B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3130/2012 U r t e i l v o m 6 . A u g u s t 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach, mit Zustimmung von Richter Daniel Willisegger; Gerichtsschreiber Linus Sonderegger. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 3. Mai 2012 / N (…). D-3130/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer ist sri -lankischer Staatsbürger tamilischer Ethnie mit letztem Wohnsitz in X._______ (Vavuniya-Distrikt), Sri Lanka. Er rei s- te am 1. April 2009 in die Schweiz ein, wo er am selben Tag im Em p- fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel um Asyl nachsuchte. B. Der Beschwerdeführer wurde am 7. April 2009 zu seiner Person sowie summarisch zu seinen Asylgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). Eine eingehende Anhörung zu den Gründen des Asylgesuchs fand am 24. April 2009 statt. Anlässlich der Befragungen reichte der B e- schwerdeführer seine Identitätskarte zu den Akten. Für die Dauer des Verfahrens wurde er dem Kanton Luzern zugewiesen. C. Anlässlich der beiden Anhörungen machte der Beschwerdeführer folge n- den Sachverhalt geltend: Er sei am (Datum) 2009 verhaftet, ein Tag fest- gehalten und dabei auch misshandelt worden. Schliesslich hätten seine Mutter und der Schuldirektor seine Haftentlassung erwirken können, j e- doch unter der Auflage einer wöchentlichen Meld epflicht. Aus Angst habe er nicht mehr zuhause geschlafen und sich schliesslich zur Flucht en t- schlossen. Am (Datum) 2009 sei er mit dem Zug von X._______ nach Colombo gereist. Am (Datum) 2009 habe er Sri Lanka schliesslich Ric h- tung Schweiz verlassen. D. Mit Verfügung vom 3. Mai 20 12 (Eröffnung am 11. Mai 20 12) stellte das BFM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht e r- fülle, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Asylrel e- vanz des geltend gemachten Vorbringens offensichtlich zu verneinen sei. Der Beschwerdeführer weise ein inexistentes politisches Profil auf, so dass keine Bedrohungslage ersichtlich sei. Schliesslich sei auch der Wegweisungsvollzug zulässig und zumutbar. E. Mit Eingabe vom 10. Juni 2012 (Poststempel) erhob der Beschwerdefüh- rer gegen die ablehnende Verfügung des BFM Beschwerde beim Bu n-D-3130/2012 Seite 3 desverwaltungsgericht. Dabei beantragte er, dass die Verfügung des BFM vollumfänglich aufzuheben und ihm Asyl zu gewähren sei. Eventualiter sei er vorläufig aufzunehmen. Als Begründung wurde ausgeführt, dass er nur dank der Intervention se i- ner Mutter und des Schuldirektors wieder freigelassen worden sei. Sein Name stehe auf der Verdachtsli ste der Regierung. Man würde ihn sehr wahrscheinlich im Falle einer Rückkehr bereits am Flughafen verhaften . Im drohe eine lange Haft und Vernehmungen unter Folter. Sein soziales Beziehungsnetz befinde sich zudem in der Schweiz, so dass er zumi n- dest vorläufig aufzunehmen sei. F. Mit Zwischenverfügung vom 19. Juni 2012 wurde der Beschwerdeführer zur Bezahlung eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 600.– aufge- fordert. Diesen Vorschuss leistete er am 2. Juli 2012 fristgerecht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls – Ausnahme vorbehalten – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG , SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). D-3130/2012 Seite 4 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vo r- liegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summ a- risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch- führung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentl ich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Der Beschwerdeführer machte folgende Asylgründe geltend: Er sei bei einer Razzia am (Datum) 2009 verhaftet worden, da er aus (Jaffna-D-3130/2012 Seite 5 Distrikt) stamme und dies auch in seiner Identitätskarte er sichtlich sei. Aus diesem Grund sei er als Sympathisant der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) verdächtigt worden. Er se i mit verbundenen Augen in ein Militärcamp verbracht und dort nach sein er Unterstützung der LTTE be- fragt worden . Dabei sei er auch geschlagen worden. Seine Mutter und sein Schuldirektor hätten sich für ihn eingesetzt, so dass er am nächsten Tag wieder freigelassen worden sei. Mit der Entlassung sei die Auflage verbunden gewes en, sich wöchentlich im Militär -Camp zu melden. Aus Angst habe er nachts nicht mehr zuhause geschlafen, da viele Jugendl i- che entführt und getötet worden seien. 5.2 Das BFM begründet seine ablehnende Verfügung damit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers offensichtlich keine Asylrelevanz au f- weisen würden. Die Vorbringen müssten im Lichte der damaligen Bürge r- kriegssituation gewürdigt werden. Seit dem Ende der kriegerischen Au s- einandersetzung im Mai 2009 habe sich die Lage jedoch entspannt. Zwar setze die sri -lankische Regierung immer noch alles daran, ein Wiedere r- starken der LTTE zu verhindern, so dass gegen ehemalige Kämpfer und Führungspersönlichkeiten der Bewegung vorgegangen werde. Der B e- schwerdeführer habe jedoch nicht geltend gemacht, ein aktives oder s o- gar führendes Mitglied der LTTE gewesen zu sein. Überdies sei er auch nach einem Tag in Haft wieder freigelassen worden, was bestätige, dass er nicht ernsthaft unter Verdacht stehe, die Sicherheit des sri -lankischen Staates zu gefährden. Aufgrund dieses inexistenten politischen Profils sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zum jetzigen Zei t- punkt einer asylrelevanten Gefährdung ausgesetzt sei. 5.3 In der Beschwerdeschrift wird den Ausführungen des BFM entgege n- gehalten, dass der Beschwerdeführer nur aufgrund einer Intervention sei- ner Mutter und des Schulleiters wieder freigelassen worden sei, während andere Verdächtige aus seiner Gegend spurlos verschwunden seien. Sein Name stehe auf einer Verdachtsliste, was durch die ihm auferlegte wöchentliche Meldepflicht bestätigt werde. Durch seine Flucht in die Schweiz und das Nichtwahrnehmen der wöchentlichen Meldepflicht habe sich der Verdacht seitens der Behörden noch verstärkt. Schliesslich ma- che ihn auch der Aufent halt in der Schweiz in den Augen der B ehörden verdächtig, ein LTTE-Aktivist zu sein. Eine Rückkehr nach Sri Lanka wäre deshalb lebensgefährlich. Man würde ihn sofort nach der Einreise längere Zeit in Haft nehmen, was mit harten Verhören und Folterungen verbunden wäre. D-3130/2012 Seite 6 5.4 Das Gericht teilt die Auffassung des BFM, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers keine Asylrelevanz aufweisen. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in seinem Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 vertieft mir der Lage in Sri Lanka auseinandergesetzt. Darin definierte das Ger icht Personenkreise, deren Zugehörige einer e r- höhten Verfolgungsgefahr unterliegen. Darunter fallen insbesondere Pe r- sonen, die auch nach Beendigung des Bürgerkrieges verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen bzw. gestanden zu haben (BVGE 2011/24 E. 7.7 f.). Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, selber Mitglied der LTTE g e- wesen zu sein, sondern dass er als aus (Jaffna-Distrikt) stammender Zu- züger in X._______ generell verdächtigt werde, mit de n LTTE in Verbi n- dung zu stehen. Dem Bundesverwa ltungsgericht ist nicht bekannt, dass aus (Jaffna- Distrikt) stammende Tamilen in X._______ oder im übrigen Staatsgebiet von Sri Lanka generell Verfolgungsmassnahmen zu befürchten hätten, so dass eine asylrelevan te Gefährdung allein aufgrund dieses Umstande s ausgeschlossen werden kann. Zu Recht attestierte das BFM dem Beschwerdeführer ein inexistentes po- litisches Profil, was im Übrigen auch in der Beschwerdeschrift explizit a n- erkannt wird. Der Beschwerdeführer wurde überdies bereits nach eintäg i- ger Haftdauer wieder freigelassen, was gegen die Annahme spricht, de m Beschwerdeführer werde von den Behörden eine ernstzunehmende Ver- bindung zu den LTTE unterstellt. Zu beachten ist auch, dass sich seit Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 die politische Lage in S ri Lanka fortlaufend entspannt und ve r- bessert hat. Deshalb erscheint es höchst unwahrscheinlich, dass der B e- schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka Gefahr laufen würde, von den sri-lankischen Sicherheitskräften in asylrelevanter Weise verfolgt zu werden. 5.5 Bei der Beurteilung der Frage, ob jemand einer konkreten Gefäh r- dung ausgesetzt ist , ist auch zu be rücksichtigen, dass die sri-lankischen Behörden abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden möglicherweise na- he Kontakte zu LTTE -Kadern un terstellen. Ein genereller Verdacht b e- steht jedoch nicht , so dass die Einschätzung einer diesbezüglich geart e- ten Gefahr vielmehr von den individuellen Gegebenheiten im Einzelfall D-3130/2012 Seite 7 abhängt und somit fallweise geprüft werden muss. Je näher die betre f- fende Person in das Umfeld einer Risikogruppen gerät, desto höher muss die Gefahr eingeschätzt werden, seitens der sri -lankischen Behörden der Entfaltung missliebiger politischer Kontakte respektive Tätigkeiten bezich- tigt und in der Folge in asylbeachtlichem Ausmass verfolgt zu we rden (BVGE 2011/24 E. 8.4). Die Verfahrensakten lassen nicht darauf schliessen, der Beschwerdefü h- rer habe während seines Aufenthaltes in der Schweiz nahe Kontakte zu den LTTE respektive einem LTTE -Kader unterhalten. Auch der in der Schweiz vorläufig aufgen ommene Vater, zu dem der Beschwerdeführer intensive Kontakte unterhält, weist kein Profil auf, welches auf eine G e- fährdung des Beschwerdeführers schliessen lassen könnte. Somit ist nicht ersichtlich, was diesen in den Augen der Behörden über ein allg e- meines Misstrauen gegenüber Heimkehrenden hinaus verdächtig m a- chen könnte. Schliesslich sind auch den beigezogenen Akten betreffend den Vater des Beschwerdeführers (B._______, N (…)) keine Anhaltspunkte zu entne h- men, die auf eine Gefähr dungslage des Beschwerdeführers schliessen lassen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). D-3130/2012 Seite 8 7.2 Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu bew eisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Au s- länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8. 8.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 8.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (A rt. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art . 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreih eiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3 Die Vorinstanz weist in der angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen . Dies ist beim Beschwerdeführer zu verneinen. Eine Rückkehr in de n Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 8.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh- rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes D-3130/2012 Seite 9 für Menschenrechte (EGMR) sowie jener de s UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behand- lung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. NA. v. United Kin g- dom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008; P .K. v. Denmark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011; T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 ; E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Der Gerichtshof unterstreicht, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung; vielmehr müsse der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befr a- gung ein Interesse. Das Vorliegen einer Misshandlungsgefahr ist mit Verweis auf die obigen Ausführungen zu verneinen (vgl. Erwägung 5.4 f.). 8.5 Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig e r- scheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 9. 9.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewal t und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.2 Mit Grundsatzurteil BVGE 2011/24 vom 27. Oktober 2011 aktualisierte das Bund esverwaltungsgericht die Lageanalyse Sri Lankas und passte die Wegweisungspraxis an. In Bezug auf die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist das Gericht dabei hinsichtlich des Jaffna-Distrikts und des südlichen Teils D-3130/2012 Seite 10 des Vavuniya-Distrikts – aus welchem der Beschwerdeführer stammt bzw. wo er zuletzt Wohnsitz hatte – im Wesentlichen zu folgender Einschä t- zung gelangt (BVGE 2011/24. E. 13.2.1): Die Lage in diesen Gebieten hat sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich gebessert, und die Verso r- gungslage ist entspannt. Die Polizei - und Zivilbehörden haben ihre Funk- tionen und Tätigkeiten wieder aufgenommen beziehungsweise von den Militärbehörden übernommen. Es herrscht hier keine Si tuation allgemei- ner Gewalt, und die politische Lage ist nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr hierhin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste. Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage ist aber im Hinblick auf den Vollzug der Wegweisung in di e- se Gebiete eine sorgfältige, zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien vorzunehmen. Dabei ist neben allgemeinen Fakto- ren (wie sozio -ökonomischen und medizinischen Aspekten usw.) auch dem zeitlichen Element gebühren d Rechnung zu tragen (a.a.O. E. 13.2.1.1). 9.3 Das BFM erachtete den Wegweisungsvollzug als zumutbar, da der Beschwerdeführer aus Z._______ (Jaffna-Distrikt) stamme und von 2003 bis zur Ausreise in X._______ (Vavuniya-Distrikt) gelebt habe und die dort herrschende Sicherheitslage nicht gegen den Vollzug spräche. Überdies seien auch keine individuellen Gründe ersichtlich, die dem Vollzug entg e- genstehen würden. Der Beschwerdeführer habe den grössten Teil seines Lebens in Sri Lanka verbracht und dort eine gute Schulbildung genossen. Zudem verfüge er in Sri Lanka über ein soziales und familiäres Bezi e- hungsnetz. 9.4 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, dass er zwar über eine gute Schulbildung verfüge, sich aber sein soziales Beziehung s- netz nunmehr in der Schweiz bei seinem Vater und seinen Freunden b e- finde. 9.5 Der Beschwerdeführer stammt aus Z._______ (Jaffna-Distrikt), wo er von seiner Geburt bis 2003 lebte. Anschliessend wohnte er zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester bis zu seiner Ausreise in X._______ (Vavuniya-Distrikt) (vgl. act. A7/15 F7 bis F9). Neben Mutter und Schwester, welche ein problemloses Leben führen (a.a.O. F 42), be- finden sich weitere Verwandten in Sri Lanka (a.a.O. F10 bis 15). Der Be- schwerdeführer hat keine gesundheitlichen Beschwerden (a.a.O. F41). Er besuchte für elf Jahre die Schule, zuletzt auf A -Level-Stufe, jedoch ohne D-3130/2012 Seite 11 Abschluss (die Abschlussprüfungen wären (Datum) gewesen). Er verfügt allerdings über keine Berufserfahrung (act. A1/10 § 8). Vorweg ist zu bemerken, dass der vom Beschwerdeführer geltend g e- machte Umstand, dass sich sein Lebensmittelpunkt nunmehr in der Schweiz befinde, für die Beurteilung der Zumutbarkeit unbeachtlich ist. Der Beschwerdeschrift sind keine Anhaltspunkte zu entnehmen, dass sich an der soeben skiz zierten Sachlage etwas geändert h ätte. Aufgrund des jungen Alters, der guten Gesundheit, der soliden Schuldbildung sowie der sozialen Verhältnisse im Heimatland ist der Vollzug der Wegweisung als zumutbar zu erachten. 9.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 10. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten f ällt ei- ne Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]) . Sie sind mit dem geleisteten Kostenvo r- schuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-3130/2012 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Linus Sonderegger Versand: