B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3592/2014 U r t e i l v o m 3 0 . S e p t e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiberin Christa Grünig. Parteien A._______, geboren (…), Thailand, vertreten durch Samuel Häberli, Freiplatzaktion Zürich, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 27. Mai 2014 / N (…). D-3592/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein Staatsangehöriger von Thailand – reichte am (…) in Begleitung eines malaysischen Parlamentariers und einer Vertrete- rin einer malaysischen Hilfsorganisation in der Schweizer Botschaft in B._______ ein Asylgesuch ein. Mit Schreiben vom (…) übermittelte die Botschaft das Gesuch des Beschwerdeführers an das BFM. Zur Begründung seines Asylgesuchs reichte der B eschwerdeführer eine (…)- bzw. (…)-seitige " Asylum Declaration" (Datum pdf -Datei: (…) bzw. […]) sowie ein als "Asyl Proposal" betiteltes Dokument ein und machte im Wesentlichen geltend, aus C._______ zu stammen , an der D._______ University (Angabe Studium) studiert und als (Angabe Berufe) gearbeitet zu haben. Seiner Homepage (…) ist zu entnehmen, dass er sich auch als Reisefotograf bezeichnet, durch Länder reise und dadurch Kollektionen von Photographien unter anderem aus (Angabe der verschiedenen Lä n- der) entstanden seien. Nach dem Militärputsch im Jahr 2006 habe er auf- grund der politischen Krise unter dem Pseudonym "E._______" begon- nen, Artikel in verschiedenen Webforen (Angabe der Webforen) zu veröf- fentlichen, welche seine Meinung in Bezug auf das politische System in Thailand wiedergeben würden. Er habe sich zur Regierung sowie zur Monarchie in Thailand kritisch geäussert und (Angabe der Handlung) auf die Internetforen geladen. Politisch habe er nicht einer Par tei angehört, habe jedoch mit der Bewegung der (…) sympathisiert. Am (…) sei er vom (…) auf offener Strasse nahe seines Wohnortes verhaftet worden. Er sei gefragt worden, ob er E._______ sei, was er bejaht habe. Ohne Durchsu- chungsbefehl sei anschliessend eine Hausdurchsuchung bei ihm zu Hau- se durchgeführt worden. Dabei seien ihm gehörende Gegenstände (…) beschlagnahmt worden. Er sei festgenommen und ohne Beigabe einer Rechtsvertretung durch (…) in dessen Hauptquartier insbesondere zur Lèse-Majesté befragt worden. Auch sei er aufgefordert worden, verschi e- dene Artikel als seine eigenen zu bestätigen. Schliesslich sei er unter der Auflage, sich für weitere Vorladungen bereit zu halten, freigelassen und die beschlagnahmten Gegenstände seien ihm zurückgegeben wo rden. Aus Angst vor Verfolgung, wegen der Beschneidung der Meinungs - und Pressefreiheit sowie aus Angst vor einem unfairen Gerichtsverfahren und einer unverhältnismässigen Strafe habe er sich für eine Flucht aus Thai- land entschieden. Aufgrund der Lèse-Majesté-Gesetze drohe ihm gemäss Art. 112 des thailändischen Strafgesetzbuches eine Gefängnisstrafe von drei bis fünfzehn Jahren. Seit seiner Ausreise am (…) seien (Angabe der D-3592/2014 Seite 3 Personen) nach seinem Aufenthalt befragt worden. Er wisse nicht, ob die thailändischen Behörden einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hätten, da dies oftmals ein geheimer Prozess sei. Er habe sich nach seiner Ausreise nach Malaysia begeben, danach für (…) Monate nach F._______, wo es Büros des Amtes des Hohen Kommissars der Vereinten Nation en für Flüchtlinge (UNHCR) gebe. Nach Ablauf seines Visums sei er nach G._______ und danach erneut nach F._______ für weitere (…) Monate gegangen. Dort sei er (…) Mal durch das UNHCR befragt worden, wobei ihm dieses am (…) einen Brief ausgestellt habe, nach welchem er "under consideration by UNHCR" sei. Das UNHCR habe ihm gesagt, dass, auch wenn er einen Flüchtlingsstatus erhalten würde, F._______ diesen nicht anerkenne, er in F._______ nach Ablauf seines Visums illegal leben wür- de und es schwierig sein werde, ihn in einem Drittland zu platzieren. Bis heute habe er keinen Flüchtlingsstatus vom UNHCR erhalten. Bei einer Rückkehr nach Thailand würden ihm weitere Festnahmen und Anklagen drohen, da er bereits die Lèse-Majesté-Gesetze gebrochen habe, indem er seine Meinung zur politischen Situation und zur Monarchie Thailands ausgedrückt habe. Am (…) habe ihm (…) eine E-Mail geschickt, in we l- cher sie ihm berichtet habe, dass am (…) die Polizei sie ange rufen und gesagt habe, sie wolle sein Haus durchsuchen. Sie habe sich geweigert, worauf die Polizei sein Haus ohne Erlaubnis durchsucht ha be. Der B e- schwerdeführer führte in seiner "A sylum Declaration " unter dem Punkt "The helps I am seeking for" auf, sein alter Pass werde am (…) ablaufen. Danach besitze er keine re chtsgenüglichen Ausweise mehr und könne nicht mehr als freier Bürger Länder dieser Welt berei sen. Aus offensichtli- chen Gründen könne er diese Hilfe jedoch nicht von der thailändischen Botschaft in einem ausländischen La nd erhalten. Er brauche dringend Asyl in irgendeinem zivilen Land und wäre dort gerne ein rechtmässiger Einwohner, damit er dort einfach leben und sich seinen Lebensunterhalt verdienen könne. Für weitere Details wird auf die Akten verwiesen. B. Mit Schreiben vom (…) an den Beschwerdeführer führte das BFM aus, dass der Sachverhalt seines Falles anhand der eingereichten Unterlagen als erstellt betrachte t werde . Nach Prüfung der Akten beabsichtige das BFM, das Asylgesuch des Beschwerdeführers abzuleh nen, da er d en Schutz durch die Schweiz nicht benötige, weil er sich in Malaysia an das UNHCR wenden könne. Die malaysischen Behörden würden keine Pe r- sonen ausschaffen, die sich unter dem Schutz des UNHCR befänden. Ihm werde die Möglichkeit geboten, seinen Standpunkt schriftlich bei der schweizerischen Botschaft in C._______ einzureichen. D-3592/2014 Seite 4 C. Durch die inzwischen mandatierte Rechtsvertretung liess der Beschwe r- deführer mit Schreiben vom (…) und unter Verweis auf verschiedene Quellen im Wesentlichen ausführen, die malaysische Regierung ane r- kenne keine Asylsuchenden als Flüchtlinge, da Malaysia weder die Ge n- fer Flüchtlingskonvention ratifiziert noch diesbezüglich nationale Gesetze erlassen habe. Zwar gebe es eine Kooperation mit dem UNHCR, diese allgemeine Kooperation zwischen den malaysischen Behörden und dem UNHCR sei jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht ausre i- chend genug, um den effektiven Schutz des Beschwerdeführers vor Ve r- folgung zu gewährleisten, weshalb er den Schutz durch die Schweiz b e- nötige. Es gebe klare Hinweise, dass die malaysischen Behörden von i h- rer allgemeinen Bereitschaft zur Kooperation mit dem UNHCR abzuwe i- chen bereit seien, wenn zwischenstaatliche I nteressen auf dem Spiel stünden. So seien beispielsweise im Jahr 2006 131 muslimische T hais und im Jahr 2009 146 Burmesen an Thailand ausgeliefert worden . Am 2. September 2011 habe Amnesty International gemeldet, dass Malaysia am 6. August 2011 elf Chinesen uigurischer Herkunft trotz UNHCR-Karte nach China deportiert habe. In Bezug auf die weiteren Details wird auf die Akten verwiesen. Mit Schreiben vom (…) liess der Beschwerdeführer neben weiteren Me- dienberichten zur aktuellen Entwicklung der Press efreiheit in Tha iland sowie zur Praxis betreffend Lèse-Majesté auch ein Unterstützungsschrei- ben der (Angabe Organisation) einreichen. Mit Schreiben vom (…) legte er einen Internet-Artikel vom (…) ins Recht und erkundigte sich nach dem aktuellen Verfahrensstand. Bezüglich weiterer Einzelheiten wird auf die Akten verwiesen. D. Das BFM teilte daraufhi n dem Rechtsvertreter mit Schreiben vom (…) mit, dass das Verfahren weiterhin hängig sei. Ausserdem sei bei der Durchsicht des Dossiers festgestellt worden, dass dem Asylgesuch ledig- lich ausgewählte Seiten des Passes des Beschwerdeführers beigelegt worden seien. Unter Bezugnahme auf Art. 8 AsylG (SR 142.31), welcher den Beschwerdeführer zur Mitwirkung verpflichte, wurde dieser aufgefor- dert, Kopien aller Seiten des Passes einzureichen. Dieser Aufforderung entsprach der Beschwerdeführer mit Schreiben vom (…) und wies zugleich auf die jüngste Politik Malaysias hinsichtlich D e- portationen hin, wobei der diesbezügliche Bericht beigelegt wurde. D-3592/2014 Seite 5 Mit Schreiben vom (…) liess der Beschwerdeführer Kopien vorhandener Unterlagen des UNHCR -Asylverfahrens in Malaysia einrei chen und wies darauf hin, dass ein Asylentscheid weiterhin ausstehe. Mit Eingabe vom (…) liess der Beschwerdeführer weitere Unterlagen zu den Akten reichen. So legte er ein Schreiben vom (…) der "(Angabe O r- ganisation)" ins Recht , in welchem das UNHCR dring end gebeten wi rd, sich des Falles des Beschwerdeführers anzunehmen. Im Weiteren wurde eine E-Mail von H._______, einer Vertreterin einer Unterstützungsgruppe für thailändische Asylbewerber (…) vom (…) eingereicht, in welchem sie I._______, einen Mitarbeite r (Angabe Organisation), um Aufklärung über (…) betreffend Thailand, insbesondere betreffend Lèse-Majesté, bittet . Mit E-Mail vom (…) berichtet K._______ (Angabe Organisation) von ei- nem Treffen mit H._______, welche zusammen mit L._______ ( Men- schenrechtsaktivist) den (…)-Verantwortlichen, I._______, getroffen habe. In der E -Mail sind Gesprächsnotizen von diesem Treffen aufgeführt. So- dann wurde besagter Eingabe ein Mailverkehr vom (…) zwischen dem Rechtsvertreter und M._______, der Nachfolgerin von I._______, beige- legt. Am (…) wurde eine an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers g e- richtete E-Mail von L._______ eingereicht. Bezüglich Details der verschiedenen Eingaben wird auf die Akten verwie- sen. E. Am (…) wurde der Beschwerdeführer auf der Schweizer Botschaft in B._______ nach vorgängiger Informierung seines Rechtsvertreters zu seinen Asylgründen befragt. Dabei verwies der Beschwerdeführer auf be- reits gemachte Ausführungen und brachte zusätzlich im Wesentlichen vor, vom (…) bis (…) mindestens (…) Artikel geschrieben zu haben. Im (…) seien seine Websites geschlossen worden und er sei nach seiner Fes t- nahme jeden (…) von der Polizei angerufen und gefragt worden, ob er das Internet noch benutze. Er sei entlasse n worden, da er versprochen habe, von nun an eine gute Person zu sein und alles zu erklären. Die P o- lizisten hätten nach seiner Entlassung gesehen, dass seine Mutter ein königsrosa Hemd trage, was als respektvoll gegenüber de r Königsfamilie gelte. Sie hätte n auch gesehen, dass er der Mittelschicht angehöre und die Gegend, wo er wohne , wahrscheinlich nicht verlassen werde. Sein Pass sei nicht eingezogen worden. Ausgereist sei er legal nach Malaysia. D-3592/2014 Seite 6 Er habe bisher nicht wirklich versucht, in einem Drittland Schutz zu s u- chen, er reise einfach als Tourist zwischen verschiedenen Ländern (…) hin und her . In Asien würde kein Land seinen Asyl grund – nämlich die Verletzung seiner Meinungsäusserungsfreiheit – akzeptieren, weshalb ihm (Angabe der Organisation) in N._______ empfohlen habe, in der Schweiz um Asyl nachzusuchen. Im Weiteren habe er auch nie versucht, einen permanenten Status in Asien zu erhalten, da ihm gesagt worden sei, es sei zu kompliziert und die Behörden würden sich über ihn im Hei- matland informieren. Er habe im Ausland nur einmal Probleme gehabt, als ihn die malaysischen Behörden gefragt h ätten, wieso er so oft zw i- schen den verschiedenen Ländern hin- und herreise und wie er für seinen Lebensunterhalt aufkomme. In Kambodscha habe er einen politischen Freund namens O._______, welcher auch als thailändischer Staatsange- höriger geflüchtet sei. Dieser habe einen illegalen Status in Kambodscha. Der Beschwerdeführer reichte im Weiteren einen neuen thailändischen Pass, gültig von (…) bis (…), ein. Er führte dazu aus, er habe diesen auf der thailändischen Botschaft in Kambodscha beantragt und ihn in der Folge überraschend erhalten. Wahrscheinlich hätten die Behörden seine Vergangenheit in Thailand übersehen. Zur Untermauerung seiner Aussagen reichte der Beschwerdeführer unter anderem Aussagen seiner Familienangehörigen, eine CD mit Aufnahmen seiner Festnahme, verschiedene Fotos, Chat-Auszüge, verschiedene Zei- tungsartikel und Berichte über Lèse-Majesté und die Rückführungspraxis von Malaysia, Unterlag en von (…) sowie verschiedene Bestätigung s- schreiben ein. Diese Dokumente wurden zusammen mit dem Befragungsprotokoll am (…) von der Botschaft an das BFM übermittelt. F. Mit Verfügung vom 27. Mai 2014 – eröffnet am 28. Mai 2014 – lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und verweigerte d essen Einreise in die Schweiz. G. Mit Eingabe vom 26. Juni 2014 liess der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertretung gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsg e- richt Beschwerde erheben und beantragte die Aufhebung der angefoc h- tenen Verfügung und die Bewilligung der Einreise in die Schweiz zur Durchführung des ordentlichen Asylverfahrens. In prozessualer Hinsicht D-3592/2014 Seite 7 ersuchte er um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses s o- wie um Erlass der Verfahrenskosten. Auf die Beschwerdebegründung wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig fü r die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG. Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhal ts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.4 Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wu r- den unter anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asy l- gesuchen aus de m Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen ha l- ten jedoch fest, dass für die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änd e- rung vom 28. September 2012 gestellten Gesuche die massgeblichen Ar- tikel (Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fas- sung anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bishe-D-3592/2014 Seite 8 rigen Bestimmungen betreffend das Auslandverfahren anzuwenden. 2. 2.1 Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 Abs. 1 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die e s mit einem B e- richt an das Bundesamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsic htlich des Verfah rens bei der s chweizerischen Vertretung im Ausland sieht aArt. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfr a- gen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt. Davon kann nur abgewichen werden, wenn eine Befragung faktisch oder aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen unmöglich ist, oder wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 367 f.). Ist eine Befragung im Aus- land nicht möglich, ist die asylsuchende Person aufzufordern, ihre Asy l- gründe schriftlich festzuhalten (aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das BFM hat den Verzicht auf eine Befragung im Ausland in der Verfügung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 368). 2.2 Vorliegend wurde der Beschwerdeführer von der Schweizer Vertr e- tung in B._______ am (…) entsprechend der zu beachtenden Besti m- mungen zu seinen Asylgründen befragt und die Akten wurden am (…) von der Schweizer Vertretung in C._______ dem BFM übermittelt. 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nac hteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Begründete Furcht vor künftigen staatlichen Verfolgungsmassnahmen ist dann im Sinne von Art. 3 AsylG asylrelevant, wenn glaubhaft gemacht wird, dass begründ e- ter Anlass zur Annahme besteht, die Verfolgung werde sich mit beachtl i- cher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen. 3.2 Nach aArt. 20 Abs. 2 und 3 AsylG ist die Einreise in die Schweiz zu bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit D-3592/2014 Seite 9 aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaubhaft gemacht wird, das heisst im Hinblick auf die Anerkennung als Fl üchtling und die Asylgewäh- rung, oder aber wenn für die Dauer der näheren Abklärung des Sachve r- halts ein weiterer Aufenthalt im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise in einen Drittstaat nicht zumutbar erscheint (BVGE 2007/19 E. 3.2 S. 224). 3.3 Die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung sind grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die B e- ziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und obje k- tive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtl i- chen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu zi e- hen. Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachve r- haltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126). 3.4 Kann einer asylsuchenden Person, die sich im Ausland befindet, z u- gemutet werden, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen, so stellt dies einen Asylausschlussgrund dar (aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Hält sich eine asylsuchende Person in einem Drittstaat auf, ist im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, die betreffende Person habe in diesem Drittstaat bereits Schutz vor Verfolgung gefunden oder könne ihn dort e r- langen, weshalb auch anzunehmen ist, es sei ihr zuzumuten, dort zu verbleiben beziehungsweise sich dort um Aufnahme zu bemühen. Diese Vermutung kann sich jedoch sowohl in Bezug auf die Schutzgewährung durch den Drittstaat (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize- rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 19 E. 5.1 S. 176 f.) wie auch auf die Zumutbarkeit der Inanspruchnahme des Schutzes im Drit t- staat als unzutreffend erweisen. Es ist deshalb zu prüfe n, ob die asyls u- chende Person im Drittstaat Schutz vor Verfolgung gefunden hat oder e r- langen kann, was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuchs und zur Verweigerung der Einreisebewilligung führt. In jedem Fall sind die Krit e- rien zu prüfen, welche die Zuf luchtnahme in diesem Drittstaat als zumu t- bar erscheinen lassen, und diese sind mit einer allfälligen Beziehungsn ä- he zur Schweiz abzuwägen. Bei dieser Abwägung bildet die besondere D-3592/2014 Seite 10 Beziehungsnähe der asylsuchenden Person zur Schweiz ein zentrales, wenn auch nicht das einzige Kriterium (vgl. BVGE 2011/10 E. 5.1, mit weiteren Hinweisen). Zu berücksichtigen sind ausserdem die Bezi e- hungsnähe zum Drittstaat oder zu anderen Staaten sowie die vorau s- sichtlichen Eingliederungs - und Assimilationsmöglichkeiten in der Schweiz beziehungsweise im Drittstaat oder in anderen Staaten. 4. 4.1 Zur Begründung seines ablehnenden Entscheids führt e das BFM im Wesentlichen aus, aufgrund des vollständig erstellten Sachverhalts könne davon ausgegangen werden, dass keine unmittelbare Gefährdung vorlie- ge, die eine sofortige Einreise als notwendig erscheinen lasse. Es sei aufgrund der Eingaben sowie de r Schilderungen nicht auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer in seinem Heimatland ernstzunehmende Schwierigkeiten habe. Seit seiner Ausreise im Jahr (…) habe er wiede r- holt in Malaysia gelebt, wo er sich beim UNHCR gemeldet und eine Be - stätigung erhalten habe, dass er als Asylbewerber beim UNHCR regis t- riert sei. Gemäss eingereichter E-Mail vom (…) habe er bisher noch nicht als Flüchtling durch das UNHCR anerkannt werden können, da er von e i- nem Land ins nächste Land ziehe, weshalb das UNHCR das Verfahren um Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft jeweils erneut beginne n müsse. Obwohl er sich in den letzten Jahren in Malaysia, Kambodscha, (Angabe der weiteren Länder) aufgehalten habe, habe er sich in keinem dieser Länder um einen geregelten Aufenthaltsstatus bemüht, da es ihm zu kompliziert sei und die jeweiligen Behörde n mit seinem Heimatland kooperieren würden. Diesbezüglich sei festzuhalten, dass es sich dabei um eine Vermutung seinerseits handle, die weder durch konkrete Hinwe i- se noch Dokumente belegt sei. Malaysia sei zwar kein Signatarstaat der Genfer Flüchtlingskonvention, die malaysischen Behörden würden jedoch in der Regel mit dem UNHCR zusammenarbeiten und Flücht linge mit UNHCR-Ausweis aufgrund dieser Dokumente frei lassen, falls sie bei e i- ner gegen illegale Einwanderer gerichteten Razzia festge nommen wü r- den. Im W eiteren habe er die Möglichkeit, sich um Aufnahme in einem südostasiatischen Land zu bemühen. So verfüge er beispielsweise in Kambodscha über ein Beziehungsnetz und habe sich dort schon mehrere Male aufgehalten. Kambodscha habe die Genfer Flüchtlingskonven tion unterschrieben und sei an das Non -Refoulement-Gebot gebunden. Seine Probleme, einen geregelten Aufenthaltsstatus in einem der Staaten in Südostasien zu erhalten, basierten auf dem Umstand, dass er sich in ke i- nem dieser Länder um die konkrete Aufnahme bemüht habe oder zumin- dest die Resultate des UNHCR abgewartet habe. In Abwägung der G e-D-3592/2014 Seite 11 samtumstände und auch in Berücksichtigung der nicht vorhandenen B e- ziehungen zur Schweiz könne zusammenfass end festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer nicht auf den Schutz der Schweiz angewi e- sen sei und keine besonderen Umstände dafür sprechen würden, dass gerade die Schweiz den Schutz zu gewähren ha be. Ein weiterer Verbleib in Malaysia oder einem anderen südostasiatischen Land sei zuzumuten. Für weitere Einzelheiten wird auf die Akten verwiesen. 4.2 Demgegenüber liess der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmittelein- gabe im Wesentlichen ausführen, das BFM verkenne, dass der B e- schwerdeführer als Asylsuchender zweifellos über ein überdurchschnittl i- ches politisches Profil verf üge. Im Verlaufe des erstinstanzlichen Verfa h- rens sei mit mehreren Zeitungsartikel n belegt worden, dass die malays i- schen Behörden imme r wieder trotz Zusammenarbeit mit dem UNHCR unerwünschte Personen in andere Staaten deportierten, wenn diese da r- um ersuchten. Dabei werde insbesondere auf die Deportationen thailä n- discher Muslime nach Thailand, chinesischer Uiguren nach China und e i- nes saudi-arabischen Kolumnisten nach Saudi-Arabien hingewiesen. Zu- dem bestehe eine prekäre rechtliche und soziale Situation von Asyls u- chenden und Migranten in Malaysia und die diplomatischen Beziehungen zwischen Thailand und Malaysia seien ausgeweitet worden. Mit Eingabe vom (…) sei konkret am Beispiel des Beschwerdeführers belegt worde n, dass ein weiterer Aufenthalt für diesen in Malaysia ein Sicherheitsrisiko darstelle. In besagter Eingabe seien Notizen zu den (inoffiziellen) Äuss e- rungen von I._______, die anlässlich eines Gesprächs zwischen Vertr e- tern von malaysischen und thailändisch en Menschenrechtsorganisati o- nen und I._______ am (…) in P ._______ gemacht worden seien, eing e- reicht worden. Die Vertrauenswürdigkeit dieser Notizen stehe ausser Fra- ge. I._______ habe festgestellt, dass (Angabe der Organisation und de- ren Vorgehen). Aufgrund der jüngsten politischen Ereignisse in Thailand, de s politischen Profils des Beschwerdeführers sowie der unberechenbaren Flüchtling s- politik des malaysischen Staates bestünden zweifellos konkrete Anhalt s- punkte, dass die Sicherheit des Beschwerdeführers in Malaysia nicht aus- reichend gewährleistet sei und ihm eine Deportation nach Thailand drohe. Diese Umstände würden sich wesentlich von denjenigen im Verfahren D-4173/2013 unterscheiden, da es eben doch relevant sei, dass Malaysia die Genfer Flüchtlingskonvention nicht unterzeichnet habe und sich somit, auch wenn die Behörden "in der Regel" mit dem UNHCR zusammena r- beiten würden, nicht an das Non -Refoulement-Prinzip halten müsse. Das D-3592/2014 Seite 12 Sicherheitsrisiko sei zu gross, als dass mit ausreichender Gewissheit b e- hauptet werden könne, der weitere Aufenthalt des Beschwerdeführers in Malaysia sei zumutbar. Hinsichtlich der Möglichkeit , in einem anderen südostasiatischen Land um Schutz zu ersuchen, sei darauf hinzuweisen, dass die umliegenden Staaten von Malaysia keinen au sreichenden, mit dem Gebot des Non- Refoulement-Prinzips zu vereinbarenden Schutz für Flüchtlinge gewähren würden. Die dortige Schutzsuche sei deshalb für den Beschwerdeführer in keiner Weise zumutbar. Dies gestehe auch implizit das BFM ein, indem es auf die Sicherheitslage für Flüchtlinge in jenen Ländern nicht weiter eingehe. Das Asylsystem von Kambodscha, dem einzigen Land im südostasiat i- schen Raum, das die Genfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet habe, stecke gemäss jüngste m Bericht des US Department of State zur Me n- schenrechtslage in Kambodscha noch in den Kinderschuhen mit entspre- chenden Schwierigkeiten und Wartezeiten. Zudem seien in jüngster Ve r- gangenheit auch Deportationen von anerkannten Flüchtlingen gemeldet worden. Aufgrund der jüngsten politi schen Ereignissen in Thailand, de s politischen Profil s des Beschwerdeführers sowie der grossen Wah r- scheinlichkeit, dass die thailändischen Militärbehörden ein Auslieferung s- gesuch an umliegende Staaten, in denen sich die (jüngst) verurteilten Personen aufh ielten, stellen würden, könne deshalb auch Kambodscha für den Beschwerdeführer nicht als ausreichend sicher bewertet werden. Zusammengefasst könne somit nicht mit ausreichender Gewissheit da r- auf geschlossen werden, eine Zufluchtnahme des Beschwerdeführers in Malaysia oder Kambodscha sei zumutbar. Die besonderen Umstände würden sodann die verhältnismässig geringe Beziehungsnähe zu r Schweiz aufwiegen. Der Beschwerdeführer dürfte aufgrund seiner Qualifi- kationen erhöhte Integrationschancen in der Schweiz haben und ausser- dem verfüge er über gute Kontakte zur Schweizer Nichtregierungsorgani- sation "Q._______". Für weitere Einzelheiten wird auf die Beschwerdeeingabe in den Akten verwiesen. 5. 5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach eingehender Prüfung der Akten in Übereinstimmung mit dem BFM zum Schluss, dass es dem D-3592/2014 Seite 13 Beschwerdeführer zuzumuten ist, in einem südostasiatische n Land zu verbleiben und er den zusätzlichen Schutz der Schweiz gemäss aArt. 52 Abs. 2 AsylG nicht benötigt. 5.2 Vorliegend ist festzustellen, dass a ufgrund der Aussagen des B e- schwerdeführers nicht davon auszugehen ist, dieser habe sich bisher ernsthaft um Schutz beziehungsweise um einen permanenten Aufen t- haltsstatus bemüht. Der Beschwerdeführer äusserte sich an seiner B e- fragung vom (…) dahingehend, e r habe bisher noch nicht wirklich ver- sucht, in einem Drittland Schutz zu finden, er reise einfach als Tourist zwischen verschiedenen Ländern hin und her. Den Akten zufolge sprach er beim UNHCR mehrere Male vor, doch hat dieses ihn bisher nicht als Flüchtling anerkannt. Die Erlangung eines permanenten Aufenthaltsstatus scheiterte an der Meinung des Beschwerdeführers, wonach ihm gesagt worden sei, das Verfahren sei zu kompliziert und di e jeweiligen asiat i- schen Länder würden sich bei seinem Heimatland über ihn erkundigen . Wie das BFM korrekt festgestellt hat, basieren diese Befürchtungen ledig- lich auf Vermutungen des Beschwerdeführers und sind nicht durch ko n- krete Hinweise oder Dokumente belegt. Es ist nicht ersichtlich, weshalb es nun gerade die Schweiz sein soll, die ihm den erforderlichen Schutz zu gewähren hat, zumal er eigenen Aussagen zufolge bislang noch gar nicht wirklich versucht hat, in einem Drittland Schutz zu suchen , und es vo r- zieht, zwischen verschiedenen Ländern im südostasiatischen Raum hin- und herzureisen. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführerüber ver- schiedene Kontakte und ihn unterstützende Personen im südostasiat i- schen Raum ausweist, dies im Gegensatz zur Schweiz, zu welcher er keine Beziehungsnähe vorweisen kann. Die auf Besc hwerdeebene gel- tend gemachten "guten Kontakte" zu einer Schweizer Nichtregierungso r- ganisation ( Q._______) begründen keine Beziehungsnähe zur Schweiz im Sinne des Gesetzes. 5.3 Dem von (…) bis (…) gültigen Reisepass des Beschwerdeführers ist zu entnehmen, dass er sich seit dem Jahre (…), also auch vor der gel- tend gemachten Verhaftung, mehrfach in verschiedenen Ländern im asia- tischen Raum aufhielt beziehungsweise Visa erhielt (Angabe der Länder). Nach dem (…) enthält der Pass weitere Visa und Stempel von (Angabe der Länder), auch ist aufgrund des Reisepas ses mit dem Ausreistempel der thailändischen Behörden (…) davon auszugehen, dass die Ausreise legal erfolgte, was der Beschwerdeführer anlässlich seiner Befragung vom (…) in der Botschaft auch bestätigte. Dem Beschwerdeführer war es demnach möglich, sich jeweils legal in den verschiedenen asiatischen D-3592/2014 Seite 14 Ländern als Tourist aufzuhalten. Das einzige "Problem" mit ausländischen Behörden habe er mit malaysischen Behörden im Jahr (…) zu verzeich- nen gehabt, welche ihn gefragt hätten, wieso er so oft zwischen den ve r- schiedenen Ländern hin- und herreise und wie er für seinen Lebensu n- terhalt aufkomme. Darin ist jedoch keine Gefährdung zu erblicken. Der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer jeweils mit sein em thailändi- schen Pass gegenüber den Behörden von Drittstaaten auswies, legt z u- dem nahe, dass er weiterhin den diplomatischen Schutz der heimatlichen Behörden beanspruchte, was gegen eine Verfolgung spricht (vgl. die nachfolgenden Ausführungen in E. 5.6). 5.4 Seit seiner Ausreise im Jahr (…) lebte der Beschwerdeführer wiede r- holt in Malaysia. Auf Beschwerdeebene wird vorgebracht, dass aufgrund der jüngsten politischen Ereignisse in Thailand, de s Profils des B e- schwerdeführers sowie der unberechenbaren Flüchtlings politik des m a- laysischen Staates zweifellos konkrete Anhaltspunkte bestünden , dass die Sicherheit des Beschwerdeführers in Malaysia nicht ausreichend g e- währleistet sei und ihm eine Deportation nach Thailand drohe. De r mit Eingabe vom (…) eingereichten E-Mail vom (…) von M._______ (Angabe der Organisation) ist dagegen zu entnehmen, dass Malaysia keine abg e- wiesenen Asylbewerber deportiere, da d ie malaysischen Behörden sich dies nicht leisten könnten, solche Personen aber in Administrativhaft nehme. Anerkannte Flüchtlinge könnten sich in Malaysia nicht integrieren, weshalb sie umplatziert werden müssten. Deshalb könne Malaysia nicht als für Flüchtlinge sichere r Staat angesehen werden. Gemäss (Stellung- nahme einer Drittperson), liefere Malaysia Asylsuchende an Thailand aus, falls die thailändischen Behörden von den jeweiligen Aufenthaltsorten der Asylsuchenden erfahren würden (…). Bei dieser Eingabe handelt es sich nicht um eine offizielle Äusserung (Angabe der Organisation) , sondern stellt lediglich einen von e iner Drittperson verfassten Bericht dar. Es li e- gen somit keine konkrete n Hinweise vor, wonach dem Beschwerdeführer persönlich in Malaysia eine aktuelle und konkrete Gefahr der zwangswe i- sen Rückschaffung nach Thailand droht, welche den Schutz durch die Schweiz erfordern würde. Das Gericht hält im Weiteren nach wie vor an seiner Rechtsprechung in Bezug auf Malaysia fest und erachtet auch die Situation für Flüchtlinge in Malaysia als zumutbar (vgl. Urteil D-4173/2013 vom 20. Januar 2014). Dem Beschwerdeführer ist es eigenen Aussagen sogar möglich, auch trotz seiner ständigen Aufenthaltswechsel ein monat- liches Einkommen von (…) USD zu erzielen . Ausserdem verfügt er über Kontakte und ein Netzwerk in Malaysia. So erschien er mit einem mala y- sischen Parlamentarier zur Befragung auf der Bot schaft. Auch ist davon D-3592/2014 Seite 15 auszugehen, dass er durch ein dortiges Hilfswerk unterstützt wird. Auf- grund der Aktenlage ergibt sich somit , dass es dem Beschwerdeführer zuzumuten ist, sich – wenn nötig – weiter in Malaysia aufzuhalten und sich dort um Schutz zu bemühen. Den Akten zufolge lebte der Beschwerdeführer auch in Kambodscha. Auf Beschwerdeebene wird gegen die Sicherheit in Kambodscha ausgeführt, dass dieses zwar das einzige Land in Südostasien sei, welches die Ge n- fer Flüchtlingskon vention unterschrieben habe, jedoch hinsichtlich der Menschenrechtslage noch in den Kinderschuhen stecke. Es würden z u- dem Deportationen von anerkannten Flüchtlingen gemeldet. Vorliegend wurde ebenfalls nicht substantiiert vorgebracht, dass dem Beschwerd e- führer seit seiner Ausreise im Jahr (…), also mithin seit (…) Jahren, kon- kret und aktuell eine Rückführung aus Kambodscha nach Thailand droht. Im Weiteren ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb die thailändischen Militärbehörden erst nach (…) Jahren ein Aus lieferungsgesuch stellen sollten, der Beschwerdeführer aber legal ausreisen konnte und auf der thailändischen Botschaft in Kambodscha einen Reisepass beantragte, der ihm denn auch ausgestellt wurde . Ausserdem ist entgegen de r Aus- führungen auf Beschwerdeebene festzuhalten, dass neben Kambodscha auch die Philippinen im südostasiatischen Raum die Genfer Flüchtling s- konvention unterschrieben haben. In Kambodscha verfügt der Beschwer- deführer ebenfalls über mindestens einen Kontakt, welcher ihn nötigen- falls unterstützen könnte (vgl. act. A29/11 S. 4 Ziff. 6). Es wäre ihm – falls notwendig – somit zumutbar, sich um Schutz in Kambodscha zu bem ü- hen. Vollständigkeitshalber gilt es anzumerken, dass der auf Beschwerdeeb e- ne gezogene Schluss, wonach das BFM implizit eingestehe, dass eine Schutzsuche in anderen südostasiatischen Ländern unzumutbar sei, da es nicht auf die Sicherheitslage für Flüchtlinge in diesen Ländern weiter eingehe, nicht zul ässig ist, da mangels konkreter Begründung des BFM nicht ersichtlich ist, welches die diesbezügliche vorinstanzliche Einschä t- zung ist. 5.5 Der Beschwerdeführer liess unter Verweis auf verschiedene Artikel ausführen, dass sich mit den jüngsten politischen Verhältnissen in Tha i- land die Situation für ihn deutlich verschärft habe. Neuesten Berichterstat- tungen sei zu entnehmen, dass der vom Militär eingesetzten (…) massiv gegen die Presse - und Meinungsäusserungsfreiheit vorgehe bezie- hungsweise jegliche Kritik gegenüber dem Kö nig unterbinden wolle. Zu-D-3592/2014 Seite 16 dem wolle die Militärregierung gegen jegliche Personen vorgehen, welche der Lèse-Majesté verdächtigt oder angeklagt seien, und diese verurteilen. Diese Massnahme würde auch auf die sich im Ausland befindenden Pe r- sonen ausgeweitet. Konkret sei der Beschwerdeführer in der Webzeitung R._______ auf einer von der Militärregierung veröffentlichten Namensliste von (…) Personen, welche sich (noch) nicht beim (…) gemeldet hätten, namentlich aufgeführt. Auch sei er aus demselben Grund in einem Artikel der Internetzeitung S._______ vom (…) namentlich aufg eführt. Diese beiden Artikel wurden beide am (…) publiziert. Daraus lässt sich entneh- men, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Beschuldigung wegen Lèse-Majesté gesucht werde. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass es bereits zu einer Verurteilung im Falle des Beschwerdeführers kam. Auch ist aufgrund der Aktenlage nicht davon auszugehen, dass den zuständ i- gen thailändischen Behörden der Aufenthaltsort des Beschwerdeführers bekannt ist . Bei den beiden erwähnten Artikeln handelt es sich um am selben Tag publizierte Einträge in einer Internetzeitung . Diese können j e- doch nicht einem internationalen Haftbefehl gleich gesetzt wer den, we s- halb ihre Beweistauglichkeit als gering einzustufen ist. Es ist zudem nicht nachvollziehbar, dass sogar in Anbetracht der geltend gemachte n "Zu- spitzung" der politischen Lage und Ausweitung der angeblichen Suche nach dem Beschwerdeführer bislang eine ernsthafte Schutzsuche in j e- nem Land, in welchem er sich aktuell aufhält, unterblieb und auch seitens des UNHCR b is heute keine Anerkennung des Beschwerdeführers , wel- cher den Akten zufolge bereits am (…) erstmals dort vorsprach, als Flüchtling erfolgte. 5.6 Der Beschwerdeführer verliess eigenen Aussagen zufolge am (…) sein Heimat land, nachdem er wegen Lèse -Majesté f estgenommen wor- den sein soll, um einer ihm drohenden Verurteilung zu entgehen. Trotz- dem liess er sich (…) Jahre später einen Pass jenes Landes ausstellen, dessen Behörden ihn angeblich verfolgen sollen. Es ist daher zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch die Ausstellung und die allfällige Verwen- dung seines Reisepasses den Schutz Thailands geniesst. Diesbezüglich sind die für Art. 1 Bst. C Ziff. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtling e (FK, SR 0.142.30) entwickelten Krite- rien in analoger Weise heranzuziehen. So stellt die Kontaktnahme mit den Behörden des Heimatstaates zwecks Passbeschaffung einen Tatb e- stand dar, der grundsätzlich als "Unterschutzstellung" bezeichnet werden kann (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.3.2; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1998 Nr. 29 E. 3, je m.w.H.). Wenn ein Flüchtling einen Pass des Landes, dessen Staatsa n-D-3592/2014 Seite 17 gehörigkeit er besitzt, beantragt und erhält, so lässt dies dara uf schlies- sen, dass er die Absicht hat, den Schutz des Landes seiner Staatsang e- hörigkeit in Anspruch zu nehmen, es sei denn, er kann Beweise vorbri n- gen, die diese Annahme widerlegen (vgl. UNHCR, Handbuch über Ve r- fahren und Kriterien zur Feststellung der Fl üchtlingseigenschaft, Genf 1979, Neuauflage: UNHCR Österreich 2003, Rz. 121). Dabei mag ein Flüchtling diese Handlung in der Absicht vorgenommen haben, entweder in sein Land zurückzukehren oder den Schutz seines Herkunftslandes in Anspruch zu nehmen, jedoc h weiterhin ausserhalb dieses Landes zu bleiben. Entscheidend ist indessen, dass er mit dem Erhalt eines solchen Dokumentes normalerweise aufhört, ein Flüchtling zu sein (vgl. UNHCR - Handbuch, a.a.O., Rz. 123). Als Unterschutzstellung gelten denn auch nicht nur die tatsächliche Schutzbeanspruchung im Heimatland, sondern auch die Beanspruchung und Benutzung des diplomatischen Schutzes durch Beantragen und Verwenden eines heimatlichen Passes (vgl. WAL- TER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg. ], Auslän- derrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.28; vgl. auch BVGE 2011/28 E. 3.3.2 m.w.H.). Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer am (…) sowie am (…) sich jeweils einen thailändischen Pass ausstellen liess. Beide in Kopie eingereichten Pässe wurden vom "Ministry of Foreign Affairs" au s- gestellt. Es kann aufgrund obiger Erwägungen offenbleiben, ob die Pässe auf einer Botschaft oder in Thailand beantragt beziehungsweise ausge- stellt wurden. Der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer währ end seiner angeblichen Flucht einen Pass von den heimatlichen Behörden ausstellen l iess, lässt vermuten, dass auf seiner Seite keine Furcht vor Verfolgung besteht und auf Seiten des Staates keine Verfolgungsabsicht vorhanden ist, zumal es sich bei einer Pa ssausstellung in der Regel um eine der Flüchtlingseigenschaft zuwiderlaufende Unterschutzstellung i.S. von Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG i.V.m. Art. 1 C Ziff. 1 FK, also eine Ina n- spruchnahme des Schutzes des angeblichen Verfolgungsstaates, han- delt. Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang nicht ge l- tend, er sei gezwungen worden, sich einen Pass ausstellen zu lassen. Seine Erklärung, er habe bei der Ausstellung einfach Glück gehabt und bei den heimatlichen Behörden seien wohl keine Informationen über sei- ne Vergangenheit eingeholt worden, ist unbehelflich, da davon auszug e- hen ist, dass vor der Ausstellung eines Passes der Leumund eines A n- tragsstellers geprüft wird. D-3592/2014 Seite 18 5.7 Der Beschwerdeführer vermochte insgesamt nicht aufzuzeigen, dass er auf die Schutzgew ährung durch die Schweiz angewiesen ist bezi e- hungsweise ihm gerade die Schweiz den erforderlichen Schutz gewähren muss. Der weitere Verbleib in Malaysia, Kambodscha oder einem and e- ren südostasiatischen Land ist ihm – sollte er auf den Schutz eines dieser Länder angewiesen sein – notfalls und nach dem Gesagten zuzumuten . Die eingereichten Beweismittel vermögen an dieser Beurteilung nichts zu ändern, weshalb auf weitere Ausführungen verzichtet werden kann. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefoch tene Verfügung das Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Das BFM hat das Asylgesuch und das Gesuch um Einreise in die Schweiz zu Recht abg e- lehnt. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 7. Der Beschwerdeführer ersuchte um Erlass von Verfahrenskosten. Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Aus der Tatsache, dass sich ex post zeigt, dass der Beschwerdeführer keine prozessualen Erfolgschancen hatte, ergibt sich zwar noch nicht zwingend, dass die B e- schwerde aussichtslos war. Dennoch müssen vorliegend die Gewinnau s- sichten als von allem Anfang an beträchtlich geringer eingestuft werden als die Verlustgefahren und können gar als kaum ernsthaft bezeichnet werden. Dies bedeutet nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung, dass der Streitfall als aussichtslos zu bezeichnen ist. Deshalb ist das ge stellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung abzuweisen. Aus verwaltungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 letzter Satz VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Feb- ruar 2008 über die Kosten und Entschädigung en vor dem Bundesverwal- tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erh e- bung von Verfahrenskosten zu verzichten. Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird mit vorliegendem Urteil gegenstandslos. D-3592/2014 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Si n- ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die schweize- rische Vertretung in Bangkok. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Christa Grünig Versand: