Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer I I 2022 25 Entscheid vom 17. Oktober 2022 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Dr.med. Urs Gössi, Richter Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________, gegen D.________ AG, Vorinstanz, Gegenstand Unfallversicherung (Taggeldberechnung)2 Sachverhalt: A.A.________ (Jg. 1996) war (seit dem _____2016) als medizinische Praxi- sassistentin bei der C.________ angestellt und dadurch bei der D.________ AG (nachfolgend D.________) obligatorisch unfallversichert, als sie gemäss Scha- denmeldung UVG vom 21. Oktober 2020 am 20. Oktober 2020 beim Laufen durch die Garage in einen "defekten Boden-Gitterrost" fiel. In der Schadenmel- dung werden als Verletzungen je eine Verdrehung/Verstauchung des (jeweils) rechten Fuss- sowie Handgelenks und Knies erwähnt und als monatlicher Brutto- lohn bei einem vertraglichen Beschäftigungsgrad von 20% Fr. 1'000.-- (x 13) an- gegeben (Vi-act. 1). Gemäss Arztzeugnis vom 21. Dezember 2021 des erstbe- handelnden Arztes (Erstbehandlung am Unfalltag), Dr.med. E.________ (Fach- arzt Allgemeine Innere Medizin), erlitt sie ein Supinationstrauma OSG RE und ei- ne Kniedistorsion RE mit Meniskusriss (Vi-act. 18; vgl. für weitere Beurteilungen und Diagnosestellungen angefochtener Einspracheentscheid, Sachverhalt). B.Nachdem die D.________ der Versicherten für die Folgen des Unfalls Leis- tungen ausrichtete (vgl. z.B. Vi-act. 54), gelangte der Rechtsvertreter der Versi- cherten am 30. Juni 2021 mit elektronischem Schreiben an die D.________. Er hatte festgestellt, dass der Versicherten ein "massiv zu tiefes Taggeld" ausge- richtet werde. Die Versicherte habe stets 100% gearbeitet, ihr sei jedoch nur ein sehr geringer Lohn ausbezahlt worden; der Rechtsvertreter ersuchte die D.________, den versicherten Verdienst ex tunc zu korrigieren und die Taggel- der neu zu berechnen resp. nachzuzahlen (Vi-act. 75). Hierzu nahm die D.________ mit E-Mail vom 12. Juli 2021 Stellung und hielt namentlich fest, bei der Unfallmeldung vom 21. Oktober 2020 sei eine Anstellung von 20% sowie ein Monatslohn von Fr. 1'000.-- gemeldet worden, was sich auch mit der ihr zuge- stellten Stundenliste im Zeitraum vor dem Unfall decke; auch sei ihr bezüglich der Prämienabrechnungen für das Jahr 2020 eine Lohnsumme in entsprechender Höhe gemeldet worden (Vi-act. 77). C.Im Rahmen weiterer Korrespondenz (vgl. Vi-act. 81 ff.) ersuchte der Rechtsvertreter in Bezug auf den versicherten Lohn um den Erlass einer ein- sprachefähigen Verfügung (Vi-act. 81, 85 und 92 [S. 1]). Mit Verfügung vom 23. September 2021 hielt die D.________ an einem Taggeld-Ansatz von Fr. 28.50 bei einem "versicherten Verdienst von Fr. 12'000.00" als Jahreslohn fest (Vi-act. 95). Dagegen liess A.________ am 26. Oktober 2021 Einsprache erheben mit den Anträgen, die Verfügung vom 23. September 2021 sei aufzuheben und ihr seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Vi-act. 100). Mit Einspracheentscheid 3 vom 24. März 2022 wies die D.________ die Einsprache ab (Vi-act. 128 = Bf- act. 2). D.Am 12. Mai 2022 lässt A.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde erheben mit den Anträgen: 1. Der Einspracheentscheid vom 24.3.2022 sei aufzuheben. 2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten der Beschwerdegegnerin. E.Mit Beschwerdeantwort vom 19. August 2022 beantragt die Vorinstanz, die Beschwerde vom 12. Mai 2022 sei abzuweisen. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.Strittig und nachfolgend zu prüfen ist einzig, ob die Vorinstanz Bundesrecht verletzt hat, indem sie für die Festsetzung des Taggeldes von einem versicherten Verdienst von Fr. 12'000.--/Jahr (recte: 13'000.--, vgl. nachfolgend Erw. 5.1) und von einem Tagesansatz von Fr. 28.50 ausging. 2.1Taggelder der obligatorischen Unfallversicherung werden nach dem versi- cherten Verdienst bemessen (Art. 15 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Un- fallversicherung [UVG; SR 832.20] vom 20.3.1981). Als versicherter Verdienst für die Bemessung der Taggelder gilt der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 Halbsatz 1 UVG). Gemäss Art. 22 Abs. 2 der Verordnung über die Un- fallversicherung (UVV; SR 832.202) vom 20. Dezember 1982 gilt grundsätzlich der nach der Bundesgesetzgebung über die AHV massgebende Lohn als versi- cherter Verdienst. Für mitarbeitende Familienmitglieder, Gesellschafter, Aktionä- re und Genossenschafter statuiert Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV eine Abweichung vom Grundsatz der Übereinstimmung von versichertem Verdienst und AHV-rechtlich massgebendem Lohn (Art. 5 AHVG) dahingehend, dass für sie mindestens der berufs- und ortsübliche Lohn zu berücksichtigen ist. Entsprechend dem Sinn und Zweck dieser Sonderregel - Vermeidung einer Benachteiligung von Familienmit- gliedern und anderen mit dem Betrieb verwandtschaftlich oder persönlich eng verbundenen und darin mitarbeitenden Personen, die mit Rücksicht auf diese Bindung keine arbeitsmarktkonforme Entlöhnung erzielen können - ist der berufs- oder ortsübliche Lohn als versicherter Verdienst aber nur zu berücksichtigen, wenn er (deutlich) höher ist als der effektive Verdienst (Holzer, Der versicherte Verdienst in der obligatorischen Unfallversicherung, SZS 2010 S. 201 ff, S. 211; 4 vgl. BSK UVG-Vollenweider/Brunner, Art. 15 N 19; SVR 2007 UV Nr. 39, S. 131, 8C_88/2007 Erw. 2; RKUV 2003 Nr. U 471 S. 35; Urteil BGer 8C_53/2019 vom 9.5.2019 Erw. 7.2). Da der berufs- und ortsübliche Lohn stets ein Durchschnitts- lohn ist, der auf möglichst einfache Weise ohne Mitwirkung der versicherten Per- son und ihres Arbeitgebers anhand von Tabellenlöhnen oder Lohnauskünften von hypothetischen Arbeitgebern zu ermitteln ist, besteht unter Vorbehalt von im Einzelfall allenfalls gegebenen arbeitsmarktlichen Besonderheiten eine natürliche Vermutung dafür, dass der berufs- und ortsübliche Lohn im Sinne von Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV ein arbeitsmarktlicher Durchschnittslohn ist (SVR 2007 UV Nr. 39, S. 131, 8C_88/2007 Erw. 3.2.1; Urteile BGer 8C_893/2011 vom 31.5.2012 Erw. 2; 8C_250/2011 vom 3.6.2011 Erw. 3.3). Dabei kann nicht einfach auf die Durchschnittswerte der LSE-Tabellenlöhne abgestellt werden, da diese keine spezifischen Angaben zu einzelnen Berufen enthalten (Geertsen, Das Komple- mentärrentensystem der Unfallversicherung zur Koordination von UVG- Invalidenrenten mit Rentenleistungen der I. Säule, SGRW Band Nr. 18, 2011, S. 197). Vielmehr sind berufs- bzw. branchenspezifische Tabellenlöhne zu berücksichtigen. 2.2Einen weiteren Sonderfall stellen versicherte Personen dar, die keine re- gelmässige Erwerbstätigkeit ausüben oder deren Lohn starken Schwankungen unterliegt. Diesfalls wird gemäss der in Art. 23 Abs. 3 UVV normierten Sonderre- gel auf einen angemessenen Durchschnittslohn pro Tag abgestellt. Diese Be- stimmung zielt darauf, dort einen Ausgleich zu schaffen, wo eine versicherte Per- son einen Unfall zufälligerweise in einer Tief- oder eventuell gar einer Nichtlohn- phase im Rahmen der bislang ausgeübten Erwerbstätigkeit erleidet. Damit wird nichts am Prinzip geändert, wonach die bis zum Unfall geltenden Verhältnisse massgebend sind (BGE 139 V 464 Erw. 2; BGE 128 V 298 Erw. 2; RKUV 1997 Nr. U 274, S. 181 ff. Erw. 3 mit Hinweisen). 2.3Grundlage der Berechnung des versicherten Verdienstes für die Taggeld- bemessung ist der "letzte vor dem Unfall bezogene Lohn". Dieser Wortlaut bringt zum Ausdruck, dass der tatsächliche Lohnbezug als massgebendes Kriterium zu betrachten ist. Dieser Grundsatz, wonach die Taggelder insofern nach der ab- strakten Methode berechnet werden, als bei der Berechnung des versicherten Verdienstes nicht der mutmasslich entgangene Lohn, sondern jenes Einkommen massgebend ist, welches die versicherte Person unmittelbar vor dem Unfall er- zielte, gilt grundsätzlich auch für die in Art. 23 UVV geregelten Sonderfälle (BGE 139 V 464 Erw. 2.4). Durch die Taggelder soll der konkrete Erwerbsausfall, wel- chen die versicherte Person durch den Unfall in der Heilungsphase erleidet, aus- geglichen werden. Aufgrund der strengen Orientierung der Taggelder am 5 tatsächlichen Erwerbsausfall soll insbesondere auch vermieden werden, dass Taggelder den Betrag übersteigen, den Versicherte vor dem Unfall als Einkom- men erzielten (BGE 135 V 287 Erw. 4.3). 2.4Beim "letzten bezogenen Lohn" handelt es sich in der Regel um den Mo- nats-, Wochen- oder Stundenlohn. Zudem werden noch nicht ausbezahlte Lohn- bestandteile, auf welche Rechtsanspruch besteht, hinzugerechnet, worunter etwa (anteilsmässig) erworbene Ansprüche auf Bezahlung eines 13. Monatslohns fal- len. Der so ermittelte Lohn wird auf ein Jahr aufgerechnet und durch 365 geteilt, sodass ein Tagesverdienst resultiert (Art. 17 Abs. 3 UVG in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 UVV und Anhang 2 UVV; BGE 128 V 298 Erw. 2a; Holzer, a.a.O., S. 212; KOSS-Riedi Hunold, Art. 15 UVG N 11). 3.1Der Verfügung vom 23. September 2021 lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin auf der Unfallmeldung vom 21. Oktober 2020 einen monatli- chen Lohn von Fr. 1'000.-- angegeben habe und auch die eingereichte Lohn- summendeklaration für das Jahr 2020 weise einen Betrag in dieser Grössenord- nung auf. Die Beschwerdeführerin habe bis im August 2020 Kurzarbeitsentschä- digung bezogen und ab 1. September 2020 wieder gearbeitet. In den rund 1½ Monaten bis zum Unfall habe sie im Schnitt 9.39h/Woche gearbeitet, was die gemeldeten und abgerechneten Fr. 12'000.-- Jahreslohn plausibel erscheinen lasse. Dies ergebe einen Taggeld-Ansatz von Fr. 28.50, der sich nach Erachten der Vorinstanz durchaus im branchenüblichen Bereich für ein "rund 20%- Pensum" bewege. Sinngemäss zeige die Beschwerdeführerin nicht auf, wie hoch der versicherte Verdienst effektiv sein müsste. Es sei aufgrund dessen, dass sie einen höheren versicherten Verdienst fordere und aus Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV Rechte ableite, auch an ihr, den Sachverhalt zu belegen und zu quantifizieren. 3.2In der Einsprache vom 26. Oktober 2021 liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vortragen (Vi-act. 100), sie habe vor Beginn der Kurzarbeit und nach Abzug der Ferientage deutlich mehr als 100% gearbeitet, wie aus dem Ar- beitsrapport klar hervorgehe. Im Übrigen sei auch die Phase der Kurzarbeitsent- schädigung für die Berechnung des versicherten Verdiensts massgebend. Sinn- gemäss spielten die arbeitsrechtlichen Gegebenheiten bei mitarbeitenden Fami- lienmitgliedern oder Gesellschaftern keine Rolle, was die Vorinstanz verkenne. Die Vorinstanz berufe sich unzulässig auf eine viel zu kurze Dauer vom 1. Sep- tember 2020 bis 19. Oktober 2020 und lasse die vorhergehenden Arbeitsleistun- gen unberücksichtigt. Die Firma befinde sich nach wie vor im Aufbau. 3.3Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 24. März 2021 bestätigte die Vorinstanz (Vi-act. 128 = Bf-act. 2), dass die Beschwerdeführerin gemäss Scha-6 denmeldung vom 21. Oktober 2020 je 8 Stunden pro Woche bei einem vertragli- chen Beschäftigungsgrad von 20% arbeite. Diese Angaben würden aufgrund der in den Akten liegenden Arbeitszeiterfassung 2020 bestätigt respektive lägen sie gemäss derselben in der Periode vom 1. September 2020 bis 19. Oktober 2020 leicht höher (Erw. 6.1). Da sich der Unfall am 20. Oktober 2020 zugetragen habe, sei auf den Lohn des Monats September 2020 abzustellen, mithin auf die von der Beschwerdeführerin erwähnten Fr. 1'000.-- (Erw. 6.2). Die Einsprecherin arbeite seit dem 9. November 2016 für die C.________. Deren Gesellschafterin und Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift und mit 20 Stam- manteilen zu je Fr. 1'000.-- sei F.________. Demzufolge habe die Beschwerde- führerin für ihre Mutter gearbeitet, weshalb Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV berücksichtigt werde (Erw. 6.3). Die Verfügung vom 23. September 2021 sei zu Recht ergangen, weshalb die Einsprache abzuweisen sei. Was die Kurzarbeit betreffe, so habe diese per 28. August 2020 geendet. Somit komme Art. 15 Abs. 2 UVG für den massgeben- den versicherten Verdienst für die Bemessung des Taggeldes in Betracht. Die Beschwerdeführerin vermöge mit dem Hinweis auf Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV nichts für sich abzuleiten, zumal sie die Aussage der Vorinstanz, wonach der von ihr festgelegte Taggeldansatz im branchenüblichen Bereich liege, nicht habe wieder- legen können. Die C.________ werde von F.________ geführt. Der SHAB- Publikation vom 24. September 2021 könne entnommen werden: "A.________ […], Gesellschafterin und Geschäftsführerin, mit Einzelunterschrift, mit 20 Stam- manteilen zu je CHF 1'000.00 [bisher: […], ohne eingetragene Funktion, mit Ein- zelprokura, ohne Stammanteil]." Demnach könne der Rechtsvertreter mit seinem Einwand, die Firma befinde sich nach wie vor im Aufbau, nichts zugunsten seiner Mandantin ableiten (Erw. 7). 3.4Vor Verwaltungsgericht rügt die Beschwerdeführerin, der vereinbarte und ausbezahlte Lohn könne im vorliegenden Fall keine Grundlage für die Ermittlung des versicherten Verdiensts für das Taggeld oder die Rente bieten. Anwendbar sei Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV und es sei auf die bundesgerichtliche Rechtspre- chung im Urteil 8C_893/2011 vom 31. Mai 2012 Erw. 2 zu verweisen (Beschwer- de S. 3 Ziff. 2 f.). Mit der C.________ sei ein sehr tiefes Salär vereinbart worden. Zum Zeitpunkt des Unfallereignisses sei sie bereits mit Einzelprokura im Handelsregister einge- tragen gewesen. Als einzige Gesellschafterin dieser Firma habe die Mutter der Beschwerdeführerin figuriert. Mit Blick auf den Bericht der Vorinstanz vom 16. Dezember 2020 über die Abklärungen vor Ort handle es sich klar um einen Lohn, welcher nicht der effektiv geleisteten Arbeit entspreche. Die Arbeitszeiter-7 fassungen aus den Jahren 2020 und 2019 würden zudem belegen, dass regel- mässig ein viel höheres Pensum geleistet worden sei als lediglich 20% (Be- schwerde S. 3 [unten] f. Ziff. 4). Die Argumentation, weshalb die Vorinstanz Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV nicht zur Anwendung bringen wolle, sei nicht nachvollziehbar. Gemäss LSE (Schweizeri- sche Lohnstrukturerhebung) betrage der Durchschnittslohn im Gesundheitswe- sen Fr. 6'488.--/Monat. Im Sinne einer Annäherung könne dieser Lohn als bran- chenüblich für die Tätigkeit der ausgebildeten medizinischen Praxisassistentin mit geschäftsführender Funktion herangezogen werden (Beschwerde S. 4 Ziff. 4). 3.5Die Vorinstanz hält dem in ihrer Beschwerdeantwort namentlich entgegen, dass entgegen den Ausführungen in der Beschwerde Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV bei der Bemessung des Taggelds von der Vorinstanz berücksichtigt worden sei. Der von ihr berechnete versicherte Verdienst liege bei Berücksichtigung des Arbeits- pensums von 20% im Bereich des in der Beschwerde angegebenen branchenüb- lichen Durchschnittslohns. Somit sei das Taggeld richtig berechnet worden. Soweit geltend gemacht werde, die Beschwerdeführerin habe im Jahr 2019 und im Jahr 2020 bis zum Bezug von Kurzarbeitsentschädigung in einem höheren Pensum gearbeitet, vermöge dies den versicherten Verdienst nicht zu ändern. Die massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen zur Berechnung des versicher- ten Verdiensts seien berücksichtigt worden. 4.Den vorliegenden Akten lässt sich hinsichtlich der Arbeitstätigkeit der Be- schwerdeführerin bei der C.________ im Wesentlichen was folgt entnehmen: 4.1Die Beschwerdeführerin als gelernte "MPA [medizinische Praxisassistentin] EFZ und Arztsekretärin" (vgl. Vi-act. 16 S. 3) ist heute alleinige Gesellschafterin und Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift der im November 2016 ins Handels- register eingetragenen C.________ mit Sitz in G.________. Der Gesellschafts- zweck ist u.a. umschrieben mit "Erbringen von Dienstleistungen für Ärztesekreta- riate, das Schreiben von medizinischen Berichten und Gutachten sowie die Aus- führung von Administrationsarbeiten aller Art" (vgl. zum Ganzen Handelsregister- eintrag [nicht in den vorinstanzlichen Akten], www.zefix.ch, zuletzt eingesehen am 8.9.2022). Im Unfallzeitpunk am 20. Oktober 2020 wurde die Firma von der Mutter der Be- schwerdeführerin geführt, worauf die Vorinstanz zutreffend hinweist (vgl. ange- fochtener Einspracheentscheid Erw. 6.3 und 7; vgl. SHAB-Publikationen Nr. ______ vom 17.11.2016 bzw. Nr. ______ vom 25.5.2020). Die Beschwerde-8 führerin zeichnete mit Einzelprokura für die C.________ (vgl. www.zefix.ch). Das Gesetz (vgl. Art. 458 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR; SR 220] vom 30.3.1911) definiert die Prokuristin als Geschäftsführerin, die für den Prinzi- pal als "alter ego" das Gewerbe betreibt (etwa den Prinzipal in dessen Abwesen- heit vertritt) bzw. in leitender Funktion tätig ist. Gemäss Firmenzweck (vgl. zuvor) sowie Tätigkeitsbeschrieb auf der Homepage der Firma (vgl. www.C.________.ch; eingesehen am 22.9.2022), erledigt die Be- schwerdeführerin für ihre Kunden (Ärzte, Zahnärzte, Psychiater) Schreibarbeiten, indem sie diktierte Berichte und Gutachten niederschreibt. Zudem steht sie bei Personalengpässen auch als MPA vor Ort zur Verfügung. 4.2Zur Anstellung der Beschwerdeführerin im Unfallzeitpunkt gab die Arbeit- geberin in der Schadenmeldung vom 21. Oktober 2020 an, sie habe die Stellung einer Angestellten, arbeite regelmässig und mit einem vertraglichen Beschäfti- gungsgrad von 20%, d.h. 8h/Woche, einen Tag die Woche bei betriebsüblicher Vollarbeitszeit von 40h/Woche (Vi-act. 1). 4.3Im "Fragebogen: Gebäude/Treppe" machte die Beschwerdeführerin am 10. November 2020 unter Ziff. 7 gegenüber der Versicherung folgende Angaben (Vi-act. 7): Arbeitgeber (Name und Adresse) Stunden pro Woche (regelmässig/unregelmässig) Letzter Arbeitstag vor dem Unfall C.________ Arbeitspensum: 20% regelmässig Std. pro Woche: 8.00 Datum: 13.10.2020 Gearbeitet bis: 17.00 Uhr Sodann führte sie an, dass sie keinen weiteren Arbeitgeber habe. 4.4Anlässlich des Gesprächs vom 16. Dezember 2020 zwischen der Be- schwerdeführerin, ihrer Mutter sowie einer D.________- Leistungsaussendienstmitarbeiterin hat die Mutter gemäss dem "Bericht Leis- tungsaussendienst Unfall" vom 18. Dezember 2020 u.a. zu Protokoll gegeben (vgl. Vi-act. 16), die Beschwerdeführerin sei die Inhaberin der Firma. Als sie (die Mutter) die Firma gegründet habe, sei die Beschwerdeführerin einfach noch zu jung gewesen. Unterdessen aber habe die Beschwerdeführerin "alle Vollmach- ten". Da ihre Tochter noch zu Hause lebe und sich an den Wohnkosten nicht be- teiligen müsse, aber sehr viel helfe (Wäsche, Putzen, Einkaufen), zahle sie sich einen tiefen Lohn aus. Sie hätten genau berechnet, "was sie an Kosten habe und so werde der entsprechende Lohn ausbezahlt und auch deklariert" (S. 3, "Sozia- les" und "Finanzielles"). Hinsichtlich Stellenbeschrieb wird im Bericht vermerkt, die Beschwerdeführerin schreibe medizinische Berichte am PC. Sie brauche 9 dafür beide Hände und den rechten Fuss für die Bedienung des Fusspedals, mit welchem sie die mündlichen Berichte der Ärzte, Psychiater und Spitäler starte und stoppe. Wenn sie Schreibarbeiten habe, warte sie im Normalfall, bis einige Berichte zu schreiben seien und schreibe diese dann alle hintereinander. 4.5Der aktenkundigen "Arbeitszeiterfassung 2020" (Vi-act. 55 = Vi-act. 92, S. 2 ff. = Bf-act. 4) lässt sich für die Zeit bis zum Unfallereignis am 20. Oktober 2020 entnehmen, dass die Beschwerdeführerin - im Januar 2020 171.5 Stunden gearbeitet hatte (19 Arbeitstage und 6 Ferien- tage zu je 1.6 verbuchten Stunden); - im Februar 2020 64.22 Stunden gearbeitet hatte (13 Arbeitstage und 4 Feri- entage zu je 1.6 Stunden); - während den Monaten März und April 2020 "Kurzarbeit 100%" bezogen hat- te; - während den Monaten Mai bis August 2020 "Kurzarbeit 83.5%" bezogen und in den jeweiligen Monaten je 6 Stunden (1 oder 2 Std/Woche) gearbeitet hat- te; - im September 2020 45.92 Stunden gearbeitet hatte (7 Arbeitstage) und - im Oktober 2020 (wie erwähnt bis zum Ereignisdatum 20.10.2020) 22 Stun- den (3 Arbeitstage) gearbeitet hatte. 4.6Der ebenfalls aktenkundigen "Arbeitszeiterfassung 2019" (Bf-act. 3) ist das Total der Jahresarbeitsstunden mit rund 1'539.19h vermerkt (S. 7), wobei ab März eine Steigerung der Arbeitsstunden gegenüber den beiden Vormonaten zu entnehmen ist. Im zuvor erwähnten Gespräch vom 16. Dezember 2020 wurde denn auch bestätigt, dass es vor Corona gut gelaufen sei; Einsätze von ca. 80%. Man habe sich schon überlegt, die Versicherungen zu erhöhen; dann aber sei Corona gekommen (Vi-act. 16). 5.1Vor diesem Hintergrund bestreitet die Vorinstanz zu Recht nicht, dass die Beschwerdeführerin zum massgeblichen Zeitpunkt "als Familienmitglied für die C.________" gearbeitet hatte (vgl. angefochtener Einspracheentscheid Erw. 7). Ferner bleibt von der Vorinstanz zu Recht unbestritten, dass vorliegend der von der Beschwerdeführerin angeführte Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV einschlägig ist. Sie stellt sich indes auf den Standpunkt, der von ihr berücksichtigte Monatslohn von Fr. 1'000.-- (Fr. 1'083.20 inkl. Anteil 13. Monatslohn) bzw. der errechnete Tag- geld-Ansatz von Fr. 28.50 (Fr. 1000.-- x 13 / 365 x 80%) bewege sich durchaus im branchenüblichen Bereich für ein Pensum von rund 20%. Aufgerechnet auf ein Vollpensum (100%) entspräche dies einem Monatslohn (inkl. Anteil 13. Mo- natslohn) von rund Fr. 5'416.-- (= Fr. 1'000.-- x 13 / 12 x 5). 10 Demgegenüber vertritt die Beschwerdeführerin einerseits die Auffassung, sie ha- be ein "viel höheres Pensum geleistet" als lediglich 20% und anderseits erachtet sie einen Verdienst von Fr. 6'488.-- (gemeint wohl in einem 100-%-Pensum) als branchenüblich. Dabei fällt auf, dass die Beschwerdeführerin nicht spezifiziert, zu welchem Pensum sie tatsächlich gearbeitet haben will bzw. welches Pensum für die Berechnung veranschlagt werden soll. Bei einem angenommenen 20%- Pensum entspräche dies einem Monatslohn von rund Fr. 1'297.--. Bezogen auf ein (hypothetisches) 100-%-Pensum ergibt eine Gegenüberstellung der beiden Auffassungen (Fr. 6'488.--/Mt gemäss Beschwerdeführerin vs. Fr. 5'416.--/Mt gemäss Vorinstanz) eine Differenz von Fr. 1'071.-- bzw. bei je einem 20-%- Pensum eine Differenz von Fr. 213.80 oder 19.8%, was nicht unerheblich ist. Strittig und nachfolgend zu prüfen ist daher zum einen, wie hoch der branchen- übliche Lohn für die Tätigkeit der Beschwerdeführerin bei der C.________ zu veranschlagen ist und zum andern, welches Pensum für die Berechnung des Taggeldansatzes relevant ist. 5.2.1Der mindestens berufs- und ortsübliche Lohn ist vorliegend - wie erwähnt (vgl. oben Erw. 2.1) - anhand von Tabellenlöhnen zu bestimmen. Die korrekte Anwendung der LSE-Tabellen, namentlich die Wahl der Tabelle wie auch der Beizug des massgeblichen Kompetenzniveaus, ist eine Rechtsfrage. Massge- bend ist die im Verfügungs-, resp. Einspracheentscheidzeitpunkt aktuellste veröf- fentlichte Tabelle (BGE 143 V 295 Erw. 2.4 und 4.1.2 f.). Die Beschwerdeführerin erachtet einen Monatslohn von Fr. 6'488.-- aufgrund der LSE-Tabelle TA1_b, monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftsabtei- lungen, beruflicher Stellung und Geschlecht, Privater Sektor, Schweiz 2020, Ziff. 86 Gesundheitswesen (Spalte Total), als massgeblich. Die Vorinstanz äus- sert sich nicht zu den Tabellenlöhnen, sondern bezeichnet ihre Berechnungs- grundlage von Fr. 1'000.--/Mt als branchenüblich. 5.2.2In der Regel wird die LSE-Tabelle TA1 (TA1_tirage_skill_level), monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Ge- schlecht, Privater Sektor, Schweiz angewendet (Urteil BGer 8C_458/2017 vom 6.8.2018 Erw. 6.2.3). Vom Regelfall, den Monatslohn "Total Privater Sektor" Männer resp. Frauen anzuwenden, kann namentlich dann zugunsten des statisti- schen Durchschnittseinkommens einzelner Sektoren oder gar Branchen abge- stellt werden, wenn die versicherte Person vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in einem konkreten Bereich tätig war und eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt, falls dies als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rech-11 nung zu tragen (Urteile BGer 9C_667/2017 vom 27.11.2017 Erw. 3.2; 8C_457/2017 vom 11.10.2017 Erw. 6.2). Vom Total der Durchschnittswerte ist aber insbesondere auch für die Anwendung von Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV abzu- weichen, soll hier doch ausdrücklich der orts- und branchenübliche Lohn einer bekannten Tätigkeit eruiert werden. Entsprechend ist auf den branchen- oder be- rufsspezifischen Zentralwert abzustellen (vgl. zum Ganzen auch Gäch- ter/Egli/Meier/Filippo, Grundprobleme der Invaliditätsbemessung in der Invali- denversicherung, Rechtsgutachten zuhanden Coop Rechtsschutz AG, 2021, S. 98; Guggisberg/Schärrer/Gerber/Bischof, Nutzung Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Vergleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung, Fakten oder Fik- tion - Was sagen die Zahlen?, Mandat im Auftrag Coop Rechtsschutz AG, 2021, S. 4 ff.). 5.2.3Die Tabellenlöhne TA1 sind in vier Kompetenzniveaus gegliedert. Die LSE beruht dabei partiell auf der internationalen Berufsnomenklatur ISCO-08 (Interna- tional Standard Classification of Occupations; vgl. Publikation BfS vom 11.12.2017), wo sich eine detailliertere Umschreibung der Kompetenzniveaus findet (BGE 142 V 178 Erw. 2.5.3.2). Die verschiedenen Kompetenzniveaus wer- den gemäss ISCO-08 über die Komplexität eines Aufgabenbereichs und die Brei- te der Tätigkeiten und Aufgaben einer bestimmten Arbeitsstelle definiert. Der Fo- kus liegt dabei auf der Natur der Tätigkeit und weniger auf dem (stark von den Ländern abhängigen) Bildungsniveau. Die Einteilung in die Kompetenzniveaus erfolgt im Rahmen der Lohnstrukturerhebung nicht durch die Arbeitgeber (vgl. zum Ganzen VGE I 2021 34 vom 24.8.2021 Erw. 4.3). Das Kompetenzniveau 4 der Tabelle TA1 erfasst Tätigkeiten mit komplexer Pro- blemlösung und Entscheidungsfindung, welche ein grosses Fakten- und theoreti- sches Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen und entspricht den Berufs- hauptgruppen 1 (Führungskräfte) und 2 (akademische Berufe) gemäss ISCO-08. Auf der nächsttieferen Stufe des Kompetenzniveaus 3 werden diejenigen Ein- kommen eingeordnet, welche in komplexen praktischen Tätigkeiten erzielt wer- den und ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet erfordern, was der ISCO-08- Berufshauptgruppe 3, den Techniker/innen und gleichrangige nicht-technische Berufe entspricht (vgl. auch Urteil BGer 8C_534/2019 vom 18.12.2019 Erw. 5.3; Guggisberg et al., a.a.O., S. 6). Das Kompetenzniveau 2 umfasst praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst" und entspricht den Berufshauptgruppen 4 bis 8 (4 Bürokräfte und verwandte Berufe, 5 Dienstleistungsberufe und Verkaufskräfte, 6 Fachkräfte in Land- und Forstwirt- schaft und Fischerei, 7 Handwerks- und verwandte Berufe, 8 Bedienen von An-12 lagen u. Maschinen und Montageberufe). Im Detail handelt es sich um folgende Berufsgruppen: Bürokräfte (z.B. Sekretärinnen und Sekretär, Mitarbeitende im Finanz- und Rechnungswesen oder Statistik), Dienstleistungsberufe und Verkäu- fer (z.B. Restaurantpersonal, Coiffeurs, Hauswarte, Verkaufskräfte, Kinderbe- treuer, Betreuungsberufe im Gesundheitswesen, Polizisten), Fachkräfte in Land- und Forstwirtschaft, Handwerks- und verwandte Berufe (Maurer, Dachdecker, Maler, Metallarbeiter, Mechaniker, Elektriker, Bäcker, usw.) sowie Bediener von Anlagen und Maschinen und Montageberufe (inkl. Fahrzeugführer) (Guggisberg et al., a.a.O., S. 6, 9 f.). 5.2.4Die Beschwerdeführerin stellt entgegen dem Vorerwähnten nicht auf die Tabelle TA1, sondern auf die Tabelle TA1_b, monatlicher Bruttolohn (Zentral- wert) nach Wirtschaftsabteilungen, beruflicher Stellung und Geschlecht, privater Sektor, Schweiz 2020 ab. Der Unterschied liegt namentlich darin, dass die Wirt- schaftszweige (TA1) bzw. Wirtschaftsabteilungen (TA1_b) nicht nach Kompe- tenzniveaus (TA1), sondern in TA1_b nach der beruflichen Stellung (von obers- tem Kader bis ohne Kaderfunktion) gegliedert werden. Die Beschwerdeführerin wendet konkret das Total (über alle beruflichen Stellungen sowie Frauen und Männer) der Wirtschaftsabteilung Gesundheitswesen (Fr. 6'488.--) an. 5.2.5Es trifft wohl zu, dass die Beschwerdeführerin im Unfallzeitpunkt über die Einzelprokura der Arbeitgeberin verfügte und heute alleinige Gesellschafterin und Geschäftsführerin ist, was für die Anwendung der Tabelle TA1_b mit Gliederung nach beruflicher Stellung sprechen könnte. Allerdings wurde die Prokura erst im Mai 2020 (während der Kurzarbeit und kurz vor dem Unfall) im Handelsregister eingetragen. Zudem handelt es sich um eine Einpersonenfirma, weshalb nicht von einer eigentlichen Kaderfunktion gesprochen werden kann. Indem die Be- schwerdeführerin selbst das Total über alle beruflichen Stellungen anwendet, legt sie sich bezüglich der eigenen Stellung denn auch gar nicht fest. Auch wenn da- von auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin infolge der Einpersonenfirma für die C.________ auch typische Arbeitgeberarbeiten zu erledigen hat, kommt dem dennoch nicht die Bedeutung zu, dass sie erworbene Kaderfähigkeiten ge- nerell - für verschiedene Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber - ein- und umzuset- zen vermöchte (vgl. Urteil BGer 8C_704/2009 vom 27.1.2010 Erw. 4.2.1.2). Die eigentlichen Schreib- und MPA-Arbeiten stehen vielmehr im Vordergrund. Diese konkreten Verhältnisse rechtfertigen es vorliegend daher nicht, ausnahmsweise eine von TA1 abweichende Tabelle heranzuziehen. 5.2.6Es ist somit angezeigt, das Einkommen gestützt auf die in der LSE-Tabelle TA1 2020 für weibliche Arbeitnehmerinnen festzusetzen. Fraglich bleibt die Ein-13 stufung der Beschwerdeführerin innerhalb dieser Tabelle. Unbestritten ist - in Abweichung der grundsätzlich zu verwendenden Zeile "Total Privater Sektor" - die Verwendung von Ziff. 86-88 "Gesundheits- u. Sozialwesen". Die (Schreib-)Tätigkeit der Beschwerdeführerin als (ausgebildete) MPA und/oder Arztsekretärin ist nach dem oben Erwähnten (Erw. 5.2.3) sowie nach bundesge- richtlicher Rechtsprechung (vgl. Urteil BGer 9C_667/2017 vom 27.11.2017 Erw. 3.2) im Kompetenzniveau 2 anzusiedeln, sodass als Basis ein auf einer 40 Stundenwoche standartisierter Brutto-Tabellenlohn von monatlich Fr. 5'177.-- re- sultiert. Bei einer im Jahr 2020 betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden pro Woche resultiert ein (hypothetisches) Einkommen von Fr. 5'384.-- (Fr. 5'177.-- / 40h x 41.6h; vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt- schaftsabteilungen, in Stunden pro Woche, Tabelle T03.02.03.01.04.01, Ziff. 86). Aus nachfolgenden Gründen kann offenbleiben, ob eine Hochrechnung über- haupt zu erfolgen hat, nachdem die betriebsübliche Wochenarbeitszeit bei der C.________ mit 40h/Wo angegeben wird (vgl. Vi-act. 1). Dieser Betrag (Fr. 5'384.--) liegt unterhalb des versicherten Verdienstes, welchen die Vorinstanz anerkannt hatte (Fr. 5'416.--), weshalb vorliegend (zugunsten der Beschwerdeführerin) nicht auf den Tabellenlohn abzustellen ist, da der berufs- und ortsübliche Lohn nur zu berücksichtigen ist, wenn er höher ist als der effekti- ve Verdienst (vgl. oben Erw. 2.1). Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass für die Beschwerdeführerin hochgerechnet auf ein 100-%-Pensum von ei- nem Monatssalär von Fr. 5'416.-- auszugehen ist. 6.Strittig und zu prüfen bleibt das für die Beschwerdeführerin zu veranschla- gende Arbeitspensum. 6.1Die Vorinstanz geht von einem 20%-Pensum aus und verweist hierzu auf die Meldungen der Beschwerdeführerin sowie die vorgelegte Zeiterfassung für die Monate September und Oktober 2020 bis zum Unfall. 6.2Die Beschwerdeführerin verlangt - unspezifisch - die Anrechnung eines höheren Pensums. Sie macht mit ihrem Vorbringen, wonach sie gemäss den "Arbeitszeiterfassungen aus dem Jahr 2020 und 2019" "regelmässig ein viel höheres Pensum" geleistet habe als lediglich 20%, sinngemäss (auch) eine un- regelmässige Erwerbstätigkeit geltend. 6.3Vor diesem Hintergrund stellt sich in casu die Frage der (neben Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV) zusätzlichen Anwendbarkeit von Art. 23 Abs. 3 UVV, wonach auf einen angemessenen Durchschnittslohn pro Tag abgestellt wird, wenn der Versicherte keine regelmässige Erwerbstätigkeit ausübt oder sein Lohn starken 14 Schwankungen unterliegt. Nach der Rechtsprechung haben insbesondere jene Versicherten als unregelmässig beschäftigt zu gelten, die über eine gewisse Zeitspanne keine gleichbleibende durchschnittliche Arbeitszeit aufweisen (vgl. BSK UVG-Vollenweider/Brunner, Art. 15 N 33 m.H.). Hinsichtlich Art. 23 Abs. 3 UVV wird bei der Ermittlung des versicherten Ver- dienstes praxisgemäss gestützt auf die Empfehlung der Ad-Hoc-Kommission Schaden UVG Nr. 03/84 ("Angemessener Durchschnittslohn"; abrufbar unter htt- ps://www.svv.ch/de/branche/regelwerke/empfehlungen-der-ad-hoc-kommission- schaden-uvg) das Einkommen der letzten drei Monate vor dem Unfall berück- sichtigt; bei ausserordentlich starken Schwankungen jenes der letzten zwölf Mo- nate (BGE 139 V 464 Erw. 2.7, 4.2; vgl. auch Urteil BGer 8C_465/2015 vom 20.4.2016 Erw. 5.2; KOSS-Riedi Hunold, Art. 15 UVG N 16; BSK UVG- Vollenweider/Brunner, Art. 16 N 36). 6.4Vorerst fällt auf, dass die Beschwerdeführerin wohl einen zu tief festgesetz- ten versicherten Verdienst reklamiert, ihre Begründung aber stets nur pauschal vortrug und generell auf die Arbeitszeiterfassungen 2020 und 2019 verwies. Für ihre Behauptung, 'regelmässig mehr als 20%' bzw. gar 'stets 100% gearbeitet' zu haben, bleibt sie einen schlüssigen Nachweis schuldig. Auch formuliert sie nie eine konkrete Forderung oder einen ziffernmässigen Antrag bezüglich anrechen- barem Pensum oder festzusetzendem versicherten Verdienst. Dies stellte die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zu recht fest (Vi-act. 95) und den- noch blieb die Beschwerdeführerin auch in der Einsprache eine substantiierte Begründung ihres Begehrens schuldig (vgl. Vi-act. 100). Wiederum wird die Aus- sage, deutlich mehr als 100% gearbeitet zu haben, allein mit einem pauschalen Verweis auf die Arbeitszeiterfassung begründet. Und auch vor Verwaltungsge- richt wird wenig konkret die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen beantragt (vgl. Ingress Bst. D). Eine Bezifferung eines konkreten Arbeitspensums mit nach- vollziehbarer Begründung bleibt die Beschwerdeführerin schuldig. 6.5Die Vorinstanz geht demgegenüber von einem 20%-Pensum aus, was aus folgenden Gründen nicht zu beanstanden ist: - In der Schadenmeldung vom 21. Oktober 2020 wird der vertragliche Beschäf- tigungsgrad mit 20% angegeben; 8h/Woche bzw. 1Tag/Woche. Diese Anga- ben stammen von der Arbeitgeberin, wobei als Kontaktperson die Mutter der Beschwerdeführerin angegeben wurde (Vi-act. 1). - Am 10. November 2020 beantwortete die Beschwerdeführerin Fragen der Vor- instanz. Dabei bestätigte sie ausdrücklich, regelmässig zu arbeiten und ein 20%-Pensum zu erfüllen; 8h/Woche (Vi-act. 7).15 - Anlässlich des Gesprächs vom 16. Dezember 2020 wurde das genaue Ar- beitspensum nicht beziffert. Vor Corona sei es gut gelaufen; Einsätze von ca. 80%. Man habe sich überlegt, die Versicherungen zu erhöhen. Dann sei Co- rona gekommen. Sie habe aufgrund von Corona und Kurzarbeit wenig Schreibarbeiten gehabt. Im Normalfall warte sie, bis einige Berichte vorlägen und schreibe dann alle hintereinander. Vor dem Unfall habe sie Schreibarbeit für ungefähr einen Tag gehabt (Vi-act. 16). - Im Januar 2020 arbeitete die Beschwerdeführerin täglich und im Schnitt mehr als 8h/Tag. Anderseits erfasste sie die Ferientage mit 1.6h, was genau einem 20%-Pensum entspricht (Bf-act. 3). - Im Februar 2020 arbeitete die Beschwerdeführerin im Schnitt nicht ganz 5h/Tag, wobei sie die Ferientage wiederum mit 1.6h erfasste, also entspre- chend einem 20%-Pensum. Zudem gab es Tage ohne Arbeit (Bf-act. 3). - Die Monate März und April 2020 werden mit 100% Kurzarbeit vermerkt, ohne dass irgendwelche Rückschlüsse möglich wären. - Ab Mai 2020 wurde die Kurzarbeit mit 83.5% angegeben. Gleichzeitig wurden pro Monat 6 Arbeitsstunden erfasst. Wenn dies einem Arbeitspensum von 16.5% (bei 83.5% Kurzarbeit) entspricht, so ging die Beschwerdeführerin er- neut von einem 20%-Pensum aus (wenn 6h/Mt 16.5% sind, dann sind 36.3h/Mt 100%, was etwa einem 20%-Pensum entspricht). - Im September 2020 arbeitete die Beschwerdeführern während dreier Wochen je an einem Tag (8h), in zwei Wochen 1½ Tage, total 45.92h, was in etwa ebenfalls einem 20%-Pensum entspricht. - Im Oktober 2020 sind bis zum Unfall (20.10.2020) drei Arbeitstage à 6 bzw. 8 Stunden ausgewiesen, mithin wiederum rund ein 20%-Pensum. - Gemäss der definitiven Prämienrechnung wurde für das Jahr 2020 eine Jah- reslohnsumme von Fr. 12'723.-- abgerechnet, was (bei einem Monatslohn von Fr. 5'416) in etwa einem 20%-Pensum entspricht (Vi-act 87). Damit aber steht fest, dass die Beschwerdeführerin selber explizit und mehrmals ein 20%-Pensum deklariert hatte. Zudem hat sie in den letzten Monaten vor dem Unfall in etwa in einem 20%-Pensum gearbeitet resp. im Rahmen der Kurzarbeit mit einem 20%-Pensum abgerechnet. Aus dem Verweis auf die Kurzarbeit kann die Beschwerdeführerin daher nichts zu ihren Gunsten ableiten. Auch im Januar und Februar 2020, da sie effektiv mehr als 20% arbeitete, hat sie dennoch die Ferientage im Rahmen eines 20%-Pensums abgerechnet. Auch wenn die Ar- beitszeiterfassung für 2019 ein höheres Pensum ausweist (übers Jahr hinweg ca. ein 70%-Pensum (1'539h bei 2'200h für 100%), so ändert dies nichts an der Tat-16 sache, dass in den Monaten vor dem Unfall im Rahmen eines 20%-Pensums ge- arbeitet oder Kurzarbeit abgerechnet wurde und entsprechend Lohn bezahlt wur- de. Für die Taggeldabrechnung ist grundsätzlich der letzte vor dem Unfall bezo- gene Lohn massgeblich (Art. 15 Abs. 2 Halbsatz 1 UVG, vgl. oben Erw. 2). Und selbst wenn von einem unregelmässigen Einkommen ausgegangen wird, sind nur die letzten Monate zu berücksichtigen (vgl. oben Erw. 2.3, 6.3), welche vor- liegend - auch in Berücksichtigung der Kurzarbeit - zu keinem anderen Ergebnis führen. Damit aber hat die Vorinstanz das Taggeld zu Recht ausgehend von ei- nem 20%-Pensum berechnet. 7.Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde damit als unbegründet. Die Vorinstanz ging zu Recht von einem 20%-Pensum der Beschwerdeführerin aus und berechnete das Taggeld von Fr. 28.50/Tag zu Recht basierend auf ei- nem branchenüblichen Lohn von Fr. 5'416/Monat für ein Vollzeitpensum. 8.Es werden keine Kosten erhoben (Art. 61 lit. f bis ATSG). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).17 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: -den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (2/R) -die Vorinstanz (2/R) -und das Bundesamt für Gesundheit, BAG, 3003 Bern (A). Schwyz, 17. Oktober 2022 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Der Gerichtsschreiber: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 3. November 2022