<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2014-01-31-6B_897-2013.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6B_897/2013, 6B_898/2013 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 31. Januar 2014</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Mathys, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Schneider, Denys, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Pasquini. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para"> <i>6B_897/2013</i> </div> <div class="para">A.X.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter Steiner, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>und</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>6B_898/2013</i> </div> <div class="para">B.X.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter Steiner, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau</i>, </div> <div class="para">Frey-Herosé-Strasse 12, Wielandhaus, 5001 Aarau, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Widerhandlung gegen das Schulgesetz, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerden gegen die Urteile des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht, 2. Kammer, vom 25. Juni 2013. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Das Bundesgericht zieht in Erwägung:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Schulpflege Y.________ wies C.X.________, die Tochter der Beschwerdeführer, am 5. November 2010 in die Heilpädagogische Schule Y.________ (HPS) ein. Die Beschwerde der Eltern gegen diesen Entscheid wies der Schulrat des Bezirks Baden am 20. Januar 2011 ab. Er versagte einem allfälligen Rechtsmittel gegen seinen Entscheid die aufschiebende Wirkung, damit C.X.________ am 21. Februar 2011 in die HPS hätte eingeschult werden können. Der Mahnung der Schulpflege Y.________ vom 22. März 2011 für das Schulversäumnis von C.X.________ leisteten die Beschwerdeführer keine Folge. Gegen den Entscheid des Schulrats führten sie Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Aargau mit dem Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. Der Regierungsrat wies die Beschwerde und das Gesuch um aufschiebende Wirkung am 23. März 2011 ab. Das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau stützte diesen Entscheid mit Urteil vom 20. Mai 2011. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Staatsanwaltschaft Baden verurteilte die Beschwerdeführer mit Strafbefehlen vom 12. Juli 2011 wegen Widerhandlung gegen das Schulgesetz je zu einer Busse von Fr. 600.--, weil sie ihre schulpflichtige Tochter vorsätzlich und unentschuldigt länger als drei Schultage von der Schule ferngehalten hatten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Auf Einsprachen der Beschwerdeführer hin bestätigte der Präsident der 5. Abteilung des Bezirksgerichts Baden am 13. November 2012 die Strafbefehle. Das Obergericht des Kantons Aargau wies die Berufung der Beschwerdeführer am 25. Juni 2013 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführer beantragen beim Bundesgericht, das Urteil des Obergerichts sei aufzuheben. Sie seien von Schuld und Strafe freizusprechen. Sie ersuchen um unentgeltliche Rechtspflege. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die beiden Beschwerden lauten weitestgehend gleich und richten sich gegen zwei identische Urteile, welche denselben Sachverhalt betreffen. Es rechtfertigt sich, die Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen Entscheid zu erledigen (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=28.01.2014&amp;to_date=16.02.2014&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-215%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page215">BGE 133 IV 215</a> E. 1; <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=28.01.2014&amp;to_date=16.02.2014&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-V-59%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page59">131 V 59</a> E. 1; <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=28.01.2014&amp;to_date=16.02.2014&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-V-283%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page283">126 V 283</a> E. 1; je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Etliche Vorbringen in den Beschwerden betreffen nicht den Gegenstand, der im vorliegenden Verfahren geprüft werden kann. Sie gehen somit von vornherein an der Sache vorbei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführer machen im Wesentlichen geltend, die kantonalen Instanzen gingen willkürlich davon aus, sie hätten ihre Tochter vorsätzlich unentschuldigt länger als drei Schultage von der Schule ferngehalten (Beschwerden S. 6 ff.). Diesbezüglich kann in Anwendung von <span class="artref">Art. 109 Abs. 3 BGG</span> auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urteile S. 6 ff.). Diesen ist nichts beizufügen. Die in diesem Zusammenhang erhobenen Rügen der Verletzung der Begründungspflicht und des Anspruchs des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführer erweisen sich als unbegründet (Beschwerden S. 9 und S. 15 Ziff. 11). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Insofern die Beschwerdeführer beanstanden, sie seien für denselben Sachverhalt zwei Mal bestraft worden, da die Schulpflege sie gemahnt habe (Beschwerden S. 11 f. Ziff. 7 und S. 16 Ziff. 11), kann erneut auf die zutreffenden Erwägungen in den angefochtenen Entscheiden verwiesen werden (Urteile S. 9 f. E. 2.4.3). Gleich verhält es sich, soweit sich die Beschwerdeführer auf einen Verbotsirrtum berufen oder geltend machen, es liege ein Anwendungsfall der Strafbefreiung im Sinne von <span class="artref">Art. 52 StGB</span> vor (Beschwerden S. 14 ff. Ziff. 9 ff.; Urteile S. 10 f. E. 2.4.5 f.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Beschwerden sind im Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 BGG</span> abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang sind die Gerichtskosten den Beschwerdeführern aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Ihre Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege sind in Anwendung von <span class="artref">Art. 64 BGG</span> abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage der Beschwerdeführer ist bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (<span class="artref">Art. 65 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Verfahren 6B_897/2013 und 6B_898/2013 werden vereinigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege werden abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden den Beschwerdeführern je zur Hälfte auferlegt, unter solidarischer Haftung für den ganzen Betrag. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 2. Kammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 31. Januar 2014 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Mathys </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Pasquini </div> </div></body></html></html>