BRKE I Nr. 652/1991 vom 20. September 1991 in BEZ 1992 Nr. 20 6. Die kommunale Baubehörde hat den Rekurrenten verp flichtet, vor Baubeginn ein durch das kommunale Tiefbauamt festzusetzendes Depositum zu lei sten, um die Behebung von allenfalls durch die Bauarbeiten verursachten Schäden am öffentl i- chen Grund sicherzustellen. Zudem soll ein gemeinsames Protokoll über den Zu- stand des öffentl ichen Grundes im Bereich des Baugrundstücks e rstellt werden. Der Rekurrent hält diese Anordnungen mit der Begründung für u nzulässig, dass sämtli- che Bauarbeiten ohne Beanspruchung des öffentlichen Grundes ausgeführt würden. a) Die mit ein em Verwaltungsakt statuierten Bedingungen und Auflagen bedü r- fen einer rechtlichen Grundlage und müssen überdies verhältnismässig sein. Die Vorinstanz stützt sich bezüglich der Kautionsauflage auf keinerlei gesetzliche Vo r- schriften, sondern lediglich auf die Überlegung, dass "im Zu ge der Bauarbeiten stets Schäden ... am ö ffentlichen Grund entstehen können". Allfällige diesbezügliche E r- fahrungen der Vori nstanz können jedoch die erforderliche gesetzliche Grundlage nicht ersetzen. Auch kann nicht gesagt werden, die Schädigung des öffentlichen Grundes trete bei dem vorliegend zu beurteilenden Umbauvorhaben mit hoher Wahrscheinlichkeit auf. Die Gebäudefa s saden stehen mit Ausnahme der südöstli- chen Ecke nicht auf der Strassengrenze, so ndern halten einen Abstand von mindes- tens 2,5 m ein. Es ist daher so gut wie ausg eschlossen, dass die geplanten bauli- chen Massnahmen an der Aussenfassade den ö ffentlichen Grund überhaupt tangie- ren. Das Grundstück verfügt im rückwärtigen Bereich über eine Laderampe für Sa t- telschlepper, so dass die Baumaterialien nicht auf öffentl ichem Grund abgeladen werden müssen. W ird dieser dennoch kurzfristig benutzt, stellt dies noch nicht g e- steigerten Gemeingebrauch oder gar Sondernutzung dar. Es können daher weder die kommunalen Vorschriften über d ie vorübergehende B enützung des ö ffentlichen Grundes zu Sonderzwecken noch das Reglement über Gebühren für Sonde rnut- zungskonzessionen als gesetzliche Grundlage herangezogen werden. Das Stras- sengesetz des Kantons Zürich hält in § 27 lediglich den Grundsatz fest, dass der Störer für Beschädigungen an Strassen hafte (Abs. 2). Eine gesetzliche Grundlage für die Erhebung einer Kaution ist daher nicht gegeben. Da zudem die W ahrscheinlichkeit, dass im Zuge der Bauarbeiten ein Schaden am öffentlichen Grund entsteht, als gering einzustufen ist, wäre eine Kautionsauflage auch unverhältnismässig. Insoweit ist der Rekurs gutzuheis sen.- 2 - b) Die Bestandesaufnahme vor Beginn der Bauarbeiten ist eine Beweissich e- rung und schafft klare Verhältnisse. Der damit verbundene Eingrif f in die persönliche Freiheit des Bauherrn ist gering. Das Strassengesetz schreibt in § 27 Abs. 3 denn auch vor, dass der Strasseneigentümer, soweit möglich, die nötigen Beweissich e- rungen unter Beizug des Störers treffen soll. Damit erweist sich die Mitwir kungs- pflicht als rechtsbeständig.