Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 27. August 2020 (725 20 77 / 211) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Beurteilung des medizinischen Sachverhalts, Rückweisung an die Vorinstanz Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Yves Waldmann , Advokat, St. Johanns-Vorstadt 23, Postfach 1328, 4001 Basel gegen SWICA Versicherungen AG , Rechtsdienst, Römerstrasse 37, Post- fach, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A.1 Der 1959 geborene A.____ war beim Restaurant B._ ___ als Allrounder angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der PANORAMA Versiche rungen (heute: SWICA Ge- sundheitsorganisation; nachfolgend: SWICA) gegen die F olgen von Berufs- und Nichtberufsun- fällen obligatorisch versichert. Am 14. April 1992 erlit t A.____ einen Arbeitsunfall, wobei er sich mit einer hydraulischen Holzspaltmaschine vier Finger sei ner rechten Hand abtrennte. Am Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 14. April 1992 erfolgte bei den Fingern I-III eine Replantation und beim Finger IV eine Stumpf- versorgung. Mit Verfügung vom 9. Mai 1996 sprach die SW ICA dem Versicherten ab dem 1. Juni 1996 eine Komplementärrente aufgrund unfall bedingter Invalidität von 70 % zu. Dabei stützte sie sich auf ein von der Invalidenversicherung (IV) veranlasstes polydisziplinäres Gut- achten des Zentrums für Medizinische Begutachtungen (ZMB) vom 17. Mai 1994. Im Rahmen einer im Juli 2016 eingeleiteten Rentenrevision beauf tragte die SWICA die Ärztliche Begutach- tungsinstitut GmbH (ABI) mit einem polydisziplinären Gu tachten, welches am 12. Dezember 2016 erstattet wurde. Gestützt auf die daraus gewonn enen Erkenntnisse gelangte sie zur Auf- fassung, dass sich der Gesundheitszustand von A.____ verbess ert habe und ab 1. April 2017 nunmehr noch eine unfallbedingte Invalidität von 35 % ausgewiesen sei (Verfügung vom 11. April 2017). Daran hielt sie auch auf Einsprache h in mit Entscheid vom 18. Dezember 2017 fest. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 16. August 2018 in dem Sinne gut, als es den angefochtenen Einspracheentscheid vom 18. Dez ember 2017 aufhob und die Ange- legenheit für weitere medizinische Abklärungen und zum E rlass einer neuen Verfügung an die SWICA zurückwies. Auf die hiergegen erhobene Beschwerde d es Versicherten trat das Bun- desgericht nicht ein (Urteil des Bundesgerichts vom 31. Oktober 2018). A.2 In Nachachtung des Urteils des Kantonsgerichts vom 16 . August 2018 liess die SWICA A.____ durch die Swiss Medical Assessment- and Business-Cen ter SMAB AG, Bern (SMAB), psychiatrisch-handchirurgisch begutachten (Expertise vom 8. Mai 2019). Gestützt auf die dar- aus gewonnenen Erkenntnisse gelangte sie zur Auffassun g, dass keine unfallbedingte Er- werbseinbusse mehr ausgewiesen sei. In der Folge hob sie mit Verfügung vom 26. Juli 2019 und Einspracheentscheid vom 16. Januar 2020 die bisher ausgerichtete Rente nach einer Übergangsfrist von drei Monaten per 31. August 2019 auf. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat D r. Yves Waldmann, am 17. Februar 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht. Er beantragte, es seien der Einspracheentscheid vom 16. Januar 2020 und die Verfügung vom 26. Juli 2019 au fzuheben und die Beschwerdegegne- rin sei unter o/e-Kostenfolge zu verpflichten, ihm üb er den 31. März 2017 hinaus eine unbefris- tete Invalidenrente auf Basis eines Invaliditätsgrads vo n 70 % auszurichten. In verfahrensrecht- licher Hinsicht beantragte er die Bewilligung der une ntgeltlichen Rechtspflege mit Advokat Dr. Waldmann als Rechtsvertreter. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass der angefochtene Entscheid auf unzureichenden medizinischen Un terlagen beruhe. Da keine Ver- änderung des Gesundheitszustands ausgewiesen sei, habe er weiterhin Anspruch auf die bis- herige Rente. C. Mit Verfügung vom 11. März 2020 wurde dem Beschwerd eführer für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Dr. Yves Waldmann als Rechtsvertre- ter bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 30. März 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab- weisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die ö rtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobe- ne Beschwerde vom 17. Februar 2020 ist demnach einzutreten. 2. Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Laut Abs. 1 de r Übergangsbestimmungen zur Ände- rung des UVG vom 25. September 2015 werden jedoch Versi cherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestim mungen zugetragen haben, und für Be- rufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind , nach bisherigem Recht gewährt. So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 3. Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallver sicherung (UVG) vom 20. März 1981 werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Wird die versicher- te Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invali dität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsun fähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinko mmen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und na ch Durchführung allfälliger Eingliederungs- massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeg lichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig- keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unter- lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsle istungen der versicherten Person noch zu- gemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheiden d, ob dieser für die streitigen Be- lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen ber uht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgeg eben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilun g der medizinischen Situation ein- leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin ode r des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). Laut diesen Richtlinien ist den im Rahmen des Verwal- tungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialä rztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie n ach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügu ng vom 26. Juli 2019 bzw. mit Ein- spracheentscheid vom 16. Januar 2020 zu Recht die Rente de s Beschwerdeführers per 31. August 2019 revisionsweise aufhob. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids vom 16. Jan uar 2020 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbe- fugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 6.1 Die Revision einer Invalidenrente der Unfallversich erung richtet sich nach Art. 17 Abs. 1 ATSG (vgl. Art 1 Abs. 1 UVG). Gemäss dieser Norm wird die Rente dann von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder ei nes Rentenbezügers erheblich ändert. Anlass zur revisionsweisen Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Ansp ruchs auswirkt (BGE 134 V 131 E. 3). Ein Revisionsgrund in diesem Sinne betrifft Änderunge n in den persönlichen Verhältnissen der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht versicherten Person, wozu namentlich der Gesundheitszusta nd gehört. Dabei kommt es weni- ger auf die Diagnose, sondern darauf an, welche Auswi rkungen eine Gesundheitsbeeinträchti- gung auf die Arbeitsfähigkeit hat. Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung gesch lossen werden. Umgekehrt ist – bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand – eine Ange wöhnung oder Anpassung an die Behinderung, welche zu einer Verbesserung der Arbeitsfä higkeit führt, revisionsrechtlich von Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 20 17, 8C_170/2017, E. 5.1 mit zahlrei- chen Hinweisen). Darüber hinaus ist die Rente auch revi dierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszusta ndes erheblich verändert ha- ben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). 6.2 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrech tlichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bl oss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung üb er eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist genügend unterm auert, wenn die ärztlichen Sachver- ständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrads der Störungen geführt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.2 mit Hinweis). 6.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Perso n eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkung en des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Zu prüfen ist somit, ob sich ge- genüber der ursprünglichen Rentenzusprache vom 9. Mai 1996 im Zeitpunkt des streitigen Ein- spracheentscheids vom 16. Januar 2020 eine wesentliche Ve ränderung des Gesundheitszu- stands des Beschwerdeführers ergeben und sich dadurch der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert hat. 7.1 Bei der Rentenzusprache vom 9. Mai 1996 stützte sich die Beschwerdegegnerin im We- sentlichen auf das von der Invalidenversicherung in Auf trag gegebene polydisziplinäre Gutach- ten der ZMB vom 17. Mai 1994. Demnach wurden als Haup tdiagnosen mit Einfluss auf die Ar- beitsfähigkeit ein Zustand nach traumatischer Amputati on von Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger der rechten dominanten Hand auf Höhe der Grundphalanx III und IV und der Grund- gelenke I und II, eine Replantation der Finger I bis III rechts mit Arthrodese der Grundgelenke I und II, eine Osteosynthese der Grundphalanx III, eine Beugesehnentransplantation für den Daumen, Streck- und Beugesehnennähte der Finger I bis III rechts, multiple Nerven-, Arterien- und Venennähte und -transplantate sowie eine Stumpf versorgung des rechten Ringfingers in der distalen Grundphalanx, ein Status nach Narbenkorrekt ur und Vollhauttransplantation der Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechten Hohlhand, nach Dekompression des Radialistunnels in der rechten Ellenbeuge, ein Hand-Schultersyndrom rechts mit Unbrauchbarkeit der rech ten oberen Extremität, mit Schmerzhaftigkeit, mit ausgedehnter Sensibilitätsstörung der Radialisseite der rechten Hand und Kraftlosigkeit der rechten Hand sowie eine posttrau matische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) gestellt. Als Nebendiagnose ohne Einfluss auf d ie Arbeitsfähigkeit wurde eine chroni- sche Ulcuskrankheit festgehalten. Die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Aufgabenbereich betrage 30 %. Die Einschränkung ergäbe sich aus der massiven Funkt ionseinbusse der rechten Hand und dem Hand-Schultersyndrom sowie durch die psychische Feh lentwicklung des Unfalls im Sinne einer posttraumatischen Belastungsstörung. Durc h die psychische Fehlverarbeitung des Unfalls sei die an und für sich gute Restfunktion der rechten Hand erheblich geschmälert wor- den, so dass die verbleibende Restarbeitsfähigkeit nich t gewinnbringend umgesetzt werden könne. Entsprechend seien auch Eingliederungsmassnahmen gescheitert. Im aktuellen Zustand seien jegliche Eingliederungsbemühungen illusorisch. Au ch in jeder anderen Erwerbstätigkeit liesse sich im aktuellen Zeitpunkt die Arbeitsfähigkeit nicht über 30 % steigern. 7.2 In Nachachtung des Urteils des Kantonsgerichts vom 16. August 2018 liess die Be- schwerdegegnerin den Versicherten bei der SMAB psychiatri sch-handchirurgisch begutachten. Am 8. Mai 2019 nannte die untersuchende Ärzteschaft als unfallrelevante Diagnosen einen Sta- tus nach pluridigitaler Amputationsverletzung D I-IV de r rechten Hand am 14. April 1992 mit anschliessender Replantation der Finger I-III mit Art hrodesen der MP-Gelenke D I und D II so- wie des PIP-Gelenks D III, mit Beugesehnenrekonstrukti on mit teilweiser Transplantation der plantaris longus Sehne, mit multiplen Nerven- und Ge fässnähten mit zum Teil notwendigen Ve- neninterponaten, im Bereich D IV eine Stumpfbildung, einen Status nach Dekompression des Nervus radialis im Supinatortunnel im Juli 1993 und ein en Endzustand mit Aufhebung sämtli- cher Greiffunktionen und persistierender Minderung od er Aufhebung der sensiblen Qualitäten. Als nicht unfallrelevante Diagnosen bestünden eine Akzen tuierung von Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73) mit histrionischer Komponente, eine AC-Ge lenksarthrose und rezidivierende Bur- sitiden subakrominal am rechten Schultergelenk. Die auf handchirurgischem Gebiet subjektiv beklagten Beschwerden könnten nur zum Teil objektiviert w erden. Die in der Anamneseerhe- bung angegebenen, zeitweilig auftretenden Schmerzen se ien während des aktuellen Untersu- chungsvorgangs an der rechten Hand nur minimal auslösbar gewesen. In Bezug auf die vorge- tragene Schmerzsymptomatik im Bereich des gesamten rechte n Arms mit Betonung der Schul- ter hätten sich ausgeprägte Zeichen einer Selbstlimiti erung durch paradoxe Innervationen mit gleichzeitiger Ansteuerung von Agonisten und Antagoni sten gezeigt. Der Versicherte demonst- riere aus psychiatrischer Sicht eine insgesamt erhebliche A ggravationstendenz von anteilig si- mulativer Struktur, gleichsam beeinflusst durch eine im Rahmen der bestehenden Persönlich- keitsakzentuierung hervortretende histrionische Komponent e. Aus handchirurgischer Sicht sei im Bereich der rechten Hand ein funktioneller Endzust and ohne Möglichkeit der Besserung ein- getreten. Die Funktion als Greiforgan sei aufgehoben . Sämtliche konservativ-therapeutischen Massnahmen seien ausgeschöpft. Im Vergleich zur medizinisch en Beurteilung vor letztmaliger Leistungszusprechung sei aus handchirurgischer Sicht keine Veränderung des Gesundheitszu- stands festzustellen. Es sei jedoch durch kontinuierlich ver laufende Anpassung und Gewöh- nung mit erhöhter Einsatzfähigkeit der bisher nicht dominanten Hand von einer weiteren Besse- rung der Gesamtleistungsfähigkeit auszugehen. Weiter l iesse sich eine grundlegende psychiat- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht rische Krankheitsentität mit klarem Bezug zum im Jahr 1992 stattgehabten Unfallereignis aktuell nicht mehr verifizieren. Insofern sei eine Veränderung des Gesundheitszustands eingetreten. In der bisherigen Tätigkeit als Allrounder in einem Rest aurant und bei Tätigkeiten mit Anforderun- gen an eine beidhändig sichere Greiffunktion bestünde aus handchirurgischer Sicht zufolge unfallbedingter Aufhebung jeglicher Greiffunktionen der rechten Hand dauerhaft eine vollständi- ge Arbeitsunfähigkeit. Für eine angepasste Tätigkeit oh ne Anforderung an die Greiffunktionen der rechten Hand (etwa einhändige Sortierarbeiten, Pförtner- oder Überwachungstätigkeiten mit der Möglichkeit, die rechte Hand nur als sogenannte Hi lfshand gebrauchen zu müssen) bestün- de bei entsprechenden Pausen wegen allfällig auftreten der Schmerzen im Verlauf des Arbeits- tags eine Arbeitsfähigkeit von 60 %. In einer optima l leidensangepassten Tätigkeit ohne Bean- spruchung der rechten Hand (z.B. Arbeiten mit ausschliessli cher Überwachungsfunktion) läge die Arbeitsfähigkeit bei 100 %. 8.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 16. Januar 2020 bei der Beurteilung des aktuellen medi zinischen Sachverhalts und beim – da- mit einhergehenden – Entscheid über die Frage, ob sei t der ursprünglichen Rentenzusprache eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands de s Beschwerdeführers eingetreten ist, auf das bidisziplinäre Gutachten der SMAB vom 8. Mai 2019. Dabei gelangte sie zum Er- gebnis, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten im V ergleich zur Situation im Zeit- punkt der ursprünglichen Rentenzusprache vom 9. Mai 19 96 wesentlich verbessert habe mit der Folge, dass aktuell keine psychischen Beeinträchtigungen mehr bestünden, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden und nunmehr von eine r vollständigen Arbeitsfähigkeit in op- timal angepassten Verweistätigkeiten auszugehen sei. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hier- vor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge holten Gutachten externer Spezial- ärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei de r Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Das Gutachten der SMAB vom 8. Mai 2019 weist weder formale noch inhaltliche Mä ngel auf, es ist – wie dies vom Bun- desgericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, leuchtet in der Darlegun g der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein un d setzt sich mit den vorhandenen ab- weichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander. Es wir d deutlich, dass im Rahmen der aktuellen Untersuchung keine unfallkausale psychiatrische D iagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden konnte und sich b ei unverändertem somatischen Gesund- heitszustand durch Anpassung und Gewöhnung der bisher n icht dominanten linken Hand eine massgebliche Besserung der Gesamtleistungsfähigkeit eingest ellt hat, was revisionsrechtlich ebenfalls von Bedeutung ist (vgl. E. 6.1 hiervor). Damit ist eine massgebliche Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers mit erheblicher Auswirkung auf die Arbeitsfähig- keit – und damit das Vorliegen eines Revisionsgrunds nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – im ent- scheidwesentlichen Zeitraum zwischen der ursprünglichen R entenverfügung vom 9. Mai 1996 und dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 16. Januar 2020 grundsätzlich zu bejahen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Daran vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Wenn er gel- tend macht, die aus handchirurgischer Sicht attestier te erhöhte Leistungsfähigkeit durch Ange- wöhnung basiere auf einer blossen allgemeinen Erfahru ng, nicht aber auf konkreten Untersu- chungsergebnissen, ist ihm zwar insofern beizupflichten, a ls das (alleinige) Abstellen auf allge- meine Erfahrungswerte in aller Regel nicht genügt, u m eine konkrete Besserung der Leistungs- fähigkeit nachzuweisen. Vorliegend fällt aber entschei dend ins Gewicht, dass sich der handchi- rurgische Gutachter aufgrund der ihm zur Verfügung ste henden medizinischen Akten und der Erkenntnisse aus der persönlichen Untersuchung des Beschwerd eführers insgesamt ein hinrei- chendes Bild über dessen Gesundheitszustand und Leistungsf ähigkeit machen konnte. Soweit dieser geltend macht, im Gutachten würden hinsichtlich Anpassung und Gewöhnung keine kon- kreten Untersuchungsergebnisse benannt, weshalb nicht erstellt sei, dass sich mittlerweile eine Kompensation der Einschränkung der rechten Hand durch den Einsatz der linken Hand einge- stellt habe, ist ihm entgegenzuhalten, dass er in der a ktuellen Untersuchung selbst angab, im Laufe der Jahre mit der linken Hand einigermassen schrei ben gelernt zu haben (SMAB- Gutachten S. 50). Dies spricht – trotz unbestritten un veränderten medizinischen Sachverhalt – für eine gewisse Angewöhnung des Versicherten an sein Leiden und damit für eine revisionsre- levante Änderung der Leistungsfähigkeit. Bei dieser Sa chlage kann entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht gesagt werden, die handchir urgische Beurteilung der Leistungs- fähigkeit basiere bloss auf einer unzulässigen allgemeinen Erfahrungstatsache. Auch die Rügen des Beschwerdeführers hinsichtlich der aktuellen psychiatrisch en Beurteilung sind nicht stich- haltig. Zwar erscheinen die Diagnostik und die Beurteil ung des Verlaufs im psychiatrischen Teilgutachten teilweise oberflächlich und knapp. Diese Unzulänglichkeiten vermögen aber letzt- lich am Beweiswert des Gutachtens nichts zu ändern. En tscheidend ist, dass der Gutachter in Kenntnis und Würdigung der medizinischen Vorakten sowie aufgrund eigener Untersuchungen aktuell keine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden psychischen Befunde bezogen auf das allgemeine Aktivitätsniveau sowie die angestammte oder andere vergleichbare Tätigkeit mehr feststellen konnte. Er bejahte aber eine insgesamt erhe bliche Aggravationstendenz von anteilig simulativer Struktur, was gegen ein invalidisierendes psyc hisches Leiden spricht. Konkrete An- haltspunkte dafür, dass diese Beurteilung nicht lege a rtis erfolgt sein soll, sind nicht ersichtlich. Anderslautende medizinische Berichte, die Zweifel an de r Beurteilung des psychiatrischen Fachexperten begründen würden, liegen ebenfalls nicht vo r. Bei dieser Sachlage und der Tat- sache, dass sich aus den Akten nichts ergibt, was geeignet wäre, den Beweiswert des Gutach- tens der SMAB vom 8. Mai 2019 in Zweifel zu ziehen, kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf die beantragte zusätzliche Abklärung verzichtet werden. Als Ergebnis ist demnach mit der Beschwer degegnerin festzuhalten, dass mit dem Gutachten der SMAB vom 8. Mai 2019 erstellt ist , dass seit der ursprünglichen Ren- tenzusprache am 9. Mai 1996 eine wesentliche Veränderun g des Gesundheitszustands und – damit einhergehend – der Arbeitsfähigkeit des Versiche rten eingetreten ist. 8.3 Klärungsbedarf besteht aber hinsichtlich der gutach terlichen Beurteilung der Leistungs- fähigkeit in angepassten Verweistätigkeiten. Namentlich überzeugt die im Gutachten getroffene Unterscheidung zwischen «zumutbarer angepasster Tätigkeit» und «optimal angepasster Tätig- keit» nicht. Die Gutachter halten fest, dass der Versich erte seine dominante rechte Hand nur noch als Hilfshand resp. Stabilisierungsinstrument einse tzen könne. Sie führen ein relativ brei- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht tes Spektrum an zumutbaren Betätigungsmöglichkeiten (et wa einhändige Sortierarbeiten, Pförtner- oder Überwachungstätigkeiten mit der Mögli chkeit, die rechte Hand nur als Hilfshand gebrauchen zu müssen) auf und begründeten die Beeint rächtigung der Leistungsfähigkeit im Umfang von 40 % mit einem erhöhten Pausenbedarf wegen allfällig auftretenden Schmerzen im Verlauf des Arbeitstags. Diese Beurteilung ist nachvoll ziehbar und sie deckt sich insofern mit derjenigen im Gutachten der ABI vom 12. Dezember 201 6, als darin aus handchirurgischer Sicht – wenn auch etwas vage formuliert – lediglich no ch leichte Verweistätigkeiten im Umfang von maximal 50 % als zumutbar erachtet wurden. Bei dies er Sachlage und der Tatsache, dass die im aktuellen SAMB-Gutachten unter dem Titel «zumutbare angepasste Tätigkeiten» exemp- larisch aufgezählten beruflichen Betätigungen (einhändige Sortierarbeiten, Pförtner- oder Über- wachungstätigkeiten) durchaus auch ohne Beanspruchung d er rechten Hand ausgeübt werden können, überzeugt die nicht weiter begründete sowie re ichlich theoretisch Einschätzung nicht, wonach der Versicherte in einer «optimal angepassten Tät igkeit» keine Einschränkung aufwei- se. Welche konkreten Überwachungstätigkeiten über die «zu mutbare angepasste Tätigkeiten» hinaus noch optimaler angepasst sein könnten, sind weder ersichtlich noch dargetan. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer den Ausführungen der Gutachter zufolge wegen allfällig auftretenden Schmerzen im Verlauf des Arbeitstags einen erhöhten Pausenbedarf hat. Folglich ist bei dieser Sachlage aus gesamtmedizinischer Sicht in an gepassten Verweistätigkeiten von einer Arbeitsfähigkeit von 60 %, und nicht, wie die B eschwerdegegnerin annimmt, von einer solchen von 100 % auszugehen. 9.1 Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Bemessun g der Vergleichseinkom- men anhand der Tabellenlöhne hat der Beschwerdeführe r zu Recht nicht bestritten. Da nun aber gemäss vorstehender Erwägung (vgl. E. 8.3 hiervor) entgegen der Auffassung der Be- schwerdegegnerin nicht von einer zumutbaren Arbeitsfä higkeit in angepassten Tätigkeiten von 100 %, sondern von einer solchen von bloss 60 % auszuge hen ist, erscheint der von ihr ge- währte Abzug vom Tabellenlohn von 25 % als zu hoch. Zu beachten ist dabei namentlich, dass die in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigke it enthaltene gesundheitliche Einschrän- kung nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingt en Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen darf (vgl. BGE 146 V 16 E. 4.1). Da sich die Parteien angesichts dieser (neuen) Ausgangslag e zur Frage eines angemessenen Abzugs vom Tabellenlohn noch nicht äussern konnten und es sich nicht um eine von Amtes wegen vorzunehmende nebensächliche Sachverhaltsergänzu ng handelt, ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 16. Januar 2020 aufzuheben und die Sache zur Neubemessung des Abzugs vom Tabellenlohn und der Invalidität an die Be schwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerde ist in dem Sinne gutgeheissen. 9.2 Anzumerken bleibt, dass ein mit der revisionsweise ver fügten Herabsetzung oder Auf- hebung einer Rente verbundener Entzug der aufschiebenden Wirkung auch dann weiterhin gilt, wenn ein erst- oder letztinstanzliches Gerichtsurteil die Revisionsverfügung aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Verwaltung zurückg ewiesen hat. Mithin entfaltet auch während der Dauer der infolge der Rückweisung vorzunehme nden Überprüfung die Rentenre- vision ihre Wirkung, obwohl bei formaler Betrachtung a n sich keine Verfügung mehr vorliegt (BGE 129 V 370; BGE 106 V 18). Soweit der Beschwerde führer geltend macht, er habe ab Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. April 2017 bis zur Aufhebung der Rente per 31. A ugust 2019 Anspruch auf die Differenz der Rente von 35 % zu 70 %, kann ihm daher nicht beigepflichtet werden. Wie die Beschwerdegeg- nerin zutreffend ausführt, geltend bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids die Verfü- gungen vom 11. April 2017 und vom 26. Juli 2019 (rec te: Einspracheentscheide vom 18. De- zember 2017 und 16. Januar 2020). 10.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er heben. 10.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Hebt das Kantonsgericht einen b ei ihm angefochtenen Entscheid auf und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärun g und neuer Beurteilung an die Ver- waltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, B GE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegne- rin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführe rs hat in seiner Honorarnote vom 29. April 2020 für das vorliegende Verfahren einen Z eitaufwand von 8 Stunden und 12 Minuten geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellend en Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in So zialversicherungsprozessen pra- xisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelang enden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind soda nn die in der Honorarnote ausge- wiesenen Auslagen von Fr. 280.90. Dem Beschwerdeführer i st deshalb eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 2‘510.40 (8,2 Stunden à Fr . 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 280.90 + 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 11.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgerich t (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zustä ndigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffe ntlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nac hteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Besch werde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG ). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid a n den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 11.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn ein e Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 11.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g – wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst – einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BG G) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E . 2.2, bestätigt im Urteil des Bun- desgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid vom 16. Januar 2020 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erw ägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegne rin zu- rückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2'510.40 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid hat die SWICA Versicherungen AG am 8. Januar 2021 Beschwerde beim Bundesgericht erhoben (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_23/2021). http://www.bl.ch/kantonsgericht