Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. August 2012 (720 12 170) ____________________________________________________________________ Invalidenrente IV-Rente Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Patricia Bä- ckert Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Nicolai Fullin, Advokat, indemnis Rechtsanwälte, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.3844.6279.85) A. Die 1967 geborene A.____ arbeitete seit 1989 im R estaurant B.____ als Köchin, zuletzt mit einem Pensum von 50%. Am 6. Oktober 2009 erlitt sie ein inkomplettes sensomotorisches Querschnittssyndrom unterhalb Th 6/Th 7. Am 16. November 2009 meldete sie sich aufgrund von Lähmungserscheinungen bei der Eidgenössischen Invaliden versicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen, erwerblichen und hauswirtschaftli- chen Verhältnisse, ermittelte die IV Stelle Basel-Landsc haft (IV-Stelle) bei der Versicherten in Anwendung der gemischten Methode ab dem 1. Oktober 201 0 einen Invaliditätsgrad von 70% Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht und ab dem 31. März 2011 einen solchen von 35%. Gestüt zt auf diese Ergebnisse sprach ihr die IV-Stelle - nach Durchführung des Vorbescheidverfa hrens - mit Verfügung vom 18. Ap- ril 2012 rückwirkend ab 1. Oktober 2010 bis 30. Juni 20 11 eine befristete ganze Invalidenrente zu. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten du rch Nicolai Fullin, Advokat, am 23. Mai 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landsc haft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die Verfügung vom 18. April 2012 teil- weise aufzuheben und es sei ihr auch nach dem 30. Juni 2011 eine Invalidenrente nach den gesetzlichen Bestimmungen, mindestens aber eine Viertelsr ente auszurichten; unter o/e- Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ang eführt, die Arbeitsfähigkeit betrage lediglich 60%. Ausserdem sei mit überwiegender Wahrsche inlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum wieder auf 10 0% gesteigert hätte, womit die ge- mischte Methode nicht zur Anwendung gelange. Sodann mü sse ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn von mindestens 15% berücksichtigt werden. C. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Juni 2012 beantra gte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin für die Zeit nach dem 30. Juni 2011. Die befristete ganze Rente bis 30. Ju ni 2011 wurde zu Recht nicht bean- standet. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zu m Erlass der angefochtenen Verfü- gung vom 18. April 2012 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bun desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Kran kheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufga benbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig si nd oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Au fgabenbereich tätig, so wird die Invali- dität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG fest gelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzul egen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditä tsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpu nkt der Prüfung des Rentenan- spruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wä ren, so ist die Invaliditätsbemes- sung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 bis der Ver- ordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 3.5 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung führt -, ergibt sich nach konstanter bundesgerich tlicher Rechtsprechung aus der Prü- fung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umst änden täte, wenn keine gesundheitli- che Beeinträchtigung bestünde. Bei im Haushalt tätige n versicherten Personen im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerbl ichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkei- ten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Verfügung (hier: 18. April 2011) entwickelt haben , wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbst ätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkei t erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 3.6 Die IV-Stelle stufte die Beschwerdeführerin als Tei lerwerbstätige ein und ermittelte den IV-Grad nach der gemischten Methode der Invaliditätsbe messung. Bei der Festlegung der An- teile der Erwerbs- und der Haushaltstätigkeit ist sie davon ausgegangen, dass die Beschwerde- führerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu je 50% einer ausserhäuslichen Erwerbstätig- keit nachgehen würde und im Haushalt beschäftigt wäre. Sie begründete diese Gewichtung mit dem Hinweis auf entsprechende Angaben der Beschwerdeführ erin zur Haushaltsabklärung und dem Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit, be ides vom 14. Juni 2011. Darin erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie ohne gesundheitliche Ein schränkungen im gleichen Umfang wie bisher ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. 3.7 In der vorliegenden Beschwerde machte die Beschwerdef ührerin allerdings geltend, dass sie in gesundem Zustand 100% erwerbstätig wäre. Vor Eintritt der Erkrankung habe sie lediglich 50% gearbeitet, weil ihr Arbeitgeber aus w irtschaftlichen Gründen das Arbeitspensum per 1. Januar 2009 von 80% auf 50% habe reduzieren mü ssen. Die Situation habe sich aber insofern geändert, als dass der Arbeitgeber wieder bere it gewesen wäre, die Beschwerdeführe- rin zu 100% zu beschäftigen, wie er dies mit Schreiben vo m 14. Oktober 2011 bestätigt habe. Dies sei bereits drei Monate vor Eintritt ihrer Erkranku ng entsprechend besprochen worden. Es sei deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon a uszugehen, dass die Beschwerde- führerin ohne die plötzliche Erkrankung das Arbeitspensu m wieder auf 100% gesteigert hätte. Wie der Verlauf ihrer Erwerbstätigkeit zeigte, habe die Kinderbetreuung sie nie daran gehindert, „hochprozentig“ zu arbeiten. Dies sei zuletzt auch desh alb der Fall, weil die Arbeitszeiten im Restaurant auf die Abende und das Wochenende fielen un d sie dadurch tagsüber die Kinder betreuen konnte. Abends habe ihr Ehemann die Kinder betreuen können. Die IV-Stelle führte dazu aus, dass die Beschwerdeführerin aus versicherungsrecht lichen Gründen versuche, ihre früheren Angaben zu ändern. Aus den Akten der Haushalt sabklärung sowie dem Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit gehe hingegen klar hervor, dass die Beschwerdeführerin auch bei guter Gesundheit nur 50% arbeiten würde. Da s Gespräch mit dem Arbeitgeber sei nie erwähnt worden. Auch gegenüber dem Gutachter Dr. med. C.____, FMH Neurologie, habe die Beschwerdeführerin erklärt sie würde weiterhin 50% arbeiten wollen. 3.8 Der Einwand der Beschwerdeführerin, sie würde im g esundem Zustand 100% arbeiten vermag nicht zu überzeugen, da sämtliche Äusserungen ge gen eine solche Pensenerhöhung sprechen. Die Beschwerdeführerin hatte in der Haushaltsabklärung ausdrücklich bestätigt, dass sie im Gesundheitsfall weiterhin 50% gearbeitet hätt e. Zudem erwähnte sie nie, dass die Mög- lichkeit bestanden hätte, das Pensum auf 100% zu erhöhen. Ferner zog sie auf Beginn des Jahres 2010 einen Stellenwechsel in der Küche eines Ta gesheims in Betracht, bei welcher sie im Rahmen eines 50% Pensums jeweils am Vormittag hätte arbeiten können. Die Beschwerde- führerin vermag keine stichhaltigen Gründe für eine Erhöhung ihres Pensums vorzubringen. Sie macht weder geltend, ihre Aussagen seien bei der Hausha ltsabklärung falsch wiedergegeben Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht worden noch beruft sie sich darauf, die Verhältnisse hät ten sich geändert. Die Beschwerdefüh- rerin setzte sich nicht mit ihren früheren Angaben auseinander. Zwar ist aus dem Schreiben des Arbeitgebers erkennbar, dass er die Beschwerdeführerin ab Januar 2010 wieder hätte zu 100% beschäftigen wollen, doch ist dieses Dokument nicht geeig net die klaren mehrmals wiederhol- ten Aussagen der Beschwerdeführerin zu relativieren. So mit ist die IV-Stelle zu Recht davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall wie bis anhin im Rahmen eines 50% Pensums einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. In dem Sinne ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung der IV-Stelle sowohl bezüglich d er Statusfrage und der damit zusam- menhängenden Methodenwahl als auch bezüglich der Festlegung der Anteile der Erwerbstätig- keit und der Haushaltstätigkeit zu je 50% nicht zu beanstanden ist. 4. Im Zusammenhang mit der Ermittlung der Einschränkung im Erwerbsbereich ist zu klä- ren, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträch- tigung arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Im Rahmen der Sachverhaltsabklärungen beauftragte die IV-Stelle am 9. Februar 2011 ein neurologisches Gutachten bei Dr. C.____. Dr. C.____ stellte in seinem Gutachten vom 15. April 2011 bei der Beschwerdeführerin ein inkompl ettes sensomotorisches Querschnitts- syndrom unterhalb Th 6/Th 7 bei differentialdiagnostisch Arteria spinalis anterior-Syndrom / vi- raler Myelitis fest. Die Beschwerdeführerin leide unter Rückenschmerzen in der Kreuzregion, die Gehfähigkeit sei eingeschränkt, zudem habe sie Gle ichgewichtsstörungen. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. C.____ aus, aufgrund der Gangstörung mit linksbetonten Lähmungs- erscheinungen, Ataxie und Gleichgewichtsstörungen seien kei ne Tätigkeiten mehr zumutbar, welche im Gehen oder längerem Stehen erfolgen müssten. Aufgrund der Blasen- und Darm- funktionsstörung und der Notwendigkeit, immer wieder katheterisieren zu müssen sowie der Notwendigkeit, wegen den im Sitzen zunehmenden Sensibi litätsstörungen regelmässig aufste- hen zu müssen und dem vermehrten Pausenbedarf bestehe ei ne generelle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% bezogen auf ein volles Pensum. Aufgrund der weiter notwendigen Therapien - inklusive erhöhtem Zeitaufwand zur Fortbewe gung - bestehe zudem eine weitere, generelle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20%, bezogen auf ein volles Pensum. 5.2 Am 18. April 2011 wurde der Regionale Ärztliche D ienst (RAD) beider Basel durch die IV-Stelle beauftragt, das Gutachten von Dr. C.____ auf die gesetzlichen Anforderungen (vgl. 4.2) zu überprüfen. Im Ergebnis führte der RAD aus, das neurologische Gutachten von Dr. C.____ sei in Kenntnis aller Vorakten ergangen. Die für die Arbeitsfähigkeit massgebenden Ge- sundheitsprobleme seien ausführlich und nachvollziehbar bezüglich Anamnese und Untersu- chungsbefunde abgehandelt worden. Es gebe diagnostisch keine wesentlichen Divergenzen. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei eine adaptierte Tät igkeit zu 60% ab Zeitpunkt der Begutach- tung von Dr. C.____ zumutbar. 5.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung vom 18. April 2012 bei der Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh- rerin grundsätzlich auf das neurologische Gutachten von Dr. C.____ vom 15. April 2011. Sie ging davon aus, dass der Beschwerdeführerin aus medizinische r Sicht, ab dem Datum der Be- gutachtung, die Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit ni cht mehr, die Ausübung einer angepass- ten Tätigkeit hingegen zu 80% zugemutet werden könne. Die zusätzliche Einschränkung der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitsfähigkeit aufgrund der medizinischen Massnahmen berücksichtigte die IV-Stelle nicht, da dies aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht unbeachtlich sei. 5.4 Diesbezüglich rügte die Beschwerdeführerin, dass noc h im Vorbescheid der IV-Stelle vom 25. Juli 2011, in Übereinstimmung mit dem Gutachte n von Dr. C.____ und der Stellung- nahme des RAD von einem zumutbaren Pensum von 60% ausge gangen worden sei. Im zwei- ten Vorbescheid vom 11. November 2011 sei dann nur noch eine 20%-ige Einschränkung fest- gestellt worden, dies unter der Begründung, der zeitli che Aufwand für die weiteren Therapien rechtfertige keine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsf ähigkeit. Die IV-Stelle verkenne aller- dings, dass der Gutachter nicht nur wegen der für die Therapien notwendigen zeitlichen Auf- wands, sondern auch wegen der eingeschränkten Fortbeweg ung von einer zusätzlichen Ein- schränkung von 20% ausgegangen sei. Es gäbe keine ärztliche Einschätzung einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit. 5.5 Die IV- Stelle machte geltend, dass es ihr zustehe, aufgrund besserer Einsicht auf einen Vorbescheid zurückzukommen und einen neuen Entscheid zu tref fen. Im Vorbescheid vom 11. November 2011 seien die Gründe für die Abweichung dargelegt worden. Die Beschwerde- führerin sei im Rahmen der invalidenversicherungsrechtlichen Schadenminderungspflicht gehal- ten, sich vorgeschlagenen therapeutischen Behandlungen zu unterziehen. Zudem könne bei Annahme eines 50% Pensums die nötigen Therapien ohne weiteres ausserhalb der Arbeitszeit absolviert werden. Selbst bei einer vollen Erwerbstäti gkeit seien die Therapien jedoch nicht ge- eignet, die Arbeitsfähigkeit zusätzlich einzuschränken. Aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei vielmehr anzunehmen, dass die Thera peuten ihre Dienstleistungen auch zu Randzeiten und nicht selten darüber hinaus, insbesonde re samstags anbieten würden. Fer- ner habe der Gutachter dargelegt, dass der Therapiebe darf mit der Zeit abnehmen würde. So- weit der Gutachter die verlangsamte Fortbewegung ange sprochen habe, sei diese nicht von Bedeutung, da der Beschwerdeführerin ohnehin nur eine Arbeit ohne Gehen oder längeres Ste- hen zuzumuten sei. 5.6 Zutreffend ist zunächst, dass die IV-Stelle vor Erlass der Verfügung auf einen Vorbe- scheid zurückkommen kann. Durch den Erlass des neuen Vorbesche ids wurde auch das recht- liche Gehör der Beschwerdeführerin gewahrt. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die Ar- beitsfähigkeit sei aufgrund des Zeitaufwandes für die notwendigen Therapien eingeschränkt, da sie 2-mal pro Woche je 45 Minuten physiotherapeutische B ehandlung habe mit jeweils einer Stunde Krafttraining und zusätzlich führe sie ein regelmässiges Heimprogramm durch, handelte es sich somit um einen wöchentlichen Aufwand von 4 Stunden. Vergleicht man diesen Aufwand für Arzttermine mit dem im Urteil des Bundesgerichts 9C _708/2009 vom 19. November 2009 E. 2.4 vorgebrachten Aufwand von 4 bis 5 Arzttermine i m Monat, wo das Bundesgericht aus- führte, dass bei einem 80% Pensum davon auszugehen ist, dass die Arzttermine während den Randzeiten wahrgenommen werden könnten, liegt der Auf wand im vorliegenden Fall eindeutig höher. Es ist deshalb durchaus fraglich, ob im vorliegen den Fall tatsächlich keine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen ist. Die Frage kann allerdings offen gelassen werden, da vorliegend lediglich von einem 50% Arbeitsp ensum auszugehen ist, womit die The- rapien – unter Berücksichtigung der erwähnten Angebote – sicherlich ausserhalb der Arbeitszei- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten besucht werden können. Es fällt somit nicht ins Gewi cht ob eine 60%-ige oder 80%-ige Ar- beitsfähigkeit vorliegt, da die Beschwerdeführerin das Arbeitspensum von 50% ausserhäuslich voll verwerten muss (vgl. BGE 9C 213/2008 vom 14. August 2008 E. 3.1 ). 6.1 Die IV-Stelle nahm in der angefochtenen Verfügun g vom 18. April 2012 zur Ermittlung der Einschränkung der Versicherten im Erwerbsbereich den erforderlichen Einkommensver- gleich vor. Dabei ermittelte sie anhand der Gegenüberst ellung vom Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen für die Zeit ab 31. März 2011 einen Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 36.5%. Die Berechnung des Valideneinkommens wurde von der Beschwerdeführerin dahinge- hend beanstandet, dass die Nominallohnentwicklung nur be im Invalidenlohn, nicht aber bei der Entwicklung des Valideneinkommens berücksichtigt worden sei. Ferner sei ein höherer leidens- bedingter Abzug als 10% vom Invalideneinkommen vorzunehmen. 6.2 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Invalidi tätsgrades massgebenden hypothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem im Sozialversicherungsrecht anzuwendenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschei nlichkeit als gesunde Person tat- sächlich verdienen würde (BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlre ichen weiteren Hinweisen). Die IV- Stelle ermittelte den Validenlohn aufgrund der Anga ben des ehemaligen Arbeitgebers. Diesbe- züglich machte die Beschwerdeführerin geltend, der Lohn sei zwischen 2004 und 2008 insge- samt 5.22% gestiegen, jährlich somit im Durchschnitt 1.31 %. Folglich sei nach dem natürlichen Lauf der Dinge auch für die Zeit danach von einer E rhöhung im bisherigen Rahmen auszuge- hen. Die Bescheinigung des ehemaligen Arbeitgebers vom 11. Dezember 2009, wonach die Beschwerdeführerin bei einem 50% Pensum einen Lohn v on Fr. 29'900.-- erzielen würde, müs- se hinterfragt werden, da sie ab August 2008 bei einem 80% Pensum einen Lohn von Fr. 43'056 (Fr. 4'140.00 x 13 : 100 x 80) erzielt habe . Würde man den beim Pensum von 80% ab August 2008 bezogenen Lohn auf 50% umrechnen, ergä be sich ein Jahreslohn von Fr. 33’637.50 (Fr. 4'140.00 x 13 : 80 x 50) weshalb n icht nachvollziehbar sei, dass nur ein Lohn von Fr. 29'900.-- resultiere. 6.3 Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die Lohnde klaration des Arbeitsgebers nach- vollziehbar ist. Aus den Akten sind keinerlei Hinweise zu e ntnehmen, welche an der Glaubwür- digkeit der Deklaration Zweifel offen lassen. Ferner i st nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle angesichts der wirtschaftlichen Probleme des früheren Arbeitgebers eine dortige Lohnerhöhung bereits im Jahr 2010 für unwahrscheinlich hielt. Dem e ntspricht es auch, dass der Lohn von Fr. 29'900.-- bereits in den Jahren 2005 bis Mitte 20 08 bezahlt wurde. Aufgrund der wirtschaftli- chen Lage der früheren Arbeitgeberin ist überwiegend wahrscheinlich, dass der Lohn nicht be- reits 2010 ein weiteres Mal erhöht worden wäre. Die I V-Stelle ist somit zu Recht von einem Va- lideneinkommen von Fr. 29'900.-- ausgegangen. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich für die Bestimmung des I nvalideneinkommens auf die Tabel- lenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik. Laut Tabelle TA 1, belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anfor- derungsniveau 4) beschäftigten Frauen im privaten Sekt or im Jahr 2010 auf Fr. 4'225.-- (LSE Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2010, Privater Sektor, Tabelle TA 1, Total, Frauen). Dabei ist zu beachten, dass dieser Tabel- lenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 40 Woc henstunden beruht und auf die im Jahr 2010 durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.6 Stun den (vgl. Die Volkswirtschaft 7/8-2012, S. 90 Tabelle B 9.2) umzurechnen ist. Daraus resultiert ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 52'728.--. Unter der Berücksichtigung der leidensbedingten Beeinträchtigung von 10% sowie eines Pensums von 50% resultiert ein Jahreseinkommen i n der Höhe von Fr. 23'728.--. Diesen Betrag hat die IV-Stelle sodann entsprechend der trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zu- mutbaren 80% um weitere 20% reduziert, was ein jährli ches Einkommen von Fr. 18'982.-- er- gab. Festzustellen ist, dass die IV-Stelle das Invalide neinkommen falsch ermittelte, als es von einem Arbeitspensum von 50% ausgegangen ist und in dies em zeitlichen Rahmen die gesund- heitlich bedingte Arbeitsunfähigkeit von 20% voll berü cksichtigt hat. Dies widerspricht der bun- desgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 9C 213/2008 vom 14. August 2008 E. 3.1), welche besagt, dass das im Gesundheitsfall geleistete Arbeitspen sum eine zeitliche Schranke für die erwerbliche Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähi gkeit bildet. Im Rahmen eines erwerbli- chen Pensums von 50% kann die Beschwerdegegnerin die 80% -ige Restarbeitsfähigkeit voll verwerten. Demgegenüber geht die IV-Stelle letztlich vo n einer (erwerblich verwertbaren) Ar- beitsfähigkeit von lediglich 40% (0,5 x 80%) aus, was o ffensichtlich nicht zutrifft. Bei im Übrigen unveränderten Bemessungsfaktoren beträgt das Invalideneinkommen somit Fr. 23'728.--. 7.2 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens anhand lohnstatistischer Angaben sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid BGE 1 26 V 75 ff. hat das EVG sei- ne Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn b ereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dien stjahre, Nationalität/ Aufenthaltska- tegorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgem ässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn un ter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf ins gesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Ein Abzug soll aber nicht auto matisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die ver sicherte Person wegen eines oder mehrerer der genannten Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterli che Behörde ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu beurtei len, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im E inklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetätigung der Vorinstanz eingegriffen werden, muss sich die richterliche Behörde demnach auf Gegebenheiten abstützen können, die eine abwei- chende Ermessensausübung als näher liegend erscheinen lass en (BGE 126 V 81 E. 6 mit Hin- weis, Entscheid des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 7.3 Die IV-Stelle ging in der angefochtenen Verfügu ng davon aus, dass ein Abzug in der Höhe von 10% für die invaliditätsbedingte Beeinträchti gung gerechtfertigt sei. Wie die IV-Stelle Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht in ihrer Vernehmlassung zutreffend ausführte, wurde d en gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin mit einem Abzug in der Höhe von 10% gebührend Rechnung getragen. Die Kriterien Alter, Nationalität / Aufenthaltsstatus sowie Anzahl Dienstjahre wirken sich im An- forderungsniveau 4 nicht lohnmindernd aus, weshalb da für kein weiterer Abzug gemacht wer- den kann. Im vorliegenden Fall liegen somit keine trif tigen Gründe im Sinne der Rechtspre- chung vor, um von dem von der Beschwerdegegnerin vorgenomm enen Abzug von 10% abzu- weichen. Das massgebende Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 23'728.--. 7.4 Setzt man im Einkommensvergleich dieses Invalidenei nkommen von Fr. 23'728.-- dem Valideneinkommen von Fr. 29'900.-- gegenüber, so ergi bt dies eine Einkommenseinbusse von Fr. 6’172.--. Daraus resultiert ein IV-Grad von 20.6% . Nach Massgabe der zeitlichen Beanspru- chung im Erwerbsbereich (50%) ergibt sich somit ein IV-Grad von 10.3% (0.50 x 20.6%). 8.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch hat die IV-Stelle eine Haus- haltabklärung in Auftrag gegeben. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stellt die in Art. 69 Abs. 2 IVV vorgesehene Abklärung an Ort und St elle eine grundsätzlich geeignete und im Regelfall genügende Basis dafür dar, unter Berücksicht igung der konkreten Verhältnisse die Unmöglichkeit der versicherten Person festzustellen, sich i m bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Im Rahmen der Haushaltabklärung werden di e im Haushalt anfallenden Arbeitspro- zesse von einer qualifizierten Abklärungsperson, deren fach liche Kompetenz vorausgesetzt wird (vgl. dazu BGE 128 V 93 f. E. 4 und 130 V 62 f. E. 6.1 und 6.2), an Ort und Stelle einzeln besprochen und allfällige Einschränkungen werden im jeweiligen Bereich festgehalten. Von den Ergebnissen einer solchen Abklärung ist nur ausnahmsweise abzuweichen, handelt es sich doch bei der Einschätzung der Behinderungen im Rahmen eines Betätigungsvergleichs um einen Ermessensentscheid (vgl. BGE 114 V 316, 98 V 131). 8.2 Vorliegend ergab die Haushaltabklärung vor Ort g emäss Bericht vom 14. Juni 2009 eine Einschränkung von 33.5%. Dieses Ergebnis ist nicht z u beanstanden. Da sich aus den Akten ebenfalls keine Anhaltspunkte für eine Unrichtigkei t der durch den Abklärungsdienst er- mittelten Einschränkung im Haushaltbereich ergeben und die Beschwerdeführerin diese Abklä- rung nicht bestreitet, kann an dieser Stelle ohne weit ere Ausführungen vollumfänglich auf des- sen Bericht verwiesen werden. 9. In Anwendung der gemischten Methode der Invaliditä tsbemessung ergibt sich auf Grund des Gesagten unter Berücksichtigung der zeitlichen B eanspruchung von 50% im Er- werbs- und von 50% im Haushaltsbereich bei einer Einschr änkung im Haushaltsbereich von 16.75% (0.50 x 33.5%) und einer solchen im Erwerbsberei ch von 10.3% (0.50 x 20.6%) insge- samt ein Invaliditätsgrad in der Höhe von 27%. Da die ser unter dem für einen Rentenanspruch mindestens erforderlichen IV-Grad von 40% liegt, hat die IV-Stelle zu Recht eine befristete gan- ze Rente bis 30. Juni 2011 zugesprochen. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs.1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah renskosten in der Regel der unterlie- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie gend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Die Verfahrenskos- ten in Höhe von Fr. 600.-- werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 10.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Mitteilung an Parteien Bundesamt für Sozialversicherungen Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V.