<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00282</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106932&amp;W10_KEY=13013575&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00282</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.10.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Auf das Vertretungsverhältnis ist beim Begehren um Zustellung des baurechtlichen Entscheids grundsätzlich hinzuweisen. Das Vertrauen, des Beschwerdeführers in die behördliche Auskunft ist hier jedoch zu schützen, weshalb in casu auf diese Voraussetzung zu verzichten ist. Gutheissung und Rückweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Privatrecht UR: Obligationenrecht ST: ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN">ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEHÃRDLICHE AUSKUNFT">BEHÃRDLICHE AUSKUNFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMBEDÃRFTIGKEIT">FORMBEDÃRFTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: RECHTSSCHUTZ">RECHTSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRETUNGSVERHÃLTNIS">VERTRETUNGSVERHÃLTNIS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 32 OR</span><br/><span class="gerade">§ 315 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 316 Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2003 Nr. 6</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1">I. Am 23. April 2002 erteilte der Gemeinderat X C die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r eine TerrassenÃ¼berbauung an der K-/L-strasse in Y.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Auf den hiergegen von A am 5. Juni 2002 erhobenen Rekurs trat die Baurekurs­kommission am 25. Juni 2002 nicht ein, weil innert der Frist gemÃ¤ss § 315 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) nicht A um Zustellung des baurechtlichen Entscheids ersucht habe, sondern dessen Sohn D, und zwar ohne auf ein VertretungsverhÃ¤ltnis hinzuweisen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Gegen diesen Beschluss liess A am 9. September 2002 Beschwerde an das Ver­waltungsgericht erheben und beantragen, den angefochtenen Beschluss aufzuheben und die Sache zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Zur BegrÃ¼ndung wur­de vorgebracht, D, der Sohn des 95-jÃ¤hrigen BeschwerdefÃ¼hrers, habe sich unmittelbar nach der Publikation des Bauvorhabens beim Bausekretariat der Ge­meinden erkundigt, was vorzukehren sei; insbesondere habe er sich ausdrÃ¼cklich danach er­kundigt, ob sein Vater, dessen Liegenschaft betroffen sei, das Begehren persÃ¶nlich zu stel­len habe. Dies sei verneint und der Anrufende auch nicht darauf aufmerksam gemacht worden, dass im Begehren auf das VertretungsverhÃ¤ltnis hinzuweisen sei.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In seiner Beschwerdeantwort vom 8./10. Oktober 2002 bestÃ¤tigte der Gemeinderat, dass die Mitarbeiterin, bei welcher sich D wegen der Zustellung des baurechtlichen Entscheids telefonisch erkundigte, nicht gewusst habe, dass im Zustellungsgesuch auf das Ver­tretungsverhÃ¤ltnis hinzuweisen sei, und entsprechend D auch nicht darauf hingewiesen ha­be. Die Baurekurskommission beantragte am 10. Oktober 2002 ohne wei­tere BegrÃ¼ndung Abweisung der Beschwerde; der private Beschwerdegegner liess sich nicht vernehmen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. Nach § 315 Abs. 1 PBG hat, wer AnsprÃ¼che aus diesem Gesetz wahrnehmen will, innert 20 Tagen seit der Ã¶ffentlichen Be­kannt­machung bei der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde schriftlich die Zustellung des oder der baurechtlichen Entscheide zu verlan­gen. Wer den bau­rechtlichen Entscheid nicht rechtzeitig ver­langt, hat gemÃ¤ss § 316 Abs. 1 PBG das Rekursrecht ver­wirkt. Wird die Zustellung des baurechtlichen Entscheids fÃ¼r einen Dritten ver­­langt, so muss das Ver­tretungsverhÃ¤ltnis bereits im schriftlichen Zustellungs­begehren zum Ausdruck kommen (RB 1993 Nr. 53 = ZBl 95/1994, 184, auch zum Folgenden). Dabei kÃ¶nnen die Bestimmun­gen Ã¼ber die direkte Stellvertretung gemÃ¤ss Art. 32 Obligationen­recht (OR) analog beigezogen werden. Aus dem Text des Begehrens um Zustellung des baurechtlichen Entscheids oder aus einem Zusatz zur Un­terschrift muss somit hervor­gehen, ob der Absender das Be­gehren auch oder ausschliesslich in Ver­tretung eines Dritten stellt und wer die Person des Vertretenen ist. Gibt sich der Vertreter nicht als sol­cher zu erkennen, so ist anzunehmen, dass er das Begehren allein im eigenen Namen stellt. Bei ge­setz­lichen Vertre­tungsverhÃ¤ltnissen wie beispielsweise unter Ehegatten (Art. 166 Zivilgesetzbuch [ZGB]) oder bei Vertretung unmÃ¼ndiger Kin­der durch die Eltern (Art. 304 ZGB) muss das Vertretungsver­hÃ¤ltnis nicht bereits im Zustellungsbegehren dargestellt werden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Nach der unbestritten gebliebenen Darstellung des BeschwerdefÃ¼hrers, hat sein Sohn, D, am 1. Februar 2002, das heisst am Tag der Ã¶ffentlichen Ausschreibung des Bauvorhabens, das Bausekretariat X angerufen und sich erkundigt, was er zur Wahrung der Rech­te seines Vaters vorzukehren habe. Von einer Mitarbeiterin wurde ihm beschieden, er habe ein Gesuch um Zustellung des baurechtlichen Entscheids zu stellen. Auf die ausdrÃ¼ck­liche Frage hin, ob sein Vater das Begehren persÃ¶nlich zu stellen habe, erklÃ¤r­te die Mit­arbeiterin, dass dies nicht erforderlich sei. Auf die Notwendigkeit, im Begehren auf das VertretungsverhÃ¤ltnis hinzuweisen, wurde er nicht aufmerksam gemacht. Noch am selben Tag ersuchte der in Z wohnhafte D per Fax um Zustellung des bau­rechtlichen Entscheids, ohne darauf hinzuweisen, dass er fÃ¼r seinen Vater als EigentÃ¼mer einer Nachbarliegenschaft des geplanten Bauvorhabens handle.</p> <p class="Einzug1">3. a) Unbestritten ist, dass der Sohn des BeschwerdefÃ¼hrers bei der telefonischen An­frage die Mitarbeiterin des Bausekretariats auf das VertretungsverhÃ¤ltnis hingewiesen und nach Stellung des Zustellungsgesuchs fÃ¼r seinen Vater Einsicht in die ProjektplÃ¤ne ge­nommen hat. Damit stellt sich die Frage, ob dieses fÃ¼r die BaubehÃ¶rde erkennbare Handeln als Vertreter die schriftliche ErklÃ¤rung, dass der baurechtliche Entscheid fÃ¼r einen Dritten angefordert werde, zu ersetzen vermag. Nach einem Teil der Lehre muss, wenn fÃ¼r ein Rechts­geschÃ¤ft (wie hier in § 315 Abs. 1 PBG) Schriftform vorgeschrieben ist, der Vertreter, der die WillenserklÃ¤rung abgibt, die Urkunde eigenhÃ¤ndig unterschreiben, und muss die Bezeichnung des Vertretenen in der Urkunde enthalten sein, weil nur dadurch in der vor­geschriebenen Form klargestellt wird, welche Person berechtigt und verpflichtet wird (so Roger ZÃ¤ch, Berner Kommentar, Bern 1990, Art. 32 OR N. 52; a.M. Theo Guhl/Alfred Koller, Das Schweizerische Obligationenrecht, 9. A., ZÃ¼rich 2000, § 19 N. 3). Da hier schon GrÃ¼nde des Vertrauensschutzes den Eintritt der Verwirkungsfolge gemÃ¤ss § 316 Abs. 1 PBG ausschliessen (nachfolgend lit. b), kann diese Frage offen bleiben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der BeschwerdefÃ¼hrer beruft sich zu Recht auf den in Art. 9 der Bundesverfassung festgehaltenen Grundsatz von Treu und Glauben, nach welchem die BÃ¼rger/innen An­spruch auf Schutz ihres berechtigten Vertrauens auf behÃ¶rdliche AuskÃ¼nfte und Zusicherun­gen haben. Aus GrÃ¼nden des Vertrauensschutzes kÃ¶nnen auch unrichtige behÃ¶rdliche AuskÃ¼nfte bindend sein, wenn die Amtsstelle, welche die Auskunft gab, fÃ¼r die Auskunft­er­tei­lung zustÃ¤ndig war, der BÃ¼rger die Unrichtigkeit des Bescheids nicht ohne weiteres hat er­kennen kÃ¶nnen und er im Vertrauen auf die Auskunft eine nicht wieder rÃ¼ckgÃ¤ngig zu machende Disposition getroffen hat (vgl. zu alledem Max Imboden/RenÃ© A. Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Basel und Stuttgart 1978, Bd. 1, Nr. 75). Die dem Sohn des BeschwerdefÃ¼hrers erteilte Auskunft, dass der BeschwerdefÃ¼hrer das Gesuch um Zustellung des baurechtlichen Entscheids nicht persÃ¶nlich zu stellen habe, war zwar nicht falsch, jedoch war sie angesichts der zuvor gestellten Frage, was der Fragende zur Wahrung der Rechte seines Vaters vorzukehren habe, in einer Weise unvollstÃ¤ndig, wel­­che die Auskunftserteilung insgesamt als unrichtig erscheinen lÃ¤sst. Sodann war die Mit­arbeiterin des Bausekretariats zur Erteilung der Auskunft befugt, konnte dem Anfragenden die Unrichtigkeit der Auskunft nicht bekannt sein und hat er mit dem im eigenen Namen gestellten Zustellungsgesuch eine nicht wieder rÃ¼ckgÃ¤ngig zu machende Disposition getroffen. Damit kann dem durch den Fragesteller vertretenen BeschwerdefÃ¼hrer der Um­stand, dass im Gesuch um Zustellung des baurechtlichen Entscheids nicht auf das VertretungsverhÃ¤ltnis hingewiesen worden ist, nicht entgegengehalten werden. Der Nichteintretensentscheid der Bau­rekurskommission erweist sich damit als rechtsverletzend und ist aufzuheben.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">4. ... </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Nichteintretensbeschluss der Baurekurskommission vom 25. Juni 2002 wird aufgehoben und die Akten werden zu materieller Beurteilung an die Baurekurskommission zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>