Bu nde s ve rw altungs ge r icht Tr i buna l adm inis tr a tif fé dé r al Tr i buna le amm inis tr at ivo fe de r ale Tr i buna l adm inis tr a ti v fe de r al Abteilung V E-121/2009 U r t e i l v o m 1 2 . A p r i l 2 0 1 2 Besetzung Richter Walter Stöckli (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richterin Christa Luterbacher, Gerichtsschreiber Thomas Hardegger. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5.Dezember 2008 / N (…). E-121/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge mit einem ihm nicht zustehenden Reisepass Sri Lanka am 18. September 2008 auf dem Luftweg und flog via ein arabisches Land nach Italien, von wo aus er am 19. September 2008 in die Schweiz gelangte. Er stellte am folgenden T ag ein Asylgesuch. Am 23. September 2008 wurde er im Empfangs- und V erfahrenszentrum (EVZ) Basel zum Reiseweg, zu den Personalien und zu den Ausreisegründen summarisch befragt (Protokoll: A1). Das BFM hörte ihn am 2. Dezember 2008 zu den Asylgründen an (Protokoll: A9). A.b. Der Beschwerdeführer machte geltend, er fürchte sich vor Angehöri- gen der Karuna-Gruppe (T amil Makkal Viduthalai Pulikal [TMVP]) und der sri-lankischen Armee (SLA). E r sei tamilischer Ethnie und er habe seit seiner Geburt bis kurz vor der Ausreise in B._______ gewohnt, einer (…) Kleinstadt an der Ostküste (Ostprovinz), wo er als Fahrer mit einem gele- asten Lieferwagen ein (…)unternehmen geführt habe. Er habe oft die Strecke C._______-Colombo befahren müssen. Am 25. Juli 2008 sei er von Mitgliedern der TMVP aufgefordert worden, zu ihrem Büro zu ko m- men. Dort sei er wiederholt aufgefordert worden, eine Waffenausbildung zu absolvieren. Da er sich geweigert habe, hätten sie i hn gezwungen, andere Arbeiten, beispielsweise Haushaltsarbeiten, auszuführen. Er sei insgesamt rund einundeinhalb Monate lang im Büro der TMVP festgehal- ten worden. Eines Nachts im September 2008 habe er für die Gruppe ei- nen weissen Kleinbus fahren müssen. Er sei dabei Zeuge geworden, wie maskierte Männer der TMVP einen Mann in diesem Kleinbus festgehalten hätten. Beim Hauptbüro habe er das Fahrzeug verlassen müssen. Die Entführer seien mit ihrem Opfer weggefahren. Später sei er aufgefordert worden, die Blutspuren im Kleinbus zu entfernen. Für ihn sei damit klar, dass in jener Nacht gemordet worden sei. Er habe sich in der Folge g e- weigert, weiterhin den Kleinbus zu fahren. Er habe behauptet, er könne kein Blut sehen und würde deshalb vielleicht einen Unfall verursachen. Später habe er in Begleitung eines bewaffneten Mitglieds der TMVP seine Mutter besuchen dürfen. Während dieser Bewacher auf ihn gewartet ha- be, sei ihm die Flucht bis ins Nachbardorf gelungen. V on dort aus sei er mit Unterstützung eines muslimischen Berufskollegen in sechs Stunden nach Colombo gereist. Zwei bis drei T age später habe er Sri Lanka ver- lassen. A.c. Mit V erfügung vom 5. Dezember 2008 – eröffnet am 9. Dezember 2008 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüch t-E-121/2009 Seite 3 lingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte seine Wegwei- sung aus der Schweiz und ordnete den V ollzug an. B. Der Beschwerdeführer beantragte mit Eingabe vom 8. Januar 2009 an das Bundesverwaltungsgericht, die angefochtene V erfügung sei aufzuhe- ben und die Sache zur Abklärung des korrekten Sachverhalts, zur Ne u- beurteilung und zu neuem Entscheid an das BFM zurückzuweisen. Even- tualiter sei Asyl zu gewähren. Subeventualiter sei wegen Unzulässigkeit vom Wegweisungsvollzug abzusehen und die vorläufige Aufnahme anzu- ordnen. In prozessualer Hinsicht wurde um Einsichtgabe in die Beweis- mittel sub act. A10 ersucht, verbunden mit der Gewährung einer anzuset- zenden Frist für eine allfällige Beschwerdeergänzung. Weiter wurden die Abnahme der im Anhörungsprotokoll (act. A9 S. 3) erwähnten Beweismit- tel, die Durchführung einer ergänzenden Befragung und e iner Bo t- schaftsabklärung sowie weitere Abklärungen zur Aufenthaltsalternative beantragt. Mit der Beschwerde wurden Kopien des angefochtenen En t- scheides, eines Führerauswe ises, einer Bestätigung der V ersicherung, einer "V ehicle Licence", eines Fahrzeugausweises, eines Hinweises auf ein Fahrzeug, eines Internetauszugs vom 27. November 2008, einer Be- rufsbestätigung, einer Aufenthaltsbewilligung, einer Todesanzeige, eines Auszugs aus dem Geburtsregister, eines Auszugs aus dem T odesregister samt Übersetzung ins Englische und eines Arbeitsvertrags eingereicht. C. C.a. Das Bundesverwaltungsgericht hiess mit Verfügung vom 26. Januar 2009 den Antrag auf Einsicht in die Beweismitt el sub act. A10 gut und wies die Anträge auf Ansetzung einer Frist zur allfälligen Beschwerdeer- gänzung, zur Einreichung weiterer Beweismittel oder zu einer Neubefr a- gung des Beschwerdeführers ab. Es verlegte die Behandlung der übrigen Anträge auf einen späteren Zeitpunkt und forderte vom Beschwerdeführer die Leistung eines Kostenvorschusses. C.b. Der Beschwerdeführer ersuchte mit Schreiben vom 10. Februar 2009 um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und V erzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Mit dem Gesuch wurden ei- ne Fürsorgebestätigung vom 28. Januar 2009, ein handschriftlich verfass- tes Schreiben vom 17. Dezember 200 8 und eine V orladung der TMVP eingereicht. Der Beschwerdeführer wies im selben Schreiben auf einen Sachverhalt hin, der eine polizeiliche Ermittlung zur Folge hatte: Am 4. Februar 2009 E-121/2009 Seite 4 habe er sich bei der Kantonspolizei Aargau zu Vorwürfen äussern mü s- sen, die vom V ater einer in der Schweiz wohnhaften T amilin, die er nach dessen Ansicht und nach Meinung seines eigenen V aters hätte heiraten sollen, erhoben worden seien. Die Angelegenheit – er hätte nach diesen Plänen bereits im Jahr 2006 seine Unterlagen auf der Schweizerischen Botschaft in Colombo abgeben und in die Schweiz reisen müssen – sei allerdings im Sand verlaufen. Der Brautvater habe Anzeige gegen ihn er- hoben mit der Behauptung, er habe seinerzeit für ihn den Fluchthelfer be- zahlt. Dies entspreche aber nicht der Wahrheit. C.c. Mit Schreiben vom 12. Februar 2009 (Postaufgabe) wurden deut- sche Übersetzungen der oben erwähnten V orladung der Karuna-Gruppe und des Schreibens der Mutter des Beschwerdeführer vom 17. Dezember 2008 nachgereicht. C.d. Mit Zwischenverfügung vom 19. Februar 2009 hiess das Bunde s- verwaltungsgericht die Gesuche um Kostenerlass und V erzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gut und gab dem BFM Gelegenheit zur Einreichung einer V ernehmlassung. C.e. Das BFM hob im Rahmen des Schriftenwechsels mit V erfügung vom 13. März 2009 wiedererwägungsweise die Dispositivziffern 4 und 5 seiner Verfügung vom 5. Dezember 2008 auf und ordnete die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers wegen Unzumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs an. C.f. Mit V erfügung vom 17. März 2009 fragte das Gericht den Beschwer- deführer an, ob er unter diesen Umständen die Beschwerde, soweit sie nicht gegenstandslos geworden sei, innert angesetzter Frist zurückziehen möchte. Zudem erhielt der Rechtsvertreter Gelegenheit, innert gleicher Frist eine Kostennote einzureichen, Letzteres unter dem Hinweis, dass im V erzichtsfall der V ertretungsaufwand geschätzt und eine allfällige Partei- entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen sei. C.g. Mit Schreiben vom 30. März 2009 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen betreffend die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft, die Gewährung des Asyls und die Ausrichtung einer Parteientschädigung fest. Dessen Rechtsvertreter verzichtete auf Einreichung einer Kostenno- te und stellte den Antrag, es sei ihm zu einem späteren Zeitpunkt erneut eine Frist zur Einreichung einer Kostennote anzusetzen. E-121/2009 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Be- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des B undesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 52 VwVG) . Auf die B e- schwerde ist einzutreten. 1.4. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2. Mit der wiedererwägungsweisen Aufhebung der Dispositivziffern 4 und 5 der angefochtenen V erfügung und der Anordnung der vorläufigen Au f- nahme durch die BFM-V erfügung vom 13. März 2009 erweist sich die Be- schwerde betreffend Wegweisungsvollzug als gegenstandslos und ist als solche abzuschreiben. V erfahrensgegenstand bilden somit die V erneinung der Flüchtlingseigenschaft, V erweigerung des Asyls und Wegweisung. 3. Im Folgenden sind die zahlreichen formellen Rügen des Beschwerdefüh- rers zu behandeln, da sie allenfalls zur Kassation der vorinstanzlichen V erfügung führen könnten. E-121/2009 Seite 6 3.1. Der Beschwerdeführer rügte, die zweite A nhörung sei seinem Kö n- nen nicht angemessen geführt worden respektive er habe nicht den Sinn und Zweck aller Fragen erkennen können, weshalb der Sachverhalt u n- genügend festgestellt worden sei; wäre er von der Sachbearbeiterin bloss einwandfrei befragt worden, hätte er auf alle Fragen überzeugend geant- wortet. Ausserdem habe er Beweismittel eingereicht, worin erwähnt sei, dass der Cousin nach der Rückreise gestorben sei. Die Sachbearbeiterin des BFM habe in diesem Zusammenhang unterlassen abzuklären, in welchem Kontext die nicht zu den Akten genommenen Beweismittel und die Ermordung des Cousins zu den Asylgründen gestanden seien. Da das BFM an der Glaubhaftigkeit des Asylvorbringens zweifle und das Empfangsstellenprotokoll diesbezüglich ohnehin nichts Aussagekräftiges liefere, hätte es zwingend weiterer Abklärungen bedurft. Es seien eine Anhörung und eine Botschaftsanfrage angezeigt. Die Durchsicht der Befragungsprotokolle ergibt keine Anhaltspunkte d a- für, dass der Beschwerdeführer, der immerhin eine elfjährige Schulbil- dung genossen und ein (…)unternehmen geführt hat, d ie Asylgründe nicht vollständig hätte schildern können, bei den Befragungen intellektuell überfordert gewesen wäre oder unzureichend Gelegenheit gehabt hätte, seine V orbringen vollständig darzulegen. Die Protokolle enthalten keine Hinweise auf V erständigungsprobleme. Er konnte sich in beiden Befr a- gungen frei zu den Asylgründen äussern. Anlässlich der zweiten Anh ö- rung war er auf gezieltes Nachfragen hin weitgehend nicht in der Lage, vertiefende Substanz zu bieten, weshalb der Sachverhalt – auch wegen seines offensichtlich ausweichenden, vagen Antwortverhaltens – mit zahl- reichen, aber leicht verständlichen Zusatzfragen ermittelt werden musste. Zudem geht aus dem Protokollblatt der Hilfswerkvertretung vom 2. D e- zember 2008 nicht hervor, dass die Anhörung Anlass zu Beanstandungen gegenüber der damaligen Befragerin gegeben hätte. Der Beschwerdefüh- rer hat die Protokolle vorbehaltlos unterzeichnet, weshalb er bei seinen Aussagen zu behaften ist und sich Unterlassungen oder fehlende Korrek- turen nach der Rückübersetzung in die Muttersprache selber zuzuschrei- ben hat (vgl. Art. 7 Abs. 3 und Art. 8 Abs. 1 AsylG). Die Protokolle stellen somit eine genügende Basis für einen Entscheid dar. Bei dieser Sachlage erweist sich die Rüge eines nicht situationsgerechten Befragens und da- mit eines ungenügend festgestellten Sachverhaltes als nicht stichhaltig. 3.2. Der Beschwerdeführer be anstandet, dass das BFM ihm einige Be- weismittel wieder zurückgegeben habe. Die Beweismittel seien in der an- gefochtenen V erfügung weder aufgelistet noch gewürdigt worden. E-121/2009 Seite 7 Zwar hat ein Asylsuchender grundsätzlich Anspruch auf Mitwirkung, was sich unmittelbar aus dem Anspruch auf faire Behandlung im Verwaltungs- verfahren und auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfa s- sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV , SR 101]; Art. 29 ff. VwVG i.V .m. Art. 6 AsylG) ergibt. Im Rahmen dieses Rechts kann er seine Beweise anbieten, welche grundsätzlich abzune h- men sind, soweit der zu beweisende Sachverhalt rechtserheblich ist (vgl. auch Art. 33 Abs. 1 VwVG i.V .m. Art. 6 AsylG). Die Behörde darf im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung von der Beweisabnahme absehen in der Annahme, die rechtliche Überzeugung würde durch weitere Bewei s- erhebungen nicht geändert. Dies gilt insbesondere dann, wenn der betref- fende Sachverhalt bereits hinreichend erstellt erscheint, die Behörde den Sachverhalt aufgrund eigener Sachkunde und der Aktenlage ausreichend würdigen kann oder von vornherein gewiss ist, dass der angebotene Be- weis keine wesentlichen Erkenntnisse zu vermitteln vermag. Der Beschwerdeführer konnte im Rahmen der zweiten Befragung offe n- sichtlich keinen adäquaten Zusammenhang zwischen dem T od seines Cousins (Ermordung durch Unbekannte im J ahr 2006) und seinem Fluchtentschluss plausibel aufzeigen (A9 S. 3), weshalb die damalige Rückgabe der Beweismittel durch das BFM vertretbar ist. Immerhin hat das BFM die Rückgabe im Protokoll vermerkt und zum T od des Cousins einige Fragen gestellt. Ein Zusammenhang dieses V orfalls mit den Aus- reisegründen des Beschwerdeführers wurde von letzterem während der gesamten Befragung nicht hergestellt; er behauptete einfach, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ebenso erschossen würde wie sein Cou- sin (A9 S. 13). Seitens der Hilfswerkvertretung wurde weder die Nichtab- nahme der entsprechenden Beweismittel bemängelt noch wurden weitere Fragen zu diesem Thema gestellt. Die Nichterwähnung der angebotenen Beweismittel in der angefochtenen V erfügung ist aus den bereits erwähn- ten Gründen somit nicht zu beanstanden. Zudem hat der Beschwerdefüh- rer diese Beweismittel auf Beschwerdestufe erneut eingereicht, weshalb ihm kein Nachteil dadurch entstanden ist. Weiter ist auch keine V erle t- zung der Begründungs- oder Würdigungspflicht darin zu erkennen, wenn Beweismittel wie die (vom BFM nicht bestrittene) Fahrzeughaltereige n- schaft sowie ein Antragsformular auf Ausstellung eines Identitätsscheins in der angefochtenen V erfügung keine Erwähnung finden; diese Beweis- mittel haben angesichts der in der angefochtenen Verfügung erfolgten Ar- gumentation offensichtlich keine wesentliche andere Erkenntnis vermittelt. Dass dem Beschwerdeführer durch eine mangelhafte Begründung der E-121/2009 Seite 8 angefochtenen V erfügung oder die Protokoll ierung eine sachgerech te Beschwerdeführung verwehrt gewesen sei, wurde zu Recht behauptet. 3.3. Mit der Zwischenverfügung vom 26. Januar 2009 wurden die Ges u- che um eine Akteneinsicht in act. A10 gutgeheissen und die Anträge auf Ansetzung einer Frist zur allfälligen Beschwerdeergänzung, zur Einre i- chung weiterer Beweismittel, zu einer Neubefragung des Beschwerdefüh- rers abgewiesen; es kann dazu auf die dortige Argumentation verwiesen werden. Der professionell vertretene Beschwerdeführer hat danach noch jahrelang Gelegenheit gehabt, Aussagekräftiges zu zentralen Punkten des Asylgesuchs nachzuliefern (vgl. dazu Art. 32 Abs. 2 VwVG). Aufgrund des erstellten Sachverhalts besteht kein Anlass für weitere Abklärungen, sei es eine Nachbefragung, eine Botschaftsabklärung oder eine andere Massnahme, weshalb diese Anträge abzuweisen sind. 3.4. Zusammenfassend sind keine erheblichen Hinweise auf ungen ü- gende Sachverhaltsfeststellung oder Begründung der angefochtenen V er- fügung und damit auf eine Gehörsverletzung erkenn bar, weshalb der Hauptantrag auf Kassation und Rückweisung abzuweisen ist. 4. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen Asyl, s o- fern keine Asylausschlussgründe im Sinne von Art. 50 ff. AsylG vorliegen. 4.1. Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus- gesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausg e- setzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefäh r- dung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. 4.2. Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie mit b e- achtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft mit gutem Grund Nachteile von bestimmter Intensität befürchten muss, die ihr gezielt und aufgrund bestimmter V erfolgungsmotive zugefügt zu werden drohen und vor denen sie keinen ausreichenden staatlichen Schutz erwarten kann (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f., BVGE 2008/4 E. 5.2, jeweils m.w.H.). Die im Art. 3 Abs. 1 AsylG erwähnten fünf V erfolgungsmotive sind über die sprach- lich allenfalls engere Bedeutung ihrer Begrifflichkeit hinaus so zu verst e-E-121/2009 Seite 9 hen, dass die V erfolgung wegen äusserer oder innerer Merkmale, die un- trennbar mit der Person oder Persönlichkeit des Opfers verbunden sind, er- folgt ist beziehungsweise droht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 32 E. 8.7.1). 4.3. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere V orbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den T atsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Grundsätzlich sind V orbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend sub- stanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in va- gen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht wider - sprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den T at- sachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Die asylsuchen- de Person muss persönlich g laubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre V orbringen auf gefälschte oder ver- fälschte Beweismittel abstützt, wenn sie wichtige T atsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des V erfahrens Vorbringen au s- wechselt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am V er- fahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung impliziert ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt Raum für gewisse Einwände und Z weifel an den V orbringen des asylsuchende Person. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig über- zeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält . Demgegenüber reicht es nicht aus, wenn der Inhalt der V orbringen zwar möglich ist, aber in Würdi- gung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Darstellung des Sachverhalts sprechen. En t- scheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die für die Richtigkeit des dargeleg ten Sachverhalts sprechenden Gründe überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. 4.4. Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Si- tuation im Zeitpunkt des Entscheides über deren Bestehen – nicht dieje- nige im Zeitpunkt der Ausreise –, wobei allerdings erlittene V erfolgung oder im Zeitpunkt der Ausreise bestehende begründete Furcht vor V erfol- gung auf andauernde Gefährdung hinweisen kann. V eränderungen der E-121/2009 Seite 10 Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asy lentscheid sind zu Gunsten und zu Lasten der asylsuchenden Person zu berücksichtigen (BVGE 2010/57 E. 2, BVGE 2010/9 E. 5.2, BVGE 2007/31 E. 5.3 f.). 5. 5.1. Zur Begründung des abweisenden Entscheides führte das BFM aus, die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen seien nicht glaubhaft. So seien die Antworten auf Fragen zur Zeit bei der TMVP oder zu den Fluchtmodalitäten insgesamt we nig detailliert ausgefallen . Die Schild e- rungen über die Verfolgungssituation seien sehr oberflächlich und allge- mein ausgefallen. Erst auf intensives Nachhaken hin seien Details er- wähnt worden, wobei allerdings diese weiterhin im ge nerellen Bereich verhaftet geblieben seien. Obwohl der Beschwerdeführer angegeben ha- be, rund einundeinhalb Monate lang von der TMVP gefangen gehalten worden zu sein, könne er über die erlebten Umstände lediglich sehr we- nig berichten. Über die anderen Mitgefangenen und die Mitglieder der TMVP gebe es dabei nichts zu erfahren. Ausserdem sei er bei konkreten Fragen über diese Themen ausgewichen und erwähne an ihrer Stelle all- gemeine Vorkommnisse in der Gegend. Mithin sei die angegebene Inhaf- tierung nicht glaubhaft. Weiter habe er behauptet, seine Ausreise inner- halb von vier bis sechs Tagen seit der Flucht bewältigt zu haben. Die in diesem Kontext gemachten Schilderungen seien jedoch unsubstanziiert und unrealistisch ausgefallen. So habe es in Colombo in der ganzen Stadt verteilt Kontrollpunkte gegeben, an denen sich Passanten Perso- nenkontrollen hätten unterziehen müssen. Besonders strengen Kontrollen seien dabei Personen tamilischer Ethnie unterworfen worden. Folglich wären die Ausreisevorbereitungen (Geld beschaffen, Schlepper auftre i- ben, Flug in die Schweiz buchen) innerhalb der genannten vier bis sechs Tagen kaum realisierbar. Es sei demnach von einem konstruierten Sach- verhalt auszugehen. Schliesslich schildere er, sich nach der Flucht aus dem Lager zu einem Bekannten seines Vaters in ein Nachbardorf bege- ben zu haben; er habe sich jener Person anvertraut. Daraufhin habe ihm dieser zur Flucht verholfen. Da er aber den Namen dieser Person nicht kenne, könne es sich nur um eine sehr oberflächliche Bekanntschaft handeln, weshalb es unrealistisch sei, dass er sich ihr anvertraut habe, zumal er nicht habe voraussehen können, wie sie reagieren würde. 5.2. Der Argumentation des BFM wurde in der Beschwerdeschrift und den Ergänzungen im Wesentlichen entgegengehalten, das BFM schätze die Angaben des Beschwerdeführers zu Unrecht als unglaubhaft ein. So sei- en die eigenen Aussagen geradezu beispielhaft mit Realitätskennzeichen E-121/2009 Seite 11 angereichert, auch im Bereich der Schilderung der Reinigung des Busses vom Blut der ermordeten Person . Er schildere durchwegs zusammen- hängend, auffallend ausführlich, detailreich, ohne Unterbruch, wide r- spruchsfrei, chronologisch, präzis und erläuternd, auch im Rahmen zahl- reicher Interaktionsschilderungen. Er habe vielfach die direkte Rede ve r- wendet. Er schmücke dabei die eigene Rolle und Funktion nicht aus. Die Fluchtmodalitäten habe er nachvollziehbar, in sich logisch und detailge- treu geschildert. Beim Fluchthelfer habe es sich um einen ihm bekannten Berufskollegen, also einen (…), gehandelt, der T amilen gegenüber stets hilfsbereit gewesen sei und den er für die Fluchthelferdienste finanziell entschädigt habe. In der Regel sei dieser nicht kontrolliert worden, weil er Muslim gewesen sei. Dass der Beschwerdeführer seinen Namen nicht nennen wolle, entspreche dem ungeschriebenen Gesetz, Identitäten von Fluchthelfern (auch gegenüber Asylbehörden) nicht offen zu legen. Damit sei von der grundsätzlichen Glaubhaftigkeit seines Asylvorbringens aus- zugehen. Zusammenfassend sei er somit durch die regierungs- und ar- meenahe TMVP an Leib und Leben gefährdet . Diese habe nach seiner Flucht intensiv nach ihm gefahndet. Bei einer Rückkehr würde er wegen der Flucht verdächtigt, als T amile der LTTE anzugehören oder sie zu un- terstützen. Es sei in diesem Kontext zu berücksichtigen, dass sein Cousin V .P . im Jahr 2006 im Rahmen eines vorübergehenden Aufenthalts in Sri Lanka von Mitgliedern der TMVP erschossen worden sei. Ausserdem sei- en 17 Personen aus seinem Dor f ermordet worden . Sollte die Flüch t- lingseigenschaft nicht anerkannt werden, so wäre er wegen unzulässigen oder unzumutbaren Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. Später machte der Beschwerdeführer ergänzend geltend, sein V ater habe mittlerweile – wie ihm die Mutter mit Schreiben vom 17. Dezember 2008 berichtet habe – eine V orladung der TMVP für den 15. Dezember 2008 erhalten. Es sei davon auszugehen, dass sich der V ater wegen seiner Flucht bei der TMVP hätte melden müssen. Nun sei der V ater seinerseits untergetaucht, denn auch er fürchte sich vor Behelligungen. 6. Im Sinne einer Gesamtwürdigung ist nachfolgend zu ermitteln, ob die für die Richtigkeit des Sachvortrags sprechenden Gründe übe rwiegen oder nicht, wobei auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen ist. 6.1. Für die Glaubhaftigkeit der Angaben des Beschwerdeführers k ann primär sprechen, dass er seine beruflichen Tätigkeiten als Halter eines Lieferwagens nachgewiesen hat und im Stande war, eine V orladung der E-121/2009 Seite 12 TMVP im Original für seinen V ater für den 15. Dezember 2008 einzurei- chen. Indessen lässt der Inhalt dieser V orladung sowie des Schreibens der Mutter erste Zweifel an der Sachdarstellung aufkommen. So gab er an, nach seiner Ankunft in der Schweiz telefonischen Kontakt mit seiner Mutter gehabt zu haben, mithin nach dem 19. September 2008 (A1 S. 6). Er wusste damals erst davon zu berichten, dass ihn die TMVP suche (A1 S. 6 und 7). Später gab er an, dass die Eltern durch TMVP-Leute bei de- ren wöchentlichen Fahndungsgängen geschlagen und aufgefordert wor- den seien, ihn auszuliefern; auch die sri-lankische Armee suche ihn, weil er sich wegen seines V erschwindens der Nähe zur L TTE verdächtigt ge- macht habe (A9 S. 5 f.). V on den geltend gemachten Misshandlungen ist dem Schreiben der Mutter vom 17. Dezember 20 08 allerdings nichts zu entnehmen. 6.2. Weiter ist die Auffassung des Rechtsvertreters nicht zu teilen , w o- nach der Beschwerdeführer in seiner Asylbegründung überzeugend ge- wesen sei. Vielmehr widerspricht er sich erheblich in Bezug auf zentrale Abläufe (Ort des Geschehens, Fluchtmodalitäten) und bleibt a uffallend zurückhaltend und vage in Bezug auf die Bezeichnung und Beschreibung von Gegnern, Mitgefangenen und Helfern. 6.2.1. Zunächst erklärte er, dem Ersuchen der TMVP entsprechend sei er am 25. Juli 2008 zu deren Büro im Heimatort, folglich in B._______ oder der nächstgelegenen grösseren Ortschaft D._______, gegangen (A1 S. 5). Demgegenüber behauptete er in der späteren Befragung, von Ange- hörigen der TMVP abgeholt und nicht zum Karuna-Büro in seinem Dorf, sondern auf einem ihrer Motor räder ins Büro der TMVP ins Dorf E._______ geführt und dort festgehalten worden zu sein (A9 S. 4). Eine solche Diskrepanz – es geht dabei nicht nur im die Benennung eines Or- tes, sondern um eine ganze Schilderung von V orgängen – wäre ihm nicht unterlaufen, wenn er von eigenen Erlebnissen berichtet hätte. 6.2.2. Weiter erklärte er, die TMVP-Leute hätten ihm eine bewaffnete Per- son auf einem Motorrad als Begleitung für seinen Besuch zur V erfügung gestellt (A1 S. 5, A9 S. 5). Demgegenüber stellte er die selbe Situation später so dar, dass er damals die Mutter nur habe besuchen dürfen, weil der fürs Kochen verantwortliche Leiter in der Ortschaft einen Auftrag habe durchführen müssen, sich seiner erbarmt und ihn auf dem Motorrad mi t- genommen habe. Dieser Mann habe während des Besuchs nicht – wie in der Erstanhörung behauptet wurde (A1 S. 5) – im Vorraum des Hauses, sondern beim Motorrad stehend auf der Strasse (A9 S. 5) auf ihn gewar-E-121/2009 Seite 13 tet, was in Anbetracht der geltend gemachten V orgeschichte und nament- lich der mit Sicherheitsüberlegungen begründeten Besuchsverweigerung durch ein anderes Gruppenmitglied erhebliche Zweifel am Wahrheitsge- halt aufkommen lässt, zumal solche Umstände bei der Umsetzung eines Fluchtplans entscheidend sein dürften. Irritierend ist auch, wie der Beschwerdeführer vorerst in einer unpersönli- chen Art von einer bewaffneten Begleitperson auf dem Motorrad, ein em Karuna-Mann (A1 S.5) oder einer anderen Person aus dieser Gruppe (A9 S. 5) gesprochen hat, um später anzugeben, es habe sich bei diesem Mann um den verantwortlichen Leiter fürs Kochen gehandelt , der ihm immerhin während der sechs Wochen Aufenthalt fast täglich vorgesta n- den sein müsste (A9 S. 5 F16 und 17). 6.3. Der V orhalt des BFM einer nicht schlüssigen Berichterstattung betref- fend die Festhaltung im Büro der TMVP in B._______ oder E._______ ist berechtigt. Die vom Beschwerdeführer gesetzten Ungereimtheiten kön- nen durch die Argumente i n der Beschwerde nicht plausibel aufgelöst oder durch die eingereichten Beweismittel aufgewogen werden. Er konnte konkrete, problemlos verständliche Nachfragen offensichtlich nicht mit der nötigen Substanz beantworten. Die Mitgefangenen, die ihn bedrohenden Mitglieder der TMVP und der konsultierte Schlepper weisen bei ihm keine Charakteristika auf und bleiben weitgehend konturenlos (vgl. insbesonde- re die ausweichenden und vagen Antworten auf die Fragen F61 ff. der zweiten Anhörung). Aktenwidrig ist die Behauptung in der Beschwerde, der Beschwerdeführer kenne den Namen des Muslims, der ihm bei der Ausreise geholfen habe, sehr wohl, doch gebe es ein ungeschriebenes Gesetz, den Namen von Fluchthelfern und Schleppern nicht zu nennen. Abgesehen davon, dass diesem ungeschriebenen das geschriebene Ge- setz (Art. 8 AsylG: Mitwirkungspflicht) entgegensteht, hat der Beschwer- deführer auf die konkrete Frage nach dem Namen geantwortet, er könne sich nicht genau an den Namen erinnern und die Muslime hätten ohnehin alle ähnliche Namen (A9 S. 6). Bei dieser Sachlage können weitere Fra- gen und Zweifel – wie die Sicherheit, die der Transport durch einen mus- limischen Fahrer bewirkt haben soll, und die überraschend flinke Ausrei- seorganisation in Colombo –, offen gelassen werden. 6.4. Zusammenfassend folgt, dass das BFM zu Recht die V orbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft bezeichnet und das Asylgesuch ab- gelehnt hat. E-121/2009 Seite 14 7. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ver- fügt. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung hinsichtlich der angefochtenen Dispositivpunkte 1 - 3 Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fes t- stellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuwei- sen, soweit sie (Dispositivpunkte 4 und 5) nicht als gegenstandslos ge- worden abzuschreiben ist. 9. Es verbleibt, über die Kosten und allfälligen Entschädigungen zu befi n- den. Bei der vorliegenden Sachlage ist angesichts der Ablehnung des Rückweisungsantrags, der Ablehnung des Antrags auf Asylgewährung und der wiedererwägungsweise angeordneten vorläufigen Aufnahme durch das BFM im V ernehmlassungsverfahren von einem Obsiegen des Beschwerdeführers zu einem Drittel auszugehen. 9.1. V on der Auflage von V erfahrenskosten ist angesichts der gewährten unentgeltlichen Prozessführung abzusehen. 9.2. Der teilweise obsiegenden Partei ist gemäss Art. 7 Abs. 2 des Reg- lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine um zwei Drit- tel gekürzte Parteientschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zusprechen. Der Rechtsvertreter reichte trotz entsprechender Auf- forderung vom 17. März 2009 keine Kostennote ein, was ungeachtet sei- nes unmotivierten Gesuchs um spätere Einforderung einer solchen als V erzicht zu werten ist, weshalb die Parteientschädigung von Amtes we- gen festzusetzen ist. Der notwendige V ertretungsaufwand für das B e- schwerdeverfahren wird pauschal auf Fr. 1 800.– geschätzt. Dem B e- schwerdeführer ist somit vom BFM eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 600.– (inklusive Auslagen und Mehrwertsteueranteil) zu entrichten. E-121/2009 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Der Antrag auf Rückweisung der An gelegenheit an die V orinstanz wird abgewiesen. 2. Die Beschwerde wird betreffend V erneinung der Flüchtlingseigenschaft, Ablehnung des Asylgesuches und Wegweisung aus der Schweiz (Dispo- sitiv Ziff. 1 - 3 der angefochtenen Verfügung) abgewiesen. 3. Das Beschwerdeverfahren wird als durch Wiedererwägung seitens des BFM gegenstandslos geworden abgeschrieben, soweit es den Wegwe i- sungsvollzug (Dispositiv Ziff. 4 - 5 der angefochtenen V erfügung) betrifft. 4. Es werden keine V erfahrenskosten erhoben. 5. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das V erfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 600.– zu entrichten. 6. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Walter Stöckli Thomas Hardegger V ersand: