<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2011.00140</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=211933&amp;W10_KEY=13013535&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2011.00140</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.05.2012</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 20.12.2012 gutgeheissen, den Entscheid aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an das Verwaltungsgericht zurÃ¼ckgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Staats- und Gemeindesteuern 2007</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Besteuerung von Leibrenten Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte (§ 16 Abs. 1 StG). Gemäss § 22 Abs. 3 StG sind Leibrenten sowie Einkünfte aus Verpfründungen zu 40 % steuerbar. Unter dem Begriff Leibrente versteht man die vom Leben einer Person abhängige vertragliche Verpflichtung des Rentenschuldners, dem Rentengläubiger zeitlich wiederkehrende Leistungen zumeist in Form von Geld zu erbringen (Art. 516 Abs. 1 OR). Pauschale Festsetzung eines Prozentanteils (40%) für die Besteuerung (E. 2.1). Nach der allgemeinen Regel im Steuerverfahren trägt der Pflichtige die Beweislast für Tatsachen, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben (E. 2.3). Bei der Stiftung D handelt es sich um eine nach liechtensteinischem Recht errichtete Stiftung mit Sitz in E, welche insbesondere die finanzielle Begünstigung von Familienmitgliedern in einem weiten Sinn bezweckt ( E. 3.1.1). Bei der Stiftung D sind die Voraussetzungen für das Vorliegen einer Leibrente erfüllt. Die Bestimmungen des OR über die Leibrenten gelten nicht nur für die auf einem besonderem Leibrentenvertrag beruhenden Renten, sondern analog auch für richterlich oder durch Verfügung von Todes wegen begründete Renten. Zwar ist vorliegend nur eine geringe Kapitalrückzahlungskomponente vorhanden und es überwiegt der Zinsanteil, jedoch muss auch von einem Kapitalverzehr ausgegangen werden, da eine dauerhafte Rendite von 6% auch bei guter konjunktureller Lage langfristig nicht zu erzielen ist. Die Zuwendung der Stiftung D ist somit als Leibrente zu qualifizieren und nur zu 40% steuerbar (E. 3.1.2). Bei der Stiftung C kann aufgrund der von der Pflichtigen eingereichten Dokumente, wonach weder der Name des Stifters noch die Namen der Begünstigten erkennbar sind, nicht beurteil werden, ob es sich bei einem zugeflossenen Betrag um Einkünfte aus einer Leibrente handelt. Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs infolge der unterlassenen Protokollierung ihrer mündlichen Ausführungen durch das kantonale Steueramt. Die aus der Stiftung C zugeflossenen Zuwendungen sind zu 100% steuerbar (E. 3.2). Teilweise Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEIBRENTE">LEIBRENTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERBARKEIT">STEUERBARKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STIFTUNG">STIFTUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 516 Abs. 1 OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 517 OR</span><br/><span class="gerade">§ 16 StG</span><br/><span class="ungerade">§ 22 Abs. 3 StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=14796" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">SB.2011.00140</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">23. Mai 2012</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Martin Zweifel<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Andreas Frei, Verwaltungsrichterin Leana Isler, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Ariane Tinner. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Staat ZÃ¼rich, vertreten durch das kantonale Steueramt, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Dienstabteilung Recht,<a id="BT_Z_PLZ_N"></a></span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2007,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A deklarierte in der SteuererklÃ¤rung 2007 den Betrag von insgesamt Fr. â¦, die ihr aus zwei verschiedenen auslÃ¤ndischen Stiftungen (Fr. â¦ von der Stiftung C sowie Fr. â¦ von der Stiftung D) zugeflossen war, als Leibrente lediglich zu 40 %. Nach DurchfÃ¼hrung einer Untersuchung schÃ¤tzte sie das kantonale Steueramt abweichend von der SteuererklÃ¤rung fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuern 2007 am 7. Juni 2010 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ (zum Satz von Fr. â¦) und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. â¦ (zum Satz von Fr. â¦) ein. Es stellte sich dabei auf den Standpunkt, dass es sich bei den aus den Stiftungen zugeflossenen BetrÃ¤gen nicht um Leibrenten handle, weshalb das Renteneinkommen zu 100 % zu versteuern sei.</p> <p class="Urteilstext">Die dagegen erhobene Einsprache wies das kantonale Steueramt mit Einspracheentscheid vom 4. Mai 2011 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Steuerrekursgericht wies den dagegen erhobenen Rekurs mit Urteil vom 7. Oktober 2011 ebenfalls ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Eingabe vom 4. November 2011 liess die BeschwerdefÃ¼hrerin dem Verwaltungsgericht beantragen, sie sei fÃ¼r die Steuerperiode 2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ (zum Satz von Fr. â¦) einzuschÃ¤tzen. Im Ãbrigen verlangte sie sowohl fÃ¼r das vorliegende als auch fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Urteilstext">Sowohl das kantonale Steueramt als auch das Steuerrekursgericht schlossen auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Beschwerde kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden.</p> <p class="Urteilstext">Das <span class="urteilstextcharchar">Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das vom Rekursgericht in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen des Rekursgerichts zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich</span> lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, das heisst auf ErmessensÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch (RB 1999 Nr. 147).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Im Beschwerdeverfahren gilt das Novenverbot. FÃ¼r das Verwaltungsgericht ist somit die gleiche Aktenlage massgebend wie fÃ¼r das Rekursgericht. Tatsachen oder Beweismittel, die nicht spÃ¤testens im Rekursverfahren behauptet bzw. vorgelegt oder angerufen worden sind, dÃ¼rfen infolgedessen im Beschwerdeverfahren grundsÃ¤tzlich nicht nachgebracht werden. Vom Novenverbot ausgenommen sind dagegen echte Noven, namentlich neue tatsÃ¤chliche Behauptungen und Beweismittel, die auf einem Revisions- oder Nachsteuergrund (§ 155 bzw. § 160 StG) beruhen oder der StÃ¼tzung von geltend gemachten Rechtsverletzungen dienen, die ihrer Natur nach neuer tatsÃ¤chlicher Vorbringen oder Beweismittel bedÃ¼rfen. Neue, erstmals vor Verwaltungsgericht gestellte Rechtsbegehren sind schliesslich allgemein zulÃ¤ssig, sofern sie sich nicht auf Tatsachen und Beweismittel stÃ¼tzen, welche unter das Novenverbot fallen (RB 1999 Nr. 149; BGE 131 II 548).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen EinkÃ¼nfte (§ 16 Abs. 1 StG). Darunter fallen auch EinkÃ¼nfte aus Stiftungen (BGr, 22. April 2005, 2A.668/2004, E. 2.1 f., mit Hinweisen). GemÃ¤ss § 22 Abs. 3 StG sind Leibrenten sowie EinkÃ¼nfte aus VerpfrÃ¼ndung zu 40 % steuerbar. <span>Mit dieser Besteuerung wird insbesondere der KapitalrÃ¼ckzahlungskomponente Rechnung getragen</span><span> </span>(vgl. BGE 131 I 409 E. 5.4.1; BGE 130 I 205 E. 7.6.5)<span>. </span>Die reduzierte Besteuerung ist aber nicht (mehr) davon abhÃ¤ngig, ob der RentenempfÃ¤nger die Rente aus eigenen Mitteln erworben hat oder ob ihm diese von dritter Seite finanziert worden ist (Markus Reich in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, I/1, 2. A., Basel 2002, Art. 7 StHG N. 72). Die pauschale Festsetzung eines Prozentanteils (40 %) ohne weitere Abstufungen wurde aus GrÃ¼nden der Vereinfachung und PraktikabilitÃ¤t bewusst gewÃ¤hlt (vgl. BBl 1998 87 ff.; BGE 135 II 183 E. 4.4; BGr, 13. Februar 2004, 2P.170/2003, E. 4.1). Dabei nahm der Gesetzgeber in Kauf, dass der Ertragsanteil unter anderem je nach Alter und Geschlecht des RentenempfÃ¤ngers, Zeitpunkt des Vertragsabschlusses sowie Beginn und Dauer der Rentenzahlungen differieren kann. Mit der Pauschalisierung sollte entbehrlich sein, jeweils den KapitalrÃ¼ckzahlungs- und den Ertragsanteil ermitteln und allenfalls darÃ¼ber befinden zu mÃ¼ssen, was als Kapital- und was als Ertragsanteil zu betrachten ist (BGE 131 I 409 E. 5.4.3 m. w. H.; BGr, 16. Oktober 2008, 2C_448/2008; BGr, 29. Juni 2005, 2P.166/2004, E. 5.4).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b><span>Unter dem Begriff Leibrente versteht man die vom Leben einer Person abhÃ¤ngige vertragliche Verpflichtung des Rentenschuldners, dem RentenglÃ¤ubiger zeitlich wiederkehrende Leistungen </span>zumeist in Form von Geld <span>zu erbringen (Art. 516 Abs. 1 des Obligationenrechts [OR]). Der Leibrentenvertrag bedarf zu seiner GÃ¼ltigkeit in der Regel der einfachen Schriftlichkeit (vgl. Art. 517 OR), beruht auf einem KausalgeschÃ¤ft und besteht aus dem einheitlichen und unteilbaren Stammrecht und den daraus fliessenden, periodisch fÃ¤lligen Renten. Er muss wenigstens Art und HÃ¶he der Rente sowie die Zeitperiode, fÃ¼r welche die Rente geschuldet ist, auffÃ¼hren (Thomas Bauer in: Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/Wolfgang Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar, 4. A., Basel etc. 2007, Art. 517 OR N. 1 ff.). </span>Richtet eine Stiftung durch ihre Organe Zuwendungen an ihre DestinatÃ¤re aus, so handelt sie wesensgemÃ¤ss nicht freiwillig und damit nicht aus eigenem Schenkungswillen, sondern in ErfÃ¼llung einer Rechtspflicht, wenn die Zuwendung im Rahmen des Stiftungs­zwecks erfolgt, in dem sich der Stifterwillen − meist in generell-abstrakter Umschreibung − manifestiert. Diesfalls kommt es fÃ¼r die Beurteilung der Frage, ob eine Schenkung vorliegt, einzig darauf an, ob der Schenkungswille beim Stifter selber gegeben ist bzw. war (VGr, 6. Mai 1997, StE 1998 B 21.3 Nr. 3). Eine Leibrente liegt nur vor, wenn der Rentenschuldner eine Gegenleistung entweder vom RentenglÃ¤ubiger direkt oder Ã¼ber einen Dritten, der dem RentenglÃ¤ubiger die Leibrente schenken wollte, erhÃ¤lt (VGr, 20. April 2011, SB.2010.00087).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Nach der allgemeinen Regel im Steuerverfahren trÃ¤gt der Pflichtige die Beweislast fÃ¼r Tatsachen, die die Steuerschuld mindern oder aufheben (vgl. BGr, 21. April 2010, 2C_574/2009, E. 4.2; BGr, 4. Dezember 2009, 2C_452/2009, E. 2.1). Gelingt dem Steuerpflichtigen der entsprechende Nachweis nicht, muss demzufolge zu seinen Ungunsten angenommen werden, die behaupteten Tatsachen hÃ¤tten sich nicht verwirklicht (vgl. VGr, 22. September 2010, SB.2010.00086 E. 3.3, mit Hinweisen, nicht auf <span><a href="http://www.vgrzh.ch/"><span>www.vgrzh.ch</span></a></span> publiziert; VGr, 26. Oktober 2005, SB.2005.00045, E. 2.2<span>).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Stiftung D ist eine nach liechtensteinischem Recht errichtete Stiftung mit Sitz in E, welche insbesondere die finanzielle BegÃ¼nstigung von Familienmitgliedern in einem weiten Sinn bezweckt. Das Steuerrekursgericht hat eingehend und zutreffend erwogen, dass die erwÃ¤hnte Stiftung zivilrechtlich Bestand hat und ihr eigene RechtspersÃ¶nlichkeit zusteht sowie aus steuerlicher Sicht anzuerkennen ist. Es kann diesbezÃ¼glich auf die AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz verwiesen werden.</p> <p class="Erwgung3">Als Leibrente versteht man die vom Leben einer Person abhÃ¤ngige Verpflichtung des Rentenschuldners, dem RentenglÃ¤ubiger zeitlich wiederkehrende Leistungen in Geld zu erbringen (Thomas Bauer in: Basler Kommentar, 4. A., 2007, Art. 516 N 1 OR). GemÃ¤ss Ziff. 1.2. des Stiftungsreglements vom 1. Juni 2001 der Stiftung D erhÃ¤lt die Pflichtige jÃ¤hrlich 6 % des StiftungsvermÃ¶gens vom Kapital und den ErtrÃ¤gnissen in Form einer lebenslÃ¤nglichen Rente. Die Rentenleistung in Geld erfolgt jÃ¤hrlich und damit periodisch. Ferner ist die Rente auf Lebzeiten der BeschwerdefÃ¼hrerin als RentenglÃ¤ubigerin gestellt und liegt damit keine Zeitrente vor, weshalb das aleatorische Element, welches in der Unbestimmtheit der Vertragsdauer liegt, gegeben ist. Der Leibrentenvertrag bedarf zu seiner GÃ¼ltigkeit der schriftlichen Form. Er hat Art und HÃ¶he der Rente sowie die Zeitperiode, fÃ¼r die sie geschuldet ist, aufzufÃ¼hren und bedarf der Unterschrift aller Personen, die durch ihn verpflichtet werden sollen (Bauer, Art. 517 N 4 ff., auch zum Folgenden). Die Statuten und das entsprechende Reglement der Stiftung D als Rentenschuldnerin erfÃ¼llen die erforderliche Schriftform und sind vom Stiftungsrat unterzeichnet. Da die BeschwerdefÃ¼hrerin keine Gegenleistung fÃ¼r die Leibrente zu erbringen hat, ist sie nicht verpflichtet und es genÃ¼gt damit die Unterschrift des Leistungserbringers, da die Annahme (gleich wie bei einer Schenkung) zu vermuten ist. Im Weiteren sind im entsprechenden Reglement (Ziff. 1.2) die HÃ¶he und die Art der Rente geregelt, indem die Pflichtige jÃ¤hrlich 6 % des StiftungsvermÃ¶gens (inklusive Ertrag) in Geld zustehen. Damit ist die HÃ¶he der Rente genÃ¼gend bestimmbar und es spielt keine Rolle, dass die Rente in deren HÃ¶he â abhÃ¤ngig vom erwirtschafteten Ertrag des StiftungsvermÃ¶gens â variabel ist (vgl. Bauer, Art. 517 N 7 fÃ¼r eine indexierte Rente). Schliesslich handelt die Stiftung in ErfÃ¼llung einer Rechtspflicht, was das Vorliegen einer Schenkung an die Pflichtige ausschliesst. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz ist es nicht massgebend, dass der Vater der BeschwerdefÃ¼hrerin als ErstbegÃ¼nstigter noch zu Lebzeiten Ã¼ber das StiftungsvermÃ¶gen vollstÃ¤ndig nach seinem Willen verfÃ¼gen konnte und er gemÃ¤ss Statuten als Stiftungsrat berechtigt war, die BegÃ¼nstigten zu bestimmen. Da das Stiftungsreglement (Ziff. 3.1) nach seinem Tod als unabÃ¤nderlich erklÃ¤rt wurde, war die Stiftung ab diesem Zeitpunkt widerruflich verpflichtet, die Rente gemÃ¤ss vorgegebener Reihenfolge der DestinatÃ¤re auszurichten. Das Rekursgericht verneint generell das Vorliegen eines Leibrentenvertrags. Indessen gelten die Bestimmungen des Obligationenrechts (OR) Ã¼ber die Leibrenten nicht nur fÃ¼r die auf einem besonderen Leibrentenvertrag beruhenden Renten, sondern analog auch fÃ¼r richterlich oder durch VerfÃ¼gung von Todes wegen begrÃ¼ndete Renten (vgl. BGE 110 Ib 234 E. 7d und f, mit Hinweisen und auch zum Folgenden). Der Rechtsgrund eines Leibrentenvertrags kann ohnehin verschiedenartig sein, weshalb es steuerrechtlich darauf nicht ankommen kann (BGE 100 Ib 290 E. 4a). Im gegebenen Fall liegt es auf der Hand, dass die Rentenleistungen, welche der BeschwerdefÃ¼hrerin von der Stiftung erbracht werden, auf den Leistungen ihres verstorbenen Vaters als GrÃ¼nder der Stiftung beruhen, nÃ¤mlich auf dem der Stiftung nach seinem Tod uneingeschrÃ¤nkt verfÃ¼gbar zugewandten StiftungsvermÃ¶gen. Damit liegt ein einem VermÃ¤chtnis Ã¤hnliches RechtsverhÃ¤ltnis vor. Entgegen der Annahme der Vorinstanz spielt es dabei keine Rolle, dass die Pflichtige am StiftungsvermÃ¶gen lediglich im zweiten Rang begÃ¼nstigt ist und die Leibrente erst mit dem Tod des erstbegÃ¼nstigten Vaters ausgelÃ¶st wurde. Die Leibrente ist weder auf den Tod des Vaters gestellt, sondern auf das Leben der RentenglÃ¤ubigerin, noch ist der Vater gemÃ¤ss den vorliegenden VerhÃ¤ltnissen Rentenschuldner, sondern die leistungspflichtige Stiftung. Schliesslich ist noch zu prÃ¼fen, ob bei der ausgerichteten Rente, die auf 6 % des Stiftungskapitals zuzÃ¼glich ErtrÃ¤ge berechnet wird, sowohl einen Zinsertrag als auch eine KapitalrÃ¼ckzahlungskomponente aufweist. In der Tat ist bei einer solchen Berechnungsweise eine geringe KapitalrÃ¼ckzahlungskomponente vorhanden und Ã¼berwiegt der Zinsanteil. Doch ist eine dauerhafte Rendite von 6% (bzw. insgesamt 12 %) indessen auch bei guter konjunktureller Lage langfristig nicht zu erzielen, weshalb auch von einem Kapitalverzehr ausgegangen werden muss. GemÃ¤ss der VermÃ¶gensÃ¼bersicht der Stiftung D nahm denn auch das VermÃ¶gen in den Jahren vom 31. Dezember 2006 bis 31. Dezember 2009 von Fr. â¦ auf Fr. â¦ ab. Das Gesetz sieht jedoch die Besteuerung der Rentenzahlungen nach einem pauschalen Ansatz vor. In gewissen FÃ¤llen mag die Pauschalisierung die konkreten FinanzierungsverhÃ¤ltnisse nicht genau widerspiegeln, doch wurde dies vom Gesetzgeber bewusst gewÃ¤hlt, um eine mit einem aufwendigen administrativen Aufwand verbundene mathematische Berechnung zu vermeiden.</p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Zuwendung der Stiftung D an die Pflichtige von Fr. â¦ als Leibrente zu qualifizieren, weshalb die RenteneinkÃ¼nfte nur mit 40% steuerbar sind.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Im Weiteren macht die Pflichtige geltend, bei der ihr von der Stiftung C zugeflossenen Fr. â¦ handle es sich ebenfalls um eine lediglich zu 40 % steuerbare Leistung aus einem Leibrentenvertrag. Das Steuerrekursgericht hat zutreffend festgestellt, dass aufgrund der von der Pflichtigen eingereichten Dokumente (GrÃ¼ndungsurkunde vom â¦ und Dokument vom â¦), wonach weder der Name des Stifters noch die Namen der BegÃ¼nstigten erkennbar sind, nicht beurteilt werden kann, ob es sich bei dem zugeflossenen Betrag um EinkÃ¼nfte aus einer Leibrente handelt. Entgegen der Ansicht der Pflichtigen hÃ¤tte es an ihr gelegen, alle UmstÃ¤nde substanziiert darzulegen und zu beweisen, die zu einer reduzierten Besteuerung einer Leibrente von 40 % fÃ¼hren. Die Pflichtige setzt sich denn auch in der Beschwerdeschrift kaum mit der Argumentation der Vorinstanz auseinander. Auch wenn aktenkundig gemÃ¤ss BestÃ¤tigung der Stiftung C vom 1. MÃ¤rz 2010 keine MandatsvertrÃ¤ge zwischen der Pflichtigen und dieser bestehen, so genÃ¼gt dies in keiner Art und Weise, einen Leibrentenvertrag nachzuweisen. Im Weiteren rÃ¼gt die Pflichtige sinngemÃ¤ss, ihr sei das rechtliche GehÃ¶r verweigert worden, indem der das kantonale Steueramt die mÃ¼ndlichen AusfÃ¼hrungen der Pflichtigen nicht protokolliert habe. <span>GemÃ¤ss der AktenfÃ¼hrungspflicht hat die BehÃ¶rde alles in den Akten festzuhalten, was zur Sache gehÃ¶rt und entscheidwesentlich sein kann (BGE 130 II 473 E. 4.1; 124 V 372 E. 3b), sowie alle erstellten, eingereichten und beigezogenen Dokumente zu sammeln und zu ordnen. Insbesondere trifft die BehÃ¶rde auch die ProtokollfÃ¼hrungspflicht. Wie weit die Protokollierungspflicht geht, hÃ¤ngt von den Besonderheiten der Sache und den UmstÃ¤nden des Einzelfalls ab (BGE 124 V 389 E. 3). </span>Die Protokollierungspflicht umfasst nur entscheidwesentliche Vorkommnisse. Es wird nicht geltend gemacht, dass anlÃ¤sslich der mÃ¼ndlichen Verhandlung vom 13. Januar 2011 wesentliche SachverhaltsergÃ¤nzungen erfolgt oder ZugestÃ¤ndnisse seitens des Steueramts gemacht worden sind. Im Weiteren hÃ¤tte die Pflichtige, da die Unterredung noch vor der Einsprache stattgefunden hat, alle Argumente und Beweismittel nochmals in der Einsprache- und Rekursschrift vorbringen kÃ¶nnen. Zudem hat sich weder das kantonale Steueramt noch das Rekursgericht in ihren Entscheiden auf bestrittene Aussagen, die anlÃ¤sslich der Besprechung gemacht wurden, gestÃ¼tzt. Die mangelnde Protokollierung des GesprÃ¤chs vom 13. Januar 2011 stellt somit keine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs dar. Aufgrund des Gesagten ist das Steuerrekursgericht demnach in Bezug auf die aus der Stiftung C zugeflossenen Zuwendungen zu Recht nicht von einer Leibrente ausgegangen und sind diese gemÃ¤ss § 16 Abs. 1 StG zu 100 % steuerbar.</p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Die Pflichtige ist fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuern 2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ (zum Satz von Fr. â¦) und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. â¦ (zum Satz von Fr. â¦) einzuschÃ¤tzen.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Verfahrens vor Steuerrekursgericht und vor Verwaltungsgericht der Pflichtigen zu 1/4 und dem Beschwerdegegner zu 3/4 aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG) und steht der hauptsÃ¤chlich obsiegenden Pflichtigen fÃ¼r beide Verfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Verbindung mit § 152 StG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Urteilstext">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuer 2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ (zum Satz von Fr. â¦) und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. â¦ (zum Satz von Fr. â¦) eingeschÃ¤tzt.</p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Rekurskosten des Steuerrekursgerichts werden der BeschwerdefÃ¼hrerin zu 1/4 und dem Rekursgegner zu 3/4 auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 6'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 120.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 6'120.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin zu 1/4 und dem Beschwerdegegner zu 3/4 auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 10'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung anâ¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>