Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. Mai 2017 (730 16 273 / 137) ____________________________________________________________________ Krankenversicherung Überprüfung der Leistungsabrechnungen und der Berechnungen des Selbstbehaltes Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtss chreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen Avenir Krankenversicherung AG , Rue des Cèdres 5, Postfach, 1919 Martigny, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen / Rechtsverweigerung A. A.____ ist seit dem 1. Januar 2011 bei der Aveni r Krankenversicherung AG (Avenir) nach dem Krankenversicherungsgesetz krankenversiche rt (mit Einschluss der Unfalldeckung). Im Jahr 2015 hatte sie eine Franchise von Fr. 300.- - gewählt (vgl. die Versicherungspolice für das Jahr 2015, Beilage der Beschwerdeantwort 2 [act . 2]). Am 26. Februar 2015 erlitt die Versi- cherte einen Skiunfall und zog sich Verletzungen am rechten Knie zu. Diesen Unfall meldete sie der Avenir mit Unfallmeldung vom 10. März 2015 (act . 4). In der Folge erbrachte die Avenir die Versicherungsleistungen. Mit Email vom 16. Septembe r 2015 teilte A.____ der Avenir mit, dass sich die Suva ihrer Auffassung nach an den Unfallko sten zu beteiligen habe und bat darum, dass sich die Avenir mit der Suva in Verbindung set zen möge (act. 16). Ohne mit der Suva Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rücksprache zu nehmen, begann die Avenir in der Folge mi t der Rückabwicklung der von ihr bereits für das Unfallereignis erbrachten Leistungen. Mi t Leistungsabrechnung Berichtigung 2015 vom 5. November 2015, Nr. 319231054, verfügte sie gegenüber A.____ eine Rückforde- rung im Betrag von Fr. 1‘780.95, bei der sie die Unfa llkosten abzüglich des Selbstbehaltes in Rechnung stellte (act. 25). Dagegen erhob A.____ mit E ingabe vom 1. Dezember 2015 Ein- sprache und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Verpflichtung der Avenir, sämtliche Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 26. Feb- ruar 2015 zu übernehmen. Zudem seien die Rückforderung sbegehren vom 30. Oktober 2015 und vom 20. Oktober 2015 als nichtig zu erklären (act. 26). Die Avenir erliess am 17. Dezember 2015 eine Berichtigung der Leistungsabrechnung, Nr. 3 23746710, und überwies der Versicher- ten Fr. 1‘988.55 (act. 3). Mit Schreiben vom 6. Janua r 2016 teilte die Avenir A.____ mit, dass sie die Kosten des Unfalles übernehmen werde (act. 34). In der Folge beanstandete die Versi- cherte die Abrechnungen mehrfach und verlangte weiterhi n den Erlass eines Einspracheent- scheids. Schliesslich stellte die Avenir A.____ am 23. August 2016 die vorliegend angefochtene „Wiedererwägung“ zu. Darin führte sie aus, dass sie die in der Einsprache geforderten Mass- nahmen bereits vorgenommen habe. Die Leistungsabrechnun g Berichtigung vom 5. November 2015, Nr. 319231054, über Fr. 1‘780.95 sei nicht annu lliert worden (diese sei aktuell noch of- fen); es sei aber am 17. Dezember 2015 eine zusätzliche Leistungsabrechnung Berichtigung, Nr. 323746710, ausgestellt worden, wobei der Versichert en der Betrag von Fr. 1‘988.55 über- wiesen worden sei. Sofern entsprechende Rechnungen vor gelegen hätten, seien sämtliche Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Unfalle reignis vom 26. Februar 2015 ent- richtet worden. Die mit Schreiben vom 20. Oktober 2015 und 30. Oktober 2015 angekündigten Rückforderungen seien am 5. November 2015 ausgeführt, j edoch am 17. Dezember 2015 zu- rückerstattet worden. Der Antrag der Einsprecherin auf A usrichtung einer Parteientschädigung werde abgelehnt. B. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 30. August 20 16 Beschwerde beim Kantons- gericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsre cht, und stellte die folgenden Rechtsbegehren: 1. Es sei die Verfügung mit Nr. 319231054 vom 5. No vember 2015 rechtskonform aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin aufzufordern, der Beschwerdeführerin auf die Einsprache vom 1. Dezember 2015 (gegen diese Verfügung) unverzüglich ei nen entsprechenden, beschwerdefähi- gen Einspracheentscheid zukommen zu lassen. 2. Es sei die Wiedererwägung der Beschwerdegegnerin vom 23. August 2016 teilweise und dahin- gehend als nichtig zu erklären, dass diese sich ihrer Pflichterfüllung und Schadenminderung wei- terhin entziehen kann. 3. Die Beschwerdegegnerin sei aufzufordern, die durch s ie eingeleitete Betreibung bis zur Bereini- gung ihrer fehlerhaften Dokumente und Klärung dieser Streitsache aufzuheben und entspre- chend die Löschung im Betreibungsregister des Kantons Basel-Landschaft zu veranlassen. 4. Die Beschwerdegegnerin sei aufzufordern, sämtliche M ahngebühren im 2015 zu erlassen, wel- che sie nachweislich aufgrund ihrer eigenen Unterlassu ngen, Fehlberechnungen oder irrtümli- chen Rückzahlungen erhoben hat. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Die Einsprachegegnerin sei zu verpflichten, sämtlich e „Auszüge von medizinischen Leistungen 2015“ zu berichtigen, zu vervollständigen und die von der Beschwerdeführerin tatsächlich einst erbrachten Leistungen und Selbstbehalte korrekt und vo llständig in diesen Dokumenten einzu- bringen. 6. Es sei die Beschwerdegegnerin aufzufordern, der Be schwerdeführerin vollumfängliches Akten- einsichtsrecht zu gewähren. 7. Es sei die Beschwerdegegnerin wegen Rechtsverweige rung angemessen zu verurteilen. 8. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegn erin. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte die Beschwerdeführerin die folgenden Anträge: 1. Es sei die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Skiunfall der Beschwerdeführerin vom 26. Februar 2015 zur vollumfänglichen Leistungspflicht zu verpflichten. 2. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, zu Ha nden der Beschwerdeführerin einen voll- ständigen und korrekten Kontoauszug für das Jahr 2015 zu erstellen, unter Berücksichtigung sämtlicher für die Berechnung notwendigen Angaben und der von der Beschwerdeführerin ge- leisteten Selbstbehalte, Rückzahlungen und/oder Mutationen von allen involvierten Stellen, damit die Beschwerdeführerin überhaupt in der Lage ist, al lfällige Forderungen der Beschwerdegegne- rin zu prüfen/berechnen zu können. 3. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, unve rzüglich Ordnung in das von ihr verursachte Chaos zu bringen. 4. Es sei die Beschwerdegegnerin aufzufordern, die ge gen die Beschwerdeführerin erlassene Be- treibung, welche im Widerspruch zu ihrer Wiedererwägung steht, unverzüglich zu löschen. 5. Die Beschwerdeführerin ist juristische Laie und er bittet Waffengleichheit gegenüber dem ausge- klügelten Juristenapparat der Beschwerdegegnerin. C. Mit Vernehmlassung vom 20. Oktober 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin, dass auf die Beschwerde zwar einzutreten, diese aber abzuweisen sei. D. Mit Replik vom 17. November 2016 stellte die Beschwer deführerin die folgenden Rechtsbegehren: 1. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin, trotz Rechtsanspruchs der Beschwerdeführe- rin, zu keinem Zeitpunkt einen rechtlich korrekten Einspr acheentscheid mit den entsprechenden Anfechtungsmöglichkeiten für die Beschwerdeführerin erlassen habe. 2. Die Beschwerdeführerin lässt sich auf ihrer Bereit schaft behaften, der Beschwerdegegnerin den Betrag von Fr. 1‘780.95 zu leisten, sofern folgende Voraussetzungen erfüllt sind: A. Der Betrag von Fr. 1‘780.95 versteht sich per Sal do aller Ansprüche für das Jahr 2015. Nach Erhalt der Zahlung in der Höhe von Fr. 1‘780.95 korrigiert und passt die Beschwer- degegnerin die Leistungsauszüge 2015 (für medizinisch e Leistungen und analog den Leistungsauszug für das Steueramt) entsprechend der ta tsächlich geleisteten Selbstbe- halte und zu Handen der Beschwerdeführerin innert 30 Tagen schriftlich an. Nebst be- reits entrichteten Selbstbehalten ergänzt die Beschwer degegnerin die fehlende Position, Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch der entsprechende Selbstbehalt betreffend die Rechnung von Dr. med. B.____ und berücksichtigt diese in den korrigierten neuen Leistungsauszügen für 2015. B. Sämtliche bisherigen Mahnungen und Mahngebühren f ür 2015 werden durch die Be- schwerdegegnerin annulliert. 3. Es sei die Beschwerdegegnerin nach erfolgter Zahlu ng gemäss Ziffer 2 hiervor zu verpflichten, sämtliche Betreibungen gegen die Beschwerdeführerin i nnert 10 Tagen zurückzuziehen und die Einträge löschen zu lassen. 4. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegn erin. E. Mit Duplik vom 19. Dezember 2016 hielt die Beschwerd egegnerin an ihren Anträgen fest. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die e ingereichten Unterlagen wird – soweit für die Entscheidfindung notwendig – in den Erwägungen e ingegangen. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes ü ber die Krankenversicherung (KVG) vom 18. März 1994 auf die Krankenversicherung anw endbar sind, kann gegen Ein- spracheentscheide der Krankenversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 A TSG das Versicherungsgericht des- jenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Ze it der Beschwerdeerhebung ihren Wohn- sitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in X.____, wesh alb die örtliche Zuständigkeit des Kan- tonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ver- fassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Deze mber 1993 beurteilt das Kan- tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden aus dem Bereich der Krankenversicherung. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Gemäss § 16 Abs. 2 VPO wendet das Gericht das Recht vo n Amtes wegen an. Es prüft insbesondere, ob die Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind. Das Gericht hat zu prüfen, ob ein zulässiges Beschwerdeobjekt vorliegt, es sich bei der de n anfechtbaren Entscheid erlas- senden Vorinstanz um eine zulässige Vorinstanz handelt, d ie beschwerdeführende Partei zur Beschwerde befugt ist und ein Rechtsschutzinteresse hat, d ie geltend gemachten Beschwerde- gründe zulässig und die Formalien eingehalten sind, d. h. die Beschwerdeschrift fristgemäss eingereicht wurde sowie die Rechtsbegehren und die Bew eismittel enthält, begründet und un- terschrieben wurde. 1.3.1 Zwischen den Parteien ist in formeller Hinsicht um stritten, ob der vorliegend angefoch- tene Entscheid einen Einspracheentscheid darstellt. Zu p rüfen ist somit, ob ein taugliches An- fechtungsobjekt vorliegt. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.3.2 Die Beschwerdeführerin erhob am 1. Dezember 201 5 Einsprache gegen die Verfügung vom 5. November 2015 (act. 26). In der Folge erliess die Beschwerdegegnerin die Berichtigung Leistungsabrechnung vom 17. Dezember 2015. Darin hob sie die der Beschwerdeführerin mit Rechnung vom 5. November 2015 fakturierten Beträge unte r Verwendung der Formulierung „Annullierung der Fakturierung aufgrund eines Fehler s“ wieder auf, verzichtete gleichzeitig aber auf eine Annullierung der Rechnung vom 5. November 2 015 (Betrag Fr. 1‘780.95). Stattdessen erstattete sie der Beschwerdeführerin die in Rechnung gestellten Leistungen zurück. Neben der Rückerstattung nahm sie – kommentarlos – auch Änderungen vor, indem sie betreffend die Leistung der Spitäler C.____ AG vom 26. Februar 2015 neu einen Rückerstattungsbetrag von nur Fr. 255.50 anerkannte oder neue eigene Leistungspf lichten festlegte (Transport- und Ret- tungsunternehmen D.____, 9.3.15-16.3.15, Fr. 124.50), teilweise die Selbstbehalte neu berech- nete und der Beschwerdeführerin ausserdem die Übernahm e von weiteren Leistungen anzeig- te. Die Berichtigung vom 17. Dezember 2015 korrigierte zwar – inhaltlich betrachtet – die ange- fochtene Verfügung vom 5. November 2015, erfolgte aber nicht in der korrekten Form eines Einspracheentscheids, weshalb die Beschwerdeführerin zu Re cht weiterhin auf dem Erlass ei- nes anfechtbaren Einspracheentscheids beharrte. In der F olge stellte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin das Schreiben vom 23. August 2016 zu. Die Beschwerdegegnerin führt diesbezüglich in der Beschwerdeantwort aus, dass dieses S chreiben fälschlicherweise als Wie- dererwägung bezeichnet worden sei, da den Anträgen de r Versicherten im Wesentlichen ent- sprochen worden sei. Das Schreiben stelle einen Einspracheentscheid dar, auf den das Gericht einzutreten habe. Die Beschwerdeführerin vertritt nach wie vor die Auffassung, dass die Be- schwerdegegnerin noch keinen rechtskonformen Einspracheentscheid erlassen habe. 1.3.3 Das vorliegend angefochtene Schreiben der Beschwe rdegegnerin vom 23. August 2016, welches mit „Wiedererwägung“ betitelt ist, ent spricht einem Einspracheentscheid, auch wenn es nicht diesen Titel trägt. Die Beschwerdegegne rin nimmt darin einerseits auf die ange- fochtene Verfügung Bezug. Andererseits enthält das Schreiben eine knappe Begründung, in der auf die bereits vorgenommenen Korrekturen der Rückfor derung Bezug genommen wird. Schliesslich ist das Schreiben auch mit einer korrekten Re chtsmittelbelehrung versehen wor- den. Da somit ein zulässiges Beschwerdeobjekt vorliegt, i st auf die frist- und formgerechte Be- schwerde vom 30. August 2016 grundsätzlich einzutreten. De r Antrag der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, umgehend einen Ei nspracheentscheid zu erlassen, ist somit abzuweisen. 1.4.1 Zu prüfen ist im Zusammenhang mit den Eintrete nsvoraussetzungen auch der Antrag der Beschwerdeführerin, es sei die Beschwerdegegnerin weg en Rechtsverweigerung ange- messen zu verurteilen. 1.4.2 Gemäss Art. 56 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 57 ATSG kann Beschwerde beim kanto- nalen Versicherungsgericht erhoben werden, wenn der Ve rsicherungsträger entgegen dem Be- gehren der betroffenen Person keine Verfügung oder ke inen Einspracheentscheid erlässt. Ge- genstand einer solchen Rechtsverweigerungs- oder Rechtsverzöge rungsbeschwerde bilden nicht die materiellen Rechte und Pflichten, sondern einzig die Frage der Rechtsverweigerung Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht oder Rechtsverzögerung (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Januar 2008, 9C_854/2007, E. 1 mit Hinweisen). Rechtsverzögerung ist anzunehmen, wenn der Versicherungsträger das Ver- fahren nicht innert angemessener Frist abschliesst; Rechtsv erweigerung liegt vor, wenn der Versicherungsträger trotz entsprechender Pflicht eine i hm obliegende Amtshandlung nicht vor- nimmt (UELI KIESER , ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2015, Art.56, Rz. 21). 1.4.3 Nach der Rechtsprechung muss die Beschwerde führend e Partei grundsätzlich ein aktuelles praktisches Interesse an der Beurteilung der von ihr erhobenen Rügen haben, damit auf die Beschwerde eingetreten werden kann. Das Interesse an der Beschwerdeführung ist aktuell und praktisch, wenn der erlittene Nachteil im Zeitpunkt der gerichtlichen Beurteilung noch besteht (BGE 130 V 390, 125 I 397 E. 4a und 116 Ia 363 E. 2a). Fehlt ein solches Interes- se, wird ein Begehren nicht geprüft. Dieses Erfordernis soll sicherstellen, dass das Gericht kon- krete und nicht bloss theoretische Fragen entscheidet. Bei Rechtsverzögerungsbzw. Rechts- verweigerungsbeschwerden fällt dieses Interesse dahin, wenn die verlangte Amtshandlung vor- genommen wird (Art. 59 ATSG; Schweizerisches Zentralb latt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBI] 1993 S. 128 ff. E. 1; BGE 114 1a 90 E. 5b). M angelt es an einem Rechtsschutzinteresse schon bei der Einreichung der Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsverzögerungsbeschwerde, so ist auf das Begehren nicht einzutreten, weil eine der Prozessvoraussetzungen nicht erfüllt ist. Fällt das Rechtsschutzinteresse erst im Verlaufe des Verfah rens dahin, so wird das Verfahren gegenstandslos. Es wird alsdann förmlich als erledigt erklä rt und abgeschrieben (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Mai 2011, 8C_108/2011, E. 1). 1.4.4 Im hier zu beurteilenden Fall erliess die Beschwe rdegegnerin den Einspracheentscheid am 23. August 2016. Die Beschwerdegegnerin nahm die ve rlangte Amtshandlung damit noch vor Einreichung der Beschwerde vor, womit es bereits im Zeitpunkt der Einreichung der Be- schwerde an einem aktuellen praktischen Interesse der Beschw erdeführerin an der Prüfung ihres Antrags betreffend Rechtsverweigerung mangelte. D a damit eine der Prozessvorausset- zungen fehlt, ist auf das Begehren der Beschwerdeführeri n, es sei die Beschwerdegegnerin wegen Rechtsverweigerung angemessen zu verurteilen, nicht einzutreten. 1.5 Zu prüfen ist in materieller Hinsicht, ob der ange fochtene Entscheid vom 23. August 2016 sowie die Leistungsabrechnungen und die Berechn ungen des Selbstbehaltes im Jahr 2015 korrekt erfolgt sind. Insoweit die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung unter D./4. den Streitgegenstand auf neun der insgesamt 22 Rechnungen aus dem Unfall vom 26. Februar 2015 einschränken will, kann ihr nicht gefolgt werden . Da bezüglich Selbstbeteiligung von max. Fr. 700.-- pro Jahr nicht zwischen Unfall- und Krankheitskosten unterschieden wird, sind sämtli- che Leistungsabrechnungen im Jahr 2015 sowie die daraus e ntstandenen Forderungen gegen- über der Beschwerdeführerin zu überprüfen. Aus diesem Grund bildet die Selbstbeteiligung von Fr. 253.90, die von der Beschwerdeführerin mehrmals moniert wurde, entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ebenfalls Gegenstand dieses Verfahrens. 1.6 Laut § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialversi- cherungsrecht des Kantonsgerichts durch Präsidialentscheid St reitigkeiten bis zu einem Streit- wert von Fr. 10‘000.--. Vorliegend liegen zwei Rechnun gen im Betrag von Fr. 1‘780.95 und von Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 253.90 im Streit. Zudem ist zwischen den Parteien umstritten, ob die Beschwerdeführerin im Jahr 2015 mehr als den maximalen Betrag von Fr. 700.-- als Selbstkostenbeteiligung geleistet hat. Demgemäss liegt der Streitwert unter Fr. 10‘000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwer- de in die Kompetenz der präsidierenden Person der Abt eilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts fällt. 2. Nach Art. 64 KVG beteiligen sich die Versicherten a n den Kosten der für sie erbrachten Leistungen (Abs. 1). Diese Kostenbeteiligung besteht aus einem festen Jahresbetrag, der so- genannten Franchise (Abs. 2 lit. a), und 10 % der die Franchise übersteigenden Kosten, dem sogenannten Selbstbehalt (Abs. 2 lit. b). Ausserdem le istet die versicherte Person einen nach der finanziellen Belastung der Familie abgestuften Bei trag an die Kosten des Aufenthalts im Spital, den der Bundesrat festsetzt (Abs. 5). Zur Höhe der Franchise, zum Höchstbetrag des Selbstbehalts und zum Beitrag an die Kosten des Aufent halts im Spital hat der Bundesrat ge- stützt auf die Delegationsnorm in Art. 64 Abs. 3 KVG die Vorschriften in Art. 93-95 und Art. 103- 105 der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) vom 27. Juni 1995 erlassen. Erwach- sene können eine Franchise von maximal Fr. 2‘500.-- wählen (Art. 93 Abs. 1 KVV), der jährliche Höchstbetrag des Selbstbehalts beläuft sich für Erwachsene a uf Fr. 700.-- (Art. 103 Abs. 2 KVV), und der tägliche Beitrag an die Kosten des Aufenthalts im Spital beträgt Fr. 15.-- (Art. 104 Abs. 1 KVV). 3.1 Die Beschwerdeführerin rügt einerseits, dass die Re chnung von Dr. B.____ vom 16. März 2015 im Betrag von Fr. 215.55 auf dem Auszug der medizinischen Leistungen, act. 53, fehle. Die Beschwerdegegnerin führt in der Duplik unt er Punkt C./8. dazu aus, dass ihr die Rechnung von Dr. B.____ zur Prüfung eingereicht werde n könne. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass bis heute lediglich ein Selbstbehalt von Fr. 6 78.44 bezahlt worden sei, weshalb bei der Einreichung weiterer Rechnungen von der Beschwerdef ührerin der Selbstbehalt über 10 % bis zu Fr. 700.-- zu entrichten sei. 3.2 Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdegegner in der Beschwerdeführerin mit Abrechnung Kostenbeteiligung vom 18. Mai 2015, Nr. 306236815, bezüglich der Rechnung von Dr. B.____ einen Selbstbehalt von Fr. 21.55 in Rechnu ng stellte. Diese Rechnung bezahlte die Beschwerdeführerin mit Überweisung vom 1. Juli 2015 (K ontoauszug vom 6. September 2016, act. 51). In der Folge erstattete die Beschwerdegegner in mit Abrechnung Kostenbeteiligungen Berichtigung vom 2. November 2015, Nr. 319089809, der Beschwerdeführerin diesen Selbst- behalt wieder zurück. Der Abrechnung Kostenbeteiligun gen Berichtigung vom 23. November 2015, Nr. 322145245, ist zu entnehmen, dass die Beschwer degegnerin für die Rechnung von Dr. B.____ keinen Selbstbehalt berechnete. Mit Abrech nung Kostenbeteiligungen Berichtigung vom 7. Dezember 2015, Nr. 323370501, stellte die Beschw erdegegnerin der Beschwerdeführe- rin den Selbstbehalt von Fr. 21.55 wiederum in Rechnu ng. Folgerichtig erscheint sowohl die Rechnung von Dr. B.____ über Fr. 215.55 als auch der Selbstbehalt von Fr. 21.56 auf der Liste der zwischen dem 1.1.15 und dem 31.12.2105 vergüteten medizinischen Leistungen vom 19. Januar 2016 (act. 36). Am 21. März 2016 erliess die Besch werdegegnerin eine weitere Abrech- nung Kostenbeteiligungen Berichtigung 2015, Nr. 3328466280, mit der der Beschwerdeführerin betreffend diese Rechnung erneut kein Selbstbehalt an gerechnet wurde. Ein Bezug auf die be- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht reits ausgestellte Rechnung vom 7. Dezember 2015 bzw. e in Hinweis auf eine Annullation der- selben fehlen jedoch. Auf der im vorliegenden Beschwerd everfahren eingereichten Liste „bear- beitete Rechnungen betreffend den Unfall vom 26. Febr uar 2015“ (act. 54) sind in Bezug auf Dr. B.____ lediglich die beiden Abrechnungen vom 18. Mai 2015 und vom 2. November 2015 erwähnt, nicht aber die beiden erneuten Korrekturen vo m 7. Dezember 2015 und vom 21. März 2016. Im Kontoauszug vom 6. September 2016 ist die der Beschwerdeführerin am 7. Dezember 2015 zugestellte Rechnung ebenfalls nicht aufgeführt (act. 51). 3.3 Gestützt auf die zitierten Unterlagen und die Ausf ührungen der Beschwerdegegnerin in der Duplik ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin Dr. B.____ die Rechnung noch nicht bezahlt hat. Weiter ist in Bezug auf den Selbstbe halt der Beschwerdeführerin davon aus- zugehen, dass die Rechnung vom 7. Dezember 2015, mit wel cher der Selbstbehalt erneut in Rechnung gestellt wurde, von der Beschwerdegegnerin annulliert wurde, da sie auf dem Konto- auszug vom 6. September 2016 (act. 51) nicht aufgeführ t ist. Aus diesem Grund sind sowohl die Rechnung von Dr. B.____ vom 16. März 2015 im Bet rag von Fr. 215.55 als auch der Selbstbehalt von Fr. 21.55 zu Recht nicht im Auszug der medizinischen Leistungen vom 1. Ja- nuar 2015 bis 18. Oktober 2016, act. 53, aufgeführt. Entgegen der Auffassung der Beschwerde- führerin ist der Auszug in diesem Punkt damit weder unvollständig noch fehlerhaft. Anzumerken bleibt, dass die Beschwerdegegnerin jedoch die Rechnung v on Dr. B.____ von Fr. 215.55 zu begleichen hat und der Beschwerdeführerin einen Selbst behalt von Fr. 21.55 belasten darf. Denn wenn dieser Selbstbehalt im Jahr 2015 dazu kommt, h at die Beschwerdeführerin genau Fr. 700.-- ([bis heute gemäss Auszug der medizinischen Leistungen vom 1. Januar 2015 bis 18. Oktober 2016] Fr. 678.44 + Fr. 21.55) und damit ihre maximale Kostenbeteiligung bezahlt. Die Beschwerde ist damit in diesem Punkt abzuweisen. 4.1 Zu prüfen sind in einem nächsten Schritt die Leist ungen und Selbstbehalte, die die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit den geltend ge machten Transportkosten abge- rechnet hat. 4.2 Nach Art. 25 Abs. 1 KVG übernimmt die obligatorisch e Krankenpflegeversicherung die Kosten für die Leistungen, die der Diagnose oder Beha ndlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen. Diese Leistungen umfassen Untersuchungen, Beha ndlungen und Pflegemassnahmen, die unter anderem von Ärzten ambulant, bei Hausbesuche n, stationär, teilstationär oder in ei- nem Pflegeheim durchgeführt werden (Art. 25 Abs. 2 li t. a KVG); weiter umfassen diese Leis- tungen auch einen Beitrag an die medizinisch notwendige n Transportkosten sowie an die Ret- tungskosten (Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG). In Art. 33 lit . g KVV hat der Bundesrat das Departement beauftragt, nach Anhören der zuständigen Kommission den in Artikel 25 Absatz 2 lit. g KVG vorgesehenen Beitrag an die Transport- und Rettungskos ten zu bezeichnen, wobei die medizi- nisch notwendigen Transporte von einem Spital in ein a nderes einen Teil der stationären Be- handlung darstellen. In der Folge hat das Departemen t in Art. 26 Abs. 1 der Verordnung des EDI über Leistungen in der obligatorischen Krankenpfl egeversicherung (KLV) vom 29. Septem- ber 1995 vorgesehen, dass die Versicherung 50 % der Kost en von medizinisch indizierten Krankentransporten zu einem zugelassenen, für die Beh andlung geeigneten und im Wahlrecht des Versicherten stehenden Leistungserbringer übernimmt, wenn der Gesundheitszustand des Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Patienten oder der Patientin den Transport in einem anderen öffentlichen oder privaten Trans- portmittel nicht zulässt; maximal wird pro Kalenderjahr ein Betrag von Fr. 500.-- übernommen. Art. 26 Abs. 2 KLV bestimmt überdies, dass der Transport in einem den medizinischen Anforde- rungen des Falles entsprechenden Transportmittel zu erfolgen hat. 4.3 Aufgrund der Regelung des Gesetzgebers steht somit fest, dass die Beschwerdegeg- nerin im Jahr 2015 maximal Fr. 500.-- an Transportkosten übernehmen muss. 4.4.1 Die Transportkosten vom 26. Februar 2015 im Betr ag von Fr. 240.-- hat die Beschwer- degegnerin hälftig übernommen. Sie hat Fr. 120.-- berechnet und der Beschwerdeführerin nach Abzug eines Selbstbehalts von Fr. 12.-- den Betrag vo n Fr. 108.-- überwiesen (Leistungsab- rechnung vom 8. Mai 2015, Nr. 303421157). In der Fol ge forderte sie von der Beschwerdefüh- rerin mit Abrechnung vom 5. November 2015, Nr. 319231 054, Fr. 108.-- zurück. Mit Leistungs- abrechnung vom 17. Dezember 2015, Nr. 323746710, überwies sie der Beschwerdeführerin Fr. 120.--. Dies bedeutet, dass hier im Auszug der medizini schen Leistungen (act. 53) zu Recht kein Selbstbehalt aufgeführt wurde. 4.4.2 Die Beteiligung an den Transportkosten vom 9. M ärz bis 16. März 2015 im Betrag von Fr. 249.-- lehnte die Beschwerdegegnerin mit der Lei stungsabrechnung vom 8. Mai 2015, Nr. 302421157, vorerst ab. Mit der Berichtigung vom 17. De zember 2015, Nr. 323746710, aner- kannte sie die Hälfte der Kosten und erstattete der Be schwerdeführerin den Betrag von Fr. 124.50 – ohne einen Selbstbehalt zu berechnen – zurü ck. Im Auszug der medizinischen Leis- tungen (act. 53) ist demzufolge korrekterweise ein Selbstbehalt von Fr. 0.-- aufgeführt. 4.4.3 Im Zusammenhang mit den Transportkosten der Spit äler C.____ AG vom 26. Februar 2015, die Fr. 707.-- betragen, ist die Beschwerdegegnerin wie folgt vorgegangen: Mit Leistungsabrechnung vom 1. Mai 2015, Nr. 3032319 35, übernahm sie die Hälfte des Rech- nungsbetrages, d.h. Fr. 353.50. Davon auferlegte sie der Beschwerdeführerin einen Selbstbe- halt von Fr. 35.25 und erstattete einen Betrag von F r. 318.-- zurück. Die andere Hälfte im Um- fang von Fr. 353.50 bezahlte die Beschwerdeführerin sel bst. Mit Leistungsabrechnung vom 5. November 2015, Nr. 319231054, verlangte die Beschwerdegegnerin von der Beschwerdeführe- rin Fr. 318.-- zurück. Mit Berichtigung vom 17. Dezember 2015, Nr. 323746720, erstattete sie der Beschwerdeführerin anstelle von Fr. 353.50 lediglich Fr. 255.50 zurück, ohne dieses Vorge- hen zu erläutern. Wie in den vorstehenden Erwägungen 4.4.1 und 4.4.2 a ufgezeigt, übernahm die Beschwerde- gegnerin bereits einen Betrag von insgesamt Fr. 244.5 0 (Fr. 120.-- + Fr. 124.50), weshalb im Jahr 2015 ein Betrag von Fr. 255.50 (Fr. 500.-- – Fr . 244.50) übrig blieb, den die Beschwerde- gegnerin an Transportkosten zu übernehmen hatte. Da die Beschwerdegegnerin keinen Selbst- behalt von Fr. 25.50 abzog bzw. der Beschwerdeführeri n nicht nur Fr. 229.95 rückerstattete, ist der Auszug der medizinischen Leistungen (act. 53) auch in diesem Punkt korrekt und eine dies- bezügliche Rüge geht ins Leere. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.5 Die Übernahme der Transportkosten vom 3. März bis 26 . März 2015 im Betrag von Fr. 560.-- lehnte die Beschwerdegegnerin mit Abrechnung vo m 22. Mai 2015, Nr. 306829577, zu Recht mit der Begründung ab, sie habe den Gesamtbetrag von Fr. 500.-- bereits geleistet. 5.1 Weiter ist zwischen den Parteien die Abrechnung bet reffend die Leistungen der Klinik E.____ AG vom 22. April bis 27. April 2015 im Betrag von Fr. 4‘199.15 umstritten. Hier legte die Beschwerdegegnerin mit Leistungsabrechnung vom 27. Juli 2015, Nr. 311260563, einen Selbstbehalt von Fr. 90.82 sowie einen Spitalkostenbeit rag von Fr. 90.-- zu Lasten der Be- schwerdeführerin fest. Der Spitalkostenbeitrag beträgt gemäss Art. 104 Abs. 1 KVV Fr. 15.-- pro Tag. In der Folge bezahlte die Beschwerdeführerin de n Betrag von insgesamt Fr. 180.80 mit Überweisung vom 1. September 2015. Im Zuge der Rückab wicklungen erstattete die Be- schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Abrechnung vom 26. Oktober 2015, Nr. 318857963, den Selbstbehalt von Fr. 180.80 zurück. I n der Folge kam die Beschwerdegeg- nerin erneut auf diese Abrechnung zurück und verlangte von der Beschwerdeführerin ohne wei- tere Erklärungen mit Leistungsabrechnung vom 14. Dezemb er 2015, Nr. 323603239, einen Selbstbehalt von Fr. 163.91 sowie den unveränderten Spitalkostenbeitrag von Fr. 90.-- (insge- samt Fr. 253.91). Dagegen wehrte sich die Beschwerdefüh rerin (vgl. z.B. Schreiben vom 11. Februar 2016, act. 37). Die Rechnung von Fr. 253.90 h at die Beschwerdeführerin bis heute nicht bezahlt, weshalb sie von der Beschwerdegegnerin in der Zwischenzeit betrieben wurde (vgl. Kontoauszug vom 6. September 2016, act. 51, Betre ibung Nr. 53569159 vom 8. August 2016). 5.2 Aufgrund einer Würdigung der vorliegenden Akten ist zum Schluss zu kommen, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin nicht n achvollziehbar erklärte, weshalb bei der erneuten Vergütung der Kosten an die Klinik E.___ _ AG der Selbstbehalt anders berechnet wurde. Insbesondere im Schreiben vom 4. März 2016 gibt die Beschwerdegegnerin hierzu kei- ne Erklärung ab. Sie hält lediglich fest, dass der Selbs tkostenbeitrag auf dem Leistungsauszug angegeben worden sei. Weshalb er von Fr. 80.82 auf Fr. 163.91 erhöht wurde, wurde nicht er- läutert. Auch im vorliegend angefochtenen Entscheid nim mt die Beschwerdegegnerin dazu kei- ne Stellung, obwohl von der Beschwerdeführerin gerügt. 5.3 Dem Auszug der medizinischen Leistungen (act. 53) kann entnommen werden, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin für das Ja hr 2015 insgesamt einen Selbstbe- halt von Fr. 678.44 belastete. Wie in Erwägung 3.3 hiervor dargelegt, ist bei einer Belastung der Beschwerdeführerin mit dem Selbstbehalt von Fr. 21.55, herrührend aus der noch ausstehen- den Leistungserbringung gegenüber Dr. B.____, der ma ximale jährliche Selbstbehalt von Fr. 700.-- erreicht. Die Beschwerdeführerin muss damit – auc h unter Berücksichtigung des nach- träglich geänderten Selbstbehaltes betreffend die Rechn ung der Klinik E.____ – nicht mehr be- zahlen, als gesetzlich und vertraglich vorgesehen ist. In Anbetracht dieses Umstands hat die Beschwerdeführerin kein rechtlich geschütztes Interesse an einer Aufhebung oder Änderung der Selbstbeteiligung an dieser Spitalrechnung. Dahe r ist festzustellen, dass die Beschwerde- führerin der Beschwerdegegnerin den Betrag von Fr. 253.91 gemäss Leistungsabrechnung vom 14. Dezember 2015, Nr. 323603239, schuldet und sie die se Rechnung zu bezahlen hat. In die- sem Punkt ist die Beschwerde abzuweisen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Weiter zu klären ist die Leistungsabrechnung Nr. 3192 51872, Datum unbekannt, wel- che sich nicht in den dem Gericht zugestellten Akten bef indet. Sie erscheint einzig im Auszug der medizinischen Leistungen vom 1. Januar 2015 bis 18. O ktober 2016, act. 53. Diesem ist zu entnehmen, dass mit der Leistungsabrechnung Nr. 3192518 72 vier Leistungen abgerechnet wurden: • Dr. med. F.____ vom 5. August 2015, Rechnung von Fr . 636.--, Selbstbehalt von Fr. 63.60, • Dr. med. G.____ vom 10. August 2015, Rechnung von F r. 62.80, Selbstbehalt von Fr. 6.28, • Dr. med. H.____ vom 18. August bis 27. August 2015 , Rechnung von Fr. 181.05, Selbstbehalt von Fr. 18.11, • Dr. med. dent. I.____ vom 18. August 2015, Rechnung von Fr. 196.95, Betrag nicht anerkannt, daher kein Selbstbehalt. 6.2 Es handelt sich um Selbstbehalte, die der Beschwerde führerin nach Juni 2015 ver- rechnet wurden, was die Beschwerdeführerin moniert. Na ch dieser Leistungsabrechnung Nr. 319251872 betrug der Saldo des Selbstbehaltes Fr. 678.44. Wie bereits mehrfach darge- legt, wurden der Beschwerdeführerin im Jahr 2015 nicht mehr Selbstbehalte belastet, als ge- setzlich und vertraglich zulässig. Aus diesem Grund spricht ni chts dagegen, dass die Be- schwerdegegnerin bzw. das von ihr verwendete Computerpr ogramm aufgrund der verschiede- nen Rückabwicklungen zeitlich früheren Leistungsabrechnung en kein Selbstbehalt belastete, hingegen bei späteren Leistungsabrechnungen einen Sel bstbehalt auferlegte. Die Leistungsab- rechnung Nr. 319251872 ist daher korrekt, weshalb auc h in diesem Punkt die Beschwerde ab- zuweisen ist. 7.1 Zu klären bleibt die Rückforderung im Umfang von Fr. 1‘780.95. Für diese Rechnung hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin am 8 . August 2016 ebenfalls betrieben (vgl. Kontoauszug vom 6. September 2016, act. 51). 7.2 Gestützt auf die Akten lassen sich die beiden Leistung sabrechnungen in der Übersicht wie folgt darstellen: Verfügung vom 5.11.2015 Nr. 319231054 Von der B e- schwerdeführe- rin zu bezahlen (abzgl. Selbst- behalt) Verfügung vom 17.12.2015 Nr. 323746710, Berichtigung Von der B e- schwerdegegne- rin zurückerstat- tet Klinik J.____, 26.3.2015 (Fr. 479.15) Fr. 431.24 Klinik J.____ , 26.3.15 Fr. 479.15, mit Selbstbehalt zu- rückerstattet Spitäler C.____ AG, 26.2.15 (Fr. 707.--) Fr. 318.15 Spitäler C.____AG, 26.2.15 Fr. 255.50, kein Selbstbehalt be- rechnet Dr. K.____, 26.2.-12.3.15 (Fr. 507.35) Fr. 439.63 Dr. K.____, 26.2.-12.3.15 Fr. 507.37, mi t Selbstbehalt zu- rückerstattet Transport, 26.2.15 Fr. 108.-- Transport, 26.2.15 Fr . 120.--, mit Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Fr. 240.--) Selbstbehalt zu- rückerstattet Transport 9.3. -16.3.15 (Fr. 249.--) Fr. 0.--, da nicht anerkannt Transport 9.3.-16-3-15 Fr. 124.5, neu die Hälfte anerkannt, kein Selbstbehalt berechnet Dr. L.____, 3.3.-15.3.15 (Fr. 170.70) Fr. 153.64 Dr. L.____, 3.3.-15.3.15 170.71, mit Selbstbehalt zu- rückerstattet Klinik E.____ AG, 9.6.15 (Fr. 125.05) Fr. 125.03 Klinik E.____ AG, 9.6.15 Fr. 125.05, kei n Selbstbehalt be- rechnet Klinik J.____, 9.6.15 (Fr. 108.30) Fr. 108.28 Klinik J.____ 9.6.15 Fr. 108.28, kein Selbstbehalt be- rechnet Dr. L.____, 6.5.15 (Fr. 98.--) Fr. 98.-- Dr. L.____, 6.5.15 Fr. 98.--, kein Selbstbehalt be- rechnet _ _ Neu: Dr. F.____, 8.5.- 18.6.15 (Fr. 948.75) Fr. 0.--, kein Selbstbehalt be- rechnet _ _ Neu: Dr. H.____, 4.5.- 29.6.15 (Fr. 159.05) Fr. 0.--, kein Selbstbehalt be- rechnet _ _ Neu: Klinik J.____, 21.7.15 (Fr. 238.40) Fr. 0.--, kein Selbstbehalt be- rechnet Total: Fr. 1‘780.95 Total: Fr. 1‘988.55 7.3 Aus dieser Gegenüberstellung geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin mit der Wie- dererwägung vom 17. Dezember 2015 nicht nur über die Beträge der Verfügung vom 5. November 2015 entschied, sondern noch weitere Leistung sabrechnungen vornahm. Diese Vorgehensweise mit der Vermischung unterschiedlicher Vorgä ngen ist unglücklich gewählt. Es wäre übersichtlicher gewesen, wenn die Beschwerdegegneri n die Rückabwicklung und die neuen Leistungen getrennt abgerechnet hätte. So wäre auf einen Blick klar ersichtlich gewesen, dass es sich hier um die Rücküberweisung des Betrags, der a m 5. November 2015 von der Beschwerdeführerin gefordert wurde, handelte. Ebenfalls wäre es angebracht gewesen, anstel- le einer Rücküberweisung die Rechnung vom 5. November 20 15 zu annullieren. In Anbetracht des Umstands jedoch, dass die in der Wiedererwägung vom 17 . Dezember 2015 festgesetzten Leistungen sowie die Selbstbehalte korrekt gewählt wurde n, und der Beschwerdeführerin der Betrag, der am 5. November 2015 von ihr eingefordert worden war, von der Beschwerdegegne- rin überwiesen wurde, macht die Beschwerdegegnerin zu R echt die Bezahlung der Forderung vom 5. November 2015 im Betrag von Fr. 1‘780.95 gelt end. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen. 8.1 Weiter ist zwischen den Parteien die Erhebung von a dministrativen Kosten im Betrag von insgesamt Fr. 180.-- für die Rückforderungen im Um fang von Fr. 1‘780.95 und von Fr. 253.90 (vgl. Kontoauszug vom 6. September 2016, act. 51) umstritten. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Bezüglich der Erhebung von Gebühren beim Verzug in der Zahlung von Prämien und Kostenbeteiligungen vertritt das Bundesgericht die Auffassung, dass autonome Regelungen der Versicherer zulässig sind, sofern die versicherte Person die ( unnötigen) Kosten schuldhaft ver- ursacht hat und die Entschädigung angemessen ist (anders b ezüglich Kosten, die beim Geset- zesvollzug notwendigerweise entstehen; vgl. BGE 125 V 276 2c/aa mit weiteren Hinweisen). In Art. 3 Ziff. 1 der ergänzenden Ausführungsbestimmung en zur obligatorischen Krankenpflege- versicherung gemäss KVG, Ausgabe vom 1. April 2016, ist festgehalten, dass unter anderem Selbstbehalte bis zu dem auf der Rechnung angegebenen Datum zu bezahlen sind. Nach Ab- lauf dieser Frist kann der Versicherer Verzugszinsen sowie Verwaltungskosten erheben, insbe- sondere für Mahnungen, Zahlungsaufforderungen und Betreibungen. 8.3 In Anbetracht der umständlichen und oftmals intrans parenten Vorgehensweise, wie sie von der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit den bei den Rechnungen gewählt wurde (vgl. dazu Erwägungen 5.2 und 7.3 hiervor), sowie des Umstands, dass die Beschwerdeführerin mehrmals vergeblich um Erläuterung der Rechnungen verl angte, kann ihr keine schuldhafte Verletzung der Mitwirkungspflicht vorgeworfen werden. Aus diesem Grund schuldet sie der Be- schwerdegegnerin keine administrativen Kosten im Betrag von Fr. 180.--. In diesem Punkt ist die Beschwerde gutzuheissen. 9.1 Es bleibt die Prüfung des Antrags der Beschwerdefüh rerin, es sei die Beschwerdegeg- nerin aufzufordern, die eingeleitete Betreibung bis zur Bereinigung der fehlerhaften Dokumente und Klärung dieser Streitsache aufzuheben und eine Lö schung im Betreibungsregister zu ver- anlassen. 9.2 In den Erwägungen 5.3 und 7.3 hiervor wurde fest gehalten, dass die Beschwerdeführe- rin verpflichtet ist, die beiden ausstehenden Rechnungen vom 5. November 2015 und vom 14. Dezember 2015 zu bezahlen. Die am 8. August 2016 betri ebene Schuld, abzüglich der erhobe- nen Mahngebühren, besteht daher immer noch, weshalb die bereits eingeleitete Betreibung zum jetzigen Zeitpunkt vom angerufenen Gericht weder ge stoppt noch eine Löschung im Be- treibungsregister veranlasst werden kann. 10. Zusammenfassend ergibt sich aus dem Gesagten, dass der von der Beschwerdegeg- nerin im vorliegenden Verfahren eingereichte Auszug der medizinischen Leistungen vom 1. Januar 2015 bis 18. Oktober 2016 (act. 53), korrekt ist. Die Beschwerdeführerin hat bis zum heutigen Zeitpunkt im Jahr 2015 die vertraglich geschu ldete Franchise von Fr. 300.--, einen Selbstbehalt von Fr. 678.44 und einen Spitalbeitrag im Betrag von Fr. 90.-- geleistet. Sollte die Beschwerdegegnerin die Rechnung von Dr. B.____ derei nst übernehmen, kann sie der Be- schwerdeführerin noch einen Selbstbehalt von Fr. 21.55 berechnen; dann hätte die Beschwer- deführerin im Jahr 2015 den maximal zu leistenden Selb stbehalt bezahlt. Da die Leistungsab- rechnungen korrekt sind, hat die Beschwerdegegnerin geg enüber der Beschwerdeführerin aus dem Versicherungsvertrag einen Anspruch auf die Bezahlun g der beiden Forderungen vom 5. November 2015 im Betrag von Fr. 1‘780.95 und vom 14. Dezember 2015 im Betrag von Fr. 253.90. Dagegen sind die der Beschwerdeführerin au ferlegten administrativen Kosten im Betrag von Fr. 180.-- nicht gerechtfertigt, da der Be schwerdeführerin in Anbetracht der kompli- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht zierten und oftmals für den Laien nicht nachvollziehbar en Vorgehensweise der Beschwerde- gegnerin keine schuldhafte Verletzung der Mitwirkungspf licht vorzuwerfen ist. Die Beschwerde ist daher, soweit darauf eingetreten werden kann, in diesem Sinne teilweise gutzuheissen. 11. Es bleibt, über die Kosten zu entscheiden. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Pro- zess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos z u sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Gem äss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine an- gemessen Parteientschädigung zugesprochen werden. Da di e Beschwerdeführerin sich vorlie- gend nicht anwaltlich hat vertreten lassen, hat sie keine n Anspruch auf die Zusprechung einer Parteientschädigung. Die ausserordentlichen Kosten sind d aher entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wettzuschlagen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde – soweit darauf eingetreten w erden kann – wird teilwei- se gutgeheissen und der angefochtene Einspracheentscheid wird inso- weit abgeändert, als er der Beschwerdeführerin zu Unr echt administrat i- ve Kosten im Betrag von Fr. 180.-- auferlegt hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen und es wird festgestellt, dass di e Beschwerde- führerin verpflichtet ist, der Beschwerdegegnerin die R echnung vom 5. November 2015 im Betrag von Fr. 1‘780.95 und die Rechnung vom 14. Dezember 2015 im Betrag von Fr. 253.90 zu bezahlen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht