Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 17. September 2019 (460 19 131) ____________________________________________________________________ Strafrecht mehrfacher, teilweise geringfügiger Diebstahl etc. Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richterin Helena Hess (Ref.), Richter Daniel Häring; Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde A.____ AG , Privatklägerin B.____ Genossenschaft , Privatklägerin gegen C.____ , vertreten durch Advokat Peter Epple, Hauptstrasse 47, 4153 Reinach BL 1, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand mehrfacher, teilweise geringfügiger Diebstahl etc. Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 8. April 2019 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft (n achfolgend Strafgerichtspräsi- dium) vom 8. April 2019 wurde C.____ in teilweiser B estätigung des Strafbefehls der Staatsan- waltschaft Basel-Landschaft (nachfolgend Staatsanwaltschaft) vom 22. Februar 2019 der mehr- fachen Missachtung der Ein- oder Ausgrenzung sowie des geringfügigen Diebstahls zum Nach- teil der Genossenschaft B.____ schuldig erklärt und zu e iner Freiheitsstrafe von 90 Tagen, un- ter Anrechnung der vom 12. Februar 2019 bis zum 8. Apr il 2019 ausgestandenen Untersu- chungs- und Sicherheitshaft von insgesamt 56 Tagen, sowie z u einer Busse von Fr. 500.-- (bzw. zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen im Fal le schuldhafter Nichtbezahlung der Bus- se) verurteilt (Ziff. 1). Vom Vorwurf des geringfügige n Diebstahls, begangen am 12. Februar 2019 in X.____ zum Nachteil der A.____ AG, wurde C._ ___ hingegen freigesprochen (Ziff. 2). Die am 30. Januar 2019 von der Staatsanwaltschaft bedin gt vollziehbar ausgesprochene Geld- strafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.-- wurde für vollzieh bar erklärt und im Falle der Nichtbezah- lung der Geldstrafe wurde an deren Stelle eine Ersatz freiheitsstrafe von 90 Tagen festgesetzt (Ziff. 3). Ausserdem wurde erkannt, dass der beschlagnah mte Braun ThermoScan und die Pa- ckung Ersatz-Aufsätze für diesen nach Rechtskraft unter Aufhebung der Beschlagnahme an die Genossenschaft B.____ (Ziff. 4) und die übrigen beschl agnahmten Gegenstände nach Rechts- kraft an C.____ zurückgegeben werden (Ziff. 5). Die Zivi lforderung der Genossenschaft B.____ wurde auf den Zivilweg verwiesen (Ziff. 6) und diejen ige der A.____ AG abgewiesen (Ziff. 7). Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 3'624.-- wurden z ufolge Uneinbringlichkeit der Staats- kasse auferlegt (Ziff. 8). Die Kosten des amtlichen Vert eidigers in der Höhe von Fr. 7'477.55 wurden aus der Gerichtskasse ausgerichtet (Ziff. 9). B. C.____ meldete nach Eröffnung des Urteilsdispositivs vom 8. April 2019 beim Strafge- richt Berufung an. C. Mit Eingabe vom 14. Mai 2019 beantragte die Staatsan waltschaft beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend Kantonsgericht), der Beschuldigte sei nach Verbüssung seiner Haftstrafen im Kanton Basel-Stadt in Sicherheitshaft zu setzen. D. Am 27. Mai 2019 nahm C.____, vertreten durch Advokat Peter Epple, Stellung zum An- trag auf Anordnung von Sicherheitshaft und beantrag te dessen Abweisung unter o/e- Kostenfolge. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Mit Verfügung vom 29. Mai 2019 wies das verfahrensleitende Präsidium des Kantonsge- richts das Gesuch der Staatsanwaltschaft um Anordnung von Sicherheitshaft ab. F. Mit Eingabe vom 3. Juni 2019 reichte C.____, vertrete n durch Advokat Peter Epple (nachfolgend Beschuldigter), seine Berufungserklärung b eim Kantonsgericht ein und begehrte, es sei der mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 8. April 2019 in Ziff. 1 erfolgte Schuld- spruch bezüglich des geringfügigen Diebstahls aufzuheben un d er sei in diesem Zusammen- hang freizusprechen (Ziff. 1). Ausserdem sei der in Zif f. 1 erfolgte Schuldspruch bezüglich des Vorwurfs der mehrfachen Missachtung der Ein- oder Ausgr enzung aufzuheben und er sei in diesem Zusammenhang freizusprechen (Ziff. 2). Weiter sei der in Ziff. 3 erfolgte Widerruf der am 30. Januar 2019 von der Staatsanwaltschaft bedingt vollziehbar ausgesprochenen Geldstra- fe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.-- aufzuheben und die G eldstrafe für nicht vollziehbar zu erklä- ren (Ziff. 3). Ferner sei die in Ziff. 4 verfügte Rüc kgabe des beschlagnahmten Braun ThermoS- can und der Packung Ersatzaufsätze für diesen an die Genossenschaft B.____ aufzuheben und es seien ihm die genannten Gegenstände nach Rechtskraft auszuhändigen (Ziff. 4). Es sei die in Ziff. 6 verfügte Verweisung der Zivilforderung der Genossenschaft B.____ auf den Zivilweg aufzuheben und die genannte Zivilforderung abzuweisen (Ziff. 5). Schliesslich sei ihm für das Berufungsverfahren die amtliche Verteidigung mit Advokat Peter Epple als amtlicher Verteidiger zu gewähren (Ziff. 6); dies alles unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 7). G. Am 19. Juni 2019 führte die Staatsanwaltschaft aus, da ss sie weder einen Antrag auf Nichteintreten stelle noch Anschlussberufung erkläre. Ferner beantragte sie die vollumfängliche Abweisung der Berufung des Beschuldigten. H. Mit Verfügung vom 24. Juni 2019 stellte das verfahrensl eitende Präsidium des Kantons- gerichts fest, dass die übrigen Parteien weder einen Ant rag auf Nichteintreten gestellt noch An- schlussberufung erklärt haben. Der Beschuldigte und die S taatsanwaltschaft hätten dem Kan- tonsgericht mitzuteilen, ob sie mit der Durchführung d es schriftlichen Verfahrens einverstanden sind. I. Mit Eingabe vom 31. Juli 2019 begründete der Beschuldi gte seine Berufung und hielt an den in der Berufungserklärung gestellten Rechtsbegehren fest. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht J. Am 2. August 2019 verfügte das verfahrensleitende Präsidi um des Kantonsgerichts, dass das schriftliche Verfahren nach Art. 406 StPO durchgeführt wird. K. Am 5. September 2019 nahm die Staatsanwaltschaft Stel lung zur Berufungserklärung des Beschuldigten und beantragte, es sei die Berufung a bzuweisen und das Urteil der Vor- instanz vollumfänglich zu bestätigen. Die o/e-Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beru- fungskläger aufzuerlegen. L. Mit Eingabe vom 10. September 2019 reichte der Berufungskläger seine Replik ein. M. Mit Verfügung vom 11. September 2019 schloss das verfahr ensleitende Präsidium des Kantonsgerichts den Schriftenwechsel. Erwägungen I. Formelles 1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerisch en Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rech tsverletzungen, die unvollstän- dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefoch tenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsger icht innert 20 Tagen seit der Zustel- lung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 2. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichtspräsidiums v om 8. April 2019 angefochten, welches ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Der Beschuldigte und Berufungskläger mel- dete nach Eröffnung des Urteilsdispositivs beim Strafgericht Berufung an und reichte am 3. Juni 2019 seine Berufungserklärung beim Kantonsgericht ein. Damit hat er die Rechtsmittelfrist ge- wahrt und ist seiner Erklärungspflicht nachgekommen. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des kantonalen Einführungsgesetzes zur Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). Die Berufung des Beschuldigten erfüllt somit sämtliche Formalien, weshalb auf diese einzutreten ist. II. Materielles 1. Allgemeines 1.1 Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgeri cht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Aufgrund der Tatsach e, wonach im vorliegenden Fall nur der Beschuldigte Berufung erklärt hat, darf das Kantonsg ericht in Anbetracht des Verbots der "reformatio in peius“ das vorinstanzliche Urteil nur ent weder bestätigen oder zu Gunsten des Beschuldigten mildern, hingegen nicht verschärfen (Art. 391 Abs. 2 StPO). Konkret beanstandet der Beschuldigte die Schuldsprüche wegen geringfügige n Diebstahls und mehrfacher Missach- tung der Ein- und Ausgrenzung, die Strafzumessung, den Widerruf der am 30. Januar 2019 von der Staatsanwaltschaft bedingt vollziehbar ausgesprochen en Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.--, die verfügte Rückgabe des beschlagnahmten Br aun ThermoScan und der Packung Ersatzaufsätze für diesen an die Genossenschaft B.____ sowie die Verweisung der Zivilforde- rung der Genossenschaft B.____ auf den Zivilweg. Gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO bilden im vorliegenden Berufungsverfahren somit die vorgängig g enannten Punkte Gegenstand der rich- terlichen Überprüfung. 1.2 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 1 0 Abs. 2 StPO) hat das urtei- lende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon- nenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft se in Urteil unabhängig von der Anzahl der Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprec hen, und ohne Rücksicht auf die Art des Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Bew eise. Massgebend ist allein deren Stichhaltigkeit (C HRISTOF RIEDO /G ERHARD FIOLKA /M ARCEL ALEXANDER NIGGLI , Strafprozess- recht, 2011, Rz. 234; T HOMAS HOFER , Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 41 ff.). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 1 01) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte un d Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verankerten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Bes chuldigte unschuldig ist. Als Beweis- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht würdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrich ter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erkl ären darf, wenn bei objektiver Be- trachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungs- regel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer mög- lich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werde n kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um so lche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 87, E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Dem Sachgericht steht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher E rmessensspielraum zu (BGE 134 IV 132, E. 4.2; BGE 129 IV 6, E. 6.1). 1.3 Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittel- instanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigun g des in Frage stehenden Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittel- verfahren vorgetragen werden (D ANIELA BRÜSCHWEILER , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 82 N 9). 2. Diebstahl in X.____ zum Nachteil der Genossenscha ft B.____ Tatsächliches 2.1 Der Beschuldigte führt in seiner Berufungsbegründung vom 31. Juli 2019 im Wesentli- chen aus, dass auf den Videoaufzeichnungen lediglich de r Moment zu erkennen sei, als der Beschuldigte das Thermometer auspacke und D.____ in den Korb lege. Die Aussage des Be- schuldigten, wonach er D.____ das Thermometer lediglich habe zeigen wollen, ergebe durch- aus Sinn. Beim Beschuldigten habe zwar ein Thermomete r in seinen Effekten festgestellt wer- den können. Hierzu habe er jedoch plausibel angegeben, dieses Gerät bereits früher in einem Gebrauchtwarengeschäft in Y.____ erworben zu haben un d dieses aufgrund seiner Krankheit mitzuführen. Der Beschuldigte leide an chronischer Tube rkulose und müsse regelmässig seine Körpertemperatur kontrollieren. Es sei darüber hinau s nicht verständlich, weshalb man ein Thermometer entwenden sollte, handle es sich dabei do ch um ein Gerät, welches kaum auf dem Schwarzmarkt zu Geld gemacht werden könne. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 In ihrer Stellungnahme vom 5. September 2019 führt d ie Staatsanwaltschaft aus, in den Effekten des Beschuldigten sowie seiner Mittäter habe da s mutmassliche Deliktsgut sicherge- stellt werden können. Die Vorinstanz habe die Zuordnun g des Deliktsguts anhand der Video- aufzeichnungen vorgenommen und jeweils zugunsten des Beschuldigten entschieden. 2.3 Im "Anhang Sachbezeichnung" des Polizeirapports vom 15. F ebruar 2019 sind folgende Gegenstände aufgeführt, welche bei der Genossenschaft B.____ in X.____ am 12. Februar 2019 entwendet worden sind: Vier Kopfhörer, ein Körp erpflegeset, zwei Vorhängeschlösser, drei Datenträger für Computer, zwei Portemonnaies, ei n Rasierapparat sowie ein Messgerät. Der Genossenschaft B.____ ist dadurch ein Schaden in d er Höhe von insgesamt Fr. 433.80 entstanden (Akten S. 401). 2.4 Aus den nachfolgenden Sicherstellungsprotokollen wir d ersichtlich, dass alle 14 Gegen- stände, welche die B.____ in X.____ am Tattag als entw endet gemeldet hat, sichergestellt wer- den konnten: Gemäss Sicherstellungsprotokoll vom 12. Februar 2019 i st beim Beschuldigten Folgendes si- chergestellt worden: Ein Lederportemonnaie "Schweiz", rot, neuwertig; ein Kopfhörer Pioneer (Muscheln), neuwertig; ein Miostar Shave 108, Art. Nr. 7179.242, inkl. Ladegerät, neuwertig; ein Braun Thermoscan Ohrthermometer, neuwertig, einmal E rsatzaufsätze für Braun Thermoscan sowie eine 1 Liter Flasche Absolut Vodka (Akten S. 289) . Bei D.____ ist gemäss Sicherstel- lungsprotokoll vom 12. Februar 2019 ein Nike Rucksack, o livgrün; ein Pioneer Kopfhörer, schwarz; ein Schweizer Portemonnaie, rot mit Kreuz inkl. Etikette; ein Portemonnaie Mont Blanc schwarz; eine Sonnenbrille, Gucci, schwarz/braun; ei ne Jacke, Ellesse, weiss, Grösse 38, sowie eine Umhängetasche, David Jonas, schwarz, sicherg estellt worden (Akten S. 301). Bei E.____ sind am 12. Februar 2019 folgende Gegenstä nde sichergestellt worden: Eine Bank- kundenkarte; fünf Flaschen Absolut Vodka; drei Pack SanD isk Ultra micro SDHC 32gb; zwei Vorhängeschlösser Burg-Wächler Basic; ein Kopfhörer Son y MDR-EX110AP; ein Kopfhörer Sony MDR-E9LP sowie ein Nagelpflegeset (Akten S. 313). 2.5 Auf dem zeitlich ersten Video der Überwachungskamera de r B.____ in X.____, am 12. Februar 2019, 15:02 Uhr, ist zu sehen, wie zunächst der Beschuldigte (in der blauen Jacke) zum Eingang der B.____ geht und seinen Rucksack neben dem Stapel mit den Einkaufskörben platziert. Danach nimmt er einen Einkaufskorb und geht in das Einkaufsgeschäft hinein. Ledig- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich ein paar Sekunden später erscheint D.____ (in der weissen Jacke) beim Eingang und nimmt ebenfalls einen Einkaufskorb vom Stapel. Wiederu m ein paar Sekunden später folgt als letzter E.____ (in der schwarzen Jacke) und nimmt sich e benfalls einen Einkaufskorb vom Sta- pel. Im zeitlich zweiten Video, am 12. Februar 2019, 15:03 Uhr, ist zu erkennen, wie zuerst der Beschuldigte in den Gängen umhergeht resp. sich umschaut. Danach legt D.____ ein rotes Portemonnaie in seinen Einkaufskorb. Schliesslich begibt sich auch E.____ in dieselbe Abtei- lung des Geschäftes. In der zeitlich dritten Videoaufna hme, am 12. Februar 2019, 15:06 Uhr, sieht man den Beschuldigten, wie er eine dunkle Schachtel aus den Regalen nimmt und deren Inhalt (Thermometer) auspackt. Währenddessen kommen auch D.____ und E.____ in die glei- che Abteilung. Zunächst sieht man von einer anderen Pe rspektive aus, wie D.____ das rote Portemonnaie in seinen Einkaufskorb legt. D.____ legt ausserdem eine weisse Schachtel in seinen Einkaufskorb. Danach stellt er sich links neben den Beschuldigten, worauf dieser D.____ den ausgepackten Gegenstand in den Einkaufskorb legt. Z ur selben Zeit legt D.____ zwei Pa- ckungen mit schwarzen Kopfhörern in seinen Einkaufskorb. D anach verlässt er die Abteilung. Später stellt sich E.____ links neben den Beschuldigten , und dieser legt auch E.____ einen Gegenstand in den Einkaufskorb. E.____ legt ebenso zwei Packungen mit schwarzen Kopfhö- rern in seinen Einkaufskorb. Schliesslich verlässt der Beschu ldigte die Abteilung, stellt jedoch zuvor den Einkaufskorb mit den leeren Verpackungen auf d en Fussboden. Auch E.____ ver- lässt die Abteilung, kehrt jedoch ein paar Momente späte r zurück, geht in einen leeren Gang, schaut sich um und versteckt die sich in seinem Einkaufskorb bef indlichen Gegenstände in sei- ner Jacke. Mit leerem Korb geht E.____ schliesslich in di e Richtung des Eingangs der B.____. In der zeitlich vierten Videoaufnahme, ebenfalls am 12 . Februar 2019, 15:06 Uhr, sieht man zunächst den Beschuldigten – jetzt ohne Einkaufskorb – durch die Käse- und Fleischabteilung gehen. Später erscheint D.____ mit einem vollen Einkauf skorb (grauer Rucksack/graue Tasche darin). Auf der zeitlich fünften Aufzeichnung, am 12. Februar 2019, 15:07 Uhr, verlässt zunächst E.____ mit leerem Einkaufskorb die B.____. Ein paar S ekunden später geht auch D.____ aus dem Geschäft hinaus. Er nimmt einen Rucksack aus seinem Ei nkaufskorb und stellt diesen so- dann leer zurück auf den Stapel, bevor er geht. Auf d er sechsten und zeitlich letzten Aufzeich- nung der Überwachungskamera, am 12. Februar 2019, 15 :10 Uhr, sieht man den Beschuldig- ten, wie er an der Kasse mit einem roten Portemonnaie ein Gebäck oder ähnliches bezahlt, seinen am Eingang deponierten Rucksack holt und danach das Geschäft ebenfalls verlässt (vgl. zum Ganzen auch den Bericht über die Aufnahmen im Poli zeirapport vom 15. Februar 2019, Akten S. 389-393). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.6 Das Strafgerichtspräsidium hat im Urteil vom 8. April 2 019 ausgeführt, dass auf den Vi- deoaufnahmen zu erkennen sei, dass lediglich D.____ ein Portemonnaie an sich genommen habe und der Beschuldigte nicht beim Regal mit den Po rtemonnaies gewesen sei. Es sei somit davon auszugehen, dass das Portemonnaie, welches beim Be schuldigten aufgefunden worden sei, nicht anlässlich dieses Besuchs der B.____ Filiale e ntwendet worden sei. Die Vorinstanz hat weiter festgehalten, dass nicht klar und somit nicht erstellt sei, ob der beim Beschuldigten gefundene Rasierapparat sowie der Kopfhörer ebenfall s an diesem Tag in der B.____ entwen- det worden seien oder ob der Beschuldigte diese berei ts beim Betreten der B.____ Filiale in seinem Rucksack mitgeführt habe. Das Strafgerichtspräsidium ist deswegen zu Gunsten des Beschuldigten davon ausgegangen, dass er diese beiden Ge genstände bereits in dem – bei den Einkaufskörben deponierten Rucksack – bei sich gehabt h abe. Entsprechend hat die Vor- derrichterin von der Schadensumme zum Nachteil der B. ____ von insgesamt Fr. 433.80 (Akten S. 401) einen Abzug in der Höhe von Fr. 134.50 (ents pricht Rasierapparat: Fr. 59.80 + Kopfhö- rer: Fr. 34.90 + Portemonnaie: Fr. 39.80) vorgenomme n und einen Deliktsbetrag in der Höhe von insgesamt Fr. 299.30 (Fr. 433.80 - Fr. 134.50) angenommen. 2.7 Das Strafgerichtspräsidium hat demnach in Anwendung de s Grundsatzes "in dubio pro reo" einige Gegenstände, namentlich ein Portemonnaie, einen Rasierapparat sowie einen Kopfhörer, vom Gesamtschaden der B.____ in X.____ abgezo gen, da nicht erstellt sei, dass der Beschuldigte, D.____ und E.____ diese am besagten 12. Februar 2019 entwendet hätten. 2.8 Aus den Sicherstellungsprotokollen geht jedoch hervor, dass exakt die 14 von der B.____ in X.____ am 12. Februar 2019 entwendet geme ldeten Gegenstände bei den drei Män- nern sichergestellt werden konnten. Zudem ist auf den A ufzeichnungen der Überwachungska- meras der B.____ in X.____ ersichtlich, dass die drei M änner ein eingespieltes Team bilden, auch wenn sie während der Tatausführung nicht miteina nder sprechen. Die gemeinsame Tat- begehung müssen sie im Voraus abgesprochen haben, anso nsten ein derart geschicktes Zu- sammenwirken nicht möglich gewesen wäre. Sie sind kurz na cheinander in das Geschäft und jeweils unauffällig und ohne miteinander zu kommunizieren in dieselben Abteilungen gegangen, um sich dort zu treffen. Der Beschuldigte hat ein ausgepacktes Thermometer D.____ und einen weiteren Gegenstand E.____ in den Einkaufskorb gelegt. Die anderen beiden haben sämtliche Gegenstände in ihren Einkaufskörben gesammelt, diese danach in ihren Jacken resp. Taschen versteckt und sind aus dem Geschäft hinausgegangen, ohne d ie Kasse zu passieren. Der Be- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schuldigte hat schliesslich den Einkaufskorb mit den leeren Verpackungen auf dem Fussboden des Geschäfts deponiert, sich etwas kleines zu Essen genommen und dieses an der Kasse bezahlt. Unter diesen Umständen ist das Kantonsgericht der Auffassung, dass dem Beschuldig- ten sämtliche 14 Gegenstände zuzurechnen sind. Da jedoch die Staatsanwaltschaft keine An- schlussberufung erhoben hat, und damit das Verbot der " reformatio in peius" zur Anwendung gelangt, bleibt es ohnehin bei dem vom Strafgericht fe stgestellten Deliktsgut in der Höhe von Fr. 299.30, weshalb weitere Ausführungen hierzu hinfä llig sind. Im Übrigen ist vollumfänglich auf die korrekten und sorgfältig dargelegten Ausführ ungen der Vorinstanz unter dem Abschnitt "Tatsächliches" zu verweisen (vgl. Urteil des Strafgericht spräsidiums vom 8. April 2019, E. I, 2.1). Rechtliches 2.9 Der Beschuldigte führt in seiner Berufungsbegründung vom 31. Juli 2019 aus, dass er nie einen Plan mit den anderen Personen vereinbart h abe, wonach man in der B.____ in X.____ Gegenstände entwenden solle. Dass der Beschuldi gte seinen Rucksack am Eingangs- bereich deponiert und erst nach dem Einkauf wieder ab geholt habe, unterstreiche seine Ehr- lichkeit. Damit habe er verhindern wollen, dass ihm aufg rund der sich im Rucksack befindlichen Gegenstände vorgeworfen würde, diese entwendet zu haben. Ein Tatbeitrag des Beschuldigten liege eindeutig nicht vor. Die einzige, etwas ungewöh nliche Handlung sei gewesen, dass er ein Gerät ausgepackt und dieses D.____ in den Korb gelegt habe, um es diesem zu zeigen. E.____ und D.____ hätten den Diebstahl sämtlicher Gegenstände ganz offensichtlich ohne jegliches Zutun des Beschuldigten begangen. 2.10 In ihrer Stellungnahme vom 5. September 2019 führt d ie Staatsanwaltschaft aus, es sei klarerweise arbeitsteilig nach gemeinsamem Plan gearbei tet worden, wobei jeder Mitbeschul- digte einen wesentlichen Tatbeitrag geleistet habe. E s sei realitätsfremd, dass sich der Be- schuldigte an einem solchen Manöver beteiligen würde, w enn er tatsächlich das Verkaufsge- schäft lediglich in der Absicht betreten hätte, sich etwas zu Essen zu kaufen. 2.11 Mit der Vorinstanz ist zu konstatieren, dass es keineswegs glaubhaft erscheint, dass der Beschuldigte nur etwas zu Essen kaufen wollte und das Ther mometer ausgepackt hat, um es D.____ zu zeigen. Die Vorinstanz geht zutreffend davo n aus, dass der Tatbeitrag des Beschul- digten wesentlich und von Diebstahl in Mittäterschaft auszugehen ist. Sie verkennt – wie darge- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht legt – jedoch, dass das gesamte Deliktsgut hätte zugerech net werden müssen. Abgesehen da- von ist auf die rechtlichen Ausführungen des Strafgericht spräsidium sowohl in Bezug auf den (geringfügigen) Diebstahl als auch in Bezug auf die Mi ttäterschaft gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO zu verweisen (vgl. Urteil des Strafgerichtspräsid iums vom 8. April 2019, E. I, 2.2). Somit hat sich der Beschuldigte des geringfügigen Diebstahls in Mittäterschaft schuldig gemacht. Die Berufung des Beschuldigten ist in diesem Punkt abzuwei sen und das Urteil der Vorderrichterin zu bestätigen. 3. Mehrfache Missachtung der Ein- und Ausgrenzung, b egangen in X.____ Verbotsirrtum 3.1 Der Beschuldigte führt in seiner Berufungsbegründung vom 31. Juli 2019 aus, dass ihm zwar bekannt gewesen sei, dass Ein- und Ausgrenzungen ge gen ihn verfügt worden seien. Es sei ihm jedoch nicht bewusst gewesen, welche Konsequenzen deren Missachtung haben könn- te. Ihm sei das Strafmass eines solchen Vergehens nie er öffnet worden und somit habe er gar nicht wissen können, dass es sich bei dieser Bestimmung ni cht um eine Übertretung, sondern um ein Vergehen handle, dessen Verletzung mit Freihei tsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werde. Hätte er die Konsequenz einer Missachtung der Ver fügung verstanden, wäre er niemals einen Tag vor seiner geplanten und darüber hinaus selb st finanzierten Rückkehr in die Heimat aus dem ihm verordneten Perimeter herausgegangen resp . hätte sich im verbotenen Bereich des Kantons Basel-Landschaft aufgehalten. Der Beschuldig te führt in seiner Berufungsbegrün- dung vom 31. Juli 2019 weiter aus, dass er der englische n Sprache nicht mächtig sei und er den Inhalt der Verfügungen nie korrekt übersetzt erhalt en habe. Ausserdem enthalte die Verfü- gung vom 12. Dezember 2018 keine Strafandrohung. Dadurch, dass er zwar die grundsätzliche Begrenzung seiner Bewegungsfreiheit verstanden, jedoch bei der angedrohten Sanktion irrtüm- lich lediglich mit einer Busse statt mit einer Freiheitsstrafe gerechnet habe, habe er sich in einer Art des indirekten Verbotsirrtums nach Art. 21 StGB befunden. 3.2 Die Staatsanwaltschaft führt diesbezüglich in ihrer Stel lungnahme vom 5. September 2019 aus, dass der Täter schon dann wisse, dass er sich rech tswidrig verhalte, wenn er sich des Rechtscharakters der übertretenen Norm bewusst sei, unabhängig von der Strafdrohung. Ausserdem wäre es dem Beschuldigten durchaus möglich und zumutbar gewesen, sich nach Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Folgen einer Missachtung zu erkundigen. Der Beschul digte habe sich nicht in einem Ver- botsirrtum befunden. 3.3 Der Staatsanwaltschaft ist zuzustimmen, dass das Bewusstse in der Rechtswidrigkeit weder das Wissen um die Strafbarkeit noch die Kenntni s der anwendbaren Gesetzesbestim- mung erfordert. Dass der Täter sich rechtswidrig verhält, weiss er schon dann, wenn er sich des Rechtscharakters der übertretenen Norm bewusst ist, unabhä ngig von der Strafdrohung (MARCEL ALEXANDER NIGGLI /S TEFAN MAEDER , Basler Kommentar StGB, 4. Auflage 2018, Art. 21, RN 15). 3.4 Vorliegend ist die Eingrenzungsverfügung des Migrationsa mtes Basel-Stadt vom 12. Dezember 2018 (Akten S. 423 ff.) dem Beschuldigt en in englischer Sprache eröffnet wor- den. Der Beschuldigte hat unterschriftlich bestätigt, d ass ihm die Verfügung in einer verständli- chen Sprache eröffnet worden ist und er zur Kenntnis gen ommen hat, dass er sich nur noch in dem für ihn bestimmten Gebiet des Kantons Basel-Stadt aufhalten darf, ansonsten ihm Straf- verfolgung droht. Ausserdem hat er unter dem Titel "re chtliches Gehör" festgehalten: "Ich habe das verstanden." Ferner liegt der Verfügung ein Schrei ben mit dem Titel "Eingrenzung (geor- gisch)" sowie ein Lageplan bei. Die Ausgrenzungsverfügu ng des Migrationsamtes Basel- Landschaft vom 11. Januar 2019 (Akten S. 427 ff.) ent hält einen Abschnitt bezüglich der an- wendbaren Strafbestimmung, wonach mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft wird, wer eine Ein- oder Ausgrenzung nicht be folgt. Der Beschuldigte hat auch diese Verfügung unterzeichnet, auf das rechtliche Gehör hat e r verzichtet. Der Verfügung liegen ein Lageplan sowie eine Empfangsbestätigung bei. Auf die ser hat der Beschuldigte am 15. Januar 2019 unterschriftlich bestätigt, die Dokumente ausgehänd igt und auf Englisch übersetzt erhal- ten zu haben. 3.5 Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass der Be schuldigte Kenntnis der Ein- und Ausgrenzungsverfügungen gehabt und diese auch ve rstanden hat. Im Rahmen des Berufungsverfahrens macht der Beschuldigte denn auch ledi glich geltend, dass ihm das Aus- mass der angedrohten Sanktion nicht bewusst gewesen sei. D ass Ein- und Ausgrenzungen gegen ihn verfügt worden seien, sei ihm bekannt gewese n. Bei der Ausgrenzungsverfügung vom 11. Januar 2019 ist sogar die Strafandrohung schrift lich festgehalten, was im Übrigen für das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit gar nicht erforderli ch ist. Der Beschuldigte wusste oder Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht konnte wissen, dass er sich rechtswidrig verhält. Selbst wenn der Beschuldigte die Verfügungen resp. die Folgen deren Missachtung nicht vollumfänglich verstanden haben sollte, wäre er ver- pflichtet gewesen, sich über deren Inhalt und Reichweite zu informieren. Denn wenn Anlass zu Zweifeln an der Rechtmässigkeit des Verhaltens besteht, muss sich der Täter grundsätzlich bei der zuständigen Behörde zuvor näher informieren. In di esem Sinn gilt ein Verbotsirrtum nach der Rechtsprechung in der Regel unter anderem als ver meidbar, wenn der Täter selbst an der Rechtmässigkeit seines Handelns zweifelte oder hätte zwei feln müssen oder, wenn er weiss, dass eine rechtliche Regelung besteht, er sich über deren Inhalt und Reichweite aber nicht ge- nügend informiert (BGer 6B_920/2015 E. 1.3 mit weiteren Hinweisen). 3.6 Entgegen der Auffassung des Beschuldigten kann demzufolg e nicht davon ausgegan- gen werden, dass er in Bezug auf die Missachtung der Ein- und Ausgrenzung einem Verbotsirr- tum gemäss Art. 21 StGB unterlegen ist. Im Übrigen era chtet das Berufungsgericht die Ausfüh- rungen der Vorderrichterin in Bezug auf das Tatsächliche sowie auf das Rechtliche als zutref- fend, weshalb gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO auf die se zu verweisen ist (vgl. Urteil des Straf- gerichtspräsidiums vom 8. April 2019, E. I, 4.1 und 4.2) . Vor diesem Hintergrund hat das Straf- gerichtspräsidium den Beschuldigten im Ergebnis zu Recht w egen mehrfacher Missachtung einer Ein- oder Ausgrenzung schuldig gesprochen. Die Berufung des Beschuldigten ist daher auch in diesem Punkt abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. 4. Strafzumessung Der Beschuldigte führt in seiner Berufungsbegründung vom 31. Juli 2019 aus, dass er in Bezug auf die Ein- und Ausgrenzung einem vermeidbaren Ver botsirrtum unterlegen sei, weshalb die Strafe durch das Gericht zu mildern sei. Verhältnismässig erscheine eine bedingte Freiheitsstra- fe von 60 Tagen. Wie bereits dargelegt, kann dieser Au ffassung nicht gefolgt werden, weshalb auch eine Strafmilderung aus diesem Grund hinfällig wird. Da die Berufung des Beschuldigten vorliegend abzuweise n und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen ist, erübrigen sich weitere Ausführungen zur Strafzumessung, zumal der Beschuldig- te diese in Abhängigkeit zu dem von ihm geltend gemach ten Verbotsirrtum angefochten hat. Im Übrigen erachtet das Berufungsgericht die Erwägungen de r Vorinstanz zur Strafzumessung als korrekt und verweist daher diesbezüglich gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich auf diese (vgl. Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 8. Ap ril 2019, E. II). Daraus folgt, dass der Beschuldigte der mehrfachen Missachtung der Ein- oder A usgrenzung sowie des geringfügigen Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Diebstahls schuldig zu erklären und zu einer unbedingten F reiheitsstrafe von 90 Tagen sowie zu einer Busse in der Höhe von Fr. 500.-- zu verurteile n ist. Die Berufung des Beschuldigten ist auch in diesem Punkt abzuweisen und das Urteil der Vorderrichterin zu bestätigen. 5. Widerruf/Vollziehbarerklärung der Geldstrafe von 90 Tagessätzen Der Beschuldigte führt in seiner Berufungsbegründung vom 31. Juli 2019 aus, dass die Krimi- nalprognose ohne Berücksichtigung des Verbotsirrtums auf grund einer falschen Annahme ne- gativ bewertet worden sei. Dies sei zu korrigieren und vo m Widerruf der mit Strafbefehl vom 30. Januar 2019 gefällten bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.-- abzusehen. Da die Berufung des Beschuldigten vorliegend abzuweise n und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen ist, erübrigen sich weitere Ausführungen zum Widerruf, zumal der Beschuldigte die- sen in Abhängigkeit zu dem von ihm geforderten Freispru ch resp. zum Verbotsirrtum angefoch- ten hat. Im Übrigen sind die diesbezüglichen Feststellun gen der Vorinstanz nicht zu beanstan- den, weshalb auch in Bezug auf den Widerruf gestützt au f Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich auf diese zu verweisen ist (vgl. Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 8. April 2019, E. III). Folglich ist der Widerruf des bedingten Vollzugs der Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.-- anzuordnen. Die Berufung des Beschuldigten ist auch in diesem Punkt abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. 6. Beschlagnahme Der Beschuldigte führt in seiner Berufungsbegründung vom 31. Juli 2019 aus, dass durch seine begründete Unschuld die Rechtfertigung für eine Beschlagnahme entfalle und die Gegenstände dem Beschuldigten nach Rechtskraft des Urteils auszuhändigen seien. Da die Berufung des Beschuldigten vorliegend abzuweise n und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen ist, erübrigen sich weitere Ausführungen zur Beschlagnahme, zumal der Beschuldig- te diese in Abhängigkeit zu dem von ihm geforderten Freispruch angefochten hat. 7. Zivilforderung Der Beschuldigte führt in seiner Berufungsbegründung vo m 31. Juli 2019 aus, dass aufgrund des beantragten Freispruchs vom Vorwurf des geringfügig en Diebstahls eine Verweisung der Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zivilforderung der Genossenschaft B.____ auf den Zivilweg nicht gerechtfertigt sei. Die Zivilfor- derung sei abzuweisen. Da die Berufung des Beschuldigten vorliegend abzuweise n und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen ist, erübrigen sich weitere Ausführungen zu d en Zivilforderungen, zumal der Be- schuldigte auch diese in Abhängigkeit zu dem von ihm geforderten Freispruch angefochten hat. III. Kosten des Berufungsverfahrens 1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die K osten des Rechtsmittelverfah- rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. En tsprechend dem Ausgang des vor- liegenden Verfahrens, mithin der vollständigen Abweis ung der Berufung des Beschuldigten, werden die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der H öhe von Fr. 1‘600.--, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 1‘500.-- in Anwendung von § 12 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (GebT/BL; SGS 170.31) sowie Ausl agen von pauschal Fr. 100.--, dem Beschuldigten auferlegt. 2.1 Mit Berufungserklärung vom 3. Juni 2019 stellt der Beschul digte den Antrag um Gewäh- rung der amtlichen Verteidigung im zweitinstanzlichen Verfahren. Die amtliche Verteidigung wird angeordnet, wenn die beschuldigte Person nicht üb er die erforderlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen geboten ist (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO). Nach Abs. 2 von Art. 132 StPO ist die Verteidigung zur Wah rung der Interessen der beschuldigten Person namentlich geboten, wenn es sich nicht um einen Bagatellfall handelt und der Straffall in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten b ietet, denen die beschuldigte Person allein nicht gewachsen wäre. Abs. 3 übernimmt die bish erige Rechtsprechung des Bundesge- richts zum Bagatellfall. Gemäss dieser kann bei einer zu erwartenden bzw. ausgesprochenen Sanktion von drei bis fünf Monaten Freiheitsentzug (ode r dem Äquivalenten als Geldstrafe) nicht mehr von einem Bagatellfall gesprochen werden. We nn in Abs. 3 nun von vier Monaten (oder dem Äquivalenten dazu: Geldstrafe von mehr als 1 20 Tagessätzen) die Rede ist, so ori- entiert sich das Gesetz am Mittelwert der bundesgericht lichen Rechtsprechung, was im Einzel- fall nicht ausschliesst, dass eine unentgeltliche Verteidigung auch bei einer geringeren Sanktion geboten sein und deshalb bewilligt werden kann. Demge genüber verneint das Bundesgericht bei offensichtlichen Bagatelldelikten, bei denen nur eine Busse oder geringfügige Freiheitsstrafe in Frage kommt, jeglichen verfassungsmässigen Anspruch auf u nentgeltliche Rechtsverbei- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht ständung, was aber nicht ausschliesst, dass ein Fall notwen diger Verteidigung (bspw. wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen gem. Art. 130 lit . c StPO) vorliegen könnte. Steht noch der Widerruf einer bedingten Vorstrafe oder einer be dingten Entlassung zur Diskussion, so ist deren Dauer mit der drohenden neuen Sanktion, gegebe nenfalls nach den erwähnten Umrech- nungssätzen, zusammenzuzählen (N IKLAUS RUCKSTUHL , Basler Kommentar StPO, 2. Auflage 2014, Art. 132 N 42; V IKTOR LIEBER , Zürcher Kommentar StPO, 2. Auflage 2014, Art. 132 N 18 ff.). 2.2 Vorliegend geht aus den Verfahrensakten hervor, dass der Beschuldigte georgischer Staatsangehöriger und am 28. November 2018 in die S chweiz eingereist ist (Akten S. 175). Nach eigenen Angaben habe er seinen Asylantrag bereits a m 15. Dezember 2018 wieder zu- rückgezogen, da er in der Schweiz nicht einmal Sozialhil fe erhalten habe (Akten S. 175). Folg- lich ist die Mittellosigkeit des Beschuldigten zu bejahen. Überdies bietet das vorliegende Beru- fungsverfahren durchaus Schwierigkeiten, denen der Beschuldigte allein nicht gewachsen wäre. Dies insbesondere aufgrund seiner fehlenden Deutschkenntn isse. Schliesslich liegt kein Baga- tellfall vor, denn die Vorinstanz hat den Beschuldigten zu 90 Tagen Freiheitsstrafe verurteilt und die am 30. Januar 2019 von der Staatsanwaltschaft bed ingt vollziehbar ausgesprochene Geld- strafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.-- für vollziehbar erklärt. Zählt man diese beiden Sanktionen zusammen, so resultiert eine Strafe von insgesamt 180 Tagen Freiheitsstrafe resp. 180 Ta- gessätzen Geldstrafe. Unter diesen Umständen ist die amtliche Verteidigung des Beschuldigten mit Advokat Peter Epple für das Rechtsmittelverfahren zu bewilligen. 3.1 Die amtliche Verteidigung kann aus Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweize- rischen Eidgenossenschaft (BV; SR. 101) einen Anspruch auf Rückerstattung ihrer Auslagen herleiten, wobei dieser aber nicht alles umfasst, was für die Wahrnehmung der Interessen des Mandanten von Bedeutung ist. Ein verfassungsrechtlicher Anspruch besteht nur, "soweit es zur Wahrung der Rechte notwendig ist". Es besteht kein Anspruch auf eine unverhältnismässig teu- re und aufwendige amtliche Verteidigung (vgl. BGE 131 I 217 E. 2 mit Hinweisen; V IKTOR LIEBER , Zürcher Kommentar StPO, 2. Auflage, 2014, Zürich, A rt. 135 N 6; NIKLAUS RUCKSTUHL , a.a.O., Art. 135 N 3). Nach diesem Massstab bestimmt sich der Anspruch sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht, d.h. in Bezug auf d en Umfang der Aufwendungen. Entschädi- gungspflichtig sind danach nur jene Bemühungen, die in einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Strafverfahren stehen, und die notwendig und verhältnismässig Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind (BGE 141 I 124 E. 3.1). Zum notwendigen Zeitauf wand gehören namentlich das erforderli- che Aktenstudium, persönliche Gespräche im Vorfeld vor wicht igen Einvernahmen, die Teil- nahme an Einvernahmen und Verhandlungen samt Wegzeit, notwendige Besuche im Gefäng- nis, erforderliche Eingaben sowie die Vorbereitung de s Parteivortrages (vgl. V IKTOR LIEBER , a.a.O., Art. 135 N 4). Umgekehrt werden sogenannter a nwaltlicher Kleinstaufwand wie auch typische Sekretariatstätigkeiten, beispielsweise das Weiterl eiten von Mitteilungen der Strafver- folgungsbehörden an Klienten, abgesehen vom tatsächli ch angefallenen Porto praxisgemäss nicht separat vergütet. Dieser Aufwand gilt vielmehr als im Grundhonorar abgegolten. Auch Nachbesprechungen (Besprechungen im Nachgang zur Urtei lseröffnung) gelten praxisgemäss als mit dem mit der Hauptverhandlung verbundenen Aufw and mitabgegolten. Gleiches gilt hin- sichtlich einer gewissen zusätzlichen persönlichen und sozialen Betreuung durch die Verteidi- gung; für diese besteht grundsätzlich kein Anspruch auf se parate Entschädigung (vgl. BGer 6B_951/2013 vom 27. März 2014 E. 3.2; V IKTOR LIEBER , a.a.O., Art. 135 N 8 m.w.H.). Das Ho- norar muss allerdings so festgesetzt werden, dass der unen tgeltlichen Rechtsvertretung ein Handlungsspielraum verbleibt und sie das Mandat wirksam ausüben kann (BGer 1B_96/2011 vom 6. Juni 2011 E. 2.2; 6B_856/2009 vom 9. November 2009 E. 4.2). 3.2 Der amtlichen Verteidigung können auch die Kosten ein es von ihm beigezogenen Über- setzers vergütet werden, wobei auch hier (wie bei Gefan genenbesuchen) grundsätzlich nach Art. 68 StPO vorzugehen ist und entsprechende Kostengutsp rachen einzuholen sind, bevor Aufträge von grösserem Umfang vergeben werden (so auch NIKLAUS SCHMID /D ANIEL JOSITSCH , Praxiskommentar StPO, 3. Auflage 2018, Art. 135 N 3; N IKLAUS RUCKSTUHL , a.a.O., Art. 135 N 3). Rechtsbeistände können somit für sich selbst keine n Übersetzer beanspruchen, amtliche Verteidiger aber allenfalls für den Verkehr mit ihren fremdsprachigen Klienten (vgl. N IKLAUS SCHMID /D ANIEL JOSITSCH , a.a.O., Art. 68 N 4; BGer 1B_404/2012 vom 4. Dezem ber 2012 E. 3). Demnach kann die amtliche Verteidigung, sofern sie die Sprache ihres Mandanten nicht ver- steht, für die Besprechungen mit dem Klienten zur Vo rbereitung der Verteidigung einen Über- setzer beantragen bzw. beiziehen (vgl. A DRIAN URWYLER , Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, 2014, Basel, Art. 68 N 8, m.w.H.). Ist eine Übersetzeri n oder ein Übersetzer beizuziehen, hat die amtliche Verteidigung bei dessen Mandatierung darauf hinzuweisen, dass sich die Entschä- digung im Kanton Basel-Landschaft im Rahmen der Kosten gutsprache grundsätzlich nach der Verordnung über das Übersetzungswesen (SGS 140.61) und dem dazugehörigen Reglement (SGS 140.611) richtet. Demnach wird der Dolmetscher für die tatsächliche Einsatzzeit sowie Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht maximal für zweimal eine halbe Stunde Wegzeit gemäss de n Ansätzen der Verordnung über die Vergütung von Mandaten an unselbständig Erwerben de (SGS 153.18) entschädigt (KGer 460 2018 131 vom 9. November 2018 insbesondere E. 4.2). Gemäss § 17 Abs. 1 der genann- ten Verordnung beträgt der zu vergütende Stundenansatz in der Regel Fr. 70.--. 4.1 Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten ist für sein e Bemühungen im Berufungs- verfahren eine Parteientschädigung aus der Gerichtskasse zu entrichten. Mit Honorarnote vom 10. September 2019 weist Advokat Peter Epple einen Aufwand von 24 Stunden und 30 Minuten à Fr. 200.-- (§ 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die A nwältinnen und Anwälte, TO, SGS 178.112), Auslagen von insgesamt Fr. 108.30 sowie Dolmetscherkost en von Fr. 175.-- aus. In Anbetracht der Rechtsprechung und Lehre betreffend entschädigung spflichtige Bemühungen eines amtli- chen Verteidigers sowie unter Berücksichtigung der Bedeut ung des vorliegenden Falles (nähe Bagatellfall) ist der geltend gemachte Aufwand von A dvokat Peter Epple zu hoch. Zunächst ist festzuhalten, dass der Besuch des Beschuldigten im Gefängn is vom 24. Mai 2019 als nicht zwingend notwendig erscheint. Der amtliche Verteidiger macht dafür – für die Besprechung des begründeten Urteils mit seinem Klienten – einen Zeita ufwand von 1 Stunde und 15 Minuten, Auslagen von Fr. 18.20 und eine Wegzeit von 40 Minuten sowie Dolmetscherkosten in der Hö- he von Fr. 175.-- geltend. Angemessen erscheint hingeg en höchstens eine Besprechung von 45 Minuten unter Beiziehung eines Dolmetschers, wobei dem Dolmetscher zusätzlich zweimal eine halbe Stunde Wegzeit zu entschädigen ist. Demnach sind ein Zeitaufwand von 30 Minuten sowie Dolmetscherkosten von Fr. 52.50 von der Rechnung in Abzug zu bringen. Zudem sind für die beiden Eingaben an das Gericht vom 27. Mai 2019 so wie vom 3. Juni 2019 jeweils 30 Minuten statt jeweils 1 Stunde zu vergüten, woraus ein weiterer Abzug von einer Stunde resultiert. Des Weiteren erscheint ebenso ein Zeitaufwa nd von insgesamt 12 Stunden und 30 Minuten (Aufwendungen vom 25., 29., 30. sowie 31. Juli 2019) für die knapp 9-seitige Beru- fungsbegründung als zu hoch. Gerechtfertigt hierfür ist h öchstens ein Zeitaufwand von 8 Stun- den, weshalb weitere 4 Stunden und 30 Minuten abzuziehen sind. In Anbetracht dieser Kürzun- gen verzichtet das Kantonsgericht ausnahmsweise darauf, f olgende Positionen ebenso zu kür- zen, obwohl sie sogenannten anwaltlichen Kleinstaufwand darstellen, welcher praxisgemäss nicht separat vergütet wird (vgl. E. 3.1 hiervor): Tel efon an das Migrationsamt BS vom 7. Juni 2019, Telefon an das Migrationsamt SO vom 7. Juni 201 9, Telefon an den Strafvollzug BS vom 3. Juli 2019 sowie Telefon an die Asylbehörde SO vom 31. Juli 2019. Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Nach Vornahme der vorgenannten Kürzungen resultiert som it ein zu entschädigender Aufwand für das Berufungsverfahren von 18 Stunden und 30 Minuten à Fr. 200.--. Dazu kom- men Auslagen in der Höhe von Fr. 108.30 sowie (nicht m ehrwertsteuerpflichtige) Dolmetscher- kosten in der Höhe von Fr. 122.50. Demnach ist Advokat Peter Epple für seine Bemühungen im Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 3'8 08.30 (inklusive Auslagen von Fr. 108.30) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer von Fr. 293. 25 sowie Fr. 122.50 Dolmetscherkos- ten, insgesamt somit Fr. 4'224.05, aus der Gerichtskasse zu entrichten. Der Beschuldigte ist zu verpflichten, dem Kanton im Um fang seines Unterliegens die Entschä- digung für die amtliche Verteidigung zurückzuzahlen, somit Fr. 4'224.05, und der amtlichen Ver- teidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädi gung und dem vollen Honorar zu er- statten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erla uben (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Lan dschaft vom 8. April 2019, auszugsweise lautend: "1. C.____ wird in teilweiser Bestätigung des Strafbefe hls der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 22. Februar 2019 der mehrfachen Missachtung der Ein- oder Ausgrenzung sowie des geringfügigen Diebstahls schuldig erklärt und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 90 Tagen, unter Anrechnung der vom 12. Februar 2019 bis zum 8. April 2019 ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von insgesamt 56 Tagen, sowie zu einer Busse von Fr. 500.--, im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse trit t an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB (i.V. mit Art . 172 ter Abs. 1 StGB), Art. 119 Abs. 1 AIG (i.V.m. Art. 74 Abs. 1 lit . a AIG), Art. 40 StGB, Art. 41 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StG B, Art. 51 StGB sowie Art. 106 StGB. 2. C.____ wird vom Vorwurf des geringfügigen Diebstahls, b egan- gen am 12. Februar 2019 in X.____ zum Nachteil der A.____ AG, freigesprochen. 3. Die am 30. Januar 2019 von der Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft bedingt vollziehbar ausgesprochene Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- wird in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB für vollziehbar erklärt. Im Falle der Nichtbezahlung der Geldstrafe tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 90 Tagen. 4. Der beschlagnahmte Braun ThermoScan und die Pack ung Er- satz-Aufsätze für Braun ThermoScan werden nach Rechtskra ft unter Aufhebung der Beschlagnahme gestützt auf Art. 2 67 Abs. 2 und 3 StPO an die Genossenschaft B.____ zurückgegeben. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Genossenschaft B.____ wird nach der Rechtskraft des Urteils vom Fund- und Verwertungsdienst, Oristalstrasse 100, 4410 Liestal - unter Androhung der Verwertung oder Vernic htung der Gegenstände im Unterlassungsfalle - eine Frist gesetzt , um die Gegenstände dort abzuholen. 5. Die übrigen beschlagnahmten Gegenstände (1 Lederport emon- naie rot mit Schweizerkreuz, 1 Paar Muschelkopfhörer d er Marke Pioneer, 1 Rasierapparat der Marke Miostar Shave 108 in kl. La- degerät sowie 1 Liter-Flasche Absolut Wodka) werden na ch Rechtskraft unter Aufhebung der Beschlagnahme gestützt au f Art. 267 Abs. 1 und 3 StPO an C.____ zurückgegeben. 6. Die Zivilforderung der Genossenschaft B.____, (…) w ird auf den Zivilweg verwiesen. 7. Die Zivilforderung der A.____ AG, (…) wird abgew iesen." wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten vollumfänglich bestä- tigt. II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von Fr. 1'600.--, beinhaltend eine Urteilsgebühr von Fr. 1'500.-- sowie Auslagen von Fr. 100.--, gehen zu Lasten des Beschuldigten. Dem amtlichen Verteidiger, Advokat Peter Epple, wird für das Berufungsver- fahren ein reduziertes Honorar in der Höhe von Fr. 3' 808.30 (inklusive Aus- lagen von Fr. 108.30) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer von Fr. 293.25 sowie Fr. 122.50 Dolmetscherkosten, insgesamt somit Fr. 4'224 .05, aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton im Umfa ng seines Unterlie- gens die Entschädigung für die amtliche Verteidigung zur ückzuzahlen, somit Fr. 4'224.05, und der amtlichen Verteidigung die Dif ferenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatt en, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 A bs. 4 lit. a und lit. b Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht StPO). Präsident Enrico Rosa Gerichtsschreiberin Olivia Reber Dieser Entscheid ist rechtskräftig.