<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-05-28-4A_271-2024.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4A_271/2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 28. Mai 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Jametti, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichterin Kiss, </div> <div class="para">Bundesrichter Rüedi, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Tanner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________ AG, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Joachim Breining, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Anfechtung der Kündigung und Erstreckung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss vom </div> <div class="para">29. November 2022 (10/2022/1) und das Urteil </div> <div class="para">vom 2. April 2024 (10/2023/13) des Obergerichts </div> <div class="para">des Kantons Schaffhausen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">A.________ (Kläger, Beschwerdeführer) und C.________ schlossen am 4. April 1997 einen Mietvertrag über eine 3-ZimmerWohnung U.________ in V.________ ab. Ende 2015 übertrug C.________ die Liegenschaft mit dieser Wohnung an die B.________ AG (Beklagte, Beschwerdegegnerin), deren Verwaltungsratsmitglied er ist. </div> <div class="para">Die Beklagte kündigte dieses Mietverhältnis per 31. Oktober 2020. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.a.</b> Am 25. Januar 2021 reichte der Kläger beim Kantonsgericht Schaffhausen eine Klage mit folgendem Rechtsbegehren ein: Es sei die undatierte Kündigung des Mietvertrages für die 3-Zimmer-Wohnung aufzuheben. Eventualiter sei das Mietverhältnis maximal zu erstrecken. </div> <div class="para">An der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung modifizierte der Kläger seine Anträge wie folgt: Es sei die Sache zur Durchführung einer Schlichtungsverhandlung und allenfalls zur Unterbreitung eines Urteilsvorschlages an die Mietschlichtungsstelle zurückzuweisen. Eventualiter sei die Nichtigkeit der undatierten Kündigung festzustellen. Subeventualiter sei die undatierte Kündigung aufzuheben. Subsubeventualiter sei das Mietverhältnis maximal zu erstrecken. </div> <div class="para">Die Beklagte beantragte an der Hauptverhandlung, die Klage sei abzuweisen. Zudem verlangte sie eventualwiderklageweise den Erlass eines sofortigen Ausweisungsbefehls. </div> <div class="para">Mit Urteil vom 17. Dezember 2021 wies das Kantonsgericht den Rückweisungsantrag an die Schlichtungsbehörde ab. Es hob die Kündigung auf und wies die Eventualwiderklage der Beklagten ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.b.</b> Das Obergericht des Kantons Schaffhausen hiess eine dagegen erhobene Berufung mit Beschluss vom 29. November 2022 teilweise gut. Es wies die Angelegenheit zu neuem Entscheid an das Kantonsgericht zurück, damit dieses über die Erstreckung des Mietverhältnisses entscheide. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.c.</b> Das Bundesgericht trat mit Urteil 4A_21/2023 vom 2. März 2023 auf eine vom Kläger dagegen erhobene Beschwerde nicht ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.d.</b> Nach der Rückweisung stellte das Kantonsgericht am 24. April 2023 fest, dass die Kündigung mit Wirkung per 30. November 2020 gültig sei. Zugleich gewährte es dem Kläger eine einmalige Erstreckung seines Mietverhältnisses bis zum 31. Juli 2023. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.e.</b> Der Kläger erhob dagegen erneut Berufung beim Obergericht. Er beantragte, die Sache an die Schlichtungsbehörde, eventualiter an das Kantonsgericht zurückzuweisen. Eventualiter sei die undatierte Kündigung für nichtig zu befinden, subeventualiter sei diese aufzuheben. Subsubeventualiter sei das Mietverhältnis erstmals bis Ende Juli 2024 zu erstrecken. </div> <div class="para">Mit Urteil vom 2. April 2024 wies das Obergericht die Berufung ab, soweit es darauf eintrat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in Zivilsachen beantragt der Beschwerdeführer dem Bundesgericht, das Urteil des Obergerichts vom 2. April 2024 aufzuheben. Die Kündigung des Mietvertrages sei als missbräuchlich aufzuheben. Eventualiter sei die Sache zur neuen Entscheidung an den Kanton Schaffhausen (gemeint wohl: das Obergericht) zurückzuweisen. Zugleich ficht der Beschwerdeführer den Beschluss des Obergerichts vom 29. November 2022 an. </div> <div class="para">In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer, seiner Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. </div> <div class="para">Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob ein Rechtsmittel zulässig ist (vgl. <span class="artref">Art. 29 Abs. 1 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-III-277%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page277">BGE 149 III 277</a> E. 3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-IV-155%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page155">148 IV 155</a> E. 1.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-II-168%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page168">145 II 168</a> E. 1). </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer richtet sein Rechtsmittel zum einen gegen den Beschluss vom 29. November 2022 und zum anderen gegen das Urteil vom 2. April 2024 des Obergerichts des Kantons Schaffhausen. Angefochten werden mit dem Beschluss ein Zwischen- (<span class="artref">Art. 93 BGG</span>) und mit dem Urteil ein Endentscheid (<span class="artref">Art. 90 BGG</span>) einer letzten kantonalen Instanz. In beiden Verfahren hat das Obergericht über dasselbe Mietrechtsbegehren und damit eine der Beschwerde in Zivilsachen unterliegende vermögensrechtliche Angelegenheit entschieden (<span class="artref">Art. 72 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer kann den Beschluss vom 29. November 2022 durch Beschwerde gegen den Endentscheid vom 2. April 2024 anfechten, soweit er sich auf dessen Inhalt auswirkt (<span class="artref">Art. 93 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer hat seine Beschwerde rechtzeitig eingereicht (<span class="artref">Art. 100 Abs. 1 BGG</span>). Der Streitwert beträgt mehr als Fr. 15'000.-- (<span class="artref">Art. 74 Abs. 1 lit. a BGG</span>). Der Beschwerdeführer ist zudem im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen unterlegen (<span class="artref">Art. 76 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para">Unter Vorbehalt einer ausreichenden Begründung (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 und <artref id="CH/173.110/106/2" type="start"></artref>Art. 106 Abs. 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref>) ist auf die Beschwerde somit einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Beschwerden an das Bundesgericht sind hinreichend zu begründen, ansonsten darauf nicht eingetreten werden kann. Dazu muss in der Beschwerdeschrift unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids dargelegt werden, inwiefern dieser Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-86%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page86">BGE 140 III 86</a> E. 2, 115 E. 2). Eine allfällige Verletzung von Grundrechten wird vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft, sondern nur insofern, als eine solche Rüge in der Beschwerde präzise vorgebracht und begründet worden ist (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para">Unerlässlich ist im Hinblick auf <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 und <artref id="CH/173.110/106/2" type="start"></artref>Art. 106 Abs. 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref>, dass die Beschwerde auf die Begründung des angefochtenen Entscheids eingeht und im Einzelnen aufzeigt, worin eine Rechtsverletzung liegt. Die beschwerdeführende Partei soll in der Beschwerdeschrift nicht bloss die Rechtsstandpunkte, die sie im vorinstanzlichen Verfahren eingenommen hat, erneut bekräftigen, sondern mit ihrer Kritik an den als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz ansetzen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-IV-205%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page205">BGE 148 IV 205</a> E. 2.6; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-86%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page86">140 III 86</a> E. 2, 115 E. 2). Die Begründung hat ferner in der Beschwerdeschrift selbst zu erfolgen und der blosse Verweis auf Ausführungen in anderen Rechtsschriften oder auf die Akten reicht nicht aus (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-II-283%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page283">BGE 143 II 283</a> E. 1.2.3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">140 III 115</a> E. 2). Stützt sich der angefochtene Entscheid auf mehrere selbstständige Begründungen, so muss sich die Beschwerde mit jeder einzelnen auseinandersetzen, sonst wird darauf nicht eingetreten (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">BGE 142 III 364</a> E. 2.4 mit Hinweisen; vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-40%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page40">BGE 143 IV 40</a> E. 3.4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Dazu gehören sowohl die Feststellungen über den streitgegenständlichen Lebenssachverhalt als auch jene über den Ablauf des vor- und erstinstanzlichen Verfahrens, also die Feststellungen über den Prozesssachverhalt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-210%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page210">BGE 142 III 210</a> E. 2.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-16%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page16">140 III 16</a> E. 1.3.1 mit Hinweisen; vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-III-405%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page405">BGE 149 III 405</a> E. 4.4). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruht (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 BGG</span>). Überdies muss die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein können (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>). Neue Tatsachen und Beweismittel sind grundsätzlich ausgeschlossen (<span class="artref">Art. 99 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para">Die Partei, welche die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz anfechten will, muss klar und substanziiert aufzeigen, inwiefern diese Voraussetzungen erfüllt sein sollen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-16%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page16">BGE 140 III 16</a> E. 1.3.1 mit Hinweisen). Wenn sie den Sachverhalt ergänzen will, hat sie zudem mit präzisen Aktenhinweisen darzulegen, dass sie entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen prozesskonform eingebracht hat (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-86%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page86">BGE 140 III 86</a> E. 2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Der Beschwerdeführer macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe ihr Kündigungsschreiben nicht datiert. Folglich sei die Kündigung der Wohnung nichtig oder zumindest anfechtbar. </div> <div class="para">Vermieter von Wohn- und Geschäftsräumen müssen schriftlich mit einem vom Kanton genehmigten Formular kündigen. Dieses Formular muss angeben, wie der Mieter vorzugehen hat, wenn er die Kündigung anfechten oder eine Erstreckung des Mietverhältnisses verlangen will (<span class="artref">Art. 266l OR</span>). Dabei umschreibt <span class="artref">Art. 9 Abs. 1 VMWG</span> im Einzelnen, was auf einem solchen Formular stehen muss. Das Ausstelldatum der Kündigung zählt nicht zum zwingend erforderlichen Formularinhalt. Auch das Schriftformerfordernis von <span class="artref">Art. 266l Abs. 1 OR</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 13 Abs. 1 OR</span> begründet keine Pflicht zur Datierung. Die Angabe von Ort oder Zeit ist nur erforderlich, wenn eine entsprechende gesetzliche Vorschrift besteht, wie dies etwa bei einem Testament der Fall ist (<span class="artref">Art. 505 Abs. 1 ZGB</span>; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F95-II-426%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page426">BGE 95 II 426</a> E. 3b). Eine solche Datierungsvorschrift fehlt vorliegend. Das fehlende Datum führt somit nicht zur Ungültigkeit der Kündigung des Mietvertrages. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Der Beschwerdeführer rügt weiter, bei der Gegenpartei liege ein Interessenkonflikt vor. Er habe ihrem Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Dr. Breining, früher einmal im Zusammenhang mit einer Forderung gegen seine Frau zahlreiche Akten zugestellt. Dieser Anwalt mache sich nun das so erworbene Wissen im vorliegenden Verfahren gegen ihn zunutze. Aufgrund dieses Interessenkonflikts sei die Beschwerdegegnerin nicht rechtsgenügend vertreten. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer legt mit seinen pauschalen Ausführungen die genauen Umstände des behaupteten Interessenkonflikts nicht näher dar. Damit erübrigt es sich, auf diesen nicht nachvollziehbaren Vorwurf einzugehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.</b> Sodann rügt der Beschwerdeführer, der Vorsitzende der Schlichtungsbehörde habe die Verhandlung abgebrochen, bevor C.________ seinen Standpunkt habe begründen können. Er habe zudem keine Vergleichsgespräche mit ihnen geführt und ihnen auch keinen Urteilsvorschlag unterbreitet. Vielmehr habe er direkt die Klagebewilligung ausgestellt. Da das Schlichtungsverfahren nicht korrekt durchgeführt worden sei, müsse es wiederholt werden. </div> <div class="para">Die Vorinstanz hat im angefochtenen Urteil vom 2. April 2024 dargelegt, weshalb es auf den Antrag des Beschwerdeführers auf Rückweisung des Verfahrens an die Schlichtungsbehörde nicht eingetreten ist. Der Beschwerdeführer setzt sich mit dieser Begründung nicht auseinander. Stattdessen wiederholt er vor Bundesgericht seine bereits im erstinstanzlichen Verfahren vorgebrachte Sachdarstellung. Damit verfehlt er die gesetzlichen Begründungsanforderungen (siehe vorne E. 2.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.4.</b> Der Beschwerdeführer bringt überdies vor, die Beschwerdegegnerin habe die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist von vier Monaten nicht eingehalten. </div> <div class="para">Soweit er damit sinngemäss geltend macht, die Kündigung sei aufgrund der missachteten Frist unwirksam, kann ihm nicht gefolgt werden: Halten die Mietvertragsparteien die Frist oder den Termin nicht ein, gilt die Kündigung für den nächstmöglichen Termin (<span class="artref">Art. 266a Abs. 2 OR</span>). Eine solche Kündigung ist mit anderen Worten nicht unwirksam. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.5.</b> Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, er habe mit C.________ anfangs April 1997 einen mündlichen Mietkaufvertrag geschlossen. Sie hätten vereinbart, dass dem Beschwerdeführer die Wohnung gehöre, wenn er über die Jahre hinweg Unterhaltsarbeiten an der ganzen Liegenschaft ausführe und Mietzinsen bis zu einem Betrag von maximal Fr. 300'000.-- für die Wohnung bezahle. Gemäss <span class="artref">Art. 11 OR</span> sei auch ein solcher mündlicher Vertrag gültig. </div> <div class="para">Es kann offenbleiben, ob die Parteien einen mündlichen Vertrag mit einem derartigen Inhalt abgeschlossen haben. Selbst wenn dies der Fall wäre, könnte der Beschwerdeführer daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten: Ein solcher Vertrag hätte öffentlich beurkundet werden müssen (<span class="artref"><artref id="CH/220/216/2" type="start"></artref><artref id="CH/220/216/1" type="start"></artref>Art. 216 Abs. 1 und 2 OR</span><artref id="CH/220/216/2" type="end"></artref><artref id="CH/220/2" type="end"></artref>). Der behauptete mündliche Vertrag verschafft dem Beschwerdeführer somit keinen Anspruch auf einen Verbleib in der Wohnung als deren neuer Eigentümer. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.6.</b> Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, die Kündigung sei missbräuchlich. Die Wohnung sei massiv in die Jahre gekommen. So habe sich ihr Spannteppich inzwischen weitgehend aufgelöst. Auch seien die Kochherdplatte und der Backofen defekt. Der Beschwerdeführer habe die Beschwerdegegnerin schon mehrfach erfolglos ersucht, den Mietzins an das inzwischen sehr viel tiefere Hypothekarzinsniveau anzupassen. Er habe C.________ im Sommer 2018 aufgefordert, ihn endlich für die jahrzehntelange Arbeit als sein Handwerker und Hauswart zu entschädigen. Er habe für ihn Arbeit im Wert von Fr. 131'000.-- geleistet, die C.________ bis heute nicht bezahlt habe. </div> <div class="para">Mit diesen pauschalen Vorwürfen, die teilweise auch unzulässige Noven (<span class="artref">Art. 99 Abs. 1 BGG</span>) enthalten, erhebt der Beschwerdeführer appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid. Er setzt sich nicht rechtsgenügend mit dessen Erwägungen auseinander. Folglich sind auch diese Ausführungen unbeachtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.7.</b> Schliesslich wirft der Beschwerdeführer dem Kantonsgericht vor, dieses hätte ihn in seinem Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Nach der Rückweisung durch das Obergericht hätte das Kantonsgericht nicht ohne weitere Verhandlung oder zumindest Abklärungen ein Urteil fällen dürfen. Vielmehr hätte das Kantonsgericht ihn aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes und der richterlichen Fragepflicht zu seiner aktuellen persönlichen Situation anhören müssen. </div> <div class="para">Die Vorinstanz hat sich eingehend mit diesem Vorwurf befasst und ihn widerlegt. Der Beschwerdeführer setzt sich mit den entsprechenden Erwägungen nicht auseinander, sondern wiederholt bloss seine frühere eigene Sachdarstellung. Auch damit verfehlt er die gesetzlichen Begründungsanforderungen (siehe vorne E. 2.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde gegen das Urteil vom 2. April 2024 erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG</span> abzuweisen ist, soweit darauf eingetreten werden kann. Zielführende Rügen gegen den mitangefochtenen Rückweisungsbeschluss vom 29. November 2022 sind nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerde auch insofern erfolglos bleibt. </div> <div class="para">Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren ist wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para">Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Der Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu, da ihr im bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand entstanden ist (<span class="artref">Art. 68 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Schaffhausen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 28. Mai 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Jametti </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Tanner </div> </div></body></html>