<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00144</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205327&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00144</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.09.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Unterniveaugarage Akzessorische Überprüfung des Waldgrenzenplans: Die Waldgrenze wie auch der im selben Waldgrenzenplan festgelegte Waldabstand regeln individuell bestimmte Sachverhalte, die sich einer akzessorischen Überprüfung grundsätzlich entziehen. Es kann offen gelassen werden, ob es sich beim Waldgrenzenplan überhaupt um einen Nutzungsplan handelt; jedenfalls sind die Regeln betreffend die akzessorische Anfechtung von Nutzungsplänen analog anwendbar. Vorliegend werden keine Ausnahmegründe geltend gemacht, die eine vorfrageweise Überprüfung des Waldgrenzenplans gemäss diesen Regeln rechtfertigen würden (E. 4.3). Verletzung von § 238 Abs. 2 PBG: Entgegen der beschwerdeführerischen Ansicht beschlägt die Ästhetikklausel die Gestaltung einer Baute oder Anlage bzw. deren Einfügung in die bauliche und landschaftliche Umgebung und bezweckt keine "Naturschutzziele"; dies ergibt sich auch aus der Marginalie dieser Bestimmung sowie aus der systematischen Stellung. Die Beschwerdeführenden haben in keiner Weise dargetan, inwiefern die ästhetische Würdigung der Vorinstanz unhaltbar wäre. Ihr pauschales Vorbringen, die Dimensionierung mindere die ästhetische Würdigung des Waldstreifens, ist nicht geeignet, die vorinstanzliche Rechtsauffassung zu widerlegen (E. 6.3). Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKZESSORISCHE PRÃFUNG">AKZESSORISCHE PRÃFUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNGSPFLICHT">BEGRÃNDUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISMITTEL">BEWEISMITTEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSCHREITUNG">UNTERSCHREITUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WALDABSTAND">WALDABSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WALDABSTANDSLINIE">WALDABSTANDSLINIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WALDFESTSTELLUNG">WALDFESTSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WALDGRENZE">WALDGRENZE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">§ 66 Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">§ 238 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 238 Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">§ 338a Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 Abs. II WaG</span><br/><span class="gerade">Art. 13 Abs. I WaG</span><br/><span class="ungerade">Art. 17 Abs. II WaG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2005 Nr. 17</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b><b> </b></p> <p class="Sachverhalt1">Mit <span class="Erwgung1Char">Beschluss vom 10. Dezember 2003 erteilte der Gemeinderat X der F AG sowie der G AG die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Unterniveaugarage auf der Parzelle Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse in M, Gemeinde X. Auf den hiergegen gerichteten Rekurs von A, B sowie C und D als EigentÃ¼mer der benachbarten Parzellen Kat.-Nrn. 02, 03 und 04 trat die Baurekurskommission nach DurchfÃ¼hrung eines Referentenaugenscheins mit Entscheid vom 1. September 2004 wegen fehlender Legitimation nicht ein. Gegen diesen Nichteintretensentscheid erhoben die Rekurrenten Beschwerde </span><span class="UrteilstextChar">an das Verwaltungsgericht, welches mit Entscheid vom 24. November 2004 die Beschwerde guthiess und die Streitsache zum Neuentscheid an die Baurekurskommission zurÃ¼ckwies.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">In der <span class="Sachverhalt1Char">Zwischenzeit hatten der Gemeinderat X sowie die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons ZÃ¼rich am 7. Juli bzw. 21. Juni 2004 unter Auflagen und Bedingungen die erforderlichen Bewilligungen fÃ¼r ein Alternativprojekt erteilt. Auch hiergegen hatten A, B</span> sowie C und D Rekurs an die Baurekurskommission erhoben.</p> <p class="Urteilstext">Die Rekurskommission vereinigte die beiden infolge des verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens vorerst sistierten Rekurse <span class="UrteilstextChar">betreffend das Alternativprojekt mit dem vom Verwaltungsgericht zur materiellen PrÃ¼fung zurÃ¼ckgewiesenen Verfahren betreffend das ursprÃ¼ngliche Bauprojekt und wies mit Entscheid vom 23. Februar 2005 sÃ¤mtliche Rekurse ab, soweit auf sie</span> einzutreten war.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span class="Sachverhalt1Char">Mit Beschwerde vom 29. MÃ¤rz 2005 gelangten A, B sowie C und D erneut an das Verwaltungsgericht und liessen beantragen, der angefochtene Entscheid der Baurekurskommission sei aufzuheben und die Baubewilligungen seien zu verweigern. Eventualiter sei der Entscheid aufzuheben und die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Ãberdies sei auch die VerfÃ¼gung des Amtes fÃ¼r Landschaft und Natur vom 21. Juni 2004 aufzuheben, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerschaft.</span></p> <p class="Urteilstext"><span class="Sachverhalt1Char">Die Baurekurskommission schloss am 14. April 2005 ohne weitere Bemerkungen auf Abweisung der Beschwerde. Die F AG sowie die G AG liessen am 19. April 2005 die Abweisung der Beschwerde beantragen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrenden. Ebenso beantragte der Gemeinderat X am 21. April 2005 die vollumfÃ¤ngliche Abweisung der Beschwerde, unter Kostenfolge zulasten der BeschwerdefÃ¼hrenden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span class="Sachverhalt1Char">Die Parteivorbringen sowie die EntscheidgrÃ¼nde der Vorinstanz werden, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Zu Rekurs und Beschwerde in baurechtlichen Streitigkeiten ist gemÃ¤ss § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Ãnderung hat. Nach dieser Bestimmung ist die Rechtsmittelbefugnis des Nachbarn gegeben, wenn fÃ¼r ihn einerseits eine hinreichend nachbarliche Raumbeziehung zum BaugrundstÃ¼ck besteht, und er anderseits durch die Erteilung der Baubewilligung mehr als irgendein Dritter oder die Allgemeinheit in eigenen qualifizierten (tatsÃ¤chlichen oder rechtlichen) Interessen betroffen ist und er MÃ¤ngel rÃ¼gt, deren Aufhebung diese Betroffenheit zu beseitigen vermag (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 21 und 34 ff.).</p> <p class="Urteilstext">Die erforderliche hinreichende Raumbeziehung kann mit Verweis auf den verwaltungsgerichtlichen Entscheid vom 24. November 2004 (VB.2004.00424) ohne weiteres bejaht werden. In Bezug auf ihre qualifizierte Betroffenheit machen die BeschwerdefÃ¼hrenden zwar wiederum primÃ¤r ideelle Nachteile geltend, die keine Legitimation zu begrÃ¼nden vermÃ¶gen. Sie bringen aber auch vor, dass der grosse Umfang des Bauvorhabens ihre Aussicht beeintrÃ¤chtige, was sich auf den Wert ihrer Liegenschaften auswirke. In rechtlicher Hinsicht rÃ¼gen sie die wiederholte Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs. Ausserdem verstosse die Waldgrenze bzw. der Waldabstandslinienplan gegen Bundesrecht, weshalb das Bauvorhaben mit einem schweren Mangel behaftet sei. Schliesslich verletze das Bauvorhaben die Vorschriften zur RÃ¼cksichtnahme auf Landschaftsschutzobjekte gemÃ¤ss § 238 Abs. 2 PBG sowie des Biotopschutzes im Sinn von Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes Ã¼ber den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966 (NHG). Damit haben sie ihr schutzwÃ¼rdiges Interesse ausreichend dargetan. Auf die form- und fristgerecht erhobene Beschwerde ist demzufolge einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden rÃ¼gen eine mehrfache Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs, weil die Vorinstanz auf substanziierte RÃ¼gen nicht eingegangen sei, korrekt angebotene Beweismittel nicht abgenommen und auch sonst keine nÃ¤heren AbklÃ¤rungen getroffen habe. Zum einen habe die Vorinstanz die RÃ¼ge betreffend die illegalen Rodungen des vormaligen GrundstÃ¼ckeigentÃ¼mers Ã¼bergangen und zum anderen habe sie die RÃ¼ge betreffend die BiotopqualitÃ¤t des Waldstreifens und die diesbezÃ¼glich angebotenen Beweismittel ohne BegrÃ¼ndung verworfen. Auch die MÃ¶glichkeit der akzessorischen Anfechtung des Waldgrenzenplans sei ohne BegrÃ¼ndung in Abrede gestellt worden.</p> <p class="Urteilstext">Der verfassungsrechtliche Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r gemÃ¤ss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) rÃ¤umt den Verfahrensbeteiligten das Recht ein, Beweismassnahmen zu beantragen und verpflichtet die BehÃ¶rden, rechtzeitig und formgerecht angebotene Beweismittel zu behaupteten rechtserheblichen Tatsachen abzunehmen. Auf ein beantragtes Beweismittel kann nur dann verzichtet werden, wenn es eine nicht erhebliche Tatsache betrifft oder offensichtlich untauglich ist, wenn die BehÃ¶rden den Sachverhalt aufgrund eigener Sachkunde oder nach den Akten hinreichend wÃ¼rdigen oder wenn sie in vorweggenommener BeweiswÃ¼rdigung annehmen kÃ¶nnen, dass ihre Ãberzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geÃ¤ndert wÃ¼rde (BGr, 5. April 2002, 1P.736/2001, E. 4.1, www.bger.ch; BGE 124 I 208 E. 4a S. 211 und 124 I 241 E. 2 S. 242, mit Hinweisen; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl; § 8 N. 34 und 42). Eine allgemeine Pflicht zur Einholung eines beantragten Gutachtens besteht nur, wenn sich die VerhÃ¤ltnisse nicht anders schlÃ¼ssig klÃ¤ren lassen (vgl. RB 1998 Nr. 19).