B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1756/2013 U r t e i l v o m 10 . A p r i l 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (...), Türkei, vertreten durch lic. iur. Serif Altunakar, Rechtsberatung, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. März 2013 / N _______. D-1756/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Beschwerdeführer – ein türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie – am 11. August 1998 in der Schweiz erstmals um Asyl nachsuch- te, dass das vormals zuständige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) dieses Asylgesuch mit Verfügung vom 19. Januar 2001 ablehnte und die We g- weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den Wegwe i- sungsvollzug anordnete, dass die ehemalige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) eine dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 7. Juni 2002 abwies, wo - raufhin die Verfügung in Rechtskraft erwuchs, dass der Beschwerdeführer am 9. September 2002 unkontrolliert aus der Schweiz ausreiste, dass er am 5. August 2003 in C._______ und am 7. November 2005 in D._______ ein Asylgesuch einreichte, dass diese Asylgesuche abgewiesen wurden, dass der Beschwerdeführer am 27. April 200 7 in E._______ um Asyl nachsuchte, von dort jedoch a m 22. Juni 2007 aufgrund der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 (Dublin II - Verordnung) zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsang e- hörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist, in D._______ ausgewiesen wurde, dass er dort inhaftiert und am 2. Januar 2008 in die Türkei ausgewiesen wurde, dass er sein Heimatland eigenen Angaben zufolge am 7. Dezember 2012 erneut verliess und am 10. Dezember 2012 via F._______, G._______, H._______ und I._______ illegal in die Schweiz einreiste, wo er gleichen- tags im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) J._______ ein zweites Asylgesuch einreichte, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Einr eichung des Asylgesuchs im EVZ J._______ schriftlich aufgefordert wurde, innert 48 Stunden ein D-1756/2013 Seite 3 Reise- oder Identitätspapier abzugeben, er dieser Aufforderung jedoch keine Folge leistete, dass er zur Untermauerung seiner Vorbringen dem BFM eine CD mit V i- deoaufnahmen einer Fernsehgesprächsrunde, in welcher er sich ange b- lich zu einem tödlichen Vorfall in seinem Heimatdorf aus dem Jahr 2003 äusserte, und eine Kopie eines Zeitungsartikels aus dem Jahr 1992 ei n- reichte, dass am 3. Januar 2013 die Befragung zur Per son stattfand und der B e- schwerdeführer am 22. März 2013 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asylge- setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu seinen Asylgründen a n- gehört wurde, dass für die Begründung des Asylgesuchs vollumfänglich auf die protokol- lierten Aussagen zu verweisen ist (vgl. Befragungsprotokoll vom 3. Jan u- ar 2013, B7; Anhörungsprotokoll vom 22. März 2013, B33), dass das BFM mit Verfügung vom 26. März 2013 – eröffnet am 27. März 2013 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 10. Dezember 2012 nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsv ollzug anordne- te, dass das BFM zur Begründung anführte, der Beschwerdeführer habe zu Protokoll gegeben, er habe seinen Reisepass schon vor 20 Jahren verlo- ren, dass er sich seine Identitätskarte habe schicken lassen wollen, sofern sie nicht verloren gegangen sei, dass er indessen kein Identitätsdokument eingereicht habe, dass es sich bei der Behauptung, die Reise -oder Identitätsdokumente verloren zu haben, um ein Standardvorbringen zahlreicher Gesuchsteller handle, die nicht gewillt seien, im Asylverfahren ihre Identität offen zu l e- gen und mittels eines geeigneten Dokuments nachzuweisen, dass es sich bei Reise - oder Identitätsdokumenten um wich tige persönli- che Dokumente handle, weshalb stark zu bezweifeln sei, dass sie ta t- sächlich verloren gegangen seien, dies insbesondere vor dem Hinte r- grund, dass der Beschwerdeführer schon mehrere Asylverfahren durc h-D-1756/2013 Seite 4 laufen habe und dadurch hätte wissen müssen, zur Einreichung solcher Dokumente verpflichtet zu sein, dass ausserdem davon ausgegangen werden könne, dass ein nach E u- ropa gereister türkischer Staatsangehöriger auch mithilfe eines Reis e- passes unterwegs gewesen sei, dass diese Vermutung dann umgestossen werden könne, wenn der G e- suchsteller glaubhaft mache, ohne einen eigenen Reisepass nach Europa gelangt zu sein, dass der Beschwerdeführer jedoch angegeben habe, ohne jegliche D o- kumente in einem Lastwagen versteckt in die Schweiz gereist und wä h- rend der Reise nicht kontrolliert worden zu sein, dass angesichts der Tatsache, wonach Personen und Güter an den Au s- sengrenzen des Schengen -Raums strengen Kontrollen unterliegen wü r- den, seine Schilderung hinsichtlich der Reise nicht geglaubt werden kö n- ne, dass die un glaubhaften Aussagen zur Reise und zum Verlust der Reise - und Identitätspapiere zum Schluss führten, der Beschwerdeführer voren t- halte den Asylbehörden seine Reise - und Identitätsdokumente, um den Vollzug einer allfälligen Wegweisung in den Heimatstaat mögl ichst ve r- hindern oder wenigstens erschweren zu können, dass deshalb keine entschuldbaren Gründe gegeben seien, welche es dem Beschwerdeführer verunmöglichten, Reise - oder Identitätspapiere einzureichen, dass im Weiteren seine Asylgründe den Anforderungen v on Art. 7 AsylG an die Glaubhaftmachung nicht standhielten, dass seine Schilderungen zum gegen ihn eröffneten Strafverfahren pa u- schal, substanzlos und tatsachenwidrig seien, dass er beispielsweise nicht in der Lage gewesen sei, ausführlich zu e r- läutern, welche Straftaten ihm von der Staatsanwaltschaft konkret vorg e- worfen worden seien oder welche Gefängnisregeln er während der U n- tersuchungshaft habe befolgen müssen, D-1756/2013 Seite 5 dass zudem die von ihm erwähnten Gesetzesbestimmungen, gemäss denen er verurteilt worden sei, keinerlei Anwendung auf seinen vorg e- brachten Fall fänden, dass auch seine Ausführungen zu den über zehn Festnahmen, bei we l- chen er auch teilweise gefoltert worden sein solle, nicht geglaubt werden könnten, dass sie insbesondere im Widerspruch zu den anläs slich der Befragung zur Person geltend gemachten Vorbringen stünden, wo er angegeben habe, nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft mit den türkischen Behörden keinen Kontakt mehr gehabt zu haben, dass seine diesbezüglichen Ausführungen darüber hinaus substanzlos und nur von pauschaler Art gewesen seien, dass die angeblichen zwei - oder dreitägigen Festnahmen zwischen se i- ner Ausweisung in die Türkei am 2. Januar 2008 und seiner Inhaftierung am 23. Juni 2010 in zeitlicher Hinsicht keinen genügend engen Kausalzu- sammenhang zu seiner am 7. Dezember 2012 erfolgten Flucht aufweisen würden, weshalb sie asylrechtlich nicht relevant seien, dass der Beschwerdeführer keiner lei Dokumente eingereicht habe , die die geltend gemachten Festnahmen, seine Untersuchungshaft und sein Strafverfahren belegen würden, dass Personen mit hängigen oder abgeschlossenen Untersuchungs - und/oder Gerichtsverfahren jedoch in der Regel die entsprechenden G e- richtsdokumente vorweisen könnten, dass sei insbesondere dann der Fall, wenn sie dur ch einen Anwalt vertei- digt würden, was beim Beschwerdeführer angeblich so sei, dass der Einwand, er habe keine Dokumente beschaffen können, weil sein Anwalt gerade für zwei Wochen an einem Kurs teilnehme, als Au s- flucht gewertet werden müsse, dass er seit E inreichung des Asylgesuchs über drei Monate Zeit gehabt hätte, seinen Fall betreffende Beweismittel zu beschaffen, weshalb und vor allem aufgrund der unglaubhaften Aussagen zum gegen ihn eröffn e- ten Strafverfahren auch darauf verzichtet werden könne, ihm zw ecks D-1756/2013 Seite 6 Nachreichung weiterer Beweismittel eine Frist von einem Monat zu g e- währen, dass im Übrigen seine bereits eingereichten Beweismittel in keinerlei Hin- sicht geeignet seien, das Asylgesuch zu stützen, da sie sich nicht auf die vorgebrachten Asylgründe beziehen würden, dass der Beschwerdeführer somit die Flüchtlingsei genschaft gemäss Art. 3 und Art. 7 AsylG nicht erfülle und zusätzliche Abklärungen zur Fest- stellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshi n- dernisses aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien, dass infolgedessen in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei, dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 3. April 2013 gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und da- bei beantragen liess, der Nichteintretensentscheid der Vorinstanz sei auf- zuheben und diese sei anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten, dass eventualiter die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit der Wegweisung festzustellen sei und ihm folglich von Amtes wegen die vo r- läufige Aufnahme zu gewähren sei, dass mittels vorsorglicher Massnahmen die Vollzugsbehörden anzuhalten seien, von allfälligen Vollzugshandlungen abzusehen, dass auf die Erhebung eines Verfahrenskostenvorschusses zu verzichten sei, dass der Beschwerdeführer zur Untermauerung der Vorbringen seine ID - Karte im Original mit Übersetzung, eine Kopie des Zustellcouverts des BFM, einen Track & Trace-Auszug der Post und einen Ausdruck aus dem Internet (Der Spiegel 12/2012) mit der Überschrift "Türkei – Von Sultans Gnaden" zu den Akten reichen liess, dass auf die Begründung der Beschwerde – soweit entscheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen wird, D-1756/2013 Seite 7 dass die vorinstanzlichen Akten am 5. April 2013 beim Bundesverwa l- tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfah- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuche ns des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahm e in casu nicht vorliegt, weshalb das Bunde s- verwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgen om- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die fr ist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentschei de, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32 – 35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintr e- tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mat e- riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die S a- che zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), D-1756/2013 Seite 8 dass indessen im Falle des Nichteintret ens auf ein Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfahren ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nichteintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass die Vori nstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweite n Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass der Beschwerde in der angefochtenen Verfügung die aufschiebende Wirkung nicht entzogen wurde, weshalb auf den Antrag, die Vollzugsb e- hörden seien anzuhalten, von allfälligen Vollzugshandlungen abzusehen, mangels eines Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten ist, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asyls u- chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art . 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), aufgrund der An- hörung sowie gestützt auf Art. 3 und Art. 7 AsylG die Flüchtlingseige n- schaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder sich aufg rund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses n ö- tig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG), D-1756/2013 Seite 9 dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der Aktenlage davon au s- geht, der Beschwerdeführer habe die ihm obliegende gesetzliche Mitwi r- kungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) missachtet, dass darüber hinaus in der angefochtenen Verfügung überzeugend da r- gelegt wurde, weshalb für das Nichteinreichen von Reise- oder Identitäts- papieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen, dass der Beschwerdeführer aus der mit der Beschw erde nachgereichten Identitätskarte nichts zu seinem Vorteil abzuleiten vermag, da der U m- stand, wonach die erforderlichen Dokumente erst auf Be schwerdestufe eingereicht werden, an der Verspätung – und damit dem Nichteintreten – nichts ändert (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Peter Uebersax/Beat Ru- din/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Handbü- cher für die Anwaltspraxis, Band VIII, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.120 S. 562 m.H.a. EMARK 1999 Nr. 16 E. 5c.), dass selbst unter Berücksichtigung von BVGE 2010/2 keine entschuldba- ren Gründe ersichtlich sind, dass sich sodann die Aktenlage nach der Direktanhörung dermassen klar präsentierte, dass bereits aufgrund einer summarischen Prüfung der ei n- deutige Schluss gezogen werden konnte, der Beschwerdeführ er erfülle die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht, dass der Beschwerde nicht zu entnehmen ist, weshalb das Bundesve r- waltungsgericht zu einer anderen Einschätzung als das BFM gelangen sollte, dass im Wesentlichen der bereits beim BFM geschilderte S achverhalt wiederholt und diesbezüglich geltend gemacht wird, der Beschwerdefü h- rer habe aufgrund seiner politischen Aktivitäten rund anderthalb Jahre im Gefängnis verbringen müssen, sei mehrmals festgenommen und me n- schenunwürdig behandelt worden, dass die türkischen Beh örden ausserdem Kenntnis davon hätten , dass sich sein Sohn vor ein paar Jahren den PKK -Kämpfern angeschlossen habe, weshalb davon ausgegangen werden müsse, in casu liege zumi n- dest im Sinne von Art. 3 AsylG eine Reflexverfolgung vor, dass eine Wegweisung unzumutbar sei, D-1756/2013 Seite 10 dass davon ausgegangen werden darf , der Beschwerdeführer hätte wäh- rend der vergangenen vier Monate seit Einreichung des Asylgesuchs ge- nügend Zeit gehabt, sich ernsthaft darum zu bemühen, zum Beleg seiner Asylgründe entsprechende Gerichtsdokumente einzureichen, wäre er von den türkischen Behörden tatsächlich behelligt worden, dass infolgedessen seine Begründung, er habe keine Dokumente be- schaffen können, weil sein Anwalt wegen eines zweiwöchigen Kursbes u- ches abwesend sei (vgl. B33 S. 2 F4) , als unbehelfliche Schutzbehau p- tung zu qualifizieren ist, dass vor diesem Hintergrund darauf verzichtet werden kann, die in der Beschwerde in Aussicht gestellten Beweismittel abzuwarten, dass darüber hinaus der Umstand, wonach sich der Sohn des B eschwer- deführers den PKK -Kämpfern angeschlossen habe, nicht belegt wurde, weshalb auch die Furcht vor einer Reflexverfolgung unbegründet ist, dass der Beschwerdeführer aus dem auf Beschwerdeebene eingereic h- ten Internetausdruck ebenso wenig zu seinen Gunste n abzuleiten ve r- mag, z umal sich dieses Dokument nicht konkret auf seine Person b e- zieht, dass im Übrigen zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Erwägun- gen in der angefochtenen Verfügung , denen sich das Bundesverwa l- tungsgericht anschliesst, verwiesen werden kann, dass sich angesichts der gesamten Umstände die Erkenntnis ergibt, es bestehe weder Anlass zur Vornahme zusätzlicher Abklärungen zur Fes t- stellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshi n- dernisses noch gar zur direkten Feststellu ng der Flüchtlingseigenschaft (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG sowie BVGE 2007/8 E. 2.1), dass das BFM somit in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorlie gend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21), wes- halb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Besti m-D-1756/2013 Seite 11 mungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wu r- de, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben od er ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegw eisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non - Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass darüber hinaus keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 198 4 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind , die dem Beschwerdeführer im Heimatland droht, dass auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der Türkei den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig e r- scheinen lässt, D-1756/2013 Seite 12 dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im H eimat- oder Herkunftsstaat aufg rund von Situati o- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die herrschende politische Lage noch andere allgemeine Gründe gegen die Zumutbar keit einer Rückführung in den Heimatstaat des Beschwerdeführers sprechen, dass auch keine individuellen Gründe auf ei ne konkrete Ge fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, dass der Beschwerdeführer den Akten zufolge die Schule bes uchte und als Viehzüchter tätig war (vgl. B7 S. 4), Voraussetzungen, die ihm beim Aufbau einer neuen Existenz von Nutzen sein werden, dass er in der Türkei ausserdem über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügt (Vater, Geschwister, Ehefrau und Kinder [vgl. B7 S. 6 ]), welches ihm bei der Wiedereingliederung behilflich sein kann, dass auch die gute finanzielle Situation seiner Familie (vg l. B33 S. 10 F84) förderlich sein dürfte, dass sich der Wegweisungsvollzug somit auch als zumutbar erweist, dass der Vollzug der Wegweisung dem Beschwerdeführer in den Heimat- staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirke n (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG, dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), dass nach dem Gesag ten der vom Bundesamt verfügte Wegweisungs- vollzug insgesamt zu bestätigen ist und eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG), dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder una n- gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abz uweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, D-1756/2013 Seite 13 dass mit dem Urteil in der Hauptsache das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos wird, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.- (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Ar t. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-1756/2013 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand: