A bteilung IV D -7177/2006 {T 0/2} U rteil vom 2. A pril 2007 M itw irkung: R ichter Bendicht Tellenbach, R ichterinnen Therese Kojic und M adeleine H irsig-Vouilloz, G erichtsschreiber Jürg H ünerw adel A ._______, dessen Ehefrau B ._______, und deren Kinder C ._______, D ._______, E._______, und F._______, Algerien, vertreten durch Z._______, G esuchsteller betreffend U rteil der Schw eizerischen A sylrekurskom m ission (A R K ) vom 26. M ärz 2001 i.S. Vollzug der W egw eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: I. A. D er G esuchsteller – ein ethnischer Araber m it letztem W ohnsitz in X. – stellte am 27. Juli 1994 ein Asylgesuch in der Schw eiz. Zu dessen Begründung brachte er im W esentlichen vor, er habe in Algerien als Berufsoffizier gearbeitet. Als er sich im Jahre 1992 gegen den bew affneten Kam pf gegen die FIS (Front Islam ique du Salut) ausgesprochen habe, sei er zusam m en m it anderen O ffizieren verhaftet w orden; in der Folge habe m an ihn zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. N ach der Verbüssung dieser Strafe habe ihn die G IA (G roupes Islam iques Arm és) zum Beitritt aufgefordert, w as er jedoch nicht gew ollt habe. Zw ischen den Fronten stehend, habe er sich zur Ausreise aus dem H eim atstaat entschlossen. B. M it Verfügung vom 30. Juni 1995 w ies das Bundesam t für Flüchtlinge (BFF; heute: Bundesam t für M igration [BFM ]) das Asylgesuch ab und ordnete die W egw eisung des G esuchstellers aus der Schw eiz an. Eine gegen diese Verfügung gerichtete Beschw erde w urde von der AR K m it U rteil vom 3. Januar 1996 ebenfalls abgew ie- sen. C . M it U rteil vom 20. M ärz 1996 trat die AR K auf ein gegen den Beschw erdeent- scheid vom 3. Januar 1996 gerichtetes R evisionsgesuch nicht ein, nachdem der G esuchsteller den einverlangten Kostenvorschuss nicht geleistet hatte. D . Am 18. Januar 1997 kehrte der G esuchsteller auf dem Luftw eg kontrolliert in sei- nen H eim atstaat zurück. II. E. Am 20. Septem ber 1997 verliess der G esuchsteller eigenen Angaben zufolge sei- nen H eim atstaat erneut, diesm al in Begleitung seiner Ehefrau und der gem ein- sam en Kinder. N ach der am 29. Septem ber 1997 erfolgten Einreise in die Schw eiz stellten sie am 30. Septem ber 1997 in der Em pfangsstelle (heute: Em pfangs- und Verfahrenszentrum ) C hiasso ein Asylgesuch. Zu dessen Begründung brachten sie im W esentlichen vor, der G esuchsteller sei bei seiner R ückkehr aus der Schw eiz am 18. Januar 1997 auf dem Flughafen von der Polizei festgenom m en w orden und der m ilitärischen Sicherheitsbehörde übergeben w orden, w elche ihn bis zum 25. Januar 1997 in G ew ahrsam behalten habe. D ie Sicherheitsbehörde habe ihn zur Kollaboration verpflichtet. Bis zum Juni 1997 habe er in der Folge Inform a- tionen über Vorkom m nisse in seinem Q uartier w eiter geleitet. G egen Ende Juni 1997 sei er von einem alten Freund kontaktiert w orden, w elcher der G IA angehört und ihn zur M itarbeit angefragt habe. D ie m ilitärische Sicherheitsbehörde, w elcher er von der Kontaktnahm e erzählt habe, habe ihn zur Annahm e des Angebotes der G IA aufgefordert, um an w eitere Inform ationen zu gelangen. D er G esuchsteller habe sich angesichts der G efährlichkeit dieser Situation zur erneuten Ausreise aus 3 dem H eim atstaat entschlossen. D ie G esuchstellerin ergänzte ihrerseits, sie sei bis 1992 M itglied der FIS gew esen; ihren H eim atstaat habe sie w egen der Problem e ihres M annes und w egen den andauernden M assakern in der Provinz Y. ver- lassen. F. M it Verfügung vom 11. M ai 2000 w ies das BFF das Asylgesuch ab und ordnete die W egw eisung der G esuchsteller aus der Schw eiz an. G . Eine gegen diese Verfügung eingereichte Eingabe w urde von der AR K als auf die Frage des W egw eisungsvollzuges beschränkte Beschw erde entgegen genom m en und m it U rteil vom 26. M ärz 2001 abgew iesen. III. H . M it an die AR K gerichteter Eingabe ihrer R echtsvertreterin vom 9. Juli 2001 er- suchten die G esuchsteller um revisionsw eise Aufhebung des Beschw erdeent- scheides vom 26. M ärz 2001 und um G ew ährung von Asyl beziehungsw eise even- tualiter um Anordnung der vorläufigen Aufnahm e in der Schw eiz. In verfahrens- rechtlicher H insicht beantragten sie Aussetzung des W egw eisungsvollzuges für die D auer des Verfahrens. Auf die Begründung w ird, sow eit entscheidw esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. I. M it Zw ischenverfügung vom 13. Juli 2001 setzte der zuständige Instruktionsrichter den Vollzug der W egw eisung im R ahm en einer vorsorglichen M assnahm e einst- w eilen aus und forderte die G esuchsteller gleichzeitig zur Leistung eines Kosten- vorschusses von Fr. 1'200.-- auf. D ie G esuchsteller zahlten den Kostenvorschuss in der Folge fristgerecht ein. J. M it Eingaben ihrer R echtsvertreterin vom 18. und 19. Juli 2001, sow ie vom 12. Juli 2004 und vom 19. Juli 2005 reichten die G esuchsteller diverse Bew eism ittel zu den Akten. Am 14. M ärz 2007 reichte die R echtsvertreterin sodann auf Aufforde- rung des Instruktionsrichters hin ihre Kostennote vom 23. O ktober 2001 zu den Ak- ten. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsge-4 setzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). Als letztinstanzliche Behörde im Asylbereich ist das Bundesverw altungsgericht sodann auch zuständig für die Beurteilung von R evisionsgesuchen. 1.2 D as Bundesverw altungsgericht hat per 1. Januar 2007 die bei der per 31. D ezem - ber 2006 aufgelösten AR K hängigen R echtsm ittel übernom m en. D abei ist grund- sätzlich das neue Verfahrensrecht anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). G em äss Art. 45 VG G gelten im R evisionsverfahren vor dem Bundesverw altungsgericht die Art. 121 – 128 BG G sinngem äss. Angesichts des W ortlautes von Art. 45 VG G – gem äss w elchem diese R egelung bei Entscheiden des Bundesverw altungsge- richtes gilt – stellt sich allerdings die Frage, ob diese N orm en auch bei übernom - m enen R evisionsgesuchen gegen U rteile der AR K Anw endung finden, oder ob diesbezüglich nach w ie vor ausschliesslich die Art. 66 ff. Vw VG zu beachten sind; diese Frage kann im vorliegenden Verfahren indessen letztlich offen bleiben, da das R evisionsgesuch – w ie nachstehend aufgezeigt – unter Berücksichtigung so- w ohl der einen w ie auch der anderen R egelung gutzuheissen ist, sow eit darauf einzutreten ist. Auf Inhalt, Form und Ergänzung des R evisionsgesuches findet schliesslich Art. 67 Abs. 3 Vw VG Anw endung (Art. 47 VG G ). 1.3 D ie G esuchsteller sind durch den angefochtenen Entscheid berührt und haben ein schutzw ürdiges Interesse an dessen Aufhebung beziehungsw eise Änderung. D ie Legitim ation ist dam it gegeben (Art. 48 Vw VG ). 2. 2.1 Vorw eg ist festzuhalten, dass an die Begründung ausserordentlicher R echtsm ittel erhöhte Anforderungen gestellt w erden (Art. 125 BG G ; Art. 66 Abs. 3 und Art. 67 Abs. 3 Vw VG ). In der R echtsschrift ist die R echtzeitigkeit des R evisionsbegehrens darzutun; zudem ist anzugeben, w elcher gesetzliche R evisionstatbestand angeru- fen w ird und in w iew eit Anlass besteht, gerade diesen G rund geltend zu m achen. Sind dem G esuch nicht genügend substanziierte, w irkliche R echtsm ittelgründe zu entnehm en, ist darauf überhaupt nicht einzutreten (vgl. FR ITZ G YG I, Bundesverw al- tungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 229 f.). D em gegenüber ist nicht erforder- lich, dass die angerufenen R evisionsgründe w irklich bestehen, sondern es genügt, w enn der G esuchsteller deren Vorliegen behauptet (vgl. BG E 96 I 279; U R SIN A BEER LI-BO N O R AN D , D ie ausserordentlichen R echtsm ittel in der Verw altungsrechtspfle- ge des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 148 f.). 2.2 2.2.1 Im vorliegenden Fall w erden die R evisionsgründe der neuen erheblichen Tatsa- chen oder Bew eism ittel (Art. 123 Abs. 2 Bst. a BG G ; Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG ), des Ü bersehens beziehungsw eise der N ichtbeurteilung eines R echtsbegehrens (Art. 121 Bst. c BG G ; Art. 66 Abs. 2 Bst. b Vw VG ) und der Verletzung des recht- lichen G ehörs (Art. 66 Abs. 2 Bst. c i.V.m . Art. 29 – 33 Vw VG ) geltend gem acht. 2.2.2 D iesbezüglich ist zunächst festzuhalten, dass sich der letztgenannte R evisions- grund der Verletzung des rechtlichen G ehörs gegen das Beschw erdeurteil der AR K vom 3. Januar 1996 im ersten Asylverfahren des G esuchstellers richtet (vgl. R evisionsgesuch, S. 17 f.). U ngeachtet der Fragen, ob die Anrufung dieses R evi-5 sionsgrundes seit den am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen G esetzesänderungen im R evisionsverfahren vor dem Bundesverw altungsgericht noch zulässig ist (vgl. dazu oben stehende E. 1.2; in Art. 121 ff. BG G stellt eine allfällige Verletzung des rechtlichen G ehörs anders als in Art. 66 Abs. 2 Bst. c Vw VG keinen R evisionstat- bestand dar) und ob die Frist zur revisionsrechtlichen Anrufung von Verfahrens- m ängeln nach w ie vor 90 Tage (gem äss Art. 67 Abs. 1 Vw VG ) oder aber nurm ehr 30 Tage (gem äss Art. 124 Abs. 1 Bst. b BG G ) ab Eröffnung des Beschw erde- entscheides beträgt, ist offensichtlich, dass die relative R evisionsfrist am 9. Juli 2001 (D atum der Aufgabe des R evisionsgesuches) längst abgelaufen w ar und diese R üge som it verspätet erfolgt; auf das R evisionsgesuch ist som it insow eit nicht einzutreten. 2.2.3 Ebenfalls nicht einzutreten ist auf das R evisionsgesuch im Ergebnis insow eit, als die G esuchsteller eine Prüfung der Frage der Asylgew ährung beantragen. D ie G e- suchsteller bringen diesbezüglich vor, sie hätten im vorangegangenen Beschw er- deverfahren die Verfügung des BFF vom 11. M ai 2000 sinngem äss vollum fänglich angefochten, w as die Beschw erdeinstanz übersehen habe, w eshalb sie zu U nrecht lediglich die Frage der D urchführbarkeit des W egw eisungsvollzuges geprüft habe (vgl. R evisionsgesuch, S. 5 f., Ziff. 2). D iesbezüglich ist indessen festzuhalten, dass im Beschw erdeverfahren der zunächst zuständige Instruktionsrichter den G e- suchstellern m it Zw ischenverfügung vom 6. Juli 2000 m itteilte, ihre Eingabe vom 10. Juni 2000 w erde als auf die Frage der W egw eisung beschränkte Beschw erde gegen die Verfügung des BFF vom 11. M ai 2000 entgegen genom m en, w eshalb die vorinstanzliche Verfügung, sow eit sie die Frage der Asylgew ährung betreffe, in R echtskraft erw achsen sei. Eine Kopie dieser Zw ischenverfügung w urde in der Folge am 19. Juli 2000 der R echtsvertreterin der G esuchsteller, w elche inzw ischen die Ü bernahm e des Vertretungsm andates angezeigt hatte, zugestellt. In ihrer Ein- gabe vom 27. Juli 2000 bekräftigte die R echtsvertreterin sodann explizit den An- trag der G esuchsteller auf Anordnung der vorläufigen Aufnahm e in der Schw eiz; die im R evisionsgesuch angeführte Begründung, w onach durch die Verw endung des Begriffes "insbesondere" auch der Asylpunkt als angefochten hätte gelten m üssen, verm ag bei dieser Sachlage nicht zu überzeugen, zum al in den gesam ten Ausführungen der Beschw erdeergänzung vom 27. Juli 2000 nirgends ausgeführt w urde, dass die G esuchsteller die Flüchtlingseigenschaft erfüllten oder bei einer R ückkehr in den H eim atstaat einer G efährdung im Sinne von Art. 3 AsylG ausge- setzt w ären. U ngeachtet der Frage, ob hinsichtlich des angerufenen R evisions- grundes des Ü bersehens beziehungsw eise der N ichtbeurteilung eines R echtsbe- gehrens die relative R evisionsfrist überhaupt eingehalten w äre (w as angesichts des Versandes des Beschw erdeentscheides vom 26. M ärz 2001 am 30. M ärz 2001 und der erst am 9. Juli 2001 erfolgten Einreichung des R evisionsgesuches näherer Prüfung bedürfte), ist vor diesem H intergrund offensichtlich, dass die Beschw er- deinstanz zu R echt lediglich das Vorliegen von W egw eisungshindernissen, nicht aber den Asylpunkt geprüft hat; der angerufene R evisionsgrund ist dem nach nicht substanziiert. Auch das vorliegende R evisionsverfahren bleibt daher auf die Frage der D urchführbarkeit des W egw eisungsvollzuges beschränkt. 3. Im Folgenden bleibt som it ausschliesslich zu prüfen, ob die von den G esuchstel- lern im R evisionsverfahren eingereichten Bew eism ittel und geltend gem achten 6 Tatsachen den Anforderungen der R echtsprechung an die revisionsrechtliche N eu- heit und Erheblichkeit zu genügen verm ögen. 3.1 N ach Lehre und R echtsprechung gelten Tatsachen dann als neu, w enn sie zur Zeit der Erstbeurteilung der Sache bereits verw irklicht w aren, im ordentlichen Verfah- ren jedoch trotz aller pflichtgem ässen Sorgfalt nicht bekannt w aren und daher nicht geltend gem acht w erden konnten beziehungsw eise deren rechtzeitige G eltendm a- chung nicht zum utbar w aren. Erheblich sind die Tatsachen sodann, w enn sie ge- eignet sind, die tatbeständliche G rundlage des angefochtenen Entscheides zu ver- ändern und bei zutreffender rechtlicher W ürdigung zu einem anderen, für den G e- suchsteller günstigeren Ergebnis zu führen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1995 N r. 21 E. 3a S. 207 und 1995 N r. 9 E. 5 S. 80 ff., jew eils m it w eiteren H inw eisen). Ähnliches gilt für re- visionsw eise eingereichte Bew eism ittel: Sie sind nur dann als neu zu qualifizieren und beachtlich, w enn sie entw eder neue erhebliche Tatsachen erhärten oder ge- eignet sind, dem Bew eis von Tatsachen zu dienen, die zw ar im früheren Verfahren bekannt gew esen, aber zum N achteil der gesuchstellenden Partei unbew iesen ge- blieben sind, respektive w enn sie bei Vorliegen im ordentlichen Verfahren verm ut- lich zu einem anderen Entscheid geführt hätten. G em äss ständiger Praxis zu Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG ist es im G egensatz zu geltend gem achten neuen Tatsa- chen indessen nicht notw endig, dass die Bew eism ittel selber aus der Zeit vor dem in R echtskraft erw achsenen Entscheid stam m en (vgl. EM AR K 1994 N r. 27 E. 5c S. 199); die Frage, inw iew eit diese Praxis für das R evisionsverfahren vor dem Bun- desverw altungsgericht bei allfälliger Anw endbarkeit der R egelung von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BG G – nach dessen W ortlaut erst nach dem Beschw erdeentscheid entstandene Bew eism ittel revisionsrechtlich ohne Belang sind – noch G eltung hat, kann im vorliegenden Verfahren aufgrund der nachfolgenden Ausführungen offen bleiben. 3.2 3.2.1 D ie G esuchsteller haben näm lich im R evisionsverfahren diverse Bew eism ittel ein- gereicht, w elche vor Abschluss des ordentlichen Asylverfahrens entstanden sind, so unter anderem sechs Fotografien aus den Jahren 1980 bis 1989, auf w elchen der G esuchsteller jew eils in m ilitärischer U niform und teilw eise bei dienstlichen Einsätzen erkennbar ist, seine m ilitärische "C arte d'Im m atriculation", sein M ilitär- dienstbüchlein aus dem Jahre 1993 und jenes von G ._______ – seinem in der Schw eiz als Flüchtling anerkannten algerischen Anw alt, w elcher zudem ein ebenfalls eingereichtes Bestätigungsschreiben vom 5. Juli 2001 verfasste – aus dem Jahre 1984, sow ie ein Buch von H ._______ – [...] – m it dem Titel "La sale guerre. Le tém oinage d'un ancien officier des forces spéciales de l'arm ée algérienne, 1992 – 2000", w elches Anfang 2001 erschienen ist. 3.2.2 Es ist dem nach zu prüfen, ob den G esuchstellern eine Einreichung dieser Bew eis- m ittel bereits im ordentlichen Verfahren m öglich und zum utbar gew esen w äre, da das R evisionsverfahren nicht dazu dienen soll, im früheren Verfahren begangene, verm eidbare U nterlassungen der Partei nachzuholen, w eil diese sonst die M öglich- keit hätte, durch unvollständiges Vorbringen gegebenenfalls eine m ehrm alige Be- urteilung ihres Falles zu erw irken (vgl. BEER LI-BO N O R AN D , a.a.O ., S. 109). D iesbezüglich ist festzuhalten, dass den G esuchstellern jedenfalls hinsichtlich der 7 Einreichung des Buches von H ._______ keine N achlässigkeit vorgew orfen w erden kann. Sie haben die Existenz dieses erst im Jahre 2001 erschienenen W erks der AR K gegenüber näm lich bereits m it Eingabe ihrer R echtsvertreterin vom 27. M ärz 2001 (Poststem pel: 28. M ärz 2001; Eingang bei der AR K am 29. M ärz 2001) angezeigt. Zu diesem Zeitpunkt w ar der Beschw erdeentscheid vom 26. M ärz 2001 zw ar bereits ergangen, indessen den G esuchstellern noch nicht eröffnet w orden; der U rteilsversand erfolgte vielm ehr erst am 30. M ärz 2001 (Ausgangsstem pel AR K). Bei dieser Sachlage ist das Bew eism ittel im vorliegenden Verfahren auf seine revisionsrechtliche Erheblichkeit zu prüfen. D a diese – w ie nachstehend aufgezeigt – gegeben ist, kann offen bleiben, ob auch die übrigen Bew eism ittel trotz zum utbarer Sorgfalt erst im R evisionsverfahren beigebracht w erden konnten. 3.3 Zur revisionsrechtlichen Erheblichkeit des Buches "La sale guerre" ist festzustel- len, dass der G esuchsteller im ordentlichen Asylverfahren vorgebracht hat, er sei Berufsoffizier in der algerischen Arm ee gew esen. Als er sich im Jahre 1992 gegen den bew affneten Kam pf gegen die FIS ausgesprochen habe, sei er zusam m en m it anderen O ffizieren verhaftet w orden; in der Folge habe m an ihn zu einer einjähri- gen Freiheitsstrafe verurteilt (vgl. kant. Prot. vom 10. Februar 1998, S. 12 ff.). D ie AR K erachtete diese Vorbringen im Beschw erdeentscheid vom 26. M ärz 2001 – unter Verw eis auf das erste Asylverfahren des G esuchstellers, in w elchem ein von ihm eingereichtes G erichtsurteil sow ie das im vorliegenden R evisionsverfahren er- neut eingereichte M ilitärdienstbüchlein als Fälschungen erachtet w orden w aren – indessen als unglaubhaft und kam zum Schluss, dass dam it auch den für den Zeit- raum des erneuten Aufenthaltes des G esuchstellers in Algerien im Jahre 1997 gel- tend gem achten Schw ierigkeiten die G rundlage entzogen sei. Im Buch von H .S. w ird nun der G esuchsteller nam entlich erw ähnt und es w ird fest- gehalten, dass er im Jahre 1992 zusam m en m it den H auptleuten I._______ und K._______ aus den vom G esuchsteller vorgebrachten G ründen festgenom m en w orden sei. Ebenso w ird in persönlichen Schreiben von H ._______ vom 17. Juli 2001, von dem im Buch erw ähnten, [...] Berufskollegen I._______ vom 24. Juni 2001 und vom 2. Juli 2001, sow ie von L._______ vom 5. Juli 2001 bestätigt, dass es sich beim G esuchsteller um diese Person handelt. Aufgrund der Akten besteht für das Bundesverw altungsgericht kein Anlass, an der Zuverlässigkeit der inhaltlich übereinstim m enden, detaillierten Angaben dieser drei in Frankreich, G rossbritannien und der Schw eiz anerkannten Flüchtlinge zu zw eifeln. Angesichts des im R evisionsverfahren eingereichten Bew eism ittels erw eisen sich som it die von der Beschw erdeinstanz im U rteil vom 26. M ärz 2001 als unglaubhaft erachteten Vorbringen des G esuchstellers bezüglich seiner Problem e m it den hei- m atstaatlichen M ilitärbehörden als belegt. H ätte das Bew eism ittel bereits im or- dentlichen Asylverfahren vorgelegen, w äre es dem nach grundsätzlich geeignet ge- w esen, zu einem anderen Beschw erdeentscheid zu führen; es kom m t ihm dam it auch die revisionsrechtlich erforderliche Erheblichkeit zu. 3.4 Bei dieser Sachlage ist der R evisionsgrund des Vorliegens neuer erheblicher Tat- sachen und Bew eism ittel gegeben, w eshalb der Beschw erdeentscheid der AR K vom 26. M ärz 2001 aufzuheben und das – auf die Frage der D urchführbarkeit des W egw eisungsvollzuges beschränkte – Beschw erdeverfahren w ieder aufzunehm en ist. D er Erlass eines neuen U rteils bildet nicht m ehr Bestandteil des R evisionsver- fahrens, w om it auf das neue Verfahren die für das Beschw erdeverfahren 8 m assgeblichen Vorschriften und G rundsätze anzuw enden sind (vgl. B EER LI- BO N O R AN D , a.a.O ., S. 165). Es ist som it im Folgenden zu prüfen, ob der vom BFF m it Verfügung vom 11. M ai 2000 angeordnete Vollzug der W egw eisung zu bestäti- gen ist, oder ob ein W egw eisungshindernis vorliegt, w elches zur Anordnung der vorläufigen Aufnahm e der Beschw erdeführer in der Schw eiz führt. 4. 4.1 Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Aus- länder [AN AG , SR 142.20]). D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 4.2 D ie Vorinstanz w ies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). Angesichts der hinsichtlich der Fragen des Asyls und der Flüchtlingseigenschaft unangefochten in R echtskraft erw achsenen Verfügung des BFF vom 11. M ai 2000 findet das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlings- rechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung, zum al sich darüberhinaus aufgrund der von den Beschw erdeführern m it Eingabe vom 6. N ovem ber 2000 eingereichten Videoaufnahm e einer Sendung [...], auf w elcher die Beschw erdeführer offensichtlich nicht identifizierbar sind, keinerlei H inw eise auf das Vorliegen allfälliger subjektiver N achfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG ergeben. Im übrigen sind die Vollzugshindernisse (U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit U nm ög- lichkeit) sodann alternativer N atur. Sobald eines von ihnen gegeben ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu betrachten und die w eitere Anw e- senheit in der Schw eiz nach den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln. D a sich der Vollzug der W egw eisung im vorliegenden Fall – w ie nachste-9 hend aufgezeigt – als unzum utbar erw eist, erübrigt sich dem nach eine w eiter ge- hende Prüfung der Zulässigkeit und M öglichkeit. 4.3 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für die betroffene Person eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situa- tion allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 4.3.1 D ie schw eizerischen Asylbehörden prüfen die allgem eine Lage in Algerien konti- nuierlich. D ie AR K hat in EM AR K 2005 N r. 13 letztm als eine Situationsanalyse pu- bliziert, in w elcher sie zum Schluss kam , dass einer R ückkehr nach Algerien keine grundsätzlichen H indernisse im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG entgegen stün- den. D as Bundesverw altungsgericht hat keine Veranlassung, im heutigen Zeit- punkt von dieser Praxis abzuw eichen, w eshalb grundsätzlich auf die Ausführungen im genannten Entscheid der AR K zu verw eisen ist. Im W esentlichen ist festzuhal- ten, dass die FIS ihren bew affneten Kam pf seit längerer Zeit aufgegeben hat und nicht m ehr m assgeblich in Erscheinung tritt. D ie algerische R egierung unter Präsi- dent Abdelaziz Bouteflika hat in der Folge unter zw ei M alen – im Jahre 1999 sow ie im Frühjahr 2006 – Am nestieerlasse für frühere M itglieder dieser O rganisation – und generell für inhaftierte und flüchtige frühere islam istische M ilitante – in Kraft gesetzt, w elche lediglich Personen ausschliessen, die für M assaker, Vergew alti- gungen oder Bom benanschläge auf öffentlichen Plätzen verantw ortlich w aren; in der Praxis kann allerdings eine gew isse G efährdung insbesondere für ehem alige M itglieder islam istischer O rganisationen, w elche eine höhere Funktion einnahm en, nicht ausgeschlossen w erden (vgl. Schw eizerische Flüchtlingshilfe, Algerien: R ückkehrgefährdung nach Erlass einer Am nestie [M ärz – August 2006] für inhaf- tierte und flüchtige frühere islam istische M ilitante, Auskunft der SFH -Länderanaly- se, 17. N ovem ber 2006). D ie stark dezim ierte G IA und eine Splittergruppe unter dem Kom m ando früherer G IA-Kader, die G SPC (G roupe Salafiste pour la Prédica- tion et le C om bat), haben die W affen zw ar noch nicht niedergelegt, sind jedoch zu schw ach, um eine w irkliche G efahr für den Staat beziehungsw eise die Zivilbevöl- kerung darzustellen. Präsident Bouteflika w urde am 8. April 2004 m it einer Q uote von 84,99% der Stim m enden für eine zw eite Am tszeit bestätigt und führt den von ihm iniziierten Kurs der Versöhnung fort. Trotz M eldungen über w eiterhin vorkom - m ende Verschleppungen, Folter und extralegale Tötungen durch staatliche O rgane (vgl. dazu Am nesty International, Jahresbericht 2006) ist daher eine R ückkehr nach Algerien für abgew iesene Asylsuchende grundsätzlich zum utbar. 4.3.2 Es stellt sich daher die Frage, ob im Falle der Beschw erdeführer individuelle G e- fährdungskriterien vorliegen, w elche einer R ückkehr in ihr H eim atland entgegen stehen. D iesbezüglich ist zunächst festzuhalten, dass sich der Beschw erdeführer – w ie aufgrund der nunm ehr vorliegenden Bew eism ittel erstellt – als ehem aliger H aupt- m ann und Berufsoffizier der algerischen Arm ee im Jahre 1992 zusam m en m it an- deren O ffizieren gegen eine m ilitärische Konfrontation m it der FIS stellte und des-10 w egen im Frühjahr 1992 zu einer einjährigen G efängnisstrafe verurteilt w urde, die er bis zum 29. M ärz 1993 verbüsste; in der Folge w urde er aus der Arm ee entlas- sen. Es erscheint ferner vor diesem H intergrund durchaus glaubhaft, dass er nach seiner R ückkehr nach Algerien im Anschluss an das erfolglos durchlaufene erste Asylverfahren in der Schw eiz von den m ilitärischen Sicherheitsbehörden als Infor- m ant angew orben w urde. Auch w enn sich die heutige Lage in Algerien im Ver- gleich zur dam aligen Situation durchaus verbessert hat, ist daher nicht auszu- schliessen, dass die algerischen Sicherheitskräfte nach w ie vor ein Interesse am Beschw erdeführer haben und er sich bei einer erneuten R ückkehr in den H eim atstaat dem Vorw urf der Pflichtverletzung durch Ausreise in die Schw eiz be- ziehungsw eise der N ähe zur G IA – w elche ihn im Som m er 1997 zum Beitritt aufge- fordert hatte, w as er der m ilitärischen Sicherheitsbehörde m itteilte – ausgesetzt sähe. H inzu kom m t, dass der Autor des Buches "La sale guerre", H ._______, im Januar 2006 von einem algerischen Strafgericht in Abw esenheit w egen angeblich im Jahre 1994 begangener Entführungen, M orden und R aub zum Tode verurteilt und zur Verhaftung ausgeschrieben w urde. D a die algerischen Behörden seiner noch nicht habhaft sind, hätten sie gegebenenfalls durchaus Anlass, den Beschw erdeführer – der bekannterm assen Kontakt m it H ._______ hatte – über ihn zu befragen, um Inform ationen über dessen gegenw ärtigen Aufenthaltsort und Tätigkeiten zu erhalten. Vor diesem H intergrund w ürde für den Beschw erdeführer bei einer R ückkehr nach Algerien zum indest eine latente G efährdung bestehen. O b dieses G efährdungspotenzial für sich alleine bereits ausreichen w ürde, den Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführer als unzum utbar erscheinen zu las- sen, kann indessen offen bleiben, da darüber hinaus w eitere G ründe gegen den Vollzug im heutigen Zeitpunkt sprechen. Es ist näm lich zu beachten, dass sich die Beschw erdeführer bereits seit H erbst 1997, m ithin seit beinahe zehn Jahren, in der Schw eiz aufhalten. D ieser U m stand ist insbesondere in Bezug auf die Kinder der Beschw erdeführer – von denen zw ei auch heute noch m inderjährig sind – von Be- lang, da gem äss Praxis der AR K, w elche das Bundesverw altungsgericht w eiter führt, im R ahm en der Prüfung der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges der Aspekt des Kindesw ohls von gew ichtiger Bedeutung ist. In völkerrechtskonform er Auslegung des Art. 14a Abs. 4 AN AG im Lichte von Art. 3 Abs. 1 des Ü bereinkom - m ens vom 20. N ovem ber 1989 über die R echte des Kindes (Kinderrechtskonventi- on, KR K [SR 0.107]) sind säm tliche U m stände einzubeziehen, die im H inblick auf eine W egw eisung w esentlich erscheinen, nam entlich Alter, R eife, Abhängigkeiten, Art (N ähe, Intensität, Tragfähigkeit) der Beziehungen, Eigenschaften der Bezugs- personen, Stand und Prognose bezüglich Entw icklung/Ausbildung, G rad der er- folgten Integration bei einem längeren Aufenthalt in der Schw eiz, usw . G erade letzterer Aspekt, die D auer des Aufenthalts in der Schw eiz, ist im H inblick auf die Prüfung der C hancen und H indernisse einer R eintegration im H eim atland bei einem Kind als gew ichtiger Faktor zu w erten, da Kinder nicht ohne guten G rund aus einem einm al vertrauten U m feld w ieder herausgerissen w erden sollten. Zw ar ist die Verw urzelung in der Schw eiz in erster Linie im R ahm en einer H ärtefallprü- fung gem äss Art. 14 Abs. 2 AsylG durch die zuständigen kantonalen Behörden zu berücksichtigen. Sie kann aber auch eine reziproke W irkung auf die Frage der Zu- m utbarkeit des W egw eisungsvollzuges haben, indem eine starke Assim ilierung in der Schw eiz m ithin eine Entw urzelung im H eim atstaat zur Folge haben kann, w el- che unter U m ständen die R ückkehr dorthin als unzum utbar erscheinen lässt (vgl. 11 dazu EM AR K 2005 N r. 6). D ie drei älteren Kinder der Beschw erdeführer w aren im Zeitpunkt der Einreise in die Schw eiz 10-, 9- beziehungsw eise 5-jährig; der jüngste Sohn w urde am 27. N ovem ber 1998 in der Schw eiz geboren. Im heutigen Zeit- punkt sind die beiden älteren Kinder volljährig; der heute 20-jährige Sohn hat ge- m äss den von den Beschw erdeführern eingereichten U nterlagen in der Schw eiz das G ym nasium absolviert. D ie beiden jüngeren Söhne sind 15- beziehungsw eise 8½ -jährig und besuchen die öffentlichen Schulen. Säm tliche Kinder haben ihre prägenden Entw icklungsjahre in der Schw eiz verbracht und es ist aufgrund des Fehlens anderw eitiger H inw eise davon auszugehen, dass sie hier vollum fänglich integriert sind. Auch w enn die KR K im heutigen Zeitpunkt nur noch auf die beiden noch m inderjährigen Kinder Anw endung findet, gelangt das Bundesverw altungs- gericht zum Schluss, dass eine R ückkehr nach Algerien für alle Kinder zu einer überaus schw ierigen Situation führen w ürde, da ihnen eine persönliche Bindung zu diesem Staat w eitgehend fehlt; das zu berücksichtigende W ohl der Kinder spricht dem nach für deren w eiteren Verbleib in der Schw eiz. 4.3.3 Im R ahm en einer G esam tw ürdigung der genannten Aspekte ist der Vollzug der W egw eisung als unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu bezeichnen. Aus den Akten ergeben sich ferner keine H inw eise auf ein unbotm ässiges Verhal- ten der Beschw erdeführer, w elches eine nähere Prüfung unter dem G esichtspunkt von Art. 14a Abs. 6 AN AG bedingen w ürde. 4.4 Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht verletzt (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist dem nach gutzuheissen, die Verfügung des BFF vom 11. M ai 2000 teilw eise – sow eit die D ispositiv-Ziffern 4 und 5 betreffend – aufzuheben und das BFM anzuw eisen, den Aufenthalt der Be- schw erdeführer in der Schw eiz nach den Bestim m ungen über die vorläufige Auf- nahm e zu regeln. 5. 5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind w eder für das R evisions- noch für das w ieder aufgenom m ene Beschw erdeverfahren Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 e contrario Vw VG ). D er am 26. Juli 2001 im R evisionsverfahren geleistete Kosten- vorschuss von Fr. 1'200.-- ist den Beschw erdeführern vom Bundesverw altungsge- richt zurückzuerstatten. 5.2 D en Beschw erdeführern ist sodann gestützt auf Art. 64 Abs. 1 Vw VG eine Ent- schädigung für die ihnen erw achsenen notw endigen Kosten zuzusprechen. G e- stützt auf die als angem essen zu erachtende Kostennote ihrer R echtsvertreterin vom 23. O ktober 2001 sind die vom Bundesverw altungsgericht im R evisionsver- fahren auszurichtende Parteientschädigung auf Fr. 4'000.-- (inkl. Auslagen und M ehrw ertsteuer) und die vom BFM für das w iederaufgenom m ene Beschw erdever- fahren zu entrichtende Parteientschädigung auf Fr.1'000.-- (inkl. Auslagen und M ehrw ertsteuer) festzusetzen. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht:12 1. D as R evisionsgesuch w ird gutgeheissen, sow eit darauf eingetreten w ird. D as U r- teil der Schw eizerischen Asylrekurskom m ision vom 26. M ärz 2001 w ird aufgeho- ben und das Beschw erdeverfahren w ird – sow eit die Frage der D urchführbarkeit des W egw eisungsvollzuges betreffend – w ieder aufgenom m en. 2. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen und die Verfügung des BFF vom 11. M ai 2000 w ird teilw eise – sow eit die D ispositiv-Ziffern 4 und 5 betreffend – aufgehoben. D as BFM w ird angew iesen, den Aufenthalt der Beschw erdeführer in der Schw eiz nach den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln. 3. Es w erden keine Kosten erhoben. D er am 26. Juli 2001 geleistete Kostenvor- schuss von Fr. 1'200.-- w ird den Beschw erdeführern vom Bundesverw altungsge- richt zurückerstattet. 4. D en Beschw erdeführern w ird für das R evisionsverfahren vom Bundesverw altungs- gericht eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- entrichtet. 5. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführern für das w ieder aufgenom - m ene Beschw erdeverfahren vor dem Bundesverw altungsgericht eine Parteient- schädigung von Fr. 1'000.-- zu entrichten. 6. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin der G esuchsteller, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilagen: sechs Fotografien, C arte d'Im m atriculation, zw ei Livrets individuels, Buch "La sale guerre") - das BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten D er R ichter: D er G erichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Jürg H ünerw adel Versand am : 13 Einschreiben Frau D r. iur. C aterina N ägeli Bürgi N ägeli R echtsanw älte G rossm ünsterplatz 9 8001 Zürich