</p> <p class="Urteilstext">Die BegrÃ¼ndung eines Rekursentscheids genÃ¼gt den Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV bzw. § 28 Abs. 2 VRG, wenn der Entscheid so abgefasst ist, dass der Betroffene ihn sachgerecht anfechten kann. Deshalb muss der Betroffene â wie auch die Rechtsmittelinstanz â sich Ã¼ber die Tragweite des Entscheids ein Bild machen kÃ¶nnen. Es mÃ¼ssen kurz die Ãberlegungen genannt werden, von denen sich die Rechtsmittelinstanz leiten liess. Jedoch braucht sich diese nicht ausdrÃ¼cklich mit jeder Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander zu setzen. Vielmehr kann sie sich auf die fÃ¼r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschrÃ¤nken (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b). Der Umfang der BegrÃ¼ndungspflicht hÃ¤ngt von <span class="UrteilstextChar">der KomplexitÃ¤t des Falls und dem Entscheidungsspielraum der BehÃ¶rde ab (BGE 112 Ia 107 E. 2b).</span></p> <p class="Urteilstext"><span class="UrteilstextChar">Die bundesgerichtliche sowie die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung und ein Teil der Lehre gehen von der MÃ¶glichkeit der Heilung von GehÃ¶rsverletzungen aus. Eine solche kann jedoch nur eintreten, wenn die Kognition der hÃ¶heren Instanz in Bezug auf die GehÃ¶rsverletzung im gleichen Umfang besteht wie bei der unteren Instanz (vgl. zum Ganzen KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 8 N. 48 ff.; Michele Albertini, Der verfassungsmÃ¤ssige Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r im Verwaltungsverfahren des modernen Staats, Bern 2000, S. 458 ff.; HansjÃ¶rg Seiler, Abschied von der formellen Natur des rechtlichen GehÃ¶rs, SJZ 100/2004, S. 377 ff.).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>In ihren Rekursen hatten die BeschwerdefÃ¼hrenden geltend gemacht, der ehemalige EigentÃ¼mer habe mit unbefugten Rodungen auf der Parzelle Kat.-Nr. 01 den WaldgÃ¼rtel um 240 m<sup>2</sup> verkleinert. Infolge dieser illegalen Rodungen sei die Waldgrenze im Waldgrenzenplan falsch eingetragen worden und demzufolge betrage der Waldabstand gegenÃ¼ber dem ursprÃ¼nglichen Waldlinienverlauf nur 2-3 Meter.</p> <p class="Erwgung2">Die Vorinstanz setzte sich nicht konkret mit den vorgebrachten Rodungen des vormaligen EigentÃ¼mers auseinander. Sie fÃ¼hrte aus, dass die Vorbringen mit Bezug auf die Festsetzungen der Waldabstandslinie und das Waldfeststellungsverfahren und dem in diesem Zusammenhang behaupteten ungenÃ¼genden Waldschutz nicht zu hÃ¶ren seien. Den bestehenden speziellen Gegebenheiten sei bei den entsprechenden Festsetzungen Rechnung zu tragen gewesen. Mit diesen und der Zonierung sei die im fraglichen Bereich vertretbare Ãberbauungsstruktur bestimmt worden. Die Rekurrenten hÃ¤tten es damals unterlassen, die entsprechenden Festlegungen anzufechten, weshalb diese in Rechtskraft erwachsen seien. Ihre EinwÃ¤nde seien verspÃ¤tet und es gehe nicht an, heute Ã¼ber allfÃ¤llige Bestimmungen des Natur- und Heimatschutzes weitere BeschrÃ¤nkungen der realisierbaren Baumasse oder die Einhaltung eines grÃ¶sseren Waldabstands einfÃ¼hren zu wollen. Im Zeitpunkt der Festsetzung der Waldabstandslinie im Jahre 1997 sei die kommunale Verordnung Ã¼ber den Natur- und Heimatschutz aus dem Jahre 1983, welche die streitbetroffene WaldflÃ¤che als Landschaftsschutzobjekt qualifiziere, noch in Kraft gewesen. Es kÃ¶nne daher davon ausgegangen werden, dass bei der Festlegung der Waldabstandslinie und somit des Waldabstandes von Bauten und Anlagen auch dem vorliegend strittigen Landschaftsschutzobjekt Rechnung getragen worden sei. Es kÃ¶nne dahingestellt bleiben, ob mit der Revision der Verordnung im Jahre 1998 die bisherigen Landschaftsschutzobjekte aufgehoben worden seien oder weiter bestehen wÃ¼rden. Die Einholung einer Expertise Ã¼ber die Frage der SchutzqualitÃ¤t sei nicht erforderlich. Auch kÃ¶nnten die erwÃ¤hnten Festsetzungen im Rahmen des Rekursverfahrens nicht akzessorisch Ã¼berprÃ¼ft werden, da die Voraussetzungen fÃ¼r eine solche ÃberprÃ¼fung nicht gegeben seien (E. 4c des vorinstanzlichen Entscheids).</p> <p class="Erwgung2"><span class="UrteilstextChar"><b>2.2 </b></span>Mit diesen ErwÃ¤gungen legte die Vorinstanz sinngemÃ¤ss dar, dass die angeblichen Rodungen des ehemaligen EigentÃ¼mers fÃ¼r das Rekursverfahren nicht von rechtlicher Bedeutung waren und sie daher auch nicht zu prÃ¼fen hatte, ob die Behauptung zutreffend war oder nicht. Mit Hinweis auf den rechtskrÃ¤ftigen Erlass des Waldgrenzenplans sowie die kommunale Natur- und Heimtatschutzverordnung hat sie auch hinreichend begrÃ¼ndet, weshalb die BiotopqualitÃ¤t des streitbetroffenen Waldstreifens nicht mittels einer Expertise zu ermitteln sei; das diesbezÃ¼glich angebotene Beweismittel wurde also nicht ohne jegliche BegrÃ¼ndung verworfen. Hingegen erweist sich die schlichte BegrÃ¼ndung, die Voraussetzungen fÃ¼r die beantragte akzessorische ÃberprÃ¼fung des Waldgrenzenplans seien nicht erfÃ¼llt, als eher knapp. Im Hinblick auf die HeilungsmÃ¶glichkeit einer GehÃ¶rsverletzung im <span class="UrteilstextChar">Rahmen des Beschwerdeverfahrens ist jedoch nicht weiter darauf einzugehen, ob hier tatsÃ¤chlich eine solche Verletzung vorliegt (vgl. nachfolgend E. 4). Der angefochtene Entscheid wird dem verfassungsrechtlichen GehÃ¶rsanspruch der BeschwerdefÃ¼hrenden gerecht und die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegrÃ¼ndet.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01, das gemÃ¤ss Zonenplan der Gemeinde X vom 26. MÃ¤rz 1997 in der Zone WG 3 (Wohnzone mit Gewerbeerleichterung) liegt, ist der Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Unterniveaugarage geplant. Das BaugrundstÃ¼ck grenzt im (SÃ¼d-) Osten an die L-Strasse und im (Nord-) Westen stÃ¶sst sie, von der L-Strasse her leicht ansteigend, an einen Waldstreifen. Dieser Waldstreifen beinhaltet einen relativ steilen GelÃ¤ndesprung von rund 7 m HÃ¶he. Dahinter befinden sich die flach verlaufenden GrundstÃ¼cke Kat.-Nrn. 02-04 der BeschwerdefÃ¼hrenden.</p> <p class="Urteilstext">Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist sowohl das ursprÃ¼nglich eingereichte Bauprojekt als auch das leicht Ã¼berarbeitete alternative Bauprojekt. Das Alternativprojekt, welches unter Auflagen und Bedingungen am 7. Juli 2004 bewilligt wurde, sieht gegenÃ¼ber der ursprÃ¼nglichen Projektvorlage eine Reduktion der KniestÃ¶cke bzw. eine entsprechende Verminderung der AusnÃ¼tzungsziffer vor. Ãberdies wurde die Tiefe der Unterniveaugarage in Richtung L-Strasse verkÃ¼rzt, sodass die Waldabstandslinie in der nordÃ¶stlichen Ecke nicht mehr um 5,5 m unterschritten wird, sondern um weniger als 3 m. <span class="Erwgung1Char">Das geplante Mehrfamilienhaus hat ein Obergeschoss sowie zwei Dachgeschosse, ist 31 m lang und maximal 14,5 m breit und weist eine FirsthÃ¶he von 16 m auf. WÃ¤hrend die Obergeschosse den Waldlinienabstand einhalten, Ã¼berschreitet das Untergeschoss des Alternativprojekts in der nordwestlichen Ecke bzw. in der nordÃ¶stlichen Ecke die Waldabstandslinie um 1,1 m bzw. 2,8 m.</span> Diese Abstandsunterschreitung wurde am 21. Juni 2004 von der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons ZÃ¼rich, Amt fÃ¼r Landschaft und Natur (ALN) ebenfalls unter Bedingungen und Auflagen genehmigt; diese VerfÃ¼gung ist integrativer Bestandteil der Baubewilligung vom 7. Juli 2004. FÃ¼r das ursprÃ¼ngliche Bauprojekt, dessen Untergeschoss noch wesentlich weiter in den Waldabstandsbereich ragte, fehlt dagegen die erforderliche forstrechtliche Bewilligung des ALN.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b><span class="UrteilstextChar">Die BeschwerdefÃ¼hrenden beantragen auch im Beschwerdeverfahren die akzessorische PrÃ¼fung des Waldgrenzenplans. Sie fÃ¼hren an, die Waldabstandslinie verstosse gegen Bundesrecht, namentlich gegen Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes Ã¼ber den Wald vom 4. Oktober 1991 (WaG). Auch die Waldgrenze sei bundesrechtswidrig, weil sie gegen das in Art. 5 Abs. 1 WaG verankerte Rodungsverbot</span> verstosse<span class="UrteilstextChar">. Zwar unterliege die akzessorische Anfechtung von NutzungsplÃ¤nen restriktiven Regeln, was dem Gebot der Rechtssicherheit entspreche. Vorliegend kÃ¶nne sich die Beschwerdegegnerschaft jedoch nicht auf die Rechtssicherheit berufen, weil die Waldrodungen widerrechtlich und bÃ¶sglÃ¤ubig erfolgt seien. Abgesehen davon stellten der Waldgrenzen- und Waldabstandslinienplan "Instrumente des materiellen Rechts" dar, weshalb die restriktiven Anfechtungsregeln der NutzungsplÃ¤ne gar nicht anwendbar seien. GemÃ¤ss BGE 116 Ia 207 ff. gÃ¤lten die strengen Voraussetzungen fÃ¼r die ZulÃ¤ssigkeit der akzessorischen Anfechtung nur fÃ¼r Normen der Zonenordnung, welche dazu dienen, Art, Natur und Umfang der im Zonenplan kartografisch dargestellten Nutzungen zu umschreiben. Diese Funktion habe der Waldabstandslinienplan â wie auch das Bundesgericht feststelle â gerade nicht. Dasselbe mÃ¼sse auch fÃ¼r den Waldgrenzenplan gelten. Abgesehen davon handle es sich bei der Waldabstandslinienregelung nicht um materielles Raumplanungsrecht, sondern um materielles Waldrecht, weshalb die strengen Voraussetzungen fÃ¼r eine akzessorische Anfechtung von NutzungsplÃ¤nen auch aus diesem Grund keine Anwendung finden dÃ¼rften.</span></p> <p class="Erwgung2"><span class="UrteilstextChar"><b>4.2 </b></span><span class="Erwgung1Char">Der Waldgrenzenplan wurde im Rahmen der kommunalen Richt- und Nutzungsplanrevision als ErgÃ¤nzungsplan 9 am 26. MÃ¤rz</span><span class="UrteilstextChar"> 1997 von der Gemeindeversammlung X festgesetzt und vom Regierungsrat mit Beschluss vom 17. Dezember 1997 genehmigt. Der unangefochten gebliebene ErgÃ¤nzungsplan definiert die Waldgrenze im Gebiet und bestimmt mittels einer Waldabstandslinie die Bauzonengrenze; fÃ¼r das streitbetroffene GrundstÃ¼ck betrÃ¤gt der Waldabstand 7,5 bis 10 m.</span></p> <p class="Erwgung3"><span class="Erwgung1Char"><b>4.2.1 </b></span>Bei Erlass und Revision von NutzungsplÃ¤nen muss von Amtes wegen ein Waldfeststellungsverfahren durchgefÃ¼hrt werden, wenn Bauzonen an den Wald grenzen oder in Zukunft grenzen sollen (Art. 10 Abs. 2 WaG). Diese <span class="Erwgung1Char">Waldfestlegungen unterliegen einem Auflage- und Einspracheverfahren. Sie werden vom zustÃ¤ndigen Kreisforstamt zusammen mit den GemeindebehÃ¶rden ausgearbeitet, vom Regierungsrat festgelegt und sind selbststÃ¤ndig anfechtbar (</span>Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, <span class="Erwgung1Char">3-13). </span>GemÃ¤ss Art. 13 Abs. 1 WaG sind die entsprechenden, rechtskrÃ¤ftig festgesetzten Waldgrenzen im Zonenplan einzutragen. Mit dieser Regelung soll<span class="Erwgung1Char"> die effektive Ãberbaubarkeit von Bauzonenland sicher gestellt und Rechtssicherheit geschaffen werden (Heribert Rausch/Arnold Marti/Alain Griffel, hrsg. Walter Haller, Umweltrecht, ZÃ¼rich 2004, N. 466).</span></p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.2 </b><span class="Erwgung1Char">Waldabstandslinien innerhalb von Bauzonen werden im Verfahren der kommunalen Nutzungsplanung festgesetzt. Sie gelten als </span>besondere Instrumente der kommunalen Bau- und Zonenordnung, welche im Zonenplan oder in speziellen PlÃ¤nen fÃ¼r das ganze Baugebiet festgesetzt werden. GemÃ¤ss § 66 Abs. 2 PBG in Verbindung mit Art. 17 Abs. 2 WaG sind Waldabstandslinien in einem Abstand von 30 m von der Waldgrenze festzusetzen; bei kleinen Waldparzellen oder bei besonderen Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen kÃ¶nnen sie nÃ¤her an oder weiter von der Waldgrenze gezogen werden. Abweichungen nach unten kÃ¶nnen sich auch ergeben, wenn die Waldfunktion an speziellen Lagen â etwa bei grossen Niveauunterschieden â unbedenklich erscheint. Unterschreitungen sollten jedoch mÃ¶glichst gering gehalten werden, sodass der Mindestabstand nur in seltenen FÃ¤llen kleiner als 10 m ist (vgl. RB 2002 Nr. 73; Fritzsche/BÃ¶sch, S. 3-21; Stefan Jaissle, Der dynamische Waldbegriff und die Raumplanung, ZÃ¼rich 1994, S. 244).</p> <p class="Erwgung3"><span class="UrteilstextChar"><b>4.2.3 </b></span>GemÃ¤ss stÃ¤ndiger Rechtsprechung unterliegen NutzungsplÃ¤ne sowie in engem Sachz<span class="UrteilstextChar">usammenhang stehende nichtkartografische planerische Festlegungen im Rechtsmittelverfahren Ã¼ber eine Baubewilligung</span> grundsÃ¤tzlich keiner akzessorischen ÃberprÃ¼fung. In der Regel kÃ¶nnen sie nur im Anschluss an deren Erlass angefochten werden. Ausnahmsweise ist jedoch eine konkrete Normenkontrolle zulÃ¤ssig, wenn die durch die Festlegung bewirkten EigentumsbeschrÃ¤nkungen fÃ¼r den GrundeigentÃ¼mer bei der Festsetzung nicht erkennbar waren, der Betroffene keine MÃ¶glichkeit hatte, seine Interessen zu verteidigen oder wenn sich die rechtlichen oder tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse seit der Planfestsetzung grundlegend geÃ¤ndert haben (Walter Haller/Peter Karlen, Rechtsschutz im Raumplanungs- und Baurecht, ZÃ¼rich 1998, N. 1068 ff.; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 27, mit <span class="UrteilstextChar">Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung2"><span class="UrteilstextChar"><b>4.3 </b></span>Es ist unbestritten, dass die Festsetzung des hier relevanten WaldstÃ¼cks keine Einsprachen zur Folge hatte; die im kommunalen ErgÃ¤nzungsplan 9 eingetragene Waldgrenze ist mithin in Rechtskraft erwachsen. Diese Waldgrenze wie auch der im selben Waldgrenzenplan festgelegte Waldabstand regeln individuell bestimmte Sachverhalte, die sich einer akzessorischen ÃberprÃ¼fung grundsÃ¤tzlich entziehen. Es kann offen gelassen werden, ob es sich beim Waldgrenzenplan Ã¼berhaupt um einen Nutzungsplan handelt; jedenfalls sind die Regeln betreffend die akzessorische ÃberprÃ¼fung von NutzungsplÃ¤nen analog anwendbar. Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen keine AusnahmegrÃ¼nde geltend, die eine vorfrageweise ÃberprÃ¼fung d<span class="UrteilstextChar">es ErgÃ¤nzungsplans gemÃ¤ss diesen Regeln rechtfertigen wÃ¼rden. Eine akzessorische ÃberprÃ¼fung des Waldgrenzenplans auf seine RechtmÃ¤ssigkeit hin ist damit unzulÃ¤ssig, und dieser stellt eine rechtsgÃ¼ltige Grundlage fÃ¼r das im Streit liegende Bauprojekt dar. Es muss weder geprÃ¼ft werden, ob die behaupteten Rodungen des vormaligen EigentÃ¼mers Ã¼berhaupt erfolgten bzw. illegal waren, noch ob der kommunale ErgÃ¤nzungsplan gegen die gerÃ¼gten waldrechtlichen Bestimmungen verstÃ¶sst. Im Ãbrigen ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei dem von den BeschwerdefÃ¼hrenden </span>zitierten Bundesgerichtsentscheid um schriftliche AusfÃ¼hrungsvorschriften zu einem Zonenplan handelte und der Fall nicht das Aargauer Baugesetz, sondern eine Zweitwohnungen betreffende AusfÃ¼hrungsvorschrift eines Tessiner Nutzungsplans betraf.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die <span class="UrteilstextChar">BeschwerdefÃ¼hrenden beantragen auch im Beschwerdeverfahren eine Expertise zur Qualifikation der bewaldeten AnhÃ¶he als schutzwÃ¼rdiges Biotop. Sie soll insbesondere aufzeigen, dass der Waldstreifen einen schÃ¼tzenswerten Lebensraumtyp gemÃ¤ss Anhang 1 der Verordnung Ã¼ber den Natur-</span> und Heimatschutz vom 16. Januar 1991 (NHV) darstellt. Zugleich soll <span class="UrteilstextChar">anhand von Bodenproben, Flugbildern etc. der Umfang der angeblich unrechtmÃ¤ssigen </span>Rodungen bzw. des frÃ¼heren Waldareals ermittelt werden.</p> <p class="Urteilstext"><span>Wie bereits in E. 4.3 ausgefÃ¼hrt, ist vorliegend die Waldfestsetzung in Rechtskraft erwachsen, weshalb sich das </span>Einholen des geforderten Gutachtens zur Ermittlung des frÃ¼heren Waldareals<span> erÃ¼brigt. </span>Auch fÃ¼r die <span class="Erwgung1Char">Feststellung der BiotopqualitÃ¤t des Waldstreifens ist keine Expertise erforderlich, weil die Qualifizierung als schÃ¼tzenswerter Lebensraum nicht im Baubewilligungsverfahren zu erfolgen hat (vgl. Rausch/Marti/Griffel, N. 549 und 581; Karl Ludwig FahrlÃ¤nder, Kommentar NHG, ZÃ¼rich 1997, Art. 18 N. 23).</span></p> <p class="Erwgung2"><span class="Erwgung1Char">In der kommunalen Verordnung Ã¼ber den Natur- und Landschaftsschutz der Gemeinde X vom 2. MÃ¤rz 1983 wurde der hier relevante Waldstreifen zunÃ¤chst unter Schutz gestellt. UngefÃ¤hr Mitte der 1990er Jahre liess die Gemeinde X ein Landschaftsentwicklungskonzept ausarbeiten. Teile dieses Konzepts â darunter auch derjenige betreffend den streitbetroffenen Waldstreifen â waren anlÃ¤sslich der Nutzungsplanrevision in den kommunalen Landschaftsplan vom 26. MÃ¤rz 1997 eingeflossen. DemgemÃ¤ss ist der Landstreifen als reines Waldgebiet zu qualifizieren und nicht mehr als kommunales Landschaftsschutzobjekt. Aus diesem Grund wurde auch in der revidierten kommunalen Natur- und Landschaftsschutzverordnung vom 28. Januar 1998 kein Bezug mehr zu diesem WaldstÃ¼ck genommen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden rÃ¼gen des Weiteren, der Waldstreifen sei infolge der Positionierung und Dimensionierung des geplanten Mehrfamilienhauses gefÃ¤hrdet, weil dies einen starken Schattenwurf bewirke. Der Schattenwurf hÃ¤tte zur Folge, dass seltene Tier- und Pflanzenarten geschÃ¤digt wÃ¼rden, die auf eine gute Besonnung angewiesen seien. Im Normalfall sei denn auch zum Schutz des Waldes ein Abstand von 30 m vorgesehen.</p> <p class="Urteilstext">Wie in E. 4.3 ausgefÃ¼hrt, wurde der Waldabstand rechtskrÃ¤ftig festgesetzt und ist nicht mehr anfechtbar. Mit den Waldabstandslinien werden neben gesundheitspolizeilichen insbesondere auch landschaftsschÃ¼tzerische Interessen und forstpolizeiliche Motive verfolgt. So wird der Wald bzw. dessen Tier- und Pflanzenwelt durch den vorgesehenen Waldabstand auch vor Ã¼bermÃ¤ssigem Schattenwurf der Bauten geschÃ¼tzt. Mit der Festlegung des Waldabstands sind daher auch diese Fragen abschliessend beurteilt.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden richten ihre Beschwerde explizit auch gegen die forstrechtliche Bewilligung des ALN vom 21. Juni 2004, mit welcher die Unterschreitung des gesetzlichen Waldabstands unter Bedingungen und Auflagen verfÃ¼gt wurde; in der Baubewilligung vom 7. Juli 2004 wird diese kantonale VerfÃ¼gung zum integrierten Bestandteil erklÃ¤rt. Die forstrechtliche Bewilligung sei materiell falsch, weil sie basierend auf den rechtswidrigen Waldgrenzenplan zu kleine AbstÃ¤nde von unterirdischen Bauteilen und oberirdischen Anlagen gutheisse.</p> <p class="Urteilstext">Damit wird einzig ins Feld gefÃ¼hrt, die Waldabstandsunterschreitung sei rechtswidrig, weil sie auf einem ungÃ¼ltigen Waldgrenzenplan beruhe. Wie in E. 4.3 festgehalten, ist der Waldgrenzenplan ein rechtskrÃ¤ftiger kommunaler ErgÃ¤nzungsplan, demzufolge ist diese RÃ¼ge von vornherein nicht zu hÃ¶ren. â In Bezug auf die Unterschreitung des Waldabstands ist darauf hinzuweisen, dass einzig fÃ¼r das Alternativprojekt die Unterschreitung des Waldabstands bewilligt wurde.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Schliesslich fÃ¼hren die BeschwerdefÃ¼hrenden an, der geplante Bau verstosse infolge der unzulÃ¤ssigen BeeintrÃ¤chtigung des Landschaftsbildes bzw. mangelnder RÃ¼cksichtnahme auf den geschÃ¼tzten Waldstreifen auch gegen § 238 Abs. 2 PBG. Entgegen den vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen diene diese Bestimmung nicht nur der Erhaltung von Ã¤sthetischen Werten, sondern sie verfolge auch "Naturschutzziele". Dies ergebe sich schon allein aufgrund der grammatikalischen Auslegung ("Objekte des Naturschutzes"). Der geplante wuchtige Bau wÃ¼rde den geschÃ¼tzten Waldstreifen auf einer LÃ¤nge von 32 m und einer HÃ¶he von 15 m vollstÃ¤ndig verdecken und dessen "landschaftsÃ¤sthetische" Wirkung stark herabmindern.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>GemÃ¤ss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung fÃ¼r sich und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird. Wie § 238 Abs. 1 PBG ist auch Absatz 2 derselben Bestimmung, wonach auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes besondere RÃ¼cksicht zu nehmen ist, nicht ein blosses Verunstaltungsverbot (vgl. BGE 114 Ia 343 E. 4b). Vielmehr verlangt § 238 Abs. 2 PBG positiv eine kubische und architektonische Gestaltung, die sicherstellt, dass einerseits fÃ¼r die Baute selbst und anderseits fÃ¼r die bauliche und landschaftliche Umgebung eine gute Gesamtwirkung erreicht wird. Dabei ist nicht einfach auf ein beliebiges subjektives architektonisches Empfinden oder GefÃ¼hl abzustellen, sondern es ist im Einzelnen darzutun, weshalb mit einer bestimmten baulichen Gestaltung keine gute Gesamtwirkung erreicht wird.</p> <p class="Erwgung2">Der kommunalen BaubehÃ¶rde steht bei der Anwendung dieser Ãsthetikvorschriften ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Trotz umfassender Kognition (§ 20 VRG) hat sich deshalb die Baurekurskommission bei der ÃberprÃ¼fung eines Einordnungsentscheids der kommunalen BaubehÃ¶rde ZurÃ¼ckhaltung aufzuerlegen. Beruht dieser auf einer vertretbaren WÃ¼rdigung der massgebenden SachumstÃ¤nde, so hat die Rechtsmittelinstanz ihn zu respektieren und darf nicht ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der kommunalen BehÃ¶rde setzen. Die Rekursinstanz darf erst dann eingreifen, wenn sich die vorinstanzliche ErmessensausÃ¼bung als offensichtlich unvertretbar erweist (RB 1981 Nr. 20; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 20 N. 19). Die Kognitionsbefugnis des Verwaltungsgerichts ist von Gesetzes wegen auf eine blosse Rechtskontrolle beschrÃ¤nkt (§ 50 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 Abs. 2 lit. c VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Die kommunale BaubehÃ¶rde hat weder in der ursprÃ¼nglichen Baubewilligung noch in der Bewilligung betreffend das Alternativprojekt zur Einordnung der geplanten Baute explizit Stellung genommen. Die Vorinstanz beurteilte die Einordnung des Bauvorhabens in die landschaftliche Umgebung insgesamt als rechtsgenÃ¼gend. In Bezug auf die Dimensionierung des Mehrfamilienhauses wies sie zunÃ¤chst darauf hin, dass aufgrund der Bau- und Zonenordnung ein Stockwerk hÃ¶her gebaut werden kÃ¶nnte als geplant. Nicht zuletzt deshalb und aufgrund des Terrainverlaufs Ã¼berrage der Waldstreifen das GebÃ¤ude deutlich, sodass eine unzulÃ¤ssige BeeintrÃ¤chtigung des Landschaftsbildes nicht zu erkennen sei. Dass der Blick auf den Wald zumindest eingeschrÃ¤nkt werde, sei durch die Nutzungsordnung vorbestimmt und lasse sich deshalb nicht als gestalterischer Mangel entgegenhalten. Von einer durch die Parzellen der Rekurrenten und das BaugrundstÃ¼ck gebildeten landschaftlichen Einheit kÃ¶nne ohnehin keine Rede sein. Einerseits wÃ¼rden sich die jeweiligen Parzellen auf zwei verschiedenen GelÃ¤ndeebenen befinden und andererseits stelle der zwischen den Parzellen liegende Wald eine deutliche ZÃ¤sur dar.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>Die Bestimmung von § 238 PBG ist eindeutig als positive Ã¤sthetische Generalklausel zu qualifizieren (vgl. Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Bd. 1, 3. A., ZÃ¼rich 1999, N. 652; Fritzsche/BÃ¶sch, S. 10-3). Entgegen der beschwerdefÃ¼hrerischen Ansicht beschlÃ¤gt die so genannte Ãsthetikklausel die Gestaltung einer Baute oder Anlage bzw. deren EinfÃ¼gung in die bauliche und landschaftliche Umgebung und bezweckt keine "Naturschutzziele"; dies ergibt sich auch aus der Marginalie dieser Bestimmung sowie aus der systematischen Stellung. GemÃ¤ss Absatz 2 soll in gestalterischer Hinsicht auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes besondere RÃ¼cksicht genommen werden. Mithin geht es also darum, Natur- und Heimatschutzobjekte vor negativen gestalterischen EinflÃ¼ssen zu bewahren und nicht Naturschutzobjekte als solche zu schÃ¼tzen; hierzu sieht die Gesetzgebung andere RegelungsmÃ¶glichkeiten vor.</p> <p class="Urteilstext">Was die Ã¤sthetische WÃ¼rdigung des Bauvorhabens seitens der Vorinstanz anbelangt, haben die BeschwerdefÃ¼hrenden in keiner Weise dargetan, inwieweit diese unhaltbar wÃ¤re. Ihr pauschales Vorbringen, die Dimensionierung des Bauvorhabens mindere die Ã¤sthetische Wirkung des Waldstreifens, ist nicht geeignet, die vorinstanzliche Rechtsauffassung zu widerlegen. Insgesamt erweist sich die WÃ¼rdigung der rechtsgenÃ¼genden Einordnung durch die Rekurskommission ohne weiteres als vertretbar. Im Ãbrigen ist darauf hinzuweisen, dass es sich beim Waldstreifen ohnehin nicht um ein Objekt des Naturschutzes handelt (vgl. E. 5.1) und ein grosses Volumen allein regelmÃ¤ssig keinen Grund fÃ¼r eine ungenÃ¼gende Einordnung im Sinn von § 238 Abs. 2 PBG bildet (vgl. RB 1990 Nr. 78; BEZ 2002 Nr. 18).</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zusammengefasst erweist sich die Beschwerde damit als unbegrÃ¼ndet. AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten den BeschwerdefÃ¼hrenden aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG); eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen von vornherein nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG). Hingegen haben sie die private Beschwerdegegnerschaft fÃ¼r deren Umtriebe im Beschwerdeverfahren angemessen zu entschÃ¤digen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG; § 12 GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997, LS 175.252). Im vorliegenden Beschwerdeverfahren erweist sich eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'800.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) als angemessen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 120.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 5'120.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 1 und 2 zu je einem Drittel und den BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 3.1 und 3.2 zu je einem Sechstel auferlegt, unter solidarischer Haftung eines jeden fÃ¼r den Gesamtbetrag.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 1 und 2 werden zu ParteientschÃ¤digungen von je Fr. 600.- und die BeschwerdefÃ¼hrenden 3.1 und 3.2 zu solchen von je Fr. 300.- (insgesamt Fr. 1'800.-; Mehrwertsteuer inbegriffen) an die private Beschwerdegegnerschaft verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Entscheids.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Soweit eine Verletzung von Bundesumweltschutzrecht geltend gemacht wird, kann gegen diesen Entscheid innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>