B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1232/2014 U r t e i l v o m 7 . A u g u s t 20 1 4 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Bruno Huber, Richter Gérald Bovier, Gerichtsschreiberin Regula Frey. Parteien A._______, geboren B._______, Irak, vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA), C._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. Februar 2014 / N _______. D-1232/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der aus dem Irak stammende Beschwerdeführer verliess seinen Heimat- staat eigenen Angaben zufolge am 1. November 2011 und gelangte auf dem Landweg über D._______ und ihm angeblich unbekannte Länder am 9. Dezember 2011 in die Schweiz, wo er gleichentags im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ um Asyl nachsuchte. Am 21. Dezember 2011 wurde er im EVZ summarisch befragt und am 7. Juni 2012 vom BFM direkt angehört. Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdefüh rer im Wesentlichen geltend, er stamme aus F._______ und habe in einer G._______ gearbeitet. Wegen des Verdachts auf Zusammenarbeit mit is- lamistischen Terroristen und kriminelle Handlungen seines Vorgesetzten, von denen er nichts gewusst habe, sei er am 15. Oktober 2011 in Unter- suchungshaft genommen und während 15 Tagen festgehalten worden. Während dieser Zeit sei er be fragt und auch geschlagen worden. Nach seiner Freilassung hätten ihn die Söhne seines Vorgesetzten wiederholt mit dem Tod bedroht, weil sie ihn verdächtigt hätten, ihren Vater bei den Behörden angezeigt zu haben. Der Beschwerdeführer reichte keine Dokumente zum Nachweis seiner Identität oder zur Stützung seiner Vorbringen ein. B. Am 20. Januar 2012 wurde mit dem Beschwerdeführer ein Gespräch im Hinblick auf eine sprachliche und länderkundliche Expertise (sogenannte Lingua-Analyse) geführt. Der mit der Analyse betraute Experte gelangte zum Schluss, der Beschwerdeführer habe sich nicht, wie von diese m an- gegeben, während mehrerer Jahre in der Stadt F._______ aufgehalten, sondern sei vielmehr in der Grenzregion zwischen H._______ und F._______ sozialisiert worden. Dem Beschwerdeführer wurde unter Frist- ansetzung Gelegenheit zur Einreichung einer Stellungnahme gewährt. C. In seiner Stellungnahme vom 25. März 2013 führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen an, aus de n ihm offengelegten Akten erschliesse sich nicht, wann genau das Gutachten erstellt worden sei. Es sei jedoch d a- von auszugehen, dass der Experte mit dem Erstellen des Gutachtens über ein Jahr zugewartet habe. Sodann sei unklar, weshalb nicht eine d i- rekte Anhörung du rchgeführt worden sei. Aus dem ihm edierten Dok u-D-1232/2014 Seite 3 ment bezüglich des Werdegang s des Experten gehe dessen Herkunft nicht hervor. Da der Experte ein syrisches Kurdisch gesprochen habe, ge- he der Beschwerdeführer davon aus, dass dieser aus Syrien und nicht aus dem Irak stamme. Aufgrund der ihm edierten Akte sei es ihm nicht möglich zu beurteilen, ob der Experte für die Erstellung eine s Lingua- Gutachtens genügend qualifiziert sei. Das Telefoninterview habe sich auf- grund von Verständigungsschwierigkeiten – er habe den Experten nur schlecht verstanden und immer wieder nachfragen müssen – schwierig gestaltet. Dies habe ihn verunsichert , und eventuell sei auch deshalb der Eindruck entstanden, er habe nur oberflächliche Kenntnisse von F._______. Abschliessend beantragte er die erneute Durchführung eines Gesprächs mit einem aus seiner Heimatregion stammenden Experten. D. Am 12. August 2013 forderte das Bundesamt den Beschwerdeführer auf, innert angesetzter Frist seine Identitätskarte und den Nationalitätenau s- weis einzureichen. Der Beschwerdeführer teilte mit Eingabe vom 4. Se p- tember 2013 mit, er habe zurzeit keinen Kontakt zu seiner Familie, we s- halb er die verlangten Dokumente nicht einreichen könne. E. Mit Verfügung vom 13. Februar 2014, eröffnet am 17. Februar 2014, lehn- te das BFM das Asylgesuch des Beschwerdefüh rers vom 9. Dezember 2011 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung an. F. Mit Eingabe vom 10. März 2014 erhob der Beschwerdeführer gegen den Entscheid des BFM beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und be- antragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und zwecks Ne u- beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei die Unz u- mutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewäh- rung der unentgeltlichen Prozessfü hrung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Begründung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. G. Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 18. März 2014 teilte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer mit, er dürfe den D-1232/2014 Seite 4 Ausgang des Ver fahrens in der Schweiz abwarten . Die Behandlung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltliche n Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde auf einen späteren Zeit punkt verwiesen und antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzic h- tet. Die Vorinstanz wurde in Anwendung von Art. 57 VwVG zur Einre i- chung einer Stellungnahme bis zum 2. April 2014 eingeladen. H. In ihrer Vernehmlassung vom 27. März 2014 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde, hielt fest, die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen und erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könnten, das Lingua-Gutach- ten sei sorgfältig sowie gewissenhaft erstellt worden, und verwies im Ü b- rigen auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid, an welch en voll- umfänglich festgehalten werde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebie t des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einz u- treten. D-1232/2014 Seite 5 1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.4 Die Dispositivziffern 1, 2 und 3 der vorinstanzliche n Verfügung sind unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Aufgrund der Beschwerdeb e- gehren bildet Gegenstand des Beschwerdeverfahrens lediglich die Frage, ob bezüglich der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges Kassation s- gründe bestehen und, falls keine solchen Gründe bestehen, ob dieser als zumutbar zu erachten ist. 1.5 Aufgrund der nachfolgenden Erwägungen erübrigte es sich, die v o- rinstanzliche Vernehmlassung während des Instruktionsverfahrens dem Beschwerdeführer zuzustellen. Sie ist ihm mit dem vorliegenden Urteil zur Kenntnis zu bringen. 2. 2.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids im Wesentlichen aus, aufgrund der oberflächlichen und unklaren Auss a- gen des Beschwerdeführers hielten die Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, so dass deren Asy l- relevanz nicht geprüft werden müsse. Er habe weder den Namen seines Arbeitgebers noch denjenigen seines Mitarbeiters oder die Adresse der I._______ angeben können. Auch sei er nicht in der Lage gewesen, die Umstände seiner Verhaftung überzeugend darzustellen. Des Weiteren habe er sein Aufeinandertreffen mit den Söhnen seines Arbeitgebers nicht glaubhaft zu beschreiben vermocht. Sodann sei auch die Schilderung seiner Lebensumstände in jenen Jahren, in welchen er gemäss eigenen Angaben nicht in F._______ gelebt habe, weder anschaulich noch nac h- vollziehbar. Diese Ungereimheiten und unklaren Aussagen, welche sich allesamt auf zentrale Punkte seines Vorbringens bezögen, liesse n seine gesamten Vorbringen unglaubhaft erscheinen. Gleichzeitig bestätige dies die Ergebnisse des Lingua-Gutachtens, welches zum Schluss gekommen sei, er sei nicht wie von ihm angegeben in F._______, sondern primär in {…….} H._______ sozialisiert worden. Es gebe keine individuellen Grü n- de, die gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges sprechen würden, da er ein gesunder Mann sei, der zumindest einige Zeit in der Provinz H._______ verbracht habe und dort über ein verwandtschaftl i- ches Netz verfüge. D-1232/2014 Seite 6 2.2 In seiner Rechtsmitteleingabe machte der Beschwerdeführer geltend, das BFM habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Das BFM habe sich bei seiner Behauptung, der Beschwerdeführer sta m- me nicht aus F._______, sondern aus H._______, J._______ oder K._______, ausschliesslich auf ein Lingua -Gutachten gestützt. Bei der Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzug s stelle das Gu t- achten das einzige und somit entscheidende Beweismittel dar. Seine Aus- führungen in der von ihm fristgerecht eingereichten Stellungnahme, in der er ausführlich erklärt habe, weshalb die Schlussfolgerungen des Gutac h- tens falsch seien und die Erstellung desselben nicht seriös erfolgt sei, habe das BFM in der angefochtenen Verfügung mit keinem einzigen Wort in seine Begrü ndung einfliessen lassen. Seine Vorbringen seien weder gehört, noch sorgfältig sowie ernsthaft geprüft und in der Entscheidfi n- dung denn auch nicht berücksichtigt worden. Das rechtliche Gehör sei damit erheblich verletzt worden. Sodann erhob der Beschwerdeführer gegenüber dem BFM den Vorwurf der nicht ordnungsgemässen Aktenführung. Das Lingua -Gutachten sei nämlich im Aktenverzeichnis des BFM nicht aufgeführt. Sollte ein solches Gutachten tatsächlich existieren, würde dies eine Verletzung der Akten- führungspflicht bedeuten. Für das Verfahren wesentliche Beweismittel dürften im Aktenverzeichnis nicht fehlen, insbesondere dann nicht, wenn diese wie im vorliegenden Fall nicht zur Edition freigegeben würden. Zum Gutachter sei anzumerken, dass d ieser gemäss dem Qualifikations- blatt bereits über 60 Jahre alt und damit im Zeitpunkt des Telefong e- sprächs weit mehr als eine Generation älter als der Beschwerdeführer gewesen sei . Ein solch grosser Altersunterschied dürfe bei einem Sprachgutachten nicht u nberücksichtigt bleiben, da sich die Sprache e i- nes älteren Mannes in Bezug auf den Satzbau, die Aussprache und den Wortschatz erheblich von der Jugendsprache unterscheiden könne. So- dann dürfe nicht vergessen werden, dass der Experte nicht den Dialekt des B eschwerdeführers spreche, und es deswegen erhebliche sprachl i- che Schwierigkeiten gegeben habe. Was die angeblich beschränkten Kenntnisse über die Stadt F._______ betreffe, sei davon auszugehen, dass sich der vermutlich aus Syrien stammende Experte wohl nie dort aufgehalten habe. Seine Kenntnisse werde er nicht durch eigene Erfa h- rungen, sonder n vielmehr durch andere Quellen erworben haben, we s- halb er in Bezug auf die Stadt F._______ nicht als Experte gelten könne. D-1232/2014 Seite 7 Weiter könne nicht in Abrede gestellt werden , dass die Erstellung des Gutachtens in zeitlicher Hinsicht nicht als seriös bezeichnet werden kö n- ne. Zwischen dem Telefongespräch und dem Verfassen des Gutachtens habe der Experte Monate verstreichen lassen. Dies lasse sich daraus schliessen, dass ihm ers t über ein Jahr nach dem Telefongespräch das rechtliche Gehör gewährt worden sei. 2.3 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz unter anderem fest, die Identität des Beschwerdeführers stehe bisher nicht fest, obwohl er wi e- derholt den Nachweis seiner Person alien in Aussicht gestellt habe. Zwei Lingua-Gutachten hätten ergeben, dass er zur Hauptsache in der Provinz H._______ sozialisiert worden sei. Die fachlich qualifizierten und erfahr e- nen Experten würden ihre Schlussfolgerungen sowohl auf die erfragten geografischen und landeskulturellen Kenntnisse als auch auf die linguist i- schen Merkmale stützen. Mangels anderweitiger konkreter Hinweise sei aufgrund der Aktenlage davon auszugehen, die Analysen seien mit de r nötigen Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit durchgeführt worden. 3. 3.1.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft vorab, ob das BFM mit der an- gefochtenen Verfügung den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtli- ches Gehör verletzt hat, da eine allfällige Verletzung dieses Anspruchs zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung führen kann. 3.2 3.2.1 Das rechtliche Gehör, welches in Art. 29 Abs. 2 BV verankert und in den Art. 29 ff. VwVG für das Verwaltungsverfah ren konkretisiert wird, dient einerseits der Aufklärung des Sachverhalts, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien dar. Gemäss Art. 30 Abs. 1 VwVG hört die Behörde die Parteien an, bevor sie verfügt. Der Anspruch auf vorgängige Anhörung beinhaltet insbesondere, dass die Behörde sich beim Erlass ihrer Verfügung nicht auf Tatsache n abstützen darf, zu denen sich die von der Verfügung betroffenen Person nicht vo r- gängig äussern und diesbezüglich Beweis führen konnte (vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1 S. 812). 3.2.2 Eng mit dem Äusserungsrecht ist der verfahrensrechtliche Anspruch auf Akteneinsicht (Art. 26 VwVG) verbunden. In jedem Verfahren können sich die Betroffenen nur dann wirksam zur Sache äussern und geeignet Beweise führen beziehungsweise Beweismittel bezeichnen, wenn ihnen die Möglichkeit eingeräumt wird, die Unterlagen einzusehen, auf w elche D-1232/2014 Seite 8 sich die Behörde stützt. Vom Akteneinsichtsrecht ausgeschlossen sind verwaltungsinterne Unterlagen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1994 Nr. 1 E. 3a S. 8 f.). Gilt es den Umfang des Akteneinsicht srechts zu bestimmen, kommt es jedoch auf die im konkreten Fall objektive Bedeutung eines Ak- tenstückes für die entscheidwesentliche Sachverhaltsfeststellung an und nicht auf die Einstufung des Beweismittels durch die Behörden als inter - nes oder gar geheimes Papier. Keine internen Akten sind daher zum Bei- spiel verwaltungsintern erstellte Berichte und Gutachten zu streitigen Sachverhaltsfragen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör beinhaltet auch, dass die Behörden alles in den Akten festzuhalten haben, was zur Sache gehört und eintscheidwesentlich sein kann. Daraus resultiert die Pflicht, Abklärungen, Befragungen, Zeugeneinvernahmen und Verhandlungen zu protokollieren, diese zu den Akten zu nehmen und aufzubewahren ( vgl. BGE 130 II 473 E. 4.2). Die Aktenführung hat geordnet, übersichtlich und vollständig zu sein, und es muss ersichtlich sein, wer sie erstellt hat und wie sie zustande gekommen sind (vgl. MARC HÄUSLER/RETO FERRARI- VISCA, Das Recht auf Akteneinsicht im Verwaltungs- und Verwaltungsjus- tizverfahren, in Jusletter 8. August 2011 S. 4 f.; RENÉ RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS/DANIELA THURNHERR/DENISE BRÜHL-MOSER, Ö f- fentliches Prozessrecht, 2. Aufl., Basel 2010, Rz. 339 ff.). Das Recht auf Akteneinsicht kann im Übrigen eingeschränkt werden, wenn ein überwie- gendes Interesse an deren Geheimhaltung vorhanden ist. Dies muss i n- des aufgrund einer konkreten, sorgfältigen und umfassenden Abwägung der entgegenstehenden Interessen beurteilt werden, wobei der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten ist. J e stärker das Verfahrense r- gebnis von der Stellungnahme der Betroffenen zum konkreten Dokument abhängt und je stärker auf ein Dokument bei der Entscheidfindung (zum Nachteil der Betroffenen) abgestellt wird, desto intensiver ist dem Akte n- einsichtsrecht Rechnung zu tragen (Art. 27 und 28 VwVG; vgl. zum Gan- zen HÄUSLER/FERRARI-VISCA, a.a .O., S. 2, m.w.H.; BVGE 2011/37 E. 5.4.1 S. 812 f.). 3.2.3 Aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs ergibt sich schliesslich, dass die Abfassung der Begründung dem Betroffenen ermögli chen soll, den Entscheid sachgerecht anfechten zu können, was nur der Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. Die Begrü n- dungsdichte richtet sich dabei nach dem V erfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen und den Interessen des Betroffenen, wobei bei schwerwiegenden Eingriffen in die rechtlich geschützten Interessen des D-1232/2014 Seite 9 Betroffenen eine sorgfältige Begründung verlangt wird ( vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1 S. 813). 3.3 3.3.1 Aus den vorinstanzlichen Akten geht hervor, dass das unter (BFM-)act. 13/10 aufgeführte, im Aktenverzeichnis fälschlicherweise als 'Aktennotiz' bezeichnete Dokument die Lingua -Analyse enthält. Das Ge- spräch wurde am 20. Januar 2012 von der sachverständig en Person L._______ durchgeführt und das darauf basierende Gutachten, datiert vom 16. Februar 2012, von der sachverständigen Person M._______ er- stellt. Sodann sind in einem als 'Aktennotiz' bezeichneten, am 16. Febr u- ar 2012 erstellten und ebenfalls in act. 13/10 enthaltenen Dokument unter dem Titel 'Bemerkungen' weitere Ausführungen zu m Sozialisationsraum des Beschwerdeführers aufgeführt. Beim Verfasser der Aktennotiz han- delt es sich um eine Drittperson, welche als Mitarbeiter in der Lingua- Fachstelle die Ei nschätzung der sachverständigen Person L._______ wiedergibt. 3.3.2 Es ist so mit festzuhalten, dass a m Prozess der Lingua -Abklärung zwei vom BFM beauftragte sachverständige Personen beteiligt waren. Im Aktenverzeichnis der Vorinstanz sind die Datenblätter der be iden sac h- verständigen Personen unter act. A12/2 'LINGUA Sachverständiger' e r- fasst. 3.4 3.4.1 Lingua-Analysen des BFM gelten gemäss Rechtsprechung nicht als Sachverständigengutachten (Art. 12 Bst. e VwVG; Art. 57 ff. BZP [SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG), sondern als s chriftliche Auskünfte einer Drittperson (Art. 12 Bst. c VwVG; Art. 49 BZP i.V.m. Art. 19 VwVG). Ihnen wird allerdings, sofern bestimmte Anforderungen an die fachliche Qualif i- kation, Objektivität und Neutralität der sachverständigen Person wie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit der Analyse erfüllt sind, ein erhöhter Beweiswert zugemessen. Sodann stehen private Int e- ressen eines Lingua-Experten einer Offenlegung seiner persönlichen Eck- daten entgegen. Zum Schutze vor Druck - und Retor sionsversuchen bei der Tätigkeit im Asylverfahren ist es deshalb angezeigt, dass dessen per- sönlichen Daten, die leichthin zur Identifizierung sei ner Person führen können, geheim bleiben. Ebenfalls ist es gesetzeskonform, wenn sich der Gutachter und der Pro band bei einer direkten Befragung nicht von Ang e- sicht zu Angesicht gegenüberstehen. Hingegen sind Herkunft, Dauer und Zeitraum des Aufenthaltes der sachverständigen Person im umstrittenen D-1232/2014 Seite 10 Herkunftsland respektive Herkunftsgebiet sowie ihr Werdegang, auf we l- chen sich ihre Sachkompetenz abstützt, dem Proban den im Rahmen der Lingua-Abklärungen vollständig of fenzulegen, damit er sich eine klare Vorstellung über die gutachterliche Qualifikation machen kann (vgl. statt vieler Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E-5712/2008 vom 24. Mai 2011 E. 4.2, D -6810/2007 vom 15. Februar 2011 E. 5.2; EMARK 2003 Nr. 14 E. 7 S. 89, EMARK 1998 Nr. 34 E. 5–8 S. 284 ff.). 3.4.2 Aufgrund der Verpflichtung zur vollumfänglichen Einsicht in die K o- ordinaten von Lingua-Analysten war die Vorinstanz gehalten , dem B e- schwerdeführer den Werdegang und die Qualifikation der sachverständi- gen Personen L._______ und von M._______ offenzulegen. 3.4.3 Mit Schreiben vom 13. März 2013 wurde dem Beschwerdeführer der wesentliche Inhalt des Gutachtens zur Kenntnis gebracht und ihm gleichzeitig das Recht zur Einreichung einer Stellungnahme eingeräumt. Im erwähnten Schreiben führte d as BFM sodann aus: "In der Beilage e r- halten Sie den Werdegang und die Qualifikation der sachverständigen Person". Das BFM bezog sich betreffend die Offenlegung der Qualifikat i- on einzig auf die sachverständige Person, welch e das aufgezeichnete Gespräch aus gewertet und das Gutachten ve rfasst hatte, d.h. auf M._______. 3.4.4 Sowohl aus der Stellungnahme vom 25. März 2013 wie auch aus der Rechtsmitteleingabe des Beschwerdeführers geht jedoch unmissver- ständlich hervor, dass ihm nicht die Qualifikation von M._______, sondern die Qualifikati on von L._______ offengelegt wurde. In seiner Stellun g- nahme stützt sich der Beschwerdeführer nämlich auf das ih m edierte Do- kument und führt an, dass sich die sachverständ ige Person gemäss d ie- sem Dokument während 54 Jahren in der analyserelevanten Länderkons- tellation aufgehalten habe. Diese Angabe ist eindeutig L._______ zuzu- ordnen, da sich M._______ während 26 Jahren in der a nalyserelevanten Länderkonstellation auf hielt. Gleic hzeitig lässt die Formulierung " Weiter ist unklar, weshalb der Experte über ein Jahr zuwartete, b evor er das Gutachten verfasste" erkennen, dass er davon ausging, der Befrager h a- be auch das Gutachten verfasst beziehungsweise der Befrager und der Verfasser des Gutachtens seien ein und dieselbe Person. 3.4.5 Aus den Akten ist nicht ersichtlich , dass die Vorinstanz den B e- schwerdeführer darüber informierte, am Lingua -Verfahren hätten zwei Experten mitgewirkt. Ebenso wurde dem Beschwerdeführer nicht mitg e-D-1232/2014 Seite 11 teilt, welche sachverständige Person welche Aufgabe übernommen hatte (L._______ Führung des Gesprächs vom 20. Januar 2012, M._______ Erstellung des Gutachtens vom 26. Februar 2012). Dem Beschwerdefüh- rer wurde zwar die Akte A12/2, in welcher der Werdegang und die Qualifi- kation von L._______ und M._______ enthalten sind, mit der Edition vom 5. März 2014 offengelegt. Da der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmi t- teleingabe aber lediglich Bezug auf einen Gutach ter nimmt, ist nicht aus- zuschliessen, dass ihm nur die erste Seite dieser Akte zugestellt wurde. Selbst wenn ihm Einsicht in beide Qualifikationsbogen gewährt worden wäre, hätte er diese mangels Information über die Rollen von L._______ und M._______ nicht entsprechend würdigen können, zumal im Schrei- ben des BFM vom 13. März 2013 lediglich eine sachverständige Person erwähnt und de ren Werdegang offengelegt wurde. Aufgrund der unvol l- ständigen Informationen musste der Beschwerdeführer den Eindruck g e- winnen, die vom BFM als L._______ bezeichnete sachverständige Pe r- son habe sowohl das Gespräch durchgeführt als auch das Gutachten e r- stellt, was indessen nicht zutrifft. Wie unter Erwägung 3.4.2 bereits e r- wähnt, ist das BFM in casu zur vollumfänglichen Eins icht in die Koordina- ten der beteiligten Lingua-Analysten verpflichtet und wäre deshalb geha l- ten gewesen, dem Beschwerdeführer den Werdegang und die Qualifikati- onen der sachverständigen Personen L._______ und M._______ sowie zusätzlich ihre Rolle bei der Er stellung der Analyse offenzulegen. Mit sei- nem Vorgehen hat das Bundesamt somit das rechtliche Gehör des B e- schwerdeführers verletzt, war es letzterem unter diesen Umständen doch unmöglich, sich gezielt gegen den vorinstanzlichen Entscheid zu wehren. 3.4.6 3.4.6.1 Zur Verwirrung trägt ebenfalls bei, dass die Vorinstanz in der a n- gefochtenen Verfügung von einem (einzigen) Gutachten spricht. In der Vernehmlassung ist jedoch von zwei erstellten Lingua -Gutachten die Re- de. Wie sich aus den Ausführungen in E. 3.3.1 ergibt, exist iert indessen nur eine Analyse, nämlich jene von M._______. Die Einschätzung von L._______ wurde lediglich in einer von ihm nicht verfassten Aktennotiz festgehalten, was als ungenügend zu erachten ist , entspricht dies doch nicht den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen, wonach die Grundlagen und Schlussfolgerungen im Lingua -Gutachten protokolla- risch oder berichtsmässig fes tzuhalten sind (vgl. EMARK 1998 Nr. 34 E. 8e S. 288) . Insofern stellte das Bundesamt den rechtserheblichen Sac h- verhalt falsch fest. D-1232/2014 Seite 12 3.4.6.2 Im Schreiben des BFM vom 13. März 2014, mit welchem es dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zur Lingua -Analyse gewährte, wird als Schlussfolgerung des Bundesamtes angegeben, dieser sei in der Grenzregion zwischen H._______ und F._______ sozialisiert worden. Dies entspricht dem Ergebnis des Experten M._______ in seiner Analyse vom 16. Februar 2013. In der Vernehmlassung vom 27. März 2014 wird hingegen angeführt, der Beschwerdeführer sei, wie sich aus zwei Lingua - Gutachten ergebe, zur Hauptsache in der Provinz H._______ sozialisiert worden. Dies entspricht zwar der Schlussfolgerung in der Aktennotiz vom 26. Februar 2014, welche die Einschätzung des Experten L._______ wiedergeben soll, nicht jedoch dem Resultat der Analyse von M._______. Auch in dieser Hinsicht stellte das BFM den rechtserheblichen Sachve r- halt falsch fest. 3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das BFM den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt hat, indem es ihm die Offenlegung der von der Rechtsprechung als wesentlich bezeichneten In- formationen bezüglich des Lingua-Verfahrens vorenthalten hat. Zudem hat es den rechtserheblichen Sachverhalt falsch festgestellt, indem es von zwei Lingua-Gutachten ausging und die Resultate der beiden Expe r- ten nicht entsprechend dem tatsächlichen Gehalt deren Aussagen pr ä- sentierte. In Anbetracht dieser Ausführungen kann offengelassen werden, ob der Vorwurf des Beschwerdeführers, das BFM habe seine Stellun g- nahme vom 25. März 2013 nicht berücksichtigt, zutreffend ist. 4. 4.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, weshalb de s- sen Verletzung grundsätzlich ohne Rücksicht darauf, ob die angefochtene Verfügung bei korrekter Verfahrensführung im Ergebnis anders ausgefa l- len wäre, zur Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides führt. Die Hei- lung von Gehörsverletzungen ist aus prozessökonomischen Gründen auf Beschwerdeebene nur möglich, sofern das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerd e- instanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tat- bestand und Rechtsanwendung zukommt, sowie die festgestellte Verle t- zung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt we r- den kann. Im vorliegend en Fall ist die offensichtliche Verletzung des rechtlichen Gehörs seitens des BFM als schwerwiegend zu bezeichnen. Zudem liegt es nicht am Bundesverwaltungsgericht, anstelle der Vori n- stanz die entsprechenden Schlüsse aus dem Sachverhalt zu ziehen. Es D-1232/2014 Seite 13 ist auch nicht seine Aufgabe, Versäumnisse des Bundesamtes auf B e- schwerdeebene systematisch zu beheben und damit die Vorinstanz gleichsam von einer sorgfältigen Verfahrensführung zu entbinden, zumal dem Beschwerdeführer durch ein solches Vorgehen eine Instanz verloren ginge. Eine Heilung der festgestellten Mängel in der angefochtenen Ve r- fügung fällt deshalb nicht in Betracht (vgl. zum Ganzen BVGE 2009/53 E. 7.3). 4.2 Die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör wird von Amtes wegen als Kassationsgrund berücks ichtigt, wenn die Mängel schwerwi e- gend sind und eine vernünftige Prozesserledigung in der Rechtsmi t- telinstanz verunmöglichen (vgl. BVGE 2013/23 E. 6.1.3; 2009/54 E. 2.5; 2009/53 E. 7.3). Da eine Heilung angesichts der schwerwiegenden Ve r- letzung des rechtli chen Gehörs und der falschen Feststellung des w e- sentlichen Sachverhalts auf Beschwerdeebene nicht in Betracht fällt, ist die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 4.3 Es steht dem BFM offen, die Aussagen und Schlüsse des Experten L._______ anstelle einer Aktennotiz nachträglich in Form eines Lingua - Gutachtens erfassen zu lassen. Allenfalls kann auch ein weiterer Experte mit der Abfassung eines solchen Gutachtens basierend auf der Grundl a- ge des aufgenommenen Gesprächs vom 20. Januar 2012 beauftragt werden. Jedenfalls ist dem Beschwerdeführer dazu das rechtliche Gehör zu gewähren, wobei ihm im Rahmen von Art. 27 VwVG der wesentliche Inhalt der Gutachten transparent darzulegen ist (vgl. EMARK 1998 Nr. 34 E. 9 S. 289 ff.) , zum Beispiel welcher Experte aufgrund welcher Gründe zu welchen Schlüssen gekommen ist . Nach Feststellung des richtigen rechtserheblichen Sachverhalts ist eine Neubeurteilung vorzunehmen. 5. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, die an gefochtene Verfügung vom 13. Februar 2014 aufzuheben und die Sache zur Neub e- urteilung an das BFM zurückzuweisen. Es erübrigt sich deshalb, auf die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers einzugehen. 6. 6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG erweist sich mithin als gegenstandslos. D-1232/2014 Seite 14 6.2 Dem Beschwerdeführer ist in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG eine Parteientschädigung für die ihm erwachsenen notwendigen Vertr e- tungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Es wurde keine Koste n- note zu den Akten gereicht. Der notwendige Vertretungsaufwand lässt sich indes aufgrund der Aktenlage zuverlässig abschätzen, weshalb auf die Einholung einer solchen verzichtet wird ( Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu zie henden Bemessungsfaktoren (Art. 8 ff. VGKE) ist die vom BFM zu entrichtende Parteientschädigung auf Fr. 700.– (inkl. Auslagen) festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite) D-1232/2014 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2. Die angefochtene Verfügung vom 13. Februar 2014 wird aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Par teientschädi- gung in der Höhe von Fr. 700.– auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Regula Frey Versand: