Beschwerdeführer A. vertreten durch: RA AA. Vorinstanz IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden, Neue Steig 15, Postfach, 9102 Herisau Obergericht Appenzell Ausserrhoden 3. Abteilung Zirkular-Urteil vom 7. Januar 2021 Mitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg Oberrichter H.P. Fischer, F. Windisch, M. Schneider, E. Ganz Obergerichtsschreiberin A. Mauerhofer Verfahren Nr. O3V 19 39 Gegenstand Leistungen der Invalidenversicherung Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden vom 19. August 2019 Seite 2 Rechtsbegehren a) des Beschwerdeführers: 1. Der Nichteintretensentscheid vom 19.08.2019 sei vollumfänglich aufzuheben und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, auf das Leistungsbegehren vom 24.01.2019 des Be - schwerdeführers einzutreten. 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inklusive Spesen und Mehrwertsteuer) zu- lasten der Beschwerdegegnerin. b) der Vorinstanz: Die Beschwerde sei abzuweisen. Sachverhalt A. Der am XX.XX. 1984 geborene A. (nachfolgend: Beschwerdeführer) wur de von seinen Eltern am 7. September 1990 wegen Sprach störungen bei der In validenversicherung zum Bezug von Leistungen für Minderjährige angemeldet (IV-act. 5.185). Die damals zuständige Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen sprach dem Beschwerdeführer in der Fol ge ver- schiedene Massnahmen pädagogisch-therapeutischer Art u.a. bei der Sprachheilschule so- wie diverse medizinische Massnahmen zur Behandlung von Geburtsgebre chen zu (IV-act. 5.187 ff.). B. Auch während der erstmaligen beruflichen Aus bildung wurde der Beschwerdeführer von der Invalidenversicherung unterstützt, indem ihm berufliche Massnahmen gewä hrt wurden (IV-act. 5.165 ff.). Nachdem der Beschwerdeführer zeitweise in der psychiatrischen Klinik B. hospitalisiert werden musste, veranlasste die IV -Stelle St. Gallen zur Prüfung seiner Einglie derungsfäh- igkeit im Frühling 2007 ein psychiatrisches Gutachten (IV-act. 5.146). Dr. C. diagnostizierte in psy chiatrischer Hinsicht einen Status nach akuter polymorpher psy chotischer Stö rung ohne Symptome einer Schizophrenie, DD: Polymorphe psychotische Stö rung unter Mes - kalin, Cannabis und LSD s owie psychotische und Verhaltensstörungen durch Canna bis- konsum und eine Aufmerksamkeits-Defizit-Störung in der Kindheit. Vorausgesetzt, dass der Seite 3 Beschwerdeführer kein Haschisch mehr konsumiere, bestehe bei ihm eine Arbeits fähigkeit von 80%. Aufgrund der emotional unreifen Züge in seiner Persönlich keitsstruktur bleibe je- doch eine Arbeitsunfähigkeit von 20% auch bei guter Prognose. Am 25. Juni 2015 schloss der Beschwerdeführer schliesslich seine Ausbildung als Polyme- chaniker EFZ, Profil G, bei der D. erfolgreich ab (IV-act. 4). Gemäss Schlussbericht der E. (IV-act. 5.9), die den Beschwerdeführer mit tels Job Coa ching während seines letzten Ausbildungsjahres begleitete, seien seine kog nitiven und manu ellen Fäh igkeiten hoch, hingegen sei seine Belastbarkeit und Re flexionsfähigkeit eher ge ring. Ob er sei ne gesundheitlichen Herausforderungen im Umgang mit Stress und Mehr fachbelastungen genügend stabilisieren könne, werde die Zukunft zeigen; wenn keine Stör faktoren vorhan- den seien, gelinge dem Beschwerdeführer eine Leis tungsfähigkeit von rund 80%. Sei tens des Coachings wurde empfohlen, die IV -Leistungen abzu schliessen, da der Be schwer- deführer ab dem 10. August 2015 bei der F. über ei nen Personalvermittler bereits ein e Anschlusslösung gefunden habe. C. Mit Schreiben vom 9. September 2015 (IV-act. 5.5) teilte die IV-Stelle des Kantons St. Gal- len dem Beschwerdeführer mit, dass weitere berufliche Massnahmen nicht angezeigt seien und er rentenausschliessend eingegliedert sei. Die Leistungen der Invaliden versicherung wurden in der Folge eingestellt, ohne dass sich der Beschwerdeführer dagegen vernehmen liess. D. Im Juni 2018 meldete sich der Beschwerdeführer bei der seit seinem Umzug nach G. neu zuständigen IV -Stelle Appenzell Ausserrhoden (nachfolgend: Vorinstanz) we gen „Erschöpfungsdepression“ erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenver sicherung an (IV-act. 1). Mit Schreiben vom 17. Juli 2018 (IV -act. 7) ersuchte die Vorinstanz ihn da raufhin darum, Nachweise zur Veränderung des Gesundheitszustands beizubringen und an zugeben, wel- che Leistungen er überhaupt beantrage. Komme er dieser Aufforderung nicht nach, kön ne auf sein Gesuch nicht eingetreten werden. In einem ausführlichem Brief vom 30. Juli 2018 (IV-act. 8) berichtete in der Folge der be - handelnde Psychiater des Be schwerdeführers, Dr. H., von einer wesent lichen Verschlech- terung des Ge sundheitszustands seit Ende 2017, die Arbeitsfähigkeit sei für alle Arbeiten zu 100% eingeschränkt. Nach einem Velounfall habe sein Patient zudem Prob leme an der Seite 4 rechten Schulter. Deshalb sei eine erneute Anmel dung bei der Inva lidenversicherung sinn- voll. Die Vorinstanz legte das Dossier dem RAD zur medizinischen Beur teilung vor. Im RA D- Bericht vom 24. August 2018 (IV -act. 9) hielt Dr. I. fest, „aus versicherungspsychiatrischer Sicht“ sei der Gesundheitszustand instabil und nicht austherapiert; ein „dauernder GS ist im Vergleich zu 2012 nicht glaubhaft gemacht.“ Mit Vorbescheid vom 18. September 2018 (IV -act. 10) teilte die Vorinstanz dem Beschwer- deführer in der Folge mit, sie könne auf sein Leistungsgesuch nicht eintreten. Der Krankentaggeldversicherer des Beschwerdeführers, die Versicherung J. , reichte der Vorinstanz daraufhin am 24. Oktober 2018 ei nen von ihr veranlassten psy chiatrischen Untersuchungsbericht von Dr. K. vom 12. Oktober 2018 ein (IV -act. 11). Dr. K. diagnostizierte in diesem Bericht beim Beschwerdeführer eine ge genwärtig re mittierte rezidivierende depressive Störung sowie eine Aktivitäts - und Aufmerksamkeitsstörung. Er erachtete den Beschwerdeführer für die Zeit vom 19. Dezember 2017 bis zum 31. De- zember 2018 als zu 100% arbeitsunfähig für sämtliche Tätigkeiten. Da nach sei er als wie - der vollständig arbeitsfähig anzusehen (aufgrund einer immer noch er höhten Vulnerabilität des Be schwerdeführers könne eine berufliche Eingliederung erst nach der vollstän digen Stabilisierung seines psychischen Zustandes ab Januar 2019 erfolgen; zu rzeit sei ihm me- dizinisch gesehen noch keine berufliche Eingliederung zuzumuten). Die Vorinstanz legte diesen Bericht von Dr. K. ebenfalls dem RAD zur Beurteilung vor. Dr. I. merkte im RAD -Bericht vom 2. November 2018 (IV -act. 12) dazu erneut an, e s liege kein neuer Sachverhalt bezüglich des Ge sundheitszustandes vor und ergänzte, die von Dr. K. bzw. Dr. H. erwähnten Dosierungen von Ritalin würden auf „erneute Suchtgefährdung“ hin- weisen. Mit Verfügung vom 5. Dezember 2018 (IV -act. 13) trat die Vorinstanz auf das Leistungs be- gehren des Be schwerdeführers vom Juni 2018 dem Vorbescheid entsprechend definitiv nicht ein mit der Begründung, eine wesentliche Veränderung der beruflichen oder medizini- schen Situation sei nicht er sichtlich. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechts - kraft. E. Mit einem auf den 21. Januar 2019 (IV-act. 14) datierten Schreiben, welches als „Wiederer- wägungsgesuch“ bezeichnet war und am 24. Januar 2019 bei der IV -Stelle einging, er -Seite 5 suchte der Beschwerde führer erneut um Unterstützung durch die Invaliden versicherung. Infolge einer Erschöpfungsdepression und auch wegen anhaltender Schul terbeschwerden nach einem Sturz mit dem Velo sei es ihm seit längerem nicht möglich, eine Vollzeitstelle in der freien Wirtschaft anzutreten. Ab Februar 2019 sei für ihn ein Teil pensum von 20% wie- der vorstellbar, je nach Ent wicklung könnte das Pensum dann auch lang sam gesteigert werden. Dr. H. werde ihn zur neu rologischen Begutachtung in der Klinik L. anmelden, um zu klären, welche Belastungen überhaupt noch machbar seien. Dem Schreiben beigelegt war ein bereits auf den 28. November 2018 datiertes „Wiederwä- gungsgesuch“ von Dr. H. (IV-act. 16 [siehe auch IV -act. 20, S. 2, 2. Absatz] sowie eine Kopie einer auf den 23. Januar 2019 datierten Anmeldung beim RAV [IV-act. 15]). Dr. H. nahm in seinem ausführlichen Schreiben Be zug auf den ne gativen Vorbescheid vom Sep - tember 2018 und führte aus, sein Patient habe gegen diesen Vorbescheid kei nen Rekurs erhoben, weil er der Meinung gewesen sei, er könne bald wieder arbeiten. Vom 19. Dezem- ber 2017 bis 31. Dezember 2018 sei sein Patient voll arbeitsunfähig gewesen, was auch Dr. K. bestätigt habe. Dr. H. halte es für sinnvoll, wenn sein Patient ab Januar 2 019 mit einem kleinen Pensum von 20% wieder anfange, zu arbeiten und dann das Ar beitspensum langsam steigere. Der Wie dereinstieg mit einem vollen Pensum würde zu einer Über be- lastung mit einer Zunahme der depressiven Symptome führen. Ausserdem sei der Gesund- heitszustand nicht nur psychiatrisch eingeschränkt, sond ern auch körperlich, weshalb namentlich im Zusammenhang mit Schul terbeschwerden seit einem Velo unfall auch noch beim Hausarzt Berichte anzufordern seien. Die Vorinstanz nahm dieses Schreiben des Beschwerdeführers vom 21. Ja nuar 2019 (IV - act. 14) samt erwähnten Beilagen als erneute Wiederanmeldung für Leis tungen der Invali- denversicherung entgegen und ge langte wiederum an den RAD mit der Fra ge, ob es an - hand der vom Beschwerdeführer mit dieser Neu anmeldung eingereichten Unterlagen (IV - act. 14 - 16) medizinisch plausibel nachvollziehbar sei, dass sich der Gesundheitszustand mit möglichem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verändert habe. Dr. I. antwortete hierauf am 15. Februar 2019, es sei „kein neuer medizinischer Sachverhalt durch die neuen Dokumen- te entstanden.“ Es bestehe „kein Hinweis auf eine Verschlechterung des bishe rigen Ge - sundheitszustandes.“ Gleichzeitig wies sie auf einen „gegenwärtigen Verdacht auf Überge- brauch von Ritalin“ hin (IV-act. 18). Am 5. März 2019 schickte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer einen Vorbescheid (IV - act. 19) und führte darin aus: „Mit Ihrer erneuten Anmeldung vom 24.01.2019 haben Sie Leistungen der I nvalidenversicherung beantragt. [...] Wir verfügen: Auf das Leistungs be- gehren wird nicht eingetreten. Erwägungen: Berufliche Massnahmen wurden am Seite 6 09.09.2015 abgeschlossen. [...]. Am 24.01.2019 erhielten wir Ihr neues Gesuch. Um Ihr Ge- such prüfen zu kön nen, muss sich Ihre berufliche oder medizinische Situation wesentlich geändert haben. Solche Ver änderungen konnten wir nicht feststellen [...]. Deshalb können wir auf Ihr neues Gesuch nicht eintreten.“ Am 26. März 2019 ging hierauf ein auf den 20. März 2019 datiertes Schreiben „Unterstütz- ung eines Rekurses gegen den Vorbescheid vom März 2019“ von Dr. H. bei der Vorinstanz ein (IV-act. 20). Dr. H. führte in seinem erneut sehr ausführlichen Brief aus, sein Patient ha- be sich am 21. Januar 2019 nochmals bei der IV ange meldet, nachdem die Kran kentag- geldversicherung ihn zu einem psychiatrischen Gutachten bei Dr. K. aufgeboten habe. Sowohl er als auch Dr. K. seien zum Schluss gekommen, dass ab ca. Ende 2017 eine Ver- schlechterung des Gesundheitszus tands mit der Fol ge einer vollstän digen Arbeitsunfähig- keit ausgewiesen sei. Dr. H. habe den Patienten noch bi s Ende Ja nuar 2019 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben; ab Februar 2019 habe die Arbeitsunfähigkeit noch 80% und ab März 70% betragen; voraussichtlich betrage die Arbeitsunfähigkeit ab April 2019 noch 60%. Diese Besserung sei er freulich, es sei aber un klar, ob diese läng erfristig sei. Ak tuell stün- den noch neuropsy chologische Un tersuchungen an und der Kran kentaggeldversicherer werde erneut ein aktuelles Gut achten bei Dr. K. einholen. Bezüglich der physischen Be - schwerden seien von der Vorinstanz zudem noch Hausarztberichte einzuholen. Am 1. April 2019 reichte auch der Beschwerdeführer selber bei der Vorinstanz einen mit Hilfe seiner Partnerin verfassten, ebenfalls aus führlich begründeten schriftlichen Einwand gegen den Vorbescheid ein (IV-act. 21). Es stim me nicht, dass keine neue Diagnose dazu gekommen sei, denn seine Krankheit habe sich ve rstärkt und sein gesundheitlicher Zu - stand habe sich verschlechtert. Es bestehe eine Erschöpfungsdepression / ADHS-Kompen- sation. Es sei dem Beschwerdeführer zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr möglich, geordnet und über läng ere Zeit an etwas zu arbe iten. Trotzdem habe er ver sucht, den be ruflichen Einstieg und den Lebensalltag selbständig zu meistern. Und heute sei es nun so, dass er es alleine nicht mehr schaffen könne. Am 23. April 2019 gab Dr. K. im Auftrag des Krankentaggeldversicherers den ange kün- digten psychiatrischen Verlaufsbericht ab (IV -act. 24, S. 3 ff.). Er stellte die Diagno sen ei- nes Verdachts auf orga nische gemischte affektive Störung, DD: Organische Per sönlich- keitsstörung sow ie einer Aktivi täts- und Aufmerksamkeits störung. Es sei von schweren Beeinträchtigungen der Flexibilitäts- und Umstellungsfähigkeit, der allgemeinen Durchhalte- fähigkeit sowie der Gruppenfähigkeit auszugehen. Der Beschwerde führer sei in psychi atri- scher Hinsicht seit dem 19. Dezember 2017 zu 100% arbeitsunfähig für sämtliche Tätigkei -Seite 7 ten auf dem freien Wirtschaftsmarkt. Die berufliche Eingliederung sollte möglichst schnell in geschütztem Rahmen stattfinden. Eine Anmeldung bei der IV sei dringend. Dr. M. von der Klinik L., die den Beschwerdeführer an drei Ter minen im April / Mai 2019 neuropsychologisch untersuchte, stellte im Be richt vom 6. Mai 2019 (IV -act. 28) eine intellektuelle Begabung im unteren Durchschnitts bereich fest. Bei der durchgeführten Testung hätten sich mini male neu ropsychologische Funk tionsstörungen sowie mittelschwere bis schwere Auffälligkeiten in der Antriebs-, Affekt- und Verhaltensregulation, sowie eine isolierte verbale Ver arbeitungsstörung gezei gt. Der Be schwerdeführer er fülle selbst unter Ritalin alle Diag nosekriterien für ein seit der Kindheit be stehendes und im Erwachsenenalter persistierendes ADHS. Aufgrund sei ner Defizite, wel che sich einer seits in der Leistungsfähigkeit, aber andererseits besonders auch im Sozial verhalten widerspie- geln würden, erscheine eine erfolgreiche be rufliche Wiedereinglie derung einzig im ge - schützten Rahmen realistisch. Die Vorinstanz legte all diese Unterlagen dem RAD zur Beurteilung vor, wo rauf Dr. I. im RAD-Bericht vom 14. Juni 2019 (IV -act. 29) ausführte, „auch nach gründlicher Durch sicht der Akte [bestehe] weiterhin kein veränderter Sachverhalt zum Referenzzeitpunkt. [...] Aus versiche rungsmedizinischer Sicht dokumentiert die aktuelle neuropsychologische Testung unter überdosiertem Ritalin den instabilen Gesundheitszustand mit der Notwen- digkeit der adä quaten Medikationseinstellung und der Therapienotwendigkeit mit Tages - strukturierung.“ Am 31. Juli 2019 schickte Dr. H. der Vorinstanz ein Schreiben „Weitere zusätzliche medizi- nische Informationen“ zu (IV-act. 31) und bezog darin sowohl zum neuen Bericht von Dr. K. als auch zur neuropsychologischen Testung in der Klinik L. Stellung und wies erneut darauf hin, dass nicht nur aus p sychischer, sondern auch aus phy sischer Sicht ge sundheitliche Probleme bestünden. In der von der Vorinstanz daraufhin erneut eingeholten RAD-Stellungnahme - entgegen der Anregung der RAD-Ärztin im Bericht vom 3. Juni 2019 (IV -act. 26) allerdings ohne Beizug von Hausarztberichten - vom 15. August 2019 (IV-act. 32) hielt Dr. I. fest: „Kein neuer me- dizinischer Sachverhalt. Der RAD hält an seiner bisherigen Einschätzung fest.“ Am 19. August 2019 verfügte die Vorinstanz hierauf erneut dem Vorbescheid entsprechend ein Nichteintreten auf das neue Leistung sbegehren vom 21. Januar 2019. Gemäss medi zi- nischer Einschätzung des RAD sei auch aufgrund der neusten Unterlagen nicht davon aus- zugehen, dass eine Veränderung mit Auswirkung auf die Erwerbsfähigk eit seit der Ver -Seite 8 fügung vom 9. September 2015 (Referenzsituation) ein getreten sei. Es würden viele Prob - leme aufge zählt, welche je doch als IV -fremd zu werten seien. Ein Wiedereinstieg könne mittels RAV aufgegleist werden (IV-act. 33). F. Gegen diese Verfügung richtet sich die vom Beschwerdeführer am 18. September 2019 er- hobene Beschwerde ans Obergericht mit den eingangs erwähnten Anträgen (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 19. November 2019 (act. 5) verlangte die Vorinstanz deren Ab wei- sung unter Verweis auf eine bei Dr. I. vom RAD eingeholte Stellungnahme vom 20. Novem- ber 2019 (act. 6). Der Beschwerdeführer replizierte hierauf innert er streckter Frist am 3. März 2020 (act. 12) und legte aktuelle ärztliche Unterlagen bei (Arzt brief vom 11. Dezember 2019 des Krankenhauses N. , Klinik für Psychi sche Ge sundheit [act. 13.3] sowie Psychiatrischer Bericht Dr. C. vom 10. Januar 2020 [act. 13.4]). In der Dup lik vom 17. März 2020 (act. 15) schloss die Vorinstanz nicht aus, dass die mit der Replik neu einge- reichten medizinischen Unterlagen allenfalls eine Ver schlechterung des Gesund heitszu- standes belegen würden. Die angefochtene Nichteintre tensverfügung sei jedoch am 19. August 2019 erfolgt, weshalb die neu eingereichten Berichte nicht relevant seien für die Frage, ob damals zu Recht nicht auf die Neuanmeldung ein getreten wor den sei. Am 21. April 2020 schickte der Beschwerdeführer dem Obergericht einen weiteren Arzt bericht von Dr. C. vom 18. April 2020 zu (act. 17 f.). Die Vorinstanz liess sich hierzu nicht mehr ver- nehmen. Aufgrund der Corona -Pandemie wurde beim Obergericht im ersten Halbjahr 2020 von Beratungen vor Ort weitgehend ab gesehen. Als nach vorübergehender Wiederauf nahme des ordentlichen Verhandlungs- und Sitzungsbetriebs im Spätsommer infolge der wei teren Entwicklung der Pandemie bereits ab Herbst erneut soweit möglich von Beratungen vor Ort abgesehen werden musste, fällten die Richter einstimmig das vorliegende Zirkular-Urteil. G. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den IV-Akten sowie die Vorbringen der Par- teien in den Rechtsschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Er wä- gungen näher eingegangen. Seite 9 Erwägungen 1. Formelles 1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen. Ge- mäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs - rechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes (JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht Beschwerden gegen so lche Entscheide. Da eine Verfügung der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden angefochten ist, ist die örtliche Zu ständigkeit gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]). 1.2 Das Gesamtgericht hat Be schwerden in Sozialversicheru ngssachen mit medizinischen Fragestellungen (unter Vorbehalt der hier nicht betroffenen Zuständigkeiten des Einzel rich- ters) der 3. Abteilung zur Beurteilung zugewiesen (so publiziert im aktuellen Staatskalender Appenzell Ausserrhoden, abrufbar unter https://staatskalender.ar.ch/organizations/pdf, Ziff. 2.6.1.2), weshalb diese zur Beurteilung der Beschwerde zuständig ist. 1.3 Unter den gegebenen Umständen drängt es sich auf, vorfrageweise zu prüfen, ob im kon - kreten Fall überhaupt eine gerichtlich anfechtbare Verfügung in Frage steht: Wie sich aus dem vorstehend dargelegten Sach verhalt ergibt, hatte der Be schwerdeführer sein Schreiben vom 21. Januar 2019 an die Vor instanz nämlich als „Wiedererwägungsge- such“ bezeichnet (Sachverhalt, lit. E). Auf eine Be schwerde gegen einen Nicht eintretens- entscheid der IV-Stelle auf ein Wiedererwägungsgesuch hin könnte das Gericht grundsätz- lich zum Vornherein nicht eintreten, da kein ge richtlich d urchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung besteht (vgl. dazu Urteile des Bun desgerichts I 896/06 vom 19. März 2007 E. 3.1 und 8C_89/2014 vom 24. Juli 2014 E. 2.2; BGE 133 V 50). Im vorliegenden Fall hat die Vor instanz allerdings das Schrei ben des Be schwerdeführers vom 21. Januar 2019 ungeachtet dessen Bezeichnung als Wiedererwä gungsgesuch als „neues Leistungsbegehren“ und damit erneute Anmeldung für Leistungen der Invalidenver - sicherung entgegengenommen. Der wesentliche Unterschied zwischen einer Wiederanmel- dung zum Leistungsbezug einerseits und einem Wiedererwägungs gesuch andererseits liegt darin, dass eine Wiederanmeldung zeit lich gesehen lediglich für die Zukunft Wirkung haben kann (wie auch eine erste Anmeldung zum Leistungsbezug), während eine Wieder- erwägung eines früheren Entscheids sich rückwirkend auf die vor jenem Ent scheid ergang-Seite 10 ene Anmeldung bei der Invalidenversicherung beziehen würde. Nachdem das Schreiben vom 21. Januar 2019 rein in haltlich gesehen ohne weiteres als Wiederanmel dung aufge- fasst werden kann, spricht un ter den gege benen Umständen nichts dagegen, das dies be- züglich fälschlicherweise als „Wiedererwägungsgesuc h“ bezeichnete Schreiben des Beschwerdeführers vom 21. Januar 2019 (IV -act. 14) als solche neue Anmeldu ng zum Leistungsbezug zu behandeln, dies insbesondere, nachdem der Schriftenwechsel im vorlie- genden Verfahren auf gezeigt hat, dass auch bei de Parteien über einstimmend davon aus - gehen, dass der Be schwerdeführer im kon kreten Fall Ende Janua r 2019 eine solche Wiederanmeldung zum Leis tungsbezug vornehmen wollte. Der von der Vorinstanz in der Folge erlassene Nichteintretensentscheid, der sich nota bene auch nicht auf ein Wiederer - wägungsgesuch, sondern aus drücklich eine er neute An meldung zum Leistungsbezug bezieht (IV-act. 33: „Auf Ihr neues Leistungsbegehren wird nicht eingetreten“), ist somit ge- richtlich überprüfbar. 1.4 Die von Amtes wegen vorzunehmende Prü fung der weiteren allgemeinen Pro zessvoraus- setzungen er gibt, dass auch diese sowohl hinsichtlich der Be schwerdeberechtigung auf Seiten des Beschwer deführers als auch hinsichtlich der Form - und Fristerfordernisse mit Bezug auf die Beschwerdeschrift erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art . 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG). 1.5 Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 1.6 Gestützt auf Art. 2 der Verordnung über COVID -19-Massnahmen: Gerichte (bGS 113.2) kann das Obergericht zur Bewältigung der aktuell ausserordentlichen Lage in allen Fällen auf dem Zirkularweg entscheiden, wenn das Ge setz keine Verhandlung vorschreibt. Da vorliegend keine Durchführung einer Verhandlung vorgeschrieben ist und die Par teien auf die Durchführung einer solchen verzichteten, hat das Obergericht den vorliegenden Ent - scheid im Zirkularverfahren gefällt. Seite 11 2. Materielles 2.1 Prozessthema bildet im vorliegenden Fall nicht ein kon kreter Leistungsanspruch des Beschwerdeführers gegenüber der Vorinstanz, sondern einzig die Frage, ob die IV -Stelle nach der am 9. September 2015 erfolgten Ein stellung der beruflichen Massnahmen mit dem gleichzeitigen Hinweis, er sei renten ausschliessend eingegliedert (IV-act. 5.5), auf die Ende Januar 2019 eingereichte Neuanmeldung mit Verfügung 19. August 2019 (IV-act. 33) zu Recht nicht eingetreten ist. Offenzulassen ist, wie es sich mit der bereits zuvor erlassenen Nichteintretensverfügung vom 5. Dezember 2018 (IV -act. 13) verhält, nachdem diese damals unangefochten rechtskräftig wurde und damit einer gerichtlichen Überprüfung im vorliegenden Verfahren entzogen ist. 2.2 a. Wurde gegenüber einem Versicherten ein Rentenanspruch bereits einmal verneint, so wird gestützt auf Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) eine erneute An meldung dieses Versicherten bei der Invaliden versiche- rung nur geprüft, wenn glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität der ver si- cherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Dies er Grund- satz beruht auf dem Gedanken, dass eine rechtskräftige frühere Einstellung von Leistungen einer erneuten Prüfung eines Leistungsanspruchs so lange entgegenstehen muss, als der seinerzeit beurteilte Sachverhalt sich in der Zwischenzeit nic ht verän dert hat. Damit soll namentlich verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechts kräf- tiger Anspruchsprüfung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, d.h. kei ne Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuch en befassen muss (BGE 130 V 64 E. 5.2.3). b. Nach Eingang einer Wiederanmeldung hat die IV -Stelle daher zu nächst zu prüfen, ob die Vorbringen der ver sicherten Person überhaupt glaubhaft sind. Ver neint sie dies, so kann sie das Gesuch ohne weitere Abk lärungen durch Nichteintreten er ledigen. Dabei wird zu berücksichtigen sein, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon läng ere Zeit zurück - liegt, weil je nachdem an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen zu stellen sind. Mit de m Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinn von Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachenän - derung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Be weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6) erstellt sein, son dern es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sach umstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Mög lich-Seite 12 keit zu rechnen ist, be i eingehender Abklärung werde sich die behauptete Än derung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn ange nommen werden kann, ein Leistungsanspruch sei begründet, falls sich die geltend gemachten Um stände als richtig erweis en sollten (anstelle vieler: Urteil des Bundes gerichts 9C_725/2019 vom 27. Januar 2020 E. 2.2). 2.3 Zwischen den Parteien ist - zu Recht - unbestritten, dass der im konkreten Fall entschei - dende Referenzzeitpunkt im September 2015 liegt. Nach dem erfolgreichen Ausbildungsab- schluss des Beschwerdeführers wurden die beruflichen Massnahmen der Invalidenver si- cherung mit Mitteilung vom 9. September 2015 beendet. Aufgrund der Tat sache, dass es dem Be schwerdeführer bereits gelungen war, im Anschluss an seinen Aus bildungsab- schluss eine Stelle in der freien Wirtschaft zu finden, wurde damals von einer ren tenaus- schliessenden Eingliederung ausgegangen und der Fall entsprechend ohne Rentenprüfung abgeschlossen (IV-act. 5.5; siehe auch Vernehmlassung der Vorinstanz, act. 5). 2.4 Aktuelle medizinische Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Zeit- punkt des Fallabschlusses im September 2015 finden sich keine in den IV -Akten. Auf dem internen Feststellungsblatt der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (IV-act. 5.6) wurde lediglich darauf hingewiesen, der Beschwerdeführer könne gemäss Einschätzung der Eingliede - rungsverantwortlichen eine 80% -ige Leistungsfähigkeit erreichen. Diese Einschätzung der Leistungsfähigkeit (vgl. dazu IV -act. 5.7, Schlussbericht Berufsberatung) stimmte mit den früheren me dizinischen Ein schätzungen in den vorin stanzlichen Akten grundsätzlich überein, so hatte schon Dr. C. dem Beschwerdeführer am 31. Mai 2007 in sei nem psychi- atrischen Gutachten eine Arbeitsfähigkeit von 80% attestiert (IV -act. 5.146, S. 8) und auch im Bericht des Psy chiatrischen Zentrums St. Gallen vom 16. Ju ni 2008 wurde von einer Arbeitsfähigkeit von rund 80% aus gegangen (IV-act. 5.135, S. 3). Der RAD hielt diese Ein- schätzungen damals für plau sibel (IV-act. 5.134, S. 1). Dr. O., den der Beschwer deführer wenige Male vor Beginn der Behandlung bei Dr. H. konsultierte, berichtete im Ver laufsbe- richt vom 29. No vember 2011 (IV -act. 5.87) lediglich , er halte die vom Beschwer deführer begonnene Ausbil dung zeit lich voll zumutbar (8 Stunden pro Tag), wobei die kon krete Leistungsfähigkeit aber noch im Rahmen einer Arbeitsabklärung geklärt werden müsse. Ab 15. März 2012 wurde der Beschwerdeführer regelmässig von Dr. H. behandelt, der damals von einem stabilisierten Gesundheitszustand berichtete, die berufliche Ein gliederung mit Unterstützung der E. ausdrücklich befürwortete und dabei eine volle Prä senz ebenfalls für zumutbar hielt, ohne sich detaillierter zur Leistungsfähigkeit des Be schwerdeführers im Rahmen eines Vollzeitpensums zu äussern (vgl. dazu IV -act. 5.71). Aus RAD-Sicht sprach Seite 13 unter diesen Umständen ebenfalls nichts ge gen die Fortführung der be ruflichen Eingliederung, ohne dass damals eine genauere medizinische Abklärung der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers veran lasst worden wäre (IV -act. 5.62, S. 2 oben). 2.5 In seiner erneuten Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung vom 21. Januar 2019 (IV -act. 14) berichtete der Beschwerdeführer der Vorinstanz de tailliert, dass er nach dem erfolgreichen Lehrabschluss zunächst zwar eine Ar beitsstelle gefunden habe, es ihm aber „aufgrund meiner Krankheit [...] trotz grösstem Ein satz und trotz g röss- tem Engagement nicht gelungen [sei,] eine Arbeitsstelle für Langzeit zu be halten. Der star- ke Druck, die schwierigen, zwischenmenschlichen Situationen, der rie sige Zeit- und Kos- tendruck, die stän dige Angst nicht zu genügen und sich beweisen zu müssen, und die schlimmen Erfahrungen an früheren Arbeitsplätzen haben mich zutiefst er schöpft, weswe- gen ich Ende 2017 in eine lähmende Erschöpfungsdepression gefallen bin.“ Verglichen mit Ende 2017 gehe es ihm zwar heute besser, aber er sei psy chisch immer noch müde und könne grosse Belastungen nach wie vor nicht bewältigen. Der Vorinstanz lagen bis zum Zeitpunkt, als sie die mit der vorliegenden Beschwerde ange- fochtene Nichteintretensverfügung vom 19. August 2019 erliess, folgende Unterlagen vor: a. Der Beschwerdeführer hatte sei ner Wiederanmeldung vom 21. Januar 2019 den aus führli- chen Brief des behandelnden Psychiaters Dr. H. vom 28. November 2018 (IV-act. 16) bei- gelegt, in welchem dieser unter anderem auf den der Vor instanz bereits bekannten Bericht von Dr. K. vom 12. Oktober 2018 (IV-act. 11) hinwies. Der Beschwerdeführer wird in diesen Unterlagen sowohl von Dr. H. als auch von Dr. K. für die Zeit von En de 2017 bis Ende Dezember 2018 als voll ständig arbeits unfähig bezeichnet. Während Dr. K. in seinem Bericht vom Okto ber 2018 allerdings davon aus ging, „unter konsequenter Wei terführung der be reits eta blierten therapeutischen Mass nahmen ist ab 01.01.2019 mit der Wie - derherstellung und Erhaltung einer vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen“ (IV-act. 11, S. 7, Ziff. 6.1.3), erklärte Dr. H. in seinem rund eineinhalb Monate später verfassten Schreiben an die Vorinstanz, dass gemäss seiner aktuellsten Einschätzung sei nem Pa tienten ab Januar 2019 doch (noch) kein volles Arbeitspensum zumutbar sei. b. Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens vor der Vorinstanz meldete sich Dr. H. am 20. März 2019 (IV-act. 20) erneut bei der Vorinstanz und präzisierte, er habe seinen Patien- ten bis Ende Januar 2019 zu 100%, ab Februar 2019 zu 80% und ab März 2019 zu 70% Seite 14 arbeitsunfähig geschrieben; er denke, dass die Arbeitsunfähigkeit ab April 2019 noch 60% betrage. c. Im psychiatrischen Verlaufsbericht von Dr. K. vom 23. April 2019 (IV -act. 24, S. 3 ff.) re vi- dierte dieser seine frühere Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer ab Januar 2019 wieder voll arbeitsfähig sein würde und attestierte dem Beschwerdeführer neu eine an hal- tende vollständige Arbeitsunfähigkeit seit 19. Dezember 2017 für sämtliche Tätig keiten auf dem freien Wirtschaftsmarkt. Auch eine langfristige Wiederein gliederung sei nur in ge - schütztem Rahmen und nicht mehr auf dem freien Wirtschaftsmarkt möglich. d. Im neuropsychologischen Bericht vom 6. Mai 2019 (IV -act. 28, S. 3 ff.) wird aufgrund der beim Beschwerdeführer festgestellten Defizite, welche sich einerseits in seiner Leistungs - fähigkeit und andererseits besonders im Sozialverhalten widerspiegeln würden, eine be ruf- liche Wiedereingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt als unwahrscheinlich bezeichnet; „eine berufliche Wiedereingliederung im geschützten Rahmen erachten wir je doch durch- aus als realistisch.“ e. Am 31. Juli 2019 schickte Dr. H. der Vorinstanz „weitere zusätzliche medizinische Informa- tionen“ zu (IV-act. 31) und wies insbes ondere darauf hin, es habe sich inzwischen ge zeigt und sei auch von Dr. K. im neuen Bericht vom April 2019 bestätigt worden, dass d er Beschwerdeführer nicht mehr im ersten Arbeitsmarkt arbeiten könne. Das ergebe sich auch aus dem Bericht der neuropsychol ogischen Untersuchung. Es sei daher nicht nach voll- ziehbar, warum die IV nicht auf die erneute Anmeldung eingetreten sei. Er ersuche da rum, den Vorbescheid vom März 2019 aufzuheben und weitere Abklärungen durchzuführen. 2.6 Bei Berücksichtigung diese r Unterlagen erscheint der Nichteintretensentscheid der Vorin - stanz vom 19. August 2019 aus folgenden Gründen nicht nachvollziehbar: a. Vorweg ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer in seiner Wie deranmeldung vom 21. Januar 2019 ausdrücklich auf einen Velounfall im Mai 2018 hingewiesen hatte, bei wel- chem es zu einer Bänderverletzung an der Schulter mit bis damals aktuell persistierenden Belastungseinschränkungen gekommen sei. Auch Dr. H. erwähnte in seinen Berichten an die Vorinstanz mehrmals, dass nicht nur psychische, son dern auch physische Beschwer - den vorhanden seien und forderte diesbezügliche Abklä rungen beim Hausarzt (IV -act. 16, S. 6 f.; IV -act. 20, S. 4 f.). Wird im Rahmen einer Wie deranmeldung auf er gänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte, bloss hingewiesen und beantragt, diese seien von der Verwaltung beizuziehen, so ist, falls die Verwaltung diese Berichte in der Folge nicht Seite 15 selbst an fordert, der ver sicherten Person zumindest eine angemes sene Frist zur Ein rei- chung solcher Beweismittel anzusetzen, sofern diese grundsätzlich geeignet scheinen, den nötigen Eintretenstatbestand glaubhaft zu machen. Erst wenn trotz angedrohtem Nicht ein- treten die nötigen Arztberichte nicht vorgelegt würden, könnte allenfalls ein Nichteintretens- entscheid gefällt werden (vgl. dazu Urteil des Bundes gerichts 8C_389/2019 vom 5. Sep - tember 2019 E. 4.1). b. Entscheidend ist jedoch im konkreten Fall insbesondere folgendes: Im Referenzzeitpunkt im September 2015 wechselte der Beschwerdeführer von seinem Ausbildungsplatz im ersten Arbeitsmarkt an eine neue Stelle, ebenfalls im ersten Arbeitsmarkt . G emäss den damals vorhandenen (früheren) medizinischen Einschätzungen wurde der Beschwerdefüh- rer, soweit überhaupt konkrete Arbeitsfähigkeitseinschätzungen abgegeben wurden, als zu 80% arbeitsfähig in der freien Wirt schaft be zeichnet. Da der Be schwerdeführer nach seinem Ausbil dungsabschluss (wobei das letzte Lehr jahr nicht mehr in geschütztem Rahmen stattfand) direkt eine An schlusslösung im ersten Ar beitsmarkt gefunden hatte, waren im September 2015 seitens der Inva lidenversicherung keine weiteren Massnahmen angezeigt (und der da malige Fall abschluss durch die IV -Stelle St. Gal len blieb vom Beschwerdeführer e ntsprechend unan gefochten). Gemäss den der Vorinstanz bis zum Erlass der angefoch tenen Verfügung neu vorlie genden medizinischen Unterlagen ist dem Beschwerdeführer nach aktueller Ein schätzung eine Ein gliederung in den ersten Arbeitsmarkt nicht möglich (wobei notabene nicht nur der behandelnde Psychiater, sondern auch Dr. K. und die neuropsychologischen Fachärzte der Klinik L. eine Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf dem ersten Arbeits markt explizit voll ständig aus schliessen). Ob eine versicherte Person die ihr verblei bende Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeits markt verwerten kann oder nicht, spielt bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_624/2009 vom 7. Oktober 2009 E. 4.2) und damit für den mög li- chen Anspruch gegenüber der Invalidenversicherung eine grosse Rolle. Än dert sich dieser Sachumstand im Zeitverlauf, so stellt dies daher - grundsätzlich unabhängig davon, ob sich gleichzeitig auch die einer gesund heitlichen Störung zu grunde liegenden Diagno sen verändert haben oder nicht - eine entscheidende Veränderung des Sachverhalts mit re le- vantem Einfluss auf die erwerblichen Ver hältnisse dar. A ngesichts der herabgesetzten Anforderungen an den Beweis bei der Prüfung, ob auf ein neues Leistungsgesuch einzutre- ten ist oder nicht, ge nügt es bereits, wenn eine sol che Sac hverhaltsänderung glaubhaft gemacht wird. Für diese Glaubhaftmachung genügen konkrete Anhaltspunkte, die dafür sprechen, dass sich d er im Referenzzeitpunkt beurteilte Sachverhalt entsprechend ver - ändert hat. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf Leistungen gegenüber der Invalidenversicherung sei begründet, falls sich die geltend gemachten Um stände als richtig er weisen sollten (Urteil des Bundes gerichts Seite 16 9C_733/2019 vom 2. De zember 2019 E. 2). So wohl Dr. H. (IV-act. 31, insbesondere S. 4 zweiter und fünf ter Absatz) als auch Dr. K. (IV-act. 24, S. 5 unten) attestierten dem Beschwerdeführer in ihren aktuells ten Be richten eine volle Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt seit De zember 2017. Gemäss Rechtsprechung stellt eine fach ärztlich bestätigte Ar beitsunfähigkeit von 100% seit mehr als vierzehn Mon aten ohne weiteres einen Umstand dar, der ge eignet ist, den Invaliditäts grad erheblich zu ändern (Urteil des Bundesgerichts 9C_675/2016 vom 18. Ap ril 2017 E. 2.3.1, bestätigt im Urteil des Bundesgerichts 8C_367/2020 vom 4. August 2020 E. 5.3 in fine). c. Zusammengefasst ist mit den der Vorin stanz im Zeitpunkt der angefochtenen Nicht eintre- tensverfügung vorliegenden Unterlagen ausreichend glaubhaft gemacht, dass sich der Sachverhalt im kon kreten Fall ent scheidend verändert hat im Vergleich zum Referenzzeit- punkt, als ge mäss den damals vorliegenden medizinischen Ein schätzungen nicht nur von einer grundsätzlichen Arbeitsfähigkeit von rund 80% im ersten Arbeitsmarkt auszu gehen, sondern der Be schwerdeführer auch tatsächlich im ersten A rbeitsmarkt eingegliedert war. Zudem geht es zum Vornherein nicht an, einen Nichteintretensentscheid zu er lassen, ohne zuvor beim Haus arzt aktuelle Berichte bezüglich der geltend gemachten Schul terbe- schwerden einzuholen. Die Vorinstanz hätte den Beschwerdeführer zumindest dazu auffor- dern müssen, die Hausarztberichte selber einzureichen, nachdem auch der RAD ausdrück- lich den Beizug von Hausarztberichten für eine abschliessende Beurteilung des Gesund - heitszustands vorschlug (vgl. IV-act. 26, S. 2) und hätte einen allfälligen Nichteintretensent- scheid allenfalls erst dann erlassen können, wenn der Beschwerdeführer dieser Auffor - derung nicht nachgekommen wäre - wobei ein Nichteintretensentscheid im vor liegenden Fall aus den dargelegten Gründen alle rdings unabhängig vom Beleg der be klagten Schul- terbeschwerden auch deshalb nicht möglich war, weil die erwerblichen Aus wirkungen des psychischen Gesundheitszustands sehr wohl glaubhaft waren, was für ein Eintreten auf das neue Leistungsgesuch ausreichte. 2.7 Die Vorinstanz legte mit der Vernehmlassung einen ausführlichen RAD -Bericht vor (act. 6). Dort sei detailliert und fundiert begründet, dass versicherungsmedizinisch keine Anhalts - punkte für eine Verschlechterung des Gesundheitszust ands oder ein e neue Diagnose erkennbar seien, weshalb auf das neue Leistungsbegehren des Beschwerdeführers nicht habe eingetreten werden können. a. Dr. I. hielt in diesem Bericht vom 20. November 2019 fest, die Diagnose F90.0 (ADS) sei unverändert zu 2015. Es sei nicht ausgeschlossen, „dass bis zum 01.01.2019 eine depres- sive Symptomatik aufgrund des Arbeits platzverlusts und anderer Gründe vorlag.“ Eine Seite 17 vorübergehende depressive Symptomatik oder eine Erschöpfungsdepression seien aber heilbar. Ob ein AD(H)S vorliege, sei „versicherungsmedizinisch ebenfalls unerheblich, da es anerkannt und behandelt wird.“ Für die von Dr. K. im Bericht vom 23. April 2019 an ge- führten Diagnosen F06.33 und F07.0 (Verdacht auf organ ische ge mischte affektive Störung, DD: Organische Persönlichkeitsstörung) fehle eine nachvollziehbare Begründung; diese „dokumentierten Störungen sind versicherungsmedizinisch nicht glaubhaft und lösen in der Folge keine vertiefte versicherungsmedizinische Abklärung des RAD aus.“ b. Ob dieser Einschätzung der RAD -Ärztin gefolgt werden kann oder nicht, kann aus nicht - medizinischer Sicht nicht ohne weiteres beurteilt werden. Ohnehin sagen die Diagnosen allein über das quantitative Element einer relevanten, die Arbeitsfähigkeit schmä lernden Veränderung des Gesundheitszustands gar nicht zwingend etwas aus (vgl. dazu Ur teil des Bundesgerichts 8C_175/2019 vom 30. Juli 2019 E. 3.2.2). Für das vorliegende Ver fahren, in welchem es zunächst einzig um die Frage geht, ob die Vorinstanz auf die Wiederanmel- dung des Beschwerdeführers vom 21. Januar 2019 hätte eintreten müssen oder nicht, erübrigt sich vorläufig eine vertiefte Auseinandersetzung der von Dr. K. gestellten Diagno- sen, wie sie die RAD-Ärztin zu Handen der Vorinstanz vorgenommen hat: Da wie dargelegt aus den der Vorinstanz bis zum Erlass der ange fochtenen Nichtein tretensverfügung neu vorgelegten Unterlagen nämlich bereits glaubhaft hervorgeht, dass sich die er werblichen Auswirkungen des auch nach An sicht der RAD-Ärztin „langjährig ausgewiesenen Gesund- heitsschaden“ (vgl. act. 6, S. 8 in fine) im Vergleich zum Re ferenzzeitpunkt, welcher meh- rere Jahre zurückliegt, verändert haben, wäre die Vorinstanz verpflichtet ge wesen, auf das neue Leis tungsgesuch des B eschwerdeführers einzutr eten und dieses im Anschluss materiell zu prüfen, und zwar unabhängig von den Diagnosen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 9C_594/2018 vom 6. Mai 2019 E. 3.2). 2.8 Die Beschwerde gegen den angefochtenen Nicht eintretensentscheid vom 19. August 2019 ist dementsprechend gutzuheissen. Die IV -Stelle wird angewiesen, auf die Wieder anmel- dung zum Leis tungsbezug von Ende Januar 2019 einzutreten. Im Rahmen der an schlies- send vorzunehmenden vertieften Prüfung des Leistungsanspruchs wird sie soweit erforder- lich eine umfassende medizinische und berufliche Abklärung zu veranlassen haben: Dabei gilt die Un tersuchungspflicht gemäss Art. 43 ATSG, d.h. die Vorinstanz hat von Amtes wegen allenfalls nötige Rückfragen bei den Behandlern zu tätigen oder vertiefte Abklärung- en an zuordnen, wenn sich dies als nötig erweist (siehe dazu insbesondere act. 6, S. 6 unten: „Aus versicherungsmedizinischer Sicht sind die genannten Diag nosen [...] sur Dos - sier nicht glaub haft und nicht aus gewiesen. Aus Sicht des RAD ist es me dizinisch zumutbar, alle Be funde zur Sicherung der geltend gemachten Diagnosen vor zulegen [...]“, Seite 18 sowie etwa S. 8: „Es er folgte keine Symp tomvalidierung. Eine Symptomvalidierung ist zumindest für IV -Zwecke Standard bei die ser Untersuchung. [...] Ohne Medikamenten - spiegel vom Untersuchungstag sind die Testergebnisse nicht verwertbar“). 2.9 Die Vorinstanz wies in der Duplik (act. 15) grundsätzlich zu Recht darauf hin, dass die vom Beschwerdeführer erst während des Schrif tenwechsels neu vorge legten, aktuellen ärzt li- chen Berichte (Arztbrief vom 11. Dezember 2019 Krankenhaus N. [act. 13.3]; Psychiatrischer Be richt Dr. C. vom 10. Januar 2020 [act. 1 3.4]) nicht zu berück sichtigen sind. Massgeblich im vorliegenden Be schwerdeverfahren ist der Sachverhalt bzw. die Aktenlage, wie sie sich der Verwaltung bei Er lass der Nichteintretensverfügung bot (Ur teil des Bundesgerichts 8C_175/2019 vom 30. Juli 2019 E. 1.1 in fine mit Hinweis ins beson- dere auf BGE 130 V 64 E. 5.2.5; Urteil des Bundesgerichts 9C_733/2019 vom 2. Dezember 2019 E. 2.1). Die vom Beschwerdeführer mit der Replik eingereichten medizinischen Unter- lagen, die erst nach dem Zeitpunkt d er Nicht eintretensverfügung erstellt wurden, haben daher für das vorliegende Verfahren tatsächlich keine Bedeutung. Da die ange fochtene Nichteintretensverfügung aber aus den dar gelegten Gründen aufgehoben wird, wird die Vorinstanz vor Erlass einer materiellen Verfügung über den Leistungsanspruch im Rahmen der umfassenden Anspruchsprüfung nun auch die zwischenzeitlich neu vorgelegten Arztbe- richte zu berücksichtigen haben. Dr. C. hat seine Diagnosen einer bipolaren affektiven Störung sowie eine r Aufmerksamkeits-Defizit-Störung im Bericht vom 18. April 2020 (act. 18) erneut bestätigt und geht von einer langfristigen und anhaltenden Arbeits unfähigkeit des Beschwerdeführers aus. Gemäss RAD -Beurteilung 13. März 2020 wird mit diesen Diagnosen „formal eine Verschlechterung geltend gemacht“ , wobei der RAD „sur Dossier“ nicht beurteilen könne, ob dies allein ausreiche (gemeint wohl: für eine Zusprache von Leis- tungen). Es wird auch hier Sache der Vorinstanz sein, vor einer Verfügung über den kon - kreten Leistungsanspruch die Abklärungen wenn nötig zu er gänzen. Im Rahmen der von der Vorinstanz vorzunehmenden vertieften Abklärungen wird zudem - auch wenn anzuneh- men ist, dass die Einschränkungen in psychischer Hinsicht beim Be schwerdeführer domi- nieren - auch noch eine hausärztliche Stellungnahme dazu, ob die vom Be schwerdeführer im neuen Leistungsgesuch erwähnten Schulterbeschwerden inzwischen abgeklungen sind oder allenfalls anhaltend zu Einschränkungen führen, einzuholen sein. Nach dem Ab - schluss der nötigen medizinischen Abklärungen wird i m kon kreten Fall des Be schwerde- führers in einem ersten Schritt offensichtlich die Gewährung von be ruflichen Massnahmen im Vordergrund stehen. Die Vorinstanz hat über die ihm zu ge währenden Massnahmen zu verfügen sowie allenfalls später eine Rentenprüfung einzuleiten. Seite 19 3. Kosten und Entschädigung 3.1 Nach Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Bei der vorlie- gend zu beurteilenden Beschwerde ging es allerdings nicht um einen konkreten Streit um Versicherungsleistungen, sondern es war einzig zu klären, ob die Vorinstanz einen Nicht - eintretensentscheid auf die Wiederanmeldung d es Beschwerdeführers hin erlassen durfte oder nicht, weshalb für das vorliegende Verfahren gestützt auf die allgemeine Be stimmung von Art. 61 lit. a ATSG keine Kosten erhoben werden. 3.2 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat eine im Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht obsiegende Beschwerde führende Person An spruch auf Er satz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und sind ohne Rück sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwie rigkeit des Prozesses zu bemes- sen. Im Übrigen ist die Bemessung der Partei entschädigung dem kan tonalen Recht über - lassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_11/2016 vom 22. Februar 2016 E. 3.1). Der obsiegende Beschwerdeführer hat somit Anspruch auf Ersatz seiner Kosten der rechts- anwaltlichen Vertretung. Gemäss Art. 13 Abs. 1 lit. c der kantonalen Verordnung über den Anwaltstarif (AT, bGS 145.53) gelangt in Verwaltungssachen vor Obergericht die pauschale Bemessung zur An wendung. Für das Honorar ist gru ndsätzlich ein Rahmen zwischen Fr. 1‘000.-- bis Fr. 10‘000.-- vorgesehen (Art. 16 Abs. 1 AT). Im vorliegenden Fall erscheint das in vergleichbaren Fällen mit durchschnittlichem Aufwand ohne besonders schwierige Rechts- bzw. Sachverhaltsfragen üb licherweise zu gesprochene Honorar von pau schal Fr. 2‘500.-- auch im konkreten Fall als angemessen. Zuzüglich der praxis gemäss üblichen Barauslagenpauschale von 4% sowie der Mehrwertsteuer von 7.7% ergibt sich somit eine Entschädigung im Gesamtbetrag von Fr. 2‘800.20, welche dem Beschwerdeführer zulasten der Vorinstanz zuzusprechen ist. Seite 20 Demgemäss erkennt das Obergericht: 1. Die Beschwerde von A. wird gutgeheissen und die angefochtene Nichteintre tensverfügung der Vorinstanz vom 19. August 2019 wird aufgehoben. Die Vorinstanz wird angewiesen, auf die Wiederanmeldung des Beschwerdeführers vom 21. Januar 2019 ein zutreten und seine konkreten Leistungsansprüche materiell zu prüfen und anschliessend darüber zu verfügen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 2‘800.20 zu bezahlen. 4. Rechtsmittel: Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich einzu- reichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be - weismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Be - weismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 5. Zustellung an den Beschwerdeführer über dessen Anwalt, die Vorinstanz und das Bun des- amt für Sozialversicherungen. Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts Der Obergerichtspräsident: lic. iur. Ernst Zingg Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. Annika Mauerhofer versandt am: 12. Januar 2021