TPF 2005 105 105 auseinanderundkommtzumSchluss,derGesuchstellerhabedenselben vorsätzlichgedr ückt. VorliegendsinddieAusf ührungenundSchlussfolge- rungendesbesagtenBerichtsimGrundsatzeinleuchtendundnachvollzieh- bar,sodasskeinAnlassbesteht,davonabzuweichen.Damitsteht fürdie Beschwerdekammerfest,dassderGesuchstellerden „Erase-Button“ vor- sätzlichgedr ückt hat.Dadurch löschteerdieAufzeichnungenaufdemCVR undsetztesichsomit überdieausdr ücklicheAnordnungdesunbestrittener- massenweisungsberechtigtenChefBFUhinweg.Folglichverletzteerauch indiesemSinneseineihmalsArbeitnehmerobliegendenPflichtenund handelte auch unter diesem Blickwinkel widerrechtlich. (… ) 2.5 Zusammenfassendergibtsichdemnach,dassderGesuchstellerinzivil- rechtlichvorwerfbarerWeisegegeneineVerhaltensnormderschweizeri- schenRechtsordnungverstossenunddamitdasStrafverfahreninleichtferti- gerWeiseveranlassthat.Entsprechendistihmdiegest ütztaufArt.122 Abs.1BStPanbegehrte Entschädigungzuverweigern.BeidiesemAusgang desVerfahrenskannoffenbleiben,obdievomGesuchstellergeltendge- machten Verteidigungskosten substantiiertdargelegt wurden. TPF 2005105 28.AuszugausdemEntscheiddesPr äsidentenderBeschwerdekammerin Sachen Bundesanwaltschaft gegenA. vom 19.April 2005 (VE.2005.3) Einsatz eines verdeckten Ermittlers; Voraussetzungen; Tatverdacht. Anforderun- gen an die Gesuchsbegründung und d ie einzureichenden Verfahrensakten. Art. 4 Abs. 1 lit. a, 14 lit. a, 18 Abs. 1 BVE Andersalsbeider Überwachung desPost-undFernmeldeverkehrsnachB ÜPF setztderEinsatzeinesverdecktenErmittlerszwarkeinendringendenTatver- dachtvoraus,jedochdenVerdachtauf „besonders schwereSt raftaten“. Pau- schaleHinweiseaufGesucheundAkten früherer Genehmigungsverfahren, welche überdiesaufdem BÜPF basierten,gen ügen derBe gründungspflicht nicht.TPF 2005 105 106 Mise en œuvre d'un agent infiltré; conditions; soupçons d'infractions. Exigences quant à la motivation de la requête et des pièces de procédure à produire. Art. 4 Abs. 1 lit. a, 14 lit. a, 18 Abs. 1 LFIS Contrairement à lasurveillancedelacorrespondanceparposteet télécommu- nication selon la LSCPT,la mise en œ uvre d'un agent infiltré ne présuppose pa s l'existencede soupçons graves;enrevanche,elleexigele soupçon "d'infractions particulièrement graves".Desimples référencesglobales à des requêteset dossiersde procédures d'autorisation antérieures,basées de surcroît surla LSCPT, ne suffisent pas à satisfaire cette e xigencede motivation. Intervento di un agente infiltrato; condizioni; indizio di reato. Esigenze per la motivazione della domanda e per gli atti procedurali da trasmettere. Art. 4 cpv. 1 lett. a, 14 lett. a, 18 cpv. 1 LFIM Diversamentedaquantoavviene nell’ambito dellasorveglianzadellacorri- spondenzapostaleedeltrafficodelletelecomunicazionisecondolaLSCPT, l’intervento diunagenteinfiltratononpresupponeungraveindiziodireato, ma sìl’ind iziodi “reati particolarmente gravi”. Peradempiere l’obbligo di motivazionenonsonosufficientiirimandisommariadomandeeattidiproce- dure d’approvazione precedenti, tanto più se basati sulla LSCPT. Zusammenfassung des Sachverhalts: IneinemgerichtspolizeilichenErmittlungsverfahrengegenA.wegenVer- dachtsderWiderhandlunggegendas Betäubungsmittelgesetz(Art.19 Ziff. 2BetmG),ausgehendvoneinerkriminellenOrganisation(Art.260 ter StGB),ordnetedieBundesanwaltschaftdenEinsatzeinesverdecktenEr- mittlers an. DerPr äsidentderBeschwerdekammergenehmigtedenangeordnetenEin- satzeines verdeckten Ermittlers nicht. Aus den Erwägungen: Art.4Abs.1lit.aBVEverlangtf ürdieAnordnungeinerverdecktenEr- mittlungdasVorliegeneinesTatverdachts,wonach „besondersschwere Straftaten“ begangenwordenseienodervoraussichtlichbegangenwerden sollen.AndersalsnachArt.3Abs.1lit.aB ÜPF brauchthierzwarder Tatverdachtkeindringenderzusein.DagegenwirddasElementderSchwe-TPF 2005 105 107 rederstrafbarenHandlungbesondersbetont, währendnach BÜPF diese Voraussetzungallgemeinerumschriebenwird(Art.3Abs.1lit.b BÜPF). Dieseparatzupr üfendekumulativeVoraussetzungderErfolglosigkeitan- dererUntersuchungshandlungenoderderAussichtslosigkeitbzw.unver- hältnismässigen ErschwerungderErmittlungenbeiVerzichtaufdieMass- nahmeistdagegeninbeidenGesetzengleichgeregelt(Art.4Abs.1lit.b BVEbzw.Art.3Abs.1lit.b BÜPF).AufPraxisundLehrezur Überwa- chungdesPost-undFernmeldeverkehrskanndemzufolge-unterBer ück- sichtigungdervorer wähntenUnterschiede-sinngem äss abgestelltwerden. ZurFrage,welcheSchwerederStraftateine Überwachungbzw.denEinsatz einesverdecktenErmittlersrechtfertigt,kannalsAuslegungshilfederDe- liktskatalogdienen.Offensichtlichist,dassdergr össte TeilderVerbrechen unddiejenigenVergehen,welcheinderRegelschwerwiegen,inden BÜPF-bzw.BVE-Katalogaufgenommenwurden.BeiDeliktskategorien, derenTatschwereeinegrosseBandbreiteabdeckt,istindesdieVerh ältnis- mässigkeit besonderssorgf ältig zupr üfen(T HOMAS HANSJAKOB,Kommen- tarzumBundesgesetzundzurVerordnung überdie ÜberwachungdesPost- undFernmeldeverkehrs,St.Gallen2002,S.111).Dadiehierrelevanten KatalogtateninbeidenBundesgesetzen- BÜPF undBVE-figurieren,be- deutetdies,dassbeiAnordnungeinerverdecktenErmittlungdemElement derbesonderenSchwerederStraftateneinerheblichesGewichtzukommt. DasDeliktdes Betäubungsmittelhandels lässtdabeinaturgem äss einegros- seBandbreitederTatschwerezu,weshalbdessenAufnahmeindenDelikts- katalogimkonkretenFallf ürsichalleinnochnichtzurBejahungderbe- sonderenSchwerederstrafbarenHandlungenf ührenkann.MitEntscheid desPr äsidentenderBeschwerdekammervom14. März2005wurdeeine laufendeundr ückwirkende ÜberwachungdesTelefonverkehrs bezüglich einervomBeschuldigtenbenutztenRufnummergrunds ätzlichbewilligt, beides jedochunterder Auflage,dassbissp ätestens14.April2005konkrete neueAnhaltspunktevorgelegtwerden,welchedendringendenTatverdacht gegendie überwachtePersoner härten.MitEingabevom7.April2005 reichtedieBundesanwaltschaft(BA)injenemVerfahreneineEr gänzung zumGenehmigungsersuchenvom9. März2005ein,womitdiever fügte Auflageerf üllt wurde.MitEntscheiddesPr äsidentenderBeschwerdekam- mervom12.April2005wurdeeinelaufendeundr ückwirkende Überwa- chungdesTelefonverkehrs bezüglicheinerweiterenvomBeschuldigten benutztenRufnummersowievondessene-mail-Verkehr bezüglicheines bestimmtene-mail-Kontosbewilligt.A.wirdvorgeworfen,inregelm ässi- gemKontaktzuB.zustehen,gegendenineinemseparatenVerfahrenwe- genArt.19Ziff.2BetmGsowieArt.260 ter StGBermitteltwird.DieBATPF 2005 105 108 machtinihremvorliegendzubeurteilendenGenehmigungsersuchenzwar Ausführungen,wonachsichderTatverdachtgegenA.aufgrundderbereits durchgeführten Überwachungsmassnahmenweiterer härtethabe;bisher hättenjedochkeinehinreichendenBeweisef üreindeutigumschreibbare Straftatenerbrachtwerden können, weshalbderEinsatzeinesverdeckten Ermittlersuner lässlichsei,umindaskriminelleNetzwerkeindringenzu können. KonkretsollendurchdenverdecktenErmittlerinsbesondereein KokainmusterentgegengenommenwerdenzwecksBestimmungvonZu- sammensetzungundHerkunftdesselben,mittelsAbwicklungvonSchein- käufenBet äubungsmittelsichergestelltwerdensowieweitereErkenntnisse überdieOrganisationsstrukturgewonnenunddas Betäubungsmittelhänd- lernetzzerschlagenwerden.DieersuchendeBe hördeunterl ässt esjedoch, konkreteAngabenzurbesonderenSchwerederverfolgtenStraftatenzu machen,welche –zusät zlichzuden bereitsbewilligtenZwangsmassnahmen – auchdenEinsatzeinesverdecktenErmittlerszurechtfertigenverm öchten. DieBegr ündung, wonachderBeschuldigteunl ängst versuchthabe,insei- nemper sönlichenUmfeldeineBet äubungsmittelprobeabzugeben,umpo- tentielleAbnehmergewinnenzu können, begründetf ürsichalleinnichtden erforderlichenTatverdacht,wonachbesondersschwereStraftatenbegangen wordenseienodersolchevoraussichtlichbegangen würden.Dieserergibt sichauchnichtausdener gänzendenAngabenderBAgem äss Eingabevom 7.April2005(TK.2005.28).HinweiseaufgesetzlicheGrundlagenund pauschaleVerweisungenaufs ämtlichefr üherenGesucheindiesemundin anderenErmittlungsverfahrensowieauf „die bisherigenErmittlung en“, ohnekonkreteAngabenzumachen,verm ögen im Übrigendemgenannten Erfordernisnicht Genügezutun.EsistnichtAufgabederGenehmigungs- behörde,ausdenAkten sämtlicherbisherigerGenehmigungsverfahrendie vorliegendrelevantenVoraussetzungenzusammenzutragen.Zudemhandelt essichhierumeineverdeckteErmittlungundnichtumeine(weitere)Tele- fonüberwachung,weshalbdererforderlicheTatverdachtaufGrundlageder bishererteiltenGenehmigungennichtohneweiteresbejahtwerden könnte. Ergänzend istdaraufhinzuweisen,dassAusf ührungenhinsichtlichderSub- sidiarität nichtdieprim ärenVoraussetzungenderangeordnetenMassnahme zu ersetzenverm ögen. Das Genehmigungsersuchen ist mithin abzuweisen.