<h2>SubmittedText<h2><p>Die gesetzlichen Grundlagen sind so anzupassen, dass alle Lernende bis zum 20. Altersjahr Anrecht auf 6 Wochen Ferien erhalten (unter anderem OR Art 329a, sowie Art. 345a). Zudem wird der Bundesrat beauftragt, dem Parlament mögliche Begleitmassnahmen vorzuschlagen, um die KMU bei der Umsetzung dieser Änderung finanziell zu unterstützen (beispielswiese durch eine gewisse Mitfinanzierung dieser zusätzlichen Ferienwoche).</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Heute hat eine Person mit einem Lehrvertrag bis zum vollendeten 20. Altersjahr einen gesetzlichen Ferienanspruch von fünf Wochen (Art. 345a Abs. 3 des Obligationenrechts [OR, SR 220]). Dieser steht allen Arbeitnehmenden bis zu dieser Altersgrenze zu (Art. 329a Abs. 1 OR). Eine Erhöhung des gesetzlichen Ferienanspruchs auf sechs Wochen mag in mancher Hinsicht vorteilhaft erscheinen: Die Lehre könnte für Jugendliche im Vergleich zu heute attraktiver werden, der Unterschied bezüglich Ferien zu Jugendlichen, die einen anderen Bildungsweg wählen, würde sich verringern, und die Lernenden hätten mehr Zeit zum Lernen, womit unter Umständen der Anreiz zur Wahl einer Berufsmaturität vergrössert würde.</p><p>Dem stehen allerdings gewichtige Nachteile gegenüber. Ein erfolgreiches Ausbildungssystem muss auch für die Unternehmen attraktiv sein. Eine zusätzliche Ferienwoche würde jedoch das Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Unternehmen verschlechtern und könnte das Lehrstellenangebot negativ beeinflussen. Die Unternehmen würden diese zusätzliche Ferienwoche unter Umständen beim Lohn ausgleichen. Ausserdem müssten die Lernenden ihre Arbeiten im Betrieb, die Bestandteil ihrer Ausbildung sind, in einem kürzeren Zeitraum erledigen.</p><p>Zudem erscheint die vorgeschlagene finanzielle Unterstützung für KMU schwerfällig und kompliziert. Wie sollen die zu unterstützenden Unternehmen, die zu gewährenden Beiträge und die Bedingungen für die Auszahlung staatlicher Beihilfen bestimmt werden? Das wäre nicht nur schwierig zu regeln, sondern auch schwierig im Vollzug durch die Kantons- und Bundesbehörden. Ferner müssten die Vollzugsbehörden erst geschaffen und finanziert sowie die Mittel zur Finanzierung dieser Unterstützung bereitgestellt werden.</p><p>Zu beachten ist schliesslich, dass der Ausbildungsbetrieb den Lernenden bereits heute Arbeitszeit zum Lernen zur Verfügung stellen muss. So wird die Zeit für die obligatorische Ausbildung und die Lehrabschlussprüfungen an die bezahlte Arbeitszeit angerechnet (Art. 345a Abs. 2 OR). Zudem besteht die Möglichkeit, ohne Lohnabzug Frei- oder Stützkurse zu besuchen (Art. 22 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes über die Berufsbildung [BBG, SR 412.10]).</p><p>Arbeitgeber, die ihr Lehrstellenangebot durch eine zusätzliche Ferienwoche attraktiver gestalten wollen, können dies auf freiwilliger Basis tun. Wie in der Motion erwähnt, tun dies bereits heute verschiedene Arbeitgeber. Eine Erhöhung des gesetzlichen Ferienanspruchs auf sechs Wochen ist deshalb nicht angezeigt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.