Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 14. März 2018 (810 17 152) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Revision Zonenvorschriften / Grünzone Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl , Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Chiara Piras Beteiligte 1. A.____ , Beschwerdeführer 2. B.____ , Beschwerdeführer 3. C.____ , Beschwerdeführerin 4. D.____ , Beschwerdeführer 5. E.____ , Beschwerdeführer alle vertreten durch Samuel Baader, Rechtsanwalt gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Einwohnergemeinde Liesberg , Beschwerdegegnerin Betreff Gemeinde Liesberg, Zonenvorschriften Siedlu ng und Teilzonenvor- schriften Dorfkern (RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Einwohnergemeindeversammlung Liesberg beschloss a m 1. Juni 2015 die Revisi- on der Zonenvorschriften Siedlung und der Teilzonenvorschriften Dorfkern. B. Die öffentliche Planauflage fand vom 20. August 20 15 bis 18. September 2015 statt. Eine zusätzliche Planauflage für auswärtige Grundeigen tümerinnen und Grundeigentümer er- folgte vom 20. Januar 2016 bis 18. Februar 2016. C. Während der Auflagefristen erhoben zwölf Grundeige ntümerinnen und Grundeigentü- mer Einsprache. Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Verständigungsverhandlungen konnte mit zwei Einsprechern eine vollständige und mit e inem Einsprecher eine teilweise Eini- gung erzielt werden. Die übrigen Einsprecher hielten an ihren Einsprachen fest. D. Am 23. Dezember 2015 bzw. am 1. September 2016 un terbreitete der Gemeinderat Liesberg die am 1. Juni 2015 beschlossene Revision der Zo nenvorschriften Siedlung und Teil- zonenvorschriften Dorfkern dem Regierungsrat des Kantons B asel-Landschaft (Regierungsrat) zur Genehmigung und ersuchte um Abweisung der unerledigten Einsprachen. E. Mit Beschluss des Regierungsrats (RRB) Nr. 0741 vom 30. Mai 2017 wurden die Ein- sprachen abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde. Die am 1. Juni 2015 beschlossenen Zonenvorschriften Siedlung und Teilzonenvorschriften Dor fkern wurden mit Änderungen und Auflagen genehmigt und allgemeinverbindlich erklärt. F. Mit Eingabe vom 12. Juni 2017 erhoben A.____, B._ ___, C.____, D.____ und E.____, vertreten durch Samuel Baader, Rechtsanwalt, Beschwerde g egen den Entscheid des Regie- rungsrats vom 30. Mai 2017 beim Kantonsgericht Basel-L andschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beanstanden d ie Zuteilung ihrer Grundstücke von der Zone Ortskern Niederdorf mit Quartierplanpflicht in die Grünzone der Teilzone Dorfkern und stellen das Hauptbegehren, es seien die Dispositiv-Ziffe rn 1 und 2 des RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017, soweit diese sie betreffen, aufzuheben u nd alternative Flächen der Grundstücke Nrn. 1, 2, 3 und 4, Grundbuch (GB) Liesberg, im Tei lzonenplan Dorfkern der Kernzone mit Vor- platzbereich, Baubereich für Hauptbauten und Hofstattbereich zuzuweisen (Ziff. 1 und 3); even- tualiter seien alternative Flächen der Grundstücke Nrn. 1, 2, 3 und 4, GB Liesberg, im Teilzo- nenplan Dorfkern wie bis anhin einer Zone mit Quarti erplanpflicht ohne Festlegung von Baube- reichen zu belassen (Ziff. 2), subeventualiter seien alt ernative Flächen der Grundstücke Nrn. 1 und 2, GB Liesberg, im Teilzonenplan Dorfkern der ‟Kernzone, Hofstattbereich” zuzuweisen (Ziff. 4), subsubeventualiter seien die Dispositiv-Ziffern 1 und 2 des RRB Nr. 0741, soweit diese sie betreffen, aufzuheben und es sei die Angelegenhei t im Sinne einer Gutheissung an die Vo- rinstanzen zur Neubeurteilung zurückzuweisen (Ziff. 5); alles unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 6). Sie rügen formell eine Verletzung ihres Anspruchs auf rech tliches Gehör sowie materiell-rechtlich die Verletzung diverser raumplanerischer Grundsätze, ein e Verletzung des Rechtsgleichheits- gebots, des Verhältnismässigkeitsprinzips und des Verbots einer willkürlichen Zonenplanung. G. In der Vernehmlassung vom 24. August 2017 schloss der Gemeinderat Liesberg auf Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Mit Vernehmlassung vom 16. Oktober 2017 beantragte der Regierungsrat, vertreten durch die Bau- und Umweltdirektion des Kantons Basel-Landschaft (BUD), ebenfalls die Abwei- sung der Beschwerde. I. Mit Verfügung vom 23. Oktober 2017 wurde der Fal l der Kammer zur Beurteilung über- wiesen. Es wurde angeordnet, dass das vorliegende Verfa hren mit den Beschwerdeverfahren Nrn. 810 17 147, 810 17 150 und 810 17 151 zusammen b ehandelt wird. Die von den Be- schwerdeführern gestellten Beweisanträge auf Befragung von Zeugen wurden abgewiesen. J. An der heutigen Parteiverhandlung mit vorangehende m Augenschein hielten die Par- teien an ihren Anträgen fest. Auf die Ausführungen der Parteien in den Eingaben sowie auf die- jenigen anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wird, soweit erforderlich, in den Urteils- erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : I. Formelles 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde an das Ka ntonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgese tzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts, A bteilung Verfassungs- und Verwaltungs- recht, zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben. 1.2 Zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Auf- hebung oder Änderung hat (§ 47 Abs. 1 lit. a VPO). D ie Beschwerdeführer sind Eigentümer der streitgegenständlichen Parzellen und damit zur Beschwerd e legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2.1 Die Kognition des Kantonsgerichts ist gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO grundsätz- lich auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sach verhalts beschränkt. Die Unange- messenheit kann nach § 45 Abs. 1 lit. c VPO nur in den in dieser Bestimmung genannten Aus- nahmefällen überprüft werden. Entscheide betreffend d ie Genehmigung von Zonenvorschriften fallen nicht darunter. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die Planungs- und Baugesetze den plansetzenden und planverwirklichenden Behörden mehrheitlich weite und rechtlich kaum näher bestimmte Gestaltungsspielräume gewähren. So werden di e basellandschaftlichen Gemeinden in § 18 Abs. 1 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998 in allgemeiner Weise beauftragt, für das ganze Gemeindegebiet Zonen vorschriften zu erlassen. Das der Ge- meinde dabei zukommende umfassende Ermessen wird in erste r Linie durch die bundesrechtli- chen, insbesondere in Art. 3 des Bundesgesetzes über di e Raumplanung (RPG) vom 22. Juni Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1979 statuierten, Planungsgrundsätze und die in den Ar t. 14 ff. RPG enthaltenen Vorschriften konkretisiert und begrenzt (PETER HÄNNI , Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 6. Aufl., Bern 2016, S. 84 ff.). 2.2 Nach Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG hat das kantonale R echt die volle Überprüfung von Ver- fügungen und Nutzungsplänen durch wenigstens eine Be schwerdebehörde zu gewährleisten. Diesen Anforderungen genügt es nach ständiger Rechtspre chung, wenn der Regierungsrat als Plangenehmigungsbehörde als einzige Instanz mit voller Ko gnition über Einsprachen und Be- schwerden entscheidet (BGE 127 II 238 E. 3b/bb; BGE 119 Ia 321 E. 5c; BGE 114 Ia 233 E. 2b; PETER HÄNNI , a.a.O., S. 549 f.; B ERNHARD WALDMANN /PETER HÄNNI , Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Rz. 74 f. zu Art. 33 RPG). Volle Überprüf ung bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur die freie Prüfung des Sachverhalts und der si ch stellenden Rechtsfragen, sondern auch eine Ermessenskontrolle. Die Überprüfung hat sich dabei dort sachlich zurückzuhalten, wo es um lokale Angelegenheiten geht, bei deren Wahrnehmung Sachnähe, Ortskenntnis und örtli- che Demokratie von Bedeutung sein sollen, hingegen so we it auszugreifen, dass die überge- ordneten, vom Kanton zu sichernden Interessen einen angemessenen Platz erhalten (BGE 127 II 238 E. 3b/aa; BGE 114 Ia 245 E. 2b). Bei der Ang emessenheitsprüfung ist jeweils der den Planungsträgern durch Art. 2 Abs. 3 RPG zuerkannte Gest altungsbereich zu beachten: Nach Art. 2 Abs. 3 RPG achten die mit Planungsaufgaben bet rauten Behörden darauf, den ihnen nachgeordneten Behörden den zur Erfüllung ihrer Auf gabe nötigen Ermessensspielraum zu lassen. Ein Planungsentscheid ist gestützt darauf zu schützen, wenn er sich als zweckmässig erweist, unabhängig davon, ob sich weitere, ebenso zwec kmässige Lösungen erkennen lassen (BGE 127 II 238 E. 3b/aa; HÄNNI , a.a.O., S. 551). 3. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017, mit welchem der Beschwerdegegner den Beschluss der Einwoh nergemeindeversammlung Liesberg vom 1. Juni 2015 betreffend Zonenvorschriften Siedlung und Teilzonenvorschriften Dorfkern genehmigte und gleichzeitig die unerledigte Einsprache der Beschwerdeführer abwies, soweit er darauf eintrat. Der Streitgegenstand beschr änkt sich im vorliegenden Verfahren somit auf die Frage, ob die bisher in einer Zone mit Quart ierplanpflicht im Ortskern liegenden Parzel- len Nrn. 1, 2, 3 und 4 zu Recht der Grünzone des Teilzonenplans Dorfkern zugewiesen wurden. In Bezug auf die von den Beschwerdeführern gestellten Rechtsbegehren, die Parzellen seien einer bestimmen Zone zuzuweisen, ist darauf hinzuweisen, dass die Wahl unter mehreren zur Verfügung stehenden angemessenen Vorkehren grundsätzlich der Planungsbehörde überlas- sen werden soll. Muss eine Lösung als unangemessen bezeich net werden, so darf die überge- ordnete Behörde nicht das Ermessen der plankompetenten Behörde durch ihr eigenes erset- zen, vielmehr wäre in einem solchen Fall die Sache zur Neubeurteilung an diese Behörde zu- rückzuweisen (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Ve rfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 26. Juni 2003 Nr. 148 – 152 E. I.1.C m. w.H.). Auf die Begehren der Beschwer- deführer, alternative Flächen der Grundstücke seien einer bestimmten Zone zuzuteilen, ist des- halb nicht einzutreten. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht II. Anspruch auf rechtliches Gehör 4.1 Im vorliegenden Verfahren ist zunächst strittig, ob die Vorinstanz den Anspruch auf rechtliches Gehör der Beschwerdeführer verletzt hat. Die Beschwerdeführer rügen, der Be- schwerdegegner sei seiner Begründungspflicht nicht nachgekommen, indem er die Eignung zur Überbauung der betroffenen Grundstücke ausser Acht gela ssen und mit keinem Wort erwähnt habe. Damit habe er den Sachverhalt ungenügend ermit telt (Beschwerdebegründung vom 14. August 2017, Rz. 18). 4.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweize rischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch a uf rechtliches Gehör. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Wird er verletzt , führt dies ohne Prüfung der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Besch werde und zur Aufhebung des an- gefochtenen Entscheids (BGE 137 I 195 E. 2.2). Das recht liche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift (BGE 127 I 54 E. 2b m.w.H.). Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV v erlangt, dass die Behörde die Vorbrin- gen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffen en auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Ve rpflichtung der Behörde, ihren Ent- scheid zu begründen. Dieses Recht wird auch in § 9 Abs. 3 der Verfassung des Kantons Basel- Landschaft vom 17. Mai 1984 und auf Gesetzesstufe in § 13 des Verwaltungsverfahrensgeset- zes Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 gewähr leistet. Dabei ist es nicht erforder- lich, dass die Behörde sich mit allen Parteistandpunkten e inlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr ka nn sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Aus der Begründung, zu welcher die verfügende respektive entscheidende Behörde verpflichtet ist, soll insbesondere erhellen, ob die vorgängige Anhörung des Betroffenen nur pro forma erfolgt ist, oder ob sei ne Anliegen tatsächlich – angemessen – geprüft und auf seine Vorbringen eingegangen und dazu im Sinne eines entscheidungsoffenen Prozesses Stellung genommen worden ist (U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Ga llen 2016, N 1070 ff.; MARK VILLIGER , Die Pflicht zur Begründung von Verfügungen, in: Schweizerisch es Zentralblatt für Staats- und Ver- waltungsrecht [ZBl] 90/1989, S. 137-171, S. 160). Du rch eine angemessene Begründung soll dem Betroffenen und auch der Rechtsmittelinstanz die Möglichkeit gegeben werden, sich über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft zu geben und al lenfalls in Kenntnis der Gründe ein Rechtsmittel zu ergreifen bzw. dieses zu beurteilen (BGE 1 36 I 229 E. 5.2 m.w.H.). An die Be- gründungspflicht werden höhere Anforderungen gestellt , je weiter der den Behörden durch die anwendbaren Normen eröffnete Entscheidungsspielraum u nd je komplexer die Sach- und Rechtslage ist (BGE 129 I 232 E. 3.2; BGE 126 I 97 E. 2b; KGE VV vom 24. Oktober 2007 [810 07 33] E. 5.2; HÄFELIN /M ÜLLER /U HLMANN , a.a.O., N 1001 ff.). 4.3 Der Beschwerdegegner führt im angefochtenen Beschlu ss aus, das hier interessieren- de Gebiet sei bei der letzten Revision nicht einer Grü nzone, sondern der Zone mit Planungs- pflicht zugeordnet worden. Das damalige Baureglement habe hierfür mehrere Grundbe- dingungen festgelegt. Nach dem Übertritt des Laufental s zum Kanton Basel-Landschaft sei die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zone in eine Zone mit Quartierplanpflicht umgewandel t worden. Die Grundstücke seien somit seit sehr langer Zeit ohne ein zusätzliches Planungsverfah ren nicht bebaubar, weshalb ihnen auch die Baureife fehle (RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2 017 E. 6.1 a). Der Vorinstanz kann des- halb nicht vorgeworfen werden, sich nicht mit der Eign ung der Grundstücke zur Überbauung auseinandergesetzt zu haben. Art. 29 Abs. 2 BV vermittel t keinen Anspruch darauf, dass sich die Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich au seinandersetzt und jedes einzelne Vor- bringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn i n voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2; BGE 134 I 83 E. 4.1 ). In dieser Hinsicht sind die Aus- führungen der Vorinstanz eindeutig. Sie hat die Mögli chkeit der Überbaubarkeit der streit- betroffenen Parzellen thematisiert und sich mit dieser Frage auseinandergesetzt. Es ist auch nicht ersichtlich und wird von den Beschwerdeführern auch nicht näher begründet, inwiefern die Vorinstanz in diesem Zusammenhang den massgeblichen Sa chverhalt nicht genügend darge- stellt haben sollte. Dass die Beschwerdeführer allenfalls nicht mit dem Resultat der regierungs- rätlichen Ausführungen einverstanden sind, vermag nicht e ine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör darzustellen. Dies trifft ebenfalls auf die Rüge der Beschwerdeführer zu, die Vorinstanz habe nicht begründet, auf welche Begehren si e im angefochtenen Beschluss nicht eingetreten sei (Beschwerdebegründung vom 14. August 2017, Rz. 18.2). Aus dem gesamten Beschluss – in welchem auch Entschädigungsforderungen und die Legitimation einzelner Ein- sprecher (vgl. RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017 E. IV.3, E . 6.3) thematisiert wurden – geht her- vor, dass es sich vorliegend um ein redaktionelles Versehen der Vorinstanz handeln muss, aus dem für die Beschwerdeführer keine Rechtsnachteile er wachsen sind (vgl. auch Vernehmlas- sung vom 16. Oktober 2017, Rz. 36). Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist somit nicht ersichtlich. 5. Nachfolgend ist auf die einzelnen materiell-rechtli chen Rügen der Beschwerdeführer einzugehen. III. Materiell-rechtliche Rügen 6.1 Die Beschwerdeführer weisen in ihrer Beschwerde zunä chst darauf hin, dass sich ihre Grundstücke geographisch mitten im Siedlungsraum von Lie sberg Dorf befänden (Beschwer- debegründung vom 14. August 2017, Rz. 13.1). Nach bishe rigem Zonenplan hätten die Grund- stücke in einer Bauzone mit Quartierplanpflicht gelege n, weshalb sie für eine Überbauung zu- gänglich bzw. bestens geeignet (Beschwerdebegründung vom 1 4. August 2017, Rz. 14 f.) und voll erschlossen seien (Beschwerdebegründung vom 14. Augu st 2017, Rz. 15). Materiell- rechtlich beanstanden die Beschwerdeführer zunächst die von der Gemeinde im Rahmen der Revision festgelegten Kriterien. Diese seien mit Ausnahm e des Kriteriums der Lage am Rand der Bauzone nicht mit den gesetzlich vorgeschriebenen Pl anungsgrundsätzen und -zielen ver- einbar und deshalb rechtswidrig. Zudem habe der Regierungsrat die Kriterien im angefochtenen Beschluss ergänzt (Beschwerdebegründung vom 14. August 2017 , Rz. 19.1 bis 19.3). Die Be- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer rügen auch, dass das Kriterium des Anschlusses an den öffentlichen Verkehr, welches gemäss Art. 3 Abs. 3 lit. a RPG ein zentrales Kr iterium der Raumplanung sei, in der Revision nicht berücksichtigt worden sei. Die Ausklammerung dieses zentralen raumplaneri- schen Grundsatzes bzw. dieser nationalen öffentlichen Int eressen sei nicht stichhaltig. In die- sem Zusammenhang weisen die Beschwerdeführer schliesslich darauf hin, dass die Anbindung ihrer Grundstücke an die Buslinie Nr. 118 (Laufen – Lie sberg – Riederwald) optimal sei (Be- schwerdebegründung vom 14. August 2017, Rz. 19.4 ff.). Weiter rügen sie, mit der streitgegen- ständlichen Massnahme habe die Gemeinde die raumplaneri schen Grundsätze der Siedlungs- entwicklung nach innen und der Verdichtung verletzt. Der Dorfkern sei nicht dicht besiedelt, ihre Grundstücke seien bisher einer Bebauung zugänglich gewesen und das Argument der Vorin- stanz, es handle sich bei den betroffenen Grundstücken um wertvolle Grün- und Aussenräume, die einer Überbauung entgegenstünden, sei für eine lä ndliche Gemeinde wie Liesberg wider- sprüchlich (Beschwerdebegründung vom 14. August 2017, Rz. 19.7 ff.). Ferner rügen die Be- schwerdeführer eine Verletzung der Grundsätze der Verh ältnismässigkeit – da finanzielle In- teressen der Gemeinde für die Zuweisung der Grundstü cke zur Grünzone massgeblich gewe- sen seien (Beschwerdebegründung vom 14. August 2017, Rz. 20) – sowie der Rechtsgleichheit und des Willkürverbots, weil andere Grundstücke besser für eine Auszonung geeignet gewesen seien (Beschwerdebegründung vom 14. August 2017, Rz. 21 ). Schliesslich beanstanden sie eine Verletzung der Eigentumsgarantie (Beschwerdebeg ründung vom 14. August 2017, Rz. 22). 6.2 Der Beschwerdegegner führt im angefochtenen Beschl uss demgegenüber aus, die Grösse der Wohnbauzone sei in der Gemeinde Liesberg seit vielen Jahren ein Thema. Für das streitgegenständliche Gebiet habe die Gemeinde, als di ese noch zum Kanton Bern gehört ha- be, nicht eine Grünzone, sondern eine Zone mit Plan ungspflicht festgelegt. Nach dem Übertritt zum Kanton Basel-Landschaft sei die Zone mit Planungspfl icht im Rahmen einer Anpassung der Zonenvorschriften in eine Zone mit Quartierplanpf licht umgewandelt worden, da eine Be- bauung nicht ohne Baulandumlegung und Berücksichtigung weiterer Punkte der (ehemaligen) Zone mit Planungspflicht möglich gewesen sei. Es habe in sbesondere der Umgang mit dem Obstbaumkranz in Teilen des Ortskerns, der im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) mit dem E rhaltungsziel a aufgeführt werde, ge- regelt werden müssen. Die Grundstücke seien seit langer Zeit ohne ein zusätzliches Planungs- verfahren nicht bebaubar, weshalb ihnen die Baureife fehle. Des Weiteren hält der Beschwer- degegner fest, der grösste Teil der Wohnzone von Liesbe rg befinde sich in der schlechtesten Erschliessungsgütekategorie des öffentlichen Verkehrs (öV-G üteklasse E; Kursintervall 40 bis 60 Minuten). Ferner seien Ortskerne traditionell dicht bebaut, da sie in der Regel eine geschlos- sene oder teilweise geschlossene Bauweise oder geringe Gebäudeabstände sowie grosse Bau- körper aufwiesen. Zu einer verdichteten Bauweise gehör ten auch wertvolle Grün- und Aussen- räume, weshalb die angefochtene Massnahme nicht im Wide rspruch zur generellen Pflicht zur Innenentwicklung stehe (RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017 E . 6.1a). Zudem habe die Gemeinde für die Bezeichnung der Grundstücke, die nicht mehr in der Bauzone belassen werden sollen einen Katalog mit verschiedenen Kriterien erarbeitet, wozu auch das Kriterium der Baureife ge- höre. Da für die Bebaubarkeit der Grundstücke der Besc hwerdeführer ein weiterer Planungs- schritt notwendig gewesen wäre (der Erlass einer Quarti erplanung) und ein solcher bis anhin Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht vorgenommen worden sei, seien die Grundstücke nicht u nmittelbar überbaubar (RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017 E. 6.1b). Eine Verle tzung des Gleichheitsgebots liege eben- falls nicht vor, da alle Grundstücke an gleicher Lage gl eich behandelt worden seien (RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017 E. 6.1c). Ferner sei d er Erlass einer Grünzone eine Möglich- keit, die notwendigen Bestimmungen zum Schutz des Gebie ts zu erlassen (RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017 E. 6.1d) und schliesslich stelle die Festleg ung einer Grünzone keinen übermässi- gen Eingriff in die Eigentumsrechte der Beschwerdeführe r dar, insbesondere da die Parzellen nicht baureif seien (RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017 E. 6.1d). In seiner Vernehmlassung weist der Beschwerdegegner insbe sondere darauf hin, dass der Dorfkern der Gemeinde Liesberg ein Ortsbild von region aler Bedeutung sei und für den alten Dorfkern sowie für die Obstbaumbestände unterhalb des Do rfes das oberste Erhaltungsziel A bzw. a festgelegt worden sei (Vernehmlassung vom 16. O ktober 2017, Rz. 12). Auch seien die Grundstücke nicht voll erschlossen, da § 83 RBG das Errichten von Gebäuden auf nicht er- schlossenen Grundstücken verbiete und § 96 (recte: § 145) d es Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuchs (EG ZGB) vom 16. November 2006 die Sc haffung von neuen Parzellen ohne öffentlichen Fahrweg ausschliesse (Vernehmlassung vom 16. Oktober 2017, Rz. 30 f.). Die von der Gemeinde festgelegten Kriterien seien fern er sinnvoll und nachvollziehbar, um die überdimensionierten Bauzonenreserven zu reduzieren und den Schutz des Ortsbildes zu ver- stärken (Vernehmlassung vom 16. Oktober 2017, Rz. 54). Die Behauptung der Beschwerdefüh- rer, fiskalische Interessen hätten bei der Auswahl der Pa rzellen eine Rolle gespielt, sei haltlos und nicht nachvollziehbar (Vernehmlassung vom 16. Oktober 2017, Rz. 57 ff.). Schliesslich weist der Regierungsrat darauf hin, dass es nicht seine Au fgabe sei, die beste Variante zu fin- den, sondern die von der Gemeinde gewählte Variante auf ihre Recht- und Zweckmässigkeit zu prüfen (Vernehmlassung vom 16. Oktober 2017, Rz. 68). 6.3 Die Gemeinde führt in ihrer Vernehmlassung vom 24 . August 2017 im Wesentlichen aus, an der Revision der gesamten Siedlungsplanung fest zuhalten und weist darauf hin, dass die Referendumsfrist unbenutzt abgelaufen sei. Überbaubarkeit der Grundstücke: 7.1 Die Beschwerdeführer stellen sich auf den Standpunkt, die Parzellen seien erschlos- sen und bebaubar (vgl. Beschwerdebegründung vom 14. Augu st 2017, Rz. 15, 19.7). Der Be- schwerdegegner weist demgegenüber darauf hin, dass eine Bebauung ohne Baulandumlegung und Berücksichtigung weiterer Punkte der ehemaligen Zone mit Planungspflicht nicht möglich gewesen sei. Die Grundstücke seien deshalb seit langer Zei t ohne ein zusätzliches Planungs- verfahren nicht bebaubar (RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017 E. 6.1 a). 7.2 Die streitgegenständlichen Grundstücke befinden sich im Gebiet Niederdorf, im süd- östlichen Teil der Kernzone der Gemeinde an niedriger Hanglage (< 18%). Auf dem Gebiet steht ein Obstgarten mit altem Baumbestand, der sich au ch auf die Parzellen der Beschwerde- führer erstreckt. Die aneinander grenzenden Parzellen si nd mit Ausnahme der Parzelle Nr. 2 Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Wohnhaus und Schopf) nicht überbaut. Unbestritten ist vorliegend, dass sich die Parzellen bis anhin in einer Zone mit Quartierplanpflicht befanden. 8.1 Baureif ist ein Grundstück, wenn es erschlossen ist und wenn durch die bauliche Mass- nahme keine noch fehlende oder durch den Gemeinderat beantragte planungsrechtliche Fest- legung nachteilig beeinflusst wird. Begriffswesentlich ist, dass das Grundstück nach seinen tat- sächlichen und rechtlichen Qualitäten überbaubar ist. Di e Erschliessung und die damit in Ver- bindung stehenden Landumlegungen und Grenzbereinigu ngen sind Voraussetzungen für das Vorhandensein der Überbaubarkeit (HÄNNI , a.a.O., S. 260 f.). 8.2 Die streitgegenständlichen Parzellen befanden sich bis anhin in einer Zone mit Quar- tierplanpflicht. Nach § 25 RBG umfassen Zonen mit Quar tierplanpflicht Gebiete, in denen nur aufgrund eines Quartierplans gebaut werden darf (Abs. 1). Für Zonen mit Quartierplanpflicht können die Zonenvorschriften Bestimmungen über die qua rtierplanmässige Nutzung und Ge- staltung enthalten (Abs. 2). Nach § 37 Abs. 1 RBG bezwe cken Quartierpläne eine haushälteri- sche Nutzung sowie eine architektonisch und erschliessungsmässi g gute, der Umgebung an- gepasste und auf die Wohnbedürfnisse der Bevölkerung au sgerichtete Überbauung eines zu- sammenhängenden Teilgebiets der Bauzonenfläche. Dem Wortlaut dieser Bestimmungen ist zu entnehmen, dass die Quartierplanung auf Gebiete zugesch nitten ist, welche bebaut werden sollen. Wie in der Lehre anerkannt, können Quartierplä ne aber auch ausserhalb der Bauzone vorgesehen werden (KGE VV 810 11 146 vom 23. Januar 2013 E. 2.2, S. 32). 8.3 Das Bundesgericht hat mehrmals festgehalten, dass ein e vorhandene Erschliessung keinen Einzonungsanspruch begründet. Das zur Diskussion ste hende Grundstück ist nicht iso- liert, sondern gebietsbezogen zu würdigen. Bei dieser Betrachtungsweise kann es an der Bau- reife namentlich fehlen, wenn für ein zusammengehörend es Gebiet zuerst eine gesamthafte Erschliessungsplanung oder ein Quartierplan hätte erstel lt werden müssen (BGE 119 Ib 124 E. 4a/cc; BGE 122 II 455 E. 4c und 5c; Urteil des Bun desgerichts 1C_89/2011 vom 8. Februar 2012 E. 3). Der Quartierplan bezweckt nämlich, eingezon tes Land überbaubar zu machen (BGE 113 Ib 133 E. 4c). Er dient der systematischen Ersch liessung von Bauland innerhalb ei- nes zusammenhängenden Gebiets und will sicherstellen, dass e ine Bauzone zweckmässig und zielgerichtet in Beachtung des Gebots der haushälterische n Bodennutzung erschlossen wird (BGE 119 Ib 124 E. 4a/bb). Gemäss der bundesgerichtlic hen Rechtsprechung spricht das Er- fordernis einer Erschliessungsplanung und Parzellarordnu ng gegen die mit hoher Wahrschein- lichkeit in naher Zukunft zu erwartende Überbauung eines Grundstücks (BGE 113 Ib 133 E. 4c). Mit Blick auf diese Funktionen des Quartierplans waren d ie fraglichen Grundstücke anlässlich der streitgegenständlichen Revision nicht baureif, weil ein Überbauungsplan fehlte, in dem die Erschliessung und Überbauung des gesamten Gebiets hätte geregelt werden müssen. Dieser hätte nicht von den Beschwerdeführern allein ausgearbe itet werden können, sondern nur in Abstimmung mit den übrigen Grundeigentümern sowie der Gemeinde. Vorliegend können die Grundstücke deshalb nicht als baureif betrachtet werden . Die Rüge der Beschwerdeführer stösst somit ins Leere. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kriterien der Gemeinde: 9.1 Die Beschwerdeführer beanstanden, der von der Gemei nde festgehaltene Kriterienka- talog für die Aus- bzw. Umzonung von Parzellen sei – mi t Ausnahme des Kriteriums ‟Lage am Rande der Bauzone” – rechtswidrig, weil dieser nicht m it den gesetzlich vorgeschriebenen Pla- nungsgrundsätzen und -zielen von Art. 1 und 3 RPG über einstimme (Beschwerdebegründung vom 14. August 2017, Rz. 19.2 f.). Sie rügen insbesondere, dass der Anschluss an den öffentli- chen Verkehr (öV) von der Gemeinde nicht berücksichtigt w orden sei (Beschwerdebegründung vom 14. August 2017, Rz. 19.4 ff.). Ferner beanstanden die Beschwerdeführer, dass die vom Regierungsrat angewendeten Kriterien nicht denjenige n entsprächen, die gemäss dem aufge- legten Planungsbericht für die Auswahl der rückzuzonend en Parzellen angewendet worden seien (Beschwerdebegründung vom 14. August 2017, Rz. 19.3). Demgegenüber erachtet der Regierungsrat die angewandten Kriterien zur Auswahl d er Parzellen, welche für eine Aus- und Rückzonung in Frage kamen, als sinnvoll und nachvollziehbar (RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017 E. IV.6, S. 5; Vernehmlassung vom 16. Oktober 2017, Rz. 54). 9.2 Die Kriterien für die Ausscheidung von Zonen unter schiedlicher Nutzung müssen mit jenen der Nutzungsrichtplanung grundsätzlich übereinstim men (Art. 6 Abs. 2 und 3 RPG). Da- bei gilt die Eignung des Landes als vorherrschender Pr üfstein (vgl. Art. 15, Art. 16 Abs. 1 lit. a RPG). Allerdings genügt die Eignung des Landes nicht. Sachhaltigere Grenzen müssen gezo- gen werden: für die Bauzone zum Beispiel aus dem Bed arfs- und Erschliessungskriterium (Art. 15 Abs. 4 lit. b RPG), das eine gewisse Gewähr f ür die Beschränkung dieser Zone bietet (vgl. H ÄNNI , a.a.O., S. 148). Darüber hinaus müssen neben den Kri terien der Eignung, der Überbauung und des Bedarfs auch alle anderen im konkret en Fall massgebenden raumplaneri- schen Gesichtspunkte beachtet werden. Die Raumplanung b ezweckt nicht nur die geordnete Besiedlung des Landes sowie die Erhaltung genügender K ulturflächen, sondern sie steht auch im Dienste anderer öffentlicher Interessen (BGE 113 Ia 457 E. 5a). Die Aufgabe der Zonenab- grenzung fällt unter dem Vorbehalt der Willkür in d ie Zuständigkeit und damit in das Ermessen der für die Ortsplanung zuständigen Behörden, das heiss t im vorliegenden Fall in das Ermes- sen der Gemeinde (Urteil des Bundesgerichts 1P.48/2000 vom 16. Mai 2000 E. 7b). 9.3 Als Grundlage für die vorliegend strittige Revisio n diente das im Sommer 2012 vom Gemeinderat verabschiedete kommunale Raumentwicklungskonzept, welches als übergeordne- te räumliche Ziele der Gemeinde die Sicherung eines genügenden Bauzonenangebots für ein leichtes Bevölkerungswachstum, die Erhöhung der Attrakti vität der Gemeinde für Familien und junge Einwohner, die Förderung von altersgerechtem Wohnraum, die Wiederbelebung und Wei- terentwicklung des Dorfkerns, den Erhalt bestehender Ar beitsplätze und die Ansiedlung neuer Betriebe, den Erhalt und die Entwicklung der vielfältigen und reichhaltigen Landschaft und Natu- robjekte sowie das Ermöglichen guter Rahmenbedingungen für die landwirtschaftliche Produk- tion festlegte (Revision Teilzonenvorschriften Dorfkern, Planungsbericht zum Beschluss der Gemeindeversammlung vom 1. Juni 2015, S. 16). In Bezu g auf den Dorfkern setzte sich die Gemeinde folgende Ziele: Aktivierung leerstehender Geb äude und ungenutzter Dachräume, Stärkung und Weiterentwicklung der jeweiligen Identit äten der Kerngebiete Liesberg und Unte- rer Riederwald, Erhalt der bestehenden wertvollen Sc hutzobjekte, Balance zwischen Denkmal- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht schutz und Entwicklungsmöglichkeiten, Steigerung der Wohn- und Lebensqualität, qualitätsvolle Innenentwicklung im Gebiet Niederdorf unter Berücksichtig ung des Übergangs zum Dorfkern und des grünen Charakters des Gebiets, Aufwertung und At traktivitätssteigerung des öffentli- chen Raums und die Belebung des Dorfkerns (Revision Teilzo nenvorschriften Dorfkern, Pla- nungsbericht zum Beschluss der Gemeindeversammlung vom 1. Juni 2015, S. 16 f.). Als Mass- nahmen, um die obgenannten Ziele zu erreichen, legte die Gemeinde die Anpassung der Kern- zonenvorschriften an die Zielsetzung, insbesondere in B ezug auf Umnutzungen, Dachaufbau- ten etc. und Baulinien fest (Revision Teilzonenvorschriften Dorfkern, Planungsbericht zum Be- schluss der Gemeindeversammlung vom 1. Juni 2015, S. 17). Zudem setzte sich die Gemeinde zum Thema Wohnen folgende Ziele: Prioritäre Nutzung d er bestehenden baureifen Baureser- ven, keine Einzonungen, Auszonung der nicht baureifen Bauzone Sinzenried und der Erhalt des Gebiets als unbebaute Landschaft, eine qualitätsvolle In nenentwicklung des Gebiets Nieder- dorf, die Sicherung der Wohn- und Siedlungsqualität u nd die Anpassung des Zonenreglements Siedlung an die heutigen Bedürfnisse (Revision Zonenvor schriften Siedlung, Planungsbericht zum Beschluss der Gemeindeversammlung vom 1. Juni 2015, S. 17). Eine der Massnahmen, um diese Ziele zu erreichen, war die Aus- bzw. Umzonung der nicht baureifen Bauzonen (Revi- sion Zonenvorschriften Siedlung, Planungsbericht zum Besch luss der Gemeindeversammlung vom 1. Juni 2015, S. 18). Da die kommunalen Bauzonen ü berdimensioniert und gemäss der geltenden Gesetzgebung zu reduzieren waren, wurde ein K riterienkatalog erstellt. Je mehr der Kriterien eine Parzelle erfüllte, desto wahrscheinlicher war eine Rückzonung, wobei der definiti- ve Entscheid aufgrund der konkreten Situation gefällt w orden sei. Als Kriterien wurden festge- halten: Fehlende Baureife (baureife Parzellen würde n in der Regel nicht rückgezont), Lage (zum Beispiel Parzellen am Siedlungsrand, getrennt vom S iedlungsgebiet oder in steilen Hang- lagen), Parzellenform (zum Beispiel Parzellen, welche o hne Baulandumlegung kaum bebaubar seien), Naturwert (Parzellen, welche im kommunalen Na turinventar enthalten seien) und feh- lender Bedarf (zum Beispiel bei Zonen für öffentlich e Werke und Anlagen, welche nicht mehr benötigt würden; vgl. zum Ganzen: Revision Zonenvorschr iften Siedlung, Planungsbericht zum Beschluss der Gemeindeversammlung vom 1. Juni 2015, S. 20). 9.4 Die Rüge der Beschwerdeführer, wonach die Kriter ien nicht mit den gesetzlich vorge- schriebenen Planungsgrundsätzen und -zielen übereinstimmen sollen, geht fehl: Die Gemeinde berücksichtigte mit ihren Kriterien die Eignung (Lage, Parzellenform), die Überbauung (Baurei- fe) und den Bedarf. Diese Kriterien entsprechen den raumplanerischen Grundsätzen (vgl. auch Art. 15 und Art. 16 RPG). Das Kriterium des Naturwerts entspricht gemäss Art. 3 RPG ebenfalls den bundesrechtlichen Planungsgrundsätzen. Die Kriterien der Gemeinde sind deshalb nicht zu beanstanden. 9.5 Die Rüge der Beschwerdeführer, der Anschluss an den öffentlichen Verkehr sei zu Unrecht nicht berücksichtigt worden, stösst ebenfalls ins Lee re: Mit der von den Beschwerde- führern angerufenen Revision des RPG wurde angestrebt, dass auch wenn der motorisierte Individualverkehr bei der verkehrsmässigen Erschliessung der S iedlungen nach wie vor eine wichtige Rolle spielen wird, die mit Planungsaufgaben betrauten Behörden insbesondere darauf hinwirken sollen, dass die Wohn- und Arbeitsgebiete du rch das öffentliche Verkehrsnetz nicht bloss hinreichend, sondern gut erschlossen sind. Dies gilt in besonderem Masse dort, wo neue Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bauzonen ausgeschieden werden, soll dies doch in aller Regel dort geschehen, wo die Er- schliessung bereits die erforderliche Qualität aufweist. Bei der Umsetzung des Erfordernisses der guten Erschliessung wird jedoch nicht überall der g leiche Massstab angelegt werden kön- nen. Vielmehr wird bei der Definition des Begriffs ‟gut” auch den unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten Rechnung zu tragen sein (Botschaft zu e iner Teilrevision des Raumplanungs- gesetzes vom 20. Januar 2010, Bundesblatt [BBl] 2010 10 49 ff., 1065). Daraus können die Be- schwerdeführer nichts zu ihren Gunsten ableiten: Einersei ts wurde vorliegend keine neue Bauzone ausgeschieden. Andererseits ist bei der Erschliessung von Wohn- und Arbeitsgebie- ten durch den öffentlichen Verkehr auch den regionalen Gegebenheiten Rechnung zu tragen. In diesem Zusammenhang weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass das Kriterium des An- schlusses an den öffentlichen Verkehr in einer Gemeinde w ie Liesberg, die sich in der schlech- testen öV-Güteklasse befindet, kein taugliches Kriterium für die Auswahl von aus- bzw. rückzu- zonenden Parzellen ist (Vernehmlassung vom 16. Oktober 2017, Rz. 44). Der Gemeinde kann demnach nicht vorgeworfen werden, dass sie den öV-Anschlu ss nicht explizit in den Kriterien- katalog aufgenommen hat, weshalb auch diese Rüge der Beschwerdeführer unbegründet ist. 9.6 Auch die Kritik an den von der Vorinstanz ‟angewendeten” Kriterien erweist sich als unberechtigt: Einerseits ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdegegner im Rahmen seiner Überprüfungsbefugnis gemäss § 31 Abs. 5 RBG keine eigene n Kriterien ‟angewandt”, sondern die Kriterien der Gemeinde überprüft und als zweckmässig befunden hat. Es kann der Vor- instanz deshalb nicht vorgeworfen werden, die Kriterien der Gemeinde ergänzt zu haben. Ande- rerseits kann der Vorinstanz eine allenfalls redaktionell e Ungenauigkeit nicht zum Vorwurf ge- reichen. So ergibt ein Blick in den RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017, dass der Regierungsrat von folgenden Kriterien ausgegangen ist: fehlende Erschliessung, ungeeignete Parzellierung, unge- eignete topographische Verhältnisse, Lage am Rand der Bauzone, hoher Naturwert, kein Be- darf (OeWA) und Ortsbildschutz. Diese Kriterien erachtet e er als zweckmässig (RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017, E. IV.6, S. 5). Im Planungsbericht hielt die Gemeinde fest, die Auswahl der rückzuzonenden Parzellen basiere auf folgenden Kriterien : fehlende Baureife, Lage, Parzellen- form, Naturwert und fehlender Bedarf (Revision Zonenv orschriften Siedlung, Planungsbericht zum Beschluss der Gemeindeversammlung vom 1. Juni 2015, S. 20). Die von der Vorinstanz geprüften Kriterien stimmen mit den von der Gemeind e im Planungsbericht festgehaltenen Kri- terien in der Sache überein. Die Kritik der Beschwerd eführer, der Regierungsrat habe die Krite- rien der Gemeinde ergänzt, geht somit fehl. 9.7 Aus dem Gesagten ergibt sich zusammenfassend, dass di e Gemeinde mit dem Erlass der Kriterien ihr planerisches Ermessen keineswegs rechtswi drig ausgeübt hat, die Rüge der Beschwerdeführer ist deshalb unbegründet. Siedlungsverdichtung und -entwicklung nach innen 10.1 Die Beschwerdeführer rügen, die Festlegung einer Grünzone im Dorfkern sei mit dem Gebot der Verdichtung und der Siedlungsentwicklung na ch innen nicht zu vereinbaren (Be- schwerdebegründung vom 14. August 2017, Rz. 19.7 f.). D er Beschwerdegegner stellt sich im angefochtenen Beschluss auf den Standpunkt, der Grundsa tz der Verdichtung bedeute, dass Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Ausnützung der Bauzonen verbessert werden solle. Zu dem seien wertvolle Grün- und Aus- senräume Teil der verdichteten Bauweise, weshalb die Fe stlegung der Grünzone im Dorfkern nicht im Widerspruch zur generellen Pflicht zur Innen entwicklung stehe (RRB Nr. 0741 vom 30. Mai 2017 E. 6.1 a, S. 7). 10.2 Gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. a bis und b RPG sollen Bund, Kantone und Gemeinden mit Massnahmen der Raumplanung insbesondere die Bestrebungen unterstützen, die Siedlungs- entwicklung nach innen zu lenken und kompakte Siedlungen zu schaffen. In Zukunft wird dem raumplanerischen Anliegen einer hochwertigen Siedlun gsentwicklung nach innen verstärkt Rechnung zu tragen sein (BGE 142 II 100 E. 4.6). Die se Zielsetzung gilt jedoch nicht schran- kenlos. Vielmehr wird sie durch den ausdrücklichen Vorbeha lt in Art. 1 Abs. 2 lit. a bis RPG be- schränkt, wonach eine angemessene Wohnqualität zu berücksich tigen ist, was der altrechtli- chen Formulierung entspricht, dass wohnliche Siedlungen zu schaffen seien (Art. 1 Abs. 2 lit. b aRPG). Demnach stellt die Erhaltung der Wohnqualität durch den Schutz der charakteristischen Typologie eines Dorfes oder Quartiers ebenfalls einen wichtigen Grundsatz des Raumplanungs- rechts dar (BGE 137 II 23 E. 4.4). Die Kantone und Ge meinden dürfen daher der verdichteten Bauweise im Interesse der Wohnqualität Schranken setze n (Urteil des Bundesgerichts 1C_126/2016 vom 30. August 2016 E. 5.2). Zudem haben Siedlungen gemäss Art. 3 Abs. 3 lit. e RPG viel Grünflächen und Bäume zu erhalten. Dam it sind sowohl öffentliche als auch pri- vate Grünbereiche gemeint. Dieser Grundsatz steht zwar oft in einem Spannungsfeld zu den Verdichtungsbestrebungen, gewinnt damit aber auch an Wichtigkeit. Es ist somit beispielsweise zulässig, innerhalb der Bauzone kleine Nichtbauzonen auszuscheiden, wenn dies aus besonde- ren und gewichtigen Gründen angezeigt ist. Eine solche A usnahme ist vor allem dort gerecht- fertigt, wo eine Auflockerung der traditionellen Sied lungsstruktur entspricht und eine entspre- chende planerische Absicht deutlich festgelegt ist (BGE 1 16 Ia 335 E. 4a m.w.H.). Konzepte und Richtpläne zur Innenentwicklung und Verdichtung müsse n deshalb immer mit Überlegun- gen zur Freiraumgestaltung einhergehen (vgl. H EINZ AEMISEGGER /S AMUEL KISSLING , in: Aemi- segger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nu tzungsplanung, Zürich 2016, Vorbemerkungen zur Nutzungsplanung, N 43). 10.3 Aufgrund der von der Gemeinde dargelegten raump lanerischen Ziele und Interessen – die Reduktion der überdimensionierten Bauzone, der Or tsbildschutz etc. – erscheint die Festle- gung einer Grünzone im Niederdorf als sachgerecht und u nter den gegebenen Umständen mit dem Prinzip der Siedlungsverdichtung und -entwicklung nach innen vereinbar. Einerseits haben die Gemeinden gemäss kantonalem Richtplan den Aussenraum zu gewährleisten bzw. die Um- gebung (Vorplätze, Vorgärten, Hofstattareale etc.) zu schützen (vgl. E. 13.3 hiernach). Ander- seits sind die betroffenen Obstgärten von besonderer Bedeutung: Als bei der Erstinventarisation aller Siedlungen der Schweiz Liesberg als Dorf von regio naler Bedeutung eingestuft wurde (vgl. E. 13.3. hiernach), erhielten die vorliegend be troffenen Obstgärten das Erhaltungsziel a. Die Aufnahmekategorie a enthält Zonen, die ein unerl ässlicher Teil des Ortsbildes darstellen, d.h. unverbaut oder mit Bauten überbaut sind, die de r ursprünglichen Beschaffenheit der Um- gebung entsprechen. Die Gebiete sind als Kulturland o der Freifläche in ihrer Beschaffenheit zu erhalten, die für das Ortsbild wesentliche Vegetation und Altbauten sind zu bewahren, störende Veränderungen sind zu beseitigen. Die Festlegung der G rünzone entspricht deshalb insbeson- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht dere der charakteristischen Typologie des Dorfes und stel lt auch einen Schritt in die von der Ortsplanrevision angestrebte Richtung dar, nämlich der Re duktion der überdimensionierten Bauzone. Die Rüge der Beschwerdeführer erweist sich desh alb als unbehelflich. Aus diesem Grund ist auch der Verfahrensantrag auf Befragung des Raumplaners der Gemeinde als Zeuge zu Recht abgewiesen worden, da von ihm in diesem Zusamm enhang keine sacherheblichen Aussagen zu erwarten gewesen wären (vgl. Verfügung v om 23. Oktober 2017, Dispositiv- Ziff. 4). Rechtsgleichheitsgebot und Willkürverbot: 11. Soweit die Beschwerdeführer auf zahlreiche Grundst ücke verweisen, die anstelle der streitgegenständlichen Parzellen hätten um- bzw. ausgez ont werden können, und sich damit auf das Gleichbehandlungsgebot berufen (vgl. Beschwerde begründung vom 14. August 2017, Rz. 21), ist zunächst darauf hinzuweisen, dass dem Gleich heitsprinzip bei Planungsmassnah- men nur eine abgeschwächte Bedeutung zukommt (vgl. BGE 121 I 245 E. 6e/bb; BGE 118 Ia 151 E. 6c; BGE 116 Ia 193 E. 3b; je mit Hinweisen). Es liegt im Wesen der Ortsplanung, dass Zonen gebildet und irgendwo abgegrenzt werden müssen u nd dass Grundstücke ähnlicher La- ge und ähnlicher Art bau- und zonenrechtlich verschiede n behandelt werden können. Verfas- sungsrechtlich genügt, dass die Plananordnung sachlich vertretbar, d.h. nicht willkürlich ist. Das Gebot der Rechtsgleichheit fällt insoweit mit dem Willkü rverbot zusammen (BGE 122 I 279 E. 5a; BGE 121 I 245 E. 6e/bb; BGE 114 Ia 254 E. 4a ). Die Beschwerdeführer zählen eine gan- ze Reihe von Grundstücken auf, die sich am nördlichen bzw . am nordöstlichen Siedlungs- oder Dorfrand, im Süden des Dorfes oder im Talbereich der Gemeinde befinden, die nicht erschlos- sen seien und sich aufgrund ihrer Grösse und ihrer Parzellenform nicht für die Bebauung eigne- ten und somit hätten ausgezont werden müssen (vgl. Besch werdebegründung vom 14. August 2017, Rz. 21). Die unterschiedliche Lage und Beschaffen heit sowie der unterschiedliche Zweck (Pfarrhaus-Grundstück) der von den Beschwerdeführern anger ufenen Grundstücke lässt eine unterschiedliche Behandlung durch die Planungsbehörde jedoch nicht zwingend als willkürlich erscheinen. Entscheidend ist vielmehr, ob nebst gleichgelag erten Aspekten auch sachliche Un- terschiede vorliegen, welche eine zonenplanerisch untersch iedliche Behandlung der Grundstü- cke rechtfertigen. Dies ist vorliegend zu bejahen: Der Beschwerdegegner weist in seiner Ver- nehmlassung zu Recht darauf hin, dass für die Festlegung einer Grünzone über die Grundstü- cke der Beschwerdeführer nicht nur die fehlende Baureife, sondern auch die für eine Bebauung notwendige Baulandumlegung, der Ortsbildschutz und der Naturwert von grosser Bedeutung gewesen seien. Dabei handelt es sich um sachliche Gründe, die bei der Ortsplanung berück- sichtigt werden können und diese beeinflussen dürfen. De r Massnahme lagen damit keine of- fensichtlich sachfremden und damit unzulässigen Überlegu ngen zugrunde. Unter diesen Um- ständen ist es sachlich durchaus vertretbar, die Grundstücke der Beschwerdeführer zonenpla- nerisch anders zu behandeln als die von den Beschwerdeführ ern angerufenen Grundstücke. Schliesslich legen die Beschwerdeführer in keiner Weise da r, dass die streitgegenständliche Zone in ihrer konkreten Ausgestaltung jeder vernünftigen Planung widersprechen würde und der Planungszweck gar nicht erreicht werden könnte. Dass a uch eine grössere Zone mit zu- sätzlichen Grundstücken hätte ausgeschieden werden können, heisst noch nicht, dass die vor- genommene Abgrenzung rechtsungleich bzw. willkürlich wär e. Willkür liegt nicht schon vor, Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht wenn eine andere Lösung vertretbar oder sogar vorzuziehe n gewesen wäre, sondern erst, wenn der getroffene (Planungs-)Entscheid sachlich schle chterdings nicht vertretbar ist oder mit dem Gerechtigkeitsgedanken in krassem Widerspruch steht. Solches aber legen die Beschwer- deführer wie erwähnt nicht dar und ist auch nicht ersicht lich. Die Vorwürfe der Ungleichbehand- lung und der Willkür erweisen sich somit als unbegründet. Eigentumsgarantie: 12.1 Die Beschwerdeführer rügen eine Verletzung der Eigentumsgarantie (Beschwerdebe- gründung vom 14. August 2017, Rz. 22). 12.2 Beschränkungen der Baufreiheit stellen einen öff entlich-rechtlichen Eingriff in das Pri- vateigentum dar. Sie sind mit der verfassungsrechtlichen Ei gentumsgarantie im Sinne von Art. 26 BV nur vereinbar, wenn sie auf einer gesetzlich en Grundlage beruhen und im öffentli- chen Interesse liegen (vgl. Art. 36 Abs. 1 und 2 BV). Dabei muss das öffentliche Interesse an der planerischen Massnahme gegenüber den entgegenstehend en privaten Interessen überwie- gen (BGE 125 I 369 E. 5d; BGE 107 Ib 334 E. 2f.). E igentumsbeschränkungen müssen ausser- dem auch in dem Sinne verhältnismässig sein (vgl. Art. 36 Abs. 3 BV), dass sich das angestreb- te Ziel nicht auch mit weniger weitreichenden Massnahm en ebenso wirkungsvoll verwirklichen lassen kann (BGE 121 I 65 E. 5a/cc; H ÄFELIN /MÜLLER /UHLMANN , a.a.O., Rz. 2343 ff.; H ÄNNI , a.a.O., S. 246). Im Hinblick auf den vorliegenden Fal l ist demnach zu prüfen, ob die streitge- genständliche Massnahme den Anforderungen von Art. 36 BV (genügende gesetzliche Grund- lage, öffentliches Interesse und Verhältnismässigkeit) genügt. 12.3 Die gesetzliche Grundlage der vorliegend zu prüfend en Massnahme wird – mit Recht – nicht bestritten. 12.4 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht ei n erhebliches öffentliches Interes- se an Massnahmen, die das Entstehen überdimensionaler B auzonen verhindern oder solche verkleinern (BGE 107 Ib 334 E. 2a m.w.H.). Aus dem Ber icht der Gemeinde geht hervor, dass dem Argument der Überprüfung und Aktualisierung der Z onenvorschriften an die neue Gesetz- gebung, namentlich der Reduzierung der überdimensionie rten Bauzone, grosses Gewicht bei- gemessen wurde (vgl. Revision Zonenvorschriften Siedlung, Planungsbericht zum Beschluss der Gemeindeversammlung vom 1. Juni 2015, S. 6). Angesi chts der Einwohnerzahlen und der Bevölkerungsentwicklung (vgl. E. 13.4 hiernach) lag eine Verkleinerung der Bauzone zweifellos im öffentlichen Interesse. 12.5 Neben dem Interesse an einer Reduktion der überd imensionierten Bauzone, ist darauf hinzuweisen, dass der Dorfkern von Liesberg im Jahr 1982 im Rahmen der Erstinventarisation aller Siedlungen der Schweiz als Dorf von regionaler B edeutung eingestuft wurde. Regionale und lokale Ortsbilder sind gemäss Verordnung über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (VISOS) vom 9. September 1981 n icht Teil des Inventars für Schüt- zenswerte Ortsbilder der Schweiz (ISOS; vgl. auch Art. 5 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz [NHG] vom 1. Juli 1966). Es obliegt in erster Linie den Kantonen, die für den Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schutz bedeutender Ortsbilder erforderlichen Massnahmen zu treffen (vgl. BGE 120 Ib 64 E. 5b). Im kantonalen Richtplan des Kantons Basel-Landsc haft (KRIP) vom 8. September 2010 (Objektblatt S2.2/D) wird unter dem Titel ‟Ortsbildschutz” ausgeführt, dass an der langfristigen Erhaltung der gebauten Strukturen und Substanz sowie d er sinnvollen Weiterentwicklung der Nutzungsmöglichkeiten der typischen Baselbieter Ortsbilder und ihrer Umgebung ein kantona- les Interesse besteht. Der kantonale Richtplan enthält folgende Planungsanweisungen: Im Rahmen der Ortsplanung (Ortsbildschutz) überprüfen di e Gemeinden insbesondere folgende Inhalte und nehmen sie gegebenenfalls in die Nutzungsp lanung auf (Objektblatt S2.2/D.a): ‟Festlegen von schützenswerten- oder erhaltenswerten Einze lobjekten; Gewährleisten des Aussenraums bzw. des Umgebungsschutzes (Vorplätze, Vorgärte n, Hofstattareale etc.) und Festlegen von möglichen baulichen Neuerungen (Neubauten, Anbauten, Umbauten, Aufbauten) im Ortskern”. Die der vorliegend strittigen raumplaneri schen Massnahme zugrunde liegenden öffentlichen Interessen sind demnach gewichtig. 13.1 Es genügt aber nicht, dass an der Massnahme ein gew ichtiges öffentliches Interesse besteht. Dieses muss ausserdem die entgegenstehenden priva ten Interessen überwiegen. Bei der Beurteilung der privaten Interessen sind namentlich das Ausmass und die konkrete Lage der umstrittenen Parzelle, deren Erschliessung sowie d ie Interessen der Beschwerdeführer zu würdigen (vgl. BGE 107 Ib 334 E. 2c). Es bleibt somit zu prüfen, ob die streitgegenständliche Massnahme dem Verhältnismässigkeitsprinzip genügt. 13.2 Vorab ist festzustellen, dass bei der Festsetzung d er Nutzungsplanung die Planungs- behörden die im Bundesrecht und im kantonalen Recht no rmierten Ziele und Grundsätze opti- mal zu berücksichtigen haben. Sie haben alle Interessen, öffentliche und private, zu beachten und im konkreten Fall gegeneinander abzuwägen (Art. 1 und 3 RPG; Art. 2 und 3 Raumpla- nungsverordnung [RPV] vom 28. Juni 2000). Ob die Inte ressen vollständig erfasst worden sind, ist eine Rechtsfrage. Die relative Gewichtung der pot enziell widerstreitenden Interessen ist da- gegen weitgehend Ermessensfrage (BGE 119 Ia 362 E. 3 a und 5a; Urteil des Bundesgerichts 1C_143/2014, 1C_147/2014 vom 23. Februar 2015 E. 3. 2 m.w.H.). Die Gemeinden haben im Rahmen von Art. 15 RPG oft zwischen verschiedenen für ein e Überbauung geeigneten Gebie- ten zu wählen, und solange diese Wahl nach sachlichen Kriterien erfolgt und dabei die ver- schiedenen öffentlichen und privaten Interessen sachgerech t gewichtet werden, liegt der Ent- scheid für das eine oder andere Gebiet im planerischen E rmessen der Gemeinde (Art. 2 Abs. 3 RPG; BGE 119 Ia 362 E. 5a). Dabei muss häufig die Gre nze irgendwo gezogen werden, ohne dass dies im Einzelnen rational begründet werden kann (BGE 114 Ia 245 E. 2b). 13.3 Die streitgegenständliche Revision verfolgt das Ziel, die überdimensionierte Bauzone zu reduzieren. Die von der Gemeinde verfügte Grünzone im Niederdorf stellt ein taugliches Mit- tel dar, um das mit der Revision verfolgte Ziel zu erreichen. Ein milderes Mittel, um das verfolgte Ziel zu verwirklichen, ist vorliegend nicht ersichtlich. Andere Parzellen zurückzuzonen, wie dies die Beschwerdeführer vorschlagen, erscheint demgegenüber kein zielführendes Mittel zu sein, zumal die strittige Zonenzuweisung als sachgerecht erschei nt, und zwar ungeachtet der Frage, ob auch andere Massnahmen zielführend gewesen wären. Dem mit der Revision verfolgten Ziel stehen an privaten Interessen der Beschwerdeführer im We sentlichen Vermögensinteressen Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht entgegen, nämlich die Interessen der Beschwerdeführer an einer baulich und ökonomisch mög- lichst optimalen Nutzung der Parzellen. Diese wiegen zwa r nicht leicht, doch hat das rein finan- zielle Interesse der Eigentümer an einer möglichst gew innbringenden Verwertung ihres Landes in der Regel vor dem öffentlichen Interesse zurückzutreten, und zwar umso mehr, je grösser die bereits vorhandene Bauzone ist. Andernfalls wäre eine sinnvolle Raumplanung nicht mehr mög- lich (BGE 114 Ia 364 E. 4). Vorliegend geht aus den A kten hervor, dass in der Gemeinde ca. 1‘200 Einwohnerinnen und Einwohner wohnen. Diese Zahl sei seit ca. 20 Jahren stabil (Re- vision Zonenvorschriften Siedlung, Entwurf Planungsberich t zum Beschluss der Gemeinde- versammlung vom 1. Juni 2015, S. 9). Aus den Planungsun terlagen ist ersichtlich, dass die Gemeinde vor der Revision der Zonenvorschriften über 13, 2 ha an unüberbauten Wohnzonen, Wohn- und Geschäftszonen und Kernzonen verfügte. Davon waren gemäss den Zonenvor- schriften 12,1 ha bebaubare Bauzonenreserven. Ausserdem bestanden beträchtliche Kapazi- täten in den überbauten Bauzonen. Nach der Revision der Zonenvorschriften sollen noch 9,3 ha an unüberbauten Bauzonenreserven bestehen (Revision Zone nvorschriften Siedlung, Entwurf Planungsbericht zum Beschluss der Gemeindeversammlung vom 1. Juni 2015, S. 9 f.). Um die Einwohnerzahl sicherzustellen und unter Berücksichtigung de s angestrebten Bevölkerungs- wachstums bis ins Jahr 2029 errechnete die Gemeinde einen Bedarf von ca. 4,9 ha an unüber- bauten Bauzonenreserven. Weitere Rückzonungen seien gemä ss Planungsbehörde nicht sinn- voll gewesen, da die nach der Revision übrig bleibende n Bauzonenreserven grösstenteils bau- reif seien und die Gemeinde davon ausgehe, dass die R eserven in 15 Jahren wieder eingezont werden müssten (Revision Zonenvorschriften Siedlung, Entw urf Planungsbericht zum Be- schluss der Gemeindeversammlung vom 1. Juni 2015, S. 10). Angesichts der grossen Bauzone in der Gemeinde vermögen die Interessen der Beschwerdef ührer an einer möglichst optimalen Nutzung ihrer – nicht baureifen – Parzellen gegenüber den öffentlichen Interessen an einer Re- duktion der überdimensionierten Bauzone, aber auch am Ortsbildschutz, nicht aufzukommen. Im Übrigen erhellt aus der einschlägigen bundesgericht lichen Rechtsprechung, dass kein An- spruch des Grundeigentümers auf Belassung seines Grundstücks in einer bestimmten bzw. einmal festgelegten Bauzone besteht (Urteil des Bundesg erichts 1C_349/2011 vom 9. Januar 2012 E. 3.5). Die Massnahme erweist sich somit auch als verhältnismässig. 14.1 Die Beschwerdeführer wenden unter dem Gesichtswink el der Verhältnismässigkeit schliesslich ein, die Gemeinde habe sich bei der Anordnung der Massnahmen vornehmlich von finanziellen Interessen leiten lassen (Beschwerdebegründung vom 14. August 2017, Rz. 20). 14.2 Aus dem Planungsbericht geht hervor, dass der Umg ang mit dem streitgegenständli- chen Gebiet im Laufe der Projektierung intensiv diskutie rt worden sei. Als Zone mit Quartier- planpflicht liege das Gebiet in der Bauzone. Das Areal sei grösstenteils unbebaut und nicht bau- reif, insbesondere aufgrund der fehlenden Erschliessung. Es seien drei Vorgehensvarianten erwogen worden: 1.) Der Erhalt des raumplanerischen sta tus quo, 2.) der Ersatz der Quartier- planpflicht durch eine normale Bauzone und 3.) der Er halt des Gebiets als Freiraum. Bei der Abwägung der betroffenen Interessen sei insbesondere relevant gewesen, dass das Areal ei- nen der letzten Obstgärten im Dorfkern bilde, welche s sowohl aus Sicht des Ortsbilds als auch der Natur von besonderer Bedeutung sei. Ferner habe die Rückzonung des Gebiets der Ge- meinde geholfen, ihrer Pflicht zur Reduktion der üb erdimensionierten Bauzonen nachzukom- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht men und schliesslich habe sich das Gebiet aufgrund seiner ze ntralen Lage auch als kommuna- les Entwicklungsgebiet geeignet. Für die dritte, und v orliegend strittige, Variante habe die Tat- sache gesprochen, dass die Umzonung des Gebiets die Chance geboten habe, das einmalige Areal als zentraler Freiraum im Dorfkern zu erhalten. Damit könne der vorhandene Naturwert sowie der grüne Charakter des Ortsbilds erhalten bleib en. Eine Rückzonung sei konsistent mit den von der Gemeinde festgelegten räumlichen Kriterien . Die fehlende Baureife, der ISOS- Eintrag des sich auf dem Areal befindenden Obstgartens mit dem Erhaltungsziel A und der Ein- trag im Naturinventar seien dabei besonders ins Gewicht gefallen (Revision Teilzonenvorschrif- ten Dorfkern, Planungsbericht zum Beschluss der Gemeinde versammlung vom 1. Juni 2015, S. 10 f.). Aus diesen Gründen sei das Gebiet zurückgezont worden, wobei die bisherige Zone mit Quartierplanpflicht teilweise durch eine Grünzone und teilweise durch eine ‟Kernzone, Hof- stattbereich” ersetzt werden solle. Die Grünzone sei im B ereich des Obstgartens festgelegt worden (Revision Teilzonenvorschriften Dorfkern, Planungsbericht zum Beschluss der Gemein- deversammlung vom 1. Juni 2015, S. 20). Nach dem Gesagt en kann festgestellt werden, dass beim Entscheid über die streitgegenständliche Planung smassnahme planungsrechtliche Erwä- gungen im Vordergrund standen. Dass bei diesem Entschei d auch finanzielle Erwägungen mit- berücksichtigt wurden, ist nicht ersichtlich und ergibt sic h auch nicht aus dem von den Be- schwerdeführern ins Recht gelegten Protokoll der Einspr acheverhandlung (Beschwerdebegrün- dung vom 14. August 2017, Beilage 34a). Doch auch we nn finanzielle Erwägungen mitberück- sichtigt worden wären, wäre dies nicht unzulässig, zumal diese für sich allein nicht ausschlag- gebend gewesen wären. In diesem Zusammenhang sind auch keine zusätzlichen Erkenntnisse durch eine Befragung der von den Beschwerdeführern ang erufenen Zeugin zu erwarten, wes- halb der Beweisantrag zu Recht abgewiesen wurde (vgl. V erfügung vom 23. Oktober 2017, Dispositiv-Ziff. 4). 15. Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzustellen, d ass die Zuweisung der streitgegenständlichen Parzellen zur Grünzone nicht zu bea nstanden ist. Die Beschwerde er- weist sich somit als unbegründet und ist deshalb abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. IV. Kosten und Entschädigung 16. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 A bs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlieg enden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die V erfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2‘200.-- den unterliegenden Beschwerdeführern in solidarischer Verbindung aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von F r. 2‘200.-- zu verrechnen. Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegende n Partei für den Beizug eines An- walts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschä digung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Ausgang des vorliege nden Verfahrens sind die Par- teikosten in Anwendung von § 21 Abs. 1 und 2 VPO wettzuschlagen. Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2‘200.-- werden den Be- schwerdeführern in solidarischer Verbindung auferlegt un d mit dem ge- leisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2‘200.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin