Abteilung III C-5287/2007 {T 0/2} U r t e i l v o m 1 0 . M ä r z 2 0 0 8 Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richter Bernard Vaudan, Richterin Ruth Beutler, Gerichtsschreiber Julius Longauer. M._______ AG , Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM) , Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Verweigerung der Zustimmung zum arbeitsmarktlichen Vorentscheid in der Bewilligungssache X._______. B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandC-5287/2007 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin ist eine am 10. Mai 2007 gegründete Han- delsunternehmung mit Sitz im Kanton Appenzell Innerrhoden. Nach ihrer eigenen Darstellung liegt der Schwerpunkt ihrer Geschäftstätig- keit beim Import und Export hochwertiger Lebensmittel und Getränke mit Konzentration auf den europäisch-asiatischen Raum. Am 16. Mai 2007 ersuchte die Beschwerdeführerin beim Amt für Aus- länderfragen des Kantons Appenzell Innerrhoden um Erteilung einer Jahresaufenthaltsbewilligung für die chinesische Staatsangehörige X._______ (geb. 1982) zum Stellenantritt als Assistentin der Geschäftsleitung. Zum damaligen Zeitpunkt absolvierte X._______ das vierte Ausbildungsjahr an der Hotelfachschule „International Hotel and Tourism College“ (IHTC) in Weggis/LU. B. Das Amt für Ausländerfragen erachtete die arbeitsmarktlichen Voraus- setzungen für die Erteilung einer Jahresaufenthaltsbewilligung zu Las- ten des kantonalen Kontingents als erfüllt und unterbreitete der Vorin- stanz am 23. Mai 2007 einen Antrag auf Zustimmung zu seinem ar- beitsmarktlichen Vorentscheid. Nach einer ersten negativen Stellung- nahme der Vorinstanz reichte das Amt für Ausländerfragen eine Inter- vention der kantonalen Wirtschaftsförderung vom 19. Juni 2007 und Unterlagen der Beschwerdeführerin über Rekrutierungsbemühungen auf dem Arbeitsmarkt der Schweiz und der EU/EFTA zu den Akten. C. Mit Verfügung vom 17. Juli 2007 verweigerte die Vorinstanz die Zustim- mung zum kantonalen Vorentscheid vom 23. Mai 2007 über die Bewilli- gung einer Erwerbstätigkeit. Zur Begründung berief sie sich auf eine fehlende Qualifizierung von X._______ für die zu besetzende Stelle, auf ungenügende Rekrutierungsbemühungen der Beschwerdeführerin im Arbeitsmarkt der Schweiz und der EU/EFTA, sowie auf den frem- denpolizeilichen Status von X._______, die sich verpflichtet habe, das Land nach Abschluss ihrer Ausbildung zu verlassen. D. Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 6. August 2007 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde mit dem Antrag, die Seite 2C-5287/2007 Vorinstanz sei anzuweisen, X._______ die nachgesuchte Jahresauf- enthaltsbewilligung zu erteilen. E. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 4. Oktober 2007 auf Abweisung der Beschwerde. F. Mit Replik vom 26. Oktober 2007 hält die Beschwerdeführerin am ein- gereichten Rechtsmittel fest. G. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit entscheiderheblich, in den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Verfügungen des BFM betr. Zustimmung zum arbeitsmarktlichen Vorentscheid unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungs- gericht (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichts- gesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). 1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Verwal- tungsgerichtsgesetz keine abweichenden Bestimmungen aufstellt (Art. 37 VGG). 1.3 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist ausschliesslich die Zustimmung der Vorinstanz zum arbeitsmarktlichen Vorentscheid in ei- nem ausländerrechtlichen Bewilligungsverfahren (vgl. dazu Ziff. 5.1 und 5.2). Soweit die Beschwerdeführerin über die Erteilung der Zu- stimmung hinaus die Gewährung einer Aufenthaltsbewilligung verlangt, ist ihr Rechtsmittel deshalb unzulässig. 1.4 Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen Ver- fügung zur Beschwerde legitimiert, und ihr Rechtsmittel wurde frist- und formgerecht eingereicht (48 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist deshalb im oben dargestellten Umfang einzutreten. Seite 3C-5287/2007 2. Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (unter anderem die Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201]). Auf Gesuche, die vor dem In- krafttreten des AuG eingereicht wurden, wie es vorliegend der Fall ist, bleibt gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG das alte Recht anwendbar. Ein- schlägig sind das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, zum vollständi- gen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) und die Ver- ordnung vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Aus- länder (aBVO, AS 1986 1791, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 91 Ziff. 5 VZAE). 3. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts- erheblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be- schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge- mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge- bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Urteils 2A.451/2002 vom 28. März 2003), auf die in der vorliegenden Streitsache gemäss übergangsrechtlicher Ordnung des AuG das alte Recht anzuwenden ist. 4. X._______ untersteht als Staatsangehörige der Volksrepublik China we der dem Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizeri- schen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein- schaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen, SR 0.142.112.681) noch dem Abkommen vom 21. Juni 2001 zur Änderung des Übereinkommens vom 4. Januar 1960 zur Errichtung der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA- Übereinkommen, SR 0.632.31). Ihre Zulassung als sogenannte Dritt- Seite 4C-5287/2007 staatsangehörige zum schweizerischen Arbeitsmarkt richtet sich des- halb uneingeschränkt nach dem aANAG und der aBVO (Art. 1 aANAG und Art. 2 aBVO). Die Behörde entscheidet, im Rahmen der gesetzli- chen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland, nach freiem Er- messen über die Bewilligung von Aufenthalt oder Niederlassung (Art. 4 aANAG). 5. 5.1 Art. 7 aBVO regelt den „Vorrang der inländischen Arbeitnehmer“. Nach dessen Abs. 1 bis 3 können Drittstaatsangehörige zum schwei- zerischen Arbeitsmarkt nur zugelassen werden, wenn auf diesem kei- ne geeignete Arbeitskraft zu finden ist, die gewillt und fähig wäre, die Arbeit zu den orts- und berufsüblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen zu leisten. Der Arbeitgeber hat dafür den Nachweis zu erbringen (Art. 7 Abs. 4 aBVO). Vorbehalten sind die Ausnahmetatbestände des Arti- kels 7 Absätze 5 und 6 aBVO. Unter der Überschrift "Prioritäten für die Rekrutierung" errichtet Artikel 8 Absatz 1 aBVO ein analoges System zugunsten von Angehörigen der EU/EFTA-Staaten. Durchbrochen wird es durch die Ausnahmetatbestände des Artikels 8 Absätze 2 und 3 aBVO. Die Zulassung von Drittstaatsangehörigen ist somit erst mög- lich, wenn nicht nur keine geeigneten einheimischen Arbeitskräfte rek- rutiert werden können, sondern auch keine geeigneten Arbeitskräfte aus dem EU/EFTA-Raum zu Verfügung stehen. Vorbehalten bleiben die jeweiligen Ausnahmetatbestände. 5.2 Ob die Bestimmun gen über den Inländervorrang (Art. 7 aBVO) und den Vorrang von Angehörigen von Mitgliedstaaten der EU und EFTA (Art. 8 aBVO) die Zulassung eines Drittstaatsangehörigen zum schwei- zerischen Arbeitsmarkt erlauben, darüber entscheidet die kantonale Arbeitsmarktbehörde im Rahmen eines Vorentscheides zu Handen des kantonalen Bewilligungsverfahrens. Der Vorentscheid zu Bewilligun- gen, die zu Lasten der kantonalen Höchstzahlen gehen (Kontingents- bewilligungen), ist alsdann dem BFM zur Zustimmung zu unterbreiten (Art. 42 Abs. 1 und 5 aBVO). Das BFM befindet über das Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen in Ausübung einer originären Sach- entscheidskompetenz des Bundes ohne Bindung an die Beurteilung durch die kantonalen Behörden (vgl. BGE 127 ll 49 E. 3a S. 51 f., BGE 120 lb 6 E. 3c S. 11 f., ferner Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 70.23, 67.62 oder 66.66). Seite 5C-5287/2007 5.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 aBVO werden Bewilligungen zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit in erster Linie den Angehörigen der EU-Mitglied- staaten nach dem Freizügigkeitsabkommen und den Angehörigen der EFTA-Mitgliedstaaten nach dem EFTA-Übereinkommen erteilt. Vorbe- halten bleiben nach Art. 8 Abs. 2 aBVO hochqualifizierte Personen, die um eine Bewilligung für eine zeitlich begrenzte Tätigkeit gemäss den von der Schweiz abgeschlossenen Wirtschafts- und Handelsvereinba- rungen nachsuchen. Weitere Ausnahmen von Absatz 1 können nach Art. 8 Abs. 3 aBVO von den Arbeitsmarktbehörden im Rahmen des Vorentscheids zu Bewilligungen verfügt werden, wenn einer der folgen- den Tatbestände erfüllt ist: Der Drittstaatsangehörige ist eine qualifi- zierte Arbeitskraft und besondere Gründe rechtfertigen eine Ausnah- me (Bst. a), oder beim Drittstaatsangehörigen handelt es sich um eine Person, die im Rahmen von schweizerischen Hilfs- und Entwicklungs- projekten über die wirtschaftliche oder technische Zusammenarbeit ein Weiterbildungsprogramm absolviert (Bst. b), oder der Drittstaatsange- hörige gehört der Personenkategorie der Künstler, Artisten und Caba- ret-Tänzerinnen an, die sich innerhalb eines Kalenderjahres insgesamt längstens acht Monate in der Schweiz aufhalten (Bst. c). 6. In der vorliegenden Streitsache fällt als Ausnahmetatbestand allein Art. 8 Abs. 3 Bst. a aBVO in Betracht, der eine Ausnahme von den Re- krutierungsprioritäten zu Gunsten qualifizierter Arbeitskräfte zulässt, wenn besondere Gründe dies rechtfertigen. Beide Kriterien – die fach- liche Qualifikation und die besonderen Gründe – müssen kumulativ er- füllt sein (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-4642/2007 vom 7. Dezember 2007 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). Ihr Vorliegen kann nicht leichthin angenommen werden, soll die Absicht des Verordnungs- gebers verwirklicht werden, die Zuwanderung aus dem Nicht- EU/EFTA-Raum restriktiv zu gestalten, konsequent dem volkswirt- schaftlichen Gesamtinteresse unterzuordnen und vermehrt an den übergeordneten integrations- und staatspolitischen Zielen auszurich- ten (vgl. dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-1229/2006 vom 6. Juni 2007 E. 5.3; ferner Weisungen und Erläuterungen des BFM über Einreise, Aufenthalt und Arbeitsmarkt [ANAG-Weisungen], 3. Aufl., Bern 2006, E. 432.3). 7. Gemäss der ausländerrechtlichen Praxis, wie sie in den ANAG-Wei- sungen zum Ausdruck kommt (zur Bedeutung der ANAG-Weisungen Seite 6C-5287/2007 vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgericht C-4642/2007 vom 7. Dezem- ber 2007 E. 5.1), kann die Qualifikation je nach Beruf oder Spezialisie- rung auf verschiedenen Stufen erfolgt sein: Universitätsabschluss, Fachhochschuldiplom, besondere fachliche Ausbildung mit mehrjähri- ger Berufserfahrung, Beruf mit Zusatzausbildung, oder sonstwie er- folgte Aneignung ausserordentlicher, unerlässlicher Spezialkenntnisse in spezifischen Bereichen. Das Vorliegen der erforderlichen Qualifikati- on kann bei der arbeitsmarktlichen Prüfung auch von der Funktion der ausländischen Arbeitskraft abgeleitet werden, wie z.B. bei Firmengrün- dern oder Unternehmensleitern von arbeitsmarktlich bedeutenden Be- trieben (Ziff. 432.32 der ANAG-Weisungen). 7.1 Den Akten lässt sich entnehmen, dass X._______ nach Abschluss der Oberschule im Juni 2001 erste berufliche Erfahrungen als Rezeptionistin bei der „Shanghai Exhibition Hall“ sammelte und im Juni 2003 an der dortigen Universität für Fremdsprachen den Grad ei- nes „Bachelor of Commerce English“ erwarb. Im Oktober 2003 gelang- te sie mit einer Studentenbewilligung in die Schweiz, um eine vierjähri- ge Ausbildung am IHTC in Weggis/LU aufzunehmen. Dort erlangte sie im September 2006 den Titel eines „Bachelor of Science in Internatio- nal Hotel and Tourism“. Zum Zeitpunkt der Einleitung des Bewilligungs- verfahrens setzte X._______ ihre Ausbildung am gleichen Institut mit einem MBA-Lehrgang mit Konzentration auf Hotellerie- und Tourismus- management fort. Nach dem Konkurs des IHTC im Herbst 2007 schliesst X._______ gegenwärtig ihre Ausbildung an der ebenfalls in Weggis/LU domizilierten Hotelfachschule „International School of Busi- ness Management“ mit „MBA in Hospitality Management“ ab. Ausbil- dungsbegleitend durchlief X._______ bei renommierten Hotellerie- und Gastronomiebetrieben mehrere Praktika in den Bereichen House- keeping, Küche, Restaurant und Service. Parallel dazu absolvierte sie eine Lehre zur Servicefachangestellten und erweiterte ihre Deutsch- kenntnisse an der Migros-Klubschule. Die Beurteilung ihrer schuli- schen und praxisbezogenen Leistungen war durchwegs sehr gut bis hervorragend. X._______ fiel als eine der besten Studentinnen der IHTC auf und konnte anlässlich der Internationalen Servicemeister- schaft IGEHO 2005 einen Spitzenplatz realisieren. Damit verfügt X._______ auf dem Gebiet des Hotellerie und des Tourismus zweifel- los über einen hohen Ausbildungsstand und eindrückliche berufliche Fertigkeiten. Für sich allein genügt dies jedoch nicht, um X._______ im Sinne der Verordnung als besonders qualifiziert erscheinen zu lassen. Seite 7C-5287/2007 Entscheidend ist, ob das Anforderungsprofil der zu besetzenden Stelle gerade die Qualifikation erfordert, über welche X._______ verfügt. 7.2 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine Aktiengesell- schaft, die am 10. Mai 2007 gegründet wurde und die gemäss Han- delsregisterauszug vom 16. Mai 2007 unter anderem Import und Ex- port sowie Handel mit Waren aller Art betreibt. Am 16. Mai 2007, d.h. praktisch unmittelbar nach ihrer Gründung unterbreitete die Beschwer- deführerin bei der Migrationsbehörde des Kantons Appenzell Innerrho- den ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an X._______ zwecks Erwerbstätigkeit als Assistentin der Geschäftsleitung. Im einen Tag zuvor aufgesetzten Arbeitsvertrag wird der Aufgabenbereich von X._______ wie folgt umschrieben: Assistentin der Geschäftsführerin, Verhandlungen mit Kunden und Lieferanten, Übersetzungsarbeiten vor allem zwischen Deutsch und Chinesisch sowie Aufbau einer Marketing- und Verkaufsabteilung. Die Geschäftsführerin erläuterte in einem Begleitschreiben zum Bewilligungsgesuch, das Unternehmen befinde sich in taiwanesischer Hand und sei dem Handel mit hochwertigen Bio-Produkten, Lebensmitteln und Getränken, sowie Gütern des täglichen Gebrauchs aus aller Welt gewidmet. In einem ersten Schritt würden Verteiler namentlich in Taiwan, China und Japan gesucht, und es werde eine Niederlassung in Taiwan zur Erschliessung des asiatischen Marktes gegründet. X._______ sei prädestiniert für die Schweizer Nie- derlassung des Unternehmens. Dies im Wesentlichen aus drei Grün- den. Um die Kommunikation zwischen Taiwan und der Schweiz optimal zu gestalten, werde eine Person benötigt, die Deutsch und Chinesisch beherrsche. Gute Kenntnisse des Englischen seien zusätzlich von Vor- teil. X._______ erfülle alle diese Anforderungen. Die Stelle verlange ferner eine Persönlichkeit, die sich durch ein starkes Interesse im kulinarischen und gastronomischen Bereich auszeichne. X._______ verfüge über eine Hotelfachausbildung. Mit ihren während der letzten drei Jahre an renommierten Adressen in Zürich absolvierten Praktika habe sie ihr waches Interesse auf diesem Gebiet unter Beweis gestellt. Schliesslich und endlich habe man X._______ im Juli 1996 (recte wohl 2006) als enthusiastische, fürsorgliche, fröhliche, freundliche und dankbare Persönlichkeit kennen ge lernt, alles Charaktereingenschaften, die der Unternehmensvision entsprechen würden. Seite 8C-5287/2007 7.3 Es versteht sich von selbst, dass die an der Hotelfachschule er- worbenen, spezifisch auf die Bedürfnisse der Hotellerie, der Gastrono- mie und des Tourismus ausgerichteten Qualifikationen von X._______ nicht dem Anforderungsprofil eines Handelsunternehmens ent- sprechen, das sich mit dem Import und Export von Bio-Produkten be- schäftigt. Es ist auch nicht ersichtlich, welche während der Ausbildung erworbenen Fertigkeiten X._______ besonders befähigten, eine Mar- keting- und Verkaufabteilung eines solchen Unternehmens aufzubau- en. Dass X._______ an der Hotelfachschule mit Erfolg Ausbildungs- gänge besuchte, deren Inhalte mehr oder weniger ausgeprägte Schnittmengen mit dem Anforderungsprofil eines Import/Export-Kauf- manns im Food/Beverage-Bereich aufweisen, kann an dieser Feststel- lung solange nichts ändern, als X._______ nicht auf einschlägige be- rufliche Erfahrungen zurückgreifen kann. Im Stelleninserat, mit dem die Beschwerdeführerin ihre Suchbemühungen auf dem schweizeri- schen und EU/EFTA-Arbeitsmarkt dokumentiert, wird denn auch nicht ein spezifisches Fachwissen verlangt, wie es üblicherweise an einer Hotelfachschule vermittelt wird. Der Kandidat soll nicht weiter um- schriebene Erfahrungen im Bereich des Getränke- und Lebensmittel- handels oder in der Gastronomie aufweisen können. Dafür werden die sprachlichen Kompetenzen des Kandidaten in den Vordergrund ge- stellt: Er müsse über sehr gute Kenntnisse in Wort und Schrift der chi- nesischen, englischen und deutschen Sprache verfügen. Es sind auch diese Sprachkenntnisse, die die Geschäftsführerin des Unternehmens in ihrer Aufzählung der besonderen Qualifikationen von X._______ zuallererst nennt, und in ihrer Replik schliesslich räumt die Beschwer- deführerin selbst ein, für die Besetzung der Stelle sei nicht ein Hoch- schul- oder Fachhochschulabschluss massgebend, sondern die Sprachkenntnisse von X._______, die man anders nicht erwerben könne. Fehlen indessen – wie es vorliegend der Fall ist – spezifische fachliche Qualifikationen für eine berufliche Stellung, dann kann das Manko auch nicht mit ausgezeichten Sprachkenntnissen und charak- terlicher Eignung des Kandidaten wettgemacht werden. Dass X._______ sehr gute Kenntnisse in der chinesischen, englischen und deutschen Sprache aufweist und sich von ihrem Wesen her bestens in das Unternehmen einfügt, soll nicht in Abrede gestellt werden, ist je- doch für die Beurteilung der Streitsache nicht erheblich. 7.4 Ausgehend von diesen Erwägungen ist mit der Vorinstanz festzu- stellen, dass X._______ als Absolventin einer Hotelfachschule ohne einschlägige Berufserfahrung nicht über die nach Art. 8 Abs. 3 Bst. a Seite 9C-5287/2007 aBVO notwendige Qualifikation verfügt, um im Hinblick auf eine Er- werbstätigkeit im Unternehmen der Beschwerdeführerin eine Ausnah- me von den Rekrutierungsprioritäten zu rechtfertigen. 8. Erfüllt X._______ die von Art. 8 Abs. 3 Bst. a aBVO geforderte Quali- fikation für die zu besetzende Stelle nicht, muss nicht geprüft werden, wie es mit den anderen Voraussetzungen einer Ausnahme von den Rekrutierungsprioritäten bestellt ist, nämlich dem Vorliegen besonde- rer Gründe (Art. 8 Abs. 3 Bst. a aBVO; vgl. dazu Urteil des Bundesver- waltungsgerichts C-1229/2006 vom 6. Juni 2007 E. 5.3 ff.) und den hinreichenden Suchbemühungen auf dem Arbeitsmarkt der Schweiz und der EU/EFTA (Art. 7 Abs. 1 und 4, Art. 8 Abs. 1 aBVO). Nur neben- bei sei deshalb darauf hingewiesen, dass die Anstrengungen der Be- schwerdeführerin, auf dem schweizerischen und europäischen Ar- beitsmarkt eine geeignete Arbeitskraft zu finden, nicht den Anschein der Ernsthaftigkeit erwecken. Den Migrationsbehörden wurde X._______ ohne vorgängige Suchbemühungen als Wunschkandidatin präsentiert. Erst nach zweimaliger Beanstandung liess die Beschwerdeführerin Inserate auf den Internetportalen www.fazjob.com und www.ostjob.ch aufschalten. Dies geschah am 27. bzw. 30. Juni 2007. Bereits wenige Tage später, am 9. Juli 2007, betrachtete die Be- schwerdeführerin die Sache mangels Bewerbungen als gescheitert und wandte sich erneut an die Migrationsbehörden. Wie lange die In- serate schlussendlich aufgeschaltet blieben, ist nicht bekannt. Zum heutigen Zeitpunkt jedenfalls kann weder auf dem einen noch auf dem anderen Internetportal eine aktive Suche festgestellt werden. Ander- weitige Bemühungen wurden offenkundig nicht unternommen, ob- schon sich eine Verlagerung auf Fachmedien und gegebenenfalls auf spezifische Personengruppen aufgedrängt hätte. Alles in allem kann sich das Bundesverwaltungsgericht des Eindrucks nicht erwehren, dass die Beschwerdeführerin einen Erfolg der Suchbemühungen gar nicht wollte, weil sie ihre Wahl bereits definitiv getroffen hatte. 9. Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung zu Recht ergangen ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist deshalb abzu- weisen, soweit darauf eingetreten werden kann. 10. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird die unterliegende Seite 10C-5287/2007 Be schwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah- renskosten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). 11. Dieses Urteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 700.-- verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: - die Beschwerdeführerin (Einschreiben) - die Vorinstanz - das Amt für Ausländerfragen des Kantons Appenzell Innerrhoden - das Amt für Migration des Kantons Luzern Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Andreas Trommer Julius Longauer Versand: Seite 11