbremsung wäh- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht rend einer Busfahrt gestürzt sei und sich am linken Unte rschenkel eine Prellung zugezogen habe. Die Visana erbrachte in der Folge die gesetzliche n Leistungen, namentlich die Kosten für die Heilbehandlung. Mit Verfügung vom 10. Juli 2015 stellte die Versicherung ihre Leistungen mangels adäquatem Kausalzusammenhang rückwirkend per 3. Oktober 2014 ein, verzichtete aber auf eine Rückforderung für darüber hinaus erbrac hte Leistungen. Gleichzeitig entzog sie einer allfälligen Einsprache die aufschiebende Wirkung. Mit Entscheid vom 22. Januar 2016 bestätigte das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteil ung Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht) auf Beschwerde des Versicherten hin den Entscheid der Versicherung, die aufschie- bende Wirkung nicht wieder herzustellen bzw. nicht zu ge währen. Die gegen die Einstellungs- verfügung vom 10. Juli 2015 erhobene Einsprache wurde in der Folge mit Entscheid vom 23. Mai 2016 durch die Visana abgewiesen. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr . iur. Odilo Guntern, mit Eingabe vom 22. Juni 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht. Dabei beantragte er, der Einspracheent- scheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver pflichten, rückwirkend seit dem 3. Oktober 2014 und bis auf unbestimmte Zeit die Kosten aller Massnahmen zur Linderung und Heilung der durch den Unfall vom 22. Mai 2014 verursac hten Schäden und Folgeschäden am Knie, an den Nerven und an der Wirbelsäule des Beschwe rdeführers zu übernehmen; unter o/e-Kostenfolge. Zudem beantragte er, es sei ein unabh ängiger Gutachter zu beauftragen, sich zur Unfallkausalität zu äussern. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Kausalität zwischen dem schädigenden Ereignis und dem Gesundheitsschaden zu bejahen sei. Die Fussheberschwäche sei gleich nach dem Unfall zum ersten Mal aufgetreten und es sei kei- ne andere Ursache dafür ersichtlich bzw. nachgewiesen worden. C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. August 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bunde sgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 AT SG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in C.____, weshal b die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs . 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Ar t. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustän dig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 22. Juni 201 6 ist einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegne rin ihre Versicherungsleistungen für die Folgen des Unfallereignisses vom 22. Mai 2014 zu Rec ht per 3. Oktober 2014 eingestellt hat. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. 3.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer g rundsätzlich nur unter der Vo- raussetzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereigni s und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, I ntegritätsschädigung) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam- menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. n icht zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall di e alleinige oder unmittelbare Ursa- che gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige In tegrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht w eggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BG E 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Scha- den ist nach der Rechtsprechung dann zu bejahen, wenn das Ereignis nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahr ung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eint ritt dieses Erfolges also durch das Ereig- nis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). 3.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderl ichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht erst , wenn der Unfall nach einiger Zeit über- haupt keine natürliche Ursache des Gesundheitsschadens meh r darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich von unfallfremden Faktoren be herrscht wird. Dies trifft dann zu, wenn entweder der krankhafte Gesundheitszustand, wie e r unmittelbar vor dem Unfall bestan- den hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi- gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfa ll früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. RKUV 1994 N r. U 206 S. 328 E. 3b, RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). 3.4 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer ges undheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrag e, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Ger icht – im Rahmen der ihr obliegenden Be- weiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat (BGE 129 V 181 E. 3 .1 mit Hinweisen). Die blosse Möglich- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung ei nes Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdar stellung zu folgen, die von allen mögli- chen Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste gewürdi gt wird (BGE 126 V 360 E. 5b). Die Beweislast liegt bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammen- hang gegeben ist, bei der versicherten Person, während sie als leistungsaufhebende Tatsache beim Unfallversicherer liegt (Sozialversicherungsrecht – Re chtsprechung [SVR] 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2). 3.5 Zusätzlich zu diesen allgemeinen Grundsätzen, die im Zusammenhang mit der Fest- stellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin zu beachten sind, gilt es bei der Beurteilung der Unfallkausalität von Diskushernien d er medizinischen Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandschei- benveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt . Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfaller eignis von besonderer Schwere sowie geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbei zuführen, und die Symptome der Dis- kushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzügl ich und mit sofortiger Arbeitsunfä- higkeit aufgetreten sind (Urteil des Bundesgerichts vom 12 . Juli 2012, 8C_151/2012, E. 4 mit weiteren Hinweisen). Als Beispiele für die Bejahung e iner Unfallkausalität sind etwa ein freier Sturz aus erheblicher Höhe, ein Sprung aus 10 m Höhe, ein Sturz beim Tragen von Lasten oder ein Zusammenstoss bei grosser Geschwindigkeit (Urteil de s Eidgenössischen Versicherungs- gerichts [EVG, heute: Bundesgericht, sozialversicherungsrechtl iche Abteilungen] vom 9. Mai 2005, U 480/04, E. 3.1) zu nennen. Gemäss bundesgericht licher Rechtsprechung sind zudem fast alle (seltenen) traumatischen Diskushernien mit ossär en Läsionen verbunden (Urteil des EVG vom 26. Juli 2000, U 24/00, E. 3c). Ist die Diskusher nie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht wo rden, so hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem medizinischem Wissensstand k ann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboisch ialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden. Eine allfällige richtunggebende Ver schlimmerung muss röntgenologisch aus- gewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben; eine traumatische Ver- schlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustan des an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber na ch einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_681/2011, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). 4.1 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge i m Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicher ungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und p flichtgemäss zu würdigen. Dies be- deutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismitte l, unabhängig, von wem sie stam- men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den P rozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streit igen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der einge- reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsp rechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So kommt bei spielsweise Berichten und Gutachten ver- sicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts v om 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 5. Zur Beurteilung des vorliegenden Falles sind folgen de ärztliche Berichte zu berücksich- tigen: 5.1 Im Notfallbericht des Spitals D.____ wurde festgeha lten, dass der Beschwerdeführer am 22. Mai 2014 im Bus gesessen und bei einer Vollbrem sung nach vorne gestürzt sei. Dabei habe er sich das Schienbein an der Kante des gegenüberl iegenden Stuhles angeschlagen. Es wurde eine Dashboard-Verletzung im linken Knie diagn ostiziert. Des Weiteren habe weder ein Hinweis auf einen lumboradikulären Ausfall noch ein Hinweis auf eine ossäre Läsion festgestellt werden können. Der Beschwerdeführer habe über ein Krib beln im gesamten Bein geklagt; Lau- fen sei jedoch weiterhin möglich gewesen. Die Behandl ung sei am selben Tag abgeschlossen worden. 5.2 Gemäss Bericht des Spitals D.____ vom 25. Juli 2014 klage der Beschwerdeführer weiterhin über belastungsabhängige Schmerzen im linken Knie sowie Schmerzen lumboradiku- lären Charakters. Zudem bestehe eine persistierende Fussh eberschwäche. Die neurologische Beurteilung vom 6. Juni 2014 habe ergeben, dass auf Höhe des Unterschenkels kein Nachweis einer nervalen Läsion bestehe. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Der MRT-Befundbericht vom 29. Juli 2014 zeigte sod ann, dass beim Beschwerdefüh- rer eine Diskushernie auf der Höhe von Lendenwirbelkörp er (LKW) 4/5 links mit Wurzelkontakt zu L4 links sowie eine diskrete mediane Diskushernie mit r ezessalem Wurzelkontakt zu S1 rechts auf der Höhe von LWK5/SWK1 (Sakralwirbelkörper) bestehe. 5.4 Im Rahmen einer neurologischen Abklärung stellte Dr . med. E.____, FHM Neurologie, mit Bericht vom 3. Oktober 2014 fest, dass die nur phasen weise bestehende Fussheberparese aktuell ohne klinisch-neurologisches oder elektrophysiologi sches Korrelat sei. Eine periphere Läsion des Nervus peroneus links könne ausgeschlossen werden . Insgesamt hielt Dr. E.____ eine L5-Nervenwurzel-Kompressionssymptomatik oder eine p eriphere Nervenläsion als Ursa- che der Fussheberschwäche für unwahrscheinlich. 5.5 Eine weitere MRT des linken Unterschenkels vom 4. M ärz 2015 ergab keine Hinweise auf eine extrinisische Kompression des proximalen Nervus per oneus. Es liege weiterhin kein fassbares Korrelat für die intermittierende Fallfusssymptomatik vor. 5.6 Dr. med. F.____, FMH Orthopädie und leitender A rzt Team Wirbelsäule des Spitals D.____, führte mit Bericht vom 7. März 2015 aus, dass si ch die Beschwerden auf ein Unwohl- sein mit gedämpften Schmerzen gluteal links über das lin ke Bein hinab bis ins Sprunggelenk reduziert hätten. Der Beschwerdeführer habe seit Januar 2015 keine Schmerzmittel gebraucht. Er berichte jedoch weiterhin von Schwierigkeiten vor allem beim Treppenabgehen. 5.7 Zur Prüfung der Leistungspflicht und zur Beurteil ung der Frage, ob zwischen dem Un- fallereignis vom 22. Mai 2014 und den beklagten Beschw erden des Beschwerdeführers ein na- türlicher Kausalzusammenhang besteht, unterbreitete di e Beschwerdegegnerin die Unterlagen ihrem beratenden Arzt Dr. med. G.____, FMH Orthopädi sche Chirurgie. In seinem Bericht vom 30. Juni 2015 stellte dieser fest, dass ein kausaler Zusa mmenhang zwischen der geschilderten Problematik des bislang somatisch-medizinisch nicht plausibel begründeten intermittierenden Fallfusses und dem Ereignis vom 22. Mai 2014 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit be- stehe. Entsprechend sei davon auszugehen, dass bezüglich d es Unfallereignisses schon seit längerem ein Endzustand erreicht worden sei. Bereits im Mai 2014 habe bezüglich des linken Knies und im Juli 2014 hinsichtlich des Rückens eine makrost rukturelle Pathologie ausge- schlossen werden können. Da auch die neurophysiologische Unt ersuchung vom 3. Oktober 2014 keine Pathologien gezeigt habe, sei bezüglich de s Unfallereignisses spätestens zu die- sem Zeitpunkt der Status quo sine eingetreten. 5.8 Mit Bericht vom 28. November 2015 stellte Dr. H.___ _, BS DC, Chiropraktor und Associate Professor am College of Chiropractic I.____, fest, dass auf den MRTs eine Kompres- sion der Nervenwurzel L4 links zu sehen sei. Verletzungen der L4-Nervenwurzel seien typi- scherweise ursächlich für eine Fallfusssymptomatik, womit die Beschwerden vorliegend mit den MRT-Befundsberichten übereinstimmen würden. Zudem di agnostizierte er chronische Schmer- zen des unteren Rückens und des linken Knies. Der Patient habe gemäss eigener Aussagen vor dem Unfallereignis unter keiner dieser Beschwerden ge litten. Gemäss der „Scheduled Per- manent Disabilities“- Invaliditätsbemessungsmethode des Bu ndesstaats Kalifornien weise der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführer aufgrund seiner Beschwerden einen Inva liditätsgrad von 30 % auf. Dr. H.____ stellt sich auf den Standpunkt, dass diese da uerhafte Invalidität und die notwendi- gen Heilbehandlungen direkte Folgen des Unfallereignisses vom 22. Mai 2014 seien. 6.1 Wie oben erwähnt (vgl. E. 4.2 hiervor), darf ein medizinischer Sachverhalt gestützt auf versicherungsinterne ärztliche Feststellungen und somit oh ne Einholung eines externen Gut- achtens entschieden werden, solange keine – auch nur ger inge – Zweifel an deren Richtigkeit bestehen. Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefocht enen Einspracheentscheid vom 23. Mai 2016 bei der Beurteilung der Unfallkausalitä t vollumfänglich auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. G.____. Sie ging demzufolge da von aus, dass weder die Diskushernie noch die weiter beklagten Beschwerden mit überwiegend er Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 22. Mai 2014 zurückzuführen seien. Bereits im Mai 20 14 und im Juli 2014 hätten unfallbe- dingte makrostrukurelle Pathologien des linken Knies un d des Rückens ausgeschlossen wer- den können. Da die neurophysiologische Untersuchung vom 3. Oktober 2014 ebenfalls keine Pathologien gezeigt habe – was im Übrigen vom Beschwer deführer nicht bestritten werde – nahm die Beschwerdegegnerin an, der Status quo sine sei spätestens mit der neurologischen Untersuchung eingetreten. Aus diesem Grund stellte sie i hre Leistungen per 3. Oktober 2014 ein. 6.2 Es ist festzustellen, dass die von der Beschwerdegegner in übernommenen Ergebnisse von Dr. G.____, eine zuverlässige Beurteilung der vorli egenden Kausalitätsfrage gestatten. Die medizinische Beurteilung von Dr. G.____, welche die Kau salität zwischen der beklagten Fall- fusssymptomatik und dem Unfallereignis verneint, beruht a uf einem sorgfältigen Studium der vorhandenen medizinischen Aktenlage. Seine Stellungnahm e erweist sich sowohl in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schluss- folgerungen als überzeugend, womit seine Beurteilung d en bundesgerichtlichen Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Grundlage entspricht (vg l. E. 4.1 hiervor). Für die Richtigkeit dieser Einschätzung spricht insbesondere, dass wie Dr. G.__ __ bestätigt, weder die MRT vom Knie und der Lendenwirbelsäule noch die neurologische n Untersuchungen eine Ursache für den intermittierend auftretenden Fallfuss finden konnten. Dabei haben zwei unabhängige neuro- logische Untersuchungen weder eine periphere Symptomati k des Nervus peroneus nach An- prall noch eine radikuläre Symptomatik in der Lendenwi rbelsäule als auch nur annähernd aus- schlaggebend für die klinisch vorgegebenen Befunde ergeb en. Da die beklagten Beschwerden somit medizinisch nicht zu erklären sind, kann wie Dr. G.__ __ zu Recht feststellt, auch kein überwiegend wahrscheinlicher Zusammenhang zu irgendein er in Frage kommenden Ursache hergestellt werden. Daran ändert auch die Behauptung des Beschwerdeführers nichts, dass gemäss Dr. F.____ die Fussheberschwäche eine Folge der V erletzung im Bereich L4/5 sei. In den Akten ist keine solche Feststellung ersichtlich. Im Ge genteil, auch Dr. F.____ stellt mit sei- nen Berichten vom 7. März 2015 bzw. 4. Februar 2016 fest , dass sich die Beschwerden nicht hinreichend erklären lassen und die Kausalitätsfrage se inerseits nicht zu klären sei. Im Lichte der schlüssigen und nachvollziehbaren Beurteilung von Dr. G.____ ist die vorinstanzliche Be- weiswürdigung hinsichtlich der Kausalitätsfrage somit nicht zu beanstanden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass es sich bei der B eurteilung von Dr. G.____ um keine unabhängige Stellungnahme handle und sie dem Be richt von Dr. H.____ widerspreche. Dr. H.____ sei der medizinischen Meinung, dass die Beschw erden und die Notwendigkeit wei- terer Behandlung ein direktes Resultat des Unfalls vom 22 . Mai 2014 seien und die Fussheber- schwäche eine Folge der Verletzung im Bereich L4/5 sei . Wie Dr. G.____ in seiner Stellung- nahme vom 1. März 2016 erwähnt, argumentiert Dr. H.__ __ in seiner Beurteilung wohl aus sprachlichen Gründen lediglich mit seiner Interpretatio n der Bilddokumente. Dr. H.____ stellt dabei fest, dass eine Kompression der Nervenwurzel L4 links zu sehen sei und diese typi- scherweise mit der vorliegenden Fallfusssymptomatik zusammenh änge. Diesbezüglich stellt sich Dr. G.____ hingegen auf den Standpunkt, dass die Ne rvenwurzel L4 zwar eingeengt sei, die Diskushernie die erwähnte Nervenwurzel jedoch nicht sichtbar kompromittieren würde. Die- se Einschätzung deckt sich mit den durchgeführten Untersuch ungen, die keinen Hinweis auf eine objektivierbare Ausfallsymptomatik ergeben haben. I n Übereinstimmung mit einem Bericht des Inselspitals Bern bestätigt Dr. G.____ zudem, dass s elbst, wenn die Nervenwurzel L4 kom- promettiert wäre, der spinal bedingte Fallfuss entgege n der Meinung von Dr. H.____ typischer- weise nicht mit einer Kompromettierung der Nervenwurzel L4, sondern mit einer solchen von L5 vergesellschaftet sei. Dr. H.____ begründet in seinem Bericht nicht, warum er diesbezüglich auf eine anderslautende medizinische Erklärung kommt. Jedoch st ellt auch er sich auf den Stand- punkt, dass die L5 Nervenwurzel frei von jeglicher Komp ression sei. Hinsichtlich der diagnosti- zierten mediolateral rechts gelegenen Diskushernie LWK5 /SWK1 stimmt die Beurteilung von Dr. H.____ mit derjenigen von Dr. G.____ überein. Da bei stellt Dr. G.____ jedoch auch klar, dass diese ausschliesslich eine Kompromettierung der Nervenwurzel L5 und S1 bewirken könn- te und sich die Symptomatik am linken Fuss damit nicht erklären lasse. Dieser Meinung ist auch Dr. E.____, der in seinem Bericht vom 3. Oktober 2014 eine L5-Nervenwurzel- Kompressionssymptomatik als Ursache der Fussheberschwäche für unwahrscheinlich hält. Ins- gesamt geht Dr. H.____ weder auf die anderslautende (Kausalitäts-)Beurteilung von Dr. G.____ und den anderen Ärzten ein, noch begründet er seine ei gene Beurteilung genauer. Auch hin- sichtlich der Kniebeschwerden führt der Beschwerdeführer neben der Beurteilung von Dr. H.____ keinen weiteren Arztbericht auf, der einen Kausalzusammenhang zum Unfallereig- nis begründen könnte. Im Übrigen vermögen auch das Vorb ringen des Beschwerdeführers und die Beurteilung von Dr. H.____, wonach die Fussheber schwäche gleich nach dem Unfall zum ersten Mal aufgetreten und somit Folge des Unfalles sei , keinen Kausalzusammenhang zwi- schen den beklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vo m 22. Mai 2014 begründen. Den natürlichen Kausalzusammenhang allein mit dieser Argumentation zu bejahen, liefe im Ergebnis auf die Beweisformel „post hoc ergo propter hoc“ hinau s, wonach eine gesundheitliche Schädi- gung bereits deshalb als durch den Unfall verursacht g ilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist (vgl. BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb). Eine solche Beweiswü rdigung erweist sich im unfallversiche- rungsrechtlichen Bereich aber nach bundesgerichtlicher R echtsprechung als unzureichend (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juni 2010, 8 C_309/2010). Insgesamt muss die Stellungnahme von Dr. H.____ somit als unvollständig be trachtet werden. Da sie keine Zweifel an der Kausalitätsbeurteilung von Dr. G.____ begründe t, ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes abgestellt hat. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4. Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss argumentier t, die Kosten der durch den Un- fall vom 22. Mai 2014 verursachten Schäden und Folgesch äden an seiner Wirbelsäule seien unfallkausal und somit von der Beschwerdegegnerin zu über nehmen, ist ihm nicht zu folgen. Die in Erwägung 3.5 hiervor dargestellte Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Kausalität von Bandscheibenvorfällen ist so zu verstehen, dass eine Diskus hernie in der Regel auf dege- nerative Veränderungen zurückzuführen und folglich krankh eitsbedingt ist. Nur in äusserst sel- tenen Fällen kann eine Diskushernie durch einen Unfall ausgelöst oder richtungsgebend ver- schlimmert werden. Dies ist der Fall, wenn das Unfallere ignis mit seiner äusseren Einwirkung derart intensiv ist, dass es geeignet ist, eine gesunde W irbelsäule zu verletzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juli 2012, 8C_151/2012, E. 4 mit weiteren Hinweisen). Ausgangspunkt jeder Kausalitätsbeurteilung in diesem Gebiet bildet somit die Frage, ob der konkrete Unfallme- chanismus auch eine gesunde Bandscheibe schädigen könnte. Nach dem unbestrittenen Un- fallhergang ist der Beschwerdeführer bei einer Notbre msung direkt nach dem Anfahren des Buses gestürzt. Dabei hat er seinen linken Unterschenkel an der gegenüberliegenden Stuhlkan- te angeschlagen und eine Dashboard-Verletzung erlitte n. Es ist festzustellen, dass dieses Er- eignis im Lichte der bisherigen Rechtsprechung des Bund esgerichts zur Unfallkausalität von Bandscheibenvorfällen eher den nicht besonders intensiven oder schweren zuzuweisen ist (vgl. dazu DAVID WEISS , Bemerkungen zum Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005, U 1 63/05, in: AJP 2006, S. 880 f., mit einer Zusammenstellung verschie dener Bundegerichtsurteile zu dieser Frage). Da der Bus erst kurz vor der Notbremsung angefah ren ist, kann davon ausgegangen werden, dass er nicht mit einer hohen Geschwindigkeit unterwegs war. Zudem ist der Sturz aus einer sitzenden Position erfahrungsgemäss mit einer geri ngeren Krafteinwirkung verbunden als ein Sturz aus einer stehenden Position. Des Weiteren wur den in der MRT vom 26. Mai 2014 auch keine Zeichen einer Kontusion des linken Knies gefu nden. Dies spricht – wie Dr. G.____ in seinem Bericht vom 30. Juni 2015 feststellt – dafür , dass der Aufprall gegen den Sitz kaum sehr heftig gewesen sein kann. Der medizinischen Erfah rungstatsache gemäss war das Unfall- ereignis somit nicht besonders schwer und wäre wohl nicht geeignet gewesen, eine gesunde Bandscheibe zu verletzen. Im Notfallbericht vom 22. Ma i 2014 wurden denn auch weder ein Hinweis auf einen lumboradikulären Ausfall noch eine ossäre Läsion festgestellt. Damit fehlt es sowohl an der notwendigen Unfallschwere wie auch an ein er echtzeitlichen Diagnose. Selbst wenn die Diskushernie, wie der Beschwerdeführer geltend macht, unfallkausal gewesen wäre, wäre der Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien in der Regel nach drei bis vier Mo- naten und somit spätestens am 22. Oktober 2014 als abge schlossen zu betrachten (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_681/2011, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). 7. Zusammenfassend ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin der Kausalitätsbeurteilung von Dr. G.____ gefolgt ist und somit ihre Versicherungsleistungen für die Folgen des Unfallereignisses vom 22. Mai 2014 per 3. Okt ober 2014 eingestellt hat. Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige B eurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhaltes zu, so ist dem Beweisantrag des Beschwerdeführers, wonach ein unabhängiges Gutachten, welches sich zur Kausalitätsfrage zu äussern hat, zu beauftragen sei, nicht stattzugeben. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht Beweisanträge zu stellen und – als Korrelat – die Pflicht der Behörd e zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur ü ber jene Tatsachen abzuneh- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht men, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflicht- gemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhan denen Unterlagen – wie im vor- liegenden Fall – ein zuverlässiges Bild des relevanten Sa chverhaltes ergeben und dieser dem- nach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantrag tes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Recht- sprechung zulässig (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hi nweisen, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweise n). Die gegen den betreffenden Ein- spracheentscheid vom 23. Mai 2016 erhobene Beschwerde erw eist sich als unbegründet, wes- halb sie abgewiesen werden muss. 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozess ausgang entsprechend wettzuschla- gen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht