<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2014.00592</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=214707&amp;W10_KEY=4467104&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2014.00592</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 26.11.2014</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Dauer der Ehegemeinschaft und erfolgreiche Integration nach der Ehetrennung.<br/><br/>[Der türkische Beschwerdeführer verliess kurz nach Erreichen der Dreijahresfrist von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG die eheliche Wohnung. Gemäss den Aussagen seiner Ehefrau soll die eheliche Gemeinschaft jedoch bereits seit langem aufgegeben worden und ihr Ehewille erloschen sein.] <br/><br/>Nach Auflösung der Ehe oder Familiengemeinschaft mit einer hier Niedergelassenen besteht nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG ein nachehelicher Aufenthaltsanspruch, wenn die in der Schweiz gelebte Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und kumulativ eine erfolgreiche Integration besteht. Ohne entsprechende Gegenindizien indiziert das Zusammenwohnen der Ehegatten eine gelebte Ehegemeinschaft. Ein eigentlicher Nachweis der rechtsmissbräuchlichen Vortäuschung eines eheliche Zusammenwohnens zur blossen Aufenthaltssicherung muss jedoch nicht erbracht werden (E. 2).<br/><br/>Aussagen von Ehegatten sind in einer konfliktbelasteten Trennungssituation generell mit Vorsicht zu würdigen, weshalb zeitnahen Aussagen der Ehegatten gegenüber Drittpersonen und den weiteren Trennungsumständen ein wesentliches Gewicht zukommt. Die Aussagen der Ehefrau, wonach die Ehe bereits vor Ablauf der Dreijahresfrist definitiv gescheitert sei, sind im Kontext einer konfliktbeladenen Trennungssituation zu würdigen und nicht ganz schlüssig. So gibt diese selbst an, dem Beschwerdeführer und damit der ehelichen Beziehung immer wieder eine Chance gegeben, sich vor einer Trennung gefürchtet und sich gerade auch wegen Trennungsdrohung des Beschwerdeführers zu einer Abtreibung entschieden zu haben. Dies deutet darauf hin, dass sie zunächst an der Ehe festhalten wollte. Ihre Schilderungen erlittener ehelicher Gewalt erscheinen zwar nicht unglaubwürdig und werden durch eingereichte Arztzeugnisse und den Bericht einer Frauenberatungsstelle gestützt. Entsprechende Gewalterfahrungen bilden aber gerade auch ein wesentliches Motiv dafür, weshalb sie an derWegweisung des Beschwerdeführers interessiert ist. Auch die weiteren Umstände sprechen gegen eine vor langer Zeit vollzogene oder gar geplante Trennung: So hat der Beschwerdeführer die eheliche Wohnung verlassen, ohne bereits über eine neue Bleibe zu verfügen und haben die Ehegatten zuvor noch gemeinsame Ferien verbracht (3.2). Hinsichtlich dem Erfordernis der erfolgreichen Integration werden in der Praxis auch Integrationserfolge angerechnet, welche sich erst nach der Trennung der Ehegatten eingestellt haben, sofern nachträgliche Integrationsanstrengungen nicht erst unter dem Druck des laufenden Bewilligungsverfahrens unternommen worden sind. Vorliegend hat sich der Beschwerdeführer zumindest aus heutiger Sicht erfolgreich integriert, wenngleich er seine Integrationsanstrengungen erst kurz nach der Aufhebung des gemeinsamen ehelichen Haushalts intensiviert hat. Auch die frühere Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerdeführers steht einer Bewilligungserteilung nicht entgegen, geht er doch inzwischen einer existenzsichernden Erwerbstätigkeit nach, droht selbst nicht mehr fürsorgeabhängig zu werden und alimentiert im Rahmen seiner Möglichkeiten seine nach wie vor fürsorgeabhängige Ehefrau (E. 3.3-3.5). Kosten- und Entschädigungsfolgen (E. 4) Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHEGEMEINSCHAFT">EHEGEMEINSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHELICHE GEMEINSCHAFT">EHELICHE GEMEINSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHELICHES ZUSAMMENLEBEN">EHELICHES ZUSAMMENLEBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERFOLGREICHE INTEGRATION">ERFOLGREICHE INTEGRATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FÃRSORGEABHÃNGIGKEIT">FÃRSORGEABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GELEBTE BEZIEHUNG">GELEBTE BEZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GELEBTE FAMILIÃRE BEZIEHUNG">GELEBTE FAMILIÃRE BEZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLAUBWÃRDIGKEIT">GLAUBWÃRDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTEGRATION">INTEGRATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTEGRATIONSBEMÃHUNGEN">INTEGRATIONSBEMÃHUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTEGRATIONSWILLE">INTEGRATIONSWILLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMISSBRÃUCHLICH AUFRECHTERHALTENE EHE">RECHTSMISSBRÃUCHLICH AUFRECHTERHALTENE EHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT">SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 43 Abs. I AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 49 AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 50 Abs. I lit. a AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 51 AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 62 lit. e AuG</span><br/><span class="ungerade">§ 64 Abs. I VRG</span><br/><span class="gerade">Art. 76 VZAE</span><br/><span class="ungerade">Art. 77 Abs. IV VZAE</span><br/><span class="gerade">Art. 163 ZGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 276 ZGB</span><br/><span class="gerade">Art. 278 Abs. II ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=24960" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2014.00592</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">26. November 2014</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Leana Isler, Verwaltungsrichterin Tamara NÃ¼ssle, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Felix Blocher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A,<b> </b>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,<b> </b> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>Der tÃ¼rkische StaatsangehÃ¶rige A heiratete </span>im <span>Dezember 2008 in seinem Heimatland die hier niedergelassene Landsfrau C und reiste am 9. Oktober 2009 in die Schweiz ein. </span>Seine Ehefrau brachte ihre zwei Kinder D (Jahrgang 2001) und E (Jahrgang 2003) aus einer frÃ¼heren Beziehung in die Ehe ein. <span>GestÃ¼tzt auf diese Ehe wurde ihm sodann eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, welche letztmals bis zum 8. Oktober 20</span>13<span> verlÃ¤ngert wurde. Nachdem das Bezirksgericht F mit eheschutzrichterliche</span>m<span> Entscheid vom 26. MÃ¤rz 2013 von der Trennung der Ehegatten per 13. November 2012 Vormerk genommen hatte, verweigerte das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 26. November 2013 die weitere VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung und setzte A Frist bis zum 21. Februar 2014 zum Verlassen der Schweiz. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 11. September 2014 ab, wobei es ihm eine neue Ausreisefrist bis zum 15. Dezember 2014 ansetzte.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>Mit Beschwerde vom 15. Oktober 2014 liess A beantragen, es sei der vor­instanzliche Rekursentscheid aufzuheben und seine Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Eventualiter sei die Sache </span>an die Vorinstanz <span>zurÃ¼ckzuweisen. Weiter sei ihm zu gestatten, den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abzuwarten. Zudem wurde die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung verlangt. Ein ebenfalls gestelltes Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und RechtsverbeistÃ¤ndung wurde mit Eingabe vom 5. November 2014 wieder zurÃ¼ckgezogen.</span></p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 16. Oktober 2014 wurde angemerkt, dass A den Ausgang des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens in der Schweiz abwarten darf.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Sicherheitsabteilung der Rekursabteilung auf Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, -Ã¼ber- oder -unterschreitung, und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des ange</span>­<span>fochtenen Entscheids (§ 50 Abs. 1 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a und b des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b><span>Der auslÃ¤ndische Ehegatt</span>e<span> einer hier niedergelassenen AuslÃ¤nderin hat Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn diese mit ihm zusammen</span>­<span>wohnt</span>, <span>die eheliche Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und ein gegenseitiger Ehewille besteht</span>. <span>Dabei ist </span>gemÃ¤ss dem Wortlaut von Art. <span>43 Abs. 1 des Bundesgesetzes Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder vom 16. Dezember 2005 </span>(<span>AuG</span>) <span>grundsÃ¤tzlich auf die Dauer der nach aussen wahrnehmbaren Wohngemeinschaft abzustellen (BGE 137 II 345 E. 3.1.2; BGE 136 II 113 E. 3.2). Getrennte Wohnorte schliessen aber bei fortbestehender Familien- respektive Ehegemeinschaft einen entsprechenden Bewilligungsanspruch nicht aus, wenn hierfÃ¼r wichtige GrÃ¼nde geltend gemacht werden kÃ¶nnen, so wenn berufliche Verpflichtungen oder erhebliche familiÃ¤re Probleme eine vorÃ¼bergehende Trennung erfor</span>­<span>dern (Art. 49 AuG in Verbindung mit Art. 76 der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 [VZAE]). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b>N<span>ach AuflÃ¶sung der Ehe oder Familiengemeinschaft </span>besteht ein entsprechender Bewilligungsanspruch <span>weiter, wenn die in der Schweiz gelebte Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und kumulativ eine erfolgreiche Integration besteht</span> (<span>Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG</span>)<span>. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Da das Zusammenwohnen der Ehegatten eine tatsÃ¤chlich gelebte Ehegemeinschaft lediglich indiziert, ist umgekehrt nicht ausgeschlossen, dass die fÃ¼r die Berechnung der Drei</span>­<span>jahresfrist relevante, tatsÃ¤chlich gelebte eheliche Gemeinschaft bereits vor der Auf</span>­<span>hebung der Wohngemeinschaft beendet worden ist. Solches ist allerdings nicht leichtfertig anzunehmen und setzt entsprechende Indizien voraus</span>. <span>Ein darÃ¼ber hinausgehender Nach</span>­<span>weis der rechtsmissbrÃ¤uchlichen VortÃ¤uschung eines ehelichen Zusammenwohnens zur blossen Aufenthaltssicherung im Sinn von Art. 51 Abs. 1 lit. a und Art. 51 Abs. 2 lit. a AuG muss jedoch nicht erbracht werden (vgl. BGE 136 II 113 E. 3.2</span>; Thomas Hugi Yar, Von Trennungen, HÃ¤rtefÃ¤llen und Delikten, in: Alberto Achermann et al., Jahrbuch fÃ¼r Migrationsrecht 2012/2013, Bern 2013, S. 70 f.; sich auf RechtsmissbrauchsfÃ¤lle beschrÃ¤nkend hingegen BVGr, 24. Januar 2012, C-7265/2008, E. 4.4<span>).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Mit rechtskrÃ¤ftige</span>m<span> eheschutzrichterlichen Entscheid vom 26. MÃ¤rz 2013 nahm das Bezirksgericht F davon Vormerk, dass der BeschwerdefÃ¼hrer und dessen hier niedergelassene Ehefrau seit dem 13. November 2012 getrennt leben wÃ¼rden und den gemeinsamen Haushalt aufgehoben hÃ¤tten. Die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers hat seither mehrfach die Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft ausgeschlossen. Infolge der lang</span><span> </span><span>andauernden und auch rÃ¤umlich vollzogenen Trennung </span>sowie<span> mangels Fortbestehens eines gegenseitigen Ehewillens ist die Ehe damit als definitiv gescheitert zu betrachten und der Aufenthaltsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers nach Art. 43 Abs. 1 AuG zum Verbleib bei seiner hier niedergelassenen Ehefrau erloschen. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Zu prÃ¼fen bleibt, ob die in der Schweiz gelebte Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre gedauert und sich der BeschwerdefÃ¼hrer erfolgreich integriert hat, sodass er einen Aufenthaltsanspruch aus Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG ableiten kann.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers behauptet in mehreren Schreiben, bereits seit April 2011 keine eheliche Gemeinschaft mit ihrem Ehemann mehr zu fÃ¼hren und seither auch keinen Ehewillen mehr gehabt zu haben. Demnach soll ihre Ehe von Gewalt geprÃ¤gt gewesen und die gelebte Ehegemeinschaft aufgehoben worden sein, nachdem sie vom BeschwerdefÃ¼hrer zu einer Abtreibung gedrÃ¤ngt worden sei. </p> <p class="Erwgung3">Ihre Behauptungen finden eine gewisse BestÃ¤tigung in einem Schreiben einer Mitarbeiterin einer Frauenberatungsstelle vom 12. August 2013, wonach die Ehefrau ihr gegenÃ¼ber bereits anlÃ¤sslich eines BeratungsgesprÃ¤chs im Mai 2011 glaubhaft das Ende der Beziehung geschildert habe. Ebenso wird in einem Ã¤rztlichen Zeugnis vom 20. August 2013 bestÃ¤tigt, dass es zu kÃ¶rperlichen Auseinandersetzungen in der Ehe gekommen sei, der BeschwerdefÃ¼hrer die Kinder seiner Ehefrau aus erster Ehe nie richtig akzeptiert und seine Ehefrau zu einer Abtreibung gezwungen habe. Die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers sei in der Folge lÃ¤ngere Zeit in psychiatrischer Behandlung gewesen und habe sich nach langer Leidensgeschichte zur Trennung entschieden. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Im Gegensatz zu seiner Ehefrau behauptet der BeschwerdefÃ¼hrer, bis zum Auszug aus der ehelichen Wohnung am 13. November 2012 in ehelicher Gemeinschaft gelebt und von einem bereits frÃ¼her erloschenen Ehewillen seiner Ehefrau keine Kenntnis erlangt zu haben. Er rÃ¤umt jedoch ein, dass er viel mit seiner Ehefrau gestritten und diese ihn mit "ihrem Ã¼bertriebenden Sauberkeitswahn" "terrorisiert" habe.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.3 </b>Aussagen von Ehegatten sind in einer konfliktbelasteten Trennungssituation generell mit Vorsicht zu wÃ¼rdigen: Einerseits sind diese oftmals von verletzten GefÃ¼hlen bestimmt. Andererseits werden schwierige Beziehungen im RÃ¼ckblick oftmals schlechter bewertet als sie tatsÃ¤chlich gewesen sind. Weiter ist die jeweilige Interessenslage der Eheleute zu berÃ¼cksichtigen. Entsprechend kommt zeitnahen Aussagen der Ehegatten gegen­Ã¼ber Drittpersonen und den weiteren TrennungsumstÃ¤nden ein wesentliches Gewicht zu.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.4 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat ein immanentes Interesse, die AuflÃ¶sung der Ehegemeinschaft auf einen Zeitpunkt nach Erreichen der Dreijahresfrist von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG festzulegen. Seine diesbezÃ¼glichen Aussagen sind deshalb mit Vorsicht zu wÃ¼rdigen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.5 </b>GegenÃ¼ber den MigrationsbehÃ¶rden wurde die Aufgabe der gelebten Ehegemeinschaft im April 2011 von der Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers erstmals kurz vor DurchfÃ¼hrung des Eheschutzverfahrens behauptet. Ãberdies hat diese selbst ein grosses Interesse an einer Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers bekundet: GemÃ¤ss eigenen Angaben fÃ¼rchtet sie sich vor dem BeschwerdefÃ¼hrer und fÃ¼hlt sich zumindest im RÃ¼ckblick von diesem ausgenutzt. Aufgrund ihrer Interessenslage und im Kontext einer konfliktbeladenen Trennungssituation kann deshalb auch nicht vorbehaltslos auf ihre Aussagen abgestellt werden.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.6 </b>Die Aussagen der Ehefrau sind zudem nicht ganz schlÃ¼ssig, da sie einerseits behauptet, dass der BeschwerdefÃ¼hrer sie nur wegen der Aufenthaltsbewilligung geheiratet habe, ander­erseits ihr aber Mitte April 2011 auch mit einer RÃ¼ckkehr in die TÃ¼rkei gedroht haben soll, sollte sie keine Abtreibung vornehmen. Auch hat sie angegeben, dem BeschwerdefÃ¼hrer "wieder und wieder eine Chance" gegeben zu haben, wenn er versprochen habe, sich zu bessern. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.7 </b>Sowohl die BestÃ¤tigung der Frauenberatung als auch das Ã¤rztliche Zeugnis sind von grundsÃ¤tzlich vertrauenswÃ¼rdigen, jedoch von der Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers nicht vÃ¶llig unabhÃ¤ngigen Personen verfasst worden: So trat diese gegenÃ¼ber der Frauenberatung als hilfesuchende Klientin und gegenÃ¼ber dem auskunfterteilenden Arzt als Patientin auf.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.8 </b>Die von der Ehefrau eingereichten Schreiben ihres Arztes und ihrer Betreuerin bei der Frauenberatung deuten insgesamt klar auf eine konflikttrÃ¤chtige und belastete Ehebeziehung hin. Dass es aber bereits im Jahr 2011 zum definitiven emotionalen Bruch zwischen den Ehegatten gekommen und der Wille zur Fortsetzung der Ehe zumindest auf Seiten der Ehefrau erloschen ist, lÃ¤sst sich hieraus noch nicht herleiten: Der eingereichte Arztbericht und die BestÃ¤tigung der Frauenberatung legen zwar eine konflikttrÃ¤chtige Beziehung nahe, in welcher es zumindest zeitweise zu einer Distanzierung der Ehegatten gekommen ist. Da aber bei erheblichen familiÃ¤ren Problemen selbst eine vorÃ¼bergehende rÃ¤umliche Trennung die Dreijahresfrist von Art. 50 Abs. 1 AuG noch nicht zu unterbrechen vermag (vgl. Art. 49 AuG in Verbindung mit Art. 76 VZAE), reichen vorÃ¼bergehende eheliche Differenzen ohne getrennte Wohnorte hierzu erst recht nicht aus. Wie die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers selbst einrÃ¤umt, hat sie dem BeschwerdefÃ¼hrer und damit der ehelichen Beziehung immer wieder eine Chance gegeben, sich vor einer Trennung gefÃ¼rchtet und sich mitunter gerade auch wegen Trennungsdrohungen des BeschwerdefÃ¼hrers zu einer Abtreibung entschieden. Dies deutet darauf hin, dass sie zunÃ¤chst an der Ehe festhalten wollte oder zumindest â gemÃ¤ss ihren eigenen Worten â eine grosse Ambivalenz bezÃ¼glich einer Trennung hatte. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.9 </b>Ihre Schilderungen erlittener ehelicher Gewalt erscheinen zwar nicht unglaubwÃ¼rdig und werden durch das eingereichte Arztzeugnis und den Bericht der Frauenberatung gestÃ¼tzt. AllfÃ¤llige Gewalterfahrungen schliessen aber keineswegs aus, dass die eheliche Gemeinschaft bis November 2012 weitergefÃ¼hrt wurde und ein gegenseitiger Ehewille fortbestanden hat. Entsprechende Gewalterfahrungen der Ehefrau bilden vielmehr gerade ein wesentliches Motiv dafÃ¼r, weshalb diese an der Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers interessiert ist: So gab sie selbst an, dass sie bei dessen weiteren Verbleib in der Schweiz um die Sicherheit von sich und ihrer aus einer frÃ¼heren Beziehung stammenden Kinder fÃ¼rchten wÃ¼rde. Eine entsprechende GefÃ¤hrdung der Kinder wird allerdings zumindest durch ein Schreiben von deren leiblichen Vater vom 30. September 2014 in Abrede gestellt. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.10 </b>GemÃ¤ss einer BuchungsbestÃ¤tigung eines ReisebÃ¼ros hat der Beschwerde­fÃ¼hrer noch Ende Juni 2011 eine gemeinsame Pauschalreise fÃ¼r August 2011 in die TÃ¼rkei gebucht. Dies spricht ebenfalls gegen einen bereits im FrÃ¼hjahr 2011 erfolgte AuflÃ¶sung der gelebten Ehegemeinschaft und zieht zumindest die Glaubhaftigkeit kontrÃ¤rer Behauptungen der Ehefrau in Zweifel. Die BuchungsbestÃ¤tigung ist zwar auf den 9. Dezember 2013 datiert und damit offenbar fÃ¼r das vorliegende Verfahren erneut erstellt worden. Dies schrÃ¤nkt deren VertrauenswÃ¼rdigkeit aber nicht wesentlich ein, zumal die Flugdaten authentisch erscheinen und sich ansonsten keine Hinweise auf eine FÃ¤lschung oder GefÃ¤lligkeitsbestÃ¤tigung des Reiseunternehmens ergeben.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.11 </b>Auch der Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nach seinem Auszug aus der ehelichen Wohnung zunÃ¤chst in ein Hotel gezogen ist, spricht eher gegen eine bereits seit Langem vollzogene Trennung. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.12 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat ferner bis zum Auszug aus der ehelichen Wohnung noch Rechnungen seiner Frau beglichen. Aufgrund seiner fortbestehenden familiÃ¤ren UnterstÃ¼tzungspflichten ist dies jedoch kein wesentliches Indiz fÃ¼r den tatsÃ¤chlichen Fortbestand der ehelichen Gemeinschaft.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.13 </b>Mit der Vorinstanz ist damit davon auszugehen, dass diverse kleinere VorfÃ¤lle in der Beziehung Ã¼ber einen lÃ¤ngeren Zeitraum zum endgÃ¼ltigen Bruch zwischen den Ehegatten gefÃ¼hrt haben. Letzterer dÃ¼rfte aber fÃ¼r die Ehegatten ziemlich Ã¼berraschend gekommen sein, hÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer doch ansonsten kaum die eheliche Wohnung verlassen, ohne bereits Ã¼ber eine definitive Bleibe zu verfÃ¼gen. Dies spricht auch gegen eine von ihm von langer Hand geplanten und zur blossen Aufenthaltssicherung bis zum Ablauf der Dreijahresfrist aufgeschobenen Trennung, wie ihm dies von seiner Ehefrau im RÃ¼ckblick unterstellt wird. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.14 </b>Da der Fortbestand der nach aussen wahrnehmbaren ehelichen Wohngemeinschaft wesentliches Indiz fÃ¼r den Fortbestand einer relevanten Ehegemeinschaft bildet und die restlichen UmstÃ¤nde eine gelebte, wenngleich konflikttrÃ¤chtige Ehegemeinschaft nicht aus­zuschliessen vermÃ¶gen, ist zugunsten des BeschwerdefÃ¼hrers von einer definitiven Trennung im November 2012 und damit nach Ablauf der Dreijahresfrist von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG auszugehen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Da die Vorinstanz fÃ¤lschlicherweise bereits eine dreijÃ¤hrige Ehegemeinschaft verneinte, hat sie zu Unrecht offengelassen, ob sich der BeschwerdefÃ¼hrer im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG erfolgreich zu integrieren vermochte. Weil die Sache im Sinn der nachfolgenden ErwÃ¤gungen jedoch spruchreif erscheint und sich die Parteien zur Frage einer erfolgreichen Integration bereits geÃ¤ussert haben, erscheint eine RÃ¼ckweisung <span>zur weiteren Untersuchung und zum </span>Neuentscheid gemÃ¤ss <span>§ 64 Abs. 1 VRG</span> prozessÃ¶konomisch nicht geboten (vgl. Marco Donatsch, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 64 N. 7).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Erfolgreich integriert ist grundsÃ¤tzlich, wer unter BerÃ¼cksichtigung seiner konkreten Situation einen ausreichenden Beitrag zum Integrationsprozess geleistet hat. Dies setzt regelmÃ¤ssig voraus, dass die Ã¶ffentliche Ordnung beachtet, die am Wohnort gesprochene Landessprache gesprochen und einer existenzsichernden Arbeit nachgegangen wird (vgl. Art. 77 Abs. 4 VZAE und Art. 4 der Verordnung vom Ã¼ber die Integration von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern 24. Oktober 2007 [VintA]; BGr, 30. November 2011, 2C_426/2011, E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. auch Hugi Yar, S. 74 ff.).<span> </span><span>Umgekehrt ist eine</span><span> </span>erfolgreiche Integration etwa dann zu verneinen, wenn gegen die Rechtsordnung verstossen wurde, Schulden vorhanden sind, in vorwerfbarer Weise Sozialhilfe in Anspruch genommen wurde oder die erlangte finanzielle UnabhÃ¤ngigkeit erst von kurzer Dauer ist (vgl. BVGr, 2. Januar 2013, C-3850/2009, E. 7.3 mit Hinweis). </p> <p class="Urteilstext">In der Praxis werden auch Integrationserfolge angerechnet, welche sich erst nach der Trennung der Ehegatten eingestellt haben (vgl. BVGr, 23. Dezember 2011, C-6240/2008, E. 6.4: Verbesserung der Deutschkenntnisse nach der Ehetrennung). Eine erfolgreiche Integration (bzw. ein echter Integrationswille) ist jedoch infrage zu stellen, wenn erst unter dem Druck des laufenden Bewilligungsverfahrens Integrationsanstrengungen unternommen werden und beispielsweise eine die Lebenshaltungskosten deckende Anstellung angetreten wird (BVGr, 11. MÃ¤rz 2014, C-2208/2013, E. 6.4; BGr, 30. November 2010, 2C_546/2010, E. 5.2.4). Die erfolgreiche Integration und ein entsprechender Integrationswille sollten sich demnach nicht erst aufgrund des drohenden Bewilligungsverlusts einstellen. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist seit Beginn seines hiesigen Aufenthalts zumindest in Teilzeitanstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt tÃ¤tig. Dennoch mussten er und seine Familie zwischen Februar 2010 und 13. November 2012 mit insgesamt Fr. 75'754.- Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden. Der BeschwerdefÃ¼hrer selbst vermochte sich per 31. Dezember 2012 von der Sozialhilfe zu lÃ¶sen und ist gegenwÃ¤rtig infolge einer ErhÃ¶hung seiner ArbeitstÃ¤tigkeit auf 100 Prozent in der Lage, seine Existenz zu sichern und seine nach wie vor fÃ¼rsorgeabhÃ¤ngige Ehefrau mit monatlichen UnterhaltsbeitrÃ¤gen von Fr. 250.-. zu alimentieren. </p> <p class="Erwgung3">Der BeschwerdefÃ¼hrer ist grundsÃ¤tzlich verpflichtet, im Rahmen seiner MÃ¶glichkeiten fÃ¼r den gebÃ¼hrenden Unterhalt seiner Familie zu sorgen und seine Ehefrau und deren Kinder zu unterstÃ¼tzen (vgl. Art. 163 ff. und 276 ff. des Zivilgesetzbuchs [ZGB]; hinsichtlich [verheirateter] Stiefeltern vgl. Art. 278 Abs. 2 ZGB). Entsprechend muss er sich grundsÃ¤tzlich auch denjenigen Sozialhilfebezug anrechnen lassen, welcher durch von ihm zu unterstÃ¼tzende Familienmitglieder (Ehegattin, Stiefkinder) bezogen wird. </p> <p class="Erwgung3">Zumindest nach einer EinschÃ¤tzung der Sozialberatung der Stadt G vom 15. MÃ¤rz 2013 kamen jedoch sowohl der BeschwerdefÃ¼hrer als auch dessen Ehefrau ihren Schadensminderungspflichten ihren MÃ¶glichkeiten entsprechend nach, womit ihnen der aufgelaufene Sozialhilfebezug nicht vorzuwerfen wÃ¤re. GemÃ¤ss den BestÃ¤tigungen der Firmen H AG vom 12. April 2012 und der Firma I AG vom 23. Mai 2011 hat sich der BeschwerdefÃ¼hrer zudem bereits vor seinem Auszug aus der ehelichen Wohnung um eine neue Arbeitsstelle bemÃ¼ht. Dem steht allerdings die BestÃ¤tigung des Arbeitgebers des BeschwerdefÃ¼hrers vom 10. Mai 2013 entgegen, wonach ein Vollzeitpensum des BeschwerdefÃ¼hrers bereits ab MÃ¤rz 2010 mÃ¶glich gewesen wÃ¤re, aber seitens der Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers abgelehnt worden sei. </p> <p class="Erwgung3">Dem BeschwerdefÃ¼hrer ist jedoch zugutezuhalten, dass er sein Arbeitspensum noch kurz vor Einleitung des laufenden Bewilligungsverfahrens und noch nicht unter dem Eindruck einer unmittelbar drohenden Bewilligungsverweigerung erhÃ¶ht hat. Zudem scheint seine Anstellung gesichert, ist sein Arbeitgeber doch mit seinen Leistungen zufrieden und beschÃ¤ftigt ihn bereits seit Ã¼ber 4½ Jahren. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat sich damit in wirtschaftlicher Hinsicht erfolgreich integriert, wenngleich allenfalls bereits frÃ¼her entsprechende Arbeitsanstrengungen von ihm zu erwarten gewesen wÃ¤ren.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b>GemÃ¤ss Lernfeedback der Sprachschule J ZÃ¼rich vom 11. September 2011 hat der BeschwerdefÃ¼hrer lediglich das Sprachniveau A1.3 des gemeinsamen europÃ¤ischen Referenzrahmens fÃ¼r Sprachen erreicht. Die in den Akten liegenden BestÃ¤tigungen Ã¼ber besuchte Sprachkurse des Niveaus A2 und B1 belegen nicht, dass entsprechende Sprachniveaus vom BeschwerdefÃ¼hrer auch tatsÃ¤chlich erreicht wurden. Insbesondere fehlen diesbezÃ¼gliche Zertifikate Ã¼ber absolvierte und bestandene SprachprÃ¼fungen. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist aber zumindest seit Januar 2013 wieder verstÃ¤rkt darum bemÃ¼ht, seine Deutschkenntnisse zu verbessern. </p> <p class="Erwgung2">Mangelnde<span> Sprachkenntnisse </span>stehen <span>der Annahme einer erfolgreichen Integration </span>zudem <span>nicht </span>zwingend <span>entgegen, solange </span>wenigstens <span>der Wille besteht, diese zu verbessern (Laura Campisi, Die rechtliche Erfassung der Integration </span>i<span>m schweizerischen Migrationsrecht, ZÃ¼rich/Sankt Gallen 2014, S. 186)</span>. Auch wenn der BeschwerdefÃ¼hrer erst kurz nach seiner Trennung damit begonnen hat, seine Deutschkenntnisse zu verbessern, setzten seine diesbezÃ¼glichen BemÃ¼hungen bereits ein, bevor ihm die NichtverlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung angedroht worden ist. Es ist damit nicht ausgeschlossen, dass er sich auch aus eigenem Antrieb und nicht nur angesichts einer drohenden Bewilligungsverweigerung zum Besuch der Sprachkurse entschieden hat. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.4 </b>Soweit ersichtlich hat der BeschwerdefÃ¼hrer die Schweizer Rechtsordnung beachtet. Zwar finden sich in den Akten Hinweise darauf, dass er gegenÃ¼ber seiner Ehefrau Gewalt ausgeÃ¼bt haben kÃ¶nnte. Entsprechende VorwÃ¼rfe wurden aber nie zur Anzeige gebracht und haben mangels rechtskrÃ¤ftiger Verurteilung im vorliegenden Verfahren als unerwiesen zu gelten.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Damit hat sich der BeschwerdefÃ¼hrer zumindest aus heutiger Sicht erfolgreich inte­griert, wenngleich er seine Integrationsanstrengungen erst kurz nach der Aufhebung des gemeinsamen ehelichen Haushalts intensiviert hat. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.1 </b>Nacheheliche AufenthaltsansprÃ¼che nach Art. 50 AuG erlÃ¶schen nach Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG, wenn WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 62 AuG vorliegen. GemÃ¤ss Art. 62 lit. e AuG ist eine Aufenthaltsbewilligung unter anderem zu widerrufen (und somit erst recht auch nicht mehr zu verlÃ¤ngern), wenn der AuslÃ¤nder oder eine Person, fÃ¼r die er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.2 </b>Wie bereits ausgefÃ¼hrt wurde, geht der BeschwerdefÃ¼hrer inzwischen einer existenzsichernden ErwerbstÃ¤tigkeit nach und droht selbst nicht mehr fÃ¼rsorgeabhÃ¤ngig zu werden. Zwar ist er trotz Trennung gegenÃ¼ber seiner Ehefrau unterstÃ¼tzungspflichtig und ist diese immer noch fÃ¼rsorgeabhÃ¤ngig. Der BeschwerdefÃ¼hrer geht jedoch seit Januar 2013 einer VollzeitbeschÃ¤ftigung nach und alimentiert seine Ehefrau im Rahmen seiner MÃ¶glich­keiten und nach Massgabe der eheschutzrichterlich festgesetzten UnterhaltsbeitrÃ¤ge. Demnach ist das eigene FÃ¼rsorgerisiko des BeschwerdefÃ¼hrers tief zu veranlagen und ist ihm die fortbestehende FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit seiner Ehefrau und seiner Stiefkinder nicht mehr vorzuwerfen. </p> <p class="Urteilstext">Damit hat der BeschwerdefÃ¼hrer gemÃ¤ss Art. 43 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG einen Anspruch auf VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung, ohne dass einer VerlÃ¤ngerung WiderrufsgrÃ¼nde entgegenstehen. </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen. </p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten sowohl des Rekurs- als auch des Beschwerdeverfahrens de</span>m<span> Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG)</span> und ist dem BeschwerdefÃ¼hrer <span>fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren zulasten de</span>s <span>Beschwerdegegner</span>s<span> eine angemessene ParteientschÃ¤digung von</span><span> </span><span>Fr. </span>3'0<span>00.- </span>inkl. Mehrwertsteuer <span>zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschwerdegegner wird angewiesen, die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. <span>Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 3'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>