A. Entscheide des Regierungsrates 1048 1048 V e rfah re n . Eine «Rechtsverweigerungs- und Willkürbeschwerde» kann unter Umständen als Aufsichtsbeschwerde entgegengenommen werden. Aufsichtsbeschwerden gegen gemeinderätliche Kommissionen sind an den Gemeinderat zu richten1 . E.B. reichte beim Regierungsrat eine «Rechtsverweigerungs- und Willkür­ beschwerde» gegen die Baukommission der Gemeinde S. ein mit dem Antrag, die Kommission sei zu verhalten, ein vor rund drei Jahren einge­ reichtes Baugesuch für eine Garage unverzüglich zu behandeln. Der Regierungsrat ist auf die Beschwerde aus folgenden Gründen nicht eingetreten: Das ausserrhodische Verwaltungsrecht kennt das Institut der Rechtsverweigerungs- und Willkürbeschwerde nicht1 . Das Schreiben des E.B. kann indessen als Aufsichtsbeschwerde gegen die Amtsführung der Baukommission betrachtet werden. Eine Aufsichtsbeschwerde ist auch da zulässig, wo sie nicht in einem besonderen Verwaltungsgesetz gere­ gelt ist (Imboden/Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, 5. Auflage, Bd. II, N r. 14511a). Die Aufsichtsbeschwerde hat sich zu richten «an eine Instanz, der Aufsichts- oder Dienstgewalt über die Stelle, deren Amtsführung beanstandet wird, zusteht» (Imboden/Rhinow, a.a.0., Nr. 145 llb). Nach Art. 79 der Kantonsverfassung stehen die Kommissionen der Gemeinden unter der Aufsicht des Gemeinderates; gegen ihre Be­ schlüsse kann innert 14 Tagen1 2 an den Gemeinderat rekurriert werden. Demnach ist eine Aufsichtsbeschwerde gegen eine gemeinderätliche Kommission, gleich wie ein förmliches Rechtsmittel, zunächst an den Gemeinderatzu richten. RRB 12.7.1977 1 Vgl. heute Art. 30 des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren (bGS 143.5) 2 Heute: 20 Tage (Art. 18 Abs. 1 des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren; bGS 143.5) 68