Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 17. Mai 2023 (810 23 24) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Antrag auf Mandatspersonenwechsel und Aufhebung der Platzierung bzw. Umplatzie- rung / Nichteintreten Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Marku s Clausen, Hans Furer, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Gerichtsschreiber Marius Wehren Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Claus Gawel, Rechts- anwalt gegen Kindes - und Erwachsenens chutzbehörde B.____ , Vorinstanz Betreff Mandatspersonenwechsel / Aufhebung der Platzi erung / Umplatzierung / Nichteintreten (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutz- behörde B.____ vom 22. Dezember 2022) A. A.____ ist die Mutter von C.____ (geb. 2017) und D.____ (geb. 2022). Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) vom 19. August 2019 wurde ihr das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C.____ entzogen u nd dieser wurde im Kinderheim E.____ (nachfolgend: Kinderheim) platziert. Zudem wurde für C.____ eine Erziehungsbeistand- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht schaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 des Schweizerischen Zivil gesetzbuchs (ZGB) vom 10. De- zember 1907 errichtet. Zur Mandatsperson wurde F.____ ernannt. B. Mit Entscheid vom 24. Juni 2022 regelte die KESB de n persönlichen Verkehr zwischen C.____ und A.____ bzw. den Kindseltern neu (Ziff. 1) . Zudem wurde F.____ aus ihrem Amt als Beiständin entlassen und neu G.____ als Mandatsperson eingesetzt (Ziff. 3 und 6). Die von den Kindseltern, vertreten durch Dr. Claus Gawel, Rechtsan walt, am 25. Juli 2022 gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des Kan tonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, vom 18. Januar 2023 (Verfahren Nr. 810 22 156) in der Sache abgewie- sen. C. Mit Eingabe vom 9. August 2022 ersuchte A.____, nac hfolgend vertreten durch Dr. Claus Gawel, Rechtsanwalt, bei der KESB um Ausweitung des Besuchsrechts sowie Errich- tung einer Familienbegleitung. Ebenfalls beantragte sie am 11. August 2022 einen Wechsel der neu eingesetzten Beiständin. Mit Eingabe vom 15. Augu st 2022 ergänzte sie diese Anträge da- hingehend, dass die Heimunterbringung von C.____ aufzu heben bzw. eventualiter das Be- suchsrecht auszuweiten sei. D. Die genannten Anträge wurden von der KESB mit En tscheid vom 29. August 2022 su- perprovisorisch und mit Entscheid vom 29. September 2022 definitiv abgewiesen. Die Be- schwerdeführerin hat dagegen keine Beschwerde erhoben. E. Mit Entscheiden vom 2. November 2022 und 16. Novembe r 2022 wies die KESB er- neute Anträge von A.____ um Erweiterung des persönlich en Verkehrs, Wechsel der Mandats- person sowie Überprüfung des Unterbringungsorts von C. ____ ab. Die fraglichen Entscheide wurden von der Beschwerdeführerin ebenfalls nicht angefochten. F. Mit Eingabe vom 19. Dezember 2022 beantragte A.__ __ erneut die Aufhebung der Heimplatzierung von C.____ sowie einen Wechsel der Ma ndatsperson für C.____. Gleichen- tags ersuchte sie ergänzend um eine Verlegung von C.__ __ in ein anderes Heim, sofern dem Antrag um Beendigung der Unterbringung nicht entsprochen werde. G. Mit Entscheid vom 22. Dezember 2022 trat die Vorinst anz auf die Anträge der Kinds- mutter betreffend Mandatspersonenwechsel sowie Rückplatzi erung respektive Umplatzierung von C.____ nicht ein (Ziff. 1). Auf die Erhebung einer Gebühr wurde verzichtet und festgehalten, dass die Aufwändungen im Zusammenhang mit den verfahren sgegenständlichen Anträgen in- folge Aussichtslosigkeit nicht von der unentgeltlichen Verbeiständung erfasst seien (Ziff. 2). H. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ mit Eingabe vo m 20. Januar 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwal tungsrecht. Sie stellt das Begehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben (Ziff. 1); das Mandat der Beiständin für den Sohn C.