m u12_d A bteilung V E -4696/2006 luc/oeg {T 0/2} U rteil vom 21. M ai 2007 M itw irkung: R ichterin Luterbacher, R ichterin Schenker Senn, R ichter Brodard G erichtsschreiberin O eler X._______, Türkei, w ohnhaft Y._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung des B FM vom 28. Juni 2005 i.S. A syl und W egw eisung / N (...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer, eigenen Angaben im Em pfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen zufolge ein Kurde aus Z._______, verliess sein H eim atland angeblich am 10. Juni 2005 und reiste am 14. Juni 2005 illegal in die Schw eiz ein. Anlässlich der ersten sum m arischen Befragung im EVZ Kreuzlingen am 20. Juni 2005 gab er an, er sei aus der Türkei ausgereist, w eil er sich belästigt gefühlt habe. Er sei von der Polizei im m er w ieder m itgenom m en w orden, w enn fanatische Anhänger von Abdullah Ö calan Kundgebungen durchgeführt hätten. An die genauen D aten der M itnahm en verm öge er sich nicht zu erinnern. Auf N achfrage hin gab er an, er sei zirka M itte 2005 beziehungsw eise im April 2005 zur Sicherheitsbehörde in Z._______ geführt und dort w ährend ein bis zw ei Tagen festgehalten w orden. Er sei geschlagen, angeschrieen, bedroht und schliesslich w ieder freigelassen w orden. W eitere, für die Ausreise relevante Vorfälle habe es nicht gegeben. M it den Behörden seines H eim atlandes habe er ansonsten keine Problem e gehabt. B. Am 23. Juni 2005 w urde der Beschw erdeführer vom BFM einlässlich zu seinen Ausreisegründen angehört. D abei gab er zu Protokoll, es gebe noch andere als die bisher erw ähnten G ründe für seine Ausreise. Er sei von gew issen Leuten gezw ungen w orden, an D em onstrationen für Abdullah Ö calan teilzunehm en. Er sei desw egen von der Polizei zw ischen fünf- und zehnm al beziehungsw eise, auf N achfrage hin, sieben- oder achtm al m itgenom m en w orden. Säm tliche M itnahm en hätten sich im April 2005 ereignet. Er sei sow ohl auf dem Arbeitsw eg als auch zu H ause festgenom m en w orden. Er sei jew eils auf den Sicherheitsposten m itgenom m en und dort w ährend ein bis zw eieinhalb Tagen im Keller festgehalten w orden. M anchm al sei er abgeholt und grob geschlagen w orden. Er sei auch m it Fusstritten traktiert und geohrfeigt w orden. Er sei aufgefordert w orden, nicht m ehr an D em onstrationen und Versam m lungen teilzunehm en, dies, obw ohl er gar nie an solchen Veranstaltungen teilgenom m en habe. Er sei auch nicht M itglied einer politischen Partei oder irgendeiner O rganisation gew esen. W eil er Kurde sei, habe er aber im m er w ieder unangenehm e Situationen erlebt und sei bedroht w orden. Er habe befürchtet, selbst im Falle eines W egzugs innerhalb der Türkei, im m er w ieder das G leiche zu erleben und sei deshalb ausgereist. C . M it gleichentags eröffneter Verfügung vom 28. Juni 2005 lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschw erdeführers gestützt auf Art. 3 AsylG ab und ordnete dessen W egw eisung aus der Schw eiz sam t Vollzug an. Zur Begründung führte das BFM aus, die Schilderungen der Festnahm en und Inhaftierungen erw eckten nicht den Eindruck, der Beschw erdeführer habe diese Begebenheiten selbst erlebt. O hnehin w ürde es sich bei den geltend gem achten Schlägen und O hrfeigen um nicht dem türkischen Staat zurechenbare Ü bergriffe von einzelnen Beam ten handeln. D ie Befürchtung des Beschw erdeführers, allenfalls erneut festgenom m en zu w erden, genüge indes nicht, um begründete Furcht vor einer zukünftigen landesw eiten, asylrelevanten Verfolgung anzunehm en, zum al er in keiner W eise politisch tätig gew esen sei. Allfälligen lokalen Behelligungen könnte er sich jedoch durch W echsel seines Aufenthaltsort entziehen. Insgesam t könnten die Vorbringen 3 des Beschw erdeführers som it nicht als asylrelevant qualifiziert w erden. D . M it Eingabe vom 28. Juli 2005 an die dam alige Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) liess der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter die Aufhebung der Verfügung der BFM vom 28. Juni 2005 und die Asylgew ährung beantragen. Im Falle der Ablehnung des H auptantrages sei der Beschw erdeführer in der Schw eiz vorläufig aufzunehm en. Von der Auferlegung eines Kostenvorschusses sei abzusehen. Auf die Begründung der einzelnen Anträge w ird, sow eit entscheidw esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. E. M it Zw ischenverfügung der AR K vom 26. August 2005 teilte diese dem Beschw erdeführer m it, er könne den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw arten. Sodann stellte sie fest, dass die vorinstanzliche Verfügung hinsichtlich des Abw eisungsgrundes unklar ausgefallen sei, da die Vorinstanz zur Begründung zw ar das Fehlen der Voraussetzungen von Art. 3 AsylG angeführt habe, hingegen w iederholt zur fehlenden G laubhaftigkeit Stellung bezogen habe, ohne jedoch Art. 7 AsylG explizit ins Feld zu führen. D ie AR K w ies den Beschw erdeführer in besagter Zw ischenverfügung darauf hin, dass sie seine Aussagen als nicht glaubhaft erachte, da diese vage ausgefallen seien und m angels R ealitätskennzeichen und detailreicher Beschreibung der Eindruck entstanden sei, der Beschw erdeführer habe die vorgebrachten Ereignisse nicht selbst erlebt. U nplausibel sei sodann, dass säm tliche sieben oder acht M itnahm en im April 2005 stattgefunden hätten und der Beschw erdeführer nachher bis zur Ausreise am 10. Juni 2005 w iederum nicht m ehr belästigt w orden sei. D em Beschw erdeführer w urde in der Zw ischenverfügung vom 26. August 2005 G elegenheit eingeräum t, zu diesen Vorhaltungen Stellung zu nehm en. Angesichts der Einschätzung des Verfahrens als aussichtslos lehnte die Instruktionsrichterin der AR K sodann das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen Prozessführung ab und forderte den Beschw erdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses auf. F. Am 12. Septem ber 2005 leistete der Beschw erdeführer den einverlangten Kostenvorschuss in der H öhe von Fr. 600.--. G . M it Schreiben vom 19. Septem ber 2005 teilte der dam als noch m andatierte R echtsvertreter des Beschw erdeführers m it, er habe keinen Anlass, den Aussagen seines M andanten keinen G lauben zu schenken; im Einzelnen könne auf die Beschw erdeschrift verw iesen w erden. H . Am 4. April 2006 übersandte das Am t für Zivilstandsw esen des Kantons A._______ dem BFM einen auf den Beschw erdeführer lautenden türkischen R eisepass, ausgestellt am 22. M ärz 2006 auf dem Konsulat in Zürich, w elchen der Beschw erdeführer zur Vorbereitung der Eheschliessung eingereicht hatte. I. Am 15. M ai 2006 schloss der Beschw erdeführer m it einer Schw eizer Bürgerin die Ehe. J. M it Schreiben vom 22. Juni 2006 inform ierte der Beschw erdeführer die Asylbehörden über seine Eheschliessung sow ie über seinen W ohnortsw echsel. D er Beschw erdeführer und seine Ehefrau ersuchten das M igrationsam t des neuen W ohnsitzkantons in der Folge um Bew illigung des Fam iliennachzugs beziehungsw eise Erteilung einer B-Bew illigung. 4 K. Im R ahm en der Prüfung der Voraussetzungen für die Bew illigung des Fam iliennachzuges beziehungsw eise der Erteilung einer B-Bew illigung w urden der Beschw erdeführer und seine Ehefrau von den zuständigen Behörden des Aufenthaltskantons der Ehefrau am 15. Septem ber 2006 angehört. D abei gab die Ehefrau an, den Beschw erdeführer einzig geheiratet zu haben, w eil ihr dafür eine grosse G eldsum m e geboten w orden sei. D er Beschw erdeführer selbst dem entierte bei der ersten Einvernahm e diese Version und gab an, aus Liebe geheiratet zu haben. Aufgrund der w idersprüchlichen Angaben der Eheleute w urde der Beschw erdeführer in der Folge zw ecks w eiterer Abklärungen inhaftiert. Anlässlich einer zw eiten Einvernahm e am 19. Septem ber 2006 gab der Beschw erdeführer zu, für die Eheschliessung m it einer Schw eizer Bürgerin einen G eldbetrag geleistet zu haben. Auch gab er anlässlich dieser Anhörung zu Protokoll, bereits im N ovem ber 2004 illegal in die Schw eiz eingereist zu sein und in der Folgezeit bei der Fam ilie seiner Schw ester gew ohnt zu haben. L. D ie zuständige kantonale Behörde lehnte in der Folge das G esuch um Fam iliennachzug gestützt auf die beiden Befragungen der Eheleute vom 15. und 19. Septem ber 2006 m it Schreiben vom 27. Septem ber 2006 ab, und forderte den Beschw erdeführer auf, w ieder an die frühere, ihm zugeordnete Aufenthaltsadresse zurückzukehren. Am 9. O ktober 2006 m eldete sich der Beschw erdeführer dort w ieder an. M . Im N ovem ber 2006 w urde dem dam aligen R echtsvertreter des Beschw erdeführers m itgeteilt, dass die AR K per 31. D ezem ber 2006 durch das Bundesverw altungsgericht ersetzt und das Beschw erdeverfahren, sofern dannzum al nicht abgeschlossen, vom Bundesverw altungsgericht w eitergeführt w erde. N . M it Schreiben vom 27. D ezem ber 2006 inform ierte der dem Beschw erdeführer zugeordnete Aufenthaltskanton die AR K darüber, dass sich der Beschw erdeführer seit längerer Zeit nicht m ehr in der ihm zugew iesenen U nterkunft aufhalte und auch keine neue Adresse hinterlassen habe. O . M it Zw ischenverfügung des inzw ischen für das Beschw erdeverfahren zuständig gew ordenen Bundesverw altungsgerichts vom 9. Januar 2007 w urde der dam alige R echtsvertreter des Beschw erdeführers gestützt auf Art. 8 Abs. 3 AsylG aufgefordert, innert Frist den aktuellen Aufenthaltsort seines M andanten sow ie dessen konkretes Interesse an der Fortführung des Verfahrens bekannt zu geben. Für den Fall des unbenutzten Fristablaufs w urde die Abschreibung der Beschw erde m angels R echtsschutzinteresses in Aussicht gestellt. P. M it Schreiben vom 13. Februar 2007 teilte der R echtsvertreter innert erstreckter Frist die neue Adresse des Beschw erdeführers m it und führte w eiter aus, dieser sei nach w ie vor interessiert an der D urchführung des Beschw erdeverfahrens. G leichzeitig erklärte er sein Vertretungsm andat als per sofort beendet und ersuchte um direkte Zustellung künftiger Postsendungen an den Beschw erdeführer. Q . M it Schreiben vom 20. M ärz 2007 inform ierte die zuständige kantonale Behörde darüber, dass der Beschw erdeführer – nach dreim onatigem Verbleib bei diversen Landsleuten - ab sofort w ieder in der ihm zugew iesenen U nterkunft w ohnhaft sei. 5 R . Am 30. M ärz 2007 verm eldete die zuständige kantonale Behörde, der Beschw erdeführer halte sich seit dem 27. M ärz 2007 w iederum nicht m ehr in der ihm zugew iesenen U nterkunft auf. D iese habe er erneut ohne Adressangabe verlassen. S. M it Schreiben vom 10. April 2007 teilte die zuständige kantonale Behörde m it, der Beschw erdeführer habe sich bei den Behörden w ieder gem eldet und sei w ieder seiner heutigen W ohnadresse zugeteilt w orden. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). Auf die am 1. Januar 2007 bereits hängigen Asylverfahren sind zudem die in diesem Zeitpunkt in Kraft getretenen Bestim m ungen der Asylgesetzänderung vom 16. D ezem ber 2005 (vgl. im Einzelnen AS 2006 4767) anw endbar (Abs. 1 der Ü bergangsbestim m ungen zur Änderung vom 16. D ezem ber 2005). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.4 Ü ber offensichtlich unbegründete Beschw erden w ird in einem vereinfachten Verfahren entschieden. W ie nachfolgend aufgezeigt, ist die vorliegende Beschw erde als offensichtlich unbegründet zu qualifizieren, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w ird und der Entscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist einzutreten.6 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz w ies das Asylgesuch m it der Begründung ab, die Vorbringen des R ekurrenten w ürden den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die Asylrelevanz nicht genügen, w eshalb darauf verzichtet w erden könne, auf allfällige U nglaubhaftigkeitselem ente in den Vorbringen einzugehen. G leichw ohl ging die Vorinstanz in der Folge nicht nur auf die fehlende Asylrelevanz ein, sondern setzte sich auch m it der G laubhaftigkeit des Sachvortrages auseinander, indem sie letzteren als unsubstanziiert bezeichnete und w eiter erw og, die m angelhaften Schilderungen der Festnahm en und Inhaftierungen erw eckten nicht den Eindruck, der Beschw erdeführer habe die Begebenheiten selbst erlebt. Allfällige M itnahm en auf den Sicherheitsposten, verbunden m it Schlägen und O hrfeigen, bezeichnete das BFM gleichzeitig als Ü bergriffe einzelner Beam ter, die vom türkischen Staat nicht geduldet w ürden. D ie Befürchtung des Beschw erdeführers, allenfalls erneut festgenom m en zu w erden, erachtete die Vorinstanz als nicht genügend, um begründete Furcht vor einer zukünftigen asylrelevanten Verfolgung anzunehm en, zum al er politisch nicht tätig gew esen sei. Schliesslich verw ies die Vorinstanz auf die M öglichkeit, sich lokalen Behelligungen durch die örtlichen Behörden m ittels geeigneter W ahl des Aufenthaltsorts entziehen zu können. 4.2 Auf Beschw erdeebene w ird diesen Erw ägungen entgegengehalten, der Beschw erdeführer habe in beiden Befragungen detaillierte, sehr konsistente und glaubw ürdige Aussagen zu den H intergründen seiner Flucht aus dem H eim atland gem acht. Er habe keine andere Alternative gehabt, als das Land zu verlassen, da für die Zukunft eine beachtliche W ahrscheinlichkeit bestanden habe, O pfer von m assiven Ü bergriffen zu w erden. D ie Freundschaft zu einem politisch aktiven M ann aus der N achbarschaft habe ihn letztlich auch selbst in G efahr gebracht. Sodann nim m t der dam alige R echtsvertreter in der Beschw erdeschrift einlässlich zur M enschenrechtslage in der Türkei Stellung, indem er einen Jahresbericht von 7 am nesty international (ai) zum Vorkom m en von Folter und M isshandlungen zitiert. 4.3 Im R ahm en des Instruktionsverfahrens brachte die Instruktionsrichterin der früheren AR K dem dam aligen R echtsvertreter des Beschw erdeführers zur Kenntnis, dass sie die G esuchsbegründung als in erster Linie nicht glaubhaft erachte und die Beschw erdeinstanz die R echtsm itteleingabe als aussichtslos qualifizieren dürfte. Im D etail führte sie in der Zw ischenverfügung vom 26. August 2005 aus, die Vorbringen des Beschw erdeführers bezüglich Festnahm en und Inhaftierungen seien vage ausgefallen und erw eckten m angels R ealitätskennzeichen und D etails nicht den Eindruck, er hätte diese Begebenheiten selbst erlebt. Auch habe der Beschw erdeführer nicht plausibel zu erklären verm ocht, w ieso säm tliche sieben oder acht Festnahm en gerade im April 2005 stattgefunden hätten und er danach bis zur Ausreise von den türkischen Sicherheitskräften nicht m ehr belästigt w orden sei. D ie Instruktionsrichterin räum te dem R echtsvertreter des Beschw erdeführers eine Frist zur Stellungnahm e ein. 4.4 In seiner Stellungnahm e vom 19. Septem ber 2005 teilte der dam alige R echtsvertreter unter Verw eis auf seine Ausführungen in der Beschw erdeschrift lediglich m it, er selbst habe keinen Anlass, den Aussagen seines M andanten keinen G lauben zu schenken. 4.5 Im R ahm en der Erm ittlungen der Kantonspolizei A._______ im Zusam m enhang m it dem Verdacht des Beschw erdeführers auf "Scheinehe" m it einer Schw eizer Bürgerin gab der Beschw erdeführer anlässlich der Einvernahm e durch die genannte Behörde am 19. Septem ber 2006 zu Protokoll, er sei bereits im N ovem ber 2004 von D eutschland her kom m end in die Schw eiz eingereist und habe danach bei der Fam ilie seiner Schw ester gew ohnt. D ass der Beschw erdeführer bereits längere Zeit vor seinem Asylgesuch in der Schw eiz gew eilt habe, w urde auch von seinem Schw ager sow ie seiner Schw eizer Ehefrau bestätigt. 5. D as Bundesverw altungsgericht erachtet den Sachvortrag des Beschw erdeführers zur Begründung seines Asylgesuches als den Anforderungen von Art. 7 AsylG nicht standhaltend. D ie Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid bereits einige G ründe angeführt, w eshalb die Vorbringen nicht zu überzeugen verm ögen. Im R ahm en des Instruktionsverfahrens w urden dem Beschw erdeführer unter Achtung des Anspruches auf rechtliches G ehör im H inblick auf eine Abw eisung der Beschw erde gestützt auf Art. 7 AsylG w eitere U nzulänglichkeiten des Sachvortrages zur Stellungnahm e unterbreitet. Auch diese Vorhaltungen erachtet das Bundesverw altungsgericht als zutreffend. M it dem Verzicht des dam aligen R echtsvertreters des Beschw erdeführers auf eine detaillierte Stellungnahm e beziehungsw eise dem Verw eis auf die Ausführungen in der Beschw erdeschrift, w elche jedoch auch nur - ohne w eiteres Eingehen - eine detailreiche und konsistente Schilderung behaupten, verm ag der R echtsvertreter die Zw eifel am Sachvortrag nicht aus dem W ege zu räum en. Als unzureichende D arstellungselem ente in den beiden im Asylverfahren erstellten Protokollen sind zusam m enfassend nochm als zu nennen, dass der Beschw erdeführer zum Ausreisedatum w idersprüchliche Angaben gem acht hat, 8 dass er sich erst nicht an die Festnahm edaten erinnerte, dass er auf N achfrage hin die Festnahm en auf M itte 2005 und später auf April 2005 festlegte, dass er in der zw eiten Anhörung erstm als geltend m achte, von Anhängern Abdullah Ö calans zur Teilnahm e an den D em onstrationen gezw ungen w orden zu sein, dass er ungenaue und gleichzeitig differierende Angaben zur Zahl der Festnahm en m achte, indem er sie zuerst auf fünf bis zehn und später auf sieben oder acht bezifferte, und dass er keine plausible Erklärung für die ausschliessliche Verteilung der Festnahm en auf den M onat April sow ie die behördliche Interesselosigkeit an seiner Person in den nachfolgenden vierzig Tagen bis zur angeblichen Ausreise am 10. Juni 2005 abzugeben verm ochte (vgl. dazu die Aussagen in den Akten A1/10 und A7/7). D en durch die unzulängliche D arstellungsw eise entstandenen Zw eifeln verm ochte der Beschw erdeführer w eder bei den Anhörungen noch im Laufe des Beschw erdeverfahrens überzeugend zu begegnen. D en Behauptungen auf Beschw erdeebene, der Beschw erdeführer habe sehr konsistente und glaubw ürdige Aussagen zu den H intergründen seiner Flucht aus der H eim at gem acht, kann nicht gefolgt w erden. Vielm ehr ist ergänzend auf das m it dem Beschw erdeführer anlässlich der Prüfung des Eheverfahrens erstellte Protokoll der Kantonspolizei A._______ vom 19. Septem ber 2006 zu verw eisen, in w elchem der Beschw erdeführer angab, bereits im N ovem ber 2004 in die Schw eiz eingereist zu sein und in der Folgezeit bei der Fam ilie seiner Schw ester gew ohnt zu haben. Entsprechend dieser Aussage hätte sich der Beschw erdeführer zum Zeitpunkt der angeblich erlittenen Festnahm en (April 2005) bereits in der Schw eiz aufgehalten. D ie Erw ägung der Vorinstanz, die Schilderungen des Beschw erdeführers erw eckten nicht den Eindruck tatsächlich erlebter Begebeneheiten, w ird dadurch bestätigt (zur R echtm ässigkeit der Verw endung der letztgenannten Aussage des Beschw erdeführers vgl. das nach w ie vor gültige, in Entscheidungen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 1994 N r. 13 veröffentlichte U rteil der AR K zur Tragw eite des Anspruches auf rechtliches G ehör bei W idersprüchen in den eigenen Aussagen). Zusam m enfassend ist abschliessend festzuhalten, dass die Vorbringen des Beschw erdeführers die Anforderungen an die G laubhaftigkeit gem äss Art. 7 AsylG nicht erfüllen. D ie Vorinstanz hat das nachgesuchte Asyl som it zu R echt nicht gew ährt. D ie Beschw erde ist folglich im Asylpunkt abzuw eisen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des 9 Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 6.3 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Zw ar ist der Beschw erdeführer seit dem 15. M ai 2006 m it einer Schw eizer Bürgerin verheiratet (vgl. Bst. I). H ingegen hat der für die Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung zuständige Kanton den Anspruch auf Erteilung einer B- Bew illigung als Folge dieser H eirat verneint (vgl. Bst. L). Eine allfällige Anfechtung dieses negativen Entscheides hätte bei den entsprechenden frem denpolizeilichen Behörden, nicht jedoch im Asylverfahren, erfolgen m üssen. Aus den Akten ist jedoch nicht zu schliessen, dass eine solche erfolgt w äre, zum al der Beschw erdeführer und seine Ehefrau zugegeben haben, gegen Entgelt die Ehe eingegangen zu sein und der Beschw erdeführer sich in der Folge am W ohnort seiner Ehefrau ab- und w ieder in der ihm zugew iesenen U nterkunft anm eldete. Bei dieser Sachlage besteht im Asylverfahren kein Anlass, von einer W egw eisungsanordnung abzusehen oder die Tatsache der H eirat als W egw eisungshindernis im Lichte von Art. 8 EM R K zu w ürdigen (vgl. dazu den nach w ie vor gültigen Entscheid in EM AR K 2001 N r. 21 E. 11.b. Zusam m enfassend ist festzustellen, dass die W egw eisung von der Vorinstanz zu R echt angeordnet w urde (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; sow ie das w eiterhin m assgebende AR K-U rteil in EM AR K 2001 N r. 21) und nachträglich keine U m stände hinzugetreten sind, w elche diese Anordnung in Frage zu stellen verm öchten. 6.4 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKE R , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 6.5 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seinen 10 H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti- Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16, S. 122, m it w eiteren H inw eisen). D ie allgem eine, dem Bundesverw altungsgericht bekannte M enschenrechtssituation in seinem H eim atstaat, auf w elche der frühere R echtsvertreter des Beschw erdeführers unter H inw eis auf die Erhebungen von ai in seiner Beschw erdeschrift eingeht, lässt gem äss Praxis der früheren AR K und des Bundesverw altungsgerichts den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 6.6 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise des Fehlens einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Insgesam t gilt es die hum anitären Aspekte im Zusam m enhang m it der Situation, in der sich die betroffene Person bei einer R ückkehr ins H eim atland befinden w ürde, gegen das öffentliche Interesse an ihrer W egw eisung abzuw ägen (vgl. das w eiterhin gültige AR K-U rteil in EM AR K 2005 N r. 12, E. 10.3, S. 114 m it w eiteren H inw eisen). 6.7 D as Bundesverw altungsgericht geht - w ie schon die AR K - nicht von einer generellen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges in die Türkei aus; dies gilt für säm tliche Provinzen des Landes, insbesondere auch für jene im Süden und im Südosten (vgl. dazu das w eiterhin m assgebende U rteil in EM AR K 2004 N r. 8). Auch hinsichtlich des G esundheitszustandes des Beschw erdeführers ist nichts N egatives aktenkundig. D er Beschw erdeführer hat seinen Angaben im EVZ Kreuzlingen zufolge in Z._______, w o er zeitlebens gew ohnt hat und w o w eiterhin ein G rossteil seiner Fam ilie w ohnhaft sei, in den sechs Jahren vor seiner Ausreise als (...) gearbeitet. Aufgrund dieser U m stände ist davon auszugehen, dass sich der erst 21-jährige Beschw erdeführer in der Türkei m it H ilfe seines Beziehungsnetzes und allenfalls m it fortdauernder U nterstützung seiner in der Schw eiz aufenthaltsberechtigten Schw ester beziehungsw eise deren Fam ilie w ieder eine Existenz aufbauen kann. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 6.8 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist.11 6.9 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esagten abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). Sie sind m it dem am 12. Septem ber 2005 geleisteten Kostenvorschuss in derselben H öhe zu verrechnen. (D ispositiv nächste Seite)12 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. D ieser Betrag ist m it dem am 12. Septem ber 2005 geleisteten Kostenvorschuss in derselben H öhe zu verrechnen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung (in Kopie, m it den Akten N ...) - B._______ (Kanton) D ie vorsitzende R ichterin: D ie G erichtsschreiberin: C hrista Luterbacher G abriela O eler Versand am :