Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission Geschäfts-Nr.: VB110009-O/U Mitwirkend: Vizepräsident lic. iur. R. Naef, Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichter Dr. J. Zürcher sowie der Stellvertreter des General- sekretärs lic. iur. Lukas Huber Beschluss vom 13. April 2011 in Sachen A._____, Beschwerdeführerin gegen Obergericht des Kantons Zürich , II. Zivilkammer, Hirschengraben 15, 8021 Zürich, Beschwerdegegner betreffend Beschwerde gegen die Entschädigung als unentgeltliche Rechtsvertreterin von B._____ - 2 - Erwägungen: 1. Mit Beschluss des Beschwerdegegners vom 24. März 2011 wurde die Be- schwerdeführerin für ihre Bemühungen und Barauslagen als unentgeltliche Rechtsvertreterin des Klägers im Berufungsverfahren NC100006-O ent- schädigt mit Fr. 5'464.-- zuzüglich 7, 6% MWSt und mit Fr. 402.-- zuzüglich 8% MWSt (act. 2/1). 2. Mit Eingabe vom 11. April 2011 an die Verwaltungskommission des Oberge- richts (act. 1) stellte die Beschwerdeführerin die folgenden Anträge: "Es sei das Obergericht, II. Zivilkammer zu verpflichten, der Beschwer- deführerin für das Verfahren NC 100006 weitere CHF 4'547.30 zu ent- schädigen Es seien die vollständigen Verfahrensakten NC100006 vom Oberge- richt Zürich, II. Zivilkammer beizuziehen Alles unter Kosten- und Entschädi gungsfolgen zu Lasten des Be- schwerdegegners" 3. Seit dem 1. Januar 2011 gilt in de r Schweiz die neue Schweizerische Zivil- prozessordnung (ZPO), welche die bis anhin gültigen kantonalen Zivilpro- zessordnungen ablöst. Bei Verfahren, die bei Inkrafttreten des neuen Geset- zes rechtshängig sind, gilt das bisherige Verfahrensrecht und damit die Zi- vilprozessordnung des Kantons Zürich (ZPO/ZH) sowie das Gerichtsverfas- sungsgesetz (GVG) weiterhin bzw. bis zum Abschluss vor der betroffenen Instanz (Art. 404 Abs. 1 ZPO). Für die Rechtsmittel gilt das Recht, das bei der Eröffnung des Entscheides in Kraft ist (Art. 405 Abs. 1 ZPO). 4. Vorliegend hat die Beschwerdeführ erin ein Rechtsmittel gegen einen am 24. März 2011 ergangenen Beschluss ergr iffen, weshalb auf das vorliegen- de Beschwerdeverfahren die Schwei zerische Zivilprozessordnung (ZPO) und das neue kantonale Gerichtsor ganisationsgesetz (GOG) zur Anwen- dung gelangen. - 3 - 5. Das neue Prozessrecht sieht in Ar t. 110 ZPO vor, dass ein Kostenentscheid selbständig nur mit Beschwerde anfechtbar ist (Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO), bzw. zusammen mit der Hauptsache mit dem entsprechenden Rechtsmittel anzufechten ist. Gegen ein aus seiner Sicht zu tiefes Honorar kann der un- entgeltliche Rechtsbeistand Beschwer de in eigenem Namen führen (BGE 131 V 153 E. 1 m.w.H.). Die Frage, ob es sich dabei um eine Beschwerde i.S.v. Art. 110 ZPO i.V.m. Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO oder um eine solche i.S.v. Art. 121 ZPO analog i.V.m. Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO handelt (vgl. dazu S TAEHELIN/STAEHELIN/GROLIMUND, Zivilprozessrecht, Zürich 2008, § 16 N 70 a.E.), kann vorliegend unbeantwortet bl eiben. Denn gegen einen Entscheid eines oberen kantonalen Gerichts steht die Beschwerde ohnehin nicht zur Verfügung: Eine solche kann gemäss Art. 319 ZPO nur gegen erstinstanzli- che Entscheide ergriffen werden. 6. Das bisherige kantonale Verf ahrensrecht behandelte Beschwerden gegen Kostenentscheide oder gegen die Fest setzung der Entschädigung des un- entgeltlichen Rechtsbeistandes als Au fsichtsbeschwerden (§§ 108 und 206 GVG; vgl. auch H AUSER/SCHWERI, Kommentar zum Zürcherischen Gerichts- verfassungsgesetz, Zürich 2002, § 108 N 24 und § 206 N 11). Soweit ein Endentscheid im Haupt- oder in einem Nebenpunkt mit dem ordentlichen Rechtsmittel angefochten und daneben auch der Gebühren- und Kostenan- satz beanstandet wurde, so war di ese Beanstandung mit dem betreffenden prozessrechtlichen Rechtsmittel zu verbinden (§ 206 Satz 2 GVG). Zur Beur- teilung von (Aufsichts-)Beschwerden, die sich gegen den Kostenpunkt bzw. die Entschädigung eines ( unentgeltlichen) Rechtsvertreters richteten, war gemäss der Verordnung des Obergericht s über die Organisation des Ober- gerichts vom 22. Juni 2005 (LS 212. 51) die Verwaltungskommission bzw. das Plenum des Obergerichts zuständig (§ 8 und 21 Organisationsverord- nung). 7. Dem neuen Prozessrecht ist eine solche Aufteilung des Rechtsmittelweges je nach Anfechtungsgegenst and fremd und es sieht - wie unter Ziff. 5 vor- stehend ausgeführt - auch für Beschwerden, die sich alleine gegen die Fest-- 4 - setzung von Kosten oder Entschädigungen richten, die Zuständigkeit der or- dentlichen Beschwerdeinstanz vor. Eine Beschwerde gemäss Art. 319 ff. ZPO gegen einen Entscheid eines oberen kantonalen Gerichts gibt es nicht. Es ist deshalb festzustellen, das s gegen einen Beschluss ei ner obergericht- lichen Kammer - auch wenn er die Fe stsetzung von Kosten oder Entschädi- gungen betrifft - kein kantonales Rechtsmittel zur Verfügung steht. Auf die Beschwerde ist deshalb nicht einzutreten. 8. Soweit gegen einen Entscheid keine besonderen Verfahrenswege vorge- schrieben sind, ist das in der Haupt sache gegebene Rechtsmittel ans Bun- desgericht auch bezüglich aller Nebenpunkte des Urteils, insbesondere auch hinsichtlich des Kostenentscheides, zulä ssig (vgl. BGE 134 I 159 E. 1.1. m.w.H.). Dies gilt auch für ander e, Drittpersonen betreffende Kostenent- scheide (BSK ZPO-R ÜEGG, Art. 110 N 4), wozu auch die Festsetzung des Honorars des unentgeltlichen Rechtsvertreters zu zählen ist. 9. Nachdem im Vergleich zur bisher igen Regelung gemäss kantonalem Pro- zessrecht neu kein kantonales Rechts mittel zur Anfechtung von Kostenent- scheiden zur Verfügung steht und der Beschluss des Beschwerdegegners keine Rechtsmittelbelehrung enthalten hat, rechtfertigt es sich, der Be- schwerdeführerin für das vorliegende Verfahren in Anwendung von Art. 107 Abs. 2 ZPO keine Kosten aufzuerlegen. Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Dieser Beschluss wird den Parteien des Beschwerdeverfahrens schriftlich gegen Empfangsschein mitgeteilt, dem Beschwerdegegner unter Beilage ei- nes Doppels von act. 1. - 5 - 4. Eine allfällige Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solch en Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (ordentliche Beschwerde) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfas- sungsbeschwerde) i.V.m. Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesge- richt (BGG). Zürich, 13. April 2011 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Verwaltungskommission Der Stellvertreter des Generalsekretärs: lic. iur. L. Huber versandt am: