B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Abteilung IV D-1115/2012 U r t e i l v o m 6 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas mit Zustimmung von Richter Daniel Willisegger; Gerichtsschreiber Patrick Weber. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), Nigeria beziehungsweise Armenien, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Wegweisung und Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. Februar 2012 / N (…). D-1115/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführerin erstmals am 4. Juli 2005 zusammen mit ih- rem damaligen Ehepartner in der Schweiz um Asyl nachsuchte, dass sie im Rahmen dieses Verfahrens im Wesentlichen geltend machte, aus E._______ zu stammen und ethnische Yezidin zu sein, dass ihr damaliger Ehe partner von der Miliz verfolgt worden sei und sie Armenien aus diesem Grund verlassen hätten, dass das BFM das Asylg esuch mit Verfügung vom 2 . August 2005 in An- wendung von Art. 3 und 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) abwies, dass es gleichzeitig die Wegweisung anordnete und den Vollzug nach Armenien für zulässig, zumutbar und möglich erachtete, dass der Beschwerdeführer erstmals am 15. Oktober 2008 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, dass er im Rahmen dieses Verfahrens im Wesentlichen geltend machte, der Ethnie der Igbo anzugehören, aus dem F._______ zu stammen und vor der Ausreise in G._______ gelebt zu haben, dass er unter Drohungen zur Annahme eines religiösen Amtes genötigt worden sei, weshalb er sich zur Ausreise entschlossen habe, dass das BFM auf das Asylgesuch mit Verfügung vom 9. Dezember 2008 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht eintrat, dass es gleichzeitig die Wegweisung anordnete und den Vollzug nach N i- geria für zulässig, zumutbar und möglich erachtete, dass die Beschwerdeführenden am 11. März 2011 in der Schweiz erneut um Asyl nachsuchten und vorbrachten, religiös angetraut zu sein, dass die Beschwerdeführerin vorerst darlegte, im Frühjahr 2006 nach Armenien zurückgekehrt und dort w egen ihres neuen Ehemannes durch die Verwandtschaft angefeindet worden zu sein, D-1115/2012 Seite 3 dass sie im Rahmen des rechtlichen Gehörs ihre Aussage korrigierte und darlegte, nicht in ihr Heimatland zurückgekehrt zu sein, dass der Beschwerdeführer vorbrachte, nach dem ersten Asylverfahren nach Armenien gereist und von dort wieder in die Schweiz ge langt zu sein, dass er keine neuen Fluchtgründe geltend machte, dass das BFM auf die zweiten Asylgesuche mit Verfügungen vom 29. Juli beziehungsweise 9. September 2011 in An wendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht eintrat und den Vollzug der Wegwei sung nach Öster - reich (Beschwerdeführerin) respektive Frankreich (Beschwerdeführer) an- ordnete, dass das BFM in den Verfügungen erwog, die (neue) Ehe der Beschwe r- deführenden sei bloss behauptet und in keiner Weise belegt, weshalb sich keine Ansprüche aus dem Grundsatz der Einheit der Familie erg ä- ben, dass alle vorinstanzlichen Verfügungen unangefochten in Rechtskraft er - wuchsen, dass die Beschwerdeführenden am 25. September 2011 in der Schweiz zum dritten Mal Asylgesuche stellten, dass der Beschwerdeführer bei der Summarbefragung auf prekäre Au f- enthaltsbedingungen in Frankreich verwies, dass die Beschwerdeführerin vorbrachte, ebenfalls nach Frankreich ge - reist zu sein und sich mit den Kindern bei ihrem Mann aufgehalten zu ha - ben, dass das BFM mit Verfügung vom 2 0. Februar 2012 – eröffnet am 22. Februar 2012 – auf die dritten Asylgesuche gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG nicht eintrat und die Wegweisung samt Vollzug anordnete, dass es den Ausreisetermin auf den Tag nach Eintritt der Rechtskraft fest- setzte, D-1115/2012 Seite 4 dass die Vorinstanz zur Begründung im Wesentlichen ausführte, d ie zu- letzt am 11. März 2011 eingeleiteten Asylverfahren seien rechtskräftig ab- geschlossen, dass sich aus den Akten keine Hinweise ergäben, wonach seither Ereig - nisse eingetreten seien, die geeignet wären, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes rele - vant wären, dass sich der Vollzug in den Heimatstaat als zulässig, zumutbar und mög- lich erweise, dass d ie Beschwerdeführenden diese n Entscheid mit Eingabe vom 28. Februar 2012 beim Bundesverwaltungsgericht anfochten, dass sie die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststellung der Unzumutbarkeit des Vollzugs verbunden mit der vorläufigen Auf - nahme in der Schweiz sowie in prozessualer Hinsicht die un entgeltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 des Ver waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) samt Entbindung von der Vor - schusspflicht beziehungsweise die Entrichtung einer angemessenen Par- teientschädigung beantragten, dass der Eingabe ein die Beschwerdeführerin betreffendes Aufgebot für einen fachärztlichen Termin und eine ärztliche Bestätigung (Schwanger - schaft) beilagen, dass auf die Beschwerdevorbringen – soweit erforderlich – in den nac h- folgenden Erwägungen einzugehen ist, dass die vollständigen vorinstanzlichen Akten am 2. März 2012 beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des A syls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei - det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 31 – 33 des Verwaltung sgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), D-1115/2012 Seite 5 dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene n Verfügungen besonders be - rührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs- weise Änderung haben und daher zur Einreichung der Be schwerde legi- timiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einz u- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolg end aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sac hverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass d ie Beschwerdeführenden gemäss den eindeutig formulierten Rechtsbegehren lediglich das Bestehen von Wegweisungsvollzugshinder- nissen geltend machen, weshalb der vorinstanzliche Entscheid betreffend dessen Dispositivziffern 1 und 2 unangefochten in Rechtskraft erwuchs, dass zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Weg wei- sung entgegenstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzumut baren oder unmöglichen Vollzugs das Anwesenheitsverhältnis nach den Be stimmun- gen über die vorläu fige Aufnahme zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen völ - ker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, weil keine Hin wei- se auf Verfol gung vorliegen und keine konkreten An haltspunkte für eine menschenrechtswidrige Be handlung ersichtlich sind, die den Be schwer- deführenden in ihren Herkunftsstaaten drohen könnte (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass es den Beschwerdeführenden unbenommen ist, gemeinsam nach Armenien respektive Nigeria auszureisen und so entgegen den B e- schwerdevorbringen und unbesehen der vom BFM in bisherigen Verfah -D-1115/2012 Seite 6 ren geäusserten Zweifel an der Familieneinheit keine Trennung erfol gen muss, dass es den Beschwerdeführenden nach behördlicher Registrierung der behaupteten Ehe vor Ort grundsätzlich möglich sein dürfte, sich auch im Herkunftsland des Partners respektive der Partnerin dauerhaft niederz u- lassen, dass bezüglich Nigeria und Armenien un ter den heute bestehenden Ve r- hältnissen nicht von Krieg, Bürger krieg oder von einer Situation landes - weiter allgemeiner Gewalt gesprochen werden kann, dass sodann auch keine individuellen Merkmale bestehen, welche den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erscheinen lassen könnten, dass die Schwangerschaft der Beschwerdeführerin im sechsten Monat und ihre psychischen Pr obleme in der geltend gemachten Form einer Rückkehr offensichtlich nicht entgegenstehen, zumal vor Ort medizinische Einrichtungen bestehen, dass allfällige Schwierigkeiten in Armenien wegen der Hautfarbe des B e- schwerdeführers nicht unüberwindbar sein dür ften (vgl. C 10/10 S. 5 ; B7/3, S. 2), dass sich die Beschwerde führenden bezüglich des sozialen Netzes in den Heimatstaaten mehrfach widersprochen haben, weshalb nicht glau b- haft erscheint, sie würden mangels sozialer oder wirtschaftlicher Anknüp- fungspunkte in eine existenzgefährdende Lage geraten, dass von weiteren Abklärungen schon insofern abzusehen ist, als die U n- tersuchungsmaxime ihre Grenze praxisgemäss in der Mitwirkungs pflicht der Betroffenen findet, dass die Beschwerdeführerin eine allfällige Übersiedlung nach Nigeria of- fenbar selber nicht ausschliesst (C 13/11 S. 6 f.), dass unter diesen Umständen nicht davon auszugehen ist, sie gerieten in Nigeria oder in Armenien in eine existenzgefährdende Situation, dass offensichtlich auch keine konkret drohende Verletzung des Kind s- wohls ersichtlich ist, D-1115/2012 Seite 7 dass schliesslich der Vollzug der Wegweisung auch als grundsätzlich möglich (Art. 83 Abs. 2 AuG) erscheint, da es Pflicht de r Beschwerdefüh- renden ist, sich um die Be schaffung der für die Rück kehr not wendigen Reisepapiere zu bemühen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Weg - weisung zu bestätigen ist, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefoc htenen Verfügungen Bundesrecht verletz en, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststell en oder unangemessen sind (Art. 106 AsylG), dass nach vorstehenden Erwägungen die Beschwerde als offensicht lich unbegründet abzuweisen un d dem Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht zu entsprechen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600. – (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGK E, SR 173.320.2]) de n Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-1115/2012 Seite 8 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden , das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber Versand: