<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">C 56/00 Tr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>II. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und Ferrari; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Nussbaumer </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 26. Mai 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, 1956, Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Arbeitlosenkasse der Gewerkschaft Bau &amp; Industrie GBI, </div> <div class="para">Sektion Meilen, Sterneggweg 3, Meilen, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- B.________ (geb. 1956), gelernter Mechaniker, </div> <div class="para">schloss am 3. Dezember 1997 das Jus-Studium an der Univer- </div> <div class="para">sität X.________ als lic. iur. ab. Am 5. Februar 1998 </div> <div class="para">meldete er sich bei der Arbeitslosenversicherung zum </div> <div class="para">Leistungsbezug an. Vom 1. April bis 30. September 1998 war </div> <div class="para">er als Hilfsarbeiter bei der Y.________ AG, Kunststoff- </div> <div class="para">verarbeitung, zu einem Monatslohn von zuletzt Fr. 4500.- </div> <div class="para">tätig. Ab 1. Oktober 1998 ersuchte er wiederum um Ausrich- </div> <div class="para">tung von Arbeitslosenentschädigung. Seit 1. Dezember 1998 </div> <div class="para">arbeitet er als juristischer Sachbearbeiter beim Amt </div> <div class="para">Z.________. </div> <div class="para"> Mit Verfügung vom 16. Dezember 1998 stellte ihn die </div> <div class="para">Arbeitslosenkasse der Gewerkschaft Bau &amp; Industrie GBI, </div> <div class="para">Sektion Meilen, ab 1. Oktober 1998 wegen selbstverschulde- </div> <div class="para">ter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 26 Tagen in der </div> <div class="para">Anspruchsberechtigung ein mit der Begründung, es sei dem </div> <div class="para">Versicherten zumutbar gewesen, bis zum Auffinden einer ge- </div> <div class="para">eigneten Stelle bei der Y.________ AG zu verbleiben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozial- </div> <div class="para">versicherungsgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom </div> <div class="para">13. Januar 2000 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- B.________ führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit </div> <div class="para">dem Antrag, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides </div> <div class="para">und der Kassenverfügung seien ihm 26 Taggelder auszube- </div> <div class="para">zahlen nebst einer Entschädigung für die ihm entstandenen </div> <div class="para">Aufwendungen. </div> <div class="para"> Arbeitslosenkasse, kantonales Gericht und Staatssekre- </div> <div class="para">tariat für Wirtschaft verzichten auf Vernehmlassung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestim- </div> <div class="para">mungen über die Einstellung in der Anspruchsberechtigung </div> <div class="para">bei selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit (<span class="artref">Art. 30 Abs. 1 </span></div> <div class="para">lit. a AVIG), namentlich bei Aufgabe einer Stelle ohne Zu- </div> <div class="para">sicherung einer anderen (<span class="artref">Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV</span>), zur </div> <div class="para">Zumutbarkeit eines Arbeitsplatzes (<span class="artref">Art. 16 AVIG</span>) und zur </div> <div class="para">verschuldensabhängigen Dauer der Einstellung (<span class="artref">Art. 45 Abs. </span></div> <div class="para">2 AVIV) richtig dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Arbeitslosenkasse und kantonales Gericht begründen </div> <div class="para">die Einstellung damit, der Beschwerdeführer habe von sich </div> <div class="para">aus ein unbefristetes Arbeitsverhältnis aufgelöst, obwohl </div> <div class="para">ihm ein Weiterverbleiben an der bisherigen Arbeitsstelle </div> <div class="para">zumutbar gewesen wäre. Demgegenüber bringt der Beschwerde- </div> <div class="para">führer in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vor, er sei von </div> <div class="para">der Y.________ AG mit einem befristeten Arbeitsvertrag </div> <div class="para">angestellt gewesen. Der Arbeitsvertrag habe zunächst vom </div> <div class="para">1. April bis 30. Juni 1998 gedauert. Im Juni 1998 sei er um </div> <div class="para">weitere drei Monate bis Ende September 1998 verlängert </div> <div class="para">worden. Diese Sachdarstellung steht in Einklang mit der </div> <div class="para">Arbeitgeberbescheinigung vom 6. Dezember 1998. Darin gab </div> <div class="para">die Arbeitgeberin an, das Arbeitsverhältnis sei bis Ende </div> <div class="para">September 1998 befristet gewesen und es habe keine (gesetz- </div> <div class="para">liche oder vertragliche) Kündigungsfrist bestanden. Ge- </div> <div class="para">stützt darauf ist davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rer bei der Y.________ AG mit einem auf Ende September 1998 </div> <div class="para">befristeten und damit nach <span class="artref">Art. 334 Abs. 1 OR</span> ohne Kündi- </div> <div class="para">gung endenden Arbeitsvertrag angestellt gewesen ist. Demzu- </div> <div class="para">folge entfällt der Vorwurf, der Beschwerdeführer habe seine </div> <div class="para">Arbeitslosigkeit im Sinne von <span class="artref">Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV</span> </div> <div class="para">selbst verschuldet, weil er das Arbeitsverhältnis von sich </div> <div class="para">aus aufgelöst habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Der Beschwerdeführer beantragt für die ihm ent- </div> <div class="para">standenen Aufwendungen eine Entschädigung. Ist die obsie- </div> <div class="para">gende Partei - wie im vorliegenden Fall - nicht durch einen </div> <div class="para">Anwalt vertreten, so wird ihr gemäss ständiger Rechtspre- </div> <div class="para">chung in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen. </div> <div class="para">Ausnahmsweise sind hingegen Auslagen zu ersetzen, aller- </div> <div class="para">dings nur dann, wenn sie erheblich und nachgewiesen sind. </div> <div class="para">Sodann können besondere Verhältnisse es im Ausnahmefall </div> <div class="para">rechtfertigen, eine Entschädigung für durch den Prozess </div> <div class="para">verursachte Umtriebe zuzusprechen (Art. 1 des Tarifs über </div> <div class="para">die Entschädigungen an die Gegenpartei für das Verfahren </div> <div class="para">vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht vom 16. Novem- </div> <div class="para">ber 1992 [SR 173.119.2] in Verbindung mit Art. 2 des Tarifs </div> <div class="para">über die Entschädigungen an die Gegenpartei für das Ver- </div> <div class="para">fahren vor dem Bundesgericht vom 9. November 1978 [SR </div> <div class="para">173.119.1]). Beide Voraussetzungen treffen hier nicht zu. </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wer- </div> <div class="para"> den der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des </div> <div class="para"> Kantons Zürich vom 13. Januar 2000 und die Verfügung </div> <div class="para"> der Arbeitslosenkasse der Gewerkschaft für Bau &amp; In- </div> <div class="para"> dustrie GBI, Sektion Meilen, vom 16. Dezember 1998 </div> <div class="para"> aufgehoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Es wird keine Umtriebsentschädigung zugesprochen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversiche- </div> <div class="para"> rungsgericht des Kantons Zürich, dem Amt für Wirt- </div> <div class="para"> schaft und Arbeit, Arbeitslosenversicherung, Zürich, </div> <div class="para"> und dem Staatssekretariat für Wirtschaft zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 26. Mai 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der II. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>