Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Geschäfts-Nr.: PE140009- O/U.doc Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschrei- ber lic. iur. G. Kenny. Urteil vom 28. Januar 2015 in Sachen A._____, Kläger und Beschwerdeführer gegen B._____ AG, Beklagte und Beschwerdegegnerin vertreten durch Rechtsanwältin Prof. Dr. iur. X._____ und / oder Rechtsanwältin lic. iur. X1._____, betreffend Forderung Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 10. Abteilung, vom 13. September 2013 (FO070177-L) Rückweisung: Urteil des Bundesgerichtes vom 3. Dezember 2014 (vormaliges Verfahren: PE130009) - 2 - Erwägungen: I. 1. Der Kläger und Beschwerdeführer (nachfolgend Kläger) ist eine natürl i- che Person mit Wohnsitz in den USA. Die Beklagte und Beschwerdegegnerin (nachfolgend Beklagte) ist eine Versicherungsgesellschaft, mithin eine juristische Person, mit Sitz in Zürich. Die Parteien stehen schon seit längerer Zeit über den geschuldeten Umfang einer Versicherungsleistung im Streit . Der Sachverhalt, der zum vorliegenden Verfahren führte, wurde im angefochtenen Urteil ausführlich dargestellt, auf die entsprechenden Erwägungen kann zunächst verwiesen wer- den (Urk. 84 S. 3 f. E. 1. ff.). Zusammengefasst ist F olgendes festzuhalten: Der Vater des Klägers hatte für diesen bei der Rechtsvorgänger in der Beklagten, der Versicherungsgesellschaft "B1._____", eine besondere gemischte Lebensvers i- cherung abgeschlossen (Vertragsbeginn 21. Oktober 1993). Inhalt dieser Vers i- cherung war ein Erlebnisfallkapital, die Versicherung des Todesfallrisikos sowie als besondere Zusatzversicherung (sog. "Heiratspolice") die vorzeitige Auszah- lung der Erlebnisfallsumme bei Heirat des Versicherten vor Ablauf der Versich e- rungsdauer. Die vereinbarte Versicherungssumme betrug Fr. 100'000. – und war geschuldet, wenn der Kläger den 21. Oktober 2009 erleben, vor diesem Datum sterben oder heiraten würde. Die jährliche Prämie betrug Fr. 6'250.10 und war j e- weils vorschüssig auf den 1. Oktober jedes Jahres für das folgende Versich e- rungsjahr geschuldet. Dieses dauerte jeweils vom 21. O ktober des betreffenden Jahres bis zum 20. Oktober des nachfolgenden Jahres. Der Kläger heiratete am 20. November 2003, in der Folge zahlte ihm die Beklagte unter Berücksichtigung eines Versicherungsdarlehens und Zinsgutschriften die Versicherungssumme im Betrag von Fr. 87'354.25 am 23. Februar 2004 aus. Streitig ist vorliegend nur, ob ein Teil der Versicherungsprämie, konkret die dem Zeitraum vom 21. November 2003 bis zum 20. Oktober 2004 entsprechende Prämie (11/12 der Jahresprämie), zurückbezahlt werden muss. Uneinigkeit besteht dabei vor allem über die Bedeu- tung bzw. das gegenseitige Verständnis der Bestimmung in den allgemeinen Ver- sicherungsbedingungen (AVB), in der die anteilsmässige Rückerstattung von - 3 - "nichtverbrauchten" Versicherungsprämien geregelt wird. Diese Bestimmung lau- tet wie folgt (Urk. 20/226): " 26.3 Die «B1._____» erstattet dem aus der Versicherung Begünstigten den- jenigen Teil der periodischen Prämien zurück, der am Ende des Versi- cherungsmonats, in dessen Verlauf der Versicherte gestorben ist, noch nicht verbraucht ist." Der Kläger subsumiert auch den Heiratsfall unter diese Bestimmung und macht dabei hauptsächlich geltend, die Beklagte bzw. deren Rechtsvorgängerin habe zugesichert, die Bestimmung sei auch im Heiratsfall anzuwenden. Die B e- klagte demgegenüber stützt sich vor allem auf den Wortlaut der Bestimmung und nimmt den Standpunkt ein, die Bestimmung sei nur im Todesfall des Versicherten anwendbar. 2. Das vorliegende Verfahren wurde durch Einreichen der Weisung des Friedensrichters bei der Vo rinstanz am 30. April 2007 anhängig gemacht (Urk. 1). Über den Gang des vorinstanzlichen Verfahrens gibt der angefochtene Entscheid Auskunft (Urk. 84 S. 4 ff. E. II.). Am 13. September 2013 fällte die Vorinstanz i h- ren Endentscheid, dieser lautet wie folgt (Urk. 84 S. 19 f.): " 1. Die Klage wird vollumfänglich abgewiesen. 2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'000.– festgesetzt. Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 3. Die Gerichtskosten werden dem Kläger auferlegt. Nach Ausbezahlung der Parteientschädigung gemäss Dispositiv-Ziff. 5 wird der vom Kläger geleistete Vorschuss mit den Gerichtskosten verrechnet. Ein Über- schuss wird dem Kläger zurückbezahlt. 4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von Fr. 2'600.– (inklusive Mehrwertsteuer) zu zahlen. 5. Der vom Kläger geleistete Kostenvorschuss von Fr. 4'600.– wird im Umfang von Fr. 2'600 .– der Beklagten zahlungshalber an ihre Partei- entschädigung ausbezahlt. - 4 - [Schriftliche Mitteilung, Rechtsmittel Beschwerde]" 3. Gegen diesen Entscheid erhob der Kläger mit Eingabe vom 24. Okt o- ber 2013 eine Beschwerde. Die Kammer nahm dieses Verfahren unter der G e- schäfts-Nr. PE130009 anhand. Die Beschwerdeanträge lauteten wie folgt (Urk. 83 S. 2): " 1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 13. Septem- ber 2013 (FO 070177-L) sei aufzuheben und das Verfahren sei zur Durchführung eines Beweisverfahrens an die Vorinstanz zurück zu weisen. Eventualiter 2. In Abänderung von Dispositiv Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zü- rich, 10. Abtei lung, vom 13. September 2013 (FO 070177-L) sei die Klage vollumfänglich gut zu heissen und die Beklagte sei zu verpflich- ten, dem Kläger den Betrag von Fr. 5'729.25 zuzüglich Zins zu 5% seit 14. Januar 2004 sowie Weisungskosten von Fr. 295.- zu bezahlen. 3. In Abänderung von Dispositiv Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zü- rich, 10. Abteilung, vom 13. September 2013 (FO 070177-L) seien die Gerichtskosten vollumfänglich der Beklagten aufzuerlegen. 4. In Abänderung von Dispositiv Ziff. 4 und 5 des Urteils des Bezirksge- richts Zürich, 10. Abtei lung, vom 13. September 2013 (FO 070177-L) sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger eine Prozessentschädi- gung von Fr. 2'600.- zu bezahlen. 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde- gegnerin." 4. Der mit Verfügung vom 1. November 2013 verlangte Vorschuss für die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von Fr. 1'150. – wurde in- nert erstreckter Frist einbezahlt (Urk. 87 ff.). 5.1. Da die Vollmacht d er klägerischen Rechtsvertreter bis zum 11. N o- vember 2011 befristet war (Urk. 3), wurde mit Verfügung vom 10. Januar 2014 ei-- 5 - ne Frist von 20 Tagen angesetzt, um eine aktuelle Vollmacht einzureichen. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass im Säumnisfall die bi sherigen Handlungen der Rechtsvertreter als nicht erfolgt gelten. Die Verfügung wurde den Rechtsvertr e- tern des Klägers am 13. Jan uar 2014 zugestellt (Urk. 90 S. 2 ff.). Noch vor Frist- ablauf am 3. Februar 2014 legten die Rechtsvertreter des Klägers ihr Mandat nie- der (Urk. 91 f.). 5.2. In der Folge wurde mit Verfügung vom 3. Februar 2014 dem Kläger selbst eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um mitzuteilen, ob er die bisherigen Handlungen der Rechtsvertretung genehmige. Er wurde ausserdem aufgefordert, gegebenenfalls eine Vollmacht einzureichen. Ihm wurde dabei angedroht, dass im Säumnisfall die Handlungen der angeblichen Vertreter – insbesondere die Erh e- bung der Beschwerde – als nicht erfolgt gelten würden. Weiter wurde der Kläger aufgefordert, in der gleichen Frist von 20 Tagen ein Zustelldomizil in der Schweiz zu bezeichnen, andernfalls Zustellungen durch Publikation erfolgten. Schliesslich wurde der Kläger verpflichtet , auch für ein allfälliges Fristerstreckungsgesuch ein Zustelldomizil in der Schweiz zu bezeichnen (Urk. 93 S. 3 f.). 5.3. Der Kläger reichte am 21. Februar 2014 innert der am 24. Februar 2014 endenden Frist dem schweizerischen Konsulat in New York eine Eingabe vom 20. Februar 2014 ein, in der er sinngemäss die bisherigen Handlungen sei- ner Vertreter genehmigte. Er verlängerte die Vollmacht von C._____ (nachfolgend C._____) um weitere 8 Jahre und autorisierte Frau D._____ und Herrn E._____, seine Übermittlungen an das Gericht in seinem Namen zu unterschreiben sowie in die Gerichtsakten Einblick zu nehmen. Er teilte mit, er habe noch keinen neuen Anwalt gefunden, und ersuchte zudem um Erstreckung der Frist, ein Zustelldo- mizil zu bezeichnen, um weitere 20 Tage. Bis heute hat der Kläger kein Zustel l- domizil in der Schweiz bezeichnet. 5.4. Der Kammer wu rde die soeben erwähnte Eingabe vom 20. Februar 2014 erst am 11. März 2014 per Email angekündigt (Urk. 99 ff.) und am 28. März 2014 zugestellt (Urk. 107 ff.), mithin nachdem die Kammer bereits mit Beschluss vom 4. März 2014 androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht eingetreten war (Urk. 96 S. 4 f.). - 6 - 5.5. Mit Eingabe vom 9. April 2014 ersuchte der Kläger , vertreten durch C._____, die Kammer um Wiedererwägung des Nichteintretensbeschlusses vom 4. März 2014, da dieser auf der irrtümlichen Annahme der Säumigkeit des Kl ä- gers beruhe (Urk. 118). Mit Eingabe vom 10. April 2014 teilte C._____ der Kam- mer mit, der Kläger vertrete sich vorerst selber vor Gericht, da er noch keinen Anwalt gefunden habe. Im weiteren zog er sinngemäss das Wiedererwägungsge- such zurück und legte sein Mandat nieder (Urk. 120, Urk. 122 S. 3 E. 2.3.2. und S. 3 f. E. 4.). Die Kammer schrieb in der Folge mit Beschluss vom 17. April 2014 das Wiedererwägungsgesuch ohne Kosten - und Entschädigungsfolgen ab (Urk. 122 S. 4 f.). 5.6. Der Kläger hatte zusätzlich zu seinem Wiedererwägungsgesuch auch eine Verfassungsbeschwerde ans Bundesgericht gegen den Endentscheid der Kammer vom 4. März 2014 erhoben. Das Bundesgericht erwog, die Kammer sei von einem unzutreffenden Sachverhalt ausgegangen, indem sie ihrem Entscheid zu Grunde gelegt habe, der Kläger habe die bisherigen Prozesshandlungen sei- nes Vertreters nicht genehmigt. Vielmehr sei diese Genehmigung fristgerecht er- folgt (Urk. 125 S. 5 E . 3.2. f.). Es hiess die Bes chwerde daher mit Urteil vom 3. Dezember 2014 gut und wies die Sache zur neuen Entscheidung an die Kam- mer zurück (Urk. 125 S . 6), wo sie unter der Geschäftsnummer PE140009 erneut ans Register genommen wurde. 5.7. Wie das Bundesgericht für die Kammer bindend festgestellt hat, hat der Kläger mit seiner Eingabe vom 20. Februar 2014 (Urk. 110) eine gültige Vollmacht für seine ehemaligen Rechtsvertreter eingereicht und damit deren Handeln rück- wirkend genehmigt (Urk. 125 S. 5 E. 3.2), dementsprechend ist das Verfahren fortzusetzen. 6. Der Kläger hat bis heute keinen Zustellungsempfänger in der Schweiz bezeichnet (vgl. E. I. 5.2. f. hiervor). D ementsprechend sind an ihn gerichtete Z u- stellungen androhungsgemäss durch Publikation im Amtsbl att vorzunehmen und gelten am Tag der Publikation als erfolgt (Art. 141 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 ZPO, vgl. auch Urk. 93 S. 4 Dispositivziff. 4). Daran ändert auch nichts, dass das Ver- fahren nach der Rückweisung durch das Bundesgericht eine neue Geschäft s-- 7 - nummer erhalten hat, da es sich dabei um einen rein administrativen Vorgang handelt; inhaltlich wird das Verfahren nach der Rückweisung durch das Bundes- gericht in den Stand zurückversetzt, in welchem es sich vor dem aufgehobenen Entscheid befand. 7. Da sich die Beschwerde sogleich als unbegründet erweist, ist auf die Einholung einer Beschwerdeantwort in Anwendung von Art. 322 Abs. 1 ZPO zu verzichten. II. Mit der Beschwerde können gemäss Art. 320 ZPO unrichtige Rechtsanwen- dung und offensichtlich unrichtige Fests tellung des Sachverhalts geltend gemacht werden. Dabei kann jede Rechtsverletzung angeführt werden, die Sachverhalt s- erstellung kann aber nur als "offensichtlich unrichtig" im Sinne von willkürlich g e- rügt werden. Die Beschwerde muss gemäss Art. 321 Abs. 1 ZPO schriftlich und begründet erhoben werden. Rein appellatorische Kritik ist dabei unbehelflich. Der Beschwerdeführer muss klar und nachvollziehbar darlegen, inwiefern der ange- fochtene Entscheid nicht korrekt ist. Er muss sich mit der Begründung des ange- fochtenen Entscheides auseinandersetzen, dieser seine eigenen Überlegungen gegenüberstellen und erklären, inwiefern anders zu entscheiden ist. Die B e- schwerdeinstanz ist dabei nicht verpflichtet, von sich aus den ganzen angefocht e- nen Entscheid auf Korrektheit zu überprüfen, grundsätzlich ist der Beschwerde- gegenstand und damit der Umfang der Prüfung durch die Vorbringen der be- schwerdeführenden Partei bestimmt . Die Pflicht, das Recht von Amtes wegen richtig anzuwenden, bleibt davon aber unberührt. Gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO herrscht schliesslich ein grundsätzlich umfassendes Novenverbot, sowohl für ec h- te als auch unechte Noven. Neue rechtliche und normative Vorbringen sind aber zulässig (statt vieler: Freiburghaus/Afheldt in: Sutter -Somm/Hasenböhler/Leu- enberger, Kom mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. A., Z ü- rich/Basel/Genf 2013, N 15 zu Art. 321 ZPO; Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N 4 zu Art. 326 ZPO, je m.w.H.). - 8 - III. 1. Unstreitig ist, dass die allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB; Version Vi 1/1986 Kapitalversicherungen Erwerbsunfähigkeitsrente; Urk. 20/226) der Beklagten zur Beantwortung der vorliegend streitigen Fragen zur Anwendung gelangen (Urk. 84 S. 4 E. 4.) , dass gemäss deren Ziff. 2.4 jede be- sondere Vereinbarung oder Abänderung des Versicherungsvertrages der schriftl i- chen Bestätigung durch die Direktion der Beklagten bedarf und dass eine solche Bestätigung nicht vorliegt (Urk. 84 S. 14 f. E. 3.1.; Urk. 83 S. 6 f. Ziff. 6 f.). 2.1. Die Vorinstanz argumentierte auf dieser Grundlage wie folgt: Ge- mäss aArt. 24 VVG sei die Prämie für die laufende Versicherungsperiode grund- sätzlich auch dann ganz geschuldet, wenn der Versicherer die Gefahr nur für ei- nen Teil der Versicherungsperiode habe tragen müssen. Die Parteien könnten aber eine andere Vereinbarung treffen. So hätten vorliegend die Parteien in Ziff. 27.3 (recte 26.3) der AVB vereinbart, dass derjenige Teil der periodis chen Prämien zurückerstattet werde, der am Ende des Versicherungsmonats, in des- sen Verlauf der Versicherte gestorben ist, noch nicht verbraucht ist. Die Vo r- instanz prüfte, ob diese Bestimmung auch bei einer Heirat zu r Anwendung kom- me. Sie ging dabei mit dem Kläger davon aus, dass eine individuelle Abrede dem vorgeformten Inhalt vorghehe, wenn die Parteien einverständlich von einer von der objektiven Interpretation einer Klausel abweichenden Deutung einer Regelung ausgingen (Urk. 84 S. 13 f. E. 2.2.). Die objektive Interpretation der betreffenden Ziff. 26.3 der AVB ergebe, dass diese nur den Todesfall des Versicherten regle, aber nicht den Hei ratsfall (Urk. 84 S. 16 E. 4.2.). Es sei daher zu prüfen, ob es zwischen den Parteien zu einer gültigen individuellen Abrede gekommen sei, in der die Parteien die Rückzahlung nicht verbrauchter Pr ämien auch im Heiratsfall vereinbart hätten. Gemäss Ziff. 2.4 der AVB bedürfe aber jede besondere Verein- barung oder Abänderung des Vertrags der schriftlichen Bestätigung der Direktion der Beklagten. Da eine solche fehle, könne – unabhängig des tatsächlichen Wi l- lens der Parteien – keine individuelle Abrede zustande gekommen sein , weshalb auf die Abklärung des allfälligen Inhalts einer solchen Abrede bzw. des tatsächli- chen Parteiwillens verzichtet werden könne (Urk. 84 S. 14 E. 3.1.). - 9 - 2.2. Der Kläger hält dem beschwerdeweise entgegen, die Parteien hät- ten vorliegend keine formbedürftige individuelle Abrede im Sinne der Ziff. 2.4 der AVB getroffen. Er habe dies auch nie geltend gemacht. Vielmehr seien sich die Parteien bei Vertragsschluss einig gewesen, dass die Ziff. 26.3 der AVB (Rücker- stattung der Jahresp rämie pro rata temporis bei Todesfall) auch den Versich e- rungsfall "Heirat" beinhalte. Es gehe daher nicht um die Frage, ob eine von den AVB abweichende individuelle Abr ede getroffen worden sei, sondern ob die Pa r- teien übereinstimmend bei Vertragsschluss die AVB dahingehend verstanden hät- ten, dass die Ziff. 26.3 der AVB auch den Versicherungsfall "Heirat" beinhalte und damit gar keine Abweichung von den AVB vorliege, die formrichtig hätte verein- bart werden müssen. Da AVB gleich wie I ndividualverträge auszulegen seien, müsse immer zuerst geprüft werden, wie die Parteien die allgemeinen Vertrags - bzw. Versicherungsbestimmungen tatsächlich verstanden hätten , und nur wenn sich dieses tatsächliche Verständnis nicht er mitteln lasse, sei eine Auslegung nach dem Vertrauensprinzip vorzunehmen. Vor diesem Hintergrund erweise sich der Schluss der Vorinstanz, dass der tatsächliche Wille der Parteien bzw. ihr tat- sächliches Verständnis der AVB gar nicht geprüft werden müsse , als nicht zutref- fend (Urk. 83 S. 6 ff. Ziff. 6 ff.). 3.1. Entscheidend für die vorliegend zu beurteilende Frage ist die Bedeu- tung der Ziff. 2.4 der AVB. Diese lautet wie folgt (Urk. 20/226): " 2.4 Jede besondere Vereinbarung oder Abänderung des Vertrags bedarf zu ihrer Gültigkeit der schriftlichen Bestätigung durch die Direktion der «B1._____»." Da die Parteien hierzu soweit ersichtlich keine expliziten Ausführungen getä- tigt und insbesondere ihr subjektives Verständnis der betreffenden Ziffer nicht dargelegt haben, muss eine objektive Auslegung der Bestimmung nach dem Ver- trauensprinzip vorgenommen werden. 3.2. Bei einem Formvorbehalt wie vorliegend kann es sich um die Ver- einbarung einer Abschlussform oder einer blossen Beweisform handeln. Gemäss Art. 16 Abs. 1 OR wird vermutet, dass die Parteien eine Abschlussform vereinbart - 10 - haben, mithin der Vertrag nur gültig wird, wenn die Form eingehalten ist. Diese Vermutung kann aber unter Umständen entkräftet w erden (Gauch / Schluep / Schmid, OR AT, 10. Auflage, Zürich 2014, Band 1, S. 123 f. Rz. 585 ff.). Vorli e- gend sind solche Umstände weder ersichtlich noch behauptet. Vielmehr zeigt die Formulierung "… bedarf zu ihrer Gültigkeit …" an, dass eine Abschlussform ver- einbart wurde. Auch der Inhalt der Ziffer indiziert, dass eine Abschlussform ve r- einbart wurde, wäre doch zu Beweiszwecken ein Vorbehalt der Schriftlichkeit au s- reichend und auf die Bestätigung der Direktion könnte verzichtet werden. Insge- samt ist daher davon auszugehen, dass die Parteien eine Abschlussform ver ein- bart haben. E ine Vertragsänderung ist also nur gültig, wenn eine schriftliche B e- stätigung der Direktion der Beklagten im Sinne von Ziff. 2.4 der AVB vorliegt. 3.3.1. Die Vorinstanz und der Kläger vertreten implizit zwei unterschiedli- che Standpunkte, wann von einer besonderen Vereinbarung oder Abänderung des Vertrags im Sinne der Ziff. 2.4. AVB auszugehen ist. Die Vorinstanz geht da- von aus, dass eine besondere Vereinbaru ng oder Abänderung vorliegt, wenn die- se zu einer Abweichung vom in Anwendung des Vertrauensprinzips – also objek- tiv – ermittelten Vertragsinhaltes führt. Der Kläger hingegen nimmt sinngemäss den Standpunkt ein, eine besondere Vereinbarung oder Abänderung l iege nur vor, wenn die Parteien von ihrem gemeinsamen tatsächlichen – mithin subjekti- vem – Verständnis der AVB abweichen wollen. 3.3.2. AVB dienen grundsätzlich der gleichartigen Regelung einer Vielzahl von Rechtsverhältnissen zwischen zahlreichen verschiedenen Personen. Mit di e- ser Zielsetzung würde die Auslegung, dass Abweichungen von den ABV nur dann einer schriftlichen Bestätigung der Direktion bedürfen, wenn sie vom subjektivem Vertragsverständnis der Parteien abweichen, in Widerspruch stehen, bestünde diesfalls doch die Möglichkeit, dass verschiedene Verträge mit dem genau glei- chen Wortlaut, aber unterschiedlichem Inhalt abgeschlossen würden, ohne dass dies aus dem Vertragswerk ersichtlich wird. Dabei ist auch von Bedeutung, dass nicht einfach S chriftlichkeit vereinbart wurde – also mündliche Abmachungen ausgeschlossen wurden – sondern auch eine Bestätigung der Direktion der B e- klagten, mithin ein zusätzlicher Kontrollmechanismus vorgesehen war. Würde nun - 11 - auf das subjektive Verständnis der AVB abgestellt, um zu entscheiden, ob diese Bestätigung nötig ist, griffe der Kontrollmechanismus in vielen Fällen nicht bzw. würde der Anwendungsbereich der Regelung stark eingeschränkt werden. Im Er- gebnis muss die Regelung in Ziff. 2.4 der AVB daher dahingehend verstanden werden, dass eine schriftliche Bestätigung der Direktion der Beklagten nötig ist, wenn eine besondere Vereinbarung oder Abänderung des Vertrags vorgenom- men wird, die vom objektiv ermittelten Inhalt des Versicherungsvertrags bzw. der AVB abweicht. 4. Es ist daher zu prüfen, ob die Abmachung, dass in Bezug auf die an- teilsmässige Rückerstattung der Versicherungsprämie der Eintritt der versicherten Ereignisse "Tod" und "Heirat" gleich behandelt werden, zu einer objektiven A b- weichung von den AVB führ t oder nicht. Auszugehen ist dabei vom Wortlaut der betreffenden Ziff. 26.3 der AVB, der wie folgt lautet: "… in dessen Verlauf der Versicherte gestorben ist …" . Der Heiratsfall wird an dieser Stelle nicht erwähnt . Da im allgemeinen Sprachverständnis unter dem Todesfall nicht auch der Heirats- fall verstanden wird, deutet der Wortlaut der Bestimmung darauf hin, dass in di e- ser die Heirat nicht geregelt wird. Zwar ist sowohl die Heirat als auch der Tod ein Ereignis, das zur Auszahlung der Versicherungssumme füh rt, die beiden Erei g- nisse sind aber von ganz unterschiedlicher Qualität. Insbesondere hat der Vers i- cherungsnehmer in der Regel einen viel grösseren Einfluss auf das Eintreten des Heiratsfalles als auf den Todes fall. Ausserdem ist der Todesfall ein einmaliges Ereignis, während durchaus mehrfach geheiratet werden kann . Eine Gleichb e- handlung dieser beiden Versicherungsfälle drängt sich daher auch in sachlicher Hinsicht nicht auf. Im Ergebnis wird damit bei objektiver Vertragsauslegung der Heiratsfall von Ziff. 26.3 der AVB nicht erfasst. Eine Abmachung, dass diese Ziffer auch den Heiratsfall erfasst, muss daher als Abweichung vom objektiven Ver- tragsinhalt qualifiziert werden und bedürfte der schriftlichen Bestätigung der Direk- tion der Beklagten im Sinne eines G ültigkeitserfordernisses. Da diese Bestätigung unbestrittenermassen fehlt, ist eine entsprechende Abmachung – unabhängig vom subjektiven Verständnis der betreffenden Ziff . 26.3 der AVB – aus formellen Gründen nicht zustande gekommen. Der Standpunkt der Vor instanz erweist sich damit im Ergebnis als zutreffend, und die Beschwerde ist abzuweisen. - 12 - IV. 1. Da die Beschwerde abzuweisen ist, ist die vorinstanzliche Kostenver- legung nicht abzuändern. Die Bemessung der vorinstanzlichen Prozesskosten wird nicht gerügt (Urk. 83 S. 21 Ziff. 38) . Diese ist angemessen . Entsprechend ist auch die Höhe der vorinstanzlichen Prozesskosten nicht abzuändern. 2. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren ist in Anwendung von § 2 Abs . 1 lit. a, c und d, § 4 Abs. 1, § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG (LS 211.11) festzusetzen. Dabei ist auf einen Streitwert von Fr. 5'729.25 abzustellen (Urk. 83 S. 2 ) und die Entsc heidgebühr gerundet auf Fr. 1'150. – festzulegen. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO ist die Gebühr dem Kläger aufzuerlegen. 3. Der Beklagten ist mangels erheblicher Aufwände keine Parteientsch ä- digung zuzusprechen. Es wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, und das Urteil des Bezirksgerichts Z ü- rich, 10. Abteilung, vom 13. September 2013 wird bestätigt. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'150.– festgesetzt. 3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Kläger auferlegt und mit seinem im Verfahren PE130009 geleisteten Kostenvorschuss ver- rechnet. 4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge- sprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger durch Publikation im Amtsblatt, sowie an das Bezirksgericht Zürich, 10. Abteilung, je gegen Em - pfangsschein. - 13 - Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmi t- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen B e- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine verm ö- gensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 5'729.25. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Zürich, 28. Januar 2015 Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Die Vorsitzende: Dr. L. Hunziker Schnider Der Gerichtsschreiber: lic. iur. G. Kenny versandt am: se