<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">7B.150/2006 /bnm </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 30. Oktober 2006 </div> <div class="para">Schuldbetreibungs- und Konkurskammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Hohl, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichter Meyer, Marazzi, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Schett. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________ AG, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, als obere kantonale Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen, Postfach, 8023 Zürich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Betreibungskosten, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">SchKG-Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen, vom 9. August 2006. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A. </div> <div class="para">Das Betreibungsamt A._______ stellte am 27. Juni 2006 der Gläubigerin X.________ AG für eine in Betreibung gesetzte Forderung von Fr. 3'228.-- (nebst Zins) Zahlungsbefehlskosten von Fr. 70.-- (abzüglich allfälliger Kostenvorschüsse und bereits in Rechnung gestellte Beträge von Fr. 60.--) in Rechnung. Gegen diese Kostenrechnung und Verfügung Nr. 11'991 erhob die Gläubigerin Beschwerde, welche das Bezirksgericht A.________ mit Zirkularbeschluss vom 4. Juli 2006 abwies. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In der Folge erhob die X.________ AG Rekurs beim Obergericht als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen und verlangte die Aufhebung der Kostenrechnung des Betreibungsamts A.________ über Fr. 10.--. Mit Beschluss vom 9. August 2006 wurde der Rekurs abgewiesen. </div> <div class="para">B. </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 23. August 2006 hat die X.________ AG die Sache an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts weitergezogen und beantragt sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Obergericht hat anlässlich der Aktenübersendung auf Gegenbemerkungen verzichtet (<span class="artref">Art. 80 OG</span>). Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Kammer zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">1.1 Die Vorinstanz führt aus, die Gebühr für den Erlass, die doppelte Ausfertigung, die Eintragung und die Zustellung des Zahlungsbefehls bemesse sich nach Art. 16 Abs. 1 der Gebührenverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs vom 23. September 1996 (GebV SchKG). Diese Gebührenverordnung habe jene vom 7. Juli 1971 aufgehoben (vgl. Art. 63 der aktuellen GebV SchKG). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 16 Abs. 1 GebV SchKG</span> belaufe sich die betreffende Gebühr bei einer Forderung von Fr. 3'228.-- auf Fr. 60.--. Richtig sei, dass die "Zustellung" des Zahlungsbefehls in diese Gebühr integriert sei. Dies bedeute aber nicht, dass auch die Posttaxe darin enthalten sei. Dies habe das Bundesgericht in seinem Entscheid vom 23. Februar 2004 (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=17.10.2006&amp;to_date=05.11.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-III-387%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page387">BGE 130 III 387</a> E. 3.1) festgehalten. Gemäss <span class="artref">Art. 13 GebV SchKG</span>, der sich auf "Auslagen im Allgemeinen" beziehe, seien dem Amt alle Auslagen wie Post- und Fernmeldetaxen zu ersetzen; einzig die Einschreibegebühr bei der Zustellung eines Zahlungsbefehls begründe keinen Anspruch auf Ersatz (Abs. 3 lit. d). Bei Zustellung des Zahlungsbefehls durch das Amt gälten als Auslagen nur die dadurch eingesparten Posttaxen (Abs. 2). Die Post verlange zurzeit für die "uneingeschriebene" Zustellung eines Zahlungsbefehls Fr. 5.--. Die Zustellung einer Ausfertigung des Zahlungsbefehls an den Gläubiger (Art. 70 Abs. 1 und 76 Abs. 2 SchKG) habe - entgegen der Meinung der Rekurrentin - eingeschrieben zu erfolgen (<span class="artref">Art. 34 SchKG</span>). Dies verursache weitere Kosten von Fr. 5.--, welche der Gläubiger gemäss <span class="artref">Art. 13 Abs. 1 GebV SchKG</span> zu ersetzen habe. Die Zustellung der für den Gläubiger bestimmten Ausfertigung des Zahlungsbefehls werde nämlich von <span class="artref">Art. 13 Abs. 3 lit. d GebV SchKG</span> nicht erfasst. Es handle sich dabei um eine Mitteilung des Betreibungsamts im Sinne von <span class="artref">Art. 34 SchKG</span> (vgl. dazu <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=17.10.2006&amp;to_date=05.11.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-III-387%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page387">BGE 130 III 387</a> E. 4). Das Betreibungsamt habe der Rekurrentin somit zu Recht die verbleibenden Kosten von Fr. 10.-- (Fr. 70.-- abzüglich Fr. 60.--) in Rechnung gestellt. </div> <div class="para">1.2 </div> <div class="para">1.2.1 Von vornherein nicht eingetreten werden kann auf den Einwand, die Erläuterungen im Mitteilungsblatt Nr. 37 des Kantons Zürich entsprächen nicht dem Willen des Bundesrates, denn die Vorinstanz hat darauf mit keinem Wort Bezug genommen. Das Vorbringen gilt somit als neu und ist unzulässig (<span class="artref">Art. 79 Abs. 1 OG</span>). </div> <div class="para">1.2.2 Zur Begründung, dass der Entscheid des Obergerichts gegen Bundesrecht verstossen soll, beruft sich die Beschwerdeführerin auf <span class="artref">Art. 18 GebV SchKG</span>, wonach die mit dem Rechtsvorschlag verbundenen Verrichtungen gebührenfrei seien. Ebenfalls unentgeltlich seien gemäss <span class="artref">Art. 61 Abs. 2 lit. a GebV SchKG</span> das Beschwerdeverfahren und die Weiterziehung eines Beschwerdeentscheides (<span class="artref"><artref id="CH/281.1/17" type="start"></artref>Art. 17-19 SchKG</span><artref id="CH/281.1/19" type="end"></artref>). Die Beschwerdeführerin geht fehl, wenn sie meint, sie könne daraus ableiten, dass die ihr auferlegte Kostenrechnung von Fr. 10.-- bundesrechtswidrig sei. Die Rechtmässigkeit der Kostenauflage ist in <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=17.10.2006&amp;to_date=05.11.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-III-387%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page387">BGE 130 III 387</a> ff. ausführlich begründet worden, und es besteht kein Anlass, darauf zurückzukommen (die Posttaxe für eine eingeschriebene Sendung beträgt immer noch CHF 10.--, "Briefe Schweiz", Ausgabe April 2006, S. 41). </div> <div class="para">1.2.3 Inwiefern die in <span class="artref">Art. 14 Abs. 1 GebV SchKG</span> erwähnte Kilometerentschädigung im vorliegenden Fall relevant sein soll, ist nicht ersichtlich und wird überhaupt nicht rechtsgenüglich dargetan (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=17.10.2006&amp;to_date=05.11.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-III-49%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page49">BGE 119 III 49</a> E. 1). </div> <div class="para">1.2.4 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, die Ansicht der Vorinstanz sei falsch, dass der Rechtsvorschlag dem Gläubiger eingeschrieben mitgeteilt werden müsse. In <span class="artref">Art. 34 und <artref id="CH/281.1/76" type="start"></artref>Art. 76 SchKG</span><artref id="CH/281.1/34" type="end"></artref> stehe unmissverständlich, dass die Zustellung auch gegen Empfangsschein vollzogen werden könne. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Einwände sind unbegründet. In <span class="artref">Art. 76 Abs. 2 SchKG</span> wird nicht ausgeführt, wie die Ausfertigung dem betreibenden Gläubiger mitgeteilt werden muss. Dagegen sind gemäss <span class="artref">Art. 34 SchKG</span> alle Mitteilungen der Betreibungs- und der Konkursämter, sofern das Gesetz nicht etwas anderes vorschreibt, durch eingeschriebenen Brief oder durch Übergabe gegen Empfangsbescheinigung zuzustellen. Auf die letztgenannte Bestimmung hat sich die obere Aufsichtsbehörde gestützt auf <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=17.10.2006&amp;to_date=05.11.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-III-387%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page387">BGE 130 III 387</a> E. 4 zu Recht berufen. </div> <div class="para">1.2.5 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Das Beschwerdeverfahren ist - abgesehen von Fällen bös- oder mutwilliger Beschwerdeführung - kostenlos (<span class="artref">Art. 20a Abs. 1 SchKG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Beschwerde grenzt jedoch an Mutwilligkeit. Die Beschwerdeführerin setzt sich mit der vorinstanzlichen Begründung, die aufzeigt, wieso ihre Sichtweise unzutreffend ist, nicht einmal ansatzweise auseinander. Der Beschwerdeführerin hat zur Kenntnis zu nehmen, dass bei mut- oder böswilliger Beschwerdeführung einer Partei oder ihrem Vertreter Bussen bis Fr. 1'500.-- sowie Gebühren und Auslagen auferlegt werden können. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt die Kammer: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, dem Betreibungsamt A.________ und dem Obergericht des Kantons Zürich (II. Zivilkammer) als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 30. Oktober 2006 </div> <div class="para">Im Namen der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>