B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3105/2012 law/bah U r t e i l v o m 2 0 . S e p t e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Fulvio Haefeli; Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), Irak, vertreten durch lic. iur. Serif Altunakar, Rechtsberatung, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 7. Mai 2012 / N (…). D-3105/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer verliess den Irak eigenen Angaben gemäss am 16. November 2008 und suchte in der Schweiz am 26. November 2008 um Asyl nach. A.b Bei der Erstbefragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum Chiasso vom 16. Dezember 2008 erklärte, er sei Kurde und ha be seit Februar 2005 als Soldat bei der B._______ der irakischen Armee gedient. Terr o- risten hätten von ihm gefordert, er solle seine Arbeitstätigkeit einstellen, ansonsten er mit dem Leben bezahlen müsse. Sie hätten ihm zwei Dro h- briefe nach Hause geschickt . Da er seine Familie mit seinem Gehalt u n- terstützt habe, sei die Arbeit sehr wichtig für ihn gewesen. Er habe seinen Arbeitgeber informiert, man habe ihm gesagt, er solle weiter arbeiten, wie wenn nichts geschehen wäre. Die beiden Briefe habe er im Abstan d von eineinhalb Monaten im Sommer 2008 erhalten, er wisse nicht mehr, ob er den ersten Brief im Juli oder im August erhalten habe. Er habe die Briefe weggeworfen, sie seien nicht mehr da. A.c Am 17. Februar 2009 hörte das BFM den Beschwerdeführer zu se i- nen Asylgründen an. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, er sei in C._______ geboren worden und habe bis zu seiner Ausreise dort gelebt. Bis im Februar 2005 habe er auf dem Bau gearbeitet, anschliessend h a- be er als D._______ als normaler Soldat in der Armee gedient. Wegen seiner Arbeit sei er zweimal mit dem Tod bedroht worden. Viele Personen seien von den Leuten, die ihn bedroht hätten, getötet worden. Den ersten Drohbrief habe er im Juli 2008 erhalten, den zweiten zirka eineinhalb M o- nate später. Er ha be seinen Bruder gebeten, ihm die beiden Drohbriefe zuzustellen; diese seien bei ihnen in den Hof des Hauses geworfen wor- den. Sein Bruder habe ihm den ersten Brief gezeigt und ihm gesagt, es stehe darin, dass er mit seiner Arbeit aufhören müsse. Er habe mi t sei- nem Vorgesetzten darüber gesprochen und sei auch zur Polizei gega n- gen. Man habe ihm empfohlen, aufzupassen. Er habe den ersten Dro h- brief nicht ernst genommen und gedacht, vielleicht würden ihn diese Le u- te in Ruhe lassen. Nachdem er den zweiten Drohbri ef erhalten habe, h a- be er die Hoffnung verloren und das Land verlassen. Die Leute hätten ihm gesagt, wer einmal von den Terroristen bedroht worden sei, habe da- nach keine Ruhe mehr. Zur Stützung seiner Vorbringen gab er eine Be s- tätigung der Einwohnerdienste , einen Drohbrief, eine Identitätskarte und zwei Fotografien zu den Akten. D-3105/2012 Seite 3 A.d Am 9. November 2011 führte ein vom BFM beauftragter Experte der Fachstelle LINGUA ein Telefongespräch mit dem Beschwerdeführer, auf- grund dessen er eine Herkunftsanalyse durchführte . In seinem Bericht vom 18. April 2012 gelangte er zum Schluss, der Beschwerdeführer sei mit Sicherheit nicht zur Hauptsache in C._______, sondern sehr wah r- scheinlich in der Provinz Dohuk (Nordirak) sozialisiert worden. A.e Das BFM setzte den Beschwerdeführer am 23. April 2012 vom E r- gebnis der LINGUA -Analyse in Kenntnis und teilte ihm mit, eine amtsi n- terne Überprüfung habe ergeben, dass es sich bei der von ihm eing e- reichten Identitätskarte um eine Fälschung handle. Gleichzeitig gab es ihm Gelegenheit sich schriftlich zu äussern. A.f Der Beschwerdeführer übermittelte dem BFM am 2. Mai 2012 eine Stellungnahme. A.g Mit Schreiben vom 4. Mai 2012 reichte der Rechtsvertreter des B e- schwerdeführers eine ergänzende Stellungnahme ein. B. Mit Verfügung vom 7. Mai 2012 – eröffnet am 10. Mai 2012 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz , ordnete den Vollzug der Weg- weisung an und zog die eingereichte irakische Identitätskarte ein. C. Mit Eingabe vom 8. Juni 2012 liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht gegen diesen Entscheid Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung des BFM sei aufzu- heben, es sei festzustellen, dass er die Flüchtlingseigenschaft erfülle und es sei ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und es sei ihm als Folge davon von Amtes wegen die vorläufige Aufnahme zu g e- währen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess er zudem beantragen, es sei auf die Erhebung eines Verfahrenskostenvorschusses zu verzichten. D. Mit Zwischenverfügung vom 20. Juni 2012 wies der Instruktionsrichter das Gesuch um Verz icht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ab und forderte den Beschwerdeführer auf, bis zum 5. Juli 2012 einen Ko s-D-3105/2012 Seite 4 tenvorschuss von Fr. 600.– zu leisten, unter der Androhung, bei ung e- nutzter Frist werde auf die Beschwerde nicht eingetreten. E. Am 4. Juli 2012 wurde der Kostenvorschuss von Fr. 600.– eingezahlt. F. Der Beschwerdeführer liess am 5. Juli 2012 mehrere Beweismittel einre i- chen. G. Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 17. Juli 2012 die Abweisung der Beschwerde. H. In seiner Stellungnahme vom 3. August 2012 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein D-3105/2012 Seite 5 schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehung sweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unric htige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM führt zur Begründung seines Entscheides aus , die vom Be- schwerdeführer eingereichte Identitätskarte weise zahlreiche objektive Fälschungsmerkmale auf, weshalb an seinen Angaben zum Herkunftsort zu zweifeln sei. Auch in der LINGUA -Analyse sei man zum Schluss g e- langt, er stamme mit Sicherheit nicht aus C._______, sondern mit übe r- wiegender Wahrscheinlichkeit aus Dohuk . Aufgrund dieser Tatsachen sei davon auszugehen, dass er höchstwahrscheinlich im Nordirak sozialisiert worden sei. Diese Feststellungen erweckten den Anschein, dass er seine tatsächliche Herkunft verschl eiern wolle, was seine persönliche Glau b- würdigkeit nachhaltig erschüttere. Zudem seien auch seine Asylvorbri n- gen widersprüchlich ausgefallen. So habe er bei der Anhörung geltend D-3105/2012 Seite 6 gemacht, den ersten Drohbrief im Juli 2008 erhalten zu haben, der zweite sei etwa eineinhalb Monate später gekommen. Kurz darauf habe er g e- sagt, er habe den Irak zirka 15 Tage nach Erhalt des zweiten Briefs ve r- lassen, dies sei am 16. November 2008 gewesen. Seine Schilderungen seien äusserst stereotyp ausgefallen. Er sei nicht in der Lage, a n- zugeben, ob es sich beim abgegebenen Drohbrief um den ersten oder den zweiten handle. Er habe auch nicht darzutun vermocht, was in den Briefen gestanden sei. Da es jedoch die für die Ausreise zentralen El e- mente seien, hätte er dazu konkret und det ailliert Angaben machen kö n- nen müssen. Die Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen würden dadurch erhärtet, woran auch die eingereichten Beweismittel nichts ä n- dern könnten. 4.2 In der Beschwerde wird demgegenüber geltend gemacht, die vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel bezeugten, dass seine A n- gaben der Wahrheit entsprächen. Die Identitätskarte sei echt. Er habe sie von der zuständigen irakischen Behörde in Mosul erhalten; sie könne deshalb gar nicht gefälscht sein. Es stehe der Vorinstanz zudem frei, die- se vom irakischen Konsulat überprüfen zu lassen. Dies habe sie unter- lassen, weshalb das Bundesverwaltungsgericht ersucht werde, die Identi- tätskarte durch das irakische Konsulat auf ihre Echtheit überprüfen zu lassen. Es sei bekannt, dass seit Beginn des Kriegs im Irak viele Zivilisten zu Tode gekommen seien. Die Terrororganisationen hätten bis heute nicht von ihren Zielen abgelassen. Bezüglich des Irak könne nicht von einer s i- cheren Lage gesprochen werden. Die Terroristen betrachteten jeden, der nicht mit ihnen zusammenarbeite , als Feind. Die betreffenden Personen würden entführt oder getötet. Dem Beschwerdeführer sei in zwei Briefen gedroht worden. Es treffe zu, dass er sich bezüglich der Daten der Briefe geirrt habe. Dies sei vor dem Hintergrun d, dass er die Schule nur zirka drei Jahre lang besucht habe, verständlich. Hinzu komme das Krieg s- trauma, unter dem er leide. Er stamme aus der Provinz Mosul, die b e- sonders betroffen vom Terror sei. Allein deshalb sei eine Rückkehr in den Irak unzumutbar. Es bestehe die Gefahr, dass er im Falle einer Rückkehr Gefahr laufe, irgendwann durch die Terroristen entführt oder ermordet zu werden. Aus seinen Aussagen gehe hervor, dass er nichtstaatlicher Ve r- folgung ausgesetzt sei. Die Behörden im kurdischen Norden s eien nicht in der Lage, ihn zu schützen. 4.3 Das BFM führt in seiner Vernehmlassung aus, die nachträglich einge- reichten Dokumente könnten seine Einschätzungen nicht umstossen, D-3105/2012 Seite 7 zumal diese erst auf Beschwerdeebene vorgelegt worden seien und au f- grund von Fälschungsanfälligkeit keinen Beweiswert hätten. 4.4 In der Stellungnahme wird entgegnet, es sei bekannt, dass die Vori n- stanz immer nach demselben Schema vorgehe. Lege ein Asylsuchender keine Beweismittel vor, behaupte sie, die Vorbringen seien unglaubhaft, würden Beweismittel eingereicht, heisse es, diese seien gefälscht. Wenn die Vorinstanz es wolle, könne sie die Beweismittel auf ihre Echtheit hin überprüfen lassen. 5. 5.1 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich dann, wenn sie genügend substanti iert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesen t- lichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbe h- ren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung wide r- sprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unte rdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbri n- gen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesam t- würdigung die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellun g des Asylsuchenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; vgl. BVGE 2010/57 E. 2.3 S. 826 f., Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize- rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.). 5.2 5.2.1 Der Beschwerdeführer machte bei seinen Befragungen geltend, er habe seine Heimat verlassen, da er von Terroristen zweimal Drohbriefe erhalten habe, in denen er aufgefordert worden sei, seine Arbeitstätigkeit bei der irakischen Armee aufzugeben. Bei der Erstbefragung vom 16. Dezember 2008 gab er auf Nachfrage an, er habe die beiden Dro h- briefe weggeworfen, sie existierten nicht mehr (vgl. act. A1/8 S. 5). An- lässlich der Anhörung zu den Asylgründen vom 17. Februar 2009 gab er indessen einen Drohbrief ab und führte aus, er habe seinen im Irak l e-D-3105/2012 Seite 8 benden Bruder aufgefordert, ihm beide Drohbriefe in die Schweiz zu schi- cken (vgl. act. A10/15 S. 6). Aufgrund der sich ausschliessenden Ang a- ben des Beschwerdeführers zur Existenz der Drohbriefe ist zu schliessen, dass das eingereichte Schreiben nicht authentisch ist. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer bei den Befragungen vorbrachte, er sei in den Drohbriefen aufgefordert worden, seine Arbeitstätigkeit bei der Armee einzustellen (vgl. act. A1/8 S. 4 und A10/15 S. 9). Auf Nachfrage, womit ihm in den Briefen gedroht worden sei, antwortete er ausweichend, die Leute hätten sicher etwas gegen ihn gemacht oder ihn sogar entführt, falls er mit seiner Arbeit nicht aufgehört hätte. Gemäss der vom BFM an- gefertigten Übersetzung des Drohbriefes wurde damit gedroht, der Em p- fänger werde getötet und sein Hab und Gut verbrannt. Zudem solle er den Mujaheddin beitreten. Als der Beschwerdeführer mit dem Inhalt des Briefes konfrontiert wurde, gab er zu Antwort, so viel er wisse, habe man ihm geschrieben, er solle nicht mehr mit den Ungläubigen zusammena r- beiten ( vgl. act. A10/15 S. 13). D ie vom Inhalt des Schreibens abwe i- chenden Angaben des Beschwerdeführers bestätigen den Eindruck, es handle sich nicht um einen authentischen Drohbrief, zumal die erhaltenen Drohbriefe ihn zum Verlassen der Heimat veranlasst haben sollen. Es darf davon ausgegangen werden, dass jemand, der seine Heimat verl as- sen und in einem fernen Land um Asyl nachsuchen muss , diesen En t- schluss in Kenntnis aller relevanten Umstände fällt und diese auch darl e- gen kann. 5.2.2 Der Beschwerdeführer reichte beim BFM zum Beleg seiner angebli- chen Herkunft aus C._______ eine Identitätskarte ein, die gemäss einer internen Dokumentenanalyse des BFM mehrere Fälschungsmerkmale aufweist. Die Identitätskarte weiche in Bezug auf das Trägermaterial, den Druck und die Sicherheitselemente qualitativ eindeutig von echtem Ve r- gleichsmaterial ab. Der diesbezügliche Befund des BFM ist überzeugend. Daran vermag auch die Versicherung des Beschwerdeführers, er habe das Dokument von der zuständigen irakischen Behörde in Mosul erhal- ten, weshalb es nicht gefälscht sein könne, nichts zu ändern. Des Weite- ren gab der Beschwerdeführer an, seine Identitätskarte sei im Jahr 1986 ausgestellt worden, er habe sie durch seinen Vater erhalten (vgl. act. A1/8 S. 3). Die eingereichte Identitätskarte wurde indessen im September 2001 ausgestellt, was ein weiteres Indiz ist, das gegen deren Authentizität spricht. Angesichts dieser Sachlage erübrigt sich eine weitergehende Überprüfung des eingereichten Dokuments durch das irakische Konsulat, weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist. D-3105/2012 Seite 9 5.3 Der vom BFM mit der Prüfung der Herkunft des Beschwerdeführers beauftragte Experte kam aufgrund der Kenntnisse des Beschwerdefü h- rers zur angeblichen Herkunftsregion und einer linguistischen Analyse zum Schluss, dieser sei höchst wahrscheinlich hauptsächlich in Dohuk (Nordirak) sozialisiert worden. D er Beschwerdeführer verfüge zwar über einige Kenntnisse von C._______, indessen habe er namentlich unzutref- fende Angaben über die dortige Unterrichtssprache gemacht, was ange- sichts seiner Aussage, er habe dort vier Jahre lang die Schu le besucht, nicht nachvollziehbar ist. Der Experte ist aufgrund der Sprechweise des Beschwerdeführers zudem zum Ergebnis gelangt , dass dieser einen e n- geren Bezug zum Nordirak als angege ben hat. Diese Erkenntnisse ve r- mag der Beschwerdeführer mit seinem Einw and, er habe in der Schweiz verschiedene Kollegen kennengelernt, die aus dem Nordirak stammten, was sich in seiner Sprechweise niedergeschlagen habe, nicht überzeu- gend zu entkräften. 5.4 5.4.1 Hinsichtlich der auf Beschwerdeebene eingereichten Dokumente ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer bei der Anhörung erklärte, er habe seinen Berufsausweis und seine Waffe zuhause gelassen, als er den Irak verlassen habe. Diese Sachen hätten die Behö rden zurückver- langt, seine Angehörigen hätten sie zurückgeben müssen ( vgl. act. A10/15 S. 12). Bei diesem Szenario kann allerdings nicht davon ausge- gangen werden , dass die irakischen Behörden seinen Verwandten den Berufsausweis zurückgegeben hätten, damit diese ihn dem Beschwerd e- führer in die Schweiz senden können . Insofern ergeben sich auch in B e- zug auf den Berufsausweis erhebliche Zweifel an dessen Authentizität. Diese werden zusätzlich auch durch den Umstand verstärkt, dass der Beschwerdeführer bei den Befragungen geltend machte, er sei gewöhnli- cher Soldat gewesen ( vgl. act. A1/8 S. 2 und A10/15 S. 5), während der auf eingereichten Ausweis angebrachten Vermerk "Rank: CPL" darauf hindeutet, dass er den Rang eines Korporal bekleidet hätte. Dem Berufs- ausweis ID.NO:9007754) kann deshalb in Bezug auf die geltend gemach- ten Asylvorbringen kein Beweiswert beigemessen werden. 5.4.2 Die übrigen vom Beschwerdeführer eingereichten Dokumente (Be- stätigung Einwohnerdienste, Wohnsitzbestätigung, Schreiben der Polize i- direktion und Familienregisterauszug) sind sodann nicht geeignet, seine insgesamt unglaubhaften Vorbringen zu relativieren, da ihnen – wie das BFM in seiner Vernehmlassung zu Recht festhält – aufgrund ihrer Fä l- schungsanfälligkeit kein Beweiswert beigemessen werden kann. D-3105/2012 Seite 10 5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, die von ihm geltend gemachten Asylvorbringen glau b- haft zu machen. Es ist somit davon aus zugehen, dass er den Irak aus anderen als den von ihm genannten Gründen verlassen hat. Aufgrund der LINGUA-Analyse ist zudem davon auszugehen, dass er hauptsächlich i n Dohuk (Nordirak) sozialisiert wurde, weshalb die Frage, ob und wie lange er allenfalls in C._______ lebte – der Beschwerdeführer verfügt gemäss LINGUA-Analyse über e inige Kenntnisse der dortigen Region – letztlich offen gelassen werden kann. 6. 6.1 Unbesehen der Frage der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des B e- schwerdeführers ist festzustellen, dass aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, wer in seinem Heimatland Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung finden kann. Solcher Schutz kann durch den Heimatstaat oder durch einen im Sinne der Rechtsprechung besonders qualifizierten Quasi -Staat gewährt werden, a llenfalls auch durch internationale Organisationen. Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung im Heimatstaat ist als ausreichend zu qualif i- zieren, wenn die betreffende Person effektiv Zugang zu einer funktioni e- renden und effizienten Schutzinfrastruktur hat, u nd ihr die Inanspruc h- nahme eines solchen innerstaatlichen Schutzsystems individuell zumu t- bar ist (vgl. BVGE 2011/51 E. 7.4 S. 1018). Aus dem Grundsatz der Su b- sidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes ergibt sich weiter, dass eine in einem Landesteil v on privater Verfolgung betroffene Person nicht Flüchtling ist, wenn sie in anderen Landesteilen wirksamen Schutz vor Verfolgung finden kann. Der Asylsuchende muss sich in diesem Fall das Vorliegen einer die Flüchtlingseigenschaft ausschliessenden innerstaatli- chen Schutzalternative entgegengehalten lassen (vgl. BVGE 2011/51 E. 8.1 S. 1019 f.). Die Annahme einer solchen innerstaatlichen Schutzal- ternative bedingt jedoch, dass am Zufluchtsort eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur besteht und d er Staat gewillt ist, der in e i- nem anderen Landesteil von Verfolgung betroffenen Person am Z u- fluchtsort Schutz zu gewähren. Es muss ihr darüber möglich sein, den Zufluchtsort ohne unzumutbare Gefahren auf legalem Weg zu erreichen und sich dort legal aufhal ten zu können. Schliesslich muss es ihr indiv i- duell zuzumuten sein, den am Zufluchtsort erhältlichen Schutz längerfri s- tig in Anspruch nehmen zu können. Dabei sind die allgemeinen Verhäl t- nisse am Zufluchtsort und die persönlichen Umstände der betroffenen Person zu beachten und es ist unter Berücksichtigung des länderspezif i- schen Kontextes im Rahmen einer individuellen Einzelfallprüfung zu beur-D-3105/2012 Seite 11 teilen, ob ihr angesichts der sich konkret abzeichnenden Lebenssituation am Zufluchtsort realistischerweise zugemutet werden kann, sich dort ni e- derzulassen und sich eine neue Existenz aufzubauen (vgl. BVGE 2011/51 E. 8.5 und 8.6 S. 1022 ff.). 6.2 Die Sicherheitslage im Zentralirak – so auch in Mosul – ist von einer weit verbreiteten Gewalt und signifikanter Instabilität gek ennzeichnet; es ist davon auszugehen, dass ein staatliches Gewaltmonopol und eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur nicht vorhanden sind, bzw. der Sicherheits - und Justizapparat insgesamt nicht schutzfähig ist (vgl. BVGE 2011/51 E. 7.5 S. 1018 f., BVGE 2008/12 E. 6.4-6.8 S. 164 ff.). In den drei nordirakischen Provinzen Dohuk, Erbil und Sulei- maniya sind die nordirakischen Sicherheitsbehörden hingegen grundsätz- lich in der Lage und willens, den Einwohnern Schutz vor Verfolgung zu gewähren (vgl. BVGE 2008/4 E. 6.1-6.7 S. 40 ff.). 6.3 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen Kurden, der – wenngleich aufgrund seiner in der LINGUA-Analyse festgestellten Kennt- nisse von C._______ und Mosul nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, dass er einige Zeit dort lebte und seinen letzten Wohnsitz dort hatte – zur Hauptsache in Dohuk sozialisiert wurde. Gemäss seinen Aussagen lebt ein Onkel in der Nähe von E._______ (vgl. act. A1/8 S. 3). Aufgrund der Aktenlage ist zudem davon ausgegangen werden, dass er im Nord- irak über ein breiteres Beziehungsnetz als angegeben verfügt ; auch e r- scheint nicht glaubhaft, dass er seinen Onkel nicht kenne . Jedenfalls ver- fügt er in der Person seines Onkels die möglicherweise nötige Gewährs- person zur Registrierung und Legalisierung seines Aufenthalts in der Pro- vinz Dohuk . Zudem steht kurdischen Zugezogenen dem Erwerb von Grundeigentum und Miete von Wohnraum nichts entgegen (vgl. BVGE 2008/4 E. 6.6.1 S. 47 f.). Es ist deshalb davon auszugehen, dass für den Beschwerdeführer als Ku rde die Einreise in die Provinz Dohuk und die dortige Niederlassung möglich sind, selbst wenn er seinen letzten Woh n- sitz in der Provinz Mosul gehabt haben sollte. Da er bis anhin keinerlei Probleme mit den Behörden gehabt hat, besteht auch kein Anlass zur Annahme, die Behörden im Nordirak seien allenfalls nicht willens, ihm Schutz vor Verfolgung seitens zu gewähren. In den nordirakischen Pr o- vinzen Dohuk, Suleimaniya und Erbil herrscht zudem keine Situation al l- gemeiner Gewalt und die politische Lage ist nich t dermassen ang e- spannt, dass eine Niederlassung in diesen Provinzen generell als unz u- mutbar betrachtet werden müsste. Insbesondere alleinstehenden, gesu n- den und jungen kurdischen Männern, die ursprünglich aus der Region D-3105/2012 Seite 12 stammen und dort nach wie vor über e in soziales Netz oder Parteibezi e- hungen verfügen, können sich dort niederzulassen und sich eine neue Existenz aufbauen ( vgl. BVGE 2008/5 E. 7.5, insbesondere E. 7.5.8 S. 72 f.). Der Beschwerdeführer kann sich mithin sich mithin in der Pr o- vinz Dohuk niederzulassen und sich dort eine neue Existenz aufbauen , zumal keine Gründe ersichtlich sind, aufgrund derer davon auszugehen wäre, er gerate dort aus persönlichen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage. Er verfügt mithin in der Provinz Dohuk über eine innerstaatliche Schutzalternative, welche aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes die Zue r- kennung der Flüchtlingseigenschaft ausschliesst. 6.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass es dem Besc hwerdeführer nicht gelingt, nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, dass er im Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war oder begründete Furcht hat, solche Nachteile im Falle der Rückkehr in absehbarer Zukunft mi t erheblicher Wahrscheinlichkeit erleiden zu müssen. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in der B e- schwerde und die eingereichten Beweismittel im Einzelnen weiter einz u- gehen, da sie an der Würdigung des vorliegenden Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Das BFM hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt da bei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2011/24 E. 10.1 S. 502, EMARK 2001 Nr. 21). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 üb er die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). D-3105/2012 Seite 13 Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind z u beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 S. 502, WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Auslände r- recht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form z ur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 1 0. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, ein e asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rück schaffung des Beschwerdeführers in den kurdisch verwalteten Nordirak – insbesondere in Provinz Dohuk – ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. D-3105/2012 Seite 14 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung in den Nordirak dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EG MR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl . EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgeme i- ne Menschenrechtssituation im Nordirak lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem G e- sagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.4.1 Wie in Erwägung 6 dargelegt, herrscht im Nordirak keine Situation allgemeiner Gewalt und es kann davon ausgegangen werden, dass sich der Beschwerdeführer im Nordirak , insbesondere in der Provinz Dohuk, niederlassen und sich dort eine ne ue Existenz aufbauen kann , zumal nicht ersichtlich ist, dass er dort in eine existenzielle Notlage geraten könnte. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich daher nicht als unz u- mutbar. 8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.6 Die Vorinstanz hat den Wegweisungsvollzug somit zu Recht als z u- lässig, zumutbar und möglich erachtet. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt daher ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). D-3105/2012 Seite 15 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 2 AsylG). Die Be- schwerde ist demnach abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind durch den in gleicher Höhe gelei s- teten Kostenvorschuss gedeckt und mit diesem zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-3105/2012 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Walter Lang Christoph Basler Versand: