A bteilung II B -7408/2006 {T 1 /2 } U rteil vom 21. Juni 2007 M itw irkung: R ichterin M aria Am gw erd (Vorsitz), R ichter D avid Aschm ann, R ichter H ans U rech; G erichtsschreiber Said H uber B ticino S.p.A ., vertreten durch R echtsanw alt D r. iur. C orsin L. Blum enthal, Beschw erdeführerin gegen Eidgenössisches Institut für G eistiges Eigentum , Vorinstanz betreffend Schutzverw eigerung betreffend die internationale R egistrierung N r. 806 168 "bticino (fig.)". B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 10. April 2003 m eldete die Beschw erdeführerin bei der O M PI die IR - M arke N r. 806 168 "bticino (fig.)" für folgende W aren an: "Appareils électri- ques et électroniques de com m ande, de régulation, de program m ation, d'autom atisation, de signalisation, de surveillance, d'alarm e, de m esure, de visualisation, de supervision, de test, d'enregistrem ent, de diffusion so- nore; appareils électriques et électroniques de com m ande, de régulation, de transm ission, de réception, de reproduction, de traitem ent et de produc- tion de sons, d'im ages, de données et d'inform ations" (Klasse 9) sow ie "Appareils d'éclairage, appareils d'éclairage électrique" (Klasse 11). D iese W ort-/Bildm arke sieht w ie folgt aus: B. Ausgehend von dieser internationalen R egistrierung m it U rsprungsland Itali- en notifizierte die O M PI am 7. August 2003 die beantragte Schutzausdeh- nung auf die Schw eiz. In der Folge erliess die Vorinstanz am 3. August 2004 eine vollum fängliche provisorische Schutzverw eigerung m it der Begrün- dung, diese M arke w eise auf den Schw eizer Kanton "Tessin" hin und sei da- her für W aren nicht-schw eizerischer H erkunft täuschend. C . M it Schreiben vom 27. O ktober 2004 legte die Beschw erdeführerin der Vor- instanz im W esentlichen dar, das W ortelem ent "ticino" w eise nicht zw angs- läufig auf den gleichnam igen Kanton hin, sondern ebenfalls auf den gleich- nam igen, durch N orditalien fliessenden Fluss. D eshalb erklärte sich die Be- schw erdeführerin m it einer Einschränkung der W arenliste auf Produkte "itali- enischer H erkunft" einverstanden, zum al sie als langjährig etabliertes italie- nisches U nternehm en den Ausdruck "BTIC IN O " auch in der Firm a führe. D . Am 15. D ezem ber 2004 hielt die Vorinstanz unter Berufung auf Lehre und R echtsprechung an ihrer vollum fänglichen Schutzverw eigerung fest m it dem H inw eis, nur eine Einschränkung der W arenliste auf Produkte schw ei- zerischer H erkunft liesse die Täuschungsgefahr entfallen. E. Angesichts zahlreicher w eiterer Schutzverw eigerungen im Zusam m enhang m it anderen internationalen R egistrierungen der Beschw erdeführerin er- suchte diese am 11. M ai 2005 die Vorinstanz, die entsprechenden Verfah- ren N r. 802 650, 802 654, 802 655, 805 264, 805 908, 805 909, 805 910, 805 957, 805 966, 805 967, 806 166, 806 167 und 806 168 zu sistieren. 3 F. Am 8. N ovem ber 2005 bat die Beschw erdeführerin die Vorinstanz um ei- nen definitiven Entscheid bezüglich ihrer M arke N r. 806 168 "bticino (fig.)". G . D iesem Ersuchen kam die Vorinstanz m it Verfügung vom 13. D ezem ber 2005 nach, w obei sie der fraglichen R egistrierung für alle beanspruchten W aren der Klassen 9 und 11 den Schutz in der Schw eiz verw eigerte. H . D agegen erhob die Beschw erdeführerin am 19. Januar 2006 Verw altungs- beschw erde bei der Eidgenössischen R ekurskom m ission für geistiges Ei- gentum (R ekurskom m ission) m it den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben, und es sei "der In- ternationalen R egistrierung 806.168 (fig.) der Schutz in der Schw eiz zu er- teilen". Allenfalls sei das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuw eisen, so- fern die M arke auf "W aren italienischer H erkunft" eingeschränkt w erden m üsse. I. Am 6. M ärz 2006 liess sich die Vorinstanz m it dem Antrag auf kostenfällige Abw eisung der Beschw erde vernehm en. J. Auf Ersuchen der Vorinstanz sistierte die R ekurskom m ission am 12. Juni 2006 das vorliegende Verfahren bis zum Entscheid des Bundegerichts über eine vom EJPD gegen den Entscheid der R ekurskom m ission eingereichte Verw altungsgerichtsbeschw erde betreffend die M arke C O LO R AD O (fig.). K. Am 8. Septem ber 2006 hiess das Bundesgericht diese Verw altungsge- richtsbeschw erde gut (vgl. BG E 132 III 770 C O LO R AD O ). L. M it Verfügung vom 24. N ovem ber 2006 hob die R ekurskom m ission die Sistierung des Verfahrens auf und gab der Beschw erdeführerin G elegen- heit, zum Entscheid des Bundesgerichts Stellung zu nehm en. G leichzeitig w urde den Parteien m itgeteilt, dass die Verfahrensakten zur W eiterbe- handlung ans Bundesverw altungsgericht überm ittelt w ürden. M . M it Schreiben vom 9. Januar 2007 nahm die Beschw erdeführerin zum Ent- scheid des Bundesgerichts Stellung. D abei hielt sie an ihrer Beschw erde vom 19. Januar 2006 und an den darin gestellten Anträgen fest. N . Am 17. Januar 2007 gab das Bundesverw altungsgericht die Ü bernahm e des Verfahrens bekannt und brachte gleichzeitig die Stellungnahm e der Beschw erdeführerin vom 9. Januar 2007 der Vorinstanz zur Kenntnis, w or- auf diese am 12. Februar 2007 unter Verw eis auf ihre bisherigen Eingaben auf eine Vernehm lassung verzichtete.4 O . Auf die dargelegten und w eitere Vorbringen der Parteien w ird, sow eit sie rechtserheblich sind, in den Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D er Entscheid der Vorinstanz stellt eine Verfügung nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsver- fahren dar (Vw VG , SR 172.021). D iese Verfügung w ar bei der R ekurskom - m ission für geistiges Eigentum angefochten, w elche vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (VG G , SR 173.32) am 1. Januar 2007 (vgl. AS 2006 1069) zur Beurteilung der Streitsache sachlich und funktionell zuständig w ar (vgl. Art. 36 Abs. 1 des M arkenschutzgesetzes vom 28. August 1992, M SchG , SR 232.11 [auf- gehoben gem äss Anhang Ziff. 21 des VG G ] i.V.m . Art. 44 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht, das gem äss Art. 31 VG G als Beschw erde- instanz Beschw erden gegen Verfügungen nach Artikel 5 Vw VG beurteilt, ist nach Art. 53 Abs. 2 VG G (i.V.m . Art. 33 Bst. e VG G ) für die Behandlung der vorliegenden Streitsache zuständig, zum al keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G greift. 1.2 D ie Beschw erdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom m en und ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Sie hat zu- dem ein als schutzw ürdig anzuerkennendes Interesse an deren Aufhebung und Änderung, w eshalb sie zur Beschw erde legitim iert ist (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). Eingabefrist und -form sind gew ahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 Vw VG ), der Vertreter hat sich rechtsgenüglich ausgew iesen (Art. 11 Vw VG ), der Kostenvorschuss w urde fristgem äss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 Vw VG ), und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist daher einzutreten. 2. Zw ischen Italien und der Schw eiz gelten das M adrider Abkom m en über die internationale R egistrierung von M arken, revidiert in Stockholm am 14. Juli 1967 (M M A, SR 0.232.112.3) sow ie die Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutz des gew erblichen Eigentum s, revidiert in Stockholm am 14. Juli 1967 (PVÜ , SR 0.232.04). N ach Art. 5 Abs. 1 M M A darf ein Verbandsland einer international registrierten M arke den Schutz nur verw eigern, w enn nach den in der PVÜ genannten Bedingungen ihre Eintragung in das natio- nale R egister verw eigert w erden kann. D as trifft gem äss Art. 6quinquies Bst. B Ziff. 2 und 3 PVÜ nam entlich dann zu, w enn die M arke jeder U nterschei- dungskraft entbehrt, als G em eingut anzusehen ist oder gegen die guten Sitten verstösst, insbesondere zu Täuschungen des Publikum s Anlass gibt. D iese zw ischenstaatliche R egelung entspricht den in Art. 2 M SchG vorgesehenen Ablehnungsgründen, w onach nam entlich Zeichen, die G e-5 m eingut sind (Bst. a), sow ie irreführende Zeichen (Bst. c) vom M arken- schutz ausgeschlossen sind (BG E 128 III 454 E. 2 YU KO N ). 2.1 Irreführend ist eine M arke unter anderem dann, w enn sie eine geografi- sche Angabe enthält oder gar ausschliesslich aus einer geografischen Be- zeichnung besteht, und dam it die Adressaten zur Annahm e verleitet, die W are stam m e aus dem Land oder dem O rt, auf den die Angabe hinw eist, obschon das in W irklichkeit nicht zutrifft. Keine G efahr der Irreführung be- steht dagegen, w enn die geografische Angabe für die beanspruchten W a- ren und D ienstleistungen erkennbar Fantasiecharakter hat, offensichtlich nicht als Produktions-, Fabrikations- oder H andelsort in Frage kom m t, als Typenbezeichnung erkannt w ird oder sich im Verkehr als Kennzeichen für ein bestim m tes U nternehm en durchgesetzt hat (vgl. BG E 132 III 770 E. 2.1 C O LO R AD O , BG E 4A.14/2006 vom 7. D ezem ber 2006 E. 4.1 C H AM P, BG E 128 III 454 E. 2.1 YU KO N , BG E 117 II 327 E. 2 M O N TPAR N ASSE). O b eine geografische Bezeichnung, die als Bestandteil einer M arke ver- w endet w erden soll, zur Täuschung des Publikum s geeignet ist, entschei- det sich nicht allgem ein, sondern hängt von den U m ständen des Einzelfal- les ab. D azu gehören insbesondere die Bekanntheit des W ortes als geo- grafische Angabe und als M arke, tatsächliche oder naheliegende Bezie- hungen zw ischen dieser und zusätzlichen Angaben, w elche die Täu- schungsgefahr erhöhen oder beseitigen können. Entscheidend ist, ob eine M arke beim Publikum eine Ideenverbindung zu einer bestim m ten G egend oder einem bestim m ten O rt hervorruft und so m indestens indirekt die Vor- stellung einer H erkunftsangabe w eckt. In solchen Fällen besteht die G e- fahr der Irreführung, falls die m it dem Zeichen versehenen W aren nicht dort hergestellt w erden (BG E 132 III 770 E. 2.1 C O LO R AD O m it zahlrei- chen H inw eisen, BG E 4A.14/2006 vom 7. D ezem ber 2006 E. 4.1 C H AM P, BG E 128 III 454 E. 2.2 YU KO N ). 2.2 H erkunftsangaben sind nach Art. 47 Abs. 1 M SchG direkte oder indirekte H in- w eise auf die geografische H erkunft von W aren oder D ienstleistungen, ein- schliesslich H inw eisen auf die Beschaffenheit oder Eigenschaften, die m it der H erkunft zusam m enhängen. D er G ebrauch unzutreffender H erkunftsanga- ben ist unzulässig; ebenso der G ebrauch von Bezeichnungen, die m it einer unzutreffenden H erkunftsangabe verw echselbar sind, und von N am en, Adressen oder M arken im Zusam m enhang m it W aren oder D ienstleistungen frem der H erkunft, w enn sich daraus eine Täuschungsgefahr ergibt (Art. 47 Abs. 3 M SchG ). N ach Art. 47 M SchG gilt jede Angabe als H erkunftsangabe, die direkt oder indirekt als H inw eis auf die geografische H erkunft eines Pro- dukts verstanden w ird, und zw ar ohne R ücksicht darauf, ob die geografische H erkunft dem bezeichneten Produkt einen bestim m ten R uf verleiht. D enn der Verkehr soll vor täuschenden oder irreführenden Erw artungen über die geografische H erkunft bew ahrt w erden, auch w enn dam it keine bestim m ten Erw artungen an Q ualität, Eigenschaften oder W ertschätzung der gekenn- zeichneten Produkte gew eckt w erden. D ie Beurteilungskriterien für die G efahr 6 der Täuschung oder Irreführung über die geografische H erkunft sind w eitge- hend dieselben, die für das Irreführungsverbot gem äss Art. 2 Bst. c M SchG gelten (BG E 132 III 770 E. 3.1 C O LO R AD O m it zahlreichen H inw eisen). N icht unter den Begriff der H erkunftsangabe fallen nach Art. 47 Abs. 2 M SchG geografische N am en und Zeichen, die von den m assgebenden Verkehrskreisen nicht als H inw eis auf eine bestim m te H erkunft der W aren oder D ienstleistungen verstanden w erden. D azu gehören insbesondere Fantasiezeichen, w elche von den m assgebenden Abnehm erkreisen - trotz bekanntem geografischem G ehalt - offensichtlich nicht als H inw eis auf die H erkunft einer W are oder D ienstleistung interpretiert w erden (vgl. BG E 128 III 454 E. 2.1.2 YU KO N m it H inw eisen). G em äss bundesgerichtlicher R echtsprechung w erden im G egensatz zu Zeichen des G em eingutes (BG E 129 III 225 E. 5.3 M ASTER PIEC E) G renzfälle irreführender, gegen geltendes R echt, die öffentliche O rdnung oder die guten Sitten verstossende Zeichen nicht zur Eintragung zugelas- sen (BG er in PM M Bl 1994 I S. 76 ALASKA, BG er in PM M BI 1996 S. 25 SAN FR AN C ISC O 49ers). 3. 3.1 D ie Vorinstanz verw eigerte die beantragte Schutzausdehnung der interna- tional registrierten W ort-/Bildm arke N r. 806 168 "bticino (fig.)" im W esentli- chen m it der Begründung, dieses Zeichen w eise nach dem Verständnis der m assgeblichen Schw eizer Abnehm er der beanspruchten W aren auf den Kanton Tessin hin und sei daher für W aren nicht-schw eizerischer H er- kunft täuschend. N ach Auffassung der Vorinstanz erkenne das Schw eizer Publikum im W ort "bticino" die Kantonsbezeichnung "ticino" ohne w eiteres, da in den Lan- desprachen Silben w ie "bti" oder "btic" unbekannt seien und deshalb der Anfangsbuchstabe "b" keinen neuen, einheitlichen G esam teindruck entste- hen lasse. Insofern w erde "bticino" ohne w eiteres als Kom bination von "b" und "ticino" aufgefasst. Für den angesprochenen schw eizerischen D urch- schnittskonsum enten verw eise "ticino" in erster Linie auf die Schw eiz w e- gen des gleichnam igen Kantons w ie auch w egen dessen grössten Flusses. N ur eine Einschränkung der W arenliste auf Produkte schw eizerischer H er- kunft lasse die Täuschungsgefahr entfallen. D es W eiteren hält die Vorinstanz den von der Beschw erdeführerin behaup- teten Bedeutungsw andel ("secondary m eaning") nicht m it dem alleinigen H inw eis als erbracht, dass diese "bticino" in ihrer Firm a führe. 3.2 D em hält die Beschw erdeführerin im W esentlichen entgegen, diese Beur- teilung stelle sie als langjähriges, bestens etabliertes italienisches U nter- nehm en vor grosse w irtschaftliche Schw ierigkeiten, w elche sich sachlich nicht rechtfertigen liessen. In diesem Zusam m enhang bezeichnet die Be-7 schw erdeführerin die Zerlegung ihrer M arke "bticino (fig.)" in den Einzel- buchstaben "b" sow ie die H erkunftsangabe "ticino" als nicht zulässig, zu- m al der Anfangsbuchstabe "b" das G esam tgepräge der M arke stark verän- dere und so den Bestandteil "ticino" in den H intergrund treten lasse. Ferner rügt die Beschw erdeführerin, die Vorinstanz gew ichte nicht genü- gend, dass ihre M arke "bticino" nicht zw angsläufig nur m it dem Kanton Tessin in Verbindung gebracht w erde. Vielm ehr existiere neben diesem Kanton auch ein gleichnam iger Fluss, der in der Schw eiz entspringe und m ehrheitlich durch N orditalien fliesse. Ihre Firm a w ie auch ihre M arken sei- en in Anlehnung an diesen Fluss benannt. Bei dieser M arke gehe der Kon- sum ent nicht davon aus, dass die fraglichen W aren in der Schw eiz herge- stellt w ürden. Einerseits habe ihre H ausm arke eine grosse Bekanntheit er- langt, andererseits verstehe der Konsum ent die M arke infolge der Kongru- enz von M arke und Firm a im Sinne der U nterscheidungs- und H erkunfts- funktion betriebsbezogen und nicht in einem geografischen Sinne. Selbst w enn die geografische Bedeutung überw iegen w ürde, w as nicht zutreffe, stünde nicht der Kanton im Vordergrund, w eil der "ticino" auch ein Fluss in der Schw eiz und in der w irtschaftlich bedeutendsten R egion Italiens sei. D aher entfalle eine Täuschungsgefahr, w enn die W arenliste auf Produkte italienischer H erkunft eingeschränkt w ürde. D es W eiteren fordert die Beschw erdeführerin unter Berufung auf die Praxis der Vorinstanz betreffend die international registrierten M arken D G R H EIN R O D , R H EIN YO G A und R H EIN M ED ITATIO N , dass ihrer M arke auch in der Schw eiz Schutz gew ährt w erde. Abschliessend m acht die Beschw erdeführerin geltend, die spezifischen Apparate, für w elche die M arke "bticino (fig.)" beansprucht w erden, w ürden in der heute globalisierten W irtschaft w eltw eit hergestellt. D eshalb verbin- de das Publikum m it diesen Erzeugnissen keinerlei H erkunftserw artungen, zum al das Tessin für solche W aren, deren Kom ponenten ganz oder teil- w eise w eltw eit hergestellt w ürden, keinen speziellen R uf geniesse. 4. D iese Ü berlegungen der Beschw erdeführerin verm ögen nicht zu überzeugen. 4.1 W ird ausgehend vom G esam teindruck der strittigen W ort-/Bildm arke deren grafische Ausgestaltung in Betracht gezogen, so kann - entgegen der Be- schw erdeführerin - keine R ede davon sein, dass der Anfangsbuchstabe "b" das G esam tgepräge der M arke derart stark verändert, dass der w eitere W ortbestandteil "ticino" in den H intergrund treten w ürde. Im G egenteil fällt auf, dass der Schriftzug "bticino" in dieser W ort-/Bildm arke oben links auf grauem Feld steht, an das ein oranger H orizontalbalken anschliesst. O ptisch ist dieser relativ kleine Schriftzug in ein orange gefärbtes "b" und w eiss aus der grauen G rundfläche hervorstechendes "ticino" aufgegliedert, w obei die- ses w eissgefärbte "ticino" dom inierend als eigenständiger Begriff sofort ins Auge springt. D ass - w ie die Beschw erdeführerin anführt - die strittige M arke 8 als "beticino" oder italienisch "biticino" ausgesprochen w ird, ist bei dieser W ürdigung der grafischen M arkenausgestaltung nicht ausschlaggebend. D er Vorinstanz ist grundsätzlich beizupflichten, dass diese W ort-/Bildm arke hierzulande m angels sprachlich vernünftiger Alternativen als Kom bination von "b" m it der geografischen H erkunftsangabe "ticino" verstanden w ird, nachdem zum indest in den drei dom inierenden Landes- und Am tssprachen der Schw eiz eigenständige, am W ortanfang stehende Silben w ie "bti" oder "btic" nicht vorkom m en. Im U nterschied zur eindeutigen Bezeichnung "R hein" (für den überregionalen, in der Schw eiz entspringenden Fluss) w ird das doppeldeutige "ticino" vom angesprochenen (insbesondere im Tessin w ohnhaften) Schw eizer Publikum vorab als H inw eis auf den Kanton Tessin erkannt (und nicht prim är als H inw eis auf den gleichnam igen Fluss). M it der Vorinstanz ist ferner davon auszugehen, dass insbesondere die grafische Ausgestaltung der strittigen M arke "bticino" im D urchschnittskonsum enten hierzulande direkte gedankliche Assoziationen m it dem Kanton Tessin w e- cken w ird und es keines zusätzlichen G edankenaufw andes bedarf, um darin einen geographischen H inw eis auf diesen Kanton zu finden. M it anderen W orten ist kaum zu erw arten, dass der m assgebliche Schw eizer Abnehm er der beanspruchten W aren bei der W ahrnehm ung der W ort-/Bildm arke "btici- no" w eitergehende historische oder sem antische Ü berlegungen anstellen w ird, um andere m ögliche Sinngehalte von "ticino" zu erschliessen. 4.2 N icht zu folgen ist im übrigen der Auffassung der Beschw erdeführerin, w o- nach das Publikum angesichts der globalisierten W irtschaft m it den bean- spruchten Erzeugnissen der Klassen 9 und 11 keinerlei H erkunftserw artun- gen verbinde (insbesondere w eil das Tessin für solche W aren keinen spe- ziellen R uf geniesse). D iese Sicht verkennt die Tragw eite der bundesge- richtlichen R echtsprechung, w onach gem äss Art. 47 M SchG jede Angabe als H erkunftsangabe gilt, w elche direkt oder indirekt als H inw eis auf die geografische H erkunft eines Produkts verstanden w ird, und zw ar ohne R ücksicht darauf, ob die geografische H erkunft dem bezeichneten Produkt einen bestim m ten R uf verleiht (BG E 132 III 770 E. 3.1 C O LO R AD O ). D enn - w ie das Bundesgericht betont - soll der Verkehr vor täuschenden oder ir- reführenden Erw artungen über die geografische H erkunft bew ahrt w erden, auch w enn dam it keine bestim m ten Erw artungen an Q ualität, Eigenschaf- ten oder W ertschätzung der gekennzeichneten Produkte gew eckt w erden (BG E 132 III 770 E. 3.1 C O LO R AD O ). Vielm ehr ist entgegen der M einung der Beschw erdeführerin m it der Vorin- stanz davon auszugehen, dass das Publikum gerade w egen der globali- sierten W irtschaft der W arenherkunft durchaus Bedeutung beim isst und entsprechende Erw artungen hegt, w eshalb geografische Bezeichnungen anerkannterm assen auch als W irtschaftsgut sehr bedeutsam sind. Für eine konkrete H erkunftserw artung seitens der Konsum enten bedarf es - w ie oben erw ähnt - keines besonderen R ufes der verw endeten H erkunftsanga- be für die in Frage stehenden W aren. Es genügt, w enn die betreffende G e-9 gend als H erkunftsort in Frage kom m t. Für die beanspruchten W aren der Klassen 9 und 11 trifft dies in Bezug auf den Kanton Tessin zu. D iesbezüg- lich w eist die Vorinstanz zu R echt darauf hin, dass die elektronische Indus- trie sow ie der M aschinenbau zu den w ichtigsten W irtschaftszw eigen des Tessin gehört. D ies w ird m it R echt von der Beschw erdeführerin nicht in Fra- ge gestellt. Insofern liegt bei einer Kennzeichnung der von der Beschw erde- führerin beanspruchten Produkten m it "bticino (fig.)" die Erw artungshaltung der Schw eizer Konsum enten nahe, dass solche W aren aus dem Tessin (bzw . aus der Schw eiz) stam m en (vgl. BG E 117 II 327 E. 2a M O N TPAR - N ASSE, letztm als bestätigt in BG E 132 III 770 E. 3.2 C O LO R AD O ). 4.3 D ass die H ausm arke der Beschw erdeführerin "bticino" eine grosse Be- kanntheit erlangt habe, m ag zutreffen. D ieses Faktum erlaubt zw ar den Schluss, dass Schw eizer Abnehm er, w elche das U nternehm en der Be- schw erdeführerin kennen, die M arke "bticino (fig.)" infolge der Kongruenz von M arke und Firm a im Sinne der U nterscheidungs- und H erkunftsfunk- tion betriebsbezogen und nicht in einem geografischen Sinne verstehen w erden. Für alle anderen Abnehm er hierzulande, w elche das U nterneh- m en der Beschw erdeführerin nicht kennen, w ird die Kom bination des oran- gen "b" m it dem w eiss ausgeschriebenen "ticino" den geographischen Zu- sam m enhang m it dem Kanton Tessin nicht ohne w eiteres aufheben und in- sofern "bticino (fig.)" dam it nicht bereits deshalb zu einer schutzfähigen Fantasiebezeichnung m achen. In diesem Zusam m enhang ist der Vorinstanz beizupflichten, dass die Be- schw erdeführerin den behaupteten Bedeutungsw andel von "bticino" nicht m it dem H inw eis erbringen konnte, dass sie als - unbestrittenerm assen - etabliertes italienisches U nternehm en "BTIC IN O " auch in ihrer Firm a führt. W ie die Vorinstanz zu R echt anm erkt, sagt die Ü bereinstim m ung von Fir- m a und M arke nichts über die m it der M arke allfällig verbundenen H er- kunftserw artungen der m assgeblichen Verkehrskreise aus, zum al der G e- brauch einer Firm a als U nternehm enskennzeichen nicht im Zusam m en- hang m it W aren und D ienstleistungen steht, sondern lediglich einen H in- w eis auf den U nternehm ensträger darstellt (C H R ISTO PH W ILLI, in: M arken- schutzgesetz, Kom m entar zum schw eizerischen M arkenrecht unter Be- rücksichtigung des europäischen und internationalen M arkenrechts, Zürich 2002, Art. 47 N . 36). Abgesehen davon legt die Beschw erdeführerin keine Belege vor, um aufzuzeigen, dass ihr Zeichen "bticino (fig.)" im Zusam - m enhang m it den beanspruchten W aren eine zw eite Bedeutung angenom - m en haben könnte, w elche die H erkunftsaussage in den H intergrund rü- cken w ürde, so dass im konkreten Fall eine Irreführungsgefahr als ausge- schlossen erschiene (vgl. BG E 125 III 193 E. 1c BU D W EISER ). 4.4 N ach dem G esagten ist davon auszugehen, dass nach der zu erw artenden W ahrnehm ung der betroffenen Konsum enten hierzulande m it der W ort-/ Bildm arke "bticino (fig.)" die Vorstellung einer H erkunftsangabe gew eckt w ird, w elche m it der G efahr der Irreführung verbunden ist, falls die m it die-10 sem Zeichen versehenen W aren nicht dort hergestellt w erden. Insofern durfte die Vorinstanz, ohne Bundesrecht zu verletzen, verlangen, dass die W arenliste auf Produkte schw eizerischer H erkunft eingeschränkt w erde (vgl. BG E 132 III 770 E. 3.2 C O LO R AD O m it H inw eisen auf die R echtspre- chung und die Kritik in der Lehre). D a sich die Beschw erdeführerin m it ei- ner solchen Einschränkung nicht einverstanden erklärt (hat), kann der strit- tigen W ort-/Bildm arke "bticino (fig.)" die anbegehrte Schutzausdehnung auf die Schw eiz nicht gew ährt w erden. Insofern fällt auch die als Eventual- antrag vorgeschlagene Einschränkung der W arenliste auf Produkte italieni- scher H erkunft ausser Betracht. W ie die Vorinstanz in ihrer einlässlich begründeten Verfügung zutreffend ausführt, liegen hier keine w eiteren U m stände vor, w elche gem äss der in BG E 128 III 454 E. 2.1.1 ff. (YU KO N ) erw ähnten R echtsprechung den irre- führenden C harakters von "bticino (fig.)" entfallen lassen könnten. Auf die entsprechenden Erw ägungen 26 ff. der angefochtenen Verfügung ist daher zu verw eisen. D ie angefochtene Verfügung steht som it m it der für das Bundesverw al- tungsgericht verbindlichen R echtsprechung des Bundesgerichts im Ein- klang (vgl. BG E 132 III 770 E. 2 ff. C O LO R AD O , BG E 4A.14/2006 vom 7. D ezem ber 2006 E. 4.1 C H AM P, je m it H inw eisen). Zw ingende G ründe für eine Änderung dieser R echtsprechung m acht die Beschw erdeführerin nicht geltend. 5. U nbegründet ist schliesslich die von der Beschw erdeführerin verlangte G leichbehandlung m it anerkannten Schutzausdehnungen für die internatio- nal registrierten M arken D G R H EIN R O D , R H EIN YO G A und R H EIN M ED I- TATIO N . Zu R echt w eist die Vorinstanz in ihrer Vernehm lassung auf den unter- schiedlichen Sinngehalt der m it nicht m ehrdeutigen Flussbezeichnungen ausgestatteten M arken R H EIN YO G A (N r. 824 042) oder R H EIN M ED ITA - TIO N (824 044) hin, w elche im m assgeblichen Publikum keine m it "bticino" (vgl. Erw . 4.1) vergleichbaren H erkunftserw artungen w ecken. In Bezug auf die 1996 international registrierte W ort-/Bildm arke D G R H EIN R O D w eist die Vorinstanz darauf hin, dass die entsprechende W arenliste w egen Irrefüh- rungsgefahr auf Produkte deutscher H erkunft eingeschränkt w orden w ar. In- w iefern hier die Vorinstanz hinsichtlich der strittigen W ort-/Bildm arke "bticino (fig.)" eine ungerechtfertigte Praxis verfolgen w ürde, ist nicht ersichtlich und w ird von der Beschw erdeführerin auch nicht einleuchtend erläutert. 6. Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz der internationalen R e- gistrierung der W ort-/Bildm arke "bticino (fig.)" für alle beanspruchten W a- ren der Klassen 9 und 11 den Schutz in der Schw eiz zu R echt verw eigert hat. D ie Beschw erde ist deshalb als unbegründet abzuw eisen.11 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschw erdeführerin die Verfah- renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Spruchgebühr ist nach U m fang und Schw ierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und fi- nanzieller Lage der Parteien zu bestim m en (Art. 63 Abs. 4bis Vw VG , Art. 2 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht, VG KE, SR 173.320.2). In M arkeneintragungsverfahren ist dafür das Interesse der beschw erdeführen- den Partei am Aufw and einer neuen M arkeneintragung und an der Vorberei- tung der M arkteinführung im Fall der R ückw eisung der hängigen M arkenan- m eldung zu veranschlagen. M angels anderer streitw ertrelevanter Angaben ist der U m fang der Streitsache darum nach Erfahrungsw erten auf Fr. 25'000.-- festzulegen (U rteil des Bundesverw altungsgerichts B-7422/2006 vom 3. M ai 2007 E. 11 "G oldrentier [3D ]" m it H inw eisen auf die Lehre). D ie von der Beschw erdeführerin geschuldete G erichtsgebühr ist m it dem von ihr am 30. Januar 2006 geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Eine Parteientschädigung ist der unterliegenden Beschw erdeführerin nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG , Art. 7 Abs. 1 VG KE). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen und die angefochtene Verfügung bestätigt. 2. D ie G erichtsgebühr von Fr. 2'500.-- w ird der Beschw erdeführerin auferlegt und nach R echtskraft dieses U rteils m it dem erhobenen Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- verrechnet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde) - dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent (m it G erichtsurkunde) D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: M aria Am gw erd Said H uber12 R echtsm ittelbelehrung D ieses U rteil kann innert dreissig Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. Versand am : 26. Juni 2007