Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. November 2017 (720 17 191 / 311) ___________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revisionsweise Aufhebung der IV-Rente infolge Verbesserung des Gesundheitszustan- des Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Noëmi Marbot , Advok a- tin, Greifengasse 1, Postfach, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1966 geborene A.____ arbeitete von 1991 bis zur Kündigung infolge Betriebs- schliessung im Jahr 1996 in der B.____. Am 19. Juli 2000 meldete sich A.____ wegen Be- schwerden an der Wirbelsäule bei der Eidgenössische n Invalidenversicherung zum Leistungs- bezug an. Mit Verfügung vom 6. Dezember 2006 sprach ihr die IV-Stelle rückwirkend ab 1. April 2001 bis 31. Januar 2002 eine ganze befristete Rente, ab 1. Februar 2003 eine Viertelsrente bis Seite 2 30. September 2005 und ab 1. Oktober 2005 eine unbe fristete Dreiviertelsrente zu. Die Rente wurde mehrmals revisionsweise bestätigt, letztmals mit Mitt eilung vom 3. Juni 2013. Im Mai 2016 wurde erneut eine Revision von Amtes wegen durchge führt. Die IV-Stelle liess die Versi- cherte bidisziplinär begutachten. Gestützt auf das rheum atologische Gutachten von Dr. med. C.____ vom 2. Dezember 2016 und das psychiatrische Gutacht en von Dr. med. D.____ vom 6. Dezember 2016 hob die IV-Stelle die Dreiviertelsrente mit Verfügung vom 15. Mai 2017 auf. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin No ëmi Marbot, mit Eingabe vom 15. Juni 2017 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozi alversicherungsrecht. Sie beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung einer Dreiviertelsrente. Even- tualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen. Subeventu aliter sei die Angelegenheit zur weite- ren Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subsubeventu aliter sei die IV-Stelle zu ver- pflichten, Eingliederungsmassnahmen durchzuführen und wäh renddessen die Rente weiterhin auszurichten. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass das bidisziplinäre Gutachten von Dr. C.____ und Dr. D.____ beweisuntauglich sei, da die Schlussfolgerungen unbegründet und die Abklärungen unvollständig seien. Eine Änderung des Gesundheitszustandes sei somit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, weshalb sich die Revision der Rente als unrechtmässig erweise. C. Mit Verfügung vom 30. Juni 2017 wies das Kantonsger icht den Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ab. D. Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 3 . Juli 2017 die Abweisung der Be- schwerde. E. Das Kantonsgericht überwies mit Verfügung vom 8. Au gust 2017 den Fall ans Gericht und ordnete auf Antrag der Beschwerdeführerin eine Pa rteiverhandlung an. Auf die beantragte Befragung von E.____, F.____ und G.____ wurde hingegen verzichtet. F. Mit Schreiben vom 15. November 2017 reichte die R echtsanwältin der Beschwerdefüh- rerin medizinische Berichte des H.____ Spitals vom 10. Jul i 2017 und vom 4. Oktober 2017 sowie einen Bericht des behandelnden Psychiaters, Dr. med. I.____, vom 31. Oktober 2017 und des behandelnden Hausarztes, Dr. med. J.____, FMH Allg emeine und Innere Medizin, vom 22. September 2017 ein. G. Die IV-Stelle reichte daraufhin zwei Stellungnahm en vom 21. November 2017 von RAD-Arzt Dr. med. K.____, FMH Allgemeine Medizin, und von RAD-Ärztin Dr. med. L.____, FMH Physikalische und Rehabilitative Medizin, ein. H. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen die Besc hwerdeführerin und ihre Rechts- vertreterin, Larissa Manera, welche als Stellvertreterin von Advokatin Noëmi Marbot anwesend Seite 3 ist, und M.____ als Vertreter der IV-Stelle teil. Als Dolmetscherin ist N.____ anwesend. Als No- ven reicht Larissa Manera einen Arztbericht von Dr. I.____ vom 20. November 2017 sowie ei- nen Medikamenten-Behandlungsplan von Dr. J.____ vom 22. November 2017 ein. In verfah- rensrechtlicher Hinsicht beantragt Larissa Manera erneut die Anhörung von E.____. Im Übrigen sei die Beschwerde gutzuheissen. M.____ hält an seinem A ntrag auf Abweisung der Be- schwerde fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 12. Juli 2017 ist demnach einzutreten. 2. In formeller Hinsicht ist zunächst der erneute Verfahr ensantrag, die Tochter E.____ sei zum Sachverhalt zu befragen, zu beurteilen. Die Recht svertreterin macht geltend, dass die Ab- lehnung dieses Antrags in der Verfügung vom 30. Juni 2 017 eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle, insbesondere auch deshalb, weil der Ve rzicht auf die Anhörung nicht begrün- det worden sei. 3. Ein Antrag auf Durchführung einer Parteiverhandlu ng kann auch zum Zwecke einer Parteibefragung oder –anhörung gestellt werden oder im Zusammenhang mit weiteren Beweis- anträgen wie der Einvernahme eines Zeugen, der Anhör ung eines Sachverständigen oder der Vornahme eines Augenscheins erfolgen. In all diesen Fällen handelt es sich um Beweisanträge; somit auch beim Antrag auf Befragung der Kinder der B eschwerdeführerin als Zeugen bzw. der Tochter E.____ als Zeugin. Für die Beurteilung der Re ntenberechtigung und damit des invalidi- sierenden Gesundheitsschadens sind die medizinischen Bericht e ausschlaggebend. Die Be- schwerdeführerin macht geltend, dass das Gericht auf die Schilderungen ihrer Tochter ange- wiesen sei, um sich ein Bild über ihre gesundheitliche Situation machen zu können. Zudem sei sie im Haushalt auf die Hilfe der Kinder angewiesen, w orüber ihre Tochter ebenfalls zu befra- gen sei. Inwiefern die Aussagen der Familienangehörigen zu einer von der gutachterlichen Ein- schätzung abweichenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit führen können, wird jedoch nicht wei- ter dargelegt und ist mit Blick auf die eingehenden Au sführungen der medizinischen Experten nicht ersichtlich. Zudem liefert auch Dr. I.____ ein e ingehendes Bild über die Verhältnisse zu- hause. In Anbetracht dessen, dass der Tagesablauf und die Mithilfe der Kinder in den vorlie- Seite 4 genden Akten mehrfach beschrieben wird, ist der Beweis antrag der Beschwerdeführerin abzu- weisen. 4. In materieller Hinsicht ist zu prüfen, ob die Vorins tanz die Dreiviertelsrente zurecht re- visionsweise aufgehoben hat. 4.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 4.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 4.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- Seite 5 mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- Seite 6 erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 6.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Ans pruchs (Viertelsrente, halbe Rente, Dreiviertelsrente, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) au swirkt (BGE 134 131 E. 3). Ein Revisi- onsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicher- ten Person, wozu namentlich der Gesundheitszustand gehört . Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologisch e Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann som it nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden. Umgek ehrt ist - bei an sich gleich geblie- benem Gesundheitszustand - eine Angewöhnung oder Anpass ung an die Behinderung, welche zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führt, revisi onsrechtlich von Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5. 1 mit zahlreichen Hinweisen). Dar- über hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn si ch die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein Revisions- grund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, we nn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wan dlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). 6.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens Seite 7 (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urt eil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 6.3 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtl ichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in i hrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung üb er eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist genügend unterm auert, wenn die ärztlichen Sachver- ständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.2 mit Hinweis). 6.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2. 3). Vorliegend hat die IV-Stelle der Ver- sicherten mit Verfügung vom 6. Dezember 2006 rückwirkend ab 1. April 2001 bis 31. Januar 2002 eine ganze befristete Rente, ab 1. Februar 2003 eine Viertelsrente bis 30. September 2005 und ab 1. Oktober 2005 eine unbefristete Dreivier telsrente zugesprochen. In der Folge führte die IV-Stelle von Amtes wegen zwei Rentenrevisio nsverfahren in den Jahren 2009 und 2013 durch, in denen sie jeweils mit Mitteilungen vom 2 1. Januar 2010 und vom 3. Juni 2013 unveränderte Verhältnisse feststellte. Eine einlässliche m aterielle Prüfung des Rentenan- spruchs mit einer vertieften Abklärung des medizinischen und des erwerblichen Sachverhalts fand im Rahmen der ersten Revision im Jahr 2009 statt. Im Januar 2016 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine weitere Überprüfung des Rentenanspru chs der Versicherten ein. Nach Vor- nahme medizinischer und erwerblicher Abklärungen hob di e IV-Stelle die laufende Dreiviertels- rente der Versicherten mit Verfügung vom 15. Mai 2017 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. Nach dem Gesagten beur teilt sich somit die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Rente rechtfertigt, - ent gegen der Auffassung der Versicherten- durch – durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeit punkt der Mitteilung vom 21. Januar 2010 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 15. Mai 2017. 7. Die entscheidende, von den Parteien unterschiedlich beantwortete Frage des vorlie- genden Verfahrens ist, ob ein Revisionsgrund im Sinne d es Art. 17 ATSG gegeben ist. In die- sem Zusammenhang ist als Erstes zu klären, ob sich der Gesundheitszustand und der Grad der Seite 8 Arbeitsfähigkeit der Versicherten seit Januar 2010 in einer anspruchserheblichen Weise ver- bessert haben. 7.1 In der Verfügung vom 21. Januar 2010, mit welcher die Dreiviertelsrente der Versicher- ten bestätigt wurde, stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit auf das polydisziplinäre Gutach ten der Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) vom 31. Dezember 2009. Das Gutachten ba siert auf der internistischen Unter- suchung durch Dr. med. O.____, der rheumatologischen dur ch Dr. med. P.____ und der psy- chiatrischen durch med. pract. Q.____. Die internistische Untersuchung war unauffällig. Dr. P.____ stellte in rheumatologischer Hinsicht als Diagnos en ein chronisches zerviko- thorakovertebrales Schmerzsyndrom, ein leichtes chronisches l umbovertebrales Schmerzsyn- drom, mögliche solitäre Psoriasiseffloreszenz an den Kn ien beidseits, frühdegenerative Finger- gelenksbeschwerden und unspezifische Morgensteifigkeit von Rumpf und Schultergürtelbereich sowie eine Sicca-Symptomatik der Augen. Die Arbeitsfähi gkeit sei aufgrund fehlender neuer Aspekte aus rheumatologischer Sicht grundsätzlich nicht and ers zu beurteilen als 2005. Mittel- schwere und schwere Tätigkeiten seien nicht zumutbar. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Textilarbeiterin mit wiederholt überkopf zu verrichtend e Tätigkeiten bestehe keine Arbeitsfähig- keit. Leichte Tätigkeiten ohne wiederholtes Heben, St ossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5 bis 7 kg sowie mit nur seltenem Bücken und ausnah msweise überkopf zu verrichtende Arbeiten seien zu 100 % möglich. Aus psychiatrischer Sicht wurde mit Einfluss auf die Arbeits- fähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwä rtig mittelgradige Episode mit soma- tischem Syndrom diagnostiziert. Ohne Einfluss nannte med. pract. Q.____ akzentuierte Persön- lichkeitszüge. Im Vergleich zum psychiatrischen Vorgutachten im Rahmen der MEDAS- Abklärung von 2005 ergäben sich weder diagnostisch noch in der Beurteilung der Arbeitsfähig- keit Diskrepanzen. Aus rein psychiatrischer Sicht betrage die Arbeitsfähigkeit derzeit 40 %. Ent- scheidend seien die limitierenden Faktoren wie die man gelhafte psychische Belastbarkeit, Stressintoleranz, emotionale Instabilität mit innerer Unruhe, erhöhte Ermüdbarkeit, Einengung auf negative Kognitionen und die damit verbundene Ko nzentrationsminderung und Ablenkbar- keit. In einer reizarmen Arbeitsatmosphäre mit überschau barem, strukturiertem Pensum und ohne Zeitdruck wäre die Versicherte aus psychiatrischer Sicht für rund drei Stunden täglich ein- setzbar. Die beschriebenen funktionellen Defizite resultierten aus der diagnostizierten mittelgra- digen Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung. Es werde dringend zur Fortsetzung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlun g geraten. Insgesamt seien nach dem bisherigen Verlauf und der weit fortgeschri ttenen Chronifizierung die prognostischen Aussichten auch unter Ausschöpfung aller Massnahmen eher als gering einzuschätzen. Zusätz- lich wirkten sich die bekannten invaliditätsfremden Fakt oren (jahrelange Arbeitsabsenz, fehlen- de Berufsausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse) neben einer partiell krankheitsbedingten Dekonditionierung hinderlich aus. In Konklusion erkannte n die Gutachter, dass körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten der Versicherten bleibend nicht mehr zumutbar seien. In einer körperlich leichten Tätigkeit ohne wiederholtes H eben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5 bis 7 kg, ohne gehäuft gebückt oder überk opf auszuführende Arbeiten bestehe Seite 9 eine zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 40 %, sofern sich die Tätigkeit in einer reizarmen Ar- beitsatmosphäre mit überschaubarem strukturiertem Pensu m und ohne Zeitdruck realisieren lasse. Im Haushalt bestehe eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50 %, welche auch neben einer ausserhäuslichen Teilzeittätigkeit zumutbar sei. 7.2 Medizinische Grundlage der im vorliegenden Verfahre n angefochtenen Verfügung vom 15. Mai 2017 bildet das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene bidisziplinäre (rheumatologi- sche/psychiatrische) Gutachten von Dr. C.____ und Dr. D.____ vom 2./6. Dezember 2016. 7.2.1 Im rheumatologischen Teilgutachten vom 2. Dezem ber 2016 diagnostizierte Dr. C.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Fibromyal gie mit zervicothoracal betontem panver- tebralem Schmerzsyndrom, einen Hohlrücken und altersentsp rechende degenerative Verände- rungen im Bereich der HWS (Chondrose C 5/6). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in der ange- stammten Tätigkeit als Betriebsarbeiterin hielt Dr. C. ____ fest, dass er diese nicht beurteilen könne, da kein genaues Profil dieser Tätigkeit vorliege. Als Reinigungsmitarbeiterin, deren Tä- tigkeit in der Regel einer leichten bis gelegentlich m ittelschweren Arbeit entspreche, sei sie zu 100 % arbeitsfähig. In einer Verweistätigkeit bestehe aus rheumatologischer Sicht für jegliche altersentsprechende Frauenarbeit, welche nicht einer körperlichen Schwerarbeit entspreche, eine volle Arbeitsfähigkeit. Insgesamt bleibe die Beurt eilung rein somatisch im Vergleich zur Vorbegutachtung vom Dezember 2009 in etwa gleich. Es be stehe eine Schmerzschwellenstö- rung im Sinne einer Fibromyalgie, welche sicherlich für körperliche Schwerarbeit ungünstig sei. Es ergäben sich aber keine Restriktionen für eine mitte lschwere Tätigkeit, dies im Gegensatz zur vorherigen Beurteilung, wo nur leichte Tätigkeiten als zumutbar beurteilt worden seien. 7.2.2 Der psychiatrische Gutachter Dr. D.____ gelangte in seinem Teilgutachten vom 6. Dezember 2016 zur Auffassung, dass bei der Versichert en aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhob en werden könne. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4) fest. In seiner Beurteilung wies Dr. D.____ darauf hin, dass der Verlauf depressiver Störungen naturgemäss schwankend sei. Zum jetzigen Zeitpunkt fänden sich keine Hinweise dafür, dass die Versicherte weiterhin an depre ssiven Symptomen leide. So leide sie nicht unter einer gedrückten Stimmung, einem Interesse nsverlust, einer Freudlosigkeit oder einer Verminderung des Antriebs. Es bestehe auch keine erhöhte Ermüdbarkeit. Die Konzentra- tionsfähigkeit sei gut, die Versicherte leide auch nicht unter einem verminderten Selbstvertrauen oder Schuldgefühlen. Sie sehe der Zukunft optimistisch und freudvoll entgegen. Sie leide auch nicht unter einem Lebensverleider oder Suizidgedanken. D ie Schlafstörungen seien schmerz- bedingt. Der Appetit sei gut. Es seien keinerlei depressi ve Symptome feststellbar. Somit könne die Diagnose einer depressiven Störung nicht mehr bestä tigt werden. Es liege auch keine Schmerzstörung vor. Die Versicherte klage zwar über Schmer zen, mache aber überhaupt kei- nen leidenden Eindruck. Den Alltag gestalte sie trotz de r geklagten Schmerzen aktiv. Sie habe nie davon berichtet, dass sie in ihren zahlreichen Aktivit äten durch Schmerzen eingeschränkt Seite 10 sei. Die Diagnose einer Schmerzstörung sei folglich nicht mehr gegeben. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte 100 % arbeitsfähig. 7.2.3 Die abschliessende gesamtmedizinische Konsensbespr echung ergab, dass die Versi- cherte sowohl aus rheumatologischer als auch aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig sei. 7.3.1 Vergleicht man das im Referenzzeitpunkt erstellte G utachten von Dr. P.____ vom 30. Dezember 2009 mit der aktuellen Expertise von Dr. C.____ vom 2. Dezember 2016, so zeigt sich, dass sich die Beurteilung des Gesundheitszustand es und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten aus rein somatischer Sicht nicht geändert ha t. Diese von Dr. C.____ geäusserte Feststellung wird denn auch von der IV-Stelle – zu Recht – nicht in Zweifel gezogen. 7.3.2 Was die beiden relevanten psychiatrischen Gutachte n angeht, so ist festzuhalten, dass Dr. D.____ die im Jahr 2009 von pract. med. Q.____ ursp rünglich diagnostizierte rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode mit somatische m Syndrom anlässlich seiner Unter- suchung im November 2016 nicht mehr bestätigen konnte. E r erachtete vielmehr die rezidivie- rende depressive Störung als remittiert. Überdies konnte er auch keine Schmerzstörung fest- stellen. 8. Mit dem psychiatrischen Gutachten von Dr. D.____ und de m rheumatologischen Gut- achten von Dr. C.____ liegt eine gut dokumentierte me dizinische Aktenlage vor, die Auskunft über den aktuellen Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten gibt. Aufgrund der nachvollziehbaren Begründung in den beiden Gutacht en steht fest, dass die Versicherte heute für leichte Tätigkeiten nicht mehr in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt wese ntlich davon ab, ob es sich aus- reichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung des Sachverhalts – bezieht. Dies ist vor- liegend der Fall. Während im Jahr 2010 noch eine mi ttelgradige depressive Störung mit 60%iger Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden ha t, lässt sich aktuell bzw. zumindest bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung, welche d ie Grenze der richterlichen Überprü- fungsbefugnis bildet, keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr stellen. Da das bidisziplinäre Gutachten die Anforderungen an ein beweistaugliches Gutachten erfüllt, kann grundsätzlich darauf abgestellt werden, es sei denn, es b estünden triftige Gründe, die dagegen sprechen würden. 9.1 Die Beschwerdeführerin wendet in formaler Hinsicht ein, dass die prozessuale Chan- cengleichheit verletzt worden sei. Die IV-Stelle wähle für ihre Aufträge regelmässig dieselben psychiatrischen Gutachter (u.a. Dr. D.____), welche die V ersicherten entgegen den Erkenntnis- sen der behandelnden Ärzte gesundschrieben oder nicht in invalidisierender Weise krank- schrieben. Dr. D.____ sei deshalb kaum als unabhängig zu betrachten. Vielmehr gleiche er ei- nem verwaltungsinternen Gutachter, weil er seit Jahren p raktisch ausschliesslich gutachterlich für die Invalidenversicherung tätig sei und somit auch wirtschaftlich von ihr abhängig sei. Die Seite 11 Vorgehensweise der IV-Stelle bei der Gutachterbestellung bei mono- und bidisziplinären Begut- achtungen sei folglich nicht EMRK (Konvention zum Schu tze der Menschenrechte und Grund- freiheiten vom 4. November 1950)-konform. Zudem würd en die Vorgaben gemäss BGE 137 V 210 nicht eingehalten. 9.2 In diesem Zusammenhang ist zunächst darauf hinzuweise n, dass der Versicherten von der IV-Stelle im Vorfeld der Begutachtung Gelegenhe it eingeräumt worden ist, Einwände zu erheben und Zusatzfragen zu stellen. Damals wie auch i m Vorbescheidverfahren hat sie keine entsprechenden Rügen erhoben. Solche Einwände sind ab er grundsätzlich sofort zu erheben. Es ist somit nicht ersichtlich, inwiefern die Grundsätze ü ber die Vergabe von Gutachten verletzt worden sind. Zum Einwand, wonach Dr. D.____ von der IV-Stelle wirtschaftlich abhängig sei, ist anzuführen, dass eine ausgedehnte Gutachtertätigkeit fü r die Sozialversicherungsträger allein nicht auf mangelnde Objektivität oder Voreingenommenhe it schliessen lässt. Dies gilt selbst dann, wenn der betroffene Gutachter ein Einkommen vollständig durch entsprechende Aufträge des Versicherungsträgers erzielen sollte (Urteil des Bunde sgerichts vom 30. Juni 2010, 9C_299/2010, E. 4.6). Daran hat das Bundesgericht unl ängst trotz vorgebrachter Kritik in Rechtsschriften und Literatur bis heute festgehalten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Feb- ruar 2017, 8C_445/2016, E. 5.3). Spezifische Ausstandsgr ünde gegen Dr. D.____ werden in der Beschwerde keine genannt. Inwiefern in diesem Zusa mmenhang eine Verletzung der Art. 6 (faires Verfahren), Art. 8 (Recht auf Achtung der Priva t- und Familiensphäre) und Art. 34 (Indi- vidualbeschwerden) der EMRK vorliegen soll, legt die V ersicherte nicht in nachvollziehbarer und begründeter Weise dar. Aber selbst wenn Dr. D.___ _ tatsächlich sein Einkommen weitge- hend durch Gutachtensaufträge der Invalidenversicherung erzielen und insoweit eine wirtschaft- liche Abhängigkeit bestehen würde, was an dieser Stelle nicht geklärt werden muss, so könnte dies allenfalls beweismässig von Bedeutung sein. Denn auch den Berichten versicherungsin- terner medizinischer Fachpersonen hat die Rechtsprechung B eweiswert zuerkannt, sofern kei- ne auch nur geringen Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2). 10.1 Neben diesen formellen Einwänden erweisen sich a uch die materiellen Vorbringen der Versicherten als nicht stichhaltig genug, um von den übe rzeugenden Schlussfolgerungen des psychiatrischen Gutachtens abzuweichen. Was die gerügte fehlende Einholung fremdanamnes- tischer Auskünfte anbelangt, ist darauf hinzuweisen, das s nach der Praxis des Bundesgerichts eine Fremdanamnese kein unerlässlicher Bestandteil eines Gutachtens darstellt und dies auch in der Literatur keineswegs einhellig postuliert wird (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Septem- ber 2001, 6P.40/2001, E. 4d/bb). Eine Fremdanamnese kann zwar eine zentrale Erfahrungs- quelle für die medizinische Fachperson darstellen, alle rdings muss sich der bzw. die medizini- sche Sachverständige von entsprechenden Erhebungen eine n wesentlichen Erfahrungsgewinn versprechen (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 200 6, I 58/06, E. 2.1). Vorliegend konnte der psychiatrische Facharzt Dr. D.____ auf die Berichte d es behandelnden Arztes, Dr. I.____, zurückgreifen. Inwiefern fremdanamnestische Auskünfte wei teren Aufschluss über die von ihm beschriebenen Befunde der Niedergeschlagenheit, der d epressiven Grundstimmung, Schmer- Seite 12 zen und eingeschränkter Gedankengang wesentliche Zusatzinf ormationen liefern könnten, ist nicht erkennbar. Ausserdem geht aus den Berichten von Dr. I.____ klar hervor, dass die Kinder der Versicherten ihrer Mutter massgebend im Haushalt helfen. Daran ist nicht zu zweifeln, wes- halb eine weitere Befragung der Kinder keinen wesent lichen Erfahrungsgewinn bedeuten wür- de. 10.2 Die Versicherte macht weiter geltend, dass die kurze Dauer der Begutachtung von 30 Minuten die Beweistauglichkeit des Gutachtens von Dr. D.____ in Frage stelle. Die Quali- tätsleitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) vom Februar 2012 seien damit nicht erfüllt. Insbesondere sei es bei erstmaliger Begutachtung, bei Störungsbildern mit fluktuierendem Charakter sowie bei Explorationsschwierigkeiten usw. sinn- voll, die Explorandin/den Exploranden mehrfach zu untersu chen. Entgegen der Wahrnehmung der Versicherten dauerte die Exploration nicht 30, so ndern 60 Minuten (vgl. S. 16 des psychiat- rischen Gutachtens). Rechtsprechungsgemäss kann zudem aus einer – verhältnismässig – kur- zen Dauer der psychiatrischen Exploration nicht von vornherein auf eine Sorgfaltswidrigkeit des Gutachters geschlossen werden. Der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeit- liche Aufwand hängt stets von der Fragestellung und de r zu beurteilenden Psychopathologie ab. Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgeru ngen bildet die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensb eobachtung (Urteil des Bundes- gerichts vom 6. Mai 2015, 8C_86/2015, E. 5.2). Dem Experten standen zahlreiche medizinische Berichte zur Verfügung. Zusammen mit seiner persönliche n Untersuchung vom 29. November 2016 konnte er sich ein umfassendes Bild über den Krankhe itsverlauf sowie der Symptomatik der Versicherten machen und eine nicht auf eine Moment aufnahme beschränkte Beurteilung abgeben. Anhaltspunkte dafür, dass Dr. D.____ die Vor gaben an ein Gutachten nicht bzw. nur ungenügend beachtet hat, sind nicht erkennbar. Kann – wie hier – von inhaltlicher Vollständig- keit und Schlüssigkeit im Ergebnis ausgegangen werden, ist die Untersuchungsdauer nicht ent- scheidend (Urteil des Bundesgerichts vom 15. November 20 12, 9C_671/2012, E. 4.5 mit Hin- weis). 10.3 Daran ändert auch der Einwand der Versicherten nichts, wonach die einmalige, ein- stündige Beurteilung von Dr. D.____ den Qualitätsricht linien der SGPP nicht entspreche. Diese stellen lediglich eine Orientierungshilfe für die guta chtenden Fachpersonen dar und sollen die Gutachtenspraxis im Hinblick auf die normativ massgeblichen Gesichtspunkte konkretisierend anleiten (H ANS -JAKOB MOSIMANN , Beitrag der Leitlinien für die Rechtsprechung, SZS 2 016 S. 513). Weder Gesetz noch Rechtsprechung schreibenden psychiatrischen Fachpersonen eine Begutachtung nach den entsprechenden Richtlinien vor (Urteile des Bundesgerichts vom 6. Juni 2017, 8C_105/2017, E.4.4 und vom 24. Januar 2017, 9C_715/2016, E. 3.2). Insbeson- dere verliert ein Gutachten nicht automatisch seine Bew eiskraft, wenn die begutachtende Per- son sich nicht an die erwähnten Qualitätsrichtlinien lehn t. Konkret ist nicht ersichtlich, was sich hinsichtlich Qualität und Aussagekraft der Begutachtung von Dr. D.____ ändern würde, wenn er sich an den Qualitätsrichtlinien der SGPP orientiert hätte. Seite 13 10.4.1 Die Versicherte macht weiter sinngemäss geltend, dass die Dolmetscherin bei der psy- chiatrischen Begutachtung befangen gewesen sei. Die Do lmetscherin sei kurdischer Herkunft und die türkischstämmige Beschwerdeführerin habe eine a blehnende Haltung der Übersetzerin ihr gegenüber wahrgenommen. Sie habe den Eindruck geh abt, dass die Übersetzung nicht adäquat erfolgt sei. Als Beispiel führt sie ihre Aussage an, dass ihre Tochter nach der Heirat ausziehen werde, woraufhin die Dolmetscherin gesagt habe, dass die Versicherte froh über den Auszug sei, da sie dann mehr Ruhe habe. Unter Berücksichtigung des türkisch-kurdischen Kon- flikts erweckten diese Umstände den Anschein der Befangenheit der Dolmetscherin, welche bei der psychiatrischen Untersuchung als Gehilfin von Dr. D.____ fungiert habe. 10.4.2 Gerade für die psychiatrische Untersuchung ist eine wörtliche Übersetzung wichtig. Manche professionelle Dolmetscher neigen dazu, das Gesprä ch zu moderieren, Fragen zu- sammenzufassen und Antworten nach eigenem Gutdünken zu f ormulieren, als defizitär erlebte Antworten des Probanden zu glätten und allfällige psych opathologisch bedingte logische Inkon- sistenzen zu beseitigen. Das es zu Missverständnissen kommen k ann, ist deshalb nicht ganz auszuschliessen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Mai 2 014, 9C_738/2013, E. 3.2.4). Beim Beispiel mit der Tochter handelt es sich um den ei nzigen Hinweis bezüglich einer nicht wörtlichen Übersetzung. Weitere Beispiele für Ungereim theiten führt die Versicherte nicht an. Die Dolmetscherin übersetzte bereits während der Unter suchung bei Dr. C.____, welche einige Tage vorher stattfand. Diesbezüglich werden keine Befa ngenheitsgründe angeführt. Sowohl Dr. C.____ (S. 23) als auch Dr. D.____ (S. 20) erwähn ten in ihren Gutachten, dass die Versi- cherte recht gut Deutsch spreche. Gemäss Dr. C.____ gab si e denn auch auf viele Fragen di- rekt Antwort. In Bezug auf die Begutachtung bei Dr. D .____ hat die Versicherte auch heute an der Parteiverhandlung bestätigt, dass sie aufgrund ihrer Deutschkenntnisse erkannt habe, dass zweimal nicht richtig übersetzt worden sei. Sie habe sich jedoch nicht dagegen wehren können. Der Gutachter habe mit der Dolmetscherin gesprochen un d sie habe dem Gespräch nicht mehr folgen können. Im Nachhinein lässt sich nicht mehr festste llen, ob die Dolmetscherin zweimal nicht wortgetreu übersetzt hat. Eine Befangenheit der Dolmetscherin aufgrund ihrer kulturellen Zugehörigkeit gegenüber der Versicherten lässt sich mit d er beschriebenen Sachlage nicht er- härten. Jedenfalls handelt es sich beim beschriebenen Bei spiel nicht um ein sachrelevantes Missverständnis bzw. um eine sachrelevante unkorrekte Wider gabe, die eine Unverwertbarkeit der psychiatrischen Exploration nach sich ziehen würde. 10.5.1 Schliesslich führt die Beschwerdeführerin an, dass Dr. D.____ in seinem Gutachten weder auf die Beurteilung von Dr. I.____ vom 13. Sept ember 2016 noch auf die im asim- Gutachten vom 31. Dezember 2009 gestellten Diagnosen ei ngehe. Dies trifft so nicht zu. Dr. D.____ hat in seinem Gutachten mit Bezug auf die von Dr. I.____ diagnostizierte schwere depressive Episode und die im asim-Gutachten festgestellte mittelgradige Episode einer rezidi- vierenden depressiven Störung festgehalten, dass der Verl auf solcher Störungen naturgemäss schwankend sei und dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine Hinweise dafür gebe, dass die Versi- Seite 14 cherte weiterhin an depressiven Symptomen leide. Die Di agnose einer depressiven Störung könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr bestätigt werden. 10.5.2 Dr. I.____ geht in seinen Berichten vom 13. Sep tember 2016, vom 31. Oktober 2017 sowie vom 20. November 2017 von einer 100%igen Arbeit sunfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund einer ausgeprägten depressiven Störung aus. Dan eben leide sie an einem Schmerzsyndrom. Dr. I.____ führte an, dass Dr. D.____ zwa r richtigerweise erwähne, dass die Versicherte ihren Kindern eine hingebungsvolle Mutter se i. Nicht erwähnt habe er dagegen, dass die Versicherte in der Erziehung oft am Rande ihre r Kräfte sei. Auch sei seine Patientin äusserst lärmempfindlich, was mit den lebhaften Kindern oft zu Konflikten führe. Sie müsse sich oft hinlegen und meide dann über Stunden den Kontak t zu den Kindern oder anderen Leuten. Sie sei nicht die lebhafte, gesunde Frau, welche Dr. D .____ beschreibe. Sie sei auch dauernd auf die Hilfe anderer angewiesen. Die Versicherte sei eine schwer leidende Frau. 10.5.3 An der heutigen Verhandlung berichtet die Ver sicherte, dass sie dauernd an Rücken- schmerzen leide und sich oft hinlegen müsse. Auch sei sie s ehr lärmempfindlich und müsse die Kinder anhalten, ruhiger zu sein. Im Haushalt würden ihre Töchter mithelfen. Sie habe auch nicht so viele Freundinnen. Sie hätte zwei Familien, mi t denen sie Kontakt habe. Manchmal gingen sie spazieren. Da sie an Panikattacken leide, habe sie Mühe, nach draussen zu gehen. Einmal die Woche gehe sie schwimmen. Dr. I.____ treffe sie jede zweite Woche, in der Regel für 15 Minuten. 10.5.4 Die Ausführungen der Versicherten an der heuti gen Verhandlung sind glaubhaft und decken sich auch im Kern mit den Ausführungen von Dr. I.____. Dass sie an Rückenschmerzen leidet und sich deshalb eingeschränkt fühlt und auch lärm empfindlich ist und eher zurückgezo- gen lebt, hat sie nachvollziehbar dargelegt. Die entspr echenden psychiatrischen Ausführungen bzw. Wertungen von Dr. I.____ scheinen demgegenüber ab er teilweise etwas undifferenziert, was aus dem Blickwinkel des behandelnden Psychiaters zwar verständlich, im Ergebnis aber nicht eins zu eins übernommen werden kann. So sind beispi elsweise die Kinder der Versicher- ten mit Jahrgang 1992, 1993 und 1997 bereits erwachsen und die Beziehung zwischen ihnen und ihrer Mutter wird als sehr gut beschrieben, weshalb es nicht nachvollziehbar ist, dass die Versicherte nach Dr. I.____ mit der Erziehung der Kind er oft am Rand ihrer Kräfte sei, zumal die Kinder auch tagsüber ausser Haus sind. Seine Schluss folgerung, dass die Versicherte seit Jahren (unverändert seit 2013 [vgl. Bericht von Dr. I .____ vom 12. Februar 2013]) an einer schweren depressiven Störung leide und zu 100 % arbeitsunf ähig sei, ist in dieser Pauschalität nicht nachvollziehbar. Aufgrund der fehlenden differenzierten Auseinandersetzung in Bezug auf Diagnose und Befund kann dem Ergebnis von Dr. I.____ nicht gefolgt werden. 11. Auch der Bericht von Dr. J.____ vom 22. September 2017 und die ärztlichen Berichte des H.____ Spitals vom 10. Juli 2017 und 4. Oktober 201 7 ändern nichts an der Beweiskraft des Gutachtens von Dr. C.____. Soweit Dr. J.____ von ei nem lumboradikulären Reizsyndrom Seite 15 spricht, handelt es sich gemäss Bericht des H.____ Spitals vom 10. Juli 2017 lediglich um einen Verdacht auf ein lumboradikuläres Reizsyndrom. Die RAD-Är ztin Dr. L.____ schliesst eine lum- bale Radiokulopathie aufgrund des klinischen Befundes im Bericht des H.____ Spitals sogar aus. Es sei allenfalls von pseudoradikulären Beschwerden zum Beispiel im Rahmen einer ISG- Blockierung oder im Rahmen von myofascialen Beschwerden a uszugehen. Derartige Be- schwerden seien reversibel und konservativ gut behandelbar (vgl. Bericht vom 21. November 2017). Die im Bericht des H.____ Spitals vom 4. Oktober 2017 erwähnten Schulterbeschwerden rechts, welche seit September 2017 exazerbiert seien, kö nnen in diesem Verfahren nicht be- rücksichtigt werden, weil es sich um eine neue Entwicklung deutlich nach Verfügungserlass handelt. 12.1 Demnach hat die IV-Stelle zurecht auf das schlüssige bidisziplinäre Gutachten von Dr. C.____ und Dr. D.____ vom 2./6. Dezember 2016 ab gestellt und die Rente aufgehoben. Eine andere Frage ist indessen, ob die im Dezember 20 16 wiedergewonnene Arbeitsfähigkeit direkt verwertbar war, oder ob - was geltend gemacht wi rd - vor der Anrechnung eines Invali- deneinkommens aus unselbstständiger Tätigkeit Einglieder ungsmassnahmen angezeigt gewe- sen wären. Zwar ist eine medizinisch attestierte Verbesser ung der Arbeitsfähigkeit grundsätz- lich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug kön- nen jedoch ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes d er Anrechnung einer medizi- nisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglich en Leistungsentfaltung entge- genstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimm- ten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befä higender Massnahmen allein ver- mittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht m öglich ist. Wenn die versicherte Per- son das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen hat, muss sich die Verwaltung zwingend vor der Herabsetzung oder Auf hebung einer Invalidenrente in jedem Fall vergewissern, ob sich ein medizinisch-theoretisch wiede rgewonnenes Leistungsvermögen ohne Weiteres in einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür aus- nahmsweise im Einzelfall eine erwerbsbezogene Abklärung und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen im Rechtssinn vorausgesetzt ist. A us den beiden Kriterien können die Betroffenen im Kontext einer Revision (resp. rückwirke nden Zusprache einer befristeten Rente) oder Wiedererwägung jedoch nicht ohne Weiteres einen Besitzstandsanspruch ableiten, sondern es wird ihnen lediglich zugestanden, dass infol ge des fortgeschrittenen Alters oder der langen Rentendauer die Selbsteingliederung grundsätzlich als nicht mehr zumutbar einzustufen ist (Urteile des Bundesgerichts vom 18. Mai 2017, 8C_842 /2016, E. 5.3.1 mit Hinweisen und vom 30. Oktober 2017, 9C_525/2017, E. 3.4). 12.2 Die Beschwerdeführerin ist Jahrgang 1966 und bez og seit 1. Februar 2003 ununter- brochen eine Rente. Damit sind die Voraussetzungen für eine privilegierte Behandlung in Bezug auf die Eingliederungsmassnahmen nicht erfüllt. Zudem setzen alle Eingliederungsmassnah- men die subjektive und objektive Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person voraus. Wäh- rend vorliegend die objektive Eingliederungsfähigkeit gegeben ist, fühlt sich die Versicherte ge- Seite 16 mäss den ärztlichen Berichten subjektiv nicht in der Lage, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, auch nicht teilzeitlich. Zudem unterliegen die ihr of fen stehenden, zumutbaren Hilfsarbeiten wie beispielsweise leichte Überwachungs-, Prüf- und Kontrol larbeiten in der Industrie oder die Be- dienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschin en oder Produktionseinheiten, Sortierarbeiten keinen besonderen Qualifikationen. Um stände, die den Zugang zum ausgegli- chenen Arbeitsmarkt ohne vorgängige befähigte Massnahmen ausschliessen oder erheblich erschweren, sind nicht ersichtlich (vgl. BGE 138 V 457 E. 3 .1; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Dezember 2014, 8C_586/2014, E. 8.2). Es ist desha lb nicht zu beanstanden, dass die IV- Stelle keine Wiedereingliederungsmassnahmen durchgeführt hat. 13.1 Im Ergebnis ist die Beschwerde demnach abzuweisen un d es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdev erfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Ve rfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfa hrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Der Beschwerdeführerin ist mit Verfügung vom 20. Juni 2017 die unentgeltliche Prozessfü hrung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 13.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbei ständung (vgl. Verfügung vom 20. Juni 2017) wird der Rechtsvertreterin ein Honorar aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Gemäss Ho- norarnote werden für den vorliegenden Fall 46,35 St unden in Rechnung gestellt. Selbst wenn mit einem tieferen Stundenansatz von Fr. 120.-- gerech net wird, ist die geltend gemachte Stun- denzahl auch für eine Praktikantin unverhältnismässig hoch . Ausgehend vom Schwierigkeits- grad im vorliegenden Fall wäre eine anwaltliche Verg ütung von 16-18 Stunden (inkl. Parteiver- handlung) anzunehmen. Im Verhältnis dazu erweist sich eine Entschädigung für die Arbeit einer Praktikantin bzw. eines Praktikanten von 30 Stunden als ang emessen (18 Stunden [anwaltliche Tätigkeit] à Fr. 200.-- = Fr. 3'600.-- : Fr. 120.-- = 30 Stunden [Tätigkeit der Praktikantin]). Dem- nach ist der Rechtsvertreterin ein Honorar von Fr. 4'0 24.-- (Fr. 3'600.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 126.-- und 0,8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 13.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 17 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 4'024.-- (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) au s der Gerichts- kasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht