TPF 2006 229 229 TPF 2006229 60.AuszugausdemEntscheiddesPr äsidentenderBeschwerdekammerin SachenBundesanwaltschaftgegenA.undMitbeteiligtevom26.Januar 2006(TK.2006.2) Telefonüberwachung; Mitteilungsaufschub. Art. 10 Abs. 3 lit. a BÜPF EinAufschubderMitteilungbeiEinstellungderschweizerischen,aberFortset- zungeiner ausländischen Untersuchungist möglich, wenndieErkenntnisseaus der Überwachung nicht an die ausländische Behörde weitergegebenwerden. Surveillance téléphonique; report de la communication. Art. 10 al. 3 let. a LSCPT Ilestpossiblede différerlacommunicationencasdeclassementdela procé- duresuisseetdemaintiende l'enquêteétrangère silesinformationsprovenant de la surveillance ne sont pas transmises à l'autorité étrangère. Sorveglianza telefonica; differimento della comunicazione. Art. 10 cpv. 3 lett. a LSCPT Ildifferimentodellacomunicazioneincasodisospensione dell’istruttoria sviz- zeramadiproseguimentodiquellaestera è possibileseleinformazioniacquisi- te nell’ambito della sorveglianza non vengono trasmesse all’autorità estera. Zusammenfassung des Sachverhalts: Gemäss denAusf ührungenderBundesanwaltschafthatsichdergegenden unbekannten „A.“ sowieB.undC.erhobeneVerdachtwegenWiderhand- lunggegendas Betäubungsmittelgesetz(Art.19Ziff.2BetmG),ausgehend voneinerkriminellenOrganisation(Art.260 ter StGB),trotzumfangreicher Ermittlungennichterh ärtet,weshalbdasStrafverfahreneingestelltwerden soll.GegendiegenanntenPersonenliefenaberweiterhinErmittlungenin Grossbritannien, in deren Rahmenweitere Verhaftungen geplant waren. DerPr äsidentderBeschwerdekammerstimmteeinemMitteilungsaufschub bis 31. Dezember 2006 zu. TPF 2006 229 230 Aus den Erwägungen: (… )DieEinstellungdesErmittlungsverfahrensgegendenunbekannten „A.“, B.undC.durchdieBundesanwaltschafthatzurFolge,dassdieaus der ÜberwachunggewonnenenErkenntnissenichtzuBeweiszweckenver- wendetwerden(H ANSJAKOB, BÜPF/VÜPF, KommentarzumBundesgesetz undzurVerordnung überdie ÜberwachungdesPost-undFernmeldever- kehrs,St.Gallen2002,S.233,N.28).Diestrifftjedenfallszu,solangedie ErkenntnissenichtimRahmenvonAbtretungsverf ügungen anandereBe- hördenweitergegebenwerden.DiesfallsmussauchdieMitteilungspflicht andieausl ändischeBehö rde überbundenwerden(H ANSJAKOB,a.a.O., S. 227,N.13).DieBundesanwaltschaftsichertzu,dieseErkenntnissenicht zuBeweiszweckenzuverwendenundsieauchnichtana usländischeEr- mittlungsbehördenzuBeweiszweckenweiterzugeben.Damitisteineerste Voraussetzungf üreinenMitteilungsaufschuberf üllt.DerAufschubder Mitteilungder ÜberwachungsmassnahmenandieberechtigtenPersonenist zudemdeswegenbegr ündet,weileinesofortigeMitteilungbeiEinstellung deshiesigenStrafverfahrensdieinGrossbritannienweiterhinandauernden Ermittlungenerheblichgef ährden würde.Vorliegend überwiegtdemnach das öffentlicheInteresseanderStrafverfolgungdasInteressederBetroffe- nenansofortigerInformation(Art.10Abs.3lit.a BÜPF; H ANSJAKOB, a.a.O.,S.233,235).DerAufschubist überdiesver hältnismässig, dadie Mitteilungzeitlichbefristetist, nämlichbis31.Dezember2006.Damitsteht gleichzeitigfest,dassunmittelbarnachAblaufdieserFristdieMitteilung derBundesanwaltschaftan sämtlichevondenvorgenannten Überwa- chungsmassnahmenBetroffenengem äss Art.10Abs.2 BÜPF zuerfolgen hat,dawederein gänzlicherMitteilungsverzichtbeantragtnochGr ünde für einen solchen namhaft gemacht wurden oder ersichtlichsind.( … )