Postulat Gadient 292 16 juin 1988 gar nicht erst ratifizieren. Dies treffe selbst bei westeuropäis- chen Staaten zu. Die Schweiz solle via Europarat aktiver werden, um solche Staaten zur Umkehr zu bewegen. Ich bitte Sie im Namen der einstimmigen Kommission, dem Bundesbeschluss zuzustimmen. Gadient: Diese Aenderung ist zu begrüssen, und das Engagement der Schweiz ohne Zweifel sehr gerechtfertigt. Die Schweiz besitzt 12 Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung für Wasservögel. Davon wurde bisher nur eines «Baie du Fanel et du Chablais» am Neuenburgersee sowie zusätzlich die «Bolle di Magadino» dem Abkommen unter- stellt. Nach der Inkraftsetzung des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz der wildlebenden1 Säugetiere und Vögel sollen nun auch die erklärten Absichten in die Tat umgesetzt und die Schutzvoraussetzungen geschaffen wer- den, um die übrigen Feuchtgebiete ebenfalls dem Abkom- men unterstellen zu können. Durch Schaffung eines ständi- gen Sekretariats bei der Internationalen Union für die Erhal- tung der Natur und der natürlichen Reichtümer und eines Komitees sowie eines Dreijahresbudgets wird die Wirksam- keit des Ramsar-Abkommens stark verbessert. Erlauben Sie mir einige Bemerkungen zum Schutz der Zug- vögel vor Fang und Jagd: Wenn ein besserer Schutz der Feuchtgebiete als Rast- und Ueberwinterungsgebiete reali- siert wird, ist es im Grunde genommen ein fataler Wider- spruch, wenn andererseits die in einigen Mittelmeerstaaten zum Teil illegal immer noch praktizierte Jagd sowie der Fang von Zugvögeln ungestört fortgesetzt werden. Das Fan- gen und Abschiessen von Zugvögeln fällt bei der starken Bedrohung vieler Arten durch die Zerstörung der Brutbio- tope, Rastplätze und Winterquartiere zunehmend ins Gewicht. Nach einer Studie des Internationalen Rates für Vogelschutz werden in den Mittelmeerländern jährlich meh- rere Hundertmillionen Vögel geschossen oder gefangen. Dies entspricht schätzungsweise bis 15 Prozent der durch- ziehenden Vögel. Es ist bedenklich, dass diesem Tiermord nicht endlich Einhalt geboten wird. Ich bitte den Bundesrat, seinen Einfluss geltend zu machen, um dieser Forderung zum Durchbruch zu verhelfen. Auch bietet sich im Europarat die Möglichkeit zur Intervention, vielleicht auch aus Anlass der Verabschiedung der heutigen Vereinbarung, zur Inter- vention im Ministerkomitee aber auch in der parlamentari- schen Versammlung, denn die Sünder sind durchwegs Mit- glieder des Europarates. Trotz internationaler Verpflichtun- gen und nationalen Gesetzen werden in verschiedenen Län- dern längst überholte Jagd- und Fangmethoden praktiziert, und diese umfassen das ganze Spektrum an Brutalitäten. Das sind Methoden, die von der Anwendung vom Leimruten bis zur Bestückung mit Vogelfallen und Vogeljägern einer ganzen Insel führen. Noch ein kurzer Hinweis auf das Bonner Uebereinkommen zum Schutz ziehender Arten. Dieses Abkommen, darunter fallen auch die Zugvögel, sollte unbedingt verstärkt werden. Die Schweiz hat dieses Abkommen bisher noch nicht ratifi- ziert und unterzeichnet. Es wäre meines Erachtens zu prü- fen, ob ein Beitritt unseres Landes zum Bonner Abkommen nicht sinnvoll wäre. Ich möchte deshalb Herrn Bundesrat Cotti anfragen, ob er bereit ist, dies zu prüfen. M. Cotti, conseiller fédéral: Je serai très bref, les modifica- tions de détail et de forme que nous vous proposons d'ap- porter à la convention ne soulevant aucune objection de la part de ce conseil, je me bornerai à dire à M. Gadient que le sujet qu'il évoque nous préoccupe aussi. Nous essayons également, dans nos contacts internationaux, de signaler ces problèmes, qui concernent aussi certains pays qui nous entourent. Toutefois, il faut reconnaître que le problème ne pourra réellement être résolu que lorsque l'opinion publique de ces pays se sera convaincue de l'aspect absolument négatif de cette attitude, qui a d'ailleurs une longue histoire. Il me semble d'ailleurs, Monsieur Gadient, que l'opinion publique dans ces différents pays commence à en prendre conscience et je suis de ce fait assez optimiste quant à son évolution, même à court terme. Nous examinons également le problème de la Convention de Bonn à l'échelon du Département de l'intérieur et d'entente avec le Département des affaires étrangères. Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress, Art. 1 und 2 Titre et préambule, art. 1 et 2 Angenommen - Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 29 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Nationalrat - Au Conseil national #ST# 87.958 Postulat Gadient Nationale Identität. Stärkung Renforcer le sentiment d'identité nationale Wortlaut des Postulates vom 10. Dezember 1987 Die Schweiz versteht sich als eine Willensnation, gebildet aus 26 kulturell, konfessionell, soziologisch und wirtschaft- lich vielgestaltigen Kantonen mit vier Sprachregionen. Ein- heit in der Vielfalt ist zur Staatsmaxime geworden. Indes muss nicht nur die Vielfalt geschützt und akzeptiert, son- dern auch die Einheit immer wieder neu gefunden und erarbeitet werden. In den letzten Jahren mehrten sich die zentrifugalen Kräfte: - Im kulturellen Bereich ist einerseits eine Ausrichtung auf mondiale, vorwiegend angelsächsische Werke und Produk- tionen festzustellen, andererseits findet ein Rückzug in par- tikulare kleinräumige Refugien mit Dominanz der Dialekte statt; die Kenntnis der Landessprachen ist rückläufig, gemeinsame Verständigungsbasis ist häufig englisch. - Im Bereiche der elektronischen Medien wachsen auf Kosten der nationalen Identität die Sprachregionen Europas zunehmend zusammen. Die wirtschaftliche Integration Europas und die Aussicht auf den 1992 zu erwartenden Binnenmarkt der EG verschärfen die negativen Folgen des regionalwirtschaftlichen Gefälles in der Schweiz. Die Gefahr struktureller Bereinigungen aus- serhalb des sogenannten goldenen Wirtschafsdreiecks steigt. - In wichtigen politischen Sachgeschäften denken und entscheiden die Angehörigen der verschiedenen Sprachre- gionen häufig unterschiedlich. Dies gilt etwa für die Umwelt- politik (Waldsterben), Verkehrspolitik (Tempolimiten), Energiepolitik (Akzeptanz der Kernenergie). Der Bundesrat wird eingeladen, Massnahmen zur Förde- rung der nationalen Identität auf kulturellem, medienpoliti- schem und wirtschaftlichen Gebiet zu prüfen. Insbesondere schlagen wir die Prüfung folgender Massnahmen vor: 1. Stärkere Integration und ausgeglichenere wirtschaftliche Entwicklung aller Landesteile mittels gezielter Massnahmen in den Bereichen Infrastrukturpolitik (Energie, Telekommu- nikation, Verkehr) des Einkaufswesens und der Personalpo- litik des Bundes. 2. Obligatorisches Semester für höhere Mittelschüler in einer anderen Sprachregion. 3. Verstärkte Vertretung sprachlicher Minderheiten in Exper- tenkommissionen zur Vorbereitung eidgenössischer Vor- lagen.16.Juni 1988 293 Postulat Gadient 4. Förderung audiovisueller Eigenproduktionen, die in der gesamten Schweiz ausgestrahlt werden. Texfe du postulat du 10 décembre 1987 La Suisse, qui s'est constituée en Etat par sa propre volonté, se compose de quatre régions linguistiques qui recouvrent 26 cantons différents du point de vue culturel, confession- nel, sociologique et économique. Cette idée d'unité dans la diversité est devenue un principe d'Etat. Or, il faut non seulement accepter et protéger la diversité, mais encore rechercher et entretenir sans cesse l'unité. Ces dernières années ont été marquées par un affaiblisse- ment croissant du sentiment national: - Dans le domaine culturel, on constate deux grandes ten- dances: d'une part un intérêt croissant pour des oeuvres et des productions internationales et avant tout anglo- saxonnes, et d'autre part un repli sur des espaces plus petits où prédominent le dialecte. Ainsi la connaissance des lan- gues nationales est en régression et la communication entre communautés linguistiques ne peut souvent se faire qu'en anglais. - Les médias électroniques ont pour effet de rapprocher les régions linguistiques d'Europe au détriment de l'identité nationale. - L'intégration économique européenne et les perspectives d'un marché unique pour la CEE prévu pour 1992 accen- tuent les conséquences négatives des différences économi- ques entre les régions de Suisse, et augmentent le danger de voir s'opérer des restructurations en dehors de ce qu'on appelle le «triangle d'or». - Les habitants des différentes régions linguistiques réagis- sent souvent très différemment aux problèmes politiques importants, que ce soit dans les domaines de la protection de l'environnement (dépérissement des forêts), des trans- ports (limitation de vitesse) ou de l'énergie (pour ou contre l'énergie nucléaire). Le Conseil fédéral est invité à examiner l'opportunité de prendre des mesures pour renforcer le sentiment d'identité nationale dans les domaines économique et culturel, ainsi que dans la politique des médias. Nous pensons en particu- lier aux mesures suivantes: 1. Renforcer l'intégration et mieux équilibrer le développe- ment économique de toutes les régions du pays grâce à des mesures ponctuelles prises dans les domaines de l'infras- tructure (énergie, télécommunications, transports), des acquisitions et de la politique du personnel de la Confédéra- tion. 2. Introduire, pour tous les élèves du niveau secondaire supérieur, l'obligation d'effectuer un semestre dans une autre région linguistique du pays. 3. Renforcer la représentation des minorités linguistiques dans les commissions d'experts chargées d'élaborer les projets d'actes législatifs fédéraux. 4. Promouvoir les productions audiovisuelles suisses qui sont diffusées dans tout le pays. Mitunterzeichner - Cosignataires: Béguin, Biihrer, Cavadini, Cavelty, Cottier, Delalay, Dobler, Ducret, Flückiger, Gautier, Huber, Hunziker, Jaggi, Jelmini, Masoni, Meier Hans, Meier Josi J., Piller, Reymond, Rhinow, Roth, Schmid, Schönenberger, Seiler, Simmen, Uhlmann, Weber, Zimmerli.Zumbühl . (29) Gadient: In meinem Postulat gehe ich von der Tatsache aus, dass sich die Schweiz als eine Willensnation versteht, gebil- det aus 26 kulturell, konfessionell, soziologisch und wirt- schaftlich vielgestaltigen Kantonen und vier Sprachregio- nen. Einheit in der Vielfalt ist zur Staatsmaxime geworden. Es muss aber nicht nur die Vielfalt geschützt und akzeptiert, sondern auch die Einheit immer wieder neu gefunden und erarbeitet werden. In den letzten Jahren mehrten sich die zentrifugalen Kräfte. Das ist in wichtigen politischen Sach- geschäften festzustellen, aber ebenso sehr im kulturellen Bereich und in jenem der elektronischen Medien. Beispiele dafür sind im Postulatstext angeführt. Nationalrat Kurt Müller hat in der «NZZ» vom 4./5. April 1987 dazu gesagt: «Nachdem die wachsende internationale Mobilität aber dem nationalen Austausch Abbruch tut, braucht es künftig zweifellos vermehrte Anstrengungen von privaten Organisationen, Gemeinden, Kantonen und schliesslich dem Bund, um der Gefahr eines gleichgültigen Nebeneinanderlebens oder gar Auseinanderdriftehs und zunehmdender Reibungsflächen aus mangelndem Ver- ständnis zu entgehen.» Die dargestellte Entwicklung hat 28 Kollegen bewegt, dieses Postulat mitzuunterzeichnen, darunter sämtliche Vertreter der Romandie, des Kantons Tessin und der Surselva. Im Nationalrat hat Herr Petitpierre ein gleichlautendes Postulat mit 28 Mitunterzeichnern eingereicht. Der Bundesrat wird eingeladen, Massnahmen zur Förde- rung der nationalen Identität auf kulturellem, medienpoliti- schem und wirtschaftlichem Gebiet zu prüfen. Auch werden wie im Postulat konkrete Förderungsmassnahmen ange- regt. An der Pressekonferenz vom 8. Februar 1988 des nationalen Forschungsprogrammes NFP 21 hat Professor Georg Kreis, der Programmleiter, gesagt: «Der Modernisierungsprozess wirkt sich auf die beiden Programmbereiche in doppelter Weise aus. Die kulturelle Vielfalt wird einerseits belebt und gefördert und andererseits gefährdet, d. h. eingeebnet. Und die nationale Identität wird durch die Modernisierung in Frage gestellt und zugleich als Notwendigkeit stets neu bekräftigt. Kulturelle Vielfalt und nationale Identität stehen in einem engen Wechselverhältnis zueinander. Die Erhal- tung der kulturellen Vielfalt ist eine unentbehrliche Voraus- setzung für die Identifikation mit den räumlich übergeordne- ten Bezugsgrössen 'Region', 'Kanton', 'Nation'. Umgekehrt bildet die nationale Identität den nötigen Rahmen für das Gedeihen kultureller Vielfalt.» Gerade letzteres wird im All- tag immer wieder zu wenig beachtet. Als ich das Postulat im Dezember 1987 eingereicht habe, war die erste Runde des NFP 21 noch nicht abgeschlossen. Die exemplarischen Studien, aber noch keine Forschungs- ergebnisse, liegen inzwischen vor. Sie bedürfen indessen der Vertiefung und auch der weiteren Verarbeitung. Das NFP 21 geht aber davon aus, dass die schweizerische Gesellschaft - wie andere vergleichbare Gesellschaften - durch Modernisierungsprozesse einen beschleunigten Wandel erlebt, der in variantenreicher Weise die realen Verhältnisse sowie die Einstellungen zu diesen prägt, wie das Professor Kreis formuliert hat. Dieser manifeste und kontinuierliche Wandel macht die Arbeit ungemein schwer. Eine frühzeitige Information über die exemplarischen Stu- dien war sicher am Platz und ermöglichte es, dass weitere Anregungen in die Arbeit einfliessen könnten. Insbesondere wären fundamentale Anliegen in den von mir aufgelisteten Bereichen - soweit noch nicht berücksichtigt oder bei ver- änderten Verhältnissen - in die Studie einzubeziehen. Vor allem aber müssten rechtzeitig in den einzelnen Sektoren Massnahmen nach Prioritäten, im Sinne des Postulates, vorgeschlagen werden. Auch scheint uns die Koordination der Forschung in Anbe- tracht der Vielzahl von Projekten von grosser Bedeutung. Es sind rund 44 Projekte, die in diesem Kontext bearbeitet werden. Das NFP 21 läuft zwar, aber es dürfte dem Bundes- rat vielleicht doch möglich sein, den nötigen Einfluss auf den üblichen Kanälen geltend zu machen oder allenfalls noch Ergänzungen anzuordnen, soweit er solche als nötig erachtet. Mit der Umsetzung von als angezeigt erscheinenden Mass- nahmen soll zudem nicht unnötig zugewartet werden, etwa mit dem Hinweis auf dieses laufende Programm. Massnah- men eben, die zur Stärkung der nationalen Identität beitra- gen können, müssen aktuelles und stetes Anliegen im politi- schen Alltag, in der Praxis von Verwaltung und Gesetzge- bung bleiben. Ich hoffe auch, dass die elektronischen Medien diesem Problemkreis die entsprechende Beachtung schenken und nicht zuwarten, bis in der Folge die Wissen- schaft offenkundige Fehler nachgewiesen hat.Motion Seiler 294 16 juin 1988 Unser Land erfreut sich einer einmaligen kulturellen Vielfalt, zu der wir nicht genug Sorge tragen können. Aber es ist ohne Zweifel so, wie der mehrfach zitierte Professor Kreis sagte, dass die nationale Identität geradezu den Rahmen für die Erhaltung dieser Vielfalt bildet. Dabei müssen für eine solche Entwicklung allerdings auch entsprechende wirt- schaftliche und verkehrsmässige Voraussetzungen erfüllt sein. Stärkere Integration und ausgeglichenere wirtschaftli- che Entwicklung aller Landesteile mittels gezielter Massnah- men in den Bereichen Infrastruktur, Politik, Energie, Tele- kommunikation, Verkehr, des Einkaufswesens und der Per- sonalpolitik des Bundes sind deshalb vordringlich. Im kulturellen Bereich - damit schliesse ich - geht es haupt- sächlich darum, jener im Postulat zitierten Entwicklung zu begegnen, die zu einem sichtbar gewordenen Verlust des nationalen Empfindens, der Besinnung auf das Gemein- same und den Wert der daraus erwachsenden Kraft, führt. Diese Entwicklung ist in verschiedenen Richtungen festzu- stellen: die Mundartwelle, sogar an den Hochschulen und in den nationalen elektronischen Medien, ein eigentlicher Rückzug in partikulare, kleinräumige Refugien mit Domi- nanz der Dialekte einerseits und Ausrichtung auf mondiale, vorwiegend anglosächsis'che Werke und Produktionen an- dererseits. Zur weiteren Begründung darf ich auf den Postulatstext verweisen. Cotti, consigliere federale: Dirò subito all'on. Gadient che il Consiglio federale considera il suo postulato come estrema- mente importante. Lo inquadra in un discorso che ormai non è iniziato solo nel campo politico ma tocca tutta l'opinione pubblica. Credo che ogni giorno, aprendo i giornali, ci accorgiamo che i temi da Lei segnalati, quelli che toccano la convivenza fra le diverse stirpi, le diverse lingue, le diverse culture nel Paese siano diventati di attualità a livello nazionale. Naturalmente, Lei dice bene, lo è sempre stato, ma ci sem- bra che una particolare sensibilità stia nascendo,a questo proposito. Il Consiglio federale dichiara quindi di accettare, addirittura di accettare volontier!, il Suo postulato. Il postulato tocca aspetti che potremmo definire multidisci- plinari. infatti non si tratta solo di un problema di cultura ma, come Lei dice bene, ci sono dietro dei problemi di carattere economico, di politica regionale che hanno un loro preciso significato prima che si giunga al rapporto specificamente culturale. In questo senso il Consiglio federale intende anche affron- tare i contenuti del postulato in termini multidisciplinari e vedremo nei contatti con gli altri dipartimenti di inseri re tutti i diversi-sono molti-settori che Lei ha voluto indicare qui. Se mi si consente ancora un brevissimo riferimento: Nell'ambito delle linee direttrici, il Consiglio degli stati dovrà discutere la settimana prossima sull'intenzione del Consi- glio federale di dibattere e di approfondire i temi dell'articolo costituzionale sulle lingue e sulla cultura. Se permettete al vostro ministro della cultura, che non sarà qui lunedì prossimo, di spezzare una lancia affinchè le intenzioni del Consiglio federale non siano bloccate all'ini- zio, ebbene lo faccio volontier! e sarei grato al Consiglio degli stati se volesse tenere aperta questa porta e lasciare la luce verde per questi sforzi che stiamo facendo. M. Fliickiger: Je me réjouis de ce que le Conseil fédéral accepte le postulat Gadient que j'ai signé, considérant que les mesures qu'il préconise sont nécessaires et le moment opportunément choisi pour les appliquer. Comme vous, j'ai entendu contester parfois que la Suisse forme une nation en raison des diversités linguistiques et culturelles principalement qui la composent. Or, le senti- ment d'unité nationale s'est forgé à partir de la volonté des différentes entités d'appartenir à un ensemble cohérent au niveau d'objectifs communs. Cependant, on ne peut éviter, au gré d'influences politiques et culturelles extérieures, que naissent et se développent des mouvements centrifuges. De telles tendances ne doivent pas nous laisser indifférents ou encore condescendants. Il convient de veiller à solidifier, en solidarisant encore et toujours l'ensemble du pays. On por- tera donc une attention soutenue aux minorités linguisti- ques en renforçant leur présence dans les organes consulta- tifs et les commissions d'experts préparant les actes fédé- raux. Cultiver nos particularismes régionaux, en soutenant les minorités linguistiques pour mieux résister à la prépondé- rance de la langue anglaise par exemple, n'est paradoxal qu'en apparence. De même, on encouragera la production audiovisuelle suisse diffusable dans les quatre régions lin- guistiques en tant que vecteur de l'identité nationale. L'in- formation pratiquée par le Conseil fédéral, notamment avant, les consultations populaires, doit s'orienter de telle façon que les différences de sensibilité perceptibles selon les régions sur des problèmes importants tels que l'énergie nucléaire et l'environnement soient appréhendées et prises en compte en vue de prévenir les oppositions entre régions linguistiques. Enfin, il convient d'approfondir les moyens de lutter contre les effets négatifs des disparités économiques qui subsistent entre nos cantons. Le renforcement de l'iden- tité nationale passe aussi, c'est certain, par le développe- ment des régions les moins favorisées du pays du point de vue économique. Dans cet ordre d'idées, il y a lieu également de pratiquer une politique équilibrée en matière d'achats et d'engagement du personnel de la Confédération de manière à ce que toutes les régions du pays se sentent concernées. Pour ces motifs, je me réjouis que le Conseil fédéral accepte le postulat Gadient. Ueberwiesen - Transmis #ST# 87.981 Motion Seiler Käsemarkt und Listeriose Listériose et marché du fromage Wortlaut der Motion vom 16. Dezember 1987 Verschiedene Ereignisse der letzten Tage rund um den Käsemarkt haben ein Ausmass angenommen, das nach rasch wirkenden Massnahmen verlangt. Der Bundesrat wird deshalb beauftragt, 1. raschmöglichst einen nationalen Koordinationsstab ein- zusetzen, in dem alle interessierten Kreise (Behörden, Pro- duzenten, Handel, Konsumenten) vertreten sind. Dieser Koordinationsstab soll die Durchführung der nötigen Unter- suchungs-, Bewertungs-, Vollzugs- und Informationsaufga- ben überwachen, aufeinander abstimmen und nötigenfalls selbst wahrnehmen. Er soll insbesondere klare Untersu- chungskriterien und Beurteilungsmassstäbe aufstellen, die auch im internationalen Vergleich standhalten. 2. einheitliche Bewertungsmassstäbe und Vollzugskriterien für alle Kantone zu erlassen. 3. eine koordinierte, kontinuierliche und klare Informations- politik durch die Behörden des Bundes und der Kantone sicherzustellen. Durch die gegenwärtige, teilweise widersprüchliche Lage werden die Konsumenten, die Produzenten und der Handel immer mehr verunsichert. Um den wachsenden Schaden einzudämmen, sind Massnahmen im aufgezeigten Sinne vordringlich. Texte de la motion du 16 décembre 1987 Les événements qui ont touché le marché du fromage ces derniers jours ont pris une ampleur telle qu'il est devenu indispensable d'arrêter des mesures produisant rapidement de l'effet. C'est pourquoi le Conseil fédéral est chargé:Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Gadient Nationale Identität. Stärkung Postulat Gadient Renforcer le sentiment d'identité nationale In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1988 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 08 Séance Seduta Geschäftsnummer 87.958 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 16.06.1988 - 08:00 Date Data Seite 292-294 Page Pagina Ref. No 20 016 584 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.