<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2000 113 S.477</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Umlegungsrecht</span> <span class="page_no">477</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Umlegungsrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>113 Baulandumlegung; Kostenverteilung (§ 79 Abs. 1 BauG).</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Grundsätze.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus einem Entscheid der Schätzungskommission nach Baugesetz vom</span><br/> <span class="ft4">11. April 2000 in Sachen O. V. gegen Baulandumlegung A. N., Gemeinde L.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">Als Altbestand hatte der Beschwerdeführer eine bisher uner-</span><br/> <span class="ft6">schlossene Streifenparzelle eingebracht. Die neu erschliessbare Neu-</span><br/> <span class="ft6">zuteilungsparzelle war für die Überbauung weit besser geformt. Im</span><br/> <span class="ft6">Westteil wies sie eine kleine Zwickelfläche auf, für welche der Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführer Befreiung von den Umlegungskosten verlangte.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">...3.1. Die gesetzliche Grundlage für die Belastung der</span><br/> <span class="ft6">Grundeigentümer mit Kosten aus dem Baulandumlegungsverfahren</span><br/> <span class="ft6">findet sich in § 79 Abs. 1 BauG. Danach hat die Kostenbelastung</span><br/> <span class="ft6">nach Massgabe der den beteiligten Grundeigentümern aus dem Um-</span><br/> <span class="ft6">legungsunternehmen erwachsenden, allfällige Nachteile übersteigen-</span><br/> <span class="ft6">den, wirtschaftlichen Vorteilen zu erfolgen (sog. Vorteilsprinzip). Der</span><br/> <span class="ft6">Vorteil muss realisierbar sein, nicht jedoch effektiv genutzt werden</span><br/> <span class="ft6">(Vallender, Grundzüge des Kausalabgaberechts, Bern 1976, S. 94 f.).</span><br/> <span class="ft6">3.2. Die Landumlegung soll die Nutzungsplanung sowie deren</span><br/> <span class="ft6">Vollzug ermöglichen oder erleichtern (§ 72 Abs. 1 lit. a BauG).</span><br/> <span class="ft6">Damit in Beziehung stehen auch die weiteren Ziele der Formung</span><br/> <span class="ft6">besser nutzbarer Grundstücke sowie der Erschliessungsmöglichkeit</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Schätzungskommission nach Baugesetz</span> <span class="page_no">478</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">(§ 72 Abs. 1 lit. b und c BauG). Der Zweck der Landumlegung ist</span><br/> <span class="ft6">nicht nur ein raumplanerischer, sondern liegt auch im Interesse der</span><br/> <span class="ft6">beteiligten Grundeigentümer, welche daraus regelmässig erhebliche</span><br/> <span class="ft6">Vorteile ziehen (Leo Schürmann/Peter Hänni, Planungs-, Bau- und</span><br/> <span class="ft6">besonderes Umweltschutzrecht, 3. Auflage, Bern 1995, S. 204). Es</span><br/> <span class="ft6">kann kein Zweifel daran bestehen, dass die vorliegende Landumle-</span><br/> <span class="ft6">gung die Erschliessung und damit die Baureife (§ 32 BauG) des</span><br/> <span class="ft6">Grundeigentums des Beschwerdeführers überhaupt erst ermöglicht</span><br/> <span class="ft6">hat. Der Beschwerdeführer rügt denn auch einzig die seiner Ansicht</span><br/> <span class="ft6">nach nicht vorteilhaftere Form seiner Neuzuteilungsparzelle (...).</span><br/> <span class="ft6">Soweit er ausführt, mit dem strittigen Zwickel könne "baulich nichts</span><br/> <span class="ft6">angefangen werden", ist darin auch die Rüge zu erblicken, die ent-</span><br/> <span class="ft6">sprechende Fläche hätte vorneweg nicht mit Kosten der Landumle-</span><br/> <span class="ft6">gung belastet werden dürfen.</span><br/> <span class="ft6">3.3. Eine Neuverteilung kann sowohl nach Landfläche, d.h. im</span><br/> <span class="ft6">Verhältnis der eingebrachten Flächen, als auch nach Landwerten</span><br/> <span class="ft6">vorgenommen werden, wobei bei der vorliegenden Umlegung die</span><br/> <span class="ft6">erste Methode der Flächenumlegung gewählt wurde. Das Vorteils-</span><br/> <span class="ft6">prinzip wird in diesen Fällen allgemein so verstanden, dass die Ko-</span><br/> <span class="ft6">sten in der Regel nach der zugeteilten Grundstücksfläche zu verteilen</span><br/> <span class="ft6">sind (Flächenbeitragsprinzip), was auch sachgerecht erscheint, da</span><br/> <span class="ft6">dem Umstand Rechnung getragen wird, dass mit zunehmender</span><br/> <span class="ft6">Grundstücksfläche auch der Vorteil aus der Umlegung grösser wird</span><br/> <span class="ft6">(vgl. dazu SKE 1990/60 und 72 vom 20. März 1991 in Sachen EG K.</span><br/> <span class="ft6">vs. EWG H., Erw. 2. b mit Hinweis auf die Richtlinien des ORL</span><br/> <span class="ft6">[Institut für Orts-, Regional- und Landesplanung der ETH Zürich],</span><br/> <span class="ft6">Blatt 513321 1972). Es ist unter dem Gesichtspunkt des Flächenbei-</span><br/> <span class="ft6">tragsprinzips nicht zu beanstanden, die ganze Neuzuteilungsfläche</span><br/> <span class="ft6">des Beschwerdeführers mit Beiträgen zu belasten, da entgegen des-</span><br/> <span class="ft6">sen Auffassung auch die Streitfläche - zumindest durch ihren Einbe-</span><br/> <span class="ft6">zug als anrechenbare Grundstücksfläche in die Ausnützungsziffer -</span><br/> <span class="ft6">als Bauland genutzt werden kann. (...)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Umlegungsrecht</span> <span class="page_no">479</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">3.4.1. - 3.4.2. (Bejahung des strittigen Vorteils, welcher in der</span><br/> <span class="ft6">gegenüber dem Altbestand für die Überbauung besseren Form der</span><br/> <span class="ft6">Neuzuteilung liegt).</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>