Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. März 2018 (720 17 339 / 75) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Einholung ergänzender medizinischer Berichte durch die IV-Stelle nach Erlass des Vor- bescheids; Frage der Verletzung des rechtlichen Gehörs offen gelassen. Rentenan- spruch unbesehen der Statusfrage und unabhängig der anwendbaren Bemessungsme- thode zu Recht abgelehnt. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Denis G. Giovannelli , Rechtsanwalt und Notar, Baarerstrasse 34, Postfach, 6300 Zug gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1960 geborene A.____ ist verheiratet und Mut ter von vier mittlerweile erwachsenen Kindern. Nach ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 1990 war sie bis ins Jahr 2012 in wech- selnden Pensen in der Reinigungsbranche tätig gewes en. Zuletzt stand sie von Juni 2009 bis Dezember 2012 bei der B.____ AG in einem Arbeitsver hältnis als Reinigungskraft im Umfang Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht von rund zwölf Stunden pro Woche. Seit 1. Januar 2012 war ihr krankheitsbedingt eine voll- ständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. B. Am 18. Juni 2014 meldete sich die Versicherte wegen psychischer Probleme, Arm- schmerzen, Schlafproblemen, Vergesslichkeit, Fussschmerzen un d starker Kopfschmerzen bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Di e IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) holte in der Folge ein psychiatrisch-rheumatolog isches Gutachten bei den Dres. C.____ und D.____ ein. Gestützt darauf wies sie mit Verfügung vom 5. September 2017 den Renten- anspruch der Versicherten unter Hinweis auf einen IV-G rad von 21% in Anwendung der ge- mischten Methode mit den Anteilen 72% Haushalt und 28% Erwerb ab. C. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Re chtsanwalt Denis. G. Giovannelli, am 6. Oktober 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht des K antons Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie bean tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr mindestens eine unbefriste te halbe Rente auszurichten. Unter dem Titel „Verfahrensanträge“ liess sie vorbringen, e ventualiter sei die angefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Angelegenh eit sei unter Wahrung des rechtlichen Gehörs zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen; subeventualiter sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese gestützt auf ein neurochirurgisches Gutachten neu verfüge, subsubeventualiter sei über den Gesundheitszustand ein Obergutach- ten zu erstellen und gestützt darauf neu zu verfügen. I n einem weiteren Eventualstandpunkt beantragte sie, die Angelegenheit sei an die IV-Stel le zur Einholung eines psychiatrischen Gut- achtens und zur neuen Verfügung zurückzuweisen, alles unt er o/e-Kostenfolge, wobei ihr die unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Verb eiständung zu bewilligen sei. Mit verfah- rensleitender Verfügung vom 4. Januar 2018 bewilligte das Kantonsgericht der Versicherten die unentgeltliche Rechtspflege mit ihrem Rechtsvertreter. D. Mit Vernehmlassung vom 4. Januar 2018 schloss die I V-Stelle auf Abweisung der Be- schwerde. Auf die einzelnen Parteistandpunkte wird soweit notwe ndig in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 6. Oktober 2017 ist demnach einzutreten. 2. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerdebegr ündung eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. Die angefochtene Verfügung sei erlassen worden, obschon ihr im Verwaltungsverfahren nachträglich eingeholte und für d en Entscheid relevante Dokumente vor- enthalten worden seien. 2.1 Gemäss Art. 57a Abs. 1 IVG teilt die IV-Stelle der versicherten Person den vorgesehe- nen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den E ntzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels Vorbescheid mit (Satz 1). Die versicherte Person hat An- spruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 42 des Bun desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 (Satz 2). Gegenstand des Vorbescheids sind gemäss Art. 73 bis Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 Fragen, die in den Aufgabe nbereich gemäss Art. 57 Abs. 1 lit. a-d IVG der IV-Stellen fallen. Mit dem Vorbescheidverfah ren soll dem Versicherten das rechtliche Gehör gewährt werden, indem ihm bekanntgegeben wird, wie der Endentscheid voraussichtlich ausfallen wird. Rechtliches Gehör bedeutet in diesem Zu sammenhang in erster Linie, dass sich die IV-Stelle mit den im Einspruch vorgebrachten Anträg en, Einwendungen und angebotenen Beweisen hinreichend auseinanderzusetzen hat. Eine Verl etzung des rechtlichen Gehörs führt in der Regel – ungeachtet der Erfolgsaussichten in der Sache selbst – zur Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung und zur Rückweisung der Angelegenhe it zur Wahrung des rechtlichen Gehörs. Vorbehalten bleiben praxisgemäss Fälle, in dene n die Verletzung nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Partei sich vor einer Instanz äussern kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen unei ngeschränkt überprüft (BGE 115 V 305 E. 2h; RKUV 1992 Nr. U 152 S. 199 E. 2e; U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zü- rich/Basel/Genf 2015, Art. 42 N 9 f.). Selbst bei ein er schwerwiegenden Verletzung des rechtli- chen Gehörs ist von einer Rückweisung der Sache an die Ve rwaltung abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf un d damit zu unnötigen Verzöge- rungen führen würde, die mit dem (der Anhörung glei chgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 116 V 187 E. 3d). 2.2 Der Beschwerdeführerin ist beizupflichten, dass die IV-Stelle nach Erlass ihres Vorbe- scheids vom 16. November 2016 (IV-Dok 60) und nach der E inwanderhebung durch die Versi- cherte diverse weitere medizinische Akten eingeholt hat. In ihrem Einwand vom 14. Dezember 2016 hatte die Versicherte unter anderem eine Verschle chterung ihres Gesundheitszustandes geltend gemacht und dabei in Aussicht gestellt, dass ihr Hausarzt der IV-Stelle direkt weitere ärztliche Berichte einreichen werde. Nachdem Dr. E.___ _, FMH für Innere Medizin, am 3. Ja- nuar 2017 die entsprechenden Berichte weiterer medizi nischer Institutionen an die IV-Stelle übermittelt hatte, holte diese in der Folge insgesamt drei weitere orthopädische Arztberichte des Spitals F.____ ein. Darüber hinaus hat sie die Angeleg enheit anschliessend ihrem regional- ärztlichen Dienst (RAD) vorgelegt, der seinerseits mit Bericht vom 21. August 2017 zur Sache Stellung genommen hat. Dieses Vorgehen ist im Rahmen d es der IV-Stelle obliegenden Unter- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht suchungsgrundsatzes grundsätzlich nicht zu beanstanden. Der Versicherten ist allerdings zuzu- stimmen, dass sie sich hierzu erst im Rahmen des Beschwerdeve rfahrens äussern konnte, weil die IV-Stelle ohne Einholung einer vorgängigen Stel lungnahme der Versicherten am 5. Sep- tember 2017 die vorliegend angefochtene Verfügung erl assen hat. Zumal die IV-Stelle in ihrer Verfügung nicht detailliert auf diese neuen Berichte eingegangen ist, wurde die Versicherte in- soweit zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde gezwun gen, um alle Entscheidungsgrund- lagen der IV-Stelle vollständig nachvollziehen zu können. Insoweit hätte die IV-Stelle der Versi- cherten deshalb noch einmal das rechtliche Gehör einräum en müssen. Ob sie allenfalls einen erneuten Vorbescheid anstelle der angefochtenen Verfüg ung hätte erlassen müssen, braucht indes nicht abschliessend geklärt zu werden. Auch wenn die m angelnde Aufforderung zur er- neuten Stellungnahme eine beachtliche Verletzung des rechtlichen Gehörs darstellen kann (Ur- teil des Schweizerischen Bundesgerichts, sozialrechtliche Abte ilungen [Bundesgericht] vom 12. Februar 2008, 9C_127/2007, E. 2.2), ist vorliegend – entgegen der von der Beschwerdefüh- rerin vertretenen Auffassung – von einer Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz abzusehen. Zum einen konnte sich die Beschwerdeführeri n vor dem Kantonsgericht, das über volle Kognition verfügt (§ 57 VPO), zum Entscheid der B eschwerdegegnerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens umfassend äussern. Wie nachfolgend n och aufzuzeigen sein wird (un- ten, Erwägung 6.4), haben sich aus den fraglichen Ber ichten andererseits keine neuen Er- kenntnisse ergeben. Die angefochtene Verfügung basiert – wie bereits schon der vorangehen- de Vorbescheid – im Wesentlichen vielmehr auf dem bidi sziplinären Gutachten der Dres. D.____ und C.____. Zumal die IV-Stelle durch die Ein holung ergänzender Berichte letztlich den Anliegen der Versicherten entgegen gekommen ist, kann un ter diesen Umständen somit auch davon ausgegangen werden, dass die Rückweisung aus form ellen Gründen zu einem formalis- tischen Leerlauf und damit zu einer unnötigen Verfahre nsverzögerung führen würde, die auch dem Interesse der Beschwerdeführerin an einer beförder lichen Verfahrenserledigung zu wider laufen würde. Mithin wäre so oder anders von der Hei lung einer allfälligen Gehörsverletzung auszugehen. Da die Beschwerde auch in materieller Hinsi cht abzuweisen ist, kann die Frage, ob eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt, daher letztlich offen bleiben. 3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die IV-Stelle den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht abgele hnt hat. Massgebend ist dabei jener Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen V erfügung vom 5. September 2017 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs gemäss die zeitliche Grenze der richter- lichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). 3.5 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.6 Bei Versicherten, die nur teilweise erwerbstätig sin d und daneben auch in einem Auf- gabenbereich tätig waren, sind der Anteil der Erwerbst ätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (ge- mischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Dabei werden zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätig keit im Aufgabenbereich (Haushalt) ermittelt. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invali dität anschliessend dergestalt, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbe reich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addition dieser beiden Teilinvalidi- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht täten ergibt, welche in beiden Bereichen ermittelt u nd gewichtet worden sind (BGE 130 V 395 E. 3.3 mit Hinweisen). Mit Wirkung ab 1. Januar 2018 ist im Zusammenhang mit der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung ein neues Berechnungsmo dell in Kraft getreten. Gemäss Art. 27 bis Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [ IVV] vom 17. Januar 1961 in der ab 1. Januar 2018 gültigen Fassung werden bei Te ilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit un d jener in Bezug auf die Betätigung im Auf- gabenbereich zwar weiterhin addiert. Im Erwerbsbereich richtet sich die Berechnung des Invali- ditätsgrads ebenfalls weiterhin nach Art. 16 ATSG, wob ei das Erwerbseinkommen, das die ver- sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erziele n könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, neuerdings jedoch auf eine Vollerwerbstätigkeit h ochgerechnet und die prozentuale Er- werbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads gewichtet wir d, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Nach Absatz 4 derselbe n Bestimmung wird sodann für die Be- rechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufg abenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Dieser Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Art. 2 7 bis Abs. 3 lit. b und einer Voller- werbstätigkeit gewichtet. Am 31. Oktober 2016 hat das B undesamt für Sozialversicherungen das Rundschreiben Nr. 355 erlassen, in welchem es im Rahm en einer Übergangsregelung die Handhabung der gemischten Methode bis zum Inkrafttreten einer neuen Regelung festgelegt hat. In BGE 143 I 50 hat das Bundesgericht dieses vom BSV im Rundschreiben empfohlene Vorgehen in der Folge bestätigt. Dabei hat es präzisie rt, dass in Fällen, in denen keine Aus- gangslage gemäss Entscheid des Europäischen Gerichtshofes fü r Menschenrechte (EGMR) vom 2. Februar 2016 in Sachen „Di Trizio“ (Nr. 7186/0 9) vorliege, das bisherige Recht sowie das bisher bis Ende 2017 geltende Berechnungsmodell de r gemischten Methode anzuwenden seien (Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2017, 9C_52 5/2016). Darauf wird nachfolgend zurückzukommen sein. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So ist den im R ahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih rem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab- weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegend en Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genüg t den Beweisanforderungen nicht (BGE 115 V 133 E. 8b mit zahlreichen weiteren Hinweise n; T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 451 Rz 43 ff.). 5.1 Was die zwischen den Parteien umstrittene Statusfrag e betrifft, hat die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung die gemischte Methode der Inva liditätsbemessung angewandt und dabei ihrer Bemessung die Anteile 28% Erwerb und 72% Haushalt zu Grunde gelegt. Ihre Vor- gehensweise stützte sie auf die von ihrer Abklärungsperso n erhobene Einschätzung der haus- halterischen Verhältnisse ab, wonach die Versicherte anlässl ich der Abklärung vor Ort am 18. Oktober 2016 zu Protokoll gegeben hatte, dass sie oh ne gesundheitliche Einschränkung in einem Pensum von 50% erwerbstätig sein würde. Begründe t hatte sie dies damit, dass sie seit mehreren Jahren gerne in einem höheren Pensum gearbeitet hätte. In der übrigen Zeit hätte sie sich um den Haushalt gekümmert. Anlässlich der Unterzeich nung des entsprechenden Frage- bogens zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit (IV-Dok 58, S. 2) hat sie allerdings vermerkt, dass sie ohne gesundheitliche Einschränkung im Umfang von 100% arbeitstätig sein würde. Demge- genüber ist die IV-Stelle in der angefochtenen Verfü gung von einem Arbeitspensum von ledig- lich 28% ausgegangen, weil die Versicherte in den letzt en fünf Jahren ihrer Arbeitstätigkeit bis ins Jahr 2012 nie in einem höheren Pensum gearbeitet habe. Zur Begründung hat sie vorge- bracht, dass es unwahrscheinlich sei, dass die Versicherte als v alide Person im Alter von 56 Jahren ihr Arbeitspensum tatsächlich noch erhöht hätte. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht In der Tat trifft es zu, dass die Beschwerdeführerin in den letzten fünf Jahren ihrer Erwerbstätig- keit – mithin noch vor ihrer Erkrankung anfangs 2012 – ei n Pensum absolviert hatte, welches dem massgebenden IK-Auszug zufolge (IV-Dok 10, S. 2) ste ts deutlich tiefer als ein 50%- Pensum ausgefallen war. Ihre vier Kinder sind 1979 (Zw illinge), 1981 und 1983 geboren (IV- Dok 3, S. 2) und waren bereits vor Beginn ihrer erkran kungsbedingten, vollständigen Arbeitsun- fähigkeit (IV-Dok 1, S. 2) alle volljährig. Obschon ihr unter diesen Umständen ohne weiteres schon dazumal ein höheres Pensum zu absolvieren möglich gewesen wäre, hat die Versicherte jedoch nie annähernd ein Pensum im Umfang von 50% au sgeübt (IV-Dok 10, S. 2). Diese Tat- sache ist ein starkes Indiz dafür, dass sie eine Erhöhung de s Pensums im fortgeschrittenen Alter ebenfalls nicht mehr wahrgenommen hätte, zumal sie sich gemäss ihren eigenen Aussa- gen (Beschwerdebegründung, S. 3) nicht nur um die an einem schweren Augenleiden erkrankte Tochter, sondern aufgrund enger familiärer Verhältni sse auch generell um die Betreuung ihrer sieben Enkelkinder kümmert (Beschwerdebegründung, S. 4 ob en). Wie es sich damit im Detail verhält, kann allerdings letztlich offen bleiben. Wie a ufzuzeigen sein wird (nachfolgende Erwä- gung 6. ff.), wird der für einen IV-Rentenanspruch massgebende Schwellenwert selbst bei An- wendung der allgemeinen Methode des Einkommensverglei chs und unter der Annahme einer Vollzeiterwerbstätigkeit nicht überschritten. 5.2 Soweit die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit einer Teilerwerbstätigkeit vor- bringen lässt (Beschwerdebegründung 30. Oktober 2017, Ziffer 6), dass die Vorgehensweise der IV-Stelle bei der Bemessung des Invaliditätsgrads m it Blick auf das Urteil des EGMR vom 2. Februar 2016 in Sachen „Di Trizio“ diskriminierend ausgefallen sei, ist sie der Vollständigkeit halber allerdings darauf hinzuweisen, dass der hier zu b eurteilende Sachverhalt nicht mit dem- jenigen vergleichbar ist, welcher dem Entscheid des EGMR zu Grunde gelegen hatte. Vorlie- gend war die Beschwerdeführerin bereits seit ihrer Ein reise in die Schweiz teilerwerbstätig. Sie gilt daher durchgehend als eine im Gesundheitsfall te ilerwerbstätige, parallel den Haushalt füh- rende Person. Es tritt hinzu, dass im hier vorliegenden Fall eine erstmalige Rentenzusprache und keine Rentenrevision zur Diskussion steht, in welcher ei ne versicherte Person unter dem bisherigen Status einer Vollerwerbstätigen eine IV-Ren te beanspruchen könnte, diesen An- spruch aber zu einem späteren Zeitpunkt alleine aufgru nd des Umstands verliert, dass sie we- gen der Geburt ihrer Kinder und der damit einhergeh enden Reduktion des Erwerbspensums für die Invaliditätsbemessung neu als Teilerwerbstätige mit einem Aufgabenbereich qualifiziert wird. Da die Kinder der Versicherten mittlerweile all e erwachsen sind, kann eine allfällige Ver- neinung eines Rentenanspruchs mithin nicht als Folge e iner Änderung des Status oder des hy- pothetischen erwerblichen Pensums aus rein familiären Gründen gelten. Die Beschwerdeführe- rin vermag daher aus dem zitierten EGMR-Entscheid nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Nicht anders verhält es sich hinsichtlich ihrer in der Beschwerde begründung vorgebrachten Auffas- sung, die Vorinstanz hätte angesichts ihres Alters zunächst ü ber die Durchführung allfälliger beruflicher Eingliederungsmassnahmen entscheiden müssen. Die entsprechende Rechtspre- chung des Bundesgerichts beschlägt in diesem Zusammenhang ebenfalls nur jene Fälle, in welchen eine revisionsweise Herabsetzung oder die Aufhebu ng einer bisher ausgerichteten IV- Rente zur Diskussion steht (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2013, 9C_752/2013 E. 4.1). Diese Voraussetzung liegt hier bei einer erstmaligen R entenablehnung aber nicht vor. Weder Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht die erwerbsbezogene Abklärung noch die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen bilden daher eine Voraussetzung, über welche die Vorinstanz noc h vor Erlass der vorliegend ange- fochtenen Verfügung separat hätte befinden müssen. 6.1 Die IV-Stelle hat für die Beurteilung der gesund heitlich bedingten Leistungsfähigkeit der Versicherten auf das bidisziplinäre Gutachten der Dre s. D.____ und C.____ abgestellt. In seinem psychiatrischen Gutachten vom 27. November 2015 erhob Dr. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, keine Diagnosen mit Auswirkung auf di e Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine Schmerzverarb eitungsstörung sowie ein Status nach Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion zu diagnostizieren. Die Exploran- din fühle sich aufgrund ihrer somatischen Beschwerden ni cht mehr arbeitsfähig. Das Ausmass der geklagten Beschwerden und ihre subjektive Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, könnten durch die somatischen Befunde nicht hin reichend objektiviert werden. Die Ex- plorandin habe nicht unter psychosozialen Belastungen ge litten. Sie klage zwar über starke Schmerzen, sei im Alltag aber kaum eingeschränkt. Bei der psychiatrischen Untersuchung habe sie einen zufriedenen, heiteren Eindruck hinterlassen. Es sei überhaupt kein Leidensdruck fest- stellbar gewesen. Die Voraussetzungen für die Diagnose e iner anhaltenden somatoformen Schmerzstörung seien somit nicht gegeben. Es handle sich u m eine Schmerzverarbeitungsstö- rung. Anfangs des Jahres 2015 habe sie vorübergehend unte r leichten depressiven Verstim- mungen gelitten. Diese hätten sich vollständig zurückgebi ldet. Im Juni 2015 sei die ambulante psychologische Therapie beendet worden, eine antidepressiv e Therapie sei nie durchgeführt worden. Bereits im Jahre 2005 habe sie während einigen Monaten unter depressiven Verstim- mungen gelitten, die sich nach einer psychologischen Thera pie ebenfalls rasch gebessert hät- ten. Die Explorandin sei bereits im Mai 2014 im Bethesd a Spital Basel psychiatrisch untersucht worden. Damals seien keine Hinweise auf eine depressive Episode gefunden worden. Im jetzi- gen Zeitpunkt liessen sich keine Hinweise mehr auf eine de pressive Verstimmung finden. Bei der psychiatrischen Untersuchung habe die Explorandin ein en zufriedenen und heiteren Ein- druck hinterlassen. Die Stimmung sei gelöst gewesen, es sei überhaupt kein Leidensdruckt feststellbar gewesen. Die Anpassungsstörung sei remittier t. Die Arbeitsfähigkeit als Hausfrau und als Reinigungsfrau betrage aus psychiatrischer Sicht 1 00%. Von Januar bis Juni 2015 sei die Arbeitsfähigkeit aufgrund der leichten depressiven Verstimmungen um 20% vermindert ge- wesen. Auch in einer angepassten Tätigkeit bestehe aus p sychiatrischer Sicht eine volle Ar- beits- und Leistungsfähigkeit. In seinem rheumatologischen Gutachten vom 24. März 2016 diagnostizierte Dr. D.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rein irritative Radikulopathie C6 linksseitig sowie chronische unspezifisch e Schulterschmerzen links. Er ge- langte zum Schluss, dass die Explorandin in einer adaptier ten, körperlich leichten Tätigkeit, oh- ne Tragen oder Stossen von Lasten über fünf Kilogramm, ohne Verrichtung von Überkopfarbei- ten sowie ohne Kraftanwendung der Arme mit einem Ge wicht von über fünf Kilogramm, bei Ar- beiten auf Tischebene und ohne die linke Schulter übe r 60° zu heben, aus rheumatologischer Sicht weiterhin im Umfang von 70% arbeitsfähig sei. E s bestünde eine deutliche Foraminalste- nose links auf Höhe C5/6, welche zu einer anhaltenden Radikulopathie C6 linksseitig führen könne. Dennoch liessen sich bei der aktuellen Untersuchung keine klinischen Hinweise auf eine Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht manifeste, anhaltende Radikulopathie C6 linksseitig fes tstellen. Manifeste motorische Ausfälle an den oberen Extremitäten würden im Alltag selbst vo n der Explorandin nicht beklagt. Damit handle es sich um eine reine irritative Radikulopathie C6 linksseitig, deren definitive Objektivie- rung medizinisch-technisch nicht möglich sei. Im Bereich der linken Schulter liessen sich nur leichtgradige Befunde finden. Es bestünden diesbezüglich keine relevanten Läsionen oder Teilrupturen der Rotatorenmanschetten. Es bestehe einzi g eine winzige Tendiopathie, die für die beklagte Schmerzsymptomatik jedoch nicht verantwortlich gemacht werden könne. Das Ausmass der Veränderungen an der linken Schulter könne somit als leichtgradig eingestuft werden. Im Vordergrund stünde die äussere Verspannung d er Schultergürtelmuskulatur. Diese maladaptive Verspannung führe zu einer Einschränkung der Abduktion und Elevation der linken Schulter bei 70° . Ohne Auswirkungen bestünden chronische intermittierende Hüft- und Bein- schmerzen linksseitig, ein myotendinotisches thorakolumbales Schmerzsyndrom, anamnestisch eine chronisch rezidivierende Epicondylitis und ein Statu s nach Kontusion des rechten Kniege- lenks am 19. Juli 2015. Relevante somatische Komorbiditä ten am Bewegungsapparat würden keine vorliegen. Diagnosekonsistent sei einzig die intraf oraminale Einengung der Bandscheibe C5/6, die eine irritative Radikulopathie unterhalten könne. Die Explorandin selbst schätze sich als vollständig arbeitsunfähig ein. Sie bringe keine Mo tivation mit, sich beruflich zu integrieren. Es würden eindeutig Elemente vorliegen, die für eine Selbstlimitierung sprechen würden. Eine manifeste Aggravation könne jedoch nicht festgestellt werden. Auch der behandelnde Hausarzt habe der Explorandin eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % in einer leichten körperlichen Tätigkeit attestiert. Auszugehen sei jedoch von einer Arbeitsfähigke it im Umfang von 70%, da unter dem genannten Belastungsprofil eine berufliche Tätigkeit vo n fünfeinhalb Stunden pro Tag als zu- mutbar erscheine. Da aus psychiatrischer Sicht keine Einschr änkung in der Arbeitsfähigkeit bestehe, gelte als Gesamteinschätzung die rheumatologische Beurteilung. 6.2 Wie oben ausgeführt (oben, Erwägung 4.3 hiervor ), ist den im Rahmen des Verwal- tungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialä rztinnen und -ärzte, die aufgrund ein- gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat- ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweis- würdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange keine ko nkreten Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das fragliche Gutach- ten der Dres. C.____ und D.____ ist - wie dies vom Bund esgericht verlangt wird - für die streiti- gen Belange umfassend. Es beruht auf allseitigen Unter suchungen, berücksichtigt alle geklag- ten Beschwerden der Versicherten und ist in Kenntnis all er relevanten Vorakten abgegeben worden. Die beiden Teilgutachten basieren sodann auf einer detaillierten Anamnese sowie in somatischer Hinsicht auf einem ausführlichen Dossier bild gebender Untersuchungen. Die Schlussfolgerungen in den beiden Teilgutachten sind so rgfältig hergeleitet und leuchten damit auch in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizini- schen Gesamtsituation ein. Die Gutachter setzen sich beide ausserdem mit den übrigen ärztli- chen Einschätzungen auseinander. Damit erweisen sich letztl ich ihre Schlussfolgerungen als überzeugend. Sie nehmen beide eine nachvollziehbare B eurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vor. Dabei kommen sie im Rahmen einer umf assenden bidisziplinären Konsens- beurteilung nachvollziehbar zum Schluss, dass die Versiche rte mangels eines psychiatrisch Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht relevanten Krankheitsbilds aus gesamtmedizinischer Sicht i n einer adaptierten Verweistätigkeit im Umfang von 70% arbeitsfähig ist. 6.3 Die Beschwerdeführerin lässt vorbringen, dass das psych iatrische Teilgutachten von Dr. C.____ aus dem Jahre 2015 ihren gesundheitlichen Z ustand nicht rechtskonform wiederge- be. Es sei eine Verschlechterung der medizinischen Verhä ltnisse eingetreten. Dieser pauschal vorgebrachte Einwand überzeugt nicht. Die Beschwerdeführerin unterlässt es, konkret zu spezi- fizieren, inwiefern sich ihr psychischer Gesundheitszustand im Vergleich zu den anlässlich ihrer Exploration durch Dr. C.____ am 24. November 2015 erh obenen Befunden verändert haben soll. Aus den vorhandenen Akten lassen sich diesbezüglich j edenfalls keine Anhaltspunkte ent- nehmen. Tatsache ist vielmehr, dass Dr. C.____ keinerlei Anzeichen für eine psychische Er- krankung feststellen konnte, die sich auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten auswirken würde. Zumal die Versicherte angegeben hat, sich von der damal s im Jahr 2005 eingetretenen De- pression gut erholt zu haben, hat sie anlässlich der psychia trischen Exploration einen zufriede- nen Eindruck hinterlassen. Alle seither ergangenen Arz tberichte betreffen ausserdem aus- schliesslich die bereits bekannten Probleme somatischer Natu r. Auch daraus vermag die Be- schwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Wenn Dr. G.____, FMH Neurochirurgie, am 7. Dezember 2016 trotz der Verdachtsdiagnose auf ei ne Wurzelreizung C6 links davon be- richtet (IV-Dok 63, S. 2), dass keine C6-Radikulopathie angegeben werde, sondern sich die Wurzel C6 völlig unauffällig zeige, bestätigt er letzt lich nichts anderes als die bereits durch Dr. D.____ erhobene Diagnose eines ausschliesslich irritativen, zerviko-radikulären Schmerzsyn- droms, welche bei der Einschätzung der Restarbeitsfähigke it der Versicherten bereits umfas- send berücksichtigt worden ist. Daran ändert auch nichts, dass Dr. G.____ von massiven passi- ven und aktiven Schulterschmerzen links berichtet, welche aus Sicht des Neurologen durch eine Schultergelenkspathologie ausgelöst würden. Einer seits konnten anlässlich der rheumato- logischen Beurteilung durch Dr. D.____ nur geringe pat hologische Befunde im Schulterbereich erhoben werden. Wenn das Spital H.____ in seinem Beri cht vom 2. Februar 2016 (IV-Dok 63, S. 8) sodann davon ausgeht, dass primär ein Schulterpro blem bestehe, welches die passive Elevation von mehr als 60° verunmögliche, so zeigt sich ausserdem, dass das von Dr. D.____ formulierte Profil für eine angepasste Verweistätigkeit genau die gesundheitlichen Probleme der Versicherten auch hinsichtlich der geklagten Schulterbesch werden bereits umfassend berück- sichtigt, geht doch auch Dr. D.____ davon aus, dass der Ve rsicherten keine Arbeiten mehr zu- mutbar sind, bei welchen sie gezwungen wäre, ihre Arme über 60° anzuheben (oben, Erwä- gung 6.1). 6.4 Nichts anderes gilt hinsichtlich der beiden neuesten Konsiliarberichte des Spitals F.____ vom 14. Dezember 2016 (IV-Dok 70, S. 5 f.) und vom 25. Januar 2017 (IV-Dok 70, S. 3 f.). In Letzterem wird der Verdacht auf eine Wurzelre izung C6 links bei intraforaminaler Dis- kushernie C5/6 erhoben. Diese Diagnose wurde bezüglich i hrer Auswirkungen auf die Arbeits- fähigkeit wie soeben erwähnt bereits hinlänglich im Gu tachten von Dr. D.____ berücksichtigt. Was den Bericht vom 25. Januar 2017 betrifft, geht da raus sodann eher eine Verbesserung der Beschwerden hervor, weil die Versicherte berichtet hat, dass ihre Schulter-Beschwerden in der letzten Zeit etwas besser geworden seien. Ausserdem gehen auch die Ärzte des Spitals F.____ davon aus, dass unter Fortführung eines konservativen The rapieregimes allenfalls eine weitere Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verbesserung eintreten könnte. Bei dieser Aktenlage we isen auch die aktuellen Berichte nicht auf eine Verschlechterung hin, wie sie von der Beschwerdef ührerin behauptet worden ist. Ent- gegen der von ihr vertretenen Auffassung kann bei diese r Aktenlage sodann auch nicht davon gesprochen werden, die Beschwerdegegnerin hätte zu La sten der Versicherten weitere Arztbe- richte nicht abgewartet (Beschwerdebegründung, Ziffer 4, oben, Erwägung 2.2). Nicht gefolgt kann der Beschwerdeführerin schliesslich bei ihrem Vorbringen, dass ihre Schlafprobleme nicht rechtskonform berücksichtigt worden seien. Dem somatischen Gutachten von Dr. D.____ kann zwar entnommen werden, dass sie Probleme beim Ein- und Durchschlafen habe bzw. ohne Medikamente gar nicht schlafen könne. Andererseits nimmt sie gemäss ihren eigenen Aussa- gen im psychiatrischen Gutachten von Dr. C.____ lediglich ein pflanzliches Schlafmittel ein, mit welchem sie offensichtlich doch gut schlafe. Ihr Vorwurf einer allenfalls ungenauen oder gar willkürlichen Sachverhaltsermittlung geht damit auch in dieser Hinsicht offensichtlich fehl. 6.5 Im Ergebnis ist daher nicht zu beanstanden, dass sich die IV-Stelle bei der Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. D.____ und C.____ abgestützt hat. Daran vermag auch die unter Ver weis auf den behandelnden Hausarzt vertretene Auffassung der Beschwerdeführerin nichts zu än dern, wonach eine unvollständige Abklärung des medizinischen Sachverhalts vorliege. Im Zusam menhang mit dem Bericht des Hausarztes vom 3. Oktober 2014 (IV-Dok 16, S. 2, Ziffer 1.7) ist vielmehr darauf hinzuweisen, dass es wegen der unterschiedlichen Natur von Behandlungs auftrag des behandelnden Arztes und dem Begutachtungsauftrag des von der IV-Stelle be stellten medizinischen Experten nicht geboten ist, die Administrativteilgutachten der Dres. D. ____ und C.____ alleine deshalb in Fra- ge zu stellen, weil der behandelnde Hausarzt zu einer anderslautenden Einschätzung hinsicht- lich der noch zumutbaren Restarbeitsfähigkeit gelangt ist (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b). Dies gilt in casu umso mehr, weil dessen Einschät- zung einer 50%-igen Restarbeitsfähigkeit der Beurteilu ng der Dres. D.____ und C.____ jeden- falls nicht diametral widerspricht. Es liegt jedenfalls ke ine Ausnahme vor, wonach sich eine ab- weichende Beurteilung aufdrängen würde, weil der beh andelnde Hausarzt wichtige – insbeson- dere nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation en tspringende – Aspekte benennt, die im Rahmen der Begutachtung durch Dr. D.____ oder Dr. C._ ___ unerkannt oder ungewürdigt ge- blieben wären (Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25 . Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts kann vielmehr vollumfänglich auf deren gutachterliche Ergebnisse abgestellt werden. Damit ist zu gleich gesagt, dass die vorliegenden medizinischen Unterlagen einen genügenden Aufschluss über die gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin ermöglichen und eine zuverlässige Beurteilung ihrer verbleibenden Arbeitsfähigkeit zulassen. Auf allfällige zusätzliche Abkl ärungen kann deshalb in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen H inweisen) verzichtet werden. Insge- samt resultiert in medizinischer Hinsicht, dass der Beschwerd eführerin in einer ihren Leiden angepassten (leichten) Verweistätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 70% verbleibt. 7.1 Vorab ist vorliegend festzustellen, dass die Frage n ach der Methodenwahl des Ein- kommensvergleichs letztlich offen gelassen werden kann, da so oder anders kein Rentenan- spruch der Versicherten resultieren kann. Geht man zu Gu nsten der Beschwerdeführerin von einer 100%-igen Erwerbstätigkeit als valide Person aus, ist der Invaliditätsgrad aufgrund der Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu bestimme n (Art. 16 ATSG). Diese Be- rechnungsvariante ist für die Beschwerdeführerin am vort eilhaftesten: Beide Varianten der ge- mischten Methode – sei es in der hier anwendbaren oder in der ab Januar 2018 geltenden Fas- sung (oben, Erwägung 3.6 a. E.) – ergeben unbesehen d es erwerblichen Anteils stets niedrige- re Invaliditätsgrade. Deshalb würde selbst eine hälftig e Aufteilung zwischen Erwerb und Haus- halt nicht zu einem höheren Invaliditätsgrad führen. Hintergrund bildet der Umstand, dass ent- gegen der Ansicht der Beschwerdeführerin die Haushalts arbeiten nicht der angestammten Tä- tigkeit der Versicherten als Reinigungsfachfrau gleichge setzt werden können. Die Haushaltstä- tigkeit umfasst zum einen nicht nur Reinigungsarbeiten, sondern auch die Haushaltsführung an sich, d.h. die Planung und die Organisation, das Koch en, den Einkauf, die Wäsche sowie die Kleiderpflege, etc. Dabei ist stets zu berücksichtigen, d ass die Beschwerdeführerin der medizi- nischen Aktenlage zufolge lediglich bei körperlich anspruch svollen Arbeiten in ihrer Leistungs- fähigkeit eingeschränkt ist. Der von der IV-Stelle ermit telte IV-Grad von 27% ist unter diesen Umständen nicht zu beanstanden. 7.2 Nachdem sie seit längerer Zeit keiner Erwerbstätigke it mehr nachgegangen ist, ergibt sich – zu Gunsten der Beschwerdeführerin – nach der allg emeinen Methode des Einkommens- vergleichs und auf der Basis der Schweizerischen Lohnstru kturerhebung des Jahres 2014 (LSE 2014; Tabelle T17, Sektor 91 Reinigungspersonal , Totalwert Frauen, CHF 4‘254.—) im Zeitpunkt des mutmasslich frühestmöglichen Rentenbeginns per Dezember 2014 (Art. 29 Abs. 1 IVG) ein an die wöchentliche Arbeitszeit von 41, 7 Stunden (Bundesamt für Statistik [BFS], Dokument je-d-03.02.04.19) angepasstes, hypotheti sches Valideneinkommen der Versi- cherten von CHF 53‘218.— pro Jahr (12 x CHF 4‘254.— / 40 x 41,7 Stunden). Aus der Gegen- überstellung mit dem ebenfalls anhand der LSE 2014 zu bemessenden sowie an die durch- schnittliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden anzupassenden Invalideneinkommen für leich- te Verweistätigkeiten (vgl. LSE 2014, Tabelle TA1, Pri vater Sektor, Totalwert Frauen, Kompe- tenzniveau 1, CHF 4‘300.— x 12 Monate / 40 x 41,7 Stu nden) resultiert bei einem noch zumut- baren Restpensum von 70% eine Erwerbseinbusse von CHF 1 5‘563.— und damit ein IV-Grad von 29%. Ein Rentenanspruch ist mangels Erreichens des hi erfür massgebenden Schwellen- werts (oben, Erwägung 3.1) somit ausgeschlossen. 7.3 Daran ändert auch nichts, dass über die ärztliche Bezeichnung der massgebenden Zumutbarkeitsbeurteilung hinaus zusätzlichen Einschränkungen mit einem leidensbedingten Abzug bis maximal 25% Rechnung getragen werden kann. Entgegen der von der Beschwerde- führerin in ihrer Beschwerdebegründung vertretenen Auffassung lässt sich im vorliegenden Fall ein leidensbedingter Abzug von mehr als 10% nicht begrün den. So rechtfertigt nach der bun- desgerichtlichen Rechtsprechung der Verlust der Möglichkei t zur Verrichtung von Schwerarbeit grundsätzlich keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bu ndesgerichts vom 6. März 2009, 9C_492/2008, E. 3.3). Ausser einer teilzeitbedingten Einbusse und den bei einer adaptierten Verweistätigkeit zu beachtenden Einschränkungen sind kei ne Umstände ersichtlich, die eine Erhöhung des Abzuges vom Tabellenlohn rechtfertigen würden. So nehmen sowohl die Bedeu- tung des Alters als auch diejenige der Dienstjahre – m ithin der Berufserfahrung – ab, je niedri- ger das Anforderungsprofil ist, weshalb diese Faktoren bei einfachen und repetitiven, dem Kompetenzniveau 1 (vormals Anforderungsprofil 4) der LS E entsprechenden Tätigkeiten in der Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Regel keinen Anlass zu einem (weiteren) Abzug vom Tabel lenlohn geben (BGE 126 V 79 E. 5a/cc). Mit einer ausgewiesenen Leistungseinschränkung im Umfang von 30% in einer adap- tierten Verweistätigkeit ist die im Zusammenhang mit d en Schulter- und Nackenbeschwerden der Versicherten stehende, medizinisch attestierte gesun dheitliche Einschränkung im Wesentli- chen bereits berücksichtigt. Eine weitergehende Anrechnun g der gesundheitlichen Leiden der Beschwerdeführerin mittels eines leidensbedingten Abzug s über 10% hinaus käme einer unzu- lässigen Berücksichtigung derselben Einschränkung gleich. Sel bst bei einem Abzug von 10% resultiert jedoch kein Renten begründender IV-Grad. Das Invalideneinkommen beliefe sich dies- falls auf CHF 33‘890.—, woraus sich ein IV-Grad von 36% ergeben würde. 7.4 Damit bleibt es so oder anders bei einem IV-Grad unter 40%. Die Vorinstanz hat den Rentenanspruch der Versicherten im Ergebnis somit zu Re cht verneint, weshalb die hiergegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1'000.— festgelegt . Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenr ahmens einheitlich auf Fr. 800.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfa hrenskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie gend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Ihr ist allerdings mit verfahrensleitender Verfügung vom 4. Januar 2018 die u nentgeltliche Prozessführung bewilligt worden, weshalb die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse gehen. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin mit prozessleitender Ver fügung vom 4. Januar 2018 auch die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertrete r bewilligt worden ist, hat dessen Ent- schädigung aus der Gerichtskasse zu erfolgen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Ver- beiständung Fr. 200.— pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 15. Januar 2018 für das vorliegende V erfahren einen Zeitaufwand von 7,8 Stunden sowie Spesen und Auslagen von insgesamt Fr. 39.70.— geltend gemacht, was umfangmässig nicht zu beanstanden ist. Ihm ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘727.70 (7,8 Stunden à Fr. 200.— zuzüglich Spesen und Auslagen von Fr. 39.70 sowie 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Die Beschwerdeführerin wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewä hrt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 1‘727.70 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.