Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. März 2016 (715 15 280) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Abweisung der Beschwerde. Ausschluss vom Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bis zur endgültigen Aufgabe der arbeitgeberähnlichen Stellung. Danach Nichterfüllen der Beitragszeit; der Beschwerdeführer kann eine beitragspflichtige Beschäftigung von min- destens 12 Monaten nicht nachweisen. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin i.V. Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A.1 Der 1959 geborene A.____ war seit dem 1. Oktobe r 2010 als Gesellschafter und Ge- schäftsführer mit Einzelunterschriftsberechtigung b ei der B.____ GmbH in X.____ tätig. Mit Schreiben vom 17. Juli 2014 kündigte er sich im Nam en der B.____ GmbH per 31. August 2014. Am 30. September 2014 eröffnete das Zivilgeri cht Basel-Stadt aufgrund eines Konkurs- begehrens eines Gläubigers den Konkurs über die Fir ma. Am 1. Oktober 2014 meldete sich Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.____ beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RA V) in Y.____ zur Arbeitsvermittlung und bei der öffentlichen Arbeitslosenkasse Basel-Landschaft (Arbeitslosenkasse) zum Bezug von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung (ALV) an. Am 3. November 2014 stellte das Zivil- gericht Basel-Stadt das Konkursverfahren mangels Aktiven ein. Am 24. April 2015 wurde die Firma im Handelsregister gelöscht. A.2 Mit Verfügung vom 25. November 2014 lehnte die Arbeitslosenkasse einen Anspruch von A.____ auf Taggelder der ALV wegen Nichterfüllen der Beitragszeit sowie Beibehaltung einer arbeitgeberähnlichen Stellung infolge Nichtlöschung der Firma im Handelsregister ab. Zur Begründung führte sie an, A.____ habe nicht nachweisen können, dass er während der Rah- menfrist für die Beitragszeit vom 1. Oktober 2012 bis 30. September 2014 monatlich einen Lohn erhalten habe. Des Weiteren sei die Firma gemäss Hande lsregistereintrag in Liquidation. Eine Bestätigung des Konkursamtes, dass er nicht als Liquidator eingesetzt sei, habe er nicht einge- reicht, so dass er weiterhin eine arbeitgeberähnliche Stellung innehabe. A.3 Die dagegen erhobene Einsprache wies die Einsprach einstanz des KIGA Baselland, Abteilung Öffentliche Arbeitslosenkasse, mit Einspracheent scheid vom 26. Mai 2015 ab. Die Arbeitslosenkasse habe den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung für die Zeit ab 1. Oktober 2014 zu Recht verneint. A.____ habe bis zur Löschung de r Firma im Handelsregister keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. Er habe somit ab dem 25. April 2015 einen Anspruch, sofern er die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfülle. Je doch könne er während der Rah- menfrist für die Beitragszeit vom 25. April 2013 bis 24 . April 2015 die Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten nicht nachweisen. Er habe während dieser Zeit lediglich eine Beitragszeit von 8.187 Monaten generiert. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durch C.____, mit Eingabe vom 25. Juni 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Lan dschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). C. Mit Schreiben vom 3. September 2015 informierte da s Kantonsgericht C.____ darüber, dass sich in formeller Hinsicht die Frage stelle, ob er befugt sei, seinen Mandanten im vorlie- genden Beschwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht zu ver treten. Deshalb räume das Kan- tonsgericht ihm die Gelegenheit ein, sich bis zum 24. September 2015 zu dieser Frage zu äus- sern. Er müsse innert Frist den Nachweis erbringen, dass er entweder im Anwaltsregister einge- tragen sei oder dass die Vertretung nicht gegen Entge lt erfolge und deshalb als nicht berufs- mässig im Sinne von § 3 des Anwaltsgesetzes Basel-Landschaft (AnwG) vom 25. Oktober 2001 zu qualifizieren sei. Ansonsten würde die Beschwerde au s dem Recht gewiesen. Sein Mandant bekäme in der Folge die Gelegenheit, innert einer f estzusetzenden Frist entweder die Be- schwerde selbständig einzureichen oder aber sich durch ei ne Person, die zur Parteivertretung Dritter vor den Gerichten des Kantons Basel-Landschaft befugt ist, vertreten zu lassen. D. Am 21. September 2015 reichte A.____ die Beschwerd e in eigenem Namen ein. Darin beantragte er sinngemäss die Aufhebung des angefochtene n Einspracheentscheides vom 26. Mai 2015 sowie die Zusprechung der gesetzlichen Lei stungen in Form von Taggeldern der Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ALV. Zur Begründung machte er im Wesentlichen gelte nd, dass er bereits bei der Anmeldung sämtliche Lohnabrechnungen vom 1. Januar 2011 bis 31. A ugust 2014 eingereicht habe. Aus- serdem habe er die Steuererklärungen der Jahre 2011, 2012 und 2013 persönlich beim KIGA eingereicht. Er habe seit Beginn seiner Tätigkeit säm tliche Löhne aus den Jahren 2010, 2011, 2012, 2013 und 2014 bei der Steuerverwaltung sowie auch bei der Ausgleichskasse deklariert. Sein Lohn sei zu 80% via Bank ausbezahlt worden. E. In ihrer Vernehmlassung vom 9. Dezember 2015 schloss d ie Arbeitslosenkasse auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die oblig atorische Arbeitslosenversiche- rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil d es Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenver- sicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht e rhoben werden. Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit den Art. 128 Abs. 1 und 119 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolve nzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 richtet sich die örtliche Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts für die Beurteilung von Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Kassen, welche die Arbeits- losenentschädigung betreffen, nach dem Ort, wo die versi cherte Person die Kontrollpflicht er- füllt. Vorliegend hat der Beschwerdeführer die Kontrollpflicht im Kanton Basel-Landschaft erfüllt, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel -Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige ge- richtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache entscheide der Versicherungs- träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be- schwerde zuständig. Auf die − im Übrigen frist- und form gerecht erhobene − Beschwerde vom 21. September 2015 ist deshalb einzutreten. 2.1 Vorab ist auf folgende verfahrensrechtliche Grundsät ze hinzuweisen: 2.2 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren un d der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten de r Parteien (vgl. BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist j edoch, dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriff snotwendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherun gsgerichts ist, für die Zusam- mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofer n, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es si ch als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdi gung einen Sachverhalt zu ermit- teln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 2.3 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen d ie vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO i.V.m. Art. 61 Satz 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Ge- richt dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bewiese n annehmen, wenn sie von ihrem Be- stehen überzeugt sind (vgl. M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicherungsrecht hat d as Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei sgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jen er Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die w ahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, je mit Hinweisen). 3. Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die Arbeitslo senkasse einen Anspruch des Versi- cherten auf Arbeitslosenentschädigung zu Recht infolge a rbeitgeberähnlicher Stellung bis zum 24. April 2015 abgelehnt hat. 4. Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nach Art. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schwei z wohnt (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreich t hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), vermittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). 5.1 Gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG haben Personen, di e in ihrer Eigenschaft als Gesell- schafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgeber s bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatt en keinen Anspruch auf Kurzarbeits- entschädigung. Der Grund für diese Regelung liegt darin, dass Arbeitgeber und arbeitgeberähn- liche Personen über eine unternehmerische Dispositionsfr eiheit verfügen, kraft derer sie die Möglichkeit haben, die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung − für sich oder ihre Ehegatten − selbst herbeizuführen. So k önnen sie insbesondere auch die dafür nötigen Bescheinigungen selber ausstellen bzw. solche Bes cheinigungen aus Gefälligkeit er- langen (REGINA JÄGGI , Eingeschränkter Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bei arbeitge- berähnlicher Stellung durch analoge Anwendung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG in: SZS 48/2004, S. 4). Mit der Regelung in Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG wollte der Gesetzgeber somit verhindern, Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass arbeitgeberähnliche Personen missbräuchlich Kurzarbei tsentschädigung erhalten. Zur Missbrauchsverhütung schliesst Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG auc h den im Betrieb mitarbeitenden Ehegatten des Arbeitgebers vom Anspruch auf Kurzarbeits entschädigung aus und zwar auch dann, wenn er selbst weder eine arbeitgeberähnliche St ellung inne hat noch am Entscheid zur Einführung der Kurzarbeit beteiligt war. Der Grund liegt in der sich deckenden Interessenslage sowie der Schwierigkeit bei der Überprüfbarkeit des Arb eitsausfalls (vgl. zum Ganzen G ER - HARD GERHARDS , Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Band I, Bern 1988, Art. 31 Rz. 35 ff.). 5.2 Für den Bereich der Arbeitslosenentschädigung gibt es keine dem Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG entsprechende, unmittelbar anwendbare Norm. Wi e das damalige Eidgenössische Versi- cherungsgericht (EVG, ab 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) im Grundsatzentscheid 123 V 234 ff. erwog, kann Kurzarbeit nicht nur in einer Reduktion der Ar- beitszeit, sondern auch darin bestehen, dass der Betri eb für eine gewisse Zeit vollständig still- gelegt wird. Solange ein Arbeitnehmer mit arbeitgeb erähnlicher Stellung mit der betreffenden Unternehmung noch in einem Arbeitsverhältnis steht, hat er aufgrund der Ausschlussbestim- mung in Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG keinen Anspruch au f Kurzarbeitsentschädigung. Wird das Arbeitsverhältnis hingegen gekündigt, so gilt die arbe itgeberähnliche Person nach den Erwä- gungen im zitierten Entscheid nunmehr als arbeitslos und kann somit unter den Voraussetzun- gen der Art. 8 ff. AVIG Arbeitslosenentschädigung bean spruchen. Behält sie nach der Entlas- sung allerdings ihre arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb bei und kann sie dadurch dessen Entscheidungen weiterhin bestimmen oder massgeblich bee influssen, so läuft die Beanspru- chung von Arbeitslosenentschädigung gemäss der Auffassung d es höchsten Gerichts auf eine rechtsmissbräuchliche Umgehung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG hinaus, und es besteht auch bei grundsätzlich gegebenen Voraussetzungen nach Art. 8 ff. A VIG kein Anspruch auf Arbeitslo- senentschädigung. Das Gericht begründete den Umgehungsta tbestand im erwähnten Ent- scheid damit, dass die arbeitgeberähnliche Person über d ie Dispositionsfreiheit verfüge, den Betrieb jederzeit zu reaktivieren und sich bei Bedarf e rneut als Arbeitnehmer einzustellen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2007, C 32/06 , E. 4.2). Andererseits könne dann nicht mehr von einer Gesetzesumgehung gesprochen werden, wenn der Betrieb geschlossen werde und das Ausscheiden des betreffenden Arbeitnehmer s mit arbeitgeberähnlicher Stellung definitiv sei, oder wenn das Unternehmen zwar weiter be stehe, die arbeitgeberähnliche Person jedoch mit der Kündigung endgültig auch jene Eigenscha ften verliere, derentwegen sie bei Kurzarbeit aufgrund von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG vo m Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung ausgenommen wäre (BGE 123 V 238 f. E. 7b/bb). 5.3 Im Weiteren führte das Bundesgericht wiederholt au s, dass der Ausschluss arbeitge- berähnlicher Personen und ihrer Ehegatten vom Anspru ch auf Arbeitslosenentschädigung ab- solut zu verstehen sei. Es sei nicht möglich, den betroffen en Personen unter bestimmten Vo- raussetzungen im Einzelfall Leistungen zu gewähren (Urtei l des EVG vom 17. Oktober 2005, C 179/05, E. 2). Zudem strich das Gericht auch immer wi eder heraus, dass seine Rechtspre- chung zur arbeitgeberähnlichen Stellung nicht nur dem a usgewiesenen Missbrauch an sich, sondern bereits dem Risiko eines solchen begegnen wolle (vg l. Urteil des EVG vom 15. März 2006, C 278/05, E. 2.3 und die Urteile des Bundesgeri chts vom 20. Februar 2007, C 151/06, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 3 und vom 29. März 2007, C 32/06, E. 4.2). Im Anwe ndungsbereich von Art. 31 Abs. 3 AVIG ist deshalb nicht mehr individuell für den Einzelfall zu prüfen, ob tatsächlich eine rechtsmiss- bräuchliche Absicht besteht, vielmehr genügt bereits die Möglichkeit eines solchen Miss- brauchs, um einen Leistungsausschluss zu rechtfertigen (vgl. REGINA JÄGGI , a.a.O., S. 6 ff.). 5.4 Die endgültige Aufgabe der arbeitgeberähnlichen Stellung muss anhand eindeutiger Kriterien gemessen werden können, welche keinen Zweif el übrig lassen (Urteil des Bundesge- richts vom 12. Januar 2007, C 277/05, E. 3.4 mit weite ren Hinweisen). Neben dem endgültigen Austritt der arbeitgeberähnlichen Person aus der Firma ist die Aufgabe der arbeitgeberähnli- chen Stellung beispielsweise auch bei der Auflösung des B etriebs gegeben (vgl. AVIG-Praxis Rz. B27). Der Eintrag im Handelsregister wird von der R echtsprechung regelmässig als wichti- ges und einfach zu handhabendes Kriterium berücksichtigt, wenn es um die Beurteilung geht, ob eine arbeitgeberähnliche Person Anspruch auf Arbeitsl osenentschädigung hat (vgl. ARV 2002 S. 185 E. 2b und c). Denn erst mit der Löschung des Eintrags ist nach aussen in für Dritte verlässlicher Weise kundgetan, dass die Per son definitiv aus der Firma ausgetreten ist (Urteil des EVG vom 8. Juni 2004, C 110/03, E. 2.1 mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Im Betrieb mitarbeitende Ehegatten sind nach dem soeben Ausgeführten anspruchsberechtigt, wenn der Ehegatte seine arbeitgeberähnliche Stellung endgültig aufgibt, sowie ab Datum der Scheidung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2 011, 8C_1032/2010, E. 5.3 und vom 3. Juni 2011, 8C_74/2011, E. 5.3.1). 5.5 Mit dem Konkurs eines Betriebes geht grundsätzlich d ie Beendigung der arbeitge- berähnlichen Stellung einher (AVIG-Praxis ALE A1, Rz. B27). Personen, die jedoch gemäss Liquidationsbeschluss weiterhin für die Firma in Liquid ation tätig sind, das heisst die gesetzli- chen und statutarischen Befugnisse für die Liquidation b eibehalten, haben in der Regel keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. Für die Liquida tion kann zum Beispiel auch die Wei- terführung des Geschäftes bis zu dessen Verkauf oder Aufl ösung gehören. Der Zustand der Liquidation dauert bis zur Löschung der Firma im Hande lsregister (AVIG-Praxis ALE A1, Rz. B29). Der Zustand der Liquidation dauert auch nach Ei nstellung des Konkurses mangels Akti- ven an. In dieser Zeit können Gesellschaftsorgane unter anderem die Weiterführung des Ge- schäfts bis zu dessen Verkauf oder Auflösung beschliessen. Die ser Umstand schliesst die ver- sicherte Person vom Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung aus (vgl. Urteil des EVG vom 19. März 2002, C 373/00). 6.1 Gemäss den vorliegenden Akten war der Beschwerdeführe r vom 1. November 2010 bis zum 31. August 2014 bei der B.____ GmbH angestellt. De m Handelsregister des Kantons X.____ kann weiter entnommen werden, dass die Firma a m 17. März 2010 eingetragen wurde. Am selben Tag wurde der Versicherte als Gesellschafter un d Geschäftsführer mit Einzelunter- schriftsberechtigung eingetragen. Er war seit der Gründ ung im Jahr 2010 einziger Gesellschaf- ter mit einem Stammkapital von Fr. 20'000.-- und ein zelunterschriftberechtigter Geschäftsführer der B.____ GmbH. Mit Entscheid vom 30. September 201 4 eröffnete das Zivilgericht Basel- Stadt den Konkurs über die Firma. Am 3. November 2014 wurde das Konkursverfahren jedoch mangels Aktiven wieder eingestellt. Nachdem kein begründ eter Einspruch gegen die Löschung erhoben wurde, wurde die Gesellschaft am 24. April 20 15 aus dem Handelsregister gelöscht. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Seit der Eintragung der Firma im Handelsregister am 1 7. März 2010 bis zur Löschung dersel- ben am 24. April 2015 gab es keine Änderungen bei de n Personalangaben. Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer sein Ausscheiden als G eschäftsführer der Gesellschaft beim Handelsregisteramt anmeldete (Eingang 23. Septem ber 2014). Dieses wies ihn mit Schreiben vom 23. September 2014 darauf hin, dass er ei n von ihm an die Gesellschaft gerich- tetes Demissionsschreiben einreichen müsse, damit sie diese M utation eintragen könnten. In- nert der ihm angesetzten Frist reichte der Versicherte jedoch kein solches Demissionsschreiben ein. 6.2 Unter Berücksichtigung der hiervor aufgeführten Rech tsprechung ist daher festzustellen, dass es sich beim Versicherten bis zur Löschung der Firma au s dem Handelsregister um eine Person mit arbeitgeberähnlicher Stellung handelte. N achdem sich der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 17. Juli 2014 per 31. August 2014 kündigte, behielt er seine arbeitgeberähnliche Stellung als Gesellschafter und Geschäftsführer im Betri eb weiterhin bei. Er verfügte noch im- mer über die Dispositionsfreiheit, den Betrieb zu rea ktivieren oder sich erneut als Arbeitnehmer anzustellen. Mit der Konkurseröffnung am 30. Septembe r 2014 bzw. mit dem Konkurs des Be- triebes ginge zwar grundsätzlich die Beendigung der ar beitgeberähnlichen Stellung einher. Am 3. November 2014 wurde das Konkursverfahren jedoch mange ls Aktiven eingestellt. Der Zu- stand der Liquidation dauerte nach Einstellung des Kon kurses mangels Aktiven an und endete mit der Löschung der Firma im Handelsregister. Der Besch werdeführer war bis zur Löschung der Firma im Handelsregister als Gesellschafter und Geschäftsführer eingetragen. Die endgülti- ge Aufgabe seiner arbeitgeberähnlichen Stellung fäll t daher mit der Löschung der B.____ GmbH zusammen. 7. Zusammenfassend lässt sich im Lichte der geschilderten höc hstrichterlichen Rechtspre- chung nicht beanstanden, dass die Einspracheinstanz davon ausging, dass der Beschwerde- führer vom Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bis zum 24. April 2015 ausgeschlossen war, weil er bis dahin als arbeitgeberähnliche Person d ie volle unternehmerische Dispositions- freiheit in der B.____ GmbH behalten hat. Die gegen den betreffenden Einspracheentscheid vom 26. Mai 2015 erhobene Beschwerde erweist sich in die sem Punkt als unbegründet, wes- halb sie abzuweisen ist. 8. Streitig und zu prüfen ist des Weiteren die Frage, ob der Beschwerdeführer innerhalb der massgebenden Rahmenfrist für die Beitragszeit gemä ss Art. 9 Abs. 1 und 3 AVIG vom 25. April 2013 bis 24. April 2015 eine beitragspflich tige Beschäftigung von mindestens zwölf Monaten nachweisen kann. 9.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosenent schädigung (vgl. Art. 7 Abs. 2 lit. a AVIG), wenn sie unter anderem die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Bei- tragszeit befreit ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 13 und 14 AVIG). Nach Art. 13 Abs. 1 AVIG hat die Beitragszeit erfüllt, wer innerhalb der dafü r vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitrags- zeit von zwei Jahren (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während minde stens zwölf Monaten eine beitrags- pflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (vgl. AVIG-Praxis B143). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Art. 13 Abs. 1 AVIG setzt eine beitragspflichtige B eschäftigung voraus. Nach Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG ist für die Arbeitslosenversicherung beitragspflichtig, wer nach dem Bundes- gesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (A HVG) vom 20. Dezember 1946 obli- gatorisch versichert und für Einkommen aus unselbständige r Tätigkeit beitragspflichtig ist, d.h. massgebenden Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 AHVG bezie ht (vgl. BGE 122 V 251 E. 2b mit Hinweisen). Die Beitragspflicht einer versicherten unselbständigen Person entsteht mit der Leis- tung der Arbeit. Beiträge sind indessen erst bei Real isierung des Lohn- oder Entschädigungs- anspruchs geschuldet (vgl. BGE 111 V 166 f. E. 4a und b) . Gemäss bundesgerichtlicher Recht- sprechung ist im Rahmen des Art. 13 Abs. 1 AVIG deshalb vorausgesetzt, dass die versicherte Person effektiv eine beitragspflichtige Beschäftigung aus geübt und der Arbeitgeber für diese Beschäftigung tatsächlich auch einen Lohn entrichtet hat (vgl. BGE 128 V 190 E. 3a/aa; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 28. Februar 20 03, C 127/02, E. 1). Mit dem Erfordernis des Nachweises effektiver Lohnzahlung solle n Missbräuche im Sinne fiktiver Lohn- vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ve rhindert werden (vgl. Arbeitsrecht und Arbeitslosenversicherung [ARV] 2001 Nr. 27 S. 228 E . 4c). Als Beweis für den tatsächli- chen Lohnfluss genügen Belege über entsprechende Zahlung en auf ein Post- oder Bankkonto, welches auf den Namen des Arbeitnehmers lautet. Bei be haupteter Barauszahlung sind hohe Anforderungen an den Nachweis des Lohnflusses zu stellen. Dazu geeignet sind einerseits Lohnquittungen oder durch die Steuerverwaltung mit L ohnausweis deklarierte Einkommen, an- dererseits durch ein Treuhandbüro geführte Geschäftsbüch er sowie Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitern – allenfalls in Form von Zeugenaussagen – , jeweils in Verbindung mit einem ent- sprechenden individuellen Kontoauszug der AHV (vgl. AVIG- Praxis B148). Höchstens Indizien für tatsächliche Lohnzahlungen bilden Arbeitgeberbesch einigungen und vom Arbeitnehmer un- terzeichnete Lohnabrechnungen oder AHV-Lohnblätter sowie Steuererklärungen (vgl. BGE 133 V 447 E. 1.2 mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 28. Jul i 2004, C 250/03, E. 2.1; ARV 2004 Nr. 10 S. 115 ff.; vgl. auch: B ARBARA KUPFER BUCHER , Der Nachweis des Lohnflusses als Voraus- setzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, in: Schweizerische Zeitschrift für So- zialversicherung und berufliche Vorsorge [SZS] 2005, S. 138 f.). 9.3 In BGE 131 V 444 ff. hat das EVG präzisierend festg ehalten, die bisherige Rechtspre- chung sei nicht in dem Sinne zu verstehen, dass eine b eitragspflichtige Beschäftigung über- haupt nur dann zur Bildung von Beitragszeiten führe, wenn und soweit der Nachweis tatsächli- cher Lohnzahlungen erbracht ist. Unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach Art. 8 Abs.1 lit. e AVIG i.V.m. Art. 13 Abs. 1 AVIG sei die f aktische Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung während der geforderten Dauer die einzi ge Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (vgl. BGE 113 V 352 f.). Dem Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung komme deshalb nicht der Sinn einer selbstständigen Ansp ruchsvoraussetzung zu, wohl aber jener eines bedeutsamen und in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden Indizes für die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftig ung. Das im Gesetz zwar nicht ausdrück- lich genannte, nach ständiger Rechtsprechung aber massgeb liche Erfordernis der genügenden Überprüfbarkeit der beitragspflichtigen Beschäftigung d iene der Verhinderung von Missbräu- chen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Dezember 2005, C 258/04, E. 3.2 mit Hinweis). Fehle es am Nachweis einer tatsächlich ausgeübten unsel bstständigen Tätigkeit, sei das An- spruchserfordernis nach Art. 8 Abs. 1 lit. e AVIG und Ar t. 13 AVIG nicht gegeben. Dies gelte Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch dann, wenn als Lohn bezeichnete oder auf ein als solches bezeichnetes Lohnkonto erfolg- te Zahlungen des Arbeitgebers bestehen würden. Dieser Umstand bilde eben nur, aber immer- hin, ein bedeutsames Indiz für eine beitragspflichtige Beschäftigung (vgl. BGE 131 V 451 E. 3.2.2). 9.4 In zwei weiteren Urteilen (vgl. C 83/2006 vom 18. August 2006 und C 111/2006 vom 6. März 2007) hat die höchstrichterliche Rechtsprechung ebenfalls präzisierend festgehalten, dass der Umstand, dass eine tatsächliche Lohnzahlung nicht hinreichend belegt werden könne, nicht bedeute, dass der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung kurzerhand abzulehnen wäre. Massgebend sei nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes einzig, dass innerhalb der Rahmen- frist für die Beitragszeit eine beitragspflichtige Beschä ftigung während der Mindestdauer von zwölf Monaten rechtsgenüglich dargetan sei. Soweit eine beitragspflichtige Beschäftigung nachgewiesen, der exakt ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben sei, habe eine Korrektur über den versicherten Verdienst zu erfolgen (vgl. Urtei l des EVG vom 18. August 2006, C 83/2006, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 131 V 451 E. 3 .2.3). Was die Einkommenshöhe betref- fe, habe sich die mangelnde Bestimmbarkeit der Lohnhöh e diesfalls grundsätzlich zu Unguns- ten der versicherten Person auszuwirken (vgl. Urteil des B undesgerichts vom 6. März 2007, C 111/2006, E. 3.4). 9.5 Bei Personen, die vor ihrer Arbeitslosigkeit eine a rbeitgeberähnliche Stellung innehat- ten, hat die Arbeitslosenkasse näher zu prüfen, ob diese tatsächlich einen Lohn bezogen haben (AVIG-Praxis ALE A1, Rz. B32 und B146). Lassen sich in F ällen, die weitergehende Abklärun- gen bedingen, Bank- oder Postbelege beibringen, ist da mit der Lohnfluss und die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung in der Regel n achgewiesen (AVIG-Praxis ALE A1, Rz. B147). Wurde der Lohn bar bezogen, können das bei der Steuerverwaltung mit Lohnausweis deklarierte Einkommen, Lohnquittungen oder durch ein T reuhandbüro geführte Geschäftsbü- cher in Verbindung mit einem entsprechenden individue llen Kontoauszug der AHV als Nach- weis für den Lohnbezug akzeptiert werden. Widersprechen die genannten Beweismittel dem individuellen Kontoauszug der AHV, so ist für die Bestimm ung des versicherten Verdienstes vom geringeren Betrag auszugehen. Es ist denkbar, dass di e versicherte Person, welche den Lohn bar bezogen hat, durch eine Kombination von ande ren Beweismitteln den Lohnfluss nachzuweisen vermag. Der Lohnfluss lässt sich zum Beispiel al lein durch eine Lohnabrech- nung, eine Lohnquittung, einen Arbeitsvertrag, eine Kündigungsbestätigung oder eine Lohnfor- derungseingabe im Konkurs nicht nachweisen. Solche Dokum ente stellen lediglich Parteibe- hauptungen dar, über deren Wahrheitsgehalt niemand ausser der versicherten Person selbst Angaben machen kann. Ergeben sich aufgrund der einger eichten Belege keine klaren Rück- schlüsse auf die in der fraglichen Zeit effektiv ausbezah lten Löhne, liegt Beweislosigkeit zulas- ten der versicherten Person vor, womit ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung infolge fehlender Beitragszeit verneint werden muss. Dem Nachwe is des tatsächlich realisierten Loh- nes kommt nicht nur bei der Bestimmung der Beitragszei t, sondern auch bei der Festsetzung der Höhe des versicherten Verdienstes entscheidende Bedeu tung zu. Ohne genaue Angaben über den Lohnfluss ist es nicht möglich, die Höhe des versic herten Verdienstes zu bestimmen (AVIG-Praxis ALE A1, Rz. B148). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.1 Da der Beschwerdeführer vor seiner Arbeitslosigkeit eine arbeitgeberähnliche Person war, sind höhere Anforderungen an den Nachweis einer tatsächlichen Beschäftigung zu stellen. Die Arbeitslosenkasse war deshalb nicht nur berechtigt, s ondern vielmehr verpflichtet, die Um- stände im konkreten Fall genauer abzuklären. Im vorliegenden Fall hat die Arbeitslosenkasse in Bezug auf den Zeitraum zwischen 25. April 2013 und 31. Dezember 2013 eine beitragspflichtige Beschäftigung im Umfang von 8.187 Monaten bejaht. Umstritten und im Folgenden zu prüfen ist daher lediglich der Lohnfluss bzw. die beitragspflichtige Beschäftigung für das Jahr 2014. 10.2 Die Beschwerdegegnerin erwog aufgrund entsprechen der Abklärungen, es sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine beitragspflichtige Beschäftigung nachgewiesen; aus den massgebenden Unterlagen liesse sich kein Lohnfluss verif izieren. Es stehe nicht fest, ob und wie viel Lohn der – in der fraglichen Zeit bei der B.____ GmbH gleichzeit ig als Arbeitgeber und Arbeitnehmer fungierende – Beschwerdeführer tatsächlich von seiner eigenen Firma erhal- ten habe. Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführe r auf den Standpunkt, dass sich an- hand der eingereichten Lohnabrechnungen sowie der Un terlagen der Ausgleichskasse und der Steuerunterlagen ein Lohnfluss hinreichend nachweisen lasse. 10.3.1 Da der Beschwerdeführer vor seiner Arbeitslosigke it gleichzeitig Arbeitgeber und Ar- beitnehmer bei der B.____ GmbH war, stellte er sich säm tliche Unterlagen (insbesondere den Arbeitsvertrag, das Kündigungsschreiben, die beiden Arb eitgeberbescheinigungen sowie sämt- liche in den Akten liegenden Lohnabrechnungen) selber aus. Dabei handelt es sich durchwegs um Selbstbescheinigungen bzw. um reine Parteibehauptungen, welche für sich allein den Lohn- fluss und somit die Ausübung einer beitragspflichtigen B eschäftigung nicht nachzuweisen ver- mögen, zumal das Risiko eines Missbrauchs sehr hoch ist. Zudem ist mit der Beschwerdegeg- nerin festzuhalten, dass der Versicherte die Lohnabrechn ungen, die er im Rahmen des Be- schwerdeverfahrens vor dem Kantonsgericht einreichte, im Vergleich zu den Lohnabrechnun- gen, die er noch der Arbeitslosenkasse vorlegte, tatsä chlich abänderte. Auf die Unterschiede ist, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägun gen näher einzugehen. Vorab muss al- lerdings festgestellt werden, dass der Beweiswert dieser Selbstbescheinigungen vor diesem Hintergrund äusserst fraglich erscheint. 10.3.2 Der Versicherte macht beschwerdeweise erstmalig g eltend, dass er den Lohn im Jahre 2014 bar bezogen habe. Demgegenüber lässt sich den urspr ünglichen Lohnabrechnungen, welche er der Arbeitslosenkasse einreichte, eine Auszahlu ng des Lohnes via Bank entnehmen. Die im Rahmen des Verfahrens vor dem Kantonsgericht ei ngereichten Lohabrechnungen ent- halten zwar den handschriftlichen Vermerk „Bar erhalten am …“, dies erscheint jedoch in Anbe- tracht des Umstandes, dass der Beschwerdeführer die Lohnabr echnungen offensichtlich nach- träglich manipulierte, wenig glaubhaft. Aus den Auszüge n des Geschäftskontos der B.____ GmbH vom 1. Januar 2014 bis 30. September 2014 sind ke inerlei Belastungen zugunsten des Versicherten ersichtlich. Auch das private Konto des Versich erten verzeichnete im Jahr 2014 keine Lohngutschriften aus einer allfälligen Beschäftig ung bei der B.____ GmbH. Der Be- schwerdeführer bringt weiter vor, er habe seine Tätigk eit stets bei der Ausgleichskasse dekla- riert. Den Akten liegt ein Auszug aus seinem individuell en Konto vor, aus dem jedoch hervor- geht, dass er seinen Lohn lediglich bis zum Jahre 2012 d eklariert hat. Für die Jahre 2013 und Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2014 sind dem individuellen Konto keine Zahlungen zu entnehmen. Auch die Steuererklärung 2014 vermag den strittigen Lohnfluss nicht zu beweisen. Das bei der Steuererklärung angege- bene Einkommen entspricht nicht demjenigen, welches der Versicherte auf seinen Lohnabrech- nungen 2014 festgehalten hat. 10.3.3 Insgesamt reichte der Beschwerdeführer keine Unter lagen ein, die einen Lohnbezug – weder via Banküberweisung noch in bar – zu belegen vermö gen. Zudem sind die Aussagen und Selbstbescheinigungen des Versicherten in Bezug auf den Lohnfluss widersprüchlich. In der Beschwerdeschrift gab er einerseits an, dass sein Loh n zu 80% via Bank ausbezahlt wor- den sei. Andererseits reichte er beschwerdeweise eine Ve rsion der Lohnabrechnungen von Januar bis August 2014 ein, auf welchen er vermerkte, de n Lohn bar erhalten zu haben. Des Weiteren ist es wenig glaubwürdig, dass der Versicherte i m 2014 sämtliche Löhne bar erhalten hat, während dem er sich im Jahr 2013 den Lohn mehrhei tlich per Banküberweisung ausbe- zahlte. Unter diesen Umständen kann der Beschwerdeführer nicht mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit darlegen, dass er im Jahre 2014 während der Rahmenfrist für die Beitragszeit für die B.____ GmbH als Arbeitnehmer tätig war und einen monatlichen Lohn erhielt. 11. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bis zum 24. April 2015 eine arbeitgeberähnliche Stellung innehatte und somit vom Anspruch auf Arbeitslosenentschä- digung ausgeschlossen war. Daraus ergibt sich, dass die Ra hmenfrist für die Beitragszeit vom 25. April 2013 bis 24. April 2015 lief. In dieser Ze itspanne kann der Versicherte lediglich für das Jahr 2013 während 8.187 Monaten einen Lohnfluss nachwe isen. Für das Jahr 2014 liegen kei- ne geeigneten Belege für die tatsächlich erfolgte Lohnzahlung innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit vor. Es gelingt dem Beschwerdeführer somit nicht, die erforderliche beitragspflichti- ge Beschäftigung mit dem im Sozialversicherungsrecht gelte nden Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Dies führ t zur Beweislosigkeit, deren Konsequenzen der Beschwerdeführer tragen muss. Demnach hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Leistungen der ALV mangels Erfüllung der Beitragszeit zu Recht abgelehnt. Bei diesem Ergeb- nis ist die Beschwerde abzuweisen. 12. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht