A bteilung III C -1179/2006 {T 0/2} U rteil vom 6. Juli 2007 M itw irkung: R ichterin Beutler; R ichter Trom m er; R ichter Vuille; G erichtsschreiber Segessenm ann. E._______, Beschw erdeführer, vertreten durch Fürsprecherin G abriela von Arx-Trem l, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend N ichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer, geboren am 1. Januar 1963, stam m t ursprünglich aus der Türkei. Er reiste erstm als im Jahre 1988 in die Schw eiz ein und stellte hier ein Asylgesuch. N ach negativem Abschluss dieses Verfahrens kehrte er am 15. Februar 1992 in sein H eim atland zurück. Am 20. Septem - ber 1995 reiste er erneut in die Schw eiz ein und ersuchte ein zw eites M al um Asyl. D ieses Asylgesuch w urde von der Vorinstanz m it Verfügung vom 27. Februar 1996 ebenfalls abgelehnt. D ie gegen diesen Entscheid einge- reichte Beschw erde w urde von der Schw eizerischen Asylrekurskom m issi- on (AR K) m it U rteil vom 8. M ai 1996 abgew iesen. B. Am 3. Juli 1996 heiratete der Beschw erdeführer die Schw eizer Bürgerin M ._______, geboren am 13. Juni 1936. G estützt auf diese Ehe stellte er am 27. Juni 2000 ein G esuch um erleichterte Einbürgerung. D ie Eheleute unterzeichneten am 25. Januar 2002 eine schriftliche Erklärung, w onach sie in einer tatsächlichen, ungetrennten, stabilen ehelichen G em einschaft zusam m enleben w ürden und w eder Trennungs- noch Scheidungsabsich- ten hätten. In der Folge w urde der Beschw erdeführer am 15. M ärz 2002 in Anw endung von Art. 27 des Bürgerrechtsgesetzes vom 29. Septem ber 1952 (BüG , SR 141.0) erleichtert eingebürgert. D ie im Einbürgerungsge- such aufgeführte Tochter A._______ w urde nicht in die Einbürgerung einbezogen, da sie im dam aligen Zeitpunkt nicht in der Schw eiz lebte. C . D ie Ehe des Beschw erdeführers m it der Schw eizer Bürgerin w urde am 20. Juni 2003 geschieden. Zw ei M onate später heiratete er in der Türkei die türkische Staatsangehörige Y._______, geboren am 10. Juni 1968, m it der er bereits die beiden Kinder A._______, geboren am 17. D ezem ber 1993, und B._______, geboren am 29. Februar 2000, gezeugt hatte. Am 2. D ezem ber 2003 stellte der Beschw erdeführer für seine türkische Fam ilie ein G esuch um Fam iliennachzug. D . In der Folge leitete das dam alige Bundesam t für Zuw anderung, Integration und Ausw anderung (IM ES; heute: Bundesam t für M igration [BFM ]) am 26. M ärz 2004 gegen den Beschw erdeführer ein Verfahren betreffend N ichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung ein und räum te ihm das rechtliche G ehör dazu ein. D avon m achte er m it Schreiben vom 29. M ärz 2004 G ebrauch. E. Im Auftrag der Vorinstanz führte die Stadtpolizei Aarau m it der Ex-Ehefrau des Beschw erdeführers am 12. und 14. M ai 2005 eine Befragung zur Sa- che durch. D essen R echtsvertreterin w ohnte der Anhörung am ersten Tag bei; auf eine Teilnahm e an der Fortsetzung der Befragung verzichtete sie indessen. Am 7. Juli 2005 w urde dem Beschw erdeführer daraufhin G ele- genheit zur Einreichung einer abschliessenden Stellungnahm e zum Ergeb- nis der Anhörung und zur beabsichtigten N ichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung gegeben. D iese G elegenheit nahm der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 14. August 2005 w ahr. F. Am 15. D ezem ber 2005 erteilte das Am t für H andelsregister und Zivil-3 standsw esen des Kantons Thurgau auf G esuch der Vorinstanz vom 12. D ezem ber 2005 hin die Zustim m ung zur N ichtigerklärung der erleich- terten Einbürgerung des Beschw erdeführers. G . M it Verfügung vom 19. Januar 2006 erklärte das BFM die am 15. M ärz 2002 erfolgte erleichterte Einbürgerung des Beschw erdeführers für nichtig. Zur Begründung w urde im W esentlichen ausgeführt, die U m stände der H eirat zw ischen dem Beschw erdeführer und der Schw eizer Bürgerin w ür- den zur Ü berzeugung führen, dass für den Beschw erdeführer zw eckfrem - de M otive im Vordergrund gestanden hätten. Insbesondere decke sich die D arstellung der Ex-Ehegatten über das Kennen lernen und den Entschluss zur H ochzeit in keiner W eise. W ährend der Beschw erdeführer seine schw eizerische Ex-Ehefrau im Jahr 1995 kennen gelernt haben w olle und geltend m ache, sie hätten sich nach reiflicher Ü berlegung zur H eirat ent- schlossen, habe die Ex-Ehefrau ausgesagt, den Beschw erdeführer etw a im M ai 1996 kennen gelernt und diesem nach einer Bekanntschaftszeit von nur etw a einem M onat die H eirat vorgeschlagen zu haben, w oraufhin der Beschw erdeführer spontan zugesagt habe. Ein Eheschluss zw ischen einem M ann und einer 27 Jahre älteren Frau finde in der Türkei keine ge- sellschaftliche Akzeptanz. D ass dies auch für den Beschw erdeführer nicht nahe liegend gew esen sei, zeige sich im U m stand, dass dieser im H er- kunftsland aus einer Beziehung m it einer m ehr als fünf Jahre jüngeren Frau ein gem einsam es Kind gehabt habe. Es sei angesichts der soziokul- turellen Verhältnisse in der Türkei zudem davon auszugehen, dass diese frühere Verbindung für das gesellschaftliche U m feld m indestens m ittels ei- ner traditionellen Ehe legitim iert gew esen sei. H ierfür spreche auch, w as der Beschw erdeführer im Zusam m enhang m it der Zeugung des zw eiten Kindes m it dieser Frau geltend m ache. So gebe er an, dass es anlässlich eines Besuches bei seiner älteren Tochter zur Zeugung des zw eiten Kin- des gekom m en sei. Im Scheidungsverfahren habe er sodann angegeben, die ältere Tochter lebe bei seinen Eltern. D ie schw eizerische Ex-Ehefrau habe ferner ausgesagt, der Beschw erdeführer sei von seiner M utter über die G eburt des zw eiten Kindes inform iert w orden. In Anbetracht dessen gehe das BFM davon aus, dass die heutige Ehefrau und M utter der beiden gem einsam en Kinder m it diesen zusam m en im H aushalt der Eltern des Beschw erdeführers gelebt habe. Es erscheine fraglich, aus w elchem G rund es sonst im Zusam m enhang m it dem Besuch der bei den Eltern le- benden Tochter zur Zeugung eines w eiteren Kindes gekom m en sein sollte. Im W eiteren falle vorliegend ins G ew icht, dass der Beschw erdeführer nicht nur die G eburt eines ausserehelichen Kindes w ährend seiner Ehe in der Schw eiz und nur kurze Zeit vor der Einreichung des G esuches um erleich- terte Einbürgerung verheim licht, sondern auch seine tatsächlichen Lebens- verhältnisse verschw iegen habe. Es sei als erw iesen zu betrachten, dass er parallel zur Ehe in der Schw eiz in seinem H erkunftsland eine eheähnli- che Beziehung unterhalten und sich eine Fam ilie aufgebaut habe. M it der U nterzeichnung der schriftlichen Erklärung vom 25. Januar 2002 habe er jedoch gegenüber der Einbürgerungsbehörde den falschen Anschein er- w eckt, er lebe m it seiner schw eizerischen Ehefrau in einer tatsächlichen, 4 stabilen Lebensgem enschaft m it beidseitig intaktem , auf die Zukunft ge- richteten Ehew illen. D am it habe er den Tatbestand von Art. 41 BüG erfüllt. H . G egen diesen Entscheid reichte der Beschw erdeführer am 16. Februar 2006 beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) Be- schw erde ein. D arin beantragt er die Aufhebung der vorinstanzlichen Ver- fügung. I. In ihrer Vernehm lassung vom 23. M ärz 2006 beantragt die Vorinstanz die Abw eisung der Beschw erde. J. D ie Frist zur Einreichung einer R eplik liess der Beschw erdeführer unge- nutzt verstreichen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VG G genannten Ausnahm en Beschw erden gegen Verfügun- gen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), w elche von einer der in Art. 33 VG G aufgeführten Behörden erlassen w urden. D arunter fallen gem äss Art. 51 Abs. 1 BüG Verfügungen des BFM , die sich auf Art. 41 Abs. 1 BüG stützen. 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D epartem en- te hängigen R echtsm ittel und w endet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VG G ). G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht nach dem Vw VG , sofern das G esetz nichts an- deres bestim m t. 1.3 Als Verfügungsadressat ist der Beschw erdeführer durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung (vgl. Art. 48 Vw VG ). Auf die frist- und form gerecht beim EJPD eingereichte Beschw erde ist daher einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 Vw VG ). 2. 2.1 G em äss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach der Ehe- schliessung m it einem Schw eizer Bürger ein G esuch um erleichterte Ein- bürgerung stellen, w enn sie insgesam t fünf Jahre in der Schw eiz gelebt hat, seit einem Jahr hier w ohnt und seit drei Jahren in ehelicher G em ein- schaft m it dem Schw eizer Bürger lebt. Ihre Einbürgerung setzt gem äss Art. 26 Abs. 1 BüG zudem voraus, dass sie die schw eizerische R echtsord- nung beachtet und die innere oder äussere Sicherheit der Schw eiz nicht gefährdet. D ie Einbürgerungsvoraussetzungen m üssen sow ohl im Zeit-5 punkt der G esuchseinreichung als auch anlässlich der Einbürgerungsver- fügung erfüllt sein. Fehlt es im Zeitpunkt des Einbürgerungsentscheids an der ehelichen G em einschaft, darf die erleichterte Einbürgerung nicht aus- gesprochen w erden (BG E 129 II 401 E. 2.2 S. 403 m it H inw eis). 2.2 D er Begriff der ehelichen G em einschaft bedeutet nach der bundesgerichtli- chen R echtsprechung m ehr als nur das form elle Bestehen einer Ehe. Ver- langt w ird vielm ehr eine tatsächliche Lebensgem einschaft. Eine solche G em einschaft kann nur bejaht w erden, w enn der beidseitige W ille zu einer stabilen ehelichen G em einschaft intakt ist. D er G esetzgeber w ollte auslän- dischen Ehepartnern von schw eizerischen Staatsangehörigen die erleich- terte Einbürgerung erm öglichen, um die Einheit des Bürgerrechts der Ehe- gatten im H inblick auf eine gem einsam e Zukunft zu fördern. Zw eifel am W illen der Ehegatten, die eheliche G em einschaft aufrecht zu erhalten, sind beispielsw eise angebracht, w enn kurze Zeit nach der Einbürgerung das Scheidungsverfahren eingeleitet w ird (BG E 130 II 482 E. 2 S. 484 m it H inw eisen). Im W eiteren ist zu beachten, dass der G esetzgeber bei der Schaffung der M öglichkeit der erleichterten Einbürgerung für ausländische Ehegatten von Schw eizer Bürgern von einem traditionellen Verständnis der Ehe ausging, bei w elchem die Ehe aus Liebe eingegangen und die Be- gründung einer Lebensgem einschaft, w enn nicht gar die G ründung einer Fam ilie bezw eckt w ird. G em äss Art. 159 Abs. 3 des Schw eizerischen Zivil- gesetzbuches vom 10. D ezem ber 1907 (ZG B, SR 210) schulden die Ehe- gatten einander Treue und Beistand. Trotz gew andelter M oral- und Sexual- vorstellungen um fasst die eheliche Treue grundsätzlich im m er noch die ungeteilte G eschlechtsgem einschaft (Verw altungspraxis der Bundesbehör- den [VPB] 67.104 E. 16). 2.3 D ie Einbürgerung kann m it Zustim m ung des H eim atkantons innert fünf Jahren für nichtig erklärt w erden, w enn sie durch falsche Angaben oder Verheim lichung erheblicher Tatsachen erschlichen w orden ist (Art. 41 Abs. 1 BüG ). D as blosse Fehlen der Einbürgerungsvoraussetzungen genügt nicht. D ie N ichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung setzt vielm ehr voraus, dass diese "erschlichen", d.h. m it einem unlauteren und täuschen- den Verhalten erw irkt w orden ist. Arglist im Sinne des strafrechtlichen Be- trugstatbestandes ist nicht erforderlich. Im m erhin ist notw endig, dass der Betroffene bew usst falsche Angaben m acht bzw . die Behörde bew usst in falschem G lauben lässt und so den Vorw urf auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine erhebliche Tatsache zu inform ieren (vgl. BG E 132 II 113 E. 3.1 S. 114 f., 130 II 482 E. 2 S. 484, je m it H inw eisen). 2.4 W eiss die Partei, dass die Voraussetzungen für die erleichterte Einbürge- rung im Zeitpunkt der Verfügung erfüllt sein m üssen, und erklärt sie, in ei- ner stabilen Ehe zu leben, so hat sie die Behörde gestützt auf ihre M itw ir- kungs- bzw . Auskunftspflicht von Art. 13 Abs. 1 Bst. a Vw VG unaufgefor- dert über eine nachträgliche Änderung der Verhältnisse zu orientieren, von der sie w eiss oder w issen m uss, dass sie einer erleichterten Einbürgerung entgegensteht (BG E 132 II 113 E. 3.2 S. 115 f.). 2.5 Besteht auf G rund des Ereignisablaufs die tatsächliche Verm utung, die 6 Einbürgerung sei erschlichen w orden, obliegt es dem Betroffenen, die Ver- m utung durch den G egenbew eis bzw . erhebliche Zw eifel um zustürzen, in- dem er G ründe bzw . Sachum stände aufzeigt, die es als überzeugend (nachvollziehbar) erscheinen lassen, dass eine angeblich noch w enige M o- nate zuvor bestehende tatsächliche ungetrennte eheliche G em einschaft in der Zw ischenzeit dergestalt in die Brüche gegangen ist, dass es zur Schei- dung kam (BG E 130 II 482 E. 3.2 S. 486). 3. D er Beschw erdeführer m acht auf R ekursebene im W esentlichen geltend, er sei im Zeitpunkt der Einreichung des Einbürgerungsgesuchs rechtlich betrachtet der Vater nur eines Kindes gew esen. D ie zw eite Tochter sei erst nach der H eirat m it deren M utter als sein Kind anerkannt w orden. Aus die- sem G rund habe er gegenüber dem Scheidungsrichter zu R echt ausge- sagt, er habe ein Kind und beziehe für dieses eine Kinderzulage. Erst im August/Septem ber 2003 habe er die jüngere Tochter seinem Arbeitgeber gem eldet und erhalte seither eine zw eite Kinderzulage. Es sei som it nicht richtig, w enn die Vorinstanz davon ausgehe, er habe seine zw eite ausser- eheliche Tochter verheim lichen w ollen. Im Jahre 2000 hätten die Ehegatten sodann in einer intakten Beziehung gelebt, w elche aber durch die G eburt des ausserehelichen Kindes in einer Krise gesteckt habe. Beide seien sich jedoch dam als einig gew esen, dass die Ehe w eitergeführt w erden solle. N ach Aussage der Ex-Ehefrau vom 14. M ai 2005 habe diese es einfach nicht w ahrhaben w ollen, dass auch ih- re zw eite Ehe geschieden w erden solle. Erst nach drei Jahren sei die Scheidung erfolgt, da die Tatsache des ausserehelichen Kindes für die Schw eizer G attin eine grössere Belastung dargestellt habe als ursprüng- lich angenom m en. Es habe sich nicht um eine Scheinehe gehandelt. D ie Ehegatten hätten w ährend m ehr als sieben Jahren zusam m engelebt. D er Beschw erdeführer habe sow ohl im Zeitpunkt der U nterzeichnung der Er- klärung als auch in dem jenigen der erleichterten Einbürgerung m it seiner dam aligen schw eizerischen Ehefrau in einer tatsächlichen, stabilen Le- bensgem einschaft gew ohnt. D ie Scheidung sei erst ein Jahr später erfolgt, auf Veranlassung der Ehefrau und in gegenseitigem Einvernehm en. 4. D em hält das BFM in seiner Vernehm lassung im W esentlichen entgegen, im G esuchsform ular sei ganz allgem ein nach unverheirateten ausländi- schen Kindern unter 18 Jahren gefragt w orden und es hätte dem Be- schw erdeführer klar sein m üssen, dass ein w ährend seiner Ehe m it der Schw eizer Bürgerin im Ausland gezeugtes aussereheliches Kind, zum al er m it der Kindsm utter bereits ein gem einsam es Kind gezeugt habe, für das Einbürgerungsverfahren von Bedeutung sein w ürde. D er Beschw erdefüh- rer habe denn auch zu keinem Zeitpunkt geltend gem acht, dass er jem als an seiner biologischen Vaterschaft Zw eifel gehabt habe. D ie Tatsache, dass die Ehe m it der schw eizerischen Ehefrau durch die G eburt des Kin- des offensichtlich in eine Krise geraten sei, hätte um so m ehr Anlass dazu geben sollen, dies der Einbürgerungsbehörde zur Kenntnis zu bringen. 5. D as Bundesverw altungsgericht kom m t nach Prüfung der Akten zum Ergeb- nis, dass in casu verschiedene gew ichtige Indizien bestehen, w elche da-7 rauf schliessen lassen, dass der Beschw erdeführer m it der Schw eizer Bür- gerin keine stabile eheliche G em einschaft im Sinne der bundesgerichtli- chen Praxis führte und diesen U m stand gegenüber den Einbürgerungsbe- hörden bew usst verheim lichte. 5.1 So erfolgte die H eirat des Beschw erdeführers m it der Schw eizer Bürgerin zw ei M onate nach der letztinstanzlichen Ablehnung des zw eiten Asylge- suchs und stand dam it in einem sehr engen zeitlichen Zusam m enhang zu seiner Verpflichtung, die Schw eiz verlassen zu m üssen. W ie die Vorin- stanz in der angefochtenen Verfügung zudem feststellte, w eichen die An- gaben des Beschw erdeführers und seiner Ex-Ehefrau betreffend das Ken- nen lernen (im Jahr 1995 bzw . im M ai 1996) und den Entschluss zur H eirat ("nach langer Ü berlegung" bzw . "spontan zugesagt") erheblich voneinan- der ab, w obei nicht ersichtlich ist, w eshalb die Ex-Ehefrau, w elche dem Beschw erdeführer nach w ie vor w ohlgesinnt zu sein scheint, diesbezüglich gegenüber der Polizei hätte falsche Angaben m achen sollen. Zw eifel an der angeblichen Liebesheirat m it der Schw eizer Bürgerin erge- ben sich auch aus dem U m stand, dass zw ischen den Eheleuten ein Alters- unterschied von beinahe 27 Jahren besteht. D iese Tatsache ist um so er- staunlicher, als die M utter der beiden Kinder und heutige türkische Ehefrau des Beschw erdeführers - w ie für Personen aus seinem Kulturkreis nicht untypisch - rund fünf Jahre jünger ist als er. Aus dem Sachverhalt ist sodann ersichtlich, dass der Beschw erdeführer vor und w ährend der Ehe m it der Schw eizer Bürgerin m it seiner heutigen türkischen Ehefrau zw ei Kinder gezeugt und m it dieser gem äss eigenen Angaben von 1992 bis M itte des Jahres 1994 im Konkubinat gelebt hat. Zudem hat er es im Einbürgerungsverfahren unterlassen, die Behörden über die G eburt des zw eiten ausserehelichen Kindes zu inform ieren. Im W eiteren geht aus dem Inform ationsbericht der Kantonspolizei Aargau vom 28. D ezem ber 2000 sow ie den Ausführungen des Beschw erdeführers hervor, dass die Tochter A._______ und die Kindsm utter w ährend der Ehe m it der Schw eizer Bürgerin in der Türkei bei den Eltern des Beschw erde- führers gelebt haben. Auffallend ist ferner, dass er nur zw ei M onate nach der Scheidung von der Schw eizer Bürgerin seine heutige Ehefrau heiratete und w eitere drei M onate später ein G esuch um Fam iliennachzug stellte. D em gegenüber blieb die Ehe m it der Schw eizer Bürgerin kinderlos. 5.2 Auf G rund einer G esam tw ürdigung dieser einzelnen Sachverhaltselem ente besteht die tatsächliche Verm utung, dass der Beschw erdeführer durch das Eingehen m it einer Schw eizer Bürgerin nicht beabsichtigte, eine dem schw eizerischen R echtsverständnis entsprechende, auf D auer und Aus- schliesslichkeit ausgerichtete Lebensgem einschaft zu begründen. Viel- m ehr lassen die objektiven U m stände verm uten, dass er seinen fam iliären Schw erpunkt stets bei seiner türkischen Partnerin und den gem einsam en Kindern hatte und die Ehe m it der Schw eizer Bürgerin im W esentlichen zur Verfolgung seiner persönlichen (ausländerrechtlichen) Ziele eingegangen ist und dies im Einbürgerungsverfahren w issentlich verschw iegen hat.8 6. 6.1 Sow eit der Beschw erdeführer vorbringt, das zw eite aussereheliche Kind nicht angegeben zu haben, w eil er vor dem Jahr 2003 noch nicht dessen Vater im rechtlichen Sinne gew esen sei und erst ab diesem Zeitpunkt eine zw eite Kinderzulage bezogen habe, verm ag seine Argum entation nicht zu überzeugen. Vorliegend ist vielm ehr davon auszugehen, dass er um die Bedeutung der G eburt des zw eiten ausserehelichen Kindes für das dam als hängige Einbürgerungsverfahren w usste und diesen U m stand bew usst verschw ieg, zum al eine Scheidung offenbar bereits im Jahr 2000 zur D is- kussion gestanden hatte, nachdem die Schw eizer Bürgerin von der G eburt des zw eiten Kindes erfahren hatte. D ie Schlussfolgerung, dass der Be- schw erdeführer um die Bedeutung des Kindesverhältnisses für das Einbür- gerungsverfahren w issen m usste, rechtfertigt sich um so m ehr, als der Be- schw erdeführer am 25. Januar 2002 zusam m en m it seiner dam aligen Ehe- gattin eine gem einsam e Erklärung unterschrieben hatte, w onach sie in ei- ner tatsächlichen, ungetrennten, stabilen ehelichen G em einschaft leben w ürden. 6.2 Aus den Akten ist im W eiteren ersichtlich, dass die Ehe m it der Schw eizer Bürgerin im m erhin sieben Jahre dauerte, die Eheleute gew isse gem einsa- m e Aktivitäten w ie gem einsam e Spaziergänge oder Besuche im Schw im m - bad entfalteten und sich der Beschw erdeführer offenbar um den zerebral- gelähm ten Sohn der Schw eizer Ex-Ehefrau bem ühte. G leichzeitig bestan- den indessen bereits im Zeitpunkt des Einbürgerungsverfahrens konkrete Zw eifel am Bestehen einer tatsächliche Lebensgem einschaft im Sinne der bundesgerichtlichen Praxis. D iese führten zw ar nicht zur Verw eigerung der erleichterten Einbürgerung, veranlassten die zuständige Behörde aber im - m erhin zur Vornahm e zusätzlicher Abklärungen. Zu diesen Zw eifeln gaben nicht zuletzt die überaus knapp und oberflächlich gehaltenen Schreiben der vom Beschw erdeführer als R eferenzen angegebenen Personen An- lass. Zw ei der vier R eferenzpersonen räum ten ein, noch nie m it dem Be- schw erdeführer Kontakt gehabt bzw . diesen erst einm al anlässlich eines G eburtstages der Schw eizer Ex-Ehefrau gesehen zu haben. D ie Fragezei- chen hinsichtlich des Bestehens einer auf eine gem einsam e Zukunft ge- richteten ehelichen G em einschaft w erden durch die Aussagen der Ex-Ehe- frau anlässlich der polizeilichen Anhörung vom 12. und 14. M ai 2005 be- stärkt. Auch w enn die Schw eizer Bürgerin von einer harm onischen eheli- chen Beziehung spricht, so ist aus ihren Schilderungen doch zu schlies- sen, dass sie im sozialen Leben des Beschw erdeführers nur eine unterge- ordnete R olle spielte. In diesem Zusam m enhang ist insbesondere zu er- w ähnen, dass die Eheleute offenbar nie gem einsam e Ferien m achten, der Beschw erdeführer sich w ährend seiner Ferien jew eils in der Türkei aufhielt und die schw eizerische Ex-Ehefrau die Eltern ihres Partners nie persönlich kennen lernte, sondern lediglich einen in Spreitenbach lebenden O nkel und einen C ousin der an einem O rt im Kanton Bern lebe, dessen N am en ihr entfallen sei. 6.3 N ach dem G esagten gelingt es dem Beschw erdeführer nicht, die tatsächli- che Verm utung des Bestehens einer "Bürgerrechtsehe" um zustossen. So-9 m it ist davon auszugehen, dass er die erleichterte Einbürgerung durch fal- sche Angaben und Verheim lichung erheblicher Tatsachen erschlichen hat im Sinne von Art. 41 BüG . D ieser Tatbestand w äre in casu im Ü brigen be- reits durch das Verheim lichen der G eburt des zw eiten ausserehelichen Kindes gegenüber den Einbürgerungsbehörden als erfüllt zu betrachten gew esen. 7. D ie angefochtene Verfügung erw eist sich dem nach als rechtm ässig (Art. 49 Vw VG ). D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschw erdeführer die Kos- ten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D iese sind auf Fr. 800.- festzuset- zen (vgl. Art. 2 f. des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kos- ten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) und m it dem am 6. M ärz 2006 geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe zu verrechnen. (D ispositiv nächste Seite)10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 800.- w erden dem Beschw erdeführer aufer- legt und m it dem am 6. M ärz 2006 geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe verrechnet. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (eingeschrieben m it G erichtsurkunde; Akten retour) D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: R uth Beutler Thom as Segessenm ann R echtsm ittelbelehrung: G egen dieses U rteil kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ge- führt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Ju- ni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufas- sen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :