<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2001 43 S.177</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Abgaben</span> <span class="page_no">177</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>VII. Abgaben</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>43 Kanalisationsanschlussgebühr. Kostendeckungsprinzip. Äquivalenz-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>prinzip.</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Anwendung des Kostendeckungsprinzips auf die Abwasserentsorgung</b></span><br/> <span class="ft3"><b>(Erw. 3).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Der Vergleich der Einnahmen und Ausgaben muss über eine längere</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Zeitspanne erfolgen.</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Bei der Prüfung des Kostendeckungsprinzips sind bei den jährlichen</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Ausgaben- oder Einnahmenüberschüssen Zinsen, aber nicht Zinses-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>zinsen aufzurechnen; anzuwendender Zinsfuss (Erw. 3/b).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Bei einer Kumulation von Anschlussgebühren und Baubeiträgen ist</b></span><br/> <span class="ft3"><b>dem Äquivalenzprinzip bei der Bemessung des Baubeitrags Rechnung</b></span><br/> <span class="ft3"><b>zu tragen (Erw. 5).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 24. Oktober 2001 in</span><br/> <span class="ft4">Sachen Genossenschaft G. gegen Entscheid des Baudepartements.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">2. Gebühren und Beiträge als sogenannte Kausalabgaben müs-</span><br/> <span class="ft6">sen das Kostendeckungs- und das Äquivalenzprinzip einhalten (vgl.</span><br/> <span class="ft6">AGVE 1991, S. 203; 1987, S. 139, je mit weiteren Hinweisen).</span><br/> <span class="ft6">3. a) Das Kostendeckungsprinzip besagt, dass der Gesamtertrag</span><br/> <span class="ft6">der Gebühren und Beiträge die Gesamtkosten des betreffenden Ver-</span><br/> <span class="ft6">waltungszweiges nicht oder höchstens geringfügig überschreiten darf</span><br/> <span class="ft6">(BGE in: ZBl 97/1996, S. 329; Ulrich Häfelin/Georg Müller, Grund-</span><br/> <span class="ft6">riss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. Auflage, Zürich 1998,</span><br/> <span class="ft6">Rz. 2050, 2064). Zum Gesamtaufwand sind nicht nur die laufenden</span><br/> <span class="ft6">Ausgaben des betreffende Verwaltungszweiges, sondern auch ange-</span><br/> <span class="ft6">messene Rückstellungen, Abschreibungen und Reserven hinzuzu-</span><br/> <span class="ft6">rechnen (BGE 126 I 188 = ASA 70/2001-2002, S. 248).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">178</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">aa) Grundsätzlich ist das Kostendeckungsprinzip auf die Ab-</span><br/> <span class="ft6">wasserentsorgung als Ganzes anzuwenden. Doch kann es - jedenfalls</span><br/> <span class="ft6">in problematischen Fällen - geboten sein, getrennt zu untersuchen, ob</span><br/> <span class="ft6">die Investitionsausgaben verglichen mit den Baubeiträgen und An-</span><br/> <span class="ft6">schlussgebühren einerseits und die Unterhalts- und Betriebsaufwen-</span><br/> <span class="ft6">dungen verglichen mit den Benützungsgebühren andererseits das</span><br/> <span class="ft6">Kostendeckungsprinzip einhalten. Nur so lässt sich verhindern, dass</span><br/> <span class="ft6">die bereits an die Kanalisation Angeschlossenen (die in der über die</span><br/> <span class="ft6">Tarifgestaltung befindenden Gemeindeversammlung regelmässig</span><br/> <span class="ft6">weit zahlreicher sind als potentiell Neuanschliessende) bei der Fest-</span><br/> <span class="ft6">setzung des Abgabentarifs die Benützungsgebühren zu Lasten der</span><br/> <span class="ft6">Anschlussgebühren für Neuanschliessende ungerechtfertigt niedrig</span><br/> <span class="ft6">halten (AGVE 1987, S. 140 f.). Werden umgekehrt die Benützungs-</span><br/> <span class="ft6">gebühren höher angesetzt, als zur Deckung des Unterhalts- und Be-</span><br/> <span class="ft6">triebsaufwandes nötig wäre, fallen die Anschlussgebühren (sofern</span><br/> <span class="ft6">das Kostendeckungsprinzip insgesamt eingehalten ist) "zu niedrig"</span><br/> <span class="ft6">aus. Dieser Fall ist relativ unproblematisch, weil bei den Neuan-</span><br/> <span class="ft6">schliessenden ein Ausgleich zwischen den Anschluss- und den in</span><br/> <span class="ft6">Zukunft ebenfalls zu entrichtenden Benützungsgebühren erfolgt.</span><br/> <span class="ft6">Hier rechtfertigt es sich, in Verfahren, in denen es um die zulässige</span><br/> <span class="ft6">Höhe der Anschlussgebühren geht, auf die getrennte Beurteilung zu</span><br/> <span class="ft6">verzichten (AGVE 1995, S. 179). Eine getrennte Beurteilung kann</span><br/> <span class="ft6">auch an den Schwierigkeiten der Erhebung scheitern, so namentlich</span><br/> <span class="ft6">dann, wenn die Aufteilung der Einnahmen und Ausgaben gemäss der</span><br/> <span class="ft6">Verordnung über den Finanzhaushalt der Gemeinden und der Ge-</span><br/> <span class="ft6">meindeverbände (FinV) vom 9. Juli 1984 erfolgt, wo sich die Unter-</span><br/> <span class="ft6">scheidung zwischen Investitionen und Unterhalt zur Hauptsache</span><br/> <span class="ft6">nach der Höhe der Ausgabe richtet (§ 7 Abs. 2 - 6 FinV), was zur</span><br/> <span class="ft6">Folge hat, dass Instandstellungs- und Unterhaltskosten der Kanalisa-</span><br/> <span class="ft6">tion häufig (aber unsachgemäss) in der Investitionsrechnung erschei-</span><br/> <span class="ft6">nen (vgl. § 7 Abs. 2 lit. d FinV). Als Folge davon ist eine genaue</span><br/> <span class="ft6">Trennung von Investitionsausgaben einerseits und Unterhalts- und</span><br/> <span class="ft6">Betriebsaufwendungen andererseits fast unmöglich und würde re-</span><br/> <span class="ft6">gelmässig einen unverhältnismässigen Aufwand erfordern.</span><br/> <span class="ft6">Dem Bundesgesetz über den Gewässerschutz (GSchG) vom</span><br/> <span class="ft6">24. Januar 1991 wurde mit Änderung vom 20. Juni 1997 ein neuer</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Abgaben</span> <span class="page_no">179</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Art. 60a eingefügt. Nach dessen Abs. 1 sorgen die Kantone dafür,</span><br/> <span class="ft6">dass die Kosten für Bau, Betrieb, Unterhalt, Sanierung und Ersatz</span><br/> <span class="ft6">der Abwasseranlagen, die öffentlichen Zwecken dienen, mit Gebüh-</span><br/> <span class="ft6">ren und anderen Abgaben den Verursachern überbunden werden.</span><br/> <span class="ft6">Eine andere Finanzierung, so namentlich aus Steuergeldern, ist nur</span><br/> <span class="ft6">ausnahmsweise zulässig (Abs. 2). Die mittels Abgaben erzielten Ein-</span><br/> <span class="ft6">nahmen dürfen somit die Aufwendungen weder übertreffen (Kosten-</span><br/> <span class="ft6">deckungsprinzip) noch unterschreiten (Art. 60a Abs. 1 GSchG), son-</span><br/> <span class="ft6">dern müssen diesen theoretisch genau entsprechen. Praktisch ist dies</span><br/> <span class="ft6">unmöglich, gerade angesichts der Tatsache, dass immer auch mit</span><br/> <span class="ft6">Schätzungen über die zukünftige Entwicklung gearbeitet werden</span><br/> <span class="ft6">muss. Als Folge davon darf eine Verletzung des Kostenprinzips nicht</span><br/> <span class="ft6">schon bei geringfügigem oder kurzfristigem Einnahmenüberschuss</span><br/> <span class="ft6">bejaht werden.</span><br/> <span class="ft6">bb) Die unterschiedliche Funktion von einmaligen Anschluss-</span><br/> <span class="ft6">gebühren und wiederkehrenden Benützungsgebühren wird häufig so</span><br/> <span class="ft6">umschrieben, dass die ersten dem Einkauf in das bestehende Netz</span><br/> <span class="ft6">einschliesslich übergeordneter Anlagen, die zweiten der Finanzie-</span><br/> <span class="ft6">rung des Unterhalts der vorhandenen Anlagen dienen. Dabei handelt</span><br/> <span class="ft6">es sich allerdings um eine vereinfachende Ausdrucksweise, aus der</span><br/> <span class="ft6">nicht abgeleitet werden darf, eine solche "Einkaufsgebühr" sei un-</span><br/> <span class="ft6">zulässig, falls vom bestehenden Netz her kein Defizit mehr vorhan-</span><br/> <span class="ft6">den ist. Vielmehr entspricht es der ständigen Rechtsprechung, dass</span><br/> <span class="ft6">die Überprüfung des Kostendeckungsprinzips für einen grösseren</span><br/> <span class="ft6">Zeitraum erfolgt und die in absehbarer Zukunft zu erwartenden Inve-</span><br/> <span class="ft6">stitionskosten mitberücksichtigt werden müssen (AGVE 1998,</span><br/> <span class="ft6">S. 197; 1987, S. 141; vgl. auch BGE 118 Ia 325 = Pra 82/1993,</span><br/> <span class="ft6">S. 540). Das kann gar nicht anders sein, da gerade bei der Wasser-</span><br/> <span class="ft6">und Abwasserversorgung die Investitionen des Gemeinwesens und</span><br/> <span class="ft6">die private Bautätigkeit nicht im zeitlichen Gleichschritt erfolgen,</span><br/> <span class="ft6">wobei die Investitionen nicht notwendigerweise vorausgehen, son-</span><br/> <span class="ft6">dern zusätzliche Anschlüsse eben oft auch Folgekosten bewirken.</span><br/> <span class="ft6">Erträge und Aufwendungen stellen somit nicht "Momentaufnahmen"</span><br/> <span class="ft6">dar, sondern sind über einen längeren Zeitraum zu vergleichen</span><br/> <span class="ft6">(AGVE 1998, S. 197; 1995, S. 181 f.).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">180</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Gerade im vorliegenden Fall lässt sich dies anhand der Ent-</span><br/> <span class="ft6">wicklung der Ausgaben im Zeitablauf (vgl. hinten Erw. 3/b) illustrie-</span><br/> <span class="ft6">ren. Der Bau der Abwasserreinigungsanlage (ARA) in U. und der</span><br/> <span class="ft6">Zuleitung erforderte in den Jahren 1972 - 1975 grosse finanzielle</span><br/> <span class="ft6">Aufwendungen. Sie nützten nicht nur denjenigen, welche in diesen</span><br/> <span class="ft6">Jahren oder kurz danach an die Kanalisation anschlossen; auch die</span><br/> <span class="ft6">heutigen Anschlüsse wären ohne die (weiter-)bestehende ARA gar</span><br/> <span class="ft6">nicht zulässig. Andererseits führte die bauliche Entwicklung dazu,</span><br/> <span class="ft6">dass die ARA in nächster Zeit ausgebaut und saniert werden muss,</span><br/> <span class="ft6">wiederum mit Millionenaufwand. Es wäre rechtsungleich und gera-</span><br/> <span class="ft6">dezu willkürlich, wenn - wie dies in der Beschwerde verlangt wird -</span><br/> <span class="ft6">zeitlich irgendwo ein "Schlussstrich" für die Berücksichtigung der</span><br/> <span class="ft6">Baukosten der ARA gezogen würde (auch der Erlass eines neuen</span><br/> <span class="ft6">Abwasserreglements darf richtigerweise nicht diese Folge zeitigen)</span><br/> <span class="ft6">und dann das Kostendeckungsprinzip zunächst die Erhebung von</span><br/> <span class="ft6">Anschlussgebühren verhinderte, bis die nächsten grossen Ausgaben</span><br/> <span class="ft6">wieder für einige Zeit, bis zum nächsten "Schlussstrich", Anschluss-</span><br/> <span class="ft6">gebühren möglich machten. Zu berücksichtigen ist in diesem Zu-</span><br/> <span class="ft6">sammenhang auch, dass die grundsätzlich einmalig zu entrichtenden</span><br/> <span class="ft6">Anschlussgebühren - weit stärker als die periodisch zu bezahlenden</span><br/> <span class="ft6">Benützungsgebühren - aus Gründen der Rechtsgleichheit in ihrer</span><br/> <span class="ft6">Höhe für längere Dauer Bestand haben sollten und nicht ständig</span><br/> <span class="ft6">abgeändert werden dürfen.</span><br/> <span class="ft6">b) aa) Aus der Abwasserrechnung ist ersichtlich, dass eine</span><br/> <span class="ft6">Aufteilung in Investitions- und laufende Rechnung erst ab 1986 er-</span><br/> <span class="ft6">folgte, und zwar gemäss § 7 FinV. Die Jahre bis 1971 mit ihren ge-</span><br/> <span class="ft6">ringen Beträgen können vernachlässigt werden. Die grossen Auf-</span><br/> <span class="ft6">wendungen im Zusammenhang mit dem Bau der ARA und der Zu-</span><br/> <span class="ft6">leitung in den Jahren 1972 - 1975 führten dazu, dass - obwohl die</span><br/> <span class="ft6">Anschlussgebühren gleichzeitig zu fliessen begannen - Ende 1975</span><br/> <span class="ft6">ein Defizit von rund Fr. 2 Mio. aufgelaufen war. Die regelmässigen</span><br/> <span class="ft6">Einnahmenüberschüsse ab 1976 führten dazu, dass die Rechnung per</span><br/> <span class="ft6">Ende 1990 erstmals einen Überschuss auswies. Ende 1991 war sie</span><br/> <span class="ft6">ausgeglichen. Per Ende 2000 betrug der Überschuss trotz wieder</span><br/> <span class="ft6">ansteigenden Investitionen rund Fr. 760'000.-- (die bisherigen Zah-</span><br/> <span class="ft6">lenangaben <i>ohne</i> Berücksichtigung von Passivzinsen). Dass trotzdem</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Abgaben</span> <span class="page_no">181</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">ein Negativsaldo von beinahe Fr. 2'500'000.-- ausgewiesen wird, ist</span><br/> <span class="ft6">auf die Einrechnung von Passivzinsen und -zinseszinsen zurückzu-</span><br/> <span class="ft6">führen. In der Abwasserrechnung wird der Zins vom jeweiligen Ge-</span><br/> <span class="ft6">samtsaldo berechnet, was zur Entstehung von Zinseszinsen führt.</span><br/> <span class="ft6">Anlässlich der Verhandlung wurde bestätigt, dass es sich bezüglich</span><br/> <span class="ft6">Zins und Zinseszins in der Abwasserrechnung um rein kalkulatori-</span><br/> <span class="ft6">sche Grössen handelt.</span><br/> <span class="ft6">Der folgende Vergleich zeigt die grossen Unterschiede, je nach-</span><br/> <span class="ft6">dem, ob ohne Zins, mit Zins oder mit Zins und Zinseszins gerechnet</span><br/> <span class="ft6">wird. In Kolonne 1 wird der jeweilige Jahressaldo (+ = <i>Ausgaben-</i></span><br/> <span class="ft6">überschuss / - = <i>Einnahmen</i>überschuss) unverändert übernommen</span><br/> <span class="ft6">und der jeweilige Gesamtsaldo ab 1972 angegeben. In Kolonne 2</span><br/> <span class="ft6">wird jeder Jahressaldo mit einem Jahreszins von 4% für die Ein-</span><br/> <span class="ft6">nahmenüberschüsse und von 5% für die Ausgabenüberschüsse (zur</span><br/> <span class="ft6">Begründung der Zinssätze vgl. hinten Erw. 3/b/cc/aaa) bis Ende 2000</span><br/> <span class="ft6">hochgerechnet (der "Gesamtsaldo" nach jedem Jahr ist hier fiktiv, da</span><br/> <span class="ft6">abhängig davon, bis zu welchem Zeitpunkt hochgerechnet wird). In</span><br/> <span class="ft6">Kolonne 3 wird der Jahressaldo um den in der "Internen Abrechnung</span><br/> <span class="ft6">Abwasser" aufgeführten Zins (variabler Zinssatz) auf dem Gesamt-</span><br/> <span class="ft6">saldo des Vorjahres geändert. (Angaben in Fr. 1'000.--)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">182</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <br/> <table border="1"> <tr> <td width="50"></td> <td align="center" colspan="2"><span class="ft4">Ohne Zins</span></td> <td align="center" colspan="2"><span class="ft4">Mit Zins</span></td> <td align="center" colspan="2"><span class="ft4">Mit Zins und Zinseszins</span></td> <td></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">Jahr</span></td> <td align="center" width="100"><span class="ft4">AÜ</span> <span class="ft4">(+) EÜ (-)</span></td> <td align="center" width="50"><span class="ft4">Saldo</span></td> <td align="center" width="100"><span class="ft4">AÜ</span> <span class="ft4">(+) EÜ (-)</span></td> <td align="center" width="50"><span class="ft4">Saldo</span></td> <td align="center" width="100"><span class="ft4">AÜ</span> <span class="ft4">(+) EÜ (-)</span></td> <td align="center" width="50"><span class="ft4">Saldo</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1972</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 559</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 559</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1341</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1341</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 559</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 559</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1973</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 662</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1221</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1556</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2897</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 694</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1253</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1974</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 565</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1786</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1299</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 4196</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 652</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1905</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1975</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 237</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2023</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 533</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 4729</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 381</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2286</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1976</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 79</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1944</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 155</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 4574</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 62</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2348</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1977</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 261</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1683</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 501</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 4073</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 138</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2210</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1978</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 183</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1500</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 344</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 3729</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 84</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2126</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1979</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 127</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1373</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 234</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 3495</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 45</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2081</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1980</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 108</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1265</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 195</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 3300</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 16</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2065</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1981</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 27</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1238</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 48</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 3252</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 89</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2154</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1982</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 382</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 856</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 657</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2595</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 242</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1912</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1983</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 36</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 820</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 60</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2535</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 71</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1983</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1984</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 194</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 626</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 318</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2217</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 86</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1897</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1985</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 135</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 491</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 216</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2001</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 32</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1865</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1986</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 37</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 454</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 58</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1943</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 64</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1929</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1987</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 111</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 343</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 169</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1774</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 10</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1919</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1988</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 149</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 194</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 221</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1553</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 51</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1868</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1989</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 66</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 128</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 95</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1458</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 42</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1910</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1990</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 203</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 75</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 284</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1174</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 57</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1853</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1991</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 77</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 112</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1286</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 224</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2077</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1992</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 222</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 224</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 311</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1597</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 387</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2464</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1993</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 148</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 372</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 200</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1797</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 332</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2796</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1994</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 291</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 81</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 361</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1436</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 103</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2693</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1995</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 662</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 581</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 794</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 642</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 519</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2174</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1996</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 352</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 933</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 408</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 234</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 244</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 1930</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1997</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 171</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 762</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 196</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 430</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 267</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2197</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1998</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 107</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 655</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 117</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 547</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 201</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2398</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">1999</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 11</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 666</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 11</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 536</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 84</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2482</span></td> </tr> <tr> <td align="center"><span class="ft4">2000</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 93</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 759</span></td> <td align="center"><span class="ft4">- 93</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 443</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 5</span></td> <td align="center"><span class="ft4">+ 2487</span></td> </tr> </table> </div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Abgaben</span> <span class="page_no">183</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <br/> <span class="ft6">bb) aaa) Die Beschwerdeführerin vermutet inhaltliche Fehler in</span><br/> <span class="ft6">der Abwasserrechnung und hält sie auch für ungenügend aussage-</span><br/> <span class="ft6">kräftig. Der Finanzverwalter der Gemeinde hat an der Verhandlung</span><br/> <span class="ft6">dargelegt, wie die Abwasserrechnung geführt wurde. Konkrete An-</span><br/> <span class="ft6">haltspunkte für inhaltliche Fehler vermochte die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft6">nachher nicht mehr zu nennen, sodass das Verwaltungsgericht keinen</span><br/> <span class="ft6">Anlass für zusätzliche Untersuchungen sieht. (...) Auf den Inhalt der</span><br/> <span class="ft6">vorgelegten Abwasserrechnung kann somit abgestellt werden.</span><br/> <span class="ft6">cc) Damit ist von entscheidender Bedeutung, ob bei der Prüfung</span><br/> <span class="ft6">des Kostendeckungsprinzips Zinsen und Zinseszinsen einzurechnen</span><br/> <span class="ft6">sind.</span><br/> <span class="ft6">aaa) Gemäss § 44 des Gesetzes über die Nutzung und den</span><br/> <span class="ft6">Schutz der öffentlichen Gewässer (GSG) vom 22. März 1954</span><br/> <span class="ft6">(AGS 4, S. 173) konnten die Gemeinden für die Beseitigung und</span><br/> <span class="ft6">Reinigung von Abgängen Abgaben erheben (Abs. 1), die auch eine</span><br/> <span class="ft6">angemessene Verzinsung und Abschreibung der Anlage ermöglichen</span><br/> <span class="ft6">sollten (Abs. 2). Diese Regelung wurde ab 1. Februar 1978 durch</span><br/> <span class="ft6">§ 15 Abs. 1 EG GSchG abgelöst, wobei diese neue Bestimmung</span><br/> <span class="ft6">keine inhaltlichen Vorgaben an die kommunalen Reglemente enthielt</span><br/> <span class="ft6">und die vorgesehenen Richtlinien des Regierungsrats (§ 15 Abs. 2</span><br/> <span class="ft6">EG GSchG) nie erlassen wurden. Die Schuldzinsen weiterhin zu be-</span><br/> <span class="ft6">rücksichtigen, wie dies in § 44 Abs. 2 AR ausdrücklich vorgesehen</span><br/> <span class="ft6">ist, wurde damit nicht in Frage gestellt. Die Bestätigung, dass eine</span><br/> <span class="ft6">derartige Regelung (seit jeher) sachlich richtig ist, ergibt sich insbe-</span><br/> <span class="ft6">sondere aus Art. 60a Abs. 1 lit. c GSchG. Somit ist die Berücksichti-</span><br/> <span class="ft6">gung von Zinskosten sachgerecht und zulässig, was im Übrigen auch</span><br/> <span class="ft6">die Beschwerdeführerin einräumt.</span><br/> <span class="ft6">Hinsichtlich des zugrundezulegenden Zinssatzes bestehen keine</span><br/> <span class="ft6">Bestimmungen. Bei der Prüfung, ob das Kostendeckungsprinzip von</span><br/> <span class="ft6">der Gemeinde eingehalten wird, geht es allein um die Situation der</span><br/> <span class="ft6">Gemeinde(-rechnung) und nicht um die Optik und die Interessen der</span><br/> <span class="ft6">Privaten. Für Ausgabenüberschüsse böte sich deshalb der Zinssatz</span><br/> <span class="ft6">an, der bei der Aufnahme von Gemeindedarlehen massgebend ist</span><br/> <span class="ft6">(vgl. VGE II/120 vom 18. Dezember 1990 in Sachen C. AG, S. 11).</span><br/> <span class="ft6">Um die Überprüfung des Kostendeckungsprinzips, bei der kleinere</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">184</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Differenzen ohnehin keine Rolle spielen (vgl. vorne Erw. 3/a), nicht</span><br/> <span class="ft6">unpraktikabel zu machen, ist indessen die Wahl eines festen statt</span><br/> <span class="ft6">eines schwankenden Zinssatzes vorzuziehen. Mit Blick auf die Zins-</span><br/> <span class="ft6">angaben in der Abwasserrechnung der Gemeinde, die sich offenbar</span><br/> <span class="ft6">an den jeweiligen Hypothekarzinssätzen ausrichten, erscheint ein</span><br/> <span class="ft6">mittlerer Wert von 5%, der sich an die privatrechtliche Regelung</span><br/> <span class="ft6">(Art. 104 Abs. 1 und Art. 73 Abs. 1 OR) anlehnt, als sachgerecht. Für</span><br/> <span class="ft6">die Verzinsung der Einnahmenüberschüsse ist demgegenüber zu</span><br/> <span class="ft6">berücksichtigen, welcher Ertrag bei sicherer und langfristiger Anlage</span><br/> <span class="ft6">regelmässig erzielt werden sollte. Ein Verzinsung zu 4%, wie sie bei-</span><br/> <span class="ft6">spielsweise als Mindestverzinsung im Bereich der beruflichen Vor-</span><br/> <span class="ft6">sorge vorgesehen ist (vgl. Art. 12 der Verordnung über die berufliche</span><br/> <span class="ft6">Alters-, Hinterlassenen und Invalidenvorsorge vom 18. April 1984),</span><br/> <span class="ft6">erscheint angemessen. Unter Berücksichtigung dieser Zinsvorgaben</span><br/> <span class="ft6">resultiert ein Passivsaldo von rund Fr. 443'000.-- (vgl. die Tabelle</span><br/> <span class="ft6">vorne Erw. 3/b/aa).</span><br/> <span class="ft6">bbb) Das Verwaltungsgericht hat im erwähnten VGE vom</span><br/> <span class="ft6">18. Dezember 1990 (S. 10 f.) ausgeführt, die Abwasserrechnung, die</span><br/> <span class="ft6">dort in gleicher Weise geführt wurde wie im vorliegenden Fall, eigne</span><br/> <span class="ft6">sich zur Prüfung des Kostendeckungsprinzips. Die Einrechnung von</span><br/> <span class="ft6">Zinskosten sei sachgerecht. Bei der Begründung fällt allerdings auf,</span><br/> <span class="ft6">dass lediglich von <i>Zinsen</i> die Rede ist. Offenbar blieb unbeachtet,</span><br/> <span class="ft6">dass die Art und Weise, wie die Abwasserrechnung geführt wurde,</span><br/> <span class="ft6">die Einrechnung von <i>Zinseszinsen</i> zur Folge hat; jedenfalls wurde</span><br/> <span class="ft6">diese Problematik nicht aufgegriffen.</span><br/> <span class="ft6">Namentlich im Zusammenhang mit Enteignungsentschädigun-</span><br/> <span class="ft6">gen wurde die Frage der Zahlung von Zinseszinsen verschiedentlich</span><br/> <span class="ft6">erörtert (vgl. BGE 114 Ib 179; BVR 1998, S. 158; VGE IV/45 vom</span><br/> <span class="ft6">16. November 1999 in Sachen Gemeinde S. und Erben W., S. 16 f.</span><br/> <span class="ft6">mit weiteren Hinweisen, bestätigt durch BGE vom 20. Oktober</span><br/> <span class="ft6">2000). Im letztgenannten Entscheid hat das Bundesgericht ausge-</span><br/> <span class="ft6">führt, soweit es an einer ausdrücklichen Regelung im öffentlichen</span><br/> <span class="ft6">Recht fehle, sei in erster Linie auf die Ordnung zurückzugreifen, die</span><br/> <span class="ft6">das öffentliche Recht für verwandte Fälle aufgestellt habe, subsidiär</span><br/> <span class="ft6">auf allgemeine Grundsätze unter Beachtung der privatrechtlichen</span><br/> <span class="ft6">Regelungen (vgl. auch Max Imboden/René A. Rhinow, Schweizeri-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Abgaben</span> <span class="page_no">185</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">sche Verwaltungsrechtsprechung, Bd.</span> <span class="ft6">I, 6.</span> <span class="ft6">Aufl., Basel/Stuttgart</span><br/> <span class="ft6">1986, Nr. 34 B III). So wie im Privatrecht ein Zinseszins nur in be-</span><br/> <span class="ft6">stimmten Ausnahmefällen zulässig und sonst ausgeschlossen sei</span><br/> <span class="ft6">(Art. 105 Abs. 3 OR; BGE 122 III 53 ff.), sei er auch im öffentlichen</span><br/> <span class="ft6">Recht grundsätzlich nicht zuzusprechen.</span><br/> <span class="ft6">Dies überzeugt auch für den vorliegenden Zusammenhang.</span><br/> <span class="ft6">Demgemäss ist bei der Prüfung des Kostendeckungsprinzips kein</span><br/> <span class="ft6">Zinseszins einzurechnen; der erwähnte VGE vom 18. Dezember</span><br/> <span class="ft6">1990 ist insoweit überholt. Dies bedeutet, dass die Abwasserrech-</span><br/> <span class="ft6">nungen, wenn sie wie im vorliegenden Fall nach den Vorgaben der</span><br/> <span class="ft6">FinV geführt werden, nur mit entsprechender Modifikation benützt</span><br/> <span class="ft6">werden können.</span><br/> <span class="ft6">dd) Die Gemeinde hat das Investitionsprogramm und den Fi-</span><br/> <span class="ft6">nanzplan Abwasser für 2001-2005 eingereicht. Daraus gehen Auf-</span><br/> <span class="ft6">wendungen von rund Fr. 2'300'000.-- hervor. Es handelt sich im</span><br/> <span class="ft6">Wesentlichen um den Ausbau und die Sanierung der ARA und die</span><br/> <span class="ft6">Sanierung des Hauptsammelkanals. Die Werke sind bereits in Aus-</span><br/> <span class="ft6">führung oder beschlossen. Andererseits wird bis 2005 mit dem Ein-</span><br/> <span class="ft6">gang von Fr. 450'000.-- Subventionen gerechnet. Dazu kommen</span><br/> <span class="ft6">erwartete Anschlussgebühren von Fr. 880'000.-- und Baubeiträge von</span><br/> <span class="ft6">Fr. 200'000.--. Die Anschlussgebühren ab 2003 sind mit Fr. 80'000.--</span><br/> <span class="ft6">bzw. Fr. 50'000.-- jährlich sehr vorsichtig eingesetzt (Jahresdurch-</span><br/> <span class="ft6">schnitt 2001-2005: Fr. 176'000.--), weil von einem möglichen Rück-</span><br/> <span class="ft6">gang der Bautätigkeit ausgegangen wird; andererseits ist der Eingang</span><br/> <span class="ft6">von Baubeiträgen möglicherweise etwas zu optimistisch geschätzt</span><br/> <span class="ft6">(vgl. dazu hinten Erw. 5/c); eine Korrektur der zu erwartenden Ein-</span><br/> <span class="ft6">nahmen aus Anschlussgebühren und Baubeiträgen auf gesamthaft</span><br/> <span class="ft6">Fr. 1'200'000.-- erscheint realistisch und vertretbar. Aus der laufen-</span><br/> <span class="ft6">den Rechnung werden, einschliesslich der Abgeltung für die Stras-</span><br/> <span class="ft6">sen, jährliche Überschüsse von rund Fr. 60'000.-- (in 5 Jahren somit</span><br/> <span class="ft6">Fr. 300'000.--) erwartet, was im Rahmen der letzten Jahre liegt. Eine</span><br/> <span class="ft6">Anpassung der Gebühren ist aus Sicht der Gemeinde weder geplant</span><br/> <span class="ft6">noch angebracht, da in den nächsten Jahren ein Defizit erwartet wird</span><br/> <span class="ft6">und später eine Normalisierung stattfinden soll. Für die Periode</span><br/> <span class="ft6">2001-2005 stehen sich somit Aufwendungen von rund</span><br/> <span class="ft6">Fr. 2'300'000.-- und Einnahmen von rund Fr. 1'950'000.-- gegenüber,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">186</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">womit ein geschätzter Ausgabenüberschuss von ca. Fr. 350'000.--</span><br/> <span class="ft6">(ohne Zinsen) verbleibt.</span><br/> <span class="ft6">ee) Zusammenfassend ergibt sich aus der auf Ende 2000 nach-</span><br/> <span class="ft6">geführten Abwasserrechnung ein Ausgabenüberschuss von</span><br/> <span class="ft6">Fr. 443'000.--, der sich in den nächsten 5 Jahren voraussichtlich noch</span><br/> <span class="ft6">um rund Fr. 350'000.-- erhöhen wird. Von einer Verletzung des Kos-</span><br/> <span class="ft6">tendeckungsprinzips kann somit keine Rede sein.</span><br/> <span class="ft6">5. a) Das Äquivalenzprinzip verlangt, dass sich der individuelle</span><br/> <span class="ft6">Beitrag des Abgabepflichtigen nach dem wirtschaftlichen Sonder-</span><br/> <span class="ft6">vorteil bemisst, den der Einzelne aus der betreffenden öffentlichen</span><br/> <span class="ft6">Einrichtung zieht (BGE 118 Ib 57; AGVE 1987, S. 139, 150 ff.;</span><br/> <span class="ft6">Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 2066).</span><br/> <span class="ft6">c) aa) Die Finanzierung von Sanierungsleitungen, die den An-</span><br/> <span class="ft6">schluss von bestehenden Bauten ausserhalb des Generellen Kanali-</span><br/> <span class="ft6">sationsprojekts (GKP) an die öffentliche Kanalisation bezwecken,</span><br/> <span class="ft6">richtet sich nach den Grundsätzen für Leitungen innerhalb des GKP,</span><br/> <span class="ft6">wobei die Verursacher zusätzliche Beiträge an die Baukosten zu</span><br/> <span class="ft6">leisten haben (§ 19 Abs. 3 EG GSchG). So sieht denn auch im Ab-</span><br/> <span class="ft6">schnitt "Baubeiträge ausserhalb Baugebiet" § 58 AR Baubeiträge für</span><br/> <span class="ft6">Sanierungsleitungen vor.</span><br/> <span class="ft6">Das Gebäude der Beschwerdeführerin wurde an die Sanie-</span><br/> <span class="ft6">rungsleitung G. angeschlossen, weshalb sie dafür nebst der "norma-</span><br/> <span class="ft6">len" Anschlussgebühr gemäss § 50 AR bzw. § 52 AR einen Baubei-</span><br/> <span class="ft6">trag an die Erstellungskosten zu entrichten hat.</span><br/> <span class="ft6">Eine solche Kombination von Anschlussgebühren und Beiträ-</span><br/> <span class="ft6">gen birgt die Gefahr, dass die betroffenen Grundeigentümer zu hohe</span><br/> <span class="ft6">Abgaben leisten müssen (AGVE 1998, S. 197). Nach der Rechtspre-</span><br/> <span class="ft6">chung des Verwaltungsgerichts ist diesem Problem bei der Erstellung</span><br/> <span class="ft6">des Beitragsplans Rechnung zu tragen, indem die Kosten der neuen</span><br/> <span class="ft6">Erschliessungsanlage (im vorliegenden Fall die Sanierungsleitung)</span><br/> <span class="ft6">nicht vollumfänglich auf die Grundeigentümer verlegt werden dür-</span><br/> <span class="ft6">fen, sondern auch ein Gemeindeanteil auszuscheiden ist (AGVE</span><br/> <span class="ft6">1998, S. 198). Gegebenenfalls kann es zudem nötig werden, bei</span><br/> <span class="ft6">Abgabepflichtigen ihren Anteil - zu Lasten desjenigen der Gemein-</span><br/> <span class="ft6">de - herabzusetzen, wenn die Summe von Anschlussgebühr und Bei-</span><br/> <span class="ft6">trag mit dem Äquivalenzprinzip in Konflikt gerät. Der Beschwerde-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Abgaben</span> <span class="page_no">187</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">führerin ist zuzustimmen, wenn sie geltend macht, dass in diesem</span><br/> <span class="ft6">Zusammenhang nur eine gesamthafte Betrachtung aller anfallenden</span><br/> <span class="ft6">einmaligen Abgaben sachgerecht ist.</span><br/> <span class="ft6">bb) Dies bedeutet nun aber nicht, dass das vorliegende Verfah-</span><br/> <span class="ft6">ren bis zum Vorliegen des Beitragsplans für die Baubeiträge sistiert</span><br/> <span class="ft6">werden müsste. Es würde, gerade in Anbetracht des grösseren Adres-</span><br/> <span class="ft6">satenkreises beim Beitragsplan, das Verfahren nicht vereinfachen,</span><br/> <span class="ft6">wenn die Gemeinde verpflichtet würde, die Kanalisationsanschluss-</span><br/> <span class="ft6">gebühren und die Baubeiträge gleichzeitig zu erheben. Vielmehr wird</span><br/> <span class="ft6">der Gemeinderat bei der neuen Festsetzung der Baubeiträge das</span><br/> <span class="ft6">Äquivalenzprinzip wie bereits erwähnt zu beachten haben. Dieser</span><br/> <span class="ft6">Verfahrensablauf ist der Beschwerdeführerin durchaus zumutbar;</span><br/> <span class="ft6">entscheidend ist, dass sie beim Erlass des Beitragsplans vollen</span><br/> <span class="ft6">Rechtsschutz geniesst.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>