B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-670/2014 U r t e i l v o m 8 . F e b r u a r 2 0 16 Besetzung Richterin Contessina Theis (Vorsitz), Richter Walter Stöckli, Richter Daniele Cattaneo, Gerichtsschreiberin Sarah Ferreyra. Parteien A._______, geboren am (…), Syrien, vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 31. Dezember 2013 / N (…). D-670/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein Kurde syrischer Herkunft aus Damaskus – verliess Syrien eigenen Angaben zufolge am 24. Juni 2010 mit seinen El- tern und Geschwister n (Verfahren D-668/2014 [abgeschlossen], D-665/2014 und D-666/2014,) und reiste illegal in die Türkei. Nach knapp einmonatigem Aufenthalt in Istanbul gelangte er am 25. Juli 2010 per LKW in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. B. Am 19. August 2010 erhob das BFM die Personalien des Beschwerdefüh- rers und befragte ihn summarisch zum Reiseweg und zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes. Der Beschwerdeführer führte zur Be- gründung seines Asylgesuches im Wesentlich en aus, er sei wegen de r Probleme seines Vaters g ekommen. Die Behörden hätten den Vater be- schuldigt, dass er die PKK (Partiya Karkerên Kurdistan; Arbeiterpartei Kur- distans) unterstütze, was aber nicht stimme. Sein Vater sei drei- oder vier- mal festgenommen worden. Der Vater sei d ank der Hilfe seines Bruders freigelassen worden, der einen Beamten kenne, der dabei geholfen habe. Dieser Beamte habe gesagt, es sei besser, wenn sie das Land verlassen würden. Sie seien Ajanib und hätten keine Zukunft in Syrien. C. Am 25. August 2010 fragte das BFM die Schweizer Botschaft in Damaskus an, ob der Beschwerdeführer und seine Familienangehörigen syrische Staatsangehörige seien und syrische Pässe hätten. Zudem fragte es an, ob der Beschwerdeführer und seine Familienangehörigen Syrien legal ver- lassen hätten und ob sie von den syrischen Behörden gesucht würden. D. Mit Schreiben vom 26. Januar 2011 antwortete die Schweizer Botschaft in Damaskus dem BFM, dass der Beschwerdeführer und seine Familienan- gehörigen nicht Syrer sondern Ajanib seien und keine syrischen Pässe hät- ten. Bei der Migrationsbehörde seien keine Reisen verzeichnet, weshalb sie Syrien nicht legal mit einem Identitätspapier verlassen hätten. Sie wür- den von den syrischen Behörden nicht gesucht. E. Am 24. Mai 2011 hörte das BFM den Beschwerdeführer einlässlich zu den Asylgründen an. Dabei brachte er vor, seine Familie sei einerseits von Ara- bern gesucht worden, da ein Cousin seines Grossvaters früher drei Araber D-670/2014 Seite 3 getötet habe und deren Familie sich seit damals rächen wolle , und ande- rerseits hätten die Behörden seinen Vater nicht in Ruhe gelassen. Sie seien Ajanib und hätten keine Rechte, könnten keine Objekte kaufen und kein Haus und keine Fahrzeuge registrieren lassen. Sein Vater sei beschuldigt worden, die PKK zu unterstützen und für sie zu arbeiten. Sein Vater habe aber mit der Partei praktisch nichts zu tun gehabt. Die Angehörigen der Partei seien zu ihnen gekommen und hätten bei ihnen Unterschlupf erhal- ten. Sie hätten auch mit ihm über die Lage der Kurden gesprochen und versucht, ihn zu motivieren, sich für die Kurden einzusetzen. Seine Familie habe an Newrozanlässen teilgenommen. Nach der dritten Freilassung habe sein Vater mit allen gesprochen, dass sie nicht mehr in Syrien bleiben könnten, da sie einerseits von den Arabern gesucht und andererseits von den Behörden nicht in Ruhe gelassen würden. Einer der Brüder h abe für die Freilassung bezahlt. Die letzte Haft habe ungefähr eine Woche gedau- ert. Danach seien sie noch eine Woche zu Hause geblieben und dann aus- gereist. Von der drohenden Rache der Araber habe er erst mit 18 oder 19 Jahren erfahren. Seitdem habe er Angst . Als die Araber erfahren hätten, dass sie in Damaskus lebten, seien sie umgezogen. Der Beschwerdeführer reichte seinen syrischen Ausländerausweis zu den Akten. F. Mit Schreiben vom 15. Oktober 2012 teilten der Beschwerdeführer und seine Familienangehörigen mit, dass sie sich in der Schweiz für die Rechte der Kurden und Kurdinnen und gegen das Regime in Syrien engagieren würden. Sie reichten einen USB-Stick mit Fotos ein, welche ihr politisches Engagement dokumentiere. G. Das BFM informierte den Beschwerdeführer und seine Familienangehöri- gen mit Brief vom 28. November 2012, dass der Briefumschlag durch die Post beschädigt worden und der erwähnte USB-Stick nicht bei ihm einge- gangen sei, weshalb es darum bitte, die Beweismittel erneut einzureichen. H. Mit Schreiben vom 5. Dezember 2013 gewährte das BFM das rechtliche Gehör zur Botschaftsabklärung vom 25. August 2010 und gab dem Be- schwerdeführer und seine Familienangehör igen die Möglichkeit zur Stel- lungnahme. D-670/2014 Seite 4 I. Nachdem der rubrizierte Rechtsvertreter mit Zuschrift vom 9. Dezember 2013 den Mandatswechsel bekanntgegeben, sich mittels Vollmacht legiti- miert sowie um Akteneinsicht und "Präzisierung des rechtlichen Gehörs" ersucht hatte, nahm der Beschwerdeführer, handelnd durch seinen neuen Rechtsvertreter, nach gewährter Akteneinsicht mit Eingaben vom 16. und 17. Dezember 2013 Stellung. Er teilte mit, dass sich die Auskünfte der Bot- schaft betreffend Staatsangehörigkeit, Reisedo kument und Ausreise mit seinen Aussagen decken würden. Hinsichtlich der fehlenden Suche durch die syrischen Behörden führte er aus, das Botschaftsergebnis stütze sich offenbar nur auf die Datenbank der syrischen Migrationsdienste, aber nicht auf sämtliche Datenbanken syrischer Geheimdienste. Deshalb sei die Bot- schaft zum falschen Ergebnis betreffend die Suche gelangt. Es stelle sich die Frage, ob Aj anib überhaupt in der erwähnten Datenbank erfasst wür- den. Durch das Vorgehen seien objektive Nachfluchtgründe geschaffen worden, da die syrischen Behörden Kenntnis betreffend die Flucht und das Asylgesuch in der Schweiz erhalten hätten. Das Bundesverwaltungsgericht habe die Bedeutung derartig rudimentären Antworten relativiert. J. Mit Verfügung vom 31. Dezember 2013 – eröffnet am 7. Januar 2014 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen- schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, schob deren Vollzug jedoch wegen Unzumutbarkeit zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. K. Mit Eingabe vom 6. Februar 2014 liess der Beschwerdeführer handelnd durch seinen Rechtsvertreter gegen diesen Entscheid beim Bundesverwal- tungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, es sei die angefoch- tene Verfügung aufzuheben und d ie Sache ans BFM zurückzuweisen. Eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und Asyl zu ge- währen. Subeventualiter sei die vorläufige Aufnahme als Flüchtling anzu- ordnen oder die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess er zudem beantragen, die angefoch- tene Verfügung sei betreffend Feststellung der Unzumutbarkeit des Weg- weisungsvollzugs in Rechtskraft erwachsen. Es sei ihm Einsicht in die Akte A8/2 (Botschaftsanfrage) und A32/2 (interner Antrag betreffend vorläufige Aufnahme) zu gewähren sowie eventualiter eine schriftliche Begründung betreffend diesen internen Antrag zuzustellen und nach Gewährung der D-670/2014 Seite 5 Akteneinsicht oder der Zustellung der schriftlichen Begründung eine ange- messene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen. Die Beschwerde enthält zwölf Beilagen im Zusammenhang mit exilpoliti- schen Tätigkeiten des Beschwerdeführers sowie ein Schreiben des Vorste- hers von B._______ inklusive Übersetzung und ein Schreiben des Vaters des Beschwerdeführers, das Zeugen auflistet, welche die Blutrachefehde bestätigen würden. L. Die Instruktionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts forderte den Be- schwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 19. Februar 2014 auf, innert Frist einen Koste nvorschuss zu leisten mit der Androhung, es werde an- sonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten. M. Mit Eingabe vom 25. Februar 2014 beantragte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter um Befreiung von der Pflicht zur Leistung ei- nes Kostenvorschuss es und reichte eine Sozialhilfebestätigung vom 24. Februar 2014 zu den Akten. N. Mit Verfügung vom 28. Februar 2014 hiess die Instruktionsrichterin das Ge- such um Erlass von der Kostenvorschussleistungspflicht gut und wies den Antrag, es sei Einsicht in die Akte A32/2 oder das rechtliche Gehör zu ge- währen respektive es sei eine schriftliche Begründung betreffend den in- ternen Antrag zuzustellen, ab. Gleichzeitig wies sie das BFM an, dem Be- schwerdeführer die Akte A8/2 offenzulegen und gab dem Beschwerdefüh- rer Gelegenheit, eine Beschwerdeergänzung einzureichen. O. Am 31. März 2014 reichte der Beschwerdeführer eine Beschwerdeergän- zung ein und beantragte, bei den Personalien den Status von "Syrien" auf "staatenlos" abzuändern. P. Mit Verfügung vom 4. April 2014 gab die Instruktionsrichterin dem BFM Ge- legenheit, zu den Beschwerdeakten Stellung zu nehmen. Q. Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 22. April 2014 fest, die Be- schwerdeschrift und die damit eingereichten Unterlagen enthielten keine D-670/2014 Seite 6 neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könne, und verwies auf seine Erwägun- gen, an welchen es vollumfänglich festhalte. Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 23. April 2014 zur Kenntnis gebracht. R. Mit Urteil D-668/2014 vom 17. September 2015 wurde den Eltern des Be- schwerdeführers in der Schweiz Asyl gewährt. Der Vater des Beschwerde- führers wurde als originärer Flüchtling anerkannt und die Mutter in die Flüchtlingseigenschaft ihres Ehemannes einbezogen. S. Am 21. September 2015 reichte der Beschwerdeführer, handelnd durch seinen Rechtsvertreter, ein Schreiben ein. Mit Eingabe vom 24. November 2015 ersuchte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter darum, das Dossier dem SEM zur vernehmlassungsweisen Wiederaufnahme des Verfahrens und zur Asylgewährung zukommen zu lassen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31], Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.3 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen- dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich D-670/2014 Seite 7 Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2. 2.1 Dem formellen Antrag, bei den Personalien des Beschwerdeführers im Rubrum des Urteils "staatenlos" an Stelle von "Syrien" zu schreiben (Ein- gabe vom 31. März 2014), wird nicht entsprochen, da diese Angabe in den Verfügungen und Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts regelmässig nicht die Staats zugehörigkeit, sondern die Herkunft des Beschwerdefüh- rers bezeichnet. Eine formelle Anerkennung der Staatenlosigkeit im Sinne von Art. 1 des Übereinkommen vom 28. September 1954 über die Recht- stellung der Staatenlosen (SR 0.142.40; StÜ) müsste beim SEM beantragt werden (vgl. u.a. auch Urteil des BVGer C-1873/2013 vom 9. Mai 2014). 2.2 Nicht einzutreten ist auf den Antrag, es sei die Rechtskraft der vor - instanzlichen Feststellung des unzumutbaren Wegweisungsvollzugs fest- zustellen, da die vorläufige Aufnahme (und erst recht ihre Begründung) we- gen der Beschwerdeerhebung eben nicht in Rechtskraft getreten ist). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu w erden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flü chtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3.3 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu - chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile D-670/2014 Seite 8 von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Hei- matstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind bezie- hungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Auf- grund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Aner- kennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die be- troffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 7, 2008/12 E. 7.2.6.2, 2008/4 E. 5.2). Aus- gangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseige nschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begrün- deten Furcht vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylent- scheids ist jedoch im Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der Verfol- gungsfurcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zu- gunsten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berück- sichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4, WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 4. 4.1 Die Vorinstanz lehnte das Asylgesuch mit der Begründung ab, die Vor- bringen des Beschwerdeführers seien einerseits nicht glaubhaft und wür- den andererseits der Asylrelevanz entbehren. Im Einzelnen führte es aus, die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Stammesfehde sei als nachgeschoben zu qualifizieren, da er diese bei der Befragung im EVZ nicht erwähnt habe. Auf Nachfrage während der Anhö- rung habe er angegeben, er habe die Blutrache aus Angst, vor den Schwei- zer Behörden nach Syrien zurückgeschickt zu werden, im EVZ nicht er- wähnt. Diese Begründung vermöge sein Verschweigen dieses zentralen Elements seiner Fluchtgeschichte nicht überzeugend zu erklären, zumal er bereits im EVZ über die behördliche Verschwiegenheitspflicht und seine Mitwirkungspflicht in Kenntnis gesetzt worden sei. Darüber hinaus solle er in dieser Fehde Opfer und nicht Täter gewesen sein, weshalb seine Vor- sicht den schweizerischen Asylbehörden gegenüber nicht nachvollziehbar erscheine. Es sei ihm nicht gelungen, die Furcht vor den arabischen Ver- folgern plausibel zu machen, da er erst eine Woche vor der Ausreise auf- gehört habe zu arbeiten . Dies entspreche erfahrungsgemäss nicht dem Verhalten einer tatsächlich verfolgten Person. Es mangle den Erzählungen zur Stammesfehde auch an Substantiiertheit und Logik der Aussagen, da D-670/2014 Seite 9 er nicht in der Lage gewesen sei, genauer anzugeben, weshalb er erst mit Erreichen der Volljährigkeit und nicht bereits früher von diesem Proble m erfahren haben wolle. Insoweit er aus der angeblichen Verfolgung seines Vaters durch die syrischen Behörden eine Reflexverfolgung ableite, sei festzuhalten, dass seinem Vater die geltend gemachte Festnahme durch den syrischen Geheimdienst gemäss separater Verfügung nicht habe ge- glaubt werden können. Folglich sei seinem Vorbringen, anstelle seines Va- ters von den syrischen Behörden belangt werden zu können, die Grund- lage entzogen. Seine Schilderungen zu den Festnahmen und Freilassun- gen seines Vaters würden sich als unsubstantiiert erweisen. Namentlich habe er auf diverse Fragen zu den Umständen der Inhaftierungen und Frei- lassungen seines Vaters geantwortet, er wisse dazu nichts, zumal er nicht mit seinem Vater oder mit seinen Brüdern darüber gesprochen habe. Be- sonders erstaunlich erscheine es, dass er sich zwar bei seinen Brüdern erkundigt haben wolle, ob eine Vermittlungsperson für die Freilassung des Vaters habe ausfindig gemacht werden können, er jedoch nicht in der Lage gewesen sei, anzugeben, ob alle vie r Freilassungen durch die Hilfe einer Vermittlungsperson zustande gekommen seien oder nicht. Es sei ihm des- halb nicht gelungen, die geltend gemachte Furcht vor Verfolgung durch arabisch-stämmige Drittpersonen sowie die angebliche Reflexverfolgung glaubhaft zu machen. Vor dem Hintergrund der obenstehenden Ausführungen erstaune es somit nicht, dass gegen den Beschwerdeführer gemäss Abklärungen der Schweizer Vertretung in Damaskus nichts vorliege und er deshalb von den syrischen Behörden nicht gesucht werde. An dieser Einschätzung ver- möchten auch die Stellungnahmen vom 16. beziehungsweise 17. Dezem- ber 2013 zur Botschaftsantwort nichts zu ändern, zumal in diesen Schrei- ben lediglich wiederholt werde, er sei zum Zeitpunkt seiner Ausreise durch die syrischen Behör den gesucht worden, ohne dafür weitere Argumente anzuführen oder Beweismittel einzureichen. Insofern er Zweifel an der Zu- verlässigkeit der Botschaftsabklärung geltend mache und vorbringe, durch diese Abklärung seien objektive Nachfluchtgründe geschaffen worden, sei auf die Feststellung des Bundesverwaltungsgerichts zu verweisen (D - 7554/2010 E. 5.7), wonach eine Gefährdung von Personen, deren Daten im Rahmen von Abklärungen über die Botschaftsantwort in Damaskus er- hoben würden, weitgehend ausgeschlossen sei, und die Ergebnisse in al- ler Regel zuverlässig und korrekt seien. Das Vorbringen, die PKK habe sie zu Hause besucht und versucht, sie für den Kampf in den Bergen zu moti- vieren, führe er nicht als Fluchtgrund an und leite daraus keine ernsthafte D-670/2014 Seite 10 Nachteile für seine Person ab, weshalb aus seinen Aussagen das Vorlie- gen einer asylrelevanten Verfolgung nicht ersichtlich sei. Da dieses Vor- bringen den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalte, könne auf eine Überprüfung der G laubhaftigkeit verzichtet werden. Der Vollständigkeit halber sei jedoch festzuhalten, dass dieses Sachverhaltselement, welches er erst an der Anhörung erwähnt habe, als nachgeschoben zu betrachten sei. Ferner habe er vorgebracht, er habe als Ajnabi keine Rechte besessen. In Syrien würden rund 1,8 Mio. Kurden leben, was knapp 10% der Bevölkerung entspreche. Die Kurden würden die grösste ethnische Minderheit darstellen. Die Mehrheit von ihnen gelte als integriert und habe keine besonderen Probleme. Es gebe drei Kategorien von Kurden in Syrien: Jene, welche die syrische Staatsan- gehörigkeit besässen, ferner die als Ausländer registrierten "Aj anib" und schliesslich die nicht registrierten "Maktumin". Gemäss geltender Recht- sprechung der Asylbehörden unterlägen die Ajanib in Syrien keiner Kollek- tivverfolgung. Von staatlichen Repressionen, die ein menschenwürdiges Leben verunmöglichen würden, könne für diese Personengruppe generell nicht gesprochen werden. Zudem hätten die im Distrikt Hassakeh re- gistrierten Ajanib gemäss präsidialem Dekret 49 vom 7. April 2011 die Mög- lichkeit, die syrische Staatsangehörigkeit zu erhalten. Seither liessen sich unzählige Ajanib einbürgern und seien somit den Kurden gleichgestellt, welche schon zuvor im Besitz der syrischen Staatsangehörigkeit gewesen seien. Die Maktumin blieben dagegen weiterhin von der Gewährung der Staatsbürgerschaft ausgeschlossen. Dem Umstand, dass er Ajnabi sei, komme daher keine asylrelevante Bedeutung zu. Insoweit er schliesslich geltend mache, sich in der Schweiz für die Rechte der Kurdinnen und Kur- den sowie gegen das syrische Regime zu engagieren, sei festzuhalten, dass er dieses Vorbringen mit keinerlei substantiierten Angaben oder Be- weismitteln zu seinen angeblichen Tätigkeiten untermauere. Aufgrund der gesamten Akten seien somit keine Hinweise ersichtlich, dass er in der Schweiz derartig qualifizierte exilpolitische Aktivitäten ausübe, welche aus Sicht des syrischen Regimes als potentielle Bedrohung wahrgenommen werden könnten und geeignet wären, eine Furcht vor flüchtlingsrelevanter Verfolgung zu begründen. Zusammenfassend sei somit festzuhalten, dass seine Vorbringen weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit noch an die Flüchtlingseigenschaft standhielten, weshalb sein Asylgesuch abzu- lehnen sei. 4.2 In der Beschwerde wird demgegenüber im Wesentlichen ausgeführt, der Anspruch auf Akteneinsicht und rechtliches Gehör sei verletzt worden, indem das BFM in den Antrag betreffend die vorläufige Aufnahme und in D-670/2014 Seite 11 die Botschaftsanfrage keine Einsicht gewährt habe. Ferner habe das BFM die Begründungspflicht verletzt, da es betreffend Unzumutbarkeit des Weg- weisungsvollzugs keine konkrete Einzelfallwürdigung vorgenommen habe und die kurdische Herkunft des Beschwerdeführers sowie den dreijährigen Aufenthalt und die gute Integration in der Schweiz nicht erwähnt habe. Wei- ter sei es auf die in der Eingabe vom 16. Dezember 2013 vorgebrachten Argumente nur unzureichend eing egangen und habe die Beweismittel (sämtliche Datenbanken sämtlicher syrischer Geheimdienste und Behör- den) nicht gewürdigt. Es stelle sich die Frage, ob Ajanib überhaupt in der erwähnten Datenbank erfasst würden. Es sei objektiv unmöglich, die Frage nach der Suche des Beschwerdeführers durch die syrischen Behörden mit- tels Abklärung durch eine einzige Datenbank (beim Migrationsdienst) ab- zuklären. Durch die Abklärung seien objektive Nachfluchtgründe geschaf- fen worden. Die Botschaftsanfrage sei mangelhaft, da d er Sachverhalt nicht einmal ansatzweise in der Anfrage geschildert worden sei. Das BFM oder das Bundesverwaltungsgericht müssten zwingend darlegen, ob es sich vorliegend um eine Auskunft oder Zeugnis von Drittpersonen im Sinne von Art. 12 Bst. c VwVG handle. Analog zur Offenlegung des Werdegangs der Lingua-Experten müsste der Hintergrund der die Abklärung tätigenden Person offengelegt werden. Die syrischen Behörden wüssten, wozu die im- mer gleichen und standardisierten Anfragen von mit der Schweizer Bot- schaft in Verbindung stehenden Personen betreffend ins Ausland gereisten Kurden dienen würden. Das BFM habe pauschal und stereotyp behauptet, die Vorbringen des Beschwerdeführers enthielten keine konkreten Ele- mente, welche beweisen würden, dass er gesucht werde . Es sei rechts- widrig, aus dem Fehlen konkreter Beweismittel die fehlende Asylrelevanz oder sogar Unglaubhaftigkeit der Vorbringen abzuleiten. Das BFM müsse weitere Abklärungen vornehmen, um zu beurteilen, ob die Vorbringen des Beschwerdeführers asylreleva nt beziehungsweise glaubhaft seien. Aus- serdem sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seine Mitwirkungs- pflicht nicht verletzt habe. Es falle auf, dass das BFM die Ausführungen des Beschwerdeführers im Sachverhalt der angefochtenen Verfügung nur sehr ru dimentär und unvollständig wiedergegeben habe; insbesondere blieben zahlreiche Details unerwähnt. Es habe mit keinem Wort ausgeführt, dass die Aussagen des Beschwerdeführers mit jenen seiner Eltern über- einstimmen würden. Das BFM habe es unterlassen , die Vorbringen voll- ständig abzuklären, und es hätte zwingend weitere Abklärungen, insbeson- dere eine weitere Anhörung sowie eine ergänzende Botschaftsabklärung, durchführen müssen, weshalb die Sache an das BFM zurückzuweisen sei. Sollte die Sache nicht ans BFM zurückgewiesen werden, sei festzuhalten, D-670/2014 Seite 12 dass das BFM Art. 7 AsylG sowie Art. 9 BV verletze, indem es das Erfor- dernis betreffend Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 AsylG im Sinne einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu einem eigentlichen Beweiser- fordernis erhöhe. Der Beschwerdeführer habe die Stammesfehde erst an- lässlich der Anhörung erwähnt, da er erstens an der Befragung im EVZ dazu angehalten worden sei, den Sachverhalt möglichst kurz und summa- risch wiederzugeben. Zweitens habe er Angst gehabt vor Repr essionen seitens Schweizer Behörden, da er mit dem Täter verwandt sei. Aufgrund dessen, was er in Syrien erlebt habe, sei seine Skepsis den Behörden ge- genüber nachvollziehbar. Es sei nachvollziehbar, dass er trotz begründeter Todesfurcht seinen Arbeitsalltag möglichst habe aufrechterhalten wollen, um nicht noch mehr Verdacht bei den Behörden zu erwecken. Er wisse logischerweise nicht, wieso ihn seine Eltern erst mit Erreichen der Volljäh- rigkeit über die seit langer Zeit bestehende Stammesfehde informiert hä t- ten. Im Übrigen sei es einleuchtend, dass er bei seinen Eltern nachgefragt habe, wieso sie nicht zum Grossvater auf Besuch haben gehen können. Die Verfolgung durch arabisch-stämmige Drittpersonen werde im Übrigen im Schreiben des Vorstehers von B._______ und von anderen Zeugen be- stätigt. Dass die Ausführungen des Vaters bezüglich der Verfolgung durch die syrischen Behörden glaubhaft seien, sei mit der ebenfalls am selben Datum eingereichten Beschwerde dargetan worden. Bezüglich der angeb- lichen Unsubstantiiertheit der geäusserten Festnahmen und Freilassungen seines Vaters, habe er geschildert, dass sich sein Bruder um die Angele- genheit gekümmert habe und er von den übrigen männlichen Familienmit- gliedern nicht laufend und nicht detailliert über das aktuelle Geschehen in- formiert worden sei. Dies verwundere angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer deutlich jünger gewesen sei als seine restlichen Ge- schwister, nicht. Die Aussagen bezüglich der Reflexverfolgung seien des- halb glaubhaft. Der Beschwerdeführer habe glaubhaft geschildert, dass er im Zeitpunkt der Ausreise aus Syrien wegen des politischen sowie ethni- schen Profils von den syrischen Behörden gezielt gesucht und verfolgt wor- den sei. Die herabgesetzten Anforderungen an die Bejahung der begrün- deten Furcht vor asylrelevanter Verfolgung seien somit erfüllt, zumal der Vater des Beschwerdeführers bereits in Syrien inhaftiert und gefoltert wor- den sei. Er würde im Falle einer erneuten Einreise verhaftet und dabei nicht mehr freigelassen, weil er als Ajnabi illegal aus Syrien ausgereist sei. Ins- besondere sei bezüglich Art. 3 AsylG festzuhalten, dass seine Angst vor einer Rekrutierung durch die PKK zusammen mit der Angst vor Verfolgung durch die syrischen Behörden und die arabisch stämmigen Drittpersonen sowie der Tatsache, dass er in Syrien als Ajnabi registriert sei, eine begrün- dete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung ausgelöst habe, weshalb die D-670/2014 Seite 13 Flüchtlingseigenschaft zu bejahen sei. Es möge zwar zutreffen, dass die PKK niemanden zur Mitgliedschaft zwingen könne, die subtile Vorgehens- weise der PKK halte den Anforderungen an die Intensität gemäss Asylge- setz jedoch stand. Er schildere glaubhaft, dass der von der PKK ausgeübte Druck einer der Gründe für die Flucht gewesen sei. Er sei bereits vor dem Dekret 49 vo m 7. April 2011 ausgereist. Zur Erlangung der syrischen Staatsangehörigkeit müsste er bei den syrischen Behörden seines Heima- tortes vorsprechen, um die syrische Staatsangehörigkeit und die Ausstel- lung einer syrischen Identitätskarte zu beantragen. Es sei unerklärlich, wie ein in der Schweiz asylsuchender Mann in seine n bürgerkriegsversehrten Heimatstaat reisen und dort bei den Behörden vorstellig werden solle. Zu- dem sei seine Ausreise Ajnabi illegal, weshalb er sich bei einer Wiederein- reise einer Gefahr für Leib und Leben aussetzen würde. Somit stehe fest, dass dem Umstand, dass er unter dem Status "Ajnabi" registriert sei, vor- liegend asylrelevante Bedeutung zukomme. Der Bericht " report into the credibility of certain evidence with regard to torture and execution of per- sons incarcerated by the current Syrian regime" vom Januar 2014 unter- mauere die bereit in den vergangenen Jahren laut gewordenen Anschuldi- gungen gegen das syrische Regime, wonach dieses durch die brutale Be- handlung von Gefangenen massive Verletzungen der Menschenrechte be- gehe. Berichte würden aufzeigen, mit welcher systematischen Gewalt das Assad-Regime gegen Oppositionelle vorgehe, sobald diese einmal in die Hände der Behörden und Geheimdienste gelangen würden. Es sei wahr- scheinlich, dass ihm, wenn er nicht aus Syrien geflüchtet wäre, das selbe Schicksal ereilt hätte. Er sei auch in der Schweiz exilpolitisch aktiv. Er habe an vorderster Front an oppositionellen, kurdischen Kundgebungen teilge- nommen. Dass dieser Protest in gleicher Weise von einer grossen Masse getragen werde, schmälere sein politisches Profil und Engagement nicht. Es sei ein Leichtes, Oppositionelle wie ihn herauszufiltern und zu identifi- zieren. Von höchster Brisanz sei, dass die Syrien-Friedenskonferenz in der Schweiz stattgefunden habe und die Schweiz vermehrte Aufmerksamkeit erhalte und zusätzlich Vertreter aller Parteien beherberge. Dieser Aspekt der ausgesprochenen Überwachung in der Schweiz müsse zwingend be- rücksichtigt werden. Es sei bekannt, dass Angehörige der syrischen Bot- schaften als Spione bei regimekritischen Demonstrationen im Ausland ein- gesetzt würden. Seit Ausbruch des arabischen Frühlings hätten sich die Spionageaktivitäten verstärkt. Entgegen der Ansicht des BFM würden be- reits geringe Aktivitäten genügen, um in das Visier der syrischen Behörden zu gelangen. Bei seiner Rückkehr nach Syrien über Damaskus würde er zweifelsfrei von den syrischen Behörden verfolgt und verhört werden, da diesen mit grösster Wahrscheinlichkeit sein Aufenthalt in der Schweiz, D-670/2014 Seite 14 seine exilpolitische Aktivitäten sowie seine Beantragung des Asyls in der Schweiz bekannt seien. Seine Abwesenheit mache ihn als Kurde beson- ders verdächtig, da er die Entwicklung in den letzten Jahren in Nordsyrien nicht mitgemacht habe, geschweige denn zu denjenigen Kurden zähle, welche mit dem syrischen Regime allenfalls kollaborieren würden. 5. 5.1 Im vorliegenden Fall ist zunächst auf die mit der Beschwerdeschrift vor- gebrachte Rüge einzugehen, der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör sei verletzt worden. In diesem Zusammenhang machte der Beschwerdeführer zum einen gel- tend, das rechtliche Gehör sei dadurch verletzt worden, dass ihm keine vollständige Einsicht in die Akten des erstinstanzlichen Asylverfahrens, na- mentlich betreffend Akte A8/2 (Botschaftsanfrage) und A32/2 (interner An- trag betreffend vorläufige Aufnahme) gewährt worden sei. Mit Zwischen- verfügung vom 28. Februar 2014 – mit welcher die Instruktionsrichterin das BFM aufforderte, die Botschaftsanfrage offenzulegen, und das Gesuch um Akteneinsicht betreffen A32/2 ablehnte – wurde hierzu bereits ausgeführt, bei der vorinstanzlichen Akten A32/2 handle es sich um den BFM-internen Antrag auf Anordnung der vorläufigen Aufnahme des Beschwerdeführers wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in deren He imatstaat Syrien. Ein solches behördeninternes Dokument sei ausschliesslich für den Amtsgebrauch bestimmt und weise keinen Beweischarakter auf, wes- halb es nicht der Akteneinsicht unterliege. Dem ist nichts mehr beizufügen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist insofern in diesem Zusammen- hang nicht zu erkennen. In die Botschaftsanfrage wurde dem Beschwerde- führer Einsicht gewährt, damit wurde die Verletzung des rechtlichen Ge- hörs bereits geheilt. 5.2 Der Beschwerdeführer rügt des Weiteren, das rechtliche Geh ör sei dadurch verletzt worden, dass die Vorinstanz die Begründungspflicht ver- letzt habe, da es betreffend Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs keine konkrete Einzelfallwürdigung vorgenommen habe. Die Vorinstanz hält in den Erwägungen fest, sie erachte den Vollzug der Wegweisung nach Syrien aufgrund der dortigen Sicherheitslage als nicht zumutbar. Diese Begründung für die Anordnung der vorläufigen Aufnahme ist unter dem Aspekt der Begründungspflicht nicht zu beanstanden. Dass in Syrien Bürgerkrieg herrscht, ist bekannt. Die Vorinstanz bezieht sich so- dann auf Art. 83 Abs. 4 AuG (SR 142.20), in welchem Krieg, Bürgerkrieg D-670/2014 Seite 15 und allgemeine Gewalt als Gründe für eine konkrete Gefährdung im Falle des Vollzugs der Wegweisung in den Heimat- oder Herkunftsstaat erwähnt werden. Aus der Begründung wird mithin ohne weiteres klar, dass die Vo- rinstanz den Beschwerdeführer im Falle der Rückkehr aufgrund der durch den Bürgerkrieg geprägten Sicherheitslage in Syrien für konkret gefährdet hält und es deshalb den Vollzug der Wegweisung als nicht zumutbar beur- teilt. Die Vorinstanz hat im Übrigen mit dieser Beurteilung zu Gunsten des Beschwerdeführers entschieden, weshalb ohnehin nicht ersichtlich ist, in- wiefern er durch den Entscheid beziehungsweise dessen Begründung be- schwert sein soll. 5.3 Weiter wird in der Beschwerde gerügt, die Vorinstanz habe die Beweis- mittel (sämtliche Datenbanken sämtlicher syrischer Geheimdienste und Behörden) nicht gewürdigt. Die Botschaftsanfrage sei mangelhaft, da der Sachverhalt nicht einmal ansatzweise in der Anf rage geschildert worden sei. Der Hintergrund der die Abklärung tätigenden Person müsse offenge- legt werden. Der Sachverhalt in der angefochtenen Verfügung sei nur sehr rudimentär und unvollständig wiedergegeben und das BFM hätte zwingend weitere Abklärungen, insbesondere eine weitere Anhörung und eine ergän- zende Botschaftsabklärung, durchführen müssen. Wie die nachfolgenden Erwägungen ergeben, ist in vorliegendem Fall ohnehin auf die Aufhebung der angefochtenen Verfügung zu schliessen, und angesichts der damit ver- bundenen Gutheissung der Beschwerde erübrigt es sich, die geltend ge- machten Gehörsverletzungen im Einzelnen zu beurteilen. 6. 6.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge- gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesent- liche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschick- sals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im Wesent- lichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vor- kommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlitte- nen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei- chende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüch- lichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurtei-D-670/2014 Seite 16 lung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Ele- mente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub- stantiiertheit und Plausibilit ät der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vor- bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we- sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachver- haltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1, 2010/57 E. 2.3, Ent- scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1, EMARK 1996 Nr. 27 E. 3c/aa, EMARK 1996 Nr. 28 E. 3a). 6.2 Der Beschwerdeführer machte geltend, er fürchte sich vor Blutrache durch arabisch-stämmige Personen. Zudem wolle ihn die PKK rekrutieren und er sei Ajnabi. 6.2.1 Hinsichtlich dem Vorbringen, er habe als Ajnabi in Syrien keine Rechte, ist festzustellen, dass Ajanib in Syrien gemäss Rechtsprechung keiner Kollektivverfolgung unterliegen (vgl. Urteile des BVGer E-919/2014 vom 6. November 2014 E. 6.2 m.w.H., E -3474/2011 vom 18. Juni 2012 E. 4.2). Der Beschwerdeführer gab sodann anlässlich der Anhörung an, dass er nicht deswegen ausgereist sei. Dem Umstand allein, dass der Be- schwerdeführer Ajnabi ist, kommt daher keine asylrelevante Bedeutung zu. 6.2.2 Entgegen den Äusseru ngen in der Beschwerde, machte der Be- schwerdeführer keine begründete Furcht vor der PKK geltend. Die PKK - Angehörigen hätten zwar mit ihm geredet, aber ihm sei das egal gewesen. Er habe nichts gesagt (vgl. Akte A21/19 F84 ff.). Dieses Vorbringen ist des- halb mangels einer begründeten Furcht nicht asylrelevant. 6.2.3 Hinsichtlich der Furcht vor Blutrache durch arabisch -stämmige Per- sonen geht das Gericht, im Gegensatz zur Vorinstanz, nicht von der Un- glaubhaftigkeit der diesbezüglichen Vorbringen aus, da diese anlässl ich der Befragung im EVZ vom Beschwerdeführer nicht erwähnt wurde n. Es ist im länderspezifischen Kontext nachvollziehbar, dass er, wie im Übrigen auch seine Eltern und Geschwister, im EVZ anlässlich der Befragung die Fehde nicht erwähnt hat, da der Mord durch einen Verwandten ein schlech- tes Licht auf ihn werfen könnte, selbst wenn er nichts mit der Tat zu tun gehabt hat. Zudem erscheint es nicht, als wolle er mit diesem Vorbringen seine Asylgründe aufbauschen. Im Gegenteil, die anlässlich der Anhörung D-670/2014 Seite 17 vorgebrachte Rache erklärt, warum die männlichen Verwandten väterli- cherseits bis auf einen behinderten Onkel alle im Ausland verweilen. Die Angaben des Beschwerdeführers stimmen zudem insofern mit der Realität überein, als dass Blutrache in Syrien zwar staatlich verboten ist, aber bei den Beduinenstämmen trotzdem vorkommt und Jahre bis zum Vollzug der Rache verstreichen können. Allerdings richtet sich die Rache hauptsäch- lich gegen den Täter und nur ausnahmsweise gegen die ga nze Familie. Derartige Clanfehden werden sodann vom syrischen Staat nicht toleriert. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass bei entsprechender Fa- natisierung einzelne Familien sich über gerichtliche Anordnungen hin- wegsetzen (vgl. Schweizerische Flüc htlingshilfe [SFH], SUSANNE BACH- MANN, Syrien, Mai 2004, S. 5). Die Furcht vor Blutrache ist vorliegend trotzdem nicht asylrelevant, da sie nicht an ein sogenanntes asylerhebli- ches Merkmal anknüpft. An ein solches Merkmal wie etwa die ethnische Zugehörigkeit, die politische Überzeugung oder die religiöse Grundent- scheidung knüpft Blutrache nicht an. Sie ist vielmehr eine archaische Re- aktion auf die Tötung eines Mannes oder vorliegend dreier Männer, eine Genugtuung für das vergossene Blut und die Beeinträchtig ung der Fami- lienehre. 6.2.4 Zusammenfassend ist festzustellen dass die Vorbringen des Be- schwerdeführers, er habe als Ajnabi keine Rechte, die PKK habe ihn rek- rutieren wollen und er sich vor Blutrache durch arabisch-stämmige Perso- nen fürchte, nicht asylrelevant sind. Ob der syrische Staat hinsichtlich der Blutrache allenfalls aus asylrelevanten Motiven eine Schutzgewährung verweigern oder aufgrund der heutigen desolaten Situation im Bürger- kriegsland ohnehin nicht in der Lage zur Leistung einer solchen wäre, kann angesichts dessen, dass wie im Folgenden zu zeigen sein wird, der Be- schwerdeführer von den syrischen Behörden asylrelevant verfolgt ist, offen gelassen werden. 6.3 6.3.1 Der Beschwerdeführer machte ferner geltend, er fürchte sich vor ei- ner Reflexverfolgung durch die syrischen Behörden wegen seines Vaters. Mit Urteil D-668/2014 vom 17. September 2015 hat es das Bundesverwal- tungsgericht als glaubhaft erachtet, dass der Vater von den syrischen Be- hörden mehrmals inhaftiert und misshandelt worden und bei den syrischen Behörden als Regimegegner registriert ist. Zudem ist festgestellt worden, dass genügend konkrete Anhaltspunkte vorhanden sind, dass der Vater weitere Verfolgungsmassnahmen zu befürchten hatte. Die PKK sei nicht D-670/2014 Seite 18 auf den Wunsch des Vaters, weniger oft bei ihm aufzutauchen eingegan- gen, weshalb er mit weiteren Verhaftungen und Misshandlungen durch die syrischen Behörden rechnen musste. 6.3.2 Staatliche Repressalien gegen Familienangehörige von politischen Opponenten können als sogenannte Reflexverfolgung flüchtlingsrec htlich erheblich sein, wenn sie in asylrelevanter Intensität gezielt erfolgen oder mit erheblicher Wahrscheinlichkeit drohen; die gegen den politischen Op- ponenten bestehende Verfolgungsmotivation wirkt sich in diesen Fällen auch gegen seine von Reflexverfo lgung bedrohten Angehörigen aus. Be- gründete Furcht vor künftiger Verfolgung liegt grundsätzlich dann vor, wenn aufgrund objektiver Umstände in nachvollziehbarer Weise subjektiv befürchtet wird, die Verfolgung werde sich mit beachtlicher Wahrschein- lichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen (vgl. STÖCKLI, a.a.O., Rz. 11.16; MARIO GATTIKER, Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 1999, S. 77 f.; BVGE 2011/51 E. 6.2, 2011/50 E. 3.1.1, 2010/57 E. 2.5). 6.3.3 In aktuellen, öffentlich zugänglichen Berichten werden Fälle von Re- flexverfolgung von Familienangehörigen dokumentiert (Human Rights Watch, Country Summary Syria, Januar 2015, S. 3; UN-Menschenrechts- rat, Report of the independent international commission of inquiry on the Syrian Arab Republic [7th Report], 12. Februar 2014, S. 36 und 39; Amne- sty International [AI], Between prison and the grave, November 2015, S. 8; AI, Menschenrechtskrise in Syrien erfordert Abschiebungskonzept und Aussetzung des Deutsch -Syrischen Rückübernahmeabkommens, 14. März 2012, www.amnes ty.de/files/Syrien_Abschiebestopp, abgerufen am 12.11.2015; SFH, Übersicht Reflexverfolgung und/oder Sippenhaft, 13. September 2006, S. 6; SFH, Syrien: Rekrutierung durch die Syrische Armee, 30. Juli 2014, S. 4). Das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) führt in seinem Bericht "International Pro- tection Considerations with regard to people fleeing the Syrian Arab Re- public, Update III vom Oktober 2014 sodann aus, dass Familienangehörige von (vermeintlichen) Regimegegnern wie Ehep artner, Kinder (inklusive minderjährige Kinder) Geschwister, Eltern und auch entferntere Verwandte willkürlich verhaftet, in Isolationshaft genommen, gefoltert oder anderweitig misshandelt würden. Könne ein Regimegegner nicht gefunden werden, würden Sicherheitskräfte auch unter Anwendung von Gewalt Familienan- gehörige, inklusive Kinder, verhaften oder dazu missbrauchen, als Form der Bestrafung für die Aktivitäten des gesuchten Familienmitgliedes oder um an Informationen zu dessen Verbleib zu gelangen oder die Gesuchten D-670/2014 Seite 19 unter Druck zu setzen, sich den Behörden zu stellen. Aus Sicht des UN- HCR sind Familienmitglieder und andere nahe Angehörige von (vermeint- lichen) Regimegegnern sodann einem besonderen Risiko von Verfolgung ausgesetzt (UNHCR-Bericht S. 6, 8 und 14). 6.3.4 Den Ausführungen des Beschwerdeführers ist zwar zu entnehmen, dass er selber keine Probleme mit den syrischen Behörden gehabt hatte. Der Beschwerdeführer lebte aber noch zu Hause bei seinen Eltern, wo sein Vater jeweils festgenommen worden ist, und war bei den Verhaftungen mehrere Male auch zugegen. Insofern wussten die syrischen Sicherheits- kräfte, dass sich im selben Haus noch die Söhne aufhalten und dass diese vermutlich auch Kontakt mit der PKK hatten. Der Vater war jedoch jedes Mal zu Hause, als die Sicherheitskräfte aufkreuzten, weshalb für diese bis zur Ausreise kein Anlass bestand, Druck auf die Familienangehörigen aus- zuüben. Angesichts dessen, dass der Vater bei einem Verbleib in Syrien weitere Verfolgungsmassnahmen durch die Sicherheitskräfte zu befürch- ten gehabt hätte, ist davon auszuge hen, dass im Falle der Ausreise des Vaters ohne seine Söhne vor dem Hintergrund der oben dargelegten Situ- ation die Sicherheitskräfte mit erheblicher Wahrscheinlichkeit und in abseh- barer Zukunft die Familienangehörigen verhaftet oder dazu missbraucht hätten, als Form der Bestrafung für die Aktivitäten des Vaters oder um an Informationen zu dessen Verbleib zu gelangen oder den Vater unter Druck zu setzen, sich den Behörden zustellen. Dafür spricht, dass der pensio- nierte Beamte und Kunde seines Bruders den Söhnen auch geraten habe, mit dem Vater zusammen auszureisen, zumal er die Situation als ehemali- ger Geheimdienstmitarbeiter abschätzen konnte. Die Angst des Beschwer- deführers, dass die Sicherheitsbehörden nach der Ausreise seines Vaters ihn verfolgt hätten, ist deshalb begründet. 6.3.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer im Ausreisezeitpunkt als Sohn eines Kurden, der wegen vermeintlicher PKK- Unterstützung mehrfach inhaftiert und misshandelt w orden war, begrün- dete Furcht hatte, Opfer einer R eflexverfolgung zu werden, die auf der vorab gegen seinen Vater gerichteten politischen Verfolgungsmotivation der syrischen Behörden beruht und damit den Anforderungen von Art. 3 AsylG genügt. Momentan ist ferner keine Möglichkeit eines adäquaten Schutzes vor Verfolgungsmassnahmen des staatlichen syrischen Regimes ersichtlich. Eine innerstaatliche Fluchtalternative ist folglich nicht gegeben (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-5779/2013 E. 5.8 f. [als Re- ferenzurteil publiziert]). D-670/2014 Seite 20 7. Aus diesen Erwäg ungen ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt. Da den Akten keine Hinweise zu entnehmen sind, die auf das Vorliegen von Ausschluss- gründen (Art. 53 AsylG) hindeuten, ist ihm in der Schweiz Asyl zu gewäh- ren (vgl. Art. 49 AsylG). Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und das SEM anzuweisen, dem Be- schwerdeführer Asyl zu gewähren. Angesichts des Ausgangs des Verfah- rens erübrigt es sich, auf die geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeiten und weiteren Anträge einzugehen. 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens in An- wendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Der Rechts- vertreter reichte keine Kostennote ein, weshalb die notwendigen Parteikos- ten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) und unter Berücksic htigung der ähnlich gelagerten Verfahren der restlichen Familienmitglieder D-666/2014, D -668/2014 und D-670/2014, in welchen der gleiche Rechtsvertreter tätig war beziehungs- weise ist, ist die Parteientschädigung aufgrund der Akten auf Fr. 1050.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Dieser Betrag ist dem Beschwerdeführer durch das SEM zu entrichten. D-670/2014 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird, und die Verfügung des BFM vom 31. Dezember 2013 wird aufgehoben. 2. Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1050.– auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Contessina Theis Sarah Ferreyra Versand: