<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2006 57 S.283</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">283</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>57</b></span> <span class="ft2"><b>Verfahrenskosten (§ 35 Abs. 1 VRPG); Beschwerdeverfahren betreffend</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Mobilfunkanlagen.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Allgemeine Voraussetzungen, unter denen ein Gemeinwesen aus-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nahmsweise kostenpflichtig wird (Erw. 2).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Kompetenzordnung bei der Anwendung der Vorschriften zum</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Schutz vor nichtionisierender Strahlung (Erw. 3).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Präzisierung der Rechtsprechung zur ausnahmsweisen Kostenpflicht</b></span><br/> <span class="ft2"><b>des Gemeinwesens (Erw. 4).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Unzulässigkeit der in AGVE 2004, S. 503 f. eingeführten regierungs-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>rätlichen Praxis (Erw. 5).</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 28. August 2006 in</span><br/> <span class="ft5">Sachen Einwohnergemeinde B. gegen Regierungsrat.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">284</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">1. Im vorliegenden Verfahren ist einzig die Verlegung der Ver-</span><br/> <span class="ft1">fahrenskosten durch den Regierungsrat streitig.</span><br/> <span class="ft1">1.1. Der Gemeinderat B. wies als zuständige Baubewilligungs-</span><br/> <span class="ft1">behörde das Baugesuch der X. AG für die Errichtung einer GSM-</span><br/> <span class="ft1">Mobilfunkanlage innerhalb der Bauzone der Gemeinde B. ab. Zur</span><br/> <span class="ft1">Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass gesundheitliche Be-</span><br/> <span class="ft1">denken schwerer wögen als wirtschaftliche Aspekte und andere</span><br/> <span class="ft1">Standorte in Frage gekommen wären, zudem sei das Standortdaten-</span><br/> <span class="ft1">blatt (welches als Grundlage für die NIS-Berechnung dient) nicht</span><br/> <span class="ft1">vollständig ausgefüllt worden. In der zuvor erteilten Zustimmungs-</span><br/> <span class="ft1">verfügung der Koordinationsstelle Baugesuche des Baudepartements</span><br/> <span class="ft1">wurde (auf Antrag der NIS-Fachstelle) festgehalten, dass die Immis-</span><br/> <span class="ft1">sions- und Anlagegrenzwerte der Verordnung über den Schutz vor</span><br/> <span class="ft1">nichtionisierender Strahlung vom 23. Dezember 1999 (NISV;</span><br/> <span class="ft1">SR 814.710) eingehalten waren. Die von der X. AG erhobene Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerde hiess die Vorinstanz weitgehend gut und auferlegte der</span><br/> <span class="ft1">Einwohnergemeinde B. sieben Achtel der Verfahrenskosten.</span><br/> <span class="ft1">1.2. Die Vorinstanz begründet ihren Kostenentscheid damit,</span><br/> <span class="ft1">dass der Gemeinderat B. das Baugesuch vorab aus Gründen des</span><br/> <span class="ft1">Umweltschutzes abgewiesen habe. Umweltrechtliche Belange seien</span><br/> <span class="ft1">aber im Anwendungsbereich der NISV abschliessend durch die kan-</span><br/> <span class="ft1">tonalen Fachstellen zu beurteilen. Die Fälle häuften sich, in denen</span><br/> <span class="ft1">Gemeinderäte trotz klaren rechtlichen Verhältnissen Baugesuche be-</span><br/> <span class="ft1">treffend Mobilfunkanlagen abwiesen und dabei die kantonale Zu-</span><br/> <span class="ft1">stimmung übergingen. Die umweltrechtliche Beurteilung von Mobil-</span><br/> <span class="ft1">funkanlagen liege ausserhalb des Kompetenzbereichs der Gemein-</span><br/> <span class="ft1">den. Eine Ausnahme von der Regel, dass dem Gemeinwesen keine</span><br/> <span class="ft1">Verfahrenskosten auferlegt werden, sei in diesem Fall angebracht.</span><br/> <span class="ft1">Dies entspreche der neueren Praxis des Regierungsrats (siehe AGVE</span><br/> <span class="ft1">2004, S. 503 f.).</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung, trotz ihres</span><br/> <span class="ft1">Unterliegens im vorinstanzlichen Verfahren müssten die Verfahrens-</span><br/> <span class="ft1">kosten praxisgemäss auf die Staatskasse genommen werden. Der</span><br/> <span class="ft1">Gemeinderat habe seine Kompetenzen mit der Abweisung des Bau-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">285</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">gesuchs für die Errichtung einer Mobilfunkanlage nicht überschrit-</span><br/> <span class="ft1">ten. Als Baupolizeibehörde habe er sich mit den im Zeitpunkt der</span><br/> <span class="ft1">Entscheidung vorhandenen Unterlagen befassen müssen und nicht</span><br/> <span class="ft1">wissen können, ob die kantonale NIS-Fachstelle eine in 200 m Ent-</span><br/> <span class="ft1">fernung projektierte Mobilfunkanlage in die NIS-Beurteilung einbe-</span><br/> <span class="ft1">zogen hatte oder nicht. Insofern seien die Baugesuchsunterlagen un-</span><br/> <span class="ft1">vollständig gewesen. Zudem habe man sich auch Gedanken zum</span><br/> <span class="ft1">Ortsbildschutz gemacht.</span><br/> <span class="ft1">2. In den Beschwerdeverfahren sind dem Unterliegenden</span><br/> <span class="ft1">grundsätzlich die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gebühr und</span><br/> <span class="ft1">den Auslagen, aufzuerlegen; bei teilweiser Gutheissung der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerde sind die Kosten anteilmässig zu verlegen (Art. 33 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">Sätze 1 und 2 VRPG). Den am Verfahren beteiligten Amtsstellen</span><br/> <span class="ft1">werden in der Regel keine Verfahrenskosten auferlegt (§ 35 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">VRPG). Diese Regelung findet ihre Begründung darin, dass das</span><br/> <span class="ft1">Gemeinwesen öffentliche Interessen zu vertreten hat. § 35 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">VRPG findet für die Verwaltungsbeschwerde wie für die Verwal-</span><br/> <span class="ft1">tungsgerichtsbeschwerde Anwendung.</span><br/> <span class="ft1">Eine Ausnahme von der Regel des § 35 Abs. 1 VRPG macht das</span><br/> <span class="ft1">Verwaltungsgericht dann, wenn die Behörde das Beschwerdever-</span><br/> <span class="ft1">fahren selber als Beschwerdeführerin eingeleitet hat oder wenn eine</span><br/> <span class="ft1">besondere Interessenlage gegeben ist, die jener im Klageverfahren</span><br/> <span class="ft1">oder Zivilprozess entspricht, wenn es also um Interessen des Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinwesens namentlich finanzieller Natur geht. In diesen Fällen hat</span><br/> <span class="ft1">das Gemeinwesen auch die Verfahrenskosten zu tragen, wenn es un-</span><br/> <span class="ft1">terliegt (AGVE 1977, S. 121). Von der Regel des § 35 Abs. 1 VRPG</span><br/> <span class="ft1">wird auch dann abgewichen, wenn das Gemeinwesen einen formel-</span><br/> <span class="ft1">len Fehler begangen hat, durch den das Verfahren ganz oder im We-</span><br/> <span class="ft1">sentlichen veranlasst worden ist (AGVE 1996, S. 384 f. mit Hinwei-</span><br/> <span class="ft1">sen; VGE III/107 vom 13. Dezember 2004 [BE.2003.00342],</span><br/> <span class="ft1">S. 14 f.).</span><br/> <span class="ft1">Zur in AGVE 2004, S. 503 f. publizierten Praxis des Regie-</span><br/> <span class="ft1">rungsrats, wonach den Gemeinden die Verfahrenskosten auferlegt</span><br/> <span class="ft1">werden, wenn die kommunale Baubewilligungsbehörde bei Mobil-</span><br/> <span class="ft1">funk-Fällen eine von der kantonalen Fachstelle abweichende um-</span><br/> <span class="ft1">weltrechtliche Beurteilung in den Baubewilligungsentscheid einflies-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">286</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">sen lässt und der Entscheid im Beschwerdeverfahren in diesem Punkt</span><br/> <span class="ft1">aufgehoben wird, musste sich das Verwaltungsgericht bisher nicht</span><br/> <span class="ft1">äussern.</span><br/> <span class="ft1">3. Die Vorinstanz begründet die Auferlegung der Verfahrens-</span><br/> <span class="ft1">kosten auf die Beschwerdeführerin im Wesentlichen damit, dass der</span><br/> <span class="ft1">Gemeinderat B. seine Kompetenzen überschritten habe, indem er die</span><br/> <span class="ft1">umweltrechtliche Beurteilung der kantonalen Fachstelle nicht voll-</span><br/> <span class="ft1">ständig in den Baubewilligungsentscheid übernommen habe. Die</span><br/> <span class="ft1">Kompetenzaufteilung gestaltet sich in diesem Bereich wie folgt:</span><br/> <span class="ft1">3.1. Für den Vollzug des Bundesumweltrechts - darunter fallen</span><br/> <span class="ft1">auch die Regelungen über den Schutz vor nichtionisierender Strah-</span><br/> <span class="ft1">lung - sind die Kantone bzw. nach Massgabe des kantonalen Rechts</span><br/> <span class="ft1">die Gemeinden verantwortlich (siehe Art. 74 Abs. 1 und 3 BV). Ge-</span><br/> <span class="ft1">stützt auf § 2 lit. k und § 3 Abs. 3 lit. g USD ist die Abteilung für</span><br/> <span class="ft1">Umwelt des Departements Bau, Verkehr und Umwelt für die NIS-</span><br/> <span class="ft1">Beurteilung zuständig, und auf Antrag der NIS-Fachstelle eröffnet</span><br/> <span class="ft1">die Koordinationsstelle Baugesuche der Baubewilligungsbehörde</span><br/> <span class="ft1">den Teilentscheid. Die Beurteilung der Koordinationsstelle Baugesu-</span><br/> <span class="ft1">che stellt für die Bewilligungsbehörde nicht lediglich eine Empfeh-</span><br/> <span class="ft1">lung oder einen Antrag, sondern einen bindenden Teilentscheid dar.</span><br/> <span class="ft1">Die NIS-Beurteilung liegt nach aargauischem Recht abschliessend</span><br/> <span class="ft1">bei der kantonalen Behörde. Für die Gemeinden besteht kein Spiel-</span><br/> <span class="ft1">raum für eine eigene Beurteilung der immissionsschutzrechtlichen</span><br/> <span class="ft1">Vorschriften (inklusive Vorsorgeprinzip) im Baubewilligungsent-</span><br/> <span class="ft1">scheid. Ihnen verbleibt die Überprüfung der baurechtlichen Vor-</span><br/> <span class="ft1">schriften, insbesondere Aspekten des Ortsbildschutzes, sowie der Na-</span><br/> <span class="ft1">tur- und Heimatschutzvorschriften, soweit der Kanton nicht zu-</span><br/> <span class="ft1">ständig ist.</span><br/> <span class="ft1">3.2. Will die Gemeinde umweltrechtliche Rügen anbringen,</span><br/> <span class="ft1">muss sie dies im Beschwerdeverfahren tun. Den Gemeinden kommt</span><br/> <span class="ft1">gestützt auf Art. 57 USG das Beschwerderecht zu. Danach sind Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinden berechtigt, unter anderem gegen Verfügungen der kantona-</span><br/> <span class="ft1">len Behörden in Anwendung des Umweltschutzrechtes die Rechts-</span><br/> <span class="ft1">mittel des eidgenössischen und kantonalen Rechts zu ergreifen, so-</span><br/> <span class="ft1">fern sie durch die Verfügung berührt werden und ein schutzwürdiges</span><br/> <span class="ft1">Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung haben. Mit der Über-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">287</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">prüfung eines Baugesuchs betreffend eine Mobilfunkanlage auf die</span><br/> <span class="ft1">Vereinbarkeit mit der Umweltschutzgesetzgebung verfolgt die Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinde Schutzanliegen, denn die Bevölkerung in der Umgebung der</span><br/> <span class="ft1">Sendeanlage soll vor gesundheitsschädigender Strahlung geschützt</span><br/> <span class="ft1">werden. Dadurch ist die Gemeinde in ihrem hoheitlichen Aufgaben-</span><br/> <span class="ft1">bereich berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an der Einhal-</span><br/> <span class="ft1">tung der Immissions- und Anlagegrenzwerte der NISV. Sie ist zur</span><br/> <span class="ft1">Beschwerde legitimiert und kann die Verletzung der umweltschutz-</span><br/> <span class="ft1">rechtlichen Bestimmungen rügen (siehe BGE vom 5. April 2004</span><br/> <span class="ft1">[1A.134/2003], Erw. 1.2).</span><br/> <span class="ft1">3.3. Aufgrund der aargauischen Kompetenzordnung und dem</span><br/> <span class="ft1">Beschwerderecht der Gemeinden bei der Anwendung der NISV er-</span><br/> <span class="ft1">gibt sich folgende Rechtslage: Für die Gemeinden ist der Teilent-</span><br/> <span class="ft1">scheid der kantonalen Fachstelle betreffend die NIS-Beurteilung bin-</span><br/> <span class="ft1">dend und abschliessend, d.h. sie muss für die umweltrechtliche Be-</span><br/> <span class="ft1">urteilung des Baugesuchs übernommen werden. Will die Gemeinde</span><br/> <span class="ft1">von ihrem Beschwerderecht gestützt auf Art. 57 USG Gebrauch ma-</span><br/> <span class="ft1">chen, muss sie die (von der eigenen Baubewilligungsbehörde er-</span><br/> <span class="ft1">teilte) Baubewilligung mit Beschwerde an den Regierungsrat an-</span><br/> <span class="ft1">fechten.</span><br/> <span class="ft1">4. Um bei Mobilfunk-Fällen die öffentlichen Interessen im Be-</span><br/> <span class="ft1">reich des Umweltschutzes wahrnehmen zu können, muss die Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinde das Beschwerdeverfahren einleiten. Die Ausnahmeregelung</span><br/> <span class="ft1">zu § 35 Abs. 1 VRPG, wonach das Gemeinwesen im Falle des (teil-</span><br/> <span class="ft1">weisen) Unterliegens von den Verfahrenskosten nicht befreit wird,</span><br/> <span class="ft1">wenn die Behörde das Beschwerdeverfahren selber als Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führerin eingeleitet hat, ist für Mobilfunk-Fälle wie folgt zu präzisie-</span><br/> <span class="ft1">ren:</span><br/> <span class="ft1">Als Konsequenz der aargauischen Zuständigkeitsordnung kann</span><br/> <span class="ft1">die Gemeinde ihre berechtigten, im öffentlichen Interesse liegenden</span><br/> <span class="ft1">umweltrechtlichen Bedenken nur im Beschwerdeverfahren geltend</span><br/> <span class="ft1">machen. Dies soll Sinn und Zweck von § 35 Abs. 1 VRPG ent-</span><br/> <span class="ft1">sprechend keine Kostenfolge zeitigen. Für die immissionsschutz-</span><br/> <span class="ft1">rechtliche Beurteilung von Mobilfunkanlagen bildet die Beschwerde</span><br/> <span class="ft1">gestützt auf Art. 57 USG das Korrektiv zum kommunalen Baubewil-</span><br/> <span class="ft1">ligungsentscheid, in welchem die Gemeinde keine umweltrechtliche</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">288</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Prüfung vornehmen darf. Eine Auferlegung der Verfahrenskosten</span><br/> <span class="ft1">kommt nur in Betracht, wenn die Beschwerde missbräuchlich oder</span><br/> <span class="ft1">trölerisch ist, mithin überhaupt keine substantiierten Mängel der</span><br/> <span class="ft1">kantonalen NIS-Beurteilung geltend gemacht werden (etwa wenn nur</span><br/> <span class="ft1">allgemeine gesundheitliche Bedenken vorgebracht werden), aber</span><br/> <span class="ft1">nicht, wenn die Gemeinde in guten Treuen sachliche Gründe für eine</span><br/> <span class="ft1">abweichende Beurteilung aufführen kann.</span><br/> <span class="ft1">5. Der Umstand allein, dass der Gemeinderat B. in Unkenntnis</span><br/> <span class="ft1">dieser Rechtsprechung seine umweltrechtlichen Bedenken bereits im</span><br/> <span class="ft1">Bewilligungsverfahren einbrachte, rechtfertigt - in Abweichung zur</span><br/> <span class="ft1">in AGVE 2004, S. 503 f. publizierten Praxis des Regierungsrats -</span><br/> <span class="ft1">noch keine Auferlegung der Verfahrenskosten zu Lasten der Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinde. Vielmehr ist zu prüfen, ob der Gemeinderat in guten Treuen</span><br/> <span class="ft1">handelte.</span><br/> <span class="ft1">5.1. Die Beschwerdeführerin hat als Begründung zur Abwei-</span><br/> <span class="ft1">sung des Baugesuchs der X. AG (unter anderem) angeführt, dass dem</span><br/> <span class="ft1">Vorsorgeprinzip zu wenig Beachtung geschenkt worden sei,</span><br/> <span class="ft1">Alternativstandorte in Frage kämen und das Standortdatenblatt nicht</span><br/> <span class="ft1">vollständig ausgefüllt worden sei. Zum Ortsbildschutz hat sie ledig-</span><br/> <span class="ft1">lich summarische Hinweise angebracht. Die Beschwerdeführerin hat</span><br/> <span class="ft1">damit nicht eigene, finanzielle Interessen verfolgt, sondern öffentli-</span><br/> <span class="ft1">che Interessen wahrgenommen. Auch wenn sich diese Argumente in</span><br/> <span class="ft1">materieller Hinsicht als nicht stichhaltig herausgestellt haben, fehlte</span><br/> <span class="ft1">ihnen nicht jegliche sachliche Begründung: So ging es auch um eine</span><br/> <span class="ft1">nähere Prüfung der Frage, ob für die NIS-Beurteilung alle rechtser-</span><br/> <span class="ft1">heblichen Sachverhaltselemente berücksichtigt wurden. Dies war</span><br/> <span class="ft1">nicht von vornherein klar, konnte sich doch die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft1">in guten Treuen fragen, ob eine in rund 200 m Entfernung auf der</span><br/> <span class="ft1">Parzelle Nr. 428 geplante Mobilfunkanlage nicht in das Standortda-</span><br/> <span class="ft1">tenblatt hätte aufgenommen werden müssen. Der Entscheid des Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinderats kann jedenfalls nicht als missbräuchlich oder trölerisch</span><br/> <span class="ft1">bezeichnet werden.</span><br/></div> </div> </body> </html>