B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5013/2022 U r t e i l v o m 2 . D e z e m b e r 2 0 2 2 Besetzung Einzelrichterin Roswitha Petry, mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer; Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, geboren am (…), Albanien, vertreten durch MLaw Michèle Angst, Rechtsschutz für Asylsuchende, Bundesasylzentrum Region (…), (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (verkürzte Beschwerdefrist); Verfügung des SEM vom 25. Oktober 2022 / N (…). E-5013/2022 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer stellte am 15. August 2022 im Bundesasylzentrum (BAZ) der Region B._______ ein Asylgesuch. Am 23. August 2022 manda- tierte er die ihm im BAZ zugewiesene, rubrizierte Rechtsvertretung zur Ver- tretung im Asylverfahren. Am 23. September 2022 erfolgte seine Erstbefra- gung (EB) und am 14. Oktober 2022 die Anhörung zu den Asylgründen. Anlässlich der EB und der Anhörung machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: Er habe mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder in ärmlichen Verhältnissen, aber im familieneigenen Haus in C._______ gewohnt und dort die Schule besucht. Seine Familie sei seit etwa sieben Jahren in eine Fehde verwickelt. Damals habe sein Vater einen Jugendlichen umgebracht und dessen Vater ( D._______.) beziehungsweise dessen Familienclan versuche den Tod des Sohnes seither zu rächen; die Hintergründe kenne er nicht. Er selber sei deshalb regelmässig von diesen Leuten mit dem Tode bedroht, beschimpft und geschlagen worden, denn gemäss Tradition ziele die Rache nicht auf den Täter, sondern auf dessen Kinder. Letztmals sei er vor etwa acht Monaten von Leuten dieses Familienclans belästigt worde n und etwa zu dieser Zeit sei sein ebenfalls bedrohter Bruder ausgereist. Dieser befinde sich in E._______ im Asylverfahren, sei aber zwischenzeit- lich auch in der Schweiz im Asylverfahren gewesen. Eine formelle Anzeige hätten sie nicht erstattet. Die Poliz ei sei aber von seiner Familie über die Situation informiert worden und habe dennoch nichts unternommen. Dies gelte gleichsam für den Dorfvorsteher, der ständig betrunken sei. Aus Furcht vor weiteren Belästigungen oder seiner Tötung habe er Albanien am (…) August 2022 legal und kontrolliert auf dem Seeweg in Richtung Italien verlassen. Mit dem Zug sei er in der Folge illegal in die Schweiz gelangt. Mit seiner Familie in Albanien stehe er in regelmässigem Kontakt und die Drohungen bestünden fort. Weitere Probleme mit Behörden oder Privaten habe er nicht gehabt. Angesprochen auf seinen Gesundheitszustand er- wähnte er zunächst frühere unfallbedingte Brüche an der (…) und an einem (…), eine (…)verletzung und Probleme mit der (…); zu seinem psychischen Zustand bef ragt gab er an, gut zu schlafe n. Er benötige keine Medika- mente. Später teilte er mit, sein Körper fühle sich wie kaputt an und er nehme oft keine Mahlzeiten ein, weil er das Essen nicht gut finde oder Leute an seinem Tisch darauf spucken würden. Die Rechtsvertretung ver- wies in diesem Zusammenhang auf «Rückmeldungen», wonach der Be- schwerdeführer sich im Beisein von anderen Menschen nicht wohl fühle E-5013/2022 Seite 3 und aus diesem Grund nicht esse. Er verweigere das Aufsuchen des Ge- sundheitsdienstes. Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer seinen am (…) 2018 ausge- stellten albanischen Reisepass zu den Akten. Der Bruder des Beschwerdeführers (F._______.) stellte bereits am (…) Juli 2022 in der Schweiz ein Asylgesuch. Auf dieses trat das SEM mit unange- fochten in Rechtskraft erw achsener Verfügung vom (…) August 2022 in Anwendung der Dublin -Vertrags- und -Verordnungsgrundlagen nicht ein, unter gleichzeitiger Wegweisung von F._______. in den Dublin -Staat E._______. Am (…) September 2022 erfolgte dessen Überstellung nach E._______. B. Am 21. Oktober 2022 unterbreitete das SEM dem Beschwerdeführer den Entwurf des Asylentscheids zusammen mit den editionspflichtigen Akten zur Stellungnahme. Die Stellungnahme ging am 24. Oktober 2022 beim SEM ein. Darin modi- fizierte der Beschwerdeführer den bisher deponierten Sachverhalt wie folgt: Sein Vater sei Alkoholiker und habe gegenüber der Familie immer wieder häusliche Gewalt verübt, was seine Mutter und seinen Bruder zum Wegzug bewogen habe. Sein Vater habe ihn misshandelt und sich nicht um ihn gekümmert. In dieser Notsituation sei er in die Fänge von kriminel- len Banden geraten , die ihn ausgenutzt und zu Arbeitsverrichtungen ge- zwungen hätten. Dies habe ihn zur Ausreise bewogen . Aufgrund seiner Ausbeutung durch krimine lle Banden lägen nunmehr auch H inweise auf Menschenhandel vor. Er habe sich bisher geschämt, über diese Sachver- haltsergänzungen zu sprechen und nachteilige Konsequenzen im Asylver- fahren befürchtet. Der Sachverhalt sei somit sowohl hinsichtlich der Flucht- gründe als auch des medizinischen Sachverhalts sowie der Zul ässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges nicht abschliessend geklärt, weshalb er dem erweiterten Verfahren zuzuweisen sei. C. Mit Verfügung vom 25. Oktober 2022 – eröffnet am selben Tag – stellte das SEM fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte dessen Asylgesuch ab und ordnete seine Wegweisung aus der E-5013/2022 Seite 4 Schweiz sowie den Vollzug an. Mit dem Entscheid erhielt er die editions- pflichtigen Akten und in der Rechtsmittelbelehrung die Information über die die verkürzte Rechtsmittelfrist nach Art. 108 Abs. 3 AsylG (SR 142.31). D. Mit Eingabe vom 1. November 2022 erhob der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Darin be- antragt er deren Aufhebung, die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts sowie in prozessualer Hin- sicht die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. E. Mit Verfügung vom 3. November 2022 stellte die Instruktionsrichterin den einstweilen rechtmässigen Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz fest. F. Gemäss einer Mitteilung des SEM vom 4. November 2022 verliess der Be- schwerdeführer das BAZ am (…) Oktober 2022 unkontrolliert und war seit- her unbekannten Aufenthaltes. Mit Instruktionsverfügung vom 8. November 2022 forderte die Instruktions- richterin die Rechtsvertreterin auf, bis zum 17. November 2022 konkrete Fragen zu beantworten ( betr. Anlass zur Mitwirkungspflichtverletzung, Grund des V erlassens des BAZ, Aufenthaltsorte und -länder seit dem (…) Oktober 2022 sowie Begründung des dortigen Aufenthalts ) und eine aktuelle, vom Beschwerdeführer unterzeichnete, originale Erklärung einzu- reichen, aus der dessen fortbestehendes Rechtsschutzinteres se sowie dessen derzeitiger Aufenthaltsort (mit Adressangabe) schlüssig hervorge- hen. Bei ungenutzter Frist würde vom Wegfall des schutzwürdigen Interes- ses an der Weiterführung des Verfahrens aus gegangen und die Be- schwerde als gegenstandslos geworden abgesc hrieben, welche Rechts- folge auch dann eint rete, wenn eine Stellungnahme zwar innert Frist ein- gehe, aber deren Inhalt nicht auf ein fortbestehendes Rechtsschutzinte- resse hindeute. Zudem wurde auf Art. 8 Abs. 3 bis AsylG hingewiesen, wo- nach Personen, die den Asylbehörden in einem Zentrum des Bundes ohne triftigen Grund während mehr als fünf Tage nicht zur Verfügung stehen, auf eine Weiterführung des Verfahrens verzichten. E-5013/2022 Seite 5 Mit Stellungnahme vom 17. November 2022 erklärte der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin, dass er sich der Beschwerdeerhebung durch letztere nicht bewusst gewesen und vom Abschluss des Verfahrens ausgegangen sei, weshalb er sich aus Furcht vor einer Abschiebung nach Albanien zu seinem Bruder nach E._______ begeben habe. Nach Kontak- tierung durch seine Vertreterin und deren Hinweis auf die tatsächliche Sachlage sei er in die Schweiz zurückgekehrt. Sein bestehendes aktuelles Interesse an der Fortführung des Verfahrens belege er mit beiliegender Er- klärung vom 15. November 2022 und seine Rückkehr ins BAZ gehe aus dem ebenso beiliegenden E-Mail des BAZ hervor, wonach er per (…) No- vember 2022 dort reaktiviert sei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn e von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti miert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. Im Sinne einer Präzisierung ist unter Bezugnahme auf Bst. F oben festzu- halten, dass das aktuelle Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers trotz dessen ausdrücklicher und unterschriftlicher Erklärung vom 15. No- vember 2022 mit Zweifeln behaftet bleibt, zumal das über fünftägige Fern- bleiben vom BAZ ohne Abmeldung unbestritten ist und der Wegzug nach E-5013/2022 Seite 6 E._______ aus gänzlich freien Stücken erfolgte ; der Beschwerdeführer versteht Deutsch und konnte somit die Rechtsmittelbelehrung der ange- fochtenen Verfügung verstehen. Hinzu kommt ein gewisses Erstaunen in der Führung des Vertretungsmandats, da die Rechtsvertretung ihren Man- danten über die Beschwerdeerhebung in dessen Namen offenbar weitge- hend im Unklaren bel iess. Da sich aufgrund der bestehenden Sachlage trotz k larer Verletzung der Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 3 und 3 bis AsylG) das damalige und das aktuelle Rechtsschutzinteresse jedoch nicht zweifelsfrei in Abrede stellen lassen, besteht im vorliegenden Grenzfall kein rechtsgenüglicher Anlass für ein Nich teintreten auf die Beschwerde oder für deren Abschreibung infolge Gegenstandslosigkeit. Ander weitige Auswirkungen der Mitwirkungsverletzung sind im Rahmen der materiellen Würdigung unten (vgl. E. 6 und 8) in Erwägung zu ziehen. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solche n Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). E-5013/2022 Seite 7 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Be- hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege- ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4.2 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es da rauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 4.3 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz (insb. Art . 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an- dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürger- krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Der Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausrei- sen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). E-5013/2022 Seite 8 5. 5.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids qualifizierte das SEM die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verfolgungsvorbri n- gen als den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Be- achtlichkeit nicht genügend. Er mache Gewalt durch Dritte beziehungs- weise Angst vor solcher Gewalt geltend. Diese sei vorliegend nicht asylre- levant, denn für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft sei vorausge- setzt, dass der betreffende Staat nicht bereit oder in der Lage ist, Sch utz zu gewähren. In der Regel sei ein Schutz gewährleistet, wenn einsatzfä- hige und wirksame Polizei - und Justizorgane bestehen, die Ermittlungen durchführen, Strafverfahren einleiten und Verfolgungshandlungen bestra- fen. Der Bundesrat habe Albanien mit Beschluss vom 6. März 2009 in die Liste der verfolgungssicheren Staaten (Safe Countries) nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a Asyl G aufgenommen, weshalb davon auszugehen sei, dass bei nichtstaatlicher Verfolgung die Betroffenen behördlichen Schutz erhalten. Die Polizeibehörden in Albanien seien denn auch – wie in Urteilen des Bun- desverwaltungsgerichts bestätigt – bereit und in der Lage, gegen Bedro- hungen oder Übergriffe von Dritten vorzugehen. Die Regelvermutung könne zwar aufgrund konkreter und substanziierter Hinweise umgestossen werden, wobei praxisgemäss eine bloss entfernte Möglichkeit zukünftiger Verfolgung nicht genüge. Vorliegend seien indessen keine solchen sub- stanziierten Anhaltspunkte ersichtlich, da er nicht in der Lage gewesen sei stichhaltig zu erklären, unter welchen Umständen er konkret verfolgt wor- den sei und aus welchem Grund die Fehde über Jahre hinaus ohne Ver- söhnungsversuche bestanden habe. Sollten ferner Polizei oder Dorfvorste- her tatsächlich nichts unternommen haben, bestünde in Albanien die Mög- lichkeit, sich an eine höhere Instanz zu wenden. Es seien keine Hinweise ersichtlich, dass der albanische Staat seinen Schutz verweigert oder keine effektive Handlungsfähigkeit besessen hätte. Bezugnehmend auf die Stel- lungnahme vom 24. Oktober 2022 hält das SEM fest, dass zwischen dem Asylgesuch und dem Entscheidentwurf über zwei Monate lägen und nicht nachvollziehbar sei, weshalb die bereits bekannt gewesenen Sachver- haltsergänzungen nicht früher hätten geltend gemacht werden können; sie seien daher als nachgeschoben und unglaubhaft zu betrachten. Selbst un- ter Annahme, dass die nachgeschobenen Asylgründe der Realität entspre- chen würden, entfalteten sie keine flüchtlingsrechtliche Relevanz. Die al- banischen Behörden seien wie erwogen schutzfähig und –willig und er könne seinen Anspruch auf Entgegennahme einer Anzeige und auf ange- messenen Schutz bei einer staatlichen Behörde geltend machen. Des Wei- teren stünden ihm gegebenenfalls auch innerstaatliche Aufenthaltsalterna- tiven, zum Beispiel bei seiner Mutter, zu Verfügung. Bezüglich der Frage E-5013/2022 Seite 9 der Glaubhaftigkeit der neuen Verfolgungsgründe sei zudem das Scham- argument nicht nachvollziehbar, zumal er seit Verfahrensbeginn über eine qualifizierte Rechtsberatung und -vertretung verfüge. Ausführliche und glaubhafte Erklärung en zu den angeblichen Gründen, die ihn an einer früheren Geltendmachung gehindert hätten , k önnten der Stellungnahme nicht entnommen werden. Eb enso wenig nachvollziehbar sei die Weige- rung, einen Arzt aufzusuchen. Die geltend gemachte Interpretation , wo- nach seine Apathie und Sehnsucht nach Einsamkeit in den erlebten Schwierigkeiten mit dem Vater gründeten, sei nicht fundiert. Die Rechts- vertretung verfüge auch über keine fachlichen Kompetenzen, um die Aus- sagefähigkeit des Beschwerdeführers zu beurteilen. Schliesslich sei nicht schlüssig nachvollziehbar, inwiefern er aufgrund seiner angeblichen Zu- sammenarbeit mit kriminellen Banden Opfer von Menschenhandel wäre. Der Zusammenhang zwischen de n angeblichen Misshandlung en durch seinen Vater und den kriminellen Tätigkeiten sei ebenso zweifelhaft wie die restlichen nachgeschobenen Asylgründe. Im Übrigen verfüge Albanien über medizinische Strukturen, in denen er seinen Gesundheitszustand ab- klären lassen könne. Das SEM geh e vorliegend davon aus, dass es sich beim Nachschub von Asylgründen um ein Verzögerungsmanöver handle. Die gesetzliche Regelfolge der Ablehnung de s Asylgesuchs sei die Weg- weisung aus der Schweiz. Deren Vollzug in den Heimatstaat sei mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft unter dem Aspekt von Art. 5 Abs. 1 AsylG sowie mangels Anhaltspunkten für die beachtliche Wahrscheinlich- keit der Gewärtigung einer nach Art. 3 EMRK ver botenen Strafe oder Be- handlung völkerrechtlich zulässig . Auch das Übereinkommen über die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 (KRK) und die entsprechende bundesgerichtliche Rechtsprechung dazu stünden der Zulässigkeit nicht entgegen. Der Vollzug erweise sich ebenso als zumutbar. Mit Beschluss vom 25. Oktober 2017 habe der Bundesrat Albanien als Staat bezeichnet, in den die Rückkehr in der Regel zumutbar sei (Art. 83 Abs. 5 AIG und Art. 18 der Verordnung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung sowie der Landesverweisung von ausländischen Personen [WWAL]). Diese Re- gelvermutung vermöge der Beschwerdeführer wiederum nicht umzustos- sen. Er sei mit (…) Jahren zwar minderjährig, verfüge aber über ein intak- tes und kontaktierbares familiäres Netz und die Familie b esitze ein Haus, womit die Wohnsituation gesichert und die Reintegrationschancen gut seien. Die Tatsache, dass seine Familie angeblich der Unterschicht ange- höre, vermöge an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Es lieg e in der Verantwortung seiner Eltern, bei Bedarf Sozialhilfe zu beantragen. Die an- gegebenen medizinischen Probleme und die Menschenscheu seien E-5013/2022 Seite 10 ebenso wenig vollzugshinderlich. Albanische Staatsbürger hätten Zugang zu staatlichen Gesundheitsleistungen, die von der Regierung finanziert würden. Es liege am Beschwerdeführer, in seiner Heimat einen Arzt aufzu- suchen, um seine Probleme zu erkennen und eine allfällige medizinische Diagnose zu erstellen. Zudem sei es in Albanien mit seiner geringen Be- völkerungsdichte durchaus möglich, sich von den Mens chen zu isolieren. Aus dem in der KRK verbrieften und praxisgemäss zu berücksichtigenden Prinzip des übergeordneten Kindswohls ergäben sich vorliegend ebenfalls keine Unzumutbarkeitsgründe. Zwar sei bei einem unbegleiteten minder- jährigen Asylsuchenden im konkreten Fall praxisgemäss zu prüfen, ob die- ser bei seiner Rückkehr in angemessener Weise von einem Familienmit- glied oder subsidiär von Dritten oder durch eine entsprechende Einrich- tung, die ihm eine seinem Alter und seiner Reife entsprechende Betreuung bieten kann, empfangen werde. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre- chung könne aber auf eine Bestimmung eines von der Schweiz ratifizierten internationalen Übereinkommens nur dann direkt Bezug genommen wer- den, wenn die Norm inhaltlich hinreichend bestimmt und klar sei, um im Einzelfall die Grundlage eines konkreten Entscheides zu sein. Die erfor- derliche Bestimmtheit gehe vor allem blossen Programmartikeln und Best- immungen ab, die eine Materie nur in Umrissen regelten oder blosse Leit- gedanken enthielten, von denen sich der Gesetzgeber der vertragsschlies- senden Staaten leiten lassen sollen . Die individuelle Situation des Be- schwerdeführers erlaube vorliegend den Schluss, dass das übergeordnete Kindswohl dem Wegweisungsvollzug nicht entgegenstehe. Ausserdem sei der Vollzug der Wegweisung technisch möglich und praktisch durchführbar. 5.2 In seiner Rechtsmitteleingabe wiederholt und bekräftigt der Beschwer- deführer die in der Stellungnahme vom 24. Oktober 2022 geltend gemach- ten modifizierten Fluchtgründe, seinen insbesondere in psychischer Hin- sicht diffusen Gesundheitszustand sowie die daraus sich ergebende Be- deutsamkeit für die Beurteilung der Asylrelevanz und der Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges . Aufgrund dieses Vorliegens neuer Tatsachen bestehe in sachverhaltlicher Hinsicht vertiefter Abklä- rungsbedarf und damit einhergehend die Notwendigkeit der Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der Zuweisung seiner Person ins erweiterte Verfahren. Zu diesen Sachverhaltsabklärungen sei das SEM aufgrund der ihm obliegenden Untersuchungspflicht nach Art. 6 As ylG i.V.m. Art. 12 VwVG verpflichtet, im Besonderen wenn wie in seinem Fall Minderjährige und mithin deren Anspruch auf vorrangige Berücksichtigung des Kindes- wohls betroffen seien . Die Abklärungen drängten sich auch deshalb auf, weil er offensichtlich Schwierigkeiten habe, über diese Themen (Erlebnisse E-5013/2022 Seite 11 in der Heimat und psychischer Zustand) zu sprechen und Indizien auf be- sorgniserregende psychische Beeinträchtigungen mit Auswirkungen auf sein Aussageverhalten vorlägen. Jedenfalls könne nicht ohne weiteres von einem intakten familiären Netz und einer gesicherten Wohnsituation in der Heimat ausgegangen werden . Der Umstand eines verspäteten Vorbrin- gens der neuen Tatsachen dürfe noch nicht zu deren Unglaubhaftigkeits- beurteilung führen und entbinde das SEM nicht von seiner Pflicht zur ver- tieften Sachverhaltsabklärung, zumal die Verspätung erklärbar sei (Scham, fehlendes Vertrauen zu verfahrensinvolvierten Personen, Angst vor nega- tiven Konsequenzen im Asylverfahren). Es stehe somit fest, dass der Sach- verhalt vorliegend zumindest hinsichtlich des Wegweisungsvollzuges so- wie der medizinischen Situation des Beschwerdeführers nicht vollständig erstellt sei und somit Anlass zur Rückweisung der Sache an die Vorinstanz bestehe. 6. 6.1 Das SEM ist nach korrekter und vollständiger Sachverhaltsabklärung und -feststellung mit überzeugender Begründung zur zutreffenden Er- kenntnis gelangt, die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen würden den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlich- keit nicht genügen, weshalb kein Anspruch auf Anerkennung als Flüchtling und auf Gewährung des Asyls bestehe. Diese Erwägungen geben zu kei- nen Beanstandungen Anlass und es kann insoweit zur Vermeidung von Wiederholungen auf den Inhalt der angefochtenen Verfügung (vgl. dort E. II) sowie auf die zusammenfassende Wiedergabe oben (E. 5.1, 1. Ab- schnitt) verwiesen werden. Die Beschwerde führt diesbezüglich zu keiner anderen Betrachtungsweise, da die abschlägige vorinstanzlic he Würdi- gung der ursprünglich geltend gemachten Asylgründe substanziell in der Eingabe gar nicht beanstandet wird. Der Beschwerdeführer verzichtet gar auf das Stellen jeglicher reformatorischen Anträge (z.B. Feststellung seiner Flüchtlingseigenschaft oder Gewährung des Asyls). Vielmehr beschränkt er sich über weite Teile auf eine Bekräftigung und Wiederholung des in der Stellungnahme vom 24. Oktober 2022 geltend gemachten, modifiz ierten Sachverhalts und auf die Forderung nach diesbezüglich vertiefter Abklä- rung durch das einer behauptungsgemäss umfassenden Untersuchungs- pflicht unterliegende SEM nach Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Dieser Auffassung ist indessen unter integralem Hinweis auf die in der an- gefochtenen Verfügung (dort S. 4 f.) in diesem Zusammenhang geäusserte Gegenauffassung des SEM entschieden entgegenzutreten: Vorab ist klar- zustellen, dass im Verwaltungsverfahren die Mitwirkungspflicht das Korre- lat zur Untersuchungs - und Abklärungspflicht der ver fügenden Behörde E-5013/2022 Seite 12 darstellt und die Angabe der Asylgründe in Asylbefragungen und -anhörun- gen das Kernelement der Mitwirkungspflicht im Asylverfahren schlechthin ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG). Der Beschwerdeführer wurde über seine Mitwirkungspflicht im bisherigen Verfahren mehrfach hinlänglich orientiert. Wenn nun Asylgründe wie vorliegend ohne nachvollziehbaren Grund uner- wähnt bleiben, besteht auch kein Raum für die Umsetzung der Untersu- chungs- und Abklärungspflicht durch die Behörde. Die Verletzung der Mit- wirkungspflicht bewirkt im Asylverfahren zudem eine persönliche Unglaub- würdigkeit der asylsuchenden Person und wirkt sich mittelbar negativ auf die nach Art. 7 AsylG zu beurteilende Glaubhaftigkeit der (rechtzeitig oder verspätet) deponierten Verfolgungsvorbringen aus. Vorliegend wird dieser Unglaubwürdigkeits- und Unglaubhaftigkeitseffekt dadurch verstärkt, dass der Beschwerdeführer das BAZ nach Eröffnung der angefochtenen Verfü- gung verlassen hat und den Behörden während Tagen und gar Wochen unentschuldigt nicht zur Verfügung stand. Diese Mi twirkungsverletzung nach Art. 8 Abs. 3 und Abs. 3bis AsylG deutet auf ein offensichtlich einge- schränktes Interesse des Beschwerdeführers an der definitiven Beurtei- lung seiner angeblichen Asylgründe und behauptungsgemässen Vollzugs- hindernisse hin. Unbesehen dessen verkennt der Beschwerdeführer, dass das SEM den nachgeschobenen beziehungsweise ersatzweise geltend gemachten Asylgründen in der angefochtenen Verfügung selbst bei Unter- stellung ihrer Wahrheitskonformität die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit abgesprochen hat. Diese Erkenntnis des SEM ist zu stützen und bleibt sei- tens des Beschwerdeführers wiederum substanziell unbestritten. Weiterer sachverhaltlicher Untersuchungs- und Abklärungsbedarf ist somit auch in diesem Zusammenhang nicht zu erkennen. Das Bundesverwaltungsge- richt sieht sich aufgrund des Erwogenen daher nicht veranlasst, weitere Abklärungen oder Instruktionsmassnahmen entweder selber vorzunehmen oder solche mittels Rückweisung der Sache an die Vorinstanz dem SEM aufzuerlegen. Das SEM hat somit das Bestehen einer Verfolgungssituation des Be- schwerdeführers und mithin einen Anspruch auf Zuerkennung der Flücht- lingseigenschaft und Gewährung des Asyls unter Wahrung der diesem zu- stehenden Verfahrensrechte und insbesondere nach rechtsg enüglicher Abklärung und Feststellung des Sachverhalts zu Recht verneint. 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän- derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei- lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht E-5013/2022 Seite 13 angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Dies wird in der Beschwerde substanziell auch nicht bestritten. 6.3 Die Vorinstanz hat im Weiteren den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erkannt. Zur Vermeidung von Wiederho- lungen kann hierzu wiederum vollumfänglich auf die zu bestätigenden Aus- führungen des SEM in der angefochtenen Verfügung (dort E. III) sowie auf die vorstehende Zusammenfassung (E. 5.1, 2. Abschnitt) verwiesen wer- den. Auch diesbezüglich öffnet die Beschwerde keinen anderen Blickwin- kel, wobei betreffend das Korrelat zwischen Mitwi rkungspflicht des Be- schwerdeführers einerseits sowie Untersuchungs - und Abklärungspflicht des SEM anderseits und betreffend die Konsequenzen der vorliegenden konkreten Verletzung der Mitwirkungspflicht durch den Beschwerdeführer auf die Ausführungen zuvor (E. 6.1) zu verweisen ist. Der Sachverhalt er- weist sich als rechtsgenüglich abgeklärt und vollständig festgestellt. Auch hier ist im Übrigen festzuhalten, dass der professionell rechtsvertretene Beschwerdeführer in seiner Beschwerde auf die Beantragung der Feststel- lung der Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges sowie der vorläufigen Aufnahme verzichtet. Mit besonderem Fokus auf die KRK, das dort in Art. 3 verbriefte Kindeswohl und die damit verbundene Beurteilung der Zumutbarkeitsfrage ist schliesslich in Bestätigung der vor- instanzlichen Erkenntnisse festzuhalten, dass der ([…]) Beschwerdeführer in seiner Heimat neben verschiedenen Verwandten insbesondere über seine Eltern verfügt, die an bekannter Adresse wohnen und gemäss eige- nen Angaben problemlos kontaktierbar sind. Er kann somit seinen Emp- fang in Albanien durch seine Angehörigen selber in die Wege leiten oder die Angehörigen bei einem zwangsweisen Vollzug über Ankunftsort und – zeit vorgängig informieren. Am Rande ist jedoch festzuhalten, dass hierzu aus seiner Sicht kaum Bedarf bestehen dürfte, zumal er mit seiner regen und unbegleiteten Reisetätigkeit in Europa (von Albanien in die Schweiz und von der Schweiz nach E._______ und zurück) seine Selbständigkeit unter Beweis gestellt hat . Jedenfalls wird mit einer Rückkehr des Be- schwerdeführers in seine Heimat und in das dort tragfähig bestehende fa- miliäre Beziehungsnetz dem Grundsatz des Kindeswohls im Vergleich zu einem Verbleib in der Schweiz nahezu bestmöglich Rechnung getragen. Der Vollzug der Wegweisung ist nach dem Gesagten als zulässig, zumut- bar und möglich zu bezeichnen. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt, ob beantragt oder nicht, somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). E-5013/2022 Seite 14 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Es erübrigt sich, auf die weiteren Inhalte der Beschwerde näher einzugehen, da sie am Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Die Beschwerde ist abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens (Abweisung einer aussichtslosen Be- schwerde) wären die Kosten unter Abweisung des Gesuchs um Gewäh- rung der unentgeltlichen Prozessführung dem Beschwerdeführer aufzuer- legen (Art. 63 Abs. 1 i.V.m. Art. 65 Abs. 1 [am Ende] VwVG). Sie wären ihm in Anwendung von Art. 63 Abs. 3 VwVG sogar im Falle eines Obsiegens aufzuerlegen gewesen, weil er gemäss obigen Erkenntnissen seine Mitwir- kungspflicht nach Art. 8 (insb. Abs. 1 Bst. c sowie Abs. 3 und A bs. 3bis) AsylG auf beiden Verfahrensstufen offenkundig und grob verle tzt hat. Auf die Erhebung der Verfahrenskosten wird jedoch ausnahmsweise und gänz- lich unpräjudiziell in Anwendung von Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) verzichtet. (Dispositiv nächste Seite) E-5013/2022 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Roswitha Petry Urs David Versand: