B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-3067/2013 U r t e i l v o m 6 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli; Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 5. November 2012 / N (…). E-3067/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die sich in Khartum (Sudan) aufhaltende Beschwerdeführerin am 10. April 2012 bei der dortigen Schweizer Vertretung um Asyl nachsuchte, dass das BFM die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 27. August 2012 durch die Schweizerische Botschaft in Khartum aufforderte, ergä n- zende Angaben zu ihrer Person und zu ihrer Familie zu machen, die Gründe zu nennen, die sie veranlasst hätten, Eritrea zu verlassen, die Umstände zu ihrem Aufenthalt im Sudan konkret darzulegen sowie K o- pien ihrer Identitätsausweise und Beweismittel ihre Identität und ihre Vo r- bringen belegend einzureichen, andernfalls auf das Asylgesuch nicht ei n- getreten werde, dass die Beschwerdeführerin mit in englischer Sprache verfasster Eing a- be vom 1. Oktober 2012 dazu Stellung nahm, dass sich daraus im Wesentlichen ergibt, dass die Beschwerdeführerin in B._______ geboren und später in Eritrea aufgewachsen sei, dass sie in C._______ von 1998 bis im Jahr 2009 die Schule besucht h a- be, wegen der Schwierigkeiten (…) im Jahr 2009 jedoch einer Arbeit habe nachgehen müssen, dass sie in den Nationaldienst hätte eintreten müssen, weshalb sie sich versteckt und schliesslich aus Eritrea geflüchtet sei, dass sie auf dem Weg in den Sudan von Menschenhändlern festgehalten worden sei und 10'000 Nakfa Lösegeld habe bezahlen müssen, dass sie vom 2. März 2009 bis zum 7. April 2008 (gemeint wohl 2009) im Flüchtlingslager D._______ gelebt habe und dort vom United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) als Flüchtling anerkannt wor- den sei, dass die materielle sowie die medizinische Unterstützung im Flüchtling s- lager unzureichend und ihre Sicherheit nicht gewährleistet gewesen sei, dass sie deswegen und aus Angst vor Mitarbeitern des eritreischen G e- heimdienstes nach Khartum geflüchtet sei, wo sie zusammen mit ihrem Lebenspartner wohne, E-3067/2013 Seite 3 dass sie trotz ihrer beider Arbeitstätigkeiten in Khartum finanzielle Schwierigkeiten hätten, dass sie ferner nach acht Schwangerschaftsmonaten eine Totgeburt g e- habt habe, weshalb sie sich medizinisch behandeln lassen müsse, was sie sich jedoch nicht leisten könne, dass sie in Khartum zudem Benachteiligungen durch die sudanesische n Behörden und zivile Personen ausgesetzt sei, dass das BFM mit Verfügung vom 5. November 2012 – eröffnet am 23. April 2013 – die Einreise der Beschwerdeführerin in die Schweiz ver- weigerte und ihr Asylgesuch ablehnte, dass die Beschwerdeführerin gegen diesen Entscheid mit vo m 24. April 2013 datierter Eingabe – Posteingang Schweizerische Botschaft: 28. April 2013 – beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei sinngemäss beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die Vorinstanz sei anzuweisen, ihr die Ei nreise in die Schweiz zu bewilligen und ihr sei Asyl zu gewähren, dass auf die Begründung der Vorbringen – soweit Wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der R e- gel, so auch vorliegend, endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass die Beschwerde nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst (vgl. Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidg e- nossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) ist, aus prozessök onomi-E-3067/2013 Seite 4 schen Gründen vorliegend jedoch auf eine Rückweisung der englisc h- sprachigen Beschwerde zur Übersetzung in eine Amtssprache verzichtet wurde, da das sinngemäss gestellte Rechtsbegehren verständlich und begründet ist, und das Bundesverwaltungsgericht pr axisgemäss Eing a- ben wie die vorliegende entgegennimmt, ohne die Übersetzung in eine Amtssprache zu verlangen, dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Än- derung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass das vorliegende Urteil gestützt auf die Übergangsbestimmung zur Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (in Kraft getreten am 29. September 2012) ergeht, wonach für Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellt worden sind, die Artikel 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 in der bisherigen Fassung des Asylgesetzes Geltung haben, dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass das Bundesamt ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen kann, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, 7 und 52 Abs. 2 AsylG), E-3067/2013 Seite 5 dass, wenn dagegen eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaubhaft g e- macht worden ist oder der asylsuchenden Person der Verbleib am Au f- enthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung nicht zugemutet we r- den kann, die Einreise in die Schweiz im Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und die Asylgewä hrung beziehungsweise zur näheren Abkl ä- rung des Sachverhalts zu bewilligen ist (vgl. Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG), dass bei diesem Entscheid die Voraussetzungen zur Erteilung einer Ei n- reisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu handhaben sind, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt, neben der erforderl i- chen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG namentlich die Beziehungs- nähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen a n- deren Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, di e praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkei- ten in Betracht zu ziehen sind (vgl. BVGE 2011/10 E. 3), dass ausschlaggebend für die Erteilung der Ei nreisebewilligung dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen ist, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sach - verhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. Entscheidungen und Mit- teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] E. 3 S. 130 f. und EMARK 2004 Nr. 21 E. 2 S. 136 f., EMARK 2005 Nr. 19 E. 4 S. 174 ff.), dass das BFM zur Begründung seines Entscheids im Wesentlichen au s- führt, für die Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts sei die Anwe- senheit der Beschwerdeführerin in der Schweiz nicht erforderlich, da au f- grund des vollständig erstellten Sachverhalts davon ausgegangen we r- den könne, dass keine unmittelbare Gefährdung vorliege, die ihre Einrei- se in die Schweiz als notwendig erscheinen lasse, dass in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zunächst festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin in Eritrea ernstzunehmende Schwierigke i- ten hat, dass sie sich eigenen Aussagen gemäss vom 2. März 2009 bis zum 7. April 2009 im Sudan im Flüchtlingslager D._______ aufhielt, wo sie vom UNHCR registriert worden ist, bevor sie nach Khartum gezogen ist, E-3067/2013 Seite 6 dass den Akten keine Hinweise zu entnehmen sind, die Beschwerdefüh- rerin sei im Sudan aktuell von einer konkreten Gewalt betroffen, dass die dargelegte Befürchtung in der Beschwerdeeingabe, durch Mitar- beiter des eritreischen Gehei mdienstes verschleppt zu werden , weshalb sie sich dort nicht in Sicherheit fühle und sie zudem eine mensche n- rechtswidrige Behandlung zu gewärtigen hätte, nicht zu überzeugen ve r- mag, da davon besonders Personen betroffen sind, welche sich nicht in einem ihnen zugewiesenen Flüchtlingscamp im Sudan aufhalten, dass es der Beschwerdeführerin aber ohne weiteres zuzumuten ist, sich wieder in ein unter der Verwaltung des UNHCR stehendes Flüchtlingsl a- ger zu begeben, sollte sie den von ihr selbst gewählten Aufenthaltsort in Khartum als untragbar erachten, dass es ihr zudem unbenommen bleibt, sich an die örtliche Vertretung des UNHCR zu wenden, um allfällige Mängel und Missstände im Flüch t- lingslager zu melden und um medizinische Hilfe zu ersuchen, dass die entsprechenden ausführlichen Erwägungen des BFM zu stützen sind, dass somit im Sinne der Praxis die (widerlegbare) Regelvermutung b e- steht, sie habe im Sudan anderweitig Schutz gefunden und sei nicht auf eine subsidiäre Schutzgewährung durch die Schweiz ang ewiesen, was zur Ablehnung des Asylgesuchs und zur Verweigerung der Einreisebewil- ligung führt (vgl. BVGE 2011/10 E. 5.1), dass ferner die angeblich in der Schweiz lebende (…) (vgl. Akten BFM 6/5 S. S. 3 ) nicht zur Kernfamilie der Beschwerdeführerin gehört und zu- dem nicht von einer engen Beziehung oder gar von einer Abhängigkeit ausgegangen werden kann, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Verfahrenskosten von Fr. 600.- grundsätzlich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen wären (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]), aus verwaltungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b VGKE vorliegend jedoch auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten ist. E-3067/2013 Seite 7 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die Schwei- zerische Vertretung in Khartum. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand: