<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">91</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>21 Krankentaggeld</b></span> <span class="ft2"><b>nach</b></span> <span class="ft2"><b>VVG</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Taggeldleistungen sind zu erbringen, wenn eine Krankheit im Sinne des</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Gesetzes bzw. des Reglements vorliegt. Was diese Krankheit verursachte,</b></span><br/> <span class="ft2"><b>ist für den Leistungsanspruch unerheblich.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 3. Kammer, vom 10. Februar</span><br/> <span class="ft3">2009 in Sachen R.M. gegen Krankenkasse S. (VKL.2008.64).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">92</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3.3.2.</span><br/> <span class="ft1">Krankheit wird in Art. 3 AVB folgendermassen definiert:</span><br/> <span class="ft1">,,Krankheit ist jede Beeinträchtigung der körperlichen oder</span><br/> <span class="ft1">geistigen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine</span><br/> <span class="ft1">medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine</span><br/> <span class="ft1">Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat."</span><br/> <span class="ft1">Der Umstand, dass das Gewicht der Klägerin derart stark ab-</span><br/> <span class="ft1">nahm und zu erheblichen gesundheitlichen Folgeerscheinigungen</span><br/> <span class="ft1">führte, bewirkte eine körperliche Beeinträchtigung der Gesundheit,</span><br/> <span class="ft1">welche eine medizinische Behandlung erforderte (zur Verhinderung</span><br/> <span class="ft1">eines weiteren Gewichtsverlusts, der gesundheitlichen Stabilisierung</span><br/> <span class="ft1">und der versuchten Gewichtszunahme durch Abgabe spezieller</span><br/> <span class="ft1">Trinknahrung) und zu Arbeitsunfähigkeit führte. Die Kriterien des</span><br/> <span class="ft1">Krankheitsbegriffes sind damit erfüllt; das Untergewicht der Kläge-</span><br/> <span class="ft1">rin stellt demzufolge eine Krankheit im Sinne von Art. 3 AVB dar.</span><br/> <span class="ft1">Welche Ursache dieses Untergewicht hat, ist dabei unerheblich. Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheidwesentlich ist nicht die psychosoziale Belastungssituation der</span><br/> <span class="ft1">Klägerin oder ihre schwache Konstitution, sondern allein die Tatsa-</span><br/> <span class="ft1">che, dass - ab September 2006 und über März 2007 hinaus - ein ärzt-</span><br/> <span class="ft1">lich attestiertes krankhaftes Untergewicht bestand. Die Krankheit ist</span><br/> <span class="ft1">das in massiver Form eingetretene Untergewicht an sich; wie es zu</span><br/> <span class="ft1">dieser Krankheit gekommen ist, spielt bei der Frage, ob eine Krank-</span><br/> <span class="ft1">heit vorliegt, keine Rolle.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/> <span class="ft1">Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass das erhebliche</span><br/> <span class="ft1">Untergewicht der Klägerin eine Krankheit im Sinne von Art. 3 AVB</span><br/> <span class="ft1">darstellt. Im Frühjahr 2007 war das Normalgewicht von 47 kg noch</span><br/> <span class="ft1">nicht erreicht. Die Beklagte hätte daher ihre Taggeldleistungen nicht</span><br/> <span class="ft1">per 25. März 2007 einstellen dürfen.</span><br/></div> </div> </body> </html>