JAAC61.32 Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 14. Mai 1996 in Sachen W. gegen Schweizerischen Verband der Sozialversicherungs-Fachleute [SVS] und Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit; 95/4K-014 Examen professionnel supérieur. Orientation sur la matière d’examen. Distribution du matériel auxiliaire. Possibilité de reconstituer l’examen et son évaluation. Orientation orale sur la matière d’examen. Il existe un vice de procédure lorsque la matière d’examen, au lieu d’être fixée dans les directives comme le prévoit le règlement, n’a fait l’objet que d’une orientation orale. Cependant, cette faute n’influence pas de manière défavorable le résultat de l’examen si les sujets choisis pour l’examen correspondent au contenu de cette orientation (consid. 8). Distribution du matériel nécessaire à la résolution des devoirs. Lorsqu’au cours d’un examen, le matériel nécessaire à la résolution de certaines parties des devoirs n’est pas distribué, le vice de procédure qui en résulte ne peut pas être réparé en modifiant l’appréciation (consid. 9). Possibilité de reconstituer le déroulement et l’évaluation de l’examen. Pour que l’autorité de recours soit en mesure d’examiner si l’évaluation de l’examen est soutenable, le déroulement de l’examen et son évaluation doivent pouvoir être reconstitués (consid. 10). 1Höhere Fachprüfung. Orientierung über den Prüfungsstoff. Abgabe von Hilfsmitteln. Nachvollziehbarkeit von Prüfung und Bewertung. Mündliche Orientierung über den Prüfungsstoff. Wird das Prüfungsgebiet nicht in der reglementarisch vorgesehenen Wegleitung umschrieben, sondern erst in einer mündlichen Orientierung konkretisiert, liegt ein Verfahrensmangel vor. Dieser beeinflusst das Prüfungsergebnis dann nicht ungünstig, wenn die Themenbereiche der Prüfung dem Inhalt der Orientierung entsprechen (E. 8). Abgabe der für die Aufgabenlösung erforderlichen Hilfsmittel. Werden in einer Prüfung die für gewisse Aufgabenteile erforderlichen Hilfsmittel nicht abgegeben, kann dieser Verfahrensmangel nicht mit einer milderen Bewertung geheilt werden (E. 9). Nachvollziehbarkeit von Prüfungsablauf und -bewertung. Damit die Beschwerdeinstanz überhaupt prüfen kann, ob die Bewertung einer Prüfungsleistung vertretbar ist, müssen sowohl der Ablauf als auch der Inhalt der Prüfung nachvollziehbar sein (E. 10). Esame professionale superiore. Informazioni relative alla materia d’esame. Rilascio di mezzi ausiliari. Ripercorribilità dell’esame e della sua valutazione. Indicazioni orali relative alla materia d’esame. Se la materia d’esame non viene circoscritta secondo il modo di procedere previsto dal regolamento, bensì unicamente in base ad indicazioni fornite oralmente, ciò costituisce un vizio di procedura. Tuttavia, tale mancanza non influisce sfavorevolmente sull’esito dell’esame, se le tematiche d’esame corrispondono nel contenuto a quanto indicato oralmente (consid. 8). Rilascio dei mezzi ausiliari necessari alla risoluzione delle questioni d’esame. Se durante una prova d’esame non vengono messi a disposizione i mezzi ausiliari indispensabili alla risoluzione di una parte delle questioni d’esame, ciò costituisce un vizio di procedura, che non può essere sanato mediante una più clemente valutazione dei risultati (consid. 9). Ripercorribilità dello svolgimento dell’esame e della sua valutazione. Sia lo svolgimento che la valutazione della prova d’esame devono poter essere ripercorsi, affinché l’autorità di ricorso sia davvero in grado di esaminare se la valutazione della prestazione d’esame sia o meno sostenibile (consid. 10). 2Aus dem Sachverhalt: W.legteimHerbst1994diehöhereFachprüfungfürdieErlangungdes eidgenössischenSozialversicherungsdiplomsab. DaerdieSchlussnote3,8 erreichte,konnteihmdasDiplomnichtzuerkanntwerden. EinegegendiesenEntscheidam18.November1994eingereichteBeschwerde desW.wiesdasBundesamtfürIndustrie,GewerbeundArbeit(hiernach: Bundesamt)mitEntscheidvom24.Februar1995ab. MitVerwaltungsbeschwerdevom13.März1995gelangtW.andie RekurskommissionEVDundbeantragt,esseiderangefochtene PrüfungsentscheidaufzuhebenunddieStreitsachezurneuenEntscheidung andieVorinstanzzurückzuweisen. EventualiterseiendieFachnotender schriftlichenPrüfung«BeruflicheVorsorge»unddermündlichenPrüfung «AktuelleSozialversicherungsfragen»aufmindestenseinegenügendeNote anzuhebenundgestütztdaraufseiihmdasDiplomzuerteilen. Aus den Erwägungen: (...) 7. DemBeschwerdeführerwurdedaseidgenössische Sozialversicherungsdiplomverweigert,weilerlediglicheineSchlussnotevon 3,8erreichte. GegendennegativenPrüfungsentscheidgelangtederBeschwerdeführer andasBundesamtundgegendessenAbweisungsentscheidandie RekurskommissionEVDundrügtinformellerHinsicht,dassdie PrüfungskommissionentgegenArt.6Bst.adesReglementsvom 5.Januar1990überdiehöhereBerufsprüfungfürdaseidgenössische Sozialversicherungsdiplom(hiernach: Reglement,BBl 1990 I1565)keine WegleitungmitUmschreibungdesPrüfungsgebietesaufgestellthabe. Weiterbringtervor,inderschriftlichenWahlfachprüfung«Berufliche Vorsorge»seienkeineGesetzestexteabgegebenworden. Schonausdiesen formalrechtlichenGründenseiderangefochtenePrüfungsentscheid aufzuhebenundallenfallszuneuerEntscheidungandieVorinstanz zurückzuweisen. MateriellbeanstandetderBeschwerdeführerdieBewertung derLeistungimWahlfach«BeruflicheVorsorge»undbeantragteine Notenanhebungvon4,0aufmindestens4,5oder5,0sowiedieErteilung einermindestensgenügendenNoteindermündlichenPrüfung«Aktuelle Sozialversicherungsfragen»,welchemitderFachnote3,0bewertetwurde. GestütztaufdieseNotenanhebungenseiihmdasDiplomzuerteilen. 7.1. NachArt.49desBundesgesetzesvom20.Dezember1968 überdasVerwaltungsverfahren(VwVG,SR172.021)kannmitder VerwaltungsbeschwerdedieVerletzungvonBundesrechteinschliesslich ÜberschreitungoderMissbrauchdesErmessens,unrichtigeoder unvollständigeFeststellungdesrechtserheblichenSachverhaltessowie UnangemessenheitderangefochtenenVerfügunggerügtwerden. Diesgilt grundsätzlichauchfürBeschwerdenimZusammenhangmitBerufsprüfungen undhöherenFachprüfungen. 37.2. IndessenauferlegtsichdieRekurskommissionEVDinAnlehnungandie RechtsprechungdesBGerunddesBundesratesnachständigerPraxisbeider BewertungvonPrüfungsleistungeneinegewisseZurückhaltung,indemsie inFragen,dieseitensderVerwaltungsjustizbehördennaturgemässschwer überprüfbarsind,nichtohneNotvonderBeurteilungdererstinstanzlichen PrüfungsorganeundExpertenabweicht( BGE106Ia1 E.3c,105Ia190E.2a; VPB56.16,50.45E.2,45.43E.2). Diesdeshalb,weilderRechtsmittelbehörde zumeistnichtallemassgebendenFaktorenderBewertungbekanntsind undesihrinderRegelnichtmöglichist,einzuverlässigesBildüberdie GesamtheitderLeistungendesBeschwerdeführersinderPrüfungundder LeistungenderübrigenKandidatenzumachen. ÜberdieshabenPrüfungen häufigSpezialgebietezumGegenstand,indenendieRechtsmittelbehörde überkeineeigenenFachkenntnisseverfügt. EinefreieÜberprüfungder ExamensbewertungwürdezudemdieGefahrvonUngerechtigkeitenund UngleichheitengegenüberandernKandidateninsichbergen. Daherhatsich dieAuffassungdurchgesetzt,dassdieBewertungvonschulischenLeistungen vonderRechtsmittelbehördenichtfrei,sondernnurmitZurückhaltung zuüberprüfensei( BGE106Ia1 E.3cmitVerweisauf Max Imboden / René A. Rhinow, SchweizerischeVerwaltungsrechtsprechung,Basel1986,Nr.66BIIa unddsowieVa,Nr.67BIIIc). WeilesnichtAufgabederBeschwerdeinstanzseinkann,diePrüfung gewissermassenzuwiederholen,müssenandenBeweisderbehaupteten UnangemessenheitgewisseAnforderungengestelltwerden. Die entsprechendenRügenmüssenvonobjektivenArgumentenund Beweismittelngetragensein. DieBeschwerdeinstanzhebteinenEntscheidnur auf,wenndasErgebnismateriellnichtmehrvertretbarerscheint,seies,weil diePrüfungsorganeinihrerBeurteilungeindeutigzuhoheAnforderungen gestellthabenoder,ohneübertriebeneAnforderungenzustellen,dieArbeit desKandidatenoffensichtlichunterbewertethaben( VPB56.16 E.2.1,50.45 E.2,45.43E.2). ErgebensichsolcheeindeutigenAnhaltspunktenichtbereits ausdenAkten,sokannvonderRechtsmittelbehördenurdannverlangt werden,dasssieaufalledieBewertungderExamensleistungbetreffenden Rügendetaillierteinzugehenhat,wennderBeschwerdeführerselbst substantiiertundüberzeugendAnhaltspunktedafürliefert,dasseindeutig zuhoheAnforderungengestelltoderdiePrüfungsleistungenoffensichtlich unterbewertetwurden. DieseZurückhaltungrechtfertigtsichallerdingsnurbeidereigentlichen BewertungvonPrüfungsleistungen. SoweitdagegendieAuslegungund AnwendungvonRechtsvorschriftenstreitigistoderVerfahrensmängelim Prüfungsablaufgerügtwerden,hatdieRechtsmittelbehördedieerhobenen EinwendungenmitfreierKognitionzuprüfen,andernfallssieeineformelle Rechtsverweigerungbegeht( BGE106Ia1 E.3cundVPB45.43E.3; René A. Rhinow / Beat Krähenmann, SchweizerischeVerwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband,Basel1990,Nr.80BIf). EinVerfahrensmangelim PrüfungsablaufgiltabernurdannalsBeschwerdegrundimSinnevon Art.49Bst.aVwVG,deresrechtfertigt,dieBeschwerdegutzuheissen,wenn Anhaltspunktedafürbestehen,dasserdasPrüfungsergebnismöglicherweise ungünstigbeeinflussthat( VPB56.16 E.4). Übteerjedochunmöglicheinen ungünstigenEinflussaus,erschöpfteersichmitanderenWortenineinemrein 4objektiven,denBeschwerdeführersubjektivnichtbelastendenFormfehler,so bildetdiesermangelseinesRechtsschutzinteressesdesBeschwerdeführersin derRegelkeinenBeschwerdegrund(VPB50.45E.4.1). 8. DerBeschwerdeführerrügtinformellerHinsicht,esfehleeineWegleitung mitUmschreibungdesPrüfungsgebietesdereinzelnenFächer. Aufgrundder fehlendenWegleitungseiderSchwierigkeitsgradhöhereinzustufen,waszu einerbesserenBenotung,derAusstellungeinesneuenNotenblattesunddamit zurDiplomerteilungführenmüsse. DemBeschwerdeführeristinsoweitzufolgen,alsArt.6Bst.adesReglements vorschreibt,dassderPrüfungskommissiondieAufstellungeinerWegleitung mitUmschreibungdesPrüfungsgebietesderFächerobliegt. Unbestrittenhat diePrüfungskommissionbisanhinkeinesolcheWegleitungausgearbeitet. DasFehleneinerWegleitungstelltdemnacheinemitvollerKognitionzu untersuchendeVerletzungdesPrüfungsreglements,mithineinenFormfehler, dar. DieserVerfahrensmangelrechtfertigtjedochnurdanndieAufhebung desPrüfungsentscheides,wennergeeignetwar,dasPrüfungsergebnis möglicherweiseungünstigzubeeinflussen(E.7.3 in fine). HiefürsindjedochkeineAnhaltspunktevorhanden. Dennesstehtfest, dassdieKandidatenamerstenTagdesauchvomBeschwerdeführer besuchtenfreiwilligenVorbereitungskursesüberInhaltundUmfangder Prüfunginformiertwordensind. Obdaraufhingewiesenwurde,dass dieLernzielefürdieBerufsprüfungsinngemässfürdasWahlfachder höherenFachprüfunggelten,kannoffenbleiben. Dennunbestrittenist, dassdasPrüfungsgebietindieserOrientierungumschriebenwurde. Der EinwanddesBeschwerdeführers,dieOrientierunghabelediglicheineStunde gedauertundesseinichtmöglich,insokurzerZeitdetailliertübereinderart grossesFachgebietwiedieberuflicheVorsorgezuorientieren,gehtfehl. Denneinerseitsbleibter-wiedasBundesamtzuRechtfestgestellthat- denNachweisschuldig,dassanlässlichdesExamensSachgebietegeprüft wordensind,dieüberdenInhaltdermündlicherhaltenenInformationen hinausgegangenwären. Anderseitskannnichtbehauptetwerden,eine allenfallsschriftlichvorhandeneWegleitungwürdevomInhaltundUmfang herüberdiemündlicheOrientierunghinauszusätzlicheInformationen enthalten. DademnachdasPrüfungsgebietindermündlichenOrientierung fürallePrüfungskandidateningleicherWeiseundausreichendumschrieben wordenistundderBeschwerdeführernichtbehauptet,derThemenbereich derPrüfungdeckesichnichtmitdemInhaltderOrientierung,istnicht erkennbar,inwelcherWeisederFormfehlereinennegativenEinfluss aufdasPrüfungsergebnishättehabensollenoderdiePrüfungwegender fehlendenschriftlichenWegleitungschwierigergewesenwäre. Ebensonicht nachvollziehbaristderEinwanddesBeschwerdeführers,diemündliche Orientierungseiwillkürlich,habendochfüralleKandidatendiegleichen Voraussetzungengegolten. Schliesslichist,entsprechenddenAusführungen desBundesamtes,anzufügen,dassdemBeschwerdeführerschonvorder PrüfungdieMöglichkeitoffengestandenwäre,allfälligeUnklarheiten bezüglichPrüfungsstoffmitdenKursleiternabzuklärenoderdieAbgabe einerschriftlichenInformationimSinnvonArt.6Bst.aReglementzu 5verlangen. DasserdasFehleneinerschriftlichenWegleitungerstim BeschwerdeverfahrennachErhaltdesnegativenPrüfungsentscheidesrügt, verstösstgegendenGrundsatzdesHandelnsnachTreuundGlauben. 9. WeitereEinwändebetreffendieschriftlicheWahlfachprüfung «BeruflicheVorsorge». DiesbezüglichbemängeltderBeschwerdeführer, esseienGesetzestextenichtabgegebenundesseieineeinseitige Gewichtungvorgenommenworden. EshandeltsichumFragen,welchedie RekurskommissionEVDfreiprüft(vgl. E.7.2). 9.1. Unbestrittenist,dasssichmehrereFragendesschriftlichenWahlfaches aufdasneueFreizügigkeits-undWohneigentumsgesetzbezogenhaben unddenKandidatendieentsprechendenRechtserlasseinderPrüfung nichtzurVerfügunggestelltwordensind. Abgegebenwurdelediglichdie TextausgabedesBundesgesetzesüberdieberuflicheAlters-,Hinterlassenen- undInvalidenvorsorge(BVG).DiePrüfungskommissionführteaus,beider KorrekturderArbeitenhättendiebeidenExaminatorenfestgestellt,dass gewisseAufgabenteileohneVorlagedernichtabgegebenenGesetzestextenicht vollumfänglichhättengelöstwerdenkönnen. NachArt.17ReglementwirdderKandidatmitdemEntscheidüberdie Zulassungdarüberunterrichtet,welcheUnterlagenerinderPrüfung gebrauchenkannsowiedassdasfürdiePrüfungerforderlicheMaterial (vonderPrüfungskommission)unentgeltlichzurVerfügunggestelltwird. IndemdieKandidatenvorderPrüfungunbestrittennichtorientiertworden sind,siekönntendiefraglichenGesetzestexteinderPrüfunggebrauchen -dasMitnehmennichtbewilligterUnterlagenziehtdenAusschlussnachsich (Art.17Abs.2Reglement)-undinderPrüfungdiefürgewisseAufgabenteile erforderlichenGesetzestextenichtabgegebenwordensind,liegteine Reglementsverletzungvor. Esfragtsich,obdieserMangelgeeignetwar,einen ungünstigenEinflussaufdasPrüfungsergebnisauszuüben(vgl. E.7.2). 9.1.1. Aktenkundigist,dassdieExaminatoren-nachRücksprachemitder Prüfungsleitung-vonderursprünglichvorgesehenenPunkteverteilung abgewichensind. DiePrüfungskommissionführtdiesbezüglichaus,dass allesechsKandidateneinegenügendeNoteerhaltenhätten. Konkretseidas PunktetotalallerAufgabenvon100auf55Punktereduziert,dieNotenskala angepasst(0Punkte=Note1,10Punkte=Note2,20Punkte=Note3, 30Punkte=Note4,40Punkte=Note5,50Punkte=Note6)undjedeNoteum 0,5Notenwerteerhöhtworden,sodassdievomBeschwerdeführererreichten 25PunktezwareinerNotevon3,5entsprochenhätten,jedocheineFachnote von4,0ergebenhaben. DieschriftlichePrüfungdesBeschwerdeführers seidemnachäusserstwohlwollendbewertetworden. Gestütztdarauf sindBundesamtundPrüfungskommissionderMeinung,mitdermilderen PrüfungsbewertungseiderVerfahrensmangelgeheiltworden. Der BeschwerdeführerhabedenNachweisnichterbracht,dassihmdasFehlender GesetzestexteBewertungspunktegekostethabe,mithindieserMangeleinen EinflussaufdasNichtbestehenderPrüfungbewirkthabe. 9.1.2. DiesemStandpunktderVorinstanzenkannnichtgefolgtwerden. Denn aufgrundderBewertungsanpassungerfolgteeineLeistungsbeurteilung, welchenichtmitderBenotungübereinstimmenmuss,welcheder Beschwerdeführererhaltenhätte,fallsdieschriftlichePrüfungunterlösbaren Anforderungen,dasheisstmitdenGesetzestexten,durchgeführtworden 6wäre. Eslässtsichjedenfallsnichtausschliessen,dassderBeschwerdeführer einbesseresalsdasaufgrunddermilderenBewertungsskalaerreichte Resultathätteerzielenkönnen,fallsdieGesetzestextezurVerfügung gestelltwordenwären. ZumindestistdieAnnahmenaheliegend,dass dasFehlenvonHilfsmitteln,welchefürdieBeantwortungvonTeilender Prüfungsfragenerforderlichsind,auchAuswirkungenaufdieBeantwortung deranderenFragengehabthabendürfte. EinsolcherUmstandistgerade unterBerücksichtigungderbesonderenpsychischenBelastungeinerPrüfung durchausgeeignet,einenKandidatenausdemKonzeptzubringen,allenfalls zuverwirrenoderihnzumindestunnötigZeitverlierenzulassen. BeidieserSachlagekannabernichtdarangezweifeltwerden,dasssich derVerfahrensmangel-dasFehlenderfürdieLösungeinzelnerAufgaben notwendigenHilfsmittel-aufdenganzenPrüfungsverlaufimschriftlichen WahlfachstörendausgewirktunddamitnichtnureinenEinflussaufdie Fachnote,sondernauchaufdieSchlussnotegehabthabenkönnte. Danicht feststellbarist,welcheLeistungderBeschwerdeführerbeiAbgabeder erforderlichenHilfsmittelerbrachthätte,istdieschriftlicheWahlfachprüfung «BeruflicheVorsorge»nichtzuwertenunddemBeschwerdeführeristdie Möglichkeitzugeben,dieseTeilprüfungmitHilfederfürdieLösungder AufgabennotwendigenUnterlagenzuwiederholen. 9.2. DerBeschwerdeführerwendetimZusammenhangmitderschriftlichen Wahlfachprüfung«BeruflicheVorsorge»weiterein,dieFragenüberdas LeistungsprimatsystemseiennichtInhaltdesabgegebenenGesetzestextes undseienübermässigstarkgewichtetworden. Demzufolgemüsse seineFachnoteaufmindestens4,5oder5,0angehobenwerden. Auf diePunktegewichtungundBenotunginderabgelegtenschriftlichen Prüfungwäre,dadieseTeilprüfungfürdieDiplomerteilungausden obgenanntenGründennichtgewertetwerdenkann,ansichnichtweiter einzugehen. ImmerhinistimHinblickaufdiePrüfungswiederholung festzuhalten,dassGegenstandderschriftlichenPrüfung«Berufliche Vorsorge»grundsätzlichjenerSachbereichbildet,welchervonden ExaminatorenimOrientierungskursmündlichumschriebenwordenist. SolltendiesbezüglichbeimBeschwerdeführerUnsicherheitenherrschen, hätteerdieMöglichkeit,sichvorderPrüfungswiederholungbeider Prüfungskommissionzuinformieren(Art.6Bst.aReglement). Entgegender AnsichtdesBeschwerdeführerskönnendieExaminatoren,wiedasBundesamt bereitsfestgehaltenhat,innerhalbdesSachgebieteseinerFachprüfung jedochfreibestimmen,welcheSchwerpunktesieprüfenwollenundwie dieGewichtungerfolgensoll. Siehabensichdabeilediglichandasvon derPrüfungskommissionfürsämtlichePrüfungsfächerauszuarbeitende Prüfungsschema,indemdiewichtigstenTeilarbeitenundPrüfungspositionen samtPunktesystemvorgemerktsind,zuhalten(Art.21und23Abs.1 Reglement)unddasverfassungsmässiggarantierteGebotderrechtsgleichen BehandlungallerKandidatenzuberücksichtigen. 10. DerBeschwerdeführerrügtimweiterendieBewertungdermündlichen Fachprüfung«AktuelleSozialversicherungsfragen»unddenInhaltder PrüfungsnotizenderExaminatoren. SoseiendieindenNotizenangeführten Bemerkungenwie«schleppend»und«langatmig»keinequalifizierten Beurteilungen. AbgesehendavonwürdendieNotizendasPrüfungsgespräch 7nurunvollständigwiedergeben. AufgrunddesPrüfungsverlaufsundder wenigenNachfragenseierüberzeugtgewesen,dassermindestenseine genügendeFachnoteerreichthabe. 10.1. EineausdrücklicheProtokollierungspflichtgehtausdemReglement nichthervor. JedochhältdessenArt.1fest,dassdiePrüfungskommission fürsämtlichePrüfungsfächereinPrüfungsschemaauszuarbeitenhat,in demdiewichtigstenTeilarbeitenoderPrüfungspositionenvorgemerktsind. ImvorliegendstrittigenPrüfungsfachistdiePrüfungskommissiondieser PflichtnachgekommenundhateinesolchePrüfungsunterlageausgearbeitet, welchefürdasPrüfungsfach«AktuelleSozialversicherungsfragen»fünfSeiten umfasst. DieseUnterlageenthältineinererstenSpaltedieFragen,inder zweitenSpalteMusterantwortenunddiedritteSpaltewurdeoffengelassen undmit«Bemerkungen»überschrieben. ObdiePrüfungskommissionaufgrundderoffengelassenendrittenSpalte davonausgegangenist,dieExaminatorenhättendieseUnterlagenzumindest sinngemässwieeinPrüfungsprotokollzugebrauchen,mithineineeigentliche Protokollierungspflichtbesteht,erscheintfraglich. AnlässlichderPrüfung angebrachtehandschriftlicheAusführungenderExaminatorensindjedoch zumindestalspersönlicheNotizeneinzustufen,welcheesdenExaminatoren nachderPrüfungermöglichen,eineLeistungsbeurteilungvorzunehmenund darüberhinausihnenerlaubensollten,sichineinemspäterenZeitpunktüber denVerlaufderPrüfungzuäussern. DenndieBeschwerdeinstanzhatzuprüfen,obdieBewertungderLeistung desBeschwerdeführersvertretbarerscheint,beziehungsweiseobdie ExaminatorenbeiihrerBeurteilungnichtzuhoheAnforderungengestellt oderdieLeistungoffensichtlichunterbewertethaben(vgl. E.7.2). Um einesolcheÜberprüfungüberhauptvornehmenzukönnen,musssichdie BeschwerdeinstanzeinBildvomPrüfungsgeschehenmachenkönnen,sodass derPrüfungsablaufnachvollziehbarist. Nurdannkannuntersuchtwerden, obdieüberdasNotenergebnishinausgehendenachträglicheBegründung derExaminatorenhinsichtlichderungenügendenNotezuüberzeugen vermagunddieLeistungsbewertungdamitalsmateriellvertretbarerscheint oderobdievomBeschwerdeführervorgebrachtenEinwändeeinegewisse Erheblichkeitaufweisen. 10.2. DiePrüfungsunterlagederExaminatorenenthältinderdrittenSpalte Bemerkungenwie«schleppend»,«langatmig»,«nachfragend»,«inkomplett», «1/2»,«genügend»,«schwach»oder«erstbeimNachhaken». Dabeihandelt essichzwarteilweiseumBewertungenderLeistung,überwiegendaberum EindrückederExaminatoren,welcheAufschlussüberdenPrüfungsablauf undüberdieArtundWeise,wiedieAntwortenerfolgten,geben. Diese Feststellungen,obdieAntwortenspontanoderzögernderfolgtenoder obesgareinerHilfeleistungderExaminatorenbedurfte,spielenbeider BewertungeinermündlichenPrüfungeinewichtigeRolle. Ausdiesem Grundistesdurchauszulässig,wenndieExaminatorensolcheEindrücke festhalten. DarüberhinausenthaltendieUnterlagenjedochkeineEinträge, welchedenPrüfungsablaufauchinhaltlichzumindestindenGrundzügen nachvollziehbarmachenwürden. AuchimRahmenderdurchdasBundesamt durchgeführtenInstruktionführtediePrüfungskommissionlediglich anhandvonwenigenBeispielenaus,dassdieBewertungderLeistung 8gerechtfertigtsei. DieStellungnahmeerschöpftesichinderAussage,dass derBeschwerdeführerdieFragennicht,nichtüberzeugend,nuransatzweise oderlediglichmitHilfestellunghabebeantwortenkönnen. Eineeigentliche zumindeststichwortartigeundüberzeugendeWiedergabederPrüfung -insbesonderederAntworten-durchdieExaminatorenliegtnichtvor. DamitvermögendieAusführungenderPrüfungskommissiondiemündliche Prüfungnichtausreichendwiederzugeben. Dennweiterhinistnicht ersichtlich,wiedieAntwortenaufdieeinzelnenFragenausgefallen sind. BeidieserSachlagewarwederderBeschwerdeführernochistdie RekurskommissionEVDinderLage,zuerkennen,welcheWissensmängel zurungenügendenLeistungsbeurteilunggeführthabensollen. Gestütztdarauf istfestzustellen,dasssowohlAblaufalsauchBewertungdermündlichen Fachprüfung«AktuelleSozialversicherungsfragen»nichtnachvollziehbar sind. DemzufolgeistdemBeschwerdeführerauchindiesemPrüfungsfachdie Möglichkeiteinzuräumen,diePrüfungzuwiederholen. 11. ZusammenfassendkommtdieRekurskommissionEVDzumSchluss,dass dieBeschwerdeinsoweitgutzuheissenist,alsdieangefochtenenEntscheide des BundesamtesundderPrüfungskommissionaufzuhebensindund dieStreitsacheandiePrüfungskommissionzurückzuweisenist. Die PrüfungskommissionhatdemBeschwerdeführerdieMöglichkeitzugeben, dieschriftlichePrüfung«BeruflicheVorsorge»unddiemündlichePrüfung «AktuelleSozialversicherungsfragen»zuwiederholen. Anschliessendhatdie PrüfungskommissionüberdieDiplomerteilungzuentscheidenundeinneues Prüfungszeugnisauszustellen. 9Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 61.32 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 14. Mai 1996 in Sachen W. gegen Schweizerischen Verband der Sozialversicherungs-Fachleute [SVS] und Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit; 95/4K-014 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 1997 Année Anno Band 61 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 003 449 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. 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