<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00287</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106389&amp;W10_KEY=13013577&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00287</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 09.11.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>baupolizeilicher Befehl</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zuständigkeit zur Bewilligungserteilung für Bauvorhaben in einem überkommunal geschützten Ortsbild (Bestätigung der Rechtsprechung). Trotz der Zuständigkeit der Baudirektion zur Bewilligungserteilung für Bauvorhaben in einem überkommunal geschützten Ortsbild bleibt die kommunale Bewilligungsbehörde zur Anwendung der Kernzonenvorschriften ihrer Bau- und Zonenordnung zuständig (§ 318 PBG, § 7, § 19 BauVV, Ziff. 1.4.1 Anhang BauVV; E. 2). Abweichung von den kommunalen Vorschriften über die Dachgestaltung? (offen gelassen; E. 4). Eine allfällige Abweichung wäre als nur geringfügig zu qualifizieren; die Verpflichtung zur Herstellung des rechtmässigen Zustands erwiese sich jedenfalls als unverhältnimässig (E. 5). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSCHLEPPEN">ABSCHLEPPEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANZEIGEVERFAHREN">ANZEIGEVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUDIREKTION">BAUDIREKTION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACH">DACH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHGESTALTUNG">DACHGESTALTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHNEIGUNG">DACHNEIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KERNZONE">KERNZONE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORTSBILDSCHUTZ">ORTSBILDSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRÃFUNGSPFLICHT">PRÃFUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: VERWALTUNGSZWANG, VOLLSTRECKUNG">VERWALTUNGSZWANG, VOLLSTRECKUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERHERSTELLUNG">WIEDERHERSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 7 BauVV</span><br/><span class="gerade">§ 12 BauVV</span><br/><span class="ungerade">§ 19 BauVV</span><br/><span class="gerade">§ 341 PBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 22 RPG</span><br/><span class="gerade">Art. 25a RPG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2001 Nr. 51</span><br/><span class="gerade">RB 2001 Nr. 66</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A. Mit Eingabe vom 18. April 2000 ersuchte A den Gemeinderat X um nachtrÃ¤gliche Erteilung der baurechtlichen Bewilligung fÃ¼r die Sanierung des Dachs an der Liegenschaft Vers.Nr. 1, Parzelle Kat.Nr. 2, in X. In Anwendung von § 19 der Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997 (BauVV) und Anhang Ziff. 1.4 Ã¼berwies hierauf der Gemeinderat am 19. April 2000 das Baugesuch zur Bewilligung an die Kantonale Denkmalpflege. Mit Schreiben vom 25. April 2000 teilte diese dem Gemeinderat X mit, dass aus ihrer Sicht dem geplanten Vorhaben nichts entgegenstehe und die Bauarbeiten im Einvernehmen mit der Kantonalen Denkmalpflege auszufÃ¼hren seien. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschluss vom 9. Mai 2000 erteilte der Gemeinderat X A die nachgesuchte Baubewilligung unter der Auflage, dass das Dach auf der Westseite des GebÃ¤udes so zu gestalten sei, dass dieses den gesetzlichen Anforderungen von Art. 7 der kommunalen Bau- und Zonen­ordnung (BZO) entspreche. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>B. Den hiergegen erhobenen Rekurs von A hiess die Baurekurskommis­sion IV am 12. Oktober 2000 gut, hob den Beschluss des Gemeinderats X vom 9. Mai 2000 auf und lud diesen ein, die nachgesuchte Baubewilligung mit den allenfalls er­for­derlichen Nebenbestim­mungen zu erteilen. Die Rekurskommission begrÃ¼ndete ihren Ent­scheid damit, dass der an­ge­fochtene kommunale Beschluss in Verletzung der gesetzlichen Zu­stÃ¤ndigkeitsordnung er­folgt sei. Denn im Perimeter eines Ã¼berkommunal geschÃ¼tzten Orts­bilds sei die Baudirektion umfassend und abschliessend fÃ¼r die Beurteilung der Einordnung und Einhaltung der massgeblichen Gestaltungsvorschriften, einschliesslich der kommu­nalen Kernzonenvorschriften zustÃ¤ndig. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>C. Mit Urteil vom 6. April 2001 (VB.2000.00386) hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde der Gemeinde X gut, hob den Entscheid der Baurekurskommission IV vom 12. Oktober 2000 auf und wies die Akten zur Neuentscheidung im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Rekurskommission zurÃ¼ck. Das Gericht kam aus den in BEZ 2001 Nr. 19 pu­bli­zier­ten ErwÃ¤gungen zum Schluss, dass die ZustÃ¤ndigkeit der Baudirektion zur Bewilligungs­erteilung fÃ¼r Bauvorhaben in einem Ã¼berkommunal geschÃ¼tzten Ortsbild die ZustÃ¤ndigkeit der kommunalen BewilligungsbehÃ¶rde zur Anwendung der Kernzonenvorschriften der Bau- und Zonenordnung nicht ausschliesse. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Im zweiten Rechtsgang hiess die Baurekurskommission IV mit Entscheid vom 16. August 2001 den Rekurs von A erneut gut, hob den Beschluss des Gemeinderats X vom 9. Mai 2000 vollumfÃ¤nglich auf und lud die Vorinstanz ein, das Baubewilligungsverfahren im Sinne der ErwÃ¤gungen fortzusetzen. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte die Rekurskommission aus, der RÃ¼ckweisungsentscheid des Verwaltungsgerichts sei nicht in allen Teilen rest­los klar und insoweit konkretisierungsbedÃ¼rftig. Das Verwaltungsgericht scheine davon aus­zugehen, dass von Seiten der Baudirektion beim heutigen Verfahrensstand keine bundes­rechtskonforme ortsbildschutzrechtliche Bewilligung vorliege. Im Hinblick auf den weiteren Fortgang des Verfahrens sollte sich aus dem Urteil ergeben, ob das Verwaltungsgericht von einer kommunalen ZustÃ¤ndigkeit zur Anwendung der kommunalen Ortsbildschutz-Vorschriften ausgehe oder nicht. Zu diesem Punkt fehlten schlÃ¼ssige Er­wÃ¤gungen im RÃ¼ckweisungsentscheid. Das Gericht habe einzig die bewusste Formulierung der Baudirektion "aus unser Sicht steht dem geplanten Vorhaben nichts entgegen" ausgelegt und zwar dahingehend, dass diese der Auffassung gewesen sei, eine ZustÃ¤ndigkeit der Ã¶rtlichen BaubewilligungsbehÃ¶rde zur Anwendung kommunaler Kernzonenvorschriften sei nicht aus­geschlossen. Welche Auffassung das Verwaltungsgericht selber zu dieser Frage habe, sei damit offen. Die Zusammenfassung des Urteils in BEZ 2001 Nr. 19 gebe das Urteil nicht wieder, das sich einzig mit der Bundesrechtswidrigkeit des Anzeigeverfahrens ge­mÃ¤ss § 19 BauVV befasse. Das ResÃ¼mee mÃ¼sse wohl als publikatorisches Versehen verstan­den werden. Schliesslich sei festzustellen, dass angesichts der Kompetenzordnung von Ziff. 1.4 Anhang BVV eine kommunale ZustÃ¤ndigkeit zur gestalterischen Beurteilung von Bauvorhaben in geschÃ¼tzten Ortsbildern von Ã¼berkommunaler Bedeutung nicht zu begrÃ¼nden wÃ¤re. Allein der Umstand, dass das fÃ¼r die Baudirektion vorgesehene Verfahren bundes­­rechtswidrig sei, fÃ¼hre selbstverstÃ¤ndlich nicht zu einer Kompetenzverschiebung zu­guns­­ten der kommunalen BaubewilligungsbehÃ¶rde; dies fÃ¼hre vielmehr dazu, dass die zustÃ¤ndige Baudirektion zu einer bundesrechtskonformen Bewilligungsform anzuhalten sei. Somit mÃ¼sse unverÃ¤ndert davon ausgegangen werden, dass im Perimeter eines Ã¼berkommunal geschÃ¼tzten Ortsbildes die Baudirektion umfassend fÃ¼r die Beurteilung der Einordnung und Einhaltung der massgeblichen Gestaltungsvorschriften zustÃ¤ndig sei. Damit sei der Beschluss des Gemeinderats X vom 9. Mai 2000 erneut aufzuheben. Die Akten seien an die Vorinstanz zur Fortsetzung des Baubewilligungsverfahrens zurÃ¼ckzuweisen und die Vorinstanz sei einzuladen, von der Baudirektion einen im Sinn des verwaltungsgerichtlichen RÃ¼ckweisungsentscheids bundesrechtskonformen Entscheid Ã¼ber die Bewilligung oder Verweigerung des betreffenden Daches einzuholen. Anschliessend habe der Ge­mein­de­rat die VerfÃ¼gung der Baudirektion zusammen mit dem eigenen baurechtlichen Entscheid im koordinierten Verfahren zu erÃ¶ffnen. Der Gemeinderat habe dort nicht mehr zu entscheiden, wo bereits die Baudirektion kompetenzgemÃ¤ss verfÃ¼gt habe. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 19. September 2001 beantragte die Gemeinde X dem Verwaltungsgericht: <br/> <br/> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Der Entscheid der Baurekurskommission IV vom 16. August 2001 ist aufzuheben. <br/> <br/> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>2. Das Verwaltungsgericht hat festzustellen, dass </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>a) auch im Perimeter eines Ã¼berkommunal geschÃ¼tzten Ortsbildes die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde im Rahmen des koordinierten Baubewilligungs­verfahrens umfassend fÃ¼r die Beurteilung der Einordnung und der Einhaltung der massgeblichen Gestaltungsvorschriften, unter Anwendung der massgeblichen Kernzonenvorschriften der kommunalen Bau- und Zonenordnung, zustÃ¤ndig ist </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>b) sich die ZustÃ¤ndigkeit der Baudirektion im Rahmen des koordinierten Baubewilligungsverfahrens fÃ¼r Bauvorhaben, welche sich im Perimeter eines Ã¼berkommunal geschÃ¼tzten Ortsbildes befinden, auf die ErklÃ¤rung gemÃ¤ss § 320 PBG beschrÃ¤nkt. </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>3. Der Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich soll beauftragt werden, die Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997 hinsichtlich der Bundesrechtswidrigkeit nach Art. 22 Raumplanungsgesetz gemÃ¤ss den Auflagen des Verwaltungsgerichtes zu Ã¼berarbeiten. <br/> <br/> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>4. Die Kosten des Verfahrens sind auf die Staatskasse zu nehmen." </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission IV beantragte ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde. Der private Beschwerdegegner stellte den Antrag, Kosten, Umtriebe und Spesen des gesamten Verfahrens seien durch die BeschwerdefÃ¼hrerin oder durch die Staatskasse zu tragen. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Das Verwaltungsgericht ist nicht AufsichtsbehÃ¶rde Ã¼ber den Regierungsrat. Dem­gemÃ¤ss kann es auch nicht den Regierungsrat beauftragen, eine Verordnung zu Ã¼berarbeiten, wie die BeschwerdefÃ¼hrerin beantragt. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Wie bereits im ersten Beschwerdeverfahren (VB.2000.00386) ist die Gemeinde X auch im vorliegenden Verfahren zur Beschwerde legitimiert, sich gegen eine Be­schnei­dung ihrer ZustÃ¤ndigkeit bei der Anwendung ihrer kommunalen Bau- und Zonen­ordnung zur Wehr zu setzen (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 6. April 2001, E. 1). <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. GemÃ¤ss § 336 Abs. 1 zweiter Halbsatz des Planungs- und Baugesetzes vom 7. Sep­tember 1975 (PBG) sind die Baurekurskommissionen bei RÃ¼ckweisungen an die Rechts­auffassung des RÃ¼ckweisungsentscheids gebunden. Entgegen den AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz ist der in BEZ 2001 Nr. 19 publizierte RÃ¼ckweisungsentscheid des Verwaltungs­­gerichts vom 6. April 2001 in allen Teilen klar und nicht konkretisierungsbedÃ¼rftig. Auch die der Publikation vorangestellte Zusammenfassung des Entscheids (ResÃ¼mee) stellt keineswegs ein "publikatorisches Versehen" dar, sondern fasst die Aussagen jenes Urteils korrekt zusammen. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Laut § 318 PBG entscheidet die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde Ã¼ber Baugesuche, soweit durch Verordnung nichts anderes bestimmt ist. In Anwendung von § 359 Abs. 1 PBG hat der Regierungsrat die Bauverfahrensverordnung (BauVV) erlassen, welche laut dessen § 7 im Anhang Vorhaben auflistet, die "neben oder anstelle" der baurechtlichen Bewilligung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde der Beurteilung (Bewilligung, Konzession oder Genehmigung) anderer, namentlich kantonaler Stellen bedÃ¼rfen. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie das Verwaltungsgericht bereits in seinem Entscheid vom 6. April 2001 festgehalten hat, besteht nach Art. 22 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG) eine direkte bundesrechtliche Bewilligungspflicht fÃ¼r die Errichtung und Ãnderungen von Bau­ten und Anlagen und als Korrelat hierzu eine bundesrechtliche behÃ¶rdliche <i>PrÃ¼fungspflicht</i> baubewilligungspflichtiger Massnahmen. Der Entscheid der Baudirektion Ã¼ber Bauvorhaben im Perimeter eines Ã¼berkommunal geschÃ¼tzten Ortsbilds (Ziff. 1.4.1. Anhang BauVV) ergeht in Anwendung von § 19 BauVV, d.h. es gilt eine abgekÃ¼rzte Behandlungsfrist von 30 Tagen auch fÃ¼r Vorhaben, die keiner Bewilligung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde bedÃ¼rfen oder im ordentlichen Verfahren behandelt werden (Abs. 1). Wenn die zustÃ¤ndige Stelle innert dieser Behandlungsfrist keine andere Anordnung trifft, so gilt ihre Zustimmung als erteilt (§ 19 Abs. 3 i.V. mit § 13 Abs. 2 BauVV). Dieses Bewilligungsverfahren nach § 19 BauVV erfÃ¼llt die bundesrechtlichen Anforderungen von Art. 22 RPG nicht, garantiert insbesondere nicht die bundesrechtlich verlangte materielle PrÃ¼fung der BaubewilligungsfÃ¤higkeit; denn es ist mit Art. 22 Abs. 2 und 3 RPG von vornherein unvereinbar, eine Bewilligung als erteilt anzunehmen, wenn die BewilligungsbehÃ¶rde innert einer bestimmten Frist keine Anordnung trifft. DemgemÃ¤ss ist auch die â eine Bundesrechtswidrigkeit voraussetzende - Rechtsauffassung zu verwerfen, die ZustÃ¤ndigkeit der Baudirektion gemÃ¤ss Ziff. 1.4.1 Anhang BauVV im Geltungsbereich einer Ã¼berkommunalen Schutzanordnung oder im Geltungsbereich eines Ã¼berkommunalen Inventars betreffend Ortsbildschutz sei <i>ausschliesslich</i> und schliesse die ZustÃ¤ndigkeit der Ã¶rtlichen BaubewilligungsbehÃ¶rden zur Anwendung der kommunalen Kernzonenvorschriften aus. Die bundesrechtlich verlangte materielle PrÃ¼fung eines Bauprojekts wird in solchen FÃ¤llen vielmehr durch das in § 309 ff. PBG festgehaltene baurechtliche Verfahren vor den Ã¶rtlichen BaubewilligungsbehÃ¶rden ga­rantiert. Dass im hier streitigen Bereich die ZustÃ¤ndigkeit der Baudirektion jene der Ã¶rtlichen BaubewilligungsbehÃ¶rde nicht ausschliesst, entspricht offenkundig auch dem VerstÃ¤ndnis der Baudirektion selber, ergeht doch ihre Anordnung (sofern eine solche Ã¼berhaupt getroffen wird) in einer Weise, welche formell und inhaltlich kaum die bundesrechtlich geforderten Anforderungen an einen baurechtlichen Entscheid im Sinn von Art. 22 RPG erfÃ¼llen wÃ¼rde. So auch im vorliegenden Fall, zumal die kantonale Denkmalpflege dem Gemeinderat X am 25. April 2000 mitteilte, dass dem drei Werktage vorher eingegangenen Gesuch "aus unserer Sicht" nichts entgegenstehe und die (bereits ausgefÃ¼hrten) Bauarbeiten im Einvernehmen mit der kantonalen Denkmalpflege auszufÃ¼hren seien. Dieses Schreiben enthÃ¤lt keine genaue Umschreibung des Gegenstand der Zustimmung bildenden Bauobjekts (genaue Bezeichnung der PlÃ¤ne usw.), keine Angaben Ã¼ber die angewendeten massgebenden baugesetzlichen Bestimmungen und auch keine BegrÃ¼ndung der Anordnung. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das Anzeigeverfahren gemÃ¤ss § 19 BauVV wÃ¤re nur dann bundesrechtswidrig, wenn die ZustÃ¤ndigkeit der Baudirektion im Perimeter Ã¼berkommunal geschÃ¼tzter Ortsbilder entsprechend der Rechtsauffassung der Baurekurskommissionen (vgl. BEZ 2000 Nr. 30) als eine alleinige verstanden wÃ¼rde, welche die ZustÃ¤ndigkeit der Ã¶rtlichen BaubewilligungsbehÃ¶rde zur Anwendung sogar (wie hier) ihrer kommunalen Kernzonenvorschrif­­ten ausschliessen wÃ¼rde. Es besteht aber kein Widerspruch zum Bundesrecht, wenn mit dem Verwaltungsgericht die gesetzlichen Bestimmungen so ausgelegt werden, dass die ZustÃ¤ndigkeit der Baudirektion diesbezÃ¼glich die Kompetenzen der Ã¶rtlichen BaubewilligungsbehÃ¶rden nicht ausschliesst, sondern vielmehr ergÃ¤nzt und auf diese Weise die bundes­rechtlich verlangte materielle PrÃ¼fung baubewilligungspflichtiger Massnahmen gesichert ist. Richtiger Ansicht nach lÃ¤sst es das kantonale Recht zu, dass die GemeindebehÃ¶rden mit Bezug auf Bauvorhaben im Perimeter Ã¼berkommunal geschÃ¼tzter Ortsbilder selber ihr kommunales Recht anwenden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission IV scheint ihre Auslegung (auch) mit dem Koordinationsgebot zu begrÃ¼nden. Indessen greift das bundesrechtliche Koordinationsgebot gemÃ¤ss Art. 25a RPG nicht soweit in die kantonale Organisations- und Verfahrenshoheit ein, als sie den Kantonen ausschliessliche BewilligungszustÃ¤ndigkeiten vorschreiben wÃ¼rde (vgl. Art. 25 Abs. 1 RPG). Hingegen dÃ¼rfen VerfÃ¼gungen laut Art. 25a Abs. 3 RPG keine Wider­sprÃ¼che enthalten, was durch die Koordination der VerfÃ¼gungen im Sinn von § 12 BauVV zu gewÃ¤hrleisten ist. Aus all diesen GrÃ¼nden ist die Baudirektion auch nicht "zu einer bundesrechtskonformen Bewilligungsform anzuhalten" (Rekursentscheid E. 5, S. 12). <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zusammengefasst ergibt sich, dass die Baurekurskommission IV zu Unrecht die ZustÃ¤ndigkeit des Gemeinderats X verneint hat, die Kernzonenvorschriften der kommunalen Bau- und Zonenordnung anzuwenden. Dies hat das Verwaltungsgericht bereits im Entscheid vom 6. April 2001 (BEZ 2001 Nr. 19) festgehalten. An diese Rechtsauffassung ist die Baurekurskommission IV gebunden (§ 336 Abs. 1 PBG). Der angefochtene Entscheid ist daher erneut aufzuheben. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Erweist sich ein angefochtener Entscheid als rechtsverletzend, weshalb er aufzuheben ist, so entscheidet das Verwaltungsgericht selbst (§ 63 Abs. 1 VRG) oder weist die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurÃ¼ck (§ 64 Abs. 1 VRG). Welche Art der Prozesserledigung den Vorzug verdient, lÃ¤sst sich nicht allgemein sagen. WÃ¤hrend die ProzessÃ¶konomie fÃ¼r einen Sachentscheid des Verwaltungsgerichts spricht, verlangt der Gedanke des Rechtsschutzes in der Regel eine RÃ¼ckweisung, weil den Parteien sonst eine Instanz verlorenginge. Eine RÃ¼ckweisung entspricht dem gesetzlich vorgeschrie­benen Instanzenzug und ist namentlich dann geboten, wenn wie vorliegend Ermessensentscheide zu treffend sind (RB 1976 Nr. 19; RB 1982 Nr. 42 = ZBl 84/1983 Nr. 41 = ZR 82 Nr. 18). Nachdem aber der Entscheid der Vorinstanz zum zweitenmal aufgehoben werden muss, steht der Grundsatz der ProzessÃ¶konomie im Vordergrund und ist es gerechtfertigt, dass das Verwaltungsgericht die BewilligungsfÃ¤higkeit des Streitobjekts auch materiell beurteilt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Das BaugrundstÃ¼ck Kat.Nr. 2 des privaten Beschwerdegegners ist nach der Bau- und Zonenordnung der Gemeinde X der Kernzone zugeteilt. Laut Art. 7 Abs. 1 BZO sind bei HauptgebÃ¤uden nur SatteldÃ¤cher mit annÃ¤hernd gleicher Neigung von 40 â 50° alter Teilung zulÃ¤ssig (Satz 1). Abgeschleppte DÃ¤cher und Aufschieblinge sind im unteren Drit­tel der DachflÃ¤chen gestattet (Satz 2). Auf Anbauten und besonderen GebÃ¤uden sind auch Pult- und SchleppdÃ¤cher mit einer Neigung von mindestens 20° alter Teilung gestattet (Satz 3). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das GebÃ¤ude Vers.Nr. 1 des privaten Beschwerdegegners verfÃ¼gte nach Darstellung des Gemeinderats X vor dem streitigen Umbau Ã¼ber ein Hauptdach, welches auf der Westseite eine Neigung von minimal 40° alter Teilung aufwies. Streitig ist, ob der Anbau der sog. Schmiede (HauptgebÃ¤ude) unter Art. 7 Abs. 1 Satz 3 BZO zu subsumieren sei, oder ob die ehemalige Schmiede samt Anbau eine Einheit darstellten und sich demzufolge die Dachgestaltung allein nach Art. 7 Abs. 1 Satz 1 und 2 zu richten habe. Der heutige Beschwerdegegner machte in seiner Rekursschrift vom 28. Mai 2000 geltend, der Anbau kÃ¶nne optisch problemlos "weggedacht" werden, wodurch der zentrale Mittelbalken klar als GebÃ¤udezentrum hervortrete. Ausserdem sei auch im Inventar von Schopfanbauten die Rede. Die BeschwerdefÃ¼hrerin stellte dies nicht in Abrede, hielt aber in der Rekursantwort vom 10. Juli 2000 entgegen, das FachwerkgebÃ¤ude mit westlichem und sÃ¼dlichem Schopf prÃ¤sentiere sich in ziemlich ursprÃ¼nglichem Zustand, weshalb das GebÃ¤ude mitsamt Anbau als Einheit zu betrachten sei. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf den Abbildungen im Inventarbeschrieb ist auf der Westseite des Dachs bereits oberhalb der Mitte ein leichter Bruch zu erkennen an der Stelle, wo die Fachwerkfassade in den Schopfanbau Ã¼bergeht. An diesem Punkt wird das Hauptdach abgeschleppt und die Dach­neigung wahrnehmbar flacher. Auch ist hier aufgrund der Fassadengestaltung eine Tren­nung zwischen HauptgebÃ¤ude und Anbau optisch klar zu erkennen. Es spricht mithin einiges dafÃ¼r, den Anbau unter Art. 7 Abs. 1 Satz 3 zu subsumieren und nicht zusammen mit dem HauptgebÃ¤ude als eine Einheit zu begreifen. Wie sich aus den nachfolgenden ErwÃ¤gungen ergibt, kann indessen die Frage der materiellen Baurechtswidrigkeit letztlich offen bleiben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Nach § 341 PBG hat die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde ohne RÃ¼cksicht auf Strafverfahren und Bestrafung den rechtmÃ¤ssigen Zustand herbeizufÃ¼hren. § 341 PBG verlangt seinem Wortlaut entsprechend ohne Vorbehalt, also in allen FÃ¤llen die Anordnung der Wiederherstel­lung des rechtmÃ¤ssigen Zustands. Ein Ermessen, ob die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde tÃ¤tig werden oder ob sie die Sache auf sich beruhen lassen soll, besteht damit grundsÃ¤tzlich nicht (VGr, 13. April 2000, VB.2000.00033; Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 665; FranÃ§ois Ruckstuhl, Ãffentlichrechtliche BaumÃ¤ngel, in: Peter MÃ¼nch/Peter Karlen/Thomas Geiser [Hrsg.], Beraten und Prozessieren in Bausachen, Basel 1998, S. 586, N. 14.63 ff., je auch zum Folgenden). Gleichwohl ist ein Abbruchbefehl nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung einmal dann unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, wenn die Abweichung vom ge­setz­mÃ¤ssigen Zustand gering ist und die berÃ¼hrten allgemeinen Interessen den Schaden, der dem EigentÃ¼mer durch den Abbruch entstÃ¼nde, nicht zu rechtfertigen vermÃ¶gen (BGE 111 Ib 213 E. 6b S. 224; VGr, 12. Juni 1987, ZBl 89/1988, S. 262; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Bd. I, 3. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 865 ff.). Insofern be­steht gleichwohl ein gewisser Ermessensspielraum bei der PrÃ¼fung der Frage, ob Ã¼berhaupt eine Zwangsmassnahme der Situation adÃ¤quat ist. GeringfÃ¼gig ist eine Abweichung vom Erlaubten dann, wenn nur um Weniges von materiellen Vorschriften abgewichen wird und die Abweichung dem Bauherrn keinen oder nur einen geringfÃ¼gigen Nutzen bringt. Liegt eine bedeutendere, also eine erhebliche Abweichung von den materiellen Bauvorschrif­ten vor, kÃ¶nnen nur GrÃ¼nde des Vertrauensschutzes zu einem Verzicht auf die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands fÃ¼hren (RB 1985 Nr. 118 = BEZ 1986 Nr. 22 mit Hinweisen; Haller/Karlen, Rz. 873 ff.). Damit werden hinsichtlich der Abweichung vom Erlaubten zwei TatbestÃ¤nde unterschieden: Einerseits die geringfÃ¼gige, von ihrem Aus­mass her unbedeutende Abweichung vom Erlaubten, die einen Verzicht auf die Wieder­herstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands dann zulÃ¤sst, wenn dem Bauherrn dadurch ein nicht zu rechtfertigender Schaden entstÃ¼nde; anderseits die bedeutendere (erhebliche) Abweichung vom gesetzlichen Zustand, die unter dem Titel von § 341 PBG einzig aus GrÃ¼nden des Vertrauensschutzes Bestand haben kann. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GrÃ¼nde des Vertrauensschutzes stehen der Anordnung, das Dach (auf der Westseite) sei so zu gestalten, dass es den Anforderungen an die Dachneigung fÃ¼r HauptgebÃ¤ude entspricht, nicht entgegen. In seinem Rekurs vom 28. Mai 2000 fÃ¼hrte der heutige private Beschwerdegegner aus, er habe vor Erneuerung des mangelhaften Dachs mit der zustÃ¤ndigen GemeinderÃ¤tin Kontakt aufgenommen, welche ihm zugesichert habe, eine Baubewilligung sei nicht nÃ¶tig. Diese Aussage bezog sich indessen, wie der Gemeinderat glaub­­haft darlegt, offenkundig auf die Neueindeckung des GebÃ¤udes, nicht auf eine Anhebung des Dachs mit Ãnderung der Dachneigung. Der private Beschwerdegegner hÃ¤tte sich als ehemaliger GemeindeprÃ¤sident von X bewusst sein mÃ¼ssen, dass eine Baubewilligung erforderlich ist, sobald er am GebÃ¤ude bauliche Massnahmen trifft wie die Anhebung des Dachs oder die Ãnderung der Dachneigung, welche in der Bauordnung sogar ausdrÃ¼cklich geregelt ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Fehlen von VertrauensschutzgrÃ¼nden Ã¤ndert indessen nichts daran, dass eine (allfÃ¤llige) Abweichung von den Dachgestaltungsvorschriften jedenfalls nicht negativ in Erscheinung tritt und auch im Ãbrigen als geringfÃ¼gig zu qualifizieren ist. Nachdem die Westseite des Dachs schon bisher beim Ãbergang zwischen Fachwerkfassade und Schopf­anbau eine Ãnderung in der Neigung erfahren hatte, weicht die neue Dachgestaltung insoweit kaum von der bisherigen ab. Dass nunmehr auf eine weitere Abschleppung im unteren Drittel verzichtet wird, ist bloss von untergeordneter Bedeutung, da die bisherige untere Ab­schleppung sich in einer nur geringfÃ¼gig niedrigeren Dachneigung bemerkbar machte. Auch sind gewichtige Ã¶ffentliche Interessen, die im vorliegenden Fall trotz der GeringfÃ¼gig­keit des Verstosses die Durchsetzung des materiellen Rechts verlangen wÃ¼rden, nicht ersicht­lich (Haller/Karlen, Rz. 866). Es fragt sich damit einzig, ob der dem Beschwerdegegner vorzuwer­fende bÃ¶se Glaube die streitige Anordnung zu rechtfertigen vermÃ¶ge bzw. ob dem bÃ¶sen Glauben mit der Wiederherstellung Rechnung zu tragen sei. In diesem Zusam­menhang ist festzuhalten, dass bei geringfÃ¼gigen RegelverstÃ¶ssen ein allfÃ¤llig bÃ¶sglÃ¤ubiges Ver­halten der Bauherrschaft fÃ¼r die Frage des Verzichts auf die Wiederherstellung des recht­mÃ¤ssigen Zustands grundsÃ¤tzlich ohne Bedeutung ist. Im Ãbrigen ist zu Gunsten des Be­schwerdegegners davon auszugehen, dass er nicht absichtlich, sondern lediglich (grob) fahr­lÃ¤ssig gehandelt hat. Sofern die neue Dachgestaltung Ã¼berhaupt als baurechtswidrig einzustufen wÃ¤re, erwiese sich somit eine Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands jedenfalls als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Zusammengefasst ergibt sich, dass sowohl der Entscheid der Baurekurskommission IV vom 16. August 2001 als auch der Beschluss des Gemeinderats X vom 9. Mai 2000 aufzuheben sind. Auf eine Korrektur der mÃ¶glicherweise baurechtswidrigen Dachgestaltung ist zu verzichten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Parteien die Rekurskosten je zur HÃ¤lfte zu tragen. Dass sich die Baurekurskommission IV im zweiten Rekursverfahren entgegen § 336 Abs. 1 PBG nicht an die Rechtsauffassung des RÃ¼ckweisungs­entscheids hielt, ist indessen nicht den Parteien anzulasten. Die Kosten dieses Be­schwerdeverfahrens sind daher auf die Gerichtskasse zu nehmen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird im Sinn der ErwÃ¤gungen gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. DemgemÃ¤ss werden der Entscheid der Baurekurskommission IV vom 16. August 2001 und der Beschluss des Gemeinderats X vom 9. Mai 2000 aufgehoben. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>