Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 25. März 2021 (720 20 358 / 87) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts; Überprüfung des Validen- und des Invali- deneinkommens; kein Anspruch auf eine Invalidenrente; Abweisung der Beschwerde Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Nicolai Fullin , Advokat , Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1985 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Septem ber 2005 bis zum 31. Januar 2018 bei der Metzgerei B.____ in X.____ (BL) zunächst als Metzgerin und später als Metzgerei-Fach- verkäuferin angestellt. Am 15. Dezember 2017 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Wirbel- säulenentzündung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse sowie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verfügte die IV-Stelle Basel-Land schaft (IV-Stelle) am 18. August 2020, Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass die Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von 22% keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe. B. Mit Eingabe vom 21. September 2020 erhob A.____, vertreten durch Nicolai Fullin, Ad- vokat, Beschwerde am Kantonsgericht Basel-Landschaft, A bteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 18. August 2020 aufzuheben und diese zu verpflichten, der Beschwe rdeführerin eine Invalidenrente nach den gesetzlichen Bestimmungen zu leisten. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durchzufüh ren, und es sei im Anschluss daran er- neut über deren Rentenanspruch zu entscheiden; dies a lles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begrün- dung brachte sie im Wesentlichen vor, dass Dr. med. C.__ __, FMH Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, in seinem Gutachten vom 13. August 2018 zu einer anderen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gelange als Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und Rheuma- tologie, in seinem Gutachten vom 1. Juli 2019. Es würden sich damit zwei hierarchisch gleich zu wertende spezialärztliche Einschätzungen der Arbeitsfähi gkeit gegenüberstehen, und es stelle sich daher die Frage, ob auf die eine oder andere ode r auf keine der beiden abgestellt werden könne. An der Beurteilung von Dr. D.____ bestünden jedenfalls erhebliche Zweifel, weshalb auf dessen Gutachten nicht abgestellt werden könne. Es sei zwingend, dass in der Angelegenheit ein Obergutachten eingeholt werde. Ferner sei das Val ideneinkommen nicht anhand eines sta- tistischen Durchschnittslohns, sondern anhand des zuletzt erzielten Einkommens der Beschwer- deführerin zu bestimmen. Schliesslich sei vom Invalideneinkommen ein angemessener leidens- bedingter Abzug vorzunehmen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 6. November 2020 schloss d ie Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. D. Mit Replik vom 27. November 2020 hielt die Beschwerde führerin an ihren in der Be- schwerde gestellten Rechtsbegehren und Standpunkten fest. Auch die Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 21. Dezember 2020 an ihrem Abweisungsantrag fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine I nvalidenrente. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Inva- lidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, d ie ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fä- higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht dur ch zumutbare Eingliederungsmassnah- men wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne we- sentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente , wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes- tens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut- bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be- ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor- den wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditäts- grad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge- mutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa- rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinisch e These abstellt. Hinsichtlich des Be- weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, o b dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelang en, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper- tise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts ste hen zahlreiche medizinische Ak- ten zur Verfügung, welche allesamt vom Gericht gewürd igt wurden. Im Zentrum der medizini- schen Beurteilung stehen indessen insbesondere die nachfolgenden medizinischen Unterlagen: 5.1 Dr. med. E.____, FMH Chirurgie, untersuchte die Versicherte am 17. Oktober 2017 im Auftrag der Krankentaggeldversicherung der ehemaligen Arbeitgeberin (Branchenversicherung). In seiner Beurteilung vom 26. Oktober 2017 erhob er die Diagnose einer spondylitis ankylosans. In einem stehenden und laufenden Beruf sei die Versich erte kaum mehr zu 100% arbeitsfähig. Eine Arbeitsfähigkeit sei bei einem sitzenden Beruf, der vorwiegend keine Belastung der Wirbel- säule mit sich bringe, zu erreichen. Die entzündlichen Schmerzattacken sowie die zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit im unteren Extremitäten bereich würden eine vollständige Ar- beitsaufnahme in der bisherigen Tätigkeit als Metzgerin sowie auch als Metzgerei-Fachverkäufe- rin verunmöglichen. 5.2 In seinem im Auftrag der Branchenversicherung erstel lten Gutachten vom 13. August 2018 hielt Dr. C.____ als rheumatologische Diagnose m it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen morbus bechterew fest. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte Dr. C.____ keine. Unter dem Titel "übrige Diagnosen" hielt der Gutachter einen Status nach 3 Fertilisationsbehandlungen sowie eine sectio caesarea im Dezember 2016 fest. Die Diagnose des morbus bechterew zeige sich durch entzündlichen Rücken schmerz-Charakter mit Nacht- schmerzen und mehrstündiger Morgensteifigkeit, einem par tiellen guten Ansprechen auf NSAR Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht (nichtsteroidale Antirheumatika), fehlender Besserung in Ruhe und Verschlechterung durch län- gere Immobilität. Aktuell werde die Versicherte mit dem Anti-TNF(Tumornekrosefaktor)-Hemmer Cimzia behandelt, allerdings nur mit teilweisem Erfolg. In der Laboruntersuchung sei eine aktive Entzündung nachweisbar. Ausser der entzündlichen Probl ematik scheine zudem ein mechani- scher Rückenschmerz zu bestehen, der eine Verschlechterung bei Belastung zeige. So berichte die Patientin davon, dass sie, je mehr sie mache, desto mehr Beschwerden habe. Die sekundären Folgen der chronischen Schmerzen seien erheblich. Durch d ie stark beeinträchtigte Nachtruhe sei die Versicherte tagsüber sehr erschöpft, ruhebedürft ig, habe Konzentrationsstörungen und sei gereizt im Umgang mit Mitmenschen. Der Gutachter verm ute eine sekundäre Fibromyalgie bei einem zwar nur geringen Widespread-Pain-Index von 3/19, aber einem Symptom Severity Score von 8/12. Ob die psychischen Erkrankungsfolgen mit depressiver Stimmungslage das Ni- veau einer psychiatrischen Erkrankung erreichen würden, se i für ihn nicht beurteilbar, sondern würde eine psychiatrische Beurteilung erfordern. Vor Eintritt der Schwangerschaft sei die Versi- cherte zu 100% in adaptierter Tätigkeit beschäftigt ge wesen. Vom Belastungsprofil her könnte sie eine solche Tätigkeit auch wieder ausführen. Es ha be aber durch die Schwangerschaft und die nachfolgenden Belastungen der Mutterschaft eine körperliche und psychische Dekonditionie- rung stattgefunden. Eine früher vorhandene Resilienz gegenüber den Schmerzen sei jetzt nicht mehr in gleichem Masse vorhanden. Andererseits könne dur ch eine Wiederaufnahme einer be- ruflichen Tätigkeit mit einer langsamen Belastungssteige rung auch wieder eine höhere psychi- sche Resilienz erreicht werden. Gemäss Dr. C.____ bestehe in der angestammten Tätigkeit als Metzgereifachangestellte der Kategorie B keine Arbeit sfähigkeit. Die Versicherte sei hingegen noch einsetzbar in einer Metzgerei im Ladengeschäft für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten. Allerdings sei die zeitliche Einsatzfähigkeit beschränkt auf momentan 15-16 Stunden pro Woche mit maximal 4 Stunden Arbeitszeit pro Tag. Dabei könne initial von einer Leistungsfähigkeit von 80% ausgegangen werden. Es sei aber denkbar, dass sie die Arbeitsfähigkeit zügig auf täglich 4 bis 4,5 Stunden steigern könne, innerhalb derer sie da nn auch eine 100%ige Leistungsfähigkeit bringen könne. Somit gehe Dr. C.____ aktuell von einer Arbeitsfähigkeit von ca. 30% (16/42 x 0,8) aus. Nach 2-monatiger Einarbeitungsphase gehe er von einer 50%igen (21/42 x 1,0) Arbeits- fähigkeit aus. 5.3 Der die Versicherte behandelnde Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, diagnostizierte am 10. Juni 2019 eine spondylitis ankylosans, ein myotendinoti- sches Schmerzsyndrom vom Typ Fibromyalgie, ein Carpaltunnelsyndrom rechts, rezidivierende Urolithiasis sowie eine psychosoziale Belastungssituation . Bei der Beschwerdeführerin scheine sich zunehmend eine sekundäre Fibromyalgie auf dem Boden einer leichten Restaktivität der spondylitis ankylosans und einer zunehmenden psychosozialen Belastungssituation zu entwi- ckeln. Er bitte die behandelnde Hausärztin, Dr. med. G .____, FMH Allgemeine Innere Medizin, mit der Versicherten entsprechende Unterstützungsmöglichke iten zu besprechen, namentlich psychologische Unterstützung, Familientherapie oder Soziald ienst. Dr. F.____ verlängerte die von ihm bereits früher bescheinigte 70%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 31. August 2019. 5.4 In seinem im Auftrag der IV erstellten rheumatolo gischen Gutachten vom 1. Juli 2019 hielt Dr. D.____ als Diagnose mit Einfluss auf die Arb eitsfähigkeit eine spondylitis ankylosans, ED 06/2012 (HLA B27 positiv), fest. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fibromyalgie, eine Eisenmangel-Situation, eine nephr olithiasis, eine Endometriose und einen Status nach Adnexitis 2010 sowie einen Status nach Tbc (Tuberkulose) mit Status nach antibio- tischer Behandlung 2001. Dr. D.____ hielt unter ander em fest, dass keine gleichmässigen Ein- schränkungen der Aktivitätenniveaus aller Lebensbereiche v orliegen würden. So schildere die Versicherte, dass sie lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 2 bis 3 Stunden pro Tag sehe. Betrachte man aber deren Tagesablauf, sei klar, dass normale Aktivitäten vorliegen würden und die Versi- cherte gängigen Alltagsaktivitäten nachgehe, so versorge sie einen normalen 3-Personenhaus- halt, sie koche, sie kaufe ein, sie betätige sich im Haushalt und erfülle ihre Funktion als Hausfrau. Daneben betreue sie vollumfänglich ihr 2-jähriges Kind. Diese Aktivitäten würden Tätigkeiten auf einem körperlich leichten Niveau entsprechen, wie dies auch bei einer entsprechenden Berufstä- tigkeit möglich wäre. Die Aktivitäten würden einem gewöhnlichen Arbeitsalltag einer Hausfrau mit einem 2-jährigen Kind entsprechen. Klinisch bestünden zudem keine Schonungszeichen der Muskulatur, so dass von einem regelmässigen Einsatz der Muskul atur ohne relevante Behinde- rung auszugehen sei. Die normale Muskulatur dokumentiere also, dass sie nicht übermässig ge- schont werde. Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen T ätigkeit hielt der Gutachter fest, dass die Beschwerdeführerin Metzgerin sei, wobei es sich um eine k örperlich mittelschwere bis zum Teil schwere Tätigkeit handle. Als Metzgerin bestehe eine Arbe itsfähigkeit von 0%, als Metzgerei- Fachangestellte eine solche von 30% bezogen auf ein Ga nztagespensum. Auffallend sei, dass die Versicherte trotz entzündlicher Aktivität im MRI vom 6. Juni 2010 und vom 15. Oktober 2013 in der Lage gewesen sei, voll zu arbeiten. Möglicherwe ise habe sie auch voll arbeiten können, weil sie ein spezielles Arbeitspensum gehabt habe, so habe sie nur an zwei Tagen in der Woche ganztags arbeiten müssen, an den übrigen Tagen zu einem Halbtagspensum. An den Tagen mit ganztägiger Tätigkeit habe sie auch über Mittag eine l ängere Pause machen und sich in einem speziellen ihr zur Verfügung stehenden Zimmer hinlegen und entsprechend ausruhen können. Es sei dann die Kündigung am 10. April 2017 aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt. Erst nach der Kündigung sei die Arbeitsunfähigkeitsschreibung ab 1. Juni 2017 erfolgt. Das nachfolgende MRI der LWS und des ISG vom 19. September 2017 habe dann aber keine aktiven entzündlichen Zeichen mehr gezeigt. Zusammengefasst habe sich die primär entzündliche Wirbelsäulenerkran- kung immer mehr in Richtung weichteilrheumatische Schmerzschwellenstörung, mithin Richtung Fibromyalgie, bewegt. Zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit führte Dr. D.____ aus, es kä- men keine dauernd schweren oder dauernd mittelschweren Arbeiten, sondern nur leichte Arbei- ten in Frage. Für eine leichte Tätigkeit, bei welcher die Beschwerdeführerin nicht dauernd sitzen oder stehen, nicht in Zwangsstellungen wie z.B. der Vorhalte arbeiten, sich nicht dauernd repetitiv vornüberbeugen oder bücken und nicht dauernd über Kopf arbeiten müsse, welche zusammen- gefasst also rückenschonend sei, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80% bezogen auf ein Ganz- tagespensum. Der Gutachter nehme eine Einschränkung von 20% vor, um einer intermittierend möglichen Entzündung mit leichter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in Bezug auf eine leichte rückenbelastende Tätigkeit Rechnung zu tragen. Zum Gutachten von Dr. C.____ vom 13. August 2018 hielt Dr. D.____ fest, dass er darin in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit Angaben fände, welche er relativ schwierig nachvollziehen könne. Dr. C.____ sc hreibe, dass die Versicherte vor Eintritt der Schwangerschaft in einer adaptierten Tätigkeit beschäftigt gewesen sei. Dr. C.____ sei auch davon ausgegangen, dass eine solche Tätigkeit wieder au sführbar sei. Dennoch habe er die Schwangerschaft und nachfolgende Belastung durch die Mutterschaft im Sinne einer Dekonditi- onierung gewertet. Eine früher vorhandene Resilienz gegenüber den Schmerzen sei nicht mehr Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht im gleichen Ausmass vorhanden, andererseits könne durch eine Wiederaufnahme einer Tätigkeit mit langsamer Belastungssteigerung auch wieder eine höhe re Resilienz erreicht werden. In der Tätigkeit einer Metzgerei-Fachangestellten bestehe for mal keine Arbeitsfähigkeit, in einer Ver- weistätigkeit eine solche von 30%. In Anbetracht des Vo rliegens eines weichteilrheumatischen Schmerzsyndroms und bei objektiv im MRI nur nachgewiesenen diskreten entzündlichen Resi- dualbefunden sei es schwierig nachzuvollziehen, warum eine derart hohe Arbeitsunfähigkeit be- stehen solle. Dr. D.____ könne nur vermuten, dass hier die subjektiven Angaben höher gewichtet worden seien als die objektiven Befunde. Ferner hielt der Gutachter Dr. D.____ fest, dass eine entzündliche Grundkrankheit als Basis der Schmerzen besteh e, nur sei diese nicht mehr sehr aktiv. Die subjektiv erhebliche Schmerzintensität, wie sie aktuell geschildert werde, sei mit der entzündlichen Erkrankung nicht erklärbar, da die entzündlichen Befunde im MRI gering seien. 5.5 Mit Schreiben vom 1. Juli 2019 wandte sich Dr. D.__ __ ausserdem an die behandelnde Hausärztin der Versicherten, Dr. G.____, und berichtete dieser, dass ihm im Rahmen der Begut- achtung ein sehr tiefer Ferritinwert entsprechend eine r Eisenmangelsituation aufgefallen sei. Diese Problematik könne zu einem grossen Teil für die an gegebene starke Müdigkeit der Be- schwerdeführerin verantwortlich gemacht werden. 5.6 Dr. C.____ nahm am 5. November 2019 Stellung zum Gutachten von Dr. D.____ und hielt insbesondere fest, dass sich bei der Erfassung des Tagesverlaufs im Gutachten doch deut- liche Einschränkungen der Leistungsfähigkeit zeigen würd en, in der Diskussion aber erwähne Dr. D.____ einen gängigen Tagesablauf und eine normale Durchführung der Hausarbeit, was er nicht nachvollziehen könne. Die Versicherte halte sehr viele Ruhepausen ein und übernehme bis auf Staubsaugen und kleine Putzarbeiten im Badezimmer keine Hausarbeiten. Diese würden ihr von ihrer Mutter oder von ihrem Ehemann abgenommen. Der durch die Schmerzen stark gestörte Nachtschlaf mit der Notwendigkeit tagsüber nachzuschlafen sei sicher stark leistungseinschrän- kend. Gemäss seinem Gutachten komme Dr. C.____ durchaus auf eine rentenbegründende Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit von zumindest 40-50%. 5.7 Am 4. Februar 2020 nahm Dr. D.____ Stellung dazu , ob sich an seinem Gutachten in Anbetracht des Verlaufsberichts von Dr. C.____ vom 5. Nove mber 2019 sowie des MRIs vom 28. Oktober 2019 etwas ändere. Er führte diesbezüglich aus, dass die Versicherte bei den Ein- käufen von ihrem Ehemann entlastet werde. Das Mittagessen werde oft von ihrer Mutter zuberei- tet, Dr. D.____ habe allerdings nicht nachgefragt, ob dies kulturspezifisch bedingt sei oder nicht. Im Kulturkreis, aus welchem die Explorandin stamme, bestehe in der Regel ein starker familiärer Zusammenhalt, mithin würden oftmals Aufgaben von anderen Familienmitgliedern übernommen, so koche oft die "Familienälteste" für die jüngeren oder umgekehrt. Weiter sei die Belastung bei einer Mutter mit einem Kleinkind in der Regel gross, so dass oftmals ein Mittagsschlaf auch für die Mütter Entlastung bringe. Gehe man den Tagesablauf durch, sei es zweifelsohne so, dass die Beschwerdeführerin ein nächtliches Schlafdefizit habe, aber am Tag eigentlich den völlig norma- len Tag einer jungen Mutter mit einem Kleinkind durchlaufe. Die Arbeit als junge Mutter mit einem kleinen Kind sei anstrengend und dies umso mehr, wenn man an einer entzündlichen Erkrankung leide. Diesem Umstand habe er bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen. Aus dem MRI vom 28. Oktober 2019 könne er keine neuen Erken ntnisse ziehen. Schliesslich sei es Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht wünschenswert, dass andere Medikamente eingesetzt werden k önnten, falls sich die Situation betreffend eine erneute Schwangerschaft geändert habe. Es sei durchaus möglich, dass es der Versicherten dann wesentlich bessergehen würde. Es seien nämlich mehrfach andere Medika- mente empfohlen worden, ein Medikamentenwechsel sei aber nicht angezeigt gewesen, da die Beschwerdeführerin nicht ausgeschlossen habe, wieder schwa nger zu werden. Zusammenge- fasst sehe er keine Argumente, welche die Beurteilung i n seinem Gutachten vom 1. Juli 2019 umstossen würden, weshalb er an seiner Beurteilung festhalte. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefocht enen Verfügung vom 18. Au- gust 2020 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der zumutbaren Arbeitsfähig- keit auf das rheumatologische Gutachten von Dr. D.____ vom 1. Juli 2019. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt Abl auf Wartejahr, mithin am 1. Juni 2018, ihre bisherige Tätigkeit nur noch im Umfang von 30% zumutbar sei. Hingegen sei ihr ab diesem Datum eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit, ohne Zwangshaltungen, zusammenge- fasst rückenschonend, im Umfang von 80% zumutbar. 6.2 Wie in Erwägung 4.3 hiervor ausgeführt, ist rechtsp rechungsgemäss den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b /bb mit weiteren Hinweisen). Das Gutachten von Dr. D.____ vom 1. Juli 2019 erfüllt die rechtsprechungsgemässen Voraussetzun- gen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, ist umfassend, berücksichtigt die geklagten Beschwerde n, ist in Kenntnis der Vorakten ab- gegeben worden und leuchtet in der Darlegung der me dizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Sodann w eist das Gutachten keine Widersprüche von entscheidrelevanter Bedeutung auf, setzt sich auch hinlänglich mit den bei den Akten liegen- den (abweichenden) fachärztlichen Einschätzungen, insbesondere auch mit dem Gutachten von Dr. C.____ vom 13. August 2018 resp. mit dessen abweichender Einschätzung der Arbeitsfähig- keit, auseinander. 6.3 Was die Beschwerdeführerin vorbringt, ist nicht gee ignet, konkrete Zweifel an der Be- weiskraft des Gutachtens von Dr. D.____ vom 1. Juli 2019 zu wecken. Vorab ist festzuhalten, dass sich die Rheumatologen hinsichtlich der Diagnosen weitgehend einig sind. Die beiden zentralen Gutachten der Dres. D.____ und C.____ divergieren hingegen in Be- zug auf die Folgen der Krankheit für die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten. Einig- keit besteht diesbezüglich lediglich darin, dass in d er ehemaligen Tätigkeit als Metzgerin und in jeder körperlich schweren oder mittelschweren Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr besteht. 6.4 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Beurtei lung von Dr. C.____, wonach sie auch im Alltag erheblich eingeschränkt sei, wecke erhebliche Zweifel an der Beurteilung und den Schlussfolgerungen von Dr. D.____ bezüglich der Arbeitsfähigkeit. Dr. D.____ orientiere sich für Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Beurteilung des Schweregrads der Erkrankung auffall end dominant am Umstand, dass die Beschwerdeführerin gelegentlich auf dem Kinderspielpla tz anzutreffen sei. Der Gutachter sehe darin eine Ressource, obwohl dies vielmehr Ausdruck dafür sei, dass sie in ihrem Alltag dringend Entlastung brauche und diese beim Gang zum Spielplatz finden würde. Dem ist entgegenzuhalten, dass aus dem rheumatologischen Gutachten von Dr. D.____ ersicht- lich wird, dass dieser nicht nur im Besuch des Spielplatze s, sondern generell in den Alltagsakti- vitäten der Beschwerdeführerin Ressourcen erblickt. Die noch vorhandenen Ressourcen folgert der Gutachter aus den Schilderungen des Tagesablaufs. So hat die Versicherte ausgeführt, sie besuche täglich die im gleichen Block auf der gleichen Etage wohnenden Eltern und bleibe mor- gens meistens bei ihrer Mutter. Es könne sein, dass sie mit ihrem Kind 1-1,5 Stunden spazieren gingen und sich auf dem Spielplatz beschäftigen würden. Oft koche ihre Mutter das Mittagessen, sie bereite dann dem Sohn das Essen zu. Den Nachmittag verbringe sie ähnlich mit ihrem Sohn. Wenn ihr Mann Spätschicht habe, müsse sie kein Abendessen kochen, bei Frühschicht würden sie das Essen gemeinsam zubereiten. Abends schaue sie fern, beaufsichtige den Sohn und spiele mit ihm oder beschäftige sich mit dem Handy. Unter "activity of daily life" hält der Gutachter fest, in den Bereichen An- und Ausziehen, Duschen sowie Körperhygiene bestehe eine vollstän- dige Selbständigkeit. Weiter räume die Versicherte im Haushalt auf, weil sie sich bewegen wolle, Reinigungsarbeiten wie Staubsaugen tätige sie oder, w enn es nicht gehe, ihre Mutter. Die kör- perlich schweren Arbeiten erledige in der Regel der M ann. Damit offenbart die Beschwerdefüh- rerin zweifellos vorhandene Ressourcen, womit die Aussage v on Dr. D.____, wonach in den Schilderungen des Tagesablaufs normale Aktivitäten vorliegen würden, grundsätzlich zutrifft. Der Folgerung des Gutachters, dass die Alltagsaktivitäten e inem völlig normalen Arbeitsalltag einer Hausfrau mit einem zweijährigen Kind entsprechen würden, kann allerdings nicht gänzlich zuge- stimmt werden. Die durch Dr. D.____ aus dem Alltag der Versicherten abgeleiteten vorhandenen Ressourcen erscheinen gesamthaft betrachtet als etwas übe rtrieben dargestellt, denn die Be- schwerdeführerin erhält in gewissen Bereichen durchaus au ch Unterstützung von ihrer Mutter und ihrem Ehemann. Die Schlussfolgerung des Gutachters, wonach mit den Aktivitäten doku- mentiert werde, dass in Bezug auf eine körperlich leicht e Tätigkeit Ressourcen bestehen resp. ihre Alltagsaktivitäten Berufstätigkeiten auf einem körpe rlich leichten Niveau entsprechen wür- den, ist hingegen nicht zu beanstanden. Hinzu kommt, dass Dr. C.____ im Gegensatz zu Dr. D.____ in seinem Gutachten auf noch vorhandene Fähigkeiten überhaupt nicht eingeht. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass Dr. D.____ die Arbeitsfähigkeit nicht alleine mit den aufgrund der Alltagsaktivitäten gezeigten Ressourcen begr ündet. Er weist namentlich auch da- rauf hin, dass klinisch keine Schonungszeichen der Muskulat ur erkennbar sind, so dass von ei- nem regelmässigen Einsatz der Muskulatur ohne relevante Behinderung auszugehen ist. Die nor- male Muskulatur dokumentiere, dass sie nicht übermässig geschont werde. Auch im Übrigen lei- tet Dr. D.____ seine Folgerungen bezüglich der Arbeit sfähigkeit aus der medizinischen Beurtei- lung sehr sorgfältig und detailliert her. Er verweist beispielsweise darauf, dass die entzündlichen Veränderungen aufgrund der objektiven Befunde eher rückläufig sind. 6.5 Der Beschwerdeführerin ist zwar beizupflichten, dass a uch Gutachten, die von privaten Taggeldversicherungen in Auftrag gegeben worden sind, Beweiswert im IV-Verfahren haben. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dies gilt auch für das Gutachten von Dr. C.____ vom 13. August 2018. Der Beweiswert entspricht jedoch einer versicherungsinternen ärztlichen Feststellung und hat nicht denselben Beweiswert wie ein nach Art. 44 ATSG eingeholtes Gutachten eines unabhängigen externen Sachverständi- gen (9C_580/2018 vom 14. November 2018 E. 4.1). Ferner ist mit der Beschwerdegegnerin fest- zustellen, dass das Gutachten von Dr. C.____ zum einen deutlich weniger ausführlich und zum anderen auch rund ein Jahr älter, mithin weniger aktu ell, als dasjenige von Dr. D.____ ist. Aber auch inhaltlich vermag es keine konkreten Zweifel am Gutachten von Dr. D.____ zu wecken. Dr. C.____ setzt sich in seinem Gutachten im Gegensatz zu Dr. D.____ nicht eingehend mit den verschiedenen Krankheitsbildern und dem Krankheitsverlauf auseinander. Er begnügt sich in sei- ner gutachterlichen Beurteilung mit einer Wiedergabe der Diagnosen und beschreibt dafür aus- führlich die bisherigen und möglichen Therapieversuche, bevor er sich eingehend den Einschrän- kungen der Arbeitsfähigkeit zuwendet. Diesbezüglich fä llt auf, dass Dr. C.____ – nicht in Über- einstimmung mit seiner an anderem Ort im Gutachten folgenden Einschätzung der Arbeitsfähig- keit – erklärt, vom Belastungsprofil her könne die Beschw erdeführerin auch wieder eine adap- tierte Tätigkeit ausführen, wie sie dies vor Eintritt der Schwangerschaft zu 100% getan habe, als sie lediglich im Ladengeschäft gearbeitet und beispiel sweise kalte Platten hergerichtet habe. Seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer Verw eistätigkeit begründet Dr. C.____ denn auch nicht mit den Folgen der geschilderten Krankheitsbilder, sondern mit der durch die Schwan- gerschaft und die nachfolgenden Belastungen der Mutter schaft stattgefundenen Dekonditionie- rung. Entsprechend stellt Dr. C.____ in seiner Beurteilung fest, dass die Einschränkung der Ver- sicherten vor allem in den sekundären Folgen des Schlafm angels mit verminderter Konzentrati- onsfähigkeit, verminderter zwischenmenschlicher Belastbarke it sowie eingeschränkter Arbeits- dauer bestehen würde. In Bezug auf die Müdigkeit beschreibt Dr. D.____ demgeg enüber nachvollziehbar und überzeu- gend, dass die in seiner Untersuchung festgestellte, sta rke Eisenmangelsituation mit grosser Wahrscheinlichkeit für einen erheblichen Teil der subjektiv angegebenen starken Müdigkeit ver- antwortlich gemacht werden kann. Daraus folgt, dass die Müdigkeit nicht nur als Krankheitssymp- tom der entzündlichen Wirbelsäulenerkrankung zu interpretieren ist. Ferner ist mit Dr. D.____ zu konstatieren, dass es in Anbetracht des Vorliegens eines weichteilrheumatischen Schmerzsyn- droms und bei objektiv im MRI nur diskreten nachgewiese nen entzündlichen Residualbefunden schwierig nachzuvollziehen ist, warum gemäss Dr. C.____ ein e derart hohe Arbeitsunfähigkeit bestehen soll. 6.6 Insgesamt sind jedenfalls keine konkreten Gründe ersi chtlich, die es rechtfertigen wür- den, von der Beurteilung von Dr. D.____ abzuweichen. Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach gestützt auf die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. D.____ davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Zwangshaltungen, zu- sammengefasst rückenschonend, im Umfang von 80% arbeitsf ähig ist. Vor diesem Hintergrund durfte die Beschwerdegegnerin in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 137 V 64 E. 5.2, 136 I 229 E. 5.3) – ohne gegen den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) zu verstossen – auf weitere medizinische Abklärungen verzichten. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen. Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3.4 hiervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invali- ditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dabei ist in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des frühestmög- lichen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222, 128 V 174). Wie aus dem Dargelegten erhellt, bestand bei der Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt unter Berücksichtigung des formulierten Zumutbarkeitsprofils in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. 7.2 Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Valideneinko mmen gestützt auf die Schweizeri- sche Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Sektor 2 Produktion, 10 – 11 Herstellung von Nahrungsmitteln; Getränkeherstellung, Kompetenz- niveau der Tätigkeit 2, Spalte Frauen, Fr. 4'507.-- m onatlich, basierend auf 40 Wochenstunden. Nach Anpassung dieses Betrages an die Nominallohnentwickl ung und Umrechnung auf die be- triebsübliche wöchentliche Arbeitszeit x 12 Monate ergab sich ein jährliches Einkommen von Fr. 56'121.--. Die Beschwerdeführerin beanstandet diesbezügl ich, dass der Validenlohn nicht auf- grund des zuletzt erzielten Einkommens von jährlich Fr. 61 '100.--, sondern anhand des statisti- schen Durchschnittslohnes bestimmt worden sei. Aus den Akten ergibt sich, dass die ehemalige Arbeitgeberin die Versicherte mit Schreiben vom 28. Februar 2017 bis zum 13. April 2017 von der Arbei tsleistung freigestellt hat, da sie ihr auf- grund von Umstrukturierungen nach dem Mutterschaftsurlaub keine Arbeit mehr anbieten konnte. Die ehemalige Arbeitgeberin hat der Versicherten sodann mit Schreiben vom 10. April 2017 per 31. Juli 2017 gekündigt und diese weiterhin bis zum En de der Kündigungsfrist von der Arbeits- leistung freigestellt. Dem "Fragebogen für Arbeitgebende" vom 3. Januar 2018 ist zu entnehmen, dass die Kündigung aufgrund "betrieblicher Umstrukturierungen" erfolgt ist. Ausserdem ist daraus aber auch ersichtlich, dass die Versicherte bereits ab 1. September 2016 zu 50% und ab 15. Ok- tober 2016 dann zu 100% arbeitsunfähig gewesen ist. De r letzte effektive Arbeitstag der Be- schwerdeführerin war am 14. Oktober 2016. Nach der Geburt des Kindes am 18. Dezember 2016 hat sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr gearbe itet. Unter diesen Umständen wäre es auch durchaus denkbar, dass – wie von der Beschwerdeführerin vorgebracht – der wahre Grund für die Kündigung vielmehr in ihrer Arbeitsunfähigkeit gelegen hat. Im Ergebnis kann die Frage allerdings offengelassen werden, ob die Versicherte wege n Umstrukturierungen oder ihrer Ar- beitsunfähigkeit entlassen worden ist, da weder bei ei nem Valideneinkommen gestützt auf die LSE noch bei einem Valideneinkommen gestützt auf das zuletzt erzielte Einkommen ein renten- begründender Invaliditätsgrad resultiert. 7.3 Die Beschwerdegegnerin errechnete das Invalideneink ommen aufgrund der LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Privater Sektor Total, K ompetenzniveau der Tätigkeit 1, Spalte Frauen, Fr. 4'363.-- monatlich, basierend auf 40 Woch enstunden. Nach Anpassung dieses Be- trags an die Nominallohnentwicklung und Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Ar- beitszeit x 12 Monate ergab sich ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 54'799.--. Bei einem zumutbaren Pensum von 80% resultierte ein Jahreseinkommen von Fr. 43'840.--. Die Beschwer- deführerin bringt vor, dass ein angemessener Leidensabzu g vorzunehmen sei, da sie nur noch Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ausführen könne , die diverse Zwangshaltungen aus- schliessen würden. Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti- gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können u nd je nach Ausprägung die versi- cherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Ar- beitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht- gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nich t übersteigen. Rechtspre- chungsgemäss ist ein Abzug auf dem Invalideneinkommen insbe sondere dann zu gewähren, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperli ch leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Sind hingegen leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereit s eine Vielzahl von leichten und mittel- schweren Tätigkeiten umfasst. Ob ein (behinderungsbedingt oder anderweitig begründeter) Ab- zug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, stellt eine Rechts frage dar, die das Bundesgericht im Rahmen der den Parteien obliegenden Begründungs- bzw . Rügepflicht frei überprüfen kann (BGer 9C_187/2011 vom 30. Mai 2011, E. 4.2.1 und 4.2.2 mit weiteren Hinweisen). Die Tatsache allein, dass die Versicherte nur noch leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ausführen kann, die diverse Zwangshaltungen ausschliessen, rechtfertigt demgemä ss noch keinen Abzug vom Ta- bellenlohn. Vorliegend wurden die leidensbedingten Einschränkungen ausserdem bereits in der medizinisch attestierten Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Das durch die Beschwerdegegnerin er- rechnete Invalideneinkommen ist daher nicht zu beanstanden. 8. Aus dem bisher Gesagten ergibt sich, dass die IV-Stelle den Rentenanspruch der Be- schwerdeführerin zu Recht verneint hat. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 18. Au- gust 2020 ist nicht zu beanstanden, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 9. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens ei nheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Reg el der unterliegenden Partei in ange- messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, wes- halb ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Diese werden mit dem geleisteten Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden der Beschwer- deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvo rschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht