<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">550</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>105 Zustellung des Entscheids und Wiederaufnahme</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Keine gesetzlich vorgeschriebene Form</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Regierungsrats vom 27. März 2013 i.S. R.D. (RRB</span><br/> <span class="ft3">Nr. 2013-000339).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">1.1</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer verlangt mit Beschwerde vom 31. Okto-</span><br/> <span class="ft1">ber 2011, dass die Verfügung vom 14. Januar 2011 seinem Rechts-</span><br/> <span class="ft1">vertreter nochmals als <i>Gerichtsurkunde</i> zugestellt und eine neue Frist</span><br/> <span class="ft1">angesetzt werden soll. Er bestreitet damit, dass die Verfügung richtig</span><br/> <span class="ft1">zugestellt worden ist. Das Original der Verfügung hätte - seiner Mei-</span><br/> <span class="ft1">nung nach - nicht an ihn, sondern an seinen Rechtsvertreter zuge-</span><br/> <span class="ft1">stellt werden müssen. Die Verfügung gar nicht erhalten zu haben,</span><br/> <span class="ft1">macht er damit nicht geltend.</span><br/> <span class="ft1">1.2</span><br/> <span class="ft1">Entscheide sind als solche zu bezeichnen und den Parteien mit</span><br/> <span class="ft1">Rechtsmittelbelehrung schriftlich zu eröffnen (§ 26 Abs. 1 VRPG).</span><br/> <span class="ft1">Entscheide werden den Parteien zugestellt. Hat eine Partei eine Per-</span><br/> <span class="ft1">son zur Vertretung bevollmächtigt, muss die Zustellung an diese er-</span><br/> <span class="ft1">folgen (§ 27 Abs. 1 VRPG). Der Gesetzgeber hat bewusst darauf ver-</span><br/> <span class="ft1">zichtet, gesetzlich vorzuschreiben, dass die Zustellung grundsätzlich</span><br/> <span class="ft1">gegen Empfangsbescheinigung oder Rückschein zu erfolgen hat. Ei-</span><br/> <span class="ft1">ne entsprechende Regel wäre im Übrigen blosse Ordnungsvorschrift,</span><br/> <span class="ft1">nicht aber eine Gültigkeitsvoraussetzung (vgl. Botschaft des Regie-</span><br/> <span class="ft1">rungsrats des Kantons Aargau an den Grossen Rat vom 14. Feb-</span><br/> <span class="ft1">ruar 2007, 07.27, zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege,</span><br/> <span class="ft1">Ziff. 3 zu § 26, S. 37). Ist ein Entscheid zu Unrecht nicht eröffnet</span><br/> <span class="ft1">worden, kann die Wiederaufnahme eines rechtskräftig erledigten Ver-</span><br/> <span class="ft1">fahrens verlangt werden (§ 65 Abs. 2 VRPG). Bei Verfahren mit</span><br/> <span class="ft1">nicht eröffneten Entscheiden bedeutet die Wiederherstellung, dass</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">551</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">die Eröffnung nachgeholt wird und dass dadurch die Beschwerdefrist</span><br/> <span class="ft1">neu zu laufen beginnt. Das Wiederaufnahmebegehren ist innert drei</span><br/> <span class="ft1">Monaten, seit die gesuchstellende Person vom Wiederaufnahme-</span><br/> <span class="ft1">grund Kenntnis erhalten hat, schriftlich und mit Antrag einzureichen</span><br/> <span class="ft1">(§ 66 Abs. 1 VRPG).</span><br/> <span class="ft1">1.3</span><br/> <span class="ft1">Die Fachstelle hat die Verfügung ursprünglich sowohl dem Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer als auch seinem Vertreter zugestellt (vgl. Verfügung;</span><br/> <span class="ft1">Kurzbrief an Rechtsanwalt). Der Beschwerdeführer hat die ihm per</span><br/> <span class="ft1">Einschreiben zugestellte Verfügung nicht abgeholt (vgl. Zustellnach-</span><br/> <span class="ft1">weis). Die Zustellung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers</span><br/> <span class="ft1">ist hingegen unbestritten geblieben, erfolgte allerdings nicht gegen</span><br/> <span class="ft1">Rückschein. Dies ist angesichts der unter Erw. 1.2 dargelegten</span><br/> <span class="ft1">Rechtslage aber auch nicht zu beanstanden. Die Fachstelle teilte dem</span><br/> <span class="ft1">Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Kurzbrief vom 4. Februar</span><br/> <span class="ft1">2011 mit, dass sein Mandant die Sendung mit der Verfügung nicht</span><br/> <span class="ft1">abgeholt habe. Gleichzeitig bat die Fachstelle den Rechtsanwalt um</span><br/> <span class="ft1">Mitteilung, ob er den Beschwerdeführer überhaupt noch vertrete.</span><br/> <span class="ft1">Nach telefonischer Rückfrage und aufgrund einer E-MAIL übermit-</span><br/> <span class="ft1">telte Dr. O. der Fachstelle einen Einzahlungsschein für die Überwie-</span><br/> <span class="ft1">sung des Verwertungserlöses auf ein Klientengeld-Konto (vgl. Be-</span><br/> <span class="ft1">gleitschreiben vom 8. April 2011). Der Erlös wurde in der Folge auf</span><br/> <span class="ft1">dieses Konto einbezahlt.</span><br/> <span class="ft1">Mithin ist erstellt, dass der angefochtene Entscheid dem Rechts-</span><br/> <span class="ft1">vertreter des Beschwerdeführers Mitte Januar 2011 in einer korrekten</span><br/> <span class="ft1">Form zugestellt und damit spätestens Ende Februar 2011 nach Ablauf</span><br/> <span class="ft1">der 30-tägigen Beschwerdefrist gemäss § 44 Abs. 1 VRPG rechts-</span><br/> <span class="ft1">kräftig geworden ist. Die erst im Oktober 2011 erhobene Beschwerde</span><br/> <span class="ft1">ist damit eindeutig verspätet und es ist auf sie nicht einzutreten.</span><br/> <span class="ft1">Selbst wenn die ursprüngliche Zustellung - entgegen der hier</span><br/> <span class="ft1">vertretenen Ansicht - formell im Sinne von § 65 Abs. 2 VRPG nicht</span><br/> <span class="ft1">als richtig bezeichnet werden müsste, wäre dies dem Rechtsvertreter</span><br/> <span class="ft1">des Beschwerdeführers bereits Anfangs April 2011 bekannt gewesen,</span><br/> <span class="ft1">als er der Fachstelle den Einzahlungsschein zum Vollzug der Verfü-</span><br/> <span class="ft1">gung zustellte. Die dreimonatige Frist zur Einreichung eines Wieder-</span><br/> <span class="ft1">aufnahmebegehrens wäre in diesem Fall im Juli 2011 abgelaufen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">552</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Selbst wenn die Beschwerde in diesem Fall als Wiederaufnahmebe-</span><br/> <span class="ft1">gehren entgegen genommen würde, dürfte darauf ebenfalls wegen</span><br/> <span class="ft1">Nichteinhaltung der Frist gemäss § 66 Abs. 1 VRPG nicht eingetre-</span><br/> <span class="ft1">ten werden.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/></div> </div> </body> </html>