B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1134/2015 U r t e i l v o m 1 9 . M ä r z 2 0 1 5 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli; Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien A._______, geboren (…), Äthiopien, c/o Schweizerische Botschaft in Khartum, Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 29. Dezember 2014 / N (…). E-1134/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit direkt an das BFM adressierter, englischsprachiger Eingabe datiert vom 20. Juli 2011 (Eingang BFM am 19. September 2011) ersuchte der Vater der Beschwerdeführerin um Bewilligung der Einreise in die Schweiz und um Gewährung von Asyl. B. Mit Schreiben vom 28. Januar 2014 – mit zu vermittelnder Zustellung durch die schweizerische Botschaft in Khartum, Sudan (im Folgenden: Botschaft) – setzte das BFM den Vater der Beschwerdeführerin darüber in Kenntnis, dass die Botschaft aufgrund des begrenzten Personalbestands sowie feh- lender Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Be- reich nicht mehr in der Lage sei, Befragungen von Asylsuchenden durch- zuführen. Aus diesem Grund ersuchte es ihn – unter Hinweis auf seine Pflicht, bei der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken (Art. 8 AsylG, SR 142.31) – zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhalts um Angaben zu seiner Person und um Beantwortung konkreter Fragen be- treffend das Vorhandensein von Familienangehörigen in Drittstaaten, seine Asylgründe und seinen Aufenthalt im Sudan. Ferner forderte es ihn auf, Kopien von Identitätsausweisen und Beweismitteln einzureichen. Zudem wurde ihm für den Fall, dass den Rechtsbegehren nicht stattgegeben wer- den könne, Gelegenheit gegeben, sich dazu zu äussern. C. Der Vater der Beschwerdeführerin liess sich mit Eingabe vom 20. Juli 2014 (Eingang Botschaft am 23. Juli 2014) entsprechend vernehmen. D. Mit Schreiben des BFM vom 6. November 2014 wurde die Beschwerdefüh- rerin aufgefordert, persönlich einen entsprechenden Fragekatalog zu be- antworten und somit der Anforderung der Höchstpersönlichkeit eines Asyl- gesuches zu genügen. Mit Eingabe vom 25. November 2014 (Eingang Bot- schaft am 26. November 2014) kam die Beschwerdeführerin dieser Anfor- derung nach. E. In den schriftlichen Eingaben wird zur Begründung ihres Asylgesuchs im Wesentlichen geltend gemacht, sie sei als äthiopische Staatsangehörige in Khartum, Sudan, geboren und als Flüchtling registriert. Im Januar 1998 habe sie ihre Grossmutter nach Äthiopien mitgenommen, um eine gute E-1134/2015 Seite 3 Ausbildung erhalten zu können. Nach einem Studium habe sie ein Diplom in Erziehung erworben. Als erwachsene Person sei sie immer wieder von lokalen Behörden belästigt und befragt worden, da zwei ihrer Onkel hoch- rangige Positionen in der Organisation Tigray People's Democratic Move- ment (TPDM) innehätten und sie verdächtigt worde n sei, geheimen Kon- takt mit der TPDM zu pflegen. Ihr sei in einer abgelegenen Gegend eine Lehrerinnenstelle zugeteilt worden, wo sie als einzige weibliche Lehrkraft durch die örtlichen Behörden weiteren Belästigungen und Überwachung ausgesetzt gewesen sei. Von den Behörden habe sie keine Sicherheit und keinen Schutz erhalten und sei von Sicherheitsagenten unter enger Be- obachtung gestanden. Vor diesem Hintergrund habe sie im Juni 2014 ihr Heimatland illegal verlassen und sei zu ihrem Vater und Bruder nach Khar- tum zurückgekehrt. Ihre Mutter und jüngere Schwester würden als vermisst gelten. Im Sudan würde sie oft von der Polizei belästigt und bedroht, weshalb sie dort nicht friedlich leben könne. Sie sei Zeugin wiederholter Entführungen von Flüchtlingen durch verschiedene nicht zu identifizierende Gruppen und staatliche Sicherheitsagenten geworden, weshalb der Sudan kein sicherer Ort mehr für Flüchtlinge sei. Für sie gebe es keine sichere Zukunft ohne Angst und Verfolgung im Sudan. Zudem seien Arbeitsstellen nicht garan- tiert und die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Sie und ihr Bruder müssten sich mit Reinigungs- und Wäschearbeiten an verschiedenen Arbeitsstellen beschäftigen, seit ihr Vater wegen einem Augenleiden nicht mehr arbeits- fähig sei. F. Mit Verfügung vom 29. Dezember 2014 – eröffnet am 18. Januar 2015 – bewilligte das BFM der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz nicht und lehnte ihr Asylgesuch ab. (Mit Verfügung gleichen Datums wurde vom BFM auch dem Vater und dem Bruder der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz nicht bewilligt und deren Asylgesuch abgelehnt). Das Bundesamt begründete seine Verfügung im Wesentlichen damit, es könne aufgrund des vollständig erstellten Sachverhalts davon ausgegan- gen werden, dass keine unmittelbare Gefährdung vorliege, die die Einreise der Beschwerdeführerin in die Schweiz notwendig erscheinen lasse. Be- züglich des geltend gemachten Sachverhaltes, der sich vor d er Ausreise aus dem Heimatland der Beschwerdeführerin ereignet habe, sei nicht aus- zuschliessen, dass sie aufgrund der Belästigungen und Überwachung zum E-1134/2015 Seite 4 Zeitpunkt ihrer Ausreise ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den hei- matlichen Behörden gehabt habe. Es sei zu prüfen, ob einer allfälligen Asylgewährung durch die Schweiz der Ausschlussgrund nach aArt. 52 Abs. 2 AsylG entgegenstehe. Danach könne einer Person das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet werden könne, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Laut Berichten des UNHCR befänden sich zahlreiche äthiopische Flücht- linge und Asylbewerber im Sudan. Obgleich die Lage vor Ort für diese Men- schen nicht einfach sei, würden keine konkreten Anhaltspunkte für die An- nahme bestehen, dass für die Beschwerdeführerin ein weiterer Verbleib im Sudan nicht zumutbar oder möglich sei. Dazu sei zu erwähnen, dass Flüchtlinge im Sudan, die vom UNHCR regis- triert worden seien, einem Flüchtlingslager zugeteilt worden seien, wo sie sich aufzuhalten hätten und die nötige Versorgung erhalten würden. Sie würden im Sudan nicht über ein freies Aufenthaltsrecht verfügen. Der Be- schwerdeführerin sei es daher zuzumuten, sich beim UNHCR zu melden, sollte ihre Situation tatsächlich kritisch sein. Die Befürchtung, nach Äthiopien zurückgeschafft zu werden, erachtete das BFM als unbegründet. Gemäss gesicherten Erkenntnissen sei das Risiko einer Deportation oder Verschleppung für Äthiopier, die im Sudan vom UN- HCR als Flüchtlinge anerkannt seien, gering. Da s UNHCR registriere vor Ort sämtliche Äthiopier, die sich in einem Flüchtlingslager melden würden, unabhängig davon, weshalb sie Äthiopien verlassen hätten. Auch gebe es keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführerin eine Rückführung nach Äthiopien drohen könnte. So verfüge sie gemäss den Akten nicht über ein geeignetes Risikoprofil, das eine Befürchtung vor einer Verschleppung nach Äthiopien objektiv begründen könnte. Sie habe auch nicht glaubhaft darlegen können, persönlich faktisch und unmittelbar be- droht zu sein, unter Verletzung des Non-Refoulement-Prinzips nach Äthio- pien zurückgeschafft zu werden. Da sie zudem den Flüchtlingsstatus durch das UNHCR erhalten habe oder diesen erwerben könne, habe sie jederzeit die Möglichkeit, sich bei einer Vertretung des UNHCR im Sudan zu melden. Das BFM bedauert das Verschwinden der Mutter und Schw ester der Be- schwerdeführerin. Auch wenn dies von grosser persönlicher Tragik sei, könne sie daraus keine Einreiserelevanz (in die Schweiz) ableiten, da sie – bei objektivierter Betrachtungsweise – deswegen nicht akut gefährdet sei. E-1134/2015 Seite 5 Das Leben in Khartum sei für äthiopische Flüchtlinge gewiss nicht einfach. Aus den Angaben der Beschwerdeführerin gehe hervor, dass sie mit ihrem Vater und Bruder zusammenleben und als Tagelöhner arbeiten würde. Die Hürden für eine zumutbare Existenz in Khartum sei für sie aus objektiver Sicht nicht unüberwindbar, auch wenn sie nicht friedlich leben könnte. Eine schwierige Lebenssituation und insoweit humanitäre Überlegungen wür- den indes keinen Grund für die Bewilligung der Einreise in die Schweiz darstellen. Eine Einreisebewilligung könne nur erteilt werden, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer akuten Gefährdung der ge- suchstellenden Person ausgegangen werden müsse. Die s treffe auf die Beschwerdeführerin nicht zu. Überdies lebe im Sudan eine grosse äthiopi- sche Diaspora, die für in Not geratene Landsleute bereitstehe und weitge- hend Unterstützung biete. Zudem seien bei der Anwendung von aArt. 52 Abs. 2 AsylG in einer Ge- samtschau die Beziehungsnähe zur Schweiz und die Beziehungsnähe zu anderen Staaten zu prüfen. Ihren Angaben zufolge würden keine nahen Verwandten oder Bezugspersonen der Beschwerdeführerin in der Schweiz leben. Auch sonst seien aus den Akten keine Hinweise auf allfällige An- knüpfungspunkte zur Schweiz ersichtlich. Es bestehe demnach keine be- sondere Beziehungsnähe zur Schweiz. Nach dargelegter Begründung be- nötige sie den zusätzlichen subsidiären Schutz der Schweiz nicht und es sei ihr zumutbar, im Sudan zu verbleiben. Demnach sei sowohl das Asylgesuch als auch der Einreiseantrag abzu- lehnen. G. Die von der Beschwerdeführerin unterzeichnete englischsprachige E in- gabe ging am 5. Februar 2015 bei der Botschaft ein und w urde an das Bundesverwaltungsgericht weiter geleitet (Posteingang Bundes verwal- tungsgericht: 25. Februar 2015 ), mit welcher sie gegen den vorinstanzli- chen Entscheid Beschwerde erhob und sinngemäss die Aufhebung der Verfügung des BFM sowie die Bewilligung der Einreise in die Schweiz und die Asylgewährung beantragte. In der Bes chwerdeeingabe werden vorab die we sentlichen Erwägungen der vorinstanzlichen Verfügung angeführt. Im Kern werden im Weiteren den vorinstanzlichen Einschätzungen diesel- ben Vorbringen entge gengehalten, die in den schriftlichen Eingaben im E-1134/2015 Seite 6 Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens dargele gt wurden. Die Be- schwerdeführerin macht geltend, ihr Leben sei in Khartum und generell im Sudan aktuell nach wie vor in ernsthafter Gefahr. In das Flüchtlingscamp könne sie aufgrund der dortigen prekären Situation nicht mehr zurückkehren. Das Camp sei zu einem Entführungszentrum verkommen, aus dem Flüchtlinge durch kriminelle Gruppen fortlaufend ver- schleppt würden. Auch seien die Flüchtlinge dort jeglicher Art von kriminel- len Handlungen ausgesetzt, gegen die die Ordnungskräfte des Camps und die sudanesischen Sicherheit skräfte weitgehend schutzunfähig seien. Deshalb würden die meisten Flüchtlinge nach Khartum weiterziehen, wo eine relativ bessere Sicherheitssituation anzutreffen sei. Doch auch in Khartum habe die Beschwerdeführerin weder von polizeili- cher Seite, noch vom UNHCR bezüglich ihrer Klagen Gehör gefunden. Zu- dem habe sie vom sudanesischen UNHCR selbst in Khartum in keiner Hin- sicht Unterstützung erhalten. Als zusätzliches, in der Beschwerde neu vorgebrachtes Bedrohungsmo- ment führte sie an, neulich sei ihr Vater im Rahmen von durch die Polizei und das Militär üblichen wahllos durchgeführten Razzien zusammen mit anderen Flüchtlingen für zwei Tage in polizeilichen Gewahrsam genommen worden. Dabei seien sie vor die Wahl gestellt worden, ein Lösegeld zu be- zahlen oder in ihr Heimatland deportiert zu werden. Betroffene, die nicht imstande gewesen seien, das Lösegeld aufzubringen, seien vor Gericht nicht durchgedrungen. Das Verdikt habe auf Bez ahlung des Lösegeldes oder eine sofortige Deportation gelautet. Sie hätten keine Wahl gehabt und das Lösegeld für ihren Vater bezahlt, worauf er entlassen worden sei. Das UNHCR sei über diese Vorgänge informiert gewesen, habe aber keine An- stalten getroffen, die Opfer davor zu schützen. Entgegen der Einschätzung in der vorinstanzlichen Verfügung sei demnach für die Beschwerdeführerin eine Deportation aus dem Sudan in ihr Heimatland ein reales Risiko. Auch aufgrund der allgemeinen Lebenssituation könne sich die Beschwer- deführerin nicht länger im Sudan aufhalten. Sie lebe in völliger Bedrängnis, fühle sich zunehmend unsicher und sehe dort keine Zukunft. Hinzu komme ihre wirtschaftliche Not, da es ihr als Flüchtling nicht er laubt sei, zu arbei- ten. Auch habe sie nicht wie andere Landsleute Familienmitglieder, enge Verwandte oder Freunde aus der äthiopischen Diaspora, die sie unterstüt- zen könnten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: E-1134/2015 Seite 7 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgerich t Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel, so auch vorliegend, endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Beschwerde ist frist- und – bis auf den sprachlichen Aspekt (vgl. E. 1.3) – formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten. 1.3 Die Besch werde ist in englischer Sprache und somit nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Be- schwerdeverbesserung oder auf die Einholung einer Übersetzung kann in- dessen aus prozessökonomischen Gründen praxisgemäss verzichtet wer- den, da der Eingabe der Beschwerdeführerin genügend klare, sinnge- mässe Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befunden werden kann. 1.4 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.5 Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt – als offen- sichtlich unbegründet, weshalb über die Beschwerde in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwech- sels verzichtet. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). E-1134/2015 Seite 8 3. Mit der Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 – von der Bundesversammlung als dringlich erklärt und am 29. September 2012 in Kraft getreten – ist die Möglichkeit der Einreichung eines Asylgesuches aus dem Ausland weggefallen (vgl. AS 2012 5359). Das vorliegende Urteil, wel- ches ein Asylgesuch aus dem Ausland nach altem Recht zum Gegenstand hat, ergeht daher gestützt auf die Übergangsbestimmung zur Änderung vom 28. September 2012, wonach für Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. Se ptember 2012 gestellt worden sind, die Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG sowie Art. 10 der Asyl- verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) in der bisherigen Fassung des Gesetzes gelten. Wird demnach im vorliegende n B eschwerdeverfahren auf das Asylgesetz oder Verord- nungstexte verwiesen, bezieht sich dies stets auf die bisherige Fassung der entsprechenden Bestimmungen. 4. 4.1 Gemäss aArt. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei ei- ner Schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Be- richt an das Bundesamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Die Schweize- rische Vertretung führt mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durch (aArt. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). Die Schweizerische Ver- tretung überweist dem Bundesamt das Befragungsprotokoll oder das schriftliche Asylgesuch sowie weitere zweckdie nliche Unterlagen und ei- nen ergänzenden Bericht, der ihre Beurteilung des Asylgesuchs enthält (aArt. 10 Abs. 3 AsylV 1). 4.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat in Auslegung dieser Bestimmungen in BVGE 2007/30 erkannt, dass sich die Unmöglichkeit einer Befragung aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen bei der jeweili- gen Vertretung, aus faktischen Hindernissen im betreffenden Land oder aus bei der asylsuchenden Person liegenden persönlichen Gründen erge- ben kann (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.2 und 5.3). Da die Befragung der Sach- verhaltserstellung sowie der Gewährung des rechtlichen Gehörs dient (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die asylsuchende Person bei gegebener Unmög- lichkeit einer Befragung unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht in einem individualisierten Schreiben mittels konkreter Fragen aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten; ein standardisiertes Schreiben vermag E-1134/2015 Seite 9 diesen Anforderungen damit in aller Regel nicht zu genügen (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.4). Allerdings kann sich eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als erstellt ersche int; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zum Verzicht auf eine Befragung und zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.7). Schliesslich ist das Bundesamt in jedem Fall gehal- ten, das Absehen von einer Befragung in der Verfügung über das Asylge- such zu begründen (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.6 f.). 4.3 Vorliegend sah sich die Botschaft in Khartum nicht in der Lage, eine persönliche Befragung der Beschwerdeführerin durchzuführen. Das BFM begründete diesen Verzicht mit dem begrenzten Personalbestand der Bot- schaft sowie den fehlenden Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich. Das Bundesamt ersuchte die Beschwerdeführerin deshalb um Einreichung einer ergänzenden Stellungnahme zwecks Ver- vollständigung des rechtserheblichen Sachverhaltes. Die Beschwerdefüh- rerin nahm in der Folge ausführlich zu den gestellten Fragen Stellung und machte persönliche, auf sie konkret bezogene Angaben. Vorliegend erhielt sie somit r echtsgenügend Gelegenheit, ihre Asylgründe darzulegen und bei der Erhebung und Ergänzung des massgebenden Sachverhalts mitzu- wirken. Die Botschaft verzichtete darauf, in einem ergänzenden Bericht ihre Beur- teilung des Asylgesuchs darzulegen, und überwies die Unterlagen dem BFM ohne Kommentar. 5. Das BFM beziehungsweise SEM kann ein im Ausland gestelltes Asylge- such ablehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Nach aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt es einer asylsuchenden Person die Einreise in die Schweiz zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen (vgl. BVGE 2007/19 E. 3.2; 20 11/10 E. 3). Bei diesem Ent- scheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung E-1134/2015 Seite 10 grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein weiter Er- messensspielraum zukommt. Ausschlaggebend für die Erteilung der Ein- reisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs- kommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2c; 2004 Nr. 20 E. 3.b), mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaub- haft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3). Hält sich eine asylsuchende Person bereits in einem Drittstaat auf, ist zwar im Sinne einer Vermut ung davon auszugehen, die betreffende Person habe in diesem Drittstaat bereits Schutz vor Verfolgung gefunden oder könne ihn dort erlangen, weshalb auch anzunehmen ist, es sei ihr zuzumu- ten, dort zu verbleiben beziehungsweise sich dort um Aufnahme zu bemü- hen. Diese Vermutung kann sich jedoch sowohl in Bezug auf die Schutz- gewährung durch den Drittstaat (vgl. EMARK 2005 Nr. 19 E. 5.1) als auch auf die Zumutbarkeit der Inanspruchnahme des Schutzes im Drittstaat als unzutreffend erweisen. Es ist deshalb zu prüfen, ob die asylsuchende Per- son im Drittstaat Schutz vor Verfolgung gefunden hat oder erlangen kann, was in der Regel zur Verweigerung der Einreisebewilligung und zur Ableh- nung des Asylgesuchs führt. In jedem Fall sind die Kriterien zu prüfen, wel- che die Z ufluchtnahme in diesem Drittstaat als zumutbar erscheinen las- sen, und diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe zur Schweiz ab- zuwägen. Bei dieser Abwägung bildet die besondere Beziehungsnähe der asylsuchenden Person zur Schweiz ein zentrales, wenn au ch nicht das einzige Kriterium (vgl. BVGE 2011/10 E. 5.1, mit weiteren Hinweisen). Zu berücksichtigen sind ausserdem die Beziehungsnähe zum Drittstaat (oder zu anderen Staaten) sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in der Schweiz beziehungsweise im Drittstaat (oder in anderen Staaten). Allein die Tatsache, dass die asylsuchende Per- son keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz hat, ist deshalb für die Ablehnung des Asylgesuches nicht ausschlaggebend (vgl. EMARK 1 997 Nr. 15 E. 2 f). Hält sich die asylsuchende Person in einem Drittstaat auf, ist die Einreise in die Schweiz beispielsweise zu bewilligen, wenn der Dritt- staat keine hinreichende Gewähr für ein ordentliches Asylverfahren bietet und eine Abschiebung in den Heimatstaat nicht ausgeschlossen erscheint, auch wenn eine Beziehungsnähe der asylsuchenden Person zur Schweiz fehlt (vgl. EMARK 2005 Nr. 19 E. 4.3). Umgekehrt führt der Umstand, dass eine Beziehungsnähe zur Schweiz namentlich aufgrund von hier ansässi-E-1134/2015 Seite 11 gen nahen Familienangehörigen gegeben ist, nicht zur Erteilung einer Ein- reisebewilligung, wenn aufgrund einer Abwägung mit anderen Kriterien der Verbleib im Drittstaat objektiv als zumutbar zu erachten ist. 6. 6.1 Vorliegend gelangt das Bundesverwaltungsgericht in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die geltend gemachten Vorbringen der Beschwerdeführerin bezüglich der ge schilderten Ereignisse in ihrem Heimatland grundsätzlich nicht unglaubhaft erscheinen. Ob sie bei einer allfälligen Rückkehr nach Äthiop ien einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefährdung ausgesetzt sein könnte, kann vorliegend jedoch offengelassen werden, da sie den (zusätzlichen) Schutz der Schweiz gemäss aArt. 52 Abs. 2 AsylG nicht benötigt, weil es ihr – wie im Nachfolgenden aufzuzei- gen sein wird – trotz der zugestandenermassen nicht einfachen Bedingun- gen für äthiopische Flüchtlinge im Sudan zumutbar ist, im Zufluchtsland zu verbleiben. 6.2 Der Sudan verfolgt eine sogenannte "encampment policy", wonach Asylsuchende und Flüchtlinge gehalten sind, sich in einem Flüchtlingslager aufzuhalten. Die sudanesischen Behörden beschränken die Bewegungs- freiheit der Flüchtlinge durch diese "encampment policy" und durch die ge- setzlich vorgesehene Bestrafung von Flüchtlingen, welche die Flüchtlings- lager v erlassen. Trotz dieser Einschränkung lebt eine Grosszahl von Flüchtlingen in Khartum. 6.3 Bezüglich der Gefahr und der von der Beschwerdeführerin geltend ge- machten Befürchtung einer allfälligen Deportation nach Äthiopien ist fest- zustellen, dass zwar in der Tat verschiedentlich Berichte von Deportationen äthiopischer Flüchtlinge bekannt geworden sind und es angesichts der gu- ten Beziehungen zwischen dem Sudan und Äthiopien nicht generell aus- geschlossen werden kann, dass Deportationen von Äthiopiern in ihr Hei- matland stattfinden (vgl. auch hierzu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-3273/2013 vom 22. Juli 2013 E. 7.3, m.w.H.). Indessen bestehen keine konkreten Anhaltpunkte dafür, dass solche Deportationen systematisch o- der grossflächig durchgeführt würden. Im Sudan als Flüchtlinge registrierte beziehungsweise anerkannte Flüchtlinge werden in der Regel nicht in ihr Heimatland zurückgeführt. Verhaftungen von in Khartum lebenden Flücht- linge kommen zwar vor. Diese Festnahmen erfolgen jedoch, nachdem sich diese Flüchtlinge gemäss sudanesischem Gesetz in den Flüchtlingslagern aufzuhalten haben und sich ihr dortiges Aufenthaltsrecht nicht aufs ganze Land, namentlich nicht auf den Grossraum Khartum, erstreckt. Das im Mai E-1134/2015 Seite 12 2012 von Sudan und Äthiopien unterzeichnete Abkommen "Ethiopia -Su- dan Extradition Agreement" regelt sodann den Austausch von Gefange- nen, damit den Gesuchten verunmöglicht wird, sich im jeweils anderen Staat zu verstecken. Den heute verfügbaren Quellen sind keine Informati- onen zu entnehmen, wonach basierend auf diesem Abkommen äthiopi- sche Flüchtlinge aus dem Sudan deportiert würden (vgl. Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts E-3273/2013, a.a.O.). Es liegen nach dem Gesagten keine Informationen vor, aufgrund welcher anzunehmen wäre, dass die sudanesischen Behörden in der jüngeren Ver- gangenheit flächendeckende oder systematische Deportationen von äthio- pischen Flüchtlingen aus den Flüchtlingslagern nach Äthiopien vorgenom- men hätten oder solche konkret für die Zukunft in Betracht ziehen würden. Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin in Khartum ernsthaft eine Deportation zu befürchten hätte, indem sie etwa infolge qualifizierter regimekritischer Tätigkeiten ein erhöhtes Risikoprofil aufweisen würde, las- sen sich den Akten jedenfalls ni cht entnehmen. Auch spricht der langjäh- rige Aufenthalt ihres Vaters und ihres Bruder s im Sudan gegen die akute Gefahr einer Deportation. Die Beschwerdeführerin ist vom UNHCR offen- bar als Flüchtling erfasst worden. Das BFM führte in seiner Verfügung zu Recht aus, dass sie nicht glaubhaft habe darlegen können, persönlich fak- tisch und unmittelbar bedroht zu sein, unter Verletzung des Non -Refoule- ment-Prinzips nach Äthiopien zurückgeschafft zu werden. Auf Beschwer- deebene wird neu geltend gemacht, neulich sei ihr Vater für zwei Tage in polizeiliche Gewahrsam genommen und vor die Wahl gestellt worden, ein Lösegeld zu bezahlen oder in sein Heimatland deportiert zu werden. Sie hätten keine Wahl gehabt und das Lösegeld für ihren Vater bezahlt, worauf er entlassen worden sei. Weder von den zuständigen sudanesischen Be- hörden noch vom UNHCR sei entsprec hender Schutz zu erwarten gewe- sen. Diese neuen Vorbringen wirken plakativ und sind unsubstanziiert. Die Beschwerdeführerin hat hierzu keine Unterlagen oder zumindest eine ent- sprechende Bestätigung des UNHCR beigebracht, was ihr im Rahmen der zumutbaren Mitwirkungspflicht hätte möglich sein müssen. Auch wäre eine angemessene Unterstützung seitens des UNHCR zu erwarten. Demnach erscheinen die geltend gemach ten Androhungen einer Deportation als nachgeschobene Steigerung des Sachverhaltes und in diesem Sinne al s Anpassung an die Erwägungen in der vorinstanzlichen Verfügung. Zudem ist anzumerken, dass es zumindest zweifelhaft anmutet, dass sich der gel- tend gemachte Vorfall ausgerechnet neulich zugetragen haben soll, nach- dem der Vater der Beschwerdeführerin seit dreissig Jahren im Sudan wohnhaft ist. E-1134/2015 Seite 13 Eine relevante Gefährdung der Beschwerdeführerin im Sudan ist demnach in Berücksichtigung der massgebenden Umstände nicht anzunehmen. Eine flüchtlingsrechtlich begründete Grundlage für eine Bewilligung der Einreise in die Schweiz oder die Gewährung von Asyl ist vorliegend nicht gegeben. 6.4 Wenngleich die Beschwerdeführerin Schwierigkeiten bei der Arbeitssu- che geltend macht, ist es ihr und ihrem Bruder offenbar bisher gelungen, ein Auskommen zu finden. Damit ist davon auszugehen, dass sie über die nötigen finanziellen Mittel zur Deckung des Existenzbedarfs für sich ver- fügt. Insgesamt ist nicht davon auszugehen, dass sich die Beschwerdefüh- rerin in einer existenziellen Notlage befindet beziehungsweise der weitere Aufenthalt im Sudan mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer sol- chen führen wird. Sollten diese Mittel dennoch nicht genügen, könnte sie zusammen mit ihrem Vater und Bruder einer allfälligen Versorgungsnotlage dadurch entgehen, dass sie sich erneut an das UNHCR wenden und sich einem Flüchtlingslager zuteilen lassen würde n. Auch wenn anerkannter- massen die Situation in den Lagern teils prekär ist, kann dennoch davon ausgegangen werden, dass zumindest die Grundversorgung dort gewähr- leistet ist. Bezüglich einer allfä lligen Befürchtung, ein Aufenthalt in den Flüchtlingscamps sei nicht sicher beziehungsweise Opfer einer Verschlep- pung zu werden, ist schliesslich festzuhalten, dass zwar verschiedene Fälle von Flüchtlingen, die von Entführungen aus sudanesischen Flücht- lingslagern betroffen sind, dokumentiert sind; dabei ist aber jeweils die Rede von Eritreern, nicht von Äthiopiern (vgl. Schweizerische Flüchtlings- hilfe [SFH], Eritrea: Entführungen, Erpressungen, Organhandel , 5. Juli 2012; UNHCR, Refugees and the Rashaida: Human smuggling and traf- ficking from Eritrea to Sudan and Egypt, März 2013; Reuters Alertnet, Traf- fickers attacking Eritrean refugees in Sudan – rights groups, 31. Januar 2013). 6.5 Sodann ist angesichts des langjährigen Aufenthaltes des Vaters und des Bruders der Beschwerdeführerin im Sudan auf eine relativ grosse Be- ziehungsnähe zu diesem Drittstaat zu sc hliessen und anzunehmen, dass sie sich dort weiterhin integrieren kann. Demgegenüber weist sie eigenen Angaben zufolge zur Schweiz keine Bindung auf. 6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin keine hinreichenden Gründe darzutun vermag, aus welchen die Zumutbar- keit ihres weiteren Aufenthalts im Sudan zu verneinen wäre. Demnach be- nötigt sie den subsidiären Schutz der Schweiz gemäss aA rt. 52 Abs. 2 E-1134/2015 Seite 14 AsylG nicht und der w eitere Verbleib im Sudan ist ihr zumutbar. Die Vor- bringen in der Beschwerde vermögen den Ausführungen und Einschätzun- gen in der angefochtenen Verfügung in entscheidrelevanter Hinsicht offen- kundig keine stichhaltigen Gründ e entgegenzuhalten. Das BFM hat dem- nach der Beschwerdeführerin zu Recht die Einreise in die Schweiz nicht bewilligt beziehungsweise ihr Asylgesuch abgelehnt. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist dem- nach abzuweisen. (Mit Urteil gleichen Da tums weist das Bundesverwal- tungsgericht auch die gegen die vorinstanzliche Verfügung vom 29. Dezember 2014 erhobene Beschwerde des Vaters und des Bru ders der Beschwerdeführerin ab [E-1188/2015]). 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600.– grund- sätzlich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG, Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Aus verwaltungsökonomischen Gründen ist indessen auf deren Erhebung zu verzichten (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 6 Bst. b VGKE). (Dispositiv nächste Seite) E-1134/2015 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die schweize- rische Vertretung in Khartum. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Christoph Berger Versand: