Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. November 2021 (720 20 122 / 287) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Medizinischer Sachverhalt in Bezug auf den Zeitpunkt der Verschlechterung des Gesund- heitszustands ungenügend abgeklärt; Rückweisung an die Vorinstanz zur weiteren Ab- klärung Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Michelle Wahl, Advokatin, Advokatur am Fischmarkt, Fischmarkt 12, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1961 geborene A.____ absolvierte bei der B.__ __ eine Ausbildung zum Verkäufer und war im Anschluss daran bis Ende Juli 2018 bei der C .____ AG in X.____ angestellt. Am 4. April 2000 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine koronare Herzkrankheit bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) sprach A.____ mit Verfügung vom 15. November 2000 rückwirkend ab 1. April 1999 eine halbe Rente zu. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.2 Die IV-Stelle führte in den Jahren 2003, 2009 u nd 2013 von Amtes wegen Revisionen des Rentenanspruchs durch, wobei sie diesen in der Fol ge jeweils unverändert bestätigte. Am 22. November 2017 stellte A.____ ein Gesuch um Revision resp. Erhöhung der Rente, da sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe. Die IV-Stell e untersuchte den rechtserheblichen Sachverhalt und holte bei Dr. med. D.____, FMH Kardiologie, und Dr. med. E.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, ein bidisziplinäres Gutachten ein, welches am 15. Dezember 2018 bzw. am 14. Februar 2019 erstattet wurde. Weiter liess sie den Versicherte durch Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchen ( vgl. Gutachten vom 12. November 2019). Gestützt auf die Ergebnisse dieser Abklärungen kam die IV-Stelle insgesamt zum Schluss, dass keine rentenbeeinflussende Verschlechterung des Gesu ndheitszustands vorliege. In der Folge bestätigte sie – nach Durchführung des Vorbescheidv erfahrens – mit Verfügung vom 21. Februar 2020 den Anspruch des Versicherten auf eine halbe Rente. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Mi chelle Wahl, mit Eingabe vom 19. März 2020 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung S ozialversicherungsrecht. Er bean- tragte unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin die Aufhebung der angefochte- nen Verfügung und Ausrichtung einer ganzen Rente mit Wirkung ab 1. November 2017. Eventu- aliter sei die Sache zur Durchführung von weiteren medizinischen Abklärungen insbesondere zur Anordnung einer unabhängigen kardiologischen und psychiatrischen Begutachtung und zum Er- lass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweise n. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass der angefochtene Entscheid auf ungenügenden und willkürlichen medi- zinischen Sachverhaltsabklärungen beruhe, weshalb er aufzuheben sei. C. Mit Vernehmlassung vom 8. Mai 2020 beantragte die I V-Stelle die Abweisung der Be- schwerde. D. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte am 13. Juli 2020 einen Arztbericht des behandelnden Kardiologen Dr. med. G.____, FHM Kardiologie und Allgemeine Innere Medi- zin, vom 8. Juli 2020 ein. Diesem ist unter anderem zu entnehmen, dass sich der Gesundheits- zustand des Versicherten seit Februar 2020 erneut verschlec htert habe. Dazu liess sich die IV- Stelle am 15. Juli 2020 vernehmen, wobei sie an ihren bisherigen Standpunkten festhielt. E. Am 31. August 2020 ging ein weiteres Schreiben der Rechtsvertreterin des Beschwerde- führers ein. Gleichzeitig reichte sie einen Bericht des Spitals L.____, vom 24. August 2020 und die Abklärungsergebnisse der Spiroergometrie vom 19. August 2020 ein. Demnach bestehe beim Beschwerdeführer eine schwerste Herzinsuffizienz. Gleichzei tig würden auch die zunehmende rhythmische Instabilität und der progrediente Leistungsabfall bestätigt. Die Indikation einer Herz- transplantation sei nun klar gegeben. Die IV-Stelle unterbreitete diese Berichte ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD). Gestützt auf die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. H.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 10. September 2020, wo nach im Längsverlauf seit November 2019 eine Verschlechterung des Gesundheitszustands und ei ne 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu bestätigen seien, beantragte die IV-Stelle in ihrer E ingabe vom 11. September 2020, dass die Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerde vom 19. März 2020 insoweit teilweise gutzuhe issen sei, als die halbe Rente per 1. Februar 2020 auf eine ganze Rente zu erhöhen sei. F. Der Beschwerdeführer, vertreten durch Advokatin Mi chelle Wahl, hielt in seiner Eingabe vom 25. September 2020 an den Anträgen und Ausführungen in der Beschwerde vom 19. März 2020 fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Be- schwerde des Versicherten vom 19. März 2020 ist demnach einzutreten. 2. Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ab wann die Verschlechterung des Gesundheitszu- stands und damit der Anspruch des Beschwerdeführers auf ei ne ganze Rente eingetreten ist. Während die IV-Stelle davon ausgeht, dass dieser Zeitpunkt im November 2019 eingetreten sei und eine Rentenerhöhung unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 ab 1. Fe bruar 2020 anerkennt, stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass er bereits a b November 2017 Anspruch auf eine ganze Rente habe. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge- wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück- sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min- destens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig- keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterla- gen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stel- len haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen d er versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa- rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinisch e These abstellt. Hinsichtlich des Be- weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, o b dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt- linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahre ns eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs- sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). I n Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgut- achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weite rer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gel angen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteile des Bundes- gerichts vom 26. November 2019, 8C_549/2019, E. 3.2 mit Hinweis und vom 8. April 2020, 8C_60/2020, E. 3.2). 5.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzu- setzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Anspruch s (Viertelsrente, halbe Rente, Dreivier- telsrente, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) auswirkt (vgl. BGE 134 131 E. 3). Ein Revisionsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person, wozu namentlich der Gesundheitszustand gehört. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, son- dern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus me- dizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenän- derung geschlossen werden. Umgekehrt ist – bei an sich gle ich gebliebenem Gesundheitszu- stand – eine Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung, welche zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führt, revisionsrechtlich von Bedeu tung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen). Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein Re visionsgrund ist ferner unter Umstän- den auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Beme ssung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs einge treten ist (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). 5.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer materiellen Revision. Bloss auf einer anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche Differenzen sind daher von revisi- onsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht ver- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens zurück- zuführen (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Liegt dagegen ein Revisionsgrund vor, ist der Rente nanspruch in rechtlicher und tat- sächlicher Hinsicht umfassend zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2018, 8C_145/2018, E. 3.2). 5.4 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtl ichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bl oss abweichenden Bewertungen ab- zugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung über ei ne seit der früheren Beurteilung eingetre- tene tatsächliche Änderung ist genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankhe itsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregra- des der Störungen geführt haben (vgl. Urteil des Bun desgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.2 mit Hinweis). 5.5 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrads bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel- che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklä- rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Versi- cherten mit Verfügung vom 15. November 2000 rückwirkend ab 1. April 1999 eine halbe Rente zu. Auf Gesuch des Beschwerdeführers vom 22. November 2017 hin leitete die IV-Stelle ein Ren- tenrevisionsverfahren ein. Es folgte eine einlässliche mat erielle Prüfung des Rentenanspruchs mit einer vertieften Abklärung des medizinischen Sachverha lts. Nach Vornahme medizinischer und erwerblicher Abklärungen stellte die IV-Stelle mit Verfügung vom 21. Februar 2020 fest, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente habe. Da der Beschwerdeführer von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands ab Nov ember 2017 ausging, sind vorlie- gend die Verfügungen vom 15. November 2000 und vom 2 1. Februar 2020 miteinander zu ver- gleichen. 6. Das Administrativverfahren wie auch der kantonale S ozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wege n für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungs- grundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass üb er den Leistungsanspruch zumindest Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 7.1 Zur Beurteilung der strittigen Fragen sind im Wes entlichen nachfolgende medizinische Unterlagen zu berücksichtigen: 7.2 Die IV-Stelle stützte die ursprüngliche Verfügung vom 15. November 2000 im Wesentli- chen auf die Ausführungen des Hausarztes Dr. med. I.____, FMH Innere Medizin, vom 10. April 2000 und des behandelnden Kardiologen Dr. med. J.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie, vom 14. September 1999. Beide berichteten, dass der Beschwerdeführer seit 1995 an einer koronaren Herzerkrankung in Sinne einer Zwei asterkrankung leide. Bei einer Stentver- sorgung sei es im Mai 1995 zu einer Thrombose mit akute m Vorderwandinfarkt gekommen. Im Jahr 1997 habe der Beschwerdeführer in Y.____ einen akuten posterioren Infarkt gehabt und sei erneut mit Stents versorgt worden. In der Folge habe er seine Tätigkeit langsam wiederaufge- nommen. Allerdings habe er immer wieder über rasche Ermüdbarkeit und Konzentrationsschwie- rigkeiten bei der Arbeit geklagt. In der Folge wurde dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeits- unfähigkeit attestiert. 7.3.1 Im Rahmen des Revisionsgesuchs vom 22. November 201 7 holte die IV-Stelle einen Be- richt bei Dr. G.____ ein, welcher am 15. Dezember 2017 erstattet wurde. Der Kardiologe äusserte sich im Wesentlichen dahingehend, dass es seit der ursprünglichen Festlegung der IV-Rente im Jahr 1999 zu einer Progression der koronaren Herzerkranku ng gekommen sei. Es persistiere eine mittelschwer bis schwer eingeschränkte Funktion mit einer symptomatischen Herzinsuffizi- enz. Auch die rhythmische Situation sei instabil. Aus seiner Sicht sei der Beschwerdeführer nicht mehr erwerbsfähig. 7.3.2 Die IV-Stelle holte bei Dr. D.____ und bei Dr . E.____ ein bidisziplinäres Gutachten ein, Dr. D.____ diagnostizierte in seinem kardiologischen Teilgutachten vom 15. Dezember 2018 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (1) eine koronare 3- Ast-Erkrankung und (2) eine rhythmogene Herzkrankheit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden (3) ein Status nach cerebrovas- kulärem Insult der Stromgebiete A. cerebri posterior rechts im Juni 2012, (4) ein obstruktives Schlafapnoesyndrom unter CPAP-Therapie, (5) kardiovaskuläre Risikofaktoren wie eine Hyper- cholesterinämie, eine familiäre Belastung, eine arteri elle Hypertonie und ein Status nach Niko- tinabusus, (6) ein thrombotischer Verschluss der Vena subcl avia links, (7) eine seronegative rheumatoide Arthritis und (8) ein Status nach Sigmarese ktion im Frühjahr 2019 nach rezidiven Sigmadivertikulitiden. In seiner Beurteilung führte Dr. D.____ aus, dass beim Beschwerdeführer im Jahr 1995 eine koronare Herzerkrankung aufgetreten sei, die primär elektiv zur Abklärung und Implantation eines Stents geführt habe. In der Folge sei es zu Komplikationen gekommen. 1997 habe der Beschwerdeführer einen weiteren posterioren Infarkt mit Stentimplantation erlitten. Da- nach habe sich die Herzkrankheit über Jahre stabil und n ahezu beschwerdefrei verhalten. Im Februar 2013 sei primär prophylaktisch ein Kardioverter -Defibrillator (ICD) implantiert worden, nachdem eine abnehmende links-ventrikuläre Funktion festgestellt worden sei. Dort sei es aber zu Elektrodenproblemen gekommen, weshalb bereits ein Jah r nach der ICD-Implantation eine Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Elektrodenrevision habe vorgenommen werden müssen. Im Jahr 2015 sei bei einem Vorhofflat- tern eine Isthmusablation durchgeführt worden. Ein Jahr später sei es zu einer progredienten Symptomatik gekommen mit invasiven Abklärungen und insgesamt 7 Stentimplantationen sowie 2 Wiedereröffnungen von Gefässen mit Rotablation. Als komplizierenden Faktor nannte Dr. D.____ auch einen cerebrovaskulären Insult im Jahr 201 2, der ebenfalls kardioembolisch inter- pretiert worden sei. In Bezug auf die Ejektionsfraktion (EF) hielt er fest, dass diese aktuell mittel- schwer eingeschränkt sei bei mittelschwerer Mitralinsuffizi enz und einer biplan berechneten EF von 37 %. Hinzu komme, dass erneut eine Dyspnoe und Thor axbeschwerden beschrieben wür- den, die an eine Angina pectoris denken liessen. Aufg rund vermehrter Rhythmusstörungen, bei welchen es sich entweder um ein atypisches Vorhofflattern oder um ein Vorhofflimmern gehandelt haben dürfte, sei am 6. November 2018 erfolgreich eine Elektrokonversion durchgeführt worden. Trotzdem seien die Leistungsfähigkeit, die Dyspnoe und die Angina pectoris unverändert vorhan- den. Der Versicherte weise zudem in der ICD-Abfrage zunehmend Kammertachykardien auf, von denen er selbst aber nichts merke und die teilweise korrekt mittels Antitachykardiepacing beendet hätten werden können. Eine ICD-Schockabgabe sei bisher nie notwendig gewesen. Das Risiko- potential für gefährliche Kammertachykardien sei jedoch bei grossem apikalem Aneurysma und transmuraler Narbe sicherlich nicht unerheblich. In Zukunft dürfte daher mit relevanten ventriku- lären Rhythmusstörungen und eventuellen Schockabgaben zu rechnen sein. Weiter wies Dr. D.____ auf eine depressive Grundhaltung des Versicherten hin. Zudem leide der Beschwer- deführer an einer ausgeprägten Anlage zu Stent-Thro mbosen, In-Stent-Restenosen, einem thrombotischen Verschluss der Vena subclavia links und einem cerebrovaskulären Insult. Da auch der Bruder eine Lungenembolie und die Schwester einen Hirninfarkt erlitten hätten, emp- fehle er eine Gerinnungsabklärung. Aus kardiologischer Sicht sei der Beschwerdeführer für mit- telschwere bis schwere Tätigkeit auf Dauer nicht mehr arbeitsfähig. Eine leichte Tätigkeit, wie die angestammte, sei ihm aber aus kardiologischer Sicht weiterhin zu 50 % zumutbar. Im rheumatologischen Gutachten vom 14. Februar 2019 nannte Dr. E.____ keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden anam- nestisch eine chronische seronegative rheumatoide Arthritis (ICD-10 M06), ein wenig symptoma- tisches thoracolumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5), eine klinisch beginnende bis- her asymptomatische Coxarthrose beidseits und eine allgem eine muskuläre Dekonditionierung. Dr. E.____ führte aus, dass bei anzunehmender früherer aktiver systemisch entzündlicher rheu- matologischer Grunderkrankung mit derzeitig vorliegende r Remission ohne entzündungshem- mende Begleitmedikation, keine Funktionseinschränkung ode r Beeinträchtigung für leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten ausgewiesen sei. In der bidisziplinären Gesamtbeurteilung kamen die Dres. D.____ und E.____ zum Schluss, dass die kardiologische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit massg ebend sei. Demnach sei der Be- schwerdeführer insgesamt zu 50 % in der angestammten Tätigkeit eingeschränkt. 7.3.3 Dr. F.____ konnte in seinem psychiatrischen Teilg utachten vom 7. November 2019 keine Diagnosen erheben. Es bestünden keine Funktions- und Fähigkeitsstörungen. Der Beschwerde- führer sei psychiatrisch weitgehend gesund. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3.4 Im Austrittsbericht des Spitals K.____ vom 29. November 2019, wo der Beschwerdeführer vom 13. bis 14. November 2019 hospitalisiert war, wurden eine rezidivierende monomorphe Kam- mertachykardie bei einliegendem ICD (Erstdiagnose am 13. November 2019), ein Status nach Vorhofflattern (DD: organisiertes Vorhofflimmern), eine koronare 2-Gefässerkrankung, ein Status nach zerebrovaskulärem Insult im Stromgebiet der Arter ia cerebri posterior rechts im Juni 2010 und ein obstruktives Schlafapnoesyndrom diagnostiziert. Der Beschwerdeführer sei notfallmässig nach präklinischer elektrischer Kardioversion (EKV) bei anhaltender symptomatischer Kam- mertachykardie eingeliefert worden. 7.3.5 Dr. D.____ führte am 10. Dezember 2019 zuhande n der Beschwerdegegnerin aus, dass beim Versicherten insgesamt eine zunehmende rhythmische Instabilität gezeigt werde. Es be- stehe das bekannte Vorhofflimmern und -flattern, welch es aber aktuell nicht im Vordergrund stehe. Vielmehr komme es zu einer zunehmenden ventrikulä ren Rhythmusinstabilität, was die Prognose verschlechtere. Er sehe in Bezug auf die attestierte Arbeitsfähigkeit in der angestamm- ten Tätigkeit, die gleichzeitig als angepasste Tätigkei t anzusehen sei, keine Änderung. Leichte körperliche Tätigkeiten seien dem Versicherten mit verme hrtem Pausendbedarf weiterhin zu 50 % zumutbar. Sollte zukünftig die rhythmische Instabilit ät jedoch zunehmen und wiederholte Schockabgaben oder Antitachykardie-Pacing-Episoden notwend ig werden, würde dies zu wie- derholten Symptomen und Hospitalisationen und damit a uch zu einer zunehmenden Arbeitsun- fähigkeit führen. Aufgrund der einmaligen Episode im November 2019 könne aber noch keine definitive Aussage diesbezüglich gemacht werden, auch wenn sich von der Anamnese her eine Verschlechterung der ventrikulären Instabilität in den l etzten beiden Jahren angekündigt habe. Es müsse somit in Zukunft doch mit einer Verschlechterung der kardialen Situation gerechnet werden. 7.3.6 Am 19. Dezember 2019 hielt der RAD-Arzt Dr. H._ ___ fest, dass die eingeholten Gutach- ten der Dres. D.___, E.____ und F.____ grundsätzlich n achvollziehbar begründet seien. Einzig in Bezug auf die vorgenommene Zumutbarkeitsbeurteilun g durch Dr. D.____ hielt er fest, dass dieser nicht gefolgt werden könne. So sei festzustellen, dass die angestammte Tätigkeit als Ver- käufer bei der C.____ gemäss Stellenbeschrieb der Arbeitgeberin keine durchwegs leichte Arbeit darstelle. Dr. H.____ kam daher zum Schluss, dass dem Beschw erdeführer die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Hingegen könne er leichte, primär sitzende Arbeiten, bei denen er keine Lasten über 10 kg tragen müssen, im Umfang von 50 % verrichten. 7.3.7 Dr. G._____ führte zuhanden der IV-Stelle am 3. Februar 2020 aus, dass beim Beschwer- deführer unverändert eine schwere koronare Herzerkrankung vorliege mit ausgeprägten Herzin- suffizienzsymptomen und knapp schwergradig eingeschränkter syst olischer Funktion. Deshalb habe der Versicherte zwischenzeitlich einen Dreikammerschrittmacher erhalten, welcher eine ge- wisse Besserung gebracht habe. Leider sei es in der Folg e zu einer Perforation im Bereich der CRT-/ICD-Lodge gekommen, weshalb das Gerät habe gewech selt werden müssen. Aufgrund eines Infekts sei für die Neueinlage nur die Gegenseite in Frage gekommen. Ein erfolgloser Ver- such, die dort verschlossene Vena subclavia zu öffnen, hab e dazu geführt, dass die Elektrode Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch eine weitere Operation epikardial habe eingele gt werden müssen. Er erachtete den Be- schwerdeführer entgegen der Auffassung des RAD auch für eine leichte Tätigkeit als nicht mehr arbeitsfähig. 7.4.1 Nach Eingang der Beschwerde reichte der Beschwerd eführer am 13. Juli 2020 einen wei- teren Bericht von Dr. G.____ vom 8. Juli 2020 ein, welchem der aktuelle Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zu entnehmen ist. Dr. G.____ wies darin auf die in der Zwischenzeit gehäuf- ten relevanten Arrhythmien hin, die sich in Episoden mit Todesangst und ausgeprägter Atemnot äussern würden, so dass gemäss Angaben der Umgebung der Beschwerdeführer jeweils zyano- tisch werde. Bisher seien solche Episoden jeweils durch d en implantierten Defibrillator erkannt und behandelt worden (zumeist mittels Antitachykardie-Pacing). Kürzlich sei es aber auch zu zwei Synkopen mit zweimaliger Schockabgabe des ICD gekommen. A ufgrund der zunehmenden In- stabilität, welche als Folge der progredienten Verschlechterung der Herzinsuffizienz zu interpre- tieren sei, sei der Beschwerdeführer wieder im Spital L.____ hospitalisiert gewesen. Der Versi- cherte sei langfristig 100 % arbeitsunfähig. 7.4.2 Am 31. August 2020 reichte der Beschwerdeführer einen Spiroergometrie-Bericht des Spi- tals L.____ vom 19. August 2020 ein. Darin wurde zusammenfassend festgestellt, dass sich eine schwer reduzierte Leistungsfähigkeit bei bekannter Herzinsuffizienz und in geringerem Ausmass auch durch eine chronotrope Inkompetenz unter Amiodaro n- und Betablockertherapie gezeigt habe. Aufgrund der aktuellen Prognose sei mit der Vo rbereitung einer Herztransplantation be- gonnen worden. Gleichzeitig liess er dem Kantonsgericht auch den Bericht des Spitals L.____ vom 25. August 2020 zukommen. Diesem ist zu entnehmen, dass es beim Beschwerdeführer in den letzten Monaten zunehmend zu einer rhythmischen Inst abilität mit rezidivierenden ventriku- lären Tachykardien und adäquaten Schockabgaben mittels IC D gekommen sei. Anamnestisch bestehe ein progredienter Leistungsabfall und eine Zun ahme der belastungsabhängigen Dysp- noe (aktuell NYHAIII) in den letzten Monaten. Zudem zeige sich laborchemisch ein beginnendes kardiorenales Syndrom. Aufgrund der fortgeschrittenen Herzinsuffizienz sei eine Risikostratifizie- rung mittels Rechtsherz-Katheter und Spiroergometrie durchgeführt worden. Dabei sei die bereits klinisch vermutete schwerste Herzinsuffizienz bestätigt word en, sodass der Zeitpunkt für eine weiterführende Herzersatztherapie mit dem Ziel einer Herztransplantation klar gegeben sei. 7.4.3 Zum Bericht von Dr. G.____ vom 8. Juli 2020 und d en Ausführungen des Spitals L.____ vom 19. und 25. August 2020 hielt der RAD-Arzt Dr. H.____ am 10. September 2020 zusammen- fassend fest, dass eindeutig eine Verschlechterung eingetre ten und eine 100%ige Arbeitsunfä- higkeit zu bejahen sei. Betrachte man den bisherigen Verlauf seit dem Gutachten von Dr. D.____ bis zum aktuellen Zeitpunkt, bei welchem nunmehr eine Herztransplantation besprochen werde, müsse die bisherige Zumutbarkeit revidiert werden. Bereits im November 2019 sei der Beschwer- deführer wegen rezidivierenden Kammertachykardien hosp italisiert gewesen. Im Längsverlauf müsse seit diesem Zeitpunkt eine kontinuierliche Verschlecht erung angenommen werden. Aus diesem Grund sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seit dem 13. November 2019 zu 100 % arbeitsunfähig sei. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Die IV-Stelle stützte ihre Verfügung vom 21. Fe bruar 2020 bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf die Ausführungen im bi- disziplinären Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 15. Dezember 2018 bzw. 14. Februar 2019 und dem Gutachten von Dr. F._____ vom 7. Novembe r 2019 sowie die Stellungnahmen von Dr. D.____ vom 10. Dezember 2019 und des RAD vom 1 9. Dezember 2019. Im entscheid- relevanten Zeitpunkt vom 21. Februar 2020 ging sie dah er davon aus, dass dem Beschwerde- führer eine adaptierte leichte Tätigkeit zu 50 % zumu tbar sei. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ei ngeholten Gutachten externer Spezi- alärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beob achtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei de r Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Diese beweisrechtlichen Vorgaben erfüllt zunächst das rheumatologische Teilgutachten von Dr. E.____ vom 14. Februar 2019. Dieses weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.3 hiervor) – für die streitig en Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abge- geben worden, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurtei- lung der medizinischen Situation ein, setzt sich mit den v orhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in rheumatologischer Hinsicht auf die Ergebnisse abstellte, zu welchen Dr. E.____ gelangte. Diese Beurt eilung des rheumatologischen Gesund- heitszustands wird auch vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten. 8.2 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers entspri cht auch das psychiatrische Gut- achten von Dr. F.____ vom 7. November 2019 den vorgenannten bundesgerichtlichen Vorgaben an einen beweistauglichen medizinischen Bericht, weshalb darauf abgestellt werden kann. Das Gutachten hat weder formale noch inhaltliche Mängel, ist umfassend und beruht auf allseitigen Untersuchungen. Es leuchtet auch betreffend die medizi nischen Zusammenhänge bzw. die Be- urteilung der medizinischen Situation ein. Auf eine Auseinandersetzung mit abweichenden ärztli- chen (psychiatrischen) Einschätzungen konnte Dr. F.____ verzi chten, da solche nicht vorlagen. Zudem sind die Schlussfolgerungen plausibel, wonach beim Beschwerdeführer aus psychiatri- scher Sicht keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsf ähigkeit vorliegt, nachdem im Rahmen der Untersuchung keine psychischen Funktions- und Fähigkeitsstörungen erhoben werden konn- ten. Dieses Fazit stimmt auch mit den Ausführungen des Beschwerdeführers im Rahmen der Begutachtung durch Dr. F.____ überein. Der Versicherte hielt während der Begutachtung fest, dass er nie das Gefühl gehabt habe, eine psychiatrische Th erapie zu benötigen und er könne nicht verstehen, warum er auch in psychiatrischer Hinsicht begutachtet werde. Zwar darf der Gut- achter sich bei seiner Beurteilung nicht nur auf subjektiven Angaben stützen, sondern muss sein Ergebnis auch konkret bezogen auf den Zustand des Versiche rten und die objektiven Befunde begründen. Diesen Anforderungen genügt das Gutachten von Dr. F.____r aber bei weitem. Zu- sammenfassend ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in psychiatrischer Hinsicht auf das Gutachten von Dr. F.____ vom 7. November 2019 abgestellt hat. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.3.1 Hingegen bestehen Zweifel an der Beweistauglichke it des kardiologischen Teilgutachtens von Dr. D.____ vom 15. Dezember 2018 und dessen Stellu ngnahme vom 10. Dezember 2019. Dr. D.____ diagnostizierte mit Einfluss auf die Arbei tsfähigkeit eine koronare 3-Ast-Erkrankung und eine rhythmogene Herzkrankheit. Gestützt auf diese Di agnosen kam er zum Schluss, dass der Beschwerdeführer aus kardiologischer Sicht für mitte lschwere bis schwere Arbeiten auf Dauer nicht mehr arbeitsfähig sei. Eine leichte Tätigkeit, wie die angestammte, sei ihm aber aus kardiologischer Sicht weiterhin zu 50 % zumutbar. Während die medizinischen Abklärungsergeb- nisse nachvollziehbar sind und auch den Vorgaben des Bundesgerichts an ein beweistaugliches Beweismittel entsprechen, kann der Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. D.____ nicht gefolgt wer- den. Er attestierte dem Beschwerdeführer sowohl in seinem Gutachten vom 15. Dezember 2018 als auch in seiner Stellungnahme vom 10. Dezember 2019 und eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit wie die angestammte Arbeit bei der C.____. Dr. D.____ verkannte in diesem Zusammenhang jedoch, dass es sich dabei nicht um eine leichte Beschäftigung handelte, musste der Beschwerdeführer doch selbst gelegentlich Gewichte vo n über 25 kg schieben, heben oder tragen und konnte dabei – entgegen der Auffassung von Dr. D.____ – nicht auf die Hilfe anderer Angestellter zählen (vgl. Stellenbeschrieb der C.____ vom 23. Juli 2018, act. 81). Es mag zutref- fen, dass die Tätigkeit bei der C._____ eine Abwechslung des Tagesablaufs darstellte und der Kontakt zu anderen Menschen einen positiven Einfluss auf die Krankheit mit Ablenkung von den gesundheitlichen Problemen hatte. Dies vermag aber mit Blick auf die erhobenen Diagnosen und unter Berücksichtigung des Stellenprofils bei der C.____ keine 50%ige Arbeitsfähigkeit zu recht- fertigen. Auch Dr. D.____ äusserte sich diesbezüglich vorsich tig, indem er angab, dass die Tä- tigkeit bei der C.____ die Arbeitsfähigkeit "eher" unterstütze. Weiter verzichtete der Gutachter auf eine plausible Auseinandersetzung mit der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des behandelnden Kardiologen und hielt dazu lediglich fest, dass dieser vor allem die psychische Komponente ins Feld geführt habe. Diese Aussage wider- spricht den Angaben im Bericht von Dr. G.____ vom 15. D ezember 2017. Dieser wies lediglich am Schluss seiner Ausführungen auf eine depressive Reaktion des Beschwerdeführers hin, wel- che erschwerend hinzukomme. Unter diesen Umständen überzeugt in Bezug auf die vorgenom- mene Zumutbarkeitsbeurteilung weder das kardiologische Teilgutachten vom 14. Dezember 2018 noch die Stellungnahme von Dr. D.____ vom 10. De zember 2019, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. 8.3.2 Auch die IV-Stelle legte ihrem Entscheid vom 21 . Februar 2020 nicht die Zumutbarkeits- beurteilung von Dr. D.____ zugrunde, sondern stützte sich dabei auf die Angaben ihres RAD- Arztes Dr. H.____ vom 19. Dezember 2019. Entgegen ihr er Auffassung erfüllt aber auch dieser Bericht die Anforderungen an eine beweistaugliche medizinische Unterlage nicht. Mit dem RAD- Arzt ist zwar festzustellen, dass das Gutachten von Dr. D.____ in Bezug auf die attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nicht nachvollziehbar ist. Die von ihm getroffene Schlussfolgerung, wonach der Beschwerdeführer leichte, primär sitzende Arbeiten, bei denen er keine Lasten über 10 kg tragen müsse, im Umfang von 50 % verrichten könne, überzeugt aber ebenfalls nicht und wird von Dr. H.____ selbst in seinem Bericht vom 10. September 2020 wider- legt. Darin bestätigte er nämlich eine Verschlechterun g des Gesundheitszustands und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit rückwirkend ab 13. November 2019. Damit hält der RAD-Arzt selbst nicht mehr an seiner im Bericht vom 19. Dezember 2019 attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 % in Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer leichten adaptierten Tätigkeit fest. Damit ist gleichzeitig davon auszugehen, dass die IV- Stelle sich im angefochtenen Entscheid auf eine unzureichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers stützte. Dadurch ist sie der ihr obl iegenden Untersuchungspflicht im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG nicht rechtsgenügend nachgekommen. 8.4 Aus dem Gesagten folgt, dass vorliegend einzig die rheumatologische und die psychiatri- sche Beurteilung der Dres. E.____ und F.____ überzeuge n. Hingegen kann in Bezug auf die vorgenommene Zumutbarkeitseinschätzung weder auf die Au sführungen des Kardiologen Dr. D.____ noch auf die versicherungsinternen Feststellungen von Dr. H.____ abgestellt werden. Die vorhandene medizinische Aktenlage lässt damit auch un ter Berücksichtigung der Berichte des behandelnden Arztes keine abschliessende Beurteilu ng des Rentenanspruchs des Be- schwerdeführers ab November 2017 zu. Die Untersuchungserg ebnisse aus dem Verwaltungs- verfahren sind mit anderen Worten nicht ausreichend be weiskräftig, der relevante medizinische Sachverhalt bedarf vielmehr weiterer Abklärung. 9. Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungs- gerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die Ver- waltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgut- achten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rü ckweisung an die IV-Stelle bleibt hinge- gen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erheb ung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist oder, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gut- achtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 2 10 ff. E. 4.4.1 ff.). Vorliegend hat die Be- schwerdegegnerin nicht alle notwendigen Abklärungen fü r die Beurteilung des Leistungsan- spruchs des Beschwerdeführers vorgenommen. Zwar hat sie bei Dr. D.____ und Dr. E.____ ein bidisziplinäres Gutachten eingeholt und den Beschwerdeführer auch psychiatrisch abklären las- sen. Da sie mit der vorgenommenen Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. D.____ nicht einverstan- den war, stützte sie sich diesbezüglich auf die Ergebnisse ihres RAD-Arztes Dr. H.____, welche – wie vorstehend aufgeführt – ebenfalls nicht schlüssig sind. Da das Kantonsgericht lediglich eine Würdigung der medizinischen Akten vornehmen darf, kann es im vorliegenden Verfahren nicht seine Aufgabe sein, im Verwaltungsverfahren versäumte kardiologische medizinische Abklärun- gen nachzuholen. Einer Rückweisung an die Vorinstanz steht daher nichts entgegen. Die IV- Stelle hat dabei die Frage der Auswirkungen der seit R evisionsgesuch (November 2017) beste- henden kardiologischen Beschwerden und deren Einfluss aus die Arbeitsfähigkeit nochmals ab- zuklären. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Aktenergänzung wird die IV-Stelle anschliessend über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers ab November 2017 neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahr en bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens ein heitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Reg el der unterliegenden Partei in ange- messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb die Ver- fahrenskosten ihr aufzuerlegen sind. Dem Beschwerdeführe r wird der geleistete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 10.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führ ende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Nach stän- diger Praxis des Bundesgerichts genügt für den bundesrechtlichen Anspruch auf eine Parteient- schädigung auch ein formelles Obsiegen in dem Sinne, dass der Beschwerde führenden Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der Rückweisung der Sache an die Ver- waltung zur weiteren Abklärung und neuen Beurteilung alle Rechte im Hinblick auf eine bean- spruchte Leistung gewahrt bleiben (BGE 132 V 215 E. 6. 2). Nachdem die Beschwerde gutzu- heissen und die Sache zur erneuten Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu- rückzuweisen ist, hat diese dem Beschwerdeführer eine Part eientschädigung auszurichten. Seine Rechtsvertreterin machte in ihrer Honorarnote vom 25. September 2020 einen Zeitaufwand von 13.66 Stunden geltend, welcher sich in Anbetracht d er sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Diese Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungs- prozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind die in der Honorarnote ausgewiese- nen Auslagen von Fr. 255.80. Die IV-Stelle hat dem Beschwerdeführer somit eine Parteientschä- digung in der Höhe von Fr. 3'955.25 (13.66 Stunden à Fr. 250.-- plus Fr. 255.80 und 7.7 % Mehr- wertsteuer) zu bezahlen. 11.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgerich t (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge- gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständi gkeit und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an- schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent- scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch f ür einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset- zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 11.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn ein e Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus- setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 21. Februar 2020 aufge- hoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung i m Sinne der Er- wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügu ng an die Beschwerde- gegnerin zurückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden der Beschwer- degegnerin auferlegt. Dem Beschwerdeführer wird der g eleistete Kos- tenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3'955.25 (inkl. Ausla gen und 7.7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.