Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. Oktober 2015 (725 13 301 / 268) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Natürliche und adäquate Unfallkausalität, Zeitpunkt des Fallabschlusses, Gerichtsgut- achten. Wurde der versicherten Person vor Fallabschluss zu Unrecht eine zweckmässige Heilbehandlung verweigert, ist es angemessen, diese nachträglich zu gewähren. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Sebastian Laubscher , Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG , Bunde s- gasse 35, Postfach, 3001 Bern, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen (90.11.014111) A. Der 1974 geborene A.____ war ab 1. Februar 2011 bei der B.____ AG als Pferdepfle- ger angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Sc hweizerischen Mobiliar Versicherungsgesell- schaft AG (Mobiliar) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versi- chert. Am 4. April 2011 verunfallte A.____, als er beim Überqueren einer Strasse auf dem Fussgängerstreifen von einem Personenwagen angefahren wurde. Dabei erlitt er eine Deckplat- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tenkompressionsfraktur des Brustwirbelkörpers (BWK) 11, ei n leichtes Schädel-Hirn-Trauma, eine Schulterkontusion rechts sowie multiple Schürfwunde n. Nachdem die Mobiliar nach Ein- gang der Unfallmeldung die gesetzlichen Leistungen (He ilbehandlung, Taggelder) erbracht hat- te, stellte sie die Leistungen mit Verfügung vom 3. Juni 2013 per 30. Juni 2013 ein. Zur Begrün- dung führte sie im Wesentlichen aus, dass die anhaltend en Beschwerden des Versicherten kei- ner somatischen Grundlage zugeordnet werden könnten und in keinem Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 4. April 2011 stünden. Daran hielt die Mobiliar auf Einsprache hin mit Ent- scheid vom 16. September 2013 fest. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durch Advokat Sebastian Laubscher, am 16. Oktober 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abt eilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der ange fochtene Einspracheentscheid aufzuhe- ben und es seien ihm auch nach dem 30. Juni 2013 Tagge ld- und Heilbehandlungsleistungen auszurichten. Die Sache sei zur Vornahme ergänzender Ab klärungen an die Beschwerdegeg- nerin zurückzuweisen. Danach sei über die Zusprache ei ner Rente und einer Integritätsent- schädigung zu entscheiden. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei der Be- schwerde gegen die Verfügung vom 3. Juni 2013 und den Einspracheentscheid vom 16. September 2013 die aufschiebende Wirkung zu erteil en und es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege mit dem unterzeichneten Advokat als Rechtsver treter zu bewilligen. Zur Begrün- dung brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass auf das von der Beschwerde- gegnerin eingeholte polydisziplinäre Gutachten der Gut achterstelle C.____ vom 28. August 2012 nicht abgestellt werden könne. C. Mit Verfügung vom 30. Oktober 2013 wurde dem Beschwe rdeführer die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Sebastian Laubscher als Rechtsvertreter bewilligt. D. Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 8. November 2013 dazu Stellung genommen hatte, wurde der vom Beschwerdeführer gestellte und mit Eingabe vom 28. Oktober 2013 näher begründete Antrag auf Wiederherstellung d er aufschiebenden Wirkung mit Verfü- gung vom 4. Dezember 2013 abgewiesen. E. In ihrer Vernehmlassung vom 11. Dezember 2013 schl oss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 6. Februar 2014 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der An gelegenheit gestützt auf die medizini- sche Aktenlage nicht möglich sei. Das Gutachten der Gutach terstelle C.____ erweise sich ins- besondere in Bezug auf die geklagten Schulterbeschwerde n als unschlüssig und teilweise wi- dersprüchlich. Auch betreffend die geklagten Rückenschmer zen seien die von den Gutachtern gezogenen Schlussfolgerungen nicht ohne weiteres nachvollziehbar. Es fänden sich widerspre- chende Aussagen der unterschiedlichen Gutachter. Neben de n orthopädischen und neurologi- schen Fragestellungen bestünde aufgrund der Ausführung en des behandelnden Psychiaters auch aus psychiatrischer Sicht weiterer Abklärungsbedarf. D as Kantonsgericht beschloss des- halb, den Fall auszustellen und ein psychiatrisches Gerichts gutachten einzuholen. Als Begut- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht achtungsstelle wurde die Gutachterstelle D.____ bestimmt . Den Parteien wurde Gelegenheit gegeben, zum vorgesehenen Gutachtensauftrag Stellung zu nehmen. Gleichzeitig unterbreitete das Gericht den Parteien den vorgesehenen Fragekatalog. G. Mit Eingabe vom 18. März 2014 schlug die Beschwerdeg egnerin diverse Korrekturen des Fragekataloges vor. Der Beschwerdeführer verzichtete mit Eingabe vom 14. April 2014 auf die Einreichung einer Stellungnahme und auf Ergänzun gsfragen. Mit Schreiben vom 13. Mai 2014 wurde die Gutachterstelle D.____ mit der orthop ädischen, neurologischen und psychiatri- schen Begutachtung des Beschwerdeführers beauftragt. H. Am 9. Februar 2015 ging das in Auftrag gegebene G erichtsgutachten ein. Die Parteien erhielten in der Folge Gelegenheit, sich zum Inhalt d es Gutachtens und zur Frage, wie sich die Ergebnisse der Begutachtung auf den Leistungsanspruch auswirken würden, zu äussern. Mit Eingabe vom 8. April 2015 hielt die Beschwerdegegner in fest, dass das eingeholte Gutachten aus orthopädischer, neurologischer und neuropsychologisch er Sicht dem Gutachten der Gut- achterstelle C.____ nicht widerspreche und sich in vieler lei Hinsicht damit decke. Dass die Ge- lenksarthrose der Schulter unfallbedingt sei, werde b estritten. Die Einschätzung des psychiatri- schen Gerichtsgutachters sei nicht nachvollziehbar und verm öge keine triftigen Einwände ge- gen die psychiatrische Einschätzung im Gutachten der Gutachterstelle C.____ vorzubringen. Es sei folglich dem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Gutachten zu folgen. Der Beschwer- deführer brachte mit Eingabe vom 13. Mai 2015 vor, dass der medizinische Endzustand noch nicht erreicht sei, weshalb ihm weiterhin Taggeldleist ungen und Heilbehandlungskosten auszu- richten seien. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in E.____, so dass die ört liche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Au f die – im Übrigen frist- und form- gerecht erhobene – Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegner in die Taggeldleistungen und Übernahme der Heilbehandlungskosten zu Recht per 30. Juni 2013 eingestellt hat. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu g ewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behan dlung der Unfallfolgen (Heilbe- handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfall es voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Tagge ld. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes- tens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn v on der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustand es der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederu ngsmassnahmen der Invalidenversiche- rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fal len die Heilbehandlung und die Tag- geldleistungen dahin (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Int egritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenan spruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 3.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer gr undsätzlich nur unter der Vor- aussetzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereign is und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, I ntegritätsschädigung) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam- menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. n icht zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall di e alleinige oder unmittelbare Ursa- che gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige In tegrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht w eggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderl ichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht erst , wenn der Unfall nach einiger Zeit über- haupt keine natürliche Ursache des Gesundheitsschadens meh r darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich von unfallfremden Faktoren be herrscht wird. Dies trifft dann zu, wenn entweder der krankhafte Gesundheitszustand, wie e r unmittelbar vor dem Unfall bestan- den hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi- gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfa ll früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheit sschadens mit dem im Sozialversi- cherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwieg enden Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender ursä chlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Weil es sich dabei um eine anspruchsaufheb ende Tatsache handelt, liegt die Be- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht weislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbeg ründender natürlicher Kausalzusam- menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Perso n, sondern beim Unfallversicherer (vgl. RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2). Der Beweis des Wegf alls des natürlichen Kausalzusammen- hangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Bewei s zu verlangen, dass kein Gesund- heitsschaden mehr vorliegt oder die versicherte Person n unmehr bei voller Gesundheit ist. Ent- scheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeu- tung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2). 3.4 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer (an dauernden) gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsan- wendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfal l das Gericht – im Rahmen der ihr oblie- genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrec ht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen- hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensab- läufen als die Wahrscheinlichste gewürdigt wird (BGE 126 V 360 E. 5b). 3.5 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge i m Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b). 3.5.1 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – ohne Bindung an förmliche Beweisr egeln sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicher ungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen un d danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung d es streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial z u würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere m edizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, au ch die geklagten Beschwerden be- rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeb en worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung de r medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des E xperten begründet sind. Ausschlagge- bend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder di e Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 3.5.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Recht sprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung de s medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbar keit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorlie- gen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schluss folgerungen gelangt. Eine abwei- chende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug ersche inen, die Schlüssigkeit des Gerichts- gutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise v om Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f . E. 3b/aa mit Hinweisen). Gleicher- massen ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Ve rwaltungsverfahrens eingeholten Gut- achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Um eine Leistungspflicht des Unfallversicherers begrün den zu können, muss zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, son- dern auch ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. N ach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahr ung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eint ritt dieses Erfolges also durch das Ereig- nis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funkti on einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweise n). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und d er eingetretenen gesund- heitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den v on Doktrin und Praxis entwickelten Re- geln vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 4.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfol gen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kaus alzusammenhang ergebenden Haf- tung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hi er die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 112 E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). Als objektivierbar gel- ten Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde ledi glich auf Ergebnisse klinischer Unter- suchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, welches eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erschei nen liesse. Nach konstanter bun- desgerichtlicher Rechtsprechung kann deshalb von organisc h objektiv ausgewiesenen Unfall- folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparati- ven/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 7. August Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Diese Untersuchungsmethoden müs- sen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 ff. mit Hinweisen). 4.3 Liegen keine organisch nachweisbaren Unfallfolgesc häden vor, hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Dabei ist rechtsprechungsg emäss (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versich erte Person beim Unfall ein Schleuder- trauma der Halswirbelsäule (HWS), einen äquivalenten Verletzungsmechanismus oder ein Schädel-Hirn-Trauma, dessen Folgen sich mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen las- sen (BGE 117 V 382 E. 4b), erlitten und liegt in der Folge das für diese Verletzung typische bunte Beschwerdebild vor, so ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwi- ckelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten Grundsä tze zu prüfen. Liegt kein Unfall mit ei- nem Schleudertrauma oder einer adäquanzrechtlich äquiv alenten Verletzung vor oder fehlt es nach einer solchen Verletzung an dem hierfür typischen bu nten Beschwerdebild, so hat die Adäquanzbeurteilung psychischer Folgeschäden des Unfalls n ach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien zu erfolgen. Der Unterschied be steht darin, dass bei Unfällen mit einem Schleudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verl etzung auf eine Differenzierung zwi- schen physischen und psychischen Unfallfolgen verzichtet wird (B GE 134 V 117 E. 6.2.1, 117 V 367 E. 6a in fine), während bei den übrigen U nfällen für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallereignis a ls solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folg en massgebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). 4.4 Ob die geklagten Beschwerden noch adäquat kausale Un fallfolgen sind, hat der Unfall- versicherer beim Fallabschluss zu prüfen. Das Bundesgericht hat sich in BGE 134 V 109 ff. E. 3 und 4 zum Zeitpunkt des Fallabschlusses geäussert. Demnach sind Heilbehandlung und Tag- geld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werd en kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integ ritätsentschädigung abzuschliessen (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Ob eine namhafte Besserung noch m öglich ist, bestimmt sich nach Mass- gabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstel lung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehand lung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genüge n nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3). Wenn eine entsprechende Verbesserung nicht erwartet we rden kann, ist der Fall abzuschlies- sen. 5. Zur Beurteilung der vorliegend strittigen Fragen si nd im Wesentlichen die folgenden Arztberichte zu berücksichtigen: 5.1 Gemäss Austrittsbericht vom 26. April 2011 war der B eschwerdeführer vom 4. April 2011 bis 20. April 2011 im Spital F.____ hospitalisier t. Diagnostiziert wurden mehrfache Verlet- zungen nach einem Verkehrsunfall am 4. April 2011 mi t Deckplattenkompressionsfraktur des BWK 11 und einem leichten Schädel-Hirn-Trauma mit Co mmotio cerebri, einer Kontusion der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechten Schulter sowie multiplen Schürfwunden. Der Pa tient sei am 20. April 2011 zur weiteren physiotherapeutischen Behandlung und Rehabilitation in die Reha-Klinik Basel verlegt worden. 5.2 Mit Bericht vom 16. Januar 2012 diagnostizierten die behandelnden Ärzte des Spitals G.____ eine beginnende posttraumatische AC-Gelenksarthr ose des rechten Schultergelenks mit begleitender Unterflächenläsion der distalen Supra spinatussehne sowie ein Status nach Mehrfachverletzung. Es werde eine weitere Schultergel enksinfiltration vorgenommen; die phy- siotherapeutischen Massnahmen würden weitergeführt und der Patient nehme bei Bedarf Anal- getika. Bei einer weiteren Beschwerdepersistenz solle man indessen mit dem Patienten ein operatives Vorgehen besprechen. Am 3. April 2012 diagnostizierten die Orthopäden des Spitals G.____ eine therapierefraktäre AC-Gelenksarthrose und P artialläsion der Supraspinatussehne der rechten Schulter. Die Infiltrationen hätten keine andauernde Besserung gebracht. Eine Ope- ration zur arthroskopischen AC-Gelenksresektion mit gegeben enfalls Débridement oder Naht der Partialläsion der Supraspinatussehne wäre nun gerec htfertigt. Nachdem auch weitere kon- servative Behandlungen keine Besserung brachten, wurde a m 31. Juli 2012 für die geplante Schulteroperation ein Kostengutsprachegesuch an die B eschwerdegegnerin gestellt. Diese antwortete mit Schreiben vom 10. August 2012, dass die Unfallkausalität der Schulterbe- schwerden unklar sei und sie zu diesem Zweck ein Gutachten in Auftrag gegeben habe. 5.3 Im Gutachten der Gutachterstelle C.____ vom 28. Aug ust 2012 wurden eine somato- forme Schmerzstörung bei einem Status nach BWK 11-Fraktu r am 4. April 2011 mit einer per- sistierender Schmerzproblematik bei geringer Deformatio n des BWK 11, bei Status nach Com- motio cerebri, mit einer diffusen Schulterschmerzproblem atik rechts mit leichter AC- Gelenksarthrose und gelenksnaher Partialruptur der Sup raspinatussehne, bei Schmerzen im Bereich des rechten Oberschenkels ohne organisches Substra t und bei psychosozialen Belas- tungen (Arbeitslosigkeit) diagnostiziert. Organische, d.h . die Beschwerden ausreichend erklä- rende strukturelle Läsionen liessen sich weder an der Wir belsäule, der rechten Schulter noch an den neuralen Strukturen nachweisen. Ebenfalls lie sse sich im Verlauf und aktuell keine psy- chopathologische Störung von Krankheitswert nachweisen. Di e somatoforme Schmerzstörung sei folglich am ehesten vor dem Hintergrund der psychosozial en Belastungen zu sehen. Keine der geltend gemachten Beschwerden stünden aktuell überw iegend wahrscheinlich in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Unfall vom 4. April 2011. Damit sei auch eine Fortset- zung der ärztlichen Behandlung nicht notwendig. Eine n amhafte Besserung sei ausserdem bei weiteren Behandlungen aufgrund der Symptomausweitung nicht zu erwarten. 5.4 In Beantwortung von im Rahmen des Einspracheverfahre ns von der Beschwerdegeg- nerin gestellten Ergänzungsfragen verneinten die beau ftragten Gutachter der Gutachterstelle C.____ am 2. Mai 2013 zunächst das Vorliegen der Foerster-Kriterien. Zur Unfallkausalität führ- ten sie ausserdem aus, dass der effektive Anteil der AC-G elenksarthrose an den Beschwerden im Bereich der rechten Schulter aufgrund der bisherigen Abklärungen keineswegs gesichert sei. Wahrscheinlich sei die Arthrose für einen Teil der Beschwerden verantwortlich, mit überwiegen- der Wahrscheinlichkeit jedoch nicht ausschliesslich. Ebensowe nig liesse sich mit überwiegen- der Wahrscheinlichkeit feststellen, dass die AC-Gelenksarthrose rechts posttraumatisch sei. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 Der Beschwerdeführer reichte im vorliegenden Beschwe rdeverfahren eine Stellung- nahme des behandelnden Psychiaters pract. med. H.____, F MH Psychiatrie und Psychothera- pie, vom 9. September 2013 ein. Darin hielt dieser als wahrscheinlichste Diagnose eine depres- sive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) fe st, welche im Zusammenhang mit einer organischen Komponente (Schädigung oder Funktion sstörung des Gehirns; ICD-10: F06) zu beurteilen sei. Nachgewiesen seien eine leichte kogn itive Störung (ICD-10: F06.7) und hochwahrscheinlich eine Wesensveränderung im Sinne eines hirnorganischen Syndroms nach Schädelhirntrauma (ICD-10: F07.2). Damit liege im Ze itpunkt der aktuellen Untersuchung ent- gegen den Ausführungen im Gutachten der Gutachterstell e C.____ eine psychopathologische Problematik mit Krankheitswert vor. Pract. med. H.____ kritisierte das Gutachten der Gutach- terstelle C.____ auch in Bezug auf die Befunderhebun g und die weiteren Schlussfolgerungen. Der Beschwerdeführer sei aktuell zu mindestens 50% in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. 5.6 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der Verfügung vom 3. Juni 2013 und im ange- fochtenen Einspracheentscheid vom 16. September 2013 vollumfänglich auf das Gutachten der Gutachterstelle C.____ vom 28. August 2012 ab. Sie gin g demzufolge davon aus, dass für die Beschwerden des Versicherten keine organische Grundlage vo rläge und kein Kausalzusam- menhang mit dem am 4. April 2011 erlittenen Unfall bestehe. Anlässlich der ersten Urteilsbera- tung vom 6. Februar 2014 kam das Kantonsgericht indessen zum Schluss, dass dem Gutach- ten der Gutachterstelle C.____ keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. So erweise es sich insbesondere in Bezug auf die geklagten Schulterbeschw erden als unschlüssig und teil- weise widersprüchlich. Die Gutachter erachteten die Part ialruptur der Supraspinatussehne mit Hinweis auf statistische Werte als degenerativ bedingt, setzen sich jedoch mit dem Unfallereig- nis als solchem und insbesondere mit dessen Eignung, ei ne derartige Verletzung hervorzuru- fen, nicht näher auseinander. Die im Gutachten ebenfa lls gestellte Diagnose einer Arthrose im AC-Gelenk fliesse in der Beurteilung der Schmerzsituation und Arbeitsfähigkeit gar nicht ein. Die Verneinung einer posttraumatischen Genese der AC-Ge lenksarthrose werde nicht ausrei- chend begründet. Der blosse Hinweis darauf, dass die Schu lterproblematik echtzeitlich nach dem Unfall als akuter hätte beschrieben werden müssen, genüge nicht. Im Rahmen der Begut- achtung selbst habe der Beschwerdeführer die Schmerzen im Bereich des AC-Gelenks lokali- siert und nicht bloss diffuse Druckdolenzen beklagt (vgl. S. 20 des Gutachtens vom 28. August 2012). Auch betreffend die geklagten Rückenschmerzen sei en die vom den Gutachtern der Gutachterstelle C.____ gezogenen Schlussfolgerungen nicht ohne weiteres nachvollziehbar. So führten sie aus, dass Weichteilkontusionen oftmals schwier ig nachzuweisen seien, die damit zusammenhängenden Beschwerden sehr hartnäckig sein könnten und selbst bei sonst norma- len ossären Strukturen ein erhebliches Rehabilitationsh indernis darstellten. Die Frage, ob eine solche Weichteilkontusion beim Beschwerdeführer vorliege , sei demgegenüber offengelassen worden. Ferner werde in diesem Zusammenhang die Mög lichkeit einer Aggravation aufgewor- fen, obwohl der neuropsychiatrische Fachgutachter ausdr ücklich feststellt hatte, dass keine dramatisierenden Tendenzen erkennbar seien (vgl. S. 26 d es Gutachtens vom 28. August 2012). Die Folgerungen des Gutachtens würden somit w idersprüchlich erscheinen. Aufgrund des vom Beschwerdeführer eingereichten Berichts des behand elnden Psychiaters pract. med. H.____, der im Gegensatz zum Gutachten der Gutachterstelle C.____ diverse psy- chiatrische Diagnosen stelle, bestehe neben den orthopädischen und neurologischen Fragestel- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht lungen auch aus psychiatrischer Sicht weiterer Abklärungsbedarf. Das Gutachten erfülle die von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien für die Bewe istauglichkeit (vgl. E. 3.5.1 hiervor) nicht. Da die übrigen bei den Akten liegenden medizini schen Berichte auch keine verlässliche Entscheidgrundlage bildeten, sei die im Verwaltungsver fahren vorgenommene medizinische Abklärung ungenügend. Das Kantonsgericht beschloss deshal b, den Fall auszustellen und ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten einzuholen. 5.7 Anlässlich der gerichtlich angeordneten Begutachtun g wurde der Beschwerdeführer durch die Ärzteschaft der Gutachterstelle D.____ in orth opädischer, neurologischer, neuropsy- chologischer und psychiatrischer Hinsicht untersucht. Im Gutachten vom 6. Februar 2015 wurde als Diagnose mit (wesentlichem) Einfluss auf die Arbeits fähigkeit ein Verkehrsunfall am 4. April 2011 festgehalten mit Th11-Deckplattenimpressionsfraktur und persistierender Schmerzsymp- tomatik bei geringer Kyphosierung im thorakolumbalen Übergang; mit diffuser persistierender Schulterschmerzproblematik bei posttraumatisch aktivierter A C-Gelenksarthrose rechts und gelenksseitiger Partialruptur der Supraspinatussehne Typ A nach Snyder und mit einer Commo- tio cerebri bei normaler kognitiver Leistungsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, jedoch mit Krankheitswert, bestünden eine subsyndromal e Depression (ICD-10: F34.8), diffe- rentialdiagnostisch eine Dysthymie (ICD-10: F34.1), und e pisodische Kopfschmerzen, wahr- scheinlich vom Spannungstyp. Aus orthopädischer Sicht sei davon auszugehen, dass sowohl die verheilte Th11-Fraktur als auch die Schulterschmerzproblematik mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folgen des Unfalls vom 4. April 2011 seien. Die aktuellen Beschwerden im B ereich der rechten Schulter würden durch die posttraumatische AC-Gelenksarthrose verursacht. E ine vorbestehende, jedoch völlig asymptomatische AC-Gelenksarthrose sei durch die auf den Unfall zurückzuführende Instabili- tät im Zusammenhang mit der Bandläsion anhaltend akti viert. Im Bereich der Wirbelsäule be- stehe aktuell eine deutliche Diskrepanz zwischen dem objekti ven Befund und den subjektiven Beschwerden. Aufgrund der nur leicht akzentuierten Kyp hosierung finde sich für die diffusen Wirbelsäulenbeschwerden kein plausibles Korrelat. Möglich sei, dass die veränderte Statik eine sekundäre muskuläre Dysbalance verursacht habe. Bei einem derartigen Trauma wie dem erlit- tenen Unfall könnten auch Weichteilkontusionen und –d istorsionen verursacht werden, welche oft schwierig nachzuweisen seien. Man müsse jedoch davon ausgehen, dass die aktuellen Be- schwerden der Wirbelsäule zum grossen Teil durch Somatisierung bedingt seien. Bezüglich der orthopädischen Einschränkungen sei der Beschwerdeführer 100% arbeitsfähig für eine wech- selbelastete leichte bis mittelgradige Tätigkeit mit Vermeiden von wiederholtem Heben und Tra- gen von Gewichten über 10 kg sowie von häufigen Überkop farbeiten. Zur Steigerung der Ar- beitsfähigkeit in Bezug auf die Schulterbeschwerden in sbesondere bei Ausübung von Über- kopfarbeiten könne aus orthopädischer Sicht eine arthroskop ische AC-Gelenksresektion emp- fohlen werden. In neurologischer und neuropsychologsicher Hinsicht wurden keine Diagnosen oder unfallkau- salen Beschwerden festgestellt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, stel lte im psychiatrischen Teilgutachten fest, dass der Beschwerdeführer seine Schmerzen eher sachl ich, relativ präzise und differen- ziert beschreibe. Hinweise auf eine Verdeutlichung oder Aggravation seien nicht auszumachen. Der Trauerprozess über den Unfall und den daraus folge nden Verlust der Anstellung sei in eine chronische Depression übergegangen. Aktuell sei diese jed och subsyndromal und wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus. Bezüglich des psychische n Gesundheitszustandes im Verfü- gungszeitpunkt könne der Einschätzung des psychiatrischen G utachters der Gutachterstelle C.____ nicht gefolgt werden. Es bestünden erhebliche Z weifel an der Untersuchung und der Diagnosestellung. Die Beurteilung erscheine deshalb i m Hinblick auf die zumutbare Arbeitsfä- higkeit kaum verwertbar. Diesbezüglich sei eher auf die Einschätzung des behandelnden Arztes pract. med. H.____ abzustellen. 6. Wie bereits unter Erwägung 3.5.2 hiervor ausgeführt , weicht das Gericht bei der Wür- digung des medizinischen Sachverhalts bei Gerichtsgutachten praxisgemäss nicht ohne zwin- gende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend sind keine solchen Gründ e ersichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens vom 6. Feb ruar 2015 in Frage zu stellen oder davon abzuweichen. Das Gutachten weist weder formale no ch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.5 .1 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, b erücksichtigt die geklagten Beschwer- den, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, le uchtet in der Darlegung der medizini- schen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinische n Situation ein, setzt sich aus- führlich mit den bei den Akten liegenden (abweichende n) fachärztlichen Einschätzungen ausei- nander und ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Das Gerichtsgutachten vom 6. Februar 2015 erfüllt damit die rechtsprechungsgemässen Voraussetzu ngen an eine medizinische Beur- teilungsgrundlage. Daran vermögen auch die Vorbringe n der Beschwerdegegnerin nichts zu ändern. Entgegen ihrer Auffassung ist es nicht Aufgabe der Gerichtsgutachter, „triftige Einwän- de“ gegen das Administrativgutachten vorzubringen oder d ieses zu entkräften. Vielmehr wurde die grundsätzlich mangelnde Beweiskraft des Administrat ivgutachtens der Gutachterstelle C.____ vom 28. August 2012 bereits anlässlich der ersten Urteilsberatung vom 6. Februar 2014 festgestellt. Dass das eingeholte Gerichtsgutachten, nam entlich in den Fachrichtungen Ortho- pädie und Neurologie, bezüglich der Einschätzungen und Schlussfolgerungen teilweise mit dem Gerichtsgutachten übereinstimmt, bedeutet folglich nicht, dass nunmehr doch auf das Administ- rativgutachten der Gutachterstelle C.____ abgestellt werden könnte. Dies insbesondere, da das Gerichtsgutachten in erheblichen Punkten, namentlich b ezüglich der Unfallkausalität der ge- klagten Schulterbeschwerden, zu anderen Ergebnissen als da s Gutachten der Gutachterstelle C.____ gelangt. Das psychiatrische Teilgutachten setzt sich a usserdem entgegen dem Vorbrin- gen der Beschwerdegegnerin auch ausführlich mit der abw eichenden Einschätzung des C.____-Gutachters auseinander und führt begründet aus, weshalb darauf nicht abgestellt wer- den könne. Der Beschwerdeführer bestreitet indessen die Beweiskraft des Gerichtsgutachtens zu Recht nicht. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Nach dem Ausgeführten ist zur Beurteilung der umstr ittenen Fragen auf das schlüssi- ge, nachvollziehbare und beweiskräftige Gerichtsgutachten der Gutachterstelle D.____ vom 6. Februar 2015 abzustellen. Demzufolge ist betreffe nd die natürliche Kausalität der geklagten Beschwerden davon auszugehen, dass die Schulterproblem atik entgegen den Schlussfolge- rungen des Administrativgutachtens der Gutachterstelle C .____ organisch objektiviert sind und in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem am 4. April 2011 erlittenen Unfall stehen. Die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen sind nach de n Ausführungen im orthopädi- schen Gerichtsgutachten auf die Arthrose des AC-Gelenks zurückzu führen. Diese Arthrose wurde anlässlich des Unfalles aktiviert bzw. erfuhr anlässli ch des Unfalls eine richtungsweise Verschlechterung, was echtzeitlich bildgebend nachgewiesen ist. Die Verletzung der Wirbelsäu- le ist grundsätzlich ebenfalls auf den Unfall vom 4. Apr il 2011 zurückzuführen. Jedoch findet sich für die im aktuellen Zeitpunkt geklagten Schmerzen k ein plausibles organisches Korrelat (mehr). Es ist folglich davon auszugehen, dass die residuel len Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule zum grossen Teil durch eine Somatisierung bedingt sind. Zwar erklären die Ge- richtsgutachter, betreffend die Erreichung des Status q uo sine vel ante keine gesicherten Aus- sagen machen zu können. Die Frage nach der natürlichen Kausalität der residuellen Beschwer- den der Wirbelsäule kann indessen nach bundesgerichtli cher Rechtsprechung offen gelassen werden, sofern der adäquate Kausalzusammenhang ohnehi n zu verneinen wäre. Dasselbe gilt vorliegend bezüglich der geklagten psychischen Beschwerde n (BGE 135 V 472 E. 5.1 mit Hin- weisen). 7.2 Die adäquate Kausalität der noch bestehenden Besch werden ist zum Zeitpunkt des Fallabschlusses zu prüfen (vgl. E. 4.4 hiervor). Die Besc hwerdegegnerin hat den Fallabschluss mit Verfügung vom 3. Juni 2013 per 30. Juni 2013 vorge nommen. Der Beschwerdeführer wen- det hiergegen unter Hinweis auf das Gerichtsgutachten v om 6. Februar 2015 ein, dass von ei- nem Endzustand erst dann ausgegangen werden könne, wen n die empfohlene AC- Gelenksresektion vorgenommen worden sei. Durch diesen Ei ngriff lasse sich der Gesundheits- zustand noch namhaft verbessern. Nach der bundesgerichtli chen Rechtsprechung ist für die geforderte namhafte Verbesserung des Gesundheitszustand es massgeblich, ob sich die Ar- beitsfähigkeit noch wiederherstellen oder steigern lässt. Gemäss den Ausführungen im Ge- richtsgutachten vom 6. Februar 2015 ist die angestammte Tätigkeit dem Beschwerdeführer aus somatischer Sicht aufgrund der verminderten Belastbarkeit des Achsenorgans sowie der einge- schränkten Beweglichkeit der rechten Schulter seit dem Unfall und dauerhaft nicht mehr zumut- bar. Eine den somatischen Beschwerden angepasste leicht e bis mittelschwere Tätigkeit ohne wiederholtes Heben und Tragen von Gewichten über 10 k g, in wechselnden Positionen und ohne häufige Überkopfarbeiten ist dem Beschwerdeführer indessen zu 100% zumutbar. Der orthopädische Gerichtsgutachter führte in seinem Teilg utachten aus, dass die empfohlene AC- Gelenksresektion mit gegebenenfalls Repair der Supraspi natussehne die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vor allem in Bezug auf Überkopfarbe iten deutlich steigern würde. An ande- rer Stelle des orthopädischen Teilgutachtens ist jedo ch lediglich von einer mutmasslichen, im Hauptgutachten von einer wahrscheinlichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch die emp- fohlene Behandlung die Rede. Fest steht indessen, dass eine Verbesserung des Gesundheits- zustandes durch die Schulteroperation lediglich einen ger ingen Aspekt des Zumutbarkeitspro- fils, namentlich die Zumutbarkeit häufiger Überkopfar beiten, betreffen würde. Entgegen seiner Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auffassung wäre die angestammte Tätigkeit dem Beschwerd eführer dadurch noch immer nicht zumutbar, ist die Arbeit als Pferdepfleger doch als schwer e Tätigkeit einzustufen. An der ver- minderten Belastbarkeit des Achsenorgans ändert sich durch die empfohlene AC- Gelenksresektion nichts. Eine leidensangepasste Verweistäti gkeit ist dem Beschwerdeführer ohnehin in einem vollen Pensum zumutbar. Auch hier be deutet die Erweiterung des Zumutbar- keitsprofils keine namhafte Verbesserung der Arbeitsfäh igkeit. Da die psychisch bedingte Ar- beitsunfähigkeit für die Beurteilung des Zeitpunktes d es Fallabschlusses unberücksichtigt blei- ben muss, war somit per 30. Juni 2013 von einer ärztliche n Behandlung der somatischen Un- fallfolgen keine wesentliche, namhafte Besserung des Gesu ndheitszustandes mehr zu erwar- ten. Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Fall abschluss ist demnach nicht zu be- anstanden. 7.3 Zu prüfen ist damit der adäquate Kausalzusammenhang . Während die Adäquanz der Schulterbeschwerden aufgrund des organischen Substrats oh ne weiteres zu bejahen ist (vgl. E. 4.2 hiervor), sind die weiteren Beschwerden des Ver sicherten einer besonderen Adäquanz- prüfung zu unterziehen. Trotz des erlittenen Schädel-Hir n-Traumas mit Commotio cerebri be- klagte der Beschwerdeführer in der Folge nicht das für diese und Halswirbelsäulenverletzungen typische Beschwerdebild (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnis- störungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depres- sion, Wesensveränderung usw., vgl. BGE 119 V 338 E. 1), weshalb die Adäquanzprüfung nach der in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien zu erfolgen hat. 7.4 Nach BGE 115 V 133 ff. setzt die Bejahung des adäq uaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfallereignis und einer anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwick- lung im Einzelfall voraus, dass dem Unfallereignis für die Entstehung der psychisch bedingten Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeut ung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mi t anderen Worten ernsthaft ins Ge- wicht fällt (BGE 115 V 141 E. 7 mit Hinweisen). Für d ie Beurteilung dieser Frage ist an das (ob- jektiv erfassbare) Unfallereignis anzuknüpfen. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Be- trachtungsweise, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend ist der augen fällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden könne n (BGE 134 V 126 E. 10.1; BGE 115 V 138 ff. E. 6 ff.). Während bei leichten b zw. banalen Unfällen der adäquate Kausal- zusammenhang in der Regel ohne weiteres verneint werden kann, weil auf Grund der allgemei- nen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfall medizinischer Erkenntnisse davon aus- gegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht ge eignet ist, einen erheblichen Gesund- heitsschaden zu verursachen, ist der adäquate Kausalzusa mmenhang zwischen Unfall und Folgen bei schweren Unfällen in der Regel zu bejahen. Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein ad äquater Kausalzusammenhang be- steht, nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantwo rten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht direkte oder indirekte Folge davon erscheinen, in eine G esamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 140 E. 6c/aa) zu nennen: • besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; • die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verl etzungen, insbesondere ihre erfah- rungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; • ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; • körperliche Dauerschmerzen; • ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen er heblich verschlimmert; • schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikatio nen; • Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigke it. Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die G esamtwürdigung ist nicht in jedem Fall er- forderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausal- zusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Das trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, der zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittle- ren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlagge bendes Gewicht zu, so müs- sen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen wer den. Diese Würdigung des Unfalls zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahun g oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach anderen Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychische Fehlreaktion begünstigt haben könnten (BGE 115 V 140 E. 6c/bb). 7.5 In Bezug auf die Schwere des Unfalls ergibt sich F olgendes: Der Beschwerdeführer wurde am 4. April 2011 auf einem Fussgängerstreifen v on einem Personenwagen erfasst. Die Beschwerdegegnerin ging demzufolge von einem mittelschw eren Unfall aus, der weder im Grenzbereich zu den schweren noch zu den leichten Un fällen liegt. Dies ist aufgrund des Ge- schehensablaufs nicht zu beanstanden und wird auch vom Be schwerdeführer zu Recht nicht gerügt. 7.6.1 Dem Unfallereignis vom 4. April 2011 ist durchau s eine gewisse Dramatik zuzubilligen. Zu beachten ist aber, dass jedem mittelschweren Unfall e ine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2012, 8C_6 38/2012, E. 4.2.1 mit Hinweisen). Vorliegend kann jedoch nicht von besonders dramatische n Begleitumständen oder einer be- sonderen Eindrücklichkeit gesprochen werden, so dass dieses Kriterium nicht erfüllt ist. 7.6.2 Was die Schwere oder besondere Art der erlittene n Verletzungen anbelangt, hat das Bundesgericht in BGE 134 V 127 E. 10.2.2 präzisiert, da ss es zur Bejahung dieses Kriteriums einer besonderen Schwere der für die gegebene Verlet zung typischen Beschwerden oder be- sonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können, bedarf. Solche Umstän- de liegen nach den Akten nicht vor. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.6.3 Bezüglich des Kriteriums der ungewöhnlich langen ärztlichen Behandlung ist festzu- stellen, dass die Behandlung der Rückenbeschwerden nicht üb erdurchschnittlich lange andau- erte. Zwar befand sich der Beschwerdeführer zweimalig in der Rehabilitation. Indessen traten die Rückenbeschwerden schon bald in den Hintergrund und die Schulterproblematik in den Vordergrund. Die Behandlung der Schulterbeschwerden dauerte lange an, da der Beschwerde- führer zunächst keinen operativen Eingriff wünschte und die Beschwerdegegnerin die geplante Operation sodann zum Anlass nahm, den Leistungsanspruch gru ndsätzlich zu überprüfen. Das Kriterium der ungewöhnlich langen ärztlichen Behandlung könnte damit in Bezug auf die Schul- terbeschwerden bejaht werden, indessen ist es nicht in besonders ausgeprägter Weise gege- ben. 7.6.4 Das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen ist au fgrund der Individualität des Schmerzempfindens subjektiv geprägt und deshalb zu objekt ivieren. Adäquanzrelevant können nur in der Zeit zwischen den fraglichen Unfällen und de m Fallabschluss ohne wesentlichen Un- terbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein, wobei sich die Erheblichkeit nach den glaubhaft dargelegten Schmerzen und insbesondere der Beeinträchtigung, welche die versi- cherte Person wegen dieser Beschwerden im Lebensalltag erfährt, beurteilt (BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Gemäss dem Gerichtsgutachten vom 6. Februar 201 5 beklage der Beschwerdeführer insbesondere Rückenschmerzen. Diese seien wechselnd stark, vermehrt bei körperlicher Be- lastung und auch im Sitzen, besser im Liegen und in Ruh e. Die Schulterschmerzen seien stets vorhanden, insgesamt aber weniger stark. Sie hätten sich etwas gebessert mit der Behandlung. Er sei auch in der Beweglichkeit eingeschränkt. Ausserdem habe er Schmerzen in beiden Knie- gelenken sowie beidseits Knöchel- und Fussschmerzen. Die or ganisch nachweisbaren Schul- terschmerzen erscheinen nach dem Ausgeführten und in Berü cksichtigung der übrigen medizi- nischen Unterlagen nicht derart ausgeprägt bzw. andauernd, dass das vorliegende Kriterium als erfüllt betrachtet werden könnte. 7.6.5 Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welch e die Unfallfolgen erheblich ver- schlimmert hätte, sind keine ersichtlich. 7.6.6 Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung u nd der geklagten Beschwerden darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Genesung beeinträchtigt oder verzö- gert haben (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_726/2007, E. 4.3.2.6 mit Hinwei- sen). Solche Gründe sind aus den ärztlichen Unterlagen n icht ersichtlich. Insbesondere kann aus dem Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine n achhaltige Besserung des Ge- sundheitszustandes erreicht werden konnte, noch nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2009, 8C_928/2008, E. 4.4). 7.6.7 Auch das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähig- keit kann aufgrund der Akten nicht als genügend erfüllt gelten. 7.7 Damit ist vorliegend höchstens eines der massgeblichen Kriterien ohne besondere Ausprägung erfüllt. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den psychischen bzw. orga- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht nisch nicht nachweisbaren Beschwerden und dem Unfallerei gnis vom 4. April 2011 ist folglich zu verneinen. 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vom Beschwerde führer geklagten Schul- terbeschwerden in einem natürlichen und adäquaten Kaus alzusammenhang mit dem Unfaller- eignis vom 4. April 2011 stehen. Bezüglich der übrigen B eschwerden ist die adäquate Kausali- tät zu verneinen. Die Schulterproblematik könnte gemäss den Ausführungen des orthopädi- schen Gerichtsgutachters mit der empfohlenen AC-Gelenksresektion mit gegebenenfalls Repair der Supraspinatussehne verbessert werden. Indessen ist dav on keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit zu erwar ten, weshalb der Fallabschluss grundsätzlich zu Recht per 30. Juni 2013 vorgenommen wor den ist. Zu beachten ist jedoch, dass der empfohlene operative Eingriff schon lange vor d em Fallabschluss im Raum stand (vgl. E. 5.2 hiervor, insbesondere den Bericht des Spitals G.____ vom 3. April 2012). Zu diesem Zeitpunkt hätte der Beschwerdeführer (noch) Anspruch a uf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen gehabt (Art. 10 Abs. 1 UVG). Die Zweckmässi gkeit der vom Unfallversicherer zu übernehmenden Behandlungen bestimmt sich nach medizinisc hen Kriterien, die vorliegend ge- geben waren. In einem frühen Stadium vor dem Fallab schluss werden Heilbehandlungen in aller Regel unabhängig von ihrer direkten Auswirkung au f die Arbeitsfähigkeit gewährt. Der An- spruch des Beschwerdeführers auf den Schultereingriff wur de jedoch von der Beschwerdegeg- nerin unter Hinweis auf die fehlende Unfallkausalität basierend auf ungenügende Abklärungen zu Unrecht verneint. Nachdem nun feststeht, dass die Sch ulterbeschwerden unfallkausal sind und der Beschwerdeführer folglich zur Zeit vor dem Fall abschluss Anspruch auf den zweck- mässigen operativen Eingriff hatte, ist es angemessen, die sen auch nachträglich zu gewähren. Die Beschwerdegegnerin ist demnach zu verpflichten, die Ko sten der empfohlenen Schul- teroperation auch im jetzigen Zeitpunkt zu übernehmen und dem Beschwerdeführer während der Zeit der Behandlung respektive der daraus folgenden Arbeitsunfähigkeit ein Taggeld auszu- richten. Nachdem dieser Eingriff vorgenommen worden ist (oder bei einer Anwendung von Art. 61 UVV) wird die Beschwerdegegnerin über die Be messung einer allfälligen Invalidenrente und die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung zu ent scheiden haben. Die Beschwerde wird in diesem Sinne gutgeheissen und die Angelegenhei t wird zum entsprechenden Vorgehen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 9. Es bleibt über die Kosten zu befinden. 9.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für den vo rliegenden Prozess keine Verfah- renskosten zu erheben. 9.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträg er die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, we nn die Massnahmen für die Beurtei- lung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nach träglich zugesprochener Leistun- gen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Ver- fahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Ger icht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesger icht weiter, mit der zitierten Bestim- mung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. B GE 137 V 265 f. E. 4.4.2). In BGE 139 V 225 ff. hat das Bundesgericht diese Rechtsprechung auch auf das unfallversicherungs- rechtliche Verfahren für anwendbar erklärt, da sowohl im Abklärungsverfahren der Invalidenver- sicherung wie auch in demjenigen der Unfallversicherung grundsätzlich dieselben Verfahrens- bestimmungen, namentlich Art. 43 bis 49 ATSG massgebend sind (BGE 139 V 226 E. 4.3 mit Hinweis auf BGE 138 V 322 E. 6.1.2). In der Folge ste llte das Bundesgericht präzisierend Krite- rien auf, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwal- tung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind (B GE 139 V 496 ff.). Es erwog, es müs- se ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Untersuchungsman gel seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordne n. Dies sei namentlich in folgenden Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Widerspr uch zwischen den verschiedenen, ak- tenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe; wenn d ie Verwaltung zur Klärung der medizini- schen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gela ssen oder wenn sie auf eine Expertise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine me dizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwal tung dagegen den Untersuchungsgrund- satz respektiert und ihre Auffassung auf objektive konverg ente Grundlagen oder auf die Ergeb- nisse einer rechtsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzlichen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerecht fertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreich ung neuer Arztberichte oder eines Pri- vatgutachtens; zum Ganzen: BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hi nweisen). Vorliegend ist das Kan- tonsgericht anlässlich der Urteilsberatung vom 26. Juni 2014 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenl age nicht möglich war. Wie im Be- schluss vom 6. Februar 2014 und in Erwägung 5.6 hiervor ausführlich festgehalten, wies das Gutachten der Gutachterstelle C.____ in verschiedener H insicht Widersprüche auf, basierte nicht auf genügenden Untersuchungen bzw. war nicht nachv ollziehbar. Damit genügte es den Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundla ge nicht. Die Kosten des Gerichtsgut- achtens, welche sich gemäss der eingereichten Honorarnote vom 6. Februar 2015 auf Fr. 12‘588.10 belaufen, sind unter diesen Umständen der Vorinstanz aufzuerlegen. 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende besch werdeführende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Beschwerdeführer als obsieg ende Partei ist demnach eine Par- teientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusp rechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 13. Januar 2014, die er anlässlich der ersten Urteilsberatung einreichte, einen Zeitaufwand von 25 S tunden und 45 Minuten sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 182.50 geltend gemacht, wobei 11 Stunden Bemühungen des Volontärs bzw. der Volontärin betrafen. In seiner aktualisierten Honorarnote vom 22. Juni 2015 machte der Rechtsvertreter einen Zeitaufwand von 10 Stunden und 15 Minuten sowie Auslagen von Fr. 241.50 geltend gemacht. Da die eingereichte Honorarnote diverse Unklarheiten aufwies und sich namentlich im Vergleich zur ersten Honorarnote zeit lich überlappende, inhaltlich jedoch nicht übereinstimmende Aufwendungen fanden, wurde der Rechtsvertreter um Einreichung ei- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht ner bereinigten Honorarnote gebeten. Diesem Ersuchen kam er mit Eingaben vom 26. Oktober 2015 und 9. November 2015 nach. Für den gesamten Zeit raum des Beschwerdeverfahrens macht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nunmehr einen Zeitaufwand von 35 Stunden (wobei 24 Stunden und 45 Minuten Aufwendungen des Volontärs bzw. der Volontärin betreffen) sowie Auslagen in der Höhe von insgesamt Fr. 96.35 ge ltend. Während die ausgewiesenen Auslagen zu keinerlei Beanstandungen Anlass geben, muss der ausgewiesene Zeitaufwand als zu hoch bezeichnet werden. 9.3.1 So wird für das Verfassen der 20-seitigen Beschwer deschrift durch den Volontär bzw. die Volontärin ein Aufwand von insgesamt 17 Stunden geltend gemacht. Zwar wird dem erhöh- ten Aufwand bei der Arbeit von Praktikantinnen und Pr aktikanten mit dem tieferen Stundenan- satz bereits Rechnung getragen. Der vorgenommene und geltend gemachte Aufwand erscheint jedoch selbst in Berücksichtigung dieser Tatsache als zu hoch. Weder in sachverhaltlicher noch in rechtlicher Hinsicht stellten sich im vorliegenden Fa ll besonders schwierige Fragen. Die Be- schwerde vom 16. Oktober 2013 wird inhaltlich ausschliesslich mit der fehlenden Beweistaug- lichkeit des Gutachtens der Gutachterstelle C.____ begrün det. Die Auseinandersetzung mit diesem Gutachten und der angefochtenen Verfügung beginnt indessen erst auf Seite 10. Davor findet sich auf insgesamt fünfeinhalb Seiten Ausführu ngen zu den Rechtsbegehren, den (ohne weiteres gegebenen) Eintretensvoraussetzungen und der B egründung der sachlichen Notwen- digkeit der anwaltlichen Vertretung. Ausserdem wird au f insgesamt vier Seiten der bisherige Verfahrensablauf inklusive Mandatsniederlegung des frühe ren Rechtsvertreters ausführlich be- schrieben. Diese Ausführungen hätten aufgrund ihrer gr ossenteils fehlenden Relevanz für die umstrittenen Fragen durchaus unterbleiben oder kürzer ge fasst werden können. Für die Ausar- beitung der Beschwerdeschrift inklusive Aktenstudium erschei nt in Berücksichtigung aller Um- stände des Einzelfalles ein Aufwand von nicht mehr als 9 Stunden als angemessen. Die Auf- wendungen zur Begründung des Antrags auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung in der Höhe von 3 Stunden sowie die Korrespondenz des Vol ontärs bzw. der Volontärin im Um- fang von 45 Minuten werden indessen als angemessene Aufw endungen anerkannt. Die Auf- wendungen des Volontärs bzw. der Volontärin sind nach de m Ausgeführten auf 12 Stunden 45 Minuten zu kürzen. 9.3.2 Ferner sind auch Aufwendungen des Rechtsvertrete rs bzw. seiner Substitutin zu kür- zen. So betreffen die Posten „Unterlagen kopieren“ un d „Rücksendung Doppel Urteilsberatung“ Kanzleiarbeit, die nicht zu den Aufwendungen der anwal tlichen Rechtsvertreter gehört. Eben- falls nicht anzurechnen ist der Posten „Schreiben an Ge richt“ vom 13. April 2014. In den Akten findet sich zu diesem Datum lediglich ein Fristverlängerungsgesuch, das indessen als separater Aufwandsposten ausgewiesen ist. Der Aufwandsposten „BS mi t SB, Sozialhilfe, Gutachten, Arbeitsfähigkeit“ wird ausserdem bei beiden involviert en Anwälten aufgeführt, kann indessen bloss einmal berücksichtigt werden. Nach dem Ausgeführten sind die Bemühungen der Substi- tutin um insgesamt 2 Stunden und 15 Minuten auf 4 Stunden zu kürzen. 9.3.3 Damit ergeben sich angemessene Aufwendungen im U mfang von insgesamt 20 Stun- den 45 Minuten. Diese sind zum geltend gemachten Ansatz von Fr. 200.– (8 Stunden) bzw. Fr. 120.– (12 Stunden 45 Minuten) zu entschädigen. De m Beschwerdeführer ist nach dem Aus- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht geführten eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr . 3‘484.45 (8 Stunden zu Fr. 200.– plus 12.75 Stunden zu Fr. 120.– plus Auslagen von Fr. 96.35 zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Las- ten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid vom 16. September 2013 aufgehoben und die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erw ägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten der gerichtlichen Begutachtung in der Höhe von Fr. 12‘588.10 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. 4. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer ei ne reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘484.45 (inkl usive Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs http://www.bl.ch/kantonsgericht