<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, zur dauerhaften Finanzierung eines bedarfsgerechten Angebotes an familien- und schulergänzenden Betreuungsplätzen ein Modell mit folgenden Eckpfeilern auszuarbeiten:</p><p>1. Jedes Kind bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit, dessen Eltern aufgrund von Erwerbsarbeit, ausgewiesener Freiwilligenarbeit oder Ausbildung die Betreuung der Kinder nicht selber sicherstellen können, hat Anrecht auf einen Betreuungsgutschein. Dieser Gutschein deckt mindestens zwei Drittel der Vollkosten eines vom Kanton anerkannten Betreuungsplatzes.</p><p>2. Die Finanzierung dieser Betreuungsgutschriften soll folgendermassen sichergestellt werden: Für jeden Franken, den der Kanton für Betreuungsgutschriften aufwendet, zahlt der Bund 25 Rappen aus der Bundeskasse hinzu. Der Bund stellt zudem sicher, dass Arbeitgeber mit mehr als 250 Angestellten über ein gemeinsames Gefäss (Fonds oder Verein) aufgrund von Vereinbarungen weitere 25 Rappen beisteuern.</p><p>Im Weiteren soll aufgezeigt werden, wie das Modell auf Gesetzesstufe umgesetzt werden könnte. Dabei ist auch zu prüfen, wie eine allfällige Übergangsbestimmung zur geplanten Verfassungsrevision (Vorstösse 05.429, 05.430, 05.431, 05.432, 05.440) zu formulieren wäre.</p><p>Die Arbeiten müssen so voranschreiten, damit eine lückenlose Ablösung des heutigen Gesetzes über die Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung durch ein neues Finanzierungsmodell möglich ist.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In seiner Antwort auf die beiden gleichlautenden Interpellationen Gutzwiller 06.3139 und Forster 06.3172 hat sich der Bundesrat bereits zur Thematik der Subventionierung von Kinderbetreuungsplätzen mittels Gutscheinen an die Eltern geäussert. Er hält an seiner grundsätzlich positiven Einschätzung eines Gutscheinsystems fest und ist überzeugt, dass mit einer den Wettbewerb stärkenden Reform eine neue Dynamik in das System der familienexternen Kinderbetreuung gebracht werden könnte.</p><p>Das Eidgenössische Departement des Innern hat bereits 2005 eine Studie veröffentlicht, welche grundlegende Überlegungen zu Gutscheinsystemen enthält und ausländische Erfahrungen würdigt. Aus dieser Studie geht u. a. hervor, dass die Ausgestaltung eines derartigen Systems komplex ist und dass es deshalb angezeigt erscheint, im Rahmen eines Pilotprojekts konkrete Erfahrungen zu sammeln.</p><p>Wie beim Impulsprogramm zur Förderung der familienergänzenden Kinderbetreuung ist der Bundesrat gewillt, im Rahmen seiner Möglichkeiten eine unterstützende Rolle auch bei der Durchführung von Pilotprojekten für Betreuungsgutscheine wahrzunehmen. Bedingung hierfür ist allerdings, dass die Federführung für Pilotprojekte entsprechend der geltenden Zuständigkeitsordnung von Kantonen oder Gemeinden übernommen wird.</p><p>Bevor ein Modell entsprechend dem Postulat ausgearbeitet werden kann, gilt es zunächst eines oder mehrere Pilotprojekte zu lancieren und diese einer Evaluation zu unterziehen. Erst gestützt hierauf kann beurteilt werden, ob ein Modell mit Betreuungsgutscheinen zielführend ist und realisiert werden kann.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.