Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Juli 2013 (720 12 372 / 165) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rückweisung zur weiteren Abklärung bei entsprechenden gleichlautenden Anträgen der Parteien; mögliche Bedeutung älterer Arztberichte für die Bemessung des Validenein- kommens Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Michael Guex, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Elisabeth Maier, Advoka- tin, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1969 geborene A.____ meldete sich am 6. Dezemb er 2010 unter Hinweis auf ein Burnout, Kraft- und Energielosigkeit sowie Schlafstörun gen bei der Eidgenössischen Invaliden- versicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abkläru ng der medizinischen und er- werblichen Verhältnisse sowie nach Durchführung eines V orbescheidverfahrens sprach die IV- Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) dem Versicherten mi t Verfügung vom 31. Oktober 2012 für Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Zeitraum vom 1. August 2011 bis 31. Dezember 2011 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % eine befristete ganze Rente der IV zu. Glei chzeitig lehnte sie einen weiteren Ren- tenanspruch mit der Begründung ab, dass der Versicherte ab 1. Januar 2012 wieder in einem vollen Pensum erwerbstätig sei und der Invaliditätsgrad ab diesem Datum lediglich noch 8% betrage. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Eingabe vom 27. November 2012 Beschwer- de beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beanstande- te die Berechnung des Validen- und Invalideneinkommen s. In der ergänzenden Beschwerde- begründung vom 4. Februar 2013 beantragte der Beschwer deführer, nunmehr vertreten durch Advokatin Elisabeth Maier, es sei die angefochtene Ver fügung aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen – mindestens jedoch eine voll e Rente bis Ende März 2012 und eine Viertelsrente ab April 2012 – zuzusprechen. Eventu aliter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Februar 2013 schloss di e Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Es lägen keine Belege dafür vo r, dass die gesundheitliche Beein- trächtigung – wie vom Beschwerdeführer behauptet – seit längerem vorliege und einkommens- reduzierende Auswirkungen gehabt habe. Die Berechnung d es Valideneinkommens und die Zusprache der befristeten Rente sei korrekt erfolgt. D. Mit Replik vom 11. April 2013 reichte der Beschwerdef ührer inzwischen erhältlich ge- machte Arztberichte aus dem Jahre 2002 ein und machte g eltend, dass für die von der Be- schwerdegegnerin ab Januar 2012 angenommene Verbesserung des Gesundheitszustands keine Belege vorlägen. Ausserdem sei er seit dem 18. M ärz 2013 wiederum zu 50% krank ge- schrieben. An den gestellten Rechtsbegehren wurde im Rahmen der Replik festgehalten. E. Mit Duplik vom 18. April 2013 beantragte die Beschwe rdegegnerin die "Abschreibung des vorliegenden Verfahrens zufolge Wiedererwägung lite pendente". Aufgrund der vom Be- schwerdeführer neu ins Verfahren eingebrachten medizinisch en Unterlagen seien weitere me- dizinische Abklärungen vorzunehmen. Die angefochtene Verf ügung sei deshalb gleichentags aufgehoben worden. F. Mit Verfügung vom 14. Mai 2013 stellte der Instrukti onsrichter fest, dass das Beschwer- deverfahren nicht zufolge Wiedererwägung lite pendent e abgeschrieben werden könne, und räumte dem Beschwerdeführer vor einem allfälligen (Rü ckweisungs-) Entscheid des Kantons- gerichts Gelegenheit ein, die erhobene Beschwerde zurückzuziehen. G. Nachdem der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 29. Mai 2013 mitteilte, dass er an der Beschwerde festhalte, wurde der Fall am 30. Mai 20 13 dem Gericht zur Beurteilung über- wiesen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 27. November 2012 ist somit einzutreten. 2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesge setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder län- gere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfäh igkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer du rch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative Vor- aussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.1 Der Beschwerdeführer brachte gegen die angefochten e Verfügung vom 31. Oktober 2012 in erster Linie vor, dass der dem Valideneinkommen zugrunde gelegte Tabellenlohn zu tief angesetzt worden sei und beantragte die Anwendu ng des Anforderungsniveaus 1+2. In der Beschwerdebegründung wurde diesbezüglich ausgeführt, das s sich die Erkrankung des Be- schwerdeführers bereits früher lohnmindernd ausgewirkt habe und er ohne gesundheitliche Be- einträchtigung in leitender Funktion tätig gewesen w äre. Betreffend das für die Invaliditätsbe- messung herangezogene Invalideneinkommen macht der Beschw erdeführer ferner geltend, dass er auch nach dem 1. Januar 2012 nie eine volle Ar beitsfähigkeit erreicht habe. Mit Replik vom 11. April 2013 reichte der Beschwerdeführer weitere Arztberichte aus dem Jahr 2002 ein als Beleg dafür, dass sich die langjährige psychische Erkranku ng bereits damals auf das beruf- liche Leben ausgewirkt habe. Der Beschwerdeführer teilt im Rahmen der Replik ausserdem mit, dass er seit dem 18. März 2013 wiederum zu 50% arbeitsunfähig sei. 3.2 In ihrer Duplik vom 18. April 2013 weist die Besch werdegegnerin darauf hin, dass ihr die mit Replik eingereichten Arztberichte, die bis ins Jahr 2002 zurück datierten, im Rahmen des Verwaltungsverfahrens nicht vorgelegen hätten. Es seien aufgrund dieser neu eingereichten Unterlagen weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Sie erachte es unter den Umstän- den als angezeigt, die Verfügung vom 31. Oktober 2012 mit der beigelegten Verfügung "lite pendente aufzuheben". Es werde die Abschreibung des Verf ahrens zufolge Wiedererwägung beantragt. 3.3 Wie bereits in der Verfügung vom 14. Mai 2013 au sgeführt, kann der Versicherungsträ- ger gemäss Art. 53 Abs. 3 ATSG eine Verfügung, gegen die Beschwerde erhoben wurde, so lange wiedererwägen, bis er gegenüber der Beschwerdei nstanz Stellung genommen hat. Hat der Versicherungsträger die Vernehmlassung eingereicht, ist ihm für die Folgezeit die Wieder- erwägung untersagt. Einer nach diesem Zeitpunkt erlasse nen Verfügung kommt daher ledig- lich – aber immerhin – der Charakter eines Antrages an das Gericht zu (U ELI KIESER , ATSG- Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 53 Rz. 48 mit Hinweisen). Die von der Beschwerdegegnerin lite pendente erlassene Wiedererwägungsverfügung ist folglich als Antrag dahingehend zu interpretieren, dass die angefochtene V erfügung vom 31. Oktober 2012 aufzu- heben und die Angelegenheit zwecks weiterer medizinischer Abklärungen und neuer Entschei- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei. Damit schloss sich die Beschwerdegeg- nerin dem Eventualbegehren des Beschwerdeführers an, de r im Rahmen der Beschwerdebe- gründung vom 4. Februar 2013 ebenfalls eine Rückweisung zu weiteren Abklärungen beantrag- te. Es liegen somit gleichlautende Anträge vor. Bei einer derartigen Ausgangslage wird das Ge- richt den Anträgen der Parteien zwar grundsätzlich folge n. Gleichwohl kommt es aufgrund des im Bereich des Sozialversicherungsrechts herrschenden Unters uchungsgrundsatzes und der Rechtsanwendung von Amtes wegen (vgl. BGE 119 V 347 E . 1) nicht umhin, zu prüfen, ob Gründe vorliegen, die es erforderlich machen, von dem von den Parteien übereinstimmend vor- geschlagenen Vorgehen abzuweichen. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die r echtsanwendende Behörde – die Verwal- tung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen a ngewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist e s, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 132 V 99 f. mit weiteren Hinweisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichti ge Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstä tigkeiten als die zuletzt ausgeübte Be- rufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemein en, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (vgl. U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät- zung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rec htsfragen der Invalidität in der Sozial- versicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversi cherungsgericht alle relevanten Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entsche idend, ob der Bericht für die strei- tigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun gen beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteil ung des medizinischen Sachver- halts – soweit ersichtlich – im Wesentlichen auf die Ein schätzung ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), namentlich auf die Stellungnahme von D r. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 17. April 2012. Darin verweist Dr. B.____ auf die in den Akten befindlichen Arztberichte der behandelnden Ärzte sowie auf die Austri ttsberichte der Klinik C.____, wo der Beschwerdeführer vom 24. August 2010 bis zum 20. Oktober 2010 hospitalisiert war, und der D.____ Klinik, die den Beschwerdeführer vom 5. Mai 20 11 bis zum 10. Juni 2011 stationär be- handelte. Beim Beschwerdeführer liege eine bipolare affektive Störung vor, die zwischen dem 16. August 2010 und dem 31. Dezember 2011 zu einer voll en Arbeitsunfähigkeit in der bisheri- gen sowie in allen Verweistätigkeiten geführt habe. I nzwischen sei er medikamentös stabilisiert worden, so dass er seiner beruflichen Tätigkeit wieder n achgehen könne. Ab Januar 2012 liege wieder eine volle Arbeitsfähigkeit vor. Da der Beschwer deführer beruflich wieder voll eingeglie- dert sei, könne auf das angeordnete Gutachten verzichtet werden. 4.4 Die vom Beschwerdeführer eingereichten Arztberichte d es damals behandelnden Psy- chiaters Dr. med. E._____, FMH Psychiatrie und Psychother apie, halten ab September 2002 die Diagnose einer schweren depressiven Episode ohne psych otische Symptome mit Auswir- kungen auf das berufliche und private Leben fest. Dr. E. _____ riet dem Beschwerdeführers in den Berichten mehrmals, von der Arbeit fernzubleiben, da er die erforderliche Leistung nicht erbringen könne. Dieser Ratschlag scheint indessen nicht befolgt worden zu sein. Mit Schreiben vom 22. November 2002 berichtete Dr. E._____, dass der Beschwerdeführer die psychiatrische Behandlung unterbrochen oder gar abgebrochen habe und zurzeit kein therapeutischer Zugang zum Patienten vorhanden sei. Er führte ferner aus, dass die Wahrscheinlichkeit einer erneuten massiven Dekompensation als sehr gross anzusehen sei und dem Patienten die Krankheitsein- sicht fehle. 4.5 Die nunmehr vorliegenden Arztberichte von Dr. E._ ____ werfen allenfalls ein neues Licht auf die Krankheitsgeschichte des Beschwerdeführers. F est steht, dass die von Dr. E._____ festgestellte frühere depressive Dekompensa tion im Jahr 2002 in keinem der bei den Akten liegenden Arztbericht explizit erwähnt wird. E s ist anzunehmen, dass der genaue Krankheitsverlauf den berichtenden Ärzten nicht bekann t gewesen ist. Die frühere Krankheits- geschichte des Beschwerdeführers könnte indessen für den Entscheid über die IV-Leistungen, die dem Beschwerdeführer zustehen, von massgeblicher Bedeu tung sein, liegen durch die Be- richte von Dr. E._____ doch Anhaltspunkte dafür vor, dass die gesundheitliche Beeinträchti- gung, namentlich die bipolare affektive Störung, bereits seit Jahren vorliegt und möglicherweise Auswirkungen auf die Lohnentwicklung des Beschwerdeführers hatte. Diese Frage kann jedoch ohne weitere Abklärungen nicht abschliessend beurteilt werden. Die Angelegenheit ist deshalb wie beantragt an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird wohl die bereits vorgesehene Begutachtung durchzuführen haben. Weitere Abklärungen werden eventuell auch die Beantwortung der Frage beeinflussen, inwieweit de r Beschwerdeführer ab Januar 2012 zu- mindest zeitweise wieder voll arbeitsfähig war, bzw. o b das angestrebte 100%-Pensum als Ar- beitsversuch gewertet werden muss. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit z um weiteren Vorgehen im Sinne der Er- wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessua- ler Hinsicht die beschwerdeführende Partei als (vollständi g) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 5.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei- gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Ve rfahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Ve rfahrenskosten erhoben werden. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 5.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende besch werdeführende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Beschwerdeführer als obsieg ende Partei ist demnach eine Par- teientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der in den Honorarnoten vom 11. April 2013 und 26. Juni 2013 für das vorliegende Verfahren geltend gemachte Zeitaufwand von ins- gesamt 17 Stunden erweist sich in Anbetracht der sich ste llenden Sachverhalts- und Rechtsfra- gen noch als angemessen. Nicht zu beanstanden sind soda nn die in der Honorarnote ausge- wiesenen Auslagen in der Höhe von insgesamt Fr. 173.–. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der geltend gemachten Höh e von Fr. 4'777.05 (17 Stunden à Fr. 250.– + Auslagen von Fr. 173.– zuzüglich 8 % Meh rwertsteuer) zu Lasten der Beschwer- degegnerin zuzusprechen. 6. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 31. Okto ber 2012 auf- gehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 4'777.05 (inkl. Auslagen und 8% MwSt.) zu entrichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht