<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht auszuarbeiten, der die Energieeffizienz von Dachfenstern untersucht. Dabei sollen insbesondere folgende Fragen beantwortet werden:</p><p>1. Wie viel Energie geht durch ein modernes Dachfenster in der Gebäudehülle verloren?</p><p>2. Wie viel Energie wird (insbesondere durch den Sonneneintrag) gewonnen? </p><p>Dabei ist eingesparte Heizenergie dank solarer Wärme sowie eingesparte elektrische Energie für Beleuchtung dank Tageslicht zu berücksichtigen.</p><p>3. Wie viel Heizenergie kann pro Quadratmeter Dachfenster im Laufe eines Jahres eingespart werden? </p><p>4. Wie hoch ist die Energieeinsparung dank Nachtauskühlung durch Dachfenster? </p><p>5. Der Umbau ungenutzter Dachböden zu Wohnräumen ist energetisch gesehen eine gute Investition. Es entstehen mehr Quadratmeter Wohnfläche ohne zusätzlichen Landverbrauch und eine energetisch leistungsfähigere Hülle bei gleichzeitig geringeren Kosten im Vergleich zu einem Neubau. Deshalb die Frage: Wie gross ist das Potenzial für energetische Sanierungen von Dachstöcken in der Schweiz?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat nimmt zu den Fragen des Postulates folgendermassen Stellung und beantragt, auf eine umfassendere Beantwortung im Rahmen eines Berichtes zu verzichten.</p><p>1.-3. Seit dem 1. Januar 2015 gibt es - dank Unterstützung durch das freiwillige Programm des Bundes Energie Schweiz - eine Energieetikette für Fenster. Sie wird vom Schweizerischen Fachverband Fenster- und Fassadenbranche und von der Schweizerischen Zentrale Fenster und Fassaden getragen. Die Energieetikette für Fenster informiert einfach und verständlich, welche Fenstersysteme besonders gut geeignet sind, Wärmeverluste im Winter zu minimieren. Sie berücksichtigt zudem auch die Energiegewinne durch die Sonneneinstrahlung. Fenster der besten Energieeffizienzklasse A ermöglichen über die gesamte Heizperiode betrachtet sogar einen Energiegewinn, der höher ist als der Wärmeverlust. Dank der Energieetikette können verschiedene Fenstersysteme verglichen und auch das Potenzial von Fenstersanierungen konkret aufgezeigt werden.</p><p>Dachfenster sind in vielen Fällen auch eine Schwachstelle in der Gebäudehülle, durch die, im Vergleich zum gut gedämmten Dach, mehr Energie verlorengeht. Ob ein Mehr- oder Minderverbrauch an Energie durch Tageslichtnutzung resultiert, kann nicht generell ermittelt werden. Dies hängt sehr stark von den jeweiligen spezifischen Gegebenheiten ab. Ein Energiegewinn resultiert jedoch nur, wenn das Dachfenster gegen Süden ausgerichtet ist. Zudem wird die Tageslichtnutzung speziell im Sommer infolge notwendiger Beschattung zur Reduktion des Wärmeeintrags stark reduziert.</p><p>4. Eine Nachtauskühlung kann die notwendige Kühlenergie von Gebäuden stark reduzieren. Neben anderen Gebäudeöffnungen sind Dachfenster dabei lediglich ein Element von vielen. Der Nutzen von Dachfenstern in diesem Zusammenhang kann dabei nicht isoliert betrachtet werden. Ein Dachfenster weist allerdings diesbezüglich höchstens dann eine energetisch positive Wirkung auf, wenn es über einen automatisch gesteuerten aussenliegenden Sonnenschutz (Beschattung im Sommer) sowie Regen- und Windsensor (Schutz bei Gewittern und Sturmböen) verfügt.</p><p>5. Unabhängig vom energetischen Potenzial für die Sanierung des Dachstocks liegen die baurechtlichen Kompetenzen für deren Bewilligungen sowie die bessere Ausnutzung von Gebäuden bei Kantonen und Gemeinden. Weiter verfügt der Bundesrat über keine Daten, was die Anzahl ungenutzter Dachstockwerke betrifft.</p><p>Die energetische Wirkung eines Dachstockausbaus ist einzelfallabhängig. Wenn der Umbau zu mehr Wohnfläche pro Person führt, ist die energetische Wirkung negativ. Im Sinne der Verdichtung der überbauten Fläche und Schaffung von Wohnraum für zusätzliche Nutzer sind energetisch gute Dachausbauten durchaus sinnvoll.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.