Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. Februar 2012 (720 11 313 / 48) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente (Überprüfung der Anspruchsberechtigung bei umstrittenem medizinischen Sachverhalt) Besetzung Präsidentin Eva Meuli Ziegler, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Elisabeth Joller Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Thomas Wyler, Advokat, Kirschgartenstrasse 7, Postfach, 4010 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1961 geborene A.____ war zuletzt bei der B.___ _ AG in Münchenstein als Raum- pflegerin angestellt. Ihr letzter effektiver Arbeitsta g war der 10. Dezember 2007. Am 27. November 2008 löste die Arbeitgeberin das Arbeit sverhältnis unter Berücksichtigung der gesetzlichen Sperrfrist auf den 31. Januar 2009 auf, d a A.____ krankheitsbedingt ihre Tätigkeit seit dem 10. Dezember 2007 nicht mehr ausgeübt hatte. Am 17. Juni 2008 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Arthrose in den Hüftgelenken, eine congenitale Hüftdysplasie sowie eine Coxarthrose rechts bei der IV-Stelle Basel-Landschaft ( IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle klärte die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ab und veranlasste nament- Seite 2 lich ein Gutachten bei Dr. med. C.____, Facharzt für O rthopädische Chirurgie FMH und Sport- medizin SGSM. Nachdem sie im Rahmen des Vorbescheidverfah rens weitere medizinische Berichte eingeholt hatte, lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 11. August 2011 einen Renten- anspruch der Versicherten unter Hinweis auf einen Invaliditätsgrad von 10% ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Dr. iur. Thomas Wyler, Advokat in Basel, am 13. September 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel -Landschaft, Abteilung Sozialver- sicherungsrecht. Durch ihren Rechtsvertreter liess sie bean tragen, es sei ihr bei einem IV-Grad von mindestens 70% eine ganze Invalidenrente auf den f rühestmöglichen Zeitpunkt zuzuspre- chen; eventualiter sei die IV-Stelle anzuweisen, Massnahmen zur beruflichen Eingliederung der Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Resterwerbsfähigkei t zu prüfen und gegebenenfalls durchzuführen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter im Wesentlichen aus, die Beschwer- degegnerin habe bei der Beurteilung der Arbeitsfähi gkeit zu wenig kritisch auf das Gutachten von Dr. C.____ abgestellt. Das Gutachten C.____ sei zu w enig substantiiert, lückenhaft und beruhe nicht auf allen objektiv gebotenen Untersuchungen . Gemäss Berichten ihres behan- delnden Arztes, Dr. med. D.____, Facharzt FMH für Allge meine Innere Medizin, sei die Be- schwerdeführerin nur noch in der Lage, rein im Sitzen zu verrichtende Tätigkeiten während zwei Stunden pro Tag zu absolvieren. Selbst bei Hausarbeiten habe sie Hilfe nötig, so dass ihr die bisherige Tätigkeit als Raumpflegerin nicht mehr zumut bar sei. Gestützt darauf sei die Be- schwerdeführerin auch in einer nur noch theoretisch best ehenden Verweistätigkeit im Umfang von mindestens 70% eingeschränkt. Sollte das Gericht nicht bereits aufgrund des bestehenden medizinischen Dossiers zum Schluss kommen, dass der Beschwerd eführerin eine volle Invali- denrente zustehe, müsse die Einholung eines gerichtliche n Gutachtens beantragt werden. Zu- dem sei der von der IV-Stelle vorgenommene abstrakte Ta bellenlohnvergleich nicht realistisch, da die Beschwerdeführerin den ihr unterstellten fiktive n Tabellenlohn auch vor Eintritt ihrer Ge- sundheitsbeschwerden nie habe erreichen können. Die IV- Stelle habe zudem nicht berücksich- tigt, dass sie zuletzt vor ihrer IV-Anmeldung nur noch in Teilzeit und im Stundenlohn angestellt gewesen sei. Die Invaliditätsbemessung müsse daher nach d er gemischten Methode erfolgen. Die IV-Stelle habe es aber versäumt, eine Haushaltsabkl ärung durchzuführen, was als Verfah- rensmangel gerügt werden müsse. Sollte die Beschwerdefüh rerin wider Erwarten über eine Restarbeitsfähigkeit verfügen, so wären ihr berufliche Massnahmen insbesondere zur konkreten Abklärung einer leidensadaptierten Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu gewähren. C. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 28. November 2011 auf Abweisung der Beschwerde. Auf die weiteren Vorbringen und Ausf ührungen der Parteien wird, soweit er- forderlich, in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- Seite 3 teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist demnach einzutreten. 2.1 Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bun desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 d ie voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Kran kheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 4 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfal lversicherung entwickelten Grundsätze fin- den für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendun g (Urteil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 3.4 In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll da s Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens- stellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patien ten aussagen (M EYER -BLASER ULRICH , Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2. Auf lage, Zürich 2010, S. 353; BGE 125 V 353, BGE 122 V 162 E. 1c, 120 V 367 E. 3b). Im Hin blick auf einen möglichen Ziel- und Inte- ressenkonflikt zwischen Behandlung und Begutachtung kann - namentlich in umstrittenen Fäl- len - auch nicht unbesehen auf die Angaben des behande lnden Spezialisten abgestellt werden (Urteil des EVG vom 5. April 2004, I 814/03, E. 2.4. 2). Dies gilt allerdings nicht im Sinne einer Beweisformel, wonach Berichte behandelnder Ärzte in d er Regel von vornherein weniger Be- weiswert hätten, sondern sie sind unvoreingenommen auf ihre Beweiskraft zu prüfen. Zu beach- ten und bei der Entscheidfindung zu gewichten ist in d iesem Zusammenhang, dass Hausärzte in der Regel die einzigen Medizinalpersonen sind, die über eine Langzeitbeobachtung berichten können (L OCHER THOMAS , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 452). Sind keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich, d ie die Glaubwürdigkeit ärztlicher At- teste zu erschüttern vermögen, ist es unzulässig, die Angaben behandelnder Ärzte bei der Be- weiswürdigung unter Hinweis auf ihre Vertrauensstellun g und unter Berufung auf die fachliche Kompetenz der Ärzte beispielsweise einer Universitätskli nik ausser Acht zu lassen (L OCHER , a.a.O., S. 453). 4. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind di e folgenden medizinischen Unterla- gen zu berücksichtigen: 4.1 Die IV-Stelle stellte zur Beurteilung der Arbeit sfähigkeit der Beschwerdeführerin auf das Gutachten von Dr. C.____ vom 6. Dezember 2009 ab. Dr. C.____ stellte eine Hüftdysplasie mit sekundärer Coxarthrose beidseits bei Status nach Hüftt otalprothese rechts am 21. Januar 2009, chronisch persistierendem Weichteilsyndrom, Verdacht auf Entrapment des Nervus cuta- neus femoris lateralis und Insertionstendinosen der becken nahen Muskulatur rechts fest. Auf- grund des Zustandes nach Hüfttotalprothese bestehe eine Beeinträchtigung für körperlich schwere Arbeiten mit Heben und Tragen schwerer Lasten seit dem 21. Januar 2008. Für leichte bis mittelschwere Arbeiten bestehe seit theoretischem Abschluss der Rehabilitationsphase nach Hüfttotalprothese ab Juli 2008 keine Beeinträchtigung mehr. In ihrer angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin solle die Versicherte allerdings keine l ängeren Arbeiten mit Treppauf- und Trep- Seite 5 pabgehen ausführen. Vom 10. Dezember 2007 bis zum theoretischen Abschluss der Rehabilita- tionsphase am 30. Juni 2008 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit dem 1. Juli 2008 bestehe für die angestammte Tätigkeit als Raumpfle gerin eine Arbeitsfähigkeit von 75%. Die Einschränkung um 25% ergebe sich daraus, dass die Versicherte keine Arbeiten mit Heben und Tragen von schweren Lasten sowie keine Arbeiten auf unsicheren Standflächen oder auf Leitern ausführen solle. Die übrigen Arbeiten im Rau mpflegebereich seien zumutbar. Sämtliche anderen Tätigkeiten mit nur leichten körperlichen Belastungen oder vorwiegend im Sitzen seien seit dem 1. Juli 2008 zu 100% zumutbar. Dr. C.____ emp fahl, die Verdachtsdiagnose eines Entrapment des Nervus cutaneus femoris lateralis diagnost isch und therapeutisch weiterzuver- folgen, weil diese Problematik nicht vollständig geklärt sei und möglicherweise einen Teil der Schmerzsymptomatik erklären könne. Eine zusätzliche Einschränk ung ergebe sich daraus al- lerdings nicht. Er fügte an, da die Tätigkeit als Rau mpflegerin unter Vermeidung sämtlicher schwerer körperlicher Belastungen und unter Vermeidung vom Besteigen von Leitern reell kaum ausführbar sei, sei eine Hilfe zur beruflichen Umorientierung als sinnvoll anzusehen. 4.2 Im weiteren Verlauf erfolgten zusätzliche medizinisch e Abklärungen, unter anderem veranlasst durch Prof. Dr. med. E.____, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Trauma- tologie. Mit Bericht vom 23. April 2010 diagnostizierte er invalidisierende Schmerzen im Bereich der rechten Hüfte bei Status nach Hüft-Totalprotheseni mplantation rechts bei Dysplasieco- xarthrose rechts, eine Meralgia paraesthetica rechts, ein e Dysplasiecoxarthrose links sowie Lumbalgien. Er hielt fest, die Schmerzen der Beschwerde führerin seien einerseits auf eine ver- mehrte Elastizität in den ventralen acetabulären knöche rnen Anteilen in Richtung auf den Os Pubis, andererseits auf Vernarbungen im Bereich der G efässnervenloge im Leistenkanal zu- rückzuführen. Die Irritation des Nervus cutaneus femorali s lateralis spiele in diesem Gesamt- kontext wohl nur eine relativ untergeordnete Rolle. Er veranlasste ein MRI der Hüfte und Leis- tenregion um Aufschluss darüber zu erhalten, ob allenfal ls eine Prothesenrevision denkbar wä- re. 4.3 Am 20. Mai 2011 berichtete Prof. E.____ über die Resultate der MRI-Untersuchung. Es habe sich gezeigt, dass die Implantate sowohl im Pfannen- wie im Schaftbereich fest sässen und keine Anhaltspunkte für eine Lockerung oder ein Inf ektgeschehen bestünden. Auch im Be- reich der muskulären Weichteile fänden sich keine Anzeiche n für eine Funktionsstörung. Hauptbefund seien narbige Veränderungen im Verlauf d es Leistenkanals, ohne dass allerdings der Nervus femoralis direkt irritiert zu sein scheine. Im Verlauf des Nervus cutaneus femoris lateralis hingegen bestünden narbige Veränderungen, w elche mit den meralgieformen Be- schwerden der Versicherten korrelieren könnten. 4.4 Ein MRI der LWS vom 23. September 2010 ergab ähn liche Verhältnisse wie bei der MRI-Untersuchung vom 3. November 2008, ohne Diskushernie u nd ohne relevante Protrusion. Gemäss Interpretation durch Prof. E.____ vom 29. Septe mber 2010 habe keine Progression der lumbalen Veränderungen beobachtet werden können. Nach wie vor bestehe die bekannte Degeneration der Bandscheibe L4/5, allerdings ohne Ta ngierung spinaler Strukturen. Damit könnten lumbospondylogene Ursachen für das Beschwerdebild der Versicherten im Bereich der rechten Hüfte praktisch ausgeschlossen werden, allenfall s lokale lumbale Beschwerden seien durch eine hypertrophe Spondylarthrose auf Höhe L4/5 erklärbar. Das Beschwerdebild entspre- che aber nicht dem hauptsächlichen Problem der Versicherten. Bezüglich der Beschwerdeursa- Seite 6 chen müssten lokale postoperative Faktoren postuliert wer den. Dabei würden die im MRI vom 30. April 2010 beschriebenen narbigen Veränderungen im Verlauf des Leistenkanals eine ge- wisse Rolle spielen. 4.5 Der Hausarzt der Versicherten, Dr. D.____, diagnost izierte in seinem Bericht vom 13. Mai 2011 eine kongenitale Hüftdysplasie und eine Hü ft-Totalprothese rechts mit nicht opti- maler Implantatlage vor allem im Pfannenbereich sowie narbige Veränderungen im Verlauf des Leistenkanals gemäss MRI vom 30. April 2010. Seit der Op eration bestünden erhebliche belas- tungsabhängige Schmerzen der rechten Hüfte. Die Beschwerdeführerin sei in der Beweglichkeit und der Belastbarkeit der rechten Hüfte eingeschränkt, G ehen könne sie nur mit Stock. Es sei ein Duchenne-Hinken zu beobachten. Die bisherige Arbei t als Raumpflegerin sei nicht mehr möglich. Zur Zeit sei selbst bei Hausarbeiten Hilfe n ötig. Rein sitzende Tätigkeiten seien ihr noch im Umfang von zwei Stunden pro Tag zumutbar; rein stehende Tätigkeiten, wechselbelas- tende Tätigkeiten, vorwiegend im Stehen ausgeübte T ätigkeiten, Bücken, Über-Kopf-Arbeiten, Kauern, Knien etc. sei ihr nicht mehr zumutbar. 5.1 Die Beschwerdeführerin rügt, das Gutachten C.____ sei zu wenig substantiiert, lü- ckenhaft und beruhe nicht auf allen objektiv gebotenen Untersuchungen. Da Dr. C.____ keine Kenntnis der MRI vom 30. April 2010 gehabt habe, könne das Gutachten inhaltlich nicht auf den erforderlichen umfassenden und aktuellen medizinischen Erke nntnissen beruhen. Der Ver- dachtsdiagnose eines Entrapments des Nervus cutaneus femo ris lateralis werde ohne Begrün- dung jede praktische Relevanz auf die weitere medizinisch e Beurteilung abgesprochen, was nicht angehen könne. Dass Dr. C.____ den theoretischen Ab schluss der Rehabilitationsphase rückwirkend auf den 30. Juni 2008 festgelegt habe, könne nicht nachvollzogen werden. 5.2 Die IV-Stelle hält dem mit Berufung auf den RAD -Bericht vom 15. Dezember 2009 ent- gegen, dass das Gutachten C.____ präzis, kurz gefasst, aber vollständig sei. Die Einschätzung Dr. C.____'s bezüglich der Restarbeitsfähigkeit basiere auf objektivierbaren Befunden und sei aus Sicht der vielen negativen Abklärungen auch nachvoll ziehbar. Es liege ein stark subjektiv geprägtes Beschwerdebild vor. Die IV-Stelle führt wei ter aus, gemäss der RAD-Stellungnahme vom 17. Mai 2010 bedeute die Diagnose einer Meralgia paraesthetica keine erhebliche Ein- schränkung. Dr. med. F.____ vom RAD habe in seiner Stel lungnahme vom 21. Oktober 2010 festgehalten, dass der Irritation des Nervus cutaneus fe moris lateralis als möglicher Ursache der Meralgia paraesthetica von Prof. E.____ eine rela tiv untergeordnete Rolle beigemessen werde. Die IV-Stelle argumentiert sodann, das Hüft-MR I vom April 2010 liefere zwar ein mögli- ches Korrelat der Irritation des oberflächlichen Femora lis-Nervenastes, jedoch keine gesicherte grundlegende neue Erkenntnis. Eine Revision der Beurtei lung des Gutachtens sei daher nicht erforderlich. Insgesamt würden sich keine Inkonsistenzen oder Widersprüche im Gutachten von Dr. C.____ finden. 5.3 Beim Gutachten von Dr. C.____ fällt auf, dass eine Beurteilung medizinischen Situation vollständig fehlt. Unter dem Kapitel "Beurteilung/ Au swirkung auf die Arbeitsfähigkeit" (Kap. 7 des Gutachtens) nimmt Dr. C.____ im Wesentlichen nur zur Arbeitsfähigkeit Stellung. Seine Einschätzung wird dabei einzig mit einem lapidaren Hin weis auf die erhobenen Befunde be- gründet. Eine eigentliche Beurteilung, in der der G utachter zu den erhobenen Befunden und den subjektiv beschriebenen Beschwerden Stellung nimmt, di e erhobenen Befunde in einen Seite 7 gesamtmedizinischen Kontext einordnet und die sich allfäl lig daraus ergebenden Einschrän- kungen beschreibt und quantifiziert, ist im Gutachten nic ht vorhanden. Für die Meinung des Gutachters, wonach der theoretische Abschluss der Rehabil itationsphase auf den 1. Juli 2008 anzusetzen sei, ist keine Erklärung ersichtlich, genauso weni g wie für die Behauptung, ein all- fälliges Entrapment des nervus cutaneus femoris lateral is habe keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Dr. C.____ unternimmt in seinem Gu tachten nicht den geringsten Versuch, die Beschwerden der Versicherten zu erklären. Er äussert sich w eder zu der Prothesenlage noch zu einer allfälligen Irritation des Nervus femoralis d urch Vernarbungen. Er nimmt auch nicht zu der Frage Stellung, welche Rolle die im Bereich der W irbelsäule erhobenen Befunde im Ge- samtbeschwerdebild der Versicherten spielen. Für das Gericht ist somit nicht ersichtlich, welche Beschwerden der Versicherten allenfalls zu welchen Einsch ränkungen führen und weshalb. Bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit fällt mit Blick auf die Befunde zudem selbst dem medizi- nischen Laien auf, dass Dr. C.____ eine äusserst optimisti sche Beurteilung vornimmt. So ist schwer nachvollziehbar, wie eine Versicherte, die sich aufgr und deutlicher Bewegungsein- schränkung im Rücken- und Hüftbereich kaum bücken kann, weiterhin zu 75% als Raumpflege- rin arbeitsfähig sein soll. Dr. C.____ hält denn hin sichtlich allfälliger beruflicher Massnahmen auch selbst fest, die Tätigkeit als Raumpflegerin sei kau m reell ausführbar und eine Hilfe zur beruflichen Umorientierung daher sinnvoll. Die Aussage n Dr. C.____'s zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin entbehren somit nicht nur jeglicher Begründung, sondern sind auch in sich widersprüchlich. Das Gutachten von Dr. C.____ vermag demn ach den rechtsprechungsmässi- gen Anforderungen an ärztliche Expertisen nicht zu gen ügen. Die Schlussfolgerungen des Gut- achters sind nicht begründet und widersprüchlich; eine D arlegung der medizinischen Zusam- menhänge sowie eine Beurteilung der medizinischen Sit uation im oben umschriebenen Sinne fehlt vollständig. 5.4 Nach dem Gesagten hat die IV-Stelle zu Unrecht auf das Gutachten von Dr. C.____ ab- gestellt. Daran ändern auch die nachträglichen Stellun gnahmen der RAD-Ärzte nichts. Einer- seits ist festzuhalten, dass eine versicherungsinterne Beurt eilung gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung keine volle Beweiskraft mehr hat, wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuver- lässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Angaben bestehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit Verweis au f BGE 122 V 157 E. 1d). Angesichts der stark divergierenden Äusserungen der medizinischen Fachper sonen können solche Zweifel vorliegend nicht ausgeräumt werden. Zudem stellt eine fehlende Beurteilung in einem Gutach- ten einen gravierenden Mangel dar, ist doch die Beurt eilung der medizinischen Situation das eigentliche Kernstück einer ärztlichen Expertise. Ergänze nde Stellungnahmen des RAD er- scheinen daher vorliegend von vornherein nicht geeignet, den Beweiswert des mangelhaften Gutachtens zu erhöhen. Auch die übrigen medizinischen Berichte erlauben keine abschliessen- de Beurteilung des medizinischen Sachverhalts. So enthalt en die Berichte von Prof. E.____ zwar eine sorgfältige und nachvollziehbare Beurteilung der gesundheitlichen Situation der Be- schwerdeführerin, äussern sich jedoch nicht zur Arbeitsfäh igkeit. Entgegen der Ansicht der Be- schwerdeführerin kann der vorliegende Fall auch nicht ge stützt auf den Bericht von Dr. D.____ vom 13. Mai 2011 beurteilt werden, handelt es sich dabe i doch lediglich um einen kurzen Ver- laufsbericht zuhanden der IV-Stelle, der nicht auf ei ner eingehenden aktuellen Untersuchung beruht und keine umfassende Beurteilung der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführe- rin enthält. Damit steht fest, dass die angefochtene V erfügung vom 11. August 2011 auf unzu- reichenden medizinischen Abklärungsergebnissen beruht. Seite 8 6.1 Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung kö nnen die Sozialversicherungsge- richte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsa che zu weiteren medizinischen Abklärun- gen an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstan z hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Ve rwaltungsverfahren anderweitig erho- benen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administ- rativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht be weiskräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn l ediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 ff, E. 4.4.1 ff.). 6.2 Vorliegend erscheint eine Rückweisung der Streitsache an die IV-Stelle im Lichte der dargelegten neuen Rechtsprechung als gerechtfertigt. Dr. C.____ hat keine Beurteilung der medizinischen Situation vorgenommen und es fehlt somit d as eigentliche Kernstück des Gut- achtens. Auch die weiteren medizinischen Unterlagen sin d nicht geeignet, den Gesundheitszu- stand der Beschwerdeführerin zu beurteilen. Die gesund heitliche Situation der Beschwerdefüh- rerin ist daher als ungeklärt zu betrachten. Zu beachten sind zudem die Ausführungen des Bundesgerichts im hiervor zitierten BGE 137 V 210 ff., wonach eine weitgehende Verlagerung der Expertentätigkeit von der administrativen auf die gerichtliche Ebene sachlich nicht wünsch- bar ist. Die Rechtsstaatlichkeit der Versicherungsdurchführun g litte empfindlich und wäre von einem Substanzverlust bedroht, so das Bundesgericht, wenn die Verwaltung von vornherein darauf bauen könnte, dass ihre Arbeit in jedem verfüg ungsweise abgeschlossenen Sozialversi- cherungsfall auf Beschwerde hin gleichsam gerichtlicher Nachbesserung unterliege (BGE 137 V 210 ff., E. 4.2). Vorliegend ist die Verwaltung ihre r Pflicht zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts offensichtlich nur ungenügend nachgekommen. Sie hat sich mit der Beurteilung des RAD vom 15. Dezember 2009 zufriedengegeben, wonach d as Gutachten von Dr. C.____ zwar kurz gefasst, aber präzis und vollständig sei. Der IV- Stelle hätte jedoch bei der Prüfung des Gutachtens hinsichtlich der von der Rechtsprechung formulierten Anforderungen an medi- zinische Expertisen auffallen müssen, dass es schwerwiegende M ängel enthält, welche eine abschliessende Beurteilung des medizinischen Sachverhalts nicht erlauben. Die angefochtene Verfügung vom 11. August 2011 ist deshalb aufzuheben und die Angelegenheit ist zur erneuten Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese wird b ei bis anhin nicht mit dem Dossier betrauten Fachpersonen ein weiteres Gutachten einzuho len haben. Angesichts der sich stel- lenden Fragen in Bezug auf Nervenirritationen durch n arbige Veränderungen wird das Gutach- ten nicht nur die medizinische Fachrichtung der Orthopä die/Rheumatologie, sondern auch der Neurologie zu umfassen haben. Sollten die Gutachter kei ne Befunde erheben, welche die Be- schwerden der Versicherten hinreichend erklären, ist die Beschwerdeführerin zusätzlich psychi- atrisch abzuklären. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird die IV-Stelle über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu zu befinde n haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 7.1 Nach Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigke iten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferleg t. Vorliegend ist die IV-Stelle unter- liegende Partei, weshalb sie grundsätzlich die Verfahr enskosten zu tragen hätte. In diesem Zu- Seite 9 sammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten aufer- legt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die IV-S telle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. 7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als Obsiegen im Sinne der genannten Bestimmung gilt grundsätz- lich auch die Rückweisung der Angelegenheit an den Versi cherungsträger zur weiteren Abklä- rung (BGE 137 V 61 f. E. 2.1, 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). Dem Ausgang des Verfah- rens entsprechend ist der Beschwerdeführerin deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerd eführerin hat in seiner Honorarnote vom 17. Januar 2012 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 13,5 Stunden gel- tend gemacht, was sich umfangmässig als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnitt liche Fälle zur Anwendung ge- langenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 120.50. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'775.15 (inkl. Auslagen und 8 % Mehr- wertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 8. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zust ändigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öff entlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 9 3 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 10 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die Verfügung vom 11. August 2011 aufgehoben und die Sache zur erneu ten Abklä- rung im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle Basel -Landschaft zu- rückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 3'775.15 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht