Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 18. August 2015 (460 15 2) ____________________________________________________________________ Strafrecht Schändung Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Markus Mattle (Ref.), Richterin Helena Hess; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin A.____ , vertreten durch Advokatin Susanne Ackermann, Spittelerhof, Kasernenstrasse 22a, Postfach 569, 4410 Liestal, Privatklägerin und Berufungsklägerin gegen B.____ , vertreten durch Rechtsanwalt Roland Metzger, Obertorplatz 7, 4310 Rheinfelden, Beschuldigter Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gegenstand Mehrfache Schändung, eventualiter mehrfache sexuelle Belästigung (Berufung der Privatklägerin und Anschlussberufung der Staatsan- waltschaft Basel -Landschaft gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 18. November 2014) A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 18. November 2014 wurde B.____ vom Vorwurf der mehrfachen Schändung, eventualiter der mehrfachen sexuellen Belästigung freige- sprochen. Infolgedessen wurde die Zivilklage der Pr ivatklägerin A.____ betreffend Schadener- satz in der Höhe von CHF 259.-- sowie Genugtuung in der Höhe von CHF 3'000.-- abgewiesen. Ausserdem wurde B.____ gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung in der Höhe von CHF 9'547.40 zugesprochen. Schliesslich gi ngen die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens in der Höhe von CH F 1'378.-- sowie der Gerichtsgebühr in der Höhe von CHF 6'000.--, zu Lasten des Staates. A uf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, sowei t erforderlich, im Rahmen der Erwägun- gen eingegangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 18. Novembe r 2014 meldete die Privatklägerin mit Datum vom 28. November 2014 die Berufung an und bea ntragte sodann in ihrer Berufungser- klärung vom 7. Januar 2015, es sei der Beschuldigte der Schändung (recte: der mehrfachen Schändung), eventualiter der mehrfachen sexuellen B elästigung schuldig zu sprechen und an- gemessen zu bestrafen. Ausserdem sei der Beschuldig te zur Zahlung einer Entschädigung von CHF 259.-- sowie einer Genugtuung von CHF 3'000.-- zu verurteilen. Des Weiteren sei bezüg- lich ihrer Person ein Glaubwürdigkeitsgutachten zu erstellen, und es sei ihr für das Berufungs- verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähr en. In ihrer Berufungsbegründung vom 27. Februar 2015 hielt die Privatklägerin an ihren bereits gestellten Rechtsbegehren fest. C. Die Staatsanwaltschaft erklärte am 23. Januar 2015 die Anschlussberufung und stellte dabei den Antrag, es sei der Beschuldigte der mehrfachen Schändung schuldig zu erklären und zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 14 Monaten, bei einer Probezeit von drei Jah- ren, zu verurteilen. Im Sinne eines Verfahrensantra gs wurde begehrt, es seien ihr Kopien der Parteivorträge und des Protokolls der Verhandlung vor der Vorinstanz zuzustellen. In Bezug auf den Beweisantrag der Privatklägerin wurde dargelegt , dass die Erstellung eines Glaubwürdig- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht keitsgutachtens als nicht notwendig erachtet werde. In ihrer Anschlussberufungsbegründung vom 24. Februar 2015 wiederholte die Staatsanwaltsc haft ihr bereits in der Anschlussberu- fungserklärung vorgebrachtes Rechtsbegehren. D. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft , Abteilung Strafrecht, vom 9. Februar 2015 wurde der Antrag der Berufungskläge rin, es sei ein Gutachten zur Beurteilung der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen in Auftrag zu ge ben, gestützt auf Art. 139 Abs. 2 StPO ab- gewiesen; des Weiteren wurde ihr die unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren bewilligt, und es wurden der Staatsanwaltschaft das Protokoll der vorinstanzlichen Verhandlung mitsamt Kopien der Parteivorträge zugestellt. Mit V erfügung des Kantonsgerichts vom 4. März 2015 wurden sodann der Beschuldigte, die Privatkläg erin und die Staatsanwaltschaft verpflich- tet, vor dem Kantonsgericht persönlich zu erscheine n. Schliesslich wurde mit Verfügung vom 28. April 2015 die Verhandlung vom 18. Mai 2015 ges tützt auf ein Verschiebungsgesuch der Privatklägerin vom 27. April 2015 abgeboten und neu angesetzt. E. Anlässlich der heutigen mündlichen Hauptverhandlun g vor dem Kantonsgericht sind der Beschuldigte mit seinem Rechtsvertreter, die Privatklägerin mit ihrer Rechtsvertreterin sowie die Vertreterin der Staatsanwaltschaft anwesend. Auf die Depositionen der Anwesenden wird eben- falls, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Erwägungen 1. Formalien Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgeric hts Basel-Landschaft, Abteilung Straf- recht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vor liegenden Berufung und der Anschlussberu- fung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sow ie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gege n Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de- nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsv erletzungen, einschliesslich Überschrei- tung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigeru ng und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sac hverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend über- prüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 A bs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Be- rufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Ta gen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsge richt innert 20 Tagen seit der Zustel- lung des begründeten Urteils eine schriftliche Beru fungserklärung einzureichen. Die Anschluss- berufung ist Art. 401 Abs. 1 StPO folgend gestützt auf die sinngemässe Anwendung von Art. 399 Abs. 3 und Abs. 4 StPO innerhalb von 20 Ta gen seit Zustellung der Berufungserklä- rung schriftlich anzumelden. Die Legitimation der S taatsanwaltschaft zur Ergreifung des Rechtsmittels wird in Art. 381 Abs. 1 StPO und diej enige der Privatklägerin in Art. 382 Abs. 1 und Abs. 2 StPO normiert. Nachdem in casu das angef ochtene Urteil ein taugliches Anfech- tungsobjekt darstellt, sowohl die Staatsanwaltschaf t als auch die Privatklägerin berufungslegiti- miert sind, zulässige Rügen erheben und die Rechtsm ittelfristen gewahrt haben sowie der Er- klärungspflicht nachgekommen sind, ist im Folgenden ohne Weiteres auf die beiden Rechtsmit- tel einzutreten. 2. Stellungnahmen der Parteien 2.1 Die Privatklägerin führt zur Begründung ihrer Beru fung im Wesentlichen aus, die Tatsa- che, wonach sie sich nicht gut an Zeitpunkte und Ze iträume zu erinnern vermöge, habe sich bereits in der ersten Einvernahme gezeigt und sich durch das ganze Verfahren gezogen. So könne sie den zeitlichen Ablauf der Physiotherapie nicht ansatzweise rekonstruieren, sie wisse nicht, wann die Sitzungen angefangen hätten, wie vi ele Sitzungen sie gehabt habe und wann diese stattgefunden hätten. Gerade was diese Daten der Behandlung im Allgemeinen betreffe, habe sie keinerlei Grund, unpräzise oder gar falsch e Angaben zu machen. Da ihre zeitlichen Angaben generell und nicht nur in Bezug auf die Übergriffe unklar seien, sei es ein unzulässiger Schluss, ihre Aussagen in Bezug auf die Übergriffe als nicht glaubhaft einzustufen. Auch wenn es erstaune, dass sie die Behandlung nicht nach dem ersten Übergriff abgebrochen und sich einen anderen Therapeuten gesucht habe, so sei dari n eine Besonderheit zu erblicken, welche klar gegen eine erfundene Geschichte spreche. Abges ehen davon habe sie einfach einige Zeit gebraucht, um sich über das Vorgefallene klar zu werden. Auch sei sie kein Typ, der einfach auf den Tisch klopfen könne, vielmehr habe sie versucht , sich höflich auszudrücken. Dies ändere aber nichts daran, dass die Übergriffe gegen ihren Willen erfolgt seien. Widersprüche in ihren Aussagen fänden sich nur in Details, wobei sich erfahrungsgemäss mit dem Zeitablauf die Erin- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nerung verändere. Insgesamt erschienen ihre Aussage n als ausführlich, detailliert und plausi- bel, weshalb darauf abzustellen sei. 2.2 Die Staatsanwaltschaft ist im Wesentlichen der Ans icht, entgegen den Ausführungen der Vorinstanz sei nicht ersichtlich, inwiefern die Aus sagen des Beschuldigten besonders glaubhaft sein sollten, nachdem dieser lediglich die angeklag ten Handlungen bestritten und nie ein Kern- geschehen geschildert habe, welches auf Widersprüch e hätte analysiert werden können. Auf der anderen Seite seien die angeblichen Widersprüch e der Privatklägerin nur vermeintlich vor- handen. Es sei zwar richtig, dass die Privatklägeri n bezüglich ihrer zeitlichen Angaben nicht sehr präzis gewesen sei und sich auch geirrt habe, allerdings würden diese Irrtümer nicht das Kerngeschehen und damit keinen wesentlichen Teil ihrer Aussagen betreffen, weshalb sie nicht geeignet seien, ihre Glaubwürdigkeit in Zweifel zu ziehen. Abgesehen davon habe sie das Kerngeschehen konstant, in sich stimmig und authent isch geschildert, wobei die zweite Einver- nahme durch die Staatsanwaltschaft viel umfassender und detaillierter gewesen sei als diejeni- ge durch die Polizei. Diesbezüglich sei darauf hinz uweisen, dass die spontane Verbesserung der eigenen Aussage als Realkennzeichen gelte und d amit gerade für die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin spreche. Des Weiteren zeige die Ents tehungsgeschichte der Anzeige, dass sie erst nach längerer Zeit und Selbstzweifeln bezüglich eines allfälligen eigenen Schuldanteils, wie sie bei Opfern von Sexualdelikten verbreitet seien, zu diesem Entschluss gekommen sei, was ein zusätzliches Indiz für die Glaubhaftigkeit ihre r Aussagen darstelle. Hinsichtlich der Verhal- tensweisen der Privatklägerin sei es als gerichtsno torisch zu bezeichnen, dass es kein typi- sches Opferverhalten gebe und keine Aussagen bezüglich eines sogenannt "normalen" oder zu "erwartenden" Verhaltens gemacht werden könnten. Au sserdem habe die Privatklägerin ihr Verhalten in verständlicher Art und Weise zu erklär en vermögen, wodurch dieses als durchaus nachvollziehbar erscheine. Auch aus den SMS, welche die Privatklägerin dem Beschuldigten geschrieben habe, lasse sich nichts ableiten, was ihre Glaubwürdigkeit in Zweifel ziehen würde, diese entsprächen vielmehr den Höflichkeitsformen und ihrem angepassten sozialen Verhalten. Schliesslich würden die Aussagen der Privatklägerin auch durch diejenigen der Zeugin C.____ gestützt, welcher sie dasselbe anvertraut habe wie später den Strafverfolgungsbehörden. Zu- sammenfassend seien damit die Aussagen der Privatkl ägerin konstant, authentisch, logisch konsistent und bezüglich Kerngeschehen so detaillie rt, wie es dem tatsächlichen Handlungsab- lauf entspreche, womit sie mehrere Realkennzeichen aufweisen würden und dadurch deutlich glaubhafter seien als die Depositionen des Beschuldigten, welcher sich darauf beschränke, den vorgeworfenen Sachverhalt zu bestreiten und nicht b ewiesene Schutzbehauptungen aufzustel- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht len. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung habe die Privatklägerin zwar die Handlungen anders geschildert als bisher, es sei aber davon au szugehen, dass sie diese miteinander ver- wechselt habe, zumal sie mit der heutigen Einvernah me insgesamt viermal befragt worden sei und die angeklagten Übergriffe sich bereits vor meh r als drei Jahren zugetragen hätten. Auch wenn die Privatklägerin Mühe habe, sich klar auszud rücken, sei sie keine Person, die verschla- gen genug wäre, um solche Anschuldigungen zu erfind en, weshalb trotz allfälliger Widersprü- che ihre Aussagen deutlich glaubhafter seien als diejenigen des Beschuldigten. 2.3 Demgegenüber legt der Beschuldigte im Wesentlichen dar, die Einwendungen der Beru- fungsklägerinnen gegen das erstinstanzliche Urteil vermöchten nicht zu überzeugen. Nachdem sich gar nie ein Kerngeschehen in Bezug auf die ink riminierten Tatbestände ereignet habe, ha- be er konsequenterweise zu den Vorhaltungen auch ke ine nähere Stellung beziehen können. Die Privatklägerin sei nicht nur in ihrer zeitliche n Orientierung bezüglich der Therapiesitzungen unpräzise, sie habe die angeblichen Übergriffe auch nicht in einen zeitlichen Kontext zu Ereig- nissen in ihrem Privatleben setzen können, obwohl e s keine aktenkundigen Hinweise gebe, dass sie generell Mühe habe mit der Fähigkeit zur z eitlichen Einordnung und Erinnerung an bestimmte Vorkommnisse. Ebenso wenig existiere in den Akten zum Zeitpunkt des angeblichen ersten Übergriffs im Mai 2012 eine SMS mit dem beha upteten Inhalt, wonach das, was passiert sei, für die Privatklägerin nicht gestimmt habe. Hi ngegen finde sich in den Akten eine SMS der Privatklägerin vom 24. Mai 2012, wobei diese bis he ute keinen Grund für das Smiley am Ende des Textes habe angeben können. Bezüglich des Kerng eschehens seien die Aussagen der Privatklägerin sehr oberflächlich und widersprüchli ch. So habe sie anlässlich der heutigen Ver- handlung behauptet, der Beschuldigte habe sie nach dem zweiten Übergriff nicht weiter behan- delt, früher habe sie aber dargelegt, die Therapie sei zu Ende geführt worden. Ebenso habe sie heute ausgesagt, beide Übergriffe seien in der Bauchlage passiert, bisher habe sie aber ausge- führt, einmal sei es in Bauch- und einmal in Rückenlage passiert. Des Weiteren hätte sie keinen Grund gehabt, bei den angeblichen Übergriffen jewei ls "stopp" zu rufen, wie sie dies mehrfach behauptet habe, wenn sie die Handlungen nicht von A nfang an als sexuell motiviert eingestuft hätte. Gleichermassen hätte der Beschuldigte keinen Grund gehabt, sich angeblich zu ent- schuldigen, wenn es sich nicht um sexuelle Handlung en gehandelt haben soll. Im Widerspruch dazu werde aber das Verhalten der Privatklägerin da mit erklärt, dass diese die angeblichen sexuellen Handlungen zuerst gar nicht richtig habe einordnen können. Es sei als lebensfremd einzustufen, wenn sich das angebliche Opfer nach ei nem Übergriff nochmals freiwillig in die gleiche Situation begebe, zumal die Privatklägerin mit der neuen Verordnung zu irgendeinem Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht anderen Therapeuten hätte gehen können. Die Aussage n der Privatklägerin seien nicht nur in sich selbst widersprüchlich, sie stünden auch im Wi derspruch zu denjenigen der Zeugin C.____. So habe die Zeugin deponiert, dass sie eine r Patientin nie sagen würde, was diese zu tun habe. Insgesamt seien die Aussagen der Privatkl ägerin wenig überzeugend bzw. teilweise schlicht widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. 3. Beweiswürdigung 3.1 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art . 10 Abs. 2 StPO) hat das urteilen- de Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seine r persönlichen Überzeugung aufgrund ge- wissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Ge- richt trifft sein Urteil unabhängig von der Zahl de r Beweismittel, welche für eine bestimmte Tat- sache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Form des Beweismittels (R OBERT HAUSER /E RHARD SCHWERI /K ARL HARTMANN , Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Ba sel 2005, § 54 N 3 f., mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtliche n Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV (bzw. Art. 4 aBV) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime „in dubio pro reo“ bis zum gesetzlichen Nachweis se iner Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig i st (Art. 10 Abs. 1 StPO). Als Beweiswürdi- gungsregel besagt die Maxime ausserdem, dass sich d er Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objek- tiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sac hverhalt so verwirklicht hat (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Be- schuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und abso lute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unter drückende Zweifel handeln, d.h. um sol- che, die sich nach der objektiven Sachlage aufdräng en (BGE 124 IV 87 E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Insgesamt steht dem Sachgericht im Bereich der Beweiswürdigung praxisge- mäss ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132 E. 4.2; 129 IV 6 E. 6.1). Nach der Praxis des Bundesgerichts (vgl. zum Ganzen BGer 6B_298/2010 vom 30. November 2010 E. 2.2 f.) ist die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen primär Sache des Gerichts. Eine Glaubwürdigkeitsbegutachtung durch eine sachve rständige Person drängt sich nur bei Vorliegen besonderer Umstände auf. Bei der Abklärun g des Wahrheitsgehalts von Zeugenaus- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sagen hat sich die sogenannte Aussageanalyse weitge hend durchgesetzt. Nach dem empiri- schen Ausgangspunkt der Aussageanalyse erfordern wa hre und falsche Schilderungen unter- schiedliche geistige Leistungen. Überprüft wird dab ei in erster Linie die Hypothese, ob die aus- sagende Person unter Berücksichtigung der Umstände, der intellektuellen Leistungsfähigkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne rea len Erlebnishintergrund machen könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Weise vorgenomme n, dass das im Rahmen eines hypothe- sengeleiteten Vorgehens durch Inhaltsanalyse (aussa geimmanente Qualitätsmerkmale, soge- nannte Realkennzeichen) und Bewertung der Entstehun gsgeschichte der Aussage sowie des Aussageverhaltens insgesamt gewonnene Ergebnis auf Fehlerquellen überprüft und die per- sönliche Kompetenz der aussagenden Person analysier t werden. Bei der Glaubhaftigkeitsbe- gutachtung ist immer davon auszugehen, dass die Aus sage auch nicht realitätsbegründet sein kann. Ergibt die Prüfung, dass diese Unwahrhypothes e (Nullhypothese) mit den erhobenen Fakten nicht mehr in Übereinstimmung stehen kann, s o wird sie verworfen. Es gilt dann die Al- ternativhypothese, dass die Aussage wahr sei (BGE 1 33 I 33 E. 4.3, 129 I 49 E. 5, je mit Hin- weisen). Erforderlich ist dafür besonders auch die Analyse der Entstehungs- und Entwicklungs- geschichte der Aussage (Aussagegenese). Streng abge grenzt werden die allgemeine Glaub- würdigkeit, die sich auf die Person bezieht, und di e Glaubhaftigkeit, die nur gerade die spezifi- sche Aussage betrifft und eigentlicher Gegenstand d er aussagepsychologischen Begutachtung ist. Mit Hilfe der Realkennzeichen, die inhaltliche Qualitäten einer Aussage beschreiben, wird versucht, zwischen realitäts- oder erlebnisbegründe ten und phantasierten Aussagen zu diffe- renzieren (BGE 128 I 81 E. 2, mit Hinweisen). 3.2 Im vorliegenden Fall sind bei der Prüfung des mass geblichen Sachverhaltes die Aussa- gen der Privatklägerin und des Beschuldigten im Rah men des Untersuchungsverfahrens (act. 5 ff., 53 ff., 71 ff., 119 ff.), anlässlich d er erstinstanzlichen Verhandlung vor dem Strafge- richt (act. 287 ff.) sowie anlässlich der heutigen Parteiverhandlung vor dem Kantonsgericht (Protokoll KG) zu würdigen. Hinzu kommen die Strafa nzeige der Privatklägerin (act. 43 ff.), de- ren unbestrittenes Verhalten während und nach den inkriminierten Handlungen, die Auswertung des Mobiltelefons des Beschuldigten (act. 153 ff.) sowie die Depositionen der Zeugin C.____ (act. 181 ff.). Zufolge des Fehlens objektiver Beweise stehen primä r die Würdigung der Aussagen und des Aussageverhaltens der Privatklägerin und des Beschu ldigten sowie deren Verhaltens im Allge- meinen im Zentrum. Hierbei ist in einem ersten Schr itt festzustellen, dass die Aussagen des Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschuldigten in ihrer Gesamtheit als inhaltlich kohärent, im Vergleich mit den früheren Deposi- tionen gleichbleibend und plausibel und demnach in der Folge als glaubhaft zu bezeichnen sind. Dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft, wonach de r Beschuldigte lediglich die angeklagten Handlungen bestritten und nie ein Kerngeschehen geschildert habe, lässt sich entgegnen, dass sich nach dessen Darstellung der inkriminierte Sach verhalt gar nicht zugetragen hat, womit konsequenterweise auch kein Kerngeschehen vorliegt, zu welchem er näher Stellung hätte be- ziehen können. Bemerkenswert und für das Kantonsger icht nicht ohne Weiteres nachvollzieh- bar ist diesbezüglich zwar der Umstand, dass der Be schuldigte sich anlässlich der Berufungs- verhandlung auf die Fragen des Gerichts teilweise s chwer tut mit den entsprechenden Antwor- ten. Dieses sich nicht vollumfänglich frei von Zwei feln präsentierende Aussageverhalten lässt zumindest die Möglichkeit, dass zwischen ihm und de r Privatklägerin anlässlich einzelner The- rapiesitzungen etwas vorgefallen sein könnte, was d en üblichen Rahmen einer Physiotherapie- sitzung überschritten hat, nicht gänzlich von der H and weisen. Ungeachtet dessen können sich aber die von ihm zu den angeklagten Vorwürfen vorge brachten Antworten im Rahmen der Be- weiswürdigung inhaltlich nicht zu seinen Lasten aus wirken, nachdem die Aussagen des Be- schuldigten nachvollziehbar, mehrheitlich stimmig u nd konstant sowie mit keinen wesentlichen Widersprüchen behaftet sind und darüber hinaus auch seine Erklärungen zum möglichen Grund der Anzeige, wonach die Privatklägerin gefühlsmässi g mehr für ihn empfunden habe, nicht als lebensfremd zu bezeichnen sind. Gleiches gilt in an aloger Weise für das aktenmässig doku- mentierte allgemeine Verhalten des Beschuldigten. Dies hat zur Folge, dass in einem zweiten und massg eblichen Schritt die Depositionen der Pri- vatklägerin einer Prüfung zu unterziehen sind. In diesem Zusammenhang ist bei der Würdigung der sogenannten Realkennzeichen festzustellen, dass die Aussagen der Privatklägerin im rele- vanten Kernbereich als vage, detailarm und vor allem unbeständig erscheinen. Es fällt auf, dass diese durchaus in der Lage ist, ihre Sichtweise und Empfindungen zusammenhängend zu schildern, soweit es sich dabei nicht um den eigent lichen Kernbereich handelt. Im Kernbereich hingegen fehlt der erlebnisbasierte Bezug, wie beis pielsweise sensorische Eindrücke, und es sind Störungen in ihrer Darstellung erkennbar, welc he sich nicht allein auf allfällige Schamge- fühle zurückführen lassen. Des Weiteren liegen zwar Interaktionsschilderungen vor, wie die Wiedergabe von Gesprächen während der angeblichen Übergriffe oder die Darlegung, was sich in den einzelnen Therapiesitzungen nach den inkrimi nierten Ereignissen ereignet haben soll, allerdings werden diese in den verschiedenen Einver nahmen sehr unterschiedlich wiedergege- ben. So hat die Privatklägerin beispielsweise anläs slich ihrer Einvernahme durch die Staatsan- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht waltschaft vom 18. Dezember 2012 ausgeführt, der Be schuldigte habe sie nach dem ersten Vorfall noch ca. 5-10 Minuten weiter massiert, bevo r sie gegangen sei (act. 125). Demgegen- über hat sie sowohl vor dem Strafgericht (act. 301) als auch vor dem Kantonsgericht (Protokoll KG S. 5) dargelegt, die Therapiesitzung sei nach de m Vorfall sofort beendet worden. Unklar ist des Weiteren, ob der Beschuldigte bei der Privatklä gerin vor dem ersten angeblichen Vorfall eine Nackenmassage durchgeführt hat oder nicht. Wäh rend in der ersten Einvernahme durch die Polizei Basel-Landschaft, Stützpunkt X.____, vo m 25. September 2012 (act. 53 ff.) noch keine Rede von einer solchen Massage ist, wird dies e Sachverhaltsvariante erstmals anlässlich der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft geschi ldert (act. 123). Von Bedeutung ist so- dann, dass die Privatklägerin anlässlich der heutigen Verhandlung zu Protokoll gegeben hat, sie sei beim zweiten angeblichen Übergriff wie beim ers ten auf dem Bauch gelegen (Protokoll KG S. 5 und S. 8), während sie in ihren früheren Depos itionen ausgesagt hat, sie sei beim zweiten Fall auf dem Rücken gelegen (act. 127). Da auch die Anklageschrift bezüglich des zweiten an- geklagten Vorfalls davon ausgeht, dass die Privatkl ägerin auf Grund ihrer Rückenlage ihren eigenen Schambereich nicht habe einsehen können, er scheint es nach der heutigen Sachver- haltsschilderung durch die Privatklägerin bereits a us formellen Gründen zumindest als fraglich, ob in Beachtung des Akkusationsprinzips gestützt au f die Anklageschrift eine Verurteilung in diesem Punkt überhaupt möglich wäre. Diese Frage ka nn allerdings angesichts des vorliegen- den Verfahrensausgangs offengelassen werden. Die im Zusammenhang mit den zu würdigen- den Realkennzeichen von der Privatklägerin ebenfall s vorgebrachten eigenen psychischen Vorgänge, wie insbesondere das Unvermögen, im erste n Moment richtig zu realisieren, was sich eigentlich zugetragen habe (act. 57, Protokoll KG S. 6) stehen sodann im Widerspruch zu ihrem angeblichen Verhalten, wonach sie nach den jeweiligen Übergriffen sofort "stopp" gerufen und die Massage unter- bzw. abgebrochen haben will (act. 57, Protokoll KG S. 6). Das Kan- tonsgericht gesteht der Privatklägerin durchaus zu, dass weder eine Motivation für eine falsche Anschuldigung noch eine solche für eine grundlose I nanspruchnahme der Körpertherapie er- sichtlich sind, woraus sich ableiten lässt, dass au s ihrer Sicht tatsächlich etwas vorgefallen ist, das sie subjektiv als belastend empfunden hat, mögl icherweise als Verstoss gegen ihr sexuel- les Selbstbestimmungsrecht. Dies bedeutet aber nich t, dass diese subjektive Wahrheit mit dem tatsächlich Vorgefallenen korrespondiert und darübe r hinaus von strafrechtlicher Relevanz ist. In diesem Zusammenhang hat denn auch die Zeugin C._ ___ deponiert, die Privatklägerin sei mit Symptomen zu ihr gekommen, welche auf eine gren zverletzende Erfahrung hingedeutet hätten (act. 185). Abgesehen von dieser subjektiven und nicht im eigentlichen Sinne medizi- nisch begründeten Einschätzung stellen die weiteren Ausführungen der Zeugin aber lediglich Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wiedergaben davon dar, was ihr von Seiten der Priva tklägerin zugetragen worden ist. Insofern mögen die Depositionen der Zeugin aus ihrer Perspek tive richtig sein, sie sind jedoch nicht ge- eignet, etwas über den Wahrheitsgehalt der Aussagen der Privatklägerin auszusagen. In einem dritten Schritt muss auch das allgemeine V erhalten der Privatklägerin bezüglich der dem Beschuldigten vorgeworfenen Delikte als unstimm ig qualifiziert werden. Es erscheint zwar als verständlich, dass eine Person während einer Befragung aufgrund ihrer Nervosität Mühe mit der zeitlichen Orientierung aufweisen kann, es ist aber nur schwer nachvollziehbar, dass sie auch bei der Anzeigeerstattung, welche die Privatkl ägerin nach eigenen Angaben erst nach reiflicher Überlegung vorgenommen hat, das angeblic h Geschehene zeitlich in keiner Weise einordnen kann. So gibt sie bei der Polizei am 25. September 2012 als Deliktsdatum den Zeit- raum zwischen dem 1. Juli 2012 und dem 31. August 2 012 an, obwohl der erste Übergriff be- reits im Mai 2012 stattgefunden haben soll (act. 43 ). Auch sind keine Hinweise aktenkundig, wonach die Privatklägerin eine generelle Unfähigkei t zur zeitlichen Einordnung aufweisen wür- de, immerhin hat sie das letzte Gespräch mit dem Be schuldigten ziemlich genau und zutreffend auf Ende August 2012 eingrenzen können (act. 59). Ausserdem zeigt die Anfrage der Privatklä- gerin an den Beschuldigten lediglich einen Tag nach der Anzeigeerstattung, dass die inkrimi- nierten Vorfälle offenbar nicht einschneidend genug gewesen sind, um von einer neuerlichen Kontaktaufnahme zwecks Erhalts eines Kärtchens zur Vergünstigung des Abonnements im Fit- nesscenter abzusehen. Gleichermassen ist es wenig v erständlich, dass die Privatklägerin trotz des für sie subjektiv belastenden ersten Geschehnisses aus freien Stücken die Therapie fortge- führt und sich dabei freiwillig wieder in die gleic he Situation wie beim angeblichen ersten Vorfall begeben hat. Sollte es tatsächlich zu einem sexuell en Übergriff gekommen sein, wäre viel eher zu erwarten gewesen, dass die dabei entstandenen negativen Gefühle die Bequemlichkeit, sich einen neuen Therapeuten suchen zu müssen, überwogen hätten. Dies muss umso mehr gelten, als die Privatklägerin bei der Befragung durch die Polizei ausgeführt hat, dem Beschuldigten angeboten zu haben, sich einen neuen Physiotherapeu ten zu suchen, soweit er ein Problem damit habe, sie zu behandeln (act. 57). Für das Kan tonsgericht ist nicht nachvollziehbar, wes- halb ein allfälliges Problem des Beschuldigten hinsichtlich der Fortführung der Therapie eher zu einem Wechsel des Therapeuten hätte führen sollen a ls der inkriminierte sexuelle Übergriff und die daraus entstandenen Probleme für die Privatkläg erin selbst. Als klares Indiz gegen einen sexuellen Übergriff muss schliesslich das SMS vom 24. Mai 2012 (act. 163) bezeichnet werden. Nicht nur schreibt die Privatklägerin in diesem SMS zwei Tage nach dem angeblichen ersten Vorfall, sie geniesse die Freundschaft zwischen ihr und dem Beschuldigten und hoffe, dass die- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ser gleicher Meinung sei, sondern sie schliesst die ses SMS mit einem Smiley, was als ausser- gewöhnlich bezeichnet werden muss, da dies – wie di e Auswertung des Mailverkehrs zwischen den beiden ergeben hat – keineswegs ihrer generelle n Höflichkeitsform entsprochen hat. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die zu würdigenden Beweismittel und Indizien in Nachachtung der Maxime "in dubio pro reo" nicht gee ignet sind, die bestehenden Zweifel am inkriminierten Sachverhalt zu beseitigen, insbesond ere lässt sich die bei der Aussageanalyse zu Beginn gestellte Nullhypothese – d.h. die Annahm e, dass die Opferaussagen nicht realitäts- begründet sind – angesichts der fehlenden Konstanz und Qualität der Aussagen der Privatklä- gerin nicht umstossen. Dies hat zur Konsequenz, das s auf die Darlegungen des Beschuldigten abzustellen und diesen folgend das angefochtene Urt eil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 18. November 2014 in Abweisung der Berufung der Privatklägerin und der Anschlussberu- fung der Staatsanwaltschaft im Hinblick auf den Fre ispruch vom Vorwurf der mehrfachen Schändung, eventualiter der mehrfachen sexuellen Belästigung vollumfänglich zu bestätigen ist. 4. Strafzumessung und Entschädigungsforderungen der Pr ivatklägerin und des Be- schuldigten Angesichts des mit vorliegendem Urteil zu bestätige nden Freispruchs des Beschuldigten vom Vorwurf der mehrfachen Schändung, eventualiter der mehrfachen sexuellen Belästigung hat das Kantonsgericht keine Veranlassung, hinsichtlich der Strafzumessung und der Entschädi- gungsforderungen der Privatklägerin etwas am angefo chtenen Urteil zu ändern. Auf die nach dem erstinstanzlichen Urteil beim Strafgericht eing ereichte und von diesem weitergeleitete, nicht substantiierte Entschädigungsforderung des Be schuldigten vom 17. Dezember 2014 wird im vorliegenden Verfahren zufolge fehlender Zuständ igkeit des Kantonsgerichts nicht eingetre- ten. 5. Kostenentscheid des Kantonsgerichts Bei diesem Verfahrensausgang – indem sowohl die Ber ufung der Privatklägerin als auch die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft in Bestäti gung des angefochtenen Urteils vollum- fänglich abgewiesen werden – gehen nach Art. 428 Ab s. 1 StPO die ordentlichen Kosten des Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 9'200.-- (b einhaltend eine Gebühr von CHF 9'000.-- sowie Auslagen von CHF 200.--) im jeweils hälftigen Umfang (= CHF 4'600.--) zu Lasten des Staates und der Privatklägerin, wobei der Anteil de r Privatklägerin zufolge Bewilligung der un- entgeltlichen Rechtspflege ebenfalls vom Staat zu t ragen ist. Des Weiteren wird B.____ eine Parteientschädigung gemäss der Honorarnote seines R echtsvertreters in der Höhe von CHF 3'533.35 (inklusive 6 Stunden Aufwand für die H auptverhandlung vor dem Kantonsgericht, CHF 63.10 Auslagen und CHF 261.75 Mehrwertsteuer) z u Lasten des Staates zugesprochen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wird schliesslich der Rechtsvertreterin der Privatklägerin, Advokatin Susanne Ackermann, ebenfa lls zu Lasten des Staates ein Honorar gemäss ihrer Honorarnote in der Höhe von CHF 2'433. 25 (inklusive 3 ¾ Stunden Aufwand für die Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht, CHF 53 .-- Auslagen und CHF 180.25 Mehr- wertsteuer) ausgerichtet. In Bezug auf die erstinstanzlichen Verfahrenskosten und deren Vertei- lung erübrigen sich angesichts des zu bestätigenden vorinstanzlichen Urteils an vorliegender Stelle weitergehende Ausführungen. Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landscha ft vom 18. November 2014, lautend: "1. B.____ wird vom Vorwurf der mehrfachen Schändun g, even- tualiter mehrfachen sexuellen Belästigung freigesprochen. 2. Die Zivilklage von A.____ betreffend Schadenersa tz in der Höhe von Fr. 259.-- sowie Genugtuung in der Höhe vo n Fr. 3'000.-- wird abgewiesen. 3. B.____ wird gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Ent- schädigung in der Höhe von Fr. 9'547.40 zugesprochen. 4. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten d es Vorver- fahrens in der Höhe von Fr. 1'378.-- sowie der Geri chtsgebühr von Fr. 6'000.--, gehen zulasten des Staates. Wird mangels Berufung keine nachträgliche schriftl iche Ur- teilsbegründung ausgefertigt, wird die Gerichtsgebü hr auf Fr. 3'000.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 und 2 GebT)." Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht wird in Abweisung sowohl der Berufung der Privatklä gerin als auch der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft vollum fänglich be- stätigt . Auf die Entschädigungsforderung des Beschuldigten v om 17. Dezember 2014 wird nicht eingetreten . II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahren s in der Höhe von CHF 9'200.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 9'000 .-- sowie Auslagen von CHF 200.--) gehen im jeweils hälftigen Umfang (CHF 4'600.--) zu Lasten des Staates und der Privat klägerin, wobei der Anteil der Privatklägerin zufolge Bewilligung d er unentgeltlichen Rechtspflege ebenfalls vom Staat zu tragen ist. III. B.____ wird eine Parteientschädigung in der Hö he von CHF 3'533.35 (inklusive Auslagen und CHF 261.75 Meh rwertsteuer) zu Lasten des Staates zugesprochen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspfleg e wird der Rechtsvertreterin der Privatklägerin, Advokatin Sus anne Acker- mann, ein Honorar in der Höhe von CHF 2'433.25 (ink lusive Ausla- gen und CHF 180.25 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausge- richtet. Präsident Enrico Rosa Gerichtsschreiber Pascal Neumann