<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 7] </div> <div class="para">U 128/00 Ge </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III. Kammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Schön, Bundesrichterin Widmer und Bundesrichter Ursprung; Gerichtsschreiber Renggli </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 31. Dezember 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">S.________, Beschwerdeführer, vertreten durch den Winterthur-ARAG Rechtsschutz, Rechtsdienst Zürich, Gartenhofstrasse 17, 8004 Zürich, </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Fluhmattstrasse 1, 6004 Luzern, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- S.________, geboren 1949, arbeitete als Maschinist/Hilfsschreiner bei den X.________-Werken und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 25. Februar 1997 geriet er mit der rechten Hand in eine Bohrmaschine und zog sich dabei Verletzungen zu, die auch nach mehrfacher operativer Behandlung erhebliche Restfolgen zurückliessen. Die rechte Hand, die bei S.________ die dominante war, blieb in ihrer Gebrauchsfähigkeit erheblich eingeschränkt; sie ist nur noch als Hilfshand einsetzbar. Infolge der langwährenden Arbeitsunfähigkeit kündigte die Arbeitgeberin die Anstellung am 28. Oktober 1997 mit Wirkung ab 1. Januar 1998. Seither geht S.________ keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. Die SUVA erbrachte die gesetzlich vorgesehenen Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen. </div> <div class="para">Auf Grund ärztlicher Abklärungen und eines Einkommensvergleiches, bei welchem das Valideneinkommen auf Fr. 58'525.- und das hypothetische Invalideneinkommen auf Fr. 29'250.- festgesetzt wurden, sprach die SUVA S.________ mit Verfügung vom 27. August 1998 eine Invalidenrente entsprechend einer 50%igen Erwerbsunfähigkeit und eine Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 35 % zu, woran sie auf Einsprache hin festhielt (Einspracheentscheid vom 17. November 1998). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Dagegen liess S.________ beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Beschwerde führen und die Ausrichtung einer Invalidenrente auf Grund einer Erwerbsunfähigkeit von 70 % beantragen. Das angerufene Gericht wies die Beschwerde mit Entscheid vom 28. Februar 2000 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt S.________ das vorinstanzlich gestellte Rechtsbegehren erneuern. </div> <div class="para">Die SUVA verzichtet auf eine Stellungnahme; ebenso das Bundesamt für Sozialversicherung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- a) Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen über den Anspruch auf eine Invalidenrente (<span class="artref">Art. 18 Abs. 1 UVG</span>), den Begriff der Invalidität (<span class="artref">Art. 18 Abs. 2 Satz 1 UVG</span>) und die Invaliditätsbemessung bei Erwerbstätigen nach der Einkommensvergleichsmethode im Allgemeinen (<span class="artref">Art. 18 Abs. 2 Satz 2 UVG</span>) sowie speziell für Versicherte in vorgerücktem Alter (<span class="artref">Art. 28 Abs. 4 UVV</span>) zutreffend dargelegt, sodass darauf verwiesen werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-256%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page261">BGE 125 V 261</a> Erw. 4, 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Streitig und zu prüfen ist der für die Rentenhöhe massgebende Invaliditätsgrad. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">a) Die SUVA ging in ihrer Verfügung vom 27. August 1998 und in ihrem Einspracheentscheid vom 17. November 1998 von einem hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 58'525.- aus, was dem entspricht, was der Beschwerdeführer bei Fortführung seiner bisherigen Erwerbstätigkeit beim letzten Arbeitgeber im Jahre 1998 erzielt hätte. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird dagegen zu Recht nichts eingewendet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Hingegen wird das in die Berechnung eingesetzte hypothetische Invalideneinkommen von Fr. 29'250.- als unzutreffend und unrealistisch gerügt. Zur Begründung wird auf eine bisher nicht berücksichtigte und nach Ansicht des Beschwerdeführers ebenfalls auf den Unfall zurückzuführende gesundheitliche Beeinträchtigung (Bewegungseinschränkung der rechten Schulter) und auf die - wiederum nach Ansicht des Beschwerdeführers für ihn bestehende - Unmöglichkeit, sich im handwerklichen Bereich erwerblich zu betätigen, hingewiesen. Ob diese Einwände zu Recht erhoben werden, kann offen bleiben, vermag doch die Festlegung des hypothetischen Invalideneinkommens aus anderen Gründen nicht zu überzeugen, wie die folgenden Erwägungen zeigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) In den Akten finden sich, trotz umfangreicher ärztlicher Abklärungen, keine genügenden Angaben zum Grad der Arbeitsunfähigkeit. Wurde dem Versicherten im Arztzeugnis von Dr. med. D.________, Spital X.________, vom 30. Mai 1997 (mithin etwa drei Monate nach dem Unfall) noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit "bis auf weiteres" bescheinigt, so lassen die Angaben in der Folge die notwendige Bestimmtheit vermissen: Der Austrittsbericht der Rehaklinik Z.________ vom 2. März 1998 attestiert dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit "im Rahmen des Zumutbaren", der Bericht von Dr. med. F.________, Kreisarzt der SUVA, über die ärztliche Abschlussuntersuchung am 16. Juli 1998 enthält Umschreibungen der bleibenden Unfallfolgen, jedoch keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit, und ein von Dr. med. W.________, Spezialarzt FMH für Neurologie, Ärztehaus Y.________, zuhanden der IV-Stelle des Kantons Zürich verfasster Arztbericht vom 24. Juli 1998 beantwortet die Frage nach der Arbeitsunfähigkeit mit einem schlichten "Ja". </div> <div class="para">Die SUVA nahm in ihrer Verfügung vom 27. August 1998 und im Einspracheentscheid vom 17. November 1998 vom ihrerseits berechneten Durchschnittslohn für zumutbare Tätigkeiten einen Abzug von 40 % vor, wobei das Massliche dieses Abzuges nicht näher begründet wurde. Insbesondere findet sich keine Bezugnahme auf ärztliche Stellungnahmen. </div> <div class="para">Unter diesen Umständen muss der Sachverhalt als ungenügend abgeklärt gelten, speziell was die auf Grund medizinischer Beurteilung mögliche Arbeitsleistung betrifft. Eine Bemessung der Invalidität ausgehend von den vorliegenden Berichten ist nicht möglich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">d) Ein Abstellen auf die Ermittlung des Invaliditätsgrades durch die IV-Stelle des Kantons Zürich gemäss Vorbescheid vom 14. Oktober 1998 ist nicht angängig, da diese offenbar ebenfalls keine klaren ärztlichen Stellungnahmen zum Ausmass der Arbeitsunfähigkeit vorliegen hatte. Die Berufsberaterin der IV-Stelle hielt in ihrem Verlaufsprotokoll über das Erstgespräch mit dem Versicherten am 5. Mai 1998 fest, dass in den Akten keine sicheren Angaben zur Restarbeitsfähigkeit zu finden seien, vor allem auch keine Hinweise auf die mögliche Arbeitsleistung in zeitlicher Hinsicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">e) Damit ist die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die SUVA zurückzuweisen. Diese wird medizinische Untersuchungen zur Restarbeitsfähigkeit veranlassen und gestützt darauf über den Rentenanspruch neu verfügen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne </div> <div class="para">gutgeheissen, dass der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts </div> <div class="para">des Kantons Zürich vom 28. Februar 2000 </div> <div class="para">und der Einspracheentscheid vom 17. November 1998 aufgehoben </div> <div class="para">werden und die Sache an die Schweizerische </div> <div class="para">Unfallversicherungsanstalt zurückgewiesen wird, damit </div> <div class="para">sie, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, </div> <div class="para">über den Rentenanspruch neu verfüge. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt hat dem </div> <div class="para">Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Eidgenössischen </div> <div class="para">Versicherungsgericht eine Parteientschädigung </div> <div class="para">von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu </div> <div class="para">bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich wird </div> <div class="para">über eine Parteientschädigung für das kantonale Verfahren </div> <div class="para">entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen </div> <div class="para">Prozesses zu befinden haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">V. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht </div> <div class="para">des Kantons Zürich und dem Bundesamt für </div> <div class="para">Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 31. Dezember 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der III. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>