Abteilung IV D-7815/2008 {T 0/2} U r t e i l v o m 6 . M a i 2 0 1 0 Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richter Bruno Huber, Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann. A._______, geboren (...), Jemen, deren Ehemann B._______, geboren (...), Jemen, alias C._______, geboren (...), Irak, und deren Kinder D._______, geboren (...), Jemen, E._______, geboren (...), Jemen, F._______, geboren (...), Jemen, G._______, geboren (...), Jemen, alle vertreten durch Tilla Jacomet, (...), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM) , vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Asyl; Verfügung des BFM vom 4. November 2008 / N _______. B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandD-7815/2008 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge hat die Beschwerdeführerin (A._______) – eine jemenitische Staatsangehörige aus H._______ – zusammen mit ihrer ältesten Tochter (D._______) Jemen am 25. Mai 2001 verlassen und ist über I._______ nach J._______ geflogen. Sie sei mit einem gefälschten europäischen Reisepass am 26. Mai 2001 in die Schweiz eingereist und hat zwei Tage später, am 28. Mai 2001, ihr Asyl gesuch eingereicht. Der Beschwerdeführer (B._______) – ebenfalls ein jemeniti scher Staatsangehöriger aus H._______ – sei ihr gefolgt und am 4. Juni 2001 über den Flughafen von K._______nach L._______ geflogen. Am 5. Juni 2001 sei er mit dem Zug in die Schweiz eingereist, wo er gleichentags ein Asyl gesuch stellte. B. Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei seit 1994 Mitglied der nach dem Bür - gerkrieg im Ausland gegründeten oppositionellen Organisation (...)(...) gewesen, für welche er in Je men Flug blätter verteilt habe. Im Februar 1995 hätten ihn die jemeniti schen Sicherheitsbehörden festgenommen. Im Juli 1995 sei er auf Kaution freigelassen worden und im September 1995 nach M._______ ausge reist, wo er sich bis zu seiner Ausreise nach N._______ im März 1997 aufgehalten habe. In N._______ habe er unter (...) ein Asylgesuch gestellt, welches er mit der Verfolgung durch das damalige (...) begründet habe. Im Oktober 1999 sei auch die Beschwerdeführerin nach N._______ gekommen und habe sich dort zusammen mit dem Beschwerdeführer und ih rer ältesten Tochter aufgehalten. Im Februar 2000 sei die Familie nach Jemen zurückgeschafft worden, nachdem den (...) die tatsächliche Identität des Beschwerdeführers bekannt geworden sei. Bei der Ankunft auf dem Flughafen von K._______sei der Beschwerdefüh rer verhaftet worden, da er während seiner Landesabwesenheit zu 12 Jahren Haft verurteilt worden sei. Die jemenitischen Behörden hätten ihm zudem vorgeworfen, er be absichtige, in Jemen Sabotageakte durchzuführen. Während eines Ge fangenentransportes im August 2000 habe der Beschwerdeführer nach H._______ fliehen können. Bis zu seiner Ausreise aus Jemen habe er sich im Heimatdorf seiner Familie versteckt. Nach der Flucht des Beschwerdeführers sei die Beschwer deführerin auf dem Polizeiposten in H._______ ca. zwei Stunden lang be fragt und in der Folge mehrmals von den Angehörigen Seite 2D-7815/2008 der Sicherheits organe, zuletzt ca. zwei Wochen vor ihrer Ausreise, zu Hause aufge sucht und nach dem Aufenthalt ihres Ehemannes befragt worden. Aus diesen Gründen habe sie Jemen am 25. Mai 2001 verlassen. C. Mit Verfügung vom 22. Januar 2003 wies das BFF die Asylgesuche der Beschwerdeführenden wegen fehlender Glaubhaftigkeit ihrer Vor - bringen ab und ordnete deren Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. D. Die damalige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) hiess mit Urteil vom 11. Mai 2005 eine gegen diese Verfügung erhobenen Be - schwerde gut, hob die angefochtene Verfügung des BFM auf und wies das Verfahren zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurück. E. Am 31. Mai 2007 ersuchte das BFM die Schweizerische Vertretung in O._______ um Überprüfung der von den Beschwerdeführenden eingereich ten Dokumente, welche diese als polizeiliche Vorladungen und Urteilsschrift bezeichnet hätten. Ferner ersuchte die Vorinstanz die Vertretung um Auskunft, ob in Jemen gegen die Beschwerde- führenden Strafverfahren geführt worden seien und ob sie sich nach Februar 2000 dort aufgehalten hätten. F. Mit Eingabe vom 3. September 2008 reichten die Beschwerdeführen - den eine Bestätigung einer in P._______ ansässigen Exil organisation sowie Internetauszüge mit Fotos und Namensnennung des Beschwerde führers (B._______) als Beweismittel zu den Akten. G. Mit Schreiben vom 11. September 2008 gewährte das BFM den Be - schwerdeführenden das rechtliche Gehör zu den am 13. August 2008 bei der Vorinstanz eingegangenen Abklärungsergebnissen der Schwei - zerischen Vertretung in O._______. Die Beschwerdeführenden nahmen am 17. September 2008 dazu Stellung. H. Die Beschwerdeführenden nahmen am 17. September 2008 dazu Stellung. Seite 3D-7815/2008 I. Mit Verfügung vom 4. November 2008 – eröffnet am 5. November 2008 – wies das Bundesamt die Asylgesuche der Beschwerdeführen - den ab und ordnete deren Wegweisung an. Anstelle des Vollzugs ord - nete es jedoch wegen Unzumutbarkeit der Wegweisung die vorläufige Aufnahme an. Zusammenfassend führte das BFM aus, dass die Vor - bringen der Beschwerdeführenden den Anforderungen an die Glaub - haftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standhielten. Demzufolge erfüllten sie die Flücht- lingseigenschaft nicht, so dass ihre Asylgesuche abzulehnen seien. J. Mit Eingabe vom 5. Dezember 2008 liessen die Beschwerdeführenden beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei die Flüchtlings - eigenschaft anzuerkennen und ihnen Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft aufgrund vorliegender Nachflucht gründe zu bejahen und ihnen die vorläufige Aufnahme gemäss Art. 83 Abs. 8 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslände- rinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) zu erteilen. In prozessualer Hinsicht sei die unentgeltliche Prozessführung zu ge währen, insbeson - dere sei von einer Kostenvorschusspflicht abzu sehen. Auf die Begrün - dung der Beschwerde sowie die zahlreich ein gereichten Beweisakten wird, soweit entscheidwesentlich, in den Er wägungen eingegangen. K. Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichter vom 12. Dezember 2008 wurde den Beschwerdeführenden mitgeteilt, dass auf das Erhe - ben eines Kostenvorschusses (vgl. Art. 63 Abs. 4 des Bun desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsver fahren [VwVG, SR 172.021]) verzichtet und über das Gesuch um Ge währung der unent - geltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG im Endentscheid befunden werde. Überdies werde darauf hin gewiesen, dass bis anhin der erforderliche Nachweis der Bedürftigkeit nicht er - bracht worden sei. Schliesslich wurde das BFM zur Vernehmlassung aufgefordert. L. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Januar 2009 beantragte die Vor- instanz die Abweisung der Beschwerde. Der Instruktionsrichter stellte Seite 4D-7815/2008 den Beschwerdeführenden am 12. Januar 2009 die Vernehmlassung zur Kenntnisnahme zu. M. Die inzwischen neu vertretenen Beschwerdeführenden liessen mit Schreiben vom 19. November 2009 weitere Beweismittel zu den Akten reichen, welche das exponierte exilpolitische Engagement des Be- schwerdeführers (B._______) untermauern würden. N. Mit Telefaxeingabe vom 2. Dezember 2009 teilte die frühere Rechts - vertreterin der Beschwerdeführenden dem Bundesverwaltungsgericht ihre erneute Mandatsübernahme mit. O. Mit Schreiben vom 21. Januar 2010 liessen die Beschwerdeführenden weitere Beweismittel zu den Akten reichen, welche das exilpolitische Wirken des Beschwerdeführers in der Schweiz belegen würden. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungs- gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vor - instanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betref - fende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bun - desverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vor - liegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls end - gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichts- gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG). Die Beschwerdefüh - renden sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und Seite 5D-7815/2008 haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs - weise Änderung; sie sind daher zur Einreichung der Be schwerde legiti - miert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner - kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei - ner bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An- schauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei - sen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft ge macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein - lichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wider - sprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 4.1.1 Die Vorinstanz führt zur Begründung ihres ablehnenden Asylent - scheides aus, der Beschwerdeführer (B._______) habe sich nach seiner erstmaligen Ausreise aus Jemen vorerst vom September 1995 bis März 1997 in M._______ aufgehalten. Trotz an geblicher Verfolgung im Heimatland habe er in M._______ jedoch kein Asylgesuch gestellt. Seine Erklärung für dieses Verhalten, in M._______ gebe es keine Menschenrechte, könne nicht gehört werden (vgl. Akten BFM A4, S. 7 [recte: A7, S. 7; Anmerkung des Seite 6D-7815/2008 Bundesverwaltungsgerichts: Die Vor instanz hat das Befragungsprotokoll des Beschwerdeführers fälschlicherweise in der Verfügung vom 4. November 2008 durchgehend mit A4 anstatt A7 zitiert. Im hier vorliegenden Urteil wird des halb als Quel lenangabe für dieses Aktenstück jeweils A7 angegeben.]). Seit März 1997 habe er dann in N._______ gelebt, wo er unter falscher Identitätsangabe ein Asylgesuch gestellt habe (vgl. A7, S. 4; A17, S. 5). Anlässlich der Anhörung habe der Beschwerdeführer nicht plausibel zu erklären vermocht, weshalb er sich in N._______ fast drei Jahre lang für einen (...) ausgegeben und die (...) über seine Asylgründe getäuscht habe. Vor diesem Hintergrund stehe jedoch fest, dass der in seinem Heimatland angeblich ver folgte Beschwerdeführer es während seines insgesamt fast viereinhalbjährigen Aufenthaltes in M._______ und N._______ unterlas sen habe, den dortigen Be hörden seine Identität offenzulegen. In N._______ habe er zudem falsche Asylgründe vorgespiegelt. Ein solches Verhalten sei mit demjenigen einer tatsächlich verfolgten Per son unver einbar und lasse erhebliche Zweifel an der Glaubhaftig keit sämtlicher Vorbringen des Beschwerdeführers aufkommen. Falls dieser in Jemen verfolgt gewesen wäre, hätte er bereits in N._______ ein erhebliches Interesse daran gehabt, die Wahrheit zu sagen und damit auch seine wahre Identität preiszugeben. Der Be schwerdeführer wolle fer ner von seiner während seines Aufenthaltes in N._______ erfolg ten Ver urteilung in Jemen erst bei seiner Ankunft in K._______im Februar 2000 erfahren haben. Diese Aussage er scheine realitäts fremd, sei doch anzunehmen, dass eine Verurteilung zu 12 Jahren Haft seiner Familie oder seiner Frau, welche sich bis im Oktober 1999 in Jemen auf gehalten habe, nicht unbekannt geblieben wäre. Es sei in diesem Fall davon auszugehen, dass diese Information umgehend an ihn wei tergeleitet worden wäre. Den Aussagen des Be schwerdeführers sei zu dem zu entnehmen, die jemenitischen Sicher heitsbehörden hät ten bei ihm vor seiner Festnahme im März 1995 drei regierungskriti sche Schriften gefunden. Sein Vater habe trotzdem er reicht, dass er im Juli 1995 freigelassen worden sei. Aufgrund der bei ihm gefunde nen Schriften sei er später in Abwesenheit zu einer Haft strafe von 12 Jahren verurteilt worden (vgl. A17, S. 8 f.). Falls die sichergestellten Beweismittel tatsächlich zu einer solchen Anklage ge führt hätten, wäre jedoch eine Freilassung gegen Kaution nicht nachvollziehbar. Derart gutgläubiges Verhalten entspreche nicht der Operations weise der je menitischen Strafverfolgungs behörden. Falls etwas gegen den Be schwerdeführer im Zusammen hang mit staatsfeindlichen Aktivi täten vorgelegen wäre, Seite 7D-7815/2008 hätten ihn die Strafverfolgungsbehörden mit Sicher heit nicht gegen die Leistung einer Kaution freigelassen. Nicht nur die Aussagen des Be - schwerdeführers über seine Festnahme im März 1995 seien realitäts - fremd, sondern auch diejenigen über seine angeb liche Flucht während der Verlegung nach H._______ im August 2000. Seine Schilderungen über die ihm während eines Gefangenentrans ports ge glückte Flucht vermöchten nicht zu überzeugen. Diese angeb lich dank der Hilfe eines von seinem Vater bestochenen Offiziers er folgte Befrei ung hätte un - weigerlich zur Festnahme und Verurteilung dieses Offi ziers und der übrigen Trans portbewachung geführt. Ein für den Gefan - genentransport ver antwortlicher Offizier hätte ein solch er hebliches Ri - siko wohl kaum auf sich genommen. (vgl. A17, S. 13 f.) . Die Beschwerdeführerin (A._______) habe bei der Anhörung zu Pro - tokoll gegeben, sie sei nach der Flucht ihres Ehemannes (des Be- schwerdeführers) im August 2000 von den Angehörigen der jemeniti - schen Sicherheitskräfte wiederholt belästigt worden (vgl. A16, S. 4) . Angesichts der Festnahme des Beschwerdeführers im Jahre 1995 und seiner anschliessenden Verurteilung in Abwesenheit, sei es jedoch er - staunlich, dass sich die Sicherheitskräfte erst seit August 2000 bei der Beschwerdeführerin nach dem Aufenthaltsort ihres Ehemannes erkun - digt hätten. Durch diese realitätsfremden Aussagen der Beschwerdeführenden würden die bereits vorhandenen Zweifel an der Glaubhaftigkeit der von ihnen geltend gemachten Festnahmen und der Verurteilung des Beschwerdeführers erhärtet. 4.1.2 Der Beschwerdeführer habe zudem in wesentlichen Punkten seines Sachvortrags widersprüchliche Angaben gemacht. Bei der Be - fragung habe er ausgesagt, er sei auf dem Flug aus N._______ nach Jemen im Februar 2000 von den Sicherheitsbeamten begleitet worden, welche nach der Ankunft in K._______seinen Reisepass den jemenitischen Beamten abgeben hätten (vgl. A7, S. 4). Während der Anhörung habe er jedoch zu Protokoll gegeben, er sei freiwillig in seine Heimat zurückgekehrt und seine Papiere seien den jemenitischen Beamten von einer Stewardess übergeben worden (vgl. A17, S. 5 und 8) . Obwohl er noch bei der Befragung im Transitzentrum das Datum seiner Flucht während seiner Gefangenschaft in Jemen anlässlich eines Gefangenentransportes im August 2000 genau habe angeben können, habe er sich anlässlich der kantonalen Anhörung an Seite 8D-7815/2008 dieses Datum nicht mehr erinnern können (Anmerkung des Bundes - verwaltungsgerichtes: Das BFM führte in seiner Verfügung vom 4. November 2008 an dieser Stelle fälschlicherweise die Rückkehr nach Jemen an). Auf diesen Umstand angesprochen, habe er erwidert, bei der Anhörung "ungefähr" gesagt zu haben. Diese Aussage des Be - schwerdeführers sei jedoch aktenwidrig (vgl. A7, S. 6; A17, S. 5). 4.1.3 Zur Untermauerung seiner Vorbringen habe der Beschwerdefüh - rer von ihm als polizeiliche Vorladungen beziehungsweise als Ge- richtsurteil bezeichnete Schriftstücke eingereicht. Angesichts seiner Aussage bei der Befragung im Transitzentrum, er könne die Unterla - gen für seine Verurteilung nicht beschaffen, da politische Urteile in Je - men nicht abgegeben würden, erscheine es somit zumindest erstaun - lich, dass er einige Jahre später doch noch ein Urteil habe einzurei - chen vermocht (vgl. A7, S. 6). Dieses im Be schwerdeverfahren nach - gereichte Urteil ändere nichts an der geringen Glaubhaftigkeit der Vor - bringen des Beschwerdeführers. Gemäss Rechtsprechung des Bun - desverwaltungsgerichts (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D- 5981/2008 vom 7. Oktober 2008) gelte es dabei vorauszuschicken, dass beispielsweise in Jemen Imitate in der Erscheinungsform von amtlichen Dokumenten ohne grösseren Aufwand gegen Bezahlung zu erwerben seien. Angesichts dieser notorischen Tatsache sei Dokumen - ten entsprechenden Ursprungs ungeachtet der Ausstattung mit ver- meintlichen Echtheitsmerkmalen wie Stempeln, Unterschriften, Mar- ken, Aufbau oder Briefköpfen grundsätzlich mit Zurückhaltung zu be - gegnen. Was das Heimatland der Beschwerde führenden im Speziellen betreffe, so würden nach Kenntnis des Ge richts in Jemen sehr viele Dokumente gefälscht, und gegen einen be stimmten Geldbetrag seien auch fast alle Stempel erhältlich. Bereits vor diesem Hintergrund müs - se die Authentizität des eingereichten "Urteils" bezweifelt werden, zu - mal dessen nachträgliche Besorgung dem Vater des Beschwerdefüh - rers, welcher durch Bestechung bereits seine Freilassung und seine Flucht aus der Haft habe ermöglichen können, durchaus zuzutrauen wäre. Vor diesem Hintergrund würden sich die Ergebnisse der Ermitt - lungen der Schweizerischen Vertretung in O._______, welche dem Be - schwerdeführer bereits mitgeteilt worden seien, für ihn nachteilig aus - wirken. Auch das eingereichte "Urteil" sei mit vermeintlich authenti- schen Unterschriften und Stempeln ausgestattet. Ein authentisches Urteil müsste jedoch in den ent sprechenden Registern des zuständi - gen Gerichts auf jeden Fall auch eingetragen beziehungsweise im Ge - richtsarchiv vorhanden sein. Ein entsprechender Hinweis sei jedoch Seite 9D-7815/2008 gemäss den Ermittlungsergebnissen der Schweizerischen Botschaft nicht vorhanden. Im Gegensatz zu Unterschriften und Stempeln, wel - che von einem Fälscher ohne grösseren Aufwand leicht herzustellen seien, sei ein solcher nicht authentischer Eintrag im Gerichtsregister auszuschliessen. Deshalb sei davon auszugehen, dass das zu den Ak - ten gereichte "Urteil" und somit auch die zwei in Zusammenhang mit diesem "Urteil" stehenden "Vorladungen" Fälschungen seien. An die - ser Einschätzungen vermöchten die durch nichts belegten Behaup- tungen der Beschwerdeführenden in ihrer Stellungnahme vom 17. September 2008 nichts zu ändern. Für ihre darin enthaltenen Mut- massungen über die allenfalls möglichen Gründe für die nicht vorhan - dene Registrierung des Urteils gebe es keine objektiv nachvollziehba - ren Anhaltspunkte. Die ein gereichten Dokumente liessen deshalb die Vorbringen der Be schwerdeführenden nicht in einem anderen Licht er - scheinen. Somit führten die in der Verfügung des BFM vom 4. Novem - ber 2008 nicht abschliessend aufgezählten Ungereimtheiten in zentra - len Bereichen zum Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdefüh - renden nicht geglaubt werden könnten und den Anforderungen von Art. 7 AsylG nicht genügten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. 4.1.4 Daran vermöchten auch die mit Eingabe vom 3. September 2008 zugestellten Beweismittel und die Stellungnahme des Beschwer - deführers vom 17. September 2008 nichts zu ändern. Diesbezüglich sei vorweg festzuhalten, dass der Beschwerdeführer ein ernsthaftes politisches Engagement auf heimatlichem Boden nicht habe glaubhaft machen können. Deshalb könne in dieser Beziehung hinlänglich aus - geschlossen werden, dass er vor dem Verlassen seines Heimatlandes als regimefeindliche Person ins Blickfeld der jemenitischen Behörden beziehungsweise der Nachrichtendienste geraten sei. Die blosse Tat - sache, dass der Beschwerdeführer im Ausland einer jemenitischen Exilorganisation beigetreten sei und in der Schweiz an einigen Kund - gebungen teilgenommen habe, bei denen er auch fotografiert worden sei, lasse nicht ohne weiteres darauf schliessen, er sei von den jeme - nitischen Behörden in irgend einer Form registriert worden und würde im Falle einer Rückkehr in seine Heimat aus asylrechtlich relevanten Gründen verfolgt. Ebenso unwahrscheinlich sei, dass die heimatlichen Behörden den Beschwerdeführer aufgrund der Mitunter zeichnung ei - ner Erklärung im Internet identifiziert hätten. Insbesondere würden im vorliegenden Fall jegliche aktenkundigen Hinweise darauf fehlen, dass gegen den Beschwerdeführer aufgrund der genannten Exilaktivitäten Seite 10D-7815/2008 in Jemen ein Strafverfahren oder andere behördliche Massnahmen eingeleitet worden seien. 4.1.5 Die exilpolitischen Aktivitäten des Beschwerdeführers in der Schweiz, die er als sogenannte subjektive Nachfluchtgründe ins Recht lege, gingen insgesamt gesehen nicht über den Rahmen massentypi - scher und niedrig profilierter Erscheinungsformen exilpolitischer Pro - teste hinaus. Sie seien damit nicht geeignet, eine Furcht vor drohen - der asylrelevanter Verfolgung bei einer Rückkehr nach Jemen zu be - gründen. 4.1.6 Zusammenfassend führte die Vorinstanz aus, dass die Vorbrin - gen der Beschwerdeführenden den Anforderungen an die Glaubhaftig - keit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhielten. Demzufolge er füllten sie die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asylgesuch abzulehnen sei. 4.2 4.2.1 In ihrer Beschwerdeeingabe vom 5. Dezember 2008 beanstan - den die Beschwerdeführenden, ihre Vorbringen seien zu Unrecht als unglaubhaft qualifiziert worden. Das Bundesamt habe seine Pflicht verletzt, aufgrund einer objektivierten Sichtweise eine Ab wägung zwi - schen den für und gegen die Glaubhaftigkeit sprechenden Punkten zu machen. Der Entscheid des BFM vom 4. November 2008 erschöpfe sich in vagen Spekulationen. Auch wenn man zugestehe, dass gewis - se Verhaltensweisen des Beschwerdeführers ungeschickt und falsch gewesen seien, habe er gegenüber den Schweizer Behörden eine glaubhafte, asylrelevante Verfolgung geltend gemacht. Aspekte, wel - che für die Glaubhaftigkeit des Beschwerdeführers sprechen würden, seien nicht angemessen gewürdigt worden. Die Überprüfung der ein - gereichten Originaldokumente habe ergeben, dass diese keinerlei Fäl - schungsmerkmale aufwiesen. Die Beschwerdeführenden hätten alle Vorbringen absolut widerspruchsfrei geschildert. Die Aussagen des Beschwerdeführers seien substanziiert und jeder zeit in sich schlüssig. Er habe sowohl während der Erstbefragung als auch während der kan - tonalen Anhörung über alle ihm gestellten Fragen detailliert Auskunft geben können. Seine Erzählweise sei schlüssig und in sich stimmig. Unlogische Verhaltensweisen – wie seine Rückkehr aus Q._______ – habe er selbständig und unaufgefordert erklärt. Die erlittene Folter habe er substanziiert geschildert (vgl. A17, S. 12). Er gehe sogar von alleine auf vorliegende innere, psychische Verletzungen ein. Er habe Seite 11D-7815/2008 alle gestellten Fragen zur Organisation der (...) substanziiert beant - worten können. Er beschreibe das Gefängnis, in welchem er inhaftiert gewesen sei, differenziert (vgl. A17, S. 11). Sogar die Namen der Ge - fängnisverantwortlichen könne er nennen (vgl. A17, S. 13). Auch spon - tane, emotionale Äusserungen wie "mein Vater hätte alles getan, um nicht noch einen Sohn zu verlieren" (vgl. A17, S. 15) wären in einer Konstruktion nicht zu finden. Die Befragung sei sehr stark gesteuert worden, offene Fragen, welche dem Asyl Suchenden die Möglichkeit der Vertiefung gegeben hätten, seien kaum gestellt worden. Das BFM habe selbst in seinen Erwägungen das Argument mangelnder Sub- stanz in den Vorbringen des Beschwerdeführers nicht explizit ge nannt, obwohl dies bei der Prüfung der Glaub haftigkeit nach inneren Kriterien (mangels äusserer) erfahrungs gemäss als ausschlaggebend gelte und weit höhere Aussagekraft be sitze als beispielsweise die wie derholt an - geführte Realitätsfremdheit, welche doch sehr auf subjekti ver Wertung beruhe und nicht eine objektivierte Sichtweise verkörpere. 4.2.2 Die Beschwerdeführenden hätten gegenüber den Schweizer Be - hörden zu keinem Zeitpunkt falsche Angaben gemacht. Alle früheren Auslandaufenthalte, das Asylgesuch in N._______ etc. seien von Anfang an offen gelegt worden. Der Fehler der freiwilligen Rückkehr nach Jemen sei stets betont worden. Missbräuchliche Asylgesuch- stellung sei erfahrungsgemäss mit einer Verschleierung früherer Auf - enthalte verbunden. Das Offenlegen aller Details in ihrem Asylgesuch spreche klar für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerde - führenden. Die Familie des Beschwerdeführers in Jemen sei wohlha - bend gewesen. Es gebe keine Gründe, weshalb eine Wirtschaftsemi - gration vorliegen sollte. Die Beschwerdeführenden würden ihr Land lieben, weshalb sie sich auch zur naiven freiwilligen Rückkehr ent- schlossen hätten. Noch heute sehnten sie sich stark nach einer Rück - kehr, sie verfolgten konsequent alle politischen Vorkommnisse und en - gagierten sich exilpolitisch. 4.2.3 Es sei zutreffend, dass objektiv und mit dem Wissen seiner Ver - urteilung zu 12 Jahren Haft in Jemen aus heutiger Sicht kaum nach - vollziehbar sei, warum der Beschwerdeführer in M._______ und N._______ kein Asylgesuch unter der wahren Identität gestellt habe. Subjektiv sei sein Entscheid jedoch durchaus nachvollziehbar. Der Be - schwerdeführer habe von seiner Verurteilung in Abwesenheit nichts gewusst. Er habe zum damaligen Zeitpunkt sein Verfolgungsprofil nicht als derart gefährdet betrachtet wie es heute – nach erfolgter, Seite 12D-7815/2008 nachweislicher Verhaftung und rechtskräftigem Urteil – offengelegt sei. Die damalige unsichere Lage im (...) sei ihm als eine sichere Ga rantie vor einer Rückschaffung erschienen. Die Be schwerdeführenden hätten tatsächlich nichts vom ergangenen Ge richtsurteil gewusst. An sonsten wären sie wohl kaum zurückgekehrt. Hier sei die Realitäts fremdheit zu finden. Die Freiwilligkeit der Rück kehr sei bei den (...) dokumentiert. Das BFM hätte zur Vergewisserung Ak teneinsicht fordern können. 4.2.4 Die Erwägungen der Vorinstanz zur Korruption in Jemen seien haltlos. Der Beschwerdeführer sei – das habe er immer wieder klar ausgesagt – nicht auf legale Kaution hin freigelassen worden, sondern durch eine Bestechung von mehreren Tausend Dollar. Diese Summe reiche im Jemen für eine komplette Firmengründung aus. Sie sei um das Vielfache höher als der Lohn eines Offiziers. Selbst wenn der Ver - antwortliche (Anmerkung des Bundesverwaltungsgerichts: Gemeint ist der verantwortliche Offizier des Gefangenentransportes von K._______ nach H._______ im August 2000) seine An stellung verloren hätte, hätte er fi nanziell gesehen ein profitables Ge schäft gemacht. Die Flucht sei sehr einfach organisiert gewesen. Sowohl der Offizier als auch der Soldat hätten dabei finanziell profitiert und sich gegenseitig decken können. Es sei eigentlich traurig, dass das BFM trotz seiner täglichen Arbeit in diesem Bereich so wenig Verständnis für die Wege der Korruption mit bringe und die Fluchtumstände wegen Realitätsfremd heit als unglaubhaft bewertet habe. Korruption würde nie funktionieren und existieren, wenn die aus rechtsstaatlicher Sicht "logischen" Folgen eintreten und Täter zur Verantwortung gezogen würden. 4.2.5 Zudem sei es nicht unlogisch, dass sich die Sicherheits behörden erst wieder im Jahr 2000 bei der Beschwerdeführerin (A._______) nach dem Verbleib ihres Ehemannes (des Beschwerdeführers) erkun - digt hätten. Mit der Freilassung gegen Kaution im Jahr 1995 sei für die Behörden der Schein der Rechtmässigkeit gewahrt. Eine Suche nach dem Beschwerdeführer habe keinen Sinn gemacht, ansonsten hätte sich der bestochene Staatsanwalt selbst unglaubhaft gemacht. Es sei im Übrigen naheliegend, dass die Behörden von der Flucht des Beschwerdeführers ins Ausland erfahren und im Jahr 2000 nach ihm gesucht hätten. Dies habe eine notwendige Massnahme nach der Flucht aus dem Transportwagen dargestellt. Seite 13D-7815/2008 4.2.6 Betreffend die ihnen von der Vorinstanz vorgehaltenen wider- sprüchlichen Angaben bezüglich der Ausreise des Beschwerdeführers im Jahr 2000 von N._______ nach Jemen hielten die Beschwer- deführenden dagegen, die angegebenen Widersprüche seien nicht wesentlich. Der Beschwerdeführer habe gemeint, dass ihn nicht ein of - fizieller Sicherheitsbeamter begleitet habe, sondern ein ver deckter Be - amter des Geheimdienstes im Flugzeug mitgereist sei. Heute wisse er, dass dies bei internationalen Flügen so gehandhabt werde. Die Ste - wardess habe dem verdeckten Geheimdienstbeamten den Pass über - reicht und nicht den Behörden vor Ort. Hier seien offensichtlich Miss - verständnisse in der Ausdrucksweise oder der Übersetzung entstan - den. Diese seien teilweise aber schon während den Befragungen er - hellt worden. 4.2.7 Es sei nicht negativ zu werten, dass der Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren zu einem späteren Zeitpunkt erneut durch die Beziehungen seines Vaters doch noch Originaldokumente habe einrei - chen können. Es sei doch absolut nachvollziehbar, dass der Be- schwerdeführer, welcher selbstverständlich von seiner Glaubhaftigkeit ausgehe, erst nach erfolgtem negativen Entscheid und Kontakt mit der Rechtsberatungsstelle alles in Bewegung gesetzt habe, um doch noch Beweismittel zu beschaffen. Da sein Vater in der Zwischenzeit jedoch verstorben sei, sehe er keine Möglichkeit mehr, weitere Beweise zu den Akten zu reichen, wie beispielsweise die Registrierung seiner Ver - urteilung im Gerichtsarchiv. Er werde jedoch weiter versuchen, seine aktuelle Gefährdungslage mit Hilfe seiner Organisation oder internatio - nalen Organisationen zu belegen. Es sei eine Anmassung des BFM, zu schreiben, dass die Einreichung der Gerichtsakten nichts an der Glaubhaftigkeit des Beschwerdeführers ändern würde. Nur weil in Je - men vieles käuflich sei, heisse das nicht, dass es keine Originaldoku - mente mehr gebe. Diese zeige auch die Praxis des Bundesverwal- tungsgerichtes. Bei den eingereichten Dokumenten seien keine Fäl - schungsmerkmale entdeckt worden. Die Vorinstanz habe nicht offen - gelegt, wie es zu der Erkenntnis gekommen sei, dass der Name des Beschwerdeführers nicht in den Gerichtsarchiven registriert sei. Es sei wohl kaum damit zu rechnen, dass in Jemen Informationen über poli - tisch motivierte Verurteilungen frei und schon gar nicht an ausländi - sche Vertretungen oder deren Vertrauensanwälte abgegeben wür den. Ein bereinigtes Archiv für externe Auskünfte sei durchaus denk bar. Seite 14D-7815/2008 4.2.8 Auch die Aussagen der Beschwerdeführerin bestätigten die Glaubhaftigkeit der Verfolgung. Bereits der erste Satz der geschilder - ten Verfolgung (vgl. A16, S. 4) enthalte verschiedene Realkennzei- chen. Diese würden in der detaillierten Schilderung auf S. 8 (recte: A16, S. 5) weiter bestätigt. Die Befragung sei zwar sehr kurz gewesen, enthalte aber kein einziges Unglaubhaftigkeitsmerkmal, sondern deute trotz ihrer Knappheit darauf hin, dass die Beschwerde führerin die ge - schilderten Belästigungen durch die Sicherheitsbeamten tatsächlich erlebt habe. Die Aussagen seien sehr persönlich und wirkten authen - tisch. 4.3 4.3.1 Nachdem die ARK mit Urteil vom 11. Mai 2005 die Verfügung des BFF vom 22. Januar 2003 wegen unvollständiger Abklärung des Sachverhalts aufgehoben und das Ver fahren zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen hatte, ersuchte das Bundesamt die Schweizerische Vertretung in O._______ um Abklärungen. Am 4. November 2008 erliess die Vorinstanz eine neue, wiederum ablehnende Verfü gung. Die Beschwerde führenden rügen sinngemäss in formeller Hinsicht die Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes sowie eine unrich tige oder unvollständige Fest stellung des rechtserheblichen Sachverhaltes. Insbesondere hätte die Vorinstanz detaillierte Abklärungen treffen müssen, beispielsweise über die genauen Beweggründe, die zur Rückreise von N._______ nach Jemen geführt hätten. Dazu ist folgendes zu bemerken: Vorliegend ist die Vorinstanz aufgrund der Parteiauskünfte anlässlich der Befragungen im Transitzentrum sowie beim Kanton (vgl. Art. 12 Bst. b VwVG) sowie der am 31. Mai 2007 in Auftrag gegebenen und am 13. August 2007 beantworteten Botschaftsabklärung – der wesentliche Inhalt der Er- gebnisse dieser Abklärung wurde den Beschwerdeführenden mit Schreiben vom 11. September 2007 offengelegt (vgl. A44) – offensichtlich und auch zu Recht davon ausgegangen, dass der rechtserhebliche Sachverhalt als er stellt gelten könne und keine weite - ren Beweismassnahmen zu ergrei fen seien. 4.3.2 Bereits die Vorgeschichte der Beschwerdeführenden lässt erste Zweifel aufkommen, ob diese in ihrer Heimat tatsächlich asylrechtlich verfolgt sind. Es ist einerseits nicht erklärbar, dass der Beschwerde - führer trotz seines über vierjährigen Aufenthaltes in (...) (Septem ber 1995 bis Februar 2000), weder in M._______ noch in N._______ ein Asylgesuch gestellt hat. Auch das Leben unter der Angabe einer Seite 15D-7815/2008 falschen Identität spricht nicht gerade für seine Glaubwürdigkeit, ebensowenig wie eine freiwillige Heimkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung plausibel macht. Die diesbezüglichen Vorbringen und Er - klärungsversuche der Beschwerdeführenden wirken konstruiert und sind nicht glaubhaft. 4.3.3 Auch die Ausführungen der Beschwerdeführenden, wie es dem Beschwerdeführer angeblich gelungen sei, sich zwei Mal einer drohen - den Gefängnisstrafe zu entziehen, erscheinen unrealistisch. Es ist als sehr unwahrscheinlich zu erachten, dass man in Jemen für ein Delikt, für welches man in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von 12 Jahren verurteilt wird, wegen Leistung einer Kaution oder – wie es der Be - schwerdeführer nennt – durch das Bezahlen von Bestechungsgeldern ohne weiteres auf freien Fuss kommt. Zumindest wäre die Suche nach dem Beschwerdeführer direkt nach dem Urteilsspruch erfolgt und nicht erst einige Jahre später. Überdies vermögen auch die Vorbringen be - treffend seiner geglückten Flucht anlässlich des Gefangenentranspor - tes nach H._______ im August 2000 nicht zu überzeugen. Einerseits ist es nicht nachvollziehbar, mit welch einfachen Mitteln und wie problemlos die Flucht dem Beschwerdeführer gelungen sein soll. Andererseits hät ten sich sowohl der für den Transport verantwortliche Offizier wie auch alle übrigen daran beteiligten Soldaten – bei Unterstellung der tatsäch lich erfolgten Flucht des Beschwerdeführers – strafrechtlich verantwor ten müssen und wären wohl aus der Armee ausgeschlossen worden. So wäre ihnen eine Zukunfts perspektive in ihrer Heimat genommen worden, die auch nicht durch eine entsprechende Geld zahlung wieder gutzumachen gewesen wäre. Zudem haben gemäss Angaben des Beschwerdeführers auch nicht alle in den Ge fangenentransport involvier ten Sicherheitskräfte von sei - ner Flucht profitieren können, was wieder um gegen seine diesbezügli - chen Schilderungen spricht. Diese Vorbrin gen sind somit unglaubhaft. 4.3.4 Auch die widersprüchlichen Angaben betreffend die Rückschaf - fung des Beschwerdeführers von N._______ nach Jemen im Fe bruar 2000 sprechen gegen die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen. Während dieser anlässlich der Befragung ausgesagt hat, er sei auf dem Flug von Sicherheitsbeamten begleitet worden, welche nach der Ankunft in K._______seinen Reisepass den jemenitischen Behörden ab gegeben hätten (vgl. A7, S. 4), hat er bei der kantonalen Anhörung zu Protokoll gegeben, er sei freiwillig in seine Heimat zurückgekehrt und seine Papiere seien von einer Stewardess den jemenitischen Behörden Seite 16D-7815/2008 übergeben worden (vgl. A17, S. 5 und 8). Die dritte Version dieses Sachverhaltselements folgte in der Beschwerdeeingabe vom 5. De- zember 2008: Es sei dem Beschwerde führer nicht bewusst gewe sen, dass die Stewardess beziehungsweise die Fluglinie mit den jemeniti - schen Behörden zusammenarbeite. Die Stewardess habe seinen Pass einem im Flugzeug befindlichen Sicherheitsbeamten ausgehändigt (vgl. Beschwerdeeingabe vom 5. Dezember 2008, S. 3). Diese Wider - sprüche vermochten die Be schwerdeführenden nicht überzeugend zu widerlegen, sondern sie flüchteten sich in Schutzbehauptungen wie dieser: Die Widersprüche seien nicht wesentlich, sondern offensicht - lich durch Missver ständnisse in der Aus drucksweise oder Übersetzung entstanden (vgl. Beschwerdeeingabe vom 5. De zember 2008, S. 7). Dieses Vorbringen vermag nicht zu überzeugen. 4.3.5 Schliesslich spricht auch der Umstand gegen die Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers, dass er das Datum seiner Flucht in Jemen anlässlich eines Gefangenentransportes – ein ein- schneidendes Erlebnis, an welches man sich eigentlich auf Dauer erin - nern können sollte – während der Befragung zwar genau terminieren konnte: 22. August 2008 (vgl. A7, S. 6), jedoch während der An hörung nur noch mit einem Zeitrahmen – "Mitte des Monats" – anzu geben wusste (vgl. A17, S. 5). Sein diesbezüglicher Erklärungsversuch auf Nachfrage der kantonalen Sachbearbeiterin, warum er während der kantonalen Anhörung dieses einschneidende Erlebnis nicht mehr mit einem genauen Datum habe angeben können, ist unbefriedigend ("Ich habe damals ungefähr gesagt.") und ent spricht nicht der Wahrheit. 4.3.6 Gemäss den Ergebnissen der Botschaftsabklärung sind zwar die Siegel des Tribunals als auch die Unterschrift des Richters auf den eingereichten Gerichtsakten authentisch. Gegen die Echtheit der ein - gereichten Dokumente spricht aber die Tatsache, dass weder im Re - gister noch im Archiv des entsprechenden Gerichts eine Spur des Be - schwerdeführers auszumachen beziehungsweise gefunden worden ist (vgl. A44, S. 2). Es ist gerichtsnotorisch, dass in Ländern wie Jemen sehr viele Dokumente gefälscht werden und gegen ein ge wisses Ent - gelt auch fast alle Stempel erhältlich sind. Im vorliegenden Fall ist zu - dem zu beachten, dass der Vater des Beschwerdeführers – welcher die Gerichtsakten im Laufe des Beschwerdeverfahrens in die Schweiz geschickt hat – gemäss Angaben der Beschwerdeführenden eine an - gesehene und einflussreiche Persönlichkeit in Jemen gewesen sei. Es ist also zumindest nicht abwegig, dass der Vater des Beschwerdefüh - Seite 17D-7815/2008 rers seinen Einfluss auch bei der Ausstellung der in Kopie eingereich - ten Gerichtsdokumente (die Beschwerdeführenden sprachen diesbe - züglich fälschlicherweise immer vom Einreichen von Originalakten) hat spielen lassen und durch das Bezahlen eines bestimmten Geldbetra - ges die entsprechenden Akten erhältlich gemacht hat. 4.4 Angesichts der aufgezeigten Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde und die zahlreichen einge - reichten Beweismittel im Einzelnen einzugehen, da diese nicht geeig - net sind, zu einer anderen rechtlichen Würdigung der Aktenlage zu führen. Den Beschwerdeführenden ist es somit nicht gelungen, für den Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Jemen im Mai 2001 beziehungsweise im Juni 2001 eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. 4.5 Schliesslich stellt sich die Frage einer Gefährdung des Beschwer - deführers im Falle der Rückkehr nach Jemen aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe. Im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens hat der Be - schwerdeführer unter Vorlage zahlreicher Beweismittel auf fortgesetz - te und seines Erachtens erhebliche politische Aktivitäten in der Schweiz verwiesen, aufgrund welcher er in seiner Heimat flüchtlings - rechtlich relevante Verfolgung zu gewärtigen habe. 4.6 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausrei - se aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (vgl. Art. 54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch ge - mäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Statt- dessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nach - weisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufge - nommen (vgl. dazu die nach wie vor gültigen und zutreffenden Ausfüh - rungen in den Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 ff., EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 f., mit weiteren Hinweisen). 4.7 Betreffend die subjektiven Nachfluchtgründe bringt der Beschwer - deführer vor, er sei nie zu seinem poli tischen Engagement auf jemeni - tischem Boden, geschweige denn zu seinen Aktivitäten in der Schweiz befragt worden. Das Befragungspro tokoll sei sehr oberflächlich. Bei - spielsweise wären Fragen zur politi schen Gesinnung, zur Motivation, Seite 18D-7815/2008 zum genauen Inhalt der Flugblätter und zur Geschichte der Organisati - on notwendig gewesen, wenn das BFM beabsichtigte, die Glaubhaftig - keit der diesbezüglichen Vorbrin gen genau zu beurteilen. Er spiele sei - ne politischen Aktivitäten jedoch nicht nur vor. Seine Teilnahmen an Demonstrationen seien unbe stritten. Zudem nehme er seit Jahren re - gelmässig alle ein bis zwei Monate an Vernetzungstreffen der Exil- organisation seiner Partei in der (...) teil. Diese Treffen seien li mitiert auf einen inneren Kreis von 20 bis 30 Personen. Der Be- schwerdeführer sei ein wichtiges Mit glied bei der Vernetzung, er ver - schicke Einladungen, informiere Sym pathisanten und helfe bei der Or - ganisation von öffentlichen Auf tritten. Seit Anfang 2008 habe er eine spezielle Funktion. Er sei Assistent des Medienverantwortlichen X._______ Auch wenn der Beschwerdeführer kein Mitglied der obersten Riege seiner Organisation sei, das Engagement sei echt. Er nehme an Kund gebungen teil und sei dabei auch fotografiert worden. Die Internet-Dokumente mit seinem Namen und Fotos von ihm befänden sich auf der Original-Homepage seiner Exilorganisation und nicht auf einer privaten Seite einer Schlepperban de, welche Asylgeschichten erzähle. Bei den weiteren zu den Akten gereichten Dokumenten handle es sich um ein Foto anlässlich einer kleineren Koordinationssitzung sowie um die Dokumentation seiner Teilnahme an einer Kundgebung im September 2008. Zudem habe er einen aktuellen Bericht über die Situation im Südjemen und ein Bestä- tigungsschreiben des Vor sitzenden der (...) als Beweismittel eingereicht. Auf grund dieser Dokumente sowie der ge samten Vorbringen sei durchaus davon auszugehen, dass der Be - schwerdeführer aufgrund seiner exil politischen Tätigkeiten in Jemen mit asylrelevanten Nachteilen zu rechnen hätte und somit die Flücht - lingseigenschaft erfülle. Mit Schrei ben vom 21. Januar 2010 liessen die Beschwerdeführenden weitere Beweismittel einreichen, die das exilpolitische Engagement für die südjemenitische Autonomie bewegung belegen würden. Dazu ge - höre ein vom Beschwerdeführer verfasster Bericht, welcher auf sehr kritische Weise die herrschende politische und wirtschaftliche Situation in Jemen thematisiere. Der in Form einer Kolumne abgefasste Text sei auf der Website eines regierungskritischen Nachrichtendienstes publi - ziert worden und im Internet frei zugänglich. Der Beschwerdeführer sei als Autor des Artikels mit einem Foto aufgeführt. Er habe noch wei tere regierungs kritische Artikel zu den Akten gelegt sowie mehrere Internet - auszüge bezüglich Demonstrationen, an denen er regelmässig teilneh - Seite 19D-7815/2008 me. Der Beschwerdeführer engagiere sich sehr für die südjemeniti- sche Exil gesellschaft. Er sei ein überdurchschnittlich aktives Mit glied des (...) und zuständig für die Vernet zung der Mitglieder in der (...). Neben seiner schreiberischen Tätig keit nehme er zudem regelmässig an Kundgebungen teil, die er mit Fotos und Internet-Berichten untermaure. Seine familiäre Situation und die ständig drohende Arbeitslosigkeit, welche er mit miserablen Temporärstellen zu verhindern versuche, liessen es momentan nicht zu, dass er noch mehr Zeit für seine politischen Tätigkeiten einsetze. 4.8 Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführenden bestreitet die Vorinstanz nicht, dass sich der Beschwerdeführer exilpolitisch en - gagiert hat. In Übereinstimmung mit dieser ist jedoch festzuhalten, dass der Beschwerdeführer ein ernsthaftes politisches Engagement auf jemenitischem Boden nicht glaubhaft machen konnte. Sein Enga - gement in der Schweiz geht insgesamt gesehen nicht über den Rah - men von massentypischen und niedrigprofilierten Erscheinungs formen exilpolitischer Proteste hinaus. Daran vermögen auch die zahlreich eingereichten Beweismittel nichts zu ändern. Er führt in der Beschwer - deeingabe denn auch selber aus, er sei keine führende Persönlichkeit seiner Exilorganisation und kein Mitglied der obersten Riege seiner Organisation (vgl. Beschwerde vom 5. Dezember 2008 S. 3 und 8). Es ist festzuhalten, dass keine Hinweise aktenkundig sind, wonach der Beschwerdeführer in der Schweiz in einer hohen und in der Öffentlich - keit exponierten Kaderstelle einer Exilorganisation tätig (gewesen) wäre. Auch der Umstand, dass er sich im Internet unter Nennung sei - nes Namens regimekritisch äusserte, lässt nicht auf eine ihm drohen - de Verfolgung schliessen, zumal er nicht ausführt, ob es sich bei der entsprechenden Plattform um eine viel beachtete beziehungsweise bekannte Internet-Seite handelt. 4.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer über kein exponiertes exilpolitisches Profil verfügt, welches die jemeni - tischen Be hörden als staatsfeindliche Aktivität im Ausland auffassen könnten. Bei dieser Sachlage ist die geltend gemachte Furcht vor künftiger Verfol gung als unbegründet zu erkennen, weshalb das Vorlie - gen von subjek tiven Nachfluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG zu verneinen ist. Seite 20D-7815/2008 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein - heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländer - rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei - lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ange - ordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 5.3 Die Beschwerdeführenden wurden jedoch mit Verfügung des BFM vom 4. November 2008 – insbesondere unter Berücksichtigung des Kindeswohls beziehungsweise der gegenwärtigen Unzumutbarkeit ei - nes Wegweisungsvollzuges – vorläufig aufgenommen. Erörterungen hinsichtlich eines allfälligen Wegweisungsvollzugs erübrigen sich so - mit. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be - schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 7. In der Zwischenverfügung vom 12. Dezember 2008 verschob der In - struktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts den Entscheid über das Gesuch betreffend die Gewährung der unentgeltlichen Prozess - führung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG in den Endentscheid. Die Beschwerde führenden haben trotz Aufforderung im vorliegenden Ver - fahren keine Für sorgebestätigung zu den Akten gereicht (Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG). Weitere Abklärungen haben überdies ergeben, dass der Beschwerdeführer (B._______) über einen längeren Zeitraum er- werbstätig war, die Beschwerdeführerin (D._______, älteste Tochter) seit dem 1. August 2009 über ein geregeltes Einkommen als kauf- männische Angestellte (zumindest als Auszubildende) verfügt. Man- gels ausgewiesener Bedürftigkeit im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sind daher die Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt, und das Gesuch ist abzuweisen. Die Verfahrenskosten sind somit den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Re - Seite 21D-7815/2008 glements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) Seite 22D-7815/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin - ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführen - den auferl egt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an: - die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführenden (Einschreiben; Bei - lage: Einzahlungsschein) - das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie) - (...) (in Kopie) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Daniel Stadelmann Versand: Seite 23