2003 1 Art. 47 und Art. 83 Abs. 3 BGBB; Art. 681a ZGB. Bew illigung des Er- werbs eines landwirtschaftlichen Grundstücks; Vorka ufsrecht des Päch- ters (Entscheid des Obergerichts Nr. 60/2002/29 vom 14. Februar 2003 i.S. S.). Das Vorkaufsrecht des Pächters bei Veräusserung ei nes landwirtschaft- lichen Grundstücks ist grundsätzlich ausserhalb des Bewilligungs- und Be- schwerdeverfahrens auszuüben; hiefür bedarf es kein er Beschwerde gegen die Erwerbsbewilligung eines Dritten. Auf eine Besc hwerde des Vorkaufs- berechtigten gegen eine Bewilligungsverfügung ist n ur einzutreten, wenn hie- für ein spezielles Rechtsschutzbedürfnis nachgewiesen wird. Das kantonale Landwirtschaftsamt erteilte die Bewi lligung zum Erwerb des landwirtschaftlichen Grundstücks der H. durch M . Hiegegen beschwerte sich S. beim Obergericht. Er erklärte, er erhebe al s Pächter des Grundstücks Anspruch auf das ihm zustehende Vorkaufsrecht; er e rsuche darum, ihm die Bewilligung zum Kauf des Grundstücks zuzusprechen. Das Obergericht trat auf die Beschwerde nicht ein. Aus den Erwägungen: 1.– a) … b) Gegen die Erteilung der Bewilligung können unter anderem Vor- kaufsberechtigte Beschwerde führen (Art. 83 Abs. 3 des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht vom 4. Oktober 1991 [BGBB , SR 211.412.11]). Vorkaufsberechtigt ist insbesondere der Pächter, we nn er gewisse Voraus- setzungen erfüllt (Art. 47 BGBB). Der Beschwerdeführer stellt nicht in Frage, dass d ie Voraussetzungen der mit der angefochtenen Verfügung erteilten Bewilligu ng erfüllt sind; er ver- weist lediglich auf das ihm nach seiner Auffassung zustehende Vorkaufsrecht als Pächter. Dieses Vorzugsrecht ist aber grundsätz lich ausserhalb des Bewil- ligungs- und Beschwerdeverfahrens auszuüben; es kan n innert dreier Monate seit Kenntnis von Abschluss und Inhalt des Kaufvert rags gegenüber jedem Eigentümer des Grundstücks geltend gemacht werden ( Art. 681a Abs. 2 und Abs. 3 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]; vgl. Reinhold Hotz in: Sekretariat des Schweizerischen Bauernver- 2003 2 bandes [Hrsg.], Das bäuerliche Bodenrecht, Kommenta r zum BGBB, Brugg 1995, Anhang zu Art. 50–55 N. 4, S. 511 f.). Hiefür bedarf es keiner Be- schwerde gegen die Erwerbsbewilligung eines Dritten . Um bei dieser Aus- gangslage dennoch beschwerdebefugt zu sein, muss de r Vorkaufsberechtigte, der sein Recht noch ausüben kann, ein spezielles Re chtsschutzbedürfnis nachweisen, welches über seinen Anspruch, das in Fr age stehende Grund- stück an sich zu ziehen, hinausgeht (Beat Stalder im genannten Kommentar, Art. 83 N. 15, S. 723; vgl. zur Abgrenzung zwischen dem Vorkaufsfall als solchem und der Bewilligung des Rechtsgeschäfts, we lches den Vorkaufsfall auslöst, auch Hotz , Art. 47 N. 26, S. 478, mit Verweis auf Art. 43 N. 11, S. 452 ff.). Dies hat der Beschwerdeführer aber nic ht getan, und ein solches besonderes Rechtschutzinteresse ist auch nicht ersi chtlich. Soweit es im übri- gen darum geht, ob der Beschwerdeführer die Vorauss etzungen für das Vor- kaufsrecht überhaupt erfülle, könnte dies nicht im vorliegenden Bewilligungs- bzw. Beschwerdeverfahren geprüft werden; hiefür wär e vielmehr ein eigen- ständiges Bewilligungsverfahren erforderlich (vgl. Hotz , Art. 47 N. 26, S. 478). Gegen eine Erwerbsbewilligung an den Pächter, der sich auf ein Vor- kaufsrecht beruft, könnte wiederum der vertragliche Erwerber des Grund- stücks Beschwerde erheben (BGE 126 III 274 ff.). Geht es aber nicht um die Erwerbsbewilligung des v ertraglichen Käufers als solche, sondern nur um das im vorliegenden Verf ahren nicht zu beurtei- lende Vorkaufsrecht des Beschwerdeführers, so fehlt es diesem nach dem Ge- sagten am rechtlichen Interesse, die Bewilligungsve rfügung anzufechten; sei- ne Beschwerdebefugnis ist somit nicht dargetan. Auf die Beschwerde kann daher nicht eingetreten we rden.