<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00277</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106919&amp;W10_KEY=13013575&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00277</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.11.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Führerausweisentzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Unzulässigkeit eines Sicherungsentzugs allein wegen regelmässigem, im Übrigen aber kontrolliertem und mässigem Haschischkonsums Zuständigkeit (E. 1). Voraussetzungen des Sicherungsentzugs (E. 2a); insbesondere regelmässiger Drogenkonsum, sofern Drogenkonsum und Strassenverkehr nicht ausreichend voneinander getrennt werden (E. 2b). Verpflichtung der Behörde zur Anordnung eines Gutachtens (E. 2c). Ein regelmässiger, aber kontrollierter und mässiger Cannabiskonsum erlaubt für sich allein nicht den Schluss auf eine fehlende Fahreignung (E. 2d). Ungenügen des vorliegend erstellten Gutachtens (E. 3a), da eine umassende Beurteilung der Fahreignung fehlt (insbesondere fehlende Stellungnahme zur Frage, ob der Beschwerdeführer Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend voneinander trennen kann; E. 3b). Die Entzugsbehörde durfte nicht auf das Gutachten abstellen; die Vorinstanz hätte ergänzende Abklärungen treffen müssen (E. 3c). Bei einem fakultativen Entzugsgrund (Missachtung von Auflagen) muss das Ermessen pflichtgemäss ausgeübt werden (E. 4a). Unverhältnismässigkeit des Führerausweisentzugs, wenn der Lenker berufsbedingt Kontrolltermine versäumte; Ermessensmissbrauch der Vorinstanz (E. 4b). Aufhebung des vor- und erstinstanzlichen Entscheids (E. 5a); Kosten- und Entschädigungsfolgen (E. 5b). Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung (E. 6a). Verpflichtung des Gesuchstellers, die massgeblichen Tatsachen zur Beurteilung der Bedürftigkeit unaufgefordert darzulegen; vorliegend nicht erfüllt. Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung; im Übrigen vollumfängliche Gutheissung der Beschwerde.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABHÃNGIGKEIT">ABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTINENZ">ABSTINENZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ADMINISTRATIVMASSNAHME">ADMINISTRATIVMASSNAHME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARZTUNTERSUCHUNG">ARZTUNTERSUCHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFLAGE">AUFLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISWÃRDIGUNG">BEWEISWÃRDIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: CANNABIS">CANNABIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROGENKONSUM">DROGENKONSUM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROGENSUCHT">DROGENSUCHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Grundrechte ST: FREIHEITSRECHTE">FREIHEITSRECHTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FÃHRERAUSWEISENTZUG">FÃHRERAUSWEISENTZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HASCHISCH">HASCHISCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONTROLLUNTERSUCHUNG">KONTROLLUNTERSUCHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Allgemeines Verwaltungsrecht ST: PRINZIPIEN DER VERWALTUNGSTÃTIGKEIT">PRINZIPIEN DER VERWALTUNGSTÃTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SICHERHEITSENTZUG">SICHERHEITSENTZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STRASSENVERKEHRSRECHT">STRASSENVERKEHRSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 5 lit. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 10 lit. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 14 lit. II c SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 16 lit. I SVG</span><br/><span class="ungerade">§ 7 lit. IV VRG</span><br/><span class="gerade">Art. 30 lit. I VZV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2002 Nr. 56</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A, geboren 25. Januar 1971, besitzt seit 1990 einen FÃ¼hrerausweis. Am 21. April 1991 wurde er von der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit wegen GeschwindigkeitsÃ¼berschreitung verwarnt. Am 21. Dezember 1992 wurde ihm der FÃ¼hrerausweis wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand sowie Missachtung der Auflage der âAl­kohol-Fahrabstinenzâ fÃ¼r sechs Monate entzogen. Weitere FÃ¼hrerausweisentzÃ¼ge von je einem Monat wurden wegen GeschwindigkeitsÃ¼berschreitungen am 13. Dezember 1994 und 7. Dezember 2001 verfÃ¼gt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nachdem bei einer polizeilichen Personenkontrolle am 22. Oktober 1997 bei A 0,1 Gramm Kokain und 12 Tabletten Ecstasy sichergestellt worden waren und er den Konsum von Haschisch und Ecstasy zugegeben hatte, erÃ¶ffnete das Amt fÃ¼r Administrativmassnahmen ein Verfahren zur ÃberprÃ¼fung der Fahrtauglichkeit und ordnete es am 16. De­zember 1997 eine amtsÃ¤rztliche Untersuchung zur ÃberprÃ¼fung der gesundheitlichen Eignung als Mo­torfahrzeugfÃ¼hrer an. Gleichzeitig wurde eine Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt und angedroht, dass bei SÃ¤umnis der FÃ¼hrerausweis vorsorglich entzogen wÃ¼rde. Nach Ablauf der Frist und nachdem A auch von der MÃ¶glichkeit einer Stellungnahme zum vorsorglichen FÃ¼hrerausweisentzug keinen Gebrauch gemacht hat­te, wurde ihm am 24. Fe­bruar 1998 der Ausweis bis zur AbklÃ¤rung von AusschlussgrÃ¼nden vor­­sorglich entzogen und die WiederaushÃ¤ndigung von einem gÃ¼nstigen amtsÃ¤rztlichen Gut­achten und der Drogenabstinenz gemÃ¤ss einem beigelegtem Merkblatt abhÃ¤ngig gemacht. Auf Grund eines solchen Gut­achtens vom 28. Juni 1999 wurde am 9. Juli 1999 der vorsorgli­che Entzug aufgehoben und A die Einhaltung bzw. WeiterfÃ¼hrung der Drogenab­stinenz unter Ã¤rztlicher Aufsicht ge­mÃ¤ss Merkblatt auferlegt; ausserdem sollte er nach sechs Monaten einen ersten Ã¤rztlichen Be­richt einreichen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit der BegrÃ¼ndung, der Nachweis der kontrollierten Drogenabstinenz sei nicht erbracht worden, wurde A am 6. April 2000 erneut zu einer verkehrsmedizinischen AbklÃ¤rung aufgeboten. GestÃ¼tzt auf diese Untersuchung blieb A im Besitz des FÃ¼h­rerausweises, doch verfÃ¼gte die Direktion fÃ¼r Sicherheit und Soziales am 14. Juli 2000, dass er den Nachweis der Drogenabstinenz (inklusive Cannabis) gemÃ¤ss MerkblÃ¤ttern zu er­bringen und in einem halben Jahr ein entsprechendes Zeugnis einzureichen habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Weil anhand des eingereichten privatÃ¤rztlichen Zeugnisses die Fahreignung nicht schlÃ¼ssig beurteilt werden kÃ¶nne, wurde A am 31. August 2001 erneut zu einer verkehrsmedizinischen Kontrolluntersuchung aufgeboten, der er sich am 12. Oktober 2001 unterzog. Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 27. Dezember 2001 hielt das Institut fÃ¼r Rechtsmedizin der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich (IRM) fest, bei A bestehe âein AbhÃ¤ngigkeitssyndrom von Cannabisâ, weshalb seine Fahreignung nicht befÃ¼rwortet werden kÃ¶n­ne; gemÃ¤ss eigenen Angaben konsumiere er regelmÃ¤ssig Cannabis zum Stressabbau und er habe den Konsum weder im Vorfeld der verkehrsmedizinischen Untersuchung noch nach dem Unter­suchungstermin einstellen kÃ¶nnen, obwohl ihm die entsprechenden Auflagen und mÃ¶gliche Konsequenzen dargelegt worden seien.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GestÃ¼tzt auf dieses Gutachten entzog die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit A am 15. Februar 2002 den FÃ¼hrerausweis auf unbestimmte Zeit, mindestens aber fÃ¼r die Dau­er von einem Jahr mit Wirkung ab 22. Februar 2002. Die Wiedererteilung des Ausweises machte sie vom Ablauf der festgesetzten Mindestentzugsdauer sowie vom gÃ¼nstigen Aus­gang einer amtsÃ¤rztlichen Untersuchung abhÃ¤ngig. Einem allfÃ¤lligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den hiergegen erhobenen Rekurs wies der Regierungsrat am 24. Juli 2002 ab, so­weit er (in Bezug auf das Gesuch um Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung) nicht gegenstandslos geworden war. Die Kosten wurden dem Rekurrenten auferlegt und ihm die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung versagt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 2. September 2002 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â1. Der regierungsrÃ¤tliche Rekursentscheid und die VerfÃ¼gung des ZÃ¼rcher Strassenverkehrsamtes vom 15. Februar 2002 seien aufzuheben, und es sei A der FÃ¼hrerausweis ohne Auflage wiederzuerteilen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>2. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>3. A sei fÃ¼r die Anwaltskosten im Rekursverfahren zu entschÃ¤digen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>4. Unter Kosten und EntschÃ¤digungsfolgen zugunsten von A.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Eventualiter sei A fÃ¼r das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren und ihm in der Person von RA B ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.â</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit beantragte am 16. September 2002 die voll­­umfÃ¤ngliche Abweisung der Beschwerde, ebenso der Regierungsrat am 20. September 2002.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 24. September 2002 wurde das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die ErwÃ¤gungen des Rekursentscheids und die Parteivorbringen werden, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden EntscheidungsgrÃ¼nde wiedergegeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">1. FÃ¼r die Beurteilung von Beschwerden gegen Administrativmassnahmen im <br/> Stras­­­­senverkehr ist grundsÃ¤tzlich der Einzelrichter zustÃ¤ndig (§ 38 Abs. 2 lit. a des Verwal­tungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959; VRG). Wird jedoch, wie hier, ein Entscheid des Regierungsrates angefochten, hat die GeschÃ¤ftserledigung in Dreierbesetzung zu erfolgen (§ 38 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 38 Abs. 3 Satz 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) GemÃ¤ss Art. 14 Abs. 2 lit. c des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) darf der FÃ¼hrerausweis nicht erteilt werden, wenn der Bewerber dem Trunke oder anderen die FahrfÃ¤higkeit herabsetzenden SÃ¼chten ergeben ist. Wird nach­­trÃ¤glich festgestellt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen, ist der FÃ¼hrerausweis nach Art. 16 Abs. 1 SVG zu entziehen. Ein solcher Sicherungsentzug dient gemÃ¤ss Art. 30 Abs. 1 der Verordnung vom 27. Oktober 1976 Ã¼ber die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV; SR 741.51) der Sicherung des Verkehrs von FÃ¼hrern, die aus medizinischen oder charakterlichen GrÃ¼n­den, wegen Trunksucht oder anderen SÃ¼chten oder wegen einer anderen UnfÃ¤higkeit zum FÃ¼h­ren von Motorfahrzeugen nicht geeignet sind. In solchen FÃ¤llen wird der FÃ¼hrerausweis gemÃ¤ss Art. 17 Abs. 1bis SVG auf unbestimmte Zeit entzogen und der Entzug mit einer Pro­­bezeit von mindestens einem Jahr verbunden. Nach Ablauf der Probezeit kann der Aus­weis bedingt und unter angemessenen Auflagen wieder erteilt werden; in der Regel wird hier­fÃ¼r der Nachweis der Heilung durch eine mindestens einjÃ¤hrige kontrollierte Abstinenz verlangt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Voraussetzung fÃ¼r einen Sicherungsentzug gemÃ¤ss Art. 16 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG ist das Vorliegen einer Sucht. BezÃ¼glich der AbhÃ¤ngigkeit von Drogen hat das Bundesgericht in BGE 124 II 559 E. 2b ausgefÃ¼hrt, diese mÃ¼sse derart sein, dass der Betroffene mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt sei, sich ans Steuer eines Fahrzeugs in einem â dauernden oder zeitweiligen â Zustand zu setzen, der das sichere FÃ¼hren nicht mehr gewÃ¤hrleistet. Der Sicherungsentzug setzt den Nachweis ei­ner derartigen AbhÃ¤ngigkeit voraus; der Verdacht einer Drogensucht rechtfertigt lediglich die vorsorgliche Aberkennung des FÃ¼hrerausweises wÃ¤hrend der AbklÃ¤rungen (Art. 35 Abs. 3 VZV; vgl. BGE 120 Ib 305 E. 5a). Allerdings setzt die bundesgerichtliche Rechtsprechung im Interesse der Verkehrssicher­heit den regelmÃ¤ssigen Konsum von illegalen Drogen der DrogenabhÃ¤ngigkeit gleich, sofern dieser seiner HÃ¤ufigkeit und Menge nach ge­­eig­net ist, die Fahreignung zu beeintrÃ¤chtigen; auf fehlende Fahreignung darf nach dieser Rechtsprechung geschlossen werden, wenn der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die nahe liegende Gefahr besteht, dass er im akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt (BGE 124 II 559 E. 3d, 127 II 122 E. 3c).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der Sicherungsentzug greift nach der Rechtsprechung tief in den PersÃ¶nlichkeits­bereich des Betroffenen ein (vgl. Art. 10 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999, BV). Deshalb muss dem Entzug von Amtes wegen eine genaue AbklÃ¤rung der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse und insbesondere des Drogenkonsums vorangehen. Das Ausmass der not­­wendigen behÃ¶rdlichen Nachforschungen richtet sich nach den UmstÃ¤nden des Einzelfalles; bei Drogensucht ist die EntzugsbehÃ¶rde in aller Regel verpflichtet, ein gerichtsmedizinisches Gutachten einzuholen (BGE 127 II 122 E. 3b). Dabei ist die mit der Feststellung einer DrogenabhÃ¤ngigkeit generell verbundene Unsicherheit zu berÃ¼cksichtigen: Solange keine manifesten FolgeschÃ¤den vorliegen, ist es sehr schwierig, aus einer einzigen oder sogar mehrmaligen Untersuchung des Betroffenen zuverlÃ¤ssige SchlÃ¼sse zu ziehen (vgl. Rudolf Hauri-Bionda, Drogen/­Me­di­ka­mente: Anlass und MÃ¶glichkeiten der Fahreignungsuntersuchung aus medizinischer Sicht, AJP 1994, S. 457, 463). FÃ¼r die medizinische Beurteilung der Fahreignung bei Konsumenten harter Drogen wie Heroin und Kokain kommt deshalb der FÃ¤higkeit des Betroffenen zur Abstinenz hervorragende Bedeutung zu; aus der UnfÃ¤higkeit, den Konsum harter Drogen trotz Abstinenzauflage und laufender verkehrsmedizinischer AbklÃ¤rung zu unterlassen, wird geschlossen, der Proband sei auch nicht in der Lage, Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen (VGr, 15. MÃ¤rz 2002, VB.2001.00382, E. 2c, </span><span class="MsoHyperlink"><span>http://www.vgrzh.ch/rechtsprechung;</span></span><span> vgl. Hauri-Bionda, Tabellarische Darstellung auf S. 461).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Besondere Schwierigkeiten ergeben sich bei der Feststellung einer AbhÃ¤ngigkeit von Cannabis (BGE 124 II 559 E. 3c, auch zum Folgenden). GrundsÃ¤tzlich gibt es bei Can­na­bis keine physische AbhÃ¤ngigkeit; der regelmÃ¤ssige Konsum kann allerdings zu einer ge­­­wissen psychischen AbhÃ¤ngigkeit fÃ¼hren. Der Nachweis des Cannabis-Wirkstoffes Tetra­hydrocannabinol (THC) bzw. seiner Metaboliten im Urin ist noch lange nach dem Konsum mÃ¶glich und lÃ¤sst fÃ¼r sich allein keinen RÃ¼ckschluss auf Zeitpunkt, HÃ¤ufigkeit und Do­sis des Haschischkonsums zu. Das Vorliegen THC-positiver Urinuntersuchungen ist deshalb lediglich ein Indiz fÃ¼r einen abhÃ¤ngigen oder missbrÃ¤uchlichen Konsum. Zudem wird abgesehen von solchen FÃ¤llen missbrÃ¤uchlichen oder abhÃ¤ngigen Konsums Cannabis Ã¤hnlich wie Alkohol nicht in erster Linie zur HerbeifÃ¼hrung eines Rauschzustands, sondern von ânormalenâ Konsumenten (recreational users) als Genussmittel zur Entspannung und zum Abschalten verwendet (vgl. Deutsches Bundesverfassungsgericht, 1 BvR 2062/96 vom 20. Juni 2002, sowie die von diesem Gericht eingeholten Gutachten von Prof. Dr. GÃ¼nter Berghaus, Institut fÃ¼r Rechtsmedizin der UniversitÃ¤t KÃ¶ln [http://www.medizin.uni-koeln.de/institute/rechtsmedizin/ga_bvg.html] und Prof. Dr. Hans-Peter KrÃ¼ger, InterdisziplinÃ¤res Zentrum fÃ¼r Verkehrswissenschaften an der UniversitÃ¤t WÃ¼rzburg [http://www.psychologie.uni-wuerzburg.de/methoden/methff.html]).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Voraussetzung fÃ¼r einen Sicherungsentzug ist aber jedenfalls, dass der regelmÃ¤s­si­ge Drogenkonsum die Fahreignung beeintrÃ¤chtigt, das heisst der Konsument mehr als je­de andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich ans Steuer eines Fahrzeugs in einem â dau­ern­den oder zeitweiligen â Zustand zu setzen, der das sichere FÃ¼hren nicht mehr gewÃ¤hrleis­tet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Sowohl nach den vom Bundesgericht in BGE 124 II 559 E. 4aâc zitierten Quellen als auch nach den im Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 20. Juni 2002 wiedergegebenen Expertenmeinungen kÃ¶nnen nach dem Konsum von Cannabis fahrrelevante Leis­tungs- und VerhaltenseinschrÃ¤nkungen auftreten. Ob und in welchem Umfang sich die mÃ¶g­­lichen EinschrÃ¤nkungen im individuellen Fall realisieren, hÃ¤ngt jedoch wesentlich von der Erfahrung des Konsumenten, von der Art des Konsums, von der Dosis der aufgenomme­nen Wirkstoffe und der Zeitdauer seit Konsumende ab. Beim Rauchen von Haschisch sind die deutlichsten Leistungseinbussen in der ersten Stunde nach Rauchbeginn festzustel­len. Sie gehen in der zweiten bis dritten Stunde wieder zurÃ¼ck und reduzieren sich nach die­sem Zeitraum auf nur noch wenige Leistungseinbussen. Bei einem ânormalenâ Can­nabis­­konsum (1 â 2 âJointsâ und Wartezeit von 2 Stunden bis zum Fahrtantritt) liegt nach neueren Erkenntnissen das drogenkonsumbedingte Unfallrisiko hÃ¶chstens im Bereich des Risikos von Alkoholisierungen zwischen 0,5 und 0,8 Promille Blutalkoholkonzentration; hingegen lÃ¤sst die Kombination von Alkohol und Drogen oder Medikamenten das Unfallrisiko dramatisch ansteigen (BVerfG, 1 BvR 2062/96, Ziff. 33 f.). Was die FÃ¤higkeit betrifft, Drogenkonsum und Fahren zu trennen, so sind gelegentliche Konsumenten von Cannabis in der Regel in der Lage, konsumbedingte Leistungseinbussen als solche zu erkennen; bei âstark gewohnheitsmÃ¤ssigenâ Konsumenten ist das TrennungsvermÃ¶gen dagegen deutlich vermindert. Auch das Bundesgericht geht deshalb davon aus, dass ein regelmÃ¤ssiger, aber kontrollierter und mÃ¤ssiger Haschischkonsum fÃ¼r sich allein nicht den Schluss auf eine feh­lende Fahreignung erlaube (BGE 124 II 559 E. 4d und e; 127 II 122 E. 4b).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Die verfÃ¼gende BehÃ¶rde und der Regierungsrat als Rekursinstanz haben die Fahr­­­eignung des BeschwerdefÃ¼hrers im Wesentlichen gestÃ¼tzt auf das verkehrsmedizinische Gutachten vom 27. Dezember 2001 verneint. Dieses unterliegt als Beweismittel im Sinn von § 7 Abs. 1 VRG der freien BeweiswÃ¼rdigung (§ 7 Abs. 4 VRG). Die Vorinstanzen konnten sich dabei darauf beschrÃ¤nken, ob das Gutachten auf zutreffender Rechtsgrund­lage beruht, vollstÃ¤ndig, klar, gehÃ¶rig begrÃ¼ndet und widerspruchslos ist und ob der Gutachter hinreichen­de Sachkenntnis und die nÃ¶tige Unbefangenheit bewiesen hat (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Boss­hart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A., ZÃ¼rich 1999, § 7 N. 78).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Im Gutachten vom 27. Dezember 2001 kommt das IRM zum Schluss, der BeschwerdefÃ¼hrer leide an einem âAbhÃ¤ngigkeitssyndrom von Cannabisâ, weshalb seine Fahr­­eignung nicht weiter befÃ¼rwortet werden kÃ¶nne. Diese Beurteilung stÃ¼tzt sich einerseits auf die Vorgeschichte mit FÃ¼hrerausweisentzÃ¼gen (wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand im Jahr 1992 und wegen Ã¼bersetzter Geschwindigkeit im Jahr 1994) sowie eine 1997 ohne Zusammenhang mit dem Strassenverkehr manifest gewordene Drogenproblema­­tik (anlÃ¤sslich einer polizeilichen Kontrolle festgestellter Besitz von Ecstasy, Cocain und Haschisch) und andererseits auf den vom BeschwerdefÃ¼hrer zugegebenen Konsum von Cannabis an zwei bis drei Abenden pro Woche wÃ¤hrend des Fernsehens zum âStressabbauâ trotz rechtskrÃ¤ftig verfÃ¼gter Abstinenzauflage.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erlaubt ein regelmÃ¤ssiger, aber kon­trollierter und mÃ¤ssiger Haschischkonsum fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf eine fehlende Fahreignung, sondern es mÃ¼ssen die Konsumgewohnheiten des Betroffenen, namentlich hinsichtlich HÃ¤ufigkeit, Mengen und UmstÃ¤nde des Cannabiskonsums und des allfÃ¤lligen Konsums weiterer BetÃ¤ubungsmittel und/oder Alkohols, sowie zu seiner PersÃ¶n­lichkeit beurteilt werden (BGE 124 II 559 E. 4d und e; 127 II 122 E. 4b). Eine solche umfassende Beurteilung der Fahreignung lÃ¤sst sich dem Gutachten nicht entnehmen. Insbesondere setzt es sich nicht mit der entscheidenden Frage auseinander, inwiefern aus dem Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nicht vollstÃ¤ndig auf den Konsum von Cannabis verzichten will, geschlossen werden kann, er sei nicht fÃ¤hig, Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen. Weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer an einem âAbhÃ¤ngigkeits­syn­drom von Cannabisâ leiden soll, ist im Gutachten nicht schlÃ¼ssig begrÃ¼ndet. Der vom BeschwerdefÃ¼hrer zugegebene Konsum von Haschisch an zwei bis drei Abenden pro Woche wÃ¤hrend des Fernsehens liegt im Bereich eines regelmÃ¤ssigen, aber kontrollierten und mÃ¤s­sigen Konsums im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Ob die im Urin des Be­schwerdefÃ¼hrers festgestellten THC-Werte die Konsumangaben des BeschwerdefÃ¼hrers als unglaubwÃ¼rdig erscheinen lassen, lÃ¤sst sich dem Gutachten nicht entnehmen. Zwar hat der BeschwerdefÃ¼hrer zugegebenermassen die rechtskrÃ¤ftig verfÃ¼gte Abstinenzauflage missach­tet; aus dieser in voller Kenntnis mÃ¶glicher Konsequenzen erfolgten Ãbertretung des Ab­stinenzgebots kann jedoch ohne Bezugnahme auf die BeweggrÃ¼nde und die PersÃ¶nlichkeit des BeschwerdefÃ¼hrers nicht ohne weiteres abgeleitet werden, er vermÃ¶ge Drogenkonsum und Strassenverkehr nicht ausreichend zu trennen. Jedenfalls mÃ¼sste in diesem Zusam­­menhang berÃ¼cksichtigt werden, dass die Ã¼ber lÃ¤ngere Zeit erfolgten Untersuchungen be­legen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer neben dem zugegebenen mÃ¤ssigen Konsum von Haschisch und Alkohol keine weiteren Drogen mehr konsumiert und seit dem FÃ¼hrerausweis­entzugvom 21. Dezember 1992 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand keine im Zusammenhang mit Alkohol- oder Drogenkonsum in Zusammenhang stehende Vorkommnisse im Strassenverkehr aktenkundig sind.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Das Gutachten erweist sich nach dem Gesagten als mangelhaft. Die Beschwerdegegnerin </span>hÃ¤tte nicht darauf abstellen dÃ¼rfen, womit sich der von ihr verfÃ¼gte FÃ¼hrerausweisentzug als rechtswidrig erweist. Die Vorinstanz hat keine ergÃ¤nzenden AbklÃ¤rungen getroffen, womit ihr Entscheid ebenfalls unter einem Mangel leidet (vgl. BGE 127 II 122 E. 4b).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. GemÃ¤ss der vorinstanzlichen AlternativbegrÃ¼ndung hÃ¤tte der Ausweis auch wegen der Missachtung von Auflagen entzogen werden kÃ¶nnen (zweiter Satzteil von Art. 16 Abs. 1 SVG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Das Missachten von Auflagen bildet im Gegensatz zur Drogensucht einen fakultativen Entzugsgrund (AndrÃ© Bussy/Baptiste Rusconi, Code suisse de la circulation routiÃ¨­re, 3. A., Lausanne 1996, Kommentar zu Art. 16 SVG Rz. 5.3.1). Ob die Verwaltung allein deswegen einen Entzug anordnet, steht zwar grundsÃ¤tzlich in ihrem Ermessen. Dies bedeu­tet jedoch nicht, dass sie in ihrem Entscheid vÃ¶llig frei wÃ¤re (BGE 122 I 267, 272). Vielmehr ist sie an rechtsstaatliche GrundsÃ¤tze gebunden (Art. 5 Abs. 1 BV), insbesondere an das VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip (Art. 5 Abs. 2 BV). BerÃ¼hrt ein Eingriff, wie hier (BGE 127 II 122 E. 3b), die PersÃ¶nlichkeit des Betroffenen in besonderer Weise, muss der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsgrundsatz umso genauere Beachtung finden (Art. 36 Abs. 3 BV in Ver­bindung mit Art. 10 Abs. 2 BV).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Vorliegend versÃ¤umte der BeschwerdefÃ¼hrer zwar einige Kontrolltermine; die GrÃ¼nde hierfÃ¼r waren jedoch zumindest teilweise berufsbedingt oder darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren, dass es bei den Terminabsprachen zwischen BeschwerdefÃ¼hrer und Beschwerdegegnerin offenbar zu Unstimmigkeiten kam. Das Ã¶ffentliche Interesse an der Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten Fahrzeuglenkern (Art. 30 Abs. 1 VZV) vermag in einem solchen Fall den Entzug einer Polizeierlaubnis nicht zu rechtfertigen. Das private Interesse am Len­ken von Motorfahrzeugen muss hier umso mehr Ã¼berwiegen, als die den Kontrollterminen zu Grunde liegende Pflicht zur Totalabstinenz an Bedeutung einbÃ¼sst, wenn man berÃ¼cksich­tigt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bereits seit lÃ¤ngerem keine harten Drogen mehr konsu­miert. Der Ausweisentzug erweist sich damit nicht nur als unzumutbar, sondern bereits als ungeeignet, etwas zur Verkehrssicherheit beizutragen. Er lÃ¤sst sich umso weniger aufrecht erhalten, als es die Vorinstanz versÃ¤umte, ihrer BegrÃ¼ndungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV) durch eine sorgfÃ¤ltige InteressenabwÃ¤gung nachzukommen. Ihr Entscheid erweist sich auch unter diesem Gesichtswinkel als unhaltbar und somit wegen Ermessensmissbrauch als rechtsverletzend (vgl. § 50 Abs. 2 lit. c VRG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. a) Nach dem Gesagten ist neben dem erstinstanzlichen auch der vorinstanzliche Ent­scheid aufzuheben. Damit gelangt der BeschwerdefÃ¼hrer wieder in den Besitz seines FÃ¼h­rerausweises. Der Beschwerdegegnerin ist es selbstverstÃ¤ndlich unbenommen, ein Gutachten anzuordnen, das diesmal die entscheidenden Fragen vollstÃ¤ndig beantwortet (vgl. E. 3b).<span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Bei diesem Ausgang sind die Verfahrenskosten der Beschwerdegegnerin aufzuer­legen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Diese ist Ã¼berdies zur Ausrichtung einer ParteientschÃ¤digung an den nunmehr obsiegenden BeschwerdefÃ¼hrer zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Als angemessen erweisen sich fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren zusammen Fr. 3'000.-.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Der BeschwerdefÃ¼hrer ersucht um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege und VerbeistÃ¤ndung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">a) Privaten ist gestÃ¼tzt auf § 16 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 VRG auf entspre­chen­des Ersuchen die Bezah­lung von Verfahrenskosten zu erlassen, wenn ihnen die nÃ¶ti­gen Mittel fehlen und ihre Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheinen. Unter den nÃ¤mlichen Voraussetzungen haben sie Ã¼berdies Anspruch auf die Bestellung eines unent­gelt­­lichen Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG; Art. 29 Abs. 3 BV; <span>RB 1994 Nr. 4; BGE 119 Ia 264 E. 3b; RenÃ© Rhinow/Heinrich Kol­ler/Chri­sti­na Kiss, Ãffentliches Pro­zessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel und Frankfurt a.M. 1996, Rz. 1181</span>). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt zur BegrÃ¼ndung seines Gesuchs lediglich vor, es handle sich bei der Streitsache um eine von einem Laien nicht zu bewÃ¤ltigende juristische Angelegenheit und er sei nicht in der Lage, neben seinen Auslagen fÃ¼rs Leben Anwalts- und Prozesskosten zu tragen. Die vorliegende Angelegenheit habe ihn viel Geld gekostet, namentlich auch die Urinkontrollen und Arztuntersuchungen; er sei arbeitslos gewesen und habe mit der ArbeitslosenunterstÃ¼tzung seinen Bedarf nicht decken kÃ¶nnen, weshalb sein einziges Bankkonto einen negativen Saldo von Fr. 1'102.- aufweise. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit diesen Vorbringen ist eine Mittellosigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers nicht dargetan. Wie er selber vorbringt, ist er seit 22. Juli 2002 wieder voll erwerbstÃ¤tig. Auch unter BerÃ¼cksichtigung der geltend gemachten Bankschuld ist unter diesen UmstÃ¤nden nicht er­sichtlich, inwiefern der BeschwerdefÃ¼hrer nicht in der Lage sein soll, die Verfahrenskosten ohne SchmÃ¤lerung seines Grundbedarfs zu decken (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 N. 29). Es kann nicht Aufgabe des Gerichts sein, nach den Tatsachen zu forschen, aus welchen die Mittellosigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers ersichtlich ist; er hat die massgeblichen UmstÃ¤nde un­aufgefordert darzulegen, so insbesondere eine Zusammenstellung seiner EinkÃ¼nfte und seines Grundbedarfs einzureichen (vgl. § 7 Abs. 2 lit. a VRG sowie BGE 120 Ia 179 E. 3a).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und VerbeistÃ¤ndung ist deshalb abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und VerbeistÃ¤ndung wird abgewiesen;</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden der Rekursentscheid vom 24. Juli 2002 sowie der FÃ¼hrerausweisentzug vom 15. Februar 2002 aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>