B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6415/2011 U r t e i l v o m 2 4 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richterin Nina Spälti Giannakitsas; Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Aufhebung vorläufige Aufnahme; Verfügung des BFM vom 18. Oktober 2011 / N (…). D-6415/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Mutter des Beschwerdeführers reiste mit dem damals minderjährigen Beschwerdeführer und dessen Schwester – sri-lankische Staatsangehö- rige tamilischer Ethnie aus B._______ – am (…) 1998 in die Schweiz ein und suchte gleichentags um Asyl nach. Sie brachte im Wesentlichen vor, ihr Ehemann (der Vater des Beschwe r- deführers) sei im Jahr 1996 bei einer Raz zia in ihr em (…-)geschäft in B._______ festgenommen worden und seither verschollen . Von 1995 bis 1997 sei ihr Haus zehn bis fünfzehn Mal von Soldaten durchsucht wor- den. Im Oktober 1997 sei sie von Soldaten misshandelt und vergewaltigt worden. Am (…) 1998 habe sie Sri Lanka schliesslich mit ihren Kindern verlassen und sie seien via C._______ in die Schweiz gelangt. B. Mit unangefochten in Rechtskraft erwac hsener Verfügung vom 9. März 2001 stellte das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF, heute: BFM) fest, dass die Mutter des Beschwerdeführers sowie der Beschwerdefüh- rer und dessen Schwester die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüll ten. Es lehnte die Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Den Wegweisungsvollzug erachtete das BFF im damaligen Zeitpunkt jedoch als unzumutbar, weshalb es die Familie vorläufig aufnahm. Zur Begründung führte das BFF im Wesentlichen aus, die Vorbringen der Mutter des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Flüch t- lingseigenschaft gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand. Ein Kausalzusammenhang zwischen den Vorbringen und der erst Ende 1998 erfolgten Ausreise sei zu verneinen. C. Mit Schreiben vom 30. Juni 2011 teilte das BFM dem Beschwerdeführer mit, es erwäge, die ihm am 9. März 2001 gewährte vorläufige Aufnahme in Anwendung von Art. 84 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) aufzuhe- ben. Die allgemeine Sicherheitslage in Sri Lanka habe sich seit Mai 2009 deut- lich entspannt und die Lebensbedingungen hätten sich soweit verbessert, dass eine Rückkehr auch in den Norden und Osten des Landes wieder zumutbar sei. In der Ostprovinz sei der bewaffnete Konflikt bereits 2007 D-6415/2011 Seite 3 zu Ende gegangen und die Lebensumstände würden sich seither kontinu- ierlich verbessern. Im Norden seien die Lebensbedingungen gebietswe i- se unterschiedlich. In den Gebieten , die bereits seit längerem unter Re- gierungskontrolle stehen würden, herrsche weitgehend ein normales Al l- tagsleben (bspw. auf der Halbinsel Jaffna oder in den südlichen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar). Der Beschwerdeführer habe zudem wie- derholt und auf schwerwiegende Weise gegen die schweizerische Rechtsordnung verstossen . Da auch keine individuellen Gründe gegen den Wegweisungsvollzug sprechen würden, werde somit eine Aufhebung der vorläufigen Aufnahme in Anwendung von Art. 84 Abs. 2 AuG erwogen. Der Beschwerdeführer erhalte Gelegenheit, sich da zu bis zum 20. Juli 2011 zu äussern; bei ungenutztem Fristablauf werde aufgru nd der Akten- lage entschieden. D. In seiner Stellungnahme vom 19. Juli 2011 beantragte der Beschwerde- führer, es sei von der Aufhebung der vorläufige n Aufnahme abzusehen. Die allgemeine Sicherheitslage habe sich vor allem im Norden Sri Lankas nicht deutlich entspannt. Die Länderanalyse der Schweizerischen Flüch t- lingshilfe (SFH) von Dezember 2010 zeige, dass Tamilen grundsätzlich verdächtig seien, und diejenigen, die das Land während des Krieges ve r- lassen hät ten, besonders gefährdet seien. Da (…), müsse er bei einer Rückkehr mit grossen Schwierigkeiten rechnen. Er habe die prägenden Kindheits- und Jugendjahre in der Schweiz verbracht, sei hier sozialisiert und spreche Schweizer deutsch. Tamilisch könne er weder lesen no ch schreiben. Alle Verwandten seien in der Schweiz wohnhaf t. In Sri Lanka habe er hingegen kein Beziehungsnetz, so dass ihm auch eine Wohnsitz- nahme in Colombo, wo die Sicherheitslage besser sei als in B._______, nicht zuzumuten sei. E. E.a Mit Verfügung vom 18. Oktober 2011 – eröffnet am 26. Oktober 2011 – hob das BFM die mit Verfügung des BFF vom 9. Dezember 1998 (recte: 9. März 2001) gewährte vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers ge- stützt auf Art. 84 Abs. 2 AuG auf und forderte den Bes chwerdeführer auf, die Schweiz bis zum 13. Dezember 2011 zu verlassen. E.b Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, es habe die Wegweisungspraxis für abgewiesene sri-lankische Asylsuchende auf- grund der verbesserten Situation in Sri Lanka per 1. März 2011 ang e- passt. Seither werde der Wegweisungsvollzug grundsätzlich als zumutbar D-6415/2011 Seite 4 erachtet. Im Rahmen dieser Praxisanpassung überprüfe das BFM auch den Status vorläufig aufgenommener sri -lankischer Staatsangehöri ger. Hinsichtlich des Beschwerdeführers sei rechtskräftig festgestellt worden, dass er die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Der Grundsatz der Nich t- rückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG komme da her nicht zur A n- wendung. Aus den Akten würden sich auch keine Anhaltspunkte dafür er- geben, dass ihm im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtl i- cher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Es habe ihn betreffend keine asylrelevante Verfolgung festgestellt werden können. Die befürchtete Gefährdung aufgrund (…) sei unbegründet. (…). Allfällige Behelligungen würden deshalb kein asylbeachtliches Ausmass anne h- men. Die Auffassung des Beschwerdeführers, wonach die Sicherheitslage im Norden Sri Lankas weiter hin schlecht sei , entspreche nicht der vom BFM vor Ort überprüften Situation. Der bewaffnete Konflikt sei im Mai 2009 mit der Niederlage der LTTE zu Ende gegangen. Seither befinde sich das gesamte Land wieder unter Regierungskontrolle. Nach eing e- hender Prüfung und in Berücksichtigung der Richtlinien des Flüchtling s- hochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) zur Festlegung des internationalen Schutzbedarfs sri -lankischer Asylsuchender vom 5. Juli 2010 sei das BFM zum Schluss gelangt, dass sich die allgemeine Sicher- heitslage deutlich entspannt habe. Die Lebensbedingungen hätten sich soweit verbessert, dass eine Rückkehr auch in den Norden und Osten des Landes grundsätzlich wieder zumutbar sei. Die Bewegungsfreiheit sei praktisch im ganzen Land gewährleistet. In der Ostprovinz sei der b e- waffnete Konflikt bereits im Jahr 2007 zu Ende gegangen und die dort i- gen Lebensumstände würden sich kontinuierlich verbessern. Im N orden des Landes seien die Lebensbedingungen ge bietsweise unterschiedlich. In den Gebieten, die bereits seit längerer Zeit unter Regierungskontrolle stünden (bspw. die Halbinsel von Jaffna oder die südlichen Teile der Dist- rikte Vavuniya und Mannar) herrsch e weitgehend ein normales Alltagsle- ben. Hingegen seien die Lebensbedingungen im ehemals von den LTTE kontrollierten Vanni-Gebiet nach wie vor als sehr schwierig einzustufen. Der Beschwerdeführer stamme aus B._______ und somit nicht aus dem Vanni-Gebiet. Der Wegweisungsvollzug werde deshalb als zumutbar er- achtet, zumal auch keine individuellen Gründe dagegen sprechen wü r- den. Der Beschwerdeführer sei jung und gesund und verfüge bereits über berufliche Erfahrung. Die angeblich schlechten Tamilisch -Kenntnisse sprächen nicht gegen eine Rückkehr ins Heimatland. Angesichts seines jungen Alters und der in der Schweiz absolvierten Schulbildung sollte er D-6415/2011 Seite 5 in der Lage sein, sprachliche Schwächen zu über winden. Im Übrigen sei- en die schlechten Sprachkenntnisse nicht nach vollziehbar, lebe er doch mit seiner Mutter zusam men und dürfte daher täglich mit der Mutterspra- che in Kontakt sein . Aufgrund der längeren Landesabwesenheit werde der Beschwerdeführer zwar bei einer Rückkehr nach Sri Lanka anfänglich auf Schwierigkeiten st ossen, jedoch sprächen diese nicht gegen den Wegweisungsvollzug. Die in der Schweiz lebenden Ve rwandten könnten ihn finanziell unterstützen, so dass er in der Lage sein sollte, sich eine wirtschaftliche Grundla ge aufzubauen . Allfällige Befürch tungen, in ei ne schwerwiegende Notlage zu geraten , seien deshalb unbegründet. Der Beschwerdeführer lebe zwar bereits seit dreizehn Jahren in der Schwe iz, indes sei er bereits als (… -)jähriger mit einer Verzeigung wegen (…) ne- gativ aufgefallen. Nach einer Verurteilung wegen (…) habe das BFM ihn darauf hingewiesen, dass ihm die Aufhebung der vorläufigen Aufnahme drohe, sollte er sein Verhalten nicht ändern. Dessen ungeachtet habe er in der Folge schwerwiegende Delikte begangen ([…]). Mit der über sechs Jahre andauernden Delinquenz vermittle er den Eindruck, dass er nicht in der Lage sei, sich der in der Schweiz herrschenden Ordnung zu unte r- werfen. Angesichts dessen, dass das letzte Delikt erst zwei Wochen vor dem Versand des rechtlichen Gehörs bega ngen worden sei, könne auch nicht von einer künftigen Änderung d er Verhaltensweise ausgegangen werden. Von einer fortgeschrittenen und erfolgreichen Integration könne damit nicht gesprochen werden. Eine Aufhebung der vorläufigen Aufnah- me wäre daher grundsätzlich auch im Licht e von Art. 83 Abs. 7 AuG zu prüfen, indes könne diese Frage aufgrund der verbesserten Situation im Heimatland offenbleiben. Der Wegweisungsvollzug sei heute aufgrund des Gesagten zulässig, zumutbar und möglich, so dass die vorläu fige Aufnahme gestützt auf Art. 84 Abs. 2 AuG aufzuheben sei. F. F.a Mit Eingabe vom 25. November 2011 erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Darin beantragte er: – Die Verfügung des BFM vom 18. Oktober 2011 sei aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, dies verbunden mit der Weisung, die Verfügung vom 9. März 200 1 in Wiedererwägung zu ziehen, das Asylverfahren wieder aufzunehmen bzw. ein Asylverfa h- ren einzuleiten, dies unter ausdrücklicher Aufrechterhaltung der vo r- läufigen Aufnahme. D-6415/2011 Seite 6 – Eventuell sei die Verfügung des BFM vom 18. Oktober 2011 aufzuhe- ben, die Sache zur Prüfung der aktuellen Asylgründe, zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen, dies unter au s- drücklicher Aufrechterhaltung der vorläufigen Aufnahme. – Eventuell sei die Verfügung des BFM vom 18. Oktober 2011 aufzuhe- ben und die Sache zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts an das BFM zurückzuweisen. – Eventuell sei die Verfügung des BFM vom 18. Oktober 2011 aufzuhe- ben und das Bundesverwaltungsgericht habe die Flüchtlingseige n- schaft festzustellen. Das BFM sei anzuweisen, ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. – Eventuell sei die Verfügung des BFM vom 18. Oktober 2011 aufzuhe- ben und es sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festz u- stellen. Das BFM sei anzuweisen, ihn deswegen in der Schweiz vo r- läufig aufzunehmen. – Eventuell sei die Verfügung des BFM vom 18. Oktober 2011 aufzuhe- ben. – Bei Aufhebung und Rückweisung an die Vorinstanz sei das BFM a n- zuweisen, sämtliche Herkunftsländerinformationen, auf welche es seinen Entscheid stützt, in geeigneter Weise offenzulegen. – Eventuell sei das BFM im Rahmen des Beschwe rdeverfahrens anzu- weisen, sämtliche Herkunftsländerinformationen, auf welche es se i- nen Entscheid stützt, in geeigneter Weise offenzulegen. Ihm sei eine angemessene Frist einzuräumen, um zu diesen Informationen Ste l- lung zu nehmen. – Vor Gutheissung der Besch werde sei dem Rechtsvertreter eine a n- gemessene Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote zur Bestimmung der Parteientschädigung anzusetzen. F.b Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ge l- tend, das BFM habe Art. 18 AsylG verletzt, indem es trotz seines Vorbrin- gens in der Eingabe vom 19. Juli 2011, er habe bei einer Rückkehr nach Sri Lanka eine Verfolgung durch Sicherheitskräfte und allenfalls auch durch paramilitärische Gruppierungen zu befürch ten, kein neues Asylver-D-6415/2011 Seite 7 fahren durchgeführt habe. Stattdessen habe es in der angefochtenen Ver- fügung lediglich festgestellt, es sei rechtskräftig festgestellt worden, dass er die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Indem das BFM kein neues Asylverfahren eingeleitet und keine Anhörung durchgeführt habe, habe es nicht nur den Sachverhalt ungenügend abgeklärt, sondern auch das rechtliche Gehör verletzt. Die Sache sei deshalb zur Einleitung eines Asylverfahrens an das BFM zurückzuweisen, wobei der Status als vorläu- fig Aufgenommener weiterhin gelten müsse. Das BFM stelle zudem den Sachverhalt zum vorangegangenen Asylverfahren falsch dar. Es sei seine Mutter gewesen, die am 9. Dezember 1998 ein Asylgesuch gestellt habe, welches mit Verfügung vom 9. März 2001 abgewiesen worden sei, worauf die gesamte Familie vorläufig aufgenommen worden sei. Auch der Sach- verhalt bezüglich der begangenen Delikte sei unvollständig dar gestellt. Aus der Auflistung in der angefochtenen Verfügung sei nicht ersichtlich, ob und gegebenen falls zu welchen Strafen er für die einzelnen Delikte verurteilt worden sei. In Bezug auf die aktuelle Situation in Sri Lanka habe das BFM den Sachverhalt nicht nur unvollständig abgeklärt, sondern auch falsch dargestellt, indem es den Wegweisungsvollzug in den Osten und Norden des L andes (mit Ausnahme des Vanni -Gebiets) als grun d- sätzlich zumutbar einstufe, obwohl d as Bun desverwaltungsgericht in BVGE 2011/24 festhalte, dass beim Wegweisungsvollzug in den Nor den eine sorgfältige und zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zumu t- barkeitskriterien vorzunehmen sei. Im Zusammenhang mit den Länderi n- formationen habe das BFM die Begrün dungspflicht verletzt, indem es seine Quellen – abgesehen von den UNHCR-Richtlinien vom 5. Juli 2010 – nicht aufliste. Obwohl aus den Vorakten ersichtlich sei, dass er in seiner frühen Kindheit in Sri Lanka traumatische Erfahrungen gemacht habe, habe das BFM auch kein ärztliches Gutachten erstellen lassen. Ein so l- ches sei indes für die Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisung s- vollzugs notwendig. Aus all diesen Gründen sei die Sache an das BFM zurückzuweisen. Sollte dies nicht geschehen, müsste der Sachverhalt durch die Beschwerdeinstanz festgestellt und beurteilt werden. Hinsichtlich der Feststellung der Flüchtlingseigenschaft definiere das Bundesverwaltungsgericht in BVGE 2011/24 verschiedene Risikoprofile. Beispielsweise müssten Personen, die Opfer oder Zeugen von Mensc h- rechtsverletzungen geworden seien, oder die entsprechende Übergriffe zur Anzeige brächten, mit Verfolgung seitens der sri -lankischen Siche r- heitskräfte rechnen. Seine Eltern seien Opfer von Menschenrechtsverlet- zungen geworden. Sein Vater sei bei einer Razzia von der Armee mitg e- nommen und vermutlich getötet und seine Mutter von Soldaten vergewal-D-6415/2011 Seite 8 tigt worden. Seine Familie sei nach wie vor an der Aufklärung dieser Verbrechen interessiert. Als potenzieller Ankläger stelle er für die sri - lankischen Behörden eine Gefahr dar, weshalb er in asylrelevanter Weise gefährdet sei. Die aktuelle Stimmung in Sri Lanka sei gegenüber im Aus- land lebenden Tamilen und Asylantragsteller von Misstrauen geprägt. Zu- rückkehrende Tamilen würden unter besonderer Beobachtung stehen . Aber auch die Aktivitäten von Tamilen im Ausland würden von der sri - lankischen Regierung überwacht. Der gegenüber Exil -Tamilen bestehen- de Generalverdacht der LTTE -Unterstützung führe dazu, dass ein - und ausreisende Tamilen systematisch überprüft würden, wobei dies bei Tami- len aus dem Norden und Osten Sri Lankas noch eingehender geschehe. Zwangsweise zurückgeschaffte Tamilen würden dem "Criminal Investiga- tion Department" (CID) zur Überprüfung zugewiesen, welches mit den lo- kalen Behörden des Herkunftsorts Rücksprache halte, was bis zu mehre- ren Monaten dauern könne. Da die Sicherheitsfreigabe erst erfolge, wenn die notwendigen A bklärungen erfolgt seien, würden Be troffene oft ohne anwaltliche Vertretung lange festgehalten. Der "Prevention of Terrorism Act" (PTA), an dem die Regierung festhalte , öffne den Weg zu Willkür. Misshandlung und Folter seien in sri -lankischen Gefängnissen an der Ta- gesordnung. Für tamilische Rückkehrer könne angesichts der desastr ö- sen Menschenrechtslage nicht von einer Schutzfähigkeit und -willigkeit des sri-lankischen Staates gesprochen werden. Vielmehr müssten Rück- kehrer mit Racheakten paramilitärischer Gr uppierungen und mit Kontro l- len und Verhaftungen an Checkpoints rechnen. Angesichts der systemati- schen Kontrollen sei davon auszugehen, dass er bei der Rückkehr fest- genommen, verhört und inhaftiert würde. Angesichts dessen, dass er b e- ziehungsweise seine Mut ter in der Schweiz, wo die LTTE nicht verboten sei, ein Asylgesuch gestellt habe, sei davon auszugehen, dass er einer sehr genauen Kontrolle unterzogen würde, zumal (…). Aufgrund der Ver- haftung des Vaters und der Vergewaltigung der Mutter seien die Daten seiner Familie mit Sicherheit im Informationssystem eingesp eist, das von den Immigrationsbehörden am Flughafen abgerufen werde. Die Behö r- den wären damit über seine illegale Flucht und seine Eigenschaft als Zeuge von Menschenrechtsverletzun gen informiert, wa s zu r Verhaftung und damit der Gefahr von Folter, allenfalls gar Tötung, führen dürfte. Aber selbst bei einer Haftentlassung bestehe an gesichts der Zusammenarbeit paramilitärischer Gruppierungen mit den Behörden die Gefahr, Opfer ext- ralegaler Gewalt und Tötung zu werden. Bei einer Rückkehr nach Sri Lanka wäre er daher in asylrelevanter Weise gefährdet, weshalb die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren sei. D-6415/2011 Seite 9 Sollte das Gericht die Ansicht vertreten, dass er aufgrund der Nichteinrei- chung einer Beschwerde gegen die Verfüg ung vom 9. März 2001 die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen könne, so sei zumindest die Unz u- lässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. Gemäss Einschätzung des Europäischen Gerichtshofs fü r Menschenrechte (EGMR) seien rück- kehrende Tamilen gefährdet, Opfer von Menschenrechtsverletzungen im Sinne von Art. 3 EMRK zu wer den, wenn sie einer Verbindung zu den LTTE verdächtigt würden. Zur Beurteilung der Frage, ob ein Risikoprofil bestehe, habe der EGMR ein Prüfschema mit verschiedenen Risikofakto- ren aus der britischen Rechtsprechung übernommen. Bei ihm lägen meh- rere Risikofaktoren vor: Er stamme aus dem tamilischen Norden Sri Lan- kas und d as Verschwinden seines Vaters und die Mi sshandlung seiner Mutter seien sicherlich aktenkundig. Da davon auszugehen sei, dass der Verhaftung seines Vater s der Verdacht einer Tätigkeit für die LTTE zugrunde gelegen habe , weise er auch den Risikofaktor eines Verwand- ten mit Verbindungen zu den LTTE auf. Dass er aus der Schweiz, wohin hohe LTTE -Kadermitglieder geflüchtet seien und wo seine Mutter ein Asylgesuch gestellt habe, zurückkehren würde, würde ihn zusätzlich ve r- dächtig machen. Zudem sei er damals illegal aus Sri Lanka ausgereist. Aufgrund dieser Risikofa ktoren erfülle er das Risikoprofil und ihm drohe daher eine gegen Art. 3 EMRK verstossende Behand lung. Sollte seine Flüchtlingseigenschaft nicht festgestellt werden, müss te daher zumindest die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festgestellt und das BFM angewiesen werden, ihn auch deshalb vorläufig aufzunehmen. Bezüglich der Frage der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs habe das Bundesverwaltungsgericht in BVGE 2011/24 eine Beurteilung der Si- tuation im Osten und Norden Sri Lankas vorgenomme n. Ergänzend sei unter Berücksichtigung der aktuellsten Berichte, die das Gericht nicht he- rangezogen habe, festzustellen, dass die sri-lankischen Behörden a n- fangs 2011 mit der Registrierung der Bevölkerung im Norden und Osten des Landes begonnen hätten, mit dem Ziel, einen Überblick über die t a- milische Bevölke rung zu gewinnen und ehemalige LTTE -Mitglieder zu eruieren. Die Kopie eines solchen Registrierungsfor mulars liege einem anderen Beschwerdeverfahren bei (…), welches nötigenfalls beizuziehen sei. Verschiedenen Quellen zufolge fänden Registrierungen auch weiter- hin in Lodges und Gaststätten in den tamilischen Vierteln Colombos statt. Zur Verunsicherung der tamilischen Bevölkerung im Norden und Osten des Landes trügen auch Angriffe sogenannter "grease devils" bei. Dabei handle es sich um unbekannte, wahrscheinlich der Armee oder Paramili- tär angehörende Männer, die nachts in Häuser eindringen würden, um die D-6415/2011 Seite 10 dort wohnhaften tamilischen Frauen zu verletzen. Bei den Behörden und Spitälern wür den diese Frauen nicht ernst genommen, was zu erhebl i- chen sozialen Spannungen führe. Der Beschwerdeführer könnte bei einer Rückkehr nach Sri Lanka jederzeit Opfer einer Festnahme, Verschle p- pung oder Tötung durch die Sicherheitskräfte oder Parami litärs werden. Zurückkehrenden Tamilen drohe bereits am Flughafen ein Verhör bezi e- hungsweise eine Verhaftung, wenn sie aus Ländern wie der Schweiz, wo die LTTE nicht verbo ten sei und sie ein Asylgesuch gestellt hät ten, z u- rückkehren würden . Auch nach einer Einreise bestehe die Gefahr von Behelligungen und Misshandlun gen, beispielsweise im Zug des erwähn- ten Registrierungsprozess es. Eine Aufenthaltsalternative in Colombo könne für ihn von vornherein ausgeschlossen werden, da er dort nie g e- lebt habe. Auch im Norden des Lan des verfüge er über keinerlei soziale oder familiäre Bindungen. Zudem beherrsche er weder die schriftliche tamilische Sprache noch Singhalesisch, was ihm den Aufbau einer Exi s- tenz zusätzlich verunmögliche. Die Familienmitglieder in der Schweiz wä- ren nicht in der Lage, ihn finanziell zu unterstützen. Hinzu komme, dass er in seiner frühen Kindheit traumatische Erlebnisse gehabt habe, deren Folgen für seine psychische Gesundheit erst abgeschätzt werden kön n- ten, wenn die entsprechenden Abklärungen vorgenommen worden seien. Hinsichtlich der vom BFM aufgeworfenen Frage einer Aufhebung der vor- läufigen Aufnahme nach Art. 83 Abs. 7 AuG (wiederholte Straffällig keit) weise er darauf hin, dass diesbezüglich das Verhältnismässigkeitsprinzip zu beachten wäre . Angesichts seines jugendlichen Alters und der Tats a- che, dass (…) , wäre eine solche Massnahme offensichtlich unver- hältnismässig. F.c Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer zur Stützung seiner Vorbri n- gen eingereichten Beweismittel (Auszug aus dem PTA, diverse Länderbe- richte und Zeitungs- bzw. Fernsehberichte) wird auf die Akten verwiesen. G. Mit Zwischenverfügung vom 30. November 2011 stellte der Instruktion s- richter fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. Gleichzeitig ver zichtete er auf die Erh e- bung eines Kostenvorschusses und gab den Spruchkörper bekannt. H. In seiner Vernehmlassung vom 18. Januar 2012 beantragte das BFM die Abweisung der Beschwerde. Hinsichtlich der Rüge, es habe Art. 18 AsylG D-6415/2011 Seite 11 verletzt, sei darauf zu verw eisen, dass in der unangefochten in Recht s- kraft erwachsenen Verfügung des BFF vom 9. März 200 1 festgestellt worden sei, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. In seiner Stellungnahme zur angekündigten Aufhebung der vorläu- figen Aufnahme vom 19. Juli 2011 habe er keine subjektiven Nachf lucht- gründe geltend gemacht und lediglich darauf verwiesen, dass (…). Diese Tatsache sei indes bereits zum Zeitpunkt des Asylentscheids vom 9. März 2001 bekannt gewesen. Der Beschwerdeführer b eziehungsweise sein damaliger Vormund habe aber auf die Erhebung einer Beschwerde ve r- zichtet. Die P rüfung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung seien nicht Gegenstand der Überprüfung der vorläufigen Aufnahme. Es handle sich dabei um eine unzuläs sige Erweiterung des Streitgegen s- tands. Bezüglich der geltend gemachten Verletzung der Begründung s- pflicht im Zusammenhang mit den Länderinformationen sei festzuhalten, dass keine Länderberichte in den Akten vorhanden seien, und es sich bei den aus Länderdo kumentationen gewonnenen Erkenntnissen um allg e- meines Fachwissen handle, das nicht ediert werden müsse. I. Mit seiner Replik vom 7. Februar 2012 re ichte der Beschwerdeführer – nebst der Kostennote des Rechtsvertreters vom 7. Februar 2012 – drei Berichte von "Amnesty International", "Freedom from Torture" und des "Committee against Torture" von Oktober bis Dezember 2011 ein. Er mo- nierte, das BFM gehe in seiner Vernehmlassung lediglich auf die forme l- len Fragen der Verletzung von Art. 18 AsylG und der Begründungspflicht ein, äussere sich indes nicht zur geltend gem achten Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs . Seine Flüchtlingseigenschaft sei bislang nicht geprüft worden. Im Entscheid vom 9. März 2001 sei das Asylgesuch seiner Mutter abgewiesen und er nur in diesen Entscheid eingeschlossen worden. Er habe in früher Kindheit traumatische Erfa h- rungen gemacht. D iese würden – wie auch die frü he Straffälligkeit – auf eine psychische Erkrankung hin deuten, die bis lang nicht abgeklärt und behandelt worden sei. Er habe sich nun entschlossen, eine Therapie zu beginnen; ein erstes Gesprä ch mit einer Fachärztin finde am 11. Februar 2012 statt. Er ersuche diesbezüglich um Ansetzung einer Frist zur Einre i- chung eines ärztlichen Guta chtens. Hinsichtlich der Frage der Gefäh r- dung bei einer Rückkehr nach Sri Lanka weise er zudem darauf hin, da ss er mehrmals am (…) in D._______ und an einer Demonstrati on in E._______ teilgenommen und damit ein exilpolitisches Engagement g e- zeigt habe, das registriert worden sein dürfte. Das BFM gehe offenbar davon aus, dass in sri -lankischen Gefängnissen kaum mehr Folter vo r-D-6415/2011 Seite 12 komme. Dies sei jedoch falsch. Folter sei nach wie vor weit verbreitet. Die beiliegenden Länderberichte zeigten, dass Tamilen, die eine tatsächliche oder angenommene Verbindung zu den LTTE aufweisen würden, und t a- milische Rückkehrer zu den Hauptrisiko gruppen gehörten . Bei ihm, der mehrere Risikofaktoren auf weise, sei von einer konkre ten Gefährdung auszugehen. J. Mit Zwischenverfügung vom 13. Februar 2012 wies der Instruktionsrichter den Antrag des Beschwerdeführers vom 7. Februar 2012 um Ansetzung einer Frist zur Einreichung eines ärztlichen Gutachtens unter Verweis auf Art. 32 Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgese tzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) ab. K. Mit Eingabe vom 1. März 2012 reichte der Beschwerdeführer einen unda- tierten Bericht von Dr. med. F._______ , und einen Ausz ug aus (…) ein, aus dem sich ergebe, dass der besagte Bericht am 20. Februar 2012 er- stellt worden sei. Demnach sei bei ihm eine (…) als Folge traumatischer Kriegserlebnisse in der Kindheit diagnostiziert worden. Zurzeit sei eine (…) Behandlung notwendig. Eine vertiefte Prognose könne wahrschei n- lich erst nach acht bis zwölf Monaten erfolgen. Er stelle deshalb den A n- trag, es sei ihm in einigen Monaten eine Frist zur Einreichung eines aktu- ellen ausführlichen ärztlichen Berichts anzusetzen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betr effende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet im Bereich des Ausländerrechts betreffend vorläufige Aufnahme endgültig (Art. 83 Bst . c Ziff. 3 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). D-6415/2011 Seite 13 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berüh rt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 112 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 112 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 49 VwVG). 3. Anfechtungsobjekt im vorliegenden B eschwerdeverfahren ist die Verfü- gung des BFM vom 18. Oktober 2011 betreffend Aufhebung der vorläufi- gen Aufnahme des Beschwerdeführers . Streitgegenstand bildet damit einzig die Frage, ob das BFM die am 9. März 2001 wegen Unzumutba r- keit des Wegweisungsvollzugs angeordnete vorläufige Aufnahme des Be- schwerdeführers zu Recht in Anwendung von Art. 84 Abs. 2 AuG aufg e- hoben hat. Die Fragen der Flüchtlingseigen schaft und des Asyls waren hingegen nicht Thema des zu überp rüfenden erstinstanzlichen Verfa h- rens, und können damit nicht Streit gegenstand des vorliegenden B e- schwerdeverfahrens sein. Auf d ie entsprechenden Beschwerdeanträge um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und um Gewährung des Asyls, respektive um Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Wi e- deraufnahme beziehungsweise Einleitung eines Asylverfah rens, ist des- halb nicht einzutreten. Im Übrigen ist eine dahingehende Gehörsverletzung, wonach das BFM die Stellungnahme des Beschwerdeführers zur beabsichtigten Aufhebung der vorläufigen Aufnahme vom 19. Juli 2011 als neues Asylgesuch hät te entgegennehmen müssen, aufgrund der Aktenlage nicht festzustellen, machte der Beschwerdeführer in der betreffenden Eingabe doch nicht geltend, es sei ihm Asy l zu gewähren, sondern beantragte ausdrücklich, es sei von der Aufhebung der vorläufigen Aufnahme abzuse hen. Dem Beschwerdeführer bleibt es selbstverständlich unbenommen, beim BFM ein neues Asylgesuch zu stellen und in diesem Rahmen gegebenenfalls auch subjektive Nachfluchtgründe vorzubringen. D-6415/2011 Seite 14 4. 4.1 Vorab ist die formelle Rüge des Beschwerdeführers, das BFM habe die Begründungspflicht verletzt, indem es die Herkunftsländerinformatio- nen, auf die es seinen Entscheid stütze, in der angefochtenen Verfügung – abgesehen von den UNHCR-Richtlinien vom 5. Juli 2010 – nicht aufge- listet habe, zu prüfen. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossensc haft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] i.V.m. Art. 29 ff. VwVG) ergibt sich, dass die verfügende Behörde Einsicht in die relevanten Ak ten zu gewähren und ihren Entscheid in genügender Weise zu begründen hat. 4.2 Vorliegend befinden sich in den vorinstanzlichen Akten keine Lände r- berichte, die dem Akteneinsichtsrecht unterstehen könnten. Das BFM hat dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 17. November 2011 Einsicht in die entscheidwesentlichen Akten gewährt . Bei aus Länderdokumentati o- nen gewonnenen Erkenntnissen handelt es sich um a llgemeines Fac h- wissen, welches als solches nicht ediert werden kann. Die in der Verf ü- gung vom 18. Oktober 2011 angeführten UNHCR-Richtlinien zur Festl e- gung des internationalen Schutzbedarfs sri -lankischer Asylsuchender vom 5. Juli 2010 gehören zu m allgemeinen Fachwissen und sind öffent- lich zugänglich; es wird i n der Beschwerde denn auch nicht geltend g e- macht, diese Richtlinien hätten dem Beschwerdeführer offengelegt wer- den müssen. Eine Verletzung der Begründungspflicht und damit de s rechtlichen Gehörs liegt daher nicht vor und der diesbezügliche Antrag um Kassation respektive um Einräumung einer Frist zur Beschwerdee r- gänzung nach gewährter Einsicht in die Herkunftsländerinformationen ist entsprechend abzuweisen. 5. 5.1 Der Beschwerdeführer wurde vom BFF mit Verfü gung vom 9. März 2001 gestützt auf Art. 44 Abs. 2 AsylG in der Fassung vom 26. Juni 1998 (AS 1999 2273) i.V.m. Art. 14a Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121) vorläufig aufgenommen. Am 1. Januar 2008 ist das AuG in Kraft g e- treten, und gleichzeitig ist das ANAG aufgehoben worden (Art. 125 i.V.m. Anhang Ziff. I AuG). Für Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens des AuG vorläufig aufgenommen sind, gilt gemäss Art. 126a Abs. 4 AuG neu- es Recht. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist mithin zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Aufhebung der vorläufigen Aufnahme des Beschwerdeführers nach dem AuG gegeben sind. D-6415/2011 Seite 15 5.2 Gemäss Art. 84 Abs. 1 AuG überprüft das Bundesamt periodisch, ob die Voraus setzungen für die vorläufige Aufnahme – eine Ersatzmas s- nahme für den nicht durchführbaren Vollzug der Wegweisung – noch ge- geben sind. Ist dies nicht mehr der Fall, hebt es die vorläufige Aufnahme auf und ordnet den Vollzug der Wegweisung an (Art. 84 Abs. 2 AuG). Die Voraussetzungen für die vorläufige Aufnahme sind nicht mehr gegeben, wenn der Vollzug der Wegweisung zulässig ist (Art. 83 Abs. 3 AuG) und es der ausländischen Person auch zumutbar (Art. 83 Abs. 4 AuG) und möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), sich rechtmässig in ihren Heimat-, in den Herkunfts- oder in einen Drittstaat zu begeben. Ausserdem kann das Bundesamt eine wegen Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit des Vollzugs angeordnete vorläufige Aufnahme auf Antrag der kantonalen Behör den, des Bundesamts f ür Polizei (fedpol) oder des Nachrichtendiensts des Bundes (NDB) aufheben, wenn Gründe nach Art. 83 Abs. 7 AuG gegeben sind (Art. 84 Abs. 3 AuG). Gemäss Art. 83 Abs. 7 AuG wird die vorläufige Aufnahme aufgehoben, wenn die weggewiesene Person zu einer länge r- fristigen Freiheitsstrafe im In - oder Ausland verurteilt wurde oder wenn gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne von Art. 64 oder 61 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) angeordnet wurde (Bst. a), wenn sie erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Aus- land verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder äussere Sicherheit gefährdet (Bst. b), oder wenn sie die Unmöglichkeit des Vol l- zug der Wegweisung durch ihr eigenes Verhalten verursacht hat (Bst. c). 6. Vorliegend hat das BFM die Aufhebung der vorläufigen Aufnahme auf Art. 84 Abs. 2 AuG gestützt; es erachtete den mit der Verfügung des BFF vom 9. März 2001 wegen damaliger Unzumutbarkeit aufgeschobenen Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nun mehr als zumutbar (sowie als zulässig und möglich). Demgegenüber ist der Beschwerdefü h- rer der An sicht, der Wegweisungsv ollzug sei nach wie vor unzumutbar (und zudem unzulässig). 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 6.1.1 Gemäss ständiger Re chtsprechung sind die genannten drei Bedi n- gungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung – Unzulässig-D-6415/2011 Seite 16 keit, Unzumutbarkeit, Unmöglichkeit – alternativer Natur. Sobald eine d a- von erfüllt ist, ist der Vollzug als undurchführbar zu betrachten und die Anwesenheit der betroffenen Person in der Schweiz gemäss den B e- stimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. Entscheidu n- gen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekursko m- mission [EMARK] 2006 Nr. 6 E. 4.2 S. 54 f.). Im Beschwerde verfahren gegen eine vom Bundesamt verfügte Aufhebung der vorläufigen Aufna h- me ist der Wegweisungsvollzug vor dem Hintergrund sämtlicher Vol l- zugshindernisse nach Massgabe der in diesem Zeitpunkt herrschenden Verhältnisse zu prüfen. 6.1.2 Die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers wurde am 9. März 2001 wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs verfügt. Vorli e- gend ist deshalb zunächst die Frage der Zumutbarkeit im heutigen Zei t- punkt zu prüfen. Erweist sich der Wegweisungsvollzug nach wie vor als unzumutbar, erübrigt sich eine Prüfung der Zulässigkeit und der Möglich- keit des Wegweisungsvollzugs. 6.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situa tionen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist die vorläufige Aufnahme zu ge währen ( vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Aus- länder vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 6.2.1 Das BFM erachtete die Rückkehr des Beschwerdeführers an seinen Herkunftsort B._______ in der angefochtenen Verfü gung vom 18. Oktober 2011 als nunmehr zumutbar. Das Bundesverwaltungsgericht hat angesichts der veränderten Lage nach dem Ende des sri -lankischen Bürgerkriegs im Mai 2009 in seinem Grundsatzurteil BVGE 2011/24 eine neue, umfassende Analyse der Situa- tion in Sri Lanka vorgenommen. Demnach hat sich seit de m Ende des bewaffneten Konflikts zwischen der sri -lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 die allgemeine Lage in Sri Lanka erheblich verbessert. Die Situation in der Ostprovinz hat sich weitgehend stabilisiert und normal i- siert, so dass der Wegweisungsvol lzug in das gesamte Gebiet der Os t- provinz als grundsätzlich zumutbar zu erachten ist. Auch der Wegwe i- sungsvollzug in die Nordprovinz ist – mit Ausnahme des sogenannten D-6415/2011 Seite 17 Vanni-Gebiets (die Distrikte von Kilinochchi und Mullaitivu und die nördl i- chen Teile der Distrikte von Mannar und Vavuniya sowie einen schmalen Landstreifen an der Ostküste des Jaffna -Distrikts südlich von Nagarkovil umfassend), wohin eine Rückkehr aufgrund der weitgehend zerstörten Infrastruktur und der Verminung weiterhin unzumutbar ist – grundsätzlich zumutbar, wobei sich eine zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien aufdrängt. Für Personen, die aus dem übrigen Staatsgebiet von Sri Lanka stammen (d. h. die Provinzen North Central, North Western, Central, Western [ namentlich der Grossraum Colombo], Southern, Sabarugamuwa und die Uva -Provinz) und dorthin zurückke h- ren, ist der Wegweisungsvollzug gr undsätzlich zumutbar (vgl. BVGE 2011/24 E. 3). 6.2.2 Der Beschwerdeführer stammt aus B._______ in der Nordprovinz, ausserhalb des Vanni-Gebiets, wohin ein Wegweisungsvollzug heute in genereller Hinsicht – wie in E. 6.2.1 ausgeführt – grundsätzlich wieder zumutbar ist. Entgegen der Auffassung des BFM spricht indes die indivi- duelle Situation des Beschwerdeführers gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Der Beschwerdeführer hat Sri Lanka i m Deze m- ber 1998 zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester verlassen und ist seither in der Schweiz wohnhaft. Er lebt somit seit seinem (…) Al- tersjahr, mithin seit fünfzehn Jahren, mit seinen Familienangehörigen un- unterbrochen in der Schweiz. Er hat hier die Schule besucht und die Lan- dessprache des Zuweisungskantons gelernt, und nach Abschluss der ob- ligatorischen Schulzeit eine (…) Lehre als (…) absolviert. Abgesehen von den ersten Lebensjahren in Sri Lanka hat er somit den grössten Teil sei- nes bisherigen Lebens und insbesondere die prägenden Jahre der Ad o- leszenz in der Schweiz verbracht. Seine nächsten Verwandten leben ebenfalls in der Schweiz. In Sri Lanka verfügt er gemäss eigenen Anga- ben über keine Bezugspersonen und keine rlei soziale Bindungen mehr (vgl. hierzu auch die Angaben der Mutter des Beschwerdeführers anläss- lich ihrer Befragung im Asylverfahren vom 1. Februar 1999, wonach ihr Ehemann [der Vater des Beschwerdef ührers] verschollen sei und sie be- reits seit dem Jahr 1990 keinen Kon takt mehr zu ih ren Eltern und G e- schwister habe, deren Verbleib ihr unbekannt sei [vorinstanzliche Akten A6 S. 14]). Aufgrund der Aktenlage kann damit nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka auf ein tragfähiges Beziehungsnetz zurückgreifen könnte, und er Unter- stützung sowie zumindest für die erste Zeit eine gesicherte Wohnsituation vorfinden wür de. Auch wenn er über einen schweizerischen L ehrab- schluss verfügt, dürfte er o hne jegliches Beziehungsnetz und mit nur D-6415/2011 Seite 18 mangelhaften Kenntnissen der lokalen Spra che kaum in der Lage sein, sich in B._______ innert nützlicher Frist eine Existenz aufzubauen. Damit fehlen indes begünstigende Faktoren für die Bejahung der individuellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Selbst wenn seine Angehörigen in der Schweiz in der Lage sein sollten, ihn über einen gewissen Zeitraum hin finanziell zu unterstützen, könnte die Existenz des Beschwerdeführers in seinem Heimatland ange sichts des fehlenden Beziehungsnetzes vor Ort nicht als gesichert betrachtet werden. 6.2.3 In Berücksichtigung der ges childerten Umstände ist der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdefüh rers somit in individueller Hinsicht we i- terhin als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu bezeichnen. Die Frage, ob die auf Beschwerdeebene geltend gemachten psychischen Probleme des Beschwerdeführers die Unzumutbarkeit zu begründen vermöchten, wenn im heutigen Zeitpunkt ansonsten keine Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen würden, kann au f- grund des Gesagten offen bleiben . Ebenso erübrigt sich angesichts des festgestellten Weiterbestands der Unzumutbarkeit die Prüfung der Zuläs- sigkeit und der Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs. 6.3 Die Frage , ob in casu allenfalls ein Aufhebungsgrund nach Art. 83 Abs. 7 Bst. a oder b AuG (Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheit s- strafe [Bst. a] respektive erheblicher oder wiederholter Verstoss ge gen oder Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung [Bst. b]) gege- ben wäre, hat das BFM in der angefochtenen Verfügung ausdrücklich of- fen gelas sen, und ist somit nicht Gegenstand des vorliegenden Be- schwerdeverfahrens. Es ist Sache des BFM, gegebenenfalls auf Antrag der kantona len Behörden, von fepol oder des NDB hin eine Aufhebung der vorläufigen Aufnahme des Beschwerde führers nach Art. 83 Abs. 7 AuG im Rahmen eines neuen Aufhebungsverfahrens zu prüfen (Art. 84 Abs. 3 AuG). 7. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Vorinstanz die am 9. März 2001 wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs a n- geordnete vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers zu Unrecht als nunmehr zumutbar bezeichnet und gestützt auf Art. 84 Abs. 2 AuG aufge- hoben hat. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, soweit die Aufhebung der Verfügung vom 18. Oktober 2011 beantragt wird. Im Übrigen ist auf die Beschwerde – soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist (vgl. E. 9.2) – nicht einzutreten (vgl. E. 3). D-6415/2011 Seite 19 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 9. 9.1 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist aufgrund seines Durchdri n- gens mit dem Beschwerdeantrag um Aufhebung der angefochtenen Ve r- fügung eine Entschädigung für die ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten im Rahmen des Beschwerdeverfahrens zu Lasten der Vo r- instanz zuzusprechen (Art. 64 VwVG i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), wobei diese angesichts des Nichteintretens auf die Hauptanträge um Gewährung des Asyls r e- spektive um Rückweisung an die Vorinstanz zur Wiederaufnahme bezi e- hungsweise Einleitung eines Asylverfahrens um die Hälfte zu reduzieren ist. 9.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 7. Februar 2012 seine Kostennote ein. Da mit ist der verfahrensrechtliche Antrag um Ansetzung einer entsprechenden Einreichungsfrist gegenstandslos g e- worden. In der besagten Kostennote werden Barauslagen von Fr. 63.30 und ein Aufwand von 16.26 Stunden (Stundenansatz von Fr. 240.– zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) ausgewiesen. Hinsichtlich des geltend ge- machten Aufwands ist festzustellen, dass die Ausarbeitung des Aktenein- sichtsgesuchs ans BFM vom 7. November 2011 (0.50 Stunden) nicht im erst am 25. November 2011 anhängig gemachten Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zu entschädigen ist. Darüber hinaus wird auch der Aufwand für die Erstellung der Kostennote (0.25 Stunden), die Teil der generellen Sek retariatsarbeiten bildet, praxisgemäss nicht entschädigt. Im Übrigen erscheint der geltend gemachte Aufwand ang e- messen, so dass sich der anzurechnende Aufwand nach Abzug der be i- den erwähnten Posten auf 15.51 Stunden beläuft. Unter Berücksichtigung der noch nach der Erstellung der Kostennote vom 7. Februar 2012 erfolg- ten eineinhalbseitigen Eingabe des Beschwerdeführers vom 1. März 2012 ist d ie Parteientschädi gung auf insgesamt Fr. 4210.50 (16 Stunden à Fr. 240.– zzgl. 8% MWSt und Auslagen von Fr. 63.30) festzusetzen und entsprechend den vorstehenden Ausführungen um die Hälfte , mithin auf Fr. 2105.–, zu reduzieren. D-6415/2011 Seite 20 (Dispositiv nächste Seite) D-6415/2011 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der vorinstanz- lichen Verfügung beantragt wird. Im Übrigen wird auf die Beschwerde , soweit diese nicht gegenstandslos geworden ist, nicht eingetreten. 2. Die Verfügung des BFM vom 18. Oktober 2011 wird aufgehoben und es wird festgestellt, dass die am 9. März 2001 durch das BFF wegen Unzu- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs angeordnete vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers weiterhin Bestand hat. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2105.- zu entrichten. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Susanne Burgherr Versand: