STEUERREKURSKOMMISSION I DES KANTONS ZÜRICH 1 ST.2009.26 Entscheid 25. Juni 2009 Mitwirkend : Einzelrichter A. Tobler und Sekretärin S. Weigold In Sachen 1. A, 2. B, Rekurrenten, vertreten durch RA Dr.iur. Michel Czitron, Rüdigerstrasse 17, 8045 Zürich, gegen S t a at Z üri c h, Rekursgegner, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Nord, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Einschätzung 2006 - 2 - 1 ST.2009.26 hat sich ergeben: A. Die im Ausland (C) wohnhafte B (nachfolgend die Pflichtige) ist Miteigen- tümerin von zwei Mehrfamilienhäusern in D und im Kanton Zürich diesbezüglich be- schränkt steuerpflichtig. In der Steuererklärung 2006 deklarierte sie einen anteiligen Liegenschaftenertrag von netto Fr. 170'331. - sowie an die F bezahlte und mit Ban k- auszügen belegte Hypothekarzinsen von Fr. 78'934. -. Daneben machte sie weitere Schuldzinsen von Fr. 43'0 92.- auf einem Darlehen von Fr. 615'600.- geltend. Unter Einbezug der übrigen Einkünfte und Abzüge gab sie ein steuerbares Ein kommen von Fr. 0.- (- Fr. 4'895.-) an. Im Einschätzungsverfahren für die Steuerperiode 2006 verlangte die Steue r- kommissärin mit Auflage und Mahnung vom 7. Dezember 2007 bzw. 29. Januar 2008 u.a. den Nachweis der deklarierten Schuldzinsen. Die Pflichtige liess darauf am 6. Feb- ruar 2008 durch ihren Treuhänder u.a. ein in einer Fremdsprache gehaltenes Dok u- ment vom 8. Januar 2008 einreichen , welches jedoch nicht die Schuldzinszahlungen betraf. Die Steuerkommissärin erachtete da her die Darlehenszinsen von Fr. 43 '092.- nicht als nachgewiesen und liess nur die an die F entrichteten Hypothekarzinsen von Fr. 78'934.- zum Abzug zu. Nach Vornahme von weiteren, im vorliegenden Verfahren nicht mehr streitigen Korre kturen schätzte sie d ie Pflichtige am 19. Februar 2008 mi t einem steuerbaren Einkommen von Fr. 68'200. - (satzbestimmend Fr. 92'000. -) und einem um das fragliche Darlehen von Fr. 615'600. - erhöhten steuerbaren Vermögen von Fr. 756'000.- (satzbestimmend Fr. 772'000.-) ein. In die Einschätzung zog sie d a- bei auch den Ehemann der Pflichtigen A mit ein. B. Hiergegen liess die Pflichtige am 3. März 2008 durch ihren Treuhänder Einsprache erheben u.a. mit dem Antrag, die Darlehenszinsen von Fr. 43'092. - zum Abzug zuz ulassen. Der Einsprache legte sie eine undatierte Dar lehensvereinbarung mit H über ein Darlehen von Fr. 615'600.- mit einer Verzinsung von 7% bei. Mit Einschätzungsvorschlag im Einspracheverfahren vom 4. September 2008 hielt die Steuerkommissärin an der Aufrechnung von Darlehen samt Z insen fest mit dem Hinweis, weder sei die eingereichte Darlehensvereinbarung datiert noch sei nach- gewiesen, dass der Darlehensgeber und die Darlehensnehmerin den Vertrag erfüllt - 3 - 1 ST.2009.26 hätten. Daraufhin liess die Pflichtige am 28. Oktober 2008 eine weitere Version der Darlehensvereinbarung vorlegen, die datiert war und d ie Bemerkung enthielt, das Dar- lehen sei für den Kauf von Miteigentumsanteilen an den zwei Liegenschaften in D be- stimmt. Die Steuerkommissärin antwortete, diese Version trage das Datum vom 22. September 2008 und habe des halb für die Steuerperiode 2006 keine Gülti gkeit. Dem widersprach die Pflichtige. Das kantonale Steueramt hiess die Einsprache am 6. Januar 2009 bezüglich eines vorliegend nicht mehr streitigen Punkts gut und wies sie hinsichtlich de s Darle- hens und de r Darlehenszinsen ab. E s erwog, zwar seien Zahlungen im behaupteten Umfang von Fr. 43'092. - nachgewiesen, jedoch gehe aus den Bankbelegen nicht he r- vor, dass es sich dabei um Zinszahlungen handle . Zudem sei nicht belegt, dass die behauptete Darlehenssumme von Fr. 615'600.- tatsächlich geflossen sei, und entfalte der Darlehensvertrag vom 22. September 2008 keine rückwirkende Gültigkeit. C. Mit Rekurs vom 2. Februar 2009 liessen die Pflichtige und ihr Ehemann durch den neu zugezogenen Anwalt M. Czitron beantragen, Darlehensschuld und Zin- sen zum Abzug zuzulassen. Zur Begründung liessen sie vorbringen, das Darlehen sei schon am 1. Juli 2005 aufgenommen worden und zwar im Hinblick auf den Kauf der Miteigentumsanteile an den fragl ichen Liegenschaften in D vom 23. J uli 2005. Mithin handle es sich bei der nachgereichten Version des Darlehensvertrags vom 22. September 2008 nicht um einen neuen Vertrag, da an letzterem Datum nur deren Unterzeichnung erfolgt sei und die Vertragsparteien nicht den Anschein hätten erwe- cken wollen, als ob sie die Version schon vor Jahren unterzeichnet hätten. Demnach stelle sich die Frage der Rückwirkung gar nicht. Das Darlehen habe sie, die Pflichtige, zusammen mit einem andern Miteigentümer von G aufgenommen, weshalb das von diesem i nsgesamt gewährte Darlehen Fr. 1'134'200. - ausmache. Die zusa mmen mit dem andern Eigentümer geleisteten Zinszahlungen seien durch Bankauszüge belegt. Das kantonale Steueramt schloss am 1. April 2009 auf Abweisung des Rekur- ses. Die Pflichtige habe weder die Auszahlung des Darlehensbetrags durch Bankkon- toauszüge noch die Zinszahlungen nachgewiesen. Zwar seien mit den Auszügen der F gewisse Geldleistungen belegt, jedoch gehe daraus ihr Zahlungsgrund nicht hervor. Zudem handle es sich bei diesem Bankkonto um ein Ge meinschaftskonto dreier Pe r-- 4 - 1 ST.2009.26 sonen und werde eine Person nur mit " A" angegeben, sodass unklar sei, ob dies die Pflichtige sei. Letztere habe das Konto zudem auch gar nicht deklariert. Auf Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels hin hielten die Pflichtige und ihr Ehemann mit Replik vom 25. Mai 2009 am Rekursantrag fest. Um jeden Zweifel am Bestand des Darlehens auszuräumen, habe der Darlehensgeber das Darlehen und die Zinszahlungen am 10. Mai 2009 nochmals bekräftigt. Zudem bestätige die F in einem weiteren Schreiben, dass es sich bei der Kontoinhaberin "A" um die Pflichtige handle. Das kantonale Steueramt verzichtete auf eine Duplik. Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 1. a) Gegen den Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts können der Steuerpflichtige und die Gemeinde gemäss § 147 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) innert 30 Tagen nach Zustellung schriftlich Rekurs bei der Rekur s- kommission erheben. Das Rekursrecht steht demnach regelmässig dem Steuerpflicht i- gen zu, auf dessen S teuerrechtsverhältnis sich der Einspracheentscheid bezieht (Pa t- rick Oesch, Rekurs und Beschwerde gegen zürcherische Staatssteuereinschätzungen, 1990, S. 14 f.). Dritte sind nur insoweit rekurslegitimiert als sie beschwert sind, mithin ein steuerrechtliches bzw. schutzwürdiges Interesse an einem Rekurs haben (Rich - ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006 , § 147 N 10). Fehlt die Legitimation des Rekurrenten, mangelt es an einer Gültigkeitsvoraussetzung des Rech tsmittels und darf die Rekurskommission auf den Rekurs nicht eintreten (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 147 N 5 u. § 149 N 4). Obwohl in ungetrennter Ehe lebende Ehegatten gemeinsam besteuert we r- den, indem ihre Einkommen und Vermögen ohne Rücksicht auf den Güterstand z u- sammengerechnet werden (§ 7 Abs. 1 StG), ist jeder Ehegatte ein eigenes Steuersu b- jekt (Richner/Frei/Kaufmann /Meuter, § 7 N 7, auch zum Folgenden). Beide sind selbstständige und gleichberechtigte Steuerpflichtige. Deshalb fällt die gemeinsa me Veranlagung nur bei unbeschränkter Steuerpflicht beider Ehegatten, d.h. bei deren persönlicher Zugehörigkeit zum Kanton, ausnahmslos in Betracht (vgl. Regula Lanz, - 5 - 1 ST.2009.26 Grenzen der gemeinsamen Steuerpflicht, StR 1990, 56, auch zum Folgenden). Bei bloss wirtschaftlicher Zugehörigkeit, d.h. bei beschränkter Steuerpflicht, ist jeder Eh e- gatte selbstständig steuerpflichtig. Diesfalls setzt die gemeinsame Veranlagung voraus, dass auch beide hier (beschränkt) steuerpflichtig sind. Wer also beispielsweise Eige n- tümer einer Liegenschaft oder Teilhaber bzw. Inhaber einer Unternehmung im Kanton ist, unterliegt kraft dieser wirtschaftlichen Zugehörigkeit der hiesigen Besteu erung für die entsprechenden Vermögenswerte und Erträge daraus. Der Ehepartner dagegen, dem eine ents prechende Beziehung fehlt, ist der Steuerhoheit des Kantons nicht u n- terworfen und mithin hier nicht steuerpflichtig. Demnach fällt eine gemeinsame Vera n- lagung ausser Betracht. b) Vorliegend hat die Pflichtige ihren Wohnsitz mit ihrem Ehemann im Ausland (C). In E ist lediglich sie Miteigentümerin von Liegenschaften; daher ist hier nur sie b e- schränkt steuerpflichtig. Hinsichtlich ihres Gatten fehlt demgegenüber ein entspr e- chender Anknüpfungspunkt, sodass er der Steuerhoheit des Kantons Zürich nicht un- tersteht. Ist der Ehemann der Pflichtigen somit im Kanton nicht steuerpflichtig, wurden im Einspracheentscheid zu Unrecht beide Ehegatten erfasst. Eine gemeinsame Veran- lagung verbietet sich. Damit steht aber zugleich fest, dass der Ehemann der Pflichtigen vorliegend zum Rekurs nicht berechtigt ist: Weder ist er im Kanton Zürich steuerpflich- tig, noch ist er als Dritter durch den Einspracheentscheid in seinen eigenen steue r- rechtlichen Interessen tangiert. Auf den Rekurs des Ehemanns der Pflichtigen ist daher mangels Legitimation nicht einzutreten. Immerhin sei angemerkt, dass nicht nur der Einspracheentscheid sondern auch der Einschätzungsentscheid 2006 unrichtigerweise beide Gatten aufführt. Da es hier um einen – offenbar systematischen – Fehler geht (vgl. die diesbezügliche Aus- kunft der Steuerkommissärin) , ist das kantonale Steueramt gehalten, diesen Ma ngel inskünftig zu beheben und lediglich die im Kanton beschränkt steuerpflichtige Pe rson ins Recht zu fassen. 2. a) Gemäss § 31 Abs. 1 lit. a StG werden von den Einkünften die privaten Schuldzinsen im Umfang der nach §§ 20 f. StG steuerbaren Vermögenserträge und weiterer Fr. 50'000.- abgezogen. Schuldzinsen sind alle Vergütungen, welche der Steuerpflichtige einer Drittperson für das ihm zur Verfügung gestellte Kapital zu leisten hat, sofern dieses Entgelt nach der Zeit und als Quote des Kapitals in Prozenten b e-- 6 - 1 ST.2009.26 rechnet wird. Das Vorhandensein einer Kapitalschuld (als Geldschuld) ist Vorausse t- zung für die Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen (vgl. Richner/Frei/Kaufma nn/Meuter, § 31 N 7 f.). Voraussetzung für einen Abzug ist demgemäss, dass der Steuerpflicht ige Schulden hat und dass er dafür Schuldzinsen bezahlt. b) Schulden und Schuldzinsen stellen steuermindernde Umstä nde dar. Daher sind sie vom Steuerpflichtigen darzutun und nachzuweisen (RB 1987 Nr. 35, auch zum Folgenden). Der Nachweis ist spätestens vor Rekurskommission durch eine substanzi- ierte Sachdarstellung in der Rekursschrift anzutreten und im Verfahren zu leisten. Sub- stanziiert ist eine Sachdarstellung d ann, wenn aus ihr die tatsächlichen Behauptu ngen in der Weise detailliert hervorgehen, dass bereits gestützt auf di ese Vorbringen eine zweifelsfreie rechtliche Beurteilung des behaupteten Sachverhalts möglich ist. Fehlt es an einer in diesem Sinn genügenden Substanziierung, die gemäss Rechtsprechung im Beweisverfahren nicht nachgeholt werden kann, hat die Rekurskommission keine we i- tere Untersuchung zu führen, um sich die erforderlichen Grundlagen zu b eschaffen. Ein Beweisverfahren hat mithin unter solchen U mständen zu unterbleiben. Für die von ihr verfochtene, hinreichend substanziierte Sachverhaltsschilderung hat die beweisb e- lastete Partei sodann von sich aus zum B eweis geeignete Unterlagen einzureichen oder diese wenigstens unter genauer Bezeichnung anzubi eten. Ihre Au sführungen bzw. die angerufenen Beweismittel müssen sich schliesslich nach vorg enommener freier Beweiswürdigung als beweiskräftig erweisen. Mit andern Worten müssen sie den Richter davon überzeugen, dass der vorgetragene Sachverhalt zutrifft. Um eine Schuld von den Aktiven und Schuldzinsen von den Einkünften abzie- hen zu können, hat der Steuerpflichtige somit nachzuweisen, dass er Schulden hat und dafür Schuldzinsen bezahlt. Kann er keinen solchen Beweis erbringen, trägt er die Fol- ge der Beweislosigkeit, d.h. der Abzug vom Einkommen wird nicht vorgenommen. Wie ein solcher Beweis zu erbringen ist, hat ihm die Steuerverwaltung mitzuteilen. 3. a ) Die Pflichtige führte im Schuldenverzeichnis zur Steuere rklärung 2006 zunächst zwei Schuldbetreff nisse gegenüber F samt entsprechenden Schuldzi nsen auf. Den beigehefteten Belegen war zu entnehmen, dass es sich dabei um Hypotheken (Flex-Rollover-Hypothek und variable Hypothek) auf den zwei Liegenscha ften an der strasse 7 - 13 und der strasse 6a - c in D mit den diesbezüglichen Sollzinsen ha ndelt (vgl. Zins- und Kapitalbescheinigungen der F). Der Zusammenhang zu dem auf zwei - 7 - 1 ST.2009.26 Objekte verteilten hiesigen Grundeigentum der Pflichtigen und zu den darauf lastenden Hypothekarschulden war damit offensichtlich. b) Als weiteres Schuldbetreffnis deklarierte die Pflichtige sodann ein Darlehen von Fr. 615'600. - samt diesbezüglichen Schuldzinsen von Fr. 43'092.-. Belege hierzu fehlten jedoch im Gegensatz zu den andern Schulden . Insbesondere konnte dem mi t- gelieferten Auszug der F über ein Privatkonto , welches auf drei Personen lautete und neben den Zahlungen der Hypothekarzinsen an die F weitere Belastungen au swies, nicht entnommen werden, dass sich unter diesen weiteren Belastungen die deklarie r- ten Zinszahlungen von Fr. 43'092.- befanden. Demnach schritt die Steuerkommissärin folgerichtig zu einer entsprechenden Untersuchung und verlangte mit Auflage vom 7. Dezember 2007 bzw. Mahnung vom 29. Januar 2008 den Nachweis der ge ltend gemachten Schuldzinsen. Die Pflichtig e liess zwar Auflage und Mahnung beantworten und erwäh nte in der Eingabe vom 6. Februar 2008 als Beilage u.a. einen "Zinsna chweis". Eine ent- sprechende Beilage reichte sie jedoch nicht ein und gesteht sie denn auch im Rekurs selber ein, Auflage und Mahnung seien in dieser Hinsicht unerfüllt geblieben. Damit musste die steuermindernde Berücksichtigung de r fraglichen Darlehenszinsen im Ein- schätzungsverfahren ohne weiteres am fehlenden Nachweis scheitern. Die Steuerkommissärin hatte den Nachweis der Schuld selber nicht verlangt und rechnete beim Vermögen gleichwohl das Schuldbetreffnis von Fr. 615'600. - auf. Dies war insofern vertretbar, als bei nicht nachgewiesenen Schuldzinsen auch der B e- stand der Schuld als wenig glaubhaft erscheint, selbst wenn kein ents prechender Nachweis eingefordert wurde. c) aa) Mit der Einsprache reichte die Pflichtige sodann ein als Loan Contract bezeichnetes undatiertes Dokument in englischer Sprache ein, worin sie und H unter- schriftlich bestätigen, dass ihr Letzterer die Summe v on Fr. 615'600.- geborgt und sie sich verpflichtet hat, diesen Betrag mit Zins von 7% zu rück zu zahlen . Angaben über den Zeitpunkt der Darlehensgewährung fehlten jedoch ebenso wie Angaben über die Rückzahlung des Darlehens und die Fälligkeit der Zinsen. Mit Einschätzungsvorschlag vom 4. September 2008 bemerkte die Steuerkommissärin daher zu Recht, dieser Dar- lehensvertrag sei wenig aussagekräftig , weil damit der Bestand des fraglichen Darl e- hens per Ende 2006 in keiner Art und Weise nachgewiesen war. - 8 - 1 ST.2009.26 Zusätzlich wies die Steuerkommissärin im Einschätzungsvorschlag darauf hin, dass die Erfüllung des Vertrags durch den Darlehensgeber bzw. Darlehensnehmer nicht belegt sei. Der Darlehensgeber erfüllt den Darlehensvertrag durch Hing abe bzw. Auszahlung der Darlehens summe (vg. Art. 312 und 315 OR). Demnach wus ste die durch eine Treuhandfirma vertretene Pflichtige spätestens ab diesem Zei tpunkt, dass die Steuerkommissärin den Nachweis der Darlehensauszahlung als erforderlich erac h- tete. bb) Daraufhin legte die Pflichtige einen weiteren, ebenfalls in englischer Spra- che gehaltenen Darlehensvertrag (Loan Agreement) vor, der das Datum vom 22. Se p- tember 2008 tr ägt und erstmals Abmachungen über die Rückzahlung der Darlehen s- summe und die Fälligkeiten der Zinsen enth ält. Zudem wird als Verwendungszweck der Darlehenssumme der Kauf der Liegenschaften in D erwähnt. Die Pflichtige fügte im Begleitschreiben an, dieser Darlehensvertrag sei im Nachhinein erstellt wo rden, weil der Loan Contract als zu wenig aussagekräftig betrachtet we rde. Ausführungen über die Auszahlung der Darlehenssumme machte sie indessen nicht. Auf Entgegnung der Steuerkommissärin, dieser Vertrag sei per 22. September 2008 unterzeichnet worden und daher für die Steuerperiode 2006 nicht gültig, antwortete die Pflic htige am 25. No- vember 2008, der neue Vertrag beruhe auf dem bereits existiere nden Vertrag und sei nur deshalb erstellt worden, weil der erste offenbar nicht genüge. Das neu produzierte Loan Agreement überzeugt indessen ebenfalls nicht. Es trägt das Datum vom 22. September 2008 und enthält nirgends den Hinweis, dass der tatsächliche Abschluss des Darlehensvertrags schon früher erfolgt ist. Insbesondere nimmt es nicht einmal Bezug auf den früher vereinbarten Loan Contract, den die Pflich- tige mit der Einsprache eingereicht hatte. Zwar behauptete die Pflichtige in den folgen- den Eingaben des Einspracheverfahrens, dass es sich um eine nachträgliche Veru r- kundung der früher geschlossenen Vereinbarung (Loan Contract) handle, jedoch hatte sie diese Behauptung in keiner Art und Weise belegt. Zudem hatte sie es überhaupt unterlassen, den Zeitpunkt der Darlehensgewährung zu nennen. Demnach musste die Einleitung im Loan Agreement "Whereby it was agreed today that the le nder will lend the borrower as follows…" so verstanden werden, dass das Darlehen von Fr. 615'600.- erst am Tag der Unterzeichnung , dem 22. September 2008 , vereinbart worden war. Für den Abzug von Darlehen und Darlehenszinsen in der Steuerperiode 2006 fehlte es daher weiterhin an einer verlässlichen Grundlage, sodass das kantonale Steueramt im - 9 - 1 ST.2009.26 Einspracheentscheid vom 6. Januar 2009 zu Recht an den diesbezüglichen Aufrec h- nungen festhielt. d) aa) Mit dem Rekurs liess die Pflichtige keine neuen Dokumente einreichen, sondern lediglich bekräftigen, dass der Darlehensvertrag vom 22. September 2008 als Datum den Zeitpunkt der Unterschrift dieser Vereinbarung durch die Vertragsparte ien wiedergebe. Erstmals nannte sie aber immerhin d as effektive Datum der Darle- hensaufnahme, nämlich den 1. Juli 2005 . Da sie dieses Datum jedoch nicht belegte, blieb auch diese Behauptung unbewiesen. In der Rekursantwort zweifelte das kantona- le Steueramt daher den Bestand der Darlehensschuld weiter zu Recht an. Gleichzeitig hielt es der Pflichtigen vor, dass sie den Fluss bzw. die Überweisung des Darlehensbe- trags an sie nicht nachgewiesen habe. Es lägen keine diesbezüglichen Bankkontoau s- züge vor. Auch fehle der Nachweis dafür, dass die Pflichtige Mitinhaberin des Ban k- kontos sei, über das die streitigen Zinszahlungen bezahlt worden seien. Mit der Replik liess die Pflichtige ein Schreiben von H vom 10. Mai 2009 vo r- legen, worin dieser die Gewährung eines Darlehens an die Pflichtige von Fr. 615'600.- am 1. Juli 2005 und die Bezahlung von entsprechenden Schuldzinsen von Fr. 43'092.- durch die Pflichtige im Jahr 2006 erstmals bestätigte. In einem weiter eingereichten Schreiben der F vom 20. Mai 2009 wurden sodann die Inhaber des Bankkontos aufg e- führt, welchem die fraglichen Zinszahlungen von Fr. 43'092. - belastet wurden. Dabei handelt es sich um die Pflichtige und drei weitere Personen . Zum Vorwurf des ma n- gelnden Zahlungsnachweises der Darlehenssumme äusserte sich die Pflichtige dage- gen wiederum nicht. bb) Zur Diskussion steht eine Schuld der im Ausland wohnhaften Pflichtigen gegenüber einer Pe rson, welche ebenfalls im Ausland ( I) wohnt. Zudem ha ndelt es sich bei dieser Person um H, mit der ein weiterer Miteigentümer oder eine weitere Mi t- eigentümerin der Liegenschaften namens J möglicherweise verwandt ist. Gemäss den Ausführungen der Pflichtigen im Rekurs soll diese weitere Person sodann von H für den Liegenschaftenerwerb ebenfalls ein Darlehen erhalten haben. Damit geht es um Rechtsbeziehungen eines hierorts Steuerpflichtigen zu einer Person im Ausland und ist in diese Beziehungen eine weitere Person involviert, die mit der ersteren Person allen- falls in einem verwandtschaftlichen Verhältnis steht. Daher sind an den Nachweis von steuermindernden Umständen, welche in diesem Zusammenhang ge ltend gemacht werden, strengere Anforderungen zu stellen, fehlen doch den hiesigen Steuerbehörden - 10 - 1 ST.2009.26 in solchen Fällen regelmässig entsprechende Überprüfungsmöglichkeiten (vgl. StE 1987 B 92.3 Nr. 2 und 1999 B 92.3 Nr. 9). cc) In diesem Licht betrachtet, erweist sich das streitige Darlehen trotz der neuesten Bestätigung durch H als nicht nachgewiesen: Ein gültig abgeschlossener Darlehensvertrag wird seitens des Darlehensg e- bers – wie erwähnt – durch Auszahlung der Darlehenssumme an den Darlehensne h- mer erfüllt. Wird dann das Darlehen nicht ausbezahlt, schuldet der Da rlehensnehmer keine Darlehenszinsen und muss er auch die Darlehenssumme nicht zurück erstatten. Vorliegend bestätigt nun zwar der Darlehensgeber erstmals die Hingabe eines Darle- hens von Fr. 615'600. - an die Pflichtige per 1. Juli 2005, je doch weist Letztere weder die Auszahlung dieser Summe noch deren Zeitpunkt nach. Das Beharren auf dem Nachweis der Darlehensauszahlung durch die Steuerbehörden ist angesichts der mangelnden Überprüfungsmöglichkeiten bei dem im Ausland wohnha ften, hier nicht steuerpflichtigen Darlehensgeber gerechtfertigt. Die Steuer kommissärin hat d er Pflichtigen erstmals im Einspracheverfahren den fehlenden Nachweis der Vertragserfüllung durch den Darlehensgeber (= Auszah- lung der Darlehenssumme) vorgehalten. Im Einspracheentscheid und i n der Rekur s- antwort hat das kantonale Steueramt diesen Vorhalt wiederholt , indem es in Letzterer das Fehlen des Nachweises für die Auszahlung einer Darlehenssumme an die Pflichti- ge zu einem bestimmten Zeitpunkt bemängelte und auf diesbezüglich fehlende Bank- auszüge hinwies. Trotz Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels hat die im Rekurs- verfahren anwaltlich vertretene Pflichtige in der Replik diesen Vorwurf weder kommentiert noch durch Leistung eines entsprechenden Zahlungsnachweises entkräf- tet. Demnach ist aber die Darlehenshingabe nicht bewiesen. Nach dem Gesagten ist Voraussetzung für den A bzug von Schuldzinsen, dass überhaupt eine Schuld besteht und dass diese nachgewiesen wird. Die Auszahlung der streitigen Darlehenssumme ist nicht nachgewiesen, sodass auch die geltend gemachten Schuldzinsen nicht als nach- gewiesen gelten. Der Darlehensvertrag zwischen der Pflichtigen und H kann zwar durchaus gültig zustande gekommen sein, verlangt das Obligationenrecht doch keine bestimmte Form des Vertrags, wenn nicht ausdrücklich bestimmte Formvorschriften wie Schrif t- lichkeit oder öffentliche Beurkundung vorgesehen sind. Will dieser Ve rtrag jedoch im - 11 - 1 ST.2009.26 Fall von Streitigkeiten gegenüber einem Vertragspartner oder gegenüber Dritten ge l- tend gemacht werden, ist sowohl der Vertrag selber wie unter Umständen auch dessen Erfüllung zu beweisen. Im Fall de r Pflichtigen kann der Darlehensvertrag aufgrund der letzten Bestätigung von H als Darlehensgeber zwar nun als nachgewiesen betrachtet werden, nicht jedoch, dass das Darlehen tatsächlich ausbezahlt und der Darlehensver- trags seitens des Darlehensgebers damit erfüllt worden ist . Dieser Nachweis ist au f- grund der beschränkten Überprüfungsmöglichkeiten der Steuerbehörden beim Darle- hensgeber erforderlich. Somit ist es der Pflichtigen nicht gelungen, den Beweis für das Bestehen einer Schuld zu erbringen. Es fehlt damit auch an einem Beweis, dass die von ihr und anderen Mitbeteiligten über das Konto der F geleisteten Zahlungen Schuldzinsen darstellen. Die Voraussetzungen für den Abzug von Schuld und Schuld- zinsen sind deshalb nicht erfüllt. 4. Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses. Ausgangsgemäss sind die Kosten der Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). Demgemäss verfügt der Einzelrichter: Auf den Rekurs des Rekurrenten Nr. 1 wird nicht eingetreten; und erkennt: 1. Der Rekurs der Rekurrentin Nr. 2 wird abgewiesen. […]