B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-8424/2008 U r t e i l v o m 1 5 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Thomas Wespi, Richterin Emilia Antonioni; Gerichtsschreiberin Natasa Stankovic. Parteien A._______, geboren am (…), Türkei, vertreten durch Peter Huber, Fürsprecher, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. November 2008 / N (…). E-8424/2008 Seite 2 Sachverhalt: I. Dem vorliegenden wieder aufgenommenen Beschwerdeverfahren ging ein Revisionsverfahren voraus (vgl. E -234/2009), in welchem das Bu n- desverwaltungsgericht mit Urteil vom 22. März 2011 das Revisionsgesuch des Beschwerdeführers vom 14. Januar 2009 guthiess und das ergange- ne Urteil der Beschwerdeinstanz vom 17. Dezember 2008 (vgl. E-7887/2008) aufhob. Des Weiteren hielt das Bundesverwaltungsge- richt in seinem Revisionsurteil fest, das vorliegende wiederaufgenomme- ne Beschwerdeverfahren werde neu unter der Num mer E-8424/2008 ge- führt, der am 27. Februar 2009 im Verfahren E-234/2009 geleistete Kos- tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– werde für das wiederaufgenom- mene Beschwerdev erfahren verwendet, die im Verfahren E -7887/2008 geleisteten Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 200. – würden dem Be- schwerdeführer zurückerstattet und er könne den Abschluss des B e- schwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten. II. A. Der Beschwerdeführer, ein türkischer Staatsangehöriger kurdi scher Ethnie, verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland am 6. Novem- ber 2007 und reiste per Lastwagen über unbekannte Länder am 12. November 2007 in die Schweiz ein, wo er am darauffolgenden Tag sein Asylgesuch einreichte. Für die Dauer des Verfahrens wurde er in- folge eines Kantonswechsels dem Kanton (…) (ursprüngliche Zuständig- keit des Kantons (…)) zugeteilt. Anlässlich der Kurzbefra gung im Em p- fangs- und Verfahrenszentrum [EVZ] (…) vom 19. November 2007 und der einlässlichen Anhörung vom 6. Dezember 2007 zu seinen Aus reise- und Asylgründen machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: Im Jahr 2005 habe er angefangen, als professioneller Musiker in der kur- dischen Musikg ruppe " B._______" – sein Vater und sein Bruder C._______ seien ebenfalls Mitglieder dieser Band – zu spielen. Es sei al- lerdings auch vorgekommen, dass er als Solokünstler aufgetreten sei. Die Texte der Gruppe würden neben Liebes angelegenheiten insbesondere E-8424/2008 Seite 3 die Unterdrückung der Kurden sowie die Forderung nach Freiheit beha n- deln. Aufgrund der erfolgten Behelligungen der Band habe jedoch der In- halt der kurdischen Lieder moderat gehalten werden müssen. Des Weite- ren sei er Mitglied der DTP (Demokratik Toplum Partisi) Jugendfraktion, der HADEP (Halkin Demokrasi Partisi) und des Kulturvereins (…). Infolge seiner Aktivitäten – er habe an Demonstrationen sowie kulturellen Veran- staltungen teilgenommen – und aufgrund seiner Auftritte mit der Musi k- gruppe, mit welcher er durchschnittlich sieben bis acht Mal pro Monat aufgetreten sei, sei es mehrfach zu Festnah men gekommen, welche auch gewaltsame Übergriffe , Folterungen und Bedrohungen seitens der in Zivil gekleideten Angehörigen der Terrorbekämpfungsabteilung beinhal- tet hätten. Der Beschwerdeführer sei etwa zehn bis fünfzehn Mal verhaf- tet worden. Zudem sei er von einer seitens der Zivilpolizei unterstützten faschistischen Einheit bedroht und geschlagen worden; diese habe beim Beschwerdeführer zu Hause auch Razzien durchgeführt und seinen Vater festgenommen. Ferner sei vereinzelt das Programm der Band annulliert worden. Sodann sei i m Jahr (…) der Videoclip der Gruppe auf den Se n- dern MMC (Mezopotamya Music Channel ) und Roj TV, welche die türk i- sche Polizei mit der Terrororganisation in Verbindung bringe, ausgestrahlt worden. In den letzten sechs Monaten vor seiner Ausreise habe der Druck der Polizei merklich zugenommen, so dass sich die Lebensbedin- gungen des Beschwerdeführers erschwert hätten und er sich nicht mehr habe frei bewegen können. Für seine psychische Verfassung seien die Unterdrückungen zu viel geworden, weshalb er den Entschluss gefasst habe auszureisen. Im Übrigen lehne er es ab, Militärdienst zu leisten , da er nicht in Krisengebieten eingesetzt werden möchte. V orübergehend ha- be er den Militärdienst bis (…) aufschieben können. Zur Stützung seiner geltend gemachten Vorbringen reichte er die folgen- den fremdsprachigen Dokumente zu den Akten:  diverse Internetberichte den Militärdienst in der Türkei betreffend;  eine undatierte Bescheinigung des Kulturvereins (…);  ein Referenzschreiben der HADEP vom (…) 2005;  die CD "(…)" der Musikgruppe "B._______"; E-8424/2008 Seite 4  eine unbeschriftete CD. B. Mit Verfügung vom 5. November 2008 – eröffnet am 9. November 2008 (vgl. hierzu Revisionsurteil des Bundesverwaltungsgericht s E-234/2009 vom 22. März 2011) – lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerde- führers vom 13. November 2007 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung seines ablehnenden Entscheids führte das Bundesamt im Wesentlichen aus, dass die geltend gemachten Vorbrin gen des B e- schwerdeführers teils nicht den Anforderungen an die Glaubhaft igkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) standzuhalten vermöchten, teils keine Asylrelevanz nach Art. 3 AsylG ent- falten würden. Der Beschwerdeführer habe anlässlich der Anhörung b e- hauptet, er sei wiederholt – jedoch jeweils nur für einen Tag – in Untersu- chungshaft genommen worden (vgl. A10/23 S. 12), während er in der EVZ-Befragung geschildert habe, er sei auch zwei Tage in Unters u- chungshaft gewesen (vgl. A 1/7 S. 5). Sodann habe er in der Anhörung zuerst zu Protokoll gegeben, er sei wegen seiner Aktivitäten täglich U n- terdrückungsmassnahmen ausgesetzt worden (vgl. A10/23 S. 10); später habe er geltend gemacht, er sei nicht jeden Tag, sondern lediglich einmal pro Woche unterdrückt worden (vgl. A10/23 S. 11 f.). Ferner habe er zwar ausgeführt, mehrfach in Untersuchungshaf t genommen worden zu sein, hierzu habe er jedoch keine glaubhaften Angaben machen können, weil er anlässlich der Anhörung ursprünglich erklärt habe, dass er nicht wisse, wie oft er festgenommen worden sei, anschliessend aber behauptet ha- be, zwischen zehn bis fünfzehn Mal in Haft gewesen zu sein (vgl. A10/23 S. 13). Es sei allerdings zu erwarten gewesen, dass er zu diesem zentr a- len Aspekt seines A sylgesuches stimmige Angaben liefere. Überdies ha- be er keine verlässlichen Angaben in Bezug auf den Ort der Inhaftierung machen können (vgl. A10/23 S. 14). Weiter habe er geschildert, der V i- deoclip seiner Musikgruppe w erde seit (…) im Fernsehen ausgestrahlt (vgl. A10/23 S. 17). Falls die türkischen Behörden den Inhalt tatsächlich als staatsfeindlich erachtet hätten, sei davon auszugehen, dass sie en t- sprechende Massnahmen gegen den Beschwerdeführer bereits in jenem Zeitpunkt ergriffen hätten. Auf die diesbezügliche Frage habe der B e- schwerdeführer gar erklärt, dass sich die restlichen Mitglieder der Musi k-E-8424/2008 Seite 5 gruppe nach wie vor in der Türkei aufhalten würden ; er habe keine Ver- folgungsmassnahmen gegen jene geltend gemacht (vgl. A10/23 S. 20 ). Überdies hätten die türkischen Behörden dem Beschwerdeführer im (…), somit im Zeitraum der vorgebrachten Verfolgungsmassnahmen, ohne Schwierigkeiten ei nen Reisepass ausgestellt (vgl. A10/23 S. 3 f.). Schliesslich handle es sich bei der militärischen Inp flichtnahme um eine legitime staatliche Massnahme, welche in der Türkei ausschliesslich i n- folge des Alters de s Einzuberufenden – und nicht aufgrund der Ethnie – erfolge. Auch eine Stationierung im Osten der Türkei würde lediglich im Rahmen einer Verschiebung der Truppeneinheit in das Operationsgebiet erfolgen, weshalb auch hier die Ethnie keine Rolle spiele. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er wolle der militärischen Einberufung durch die türkischen Behörden nicht Folge leisten, stell e daher keine asyl beachtli- che Massnahme dar. C. Mit Eingabe vom 9. Dezember 2008 (Poststempel) und Ergänzung vom 10. Dezember 2008 erhob der Rechtsvertreter namens und im Auftrag des Beschwerdeführers gegen die vorinstanzliche Verfügung beim Bu n- desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid des BFM vom 5. November 2008 sei aufzuheben und dem B e- schwerdeführer sei Asyl zu gewähren; eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung völkerrechtlich unzuläss ig – eventuell un - zumutbar – und der Beschwerdeführer mithin vorläufig aufzunehmen sei. Der Argumentation des BFM wurde im Wesentlichen entgegengehalten, der Beschwerdeführer habe in seinen Befragungen keineswegs wide r- sprüchliche Angaben gemacht. Er sei als Sprachrohr und Sänger der Mu- sikgruppe " B._______" exponiert gewesen und somit stärker in der Ö f- fentlichkeit wahrgenommen worden als sein Vater und sein Bruder C._______ Aufgrund seines jungen Alters habe er sich – namentlich im Gegensatz zu seinem Vater – kritischer äussern können und sei dement- sprechend aufsässiger gewesen als die anderen Bandmitglieder. Sodann habe das BFM den politischen Inhalt der Lieder betreffend den kurdi- schen Befreiungskampf verneint, ohne aber den Inhalt der eingereichten Ton- und Bildträger überhaupt geprüft zu haben und lediglich mit dem Vorbringen, wenn die Texte als staatsfeindlich erachtet worden wären, hätten die Behörden entsprechende Unterdrückungsmassnahmen ergri f-E-8424/2008 Seite 6 fen. Mit dieser Vorgehensweise habe die Vo rinstanz den Anspruch auf rechtliches Gehör durch Nichtprüfung einge reichter Beweismittel verletzt. Dass sich der Beschwerdeführer ausserdem für die kurdische Sache als Aktivist der HADEP und des Kulturvereins (...) eingesetzt und exponiert habe, sei von d er Vorinstanz ebenfalls ignoriert worden. Weiter habe er anlässlich der verschiedenen Befragungen nie Angaben dazu gemacht, ob er einen oder zwei Tage in Untersuchungshaft gewesen sei. Man habe ihn lediglich gefragt, wie lange man in der Türkei in Untersuc hungshaft festgehalten werden könne, worauf der Beschwerdeführer mit "ein oder zwei Tage" geantwortet habe. Auf die Frage nach der durch ihn erduld e- ten Untersuchungshaft habe er lediglich geantwortet, dass er nicht genau wisse, wie oft er in Untersuchungsh aft gewesen sei; daraufhin habe ihn der Befrager unter Druck gesetzt, er solle eine Zahl, ein Beispiel oder u n- gefähre Angaben nennen; der Beschwerdeführer habe dann zu Protokoll gegeben, dass es etwa zehn bis fünfzehn Mal gewesen sei, aber auch mehr sein könne. Ferner würden sich auch die unterschiedlichen Ang a- ben bezüglich der Unterdrückung schlüssig erklären lassen , da der B e- schwerdeführer ausgesagt habe, er sei zwar meist nach Auftrit ten aktiv unterdrückt worden, habe sich jedoch täglich unterdrückt gefühlt. Im Übri- gen treffe es nicht zu, dass der Beschwerdeführer keine verlässlichen Angaben zu den Inhaftierungen habe machen können, denn er habe l e- diglich erklärt, die Adresse , an der e r jeweils f estgehalten worden sei, nicht zu kennen. Dies erstaune deshalb nicht, da es sich um zahlreiche offizielle wie auch inoffizielle Festnahmen gehandelt habe , welche oft nicht ordnungsgemäss verlaufen seien. Es habe sich hierbei insbesonde- re nicht u m Verhaftungen auf der Grundlage richterlicher Haftbefehle, sondern um polizeiliche Anhaltungen und Festnahmen gehandelt. Zudem seien dem Beschwerdeführer die Augen verbunden worden und man ha- be ihn in Räumen festgehalten, welche – sofern ihm die Augenbinde ab- genommen worden sei – ohne auffälligen Wiedererkennungscharakter gewesen seien. Zur Untermauerung der geltend gemachten Vorbringen wurden zusam- men mit der Beschwerdeeingabe folgende Unterlagen mit jeweiliger Übersetzung zu den Akten gereicht:  Bestätigungsschreiben des Vaters und des Bruders C._______ des Beschwerdeführers; E-8424/2008 Seite 7  handschriftliche Stellungnahme des Beschwerdeführers;  Bestätigungsschreiben des Kulturvereins (...);  CD "(…)" der Musikband "B._______" inklusive Originaltexte;  DVD den Videoclip "(...)" auf dem Musiksender MMC betreffend;  CD einen [nach der Ausreise des Beschwerdeführers] auf Roj TV ausgestrahlten Auftritt des Beschwerdeführers in der Schweiz b e- treffend (vgl. Ausführungen in der Beschwerdeergänzung vom 10. Dezember 2008);  Haftbefehl der [türkische Staatsanwaltschaft] vom (…) 2008 betreffend die Unterstützung und Beihilfe einer separatistischen Organisation. Zudem wurde im Rahmen der Beschwerdeergänzung vom 10. Dezember 2008 auf diverse Internetseiten verwiesen, auf welchen der Beschwerde- führer anlässlich seiner Auftritte in der Schweiz zu sehen und auf welchen das Musikvideo zum Lied "(...)" abrufbar sei. D. Der Beschwerdeführer reichte mit einer undatierten und mit keiner Unter- schrift versehenen Eingabe an das BFM (Eingang BFM: 2. November 2010) eine DVD betreffend einen Fernsehauftritt sowie eine DVD betref- fend ein Interview auf Roj TV zu den Akten. E. Am (…) heiratete der Beschwerdeführer in (…) D._______, welche über eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz verfügt. F. Am (…) kam [das Kind] des Beschwerdeführers (…) auf die Welt. G. Mit Eingabe vom 11. Juli 2011 legte der Rechtsvertreter folgende Doku- mente ins Recht: E-8424/2008 Seite 8  eine Musikkassette der Band "B._______";  eine Kopie des Covers zur Musikkassette;  eine CD mit der Aufzeichnung eines Konzerts anlässlich des Newroz-Fests in (…) vom 21. März 2011, an welchem der B e- schwerdeführer mit E._______ und F._______ aufgetreten sei;  jeweils eine Kopie der Aufenthaltsti tel von F._______ und E._______;  eine CD betreffend den neuen Videoclip (…) der Band des B e- schwerdeführers. Im Übrigen wurde beantragt, F._______ und E._______ als Zeugen au f- zubieten und zu befragen. H. Mit Instruktionsverfügung vom 13. Juli 2011 wurde das BFM um Einrei- chung einer Vernehmlassung ersucht, in welcher es sich insbesondere zum in der Beschwerdeein gabe vom 9. Dezembe r 2008 gemachten Vo r- wurf der Gehörsverletzung äussern solle. I. In seiner Vernehmlassung vom 21. Juli 2011 beantragte das BFM die Ab- weisung der Beschwerde, da die Rechtsmitteleingabe keine neuen erheb- lichen Tatsachen oder Beweismittel enthalte, welche eine Änderung des vorinstanzlichen Standpunktes zu rechtfertigen vermöchten . Zudem füh r- te es aus, dass der Beschwerdeführer weder im vorinstanzlichen Verfah- ren noch auf Beschwerdeebene gelte nd gemacht habe, dass gegen ihn, seinen Bruder oder seinen Vater, welche ebenfalls Mitglieder der Musi k- gruppe "B._______" seien, jemals ein formelles strafrechtliches Unters u- chungs- und Gerichtsverfahren eröffnet worden sei. Gerade der Umstand, dass die Liedertexte des Beschwerdeführers zwar mitunter eine gewisse inhaltliche Brisanz aufweisen würden, jene jedoch nie ein Strafverfahren ausgelöst hätten, unterstreiche die Schlussfolgerung, wonach der B e- schwerdeführer aus heutiger Sicht nicht mit einer begründeten Furcht vor ernsthaften Nachteilen konfrontiert sei. Das Gleiche gelte für seine ver-E-8424/2008 Seite 9 schiedenen Musikauftritte in de r Schweiz und die entsprechenden Au s- strahlungen etwa auf Roj TV oder die Abrufbarkeit im Internet , denn zum einen würden diese inhaltlich nicht über die früheren Auftritte des B e- schwerdeführers in der Türkei hinausgehen, zum anderen seien die türki- schen Behörden heutzutage weder gewillt noch in der Lage, die mittle r- weile zahlreichen künstlerischen Darbietungen von türkischen bezi e- hungsweise kurdischen Künstlern systematisch zu verfolgen, die betref- fenden Personen zu eruieren und gegebenenfalls strafrechtliche Untersu- chungen zu eröffnen. Dieser Umstand sowie die schrittweise erfolgten Li- beralisierungsmassnahmen (namentlich die Einführung eines kurdischen Fernsehkanals) würden geeignet erscheinen, gerade auch bei populären Musikern eine tunliche behördliche Zurückhaltung bei der strafrechtlichen Verfolgung in diesem Bereich a n den Tag zu legen (im Unterschied etwa zur strafrechtlichen Verfolgung des geschriebenen Wortes), weshalb a n- gesichts der relativen Bekanntheit des Beschwerdeführers respektive seiner Musikgruppe " B._______" das Bundesamt davon ausgehe, dass diese Würdigun g auch auf ihn zutreffe. Insbesondere sei anzunehmen, dass derweil sowohl der Vater als auch der Bruder des Be - schwerdeführers, welche beide ebenfalls Mitglieder der Band seien, be - hördlich bereits behelligt worden wären, wenn die türkischen Behörden gegen den Beschwerdeführer infolge seiner bereits seit 2008 stattfinden- den Musikauftritte in der Schweiz hätten vorgehen wollen. In diesem Lich- te würden die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung auch aus heutiger Sicht als inhaltlich zutreffend erscheinen, weshalb aus ihnen – anders als in der Beschwerdeeingabe behauptet werde – keine Verlet- zung des rechtli chen Gehörs ersichtlich werde. Ferner sei festzustellen, dass eine interne Dokumentenanalyse vom 21. Juli 2011 ergeben habe, beim vom Beschwer deführer eingereichten Haftbefehl vom (…) 2008 handle es sich offenkundig um eine Totalfälschung. Darüber hinaus er - scheine es denkbar, dass der Beschwerdeführer wegen seiner künstleri- schen Tätigkeit sowie seiner – auch wenn nur geringfügigen – politischen Aktivitäten wiederholt mit behördlichen Behelligungen, bis und mit zu kur- zen polizeilichen Festhaltungen und polizeilichen Drohungen, konfrontiert worden sei. Dabei handle es sich ohne Zweifel um Unannehmlichkeiten, die allerdings vom Ausmass her nicht einem e rnsthaften Nachteil oder ei- nem objektive n unerträglichen psychischen Druck entsprechen würden. Schliesslich sei der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass der Be-E-8424/2008 Seite 10 schwerdeführer mittlerweile D._______ geheiratet habe, welche in der Schweiz über eine Aufenthaltsbewilligung verfüge. J. Mit Verfügung vom 9. August 2011 hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, die Vernehmlassung des BFM vom 21. Juli 2012 werde dem Be - schwerdeführer zur Kenntnisnahme zugestellt und ihm werde Gelegen- heit eingeräumt, eine Stellungnahme sowie entsprechende Beweismittel einzureichen. Weiter führte das Gericht aus, das BFM habe insbesondere festgehalten, bei dem vom Beschwerdefüh rer einge reichten Haftbefehl vom (…) 2008 handle es sich offenkundig um eine Totalfälschung, wobei das Bundesamt diese Feststellung auf eine amtsintern durchgeführte D o- kumentenanalyse vom 21. Juli 2011 stütze, welche gemäss Art. 27 Abs. 1 Bst. a VwVG nicht integral offengelegt werden könne. Gestützt auf Art. 28 VwVG bringe das Gericht dem Beschwerdeführer allerdings den wesent- lichen Inhalt dieser Dokumentenanalyse zur Kenntnis (betreffend Einzel- heiten zum Inhalt vgl. Verfügung des Bundesverwaltungsgericht s vom 9. August 2011). K. Mit Replikeingabe vom 9. September 2011 führte der Rechtsvertreter aus, die Abklärungen bei einem türkischen Anwalt hätten die Beurteilung der Vorinstanz – bei dem eingereichten Haftbefehl handle es sich um eine Fälschung – leider bestätigt. Immerhin sei anzumerken, dass d er unter- zeichnete Anwalt den Haftbefehl durch die schweizerische Sektion von Amnesty International habe überprüfen lassen und die dortige Türkeie x- pertin festgehalten habe, es seien keine Fälschungsmerkmale erkennbar. Sodann habe der Beschwerdeführer den Haftbefehl von seinem Vater mit der Angabe, das Dokument sei ihm von der Polizei Mitte (…) 2008 über- bracht worden, übermittelt erhalten. Wie der mit der Dokumentenprüfung vertraute Anwalt weiter mitgeteilt habe, seien solche Vorkommnisse mehrfach bekannt, weshalb davon ausgegangen werden müsse, dass es sich hierbei um eine bewusste Stra tegie der Geheimpolizei handle, um unbequeme Personen, von deren Auslandabwesenheit sie erfahren hä t- ten, im Asylverfahren zu diskreditieren. Ferner habe der Beschwerde füh- rer weder im vorinstanzlichen Verfahren noch auf Beschwerdeebene ge l- tend gemacht, er sei auf Justizebene strafrechtlich verfolgt worden. Hi n- gegen habe er übereinstimmend ausgeführt, es sei bereits vor der im E-8424/2008 Seite 11 Jahr 2005 erfolgten professionellen Ausübung seiner Musikertätigkeit und weiter bis zu seiner Flucht beinahe immer zu sicherheitspolizeilicher Überwachung der Konzerte gekommen. Sodann sei es nach den Konzer- ten häufig zu Interventionen der politischen Polizei oder einer von ihr da- mit beauftragten faschistischen Gruppierung gekommen, bei deren Anhal- tungen der Beschwerdeführer in Autos weggeführt worden und anschlies- send entweder bedroht oder geschlagen worden sei. Im letzten Halbjahr vor der Flucht habe er diesen Druck als zunehmend und unerträglich er- lebt. Weiter sei es offensichtlich, dass der Beschwerdeführer wegen se i- ner persönlichen und familiären Exposition – im Einklang der Familientra- dition sei er Aktivist der HADEP und ihrer Nachfolgepartei DTP sowie ei- nes kurdischen Kulturzentrums gewesen – als politisch eingebundener, autonomistisch kurdischer Aktivist erkannt und stigmatisiert sei. Ausser- dem treffe es nicht zu, dass der Vater und der Bruder des Beschwerd e- führers keine Verfolgungsprobleme gehabt hätten. Der Beschwerdeführer habe hierzu ledig lich ausgesagt, er selber sei als Sän ger noch mehr e x- poniert gewesen und sei deshalb stärker behelligt worden als sie. Über- dies erscheine die Unterscheidung der Vorinstanz , kurdische Musik we r- de im Unterschied zu schriftlichen Veröffentlichungen nicht str afrechtlich verfolgt, dann untauglich, wenn Songtexte in Schriftform – wie im vorlie- genden Fall das Cover zur Musikkassette der Musikgruppe " B._______" – publiziert würden. Zudem gehe aus der eingereichten Übersetzung der Liedertexte hervor, dass der I nhalt hochgradig politisch sei, weshalb die Sicherheitskräfte sie als PKK -Propaganda verstehen und nicht billigen würden. Die Lieder, die der Beschwerdeführer selber schreibe, singe s o- wie in Videoclips inszeniere, seien noch eindeutiger politisch positioniert. Die zahlreichen Videoclips, welche unter dem kurdischen Namen des Be- schwerdeführers und auf jeglichen Musikportalen auf findbar seien, seien mit Sicherheit auch dem türkischen Geheimdienst bekannt, zumal es sich oft um Aufzeichnungen von öffentlichen Auftritten handle. Der Verweis des BFM auf die Existenz eines legalen kurdischen Kulturfernsehkanals – gemeint sei wohl TRT 6 – sei demgegenüber gera dezu mutwillig, würde auf diesem Kanal doch ausschliesslich völlig unpolitische kurdische Fol k- lore respektive Unterhaltungsmusik gezeigt und aus Sicht der politischen Kurden reine kurdische Antipropaganda der türki schen Regierung betri e- ben. Schliesslich sei vor dem Hintergrund, dass seit einem halben Jahr immer schärfere Konfrontationen zwischen dem bewaffneten kurdischen E-8424/2008 Seite 12 Widerstand und den türkischen Sicherheitskräf ten stattfinden würden, ei- ne vermehrte Verfolgung kurdischer Sänger wahrzunehmen. Zur Stützung der geltend gemachten Vorbringen wurden folgende Doku - mente ins Recht gelegt:  Anmeldeformular bei m Menschenrechtsverein (…) des Bruders C._______ des Beschwerdeführers vom (…) 2009 betreffend eine Postenmitnahme vom (…) 2009;  BDP-Mitgliederausweis des Vaters des Beschwerdeführers mit Übersetzung;  IHD-Mitgliederausweis des Vaters des Beschwerdeführers;  Erklärung des BDP-Präsidenten (…) des Kreises (…) mit Überset- zung;  Beschwerde des Vaters des Bes chwerdeführers beim IHD vom (…) 2010 betreffend eine Postenmitnahme vom (…) 2010;  Vollmacht und Kopie des N -Ausweises des Bruders G._______ des Beschwerdeführers vom (…) 2011;  Beschwerden des Bruders G._______ beim IHD vom (…) sowie (…) 2010 betreffend Anhaltungen und Anwerbungen zu Spitze l- diensten;  Bericht der Stiftung für Menschenrechte (…) vom (…) 2010 betref- fend ärztliche Untersuchung von G._______;  polizeiliches Übergabeprotokoll vom (…) 2010 betreffend Posten- mitnahme von G._______ mit (…) anderen [Leuten] vom 2010 aus (…);  Zeitungsbericht aus (…) vom (…) 2010 über den [Protest] der BDP vor dem Parlamentsgebäude in Ankara (…) sowie eine Foto- graphie, welche G._______ an vorderster Front zeige; E-8424/2008 Seite 13  Übersetzungen einiger im Cover zur Musikkassette der Band "B._______" angedruckten Texte. L. Mit Eingabe vom 25. November 2011 wurden die folgenden Dokumente zu den Akten gereicht:  Kopie des Anmeldescheins des Bruders G._______ für die Mi t- gliedschaft in der BDP vom (…) 2010 inklusive Übersetzung;  Bericht der türkischen Stiftung für Menschenrechte, (…) vom (…) 2011 betreffend Festnahmen des Vaters des Beschwerdeführers sowie eine n gewalttätigen Übergriff der Sic herheitskräfte auf ihn anlässlich einer von der BDP organisierten Veranstaltung am (…) 2011, mit integrierter Beurteilung durch einen türkischen Arzt vom (…) 2011 und beigeheftetem Attest dieses Arztes von der Poliklinik des Spitals (…) vom (…) 2011 inklusive Übersetzungen;  Bestätigungsschreiben eines türkischen Rechtsan walts vom (…) 2011, dass der Beschwerdeführer aktuell in der Türkei ge sucht werde und bereits früher einige Male in Gewahrsam genom men worden sei, inklusive Übersetzung;  Schreiben d es Vaters des Beschwerdeführers, welchem zu en t- nehmen sei, dass er selber als kurdischer Musiker Repressionen und unmenschlichen Behandlungen ausgesetzt gewesen sei, in- klusive Übersetzung. M. Mit Eingabe – datierend vom 19. März 2012, eigegangen beim Bunde s- verwaltungsgericht am 29. Mai 2012 – führte der Beschwerdeführer seine Asylgründe erneut aus und ersuchte das Gericht um eine möglichst r a- sche Behandlung seines Beschwerdeverfahrens. Im Übrigen reichte er zur Untermauerung seiner geltend gemachten Vo r- bringen eine CD seinen neuen Videoclip betreffend ein. E-8424/2008 Seite 14 N. Das BFM leitete am 30. April 2012 eine beim Bundesamt eingegangene CD einen Videoclip des Beschwerdef ührers betreffend (Eingang BFM: 27. April 2012) an das Bundesverwaltungsgericht weiter. O. Mit Verfügung vom 22. Mai 2012 lud das Bundesverwaltungsgericht das BFM zur Einreichung einer weiteren Vernehmlassung ein. P. In seiner Vernehmlassung vom 6. Juni 2012 beantragte das BFM die A b- weisung der Beschwerde, da die Rechtsmitteleingabe keine neuen erheb- lichen Tatsachen oder Beweismittel enthalte, welche eine Änderung des vorinstanzlichen Standpunktes zu rechtfertigen vermöchten. Insbesonde- re führte das BFM nochmals aus, dass im Zusammenhang mit der küns t- lerischen Tätigkeit des Beschwerdeführers, seines Vaters sowie des Bru- ders bis heute keine formelle Strafuntersuchung eröffnet worden sei. S o- dann vermöchten auch die inzwischen eingereichten Dokumente die Schlussfolgerungen in der Erstvernehmlassung vom 21. Juli 2011 nicht umzustossen. Auch das Bestätigungsschreiben d es türkischen Recht s- anwalts vom (…) 2011 enthalte nichts Substantielles und gehe nicht über die bereits bekannten Sachverhalte hinaus. Dass der Beschwerdeführer gemäss diesem Schreiben "aus nicht bekannten juristischen Gründen durch die Sicherheit skräfte i m ganzen Land gesucht" werde, dürf te im Zusammenhang mit der ausstehenden Militärdienstleistung des B e- schwerdeführers stehen. Zwar sei festzuhalten, dass der künstlerisch en- gagierte Familienverband des Beschwerdeführers zweifelsfrei in einem gewissen Masse exponiert und wiederholt mit verschiedenen Unannehm- lichkeiten konfrontiert worden sei, diese kämen jedoch vom Ausmass und von der Intensität her weder einem ernsthaften Nachteil noch einem o b- jektiv unerträglichen Druck gleich. In diesem Lichte sei das Bes tehen ei- ner begründeten Furcht vor ernsthaften , mit beachtlicher Wahrscheinlich- keit und in absehbarer Zukunft eintretende n Nachteilen zu verneinen. Darüber hinaus verfüge der formell unbescholtene Beschwerdeführer o h- nehin über eine taugliche innerstaatlich e Fluchtalternative, wolle er sich den sich im Raume (…) manifestierenden behördlichen Behelligungen entziehen. So seien etwa nahe Verwandte von ihm in Istanbul wohnhaft, bei denen er sich bereits früher aufgehalten habe (vgl. A10/23 S. 4 f.). E-8424/2008 Seite 15 Q. Mit Verfügung vom 11. Juni 2012 brachte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung des BFM vom 6. Juni 2012 zur Kenntnis und bot ihm Gelegenheit zur Einreichung einer Stellun g- nahme. R. Mit Eingabe vom 11. Juli 2012 an das Bundesverwaltungsgericht hielt der Rechtsvertreter fest, die Ausführungen des BFM seien unhaltbar und mit der individuell -konkreten Aktenlage sowie auch mit den Erfahrungen in ähnlichen Fällen nicht vereinbar. Das Bundesamt setze sich mit dem I n- halt des Anwaltsschreibens nur selektiv auseinander, während es die ü b- rigen Vorbringen und Beweisanerbieten in den vorangehenden Eingaben überhaupt nicht berücksichtige. Des Weiteren sei unterdessen [ein Ver- wandter] des Beschwerdeführers, ein Anhänger der BDP , festgenommen worden und dessen Sohn habe sich der Guerilla der PKK angeschlossen; somit würden sich weitere Elemente in die bereits bisher dargelegte , der PKK nahestehende Exposition des Beschwerdeführers und seiner Fam i- lie zusammenfügen. Im Übrigen sei der Beschwerdeführer in [kurdische Vereine] sehr aktiv und für die Gestaltung sowie Koordination der Kultur- programme zuständig. Ein Blick auf die Homepage von [kurdischer Ver- ein] mache augenfällig, dass die Organisation und die ihr angeschloss e- nen Kulturvereine eindeutig als Sprachrohr für die Politik der PKK zu ve r- stehen seien, so dass die Bezeichnung "kurdischer Verein" letztlich als Codename für die PKK im Exil zu verstehen sei. Ferner habe der B e- schwerdeführer zum Newroz 2012 einen Videoclip, welcher auf allen kur- dischen TV-Sendern im Exil gespielt werde und auf Youtube abrufbar sei, betreffend ein neues Stück mit dem Titel " (…)" aufgenom men, welches eine pathetische Hommage an das kurdische Volk und seinen Kampf um Identität und Freiheit bilde. Durch die Gesamtheit seine r leitenden Aktivi- täten in den von den Sicherheitskräften als PKK im Ausland wahrgeno m- menen Kulturvereinen in der Schweiz sowie seiner politischen Botschaf- ten im TV -Interview auf Roj -TV, in seinen Liedern, bei Konzertauftritten sowie in Videoclips im Internet werde der Beschwerdeführer von den tü r- kischen Sicherheitskräften zweifellos als Botschafter und Propagandist der PKK erkannt . Dies sei bereits in (...) der Fall gewesen, weswegen vorliegend nicht nur Nachflucht -, sondern auch Vorfluchtgründe bestün- den. Ihm würden bei einer allfälligen Rückreise in sein Heimatland – E-8424/2008 Seite 16 gleich wie seinen beiden verhafteten Bekannten , welche ebenfalls kurd i- sche Musiker sowie Aktivisten seien (vgl. den eingereichten Artikel in Öz- gür Gündem Online vom (…) 2011) – eine Festnahme, eine mehrjährige Haftstrafe sowie politisch motivierte unmenschliche Behandlung aufgrund Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation drohen. Aufgrund seines po- litischen Wirkungs- und Bekanntheitsgrades könne er sich dieser Verfo l- gungslage in der Türkei nirgends entziehen. Zur Untermauerung der geltend gemachten Vorbringen wurden folgende Dokumente zu den Akten gereicht:  Artikel in Özgür Gündem Online vom (…) 2011 betreffend dem Beschwerdeführer bekannte verhaftete kurdische Musiker sowie Aktivisten, mit auszugsweiser Übersetzung;  Bestätigungsschreiben des [kurdischer Verein] vom (…) 2012;  Ausdruck aus der Homep age von [kurdischer Verein] vom (…) 2012;  DVD ein Intervie w des Beschwerdeführers auf Roj -TV vom (…) 2010 betreffend inklusive sechs Standbilder;  Inhaltszusammenfassung des Interviews auf Roj-TV;  CD den Videoclip " (…)" betreffend inklusive behelfsmässiger Übersetzung;  Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 19. März 2012. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden E-8424/2008 Seite 17 nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bunde sverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, au sser bei Vorliegen eines Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundes - gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt in casu nicht vor; somit ist das Bundesverwaltungsgericht vorliegend letztinstanzlich zuständig. 1.2. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.3. Das Verfahren richtet sich nach dem Vw VG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 2. Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder in einem Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, sol - chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nac hteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mas s- nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den fra u-E-8424/2008 Seite 18 enspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). Die Anerkennung der Flüchtlingseigensch aft setzt zudem voraus, dass die betroffene Person landesweiter Verfolgung ausgesetzt ist und sich nicht in einem anderen Teil ihres Heimatstaates in Schutz bringen kann (vgl. Ent- scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommiss i- on [EMARK] 2006 Nr. 18). 3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält (Art. 7 AsylG). Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genü- gend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch n icht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erschei - nen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG). Entscheidend ist, ob eine Gesamtwürdigung der Vorbringen e r- gibt, dass die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung der asylsuchenden Person sprechen, überwiegen oder nicht (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.6, EMARK 2004 Nr. 1 E. 5 S. 4 ff., mit weiteren Hinweisen). 4. 4.1. Vor allfälligen weiteren Erwägungen ist vorab der Frage nachzug e- hen, ob das BFM – wie vom Beschwerdeführer gerügt – den Anspruch auf rechtliches Gehör durch Nichtprüfung eingereichter Beweismittel ver- letzt hat, da d ieser Anspruch verfahrensrechtlicher Natur ist und seine Verletzung grundsätzlich die Aufhebung des angefochtenen Entscheids nach sich zieht (vgl. BVGE 2008/14 E. 4.1, BVGE 2007/30 E. 8.2). Die Rechtsprechung hat allerdings aus prozessöko nomischen Gründen Leitlinien für eine Heilung von Gehörsverletzungen auf Beschwerdeebene entwickelt, nach welchen sich eine Aufhebung der angefochtenen Verf ü- gung und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz erübrigt, wenn das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerdeinstanz im streitigen Fall die freie Überpr ü-E-8424/2008 Seite 19 fungsbefugnis in Bezug auf Tatbestand und Rechtsanwendung zukommt, sowie die festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit vertretb a- rem Aufwand hergestellt werden kann (vgl. EMARK 1994 Nr. 1 E. 6b und 2004 Nr. 38 E. 7.1, vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt in BVGE 2007/30 E. 8.2). 4.2. Das Gericht kommt – gleich wie das BFM in seine r Vernehmlassung vom 21. Juli 2011 – zum Schluss, dass die Vorinstanz in ihrer angefoch- tenen Verfügung den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt hat und die Rüge, die eingereichten Ton- und Bildträger seien nicht geprüft worden, fehl geht. Vielmehr setzte sich das Bundesamt in seiner Verfü- gung vom 5. November 2008 unter E. I Ziff. 3 mit dem eingereichten B e- weismaterial auseinander und würdigte es im türkischen Kontext. Folglich besteht keine Veranlassung, den Entscheid des BFM aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das Bundesamt zurückzuweisen. 4.3. 4.3.1. Was die geltend gemachten politischen Aktivitäten für die HADEP und den Kulturverein (...) des Beschwerdeführers betrifft, ist einzuräumen, dass das BFM in seiner angefochtenen Verfügung zwar diesen Umstand erwähnte, jedoch in der Würdigung tatsächlich unberücksichtigt liess, weshalb mithin von einer Gehörsverletzung auszugehen ist. Indessen be- steht – wie nachfolgend dargelegt – vorliegend keine Veranlassung, den Entscheid des BFM aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 4.3.2. Die versäumte Auseinandersetzung mit den politischen Aktivitäten wurde auf Beschwerdeebene nachgeholt. Sowohl die Vorinstanz (mit Vernehmlassung vom 21. Juli 2011 ) als auch der Beschwerdeführer (mit Replik vom 9. September 2011 ) haben vom Bundesverwaltungsgericht Gelegenheit erhalten, hierzu Stellung zu nehmen. Mithin hat eine Heilung der Gehörsverletzung stattgefunden. Der Beschwerdeinstanz kommt diesbezüglich freie Überprüfungsbefugnis zu. Dadurch erübrigt sich die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Rückweisung der Sa- che an die Vorinstanz, zumal der rechtserhebliche Sachverhalt – wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen – durchaus liquid ist und es die b e-E-8424/2008 Seite 20 stehende Aktenlage ohne Weiteres erlaubt, die geltend gemachten Vo r- bringen des Beschwerdeführers abschliessend zu beurteilen. 5. 5.1. Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht in Übereinstimmung mit dem BFM zum Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers in Bezug auf die geltend gemachten Überwachungen während der Konzerte seiner Musikgruppe, die Festnahmen im Anschluss an die Auftritte der Band sowie die Hausdurchsuchungen seitens der in Zivil gekleideten Angehörigen der Terrorbekämpfungsabteilung respektive seitens einer von der Zivilpolizei unterstützten faschistischen Einheit vor- wiegend als glaubhaft angesehen werden können. Gleichwohl vermögen – wie nachstehend aufzuzeigen sein wird – die geschilderten Behelligun- gen keine ernsthaften Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG darzu- stellen. 5.1.1. Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asyls u- chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachtei- le von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürch- ten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtsta atliche Akteure z u- gefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2, EMARK 2006 Nr. 18 E. 7 und 8, EMARK 2005 Nr. 21 E. 7). Bei der Beurteilung der Intensität von Behelligungen – insbe- sondere in Form von freiheitsbeschränkenden Massnahmen – ist dabei auf die konkreten Umstände des Einzelfalles abzustellen. 5.1.2. Im vorliegenden Fall ist zwar einzuräumen, dass die geschilderten Überwachungen und Festnahmen während respektive nach den Auftritten der Musikband des Beschwerdeführers sowie die geltend gemachten Hausbesuche eine gewisse Schikane dar stellen, welche je doch die zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft erforderliche Intensität nach AsylG nicht erreicht. Der Beschwerdeführer machte insbesondere gel- tend, er sei im Zeitraum von 2005 bis 2007 etwa zehn bis fünfzehn Mal festgenommen worden (vgl. A10/23 S.13), allerdings ohne Auflagen noch am selben Tag respektive nach wenigen Stunden bereits wieder frei ge-E-8424/2008 Seite 21 lassen worden (vgl. A10/23 S. 14) . Bei der Art und Häufigkeit der vorge- brachten Vorfälle handelt sich um verhältnismässig kurze Beschränku n- gen der Bewegungsfreiheit, denen keine weiteren Nachteile folgten und welche aufgrund ihrer Anzahl zwar ein gesteigertes Interesse der türk i- schen Behörden an der Person des Beschwerdeführers bekunden, j e- doch keine asylrechtlich relevante Intensität zu begründen vermögen . Auch wenn der Beschwerdeführer vorbrachte, die Festnahmen seien mit Drohungen und Eingriffen in die körperliche Integrität verbunden gewesen (vgl. A10/23 S. 9 ff., 14 f. ), ist gleichwohl nicht davon auszugehen, dass diese behördlichen Massnahmen ein asylrelevantes Ausmass – nament- lich eine Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit oder einen unerträglichen psychischen Druck – erreichten. Auch die erwähnten Raz- zien, bei welchen der Vater des Beschwerdeführers mitgenommen wo r- den sei (vgl. A10/23 S. 9 f.), weisen in der geschilderten Art nicht die e r- forderliche Intensität auf, um als asylrelevant angesehen zu werden. Zudem resultiert für den Beschwerdeführer bei einer Gesamtbetrachtung sämtlicher Verfolgungsmassnahmen auch kein unerträglicher psychischer Druck, denn ein solcher ist praxisgemäss dann gegeben, wenn die erli t- tenen Verfolgungsmassnahmen und deren Auswirkungen den weiteren Verbleib im Heimatstaat für den Betroffenen als objektiv unzumutbar e r- scheinen lassen. Dabei muss als Ausgan gspunkt immer ein konkreter Eingriff, der bereits stattgefunden hat oder mit solcher Wahrscheinlichkeit droht, dass die Furcht vor ihm als objektiv begründet erscheint , vorhan- den sein (EMARK 2005 Nr. 21 E. 10.3.1. S. 200 f.). Vorliegend ist davon auszugehen, dass die vom Beschwerdeführer in der Vergangenheit erli t- tenen Eingriffe aufgrund ihrer Intensität, Dauer und Häufigkeit nicht g e- eignet sind, einen unerträglichen psychischen Druck zu bewirken. Be- zeichnenderweise konnte der Beschwerdeführer die genauen Hintergrün- de zur Wahl seines Ausreisezeitpunkts im November 2007 nicht nachvoll- ziehbar darlegen (vgl. A10/23 S. 19). Die lediglich pauschale Angabe, der Druck habe in den letzten sechs Monaten vor der Ausreise zugenommen (vgl. A10/23 S. 16), vermag nicht zu überzeugen, da in keiner Weise g e- schildert wurde, auf welche individuell -konkrete Art sich die angebliche Zunahme dieses Druck s manifestiert hat. Sodann mag die Aussage, seit Veröffentlichung des Videoclips seiner Band im Jahr (…) weise die Grup- pe einen e rhöhten Bekanntheitsgrad auf, zwar zutreffen, konkrete Ang a- ben, wie sich dieser Umstand asylrelevant im Alltagsleben des B e-E-8424/2008 Seite 22 schwerdeführers ausgewirkt hat, so dass er sich im November 2007 ve r- anlasst sah auszureisen, vermag er jedoch keine zu machen. Auch i n dem zu den Akten gereichten Schreiben des Vaters des Beschwerdefü h- rers wird lediglich pauschal ausgeführt, der Druck auf seinen Sohn habe in den Jahren 2006/2007 enorm zugenommen, ohne aber diesen angeb- lichen Um stand substantiiert aufzuzeigen ; z udem führte der Vater des Beschwerdeführers aus , auch er selber sei als kurdischer Musiker R e- pressionen und unmenschlichen Behandlungen ausgesetzt gewesen. Weshalb es allerdings ihm – anders als dem Beschwerdeführer – zuzu- muten ist, im Heimatland zu verbleiben, wird dabei nicht ersichtlich. Wie das BFM weiter in seiner Vernehmlassung vom 21. Juli 2011 zutre f- fend ausführte, unterstreicht der Umstand, dass die Liedertexte des B e- schwerdeführers zwar mitunter eine gewisse inhaltliche Brisanz aufwe i- sen, jedoch nie ein Strafverfahren ausgelöst haben, die Schlussfolgerung, wonach der Beschwerdeführer aus heutiger Sicht nicht mit einer begrü n- deten Furcht vor ernsthaften Nachteilen konfrontiert ist. Nicht zuletzt ist angesichts der vom BFM infolge einer amtsintern durchg eführten Doku- mentenanalyse festgestellten Totalfälschung des ins Recht gelegten Haft- befehls vom (…) 2008 betreffend die Unterstützung und Beihilfe einer s e- paratistischen Organisation (vgl. E. 5.1.8 .) davon auszugehen, dass g e- gen den Beschwerdeführer auch aktuell keine offiziellen Ermittlungen lau- fen. Dass es sich hierbei, wie vom Rechtsvertreter geltend gemacht wu r- de, um eine bewusste Strategie der Geheimpolizei handle, um unbequ e- me Personen, von deren Auslandabwesenheit sie erfahren habe, im Asyl- verfahren zu diskreditieren, erscheint wenig einleuchtend und ist als Schutzbehauptung zu werten . Ferner ist dem eingereichten Bestät i- gungsschreiben eines türkischen Rechtsanwalts vom (…) 2011 zu en t- nehmen, dass der Beschwerdeführer zum Teil aus unbekannten Gründen aktuell in der Türkei gesucht werde und bereits früher einige Male in G e- wahrsam genommen worden sei. Dass – wie in diesem Schreiben fes t- gehalten wurde – der Beschwerdeführer aufgrund Austragens einer lega- len Zeitschrift in den Jahren (…) mehrmals in Gewah rsam genommen worden sei, entspricht nicht der Darstellung des Beschwerdeführers, w o- nach er wegen seiner künstlerischen Darbietungen mehrmals für ein paar Stunden festgehalten worden sei. Überdies stimmt die Aussage, der B e- schwerdeführer sei im Jahr 2006 i m Dorf (…) durch die Gendarmerie für zwei Tage inhaftiert gewesen, nicht mit den Angaben des Beschwerdefüh-E-8424/2008 Seite 23 rers überein, wonach er im Jahr 2005, vor seiner professionellen Mus i- kerkarriere, von der Gendarmerie für zwei Tage festgenommen worden sei (vgl. A1/7 S. 5). Angesichts dieser Ungereimtheiten muss die Seriosi- tät dieses Bestätigungsschreibens bezweifelt werden, weshalb auch aus der Angabe, der Beschwerdeführer werde "aus nicht bekannten jurist i- schen Gründen durch die Sicherheitskräfte im ganzen Land gesu cht", nichts Konkretes zu Gunsten der Person des Beschwerdeführers abgelei- tet werden kann. Vor diesem Hintergrund lassen sich auch aus den im eingereichten An- meldeformular des Menschenrechtsvereins festgehaltenen Ausführungen des Bruders C._______ – die Polizei habe nach dem Beschwerdeführer gefragt und gesagt, man solle die Behörden im Falle des Auftauchens des Beschwerdeführers unverzüglich benachrichtigen, andernfalls es zu Konsequenzen kommen werde – keine ernsthaften Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG ableiten, zumal der Bruder eigenen Angaben zu- folge am selben Tag wieder freigelassen wurde. 5.1.3. Des Weiteren fallen n eben seiner künstleri schen Darbietung auch die politischen Aktivitäten des Beschwerdeführers in der Jugendfraktion der DTP , der HADEP und des Kulturvereins angesichts der geringfügigen exponierten Stellung nicht derart ins Gewicht, dass ein ernsthafter Nac h- teil im Sinne des Asylgesetzes anzunehmen ist. Die Aktenlage weist den Beschwerdeführer nicht als e ine in speziellem Mass exponierte Persö n- lichkeit mit einem hervorgehobenen politischen Profil aus (vgl. betreffend die Aktivitäten des Beschwerdeführers insbesondere sei ne der B e- schwerdeeingabe vom 9. Dezember 2008 beigelegte handschriftliche Stellungnahme vom 22. November 2008 inklusive Übersetzung) , so dass eine zielgerichtete Vorgehensweise der Behörden gegen ihn aufgrund seines politischen Engagements als unwahrscheinlich erscheint. 5.1.4. Überdies stehen die ins Recht gelegten Dokumente betreffend die Festnahme des Bruders G._______ in keinem Zusammenhang mit den geltend gemachten Vorbringen des Beschwerdeführers . Der Antrag, es seien die schweizerischen Asylverfahrensakten des Bruders beizuziehen, ist daher abzuweisen. Ausserdem ist auch nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer aus den im Bericht der türkischen Stiftung für Me n- schenrechte, (...), vom (…) 2011 erwähnten Vorfällen seinen Vater betref-E-8424/2008 Seite 24 fend (diverse Festnahmen des Vaters und gew alttätiger Übergriff der Si- cherheitskräfte auf ihn anlässlich einer von der BDP organisierten Vera n- staltung am (…) 2011) asylbeachtliche Konsequenzen zu befürchten hat. 5.1.5. Schliesslich spricht, wie das BFM zutreffend festhielt, die Tatsache, dass die türkischen Behörden in (...) dem Beschwerdeführer im (…) (vgl. A1/7 S. 3; A10/23 S. 3) – folglich im Zeitraum, in welchem er geltend machte, einem erhöhten Druck ausgesetzt gewesen zu sein – einen Pass ausstellten, gegen eine Verfolgungsmotivation seitens der Behörden. 5.1.6. Nach dem Gesagten vermögen auch die übrigen ins Recht gele g- ten Beweismittel die obigen Erwäg ungen nicht umzustossen. Da die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Belästigungen seitens der türk i- schen Behörden den Anforderungen an die Intensität der Verfolgung nicht zu genügen vermögen, kann in an tizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 131 I 153 E. 3; BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 357; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.144) der Schluss gezogen werden, dass es sich erübrigt, die anerkannten Flüchtlinge F._______ und E._______ als Zeugen aufzubieten und zu befragen, weshalb dieser An trag abge- lehnt wird. Im Übrigen ist an dieser Stelle festzuhalten, dass die angeblich vergleichbaren Sachverhalte von anderen kurdischen Musikern und pol i- tischen Aktivisten, auf welche im Beschwerdeverfahren verwiesen wurde, vorliegend wenig dienlich sind, da jeder Einzelfall einer genauen und indi- viduellen Prüfung zu unterziehen ist. 5.1.7. Vor dem Hintergrund obiger Erwägungen besteht somit zwischen der vorgebrachten Verfolgungssituation und der Ausreise des Beschwe r- deführers im November 2007 in sachlicher und zeitlicher Hinsicht kein Kausalzusammenhang, beziehungsweise erweisen sich die geltend g e- machten Sachverhalte mangels hinlänglicher Intensität als nicht asylrel e- vant. Mithin führen die geltend gemachten Vorbringen als solche – auch unter Berücksichtigung eines allenfalls bevorstehenden Militärdienstes – nicht zur Annahme einer begründeten Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG im Zeitpunkt seiner Ausreise. E-8424/2008 Seite 25 5.1.8. Aufgrund der festgestellten Totalfälschung ist der eingereich te Haftbefehl der [türkische Staatsanwaltschaft] vom (…) 2008 gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG einzuziehen. 5.2. Des Weiteren machte der Beschwerdeführer mit Verweis auf seine exilpolitischen Aktivitäten in der Schweiz subjektive Nachfluchtgründe gel- tend. Hierzu reichte er insbesondere diverse DVD s und CDs betreffend auf Roj TV ausgestrahlte Auftritte – Videoclips, Konzerte, Interview – so- wie ein Bestätigungsschreiben des [kurdischer Verein] vom (…) 2012 zu den Akten und verwies namentlich auf die Homepage von [kurdischer Verein]. 5.2.1. Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides (BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f., WALTER STÖCKLI, A syl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., B a- sel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18). Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat - oder Her- kunftsstaat durch Exilaktivitäten eine Gefährdungssituation erst gescha f- fen worden ist, beruft sich auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe (Art. 54 AsylG). Diese begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Si n- ne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht mis s- bräuchlich gesetzt wurden. Die vom Gesetzgeber bezweckte Bestimmung subjektiver Nachfluchtgründe als Asylausschlussgrund verbietet auch ein Addieren solcher Gründe mit Fluchtgründen vor der Ausreise a us dem Heimat- oder Herkunftsstaat, die für sich allein nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgewährung ausreichen (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 und 70). Wer eine drohende Verfolgung w e- gen exilpolitischen Engagements geltend macht, hat dann begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn der Heimat - oder Her- kunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von den Aktivitäten im Aus- land erfahren hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüch t- lingsrechtlich re levanter Weise verfolg t würde (BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352, EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1 S. 10). Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die Vo r- aussetzungen für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft infolge sei-E-8424/2008 Seite 26 nes exilpolitischen Verhaltens in der Schweiz und damit aufgrund von subjektiven Nachfluchtgründen erfüllt. 5.2.2. Vorliegend kann zwar nicht ausgeschlossen werden, dass der Be- schwerdeführer den türkischen Behörden namentlich bekannt ist , den- noch ist nicht nachvollziehbar, inwiefern von ihm für das Regime, welches sich auf exilpolitische Leader konzentrieren dürfte, eine Gefahr ausgehen sollte. Allein die Möglichkeit der Identifizierbarkeit des Beschwerdeführers – angesichts seiner künstlerischen Tätigkeit so wie aufgrund der sich aus dem Schreiben des Beschwerdeführers vom 19. März 2012 ergebenden Möglichkeit, dass die türkische Botschaft vom Aufenthalt des Beschwe r- deführers in der Schweiz Kenntnis erlangte – genügt nicht zur Annahme, er hätte bei einer allfälligen Rückkehr in die Türkei mit erheblicher Wahr- scheinlichkeit flüchtlingsrechtlich relevante Nachtei le zu befürchten. Fer- ner ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die ver- schiedenen Musikauftritte des Beschwer deführers in der Schweiz sowie die Ausstrahlung seines Interviews und der Videoclips etwa auf Roj TV oder die Abrufbarkeit im Internet inhaltlich nicht über seine früheren Auf- tritte in der Türkei hinausgehen , weshalb davon ausgegangen werden kann, dass sich sein heutiger Bekanntheitsgrad von demjenigen vor sei- ner Ausreise nicht erheblich unterscheidet. Überdies fallen auch seine Ak- tivitäten bezüglich Ausgestaltung der Kulturprogramme [in den kurdischen Vereinen] nicht derart ins Gewicht, als dass er bei einer allfälligen Rück- reise in sein Heimatland ernsthafte Nachteile im Sinne des AsylG zu b e- fürchten hat, zumal er keine in der Öffentlichkeit exponierte Kaderstelle einer Exilorganisation bekleidet. Vor diesem Hintergrund und angesichts der umfangreichen regimekritischen Aktivitäten von Kurden in ganz Euro- pa erscheint es somit als unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer seitens der türkischen Behörden aus den geltend gemachten exilpoliti- schen Gründen in ernsthafter Weise Behelligungen zu erwarten hätte. Im Übrigen ist dem BFM beizupflichten, wenn es festhält, dass davon aus- gegangen werden muss, dass die türkischen Behörden nicht in der Lage sind, die zahlreichen künstlerischen Darbietungen von türkischen bezi e- hungsweise kurdischen Künstlern in Europa respektive im Internet sy s- tematisch zu verfolgen, die Künstler zu ermitteln und gegebenenfalls strafrechtliche Untersuchungen zu eröffnen . Die auf Beschwerdeebene eingereichten Dokumente führen jedenfalls nicht zur Annahme, dass g e- gen den Beschwerdeführer infolge seiner exilpolitischen Tätigkeiten aktu-E-8424/2008 Seite 27 ell behördliche Massnahmen eingeleitet worden sind . Nach dem Gesa g- ten vermögen weder die weiteren Ausführungen in der Beschwerde und den zahlreichen Eingaben noch die übrigen ins Recht gelegten Bewei s- mittel et was an dieser Einschätzung zu ändern, weshalb auf jene nicht weiter einzugehen ist. Aus diesem Grund kann mithin in antizipierter Be- weiswürdigung der Schluss gezogen werden, dass es sich erübrigt, eine Frist zur Einreichung der in der Eingabe vom 11. Juli 2012 offerierten Bestätigung [kurdischer Verein] anzusetzen. 5.2.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die geltend gemachten subjek- tiven Nachfluchtgründe keine Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefüh- rers im Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen vermögen. 5.3. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände ist zu schlussfo l- gern, dass die geltend gemachten Vorbringen des Beschwerdeführers nicht geeignet sind, eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungs furcht zu begründen. Die Vorinstanz hat daher die Flüchtling seigenschaft de s Beschwerdeführers zu Recht sowie mit zutreffender Begründung verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 6. 6.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.1. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). Freilich ist anzumerken, dass die an- geordnete Wegweisung klarerweise obsolet werden würde, wenn das z u- ständige kantonale Migrationsamt aufgrund der Tatsache, dass die E he- frau des Beschwerdeführers über ein e Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz verfügt und sie ein gemeinsames Kind haben , ihm in Anwen- dung der ausländerrechtlichen Bestimmungen ebenfalls einen Aufen t- haltstitel erteilen würde. E-8424/2008 Seite 28 7. 7.1. Ist der Vollzug der Wegweisun g nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bund esgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshin dernissen gilt gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und der vormaligen ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingse i- genschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. STÖCKLI, a.a.O., Rz. 11.148; BVGE 2011/24 E. 10.2). 7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 Asyl G; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein - kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigen- der Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es de m Beschwerde- führer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nac h- zuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Ver-E-8424/2008 Seite 29 fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr de s Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen de s Be- schwerdeführers noch aus den Akten Anhalts punkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Euro - päischen Gerichtshofes für Me nschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ih m im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Be handlung dro hen würde (vgl. EGMR , [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 -127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der Türkei, wohin die Rückkehr de s Beschwerdeführers erfolgen soll, lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig er - scheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.4. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor- läufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Bot schaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 7.5. Unbestrittenermassen ist die Situation für die kurdische Minderheit in der Tü rkei angespannt; in dessen ist nicht von einer Lage allgemeiner Gewalt auszugehen, die einen Wegweisungsvollzug für Kurdinnen und Kurden generell als unzumutbar erscheinen liesse. Allein aufgrund der allgemeinen Situation kann nicht von einer konkreten Gefä hrdung de s Beschwerdeführers ausgegangen werden. Nach einer Gesamtwürdigung der aktuellen Lage in der Türkei bestehen auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass er aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten würde. Er stammt aus (...), wo er E-8424/2008 Seite 30 bis zu seiner Ausreise lebte. Zudem ist davon auszugehen, dass für ihn vor Ort nach wie vor sozi ale Anknüpfungspunkte bestehen. Insbesondere leben seine Eltern und einige seiner Geschwister in der Türkei , weshalb er über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügt und seine Wohnsituation als gesichert gelten kann. Nach eigenen Angaben weist der Beschwerde- führer eine langjährige Schulbildung (…) auf und war als Musiker tätig. In Anbetracht dieser Faktoren und der persönlichen Voraussetzungen de s jungen Beschwerdeführers ist davon auszugehen, dass die soziale und wirtschaftliche Wiedereingliederung in seinem Heimatland gelingen wird. Folglich sind auch kei ne individuellen Wegweisungshin dernisse ersicht - lich, die den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erscheinen lassen. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 7.6. Schliesslich obliegt es de m Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.7. Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vo r- läufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwe r- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten in der Höhe von Fr. 600.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesv erwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 27. Februar 2009 (im Verfahren E-8424/2008 Seite 31 E-234/2009) in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrec h- nen. (Dispositiv nächste Seite) E-8424/2008 Seite 32 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der eingereichte Haftbefehl der [türkische Staatsanwaltschaft] vom (…) 2008 wird eingezogen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600. – werden dem Beschwer- deführer auferlegt und mit dem am 27. Februar 2009 in gleicher Höhe ge- leisteten Kostenvorschuss verrechnet. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Natasa Stankovic Versand: