<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2025-07-21-7B_569-2024.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7B_569/2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 21. Juli 2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Abrecht, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterin Koch, Bundesrichter Kölz, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Schurtenberger. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwältin Raphaëlle Nicolet, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Postfach 3439, 6002 Luzern, </div> <div class="para">2. B.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Sandor Horvath, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Einstellung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen die Verfügung des Kantonsgerichts Luzern, 1. Abteilung, vom 10. April 2024 </div> <div class="para">(2N 23 107/2U 23 31). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">A.________ wirft seinem Nachbarn B.________ vor, er habe zweimal sexuelle Handlungen zum Nachteil seiner damals fünfjährigen Tochter vorgenommen. Die Vorfälle hätten sich in der Familienwohnung ereignet und stünden im Zusammenhang mit einem Verhältnis zwischen B.________ und der Mutter des Kindes, seiner damaligen Partnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 21. Juni 2023 stellte die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern die gegen B.________ eröffnete Strafuntersuchung ein. Auf die dagegen von A.________ im eigenen Namen erhobene Beschwerde trat das Kantonsgericht Luzern, 1. Abteilung, mit Verfügung vom 10. April 2024 nicht ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 16. Mai 2024 erhob A.________ beim Bundesgericht Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, den angefochtenen Entscheid aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para">Das Bundesgericht hat die kantonalen Akten, aber keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 54 Abs. 1 BGG</span> wird das bundesgerichtliche Verfahren in einer der Amtssprachen geführt, in der Regel in der Sprache des angefochtenen Entscheids. Von dieser Regel abzuweichen besteht hier kein Grund. Das Urteil des Bundesgerichts ergeht deshalb in deutscher Sprache, auch wenn der Beschwerdeführer die Beschwerde in französischer Sprache eingereicht hat, wie es <span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span> zulässt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Beschwerden an das Bundesgericht sind hinreichend zu begründen. Nach <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span> ist unerlässlich, dass die beschwerdeführende Partei auf die Begründung des angefochtenen Entscheids eingeht und im Einzelnen aufzeigt, worin eine vom Bundesgericht überprüfbare Rechtsverletzung liegt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=14.07.2025&amp;to_date=02.08.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-IV-205%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page205">BGE 148 IV 205</a> E. 2.6; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=14.07.2025&amp;to_date=02.08.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-IV-297%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page297">146 IV 297</a> E. 1.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=14.07.2025&amp;to_date=02.08.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">140 III 115</a> E. 2). Beruht der angefochtene Entscheid auf mehreren selbständigen Begründungen, die je für sich den Ausgang des Rechtsstreits bestimmen, so hat die beschwerdeführende Partei darzulegen, dass jede von ihnen Recht verletzt; andernfalls kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=14.07.2025&amp;to_date=02.08.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-III-318%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page318">BGE 149 III 318</a> E. 3.1.3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=14.07.2025&amp;to_date=02.08.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">142 III 364</a> E. 2.4; je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Die Vorinstanz erwägt, vorliegend habe die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Luzern mit Entscheid vom 2. Dezember 2022 eine Beistandschaft gemäss <span class="artref">Art. 306 Abs. 2 ZGB</span> für die Tochter des Beschwerdeführers betreffend dieses Strafverfahren angeordnet. Entsprechend sei Letzterer nicht legitimiert, im Namen seiner Tochter Beschwerde zu führen. Es sei zwar denkbar, dass er als Angehöriger des Opfers im Sinne von <span class="artref">Art. 116 Abs. 2 StPO</span> über eine Legitimation im eigenen Namen verfüge. Aus den Akten sei jedoch nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer sich im eigenen Namen als Privatkläger konstituiert habe, weshalb er auch unter diesem Gesichtspunkt nicht beschwerdeberechtigt sei. Letztlich könne die Frage nach der rechtsgültigen Konstituierung als Privatkläger aber offenbleiben, da gemäss <span class="artref">Art. 117 Abs. 3 StPO</span> den Angehörigen nur dann die gleichen Rechte wie dem Opfer zustünden, wenn sie Zivilansprüche geltend machen würden. Diese Voraussetzung sei vorliegend nicht erfüllt: Der Beschwerdeführer habe weder im Untersuchungs- noch im Beschwerdeverfahren konkrete Zivilansprüche gestellt, sondern einzig Schadenersatz und Genugtuung in unbezifferter Höhe geltend gemacht. Folglich könne er auch nicht gestützt auf <span class="artref">Art. 117 Abs. 3 StPO</span> Parteistellung für sich beanspruchen. Schliesslich setzt sich die Vorinstanz im Rahmen einer Eventualbegründung auch materiell mit der Einstellung des Verfahrens auseinander und beurteilt die Beschwerde diesbezüglich als unbegründet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer rügt zwar, er habe sich entgegen der Auffassung der Vorinstanz rechtsgültig als Privatkläger konstituiert und sei als solcher von der Staatsanwaltschaft auch zum Verfahren zugelassen worden. Die diesbezüglichen Feststellungen der Vorinstanz seien völlig unzutreffend und stünden im totalen Widerspruch mit der Aktenlage ("totalement inexacte et en contradiction totale avec les éléments figurant à la procédure"). Weiter setzt er sich ausführlich mit der Eventualbegründung der Vorinstanz auseinander und legt dar, weshalb die Einstellung des Verfahrens seiner Ansicht nach gegen Bundesrecht verstösst. Demgegenüber fehlt jegliche Auseinandersetzung mit der Hauptbegründung der Vorinstanz, er habe keine Zivilansprüche im Sinne von <span class="artref">Art. 117 Abs. 3 StPO</span> geltend gemacht und sei deshalb nicht zur Beschwerde legitimiert. </div> <div class="para">Darüber hinaus kann auch aus den Vorbringen des Beschwerdeführers zur analogen Eintretensvoraussetzung von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG keine entsprechende sinngemässe Rüge abgeleitet werden, begnügt er sich diesbezüglich doch damit, pauschal auf nicht weiter substanziierte Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche zu verweisen ("A ce titre, on vise principalement des prétentions en réparation du dommage et en tort moral au sens des art. 41 ss CO"). Eigene Schadenersatz- und insbesondere Genugtuungsansprüche im Sinne von <span class="artref">Art. 49 OR</span> des Beschwerdeführers sind zwar nicht ausgeschlossen, liegen jedoch zumindest auch nicht auf der Hand und wären daher eingehend zu begründen (Urteil 6B_358/2024 vom 12. August 2024 E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen; vgl. auch ROLAND BREHM, in: Berner Kommentar, 5. Aufl. 2021, N. 67a zu <span class="artref">Art. 49 OR</span>). </div> <div class="para">Da der Beschwerdeführer nicht darlegt, dass jede der selbständigen Begründungen der Vorinstanz Recht verletzt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten (vgl. E. 2.1 hiervor). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Bei diesem Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführer kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Verfahrenskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Luzern, 1. Abteilung, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 21. Juli 2025 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Abrecht </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Schurtenberger </div> </div></body></html>