<h2>SubmittedText<h2><p>Frau Bundesrätin Leuthard erklärte den Medien gegenüber schon öfters, wir hätten gegenüber der EU um 40 Prozent höhere Lebensmittelpreise.</p><p>Wie erklärt sie sich diese Tatsache, wenn:</p><p>1. heute von einem ausgegebenen Konsumentenfranken bloss noch 20 Rappen beim Bauern ankommen?</p><p>2. der Konsument mit seinem Einkommen heute in der Schweiz im Vergleich zur EU in den Genuss der tiefsten Lebensmittelkosten kommt?</p><p>3. Wer soll denn heute innerhalb der Nahrungsmittelkette billiger werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der niedrige Anteil der Bauern am Konsumentenfranken verhindert nicht, dass die Lebensmittelpreise in der Schweiz 30 bis 40 Prozent höher sind als in unseren Nachbarländern. Dies ist so, weil nicht nur die landwirtschaftliche Produktion, sondern auch die Verarbeitung und Verteilung der Lebensmittel in der Schweiz teurer sind als im Ausland. Der Bundesrat hat die entsprechenden Verhältnisse in der Botschaft zur "Agrarpolitik 2011" dargelegt (BBl 2006 6369).</p><p>2. Obschon die Preise in der Schweiz höher sind als in anderen Ländern, braucht die durchschnittliche Schweizer Familie einen relativ kleinen Teil ihres Einkommens, um eine Ware zu kaufen, weil auch die Einkommen höher sind. Das trifft nicht nur für die Nahrungsmittel, sondern ganz generell zu und ist Ausdruck des Wohlstandes. Dieser ist im Wesentlichen auf die hohe Produktivität der Schweizer Wirtschaft, ganz besonders in den exportorientierten Industrie- und Dienstleistungsbranchen, zurückzuführen.</p><p>3. Selbstverständlich ist die ganze Lebensmittelkette gefordert, ihre Kosten zu senken. Dies gilt für die vor- und nachgelagerten Stufen ebenso wie für die Landwirtschaft. Letztere steht stärker im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion, weil der Bund ihre Preise nicht nur durch Zölle, sondern heute auch noch durch Verarbeitungsbeiträge, -zulagen und -beihilfen stützt. Ausserdem ist die Landwirtschaft infolge ihrer hohen Preise und Kosten besonders verletzlich.</p><p>Wenn infolge internationaler Verpflichtungen die Zölle gesenkt werden müssten, würden die Preise schneller sinken, als sich die Produktionsstrukturen und Kosten anpassen können. Entsprechend verfolgt der Bundesrat das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der produzierenden Landwirtschaft im Rahmen der "Agrarpolitik 2011" und seiner allgemeinen Bemühungen zur Kostensenkung zu verbessern.</p>