<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen,</p><p>- wie die direkte Zugsverbindung mit dem TGV Bern-Neuenburg-Paris auch in Zukunft mit einem attraktiven Fahrplan gesichert werden kann;</p><p>- ob es möglich ist, die TGV-Linie bis nach Interlaken zu verlängern.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit der Bahnreform 1 wurde die Aufgabenteilung zwischen Bund und SBB klar festgelegt: Der Bund setzt die strategischen, politischen und finanziellen Rahmenbedingungen fest. So gibt die Leistungsvereinbarung Bund-SBB vor, dass die SBB den Fernverkehr eigenwirtschaftlich zu betreiben haben. Die Verantwortung für die operative Führung der Unternehmung liegt bei den SBB.</p><p>Die Gestaltung des Fahrplanangebots im Fernverkehr ist ein sehr komplexer Ablauf und liegt in der Zuständigkeit der Transportunternehmungen, im Fall der Bahnlinien Paris-Bern bei den SBB. Die SBB konsultieren beim Fernverkehrskonzept regelmässig die betroffenen Kantone. Der Bundesrat vermeidet bewusst Eingriffe in die Fahrplangestaltung der SBB, welche auf der operativen Ebene angesiedelt ist. Auf Basis der Stellungnahme der SBB nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung.</p><p>1. TGV Lyria Bern-Paris </p><p>Ab 2008 wird die SNCF auf dem "Réseau Sud-Est" einen erweiterten Taktfahrplan einführen. Deshalb mussten die Fahrpläne der Linie Paris-Dijon-Jurabogen angepasst werden. Zudem soll der periodische dritte Zuglauf, der bisher an gewissen Tagen zwischen April und Oktober angeboten wurde, aufgrund der sehr geringen Nachfrage eingestellt werden.</p><p>Der Fahrplan 2008 wird grundsätzlich bis 2011 beibehalten. Die Eröffnung der ersten Phase des TGV Rhin-Rhône ist für Dezember 2011 vorgesehen. Diese ermöglicht theoretisch eine Fahrzeit Paris-Basel knapp unter 3 Stunden (Bern über Basel 4 Stunden). Ob und wie oft diese Fahrzeit angeboten werden kann, wird von der Trassenverfügbarkeit, der Haltepolitik sowie betriebswirtschaftlichen Überlegungen abhängen. Die Fahrzeit Bern-Neuchâtel-Paris liegt derzeit bei etwa 4 Stunden 45 Minuten. Verschiedene Streckenausbauten und der Einsatz von TGV-Zügen mit einer Spitzengeschwindigkeit von 300 Stundenkilometern statt 270 Stundenkilometern würden künftig bei einer günstigen Haltepolitik und Fahrplanlage theoretisch eine Fahrzeit von etwa 4 Stunden 15 Minuten ermöglichen.</p><p>Über beide Routen lassen sich somit unter bestimmten Voraussetzungen erhebliche Beschleunigungen erzielen. Insgesamt überwiegen aus Sicht der Bahnen (SBB wie SNCF) die Vorteile einer Führung der TGV-Züge über Basel. Die Zukunft der Linie Bern-Neuchâtel-Paris wird in den nächsten Jahren im Detail analysiert. Seit der Eröffnung des TGV Est am 10. Juni 2007 wählt ein Teil der Reisenden aus der Region Bern den Weg über Basel-Strasbourg, da die Verbindungen über Basel trotz Umsteigens teilweise schneller sind als die Fahrt mit den direkten TGV über Neuchâtel. Die Nachfrageentwicklung wird weiter beobachtet, und letztlich wird die Nachfrage das Angebot bestimmen.</p><p>2. TGV Lyria mit Verlängerung bis nach Interlaken</p><p>Zurzeit verunmöglicht die einspurige Linienführung zwischen Spiez und Interlaken den Einsatz von zusätzlichen Zügen auf dieser Strecke. Nur die Intercity-Züge, die im Takt verkehren, können bis nach Interlaken geführt werden. </p><p>Aus zwei Gründen ist es nicht möglich, die TGV-Züge in den Taktfahrplan zu integrieren: </p><p>- Der Takt Basel-Interlaken müsste unterbrochen werden, um einen TGV Paris-Bern-Interlaken einzuführen. </p><p>- Ein TGV verfügt nur über 350 Sitzplätze. Diese Zahl genügt bei Weitem nicht, um die Stammkundschaft zwischen Bern und Interlaken ausserhalb der verkehrsschwachen Zeiten zu befördern. Das Qualitätsangebot wäre demnach ungenügend. </p><p>Die Marktanalysen haben gezeigt, dass für die Destination Interlaken ab Paris keine grosse Nachfrage besteht. Die Nachfrage betrifft hauptsächlich die Destinationen östliches Waadtland und Wallis. Demzufolge sind weder die technischen noch die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Planung einer TGV-Verbindung zwischen Bern und Interlaken gegeben.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.