B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-1850/2013 U r t e i l v o m 2 0 . A u g u s t 2 0 1 3 Besetzung Richter André Moser (Vorsitz), Richterin Marie-Chantal May Canellas, Richter Markus Metz, Gerichtsschreiberin Nina Dajcar. Parteien X._______ AG, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marcel Dietrich und Rechtsanwalt Andreas Burger, Homburger AG, 8037 Zürich, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Beitragsgesuch betreffend Verwendung der zweckgebundenen Mineralölsteuer. A-1850/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Bund unterstützt mit Geldern aus der Treibstoffbesteuerung Mas s- nahmen im Bereich des Luftverkehrs. Unter anderem kann er zur Förd e- rung eines hohen technischen Siche rheitsniveaus Beiträge an die Aus - und Weiterbildung gewähren ( Art. 37f Bst. e des Bundesgesetzes über die Verwendung der zweckgebundenen Mineralölsteuer und der Nati o- nalstrassenabgabe vom 22. März 1985 [MinVG, SR 725.116.2]). B. Die X._______ AG stellte dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) am 26. März 2012 ein Gesuch um Gewährung eines Beitrags von jeweils 80 % der anfallenden Trainingskosten an eine Massnahme mit der B e- zeichnung "X._______Specialized Training". C. Mit Verfügung vom 21. Februar 2013 lehnte das BAZL dieses Gesuch ab, da die Massnahme nicht im eigentlichen Anwendungsbereich des Art. 37f Bst. e MinVG liege. Dazu würden nur Massnahmen gehören, die zur E r- füllung der wesentlichen bzw. alltäglichen betrieblichen Tätigkeit von Mi t- arbeitenden nicht zwingend vorausgesetzt würden, wie z.B. aus freien Stücken angebotene Aus- und Weiterbildungen, die ein konkretes Safety- Anliegen bzw. Safety-Defizit ansprechen würden und damit eine unmitte l- bare Wirkung auf die Flugsicherheit hätten. Dies sei bei den fraglichen Ausbildungen nicht der Fall, zumal es sich hierbei um solche handle, die für das Luftfahrzeug -Instandhaltungs- personal vorgeschrieben und zur Erbringung von marktfähigen Dienstleis- tungen erforderlich seien. Damit werde kein konkretes Safety -Anliegen verfolgt respektive kein bestimmtes Safety-Defizit gemildert. D. Die X._______ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhebt gegen di e- se Verfügung des BAZL (nachfolgend: Vorinstanz) mit Eingabe vom 8. April 2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt die Aufhebung der Verfügung unter Gewährung der Beiträge im beantrag- ten Umfang; eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sie rügt, die Vorinstanz habe ihr Ermessen nicht pflichtgemäss ausgeübt, weil sie in bundesrechtswidriger Weise von einem zu engen Geltungsb e-A-1850/2013 Seite 3 reich des Art. 37f Bst. e MinVG ausgegangen sei. Diese Norm erfasse sämtliche Aus- oder Weiterbildungen, die der Gewährleistung der techn i- schen und operationellen Verlässlichkeit des Luftfahrzeugunterhalts di e- nen würden, wie dies beim X._______ Specialized Training der Fall sei. Indem die Vorinstanz bestimmte Grund - und Spezialausbildungen vom Anwendungsbereich ausnehme, verenge sie diesen in bundesrechtswid- riger und willkürlicher Weise; bei diesem Verständnis würde Art. 37f Bst. e MinVG nie auf Ausbildungen Anwendung finden können. Das hohe tec h- nische Sicherheitsniveau werde gerade da am besten und wirksamsten gefördert, wo im Rahmen der Ausbi ldung die grundlegenden Fähigkeiten für die Ausübung eines sicherheitsrelevanten Berufs erlernt und durch e i- ne berufsspezifische Weiterbildung den ständig wachsenden Anforderu n- gen an die beruflichen Fähigkeiten Rechnung getragen würde. Eine gute Basisausbildung stelle das grundlegendste aller konkreten Safety - Anliegen dar. Das X._______ Specialized Training vermittle den Teilnehmern wichtiges und grundlegendes Zusatzwissen im Bereich der Flugzeugwartung indiv i- dueller Flugzeug -Typen. Es vermittle ein fundi ertes theoretisches und praktisches Wissen, das die selbständige und sichere Durchführung von Aufgaben im Bereich der Flugzeugwartung der jeweiligen Flugzeug - Typen ermögliche. Insbesondere umfasse es die drei Kurse Human Fa c- tors, Safety Management System u nd Health & Environment. Es werde nicht nur den eigenen Mitarbeitern, sondern auch extern angeboten. Da- durch fördere das Training ein hohes technisches Sicherheitsniveau im Luftverkehr und gewährleiste die technische und operationelle Verläs s- lichkeit des Luftfahrzeugunterhalts. Es erbringe einen grundlegenden Bei- trag zur Flugsicherheit. Konkret sorge es dafür, dass Flugzeuge nicht aufgrund unsachgemässer Wartung abstürzen würden. E. Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 5. Juni 2013 die Abweisung der Beschwerde. Den Vorbringen der Beschwerdeführerin entgegnet sie insbesondere, Massnahmen zur Aus- und Weiterbildung im Bereich der Safety und Security sollten vordringlich projektbezogen sein; darunter würden insbesondere Massnahmen fallen, die ei n konkretes Si- cherheitsanliegen oder Sicherheitsdefizit ansprechen würden. Dieser d i- rekte Bezug sei aufgrund der beschränkt vorhandenen Mittel unabdin g- bar. Andernfalls müssten sämtliche aviatischen Berufstätigkeiten mit e i- nem irgendwie gearteten Sicherheit sbezug unterstützt werden, was j e- doch nicht gewollt sei. A-1850/2013 Seite 4 Beim eingereichten Gesuch handle es sich aber nicht um eine projektb e- zogene bzw. um eine auf ein konkretes Safety -Anliegen bezogene Au s- bildung, sondern um eine generelle Aus- und Weiterbildungsmassnahme, die zum üblichen Bildungsangebot eines Wartungsbetriebs dieser Grösse gehöre. Die aufgeführte Ausbildungsmassnahme diene unmittelbar der Durchführung der betrieblichen Hauptaktivität, nämlich der Instandhaltung von Luftfahrzeugen. Im Übrigen sei sie r echtlich vorgeschrieben und es sei am Betrieb, sicherzustellen, dass sämtliches Personal ausreichend ausgebildet sei und die erforderliche n Lizenzen innehabe. Somit handle es sich bei der beantragten Massnahme um eine Grundvoraussetzung für die Ausübung vo n Instandhaltungsarbeiten. Deshalb könne sie nicht u n- terstützt werden. F. Die Beschwerdeführerin äussert sich in ihrer Eingabe vom 8. Juli 2013 zur Vernehmlassung der Vorinstanz. G. Auf weitergehende Vorbringen und die sich bei den Akten befindlichen Schriftstücke wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden E r- wägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwa l- tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32 ) Beschwer- den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern wie im vorliege n- den Fall keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Das BAZL ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG und damit eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Dieses ist somit zur Beurteilung der vorli e- genden Beschwerde zuständig. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Tei l- nahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung beso n-A-1850/2013 Seite 5 ders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Au f- hebung oder Änder ung hat (Bst. c). Die Beschwerdeführerin hat als Adressatin der angefochtenen Verfügung ein schutzwürdiges Interesse an deren Überprüfung und ist somit legitimiert. 1.3 Die Beschwerde wurde im Übrigen frist - und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG), weshalb auf sie einzutreten ist. 2. Grundsätzlich hat das Bundesverwaltungsgericht bei der Prüfung, ob ein Beitragsgesuch von der Vorinstanz zu Recht abgewiesen worden ist, vo l- le Kognition (Art. 49 VwVG). Es auferlegt sich indes bei der Üb erprüfung bezüglich der Gewährung von sog. Ermessenssubventionen Zurückha l- tung, indem es in Fragen, die durch die Justizbehörden naturgemäss schwer überprüfbar sind, nicht ohne Not von den Beurteilungen des ers t- instanzlichen Fachgremiums abweicht, zumal de r Rechtsmittelbehörde zumeist nicht alle massgebenden Faktoren und Fachkenntnisse für die Bewertung von Gesuchen um Subventionen durch die Vorinstanz b e- kannt sind. In der Regel ist es daher nicht möglich, sich ein zuverlässiges Bild über die Eignung des Pr ojekts der Beschwerdeführer für die Gewä h- rung von Subventionen zu machen und einen Vergleich zu den Projekten von allfälligen anderen Bewerbern vorzunehmen. Zudem beziehen sich Subventionen oft auf Spezialgebiete und die Rechtsmittelbehörden verf ü- gen über keine eigenen Fachkenntnisse. Eine freie Überprüfung der Sub- ventionsvergabepraxis der Vorinstanz würde auch die Gefahr von Ung e- rechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüber anderen Antragsstellenden in sich bergen (eingehend Urteile des Bundesverwaltungsgeric hts B - 8207/2010 vom 22. März 2011 E. 2.2 und B -86/2007 vom 11. Juli 2007 E. 2.1; s.a. FABIAN MÖLLER, Rechtsschutz bei Subventionen, Diss. Basel 2006, S. 213 m.H.; im Allgemeinen BGE 133 II 35 E. 3; BVGE 2010/19 E. 4.2; aus der neueren Praxis des Bundesverw altungsgerichts Urteil A - 4559/2011 vom 21. Juni 2013 E. 2.2). 3. Die Gewährung von Beiträgen für Massnahmen im Luftverkehr ist in den Grundzügen wie folgt geregelt: 3.1 Art. 86 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgeno s- senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) erlaubt dem Bund, auf Trei b- stoffen eine Verbrauchssteuer zu erheben. Nach Art. 86 Abs. 3bis BV ver- wendet er die Hälfte des Reinertrags der Verbrauchssteuer auf Flugtreib-A-1850/2013 Seite 6 stoffen für Aufgaben und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Luftverkehr. Dazu gehören auch Massnahmen zur Förderung eines h o- hen technischen Sicherheitsniveaus im Luftverkehr (Bst. c). 3.2 Die am 1. August 2011 in Kraft getretene Ausführungsgesetzgebung zu dieser Spezialfinanzierung Luftverkehr findet sich im MinVG. Ar t. 37a MinVG regelt den Verteilschlüssel für die in Art. 86 Abs. 3bis BV vorgese- henen Aufgabengebiete. Das BAZL verteilt die Beiträge innerhalb der Aufgabengebiete, es legt vorgängig Schwerpunkte fest und hört dazu die interessierten Kreise an (Art. 37a Abs. 3 MinVG). Gemäss Art. 37b MinVG besteht auf die Gewährung von Beiträgen kein Rechtsanspruch (Abs. 1), diese werden im Rahmen der verfügbaren Mittel gewährt (Abs. 2) und der Bundesrat legt die Kriterien fest und regelt das Verfahren (Abs. 3). Art. 37d–37f MinVG konkretisieren, für welche Massnahmen in den B e- reichen Umweltschutz, Abwehr widerrechtlicher Handlungen sowie tec h- nische Sicherheit Beiträge geleistet werden können. Der für die hier int e- ressierende Massnahme einschlägige Art. 37f Bst. e MinVG lautet: "Der Bund kann zur Förderung eines hohen technischen Sicherheitsniveaus im Luftverkehr Beiträge gewähren an: (… [Bst. a–d]) e. die Aus- und Weiterbildung." 3.3 Art. 4 der Verordnung über die Verwendung der zweckgebundenen Mineralölsteuer für Massnahmen im Luftverkehr vom 29. Juli 2011 (MinLV, SR 725.116.22) konkretisiert die Grundanforderungen an die Massnahmen: Das BAZL kann Beiträge nur für zweckmässige und wir k- same Massnahmen nach den Artikeln 37d–37f MinVG gewähren (Abs. 1), es gewährt die Beiträge aufg rund eines Mehrjahresprogramms (Abs. 2) und die Massnahmen müssen ihre Wirkung oder ihren Nutzen in der Schweiz erzielen (Abs. 3). Das Mehrjahresprogramm wird vom Eidgenös- sischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation im Einvernehmen mi t dem Eidgenössischen Finanzdepartement und nach Anhörung der interessierten Kreise festgelegt; es enthält eine mittel- fristige Finanzplanung und legt die Schwerpunkte nach Art. 37a Abs. 3 MinVG fest (Art. 5 Abs. 1 MinLV). Für die Bemessung der Beiträge legt es Höchstsätze zwischen 40 und 80 Prozent der anrechenbaren Kosten fest (Art. 5 Abs. 2 MinLV) und die Dauer beträgt vier Jahre (Art. 5 Abs. 3 MinLV). 3.4 Das Mehrjahresprogramm 2012 –2015 ist unter www.bazl.admin.ch / Portal für Fachleute / Regulation und Gr undlagen / Spezialfinanzierung A-1850/2013 Seite 7 abrufbar (besucht am 31. Juli 2013). Die Aus - und Weiterbildung gehört zu den Schwerpunkten im Anwendungsbereich "Technische Sicherheit – Safety". Es führt zur Aus- und Weiterbildung namentlich aus: "Während im gewerbsmässig en Lufttransport in den letzten Jahren in der Schweiz ein vergleichsweise hoher Sicherheitsstandard beobachtet werden konnte, kommt es in der General - und Business Aviation immer wieder zu Unfällen. Sehr häufig spielen dabei Schwächen im Gebiet „Human Comp e- tence“ eine zentrale Rolle. Gezielte Safety Awareness Ausbildungen und I n- terventionen wären auf dem Markt verfügbar, sind in der Regelausbildung aber nicht etabliert und werden aus Kostengründen zu wenig benutzt. Durch eine gezielte Förderung und noch bes sere Fokussierung auf die hiesigen Bedürfnisse können insbesondere Fluggruppen und Verbände zu vermeh r- ten Massnahmen mit grosser Breitenwirkung motiviert werden. (…) Die rasch zunehmende Komplexität von Technik, Informatik, Systemen und Regelwerken hat daz u geführt, dass die Anforderungen an das Manag e- mentpersonal und die Safety -Verantwortlichen von Flugbetrieben/Flug - plätzen sowie das technische Luftfahrzeugunterhaltspersonal immer höher werden. Personen in entscheidenden Verantwortungspositionen vermögen mit den Anforderungen zunehmend nicht mehr Schritt zu halten. Leider fe h- len heute über weite Strecken Angebote der tertiären Bildung, die dem M a- nagementpersonal erlauben würden, diese Lücken gezielt und stufengerecht zu schliessen. Gleichzeitig fehlen Bild ungsangebote für Safety -Verant- wortliche und für technisches Luftfahrzeugunterhaltspersonal. Finanzhilfen würden spezifisch auf die Aviatik ausgerichteten Schweizer Institutionen e r- lauben, entsprechende Produkte, die auch international Ausstrahlung haben können, zu entwickeln und auf dem Markt anzubieten. Des Weiteren kommt eine Unterstützung von Aus- und Weiterbildungen von Mitarbeitenden im B e- reich von ergebnisorientierten („performance based“) Sicherheitssystemen dem ganzen Aviatik -System Schweiz zugute und trägt schlussendlich direkt zur Sicherheit bei." Das Mehrjahresprogramm nennt sodann folgende Massnahmenbeispiele: "Ausbildung von Mitarbeitenden beaufsichtigter Unternehmen im Bereich „Performance Based Oversight“ oder „Safety Management Systems“. Fö rde- rung von Lehrgängen und Ausbildungsblöcken in bestehenden Institutionen der tertiären Bildung, spezifisch ausgerichtet auf die Anforderungen an M a- nagementpersonal in Luftverkehrsbetrieben; Förderung von Lehrgängen und Ausbildungsblöcken für die Aus - und Weiterbildung von Flugplatzleitern und anderen Mitarbeitenden auf Flugplätzen sowie von technischem Luftfah r- zeugunterhaltspersonal." 3.5 Art. 2 MinLV weist ausdrücklich auf die Anwendbarkeit des Subvent i- onsgesetzes vom 5. Oktober 1990 (SuG, SR 616.1) hin; die se Anwend- barkeit ergibt sich auch aus Art. 2 Abs. 1 SuG (BGE 138 V 445 E. 1.4; Ur- teil des Bundesgerichts 2C_88/2012 vom 28. August 2012 E. 4.1). Beim A-1850/2013 Seite 8 Subventionsgesetz handelt es sich um einen Rahmenerlass. Es enthält zum einen in seinem 2. Kapitel (Art. 4–10 SuG) Grundsätze für die Rechtsetzung über Finanzhilfen und Abgeltungen, zum andern im 3. Ka- pitel (Art. 11–40 SuG) allgemeine Bestimmungen des Subventionsrechts, die anwendbar sind, soweit andere Bundesgesetze oder allgemeinve r- bindliche Bundesbeschlüss e nichts Abweichendes vorschreiben (Art. 2 Abs. 2 SuG, vgl. PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 46 Rz. 2 und 20 ff.). Der Begriff "Subvention" umfasst im Sprachgebrauch des Subventions - gesetzes alles, was das Bundesrecht als Beitrag, Finanzhilfe, Abgeltung, Unterstützung etc. bezeichnet (KLAUS A. VALLENDER/PETER HETTICH/JENS LEHNE, Wirtschaftsfreiheit und begrenzte Staatsverantwortung, Grundz ü- ge des Wirtschaftsverfassungs - und Wirtschaftsverw altungsrechts, 4. Aufl., Bern 2006, Rz. 74, 80; TOMAS POLEDNA, Streichungen, Kürzu n- gen und Rückerstattungen von Subventionen, in: Schweizerische Vere i- nigung für Verwaltungsorganisationsrecht [Hrsg.], Verwaltungsorganisa - tionsrecht – Staatshaftungsrecht – öffentliches Dienstrecht, Jahrbuch 2009, Bern 2010, S. 117 ff., 118 ff.; MÖLLER, a.a.O., S. 20 ff., je auch m.H. auf andere Begriffsverwendungen). 3.6 In Art. 37a ff. MinVG ist von "Beiträgen" die Rede; diesen Begriff ent- hält das Subventionsgesetz indes nicht. Es ist deshalb zu klären, welche Art von Subvention damit gemeint ist. Art. 3 SuG unterscheidet zwischen Finanzhilfen und Abgeltungen: Finanzhilfen sind geldwerte Vorteile, die Empfängern ausserhalb der Bundesverwaltung gewährt werden, um die Erfüllung ei ner vom Empfän- ger gewählten Aufgabe zu fördern oder zu erhalten (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 SuG). Dadurch soll das Verhalten privater Wirtschaftssubjekte gesteuert und ein bestimmter Zweck erreicht oder jedenfalls gefördert werden; die Finanzhilfe soll Anreize s chaffen und das Verhalten der Leistungsem p- fänger ohne eigentliche hoheitliche Einwirkung in eine bestimmte Ric h- tung lenken. Hierbei entscheiden die potentiellen Empfänger grundsät z- lich frei darüber, ob sie eine bestimmte Tätigkeit ausüben und damit von der Unterstützung profitieren wollen oder nicht ( RENÉ RHINOW/GERHARD SCHMID/GIOVANNI BIAGGINI/FELIX UHLMANN, Öffentliches Wirtschaftsrecht, 2. Aufl., Basel 2011, § 16 Rz. 44; s.a. VALLENDER/HETTICH/LEHNE, a.a.O., § 11 Rz 81 ff.; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a .O., § 46 Rz. 4 ff.; MÖL- LER, a.a.O., S. 25 f.). A-1850/2013 Seite 9 Demgegenüber sind Abgeltungen Leistungen an Empfänger ausserhalb der Bundesverwaltung zur Milderung oder zum Ausgleich von finanziellen Lasten, die sich aus der Erfüllung von bundesrechtlich vorgeschriebenen Aufgaben (Bst. a) resp. öffentlichrechtlichen Aufgaben, die dem Empfä n- ger vom Bund übertragen worden sind (Bst. b), ergeben (Art. 3 Abs. 2 SuG; BGE 138 V 445 E. 1.4; RHINOW/SCHMID/BIAGGINI/UHLMANN, a.a.O., § 16 Rz. 48; VALLENDER/HETTICH/LEHNE, a.a.O., § 11 Rz. 84 je m.H.; MÖLLER, a.a.O., S. 26 f.). Bei den hier interessierenden Beiträgen handelt es sich um Finanzhilfen, was sich aus ihrer Ausgestaltung ergibt – namentlich Art. 37b MinVG (vgl. vorne E. 3.2) – und vom Bundesrat so vorgesehen war (siehe Bots chaft des Bundesrats zur Änderung des Bundesgesetzes über die Verwendung der zweckgebundenen Mineralölsteuer [Spezialfinanzierung Luftverkehr] vom 17. September 2010, BBl 2010 6523 [nachfolgend: Botschaft MinVG], 6541 f., die [mit Ausnahme von Abgeltungen für bestimmte Massnahmen] ausdrücklich von Finanzhilfen spricht). 3.7 Die Finanzhilfen werden weiter in Ermessens- und Anspruchssubven- tionen unterteilt. Anspruchssubventionen begründen einen Rechtsa n- spruch auf die Subvention, sofern der Empfänger die gesetzli chen Vor- aussetzungen für die Subventionszusprechung erfüllt und der Entscheid über die Ausrichtung nicht dem Ermessen der Verwaltung anheimgestellt ist; hingegen liegt es bei Ermessenssubventionen im Ermessen der B e- hörde, ob sie im Einzelfall eine Subventi on zusprechen will oder nicht (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B -5075/2007 vom 16. April 2008 E. 4.2 und C -1194/2011 vom 20. Dezember 2012 E. 3.6; TSCHAN- NEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 46 Rz. 9 ff.; MÖLLER, a.a.O., S. 43 ff.; BARBARA SCHAERER, Subventionen des Bundes zwischen Legalitätspri n- zip und Finanzrecht, Diss. Bern, Chur/Zürich 1992, S. 173 ff.). Diese Un- terscheidung ist zum einen bezüglich der Überprüfung durch das Bu n- desverwaltungsgericht bedeutsam, da dieses bei Ermessenssubventi o- nen zurückhaltend ist (vorne E. 2), zum andern aber auch hinsichtlich des bundesgerichtlichen Rechtsschutzes (hinten E. 8). 4. Nachfolgend ist zu überprüfen, ob die genannten Rechtsgrundlagen der Vorinstanz einen Ermessensspielraum einräumen, d.h. ob es sich um e i- ne Ermessens- oder eine Anspruchssubvention handelt. Im Vordergrund steht hierbei Art. 37f Bst. e MinVG (siehe für dessen Wortlaut E. 3.2). A-1850/2013 Seite 10 4.1 Unter Ermessen ist eine Entscheidbefugnis von Verwaltungsbehörden zu verstehen, die ihr der Gesetzgeber durch eine of fene Normierung überträgt. Diese Offenheit ist im Gegensatz zu einer Lücke, die eine planwidrige Unvollständigkeit einer Regelung darstellt, geplant. Einer B e- hörde kommt Ermessen zu, wenn eine Rechtsnorm offen ist, wenn die Anordnung von Massnahmen nicht z wingend vorgeschrieben ist oder wenn ein Rechtssatz einen Entscheidungsspielraum zwischen verschi e- denen Massnahmen oder hinsichtlich deren Ausgestaltung einräumt. T y- pisches Beispiel für Normen, die Ermessen einräumen, sind sog. Kann - Vorschriften, aber z.B. auch eine ausdrückliche Ermächtigung zum Ha n- deln nach Ermessen. Daneben kann der Gesetzgeber andere offene Formulierungen wählen (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 429 ff.). 4.2 Ob E rmessen besteht, ist durch Auslegung zu ermitteln. Ausgang s- punkt jeder Auslegung ist der Wortlaut einer Norm. Die französisch - und italienischsprachigen Versionen sind hierbei ebenso massgebend wie der deutsche Text, wobei diese bei Art. 37f MinVG der deu tschsprachigen Version entsprechen. Ist der Text nicht klar, so ist auf die übrigen Ausl e- gungselemente zurückzugreifen; abzustellen ist insbesondere auf die Entstehungsgeschichte einer Rechtsnorm, ihren Sinn und Zweck sowie die Bedeutung, die ihr im Kontex t mit anderen Normen zukommt (statt vieler BGE 137 V 167 E. 3.1 und 131 II 697 E. 4.1; TSCHANNEN/ZIMMER- LI/MÜLLER, a.a.O., § 25 Rz. 3 f.; ULRICH HÄFELIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl., Zürich u.a. 2012, Rz. 80 ff.). Vom deutlichen Wortlaut einer Bestimmung darf nur abgew i- chen werden, wenn triftige Gründe zur Annahme bestehen, dass der klare Wortlaut nicht den wahren Sinn der Bestimmung wiedergibt. Solche Gründe können sich wiederum aus der Entstehungsgeschichte der B e- stimmung, aus ihrem Sinn und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit anderen Vorschriften ergeben (BGE 137 V 167 E. 3.1). 4.3 Einleitend ist festzuhalten, dass vorliegend aufgrund der eindeutigen Formulierung "der Bund kann (…) Beiträge gewähren" ein Ermessen s- spielraum best eht (s.a. Art. 37b Abs. 1 MinVG, der auf den fehlenden Rechtsanspruch hinweist, vgl. E. 3.2). Da die Vorinstanz für die Zuspr e- chung der Beiträge zuständig ist (Art. 37a Abs. 3 MinVG), kommt dieser Ermessensspielraum ihr zu. Nachfolgend ist jedoc h dessen Umfang zu untersuchen. A-1850/2013 Seite 11 4.4 Zunächst ist darauf einzugehen, ob Programme wie das hier umstrit- tene Specialized Training unter "Aus- und Weiterbildung" gemäss Art. 37f Bst. e MinVG fallen. Der Begriff "Ausbildung" kennt im allgemeinen Sprachgebrauch vers chie- dene Bedeutungsausprägungen (Brockhaus, Deutsches Wörterbuch, u n- ter der Leitung von Renate Wahrig -Burfeind, Gütersloh/München 2011, S. 197): Ausbilden, Schulung, Gestaltung, Entwicklung, Lehrzeit. Das Verb "ausbilden" ist u.a. mit den Bedeutungen "weit erbilden, entwickeln, vervollkommnen von Fähigkeiten" und "schulen, lehren von Schülern, Lehrlingen, Nachwuchs" verzeichnet. Zu den Begriffen "weiterbilden" und "Weiterbildung" enthält das Wörterbuch die Einträge "jemanden oder sich fortbilden, noch mehr b ilden, besser ausbilden" resp. "Kurs, den man b e- sucht, um sich in einem bestimmten Bereich weiterzubilden" (Brockhaus, a.a.O., S. 1645). Folglich deckt die Begriffskombination "Aus- und Weiter- bildung" im allgemeinen Sprachgebrauch einen sehr weiten Bereich ab, der von der Schaffung der Grundkenntnisse bis zur nachfolgenden Sp e- zialisierung reicht. Aufgrund des Wortlauts können folglich auch Leh r- lingsausbildungen unter Art. 37f Bst. e MinVG fallen. Weder die Entst e- hungsgeschichte noch der Sinn und Zweck oder die Systematik der Norm deuten auf etwas anderes hin; es gibt auch keine Hinweise darauf, dass das BAZL diese Voraussetzung einschränkend anwenden dürfte oder sollte (vgl. Botschaft des Bundesrats zur Schaffung einer Spezialfinanzi e- rung Luftverkehr [Änderu ng von Art. 86 der Bundesverfassung] vom 29. August 2007 [nachfolgend: Botschaft Art. 86 BV], BBl 2007 6373 6381; s.a. Botschaft MinVG und im AB N/S die Diskussionen zu den G e- schäften 07.066 und 10.083 [alle genannten Materialien ohne Diskus - sionen zur hier interessierenden Frage]). Folglich ist es nicht mit Art. 37f Bst. e MinVG vereinbar, eine Beitragsleis- tung einzig deshalb zu v erweigern, weil es sich um ein Ausbildungspr o- gramm handelt. 4.5 Allerdings ist zu prüfen, ob Art. 37f Bst. e MinVG durch den Einlei- tungssatz "zur Förderung eines hohen technischen Sicherheitsniveaus" eine Einschränkung der weit gefassten Massnahme "Aus - und Weiterbil- dung" vornimmt. 4.5.1 Der Wendung "zur Förderung eines hohen technischen Sicherheit s- niveaus" kann entnommen werden, dass nicht sämtliche Massnahmen mit einem irgendwie gearteten Sicherheitsbezug gemeint sind: Der A-1850/2013 Seite 12 Brockhaus gibt die allgemeine Bedeutung von "fördern" und "Förderung" nämlich u.a. mit "helfen, unterstützen, begünstigen; eine Sache b e- schleunigen, vorantreiben" und "Unterstützung, Hilfe" an (vgl. Brockhaus, a.a.O., S. 539 f.); eine Unterstützung, ein Vorantreiben oder ein B e- schleunigen ist aber nur möglich, wenn bereits eine Basis vorhanden ist, die weiterentwickelt werden kann. Sodann deutet der Hinweis auf ein "hohes" Niveau auf ein gewisses vorausgesetztes Minimalniveau hin, a n- dernfalls hätte dieser Begriff weggelassen und bloss die Förderung des technischen Sicherheitsniveaus statuiert werden können. Folglich ergibt sich aus der Erwähnung des "hohen technischen Sicherheitsniveaus" das Erfordernis eines Sicherheitsbezugs, der über die Minimalanforderungen hinausgeht. Der von der Vorinstanz verwendete Begriff "Sicherheitsdef i- zit" findet sich zwar nicht im Wortlaut der Norm, passt jedoch sinngemäss zur genannten W endung, da er den Förderungsbedarf umschreibt. Wo genau die Schwelle zur Förderungswürdigkeit liegt, ergibt sich nicht aus der diesbezüglich offenen Norm. Dies deutet auf ein Ermessen bei deren Beurteilung hin. 4.5.2 Aus der Entstehungsgeschichte des Art. 86 Abs. 3bis BV ergibt sich die Absicht, festgestellte Sicherheitsdefizite gezielt angehen und die en t- sprechenden Aktivitäten auch finanzieren zu können (Botschaft Art. 86 BV, 6381; im Parlament wurde dies nicht diskutiert, vgl. im AB N/S die Diskussionen zum G eschäft 07.066). Der Bundesrat ging in seiner Bo t- schaft davon aus, unter Art. 37f MinVG würden Massnahmen zur G e- währleistung der technischen und operationellen Verlässlichkeit fallen und alle Elemente der zivilen Luftfahrt treffen, also auch die technische n Be- triebe des Luftfahrzeugbaus und -unterhalts (Botschaft MinVG, 6537). Er wies auf Ausbildungsbestrebungen von privaten und öffentlichen Institut i- onen hin, die durch Mittel aus der Spezialfinanzierung Luftfahrt unterstützt werden könnten: Z.B. die Durchführung bestehender oder die Konzeption neuer Ausbildungs - oder Weiterbildungsangebote von privaten Sch u- lungsunternehmungen oder Luftfahrtverbänden sowie von Fachhoc h- schulen oder Universitäten; von Luftfahrtverbänden organisierte Ausbi l- dungsveranstaltungen, Breitenförderungskurse und Flugsicherheits -Sen- sibilisierungskampagnen (Botschaft MinVG, 6539). Gemäss den Materi a- lien ging der Bundesrat von einer Vielzahl möglicherweise unterstü t- zungswürdiger Massnahmen aus, sofern diese die Sicherheit fördern. Da er von einer gezielten Behebung festgestellter Sicherheitsdefizite spricht, beabsichtigte er vermutlich nicht, sämtliche Massnahmen mit einem S i- cherheitszusammenhang zu unterstützen, sondern jene, bei denen ko n- kreter Handlungsbedarf besteht. A-1850/2013 Seite 13 4.5.3 Sodann ist auf Sin n und Zweck des Art. 37f Bst. e MinVG einzug e- hen. Ziel der Änderung von Art. 86 BV war die Schaffung einer Grundlage für eine Spezialfinanzierung für Aufgaben im Luftverkehr, damit Erträge aus der Besteuerung von Flugtreibstoffen zugunsten der Luftfahrt ve r- wendet werden können, und zwar schwergewichtig zur Förderung eines hohen technischen Sicherheitsniveaus, aber auch für Umweltschut z- massnahmen und den Schutz vor Angriffen (Botschaft Art. 86 BV, 6374). Auch daraus lässt sich ableiten, dass die Erhöhung des Sicherheitsni- veaus durch eine Aus- und Weiterbildung klar ersichtlich sein muss, damit Beiträge gesprochen werden können, da andernfalls das Ziel der neuen Rechtsgrundlagen nicht erreicht werden könnte. Dies ist insbesondere auch deshalb der Fall, da die Mittel begrenzt sind und nicht uneing e- schränkt allen Massnahmen zugutekommen können. 4.5.4 In seiner Systematik erwähnt Art. 37f Bst. e MinVG die weit gefasste Voraussetzung Aus- und Weiterbildung, die er mit dem vorangestellten Einleitungssatz einschränkt. Demzufolge erfüllt nicht jede Ausbildung mit Bezug zur Flugzeugbranche die Anforderungen des Art. 37f Bst. e MinVG, sondern hierzu muss eine gewisse Schwelle bezüglich Erhöhung der Sicherheit überschritten sein. Da Art. 37a Abs. 3 MinVG die Beitrag s- verteilung der Vorinstanz überträgt, hat diese zu beurteilen, welche Massnahmen förderungswürdig sind. Es kommt ihr folglich diesbezüglich ein Ermessensspielraum zu. 4.6 Der eingeräumte Beurteilungsspielraum wird durch das Mehrjahre s- programm (siehe E. 3.4) konkretisi ert. Dieses erachtet nicht sämtliche Aus- und Weiterbildungen als unterstützungswürdig. Vielmehr ist auch dort von einer "gezielten Förderung" und einer "noch besseren Fokussi e- rung" sowie davon die Rede, "diese Lücken gezielt und stufengerecht zu schliessen." Auch aus der Nennung "Förderung von Lehrgängen und Ausbildungsblöcken für die Aus - und Weiterbildung" ist zu folgern, dass keine allgemeine Ausbildung gefördert werden soll, sondern ausgewählte Vertiefungen, die allerdings auch innerhalb einer Ausbildung erfolgen können. 4.7 Im Ergebnis bewirkt folglich der Einleitungssatz "zur Förderung eines hohen technischen Sicherheitsniveaus" eine Einschränkung der allg e- mein gehaltenen Voraussetzung "Aus - und Weiterbildung". Deshalb kommen nicht sämtliche Aus - und Weiterbildungen mit Bezug zum Luf t- verkehr für Beiträge in Betracht, sondern es muss ein unmittelbarer S i- cherheitsbezug einer Massnahme, die über die Gewährleistung der A-1850/2013 Seite 14 grundlegenden Sicherheit hinausgehen muss, ersichtlich sein. Darüber hinaus muss dies nicht speziell "projektbezogen" sein; die von der Vori n- stanz vorausgesetzte Projektbezogenheit ergibt sich vielmehr bereits aus dem hinreichenden Sicherheitsbezug einer Massnahme resp. der konkre- ten Ausgestaltung und ist nicht als eigenständige Voraussetzung zu ver- stehen. Wann die Schwelle zur Beitragswürdigkeit einer Massnahme g e- geben ist, liegt im Beurteilungsspielraum der Vorinstanz . Folglich handelt es sich vorliegend um eine Ermessenssubvention. 5. Schliesslich bleibt zu untersuchen, ob die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen korrekt ausgeübt hat. 5.1 Das Ermessen ist pflichtgemäss auszuüben, d.h. der Entscheid hat rechtmässig und angemessen zu sein. Die Beachtung von Verfassung s- grundsätzen wie dem Willkürverbot, dem Rechtsgleichheitsgebot und dem Verhältnismässigkeitsprinzip versteht sich hierbei von selbst (im Z u- sammenhang mit Subventionen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B - 5075/2007 vom 16. April 2008 E. 4.2.3 m.H.; im Allgemeinen s.a. TSCHAN- NEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 46 Rz. 9 ff.). 5.2 Die Beschwerdef ührerin vertritt – wie in Sachverhalt Bst. D zusa m- mengefasst – die Auffassung, die Vorinstanz habe ihr Ermessen übe r- schritten. Sie hatte der Vorinstanz ein Gesuch eingereicht, worin der Kurzbeschrieb der Massnahme lautet (Act. 5, Rubrik B1 S. 6): "Basic Maintenance Training vermittelt die für die Flugzeugwartung releva n- ten technischen Zusammenhänge, Hintergründe und Methoden ohne näher auf bestimmte Flugzeugmuster einzugehen. Um konkrete Wartungsarbeiten an Flugzeugen durchzuführen , muss für jeden Flugzeug - und Triebwerkstyp ein Typen Training erfolgreich absolviert werden. Mit dem Zertifikat für das bestandene Training kann der Mitarbeiter die jeweilige Lizenz bei dem zu - ständigen Luftamt beantragen. Die Trainingsinhalte entsprechen Vorgaben der EASA (Par t-147 und Part -66) und sind vom (…) BAZL zertifiziert. Um darüber hinaus besonders komplexe Wartungsarbeiten durchzufüh ren, gibt es weiterführende "Spec ialized Trainings". Die Definition der Inhalte und die Vergabe der jeweiligen Qualifikation obliegt dem durchführenden Betrieb." Zum Ziel der Massnahme führt sie im Gesuch aus (Rubrik B2 S. 6): "Allgemein sollen die Mitarbeiter in der Flugzeugwartung detaillierte Kenn t- nisse über die Flugzeugmuster haben , an denen sie arbeiten , um die Wa r- tungsaufgaben fachger echt durchzuführen. Neben diesem Ausbildungsa s- pekt hat das Type und Specialized Training grosse luftfahrtrechtliche Rel e-A-1850/2013 Seite 15 vanz, da es zur Erlangung weltweit anerkannter Lizenzen notwendig ist, def i- niert von der EASA (…). Ohne diese Lizenzen ist das Durchführ en und Kon- trollieren von Wartungsarbeiten an den jeweiligen Flugzeugtypen nicht ge - stattet." Zur Wirkung der Massnahme auf den gewählten Anwendungsbereich schreibt sie (Rubrik C1 S. 12): "Eine fundierte Ausbildung ist massgeblich für die technische Arbeits sicher- heit in der Flugzeugwartung. Es gibt besonders im Bereich der Specialized Training zahlreiche Kurse , die explizit die Arbeitssicherheit erhöhen sollen. Die drei Kurse Human Factors, Safety Management System und Occupati o- nal Safety, Health & Environment bilden dabei die Grundlage. Mitarbeiter sol- len sich über mögliche Gefahren des Arbeitsalltags bewusst sein und proa k- tiv Massnahmen ergreifen , um zu verhindern, dass aus einer potentiellen e i- ne konkrete Gefährdung entsteht. Ordnung am Arbeitsplatz, ein B ewusstsein für natürliche Schwächen und Grenzen der Mitarbeiter sowie ein ausgereiftes Meldewesen sind dabei Schlüsselelemente. Neben diesen Grundlagen wird in den Typenkursen detailliertes technisches Wissen vermittelt , um eine s i- chere Fehlerbehebung am F lugzeug zu gewährleisten. Typenkurse sind grundlegend, um das MRO-Geschäft aufrecht zu erhalten." Sodann bringt sie zur Wirkung der Massnahme auf andere Anwendung s- bereiche vor (Rubrik C2 S. 13): "Es gibt besonders im Bereich der Spe cialized Training zahlr eiche Kurse die explizit die Arbeitssicherheit erhöhen sollen. Die drei Kurse Human Factors, Safety Management System und Occupational Safety, Health and Enviro n- ment bilden dabei die Grundlage." 5.3 Die Vorinstanz lehnte das Gesuch aufgrund der in Sachverhalt Bst. C und E zusammengefassten Argumente ab. Sie hat bei ihrer Beurteilung des Gesuchs nach pflichtgemässem Ermessen gehandelt, wie die nac h- folgenden Überlegungen zeigen: Zunächst ist festzuhalten, dass sie das Gesuch nicht abgelehnt hat, weil es sich um eine Ausbildung handelt, sondern u.a. weil der Sicherheitsb e- zug zu wenig konkret war. Sodann listet zwar das Mehrjahresprogramm auch Ausbildungen auf, jedoch nennt es nicht sämtliche Ausbildungen unbesehen ihres Beitrags an die Sicherheitsförderung (E. 3.4 und 4.6); die Rüge, die Vorinstanz habe das Mehrjahresprogramm missachtet und dadurch ihr Ermessen überschritten, trifft deshalb nicht zu. Sodann ist angesichts der Gesuchsunterlagen nicht von einer ungen ü- genden Sachverhaltsfeststellung auszugehen; viel mehr enthält das G e-A-1850/2013 Seite 16 such die massgeblichen Informationen. So ist ihm auch eine gewisse S i- cherheitsrelevanz der Massnahme durchaus zu entnehmen. Allerdings nennt die Beschwerdeführerin auch Bereiche, bei denen es sich um grundlegendste Sicherheitsausbildunge n handelt und aus denen kein konkreter Sicherheitsnutzen hervorgeht (siehe E. 5.2 und Sachverhalt Bst. D): So weist sie z.B. darauf hin, die Lizenzen seien erforderlich. Dies deutet darauf hin, dass die Kurse nicht der Vertiefung von Sicherheitsan- liegen dienen, sondern der Basisausbildung zuzuordnen sind, weshalb deren Durchführung diesbezüglich keine Steigerung der Sicherheit mit sich bringt . Wenn die Vorinstanz insgesamt die Schwelle zur unterstü t- zungswürdigen Massnahme als noch nicht erreicht er achtet, ist dies mit Art. 37f Bst. e MinVG und dem Mehrjahresprogramm vereinbar. Es ist im vorliegenden Verfahren auch sonst kein Hinweis auf eine unve r- hältnismässige, rechtsungleiche oder willkürliche Ermessensausübung ersichtlich. Ebenso wenig ist der Berichterstattung der Vorinstanz über die Verteilung der Beiträge zu entnehmen, dass sie zu zurückhaltend mit der Verteilung der Gelder wäre. So hat sie für das Jahr 2012 im Bereich "Technische Sicherheit" 32 von 49 Gesuchen bewilligt. Auch zeigt sie in dieser Berichterstattung auf, welche Arten von Gesuchen nicht bewilligt werden konnten und weshalb (Berichterstattung zum Bewilligungsverfa h- ren 2012, unter www.bazl.admin.ch / Portal für Fachleute / Regulation und Grundlagen / Spezialfinanzierung [besucht am 31. Juli 2013]). Folglich besteht für das Bundesverwaltungsgericht insbesondere ang e- sichts seiner Zurückhaltung bei der Überprüfung von Ermessenssubve n- tionen kein Anlass, die Ablehnung des Beitragsgesuchs zu beanstanden. Ob die übrigen subventionsrechtlic hen Voraussetzungen – wie z.B. die vorliegend umstrittene Freiwilligkeit der Massnahme – erfüllt wären, kann deshalb offen bleiben. Anzumerken bleibt, dass die Formulierung, die Massnahme falle nicht in den Anwendungsbereich des Art. 37f Bst. e MinVG, irreführend ist. Die Anwendbarkeit dieser Norm steht vorliegend ausser Frage, zu prüfen ist einzig, ob die Schwelle zu einer unterstü t- zungswürdigen Massnahme erreicht ist oder nicht. 6. Zusammenfassend sind folglich gemäss Art. 37f Bst. e MinVG nicht sämt- liche Ausbildungen mit irgendeinem Sicherheitsbezug unterstützungswür- dig, sondern dieser Bezug muss hinreichend konkret und über die G e- währleistung der grundlegenden Anforderungen hinausgehend sein. Der A-1850/2013 Seite 17 Vorinstanz ist hierbei ein Beurteilungsspielraum zuzugestehen, den diese nach pflichtgemässem Ermessen nutzen muss. Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz dies getan, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 7. Bei diesem Verfahrensausgang gilt die Beschwerdeführerin als unterli e- gend. Sie hat daher die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der vorliegende Streit dreht sich um ihre vermögensrechtlichen Interessen, wobei der Streitwert nicht in einer Summe ausgedrückt wird, sondern in % der Ausgaben . Die Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 63 Abs. 4bis VwVG und Art. 4 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Febru- ar 2008 (VGKE, SR 173.320.2) auf Fr. 1'500.– festzusetzen und mit dem von der Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. Als unterliegender Partei steht der Beschwerdefü h- rerin keine Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 8. Die Beschwerde an das Bundesgericht ist unzulässig gegen Entscheide betreffend Subventionen, auf di e kein Anspruch besteht (Art. 83 Bst. k des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Wie dargelegt, handelt es sich vorliegend um eine sog. Ermessenssubvention, für die Art. 37b Abs. 1 MinvG den Rechtsanspruch auf die Gewährung von Beit rägen verneint. Folglich ist die Beschwerde ans Bundesgericht nicht möglich und dieser Entscheid endgültig. A-1850/2013 Seite 18 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr._______, Einschreiben) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: André Moser Nina Dajcar Versand: