<h2>SubmittedText<h2><p>Die Folgen der Corona-Pandemie zeigten sich im Jahr 2020 in verschiedensten Lebensbereichen. Stark betroffen von den teils namhaften Einschränkungen im täglichen Alltag ist insbesondere auch der Schweizer Breitensport. Zahlreiche Sport- und Freizeitangebote sowie Vereinsaktivitäten sind seit vielen Wochen und Monaten nicht mehr möglich. Junge Menschen werden in ihrer wichtigen Bewegungsfreiheit ebenso zurückgebunden wie aktive Seniorinnen und Senioren beim gemeinsamen Fitnessprogramm. Es bereitet gesellschaftspolitisch Sorge, wenn Vereine Mitglieder verlieren. Auch muss es gesundheitspolitisch zu denken geben, wenn sich Sportbegeisterte aufgrund COVID-19 nachweislich weniger bewegen. Gerade in dieser schwierigen Zeit gilt es die Strukturen des Schweizer Breitensports zu fördern, zu stärken. Gefragt sind Initiativen und klare Strategien, in welche auch die Basis miteinzubeziehen ist.  </p><p>Um die aktuelle Ausgangslage für die künftige Entwicklung des Schweizer Breitensports zu beleuchten, bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen: </p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat die Situation des Schweizer Breitensports hinsichtlich der aktuellen Covid-19-Pandemie?</p><p>2. Sieht der Bundesrat kurz-, mittel- und langfristig zusätzlichen Handlungsbedarf, um die Strukturen im Breitensport zu erhalten? Wenn ja, wo?</p><p>3. Was für Lösungsansätze sieht der Bundesrat? Ist bereits absehbar, ob es finanzielle und personelle Zusatzmittel benötigt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Sportvereine sind wichtige Sportförderer unseres Landes. Sie sind durch die Massnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie stark betroffen. Mit grossem Einsatz wurden Schutzkonzepte erarbeitet und immer wieder auf neue Vorgaben hin angepasst. So gelang es vielen Vereinen, ihren Mitgliedern geleitete Trainings unter Einhaltung der epidemierechtlichen Vorschriften anzubieten.</p><p>Im Rahmen des Nachtragskreditverfahrens I und IIa 2020 wurden total 100 Millionen Franken für den Breitensport inkl. Nachwuchsförderung zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um nicht rückzahlbare Finanzhilfen. Weiter wurde mit Art. 23a der Sportförderungsverordnung (SR 415.01) die rechtliche Grundlage geschaffen, um den Organisatoren von J+S-Kursen und -Lagern die Subventionsausfälle teilweise zu decken, die ihnen durch die Coronakrise entstanden sind. Mit dieser Massnahme können Vereine, die sich stark im Jugendbereich engagieren, gestützt werden.</p><p>Während des Lockdowns konnte eine Verschiebung der körperlichen Aktivität zum ungebundenen Sporttreiben beobachtet werden. Ob dieser Trend mittel- und langfristig zu einem Mitgliederschwund bei den Sportvereinen führen wird, kann aktuell nicht abgeschätzt werden. Mit der 2022 schweizweit angelegten Vereinsstudie werden diesbezüglich aussagekräftige Angaben gemacht werden können.</p><p>2. Bundesrat und Parlament haben in Kenntnis der grossen Bedeutung des organisierten Breitensports auch für 2021 100 Millionen Franken à-fonds-perdu-Beiträge bereitgestellt. Damit soll eine nachhaltige Schädigung der Schweizer Sportstrukturen verhindert werden.</p><p>Der Bundesrat kann aktuell keine Aussagen machen, wie weit die Einschränkungen den Strukturwandel im Vereinssport beschleunigen und Vereine allenfalls aufgelöst werden müssen. Insbesondere für Kinder und Jugendliche haben die Vereinsstrukturen eine grosse Bedeutung, da sie diesen die Gelegenheit bieten, spezifische Sportfertigkeiten zu erlernen. Im Erwachsenenbereich sind die Vereine bereits heute stark gefordert, sich in einem dynamischen Markt zu behaupten. Aktuell sind beinahe gleich viele Personen aktives Mitglied in einem Sportverein (22%) wie Mitglied eines Fitnesscenters (19%), und knapp die Hälfte der Erwachsenen war bereits vor der Coronakrise ungebunden sportlich aktiv.</p><p>Bei einem übermässigen Verlust an Vereinen und regionalen Lücken in Vereinsangeboten für Kinder- und Jugendliche sowie bei Sportangeboten für ältere Menschen könnte langfristig ein Handlungsbedarf entstehen, um weiterhin breiten Bevölkerungsschichten einen vielfältigen und niederschwelligen Zugang zum Sport zu ermöglichen.</p><p>3. Der Bundesrat geht aktuell davon aus, dass im Breitensport vorerst keine weiteren Finanzhilfen notwendig sind und auch keine personellen Zusatzmittel benötigt werden. Der Bundesrat ist zuversichtlich, dass der Sport weiterhin nach innovativen Lösungen sucht und sich viele ehrenamtlich Tätige auch künftig engagieren. Die Entwicklungen werden beobachtet. Sollte sich Handlungsbedarf abzeichnen, wird die Situation neu beurteilt.</p>  Antwort des Bundesrates.