<h2>SubmittedText<h2><text><p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Gesetzesgrundlage zu einer Anpassung des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz (RVOG) mit folgendem Inhalt auszuarbeiten:</p><p>1. Das RVOG soll dahingehend geändert werden, dass eine ausgewogene Vertretung in ausserparlamentarischen Kommissionen gemäss Artikel 57e durch öffentliche Ausschreibung gewährleistet wird.</p><p>2. Die öffentliche Ausschreibung ist auch für die Wahl in andere ausserparlamentarische Gremien vorzusehen. Insbesondere gilt dies bei den sozialversicherungsrechtlichen Leitungsorganen, entsprechend den jeweiligen gesetzlichen Grundlagen und Reglementen (BVG Art. 55, Ausgleichsfondsgesetz Art. 7, Organisationsreglement SUVA).</p></text><h2>FederalCouncilResponseText<h2><text><p>Der Bundesrat kann das Anliegen des Motionärs nachvollziehen. Es fragt sich indessen, ob eine öffentliche Ausschreibung von einzelnen Kommissionsmandaten eine sinnvolle Lösung ist, wenn als Problem die Übervertretung einzelner Verbände, also organisierter Interessengruppen, diagnostiziert wird.</p><p>Die Ausschreibung der freien Sitze ist eine der Möglichkeiten, die den Departementen zur Verfügung stehen, um Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, die alle Kriterien nach Artikel 57e Absatz 2 des Regierungs- und Verwaltungsorgansationsgesetzes vom 21. März 1997 (SR 172.010) erfüllen. Es ist indessen nicht sicher, ob die ausserparlamentarischen Kommissionsmandate auf den genutzten Plattformen (zum Beispiel auf dem Stellenportal des Bundes) aktiv von potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten gesucht werden, die über die erforderlichen Qualifikationen verfügen. Eine Ausschreibung allein würde somit nicht garantieren, dass die Zielgruppe auch erreicht wird. Ausserdem verhindert eine Ausschreibung nicht, dass Bewerberinnen und Bewerber die Kriterien am besten erfüllen und ausgewählt werden, die bereits überrepräsentierte Interessengruppen vertreten. Es sei zudem daran erinnert, dass ausser auf die vertretenen Interessengruppen auch auf eine ausgewogene Zusammensetzung der Geschlechter, der Sprachen, der Regionen und der Altersgruppen geachtet werden muss, dass aber für die Auswahl vor allem die Fähigkeiten und Erfahrungen der Kandidatinnen und Kandidaten ausschlaggebend sein sollen.</p><p>Eine systematische Ausschreibung aller Sitze der ausserparlamentarischen Kommissionen würde den Wahlprozess erheblich verlangsamen und mehr Ressourcen erfordern. Eine solche Massnahme wäre höchstens für einzelne frei werdende Sitze denkbar. Anderenfalls wären die alle vier Jahre stattfindenden Gesamterneuerungswahlen der ausserparlamentarischen Kommissionen kaum mehr zu bewältigen.</p><p>Aus all diesen Gründen lehnt der Bundesrat die Motion ab. Er behält sich vor, im Falle einer Annahme durch den Erstrat dem Zweitrat vorzuschlagen, das Mandat wie folgt zu ändern: Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, wie die verschiedenen Interessengruppen in den ausserparlamentarischen Kommissionen und in den Leitungsorganen der Bundesorganisationen besser repräsentiert werden können, und dem Parlament darüber Bericht zu erstatten.</p></text>