Abkommen vom 13. Juni 1973 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich über den Grenzübertritt von Personen im Kleinen Grenzverkehr <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/693_693_693/19740412/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/693_693_693/19740412"/><FRBRdate date="1974-04-12" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1973-06-13" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1974-04-12" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.631.256.916.33"/><FRBRname xml:lang="fr" value="Accord du 13 juin 1973 entre la Confédération suisse et la République d'Autriche concernant le mouvement des personnes dans le petit trafic frontalier" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Abkommen vom 13. Juni 1973 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich über den Grenzübertritt von Personen im Kleinen Grenzverkehr" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="it" value="Accordo del 13 giugno 1973 tra la Confederazione Svizzera e la Repubblica Austriaca concernente il passaggio delle persone nel piccolo traffico di confine" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/693_693_693/19740412/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/693_693_693/19740412/de"/><FRBRdate date="1974-04-12" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1973-06-13" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1974-04-12" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/693_693_693/19740412/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/693_693_693/19740412/de/xml"/><FRBRdate date="1974-04-12" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1973-06-13" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1974-04-12" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.631.256.916.33</docNumber></p><p> AS<b> 1974</b> 693</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Originaltext</p><p><docTitle>Abkommen<br/>zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft<br/>und der Republik Österreich über den Grenzübertritt<br/>von Personen im Kleinen Grenzverkehr</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 13. Juni 1973<br/>Ratifikationsurkunden ausgetauscht am 11. Februar 1974<br/>In Kraft getreten am 12. April 1974</p></preface><preamble><p>Die Schweizerische Eidgenossenschaft<br/>und<br/>die Republik Österreich,</p><p>von dem Wunsche geleitet, den Personenverkehr in den Grenzzonen zu erleichtern, haben folgendes vereinbart:</p></preamble><body><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Grenzzonen</heading><paragraph eId="art_1/para_1"><num>(1)</num><content><p>Dieses Abkommen regelt den Grenzübertritt von Personen zwischen den Grenzzonen der Schweiz und Österreichs. Es erstreckt sich auch auf den Kleinen Grenzverkehr zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und Österreich.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_2"><num>(2)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_1/para_2/listintro">Grenzzonen im Sinne dieses Abkommens sind:</listIntroduction><item eId="art_1/para_2/lbl_1"><num>1. </num><blockList><listIntroduction eId="art_1/para_2/lbl_1/listintro">in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein:</listIntroduction><item eId="art_1/para_2/lbl_1/lbl_a"><num>a) </num><p>die Kantone St. Gallen, Appenzell A. Rh., Appenzell 1. Rh., Thurgau, vom Kanton Graubünden die Bezirke Plessur, Imboden, Oberund Unterlandquart sowie das Engadin, das Münstertal und die Gemeinde Samnaun;</p></item><item eId="art_1/para_2/lbl_1/lbl_b"><num>b) </num><p>das Fürstentum Liechtenstein;</p></item></blockList></item><item eId="art_1/para_2/lbl_2"><num>2. </num><p>in Österrreich:</p></item><item eId="art_1/para_2/bull_u3"><num/><p>das Land Vorarlberg und der politische Bezirk Landeck.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Grenzkarte</heading><paragraph eId="art_2/para_1"><num>(1)</num><content><p>Angehörigen der Vertragsstaaten sowie Drittausländern und Staatenlosen, die zum Aufenthalt in einem Vertragsstaat berechtigt sind, kann, wenn sie ihren Wohnsitz in der Grenzzone haben, von den zuständigen Behörden des Wohnsitzstaates eine Grenzkarte ausgestellt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Grenzkarte berechtigt den Inhaber, die Staatsgrenze beliebig oft zu überschreiten und sich ohne besondere Aufenthaltsbewilligung bis zu drei Tagen in der Grenzzone des anderen Vertragsstaates aufzuhalten. Von der Ausstellung einer Grenzkarte an einen Drittausländer oder Staatenlosen ist der andere Vertragsstaat innerhalb einer Woche zu benachrichtigen. Die Benachrichtigung erfolgt über die Kantonale Fremdenpolizei St. Gallen an die Sicherheitsdirektion für das Bundesland Vorarlberg und umgekehrt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_3"><num>(3)</num><content><p>Kinder bis zu 15 Jahren können in die Grenzkarte eines oder beider Elternteile oder eines sonstigen gesetzlichen Vertreters miteingetragen werden, wobei die für die Miteintragung in Reisepässe geltenden innerstaatlichen Rechtsvorschriften sinngemäss anzuwenden sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_4"><num>(4)</num><content><p>Die Grenzkarte kann mit einer Gültigkeitsdauer bis zu fünf Jahren ausgestellt und bis zu einer Gesamtdauer von zehn Jahren verlängert werden. Bei Drittausländern und Staatenlosen darf die Gültigkeitsdauer der Grenzkarte diejenige der Aufenthaltsbewilligung nicht überschreiten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_5"><num>(5)</num><content><p>Die Grenzkarte wird im Format von ca. 10,5 × 15 cm vierseitig ausgestellt; sie ist mit einem Lichtbild des Inhabers zu versehen und hat folgende Angaben über seine Person zu enthalten: Name, Vorname, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Wohnadresse. Ferner muss die Grenzkarte die Bezeichnung der ausstellenden Behörde, das Ausstellungsdatum, die Gültigkeitsdauer und Raum für die Verlängerung der Gültigkeitsdauer und für die Miteintragung von Kindern aufweisen. Die Grenzkarte ist vom Inhaber zu unterschreiben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Ausflugsscheine</heading><paragraph eId="art_3/para_1"><num>(1)</num><content><p>Angehörigen der Vertragsstaaten sowie Drittausländern und Staatenlosen, die im anderen Vertragsstaat der Visumspflicht nicht unterliegen, kann, gleichgültig wo sie ihren Wohnsitz haben, ein Ausflugsschein ausgestellt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_2"><num>(2)</num><content><p>Aus Gründen der Menschlichkeit kann Drittausländern und Staatenlosen auch dann, wenn sie im anderen Vertragsstaat der Visumspflicht unterliegen, ein Ausflugsschein von der Fremdenpolizei der in der Grenzzone liegenden Kantone oder vom Liechtensteinischen Passbüro beziehungsweise von der Sicherheitsdirektion für das Bundesland Tirol oder der Sicherheitsdirektion für das Bundesland Vorarlberg ausgestellt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_3"><num>(3)</num><content><p>Für den gemeinsamen Grenzübertritt von mindestens fünf Angehörigen der Vertragsstaaten sowie Drittausländern und Staatenlosen, die im anderen Vertragsstaat der Visumspflicht nicht unterliegen, kann ein Sammelausflugsschein ausgestellt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_4"><num>(4)</num><content><p>Für die Ausstellung eines Ausflugsscheins an Kinder bis zu 15 Jahren und für die Eintragung von Kindern bis zu 15 Jahren in den Ausflugsschein einer anderen Person oder in einen Sammelausflugsschein ist die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters erforderlich. Von der Zustimmung kann bei der Eintragung in den Ausflugsschein einer anderen Person oder in einen Sammelausflugsschein abgesehen werden, wenn Grund zur Annahme besteht, dass der gesetzliche Vertreter mit der Eintragung einverstanden ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_5"><num>(5)</num><content><p>Der Ausflugsschein und der Sammelausflugsschein sind sieben Tage gültig. Während ihrer Gültigkeit berechtigen sie in Verbindung mit einem amtlichen Lichtbildausweis zum mehrmaligen Grenzübertritt und zum Aufenthalt ohne besondere Aufenthaltsbewilligung in der Grenzzone des anderen Vertragsstaates. Kinder bis zu 15 Jahren, die im Ausflugsschein einer anderen Person oder in einem Sammelausflugsschein eingetragen sind, benötigen keinen amtlichen Lichtbildausweis.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_6"><num>(6)</num><content><p>Der Ausflugsschein wird im Format von ca. 10,5 x 15 cm zweiseitig ausgestellt und hat neben der Bezeichnung der ausstellenden Behörde und dem Ausstellungsdatum Namen, Vornamen und Staatsangehörigkeit des Inhabers sowie Raum für die Eintragung von Kindern unter Angabe ihres Namens, Vornamens und Geburtsdatums zu enthalten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_7"><num>(7)</num><content><p>Der Sammelausflugsschein hat neben der Bezeichnung der ausstellenden Behörde und dem Ausstellungdatum Namen, Vornamen und Staatsangehörigkeit jeder darin eingetragenen Person zu enthalten. Von Kindern bis zu 15 Jahren sind Name, Vorname und Geburtsdatum aufzunehmen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_8"><num>(8)</num><content><p>Personen, die mit einem Ausflugsschein oder Sammelausflugsschein in die Grenzzone des anderen Vertragsstaates eingereist sind, dürfen dort keine Erwerbstätigkeit ausüben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Dienstausweis</heading><paragraph eId="art_4/para"><content><p>Die Bediensteten der öffentlichen Verwaltung, der Post‑, Telefon‑ und Telegrafenverwaltung und der Eisenbahnen der Vertragsstaaten können die Staatsgrenze zur Ausübung ihrer dienstlichen Funktionen auf Grund eines von ihrer Dienststelle ausgestellten Lichtbildausweises überschreiten und sich in der Grenzzone des anderen Vertragsstaates für die Dauer ihrer dienstlichen Tätigkeit aufhalten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Grenzübertritt</heading><paragraph eId="art_5/para"><content><p>Der Grenzübertritt im Rahmen des Kleinen Grenzverkehrs ist sowohl an den nach den innerstaatlichen Rechtsvorschriften als auch an den nach diesem Abkommen bestehenden Grenzübergängen zulässig.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Grenzübertritt am Bodensee und am Alten Rhein</heading><paragraph eId="art_6/para"><content><p>Angehörige der Vertragsstaaten sowie Drittausländer und Staatenlose, die im anderen Vertragsstaat der Visumspflicht nicht unterliegen, dürfen am Bodensee und am Alten Rhein bis zur Zollbrücke Rheineck‑Gaissau auf dem Gebiet der Vertragsstaaten landen oder ablegen, wenn sie ein für den Grenzübertritt gültiges Reisedokument mit sich führen und kein dem gewerbsmässigen Personen‑ oder Gütertransport dienendes Wasserfahrzeug benützen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Grenzübertritt im Grenzgebirge</heading><paragraph eId="art_7/para"><content><p>Angehörige der Vertragsstaaten sowie Drittausländer und Staatenlose, die im anderen Vertragsstaat der Visumspflicht nicht unterliegen, dürfen, wenn sie einen amtlichen Lichtbildausweis mit sich führen, bei Touren im Grenzgebirge die Staatsgrenze überschreiten und sich in der Grenzzone des anderen Vertragsstaates bis zu einer Tiefe von fünf Kilometern und bis zu einer Dauer von drei Tagen aufhalten. Das Grenzgebirge erstreckt sich von der Mistelmark an der liechtensteinisch‑österreichischen Staatsgrenze bis zum Dreiländergrenzpunkt am Piz Lad.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Grenzübertritt auf Wanderwegen ausserhalb des Grenzgebirges</heading><paragraph eId="art_8/para_1"><num>(1)</num><content><p>Angehörige der Vertragsstaaten sowie Drittausländer und Staatenlose, die im anderen Vertragsstaat der Visumspflicht nicht unterliegen, dürfen, wenn sie einen amtlichen Lichtbildausweis mit sich führen, die Staatsgrenze als Wanderer auf den dafür bestimmten Wegen überschreiten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_2"><num>(2)</num><content><p>Auf welchen Wanderwegen der Grenzübertritt gestattet ist, bestimmt sich nach den innerstaatlichen Rechtsvorschriften. Die zuständigen Behörden der Vertragsstaaten haben durch unmittelbaren Kontakt zu klären, ob ein Bedürfnis für die Schaffung eines Wanderweges besteht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><heading>Grenzübertritt zur land‑ und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung</heading><paragraph eId="art_9/para"><content><p>Den Eigentümern und Nutzungsberechtigten grenzdurchschnittener oder in Grenznähe gelegener land‑ und forstwirtschaftlicher Grundstücke, ihren Familienmitgliedern und Arbeitskräften ist, wenn sie einen amtlichen Lichtbildausweis mit sich führen, der Grenzübertritt zur Bewirtschaftung innerhalb dieser Grundstücke oder auf direktem Wege zu diesen Grundstücken gestattet, sie dürfen sich jedoch von den Grundstücken nicht weiter auf das Gebiet des anderen Vertragsstaates begeben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Grenzübertritt zur Hilfeleistung</heading><paragraph eId="art_10/para"><content><p>Die Staatsgrenze darf ohne Beachtung der sonst hiefür geltenden Rechtsvorschriften überschritten werden, um bei Unglücks‑ oder Katastrophenfällen in der Grenzzone Hilfe zu leisten oder in Anspruch zu nehmen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><heading>Verweigerung und Entzug von Dokumenten</heading><paragraph eId="art_11/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die Ausstellung einer Grenzkarte ist zu verweigern, wenn nach den innerstaatlichen Rechtsvorschriften die Ausstellung eines Reisepasses zu versagen wäre.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Ausstellung eines Ausflugsscheines oder die Eintragung in einen Sammelausflugsschein ist zu verweigern, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass der Antragsteller bei einem Aufenthalt im anderen Vertragsstaat gegen dessen Rechtsvorschriften verstossen würde.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die Grenzkarte und die Ausflugsscheine sind zu entziehen, wenn Tatsachen eintreten oder nachträglich bekannt werden, welche die Verweigerung rechtfertigen würden. Sie sind ferner zu entziehen, wenn die zuständige Behörde des anderen Vertragsstaates es verlangt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_4"><num>(4)</num><content><p>Bei Missbrauch können die Grenzkontrollorgane der Vertragsstaaten Grenzkarten und Ausflugsscheine abnehmen. Abgenommene Dokumente sind unter Angabe des Grundes unverzüglich der Behörde zu übersenden, die sie ausgestellt hat. Diese hat über den Entzug zu entscheiden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><heading>Zuständige Behörden</heading><paragraph eId="art_12/para_1"><num>(1)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_12/para_1/listintro">Sofern in diesem Abkommen nichts anderes vorgesehen ist, sind zuständige Behörden:</listIntroduction><item eId="art_12/para_1/lbl_1"><num>1. </num><p><i>in der Schweiz: </i>Die Polizeidirektion der zur Grenzzone gehörenden Kantone und die von ihnen bestimmten Amtsstellen;</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_2"><num>2. </num><p><i>im Fürstentum Liechtenstein: </i>die Regierung des Fürstentums Liechtenstein und die von ihr bestimmten Amtsstellen;</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_3"><num>3. </num><p><i>in Österreich: </i>die Bezirksverwaltungsbehörden in der Grenzzone; für die Ausstellung von Ausflugsscheinen und Sammelausflugsscheinen überdies diejenigen Gemeinden, die von der Bezirksverwaltungsbehörde im Interesse einer beschleunigten Ausstellung bestimmt werden, sowie die an der gemeinsamen Staatsgrenze gelegenen Grenzkontrollstellen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Vertragsstaaten geben einander die gemäss Absatz 1 Ziffern 1 und 2 bestimmten Amtsstellen beziehungsweise die gemäss Absatz 1 Ziffer 3 bestimmten Gemeinden bekannt. Die Bekanntgabe erfolgt über das Eidgenössische Justiz‑ und Polizeidepartement an das Bundesministerium für Inneres und umgekehrt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_13"><num><b>Art. 13</b></num><heading>Rücknahme von Personen</heading><paragraph eId="art_13/para"><content><p>Die Vertragsstaaten werden Personen, die auf Grund dieses Abkommens in das Hoheitsgebiet des anderen Vertragsstaates eingereist sind, jederzeit formlos zurücknehmen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_14"><num><b>Art. 14</b></num><heading>Vorbehaltene Rechtsvorschriften</heading><paragraph eId="art_14/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_14/para/listintro">In den Vertragsstaaten bleiben unberührt:</listIntroduction><item eId="art_14/para/lbl_1"><num>1. </num><p>die Rechtsvorschriften über die Zurückweisung, Weg‑ oder Ausweisung von Ausländern und Staatenlosen und, soweit nicht Artikel <i>3 </i>Absatz 8 anzuwenden ist, die Rechtsvorschriften über die Ausübung einer Erwerbstätigkeit durch Ausländer und Staatenlose;</p></item><item eId="art_14/para/lbl_2"><num>2. </num><p>die zollgesetzlichen Vorschriften und die anderen Rechtsvorschriften über die Ein‑, Aus‑ oder Durchfuhr von Waren und Beförderungsmitteln.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_15"><num><b>Art. 15</b></num><heading>Vorübergehende Aussetzung des Abkommens</heading><paragraph eId="art_15/para"><content><p>Jeder der beiden Vertragsstaaten kann aus Gründen der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung die Durchführung dieses Abkommens mit Ausnahme des Artikels <i>13 </i>vorübergehend ganz oder teilweise aussetzen. Dies ist dem anderen Vertragsstaat unverzüglich auf diplomatischem Wege mitzuteilen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_16"><num><b>Art. 16</b></num><heading>Inkrafttreten, Dauer und Kündigung</heading><paragraph eId="art_16/para_1"><num>(1)</num><content><p>Dieses Abkommen ist zu ratifizieren. Es tritt 60 Tage nach Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_16/para_2"><num>(2)</num><content><p>Das Abkommen wird für die Dauer eines Jahres abgeschlossen. Es bleibt weiterhin für jeweils ein Jahr in Kraft, sofern es nicht sechs Monate vor Ablauf des Jahres auf diplomatischem Wege schriftlich gekündigt wird.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_16/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die Kündigung lässt die Rücknahmeverpflichtung gemäss Artikel 13 unberührt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_17"><num><b>Art. 17</b></num><heading>Schlussbestimmungen</heading><paragraph eId="art_17/para_1"><num>(1)</num><content><p>Mit dem Inkrafttreten dieses Abkommens tritt das Übereinkommen vom 30. Mai 1950<authorialNote><p> [AS <b>1950</b> II 757]</p></authorialNote>  zwischen der Schweiz und Österreich über den Grenzübertritt von Personen im Kleinen Grenzverkehr ausser Kraft.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die von den schweizerischen und liechensteinischen Behörden im Rahmen des Kleinen Grenzverkehrs zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein einerseits und der Bundesrepublik Deutschland anderseits ausgestellten Grenzkarten, Ausflugsscheine und Sammelausflugsscheine berechtigen zur Durchreise durch das Land Vorarlberg, sofern der Inhaber eines solchen Dokumentes in der Republik Österreich der Visumspflicht nicht unterliegt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die von den österreichischen Behörden im Rahmen des Kleinen Grenzverkehrs zwischen Österreich und der Bundesrepublik Deutschland ausgestellten Grenzkarten, Ausflugsscheine und Sammelausflugsscheine berechtigen zur Durchreise durch das Fürstentum Liechtenstein und die Kantone St. Gallen und Thurgau, sofern der Inhaber eines solchen Dokumentes in der Schweiz der Visumspflicht nicht unterliegt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_4"><num>(4)</num><content><p>Auf Grund des Übereinkommens vom 30. Mai 1950 ausgestellte Grenzkarten bleiben gültig; ihre Gültigkeitsdauer darf nicht verlängert werden.</p><p>Geschehen in Wien, am 13. Juni 1973 in zwei Urschriften in deutscher Sprache.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für die<br/>Schweizerische Eidgenossenschaft:</p></td><td><p>Für die<br/>Republik Österreich:</p></td></tr><tr><td><p>O. Rossetti</p></td><td><p>Rudolf Kirchschläger</p></td></tr></table></content></paragraph></article></body></act></akomaNtoso>