<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Sozialhilfe</span> <span class="page_no">205</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>VII. Sozialhilfe</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>37 Wohnkosten.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Angemessene Wohnungsgrösse eines sorgeberechtigten Elternteils, dessen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Kind fremd platziert ist.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Urteil des Verwaltungsgerichts, 4. Kammer, vom 23. Oktober 2009 in Sa-</span><br/> <span class="ft3">chen B.D. gegen Gemeinderat W. und Bezirksamt B. (WBE.2009.174).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">3.</span><br/> <span class="ft5">Bei der Zusprechung materieller Hilfe und deren Umfang, sind</span><br/> <span class="ft5">die tatsächlichen Umstände und die individuellen Verhältnisse der</span><br/> <span class="ft5">Betroffenen zu berücksichtigen (§ 5 Abs. 2 SPG).</span><br/> <span class="ft5">3.1. (...)</span><br/> <span class="ft5">3.2.</span><br/> <span class="ft5">Die Beschwerdeführerin hat als Inhaberin der elterlichen Sorge</span><br/> <span class="ft5">Anspruch darauf, ihre elterlichen Rechte und Pflichten tatsächlich</span><br/> <span class="ft5">wahrnehmen zu können, auch wenn ihr Sohn fremdplatziert ist. Zu</span><br/> <span class="ft5">diesen Rechten gehört auch das Kontaktrecht zum Sohn mit der</span><br/> <span class="ft5">Möglichkeit, den Sohn in der eigenen Wohnung aufzunehmen</span><br/> <span class="ft5">(Art. 273 ZGB). Nicht ausschlaggebend ist, ob das Besuchs- und</span><br/> <span class="ft5">Ferienrecht vom Sohn und der Beschwerdeführerin tatsächlich wahr-</span><br/> <span class="ft5">genommen wird. Die Häufigkeit der Besuche und die Art und Weise,</span><br/> <span class="ft5">wie die Besuche konkret ausgestaltet sind (Anzahl effektiver Über-</span><br/> <span class="ft5">nachtungen), ist ebenfalls nicht relevant. Keinen Einfluss können</span><br/> <span class="ft5">auch die Aufenthalte der Beschwerdeführerin in der Psychiatrischen</span><br/> <span class="ft5">Klinik Königsfelden haben, da diese nur vorübergehend waren.</span><br/> <span class="ft5">Mit der Sozialhilfe ist den bedürftigen Personen u.a. auch die</span><br/> <span class="ft5">Teilhabe am Sozialleben zu gewährleisten (§ 3 Abs. 2 SPV) und ih-</span><br/> <span class="ft5">ren individuellen Verhältnissen Rechnung zu tragen (§ 5 Abs. 2</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">206</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">SPG). Im Zusammenhang mit der Wohnungsgrösse sind auch die</span><br/> <span class="ft5">Rechte von R. und seine persönliche Situation zu berücksichtigen.</span><br/> <span class="ft5">Auch nach dem Obhutwechsel gehört der minderjährige Sohn R.</span><br/> <span class="ft5">zum "Haushalt" der Beschwerdeführerin (§ 32 Abs. 1 SPV) und sie</span><br/> <span class="ft5">bilden insofern sozialhilferechtlich eine beschränkte Unterstützungs-</span><br/> <span class="ft5">einheit. Mit dem Aufenthalt im Kinderheim "K." wird die Existenz-</span><br/> <span class="ft5">sicherung von R. nach den Bestimmungen des Gesetzes über die Ein-</span><br/> <span class="ft5">richtung für Menschen mit besonderen Betreuungsbedürfnissen vom</span><br/> <span class="ft5">2. Mai 2006 (Betreuungsgesetz; SAR 428.500) geregelt und er ist</span><br/> <span class="ft5">auch bei der Mietzinsberechnung nicht mit dem Faktor 1 einzubezie-</span><br/> <span class="ft5">hen (§ 10 Abs. 5 lit. e SPV). Sein Anspruch auf eine Wohnmög-</span><br/> <span class="ft5">lichkeit an seinem Wohnsitz und bei der sorgeberechtigten Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführerin kann indessen nicht einfach übergangen werden.</span><br/> <span class="ft5">Eine behelfsmässig eingerichtete Schlafmöglichkeit in einer 1-Zim-</span><br/> <span class="ft5">merwohnung vermag diesem Anspruch kaum zu genügen (siehe</span><br/> <span class="ft5">VGE IV/22 vom 6. April 2009 [WBE.2008.257], S. 8). R. hat "sein"</span><br/> <span class="ft5">Zimmer in der Wohnung der Beschwerdeführerin. Unabhängig da-</span><br/> <span class="ft5">von, ob R. von seinem (Aufenthalts-) Recht tatsächlich Gebrauch</span><br/> <span class="ft5">macht, muss ihm die Möglichkeit zum Besuch und Aufenthalt wei-</span><br/> <span class="ft5">terhin gegeben werden und angesichts seines Alters und Geschlechts</span><br/> <span class="ft5">ein Zimmer zur Verfügung stehen.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>