<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00036</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204096&amp;W10_KEY=4467142&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00036</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.03.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bei der Umnutzung von Lager- in Verkaufsflächen, die der UVP-Pflicht unterstanden hätte, wurde keine UVP durchgeführt. Das Projekt wurde diesbezüglich ungenügend publiziert. Nachträgliche Durchführung der UVP?<br/>UVP-Pflichtigkeit des Projekts (E. 2).<br/>Solange die Baubewilligung vom Beschwerdeführer angefochten werden konnte, erwuchs sie nicht in Rechtskraft. Die Baubewilligung hätte daher aufgehoben werden müssen. Erst für den Fall, dass die Bewilligung nicht hätte erteilt werden können, wäre mit Blick auf die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zu prüfen gewesen, wieweit der Bauherrschaft der Abbruch oder die Änderung der bereits erstellten Baute noch zugemutet werden kann (E. 3.2.1). Der nachträglichen Durchführung der UVP kommt nicht einfach Selbstzweckcharakter zu (E. 3.2.2). Es wird zu Recht nicht vorgebracht, dass sich der Beschwerdegegner den Bauentscheid zu spät hat zustellen lassen und damit die Rechtssicherheit gegen eine Aufhebung der Bewilligung spricht (E. 3.2.3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFHEBUNG">AUFHEBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUBEWILLIGUNG">BAUBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINKAUFSZENTRUM">EINKAUFSZENTRUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONSUMIERTE BAUBEWILLIGUNG">KONSUMIERTE BAUBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PUBLIKATION">PUBLIKATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSSICHERHEIT">RECHTSSICHERHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: UMWELTVERTRÃGLICHKEITSPRÃFUNG (UVP)">UMWELTVERTRÃGLICHKEITSPRÃFUNG (UVP)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMWELTVERTRÃGLICHKEITSPRÃFUNG (UVP)">UMWELTVERTRÃGLICHKEITSPRÃFUNG (UVP)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMWELTVERTRÃGLICHKEITSPRÃFUNG (UVP)">UMWELTVERTRÃGLICHKEITSPRÃFUNG (UVP)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UVP-PFLICHT">UVP-PFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERBANDSBESCHWERDERECHT">VERBANDSBESCHWERDERECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKAUFSFLÃCHE">VERKAUFSFLÃCHE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 9 Abs. I USG</span><br/><span class="gerade">Art. 55 Abs. I USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 55 Abs. IV USG</span><br/><span class="gerade">Art. Anhang Ziff. 80.5 UVPV</span><br/><span class="ungerade">Art. 1 UVPV</span><br/><span class="gerade">Art. 2 Abs. II lit. a UVPV</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 Abs. I UVPV</span><br/><span class="gerade">§ 48 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 48 Abs. III VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2004 Nr. 33 S. 36</span><br/><span class="ungerade">RB 2004 Nr. 81</span><br/><span class="gerade">URP 2004 Nr. 24 S. 322</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>Mit Beschluss vom 21. Juli 1998 bewilligte der Bauausschuss der politischen Gemein­de X der A AG, X, den Umbau und die Nutzungs­Ã¤nderung be­ste­hender Lagerhallen in VerkaufsrÃ¤umlichkeiten sowie das Verlegen von Fahrzeug­abstell­plÃ¤t­zen. Die Publikation des Baugesuchs erfolgte im Amtsblatt Nr. 24 vom 12. Juni 1998. Es handelte sich um die erste Ausbauetappe des so genannten "Center E" (Einkaufs­zen­trum) der A AG.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Die Gemeinde X publizierte im Amtsblatt vom 13. August 1999, unter Hinweis darauf, dass PlÃ¤ne und UmweltvertrÃ¤glichkeitsbericht (UVB) im Gemeindehaus X auflÃ¤gen, das Bau­gesuch der A AG fÃ¼r den Neubau eines Verkaufs- und BÃ¼rogebÃ¤udes sowie den Um- und Ausbau des GebÃ¤udes. Dieses Baugesuch betrifft die zweite Ausbauetappe des " Center E". Mit Schreiben vom 25. August 1999 ersuchte der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) um Zustellung des diesbezÃ¼glichen baurechtlichen Entscheids sowie aufgrund sei­ner in diesem Zusammenhang gewonnenen Erkenntnisse bezÃ¼glich der ersten Ausbau­etap­pe mit Schreiben vom 10. September 1999 um formelle ErÃ¶ffnung der Baubewilligung vom 21. Juli 1998. Dies erfolgte mit Schreiben der Gemeinde X vom 26. Oktober 1999.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A.</span></b><span> </span><span>Gegen den baurechtlichen Entscheid vom 21. Juli 1998 erhob der VCS mit Eingabe vom 26. November 1999 Rekurs an den Regierungsrat und beantragte im Wesentlichen die Aufhebung der Baubewilligung, die DurchfÃ¼hrung einer UmweltvertrÃ¤glichkeitsprÃ¼fung (UVP) und die anschliessende Neubeurteilung durch die Beschwerdegegnerin.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B.</span></b><span> </span><span>Die Gemeinde X bewilligte der A AG mit ProtokollauszÃ¼gen vom 22. Au­gust 2000 und 3. Oktober 2000, nach DurchfÃ¼hrung der notwendigen UVP, die zweite Aus­bau­etappe des "Center E". Gegen diese Baubewilligung erhoben sowohl der VCS am 14. No­vem­ber 2000 als auch die A AG am 10. November 2000 Rekurs beim Regierungsrat. Die beiden Rekurse wurden vereinigt und auf Antrag der A AG sistiert. Der prozessuale Antrag des VCS, es sei das neu angehobene Verfahren mit jenem vom 26. November 1999 zu vereinigen, blieb unberÃ¼cksichtigt.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>C.</span></b><span> </span><span>Mit Eingabe vom 3. April 2002 beantragte der VCS die unverzÃ¼gliche Fortsetzung der vereinigten und sistierten Verfahren, oder, falls an der Sistierung festgehalten werde, die ma­te­ri­elle Entscheidung Ã¼ber den Rekurs gegen die erste Ausbauetappe d.h. die Baube­willigung vom 21. Juli 1998. Weil die A AG in ihrer Eingabe vom 22. April 2002 einerseits an der Sistierung des Verfahrens bezÃ¼glich der zweiten Ausbauetappe festhalten wollte und sich anderseits nicht gegen die getrennte Behandlung des Verfahrens bezÃ¼glich der ersten Ausbauetappe wandte, nahm der Regierungsrat Letzteres an die Hand.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>D.</span></b><span> </span><span>Mit Entscheid vom 4. Dezember 2002 hiess der Regierungsrat den Rekurs gut und hob die Baubewilligung vom 21. Juli 1998 in dem Umfang auf, als sie fÃ¼r das bewilligte Bau­vorhaben auf die UVP verzichtete. Er lud die Gemeinde X ein, fÃ¼r das bewilligte Baupro­jekt die UVP durchfÃ¼hren zu lassen und gestÃ¼tzt auf deren Ergebnis den Beschluss vom 21. Juli 1998 zu Ã¼berprÃ¼fen. Die Verfahrenskosten wurden zu einem Viertel der Gemein­de X und zu drei Vierteln der A AG auferlegt.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 31. Januar 2003 liess die A AG Beschwerde gegen diesen Entscheid fÃ¼hren und die folgenden AntrÃ¤ge stellen:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei davon abzusehen, fÃ¼r das mit dem Beschluss der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rden vom 21. Juli 1998 bewilligte Vorhaben an der L-Strasse in X nachtrÃ¤glich eine UmweltvertrÃ¤glichkeitsprÃ¼fung zu verlangen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> Unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Gegenpartei."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Staatskanzlei schloss in ihrer Vernehmlassung vom 4. MÃ¤rz 2003 im Auftrag des Re­gie­rungsrats auf Abweisung der Beschwerde. Am 6. MÃ¤rz 2003 beantragte der VCS die Ab­weisung der Beschwerde, wÃ¤hrend die Gemeinde X als Mitbeteiligte innert erstreckter Frist am 4. April 2003 die Gutheissung der Beschwerde beantragte.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist gegen Rekursentscheide des Regierungsrats auf dem Gebiet des Umweltschutzes grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig (§§ 41â43 des Verwaltungs­rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Der angefochtene Beschluss weist die Be­son­derheit auf, dass er das Verfahren nicht abschliesst, sondern die Sache zur weiteren Be­handlung an die Vorinstanz zurÃ¼ckweist. Es handelt sich somit um einen RÃ¼ckwei­sungs­entscheid.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Anfechtbarkeit von RÃ¼ckweisungsentscheiden wird im Gesetz nicht ausdrÃ¼cklich geregelt. Ihre Zuordnung zu den Vor- oder Zwischenentscheiden (§ 48 Abs. 2 und 3 VRG) erscheint nicht vÃ¶llig geklÃ¤rt. Die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts stellt die RÃ¼ck­weisungsentscheide aus verfahrensÃ¶konomischen GrÃ¼nden jedoch hÃ¤ufig Endentscheiden gleich und lÃ¤sst ihre Anfechtung nicht nur unter den fÃ¼r Vor- oder Zwischenentscheide gel­tenden Voraussetzungen zu (RB 2002 Nr. 20, 1998 Nr. 31, 1982 Nr. 33; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Boss­hart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 48 N. 16).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Da die BeschwerdefÃ¼hrerin durch den Entscheid der Vorinstanz beschwert ist und die von ihr beantragte Aufhebung des Entscheids das Verfahren abschliessen kÃ¶nnte, rechtfertigt es sich allein schon aus den genannten verfahrensÃ¶konomischen GrÃ¼nden, auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Einkaufszentren mit einer VerkaufsflÃ¤che von mehr als 5000 m<sup>2</sup> sind Anlagen, bei deren Planung, Errichtung oder Ãnderung die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde vor ihrem (Bewilli­gungs-) Entscheid die UmweltvertrÃ¤glichkeit zu prÃ¼fen hat (Ziff. 80.5 des Anhangs zur Verordnung vom 19. Oktober 1988 Ã¼ber die UmweltvertrÃ¤glichkeitsprÃ¼fung [UVPV] in Verbindung mit Art. 1 UVPV und Art. 9 des Bundesgesetzes vom 7. Oktober 1983 Ã¼ber den Umweltschutz [USG]). Selbst wenn die fragliche Erweiterung des " Center E" fÃ¼r sich allein genommen den Schwellenwert von 5000 m<sup>2</sup> nicht Ã¼berschritten hÃ¤tte, weist die Gesamtanlage, d.h. der dadurch erreichte "Betriebszustand 1", ohne weiteres ein Aus­mass auf, welches das Einkaufszentrum zu einer unter Ziffer 80.5 des Anhangs zur UVPV fallenden Anlage werden lÃ¤sst. Die UVP wÃ¤re diesfalls auf Grund der dadurch bewirk­ten Ãnderung der bereits bestehenden Anlage erforderlich geworden, zumal eine Ãnderung auch dann vorliegt, wenn sie nicht auf bauliche, sondern ausschliesslich auf betriebliche Massnahmen (z.B. durch Umnutzung von Lager- in VerkaufsflÃ¤chen) zu­rÃ¼ck­zu­fÃ¼h­ren ist (Art. 2 Abs. 2 lit. a UPV; Heribert Rausch/Peter M. Keller in: Kommentar zum Umwelt­schutz­gesetz, 2001, Art. 9 N. 43 f.).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Die Baukommission der Gemeinde X verzichtete in ihrer Baubewilligung vom 21. Juli 1998 vorlÃ¤ufig auf eine UVP, weil das bestehende GebÃ¤ude bereits Ã¼ber 478 bewilligte FahrzeugabstellplÃ¤tze verfÃ¼ge und keine zusÃ¤tzlichen ParkplÃ¤tze erforderlich seien. Die Publikation des Projekts im Amtsblatt Nr. 24 vom 12. Juni 1998 umschrieb das Projekt le­diglich als "Umbau und NutzungsÃ¤nderung der bestehenden Lagerhallen in Verkaufs­rÃ¤umlichkeiten sowie Verlegen von FahrzeugabstellplÃ¤tzen â¦". Ein Hinweis auf den Umfang der geplanten VerkaufsflÃ¤chenerweiterung sowie auf den Verzicht auf eine UVP findet sich nicht, womit den Anforderungen an die Publikation insofern nicht genÃ¼gt wurde, als es VerbÃ¤nden wie dem Beschwerdegegner faktisch verunmÃ¶glicht wurde, ihre Beschwerdelegitimation zu erkennen (Peter M. Keller, Das Beschwerderecht der Umweltorganisationen, AJP 1995, S. 1125 ff., 1131; Theodor H. Loretan, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2002, Art. 55 N. 44).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Baukommission der Gemeinde X stellte dem Beschwerdegegner die Baubewilligung vom 21. Juli 1998 am 26. Oktober 1999 zu, wodurch diesem nachtrÃ¤glich der Rekursweg erÃ¶ffnet wurde (vgl. § 315 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. Septem­ber 1975). Der Beschwerdegegner beantragte im Rekursverfahren die Aufhebung der Baubewilligung und die nachtrÃ¤gliche DurchfÃ¼hrung der UVP. Beiden AntrÃ¤gen folgte der Regierungsrat, indem er die Baubewilligung vom 21. Juli 1998 in dem Umfang aufhob, als sie fÃ¼r das bewilligte Bauvorhaben auf die UVP verzichtete, und die Gemeinde X einlud, fÃ¼r das bewilligte Bauprojekt die UVP durchfÃ¼hren zu lassen und gestÃ¼tzt auf deren Ergebnis den Beschluss vom 21. Juli 1998 zu Ã¼berprÃ¼fen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin verlangt die Aufhebung dieses Entscheids, da die Beschwer­degegnerin zwar zu Recht darauf hingewiesen habe, dass eine UVP hÃ¤tte durchgefÃ¼hrt wer­den mÃ¼ssen, jedoch nicht geltend machte, inwiefern der mit der Baubewilligung vom 21. Juli 1998 genehmigte "Betriebszustand 1" umweltrechtliche Vorschriften verletze. Die Auf­hebung einer konsumierten Baubewilligung wiederum dÃ¼rfe nach unumstrittener Praxis und Lehre erst dann erfolgen, wenn gewichtige Ã¶ffentliche Interessen dafÃ¼r geltend ge­macht werden kÃ¶nnten. Ein formeller Mangel wie die Unterlassung einer UVP reiche dafÃ¼r nicht aus.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet damit die Frage, ob die teilweise Auf­hebung der Baubewilligung zu Recht erfolgte und die RÃ¼ckweisung zur DurchfÃ¼hrung einer UVP zulÃ¤ssig war.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span> Die Grundidee der UVP besteht darin, dass die voraussehbaren Auswirkungen eines umweltbelastenden Vorhabens im Voraus abgeklÃ¤rt und beurteilt werden sollen, damit die mit der Sache befasste BehÃ¶rde entsprechend aufgeklÃ¤rt entscheiden kann. Die UVP will gewÃ¤hrleisten, dass Projekte, welche die Umwelt erheblich belasten kÃ¶nnen, nur zur AusfÃ¼hrung gelangen, wenn eine eingehende PrÃ¼fung ergeben hat, dass sie auf die Erfordernisse des Umweltschutzrechts abgestimmt sind. Die Pflicht, bei solchen Projekten eine UVP durchzufÃ¼hren, steht in engem Bezug zu wichtigen Grundprinzipien des schweizerischen Umweltrechts, nÃ¤mlich zum Vorsorgeprinzip (Art. 1 Abs. 2 USG) und zum Grundsatz der ganzheitlichen Betrachtungsweise (Art. 8 USG; zum ganzen Rausch/Keller in: Kommentar USG, Art. 9 N. 1 f., mit zahlreichen Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Damit die UVP ihre optimale Wirksamkeit entfalten kann und ihre Ergebnisse die Ausgestaltung des Projekts noch zu beeinflussen vermÃ¶gen, muss sie so frÃ¼h wie nur mÃ¶glich vorgenommen werden. Als Ausfluss des Vorsorgeprinzips soll die UVP dazu die­nen, die Gesichtspunkte des Umweltschutzes zu einem Zeitpunkt zu berÃ¼cksichtigen, der es noch gestattet, AlternativlÃ¶sungen auszuarbeiten oder ohne erhebliche finanzielle Ein­bussen auf die DurchfÃ¼hrung des Vorhabens zu verzichten (Rausch/Keller in: Kommentar USG, Art. 9 N. 56, mit Hinweis).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Im vorliegenden Fall wurde zu Unrecht auf eine UVP verzichtet, was auch die Be­schwerdefÃ¼hrerin anerkennt. Sie fÃ¼hrt jedoch gleichzeitig an, dass ihr daraus kein Nachteil erwachsen dÃ¼rfe, da sie im Vertrauen auf die Korrektheit der Baubewilligung, welche expli­zit auf eine UVP verzichtete, das Projekt ausgefÃ¼hrt habe. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.2.1 </span></b><span>Auch der Regierungsrat geht in seinem Entscheid davon aus, dass die Baube­willigung grundsÃ¤tzlich rechtskrÃ¤ftig geworden sei. Dementsprechend hob er die Bewil­ligung nur insofern auf, als darin auf eine UVP verzichtet wurde; gestÃ¼tzt auf das Ergebnis der nachtrÃ¤glich durchzufÃ¼hrenden UVP habe die BaubehÃ¶rde danach lediglich noch zu prÃ¼­fen, ob ErgÃ¤nzungen (Auflagen oder andere Massnahmen) zur Baubewilligung nÃ¶tig seien (Dispositiv Ziff. I. und II in Verbindung mit ErwÃ¤gung 7).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Diese Rechtsauffassung ist unzutreffend. Solange die Baubewilligung vom Beschwer­de­geg­ner angefochten werden konnte, erwuchs sie nicht in Rechtskraft. Die Baubewilligung hÃ¤tte daher aufgehoben werden mÃ¼ssen, so dass die BaubehÃ¶rde nach DurchfÃ¼hrung der UVP Ã¼ber deren Erteilung hÃ¤tte entscheiden kÃ¶nnen. Erst fÃ¼r den Fall, dass die Bewil­li­gung nicht hÃ¤tte erteilt werden kÃ¶nnen, wÃ¤re mit Blick auf die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustandes zu prÃ¼fen gewesen, wieweit der Bauherrschaft der Abbruch oder die Ãnderung der bereits erstellten Baute noch zugemutet werden kann (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼­rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 30 N. 52 ff.; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, 3. A., Band I, ZÃ¼rich 1999, N. 859 ff.; Peter HÃ¤nni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. A., Bern 2002, S. 326 ff.; Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, S. 24-9 ff.). Nachdem der Be­schwerdegegner den Entscheid des Regierungsrats jedoch nicht angefochten hat, ist dieser insoweit in Rechtskraft erwachsen. Die Baubewilligung kann daher mit Bezug auf den Bestand der Anlage nicht mehr in Frage gestellt werden, sondern es kommen nur noch Auf­lagen bzw. zusÃ¤tzliche Massnahmen in Betracht.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.2.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin lÃ¤sst geltend machen, der DurchfÃ¼hrung einer nach­trÃ¤glichen UVP kÃ¤me hÃ¶chstens verfahrensrechtlicher Selbstzweckcharakter zu, da die Auswirkungen der ersten Ausbauetappe, die hier beurteilt werden mÃ¼ssten, im UVB zur zweiten und dritten Ausbauetappe vom 13. August 1999 behandelt worden seien. Es ergebe sich aus diesem Bericht, dass die erste Etappe nur marginale Auswirkungen zu Folge habe.</span></p> <p class="Erwgung3"><span>Selbst wenn einzelne Auswirkungen der ersten Ausbauetappe im genannten UVB mitbe­rÃ¼cksichtigt wurden, stand diese nicht im Zentrum der Untersuchung. Es widersprÃ¤che dem Zweck der UVP, wenn an die Stelle prÃ¤ziser, projektbezogener Gesamtanalysen Neben­aspekte eines anderen UVBs treten kÃ¶nnten. Dass bereits gewisse Daten erhoben worden sind, vermag die BeschwerdefÃ¼hrerin allenfalls im eigens zu erstellenden UVB zu ver­werten. Das Interesse der BeschwerdefÃ¼hrerin, keine nachtrÃ¤gliche UVP durchfÃ¼hren zu mÃ¼ssen, wiegt auch deshalb nicht schwer, weil sie diese Pflicht und die damit verbundenen Kostenfolgen bei einer korrekten DurchfÃ¼hrung des Bewilligungsverfahrens ohnehin getroffen hÃ¤tten.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.2.3 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin bringt im Ãbrigen zu Recht nicht vor, dass sich der Beschwerdegegner den Bauentscheid zu spÃ¤t habe zustellen lassen und dieser allein schon aus GrÃ¼nden der Rechtssicherheit nicht mehr hÃ¤tte (teilweise) aufgehoben werden dÃ¼rfen (vgl. etwa BGE 102 Ib 91 E. 3). Bei einer Zeitspanne von etwas Ã¼ber 13 Monaten zwischen der Erteilung der Bewilligung und dem nachtrÃ¤glichen Zustellungsbegehren wÃ¼rde sich ein solcher Schluss auch verbieten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Insgesamt erscheint die nachtrÃ¤gliche Anordnung der UVP rechtlich geboten, was zur Abweisung der Beschwerde fÃ¼hrt.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die BeschwerdefÃ¼hrerin kostenpflichtig (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihr von vornherein nicht zu. Hingegen hat sie der Beschwerdegegnerin eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu leisten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 6'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 6'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Ta­gen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwal­tungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>6. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>