B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3963/2012 U r t e i l v o m 1 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Robert Galliker, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiberin Sandra Sturzenegger. Parteien A._______, geboren am (…), Staat unbekannt, angeblich China (Volksrepublik), (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 22. Juni 2012 / N (…). D-3963/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer reichte am 7. Januar 2011 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B ._______ ein Asylgesuch ein. Am 18. Januar 2011 fand im EVZ die Befragung zur Person (BzP) und am 3 . Februar 2011 die Anhörung zu den Asylgründen durch das BFM statt. A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei chinesischer Staatsangehöriger tibeti- scher Ethnie und habe von Geburt bis zu seiner Ausreise in C._______ (Provinz Ü-tsang) gelebt. Sein Vater sei wegen politische r Aktivitäten in- haftiert gewesen und kurz nach seiner Freilassung an den Folgen der Haft verstorben. Aus Wut darüber habe er am 20. August 2010 einem Geheimpolizisten einen Stein an den Kopf geworfen und ihn verprügelt. Sein Bruder habe ihm anschliessend zur Flucht geraten. Er habe die fo l- gende Nacht im Wald verbracht und sei da nach mit einem Mönch nach Nepal gegangen, wo er ungefähr vier Monate lang geblieben sei . Am 5. Januar 2011 sei er an einen ihm unbekannten Ort geflogen und später in die Schweiz gelangt. A.c Der Beschwerdeführer reich te keine Identitätspapiere ein. Die ID - Karte habe er zerrissen und verbrannt, einen Pass habe er nie besessen. B. B.a Am 15. Februar 2011 führte ein vom BFM beauftragte r Experte der Fachstelle LINGUA mit dem Beschwerdeführer ein Telefongespräch, um dessen Herkunft zu verifizieren (LINGUA-Analyse). In seinem Bericht vom 16. März 2011 hielt der Experte im Ergebnis fest, dass der B e- schwerdeführer zwar ti betischer Herkunft sei, seine Hauptsozialisation aber höchstwahrscheinlich nicht in C._______, sondern ausserhalb Tibets stattgefunden habe. B.b Mit Schreiben vom 9. Mai 201 2 teilte das BFM dem Beschwerdefü h- rer das Resultat der LINGUA-Analyse zur Stellungnahme mit. Gleichzeitig orientierte es ihn über den Werdegang und die Qualifikation de s Exper- ten. B.c Mit Schreiben vom 11. Mai 2012 nahm der Beschwerdeführer zum Resultat der L INGUA-Analyse Stellung und bekräftigte , aus C._______ zu kommen. D-3963/2012 Seite 3 C. C.a Mit Verfügung vom 22. Juni 2012 – eröffnet am 26. Juni 2012 – stellte das BFM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleich zeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug. C.b Zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheids führte das BFM im Wesentlichen aus, der LINGUA-Experte sei in seinem Bericht vom 16. März 2011 zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht in C._______, sondern höchstwah r- scheinlich ausserhalb der Volksrepublik China hauptsozialisiert worden sei. Der Experte habe festgestellt, dass der Beschwerdeführer über seine Herkunftsgegend C._______ nur mangelhafte Kenntnisse habe, was sich beispielsweise in seinen Aussagen über ein all gemein bekanntes Gebäu- de oder über di e Herkunft der Händler vor Ort gezeigt habe . Ausserdem habe der Beschwerdeführer nur ganz wenig über sein Alltagsleben erzäh- len können, habe unkorrekte Angaben zum Schulbesuch gemacht und habe keine Kenntnisse über in C._______ verkaufte Getränke, Zigaretten oder chinesische Spei sen. Der Experte habe auch fes tgestellt, dass der Beschwerdeführer seine Reise von C._______ nach Kathmandu nur sehr oberflächlich habe schil dern können. Was seine sprachlichen Merkmale anbelange, habe der Ex perte gefolgert, dass der Beschwerdeführer tibe- tischer Muttersprache s ei und ein Standard -Tibetisch spreche, wie es auch Tibeter aus Exilländer ver wenden würden. Schliesslich würden ihm grundlegende einfache Chinesisch-Kenntnisse fehlen, über die aber Tibe- ter in C._______ im Allgemeinen ver fügen würden. So kenne er nicht einmal gewisse im Alltag verwendete chinesische Lehnwörter. Mit seiner Stellungnahme vom 11. Mai 2012 habe der Beschwerdeführer die Ei n- schätzung des Experten nicht zu entkräften vermocht. So habe er betre f- fend der bemängelten Kenntnisse über C._______ erklärt, er kenne das angesprochene bekannte Gebäude nur von aussen und könne keine A n- gaben zum Inneren machen, da es ein teures Hotel sei. Diesbezüglich sei aber nur relevant, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, das Hotel in Bezug zur Grenze rich tig zu situieren. Was die fehlenden Kenn t- nisse über ortsübliche Getränke und Speisen anbelang e, so habe er di e- se damit zu erklären versucht, dass er fast immer nur zu Hause gewesen sei. Da aber seine Familie ein Lebensmittelgeschäft habe, sollte der B e- schwerdeführer über solche Kenntnisse verfügen. Was seine Sprac h- kenntnisse anbelang e, so habe er auf das Interview verwiesen, in we l-D-3963/2012 Seite 4 chem er einfache Sätze in Chinesisch gefragt worden sei. Aus dem E x- pertenbericht gehe aber hervor, dass er nur über sehr schlech te Chine- sisch-Kenntnisse verfüge. Selbst wenn er nicht zur Schule gegangen sei, müsste er aufgrund der alltäglichen Umstände und Gewohnheiten bess e- re Kenntnisse von C._______ und der chinesischen Alltagsprache haben. Das BFM komme daher zum Schluss, dass d er Beschwerdeführer nicht in C._______, sondern mit grosser Wahrscheinlichkeit ausserhalb des Ti- bet und ausserhalb der Volksrepublik China hauptsoziali siert worden sei. Der Beschwerdeführer habe es zudem unterlassen, Identitätspapiere ein- zureichen oder sich nachweislich um die Beschaffung solcher zu bem ü- hen. Es würden daher erhebliche Zweifel bestehen, ob er je in der Volks- republik China gelebt und dort Probleme gehabt habe. Schon aufgrund seiner unglaubhaften Herkunft würde es seinen Vorbringen an Glaubhaf- tigkeit mangeln. Es komme aber hinzu, dass er kei ne detaillierten Anga- ben zu den politi schen Aktivitäten seines Vaters oder über dessen Inha f- tierung habe machen können, ob wohl er angesichts der mit solchen Massnahmen verbun denen, üblicherweise eins chneidenden Folgen für die Familie dazu hätte in der Lage sein sollen. Auch wisse er nicht, an welchem Ort er sich nach seiner Flucht über die Gren ze während etwa vier Monaten aufgehalten habe. Es wäre aber zu erwarten gewesen, dass er auch dieses Vorbringen differenzierter darlegen würde. Schliesslich sei es ihm nicht gelungen, überzeugend darzu legen, dass ihm tatsächlich Verfolgung drohe. So habe er lediglich vermutet, die Behörden hätten e r- fahren, dass er den Polizisten geschlagen habe. Angesichts der mögli- chen Tragweite des geltend gemachten Vorfalls wäre aber zu erwarten gewesen, dass er über seinen Bruder oder andere Personen Erkund i- gungen in dieser Angelegenheit eingeholt hätte und klarere Angaben hä t- te machen können. Des Weiteren habe der Beschwerd eführer in der BzP nur den Vorfall mit dem Geheimp olizisten als Asylgrund angegeben und die explizite Frage nach weiteren Asylgründen verneint. Erst in der Anh ö- rung habe er vorgebracht, wegen seiner politischen Aktivitäten (Plakate anbringen) Probleme gehabt zu haben, weswegen dieses Vorbringen als nachgeschoben und damit unglaubhaft zu beurteilen sei. Die Vorbringen des Beschwerdeführer s hielten somit den Anforderungen an die Glau b- haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Da nicht geglaubt werden könne, dass der B e- schwerdeführer zur Hauptsache in Tibet gelebt und sich bis zu seiner Ausreise dort aufgehalten habe, würden auch keine subjektiven Nac h- fluchtgründe vorliegen. D-3963/2012 Seite 5 D. Mit Eingabe vom 19. Juli 2012 gelangte der Beschwerdeführer an das BFM und ersuchte um nochmalige Prüfung seines Asylgesuchs insbe- sondere im Hinblick auf subjektive Nachfluchtgründe. Der Eingabe lag ein Schreiben des Tibetischen Büros in Genf vom (...) bei, welches die tibeti- sche Absta mmung des Beschwerdeführers bestätigte. Das BFM leitete die Eingabe (als sinngemässe Beschwerde) am 26. Juli 2012 zuständi g- keitshalber an das Bundesverwaltungsgericht weiter. Auf die Begründung der Beschwerdebegehren sowie das eingereichte Beweismittel wird – soweit für den Entscheid wesentlich – in den nachfol- genden Erwägungen eingegangen. E. Mit Zwischenverfügung vom 30. Juli 2012 hielt der Instruktionsrichter fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürfe. Gleichzeitig forderte er ihn – unter Zustellung einer Kopie der Beschwerde – auf, innert siebentägiger Frist eine Beschwerdeve r- besserung (Unterschrift) einzureichen und bis zum 14. August 2012 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zu leisten. F. Mit Schreiben vom 2. August 2012 reichte der Beschwerdeführer eine Be- schwerdeverbesserung ein. Gleichentags ging auch der Kostenvorschuss bei der Gerichtskasse ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 D-3963/2012 Seite 6 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimi ert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einz u- treten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehung s- weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG) . Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, wes- halb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch- führung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e-D-3963/2012 Seite 7 fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentli- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – festzuhalten, dass die Herkunftsangabe des Be - schwerdeführers und seine geltend gemachten Probleme nicht glaubhaft sind. Zur Vermeidung von Wiederholungen ist auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen in der an gefochtenen Verfügung zu verweisen (vgl. Bst. C.b. vorstehend). Die Beschwerdevorbringen sind nicht geei g- net, eine Änderung der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der B e- schwerdeführer bringt insbesondere keine fundierten Argumente vor, die das Resultat der LINGUA -Analyse in Frage stellen würden . So versucht er lediglich seine mangelhaften Kenntnisse bezüglich C._______ und der Chinesischen Sprache mit nicht plausiblen Erklärungen zu rechtfertigen und wirft d em LINGUA-Experten vor, nicht zu wissen, dass in Tibet ve r- schiedene Dialekte gesprochen werden. Das BFM hat ihm aber mit Schreiben vom 9. Mai 2012 eine Übersicht "Werdegang und Qualifikation der sachverständigen Person " ausgehändigt, worauf ersichtlich ist, dass der Experte Kenntnisse verschiedener Dialekte hat. Des Weiteren vermag auch das mit der Beschwer de ein gereichte Schreiben des Tibetischen Büros in Genf vom (...) seine behauptete Herkunft nicht zu beweisen, sondern bestätigt lediglich seine tibetische Abstammung, welche inde s nicht in Abrede gestellt wird. An dieser Stelle ist zudem festzuhalten, dass die vorliegende LINGUA-Analyse sorgfältig und ausführlich begründet ist und daher für das Gericht kein Grund besteht, an der Einschätzung des fachlich qualifizierten Experten zu zweifeln. 5.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Asylvorbringen des B e- schwerdeführers vor allem aufgrund seiner unglaubhaften Herkunftsanga- be den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten vermögen. D-3963/2012 Seite 8 6. 6.1 Neben den bereits erwähnt en Beschwerdevorbringen, macht der Be- schwerdeführer geltend, dass er aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat und dement- sprechend als Flüchtling anzuerkennen sei. 6.2 Als subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG gelten insbesondere unerwünschte exilpolitische Betätigungen, illegales Verla s- sen des Heimatlandes (sog. Republikflucht) oder die Einreichung eines Asylgesuchs im Ausland, wenn sie die Gefahr einer zukünftigen Verfo l- gung begründen ( vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1 , mit Hin weis auf Entsche i- dungen und Mit teilungen der [vor maligen] Schweizerischen Asylrekur s- kommission [EMARK] 2006 Nr. 1 E. 6.1). 6.3 Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist davon auszugehen, dass illegal ausgereiste Asylsuchende tibetischer Ethnie bei einer Rückkehr in die Volksrepublik China oppositioneller politisch -religiö- ser Anschauungen verdächtigt würden und aus diesem Grund mit Verfo l- gung im flüchtlingsrelevanten Sinn zu rechnen hätten (vgl. BVGE 2009/29 E. 6.5). Dies gilt auch für legal ausgereiste Asylsuchende, sofern sie ihren (länger als ursprünglich erlaubten) Auslandaufentha lt nicht überzeugend begründen könnten beziehungsweise den chinesischen Behörden gegen- über nicht glaubhaft darlegen könnten, k eine Kontakte zu Dalai -Lama-lo- yalen exiltibetischen Kreisen gehabt zu haben (vgl. BVGE a.a.O E. 6.6). 6.4 Vorliegend ist aufgrund der LINGUA-Analyse zu schliessen, dass der Beschwerdeführer in einem Land ausserhalb der Volksrepublik China g e- lebt hat und von dort in die Schweiz ge reist ist. Es kann daher kons e- quenterweise – wie im Übrigen bereits die Vorinstanz in der angefocht e- nen Verfügung erwog – weder von einer illegalen noch einer legalen Aus- reise aus der Volksrepublik China aus gegangen werden. Die entspre- chenden Ausführungen und Schlussfol gerungen des vorstehend zitierten Entscheides BVGE 2009/29 sind daher auf den vorliegenden Fall nicht anwendbar und es ist dementsprechend auch nicht vom Vorliegen su b- jektiver Nachfluchtgründe auszugehen. 7. Zusammenfassend ist festzustellen, dass das BFM die Flüchtlingse i- genschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und dessen Asylg e- such abgelehnt hat. D-3963/2012 Seite 9 8. 8.1 Lehnt das BFM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit Hinweis auf EMARK 2001 Nr. 21). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 9.2 Grundsätzlich ist die Zulässigkeit, die Zumutbarkeit und die Möglic h- keit des Wegweisungsvollzugs von Amtes wegen zu prüfen . Diese Unter- suchungspflicht findet jedoch ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person (Art. 8 AsylG), welche auch die Substanziie rungs- last trägt (Art. 7 AsylG). Verheimlicht die asylsuchende Person beispiels- weise ihre Nationalität, so kann e s nicht Sache der Asylbehörden sein, nach allfälligen Wegweisungshindernissen in hypothetischen Heimat - oder Herkunftsländern zu forschen (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2 , mit weiteren Hinweisen). 9.3 Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer keine Identitä tspapie- re eingereicht. Zudem erscheint seine behauptete chinesische Staatsa n- gehörigkeit aufgrund der LINGUA-Analyse nicht glaubhaft. Sodann sind seine Ausführungen bezüglich seiner Reise in die Schweiz unsubstanz i- iert ausgefallen und somit unglaubhaft. Es ist davon auszugehen, der Be- schwerdeführer habe nur unter Verwendung authentischer Identitäts- und Reisepapiere in die Schweiz gelangen können. Da der Beschwerdeführer die Folgen dieser mangelhaften Mitwirkung respektive Verheim lichung seiner wahren Staat sangehörigkeit zu tragen hat, ist vermutungsweise davon auszugehen, dass einer Wegweisung in den tatsächlichen Heimat- staat keine landes - oder völkerrechtlichen Vollzugshinder nisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2 – 4 AuG entgegenstehen. D-3963/2012 Seite 10 9.4 Das BFM hat den Vollzug der Wegweisung somit zu Recht als zulä s- sig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten f ällt eine A n- ordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be schwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Sie sind auf insg e- samt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 2. August 2012 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-3963/2012 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ve r- rechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Robert Galliker Sandra Sturzenegger Versand: