B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-4426/2009 U r t e i l v o m 1 9 . J u n i 2 0 1 2 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richter Jean-Daniel Dubey, Richterin Marianne Teuscher, Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. Parteien K._______, vertreten durch lic. iur. Jürg Tanner, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. C-4426/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. Der indische Staatsangehörige K._______, (nachfolgend: Beschwerd e- führer), stellte am 15. Juli 2001 unter falscher Identi tät ein Asylgesuch, welches mit Verfügung vom 14. Mai 2003 vom Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; heute BFM) abgewiesen wurde. B. Am 17. März 2004 heiratete er unter seinem richtigen Namen eine Schweizer Bürgerin, worauf ihm gestützt auf diese Ehe eine Aufenthalt s- bewilligung im Kanton Schaffhausen erteilt wurde. Seine gegen den Asyl- entscheid eingereichte Beschwerde zog er daraufhin zurück. C. Am 22. Dezember 2004 erstattete die Ehefrau des Beschwerdeführers eine Anzeige wegen mehrfacher Drohung und mehrfacher Tätlichkeit. Mit Verfügung des Untersuchungsrichteramts des Kantons Schaffha usen vom 6. September 2005 wurde das Verfahren eingestellt. Am 28. Mai 2008 meldete sich die Ehefrau des Beschwerdeführers erneut bei der Schaffhauser Polizei wegen häuslicher Gewalt. Am 29. Mai 2008 kam es zu einem tätlichen Streit zwischen den Eheleuten. Aufgrund dieser Vorfäl- le verfügte die Schaffhauser Polizei am 29. Mai 2008 die Wegweisung und ein Rückkehrverbot bei häuslicher Ge walt gegen den Beschwerde- führer. D. Im Rahmen des Eheschutzverfahrens vereinbarten die Eheleute am 17. Juli 2008 vor dem Kantonsgericht Schaffhausen die Aufhebung des gemeinsamen Haushalts auf unbestimmte Zeit. Es wurde vorgemerkt, dass die Parteien seit 1. Juni 2008 getrennt leb ten. Dem Beschwerdefüh- rer wurde zudem – unter Strafandrohung – ein Verbot auferlegt, sein e Ehefrau per Telefon oder SMS zu kontaktieren oder sich ihr weniger als 20 Meter zu nähern. E. Mit Strafbefehl vom 30. September 2008 wurde der Beschwerdeführer wegen mehrfacher Drohung sowie der einfachen Körperverletzung vom Untersuchungsrichteramt des K antons Schaffhausen zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 80. - sowie einer Busse von Fr. 300.- verurteilt. Am 27. Oktober 2008 wurde der Beschwerdeführer vom Ausländeramt des Kantons Schaffhausen schriftlich verwarnt. C-4426/2009 Seite 3 Gleichzeitig wurde er aufgefordert, sich künftig in jeder Beziehung absolut klaglos zu verhalten, ansonsten seine Ausweisung aus der Schweiz g e- prüft werde. Nachdem der Beschwerdeführer am 9. Januar 2009 versucht hatte, sich – trotz Hausverbot – mit einer fremden Identitätska rte Zutritt zum Casino Schaffhausen zu verschaffen , wurde er mit Strafbefehl des Untersuchungsrichteramts des Kantons Schaffhausen vom 17. Februar 2009 wegen Fälschung von Ausweisen sowie Nichtbewährung während der Probezeit zu einer bedingten Geldstrafe v on 14 Tagessätzen zu Fr. 60.- sowie einer Busse von Fr. 300.- verurteilt. Mit gleichentags erfolg- ter Verfügung wurde das Verfahren wegen Hausfriedensbruch s beim Ca- sino eingestellt. Am 31. August 2008 verstarb die Ehefrau des B e- schwerdeführers. F. Am 24. Februar 2009 stellte der Beschwerdeführer beim kantonalen Aus- länderamt Schaffhausen ein Gesuch um eine weitere Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Die kantona le Behörde unterbreitete die Angel e- genheit dem BFM. G. Da das BFM in Erwägung zog, die beantragte Zustimmung zu verweigern und den Beschwerdeführer aus der Schweiz wegzuweisen, gewährte es ihm hierzu mit Schreiben vom 23. März 2009 das rechtliche Gehör. In diesem Rahmen verlangte der Beschwerdeführer am 27. April 2009 vol l- ständige Akteneinsicht. Er machte geltend, dass ihm das kantonale Au s- länderamt lediglich einen Teil der Akten zugestellt habe und gewisse Ak- ten zurückbehalten worden seien . Mit Schreiben vom 1. Mai 2009 hielt die Vorinstanz fest, dass nach Einsicht in die kantonalen Akten keinerlei Hinweise auf Mitteilungen Dritter im Sinne einer Anschwärzung bestehen würden. Mit Eingabe vom 12. Mai 2009 verlangte der Beschwerdeführer erneut, dass ihm alle bisher nicht zugestellten Akten zur Kenntnis g e- bracht werden. Gleichzeitig führte er aus, seine Ehe sei nicht von Anfang an zerrüttet gewesen. Die verstorbene Ehefrau sei erst einige Wochen vor ihrem Tod aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Die bisher i- gen strafrechtlichen "Beurteilungen" würden überdies hauptsächlich im Bagatellbereich liegen. H. Mit Verfügung vom 11. Juni 2009 verweigerte die Vorinstanz die Zusti m- mung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Gleichzeitig wurde die Wegweisung des Beschwerdeführers verfügt und es wurde ihm eine Aus-C-4426/2009 Seite 4 reisefrist von acht Wochen ab Eintritt der Rec htskraft dieser Verfügung eingeräumt. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, die gelebte Eh e- gemeinschaft habe zwar rund vier Jahre bestanden. Nebst der dreijähr i- gen Dauer der Ehegemeinschaft fordere Art. 50 Abs. 1 Bst. a des Bu n- desgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Au s- länder (AuG, SR 142.20) auch eine erfolgreiche Integration, damit ein An- spruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung entstehen könne. Der Beschwerdeführer sei in der Schweiz wiederholt mit den hiesigen Gese t- zen und Verhaltensregeln in Konflikt geraten. Auch eine am 27. Oktober 2008 vom Kanton Schaffhausen ausgesprochene Verwarnung habe ihn nicht von weiterer Delinquenz abhalten können. Dabei handle es sich um Eingriffe in die geschützten Rechtsgüter des Lebens, der Gesundheit und der körperlichen Unversehrtheit, womit nicht davon ausgegangen werden könne, es würden lediglich Bagatelldelikte vorliegen. Der Beschwerdefüh- rer neige zudem zu übermässigem Alkoholkonsum verbunden mit gewalt- tätigen Aggressionen und zu Sp ielsucht. Auch sei erwiesen, dass er sich in der Schweiz weder gesellschaftlich noch beruflich habe integrieren können. Der Vollzug der Wegweisung sei in seinem Fall auch möglich, zulässig und zumutbar. I. Der Beschwerdeführer gelangte am 9 . Juli 2009 (Poststempel) rechtsmit- telweise an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung vom 11. Juni 2009 und sinngemäss die Erteilung der Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilli gung. Eventualiter sei die Sache zur n euen Entscheidung an die Vorinstanz zu- rückzuweisen. Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, er le- be nun seit acht Jahren in der Schweiz und dürfe als gut integriert b e- zeichnet werden. Er habe verschiedene Deutschkurse besucht, verstehe den hiesigen Dialekt und spreche fliessend Hochdeutsch. Seit seiner Hei- rat sei er ununterbrochen arbeitstätig, er habe nie Sozialhilfe bezogen und verfüge über keine Einträge im Betreibungsregister. Seine Ehefrau sei aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, da sie sei t Ende 2007 in Kreisen verkehrt habe, in denen regelmässig Drogen konsumiert wur- den. Die Streitigkeiten mit seiner Ehefrau ab 2008 hätten sehr direkt mit dieser Wandlung der Ehefrau zusammenge hängt. Sie sei am 31. August 2008 vermutlich an den Folgen einer Überdosis verstorben. Nach dem Auszug seiner Ehefrau habe er seine heutige Partnerin – eine deutsche Staatsangehörige – kennengelernt. Im Jahr 2009 sei der gemeinsame Sohn in Schaffhausen zur Welt gekommen. Da die Ehe unbestrittene r- massen mehr als drei Jahre gedauert habe, sei die erfolgreiche Integrat i-C-4426/2009 Seite 5 on des Beschwerdeführers in die Schweiz zu prüfen. Der Beschwerdefüh- rer habe zwar keinen ungetrübten strafrechtlichen Leumund. Mit einer Ausnahme seien jedoch sämtliche Delikte im Zusammenhang mit den ehelichen Streitigkeiten zu sehen. Bezüglich des Strafbefehls vom 17. Februar 2009 sei darauf hinzuweisen, dass er versucht habe, mit e i- ner Identitätskarte eines Kollegen ins Spielcasino Schaffhausen zu g e- langen. Bereits seit Jahren habe er sich dort allerding s einem Spielverbot unterzogen. Da er aber nicht beabsichtigt habe, irgendwelche Dritte zu schädigen, könne nicht von einem gravierenden Regelverstoss ausg e- gangen werden. Es sei falsch, dass er zu übermässigem Alkoholkonsum mit gewalttätigen Aggressionen u nd zur Spielsucht neige. Er habe seit mehr als fünf Jahren nicht ein einziges Mal gespielt. Zwar habe er a n- fangs 2008 – wegen der gravierenden Eheprobleme – damit begonnen, am Abend regelmässig Alkohol zu konsumieren. Allerdings trinke er – seitdem e r sein e neue Partnerin Mitte 2008 kennengelernt habe – nur noch selten Alko hol; seit der Geburt sei nes Sohnes praktisch nie mehr. Während der gesamten Zeit in der Schweiz sei er nur drei Monate a r- beitslos gewesen. Im Falle einer Nichtverlängerung seiner Aufenthalts- bewilligung, würde d er Kontakt zu seinem Sohn unterbunden werden. Auch könnte er ihn nicht mehr finanziell unterstützen. J. In Ihrer Vernehmlassung vom 25. August 2009 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Bezüglich dem Vorbringen, dass der Be- schwerdeführer am 9. April 2009 Vater geworden sei, weist sie darauf hin, Abklärungen bei der zus tändigen Vormundschaftsbehörde in X._______ (SH) hätten ergeben, dass die Mutter des Kindes über das alleinige So r- gerecht verfüge. Die Eltern würden an verschiedenen Wohnorten leben. Der Vater sehe sein Kind jede zweite Woche ein en Tag. Damit kön ne nicht von einer besonders engen Beziehung gesprochen werden und aus Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Me n- schenrechte und Grundfreiheit en (EMRK, SR 0.101) könne kein Anw e- senheitsrecht hergeleitet werden. Der Beschwerdeführer könne auch nicht als in tegriert angesehen werden. Integration bedeute nicht nur das Beherrschen der deutschen Sprache und die Erwerbstätigkeit sondern auch die Respektierung der Rechtsordnung. Der Beschwerdeführer ve r- trete zudem die Ansicht, Eingriffe in die geschützten Rechtsgüter des L e- bens, der Gesundheit und der körperlichen Unversehrtheit seien weniger gravierend, wenn sich diese im Bereich der Ehe ereignen würden. Das Gesetz mache aber diesbezüglich keinen Unterschied. C-4426/2009 Seite 6 K. In der darauffolgenden Replik vom 22. September 2009 hält der B e- schwerdeführer an den gestellten Anträgen fest. L. Zur Aktualisierung seines Rechtsmittels aufgefordert, gelangte der Be- schwerdeführer mit Schreiben vom 16. Februar 2012 an das Bundesve r- waltungsgericht. Dem Schreiben beigelegt wurden ein Zwischenzeugnis des Arbeitsg e- bers, eine Bestätigung des Sozialamts Schaffhausen, ein Betreibungsre- gisterauszug sowie diverse persönliche Stellungna hmen von Freunden und Bekannten. M. Auf Aufforderung hin machte der Beschwerdeführer am 11. April 2012 schriftliche Angaben bezüglich der Vater -Kind-Beziehung. Beigelegt war dem Schreiben auch eine Erklärung der Kindsmutter vom 26. März 2012. N. Der weitere Inhalt der vorinstanzlichen und der beigezogenen kantonalen Akten wird – soweit rechtserheblich – in den Erwägungen Berücksicht i- gung finden. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht, unter Vorb e- halt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen, Beschwerden gegen Ver- fügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. D e- zember 1968 (VwVG, SR 172.021), die von einer in Art. 33 VGG aufge- führten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen Verfügungen des BFM, welche die Zustimmung zur Erteilung bzw. Verlängerung einer Aufen t- haltsbewilligung und die Wegweisung betreffen. Das Bundesverwaltungs- gericht entscheidet endgültig, soweit nicht die Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht offen steht (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und 4 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). C-4426/2009 Seite 7 1.2. Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesve r- waltungsgericht nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. 1.3. Als Adressat der Verfügung ist der Beschwerdeführer zu deren A n- fechtung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des recht ser- heblichen Sachverhalts und – soweit nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerd e- verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2011/1 E. 2 mit Hinweis). 3. Als Beweismassnahme wird in der Beschwerdeschrift vom 8. Juli 2009 und der Replik vom 22. September 2009 die Einvernahme der (ehemal i- gen) Lebenspartnerin des Beschwerdeführers Z._______ als Zeugin b e- antragt. 3.1. Der Behörde komm t grundsätzlich die Pflicht zu, den rechtserhebl i- chen Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln (Art. 12 VwVG). Gemäss Art. 12 Bst. a – e VwVG kommen als Beweismittel für die Behörde Urkun- den, Auskünfte der Parteien, Augenscheine, Auskünfte und Zeugnisse von Drittpersonen sowie Gutachten von Sachverständigen in Betracht. Grundsätzlich werden Auskünfte von Drittpersonen schriftlich eingeholt (PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER , in: Waldmann / Weisse n- berger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, N. 115 mit Verweis auf N. 104 f. zu Art. 12). Zeugeneinvernahmen sind im Verwaltungsve r- fahren insbesondere wegen der strengen Strafandrohung wegen falschen Zeugnisses als subsidiäres Beweismittel zu betrachten und dürfen nur ausnahmsweise zur Anwendung kommen ( vgl. BGE 130 II 169 E. 2.3.3 S. 173 mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts 1C_292/2010 vom 5. August 2010 E. 3.2). Drittpersonen sind daher grundsätzlich als Au s-C-4426/2009 Seite 8 kunftspersonen zum Sachverhalt zu befragen (KRAUSKOPF/EMMENEGGER, a.a.O., N. 114 zu Art. 12). Im Rahmen der Sachverhaltsermittlung sind die Behörden verpflichtet, die von den Parteien angebotenen Beweise abz u- nehmen, sofern diese geeignet sind, den rechtserheblichen Sachverhalt zu erhellen. Kommt die Behörde bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, die Akten erlaubten die richtige und vollständige Fes t- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder die behauptete Tats a- che sei für die Entscheidung der Streitsache nicht von Bedeutung, kann sie auf die Erhebung weiterer Beweise verzichten, ohne durch diese anti- zipierte Beweiswürdigung den Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenosse n- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) zu verletzen (vgl. zum Ganzen BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f. mit Hinweisen). 3.2. Der entscheidswesentliche Sachverhalt erschliesst sich, wie nachfo l- gend zu zeigen sein wird, in hinreichender Weise aus den Akten. Die (ehemalige) Lebenspartnerin des Beschwerdeführers hat sich bislang zweimal zur Angelegenheit geäussert (vgl. die im Verlaufe des Beschwer- deverfahrens eingereichten Stellungnahmen vom 12. September 2009 bzw. 26. März 2012). Angesichts dessen kann nicht erwartet werden, dass die erwähn te Person als Zeugin w esentlich neue Erkenntnisse zu vermitteln vermöchte. Es ist mithin nicht davon auszugehen, dass ihre Schilderungen über das bereits Bekannte hinausgehen und geeignet w ä- ren, ein anderes Licht auf die hier interessierenden Fragen zu werfen. Von der beantragten Beweisvorkehr kann somit in antizipierter Bewei s- würdigung ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs abgesehen werden (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f. mit Hinweisen). 4. 4.1. Am 1. Januar 2008 traten das Ausländergesetz und seine Ausfü h- rungsbestimmungen in Kraft – unter anderem die Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201). In Verfahren, die vor diesem Zeitpunkt anhängig gemacht wurden, bleibt nach der übergangsrechtlichen Ordnung des Ausländerg e- setzes das alte materielle Recht anwendbar, wobei es ohne Belang ist, ob das Verfahren auf Gesuch hin – so explizit Art. 126 Abs. 1 AuG – oder von Amtes wegen eröffnet wurde (vgl. BVGE 2008/1 E. 2). 4.2. Dem Beschwerdeführer ist zwar noch unter dem Geltungsbereich des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlas- sung der Ausländer (ANAG, BS 1 121) eine erstmalige Aufenthaltsbewilli-C-4426/2009 Seite 9 gung erteilt worden; da er jedoch mit Gesuch vom 24. Februar 2009 die Verlängerung dieser Bewilligung beantragt hat, ist im vorliegenden Ve r- fahren neues Recht anwendbar. 5. Gemäss Art. 40 AuG sind die Kantone zuständig für die Erteilung und Verlängerung von Bewilligungen. Vorbehalten bleibt jedoch die Zusti m- mung durch das BFM. Dessen Zustimmungserfordernis ergibt sich im vorliegenden Fall aus Art. 99 AuG i.V.m. Art. 85 Abs.1 Bst. a VZAE. Letzt- genannte Bestimmung wird präzisiert durch die Weisungen des BFM im Ausländerbereich in der Fassung vom 30. September 2011 (online abruf- bar unter: www.bfm.admin.ch > Dokumentation > Rechtliche Grundlagen > Weisungen und Kreisschreiben > I. Ausländerbereich > 1 Verfahren und Zuständigkeiten). Diese sehen in Ziffer 1.3.1.4 Bst. e vor, dass die Ve r- längerung der Aufenthaltsbewilligung nach der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft mit dem schweizerischen oder ausländischen Ehegatten oder nach dessen Tod dem BFM zur Zustimmung zu unterbreiten ist, falls die betroffene ausländische Person nicht aus einem Mitgliedstaat der EFTA oder der EG stammt. Der Ausweis darf erst ausgestellt werden, wenn die Zustimmung des BFM vorliegt (Art. 86 Abs. 5 VZAE). 6. 6.1. Nach Art. 42 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von Schwei- zerinnen und Schweizern, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, A n- spruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und – nach einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt vo n fünf Jahren – Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung (Art. 42 Abs. 3 AuG). Nach Auflösung der Ehe oder Familiengemeinschaft – mitgemeint ist auch die eheliche Gemeinschaft – besteht der Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufentha ltsbewilligung weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine e r- folgreiche Integration besteht (Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG) oder wenn wich- tige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erfo r- derlich machen (Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG). 6.2. Aufgrund der Aktenlage steht fest, dass die eheliche Gemeinschaft weniger als fünf Jahre bestanden hat. Der Beschwerdeführer hat daher keinen von der Ehe unabhängigen (selbständigen) Rechtsanspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bzw. Niederlas- sungsbewilligung im Sinne von Art. 42 Abs. 3 AuG erworben. C-4426/2009 Seite 10 7. 7.1. Zu prüfen ist hingegen, ob der Anspruch nach Art. 42 Abs. 1 AuG nach Auflösung der ehelichen Gemeinschaft bzw. der Ehe aufgrund von Art. 50 Abs. 1 AuG weiterbesteht. 7.2. Fraglos erfüllt der Beschwerdeführer die zeitlichen Voraussetzungen von Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG, hat doch die eheliche Gemeinschaft zw i- schen ihm und seiner damaligen Ehefrau mehr als drei Jahre gedauert. 7.3. Selbst bei Vorlie gen einer vorherigen dreijährigen Ehegemeinschaft kann der Beschwerdeführer aus Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG nur dann einen Anspruch auf Verlängerung seiner Aufenthal tsbewilligung ableiten, wenn er sich in der Schweiz erfolgreich integriert hat. Beide Kriterien, Frista b- lauf und Integration müssen kumulativ vorliegen, damit ein Rechtsa n- spruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung besteht (BGE 136 II 113 E. 3.3.3). Diesbezüglich ist deshalb zu beurteil en, ob die Umstände, mit denen er seine soziale und berufliche Eingliederun g zu belegen bzw. glaubhaft zu machen versucht, genügen. 7.4. Das AuG enthält keine Legaldefinition des Begriffs Integration, ve r- wendet diesen Begriff aber im Sinne eines gesamtgesellschaftlichen Ziels. Die Integration bezweckt, längerfristig und rechtmässig anwesen- den Ausländerinnen und Ausländern die Teilhabe am wirtschaftlichen, so- zialen und kulturellen Leben zu ermöglichen (Art. 4 Abs. 2 AuG; BGE 134 II 1 E. 4.1 S. 4). Nach Art. 77 Abs. 4 VZAE liegt eine erfolgreiche Integr a- tion im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG namentlich vor, wenn die aus- ländische Person die rechtsstaatliche Ordnung und die Werte der Bu n- desverfassung respektiert (Bst. a) und den Willen zur Teilnahme am Wirt- schaftsleben sowie zum Erwerb der am Wohnort gesprochenen Lande s- sprache bekundet (Bst. b). Nach Art. 4 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über die Integration von Ausländerinnen und Ausländern (VIntA, SR 142.205) zeigt sich der Beitrag einer ausländischen Person zur Integrat i- on namentlich in der Respektierung der rechtsstaatlichen Ordnung und der Werte der Bundesverfassung (Bst. a), im Erlernen der am Wohnort gesprochenen Landessprache (Bst. b), in der Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen in der Schweiz (Bst. c) und im Willen zur Tei l- nahme am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung (Bst. d). Die Verwendung des Adverbs "namentlich" bringt den nicht abschliessenden Charakter der Auflistungen in Art. 77 Abs. 4 VZAE und Art. 4 VIntA zum Ausdruck und zeigt zugleich, dass die Beurteilung der erfolgreichen Integ- ration eine gesam thafte Würdigung der Umstände des konkreten Einze l-C-4426/2009 Seite 11 falles verlangt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_426/2011 vom 30. N o- vember 2011 E. 3.2 mit Hinweisen). 7.5. Allzu hohe Anforderungen an den Integrationsgrad dürfen im Anwe n- dungsbereich von Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG nicht gestellt werden. Die e r- folgreiche Integration ist hier weder ein Aspekt des privaten Interesses, das sich im Rahmen der Interessenabwägung bei einem Ermessensen t- scheid (vgl. Art. 54 Abs. 2 und Art. 96 Abs. 1AuG) gegen das zum vor n- herein erhebliche Gewicht des öffentlichen Interesses an der Wahrung ei- ner restriktiven Migrationspolitik durchsetzen müsste, noch stellt sie sich als ein Wertungskriterium bei der Konkretisierung der restriktiv auszul e- genden unbestimmten Rechtsbegriffe des " schwerwiegenden persönl i- chen Härtefalles " nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG bzw. des "wichtigen Grundes" nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG dar (vgl. Art. 31 Abs. 1 Bst. a VZAE). Sie ist vielmehr eine eigenständige Anspruchsvoraussetzung, die denjenigen ausländischen Personen zu einem Aufenthaltsrecht verhelfen will, die unter Berücksichtigung ihrer konkreten Situation einen ausre i- chenden Beitrag zum Integrationsprozess geleistet haben, wie er in Art. 77 Abs. 4 VZAE und Art. 4 VIntA umschrieben ist. Das ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts regelmässig schon der Fall, wenn die ausländische Person eine feste Arbeitsstelle hat, die wirtschaftliche Sozialhilfe nicht in Anspruch nimmt, die öffentliche Ordnung achtet und die am Wohnort gesprochene Landessprache spricht (vgl. Urteil des Bun- desgerichts 2C_426/2011 vom 30. November 2011 E. 3.3 mit Hinweisen). Eine erfolgreiche Integration hat die Praxis demgegenüber etwa dann verneint, wenn gegen die Rechtsordnung verstossen wurde, Schulden vorhanden sind, Sozialhilfe in Ans pruch genommen wurde oder die e r- langte finanzielle Unabhängigkeit erst von kurzer Dauer ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-6240/2008 vom 23. Dezember 2011 E. 6.3 mit Hinweisen). 7.6. In Bezug auf die wirtschaftliche Selbständigkeit führt der Beschwer- deführer aus, er sei seit seiner Heirat ununterbrochen arbeitstätig gew e- sen, habe nie Sozialhilfe bezogen und verfüge über keinerlei Einträge im Betreibungsregister. Während der gesamten Zeit sei er nur drei Monate arbeitslos gewesen (vgl. Beschwer de vom 8. Juli 2009) . Aus den Akten und den Ausführungen des Beschwerdeführers ergeben sich dennoch gewisse Zweifel an seiner beruflichen Integration. Gemäss einer Ausweis- Verlustmeldung bei der Schaffhauser Polizei vom 14. Oktober 2004 arbei- tete der Besc hwerdeführer zu dieser Zeit nicht. Auch in einem Rapport C-4426/2009 Seite 12 der Schaffhauser Polizei vom 11. Januar 2005 wurde vermerkt, dass er zur Zeit ohne Arbeitsstelle sei. Gemäss Angaben im Gesuch "Ausländer- bewilligung" vom 6. Mai 2005 arbeitete der Beschwerdeführer ans chlies- send per 1. Juni 2005 als Teilzeit -Mitarbeiter (20 Stunden pro Woche) in der Produktion bei S. Auch am 27. Februar 2006 arbeitete er dort noch in Teilzeitanstellung (32.8 Stunden pro Woche; vgl. Verlängerungsgesuch Ausweis B vom 27. Februar 2006). Vom 14. Februar 2008 bis 27. April 2008 war er bei der Stiftung Impuls tätig. Seit dem 18. Juli 2008 ist er – bis heute – im Restaurant L. als Verkaufsaushilfe angestellt (vgl. Zw i- schenzeugnis der L. AG vom 26. Januar 2012 ). Aus welchem Grund er über eine l ängere Zeit ein Teilzeitpensum inne hatte, ist aus den Akten nicht ersichtlich . Unklar bleibt in diesem Zusammenhang auch, wie er zeitweise mit einem Bruttolohn von Fr. 17.70 und einem Wochenarbeit s- pensum von 20 Stunden selber für seine Bedürfnisse aufkommen konnte. Einem Schreiben der Stadt Schaffhausen vom 26. Januar 2012 ist zu entnehmen, dass er seit dem 1. Januar 2002 bis heute keine Sozialhilfe bezogen hat. Zudem sind im Betreibungsregisterauszug vom 10. Februar 2012 keinerlei Einträge vermerkt. 7.7. Der Beschwerdeführer ist bereits mehrfach mit dem Gesetz in Ko n- flikt geraten. Ein Verfahren wegen mehrfacher Drohu ng und mehrfacher Tätlichkeiten, begangen in der Zeit von April 2004 bis zu m 22. Dezember 2004 zum Nachteil seiner – inzwischen verstorbenen – Ehefrau, wurde zwar mit Einstellungsverfügung des Untersuchungsrichteramts des Ka n- tons Schaffhausen am 6. September 2005 eingestellt. Am 28. Mai 2008 musste hingegen erneut die Polizei wegen häuslicher Gewalt ausrücken (vgl. Tatbestandsrapport der Schaffhauser Polizei vom 4. Juni 2008). Au f- grund dieses Vorfalls wurde gegen den Beschwerdeführer eine Wegwe i- sung und ein Rückkehrverbot wegen häuslicher Gewalt verfügt (vgl. Ve r- fügung vom 29. Mai 2008). In der Folge wurde der Beschwerdeführer m it Strafbefehl des Unt ersuchungsrichteramts vom 30. Sep tember 2008 we- gen mehrfacher Drohung und einfacher Körperverletzung zu einer b e- dingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 80. - und einer Busse von Fr. 300. - verurteilt. Mit Strafbefehl vom 17. Februar 2009 erfolgte eine Verurteilung zu einer weiteren bedingten Geldstrafe von 14 Tagessätzen zu Fr. 60.- sowie einer Busse von Fr. 300.- wegen Fälschung von Auswei- sen sowie Nichtbewährung während der Probezeit. Ein gleichzeitig einge- leitetes Verfahren wegen Hausfriedensbruch wur de mit Verfügung vom 17. Februar 2009 eingestellt. Aufgrund dieser Ausführungen kann nicht davon ausgegangen werden, es handle sich lediglich um strafrechtliche Verurteilungen, die hauptsächlich im Bagatellbereich liegen würden. I m-C-4426/2009 Seite 13 merhin zeigt sich durch d ie wiederholte Straffälligkeit, dass der B e- schwerdeführer nicht gewillt ist , die schweizerische Rechtsordnung zu respektieren. Selbst eine schriftliche Verwarnung des Ausländeramts des Kantons Schaffhausen vom 27. Oktober 2008 – in der festgehalten wu r- de, er habe sich in jeder Beziehung absolut klaglos zu verhalten, ansons- ten seine Ausweisung aus der Schweiz geprüft werde – zeigte keine Wir- kung und konnte ihn nicht davon abhalten, erneut zu delinquieren. Unbe- helflich ist, dass es sich dabei – mit einer Ausnahme – um Delikte im Zu- sammenhang mit den e helichen Streitigkeiten handelt, wie beschwerd e- weise geltend gemacht wird. Gesamthaft betrachtet kann somit nicht d a- von ausgegangen werden, der Beschwerdeführer habe gegenüber der rechtsstaatlichen Ordnung den zu erwarteten Respekt. Davon zeugt auch der Umstand, dass er sich selbst gegenüber Polizeifunktionären äusserst unkooperativ verhielt und diese beschimpfte, wie aus einem Tatbestands- rapport der Schaffhauser Polizei vom 4. Ju ni 2008 hervorgeht (vgl. S. 4). Zu erwähnen gilt es auch, dass der Beschwerdeführer im Casino S chaff- hausen mit einem Hausverbot belegt ist , welches er am 15. Januar 2003 – noch während des laufenden Asylverfahrens und unter falscher Identität – selber beantragte ( sog. Selbstausschluss). Dass aufgrund dieses U m- stands auf eine übermässige Neigung zum Glücks piel geschlossen wird (vgl. Vernehmlassung vom 11. Juni 2009) , liegt demnach auf der Hand. Immerhin wollte sich der Beschwerdeführer am 9. Januar 2009 erneut Zu- tritt zum Casino Schaffhausen verschaffen, was zur obgenannten Veru r- teilung wegen Fälschung von Ausweisen sowie Nichtbewährung während der Probezeit führte. 7.8. In sprachlicher Hinsicht ist zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer vom 22. Oktober 2007 bis zum 1 4. Dezember 2007 einen Deutsch kurs besuchte (vgl. Kursbestätigung Sprachschule vom 13. Dezember 2007). Diverse Referenzschreiben – vor allem von Personen aus dem berufl i- chen Umfeld – bestätigen, dass er über gewisse soziale Kontakte verfügt. Weitere Bemühungen des Beschwerdeführers am gesellschaftlichen Le- ben in der Schweiz teilzunehmen, sind aus den Akten nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht. Zwar sind beim Beschwerdeführer aufgrund des Ausgeführten durchaus gewisse positive Integrationsleistungen vorhanden. Allerdings kann aufgrund sei- nes Verhaltens (vgl. E. 6.7 ) nicht von einer erfolgreichen Integration des Beschwerdeführers die Rede sein, muss doch davon ausgegangen we r- den, dass er sich in gesellschaftlicher Hinsicht nicht anstandslos in die hiesigen Lebensverhältnisse einfügen kann. C-4426/2009 Seite 14 7.9. Im Ergebnis steht fest, dass der Beschwerdeführer die Anforderu n- gen von Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG nicht erfüllt, ist doch das kumulativ e r- forderliche Kriterium der erfolgreichen Integration nicht gegeben. 8. Damit stellt sich die Frage, ob wichtige persönliche Gründe im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG den weiteren Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz erforderlich machen. Solche Gründe können namentlich – so explizit Art. 50 Abs. 2 AuG – vorliegen, wenn der betreffende Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde und seine soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint; beide Bedingungen müssen nicht kumulativ erfüllt sein (BGE 136 II 1 E. 5 S. 3 ff.). Weitere wichtige, im Zusammenhang mit der Ehe stehende Gründe können sich auch da r- aus ergeben, dass der in der Schweiz lebende Ehepartner gestorben ist oder gemein same Kinder vorhanden sind (vgl. MARC SPESCHA in: Sp e- scha/Thür/Zünd/Bolzli, Kommentar Migrationsrecht, Zürich 2009, Art. 50 AuG N. 7 sowie MARTINA CARONI in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Art. 50 N. 23 f.). Auch die in Art. 31 Abs. 1 VZAE genann- ten, aber nicht erschöpfenden Kriterien können für d ie Beurteilung eines sogenannten "nachehelichen Härtefalls" herangezogen werden (BGE 137 II 345 E. 3.2 S. 348 f. mit weiteren Hinweisen). 8.1. Da die Ehefrau des Beschwerdeführers nach der Trennung von ihrem Ehemann – am 31. August 2008 – verstorben ist, stel lt dieser Umstand keinen persönlichen Grund im obgenannten Sinne mehr da r. Beschwer- deweise wird hingegen geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei 2009 Vater eines Sohnes geworden. Die Mutter sei eine in der Schweiz woh n- hafte deutsche Staatsangehörige. Die Nichtverlängerung seiner Aufen t- haltsbewilligung würde demnach bedeuten, dass der Kontakt zu seinem Sohn unterbunden würde. Er könnte ihn auch nicht mehr finanziell unte r- stützen, da er mit allergrösster Wahrscheinlichkeit keine Arbeitsstelle fi n- den würde. Gemäss Abklärungen der Vorinstanz soll die Mutter über das alleinige Sorge recht verfügen (vgl. Vernehmlassung vom 25. August 2009). Neueren Informationen zufolge ist die Kindsmutter in der Zw i- schenzeit nach Deutschland zurückgekehrt. Von der zuständigen de ut- schen Vormundschaftsbehörde sei der Beschwerdeführer telefonisch da- zu aufgefordert worden, monat lich EURO 290 an die Kindsmutter zu überweisen. Diesen Betrag zahle er seither regelmässig und er unterstüt- ze sie auch sonst bei grösseren Anschaffungen (vgl. Schreiben vom 11. April 2012). Amtliche Dokumente über die Regelung des Sorgerechts C-4426/2009 Seite 15 und des Unterhalts liegen nicht vor. Aus einer dem Schreiben beigelegten Erklärung der Ex-Partnerin vom 26. März 2012 geht lediglich hervor, dass der Beschwerdeführer seinen Sohn ein bis zwei Mal pro Monat sehe und er sich in dieser Zeit vorbildlich und zuverlässig um ihn kümmere. 8.2. Wenn der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang auf den A s- pekt der Achtung des Familienlebens hinweist (vgl. Schreiben vom 11. April 2012), so gilt es auszuführen, dass Art. 8 Abs. 1 EMRK zwar das Recht auf Achtung des Privat - und Familienlebens gewährleistet. Dieses Recht kann verletzt werden, wenn einem Ausländer, dessen Familiena n- gehörige hier weilen, die Anwesenheit untersagt und damit d as Familien- leben vereitelt wird. Der sich hier aufhaltende Familienangehörige muss jedoch nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung seinerseits über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen, was praxisgemäss der Fall ist, wenn er das Schweizer Bürgerre cht besitzt, ihm die Niederlassung s- bewilligung gewährt wurde oder er über eine Aufenthaltsbewilligung ve r- fügt, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht (BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285 f.). In casu erübrigt sich somit eine weitere Über- prüfung, handelt es sich doch beim Sohn des Beschwerdeführers um e i- nen deutschen Staatsangehörigen, der mit sei ner Mutter in Deutschland lebt und somit über kein Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfügt (vgl. Schreiben des Beschwerdeführers vom 11. April 2012). 8.3. Anspruchsbegründend können auch sonstige wichtige persönliche Gründe sein, da Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG bewusst auf eine abschlie s- sende Aufzählung der Gründe verzichtet (vgl. Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts C -3374/2010 vom 4. Januar 2012 E. 9). Entsc heidend ist hierbei die persönliche Situation des Betroffenen. Die in Art. 31 Abs. 1 VZAE aufgelisteten, aber nicht erschöpfenden Kriterien können für die Beurteilung eines Härtefalles herangezogen werden und eine wesentliche Rolle spielen, auch wenn sie einzeln betrachtet grundsätzlich noch keinen Härtefall zu begründen vermögen (vgl. BGE 137 II 345 E. 3.2.3 S. 349 f.). Als insofern relevante Auslegungskriterien nennt Art. 31 Abs. 1 VZAE die Integration (Bst. a), die Respektierung der Rechtsordnung (Bst. b ), die Familienverhältnisse (Bst. c), die finanziellen Verhältnisse sowie der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung (Bst. d), die Dauer der Anwesenheit (Bst. e), der Gesundheitszustand (Bst. f) und die Möglichkeiten der Wiedereingliederung im Herkunftsland (Bst. g) (si e- he CARONI, a.a.O., Art. 50 N. 23 f.). C-4426/2009 Seite 16 8.4. Im Hinblick auf die unter Art. 31 Abs. 1 Bst. a – d VZAE genannten Kriterien ist auf die bisherigen Erwägungen hinzuweisen. Auch in Anbe - tracht der weiteren Aspekte (Bst. e – g) kann nicht der Schluss gezogen werden, der Beschwerdeführer befinde sich in einer Härtefallsituation, welche die Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung erfordern würde. Der Beschwerdeführer stellte am 15. Juli 2001 – als damals 24jähriger – in der Schweiz ein Asylgesuch , welches am 14. Mai 2003 abgewiesen wurde. Angesichts seines Alters ist die Aufenthaltsdauer in der Schweiz nicht als sehr lang anzusehen. In beruflicher und wirtschaftlicher sowie in sprachlicher Hinsicht weist die Eingliederung des Beschwerdeführers auf eine normale zeitliche Entwicklung, welche jedoch nicht einer besonderen Integrationsleistung entspricht. Der Beschwerdeführer hat denn auch den grössten Teil seines Lebens in seiner Heimat verbracht und hat mithin die persönlichkeitsbildenden Jahre dort verlebt. Er ist zudem mit den heimat- lichen kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten vertraut. Es kann davon ausgegangen werden, dass er nach seiner Rückkehr soziale Anknüpfungspunkte haben wird , welche die Reintegration erleichtern dürften. Die hier erworbenen Fähigkeiten werden ihm bei der beruflichen Wiedereingliederung von Nutzen sein. Nicht ausschlaggebend ist es z u- dem, wenn in seinem Heimatland die wirtschaftlichen Verhältnisse bzw. Verdienstmöglichkeiten nicht denjenigen der Schweiz entsprechen. Da der Beschwerdeführer offensichtlich auch keine gesundheitlichen Pro b- leme hat, gibt es in Anbetracht seiner gesamten Situation keine wichtigen Gründe, die gemäss Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG die Verl ängerung seines Aufenthalts erfordern würden. Zu betonen ist, dass derartige Gründe nur dann anzunehmen sind, wenn die persönliche, berufliche und familiäre Wiedereingliederung stark gefährdet erscheint und nicht bereits dann, wenn ein Leben in der Schweiz einfacher wäre (vgl. BGE 137 II 345 E. 3.2.3 mit Hinweisen). In der konkreten Situation des Beschwerdeführers liegt keine – gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erforderl i- che – erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat - und Famili- enleben begründet, die mit der Lebenssituation nach dem Dahinfallen der gestützt auf Art. 42 Abs. 1 AuG abgeleiteten Anwese nheitsberechtigung verbunden ist. 9. Der Beschwerdeführer besitzt somit weder gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG (dreijährige Ehegemein schaft und erfolgreiche Integration) noch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG (wichtige persönliche Gründe) einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Dafür, dass C-4426/2009 Seite 17 die Vorinstanz innerhalb des Beurteilungsspielraums der Art. 18 – 30 AuG einen fehlerhaften Ermessensentscheid getroffen haben könnte, be ste- hen keine Anhaltspunkte; insbesondere wäre in diesem Rahmen auch keine Härtefallregelung nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG in Betracht ge - kommen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-6133/2008 vom 15. Juli 2011 E. 8). Dass die Vorinstanz die Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigert hat, kann daher nicht beanstandet werden. 10. Als gesetzliche Folge der nicht mehr verlängerten Aufenthaltsbewilligung hat der Beschwerdeführer die Schweiz zu verlassen (Art. 64 Abs. 1 Bst. c AuG). Es bleibt zu prüfen, ob Hinderungsgründe für den Vollzug der Wegweisung anzunehmen sind (Art. 83 Abs. 2 – 4 AuG) und das BFM gestützt hierauf die vorläufige Aufnahme hätte verfügen müssen. 10.1. Die Möglichkeit und Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs stehen im vorliegenden Fall ausser Frage. Demzufolge wäre allenfalls relevant, ob die zwangsweise Rückkehr für den Beschwerdeführer eine konkrete Gefährdung mit sich brächte und damit nicht zumutbar wäre. 10.2. Der Wegweisungsvollzug kann für die betroffene Person unzumut - bar sein, wenn sie in ihrem Heimat - oder Herkunftsstaat Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt oder einer medizinischen Notlage ausgesetzt wäre. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, von welchen die ansäs- sige Bevölkerung regelmässig betroffen ist, wie Wohnungsnot oder ein schwieriger Arbeitsmarkt, vermögen jedoch keine konkrete Gefährdung zu begründen. Dagegen ist der Vollzug der Wegweisung nicht zumutbar, wenn dieser für die ausländische Person höchstwahrscheinlich zu einer existenziellen Bedrohung führen würde, beispielsweise dann, wenn sie sich nach ihrer Rückkehr mit völliger Armut, Hunger, Invalidität oder Tod konfrontiert sähe (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-8103/2009 vom 24. Oktober 2011 E. 10.2). 10.3. Der Beschwerdeführer hat sich nicht zur Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs geäussert. Auch die vorliegenden Akten lassen nicht da r- auf schliessen, dass die Wegweisung für ihn zu einer existenzbedrohe n- den Situation führen könnte. Der Vollzug seiner Wegweisung ist damit als zumutbar zu erachten. C-4426/2009 Seite 18 11. Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung als rechtmässig zu bestätigen ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzu- folge abzuweisen. 12. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem B e- schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) C-4426/2009 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Sie werden mit dem bereits in gleicher Höhe geleisteten Kosten vor- schuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] retour) – das Ausländeramt des Kantons Schaffhausen (Akten retour) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer C-4426/2009 Seite 20 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: