B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2035/2020 U r t e i l v o m 2 1 . S e p t e m b e r 2 0 2 1 Besetzung Richterin Contessina Theis (Vorsitz), Richter David R. Wenger, Richter Simon Thurnheer, Gerichtsschreiberin Martina von Wattenwyl. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Matthias Rysler, Solidaritätsnetz Bern, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 11. März 2020 / N (…). D-2035/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer, ein sri -lanki- scher Staatsangehöriger tamilischer Ethnie, aus dem Distrikt Kilinochchi (Nordprovinz) stammend, am 25. Juli 2016 sein Heimatland. Am 4. De- zember 2016 reiste er in die Schweiz ein und stellte gleichentags ein Asyl- gesuch. Am 16. Dezember 2016 wurde der Beschwerdeführer im Empfang s- und Verfahrenszentrum (EVZ) in B._______ zu seinem Reiseweg , seinen Personalien und summarisch zu seinen Asylgründen befragt (Bef ragung zur Person [BzP]). Am 4. Oktober 2019 fand die A nhörung zu den Asylgründen statt. B. B.a Der Beschwerdeführer brachte hinsichtlich seines Lebenslaufs vor, er habe in seinem Heimatland di e Schule bis zur 9. Klasse besucht, um da- nach von 2002 bis 2009 in einer (…) in C._______ zu arbeiten. Er habe während dieser Zeit auch Nahrung für die LTTE an die Kriegsfront liefern müssen. Nach Kriegsende seien er und seine Familie ins Flüchtlingslager in D._______ gebracht worden. Die allgemeine wirtschaftliche Lage in die- ser Zeit sei sehr prekär gewesen. Schliesslich habe er eine Bewilligung erhalten, eine eigene (…) eröffnen und führen zu können. Er sei seit 2005 verheiratet und habe drei Kinder. Der Sohn seiner Cousine habe während einiger Zeit auch bei ihnen gelebt. Dieser habe an einer Universität studiert und an verschiedenen Märtyreranlässen teilgenommen und Probleme mit den sri-lankischen Sicherheitskräften bekommen habe. Zurzeit lebe er im Ausland. B.b Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerd eführer im Wesentlichen vor, seine Probleme mit den sri-lankischen Behörden hät- ten am 25. Februar 2016 be gonnen. An diesem Abend habe er sich im Stadtzentrum von C._______ respektive auf der Strasse in der Nähe sei- nes Grundstücks aufgehalten, um seinen Feierabend mit einigen Bekann- ten zu verbringen. Plötzlich seien zwei Personen auf einem Motorrad auf- getaucht und hätten ihm durch Zeichen klargemacht, dass er sich zu ihnen begeben solle. Daraufhin sei er mit seinem Rufnamen angesprochen und aufgefordert worden, sich mit ihnen ins Camp der Criminal Investigation Departement (CID) in E._______ zu begeben. Dort sei er zuerst gefragt worden, ob er bei der LTTE gewesen sei. Als er erklärt habe, dass er in einer (…), welche durch Mitglieder der LTTE geführt worden sei, gearbeitet D-2035/2020 Seite 3 habe, hätten diese ihm unterstellt, er habe Kenntnis über Waffen- und Ver- mögensverstecke der LTTE. Man habe ihn misshandelt, damit er die an- geblichen Verstecke preisgebe. Dabei habe er insgesamt acht Zähne ver- loren, sei zudem mit einer Eisenstange auf den Hinterkopf geschlagen und in der Folge ohnmächtig ge worden. Am nächsten Tag sei er in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung gewesen, man habe ihn jedoch nochmals befragt und gegen Nachmittag freigelassen, wobei er in einem Fahrzeug in die Nähe seines Hauses gebracht worden sei. Unter Andro- hung weiterer Misshandlungen, falls er sich über seine erlittenen Behand- lungen äussern würde, habe man ihn gehen lassen. In einer Privatklinik sei seine Wunde am Hinterkopf verarztet worden. Anlässlich der Geburtstags- feier seiner Tochter am 26. Mai 2016 habe er vor s einem Haus zwei Mo- torräder bemerkt, sei aus Angst vor einer erneuten Verhaftung umgehend durch die Hintertür geflüchtet und habe sich zunächst auf seinem Grund- stück versteckt. Von seinem Versteck aus habe er beobachten können, wie seine Ehefrau sich mit de n Personen auf den Motorrädern unterhalten habe. Deshalb habe er den Entschluss gefasst, sich in der ungefähr sieben Kilometer entfernten Ortschaft F._______ während ungefähr zwei Monaten bei einem Freund zu verstecken. Später habe er durch seine Ehefrau e r- fahren, dass Beamte des CID drei Mal nach ihm gesucht hätten, weswegen er sich zur Ausreise entschlossen habe. Zuletzt sei im August 2019 nach ihm gesucht worden und man habe von seiner Ehefrau wissen wollen, wo er sich aufhalte. Nebst dem Einreichen einer Kopie einer temporären Identitätskarte – da- tiert vom 2. Juni 2009 –, legte er zwei Schulbestätigungen, ein Schreiben eines Friedensrichters – datiert vom 20. Mai 2019 – sowie ein Schreiben von G._______ – datiert vom 13. Juni 2019 – als weitere Beweismittel sei- nem Asylgesuch bei. Auf die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. C. Mit Verfügung vom 11. März 2020 – eröffnet am 16. März 2020 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug. D. Der Beschwerdeführer focht mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom D-2035/2020 Seite 4 15. April 2020 (Datum Poststempel) die Verfügung des SEM beim Bundes- verwaltungsgericht an und beantragte, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuerkenn en und ihm sei Asyl zu ge- währen, e ventualiter sei die Verfügung zur Neub eurteilung an die Vor - instanz zurückzuweisen. Als Subeventualantrag stellte er das Begehren, er sei aufgrund von Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses. Mit der Beschwerde wurde ein Bericht vom 16. Januar 2020 über Gotabaya Rajapaksa’s Präsidentschaft unter dem Titel «Menschenrechte unter Be- schuss» eingereicht. E. Mit Zwischenverfügung vom 24. April 2020 forderte die Instruktionsrichterin den Beschwerdeführer auf, seine finanzielle Situation innert der ihm ge- setzten Frist offenzulegen. Über das Gesuch um Gewährung der unent- geltlichen Prozessführung im Si nne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie über die Erhebung eines Kostenvorschusses werde zu einem späteren Zeit- punkt entschieden. Gleichzeitig wurde das SEM eingeladen, eine Ver- nehmlassung einzureichen. F. Die Vorinstanz äusserte sich in ihrer Vernehmlassung vom 11. Mai 2020. G. Der Replik vom 25. Mai 2020 wurden drei Medienartikel des TamilNet und vier des Tamil Guardian zur aktuellen politischen sowie menschenr echtli- chen Lage in Sri Lanka beigelegt. H. Mit Zwischenverfügung vom 11. Juni 2020 hiess die Instruktionsrichterin das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gut und verzichtete auf ei- nen Kostenvorschuss, nachdem mit der eingereichten Fürsorgebestäti- gung vom 25. Mai 2020 die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers belegt worden war. I. Mit Eingabe vom 14. Juli 2020 reichte der Beschwerdeführer einen ärztli- chen Kurzbericht vom 7. Juli 2020 zu den Akten. D-2035/2020 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); f ür das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.4 Die Be schwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung d er Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltu ngsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26, E.5). 3. 3.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel- che vorab zu behandeln sind, da sie allenfalls geeignet sein könnten, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Nach Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen Weisungen an d ie Vor - D-2035/2020 Seite 6 instanz zurück. Eine Rückweisung kommt insbesondere dann in Betracht, wenn weitere Tatsachen festgestellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzuführen ist ( WEISSENBERGER/HIRZEL, N 16 zu Art. 61 VwVG, in: Waldmann/Weissen berger [H rsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016). 3.2 Der Beschwerdeführer rügte, die Vorinstanz habe ihre Abklärungs- pflichten erheblich verletzt und es unterlassen, einen medizinische n Be- richt einzufordern, welcher seine erlittenen Folterungen belegen würde und zudem wesentlich der Sachverhaltsaufklärung gedient hätte. Weiter habe die Vorinstanz gegen die Empfehlungen des Istanbul -Protokolls verstos- sen, welches allgemein gültige Standards zur Untersuchung und Doku- mentation von Folter und weiteren Menschenrechtsverletzungen beinhalte. Sodann monierte der Beschwerdeführer, das rechtliche Gehör sei verletzt worden, da ihm im Rahmen seiner Befragung keine Gelegenheit gegeben worden sei, sich zu allfälligen Zweifeln hinsichtlich der Glaubhaftigkeit sei- ner Vorbringen zu äussern, um so einzelne Aspekte vertiefter abklären zu können. Die Befragung sei in dieser Hinsicht zu kurz ausgefallen und sei bereits nach 100 Fragen abgeschlossen worden. 3.3 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs- grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen- digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu- klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen. Dabei beschrän- ken sich die behördlichen Ermittlungen nicht nur auf jene Umst ände, wel- che die Betroffenen belasten, sondern haben auch die sie entlastenden Momente zu erfassen. Die Behörde hat alle sach - und entscheidwesentli- chen Tatsachen und Ergebnisse in den Akten festzuhalten. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung dann, we nn der Verfügung ein falscher und ak- tenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird, etwa weil die Rechtserheb- lichkeit einer Tatsache zu Unrecht verneint wird und folglich nicht alle ent- scheidwesentlichen Gesichtspunkte de s Sachverhalts geprüft werden, oder weil Beweise falsch gewürdigt wurden. Unvollständig ist die Sachver- haltsfeststellung demgegenüber, wenn nicht alle für den Entscheid rechts- relevanten Sachumstände berücksichtigt wurden. Dies ist häufig dann der Fall, wenn die Vorinstanz gleichzeitig den Anspruch der Parteien auf recht- liches Gehör verletzt hat (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.2 m.w.H.). D-2035/2020 Seite 7 3.4 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien eines Verfahrens An- spruch auf rechtliches Gehör. Dieser Grundsatz wird in den Art. 29 ff. VwVG für das Verwaltungsverfahr en konkretisiert. Er dient einerseits der Aufklärung des Sachverhalts, andererseits stellt er ein persönlichkeitsbe- zogenes Mitwirkungsrecht der Partei dar. Der Anspruch auf rechtliches Ge- hör verlangt, dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung nieder- schlagen muss (vgl. BVGE 2015/10, E. 3.3 m.w.H.). 3.5 Gemäss Art. 8 AsylG hat die asylsuchende Person demgegenüber die Pflicht (und unter dem Blickwinkel des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 VwVG und Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] auch das Recht) an der Feststellung des Sachverha ltes mitzuwirken. Sofern die gesetzlichen Mitwirkungspflichten durch die asylsuchende Person nicht verletzt worden sind, muss die Behörde insbesondere dann weitere Abklärungen ins Auge fassen, wenn aufgrund der Vorbringen der asylsuchenden Person und der von ihr eingereichten oder angebotenen Beweismittel Zweifel und Unsi- cherheiten am Sachverhalt weiterbestehen, die voraussichtlich mit Ermitt- lungen von Amtes wegen beseitigt werden können. 3.6 Sofern der Beschwerdeführer moniert, die Vorinstanz habe ihre Abklä- rungspflichten verletzt, indem sie es unterlassen habe, einen Arztbericht zu seinen geltend gemachten Folterungen einzuholen, ist festzustellen, dass es ihm im Rahmen der Mitwirkungspflicht oblegen hätte, um einen entspre- chenden Arztbericht bemüht zu sein. Im Übrigen handelt es sich bei der Feststellung der Vorinstanz, dass seine Ausführungen zu den Misshand- lungen unglaubhaft seien, nicht um eine formelle, sondern um eine materi- elle Frage (vgl. E. 6.2). Dasselbe ist im Zusammenhan g mit der geltend gemachten Verletzung des rechtlichen Gehörs festzustellen, wobei der Be- schwerdeführer formelles mit dem materiellem Recht vermischt, zumal es sich bei der Glaubhaftigkeit sprüfung um eine materielle Prüfung des rechtserheblichen Sachverhalts handelt und nicht um die Frage des recht- lichen Gehörs. Sodann ist vorliegend nicht ersichtlich, dass die Anhörung zu kurz ausgefallen sein sollte, zumal ihm die wesentlichen Fragen gestellt wurden und er sich in der freien Erzählung ausführlich zu seinen Asylgrün- den hat äussern können (vgl. act. A25/18, insbesondere F21, F24). Zudem wurde er am Ende der Anhörung gefragt, ob er noch weitere Gründe oder Ergänzungen zu seinem Asylgesuch beizufügen hätte , was er jedoch ex- plizit verneinte (vgl. act. A25/18, F 100 und F101). Schliesslich ist s einer D-2035/2020 Seite 8 Rüge, die Empfehlungen des Istanbul-Protokolls seien missachtet worden, der Boden entzogen, da es sich – wie bereits korrekterweise in der Be- schwerde bemerkt – um Empfehlungen handelt, welche keine Verpflich- tung zur U msetzung desselben implizieren. Ausserdem handelt es sich hierbei um nicht direkt anwendbares Recht, weshalb sich der Beschwerde- führer nicht auf eine allfällige Missachtung desselben berufen kann. 3.7 Zusammenfassend kommt das Gericht im Zusammenhang mit den er- hobenen formellen Rügen zum Schluss, dass weder das rechtliche Gehör noch die Abklärungspflicht verletzt worden sind. Eine Kassation ist deshalb nicht notwendig. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken, Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid im Wesentli- chen damit, dass aufgrund der inhaltlichen Widersprüche zwischen den Aussagen des Beschwerdeführers und dem eingereichten Schreiben des Friedensrichters hinsichtlich seiner Fluchtgründe, sowie wegen der stereo- typen Schilderungen seiner Misshandlun gen die Anforderungen an Art. 7 AsylG nicht erfüllt seien. Aus dem Schreiben des Friedensrichters gehe hervor, dass der Beschwer- deführer von Personen namens H._______ und I._______ mitgenommen, D-2035/2020 Seite 9 für Abklärungen in ein Büro des CID nach E._______ gebracht worden so- wie am Tag nach den Misshandlungen respektive nach seiner Ohnmacht erneut misshandelt worden sei. Diese Aussagen stünden im Widerspruch zu seinen in der Anhörung protokollierten Schilderungen des Hergangs. Er habe anlässlich seiner beiden Anhörungen dargelegt, von zwei Personen («Jungen») nach E._______ zu einem Kommandanten namens K._______ gebracht und in der Folge verhört worden zu sein. Zudem habe er angegeben, nach seiner Ohnmacht n icht mehr geschlagen worden zu sein. Auch auf Nachfrage habe er die Widersprüche zwischen dem Schrei- ben und seinen Aussagen nicht aufzulösen vermögen. Zudem habe er le- diglich in stereotyper Weise sein Verhör sowie den Übergang zu den Miss- handlungen und den Kommandanten beschreiben können und auch die- ses Sachverhaltselement könne ihm nicht geglaubt werden . Vielmehr sei daraus zu schliessen, dass er seine Vorbringen im von ihm erwähnten Kon- text nicht selber erlebt habe und er sich zumindest teilweise auf konstru- ierte Asylvorbringen stützen würde. Da seine Schilderungen den Anforde- rungen an Art. 7 AsylG nicht genügen würden, müsse deren Asylrelevanz nicht geprüft werden. Zudem lasse die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka nicht darauf schliessen, dass ein Vollzug der Wegweisung z um heutigen Zeit- punkt un zulässig sei . Daran vermöge auch die aktue lle politische Lage nichts zu ändern. Schliesslich sei ein Vollzug auch aus individueller Sicht zumutbar, da er über ein intaktes Familiennetz verfüge und aufgrund seiner Arbeitserfahrungen bei einer Rückkehr schnell sozial und wirtschaftlich Fuss fassen könne. Ausserdem mache er keine gesundheitlichen Prob- leme geltend, welche nicht auch in seinem Heimatland Sri Lanka behandelt werden könnten. Ebenso habe er keinen Arztbericht eingereicht, welcher belegen würde, dass er unter gesundheitlichen Einschränkungen leiden würde. 5.2 In der Beschwerdeschrift wurde moniert, die sri-lankischen Behörden würden auch noch Jahre später Personen tamilischer Ethnie verdächtigen, Waffen zu verstecken und den tamilischen Separatismus wieder aufleben zu lassen, weshalb es durchaus denkbar sei, dass der Beschwerdeführer im Februar 2016 plötzlich Opfer einer gewalttätigen Befragung geworden sei. Aufgrund der Misshandlungen und Traumata habe er Mühe, das Er- lebte erneut wiederzugeben. Anlässlich einer Besprechung mit seinem Rechtsberater habe er die Festnahme, die anschliessende Befragung s o- wie die Misshandlungen detailliert schildern können. Seine Verletz ungen am Hinterkopf, welche durch die Misshandlungen entstanden seien, seien D-2035/2020 Seite 10 immer noch sichtbar. Auch hätten ihm bereits in Sri Lanka acht Zähne ent- fernt werden müssen und ein weiterer sei ihm in der Schweiz gezogen wor- den. Hinsichtlich des eingereichten Schr eibens des Friedensrichters müsse tatsächlich von einem Gefälligkeitsschreiben ausgegangen werden, da der Verfasser keine detaillierten Kenntnisse des Geschehens gehabt habe und zudem dieses Schreiben von Verwandten, jedoch nicht vom Be- schwerdeführer selber in Auftrag gegeben worden sei. Deshalb dürfe ihm dies nicht zu seinen Ungunsten ausgelegt werden. Weiter sei zu erwähnen, dass er in Sri Lanka eine Familie und ein florierendes (…)geschäft mit vier Angestellten gehabt habe, weshalb es schwerlich zu erklären sei, dass er sich unter den Schutz der Schweizer Behörden gestellt haben sollte, wenn er nicht tatsächlich eine Verfolgung im Heimatland zu befürchten hätte. Schliesslich wurde auf verschiedene Medienartikel sowie Bericht e der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH und des UN -Menschenrechtsrates verwiesen, welche die aktuelle Menschenrechtslage in Sri Lanka beleuch- ten. In diesem Zusammenhang sowie aufgrund dessen, dass er verdäch- tigt worden sei, mit den LTTE in Verbindung zu stehen sowie seinem mehr- jährigen Auslandaufenthalt, erscheine ein Vollzug der Wegweisung als un- zumutbar und unzulässig. 5.3 Die Vorinstanz äussert sich in ihrer Vernehmlassung dahingehend zu der vom Beschwerdeführer b eanstandeten Verletzung der Abklärungs- pflicht hinsichtlich seiner gesundheitlichen Vorbringen, als dass sein dies- bezügliches Vorbringen als unglaubhaft qualifiziert worden sei, weshalb es sich erübrigt habe, ein Arztzeugnis von ihm einzufordern. E s gelte a uch anzumerken, dass es ihm aufgrund seiner Mitwirkungspflicht freigestanden hätte, eigens ein Arztzeugnis einzureichen. Hinsichtlich der aktuellen Menschenrechtslage in Sri Lanka sei anzufügen, dass es unter Präsident Gotabaya Rajapaksa zwar Anzeichen von Über- wachungsaktivitäten gebe, welche sich seit den Anschlägen von Ostern 2019 verschärft hätten. Dennoch sei nicht davon auszugehen, dass ganze Volks- oder Bevölkerungsgruppen einem kollektiven Verfolgungsrisiko aus- gesetzt wären. Die Voraussetzung für di e Annahme einer Verfolgungsge- fahr aufgrund der erwähnten Präsidentschaftswahlen sei ein diesbezügli- cher persönlicher Bezug der asylsuchenden Person, welcher vorliegend zu verneinen sei. Ferner stelle auch die Tatsache, dass er nach einem länge- ren Auslandsaufenthalt nach Sri Lanka zurückkehre, kein Verfolgungsrisiko dar und es sei nicht davon auszugehen, dass die sri-lankischen Behörden sein Verhalten als staatsfeindlich einstufe n würden. Weiter würden auch D-2035/2020 Seite 11 allfällige Befragungen am heimatlichen Flughafen sowie eine allfällige Er- öffnung eines Strafverfahrens wegen illegaler Ausreise keine flüchtlings- rechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen darstellen. Auch seien keine Risikofaktoren ersichtlich, dass er aufgrund einer engen Beziehung zu den LTTE oder aufgrund seines politischen Profils einer Gefährdung durch die heimatlichen Behörden ausgesetzt wäre. 5.4 In der Replik wurde geltend gemacht, die Vorinstanz habe ihre Pflicht verletzt, indem sie es gemäss dem für die Schweiz verbindlichen Istanbul- Protokoll unterlassen habe, die medizinischen Probleme des Beschwerde- führers zu abklären zu lassen. Es könne nicht angehen, dass eine diesbe- zügliche Abklärungspflicht nur dann erfolge, wenn die Glaubhaftigkeit nicht in Frage gestellt werde. Weiter wurde e rneut auf die aktuelle politische Lage hingewiesen und diese anhand verschiedener Berichte belegt. 6. 6.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asyl- suchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was i nsbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ver- fälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit- wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuch- stellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Ge- richt von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel b eseitigt sind. Für die Glaubhaftma- chung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar- stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel- len (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). D-2035/2020 Seite 12 6.2 Die vo m Beschwerdeführer geltend gemachte Befragung durch das CID vom 25. Februar 2016 ist entgegen der Argumentation der Vorinstanz als glaubhaft zu werten. Anschaulich beschrieb er in der freien Schilderung die Situation unmittelbar vor seiner Mitnahme und führte in der Folge unter Verwendung der direkten Rede den Verlauf der Befragung aus (vgl. act. A25/18, F21, F24). Des Weiteren liess er einige Nebensächlichkeiten ein- fliessen, als er das Camp beschrieb, in welches er zur Befragung geführt worden war und schilderte, wie er das Gebäude als beängstigend empfun- den habe, dessen Gesamtstimmung dazu ermutige, nicht stattgefundene Dinge zuzugeben (vgl. act. A25/18, F23, F35). Es fällt auf, dass er zuerst im Plural von den ihn investigierenden Personen sprach (vgl. ac t. A25/18, F21), jedoch kurz darauf ausfüh rte, es sei nur eine Person, nämlich, ein Kommandant namens K._______, anwesend gewesen (vgl. act. A25/18, F21, F24, F32). Diese Diskrepanz ist jedoch mutmasslich mit einer unge- nauen Übersetzung zu erklären und deshalb nicht als Unglaubhaftigkeit- selement zu werten. Obwohl die Befragung durch den CID eher als glaub- haft zu qualifizieren ist, ist aus nachfolgenden Gründen davon auszuge- hen, dass sich diese in einem anderen zeitlichen und ursächlichen Zusam- menhang ereignet hat, deren Gründe dem Bundesverwaltungsgericht nicht bekannt sind. Am Wahrheitsgehalt seines Vorbringens, er sei anlässlich dieser Befragung misshandelt worden, ist jedoch zu zweifeln. Im Vergleich zu seinen ansonsten relativ detaillierten Schilderungen fallen die äusserst knappen sowie emotionslosen Beschreibungen seiner Misshandlungen auf. Obwohl er mehrmals aufgefordert wurde, detaillierter über diese zu sprechen, verbleiben seine Beschreibungen hierzu substanzlos. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass er mit seinen Antworten ausweichen wollte, in- dem der zweimal auf die Fragen antwortete, darunter zu leiden, dass sein Vater früh verstorben sei (vgl. act. A25/18, F21, F24, F43, F86 - 90). Im eingereichten Arztbericht vom 7. Juli 2020 wird das Vorhanden sein von Narben attestiert. Dabei erstaunt es, dass er sich wegen seinen erwähnten Misshandlungsverletzungen erst zum Zeitpunkt des Einreichens der Be- schwerde hat untersuchen lassen. Zudem geht aus diesem kurzen Bericht des allgemeinpraktizierenden Arztes lediglich hervor, dass Narben am rechten Knie, am Hinterkopf und auf der linken Kopfseite festgestellt wor- den seien, wobei anhand radiologischer Untersuchungen keine Folgen von Traumata gefunden werden konnten. Anhand dessen verbleibt es nach wie vor unklar, woher die vorhandenen Narben stammen. Weder die Feststel- lung noch die Einschätzung des Hausarztes, er habe die Ereignisse im Zu- sammenhang mit seinen Misshandlungen glaubhaft geschildert, stellt kei- nen Beweis derselben dar. Weitere Gründe, welche gegen d ie Glaubhaf- tigkeit der beschriebenen Misshandlungen sprechen, stellt die in der BzP D-2035/2020 Seite 13 erwähnte Tatsache dar, ihm seien acht Zähne herausgeschlagen worden, wohingegen er in der Anhörung erwähnte, er habe nach den Misshandlun- gen lediglich seine Platzwunde nähen lassen. Zu einer (zahnärztlichen) Behandlung, welche nach dem Verlust von acht Zähnen zu erwarten ge- wesen wäre, hat er sich in kei ner Weise geäussert, weshalb es ungeklärt verbleibt, unter welchen Umständen er die Zähne und ob er diese tatsäch- lich gleichzeitig verloren hat. Sodann konnte er auf die Frage, weshalb man ihn erst rund sieben Jahre nach Ende des Bürgerkrieges der LTTE-Tätig- keit beschuldigt habe, lediglich vage Vermutungen äussern, nämlich, dass er von einer ihm unbekannte n Person denunzier t worden sei (vgl. act. A25/18, F28-31). Überdies wirkt sein erst auf Beschwerdeebene geltend gemachtes absolviertes Trainingsprogramm in L._______ als nachgescho- ben und ist dementsprechend als unglaubhaft zu werten. Obwohl er in der Anhörung zur Wahrheitspflicht im Allgemeinen (zu Beginn) und nochmals explizit aufgefordert wurde, alle Aktivitäten im Zusammenhang mit den LTTE zu erwähnen, hat er sein Trainingsprogramm nicht erwähnt (vgl. act. A25/18, F80f.). Schliesslich muss angesichts der Unglaubhaftigkeit der geltend gemachten Misshandlungen nicht geprüft werden, ob seine einmalige sowie eintägige Verhaftung eine genügende Intensität an die Anforderungen einer asylre- levanten Verfolgung darstellt. 6.2 Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass der Be- schwerdeführer seine einmalige Mitnahme mit dem anschliessenden Ver- hör im Militärcamp zwar glaubhaft darzulegen vermochte, hingegen kann ihm angesichts der vorangehenden Erwägungen nicht geglaubt werden , bei diesem Anlass misshandelt worden zu sein. 7. 7.1 Weiter bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer über ein erhöhtes Risikoprofil verfügt und ihm bei einer Wiedereinreise ins Heimatland eine asylrelevante Verfolgung im Sinne von Nachfluchtgründen droht oder dro- hen könnte. 7.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 eine Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri Lanka vorgenommen und festgestellt, dass aus Europa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende n icht generell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien D-2035/2020 Seite 14 (vgl. a.a.O. E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurteilung des Ri- sikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaf- tung und Folter zu wer den, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei han- delt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeintli- chen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, um die Teil- nahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen und um das Vorlie- gen früherer Verhaftungen durch die sri -lankischen Behörden, üblicher- weise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbin- dung zu den LTTE (sogenannte stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.1–8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erfor- derlichen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangs- weise zurückgeführt werden oder die über die Internationale Organisation für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut sichtbaren Narben (sogenannte schwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaubhaft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich rele vante Gefährdung der betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbesondere jene Rückkehrenden eine begründete Furcht vor ernst- haften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri- lankischen Behörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt seien, den ta- milischen Separatismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). 7.3 Am 16. November 2019 wurde Gotabaya Rajapaksa zum neuen Präsi- denten Sri Lankas gewählt (vgl. Neue Zürcher Zeitung [NZZ], In Sri Lanka kehrt der Raja paksa-Clan an die Macht zurück, 17.11.2019; https://www.theguardian.com/world/2019/nov/17/sri-lanka-presidential- candidate-rajapaksa-premadas-count-continues, abgerufen am 5. März 2020). Gotabaya Rajapaksa war unter seinem älteren Bruder, dem ehema- ligen Präsidenten Mahinda Rajapaksa, der von 2005 bis 2015 an der Macht war, Verteidigungssekretär. Er wurde angeklagt, zahlreiche Verbrechen ge- gen Journalistinnen und Journalisten sowie Aktivisten begangen zu haben. Zudem wird er von Beobachtern für Menschenrecht sverletzungen und Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht; er bestreitet die Anschuldigun- gen (vgl. Human Rights Watch [HRW]: World Report 2020 – Sri Lanka, 14.1.2020). Kurz nach der Wahl ernannte der neue Präsident seinen Bru- der Mahinda zum Premierminister und band einen weiteren Bruder, Cha- mal Rajapaksa, in die Regierung ein; die drei Brüder Gotabaya, Mahinda und Chamal Rajapaksa kontrollieren im neuen Regierungskabinett zusam- men zahlreiche Regierungsabteilungen oder -institutionen (vgl. vgl. https://www.aninews.in/news/world/asia/sri-lanka-35-including-presidents-D-2035/2020 Seite 15 brother-chamal-rajapksa-sworn-in-as-ministers-of-state 20191127174753, abgerufen am 4. März 2020). Beobachter und ethnische oder religiöse Min- derheiten befürchten insbesondere mehr Repression und die vermehrte Überwachung von Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten, Journalis- tinnen und Journalisten, Oppositionellen und regierungskritischen Perso- nen (vgl. Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH]: Regierungswechsel weckt Ängste bei Minderheiten, 21.11.2019). Anfang März 2020 löste Gotabaya Rajapaksa das Parlament vorzeitig auf und kündigte Ne uwahlen an (vgl. NZZ, Sri Lankas Präsident löst das Parlament auf, 3. März 2020). Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka bewusst. Es beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt diese bei seiner Entscheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand durchaus von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage auszu- gehen, der Personen mit einem bestimmten Risikoprofil ausgesetzt sind beziehungsweise bereits vorher ausgesetzt waren (vgl. Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E 1866/2015 vom 15. Juli 2016, HRW, Sri Lanka: Families of "Disappeared" Threatened, 16.02.2020). Dennoch gibt es zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen ko llektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Ein- zelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Fol- gen besteht. 7.4 Weder aus den Akten n och aus der Beschwerdeschrift ist ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer in der Schweiz in exilpolitischer Weise be- tätigt hätte. Des Weiteren konnte er nicht glaubhaft darlegen, dass ihm von den Behörden eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergan- gene Verbindung zu den LTTE unterstellt worden wäre (vgl. E.6.2). Über- dies geht aus den Akten nicht hervor, dass er strafrechtlich verfolgt wurde oder eine Verurteilung gegen ihn vorliegen würde (vgl. act. A7/12, F7.02), welche zu einem möglichen Eintrag auf der sog. «Stop-List» führen könnte. Schliesslich geht aus den Akten auch nicht hervor, dass seine Verwandt- schaft Verbindungen zu den LTTE aufweist. Auch die thematisierte Verhaf- tung des Sohnes seiner Cousine, welcher während einiger Zeit bei ihm wohnhaft gewesen sei und nach dessen Freilassung ausgereist sei, wes- halb er keine Nachteile erfahren hat, erweist sich als keine Bedrohung (vgl. act. A25/18, F64-70). Angesichts der vorangehenden Erwägungen ist des- halb nicht davon auszugehen, dass stark risikobegründende Faktoren vor- liegen. D-2035/2020 Seite 16 Schwach risikobegründende Faktoren führen allein für sich genommen in der Regel nicht zu einer asylrelevanten Verfolgungsgefahr (vgl. Referenz- urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016, E.8.5.5). Im Arztbericht vom 7. Juli 2020 werden ausgedehnte Narben am rechten Knie sowie diskrete Nar- benbildungen am Hinterkopf und der linken Kopfseite erwähnt. Diese sind jedoch allein für sich gesehen nicht geeignet, eine mögliche Verfolgung zu begründen, zumal lediglich die diskrete Narbe an der linken Kopfseite leicht sichtbar sein dürfte. Weitere schwach risikobegründende Faktoren liegen nicht vor, zumal er auch aufgrund seiner legalen Ausreise keine Nachteile respektive keine Verurteilung wegen illegaler Ausreise zu befürchten hat (vgl. act. A7/12, F4.02). 7.5 Vor diesem Hintergrund ist das Vorhandensein eines Risikoprofils zu verneinen. Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelun- gen, glaubhaft vorzubringen, dass ihm bei einer Rückkehr durch die sri - lankischen Behörden ein e Gefahr vor einer asylbegründeten Verfolgung drohen würde. 7.6 Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka einem erhöhten Verfolgungsrisiko aus- gesetzt wäre und ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG be- fürchten müsste. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 8. 8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und o rdnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 8.2 Der Besch werdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). D-2035/2020 Seite 17 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenst ehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.3 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement schützt nur Personen, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR D-2035/2020 Seite 18 Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124– 127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 9.4 Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europä- ischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. Urteil R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, Beschwerde Nr. 10466/11; E.G. gegen Grossbr itannien vom 31. Mai 2011, 41178/08; T.N. gegen Dänemark vom 20. Januar 2011, 20594/08; P .K. gegen Däne- mark vom 20. Januar 2011, 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien vom 17. Juli 2008, 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilinnen und Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. ge- gen Frankreich vom 19. September 2013, Nr. 10466/11; Rechtsprechung zuletzt bestätigt in J.G. gegen Polen vom 11. Juli 2017, Nr. 44114/14). Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Be- schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genann- ten „Background Check“ (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre. 9.5 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art . 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.6 In Sri Lanka herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Ge- walt. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. In den beiden Referenzur- teilen E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und D -3619/2016 vom 16. Oktober 2017 hat das Bundesverwaltungsgericht eine aktuelle Einschätzung der Lage in Sri Lanka vorgenommen. Dabei stellte es fest, dass der Wegwei- sungsvollzug sowohl in die Nordprovinz als auch in die Ostprovinz unter D-2035/2020 Seite 19 Einschluss des sogenannten Vanni-Gebiets zumutbar ist, wenn das Vorlie- gen von individuellen Zumutbarkeitskriterien bejaht werden kann. Zu den individuellen Zumutbarkeitskriterien gehören insbesondere das Vorhan- densein eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes so- wie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens - und Wohnsituation (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 E. 13.2 ff. und Urteil des BVGer D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). 9.7 Aus den Akten geht nicht hervor, dass der Beschwerdeführer unter wei- teren Beschwerden leiden oder Therapien benötigen würde. Es ist davon auszugehen, dass die anlässlich der BzP geltend gemachten psychischen Probleme nicht therapiert wurden, zumal dem Gericht keine entsprechen- den Bestätigungen vorliegen. Die von ihm benötigten Medikamente gegen Diabetes (vgl. act. A12/1) sind auch in Sri Lanka erhältlich, wobei es sich vorliegend nicht um eine aussergewöhnliche oder schwer behandelbare Krankheit handelt. Weitere gesundheitliche Einschränkungen oder benö- tigte Therapien machte er ke ine geltend, welche einen Vollzug der Weg- weisung unzumutbar machen könnten. 9.8 Der Beschwerdeführer stammt aus der Nordprovinz, ist ein junger und grundsätzlich gesunder Mann mit einer neunjährigen Schulbildung sowie mehrjähriger Arbeitserfahrung als (…) mit einem eigenen Geschäft und so- mit einer Branche des notwendigen Bedarfs. Es dürfte ihm ein Leichtes sein, erneut eine Anstellung in diesem Bereich zu finden oder eine neue eigene (…) zu führen. Neben seiner Ehefrau und den drei gemeinsamen Kindern befinden sich seine Mutter, eine Schwester, ein älterer Bruder so- wie drei Tanten im Heimatland, welche ihm bei Bedarf bei einer Reintegra- tion behilflich sein könnten. Gemäss seinen Aussagen kommt bereits heute seine Ehefrau durch ihre Arbeitstätigkeit für den notwe ndigen Bedarf der Kinder und für sie auf . Ausserdem lebt seine Kernfamilie in M._______ in C._______ (…) in einem Haus, weshalb sie den Beschwerdeführer in einer ersten Zeit nach seiner Rückkehr unterstützen kann, ohne dass er in eine finanzielle Notlage g eraten würde. Schliesslich gab er an , sich in einer wohlsituierten Situation zu befinden und aus einer wohlhabenden Familie zu stammen (vgl. act. A25/16, F6 bis 8, F15, F17, F101). Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. D-2035/2020 Seite 20 9.9 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 9.10 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem jedoch das mit der Beschwerde eingegangene Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Verfügung vom 11. Juni 2020 gutgeheissen wurde, wer- den keine Verfahrenskosten auferlegt. (Dispositiv nächste Seite) D-2035/2020 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Contessina Theis Martina von Wattenwyl Versand: