Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 25. Juli 2018 (810 16 109) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Daniel Ivanov, Claude Jeanneret, Markus Clausen, Kantonsrichterin Helena Hess , Gerichtsschreiber i.V. Gian Riz à Porta Beteiligte A. ____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Elisabeth Maier , Advokatin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz (RRB Nr. 489 vom 12. April 2016) A. A.____ (geb. 1987), Staatsangehöriger der Republ ik Kosovo, reiste am 13. August 1994 im Rahmen des Familiennachzugs aus dem Kosovo in die Schweiz ein, wo ihm die Nie- derlassungsbewilligung erteilt wurde. Nach der obli gatorischen Schulzeit arbeitete A.____ bei verschiedenen Arbeitgebern, u.a. während 2½ Jahren als Coiffeur in B.____. A.____ war erst- mals zwischen dem 1. Juni 2013 und dem 30. Septembe r 2014 und ist erneut seit dem 1. No- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht vember 2015 auf Unterstützung durch die Sozialhilfe ange wiesen. A.____ ist ledig und Vater des acht Monate alten Sohnes C.____. B. Seit 2004 ist A.____ mehrfach durch strafrechtlich relevantes Verhalten aufgefallen. Aufgrund von sechs strafrechtlichen Verurteilungen sprac h das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (nachfolgend: AfM) am 8. Dezember 20 11 eine ausländerrechtliche Verwar- nung gegenüber A.____ aus, mit welcher dieser auf di e mögliche Folge des Bewilligungsent- zugs hingewiesen wurde, sollte er erneut strafrechtlich verurteilt werden. C. Mit Urteil vom 29. April 2014 verurteilte das Appel lationsgericht des Kantons Basel- Stadt A.____ unter Einrechnung der Untersuchungshaft u nd des vorläufigen Strafvollzugs we- gen Angriffs zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Di e bedingte Entlassung aus dem Straf- vollzug erfolgte am 15. September 2014. Die gegen die ses Urteil erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil vom 21. April 2015 ab. D. Nach vorgängiger Gewährung des rechtlichen Gehörs o rdnete das AfM mit Verfügung vom 20. August 2015 den Widerruf der Niederlassungsbewil ligung von A.____ an und setzte ihm eine Frist bis spätestens 20. September 2015, die Schweiz zu verlassen. E. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Elisabeth Maier, Advokatin in Binningen, mit Eingabe vom 25. August 2015 Beschwerde b eim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (nachfolgend: Regierungsrat) und bean tragte die Aufhebung der Verfügung, eventualiter die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung aufgrund eines persönlichen Härtefalls. F. Mit Gesuch vom 3. Februar 2016 beantragte A.____, ve rtreten durch Alain Joset, Ad- vokat in Liestal, beim Appellationsgericht Basel-Stadt d ie Revision des Urteils vom 29. Ap- ril 2014, wobei er zur Begründung insbesondere anfüh rte, seine zum Tatzeitpunkt zumindest eingeschränkte strafrechtliche Schuldfähigkeit sei im Ur teil nicht genügend berücksichtigt wor- den und zudem beantragte, es sei ein forensisch-psychiatri sches Gutachten zur Abklärung sei- ner Schuldfähigkeit einzuholen. G. Mit Beschluss Nr. 489 vom 12. April 2016 wies der Reg ierungsrat die Beschwerde von A.____ gegen die Verfügung des AfM vom 20. August 2015 ab. H. Mit Eingabe vom 18. April 2016 erhob A.____, vert reten durch Elisabeth Maier, Advo- katin, gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Kantonsgeri cht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Der Beschwerdeführer ste llt das Begehren, es seien der angefochtene Entscheid des Regierungsrats und die Verfüg ung des AfM vom 20. August 2015 vollumfänglich aufzuheben, dies unter o-/e-Kostenfol ge. Zudem stellte er das Gesuch um Ge- währung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung. I. Mit Verfügungen vom 21. April 2016 und 11. Mai 2 016 trat das Appellationsgericht Ba- sel-Stadt auf das Revisionsgesuch vom 3. Februar 2016 ein u nd stellte die Einholung eines Gutachtens bei den Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel in Aussicht. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht J. Am 17. Mai 2016 reichte der Beschwerdeführer das For mular "Gesuch um unentgeltli- che Rechtspflege" ein und beantragte darüber hinaus die Sistierung des ausländerrechtlichen Verfahrens bis zum Entscheid des Appellationsgerichts Basel -Stadt über das Revisionsgesuch vom 3. Februar 2016. K. Gestützt auf die Zustimmung des Regierungsrats vom 24. Mai 2016 wurde das Verfah- ren mit Verfügung vom 30. Mai 2016 sistiert. L. Mit Urteil vom 21. März 2017 wies das Appellationsge richt Basel-Stadt das Revisions- gesuch vom 3. Februar 2016 ab. Die dagegen erhobene B eschwerde wurde vom Bundesge- richt mit Entscheid vom 5. Oktober 2017 abgewiesen. M. Mit Verfügung vom 6. November 2017 wurde die Verf ahrenssistierung aufgehoben und dem Beschwerdeführer wurde Frist zur Einreichung der e inlässlichen Beschwerdebegründung gesetzt. N. Mit Eingabe vom 5. Dezember 2017 reichte der Beschw erdeführer die Beschwerdebe- gründung ein. O. In seiner Vernehmlassung vom 5. Februar 2018 beantr agt der Regierungsrat die kos- tenfällige Abweisung der Beschwerde. P. Mit Verfügung vom 7. Februar 2018 wurde das Verfa hren der Kammer zur Beurteilung überwiesen und dem Beschwerdeführer wurde die unentgel tliche Prozessführung und Verbei- ständung gewährt. Die Beweisanträge auf Anhörung von D.____ im Rahmen einer Parteiver- handlung sowie Parteibefragung wurden abgewiesen. Q. Mit Eingabe vom 19. März 2018 reichte der Beschwerd eführer eine Replik ein. R. Am 10. April 2018 reichte der Beschwerdeführer wei tere Belege ein, unter anderem einen von ihm selbst verfassten Brief an das Kantonsgerich t. Des Weiteren führt er aus, seine Freundin D.____ sei momentan zum zweiten Mal schwanger. S. Mit Eingabe vom 19. Juni 2018 reichte der Regierun gsrat eine Kopie des IV-Vorbescheids vom 11. Juni 2018 ein, mit welchem das G esuch des Beschwerdeführers um Zusprechung einer Invalidenrente abgewiesen wurde. T. Am 2. Juli 2018 reichte der Beschwerdeführer eine w eitere Eingabe ein und teilte dem Kantonsgericht mit, dass er gegen den IV-Vorbescheid vom 11. Juni 2018 Einsprache erhoben habe. Zudem reichte er einen aktuellen Betreibungsregi sterauszug ein, welcher Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 11'094.55 ausweist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgese tzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele- genheit gegeben. Der Beschwerdeführer ist vom angefocht enen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 1.2 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Widerru f der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 3.1 Die Niederlassungsbewilligung verleiht ihrer Inhab erin oder ihrem Inhaber grundsätz- lich einen zeitlich unbefristeten und unbedingten Anspr uch auf Anwesenheit in der Schweiz (Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländeri nnen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005). Der Beschwerdeführer kann sich zudem auf das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 beruf en, woraus er ebenfalls einen An- spruch auf Anwesenheit in der Schweiz ableiten kann. Es ist somit von einem grundsätzlichen Anspruch des Beschwerdeführers auf Aufenthalt in der Schw eiz auszugehen. Dieser gilt indes nicht absolut. Bei Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 AuG kann die Niederlas- sungsbewilligung widerrufen werden. 3.2 Gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG kann die Ni ederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die ausländische Person zu einer längerfri stigen Freiheitsstrafe verurteilt oder gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne der Ar tikel 59 - 61 oder 64 des Schweizeri- schen Strafgesetzbuchs (StGB) vom 21. Dezember 1937 ange ordnet worden ist. Das Bundes- gericht hat das Kriterium der Längerfristigkeit der Strafe in diesem Kontext dahingehend konkre- tisiert, dass es einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei mehrere unterjähri- ge Strafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden dürfen (BGE 135 II 377 E. 4.2; BGE 137 II 297 E. 2). Keine Rolle spielt, ob die Sanktion bed ingt, teilbedingt oder unbedingt ausgespro- chen wurde (Urteil des Bundesgerichts 2C_515/2009 vom 2 7. Januar 2010 E. 2.1). Ein auf die genannte Bestimmung gestützter Widerruf der Niederlassu ngsbewilligung kann auch dann er- folgen, wenn sich ein Ausländer – wie vorliegend der Beschwerdeführer – seit mehr als 15 Jah- ren ununterbrochen in der Schweiz aufgehalten hat (U rteil des Bundesgerichts 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Mit Urteil des Appellationsgerichts Basel-Stadt vom 29. April 2014 wurde der Be- schwerdeführer unter Einrechnung der Untersuchungshaft und des vorläufigen Strafvollzugs wegen Angriffs zu einer Freiheitstrafe von zwei Jahren v erurteilt. Damit ist vorliegend eine län- gerfristige Freiheitsstrafe ausgesprochen worden und dem zufolge der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG erfüllt, was vom Beschwerdeführer in der Beschwerdebegründung auch nicht (mehr) bestritten wird. 3.4 Ob der Beschwerdeführer auch den Widerrufsgrund n ach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG ge- setzt hat, braucht vorliegend nicht beurteilt zu werden . Die Vorinstanz führt zu Recht aus, dass das Vorliegen des Widerrufsgrundes nach Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG grundsätzlich zum Widerruf der Niederlassungsbewilligung genügt. 4.1 Liegt ein Widerrufsgrund vor, muss die Massnahme im konkreten Fall auch verhältnis- mässig sein (Art. 96 Abs. 1 AuG). Dies erfordert eine I nteressenabwägung, welche die wesent- lichen Umstände des Einzelfalls berücksichtigt (BGE 135 II 110 E. 2.1). Da der Beschwerdefüh- rer mit einer österreichischen Staatsbürgerin in einem festen Konkubinat lebt und mit dieser zusammen einen Sohn in der Schweiz hat, kann er auch das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK anruf en. Somit ist über die landesrechtliche Verhältnismässigkeitsprüfung hinaus eine solche gemäss dem Konventionsrecht vorzunehmen (Art. 8 Ziff. 2 EMRK; BGE 122 II 1 E. 2). Die konven tionsrechtliche Verhältnismässigkeitsprü- fung entspricht jener nach Art. 96 Abs. 1 AuG. Die Prü fung kann in einem einzigen Schritt vor- genommen werden (Urteile des Bundesgerichts 2C_551/2013 vom 24. Februar 2014 E. 2.4 und 2C_11/2013 vom 25. März 2013 E. 3.1 mit Hinweisen). Bei der Prüfung sind alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen und die öffentlichen und pr ivaten Interessen sorgfältig gegenei- nander abzuwägen (MARTINA CARONI , in: Caroni/Gächter/ Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 51 AuG N 3; A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländer recht, Basel 2009, Rz. 8.48). Verlangt ist insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interes- sen an der Erteilung der Bewilligung und der öffentl ichen Interessen an deren Verweigerung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Dabei sind nam entlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergange ne Zeitraum, das Verhalten des Aus- länders während diesem, der Grad seiner Integration b zw. die Dauer der bisherigen Anwesen- heit sowie die der betroffenen Person und seiner Famil ie drohenden Nachteile zu beachten (BGE 139 I 31 E. 2.3.3 mit Hinweisen; BGE 135 II 377 E. 4.3). Einem Ausländer, der sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll der weitere Aufe nthalt zwar nur mit besonderer Zurückhaltung verweigert werden, doch ist dies bei wiederholter bzw. sch werer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat. Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholt er Delinquenz besteht – überwiegende private oder familiäre Bindungen vorbehalten – auch in diesen Fällen ein öffentliches Interesse daran, zur Aufrechterhaltung der Ordnung bzw. Verhüt ung von (weiteren) Straftaten die Anwe- senheit des Ausländers zu beenden (BGE 139 I 31 E. 2.3.1 und 2.3.2 mit Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2.1 Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Ver schuldens und die fremdenpoli- zeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht verh ängte Strafe (Urteil des Bundesge- richts 2C_295/2009 E. 5.3, nicht publ. in BGE 135 II 377; BGE 129 II 215 E. 3.1). 4.2.2 Die Vorinstanz erwog hierzu, der Beschwerdeführer habe insgesamt acht Mal gegen die schweizerische Rechtsordnung verstossen. Das Appellatio nsgericht Basel-Stadt habe in seinem Urteil vom 29. April 2014 ausgeführt, der Besc hwerdeführer habe gemeinsam mit einer Gruppe Bekannter ohne jeden ersichtlichen Grund einen Angriff mit Verletzungsfolgen auf un- beteiligte und ihm nicht bekannte Personen verübt. Da s Verschulden des Beschwerdeführers habe dabei gemäss dem Appellationsgericht schwer gewogen , insbesondere belaste ihn, dass er es nicht einmal für nötig befunden habe, die Sani tät zu rufen, sondern das offensichtlich schwer verletzte Opfer liegengelassen habe. Im Anschluss an die Tat habe er sich zudem un- beeindruckt und uneinsichtig gezeigt. Das Appellationsge richt habe dem Beschwerdeführer eine schlechte Legalprognose ausgestellt und die ausgespro chene Freiheitsstrafe deshalb un- bedingt angeordnet. Die Vorinstanz verweist weiter dar auf, dass der Beschwerdeführer wieder- holt die besonders hochwertigen Rechtsgüter Leib und Leben verletzt habe. Es handle sich bei der beachtlichen Ansammlung von Straftaten nicht um Jug endsünden des Beschwerdeführers; dieser habe vielmehr eine sich zunehmend verstärkende, gra vierende Delinquenz an den Tag gelegt und sich weder von der ausländerrechtlichen Verw arnung noch von der Einleitung des ausländerrechtlichen Verfahrens von weiteren Verstössen g egen die Rechtsordnung abhalten lassen. Der Beschwerdeführer stelle weiterhin eine Gefa hr für die Bevölkerung in der Schweiz dar und es bestehe ein erhebliches öffentliches Interesse an seiner Wegweisung, welches auch nicht durch die privilegierte Stellung des Beschwerdeführers als sich langjährig und seit Kindes- alter in der Schweiz aufhaltender Ausländer relativiert werde. Die Vorinstanz führte weiter aus, aufgrund der lange andauernden Verweildauer in der Schweiz habe der Beschwerdeführer ein gewichtiges Interesse daran, hier bleiben zu dürfen. D er Beschwerdeführer verfüge in der Schweiz über starke Familienbande und einen Freundeskre is, was ihn jedoch offenbar nicht von seiner Delinquenz abgehalten habe. Bei einer Ausrei se in den Kosovo wäre der Beschwer- deführer zumindest anfänglich mit Schwierigkeiten konfro ntiert, die jedoch nicht unüberwindbar schienen. Der Beschwerdeführer sei nicht in den schweizeri schen Arbeitsmarkt integriert, da er über keine abgeschlossene Ausbildung verfüge und nur selt en einer Arbeitstätigkeit nachge- gangen sei. Bezüglich seines Gesundheitszustands sei fest zustellen, dass der Beschwerdefüh- rer zwar als psychisch angeschlagen und in seinen kognitive n Fähigkeiten eingeschränkt be- zeichnet werden müsse. Die derzeitige Behandlung könne jedoch, wenn auch möglicherweise nicht in gleicher Qualität, auch im Kosovo weitergefüh rt werden. Eine Medikation, welche nur in der Schweiz erhältlich sei, benötige der Beschwerdeführe r nicht. Insgesamt erwiesen sich der angeordnete Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz als verhältnismässig. 4.2.3 In der Vernehmlassung zur vorliegenden Beschwerde würdigt die Vorinstanz zudem die neuen Umstände der Vaterschaft des Beschwerdeführers sowie der Partnerschaft mit der Kindsmutter D.____. Sie kommt dabei zum Schluss, diese könnten nichts am Ergebnis der Ver- hältnismässigkeitsprüfung ändern. Dem Beschwerdeführer wie auch der Kindsmutter sei auf- grund des laufenden ausländerrechtlichen Verfahrens klar gewesen, dass sie ihre Beziehung Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht möglicherweise nicht in der Schweiz würden leben können. Die Vorinstanz verweist zudem auf zwei weitere Verurteilungen des Beschwerdeführers währe nd der Dauer des ausländerrechtli- chen Verfahrens, wovon eine aus einer groben Verletzu ng der Verkehrsregeln (Geschwindig- keitsüberschreitung von 38 km/h bei Höchstgeschwindigkeit 8 0 km/h) resultiert und zu einer unbedingten Geldstrafe von 25 Tagessätzen geführt habe . Mit einer weiteren Eingabe reichte die Vorinstanz ausserdem einen den Beschwerdeführer betr effenden IV-Vorbescheid ein, mit welchem dessen Rentenbegehren abgewiesen wurde. 4.2.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei aufgru nd seiner langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz als Ausländer der zweiten Generation o hne Bezug zu seinem Heimatland zu behandeln, woraus sich ein gewichtiges privates Interesse am Verbleib in der Schweiz ergebe. Er beruft sich zudem auf Art. 12 Abs. 4 des Internationa len Paktes über bürgerliche und politi- sche Rechte (UNO-Pakt II) vom 16. Dezember 1966 (für die Schweiz in Kraft getreten am 18. September 1992). Die aus diesem Artikel fliessenden Rechte stünden unter Umständen auch in einem Signatarstaat lebenden Ausländern zu, wenn sie sich seit früher Jugend im Land aufhalten würden, zum Land der Staatsangehörigkeit kein e Beziehungen hätten und Gelegen- heit gehabt hätten, die Staatsbürgerschaft des Landes an zunehmen. Die Schweiz müsse dem- nach als eigenes Land des Beschwerdeführers gemäss dieser Bestimmung gelten, womit er einen Anspruch darauf habe, hierhin zurückzukehren respekt ive hier zu verbleiben. Der Be- schwerdeführer beruft sich zudem auf das durch Art. 8 Ziff . 1 EMRK geschützte Recht auf Ach- tung des Privat- und Familienlebens, wobei er sowohl u nter dem Teilgehalt der Garantie des Familienlebens als auch dem Teilgehalt der kombinierte n Garantie des Privat- und Familienle- bens Ansprüche geltend macht. So müsse dem Beschwerdefüh rer zunächst aufgrund seiner Beziehung zu D.____ und zum gemeinsamen Sohn C.____ ei n gewichtiges Interesse am Ver- bleib in der Schweiz zuerkannt werden. Des Weiteren ergebe sich ein solches Interesse zusätz- lich aus der Beziehung zur Herkunftsfamilie respektive zum hier lebenden Vater und zu den hier lebenden Geschwistern. Die psychische Erkrankung des Beschwer deführers führe sodann zu einem Abhängigkeitsverhältnis zu seiner Familie, ohne die er nicht zurechtkommen könne. 4.2.5 In seiner Replik führt der Beschwerdeführer zur S chwere des Verschuldens aus, die Vorinstanz habe in ihrer Vernehmlassung zu Unrecht missac htet, dass im forensisch- psychiatrischen Gutachten, welches im Rahmen des strafrechtl ichen Revisionsverfahrens zur Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers erstellt worden sei, deutliche psychische Einschrän- kungen und Verhaltensauffälligkeiten festgestellt wor den seien. Diese müssten im ausländer- rechtlichen Kontext Beachtung finden, auch wenn sie den hohen Hürden einer strafrechtlichen Revision nicht genügt hätten. Die Vorinstanz befasse sich d amit aber nicht und stelle einzig auf das Strafurteil vom 29. April 2014 ab. Auch befasse si ch die Vorinstanz zwar mit dem Füh- rungsbericht der Strafanstalt E.____, ignoriere jedoch Erkenntnisse des Anstaltspsychiaters der Strafanstalt F.____ vom 16. Mai 2014, welcher die Sch wierigkeiten des Beschwerdeführers in der Strafanstalt E.____ auf dessen psychische Probleme zur ückführe und festhalte, dass sich der Beschwerdeführer im geschützteren Rahmen der Strafa nstalt F.____ wohl verhalten habe. Das Verschulden des Beschwerdeführers sei demnach als weni ger schwer zu bezeichnen. Auch müsse die fehlende Einsicht des Beschwerdeführers in das von ihm begangene Unrecht vor dem Hintergrund seiner Erkrankungen differenziert b etrachtet werden. Eine aktuelle Gefahr Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gehe vom Beschwerdeführer, der sich in psychiatrischer Beha ndlung befinde, nicht aus. Die beiden während der Dauer des ausländerrechtlichen Verfahrens ergangenen Strafbefehle seien zwar nicht zu verharmlosen. Da es sich um Verurteilungen w egen Verletzung der Verkehrsre- geln handle, werde als Ersatzmassnahme beantragt, es sei d em Beschwerdeführer die Auflage zu erteilen, seinen Führerausweis abzugeben. 4.3.1 Bezüglich des Verschuldens in Bezug auf die Straft at, welche primär zur Anordnung des Bewilligungswiderrufs geführt hat (Angriff, der mi t zwei Jahren Freiheitsstrafe bestraft wur- de), ist wie ausgeführt grundsätzlich auf das entsprechen de Strafurteil abzustellen. Das Revisi- onsverfahren und das in dessen Rahmen eingeholte Gutac hten ändern daran grundsätzlich nichts, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, dass das negat ive Verhalten des Beschwerdefüh- rers in der Strafanstalt E.____ zumindest teilweise mit seinen psychischen Einschränkungen zu erklären ist. Auch die Gutachter sind hingegen in Bezug auf das Verschulden des Beschwerde- führers von einer vollen Schuldfähigkeit ausgegangen (was schliesslich zur Abweisung des Re- visionsgesuchs führte), weshalb vorliegend entgegen der A rgumentation des Beschwerdefüh- rers kein Anlass besteht, von der Beurteilung des Appellat ionsgerichts abzuweichen. Der Be- schwerdeführer hat im Übrigen regelmässig und mit Aggravationstendenz delinquiert. So wurde er in der Zeit vor dem Urteil des Appellationsgerichts vom 29. April 2014 unter anderem mit Strafbefehl des Bezirksstatthalteramts G.____ vom 31. Deze mber 2005 wegen einfacher Kör- perverletzung, wiederholten Tätlichkeiten, mehrfacher Nö tigung und Widerhandlung gegen die Betäubungsmittelgesetzgebung zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 60 Tagen verurteilt und zur Teilnahme an einem Trainingsprogramm für gewaltau sübende Männer verpflichtet. Hinzu kamen zwei Strafverfügungen des Kantons Solothurn vom 1. Oktober und 12. November 2007, mit welchen der Beschwerdeführer wegen Trunkenheit und unanständigen Benehmens mit Bussen bestraft wurde. Mit Urteil des Strafgerichts Basel -Stadt vom 22. März 2011 wurde der Beschwerdeführer sodann wegen Angriffs, Raufhandels, unrechtmässiger Aneignung und Über- tretungen gegen die Betäubungsmittelgesetzgebung zu ei ner bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen verurteilt, gefolgt von einem weiteren Stra fbefehl der Staatsanwaltschaft Basel- Stadt vom 29. April 2011 wegen Körperverletzung und Raufhandel, mit welchem er zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen verurteilt wurde, wovon 30 Tage unbedingt vollzogen wurden. Nach der ausländerrechtlichen Verwarnung wurde der Beschw erdeführer mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern vom 29. Oktober 2012 wegen gr ober Verkehrsregelverletzung (Fah- ren unter Alkoholeinfluss) zu einer bedingten Geldstra fe von 15 Tagessätzen und einer Busse von Fr. 1‘000.-- verurteilt. Mit Strafbefehl der Staa tsanwaltschaft Solothurn vom 9. Dezem- ber 2014 erging zudem eine Busse von Fr. 140.-- wegen fehlender Kontrollschilder am Fahr- zeug des Beschwerdeführers. Der Beschwerdeführer ist somit bis zum angefochtenen Ent- scheid insgesamt acht Mal verurteilt worden und hat sei n Verhalten auch nicht geändert, nach- dem er ausländerrechtlich verwarnt wurde. Vielmehr beging der Beschwerdeführer die zum Ap- pellationsgerichtsurteil vom 29. April 2014 führende Straftat erst nach der Verwarnung und in eklatanter Missachtung derselben. Selbst nach der Widerru fsverfügung des AfM hat der Be- schwerdeführer sein Verhalten nicht geändert, sondern verstiess bislang zwei weitere Male ge- gen die Rechtsordnung. Insbesondere die mit Strafbefehl vom 25. April 2017 ergangene Verur- teilung wegen grober Verkehrsregelverletzung, welche auf grund der Überschreitung der maxi- malen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 37 km/h ergin g und welcher somit eine erhebli- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht che abstrakte Gefahr für Dritte zugrunde lag, sticht i ns Auge. Der Beschwerdeführer erscheint offensichtlich unbelehrbar und nicht gewillt oder in der Lage, sein negatives Verhalten zu än- dern. Auch weisen seine kontinuierlichen Unschuldsbeteuerungen in Bezug auf die Verurteilung durch das Appellationsgericht Basel-Stadt, die er in sei nem Brief an das Kantonsgericht vom 22. März 2018 abermals wiederholt, auf fehlendes Unre chtsbewusstsein hin. In Anbetracht des Gesagten ist das Verschulden des Beschwerdeführers insgesamt als schwer anzusehen. 4.3.2 Vorliegend besteht primär aufgrund der Delinqu enz des Beschwerdeführers ein öffent- liches Interesse an dessen Wegweisung aus der Schweiz. Darü ber hinaus besteht aber auch ein öffentliches Interesse an der Entlastung der öffentlichen Fürsorge, da der Beschwerdeführer nach wie vor von der Unterstützung durch die Sozialhilfe abhängig ist. Negativ ins Gewicht fal- len sodann auch seine Schulden in der Höhe von Fr. 11'094.55. Die Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerdeführers ist zwar vor dem Hintergrund seiner psyc hischen und intellektuellen Ein- schränkungen differenziert zu betrachten, was jedoch nicht bedeutet, dass ihm seine fehlende wirtschaftliche Integration gar nicht zur Last gelegt werden kann. 4.3.3 Nach dem Gesagten besteht – namentlich aufgrund der Straftaten des Beschwerdefüh- rers und dessen als schwer zu qualifizierenden Verschulden s – ein gewichtiges öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung un d der Wegweisung des Beschwerde- führers aus der Schweiz. 4.4.1 Hinsichtlich der privaten Interessen ist festzustelle n, dass der Beschwerdeführer im Alter von sieben Jahren in die Schweiz eingereist ist, hier aufgewachsen ist und seit nunmehr 24 Jahren in diesem Land lebt. Der Beschwerdeführer ver fügt aufgrund seiner langen Aufent- haltsdauer über ein grosses Interesse an einem Verbleib in der Schweiz. Entgegen seinen Aus- führungen kann er sich jedoch nicht auf Art. 12 Abs. 4 d es UNO-Pakts II berufen. Vorausset- zung für eine Anwendung dieser Bestimmung auf ausländi sche Staatsangehörige wäre, dass diese über keinerlei Berührungspunkte zu ihrem Kulturkr eis verfügen und ihnen insbesondere auch sprachlich jegliche Verbindung zu ihrem Heimatstaa t fehlt (Urteile des Bundesgerichts 2C_6/2015 vom 30. Juni 2015 E. 2.4; 2C_140/2014 vom 24. Oktober 2014 E. 4.3; 2C_200/2013 vom 16. Juli 2013 E. 6.4.2; jeweils mit Hinweisen). Da von kann hier offensichtlich keine Rede sein, zumal der Beschwerdeführer unbestrittenermassen der kosovarischen Sprache mächtig ist und immerhin die ersten sieben Lebensjahre im Kosovo verbracht hat. 4.4.2 Die Familie des Beschwerdeführers lebt in der Sch weiz und gleiches gilt auch für sein soziales Netzwerk. Der Beschwerdeführer verfügt offenbar über wenig Kontakt zum Kosovo, auch wenn er zeitweise dort in den Ferien weilt. Es ist von einer starken Eingebundenheit des Beschwerdeführers in das Familiengeflecht seiner Kernfa milie auszugehen, mit welcher der Beschwerdeführer nach wie vor zusammenlebt. Allerdings be steht ein gewisser Widerspruch zwischen den Vorbringen des Beschwerdeführers über seine Be ziehung zur Kernfamilie und den Ausführungen, welche er diesbezüglich im Rahmen d er Begutachtung im Revisionsverfah- ren vor dem Appellationsgericht Basel-Stadt machte. Ge mäss den Ausführungen zur Familien- anamnese berichtete der Beschwerdeführer hierzu, er ha be zu seinem Vater und zu seinen beiden Brüdern ein distanziertes Verhältnis und habe An gst und Respekt vor ihnen (vgl. Gut- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht achten der UPK vom 5. Oktober 2016, S. 23 f.). Erhebli ch ins Gewicht fällt sodann die Bezie- hung des Beschwerdeführers zu seiner Partnerin D.____ und zum gemeinsamen Sohn C.____. Aus der familiären Situation ergibt sich zweifellos ei n bedeutendes privates Interesse des Be- schwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz. Inwie weit die in diesem Zusammenhang beantragte Befragung des Beschwerdeführers und dessen Pa rtnerin D.____ im Rahmen einer Parteiverhandlung zusätzliche Erkenntnisse zeitigen könnt e, ist indes nicht ersichtlich. Die ent- sprechenden Beweisanträge wurden vom Präsidium deshalb zu Recht abgewiesen. 4.4.3 Die Integration des Beschwerdeführers in der Schw eiz kann, insbesondere in Anbe- tracht seiner andauernden Straffälligkeit, nicht als gel ungen bezeichnet werden. Auch in wirt- schaftlicher Hinsicht ist der Beschwerdeführer nicht inte griert, was aber wie erwähnt zumindest in beträchtlichen Teilen auf seine psychischen bzw. kognit iven Einschränkungen zurückzufüh- ren ist. Dieser Umstand ist denn auch bei der Interessenabwägung mitzuberücksichtigen. 4.5.1 Mit der Vorinstanz ist demnach festzustellen, dass i m Fall des Beschwerdeführers von einer erheblichen Rückfallgefahr auszugehen ist, weshalb bei seinem Verbleib in der Schweiz von einer Gefahr für die öffentliche Ordnung und Siche rheit auszugehen ist. Dem Beschwerde- führer muss namentlich auch deshalb eine schlechte Prognose ausgestellt werden, weil er nach wie vor nicht in der Lage ist, das Unrecht seiner Taten einzusehen. In wirtschaftlicher Hinsicht wird dem Beschwerdeführer ein Neustart im Kosovo angesi chts seiner eingeschränkten Mög- lichkeiten sicherlich nicht leicht fallen. Immerhin ist jed och zu berücksichtigen, dass der Be- schwerdeführer in der Schweiz erwerbstätig war und dass ihm eine Erwerbstätigkeit grundsätz- lich auch im Kosovo offen steht. Eine allfällige psychol ogische Unterstützung des Beschwerde- führers kann sodann auch im Kosovo erfolgen, wenn auch mö glicherweise nicht in der gleichen Qualität wie in der Schweiz. Die schlechtere Gesundheit sversorgung bzw. die lokalen Unter- schiede der psychologischen bzw. psychiatrischen Behandlungsm öglichkeiten im Kosovo las- sen eine Rückkehr nicht als unzumutbar erscheinen. Dass die Rückkehr unbestreitbar mit per- sönlichen und wirtschaftlichen Nachteilen für den Beschwer deführer verbunden ist, ändert an der Zumutbarkeit nichts. Dies gilt auch im Hinblick auf d ie Beziehung des Beschwerdeführers zu D.____ und zum gemeinsamen Sohn C.____. Der Beschwe rdeführer und seine Partnerin mussten sich aufgrund des eingeleiteten ausländerrechtlich en Widerrufsverfahrens des Risikos bewusst sein, dass der Beschwerdeführer die Schweiz möglich erweise würde verlassen müs- sen. Damit musste ihnen auch klar sein, dass sie ihre Bezie hung unter Umständen nicht weiter in der Schweiz würden leben können. Es ist ihnen sodann z uzumuten, die Beziehung mit re- gelmässigen Besuchen und unter Nutzung der modernen K ommunikationsmittel (Skype etc.) auch nach der Rückkehr des Beschwerdeführers in den Kosov o zu leben. Schliesslich ist auch die Berufung des Beschwerdeführers auf die Beziehung zu seiner Herkunftsfamilie unbehelflich. Die Herkunftsfamilie kann dem Beschwerdeführer beim Auf bau eines Netzwerks im Kosovo auch von der Schweiz aus oder anlässlich von Aufenthalten im Kosovo behilflich sein. Dass der Beschwerdeführer im Kosovo unter keinen Umständen alle ine zurechtkommen kann, wie er vorbringt, ist nicht ersichtlich, auch wenn wie erwähnt zu Beginn durchaus Schwierigkeiten beim Neustart im Kosovo bestehen dürften. Unter Berücksichtigun g sämtlicher Aspekte erscheinen der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwe rdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz als zumutbar. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.5.2 Nach dem Gesagten überwiegt das öffentliche Inte resse an der Wegweisung des Be- schwerdeführers dessen privates Interesse an einem Verble ib in der Schweiz. Der angefochte- ne Entscheid erweist sich damit als verhältnismässig. Sowei t der Beschwerdeführer sinnge- mäss den Eventualantrag auf Erteilung einer Härtefallb ewilligung (Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG) stellt, ist darauf nicht einzugehen. Sind die Voraussetz ungen für den Widerruf einer Niederlas- sungsbewilligung erfüllt, ist die Erteilung einer Aufe nthaltsbewilligung als mildere Massnahme zum vollständigen Widerruf ausgeschlossen (vgl. Urteil des Bu ndesgerichts 2C_327/2015 vom 22. April 2016 E. 5.7 mit Hinweisen). Die Beschwerde ist demnach vollumfänglich abzuweisen. 5.1 Im Folgenden ist noch über die Kosten zu entscheide n. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Di e Verfahrenskosten umfassen die Ge- richtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der R egel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- dem unterliegenden Beschwer deführer aufzuerlegen. Zufolge Bewilli- gung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verf ahrenskosten zu Lasten der Gerichts- kasse. 5.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise ob siegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die Parteikosten sind demnach wettzusc hlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung ist der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar aus der Gerichtskasse auszurichten. In ihrer Honorarnote vom 10. April 2018 macht die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers einen Aufwand von gesamthaft 15 Stunden und 55 Minuten à Fr. 250.-- pro Stunde sowie Auslagen in de r Höhe von Fr. 805.20 geltend. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (Tarifordnung) vom 17. Novem- ber 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde und wird bei Massenkopien lediglich ein Betrag von Fr. 0.50 pro K opie gewährt (§ 15 Abs. 2 Tariford- nung). Der ausgewiesene Aufwand ist demnach zu einem A nsatz von Fr. 200.-- pro Stunde zu entschädigen und die Auslagen für die Kopien sind mit Fr. 179.-- festzusetzen. Der Rechtsver- treterin des Beschwerdeführers ist somit ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘725.45 (inkl. Ausla- gen und 8% bzw. 7.7% MWSt) aus der Gerichtskasse auszurichten. 5.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingew iesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in d er Höhe von Fr. 3‘725.45 (inkl. Auslagen und 7.7% resp. 8% MWSt) aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 11. September 2018 Beschwerde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 2C_786/2018) erhoben.