<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird ersucht, eine Strategie zu entwickeln, um über die obligatorische Schulpflicht hinaus die Gewährleistung einer Ausbildungsmöglichkeit bis zum 18. Altersjahr für alle Jugendlichen sicherzustellen und die erforderlichen Ausbildungsmöglichkeiten bereitzustellen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Es ist dem Bundesrat ein Anliegen, dass möglichst alle Jugendlichen nach der obligatorischen Schule eine Erstausbildung abschliessen. Er begrüsst den Beschluss der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, den Anteil der Abschlüsse auf Sekundarstufe II von heute knapp 90 auf 95 Prozent bis ins Jahr 2015 steigern zu wollen (OECD-Durchschnitt 2004: 80 Prozent).</p><p>Dieses Ziel geht über die im Postulat verlangte Gewährleistung einer Ausbildungsmöglichkeit bis zum 18. Altersjahr für alle Jugendlichen hinaus. Ein erster Berufsbildungsabschluss ist vor diesem Altersjahr kaum zu erreichen. In der Regel dauert es im Gegenteil mindestens ein bis zwei Jahre länger. Ausserdem beträgt gemäss den Erhebungen des Bundesamtes für Statistik das durchschnittliche Eintrittsalter in die berufliche Grundbildung seit 1990 bereits 18 Jahre.</p><p>Im Übergang von der obligatorischen Schule zur Berufsbildung besteht eine Vielzahl von Unterstützungsangeboten, sei es zur Behebung von schulischen Defiziten (10. Schuljahr), sei es zur Befähigung zu einer beruflichen Grundbildung (Brückenangebote). Im Hinblick auf die Lehrstellensuche bieten die Kantone ausserdem individuelle Mentoring- und Coaching-Massnahmen an.</p><p>Probleme beim Einstieg in die Berufs- und Arbeitswelt ergeben sich insbesondere aus sozialen Benachteiligungen in Kombination mit erheblichen schulischen Schwächen und persönlichen Defiziten. Diese Mehrfachprobleme entstehen meist vor oder zu Beginn der Sekundarstufe I. In diesem Fall genügen die gängigen Angebote und Massnahmen im Übergang zur Sekundarstufe II nicht. Es braucht über mehrere Jahre hinweg koordinierte, langfristig ausgerichtete Eingliederungsstrategien auf Fallebene. Aus diesem Grund hat der Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen im Februar 2007 das "Case Management Berufsbildung" lanciert. Die Kantone sind gegenwärtig daran, ihre Umsetzungskonzepte zu definieren.</p><p>Das "Case Management Berufsbildung" hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass möglichst niemand aus dem Bildungssystem herausfällt. Es setzt bereits vor dem Abschluss der obligatorischen Schule an und soll gewährleisten, dass gerade in Fällen mit Problemen die jeweils richtigen Bildungsmassnahmen getroffen werden.</p><p>Ein Bildungsobligatorium bis zum 18. Altersjahr wäre weniger zielführend. Es geht um Einzelprobleme. Diese können nur mit gezielten Einzelmassnahmen behoben werden. Eine Verlängerung des Bildungsobligatoriums hingegen wäre eine Massnahme, die alle trifft und allenfalls dazu beitragen würde, die Probleme um zwei Jahre hinauszuschieben, ohne sie nachhaltig zu lösen.</p><p>Die Möglichkeiten, um sich nach der obligatorischen Schule auszubilden, sind vorhanden. Das neue Berufsbildungsgesetz hat ausserdem die Nachholbildung gestärkt, indem es die allgemeine Durchlässigkeit erhöht und durch Instrumente der Anrechnung von informell erworbenen Kompetenzen ergänzt. Der Bund wird sich weiterhin zusammen mit den Kantonen dafür einsetzen, dass möglichst viele Jugendlichen die bestehenden Möglichkeiten nutzen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.