Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. Juni 2021 (725 20 359 / 156) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Einstellung der Heilkosten- und der Taggeldleistungen erfolgte zu Recht Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien A. ____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A.1 Der 1990 geborene A.____ arbeitete zuletzt ab 23 . März 2017 im Paketverteilungszent- rum der B._____ AG in X.____ als Betriebsangestellter für die Personalberatung C.____. Am 13. September 2017 erlitt er einen Arbeitsunfall, als sein linker Arm zwischen zwei Förderbänder eingezogen und in mehreren Bereichen gequetscht wurde. Für diesen Unfall erbrachte die zu- ständige Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) bis zum 30. April 2018 die gesetzli- chen Leistungen (vgl. Verfügung vom 6. Juni 2018). Nach dem A.____, vertreten durch Rechts- anwalt Daniel Altermatt, Einsprache gegen die Einstel lung der Leistungen erhob, kam die Suva Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufgrund neuer medizinischer Erkenntnisse auf ihren Entscheid zurück und erbrachte auch über diesen Zeitpunkt hinaus die gesetzlichen Leistungen (vgl. Schreiben der Suva vom 19. Septem- ber 2018, Suva Akte 95). In der Folge unterzog sich der Versicherte weiteren medizinischen Un- tersuchungen. Gestützt auf diese Abklärungsergebnisse tei lte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 1. November 2019 mit, dass sie die vorüberg ehenden Leistungen per Ende De- zember 2019 einstellen werde. Am 27. Dezember 2019 verfügte sie androhungsgemäss die Ein- stellung der Heilkosten- und der Taggeldleistungen per Ende Dezember 2019 und lehnte einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente und eine Integritätsentschädigung ab. Daran hielt sie auch auf Einsprache hin in ihrem Entscheid vom 19. August 2020 fest. A.2 Bereits am 28. Februar 2018 hatte sich A.____ un ter Hinweis auf andauernde Beschwer- den aus dem Unfall vom 13. September 2017 bei der Ei dgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. Nachdem die zuständig e IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) die erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse abgeklärt hatte, lehnte sie mit Verfü- gung vom 25. Juni 2018 einen Leistungsanspruch des Versich erten ab. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 5. September 2019 rechtskräftig ab. B. Gegen den Einspracheentscheid der Suva vom 19. Aug ust 2020 erhob A.____, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Altermatt, am 21. September 2020 Beschwerde beim Kantonsge- richt und beantragte, es sei der Einspracheentscheid d er Beschwerdegegnerin vom 19. August 2020 aufzuheben und es sei die Sache zur Prüfung des Renten- und Integritätsentschädigungs- anspruchs an die Suva zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfol ge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass sich die Suva in ihrem Entscheid auf unzureichende medizinische Unter- lagen stütze. Weder die Arbeitsfähigkeit noch der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung sei rechtsgenügend abgeklärt. Weiter machte er geltend, d ass auf das gestützt auf die Lohnstruk- turerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) erhobene Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20 % zu gewähren sei. C. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Oktober 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. D. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 7 . Januar 2021, Duplik vom 4. Februar 2021) hielten die Parteien an den gestellten Anträgen und den Ausführungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bun desgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt im Kanton Basel-Landsc haft, weshalb die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtlich e Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art . 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Versicherte über den 31. Dezember 2019 hinaus An- spruch auch Leistungen der Suva hat. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des vorliegend angefochtenen Einspracheentscheids vom 19. August 2020 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbe- fugnis (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewä hren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig- keit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arb eitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss UVG se tzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Kr ankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal- zusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensei n der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw . nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kau- salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit ande- ren Bedingungen die körperliche oder geistige Integri tät der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetre- tene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei- sen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürli- cher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, wo rüber die Verwaltung bzw. im Be- schwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozi- alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegende n Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs- anspruches nicht (vgl. BGE 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver- waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlage n angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei- len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 115 V 133 E. 2, 114 V 310 E. 3c, 105 V 156 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellun gnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (vgl. ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditäts- schätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der So- zialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversi cherungsgericht alle relevanten Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgeg eben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch- tet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlagge- bend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut- achten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt- linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2 001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahre ns eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs- sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper tise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4.1 Stützt sich der angefochtene Entscheid hingegen ausschliesslich auf versicherungsin- terne medizinische Unterlagen, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mai 2019, 9C_143/2019, E. 4.1 mit Hinweisen). 4.4.2 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärztinnen oder Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht- liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus- sagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedlic he Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestell- ten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozial rechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärztinnen und Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbeh alten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die beh andelnden Ärztinnen und Ärzte wich- tige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretat ion entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 5. Das Administrativverfahren wie auch der kantonale S ozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wege n für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vo m 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Unter- suchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln , dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 6.1 Für die Beurteilung der umstrittenen Fragen lieg en zahlreiche medizinische Akten vor, die vom Gericht in ihrer Gesamtheit gewürdigt wurden . Für den Entscheid erweisen sich insbe- sondere die nachfolgenden Unterlagen als massgebend: 6.2 Mit Arztzeugnis UVG vom 25. September 2017 diagnost izierten die erstbehandelnden Ärzte der Notfallstation des Spitals D.____ ein Quetscht rauma des linken Unterarms mit gross- flächiger Hautablederung und Abschürfung. Röntgenaufnahmen hätten aber keine Frakturen der linken Hand, des linken Handgelenks oder des linken Unterarms gezeigt. Zudem habe sich kein Anhaltspunkt für eine Luxation im linken Ellbogengelenk ergeben. Der Versicherte sei vom 13. bis 18. September 2017 hospitalisiert gewesen; eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe sicher bis zum 8. Oktober 2017. Eine Arbeitsaufnahme erfolge gemäss klinischer Kontrolle im Verlauf. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Dr. med. E.____, FMH Chirurgie, Spital D.____, diagnostizierte in ihrem Sprechstunden- bericht vom 9. November 2017 eine trifragmentäre Fraktur am Os trapezium der linken Hand bei Status nach Quetschtrauma am 13. September 2017 und eine volarseitige Abscherverletzung am linken Unterarm bei Status nach Quetschtrauma am 13. September 2017. Es sei die Anlage eines Scaphoid-Gipses veranlasst worden, um der noch nicht vol lständig abgeheilten Wunde am dor- salen Unterarm die regelmässige Wundbehandlung gewährleisten zu können. 6.4 Dr. E.____ führte am 15. März 2018 aus, dass sie i m Status keine zielführende Patho- logie finde. Der Bewegungsumfang im Handgelenk sei seitengleich symmetrisch normal, die Dau- menopposition betrage Kapandji 5 und die Daumenextensi on sei seitengleich symmetrisch und normal. Es fänden sich weder Handgelenksschwellungen noch solche an den Fingergelenken. Die Narbe am Unterarm heile langsam zu, die Familie sei aber mit der Wundpflege offensichtlich überfordert und es bestünde der Verdacht auf Manipulation, denn die Narbe heile nur sehr lang- sam. Aus ihrer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit ganz klar gegeben. Sie ersuche daher um eine kreis- ärztliche Untersuchung, um die Arbeitsfähigkeit des Versicherten festlegen zu können. 6.5 Der Suva-Kreisarzt Dr. med. F.____, FMH Orthopädisc he Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in seiner Beurteilung vom 24. April 2018 fest, dass bildmorpho- logisch die Trapeziumfraktur im Bereich des linken Handg elenks konsolidiert sei. Bezüglich des klinischen Verlaufs der Hautablederungsverletzung sei aktenmässig eine langsame Heilung fest- gestellt worden. Gemäss den beschriebenen klinischen Befunden und der vorhandenen Bildge- bung sehe er eine 100%ige Arbeitsfähigkeit im angestammten Bereich mit Paketverarbeitung und auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Weitere Abklärungen oder Behandlungen seien nicht indiziert. 6.6 Am 3. September 2018 teilte Dr. F.____ sodann m it, dass er an seiner Beurteilung be- treffend Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigke it nicht festhalte, nachdem dem CT vom 8. August 2018 und dem Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. G.____, FMH Chirurgie und Handchirurgie, eine Malunion zu entnehmen sei. Es bestehe daher eine 100%ige Arbeitsunfähig- keit im angestammten Tätigkeitsbereich der Paketverarb eitung. Dem Beschwerdeführer sei je- doch auch mit den Beschwerden an der linken Hand eine angepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit zumutbar. Bei deren Verrichtung dürfe er re petitive Arbeiten ausführen, aber keinen Vibrationsbelastungen ausgesetzt sein und keine Leit ern oder Gerüste besteigen. Feinmotori- sche Tätigkeiten könne er jedoch erledigen. 6.7 Die behandelnde Ärztin Dr. med. H.____, FMH Orth opädische Chirurgie und Traumato- logie des Bewegungsapparates sowie Handchirurgie, diagno stizierte in ihrem Bericht vom 11. März 2019 eine Funktionseinschränkung des linken Handgelenks und Unterarms bei Status nach schwerem Quetschtrauma am 13. September 2017, eine zentrale Verarbeitungsstörung mit Quadrantensyndrom und Läsion des Nervus cutaneus antebrachii medialis links, ein neurogenes Thoracic-outlet-Syndrom (TOS) links sowie eine Läsion de s dorsalen intercarpalen Ligaments des linken Handgelenks. Für die nächsten sechs Wochen sei d er Patient zu 100 % arbeitsunfä- hig. Bei Beschwerdepersistenz zu diesem Zeitpunkt komme es gegebenenfalls zur Planung einer diagnostischen Arthroskopie des linken Handgelenks. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.8 Dr. F.____ empfahl in seiner ärztlichen Beurteilu ng vom 22. März 2019 den nächsten Untersuchungsbericht von Dr. H.____ abzuwarten, zumal de r medizinische Endzustand bezüg- lich des linken Handgelenks noch nicht erreicht sei. Aktuel l sei dem Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bezogen auf das linke Handgelenk eine ganztägige, leichte bis mittel- schwere Tätigkeit zumutbar, ohne Vibrationsbelastungen b ezüglich des linken Handgelenks, ohne repetitive Greiftätigkeiten, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten sowie ohne ab- sturzgefährdete Positionen. Feinmotorische Tätigkeiten kö nne er hingegen auch mit der linken Hand ausüben. 6.9 Dr. H.____ berichtete am 11. Juni 2019, dass die am 24. April 2019 durchgeführte diag- nostische Infiltration in Höhe des Daumensattelgelenks eine deutliche und anhaltende Schmerz- linderung gebracht habe. In ihrem Bericht vom 29. Juli 2019 bestätigte sie einen sehr erfreulichen Heilungsverlauf. 6.10 Am 17. September 2019 fand in der Klinik I.____ eine CT-Untersuchung des linken Handgelenks und der linken Hand statt (vgl. Suva Akte 18 1). Dabei wurde festgestellt, dass die Trapeziumfraktur konsolidiert sei. Weiter gäbe es keine Hinweise auf eine posttraumatische Rhi- zarthrose oder eine STT-Arthrose. 6.11 Am 1. Oktober 2019 diagnostizierte Dr. H.____ ein e beginnende Arthrose in Höhe des STT-Gelenks nach konservativ behandelter Trapeziumfraktu r bei Status nach schwerem Quetschtrauma am linken Unterarm am 13. September 2017 mit Weichteilverletzung am ventra- len Unterarm und sekundärer Wundheilung, eine regrediente Verarbeitungsstörung mit Quadran- tensyndrom, einen Status nach Läsion des Nervus cutaneus an tebrachii medialis links und ein regredientes TOS links. Aktuell bestünde eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte habe zwi- schenzeitlich versucht, die Arbeitsfähigkeit zu steigern, was schmerzbedingt nicht möglich gewe- sen sei. Schmerzen seien vor allem beim Heben von schweren Gegenständen im Daumensattel- gelenk aufgetreten. Zusätzlich würden gelegentlich einschiessende elektrisierende Beschwerden im Daumenballen beschrieben. In der klinischen Untersu chung habe sich ein isolierter Druck- schmerz in Höhe des Daumensattelgelenks und des STT-Gelenks gezeigt. Die Abspreizung des Daumens in der Handebene betrage 45°, die Daumenopposition gelinge bis zum Metacarpale-V- Köpfchen. Hinweise für ein Complex Regional Pain Syndr om (CRPS) lägen aber nicht vor. Der Faustschluss und die Fingerstreckung gelängen vollständig und die Beweglichkeit im Handgelenk entspreche der Gegenseite. Weiter bestehe ein positives Tinelzeichen in Höhe der Rascetta ohne Ausstrahlung in die Finger. Zudem sei der Phalentest nach 30 Sekunden positiv mit Angabe von Kribbelparästhesien im Ringfinger; eine Thenaratrophi e läge aber nicht vor. Die flächige Narbe am Unterarm mit der Grösse von 5 x 8 cm sei aktuell reizlos, gelegentlich trete aber dort Juckreiz auf. Der Versicherte habe seit Februar 2019 einen erf reulichen Heilungsverlauf mit einer deutli- chen Verbesserung der Belastbarkeit der linken oberen Ext remität erzielt. Aktuell könne er in seinem zuletzt ausgeübten Beruf als Mitarbeiter in der Logistik 50 % arbeiten. Eine Steigerung sei schmerzbedingt aber nicht möglich. Die posttraumatisch a ufgetretene Verarbeitungsstörung mit Quadrantensyndrom habe sich durch intensive Ergotherapie deutlich verbessert und das neu- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht rogene TOS sei unterdessen vollständig regredient. Handchirurgisch bestehe keine weitere Ver- besserungsmöglichkeit. Eine Wiedervorstellung sei nicht vereinbart worden, könne aber bei zu- nehmenden Beschwerden jederzeit in der Sprechstunde erfolgen. 6.12 Der Kreisarzt Dr. F.____ hielt unter Berücksichtigu ng der vorstehend genannten Berichte von Dr. H.____ mit Beurteilung vom 21. Oktober 2019 fest, dass die Trapeziumfraktur vollständig konsolidiert sei. Eine posttraumatische Rhizarthrose oder eine STT-Arthrose sei im Rahmen der CT-Diagnostik vom 17. September 2019 nicht festgestellt worden. Entscheidend sei nach seiner Auffassung auch, dass laut Dr. H.____ das neurogene TOS vollständig regredient sei. Die bereits am 22. März 2019 formulierte Zumutbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt könne daher be- stätigt werden (vgl. hiervor E. 6.8). Dem Versicherte se i bezüglich des linken Handgelenks auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine ganztägige leichte b is mittelschwere Tätigkeit ohne Vibrati- onsbelastungen bezüglich des linken Handgelenks, ohne re petitive Greiftätigkeiten, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten sowie ohne absturzgefä hrdete Positionen zumutbar. Fein- motorische Tätigkeiten seien betreffend die linke Hand zumutbar. 7.1 Die Suva stützte sich in den angefochtenen Entscheiden (Verfügung vom 27. Dezember 2019 und Einspracheentscheid vom 19. August 2020) auf die Ausführungen von Dr. F._____ vom 22. März 2019 und 21. Oktober 2019. Sie ging deshalb davon aus, dass zwischen dem Ereignis vom 13. September 2017 und den noch geklagten Beschwerden im Bereich der linken Hand mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Kausalität mehr vorliege, weshalb sie über den 31. De- zember 2019 hinaus keine Leistungen schulde. Dieser Auf fassung ist zu folgen. Zwar ist Dr. F.____ als Kreisarzt ein verwaltungsinterner Arzt, we shalb ergänzende Abklärungen vorzu- nehmen wären, falls auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seines Berichts bestünden (vgl. oben E. 4.4.1; BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.2, je mit Hinweisen). Solche Zweifel sind in Bezug auf seine Ausführungen nicht zu erkennen. Dr. F.____ führte unter Berücksichtigung der ausführlichen bildgeb enden Abklärungen und den bis dahin ergangenen Berichten einleuchtend und nachvollziehbar aus, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht mehr an traumatischen Beschwerden gelitten hat. Seine Einschätzung der medizinischen Situation erscheint widerspr uchsfrei und schlüssig. Die unfall- bedingten funktionellen Restbeschwerden berücksichtigte er im Rahmen des Zumutbarkeitspro- fils, indem er davon ausging, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit in der Pa- ketverarbeitung nicht mehr möglich sei. Hingegen erachtete er – nach eingehender Auseinander- setzung mit dem medizinischen Sachverhalt – eine adaptie rte Tätigkeit, welche die attestierten Beschwerden berücksichtigt, als 100 % zumutbar, was nicht zu beanstanden ist. 7.2 Daran ändern auch die Ausführungen in der Beschwe rde nichts. Der Beschwerdeführer bestreitet im Wesentlichen die attestierte Arbeitsfäh igkeit. Er macht geltend, die Zumutbarkeits- beurteilung von Dr. F.____ stehe im Widerspruch zu den Feststellungen der behandelnden Ärztin Dr. H.____, wonach ihm in der zuletzt ausgeübten Tätig keit als Logistiker nur noch ein Pensum von 50 % zumutbar sei. Der Beschwerdeführer scheint be i dieser Argumentation nicht berück- sichtigt zu haben, dass Dr. F.____ die angestammte Arbeit im Paketdienst als unzumutbar be- zeichnete und keine Arbeitsfähigkeit mehr bescheinigte . Weiter steht aber fest, dass auch die Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht behandelnde Ärztin von einem erfreulichen Heilungsverlauf ausging und eine deutliche Verbes- serung der Belastbarkeit der linken oberen Extremität bestätigte. Sie erachtete den Beschwerde- führer bereits im Juli 2019 in der Tätigkeit als Logist iker zu 50 % arbeitsfähig und empfahl, das Pensum nach vier Wochen zu erhöhen. Am 1. Oktober 2019 hielt Dr. H.____ dazu fest, dass der Beschwerdeführer insbesondere beim Heben von schweren Gegenständen Schmerzen im Dau- mensattelgelenk gehabt habe, weshalb eine Steigerung schmerzbedingt nicht möglich gewesen sei. Aus diesen Ausführungen wird deutlich, dass die b ehandelnde Handchirurgin die Arbeitsfä- higkeit einzig auf die bisherige Tätigkeit als Logistiker bezog und keine Beurteilung in einer Ver- weistätigkeit vornahm. Die angestammte Arbeit beinhaltet aber offenbar auch körperlich schwere Anteile, weshalb sie der Einschätzung von Dr. F.____ nicht entspricht, der dem Beschwerdefüh- rer wegen den Restbeschwerden nur noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutet. Bei der Ausübung einer Arbeit, welche diesem Zumutbarkeitsprof il ohne Heben von schweren Lasten entspricht, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerde- führer die beklagten Schmerzen nicht mehr aufweist. Sein Hinweis, wonach der Beruf des Logis- tikers auch leichte und mittelschwere Anteile beinhalte, ändert nichts an der Tatsache, dass dabei auch körperlich schwere Bereiche zu erledigen sind. Diese verursachen gemäss Ausführungen von Dr. H.____ Schmerzen und sind deshalb unter Berücksichtigung der kreisärztlichen Beurtei- lung eben nicht mehr zumutbar. Die vom Kreisarzt attestierte Arbeitsfähigkeit leuchtet umso mehr ein, als die bildgebende Diagnostik vom 17. September 2019 gezeigt hat, dass die Trapezium- fraktur vollständig konsolidiert ist und keine posttraumat ische Rhizarthrose oder eine STT- Arthrose festgestellt werden konnte und sich auch das n euroge TOS vollständig zurückgebildet hat (vgl. Bericht von Dr. H.____ vom 1. Oktober 2019). Insgesamt ergibt sich somit aus den vor- liegenden medizinischen Akten nichts, was geeignet wäre, den Beweiswert der kreisärztlichen Beurteilung von Dr. F.____ in Zweifel zu ziehen. 8. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.1 hiervor), ist d er Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versi- cherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Die von der Suva vorgenommene Bemessung der Vergleichseinkommen hält einer richterli chen Überprüfung stand und wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten. Er macht einzig geltend, dass von dem gestützt auf die LSE des BFS berechneten Invalideneinkommens ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20 % vorzunehmen ist. Dabei verkennt der Beschwerdeführer jedoch, dass selbst bei Gewährung des gemäss BGE 126 V 75 möglichen Maximalabzugs von 25 % a uf das Invalideneinkommen kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren würden. Bei einer Gegenüberstellung des zu Recht aufgrund der Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin berechneten Valideneinkommens von Fr. 45'401.-- (vgl. Vernehmlassung vom 19. August 2020 E. 5.3; Urteile des Bundesgerichts vom 25. August 2017, 8C_382/2017, E. 2.3.1 und vom 9. Juni 2015, 9C_212/2015, E. 5.4).) und des gestützt auf die LSE 2018 bemessenen Invalideneinkom mens in Höhe von Fr. 51'744.-- (Fr. 68'992.-- x 0.75; vgl. Vernehmlassung der Suva vo m 19. August 2020 E. 4.4) resultiert der für den Anspruch auf eine Invalidenrente erforderliche Invaliditätsgrad von 10 % nicht (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass d ie Suva in ihrem Entscheid davon ausging, dass der Beschwerdeführer in einer Verweistäti gkeit ein rentenausschliessendes Ein- kommen erzielen kann. Unter diesen Umständen erübrigen si ch weitergehenden Ausführungen zu dem von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Einkommensvergleich. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1 Zu prüfen ist weiter die Frage, ob die Beschwerde gegnerin zu Recht den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung abgelehnt hat. 9.2 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall ein e dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsschaden als dau- ernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang be- steht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche , geistige oder psychische Integrität, unab- hängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form e iner Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestu ft, wobei sie den am Unfalltag gel- tenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdiensts nicht übersteigen darf. Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädig ung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als ge- setzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (vgl. BGE 1 13 V 218 E. 2a, RKUV1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewich- tet. 9.3 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integrität sschäden entspricht die Entschädi- gung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höc hstbetrages des versicherten Ver- dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgelei tet (Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In diesem Zusammenhang hat die Suva in Weiterentwicklung der bund esrätlichen Skala zusätzliche Be- messungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. D iese in den Mitteilungen der Medizini- schen Abteilung der Suva Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und er- gänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, so weit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (vgl. BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a mit Hinweis). 9.4 Bei der Bestimmung des Schweregrads einer gesundhe itlichen Beeinträchtigung handelt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche Mit- hilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkun- digen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelasse- nen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem medizi- nischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beurteilung der ein- zelnen Integritätseinbussen obliegt somit den ärztliche n Sachverständigen (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 9.5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurt eilung der Frage, ob der Beschwer- deführer Anspruch auf eine Integritätsentschädigung hat , zu Recht auf die Beurteilung von Dr. F.____ vom 21. Oktober 2019. Er ging unter Berücksichtigung der am 17. September 2019 in Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Klinik I.____ stattgefundenen CT-Diagnostik des l inken Handgelenks und der linken Hand davon aus, dass die Trapeziumfraktur vollständig konsolidie rt war und keine posttraumatische Rhizarthrose oder STT-Arthrose festgestellt wurde. Wie bereits oben in Erwägung 7.1 f. festge- halten, überzeugt diese Beurteilung, weshalb das Vorgehen von Dr. F.____ nicht zu beanstanden ist. Zudem erfolgte seine Einschätzung des Integritätsschadens auf einer korrekten Anwendung des Anhangs 3 der UVV bzw. der massgeblichen Tabelle 5 "Integritätsentschädigung gemäss UVG", wonach erst bei mässigen Handgelenks- oder Rhizarthrosen ein entschädigungspflichtiger Integritätsschaden vorliegt. Eine solche Arthrose liegt beim Beschwerdeführer – entgegen seiner Auffassung – jedoch nachgewiesenermassen nicht vor, wes halb ein Anspruch auf eine Integri- tätsentschädigung zu Recht verneint wurde. Auf welcher Grundlage Dr. H.____ in ihrem Bericht vom 1. Oktober 2019 eine beginnende Arthrose diagnosti zierte, ist nicht nachvollziehbar, denn gemäss den Angaben im Bericht der Klinik I.____ vom 17. September 2019, auf welchen sich auch die behandelnde Ärztin bezieht, wird das Vorliege n einer Arthrose grundsätzlich verneint. Da aber auch Dr. H.____ aktuell nur eine beginnende Arthrose in der Höhe des STT-Gelenks erwähnte, bestätigte sie, dass beim Beschwerdeführer keine mindestens mässigen arthrotischen Veränderungen vorliegen, welche einen entschädigungspflichtigen Integritätsschaden begründen könnten. Der Beschwerdeführer kann daher unter diesem Aspekt nichts zu seinen Gunsten ab- leiten. 9.5.2.1 Auch der Einwand des Beschwerdeführers, die Su va habe nicht geprüft, ob und in wel- chem Ausmass er in Zukunft mit einer Arthrosebildung rechnen müsse, kann nicht gehört werden. Gemäss Art. 36 Abs. 4 UVV werden voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlim- merung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar w ar. Eine voraussehbare Verschlim- merung liegt vor, wenn im Zeitpunkt der Festsetzung de r Integritätsentschädigung eine Ver- schlimmerung als wahrscheinlich prognostiziert und damit a uch geschätzt werden kann. Die blosse Möglichkeit einer Verschlimmerung des Integritätsschadens genügt hingegen nicht. Diese Prognose im Sinne einer fallbezogenen medizinischen Beurteilung über die voraussichtliche künf- tige Entwicklung der Gesundheitsbeeinträchtigung ist, wie die Beurteilung der einzelnen Integri- tätsschäden an sich, eine Tatfrage, die der Arzt bzw. die Ärztin zu beurteilen hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 14. Januar 2013, 8C_244/2012, E 4.2 mit weiteren Hinweisen und vom 6. September 2010, 8C_32/2010, E. 2.6.2 mit Hinweisen). 9.5.2.2 Vorliegend enthalten weder die kreisärztliche Beurteilung von Dr. F.____ vom 21. Okto- ber 2019 noch die Berichte der behandelnden Ärztin Dr. H.____ ausreichende Hinweise auf eine voraussehbare Verschlimmerung des Integritätsschadens im R echtssinne. Somit ist die Ableh- nung eines Anspruchs einer Integritätsentschädigung auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstan- den. 10. Bei dieser Sachlage drängen sich weitere medizinische Abklärungen in Form eines ex- ternen versicherungsmedizinischen Gutachtens, wie sie der B eschwerdeführer verlangt, nicht auf, weshalb von deren Anordnung abgesehen werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör um- fasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsm ässigen Anspruchs indessen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entsc heidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigu ng zur Überzeugung, dass die vorhan- denen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sa chverhalts ergeben und dieser dem- nach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Dies ist dem Gesagten zufolge hier aber der Fall. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 141 I 60 E. 3.3, 122 V 157 E. 1d). 11. Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Ein spracheentscheid vom 19. August 2020 nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 12. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Eine Parteientschädigung wird bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht zugesprochen (Art. 61 lit g ATSG e contrario). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht