Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 23. Juli 2019 (470 19 98) ____________________________________________________________________ Strafprozessrecht Verfahrenseinstellung Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Helena Hess (Ref.), Richter Markus Mattle; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien A.____, vertreten durch Advokat Christian Kummerer, Aeschengraben 13, Postfach 349, 4010 Basel, Beschwerdeführer B.____ , vertreten durch Advokat Christian Kummerer, Aeschengraben 13, Postfach 349, 4010 Basel, Beschwerdeführerin gegen Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabtei- lung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Beschwerdegegnerin C.____ , vertreten durch Advokatin Véronique Bron, Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach, Beschuldigte Gegenstand Verfahrenseinstellung (Neubeurteilung 470 17 251) (Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwalt- schaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung, vom 14. No- vember 2017) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.a Im Rahmen eines Nachbarschaftsstreits reichten A.____ und B.____ am 1. April 2014 eine Strafanzeige gegen D.____ und C.____ ein betref fend die Straftatbestände der Verleum- dung, der Sachbeschädigung und der Nötigung (Verfahr ens-Nr. MU1 14 1935 und MU1 14 1936). Ferner erstatteten A.____ und B.____ am 17. N ovember 2014 ein weiteres Mal Anzeige gegen D.____ und C.____, weil diese mehrfach ohne E inwilligung Fotografien und Videoauf- zeichnungen von den Anzeigestellern ausgefertigt haben sollen (Verfahrens-Nr. MU1 14 3988 und MU1 14 3989). Nach erfolgter Strafuntersuchung erl iess die Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung, betreffend C. ____ in Bezug auf die Straftatbestände der mehrfachen geringfügigen Sachbeschädigung, der Ve rleumdung, der Nötigung, der mehr- fachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch A ufnahmegeräte, des mehrfachen Abhörens und Aufnehmens fremder Gespräche sowie des mehrfachen unbefugten Aufnehmens von Gesprächen mit Datum vom 14. November 2017 eine Ein stellungsverfügung (Verfahrens- Nr. MU1 14 1936 und MU1 14 3988), in welcher sie unter anderem Folgendes festhielt: "1. Die Strafverfahren werden in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a, lit. b und lit. d StPO eingestellt. 2. Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen. 3. Die Kosten bezüglich des Verfahrens MU1 14 1936 geh en zu Lasten des Staates. 4. Die Kosten bezüglich des Verfahrens MU1 14 3988 (2 91 Aktenseiten) bestehend aus - Kosten Polizei CHF 1'025.00 - Kosten Staatsanwaltschaft CHF 1'224.00 - Gebühr Einstellungsverfügung (inkl. Porto) CHF 2 00.00 in der Höhe von insgesamt CHF 2'449.00 gehen gemäss Art. 426 Abs. 2 StPO zu Lasten der besc huldigten Person. 5. (…) 6. (…) 7. (…)." Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.b Ebenso erliess die Staatsanwaltschaft betreffend D.___ _ in Bezug auf die Straftatbestän- de der mehrfachen geringfügigen Sachbeschädigung, de r Verleumdung, der Nötigung, der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, des mehrfa- chen Abhörens und Aufnehmens fremder Gespräche sowie des mehrfachen unbefugten Auf- nehmens von Gesprächen mit Datum vom 14. November 2017 eine Einstellungsverfügung (Verfahrens-Nr. MU1 14 1935 und MU1 14 3989) und erka nnte dabei unter anderem Folgen- des: "1. Die Strafverfahren werden in Anwendung von Art . 319 Abs. 1 lit. b und lit. d StPO eingestellt. 2. Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen. 3. Die Kosten des Verfahrens MU1 14 1935 gehen zu La sten des Staates. 4. Die Kosten bezüglich des Verfahrens MU1 14 3989 best ehend aus - Kosten Polizei CHF 1'025.00 - Kosten Staatsanwaltschaft CHF 1'040.00 - Gebühr Einstellungsverfügung (inkl. Porto) CHF 2 00.00 in der Höhe von insgesamt CHF 2'265.00 gehen gemäss Art. 426 Abs. 2 StPO zu Lasten der besc huldigten Person. 5. (…) 6. (…) 7. (…)." Auf die jeweilige Begründung dieser Einstellungsverfü gungen sowie der nachfolgenden Einga- ben der Parteien und der Beschlüsse bzw. Urteile des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abtei- lung Strafrecht, sowie des Bundesgerichts wird, soweit er forderlich, in den Erwägungen des vorliegenden Beschlusses eingegangen. B. Gegen die genannten Einstellungsverfügungen vom 14. November 2017 erhoben A.____ und B.____ mit Eingabe vom 27. November 2017 Beschwer de beim Kantonsgericht und be- gehrten dabei, es seien die angefochtenen Verfügungen unter o/e Kostenfolge aufzuheben, und es sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, die Strafverfahren gegen D.____ und C.____ weiter- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuführen. Demgegenüber beantragten sowohl die Staatsa nwaltschaft mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2017 als auch die Beschwerdegegner mit Stellungnahme vom 14. Dezem- ber 2017 die Abweisung der Beschwerde und die Auferle gung der Kosten zu Lasten der Be- schwerdeführer. C. Mit Beschlüssen des Kantonsgerichts vom 20. Februar 2018 wurde die entsprechende Beschwerde sowohl im Hinblick auf D.____ (Verfahrens-Nr. 470 17 250) als auch hinsichtlich C.____ (Verfahrens-Nr. 470 17 251) abgewiesen. Ausser dem wurden die ordentlichen Kosten der beiden Beschwerdeverfahren in der Höhe von jeweil s CHF 1'100.00 (beinhaltend eine Ge- bühr von CHF 1'000.00 sowie Auslagen von CHF 100.00) d en beiden Beschwerdeführern in solidarischer Verbindung auferlegt und mit der von di esen erbrachten Sicherheitsleistung von CHF 500.00 verrechnet. Sodann wurden die beiden Besch werdeführer in solidarischer Verbin- dung verurteilt, den Beschwerdegegnern in Bezug auf deren Verteidigungskosten im jeweiligen Verfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von ins gesamt CHF 432.00 (inklusive Ausla- gen und 8% Mehrwertsteuer im Betrag von CHF 32.00) zu bezahlen. D. Gegen die Beschlüsse des Kantonsgerichts vom 20. Februar 2018 erhoben die Be- schwerdeführer mit Eingabe vom 14. April 2018 Beschwer de ans Bundesgericht und beantrag- ten dabei, es seien die angefochtenen Beschlüsse und somit auch die Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft vom 14. November 2017 aufzuheben, und es sei diese anzuweisen, die Strafverfahren gegen D.____ und C.____ weiterzuführen; dies unter o/e Kostenfolge, d.h. unter Auferlegung der Verfahrens-, Anwalts- und Gerichtskosten an die Beschwerdegegner. E. Mit Urteil des Bundesgerichts, Strafrechtliche Abteilung , vom 3. April 2019 wurde erkannt, dass die Verfahren 6B_520/2018 (betreffend D.____) un d 6B_521/2018 (betreffend C.____) vereinigt werden (Ziff. 1). Die Beschwerde im Verfahr en 6B_520/2018 wurde abgewiesen, so- weit darauf einzutreten war (Ziff. 2). Demgegenüber wurde die Beschwerde im Verfahren 6B_521/2018 teilweise gutgeheissen, soweit darauf einzu treten war, und der Beschluss des Kantonsgerichts vom 20. Februar 2018 in Sachen 470 17 2 51 (betreffend C.____) wurde auf- gehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen (Ziff. 3). Des Weiteren wurden A.____ und B.____ Gerichtskosten von CH F 2'500.00 (Ziff. 4) sowie C.____ solche in der Höhe von CHF 250.00 auferlegt (Ziff. 5) . Ferner wurden A.____ und B.____ dazu verurteilt, C.____ und D.____ eine Parteientschädigung von CHF 2'500.00 zu bezahlen (Ziff. 6). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auf der anderen Seite wurden C.____ und der Kanton Basel-Landschaft verpflichtet, A.____ eine Parteientschädigung von je CHF 250.00 zu bezahlen (Ziff. 7). F. In Nachachtung des bundesgerichtlichen Urteils wurden d ie Parteien mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 10. April 2019 aufgefordert, begründete Anträge für das weitere Verfahren zu stellen. In diesem Zusammenhang beantragte die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 15. April 2019, es sei die Beschwerde abzuweisen, und es seien die Kosten des Verfah- rens der beschwerdeführenden Partei aufzuerlegen. Auf der anderen Seite begehrte der Be- schwerdeführer, es sei die Beschwerde von A.____ gegen d en Einstellungsbeschluss der Staatsanwaltschaft vom 14. November 2017 teilweise gutzu heissen und diese demnach anzu- weisen, das Strafverfahren gegen C.____ wegen Verleumd ung und falscher Anschuldigung weiterzuführen; dies unter Auferlegung der Gerichtskoste n zu Lasten des Staates und unter Zusprechung einer angemessenen Parteientschädigung an A.____. Schliesslich wurde mit Ver- fügungen vom 30. April 2019 und 15. Mai 2019 festges tellt, dass C.____ keine Anträge für das weitere Verfahren gestellt hat und dass die Parteien a uf die Möglichkeit zur fakultativen Stel- lungnahme hinsichtlich der Eingaben der Staatsanwaltsch aft vom 15. April 2019 und des Be- schwerdeführers vom 26. April 2019 verzichtet haben. Erwägungen 1.1 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, als Beschwerdeinstanz zur Beurteilung der vo rliegenden Angelegenheit ergibt sich aus Art. 20 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO sowie aus § 1 5 Abs. 2 EG StPO. Nachdem die vorste- henden Parteien bereits am ersten kantonsgerichtlichen Beschwerdeverfahren teilgenommen haben, und das Bundesgericht zwischenzeitlich mit Urteil vom 3. April 2019 den Beschluss des Kantonsgerichts vom 20. Februar 2018 betreffend C.____ aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an dieses zurückgewiesen hat, ist in casu n unmehr ohne weitere Prüfung der formellen Voraussetzungen die Beschwerde vom 27. Novemb er 2017 im Sinne der Erwägun- gen des Bundesgerichts erneut zu würdigen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 In seinem Urteil vom 3. April 2019 hat das Bundesger icht zusammenfassend erwogen, das Kantonsgericht habe in seinem Beschluss vom 20. Februar 2018 nicht erklärt, weshalb die angeblich von C.____ gegenüber A.____ begangene Verle umdung entgegen der Einstellungs- verfügung der Staatsanwaltschaft nicht am 18. März 2014, sondern bereits am 20. Oktober 2013 geschehen (und damit der am 1. April 2014 gestel lte Strafantrag verspätet erfolgt) sein soll. Die Sache sei in diesem Punkt in Gutheissung der B eschwerde mangels hinreichender Begründung des angefochtenen Entscheids an das Kantonsger icht zurückzuweisen. In Bezug auf die übrigen streitbetroffenen Punkte hat das Bunde sgericht hingegen entschieden, dass die Beschwerde abzuweisen sei, soweit überhaupt darauf e ingetreten werden könne. Zur Begrün- dung hat das Bundesgericht im Wesentlichen ausgeführt, die Beschwerdeführer hätten nicht dargelegt, inwiefern aufgrund der konkreten Umstände eine Handlungseinheit oder ein Dauer- delikt vorliegen soll. Entsprechend könne nicht gefolg ert werden, dass ein Offizialdelikt vorliege oder das Verhalten der Beschuldigten als Nötigung zu qualifizieren sei. Die Rüge, es liege für den gesamten Deliktszeitraum vom 1. Oktober 2013 bis zum 17. November 2014 ein gültiger Strafantrag oder gar ein Offizialdelikt vor, erweise si ch als unbegründet. Ferner strebten die Beschwerdeführer mit den über die Frage der Gültigkei t des Strafantrags hinausgehenden Rü- gen im Ergebnis eine materielle Überprüfung des angef ochtenen Entscheids an, ohne dabei aber auch nur ansatzweise darzulegen, inwiefern sich die ser auf die Beurteilung ihrer Zivilan- sprüche auswirken könne. Gestützt auf diese Erwägungen des Bundesgerichts ist ma terieller Gegenstand des vorliegen- den Verfahrens nur noch die Frage, ob die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren MU1 14 1936 gegen C.____ auch hinsichtlich des Tatbestandes der Verle umdung zu Recht eingestellt hat. Keine erneute inhaltliche Auseinandersetzung findet hi ngegen statt bezüglich den übrigen in den eingestellten Strafverfahren MU1 14 1936 und MU1 14 3988 beurteilten Tatbeständen der mehrfachen geringfügigen Sachbeschädigung, der Nötigu ng, der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, des m ehrfachen Abhörens und Aufneh- mens fremder Gespräche sowie des mehrfachen unbefugten A ufnehmens von Gesprächen. Allerdings sind die diesbezüglichen ‒ vom Bundesgericht nicht beanstandeten ‒ Ausführungen des Kantonsgerichts formell in den vorliegenden Entschei d zu integrieren, nachdem das Bun- desgericht den fraglichen Beschluss vom 20. Februar 2018 insgesamt aufgehoben hat. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Im Hinblick auf die angebliche Verleumdung führt die Staatsanwaltschaft zur Begründun- gen ihrer Einstellungsverfügung aus, die Beschuldigte h abe am Vormittag und am Nachmittag des 18. März 2014 die Polizei verständigt und dieser geg enüber erklärt, dass der Privatkläger ihr mit einer Pistole gedroht habe und dass er den Geometer behindere. Ob der Privatkläger der Beschuldigten nun mit einer Pistole gedroht habe oder nicht, habe durch die Strafbehörden nicht geklärt werden können. Die Beschuldigte habe meh rfach angegeben, dass dies so gewe- sen sei, was vom Privatkläger jedoch vehement bestritten w erde. Es stehe damit Aussage ge- gen Aussage. Aufgrund dieser Ausgangslage könne nicht geklärt werden, ob die Beschuldigte eine Verleumdung begangen habe, da die Geschehnisse vom 18. März 2014 nicht hätten rest- los eruiert werden können. Angesichts der konkreten Sach- und Beweislage könne der Be- schuldigten deshalb der Tatbestand der Verleumdung nic ht nachgewiesen werden, weshalb das Strafverfahren gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO einzustellen sei. 2.2 Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Ansicht, die Schlussfolgerung der Vor- instanz, wonach Aussage gegen Aussage stehe, womit der Sa chverhalt als nicht erstellt gelten könne, möge grundsätzlich zutreffend sein. Allerdings v erhalte es sich weiter so, dass in der Liegenschaft von A.____ und B.____ gestützt auf die Aussagen von C.____ eine Hausdurchsu- chung durchgeführt worden sei, anlässlich welcher weder e ine Pistole noch eine andere Waffe aufgefunden worden sei. Demnach sei objektiviert, dass A.____ nicht im Besitze einer Waffe gewesen sei, weshalb die Verfahrenseinstellung in diesem Punkt nicht nachvollziehbar sei. 2.3 Nach Auffassung der Beschuldigten habe der Beschwerdefü hrer anlässlich der Einver- nahme vom 13. Juli 2016 selber behauptet, er sei im Be sitz eines Karabiners. Zudem sei er vor der Hausdurchsuchung in der Annahme gewesen, dass sich die Pistole seines Sohnes im Haus befunden habe, wie er dies in seinem Bericht vom 28. November 2015 schriftlich festgehalten habe. Gemäss diesem Bericht habe überdies der Geomete r ausgesagt, der Beschwerdeführer habe die Nachbarschaft mit einer Pistole bedroht, was sch liesslich Anlass zur Hausdurchsu- chung gegeben habe. Da die Beschuldigte Angst vor dem B eschwerdeführer gehabt habe, ha- be sie die Aussagen des Geometers nicht in Frage gestellt . Insofern habe sie es für glaubhaft gehalten, dass er eine Waffe zu Hause aufbewahre und g egen sie benutzen könnte, womit der Tatbestand der Verleumdung auf keinen Fall erfüllt sei. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 a) Nach Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltscha ft die vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhä rtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a), wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), wenn Rechtfertigungsgründe einen Straftat- bestand unanwendbar machen (lit. c), wenn Prozessvorausset zungen definitiv nicht erfüllt wer- den können oder Prozesshindernisse aufgetreten sind (lit. d) oder wenn nach gesetzlicher Vor- schrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden kann (lit. e). b) Nach lit. a von Art. 319 Abs. 1 StPO ist einzustellen, wenn im Vorverfahren der ursprüng- lich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass hat e rhärtet werden können, dass sich eine Anklage rechtfertigt. Allerdings hat sich die Staa tsanwaltschaft in Zurückhaltung zu üben bei der Frage, ob ein solcher Tatverdacht besteht. Wid ersprechen sich Beweise, so ist es ge- mäss Botschaft des Bundesrates vom 21. Dezember 2005 zur Ve reinheitlichung des Strafpro- zessrechts, S. 1273, nicht Sache der Staatsanwaltschaft, ei ne Beweiswürdigung vorzunehmen. Im Zweifelsfalle ist in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" zu überweisen. Bei der Frage der Überweisung des Beschuldigten an das urteilen de Gericht spielt der Grundsatz "in dubio pro reo" nicht. Es ist Sache des Gerichts, darüb er zu befinden, ob sich jemand im straf- rechtlichen Sinne schuldig gemacht hat oder nicht. Die S taatsanwaltschaft hat nur dann einzu- stellen, wenn eine Hauptverhandlung als eigentliche Ressourcenverschwendung bzw. aufgrund des absehbaren Freispruchs als Zumutung für den Beschuldigten erscheinen müsste. Von einer Überweisung ist mithin dann abzusehen, wenn nach der g esamten Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist (R OLF GRÄDEL / MATTHIAS HEINIGER , in: Basler Kommentar, Schweizerische Straf- prozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 8 zu Art. 31 9 StPO, mit Hinweisen). Nach S CHMID und J OSITSCH ist erforderlich, dass bei erfolgter Anklage nicht mit einem verurteilenden Er- kenntnis des Gerichts gerechnet werden könnte, also mit Sich erheit oder grosser Wahrschein- lichkeit mit einem Freispruch zu rechnen wäre (N IKLAUS SCHMID / DANIEL JOSITSCH , Schweizeri- sche Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Auflage, Zü rich / St. Gallen 2018, N 5 zu Art. 319 StPO; D IESELBEN , in: Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. A uflage, Zürich / St. Gallen 2017, Rz. 1251; jeweils mit Hinwei sen). Bei der Beurteilung dieser Frage verfügen die Staatsanwaltschaft und die Beschwerdeinstanz über einen gewissen Spielraum, den das Bundesgericht mit Zurückhaltung überprüft (BGe r 6B_856/2013 vom 3. April 2014 E. 2.2; BGE 138 IV 186 E. 4.1). Auf eine Anklageerhe bung kann verzichtet werden, wenn der Strafkläger ein widersprüchliches Aussageverhalten offe nbart hat und seine Aussagen daher Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht wenig glaubhaft sind (BGer 6B_698/2016 vom 10. April 2017 E. 2.4.3), oder wenn eine Verurtei- lung unter Einbezug der gesamten Umstände aus anderen Gründen als von vornherein un- wahrscheinlich erscheint (BGer 6B_822/2016 vom 12. Sept ember 2016 E. 2.3; 1B_535/2012 vom 28. November 2012 E. 5.2). c) Gemäss Art. 174 Ziff. 1 StGB macht sich der Verleumd ung strafbar, wer jemanden wider besseres Wissen bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt, oder wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung wider besseres Wissen verbreitet. Zum objektiven Tatbe- stand gehört, dass die Aussage unwahr sein muss; beweispf lichtig sind die Strafverfolgungsbe- hörden. Als subjektives Tatbestandsmerkmal ist neben dem Vorsatz vorausgesetzt, dass der Täter "wider besseres Wissen" handeln muss. Dies bedeutet sicheres Wissen bezüglich der Unwahrheit der ehrenrührigen Aussage (vgl. F RANK RIKLIN , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 4 ff. zu Art. 174 StGB, mit Hinweisen). 3.2 a) Im vorliegenden Fall steht der Vorwurf im Raum, die Beschuldigte habe den Beschwerde- führer gegenüber der Polizei zu Unrecht bezichtigt, sie mit einer Pistole bedroht zu haben. Dass sie der Polizei ein solches Szenario gemeldet hat, ist un bestritten; fraglich ist aber, ob der Vor- fall so stattgefunden hat wie von ihr angegeben. Gemä ss den Erkenntnissen der Staatsanwalt- schaft ist es trotz durchgeführter Strafuntersuchung nicht möglich gewesen, zu eruieren, ob sich der geschilderte Sachverhalt zugetragen hat oder nicht, sprich, ob der Beschwerdeführer am 18. März 2014 tatsächlich die Beschuldigte mit einer Pistole bedroht hat. Während sie mehrfach behauptet, dass dies der Wahrheit entspreche, wird vom Beschwerdeführer vehement bestrit- ten, sie mit einer Pistole bedroht zu haben. Unabhäng ige Zeugenaussagen oder anderweitige Beweismittel existieren offenbar nicht. Im Sinne eines Indizes ist aber immerhin auf den von A.____ zu Handen der Staatsanwaltschaft verfassten Ber icht bezüglich der Streitigkeiten zwi- schen den Familien A.____ B.____ und C.____ D.____ vo m 28. November 2015 zu verweisen, woraus sich unter Ziff. 3.2.3.2 ergibt, dass der Beschwerdeführer selbst davon ausgegangen ist, dass die Armeepistole seines Sohnes zum fraglichen Zeit punkt im Haus gelagert gewesen ist (act. 1757). Des Weiteren hat der Beschwerdeführer anl ässlich einer Einvernahme als beschul- digte Person gegenüber der Staatsanwaltschaft am 13. J uli 2016 deponiert, er würde nie eine Pistole im Haus haben, aber er besitze einen uralten K arabiner (act. 977 Zeile 143 f.). Insofern Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist der Bezug zu Waffen nicht völlig aus der Luft gegriffen. Angesichts der Situation, wonach die Aussage der Beschuldigten gegen diejenige des Beschwerd eführers steht und nicht ersichtlich ist, welche weiteren sinnvollen Untersuchungshandlunge n zur Verfügung stünden, um den un- klaren Sachverhalt näher abzuklären, ist zu konstatieren, dass eine Verurteilung unter Einbezug der gesamten Umstände als von vornherein unwahrscheinlich erscheint. Zumal gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts in denjenigen Fällen auf eine Anklage verzichtet werden kann, in denen ausser den sich widersprechenden Aussagen d es Geschädigten und des Be- schuldigten keine wesentlichen objektiven Beweismittel vorhanden sind und es weder möglich ist, die einzelnen Aussagen als glaubhafter oder wenig er glaubhaft zu bewerten, noch weitere Beweisergebnisse zu erwarten sind (vgl. BGer 6B_856/201 3 vom 3. April 2014 E. 2.2), ist die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft in concreto nicht zu beanstanden. Gestützt auf diese Erwägungen hat die Staatsanwaltschaft somit zu Recht das Strafverfahren gegen C.____ in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt. Infolgedessen ist die angefochtene Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung, vom 14. November 2017 im Hinblick auf die angeblich am 18. März 2014 ge- genüber A.____ begangene Verleumdung in Abweisung de ssen diesbezüglichen Beschwerde vom 27. November 2017 zu bestätigen. b) Wie bereits vorgängig dargelegt (oben E. 1.2) sind a n vorliegender Stelle ‒ nachdem der Beschluss des Kantonsgerichts vom 20. Februar 2018 vom Bu ndesgericht zwar formell aufge- hoben, mit Ausnahme des vorgängig unter E. 3.2.a) gep rüften Sachverhaltes aber materiell bestätigt worden ist ‒ die diesbezüglichen Ausführungen des Kantonsgerichts i m Zusammen- hang mit den übrigen mit den eingestellten Strafverf ahren MU1 14 1936 und MU1 14 3988 be- urteilten Tatbeständen der mehrfachen geringfügigen Sachbeschädigung, der Nötigung, der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, des mehrfa- chen Abhörens und Aufnehmens fremder Gespräche sowie des mehrfachen unbefugten Auf- nehmens von Gesprächen ohne erneute inhaltliche Auseinandersetzung wiederzugeben: - In Bezug auf das Verfahren wegen geringfügiger Sac hbeschädigung gemäss Art. 144 StGB in Verbindung mit Art. 172 ter StGB hat die Staatsanwaltschaft dieses zu Recht im Sin ne von Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO eingestellt, da sich das inkriminierte Verhalten im September Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2013 ereignet haben soll und somit der Strafantrag vo m 1. April 2014 offensichtlich zu spät ge- stellt worden ist. - Sofern die Beschwerdeführer geltend machen, sie seien infolge allfälliger Einsprachen der Beschuldigten betreffend die Grenz- bzw. Steinmauer (vg l. das Schreiben der Privatkläger- schaft vom 30. März 2014) im Sinne von Art. 181 StGB ge nötigt worden, so wird erkannt, dass es sich bei den mutmasslich durch das Ehepaar C.____ D.___ _ eingereichten Einsprachen offensichtlich um zivil- bzw. öffentlich-rechtliche Angele genheiten handelt (vgl. die Einstellungs- verfügung vom 14. November 2017, S. 3; Art. 82 Abs. 4 StPO). Unter Berücksichtigung, dass überdies die Rechtswidrigkeit einer im Sinne von Art. 181 StGB tatbestandsmässigen Handlung gesondert zu begründen (vgl. V ERA DELNON / BERNHARD RÜDY , in: Basler Kommentar, Straf- recht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 56 zu Art. 181 S tGB) und vorliegend nicht im Ansatz ersicht- lich ist, inwiefern das durch die Privatkläger geltend ge machte Verhalten der Beschuldigten überhaupt den Tatbestand von Art. 181 StGB erfüllen soll, ist die Staatsanwaltschaft zutreffend zum Schluss gekommen, dass dieser eindeutig nicht erfüllt ist . Insofern hat sie das Verfahren betreffend Nötigung zu Recht gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO eingestellt. - Sodann führen die Beschwerdeführer hinsichtlich der Foto- und Videoaufzeichnungen an, deren Strafanzeigen hätten sich nicht auf einzelne Del ikte beschränkt, sondern explizit auf alle strafbaren Handlungen. Bei der Verletzung der Geheim- oder Privatsphäre stelle sich die Frage, ob es sich dabei nicht um ein Dauerdelikt bzw. fortgesetzt es Delikt handle, sodass es den Be- schwerdeführern nicht zumutbar gewesen sei, alle drei Monate einen neuen Strafantrag zu stel- len. Die anlässlich der Anzeigen vom April und November 2014 eingereichten Berichte und Fo- tografien der Beschwerdeführer belegten, dass bereits z u diesem Zeitpunkt diverse Überwa- chungskameras direkt auf deren Liegenschaft gerichtet gew esen seien. Auch der sich vor der Liegenschaft befindende Weg sei vom Geheimbereich erfasst . Es sei nur schwer nachzuvoll- ziehen, dass auf den gesichteten Aufzeichnungen der Zei tpunkt der Aufnahme nicht habe fest- gestellt werden können. Das Kantonsgericht stellt hinsichtlich der mehrfachen Ver letzung des Geheim- oder Privatbe- reichs durch Aufnahmegeräte (Art. 179 quater StGB) zunächst fest, dass der sog. Kooperations- weg nicht zum Geheim- oder Privatbereich der Privatklä gerschaft gehört (vgl. die Einstellungs- verfügung vom 14. November 2017, S. 4; Art. 82 Abs. 4 StPO). Insofern fallen dessen Auf- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht zeichnungen jeglicher Art nicht unter den Straftatbesta nd von Art. 179 quater StGB, weshalb die Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 14. November 2017 zu Recht zum Schluss gekommen ist, der Tatbestand sei eindeutig nicht erfüllt respektive das Verfahren sei gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO einzustellen. Ferner wird in Bezug auf die mehrfache Verletzung d es Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte (Art. 179 quater StGB), das mehrfache Abhören und Aufnehmen fremder Ge - spräche (Art. 179 bis StGB) sowie das mehrfache unbefugte Aufnehmen von G esprächen (Art. 179 ter StGB) erkannt, dass es sich bei diesen Tatbeständen um Antragsdelikte handelt. Die Privatklägerschaft hat bezüglich dieser Delikte am 17. No vember 2014 Strafantrag gestellt. Damit ist offenkundig, dass bezüglich des inkriminierten Verhaltens im Zeitraum vom 1. Oktober 2013 bis zum 17. August 2014 ein gültiger Strafantrag fehlt, so dass das Verfahren betreffend dieser Zeitspanne gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO ei nzustellen ist. Für den Zeitraum vom 17. August 2014 bis zum 17. November 2014, in welchem ein gültiger Strafantrag vorliegt, hat sich der Tatverdacht im Laufe der Strafuntersuchung ni cht derart erhärten können, dass eine Anklage als gerechtfertigt erscheint. Der Beschuldigten kann im Hinblick auf Art 179 bis StGB und Art. 179 ter StGB insbesondere nicht rechtsgenüglich nachgewiesen w erden, dass fremde Ge- spräche bzw. Gespräche, an denen sie teilgenommen hat, g erade in der Zeit zwischen dem 17. August 2014 und dem 17. November 2014 ohne die Ei nwilligung der Privatklägerschaft stattgefunden haben. Im Einzelnen ist auf die zutreffe nden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Einstellungsverfügung vom 14. November 2017, S . 5 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Inso- fern hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren auch bezügl ich dieses Zeitraums zu Recht ge- stützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt. Im Resultat ist damit in vollumfänglicher Bestätigung der Einstellungsverfügung der Staatsan- waltschaft vom 14. November 2017 die Beschwerde der Priva tklägerschaft vom 27. November 2017 insgesamt abzuweisen. 4. Bei diesem Verfahrensausgang gehen in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO die or- dentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe vo n CHF 1'100.00 (beinhaltend eine Gebühr von CHF 1'000.00 sowie Auslagen von CHF 100.00) zu Lasten der Beschwerdeführer in solidarischer Verbindung, wobei die von ihnen erbra chte Sicherheitsleistung in der Höhe von CHF 500.00 an die Verfahrenskosten angerechnet wird. I n Bezug auf die ausserordentlichen Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kosten ist zu erkennen, dass die Beschwerdeführer ihren Re chtsvertreter selbst zu bezahlen und des Weiteren der Beschuldigten in solidarischer Ve rbindung eine pauschale Parteientschä- digung in der Höhe von CHF 432.00 (CHF 400.00 pauscha ler Aufwand inklusive Auslagen und CHF 32.00 Mehrwertsteuer) auszurichten haben. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 1'100.00 (beinhaltend eine Gebühr von CHF 1'000 .00 sowie Auslagen von CHF 100.00) gehen zu Lasten der Beschwerdeführer in solidarischer Verbindung. Die von den Beschwerdeführern erbrachte Sicherheitsleist ung in der Höhe von CHF 500.00 wird an die von ihnen zu bezahlen den Verfah- renskosten angerechnet. 3. Die Beschwerdeführer werden in solidarischer Verbi ndung verurteilt, der Beschuldigten eine pauschale Parteientschädigung in der Höhe von CHF 432.00 (inklusive Auslagen und CHF 32.00 Mehrwe rtsteuer) zu bezahlen. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Pascal Neumann