<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00123</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107285&amp;W10_KEY=4467144&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00123</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 09.07.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Niederlassungs-/Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zielsetzung des FZA; Anwendung bei Doppelbürgerschaft<br/><br/>Aufgrund ungenügender Dokumentation der angeblichen schweizerisch-britischen Doppelbürgerschaft der Ehefrau sowie aufgrund der Zielsetzung des FZA als Migrationsabkommen für Erwerbstätige, ist es in casu nicht anwendbar (E. 2a-g). Während nach der Rechtsprechung zum ANAG bei einem Grenzfall von zwei Jahren Freiheitsstrafe wohl eine Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht zu verhindern wäre (E. 3a-c), erscheint sie nach der Praxis zum Fall Boultif als unverhältnismässig, insbesondere da Anzeichen für eine schlechte Prognose fehlen (E. 4a-b). Aufgrund der nur teilweisen Gutheissung werden die Kosten hälftig geteilt und eine Parteientschädigung wett geschlagen (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWENDBARKEIT">ANWENDBARKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DOPPELBÃRGER/-IN">DOPPELBÃRGER/-IN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERWERBSTÃTIGKEIT">ERWERBSTÃTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRENZFALL">GRENZFALL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROGNOSE">PROGNOSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKFALLGEFAHR">RÃCKFALLGEFAHR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOLIDARSCHULD">SOLIDARSCHULD</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFE (FREIHEITSSTRAFE)">STRAFE (FREIHEITSSTRAFE)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZIELSETZUNG">ZIELSETZUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 7 lit. I ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 lit. Ia ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 lit. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 1 lit. a FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 4 FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 7 lit. b + c FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 16 lit. I + II FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 2 lit. II Anhang I FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 24 Anhang I FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 4 VEP</span><br/><span class="gerade">Art. 23 VEP</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. A, BÃ¼rger von X, heiratete am 9. MÃ¤rz 1996 in seiner Heimat die geborene Schweizerin B. Als Folge wurde ihm der Aufenthalt in der Schweiz zum Verbleib bei seiner Ehefrau und der Stellenantritt bewilligt. Im Juni 1999 wurde A verhaftet und in Untersuchungshaft versetzt. Am 7. Juli 1999 kam die gemeinsame Tochter C zur Welt. Mit rechtskrÃ¤ftigem Urteil vom 6. Juli 2000 bestrafte das Bezirksgericht ZÃ¼rich A mit einer GefÃ¤ngnisstrafe von zwei Jahren wegen Widerhandlung gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 1951. Der Verurteilte trat am 4. Februar 2002 den Strafvollzug an und wurde am 25. Dezember 2002 vorzeitig bedingt entlassen. Mit VerfÃ¼gung vom 22. Mai 2002 verweigerte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt), die Aufenthaltsbewilligung von A zu verlÃ¤ngern und teilte ihm mit, er habe den Kanton ZÃ¼rich nach seiner Entlassung aus dem Strafvollzug zu verlassen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diese VerfÃ¼gung erhoben A, seine Ehefrau und die gemeinsame Tochter Rekurs, den der Regierungsrat am 5. MÃ¤rz 2003 abwies, soweit er nicht gegenstandslos geworden war.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Am 4. April 2003 erhoben A (BeschwerdefÃ¼hrer 1) und seine Ehefrau (BeschwerdefÃ¼hrerin 2) in ihrem und im Namen der gemeinsamen Tochter (BeschwerdefÃ¼hrerin 3) Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragten, es sei dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 die Niederlassungsbewilligung zu erteilen, eventualiter sei seine Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern und ihnen eine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>WÃ¤hrend sich die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit nicht vernehmen liess, beantragte die Staatskanzlei namens des Regierungsrats, die Beschwerde sei abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist nur mÃ¶glich, wenn eine letztinstanzliche Anordnung einer VerwaltungsbehÃ¶rde zu beurteilen ist, welche sich auf einen Rechtsanspruch aus Gesetz, Verfassung oder Staatsvertrag abzustÃ¼tzen vermag (§ 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] und Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Organisation der Bundesrechtspflege vom 16. Dezember 1943).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist mit einer Schweizerin verheiratet und hat gestÃ¼tzt auf Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) einen gesetzlichen Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung sowie nach einem ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von fÃ¼nf Jahren einen solchen auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung. Nachdem der Regierungsrat als letztinstanzliche VerwaltungsbehÃ¶rde sowohl die Erteilung der Niederlassungsbewilligung als auch die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung abgelehnt hat, ist vom Verwaltungsgericht auf die frist- und formgenÃ¼gende Beschwerde einzutreten. Ob sich der Rechtsanspruch auf Grund der konkreten VerhÃ¤ltnisse durchsetzen lÃ¤sst und ob allenfalls weitere Anspruchsgrundlagen zu prÃ¼fen sind, ist Gegenstand der nachfolgenden materiellen ErwÃ¤gungen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Die BeschwerdefÃ¼hrenden berufen sich zusÃ¤tzlich zur Anspruchsgrundlage des nationalen Rechts und Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) auf das seit 1. Juni 2002 in Kraft stehende Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft sowie ihren Mitgliedstaaten anderseits Ã¼ber die PersonenfreizÃ¼gigkeit vom 21. Juni 1999 (PersonenfreizÃ¼gigkeitsabkommen, FZA, SR. 0.142.112.681). Sie stellen sich auf den Standpunkt, die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 sei britisch-schweizerische DoppelbÃ¼rgerin und falle damit unter den Wirkungsbereich des FreizÃ¼gigkeitsabkommens. Diese Frage ist vorab zu klÃ¤ren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Regierungsrat befand, fÃ¼r die britische StaatsangehÃ¶rigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 lÃ¤gen keine ausreichenden Hinweise vor. Einzig in einem Eheschein des schweizerischen Generalkonsulats in Y vom 21. MÃ¤rz 1996 sei diese auch als StaatsangehÃ¶rige von Grossbritannien aufgefÃ¼hrt. Alle anderen Dokumente fÃ¼hrten ausschliesslich die schweizerische StaatsangehÃ¶rigkeit an. Auch anlÃ¤sslich der Befragungen der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 im Hinblick auf die Wegweisungsmassnahmen gegenÃ¼ber ihrem Ehemann habe diese nie auf die zweite StaatsangehÃ¶rigkeit hingewiesen. Ebenso fehle dieser Hinweis auf amtlichen Dokumenten wie dem Eheschein der dominikanischen BehÃ¶rde, dem Eintrag im schweizerischen Eheregister und dem Auszug aus dem FamilienbÃ¼chlein. Mit der Beschwerde legten die BeschwerdefÃ¼hrenden die Kopie eines "British Nationality Act" vom 3. Juni 1980 zu den Akten, der erklÃ¤rt, die am 25. April 1972 in ZÃ¼rich geborene BeschwerdefÃ¼hrerin 2 sei am 3. Juni 1980 BÃ¼rgerin des Vereinigten KÃ¶nigreichs gewesen. Ob diese im achten Altersjahr der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ausgestellte BestÃ¤tigung auch nach ihrer VolljÃ¤hrigkeit und nach ihrer Heirat mit einem auslÃ¤ndischen Ehemann weiterhin gilt, geht aus den Akten nicht hervor und kann indessen offen bleiben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Selbst wenn der BeschwerdefÃ¼hrer der Ehemann einer schweizerisch-britischen DoppelbÃ¼rgerin wÃ¤re, ist er grundsÃ¤tzlich zu behandeln wie der Ehemann einer Schweizerin, ohne dass das FZA zur Anwendung kommt. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 ist DrittstaatenangehÃ¶riger und kann aus dem FZA selber keine direkten Rechte ableiten. Eventualiter ist zu prÃ¼fen, ob allenfalls aus der angeblichen DoppelbÃ¼rgerschaft der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ein aus FZA abgeleiteter Rechtsanspruch fÃ¼r FamilienangehÃ¶rige denkbar wÃ¤re.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Mit dem Inkrafttreten des FreizÃ¼gigkeitsabkommens wird die Rechtsstellung der StaatsangehÃ¶rigen der EG-Mitgliedstaaten, ihrer FamilienangehÃ¶rigen sowie der entsandten Arbeitnehmer direkt durch das Abkommen geregelt. Analoges gilt fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige der EFTA-Mitgliedstaaten aufgrund der Ãnderungen des EFTA-Ãbereinkommens vom 21. Juni 2001. Das ANAG ist fÃ¼r diese Personen nur noch subsidiÃ¤r anwendbar, soweit das FZA in einem bestimmten Bereich keine Regelung enthÃ¤lt oder wenn das Gesetz gÃ¼nstigere Regeln als das Abkommen vorsieht (vgl. Art. 1 ANAG). Die Bestimmungen des FZA sind grundsÃ¤tzlich unmittelbar anwendbar (self-executing; vgl. Botschaft zur Genehmigung der sektoriellen Abkommen zwischen der Schweiz und der EG, Bundesblatt 1999, S. 6128). Die den Aufenthalt betreffenden Bestimmungen von Anhang I FZA vermitteln individuelle AnsprÃ¼che auf Erteilung einer der in Art. 4 der Verordnung Ã¼ber die EinfÃ¼hrung des freien Personenverkehrs vom </span>22. Mai 2002 <span>(VEP, SR 142.203) genannten fremdenpolizeilichen Anwesenheitsbewilligungen. Gegen die Bewilligungsverweigerung steht letztlich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen (vgl</span>. BGr, 17. Januar 2003, 2A.246/2002, www.bger.ch<span>), was wiederum die Beschwerde an das kantonale Verwaltungsgericht ermÃ¶glicht (vgl. </span>ErwÃ¤gung 1<span>).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) GemÃ¤ss dem Ingress und dem Zweckartikel (Art. 1 lit. a FZA) soll das Abkommen die FreizÃ¼gigkeit der Personen im Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei durch EinrÃ¤umung eines Rechts auf Einreise, Aufenthalt, Zugang zu einer unselbstÃ¤ndigen oder selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit sowie eines Verbleiberechts fÃ¶rdern. In erster Linie steht das Recht auf Aufenthalt zum Zugang einer ErwerbstÃ¤tigkeit (Art. 4 FZA). Zur Erreichung der Abkommensziele streben die Vertragsparteien "gleichwertige Rechte und Pflichten wie in den Rechtsakten der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft" an (Art. 16 Abs. 1 FZA). Entsprechend gilt fÃ¼r die Vertragsparteien die Rechtsprechung des Gerichtshofs der EuropÃ¤ischen Gemeinschaften (EuGH), soweit das Abkommen auf Begriffe des Gemeinschaftsrechts verweist und diese der Auslegung bedÃ¼rfen (Art. 16 Abs. 2 FZA). Anhang I FZA hÃ¤lt die einzelnen Voraussetzungen der FreizÃ¼gigkeit fest. In Art. 2 Abs. 1 Anhang I FZA wird neben der blossen Ein- und Ausreise das Aufenthaltsrecht geregelt. Es steht im Zusammenhang mit der Suche und AusÃ¼bung einer ErwerbstÃ¤tigkeit. Ein originÃ¤res Aufenthaltsrecht ohne Aufnahme einer ErwerbstÃ¤tigkeit ist an zusÃ¤tzliche Bedingungen geknÃ¼pft (Art. 2 Abs. 2 und Art. 24 Anhang I FZA). Die "mit der FreizÃ¼gigkeit zusammenhÃ¤ngenden Rechte gemÃ¤ss Anhang I", somit die von den Vertragsparteien zur Regelung vereinbarten Inhalte, umfassen gemÃ¤ss Art. 7 FZA unter anderem das "Recht auf berufliche und geografische MobilitÃ¤t, das es den StaatsangehÃ¶rigen einer Partei gestattet, sich im Hoheitsgebiet des Aufnahmestaates frei zu bewegen und den Beruf ihrer Wahl auszuÃ¼ben" (lit. b) beziehungsweise das "Recht auf Verbleib im Hoheitsgebiet einer Vertragspartei nach Beendigung einer ErwerbstÃ¤tigkeit" (lit. c).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Daraus wird deutlich, dass das FZA den Aufenthalt und allenfalls nachtrÃ¤glichen Verbleib in einem Vertragsstaat â abgesehen von den abgeleiteten Rechten auf der Grundlage einer FamilienzugehÃ¶rigkeit â an die Suche und Aufnahme einer ErwerbstÃ¤tigkeit knÃ¼pft. FÃ¼r in der Schweiz sowie in den Vertragsstaaten lebende Personen, welche weder aus dem Ausland einreisen oder eine Einreise nicht zum Zweck der Suche oder Aufnahme einer ErwerbstÃ¤tigkeit vornehmen, die mit anderen Worten vom freien "Zug" als Arbeitnehmer keinen Gebrauch machen, ist kein grenzÃ¼berschreitender AnknÃ¼pfungspunkt im Sinn des FZA gegeben. FÃ¼r diesen Personenkreis, der in einem Vertragsstaat residiert, kann das FZA keine Anwendung finden und keine Wirkung entfalten. FÃ¼r diese Personen gilt das nationale Recht grundsÃ¤tzlich unabhÃ¤ngig von ihrer StaatsangehÃ¶rigkeit. Die Unterstellung unter das FZA erfolgt somit auf Grund eines sachlichen Kriteriums, nÃ¤mlich dem Zweck der Einreise in einen Vertragsstaat zur Aufnahme einer ErwerbstÃ¤tigkeit und nicht auf Grund der StaatsangehÃ¶rigkeit. Entfallen die sachlichen Voraussetzungen, kann die EG-Aufenthaltsbewilligung entzogen werden (Art. 6 Abs. 6 Anhang I FZA; Art. 23 VEP; vgl. Marcel Dietrich, Die FreizÃ¼gigkeit der Arbeitnehmer in der EuropÃ¤ischen Union, ZÃ¼rich 1995, S. 234 ff.; Andreas ZÃ¼nd, Beendigung der auslÃ¤nderrechtlichen Anwesenheitsberechtigung in: Bernhard Ehrenzeller [Hrsg.], Aktuelle Fragen des schweizerischen AuslÃ¤nderrechts, St. Gallen 2002, S. 144; Yvo Hangartner, Der Grundsatz der Nichtdiskriminierung wegen der StaatsangehÃ¶rigkeit im FreizÃ¼gigkeitsabkommen der Schweiz mit der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft, AJP 2003, S. 263; Kay Hailbronner, FreizÃ¼gigkeit nach EU-Recht und dem bilateralen Abkommen der Schweiz Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit von Personen, EuZ 2003, S. 55; Jean-Pierre Moser, Accords bilatÃ©raux et mesures dâÃ©loignement au titre de lâordre public et de la sÃ©curitÃ© publique, RDAF 2003, S. 85).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ist 1972 in der Schweiz geboren. Nach ihrer eigenen Darstellung besuchte sie die Schulen in der Schweiz und schloss eine Berufslehre als Q in ZÃ¼rich ab, um sich anschliessend noch zur R ausbilden zu lassen. Sie war nach ihren Ausbildungen ausschliesslich in der Schweiz berufstÃ¤tig und unterbrach ihre ErwerbstÃ¤tigkeit nur einmal nach der Geburt ihrer Tochter. Ihre Arbeitsstellen waren die Firma K in W, die Firma L in ZÃ¼rich und im Zeitpunkt der Befragung durch die Polizei im Februar 2002 die Firma M in ZÃ¼rich. Sie ist nie aus dem Ausland in die Schweiz eingereist, um hier eine ErwerbstÃ¤tigkeit aufzunehmen. Selbst wenn sie britische StaatsangehÃ¶rige wÃ¤re, wÃ¼rde sie zur auslÃ¤ndischen ResidenzbevÃ¶lkerung zÃ¤hlen, welche ausschliesslich dem nationalen Recht untersteht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Weil die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 aktenkundig spÃ¤testens seit dem Jahr 1980, mÃ¶glicherweise seit ihrer Geburt, die schweizerische StaatsangehÃ¶rigkeit besitzt, kann sie auch nicht unter die Ãbergangsbestimmung von Art. 10 Abs. 5 FZA fallen. Diese Vorschrift regelt die Rechtslage fÃ¼r im Zeitpunkt des Inkrafttretens des FZA bereits in der Schweiz aufenthalts- und erwerbsberechtigte auslÃ¤ndische Personen aus dem EG-Raum. Die Aufenthaltsberechtigung der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 in der Schweiz beruht nicht auf einer fremdenpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r AuslÃ¤nder, sondern auf ihrer schweizerischen StaatsangehÃ¶rigkeit. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>g) Der Aufenthalt der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 in der Schweiz wird somit vom FZA in keiner Weise erfasst. Selbst wenn davon ausgegangen wÃ¼rde, dass sie auch die britische StaatsangehÃ¶rigkeit besÃ¤sse, wÃ¤re sie als Schweizerin, unbesehen ihrer allfÃ¤lligen DoppelbÃ¼rgerschaft, von den bilateralen Abkommen unberÃ¼hrt (vgl. die Rechtsprechung des EuGH bei: Dietrich, S. 238, N. 1663). Entsprechend ist die Rechtslage der BeschwerdefÃ¼hrenden ausschliesslich nach dem Landesrecht zu beurteilen, welches die von der Schweiz zu beachtenden Regeln der EMRK mit umfasst.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die anwendbaren Rechtsgrundlagen hat der Regierungsrat zutreffend und vollstÃ¤ndig erwÃ¤hnt, so dass das Gericht darauf verweisen kann (§ 28 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 VRG). Demzufolge muss fÃ¼r den mit einer Schweizerin verheirateten BeschwerdefÃ¼hrer 1 ein Ausweisungsgrund gegeben sein, wenn eine Aufenthaltsbewilligung nicht verlÃ¤ngert wird (Art. 7 Abs. 1 Satz 3 ANAG). Im Gegensatz dazu hÃ¤ngt die Erteilung der Niederlassungsbewilligung nicht nur vom Fehlen eines Ausweisungsgrunds ab, sondern setzt zusÃ¤tzlich einen ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von fÃ¼nf Jahren voraus (Art. 7 Abs. 1 Satz 2 ANAG). OrdnungsgemÃ¤ss bedeutet dabei, dass der Aufenthalt fremdenpolizeilich bewilligt ist. Das persÃ¶nliche Verhalten der auslÃ¤ndischen Person ist in diesem Zusammenhang nicht zu prÃ¼fen, sondern erst im Zusammenhang mit dem ErlÃ¶schensgrund des Ausweisungstatbestands. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 7 Abs. 1 ANAG geht davon aus, dass eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren einen Grenzwert darstellt. Wird dieser Ã¼berschritten, fÃ¤llt die AbwÃ¤gung der RechtsgÃ¼ter nur bei ausserordentlichen VerhÃ¤ltnissen zu Gunsten der privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz aus. Insbesondere bedarf es in diesen FÃ¤llen eines aussergewÃ¶hnlich langen Aufenthalts der auslÃ¤ndischen Person in der Schweiz, wÃ¤hrend dem markante Bindungen zur hiesigen Umgebung und entsprechende BemÃ¼hungen zur Integration zu vermerken sind. Bei der Prognose des zukÃ¼nftigen Wohlverhaltens spielt der Strafvollzug bzw. die vorzeitige Entlassung und das Verhalten wÃ¤hrend der Freiheitszeit auf BewÃ¤hrung nur eine untergeordnete Rolle. Seitens der Ehefrau und der Familie muss eine Ausweisung schlechterdings unzumutbar sein. Eine gewisse HÃ¤rte fÃ¼r die Familie vermag in der Regel eine NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung oder eine Ausweisung nicht zu verhindern.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Im vorliegenden Fall ist der Grenzwert von zwei Jahren Freiheitsstrafe gemÃ¤ss der angefÃ¼hrten Rechtsprechung beim BeschwerdefÃ¼hrer 1 gerade erreicht. Der Regierungsrat befand, das Ã¶ffentliche Interesse an seiner Wegweisung Ã¼berwiege die privaten Interessen. Sein Verschulden sei vom Bezirksgericht als erheblich eingestuft worden. Die TatumstÃ¤nde und die Deliktsart gebÃ¶ten eine strenge fremdenpolizeiliche Beurteilung. Die Verwurzelung in der Schweiz sei nicht ausserordentlich. Nach wie vor unterhalte er massgebende Beziehungen zu seiner Heimat. Der Ehefrau sei zuzumuten, ihrem Gatten nachzufolgen und die dreijÃ¤hrige Tochter befinde sich in einem anpassungsfÃ¤higen Alter. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Das Verwaltungsgericht ist auf die Rechtskontrolle beschrÃ¤nkt, wobei eine zu korrigierende Rechtsverletzung auch in einem Ermessensmissbrauch oder einer ErmessensÃ¼berschreitung liegen kann (§ 50 Abs. 1 und 2 lit. c VRG). Liegt ein Entscheid einer Vorinstanz im Rahmen des pflichtgemÃ¤ssen Ermessens, ist es dem Gericht verwehrt, seine eigenen OpportunitÃ¤tsÃ¼berlegungen an Stelle der ErwÃ¤gungen der VerwaltungsbehÃ¶rde zu setzen. Auch wenn das Gericht nicht unbedingt die Prognose des Regierungsrats teilt, wonach fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 eine ErwerbstÃ¤tigkeit in der Tourismusbranche in X problemlos sei und ebenso eine von der Vorinstanz offenbar als feste Tatsache bestehende RÃ¼ckfallgefahr des BeschwerdefÃ¼hrers 1 nicht zu erkennen ist, liegt der Entscheid der Vorinstanz in Anbetracht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 7 ANAG im Rahmen des Ermessens (vgl. ZÃ¼nd, S. 169/170). Mit dem Erreichen des kritischen Strafgrenzwerts durfte gemÃ¤ss der erwÃ¤hnten Rechtsprechung der HÃ¤rte fÃ¼r die FamilienangehÃ¶rigen ein untergeordnetes Gewicht zukommen. Damit erweist sich der Entscheid gestÃ¼tzt auf Art.</span> <span>7 Abs. 1 ANAG als rechtmÃ¤ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Wie der Regierungsrat zutreffend ausgefÃ¼hrt hat, kÃ¶nnen sich die BeschwerdefÃ¼hrenden auch auf Art. 8 Abs. 1 EMRK und â nicht weitergehend â Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 berufen. Diese Vorschriften garantieren den Schutz des Familienlebens und kÃ¶nnen unter gewissen Voraussetzungen eine fremdenpolizeiliche Wegweisungsmassnahme gegenÃ¼ber einem Mitglied der Familie als rechtswidrig erscheinen lassen. Wie bei Art. 7 ANAG ist eine AbwÃ¤gung zwischen dem Ã¶ffentlichen Interesse an der Wegweisung und den privaten Interessen, vorab im Hinblick auf das Familienleben, vorzunehmen. Im Urteil des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte (EGMR) in Sachen Boultif (EGMR, 2. August 2001, Boultif, 54273/00, hudoc.echr.coe.int) hat er massgebliche Kriterien fÃ¼r die AbwÃ¤gung formuliert, welche gegenÃ¼ber der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 7 ANAG eine gewisse Verschiebung der Gewichtung zu Gunsten des Schutzes des Familienlebens bewirken (vgl. Philip Grant, AJP 2002, S. 220 f.). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ausgangslage im Fall Boultif war eine gerichtliche Bestrafung des auslÃ¤ndischen Ehemanns einer Schweizerin mit einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren wegen eines RaubÃ¼berfalls. Im Gegensatz zur Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ANAG legte der EGMR Gewicht auf die Frage, ob sich der AuslÃ¤nder im Strafvollzug und wÃ¤hrend der bedingten vorzeitigen Entlassung bewÃ¤hrt habe. Sodann spielte eine Rolle, wie lange sich der AuslÃ¤nder in der Schweiz aufhielt und welches die Dauer der klaglosen Lebensgestaltung seit der Deliktsbegehung insgesamt war. Ebenfalls bedeutsam fÃ¼r die AbwÃ¤gung war der Umstand, ob im Zeitpunkt der Heirat der nicht fehlbare Partner damit habe rechnen kÃ¶nnen, die Ehe in der Schweiz zu leben oder ob dieser auf Grund bereits erfolgter und bekannter Delikte des Ehegatten nicht mit Sicherheit davon ausgehen durfte. Endlich mass der EGMR dem Umstand erhebliches Gewicht bei, ob es der Ehefrau zuzumuten sei, ihr kÃ¼nftiges Leben in der Heimat ihres Gatten zu verbringen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GestÃ¼tzt auf diese Kriterien befand der EGMR, dass die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung durch die schweizerischen BehÃ¶rden und Gerichte gegen die Garantie des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 der Konvention verstosse. Der verurteilte AuslÃ¤nder habe sich insgesamt lÃ¤ngere Zeit in der Schweiz aufgehalten. AnlÃ¤sslich der Heirat habe er seiner Ehegattin keinen Anlass gegeben, an der MÃ¶glichkeit, zukÃ¼nftig als Ehepaar in der Schweiz leben zu kÃ¶nnen, zweifeln zu mÃ¼ssen. WÃ¤hrend des Strafvollzugs habe er sich um seine berufliche Zukunft und nach der bedingten Entlassung tatkrÃ¤ftig um eine geregelte ErwerbstÃ¤tigkeit bemÃ¼ht. Weder aus der Straftat noch aus anderen UmstÃ¤nden lasse sich die Prognose ableiten, dass er in Zukunft die Ã¶ffentliche Ordnung und Sicherheit gefÃ¤hrden wÃ¼rde. Endlich sei seiner schweizerischen Ehefrau nicht zuzumuten, als europÃ¤isch erzogene Frau ihr kÃ¼nftiges Leben in Algerien zu verbringen, zumal sie dieses Land und seine Kultur nicht kenne und nur die franzÃ¶sische, nicht aber die arabische Sprache beherrsche. Als Folge wÃ¼rde die intakte Ehe praktisch verunmÃ¶glicht. Aus der Sicht des von der Konvention geschÃ¼tzten Familienlebens sei diese Folge unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Anwendung der Kriterien gemÃ¤ss dieser Rechtsprechung des EGMR auf den vorliegenden Fall ergibt Folgendes: Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 wurde nach einem dreijÃ¤hrigen Aufenthalt in der Schweiz verhaftet. Die gerichtliche Verurteilung erfolgte nach vier Jahren am 6. Juli 2000. Auf Grund einer Berufung, die in der Folge zurÃ¼ckgezogen wurde sowie seinen Verschiebungsgesuchen trat er den Strafvollzug erst am 4. Februar 2002 an. Die bedingte Entlassung erfolgte am 25. Dezember 2002 und seither ist er erwerbstÃ¤tig. Sein Verhalten im Strafvollzug sowie seit der Entlassung ist nicht zu beanstanden. Die Zeit straflosen Verhaltens kann somit in der GrÃ¶ssenordnung von vier Jahren angenommen werden, wÃ¤hrend es im Fall Boultif sechs Jahre waren. Allerdings hat das Bundesgericht auf die Problematik hingewiesen, dass mit der BerÃ¼cksichtigung des Strafvollzugs und der BewÃ¤hrungszeit nach der Entlassung StraftÃ¤ter mit langen Freiheitsstrafen bevorzugt wÃ¼rden, was nicht im Sinne des Gesetzes sein kÃ¶nne (vgl. BGr, 22. Oktober 2001, 2A.296/2001, </span>www.bger.ch)<span>. Es rechtfertigt sich deshalb, die Strafvollzugs- und BewÃ¤hrungszeit eher zurÃ¼ckhaltend zu gewichten. Zu beachten ist allerdings, dass keine konkreten Hinweise bestehen, dass beim BeschwerdefÃ¼hrer 1 ein besonderes RÃ¼ckfallrisiko vorlÃ¤ge. Der Regierungsrat befand, ein solches sei vorhanden, weil noch erhebliche Schulden offen seien. In der Beschwerde wird entgegnet, dass Kleinkreditschulden in der GrÃ¶ssenordnung von Fr. 14'000.- bestÃ¼nden, welche dank den ErwerbseinkÃ¼nften beider Ehegatten bereits hÃ¤tten abgebaut werden kÃ¶nnen und deren Tilgung in nÃ¤chster Zeit vorgesehen und mÃ¶glich sei. Das Gericht vermag daher keinen genÃ¼genden Grund fÃ¼r eine konkrete RÃ¼ckfallgefahr des BeschwerdefÃ¼hrers 1 zu erkennen. Wie bereits angefÃ¼hrt, heirateten die Eheleute in einem Zeitpunkt, als keine Zweifel Ã¼ber einen zukÃ¼nftigen Verbleib in der Schweiz bestanden. Der BeschwerdefÃ¼hrer beging jedoch die Straftaten, als seine Ehefrau schwanger war, womit ihn der Vorwurf trifft, seine Verantwortung fÃ¼r die zukÃ¼nftige Familie nicht wahrgenommen zu haben. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 lehnt es ab, ihrem Gatten ins Ausland nachzufolgen, was sie damit begrÃ¼ndet, dass sie in der Schweiz leben und ihre Tochter hier aufziehen mÃ¶chte. Bei der AbwÃ¤gung kann es indessen nicht auf ihren subjektiven Willen ankommen, sondern auf die objektive Zumutbarkeit. Ein Leben in der X kann fÃ¼r sie nicht als unzumutbar bezeichnet werden, auch wenn dies aufgrund des wirtschaftlichen Umfelds fÃ¼r die Familie mit Einbussen verbunden wÃ¤re. Die Landessprache ist V, welche der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 nicht unbekannt ist. Die BevÃ¶lkerung ist vorwiegend katholisch und die Tourismuswirtschaft verzeichnet eine aufsteigende Tendenz. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 war frÃ¼her als Animator in einem Hotel tÃ¤tig, als er seine zukÃ¼nftige Ehefrau kennen lernte. Zwar befindet sich die vierjÃ¤hrige Tochter in einem anpassungsfÃ¤higen Alter, wie der Regierungsrat festgestellt hat, doch stÃ¼nde sie vor der Schwierigkeit, dass praktisch gleichzeitig mit dem Wegzug in eine fremde Umgebung ohne AngewÃ¶hnungszeit auch die Schule anfinge.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei der AbwÃ¤gung gelangt das Gericht zum Schluss, dass die Gewichtung im Licht von Art. 8 Abs. 1 und 2 EMRK und der angefÃ¼hrten Auslegung durch den EGMR zu <br/> Gunsten des Schutzes des Familienlebens ausfallen muss. VerschuldensmÃ¤ssig liegt ein Grenzfall vor. Allein von der gerichtlichen Bestrafung darf nicht leichtfertig auf eine kÃ¼nftige Gefahr fÃ¼r die Ã¶ffentliche Ordnung und Sicherheit geschlossen werden. Konkrete Anzeichen fÃ¼r einen RÃ¼ckfall sind nicht ersichtlich. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 hat sich seit der einmaligen kriminellen BetÃ¤tigung bewÃ¤hrt und scheint gewillt, seiner Verantwortung gegenÃ¼ber Familie und Gesellschaft nachzuleben. Weil im Gegensatz zum Vergleichsfall des EGMR auch die Zukunft und das Wohl eines Kinds neben demjenigen der Ehefrau zu beachten sind, erscheint eine Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da auf Grund von Art. 8 EMRK lediglich die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern ist und eine Niederlassungsbewilligung nicht Gegenstand der Konvention ist, besteht fÃ¼r das Migrationsamt die MÃ¶glichkeit, die Voraussetzungen des Wohlverhaltens des BeschwerdefÃ¼hrers 1 gegenÃ¼ber der Ãffentlichkeit und seiner Familie jÃ¤hrlich neu zu Ã¼berprÃ¼fen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Die BeschwerdefÃ¼hrenden unterliegen mit ihrem Hauptantrag auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung, dringen hingegen mit ihrem Eventualantrag durch. Die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens sind den Parteien daher je hÃ¤lftig aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Die BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 haften fÃ¼r die HÃ¤lfte gemÃ¤ss Gesetz solidarisch (§ 14 in Verbindung mit § 70 VRG; vgl. </span>Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 14 N. 3 f.<span>). Der Anspruch auf ParteientschÃ¤digung wird wett geschlagen (§ 17 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Beschluss des Regierungsrats wird aufgehoben und die Beschwerdegegnerin angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Kosten fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt, unter solidarischer Haftung der BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 fÃ¼r die HÃ¤lfte.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>6. ...<br/> <br/> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>