<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 112 S.442</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">442</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>112</b></span> <span class="ft2"><b>Gesonderte Jahressteuer; Bonuszahlungen (§ 263 Abs. 2 StG).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Werden aufgrund der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses in Ab-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>weichung vom üblichen jährlichen Auszahlungsmodus in einem Jahr</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Boni für zwei (volle oder anteilige) Jahre ausgeschüttet, ist die Aus-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>zahlung desjenigen Bonus, bei welchem Bemessungs- und Auszah-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>lungsjahr übereinstimmen, als ausserordentliches Einkommen zu</b></span><br/> <span class="ft2"><b>qualifizieren.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">22. November 2002 in Sachen Sch., RV.2002.50079/K 7248</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3. Der Rekurrent war vom 1. November 1998 bis zum 31. Mai</span><br/> <span class="ft1">2000 als Leiter Finanzen/Controlling und Mitglied der Geschäftslei-</span><br/> <span class="ft1">tung bei der X. AG in H. angestellt. Er bezog ein festes monatliches</span><br/> <span class="ft1">Bruttogehalt von zunächst Fr. 9'500.--, später Fr. 10'000.-- zuzüglich</span><br/> <span class="ft1">Gewinnbeteiligung am Geschäftsergebnis. 1999 erzielte er einen</span><br/> <span class="ft1">Nettolohn von Fr. 121'164.--, enthaltend einen Bonus für 1998 von</span><br/> <span class="ft1">Fr. 4'546.-- (Berechnung aufgrund eines Schlüssels nach dem Cash-</span><br/> <span class="ft1">flow). Gemäss Lohnausweis 2000 betrug der vom 1. Januar - 31. Mai</span><br/> <span class="ft1">2000 erzielte Nettolohn Fr. 150'054.--. Darin eingeschlossen war die</span><br/> <span class="ft1">Erfolgsbeteiligung 1999 von Fr. 63'442.-- (Berechnung aufgrund</span><br/> <span class="ft1">eines Schlüssels nach dem Cash-flow) sowie die anteilige, auf den</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">443</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Zeitpunkt des Ausscheidens aus der Firma per 31. Mai 2000 errech-</span><br/> <span class="ft1">nete Erfolgsbeteiligung pro 2000 von Fr. 42'154.-- (Berechnung auf</span><br/> <span class="ft1">Basis der Budgetwerte 2000). Die Vorinstanz hat mit Verfügung vom</span><br/> <span class="ft1">23. August 2001 auf den Fr. 42'154.-- eine gesonderte Jahressteuer</span><br/> <span class="ft1">gemäss § 263 Abs. 2 StG erhoben. Sie vertritt die Auffassung, dass es</span><br/> <span class="ft1">sich dabei um eine periodenfremde Erfolgsbeteiligung handle, weil</span><br/> <span class="ft1">der Auszahlungsmodus geändert habe. Die Vertreterin der Re-</span><br/> <span class="ft1">kurrenten bestreitet die Ausserordentlichkeit bzw. die Nichtperiodi-</span><br/> <span class="ft1">zität der im Jahr 2000 zugeflossenen "Erfolgsbeteiligung 2000".</span><br/> <span class="ft1">4. ...</span><br/> <span class="ft1">5. ...</span><br/> <span class="ft1">6. a) ...</span><br/> <span class="ft1">b) ...</span><br/> <span class="ft1">c) ...</span><br/> <span class="ft1">d) Zusammenfassend kann aus übergangssteuerrechtlicher Sicht</span><br/> <span class="ft1">betreffend Bonuszahlungen folgendes festgehalten werden:</span><br/> <span class="ft1">Bei gutem Geschäftsgang werden den Mitarbeitenden oft Boni</span><br/> <span class="ft1">ausbezahlt. Diese werden üblicherweise im Folgejahr vergütet. Wur-</span><br/> <span class="ft1">den bereits vor den Bemessungslückenjahren 1999 und 2000 regel-</span><br/> <span class="ft1">mässig, nach der gleichen Massgrösse (z.B. Gewinn oder Umsatz)</span><br/> <span class="ft1">ermittelte Boni im Folgejahr ausgerichtet, handelt es sich bei den in</span><br/> <span class="ft1">den Jahren 1999 und 2000 ausbezahlten Boni um ordentliches Ein-</span><br/> <span class="ft1">kommen, welches in die Bemessungslücke fällt, weil deren Konti-</span><br/> <span class="ft1">nuität nicht geändert hat (vgl. StE 2001 B 65.4 Nr. 1). Werden in</span><br/> <span class="ft1">Abweichung vom üblichen (in der Regel jährlichen) Auszahlungs-</span><br/> <span class="ft1">modus in einem Jahr Boni für zwei (volle oder anteilige) Jahre aus-</span><br/> <span class="ft1">geschüttet, ist die Auszahlung desjenigen Bonus, bei welchem Be-</span><br/> <span class="ft1">messungs- und Auszahlungsjahr übereinstimmen, als ausserordentli-</span><br/> <span class="ft1">ches Einkommen zu qualifizieren. Wegen der einzig massgeblichen</span><br/> <span class="ft1">Sicht der zeitlichen Bemessung spielt weder der Grund, welcher zur</span><br/> <span class="ft1">Auszahlung von zwei Boni im selben Jahr geführt hat, eine Rolle,</span><br/> <span class="ft1">noch hängt die Erhebung einer gesonderten Jahressteuer vom Nach-</span><br/> <span class="ft1">weis der Steuerbehörden ab, dass die steuerpflichtige Person im kon-</span><br/> <span class="ft1">kreten Einzelfall die Bemessungslücke auszunutzen beabsichtigte</span><br/> <span class="ft1">(vgl. R. Eichenberger/P.-O. Gehriger, Der Übergang zur Gegen-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">444</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">wartsbemessung im neuen Zürcher Steuergesetz, Zürich 2000, Rz</span><br/> <span class="ft1">151).</span><br/> <span class="ft1">7. Der Rekurrent hat im Jahr 2000 nebst dem Bonus für das Jahr</span><br/> <span class="ft1">1999 von Fr. 63'442.-- auch den anteiligen Bonus für das Jahr 2000</span><br/> <span class="ft1">(1. Januar - 31. Mai) von Fr. 42'154.--, also Boni für zwei Ge-</span><br/> <span class="ft1">schäftsjahre, ausbezahlt erhalten. Die Vorinstanz hat daher aufgrund</span><br/> <span class="ft1">der obigen Ausführungen zu Recht den anteiligen Bonus für das Jahr</span><br/> <span class="ft1">2000 von Fr. 42'154.-- als ausserordentliches Einkommen im Sinne</span><br/> <span class="ft1">von § 263 Abs. 2 StG betrachtet und eine gesonderte Jahressteuer</span><br/> <span class="ft1">erhoben (vgl. auch die Frage 11 [Bonuszahlungen] des KStA im Ar-</span><br/> <span class="ft1">beitspapier "Die 20 häufigsten Fragen zum Übergangsrecht und die</span><br/> <span class="ft1">Antworten darauf"]). Daran vermag auch der Umstand nichts zu</span><br/> <span class="ft1">ändern, dass die Auszahlung der anteiligen "Erfolgsbeteiligung</span><br/> <span class="ft1">2000" im gleichen Jahr die automatische Folge der Beendigung des</span><br/> <span class="ft1">Arbeitsverhältnisses des Rekurrenten per 31. Mai 2000 war, eine</span><br/> <span class="ft1">Kündigung an sich nichts Aussergewöhnliches ist und eine pro-rata-</span><br/> <span class="ft1">Bonuszahlung beim Austritt von Geschäftsleitungsmitgliedern den</span><br/> <span class="ft1">Normalfall darstellt (vgl. Bestätigung der X. AG vom 19. März</span><br/> <span class="ft1">2002), weil die Gründe, welche zur Vorverlegung der Auszahlung der</span><br/> <span class="ft1">(anteiligen) Gratifikation für das Jahr 2000 geführt haben (in casu die</span><br/> <span class="ft1">Kündigung), übergangsrechtlich nicht von Belang sind. Wie bereits</span><br/> <span class="ft1">erwähnt ist auch unerheblich, dass der Rekurrent gemäss den</span><br/> <span class="ft1">Ausführungen seiner Vertreterin nicht absichtlich im Jahr 2000 kün-</span><br/> <span class="ft1">digte, damit die Auszahlung der Gratifikation in die Bemessungs-</span><br/> <span class="ft1">lücke fällt.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>