32 Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht 2018 seinem let zten Arbeitsplatz bei der B AG nicht gesundheitsbedingt eingeschränkt war. Damit ist für die Bemessung des Taggelds auf den dort erwirtschafteten Lohn von monatlich Fr. 5'800.00 (zuzüglich Anteil 13. Monatslohn) abzustellen. 2 Art. 35 A VIG; Art. 57b A VIV Der Höchstanspruch auf Kurzarbeitsentschädigung beurteilt sich inter - temporalrechtlich nach der materiellen Rechtslage respektive der jenigen Fassung der Verordnung, unter welcher sich der rechtserhebliche Sach- verhalt überwiegend ereignet hat. Nicht entscheidend ist demgegen über der Zeitpunkt der Voranmeldung zum Leistungsbezug. Dies ist ver einbar mit dem Zweck der befristeten Verlängerung der Höchstbezugs dauer aus wirtschaftspolitischen Gründen und stellt keine Verletzung des Ver - trauensschutzes dar. Vorliegend war der Höchstanspruch auf Kurzar - beitsentschädigung bereits bezogen, sodass gestützt auf die massgebliche Fassung der Verordnung kein weiterer Anspruch auf Kurzarbeitsentschä- digung bestand. Aus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 2. Kammer, vom 14. August 2018, in Sachen E. AG gegen B. Arbeitslosenkasse (VBE.2018.2, VBE.2018.142, VBE.2018.150). Aus den Erwägungen 1. 1.1. In den angefochtenen Einspracheentscheiden vom 17. Novem- ber 2017 und 19. Januar 2018 verneinte die Beschwerdegegnerin einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Kurzarbeitsentschädi - gung für die Abrechnungsperioden August bis Oktober 2017 und be - gründete dies im Wesent lichen damit, dass die Höchstbezugsdauer von 12 Monaten gemäss Art. 35 Abs. 1 A VIG ausgeschöpft sei. Die 2018 Sozialversicherungsrecht 33 per Ende Juli 2017 befristete Erhöhung der Höchstbezugsdauer auf 18 Monate sei vom Bundesrat nicht ver längert worden, weshalb ab August 2017 kein weiterer Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung bestehe (…). 1.2. Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, der An - spruch auf Kurzarbeitsentschädigung für die Monate August bis Oktober 2017 richte sich n ach der bis zum 31. Juli 2017 geltenden Rechtslage, insbesondere Art. 57b aA VIV . Entsprechend habe sie An- spruch auf Kurzarbeitsentschä digung für bis zu 18 Abrechnungs- perioden. Dies ergebe sich aus der V oranmeldung zum Leistungsbe- zug am 11. Juli 2017, den allgemeinen Grundsätzen über das anwendbare Recht und dem mutmasslichen Willen des Bundesrates. 1.3. Strittig ist somit der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Kurzarbeitsentschädigung für die Abrechnungsperioden August bis Oktober 2017. In diesem Z usammenhang ist vorliegend einzig zu klären, ob für den Leis tungsanspruch auf Kurzarbeitsentschädigung ab dem 1. August 2017 weiterhin Art. 35 Abs. 2 A VIG i.V .m. Art. 57b aA VIV (in Kraft bis 31. Juli 2017, (aA VIV)) anwendbar ist, oder die Anzahl der Abre chnungsperioden für die Leistungsausrich - tung lediglich nach Art. 35 Abs. 1 A VIG zu beurteilen ist, wobei im letzteren Fall bei bereits erreichter Höchstbezugsdauer kein weiterer Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung bestehen würde. 2. 2.1. Gemäss Art. 31 Abs. 1 A VIG haben Arbeitnehmer, deren nor- male Arbeitszeit verkürzt oder deren Arbeit ganz eingestellt ist, An - spruch auf Kurzarbeitsentschädigung, wenn sie für die Versicherung beitragspflichtig sind oder das Mindestalter für die Beitragspflicht in der A HV noch nicht er reicht haben (lit. a), der Arbeitsausfall an - rechenbar ist (lit. b), das Arbeitsverhältnis nicht gekündigt (lit. c) und der Arbeitsausfall voraussichtlich vo rübergehend ist und erwartet werden darf, dass durch Kurzarbeit ihre Ar beitsplätze erhalten wer - den können (lit. d). Die Kurzarbeitsentschädigung beträgt dabei nach 34 Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht 2018 Art. 34 Abs. 1 A VIG 80 % des anrechenbaren Verdienstausfalls i.S.v. Art. 32 A VIG. 2.2. Innerhalb von zwei Jahren wird die Kurzarbeitsentschädigung während höchstens zwö lf Abrechnungsperioden ausgerichtet. Diese Frist gilt für den Betrieb und beginnt mit dem ersten Tag der ersten Abrechnungsperiode, für die Kurzarbeitsentschädigung ausgerichtet wird (Art. 35 Abs. 1 A VIG; BGE 131 V 294 E. 2 f. S. 294 ff. mit Hinweisen). Der Bundesrat kann gemäss Art. 35 Abs. 2 A VIG bei an- dauernder erheblicher Arbeitslosigkeit die Höchstdauer der Leistun - gen allgemein oder für einzelne be sonders hart betroffene Regionen oder Wirtschaftszweige um höchstens sechs Abrechnungsperioden verlängern. Mit Ziff. I der Verordnung vom 13. Januar 2016 verlängerte der Bundesrat gestützt auf Art. 35 Abs. 2 A VIG die Höchstdauer der Kurzarbeitsentschädigung um sechs Abrechnungsperioden (Art. 57b aA VIV in Kraft vom 1. Februar 2016 bis zum 31. Juli 2017; AS 2016 351). Gleichzeitig ver kürzte der Bundesrat die Karenzfrist für den anrechenbaren Arbeitsausfall je Abrechnungsperiode während der Verlängerung der Höchstdauer der Kurzarbeitsentschädigung auf ei - nen Tag ( AS 2016 351 Ziff. I, Art. 50 Abs. 3 aA VIV, in Kraft vom 1. Februar 2016 bis zum 31. Juli 2017). Die Verordnung trat gemäss deren Ziff. II Abs. 1 am 1. Februar 2016 in Kraft. Sie gelte bis zum 31. Juli 2017; danach seien "alle darin enthaltenen Ände rungen hin- fällig" (AS 2016 351, Ziff. II Abs. 2). Mit Verordnung vom 28. Juni 2017 änderte der Bundesrat die A VIV dahingehend, als dass der anrechenbare Arbeitsausfall sich für jede Abrechnungsperiode um einen Karenztag vermindere (Art. 50 Abs. 2 A VIV , in Kraft vom 1. August 2017 bis zum 31. Dezember 2018; AS 2017 3693, Ziff. I). Eine Verlängerung der geänderten Höchstdauer der Kurzarbeits entschädigung wurde vom Bundesrat demgegenüber nicht beschlossen. 2.3. In zeitlicher Hinsicht sind diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 125 V 42 E. 2b S. 44 mit Hinweisen). 2018 Sozialversicherungsrecht 35 2.4. Das Gesetz muss in erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach dem Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm zu Grunde liegenden Wertungen auf der Basis einer teleologischen Verständnis- methode ausgelegt werden. Die Gesetzesauslegung hat sich vom Ge - danken leiten zu lassen, dass nicht schon der Wortlaut die Norm dar - stellt, sondern erst das an Sachverhalten verstandene und konkreti - sierte Gesetz. Geforder t ist die sachlich richtige Entscheidung im normativen Gefüge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis der ratio legis. Dabei befolgt das Bundesge richt einen pragmatischen Methodenpluralismus und lehnt es namentlich ab, die einzelnen Auslegungselemente einer hierarchischen Prioritätsordnung zu unter- stellen (BGE 128 I 34 E. 3b S. 40). Es können auch die Ge setzes- materialien beigezogen werden, wenn sie auf die streitige Frage eine klare Antwort geben und dem Gericht damit weiterhelfen (BGE 136 V 195 E. 7.1 S. 203 mit Hinweis). Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Be - stimmung. V om klaren, d.h. eindeutigen und unmissverständlichen Wortlaut darf nur ausnahmsweise abgewichen werden, u.a. dann nämlich, wenn triftige Gründe dafür vorlieg en, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn der Norm wiedergibt. Solche Gründe können sich aus der Entstehungsge schichte der Bestimmung, aus ihrem Grund und Zweck oder aus dem Zu sammenhang mit andern V or- schriften ergeben (BGE 137 V 126 E. 4.1 S. 129 mit Hinweisen). 2.5. Abgeleitet aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 BV), welcher den Bürger in seinem berechtigten Vertrauen auf be - hördliches Verhalten schützt, können falsche Auskünfte von Verwal- tungsbehörden unter be stimmten V oraussetzungen eine vom ma - teriellen Recht abweichende Behandlung des Rechtsuchenden gebie- ten. Gemäss Rechtsprechung und Lehre ist dies der Fall, 1. wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat; 2. wenn sie für die Er teilung der betreffen - den Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsu chende Person die Behörde aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte; 3. wenn die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weite -36 Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht 2018 res erkennen konnte; 4. wenn sie im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rück - gängig gemacht werden können, und 5. wenn die gesetzliche Ord - nung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat (BGE 131 V 472 E. 5 S. 480 mit Hinweisen). 3. 3.1. Die Frage nach dem Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung beurteilt sich auf Grund der bei Verwirklichung des relevanten Sach- verhalts geltenden Rechtssätze, somit nach den in diesem Zeitpunkt gültig gewese nen Bestimmungen (vgl. E. 2.3.). Hierbei handelt es sich um einen vom Eidgenössischen Versicherungsgericht und dem Bundesgericht wieder holt bestätigten intertemporalen Grundsatz (BGE 126 V 134 E. 4b S. 136 mit Hinweisen). Auszugehen ist im Allgemeinen davon, dass dasjenige materielle Recht zur Anwendung gelangt, unter welchem sich der rechts erhebliche Sachverhalt überwiegend ereignet hat (BGE 126 V 134 E. 4b S. 136; 123 V 28 E. 3a; AHI 19 95 S. 3 ff., 1994 S. 140 f. E. 5, je mit Hinwei sen; UELI KIESER, Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, 2. Aufl. 2016, N. 3/18). V orliegend wirkt sich der durch die Kurzarbeit bewirkte Ar- beits- und somit Lohnausfall (Art. 31 Abs. 1 A VIG) für die Abrech- nungsperioden August bis Oktober erst ab dem 1. August 2017 aus. Der überwiegende und entscheidende Anteil des Sachverhaltes ereig- nete sich daher nach dem 31. Juli 2017, sodass grundsätzlich von der ab 1. August 2017 geltenden Rechtslage auszugehen is t. Der Verord- nung des Bundesrates vom 13. Januar 2016 ist sodann explizit zu entnehmen, dass die befristete Verlängerung der Abrechnungsperiode gemäss Art. 57b aA VIV bzw. "alle darin enthaltenen Änderungen" hinfällig würden. Für eine Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädi - gung von mehr als 12 Abrechnungsperioden über den 31. Juli 2017 hinaus bleibt somit we der für neue noch für laufende Leistungsan - sprüche Platz. Insoweit gilt für die maximale Bezugsdauer von Kurzarbeitsentschädigung ab dem 1. August 2017 nicht mehr Art. 35 Abs. 2 A VIG i.V .m. Art. 57b aA VIV , sondern bloss Art. 35 Abs. 1 A VIG. 2018 Sozialversicherungsrecht 37 Insoweit und unter Berücksichtigung, dass der anrechenbare Lohnausfall erst nachträglich für die konkreten Abrechnungsperioden feststellbar ist (vgl. Art. 39 A VIG), ist hinsichtlich des Leistungsan- spruchs der Beschwer deführerin für die Abrechnungsperioden August bis Oktober 2017 von der ab 1. August 2017 geltenden Rechtslage auszugehen. 3.2. Nicht massgebend sein können demgegenü ber die V oranmel- dung für die Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung vom 11. Juli 2017 bzw. die Verfügungen des Amtes C. vom 13. bzw. 18. Juli 2017 (…), mit welchen unter V orbehalt der Erfüllung der weiteren An - spruchsvoraussetzungen kein Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung erhoben werde. Hierbei handelt es sich le - diglich um eine offene V orprüfung der Anspruchsvoraussetzungen und nur die betriebsbezogenen Anspruchsvoraussetzungen werden eingehend geprüft (Art. 36 A VIG; A VIG-Praxis KAE, G15 f.), wäh- rend die Verfügung betreffend Leistung von Kurzarbeitsentschädi - gungen durch die vom Leistungsansprecher im Rahmen der V oranmeldung zu bezeichnende Arbeitslosenkasse (Art. 36 Abs. 2 lit. c A VIG) erlassen wird (Art. 39 A VIG). Der Gesetzgeber wollte denn auch mit Art. 36 A VIG nicht ein Bewilligungsverfahren für je- den Einzelfall einführen, sondern den Entscheid – auch hinsichtlich der Höchstdauer der Kurzarbeitsentschädigung (Art. 35 A VIG) – der nachfolgend mit dem Anspruch konfrontiert en Arbeitslosen kasse überlassen (vgl. nicht publ. E. 1.2 des Urteils BGE 131 V 294, mit Hinweis auf BGE 124 V 75 E. 4a/bb und BBl 1980 II 595). 3.3. Ausweislich der Akten bezog die Beschwerdeführerin per 1. August 2017 bereits seit Juni 2016 und damit sei t über 12 Mona - ten Kurzarbeitsent schädigung ( …). Die zweijährige Rah menfrist gemäss Art. 35 Abs. 1 A VIG für den Leistungsbezug begann am 1. Juni 2016 und somit vor ausser Kraft treten von Art. 57b aA VIV zu laufen (BGE 131 V 294 E. 2 f. S. 294 ff. mit Hin weisen). Nach der Rechtsprechung ist eine gesetzliche Ordnung dann rückwirkend, wenn sie auf Sachverhalte angewendet wird, die sich abschliessend vor Inkrafttreten des neuen Rechts verwirklicht haben (echte 38 Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht 2018 Rückwirkung; BGE 126 V 134 E. 4a S. 135). V on einer derartigen Sachlage ist vorliegend nicht aus zugehen, zumal die Durchführung der Kurzarbeit nach der Rechtsände rung per 1. August 2017 erfolgte und daher nicht ein vollständig vor der Rechtsänderung per 1. August 2017 abgeschlossener Sachverhalt vor liegt. V on dieser (echten) Rückwirkung zu unterscheiden ist die soge nannte unechte Rückwirkung. Hier findet gemäss Rechtsprechung das neue Recht – gestützt auf Sachverhalte, die früher eingetreten sind und noch an - dauern – lediglich für die Zeit seit Inkr afttreten (ex nunc et pro fu - turo) Anwendung. Diese Rückwirkung ist bei kantonalen Erlassen und bundesrechtlichen Verordnungen grundsätzlich als zulässig zu erachten, sofern ihr nicht wohlerworbene Rechte oder eine anderslautende Übergangsbestimmung entgegenstehen (BGE 126 V 134 E. 4a S. 135 f., 124 III 271 E. 4e, 122 II 124 E. 3b/dd, 122 V 8 E. 3a, 408 E. 3b/aa, KUPFER BUCHER, Rechtsprechung des Bundes - gerichts zum Sozialversicherungs recht, Bundesgesetz über die obli - gatorische Arbeitslosenversicheru ng und Insolvenzentschädi gung, 4. Aufl. 2013, S. 146). Selbst wenn Ziff. II Abs. 2 der Verord nung des Bundesrates vom 13. Januar 2016 (AS 2016 352) intertempo - ralrechtlich nicht dahingehend verstanden würde, als dass im Sinne einer expliziten Übergangsbe stimmung mit dem ausser Kraft treten von Art. 57b aA VIV ab 1. August 2017 unabhängig vom effektiven Beginn der Rahmenfrist kein Anspruch auf mehr als 12 Abrech- nungsperioden bestehe (vgl. E. 3.1.), wäre ein weitergehen der Leistungsanspruch der Beschwerd eführerin übergangsrechtlich nicht denkbar. Auch wenn es sich bei der Kurzarbeitsentschädigung grundsätz- lich um eine Leistung mit vorübergehendem Charakter handelt (vgl. Art. 31 Abs. 1 lit. d A VIG; BORIS RUBIN, Commentaire de la loi sur l’assurance-chômage, 2014, N. 1 zu Art. 35 A VIG), ändert dies nichts daran, dass es sich bei der laufenden Rahmenfrist um einen über die Änderung des Rechts hinaus andauernden Sachverhalt handelt. In ei - ner solchen Kons tellation ist eine sogenannte unecht e Rückwirkung – entgegen den Aus führungen der Beschwerdeführerin (…) – bei bundesrechtlichen Verordnungen zulässig, soweit sie nicht durch ein Bundesgesetz ausdrücklich oder sinngemäss vorgesehen oder unter -2018 Sozialversicherungsrecht 39 sagt ist (BGE 126 V 134 E. 4a S. 135; 124 III 271 E. 4e, 122 II 124 E. 3b/dd, 122 V 8 E. 3a, 122 V 408 E. 3b/aa, je mit Hinweisen). Dem A VIG sind keine diesbe züglich einschlägigen Übergangsbe - stimmungen zu entnehmen. Auch wenn die übergangsrechtlichen Bestimmungen des A TSG herangezogen werden, ergibt sich daraus keine Anwendbarkeit der vor dem 31. Juli 2017 geltenden Verord - nungsbestimmung von Art. 57b aA VIV . Art. 82 Abs. 1 ATSG sieht vor, dass die materiellen Bestimmungen des ATSG auf die bei sei - nem Inkrafttreten laufenden Leistungen und festgesetz ten For de- rungen nicht anwendbar sind. Anknüpfungspunkt für die Anwendung des neuen Rechts bildet dabei der Zeitpunkt des Entscheids über ein bestimmtes Rechtsverhältnis, was in der Regel in Form einer Verfü - gung er folgt. Nicht von primärer Bedeutung is t demgegenüber die Frage, wann sich der mit der Entscheidung beurteilte Sachverhalt zu- getragen hat und ob sich dieser vor Inkrafttreten des A TSG bereits abschliessend verwirk licht hat ( UELI KIESER, A TSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 7 ff. zu Art. 82 A TSG mit Hinweisen). Für die Ab - rechnungsperioden August bis Oktober 2017 erfolgte die verfügungs- weise Abweisung des Leistungsgesuchs erst nach dem 31. Juli 2017. Demnach ergeben sich aus den massgebenden bundesrechtlichen Grundlagen sowie unter Berücksichtig ung der grund sätzlich zulässi- gen unechten Rückwirkung keine Anhaltspunkte, welche für eine Anwendung der bis zum 31. Juli 2017 in Kraft gewesenen Ver ord- nungsbestimmung Art. 57b aA VIV auf den Anspruch auf Kurzar - beitsentschädigung ab dem 1. August 2017 sprechen würden. 3.4. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dies widerspreche dem Zweck der Verordnung des Bundesrates vom 13. Januar 2016 (…), kann dem nicht gefolgt werden. Gemäss Ziff. II der Verordnung des Bundesrates vom 13. Januar 2016 trat di e Verlängerung der Höchstdauer der Kurzarbeits ent- schädigung um sechs Abrechnungsperioden am 1. Februar 2016 in Kraft und galt bis zum 31. Juli 2017, mithin 18 Monate (Art. 57b aA VIV; AS 2016 351 f.). Mit Ab lauf der Befris tung gemäss Ziff. II Abs. 2 „sind alle darin (in der Verord nung vom 13. Januar 2016 ) enthaltenen Änderungen hinfällig. “ (Ziff. II, AS 2016 352). Nach 40 Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht 2018 dem Wortlaut von Ziff. II der Verordnung vom 13. Januar 2016 sollte ein Anspruch auf eine verlängerte Kurzarbeits entschädigung – in Abweichung vom Grundsatz nach Art. 35 Abs. 1 A VIG – lediglich bis zum 31. Juli 2017 andauern und anschliessend wieder der ordentliche Maximalanspruch von 12 Abrechnungsperioden gelten. Der Bundesrat nahm die Aufhebung des Mindestkurses von 1.20 Franken pro Euro für die befristete An wendung von Art. 57b aA VIV zum Anlass (...), um den vom starken Schweizer Franken betroffenen Unternehmen (mehr) Zeit zu ver schaffen, um sich an die neue Ausgangslage bzw. Marktlage anzu passen und al lenfalls neue Ab - satzmärkte zu erschliessen ( …). Inso weit handelte es sich um eine situative und von Anfang an befristete Intervention des Bundesrates im Sinne einer Übergangslösung bis zum 31. Juli 2017. Eine dadurch beabsichtigte Nachwirkung über das genannte Datum hinaus ist – entgegen der Beschwerdeführerin (…) – auch unter Einbezug der bis 31. Dezember 2018 gekürzten Karenz dauer nicht ersichtlich. Diese hat zudem im Unterschied zur Verkür zung der Karenzdauer mit Verordnung vom 13. Januar 2016 eine an dere gesetzliche Grundlage (vgl. AS 2016 351, Ziff. I Art. 50 Abs. 3 aA VIV; AS 2017 3693 Ziff. I Art. 50 Abs. 2 A VIV). 3.5. Ebenso vermag die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten aus der (…) eingereichten Medienmitteilung des Staats sekretariats für Wirtschaft seco vom 31. Mai 2018 abzuleiten. In der betreffenden Medienmitteilung hielt das seco im Wesentlichen fest, dass ab dem 22. August 2018 Gesuche um Kurzarbeitsentschädigung mit der Be - gründung der Frankenstärke nicht mehr anerkannt würden. Demge - genüber ist der – für das Sozialversicherungsgericht ohnehin nicht verbindlichen (vgl. BGE 144 V 195 E. 4.2 mit Hinweisen) – besagten Verwaltungswei sung keine Grundlage zu ent nehmen, welche die Zusprache von Kurzar beitsentschädigung für mehr als 12 Abrechnungsperioden zu re chtfertigen vermöchte. Vielmehr richtet sich ab dem 1. August 2017 der maximale Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung nach Art. 35 Abs. 1 A VIG (vgl. E. 3.1.). Die Medienmitteilung des seco steht denn auch explizit un ter dem V orbehalt der Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen. 2018 Sozialversicherungsrecht 41 3.6. Schliesslich ist entgegen den Ausführungen der Beschwer - deführerin (…) keine Verletzung des Vertrauensschutzes ersichtlich. Die Verlängerung der Höchstdauer der Kurzarbeitsentschä digung gemäss Art. 57b aA VIV wurde vom Bundesrat beim Erlass auf den 31. Juli 2017 befristet (AS 2016 352, Ziff. II Abs. 2), weshalb die Verordnungsbestimmung bereits deshalb keine entsprechende Ver - trauensgrundlage darzu stellen vermag (vgl. E. 2.4.). Ebenso begründen die Verfügungen des Amtes C. keine entsprechende Ver- trauensgrundlage, zumal sie nicht von der Beschwerde gegnerin selbst erlassen wurden (nicht dieselbe Be hörde), jeweils unter dem expliziten V orbehalt der Erfüllung aller (weiteren) Anspruchs - voraussetzungen er folgten und überdies als An hang das Merkblatt „Kurzinformation: Kurzar beitsentschädigung“ vom 5. Juli 2017 enthielten (…). In diesem Merkblatt wurde darauf hingewiesen, dass die Verlängerung der Kurzarbeitsentschädigung vom Bundesrat mit Verordnung vom 28. Juni 2017 (AS 201 7 3693 f.) nicht verlängert worden sei. Schliesslich erfolgte per 1. August 2017 mit dem ausser Kraft treten von Art. 57b aA VIV zusätzlich eine Änderung der gesetzlichen Ordnung, sodass die Berufung auf Vertrauensschutz aus Treu und Glauben (vgl. E. 2.4.) offensichtlich nicht stichhaltig ist. 3.7. Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin hinsichtlich des Höchstanspruchs auf Kurzarbeitsentschädigung der Beschwerde - führerin ab dem 1. August 2017 zu Recht auf Art. 35 Abs. 1 A VIG abgestellt und den in diesem Zeitpunkt ausser Kraft stehenden Art. 57b aA VIV nicht berücksichtigt. Da an die Beschwerdeführerin ausweislich der Akten per 1. August 2017 bereits 12 Abrechnungspe- rioden Kurzarbeitsentschädigung ausgerichtet wurden (…), verneinte die Be schwerdegegnerin einen weitergehenden Leistungsanspruch daher zu Recht. 42 Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht 2018 3 Art. 17 Abs. 1 IVG; Art. 28a Abs. 3 IVG; Art. 27bis IVV Rentenrevision infolge Statuswechsel: Mit der ab 1. Januar 2018 gelten - den Fassung von Art. 27bis IVV und der dadurch geänderten Berechnungsart wurde dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz Rechnung getra - gen. Namentlich fällt die bisherige doppelte Berücksichtigung der Teiler - werbstätigkeit weg. Seither besteht kein Anlass mehr, dem Urteil Di Trizio gleich od er ähnlich gelagerte Fälle generell von einer Revision auszuschliessen, selbst wenn der Statuswechsel die einzige wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG darstellt. Anwendung der gemischten Methode. Aus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 2. Kammer, vom 12. Dezember 2018, i.S. N. L. gegen SV A Aargau, IV-Stelle (VBE.2018.385). Aus den Erwägungen 1. Die Beschwerdegegne rin erachtete mit angefochtener Verfü - gung vom 20. April 2018 einen Revisionsgrund mit der Begründung der familiär bedingten Reduktion der Arbeitszeit von 100 % auf ein 40%iges Pensum als gegeben. Sie nahm dabei implizit auf das IV - Rundschreiben Nr. 372 vo m 9. Januar 2018 Bezug. Demnach führt das seit 1. Januar 2018 anwend bare Modell zur Berechnung des IV - Grades für Teilerwerbstätige mit Auf gabenbereich grundsätzlich nicht mehr zu einer Schlechterstellung gegenüber V ollerwerbstätigen. Folglich könne zukü nftig trotz des Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 2. Februar 2016 in Sachen Di Trizio gegen Schweiz ( 7186/09, nachfolgend: Urteil Di Trizio) der Statuswechsel wieder als möglicher Revisionsgrund herangezogen werden. Demgegenüber hält die Beschwerdeführerin fest, die Anwen - dung der revidierten gemischten Methode führe vorliegend zu einem erheblichen Nachteil in Form des vollständigen Verlusts des Rentenanspruchs. Die geltende Fassung des Art. 27 bis Abs. 3 IVV