Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 11. September 2013 (810 12 367) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiber Stefan Suter Parteien A.____ , Beschwerd eführer , vertreten durch Katja Ammann , Rechtsa n- wältin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und We gweisung aus der Schweiz (RRB Nr. 2043 vom 11. Dezember 2012) A. Der türkische Staatsangehörige A.____, geboren am xx.xx.1986, kam am 20. Juni 1999 zusammen mit seiner Mutter und zwei seiner drei Ge schwister im Rahmen des Familien- nachzugs zu seinem Vater in die Schweiz und wurde daraufh in in dessen Niederlassungsbewil- ligung mit einbezogen. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Schon als Jugendlicher wurde A.____ in den Jahren 2 000, 2002 sowie 2003 unter an- derem wegen Körperverletzungsdelikten, Drohung und dive rsen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz verurteilt. Im Erwachsenenalter er folgte eine Verurteilung zu einer Busse von Fr. 350.-- wegen einfacher Verkehrsregelverletzung sowie pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Verkehrsunfall (Strafbefehl des Bezirksstatthal teramts Liestal vom 14. März 2006). Am 12. November 2009 verurteilte ihn das Strafgericht des Kantons Basel-Landschaft wegen einfacher Körperverletzung, Drohung sowie Nötigung z u einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten. Gestützt auf diese Verurteilung ermahnte ihn das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM) mit Schreiben vom 13. April 20 10. In der Zwischenzeit war am 17. Februar 2010 erneut ein Strafbefehl des Bezirksstatt halteramts Liestal ergangen, in dem er wegen mehrfacher Verletzung der Verkehrsregeln, Vereit elung von Massnahmen zur Feststel- lung der Fahrunfähigkeit sowie pflichtwidrigen Verhal tens bei einem Unfall zu einer bedingten Freiheitsstrafe von einem Monat (als Zusatzstrafe zum Ur teil des Strafgerichts Basel- Landschaft) verurteilt worden war. Es folgte ein Urtei l des Strafgerichts des Kantons Basel- Stadt vom 17. Februar 2012, worin A.____ wegen schwer er Körperverletzung, Freiheitsberau- bung und Entführung sowie versuchter Nötigung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt wurde. C. Mit Verfügung vom 6. Juni 2012 ordnete das AfM unt er Berufung auf die ergangenen strafrechtlichen Urteile den Widerruf der Niederlassung sbewilligung von A.____ an und wies in aus der Schweiz weg. D. Mit Beschluss Nr. 2043 vom 11. Dezember 2012 wies der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) die von A.____ gegen die Verfügung des AfM vom 6. Juni 2012 erhobene Beschwerde ab. Der Entscheid wurde hauptsä chlich damit begründet, dass A.____ in wiederholter und teilweise geplanter Weise schwer delinquiert und auch privatrechtli- che Verpflichtungen nicht immer erfüllt habe. Er habe folglich neben dem Widerrufsgrund der Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe a uch den Widerrufsgrund des schwerwie- genden Verstosses gegen die öffentliche Ordnung und Sich erheit erfüllt. Er könne sich weiter nicht auf das Recht auf Achtung des Familienlebens beru fen, wobei andernfalls ein Eingriff oh- nehin gerechtfertigt sei. Der Regierungsrat führte we iter aus, auch wenn A.____ mittlerweile eine persönliche Beziehung zur Schweiz habe, so sei seine I ntegration doch insgesamt nicht erfolgreich verlaufen und die öffentlichen Interessen an einer Wegweisung überwögen deutlich. An der Ermessensausübung des AfM sei deshalb nichts auszusetze n. Eine Rückkehr in die Türkei sei sodann zumutbar, es liege ausserdem kein Härtef all vor. Der Widerruf halte somit trotz der sozialen Verwurzelung und der langen Aufenth altsdauer in der Schweiz auch vor dem Verhältnismässigkeitsprinzip stand. E. Mit Eingabe vom 21. Dezember 2012 hat A.____, vert reten durch Katja Ammann, Rechtsanwältin, gegen den Regierungsratsbeschluss vom 11. Dezember 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwal tungsrecht, (Kantonsgericht) einge- reicht. Er beantragt, der angefochtene Entscheid sei a ufzuheben und es sei vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung sowie von der Wegweisung aus der Schweiz abzusehen. Eventuali- ter sei dem Beschwerdeführer eine Aufenthaltsbewilli gung zu erteilen. Weiter sei dem Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer eine angemessene Entschädigung für das bish erige Verfahren zu gewähren. Dies alles habe unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates zu geschehen. In der innert Frist eingereichten Beschwerdebegründung vom 25. Januar 2013 führt der Be- schwerdeführer zusammenfassend aus, er habe nach seiner An kunft in der Schweiz schnell Anschluss zu den türkisch sprechenden Schulkollegen gefunden, was sich nicht nur positiv ausgewirkt habe. Im Gruppenzwang habe er als Jugendlic her mit diesen Freunden Straftaten begangen. Als Erwachsener habe er bedauerlicherweise n icht auf den zweifelhaften Umgang verzichtet, was sich als grosser Fehler herausgestellt habe. Die 15 Monate dauernde Untersu- chungshaft habe ihn allerdings geläutert und er verkeh re seither nicht mehr im alten Freundes- kreis. Nach der Haftentlassung habe er sofort wieder zu a rbeiten begonnen und mittlerweile habe er eine Führungsposition in seinem Betrieb inne. Die Beziehung zu seiner Verlobten B.____, einer Schweizer Bürgerin, sei durch die Haft a uf die Probe gestellt worden, sie habe der Belastung aber Stand gehalten. Er habe zusätzlich begonnen, seinem Opfer die geschulde- te Genugtuung zu bezahlen. In rechtlicher Hinsicht brin gt der Beschwerdeführer vor, die Vo- raussetzungen für einen Widerruf der Niederlassungsbewil ligung seien nicht erfüllt. Es bestehe insbesondere eine intakte familiäre Beziehung, so wohne er seit der Scheidung der Eltern bei seiner der deutschen Sprache unkundigen und zuckerkranken Mutter und unterstütze diese bei allen administrativen, finanziellen und medizinischen Angelegenheiten. Die Beziehung zu seiner Verlobten müsse weiter als eheähnlich qualifiziert werd en, weshalb sie in den grundrechtlichen Schutzbereich des Anspruchs auf Familienleben falle, zum al von einer baldigen Heirat auszu- gehen sei. Ausserdem befinde sich sein gesamtes familiäre s Umfeld in der Schweiz. Er habe somit eine Reihe gewichtiger privater Interessen am Ver bleib in der Schweiz vorzuweisen. Die öffentlichen Interessen an einer Wegweisung seien dageg en zu relativieren, schliesslich habe er seit seiner Haftentlassung sein Leben komplett verände rt und es habe eine erfolgreiche Re- sozialisierung stattgefunden, weswegen von einer positiven Legalprognose auszugehen sei. Diesen Aspekt habe die Vorinstanz in aktenwidriger und willkürlicher Weise unberücksichtigt gelassen. Unter Verhältnismässigkeitsgesichtspunkten drän ge sich allenfalls die Umwandlung der Niederlassungsbewilligung in eine Aufenthaltsbewil ligung auf. Schliesslich erweise sich die Ausreise in die Türkei als unzumutbar, weil er dort sofort in den Militärdienst eingezogen würde, wo er als sunnitischer Kurde in Gefahr geraten würde. Die Vorinstanz habe zusätzlich ausser Acht gelassen, dass die Beziehung zu seiner Verlobten, welche aus einer alevitischen Familie stamme, in der Türkei von der Gesellschaft nicht geduldet werde und somit nicht gelebt werden könne. F. Am 28. Januar 2013 reichte der Beschwerdeführer e in hausärztliches Schreiben vom 25. Januar 2013 zu den Akten, wonach seine Mutter Ana lphabetin sei und auch infolge ihres Gesundheitszustandes auf seine alltägliche Hilfe angewiesen sei. G. In seiner Vernehmlassung vom 26. Februar 2013 bean tragt der Regierungsrat, die Be- schwerde sei unter o/e-Kostenfolge abzuweisen. Zur Begründung verweist er in erster Linie auf den angefochtenen Entscheid. Zusätzlich unterstreicht er , dass ein Wohlverhalten im Strafvoll- zug und eine günstige Legalprognose bei der Beurteilu ng keine ausschlaggebende Rolle spiel- ten. Beim Arztzeugnis vom 25. Januar 2013 handle es sich ausserdem um ein unzulässiges Novum. Ohnehin könne der Beschwerdeführer seiner Mutter auch in der Türkei beistehen. Wei- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter sei die Beziehung zu seiner Verlobten nach der Rec htsprechung nicht grundrechtlich ge- schützt. Die angebliche Unzumutbarkeit einer Rückkehr in d ie Türkei basiere überdies auf rei- nen Behauptungen. Im vorliegenden Fall bestände gesam thaft betrachtet kein Raum für eine zweite Chance für den Beschwerdeführer. H. Am 5. April 2013 reichte die Rechtsvertreterin des B eschwerdeführers aufforderungs- gemäss ihre detaillierte Honorarnote für das vorliegende Verfahren ein. I. Mit Eingabe vom 5. Juni 2013 teilte der Beschwerdef ührer mit, dass er inzwischen be- dingt aus dem Strafvollzug entlassen worden sei und gab den entsprechenden Entscheid des Strafvollzugs Basel-Stadt vom 3. April 2013 zu den Akten. J. An seiner Sitzung vom 12. Juni 2013 stellte das Kan tonsgericht das Verfahren aus und ordnete die Durchführung einer Parteiverhandlung an. K. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen der Besc hwerdeführer mit seiner Rechts- vertreterin sowie ein Vertreter des Regierungsrates teil . Die Parteien halten an ihren Rechtsbe- gehren fest. Auf die während der Verhandlung gemach ten Vorbringen wird - soweit erforder- lich - in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verf assungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Be schwerdeführer Adressat des ange- fochtenen Entscheides ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat, die üb- rigen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl di e örtliche wie auch die sachliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsg erichtlichen Beschwerde ist die Kog- nition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den ange- fochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehle rhaft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unri chtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist dem Ka ntonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und die damit einhergehende Wegweisung zu Recht erfolgten. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinne n und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zustän dige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG - im Rahmen der gesetzl ichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland - nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Ertei lung einer Aufenthaltsbewilligung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 189 E. 2.3; PETER UEBERSAX , in: Peter Ueber- sax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], A usländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). 3.2 Aus dem Niederlassungsabkommen zwischen der Schweiz und der Türkischen Repub- lik vom 13. Dezember 1930 (SR 0.142.117.632) lässt sich kein selbständiger staatsvertraglicher Aufenthaltsanspruch zugunsten des Beschwerdeführers ablei ten, denn Art. 1 des Abkommens hält ausdrücklich fest, dass die einschlägigen fremdenpoli zeilichen Regelungen des innerstaat- lichen Rechts vorbehalten sind (vgl. auch Urteil des BG er 2A.473/2006 vom 24. Januar 2007 E. 2.2.2). Es sind entsprechend die Bestimmungen des AuG , vorbehältlich anderer völkerrecht- licher Verträge, anwendbar. 3.3 Gemäss Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005 verleiht die Niederlassungsbewilligung einen zeitlich unbefriste- ten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz. Es ist somit von einem grund- sätzlichen gesetzlichen Anspruch des Beschwerdeführers auf A ufenthalt in der Schweiz auszu- gehen. 3.4.1 Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Sch utze der Menschenrechte und Grund- freiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 sowie dem inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverf assung der Schweizerischen Eidgenos- senschaft (BV) vom 18. April 1999 geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienle- bens können ausländische Staatsangehörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Aufent- halt oder Verbleib in einem andern Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitgliedern führt (vgl. A NDREAS ZÜND /T HOMAS HUGI YAR , Aufent- haltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrec ht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, EuGRZ 2013, S. 1 0 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Garantien können somit dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren Familien- angehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit unt ersagt und damit das gemeinsame Fa- milienleben vereitelt wird. Gemäss ständiger bundesgeri chtlicher Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK müssen die sich hierzulande aufhaltenden Angehöri gen über ein gefestigtes Anwesen- heitsrecht verfügen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besitzen oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruh t. Zudem müssen diese Personen zur Kernfamilie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt leben de, minderjährige Kinder) gehören und Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht es muss eine enge, tatsächliche und intakte Beziehung zu ih nen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). 3.4.2 Der Beschwerdeführer beruft sich als Volljährige r zunächst auf die intakte enge Bezie- hung zu seiner Mutter, die über ein gefestigtes Anwese nheitsrecht verfüge und mit der er seit seiner Geburt zusammenlebe. Aus der Beziehung zwischen volljährigen Kindern und ihr en Eltern, die als solche in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fällt, lässt sich regelmässig kein Anspruch auf Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung ableiten. Dies ist nu r bei Vorliegen besonderer Umstände der Fall, wenn geradezu ein Abhängigkeitsverhältnis unter diesen Verwandten besteht, welches über die normalen affektiven Beziehungen hinausgeht ( BGE 137 I 154 E. 3.4.2; BGE 129 II 11 E. 2; BGE 115 Ib 1 E. 2; Urteil des EGMR Ezzouhdi gege n Frankreich [47160/99] vom 13. Februar 2011 § 34). Dieses besondere Abhängigkeitsve rhältnis muss im Ergebnis eine An- wesenheit in der Schweiz erfordern oder wenigstens nahe legen (UEBERSAX , a.a.O., Rz. 7.125). Es kann unabhängig vom Alter dann gegeben sein, wenn die verwandte Person nicht über die erforderliche Selbständigkeit verfügt, um für sich selber zu sorgen. Erforderlich dazu ist eine fortdauernde eigentliche Pflege- und Betreuungsbedü rftigkeit oder eine schwerwiegende Krankheit (Urteil des BGer 2C_760/2012 vom 16. August 2012 E. 2.2 mit Hinweisen). Der Be- schwerdeführer macht ein solches Abhängigkeitsverhältnis g eltend, indem er in der Beschwer- debegründung vorbringt, seine Mutter habe nie lesen o der schreiben gelernt. Sie rede nur ge- brochen deutsch und benötige seine Unterstützung für alle administrativen und finanziellen All- tagsangelegenheiten. Sie leide darüber hinaus an ei nem Diabetes mellitus und an Depressio- nen. Er kontrolliere ihre regelmässige Medikamenteneinn ahme und begleite sie zu den jeweili- gen Arztterminen. Im Rahmen der Parteibefragung an d er heutigen Verhandlung führt er in die- sem Zusammenhang zusätzlich aus, in den vergangenen drei M onaten habe die Verdachtsdi- agnose einer Krebserkrankung im Raum gelegen, welche erst vor einigen Tagen habe ausge- räumt werden können. Obwohl er zu 100 % berufstätig sei, habe er seine Mutter oft ins Spital begleitet. Er helfe ihr im Haushalt, für die medizini sche Unterstützung im Alltag sorge seine Schwester. Nach der geplanten Heirat mit seiner Verlobten wolle er nicht mehr mit seiner Mutter im gemeinsamen Haushalt leben, er plane allerdings, mi t seiner zukünftigen Ehefrau in der Nä- he zu wohnen, um sich weiterhin um sie kümmern zu können. Die vom Beschwerdeführer geschilderte Konstellation genü gt nicht, um ein Abhängigkeitserfor- dernis im aufgezeigten Sinn zu begründen. Obwohl die geltend gemachte enge Beziehung si- cher für die Mutter eine bedeutende Unterstützung darst ellt, können die Ausführungen noch kein unabdingbares Abhängigkeitsverhältnis rechtfertigen, wie es Art. 8 Ziff. 1 EMRK verlangt. Ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis liegt namentlich nicht bereits darin begründet, dass ein gesundheitlich angeschlagenes Elternteil auf die Mithilfe im Haushalt angewiesen ist (vgl. Urteil des BGer 2C_198/2013 vom 22. Juli 2013 E. 2.5). Auch w enn die Mutter eine gewisse Pflege und Unterstützung benötigt, so gibt es doch keine Hinwe ise auf eine massgebliche Abhängig- keit vom Beschwerdeführer. Es sind keine Gründe ersichtlich, dass sie zwingend von ihm be- treut werden müsste. Für derartige Hilfestellungen kann sie auch die Dienste von anderen Fa- milienangehörigen oder Dritten in Anspruch nehmen. Auch der Umstand, dass der Beschwerde- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht führer vollzeitlich berufstätig ist, gemäss den heutigen A ussagen zusätzlich eine Weiterbildung absolvieren möchte und zudem den Auszug aus dem gemein samen Haushalt anstrebt, weist augenscheinlich darauf hin, dass weder von der zeitlichen I ntensität der Betreuungsbedürftig- keit noch medizinisch bedingt eine Notwendigkeit des dau ernden Zusammenseins mit der Mut- ter besteht. Ein relevantes Abhängigkeitsverhältnis ist demnach zu verneinen. Der Beschwerde- führer kann somit aus der Beziehung zu seiner Mutter keinen auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK gestützten Anwesenheitsanspruch ableiten. 3.4.3 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die B eziehung zu seiner Verlobten, einer Schweizer Bürgerin, weise eine eheähnliche Natur auf und stehe ebenfalls unter dem grund- rechtlichen Schutz der EMRK. In den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen auch nicht rechtlich begründete familiäre Verhält- nisse, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich g elebte Beziehung besteht; entschei- dend ist die Qualität des Familienlebens und nicht desse n rechtliche Begründung (BGE 135 I 143 E. 3.1). Das Bundesgericht hat hieraus abgeleitet, dass sich aus einem Konkubinat ein Be- willigungsanspruch dann ergibt, wenn die partnerschaftliche Beziehung seit Langem eheähnlich gelebt wird oder konkrete Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Hochzeit hindeuten. Die Beziehung der Konkubinatspartner muss bezüglich Art und Stabilität in ihrer Substanz einer Ehe gleichkommen. Dabei ist wesentlich, ob die Partner in einem gemeinsamen Haushalt le- ben; zudem ist der Natur und Länge ihrer Beziehung sow ie ihrem Interesse und ihrer Bindung aneinander, etwa durch Kinder oder andere Umstände wi e die Übernahme von wechselseitiger Verantwortung, Rechnung zu tragen (BGE 135 I 143 E. 3.1; Urteil des BGer 2C_634/2011 vom 27. Juni 2012 E. 4.2.1; Urteil der Grossen Kammer des EGMR Yigit gegen Türkei [3976/05] vom 2. November 2010 §§ 93 und 96). Der Beschwerdeführer ist seit dem Juni 2009 verlobt, er hat jedoch nie mit seiner Verlobten zusammengewohnt und die Beziehung ist kinderlos geblie- ben. Weitere Umstände, die eine besonders intensive Bezi ehung im vorgenannten Sinn zu be- gründen vermöchten, sind nicht ersichtlich. Es fehlt somit am Erfordernis einer langen, eheähn- lich gelebten Partnerschaft. Der Beschwerdeführer argumentiert jedoch zusätzlich, die Hochzeit stehe kurz bevor. An der heutigen Parteiverhandlung ver mag er allerdings kein konkretes Da- tum zu nennen oder spezifische, bereits eingeleitete Schr itte zur Eheschliessung aufzuzeigen. Dazu kommt, dass die Eltern der Verlobten als alevitische Türken die Beziehung ihrer Tochter zu ihm als sunnitischem Kurden ablehnen, lange Zeit ni cht über die Beziehung informiert waren und sie ihn bis heute auch nicht persönlich kennengelern t haben. Unter diesen Umständen kann nicht von einer unmittelbar bevorstehenden Hochzei t ausgegangen werden. Auch die Be- ziehung zur Verlobten ist somit nicht vom Schutzbereich von Art. 8 Abs. 1 EMRK erfasst. 3.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich, dass der Beschwerdef ührer aus dem Grundrecht auf Achtung des Privat- und Familienlebens keinen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz ableiten kann. Aber selbst wenn von einer relevanten Beziehung z u seiner Mutter resp. zu seiner Ver- lobten ausgegangen würde, wäre ein Eingriff in den S chutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK (bzw. Art. 13 Abs. 1 BV) vorliegend gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK (bzw. Art. 36 BV) gerechtfertigt: Der angefochtene Entscheid stützt sich - wie nachfolgend ausgeführt wird - auf eine gesetzliche Grundlage, er bezweckt die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sowie die Verhinderung Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht weiterer strafbarer Handlungen und verfolgt damit öff entliche Interessen, die in Art. 8 Ziff. 2 EMRK ausdrücklich erwähnt sind. Zudem erweist sich die Massna hme auch als verhältnismäs- sig. 3.5 Zusammenfassend kann sich der Beschwerdeführer vorlieg end somit einzig auf den durch die Niederlassungsbewilligung im Rahmen des Auslän dergesetzes gewährten Rechtsan- spruch auf Aufenthalt in der Schweiz berufen. 4. Der von der Niederlassungsbewilligung grundsätzlich eingeräumte gesetzliche An- spruch auf Anwesenheit gilt indes nicht absolut. Bei Vorl iegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 AuG kann die Niederlassungsbewilligung entzogen werden. 4.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 li t. b AuG kann die Niederlassungsbe- willigung widerrufen werden, wenn die Ausländerin od er der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Das Bundesgericht hat das Kriterium der Längerfristigkeit der Strafe in diesem Kontext dahingehend konkretisiert, dass es einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei mehrere unterjährige St rafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden dürfen (BGE 137 II 297 E. 2; BGE 135 II 377 E. 4.2). Keine Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurd e (Urteil 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Ein Widerruf ist auch möglich, wenn die ausländische Person in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstos- sen oder diese gefährdet hat (Art. 63 Abs. 1 lit. b A uG). Die Praxis geht hiervon aus, wenn er durch sein Handeln besonders hochwertige Rechtsgüter verl etzt oder in Gefahr gebracht hat, sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken lässt und sich im Rahmen einer Ge- samtbetrachtung zeigt, dass er auch künftig weder gewill t noch fähig erscheint, sich an die Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 297 E. 3; Urteil des BGer 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.2). 4.2 Mit der Verurteilung zu einer teilbedingten Fre iheitsstrafe von drei Jahren durch das Strafgericht des Kantons Basel-Stadt ist vorliegend eine längerfristige Freiheitsstrafe ausge- sprochen worden und der Widerrufsgrund von 63 Abs. 1 lit . a AuG i.V.m. Art. 62 lit. b AuG ge- geben, was vom Beschwerdeführer zu Recht nicht in Frage g estellt wird. Ob sein Verhalten zugleich als schwerwiegender Verstoss gegen die öffentlich e Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten ist, wie es die Vorinstanzen angenommen haben, bedarf entgegen seiner Ansicht keiner näheren Betrachtung, we il dieser Widerrufsgrund nur dann zur Anwendung kommt, wenn es an den Voraussetzungen für ei nen Widerruf aufgrund der Verur- teilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe fehlt (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2; Urteil des BGer 2C_888/2012 vom 13. März 2013 E. 3; Urteil des BGer 2C _1029/2011 vom 10. April 2012 E. 3.1). In der vorliegenden Konstellation kommt ihm s omit nur subsidiäre und damit keine ent- scheidwesentliche Bedeutung zu. 5. Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 Au G führt nicht zwingend zum Entzug der Niederlassungsbewilligung. Vielmehr rechtfe rtigt sich der Widerruf und die damit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) n ach Art. 96 Abs. 1 AuG nur dann, Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht wenn diese Massnahme im Einzelfall gestützt auf eine u mfassende Güterabwägung verhält- nismässig erscheint. Dabei sind alle Umstände des Einzelfa lls zu berücksichtigen und die öf- fentlichen und privaten Interessen sorgfältig gegenein ander abzuwägen (M ARTINA CARONI , in: Martina Caroni/Thomas Gächter/Daniela Thurnherr [Hrsg. ], Bundesgesetz über die Auslände- rinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 51 Rz. 3; A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., Rz. 8.48). Verlangt ist insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen am Belass en der Bewilligung und der öffent- lichen Interessen an deren Widerruf, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Zur Beurtei- lung der Frage, ob dies der Fall ist, sind namentlich d ie Schwere des Delikts und des Verschul- dens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zei traum, das Verhalten des Ausländers während diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3). Die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll zwar nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werd en, doch ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. z.B. da s Urteil des BGer 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.3 [Widerruf der Niederlassu ngsbewilligung eines hier geborenen, wiederholt straffällig gewordenen 43-jährigen Türken ]). Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz, insbesondere bei Gewalt- u nd Betäubungsmitteldelikten, besteht ein wesentliches öffentliches Interesse, zur Aufrechterhaltun g der Ordnung bzw. Verhütung von (weiteren) Straftaten die Anwesenheit des Ausländers zu beenden (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BGE 137 II 233 [nicht publ.] E. 3.1). Was das Fernhaltein teresse anbetrifft, so muss gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei schweren Straftate n - wozu auch gravierende Delikte gegen Leib und Leben gehören - selbst ein geringes Re strisiko weiterer Delinquenz nicht in Kauf genommen werden (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 13 0 II 176 E. 4.2-4.4 mit Hinweisen). In diesem Zusammenhang ist auch auf die Bestimmungen von Art. 121 Abs. 3-6 BV hinzuweisen. Gemäss diesen Bestimmungen verlieren Ausländerinnen und Ausländer unabhängig von ihrem ausländerrechtlichen Status ihr Aufenthaltsrecht sowie a lle Rechtsansprüche auf Aufenthalt in der Schweiz, wenn sie unter anderem wegen eines "Gewalt delikts" rechtskräftig verurteilt wor- den sind (Art. 121 Abs. 3 lit. a BV). Zwar sind diese V erfassungsbestimmungen gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht direkt anwendb ar, das Bundesgericht hat aber fest- gehalten, der vom Verfassungsgeber zum Ausdruck gebrachte n Wertung sei insoweit Rech- nung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht bzw. zu keinen Kon- flikten mit dem Beurteilungsspielraum führe, den der E GMR den einzelnen Konventionsstaaten bei der Umsetzung ihrer Migrations- und Ausländerpolit ik zugestehe (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 139 I 16 E. 5.3). 6. Somit bleibt nachfolgend anhand der der dargelegt en Rechtslage zu prüfen, ob unter Berücksichtigung der konkreten Umstände des vorliegenden F alles die öffentlichen Interessen an der Verweigerung der Verlängerung der Aufenthalt sbewilligung die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz überwiegen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1.1 Ausgangspunkt für die Schwere des Verschuldens un d die vorzunehmende ausländer- rechtliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht ver hängte Strafe. Der Beschwerdefüh- rer wurde mit rechtskräftigem Urteil des Strafgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 17. Februar 2012 wegen schwerer Körperverletzung, Freiheitsberaubu ng und Entführung sowie versuchter Nötigung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von d rei Jahren verurteilt. Gemäss den Feststel- lungen des Strafgerichts wirkte der Beschwerdeführer im Hauptanklagepunkt arbeitsteilig mit seinen Mittätern zusammen, um das Opfer gewaltsam in ein Fahrzeug zu setzen und es in ein Waldstück zu verbringen, wo es mit Schlägen und Fusstritten sowie einem Holzstock so schwer traktiert wurde, dass es potentiell lebensgefährliche Kop fverletzungen erlitt. Das Strafgericht kam zum Schluss, dass das Verschulden des Beschwerdeführers als e rheblich einzustufen sei. Er sei im ganzen Geschehensablauf an vorderster Front da bei gewesen und habe eine aktive Rolle eingenommen, obwohl er persönlich nichts gegen das Opfer gehabt habe. Bedenkenlos und einzig aus Loyalität zum Anführer der Gruppe habe e r mitgemacht, obwohl mehrere Mög- lichkeiten bestanden hätten, sich anders zu entscheiden. D as strafrechtlich relevante Verhalten des Beschwerdeführers belastet sein Ansehen auch in ausländ errechtlicher Hinsicht in schwe- rem Ausmass, zumal mit dem Strafgericht von einem erheblichem Verschulden auszugehen ist, was auch in der Höhe der verhängten Strafe von drei Jahr en Freiheitsentzug zum Ausdruck kommt. Der Beschwerdeführer hat in rücksichtsloser Weise mit geholfen, aus nichtigem Anlass einen Menschen perfid in eine Falle zu locken, ihn zu entführen und so massiv zu misshandeln, dass er lebensgefährliche Verletzungen davontrug. Aus die ser Verurteilung aufgrund von Ge- waltdelikten lässt sich auf eine ausgeprägte Geringschätz ung und Gleichgültigkeit gegenüber den elementaren Rechtsgüter Anderer schliessen. Dieser Eindruck wird verstärkt durch eine einschlägige Vorstrafe aus dem Jahr 2009, als er mit Urt eil des Strafgerichts des Kantons Ba- sel-Landschaft vom 12. November 2009 wegen einfacher K örperverletzung, Drohung sowie Nötigung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Mon aten verurteilt wurde. Nicht ausser Acht zu lassen ist auch die Tatsache, dass er bereits als Ju gendlicher unter anderem wegen Gewaltdelikten, darunter einer schweren Körperverletzung , mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. Dazu kommen weitere Strafen aus den Jahren 2006 und 2010 wegen verschiedenen Wi- derhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, die eben falls negativ ins Gewicht fallen. Seit seiner Einreise als Jugendlicher ist der Beschwerdef ührer somit fortgesetzt strafrechtlich in Erscheinung getreten, wobei seine deliktischen Handlung en von stetig zunehmender Gewalt und krimineller Energie geprägt gewesen sind. Trotz Vor strafen und laufenden Probezeiten de- linquierte er jeweils unverdrossen weiter, was von einer ausserordentlichen Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit sowie einer Geringschätzung der schweizer ischen Rechtsordnung insgesamt zeugt. Da sich der Beschwerdeführer weder durch Untersuch ungshandlungen und Sanktionen der Strafverfolgungsbehörden noch durch eine fremdenpol izeiliche Verwarnung im Jahr 2010 beeindrucken und von weiteren Straftaten abhalten lie ss, entsteht von ihm das Bild eines un- einsichtigen, gewalttätigen Gewohnheitsdelinquenten, der die ihm gewährten Chancen nicht zu nutzen vermochte und bei welchem die in einem Rechtsst aat zur Verfügung stehenden Sankti- onen augenscheinlich wirkungslos sind. 6.1.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, die 15-monatige Untersuchungshaft im Vorfeld der Verurteilung vom 17. Februar 2012 habe ihn nunmehr geläutert. Er verkehre nicht mehr in sei- nem früheren Freundeskreis und sei mit seiner Mutter aus dem Quartier seiner Jugendfreunde Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht weggezogen. Er habe seit der Entlassung stets gearbeit et und bekleide mittlerweile eine Füh- rungsposition im Betrieb. Die Beziehung zu seiner Verl obten habe der Belastungsprobe stand- gehalten und gewähre ihm Halt. Er habe sich nach der E ntlassung neuen Interessengebieten zugewandt, so nehme er Geigenunterricht und betreibe a ls Hobby Fotografie. Weiter kläre er Jugendliche in ähnlichen Situationen über die Gefahre n und die Veränderungsmöglichkeiten ihres Handelns auf. Er sei somit erfolgreich resozialisier t worden, was durch Schreiben des Amts für Justizvollzug des Kantons Basel-Stadt vom 11. Janu ar 2013 sowie des Vereins für Bewährungs- und Sanierungshilfe für Strafentlassene vom 22. Januar 2013 belegt sei. Zudem sei bereits das Strafurteil von einer positiven Legalprognose ausgegangen. Zunächst gilt es in dieser Hinsicht festzuhalten, dass na ch der Rechtsprechung der Rückfallge- fahr bzw. der Wahrscheinlichkeit eines künftigen Wohlverh altens ausserhalb des Geltungs- bereichs des Freizügigkeitsabkommens keine zentrale Bede utung zukommt (Urteil des BGer 2C_331/2010 vom 16. September 2010 E. 3.3; Urteil des BGer 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 3.3.1; vgl. auch BGE 130 II 176 E. 4.2). Die Lega lprognose wird zwar auch in Fällen von Drittstaatsangehörigen im Rahmen der Interessenabwägun g mitberücksichtigt, ist aber nicht allein ausschlaggebend (vgl. Urteil des BGer 2C_296/201 1 vom 25. August 2011 E. 3.3). Bei einem schweren Verschulden der ausländischen Person hat eine günstige Legalprognose zu- dem regelmässig nur geringe Auswirkungen auf die Intere ssenabwägung, zumal im Zusam- menhang mit Gewaltdelikten selbst ein relativ geringes R estrisiko nicht hingenommen werden muss (Urteil des BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2 .5; Urteil des BGer 2C_477/2008 vom 24. Februar 2009 E. 2.3 mit Hinweis). Hinzu kommt, dass für Legalprognosen in fremden- polizeilicher Hinsicht mit Blick auf das im Vordergrund ste hende Interesse der öffentlichen Ord- nung und Sicherheit ein strengerer Beurteilungsmassstab zum Tragen kommt als im strafrecht- lichen Sanktionenrecht (Urteil des BGer 2C_218/2011 E. 3.3.1; BGE 120 Ib 129 E. 5b). Mit Blick auf die Vorgeschichte bleiben im vorliegenden Fall trotz der Beteuerungen des Beschwerdefüh- rers nicht auszuräumende Zweifel daran bestehen, ob er si ch zukünftig wohl verhalten wird, namentlich aufgrund von dessen in der Vergangenheit an den Tag gelegten Unbelehrbarkeit und seiner auch dem Strafgericht Basel-Stadt nicht ent gangenen Tendenz zur Bagatellisierung des deliktischen Verhaltens. Das Strafgericht führte aus, b is zuletzt sei nicht klar geworden, ob seine an den Tag gelegte Reue echt oder gespielt sei, da er in der Tendenz stark dazu geneigt habe, die Schuld anderen zuzuschieben. So ist das Geric ht denn auch entgegen der Darstel- lung des Beschwerdeführers nicht vorbehaltlos von einer günstigen Legalprognose ausgegan- gen, sondern hat den geäusserten Bedenken vielmehr aus drücklich dadurch Rechnung getra- gen, dass es eine lange Probezeit von vier Jahren anordne te (vgl. Urteil des Strafgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 17. Februar 2012 S. 53 f.). Es ist denn auch nicht zu übersehen, dass die vom Beschwerdeführer angeführten Zukunftsperspektiven, die angeblich gegen eine erneu- te Delinquenz sprechen, schon vor der letzten Tat bestanden haben. Offensichtlich haben aber weder die laufenden strafrechtlichen Probezeiten noch d ie Verwarnung durch das AfM vom 13. April 2010 noch die Beziehung zu seiner Verlobten oder die intakten beruflichen Perspekti- ven den Beschwerdeführer davon abgehalten, zum wiederhol ten Mal in erheblichem Mass ge- gen die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu verstosse n. Die in der Beschwerdebegründung angeführten neuen Interessengebiete und das soziale En gagement sind als Faktoren ebenfalls zu relativieren: Gemäss seinen heutigen Aussagen hat der Beschwerdeführer den Geigenunter- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht richt bereits wieder aufgegeben und auch die Aufklärung sarbeit mit gefährdeten Jugendlichen hat er nicht weiterverfolgt. Die Führungsberichte der S trafvollzugsbehörden sowie der Betreu- ungsorganisation geben zudem wenig Aufschluss über die Rückfallgefahr. Eine gute Führung im Straf- bzw. Massnahmenvollzug wird von der verurteilt en Person generell erwartet und lässt angesichts der dort vorhandenen, verhältnismässig engmasc higen Betreuung keine verlässli- chen Rückschlüsse auf das künftige Verhalten in Freiheit zu (Urteil des BGer 2C_197/2012 vom 29. Oktober 2012 E. 4.2; vgl. auch BGE 137 II 233 E. 5.2.2). Ebenso wenig kann das Wohlver- halten in der seit der letzten strafrechtlichen Verurteilung verstrichenen Zeit entscheidwesentlich zu seinen Gunsten berücksichtigt werden, stand er doch im fraglichen Zeitraum unter dem Druck des elektronisch überwachten Strafvollzugs resp. der aufgeschobenen Freiheitsstrafe sowie des hängigen ausländerrechtlichen Verfahrens. In Anbetracht der genannten Gesamtum- stände ist demnach von einem weiterhin bestehenden Restrisiko eines Rückfalls auszugehen. 6.1.3 Die Schwere des Verschuldens, die langjährige Del inquenz sowie das Restrisiko eines Rückfalls begründen ein öffentliches Interesse ersten Ra nges an der Fernhaltung des Be- schwerdeführers aus der Schweiz. Auch unter Berücksichtigung von Art. 121 Abs. 3 lit. a BV ist von einem gewichtigen öffentlichen Fernhalteinteresse a uszugehen. Nach dem Gesagten be- steht ein erhebliches öffentliches Interesse daran, die N iederlassungsbewilligung des Be- schwerdeführers zu widerrufen und ihn aus der Schweiz wegzuweisen. 6.2 Bei der Ermittlung der privaten Interessen des Besch werdeführers am Verbleib in der Schweiz ist ihm zunächst darin zu folgen, dass sich sein Le bensmittelpunkt nach einem Aufent- halt von mittlerweile rund 14 Jahren eindeutig in de r Schweiz befindet und dass er seit seiner Einreise viele soziale Beziehungen zur Schweiz geknüpft hat, die er durch eine Wegweisung zu verlieren droht. Seine Verlobte, seine Eltern, einer seiner beiden Brüder sowie seine Schwester leben hier. Die Schweiz und das hiesige familiäre Umfel d verlassen zu müssen, würde ihn und sein familiäres Umfeld gewiss hart treffen und seine Zuku nftspläne vereiteln, zumal seiner Schweizer Verlobten nicht ohne Weiteres zuzumuten ist, ihm in sein Heimatland zu folgen. Ebenso von Belang ist die Tatsache, dass er über eine feste Arbeitsstelle verfügt, die ihm ne- ben einem gesicherten Einkommen auch berufliche Entwickl ungsperspektiven bietet, die er bei einer Wegweisung verlieren würde. Zusammenfassend ist von einem gewichtigen privaten Inte- resse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz auszugehen. 6.3 Dem genannten öffentlichen Interesse sind die soebe n erwähnten privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Wie ausgeführt wurde, besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Fer nhaltung des Beschwerdeführers. Ihm ist gleichzeitig darin beizupflichten, dass die Niederlassu ngsbewilligung aufgrund seiner langen Aufenthaltsdauer nur mit Zurückhaltung widerrufen wer den soll. Auch wenn es sich bei ihm nicht um einen Ausländer der zweiten Generation handel t, so gilt es trotzdem zu berücksichti- gen, dass er sich seit rund 14 Jahren in der Schweiz aufh ält, wobei er die prägenden Jugend- jahre grossmehrheitlich hier verbracht hat. In Bezug auf seine Person ist schon alleine aufgrund der langen Aufenthaltsdauer von gewichtigen privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz auszugehen. In diesem Zusammenhang darf aber z ugleich nicht ausgeblendet wer- den, dass er bereits kurz nach seiner Einreise und in d en nachfolgenden Jahren regelmässig Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht wiederkehrend mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, w obei bei einer Gesamtbetrachtung ins- besondere aufgrund der Strafurteile aus den Jahren 2 009 und 2012 von einer wiederholten schweren Straffälligkeit auszugehen ist. Bezüglich der I ntegration ist festzuhalten, dass der Be- schwerdeführer fliessend deutsch spricht und beruflich beste ns integriert erscheint, auch wenn er keine Tätigkeit ausübt, die aus wirtschaftlicher ode r arbeitsmarktlicher Sicht einen Aufenthalt rechtfertigt. Seine gesamthafte Integration in der S chweiz kann angesichts der wiederholten Delinquenz gleichwohl nicht als gelungen bezeichnet werd en. Vielmehr scheint es ihm trotz langem Aufenthalt am Verständnis für die hiesige Rechtsordnung zu mangeln. Nach bundesge- richtlicher Rechtsprechung kann eine schlechte Integration eine lange Aufenthaltsdauer denn auch relativieren (vgl. Urteil des BGer 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 3.3.2). Der Beschwer- deführer ist zwar ledig und kinderlos. Dennoch ist bei d er Beurteilung der persönlichen Verhält- nisse nicht ausser Acht zu lassen, dass eine Wegweisung die B eziehung zu seiner Schweizer Verlobten vor eine Belastungsprobe stellen würde, d enn das geplante eheliche Zusammenle- ben in der Schweiz würde dadurch verunmöglicht. Zudem führte eine Wegweisung zur Tren- nung von seinen engsten Familienangehörigen, wovon sein e Mutter besonders betroffen ist, verlöre sie mit ihrem Sohn doch eine wichtige Stütze b ei der Bewältigung des Alltags. Eine Rückkehr in die Türkei wäre unbestreitbar mit persönliche n und wirtschaftlichen Nachteilen für ihn selbst und für ihm nahestehende Personen verbunde n. Trotzdem erscheint sie gesamthaft betrachtet zumutbar, zumal der Beschwerdeführer die Weg weisung aus der Schweiz seinem persönlichen Verhalten zuzuschreiben hat. Weder die Liebe zu seiner Verlobten noch die Un- terstützungsbedürftigkeit seiner Mutter haben ihn den n auch davon abgehalten, schwere Straf- taten zu begehen. Dass eine gemischt-kulturelle Ehe gen erell nirgends in der Türkei gelebt werden kann, wie der Beschwerdeführer pauschal behaupte t aber lediglich mittels zwei Inter- netausdrucken mit Berichten über religiöse Unruhen in einem alevitischen Dorf untermauert, vermag auch bei unterstellter Richtigkeit dieser Tatsache ndarstellung an der Einschätzung nichts zu ändern. Neben dem Zusammenleben in der Türkei bestehen nämlich Alternativen zur Aufrechterhaltung der Verbindung, so ist die Beziehun gspflege auch mittels gegenseitigen Be- suchen und telefonischen oder elektronischen Kontakten m öglich. Eine Übersiedlung in die Türkei wäre für den Beschwerdeführer weiter fraglos mi t anfänglichen Schwierigkeiten verbun- den. Indessen wäre er nicht völlig auf sich allein gest ellt, leben doch drei Onkel sowie sein äl- tester Bruder mit dessen Familie im Land. Auch wenn der Kontakt mit diesen Familienangehöri- gen gemäss seinen Angaben nicht mehr eng ist, so dürften sie ihm doch bei der Wiedereinglie- derung behilflich sein. Der Beschwerdeführer kennt sein Heimatland mittlerweile bloss noch von Ferienaufenthalten; es kann aber trotzdem davon ausgeg angen werden, dass ihm die dortigen kulturellen und sozialen Gepflogenheiten nicht völlig unbekannt sind. Er ist weiter jung, gesund und spricht die türkische Sprache. Seine solide Berufsausbildung als Handwerker wird ihm auch in der Türkei den beruflichen Einstieg erleichtern. E iner Rückkehr stehen somit keine ernsthaf- ten Hindernisse im Weg. Dass der Beschwerdeführer ethnische r Kurde ist und in der Türkei eventuell Militärdienst leisten muss, steht dieser Beur teilung nicht entgegen. Es ist zwar be- kannt, dass während des Militärdienstes Schikanen von Seite n türkischer Kameraden und Vor- gesetzten gegen Kurden vorkommen können, Fälle extralega ler Tötungen während des Militär- dienstes sind entgegen den unbelegten Behauptungen de s Beschwerdeführers jedoch seit mehreren Jahren nicht mehr bekannt geworden. Überdies ist die Wahrscheinlichkeit, dass kur- dische Soldaten während des obligatorischen Militärdienst es gegen Angehörige ihrer eigenen Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ethnie eingesetzt werden, gering (vgl. zum Ganzen Urte il des BVGer D-6357/2012 vom 20. März 2013). Auch gemäss der bundesgerichtlichen Recht sprechung macht die Möglichkeit, in der Türkei als Kurde zum Militärdienst eingezogen zu werden, die Wegweisung nicht unzu- mutbar (vgl. Urteil des BGer 2C_66/2009 vom 1. Mai 200 9 E. 3.3). Auch wenn die Wegweisung den Beschwerdeführer empfindlich trifft, so erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilli- gung angesichts der schweren und wiederholten Delinque nz und des dadurch entsprechend gewichtigen öffentlichen Sicherheitsbedürfnisses im Ergebnis trotz der langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz als verhältnismässig. 6.4 Bei der gegebenen Interessenlage waren die Vorinst anzen vorliegend auch nicht ge- halten, aus Gründen der Verhältnismässigkeit anstelle des Widerrufs der Niederlassungsbewil- ligung und der Wegweisung eine mildere Massnahme anzuordnen. Als solche sieht das Gesetz ohnehin einzig die Androhung des Widerrufs vor (Art. 96 Abs. 2 AuG; vgl. Z ÜND /A RQUINT , a.a.O., Rz. 8.31 und 8.36). Nachdem das AfM mit Schreib en vom 13. April 2010 bereits einmal eine solche Androhung ausgesprochen hatte, ohne dass sie irgendeinen erkennbaren Effekt auf den Beschwerdeführer zeitigte, erwiese sich eine erneute Verwarnung nicht als taugliches Mittel zur Verwirklichung der öffentlichen Sicherheitsinteressen. Als milderes Mittel ausgeschlossen ist sodann entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Ansicht die eventualiter beantragte Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Auch wenn es sich beim Widerruf der Niederlassungs- bewilligung im Sinne von Art. 63 AuG im Unterschied z ur altrechtlichen Ausweisung nicht zu- gleich um eine Entfernungs- und Fernhaltemassnahme h andelt, welche per se im Widerspruch zur Erteilung einer Anwesenheitsbewilligung stünde, g eht es gemäss der ständigen Praxis des Bundesgerichts nicht an, beim Vorliegen eines Widerrufsg rundes, welcher alle Bewilligungsar- ten betrifft, den fremdenpolizeilichen Status vom Nied ergelassenen zum Aufenthalter zu än- dern. Wenn der Beschwerdeführer einen Widerrufsgrund gesetzt hat und der Widerruf verhält- nismässig ist, dann sind nämlich auch die Voraussetzungen zu r Erteilung einer Aufenthaltsbe- willigung nicht erfüllt (Urteil des BGer 2C_268/2011 vom 22. Juli 2011 E. 7.2; Urteil des BGer 2C_254/2010 vom 15. Juli 2010 E. 4.3; jeweils mit weit eren Hinweisen). Entgegen der Auffas- sung des Beschwerdeführers ist diese klare Praxis auch beim vo rliegend zur Anwendung kom- menden Widerrufsgrund von Art. 63 AuG i.V.m. Art. 62 lit. b AuG einschlägig (vgl. z.B. Urteil des BGer 2C_339/2013 vom 18. Juli 2013 E. 4; Urteil des BGer 2C_1068/2012 vom 11. Februar 2013). Der Eventualantrag auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ist somit abzuweisen. 7. Zusammengefasst erweist sich der Widerruf der Niederl assungsbewilligung des Be- schwerdeführers und seine Wegweisung aus der Schweiz als ve rhältnismässig. Der Regie- rungsrat hat entsprechend den rechtlichen Anforderunge n die öffentlichen Interessen, die per- sönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration i m Rahmen einer umfassenden Interes- senabwägung berücksichtigt. Anhaltspunkte dafür, dass er d as ihm zustehende Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hätte, bestehen ausserdem kein e. Der Widerruf der Niederlassungs- bewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz erfolgten nach dem Gesagten zu Recht, was zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerde führt. 8. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- dem unterlegenen Beschwerde- führer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenv orschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- zu verrechnen. Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teil weise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die Parteikosten sind demzufolge wettzuschlagen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft dieses Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 10. Dezember 2013 Beschw erde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 2C_1166/2013) erhoben.