<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td colspan="2"><p class="Standard berschrift1"><span id="_GoBack"></span><span class="Standard berschrift1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Standard berschrift1"><span class="Standard berschrift1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Standard berschrift1"><img src="file:///L:/LOGO/DOPPLEU3.BMP"/></p></td></tr><tr><td><p class="Standard berschrift1"><br/></p></td><td colspan="2"><p><span>IV.2005.00524</span></p><p><br/></p><p><span> </span></p><p></p></td></tr></table><p>IV. Kammer</p><p>Sozialversicherungsrichter Engler als Einzelrichter</p><p>Gerichtssekretär Gräub</p><p class="Standard berschrift2"><span class="Standard berschrift2">Urteil vom 20. Februar 2006</span></p><p class="Standard StandardEinzug"><span class="Standard StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Standard StandardFett RubrumFett"><span class="Standard StandardFett RubrumFett">X.___</span><span class="Standard StandardFett RubrumFett">, geb. 2000</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführer</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">gesetzlich vertreten durch den Vater </span><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Y.___</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">dieser vertreten durch die Schweiz. Rettungsflugwacht (REGA)</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Postfach 1414, 8058 Zürich-Flughafen</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">diese vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Monika Gattiker</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Badertscher Dörig und Poledna</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Mühlebachstrasse 32, Postfach 769, 8024 Zürich</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardFett RubrumFett"><span class="Standard StandardFett RubrumFett">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA)</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">IV-Stelle</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegnerin</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p class="Standard berschrift3"><span class="Standard berschrift3">Sachverhalt:</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">X.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> kam am 14. April 2000 in der 29. Schwangerschaftswoche mit einem Geburtsgewicht von 1'260 Gramm zur Welt, nachdem in der 18. Schwan</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gerschaftswoche wegen einer prolabierenden Fruchtblase eine Cerc</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">lage durch</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">geführt und diese nach einem Tokolysedurchbruch entfernt worden war. Nach der Entwicklung eines Atemnotsyndroms erfolgten eine Intubation sowie eine konventionelle Beatmung für 22 Stunden gefolgt von einem Nasen-CPAP (con</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">tinuous positive airway pressure) bis zum zweiten Lebenstag. Nach der Geburt wurden sodann eine intraventrikuläre Blutung und ein venöser In</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">farkt festge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">stellt, in dessen Folge sich ein posthämorrhagischer Hydrocephalus entwickelte. Da mehrere Entlastungspunktionen nicht zu einer genügenden Rückbildung des Hydrocephalus führten, wurde </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">X.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> ins </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Spital Z.___ </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">verlegt, wo ihm am 9. Juni 2000 ein ventrikulo-peritonealer Shunt eingelegt wurde (Urk. 8/41).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Mit Verfügungen vom 21. und 22. November (Urk. 8/22-25) sprach die Inva</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">liden</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">versicherung </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">X.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> medizinische Massnahmen im Sinne der Be</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">handlung der Geburtsgebrechen Nr. 321 (Anämien, Leukopenien und Throm</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bo</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">zytopenien des Neugeborenen), Nr. 497 (schwere respiratorische Adaptions</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">störungen), Nr. 494 (Neugeborene mit einem Geburtsgewicht unter 2000g) und Nr. 386 (Teratome und andere Keimzelltumoren) zu, jeweils ab dem Geburtsda</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">tum. </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Am 6. März 2001 (Urk. 7/40) meldete der behandelnde Dr. med. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">A.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">, Facharzt FMH für Kinder und Jugendliche, speziell Entwicklungspä</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">dia</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">trie, der IV-Stelle Zeichen einer cerebralen Bewegungsstörung. Die IV-Stelle sprach </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">X.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> hierauf mit Verfügung vom 7. Mai 2001 (Urk. 8/19) medi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">zinische Massnahmen im Sinne der Behandlung des Geburtsgebrechens 395 (leichte cerebrale Bewegungsstörungen) zu. Nachdem Dr. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">A.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> nach Abschluss dieser Therapie mit Bericht vom 14. Juni 2002 (Urk. 8/38) eine spas</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">tische, rechtsbetonte Cerebralparese diagnostizierte hatte, gewährte die IV-Stelle </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">X.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> am 26. Juni 2002 (Urk. 8/17) zusätzlich medizinische Massnah</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">men im Sinne der Behandlung des Geburtsgebrechens Nr. 390 (angeborene ce</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rebrale Lähmungen).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nach Einholung der Arztberichte bei Dr. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">A.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> (Urk. 8/36-37) über</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nahm die IV-Stelle am 30. Januar 2004 (Urk. 8/16) die Kosten für heilpädago</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gische Früherziehung ab 1. September 2003 bis 31. Oktober 2005 und gewährte am 10. August 2004 (Urk. 8/11-12) eine Hilflosenentschädigung für Minderjäh</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rige sowie eine Kostengutsprache für Pflegebeiträge. Am 26. August 2004 (Urk. 8/10) folgte </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ergänzend die Gewährung einer ambulanten Ergotherapie im Zusammenhang mit der cerebralen Lähmung.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.4</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">In den Ferien im Kosovo weilend klagte </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">X.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> am 24. August 2004 morgens nach dem Aufstehen über Kopf- und Bauchweh, verdrehte plötzlich die Augen nach oben, machte tonische Kopfbewegungen nach rechts und versteifte die rechte Körperseite. Im Spital in Pristina löste sich der Krampf nach vier Stunden und der Verabreichung einer Spritze wieder. Nachdem eine Computer</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">tomographie-Untersuchung einen Verdacht auf eine subarachnoidale Blutung ergeben hatte (Urk. 3/4) und die Verdachtsdiagnose eines Shunt-Verschlusses gestellt worden war (Urk. 3/6), wurde </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">X.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> mittels Rega-Transport in die Schweiz zurückgeflogen, wo er im </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Spital Z.___ </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">und hernach im Kantonsspital </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">B.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> behandelt wurde. Die Ärzte diagnostizierten eine Epi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">lepsie mit sekundär generalisierten Anfällen (Urk. 8/31) und ersuchten die IV</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Stelle um Kostengutsprache für die entsprechende Behandlung. Die IV-Stelle übernahm hierauf mit Verfügung vom 7. November 2004 (Urk. 8/8) die Kosten für die Behandlung des Geburtsgebrechens Nr. 387 (angeborene Epilepsie). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Am 16. Dezember 2004 ersuchte die Sozialberaterin der </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">C.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> (Arbeitgeberin des Vaters des Versicherten) die IV-Stelle unter Hinweis auf die Ablehnung der Kostenübernahme durch den Krankenversicherer um Erstattung der Rückfüh</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rungskosten in der Höhe von Fr. 18'230.-- (Urk. 8/53/1-3). Nach brieflicher Ablehnung dieses Leistungsbegehrens am 8. Februar 2005 (Urk. 8/50) verfügte die IV-Stelle am 28. Januar 2005 (Urk. 8/6) förmlich dessen Abweisung. Die da</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gegen erhobene Einsprache vom 1. März 2005 (Urk. 8/4) wurde mit Entscheid vom 22. März 2005 (Urk. 2) abgewiesen.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Hiergegen erhob der Vater von </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">X.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">, </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Y.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">, vertreten durch die Schweizerische Rettungsflugwacht (REGA), diese vertreten durch Rechtsanwäl</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">tin Dr. Monika Gattiker, am 4. Mai 2005 Beschwerde mit den Anträgen (Urk. 1 S. 2), es sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 22. März 2005 aufzuheben und es sei diese zu verpflichten, "dem Beschwerdeführer die Kosten für die Repatriierung durch die Rega vom 24. August 2004 von CHF 18'230.00 zu übernehmen". Nachdem die IV-Stelle am 13. Juni 2005 (Urk. 7) um Abweisung der Beschwerde ersucht hatte, wurde der Schriften</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">wechsel mit Verfügung vom 15. Juni 2005 (Urk. 9) als geschlossen erklärt. </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. </span></p><p></p><p class="Standard berschrift3"><span class="Standard berschrift3">Der Einzelrichter zieht in Erwägung:</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nach Art. 13 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf die zur Behand</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">lung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) notwendigen medizinischen Massnahmen (Abs. 1). Der Bundesrat bezeichnet die Gebrechen, für welche diese Massnahmen gewährt werden; er kann die Leistung ausschliessen, wenn das Gebrechen von geringfügiger Bedeutung ist (Abs. 2). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Als Geburtsgebrechen im Sinne von Art. 13 IVG gelten Gebrechen, die bei vollen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">deter Geburt bestehen (Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über Geburtsgebre</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">chen [GgV] sowie Art. 3 Abs. 2 ATSG). Die Geburtsgebrechen sind in der Liste im Anhang aufgeführt; das Eidgenössische Departement des Innern kann ein</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">deutige Geburtsgebrechen, die nicht in der Liste im Anhang enthalten sind, als Geburtsgebrechen im Sinne von Art. 13 IVG bezeichnen (Art. 1 Abs. 2 GgV).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">In Ziff. 387 des Anhangs zur GgV ist unter dem Titel "XV. Zentrales, peripheres und autonomes Nervensystem" angeborene Epilepsie aufgeführt.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Als medizinische Massnahmen, die für die Behandlung eines Geburtsgebrechens notwendig sind, gelten sämtliche Vorkehren, die nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sind und den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstreben (Art. 2 Abs. 3 GgV). Der An</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">spruch beginnt mit der Einleitung von medizinischen Massnahmen, frühestens jedoch nach vollendeter Geburt (Art. 2 Abs. 1 GgV).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Gemäss Art. 51 Abs. 2 IVG können ausnahmsweise Beiträge an die Reisekosten im Ausland gewährt werden. Dem Bundesrat wird aufgetragen, die näheren Be</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">dingungen zu ordnen, was er in Art. 90</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bis</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> der Verordnung über die Invaliden</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">versicherung (IVV) getan hat. Bei einem Vergleich mit Art. 51 Abs. 1 IVG (Rei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sekosten im Inland) fällt auf, dass im Zusammenhang mit den Reisekosten im Ausland in Art. 51 Abs. 2 IVG nicht von der Vergütung der notwendigen Reise</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">kosten gesprochen wird, sondern nur von - ausnahmsweisen - Beiträgen an diese. Im Unterschied zur detaillierten Regelung der Reisekosten im Inland ge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">mäss Art. 90 IVV, hat sich der Bundesrat in Art. 90</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bis</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> IVV (Reisekosten im Aus</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">land) seinerseits darauf beschränkt, zu bestimmen, die Beiträge an die Aufwen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">dungen für Fahrten vom Inland nach dem Ausland, vom Ausland nach dem Inland und im Ausland würden durch das Bundesamt im Einzelfall festgesetzt. Art. 90</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bis</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> IVV ist gesetzeskonform, indem der Bundesrat lediglich die ihm in Art. 51 Abs. 2 IVG eingeräumte Kompetenz hinsichtlich Festsetzung von aus</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nahmsweisen Beiträgen </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">an die Reisekosten im Ausland dem Bundesamt für den jeweiligen Einzelfall überträgt. Im Unterschied zu den Reisekosten im Inland, die - soweit notwendig - als solche vergütet werden (Art. 51 Abs. 1 IVG; Art. 90 IVV), sind bei Reisekosten im Ausland aufgrund der genannten Bestimmungen im Einzelfall ausnahmsweise lediglich Beiträge an die Kosten zu entrichten. Eine volle Kostendeckung ist dafür weder durch Gesetz noch Verordnung vor</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gesehen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in Sachen A. und B. vom 7. Februar 2001, I 539/99).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nicht strittig sind die dem Beschwerdeführer zugesprochenen medizinischen Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebrechens Nr. 387 GgV-Anhang (an</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">geborene Epilepsie, Verfügung vom 7. November 2004 [Urk. 8/8]). Streitig und zu prüfen ist einzig, ob die Beschwerdegegnerin den REGA-Einsatz von Pristina über Zürich/Kloten ins </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Spital Z.___ </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">als medizinische Massnahme gemäss Art. 13 IVG zu übernehmen oder Beiträge an den Transport gemäss Art. 51 IVG in Verbindung mit Art. 90</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bis</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> IVV zu leisten hat.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Das Eidgenössische Versicherungsgericht hielt dazu in einem Fall, in welchem die Rückführung eines im Ausland geborenen Kindes mit dem Geburtsgebre</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">chen Nr. 494 GgV-Anhang (Neugeborene mit einem Geburtsgewicht unter 2000g) umstritten war, fest, der Rückflug in die Schweiz samt der dazugehöri</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gen, unbestrittenermassen notwendigen medizinischen Anlage und Betreuung durch ein Neonatologen-Team bilde integrierenden Bestandteil der von der In</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">validenversicherung übernommenen Behandlung. Denn im vorliegenden Fall stünden diese Vorkehren sachlich und zeitlich in einem derart engen und un</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">mittelbaren Zusammenhang mit den von der Invalidenversicherung übernom</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">menen medizinischen Massnahmen, dass sie sich von ihnen nicht trennen lies</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sen. Im Übrigen werde der Anwendungsbereich von Art. 13 IVG mit dieser Be</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">trachtungsweise nicht derart ausgeweitet, dass der Begriff der medizinischen Massnahme einen Sinn bekäme, den weder Gesetzestext noch Umgangssprache ihm beimessen würden. Ein Anspruch auf Übernahme der Kosten des Rückflu</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ges samt der dazugehörigen medizinischen Anlage und Betreuung sei demnach grundsätzlich zufolge Massnahmeneinheit gestützt auf Art. 13 IVG zu bejahen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in Sachen Z. vom 25. Oktober 2001, I 628/99, Erw. 6c/bb).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.1</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.1.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Aus der medizinischen Abklärung der REGA vom 24. August 2004 (Urk. 3/4) geht hervor, dass die Ärzteschaft des Spitals in Pristina telefonisch von Krämp</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">fen sowie einer Cyanose berichtet haben und nach einer computertomographi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">schen Untersuchung ein Verdacht auf eine subarachnoidale Blutung gestellt worden ist. Wegen der ungenügenden medizinischen Versorgung vor Ort wurde entschieden, den Transport durchzuführen. Der Schweizer Arzt stellte als vor</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">läufige Diagnose ein Krampfereignis bei Verdacht auf Shunt-Verschluss fest (Urk. 3/6).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.1.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Im medizinischen Rapport vom 24. August 2004 (Urk. 3/7) diagnostizierte der begleitende Arzt der REGA einen generalisierten Krampfanfall mit vorherge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">hendem Kopfweh und Schwindel sowie einen Verdacht auf Shunt-Verschluss.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.1.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Dr. med. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">D.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">, leitender Arzt der REGA, diagnostizierte in sei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nem Bericht vom 1. März 2005 (Urk. 8/5/7) ein unklares Zustandsbild mit Krampfanfällen und Zyanose nach vorangehenden Kopfschmerzen und Schwin</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">del, eine Verdacht auf Shunt-Verschluss bei Status nach ventrikulo-peritonea</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">lem Shunt nach Geburt sowie einen Verdacht auf eine kleine Subarachnoi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">dalblutung.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Dr. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">D.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> führte aus, nach eingehender Diskussion mit dem behandeln</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">den Arzt vor Ort sowie nach Rücksprache mit dem </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Spital Z.___ </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sei auf</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">grund des schweren Krankheitsbildes und der medizinischen Unterversorgung vor Ort entschieden worden, den 4-jährigen Beschwerdeführer noch am selben Tag notfallmässig ins </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Spital Z.___ </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">zu verlegen. Die Indikation für einen Ambulanz-Transport sei gegeben gewesen.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.2</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.2.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Dr. med. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">E.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">, Neuropädiatrie FMH, Oberärztin am Kantonsspital </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">B.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">, untersuchte den Beschwerdeführer am 2. September 2004 und di</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">agnostizierte im Bericht vom 15. September 2004 (Urk. 3/5) einen erstmalig prolongierten sekundär generalisierten Krampfanfall am 24. August 2004, einen posthämorrhagischen Hydrocephalus internus mit VPS links, ein spastisches Hemisyndrom rechts sowie einen Status nach Frühgeburt nach der 28. Schwan</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gerschaftswoche. Sie schloss nach ihrer Untersuchung auf eine linkshemis</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">phä</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rische kontinuierliche Verlangsamung ohne epilepsietypische Po</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">tentiale.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.2.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Im Bericht vom 10. November 2004 (Urk. 8/31) diagnostizierte Dr. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">E.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> dann - nebst den bekannten bestehenden Krankheiten - eine Epilepsie mit sekundär generalisierten Anfällen bei Status elipticus am 24. August 2004. Sie bejahte das Vorliegen des Geburtsgebrechens Nr. 387 GgV und führte aus, in Anbet</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">racht des </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">prolongierten Krampfereignisses sei eine Behandlung bei dieser läsio</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nellen Epilepsie sicher indiziert und notwendig.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Dr. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">A.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> führte in seinem Bericht vom 3. Januar 2005 (Urk. 8/30) zu Händen der Invalidenversicherung aus, der Beschwerdeführer habe einen über mehrere Stunden dauernden Krampfanfall gehabt, ausgelöst durch einen akuten Infekt. Wegen Verdachts auf Shuntdysfunktion sei er ans </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Spital Z.___ </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">transportiert worden. Gemäss den Unterlagen sei eine Computertomographie-Untersuchung in Pristina durchgeführt worden, welche aber aufgrund der schlechten Bildqualität nicht beurteilbar gewesen sei. Aus diesem Grunde hätten die Eltern zu Recht auf einer Rückverlegung nach Zürich bestanden. In Zürich habe eine Shuntdysfunktion ausgeschlossen werden können. Aufgrund der EEG-Befunde sei anschliessend eine antiepileptische Therapie eingeleitet wor</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">den.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Dr. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">A.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> erachtete die Rückverlegung nach Zürich und die damit ver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bundenen und möglichen Abklärungen als richtig aufgrund der wahrscheinli</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">chen Shuntdysfunktion. Ob die Behandlung in Pristina möglich gewesen wäre, konnte er nicht beurteilen.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Aufgrund dieser medizinischen Aktenlage steht fest, dass in den Ferien im Ko</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sovo nicht eine Komplikation im Rahmen der bisher bekannten Leiden (na</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">mentlich weder bezüglich der Shunt-Versorgung noch des Geburtsgebrechens Nr. 390 GgV [angeborene cerebrale Lähmungen]) aufgetreten ist, sondern der Krampfanfall seinen Grund in einer Epilepsie-Erkrankung hatte. Die Ursache für die Rückführung in die Schweiz mittels REGA-Transport war mithin der Aus</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bruch eines neuen Geburtsgebrechens.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Die Ärzte gingen im Zeitpunkt des Entscheids über die Rückführung indessen davon aus, dass ein Shunt-Verschluss vorliege und der Beschwerdeführer eine sofortige Behandlung benötige, welche nur in der Schweiz gewährleistet sei. Diese Annahme gründete unter anderem auf den Angaben der Ärzte des Spitals in Pristina, wonach aus der Computertomographie-Aufnahme ein Verdacht auf eine Hirnblutung hervorgehe. Dass auch bei Kenntnis des korrekten Sachver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">haltes - mithin bei sofortiger richtiger Diagnosestellung eines epileptischen Anfalls ohne Auswirkung auf die Shunt-Funktion - eine Rückführung stattge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">funden hätte, kann mangels entsprechender Angaben in den Akten nicht ange</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nommen werden.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Daraus ergibt sich, dass die Rückführung des Beschwerdeführers mittels REGA-Transport irrtümlich erfolgte, weil eine Hirnblutung im Rahmen eines Shunt-</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Verschlusses vermutet wurde, welche eine sofortige Behandlung in der Schweiz erforderlich gemacht hätte. In Tat und Wahrheit erlitt der Beschwerdeführer aber "lediglich" einen epileptischen Anfall.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Eine Betrachtung der Sachlage im Zeitpunkt des Entscheids über den Rücktrans</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">port ergibt, dass von einer Dysfunktion des Shunts ausgegangen wurde und eine sofortige Behandlung im Rahmen des unbestrittenermassen zu Lasten der Beschwerdegegnerin gehenden Geburtsgebrechens empfohlen hatte. Es durfte also davon ausgegangen werden, dass die getroffenen Vorkehren (Rückführung und Behandlung in der Schweiz) sachlich und zeitlich in einem engen und un</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">mittelbaren Zusammenhang mit den von der Invalidenversicherung übernom</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">menen medizinischen Massnahmen stehen würden. Damit wäre eine Leistungs</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">pflicht der Beschwerdegegnerin ohne weiteres gegeben.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass der Rücktransport gar nicht wegen eines Shunt-Defekts erforderlich wurde, sondern eine Epilepsieerkrankung dafür verantwortlich war. Damit kommt dem Rücktransport gleichsam die Bedeutung einer einleitenden Massnahme der Epilepsiebehandlung zu. Diese kann aller</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">dings nicht als in einem engen und unmittelbaren Zusammenhang mit den von der Invalidenversicherung übernommenen medizinischen Massnahmen (Epilep</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sie-Behandlung) stehend gewertet werden, wurde diese doch erst später diag</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nostiziert und die entsprechende Behandlung eingeleitet.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Eine solch streng formalistische Betrachtung würde vorliegend zu einer Vernei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nung des engen Zusammenhangs zwischen der Rückführung und den medizi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nischen Massnahmen und damit zur Feststellung führen, dass die Beschwerde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gegnerin nicht leistungspflichtig ist. Es ist aber vor Augen zu halten, dass dem Beschwerdeführer aufgrund seiner multiplen Gesundheitsschäden umfangreiche Behandlungen zugesprochen wurden und die Rückführung in die Schweiz ebenfalls im Zeichen eines Geburtsgebrechens stand. Dass die Zuordnung zum effektiven Gebrechen erst nach der vollständigen medizinischen Abklärung in der Schweiz erfolgen konnte, ist im Rahmen der Gesamtbeurteilung der unbe</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">strittenerweise zu gewährenden medizinischen Massnahmen nicht als Durchbre</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">chung der Massnahmeneinheit zu werten. Namentlich ist für die Kostenfolge des angeordneten Rücktransports der damalige medizinische Wissensstand rele</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">vant und nicht derjenige, der sich erst nach umfangreichen Abklärungen erge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ben hat. Andernfalls liefe jeder Versicherte Gefahr, eine medizinische Mass</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nahme selber bezahlen zu müssen, wenn sie sich nachträglich als nicht erfor</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">derlich erweist.</span></p><p></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.4</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nach dem Gesagten ist erstellt, dass im Zeitpunkt der Anordnung der Rückfüh</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rung in die Schweiz davon auszugehen war, dass es sich dabei um eine Vorkehr handelt, welche sachlich und zeitlich in einem derart engen und unmittelbaren Zusammenhang mit den von der Invalidenversicherung übernommenen medizi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nischen Massnahmen steht, dass sie sich von ihnen nicht trennen lässt. Damit ist eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin grundsätzlich gegeben, welche nicht dadurch entfällt, dass sich der angenommene Sachverhalt im Nachhinein als falsch herausgestellt hat.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">5.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">5.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Die Beschwerdegegnerin brachte vor, ein Ferien-/Auslandaufenthalt bei einer minderjährigen versicherten Person, welche an Epilepsie und einem Hydro</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ce</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">phalus leide, sei kontraindiziert.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">5.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Hierzu bleibt vorweg festzuhalten, dass die Epilepsieerkrankung erst in den Fe</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rien erstmals aufgetreten ist und zum Zeitpunkt des Ferienantritts nicht mit ei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nem solchen Anfall gerechnet werden musste. Aus den aufliegenden Arztbe</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">richten geht jedenfalls nicht hervor, dass vor dem Ferienantritt im Sommer 2004 ein entsprechender Verdacht geäussert worden wäre. Im Gegenteil ergibt sich aus dem Bericht von Dr. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">A.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> vom 20. Juli 2004 (Urk. 8/32) zu Händen der Beschwerdegegnerin, dass bloss die Frage der Notwendigkeit der Ergotherapie besprochen wurde. Von einer epileptischen Verdachtsdiagnose oder einer Problematik mit dem Shunt-Ventil lässt sich nichts ersehen.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">5.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Bei dieser Aktenlage kann nicht von einem unvernünftigen Verhalten gespro</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">chen werden, als sich der Beschwerdeführer in die Ferien ins Ausland begab. Seit Jahren lebte er - soweit ersichtlich - anstandslos mit dem Shunt-Ventil, und dieses funktionierte auch in den Ferien einwandfrei. Ebensowenig musste er damit rechnen, einen epileptischen Anfall zu erleiden. Damit ist der Be</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">schwerdeführer kein unnötiges Risiko eingegangen, und eine Kontraindikation zum Ferienaufenthalt im Ausland ist nicht gegeben.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">6.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im Zeitpunkt der Rückführung diese als Teil der von der Beschwerdegegnerin übernommenen medizinischen Massnah</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">men anzusehen war, weshalb die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig ist. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Mangels eines Verschuldens des Beschwerdeführers an der eingetretenen Situ</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">a</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">tion kommt eine Leistungskürzung nicht in Betracht. Demgemäss ist die Be</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">schwerde vollumfänglich gutzuheissen.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">7.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) haben die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens Anspruch auf den vom Ge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">richt festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Dieser wird laut Abs. 3 derselben Bestimmung ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sache und nach dem Schwierigkeitsgrad des Prozesses bemessen. Unter Berück</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sichtigung dieser Bemessungskriterien ist die Prozessentschädigung auf Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzusetzen und der Beschwerde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gegnerin aufzuerlegen. </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard berschrift3"><span class="Standard berschrift3">Der Einzelrichter erkennt:</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 22. März 2005 mit der Feststellung aufgehoben, dass die Beschwerdegegnerin die Kosten für die Rückschaffung des Beschwerdeführers vom 24. August 2004 mittels REGA-Transport in der Höhe von Fr. 18'230.-- zu bezahlen hat.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Das Verfahren ist kostenlos.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessent</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">schä</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">digung von Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">4.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Rechtsanwältin Dr. Monika Gattiker</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Bundesamt für Sozialversicherung</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">5.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">30 Tagen</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend"> seit der Zustellung beim Eidgenössi</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">schen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoEinzug"><span class="Standard Dispotext DispoEinzug">Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhof</span><span class="Standard Dispotext DispoEinzug">quai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoEinzug"><span class="Standard Dispotext DispoEinzug">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis</span><span class="Standard Dispotext DispoEinzug">mittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind </span><span class="Standard Dispotext DispoEinzug">beizulegen, so</span><span class="Standard Dispotext DispoEinzug">weit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).</span></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p class="Standard berschrift3"><span class="Standard berschrift3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Der EinzelrichterDer Gerichtssekretär</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>EnglerGräub</p></div> </div></body></html>