B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-6484/2011 U r t e i l v o m 2 1 . N o v e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter André Moser (Vorsitz), Richterin Marianne Ryter, Richter Jérôme Candrian, Gerichtsschreiber Toni Steinmann. Parteien Kanton Bern, vertreten durch Fürsprecher Dr. iur. Karl Ludwig Fahrländer, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Umwelt BAFU, Vorinstanz. Gegenstand Hochwasserschutzmassnahmen (Bundesbeitrag). A-6484/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Beim Hochwasser im August 2005 verursachten Murgänge des Glyssibachs bei Brienz beträchtliche Personen- und Sachschäden. In der Folge wurde der Hochwasserschutz am Glyssibach verbessert, wozu in s- besondere das alte Bachbett im Dorfbereich verbreitert und für die Durch- leitung von Murgängen ein 20 m breiter Korridor freigehalten wurden. Das dafür notwendige Bauland im Umfang von 13'224 m 2 wurde vom Kanton Bern gestützt auf Verkehrswertschatzungen freihändig zum Preis von insgesamt Fr. 3'369'785. -- erworben, wobei pro Quadratmeter zwischen Fr. 150.-- und Fr. 290.-- bezahlt wurden. B. Am 16. Juli 2010 beantragte der Kanton Bern beim Bundesamt für Um- welt (BAFU) einen Bundesbeitrag für den Landerwerb, wobei er von e i- nem beitragsberechtigten Betrag von Fr. 3'369'785. -- und einem Subven- tionssatz von 43 % ausging. Mit Verfügung vom 30. September 2010 gewährte das BAFU dem Kanton Bern einen Bundesbei trag für den Landerwerb von 43 % der Kosten bis zum Höchstbetrag von Fr. 56'863.-- (anrechenbare Kosten Fr. 132'240.--). Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, dass das fragliche Land trotz der formalen Zuordnung zur Bauzone wegen der hohen Gefährdu ng für Menschen und Sachwerte faktisch unüberbaubar sei und dadurch massiv an Wert verloren habe. Für den Landerwerb anrechenbar seien nur Preise für Landwirtschaftsland in der Höhe von maximal Fr. 10. -- pro Quadratmeter. C. Die vom Kanton Bern gegen die Ver fügung des BAFU erhobene B e- schwerde hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil A -7595/2010 vom 2. Mai 2011 abgewiesen. D. Gegen dieses Urteil gelangte der Kanton Bern mit Beschwerde in öffen t- lich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht und beantrag te die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Gewährung eines Bundesbeitrags von 43 % der Landerwerbskosten bis zum Höchstbetrag von Fr. 1'449'007.55 (anrechenbare Kosten von Fr. 3'369'785.--). A-6484/2011 Seite 3 Mit Urteil 2C_461/2011 vom 9. November 2011 hat das Bundesgericht die Beschwerde in Aufhebung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 2. Mai 2011 gutgeheissen und die Sache zur neuen Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. Das Bunde s- gericht ist zusammenfassend zum Schluss gekommen, dass es mit den enteignungsrechtlichen Entschädigungsgrundsätzen nicht vereinbar w ä- re, für die beanspruchten Grundstücke nur den Preis für Landwirtschaft s- land zu bezahlen. Dies bedeute allerdings nicht zwingend, dass der g e- samte vom Kanton Bern i n Rechnung gestellte Betrag anrechenbar sei. Denn einerseits sei bei der Bemessung des Verkehrswerts die allenfalls weiterhin bestehende Gefährdung wertmindernd zu berücksichtigen. A n- dererseits wäre, falls das Gemeinwesen von jenen Grundeigentümern, die von den aktiven Schutzmassnahmen einen Nutzen haben, eine fina n- zielle Beteiligung verlangt hätte, auch den Eigentümern der streitbetroff e- nen Grundstücke aus Rechtsgleichheitsgründen höchstens der Baulan d- wert abzüglich entsprechender Beiträge zu entschädigen. Sodann sei der Vorteil für die teilweise in der Bauzone verbliebenen und weiterhin baulich nutzbaren Restgrundstücke anzurechnen. Da aus den Akten nicht e r- kennbar sei, ob der vom Kanton Bern geltend gemachte Beitrag den g e- nannten Aspekten hinreichend Rech nung trage, sei die Sache an das Bundesverwaltungsgericht zurückzuweisen, damit es diese Aspekte prüfe und über die Höhe der Abgeltung neu entscheide. E. Das Bundesverwaltungsgericht hat das Verfahren unter der Geschäft s- nummer A-6484/2011 wieder aufgenommen und den Kanton Bern (nac h- folgend: Beschwerdeführer) mit Instruktionsverfügung vom 13. Dezember 2011 ersucht, den Bundesbeitrag für den Landerwerb in Nachachtung des Urteils des Bundesgerichts 2C_461/2011 vom 9. November 2011 zu b e- ziffern und sich insbesond ere zu den darin erwähnten Aspekten zu äu s- sern. F. Mit Stellungnahme vom 20. Februar 2012 lässt der Beschwerdeführer die Gewährung eines Bundesbeitrags von 43 % der Landerwerbskosten bis zum Höchstbetrag von Fr. 1'449'007.55 beantragen (anrechenbare Ko s- ten von Fr. 3'369'785.--). Zur Begründung lässt er im Wesentlichen geltend machen, dass die vom Hochwasserschutzprojekt geschützten Grundstücke entlang des Glyss i- bachs inzwischen wieder ohne Nutzungseinschränkungen überbaubar A-6484/2011 Seite 4 seien. Eine Wertverminderung aufgru nd der verbleibenden Gefährdung bestehe nicht. Diesbezüglich könne deshalb bei der Verkehrswertermit t- lung der erworbenen und zu subventionierenden Grundstücke kein Abzug erfolgen. Sodann sei von den Eigentümern der von den Schutzmas s- nahmen profitierenden G rundstücke kein höherer oder besonderer Be i- trag an die Wasserbaukosten erhoben worden, weshalb sich in diesem Zusammenhang keine Kürzung der Subventionsbeiträge rechtfertige. Schliesslich sei es selbstverständlich und unbestritten, dass der Veräu s- serungswert der erworbenen und für das Hochwasserschutzprojekt nicht benötigten Teilflächen von den anrechenbaren Kosten abzuziehen sei. Dieser Abzug könne entsprechend den Ausführungen im Subventionsg e- such in die Abschlussrechnung einfliessen. G. Das BAFU (nachfolge nd: Vorinstanz) stellt in der Stellungnahme vom 22. März 2012 den Antrag, die sich aus dem Verkauf der Restflächen e r- gebenden Erlöse und die von der Schwellenkorporation Brienz für den Landerwerb zu verwendenden Grundeigentümerbeiträge seien von den anrechenbaren Kosten für die Subventionierung des Landerwerbs abz u- ziehen, wobei die Höhe der Erlöse bzw. Beiträge vom Beschwerdeführer anzugeben sei. Die Vorinstanz bringt zur Begründung insbesondere vor, dass sie in Übereinstimmung mit dem Beschwerdeführer kein e Wertverminderung aufgrund der verbleibenden Gefährdung der Grundstücke sehe und de s- halb unter diesem Aspekt auch keine Abzüge von den anrechenbaren Kosten als angezeigt erachte. Ebenfalls unbestritten sei, dass d ie Erlöse aus dem Wiederverkauf der erworb enen und für das Hochwasserschut z- projekt nicht benötigten Restflächen von den im Rahmen der Subventi o- nierung des Landerwerbs anrechenbaren Kosten abzuziehen sei en. Was schliesslich die finanzielle Beteiligung der Grundeigentümer an den Schutzmassnahmen betreffe, habe die Schwellenkorporation Brienz in ih- rem Korporationsreglement die rechtliche Grundlage für Grundeigent ü- merbeiträge geschaffen. Diese Beiträge seien für die Schutzmassnahmen auszugeben und von den für die Subventionierung des Landerwerbs a n- rechenbaren Kosten abzuziehen. H. Mit Eingabe vom 8. Mai 2012 lässt der Beschwerdeführer an seinem A n- trag festhalten und ausführen, dass der unbestrittenermassen von den anrechenbaren Landerwerbskosten abzuziehende Erlös aus den nicht A-6484/2011 Seite 5 benötigten Teilflächen zum jetzigen Zeitpunkt weder bekannt sei noch verlässlich abgeschätzt werden könne. Weil vorliegend erst die Subvent i- onszusicherung und nicht die Schlussabrechnung im Streit liege, sei eine mit Ungenauigkeiten behaftete Schätzung auch nicht notwendig. Der B e- schwerdeführer werde – wie bereits mehrfach zugesichert – den Erlös aus den Restflächen in die Schlussabrechnung aufnehmen, worauf es der Vorinstanz selbstverständlich unbenommen bleibe, diese Abrechnung mit einer anfechtbaren Verfügung zu korrigieren, falls sie damit nicht ei n- verstanden sei. Hinsichtlich der finanziellen Beteiligung der Grundeige n- tümer an den Schutzmassnahmen sei sodann zu beachten, dass die E i- gentümer der beanspruchten Grundstücke die gleichen Beiträge geleistet hätten, wie die von der Mass nahme profitierenden Grundstückeigent ü- mer. Von Letzteren sei kein über die jährliche n Perimeterbeiträge hinaus- gehender Sonderbeitrag an die Schutzmassnahmen erhoben worden, weshalb sich diesbezüglich auch kein Abzug vom Baulandwert rechtfert i- ge. I. Auf weitere Vorbringen der Parteien sowie die sich bei den Akten befindli- chen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesgericht ist in sei nem Urteil 2C_461/2011 vom 9. Nove m- ber 2011 zum Schluss gekommen, dass es mit den enteignungsrechtl i- chen Entschädigungsgrundsätzen nicht vereinbar wäre, die für die Hoc h- wasserschutzmassnahmen herangezogenen Grundstücke nur mit Pre i- sen für Landwirtschaftsland zu entschädigen. Die Einschränkung der bau- lichen Tätigkeit habe sich nicht zwangsläufig als Folge der Naturgefahr ergeben, sondern sei Teil des durchgeführten Wasserbauprojekts und dürfe bei der Bemessung des Verkehrswerts nicht berücksichtigt werden. Das Bundesgericht hat für das vorliegende Verfahren somit verbindlich festgelegt, dass der Landerwerb grundsätzlich zu Baulandpreisen zu er- folgen hat und dementsprechend auch auf dieser Basis zu subventioni e- ren ist. 1.2 Zu prüfen bleibt nachfolgend indessen noch, ob allfällige Abzüge oder wertvermindernde Faktoren zu berücksichtigen sind. Das Bundesgericht A-6484/2011 Seite 6 hat in diesem Zusammenhang erwähnt, dass nicht zwingend der gesamte vom Beschwerdeführer in Rechnung gestellte Betrag anrechenbar sei. Denn einerseits sei bei der Bemessung des Verkehrswerts die allenfalls weiterhin bestehende Gefährdung wertmindernd zu berücksichtigen. A n- dererseits könnte das Gemeinwesen, welches aktive Schutzmassnahmen ergreife, von jenen Grundeigentümern, die davon einen Nutzen haben, eine finanzielle Beteiligung an diesen Massnahmen verlangen. Falls vo r- liegend solche Beiträge erhoben w orden seien, wäre auch den Eigent ü- mern der streitbetroffenen Grundstücke aus Rechtsgleichheitsgründen höchstens der Baulandwert abzüglich entsprechender Be iträge zu en t- schädigen. Sodann sei zu berücksichtigen, dass einige dieser Grundst ü- cke teilweise nach wie vor in der Bauzone verblieben und weiterhin ba u- lich nutzbar seien. Soweit auf diesen Restgrundstücken eine bauliche Nutzung nach wie vor möglich sei, w äre auch ein Vorteil anzurechnen. Sollten die vom Kanton geleisteten Entschädigungen übermässig gew e- sen sein oder sollte ohne sachlichen Grund auf eine angemessene Betei- ligung der Grundeigentümer verzichtet worden sein, so wäre dies ebe n- falls zu berücksich tigen. Da aus den Akten nicht erkennbar sei, ob der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Beitrag den genannten Aspe k- ten hinreichend Rechnung trage, sei die Sache an das Bundesverwa l- tungsgericht zurückzuweisen, damit es diese Aspekte prüfe und über die Höhe der Abgeltung neu entscheide. Diese Prüfung könne eher pauschal erfolgen, weil es nicht um die Entschädigung der Grundeigentümer, so n- dern um die Bemessung der Bundesabgeltung gehe. 2. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneing e- schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Ar t. 49 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfa h- ren [VwVG, SR 172.021]). 3. Nachfolgend gilt es – wie bereits erwähnt (vgl. E. 1.2 hiervor) – zu prüfen, ob im Rahmen der Subventionierung des Landerwerbs der gesamte vom Beschwerdeführer für die erworbenen Grundstücke bezahlte Betrag an- rechenbar ist oder ob davon mit Blick auf die vom Bundesgericht erwäh n- ten Aspekte gewisse Abzüge vorzunehmen sind. A-6484/2011 Seite 7 3.1 Hinsichtlich einer allenfalls zu beachtenden Wertverminderung au f- grund der weiterhin bestehenden Gefährdung führen die Verfahrenspa r- teien übereinstimmend aus, ein Teil der vom Hochwasser zerstörten oder beschädigten, inzwischen aber wieder aufgebauten oder reparierten G e- bäude liege auf Grundstücken, die gemäss der neuen Gefahrenkarte der blauen Gefahrenzone zugeteilt seien. Dies bedeu te, dass über dem Schutzziel HQ 100 liegende und damit sehr seltene Hochwasser die Au s- senbereiche der betreffenden Grundstücke überschwemmen könnten. Ei- ne Gefährdung der Gebäude oder der darin lebenden Personen bestehe jedoch grundsätzlich nicht, weshalb auch keine den Wiederaufbau e r- schwerenden oder verteuernden Auflagen einzuhalten seien. Mangels ei- nes besonderen Hochwasserrisikos und mit Blick auf die bevorzugte La- ge der Grundstücke sei davon auszugehen, dass deren Wert nach Ver- wirklichung des Schutzprojekts eher zu- und nicht abgenommen habe. Gestützt auf die übereinstimmenden und nachvollziehbaren Ausführu n- gen der Parteien kann vorliegend ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass sich die verbleibende Ge fährdung auf die vom Schutzpr o- jekt profitierenden Grundstücke nicht wertvermindernd auswirkt. Das Gleiche hätte für die erworbenen Grundstücke gegolten, wenn die Schutzvorkehren zu deren Nutzen andernorts getroffen worden wären. Insofern ist unter diesem A spekt unbestrittenermassen kein Abzug von den im Rahmen der Subventionierung des Landerwerbs anrechenbaren Kosten gerechtfertigt. 3.2 Die Verfahrensparteien sind sich ferner zu Recht auch darin einig, dass die Erlöse aus dem Wiederverkauf der erworbenen un d für das Hochwasserschutzprojekt nicht benötigten Restflächen von den im Ra h- men der Subventionierung des Landerwerbs anrechenbaren Kosten a b- zuziehen sind. Dabei dürfte – was ebenfalls unbestritten ist – der Ver- kaufspreis in den meisten Fällen gering oder zumindest tiefer als der E r- werbspreis ausfallen, weil die zu veräussernden Restflächen nicht sel b- ständig nutzbar sind und mehrheitlich nur ein einzelner Kaufinteressent dafür in Frage kommt. Soweit die Vorinstanz beantragt, der Beschwerdeführer habe die Hö he der Erlöse aus dem Wiederverkauf anzugeben, ist zu beachten, dass bi s- her noch nicht sämtliche Restflächen verkauft wurden (vgl. zu den bereits verkauften Flächen die vom Beschwerdeführer eingereichte Zusamme n- stellung vom 20. Januar 2012). Die Erlöse aus den nicht benötigten Teil- flächen sind somit zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschliessend b e-A-6484/2011 Seite 8 kannt und lassen sich – wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt – auch nicht verlässlich abschätzen. Dies ist für das vorliegende Verfahren indessen nicht weiter entscheidend, weil es sich beim verfügten bzw. vor- liegend allenfalls neu festzusetzenden Subventionsbetrag gemäss Wor t- laut um einen Höchstbetrag handelt, der definitionsgemäss lediglich nach oben begrenzt ist . Eine nachträgliche Berücksichtigung der Er löse aus den Restgrundflächen und damit eine nicht vollständige Ausschöpfung des Höchstbetrages ist deshalb ohne Weiteres möglich. Der Beschwerde- führer wird – wie er selber mehrfach zugesichert hat – die unbestrittener- massen in Abzug zu bringenden Erlöse a us den nicht benötigten Restfl ä- chen spätestens im Rahmen der Schlussabrechnung auszuweisen h a- ben, worauf es der Vorinstanz selbstverständlich unbenommen sein wird, diese Abrechnung mit einer anfechtbaren Verfügung zu korrigieren. Eine mit Ungenauigkeiten b ehaftete Schätzung der zu erwartenden Erlöse ist deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht erforderlich. 3.3 Schliesslich ist auf den gemäss Bundesgericht zu prüfenden Abzug vom Baulandwert wegen einer allfälligen finanziellen Beteiligung der profi- tierenden Grundeigentümer einzugehen. Die Erhebung solcher Grunde i- gentümerbeiträge ist grundsätzlich möglich, sie bedarf allerdings einer gesetzlichen Grundlage (Urteil des Bundesgerichts 2C_461/2011 vom 9. November 2011 E. 5.4 mit Hinweisen). 3.3.1 Da das Bundesgesetz vom 21. Juni 1991 über den Wasserbau (WBG, SR 721.100) keine Bestimmung zur finanziellen Beteiligung der Grundeigentümer enthält, fehlt es auf Bundesebene an einer Recht s- grundlage, Grundeigentümerbeiträge zu erheben bzw. eine entsprech en- de Beteiligung bei der Subventionierung in Abzug zu bringen. Gemäss Art. 41 Abs. 1 des Gesetzes des Kantons Bern vom 14. Februar 1989 über Gewässerunterhalt und Wasserbau (Wasserbaugesetz, WBG/BE, BSG 751.11) können die Gemeinde und der Gemeindeverband mit Reglement vorsehen, vom Grundeigentümer oder vom Baurechtsi n- haber an die Kosten der Planung, des aktiven Hochwasserschutzes und des Erwerbs dinglicher Rechte nach Massgabe des besonderen Vorteils Beiträge zu erheben. Weiter kann die Schwellenkorporation gemäss i h- rem Reglement durch Verfügung von ihren Mitgliedern regelmässig Be i- träge erheben nach Massgabe des Vorteils, den ihre Tätigkeit im Wa s- serbau und im Gewässerunterhalt für sie bedeutet (Art. 42 Abs. 1 WBG/BE). Im Kanton Bern ergibt sich eine allfäl lige Beitragspflicht der Grundeigentümer demnach nicht unmittelbar aus dem Wasserbaugesetz, A-6484/2011 Seite 9 sondern sie hängt vielmehr vom Reglement der wasserbaupflichtigen Körperschaft ab ( ULRICH KUNZ/HEIDI WALTHER, Erläuterungen zum WBG/BE, Bern 1989 und 1990, Rz. 14 zu Art. 41 und Rz. 5 zu Art. 42). Die Schwellenkorporation Brienz, der die Wasserbaupflicht von der Ei n- wohnergemeinde Brienz übertragen wurde, hat die Finanzierung der von ihr zu tragenden Gewässerunterhalts- und Wasserbaukosten in Art. 45 ff. des Korporati onsreglements geregelt. Danach haben alle im Perimete r- gebiet liegenden Grund - und Werkeigentümer sowie Baurechtsinhaber einen nach Beitragsklassen abgestuften jährlichen Perimeterbeitrag zu leisten (Art. 45 und Art. 46 des Korpora tionsreglements). Dieser d arf 2 Promille des amtlichen Grundstückwerts nicht überschreiten (Art. 47 i.V.m. Art. 49 des Korporationsreglements). 3.3.2 Das Korporationsreglement der Schwellenkorporation Brienz enthält nach dem Gesagten eine rechtliche Grundlage für die Erhebung von Grundeigentümerbeiträgen. Diese sind jährlich wiederkehrend nach dem Solidaritätsprinzip und unabhängig davon zu leisten, ob konkrete Wa s- serbaumassnahmen oder Unterhaltsarbeiten ausgeführt werden. Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass die Eigentümer der für die Schut z- massnahmen beanspruchten Grundstücke bis zur Abtretung des benöti g- ten Landes Perimeterbeiträge in gleicher Höhe wie die von der Mas s- nahme profitierenden Grundstückeigentümer bezahlt und damit einen Teil des Hochwasserschutzprojekts mitfi nanziert haben. Hingegen sieht das Korporationsreglement keine Beitragspflicht an die Kosten einzelner, kon- kreter Hochwasserschutzmassnahmen vor, die nach Massgabe des b e- sonderen Vorteils bemessen würden. Dementsprechend wurde von den Grundeigentümern, die von den Schutzmassnahmen einen Nutzen h a- ben, kein über den jährlichen Perimeterbeitrag hinausgehender Sonde r- beitrag verlangt, weshalb es sich unter diesem Aspekt auch nicht rechtfer- tigt, vom Baulandwert der beanspruchten Grundstücke einen Abzug vo r- zunehmen. Dass – wie die Vorinstanz verlangt – die Schwellenkorporation Brienz die reglementarischen Grundeigentümerbeiträge zu erheben und für die en t- sprechenden Schutzmassnahmen auszugeben hat, wird seitens des B e- schwerdeführers zu Recht nicht in Abrede gestellt. Vielmehr führt er dies- bezüglich sogar aus, dass die wasserbaupflichtige Schwellenkorporation Brienz die nicht durch ein Gemeinwesen subventionierten Kosten des Schutzprojekts von 5 % der Gesamtkosten selber zu tragen und mit den Beiträgen nach Ar t. 45 ff. des Korporationsreglements zu decken habe. A-6484/2011 Seite 10 Die zur Finanzierung verwendeten Grundeigentümerbeiträge, die teilwe i- se sogar von den Eigentümern der beanspruchten Grundstücke sta m- men, sind indessen entgegen dem Antrag der Vorinstanz nicht von den für die Subventionierung des Landerwerbs anrechenbaren Kosten abz u- ziehen. Denn e in solcher Abzug wäre lediglich dann aus Rechtsgleich- heitsgründen angezeigt gewesen, wenn die Eigentümer der profitiere n- den Grundstücke einen Sonderbeitrag an die Schutzmassnahmen hätten leisten müssen, was vorliegend – wie gezeigt – gerade nicht der Fall war und wozu denn auch keine reglementarische Grundlage bestand. 4. Zusammenfassend ergibt sich, dass im Rahmen der Subventionierung des Landerwerbs der gesamte vom Beschwerdeführer für die erworbenen Grundstücke bezahlte Betrag von Fr. 3'369'785. -- anrechenbar ist. Dass dieser Betrag übermässig ist, wird seitens der Vorinstanz nicht geltend gemacht und ist im Rahmen einer pauschal zu erfolgenden Prüfung auch nicht ersichtlich. Zudem ist nach dem Gesagten ein Abzug von den g e- stützt auf Verkehrswertschatzungen erfolgten Entschädigungen der Grundeigentümer weder aufgrund der verbleibenden Gefährdung noch wegen der finanziellen Beteiligung der profitierenden Grundeigentümer an den Schutz massnahmen angezeigt (vgl. E. 3.1 und 3.3 hiervor) . So- dann hat der Beschwerdeführer die unbestrittenermassen in Abzug zu bringenden – zum jetzigen Zeitpunkt indessen noch nicht vollständig be- kannten – Erlöse aus den nicht benötigten Restflächen im Rahmen d er Schlussabrechnung auszuweisen, was de m vorliegend festzusetzenden Höchstbetrag des Bundesbeitrags nicht entgegensteht (vgl. E. 3.2 hie r- vor). Demnach hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer einen Bundes- beitrag von 43 % der Landerwerbskosten bis zum Höchs tbetrag von Fr. 1'449'007.55 (anrechenbare Kosten von Fr. 3'369'785.--) zu gewä h- ren. Die Beschwerde erweist sich somit als begründet und ist gutzuhei s- sen. 5. Die Kosten des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt, wobei Vorinstanzen keine Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Bei di e- sem Ausgang des Verfahrens gilt die Vorinstanz als unterliegend, we s- halb keine Verfahrenskosten zu erheben sind. Der vom Beschwerdefü h- rer gelei stete Kostenvorschuss von Fr. 8'000. -- ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. A-6484/2011 Seite 11 6. Obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erwachsenden notwendigen Kosten. Keinen Anspruch auf Pa r- teientschädigung haben Bundesbehörden und, in der Regel, andere B e- hörden, die als Parteien auftreten (vgl. Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Diese f ehlende A n- spruchsberechtigung der Behörden stellt das zwingende Korrelat zur fe h- lenden Kostenpflicht dar (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Daraus ist umgekehrt zu folgern, dass bei grundsätzlich bestehender Kostenpflicht einer Behörde dieser bei Obsiegen auch eine Pa rteientschädigung zuzusprechen ist (ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 4.66 mit Hinweisen). Dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer ist ent- sprechend eine Parteientschädigung zuzusprechen. Diese ist ins gesamt auf Fr. 12'000.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und der Vorinstanz zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 64 Abs. 2 VwVG sowie Art. 10 und 14 VGKE). A-6484/2011 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen , die Verfügung des Bundesamtes für Umwelt BAFU vom 30. September 2010 aufgehoben und die ses ver- pflichtet, dem Beschwerdeführer einen Bundesbeitrag von 43 % der Landerwerbskosten bis zum Höchstbetrag von Fr. 1'449'007.55 (anre- chenbare Kosten von Fr. 3'369'785.--) zu gewähren. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 8'000.-- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. Hierzu hat er dem Bundesverwaltungsgericht einen Einzahlungsschein zuzustellen oder seine Bank- oder Postverbindung anzugeben. 3. Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 12'000.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zugesprochen, wel- che ihm durch die Vorinstanz nach Eintritt der Rechtskraft des vorliege n- den Urteils zu entrichten ist. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. L114-0047; Einschreiben) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: André Moser Toni Steinmann A-6484/2011 Seite 13 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: