<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2006.00016</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205900&amp;W10_KEY=13013562&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2006.00016</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.06.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 19.01.2007 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2002</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Massgeblichkeit der Handelsbilanz/Auflösung von Rückstellungen Die Rechtskraft einer Einschätzung erstreckt sich zwar nicht auf die zugrunde liegende Handels- und Steuerbilanz. Entgegen der Auffassung der Pflichtigen kann sie jedoch nicht nach Belieben im Folgejahr auf die von ihr deklarierte Rückstellung zurückkommen und durch Einreichen einer nachträglich erstellten Steuerbilanz das Ausmass der Rückstellungen korrigieren. Weil die ursprüngliche Deklaration für das Steuerjahr 2000 nicht handelsrechtswidrig erstellt worden ist, liegt gerade kein Grund vor, der aus steuerrechtlicher Sicht ein Eingreifen in die Handelsbilanz 2000 der Pflichtigen erfordern würde, wie dies etwa bei einem verschleppten Bilanzierungsfehler der Fall wäre. Eine Berechtigung zur Korrektur der Rückstellung lässt sich auch nicht aus dem Umstand ableiten, dass die Einschätzung 2000 auf Null lautete. Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFLÃSUNG">AUFLÃSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: BESTEUERUNG DER JURISTISCHEN PERSONEN">BESTEUERUNG DER JURISTISCHEN PERSONEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BILANZIERUNGSFEHLER">BILANZIERUNGSFEHLER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISPOSITIV">DISPOSITIV</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HANDELSBILANZ">HANDELSBILANZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MASSGEBLICHKEIT DER HANDELSBILANZ">MASSGEBLICHKEIT DER HANDELSBILANZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHLASSLIQUIDATION">NACHLASSLIQUIDATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSKRAFT">RECHTSKRAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKSTELLUNG">RÃCKSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERBILANZ">STEUERBILANZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERLUSTVERRECHNUNG">VERLUSTVERRECHNUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 64 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 64 Abs. I lit. b Ziff. 2 StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2006 Nr. 88</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die A AG in Nachlassliquidation wies in ihrer SteuererklÃ¤rung 2002 bei einem negativen Eigenkapital einen Reingewinn gemÃ¤ss Erfolgsrechnung von Fr. â¦ aus. Unter BerÃ¼cksichtigung von geschÃ¤ftsmÃ¤ssig nicht begrÃ¼ndeten RÃ¼ckstellungen im Betrag von Fr. â¦ und der AuflÃ¶sung versteuerter stiller Reserven von Fr. â¦ deklarierte sie einen "Reingewinn Gesamt" von Fr. â¦ Hiervon abweichend schÃ¤tzte der SteuerkommissÃ¤r die Pflichtige am 9. MÃ¤rz 2004 bei einem Kapital von Fr. 0.- mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. â¦ ein. Dabei verweigerte er die AuflÃ¶sung versteuerter stiller Reserven und berÃ¼cksichtigte aber die der Pflichtigen anfallenden Steuern.</p> <p class="Sachverhalt2">Eine hiergegen erhobene Einsprache wies das kantonale Steueramt am 5. August 2004 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Am 14. September 2004 gelangte die Pflichtige an die Steuerrekurskommission I sinngemÃ¤ss mit dem Antrag auf EinschÃ¤tzung gemÃ¤ss Deklaration. Mit Entscheid vom 23. Dezember 2005 wies die Steuerrekurskommission I das Rechtsmittel ebenfalls ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerde vom 21. Februar 2006 liess die Pflichtige dem Verwaltungsgericht sinngemÃ¤ss die Aufhebung des Entscheids der Vorinstanz sowie die RÃ¼ckweisung ins Einspracheverfahren "zur allfÃ¤lligen Zusatzuntersuchung und zum Neuentscheid" beantragen, eventualiter sei der steuerbare Reingewinn von Fr. â¦ auf Fr. â¦ herabzusetzen. Ausserdem verlangte sie die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Sachverhalt2">WÃ¤hrend die Vorinstanz auf Vernehmlassung verzichtete, beantragte der Beschwerdegegner Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten der Pflichtigen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die Steuerpflicht der juristischen Person beginnt mit ihrer GrÃ¼ndung (§ 59 Abs. 1 StG) und endet mit dem Abschluss der Liquidation (§ 59 Abs. 2 StG). Letzteres ist dann der Fall, wenn alle wesentlichen Liquidationshandlungen durchgefÃ¼hrt sind (BGr, 21. Juni 1995, ASA 65 [1996/97], 558 ff. = StE 1996 B 71.4 Nr. 5). GemÃ¤ss § 83 Abs. 2 StG gilt als Steuerperiode das GeschÃ¤ftsjahr. Abs. 3 derselben Bestimmung hÃ¤lt unter anderem fest, dass in jedem Kalenderjahr, ausgenommen im GrÃ¼ndungsjahr, sowie nach Abschluss der Liquidation ein GeschÃ¤ftsabschluss mit Bilanz und Erfolgsrechnung zu erstellen ist. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Aus diesen gesetzlichen Grundlagen folgt zwingend, dass auch die in Liquidation sich befindende juristische Person einmal jÃ¤hrlich einzuschÃ¤tzen ist. Eine Ausdehnung der Steuerperiode auf den Zeitraum der gesamten Nachlassliquidation ist weder gesetzlich vorgesehen noch drÃ¤ngt sich eine solche LÃ¶sung auf. Das Nachlassverfahren dient dazu, die laufenden GeschÃ¤fte zu beenden, die Aktiven zu verwerten, die bestehenden Verpflichtungen zu erfÃ¼llen sowie allenfalls vorhandenes VermÃ¶gen zu verteilen (VGr, 31. Januar 1997, SB.1996.00039). Derartige Handlungen kÃ¶nnen bei der in Liquidation stehenden juristischen Person durchaus einen zu besteuernden Reingewinn anfallen lassen, auch wenn die WeiterfÃ¼hrung der Gesellschaft aus wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn mehr macht. Gerade wenn sich die Nachlassliquidation wie vorliegend Ã¼ber viele Jahre hinzieht, ist an der jÃ¤hrlichen und damit periodengerechten Besteuerung auch der aufzulÃ¶senden Gesellschaft festzuhalten.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Der steuerbare Reingewinn einer Aktiengesellschaft setzt sich nach § 64 Abs. 1 StG aus dem Saldo der Erfolgsrechnung unter BerÃ¼cksichtigung des Saldovortrags aus dem Vorjahr, erhÃ¶ht unter anderem um geschÃ¤ftsmÃ¤ssig nicht begrÃ¼ndete Abschreibungen oder RÃ¼ckstellungen (§ 64 Abs. 1 Ziff. 2 lit. b StG), zusammen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der Steuergesetzgeber knÃ¼pft die steuerrechtliche Gewinnermittlung dem Grundsatz nach an die kaufmÃ¤nnische Rechnungslegung an. Weil eigenstÃ¤ndige steuerrechtliche Rechnungslegungsvorschriften fehlen, stÃ¼tzt sich die Steuergesetzgebung auf die kaufmÃ¤nnische Gewinnermittlungsmethode, wie sie im Wesentlichen in den Art. 957 - 964 des Obligationen­rechts (OR; mit Sonderbestimmungen fÃ¼r Aktiengesellschaften: Art. 662 - 670 OR) verankert ist (vgl. Francis Cagianut/Ernst HÃ¶hn, Unternehmungssteuerrecht, 3. A., Bern 1993, § 4 Ziff. 3; Peter BrÃ¼lisauer/Stephan Kuhn in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2a, Basel etc. 2000, Art. 58 DBG N. 9; Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann/Hans Ulrich Meuter, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, 2. A., ZÃ¼rich 2006, § 64 N. 5 ff.; Martin Zweifel/Michael Beusch in: Festschrift fÃ¼r Peter BÃ¶ckli, ZÃ¼rich etc. 2006, AusgewÃ¤hlte Fragen zur Bedeutung der Handelsbilanz fÃ¼r die steuerliche Gewinnermittlung, S. 62).</p> <p class="Erwgung2">Nach dem steuerrechtlichen Grundsatz der Massgeblichkeit der Handelsbilanz bildet die kaufmÃ¤nnische Bilanz und Erfolgsrechnung Ausgangspunkt und Grundlage der steu­errechtlichen Gewinnermittlung. Massgeblich sind die nach den zwingenden Vorschrif­ten des Handelsrechts ordnungsmÃ¤ssig gefÃ¼hrten BÃ¼cher (Cagianut/HÃ¶hn, § 4 Ziff. 3, 26 ff. und 55). Steuerrechtlich wird der wirtschaftliche Sachverhalt demnach so beurteilt, wie er nach den Vorschriften des Handelsrechts in den GeschÃ¤ftsbÃ¼chern dargestellt werden muss, und nicht so, wie er in einer konkreten Bilanz pflichtwidrig dargestellt worden ist (Markus Reich, Die Realisation stiller Reserven im Bilanzsteuerrecht, ZÃ¼rich 1983, S. 41 ff.).</p> <p class="Erwgung2">Bei der ÃberprÃ¼fung der HandelsrechtskonformitÃ¤t einer im Verfahren eingereichten Bilanz und Erfolgsrechnung haben Steuerverwaltung und Steuerjustiz allerdings grosse ZurÃ¼ckhaltung zu Ã¼ben. Es kann nicht Aufgabe der steuerrechtlichen Gewinnermittlung sein, umstrittene Fragen der Bilanzierung und Bewertung vorfrageweise einer LÃ¶sung zuzufÃ¼hren oder gar die kaufmÃ¤nnische Rechnungslegung weiterzuentwickeln. Steuerrechtlich darf und muss deshalb lediglich bei offenkundigen, ins Auge springenden VerstÃ¶ssen gegen zwingendes Handelsrecht von einer von der Revisionsstelle geprÃ¼ften und von der Generalversammlung genehmigten Handelsbilanz â genauer: von der Bilanz und Erfolgsrechnung umfassenden Jahresrechnung â abgewichen werden (RB 1999 Nr. 38; BrÃ¼lisauer/ Kuhn, Art. 58 DBG N. 36; kritisch hierzu: Markus Berger, Probleme der Bilanzberichtigung, ASA 70 [2001/02], 550 ff.). Vorbehalten bleiben freilich die verschiedenen Korrekturen, die sich aufgrund der steuerrechtlichen Gewinnermittlungsvorschriften ergeben (vgl. BrÃ¼lisauer/Kuhn, Art. 58 DBG N. 32 ff.; Cagianut/HÃ¶hn, § 4 Ziff. 55 ff.). Rechtsgrund sol­cher Abweichungen bilden indessen nicht handelsrechtliche, sondern steuerrechtliche Regeln und Prin­zipien.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Hat eine Handelsbilanz Grundlage einer rechtskrÃ¤ftigen EinschÃ¤tzung gebildet und wird erst nachtrÃ¤glich entdeckt, dass sie handelsrechtswidrig ist oder einer steuerrechtlichen Korrektur bedurft hÃ¤tte, so kann der Mangel nur beseitigt werden, wenn die Rechtskraft aufgehoben wird, das heisst lediglich unter den gesetzlichen Voraussetzungen einer Re­vision (§ 155 StG) bzw. einer Nachsteuer (§ 160 StG; Francis Cagianut, Bedeutung der kaufmÃ¤nnischen Buchhaltung und Bilanz im Steuerrecht, ASA 37 [1968/69], 144; Danielle Yersin, Les corrections et modifications apportÃ©es par une entreprise Ã sa comptabilitÃ© et leurs consÃ©quences fiscales, RDAF 1977, 377). Dasselbe muss fÃ¼r fehlerhafte handels- und steuerrechtliche Korrekturen der Handelsbilanz gelten, die ihren Niederschlag in der Steuer­­bilanz gefunden haben und Grundlage einer rechtskrÃ¤ftigen EinschÃ¤tzung geworden sind (vgl. Zweifel/Beusch, S. 66).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Ist die Behebung des Mangels mittels Revision oder Nachsteuer aber aus formel­len oder materiellen GrÃ¼nden nicht mÃ¶glich, so kann der nicht beseitigte Fehler â wegen der nach dem Grundsatz der BilanzkontinuitÃ¤t (bzw. des "Bilanzzusammenhangs"; vgl. Rolf Benz, Handelsrechtliche und steuerrechtliche GrundsÃ¤tze ordnungsmÃ¤ssiger Bilanzierung, ZÃ¼rich 2000, S. 151) gebotenen IdentitÃ¤t von Schlussbilanz und Anfangsbilanz des Folgejahrs ("BilanzidentitÃ¤t") â die Handels- bzw. Steuerbilanzen der spÃ¤teren GeschÃ¤ftsjahre beeinflussen, so dass auch diese mangelhaft sein kÃ¶nnen. Es stellt sich die Frage, ob in den darauf folgenden Steuerperioden fehlerhafte Bilanzen hinsichtlich derartiger MÃ¤ngel berichtigt werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung2">Nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung kÃ¶nnen Veranlagungsentscheide nur mit Bezug auf die Festsetzung der Steuerfaktoren (vgl. § 139 Abs. 1 StG) â bei juristischen Personen also des steuerbaren Ertrags (bzw. des steuerbaren Reingewinns) und des steuerbaren Kapitals â (im sog. Dispositiv des Entscheids) rechtskrÃ¤ftig werden. DemgegenÃ¼ber nehmen die Moti­ve eines Entscheids nicht an der Rechtskraft teil (vgl. RB 2001 Nr. 106; RB 1996 Nr. 44 je mit Verweisungen; Richner/Frei/Kauf­mann/Meuter, § 140 N. 13 ff. und § 147 N. 10). In materielle Rechts­­kraft erwachsen kann somit bloss die Festlegung der aus dem konkreten Steuerrechts­verhÃ¤ltnis fliessenden Steuerfaktoren bzw. der Steuerforderung, nicht hingegen die diesem RechtsverhÃ¤ltnis zu Grunde liegende Tatsachen‑ oder Rechtslage. Bei periodisch zu erhebenden Steuern wird das SteuerrechtsverhÃ¤ltnis zeitlich begrenzt durch die einzelnen Steuerperioden. Im Rahmen der Beurteilung der EinschÃ¤tzung einer anderen Steuerperiode kann daher sowohl die tatsÃ¤chliche als auch die rechtliche Ausgangslage vollumfÃ¤nglich Ã¼berprÃ¼ft und, sofern erforderlich, abweichend gewÃ¼rdigt werden (vgl. BGE 121 II 273 E. 1a = StE 1997 B 93.4 Nr. 3; BGr, 17. Juli 1996, StE 1997 B 93.4 Nr. 4 mit Hinweisen; BGr, 4. Oktober 1967, ASA 37 [1968/69], 71). Dem steht auch das Gebot von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV]) grundsÃ¤tzlich nicht entgegen (BGr, 3. Mai<span> 1999, StE 2000 A 21.14 Nr. 13).</span></p> <p class="Erwgung2">Daraus folgt, dass sich die Rechtskraft einer EinschÃ¤tzung nicht auf die ihr zu Grun­de liegende Handels- und Steuerbilanz erstreckt. Diese erlangt insoweit keine Verbindlichkeit fÃ¼r die nachfolgenden Steuerperioden und kann, falls sie Auswirkungen auf die Folgebilanzen hat, in den spÃ¤teren Steuerperioden neuer PrÃ¼fung unterworfen werden. Wenn aber die Rechtskraft einer ÃberprÃ¼fung solcher "verschleppter" Bilanzierungsfehler (Berger, S. 557 ff.) von Handels- und Steuerbilanz nicht entgegensteht, kÃ¶nn­te ein Berichtigungs­verbot hÃ¶chstens aus dem vorerwÃ¤hnten ma­teriellrechtlichen Grundsatz der Bilanzkon­tinuitÃ¤t abgeleitet werden (vgl. Zweifel/Beusch, S. 67).</p> <p class="Erwgung2">GestÃ¼tzt auf diese ErwÃ¤gungen hat das Verwaltungsgericht in einem Entscheid vom 25. September 2002 die Korrektur eines "verschleppten" Bilanzierungsfehlers zugelassen (RB 2002 Nr. 109 = StE 2003 B 72.11 Nr. 10 = ZStP 2002, 331).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Pflichtige hat zu Beginn der Nachlassliquidation im Jahr 1993 eine RÃ¼ckstellung in der HÃ¶he von Fr. â¦ gebildet zur Abdeckung allfÃ¤lliger Verpflichtungen aus verschiedenen RechtsgrÃ¼nden. Diese RÃ¼ckstellung wurde in der Handelsbilanz bis 31. Dezember 2001 nur um Abschlagszahlungen vermindert. </p> <p class="Erwgung2">Mit der SteuererklÃ¤rung 2000 hat die Pflichtige einen Reingewinn von insgesamt Fr. â¦ deklariert, den sie mit dem aus dem Jahr 1993 stammenden Verlustvortrag verrechnete. Im Rahmen der EinschÃ¤tzung 2000 hat der SteuerkommissÃ¤r die vorstehend genannte RÃ¼ckstellung untersucht und die Pflichtige ausdrÃ¼cklich nach der betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit derselben befragt. Diese liess mitteilen, dass die RÃ¼ckstellung "aufgrund der im Nachlass angemeldeten und wahrscheinlich berechtigten BetrÃ¤ge berechnet" worden sei und "bei Abschluss des Verfahrens und Klarheit Ã¼ber die Berechtigungen der Forderungen" in den Kalenderjahren 2002, spÃ¤testens 2003, aufgelÃ¶st werde. Die Veranlagung 2000 der Pflichtigen erfolgte am 14. Oktober 2002 entsprechend ihrer Deklaration mit Fr. 0.-.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>FÃ¼r das Steuerjahr 2001 hat die Pflichtige einen Reingewinn von Fr. â¦deklariert, welchen sie wiederum mit Vorjahresverlusten verrechnet haben wollte. Der zustÃ¤ndige SteuerkommissÃ¤r hat die Verlustverrechnung unter Hinweis auf den Ablauf der Verlustverrechnungsperiode (§ 70 StG, sieben Jahre) abgelehnt und die Pflichtige fÃ¼r 2001 mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. â¦ veranlagt. Diese EinschÃ¤tzung blieb unangefochten. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Hingegen hat die Pflichtige, zeitlich nach der rechtskrÃ¤ftigen EinschÃ¤tzung 2000 jedoch noch vor der EinschÃ¤tzung 2001, versucht, eine Steuerbilanz fÃ¼r das Steuerjahr 2000 zu deklarieren und in dieser bezÃ¼glich der angefÃ¼hrten RÃ¼ckstellung eine teilweise steuerwirksame AuflÃ¶sung Ã¼ber Fr. â¦ vorzunehmen. Der zustÃ¤ndige SteuerkommissÃ¤r hat in der Folge darauf hingewiesen, dass eine von der Handelsbilanz abweichende Steuerbilanz mit der SteuererklÃ¤rung zu deklarieren sei, was die Pflichtige unterlassen habe. </p> <p class="Erwgung2">Im heute streitbetroffenen Steuerjahr 2002 hat die Pflichtige ihre Handelsbilanz der von ihr erstellten Steuerbilanz wiederum angepasst und so die AuflÃ¶sung schon versteuerter stiller Reserven von Fr. â¦ steuermindernd geltend gemacht. Ob und gegebenenfalls wie dies in der EinschÃ¤tzung 2002 berÃ¼cksichtigt werden soll, ist letztlich Streitgegenstand.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die streitbetroffene RÃ¼ckstellung mag im Zeitpunkt der Erstellung des Abschlusses 2000 wohl stille Reserven enthalten haben, indem mit gewissen GlÃ¤ubigern (vor allem D) sich offenbar Vergleiche abzeichneten, welche die HÃ¶he der ursprÃ¼nglich eingegebenen Forderungen der GlÃ¤ubiger nicht ereichten. Indessen hat die Pflichtige die Berechtigung dieser handelsrechtlich verbuchten RÃ¼ckstellung bzw. deren geschÃ¤ftsmÃ¤ssige BegrÃ¼ndetheit auf entsprechende Untersuchung des zustÃ¤ndigen SteuerkommissÃ¤rs mit nachvollziehbarer BegrÃ¼ndung noch mit Schreiben vom 9. Oktober 2002 behaupten und damit verteidigen lassen. Mit diesen AusfÃ¼hrungen hat sich der zustÃ¤ndige SteuerkommissÃ¤r einverstanden erklÃ¤rt und damit sind aus steuerlicher Sicht â wiederum entgegen der Auffassung der Pflichtigen â keinerlei GrÃ¼nde ersichtlich, weswegen der zustÃ¤ndige SteuerkommissÃ¤r die streitbetroffenen RÃ¼ckstellungen weiter hÃ¤tte untersuchen mÃ¼ssen. Vielmehr ist der Auffassung der Vorinstanz zuzustimmen, dass bei dieser Sachlage der SteuerkommissÃ¤r eben durchaus berechtigt war, die RÃ¼ckstellung zuzulassen, die weitere Entwicklung abzuwarten bzw. deren Erfassung zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt, etwa bei AuflÃ¶sung durch die Pflichtige, vorzunehmen. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die Rechtskraft der EinschÃ¤tzung erstreckt sich zwar nicht auf die Handels- und Steuerbilanz (RB 2002 Nr. 109). Entgegen der Auffassung der Pflichtigen lÃ¤sst sich aus den ErwÃ¤gungen des zitierten Entscheids jedoch nicht ableiten, die Pflichtige kÃ¶nne gleichsam nach Belieben im Folgejahr auf die von ihr deklarierten RÃ¼ckstellungen zurÃ¼ckkommen und durch Einreichen einer nachtrÃ¤glich erstellten Steuerbilanz das Ausmass der RÃ¼ckstellungen korrigieren. Die Pflichtige lÃ¤sst selbst zutreffend ausfÃ¼hren, dass die ursprÃ¼ngliche Deklaration fÃ¼r das Steuerjahr 2000 nicht handelsrechtswidrig erstellt worden sei. Es liegen damit eben gerade keine GrÃ¼nde vor, die aus steuerrechtlicher Sicht ein Eingreifen in die Handelsbilanz 2000 der Pflichtigen erfordern wÃ¼rden, wie dies etwa im zitierten Entscheid bei einem "verschleppten" Bilanzierungsfehler der Fall ist. Voraussetzung jenes Eingreifens war gerade der Umstand, dass die Handelsbilanz frÃ¼herer Jahre auch handelsrechtlich fehlerhaft war. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Letztlich versucht die Pflichtige die Berechtigung zur Korrektur ihrer RÃ¼ckstellungen aus dem Umstand abzuleiten, dass die EinschÃ¤tzung 2000 mit Fr. 0.- erging. </p> <p class="Erwgung2">GrundsÃ¤tzlich hat sich eine Steuerpflichtige bei einer im Rahmen der handelsrechtlichen Vorschriften ordnungsgemÃ¤ss aufgestellten und den SteuerbehÃ¶rden vorgelegten Bilanz behaften zu lassen (Zweifel/Beusch, S. 66, mit Hinweisen). Ob und unter welchen Bedingungen vor Eintritt der Rechtskraft einer EinschÃ¤tzung eine eingereichte Bilanz noch durch eine neue gleichsam ersetzt werden kann, braucht vorliegend nicht entschieden zu werden. Die EinschÃ¤tzung 2000 war unbestrittenermassen rechtskrÃ¤ftig, als die Pflichtige Anstrengungen zur Korrektur ihrer Bilanz 2000 unternahm. Nach rechtskrÃ¤ftiger EinschÃ¤tzung sind Ãnderungen der Bilanz jedoch nur noch bei Vorliegen von RevisionsgrÃ¼nden mÃ¶glich (vgl. vorn E. 3.2). Dabei kann es nicht darauf ankommen, ob die EinschÃ¤tzung wie bei der Pflichtigen mit Fr. 0.- erfolgt oder auf einen positiven Betrag lautet. Auch die EinschÃ¤tzung mit Fr. 0.- erwÃ¤chst in dem Sinn in Rechtskraft, als sie verhindert, dass die Pflichtige zu ihren Gunsten auf die eingereichte Bilanz zurÃ¼ckkommen kann. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Hintergrund der vorliegenden Streitsache ist letztlich der Umstand, dass die Verlustverrechnungsperiode von § 70 StG fÃ¼r die Pflichtige mit der EinschÃ¤tzung 2000 auslief. Dies mag â wie die Vorinstanz bereits festgestellt hat â zu einem fÃ¼r die Pflichtige wenig befriedigenden Resultat fÃ¼hren. Indessen war sie stÃ¤ndig rechtskundig vertreten und hÃ¤tte damit um die vom Gesetzgeber gewollte zeitliche BeschrÃ¤nkung dieses Rechts wissen mÃ¼ssen.</p> <p class="Erwgung2">Unzutreffend ist schliesslich in diesem Zusammenhang auch die Behauptung, dass eine "vorgÃ¤ngige Deklaration an der vorliegenden Ausgangssituation Ã¼berhaupt nichts geÃ¤ndert hÃ¤tte". Es hÃ¤tte der Pflichtigen durchaus frei gestanden, die heute verfochtene teilweise AuflÃ¶sung der 1993 gebildeten RÃ¼ckstellung bereits in der Handelsbilanz 2000 zur Deklaration 2000 vorzunehmen. Auf diese Weise wÃ¤re die AuflÃ¶sung der RÃ¼ckstellung bereits 2000 steuerwirksam erfolgt und hÃ¤tte durchaus mit den in jener Periode noch verrechenbaren Verlusten verrechnet werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung2">Dies alles fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2">Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG) und steht ihr keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Verbindung mit § 152 und § 153 Abs. 4 StG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 19'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 19'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>