<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00522</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224822&amp;W10_KEY=13045527&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00522</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.03.2025</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist am Bundesgericht noch hÃ¤ngig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung eines kosovarischen Staatsangehörigen mangels Vorliegen eines nachehelichen oder persönlichen Härtefalls.] Die kinderlos gebliebene Ehe mit einer slowenischen Staatsangehörigen wurde rechtskräftig geschieden, weshalb ein freizügigkeitsrechtlicher Aufenthaltsanspruch gestützt auf Art.7 lit. d FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA entfällt (E. 3.1 und 3.2). Ein Aufenthaltsanspruch aus Art. 50 Abs. 1 AIG ist ausgeschlossen, da die Ehe weniger als drei Jahre gedauert hat (E. 3.4). Ein nachehelicher Härtefall im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG ist nicht gegeben. Der Beschwerdeführer ist unter Berücksichtigung der sprachlichen, sozialen und wirtschaftlichen Integration nicht in besonderem Mass integriert in der Schweiz (E. 4.3). Sodann verfügt der Beschwerdeführer in sozialer wie auch in wirtschaftlicher Hinsicht über intakte Chancen für eine Wiedereingliederung im Herkunftsland (E. 4.4). Die Beziehung zu seiner neuen Partnerin ist nicht als rechtlich geschütztes Konkubinat zu qualifizieren, weshalb die Ableitung eines Aufenthaltsanspruchs aus Art. 8 EMRK ausgeschlossen ist. Ohnehin ist fraglich, ob die neue Partnerin des Beschwerdeführers ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat, was jedoch offen bleiben kann (E. 5.2). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHEHELICHER HÃRTEFALL">NACHEHELICHER HÃRTEFALL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 50 Abs. 1 AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 7 lit. d FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 3 Abs. 2 lit. a Anhang I FZA</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=70384" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00522</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom 27. MÃ¤rz 2025</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz), </span>Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, Gerichtsschreiber Matthias Neumann.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A ist ein 1995 geborener StaatsangehÃ¶riger des Kosovos. Er heiratete am 7. August 2019 in seiner Heimat die slowenische StaatsangehÃ¶rige C, welche in der Schweiz aufenthaltsberechtigt war. Er reiste am 3. September 2019 in die Schweiz ein, wo ihm zum Verbleib bei seiner Ehefrau eine bis am 23. April 2024 befristete Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erteilt wurde.</p> <p class="Urteilstext">Nachdem das Migrationsamt von der Scheidung der Ehe erfahren hatte, verweigerte es A mit VerfÃ¼gung vom 3. Juni 2024 die VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung, unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis zum 2. August 2024. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion mit Rekursentscheid vom 8. August 2024 ab, und sie setzte A eine neue Ausreisefrist bis zum 12. Oktober 2024.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 9. September 2024 erhob A dagegen Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er beantragte, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Rekursentscheid vom 8. August 2024 aufzuheben, es sei ihm die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern und es sei von einer Wegweisung aus der Schweiz abzusehen; eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Sicherheitsdirektion zurÃ¼ckzuweisen; subeventualiter sei das Verfahren fÃ¼r mindestens sechs Monate resp. bis zum rechtskrÃ¤ftigen Abschluss des Scheidungsverfahrens seiner neuen Partnerin zu sistieren.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 10. September 2024 wurde A aufgrund seiner Schulden aus Verfahren vor zÃ¼rcherischen BehÃ¶rden aufgefordert, einen Kostenvorschuss in der HÃ¶he von Fr. 2'070.- zu leisten. Dieser wurde fristgerecht bezahlt.</p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete mit Schreiben vom 12. September 2024 auf eine Vernehmlassung; das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer </span><span>erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht nach </span>§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt eine Parteibefragung und die Befragung seiner neuen Partnerin. Wie sich im Folgenden zeigt, geht der entscheiderhebliche Sachverhalt aus den Akten ausreichend hervor, weshalb auf diese Befragungen verzichtet werden kann. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GestÃ¼tzt auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) haben die Ehegatten von in der Schweiz aufenthaltsberechtigten EU-StaatsangehÃ¶rigen grundsÃ¤tzlich einen (abgeleiteten) Aufenthaltsanspruch, solange die Ehe formell fortdauert (vgl. Art. 7 lit. d FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a Anhang I FZA). Dieses Recht steht unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs. Fehlt der Wille zur Gemeinschaft und dient das formelle Eheband ausschliesslich (noch) dazu, die auslÃ¤nderrechtlichen Zulassungsvorschriften zu umgehen, fÃ¤llt der Anspruch dahin (vgl. BGE 144 II 1 E. 3.1 mit Hinweisen; BGr, 16. MÃ¤rz 2022, 2C_924/2021, E. 4.1).</p> <p class="Urteilstext">Da das FreizÃ¼gigkeitsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt (vgl. Art. 2 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 [AIG, SR 142.20]), kann die vom ursprÃ¼nglich aufenthaltsberechtigten EU-StaatsangehÃ¶rigen abgeleitete Bewilligung des DrittstaatsangehÃ¶rigen bei einer rechtsmissbrÃ¤uchlichen Berufung auf eine Ehe mangels Fortdauerns der Bewilligungsvoraussetzungen gestÃ¼tzt auf Art. 23 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Mai 2002 Ã¼ber den freien Personenverkehr zwischen der Schweiz und der EuropÃ¤ischen Union und deren Mitgliedstaaten, zwischen der Schweiz und dem Vereinigten KÃ¶nigreich sowie unter den Mitgliedstaaten der EuropÃ¤ischen Freihandelsassoziation (Verordnung Ã¼ber den freien Personenverkehr, VFP; SR 142.203) in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG wegen Nichteinhaltens einer mit der VerfÃ¼gung verbundenen Bedingung widerrufen oder nicht (mehr) verlÃ¤ngert werden (vgl. BGE 144 II 1 E. 3.1, 139 II 393 E. 2.1, 130 II 113 E. 8 f.; BGr, 16. MÃ¤rz 2022, 2C_924/2021, E. 4.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die kinderlos gebliebene Ehe des BeschwerdefÃ¼hrers wurde mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 7. September 2023 geschieden. Das Scheidungsurteil ist in Rechtskraft erwachsen. Damit ist die Voraussetzung fÃ¼r die ursprÃ¼ngliche Erteilung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA nach Art. 7 lit. d FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA entfallen und eine VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf das FZA ist ausgeschlossen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Nach AuflÃ¶sung der Ehegemeinschaft besteht gemÃ¤ss Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG ein entsprechender Bewilligungsanspruch weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und kumulativ die Integrationskriterien von Art. 58a AIG erfÃ¼llt sind. </p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r die Berechnung der Dreijahresfrist ist ausschliesslich die in der Schweiz in ehelicher Gemeinschaft verbrachte Zeit massgebend (BGr, 8. Mai 2024, 2C_590/2023, E. 5.1; vgl. auch VGr, 14. Mai 2014, VB.2014.00125, E. 6.2 mit Hinweisen). Ein im Ausland oder vorehelich im Konkubinat verbrachtes Zusammenleben wird bei der Berechnung der Dreijahresfrist nicht berÃ¼cksichtigt (BGr, 9. August 2016, 2C_218/2016, E. 3.2.1, und 13. August 2015, 2C_72/2015, E. 2.2 mit Hinweisen). </p> <p class="Urteilstext">Die Ehegemeinschaft kann unabhÃ¤ngig vom Fortbestand der Wohngemeinschaft als aufgehoben gelten, wenn mindestens einer der beiden Ehegatten eine Wiederaufnahme des ehelichen Zusammenlebens definitiv ausgeschlossen hat (vgl. VGr, 21. MÃ¤rz 2018, VB.2017.00659, E. 2.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer reiste am 3. September 2019 in die Schweiz ein, weshalb nach dargelegter Rechtslage und Praxis dieses Datum fÃ¼r den Beginn der Dreijahresfrist im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG massgebend ist. GemÃ¤ss Mutationsmeldung der Einwohnerdienste hat der BeschwerdefÃ¼hrer sich per 5. Januar 2021 in der Stadt D angemeldet und dort Wohnsitz begrÃ¼ndet. Damit ist aufgrund der Akten erstellt, dass die Eheleute spÃ¤testens seit diesem Datum nicht mehr zusammenwohnten. Es bestehen sodann keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass die Eheleute das Eheleben nach der AuflÃ¶sung des gemeinsamen Haushalts weiterhin aufrechterhielten. Der Ehewille war deshalb spÃ¤testens zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vorhanden. Die Ehe wurde damit weniger als drei Jahre gelebt, weshalb kein nachehelicher Aufenthaltsanspruch gemÃ¤ss Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG besteht. Damit kann auch offengelassen werden, ob die kumulativ zu erfÃ¼llenden Integrationskriterien von Art. 58a AIG gegeben wÃ¤ren.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Zu prÃ¼fen bleibt ein Aufenthaltsanspruch aus Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG, mithin ob wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. Die relevante Gesetzesbestimmung von Art. 50 Abs. 2 AIG wurde per 1. Januar 2025 neu gefasst und erweitert. Das neue Recht ist hier anwendbar, da Art. 126g AIG als Ãbergangsbestimmung vorsieht, dass auf Gesuche nach Art. 50 AIG, die vor Inkrafttreten der Ãnderung vom 14. Juni 2024 eingereicht wurden, das neue Recht bereits anwendbar ist. </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt diesbezÃ¼glich vor, seine soziale Wiedereingliederung im Heimatland sei stark gefÃ¤hrdet. Er habe sich erfolgreich in die schweizerische Gesellschaft integriert, beherrsche die deutsche Sprache gut, bestreite seinen Lebensunterhalt eigenstÃ¤ndig und habe keinerlei Schulden. Eine RÃ¼ckfÃ¼hrung in den Kosovo wÃ¼rde seine Existenzgrundlage massiv gefÃ¤hrden. Er hÃ¤tte dort aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit keine Aussicht auf eine Arbeitsstelle und wÃ¤re mit grosser Wahrscheinlichkeit auf finanzielle UnterstÃ¼tzung des Staates angewiesen, mit der er sich nicht einmal den Mietzins fÃ¼r eine Wohnung leisten kÃ¶nnte. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Ein nachehelicher HÃ¤rtefall nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG liegt namentlich vor, wenn die soziale, das heisst die persÃ¶nliche, berufliche und familiÃ¤re Wiedereingliederung der betroffenen auslÃ¤ndischen Person im Herkunftsland stark gefÃ¤hrdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AIG). Verlangt wird eine erhebliche IntensitÃ¤t der Konsequenzen fÃ¼r das Privat- und Familienleben der auslÃ¤ndischen Person (BGE 139 II 393 E. 6). Wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknÃ¼pft und war der Aufenthalt im Land nur von kurzer Dauer, besteht praxisgemÃ¤ss kein Anspruch auf einen weiteren Verbleib in der Schweiz, wenn die erneute Integration im Herkunftsland keine besonderen Probleme stellt (BGE 138 II 229 E. 3.1). Der nacheheliche HÃ¤rtefall muss sich zudem auf die Ehe und den damit zusammenhÃ¤ngenden Aufenthalt beziehen (BGE 140 II 289 E. 3.6.1, 139 II 393 E. 6, 137 II 345 E. 3.2.3; BGr, 5. Juni 2023, 2C_3/2023, E. 4.3 mit Hinweisen). Wird geltend gemacht, bei einer RÃ¼ckkehr erweise sich die soziale Wiedereingliederung als stark gefÃ¤hrdet, genÃ¼gen allgemeine Hinweise nicht. Die befÃ¼rchtete BeeintrÃ¤chtigung muss im Einzelfall aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde glaubhaft erscheinen (BGE 138 II 229 E. 3.2.3).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Soweit aus den Akten ersichtlich, entspricht die sprachliche, soziale und wirtschaftliche Integration des BeschwerdefÃ¼hrers in der Schweiz nicht einem Mass, das Ã¼ber die gewÃ¶hnlichen Integrationserwartungen hinausgehen wÃ¼rde und als besonders stark bezeichnet werden kÃ¶nnte. Weder die behaupteten guten Deutschkenntnisse noch der behauptete grosse Freundeskreis oder die zuverlÃ¤ssige AusfÃ¼hrung seiner ArbeitstÃ¤tigkeit werden belegt (z.<span> </span>B. Sprachzertifikate, Empfehlungsschreiben, Arbeitszeugnisse etc.). Von einer tiefen Verwurzelung in der Schweiz kann nicht die Rede sein. Als â¦ gehÃ¶rt der BeschwerdefÃ¼hrer zudem keiner besonders qualifizierten und schwer zu ersetzenden Berufsgruppe im Sinn von Art. 23 Abs. 1 AIG an und es liegt auch keine Ausnahme nach <span>Art. 23 Abs. 3 AIG vor. </span>Ohnehin vermag eine allfÃ¤llige erfolgreiche Integration bzw. die ErfÃ¼llung der Integrationskriterien von Art. 58a AIG fÃ¼r sich genommen keinen nachehelichen HÃ¤rtefall zu begrÃ¼nden (BGr, 26. MÃ¤rz 2010, 2C_635/2009, E. 5.3.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Sodann sind die Chancen einer Wiedereingliederung des BeschwerdefÃ¼hrers im Herkunftsland in sozialer wie auch in wirtschaftlicher Hinsicht als intakt zu bezeichnen. Er ist erst im Alter von 24 Jahren in die Schweiz eingereist und hat den wesentlichen Teil seines bisherigen Lebens, insbesondere die prÃ¤genden Jugendjahre, in seinem Herkunftsland verbracht, weshalb er mit den dortigen Gepflogenheiten und der Landessprache bestens vertraut sein dÃ¼rfte. Angesichts der noch relativ kurzen Aufenthaltsdauer in der Schweiz kann nicht von einer ins Gewicht fallenden sozialen Entwurzelung im Kosovo gesprochen werden. Trotz der im Vergleich zur Schweiz schwierigen Wirtschaftslage in Kosovo hat der BeschwerdefÃ¼hrer auch geeignete Voraussetzungen fÃ¼r eine Wiedereingliederung in wirtschaftlicher Hinsicht. Er ist noch jung, spricht die Landessprache und kann die in der Schweiz erworbenen Berufserfahrungen fÃ¼r die wirtschaftliche Integration im Herkunftsland nutzen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Zusammenfassend erscheint die soziale Wiedereingliederung des BeschwerdefÃ¼hrers in seinem Herkunftsland nicht stark gefÃ¤hrdet und es liegen keine wichtigen persÃ¶nlichen GrÃ¼nde fÃ¼r einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz vor. Ein nachehelicher HÃ¤rtefall im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG ist nicht gegeben. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht schliesslich (sinngemÃ¤ss) einen Anwesenheitsanspruch aus Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK, SR 0.101) geltend. Er fÃ¼hre seit Dezember 2023 eine ernsthafte und stabile Beziehung mit einer im Kanton Luzern wohnhaften, in der Schweiz aufenthaltsberechtigten albanischen StaatsangehÃ¶rigen. Diese sei von ihrem Ehemann getrennt und die Ehe werde voraussichtlich im Sommer 2025 rechtskrÃ¤ftig geschieden. Der BeschwerdefÃ¼hrer beabsichtige, seine neue Partnerin nach der Scheidung der nur noch formell bestehenden Ehe umgehend zu heiraten.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die Beziehung zu seiner Partnerin besteht erst seit rund einem Jahr und das Paar lebt nicht in einem gemeinsamen Haushalt. Die behaupteten HeiratsplÃ¤ne sind in keiner Form konkretisiert oder manifestiert. Seine Partnerin ist gegenwÃ¤rtig noch verheiratet und die Ehe ist offenbar noch nicht geschieden, wovon weiterhin auszugehen ist. Insofern kann nicht von einer unmittelbar bevorstehenden Hochzeit zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner neuen Partnerin gesprochen werden. Die Beziehung kommt bezÃ¼glich Natur und StabilitÃ¤t in ihrer Substanz offensichtlich nicht einer ehelichen Gemeinschaft gleich (vgl. dazu BGr, 29. Juni 2020, 2C_9/2020, E. 5.3.3, und 3. Mai 2018, 2C_880/2017, E. 3 [jeweils mit Hinweisen]; vgl. auch BGr, 23. Februar 2013, 2C_702/2011 E. 3.1). Die Ableitung eines Aufenthaltsanspruch aus dem konventionsrechtlichen Schutz des Familienlebens fÃ¤llt demzufolge ausser Betracht. </p> <p class="Urteilstext">Es ist ohnehin fraglich, ob die neue Partnerin des BeschwerdefÃ¼hrers gegenwÃ¤rtig Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfÃ¼gt, was gemÃ¤ss stÃ¤ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung Voraussetzung fÃ¼r die Berufung auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 Abs. 1 EMRK darstellt (BGE 135 I 143 E. 1.3.1, 139 I 330 E. 2.1; BGr, 6. Juni 2018, 2C_251/2017, E. 2.2). Ob diese Voraussetzung hier erfÃ¼llt ist, kann offenbleiben, da es nach dem Gesagten bereits am Vorliegen eines rechtlich geschÃ¼tzten Konkubinats fehlt. Im Ãbrigen wÃ¤ren aufgrund des Wohnsitzes der neuen Partnerin die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden im Kanton Luzern zustÃ¤ndig fÃ¼r die Erteilung einer (allfÃ¤lligen) aus dieser Partnerschaft abgeleiteten Aufenthaltsbewilligung.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>DemgemÃ¤ss besteht keine Veranlassung fÃ¼r die vom BeschwerdefÃ¼hrer (sub-)eventualiter beantragte Sistierung des vorliegenden Verfahrens bis zum rechtskrÃ¤ftigen Abschluss des Scheidungsverfahrens der Partnerin des BeschwerdefÃ¼hrers. Gleiches gilt auch fÃ¼r den mit der Beschwerde beantragten Beizug der Akten dieses Scheidungsverfahrens.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Ausserhalb des Anspruchsbereichs entscheiden die kantonalen AuslÃ¤nderbehÃ¶rden nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen Ã¼ber die VerlÃ¤ngerung einer Aufenthaltsbewilligung (vgl. Peter Bolzli, in: Marc Spescha et al., Migrationsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2019, Art. 33 AIG N. 7 f.). Nach Art. 96 Abs. 1 AIG sind dabei die Ã¶ffentlichen Interessen und die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse sowie der Grad der Integration der AuslÃ¤nderin oder des AuslÃ¤nders zu berÃ¼cksichtigen. In solche Ermessensentscheide kann das Verwaltungsgericht nur eingreifen, wenn ein qualifizierter Ermessensfehler vorliegt, insbesondere wenn der Entscheid sich von sachfremden Motiven leiten lÃ¤sst (vgl. Marco Donatsch, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 50 N. 25 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Es bestehen keine Hinweise darauf, dass die Vorinstanz ihr pflichtgemÃ¤sses Ermessen im Sinn von Art. 96 Abs. 1 AIG fehlerhaft ausgeÃ¼bt hÃ¤tte oder die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein kÃ¶nnte. Ebenso bestehen keine Anhaltspunkte fÃ¼r das Vorliegen eines schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefalls im Sinn von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG. Namentlich kann der BeschwerdefÃ¼hrer die Beziehung zu seiner neuen Partnerin nach seiner Ausreise mit den digitalen Kommunikationsmitteln aus der Ferne und physisch in Form von (regelmÃ¤ssigen) Besuchen pflegen. Sollte das Paar wie geplant heiraten, wÃ¤re der Aufenthaltsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers neu zu prÃ¼fen. </p> <p class="Urteilstext">Weitere GrÃ¼nde, weshalb dem BeschwerdefÃ¼hrer die RÃ¼ckkehr in den Kosovo nicht zumutbar sein sollte, sind nicht ersichtlich. Soweit er auf die hohe Arbeitslosenrate und die damit zusammenhÃ¤ngenden Probleme in Kosovo hinweist, vermag dies nichts an der grundsÃ¤tzlichen Zumutbarkeit der Ausreise in den Kosovo zu Ã¤ndern. Im Ãbrigen ist auf die vorstehenden ErwÃ¤gungen zur Wiedereingliederung des BeschwerdefÃ¼hrers im Herkunftsland zu verweisen (vgl. E. 4.4).</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Damit ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und ist ihm keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>9. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>