B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-1191/2021 U r t e i l v o m 3 0. M ä r z 2 0 2 1 Besetzung Einzelrichterin Viktoria Helfenstein, Gerichtsschreiberin Rahel Schöb. Parteien A._______, (Liechtenstein) vertreten durch Ramin Christian Nasseri-Rad, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenversicherung, Anspruch auf Kinderrenten, Neuverlegung der Kosten und der Parteientschädigung im Verfahren C-6245/2019, Urteil des Bundesgerichts 9C_555/2020 vom 3. März 2021. C-1191/2021 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vo- rinstanz) mit Verfügung vom 24. Oktober 2019 ein Gesuch von A._______ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) um Ausrichtung einer IV-Kinderrente zugunsten seiner Stieftochter B._______ abgelehnt und der gegen diese Verfügung gerichteten Beschwerde die aufschiebende Wir- kung entzogen hatte (Akten im Beschwerdeverfa hren C-6245/2019 vom 29. Juli 2020 [nachfolgend: BVGer act.] 1, Beilage 1; vgl. auch Akten der Vorinstanz gemäss Aktenverzeichnis vom 27. Januar 2020 [nachfolgend: IVSTA-act.] 253), dass das Bundesverwaltungsgericht die vom Beschwerdeführer dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil C-6245/2019 vom 29. Juli 2020 abgewie- sen, dem Beschwerdeführer die Verfahrenskosten von Fr. 800.– auferlegt und keine Parteientschädigung zugesprochen hat (BVGer act. 10), dass der Beschwerdeführer am 24. September 2018 beim Bund esgericht gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. August 2018 Be- schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erhoben hat, dass das Bundesgericht mit Urteil 9C_555/2020 vom 3. März 2021 die Be- schwerde teilweise guthiess, den Entscheid d es Bundesverwaltungsge- richts vom 29. Juli 2020 und die Verfügung der IV-Stelle für Versicherte im Ausland vom 24. Oktober 2019 aufhob, die Sache zur neuen Verfügung an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland zurückwies und im Übrigen die Be- schwerde abwies, dass das Bundesgericht die Sache zwecks Neuverlegung der Kosten und der Parteientschädigung im Verfahren C-6245/2019 an das Bundesverwal- tungsgericht zurückgewiesen hat (vgl. Dispositiv-Ziff. 4), dass demzufolge vorliegend über die Kostenverlegung im Beschwerdever- fahren C-6245/2019 vor dem Bundesverwaltungsgericht neu zu befinden ist, dass die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei aufzuer- legen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), dass nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts eine Rückwei- sung der Sache an die Verwaltung zu neuem Entscheid (mit offenem Aus- gang) für die Auferlegung der Gerichtskosten und der Parteientschädigung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei gilt (BGE 132 V 215 C-1191/2021 Seite 3 E. 6.1, Urteil BGer 8C_244/2010 vom 18. Februar 2011 E. 8.2, Urteil BGer 8C_359/2010 vom 10. November 2010 E. 7, je mit Hinweisen), dass dem Beschwerdeführer folglich für das Verfahren C-6245/2019 keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und der geleis- tete Kostenvorschuss von Fr. 800.– nach Eintritt der Rechtskraft des vor- liegenden Urteils zurückzuerstatten ist, dass der unterliegenden Vorinstanz ebenfalls keine Verfahrenskosten auf- zuerlegen sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG), dass die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwach- sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten z usprechen kann (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass dem Gericht bei der Festsetzung der Parteientschädigung ein weites Ermessen zusteht (Urteil des BGer 9C_637/2013 vom 13. Dezember 2013 E. 5.2; 8C_928/2012 vom 26. April 2013 E. 6), dass das Abstellen auf die den jeweiligen Zeitaufwand detailliert auswei- sende Honorarnote eines Rechtsvertreters grundsätzlich als sachgerecht erscheint (Urteil des BGer 9C_ 162/2013 vom 8. August 2013 E. 4.3.2), wobei zu beachten ist, dass nur der notwendige Aufwand zu entschädigen ist (Urteil des BGer 8C_426/2018 vom 10. August 2018 E. 5.3), dass der zur gehörigen Mandatsführung erforderliche, allein zu entschädi- gende Zeitaufwand sich erst dann bestimmen lässt, wenn dieser nach ein- zelnen Aufwandpositionen aufgeschlüsselt worden ist (Urteil des BGer 8C_89/2017 vom 27. November 2017 E. 2.2.1; vgl. MOSER/BEUSCH/KNEU- BÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesve rwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 4.84 f), dass der Schwierigkeitsgrad der Sache im Vergleich zu ähnlich gelagerten Fällen ebenso beachtlich ist (Urteil des BGer 8C_717/2014 vom 30. No- vember 2015 E. 6.5; 9C_637/2013 vom 13. Dezember 2013 E. 5.3) wie Synergieeffekte aus der Vertretung durch denselben Anwalt bereits im Ver- waltungsverfahren (Urteil des BGer 9C_637/2013 vom 13. Dezember 2013 E. 5.3; 8C_723/2009 vom 14. Januar 2010 E. 4.3; einschrän kend aber: 9C_138/2010 vom 12. Mai 2010 E. 4.3.2.1.1), C-1191/2021 Seite 4 dass dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zuzusprechen ist, dass die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers im Verfahren C-6245/2019 mittels Honorarnote eine Entschädigung von Fr. 1'498.– gel- tend gemacht hat (BVGer act. 1), dass der Rechtsvertreter zur Begründung auf einen vorläufigen Streitwert von Fr. 25'000.– gemäss § 4 Nr. 11 Honorarrichtlinie der Liechtensteini- schen Rechtsanwaltskammer verweist und einzig ausführt «Diese Be- schwerde TP3C + 40% ES», dass er sich dabei mutmasslich auf den Tarifposten 3 C gemäss der liech- tensteinischen Verordnung vom 30. Juni 1992 über die Tarifansätze der Entlohnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (LR 173.511.1, in der Fassung vom 1. Juli 2015 [nachfolgend: liechtensteinische Tarifverord- nung]) bezieht, wonach bei einem Streitwert von über Fr. 25'000.– bis ein- schliesslich Fr. 50'000.– ein pauschales Honorar von Fr. 1'426.– geschul- det ist, dass er weiter einen Einheitssatz von 40 % für Nebenleistungen gemäss Art. 23 Ziff. 4 des liechtensteinischen Gesetzes vom 16. Dezember 1987 über den Tarif für Rechtsanwälte und Rechtsagenten ( LR 173.511; in der Fassung vom 1. Februar 2013) geltend zu machen scheint, dass der geltend gemachte Aufwand von Fr. 1'498.– unter Berücksichti- gung des Verfahrensausgangs, des gebotenen und aktenkundigen Auf- wands (Vertretung bereits im vorinstanzlichen Verfahren [vgl. IVSTA - act. 247; 249; 252; 253], Verfassen der Beschwerde von 5 Seiten, Verzicht auf die Einreichung einer Replik), der Bedeutung der Streitsache, des Um- fangs der Akten und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Ver- fahrens C-6245/2019 als angemessen erscheint, dass diese Parteientschädigung zu Lasten der Vorinstanz geht (vgl. Art. 64 Abs. 2 VwVG), dass die unterliegende Vorinstanz keinen Anspruch auf eine Parteientschä- digung hat (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario; Art. 7 Abs. 3 VGKE), dass für den vorliegenden Kostenentscheid keine Verfahrenskosten aufzu- erlegen sind (Art. 6 Bst. b VGKE) und keine Parteientschädigung zuzuspre- chen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario sowie Art. 7 ff. VGKE). C-1191/2021 Seite 5 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Für das Verfahren C-6245/2019 werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 2. Dem Beschwerdeführer wird für das Verfahren C-6245/2019 zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von Fr. 1'498.– zugesprochen. 3. Für das vorliegende Verfahren werden keine Verfahrensk osten erhoben und es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular «Zahladresse») – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Viktoria Helfenstein Rahel Schöb Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. C-1191/2021 Seite 6 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be- weismittel und die Unterschrif t zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: