<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bevölkerungsdruck macht sich bei der Nutzung des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz bemerkbar. Während zahlreiche Bauarbeiten im Gang sind und zur Aufwertung des Schienennetzes beitragen, muss auch daran gedacht werden, das bestehende Rollmaterial anzupassen, um das Platzangebot in den Zügen insbesondere während der Stosszeiten zu verbessern. Bis heute sind uns keine offiziellen Statistiken zur Auslastung der SBB-Züge in der ersten und zweiten Klasse bekannt. Eine von einem Konsumentenmagazin im Jahr 2015 durchgeführte Studie zeigt, dass im Durchschnitt weniger als die Hälfte der Sitzplätze in der ersten Klasse belegt war, während die zweite Klasse zu mehr als 80 Prozent ausgelastet war. Die Studie macht eine weitere Feststellung: In der Westschweiz ist die zweite Klasse insgesamt gewinnbringender als die erste Klasse. </p><p>Diese Studie umreisst das Problem zwar in groben Zügen, aber es sollten offizielle und verlässliche Zahlen der SBB eingeholt werden. Somit kann beurteilt werden, ob die Vorschläge der Politik (Verzicht auf die erste Klasse, weniger Erste-Klasse-Wagen usw.) zweckmässig sind.</p><p>Daher stelle ich folgende Fragen:</p><p>1. Gibt es Statistiken zur Auslastung der ersten und der zweiten Klasse in den SBB-Zügen? Wenn ja, werden diese Zahlen veröffentlicht und dadurch für die gesamte Bevölkerung zugänglich gemacht?</p><p>2. Wenn sich herausstellt, dass viele Erste-Klasse-Wagen mit einer niedrigen Auslastung verkehren, drängen sich folgende Fragen auf:</p><p>a. Kann die Zahl der Erste-Klasse-Wagen zugunsten jener der zweiten Klasse verringert werden? Wenn ja, in welchem Zeitrahmen ist dies möglich? Wenn nicht, warum nicht?</p><p>b. Wäre es möglich, vollständig auf die Erste-Klasse-Wagen zu verzichten? Welche Auswirkungen hätte dies auf die Kundschaft und den Preis?</p><p>c. Könnte in der SBB-Benutzerordnung nicht die Möglichkeit vorgesehen werden, dass sich Reisende der zweiten Klasse in die erste Klasse setzen, wenn es in der zweiten Klasse nicht genügend Platz gibt?</p><p>3. Wie gewinnbringend sind die Erste-Klasse-Wagen im Vergleich zu den Zweite-Klasse-Wagen? Sind sie rentabler? Rentiert sich das höhere Aufkommen der Reisenden in der zweiten Klasse nicht gegenüber den Billettkosten in der ersten Klasse?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die durchschnittliche Sitzplatz-Auslastung im Fernverkehr betrug im letzten Jahr 30,9 Prozent, im Regionalverkehr 22,4 Prozent. Eine grosse Auslastung weisen die SBB in der Hauptverkehrszeit auf. Ausserhalb der Stosszeiten gibt es in der ersten wie in der zweiten Klasse genügend freie Plätze. Zahlen zur Auslastung in einzelnen Klassen sind nicht öffentlich verfügbar. Diese fallen je nach Verbindung, Region sowie Tages- und Jahreszeit sehr unterschiedlich aus.</p><p>2.a-c. Die SBB sind gemäss Fernverkehrskonzession verpflichtet, in den Fernverkehrszügen erste und zweite Klasse anzubieten. Die SBB bieten rund 80 Prozent der Plätze in der zweiten Klasse und 20 Prozent der Plätze in der ersten Klasse an. Die Zahl der Erste-Klasse-Wagen ist nicht auf allen Fernverkehrslinien gleich. Sie ist abhängig von der zu erwartenden Nachfrage. Im Regionalverkehr ist der Anteil der Plätze in der zweiten Klasse höher als im Fernverkehr. Der erwartete Auslastungsgrad in den beiden Klassen kann über den Online-Fahrplan abgefragt werden. Das SBB-Personal kann bereits heute bei Platzmangel Reisenden einen Platz in der ersten Klasse zuweisen. Es besteht jedoch kein Anspruch darauf. Grundlage für die Benutzerordnung der SBB bildet der allgemeine Personentarif, der für alle Bahnen gilt.</p><p>3. Der Bundesrat steuert die SBB über die strategischen Ziele und überprüft jährlich die Erreichung dieser Ziele. Wie die SBB diese Vorgaben umsetzen, liegt in der Verantwortung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung. Der Bundesrat nimmt auf das operative Geschäft des Unternehmens keinen Einfluss. Zur Rentabilität der einzelnen Klassen äussern sich die SBB nicht.</p>  Antwort des Bundesrates.