B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5443/2013 U r t e i l v o m 2 7 . J a n u a r 2 0 1 4 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Walter Lang, Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiber Philipp Reimann. Parteien A._______, geboren (…), und seine Ehefrau B._______, geboren (…), Afghanistan, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. August 2013 / N (…). D-5443/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden suchten am 6. April 2010 in der Schweiz um Asyl nach, nachdem sie sich zuvor in C._______ und D._______ auf- gehalten hatten. Am 9. April 2010 erhob das BFM im Empfangs- und Ver- fahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen ihre Personalien und befragte sie summarisch zu ihrem R eiseweg sowie zu ihren Ausreisegründen. Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, er sei Tadschike und habe bis März 2009 im Dorf E._______, Distrikt F._______ in der Provinz Herat , gelebt. Er habe im Jahre 2002 nach dem Sturz des Taliban -Regimes in der S tadt Herat ein G._______geschäft eröffnet, welches er bis August 2009 erfolgreich geführt habe. In der ersten Märzwoche des Jahres 2009 hätten ihn drei vermummte Leute auf dem Nachhauseweg angehalten, gefesselt und in ein Auto gezerrt. Sie hätten ihn in ei nen Kuhstall eing e- sperrt und verprügelt. Dabei hätten sie ihm vorgeworfen, er habe sich am Vortag geweigert, ihrem Freund eine H._______ zu verkaufen. An besag- tem Tag habe allerdings niemand eine H._______ von ihm verlangt. Als Strafe hierfür hätte er den Männern eine Summe von einer Million Afgh a- nis (ungefähr 20'000 Dollar) bezahlen sollen. Als Warnung hätten sie ihm den kleinen Finger der rechten Hand angeschnitten. Am nächsten Tag habe ihn einer der Entf ührer nach Hause begleitet , wo er von seinen E l- tern sowie seiner Ehefrau unter Vorspiegelung falscher Tatsachen unge- fähr die Hälfte des von seinen Entführern eingeforderten Geldes erhalten habe. Später sei er aus Sicherheitsgründen zusammen mit seiner Frau von E._______ in ein ebenfalls seiner Familie gehörendes Haus in Herat gezogen. Ungefähr fünf Monate später sei einer der Männer in seinem Geschäft erschienen und habe den Rest des Geldes gefordert. Daraufhin habe er um eine Zahlungsfrist von 15 Tagen geb eten und sein Geschäft für 20'000 Dollar an eine Drittperson verkauft. Anschliessend habe er se i- ne Heimat gemeinsam mit seiner Ehefrau verlassen. B. Mit Verfügung vom 23. September 2010 trat das BFM gestützt auf a lt Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein (Dublin-Verfahren), ordnete ihre Wegweisung nach C._______ an, forder- te sie auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerd e- frist zu verlassen, und verpfli chtete den Kanton I._______, die Wegwe i- sungsverfügung zu vollziehen. Gleichzeitig stellte das Bundesamt fest, D-5443/2013 Seite 3 eine allfällig gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde habe keine aufschiebende Wirkung. C. Mit Eingabe vom 29. September 2010 erhoben die Beschwerdeführenden gegen diese Verfügung mittels ihres früheren Rechtsvertreters B e- schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. D. Am 16. Februar 2011 hob das BFM seine Verfügung vom 23. September 2010 im Rahmen des Schriftenwechsels " J._______ C._______" wieder- erwägungsweise auf und nahm das nationale Asylverfahren in der Schweiz wieder auf . In der Folge schrieb das Bundesverwaltungsgericht das Beschwerdeverfahren am 21. Februar 2011 als gegenstandslos g e- worden ab. E. Am 5. März 2013 hörte das BFM die Beschwerdeführenden einlässlich zu ihren Asylgründen an. Dabei machte der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, er habe im Jahre 2002 nach dem Sturz des T a- liban-Regimes in der Stadt Herat ein G._______geschäft eröffnet, we l- ches er bis Au gust 2009 erfolgreich geführt habe. In der ersten Märzw o- che des Jahres 2009 hätten ihn drei vermummte Leute auf dem Nac h- hauseweg in einem Auto entführt. Sie hätten ihn in einen Kuhstall eing e- sperrt. Etwa eine Stunde später sei dort eine Person namens K._______ erschienen. Dieser sei ein Cousin eines gewissen L._______, der das Oberhaupt einer örtlich mächtigen Sippschaft sei. Letzterer habe ihm und seinem Vater bereits in der Vergangenheit Schutzgeld in Form von Ernte- erträgen abgefordert. K._______ habe ihm vorgeworfen, er hätte sich am Vortag geweigert, einem Freund eine H._______ zu verkaufen, was aller- dings nicht den Tatsachen entsprochen habe, da an besagtem Tag ni e- mand eine H._______ von ihm verlangt habe. Als Strafe hierfür hätte er K._______ eine Summe von einer Million Afghanis (ungefähr 20'000 Do l- lar) bezahlen sollen. Als Warnung h abe ihm K._______ den kleinen Fi n- ger der rechten Hand angeschnitten. Er – der Beschwerdeführer – habe jedoch zu erkennen gegeben, momentan nur 500'000 Afghanis auftreiben zu können. Am nächsten Tag habe ihn einer der Entführer nach Hause begleitet, wo er aus Not sowohl seine anwesenden Eltern als auch seine Ehefrau bezüglich seines Verbleibs in der Nacht beziehungsweise des D-5443/2013 Seite 4 Grundes für das benötigte Geld belogen habe. Da sei ne Frau indessen seine Wunde an der Hand bemerkt habe, habe er ihr das Vorgefallene schliesslich erzählt, worauf sie aus Sicherheitsgründen in die Stadt Herat gezogen seien, wo seine Familie ein weiteres Haus besitze. Die von ihm avisierte Bezirkspolizei h abe ihm lediglich beschieden, nichts gegen die Verbrecher unternehmen zu können. Er solle besser auf sich aufpassen. Im Verlaufe des Monats August 2009 sei eine Person in seinem Geschäft aufgetaucht, welche im Namen von K._______ den Rest des geschuld e- ten Geldes eingefordert habe. Er habe eine Frist von 15 Tagen erbeten, um das Geld zu beschaffen, was ihm gewährt worden sei. Daraufhin habe er sein Geschäft und Inventar an eine Dritt person verkauft, um seine Heimat am 28. August 2009 gemeinsam mit seiner Ehefrau zu verlassen. Im Weiteren fügte der Beschwerdeführer an, sein betagter Vater sei im Jahre 2012 eines natürlichen Todes gestorben. Daraufhin hätten seine Mutter sowie sein jüngerer Bruder Afghanistan definitiv verlassen und seien in den M._______ geflohen (vgl. act. A55/18 S. 2, Antwort auf Fra- ge 4). Die Beschwerdeführerin fügte ergänzend an, sie habe wie viele Frauen in Afghanistan Probleme gehabt. So habe sie sowohl bei den Eltern als auch bei den Schwiegereltern das Haus nie verlassen dürfen. Zur Ausrei- se veranlasst hätten sie indessen letztlich die Probleme ihres Ehema n- nes. Die Beschwerdeführenden reichten im Rahmen des vorinstanzlichen Ver- fahrens ein Ehebüchlein, ihre beiden Tazkaras vom 24. Juni 2009 (B e- schwerdeführerin) beziehungsweise vom 29. Juli 2009 (Beschwerdefü h- rer) sowie ein paar kopierte Seiten des vom 5. Mai 2003 datierenden a f- ghanischen Reisepasses des Beschwerdeführers zu den Akten. F. Mit Schreiben vom 16. August 2013 teilten die Beschwerdeführenden dem BFM mit, dass die Mutter des Bes chwerdeführers am 1. August 2013 in N._______/M._______ verstorben sei. Ihre Beerdigung habe nach islamischem Ritus innerhalb von 24 Stunden stattgefunden. Als B e- leg reichten sie ein Foto der Verstorbenen, ein Foto ihrer Beerdigung s o- wie Ablichtungen der Todesbescheinigungen ein. G. Mit Verfügung vom 28. August 2013 – eröffnet am folgenden Tag – stellte D-5443/2013 Seite 5 das BFM fest, d ie Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseige n- schaft nicht, und lehnte d ie Asylgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug. Als Begründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, der B e- schwerdeführer habe sich bezüglich einzelner Modalitäten im Zusa m- menhang mit seiner angeblichen Entführung im März 2009 widerspr o- chen. So habe er anlässlich sei ner Erstbefragung erklärt, er sei damals von drei vermummten Männern angehalten, gefesselt und in ein Auto g e- zerrt worden, wogegen er bei der Bundesanhörung behauptet habe, dass er damals nicht gefesselt worden und in das Auto eingestiegen sei. Hinzu komme, dass es wenig logisch anmute, dass sich die Entführer und E r- presser, welche den Beschwerdeführer mit dem Tode bedroht hätten, fünf Monate Zeit gelassen hätten, den Beschwerdeführer abermals zu kontak- tieren. Im Übrigen weise auch die Aussage der Beschwerd eführenden, wonach sie sich nach der Entführung in die Stadt Herat begeben hätten, weil es dort sicherer sei, es dort viele Menschen wie auch Sicherheit s- kräfte gebe, weshalb sich dort Leute wie K._______ nicht so frei bewegen könnten, indirekt darauf hin, dass die Möglichkeit bestanden hätte, sich bei Schwierigkeiten an Sicherheitsleute in Herat zu wenden. So besehen, erachte das BFM die von den Beschwerdeführenden geschilderten E r- eignisse als solche nicht für glaubhaft. Es könne indessen nicht ausgeschloss en werden, dass die Beschwerd e- führenden aufgrund ihrer guten finanziellen Lage und dem dadurch en t- stehenden Interesse an ihrer Person Probleme mit Personen aus der R e- gion gehabt haben könnten, zumal der Beschwerdeführer ausgesagt h a- be, sehr viele Leute zu kennen, und diese seine finanzielle Situation g e- kannt hätten. In diesem Zusammenhang hätten die Beschwerdeführe n- den jedoch die Möglichkeit gehabt, an einen anderen Ort zu ziehen, da es sich hierbei lediglich um Schwierigkeiten lokalen Charakters gehandelt habe. Die Vorbringen der Beschwerdeführenden hielten somit den Anfo r- derungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht stand und seien gemäss Art. 3 AsylG nicht asylrelevant. Überdies sei der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich zu bezeichnen. Für die weitere Begründung wird auf die vorinstanzliche Verfügung verwi e- sen. H. Mit Beschwerde vom 26. September 2013 an das Bundesverwaltungsge- richt beantragten die Beschwerdeführenden, der Entscheid des BFM sei D-5443/2013 Seite 6 aufzuheben, es sei ihnen die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs festzustellen und es sei ihnen die vorläufige Aufnahme zu erteilen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte n die Beschwerdefüh- renden überdies um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Begrü n- dung der Beschwerde wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolge n- den Erwägungen eingegangen. Mit der Rechtsmittelschrift reichten die Beschwerdeführenden die Kopie eines vom 25. Februar 2012 datierenden O._______ Mietvertrages inklu- sive englischer Übersetzung zugunsten der Eltern der Beschwerdeführ e- rin ein . Diese Tatsache zeige auf , dass nicht nur die Familie des B e- schwerdeführers, sondern auch diejenige der Beschwerdeführerin zw i- schenzeitlich nicht mehr in Herat lebe. Gleichzeitig stellten sie die postali- sche Nachsendung des Mietvertrages im Original in Aussicht. I. Am 3. Oktober 2013 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ei n- gang der Beschwerde. J. Mit dem Bundesverwaltungsgericht am 9. Oktober 2013 zugegangenem Begleitschreiben reichten die Beschwerdeführenden nach ihren Angaben das Original des O._______ Mietvertrages der Eltern der Beschwerdefüh- rerin ein. In den Akten des Bundesverwaltungsgerichts findet sich freilich nur die Kopie einer notariell als Kopie des Originalmietvertrages begla u- bigten Urkunde inklusive deren englischer Übersetzung, nicht aber der Mietvertrag im Original. K. Mit Verfügung vom 17. Oktober 20 13 hielt der Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts fest, d ie Beschwerdeführenden könnten den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Ferner verfügte er, dass über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh- rung zu einem späteren Zeitpunkt befunden werde. Gleichzeitig forderte er die Beschwerdeführenden auf, innert Frist eine Fürsorgeabhängi g- keitsbestätigung einzureichen, ansonsten im Zeitpunkt des Entscheides von ihrer Nichtbedürftigkeit ausgegangen werde. Im vorliegenden Zei t- punkt werde indessen auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ver- zichtet. Im Weiteren lud das Bundesverwaltungsgericht die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung bis zum 4. November 2013 ein. D-5443/2013 Seite 7 L. Mit Begleitschreiben vom 23. Oktober 2013 reichten die Be schwerdefüh- renden eine Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung der Gemeinde P ._______ vom 22. Oktober 2013 ein. M. Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 4. November 2013 die Abweisung der Beschwerde. Ergänzend hielt das BFM fest, die B e- schwerdeführenden hätten entgegen ihren Absichtserklärungen bis heute kein Original des Mietvertrages eingereicht. Kopien komme demgege n- über bekanntermassen keinerlei Beweiswert zu. Im Weiteren sei darauf hinzuweisen, dass der besagte Mietvertrag vom 25. Februar 2012 dati e- re, während die Beschwerdeführenden anlässlich ihrer Bundesanhörung vom 5. März 2013 übereinstimmend ausgesagt hätten, dass sich ihre E l- tern beziehungsweise Schwiegereltern nach wie vor in Herat aufhalten und ihren Lebensunterhalt mit einem Q._______- und R._______laden verdienen würden. In Anbetracht dessen müsse davon ausgegangen werden, dass der fragliche Mietvertrag eigens zum Zweck des Beweises des fehlenden Beziehungsnetzes in Afghanistan ausgestellt worden sei und nicht den Tatsachen entspreche. N. Das Bundesverwaltungsgericht stellte de n Beschwerdeführenden die Vernehmlassung des BFM am 7. November 2013 zur Kenntnisnahme und allfälligen Replik zu. O. Mit Eingabe vom 21. November 2013 stellten die Beschwerdeführenden dem Bundesverwaltungsgericht ihre Stellungnahme zu. Darin hielten sie fest, sie hätten dem Bundesverwaltungsgericht am 8. Oktober 2013 den Mietvertrag der Eltern der Beschwerdeführerin im Original eingereicht. Es treffe zwar zu, dass diese im März 2013 noch in Herat gelebt hätten. Sie hätten Afghanistan nunmehr aber im Juni 2013 in Richtung M._______ verlassen und lebten jetzt in der von einem ihrer Söhne bereits im Febr u- ar 2012 gemietet en Wohnung in N._______. Der Grund hierfür sei die Tatsache, dass sie ihre Heimat ebenfalls wegen Auseinanders etzungen mit kriminellen Gruppen hätten verlassen müssen, welche sich nach der Flucht der Beschwerdeführenden nunmehr an ihre Fersen geheftet hä t- ten. Es lebe nun von ihren Familien niemand mehr in Afghanistan, da mit dem Wegzug der Eltern der Beschwerdefüh rerin die letzten Bezugspe r- sonen Afghanistan verlassen hätten. Leider sei es ihnen nicht möglich, D-5443/2013 Seite 8 eine entsprechende O._______ Wohnsitzbescheinigung der Eltern der Beschwerdeführerin beizubringen, da diese illegal dort lebten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zustän dig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahmekonstellation liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). D ie Be- schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und h a- ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die B e- schwerde ist somit einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). D-5443/2013 Seite 9 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlin gen grund- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer b e- stimmten sozialen Gruppe oder wegen i hrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, so l- chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mas s- nahmen, die einen une rträglichen psychischen Druck bewirken . Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich au f gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3.3 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie g e- nügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfe n, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein, der inneren Logik entbehren oder den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss der Gesuchsteller persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fal l ist, wenn er wichtige Tatsachen unterdrückt oder b e- wusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt oder die nötige Mitwirkung am Verfahren verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des G e- suchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, welche für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwie gen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 AsylG; BVGE 2013/11 E. 5.1 S. 142 f., BVGE 2010/57 E. 2.3 S. 826 f.). 3.4 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu - chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachtei- le von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürc h-D-5443/2013 Seite 10 ten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure z u- gefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). Aufgrund der Subsidiarität des flüchtling s- rechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlingseig enschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heimatland ke i- nen adäquaten Schutz finden kann (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f., BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.). Ausgangspunkt für die Beurte i- lung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer so l- chen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Ra h- men der Prüfung der Aktualität der Verfolgungsfurcht ebenfalls wesen t- lich. Veränderungen de r objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 S. 141 f., BVGE 2008/34 E. 7.1 S. 507 f., BVGE 2008/12 E. 5.2 S. 154 f., WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 4. 4.1 Das Bundesverwaltungsgericht teilt die Einschätzung der Vorinstanz, wonach die Kernvorbringen des Beschwer deführers, mehrere Personen hätten ihn in der ersten Märzwoche 2009 entführt und in der Folge eine grössere Summe Geldes von ihm erpresst, zufolge etlicher Widersprüche in Bezug auf die Modalitäten seiner Entführung als zweifelhaft einzustu- fen sind. So fällt in der Tat auf, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung erklärte, die drei Männer hätten ihn damals gefesselt und ins Auto gezerrt (vgl. act. A1/14 S. 6, Ziff. 15), wogegen er bei der Bun- desanhörung behauptete, er sei damals von d rei Leuten angehalten wor- den und auf deren Aufforderung hin in das bereitstehende Auto eingestie- gen, ohne gefesselt worden zu sein (vgl. act. A55/18 S. 7, F rage 56 und Antwort 56 i.V.m. S. 9, Frage 71 und Antwort 71). 4.2 Eine abschliessende Bewertung der Glau bhaftigkeit der Gesamtvo r- bringen des Beschwerdeführers kann indessen vorliegend unterbleiben, da selbst im Falle der Annahme, dass seine Aussagen den Tatsachen entsprechen sollten, diese aus nachfolgenden Gründen als in asylrechtl i- cher Hinsicht nicht relev ant zu bezeichnen sind : Eine Verfolgung vermag nämlich erst dann die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, wenn sie aus einem der in Art. 3 Abs. 1 AsylG genannten Gründe (Rasse, Religion, Na-D-5443/2013 Seite 11 tionalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder politi- sche Anschauung) erfolgt. Ein derartiges Verfolgungsmotiv (vgl. hierzu beispielsweise WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, B a- sel/Frankfurt a. M. 1990, S. 86 ff; ALBERTO ACHERMANN/CHRISTINA HAUS- AMMANN, Handbuch des Asylrechts, 2. Aufl., Bern/Stuttgart 1991, S. 95 ff.; STÖCKLI, a.a.O., Rz. 11.10 – 11.12) ist aus den vorliegenden Akten indes- sen nicht ersichtlich, besteht der Grund für die Behelligung des Be- schwerdeführers doch einzig darin, dass er aufgrund seines Vermögens für ein ige Kriminelle a llem Anschein nach ein interessantes Opfer wir t- schaftlicher Interessen darstellte. Darin liegt nun aber aus asylrechtlicher Sicht kein beachtliches Verfolgungsmotiv, handelt es sich hierbei doch schlicht um gemeinrechtliche Straftaten Einzelner. 4.3 Die Beschwerdeführerin hat in eigener Person keine Asylgründe vo r- gebracht, weshalb sich diesbezügliche Erwägungen erübrigen. 4.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumi n- dest glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich, auf die Vorbringen in der Be- schwerde im Einzelnen einzugehen, da diese am Ergebnis nichts zu ä n- dern vermögen. Das BFM hat ihre Asylgesuche demnach im Ergebnis zu Recht abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Weg weisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2011/24 E. 10.1 S. 502). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). D-5443/2013 Seite 12 Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis der gleiche Beweisstandard wie bei der Flücht - lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. STÖCKLI, a.a.O., Rz. 11.148). 6.2 6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Au sreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein - kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigen- der Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerde- führenden in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Es bleibt zu prüfen, ob sich aus den Aussagen der Beschwerdeführenden beziehungsweise aus den Akten Anhaltspunkte dafür ergeben, dass diese für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher D-5443/2013 Seite 13 Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europä i- schen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN - Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Diesbezüglich ist zunächst – trotz gewisser Zweifel an der Glaubhaftigkeit der entsprechenden Vorbringen (vgl. E. 4.1 hiervor) – da- von auszugehen, dass der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise aus der Heimat mehrfach Anstände mit Kriminellen hatte, welche von i hm eine höhere Geldsumme erpresst und ihn auch an Leib und Leben bedroht hatten, wobei der Beschwerdeführer sich weiteren Zahlungsaufforderu n- gen durch gemeinsame Flucht mit der Beschwerdeführerin ins Ausland entzogen hat. Gemäss BVGE 2011/38 präsentiert sich die Sicherheitslage in der Stadt Herat allerdings verhältnismässig gut und ist mit derjenigen in Kabul vergleichbar. Die Zahl der Angriffe in der Stadt selbst ist gering. Seit Juni 2011 sind in der Stadt selbst keine Aktivitäten von bewaffneten Gruppen mehr zu verzeichnen. So wurde die Verantwortung für die S i- cherheit am 21. Juli 2011 von der durch die NATO seinerzeit im Jahr 2001 eingesetzten Unterstützungstruppe "International Security Assistance For- ce" ( ISAF) auf die afghanischen Sicherheitskräfte übertragen (BVGE, a.a.O., E. 4.3.3.1 S. 818 ff.). Auch neuere , im Urteil D -3307/2011 des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Januar 2013 zitierte Quellen bestäti- gen die grundsätzliche Schutzfähigkeit der Behörden in He rat (vgl. Af- ghanistan, Country of Origin Information for Use in the Asylum Determina- tion Process, Report from Danish Immigration Service’s fact finding mi s- sion to Kabul, Afghanistan 25 February to 4 March 2012 , Mai 2012, S. 6 und 8). Somit sind in Herat entgegen den Behauptungen in der B e- schwerde sowohl die Schutzwilligkeit als auch die Schutzfähigkeit der Behörden zu bejahen. Aufgrund des soeben Ausgeführten ist festzuhalten, dass es für den B e- schwerdeführer sowie seine Ehefrau grundsätzlich möglich wäre, in Herat bei den für die Sicherheit zuständigen Behörden Schutz vor allfälligen Behelligungen durch an seinem Vermögen und seinen Gütern interessier- ten Kriminellen zu suchen. 6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf D-5443/2013 Seite 14 Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818; BVGE 2009/2 E. 9.2.1). 6.3.1 Hinsichtlich der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs hält das Gericht in BVGE 2011/38 betreffend Herat fest, angesichts des Umsta n- des, dass die dortige Situation verhältnismässig ruhig sei, in der Stadt selbst keine Aktivitäten bewaffneter Gruppen zu verzeichnen s eien und sich die Lage ähnlich wie in Kabul präsentier e, könne die Zumutbarkeit unter gewissen Umständen bejaht werden : Zufolge der konstanten Ve r- schlechterung der Lage über die vergangenen Jahre hinweg und der auch in Hera t schwierigen Situation verstehe es sich aber von selbst, dass die bereits in EMARK 2003 Nr. 10 formulierten st rengen Bedingun- gen in jedem Einzel fall sorgfältig geprüft und erfüllt sein müssen. Una b- dingbar sei in erster Linie ein soziales Netz, das sich im Hinblick auf die Aufnahme und Wiedereingliederung des Rückkehrers als tragfähig erwe i- se. Ohne Unterstützung durch Familie oder Bekannte würden die schwie- rigen Lebensverhältnisse unweigerlich in eine existenzielle beziehung s- weise lebensbedrohende Situation führen (vgl. für Herat BVGE 2011/38 E. 4.3.3.1 und 4.3.3.2 S. 818 ff. und für Kabul BVGE 2011/7 E. 9.9 S. 104 ff.). 6.3.2 Im vorliegenden Fall stellt sich vorab die Frage, ob die Beschwerde- führenden bei einer Rückkehr in die Stadt Herat auf ein hinreichendes soziales Beziehungsnetz zurückgreifen können. Diesbezüglich wies der Beschwerdeführer bereits im Rahmen des erst instanzlichen Verfahrens darauf hin, dass seine Mutter nach dem Todes ihres Ehemannes bezi e- hungsweise seines Vaters im Jahre 2012 Afghanistan zusammen mit i h- rem jüngeren Sohn in Richtung M._______ verlassen habe, wo sie dann Anfang August des Jahres 2013 verstorben sei. Demgegenüber hielten die Beschwerdeführenden noch anlässlich ihrer Bundes anhörung am 5. März 2013 übereinstimmend fest, dass sowohl die Eltern als auch vier Brüder und eine Schwester der Beschwerdeführerin nach wie vor in der Stadt Herat le bten (vgl. act. A55/18 S. 2 f., Antworten auf Frage 9 f. und act. A56/9 S. 2 f., Antworten auf Fragen 7 bis 11). Auf Beschwerdeebene machten die Beschwerdeführenden demgegenüber neu geltend, die E l- tern der Beschwerdeführerin seien zwischenzeitlich ebenfall s in den D-5443/2013 Seite 15 M._______ ausgereist und reichten als Beleg hierfür die Kopie eines O._______ Mietvertrages inklusive englischer Übersetzung ein. In diesem Zusammenhang fällt indessen vorab auf, dass der angeblich auf den Vater der Beschwerdeführerin lautende O._______ Mietvertrag, welcher dem Bundesverwaltungsgericht entgegen den Behauptungen der Beschwerdeführenden (vgl. Sachverhalt Bst. J) nicht im Original, sondern nur als Kopie einer notariell als Kopie des Originalmietvertrages begla u- bigten Urkunde inklusive deren englischer Übersetzung vorliegt, vom 25. Februar 2012 datiert, während die Eltern der Beschwerdeführerin am 5. März 2013 nach den Angaben ihrer Tochter beziehungsweise ihres Schwiegersohns offensichtlich noch in Herat lebten . Bereits dieser U m- stand deutet darauf hin, dass die Beschwerdeführenden durch die nac h- trägliche Einreichung dieses Dokumentes den Schweizer Asylbehörden gegenüber lediglich vorzutäuschen versucht haben, in Herat aktuell über kein tragfähiges soziales Beziehungsnetz mehr zu verfü gen, um derg e- stalt gestützt auf die Schweizerische Rechtsprechung zu Afghanistan eine vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu ihren Gunsten zu erwirken. Ihr e entsprechende lapidare Erklärung in der Replik vom 21. November 2013, ein Bruder der Beschwerdeführe rin habe diese Wohnung bereits (mehr als ein Jahr) vor der tatsächlich erst im Juli 2013 erfolgten Ausreise ihrer Eltern angemietet (a.a.O., S. 1/2), vermag das Gericht jedenfalls in keiner Weise zu überzeugen. Ebenfalls nicht zu überzeugen vermag die Behauptung der Beschwerde- führenden, sie seien nicht in der Lage, eine behördliche Wohnsitzb e- scheinigung der O._______ Behörden zugunsten ihrer Eltern bezi e- hungsweise Schwiegereltern beizubringen, da diese illegal dort lebten , zumal es zum Vornherein nicht plau sibel erscheint, dass diese in N._______ offiziell ein Haus mieten könnten, ohne dort gleichzeitig regist- riert zu sein respektive über einen legalen Status zu verfügen. Nach dem Gesagten haben die Beschwerdeführenden nicht glaubhaft zu machen vermocht, in Herat über keine nahen Familienangehörigen mehr zu verfügen. 6.3.3 Im Weiteren sind die Beschwerdeführenden noch relativ jung und gesund. Soweit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang ge l- tend macht, sie habe in der Schweiz eine Allergie gegen "irgendetwas " entwickelt, das in der Luft liege (vgl. act. A56/9 S. 2, Antworten auf Fra- gen 4 bis 6), bleibt anzufügen, dass ihr allfällige, zur Linderung jener A l-D-5443/2013 Seite 16 lergie erforderliche Medikamente im Sinne einer medizinischen Rüc k- kehrhilfe (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d A sylG) auf die Rückreise mitgegeben werden könnten. Im Weiteren sind die Beschwerdeführenden gemäss ih- ren eigenen Angaben in Herat aufgewachsen und haben dort während sieben (Beschwerdeführer) beziehungsweise neun Jahren (Beschwerd e- führerin) die Schulen bes ucht. So besehen ist auch davon auszugehen, dass sie dort neben Familienangehörigen über weitere soziale Kontakte verfügen. Zudem machte der Beschwerdeführer geltend, seine Familie sei sehr vermögend und verfüge in Herat über S._______ und mehrere T._______ (vgl. act. A55/18 S. 3 f., Antworten auf Frage 12 ff.). Somit ver- fügen die Beschwerdeführenden in Herat über ein tragfähiges so ziales Beziehungsnetz und über die notwendigen wirtschaftlichen Ressourcen, um sich dort erneut eine Lebensgrundlage aufzubauen . Der Wegwe i- sungsvollzug der Beschwerdeführenden in die Stadt Herat ist folglich im Lichte der aktuellen Rechtsprechung zu Afghanistan sowohl in genereller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar zu erachten. 6.4 Schliesslich obliegt es de n Beschwerdeführenden, sich bei der z u- ständigen Vertretung ihres Heimatstaates die für eine Rückkehr notwe n- digen Reisepapiere zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. auch BVGE 2008/34 E. 12.), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist. 6.5 Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Wegwe i- sung zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zulässig, z u- mutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist demnach abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten des Verfahrens grundsätzlich den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese haben jedoch um Gewährung der unentgeltlichen Recht s- pflege ersucht. Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird die Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos e r-D-5443/2013 Seite 17 scheint. Vorliegend ist davon auszugehen, dass d ie Beschwerdeführen- den mittellos sind. Zudem erschienen ihre Begehren im Zeitpunkt der Be- schwerdeeinreichung als nicht aussichtslos. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist demnach gutzuheissen und es sind den Beschwerdeführenden keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. (Dispositiv nächste Seite) D-5443/2013 Seite 18 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gu t- geheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Philipp Reimann Versand: