200 24 573 ALV ACT/LUB/SEE Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil des Einzelrichters vom 14. November 2024 Verwaltungsrichter Ackermann Gerichtsschreiber Lüthi A.________ Beschwerdeführer gegen Arbeitslosenkasse Unia Kompetenzzentrum D-CH-West, Monbijoustrasse 61, Postfach 3398, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Einspracheentscheid vom 28. August 2024 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2024, ALV/24/573, Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1992 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) stand ab dem 1. Oktober 2020 als ... in einem unbefristeten Arbeitsverhält- nis mit der B.________ AG (Akten der Arbeitslosenkasse Unia [Unia bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 99, 126 f.). Mit Schreiben vom 4. April 2024 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 30. Juni 2024 (act. II 112, 125), wobei sich dieses infolge Krankheit des Versicherten während der Kündigungsfrist bis Ende Juli 2024 verlängerte (act. II 40, 97 f.). In der Folge meldete sich der Versicherte beim Regionalen Arbeits- vermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (vgl. act. II 122) und stellte einen Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (act. II 58 - 61 resp. 154 - 157). Aufforderungsgemäss (act. II 124) nahm die ehemalige Arbeit- geberin mit Schreiben vom 1. Juli 2024 Stellung zum Kündigungsgrund (act. II 116). Nachdem der Versicherte dazu Stellung genommen hatte (act. II 102 f.), stellte ihn die Unia mit Verfügung vom 25. Juli 2024 wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 21 Tagen ab dem 1. August 2024 in der Anspruchsberechtigung ein (act. II 51 - 55). Daran hielt sie auf Einsprache hin (act. II 44 f.) mit Entscheid vom 28. August 2024 fest (act. II 30 - 35). B. Mit Eingabe vom 30. August 2024 erhob der Versicherte Beschwerde und beantrage die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 28. August 2024. Mit Beschwerdeantwort vom 19. September 2024 schloss die Beschwerde- gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2024, ALV/24/573, Seite 3 Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmun- gen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 28. August 2024 (act. II 30 - 35). Streitig und zu prüfen ist die Einstellung in der An- spruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit im Um- fang von 21 Tagen ab dem 1. August 2024. 1.3Bei einer Einstelldauer von 21 Tagen und einem Taggeldanspruch von Fr. 161.30 (act. II 29) liegt der Streitwert mit Fr. 3'387.30 unter Fr. 20'000.--, womit die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2024, ALV/24/573, Seite 4 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG sind Versicherte in der Anspruchsbe- rechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos sind. Die Arbeitslosigkeit gilt namentlich dann als selbstverschuldet, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Verlet- zung arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). Die Ein- stellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeits- losigkeit gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt jedoch keine Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus wichtigen Gründen gemäss Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) voraus. Es genügt, dass das allgemeine Verhalten Anlass zur Kündigung bzw. Entlas- sung gegeben hat; Beanstandungen in beruflicher Hinsicht müssen nicht vorgelegen haben. Mithin gehören dazu auch charakterliche Eigenschaften im weiteren Sinne, die den Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin für den Betrieb als untragbar erscheinen lassen (BGE 112 V 242 E. 1 S. 244; ARV 2016 S. 60 E. 5; SVR 2006 ALV Nr. 15 S. 51 E. 1). 2.2Ein Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosig- keit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt, für das die Versicherung die Haftung nicht übernimmt. Dieses Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkom- mens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) vom 21. Juni 1988 über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit (SR 0.822.726.8) vorsätzlich erfolgt sein, wobei Eventualvorsatz genügt. Folglich reicht es aus, dass das allgemeine Verhalten am Arbeitsplatz aus sachlich gerechtfertigten Gründen vom Arbeitgeber missbilligt wurde und die versicherte Person trotz Wissens um diese Missbilligung ihr Verhalten Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2024, ALV/24/573, Seite 5 nicht geändert hat, womit sie dem Arbeitgeber Anlass zur Kündigung gab bzw. eine solche in Kauf nahm. Ausschlaggebend ist, ob die versicherte Person wissen konnte und musste, dass sie durch ihr Handeln womöglich eine Kündigung bewirkt (BGE 147 V 342 E. 6.1 S. 357; Entscheid des Bun- desgerichts [BGer] vom 19. November 2007, 8C_466/2007, E. 3.1; ARV 2016 S. 60 E. 5). 2.3Eine versicherte Person kann nach Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV in der Anspruchsberechtigung nur eingestellt werden, wenn das ihr zur Last ge- legte Verhalten in beweismässiger Hinsicht klar feststeht. Anders ausge- drückt darf nicht einzig auf die Aussagen des Arbeitgebers zu den Umstän- den der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses abgestellt werden, insbesondere nicht, wenn diese bestritten und durch keine weiteren Indizi- en gestützt werden (BGE 112 V 242 E. 1 S. 245; ARV 1999 S. 39 E. 7b). 3. 3.1Aufgrund der Akten ist erstellt, dass dem Beschwerdeführer von der Arbeitgeberin die im Oktober 2020 angetretene Stelle als ... (act. II 114 Ziff. 2 f., 126) per Ende Juni 2024 gekündigt wurde (act. II 112, 125,), wobei sich das Arbeitsverhältnis infolge Krankheit des Beschwerdeführers während der Kündigungsfrist bis Ende Juli 2024 verlängerte (act. II 40, 97 f.; vgl. Art. 336c Abs. 2 OR). Die Kündigung wurde von der Arbeitgeberin mit Schreiben vom 10. April 2024 im Wesentlichen damit begründet, der Beschwerdeführer habe ab Frühjahr 2023 die Zielvorgaben laufend nicht erreicht, die Produktivität und die Fehlerquote seien schwankend, es sei mehrfach unpünktliches Er- scheinen am Arbeitsplatz festgestellt worden, Abwesenheiten seien nicht gemeldet und Vorgaben beim Verarbeiten der ... nicht eingehalten worden (dies speziell an einem Freitag um 17.00 Uhr, als es sich um den letzten Arbeitstag vor den Ferien handelte); daneben habe der Beschwerdeführer ohne Rücksprache mit der Vorgesetzten einen halben Ferientag bezogen, während Telefondiensten trotz Verbots Musik mit Kopfhörern gehört und das Mobiltelefon während der Arbeitszeit benutzt (act. II 117 f.). Gegenüber der Beschwerdegegnerin führte die Arbeitgeberin in der Stellungnahme Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2024, ALV/24/573, Seite 6 vom 1. Juli 2024 aus, es seien mehrfach mündliche und schriftliche Ver- warnungen ausgesprochen worden und der Beschwerdeführer habe sich wiederholt nicht an Abmachungen und Vorgaben gehalten (act. II 116 Ziff. 2 f.). In den Akten finden sich zwei Gesprächsnotizen sowie eine schriftliche Verwarnung. Gemäss der Gesprächsnotiz vom 6. März 2023 wurde der Beschwerdeführer von der Arbeitgeberin auf die Zielvorgaben, die Nichterreichung dieser Vorgaben und einen unbewilligten halbtägigen Freitag hingewiesen, die Ziele festgelegt und die Home-Office Kontrolle in den Monaten März und April vereinbart (act. II 121); gemäss derjenigen vom 8. Februar 2024, unterzeichnet vom Beschwerdeführer, wurden die bei der ...verarbeitung einzuhaltenden Regeln (zeitliche Vorgaben) und das Vorgehen für den Beschwerdeführer bei Nichterreichung festgehalten so- wie das Einhalten der Vorgaben zu Produktivität und der Entgegennahme von Telefonanrufen in Erinnerung gerufen (act. II 119). Mit der schriftlichen, vom Beschwerdeführer ebenfalls unterzeichneten Verwarnung vom 4. Ja- nuar 2024 wurde der Beschwerdeführer letztmals aufgefordert, sich an die fixen Arbeitszeiten zu halten, kurzfristige Abwesenheiten (Krankheit/Unfall) sofort und direkt den Vorgesetzten zu melden (nicht an Dritte) sowie Abwe- senheiten während der Arbeitszeiten mit den Vorgesetzten vorgängig zu besprechen und darauf aufmerksam gemacht, dass dessen Verhalten künf- tig nicht mehr toleriert werde (act. II 120). 3.2Diese Angaben der Arbeitgeberin werden vom Beschwerdeführer nicht bestritten bzw. hinsichtlich Verwarnungen explizit bestätigt (act. II 102 f.; Beschwerde S. 1 Ziff. 1 und S. 2 Ziff. 4). Im Übrigen hat der Beschwerdeführer sowohl die schriftliche Verwarnung vom 4. Januar 2024 als auch die Gesprächsnotiz vom 8. Februar 2024 jeweils unterschriftlich zur Kenntnis genommen (act. II 119 f.); dass er dagegen Einwände erho- ben hätte, wird nicht geltend gemacht und ist auch nicht aktenkundig. Zu- dem ergibt sich aus dem im Beschwerdeverfahren vom Beschwerdeführer eingereichten "Mitarbeiterbeurteilungs- und Zielvereinbarungsgespräch 2022/2023" vom 9. Juni 2022, dass die Produktivität unterschiedlich und im Verhältnis zum Arbeitsaufwand nicht immer optimal sei (Akten des Be- schwerdeführers [act. I] 4/1 gegen unten) und der Beschwerdeführer "meist" sorgfältig und organisiert arbeite (act. I 4/2 oben). Damit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer seine Aufgaben aus dem Arbeitsvertrag nicht Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2024, ALV/24/573, Seite 7 korrekt erfüllte und damit Anlass zur Kündigung des Arbeitsvertrages durch die Arbeitgeberin geboten hat. Für die Annahme einer selbstverschuldeten Kündigung reicht es aus, dass das allgemeine Verhalten am Arbeitsplatz aus sachlich gerechtfertigten Gründen vom Arbeitgeber missbilligt wurde und der Arbeitnehmer trotz Wissens um diese Missbilligung sein Verhalten nicht geändert hat, womit er dem Arbeitgeber Anlass zur Kündigung gab bzw. eine solche in Kauf nahm. Ausschlaggebend ist, ob der Versicherte – im Sinne eines Eventualvorsat- zes – wissen konnte und musste, dass er durch sein Handeln womöglich eine Kündigung bewirkt (vgl. E. 2.2 hiervor). Diese Voraussetzung war vor- liegend im Kündigungszeitpunkt mit Blick auf die vorangegangenen mit dem Beschwerdeführer geführten Gespräche und die schriftliche Verwar- nung ohne weiteres gegeben. Spätestens nach der schriftlichen Verwar- nung von Anfang Januar 2024 und dem Gespräch von Anfang Februar 2024 musste der Beschwerdeführer um die Möglichkeit wissen, bei einem erneuten Verstoss gegen seine Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis die Kündigung zu bewirken, wurde er doch mit den Worten "zum letzten Mal" auf die einzuhaltenden Arbeitszeiten sowie das Verhalten bei Abwesenhei- ten (bei Krankheit/Unfall und während fixen Arbeitszeiten) hingewiesen und ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass sein "Verhalten künftig nicht mehr toleriert werde" (act. II 120) sowie die Vorgaben beim Verarbei- ten der ..., zur Produktivität und zur Entgegennahme von Telefonanrufen einzuhalten sind (act. II 119). Da er sein Verhalten dennoch nicht ange- passt hat, nahm er eine Kündigung im Sinne eines Eventualvorsatzes zu- mindest in Kauf, so dass – entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 2 Ziff. 3) – eine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit erstellt ist. An die- sem Schluss vermögen auch die Vorbringen in der Beschwerde nichts zu ändern: 3.2.1Die Verwarnungen sind – entgegen der Auffassung in der Be- schwerde (S. 1 Ziff. 1) – wegen Fehlverhaltens erfolgt, so wegen Nichtein- halten der fixen Arbeitszeiten, nicht sofortigem Melden von Abwesenheiten (bei Krankheit/Unfall) an die direkt Vorgesetzten, fehlender vorgängiger Besprechung von Abwesenheiten während fixen Arbeitszeiten mit Vorge- setzten (act. II 120) sowie Nichteinhalten der Vorgaben beim Verarbeiten Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2024, ALV/24/573, Seite 8 der ..., der Produktivität und der Entgegennahme von Telefonanrufen (act. II 119). Die Arbeitgeberin war nicht mehr gewillt, das Verhalten des Beschwerdeführers zu akzeptieren, wurde er doch von ihr in der schriftli- chen Verwarnung vom 4. Januar 2024 ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass sein Verhalten künftig nicht mehr toleriert werde (act. II 120). Der Beschwerdeführer hätte die Möglichkeit gehabt, durch Änderung seines Verhaltens die Stelle zu behalten, weshalb nicht von ei- nem persönlichen Angriff und einem klaren Versuch, ihn aus dem Unter- nehmen zu drängen, gesprochen werden kann. 3.2.2Erstellt und unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer trotz Ver- bots Musik mit Kopfhörern gehört hat; es spielt dabei keine Rolle, dass die- ses Verhalten erst im Rahmen der Kündigung – und nachdem es der Be- schwerdeführer selber zur Sprache gebracht hatte – thematisiert wurde (Beschwerde S. 1 Ziff. 2). Eine nachträgliches "Konstruieren" von Kündi- gungsgründen bzw. ein unrechtmässiges Verhalten der Arbeitgeberin kann darin nicht erblickt werden. 3.2.3Auch wenn flexible Arbeitszeiten gelebte Betriebspraxis waren (Be- schwerde S. 2 Ziff. 4), wurde der Beschwerdeführer am 4. Januar 2024 schriftlich verwarnt, auf die fixen Arbeitszeiten zwischen 09.00 bis 11.00 Uhr sowie 14.00 und 16.00 Uhr hingewiesen und aufgefordert, Abwesen- heiten sofort und direkt an die (namentlich genannten) Vorgesetzten zu melden (act. II 120). In diesem Rahmen war die Arbeitszeit denn auch fle- xibel. 3.2.4Schliesslich wurde am 8. Februar 2024 besprochen, dass der Be- schwerdeführer Arbeiten an Kollegen abzugeben habe, wenn er diese nicht am gleichen Tag bearbeiten könne (act. II 119). Damit läuft der Vorwurf, die personellen Ressourcen seien ungenügend gewesen (Beschwerde S. 2 Ziff. 5), ins Leere. 3.3Aus den Akten ergibt sich zudem in keiner Art und Weise, dass die innegehabte Stelle unzumutbar gewesen wäre. Demnach hat der Be- schwerdeführer seine Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV selbst verschuldet und die Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG) erfolgte daher grundsätzlich zu Recht.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2024, ALV/24/573, Seite 9 4. Zu prüfen bleibt die Angemessenheit der verfügten Sanktion von 21 Ein- stelltagen (act. II 33 Ziff. 6). 4.1Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver- schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und nicht nach der tatsächlichen Dauer der Arbeitslosigkeit (BGE 113 V 154; SVR 2006 ALV Nr. 20 S. 71 E. 3.1 f.). Massgebend ist das Gesamtverhalten der versicherten Person, das unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, d.h. der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist (BGE 141 V 365 E. 4.1 S. 369). Die Dauer der Einstellung beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Innerhalb dieses Rahmens entscheiden die Organe der Arbeitslosenversi- cherung nach pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Ver- waltung setzen; die Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als näher liegend erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; SVR 2020 ALV Nr. 11 S. 36 E. 3.3; ARV 2023 S. 200 E. 5.3, 2022 S. 444 E. 3.3). 4.2Bei der im angefochtenen Einspracheentscheid vom 28. August 2024 bestätigten Einstelldauer in der Anspruchsberechtigung von 21 Tagen (act. II 30 - 35) geht die Beschwerdegegnerin vom mittleren Bereich des mittelschweren Verschuldens aus. Gemäss "Einstellraster" der vom Staats- sekretariat für Wirtschaft (SECO) herausgegebenen AVIG-Praxis ALE (ab- rufbar unter <www.arbeit.swiss>, Rubrik: Publikationen / Weisun- gen/Kreisschreiben / AVIG-Praxis; Rz. D75 Ziff. 1.B; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 148 V 385 E. 5.2 S. 391, 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228) ist die Schwere des Verschul- dens bei fristgerechter Kündigung der versicherten Person aufgrund ihres Verhaltens von leicht bis schwer zu qualifizieren, wobei Vorwarnungen des Arbeitgebers zu einer Verschärfung der Sanktion führen können; deren Anzahl, die Abstände dazwischen, die Gründe und die zeitliche Nähe der letzten Vorwarnung zur Kündigung sind zu berücksichtigende Faktoren.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2024, ALV/24/573, Seite 10 Aktenkundig sind zwei Gesprächsnotizen vom 6. März 2023 (act. II 121) und 8. Februar 2024 (act. II 119) sowie die schriftliche Verwarnung vom 4. Januar 2024 (act. II 120). Die schriftliche Verwarnung vom Januar 2024 und das Gespräch vom Februar 2024 über die einzuhaltenden Vorgaben beim Verarbeiten der ..., der Produktivität und der Entgegennahme von Telefonanrufen (act. II 119) erfolgten damit in zeitlicher Nähe zur am 4. April 2024 ausgesprochenen Kündigung (act. II 112, 125). Die Qualifika- tion als mittelschweres Verschulden ist daher nicht zu beanstanden und die verfügten 21 Einstelltage liegen innerhalb des der Verwaltung zustehenden Ermessens. Es besteht keine Veranlassung, in die Ermessensausübung der Verwaltung einzugreifen (vgl. E. 4.1 hiervor). Inwieweit die Beschwer- degegnerin aus finanziellem Eigeninteresse nicht objektiv gewesen sein sollte (Beschwerde S. 2 Ziff. 6), ist nicht ersichtlich. Abschliessend ist dem Gericht durchaus bewusst, dass diese Einstellung den Beschwerdeführer in eine prekäre finanzielle Lage bringt (Beschwerde S. 3), das Gesetz berück- sichtigt diesem Umstand im Rahmen der Einstellung in der Anspruchsbe- rechtigung jedoch nicht. 5. Nach dem Dargelegten ist der Einspracheentscheid vom 28. August 2024 (act. II 30 - 35) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 6. 6.1In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. f bis ATSG (Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 6.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2024, ALV/24/573, Seite 11 Demnach entscheidet der Einzelrichter: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien- tschädigung zugesprochen. 3. Zu eröffnen (R): - A.________ - Arbeitslosenkasse Unia - Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst - Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.