A bteilung I A -1403/2006 {T 0/2} U rteil vom 5. Juli 2007 M itw irkung: R ichter M arkus M etz (Vorsitz), Pascal M ollard, D aniel R iedo. G erichtsschreiber Johannes Schöpf. X._______, ... Beschw erdeführer, vertreten durch ... gegen Eidgenössische Steuerverw altung ESTV , H auptabteilung M ehrw ertsteuer, Schw arztorstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend M ehrw ertsteuer (3. Q uartal 2000 und 1. Q uartal 2001 / A brechnungs- m ethode; Verrechnung). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. X._______ ist seit dem 1. Januar 1995 m it seiner Einzelfirm a "X._______ D ruck" im von der Eidgenössischen Steuerverw altung (ESTV) geführten R egister der M ehrw ertsteuerpflichtigen eingetragen (M W ST-N r. ...). Zw eck dieses U nternehm ens ist gem äss H andelsregistereintrag die H erstellung und der Vertrieb von D ruckw aren aller Art. Per 1. Januar 1998 übertrug er den D ruckbereich an die neu gegründete Y._______ D ruck G m bH (M W ST- N r. ...); den Verlagsbereich behielt er w eiterhin bei. Infolge G eschäftsaufgabe w urde die Einzelfirm a "X._______ D ruck" am 1. Februar 2005 im H andelsregister gelöscht. N achdem X._______ seine U m sätze im Jahr 1998 m it dem Saldosteuer- satz abgerechnet hatte, berechnete die ESTV die D ifferenz zur effektiv ge- schuldeten M ehrw ertsteuer auf den deklarierten U m sätzen und stellte ihm am 31. M ärz 1999 m it der Ergänzungsabrechnung (EA) N r. ... für das 1. bis 4. Q uartal 1998 R echnung von Fr. ... m it dem H inw eis, er könne die Vorsteuer für das Jahr 1998 m ittels separatem Schreiben oder in der nächsten Q uartalsabrechnung geltend m achen. X._______ bezahlte die N achforderung und m achte m it dem Schreiben vom 18. Juni 1999 die im Jahr 1998 angefallenen Vorsteuern von Fr. ... geltend. Infolge fehlender Abrechnungen schätzte die ESTV in der Folge die U m - sätze für das 3. Q uartal 2000 und das 1. Q uartal 2001 und berechnete die M ehrw ertsteuerforderung m it der EA N r. ... vom 6. Juni 2001 auf Fr. .... X._______ beantw ortete die Zusendung dieser R echnung m it dem Schreiben vom 18. Juni 2001 an die ESTV und w ies darauf hin, er habe bereits m ehrm als ein G esuch um Abrechnung nach dem Saldosteuersatz und nach vereinnahm ten Entgelten gestellt, aber von der Verw altung nie eine Antw ort erhalten. Ausserdem habe ihm die ESTV die für das Jahr 1998 geltend gem achte Vorsteuer von Fr. ... nicht zurückerstattet. Er ersuche deshalb noch einm al um Bew illigung zur Abrechnung nach der Saldosteuersatzm ethode auf vereinnahm ten Entgelten ab 1. Januar 2001 und reichte ausserdem die M ehrw ertsteuerabrechnung über das 1. Q uartal 2001 ein, die einen U m satz von Fr. ... und einen geschuldeten M ehrw ertsteuerbetrag von Fr. ... ausw ies. G leichzeitig teilte er m it, der U m satz für das 3. Q uartal 2000 betrage Fr. .... B. Auf Verlangen der ESTV, ihr Bilanz und Vorsteuerjournale für die Zeit vom 1. Januar 2000 bis 31. M ärz 2001 vorzulegen, reichte X._______ eine Zu- sam m enstellung der Vorsteuern für den Zeitraum vom 1. Januar 2000 bis 31. Januar 2001 ein. Am 16. M ai 2002 stellte die Verw altung dem M ehr- w ertsteuerpflichtigen einen anfechtbaren Entscheid betreffend die EA N r. ... über Fr. ... sow ie Fr. ... Betreibungskosten zu. D agegen erhob X._______ am 11. Juni 2002 bei der ESTV Einsprache m it den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und das Betreibungsam t ... sei anzw eisen, die eingeleitete Betreibung zu löschen, die Verw altung habe Vorsteuern von m indestens Fr. ... zurückzuzahlen und die M ehrw ertsteuernum m er ... sei aus dem R egister der M ehrw ertsteuerpflichtigen zu löschen. 3 Vergleichsw eise schlug er vor, ihm für den Abrechnungszeitraum vom 3. Q uartal 2000 bis zur G ründung der X._______ Verlag G m bH , die am 3. Septem ber 2001 in das H andelsregister eingetragen w orden w ar, den Saldosteuersatz sow ie die Abrechnung nach vereinnahm ten Entgelten zu gew ähren, die anfallenden Saldosteuern m it den abgerechneten Fr. ... zu verrechnen, die Betreibung zurückzuziehen und ihn im R egister der M ehrw ertsteuerpflichtigen zu löschen. Auf Verlangen der ESTV reichte X._______ am 18. O ktober 2004 die „w ichtigsten M W ST-relevanten Belege“ für den Zeitraum 1. Juli 2000 bis 31. M ärz 2001 nach. Allerdings betrafen die m eisten dieser U nterlagen entw eder eine andere Abrechnungsperiode oder der M ehrw ertsteuer nicht unterliegende postalische W ertzeichen. Auf G rund der im Einspracheverfahren nachgereichten U nterlagen hiess die ESTV die Einsprache am 23. N ovem ber 2004 teilw eise gut und redu- zierte die M ehrw ertsteuerforderung für das 3. Q uartal 2000 auf Fr. ... und für das 1. Q uartal 2001 auf Fr. ..., jew eils zuzüglich 5% Verzugszins seit dem 1. M ärz 2001 (m ittlerer Verfall). D ie ESTV stützte sich dabei auf den gem eldeten N ettoum satz von Fr. ... für das 3. Q uartal 2000 und den eingereichten Vorsteuerbeleg von Fr. ... sow ie auf die N ettoum satzangabe von Fr. ... für das 1. Q uartal 2001 und die für diese Periode nachgew iesene Vorsteuer von Fr. .... Im Ü brigen w ies die ESTV die Einsprache ab, sow eit sie darauf eintrat. C . M it Eingabe vom 10. Januar 2005 erhob X._______ (Beschw erdeführer) gegen den Einspracheentscheid Beschw erde bei der Eidgenössischen Steuerrekurskom m ission (SR K) m it folgenden Anträgen: "1. D er Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Zahlungsverpflichtung für Fr. ... nebst Zins zu 5% sei aufzuheben. 2. D ie Eidgenössische Steuerverw altung habe dem Beschw erdeführer Fr. ... nebst Zins zu 5% (recte: seit) 18. Juni 1999 zu zahlen. 3. Eventuell sei rückw irkend der Saldosteuersatz von 0,6% nach vereinnahm ten Entgelten zu gew ähren und die geltend gem achte Vorsteuer von Fr. ... anzu- rechnen. 4. D ie Eidgenössische Steuerverw altung sei aufzufordern, zur Kenntnis zu nehm en: Seit Septem ber 2001 w erden die U m sätze durch die X._______ Verlag G m bH nach vereinnahm ten Entgelten und zum Saldosteuersatz über die N um m er ... abgerechnet. D ie M ehrw ertsteuernum m er ... sei aus dem R egister zu streichen. 5. U nter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Eidgenössischen Steuerverw altung." Zur Begründung führte der Beschw erdeführer insbesondere aus, bei sei- nem Betrieb handle es sich um einen Kleinverlag m it zahlreichen Klein- rechnungen. D er Aufw and, alle D aten und Vorsteuern zu erfassen, über- steige jedes M ass und Verhältnis. D ie W eigerung der ESTV, ihm den Saldosteuersatz nach vereinnahm ten Entgelten zu bew illigen, w ider- spreche dem G rundsatz von Treu und G lauben. D . M it Schreiben vom 23. N ovem ber 2004 verzichtete die ESTV auf die Ein-4 reichung einer Vernehm lassung und beantragte die vollum fängliche und kostenpflichtige Abw eisung der Beschw erde. E. Am 7. Februar 2007 teilte das Bundesverw altungsgericht (BVG er) den Par- teien m it, dass es das hängige Beschw erdeverfahren übernom m en hat. M it Verfügung vom 28. M ärz 2007 forderte das BVG er die ESTV auf, die vorliegende Streitsache unter dem Aspekt der Ausw irkungen von Art. 15a und 45a der Verordnung vom 29. M ärz 2000 zum Bundesgesetz über die M ehrw ertsteuer (M W STG V, SR 641.201) zu prüfen. D ie Verw altung vertrat in ihrer Stellungnahm e vom 14. M ai 2007 die Ansicht, dass in casu kein Anw endungsfall dieser Bestim m ungen erblickt w erden könne. D ie teilw eise N ichtanerkennung der eingereichten Vorsteuerbelege beruhe darauf, dass diese entw eder ausserhalb der fraglichen Zeit gelegen bzw . die Lieferung von W ertzeichen (ohne M ehrw ertsteuer) betroffen hätten. D er Be- schw erdeführer habe die Frist zur Einreichung der U nterstellungserklärung (31. Januar 2001) unter das R egim e der Saldobesteuerung unbenutzt ver- streichen lassen. D ie Anw endung dieser Frist sei nach Ansicht der ESTV kein Fall von Art, 45a M W STG V; jene Frist, bis w ann sich ein M ehrw ert- steuerpflichtiger zu entscheiden habe, sei nicht erstreckbar. Auf die w eitere Begründung der Eingaben w ird – sow eit entscheidw esent- lich – im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as BVG er ist nach Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (VG G , SR 173.32) seit dem 1. Januar 2007 zur Entscheidung in der vorliegenden Streitsache zuständig. D ie Be- schw erde vom 10. Januar 2005 gegen den Einspracheentscheid der ESTV vom 23. N ovem ber 2004 w urde unter Berücksichtigung der G erichtsferien vom 18. D ezem ber 2004 bis und m it 1. Januar 2005 gem äss Art. 20 Abs. 3 und Art. 22a Abs. 1 Bst. c des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) seinerzeit frist- und form gerecht bei der SR K eingereicht. D er Beschw erdeführer ist nach Art. 48 Abs. 1 Bst. b Vw VG zur Beschw erde legitim iert. D er vom Be- schw erdeführer gestützt auf Art. 63 Abs. 4 Vw VG einverlangte Kosten- vorschuss von Fr. 600.-- ist fristgerecht bezahlt w orden. Auf die Be- schw erde ist m ithin einzutreten. D as BVG er übernim m t am 1. Januar 2007 die Beurteilung des bei der SR K hängigen R echtsm ittels und w endet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.2 Beschw erdebegehren, die neue, in der angefochtenen Verfügung nicht ge- regelte Fragen, aufw erfen, sind unzulässig (vgl. R EN É R H IN O W /H EIN R IC H KO LLE R /C H R ISTIN A KISS , Ö ffentliches Prozessrecht und Justizverw altungsrecht des Bundes, Basel 1996, S. 186 R z. 963 ff.; BG E 113 Ib 32 E. 2; Ver- w altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 57.21 S. 205). Sow eit der Be-5 schw erdeführer verlangt, die ESTV sei aufzufordern, davon Kenntnis zu nehm en, dass seit Septem ber 2001 die U m sätze durch die X._______ Verlag G m bH nach vereinnahm ten Entgelten zum Saldosteuersatz über die M ehrw ertsteuernum m er ... abgerechnet w ürden, w ar der G ehalt dieses Begehrens, sow eit dieser überhaupt justiziabel ist, nicht G egenstand des Einspracheentscheids vom 23. N ovem ber 2004; in diesem Punkt kann auf die Beschw erde nicht eingetreten w erden. G egenstand des angefochtenen Einspracheentscheids sind die Abrechnungsperioden 3. Q uartal 2000 (1. Juni bis 31. August) und 1. Q uartal 2001 (1. Januar bis 31. M ärz). So- w eit der Beschw erdeführer m it seinem Begehren vom 10. Januar 2005 auf rückw irkende Abrechnung nach der Saldosteuerm ethode einen Zeitraum nach dem 31. M ärz 2001 anbegehrt, kann darauf ebenfalls nicht einge- treten w erden, da der Zeitraum nach dem 31. M ärz 2001 nicht G egenstand des angefochtenen Einspracheentscheids vom 23. N ovem ber 2004 w ar und es deshalb am entsprechenden Streitgegenstand m angelt. 1.3 Ebenso w enig w ar G egenstand des Einspracheentscheids vom 23. N o- vem ber 2004 die Streichung der M ehrw ertsteuernum m er ..., sodass der Beschw erdeinstanz in diesem Punkt die funktionale Zuständigkeit fehlt, dieses R echtsbegehren m ateriell zu behandeln (vgl. Entscheid der SR K vom 10. Juni 1998, veröffentlicht in VPB 63.25 E. 1b). Auch auf dieses Be- gehren kann deshalb nicht eingetreten w erden. 1.4 Schliesslich w ar auch der (im Ü brigen von der ESTV anerkannte) Vor- steuerabzug von Fr. ... für das Jahr 1998 nicht G egenstand des Ein- spracheverfahrens und des angefochtenen Einspracheentscheids vom 23. N ovem ber 2004. Er kann deshalb im vorliegenden Verfahren nicht G e- genstand der Forderung oder der Verrechnung sein. D azu kom m t, dass die Verrechnung einer Forderung gegenüber dem G em einw esens m it einer öffentlich-rechtlichen Forderung des G em einw esens nach Art. 125 Ziff. 3 des O bligationenrechts vom 30. M ärz 1911 (O R , SR 220) gegen den W illen der Verw altung ohnehin nicht m öglich ist (vgl. dazu auch U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Auf- lage, Zürich/Basel/G enf 2006, R z. 806). Auch insow eit kann auf die Be- schw erde nicht eingetreten w erden. 2. 2.1 Sow eit der Beschw erdeführer begehrt, entsprechend der Saldosteuer- m ethode nach vereinnahm ten Entgelten abrechnen zu können, ist folgen- des auszuführen: D as entsprechende Begehren findet sich erstm als in seinem Schreiben vom 18. Juni 2001 für den Zeitraum ab 1. Januar 2001 in den Akten der ESTV. Am 11. Juni 2002 erw eiterte der Beschw erde- führer das Begehren auf den Zeitraum des 3. Q uartals 2000 und fordert in der Beschw erde an die SR K vom 10. Januar 2005 lediglich noch die R ück- w irkung auf einen unbestim m ten Zeitpunkt. G em äss Art. 47 Abs. 3 der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die M ehrw ertsteuer (M W STV, AS 1994 1464), die für den vorliegenden Sachverhalt sow eit G eltung bean- sprucht, als er sich bis zum 31. D ezem ber 2000 ereignet hatte (Art. 93 M W STG ), w ar die ESTV berechtigt, Saldosteuersätze vorzusehen und die 6 M odalitäten eines W echsels der Abrechnung zu regeln (Entscheid der SR K vom 24. Juni 1999, veröffentlicht in VPB 64.11 E. 3). Es ist deshalb nicht zu beanstanden und w ar m it dem übergeordneten Bundesrecht ver- einbar, w enn die ESTV im R ahm en ihrer G estaltungsfreiheit den W echsel aus G ründen der G leichbehandlung und der Praktikabilität nur auf Ende eines Jahres zuliess und die M eldung bis spätestens Ende Februar des folgenden Jahres verlangte (vgl. Broschüre über die Saldosteuersätze bei der M ehrw ertsteuer vom N ovem ber 1996, Ziffer 5.1). N ach Art. 59 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 2. Septem ber 1999 über die M ehrw ertsteuer (M W STG , SR 641.2) besteht zw ar ab 1. Januar 2001 ein Anspruch auf die Abrechnung nach der Saldosteuersatzm ethode. D ennoch kann die ESTV die Bedingungen regeln, w ie dabei vorzugehen ist (U rteil des BVG er A- 1377/2006 vom 20. M ärz 2007 E. 2.3; D IEG O C LAVA D ETSC H ER /PIER R E -M AR IE G LAU S ER /G ER H AR D SC H AFR O TH , m w st.com , Kom m entar zum Bundesgesetz über die M ehrw ertsteuer, Basel 2000, Art. 59 R z. 12, 14). D ie M eldung eines W echsels der Abrechnungsm ethode ist danach jew eils, gleich w ie unter dem früheren R echt der M ehrw ertsteuerverordnung, m it W irkung nur auf den Beginn eines Kalenderjahres m öglich (Ziffer 4.3 Bro- schüre über die Saldosteuersätze bei der M ehrw ertsteuer vom N ovem ber 1996). D ie entsprechende schriftliche M eldung an die Verw altung hat bis Ende Februar desjenigen Jahres zu erfolgen, ab dessen Beginn der M ehr- w ertsteuerpflichtige nach Saldosteuersätzen abrechnen w ill. Ebenso w ie die Praxis der ESTV über den W iderruf der vereinfachten Abrechnungs- m ethode jew eils auf Ende eines Jahres bis spätestens Ende Februar des Folgejahres m it dem alten Bundesrecht zu vereinbaren w ar (Entscheid der SR K vom 10. Juni 1998, a.a.O ., E. 3.), hält auch die Beschränkung, den W echsel zur Saldobesteuerung nur auf Beginn des Jahres zuzulassen, vor dem übergeordneten neuen Bundesrecht stand. D ie Praxis der ESTV, den Ü bergang nur auf Ende und Beginn eines neuen Kalenderjahres zuzu- lassen, entspricht dem G rundsatz der Praktikabilität, der G leichbehandlung und dem Erfordernis der Erhebungsw irtschaftlichkeit und liegt nach w ie vor im R ahm en des G estaltungsspielraum s der ESTV (Entscheide der SR K vom 10. Juni 1998, a.a.O ., E. 3c, vom 24. Juni 1999, veröffentlicht in VPB 64.11 E. 4c). D a der Beschw erdeführer sein G esuch erstm als am 18. Juni 2001 schriftlich eingereicht hatte, konnte er som it im Anw endungsbereich sow ohl des Art. 47 Abs. 3 M W STV als auch des Art. 59 Abs. 1 M W STG frühestens auf den 1. Januar 2002 nach der Saldosteuersatzm ethode ab- rechnen. D ie Beschw erde ist deshalb in diesem Punkt abzuw eisen. Vor der Einführung des M W STG am 1. Januar 2001 hat die ESTV die M ehrw ertsteuerpflichtigen in Schreiben vom August 2000 und N ovem ber 2000 darüber inform iert, dass das Inkrafttreten dieses G esetzes einen N euanfang in Sachen Saldosteuersätze darstelle, w eshalb alle M ehrw ert- steuerpflichtigen, die nach diesem Term in nach Saldosteuersätzen abzu- rechnen w ünschen, eine neue U nterstellungserklärung zu unterzeichnen und einzureichen haben. Als letzte Frist zur Einreichung der U nter- stellungserklärung galt der 31. Januar 2001. Auch diese Vorgehensw eise der Verw altung ist nicht zu beanstanden, w urde diese doch gegenüber den 7 M ehrw ertsteuerpflichtigen ausreichend kom m uniziert und die zeitliche Be- schränkung hält ebenfalls vor dem übergeordneten Bundesrecht stand. W enn der Beschw erdeführer diese Frist nicht w ahrgenom m en hat, liegt dies in seiner eigenen Verantw ortung. 2.2 2.2.1 D ie Veranlagung und Entrichtung der M ehrw ertsteuer erfolgt nach dem Selbstveranlagungsprinzip (Art. 46 f. M W STG ; vgl. ER N ST BLU M EN STEIN /PETER LO C H ER , System des schw eizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 421 ff.). D ies bedeutet, dass der Steuerpflichtige selbst und unaufge- fordert über seine U m sätze und Vorsteuern abzurechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode den geschuldeten M ehrw ertsteuerbetrag an die ESTV abzuliefern hat. D ie ESTV erm ittelt die H öhe des geschuldeten M ehrw ertsteuerbetrages nur dann an Stelle des Steuerpflichtigen, w enn dieser seinen Pflichten nicht nachkom m t. D er Steuerpflichtige hat seine M ehrw ertsteuerforderung selbst festzustellen; er ist allein für die vollständige und richtige Versteuerung seiner steuerbaren U m sätze und für die korrekte Erm ittlung der Vorsteuer verantw ortlich (U r- teil des BVG er A-1476/2006 und A-1492/2006 vom 26. April 2007, E. 4.2.1; ISAB ELLE H O M BER G E R G U T, in m w st.com , Basel/G enf/M ünchen 2000, Art. 46 R z. 1 ff.; ALO IS C AM EN ZIN D /N IKLAU S H O N AU E R /KLAU S A. VALLE N D ER, H and- buch zum M ehrw ertsteuergesetz, 2. Auflage, Bern 2003, R z. 1579 ff.). Ein Verstoss des M ehrw ertsteuerpflichtigen gegen diesen G rundsatz ist nach w iederholt geäusserter Ansicht der SR K als schw erw iegend anzusehen, da der Steuerpflichtige durch das M issachten dieser Vorschrift die ord- nungsgem ässe Erhebung der M ehrw ertsteuer und dam it das Steuersystem als solches gefährdet (vgl. die Entscheide der SR K vom 27. M ärz 2006 [SR K 2003-184] E. 2c, vom 31. August 2004 [SR K 2003-168] E. 3a, vom 12. August 2002, veröffentlicht in Archiv für Schw eizerisches Abgaberecht [ASA] 73 S. 232 f. sow ie vom 25. August 1998, veröffentlicht in VPB 63.27 E. 3a). D ieser Auffassung ist auch das BVG er (U rteil des BVG er vom 20. M ärz 2007, a.a.O ., E. 2.2). D em vorliegenden Verfahren liegt eine so genannte interne Schätzung der ESTV zugrunde. Eine steuerpflichtige Person hat grundsätzlich zw ei M ög- lichkeiten, um dagegen eine Beschw erde zu begründen (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 13. O ktober 1998, publiziert in ASA 68 S. 429 E. 3c/bb und 3d). Sie reicht zusam m en m it ihrer Beschw erde eine voll- ständig ausgefüllte und unterzeichnete M ehrw ertsteuerabrechnung für das fragliche Q uartal ein, w elche sich auf die Buchhaltung ihres Betriebes ab- stützt. Es besteht auch die M öglichkeit, die H öhe der internen Schätzung auf andere W eise zu bestreiten. D ie beschw erdeführende Person m uss diesfalls ausführlich begründen und bew eisen, w eshalb die von der ESTV zugrunde gelegten Zahlen nicht der R ealität entsprechen können. Es ge- nügt nicht, einzig zu erklären, die Buchhaltung habe nicht erstellt w erden können oder die Schätzung sei zu hoch. Vielm ehr ist nach der R echt- sprechung des Bundesgerichts eine ausführliche Begründung erforderlich, die sich eingehend m it der H öhe der Steuerforderung auseinandersetzt und die Schätzung der Verw altung w iderlegt (U rteil des Bundesgerichts 8 2A.109/2005 vom 10. M ärz 2006 E. 2.3; vgl. auch Entscheid der SR K vom 30. Septem ber 2002, veröffentlicht in VPB 67.54 E. 1b/aa). 2.2.2 D er Beschw erdeführer beantragt, die Zahlungsverpflichtung für Fr. ... nebst Verzugszins zu 5% aufzuheben. In der Begründung des durch einen Anw alt vertretenen Beschw erdeführers findet sich keine ausführliche Begründung, w eshalb und in w elchem U m fang die Berechnung der M ehrw ertsteuer von Fr. ... falsch sein sollte. Er m acht lediglich pauschal geltend, die EA N r. ... über Fr. ... sei schikanös. O ffensichtlich ficht der Beschw erdeführer die Berechnung nach den effektiven U m sätzen deshalb an, w eil er nach der M ethode der Saldobesteuerung abrechnen m öchte und diese M ethode seiner Ansicht nach bei einem von ihm anerkannten U m satz von Fr. ... zu jenem anderen – von ihm gew ünschten – geschuldeten M ehrw ertsteuerbetrag von ca. Fr. ... jährlich führen w ürde. D a ihm ein W echsel zur Saldobesteuerung aber für die in Frage stehenden Abrechnungsperioden verw ehrt ist, könnte nur geprüft w erden, ob die Berechnung der ESTV nach der effektiven Abrechnungsw eise falsch ist. D ie Verw altung hat für die Berechnung des geschuldeten M ehrw ertsteuerbetrages sow ohl hinsichtlich des U m satzes als auch des Vorsteuerabzugs alle vom Beschw erdeführer (auch nachträglich) eingelegten U nterlagen beigezogen, auf diese und seine Anerkennung des U m satzes abgestellt und hat diese Belege in vollem U m fang berück- sichtigt. Es ist deshalb nicht ersichtlich, w eshalb und inw iew eit diese Ab- rechnung falsch sein sollte. 3. Aus dem D argelegten folgt, dass die Beschw erde abzuw eisen ist, sow eit darauf eingetreten w erden kann. 4. Für die Kosten und Entschädigungen im Beschw erdeverfahren gilt das R eglem ent vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altunsgericht (VG KE, SR 173.320.2). D ie Ver- fahrenskosten für das Beschw erdeverfahren vor dem Bundesverw altungs- gericht w erden gem äss Art. 4 VG KE auf Fr. 600.-- festgesetzt, dem unter- liegenden Beschw erdeführer auferlegt und m it dem Kostenvorschuss gleicher H öhe verrechnet. Eine Parteientschädigung w ird nicht ausge- richtet Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer aufer- legt und m it dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ver- rechnet. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (G erichtsurkunde)9 D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M arkus M etz Johannes Schöpf R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie Beschw erde ist unzulässig gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (Art. 42, 48, 54, 83 Bst. m und Art. 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). Versand am :