Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. Januar 2019 (720 18 281 / 05) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit infolge fortgeschrittenen Alters verneint. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Markus Schmid , Rechtsanwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1955 geborene A.____ war als Behindertenbetr euerin beim B.____ angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallve rsicherungsanstalt (Suva) gegen die Fol- gen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen obligat orisch versichert, als sie am 25. Juni 2008 auf der Autobahn unverschuldet in einen Auffahrunfa ll verwickelt wurde und dabei eine Distor- sion der Halswirbelsäule (HWS) erlitt. Bereits vor ihrem Unfall hatte sich die Versicherte an- fangs Februar 2008 aufgrund einer Diskushernie einem operativen Eingriff unterziehen müssen, in dessen Verlauf sie allerdings ab April 2008 wied er eine volle Beschwerdefreiheit erreicht hat- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht te. Trotz kontinuierlicher Physiotherapie und medikament öser Behandlung berichtete die Versi- cherte nach ihrem Unfall über einen fluktuierenden Ve rlauf. Am 24. August 2008 meldete sie sich unter Hinweis auf die im Februar 2008 durchgeführ te Diskushernien-Operation und den im Juni 2008 erlittenen Unfall bei der Invalidenversicherun g (IV) zum Leistungsbezug an. In der Zeit vom 17. November 2008 bis 16. Januar 2009 absolvie rte sie im Auftrag der IV ein Arbeits- training, dessen Pensum jedoch nicht gesteigert werde n konnte. Nach weiteren Abklärungen der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse lehn te die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) in Anwendung der gemischten Bemessungsmethode d en Rentenanspruch der Versi- cherten mit Verfügung vom 12. Oktober 2010 gestützt auf einen IV-Grad von 35% ab. Bei die- ser Verfügung, welche in der Folge in Rechtskraft erwuchs, stützte sie sich im Wesentlichen auf ein von der Suva eingeholtes, neurologisches Gutachten vo m 13. Mai 2009, welches zwecks Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse im UV-Verfahren von der Suva in Auftrag gegeben worden war. B. Die Suva ihrerseits stellte im Wesentlichen ebenfall s gestützt auf das von ihr eingeholte neurologische Gutachten vom 13. Mai 2009 mit Verfügung vom 17. Juli 2009 die Ausrichtung weiterer Versicherungsleistungen mangels adäquaten Kausa lzusammenhangs ein. Nachdem sie eine dagegen erhobene Einsprache mit Einspracheentsche id vom 12. September 2011 ab- gewiesen hatte, erhob die Versicherte am 14. Oktober 2011 hiergegen Beschwerde beim Kan- tonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozi alversicherungsrecht (Kantonsge- richt). Mit Urteil vom 26. Juli 2015 hiess das Kantonsge richt die Beschwerde der Versicherten gestützt auf ein gerichtliches Gutachten der Academy of Sw iss Insurance (asim) vom 22. Juli 2013 gut. Das Gericht stellte fest, dass die Suva die ge setzlichen Leistungen über den 31. Juli 2009 hinaus bis am 10. März 2013 zu erbringen habe, un d wies die Angelegenheit an die Suva zur Festlegung und Spezifizierung der gesetzlichen Leistungen zurück. C. Bereits am 7. Oktober 2013 hatte die Versicherte ge genüber der IV-Stelle beantragt, die IV-Verfügung vom 12. Oktober 2010 sei in Revision zu zieh en, da mit dem vom Kantonsgericht im Beschwerdeverfahren gegen die Suva in Auftrag gegeb enen Gerichtsgutachten der asim vom 22. Juli 2013 neue medizinische Erkenntnisse vorlägen, welche bei Erlass der IV- Verfügung vom 12. Oktober 2010 noch nicht berücksichtigt worden seien. Die Versicherte er- klärte sich in der Folge damit einverstanden, zunächst da s kantonsgerichtliche Urteil im UV- Verfahren abzuwarten. Nach Erlass des kantonsgerichtlichen Urteils gegen die Suva vom 26. Juli 2015 sowie nach ergänzenden eigenen Abklärung en der gesundheitlichen und erwerb- lichen Verhältnisse, namentlich nach Einholung eines we iteren, polydisziplinären Gutachtens bei der Swiss Medical Assessment- and Business-Center AG (SMAB) vom 30. September 2016 sowie eines aktuellen Abklärungsberichts Haushalt vom 9. Fe bruar 2017 lehnte die IV-Stelle schliesslich mit Verfügung vom 2. Juli 2018 das Leistungsb egehren der Versicherten wiederum in Anwendung der gemischten Methode gestützt auf eine ermittelten IV-Grad von 39% erneut ab. D. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rec htsanwalt Markus Schmid, am 3. September 2018 beim Kantonsgericht Beschwerde. Sie beantragte, es sei ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung ab April 2014 bis Juni 20 16 mindestens eine halbe IV-Rente, Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht eventualiter eine Viertelrente der IV, und ab Juli 2 016 eine ganze IV-Rente auszurichten. Zur Begründung liess sie im Wesentlichen vorbringen, dass die IV-Stelle zu Unrecht auf die psychi- atrische Fachbeurteilung der SMAB abgestellt habe. Der psychiatrische Fachgutachter der SMAB verfüge nicht über die nötige Qualifikation, so da ss das Gutachten der SMAB per se un- beachtlich sei. Der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung gestützt auf die psychiatrische Fachbeurteilung der SMAB eine rückwirkende Geltung zukommen zu lassen, se i sowohl gemäss Konsensbeur- teilung als auch zufolge der rheumatologischen Fachbeurt eilung der SMAB unstatthaft. Die rückwirkend im psychiatrischen Fachgutachten der SMAB vorg enommene Arbeitsfähigkeitsein- schätzung beruhe auf keinerlei Befunden und sei damit a us der Luft gegriffen. Es sei vielmehr auf die gutachterlichen Einschätzungen der asim in deren Gutachten vom Juli 2013 abzustellen. In einer Verweistätigkeit sei ab 13. März 2013 demnach von einer Arbeitsfähigkeit von 40-50% auszugehen. Unabhängig davon bestehe ab Untersuchungszei tpunkt durch die SMAB im Juli 2016 keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr. Aus serdem sei bei der Bemessung des im erwerblichen Bereich massgebenden Invalideneinkommens bish er zu Unrecht keine Prüfung eines leidensbedingten Abzugs erfolgt. Dieser sei au f 15% festzusetzen. Trotz einer im Jahre 2017 erneut durchgeführten Abklärung der haushalterische n Verhältnisse sei schliesslich nicht nachvollziehbar, weshalb im Vergleich zu den Verhältnisse n, wie sie noch im Jahre 2009 fest- gestellt worden seien, nunmehr von einer lediglich no ch 11%-igen Einschränkung im Haushalt auszugehen sei. Die in diesem Zusammenhang vorgebrachten Argumente betreffend eine neu- erdings angeblich geringere Einschränkung seien haltlos. Es sei weiterhin von einer Einschrän- kung im Haushalt von 19,85% auszugehen. E. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 4. Oktober 2018 auf Abweisung der Be- schwerde. Der Einwand der Beschwerdeführerin, wonach der psychiatrische Fachgutachter der SMAB nicht über die notwendigen fachlichen Qualifikati onen verfüge, sei unbegründet. Die IV- Stelle sei nicht an die Ergebnisse des asim-Gutachtens vo m Juli 2013 gebunden. Gestützt auf die gutachterlichen Ergebnisse der SMAB sei entgegen de r Schlussfolgerungen der asim ab 13. März 2013 von einer Verbesserung der gesundheitli chen Verhältnisse und damit von einer Arbeitsfähigkeit von 80% in der letzten Tätigkeit bzw. von 100% in einer Verweistätigkeit auszu- gehen. Weil sich die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht graduell verrin- gert habe, sei die anlässlich der erneuten Haushaltsab klärung erhobene Einschränkung im Haushalt von lediglich noch 11% nachvollziehbar. Im Lich te der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für eine Unverwertbarkeit der verbleibe nden Arbeitsfähigkeit bei älteren Menschen entwickelt habe, sei ausserdem nicht zu beanstanden, dass im vorliegenden Fall der im Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchungen durch die SMAB knapp 61-jährigen Versicher- ten ein fehlender Zugang zum Arbeitsmarkt verneint wor den sei. Deren Restarbeitsfähigkeit sei daher zu Recht bejaht worden. Es bestehe kein Anlass, vo n der von der IV-Stelle vorgenom- menen Berechnung des IV-Grads abzuweichen. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist – soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwä- gungen einzugehen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ein em Aufgabenbereich (z.B. Haus- halt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerb stätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgab enbereich zu betätigen (Betäti- gungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 2.5 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der IV-Grad entsprechend der Behin- derung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Method e der Invaliditätsbemessung). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt d er Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961 in der bis Ende 2017 geltende Fas- sung). 2.6 Mit der am 1. Dezember 2017 beschlossenen Änderung d er IVV und der dazu ergan- genen Übergangsbestimmung, in Kraft ab 1. Januar 2018 (vgl. AS 2017 7581 f.), wird für Teil- erwerbstätige, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich Haush alt betätigen, ein neues Berech- nungsmodell statuiert (Art. 27 bis Abs. 2-4 IVV). Dieses sieht neuerdings vor, dass für die Ermitt- lung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbsfäh igkeit für das Valideneinkommen nicht mehr auf das Einkommen aus einem Teilzeitpensum abgeste llt, sondern das entsprechende Einkommen auf eine hypothetische Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27 bis Abs. 3 lit. a IVV). Die so berechnete prozentuale Erwerbseinbusse wird sodann weiterhin anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (lit. b). Nach der dazu ergangenen Übergangsbestimmun g Ziff. II Abs. 1 ist für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 1. Dezember 2017 la ufenden Dreiviertelsrenten, halben Renten und Viertelsrenten, die in Anwendung der gemi schten Methode zugesprochen wurden, innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieser Änderung eine Revision einzuleiten. Eine allfäl- lige Erhöhung der Rente kann demnach erst auf den Zei tpunkt des Inkrafttretens dieser Ände- rung erfolgen. Art. 27 bis Abs. 2-4 IVV hingegen bereits auf zuvor zuzusprechende R enten anzu- wenden, liefe im Ergebnis auf eine Anwendung noch ni cht in Kraft stehenden Rechts hinaus, was einer unzulässigen positiven Vorwirkung gleichkäme (vgl. dazu BGE 129 V 455 E. 3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_553/2017 vom 18. Dezember 2017, E. 6.2). 2.7 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitwe ilig erwerbstätig oder als nicht erwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfun g, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bund esgerichts vom 17. Juli 2012, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versich erten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 2. Juli 2018) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesund- heitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 2.8 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten nach der gemischten Methode bemessen. Dabei stellte sie bei der Festlegung d er Anteile der Erwerbstätigkeit und der Haushaltstätigkeit auf die im Fragebogen zur Ermitt lung der Erwerbstätigkeit vom 27. No- vember 2009 wiedergegebenen Angaben der Versicherten a b (IV-Dok 70, S. 8 f.), wonach die- se ohne gesundheitliche Beeinträchtigung in einem Pen sum von 80% eines Vollpensums ihrer bisher ausgeübten ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit als Betr euerin nachgegangen wäre. Ge- stützt auf diese Aussage der Versicherten setzte die IV- Stelle den Anteil der Erwerbstätigkeit auf 80% und jenen der Haushaltstätigkeit entsprechend auf 20% fest, was von der Versicherten denn auch zu Recht nicht in Frage gestellt wird. 2.9 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität abgestuft. Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3. Zu prüfen ist, ob und allenfalls in welchem Umfan g die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine IV-Rente besitzt. Strittig ist insbesondere, in welchem Ausmass sie aufgrund ihrer ge- sundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 3.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleib t folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.2 Die Annahme insbesondere einer allenfalls invalidi sierenden psychischen Gesund- heitsbeeinträchtigung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wis- senschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 13 1 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulture llen Umständen allerdings kein Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundhei tsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt deshalb in j edem Fall ein medizinisches Substrat vo- raus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich b eeinträchtigt. Ist eine psychische Stö- rung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weit eren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeu tischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann , zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähig keit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entsc heidend ist vielmehr, ob anzuneh- men ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 127 V 294 E. 4c in fine). Zu den psychischen Gesundheitsschäden gehören nebe n den eigentlichen Geisteskrank- heiten auch seelische Abwegigkeiten mit Krankheitswert. Nicht als Auswirkungen einer krank- haften seelischen Verfassung und damit invalidenversicherun gsrechtlich nicht als relevant gel- ten indessen jene Beeinträchtigungen der Erwerbsfähi gkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, Arbeit in ausreichend em Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend ob jektiv bestimmt werden muss (BGE 131 V 50 f. E. 1.2, 130 V 353 E. 2.2.1; je mit Hinweisen). 4.1 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse ist d ie rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärztinnen und Ärzte n zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz d er freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be- weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdige n. Dies bedeutet, dass das Sozial- versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbes ondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht e rledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des B eweiswertes eines ärztlichen Berich- tes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belang e umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksicht igt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung d er medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleu chtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebe nd für den Beweiswert ist grund- sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht o der Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Rechtsprechungsgemä ss ist es dem Sozialversicherungs- gericht demnach nicht verwehrt, gestützt allenfalls ausschli esslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen zu entscheiden. Wie das Bundesger icht in ständiger Rechtsprechung präzisiert hat, sind in solchen Fällen jedoch strenge Anfo rderungen an die Beweiswürdigung in dem Sinne zu stellen, dass bereits bei geringen Zweifel n an der Zuverlässigkeit und Schlüssig- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit jener ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärung en vorzunehmen sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_113/2009 vom 27. Juli 2009, E. 3.2; BGE 139 V 225, E. 5.2). 4.2 Laut Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG hat der Versicheru ngsträger im Hinblick auf die Er- mittlung des Rentenanspruchs die notwendigen Abklärung en von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Die medizi nische Abklärung der objektiven Ge- sundheitsschäden bildet dabei eine unabdingbare gesetzl ich verankerte Voraussetzung für die Zusprache einer Leistung der Invalidenversicherung (Art. 7 Abs. 2, Art. 16, Art. 43 Abs. 1 ATSG). Der Versicherer befindet darüber, mit welchen M itteln er den rechtserheblichen Sach- verhalt abklärt. Im Rahmen der Verfahrensleitung hat e r einen grossen Ermessensspielraum hinsichtlich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungs- grundsatz hat der Versicherer den Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass er über den Leistungs- anspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 126 V 360 E. 5b) entscheiden kann. Dabei kommt Sachverständigengutachten eine mass- gebende Rolle zu (Urteil des Bundesgerichts 9C_28/2010 vom 12. März 2010, E. 4.1 mit Hin- weisen). 4.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozialversiche- rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge setz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforde rungen nicht. Das Gericht hat viel- mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Ein An- spruch auf Leistungen besteht nur, wenn die Voraussetz ungen dafür mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 4.4 Nach ständiger Rechtsprechung hat das Sozialversicherung sgericht die Gesetz- mässigkeit angefochtener Verwaltungsverfügungen in der R egel nach dem Sachverhalt zu be- urteilen, wie er im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorg elegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Daraus folgt, dass für die Beurteilung der künftig massgeben- den Verhältnisse grundsätzlich jener medizinische Sachverh alt massgebend ist, wie er im Zeit- punkt des Erlasses der vorliegend angefochtenen Verfügung der IV-Stelle vom 2. Juli 2018 vor- gelegen hat. 5. Im Zentrum der medizinischen Aktenlage steht zum eine n das ursprünglich im Be- schwerdeverfahren gegen die Suva durch das Kantonsgericht eingeholte Gerichtsgutachten der asim vom 22. Juli 2013 und andererseits das von der IV-St elle nachträglich eingeholte verwal- tungsexterne Gutachten der SMAB vom 30. September 2016. 5.1 Dem psychiatrischen Fachgutachten der asim vom 17. Juni 2013 zufolge sei mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nebst psychosozialen Belastungsfaktoren ein hochgradiger Verdacht auf Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine chronifizierte Schmerzstörung mit psychischen und som atischen Faktoren zu diagnostizie- ren. In der angestammten Tätigkeit als Behindertenpfl egerin sei die Versicherte aufgrund ihrer nicht überwindbaren Schmerzen nicht mehr arbeitsfähig. In einer leidensangepassten, leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Zwangshaltungen sei e ine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 40 bis 50% bei freier Pauseneinteilung zu attestieren. Die über die somatische Begründung hinausgehende psychiatrisch bedingte Einschränkung resulti ere aus der Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Gemäss dem neurologisch en Fachgutachten vom 29. April 2013 hätten sich im Gegensatz zum Vorgutachten vom 13. Mai 2009 klinisch- neurologische Zeichen eines sensiblen Hemisyndroms der lin ken Körperhälfte finden lassen. Für die Interpretation der entsprechenden Befunde sei auf das psychiatrische Fachgutachten zu verweisen. Die vorliegenden Verletzungen des passiven Beweg ungsapparats seien primär Do- mänen des Orthopäden und Unfallchirurgen. Entsprechend sei bezüglich der Ätiologie der chronischen Nacken- und Kopfschmerzen auf das orthopädische Fachgutachten zu verweisen. Aus neurologischer Sicht sei die Explorandin zu 100% arb eitsfähig. Gemäss dem orthopädi- schen Fachgutachten der asim habe der erlittene Auffahr unfall mit überwiegender Wahrschein- lichkeit zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des deg enerativen Vorzustandes an der HWS geführt. Der Wegfall der Mitwirkung von Unfallfol gen an den Beschwerden (Status quo sine) sei erst im Zeitpunkt der aktuellen asim-Untersuchung vom 11. März 2013 objektivierbar. Für einen früheren Zeitpunkt lägen keine objektivierb aren Daten vor. Auf allgemeine theoreti- sche Angaben könne in casu nicht abgestellt werden. Seit spätestens dem 11. März 2013 be- stehe in Bezug auf den Bewegungsapparat keine unfallbed ingte Arbeitsunfähigkeit mehr. Das degenerative HWS- und LWS-Leiden schränke die Arbeitsf ähigkeit jedoch weiterhin wegen un- fallfremder Gründe ein. Aufgrund der aktuellen klinisch en Untersuchung, der multisegmentalen Ausdehnung des radiologischen Befunds und der zu erwarte nden langsamen Progression sei eine Arbeit als Pflegekraft in der Behindertenpflege nicht mehr zumutbar. In der Zeit zwischen dem Unfall und dem jetzigen Gutachten sei die unfall fremde Einschränkung die gleiche gewe- sen, zu der sich, mit einem graduellen Rückgang über die Zeit, die unfallkausale vorübergehen- de Verschlimmerung addiert habe. Der Gesamtbeurteilung der asim zufolge bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Betreu- erin in einem Behindertenwohnheim keine Arbeitsfähig keit mehr. Diese Einschränkung sei un- fallfremd. Für eine Verweistätigkeit mit muskuloskelettal nicht belastendem Profil ohne konstan- te Dauerhaltungen, ohne Überkopfarbeit, ohne Heben, Tragen und Bewegen von Lasten über acht Kilogramm, mit der Möglichkeit zu vermehrten und verlängerten Pausen sowie mit aus- schliesslich leichtem körperlichem Anforderungsprofil besteh e eine Arbeitsfähigkeit von zwei Mal zwei Stunden pro Tag im Sinne eines Arbeitspensums im Umfang von 40 bis 50%. Die Re- duktion gegenüber einem Vollzeitpensum begründe sich dur ch eine bedingt durch die psychiat- rische Diagnose einer wahrscheinlich chronifizierten Schmerzstörung eingeschränkte emotiona- le Belastbarkeit. Die Explorandin habe dadurch einen erhöhten Pausenbedarf. Es bestehe eine erhöhte Ermüdbarkeit. Die derart festgelegte Arbeitsf ähigkeit könne mit Sicherheit erst ab dem 11. März 2013 angegeben werden. Aufgrund der fehlend en Dokumentation einer psychiatri- schen Vorbehandlung könne aus psychiatrischer Sicht die aktuell festgestellte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erst ab Gutachtenszeitpunkt angegeben werden. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Dem Gutachten der SMAB vom 30. September 2016 li egen Untersuchungen in den Bereichen Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie zu Grunde. Die Ärzte- schaft der SMAB diagnostiziert in diesem Gutachten mit A uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Oligo-/Polyarthritis mit negativem Rheumafaktor, e in residuelles zervikospondylogenes Schmerzsyndrom, eine rezidivierende depressive Störung geg enwärtig remittiert sowie eine somatoforme Schmerzstörung. Dem rheumatologischen Fachguta chten der SMAB zufolge er- gebe sich eine leichte Reduktion der Belastbarkeit einzel ner peripherer Gelenke und der Funk- tionseinheit an der HWS und am Schultergürtel. Diese Einschränkungen würden vor allem ma- nuell belastende Tätigkeiten betreffen, welche eine i ntakte Feinmotorik der Finger sowie Tätig- keiten erfordern würden, welche zu einer Belastung der HWS führen würden. In der früher prak- tizierten Tätigkeit als Behindertenbetreuerin sei die Versicherte seit ihrem Unfall im Juni 2008 vollständig arbeitsunfähig. Retrospektiv seien leidensadap tierte Tätigkeiten seit dem gerichtli- chen Gutachten der asim im Umfang eines Pensums von 40 b is 50% zumutbar. Seit der Begut- achtung durch die SMAB könne der Versicherten infolge des therapieresistenten chronischen Schmerzsyndroms eine ihrem Leiden bestens angepasste Verweistätigkeit im Umfang von acht Stunden täglich mit einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20% zugemutet werden. In neurologischer Hinsicht attestiert das entsprechende F achgutachten der SMAB wie bereits zuvor das Gerichtsgutachten der asim keine Diagnosen mit A uswirkungen auf die Arbeitsfähig- keit der Versicherten. Gemäss dem psychiatrischen Fachgutac hten der SMAB gehe man mit dem psychiatrischen Vorgutachten der asim insofern einig, als dass bei der Versicherten defini- tiv eine somatoforme Schmerzstörung vorliege. Psychosoziale Belastungsfaktoren und vor al- lem die schwierige biographische Prägung würden eine ma ssgebende Rolle spielen. Die Fest- stellung der asim aber, dass die psychosomatische Störung Ausdruck einer schweren Trauma- tisierung sowie einer lebenslangen psychischen Abwehrleistung darstelle und daher nicht über- windbar sei, erscheine angesichts der vorhandenen Ressourcen als nicht nachvollziehbar. Inso- fern komme man zu einer abweichenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. In der Quintessenz komme man in interdisziplinärer Hinsicht zum Schluss, dass a us rein psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit in der Grössenordnung von 80% sowie in einer Ver- weistätigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils in der Grössenordnung von 100% bestehe. Die retrospektive Bewertung der noch zumutbar en Arbeitsfähigkeit gestalte sich sehr schwierig, da seit mehreren Jahren keine validen Befunde vorliegen würden. Die verbleibende Arbeitsfähigkeit könne retrospektiv deshalb nur grob geschätzt werden. Spätestens mit der Be- gutachtung durch die asim im März 2013 sei eine Anhebun g der Arbeitsfähigkeit in der Grös- senordnung von 80% in der letzten Tätigkeit bzw. von 100 % in einer Verweistätigkeit anzuneh- men. In polydisziplinärer Hinsicht kommen die Gutachter der SMAB zum Schluss, dass in einer Ver- weistätigkeit ein täglicher Einsatz von acht Stunden mit einer Einschränkung der Leistungsfä- higkeit von 20% zumutbar sei. Letztere sei durch das th erapieresistente chronische Schmerzsyndrom und die herabgesetzte emotionale Belastb arkeit bedingt. Eine Verweistätig- keit sollte körperlich leichte Arbeiten umfassen und mit Wechselpositionen einhergehen. Ar- beitstätigkeiten auf oder über Schulterhöhe, monotone Arbeitshaltungen des Nackens in der Vorneigeposition mit und ohne HWS-Rotation sowie Täti gkeiten, welche rein manuell gewichtet Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht seien und vor allem eine intakte Feinmotorik der Fing er voraussetzen würden, sollten ebenso ausgeschlossen werden wie Arbeiten, die einen ausserge wöhnlichen Zeitdruck, beispielsweise Akkordbedingungen oder Wechsel- bzw. Nachtschichtbedingungen beinhalten würden. In einer derart optimal leidensadaptierten Tätigkeit bestehe eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit. Als Behinder- tenbetreuerin sei die Arbeitsfähigkeit seit dem 25. Ju ni 2008 dauerhaft aufgehoben. Seit dem gerichtlichen Gutachten der asim seien leidensadaptiert e Tätigkeiten im Umfang von zwei mal zwei Stunden täglich, entsprechend einem 40-50%-Pensum zumutbar. Ab Begutachtung der SMAB könne der Versicherten eine dem Leiden angepasste Verweistätigkeit in einem Umfang von acht Stunden täglich mit einer Einschränkung der Le istungsfähigkeit von 20% zugemutet werden. Es dürfte schwierig sein, die Versicherte nach ac htjährigem Unterbruch wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Auf psychiatrischem Fachgebi et sehe der Fachgutachter eine signifikant geringere Einschränkung der Arbeitsfähigkei t im Vergleich zur letzten psychiatri- schen Vorbegutachtung im März 2013. So sei die damalige Einschätzung, die Versicherte sei nicht in der Lage, die Entwicklung einer psychosomatische n Störung als Ausdruck einer unbe- wältigten, schweren Traumatisierung im Sinne einer lebenslangen, psychischen Abwehrleistung zu überwinden, nicht nachvollziehbar. Diese damalige Int erpretation erscheine in der Krank- heitsdynamik deutlich überbewertet und werde vor dem H intergrund der persönlichkeitsgebun- denen Ressourcen und der beschriebenen Erlebnis- und Gestaltungsfähigkeit der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der Versicherten nicht gerecht. Insofern komme der psychiatrische Gutachter nunmehr zu einer abweichenden Bewertung der Arbeitsfähigkeit. 6.1 Die IV-Stelle hat bei der Beurteilung der gesund heitlichen Verhältnisse auf das Gutach- ten der SMAB abgestellt und ist in ihrer vorliegend a ngefochtenen Verfügung vom 2. Juli 2018 davon ausgegangen, dass der Versicherten seit dem Ablauf des Wartejahres am 14. März 2014 eine ausschliesslich noch leichte Verweistätigkeit im Umfa ng von 100% zumutbar sei. Die Be- schwerdeführerin lässt dagegen vorbringen, das Gutachten der SMAB sei nicht valide. Der Beschwerdeführerin ist insofern zuzustimmen, als dass im Beschwerdeverfahren gegen die Suva – was den medizinischen Sachverhalt und dabei insb esondere die dazumal strittige Kau- salitätsbeurteilung betraf – dem gerichtlichen Gutachte n der asim und den in diesem Zusam- menhang vorliegenden Erläuterungen des orthopädischen Fachgutachters massgebende Be- deutung zugekommen war. Das asim-Gutachten erfüllte b ereits dazumal die rechtsprechungs- gemässen Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Stellungnahme (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a). Daran ist festzuhalten, und es ist ihm auch heute noch voller Beweis- wert zuzuerkennen. Es kann an dieser Stelle auf die Erwägungen im kantonsgerichtlichen Urteil vom 26. Juli 2015 verwiesen werden. Es bestehen weiterh in keine Gründe, von der dazumal überaus detaillierten und nachvollziehbar begründeten Beurteilung der asim-Gerichtsgutachter abzuweichen. Dies gilt auch für die damalige Einschätzung der der Versicherten verbliebenen Restarbeitsfähigkeit, der zufolge ihr ab März 2013 nur noch eine ausschliesslich leichte Ver- weistätigkeit während zwei Mal zwei Stunden pro Tag im Sinne eines Arbeitspensums von 40 bis 50% zumutbar gewesen war. Diese Zumutbarkeitsbeurtei lung steht im Einklang mit den da- zumal erhobenen Befunden insbesondere rheumatologische r und psychiatrischer Natur und ist nachvollziehbar begründet worden. Darauf ist auch heute noch abzustellen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Wie zuvor bereits das Gutachten der asim ist auch das S MAB-Gutachten lege artis er- stellt worden. Dieses erfüllt grundsätzlich ebenfalls al le Voraussetzungen an ein beweiskräfti- ges, verwaltungsexternes Gutachten. Der Beschwerdeführerin ist zwar zuzustimmen, dass das nach alter Rechtsprechung in Auftrag gegebene Gutach ten bei der asim nicht per se seinen Beweiswert verliert (Beschwerdebegründung, Ziffer 34). Dies alleine schliesst jedoch nicht aus, dass auf das SMAB-Gutachten abgestellt werden kann. Da s Einholen eines erneuten Verwal- tungsgutachtens bei der SMAB erfolgte im Zusammenhang m it der zwischenzeitlich ergange- nen Änderung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, w onach das tatsächliche Leistungs- vermögen der versicherten Person neuerdings in einem struk turierten Beweisverfahren ergeb- nisoffen und einzelfallgerecht zu bewerten war (BGE 141 V 281). Nachdem das Gerichtsgut- achten der asim diese Anforderungen noch nicht erfüllt hatte, kann deshalb nicht gesagt wer- den, die Einholung eines erneuten Verwaltungsgutacht ens sei unangemessen oder gar rechts- fehlerhaft gewesen. Dies gilt umso mehr, weil seit de m Gerichtsgutachten der asim mehr als drei Jahre verstrichen sind. Ob die IV-Stelle nicht ber eits dazumal ohne ein ergänzendes Gut- achten über den Leistungsanspruch der Versicherten hätte e ntscheiden müssen, braucht im vorliegenden Verfahren jedenfalls nicht mehr geprüft zu werden. 6.3 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringen lässt, de r Widerspruch betreffend die Ein- schätzung der Restarbeitsfähigkeit durch die Gerichtsguta chter der asim und dem Verwal- tungsgutachten der SMAB sei nicht nachvollziehbar, ist ihr zu entgegnen, dass es in der Natur eines Begutachtungsauftrags liegt, die medizinischen Ve rhältnisse nicht nur zu erheben, son- dern in ihrer Gesamtheit erneut und damit im Vergle ich zu den übrigen medizinischen Unterla- gen allenfalls auch abweichend zu bewerten. Der Umstand, dass die SMAB-Gutachter im Ver- gleich zur vorangehenden – noch nach alter Überwindbarkei tspraxis ergangenen – Vorbegut- achtung durch die asim zu einer Verbesserung der der Versicherten verbleibenden Restarbeits- fähigkeit gelangen, ist einer umfassenden polydisziplinäre n Begutachtung mit anderen Worten geradezu inhärent. Dieser Umstand stellt für sich allei ne daher keinen Grund für die Nichtver- wertbarkeit des SMAB-Gutachtens dar. Massgebend ist vielme hr, ob das fragliche Gutachten den rechtsprechungsgemässen Kriterien zufolge (oben, Erwägung 4.1) überzeugend ausgefal- len ist. Dies ist hier der Fall. Wie bereits zuvor die asim haben auch die Gutachter der SMAB die Versicherte umfassend untersucht und gelangen zum na chvollziehbaren Ergebnis, dass in einer Verweistätigkeit ein täglicher Einsatz von acht Stunden mit einer Einschränkung der Leis- tungsfähigkeit von 20% zumutbar sei. Sie begründen die zum Gerichtsgutachten der asim hö- here Restarbeitsfähigkeit damit, dass im Vergleich zur Vorbegutachtung im März 2013 eine sig- nifikant geringere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit i n psychiatrischer Hinsicht vorliege, weil die damalige Interpretation vor dem Hintergrund der persönlichkeitsgebundenen Ressourcen und der beschriebenen Erlebnis- und Gestaltungsfähigkei t der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der Versicherten nicht gerecht werde. Daran ist festzuhalten. 6.4 Der Beschwerdeführerin ist allerdings zuzustimmen, dass die SMAB-Gutachter in ihrer Gesamtbeurteilung retrospektiv davon ausgehen, dass leid ensadaptierte Tätigkeiten im Zeit- punkt der Begutachtung durch die asim lediglich im Umfa ng von 40-50% zumutbar waren. Die- se Aussage widerspricht zwar der Einschätzung im psychiatrisc hen Fachgutachten der SMAB. Dies ändert jedoch nichts daran, dass der Versicherten eine leidensangepasste Verweistätigkeit Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Umfang von 80% erst ab Begutachtung der SMAG zumutbar war. Einerseits wird auch in der rheumatologischen Fachbeurteilung der SMAB keine rückwi rkende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Umfang von 80% zugestanden. Andererseits ist kein Wid erspruch darin zu erkennen, dass die Gutachter der SMAB in retrospektiver Hinsicht die Vorbeurteilung der asim übernommen haben. Die retrospektive Annahme einer lediglich 40 b is 50%-igen Arbeitsfähigkeit in einer Ver- weistätigkeit ist vielmehr Ausdruck der eigenen Einschätzun g der SMAB, dass sich eine rück- wirkende Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit als schwierig erweist. Soweit sich die SMAB-Gutachter in ihrer interdisziplinären Gesamtbeurt eilung für die Zeit zwischen März 2013 und Ende September 2016 an die dazumal zeitnahen Expl orationsergebnisse im gerichtlichen Gutachten der asim gehalten haben, ist ihre Schlussfolgerung im Gegenteil nachvollziehbar und schlüssig. Die von der IV-Stelle in deren Verfügung vom 2 . Juli 2018 anderweitig vertretene Auffassung findet in den medizinischen Akten keine Stütze. 6.5 Als Zwischenergebnis ist somit davon auszugehen, dass die Versicherte in einer lei- densangepassten Verweistätigkeit ab März 2013 durchschnittlich zu 45% sowie mit Wirkung ab Begutachtung durch die SMAB per Ende September 2016 im Umfang von 80% arbeitsfähig war. 7. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen die ser gesundheitlichen Beeinträchti- gung. Die Beschwerdeführerin stellt sich in diesem Zusammenhang mit Blick auf ihr mittlerweile fortgeschrittenes Alter auf den Standpunkt, dass ihre Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar sei. 7.1 Hinsichtlich der attestierten Arbeitsfähigkeit in ei ner leidensangepassten Tätigkeit ist die Unterscheidung massgebend zwischen der medizinisch attestier ten Arbeitsfähigkeit und der Frage, ob und inwieweit eine bestimmte Restarbeitsfähi gkeit mit dem gegebenen Leistungspro- fil auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch verwertbar ist (Art 7 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG). Dabei wird auch das fortgeschrittene Al ter, obgleich an sich ein invaliditätsfrem- der Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerk annt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auch auf eine m ausgeglichenen Arbeitsmarkt realisti- scherweise nicht mehr nachgefragt wird, sowie dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Mög- lichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwer- ten, lässt sich indessen nicht nach einer allgemeinen Reg el bemessen, sondern hängt von den Umständen ab, die insbesondere mit Blick auf die Anforderungen der konkreten Verweisungstä- tigkeiten massgebend sind. Zu beachten sind dabei beispiel sweise die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare U mstellungs- und Einarbeitungs- aufwand und in diesem Zusammenhang auch die Persönlichke itsstruktur, die vorhandenen Be- gabungen und Fertigkeiten, die Ausbildung, der beru fliche Werdegang oder die Anwendbarkeit von Berufserfahrungen aus dem angestammten Berufsbereic h (Urteil des Bundesgerichts 9C_124/2010 vom 21. September 2010, E. 5.1). Was sod ann den Zeitpunkt betrifft, in dem zu beantworten ist, ob eine versicherte Person noch vermitt elbar ist, hat das Bundesgericht in sei- nem Leitentscheid BGE 138 V 457 ff. entschieden, dass au f das Feststehen der medizinischen Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit abzustellen ist. Al s ausgewiesen gilt die medizinische Zu- mutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 462 E. 3.4), unabhängig da- von, ob die Grundlage hierfür ein Verwaltungsgutacht en oder ein Gerichtsgutachten darstellt (Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 , E. 3.1). Ausnahme bilden einzig die Konstellationen einer Meldepflichtverletzung, in welchen die Verwertbarkeit der Restarbeits- fähigkeit bereits zu jenem Zeitpunkt zu beurteilen ist , in dem nach Art. 88 bis Abs. 2 lit. b IVV die Herabsetzung respektive Aufhebung der Rente in Betracht fällt (BGE 143 V 431, E. 4.5.1). 7.2 Im vorliegenden Fall stand erst mit dem von der I V-Stelle ergänzend eingeholten Ver- waltungsgutachten der SMAB vom 30. September 2016 ve rbindlich fest, dass die Arbeitsfähig- keit der Versicherten in einer angepassten Verweistätigkeit seit März 2013 im Umfang von 55% und anschliessend ab Oktober 2016 im Umfang von 20% eingeschränkt war (oben, E. 6.4). Hin- tergrund bildet unter anderem der Umstand, dass der r egional-ärztliche Dienst der Beschwer- degegnerin (RAD) am 22. April 2016 empfohlen hatte, infolge der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung bezüglich der Standardindikatoren und wegen neu vorliegender rheumatischer Krankheitsbilder eine weitere polydisziplinäre Abklärung in die Wege zu leiten (IV-Dok 139 und 143). Wie bereits aufgezeigt worden ist (oben, E. 6.3), spricht ausserdem die zwischen der psy- chiatrischen Fachbeurteilung und interdisziplinären Gesamtbeurteilung differierende Auffassung betreffend die der Versicherten retrospektiv zumutbare V erweistätigkeit klarerweise dafür, dass vor Erlass des SMAB-Gutachtens noch keine verlässliche medizin ische Grundlage vorgelegen hat, wie sie der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zufolg e aber Voraussetzung dafür ist, um vom Feststehen des medizinischen Sachverhalts auszugehen. We nn die IV-Stelle gestützt auf die Empfehlungen ihres RAD die ergänzende Begutachtung durch die SMAB erst am 23. Mai 2016 in die Wege geleitet hat (IV-Dok 143), kann dies er Umstand im Zusammenhang mit der Frage, ob die Versicherte noch vermittelbar ist, hinsich tlich des massgebenden Zeitpunkts mit anderen Worten nicht zu Lasten der Beschwerdeführerin g ehen. Dies gilt umso mehr, weil in casu kein Ausnahmetatbestand einer Meldepflichtverletzun g gegeben ist, welche es der zitier- ten Rechtsprechung zufolge ausnahmsweise erlauben würde , auf einen für diese Beurteilung abweichenden, früheren Zeitpunkt abzustellen. Erst das i n Nachachtung des erneuten Begut- achtungsauftrags bei der IV-Stelle am 3. Oktober 2016 eingegangene Verwaltungsgutachten der SMAB vom 30. September 2016 (IV-Dok 154, S. 1) ver schaffte letztlich Klarheit über die Frage, ab wann und in welchem Umfang der Versicherten noch eine Restarbeitsfähigkeit attes- tiert werden kann. Für die Rentenberechtigung der Ver sicherten ist in zeitlicher Hinsicht dem- nach die Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit am 3. Oktober 2016 entscheidend (Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013, E. 3.1.2). 7.3 Die am 1. Oktober 1955 geborene Beschwerdeführer in war in diesem Zeitpunkt 61 Jahre alt. Dieses Alter schliesst eine Verwertbarkeit ihre r Restarbeitsfähigkeit angesichts ihrer anstehenden Pensionierung drei Jahre später zwar nicht per se aus, stellt sie indessen mit Blick auf die nur noch kurze Aktivitätsdauer deutlich in Frage . Es kann in dieser Hinsicht auf das in der Beschwerdebegründung zitierte Urteil des Bundesge richts (recte) 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 verwiesen werden, wo das Bundesgericht in Erwägung 3.2.2 die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit einer versicherten Person name ntlich deshalb verneint hat, weil sie Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht noch rund fünf Jahre vor ihrer Pensionierung gestanden war (a.a.O., zweiter Satz). Unbesehen der übrigen persönlichen und beruflichen Gegebenheite n geht aus der entsprechenden Erwä- gung des höchsten Gerichts hervor, dass eine verbleibende Aktivitätsdauer von lediglich noch fünf Jahren einen durchschnittlichen Arbeitgeber davon abhalten würde, die mit einer Beschäf- tigung verbundenen Risiken wie krankheitsbedingte Ausfä lle, berufliche Unerfahrenheit und eine altersbedingt reduzierte Anpassungsfähigkeit eine r versicherten Person einzugehen. Glei- ches muss im vorliegenden Fall umso mehr gelten, in welch em der Versicherten bis zu ihrer ordentlichen Pensionierung noch eine Aktivitätsdauer von knapp drei Jahren verblieben wäre. Es tritt hinzu, dass ihr gestützt auf die Beurteilungen der asim und der SMAB seit anfangs März 2013 eine leichte Verweistätigkeit im Umfang von ledig lich noch 45% bzw. ab 1. Oktober 2016 im Umfang von 80% zumutbar war. Ausserdem war mit Blick auf eine künftige Verweistätigkeit gemäss den in dieser Hinsicht überzeugend ausgefallenen Einschätzungen der Gutachter eine Vielzahl zusätzlicher Einschränkungen zu berücksichtigen. In Frage gekommen sind einzig noch Tätigkeiten ohne Dauerhaltungen, ohne Heben un d ohne Tragen sowie ohne das Bewe- gen von Lasten über acht Kilogramm (oben, E. 5.1). Al lfällige Verweistätigkeiten mussten dar- über hinaus die Möglichkeit zu vermehrten und verlänger ten Pausen beinhalten und waren in der Zeit zwischen März 2013 und September 2016 gemäss der Einschätzung der asim auf zwei Blöcke à je zwei Stunden pro Tag beschränkt. Ein wesentli cher Teil der der Versicherten zu- mutbaren, leichten Verweisungstätigkeiten in dieser Z eitperiode war somit bereits gestützt auf das Gerichtsgutachten der asim nicht mehr realisierbar. N ichts anders gilt im Hinblick auf das anschliessend durch die SMAB formulierte Belastungsprof il, wonach eine Verweistätigkeit mit Wechselpositionen einhergehen musste und nur noch Tätig keiten umfasst hat, welche unter Schulterhöhe stattgefunden hätten. Ebenso mussten mono tone Arbeitshaltungen mit vornüber geneigtem Nacken vermieden werden. Ausgeschlossen waren schliesslich auch rein manuell gewichtete Tätigkeiten sowie Arbeiten, die – bedingt durch das rheumatische Krankheitsbild – eine intakte Feinmotorik vorausgesetzt haben. Selbst bei leichten Montage-, industriellen Ferti- gungs- oder Abpackarbeiten war somit zweifelsohne – wen n überhaupt – mit einem nur unter- durchschnittlichen Arbeitstempo bzw. einem weiterhin ve rmehrten Pausenbedarf zu rechnen gewesen. Angesichts der Einschränkungen im feinmotorischen Bereich haben sich ausserdem allfällige Verpackungsarbeiten als unrealistisch erwiesen . Dies gilt generell umso mehr, weil sich diese Arbeiten, welche notorisch mit einem vorgegebe nen Tempo einhergehen (wie bei- spielsweise auch anderweitige Montage- und Fliessbandar beiten) angesichts des Verbots von einem aussergewöhnlichen Zeitdruck bereits per se als unzul ässig erwiesen haben. Realisti- scherweise hätte die Beschwerdeführerin am ehesten noch für Kontroll- oder Überwachungsar- beiten eingesetzt werden können. Wenn überhaupt wäre n aber selbst diese Tätigkeiten nur unter deutlich eingeschränkten Umständen realisierbar g ewesen: Einer entsprechenden Ver- weistätigkeit hat nämlich auch entgegen gestanden, dass d ie Versicherte keine Arbeiten mehr tätigen konnte, welche Wechsel- oder Nachtschichtbedingungen mit sich gebracht haben (oben, E. 5.2). Dass unter diesen Umständen auch auf einem ausge glichenen Arbeitsmarkt realisti- scherweise keine Aussicht auf eine Anstellung mehr bestanden hat, ist offensichtlich (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Oktober 2016, 9C_416/2016, E. 5.). 7.4 Zumal die Gutachter der SMAB explizit darauf hinw eisen, dass die von ihnen attestierte Restarbeitsfähigkeit nur bei einer „derart optimal“ l eidensadaptierten Tätigkeit bejaht werden Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht könne, hätte die – im Übrigen mittlerweile ohnehin ku rz vor ihrer Pensionierung stehende – Be- schwerdeführerin keinen Arbeitgeber mehr gefunden, de r sie für eine derart optimal geeignete, leichte Verweistätigkeit eingestellt hätte. Erschwerend ist in diesem Zusammenhang zu berück- sichtigen, dass die Beschwerdeführerin über keine abgeschlo ssene Berufsausbildung verfügt (IV-Dok 9, S. 2). Mit Blick auf den hier massgebenden Z eitpunkt per Ende September bzw. an- fangs Oktober 2016 (oben, E. 7.2) hätte sie kurz vor ihre r Pensionierung schliesslich ein hohes Mass an Anpassungsfähigkeit aufbringen müssen, was angesich ts ihrer beruflichen Biographie nach einer bisher rund 14jährigen Tätigkeit als Behi ndertenbetreuerin wenig wahrscheinlich erscheint. Diese Einschätzung bestätigen denn auch gerad ezu die prognostischen Einschät- zungen im Gutachten der SMAB, wonach es schwierig sei, die Explorandin wieder in den Ar- beitsprozess einzugliedern. Die von der IV-Stelle vertretene Auffassung, dass die der Versicher- ten verbliebene Restarbeitsfähigkeit unter Berücksichtig ung sowohl ihres Alters als auch ihres Tätigkeitsprofils auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch nachgefragt worden wäre, ist unter den gegebenen Umständen deshalb nicht realistisch . Aus der Gesamtwürdigung der für die Zumutbarkeitsfrage vorliegend massgebenden objek tiven und subjektiven Umstände resul- tiert vielmehr, dass die der Beschwerdeführerin verblie bene Einsatzfähigkeit mit einer Vielzahl von Einschränkungen selbst bei leichten Tätigkeiten auf d em ausgeglichen Arbeitsmarkt mit Blick auf ihr fortgeschrittenes Alter per Anfang Oktobe r 2016 nicht mehr nachgefragt worden wäre. Deren Verwertung war ihr somit auch gestützt auf ihre Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zuzumuten. 7.5 War die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführer in dem Gesagten zufolge wirtschaft- lich nicht mehr verwertbar, liegt im erwerblichen An teil der im Gesundheitsfall zu 80% erwerb- stätigen Versicherten (oben, E. 2.8) eine vollständige I nvalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG vor. Dies führt unbesehen der Einschränkung im haus halterischen Bereich zu einem IV- Grad von mindestens 80% und damit zu einem Anspruch auf eine ganze IV-Rente. 8. Zu prüfen bleibt der Beginn des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin. Nach Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG haben Versicherte, die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind, Anspruch auf eine Rente, sofern ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert werden kann (oben, E. 2.1). Der Rentenanspruch ents teht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG). Nachdem sich die Versicherte bereits im September 2008 zum Leistungsbe zug angemeldet hatte, wahrte sie für die nachfolgende Zeit alle nach dem eintretenden Versicherungsverlauf in Betracht fallenden Rentenansprüche (Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013, E. 4.2). Gestützt auf das gerichtliche Gutachten der asim vom 22. Juli 2013 ist davon auszugehen, dass die Ver- sicherte in einer Verweistätigkeit seit 11. März 2013 i m Umfang von durchschnittlich 55% und ab Oktober 2016 im Umfang von 20% arbeitsunfähig war (oben, E. 5.1). Die einjährige Warte- zeit gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG endete somit am 1 1. März 2014. Dass es zuvor zu einer Unterbrechung des Wartejahres gekommen wäre (vgl. Art. 29 ter IVV), oder dass die Versicherte seither infolge Wiedererlangung einer vollständigen Ar beitsfähigkeit zeitweise gar von einem Rentenanspruch ausgeschlossen gewesen wäre, ist der me dizinischen Aktenlage nicht zu ent- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht nehmen. Weil die der Versicherten ab März 2013 verblei bende Restarbeitsfähigkeit gemäss dem anfangs Oktober 2016 ergangenen Gutachten der SMA B, welches die Frage der Arbeits- fähigkeit erst definitiv geklärt hat, aus altersbedingte n Gründen erwerblich indes nicht mehr verwertbar war (oben, E. 7.4 f.), ist für die rückwirken de Rentenberechtigung ab 1. März 2014 (Art. 29 Abs. 3 IVG) vielmehr die fehlende Verwertba rkeit der Restarbeitsfähigkeit am 3. Okto- ber 2016 massgebend (oben, E. 7.2; ebenso BGE 138 V 4 57). Dies führt ab 1. März 2014 zum Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis gutzuheis- sen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1'000.— festgelegt . Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenr ahmens einheitlich auf Fr. 800.— fest. In der ab 1. Januar 2019 neu in Kraft getretenen Bestimmung gemäss § 20 Abs. 3 VPO sind die ordentlichen Kosten neuerdings auch den unterliegenden Vorinstanzen zu auferlegen. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegen de Partei. Die ordentlichen Kosten von Fr. 800.— werden somit ihr auferlegt, und der geleist ete Kostenvorschuss ist der Beschwerde- führerin zurückzuerstatten. 9.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfa hrens entsprechend ist der Be- schwerdeführerin deshalb eine Parteientschädigung zuzusp rechen. Diese ist der IV-Stelle auf- zuerlegen, welche die materiell unterlegene Gegenpart ei ist (BGE 127 V 107 E. 6b und Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2008, 9C_806/2007, E. 5). Der Rechtsvertreter der Be- schwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 30. Oktob er 2018 für das vorliegende Be- schwerdeverfahren einen angesichts der sich stellenden Sach verhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstandenden Zeitaufwand von insgesamt 17,6 Stunde n praxisgemäss à Fr. 250.— gel- tend gemacht. Die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen im Umfang von Fr. 203.30 sind ebenfalls angemessen. Damit ist der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung für das vor- liegende Beschwerdeverfahren in der Höhe von insgesamt F r. 4‘957.75 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Beschwerd eführerin mit Wir- kung ab März 2014 eine ganze Rente der Invalidenversich erung zuge- sprochen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.– we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Der geleistete Kostenvorschu ss von Fr. 800.— ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘957.75 (inkl. 7,7% Mehrwert- steuer) zu bezahlen. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs http://www.bl.ch/kantonsgericht