<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00144</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106799&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00144</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 02.09.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Baubewilligung<br/><br/>Ein Grenzbau ist nur mit der schriftlichen Zustimmung der benachbarten Grundeigentümer zulässig. Ein im Grundbuch eingetragenes generelles Grenzbaurecht stellt eine solche Zustimmung dar. Ob ein Grenzbaurecht als generell oder als projektbezogen zu verstehen ist, beurteilt sich in erster Linie nach dem Grundbucheintrag. Dieser ist vorliegend nicht eindeutig abgefasst (E. 1a). Auch der Begründungsakt der Dienstbarkeit erlaubt keine Qualifikation des Grenzbaurechts (E. 1b). Für die Ermittlung von Sinn und Zweck der Dienstbarkeit ist auf die Umstände abzustellen, unter denen der Begründungsvertrag zustande kam. Diese lassen auf ein projektbezogenes Grenzbaurecht schliessen (E. 1c). Dass die vereinbarten Grenzbaurechte ins Grundbuch aufgenommen wurden, steht der Annahme einer projektbezogenen Dienstbarkeit nicht entgegen (E. 1d). Wenn das Verwaltungsgericht als zweite richterliche Instanz entscheidet, können neue tatsächliche Behauptungen nur soweit geltend gemacht werden, als es durch die angefochtene Anordnung notwendig geworden ist (was vorliegend nicht der Fall ist; E. 1e). Der Sachverhalt ergibt sich mit genügender Klarheit aus den Akten, womit auf die Abnahme von weiteren Beweismitteln verzichtet werden darf (E. 1f). Da das Grenzbaurecht als projektbezogen zu verstehen ist, ist die geplante Aufstockung insoweit nicht bewilligungsfähig, als sie den massgeblichen Grenzabstand von 3,5 m unterschreitet; kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde (E. 2).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNGSAKT">BEGRÃNDUNGSAKT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISMITTEL">BEWEISMITTEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISWÃRDIGUNG">BEWEISWÃRDIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DIENSTBARKEIT">DIENSTBARKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRENZABSTAND">GRENZABSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRENZBAU">GRENZBAU</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRUNDBUCH">GRUNDBUCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NÃHERBAURECHT">NÃHERBAURECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEUE TATSACHE">NEUE TATSACHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: QUARTIERPLAN">QUARTIERPLAN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Privatrecht UR: Zivilgesetzbuch ST: SACHENRECHT">SACHENRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: SACHVERHALTSFESTSTELLUNG">SACHVERHALTSFESTSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TATSACHENBEHAUPTUNG">TATSACHENBEHAUPTUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 lit. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 35 lit. II c GBV</span><br/><span class="ungerade">§ 270 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 52 lit. II VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 738 lit. I ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2002 Nr. 63</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Beschluss vom 12. September 2001 erteilte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich A1 und A2 die Baubewilligung fÃ¼r eine Erweiterung der WohngebÃ¤ude Kat.-Nrn. 01 und 02 (K-strasse, ZÃ¼rich ) um zwei Dachgeschosse.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Dagegen wandten sich C, D und E mit gemeinsamer Eingabe an die Baurekurs­kommission I. Diese hiess den Rekurs am 22. MÃ¤rz 2002 gut und hob den angefochtenen Beschluss insoweit auf, als damit die Aufstockung der genannten WohngebÃ¤ude bewilligt wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen den Rekursentscheid gelangten A1 und A2 mit Beschwerde vom 24. April 2002 fristgerecht ans Verwaltungsgericht. Darin beantragten sie die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die BestÃ¤tigung der erstinstanzlichen Baubewilligung unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Gegenpartei. Die Baurekurskommis­sion beantragte mit Eingabe vom 3. Mai 2002 ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde. Den gegenteiligen Antrag stellte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich am 22. Mai 2002. C, D und E beantragten am 1. Juli 2002 die Abweisung der Beschwerde, ev­entualiter die RÃ¼ck­weisung des Verfahrens an die Baurekurskommission zur Neubeurteilung, je unter Kos­ten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Gegenpartei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das GebÃ¤ude Kat.-Nr. 01 soll unmittelbar an der Grenze zum GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 03 der Beschwerdegegner Nr. 2 und 3 aufgestockt werden. Ein solcher Grenz­bau ist nur mit der schriftlichen Zustimmung der GrundeigentÃ¼mer zulÃ¤ssig (Art. 7 Abs. 2 Satz 1 der Bau- und Zonenordnung der Stadt ZÃ¼rich vom 23. Oktober 1991/24. November 1999 [BZO]). Die BeschwerdefÃ¼hrenden erblicken eine solche Zustimmung in einem im Grundbuch eingetragenen gegenseitigen âNÃ¤her-, HÃ¶her- und Grenzbaurechtâ vom 16. Juli 1979. Mit diesem Grenzbaurecht habe sich der Nachbar im Voraus und <i>generell </i>verpflichtet, GebÃ¤ude im Abstandsbereich bzw. auf der Grenze zu dulden. Die Beschwerdegegner sind dem­gegenÃ¼ber der Auffassung, die Dienstbarkeit sei <i>projektbezogen </i>zu vers­tehen, da diese einzig eine in den Jahren 1979â1980 entstandene ArealÃ¼berbauung ermÃ¶glichen sollte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Bei der Unterscheidung zwischen einem projektbezogenen und einem generellen Grenzbaurecht ist zunÃ¤chst vom Wortlaut der Dienstbarkeit auszugehen. FÃ¼r deren Umfang ist in erster Linie der <i>Grundbucheintrag </i>massgebend, soweit sich daraus Rechte und Pflich­­ten deutlich ergeben (Art. 738 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB]; BGE 107 II 331, E. 2; Maja SchÃ¼pbach Schmid, Das NÃ¤herbau­­recht in der zÃ¼rcherischen baurechtlichen Praxis, ZÃ¼rich 2001, S. 72). Der Eintrag lautet vorliegend:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>âGrunddienstbarkeit</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Recht, nÃ¤her, hÃ¶her und auf die Grenze zu bauen</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Die jeweiligen EigentÃ¼mer von</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Kat.[Nr. ..] â¦ 03 â¦ 01 â¦</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>rÃ¤umen sich je gegenseitig unentgeltlich die notwendigen Rechte ein, nÃ¤her, hÃ¶her und auf die Grenze zu bauen, fÃ¼r die Bauten, wie diese von den zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden auf diesen GrundstÃ¼cken, selbst unter Erteilung von irgendwelchen Ausnahmebewilligungen, bewilligt werden.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>ZÃ¼rich , 16. Juli 1979â¦â</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In den Text kann sowohl ein generelles als auch ein projektbezogenes NÃ¤herbaurecht hineingelesen werden. â Generell: Rechte sollten eingerÃ¤umt werden âfÃ¼r [all] die Bau­­ten, wie diese von den BehÃ¶rden bewilligt werdenâ; projektbezogen: âfÃ¼r die[jenigen] Bauten, wie diese von den BehÃ¶rden bewilligt werdenâ. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass der Text auf ein projektbezogenes NÃ¤herbaurecht hindeute: HÃ¤tten die Parteien ein generelles NÃ¤herbaurecht vereinbaren wollen, so hÃ¤tte der Grundbucheintrag âfÃ¼r Bautenâ gelautet und nicht: âfÃ¼r <i>die </i>Bautenâ. Umgekehrt liesse sich argumen­tieren, dass sich ein projektbezogenes NÃ¤herbaurecht in der Formulierung âfÃ¼r die<i>jenigen </i>Bautenâ niedergeschlagen hÃ¤tte. So oder anders ist der Wortlaut nicht besonders aussagekrÃ¤ftig, was nicht zuletzt daran liegt, dass Dienstbarkeiten in der Regel nur stichwortartig eingetragen werden (Art. 35 Abs. 2 lit. c und Abs. 3 der Grundbuchverordnung vom 22. Fe­­bruar 1910). Aus dem Wortlaut geht somit die Art des Grenzbaurechts nicht deutlich hervor im Sinne von Art. 738 Abs. 1 ZGB, womit weitere Unterlagen heranzuziehen sind (vgl. Art. 738 Abs. 2 ZGB sowie BGE 128 III 169, E. 3a; BGE 123 III 461, 464).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Dem <i>BegrÃ¼ndungsakt </i>der Dienstbarkeit kommt im VerhÃ¤ltnis zwischen den Par­teien entscheidende Bedeutung zu. LÃ¤sst sich der wirkliche Wille der Parteien nicht mehr ermitteln, so ist eine objektivierende Auslegung aufgrund der BedÃ¼rfnisse des herrschenden GrundstÃ¼cks vorzunehmen. Ausgehend vom Wortlaut gilt es, Sinn und Zweck der Dienst­­barkeit fÃ¼r das herrschende GrundstÃ¼ck im Zeitpunkt der Errichtung zu ermitteln. Je genauer der Wortlaut der Dienstbarkeit abgefasst ist, um so enger bemessen ist der Raum fÃ¼r die Auslegung aufgrund der weiteren Kriterien (BGE 115 II 434, E. 2b).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die verfahrensbetroffenen GrundstÃ¼cke liegen im Gebiet zwischen J- und K-strasse, fÃ¼r das der ZÃ¼rcher Stadtrat in den Jahren 1975 und 1977 den amt­lichen Quartierplan M festgesetzt hatte. Am 10. April 1979 schlossen die GrundeigentÃ¼mer der Parzellen im Quartierplangebiet eine Ã¶ffentlich beurkundete Vereinbarung, die in Ziff. 7 folgende Bestimmung enthielt (âVollzug des Quartierplanes Nr. 04, M, ZÃ¼rich â):</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>âZur Regelung der nachbarlichen VerhÃ¤ltnisse sind ferner anlÃ¤sslich der Anmeldung dieses Vertrages zur Eintragung im Grundbuch folgende neue Grunddienstbarkeiten ebenfalls zur Eintragung anzumelden:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>7.1 Recht nÃ¤her, hÃ¶her und auf die Grenze zu bauen</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> je gegenseitig zu Gunsten und zu Lasten von</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> â¦</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Die jeweiligen EigentÃ¼mer der berechtigten und belasteten GrundstÃ¼cke rÃ¤umen sich je gegenseitig unentgeltlich die notwendigen Rechte ein, nÃ¤her, hÃ¶her und auf die Grenze zu bauen, fÃ¼r die Bauten, wie diese von den zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden auf diesen GrundstÃ¼­cken, selbst unter Erteilung von irgendwelchen Ausnahmebewilligungen, bewilligt werden.â</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Verglichen mit dem Grundbucheintrag enthÃ¤lt der BegrÃ¼ndungsvertrag keine weiter­­fÃ¼hrenden aussagekrÃ¤ftigen Formulierungen, die eine Qualifikation des NÃ¤herbaurechts erlauben wÃ¼rden. Damit ist die Dienstbarkeit teleologisch anhand von weiteren UmstÃ¤nden auszulegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) FÃ¼r die Ermittlung von Sinn und Zweck der Dienstbarkeit ist auf die <i>UmstÃ¤nde </i>abzustellen, unter denen der BegrÃ¼ndungsvertrag zu Stande kam. â Von den Beschwerdegegnern wurde im Rekursverfahren unwidersprochen dargelegt, dass fÃ¼r das Quartierplangebiet eine gemeinsame Ãberbauung geplant war. Die GrundeigentÃ¼mer erklÃ¤rten sich bereit, nach einem so genannten âRichtplanâ zu bauen. Dies folgt aus <i>ErlÃ¤uterungen </i>zu diesem Richtplan, die in Ziff. 9.2 unter dem Titel âNachbarrechtliche Vereinbarungenâ wie folgt lauten:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>âDie vom Richtplan erfassten GrundeigentÃ¼mer gewÃ¤hren sich gegenseitig und kostenlos <i>die fÃ¼r den Vollzug des Richtplanes erforderlichen </i>Rechte, nÃ¤her, hÃ¶her und auf die Grenze zu bauen.â</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>[ohne Hervorhebung im Originaltext]</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die EinrÃ¤umung von Grenzbaurechten âfÃ¼r den Vollzug des Richtplanesâ bedeutet die RechtseinrÃ¤umung im Hinblick auf die geplante Ãberbauung des Quartierplangebiets. Die Formulierung kann mit der Vorinstanz nicht anders verstanden werden, als dass die Grenzbaurechte <i>projektbezogen </i>ausgestaltet werden sollten: Es sollten eben nur jene Rech­te gewÃ¤hrt werden, âdie fÃ¼r den Vollzug des Richtplanes erforderlichâ sind. HÃ¤tten die Par­teien ein generelles Grenzbaurecht im Auge gehabt, hÃ¤tten sie diesen Passus weggelassen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Der Umstand, dass die vereinbarten Grenzbaurechte ins Grundbuch aufgenommen wurden, steht der Annahme einer projektbezogenen Dienstbarkeit nicht entgegen. FÃ¼r die Ein­­tragung hatten die Parteien einen guten Grund: FÃ¼r den Zeitraum zwischen Vertrags­schluss (10. April 1979) und Rechtskraft der Baubewilligungen sollte sichergestellt werden, dass ein allfÃ¤lliger GrundstÃ¼ckskÃ¤ufer an die Grenzbaurechte gebunden gewesen wÃ¤re. Ein schÃ¼tzenswertes Interesse am Grundbucheintrag wÃ¤re dann zu verneinen gewesen, wenn be­reits eine Baubewilligung vorgelegen hÃ¤tte (OGer., 3. Februar 1989, BlÃ¤tter fÃ¼r ZÃ¼rcher Rechtsprechung 88/1989 Nr. 26 E. 7). Letzteres war hier aber gerade nicht der Fall, womit die Grenzbaurechte eintragungsfÃ¤hig waren und denn auch eingetragen wurden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Die BeschwerdefÃ¼hrenden legen ihrer Beschwerdeschrift einen Vertrag bei, mit dem sie darlegen wollen, dass das vereinbarte Grenzbaurecht projekt<i>un</i>abhÃ¤ngig zu verstehen sei. Mit dem Vertrag behaupten sie neue Tatsachen, die sie im Rekursverfahren noch nicht geltend gemacht hatten. Wenn das Verwaltungsgericht, wie hier, als zwei­te richterliche Instanz entscheidet, kÃ¶nnen neue tatsÃ¤chliche Behauptungen nur soweit geltend gemacht werden, als es durch die angefochtene Anordnung notwendig geworden ist (§ 52 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist etwa dann der Fall, wenn die Vorinstanz einen Neuentscheid getroffen oder die angefochtene VerfÃ¼gung zwar bestÃ¤tigt, jedoch neu begrÃ¼ndet hat (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Mar­tin RÃ¶hl, Kom­mentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 52 Rz. 13). Vorliegend wurde die Berufung auf den Vertrag nicht erst mit dem angefochtenen Entscheid not­wendig; vielmehr hÃ¤tte er bereits vor Baurekurskommission eingereicht werden mÃ¼ssen, da mit der Rekursschrift der Beschwerdegegner feststand, dass sich die Gegenpartei auf ein pro­jektbezogenes Grenzbaurecht berufen wird. Die mit dem Vertrag in Zusammenhang stehenden neuen tatsÃ¤chlichen Behauptungen dÃ¼rfen deshalb im vorliegenden Verfahren nicht berÃ¼cksichtigt werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Die Beschwerdegegner verlangen die Befragung einer Reihe von Personen als Zeugen. Die Beantragung von Beweismittelerhebungen bildet Bestandteil des rechtlichen GehÃ¶rs (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 29. April 1999). Der Rich­ter darf jedoch auf die Erhebung eines beantragten Beweismittels verzichten, wenn er den Sachverhalt aufgrund der Akten hinreichend wÃ¼rdigen kann oder aufgrund einer vorweg­genom­menen BeweiswÃ¼rdigung annehmen darf, dass seine Ãberzeugung durch weitere Beweis­erhebungen nicht geÃ¤ndert wÃ¼rde (BGE 124 I 208, E. 4a). Vorliegend ergibt sich der Sachverhalt mit einer den UmstÃ¤nden angemessenen Klarheit aus den Akten; insbesondere sind die âErlÃ¤uterungen zum Richtplanâ klar und unzweideutig abgefasst. Inwiefern eine Zeugen­befragung oder der Beizug von weiteren Akten eine vertiefte KlÃ¤rung des Sach­verhalts herbeifÃ¼hren kÃ¶nnte, ist nicht ersichtlich, dies umso weniger, als die beantrag­ten Beweismittel die Ansicht der Beschwerdegegner untermauern sollen, dass das streitbetroffene Grenzbaurecht projektbezogener Natur sei. Damit kann auf die beantragte Beweis­mittel­er­hebung verzichtet werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Nach dem Gesagten handelt es sich bei der umstrittenen Dienstbarkeit um ein projektbezogenes Grenzbaurecht. Damit ist die geplante Aufstockung insoweit nicht bewil­ligungsfÃ¤hig, als sie gegenÃ¼ber dem westlich angrenzenden GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 03 der Be­schwerdegegner Nr. 2 und 3 den massgeblichen Grenzabstand von 3.5 m unterschrei­tet (Art. 8 Abs. 3 BZO i.V.m. § 270 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. Sep­tem­ber 1975 [PBG]). Wollte man diesen Mangel durch bauliche Massnahmen beheben, wÃ¼rde das Projekt in einer Art und Weise verÃ¤ndert, die eine Neubeurteilung erforderlich machen wÃ¼rde. Insofern kann der Mangel nicht ohne besondere Schwierigkeiten behoben werden, womit eine Bewilligung unter Auflagen ausgeschlossen ist (§ 321 Abs. 1 PBG). Damit hat die Vor­instanz die Aufstockung der GebÃ¤ude zu Recht verweigert, womit die Beschwerde abzuweisen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Verfahrenskosten sind den BeschwerdefÃ¼hrenden aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 70 VRG). Als unterliegende Partei sind sie zur Ausrichtung einer angemessenen UmtriebsentschÃ¤digung an die obsiegenden Beschwerdegegner zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Als angemessen erweisen sich vorliegend insgesamt Fr. 1'500.-.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>