____ sei per 31. Januar 2023 aufzuheben und der Vorinstanz sei aufzutragen, per 1. Februar 2023 eine geeignete Person als Beiständin im gleichen Aufgabenbereich zu bestellen (Ziff. 2); die Fremdplatzierung des Sohnes C.____ sei per 31. Januar 2023 aufzuheben (Ziff. 3); Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht eventualiter sei per 1. Februar 2023 eine Umplatzierun g in ein anderes Heim in einem der bei- den Basler Halbkantone an drei Tagen pro Woche anzuord nen und für zwei Tage pro Woche eine Familienbegleitung einzurichten (Ziff. 4); der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege für dieses Verfahren zu gewähren und der Unterzeichner sei ihr als Beistand bei- zuordnen (Ziff. 5). I. In ihrer Vernehmlassung vom 10. März 2023 beantrag t die Vorinstanz, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. J. Mit Verfügung vom 20. März 2023 wurde der Fall un ter Beizug der Akten des Verfah- rens Nr. 810 22 156 der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 3 14 Abs. 1 ZGB kann gegen Ent- scheide der Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständige n Gericht erhoben werden. Zu- ständiges Gericht im Sinne dieser Bestimmung ist nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Ein- führung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 das Kantonsgericht, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Das Verfahren r ichtet sich nach Art. 450 ff. ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltu ngsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Ver- fahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein recht- lich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist als Verfa hrensbeteiligte ohne weiteres zur Be- schwerde legitimiert. 2. Nach Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachve rhalts (Ziff. 2) sowie die Unange- messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3.1 Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Vorinst anz zu Recht auf die Anträge der Be- schwerdeführerin auf Mandatspersonenwechsel für ihren Sohn C.____ sowie auf dessen Rück- platzierung respektive Umplatzierung nicht eingetreten ist. 3.2.1 Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, der Antrag der Beschwerdeführerin auf Man- datspersonenwechsel zeichne sich ein weiteres Mal durch die Weiterleitung pauschaler Vorwür- fe subjektiver Natur aus, welche bereits im Detail behandelt worden seien. Da zusätzlich bereits ein Beschwerdeverfahren in Bezug auf diese Thematik hängig sei, sei auf den Antrag nicht ein- zutreten und die Kindsmutter erneut auf ihre Mitwirkun gspflicht hinzuweisen. Ähnliches gelte in Bezug auf den erneuten Antrag auf Rückplatzierung res pektive Umplatzierung von C.____. Auch diesbezüglich sei schon mehrmals begründet worde n, weshalb zum jetzigen Zeitpunkt keine Wiedererteilung des Aufenthaltsbestimmungsrechts erf olgen könne. C.____ scheine sich Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht aktuell durch das Verhalten der Kindsmutter vermehrt in einem Loyalitätskonflikt zu befinden und auch die Geburt seines Bruders D.____ dürfte bei ih m für zusätzliche Verunsicherungen gesorgt haben. Diese Gegebenheiten bestünden jedoch u nabhängig von der Unterbringung im Kinderheim E.____, und bei einer Änderung des Unter bringungsorts ausserhalb des mütterli- chen Haushalts würde C.____ nur eine weitere Konstant e entzogen werden, was seinen Lei- densdruck nochmals zusätzlich erhöhen würde. Die Situatio n von C.____ sei zwar laufend zu überprüfen. Aktuell würden jedoch betreffend den Antr ag auf Rückplatzierung respektive Um- platzierung keine genügenden Gründe vorgebracht, welche über die in den letzten Entscheiden der KESB ausführlich behandelten Gründe hinausgingen. Auch auf diesen Antrag sei somit nicht einzutreten. 3.2.2 Die Beschwerdeführerin macht zusammengefasst gel tend, die Vorinstanz weigere sich, zur Kenntnis zu nehmen, dass im mütterlichen Haushalt ke ine Gefahren für den Sohn C.____ bestünden. Seit der Ausschaffung des Kindsvaters im Augu st 2022 habe sich die Situation voll- ständig beruhigt. Im Weiteren führt sie aus, nicht al le Einschätzungen aus dem Helfernetzwerk hätten Eingang in die Akten gefunden. Vielmehr handl e es sich um eine Negativsammlung zur Aufrechterhaltung einer ertragsmaximierten Unterbringu ng in einer als Aktiengesellschaft orga- nisierten Einrichtung. Zudem verweist sie auf Aussagen einer langjährigen Sachbearbeiterin der Sozialhilfe, wonach sie ihre Kinder mit einer Begleit ung gut betreuen könnte. Hinsichtlich des Mandatspersonenwechsels führt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen das zerrüttete Ver- hältnis zur Mandatsperson an. Weiter macht sie geltend, die Mandatsperson sei selbst um ei- nen Wechsel bemüht und ein solcher scheitere nach Ausku nft der Beiständin des Sohnes D.____ einzig aus Kapazitätsgründen. 3.2.3 In der Vernehmlassung entgegnet die Vorinstanz zusammengefasst, die Beschwerde- führerin beschränke sich in ihren Ausführungen nicht auf den Streitgegenstand des vorliegen- den Verfahrens. Namentlich behaupte sie die Willkür des Nichteintretensentscheids, ohne sich auch nur ansatzweise mit den Erwägungen des angefochten en Entscheids auseinanderzuset- zen. Insofern sei fraglich, ob die Anforderungen an di e Beschwerdebegründung erfüllt seien, zumal es sich nicht um eine Laienbeschwerde handle. Dar über hinaus präsentierten sich die pauschalen und unsubstantiierten Vorwürfe als nicht nachv ollziehbar und aktenwidrig. Es be- stünden mehrere rechtskräftige Entscheide, welche sich z u den Gründen für die Platzierung und die Ablehnung des Mandatsträgerwechsels geäussert hä tten. Diese seien in gedrängter Form auch im angefochtenen Entscheid wiedergegeben worden. 3.3.1 Gemäss Art. 450 Abs. 3 ZGB ist die Beschwerde bei m Gericht schriftlich und begrün- det einzureichen. Nach der Lehre und Rechtsprechung dür fen an Antrag und Begründung na- mentlich bei Laienbeschwerden keine überhöhten Anforde rungen gestellt werden. Es reicht aus, wenn aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist, in welchen Punkten und weshalb der ange- fochtene Entscheid beanstandet wird. Die Begründung braucht nicht zuzutreffen, sie muss aber immerhin sachbezogen sein. Namentlich muss sie sich wenigs tens in minimaler Form mit den Erwägungen im angefochtenen Entscheid auseinandersetze n, damit ersichtlich wird, weshalb der angefochtene Entscheid unrichtig sein soll (vgl. L ORENZ DROESE , in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 6. Aufl., Basel 2018, N 42 zu Art. 450; Urteil Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Bundesgerichts 5A_922/2015 vom 4. Februar 2016 E. 5 .1; M ICHEL DAUM , in: Ruth Her- zog/Michel Daum [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs- rechtspflege des Kantons Bern, 2. Aufl., Bern 2020, N 22 zu Art. 32). Eine Auseinandersetzung lediglich mit der materiellen Seite des Falles ist nicht sachbezogen, wenn die Vorinstanz aus formellen Gründen einen Nichteintretensentscheid gefä llt hat (vgl. BGE 118 Ib 134 E. 2; D AUM , a.a.O., N 27 zu Art. 32). 3.3.2 Die Beschwerdeführerin wiederholt in ihrer Besch werde weitgehend die bereits im vor- instanzlichen Verfahren vorgetragene Argumentation. Sie macht geltend, dass das Vertrauens- verhältnis zur Mandatsperson zerrüttet sei und deshalb eine neue Beistandsperson zu bestellen sei. Zudem habe sich die Situation im Haushalt der Be schwerdeführerin beruhigt, weshalb eine Rückplatzierung von C.____ vorzunehmen sei. Eine Auseina ndersetzung mit den Gründen, welche aus Sicht der Vorinstanz zum Nichteintreten auf d ie Anträge der Beschwerdeführerin führte, lässt sich der Beschwerde indes nicht entnehmen. S oweit die Beschwerdeführerin gel- tend macht, das Nichteintreten sei "willkürlich", unterlässt sie es, diese Rüge unter Bezugnahme auf den angefochtenen Entscheid zu begründen. Ebenfal ls enthält die Beschwerde hinsichtlich der Verweigerung der unentgeltlichen Verbeiständung durch die Vorinstanz keinerlei sachbezo- gene Begründung. Vor diesem Hintergrund erscheint fra glich, ob die Beschwerde in Bezug auf den Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens den Anforderungen an die Begründung (E. 3.3.1 hiervor) zu genügen vermag und ob darauf e ingetreten werden kann. Die Frage kann offenbleiben, da die Beschwerde – wie nachfolgend auf zuzeigen ist – ohnehin abzuweisen ist. 4.1 Wie bereits ausgeführt (E. 3.2.1 hiervor), ist di e Vorinstanz auf die erneuten Anträge der Beschwerdeführerin im Wesentlichen mit der Begründ ung nicht eingetreten, dass gleichge- lagerte Anträge bereits mehrfach rechtskräftig abgewie sen worden seien und die Beschwerde- führerin keine ausreichenden Gründe geltend mache, welch e eine Neubeurteilung rechtfertigen würden. 4.2.1 Verändern sich die Verhältnisse, so sind die Massna hmen zum Schutz des Kindes der neuen Lage anzupassen (Art. 313 Abs. 1 ZGB). Jede Abän derung von Kindesschutzmassnah- men setzt eine dauernde und erhebliche Veränderung de r Gegebenheiten voraus und bedingt bis zu einem gewissen Grad eine Prognose über die künf tige Entwicklung der massgebenden Umstände (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_941/2020 vo m 10. Dezember 2020 E. 2.1 mit Hinweis). Ob eine erhebliche Änderung der Verhältnisse bejaht werden kann, ist eine Ermes- sensfrage, über welche die zuständige Behörde nach Rech t und Billigkeit zu entscheiden hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5C.137/2006 vom 23. Aug ust 2006 E. 1). Die Anpassung ge- schieht von Amtes wegen, auf Anzeige oder auf Antrag de r Betroffenen hin (vgl. M ICHELLE COTTIER , in: Büchler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar Schweizerische s Zivilgesetzbuch, 2. Aufl., Basel 2018, N 2 zu Art. 313). 4.2.2 Gemäss den Akten stellte die Beschwerdeführerin b zw. ihr Rechtsvertreter mit Eingabe vom 11. August 2022 einen Antrag auf Mandatsträgerwechs el, wobei sie zur Begründung auf ein gestörtes Vertrauensverhältnis zur Beiständin verwies. Am 15. August 2022 beantragte die Beschwerdeführerin zudem die Aufhebung der Heimunter bringung von C.____. Zur Begrün- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung machte sie im Wesentlichen geltend, dass die Fremdplatzierung dem Kind schade und sie in der Lage sei, die Erziehung des Kindes mit der fla nkierenden Massnahme einer Familienbe- gleitung zu übernehmen. Ausserdem führte sie aus, dass sic h die Übergänge zurück ins Kin- derheim schwierig gestalteten. Die Vorinstanz wies die entsprechenden Anträge mit Entscheid vom 29. September 2022 ab. Sie legte hinsichtlich des Antrags auf Beistandswechsel einläss- lich dar, weshalb sie die von der Beschwerdeführerin gegen die Beiständin erhobenen Vorwürfe als unbegründet erachte und diese ihre Aufgaben ordnu ngsgemäss ausführe. Gleichzeitig er- wog sie, dass bei geltend gemachtem Vertrauensverlust b zw. gestörter Beziehung zur Bei- standsperson Vorsicht bei der Beurteilung und Zurückhaltu ng bei der Entlassung geboten sei, zumal diese Gründe vielfach Teil des Problems seien. Im Weiteren befasste sie sich ausführlich und unter Verweis auf das Gutachten der Universitären P sychiatrischen Kliniken Basel (UPK) vom 12. April 2022 mit der Angemessenheit der Heimunte rbringung von C.____. Diesbezüglich führte sie aus, dass die Aufhebung der Fremdplatzierung aufgrund der eingeschränkten Erzie- hungsfähigkeit der Kindsmutter zum aktuellen Zeitpunkt nicht in Betracht falle bzw. nachhaltige Verbesserungen in der Erziehungsfähigkeit voraussetzen wür de. Die Beschwerdeführerin hat es unterlassen, den Entscheid der Vorinstanz vom 29. Se ptember 2022 anzufechten. Stattdes- sen stellte sie bereits am 8. November 2022 erneute Ant räge auf Wechsel der Mandatsperson und Überprüfung der Platzierung. In Bezug auf die Pla tzierung monierte die Beschwerdeführe- rin neu einen "strukturellen Zielkonflikt" dahingehend, dass das Kinderheim als gewinnorientier- te Aktiengesellschaft organisiert sei, und ersuchte sinngem äss um eine alternative Unterbrin- gung. Die genannten Anträge wurden von der Vorinstan z mit Entscheid vom 16. November 2022 abgewiesen. Zur Begründung verwies die Vorinstanz auf ihren Entscheid vom 29. Sep- tember 2022 und hielt fest, dass die Beschwerdeführeri n keine neuen Erkenntnisse vorbringe, welche eine Neubeurteilung rechtfertigen würden. In B ezug auf den Antrag auf Beistandswech- sel verwies sie zusätzlich auf das hängige Beschwerdeverf ahren vor Kantonsgericht (Verfahren Nr. 810 22 156). Ausserdem verneinte sie das Vorliegen eines Zielkonflikts hinsichtlich der Or- ganisationsform des Kinderheims als Aktiengesellschaft, z umal damit die Qualität respektive Fachkompetenz der Institution nicht in Frage gestellt werde. Auch der Entscheid der Vorinstanz vom 16. November 2022 blieb unangefochten. 4.2.3 Mit Eingabe vom 19. Dezember 2022 beantragte die Beschwerdeführerin ein weiteres Mal einen Wechsel der Mandatsperson für ihren Sohn sowie dessen Rückplatzierung bzw. Um- platzierung. Hinsichtlich des Antrags auf Mandatsträger wechsel verwies sie "erneut auf die un- tragbare Situation" mit der Beiständin sowie auf angebliche "Kleiderspenden" der Beiständin "an der Mutter vorbei". Bezüglich des Antrags auf Rückplatzieru ng bzw. Umplatzierung führte sie insbesondere einen gescheiterten Übergang von C.____ in s Kinderheim an, bei welchem es sich um ein "Novum und um eine weitere Eskalationsstufe" handle. Ausserdem führte sie aus, der Vorinstanz sei bereits bekannt, dass das Kind im Hei m leide, während im mütterlichen Haushalt keine Gefahr für das Kindeswohl drohe und ein e weitere Unterbringung daher nicht erforderlich sei. Schliesslich verwies sie auf einen fragw ürdigen Wortschatz von C.____ und machte geltend, dieser solle eine Ärztin geschlagen hab en. Mit ihren Ausführungen erneuerte die Beschwerdeführerin zum wiederholten Mal ihre Einw ände gegen die Mandatsperson und die Heimunterbringung ihres Sohns. Wie aufgezeigt (E. 4.2.2 hiervor), hatte sich die Vorinstanz mit den damit verbundenen Fragen bereits in früheren Entscheiden vertieft auseinandergesetzt Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht und entsprechende Anträge der Beschwerdeführerin abge wiesen. Eine diesbezügliche umfas- sende Neubeurteilung wäre somit lediglich für den Fal l einer wesentlich veränderten Sachlage vorzunehmen gewesen. Eine solche wurde von der Vorinsta nz zu Recht verneint. Die von der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem Antrag auf Mandatsträgerwechsel angeführten "Kleiderspenden" der Beiständin "an der Mutter vorbei " widerspiegeln im Wesentlichen das Misstrauen der Kindsmutter gegenüber der Mandatsperson . Dass das gestörte Verhältnis der Kindsmutter zur Beiständin ihres Sohns keinen Grund für einen Mandatsträgerwechsel darstellt, hatte die Vorinstanz jedoch bereits mehrfach und mit ausführlicher Begründung entschieden. Weiter ist festzustellen, dass der Wechsel der Mandatsperso n Gegenstand des vor Kantonsge- richts hängigen Verfahrens Nr. 810 22 156 bildete, we shalb die Vorinstanz auf den Antrag auf Mandatsträgerwechsel auch unter diesem Gesichtspunkt zu R echt nicht eingetreten ist. Was den erneuten Antrag auf Rückplatzierung bzw. Umplatzier ung anbelangt, so verwies die Be- schwerdeführerin gemäss eigener Aussage auf "bereits bekan nte" Umstände, welche mithin von vornherein keine geänderte Sachlage begründen ko nnten. Der Vorinstanz war zudem be- kannt, dass sich die Übergänge von C.____ ins Kinderheim schwierig gestalten (E. 4.2.2 hier- vor), und geänderte Umstände lagen somit auch bezüglich des von der Beschwerdeführerin angeführten gescheiterten Übergangs von C.____ ins Ki nderheim nicht vor. Dasselbe gilt in Bezug auf das geltend gemachte auffällige bzw. aggressi ve Sozialverhalten von C.____, wel- ches im Gutachten der UPK ausführlich thematisiert word en war. Hinsichtlich der Frage des Unterbringungsorts ist festzustellen, dass die Vorinstanz bereits einen Antrag der Beschwerde- führerin auf (alternative) Unterbringung ausserhalb eines als gewinnorientierte Aktiengesell- schaft organisierten Heims beurteilt hatte (E. 4.2.2 hi ervor). Die Vorinstanz ist auf den Antrag auf Umplatzierung zudem insofern inhaltlich eingegange n, als sie ausführte, die von der Be- schwerdeführerin angeführten Gegebenheiten bestünden u nabhängig vom Kinderheim E.____ und C.____ würde mit der Änderung des Unterbringungso rts ausserhalb des mütterlichen Haushalts eine weitere Konstante entzogen, was seinen Leidensdruck zusätzlich erhöhen wür- de. Mit dieser schlüssigen Beurteilung setzt sich die Besc hwerdeführerin vor Kantonsgericht nicht ansatzweise auseinander. Vielmehr beschränkt sie sic h darauf, zum wiederholten Mal die Organisationsform des Kinderheims als (gewinnorientierte) Aktiengesellschaft zu monieren. Wie ausgeführt (E. 4.2.2 hiervor), hat die Vorinstanz dies en Aspekt bereits beurteilt, ohne dass diesbezüglich geänderte Umstände ersichtlich sind. Soweit die Beschwerdeführerin im Verfah- ren vor Kantonsgericht neu auf Aussagen einer Sachbearbe iterin der Sozialhilfe sowie der Bei- ständin des Sohnes D.____ verweist, handelt es sich um Sac hverhalte, welche sich nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids zugetragen haben und welchen hinsichtlich der Frage, ob die Vorinstanz zu Recht auf die Anträge der Beschwerdefü hrerin nicht eingetreten ist, grund- sätzlich keine Relevanz zukommt. Im Übrigen ist nicht ersich tlich, inwiefern die genannten – nicht weiter belegten – Einschätzungen bzw. Aussagen in B ezug auf die Fragen der Heimun- terbringung und der Mandatsperson eine relevante Än derung der Sachumstände begründen könnten. 4.2.4 Nach dem Gesagten ist der Entscheid der Vorinstan z, auf die Anträge der Beschwer- deführerin mangels veränderter Sachlage nicht einzutr eten bzw. diesbezüglich keine umfas- sende Neubeurteilung vorzunehmen und die unentgeltliche Verbeiständung infolge Aussichtslo- sigkeit zu verweigern, nicht zu beanstanden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuwei sen ist, soweit darauf einzutreten ist. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 2 0 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist das Verfah- ren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrensko sten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der ganz oder teilweise unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Ve rfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- sind ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin a ufzuerlegen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). 6.2.1 Die Beschwerdeführerin stellt das Gesuch um unen tgeltliche Prozessführung und Ver- beiständung. 6.2.2 Gemäss § 22 Abs. 1 VPO wird eine Partei auf ih r Begehren von der Bezahlung der Verfahrenskosten und der Kosten von Beweismassnahmen befre it, wenn ihr die nötigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraus- setzungen wird einer Partei der kostenlose Beizug eines Anwaltes bzw. einer Anwältin gewährt, sofern dies zur Wahrung ihrer Rechte als notwendig e rscheint (§ 22 Abs. 2 VPO). Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde als aussichtslos zu qualifizieren, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Ver beiständung wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiber