Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 2. Mai 2023 (460 22 201) ____________________________________________________________________ Strafrecht Grobe Verletzung der Verkehrsregeln Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Susanne Afheldt (Ref.), Richter Markus Mattle; Gerichtsschreiber i.V. Fabian Leimgruber Parteien Staatsanwaltschaft Basel -Landschaft , Hauptabteilung Strafbefehle, Rheinstrasse 12, Postfach, 4410 Liestal, Anklagebehörde gegen A.____ , vertreten durch Advokat Peter Nedwed, Steinenvorstadt 73, Postfach, 4002 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Grobe Verletzung der Verkehrsregeln (Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 11. August 2022) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vo m 11. August 2022 wur- de A.____ in teilweiser Bestätigung des Strafbefehls de r Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 7. April 2020 der groben Verletzung der Verkehrsre geln schuldig erklärt und zu einer be- dingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je C HF 100.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 800.-- (bzw. im Falle der schuldhaften Nichtbezah- lung der Busse zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von acht T agen) verurteilt; dies in Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG (i.V.m. Art. 33 SVG und Art. 6 Abs. 1 VRV), Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und Abs. 4 StGB, Art. 44 StGB sowie Art. 106 StGB. Sodann wurde der Beschuldigte dazu verpflich- tet, in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfah renskosten in der Höhe von CHF 2'554.--, bestehend aus den Kosten des Vorverfahren s von CHF 1'554.-- und der Ge- richtsgebühr von CHF 1'000.--, zu tragen. Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums vom 11. Au gust 2022 meldete der Beschuldigte, vertreten durch Advokat Peter Nedwed, m it Schreiben vom 12. August 2022 die Berufung an und brachte sodann in der Berufungserkläru ng vom 16. Dezember 2022 folgende Rechtsbegehren vor: Das angefochtene Urteil sei aufzuhe ben und es sei der Berufungskläger vollumfänglich freizusprechen (Ziff. 1); dies unter o/e-Kostenfolge für das erst- und zweitinstanz- liche Verfahren zu Lasten des Staates (Ziff. 2). C. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilu ng Strafbefehle, liess sich mit Stellungnahme vom 6. Januar 2023 zur Berufungserklärung des Beschuldigten vernehmen und brachte dabei vor, dass sie weder einen Antrag auf Nichte intreten stelle noch die Anschlussbe- rufung erkläre. D. Mit Eingabe vom 1. Februar 2023 reichte die Staatsan waltschaft ihre Berufungsantwort ein und begehrte in Bestätigung des vorinstanzlichen Urt eils vom 11. August 2022 die vollum- fängliche Abweisung der Berufung; dies unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Beschuldigten. E. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, A bteilung Strafrecht, vom 21. Februar 2023 wurde das schriftliche Verfahren angeordnet. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Der Beschuldigte verzichtete mit Schreiben vom 24. Feb ruar 2023 auf eine begründete replizierende Stellungnahme und hielt an seinen bisherigen Ausführungen fest. Erwägungen 1. Formalien und Verfahrensgegenstand 1.1 Formalien Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungs- instanz zur Beurteilung des vorliegenden Rechtsmittels ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 398 Ab s. 1 StPO ist die Berufung zulässig ge- gen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Ver fahren ganz oder teilweise abge- schlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO könne n mit der Berufung gerügt wer- den: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung un d Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststel- lung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Laut Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufun g dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder m ündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung d es begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Die Legitimation des B eschuldigten zur Ergreifung des Rechtsmittels wird in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Na chdem in casu das angefochtene Urteil ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt, der Beschuldig te berufungslegitimiert ist, zulässige Rügen erhebt und die Rechtsmittelfristen gewahrt hat s owie der Erklärungspflicht nachgekom- men ist, ist im Folgenden ohne Weiteres auf dessen Berufung einzutreten. 1.2 Verfahrensgegenstand Gegen das erstinstanzliche Urteil hat lediglich der Beschuldigte ein Rechtsmittel ergriffen, wobei er den vorinstanzlichen Richterspruch im Rahmen seiner Berufungserklärung vollumfänglich angefochten hat. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Darlegungen der Parteien 2.1 Ausführungen des Beschuldigten (...) 2.2 Ausführungen der Staatsanwaltschaft (...) 3. Verfahrensgrundsätze, Beweiswürdigung und Sachver halt 3.1 Verfahrensgrundsätze (...) 3.2 Beweiswürdigung (...) 3.3 Sachverhalt Bei der Eruierung des rechtserheblichen Sachverhalts ist gestützt auf die vorstehend dargeleg- ten Erwägungen zu konstatieren, dass der Beschuldigte kon stant und im Kerngeschehen gleichlautend ausgesagt hat, die Kinder seien über d en Fussgängerstreifen gerannt und er ha- be sofort gebremst, als er diese erblickt habe. In den wesentlichen Punkten werden seine Aus- sagen, namentlich in Bezug auf die gefahrene Geschwind igkeit sowie die getätigte Vollbrem- sung, durch die objektiven Beweise, insbesondere die Au swertung des Fahrtenschreibers, be- stätigt. Die (teilweise bloss sinngemäss wiedergegebenen) gegenteiligen Depositionen von B.____, C.____, D.____ und E.____ sind – wie oben ge zeigt – nicht geeignet, diese Sachver- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht haltsvariante begründet in Zweifel zu ziehen, nachdem d iese Aussagen in namhaften Teilen durch objektive Beweise widerlegt werden und zudem die jeweils späteren förmlichen Zeugen- aussagen von B.____ und C.____ ganz erheblich von ihre n früheren Angaben abweichen bzw. überhaupt nichts mehr zum eigentlichen Kerngeschehen bei nhalten. Namentlich wird die The- se, die Kinder hätten den Fussgängerstreifen gehend und nicht rennend überquert, schlussend- lich von keiner der aussagenden Personen mehr bestätigt. Als einzige diesbezügliche und somit relevante Aussage bleibt jene des Beschuldigten übrig, der konstant betont hat, die Kinder sei- en gerannt. Darauf muss angesichts der konkreten Beweislage in Beachtung der Maxime "in dubio pro reo" nachfolgend abgestellt werden. Im Ergebnis ist demnach zu erwägen, dass gemäss dem Grun dsatz "in dubio pro reo" vom für den Beschuldigten günstigeren Sachverhalt auszugehen un d dieser wie folgt festzustellen ist: Der Beschuldigte hat am 20. November 2019 um 17:07 Uhr einen Linienbus von der Haltestelle "F.____" her in Richtung G.____strasse gelenkt. Als er sich in der H.____gasse befunden hat, haben sich E.____ und D.____ vom Fussweg, welcher aus Sic ht des Buschauffeurs linksseitig in die H.____gasse einmündet und für ihn aufgrund der hohen Gebüsche sowie der Dunkelheit nicht einsehbar gewesen ist, zum Fussgängerstreifen (Höhe I.____strasse) begeben und die- sen ohne anzuhalten rennend überquert. Der Beschuldigt e ist in diesem Moment mit 28 km/h gefahren und hat sich, als die Kinder in den von ihm einsehbaren Bereich gelangt sind, so nahe beim Fussgängerstreifen befunden, dass er nicht mehr rechtzeitig hat anhalten können. Folglich ist es trotz Vollbremsung auf dem genannten Fussgängerstr eifen zum Zusammenstoss zwi- schen dem Bus und E.____ gekommen, woraufhin das Fahrze ug in der Mitte des Fussgänger- streifens zu stehen gekommen ist. 4. Tatbestand der groben Verletzung der Verkehrsrege ln 4.1 a) Die Vorderrichterin hat den Beschuldigten der groben Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig erklärt. Indem dieser das Vortrittsrecht der sich auf dem Fussgängerstreifen befindlichen beiden Fussgänger missachte t habe, sei der Tatbestand der groben Verkehrsverletzung objektiv erfüllt. Die exakte Geschwindigkeit der Fussgänger sei vor- liegend von untergeordneter Bedeutung. Der Beschuldig te sei Linienbuschauffeur und gebe selbst an, ortskundig zu sein und vom Schulhaus Kenntnis gehabt zu haben. Zudem sei ihm die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unfallstelle wegen ihrer Gefährlichkeit bekannt gewesen . Insofern hätte er die Geschwindigkeit des von ihm geführten Linienbusses diesen Gegebenheite n anpassen und insbesondere der ihm bekannten Gefahrenquellen besondere Aufmerksamkeit schenken müssen. Sodann sei nicht nachvollziehbar, weshalb er die Kinder erst nach dem Zeugen C.____ gesehen habe, was einzig mit einer kurzen Unachtsamkeit von ihm zu erkläre n sei. Der Fussgängerstreifen sei für den ortskundigen Beschuldigten bereits von weitem sichtbar und der rechtsseitige Bereich da- neben einsehbar gewesen. Es sei nicht ersichtlich und werde auch nicht geltend gemacht, dass besondere Vorkommnisse im Verkehrsgeschehen den Buschauffeu r von der geforderten Auf- merksamkeit abgelenkt hätten. So mache er selbst geltend , dass es keinen Gegenverkehr ge- habt habe. Da er die Strecke nicht zum ersten Mal gef ahren sei und um die Gefährlichkeit der Stelle gewusst habe, hätte sich sein Augenmerk zweifello s auf allfällige Fussgänger auf dem linksseitigen Trottoir richten müssen, insbesondere, weil e r um die Nähe des Schulhauses ge- wusst habe. Soweit er die beiden Kinder erst in der Mi tte des Fussgängerstreifens zum ersten Mal erblickt habe, bedeute dies nichts anderes, als dass e r bis zu diesem Moment und damit während längerer Zeit seine Pflicht, allfälligen Fussgä ngern erhöhte Aufmerksamkeit zu schen- ken, vernachlässigt bzw. die Geschwindigkeit seines Linienbu sses nicht den gegebenen Ver- hältnissen angepasst habe, um ihnen den Vortritt zu gewä hren. Weil er das naheliegende Schulhaus gekannt habe, sei er gerade auch deshalb zu besonderer Vorsicht verpflichtet gewe- sen, weshalb ihm eine Berufung auf das Vertrauensprinzip grundsätzlich verwehrt bleibe. b) Der Beschuldigte ist der Ansicht, dass weder die objektiv en noch die subjektiven Tat- bestandsvoraussetzungen von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt seien. Die beiden Kinder hätten gegen Art. 47 Abs. 2 Satz 2 VRV verstossen, indem sie auf den Fussgängerstreifen gerannt seien, als sich der Bus bereits so nahe befunden habe, dass ein rech tzeitiges Anhalten nicht mehr mög- lich gewesen sei. Zudem habe er nicht gegen Art. 32 Abs. 1 und Art. 33 Abs. 1 und Abs. 2 SVG verstossen, da er seine Geschwindigkeit den schwierigen U mständen angepasst habe und vor- sichtig gefahren sei. Mit plötzlich von einem nicht einzu sehenden Fussweg hinter Büschen ren- nend auftauchenden Kindern habe er nicht quasi prävent iv rechnen müssen, auch wenn er ge- wusst habe, dass sich dort eine Schule befinde. Die gefahr ene Geschwindigkeit von 28 km/h sei angesichts der Tatsache, dass er freie Sicht auf das lin ksseitige Trottoir gehabt habe und sich darauf beim Herannähern des Busses niemand befunden habe, absolut adäquat gewesen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht c) Die Staatsanwaltschaft bringt ein, die rechtlichen Er wägungen der Vorinstanz seien insgesamt zutreffend. Es sei richtig, dass der Beschuldigt e den durch Büsche verdeckten Fussweg zum oder vom Schulhaus nicht habe einsehen könne n. Es werde von ihm auch nicht verlangt, die Geschwindigkeit auf Schritttempo zu redu zieren, weil dort Kinder direkt auf die Strasse rennen könnten. Dies ändere aber nach den Festst ellungen zum Sachverhalt nichts an der Erkenntnis, dass der Beschuldigte nicht die von ihm v erlangte Aufmerksamkeit auf die un- umstritten gefährliche Stelle am linken Strassenrand ge richtet habe. Dies sei unabhängig da- von, wie hoch das Tempo der beiden Kinder beim Betret en und auf der ersten Hälfte des Fuss- gängerstreifens genau gewesen sei. Er hätte die Fussgäng er, welche sich gemäss seiner Aus- sage bereits deutlich auf der Strasse (Gegenfahrbahn) befunden hätten, als er sie das erste Mal wahrgenommen habe, früher bemerken müssen. 4.2 a) Gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verletzung der Ver- kehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Der Tatbestand der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist ob- jektiv erfüllt, wenn der Täter eine wichtige Verkehrsvor schrift in objektiv schwerer Weise miss- achtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. E ine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer ist nicht erst bei einer konkreten, sondern bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefähr- dung gegeben (BGE 130 IV 31 E. 5.1). b) Der Fahrzeugführer hat allgemein sein Fahrzeug so zu be herrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten genügt (Art. 31 Abs. 1 SVG), was unte r anderem bedingt, dass er seine Auf- merksamkeit dem Verkehr zuwendet (vgl. Art. 3 Abs. 1 VRV). Dabei beurteilt sich das Mass der Aufmerksamkeit, welches vom Fahrzeugführer verlangt wird, nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraus- sehbaren Gefahrenquellen (BGer 6B_1318/2019 vom 23. Juni 2021 E. 2.3.2., mit weiteren Hin- weisen). c) Der Fahrzeugführer hat gemäss Art. 33 Abs. 2 SVG vor F ussgängerstreifen besonders vorsichtig zu fahren und nötigenfalls anzuhalten, um den Fussgängern den Vortritt zu lassen, die sich schon auf dem Streifen befinden oder im Begrif f sind, ihn zu betreten. Er muss die Ge- schwindigkeit rechtzeitig mässigen und nötigenfalls anhalte n, damit er dieser Pflicht nachkom- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht men kann (Art. 6 Abs. 1 VRV). Damit verweist Art. 6 A bs. 1 VRV auf die im konkreten Einzelfall gebotene Geschwindigkeit. Nach Art. 32 Abs. 1 SVG ist da s Tempo stets den Umständen an- zupassen, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. In der Nähe des Fussgängerstreifens muss der Fahrzeuglen- ker insoweit Sicht auf die gesamte Strasse und das Trottoir haben und hat – sollte dies nicht der Fall sein – seine Geschwindigkeit so zu reduzieren, dass e r bei überraschend auftauchenden Fussgängern jederzeit anhalten kann (BGer 6B_1318/2019 vom 23. Juni 2021 E. 2.3.3., mit weiteren Hinweisen). d) Aus Art. 26 Abs. 1 SVG wird der Vertrauensgrundsatz abg eleitet, welcher auch im Ver- hältnis zwischen Fahrzeuglenkern und Fussgängern im Berei ch von Fussgängerstreifen gilt. Danach darf jeder Strassenbenützer, sofern nicht besonde re Umstände dagegen sprechen, darauf vertrauen, dass sich die anderen Verkehrsteilneh mer ebenfalls ordnungsgemäss verhal- ten, ihn also nicht behindern oder gefährden. Schran ke bildet Art. 26 Abs. 2 SVG, wonach be- sondere Vorsicht geboten ist gegenüber Kindern, Gebrech lichen und alten Leuten, sowie wenn Anzeichen dafür bestehen, dass sich ein Strassenbenützer ni cht richtig verhalten wird. Auf den Vertrauensgrundsatz kann sich nur berufen, wer sich selbst ve rkehrsregelkonform verhalten hat. Derjenige, der gegen die Verkehrsregeln verstösst u nd dadurch eine unklare oder gefährli- che Verkehrslage schafft, kann nicht erwarten, dass andere diese Gefahr durch erhöhte Vor- sicht ausgleichen. Zudem darf demjenigen die Berufung auf diesen Grundsatz nicht versagt werden, wenn die Beantwortung der Frage, ob er eine Verkehrsvorschrift verletzt hat, gerade davon abhängt, ob er sich auf den Vertrauensgrundsatz berufen kann oder nicht. Denn es wäre zirkelschlüssig, in einem solchen Fall den Vertrauensgrundsa tz nicht anzuwenden mit der Be- gründung, der Verkehrsteilnehmer habe eine Verkehrsnorm verletzt; denn dies hängt ja gerade davon ab, ob er sich auf ein verkehrsregelkonformes Verh alten der anderen verlassen durfte (BGer 6B_409/2015 vom 1. Juni 2015 E. 2.2, mit weiteren Hinweisen). Freilich darf Art. 26 Abs. 2 SVG nicht dazu führen, de m Fahrzeuglenker in jedem Fall die Ver- letzung dieser besonderen Vorsichtspflicht vorzuwerfen, wenn er mit Angehörigen dieser be- sonders schutzwürdigen Personenkategorien zusammenstösst. Dem Motorfahrzeugführer kann nicht zugemutet werden, bloss wegen der entfernten Mögl ichkeit, dass ein Kind, das er nicht sieht und nicht sehen kann, unbedacht in die Fahrbahn laufen oder fahren könnte, die Ge- schwindigkeit so stark herabzusetzen, dass Unfälle unter al len Umständen vermieden werden Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht (HANS GIGER , Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 9. Auflage, Zürich 202 2, N 21 zu Art. 26 SVG). e) Auf dem Fussgängerstreifen haben die Fussgänger den Vo rtritt, dürfen ihn aber nicht überraschend betreten (Art. 49 Abs. 2 SVG). Sie dürfe n vom Vortrittsrecht nicht Gebrauch ma- chen, wenn das Fahrzeug bereits so nahe ist, dass es nicht mehr rechtzeitig anhalten könnte (Art. 47 Abs. 2 VRV). Zwischen den Bestimmungen, die das Verhalten der Fahrze ugführer an Fussgängerstreifen regeln (Art. 33 Abs. 2 SVG, Art. 6 Abs. 1 VRV), und jenen, die das Vortrittsrecht der Fussgän- ger auf den Streifen ordnen (Art. 49 Abs. 2 SVG, Art. 47 Abs. 2 VRV), besteht eine Wechselwir- kung, welche bei der Auslegung dieser Bestimmungen zu berücksichtigen ist. Der Fahrzeuglen- ker muss nach den Bestimmungen über die Ausübung des Vo rtrittsrechts der Fussgänger nicht damit rechnen, dass eine Person erst dann den Streifen betritt oder diese Absicht anzeigt, wenn sich das Fahrzeug bereits unmittelbar vor dem Fussgängerstre ifen befindet, sondern er darf erwarten, dass der Fussgänger den Vortritt in angemesse ner Entfernung vor dem herannahen- den Fahrzeug geltend macht. Diese Beschränkung des Vort rittsrechts, die sowohl im Interesse der Fussgänger wie der Fahrzeugführer liegt, ist notw endig, um die Verkehrssicherheit zu ge- währleisten sowie wenn der Verkehrsfluss nicht in unerträ glicher Weise behindert werden soll. Andererseits darf die Ausübung des Vortrittsrechts des Fu ssgängers nicht von der Geschwin- digkeit herannahender Fahrzeuge abhängig gemacht werden, wozu die Vorschrift Anlass geben könnte, dass der Fussgänger den Vortritt nicht beanspruch en dürfte, wenn das Fahrzeug nicht rechtzeitig halten könnte. Mit der Verpflichtung des Fahrzeuglenkers zur Reduzierung der Ge- schwindigkeit vor Fussgängerstreifen soll verhindert werde n, dass dieser durch schnelles Fah- ren dem Fussgänger die Ausübung des Vortrittsrechts veru nmöglicht. Es kann nicht dem Fahr- zeugführer überlassen sein, durch die Geschwindigkeit, mi t welcher er auf den Streifen zufährt, die für die Ausübung des Vortritts angemessene Entfernu ng frei zu bestimmen. Er muss sich vielmehr mit so mässiger Geschwindigkeit dem Streifen nähern, dass dem Fussgänger, der den Vortritt in angemessener Entfernung vom Fahrzeug beans prucht, genügend Zeit bleibt, um die Fahrbahn auf dem Streifen ungehindert zu überqueren (BGer 6B_409/2015 vom 1. Juni 2015 E. 2.2.). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht f) In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand von Ar t. 90 Abs. 2 SVG nach höchst- richterlicher Rechtsprechung (vgl. BGE 131 IV 133 E. 3.2 ; BGer 6B_520/2015 vom 24. November 2015 E. 1.3; je mit weiteren Hinweisen) ein rücksichtsloses oder sonst schwer- wiegend verkehrswidriges Verhalten, mithin ein schweres Verschulden. Dieses ist bei Vorsatz, einschliesslich Eventualvorsatz, oder bei grober Fahrlässig keit gegeben. Grobe Fahrlässigkeit ist zu bejahen, wenn sich der Täter der konkreten oder au ch nur der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrsregelwidrigen Fahrweise bewusst gewesen ist . Sie kann aber auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilneh mer pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen, also unbewusst fahrlässig gehandelt hat. Diesf alls ist grobe Fahrlässigkeit zu beja- hen, wenn das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Ver kehrsteilnehmer auf Rücksichtslo- sigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenke nloses Verhalten gegenüber frem- den Rechtsgütern, welches auch in einem blossen (momen tanen) Nichtbedenken der Gefähr- dung fremder Interessen bestehen kann (BGE 131 IV 133 E. 3.2; P HILIPPE WEISSENBERGER , Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Auflage, Zürich / St. Gal- len 2015, N 68 f. zu Art. 90 SVG). Die Annahme von R ücksichtslosigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist nach bundesgerichtlicher Auffassung freil ich restriktiv zu handhaben, weshalb nicht unbesehen von der objektiven Schwere der Verkehr sregelverletzung auf die subjektive Rücksichtslosigkeit geschlossen werden darf. Trotzdem geht da s Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung (vgl. BGE 142 IV 93 E. 3.1) davon aus, dass die objektive Schwere der Tat ein Indiz für die Annahme von subjektiv schwerem Verschulden bzw. Rücksichtslosigkeit darstellt. Und zwar dergestalt, dass je schwerer der Verkehrsrege lverstoss objektiv wiegt, desto eher Rücksichtslosigkeit zu bejahen ist, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen. 4.3 a) Im Folgenden ist zu prüfen, ob sich der Beschuldigte un ter Berücksichtigung des vor- gängig definierten massgeblichen Sachverhalts der grobe n Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gemacht hat. b) Bei Art. 32 Abs. 1 und Art. 33 Abs. 1 und Abs. 2 SV G sowie Art. 6 Abs. 1 VRV handelt es sich zweifelsohne um grundlegende Verkehrsregeln, welche wesentlich sind für die Gewähr- leistung der Sicherheit des Strassenverkehrs. Nach Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGer 6B_1318/2019 vom 23. Juni 2021 E. 2.3.3. und 2.4.2. , mit weiteren Hinweisen) stellt die Miss- achtung des Vortrittsrechts von Fussgängern auf der Fahrb ahn durch unvorsichtige Fahrzeug- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht lenker grundsätzlich sowohl objektiv als auch subjektiv eine schwere Verletzung der Verkehrs- regeln dar. Bei einem unaufmerksamen Fahren innerort s im Bereich eines Fussgängerstreifens liegt die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder gar Verletzung von Fussgängern nahe, da diese bei einer Kollision mit einem Auto selbst bei relativ geringer Geschwindigkeit schwere oder schwerste Verletzungen davontragen können. c) Vorliegend ist aufgrund des in Beachtung der Maxime " in dubio pro reo" eruierten Sachverhalts davon auszugehen, dass die beiden Kinder vom Fussweg herkommend ohne an- zuhalten über den Fussgängerstreifen gerannt sind (E. 3. 3). Dabei erscheint es – wie bereits in E. 3.2 lit. c festgehalten – aufgrund der allgemein en Lebenserfahrung als naheliegend, dass die Kinder bereits vor dem Betreten des Fussgängerstreifens g erannt sind bzw. sich rennend auf diesen begeben haben. Die Distanz zwischen dem von der Str asse aufgrund hoher Büsche nicht einsehbaren Fussweg bis zum zweiten Streifen des Fussg ängerstreifens bzw. zum Unfall- ort beträgt nur wenige Meter, welche von einem rennen den Kind innerhalb von ein bis zwei Se- kunden problemlos zurückgelegt werden kann. Für den Besch uldigten ist es aufgrund der dich- ten Büsche unbestrittenermassen nicht möglich gewesen, d ie Kinder bereits auf dem Fussweg zu erkennen, sondern erst, als diese vom Fussweg auf das Trottoir eingebogen sind, zumal es zum betreffenden Zeitpunkt (20. November 2019, 17:07 Uhr) dunkel gewesen ist. Weiter hat der Beschuldigte nicht davon ausgehen müssen, dass Kinder ohn e anzuhalten und rennend den Fussgängerstreifen überqueren, ungeachtet davon, dass e r von der nahegelegenen Schule gewusst hat. Die bloss theoretische Möglichkeit eines Feh lverhaltens von am Strassenverkehr partizipierender Kinder genügt nicht zur Annahme von ko nkreten Anzeichen im Sinne von Art. 26 Abs. 2 SVG (vgl. BGer 6B_409/2015 vom 1. Ju ni 2015 E. 2.2). Der Beschuldigte hat mithin nicht annehmen müssen, dass vom Fussweg herkommend e, rennende Personen in Missachtung der geltenden Regeln überraschend den Fussgän gerstreifen betreten würden, so dass er nicht mehr rechtzeitig hat anhalten können. Vie lmehr hat er mangels gegenteiliger Hin- weise darauf abstellen dürfen, dass Personen vor dem Überqueren des Streifens ihre Beobach- tungs- und allfällige Wartepflichten erfüllen. In casu haben die Kinder somit gegen Art. 49 Abs. 2 SVG verstossen, wonach es untersagt ist, den Fussgänge rstreifen überraschend zu be- treten. Dies ist dann anzunehmen, wenn es dem Fahrzeugführer nach Massgabe seiner Entfer- nung und Geschwindigkeit trotz aller Aufmerksamkeit nicht m ehr möglich ist, rechtzeitig anzu- halten. Der Fussgänger darf nach Art. 47 Abs. 2 Satz 2 V RV von seinem Vortrittsrecht nicht Gebrauch machen, wenn ein Fahrzeug so nahe ist, dass es nicht mehr rechtzeitig anhalten Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht könnte (vgl. GIGER , a.a.O., N 14 zu Art. 49 SVG). Vorliegend ist festzustel len, dass der Bus im Zeitpunkt, als die Kinder den Fussgängerstreifen erreic ht und unmittelbar betreten haben, schon so nahe gewesen ist, dass es dem Beschuldigten nicht m ehr möglich gewesen ist, anzu- halten. Dabei ist zu betonen, dass der Beschuldigte mi t lediglich 28 km/h gefahren ist, bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerorts, womit er das Tempo offensichtlich auf- grund der besonderen örtlichen Begebenheiten bereit s stark reduziert hat. Daraus erhellt, dass der Beschuldigte in jeder Hinsicht mit einer den Umstän den angepassten Geschwindigkeit ge- fahren und ihm auch keine mangelnde Aufmerksamkeit anzulasten ist. Zusammenfassend ist demnach festzustellen, dass in casu nicht von einer Missachtung des Vortrittrechts von Fussgängern auszugehen ist, sondern viel mehr die beiden Kinder für den Beschuldigten derart überraschend und nicht vorhersehba r den Fussgängerstreifen rennend betreten haben, dass es ihm schlechterdings nicht mehr möglich gewesen ist, trotz gehöriger Aufmerksamkeit und den konkreten Umständen angepasster Gesch windigkeit rechtzeitig anzu- halten. Damit ist dem Beschuldigten kein Verstoss gegen st rassenverkehrsrechtliche Vorschrif- ten vorzuwerfen, womit keine Zuwiderhandlung gegen Art. 90 Abs. 2 SVG vorliegt. 5. Fazit Demzufolge ist der Beschuldigte in Gutheissung seiner Ber ufung und dementsprechend in Auf- hebung des angefochtenen Urteils vom Vorwurf der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 33 SVG und Art. 6 Abs. 1 VRV freizusprechen. 6. Kostenfolge vor Straf- und Kantonsgericht 6.1 Zufolge des vorliegenden Freispruchs gehen in Abänder ung des angefochtenen Urteils die vorinstanzlichen Verfahrenskosten in der Höhe von in sgesamt CHF 2'554.-- in Anwendung von Art. 423 Abs. 1 StPO und Art. 426 Abs. 1 StPO e con trario zu Lasten des Staates. Des Weiteren wird A.____ für das erstinstanzliche Verfahren nach Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Parteientschädigung zu Lasten des Staates ausgerichtet. Di ese Entschädigung richtet sich nach den beiden Honorarnoten seines Rechtsvertreters v om 10. August 2022 (14,6 Stunden Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aufwand zu CHF 250.--/h plus Auslagen von CHF 109.50 und CHF 289.50 Mehrwertsteuer so- wie 6,53 Stunden Aufwand zu CHF 250.--/h plus Auslagen von CHF 49.-- und CHF 129.50 Mehrwertsteuer), wobei beim geltend gemachten Aufwand im Umfang von 21,13 Stunden ein zusätzlicher Aufwand für die strafgerichtliche Hauptverhan dlung von 3,3 Stunden (2,3 Stunden Hauptverhandlung und 1 Stunde Weg) einzubeziehen ist, w omit insgesamt ein anrechenbarer Aufwand von 24,43 Stunden zu jeweils CHF 250.--/h z u vergüten ist. Zusammenfassend wird damit dem Beschuldigten eine Parteientschädigung in d er Höhe von insgesamt CHF 6'748.50 (24,43 Stunden Aufwand zu CHF 250.--/h plus Auslagen von CHF 158.50 und CHF 482.50 Mehrwertsteuer) ausbezahlt. 6.2 Nach Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Ko sten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens, wobei al s unterliegend auch jene Partei gilt, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird o der die das Rechtsmittel zurückzieht. Ge- stützt darauf rechtfertigt es sich sodann, die ordentlich en Kosten des Berufungsverfahrens vor dem Kantonsgericht in der Höhe von CHF 3'500.-- (bein haltend eine Gebühr von CHF 3'000.-- sowie Auslagen von CHF 500.--) dem Staat aufzuerlegen . Schliesslich wird A.____ wiederum nach Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO auch für das kantonsg erichtliche Verfahren eine Parteientschä- digung gemäss der Honorarnote seines Rechtsvertreters v om 4. April 2023 in der Höhe von CHF 2'512.65 (9,06 Stunden Aufwand zu CHF 250.--/h p lus Auslagen von CHF 68.-- und CHF 179.65 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausgerichtet. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil der Strafgerichtsvizepräsidentin Basel -Landschaft vom 11. August 2022, auszugsweise lautend: "1. A.____ wird in teilweiser Bestätigung des Strafbe fehls der Staatsan- waltschaft Basel-Landschaft vom 7. April 2020 der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig erklärt und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tag essätzen zu je Fr. 100.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 800.--, im Falle der Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatz- freiheitsstrafe von 8 Tagen, in Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG (i.V.m. Art. 33 S VG und Art. 6 Abs. 1 VRV), Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und Abs. 4 S tGB, Art. 44 StGB sowie Art. 106 StGB. 2. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorve rfahrens von Fr. 1'554.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.--. Der Beurteilte trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO." wird in Gutheissung der Berufung des Beschuldigten aufgehoben und durch folgendes Erkenntnis ersetzt: 1. A.____ wird in Aufhebung des Strafbefehls der Staa tsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 7. April 2020 von Schuld und Stra fe freigespro- chen . 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt CHF 2'554.--, beste- hend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 1'554.-- und der Ge- richtsgebühr von CHF 1'000.--, gehen zu Lasten des Staates . 3. A.____ wird eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 6'748.50 (inklusive Auslagen und CHF 482.50 Mehrwe rtsteuer) zu Lasten des Staates ausgerichtet . II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 3'500.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 3'000. -- sowie Auslagen von CHF 500.--) gehen zu Lasten des Staates. III. A.____ wird für das kantonsgerichtliche Verfahren eine Parteientschädi- gung in der Höhe von insgesamt CHF 2'512.65 (inklusive A uslagen und CHF 179.65 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausgerichtet. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber i.V. Fabian Leimgruber Dieser Entscheid ist rechtskräftig.