<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00044</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204956&amp;W10_KEY=13013566&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00044</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.04.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nichtbestehen des schriftlichen Teils der Lizentiat II-Prüfungen und Ausschluss von weiteren Prüfungen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bewertung von Prüfungsleistungen: willkürliche Anwendung der Grenzfallregelung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich Gemäss der Promotionsordnung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät ist die Prüfungsleistung beim schriftlichen Teil des Liz. II ungenügend, wenn entweder der Notendurchschnitt oder zwei Klausuren unter 4 liegen (E. 2.1). Der Beschwerdeführer war insgesamt genügend, fiel aber aufgrund von zwei ungenügende Klausuren durch, weshalb die Fakultät bei ihm eine Grenzfallprüfung vornahm. Die Fakultät bewertete die Gesamtleistung auch nach dieser Überprüfung als ungenügend, da nach ihrer Auffassung zwei leichte Aufrundungen (auf 5.5 und 3.5) einer starken Abrundung (auf 3.5) gegenüber standen (E. 2.2). Dies widerspricht Sinn und Zweck der Grenzfallregelung: Wenn die Prüfungsleistung allein deswegen ungenügend ist, weil zwei Noten unter 4 lagen, dürfen nur jene Leistungen berücksichtigt werden, die ungenügend waren (E. 2.3). Der Einbezug der genügenden Klausur (leicht aufgerundete 5.5) führt zu einem willkürlichen Resultat, da der Beschwerdeführer ein genügende Gesamtleistung erbracht hätte, wenn er dort schlechter (also mit einer abgerundeten 5) abgeschnitten hätte (E. 2.5). Die stark abgerundete 3.5 wird von der Kammer auf 4 angehoben (E. 3.1). Der Beschwerdeführer darf aufgrund des vorliegenden reformatorischen Entscheids allerdings keinen besseren Notendurchschnitt erzielen, weshalb die andere ungenügende Klausur von 3.5 auf 3 abgerundet wird (E. 3.2). Der schriftliche Teil des Lizentiats gilt damit als bestanden. Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRENZFALLÃBERPRÃFUNG">GRENZFALLÃBERPRÃFUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTENDURCHSCHNITT">NOTENDURCHSCHNITT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRÃFUNGSBEWERTUNG">PRÃFUNGSBEWERTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WILLKÃR">WILLKÃR</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="gerade">§ 21 Abs. 1 PromotionsO RWF</span><br/><span class="ungerade">§ 22 Abs. 2 PromotionsO RWF</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2005 Nr. 35 S. 111</span><br/><span class="ungerade">ZBL 2005 Nr. 106 S. 608</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A wiederholte im FrÃ¼hjahr 2004 den schriftlichen Teil der Lizentiat II-PrÃ¼fungen an der Rechtswissenschaftlichen FakultÃ¤t der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich. Am 14. April 2004 teilte ihm der Dekan mit, dass die PrÃ¼fung wiederum nicht bestanden sei; da es sich um die WiederholungsprÃ¼fung gehandelt habe, sei er von weiteren PrÃ¼fungen an der Rechtswissenschaftlichen FakultÃ¤t der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich ausgeschlossen. </p> <p class="Urteilstext">Die drei geprÃ¼ften FÃ¤cher wurden wie folgt bewertet:</p> <p class="Sachverhalt2">Rechtsgeschichte 5.5</p> <p class="Sachverhalt2">Privatrecht II 3.5</p> <p class="Sachverhalt2">Ãffentliches Recht II 3.5</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Hierauf rekurrierte A an die Rekurskommission der ZÃ¼rcher Hochschulen. Dabei beantragte er sinngemÃ¤ss die Anhebung seiner PrÃ¼fungsnote im Fach Privatrecht II um einen halben Punkt auf 4.0. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels bestÃ¤tigte er diesen Antrag ausdrÃ¼cklich und ersuchte deshalb, den Entscheid betreffend das Nichtbestehen der schriftlichen PrÃ¼fungen aufzuheben. Die Rekurskommission wies das Begehren am 9. Dezember 2004 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 1. Februar 2005 erfolgte die Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Darin beantragt A, es sei unter Aufhebung der Entscheide von Rekurskommission und FakultÃ¤t festzustellen, dass er den schriftlichen Teil der Lizentiat II-PrÃ¼fung mit PrÃ¼fungsnote 4 im Fach Privatrecht II bestanden habe, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. Die Rekurskommission ersucht um Abweisung der Beschwerde. Die Rechtswissenschaftliche FakultÃ¤t verweist auf ihre zweite Stellungnahme im Rekursverfahren.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht beurteilt unter anderem Beschwerden gegen letztinstanzliche Anordnungen von VerwaltungsbehÃ¶rden, soweit das Gesetz keine abweichende ZustÃ¤ndigkeit vorsieht oder eine Anordnung als endgÃ¼ltig bezeichnet (§ 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Anfechtungsobjekt ist vorliegend ein Entscheid der Rekurskommission der ZÃ¼rcher Hochschulen, was den Weiterzug an das Verwaltungsgericht grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich macht (vgl. § 19b VRG). Sodann ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht gegen Anordnungen Ã¼ber FÃ¤higkeitsprÃ¼fungen an der UniversitÃ¤t gemÃ¤ss der am 1. Januar 2004 in Kraft getre­tenen neuen Fassung von § 43 Abs. 1 lit. f VRG nicht mehr ausgeschlossen. Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ist somit gegeben. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die §§ 20 f. der Promotionsordnung der Rechtswissenschaftlichen FakultÃ¤t der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich vom 30. August 1994 (LS 415.413) regeln die schriftlichen Klausuren der Lizentiat II-PrÃ¼fung: Es sind drei PrÃ¼fungen abzulegen. Die PrÃ¼fungsleistung ist ungenÃ¼gend, wenn in den drei Klausuren zusammen eine Notensumme von weniger als 12 Punkten erreicht wird oder wenn in zwei Klausuren Noten unter 4 auftreten (§ 21 Abs. 1). Ist die PrÃ¼fungsleistung auch nach Wiederholung ungenÃ¼gend, so erfolgt eine endgÃ¼ltige Abweisung (Abs. 3).</p> <p class="Urteilstext">Die Ausgestaltung der PrÃ¼fung fÃ¤llt im Rahmen der Promotionsordnung in das pflichtgemÃ¤sse Ermessen der PrÃ¼fungsinstanz. Da die Promotionsordnung ausser § 21 keine Vorschriften betreffend DurchfÃ¼hrung und Bewertung der schriftlichen Klausuren enthÃ¤lt, liegt solches im pflichtgemÃ¤ssen Ermessen der PrÃ¼fungsinstanz bzw. der Examinatoren, die sich dabei an den Grundprinzipien des Verwaltungsrechts, wie das Gebot der Gleichbehandlung und das WillkÃ¼rverbot, zu halten haben (vgl. BGr, 3. November 2003, 2P.252/2003, E. 5.3, mit weiteren Hinweisen, www.bger.ch). Als willkÃ¼rlich gilt ein<a id="ERW2"> Entscheid, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsÃ¤chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlÃ¤uft (</a>BGE 128 II 259 E. 5, 127 I 54 E. 2b, 125 I 166 E. 2a, 123 I 1 E. 4a; BGr, 14. Januar 2005, 2P.300/2003, E. 2.3, www.bger.ch, je mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b>Mit den erzielten Teilnoten 5.5 und zweimal 3.5 erreichte der BeschwerdefÃ¼hrer eine Notensumme von 12.5 Punkten; insofern erzielte er ein ausreichendes Ergebnis. Dass indessen zwei Noten unter 4 liegen, macht seine PrÃ¼fungsleistung ungenÃ¼gend. </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt dies nicht in Abrede. Da es sich zudem um die WiederholungsprÃ¼fung handelt, ist auch unstrittig, dass eine ungenÃ¼gende Leistung zur endgÃ¼ltigen Abweisung fÃ¼hrt. Indessen beruft sich der BeschwerdefÃ¼hrer auf die von der FakultÃ¤t in gewissen FÃ¤llen angewandte so genannte "GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung". In deren korrekter Anwendung ergebe sich eine Anhebung der im Fach Privatrecht II erzielten Note auf 4.0. Damit sei die PrÃ¼fung bestanden.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>Die Rechtswissenschaftliche FakultÃ¤t umschreibt die GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung wie folgt: Bei Kandidatinnen und Kandidaten, welche nicht bestanden haben und dabei in den drei Klausuren eine Notensumme von 11.5 Punkten oder mehr erzielt haben, wird eine GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung durchgefÃ¼hrt. Dabei wird bei den Einzelnoten berÃ¼cksichtigt, ob sie exakt beziehungsweise durch einfache (1 Strich) oder starke (2 Striche) Auf- oder Abrundungen zustande kamen. Bei einem Ãbergewicht an Abrundungen (mind. 1 Strich) wird den betroffenen Kandidatinnen und Kandidaten eine abgerundete Note angehoben, falls dies zum gesamthaften Bestehen der Klausuren fÃ¼hren kann. Da die vom BeschwerdefÃ¼hrer erreichte Notensumme Ã¼ber 11.5 Punkten lag, unterzog die FakultÃ¤t das Notenergebnis in diesem Sinn einer GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung.</p> <p class="Erwgung3">Die ÃberprÃ¼fung zeigte folgende Rundungsergebnisse: </p> <p class="Urteilstext">Rechtsgeschichte 5.5 einfach aufgerundet ( 1 Strich)</p> <p class="Urteilstext">Privatrecht II 3.5 stark abgerundet (2 Striche)</p> <p class="Urteilstext"><span>Ãffentliches Recht II 3.5 einfach aufgerundet (1 Strich)</span></p> <p class="Urteilstext">Im Total aller drei Noten ergab sich daraus rundungsmÃ¤ssig ein Ausgleich: Einer starken Abrundung (2 Striche) stehen zwei einfache Aufrundungen (je ein Strich) gegenÃ¼ber. Die FakultÃ¤t gelangte deshalb zum Schluss, dass die GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung zu keiner Notenanhebung fÃ¼hren kÃ¶nne; es bleibe bei der endgÃ¼ltigen Abweisung. Die Rekurskommission schloss sich diesem Ergebnis an.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die BerÃ¼cksichtigung der Rundungen aller drei PrÃ¼fungsnoten macht im Rahmen der GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung allerdings nur Sinn, wenn der Kandidat die PrÃ¼fung wegen eines ungenÃ¼genden Notendurchschnitts (weniger als 12 Punkte) verfehlt; in solchem Fall ist jede Note einzeln fÃ¼r das Scheitern kausal. </p> <p class="Erwgung2">Anders liegt die Sache jedoch, wenn die PrÃ¼fung â wie hier â allein deshalb misslingt, weil in zwei Klausuren Noten unter 4 auftreten. FÃ¼r den Misserfolg sind in diesem Fall nur die beiden Noten unter 4 kausal; dementsprechend kÃ¶nnen von vornherein nur die Rundungen der Noten unter 4 ein relevantes Interesse beanspruchen, nicht aber eine Rundung der Note Ã¼ber 4. Es entspricht Sinn und Zweck der GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung, die Rundungen derjenigen Noten in Rechnung zu stellen, welche fÃ¼r das Nichtbestehen massgeblich sind. In diesem Sinn ist gemÃ¤ss den AusfÃ¼hrungen der FakultÃ¤t denn auch zu berÃ¼cksichtigen, ob die Kandidatinnen und Kandidaten in einem grÃ¶sseren Ausmass von Abrundungen einzelner Noten betroffen sind, welche fÃ¼r das Nichtbestehen ausschlaggebend sein kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung2">Vor diesem Hintergrund widerspricht das hier gewÃ¤hlte Vorgehen der FakultÃ¤t Sinn und Zweck der GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung. Die in Rechtsgeschichte erzielte Note 5.5 ist ohne Ursache fÃ¼r das Nichtbestehen der PrÃ¼fung. Kausal waren einzig die beiden Noten 3.5 in den FÃ¤chern Ãffentliches Recht II und Privatrecht II. Hier steht wie gesehen die einfache Aufrundung im Fach Ãffentliches Recht II der starken Abrundung im Fach Privatrecht II gegenÃ¼ber; es resultiert demnach zusammengerechnet eine einfache Abrundung (1 Strich). Dieser Negativsaldo zulasten des Kandidaten wÃ¼rde zur Anhebung der einen 3.5-Note um einen halben Punkt und somit zum Bestehen der PrÃ¼fung fÃ¼hren. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Zu welch stossendem Ergebnis demgegenÃ¼ber die MitberÃ¼cksichtigung einer Rundung der dritten Note bei einem Nichtbestehen des Examens wegen zweier Noten unter 4 fÃ¼hren kann, zeigt der hier zu beurteilende Fall exemplarisch auf: Im Fach Rechtsgeschichte erzielte der BeschwerdefÃ¼hrer offenbar ein PrÃ¼fungsergebnis knapp unter 5.5, welches leicht auf die Note 5.5 aufgerundet wurde. Unter BerÃ¼cksichtigung dieser einfachen Aufrundung ergaben sich wie gesehen insgesamt zwei Striche an Aufrundung und zwei Striche an Abrundung. Daraus resultiert der von Beschwerdegegnerin und RekursbehÃ¶rde angenommene ausgeglichene Saldo, welcher keinen Raum fÃ¼r die Anhebung einer Note lÃ¤sst. </p> <p class="Erwgung2">HÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer im Fach Rechtsgeschichte jedoch ein leicht schlechteres Resultat erzielt, etwa eine 5.1, so wÃ¤re daraus unter Abrundung die Note 5.0 hervorgegangen. Damit stÃ¼nden der einfachen Aufrundung im Ãffentlichen Recht II (1 Strich) die starke Abrundung im Privatrecht II (2 Striche) und zusÃ¤tzlich eine einfache Abrundung in Rechtsgeschichte (1 Strich) gegenÃ¼ber. GemÃ¤ss GrenzfallprÃ¼fung wÃ¼rde dieser Ãberschuss an Abrundungen ohne weiteres zur Anhebung einer Note fÃ¼hren. Mit anderen Worten: Beim Vorgehen, wie es FakultÃ¤t und RekursbehÃ¶rde vertreten, hÃ¤tte dem BeschwerdefÃ¼hrer ein etwas schlechteres Ergebnis in Rechtsgeschichte zum Bestehen der PrÃ¼fung verholfen. Dies zeigt mit ausreichender Klarheit, dass die BerÃ¼cksichtigung der Rundungen aller drei Noten in jenen FÃ¤llen, wo sich der PrÃ¼fungsmisserfolg aus zwei Noten unter 4 ergibt, nicht nur Sinn und Zweck der GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung widerspricht, sondern auch zu offensichtlich stossenden Ergebnissen fÃ¼hren kann. </p> <p class="Urteilstext">Als Folge der Rundungen kÃ¶nnen in engen Grenzen zwar durchaus auch GlÃ¼ck und Pech Ã¼ber das Bestehen der PrÃ¼fung entscheiden; es mag dabei sogar vorkommen, dass ein Kandidat einen leicht hÃ¶heren gerundeten Notendurchschnitt erreicht als ein anderer Kandidat, der seinerseits ungerundet den leicht hÃ¶heren Durchschnitt erzielt hatte; solange die PrÃ¼fungsergebnisse â entsprechend langjÃ¤hriger und verbreiteter Ãbung â gerundet werden, lÃ¤sst sich solches als systemimmanent jedoch nicht vermeiden und ist es angesichts der engen Grenzen wohl auch hinzunehmen. Wenn jedoch â wie vorliegend â fÃ¼r einen Kandidaten allein ein schlechteres Ergebnis in einem Fach unter gleich bleibenden Ergebnissen in den beiden anderen FÃ¤chern zum Bestehen der PrÃ¼fung gefÃ¼hrt hÃ¤tte, erweist sich die Notenvergabe als willkÃ¼rlich.</p> <p class="Erwgung2">Da die GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung nur bei zunÃ¤chst ungenÃ¼gendem PrÃ¼fungsergebnis vorgenommen wird, trifft es â wie FakultÃ¤t und Rekurskommission ausfÃ¼hren â zwar durchaus zu, dass sich deren Anwendung nur zum Vorteil und nicht zum Nachteil eines Kandidaten oder einer Kandidatin auswirken kann; ohne die GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung bliebe es stets beim Nichtbestehen. Dies und der Umstand, dass die GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung nicht reglementiert ist, Ã¤ndert indes nichts daran, dass die Praxis willkÃ¼rfrei zu handhaben ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass die angefochtene Notenvergabe das verfassungsrechtliche WillkÃ¼rverbot missachtet und sich als rechtsverletzend im Sinn von § 50 Abs. 2 lit. a und c VRG erweist. Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b>Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob â wie mit der Beschwerde geltend gemacht â in gewissen FÃ¤llen auch die Rundung der zweiten Note unter 4 zur Vermeidung willkÃ¼rlicher Ergebnisse unberÃ¼cksichtigt bleiben muss. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Der neue Sachentscheid ist durch das Verwaltungsgericht zu fÃ¤llen (§ 63 Abs. 1 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss willkÃ¼rfreier Anwendung der GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung ist dem BeschwerdefÃ¼hrer die eine ungenÃ¼gende Note um einen halben Punkt auf die Note 4.0 anzuheben. Es liegt auf der Hand, hierzu die stark abgerundete Note im Fach Privatrecht II auszuwÃ¤hlen (vorn 2.3 a. E.). Damit erreicht der BeschwerdefÃ¼hrer ein genÃ¼gendes PrÃ¼fungsergebnis.</p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss § 22 Abs. 2 PO mÃ¼ssen die mÃ¼ndlichen PrÃ¼fungen an dem Termin abgelegt werden, der ein halbes Jahr nach den bestandenen Klausuren stattfindet. Aufgrund des vorliegenden reformatorischen Kammerentscheids gelten die Klausuren mit der Urteilszustellung als bestanden. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat die mÃ¼ndlichen PrÃ¼fungen somit spÃ¤testens in der PrÃ¼fungssession des kommenden Wintersemesters (24. Oktober bis am 7. Dezember 2005) abzulegen (http://www.ius.unizh.ch/studium/lizentiat.html; vgl. auch § 3 Abs. 2 f. PO).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Anhebung der Note in Privatrecht II auf 4.0 fÃ¼hrt allerdings nicht nur zum Bestehen der PrÃ¼fung; sie bewirkt zusÃ¤tzlich eine ErhÃ¶hung des gesamten Notendurchschnitts von 12.5 auf 13 Punkte. Es besteht indes kein Anlass, dem BeschwerdefÃ¼hrer mit der Anhebung der einen Note unter 4 auch einen hÃ¶heren Notendurchschnitt zu gewÃ¤hren. Es rechtfertigt sich vielmehr, zur Kompensation der Aufrundung die andere Note unter 4 auf eine 3 abzurunden. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Zwar gelangen auch diejenigen Kandidaten in den Genuss eines hÃ¶heren Notendurchschnitts, welche vorerst nur ein Notentotal von 11,5 erreichen, jedoch infolge des Rundungssaldos eine Anhebung auf 12 Punkte erfahren. Diese Anhebung setzt indes systemimmanent voraus, dass der Rundungssaldo aller drei Noten zulasten des Kandidaten lautete. Vorliegend ergab sich aus allen drei Noten hingegen ein ausgeglichenes Rundungsergebnis. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat daher insoweit keinen Anspruch auf eine Gleichbehandlung mit denjenigen Kandidatinnen und Kandidaten, welche bei ungenÃ¼gendem Notendurchschnitt von der GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung profitieren konnten.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Eine Kompensation ist auch nicht etwa deshalb ausgeschlossen, weil es dafÃ¼r an einer gesetzlichen Regelung fehlt. Wie gesehen erfolgt die GrenzfallÃ¼berprÃ¼fung Ã¼berhaupt ohne Reglementierung. Im Rahmen der NotenÃ¼berprÃ¼fung zugunsten eines Kandidaten lÃ¤sst es sich ohne weiteres vertreten, eine dabei zum Zweck des Bestehens vorgenommene Notenanhebung durch eine entsprechende Herabsetzung einer anderen Note auszugleichen. Eine dahingehende Kompensation schlug der BeschwerdefÃ¼hrer im frÃ¼hren Verfahrensstadium denn auch selbst vor und anerkennt er auch in der Beschwerde als vernÃ¼nftig.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die Kosten von Rekurs- und Beschwerdeverfahren der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Angesichts der relativen KomplexitÃ¤t der Streitsache ist sie sodann zur Bezahlung einer angemessenen UmtriebsentschÃ¤digung an den BeschwerdefÃ¼hrer zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>1. In Gutheissung der Beschwerde werden die Dispositiv-Ziffern I und III des Beschlusses der Rekurskommission der ZÃ¼rcher Hochschulen vom 9. Dezember 2004 aufgehoben und die schriftlichen Lizentiat II-PrÃ¼fungen des BeschwerdefÃ¼hrers in teilweiser AbÃ¤nderung der VerfÃ¼gung der Rechtswissenschaftlichen FakultÃ¤t der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich vom 14. April 2004 wie folgt benotet:</span></p> <p class="Einzug2"><span> Rechtsgeschichte 5.5</span></p> <p class="Einzug2"><span> Privatrecht II 4.0</span></p> <p class="Einzug2"><span> Ãffentliches Recht II 3.0</span></p> <p class="Einzug2"><span> Der schriftliche Teil der Lizentiat II-PrÃ¼fungen gilt damit als bestanden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Kosten von Rekurs- und Beschwerdeverfahren werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine UmtriebsentschÃ¤digung von Fr. 200.-- zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>