Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 13. Dezember 2017 (810 17 202) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Abänderung der Regelung des persönlichen Verkehrs Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Christian Haidlauf, Stefan Schulthess, Beat Walther , Gerichtsschreiber i.V. Florian Jenal Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Susanne Ackermann , Advokatin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegner Betreff Regelung des persönlichen Verkehrs (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 29. Juni 2017) A. A.____, geboren 1979, und C.____, geboren 1972, sind die unverheirateten Eltern von D.____, geboren am XX.YY.2012. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Entscheid vom 19. April 2016 regelte die zuständ ige Kindes- und Erwachsenen- schutzbehörde B.____ (KESB) den persönlichen Verkehr des Kindsvaters mit seinem Sohn wie folgt: Der Kindsvater erhielt zunächst das Recht, seinen S ohn an drei Wochenenden in einem Zeitraum von vier bis sechs Wochen unbegleitet für jeweils vier Stunden zu sehen sowie darauf folgend während zweieinhalb Monaten jeweils alternie rend an einem Samstag oder Sonntag während acht Stunden pro Woche. Für die Zeit danach w urde der persönliche Verkehr bis vor Beginn des Schuljahres 2017/2018 auf jeweils wöchentlich Freitag- bis Samstagabend festge- setzt. Für die Zeit ab Beginn des Schuljahres 2017/2018 wurde der persönliche Verkehr schliesslich auf alle vierzehn Tage von Freitagabend bis Sonntagabend festgesetzt. C. In der Folge weigerte sich die Kindsmutter zunächst, die von der KESB verfügte Rege- lung umzusetzen, woraufhin die KESB am 9. Juni 2016 einen Vollstreckungsentscheid erliess, in welchem die Kindsmutter unter Androhung von Zwangsmitteln angewiesen wurde, die verfüg- te Regelung des persönlichen Verkehrs umzusetzen. Gleichz eitig eröffnete die KESB ein Ver- fahren zur allfälligen Umteilung der elterlichen Obhu t an den Kindsvater. Aufgrund des Eltern- konflikts erfolgte am 1. Oktober 2016 eine Gefährdungsmeldung an die KESB durch die Kinder- tagesstätte E.____ in F.____ (Kindertagesstätte). Darau fhin beauftragte die KESB am 3. Oktober 2016 die Erziehungsbeiständin, den Sachverha lt abzuklären, einen Bericht zu ver- fassen und gegebenenfalls darin Massnahmen vorzuschlagen, w ie die Situation verbessert werden könnte. Mit Bericht vom 19. Dezember 2016 teilt e die Beiständin der KESB mit, dass die Kindseltern inzwischen fähig seien, die verfügte Reg elung des persönlichen Verkehrs um- zusetzen. In der Folge schloss die KESB mit Entscheid vom 21 . März 2017 das Verfahren be- züglich Obhutsumteilung ab und beliess die Obhut bei der Kindsmutter. D. Mit Entscheid vom 29. Juni 2017 wies die KESB einen A ntrag des Kindsvaters auf Bei- behaltung der wöchentlichen Besuchskontakte ab (Dispositiv -Ziffer 1). In Ergänzung zum Ent- scheid vom 19. April 2016 räumte die KESB dem Kindsvater zusätzlich zum vierzehntäglichen Besuchsrecht von Freitagabend bis Sonntagabend das Recht ein, D.____ in denjenigen Wo- chen, in denen dieser das Wochenende bei seiner Mutte r verbringt, freitagnachmittags von 13:30 Uhr bis 18:00 Uhr zu sich zu nehmen (Ziffer 2). E. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Susanne Acke rmann, Advokatin, am 31. Juli 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassu ngs- und Verwaltungsrecht (Kan- tonsgericht). In ihrer Beschwerde beantragt sie, dass Z iffer 2 des Entscheids der KESB vom 29. Juni 2017 unter o/e-Kostenfolge aufzuheben sei. F. Mit Eingabe vom 22. August 2017 nahm der Beschwerd egegner Stellung zur Beschwer- de und beantragte deren Abweisung unter o/e-Kostenfo lge. Der angefochtene Entscheid sei weiter dahingehend zu ergänzen, dass die wöchentliche Besuchsregelung bis auf Weiteres bei- zubehalten sei. Zum Ende des 2. Semesters des 1. Kindergartenjahres sei sodann eine Neube- urteilung des Entwicklungsverlaufs sowie der Besuchsregelung vorzunehmen. G. Am 25. August 2017 reichte die KESB ihre Vernehmla ssung ein, in welcher sie bean- tragt, dass die Beschwerdeführerin und der Beschwerdege gner zu einer Vorverhandlung zu Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht laden seien. Für den Fall, dass an der Vorverhandlung keine Einigung erzielt werden könne, sei die Beschwerde abzuweisen. H. Am 23. November 2017 führte das Kantonsgericht eine Vorverhandlung durch, an wel- cher keine Einigung erzielt werden konnte. I. Mit Eingabe vom 24. November 2017 reichte die Besc hwerdeführerin diverse Urkunden ein. Zu dieser Eingabe nahm der Beschwerdegegner mit Schreiben vom 4. Dezember 2017 Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Au fgrund von Art. 440 Abs. 3 ZGB fallen aber auch die Entscheide der Kindesschutzbehörde d arunter (vgl. D ANIEL STECK , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivil gesetzbuch, 5. Auflage, Basel 2014, N 17 zu Art. 450 ZGB). Gestützt auf Art. 450 Abs. 1 ZG B in Verbindung § 66 Abs. 1 des Geset- zes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 ist das Kan- tonsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sin d die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). D ie Beschwerdeführerin ist ge- mäss Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur Beschwerde legitim iert. Da auch die übrigen Prozessvo- raussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachve rhalts (Ziff. 2) sowie die Unange- messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Streitig ist vorliegend die Frage, ob die KESB zu R echt das ursprünglich mit Verfügung vom 19. April 2016 festgesetzte vierzehntägliche Besuchsrecht des Beschwerdegegners auf ein wöchentliches Besuchsrecht ausgedehnt hat, indem sie dem Beschwerdegegner für diejenigen Wochen, in denen D.____ das Wochenende bei der Beschwe rdeführerin verbringt, ein freitägli- ches Besuchsrecht von 13:30 Uhr bis 18:00 Uhr eingeräumt hat. Die Vorinstanz hat den Antrag des Beschwerdegegners auf Beibehaltung der wöchentlichen Besuchsregelung abgewiesen. Der Beschwerdegegner hat diesen Entscheid nicht angefocht en und damit akzeptiert. Soweit seine Anträge in der Vernehmlassung über die Abweisung der in der vorliegenden Beschwerde gestellten Rechtsbegehren hinausgehen, sprengen diese de n Streitgegenstand und er kann damit nicht gehört werden. 4. In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin zun ächst die Verletzung ihres An- spruchs auf rechtliches Gehör. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schwe izerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verankerte Anspruch der Partei en auf rechtliches Gehör gewährleistet dem Einzelnen allgemein eine effektive Mitwirkung im V erfahren zum Erlass von Entscheidun- gen, die in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreife n (GEROLD STEINMANN , in: Ehrenzeller et al. [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur schweizerischen Bu ndesverfassung, 3. Aufl., Zürich 2014, N 42 ff. zu Art. 29). Als Teilgehalte des rechtlichen G ehörs zählen in der Rechtsprechung und Lehre die Ansprüche auf vorgängige Äusserung und Anhö rung, der Anspruch auf Berücksichti- gung der Vorbringen, der Anspruch auf Teilnahme am Be weisverfahren unter Einschluss des Rechts, Beweisanträge zu stellen, das Recht auf Aktenei nsicht und das Recht auf einen be- gründeten Entscheid (BGE 142 I 86 E. 2.2; BGE 141 V 557 E. 3.1; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vo m 11. August 2017 [810 17 35] E. 4.1; MICHELE ALBERTINI , Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwal- tungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 206 ff.; J ÖRG PAUL MÜLLER /MARKUS SCHEFER , Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 846 ff.). Der Anspruch auf rechtli- ches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugni sse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wi rksam zur Geltung bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1; BGE 135 I 279 E. 2.3; BGE 132 V 368 E. 3.1). 4.2 Die Beschwerdeführerin moniert, ihr sei der Beri cht der Beiständin vom 22. Juni 2017, auf welchen die KESB im angefochtenen Entscheid unter a nderem abstellt, nie zugestellt wor- den. Auch nach Erlass der angefochtenen Verfügung sei ih r dieser Bericht, obwohl sie ihn an- gefordert habe, nicht zugestellt worden. Ausserdem geb e der Bericht ihr Gespräch mit der Bei- ständin inhaltlich unzutreffend wieder. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin von der KESB auch keine Gelegenheit erhalten, sich zur geplanten N euregelung des persönlichen Verkehrs zu äussern. Die KESB bestreitet in ihrer Vernehmlassung n icht, dass sie den Bericht der Be- schwerdeführerin nicht zugestellt hat. Es habe jedoch ei n Elterngespräch stattgefunden, wel- ches Gegenstand des fraglichen Berichts sei, an dem jeder Elternteil sowie auch die Beiständin die eigene Meinung mitgeteilt hätten, womit der Besch werdeführerin faktisch der Inhalt des Be- richts bekannt gewesen sei. 4.3 Unbegründet ist die Rüge der Beschwerdeführerin, si e habe keine Gelegenheit erhalten, sich zur beabsichtigen Neuregelung des persönlichen Verkehr s zu äussern. Die Beschwerde- führerin hat die jeweiligen Stellungnahmen und Antr äge des Beschwerdegegners erhalten, in welchen dieser die Weiterführung eines wöchentlichen B esuchsrechts beantragt hatte. Sie konnte sich zu diesen äussern, was sie auch tat (vgl. E-Ma il der Beschwerdeführerin an die KESB vom 16. März 2017; E-Mail der Beschwerdeführerin an die KESB vom 21. Juni 2017). Auch erschliesst sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführ erin offenbar davon ausging, dass mit weiteren Verfügungen hinsichtlich der Regelung des persönlichen Verkehrs zu rech- nen war, da sie der KESB mit E-Mail vom 22. Juni 2017 mitteilte, dass sie in die Ferien gehe und dies beim Setzen allfälliger Fristen zu berücksichtige n sei. Somit hatte die Beschwerdefüh- rerin Gelegenheit, sich bei der KESB zu einem allfälli gen wöchentlichen Besuchsrecht zu äus- sern. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 Was den Einwand der Beschwerdeführerin anbelangt, sie habe den Bericht der Beistän- din nicht erhalten, erweist sich die Gehörsrüge demgegen über als berechtigt. Ein wesentlicher Aspekt der Gehörsgarantie im Verwaltungsverfahren ist di e ihr innewohnende Informations- komponente. Die Parteien müssen über sämtliche Akten, B eweismittel oder sonstige Unterla- gen im Bilde sein, worauf die entscheidende Behörde ihre Verfügung zu stützen gedenkt. Es ist Sache der Behörde, die Parteien unaufgefordert über neu hinzugekommene entscheiderhebli- che Beweismittel zu orientieren, damit sich diese darüber schlüssig werden können, ob sie sich dazu äussern wollen oder nicht (BGE 132 V 387 E. 3.1; BGE 124 II 132 E. 2b; A LBERTINI , a.a.O., S. 217). Die Vorinstanz bestreitet vorliegend n icht, dass sie die Beschwerdeführerin nicht über den Eingang des fraglichen Berichts orientiert hat. Damit war es der Beschwerdefüh- rerin von vornherein unmöglich, sich überhaupt zum Ber icht zu äussern, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstellt. Unbehelflich ist dabei die Argumentation der Vorinstanz, der Bericht enthalte nur die im Rahmen des Elterngesprächs geäusserten Meinungen und der Inhalt sei der Beschwerdeführerin damit faktisch bekannt gewesen . Wie die von der Beschwerdefüh- rerin vorgebrachten inhaltlichen Beanstandungen vor Aug en führen, trifft dies gerade nicht zu. Auch über den Eingang von Beweismitteln, deren Inhalt als bekannt vorausgesetzt werden darf, hat die Behörde die Parteien ins Bild zu setzen. Die E ntscheidung darüber, ob es einer Äusse- rung bedarf, liegt bei diesen und nicht bei der Behörde. 4.5 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt ungeachtet der Erfolgs- aussichten der Beschwerde in der Sache selbst grundsätzlich zur Aufhebung der angefochte- nen Verfügung. Nach der Rechtsprechung kann eine - ni cht besonders schwerwiegende - Ver- letzung des rechtlichen Gehörs allerdings ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffe- ne Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmit telinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei prüfen kann. Von ei ner Rückweisung der Sache ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen G ehörs dann abzusehen, wenn und so- weit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf u nd damit zu unnötigen Verzögerun- gen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichge stellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht z u vereinbaren wären (BGE 142 II 218 E. 2.8.1; BGE 137 I 195 E. 2.3.2; Urteil des Bundesg erichts 8C_842/2016 vom 18. Mai 2017 E. 3.1; KGE VV vom 11. August 2017 [810 17 35] E. 4.4 .1; STEINMANN , a.a.O., N 59 Art. 29). Die Voraussetzungen für eine Heilung sind vorliegend erf üllt. Der Beschwerdeführerin ist der Bericht der Beiständin vom 22. Juni 2017 und dessen Inha lt mittlerweile bekannt. Aufgrund der vollen Kognition des Kantonsgerichts können auch alle Rü gen der Beschwerdeführerin im vor- liegenden Verfahren behandelt werden. Es entsteht ihr aus der Heilung der Gehörsverletzung durch das Kantonsgericht kein Nachteil. Ausserdem drängt sich bereits aufgrund des Kindes- wohls eine rasche inhaltliche Beurteilung der vorliege nd streitigen Fragen auf. Dementspre- chend rechtfertigt es sich, dass das Kantonsgericht die Gehörsverletzung heilt. 5.1 Nach Art. 298d Abs. 1 ZGB regelt die Kindesschutzbeh örde auf Begehren eines Eltern- teils, des Kindes oder von Amtes wegen die Zuteilung der elterlichen Sorge neu, wenn dies we- gen wesentlicher Änderung der Verhältnisse zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist. Gemäss Art. 298d Abs. 2 ZGB kann sich die Kindesschutzbehörde auf die Regelung der Obhut, des per- sönlichen Verkehrs oder der Betreuungsanteile beschränken. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Die Neuregelung des persönlichen Verkehrs ist nur m öglich bei wesentlicher Änderung der Verhältnisse und zur Wahrung des Kindeswohls. Ob eine wesentliche Veränderung vorliegt, beurteilt sich aufgrund sämtlicher Umstände des konkreten Einzelfalls (Urteile des Bundesge- richts 5C.34/2006 vom 27. Juni 2006 E. 1.1 mit Hinwei s auf Art. 134 Abs. 1 ZGB; 5A_310/2013 vom 18. Juni 2013 E. 2 mit Hinweis auf Art. 298a Abs. 2 ZGB [in der bis zum 31. Dezember 2013 geltenden Fassung]). Die Beurteilung im Lichte des Kindeswohls entspricht derjenigen bei der Regelung des Sorgerechts im Rahmen von Art. 298b ZGB oder in eherechtlichen Verfahren nach Art. 298 ZGB (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_ 310/2013 vom 18. Juni 2013). Die Neu- regelung des persönlichen Verkehrs setzt ebenfalls verän derte Verhältnisse voraus und muss zur Wahrung des Kindeswohls notwendig sein (I NGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , in: Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, a.a.O., N 2 und 5 zu Art. 298d ZGB). 5.3 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, dass keine wesent liche Veränderung der Ver- hältnisse vorliege. Der Beschwerdegegner gehe davon au s, dass der Eintritt ihres gemeinsa- men Sohnes in den Kindergarten eine wesentliche Verän derung der Verhältnisse darstelle. Dass ihr Sohn in den Kindergarte eintreten würde, sei aber bereits bei Erlass der Verfügung vom 19. April 2016 bekannt gewesen. Entsprechend stelle dies auch keine Änderung der Ver- hältnisse dar. Die KESB macht demgegenüber geltend, d ass die Beschwerdeführerin sich zu- nächst geweigert habe, die mit Verfügung vom 19. April 2016 festgelegte Regelung umzusetzen und sogar Strafanzeige gegen den Beschwerdegegner er hoben habe. Nach diesen Vorfällen habe sich seit Ende des Jahres 2016 die Situation aber unerwartet rasch und stark verbessert. Mittlerweile könne der persönliche Verkehr durch den Beschwerdegegner problemlos wahrge- nommen werden und die Beschwerdeführerin habe sich mit ihm sogar auf eine Ausdehnung über die mit Verfügung vom 19. April 2016 festgelegte Regelung hinaus geeinigt. Entsprechend stelle das mittlerweile gute Verhältnis zwischen den Kind seltern eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse dar. Unter diesen Umständen rechtfertige es sich mit Blick auf das Kindeswohl, die Regelung dahingehend zu erweitern, dass D.____ d ie Freitagnachmittage mit seinem Vater verbringen kann, anstatt fremdbetreut zu werden. 5.4 Die im Entscheid der KESB vom 19. April 2016 festge legte Regelung des persönlichen Verkehrs konnte aufgrund des obstruierenden Verhaltens de r Beschwerdeführerin zunächst nicht umgesetzt werden. Dies hatte zur Folge, dass die K ESB am 9. Juni 2016 einen Vollstre- ckungsentscheid erliess und ein Verfahren zur allfälligen Umteilung der elterlichen Obhut eröff- nete. Am 21. August 2016 reichte die Beschwerdeführer in zudem bei der Polizei Basel- Landschaft Strafanzeige gegen den Beschwerdegegner weg en mutmasslichen Kindesmiss- brauchs ein, wobei sich dieser Verdacht rasch als unbegrü ndet erwies. Aufgrund der Konflikte zwischen der Beschwerdeführerin und dem Beschwerdegegner erfolgte sodann am 1. Oktober 2016 eine Gefährdungsmeldung der Kindertagesstätte. In dieser Gefährdungsmeldung schilder- ten die Mitarbeiter der Kindertagesstätte ihre Beoba chtungen, dass es dem Kind aufgrund des Konflikts zwischen seinen Eltern immer schlechter zu gehen scheine. Mit Bericht vom 19. Dezember 2016 teilte die Beiständin der KESB mit , dass die Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin mittlerweile fähig seien, die verfügte Regelung des persönlichen Verkehrs umzusetzen. Daraufhin setzte die KESB den Eltern Frist bis am 16. Juni 2017, um sich darüber zu einigen, wie der persönliche Verkehr ab dem Kinder garteneintritt im August 2017 weiter ge- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht regelt werden solle. Gleichzeitig wurde die Beiständin um einen Bericht gebeten für den Fall, dass innert Frist keine Lösung gefunden wird. In der Folge kam keine Einigung zustande. 5.5 Der Beschwerdegegner teilte der KESB mit Eingabe vom 20. Juni 2017 mit, dass er am bisherigen wöchentlichen Besuchsrecht von Freitagnachmit tag bis Samstagabend mindestens für ein weiteres Jahr festhalten wolle. Er beantragte mindestens ein wöchentliches Besuchs- recht freitagnachmittags ab 13:30 Uhr, weil er zu diese r Zeit für die Kindsbetreuung zur Verfü- gung stehe. Die Beschwerdeführerin arbeite freitagnac hmittags und das Kind werde fremdbe- treut, so dass ihr dadurch auch keine Betreuungszeit ent zogen würde. Die Beschwerdeführerin teilte demgegenüber mit Eingabe vom 22. Juni 2017 m it, dass sie den mit Entscheid vom 19. April 2016 verfügten Wechsel auf ein vierzehntägl iches Besuchsrecht von Freitagabend bis Sonntagabend bevorzuge. Die Beiständin führte in ihre m Bericht vom 22. Juni 2017 ihrerseits aus, dass sie den mit Entscheid vom 19. April 2016 verfügte n Wechsel zum vierzehntäglichen Besuchsrecht mit längeren Aufenthalten des Kindes beim B eschwerdegegner unterstütze. Gleichzeitig befürworte sie aber auch, dem Beschwerdeg egner weiterhin den wöchentlichen Kontakt zu seinem Sohn zu ermöglichen, da der wöchentlic he Kontakt mit dem Vater auch im Kindsinteresse sei. Entsprechend empfahl die Beiständin , das vierzehntägliche Besuchsrecht wie ursprünglich verfügt von Freitag bis Sonntag umzuse tzen sowie zusätzlich dem Beschwer- degegner ein Besuchsrecht an den Freitagnachmittagen in denjenigen Wochen einzuräumen, in denen das Kind das Wochenende ansonsten bei der Beschwerdeführerin verbringt. In der Folge legte die KESB mit Entscheid vom 29. Juni 2017 die von der Beiständin vorgeschlagene Lö- sung als neu geltende Regelung des persönlichen Verkehrs fest. Für die Dauer des Beschwer- deverfahrens galt aufgrund der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde die mit Entscheid vom 19. April 2016 festgelegte vierzehntägliche Regelung . Anlässlich der Vorverhandlung vom 23. November 2017 gaben die Eltern zu Protokoll, dass sie sich über die ursprünglich verfügte Regelung hinaus darauf verständigt haben, dass der Besch werdegegner seinen Sohn an den Besuchswochenenden jeweils bereits am Freitagmittag anstatt am Freitagabend abholen kann. 5.6 Wie die vorstehenden Ausführungen aufzeigen, haben sich das Verhältnis der Eltern und ihr Bewusstsein der gemeinsamen Verantwortung für das Wohlergehen ihres Kindes er- freulich entwickelt. Es ist insbesondere unter dem Gesich tspunkt des Kindeswohls zu begrüs- sen, wenn sie sich einvernehmlich über ein Besuchsregime verständigten, das über das von der KESB festgelegte hinausgeht. Angesichts der geschilderten Entwicklungen ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass die unerwartet rasche und starke Verbesserung des Verhältnisses zwischen der Beschwerdeführerin und dem Beschwerdegegner eine w esentliche Veränderung der Ver- hältnisse im Sinne von Art. 298d Abs. 2 i.V.m. Abs. 1 ZGB darstellt. Da die KESB bei der Rege- lung des persönlichen Verkehrs alle Umstände des Einzelfa lles zu würdigen und in ihren Ent- scheid einzubeziehen hat, muss sie auch beachten, was aufgrund des (un)kooperativen Verhal- tens der Parteien möglich ist (vgl. S CHWENZER /C OTTIER , a.a.O., N 10 zu Art. 273 ZGB). Wenn die Parteien sich zunächst höchst unkooperativ verhalten u nd eine Partei gar versucht, den persönlichen Verkehr zu verhindern, beeinflusst dies den Entscheid der KESB. Wenn die Par- teien in der Folge ihr Verhalten grundlegend ändern und sich sogar freiwillig über ursprünglich Angeordnetes hinaus einigen, ändert dies die Verhältni sse, auf die sich die Regelung des per- sönlichen Verkehrs stützt. Entsprechend ist vorliegend mit der KESB eine wesentliche Verände- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung der Verhältnisse zu bejahen. Die Vorinstanz durfte dementsprechend das Besuchsrecht den veränderten Rahmenbedingungen anpassen. 6.1 Das Recht des nicht obhutsberechtigten Elternteils a uf angemessenen persönlichen Verkehr mit seinen Kindern steht dem betroffenen Elter nteil um seiner Persönlichkeit willen zu; in erster Linie dient das Besuchsrecht indessen dem Interesse des Kindes. Bei der Festsetzung des Besuchsrechts geht es nicht darum, einen gerechten In teressenausgleich zwischen den Eltern zu finden, sondern den elterlichen Kontakt mit d em Kind in dessen Interesse zu regeln (BGE 123 III 445 E. 3b; BGE 122 III 404 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 5A_106/2016 vom 7. Juni 2016 E. 3.2; KGE VV vom 5. April 2017 [810 16 358] E. 4.1). Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des Besuchsrechts gilt somit immer das K indeswohl, das anhand der Um- stände des konkreten Einzelfalles zu beurteilen ist; allfä llige Interessen der Eltern haben zu- rückzustehen (BGE 123 III 445 E. 3b; Urteil des Bundesge richts 5A_719/2013 vom 17. Oktober 2014 E. 4.2). Bei der Regelung des persönlichen Verkeh rs ist den Bedürfnissen des Kindes entsprechend seinem Alter, seinen Neigungen und seine m Anspruch auf elterliche Fürsorglich- keit, Zuwendung und Erziehung bestmöglich zu entsprechen . Dabei können insbesondere fol- gende Umstände in Betracht gezogen werden: Alter des Kindes, Persönlichkeit und Bedürfnisse des Kindes und des Besuchsberechtigten, Beziehung des Ki ndes zum Besuchsberechtigten, Beziehung der Eltern untereinander, zeitliche Beanspru chung bzw. Verfügbarkeit aller Beteilig- ten, Gesundheitszustand der Beteiligten, Geschwister, En tfernung bzw. Erreichbarkeit der Wohnorte, Wohnverhältnisse beim besuchsberechtigten El ternteil (vgl. BGE 114 II 200 E. 3; BGE 112 II 381 E. 3; SCHWENZER /C OTTIER , a.a.O., N 10 zu Art. 273 ZGB). 6.2.1 Hinsichtlich des Kindeswohls rügt die Beschwerdefüh rerin, dass durch den Kindergar- teneintritt Unruhe in das Leben ihres Sohnes gekommen sei, welche durch die vierzehntägliche Besuchsregelung etwas beruhigt werden könne. Dadurch ha be ihr Sohn mehr Zeit, sich jeweils auf den Vater und dessen Umfeld einzulassen und er mü sse so auch weniger Zeit im Auto für die Fahrt nach G.____ (ZH) verbringen. Ausserdem durch lebe er bei der vierzehntäglichen Re- gelung weniger Stress, welchen jede Übergabe mit sich br inge. Auch werde es der Beschwer- deführerin mit der angefochtenen Ausdehnung des Besuch srechts verunmöglicht, selbst ver- längerte Wochenenden mit ihrem Sohn zu verbringen. Die KESB gehe diesbezüglich irrig davon aus, dass die Beschwerdeführerin freitagnachmittags imme r arbeite. Tatsächlich könne sie je- doch relativ häufig spontan freinehmen, sofern ihre fü r die betroffene Woche angefallene Arbeit erledigt sei. Sofern sie spontan freinehmen könne, wo lle sie ebenfalls die Möglichkeit haben, mir ihrem Sohn ein verlängertes Wochenende zu verbring en, was durch die angefochtene Re- gelung verunmöglicht werde. 6.2.2 Der Beschwerdegegner macht demgegenüber geltend , dass die Beschwerdeführerin normalerweise freitagnachmittags arbeite und es die A usnahme darstelle, wenn sie an einem Freitagnachmittag freinehmen könne, was auch aus den von ihr mit Eingabe vom 24. November 2017 eingereichten Arbeitszeiterfassungsauszügen hervorgehe. Entsprechend werde sein Sohn normalerweise freitagnachmittags fremdbetreut, wenn er das Wochenende nicht im Rahmen des vierzehntäglichen Besuchsrechts bei ihm verbringe. E s sei nicht einzusehen, warum es besser sein sollte, wenn er jeden zweiten Freitagnachmi ttag fremdbetreut werde, anstatt die Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zeit mit seinem Vater zu verbringen. Aufgrund seines al tersbedingten Zeitempfindens sei es für den Sohn ausserdem derzeit wichtig, den Vater in kürzere n zeitlichen Abständen zu sehen. Im Übrigen sei es für ihn - den Beschwerdegegner - selbstverständlich, dass er seinem Sohn ledig- lich für einen Nachmittag nicht die Fahrt nach G.____ und wieder zurück zumuten würde. 6.2.3 Die KESB führt in ihrer Vernehmlassung ebenfall s an, dass kürzere zeitliche Abstände zwischen den Kontakten bei Kindern im Alter von D.____ dem Kindeswohl am besten entsprä- chen und dass er ohnehin freitagnachmittags fremdbetreut würde, weshalb der Beschwerdefüh- rerin keine gemeinsame Zeit mit ihrem Sohn entzogen we rde. Auch habe die KESB vom Be- schwerdegegner den Eindruck gewonnen, dass dieser vernünftig genug sei, mit dem Kind nicht lediglich für ein paar Stunden nach G.____ zu fahren. Im Übrigen erfordere die gemeinsame elterliche Sorge ohnehin, dass sich Beschwerdeführerin u nd Beschwerdegegner über die Mo- dalitäten einer Fremdbetreuung einigten, womit die KESB in jedem Fall einen Entscheid habe treffen müssen. 6.3 Der Einwand der Beschwerdeführerin, für ihren Soh n sei es nun wichtig, Kontinuität in der Beziehung zu seinen Eltern zu erfahren, was mit eine r erneuten Anpassung des derzeit gelebten Besuchsrechts verhindert werde, hat ein gewisses Gewicht. Denn gemäss bundesge- richtlicher Rechtsprechung kommt der Kontinuität einer funktionierenden Eltern-Kind Beziehung im Rahmen des Kindeswohls eine grosse Bedeutung zu (vgl. U rteil des Bundesgerichts 5A_428/2014 vom 22. Juli 2014 E. 6.2). Indessen hat das Bundesgericht in derselben Erwä- gung auch festgehalten, dass die Regelung des persönlich en Verkehrs dann anzupassen ist, wenn das Kindeswohl dies gebietet. Das bedeutet, dass ein e funktionierende Regelung des persönlichen Verkehrs grundsätzlich nicht ohne Not abgeänd ert werden sollte. Es bedeutet aber nicht, dass eine grundsätzlich funktionierende Regelung um jeden Preis unangetastet blei- ben muss, obwohl wegen des Kindeswohls eine Anpassung a ngezeigt erscheint. Vorliegend ist diesbezüglich der KESB beizupflichten, dass häufigere p ersönliche Kontakte mit beiden Eltern- teilen grundsätzlich dem Kindeswohl dienen. Die Beziehun g des Kindes zu beiden Elternteilen ist sehr wichtig und kann eine entscheidende Rolle bei der Identitätsfindung des Kindes spielen. Gerade für die Entwicklung der Männlichkeit bei Knaben ist die Orientierungsmöglichkeit an einer väterlichen Identifikationsfigur von grosser Bede utung (BGE 131 III 209 E. 4; BGE 123 III 445 E. 3c). Dabei kommt dem zeitlichen Faktor hinsichtlich der Qualität einer Beziehung we- sentliche Bedeutung zu. Entsprechend betonen die Art. 298b Abs. 3 bis und 3 ter ZGB die Wichtig- keit des Rechts auf regelmässigen persönlichen Verkehr mit dem nicht obhutsberechtigten El- ternteil. Es dient grundsätzlich dem Kindeswohl, wenn dem Kind nach Möglichkeit häufigere Kontakte zu beiden Elternteilen ermöglicht werden. Wi e der Beschwerdegegner zutreffend vor- bringt, ist bei der Kadenz der Kontakte auch dem kindlichen Zeitgefühl gebührend Rechnung zu tragen (SCHWENZER /COTTIER , a.a.O., N 14 zu Art. 273 ZGB). Im Übrigen ist auch festzuhalten, dass D.____ über den Zeitraum vom 1. September 2016 b is zum Beginn des Schuljahres 2017/2018 und somit über ein Jahr lang wöchentlichen Kontakt zu seinem Vater hatte. Insofern rechtfertigt es sich auch mit Blick auf die Wichtigkeit der Kontinuität der Kontakte, weiterhin ei- nen wöchentlichen Kontakt zu ermöglichen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Der Ansicht der Beschwerdeführerin, wonach die stre itgegenständliche Regelung nicht der Wahrung des Kindeswohls dient, kann nach dem Ausge führten nicht gefolgt werden. Im Gegenteil geht etwa aus dem Gutachten von Dr. med. H. ____, Psychiatrie Baselland, vom 1. Februar 2016 hervor, dass es vorliegend dem Kindswohl förderlich ist, wenn das Besuchs- recht des Kindsvaters sukzessive ausgebaut wird. Etwas anderes ka nn weder dem Bericht der Kindertagesstätte vom 23. Oktober 2017 noch dem Kurzbericht der Kinder- und Jugendpsycho- login vom 16. November 2017 entnommen werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass über eine von der KESB festgelegte Regelung gestritten wer den und die Auffassung vertreten wer- den kann, eine andere Lösung wäre (noch) besser. Es ist aber darauf hinzuweisen, dass es sich bei den Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden um Fa chbehörden mit besonderem Fachwissen handelt. Das Kantonsgericht hat sich daher ei ne gewisse Zurückhaltung aufzuerle- gen, wenn es um die Beurteilung von Fachfragen geht, welche die Kindes- und Erwachsenen- schutzbehörden aufgrund ihres Fachwissens besser einschätzen kö nnen oder wenn es um Auslegungsfragen geht, welche die Kindes- und Erwachsen enschutzbehörden aufgrund ihrer örtlichen, sachlichen oder persönlichen Nähe sachgerecht er beurteilen können (vgl. Art. 440 Abs. 1 ZGB; KGE VV vom 25. Mai 2016 [810 15 291] E. 1.2; KGE VV vom 17. Juli 2013 [810 13 134] E. 2; KGE VV vom 8. Mai 2013 [810 13 10] E. 1.4 ). Der angefochtene Entscheid dient der Wahrung des Kindeswohls und es sind keine Gründe ersichtli ch, warum das Kantonsgericht in den der KESB zustehenden Ermessensspielraum eingreifen sollte. Die zusätzlichen Freitag- nachmittage zugunsten des Beschwerdegegners sind daher i m Grundsatz nicht zu beanstan- den. 6.5 Indessen übergeht die Vorinstanz mit der konkreten A usgestaltung des persönlichen Verkehrs die berechtigten Interessen der Beschwerdeführ erin. Es kann in der Tat nicht sein, dass faktisch nur noch der Beschwerdegegner verlängerte Wo chenenden mit dem gemeinsa- men Sohn verbringen kann. Dieser hat ein Anrecht dara uf, verlängerte Wochenenden mit bei- den Elternteilen zu erleben, sofern dies die Arbeitsbe lastung des jeweiligen Elternteils erlaubt. Es drängt sich daher auf, Ziffer 2 des angefochtenen En tscheids dahingehend anzupassen, dass die Beschwerdeführerin an den streitgegenständlichen Freitagnachmittagen das Recht hat, kurzfristig selbst die persönliche Betreuung ihres Sohnes zu übernehmen, sofern sie hierzu willens und in der Lage ist. Anlässlich der Vorverhandlu ng vom 23. November 2017 hat der Be- schwerdegegner als mögliche Lösung vorgeschlagen, dass die B eschwerdeführerin ihm jeweils am Freitag bis um 11:00 Uhr morgens Bescheid gibt, wen n sie selbst die Betreuung überneh- men will, womit sein Besuchsrecht entfiele. Zwar machte die Beschwerdeführerin anlässlich der Vorverhandlung vom 23. November 2017 diesbezüglich gelt end, dass die Beziehung zwischen ihr und dem Beschwerdegegner für derartige Abmachunge n noch nicht genügend gefestigt sei. Aufgrund der bisherigen erfreulich raschen und guten Entwicklung des Verhältnisses zwischen der Beschwerdeführerin und dem Beschwerdegegner rechtfertigt es sich jedoch vorliegend trotz der Bedenken der Beschwerdeführerin, ein derartiges Ar rangement zu treffen. Ziffer 2 des an- gefochtenen Entscheides ist somit entsprechend zu ergänze n. Dabei erachtet das Kantonsge- richt die Kommunikationsform der E-Mail als zweckmässig, ni cht zuletzt um zu gewährleisten, dass eine Überprüfung möglich ist, falls sich Streitigkeite n über die Umsetzung dieser Lösung ergeben sollten. Sofern die Beschwerdeführerin von ihr em Recht Gebrauch macht, ihren Sohn Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht an einem Freitagnachmittag zu sich zu nehmen, entfäll t das Besuchsrecht des Beschwerde- gegners für diesen Freitagnachmittag ersatzlos. 7. Die Beschwerde wird somit teilweise gutgeheissen und Z iffer 2 des angefochtenen Ent- scheids im Sinne des hiervor Erläuterten angepasst. 8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlieg enden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Beschwerdeführerin hat im vorliegenden Verfahren zwar lediglich teilweise obsiegt, womit ihr - wie auch dem teilweise unterliegenden Beschwerdegeg- ner - grundsätzlich ein Teil der Verfahrenskosten aufzu erlegen wäre. Da der angefochtene Ent- scheid jedoch in Verletzung des rechtlichen Gehörs der Par teien ergangen ist, würde es sich vorliegend rechtfertigen, der Vorinstanz die gesamten K osten aufzuerlegen. Da den Vorinstan- zen aber nur Verfahrenskosten auferlegt werden können, wenn sie das Gericht in Anspruch nehmen (§ 20 Abs. 3 und 4 VPO), ist im vorliegenden V erfahren auf die Erhebung von Verfah- renskosten zu verzichten. 8.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gem äss § 21 Abs. 1 VPO für den Bei- zug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird nac h § 21 Abs. 2 VPO keine Parteient- schädigung zugesprochen. In ihrer Honorarnote vom 5. Dez ember 2017 macht die Rechtsver- treterin der Beschwerdeführerin einen Aufwand von Fr. 2'453.90 (bestehend aus 10.75 Stunden à Fr. 220.-- sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 88.90 ) geltend. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens - und insbesondere aufgrund der Gehörsverl etzung durch die KESB - erweist sich eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe der Hälfte des Honorars als angemessen, welche vollumfänglich der Vorinstanz aufzuerlegen ist. Die Vorinstanz hat der Beschwerdefüh- rerin demzufolge eine Parteientschädigung in der Höh e von Fr. 1'325.10.-- (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) auszurichten. Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdegegner hat keinen An- spruch auf eine Parteientschädigung. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Zi ffer 2 des Entscheids der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 29. Juni 2017 aufgehoben und wie folgt neu gefasst: "2. Ergänzend zur am 19.04.2016 getroffenen Regelung erhält C.____ das Recht, seinen Sohn D.____ an Freitagen vor den Woche nenden, die dieser in der Obhut seiner Mutter verbringt, in der Zeit von 13:30 Uhr bis 18:00 Uhr zu sich zu nehmen. Kann und will die Mutter an diesen Freitagnachmitta gen D.____ selbst betreuen, teilt sie das dem Kindsvater am entsprec henden Freitag bis spätestens 11:00 Uhr per E-Mail mit, womi t das Besuchs- recht des Kindsvaters an diesem Nachmittag entfällt. Aus gefallene Besuchsnachmittage sind nicht nachzuholen." 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400. -- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ hat der Beschwer- deführerin eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'325.10 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V.