JAAC67.108 Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen vom 23. Juli 2003 in Sachen X [BRK 2003-016] Marchés publics. Absence de prise en considération en procédure ouverte. Négociations. Obligation d’établir un procès verbal. - L’autorité adjudicatrice peut, pendant la procédure de soumissions, mener des pourparlers sur le contenu des offres jusqu’à négocier des rabais sur le prix. Les risques d’irrégularités pouvant en résulter sont absorbés par l’art. 20 LMP et l’art. 26 OMP , lesquels limitent et réglementent la possibilité de mener des négociations (consid. 4b). - L’obligation d’établir un procès verbal est le moyen central prévu par la législation fédérale pour garantir la transparence et l’égalité de traitement des soumissionnaires dans le cadre des pourparlers (consid. 4c). - L’OMP est ainsi violée lorsque les notes du procès verbal contiennent des lacunes en relation avec une partie de l’offre négociée. De plus, le cours des négociations et du développement de l’offre doivent résulter du seul procès verbal et non de documents tiers. Les éventuelles spécificités et nova apportées par les soumissionnaires au cours de la procédure de négociations, susceptibles de modifier l’appréciation du soumissionnaire ou de son offre par rapport à l’offre initiale, doivent en principe être consignées dans le procès verbal (consid. 4c). - En l’espèce, l’adjudication est annulée car le procès verbal était lacunaire et qu’une réduction massive du prix n’a pas été examinée (consid. 4c). - Renvoi à l’adjudicatrice. Il appartient ici au pouvoir adjudicateur de déterminer les mesures permettant d’éliminer les manquements constatés au cours de la procédure de soumission, en considération des éventuelles instructions de la Commission de recours (consid. 5). 1Öffentliches Beschaffungswesen. Nichtberücksichtigung im offenen Verfahren. Verhandlungen. Protokollierungspflicht. - Während des Submissionsverfahrens kann die Vergabebehörde Verhandlungen über den Inhalt der Angebote bis hin zu eigentlichen Abgebotsrunden führen. Dadurch entstehende Fairnessrisiken werden durch Art. 20 BoeB und Art. 26 VoeB, welche die Möglichkeit zur Verhandlungsführung beschränken und reglementieren, aufgefangen (E. 4b). - Die Protokollierungspflicht ist das von der Bundesgesetzgebung vorgesehene zentrale Mittel zur Gewährleistung der Transparenz und Gleichbehandlung der Anbieter im Rahmen von Verhandlungen (E. 4c). - Die VoeB ist dann verletzt, wenn die Aufzeichnungen im Protokoll Lücken bezüglich der verhandelten Angebotsteile enthalten. Zudem müssen sich der Gang der Verhandlungen und die Entwicklung der Angebote aus dem Protokoll selbst und nicht aus Drittakten ergeben. Allfällige vom Anbieter in den Verhandlungsprozess eingebrachte Besonderheiten oder Noven, welche die Modifikation der Beurteilung des Anbieters oder seines Angebots im Verhältnis zur ursprünglichen Offerte bewirken könnten, sind grundsätzlich im Protokoll festzuhalten (E. 4c). - Vorliegend wird der Zuschlag aufgehoben, weil das Protokoll lückenhaft war und eine massive Preisreduktion nicht überpüft wird (E. 4c). - Rückweisung an die Auftraggeberin. Es ist hier Sache der Vergabestelle zu entscheiden, mit welchen Massnahmen die festgestellten Mängel des Submissionsverfahrens zu beseitigen sind, unter Beachtung allfälliger richterlicher Weisungen (E. 5). Acquisti pubblici. Mancata considerazione nella procedura aperta. Trattative. Obbligo di redigere un verbale. - Durante la procedura per l’inoltro delle offerte, l’ente aggiudicatore può condurre trattative sul contenuto delle offerte fino al momento delle offerte vere e proprie. I relativi potenziali rischi dal punto di vista della correttezza sono neutralizzati dall’art. 20 LAPub e l’art. 26 OAPub, che limitano e regolano la possibilità di condurre trattative (consid. 4b). - L’obbligo di redigere un verbale è il mezzo centrale previsto dalla legislazione federale per garantire la trasparenza e la parità di trattamento degli offerenti nel quadro di trattative (consid. 4c). - L’OAPub è violata se quanto figura nel verbale contiene lacune a proposito di una parte dell’offerta su cui si è negoziato. Inoltre, lo svolgimento delle trattative e l’evoluzione delle offerte devono emergere solo dal verbale e non da altri atti. Eventuali particolarità presentate 2dall’offerente durante la trattativa oppure aspetti nuovi che potrebbero portare alla modifica della valutazione dell’offerente o della sua offerta in relazione all’offerta originaria, devono essere in linea di principio menzionate nel verbale (consid. 4c). - Nella fattispecie, l’aggiudicazione è annullata, poiché il verbale era lacunoso e non è stata verificata una massiccia riduzione del prezzo (consid. 4c). - Rinvio all’ente aggiudicatore. E> compito di quest’ultimo decidere quali siano le misure atte ad eliminare le lacune determinate nella procedura di inoltro delle offerte, tenendo conto di eventuali istruzioni della Commissione di ricorso (consid. 5). A. ImSchweizerischenHandelsamtsblatt(SHAB)schriebdasEidgenössische Volkswirtschaftsdepartement(EVD)einenDienstleistungsauftragbetreffend BürokommunikationimoffenenVerfahrenaus. AuchXreichtedemEVD eineentsprechendeOfferteein. ImLaufedesBeschaffungsverfahrenslud dieVergabebehördefünfAnbieterzuNachverhandlungenein. Gemäss VeröffentlichungimSHABwurdederZuschlagfürdasfraglicheProjektanY erteilt. B. MitEingabevom16.Mai2003führtdienichtberücksichtigteX (Beschwerdeführerin)beiderRekurskommissionfürdasöffentliche Beschaffungswesen(BRK;Rekurskommission)Beschwerdegegendie ZuschlagserteilungdesEVD.DieBeschwerdeführerinbeantragtinersterLinie dieAufhebungderangefochtenenZuschlagsverfügungunddieErteilung desZuschlags. EventuellseidieangefochteneVerfügungaufzuheben unddieSacheandieVergabebehördezurückzuweisen. Zudemseider BeschwerdeführerindasAkteneinsichtsrechtinallerelevantenAktenunddie MöglichkeitzurSubstantiierungderBeschwerdezugewähren. Schliesslichsei derBeschwerdedieaufschiebendeWirkungzuerteilen. C. MitinnerterstreckterFristeingereichterVernehmlassungvom11.Juni 2003beantragtdasEVDimWesentlichen,dieBeschwerdeseikostenfällig abzuweisenundesseiihrkeineaufschiebendeWirkungzuerteilen. Auch seiderBeschwerdeführerinnurbeschränktAkteneinsichtzugewährenund derenübrigeformelleAnträgeseienabzuweisen. EbenfallsinnerterstreckterFristhatYihreBeschwerdeantwortvom 11.Juni2003eingereichtvorallemmitdenBegehren,derBeschwerde seidieaufschiebendeWirkungnichtzuerteilen,imÜbrigenseidie Beschwerdeabzuweisen. AuchseiderBeschwerdeführerinteilweisedas Akteneinsichtsrechtzuverweigern. D. Am19.Juni2003ludderPräsidentderRekurskommissiondie Beschwerdeführerin,dasEVDundYzueineröffentlichenVerhandlungein. Diesefandam3.Juli2003stattunddientesowohlalsInstruktionsverhandlung 3wieauchalsmündlicheundöffentlicheVerhandlungimSinnevon Art.6Abs.1derKonventionvom4.November1950zumSchutzeder MenschenrechteundGrundfreiheiten(EMRK,SR0.101). E. MitZwischenentscheidvom3.Juli2003,welchergleichentags mündlicheröffnetundam7.Juli2003schriftlichzugestelltwurde,hatdie RekurskommissionderBeschwerdedieaufschiebendeWirkungerteilt. AusdenErwägungen: 1.a.-2.b. (…) 3. GemässEvaluationsberichtderVergabestellewurdennach EingangderAngebotemitverwaltungsinternerBereinigungsechs AngeboteeinerBewertungunterzogen,wobeidasAngebotder heutigenZuschlagsempfängerinmitdemfünftenunddasjenigeder BeschwerdeführerinmitdemerstenRangbewertetwurde. Dasmitdem sechstenRangbewerteteAngebotschiedinderFolgewegenNichterfüllung vonzweiEignungskriterienaus. GemässEvaluationsberichtwurdedaraufhin beschlossen,der«BedeutungundTragweitedererstenAusschreibungfürein derartigesIT-SourcingimBund»indemSinneRechnungzutragen,dass«nicht mitderminimalenAnzahlvon(3)AnbieternindieNachverhandlungen» gegangenwerdensollte,sondernallefünfverbliebenenAngeboteindie Nachverhandlungeneinbezogenwerdensollten. AlsdiewesentlichenZiele dermündlichenNachverhandlungensindimEvaluationsberichtdiefolgenden dreigenannt: -ÜberprüfendervollständigenErfüllungderEignungskriterienbei bestimmtenAnbietern; -VorstellungderOffertemitSchwerpunktenzudenBereichen«Referenzen», «Mitarbeiterübernahme»,«ServerKonsolidierung»und«Gewährleistung SicherheitBund»; -ErhalteinerNachofferte. ZusätzlichhabedieNachverhandlungdersubjektivenBeurteilungdes AnbietersunddereingereichtenOffertendurchdieentsprechendenMitglieder desEvaluationsteamsausdenVerantwortungsbereichenPersonal,Sicherheit undIT-Betriebgedient. DieAusschreibungsunterlagenumschreibenimTeil«AllgemeineInformation &AdministrativeAnweisungen»,Ziff.4,dasEvaluationsverfahren. Dabei fallenimVerhältniszumspätertatsächlichgewähltenEvaluationsverfahren gemässEvaluationsberichtgewisseÄnderungenauf. Namentlichhatdas ProjektteamimGegensatzzudenVorgabenindenAusschreibungsunterlagen bewusstdaraufverzichtet,denAusschlussalljenerAnbieterzuverfügen, welcheeinenEignungsnachweisnachE1-E7nicht(bzw. nochnicht)erbracht haben. NichtexplizitvorgesehenwarennachErstellungder«Shortlist» sodannNachverhandlungen;vielmehrsahendieAusschreibungsunterlagen diesbezüglichvor,dassdiebetreffendenAnbieterzu«Anbieterpräsentationen» eingeladenwerdenkönnten,wobeivondenAnbieternnochverlangtwerden könne,ausgewählteReferenzenkontaktierenoderbesuchenzudürfen. DasdiesbezüglicheVorgehenderVergabebehördedürfteindeskaumzu beanstandensein. AuchwennnichtzumvornhereinNachverhandlungen zudiesemZeitpunktinAussichtgestelltwordensind,durftendiesenoch 4durchgeführtwerden,dasiebereitsdurchdieAusschreibunggenerell vorbehaltenwordensind(vgl. dazuauchE.4b). DerweiterePunkt,nämlich dieEinräumungderMöglichkeitfürjeneAnbieter,welchenochnichtalle Eignungsnachweiseerbrachthaben,diesimGegensatzzudenVorgaben derAusschreibungsunterlagenimRahmenvonNachverhandlungennoch nachbringenzukönnen, brauchtvorliegendnichtabschliessendbeurteilt zuwerden,dadieBeschwerdeohnehinbereitsausanderenGründen,die nachfolgendinE.4zuerläuternsind,gutzuheissenist. DasseinzelneAnbieter nochnichtsämtlicheEignungsnachweiseerbrachthatten,heisstdennauch nicht,dassdiesebereitsalsungeeignetzuqualifizierenwären. 4.a. DieEinladungenderVergabebehördeandieBeschwerdeführerinunddie ZuschlagsempfängerinzudenNachverhandlungenwurdenamgleichenTag erstelltundenthaltendieselbenTraktanden. DieseTraktandensindallerdings offenformuliert,wieetwadasTraktandum«VorstellungundDiskussionder Offerte»,unddieEinladungenthältdennauchdenHinweis,dassdieFragen zurOfferteanderNachverhandlungschriftlichabgegebenwürden. Die vorstehenderwähntenFragenzurOffertesindindividuellaufdenEinzelfall zugeschnittenunddahermitBezugaufdieamvorliegendenVerfahren beteiligtenAnbieterauchnichtidentisch. FernermusstendieAnbieter dieseFragennichtanlässlichdermündlichenNachverhandlungssitzung beantworten,weshalbdieselbenmitAusnahmedesblossenHinweisesauf dieschriftlichabgegebenenFragenkeinenNiederschlagimSitzungsprotokoll fanden;vielmehrhattendieindieNachverhandlungeneinbezogenenAnbieter dieAntwortenaufdieschriftlichenFragenimNachgangzurmündlichen Verhandlungschriftlicheinzureichen. AllerdingswurdenanderSitzung zurOffertemündlich«Zusatzfragen»gestellt,welcheimProtokollmitden Untertiteln«ZusatzfragentechnischerTeil»und«Zusatzfragenkommerzieller Teil»erwähntwurden. DieProtokollederNachverhandlungenihrerseits sindinsgesamtineinemteilweiseschwerverständlichen«Telegrammstil» abgefasst. DieweiterenPunkteaufderinderEinladungzurNachverhandlung wiedergegebenenTraktandenlistefandenebenfallsnurteilweiseEingang indasSitzungsprotokoll. SoschweigtsichdasNachverhandlungsprotokoll sowohlbezüglichderBeschwerdeführerinwieauchder ZuschlagsempfängerinetwazumTraktandum«VorstellungFirma (Schwerpunkt: KundenBürokommunikationSchweiz)»vollständig aus. BezüglichderweiterenPunktederTraktandenliste,wie«Vorstellung undDiskussionderOfferte(Schwerpunkte: Mitarbeiterübernahme, Betriebsübernahme(RZ),GewährleistungSicherheitBund)»,enthältdas ProtokollebenfallskeineAusführungen: NamentlichfehlenindenProtokollen derNachverhandlungenbezüglichbeideramvorliegendenVerfahren teilnehmendenAnbieterAusführungenzur«Vorstellung»derOfferte. AllerdingsfindensichindenAktendieUnterlagen,welchediebeidenAnbieter anlässlichderNachverhandlungbezüglich«Angebotspräsentation»benutzt haben. 5DieBeschwerdeführerinrügtvorallemdenUmstand,dassdie ZuschlagsempfängerinihrenOffertpreisimRahmenderNachverhandlungen gemässEvaluationsberichtumrund32%reduzierteundihrAngebotaufgrund derinderFolgevorgenommenenBewertungstattwieursprünglichden fünftenschliesslichdenerstenRangerreichte. b. ImBundesvergaberechtgiltderGrundsatz,wonachAngebotenachAblauf desEingabeterminsnachArt.25derVerordnungvom11.Dezember1995 überdasöffentlicheBeschaffungswesen(VoeB,SR172.056.11)nurtechnisch undrechnerischbereinigt,sonstabergrundsätzlichnachdemvorgenannten Terminnichtmehrabgeändertwerdendürfen. DieserGrundsatzerleidet allerdingsimBundesvergaberechteinewesentlicheEinschränkung,indem diesesderVergabebehördeimGegensatzzurRechtslageinRahmender InterkantonalenVereinbarungvom25.November1994überdasöffentliche Beschaffungswesen(IVöB,SR172.056.4;Art.11Bst.cderVereinbarung) ermöglicht,auchwährenddesSubmissionsverfahrensVerhandlungenüber denInhaltderAngebotebishinzueigentlichenAbgebotsrundenzuführen. ImvorliegendenFallhatdieVergabebehördedenihrvomGesetzansich eingeräumtenSpielraumjedochinsofernnichtvollausgeschöpft,alssiein Ziff.4.3derAusschreibungerklärte: «Verhandlungenbleibenvorbehalten. EswerdenkeinereinenPreisverhandlungen(sogenannteAbgebotsrunden) durchgeführt. AllfälligeVerhandlungendienenlediglichderBereinigungder Offerten;diesekönnenbegründetePreisanpassungennachsichziehen». MitdervorgenanntenSelbstbeschränkunghatdieVergabebehördefürdas vorliegendeSubmissionsverfahreneineVerhandlungsregelstipuliert,welche- wiedieIVöB-denAusschlussvonAbgebotsrundenvorsieht. Preisanpassungen derAnbieterwährenddesSubmissionsverfahrensnachAblaufder Eingabefristmüssendanach«begründet»seinunddürfensichlediglichaus derBereinigungderOffertenergeben. NachdemdasBundesvergaberechtals solchesdasPrinzipdergrundsätzlichenUnveränderbarkeitderAngebotenach AblaufderEingabefristdurchStatuierungeinesVerbotsvonAbgebotsrunden nichtvorsieht,fehlenauchdieinkantonalenSubmissionsordnungen zurFlexibilisierungdiesesPrinzipsvorgesehenenSondervorschriften überdieErläuterungderAngebote. Sosiehtetwa§28derZürcher Submissionsverordnungvom18. Juni1997(ZürcherGesetzessammlung 720.11)unterdemRandtitel«Erläuterung»Folgendesvor: «DieAuftraggeberin oderderAuftraggeberkannvondenAnbieterinnenundAnbieternschriftliche ErläuterungenbezüglichihrerEignungundihresAngebotesverlangen. MündlicheErläuterungenwerdenvonderAuftraggeberinodervom Auftraggeberschriftlichfestgehalten.»DerBundesgesetzgeberwolltedie mitderEinräumungderVerhandlungsmöglichkeitüberAngebotsinhaltenach AblaufderEingabefristentstehendenFairnessrisikendadurchauffangen,dass erinArt.20desBundesgesetzesvom16.Dezember1994überdasöffentliche Beschaffungswesen(BoeB,SR172.056.1)undArt.26VoeBdieMöglichkeit zurVerhandlungsführungbeschränkteundreglementierte;dieseRegelung bezweckt,trotzdesbeiVerhandlungenerfolgendenfaktischenVerzichts aufdiegrundsätzlicheUnveränderbarkeitderAngebotenachAblaufder EingabefristdiePrinzipienderTransparenzundderGleichbehandlungder AnbieterauchimSubmissionsverfahrendesBundeszurespektieren. 6DieMöglichkeitderVerhandlungsführungüberAngebotenachAblauf derEingabefristverbundenmitderindividuellenAbänderbarkeitvon AngebotsbestandteilenbirgtinderTatgrosseRisikenbezüglichVerletzung desGebots,dieAnbietergleichzubehandeln,insich. DieGefahr,dassein bestimmter,derVergabebehördeausirgendwelchenGründenbesonders genehmerAnbieterbeidenVerhandlungenbewusstbevorzugtwird,besteht. DieseRisikenlassensichauchmitdenformalenSicherungen,welche Art.26VoeBfürsolcheVerhandlungsführungenvorsieht,nichtvollständig ausschliessen. UmsostrengeristesmitderEinhaltungdieserVorschriftenzu halten,wennnichtderMöglichkeitderWillkürwährendderVerhandlungen TürundTorgeöffnetwerdensoll. Diesgiltumsomehrfürhochkomplexe Submissionsverfahrenwiedemvorliegenden. c. DieProtokollierungspflichtistdasvonderBundesgesetzgebung vorgesehenezentraleMittelzurGewährleistungderTransparenzund GleichbehandlungderAnbieterimRahmenvonVerhandlungen. Gemäss Art.26Abs.3VoeBistvonderAuftraggeberinbeimündlichenVerhandlungen «mindestensfolgendesineinemProtokoll»festzuhalten: (a)dieNamen deranwesendenPersonen;(b)dieverhandeltenAngebotsteileund(c) dieErgebnissederVerhandlungen. DieAufzeichnungendesinden VerhandlungenzuerstellendenProtokollsmüssennachderPraxisderBRKso detailliertausgestaltetsein,dassdasResultatundderGangderVerhandlungen sowiedieEntwicklungderAngebotefüreinenaussenstehendenDritten nachvollziehbarsind(vgl. EntscheidderBRKvom29.Januar2003[BRK 2002-007]E.5a;EntscheidederBRKvom26.April2000,veröffentlichtin VPB 64.62E.3asowievom7.November1997,veröffentlichtin VPB62.17 E.4e/bb). Wieerwähnt(E.4a),enthaltendiebeidenüberdieNachverhandlungen mitderBeschwerdeführerinsowiederZuschlagsempfängerinerstellten ProtokollenichtüberalletraktandiertenPunkteAufzeichnungen. Die VoeBistabererstdannverletzt,wenndieAufzeichnungenimProtokoll Lückenbezüglich«derverhandeltenAngebotsteile»enthalten. Das allerdingsistvorliegendschonbeimzweitenTraktandum«Vorstellung Firma(Schwerpunkt: KundenBürokommunikationSchweiz)»derFall. DenndieFirmaundinsbesondereauchdievomAnbietervorzuweisenden KundenimBereichderBürokommunikationSchweizfindenindenim strittigenSubmissionsverfahrengeltendenZuschlagskriterienihrendirekten Niederschlag,indemeinesdieserZuschlagskriterienwiefolgtlautet: «Firma (Qualität,Angebot,Referenzen)». Nunfragtessichallerdings,wasdenn dieVergabebehördeimvorliegendenZusammenhanghätteprotokollieren müssen,dasowohlbezüglichBeschwerdeführerinwieauchbezüglichder ZuschlagsempfängerinderenanlässlichderNachverhandlungssitzung verwendetePräsentationsunterlagenbeidenAktenliegen. Nachdemsich derGangderVerhandlungenunddieEntwicklungderAngeboteausdem ProtokollselbstundnichtausDrittaktenergebenmüssen,wärenunterdiesem TitelzunächstAusführungenüberZeitpunktundFormderEinlegungder PräsentationsunterlagensowieauchüberdieArtdes(allenfallsgestützt darauf)erfolgtenVortragsdesbetreffendenAnbieterserforderlichgewesen. AllfälligeimRahmenderVerhandlungvomAnbietervorgetragenebzw. von diesemindenVerhandlungsprozesseingebrachteBesonderheitenoder Noven,welchedieModifikationderBeurteilungdesAnbietersoderseines AngebotsimVerhältniszurursprünglichenOffertebewirkenkönnten,sind 7sodannexplizitimProtokollfestzuhalten,jedenfallsdann,wennsieeine offenkundigerheblicheBedeutunghabenunddasAngebotunterUmständen fürsichalleinschonineinemanderenodergareinemvölliganderen,neuen Lichterscheinenlassen. LetztereswarimvorliegendenVergabegeschäft offenkundigfürdievonderZuschlagsempfängerinimRahmenihrer OffertpräsentationbeidenNachverhandlungenvorgetragenemassive Preisreduktionvon32,23%gemässS.14ihrerPräsentationsunterlagen derFall,dadieseeineentscheidendeBedeutungfürdieRangierungdes AngebotesderZuschlagsempfängerinhatte,wasfürdieVergabestellesofort erkennbarwar. DieVergabebehördedurftedennauchdiesePreisreduktion vorliegendnichteinfachungeprüftentgegennehmen. Vielmehrwarsie gemässdeneigenenVorgabeninderAusschreibungüberdieVerhandlungen verpflichtetzuprüfen,obdiePreisreduktion«begründet»istundsich (lediglich)ausderBereinigungderOffertenergibt. DiesePrüfungsetzte eineeingehendeBefragungderbetreffendenAnbieterinvoraus,welcheim ProtokolldetailliertundmitdenvollständigenFragenundAntwortenhätte erfasstwerdenmüssen. DieVergabebehördewendetdiesbezüglichein,dass dieZuschlagsempfängerinihrePreisreduktionanlässlichdermündlichen Nachverhandlungzwardarlegte,diesejedocherstinderbereinigtenOfferte, welcheimNachgangzurmündlichenVerhandlungeinzureichenwar, bestätigte. DergenannteHinweisvermagindesdieMangelhaftigkeitdes Protokollsnichtzubeseitigen. DennnachderausdrücklichenBestimmung vonArt.26Abs.3Bst.cVoeBsindauchdie«ErgebnissederVerhandlungen» zuprotokollierenunddasErgebnisdervorliegendenVerhandlungwar offenkundignichtdieAufforderungandieBeschwerdeführerinund Zuschlagsempfängerin,einebereinigteOfferteeinzureichen,wiesichdies ausdemProtokollergibt. VielmehrbestanddasErgebnisderVerhandlungen indenbereinigtenOffertenselbst. WarendahernachEingangderbereinigten OffertederZuschlagsempfängerinallenfallsweitereAbklärungenmit derbetreffendenAnbieterinzurBeurteilungderFragenotwendig,obdie Preisreduktionbegründetwar,indemsiesichausderOffertbereinigungergab, sowäreeinentsprechenderweitererBefragungsterminmitderAnbieterin unterFührungeinesProtokollsnachArt.26VoeBnotwendiggewesen; wardieseFragenachdererstenVerhandlungsrundeunddemEingang derNachtragsofferteallenfallsbereitsklar,sowärendieentsprechenden ÜberlegungenderVergabebehördejedenfallsunterAngabeeinesVerweisesim ProtokollimEvaluationsberichtineinerFormfestzuhaltengewesen,welche füreinenaussenstehendenDrittennachvollziehbarist. Diediesbezüglichen ÜberlegungenderVergabebehördewärenmitgenauenVerweisenauf diemassgeblichenAktenzuergänzengewesen. Vorliegendenthältindes auchderEvaluationsberichtkeinerleiAusführungenüberdiePrüfungder ZulässigkeitdesPreisnachlasses,womitheutenichtfeststeht,obessichdabei nichtallenfalls(zumindest teilweise)umeinimvorliegendenVerfahren unzulässigesAbgebotderZuschlagsempfängeringehandelthat. Irritierend wirktindiesemZusammenhangnoch,dassindenProtokollenalsZweckder Verhandlungangegebenwurde: «OffertbereinigungundPreisverhandlung», währendesdochnachdeneigenenVorgabenderVergabebehördeinihrer AusschreibungbeidenVerhandlungennurumdieOffertbereinigung gehenkonnte. Ebensostörenderscheint,dassfüreinezuschlagsrelevante 8Preisreduktionvonmehrals30%derursprünglichenOffertsumme erstmals inderVerhandlungvorderBRKeinkonkreterErklärungsversuchabgegeben wurde. Abschliessendseinocherwähnt,dassdieVergabebehördedenjenigen Anbietern,mitdenensieVerhandlungenführenwill,nachArt.26 Abs.2Bst.aVoeBihrjeweilsbereinigtesAngebotimHinblickaufdie Verhandlungsführungschriftlichbekanntzugebenhat. IndenAkten, namentlichinderEinladungzudenNachverhandlungen,findensich keinediesbezüglichenUnterlagen. JedenfallsistdasbereinigteAngebot- soweitesdurchreinverwaltungsinterneMassnahmenohneKontaktierung derAnbieternachArt.25VoeBbereinigtwerdenkonnte(vgl. dazu Galli/Moser/Lang,PraxisdesöffentlichenBeschaffungsrechts,Zürich 2003,Rz.323f.) -dieGrundlagefürdieVerhandlungmitdemjeweiligen Anbieter. ImvorliegendenFallmusstensichdieVerhandlungenmitden AnbieterngemässeigenerVorgabederVergabebehördeinderAusschreibung aufeinereineOffertbereinigungbeschränken,weshalbesnurdarum gehenkonnte,sieunterBehebungvonoffensichtlichenIrrtümernobjektiv vergleichbarzumachen. DieFrage,wasunteroffensichtlichenIrrtümern zuverstehenist,wirdinArt.25VoeBindirektzumAusdruckgebracht, indemdortdieBereinigungintechnischerundrechnerischerHinsicht zwecksVergleichbarmachungderAngebote,erwähntwird. Dadievonder VergabebehördeimvorliegendenSubmissionsverfahrenselbstgewählte ZweckbeschränkungderVerhandlungenaufdieOffertbereinigung letztlichderRechtslagenachIVöBmitdemVerzichtaufAbgebotsrunden entspricht,könnenzurergänzendenAuslegungauchdieaufgrundderIVöB erlassenenVergaberichtlinienzurInterkantonalenVereinbarungüberdas ÖffentlicheBeschaffungswesenvom25. November1994(VRöB)beigezogen werden,diein§24Abs.2(=§28Abs.2revidierteVRöBvom15. Mai2001 [1])” target=_blank>http://www.beschaffung.admin.ch/de/beschaffungswesen_bund/recht_org_zahlen/vroeb.pdf”>http://www.beschaffung.admin.ch/de/beschaffungswesen_bund/recht_org_zahlen/vroeb.pdf) imZusammenhangmitderOffertbereinigungstatuieren: «Offensichtliche Fehler,wieRechnungs-undSchreibfehler,werdenberichtigt.» ZusammenfassendistderangefochteneZuschlagsomitinGutheissungder Beschwerdeaufzuheben. 5.a. NachArt.32Abs.1BoeBentscheidetdieRekurskommissioninderSache selbstoderweistdiesemitverbindlichenWeisungenandieAuftraggeberin zurück. EinEntscheidderRekurskommissioninderSacheselbsterfolgtnachder Praxisnurausnahmsweise,wenndieAngelegenheitnachderAufhebung desangefochtenenZuschlagsalsoffenkundigspruchreiferscheintund fürdieEntscheidfindunginsbesonderekeineEvaluationundPrüfung derAngebotemehrerforderlichist. DadiesvorliegendnichtderFallist, hatdieRekurskommissionimSinneeineskassatorischenEntscheidesdie AngelegenheitzuneuerBeurteilungimSinnederErwägungenandasEVD zurückzuweisen. b. EsistinersterLinieSachederVergabestellezuentscheiden,mitwelchen MassnahmendievonderBRKfestgestelltenMängeldesdurchgeführten Submissionsverfahrensbzw. desangefochtenenZuschlagsentscheidszu beseitigensind,wobeisiefreilichallfälligerichterlicheWeisungenim RahmendesweiterenVerfahrenszubeachtenhat. KommtdieVergabestelle 9zumSchluss,dassdasVerfahrennochmalszuwiederholenist,somüssen dieVoraussetzungenvonArt.30VoeBüberAbbruch,Wiederholungund NeuauflagedesVergabeverfahrenserfülltsein. IstdiesnichtderFall, wasdieRegelseindürfte,sohatdieVergabestellenachderPraxisder BRKdieteilweiseVerfahrenswiederholungmitanschliessendemneuem Zuschlagsentscheiddurchzuführen. Indasteilweisezuwiederholende SubmissionsverfahrensinddabeinurdieBeschwerdeführerinundYals ursprünglichberücksichtigteAnbieterineinzubeziehen,dadieübrigen AnbieterdenZuschlagnichtangefochtenundsichmitihmbzw. mitihrer NichtberücksichtigungfürdieVergabederLeistungen abgefundenhaben(vgl. Galli/Moser/Lang,a.a.O.,Rz.696mitHinweisen). KommteinVorgehennachArt.30VoeBvorliegendnichtinFrage,so sindimSinneeinerverbindlichenWeisungdiefestgestelltenMängelzu beseitigen. ImLichtedesinE.4GesagtenstelltsichnachAufhebungdes angefochtenenZuschlagsdieFrage,inwieferndasSubmissionsverfahren zuwiederholenist. DiefestgestelltenVerfahrensmängelbeziehensichauf dieerfolgtenNachverhandlungen,weshalbsichdieMängelbeseitigung aufjenenVerfahrensabschnittzubeziehenhat. DieVergabebehördehat dieNachverhandlungen-soweitdiesfürdieErfüllungderformellen undmateriellenRahmenbedingungennötigist-zuwiederholen. Sie hatdabeinamentlichdenVorschriftenvonArt.26VoeBdienotwendige Beachtungzuschenken. DieRegelndesVertraulichkeitsprinzipssindvon derVergabebehördeindiesemVerfahrensstadiumzubeachten(Art.26Abs.5 VoeB). 6.a./b. (…) [1]ZulesenaufderInternetseitedes BeschaffungskommissiondesBundesunter http://www.beschaffung.admin.ch/de/beschaffungswesen_bund/recht_org_zahlen/vroeb.pdf 10Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 67.108 - Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen vom 23. Juli 2003 in Sachen X [BRK 2003-016] In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2003 Année Anno Band 67 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 005 786 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.