<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">5A_677/2008/don </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 16. Oktober 2008 </div> <div class="para">II. zivilrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Raselli, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Meyer, Bundesrichterin Hohl, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para">vertreten durch Herrn Y.________, </div> <div class="para">Z.________ Consulting, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Kassationsgericht des Kantons Zürich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Unentgeltliche Verbeiständung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Zwischenbeschluss des Kassationsgerichts des Kantons Zürich vom 22. August 2008. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt: </div> <div class="para">Der von Y.________, Z.________ Consulting, vertretene X.________ verlangt mit Beschwerde vom 2. Oktober 2008 gegen den Beschluss des Kassationsgerichts des Kantons Zürich vom 22. August 2008 betreffend unentgeltliche Rechtspflege im Wesentlichen dessen Aufhebung und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das kantonale wie auch für das bundesgerichtliche Verfahren. Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Erwägungen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Das Bundesgericht überprüft von Amtes wegen und mit freier Kognition die Zulässigkeit der ihm unterbreiteten Beschwerden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=06.10.2008&amp;to_date=25.10.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-439%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page439">BGE 133 III 439</a> E. 2 S. 441). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Angefochten ist ein letztinstanzlicher Entscheid (<span class="artref">Art. 75 Abs. 1 BGG</span>), mit dem die unentgeltliche Rechtspflege, insbesondere die Verbeiständung, verweigert wurde. Der Zwischenentscheid über die Verweigerung der Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes kann einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken und ist daher gemäss <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> sofort gesondert anfechtbar (Urteile 5A_10/2007, E. 2.3; 5A_262/2008, E. 1.1; zum früheren OG vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=06.10.2008&amp;to_date=25.10.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-I-129%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page129">BGE 129 I 129</a> E. 1.1 S. 131). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bei Zwischenentscheiden folgt der Rechtsweg jenem der Hauptsache (Urteile 5A_10/2007, E. 2.3; 5A_262/2008, E. 1.2; vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=06.10.2008&amp;to_date=25.10.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-645%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page645">BGE 133 III 645</a> E. 2.2 S. 648). Bei dieser geht es um ein von X.________ beim Bezirksgericht Zürich gegen A.________ angestrengtes Ehrverletzungsverfahren. Klagen wegen Persönlichkeitsverletzung sind grundsätzlich nicht vermögensrechtlich, selbst wenn damit vermögensrechtliche Ansprüche wie vorliegend die Leistung von Genugtuung verbunden sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=06.10.2008&amp;to_date=25.10.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F102-II-161%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page161">BGE 102 II 161</a> E. 1 S. 165; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=06.10.2008&amp;to_date=25.10.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-III-641%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page641">132 III 641</a> nicht publ. E. 1.1). Gegen kantonal letztinstanzliche Entscheide betreffend Persönlichkeitsverletzung kann somit streitwertunabhängig die Beschwerde in Zivilsachen ergriffen werden (<span class="artref">Art. 75 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/90" type="start"></artref>Art. 90 BGG</span><artref id="CH/173.110/75/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten steht die Beschwerde in Zivilsachen gegen den angefochtenen Beschluss des Kassationsgerichts grundsätzlich offen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">In Zivil- und Strafsachen können Parteien vor Bundesgericht nur von Anwälten vertreten werden, die nach dem Anwaltsgesetz oder nach einem Staatsvertrag zur Parteivertretung berechtigt sind (<span class="artref">Art. 40 Abs. 1 BGG</span>). Im Zivilbereich gilt das Anwaltsmonopol nicht nur für die Beschwerde in Zivilsachen, sondern auch für die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=06.10.2008&amp;to_date=25.10.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-III-520%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page520">BGE 134 III 520</a> E. 1.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Y.________ ist, wie er in der Beschwerde selbst festhält, nicht Rechtsanwalt und folglich nicht zur Vertretung von X.________ legitimiert, woran auch der Umstand nichts ändert, dass er dessen Bruder ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es stellt sich die Frage nach dem weiteren Vorgehen. Gemäss <span class="artref">Art. 42 Abs. 5 BGG</span> ist an sich eine angemessene Frist zur Behebung des Mangels anzusetzen mit der Androhung, dass die Rechtsschrift sonst unbeachtet bleibt. Es darf aber nicht übersehen werden, dass mit dem regelmässigen Auftreten von Y.________ als Vertreter von X.________ das in <span class="artref">Art. 40 Abs. 1 BGG</span> festgeschriebene Anwaltsmonopol systematisch unterlaufen wird: Im Verfahren 5A_205/2008 wurde X.________ bzw. Y.________ als sein Vertreter mit Verfügung vom 4. April 2008 gestützt auf <span class="artref">Art. 42 Abs. 5 BGG</span> unter Androhung, dass die Beschwerde sonst unbeachtet bleibe, zur Behebung des Mangels angewiesen. Unter Hinweis auf <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=06.10.2008&amp;to_date=25.10.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-III-520%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page520">BGE 134 III 520</a> wurden X.________ und Y.________ sodann mit Verfügungen vom 21. April 2008 auch in den Verfahren 5D_34/2008 und 5D_35/2008 wiederum unter Androhung, dass die Rechtsschriften sonst unbeachtet blieben, zur Behebung des Mangels aufgefordert. Bereits am 30. April 2008 liess sich X.________ bei der Beschwerdeeingabe im Verfahren 5D_62/2008 wiederum durch Y.________ vertreten; hier war allerdings gar nicht erst Gelegenheit zur Verbesserung zu geben, weil auf die Beschwerde bereits wegen abgelaufener Beschwerdefrist nicht einzutreten war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der notorischen Missachtung der einschlägigen verfahrensrechtlichen Vorschriften, auf welche Y.________ und X.________ wiederholt und unter Androhung der Konsequenzen bei Nichtbehebung des Mangels hingewiesen wurden, kann nicht anders begegnet werden, als dass die im vorliegenden Verfahren eingereichte Beschwerde als unbeachtlich erklärt wird. Die Vorschrift von <span class="artref">Art. 42 Abs. 5 BGG</span>, wonach eine Nachfrist zur Behebung des Mangels anzusetzen ist, will den nachlässigen, aber gutgläubigen Beschwerdeführer oder Vertreter schützen, ist aber kein Instrument zur Heilung einer systematisch und planmässig verfolgten Gesetzesmissachtung. Zwar ist weder dem Beschwerdeführer noch dessen Vertreter bei früherer Gelegenheit förmlich angedroht worden, dass beim nächsten Mal eine vom unzulässigen Vertreter eingereichte Beschwerde von vornherein unbeachtlich bleibe; entscheidend ist indessen, dass sich bei Einreichen der Beschwerde sowohl der Vertreter wie der Vertretene aufgrund der früheren Verfahren im Klaren waren, dass ihr Vorgehen gesetzeswidrig ist. Insoweit waren sie genügend vorgewarnt und ist ihr Verhalten treuwidrig. Vor dem Hintergrund, dass die Grundsätze von Treu und Glauben bzw. des Rechtsmissbrauchsverbots auch im Verfahrensrecht zum Tragen kommen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=06.10.2008&amp;to_date=25.10.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-121%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page121">BGE 124 I 121</a> E. 2 S. 123 betr. Geltendmachung von Ablehnungsgründen), durften sie sich nicht darauf verlassen, dass ihr rechtswidriges Verhalten durch Gewährung der Gelegenheit zur nachträglichen Behebung des Mangels gewissermassen akzeptiert würde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Insgesamt ergibt sich, dass ein Fall von rechtsmissbräuchlicher Prozessführung im Sinn von <span class="artref">Art. 42 Abs. 7 BGG</span> vorliegt und deshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Weil der Beschwerde von Anfang an kein Erfolg beschieden sein konnte, mangelt es an den materiellen Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). Das entsprechende Gesuch ist folglich abzuweisen; ohnehin könnte der Vertreter als Nichtanwalt kein Anwaltshonorar geltend machen. Von der Erhebung einer Gerichtsgebühr wird abgesehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Auf die Beschwerde in Zivilsachen wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Es werden keine Kosten gesprochen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Kassationsgericht des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 16. Oktober 2008 </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Raselli Möckli </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>