Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. August 2013 (720 13 156 / 189) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Ablehnung eines Rentenanspruchs / überzeugende und schlüssige Verwaltungsgutach- ten Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dieter F reiburghaus, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Land schaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1955 geborene A.____ meldete sich am 5. Mai 20 11 unter Hinweis auf einen “Unfall auf Glatteis am 17. Dezember 2010“ bei der Eidgenössisc hen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nachdem die IV-Stelle Basel-Landschaft die gesundheitlichen und die er- werblichen Verhältnisse des Versicherten abgeklärt hatte, ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 26 %. Gestützt auf dieses Ergebnis lehnte die IV-Ste lle nach durchgeführtem Vorbescheid- verfahren mit Verfügung vom 12. Februar 2013 einen An spruch von A.____ auf eine IV-Rente ab. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 13. März 201 3 Beschwerde beim Sozialversi- cherungsgericht Basel-Stadt. Darin beantragte er, es se i die angefochtene Verfügung aufzuhe- ben und es sei ihm eine Rente zuzusprechen; überdies seie n ihm die unentgeltliche Prozess- führung und die unentgeltliche Verbeiständung zu bewi lligen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung einer Frist bis Ende April 201 3 zur Einreichung einer ergänzenden Beschwerdebegründung. Nachdem das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt diesem Begeh- ren stattgegeben hatte, reichte A.____ am 15. April 2013 eine ergänzende Beschwerdebegrün- dung nach. Mit Verfügung vom 16. Mai 2013 überwies das Sozialversich erungsgericht Basel-Stadt die Be- schwerde von A.____ vom 13. März 2013 samt ergänzender Beschwerdebegründung vom 15. April 2013 zuständigkeitshalber an das hiesige Kanto nsgericht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). C. Mit Verfügung vom 22. Mai 2013 gewährte das Kanto nsgericht dem Beschwerdeführer gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorl iegende Beschwerdeverfahren die unent- geltliche Prozessführung. D. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Juni 2013 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. E. Am 10. Juli 2013 zeigte Advokat Nikolaus Tamm an, dass ihn der Beschwerdeführer mit der Wahrung seiner Interessen betraut habe. Auf sein G esuch hin wurde dem Rechtsvertreter umfassende Akteneinsicht gewährt. In der Folge teilte A dvokat Nikolaus Tamm am 6. August 2013 mit, dass er den Beschwerdeführer nicht mehr vertrete. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Nach Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmung en gemäss Art. 2 ATSG in Ver- bindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG auf die Invalidenversich erung anwendbar sind, ist die Beschwer- de innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der Ver fügung einzureichen. Gelangt die Partei Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechtzeitig an einen unzuständigen Versicherungsträger oder ein örtlich unzuständiges kantona- les Versicherungsgericht, so gilt die Beschwerdefrist gemä ss Art. 60 Abs. 2 ATSG in Verbin- dung mit Art. 39 Abs. 2 ATSG als gewahrt. Vorliegend hat der Versicherte seine Beschwerde am 13. März 2013 und somit innert der dreissigtägigen Beschwerdefrist erhoben, allerdings ist er mit seiner Eingabe innert Frist nicht an das örtlich und sachlich zuständige Kantonsgericht, sondern an das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt gelan gt. Von dort ist die Beschwerde mit Verfügung vom 16. Mai 2013 zuständigkeitshalber an das Kantonsgericht überwiesen wor- den. Nach dem Gesagten gilt die Beschwerde jedoch als r echtzeitig erhoben, sodass darauf eingetreten werden kann. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträc htigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszu standes und zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten ein rheumatologisches G utachten bei Dr. med. B.____, Rheumatologie FMH, Innere Medizin FMH, manuelle Medizin SAMM, ein, welches am 10. Feb- ruar 2012 erstattet wurde. Darin diagnostizierte der G utachter als Leiden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit/bei (1) Schmerzexacerbation nach Beinahesturz am 27.12.2011 und (2) einem Status n ach Dekompression L4/5 und L5/S1 mit dorsaler Spondylodese L5/S1 am 24.09.2007 infolge Lumboischialgie links bei Synovialzys- te L5/S1 und Instabilität im Segment L5/S1. In seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, der Explorand sei zuletzt Pflegeassistent ge wesen. Bei dieser Tätigkeit müsse er pflegerische Massnahmen verrichten, welche das Belastun gslimit klar überschreiten würden. Somit bestehe in dieser Tätigkeit eine vollständige Arbe itsunfähigkeit. Das Profil einer Ver- weistätigkeit umfasse eine körperlich leichte Tätigkeit oh ne Heben, Stossen oder Ziehen über 10 kg und ohne dauerndes Arbeiten in Zwangshaltungen (wie ständig vornüber gebeugt, repeti- tiv bückend, nur sitzend, stehend oder gehend). Eine solche gemischte, wechselbelastete leich- te Tätigkeit sei dem Exploranden gesamthaft gesehen zu 80 % zumutbar, dies bezogen auf ein Ganztagespensum. Für eine derartige Tätigkeit besteh e somit eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. In seiner Beurteilung wies Dr. B.____ sodann darauf hin, dass sich der Versicherte subjektiv Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht mehr für arbeitsfähig halte. Dies könne mit den objektiven Befunden so nicht untermauert werden. Es bestehe eine klare Diskrepanz zwischen der subjek tiven Selbsteinschätzung des Exploranden und der objektiven gutachterlichen Beurtei lung, möglicherweise komme diese Dif- ferenz durch eine zusätzliche psychiatrische Problematik zus tande. Aus diesem Grunde sollte eine psychiatrische Begutachtung des Versicherten erfolgen. 5.2 Gestützt auf diese Empfehlung des rheumatologische n Gutachters Dr. B.____ ent- schloss sich die IV-Stelle, zur weiteren Abklärung des med izinischen Sachverhaltes bei PD Dr. med. C.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, e in psychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben. Gleichzeitig ersuchte sie den genannt en Facharzt, nach erfolgter psychiatri- scher Begutachtung zusammen mit Dr. B.____ auch eine Kon sensbeurteilung vorzunehmen. In seinem psychiatrischen Gutachten, das er am 30. April 201 2 erstattete, hielt PD Dr. C.____ als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine re zidivierende depressive Störung, gegen- wärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0), bei zu Grunde liegender depressiv- neurotischer Struktur (ICD-10 F34.1) fest. Als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit nannte er einen Status nach Alkoholabhängigkeit (ICD10 F10.2). Im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit führte PD Dr. C.____ aus, dass be im Versicherten in Anbetracht der ge- genwärtig vorliegenden leichten depressiven Episode aus p sychiatrischer Sicht qualitative Funktionseinbussen in der Höhe von 20 % bestehen würde n. Die Alkoholabhängigkeit, die un- terdessen vom Exploranden als „im Griff“ beschrieben werd e, habe sich nie auf die Arbeitsfä- higkeit ausgewirkt. Im Ergebnis sei demnach aus psychiatrisch er Sicht sowohl in der ange- stammten Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit von einer 80 %-igen Arbeitsfähigkeit des Versicherten auszugehen. 5.3 In ihrer Konsensbeurteilung vom 24. April 2013 ( wiedergegeben im Gutachten von PD Dr. C.____ vom 30. April 2013) hielten Dr. B.____ und PD Dr. C.____ aus gesamtmedizinischer Sicht als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähi gkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-1 0 F33.0), bei zu Grunde liegender de- pressiv-neurotischer Struktur (ICD-10 F34.1) sowie ein chro nisches Lumbovertebralsyndrom mit/bei (1) Schmerzexacerbation nach Beinahesturz am 2 7.12.2011 und (2) einem Status nach Dekompression L4/5 und L5/S1 mit dorsaler Spondylodese L 5/S1 am 24.09.2007 infolge Lum- boischialgie links bei Synovialzyste L5/S1 und Instabilität im Segment L5/S1 fest. Auf Grund dieser gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei der Expl orand im zuletzt ausgeübten Beruf als Pflegeassistent nicht mehr arbeitsfähig. In einer Verw eistätigkeit sei dem Versicherten aus ge- samtmedizinischer Sicht ab Juni 2011 eine Arbeitsfähigke it von 80 % zumutbar, wobei die im rheumatologischen Gutachten beschriebenen Limiten zu berücksichtigen seien. 5.4 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 12. Februar 2013 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähi gkeit des Versicherten vollumfäng- lich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. B.____ und PD Dr. C.____ in ihren fachärztlichen Gutach- ten vom 10. Februar 2012 und 30. April 2012 sowie in ihrer gesamtmedizinischen Konsensbeur- teilung vom 24. April 2012 gelangt sind. Sie ging de mzufolge davon aus, dass dem Beschwer- deführer ab Juni 2011 die Ausübung einer leidensadapt ierten Tätigkeit im Umfang von 80 % zumutbar sei. Diese Beurteilung der Vorinstanz ist nich t zu beanstanden. Wie oben ausgeführt Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltung sverfahrens eingeholten Gutachten ex- terner Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund einge hender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatte n und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigke it der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Die begutachtenden Fa chärzte haben den Versicherten einge- hend untersucht, sie gehen in ihren ausführlichen Berich ten einlässlich auf dessen Beschwer- den ein, sie setzen sich mit den bei den Akten liegend en medizinischen Unterlagen auseinan- der und sie vermitteln so ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand des Beschwerde- führers. Schliesslich erweist sich auch die von ihnen in de r gesamtmedizinischen Konsensbeur- teilung vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten als überzeugend. 5.5 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeign et, die ausschlaggebende Beweis- kraft der gutachterlichen Einschätzungen von Dr. B.____ und PD Dr. C.____ in Frage zu stel- len. Entgegen der Auffassung des Versicherten hat die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt vollständig abgeklärt; insbesondere bedarf es keiner zusätzlichen orthopädischen Begutachtung mehr. Wie die IV-Stelle gestützt auf die Stellungnah me von Dr. med. D.____, Allgemeine Medi- zin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Ba sel, vom 25. September 2012 zu Recht geltend macht, kann vorliegend davon ausgegangen werde n, dass eine zusätzliche orthopädi- sche Untersuchung zur Zeit keine anderen, äusserlich feststellbaren funktionellen Defizite erge- ben würde, als diejenigen, welche bereits vom rheumatol ogischen Facharzt erhoben worden sind. In Anbetracht der schlüssigen und überzeugenden A usführungen der beiden Gutachter besteht sodann auch kein Anlass für eine erneute Begutachtung durch einen Schmerzspezialis- ten. 5.6 Lassen die vorhandenen medizinischen Unterlagen - w ie oben aufgezeigt - eine zuver- lässige Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Versi- cherten zu, so kann auf die vom Beschwerdeführer beantragt en zusätzlichen medizinischen Abklärungen verzichtet werden. Der Anspruch auf rechtli ches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pfl icht der Behörde zur Beweisabnahme. Be- weise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs in dessen nur über jene Tatsa- chen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, da ss die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend ab- geklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzich tet werden. Die damit verbundene an- tizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgeri chtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6. Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hi ervor), ist der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergle ichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfüg ung vom 12. Februar 2013 den erforderli- chen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie anha nd der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 60’099.-- und des zumutbaren Invalideneinkommens von Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 44'586.-- einen Invaliditätsgrad von 26 % ermitte lt. Dieser Einkommensvergleich ist vom Versicherten in seiner Beschwerde nicht beanstandet worden . Er ist denn auch eher zu seinen Gunsten ausgefallen, hat die IV-Stelle doch beim Valideneinkommen auf den höheren Tabellen- lohn der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik und nicht auf das etwas tiefere, effektiv erzielte letzte Einkommen des Versicherten abgestellt (vgl. dazu die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 12. Februar 2013). Wie es sich damit verhält, kann letztlich aber offen blieben, führt der Einkommensvergleich doch in jedem Fall zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von deutlich weniger als 40 %. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle ei nen Rentenanspruch des Versi- cherten zu Recht abgelehnt hat. Die gegen die betreffe nde Verfügung vom 12. Februar 2013 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun aller- dings mit Verfügung vom 22. Mai 2013 die unentgeltli che Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht