Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 17. Juli 2013 (810 13 76) ___________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Vormundschaftsentschädigung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, David Weiss , Gerichts- schreiber Samuel Baader Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Beschwerdege g- nerin Betreff Vormundschaftsentschädigung A. Die Vormundschaftsbehörde (VB) D.____ ernannte mit Beschluss vom 22. März 2007 A.____ zur Vormundin von C.____. B. Mit Beschluss vom 20. Dezember 2012 genehmigte die VB D.____ die durch die Vor- mundin eingereichten Zwischenjahresberichte mit Rechnung vom 22. März 2007 bis 31. Dezember 2011 (Ziff. 1). Die Entschädigungsrechnun gen der Vormundin in der Höhe von insgesamt Fr. 18'836.60 wurden pro Berichtsperiode um jeweils Fr. 500.-- gekürzt. Die VB Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht D.____ sprach für die vorgenannten Berichtsperioden ein e Entschädigung zu Lasten des Mün- delsvermögens in der Höhe von insgesamt Fr. 15'836.60 zu (Ziff. 2). Sodann beschloss die VB D.____ die bestehende Vormundschaft gemäss Art. 369 aZG B weiter zu führen (Ziff. 3) und bestätigte die Vormundin für eine weitere Amtsdauer vo n zwei Jahren (Ziff. 4). Schliesslich er- hob die VB D.____ zu Lasten des Mündelsvermögens eine Gebühr für die Prüfung und Ge- nehmigung der Rechnung gemäss § 17 Abs. 3 Ziff. 4 der damals geltenden Verordnung über die Gebühren zum Zivilrecht (GebV BL) vom 8. Januar 1991 in der Höhe von Fr. 1'250.-- (Ziff. 5). C. Gegen Ziff. 2 dieses Beschlusses erhob A.____ (Beschwer deführerin) Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abte ilung Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Kantonsgericht). Sie beantragte sinngemäss Ziff. 2 der angefochtenen Verfügung sei aufzuheben und ihr sei die Entschädigung in der Höhe v on Fr. 18'836.60 zu Lasten des Mün- delvermögens zu genehmigen. D. Mit Schreiben vom 15. Mai 2013 verzichtete die Kinde s- und Erwachsenenschutzbe- hörde (KESB) B.____ (Beschwerdegegnerin) auf die Vernehmlassung. E. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 21. Mai 2013 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Am 1. Januar 2013 ist das neue Erwachsenenschutzrecht in Kraft getreten. Gemäss Art. 14a Schlusstitel des Schweizerischen Zivilgesetzbuche s (ZGB) vom 10. Dezember 1907 werden hängige Verfahren von der neu zuständigen Beh örde weitergeführt (Abs. 1). Das neue Verfahrensrecht findet Anwendung (Abs. 2). Über gerich tliche Rechtsmittel, mit welchen ein unter bisherigem Recht ergangener Entscheid angefochten wird, hat also die gerichtliche Be- schwerdeinstanz nach Inkrafttreten des neuen Rechts nach n euem Verfahrensrecht zu ent- scheiden (RUTH E. REUSSER , in Basler Kommentar, Erwachsenenschutz, 2012, N. 12 z u Art. 14a SchlT ZGB; D ANIEL STECK , in Rosch/Büchler/Jakob, Das neue Erwachsenenschutzrecht, Basel 2011, N. 10 zu Art. 14a SchlT ZGB). Das neue R echt enthält in Art. 443 ff. ZGB verbindli- che behördliche Verfahrensvorschriften. Darüber hinaus bl eibt aber für das Verfahren das kan- tonale Recht vorbehalten (DANIEL STECK , a.a.O., N 4 zu Art. 450f). Die Kantone haben somit die Kompetenz, Verfahrensbestimmungen zu erlassen, wenn die se mit bundesrechtlichen Verfah- rensvorschriften im Einklang stehen. Der Kanton Basel-L andschaft verweist in § 66 Abs. 2 des Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB BL) vom 16. November 2006 auf das Verfahrensrecht nach Art. 450 - 450e ZGB und im Üb rigen auf das kantonale Verwaltungs- prozessrecht. 1.2 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide de r Erwachsenenschutzbehörde Beschwerde (als neu zuständige Behörde im Sinne von Ar t. 14a Abs. 1 SchlT ZGB) beim zu- ständigen Gericht erhoben werden. Gemäss § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Verwaltungsprozessordnung (VPO BL) vom 16. Dezember 1993 ist das Kantonsgericht unter anderem zuständig für Beschwerden und Entscheide v on Behörden, sofern die kantonale Gesetzgebung und die Verfassung die Zuständigkeit des Ka ntonsgerichts als Verwaltungsge- richt vorsehen. Gestützt auf § 66 Abs. 1 EG ZGB BL ist das Kantonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht, für die vorliegende Angelegenheit zuständig. 1.3 Zur Beschwerde sind gemäss Art. 450 Abs. 2 ZGB befu gt, die am Verfahren beteilig- ten Personen, die der betroffenen Person nahestehend en Personen sowie Personen, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Ände rung des angefochtenen Ent- scheids haben. Die Beschwerdeführerin ist zweifellos durch die angefochtene Verfügung be- rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufh ebung oder Abänderung (Art. 47 Abs. lit. a VPO BL). Da auch die übrigen Prozessvoraussetzun gen gemäss § 43 ff. VPO BL erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.4 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Ferner kann n ach Art. 450a Abs. 2 ZGB wegen Rechtsverweigerung und -verzögerung Beschwerde geführt w erden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. Allerdings auferlegt sich das Kantonsgericht entsprechend der Rechtsp rechung des Bundesgerichts bei der Ermessenskontrolle eine gewisse Zurückhaltung. Dies in sbesondere deshalb, weil die VB bzw. die heutigen KESB als Fachbehörde anzusehen sind ( vgl. BGE 135 II 384; DANIEL STECK , in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 17 ff. zu Art. 450a mit weiteren Hinweisen). 2. Indem die Beschwerdeführerin den Beschluss vom 20. Dezember 2012 der Beschwer- degegnerin einzig in Ziff. 2 anficht, ist nur die Höh e der Entschädigung bzw. die Rechtmässig- keit der Entschädigungskürzung um Fr. 500.-- pro Berichtsperiode zu prüfen. 3.1 Vorweg ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin du rch mangelhafte Begründung des angefochtenen Beschlusses den Anspruch der Beschwerdeführer in auf rechtliches Gehör ver- letzte. Gemäss § 9 Abs. 3 der Verfassung des Kantons Basel -Landschaft (KV BL) vom 17. Mai 1984 haben die Parteien in allen Fällen Ans pruch auf rechtliches Gehör, auf eine faire Behandlung und innert angemessener Frist auf einen be gründeten mit einer Rechtsmittelbeleh- rung versehenen Entscheid. § 13 des basellandschaftlichen Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 hält ebenfalls fest, dass di e Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör haben, was auch die Bundesverfassung (BV) vom 18. April 1999 in Art. 29 Abs. 2 und Art. 6 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 gewährleistet. Der kantonalrechtliche Anspruch geht dabei nicht über denje- nigen in Art. 29 Abs. 2 BV hinaus. Somit kann weitge hend auf die diesbezügliche Lehre und Rechtsprechung verwiesen werden. Der aus Art. 29 Abs. 2 BV abgeleitete Anspruch auf rechtli- ches Gehör umfasst die Rechte der Parteien auf Teilnahm e am Verfahren und auf Einfluss- nahme auf den Prozess der Entscheidfindung. In diesem S inne dient das rechtliche Gehör ei- nerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein per sönlichkeitsbezogenes Mitwirkungs- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht recht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Re chtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass e ines Entscheides zur Sache zu äus- sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Be- weisen entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Bew eisergebnis zu äussern, wenn die- ses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 370 f., 127 I 56, 122 II 469, je mit Hinweisen). 3.2 Die Begründung des Entscheides muss so abgefasst sein , "dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann" (BGE 134 I 83, 8 8 f.). Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragwei te des Entscheides ein Bild machen können (R HINOW /K OLLER /K ISS /T HURNHERR /B RÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, Basel 2010, N. 344). 3.3 Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrem Beschlu ss vom 20. Dezember 2012 die Kürzung der Entschädigung damit, dass die bevormundete C.____ in einer betreuten Einrich- tung, mit der Beschwerdeführerin in verwandtschaftlicher Beziehung stehe sowie mit dem Um- stand, dass die Beschwerdeführerin im Hause der bevormu ndeten Person wohne. Die Be- schwerdegegnerin beschränkt sich dabei auf die Auflistung dieser drei Umstände, ohne näher auszuführen, auf welche gesetzlichen Grundlagen sich die se Kriterien stützen. Ferner wird von der Beschwerdegegnerin nicht begründet, welche Umstände sich seit der ursprünglichen Fest- setzung der Höhe der Entschädigung verändert haben. Insb esondere der verwandtschaftliche Grad zwischen der Beschwerdeführerin und der bevormunde ten C.____ hat sich nicht verän- dert. Zwar ist der Ehemann der Beschwerdeführerin gesto rben, doch wird gemäss Art. 21 Abs. 2 ZGB die Schwägerschaft durch Auflösung der Ehe n icht aufgehoben. Folglich bestand zu Beginn der Vormundschaft (Ernennung am 22. März 2007 ) wie auch zu jedem späteren Zeitpunkt die Schwägerschaft weiter. Die Argumentation der Beschwerdegegnerin, die Ent- schädigung aufgrund der Verwandtschaft zu kürzen, ist nich t nachvollziehbar. Inwiefern die Umstände, dass C.____ in einer betreuten Einrichtung b zw. die Beschwerdegegnerin in ihrem Haus wohne, auf die Entschädigung Auswirkungen hat, blei bt unbeantwortet. Demzufolge kann aufgrund dieser Unklarheiten kann nicht festgestellt we rden, ob sich die Kürzung der Entschä- digung auf sachliche oder unsachliche Gründe stützt. 3.4 Es ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin den angefochtenen Beschluss nicht ausreichend begründete und demnach den Anspruch der Be schwerdeführerin auf Gewährung des rechtlichen Gehörs verletzte. Solche mangelhaft begrü ndeten Entscheide sind grundsätz- lich auf Beschwerde hin aufzuheben (R HINOW /K OLLER /K ISS /T HURNHERR /B RÜHL -MOSER , a.a.O., N. 348). Da vorliegend die Kürzung der Entschädigung nur Ziff. 2 des angefochtenen Beschlus- ses vom 20. Dezember 2012 tangiert, ist diese Verfügung nur teilweise, d.h. betreffend die Fra- ge der Entschädigung, aufzuheben. 4.1 In seiner Praxis verzichtet das Kantonsgericht auf eine Rückweisung der Angelegen- heit an die Vorinstanz (Beschwerdegegnerin), wenn dies zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde (vgl. K GE VV vom 24. April 2013 [810 13 25] Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 2.3). Dies ist insbesondere der Fall, wenn dem Kantonsgericht alle Entscheidgrundlagen vor- liegen. Die Höhe der Entschädigung für Vormünder rich tet sich nach § 18 GebV BL. Vorliegend wurde die Entschädigung nach dem Beschluss zur Ernennung der Vormundin am 22. März 2007 festgesetzt und anschliessend bis zum angefochtenen B eschluss nicht überprüft. Demzu- folge ist die damals geltende Fassung vom 19. Dezember 2 006 massgebend, welche am 1. Januar 2007 in Kraft getreten ist (die neue Fassung vom 27. November 2012 ist erst seit 1. Januar 2013 in Kraft). § 18 Entschädigung für Vormünder, Beiräte und Beistände 1 Die Vormünder, Beiräte und Beistände haben für ihr e Amtsführung (Verwaltung des Einkommens und Ver- mögens inkl. Nutzniessungsvermögens, persönliche Betreuung usw.) Anspruch auf Entschädigung und Ersatz der Auslagen. Die Entschädigung und der Auslagenersatz werden aus dem Vermögen und Einkommen des Mündels und, bei dessen Mittellosigkeit, von der Vormundschaftsbehörde ausgerichtet. 2 Die Vormünder, Beiräte und Beistände haben pro zweijährige Rechnungsperiode zu beanspruchen: a. für die Vermögensverwaltung ohne Liegenschaften 1‰ d er Aktiven ohne Liegenschaften; b. für die Verwaltung von Liegenschaften 3‰ des Kataste rwertes; c. für die Einkommensverwaltung 1% der Einkünfte; d. für die persönliche Betreuung 400–2'000 Fr.; e. für die Amtsführung ausserhalb der Buchstaben a–d n ach der Mühe, die sie notwendigerweise verur- sacht, 100–5'000 Fr. Ist die Entschädigung aufgrund dieser Ansätze als eindeut ig zu niedrig oder zu hoch zu qualifizieren für die Amtsführung, die notwendigerweise zu leisten war, kann die Vormundschaftsbehörde die Entschädigung an- gemessen erhöhen bzw. reduzieren. 3 Die Entschädigungen gemäss Absatz 2 Buchstaben a–c können nur beansprucht werden, wenn das Ver- mögen und das Einkommen vom Vormund, Beirat oder Beistand effektiv verwaltet werden. 4 Ist die Rechnungsperiode kürzer als zwei Jahre, so besteht der Anspruch auf die Entschädigungen im Sinne von Absatz 2 Buchstaben a–d pro rata temporis. 5 Auslagen, die beansprucht werden, sind zu belegen. 6 Wer als Anwaltin oder Anwält oder Treuhänderin oder Treuhänder mit Fach- oder gleichwertigem Ausweis eine Vormundschaft, Beiratschaft oder Beistandschaft wahrnimmt, kann ein Honorar nach dem anwendbaren Berufstarif nur für diejenigen Verrichtungen beanspru chen, für die berufsspezifische Kenntnisse notwendig sind. Ansonsten erfolgt die Entschädigung nach Massgabe von Absatz 2. 4.2 Aufgrund der hievor in Ziff. 4.1 zitierten Besti mmung und den vorliegenden Akten ist das Gericht in der Lage, selbst die Höhe der Entschädigung der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 22. März 2007 bis 31. Dezember 2011 zu bestimmen. 4.3 Aus vorgenannter Bestimmung (vgl. Ziff. 4.1) ergib t sich, dass sich die Entschädigung für Vormünder jeweils auf die Berichtsperiode von zwei Ja hren (Abs. 2) bezieht. Sodann ist die Entschädigung entsprechend dem Aufgabenbereich, welch er das Amt der Vormundschaft um- fasst, zu bestimmen. Vorliegend hat die Beschwerdeführer in ihren Antrag auf Entschädigung pro Berichtsperiode korrekt gestellt. Für die Zeit vom 22. März 2007 bis zum 31. Dezember 2007 (d.h. pro rata temporis für 279 statt 360 Tage) beläuft sich ihr Entschädigungsantrag auf Fr. 3'650.20 und für die weiteren Jahre auf Fr. 3'672.10 (2008), Fr. 3'822.70 (2009), Fr. 3'814.45 (2010) sowie Fr. 3'876.95 (2011), mithin insgesamt F r. 18'836.40. Die Auflistung der einzelnen Bestandteile, welche zu dieser Gesamtentschädigung führ en, wurden von der Vormundin über- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichtlich, nachvollziehbar, korrekt und von der Beschwerde gegnerin unbestritten aufgelistet. Folglich ist darauf abzustellen. 4.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich in ihrem angefocht enen Beschluss auf den Stand- punkt gestellt, dass die Beschwerdeführerin keine persönli che Betreuung für die bevormundete Person zu leisten habe, da Letztere in der betreuten W ohngruppe in E.____ wohne. Dagegen wendet die Beschwerdeführerin ein, die Betreuungsperso nen seien jeweils nur zwischen 18:00 und 22:00 Uhr in der Einrichtung zugegen. In der restl ichen Zeit wende sich die bevormundete C.____ mit ihren Problemen betreffend die Gesundheit, die Finanzen, den Kleiderkauf, die Frei- zeit und die Ferien sowie ihre persönlichen Anliegen et c. direkt an sie. Demzufolge liege sehr wohl ein persönliches Betreuungsverhältnis vor. Diese Argu mentation der Beschwerdeführerin ist nachvollziehbar und schlüssig. Es ist anzufügen, dass sich der Antrag auf Entschädigung für die persönliche Betreuung in den vorgenannten Berichts perioden jeweils am unteren Ende der Entschädigungsskala gemäss § 18 Abs. 2 lit. b aGebV befi ndet und die Beschwerdeführerin demnach nicht die Entschädigung für eine umfassende persönliche Betreuung geltend macht. 4.5 Ferner bringt die Beschwerdegegnerin summarisch vor , die Beschwerdeführerin wohne im Haus von C.____, deren Vermögen sie verwalte. Darau s resultiere für sie ein finanzieller Vorteil, welcher eine Kürzung der Entschädigung recht fertige. Die Beschwerdegegnerin lässt dabei jedoch ausser Acht, dass die Beschwerdeführerin ge mäss eigenen (unbestrittenen) An- gaben einen Mietzins für das Haus in der Höhe von monat lich Fr. 2'000.-- bezahlt. Ein Mietzins in dieser Höhe erscheint für ein Haus im Quartier der X.____strasse in D.____ angemessen. Jedenfalls ist nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des Vormundschaftsamts einen unterdurchschnittlichen Mietzins leistet. Folglich zieht sie aus der Situation auch keinen (finanziellen) Vorteil, weshalb das Bewohnen des Hause s der Bevormundeten bei der Bemes- sung der Entschädigung nicht zu berücksichtigen ist. 4.6 Schliesslich führt die Beschwerdegegnerin das Kriter ium der verwandtschaftlichen Be- ziehung zwischen der Beschwerdeführerin und C.____ ins F eld. Wie bereits hievor in Ziff. 3.3 ausgeführt ist unklar, auf welche gesetzliche Grundlage sich dieses Kriterium stützt. Namentlich enthält § 18 aGebV die Verwandtschaft nicht als Element, welches die Höhe der Entschädigung zu beeinflussen vermag. Mithin ist eine Kürzung der Ent schädigung aufgrund einer bestehen- den Schwägerschaft, welche sodann auch bereits zu Beginn b estanden hatte, nicht nachvoll- ziehbar. 4.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Entschädigun g entsprechend dem gel- tend gemachten Betrag in der Höhe von Fr. 18'836.40 angemessen erscheint und demnach zu genehmigen ist. Es gibt keinen Anlass für eine Kürzung, da das vormundschaftliche Amt, soweit aus den Akten ersichtlich, einwandfrei geführt wurde. Sodann ist aus finanzieller Sicht anzufü- gen, dass das Reinvermögen von anfänglich Fr. 924'181.95 auf Fr. 1'173'562.75 per 31. Dezember 2011 angewachsen ist. 5.1 Als Berichtigung wird die Korrektur von Redaktions- und Kanzleifehlern verstanden. Darunter fallen Schreibfehler, fehlerhafte Bezeichnun gen und Namensnennungen, Rechnungs- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht fehler oder Auslassungen (vgl. MERKLI /A ESCHLIMANN /H ERZOG , Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, S. 403). Die Berichtigung bezieht sich auf Mängel in der Entscheidformel. Fehler in den Erwägun gen können nur insoweit Gegenstand einer Berichtigung sein, als sie zur Korrektur des Disposi tivs richtiggestellt werden müssen (vgl. MERKLI /A ESCHLIMANN /H ERZOG , a.a.O., S. 707). Das Institut der Berichtigung will der Behörde ermöglichen, sinnstörende oder -entstellende Fehler au f einfache Weise zu korrigieren, um die Rechtssicherheit zu gewährleisten und unnötige Rechtsmittelverfahren zu vermeiden. Mit Rück- sicht darauf sind die Begriffe Redaktions- und Kanzleifeh ler verhältnismässig weit auszulegen; sie umfassen alle Versehen im Ausdruck, nicht aber Fehle r, welche der Willensbildung der ent- scheidenden Behörde anhaften (vgl. M ERKLI /A ESCHLIMANN /H ERZOG , a.a.O., S. 403; KÖLZ /B OSSHART /R ÖHL , Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kanto ns Zürich, Zürich 1999, S. 835). Ein Redaktions- oder Kanzleifehler liegt vor, wenn sich aus der Verfügung oder Entscheidung ergibt, dass die Behörde nicht die t atsächlich erklärte, sondern eine andere, aus dem Zusammenhang erkennbare Entscheidung treffen wo llte. Dagegen liegt ein Fehler in der Willensbildung vor, wenn ein Entscheid erlassen wi rd, der so gewollt war, wie er ausge- sprochen wurde, aber beispielsweise auf einer offensichtl ich irrtümlichen Tatbestandsfeststel- lung beruht (vgl. ZBl 80/1979 S. 495). 5.2 Wie bereits hievor in Ziff. 4.3 ausgeführt, belau fen sich die von der Beschwerdeführerin beantragten jährlichen Entschädigungen auf insgesamt Fr . 18'836.40 und nicht gemäss Ziff. 2 des angefochtenen Beschlusses Fr. 18'836.60. Es handelt sich hierbei offensichtlich um einen ungewollten Rechnungsfehler, welcher zu korrigieren ist. Mithin beträgt der Anspruch der Be- schwerdeführerin auf Entschädigung Fr. 18'836.40. 5.3 Die Beschwerdeführerin wurde von der Beschwerdegeg nerin mit Beschluss vom 22. März 2007 zur Vormundin von C.____ ernannt. Da die Beschwerdeführerin nicht rückwir- kend auf Jahresbeginn zur Vormundin gewählt wurde, tr at sie ihr Amt erst per 22. März 2007 an. Diese Tatsache wurde von der Beschwerdeführerin zud em in ihrem Zwischen-/ Schlussbe- richt mit Rechnung vom 31. Januar 2007 berücksichtigt, in dem sie ihr Entschädigungsantrag pro rata temporis für 279 statt 360 Tage kürzte. Diese Kürzung wurde von der Beschwerdegeg- nerin durch den hiermit angefochtenen Beschluss genehmigt, weshalb offensichtlich der Beginn der Amtsperiode nicht auf den 1. Januar 2007, sondern auf den 22. März 2007 fällt. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten u mfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). V orliegend ist die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde durchgedrungen, weshalb der in Ziff . 2 angefochtene Beschluss aufzuheben und zu ersetzen ist. Angesichts dieses Verfahrens müssten di e Verfahrenskosten der Be- schwerdegegnerin auferlegt werden. Da der Vorinstanz n ach § 20 Abs. 3 und § 20 Abs. 4 VPO keine Verfahrenskosten auferlegt werden können, sofern sie das Kantonsgericht nicht in An- spruch nimmt, werden der Beschwerdegegnerin keine Verfahrenskosten auferlegt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gest ützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts beziehungsweise einer Anwältin ein e angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Vorliegend liess sich die Beschwerdeführerin nicht anwaltlich vertreten, weshalb sie auch keine Partei entschädigung geltend machen kann. Demzufolge sind die Parteikosten wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird Ziff. 2 de s Beschlusses der Vor- mundschaftsbehörde D.____ vom 20. Dezember 2012 aufge hoben und der Beschwerdeführerin eine Entschädigung für die Zeit vom 22. März 2007 bis zum 31. Dezember 2011 von insgesamt Fr. 18'836.40 zu Lasten des Mündelvermögens zugesprochen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber