<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SR.2003.00014</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204403&amp;W10_KEY=4467140&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SR.2003.00014</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.08.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erbschaftssteuer</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Auslegung von § 19 ESchG/Kostenauflage im Einspracheverfahren<br/><br/>Die Abzugsfähigkeit der Kosten einer Erbschaftsverwaltung fällt sowohl unter dem Titel von § 19 Abs. 1 ESchG als auch gestützt auf § 19 Abs. 2 ESchG ausser Betracht, da es vorab an einer gesetzlichen Grundlage fehlt. Der Gesetzgeber hat bewusst auf eine Gleichstellung der Kosten von amtlicher Erbschaftsverwaltung und Willensvollstreckung verzichtet.<br/>Ob die Kosten für ein dem Zivilprozess vorgelagertes Strafverfahren, welche auch im Zivilverfahren angefallen wären, nach § 19 Abs. 2 ESchG abzugsfähig sind, kann offen bleiben, da die Anerkennung solcher Kosten deren substanziierte Geltendmachung sowie das Einreichen entsprechender Belege bedingt. Indessen versäumten es die Rekurrierenden im vorinstanzlichen Verfahren, die Rechnungen der Anwaltskanzlei aufzuschlüsseln und dem Zivil- oder Strafverfahren zuzuordnen. Erst im Rekursverfahren erfolgte eine überschlagsmässige Aufteilung zwischen im Zivil- und im Strafverfahren angefallenen Kosten, ohne dass allerdings diese Aufteilung stützende Belege eingereicht wurden. Von einer substanziierten Geltendmachung kann nicht gesprochen werden, zumal die rudimentäre Aufstellung der Rekurrierenden nicht einmal eine blosse Schätzung ermöglicht. Die geltend gemachten Gerichts- und Anwaltskosten sind daher nicht abzugsfähig.<br/>Die Kosten des Einspracheverfahrens sind dann dem Steuerpflichtigen aufzuerlegen, wenn dieser das Verfahren schuldhaft durch Verletzung von Verfahrenspflichten oder verspätete Geltendmachung von Verfahrensrechten veranlasst hat. Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt, weshalb der Rekurs in diesem Punkt gutzuheissen ist.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABZUGSFÃHIGKEIT">ABZUGSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWALTSKOSTEN">ANWALTSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSCHLÃSSELUNG">AUFSCHLÃSSELUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BELEG">BELEG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISLAST">BEWEISLAST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSPRACHEKOSTEN">EINSPRACHEKOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERBBERECHTIGUNG">ERBBERECHTIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERBEN">ERBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERBSCHAFTSSTEUER">ERBSCHAFTSSTEUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERBSCHAFTSVERWALTUNG">ERBSCHAFTSVERWALTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTEN">KOSTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENAUFLAGE">KOSTENAUFLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENVERLEGUNG">KOSTENVERLEGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PAUSCHAL">PAUSCHAL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Erbschafts- und Schenkungssteuer ST: STEUERBEMESSUNG">STEUERBEMESSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFVERFAHREN">STRAFVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBSTANZIIERUNG">SUBSTANZIIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNGÃLTIGKEITSKLAGE">UNGÃLTIGKEITSKLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WILLENSVOLLSTRECKER">WILLENSVOLLSTRECKER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZIVILPROZESS">ZIVILPROZESS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 19 Abs. I lit. c ESchG</span><br/><span class="gerade">§ 19 Abs. II ESchG</span><br/><span class="ungerade">§ 42 ESchG</span><br/><span class="gerade">Art. 554 ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2004 Nr. 110 S. 209</span><br/><span class="gerade">RB 2004 Nr. 111 S. 213</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>Am 9. Oktober 1994 verstarb P, geboren 1899, zuletzt zivilrechtlich wohnhaft gewesen in V, Kanton Z. Sie hinterliess zwei Testamente mit diversen "ErgÃ¤nzungen": Im Testament vom 8. Februar 1990 ordnete sie mehrere VermÃ¤chtnisse an und setzte fÃ¼r den Rest des Nachlasses ihre gesetzlichen Erben, die Kinder ihrer zum damaligen Zeitpunkt zum Teil bereits vorverstorbenen drei Geschwister, als Erben (zu je einem Drittel pro Stamm) ein. Mit Testament vom 6. Juli 1992 dagegen berief sie Q zu ihrem Universal­erben. Da die Erbberechtigung umstritten war, ordnete die VormundschaftsbehÃ¶rde W am 6. April 1995 eine Erbschaftsverwaltung gemÃ¤ss Art. 554 Abs. 1 Ziff. 2 des Zivilgesetzbuchs (ZGB) an. Per 1./9. Mai 1995 erfolgte die Aufnahme der Inventare.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Die gesetzlichen Erben strengten in der Folge zwei UngÃ¼ltigkeitsprozesse an, einen mit Klage vom 24. Oktober 1995 beim Bezirksgericht X im Kanton Z sowie einen mit Klage vom 12. Februar 1996 beim Bezirksgericht Y im Kanton ZÃ¼rich. WÃ¤hrend Letzteres mit Beschluss vom 16. April 1996 auf die Klage nicht eintrat, hiess das Bezirksgericht X die Klage mit Urteil vom 22. Januar 1999 gut. Gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Bereits noch zu Lebzeiten der Erblasserin, am 20. November 1992, hatte deren damaliger Beirat Strafanzeige gegen Q wegen Betrugs usw. erstattet. Diese Anzeige wurde ergÃ¤nzt durch eine solche vom 25. Oktober 1994 (UnterdrÃ¼ckung von Urkunden). Das (nicht aktenkundige) Strafurteil des Bezirksgerichts Y im Kanton ZÃ¼rich datiert vom 26. Oktober 2000. Gegen dieses Urteil wurde appelliert.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Am 28./29. Juni 2001 erfolgte eine Vereinbarung zwischen den gesetzlichen Erben und Q, in welcher dieser unter anderem die Erbenstellung der gesetzlichen Erben ausdrÃ¼cklich anerkannte. Letztere verpflichteten sich im Gegenzug auch aufgrund der Erledigung der gegenseitigen ZivilansprÃ¼che durch aussergerichtlichen Vergleich dazu, dem Obergericht des Kantons ZÃ¼rich im Berufungsverfahren in der Strafsache ihr Desinteresse zu erklÃ¤ren. Mit VerfÃ¼gung vom 2. Juli 2001 schrieb der PrÃ¤sident des Kantonsgerichts des Kantons Z das zivilrechtliche Berufungsverfahren als durch RÃ¼ckzug der Berufung und Vergleich erledigt ab. Das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich erledigte die strafrechtliche Appellation mit Urteil vom 12. Juli 2001. Der Inhalt dieses Entscheids ist nicht aktenkundig.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Mit VerfÃ¼gung vom 6./28. Juni 2002 auferlegte die Finanzdirektion des Kantons ZÃ¼rich den gesetzlichen Erben Erbschaftssteuern von insgesamt Fr. 453'655.-. Dabei liess sie lediglich Anwaltskosten von insgesamt Fr. 39'082.- zum Abzug zu. Dieser Abzug wurde den Erben, laut VeranlagungsverfÃ¼gung neben je fÃ¼nf Nichten und Neffen der Erblasserin die Nachkommen der Nichte M, K und L, ihrem Erbteil entsprechend, angerechnet.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>C. </span></b><span>Die dagegen gerichtete Einsprache hiess die Finanzdirektion mit Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2003 teilweise gut. Die Gesamtsteuer erhÃ¶hte sich dabei auf Fr. 456'294.-. Da die Nichte M, gemÃ¤ss einer im Laufe des Einspracheverfahrens eingereichten Bescheinigung ein Patenkind der Erblasserin, den Erbgang erlebt habe, sei nÃ¤mlich sie steuerpflichtig und nicht ihre Nachkommen, denen als Rechtsnachfolger kein Anteil an der Erbschaft zugefallen sei. Unter der BerÃ¼cksichtigung des nun eben M und nicht ihre Kinder betreffenden VermÃ¶gensÃ¼bergangs fÃ¼hrte dies zur ErhÃ¶hung der Gesamtsteuer um Fr. 2'639.-. Die Einsprachekosten wurden dabei K und L auferlegt, da diese das Einspracheverfahren schuldhaft veranlasst hÃ¤tten.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Mit Rekurs vom 21. November 2003 liessen die gesetzlichen Erben der P dem Verwaltungsgericht unter Erneuerung der EinspracheantrÃ¤ge beantragen, "es seien bei der Veranlagung der Erbschaftssteuer vom Anteil der Erben insgesamt Gerichts- und Anwaltskosten von Fr. 315'368.90 sowie Kosten fÃ¼r die amtliche Erbschaftsverwaltung von Fr. 130'014.30 in Abzug zu bringen." Ausserdem verlangten sie die Aufhebung der Kostenfolge des Einspracheentscheids sowie die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Die Finanzdirektion schloss innert erstreckter Frist auf Abweisung des Rekurses und verlangte eine ParteientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Gegen den Einspracheentscheid der Finanzdirektion kann der Steuerpflichtige kraft § 43 Abs. 1 des Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes vom 28. September 1986 (ESchG) beim Verwaltungsgericht Rekurs erheben. Nach § 43 Abs. 4 ESchG sind die Be­stimmungen des Steuergesetzes Ã¼ber das Rekursverfahren bei EinschÃ¤tzungen fÃ¼r die Staatssteuer sinngemÃ¤ss anwendbar (vgl. § 147 ff. des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG]).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Mit Rekurs kÃ¶nnen laut § 43 Abs. 2 ESchG alle MÃ¤ngel des angefochtenen Ent­scheids sowie des vorangegangenen Verfahrens gerÃ¼gt werden. Dabei sind neue tatsÃ¤chli­che Behauptungen und Beweismittel zulÃ¤ssig (VGr, 22. November 2000, ZStP 2001, S. 148 E. 1a mit Verweisungen). Das Verwaltungsgericht hat damit die gleiche freie und umfassende PrÃ¼fungsbefugnis wie die Finanzdirektion im Einspra­cheverfahren. Immerhin erfolgt im Rahmen des Rekursverfahrens eine Erweiterung der dem Pflichtigen obliegenden Mitwirkungspflicht in dem Sinn, als dieser den von ihm geforderten Nachweis durch eine substanziierte Sachdarstellung und Beschaffung oder Bezeichnung von Beweismitteln fÃ¼r die Richtigkeit seiner Darstel­lung anzutreten hat. Fehlt es daran, trifft das Verwaltungsgericht keine weitere Untersuchungs­pflicht; namentlich hat es nichts vorzukehren, um sich fehlende Grundlagen zu beschaffen (RB 1987 Nr. 35). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Kraft § 41 Abs. 4 ESchG ist die Finanzdirektion im Einspracheverfahren an die AntrÃ¤ge des Steuerpflichtigen nicht gebunden und fÃ¼hrt trotz RÃ¼ckzugs einer Einsprache das Verfahren weiter, sofern Anhaltspunkte dafÃ¼r vorliegen, dass die Veranlagung dem Ge­setz nicht entspricht (Satz 2). Sie kann nach AnhÃ¶ren des Steuerpflichtigen die Veranlagung zu seinen Ungunsten Ã¤ndern (Satz 3). Nach dem Gesagten gilt â wie etwa im Einspra­cheverfahren bei den Staatssteuern (§ 142 Abs. 1 StG) oder bei den Grundsteuern (§ 211 in Verbindung mit § 142 Abs. 1 StG) â die Offizialmaxime: Die Finanzdirektion darf und muss die angefochtene VerfÃ¼gung entsprechend der materiellen Rechtslage Ã¼ber die AntrÃ¤ge des Einsprechers hinaus verbessern (reformatio in melius) oder umgekehrt dieselbe zum Nachteil des Anfechtenden Ã¤ndern (reformatio in peius; vgl. Felix Richner/Walter Frei, Kom­men­tar zum ZÃ¼rcher Erbschafts‑ und Schen­kungssteuergesetz, ZÃ¼rich 1996, § 41 N. 58).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Vor Festlegung der Anteile der Erben, die als VermÃ¶gensÃ¼bergÃ¤nge kraft § 3 Abs. 1 ESchG der Erbschaftssteuer unterliegen, werden laut § 19 Abs. 1 ESchG die in lit. a - c aufgefÃ¼hrten Schulden und Kosten von den Aktiven der Erbschaft abgezogen. Es handelt sich dabei um Passiven, die bei ErÃ¶ffnung des Erbgangs schon bestanden haben (lit. a) oder unmittelbar durch den Erbgang anfallen (lit. b) oder â was die Testamentsvoll­streckungskosten anbelangt â um solche, die dem Grundsatz nach schon vom Erblasser auf den Erbgang hin begrÃ¼ndet worden sind. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Kosten der Testamentsvollstreckung sind von Gesetzes wegen abzugsfÃ¤hig (§ 19 Abs. 1 lit. c ESchG), ungeachtet der Art der durch sie abgegoltenen Leistungen. Ob­gleich sie â wie die Teilungskosten â erst nach der ErÃ¶ffnung des Erbgangs entstehen, ge­hen sie auf den Entschluss des Erblassers zurÃ¼ck, einen Willensvollstrecker zu bestellen und mit gewissen Aufgaben zu betrauen. Auf dem Nachlass wird damit gleichsam eine RÃ¼ckstellung gebildet fÃ¼r kÃ¼nftige Testamentsvollstreckungskosten, deren Umfang freilich noch ungewiss ist. Die zwar erst spÃ¤ter â nach ErÃ¶ffnung des Erbgangs â konkretisierten Kosten sind auf diese Weise auf den Zeitpunkt des VermÃ¶gensÃ¼bergangs zurÃ¼ckzubezie­hen; sie vermindern den Nachlass gleich wie Zuwendungen, die der Erblasser vor seinem Tod vorgenommen hat. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>GemÃ¤ss § 19 Abs. 2 ESchG werden von den Anteilen der Erben sodann die Ge­richts- und Anwaltskosten fÃ¼r UngÃ¼ltigkeits-, Herabsetzungs- und Erbschaftsklagen abge­zogen. Diese Aufwendungen fallen an, weil die steuerpflichtige Person Bestand und/oder Umfang des steuerbaren Erbanteils oder dessen Herausgabe erstreiten muss. Diese gesetz­liche Regelung geht auf die Rechtsprechung der Oberrekurskommission zurÃ¼ck, welche festgehalten hat, dass eine Bereicherung nur insoweit gegeben sei, als das Erbe oder Ver­mÃ¤chtnis nicht durch Kosten aufgewogen werde, um den Erwerb zu erstreiten (RB ORK 1939 Nr. 79 = ZBl 40/1939, S. 347). Nach der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung umfassen die gemÃ¤ss § 19 Abs. 2 ESchG abziehbaren Anwaltskosten auch jene Aufwendungen, welche fÃ¼r eine aussergerichtliche Eini­gung im Zusammenhang mit HerabsetzungsansprÃ¼chen und der UngÃ¼ltigkeit eines Testa­ments unter Erben und VermÃ¤chtnisnehmern angefallen sind (RB 2000 Nr. 141).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Auch bei den Verfahren in Erbschaftssteuersachen gilt bezogen auf die Beweislastverteilung die Regel, dass der Steuerpflichtige jene Tatsachen nachzuweisen hat, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben. Die von diesem zu tragenden Folgen entsprechender Beweislosigkeit werden indessen so gemildert, als zu einer SchÃ¤tzung zu greifen ist, wenn zwar die Existenz, nicht aber die HÃ¶he derartiger steuermindernder Tatsachen nachgewiesen ist. Eine solche SchÃ¤tzung setzt aber voraus, dass die Beweisleistung aus vom Steuerpflichtigen nicht zu vertretenden GrÃ¼nden nicht mÃ¶glich oder diesem nicht zumutbar ist und dessen Sachdarstellung mindestens taugliche SchÃ¤tzungs­grundlagen enthÃ¤lt (vgl. VGr, 30. August 2000, SR.2000.00001, E. 3c, www.vgrzh.ch, auszugsweise verÃ¶ffentlicht in RB 2000 Nr. 141; Richner/Frei, Vorbemerkungen zu §§ 31-32 N. 26 ff., 75 ff.).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die Rekurrierenden beantragen die Abziehbarkeit der Kosten fÃ¼r die amtlich angeordnete Erbschaftsverwaltung. Diese wÃ¼rden praxisgemÃ¤ss gewÃ¤hrt, wenn die Erbschaftsverwaltung zur Erbenermittlung angeordnet worden sei. Zudem bedÃ¼rfe die weit zurÃ¼ckliegende Praxis des Verwaltungsgerichts, auf welche sich der Rekursgegner berufe, einer ÃberprÃ¼fung, zumal sich die Ungleichbehandlung zwischen diesen Kosten und den abzugsfÃ¤higen Kosten fÃ¼r die Willensvollstreckung als rechtsungleich erweise.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Ob und bejahendenfalls unter welchem Titel die Kosten einer Erbschaftsverwaltung abzugsfÃ¤hig seien, war vom Verwaltungsgericht unter der Herrschaft des seit dem 1. Januar 1987 in Kraft stehenden ESchG noch nie zu entscheiden. Unter altem Recht hatte das Verwaltungsgericht allerdings ausgefÃ¼hrt, die Ausdehnung der AbzugsfÃ¤higkeit der Willensvollstreckerkosten auf die Kosten der Erbschaftsverwaltung verbiete § 4 Abs. 1 (des auf den 1. Januar 1987 aufgehobenen) aESchG sowie die Ãberlegung, dass diese Kosten regelmÃ¤ssig aus den ErtrÃ¤gnissen des Nachlasses gedeckt wÃ¼rden (VGr, 7. Juni 1974, SR 77/1973). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Von vornherein ausser Betracht fÃ¤llt eine Anerkennung der Kosten der Erbschaftsverwaltung gestÃ¼tzt auf § 19 Abs. 2 ESchG, steht die Anordnung einer Erbschaftsverwaltung doch nie "in einem kausalen Zusammenhang mit der UngÃ¼ltigerklÃ¤rung [eines] Testaments". Die Nichtanerkennung dieser Kosten wird denn auch â entgegen der Angaben in der Rekursschrift â von den Kommentatoren des ZÃ¼rcher Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes unter dem Titel von § 19 Abs. 1 lit. c ESchG kritisiert, da vor dem Hintergrund des in Art. 4 der alten Bundesverfassung (heute Art. 8 BV) enthaltenen Rechtsgleichheitsgebots nicht ersichtlich sei, weshalb das Willensvollstreckerhonorar abzugsfÃ¤hig sein sollte, die Kosten fÃ¼r eine amtlich angeordnete Erbschaftsverwaltung dagegen nicht.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Amtliche Erbschaftsverwaltung und Willensvollstreckung unterscheiden sich trotz gewisser Parallelen zivilrechtlich deutlich. WÃ¤hrend die amtliche Erbschaftsverwaltung als so genannt konservatorische Massnahme die Erhaltung und Sicherung des Nachlasses in Bestand und Wert sowie die Vornahme unaufschiebbarer Verwaltungs- und gegebenenfalls VerfÃ¼gungshandlungen und damit nicht nur die Wahrung der Erbeninteressen, sondern auch diejenigen der Erben- und ErbschaftsglÃ¤ubiger bezweckt, geht es bei der aufgrund einer testamentarischen Anordnung vorgesehenen Willensvollstreckung primÃ¤r um die ge­nerelle Sicherstellung des schnellen und zuverlÃ¤ssigen Vollzugs der angeordneten Massnahmen, VermÃ¤chtnisse und Teilungsvorschriften (vgl. dazu Martin Karrer, Basler Kommentar, Vorbemerkungen zu Art. 517/18 ZGB N. 3, Art. 518 ZGB N. 13, Art. 554 ZGB N. 2, 39). An dieser unterschiedlichen Konzeption Ã¤ndert auch die (sich nach h.L. [vgl. Karrer, Art. 518 ZGB N. 1 m.w.H.] ohnehin auf Art. 595 ff. ZGB abzielende) Verweisung von Art. 518 Abs. 1 ZGB sowie der Inhalt von Art. 554 Abs. 2 ZGB nichts. Der Wunsch nach erbschaftssteuerrechtlicher Gleichbehandlung der im Zusammenhang mit den genannten Instituten anfallenden Kosten findet mithin im Zivilrecht keine StÃ¼tze. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>FÃ¼r die deshalb hÃ¶chstens aus erbschaftssteuerrechtlichen GrÃ¼nden zu erfolgende Anerkennung der Kosten der amtlichen Erbschaftsverwaltung fehlt es vorab an einer gesetzlichen Grundlage. Dazu kommt, dass nur die Kosten der Willensvollstreckung schon vom Erblasser auf den Erbgang hin begrÃ¼ndet worden sind (vgl. E. 2.1). Im Rahmen der Revi­sion des Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes vom 26. April 1936 hat sich der Regierungsrat sodann in seiner Weisung an den Kantonsrat vom 28. November 1984 auch zu den "weiteren abzugsberechtigten Kosten" geÃ¤ussert. Dabei hat er die AufzÃ¤hlung der abzugsberechtigten Kosten in den §§ 19 f. ESchG ausdrÃ¼cklich als abschliessend bezeichnet, wobei er die fehlende AbzugsfÃ¤higkeit der Kosten der amtlichen Erbschaftsverwaltung noch einmal eigens erwÃ¤hnte (Amtsblatt des Kantons ZÃ¼rich [Textteil] 1985, 235 f.). Damit wurde bewusst auf eine erbschaftssteuerrechtliche Gleichstellung der Kosten von amtlicher Erbschaftsverwaltung und Willensvollstreckung verzichtet. Auch die Rechtswirklichkeit in anderen Kantonen, in welchen die Kosten der amtlichen Erbschaftsverwaltung aufgrund entsprechender ausdrÃ¼cklicher gesetzlicher Grundlage (zum Teil schon seit gewisser Zeit) abzugsfÃ¤hig sind (Kanton St. Gallen: Art. 152 Abs. 1 lit. b des Steuergesetzes vom 9. April 1998; Kanton Nidwalden: Art. 163 Abs. 1 Ziff. 2 des Steuergesetzes vom 22. MÃ¤rz 2000; Kanton Appenzell Ausserrhoden: Art. 145 Abs. 1 lit. b des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000; Kanton Appenzell Innerrhoden: Art. 99 Abs. 1 lit. b des Steuergesetzes vom 25. April 1999; vgl. zu den Ã¼brigen eine Erbschaftssteuer erhebenden Kantonen Magnus Hindersmann/Michael Myssen, Die Erbschafts- und Schenkungssteuer der Schweizer Kantone, KÃ¶ln 2003), hat nicht zu einer entsprechenden Vorlage auf Ãnderung des ESchG gefÃ¼hrt. Daraus ist zu schliessen, der Gesetzgeber habe auch spÃ¤ter bewusst auf diese Gleichstellung verzichtet. Da die Rekurrierenden nichts vorbringen, was in diesem Licht die vom Verwaltungsgericht zum alten Recht entwickelte Rechtsprechung zu erschÃ¼ttern vermÃ¶chte, ist an dieser festzuhalten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.6 </span></b><span>Die Rekurrierenden berufen sich schliesslich auf die spezielle Rechtsgleichheit, bestehe doch gemÃ¤ss mÃ¼ndlicher Auskunft der Abteilung Erbschafts- und Schenkungssteuer des kantonalen Steueramts ZÃ¼rich eine Praxis, wonach die Erbschaftsverwaltungskosten stets abziehbar seien, wenn die Erbschaftsverwaltung zur Erbenermittlung angeordnet worden sei. Was die Rekurrierenden aus dieser â im Ãbrigen vom Rekursgegner nicht bestrittenen â Praxis zu ihren Gunsten ableiten wollen, bleibt unklar, fÃ¤llt ihr Fall doch eben gerade nicht unter diese Praxis. Im vorliegenden Fall wurde die Erbschaftsverwaltung nÃ¤mlich nicht zur Erbenermittlung gemÃ¤ss Art. 554 Abs. 1 Ziff. 2 letzter Halbsatz ZGB angeordnet (vgl. Karrer, Art. 554 ZGB N. 12 ff.) â dann hÃ¤tte nÃ¤mlich nach Art. 555 ZGB ein so genannter Erbenruf erfolgen mÃ¼ssen, was (richtigerweise) nicht geschehen ist â, sondern deshalb, weil "keiner der Ansprecher sein Erbrecht genÃ¼gend nachzuweisen" vermochte (Art. 554 Abs. 1 Ziff. 2 erster Halbsatz ZGB). FÃ¼r eine von den Rekurrierenden sinngemÃ¤ss verfochtene Ausdehnung des Begriffs der Erbenermittlung bleibt angesichts dieser klaren und differenzierten Regelung kein Raum. Schon aus diesem Grund erÃ¼brigt sich deshalb die Befragung des angebotenen Zeugen. Bei alledem an dieser Stelle nicht entschieden zu werden braucht schliesslich, ob sich die erwÃ¤hnte Praxis ihrerseits als gesetzmÃ¤ssig erweist.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Das Bestehen einer im Ãbrigen vom Rekursgegner bestrittenen Praxis, die Kosten der Erbschaftsverwaltung kÃ¶nnten dann abgezogen werden, wenn diese Verwaltung des NachlassvermÃ¶gens aufgrund eines von verschiedenen Erbansprechern hierÃ¼ber gefÃ¼hrten Prozesses notwendig geworden sei, behaupten auch die Rekurrierenden nicht, sodass sich auch weitere AusfÃ¼hrungen Ã¼ber die so genannte Gleichbehandlung im Unrecht erÃ¼brigen.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der Rekurs ist deshalb in diesem Punkt abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Die Rekurrierenden machen geltend, die vom Rekursgegner verfochtene Auslegung von § 19 Abs. 2 ESchG, welche die abziehbaren Kosten ausschliesslich auf in unmittelbarem Zusammenhang mit der UngÃ¼ltigkeitsklage stehende Aufwendungen beschrÃ¤nke, erweise sich nicht zuletzt im Licht der in RB 2000 Nr. 141 wiedergegebenen verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung als zu eng. Wenn den Erben im Zusammenhang mit einem einer UngÃ¼ltigkeitsklage vorgeschalteten Strafverfahren Anwaltskosten erwÃ¼chsen und dieses Strafverfahren wie in ihrem Fall fÃ¼r das Obsiegen der klagenden Erben im nachfolgenden Zivilverfahren betreffend TestamentsungÃ¼ltigkeit kausal sei, so seien auch die im Strafverfahren entstandenen Kosten fÃ¼r die Erstreitung des Erbanspruchs notwendig und damit gemÃ¤ss § 19 Abs. 2 ESchG von dessen ratio legis her abziehbar. Dies gelte umso mehr, als die im Strafverfahren erlangten und im Zivilverfahren verwerteten Beweise eine Kostensenkung des Letzteren zur Folge gehabt hÃ¤tten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>DemgegenÃ¼ber hÃ¤lt der Rekursgegner dafÃ¼r, Kosten fÃ¼r ein Strafverfahren kÃ¶nnten nie abgezogen werden. Was die eingereichten Kostennoten betreffe, so seien diese derart pauschal gehalten, dass keine Zuordnung zu den Zivilverfahren mÃ¶glich sei. Die in der Rekursschrift erfolgten Zuordnungen kÃ¶nnten nur teilweise nachvollzogen werden und vermÃ¶chten nicht einmal Grundlage fÃ¼r eine SchÃ¤tzung zu bilden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>§ 19 Abs. 2 ESchG will die Aufwendungen berÃ¼cksichtigen, welche anfallen, weil die steuerpflichtige Person Bestand und/oder Umfang des steuerbaren Erbanteils oder dessen Herausgabe erstreiten muss (vgl. E. 2.2). Dazu ist vorab festzuhalten, dass ein Strafverfahren als solches in der Regel nur in AusnahmefÃ¤llen zur zivilrechtlichen Erstreitung eines zivilrechtlichen Anspruchs fÃ¼hren kann, dient dieses doch (in erster Linie) der Durchsetzung des staatlichen Strafanspruchs. In dem Sinn kÃ¶nnen im Rahmen eines Strafverfahrens auflaufende Kosten nie notwendigerweise zum Erwerb der Erbschaft anfallen (vgl. Adrian Muster, Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht, Muri/Bern 1990, S. 370) und bleibt fÃ¼r eine generelle AbzugsfÃ¤higkeit von im Strafverfahren erwachsenen Kosten somit schon aus diesem Grund von vornherein kein Raum. Zum gleichen Schluss gelangt man auch angesichts des klaren Wortlauts von § 19 Abs. 2 ESchG, von welchem grundsÃ¤tzlich auch im Erbschaftssteuerrecht ohne weiteres auszugehen ist (zur so genannten grammatikalischen Auslegung als Ausgangspunkt jeder Auslegung auch im Abgaberecht vgl. BGE 124 II 241 E. 3). Eine derartige Position verfechten aber im Ãbrigen zu Recht nicht einmal die Rekurrierenden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.4 </span></b><span>Nicht von vornherein undenkbar erschiene vor dem Hintergrund der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung allerdings die Anerkennung derjenigen im Strafverfahren sich ergebenden Kosten, welche ansonsten in einem der in § 19 Abs. 2 ESchG ausdrÃ¼cklich genannten Zivilverfahren angefallen wÃ¤ren, hÃ¤tte nicht die MÃ¶glichkeit der Verwertung der im Strafverfahren erlangten Beweise bestanden. In diesem Sinn lautet auch eine handschriftliche Aktennotiz der Abteilung Erbschafts- und Schenkungssteuer des kantonalen Steueramts vom 6. Februar 2002, welche Folgendes festhÃ¤lt: "AbzugsfÃ¤hig Kosten des Strafverfahrens, die auch im Zivilverfahren angefallen wÃ¤ren". Ob dem wirklich so sei oder nicht, braucht indessen im vorliegenden Fall nicht abschliessend entschieden zu werden. Die Anerkennung von in Zivilverfahren oder ausnahmsweise allenfalls im Strafverfahren erwachsenen Kosten bedingt nÃ¤mlich so oder anders deren substanziierte Geltendmachung sowie das Einreichen der entsprechenden Belege (vgl. E. 2.3).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.5 </span></b><span>Die Rekurrierenden haben im Rahmen des Veranlagungsverfahrens â in Antwort auf einen ersten VerfÃ¼gungsentwurf vom 25. Oktober 2001 â mit Eingabe vom 23. Januar 2002 diverse Rechnungen der Anwaltskanzlei R eingereicht. Darauf wurde ihnen mit Datum vom 28. Januar 2002 ein zweiter VerfÃ¼gungsentwurf zugestellt. Dieser enthielt neben dem Hinweis, unter dem Titel von § 19 Abs. 2 ESchG wÃ¼rden Fr. 39'802.50 definitiv zugelassen und Fr. 28'007.- definitiv nicht, die Aufforderung, fÃ¼r die Ã¼brigen BetrÃ¤ge eine AufschlÃ¼sselung der Kosten vorzunehmen, da nur solche fÃ¼r das Zivilverfahren anerkannt wÃ¼rden. Diese Aufforderung wurde mit Schreiben vom 28. Februar 2002 wiederholt, nachdem sich die Rekurrierenden zwar mit Eingabe vom 26. Februar 2002 unter Einreichung weiterer Unterlagen hatten vernehmen lassen, die vorgenommene AufschlÃ¼sselung jedoch nicht beibrachten. Eine solche AufschlÃ¼sselung erfolgte danach weder im restlichen Veranlagungs- noch im Einspracheverfahren. In Letzterem ist eine AufschlÃ¼sselung nach Angaben in der Rekursschrift deshalb unterblieben, weil die Rekurrierenden "der Meinung waren und heute immer noch sind, dass die ihnen durch das Strafverfahren entstandenen Kosten ebenfalls nach § 19 Abs. 2 ESchG abgezogen werden kÃ¶nnen".<i> </i>Erst im vorliegenden Rekursverfahren erfolgte eine Ã¼berschlagsmÃ¤ssige Aufteilung zwischen im Zivil- und im Strafverfahren angefallenen Kosten, ohne dass damit allerdings die Einreichung von diese Aufteilung stÃ¼tzenden Belegen verbunden gewesen wÃ¤re. Erstmals wurde sodann in diesem Verfahren eine Rechnung vom 18. November 2001 Ã¼ber in einem Steuerprozess entstandene Kosten von Fr. 5'712.80 eingereicht.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Abgesehen davon, dass einige der geltend gemachten Punkte auch bei grosszÃ¼gigster Betrachtungsweise nicht unter § 19 Abs. 2 ESchG subsumiert werden kÃ¶nnten, so gerade die letzterwÃ¤hnte Rechnung vom 18. November 2001 Ã¼ber Fr. 5'712.80, erweist sich die erwÃ¤hnte Aufstellung der Rekurrierenden als derart rudimentÃ¤r, dass nicht von einer substanziierten Geltendmachung gesprochen werden kann. AusfÃ¼hrungen wie etwa diejenigen bezogen auf die Rechnung vom 12. November 1997 Ã¼ber Fr. 86'944.25 mit Positionen wie "Telefonate, Korrespondenz etc.: ca. 40 Stunden" oder bezogen auf die Rechnungen vom 17. November 2001 Ã¼ber Fr. 123'751.65 wie "Aktenstudium: ca. 40 Stunden; juristische AbklÃ¤rungen: ca. 38 Stunden" bleiben derart pauschal, dass sie Ã¼ber das blosse Behauptungsstadium nicht hinauskommen. DiesbezÃ¼glich fehlt es denn auch nicht bloss weiterhin an den fÃ¼r eine ÃberprÃ¼fung dieser Behauptungen tauglichen Belegen, etwa einem gerichtsnotorisch in der Advokatur verwendeten Leistungsjournal â dies, ohne dass auch nur ansatzweise geltend gemacht worden wÃ¤re, deren Beibringung sei unmÃ¶glich â; vielmehr fehlen sÃ¤mtliche Daten und Inhalte der in dieser Angelegenheit erbrachten anwaltlichen Leistungen. Dergestalt fÃ¤llt nicht nur eine notwendige Zuordnung dieser Leistungen ausser Betracht, sondern ist nicht einmal eine grobe PlausibilitÃ¤tskontrolle und damit eine blosse SchÃ¤tzung mÃ¶glich. Aus diesem Grund erÃ¼brigt sich auch die Einvernahme der angebotenen Zeugin, welche die Richtigkeit der "Detaillierung der Honorarrechnungen" zu bezeugen gehabt hÃ¤tte. Abgesehen davon, dass diese eben gerade beispielhaft undetailliert waren, dient ein Beweisverfahren nicht dazu, MÃ¤ngel der Substanziierung zu heilen (vgl. E. 1.2). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Demzufolge ist der Rekurs in Bezug auf die Anerkennung der steuermindernd geltend gemachten Gerichts- und Anwaltskosten von Fr. 315'368.90 abzuweisen und hat es mit der bereits in der Veranlagung gewÃ¤hrten Zulassung von Fr. 39'082.- sein Bewenden. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>GemÃ¤ss § 42 ESchG sind die Kosten des Einspracheverfahrens dann dem Steuerpflichtigen aufzuerlegen, wenn dieser das Verfahren schuldhaft durch Verletzung von Verfahrenspflichten oder verspÃ¤tete Geltendmachung von Verfahrensrechten veranlasst hat. Dazu ist festzuhalten, dass die Behandlung der Nachkommen der gesetzlichen Erbin M, nÃ¤mlich K und L, als Erben in der Erbschaftssteuerveranlagung vom 6./28. Juni 2002 einen vom Rekursgegner zu vertretenden Fehler darstellt. So war bereits im Veranlagungsverfahren klar, dass M den Erbgang erlebte und so deren Nachkommen, K und L, nicht direkte Erben von P waren, sondern lediglich ihrerseits das Recht ihrer Mutter geerbt hatten (vgl. etwa den aktenkundigen Beschluss des Bezirksgerichts Y vom 16. April 1996). In einem ersten VerfÃ¼gungsentwurf vom 25. Oktober 2001 wurde denn auch richtigerweise M als Erbin aufgefÃ¼hrt. Weshalb K und L anschliessend ab dem zweiten VerfÃ¼gungsentwurf vom 28. Januar 2002 als direkte Erben aufgefÃ¼hrt werden, bleibt unklar, und kann jedenfalls nicht den Pflichtigen zum Vorwurf gemacht werden. Diese haben in einer Beilage zu ihrer Eingabe vom 23. Januar 2002 nÃ¤mlich lediglich dargelegt, K und L seien die Erben der M und hÃ¤tten ein Legat von je Fr. 10'000.- ausgerichtet bekommen. Daran Ã¤ndert nichts, dass das genaue Datum des Hinschieds von M, der 5. August 1996, ebenso wie deren Patenkindeigenschaft erstmals in der im Einspracheverfahren eingereichten Eingabe vom 14. Oktober 2003 genannt worden sind (vgl. RB 1960 Nr. 58). Diese Eingabe ermÃ¶glichte im Ãbrigen auch eine â formell das Kleid einer reformatio in peius tragende â Wiederherstellung der gesetzmÃ¤ssigen Veranlagung im Einspracheentscheid. FÃ¼r die Auferlegung der Kosten des Einspracheverfahrens bleibt unter diesen UmstÃ¤nden kein Raum und ist der Rekurs in diesem Punkt gutzuheissen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten den Rekurrierenden vollstÃ¤ndig aufzuerlegen (§ 44 Abs. 1 ESchG), obsiegen sie doch letztlich nur in einem nebensÃ¤chlichen Punkt. Unter diesen UmstÃ¤nden fÃ¤llt auch die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung an die Rekurrierenden ausser Betracht. Dem Rekursgegner ist ebenfalls keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen, da das Begehren der Rekurrierenden nicht offensichtlich unbegrÃ¼ndet war und ihm kein seine gewÃ¶hnlichen amtlichen Aufgaben Ã¼bersteigender Aufwand erwachsen ist (§ 43 Abs. 4 ESchG in Verbindung mit § 152 StG, § 153 Abs. 4 StG und § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959; vgl. RB 1986 Nr. 5).</span></p> <p class="Erwgung1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1.<span> </span>Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Die Kostenauflage im Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2003 wird aufgehoben. Im Ãbrigen wird der Rekurs abgewiesen. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2.<span> </span>Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf<br/> Fr. 10'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 10'060.-- Total der Kosten.<br/> <br/> </p> <p class="Einzug2">3.<span> </span>Die Gerichtskosten werden den Rekurrierenden Nrn. 1-10 zu je 1/11 und den Rekurrierenden Nrn. 11 und 12 zu je 1/22, unter solidarischer Haftung fÃ¼r die gesamten Kosten, auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4.<span> </span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>