B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-1081/2014 U r t e i l v o m 2 3 . A p r i l 2 0 1 4 Besetzung Richter Maurizio Greppi (Vorsitz), Richterin Marianne Ryter, Richter Christoph Bandli, Gerichtsschreiberin Flurina Peerdeman. Parteien Eidgenössische Technische Hochschule Zürich ETH, Rechtsdienst, Rämistrasse 101, 8092 Zürich, Beschwerdeführerin, gegen A._______, vertreten durch Dr. iur. Susanne Raess, Rechtsanwältin, Limmatquai 52, Postfach, 8022 Zürich, Beschwerdegegnerin, und ETH-Beschwerdekommission, Postfach 6061, 3001 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Kündigung/aufschiebende Wirkung. A-1081/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ (…) arbeitet seit (…) als (…) für die Eidgenössische Techni- sche Hochschule Zürich (ETH Zürich) (…). B. Mit Verfügung vom 11. November 2013 sprach die ETH Zürich die ordent- liche Kündigung aus und stellte A._______ bis zum Ab lauf der Künd i- gungsfrist frei. Als Kündigungsgrund gab die ETH Zürich an, infolge Um- strukturierung (…) sei das bisherige Aufgabenfeld im Herbst 2012 aufg e- hoben worden und A._______ habe es abgelehnt, eine zumutbare andere Stelle (…) anzutreten. Gestützt auf Art. 10 Abs. 3 Bst. d des Bundesper- sonalgesetzes vom 24. März 2000 (BPG, SR 172.220.1) i.V.m. Art. 7 Abs. 1 Sozialplan für den ETH -Bereich (RSETH 121.4) werde daher das Arbeitsverhältnis per 28. Februar 2014 ordentlich aufgelöst. C. Gegen diese Verfügung liess A._______ am 10. Dezember 2013 B e- schwerde bei der ETH -Beschwerdekommission einreichen mit dem A n- trag, die Verfügung vom 11. November 2013 sei aufzuheben (Ziff 1). Es sei das Arbeitsverhältnis bis zum Ablauf der Kündigungsfrist von sechs Monaten bis Ende Mai 2014 zu erstrecken, ihr eine Entschädigung wegen Verletzung des re chtlichen Gehörs in der Höhe von einem Monatslohn zuzusprechen sowie ihr eine andere zumutbare Arbeit zuzuweisen (Ziff. 2-4). Eventualiter sei ihr eine Entschädigung wegen Auflösung des Arbeitsverhältnisses ohne sachlich hinreichende n Grund von einem Ja h- reslohn zuzusprechen (Ziff. 5). In prozessualer Hinsicht beantragt A._______, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren. D. Mit Zwischenverfügung vom 21. Februar 2014 hiess die ETH - Beschwerdekommission das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gut und wies die ETH Zürich an, A._______ für die Dauer des Beschwerdeve rfahrens den Lohn fortzuzahlen . A._______ werde von ihrer Arbeitsleistung freigestellt. Als Begründung legte die ETH -Beschwerdekommission dar, nach revi- dierter Fassung des BPG sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde nur noch für Ausnahmefälle vorgesehen. Die vorliegenden Umstände sei-A-1081/2014 Seite 3 en unter Berücksichtigung der fehlenden Hauptsachenprognose, des A n- ordnungsgrundes und der persönlichen Situation von A._______ (hoch- spezialisiert, vorgerücktes Alter, jahrzehntelange Tätigkeit für die ETH Zü- rich, unterstützungspflichtig) derart, dass sie als Ausnahme betrachtet werden könnten. Dem privaten Interesse von A._______ an der Aufrecht- erhaltung des bisherigen Rechtszustandes komme demnach ein höheres Gewicht zu als dem öffentlichen Interesse der ETH Zürich an einer sofor- tigen Wirksamkeit der Verfügung. E. Gegen diese Zwischenverfügung erhebt die ETH Zürich (Beschwerdefüh- rerin) mit Eingabe vom 3. März 2014 Beschwerde beim Bun desverwal- tungsgericht und beantragt deren Aufhebung. Die Beschwerdeführerin rügt, die ETH -Beschwerdekommission habe in der angefochtenen Zwischenverfügung die aufschiebende Wirkung g e- währt, ohne zu prüfen, ob eine offensichtlich unbegr ündete Beschwerde vorliege. Die ETH-Beschwerdekommission habe sich bei ihrem Entscheid nicht von der Rechtsprechungspraxis zur Gewährung der aufschiebenden Wirkung nach revidiertem Bundespersonalrecht leiten las sen. So sehe das neue Bundespersonalrecht eine Weiterbeschäftigung nur noch in den genau bezeichneten Fä llen vor, namentlich bei einer missbräuchlichen Kündigung im Sinne von Art. 34c Abs. 1 Bst. b BPG i.V.m. Art. 336 des Obligationenrechts vom 30. März 1911 (OR, SR 220). Dass eine mis s- bräuchliche Kündigung wegen des behaupteten Konflikts am Arbeitsplatz vorliege, werde bestritten und sei nicht glaubhaft dargelegt worden. Viel- mehr müsse sich A._______ vorhalten lassen, dass sie eine zumutbare Stelle abgelehnt und damit die Arbeitslosigkeit nach Ablauf der Künd i- gungsfrist bewusst in Kauf genommen habe. Bei der Verhältnismässig- keitsprüfung habe sich die ETH -Beschwerdekommission schliesslich auf blosse Behauptungen von A._______ hinsichtlich ihrer familiären Unter- stützungspflichten gestützt. Diese müssten jedoch ebenfalls als bestritten gelten, da A._______ für (…) nie Kinderzulagen beantragt habe. Die be- sonderen Voraussetzungen für die Gewährung der aufschiebenden Wi r- kung seien daher nicht gegeben und die Zwischenverfügung der E TH- Beschwerdekommission vom 21. Februar 2014 sei aufzuheben. F. In ihrer Vernehmlassung vom 19. März 2014 beantragt die ETH- Beschwerdekommission (Vorinstanz) die Abweisung der Beschwerde und verweist zur Begründung a uf die Zwischenverfügung vom 21. Februar A-1081/2014 Seite 4 2014. Ergänzend führt sie aus , sie habe dem Umstand sehr wohl Rec h- nung getragen, dass nach revidiertem Bundespersonalrecht die aufschie- bende Wirkung der Beschwerde nur noch ausnahmsweise gewährt we r- de. Sie sei indes aufgrund der Abwägung der sich entgegenstehenden In- teressen zum Schluss gekommen, dass in casu gerade eine solche Au s- nahmesituation vorliege. An dieser Einschätzung halte sie fest. I m Rah- men einer summarischen Prüfung, wie sie für die Anordnung des Sus- pensiveffekts gelte, sei sie überdies nicht verpflichtet gewesen, ein B e- weisverfahren zur Frage der Unterstützungspflicht von A._______ durch- zuführen. Auf die glaubhaft gemachten und unbestritten gebliebenen Aus- führungen von A._______ habe sie sich verlassen dürfen. G. In der Beschwerdeantwort vom 20. März 2014 schliesst A._______ (Be- schwerdegegnerin) ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, ihrer Beschwer- de sei zu Recht die aufschiebende Wirkung gewährt worden, denn bei ei- ner missbräuchlich ergangenen Kündigung sehe auch das neue Bundes- personalrecht einen Weiterbeschäftigungsanspruch vor. Vorliegend habe die Beschwerdeführerin pflichtwidrig den zwischen der Arbeitnehmerin und (…) bestehenden massiven Konflikt weder abgeklärt noch Mass- nahmen zur Beile gung ergriffen. Da sich das Stellenangebot (…) als in- haltlich klar unzumutbar erweise, ändere die geplante Versetzung nichts an den Versäumnissen der Beschwerdeführerin. Zur Interessenabwägung führt die Beschwerdegegnerin aus, sie habe (…) bereits im Sommer 2012 Vorschläge für eine weitere Beschäftigung vorgelegt. Die Beschwerdefüh- rerin habe nicht nur eine Stelle (…) ausgeschrieben, sondern auch (…) eine neue Stelle geschaffen, die ihr zumindest vorübergehend hätte an- geboten werden können. Zudem habe der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) einen Fo r- schungsbeitrag für das Projekt (…) zugesprochen (…). Aus den genan n- ten Gründen erweise sich die Beschwerde als unbegründet und sei a b- zuweisen. H. Auf die übrigen Ausführungen in den Rechtsschriften wird – soweit ent- scheidrelevant – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingega n- gen. A-1081/2014 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Die ETH - Beschwerdekommission gehört zu den eidgenössischen Kommissionen nach Art. 33 Bst. f VGG ( ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEU- BÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl., Basel 2008, Rz. 1.34 mit Hinweisen) und ist daher eine Vorinstanz des Bunde s- verwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (vgl. Art. 32 Abs. 1 Bst. c VGG). Das Bundesverwaltung s- gericht ist deshalb für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde z u- ständig (vgl. auch Art. 62 Abs. 2 der Verordnung des ETH -Rates vom 15. März 2001 über das Personal im Bereich der Eidgenössische n Tech- nischen Hochschulen [PVO-ETH, SR 172.220.113]). 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG. Vorbehalten bleiben abweichende Bestimmungen des Bu n- desgesetzes vom 4. Oktober 1991 über die Eidgenössischen Techn i- schen Hochs chulen (ETH -Gesetz, SR 414.110) oder des VGG (vgl. Art. 37 Abs. 1 ETH-Gesetz und Art. 37 VGG). 1.3 Die angefochtene Verfügung stellt eine selbständig eröffnete Zw i- schenverfügung dar, denn sie betrifft einzig die Frage der Lohnfortzahlung unter Freistellung de r Beschwerdegegnerin während de s hängigen B e- schwerdeverfahrens, nicht aber die Hauptstreitfrage betreffend die Rechtmässigkeit der Kündigung. Gemäss Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG ist eine solche Verfügung nur dann anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann. Dieser Nachteil muss nicht rechtlicher, sondern kann auch tatsächlicher Natur sein; die Beeinträcht i- gung in schutzwürdigen tatsächlichen, insbesondere auch wirtschaftl i- chen Interessen genügt, sofern der Betroffene nicht nu r versucht, eine Verlängerung oder Verteuerung des Verfahrens zu verhindern (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-2160/2010 vom 3. Januar 2011 E. 2.2.3 mit Hinweisen; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.45 ff.). Bewirkt ei- ne Zwischenverfügung dagegen keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil, so kann sie erst mit Beschwerde gegen die Endverfügung ange- fochten werden (Art. 46 Abs. 2 VwVG). A-1081/2014 Seite 6 Mit der Zwischenverfügung vom 21. Februar 2014 wurde die Beschwe r- deführerin verpflichtet, der Beschwerdegegnerin d en Lohn unter deren Freistellung während des hängigen Beschwerdeverfahrens auszurichten. Die Beschwerdeführerin hätte gemäss bisheriger Rechtsprechung für die während dieser Zeit geleisteten Lohnzahlungen keinen Anspruch auf Rückerstattung, selbst wenn sie im Hauptverfahren betreffend die Recht- mässigkeit der Kündigung allenfalls obsiegen würde ( vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -7496/2010 vom 7. März 2011 E. 6.2 und A-4006/2010 vom 23. November 2010 E. 4.3; SUSANNE KUSTER ZÜR- CHER, Aktuelle Problem e des provisorischen Rechtsschutzes bei Künd i- gungen nach Bundespersonalrecht, in: Jahrbuch 2007 der Schweizer i- schen Vereinigung für Verwaltungsorgani sationsrecht, Bern 2008, S. 160 ff.; HARRY NÖTZLI, Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Bundespersonalrecht, Bern 2005, Rz. 330; WOLFGANG PORTMANN, Über- legungen zum bundespersonalrechtlichen Kündigungsschutz, in LeGes Gesetzgebung und Evaluation 2002/2, N. 8). In diesem Sinn könnte die vorliegend angefochtene Zwischenverfügung für die Beschwerdeführerin einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil tatsächlicher Natur bewi r- ken. Die Voraussetzungen von Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG sind demnach erfüllt, was denn auch von keiner Seite in Abrede gestellt wird. 1.4 Die Beschwerdeführerin hat als erste Instanz verfügt und ist daher nach Art. 37 Abs. 2 ETH-Gesetz in Verbindung mit Art. 48 Abs. 2 VwVG beschwerdeberechtigt. 1.5 Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 und 52 VwVG) ist einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneing e- schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG). Bei der Prüfung der Angemessenheit auferlegt sich das Bundesverwa l- tungsgericht indes eine gewisse Zurückhaltung, wenn es um verwa l- tungsorganisatorische Fragen, die Leistungsbeurteilung von Bediensteten oder um Probleme der betriebsinternen Zusammenarbeit und des Ve r- trauensverhältnisses geht. Es entfernt sich insofern im Zweifel nicht von der Auffassung der Vorinstanz und setzt nicht an deren Stelle sein eig e- nes Ermessen (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-2999/2012 vom A-1081/2014 Seite 7 5. Oktober 2012 E. 4, A-3834/2011 vom 28. Dezember 2011 E. 4 und A-1352/2011 vom 20. September 2011 E. 2.2; MOSER/BEUSCH/KNEU- BÜHLER, a.a.O., Rz. 2.160). 3. 3.1 Die auf den 1. Juli 2013 in Kraft gesetzte Revi sion des Bundesperso- nalrechts brachte für den einstweiligen Rechtschutz einige grundlegende Veränderungen mit sich. Während vor der Revision des Bundespersona l- rechts der Beschwerde aufgrund der allgemeinen Regel von Art. 55 Abs. 1 VwVG automatisch aufschie bende Wirkung zukam, verfügt die Beschwerde nach dem neuen Bundespersonalgesetz nur noch dann über aufschiebende Wirkung, wenn die Beschwerdeinstanz dies von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei anordnet (Art. 34a BPG). 3.2 Dieser Paradigm enwechsel bezügli ch der aufschiebenden Wirkung wirkt sich auf die Beurteilung von Gesuchen um Erteilung der aufschi e- benden Wirkung aus. Fortan ist grundsätzlich ein strenger Massstab a n- zuwenden. Es hat eine auf den Einzelfall bezogene Betrachtungsweise zu erfolgen und für die Gutheissung des Gesuchs müssen besonders gewichtige Gründe auf dem Spiel stehen. Wird eine Kündigung angefoch- ten, ist die Erteilung der aufschiebenden Wirkung nur in Betracht zu zi e- hen, wenn der Beschwerdeführer glaubhaft vorbringt, die angefochtene Kündigung falle in eine der Kategorien von Art. 34c Abs. 1 Bst. a–d BPG und diese Rüge nicht als von vornherein als aussichtslos erscheint. Mit anderen Worten wird vorausgesetzt, dass eine missbräuchliche, diskrim i- nierende, in den Sperrfristen oder wegen "Wh istleblowing" erfolgte Kü n- digung glaubhaft gemacht wird. Andernfalls besteht von vornherein keine Notwendigkeit für die Anordnung der aufschiebenden Wirkung, da nach der genannten Revision des BPG auch bei einer Gutheissung der B e- schwerde kein Anspruch au f Weiterbeschäftigung best eht (Art. 34b und 34c BPG; eingehend Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts A-5218/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 3.5 ff.). Für die Erteilung der au f- schiebenden Wirkung fallen demnach nur besonders gewichtige Gründe in Betracht, welche die ihnen entgegenstehenden Interessen an der s o- fortigen Vollstreckbarkeit der angefochtenen Verfügung eindeutig übe r- wiegen. Im Rahmen dieser Interessenabwägung steht der Beschwerdein- stanz ein gewisser Beurteilungs - bzw. Ermessensspielraum zu. Sodann ist die beantragte Massnahme auch auf ihre Verhältnismässigkeit zu pr ü- fen. A-1081/2014 Seite 8 3.3 Im Allgemeinen wird die Beschwerde instanz ihren Entscheid auf den Sachverhalt stützen, der sich aus den vorhandenen Akten ergibt, ohne zeitraubende weitere Erhebungen anzu stellen (sog. "Prima-facie"- Entscheid; vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.27). Herabge- setzt sind neben den Untersuchungspflichten auch die Beweisanford e- rungen; das Glaubhaftmachen von Anliegen genügt in der Regel. Der durch den Endentscheid zu reg elnde Zustand soll jedoch weder präjud i- ziert noch verunmöglicht werden (vgl. zur diesbezüglich weiterhin bedeut- samen Praxis zu Art. 55 VwVG BGE 130 II 149 E. 2.2 mit Hinweisen ; HANSJÖRG SEILER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommen- tar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2009, Art. 55 Rz. 95). 3.4 Demnach ist nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin das Vorliegen einer qualifiziert rechtswidrige n Kündigung im Sinne von Art. 34c Abs. 1 Bst. a–d BPG geltend macht. Ist dies der Fall, ist im Sinne einer Erfolgsprognose zu klären, ob die Beschwerde in der Hauptsache hinsichtlich der geltend gemachten, qualifiziert rechtswidrigen Kündigung nicht von vornherein als aussichtslos erscheint und ob die Gründe für das Vorliegen einer solchen Kündigung zumindest glaubhaft gemacht werden. Ist Ersteres zu verneinen und Letzteres zu bejahen, ist zu prüfen, ob ein ausreichender Anordnungsgrund vorliegt. Trifft dies zu, ist in einem let z- ten Schritt zu untersuchen, ob die durch die Vorinstanz angeordnete Massnahme verhältnismässig ist. 4. Vorliegend beruft sich die Beschwerde gegnerin auf das Vorliegen einer missbräuchlichen Kündigung und damit auf Art. 34c Bst. b BPG i.V.m. Art. 336 OR. Sollte die Vorinstanz die Beschwerde im Endentscheid dies- bezüglich gutheissen, würde grundsätzlich ein Anspruch auf Weiterb e- schäftigung bestehen. Im Sinne einer Erfolgsprognose ist deshalb zu prü- fen, ob die geltend gemachte Rüge der qualifiziert rechtswidrigen Kündi- gung nicht von vornherein a ls aussichtslos erscheint und ob die Gründe für das Vorliegen einer solchen Kündigung zumindest glaubhaft gemacht werden. Gemäss Rechtsprechung und Lehre kann eine Kündigung namentlich dann missbräuchlich im Sinn von Art. 336 OR sein, wenn sie sich als Fo l- ge einer Fürsorgepflichtverletzung des Arbeitgebers erweist ( HARRY NÖTZLI, in: Portmann/Uhlmann [Hrsg.], Handkommentar Bundespers o- nalgesetz [BPG], Bern 2013, Art. 14 N. 40 mit Hinweisen). Mit der Vorin-A-1081/2014 Seite 9 stanz ist einig zu gehen, dass es genauerer Abklärungen und einer ei n- gehenden Prüfung der einschlägigen Akten bedarf, um über eine allfällige Missbräuchlichkeit der Kündigung zu befinden. Von einem offensichtlich unbegründeten Rechtsstandpunkt der Beschwerd egegnerin kann nach einer prima -facie-Beurteilung namentlich aus folgenden Gründen nicht ausgegangen werden: Einerseits lässt der aktenkundige Umstand, dass der SNF am (…) einen Forschungsbeitrag (…) für das Projekt (…) zuge- sprochen hat, Zweifel aufkommen, ob das bisherige Aufgabengebiet der Beschwerdegegnerin infolge der Umstrukturierungsmassnahmen tatsäch- lich dahingefallen ist. A ndererseits stützt die schriftlich ausgesprochene Ermahnung vom 6. September 2012, in der ein massiv gestörtes Vertrau- ensverhältnis konstatiert wird, die Behauptung der Beschw erdegegnerin, dass das Arbeitsverhältnis im Vorfeld der Kündigung konfliktbelastet war. Die Hintergründe, die zur Kündigung sverfügung vom 11. November 2013 geführt haben, werden daher im Hauptverfahren zu klären sein. Insbe- sondere wird es Aufgabe der Vorin stanz sein, zu prüfen, ob die B e- schwerdeführerin ihrer Fürsorgepflicht hinreichend nachgekommen ist, sollte sich herausstellen, dass nicht die Umstrukturierungsmassnahmen (…) bzw. das daraufhin abgelehnte Stellenangebot (…), sondern ein Kon- flikt am Arbeitsplatz der tatsächliche Grund für die Auflösung des Arbeits- verhältnisses war. Beim derzeitigen Verfahrensstand lässt sich somit – wie in der angefoch- tenen Zwischenverfügung zu Recht festgehalten wird – eine verlässliche Entscheidprognose in der Hauptsache über das vor der Vorinstanz hä n- gige Verfahren nicht treffen. Mit ihren Vorbringen macht die Beschwerd e- gegenerin aber zumindest glaubhaft, dass die Rechtsgrundlage von Art. 34c Bst. b BPG i.V.m. Art. 336 OR durch die Vorinstanz näher zu prü- fen sein wird. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur offensichtlich negativen Entscheidprognose erweisen sich damit als nicht stichhaltig. 5. Weiter ist zu prüfen, ob vorliegend ein Anordnungsgrund gegeben ist. Ein Anordnungsgrund für die Erteilung der aufschiebenden Wirkung liegt nur vor, wenn zumindest überzeugende, d.h. besonders gewichtige Intere s- sen für die Gewährung der aufschiebenden Wirkung sprechen. Sodann muss ein Verzicht auf die Erteilung der aufschiebenden Wirkung für den betroffenen Gesuchsteller einen ni cht leicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken, wobei ein tatsächliches Interesse genügt (eingehend Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts A -5218/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 5.3). A-1081/2014 Seite 10 Angesichts des vom Gesetzgeber getroffenen Entscheids, grundsä tzlich keine aufschiebende Wirkung zuzugestehen, ist der Beschwerdeführerin dahingehend zuzustimmen, dass das Interesse des Arbeitnehmers an der Lohnfortzahlung alleine grundsätzlich noch nicht genügt, um ein beso n- ders gewichtiges Interesse darzutun. Wenn das finanzielle Interesse an der Lohnfortzahlung allein genügen würde, würde damit dieser Grundsatzentscheid des Gesetzgebers unterlaufen. Vorliegend hat die Vorinstanz jedoch die aufschiebende Wirkung der Beschwerde gestützt auf die besonderen Umstände des Einzelfalls angeordnet. Sie hat die ho- he Spezialisierung, das vorgerückte Alter, das langjährige Arbeitsverhäl t- nis sowie die Unterstützungspflicht der Beschwerdeg egnerin als massge- bend erachtet, um ausnahmsweise den Suspensiveffekt zu gewähren. Diese Beurteilung der Gesamtumstände durch die Vorinstanz liegt in ih- rem Ermessensspielraum und ist nicht zu beanstanden. Vor allem fällt vorliegend der hohe Spezialisierungsgrad der Beschwerdegegnerin ve r- bunden mit dem langjährigen Arbeitsverhältnis ins Gewicht, der – ähnlich wie bei Angestellten in einem Monopolberuf – eine erhöhte Abhängigkeit gegenüber der bisherigen Arbeitgeberin zu begründen vermag . Ferner kann im Rahmen einer summarischen Prüfung nicht gänzlich ausge- schlossen werden, dass die Beschwerdegegnerin bei einer sofortigen Wirksamkeit der Kündigung einem allfälligen Anspruch auf Frühpensi o- nierung verlustig geht, wie dies von ihr behauptet wird . Es liegt somit ein ausreichender Anordnungsgrund für die Gewährung der aufschiebenden Wirkung vor. Was die Beschwerdeführerin gegen die Anordnung der aufschiebenden Wirkung vorbringt, vermag hingegen nicht zu überzeugen. Soweit sie dar- legt, die Beschwerdegegnerin habe die drohende Arbeitslosigkeit selbst zu verantworten, da diese die angebotene zumutbare Stelle (…) ausge- schlagen habe, beruft sie sich auf den gleichen Grund wie für die Zulä s- sigkeit der ordentlichen Kündigung. Die Argumentation setzt somit die Richtigkeit ihres Standpunkts in der Hauptsache voraus. Ob dies zutrifft, d.h. ob die angebotene Stelle der Beschwerdegegnerin zuzumuten war, ist eine der strittigen Fragen im Hauptverfahren und kann ohne eindeutige Entscheidprognose die Aufhebung der angefochtenen Zwischenverf ü- gung nicht rechtfertigen. Des Weiteren kann der Vorinstanz nicht vo r- gehalten werden, sie habe den Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Im Rahmen der summarischen Prüfung war die Vorinstanz nicht verpflichtet, vertiefte Abklärungen zu den familiären Unterstützungspflichten der B e- schwerdegegnerin zu treffen. A-1081/2014 Seite 11 6. Abschliessend ist über die Verhältnismässigkeit der Massnahme zu ent- scheiden. Verhältnismässig ist eine Massnahme dann, wenn sie im Hi n- blick auf das angestrebte Ziel geeignet und erforderlich ist und ein ve r- nünftiges Verhältnis zwischen dem angestrebten Ziel und dem Eingriff, den sie für die betroffene Partei (vorliegend die Beschwerdeführerin) b e- wirkt, wahrt (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgeme i- nes Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 581 ff. mit Hinweisen). Die Erteilung der aufschiebenden Wirkung ist geeignet, d ie Beschwerde- gegnerin die nachteiligen Wirkungen, die mit der Kündigung sverfügung verbunden sind, solange nicht spüren zu lassen, als über deren Rech t- mässigkeit entschieden ist. Ein milderes Mittel ist nicht ersichtlich. Den in E. 5 ausgeführten besonders gewichtigen Interessen der Beschwerd e- gegnerin an der Gewährung der aufschiebenden Wirkung steht das Inte- resse der Beschwerdeführerin an einem haushälterischen Umgang ihrer finanziellen Ressourcen gegenüber (vgl. auch vorstehend E. 1.3). Da r- über hinaus hat die Beschwerdeführerin durch die Zwischenverfügung vom 21. Februar 2014 keine Nachteile zu gewärtigen, da die angeordnete Freistellung im vorliegenden Beschwerdeverfahren unbestritten geblieben ist. Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass, in die Interessenabwä gung der Vorinstanz korrigierend einzugreifen. D ie Lohnfortzahlung während des laufenden Verfahrens ist für die Beschwerdeführerin als zumutbar zu erachten. 7. Die Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet und ist abzuwe i- sen. 8. 8.1 Gemäss Art. 34 Abs. 2 BPG ist das Verfahren vor dem Bundesverwal- tungsgericht in personalrechtlichen Angelegenheiten unabhängig vom Verfahrensausgang grundsätzlich kostenlos. Vorliegend sind daher keine Verfahrenskosten zu erheben. 8.2 Der obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin ist für das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zuzuspr e- chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Da keine Kostennote eingereicht worden ist, A-1081/2014 Seite 12 setzt das Bundesverwaltungsgericht die Entschädigung auf Grund der Ak- ten fest (Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). In Anbetracht des mutmasslichen Arbeits - und Zeitau f- wands wird die Parteientschädigung auf Fr. 1'000.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt und der unterliegenden Beschwerdeführerin zur Zahlung auferlegt (Art. 64 Abs. 2 und 3 VwVG). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Der Beschwerdegegnerin wird eine Parteientschädigung von Fr. 1'000.- (inkl. Auslagen und Mehrw ertsteuer) zugesprochen, welche ihr von der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu vergüten ist. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. Verfahrens-Nr. […]; Einschreiben) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Maurizio Greppi Flurina Peerdeman Rechtsmittelbelehrung: Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebie t der öffen t- lich-rechtlichen Ar beitsverhältnisse können beim Bundesgericht ang e- fochten werden, sofern es um eine ver mögensrechtliche Angelegenheit A-1081/2014 Seite 13 geht, bei welcher der Streitwert mindestens Fr. 15'000.– beträgt oder bei der sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (vgl. Art. 85 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Bei einer nicht vermögensrechtlichen Angelegenheit ist die Beschwerde nur zulässig, wenn sie die Gleichste l- lung der Geschlechter betrifft (vgl. Art. 83 Bst. g BGG). Zwischenverfü- gungen sind in all diesen Fällen unter den Voraussetzungen von Art. 93 BGG anfechtbar. Steht die Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angele- genheiten offen, kann sie innert 30 Tagen nach Eröffnung dieses En t- scheids beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefoch- tene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdefü h- rende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: