<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00341</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107094&amp;W10_KEY=4467144&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00341</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 12.03.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Strassenreklamen: Mindestabstand zum Fahrbahnrand von freistehenden Plakatwerbeträgern innerorts.<br/>Ablehnung des beantragten Augenscheins (E. 1). Verbot von Reklamen, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen könnten (E. 2a); Begriff der "frei stehenden" Reklamen i.S.v. Art. 97 Abs. 2 SSV: Abstellen auf den optischen Gesamteindruck (E. 2b).<br/>Generelle Dienstanweisungen (Verwaltungsverordnungen) müssen sich an den Rahmen der ihnen zugrunde liegenden Rechtsverordnungen halten (E. 3a); Unanwendbarkeit der Weisung des EJPD betreffend Strassenreklamen (Mindestabstand 0.5m) wegen Verstosses gegen Art. 97 Abs. 2 SSV (Mindestabstand 3m) (E. 3b).<br/>Ausnahmsweise Nichtanwendbarkeit von Art. 97 Abs. 2 SSV, wenn eine näher als 3m liegende Reklametafel die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt (Art. 6 SVG) (E. 4a); Zurückhaltung bei der Überprüfung örtlicher und technischer Verhältnisse (E. 4b). Schutz der Baubewilligung für 3 Plakatwerbeträger (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DIENSTANWEISUNG">DIENSTANWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSEN">ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREISTEHEND">FREISTEHEND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOGNITION">KOGNITION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLAKATWERBESTELLE">PLAKATWERBESTELLE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRASSENREKLAME">STRASSENREKLAME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STRASSENVERKEHRSRECHT">STRASSENVERKEHRSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBDELEGATION">SUBDELEGATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNBESTIMMTER RECHTSBEGRIFF">UNBESTIMMTER RECHTSBEGRIFF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSSICHERHEIT">VERKEHRSSICHERHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWALTUNGSVERORDNUNG">VERWALTUNGSVERORDNUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 5 lit. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 49 lit. II BV</span><br/><span class="ungerade">§ 240 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 97 lit. II SSV</span><br/><span class="ungerade">Art. 115 lit. I SSV</span><br/><span class="gerade">Art. 6 SVG</span><br/><span class="ungerade">§ 50 lit. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2003 Nr. 24</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Am 22. November 2001 erteilte das Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich der Gesellschaft D im Anzeigeverfahren eine befristete Baubewilligung fÃ¼r drei PlakatwerbetrÃ¤ger am K-quai in ZÃ¼rich (GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 01).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Die Gemeinschaft A erhob dagegen Rekurs an die Baurekurskommission I. Diese wies den Rekurs nach DurchfÃ¼hrung eines Au­genscheins am 2. September 2002 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Dagegen gelangte die Gemeinschaft A am 7. Oktober 2002 mit rechtzeitiger Be­schwerde ans Verwaltungsgericht. Die Bau­rekurskommission I beantragte am 24. Oktober 2002 die Abweisung der Beschwerde, ebenso das Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau am 11. November 2002. Die Gesellschaft D liess sich nicht vernehmen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Auf die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins kann verzichtet werden. Die Baurekurs­kommission hat bereits einen Augenschein durchgefÃ¼hrt; die Ã¼berblickbaren Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse sind ohne weiteres aus den von der Vorinstanz erstellten Fotografien ersichtlich (vgl. RB 1995 Nr. 12 E. 1).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Vor Verwaltungsgericht ist nur noch streitig, ob die Reklametafeln mit dem Stras­senverkehrsrecht des Bundes Ã¼bereinstimmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Reklamen, die die Verkehrssicherheit beeintrÃ¤chtigen kÃ¶nnten, sind im Strassenbereich untersagt (Art. 6 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958, SVG; § 240 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975). Frei stehende Rekla­men mÃ¼ssen innerorts mindestens 3 Meter vom Fahrbahnrand entfernt sein (Art. 97 Abs. 2 der Signalisationsverordnung vom 5. September 1979, SSV, SR 741.21). Die vorliegend zu beurteilenden Reklametafeln halten diesen Abstand nicht ein. Damit fragt sich zunÃ¤chst, ob sie als "frei stehend" im Sinne von Art. 97 Abs. 2 SSV gelten. Ob diese Voraussetzung erfÃ¼llt ist oder nicht, kann vom Verwaltungsgericht mit voller Kognition Ã¼berprÃ¼ft werden; die Vorschrift rÃ¤umt den BehÃ¶rden weder Ermessen ein noch operiert sie mit unbestimmten Rechtsbegriffen, die den Tatbestand in unbestimmter Weise umschreiben wÃ¼rden (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich/ Basel/Genf 2002, Rz. 445 ff., 455).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nicht frei stehend sind Anlagen, die an ein GebÃ¤ude montiert sind. Die hier zu beurteilenden Reklametafeln sind selbstÃ¤ndig im Boden verankert. Ob sie als frei stehend im Sinne der Signalisationsverordnung zu gelten haben, bestimmt sich jedoch nicht allein anhand der baulichen SelbstÃ¤ndigkeit, sondern anhand des optischen Gesamteindrucks. Wenn eine Reklametafel unmittelbar vor einer festen Baute oder einer Fahrnisbaute steht (z.B. einer Bauabschrankungswand), kann der Eindruck entstehen, dass sie sich an diesen Hintergrund visuell anlehnt. Diesfalls gilt sie nicht mehr als frei stehend, womit Art. 97 Abs. 2 SSV nicht zur Anwendung kommt. Dies ergibt sich zunÃ¤chst aus den Materialien (vgl. die Hinweise bei Manfred KÃ¼ng, Strassenreklamen im Verkehrs- und Baurecht unter besonderer BerÃ¼cksichtigung der Bestimmungen und der Praxis in Stadt und Kanton ZÃ¼rich, Bern/Stuttgart 1991, S. 89). Das Abstellen auf den optischen Gesamteindruck ergibt sich auch aus dem Zweck von Art. 97 Abs. 2 SSV. Der Vorschrift liegt die Ãberlegung zu­grunde, dass eine nahe am Fahrbahnrand aufgestellte frei stehende Reklametafel wesentlich mehr Aufmerksamkeit bei den Verkehrsteilnehmern erweckt als ein an einer GebÃ¤udeflÃ¤che angebrachtes Plakat (BGr, 30. Oktober 2002, 2A.204/2002, E. 4.2, www.bger.ch). Wenn eine Reklametafel wegen ihrem engen Zusammenhang mit dem Hintergrund weniger Aufmerksamkeit erweckt, darf sie deshalb nicht mit einer frei stehenden Reklametafel gleichgesetzt werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die vorliegend zu beurteilenden Reklametafeln liegen zwischen der Strasse und eini­gen Parkfeldern. Feste Bauten liegen weit entfernt und kommen somit nicht als Hintergrund in Frage, der die Reklametafeln als nicht "frei stehend" erscheinen lassen wÃ¼rden (so betrÃ¤gt der Abstand zum GebÃ¤ude der BeschwerdefÃ¼hrerin rund 8 Meter). Die Pflanzen, die hinter den Tafeln wachsen, lassen die Reklamen nicht als unselbstÃ¤ndig erscheinen. Be­trachtet man die Tafeln von der Strassenseite, fallen die Pflanzen hinter den beiden Tafeln (Mitte und rechts) jedenfalls im Winter kaum auf, da sie dann ihr Laub verloren haben. Der Busch hinter der linken Tafel Ã¼berragt die Reklame zwar; von einer Einheit im Sinne einer Anlehnung an einen festen Hintergrund kann jedoch nicht gesprochen werden. Die Tafeln gelten demnach als frei stehend im Sinne von Art. 97 Abs. 2 SSV. (Ob Pflanzen Ã¼berhaupt als Hintergrund gelten kÃ¶nnten, der einer Reklame ihre optische SelbstÃ¤ndigkeit nÃ¤hme, er­scheint aufgrund der Materialien ohnehin als fraglich; KÃ¼ng, S. 89, nennt ausschliess­lich Ge­bÃ¤ude und bauliche Anlagen wie LitfasssÃ¤ulen, Telefonkabinen, Mauern, etc. Die Frage braucht jedoch nicht zu entschieden werden, da vorliegend hinter den Tafeln ohnehin keine geschlossene, dichte Pflanzenwand aus BÃ¼schen, StrÃ¤uchern, BÃ¤umen etc. steht.)</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde erachtete die Reklametafeln ebenfalls als frei stehend. Sie hat die Reklamen dennoch bewilligt, da die Abstandsvorschrift von Art. 97 Abs. 2 SSV "zur GewÃ¤hrleistung der Verkehrssicherheit keineswegs ge­nerell notwendig" sei. Die BaubehÃ¶rde bezieht sich damit offenbar auf die Weisungen des EidgenÃ¶ssischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) Ã¼ber Strassenreklamen vom 20. Oktober 1982 (unpubliziert). GemÃ¤ss Ziff. 2 dieser Weisungen mÃ¼ssen frei stehende Reklamen nur 0.5 (und nicht 3) Me­ter vom Fahrbahnrand entfernt sein, sofern die ReklameflÃ¤che nicht mehr als 3.5 m<sup>2</sup> be­trÃ¤gt. Damit fragt sich, ob diese Weisung vorliegend anzuwenden ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Mit einer generellen Dienstanweisung wendet sich die vorgesetzte BehÃ¶rde an die ihr untergeordneten BehÃ¶rden und will damit eine einheitliche, gleichmÃ¤ssige und sachrichtige Praxis des Gesetzesvollzugs sicherstellen (so genannte Verwaltungsverordnung; vgl. HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 123 f.; BGE 123 II 16 E. 9b). Die Weisung muss nicht notgedrungen innerhalb desselben Gemeinwesens ergehen. Der Bund kann sich damit, wie hier, auch an die Kantone wenden, wenn diese Bundesrecht (hier: Strassenverkehrsrecht) zu vollziehen haben (Art. 49 Abs. 2 und Art. 186 Abs. 4 der Bundesverfassung vom 18. April 1999, BV; Giovanni Biaggini, Theorie und Praxis des Verwaltungsrechts im Bundesstaat, Basel/ Frankfurt a.M. 1996, S. 80 ff.). Eine Verwaltungsverordnung kann jedoch nie eine Rechtsverordnung ersetzen (HÃ¤felin/MÃ¼­ller, Rz. 384). Dies wÃ¼rde bereits Art. 5 Abs. 1 BV widersprechen, wonach Grundlage und Schranke allen staatlichen Handelns das Recht ist. Aus dem Rechtsstaatsprinzip (insbesondere dem LegalitÃ¤tsprinzip) ergibt sich weiter, dass eine Dienstanweisung die in Gesetz und Verordnung enthaltenen Wertungen weiter konkretisieren, ihnen jedoch nie widersprechen darf (BGE 121 IV 138 E. 2b). So kann das Departement Weisungen nur fÃ¼r die "AusfÃ¼hrung, Ausgestaltung und Anbringung" von Strassenre­klamen erlassen (Art. 115 Abs. 1 SSV). Eine weitergehende Subdelegation von eigentlichen Rechtssetzungsbefugnissen bedÃ¼rfte denn auch einer gesetzlichen Grundlage (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2001, Rz. 1875 f.). Da eine solche Grundlage fehlt, mÃ¼ssen sich Weisungen darauf beschrÃ¤nken, offene Begriffe in der Verordnung zu konkretisieren und so Leitlinien fÃ¼r den Vollzug zu geben. Wortlaut und Sinn der Rechtsverordnung sind in jedem Fall Schranke fÃ¼r den Inhalt der Dienstanweisung (anders offenbar KÃ¼ng, S. 108).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach der vorliegend zu beurteilenden Weisung des EJPD (Ziff. 2) sollen frei stehende Strassenreklamen bis zu einer gewissen GrÃ¶sse bereits im Abstand von 0.5 Meter zum Fahrbahnrand zulÃ¤ssig sein. Damit widerspricht die Dienstanweisung explizit Art. 97 Abs. 2 SSV, der einen Abstand von 3 Metern festlegt. Von einer Konkretisierung oder Ver­deutlichung der Rechtsverordnung kann keine Rede sein. Folglich ist Ziff. 2 der Weisung des EJPD fÃ¼r die VerwaltungsbehÃ¶rden unbeachtlich (so auch das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, 5. Februar 2002, BVR 2002, S. 322, 325 f., E. 2c; offen gelassen von der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern, 28. August 2001, zitiert bei Heidi Walther Zbinden, Erste Erfahrungen mit der neuen Verordnung Ã¼ber die Aussen- und <br/> Stras­­senreklame, KPG-Bulletin 2001, S. 137, 148 f.; das Bundesgericht hat die Weisung des EJPD bei der Anwendung von Art. 97 Abs. 2 SSV bezeichnenderweise gar nicht erst erwÃ¤hnt: BGr, 30. Oktober 2002, 2A.204/2002, E. 3.2, www.bger.ch). Die BaubehÃ¶rde hÃ¤t­te die Weisung damit nicht anwenden dÃ¼rfen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Es fragt sich schliesslich, ob die Bewilligung entgegen dem Wortlaut von Art. 97 Abs. 2 SSV erteilt werden durfte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Das Bundesgericht hat in einem neueren Urteil entschieden, dass im Einzelfall von Art. 97 Abs. 2 SSV eine Ausnahme gemacht werden darf (BGr, 30. Oktober 2002, E. 3.2, www.bger.ch). Im dort zu entscheidenden Fall schÃ¼tzte es das Bewilligungsverbot einer 1.5 Meter vom Fahrbahnrand entfernten Reklametafel, da die VerhÃ¤ltnisse unÃ¼bersicht­lich waren und die Verkehrsteilnehmer durch die Tafel abgelenkt wurden. Aus dem Entscheid ergibt sich umgekehrt, dass nicht notgedrungen jede nÃ¤her als 3 Meter vom Fahr­bahnrand entfernt liegende Tafel die Verkehrssicherheit beeintrÃ¤chtigt. Selbst wenn eine Reklametafel unter Art. 97 Abs. 2 SSV fÃ¤llt, darf sie gestÃ¼tzt auf die Generalklausel von Art. 6 SVG bewilligt werden (BGr, 30. Oktober 2002, 2A.204/2002, E. 2.1 und 3.2, www.bger.ch). â Das erstaunt, zumal in Art. 97 Abs. 2 SSV â anders als in Art. 96 Abs. 1 SVV â keine unbestimmten Rechtsbegriffe zu konkretisieren sind (vgl. RenÃ© Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band I, 2. A., Bern 2002, Rz. 195 f.). Die Vorschrift stellt im Gegenteil eine klare Grenze von 3 Metern auf. Anderer­seits er­mÃ¶glicht die bundesgerichtliche Rechtsprechung, im Einzelfall sachgerechte LÃ¶sungen zu finden. Letztlich trÃ¤gt sie auch dem Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV) Rechnung, da die Reklamevorschriften offenbar nicht durchwegs mit derselben Strenge angewandt wer­den (vgl. die Interpellation Lauper vom 19. MÃ¤rz 1999, beantwortet am 19. Mai 1999, Nr. 99.3133, www.parlament.ch). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Bei der Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der "Verkehrssicherheit" spie­len Ã¶rtliche und technische VerhÃ¤ltnisse notwendigerweise eine betrÃ¤chtliche Rolle (BGr, 14. Februar 2001, Pra 2001 Nr. 130 E. 3b). Wenn die Vorinstanz diese VerhÃ¤ltnisse, wie hier, eingehend (durch Augenschein) erhoben und anschliessend gewÃ¼rdigt hat, verfÃ¼gt sie dabei naturgemÃ¤ss Ã¼ber einen gewissen Spielraum. Aufgrund von § 50 Abs. 2 des Verwal­tungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) darf das Gericht diesen Spielraum nicht frei Ã¼berprÃ¼fen (RB 1979 Nr. 23; HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 454; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, § 50 Rz. 87 mit weiteren Hinweisen). Die Baurekurskommission ist im angefochtenen Entscheid (E. 3d) nachvollziehbar zum Schluss gelangt, dass die Verkehrssicherheit durch die Re­klametafeln nicht gefÃ¤hrdet werde. Auf ihre zutreffenden ErwÃ¤gungen kann verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG). Angesichts der ZurÃ¼ckhaltung bei der ÃberprÃ¼fung solcher technischer Fragen ist der angefochtene Entscheid zu bestÃ¤tigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Die Kosten sind folglich der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit 13 Abs. 2 VRG); ParteientschÃ¤di­gungen sind schon mangels Antrag keine zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>