<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Lawsearch Cache - AGVE 2011 2 S. 207</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Gesundheitsrecht und Adoption</span> <span class="page_no">207</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>IX. Gesundheitsrecht und Adoption</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>52 Zweckentfremdung und Veräusserung von Spitalanlagen und -liegen-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>schaften (§ 14 Abs. 6 SpiG)</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Die Entlassung einer Einrichtung aus dem staatlichen Leistungsauftrag</b></span><br/> <span class="ft2"><b>und die Verwendung von Anlagen und Liegenschaften in tatsächlicher</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Hinsicht für eine Nutzung, die nicht mehr auf einem Leistungsauftrag</b></span><br/> <span class="ft2"><b>gemäss kantonaler Spitalkonzeption beruht, stellen eine Zweckentfrem-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>dung im Sinne von § 14 Abs. 6 SpiG und § 9 Abs. 2 SpiV dar.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Urteil des Verwaltungsgerichts, 4. Kammer, vom 6. Juli 2011 in Sachen A.</span><br/> <span class="ft3">gegen Regierungsrat (WBE.2008.14).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">3.</span><br/> <span class="ft5">3.1.</span><br/> <span class="ft5">Die Vorinstanz hat die Zweckentfremdung gemäss § 9 der</span><br/> <span class="ft5">Spitalverordnung (SpiV; SAR 331.211) sowohl nach der Fassung</span><br/> <span class="ft5">vom 26. Mai 2004 wie jener vom 13. September 2006 bejaht. Sie hat</span><br/> <span class="ft5">u. a. erwogen, dass mit der Aufhebung des Spitalstandorts D. der</span><br/> <span class="ft5">Leistungsauftrag der Beschwerdeführerin im Rahmen der kantonalen</span><br/> <span class="ft5">Spitalkonzeption entfallen sei. Die B. sei nicht Teil der kantonalen</span><br/> <span class="ft5">Spitalversorgung, sondern lediglich aus gesundheitspolitischen Grün-</span><br/> <span class="ft5">den im Besitz einer Betriebsbewilligung. Die Verwendung der Anla-</span><br/> <span class="ft5">gen und Liegenschaften sowie Teilen davon entspreche nicht mehr</span><br/> <span class="ft5">dem ursprünglichen Subventionszweck. In der Vernehmlassung wird</span><br/> <span class="ft5">ergänzt, dass von einer Einbettung der B. in die kantonale Spitalkon-</span><br/> <span class="ft5">zeption keine Rede sein könne. Die B. betreibe ein Ambulatorium</span><br/> <span class="ft5">bzw. eine teilstationäre Einrichtung ohne einen kantonalen Versor-</span><br/> <span class="ft5">gungsauftrag.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">208</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">3.2.</span><br/> <span class="ft5">Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist der Begriff der</span><br/> <span class="ft5">Zweckentfremdung in § 14 Abs. 6 des Spitalgesetzes vom 25. Feb-</span><br/> <span class="ft5">ruar 2003 (SpiG; SAR 331.200) nicht definiert und dahingehend</span><br/> <span class="ft5">auszulegen, dass der in Frage stehende Vermögenswert nicht mehr</span><br/> <span class="ft5">seinem ursprünglichen Zweck diene und damit einer anders gearteten</span><br/> <span class="ft5">Nutzung zugeführt werde. Dies treffe aber sowohl auf C. als auch auf</span><br/> <span class="ft5">die B. nicht zu. Der einzige Unterschied zur früheren Nutzung beste-</span><br/> <span class="ft5">he darin, dass das Spital D. eine stationäre Einrichtung gewesen sei,</span><br/> <span class="ft5">während es sich beim B. um eine Tagesklinik bzw. eine teilstationäre</span><br/> <span class="ft5">Einrichtung handle. Art. 25 KVG sehe dieselben Leistungen für den</span><br/> <span class="ft5">stationären Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung eines Spitals als</span><br/> <span class="ft5">auch für den Aufenthalt in einer teilstationären Einrichtung vor.</span><br/> <span class="ft5">Selbst der Regierungsrat habe in der Betriebsbewilligung vom</span><br/> <span class="ft5">29. Juni 2005 der B. die zweckentsprechende Benützung der Infra-</span><br/> <span class="ft5">struktur des Spitals attestiert. Die B. sei schliesslich wie das vorma-</span><br/> <span class="ft5">lige Spital in eine staatliche Tarifordnung eingebunden. Die Gebäude</span><br/> <span class="ft5">und Anlagen würden weiterhin demselben Zweck dienen. Der Grosse</span><br/> <span class="ft5">Rat habe in seinem Beschluss vom 8. März 2005 dem Regierungsrat</span><br/> <span class="ft5">den Auftrag erteilt, die Voraussetzungen für den Betrieb eines priva-</span><br/> <span class="ft5">ten medizinischen Zentrums zu schaffen. Dieses sei in die Spitalkon-</span><br/> <span class="ft5">zeption einbezogen und habe einen Leistungsauftrag für teilstationä-</span><br/> <span class="ft5">re Medizin erhalten. Eine Zweckentfremdung liege daher nach der</span><br/> <span class="ft5">Definition von § 9 Abs. 2 aSpiV unter diesen Umständen nicht vor.</span><br/> <span class="ft5">Die ab 13. September 2006 geltende Fassung dieser Bestimmung</span><br/> <span class="ft5">komme infolge unzulässiger Rückwirkung nicht zur Anwendung. Die</span><br/> <span class="ft5">Verordnungsänderung sei im Übrigen Beleg dafür, dass § 9 SpiV in</span><br/> <span class="ft5">der ab 1. Januar 2004 geltenden Fassung keine ausreichende</span><br/> <span class="ft5">Rechtsgrundlage für Rückforderungsansprüche sei.</span><br/> <span class="ft5">3.3.</span><br/> <span class="ft5">Ausgangspunkt für die Prüfung einer Zweckentfremdung ist</span><br/> <span class="ft5">§ 14 Abs. 6 SpiG. Nach dieser Bestimmung fällt bei einer Zweckent-</span><br/> <span class="ft5">fremdung oder Veräusserung der Anlagen und Liegenschaften der</span><br/> <span class="ft5">Ertrag dem Kanton zu. Anknüpfungspunkt ist damit der ursprüng-</span><br/> <span class="ft5">liche Zweck der Subvention, d. h. vorliegend die Zweckbestimmung,</span><br/> <span class="ft5">welche mit der vom Kanton ausgerichteten Subventionen und den</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Gesundheitsrecht und Adoption</span> <span class="page_no">209</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">damit bezahlten Bauten und Anlagen verknüpft war. Für die Zweck-</span><br/> <span class="ft5">bestimmung der Subvention massgebend ist § 4 Abs. 1 des alten</span><br/> <span class="ft5">Spitalgesetzes, wonach der Staat im Rahmen der kantonalen Spital-</span><br/> <span class="ft5">konzeption <i>Spitäler</i> unterstützt, die u.a. durch Stiftungen mit ge-</span><br/> <span class="ft5">meinnützigem Zweck betrieben werden und der Staat die Kosten für</span><br/> <span class="ft5">Neu-, Um- und Erweiterungsbauten trägt (§ 5 Abs. 1 aSpiG). Gemäss</span><br/> <span class="ft5">§ 4a Abs. 1 aSpiG gehörte die Beschwerdeführerin zu den beitrags-</span><br/> <span class="ft5">berechtigten Spitälern. Die subventionsrechtliche Zweckentfremdung</span><br/> <span class="ft5">besteht daher in der Entlassung der Beschwerdeführerin zur Führung</span><br/> <span class="ft5">des beitragsberechtigten Spitals D. aus dem staatlichen Leistungsauf-</span><br/> <span class="ft5">trag und in tatsächlicher Hinsicht in der Verwendung der Anlagen</span><br/> <span class="ft5">und Liegenschaften für eine Nutzung, die nicht mehr auf einem</span><br/> <span class="ft5">Leistungsauftrag gemäss kantonaler Spitalkonzeption beruht. Dieser</span><br/> <span class="ft5">Tatbestand wird in § 9 Abs. 3 SpiV in der Fassung vom 26. Mai 2004</span><br/> <span class="ft5">auch ausdrücklich festgehalten. Die Bestimmung präzisiert, was im</span><br/> <span class="ft5">Subventionsverhältnis zwischen den beitragsberechtigten Spitälern</span><br/> <span class="ft5">als (Subventions-) Empfänger der Finanzhilfe und dem Kanton als</span><br/> <span class="ft5">Subvenienten ohnehin gilt. Die Bausubventionen an die Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führerin waren keine einseitigen, voraussetzungslosen Zahlungen.</span><br/> <span class="ft5">Nachdem der Grosse Rat mit Beschluss vom 8. März 2005 den</span><br/> <span class="ft5">Spitalstandort D. aufgehoben hatte, war die Beschwerdeführerin aus</span><br/> <span class="ft5">dem Leistungsauftrag der kantonalen Spitalkonzeption 2005 aus dem</span><br/> <span class="ft5">Jahre 1994 entlassen und auch kein beitragberechtigtes Spital gemäss</span><br/> <span class="ft5">§ 4a aSpiG mehr. Die Entlassung der Beschwerdeführerin aus dem</span><br/> <span class="ft5">Rahmen der Spitalkonzeption führt subventionsrechtlich dazu, dass</span><br/> <span class="ft5">jede nachfolgende Nutzung der Bauten und Anlagen eine zweck-</span><br/> <span class="ft5">fremde Nutzung darstellt. Dies wird auch deutlich durch den Zusam-</span><br/> <span class="ft5">menhang von Spitalplanung, Spitalkonzept und Leistungsauftrag</span><br/> <span class="ft5">nach § 16 und 17 SpiG mit dem Zulassungssystem für Spitäler nach</span><br/> <span class="ft5">dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung vom 18. März</span><br/> <span class="ft5">1994 (KVG; SR 832.10). Gemäss Art. 39 Abs. 1 KVG ist das Spital</span><br/> <span class="ft5">eine Einrichtung, welche <i>der stationären Behandlung</i> akuter Krank-</span><br/> <span class="ft5">heiten oder der <i>stationären</i> medizinischen Rehabilitation dient. Die</span><br/> <span class="ft5">Spitäler haben bestimmte, in Art. 39 Abs. 1 lit. a bis d KVG</span><br/> <span class="ft5">umschriebene Dienstleitungen und Infrastrukturen zu gewährleisten</span><br/> <span class="ft5">(vgl. dazu Botschaft zum KVG, BBl 1992 I S. 66) und die Kantone</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">210</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">sind zur Spitalplanung verpflichtet (Art. 39 Abs. 1 lit. d KVG). Die</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin betreibt kein Spital mehr, sondern vermietet</span><br/> <span class="ft5">Teile ihrer Bauten, Räumlichkeiten und Anlagen; wesentliche Ein-</span><br/> <span class="ft5">richtungen des früheren Spitals hat sie zudem veräussert. Dass diese</span><br/> <span class="ft5">Vorgänge subventionsrechtlich und gemäss § 14 Abs. 6 SpiG eine</span><br/> <span class="ft5">Zweckentfremdung darstellen ist offensichtlich. Die Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führerin kann sich die Tätigkeit der B. im Subventionsverhältnis zum</span><br/> <span class="ft5">vornherein nicht als eigene Nutzung oder Erfüllung öffentlich-</span><br/> <span class="ft5">rechtlicher Obliegenheiten anrechnen lassen. Abgesehen davon er-</span><br/> <span class="ft5">füllt die B. keinen Leistungsauftrag gemäss Spitalkonzeption. Un-</span><br/> <span class="ft5">bestritten ist, dass sie keinen Leistungsauftrag für ein Spital gemäss</span><br/> <span class="ft5">§ 17 SpiG hat. Sie betreibt auch kein Spital im Sinne des KVG. Für</span><br/> <span class="ft5">die Zweckentfremdung nicht massgebend ist, ob die Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führerin oder Dritte Tätigkeiten und Leistungen gemäss Art. 25 KVG</span><br/> <span class="ft5">erbringen, da diese Bestimmung die Leistungspflicht der obligatori-</span><br/> <span class="ft5">schen Krankenpflegeversicherung umschreibt. Massgebend ist - ent-</span><br/> <span class="ft5">gegen der Beschwerdeführerin - auch nicht, ob die B. nach einer</span><br/> <span class="ft5">staatlichen Tarifordnung medizinische Leistungen, die sogar gesund-</span><br/> <span class="ft5">heitspolitisch erwünscht sind, anbietet oder den ambulanten Teil des</span><br/> <span class="ft5">Spitals D. auf privater Basis weiterführt. Nachdem für die B. auch in</span><br/> <span class="ft5">der Spitalkonzeption 2015 kein Leistungsauftrag für ein Spital (§ 17</span><br/> <span class="ft5">SpiG) besteht, sondern für "teilstationäre Behandlungen" bzw. eine</span><br/> <span class="ft5">Tagesklinik, welche nicht dem Spitalgesetz und auch nicht der kann-</span><br/> <span class="ft5">tonalen Spitalplanung unterstehen, liegt eine Zweckentfremdung der</span><br/> <span class="ft5">subventionierten Bauten und Einrichtungen vor.</span><br/> <span class="ft5">Anzufügen bleibt, dass an diesem Ergebnis weder die Einla-</span><br/> <span class="ft5">dung des Grossen Rates an den Regierungsrat noch die Betriebsbe-</span><br/> <span class="ft5">willigung für die B. vom 29. Juni 2005 etwas ändern können. Für die</span><br/> <span class="ft5">Spitalkonzeption ist der Grosse Rat nicht zuständig (§ 6 SpiG). Die</span><br/> <span class="ft5">im Grossratsbeschluss vom 8. März 2005 beschlossene Einladung</span><br/> <span class="ft5">zur Schaffung der Voraussetzungen für ein privates medizinisches</span><br/> <span class="ft5">Zentrum ist auch rechtlich eine blosse Einladung, kein parlamentari-</span><br/> <span class="ft5">scher Vorstoss mit verpflichtenden Wirkungen oder Weisungscha-</span><br/> <span class="ft5">rakter (vgl. dazu §§ 41 f. des Gesetzes über die Organisation des</span><br/> <span class="ft5">Grossen Rates und über den Verkehr zwischen dem Grossen Rat,</span><br/> <span class="ft5">dem Regierungsrat und dem Obergericht vom 19. Juni 1990 [Ge-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Gesundheitsrecht und Adoption</span> <span class="page_no">211</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">schäftverkehrsgesetz, GVG; SAR 152.200]). Die Betriebsbewilli-</span><br/> <span class="ft5">gung wurde der B. gestützt auf § 58 des Gesundheitsgesetzes vom</span><br/> <span class="ft5">10. November 1987 (aGesG; AGS Band 12, S. 553) unter dem aus-</span><br/> <span class="ft5">drücklichen Hinweis erteilt, dass sich die Bewilligung nur auf die</span><br/> <span class="ft5">Prüfung der gesundheitspolizeilichen Voraussetzungen beschränke</span><br/> <span class="ft5">und mit der Bewilligung kein Anspruch auf Aufnahme in die</span><br/> <span class="ft5">Spitalliste bestehe.</span><br/> <span class="ft5">3.4.</span><br/> <span class="ft5">Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass eine relevante</span><br/> <span class="ft5">Zweckänderung gemäss § 14 Abs. 6 SpiG und in Anwendung von</span><br/> <span class="ft5">§ 9 Abs. 3 aSpiV (Fassung vom 26. Mai 2004) zu bejahen ist. Die</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin bestreitet überdies nicht, dass die Vorausset-</span><br/> <span class="ft5">zungen einer Zweckänderung wie sie § 9 Abs. 3 SpiV in der Fassung</span><br/> <span class="ft5">vom 13. September 2006 umschrieben sind, erfüllt sind. In der Tat ist</span><br/> <span class="ft5">mit der Revision die Beschränkung der Zweckänderung auf den</span><br/> <span class="ft5">Leistungsauftrag gemäss Spitalkonzeption entfallen und die Verord-</span><br/> <span class="ft5">nungsbestimmung erfasst nunmehr die Zweckbindung aus dem Sub-</span><br/> <span class="ft5">ventionsverhältnis allgemein. Ob dies eine blosse Präzisierung der</span><br/> <span class="ft5">Gesetzesnorm darstellt, wie dies vom Regierungsrat betont wird,</span><br/> <span class="ft5">kann offen gelassen werden. Jedenfalls ist nicht erkennbar, dass mit</span><br/> <span class="ft5">dieser Änderung die Beschwerdeführerin oder die B. gegenüber dem</span><br/> <span class="ft5">Normgehalt von § 9 Abs. 3 aSpiV benachteiligt worden wäre. Die</span><br/> <span class="ft5">Beschwerde erweist sich als unbegründet, soweit sie die Feststellung</span><br/> <span class="ft5">der Zweckentfremdung beanstandet.</span><br/> <span class="ft5">4.</span><br/> <span class="ft5">4.1.</span><br/> <span class="ft5">Im angefochtenen Entscheid wird die Beschwerdeführerin ver-</span><br/> <span class="ft5">pflichtet, die kantonalen Vorinvestitionen mit jährlich Fr. 72'856.00</span><br/> <span class="ft5">pro Jahr ab 1. Januar 2008 oder in einem einmaligen Betrag von</span><br/> <span class="ft5">Fr. 2'048'545.00 zu bezahlen.</span><br/> <span class="ft5">Der Regierungsrat stellte im Wesentlichen auf verschiedene Be-</span><br/> <span class="ft5">richte des DGS "Spital D. - Mietwertberechnung", die Teilergebnisse</span><br/> <span class="ft5">der Arbeitsgruppe sowie die Empfehlungen der E. AG ab. In den</span><br/> <span class="ft5">Berichten wurde festgehalten, dass das Gebäude aufgrund seiner</span><br/> <span class="ft5">spezifischen Nutzung kein marktgängiges Objekt darstelle und die</span><br/> <span class="ft5">Berechnung des Mietwertes deshalb nur über die kostendeckende</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">212</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Verzinsung des Realwertes erfolgen könne. Gestützt auf übliche</span><br/> <span class="ft5">Regeln der Immobilienbewirtschaftung und unter Anwendung weite-</span><br/> <span class="ft5">rer Hilfsmittel seien die Gebäudebestandteile in verschiedene Raum-</span><br/> <span class="ft5">kategorien eingeteilt und bei jeder Kategorie für die Erstellungs-</span><br/> <span class="ft5">kosten inkl. Ausstattung prozentuale Zuschläge angenommen wor-</span><br/> <span class="ft5">den. Die Altersentwertung sei ebenfalls gestützt auf die in der</span><br/> <span class="ft5">Immobilienwirtschaft üblichen Regeln berücksichtigt worden. Be-</span><br/> <span class="ft5">züglich der Verzinsung stelle der Regierungsrat auf die Variante mit</span><br/> <span class="ft5">einer mittleren Kapitalverzinsung von 3 % und einem Unterhalt von</span><br/> <span class="ft5">2,5 % ab, wobei die Kosten für eine langfristige Substanzwerterhal-</span><br/> <span class="ft5">tung nicht berücksichtigt seien. Der aufgeschobene Unterhalt an</span><br/> <span class="ft5">Gebäude und Haustechnik und die Kosten der Instandstellung der</span><br/> <span class="ft5">Innenräume wurden auf Fr. 2.6 Mio. geschätzt, die Sanierung der</span><br/> <span class="ft5">Lüftung/Klima wurde mit geschätzten Fr. 1 Mio. eingesetzt. Nach</span><br/> <span class="ft5">der Vornahme dieser Abzüge wurden ein Realwert für die an die B.</span><br/> <span class="ft5">vermieteten Anlagen von Fr. 2'428'545.00 und ein Mietwert von</span><br/> <span class="ft5">Fr. 133'570.00 ermittelt. Dieser Betrag wurde in eine Kapitalver-</span><br/> <span class="ft5">zinsung von Fr. 72'856.00 (gerechnet mit 3 %) und in die Kosten für</span><br/> <span class="ft5">Unterhalt-/Instandstellung in der Höhe von Fr. 60'714.00 (mit 2,5 %</span><br/> <span class="ft5">angerechnet) pro Jahr aufgeteilt. Die Vorinstanz stellte im Ergebnis</span><br/> <span class="ft5">fest, dass die geforderte Rückzahlung von Fr. 72'856.00/Jahr unter</span><br/> <span class="ft5">Einbezug aller Faktoren (Fläche, Quadratmeterpreis, Vergleich mit</span><br/> <span class="ft5">ortsüblichen Mietpreisen im Raum D., Einnahmen aus der Weiterver-</span><br/> <span class="ft5">mietung an Dritte) sehr massvoll kalkuliert sei.</span><br/> <span class="ft5">4.2.</span><br/> <span class="ft5">Die Beschwerdeführerin rügt zur Hauptsache, dass der Regie-</span><br/> <span class="ft5">rungsrat einen theoretischen, nicht den tatsächlichen Ertrag bean-</span><br/> <span class="ft5">spruche. Soweit sich die Berechnung auf § 9 SpiV in der Fassung</span><br/> <span class="ft5">vom 13. September 2006 stütze, liege sowohl ein Verstoss gegen</span><br/> <span class="ft5">§ 14 Abs. 6 SpiG wie auch gegen das Rückwirkungsverbot vor.</span><br/> <span class="ft5">Weiter wird unter Bezugnahme auf den Bericht der C. vom</span><br/> <span class="ft5">28. August 2006 ein Zeitwert der vom Kanton in den Jahren 1995 bis</span><br/> <span class="ft5">2005 mitfinanzierten Gebäudesanierungen bezogen auf jenen Teil,</span><br/> <span class="ft5">welcher an die B. vermietet sei, von Fr. 810'000.00 (ohne Unterhalt,</span><br/> <span class="ft5">Reparaturen und Verbrauchsmaterial) geltend gemacht. Bei einer</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Gesundheitsrecht und Adoption</span> <span class="page_no">213</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Verzinsung mit 3 % ergäbe sich ein Kapitalzins bzw. angemessener</span><br/> <span class="ft5">Mietzins von lediglich Fr. 24'000.00 pro Jahr.</span><br/> <span class="ft5">5.</span><br/> <span class="ft5">5.1.</span><br/> <span class="ft5">Gemäss § 14 Abs. 6 SpiG unterliegt bei einer Zweckentfrem-</span><br/> <span class="ft5">dung oder Veräusserung der Ertrag der Rückerstattungspflicht. § 9</span><br/> <span class="ft5">SpiV in der Fassung vom 26. Mai 2004 präzisiert den Ertrag nur mit</span><br/> <span class="ft5">Bezug auf die Anlageobjekte (,,Vermögensteile"), die der Rücker-</span><br/> <span class="ft5">stattungspflicht unterliegen.</span><br/> <span class="ft5">In der Fassung der Verordnung vom 13. September 2006 gilt als</span><br/> <span class="ft5">Ertrag ein <i>angemessene</i>r Verkaufspreis oder im Falle einer Vermie-</span><br/> <span class="ft5">tung ein <i>angemessener</i> Mietzins (§ 9 Abs. 5 Satz 1 SpiV). Die Be-</span><br/> <span class="ft5">rechnung richtet sich nach marktüblichen Werten sowie nach den</span><br/> <span class="ft5">allgemeinen Richtlinien der Immobilienwirtschaft (§ 9 Abs. 5 Satz 2</span><br/> <span class="ft5">SpiV). Diese Teilrevision von § 9 SpiV ist am 15. September 2006 in</span><br/> <span class="ft5">Kraft getreten.</span><br/> <span class="ft5">5.2.</span><br/> <span class="ft5">5.2.1.</span><br/> <span class="ft5">Die Rückerstattungspflicht in § 14 Abs. 6 SpiG knüpft an zwei</span><br/> <span class="ft5">alternative Tatbestände, die Zweckentfremdung und die Veräus-</span><br/> <span class="ft5">serung. Die Aufgabe oder Beendigung der Zweckbindung aus dem</span><br/> <span class="ft5">Subventionsverhältnis genügt daher für sich allein nicht. Die Zweck-</span><br/> <span class="ft5">entfremdung entsteht vielmehr mit einer Nutzung subventionierter</span><br/> <span class="ft5">Bauten und Einrichtungen, welche nicht mehr der Zweckbindung aus</span><br/> <span class="ft5">dem Subventionsverhältnis entspricht. Ist die Rückerstattungspflicht</span><br/> <span class="ft5">die Rechtsfolge einer neuen und andern Nutzung der Subventions-</span><br/> <span class="ft5">objekte, sind in zeitlicher Hinsicht die im Zeitpunkt der Nutzungs-</span><br/> <span class="ft5">änderung (oder Veräusserung) tatsächlichen Umstände massgebend.</span><br/> <span class="ft5">Die Aufhebung der Zweckbindung der Bauten und Einrichtun-</span><br/> <span class="ft5">gen erfolgte in rechtlicher Hinsicht und gestützt auf den Beschluss</span><br/> <span class="ft5">des Grossen Rates vom 8. März 2005 per 31. Dezember 2005. Tat-</span><br/> <span class="ft5">sächlich entliess der Regierungsrat die Beschwerdeführerin vorzeitig</span><br/> <span class="ft5">und sukzessive aus der Pflicht zur Führung des Spitals D. im Ver-</span><br/> <span class="ft5">laufe des 2. Semesters 2005. Der Spitalbetrieb wurde im Einverneh-</span><br/> <span class="ft5">men mit dem Regierungsrat vorzeitig geschlossen. Die Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führerin schloss den Mietvertrag mit der B. per 1. Januar 2006 ab,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">214</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">obwohl die B. berechtigt war, die Mietgegenstände ab 1. Juli 2005 zu</span><br/> <span class="ft5">nutzen (Mietvertrag). Die Zweckänderung trat damit für Anlage- und</span><br/> <span class="ft5">Einrichtungsteile des früheren Spitals D. sukzessive im 2. Semester</span><br/> <span class="ft5">2005 ein. Der genaue Zeitpunkt für die tatsächliche Zweckent-</span><br/> <span class="ft5">fremdung lässt sich nicht exakt bestimmen. Der Grosse Rat beschloss</span><br/> <span class="ft5">die Aufhebung des Spitalstandortes auf den 31. Dezember 2005, der</span><br/> <span class="ft5">Regierungsrat hat in die vorzeitige Schliessung des Spitals einge-</span><br/> <span class="ft5">willigt und die Beschwerdeführerin vereinbarte den Mietbeginn mit</span><br/> <span class="ft5">der B. auf den 1. Januar 2006. Unter diesen Umständen ist vorlie-</span><br/> <span class="ft5">gend der massgebliche Zeitpunkt für die Zweckentfremdung auf den</span><br/> <span class="ft5">1. Januar 2006 festzulegen. Dieses Datum ist damit auch für die Be-</span><br/> <span class="ft5">stimmung des Ertrages massgebend.</span><br/> <span class="ft5">5.2.2.</span><br/> <span class="ft5">Die Nutzungsänderung durch die Vermietung an die B. und da-</span><br/> <span class="ft5">mit die Zweckentfremdung ist ein einmaliger, abgeschlossener Vor-</span><br/> <span class="ft5">gang. Das Mietverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der</span><br/> <span class="ft5">B. begründet nur zwischen den Mietvertragsparteien ein privatrecht-</span><br/> <span class="ft5">liches Dauerschuldverhältnis. Zwischen dem Kanton Aargau und der</span><br/> <span class="ft5">B. besteht kein öffentlichrechtliches Verhältnis. Die subventions-</span><br/> <span class="ft5">rechtliche Beziehung zwischen Kanton und Beschwerdeführerin be-</span><br/> <span class="ft5">schränkt sich, solange die finanziellen Vorleistungen des Kantons</span><br/> <span class="ft5">nicht vollständig abgegolten sind, auf die Ablieferungspflicht gemäss</span><br/> <span class="ft5">§ 14 Abs. 6 SpiG. Veränderungen in der Nutzung der Subventi-</span><br/> <span class="ft5">onsobjekte oder die Abänderung des Mietvertrages mit der B. führen</span><br/> <span class="ft5">je nach den Umständen zu weiteren neuen subventionsrechtlichen</span><br/> <span class="ft5">Rückforderungsansprüchen. Hingegen ist die subventionsrechtliche</span><br/> <span class="ft5">Zweckentfremdung (§ 14 Abs. 6 SpiG) - jedenfalls für die Dauer der</span><br/> <span class="ft5">Miete durch die B. und unter Vorbehalt von Änderungen des Miet-</span><br/> <span class="ft5">vertrages - am 1. Januar 2006 eingetreten und auch abgeschlossen.</span><br/> <span class="ft5">Der Ertrag gemäss § 14 Abs. 6 SpiG ist kausal zur (jeweiligen)</span><br/> <span class="ft5">Zweckentfremdung, richtet sich hier nach den konkreten Umständen</span><br/> <span class="ft5">am 1. Januar 2006. Er kann auch nur für die Dauer des unveränderten</span><br/> <span class="ft5">Mietverhältnisses mit der B. bestimmt werden.</span><br/> <span class="ft5">5.2.3.</span><br/> <span class="ft5">Nachdem die Zweckentfremdung ab 1. Januar 2006 ein abge-</span><br/> <span class="ft5">schlossener Vorgang darstellt, kann eine Anwendung der revidierten</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Gesundheitsrecht und Adoption</span> <span class="page_no">215</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Bestimmungen der Spitalverordnung, welche erst am 15. September</span><br/> <span class="ft5">2006 in Kraft getreten sind, aufgrund des Rückwirkungsverbots nicht</span><br/> <span class="ft5">in Frage kommen. Der Beschwerdeführerin ist zuzustimmen, dass</span><br/> <span class="ft5">der Regierungsrat mit der Revision der Verordnung während der</span><br/> <span class="ft5">schon über ein Jahr andauernden Verhandlungen die Modalitäten</span><br/> <span class="ft5">betreffend die Rückerstattungspflicht geändert hat. Insbesondere</span><br/> <span class="ft5">kann § 9 Abs. 5 SpiV, soweit der rückerstattungspflichtige Ertrag als</span><br/> <span class="ft5">"angemessener Mietzins" nach der üblichen Liegenschaftsschät-</span><br/> <span class="ft5">zungspraxis definiert wird, nicht angewendet werden.</span><br/> <span class="ft5">Auf die von der Beschwerdeführerin beantragte inzidente Nor-</span><br/> <span class="ft5">menkontrolle von § 9 SpiV in der Fassung vom 13. September 2006</span><br/> <span class="ft5">kann bei diesem Ergebnis verzichtet werden.</span><br/> <span class="ft5">5.2.4.</span><br/> <span class="ft5">Der Kanton Aargau verfügt über kein allgemeines Subventions-</span><br/> <span class="ft5">gesetz wie der Bund mit dem Bundesgesetz über Finanzhilfen und</span><br/> <span class="ft5">Abgeltungen vom 5. Oktober 1990 (Subventionsgesetz, SuG;</span><br/> <span class="ft5">SR 616.6) oder einzelne Kantone wie Zürich und Bern. Die Bestim-</span><br/> <span class="ft5">mungen in § 14 Abs. 6 SpiG und § 9 SpiV (Fassung vom 24. März</span><br/> <span class="ft5">2004) bilden vorliegend die einzige (spezial-) gesetzliche Grundlage</span><br/> <span class="ft5">für den Rückforderungsanspruch aus dem Subventionsverhältnis.</span><br/> <span class="ft5">Soweit eine ausdrückliche Regelung fehlt, können zur Lückenfüllung</span><br/> <span class="ft5">allgemeine Rechtsgrundsätze oder Rechtsregeln herangezogen wer-</span><br/> <span class="ft5">den (vgl. dazu Pierre Tschannen/Ulrich Zimmerli/Markus Müller,</span><br/> <span class="ft5">Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 18 N 8 f.:</span><br/> <span class="ft5">Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwal-</span><br/> <span class="ft5">tungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 187 f. und 769 ff.).</span><br/> <span class="ft5">Der Rückerstattungspflicht untersteht nach dem Wortlaut von</span><br/> <span class="ft5">§ 14 Abs. 6 SpiG der Ertrag. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird</span><br/> <span class="ft5">darunter das Ergebnis, der finanzielle Nutzen oder die Ausbeute aus</span><br/> <span class="ft5">Kapital und Arbeit verstanden (Duden, Das grosse Wörterbuch der</span><br/> <span class="ft5">deutschen Sprache, Band 2, 2. Auflage, 1993, S. 976).</span><br/> <span class="ft5">Nach einem allgemeinen Rechtsgrundsatz können Zuwendun-</span><br/> <span class="ft5">gen aus einem nachträglich weggefallenen Grund auch im öffent-</span><br/> <span class="ft5">lichen Recht zurückgefordert werden. Diese Regel gilt gleicherweise</span><br/> <span class="ft5">für ungerechtfertigte Leistungen, die vom Gemeinwesen oder von</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">216</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Privaten erbracht worden sind (Ulrich Häfelin/Markus Müller/Felix</span><br/> <span class="ft5">Uhlmann, a.a.O., Rz. 188 mit Hinweisen; BGE 88 I 216 f.).</span><br/> <span class="ft5">Der Rückforderungsanspruch gemäss § 14 Abs. 6 SpiG entsteht,</span><br/> <span class="ft5">weil die subventionsrechtliche Zweckbindung der Anlagen und</span><br/> <span class="ft5">Einrichtungen des Spitals, die im Eigentum der Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft5">stehen, beendet oder unmöglich wurde und die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft5">aus der Vermietung der Anlagen und Einrichtungen Einnahmen er-</span><br/> <span class="ft5">zielt. Dieser Anspruch aus der (vorzeitigen) Beendigung des Subven-</span><br/> <span class="ft5">tionsverhältnisses ist seiner Natur nach ein Bereicherungsanspruch</span><br/> <span class="ft5">(vgl. Max Imboden/René Rhinow, Schweiz. Verwaltungsrecht-</span><br/> <span class="ft5">sprechung, Band 1, 6. Aufl., Basel 1986 und René Rhinow/Beat</span><br/> <span class="ft5">Krähenmann, Ergänzungsband, Basel 1990, je Nr. 32 B I und V).</span><br/> <span class="ft5">Der rückerstattungspflichtige Vermögenswert (Ertrag) steht</span><br/> <span class="ft5">nicht im Zusammenhang mit eigentumsrechtlichen Vorgängen, wie</span><br/> <span class="ft5">dies die Parteien anzunehmen scheinen. Sämtliche Anlagen und Bau-</span><br/> <span class="ft5">ten des ehemaligen Spitals D. waren und sind weiterhin Eigentum</span><br/> <span class="ft5">der Beschwerdeführerin (Art. 642 Abs. 1 und 2 ZGB und Art. 644</span><br/> <span class="ft5">Abs. 1 und 2 ZGB). Mit der sachenrechtlichen Rechtslage sind die</span><br/> <span class="ft5">verschiedenen ("Ertrags-") Berechnungen der Parteien nur schwer</span><br/> <span class="ft5">vereinbar. Die Real- bzw. Zeitwertberechnungen von Bauten und</span><br/> <span class="ft5">Einrichtungen sind Schätzungen eines Sachwertes von Bauten (vgl.</span><br/> <span class="ft5">Wolfgang Nägeli/Heinz Wenger, Der Liegenschaftsschätzer, 4. Aufl.,</span><br/> <span class="ft5">Zürich 1997, Seite 11 f.). Die Beschwerdeführerin ist mit der Zweck-</span><br/> <span class="ft5">änderung indessen nicht Eigentümerin der subventionierten Anlagen</span><br/> <span class="ft5">und Einrichtungen geworden, noch ist ihr sachenrechtlich oder</span><br/> <span class="ft5">rechtsgeschäftlich ein Vermögenswert im Zeitpunkt der Zweckent-</span><br/> <span class="ft5">fremdung zugeflossen. Die Beendigung der Zweckbindung aus dem</span><br/> <span class="ft5">Subventionsverhältnis kann auch nicht mit der Beendigung eines</span><br/> <span class="ft5">Nutzungsrechts oder einer Grundlast gleichgesetzt werden (vgl. z.B.</span><br/> <span class="ft5">den Heimfall beim Baurecht gemäss Art. 779c ZGB; Art. 789 ZGB).</span><br/> <span class="ft5">Insbesondere in jenen Fällen, wo das Gemeinwesen das Subventions-</span><br/> <span class="ft5">verhältnis einseitig und vorzeitig beendet, ist von einer analogen</span><br/> <span class="ft5">Anwendung von Rechtsgrundsätzen, die von einer (automatischen)</span><br/> <span class="ft5">objektiven Vermögensvermehrung beim Subventionsempfänger aus-</span><br/> <span class="ft5">gehen, abzusehen. Hinzu kommt, dass mit der Realwertmethode der</span><br/> <span class="ft5">eigentliche Marktwert einer Bausubstanz in einem bestimmten</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Gesundheitsrecht und Adoption</span> <span class="page_no">217</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Zeitpunkt und Zustand nicht berechnet werden kann. Diese Methode</span><br/> <span class="ft5">summiert nur die Erstellungskosten und lässt die tatsächliche Nut-</span><br/> <span class="ft5">zung, die Nutzungsmöglichkeiten und die Marktsituation ausser</span><br/> <span class="ft5">Acht. Aus Kosten ergeben sich keine Werte und dieser Methode</span><br/> <span class="ft5">fehlen die Marktelemente (Francesco Canonica, Die Immobilienbe-</span><br/> <span class="ft5">wertung, SIV, 2009, S. 311 f.). Der Realwert entspricht auch im</span><br/> <span class="ft5">Wohnungsbau kaum je dem effektiven Verkehrs- oder Marktwert.</span><br/> <span class="ft5">Aus diesen Erwägungen folgt als Zwischenergebnis, dass die</span><br/> <span class="ft5">angefochtene Verfügung, soweit sie einen geschätzten Zeit- oder</span><br/> <span class="ft5">Realwert und einen einmaligen Betrag in der Höhe von</span><br/> <span class="ft5">Fr. 2'428`545.00 als Rückforderungsbetrag festlegt und als Anspruch</span><br/> <span class="ft5">in dieser Höhe bedingt gegenüber der Beschwerdeführerin geltend</span><br/> <span class="ft5">macht, unrechtmässig und aufzuheben ist.</span><br/> <span class="ft5">5.3.</span><br/> <span class="ft5">5.3.1.</span><br/> <span class="ft5">Wie ausgeführt, handelt es sich beim Rückforderungsanspruch</span><br/> <span class="ft5">des Subvenienten um einen Bereicherungsanspruch (vorne</span><br/> <span class="ft5">Erw. 5.2.4.). Die Beschwerdeführerin hat dem Kanton zu ersetzen,</span><br/> <span class="ft5">was sie nach Aufhebung der Zweckbindung und ihrer subventions-</span><br/> <span class="ft5">rechtlichen Verpflichtung an Ertrag aus der anderweitigen Nutzung</span><br/> <span class="ft5">der subventionierten Spitalbauten und Einrichtungen erzielt. Der</span><br/> <span class="ft5">Ertrag entsteht aus der zweckentfremdeten Nutzung. Der Ertrag im</span><br/> <span class="ft5">Sinne von § 14 Abs. 6 SpiG ist daher kausal von der (weiteren) Ver-</span><br/> <span class="ft5">wendung oder Nutzung der subventionierten Bauten abhängig, nicht</span><br/> <span class="ft5">von der Zweckentfremdung allein. Wird - ohne eine Veräusserung -</span><br/> <span class="ft5">auf jede weitere Nutzung verzichtet, entsteht auch kein ,,Ertrag". Die</span><br/> <span class="ft5">Rückerstattung umfasst daher jeden finanziellen Vorteil der Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführerin aus der Vermietung der subventionierten Bauten</span><br/> <span class="ft5">und Anlagen.</span><br/> <span class="ft5">5.3.2.</span><br/> <span class="ft5">Im zivilen Bereicherungsrecht gilt der Grundsatz, dass voller</span><br/> <span class="ft5">Wertersatz geschuldet ist und sich die Ersatzforderung grundsätzlich</span><br/> <span class="ft5">nach dem Verkehrswert ("Marktwert") der Bereicherung, nach einer</span><br/> <span class="ft5">"objektiven Berechnung" (Ingeborg Schwenzer, Schweizerisches</span><br/> <span class="ft5">Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 5. Aufl., Bern 2009, N 58.09 f.)</span><br/> <span class="ft5">bemisst. Dieser Grundsatz kennt im Privatrecht Ausnahmen, wenn</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">218</span></div> <div class="page" id="S12"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">die Bereicherung dem Bereicherten "aufgedrängt" wurde. Nach Leh-</span><br/> <span class="ft5">re und Rechtsprechung rechtfertigt sich in solchen Fällen kein objek-</span><br/> <span class="ft5">tiver (Verkehrs-) Wertersatz, massgebend ist vielmehr der "subjektive</span><br/> <span class="ft5">Wert", den die Bereicherung für den Bereicherten mindestens wert ist</span><br/> <span class="ft5">("subjektive Berechnung"; Jörg Schmid, Die Geschäftsführung ohne</span><br/> <span class="ft5">Auftrag, 3. Aufl., Zürich 1993, Nr. 907 f.; Peter Gauch, Werkvertrag,</span><br/> <span class="ft5">4. Aufl., Zürich 1996, Nr. 1311; ZR 99, 2000, Nr. 2, S. 6; ähnlich</span><br/> <span class="ft5">BGE 119 II 252 f. und 122 III 64; Peter Gauch/ Walter Schluep/Jörg</span><br/> <span class="ft5">Schmid/Heinz Rey, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner</span><br/> <span class="ft5">Teil, Band I, Nr. 1517b und Nr. 2724 mit Hinweisen). Dieses sub-</span><br/> <span class="ft5">jektive Element enthält auch die Wertungsgrundsätze, die nach Art.</span><br/> <span class="ft5">672 Abs. 2 ZGB beim (gutgläubigen) Einbau von Material auf frem-</span><br/> <span class="ft5">dem Grundstück gelten (vgl. dazu Heinz Rey, Basler Kommentar,</span><br/> <span class="ft5">Zivilgesetzbuch II, 3. Aufl., Basel 2003, Art. 672 ZGB N 9 f. mit</span><br/> <span class="ft5">Hinweisen). Diese Wertung kommt auch im Wortlaut von § 14 Abs. 6</span><br/> <span class="ft5">SpiG zum Ausdruck, indem als "Ertrag" nicht der (Vermögens-) Wert</span><br/> <span class="ft5">(Zuwachs) oder der verbleibende Restwert der Finanzhilfe (vgl. dazu</span><br/> <span class="ft5">Art. 29 Abs. 1 SuG) dem Kanton "zufällt", sondern der durch die</span><br/> <span class="ft5">veränderte Nutzung verursachte bzw. erzielte Ertrag. Der subjektive</span><br/> <span class="ft5">Mehrwert kann den objektiven Mehrwert weit unterschreiten (vgl.</span><br/> <span class="ft5">BGE 99 II 144 f.), im Extremfall sogar gleich null sein (vgl. zum</span><br/> <span class="ft5">Ganzen: Arthur Meier-Hayoz, Berner Kommentar, Art. 672 ZGB</span><br/> <span class="ft5">N 18).</span><br/> <span class="ft5">Ursprung und Ursache der Bereicherung der Beschwerdeführe-</span><br/> <span class="ft5">rin liegen im Beschluss des Grossen Rates vom 8. März 2005. Mit</span><br/> <span class="ft5">der Schliessung des Spitals D. per 31. Dezember 2005 musste der</span><br/> <span class="ft5">Regierungsrat das Subventionsverhältnis mit der Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft5">beenden, d.h. widerrufen. Die Beschwerdeführerin hat die Beendi-</span><br/> <span class="ft5">gung des Subventionsverhältnisses auf den 1. Dezember 2006 nicht</span><br/> <span class="ft5">verursacht. Die aus dem Subventionsverhältnis entstandene Berei-</span><br/> <span class="ft5">cherung wurde ihr insofern aufgedrängt. Es rechtfertigt sich daher,</span><br/> <span class="ft5">diesen Umstand bei der Festlegung der Höhe des Rückerstattungsan-</span><br/> <span class="ft5">spruches zu berücksichtigen.</span><br/> <span class="ft5">5.3.3.</span><br/> <span class="ft5">Die Beschwerdeführerin erzielt nach der übereinstimmenden</span><br/> <span class="ft5">Darstellung der Parteien aus der Vermietung der Einrichtungen und</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Gesundheitsrecht und Adoption</span> <span class="page_no">219</span></div> <div class="page" id="S13"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Anlagen an die B. Einnahmen in der Höhe des vereinbarten Miet-</span><br/> <span class="ft5">zinses. Nachdem im Mietvertrag sämtliche Neben- und Unterhalts-</span><br/> <span class="ft5">kosten der B. überbunden wurden (vgl. Mietvertrag), bilden die</span><br/> <span class="ft5">Mietzinseinnahmen auch den Ertrag aus der "zweckentfremdeten"</span><br/> <span class="ft5">Nutzung der subventionierten Anlagen und Einrichtungen. Für die</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin haben die "freigewordenen" Bauten und Anla-</span><br/> <span class="ft5">gen keinen höheren Wert als der Mietzins, der ihr aus der Vermietung</span><br/> <span class="ft5">zufliesst. Der Mietzins ist mit andern Worten der Ertrag, den die</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin im konkreten Fall für die Nutzung der Subven-</span><br/> <span class="ft5">tionsobjekte erhält.</span><br/> <span class="ft5">Aus den Erwägungen folgt, dass der massgebende Ertrag ge-</span><br/> <span class="ft5">mäss § 14 Abs. 6 SpiG dem Mietzins von Fr. 50'000.00 pro Jahr</span><br/> <span class="ft5">entspricht.</span><br/> <br/> <br/></div> </div> </body> </html>