<h2>SubmittedText<h2><p>Gemäss Medienberichten wurden im Ausland in der Milch Dioxinrückstände festgestellt, die offensichtlich auf die Verfütterung von Zitrusfrüchten bzw. deren Restprodukten zurückzuführen sind. Dem Vernehmen nach wurden bisher auch von der Schweizer Futtermittelindustrie entsprechende Importe getätigt.</p><p>1. Wer hat wieviel Futtermittel aus der Zitrusfrüchteproduktion in die Schweiz importiert?</p><p>2. Wurden diese Importe auf etwelche Dioxinrückstände überprüft?</p><p>3. Wurden Milchproben auf Dioxinrückstände untersucht?</p><p>4. Wäre es nicht angezeigt, den weiteren Import entsprechender Futtermittel langfristig zu untersagen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1998 wurden bis zum 8. April etwa 700 Tonnen Zitrustrester vollkommen legal in die Schweiz importiert. Zitrustrester ist ein Ausgangsprodukt zur Herstellung von Mischfuttermitteln und ist im Anhang 2B der Futtermittelbuchverordnung vom 1. März 1995 aufgeführt. Am 3. April 1998 wurde aus Deutschland bekannt, dass diese Zitrustrester Dioxinrückstände enthalten können. Diese Rückstände stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit von der direkten Rauchgastrocknung der beim Pressen anfallenden Zitrusrückstände. Wenn dabei als Heizquelle billige, wenig gereinigte Ölqualitäten verwendet werden, können diese Kontaminationen auftreten.</p><p>In der Schweiz wurden am 8. April 1998 der Import und die Verwendung von Zitrustrester durch die zuständige Forschungsanstalt für Nutztiere in Posieux vorübergehend verboten.</p><p>1. Insgesamt wurden die etwa 700 Tonnen Zitrustrester von vier Importfirmen eingeführt und an sechs Mischfutterhersteller weiterverkauft.</p><p>2. Vor dem Verbot vom 8. April 1998 wurden in den importierten Ladungen unseres Wissens keine Dioxinuntersuchungen durchgeführt. Nach dem 8. April 1998 wurden alle Lager durch die Forschungsanstalt Posieux bemustert. Die Analyseresultate zeigen eine durchschnittliche Kontamination der bemusterten Proben in gleicher Grössenordnung, wie sie in anderen europäischen Ländern ebenfalls festgestellt wurde. Aus diesem Grund müssen die entsprechenden Chargen vernichtet oder ins Ursprungsland reexportiert werden.</p><p>3. Die Resultate der Lebensmittelbehörde des benachbarten Auslands haben gezeigt, dass die in der Milch gefundenen Dioxinrückstände toxikologisch irrelevant sind. Aus diesem Grund wurde beschlossen, prioritär die Futtermittel auf mögliche Dioxinrückstände zu untersuchen. Aufgrund der Analyseresultate der Futtermittel werden ausgewählte Milchproben untersucht, um zu prüfen, ob die Situation in der Schweiz gleich beurteilt werden kann wie in Deutschland.</p><p>4. Bisher wurden nur bei Waren aus einem einzigen Land (Brasilien) Probleme festgestellt. Somit wäre ein langfristiges Verbot entsprechender Futtermittel unverhältnismässig. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass Importeure und Mischfutterhersteller nach einer allfälligen Freigabe weiterer Importe im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht dafür sorgen werden, dass nur einwandfreie Ware in die Schweiz gelangt.</p>  Antwort des Bundesrates.