B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6123/2013/was U r t e i l v o m 11 . A u g u s t 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Claudia Cotting-Schalch, Richter Martin Zoller, Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren (…), vertreten durch Hansjörg Trüb, Asylbrücke Zug, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Visum aus humanitären Gründen (Asyl); Verfügung des BFM vom 5. September 2013 / (…). D-6123/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit schriftlichen Eingaben vom 5. Februar, 26. März und 27. April 2009 an die Schweizerische Botschaft in Colombo (nachfolgend Botschaft) e r- suchte die Beschwerdeführerin mit ihren Geschwistern um Asylgewä h- rung und Einreise in die Schweiz. Mit Schreiben der Botschaft vom 8. März 2010 wurde ihr das rechtliche Gehör zum voraussichtlich negat i- ven Entscheid gewährt. Mit Eingabe vom 17. April 2010 nahm sie dazu Stellung. Im Wesentlichen machte sie geltend, sie sei eine Tamilin aus B._______ im Osten Sri Lankas. Ihre Mutter habe in verschied enen Staatsspitälern gearbeitet, sei im September 2007 von unbekannten Per- sonen entführt worden und habe sich n ach 14 Tagen befreien können, worauf sie sich ins Spital von C._______ habe versetzen lassen. Auch dort sei die Mutter bedroht worden, worauf sie mit der Arbeit während neun Monaten aufgehört habe. Im Oktober 2008 seien der Bruder D. der Beschwerdeführerin und ihre Tante mitgenommen und am folgenden Tag wieder freigelassen worden. Im September 2009 habe die Mutter der B e- schwerdeführerin ihre Arbeit in D._______ wieder aufgenommen. Unter dem Vorwand, zu schnell gefahren zu sein, seien der Bruder D. im Fe b- ruar 2009 von der Polizei angehalten und am folgenden Tag auch die Mutter festgenommen worden. Seither würden sich beide in Haft befi n- den. Zur Untermauerung der Vorbringen wurden verschiedene Kopien von Beweismitteln zu den Akten gegeben. B. Mit Verfügung vom 2. Ju ni 2010 wies das BFM das Asylgesuch ab und verweigerte die Einreise der Beschwerdeführerin in die Schweiz. Zur B e- gründung legte es im Wesentlichen dar, dass die Verhaftungen der Mutter und des Bruders D. zwar bedauerlich seien; indessen könne nur dann die Einreise in die Schweiz gewährt werden, wenn mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit von einer akuten Gefährdung der Beschwerdeführerin im Fall eines weiteren Verbleibs in ihrem Heimatland auszugehen sei. Da sie gemäss ihren Aussagen seit der Verhaftung ihrer Mutter persönlich nicht bedroht worden sei sowie bei Freunden und Verwandten gelebt habe, könne nicht davon ausgegangen werden, dass sie aktuell in Sri Lanka ge- fährdet und auf den Schutz der Schweiz angewiesen sei. Aus ihren Aus- sagen, sie sei auf die Unterstützung von Freunden und Verwandten a n- gewiesen und habe den Familienschmuck verpfänden müssen, sei vie l-D-6123/2013 Seite 3 mehr auf wirtschaftliche Probleme zu schliessen, welche indessen trotz der bedauerlichen Situation keinen Grund für die Einreise in die Schweiz darstellten, da diese nicht als Verfolgung im Sinne des Gesetzes gelten würden. Da die Beschwerdeführerin in B._______ lebe und ihrem Schrei- ben vom April 2010 keine aktuellen Verfolgungsmassnahmen entnommen werden könnten, sei der Schluss zu ziehen, dass sie akut nicht gefährdet sei. An dieser Einschätzung vermöchten die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Recht s- kraft. C. Mit Eingabe vom 23. September 2012 ersuchte die Beschwerdeführerin bei der Botschaft erneut um Schutz. Dabei wiederholte sie ihre anlässlic h des ersten Asylgesuchs dargelegten Vorbringen und machte in Ergä n- zung dazu geltend, die Zeugenaussage ihrer Mutter bei der Commission of Inquiry on Lessons Learnt and Reconcilia tion (LLRC) sei im (…) Fern- sehen (E._______) ausgestrahlt worden. Daraufhin s ei die Mutter erneut bedroht worden und depressiv geworden. Am 15. September 2012 sei diese in der Schweiz als Flüchtling anerkannt worden. Am 14. September 2012 seien in ihrer Abwesenheit vier unbekannte Personen an ihrem Wohnort erschienen und hätten nac h ihr und ihren Geschwistern gefragt. Die anwesenden Verwandten – eine Tante und ein Onkel – seien bedroht worden. Am 18. September 2012 um vier Uhr morgens hätten unbekan n- te Personen an die Türe geklopft und ihnen mit einer Bombe gedroht. Weil sie laut geschrien hätten und Nachbarn erschienen seien, hätten sie die Flucht ergriffen mit den Worten, sie wüssten schon, wie sie ihre Mutter zur Rückkehr bringen könnten. Sie hätten diesen Vorfall der Human Rights Commission (HCR) gemeldet. Sie lebe in Angst und f rage sich, ob ihre Tage gezählt seien. Sie bitte um Hilfe aus humanitären Gründen. Der Eingabe lagen mehrere Beweismittel bei. Das Gesuch wurde dem BFM übermittelt mit der Bitte um Mitteilung, ob es sich um ein Wiedererw ä- gungsgesuch oder um ein zweites Asylgesuch handle. Das BFM liess die Botschaft am 19. Oktober 2012 per Mail wissen, dass es sich um neue Vorbringen handle, weshalb diese als neue Eingabe zu bezeichnen sei. Die Beschwerdeführerin müsse einen Antrag auf Ausstellung eines h u- manitären Visums stellen, weil Asylgesuche aus dem Ausland nicht mehr gestellt werden könnten. D. Nachdem die Beschwerdeführerin am 26. April 2013 bei der Botschaft um formlose Ausstellung eines Schengen -Visums aus humanitären Gründen D-6123/2013 Seite 4 ersucht hatte, wurde diese Anfrage von der Botschaft mit Verfügung vom 1. April 2013 abgewiesen mit der Begründung, es sei nicht gewährleistet, dass die Antragsstellerin den Mitgliedstaat vor Ablauf der Visumsfrist wie- der verlassen werde. Die Gesuchsgründe seien nur ungenügend su b- stanziiert worden, und es sei keine unmittelbare Bedrohung ersichtlich. E. Mit Eingabe vom 22. April 2013 erhob die Beschwerdeführerin beim BFM Einsprache gegen die Botschaftsverfügung. Zur Begründung brachte sie vor, sie und ihre drei Geschwister würden sich in einer kritischen Situation befinden und hätten Morddrohungen erhalten. Viele der Familienmitgli e- der seien getötet, entführt, inhaftiert oder gefoltert worden. Ihre Tante sei nach wie vor verschwunden und ihre Mutter habe in die Schweiz fliehen können, weshalb sich di e Bedrohungen nun gegen ihre Kinder, mithin auch gegen sie, gerichtet hätten. Ihre Mutter sei am 17. September 2007 durch Angehörige der TMVP festgenommen worden, habe indessen sp ä- ter freikommen können. Während ihrer Festnahme habe sie viele von Ka- runas Gruppe getötete Menschen gesehen, welche teilweise in die Toilet- tengrube geworfen oder einbetoniert worden seien. Deshalb hätten die Karuna-Leute sie später wieder gesucht. Nach der Flucht der Mutter se i- en am 31. September 2007 (gemeint ist wohl der 30. Sept ember 2007) fünf Mitglieder der TMVP am Wohnort der Beschwerdeführerin und ihrer Geschwister erschienen, hätten alle vier anwesenden Geschwister, we l- che von der Flucht der Mutter noch keine Kenntnis gehabt hätten, mit Waffen bedroht und nach der Mutter gef ragt. Sie seien gezwungen wo r- den, sich zum Büro der TMVP zu begeben, wo man sie während zwei er Tage festgehalten und geschlagen habe. Anschliessend seien sie freig e- lassen worden. Am 8. Oktober 2008 seien sie morgens um drei Uhr von 20 Angehörigen der TMVP an ihrem Wohnort aufgesucht und zum Haus der Tante geführt worden. Dort seien der Bruder D. der Beschwerdeführe- rin und ihre Tante von ihnen getrennt weggebracht worden. Nachdem man die beiden unter Schlägen über den Verbleib der Mutter der B e- schwerdeführerin gefragt habe, seien sie um acht Uhr freigelassen wo r- den. Am 20. Februar 2009 sei der Bruder D. der Beschwerdeführerin an einem Checkpoint von der Polizei angehalten und festgehalten worden. Auch er sei – im Zusammenhang mit Fragen nach seiner Mutter – ge- schlagen worden. Er habe zugeben müssen, dass seine Mutter im Spital von D._______ arbeite, worauf diese dort am folgenden Tag festgeno m- men worden sei. Auf Geheiss der Polizei habe sie ihre Kinder darüber t e- lefonisch orientiert. In der Folge hätten die Be schwerdeführerin und ihre Geschwister das IKRK eingeschaltet. IKRK -Angehörige hätten den Br u-D-6123/2013 Seite 5 der D. in Haft besucht und festgestellt, dass er geschlagen worden sei, worauf die Beschwerdeführerin bei der Menschenrechtskommission Kl a- ge eingereicht habe. Am 18. April 2009 sei die Tante der Beschwerdefüh- rerin in einem weissen Van entführt worden. Seither sei sie verschwu n- den. Die Mutter habe man in verschiedenen Gefängnissen festgehalten, geschlagen und erst am 22. Dezember 2010 freigelassen. Während der Inhaftierung der Mutter seien die drei frei gebliebenen Geschwister – dar- unter auch die Beschwerdeführerin – zehn Mal innerhalb von eineinhalb Monaten aufgefordert worden, die Mutter in Gefangenschaft zu überze u- gen, ein Dokument zu unterzeichnen, gemäss welchem diese nicht von der TMVP entführt worden sei, sondern Angehörige der LTTE sei. Dies habe die Mutter aber stets verweigert. Man habe ihnen auch nahegelegt, der Mutter klar zu machen, dass sie die Entführung beim Gericht nicht erwähnen dürfe. Am 27. März 2011 habe die Mutter bei der LLRC eine Erklärung abgegeben. Aus diesem Grund würden die Beschwerdeführerin und ihre Geschwister auch heute noch von Angehörigen des Criminal In- vestigation Departments ( CID) aufgesucht. Man wolle sie zerstören. Nachdem die Beschw erdeführerin und ihre Geschwister die Mutter am 15. September 2012 auf den Flughafen begleitet hätten, seien vier unb e- kannte Personen bei ihren Verwandten erschienen und hätten – unter Schlägen – nach ihrem Aufenthalt gefragt. Zwei Tage später hätten unbe- kannte Leute versucht, nachts um drei Uhr in ihr Haus einzudringen. Sie hätten ihnen gedroht, eine Bombe zu werfen, worauf sie – die vier G e- schwister und die Ehefrauen der beiden Brüder – so laut geschrien hä t- ten, dass sie verschwunden seien. Als die Beschw erdeführerin und ihre Schwester am 19. September 2012 bei der Menschenrechtskommission hätten eine Klage einreichen wollen, habe man sich dort geweigert, eine solche entgegenzunehmen mit der Begründung, dafür sei die Polizei z u- ständig. Dorthin seien die Sc hwestern aber nicht gegangen. Im Deze m- ber 2012 sei in Abwesenheit der Geschwister die Haustüre eingeschlagen worden. Am 8. Januar 2013 seien zwei Angehörige des Terrorist Investi- gation Departments (TID) am Wohnort der Geschwister vorbeigekommen, hätten die Beschwerdeführerin und ihre Schwester nach ihrer Mutter und danach, wer ihr zur Ausreise in die Schweiz verholfen habe, gefragt, hä t- ten Dokumente über die Inhaftierung ihrer Mutter und ihres Bruders g e- zeigt und ihre Personalien aufgenommen. Am 13. Januar 2013 seien zwei unbekannte Personen auf einem Motorrad am Wohnort vorbeigekommen, hätten den Anwesenden gesagt, die Mutter könne problemlos in Sri La n- ka leben und hätten ihnen mit dem Tod gedroht für den Fall, dass die Mut- ter nicht zurückkomme. Am 16. Januar 2013 seien ein Korporal und ein Soldat der sri -lankischen Armee in der Schule, in welcher der Bruder E. D-6123/2013 Seite 6 der Beschwerdeführerin als (...) arbeite, vorbeigekommen, hätten gefragt, wann er nach B._______ gehe, was die Mutter der Beschwerdeführerin mache und ob der Bruder E. für die Aktion gegen den Hunger arbeite. Sie hätten viele Details gekannt und gesagt, der Bruder E. der Beschwerde- führerin solle nichts gegen den Staat sagen, wenn er doch für die Reg ie- rung arbeite. Auch am 20. Januar 2013 hätten wieder zwei Männer auf einem Motorrad gefordert, dass die Mutter der Beschwerdeführerin z u- rückkomme. Als sich die Beschwerdeführerin mit ihren Geschwistern und den Ehefrauen der Brüder am 12. März 2013 bei Verwandten aufgehalten habe, hätten früh morgens um zwei Uhr Unbekannte in deren Haus ei n- brechen wollen, worauf sie mit ihrem lauten Geschrei die Einbrecher ve r- trieben hätten. Die Tante habe eine Anzeige bei der Polizei erstattet. Die Polizei habe bei einer B esichtigung festgestellt, dass ein Metallteil aus dem Fenster entfernt worden sei. Bereits früher, a m 14. Februar 2013 , seien ein Korporal und ein Soldat am Arbeitsplatz des Bruders E. der Be- schwerdeführerin vorbeigekommen und hätten genau verifizieren wol len, ob dieser dort arbeite und wo er lebe. Am 16. Februar 2 013 sei ein Pol i- zist am Wohnort, wo sich die Schwester der Beschwerdeführerin und eine der Ehefrauen der Brüder aufgehalten hätten, erschienen. Er habe ihnen gesagt, dass sie nirgends hinge hen dür ften und Fotokopien der Ident i- tätskarten verlangt, was sie verweigert hätten. Sie hätten bloss deren Nummern bekannt gegeben. Am 24. Februar 2013 seien ein ihnen b e- kannter Polizist des CID und ein ihnen nicht bekannter Polizist des TID am Wohnort erschiene n, hätten sämtliche Telefonnummern der mobilen Telefone aufgenommen, ihnen verboten, irgendwohin zu gehen und ve r- langt, dass ihre Mutter nach Sri Lanka zurückkomme. Seither würden sie von Agenten des CID immer wieder Drohtelefonate erhalten. Am 14. März 2013 seien zwei Polizisten gekommen, hätten einen Brief abgegeben und verlangt, dass sie zwei Tage später beim TID in F._______ erscheinen müssten. Dieser Aufforderung seien sie aus Angst nicht nachgekommen. Am 17. März 2013 seien zwei unbekannte Personen am Wohnort der Be- schwerdeführerin und ihrer ebenfalls anwesenden Schwester erschienen und hätten ihnen vorgeworfen, nicht zur Befragung erschienen zu sein. Sie hätten auf der Strasse gewartet, bis die beiden Brüder der Beschwe r- deführerin nach Hause gekommen seien. Unter dem Vorwurf, nicht zur Befragung erschienen zu sein, habe man ihnen in Aussicht gestellt, man werde sie ohne Spuren zu hinterlassen vernichten, sollte ihre Mutter nicht nach Sri Lanka zurückkommen. Da sie während zwei er Tage intensiv überwacht worden seien, hätten sie sich nirgendwohin begeben. Ausse r- dem habe man von ihnen verlangt, jede Ortsveränderung anzukündigen und niemandem von diesem Besuch zu berichten. Zwei Tage später hä t-D-6123/2013 Seite 7 ten sie bemerkt, dass die beiden Polizisten nicht mehr vor Ort g ewesen seien, weshalb sie durch den Hinterausgang des Hauses geschlichen und jeder von ihnen an einen anderen Ort gegangen seien. Seither wü r- den sie nicht mehr an ihrem Wohnort leben, sondern jeder versteckt an einem anderen Ort bei Freunden und Verwandten. Am folgenden Tag hät- ten vier Soldaten in der Schule, in welcher der Bruder E. der Beschwer- deführerin arbeite, überprüft, ob er dort erschien sei. Sie hätten ihn da r- über befragt, warum und wie seine Mutter in die Schweiz gereist sei. Da sich das Armeecamp neben der Schule befinde, werde täglich überwacht, ob der Bruder E. der Beschwerdeführerin dort erscheine. Sei dies nicht der Fall, würden die anderen (...) nach ihm befragt. Der Bruder habe viele freie Tage genommen und überlege sich, nicht mehr an diese r Schule zu arbeiten. Der Gebietsverantwortliche habe über die Beschwerdeführerin und ihre Geschwister mehrmals der Armee und dem TID Auskunft geben müssen. Die Schwester der Beschwerdeführerin und ihr Bruder E. hätten inzwischen die Telefonnummer gewechse lt. Die Beschwerdeführerin sel- ber und ihr Bruder D. würden nach wie vor Drohtelefonate erhalten. Von ihrer Tante hätten sie zudem erfahren, dass Unbekannte nach ihnen suchten. Sie würden ständig in Angst leben, entführt, gefoltert und getötet zu werden. Di e Beschwerdeführerin und ihre Schwester würden sich z u- dem vor einer Vergewaltigung durch Angehörige des CID, des TID oder durch Unbekannte fürchten. An ihrem Wohnort würden nach wie vor A n- gehörige des CID vorbeikommen und die Tante belästigen. Die Situatio n belaste sie sehr, so dass sie nicht mehr in Ruhe schlafen könnten und ständig Angst hätten, sich an einen andern Ort zu begeben. Für sie sei klar, dass die Gefahr, in welcher sie stünden, im Zusammenhang mit der Zeugenaussage ihrer Mutter vor der LLRC st ehe. Es sei sicher, dass die TMVP , die Polizei, der CID und der TID sie deswegen töten würden, weil ihre Mutter in der Schweiz nicht greifbar sei. Man verlange von ihrer Mu t- ter, die Zeugenaussage zurückzuziehen. Da sie in Sri Lanka keinen s i- cheren Ort für sich finden könnten und sich ihre Mutter in der Schweiz be- finde, würden sie um Erteilung von humanitären Visa ersuchen. Der Ei n- gabe lagen zahlreiche Kopien von Beweismitteln bei. F. Die Einsprache der Beschwerdeführerin wurde mit Schreiben der Bo t- schaft vom 29. April 2013 zusammen mit einem am 26. April 2013 ausge- füllten, offiziellen Antragsformular für ein Schengenvisum dem BFM übermittelt. D-6123/2013 Seite 8 G. Mit Schreiben vom 5. Juli 2013 wurde das Gesuch von der federführe n- den Sektion Sri Lanka/Asien des BFM an die Sektio n Deutsche Schweiz 2 (Zulassung Aufenthalt) mit der Bitte um eine Befragung der Geschwister durch die Botschaft übermittelt, weil eine allfällige Gefährdung der G e- schwister gestützt auf die bestehende Aktenlage nicht einzuschätzen sei. H. Am 8. Juli 2013 wu rde die Botschaft um eine nochmalige kurze Überpr ü- fung und eine Stellungnahme zu den vorgebrachten Gründen sowie um Mitteilung allfälliger neuer Erkenntnisse seit der Visumserteilung gebeten. I. Mit Schreiben vom 15. Juli 2013 stellte die Botschaft fest, das s aufgrund der eingereichten Unterlagen an der am 19. März 2013 vorgenommenen Einschätzung festgehalten werde. In Ergänzung dazu wurde beigefügt, dass die Familie zwar aufgrund des Bürgerkrieges etliche Opfer zu b e- klagen habe, was indessen nicht zu einer u nmittelbaren Gefährdung füh- re, auch wenn sich die im Heimatland verbliebenen Familienmitglieder als Folge des Todes ihrer Angehörigen stärker exponiert fühlten. Es seien kaum Fälle von Reflexverfolgung bekannt, bei welchen ein weiterer Verbleib in Sri Lanka als unzumutbar zu betrachten wäre. Vorliegend feh- le es auch an der nötigen Intensität der geltend gemachten Verfolgung s- massnahmen. Zudem sei bekannt geworden, dass die Regierung Sri Lankas Personen mit Kontakten zur Diaspora und Verwandte von Zeugen von Kriegsverbrechen eingeschüchtert habe, um die im Ausland lebenden Personen mundtot zu machen. Interessant sei auch, dass sich die auf den 20. (recte: 22.) April 2013 datierte Einsprache auf Vorfälle beziehe, welche sich am 20. März 2013 ereignet haben soll ten und somit fast zeit- gleich seien mit der Verabschiedung der Resolution des Menschenrechts- rates der Vereinten Nationen (UNO) anlässlich der 25. Sitzungsperiode. J. Mit Übermittlungsschreiben vom 29. August 2013 leitete die Botschaft ei- ne weitere Eingabe der Beschwerdeführerin und ihrer Geschwister vom 12. August 2013 an das BFM weiter. Danach sei der Grossmutter der Be- schwerdeführerin eine weitere Vorladung der Geschwister zur TID in F._______ übergeben worden. Da sie im Zeitpunkt des Eintreffens dieser Vorladung nicht an ihrem Wohnort gewesen seien, habe man der Gros s- mutter gedroht, Aus Angst hätten sie die Vorladung nicht befolgt. Sie könnten nicht an ihrem Wohnort leben und sich nicht frei bewegen. Sie D-6123/2013 Seite 9 hätten kein friedvolles Leben und seien verwirrt, was sie tun sollten. Der Eingabe lag die Kopie einer Vorladung und deren Übersetzung in die eng- lische Sprache bei. K. Mit Verfügung vom 5. September 2013 – eröffnet über die Botschaft am 28. September 2013 – wies das BFM die Einsprache der Beschwerdefüh- rerin vom 22. April 2013 gestützt auf Art. 6 Abs. 2 bis AuG (SR 142.20) ab und legte ihr die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 150. - auf, welche es mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnete. Zur Begründung wurde dargelegt, dass weder die Bestimmungen des Schengen-Assoziierungs-Abkommens noch die schweizerische Recht s- ordnung einen Anspruch auf Einreise oder einen solchen auf Erteilung e i- nes Visums gewährten. Für die Erteilung eines bewilligungsfreien Aufen t- halts müssten die in Art. 32 Visakodex (Amtsblatt der Europäischen Union [ABl.] L 243 vom 15. September 2009) in Verbindung mit Art. 12 der Ve r- ordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und Visumserteilung (VEV, SR 142 204) vorgesehenen Voraussetzungen erfüllt sein. Gestützt auf diese gesetzlichen Grundlagen könne ein Visum verweigert werden, wenn der Aufenthaltszweck und die Umstände des Aufenthalts für einen vorübergehenden, höchstens drei Monate dauernden Aufenthalt in der Schweiz und im Schengenraum nicht genügend belegt würden und die gesuchstellende Person deshalb nicht hinreichend Gewähr für eine fris t- gerechte Rückkehr und Ausreise aus der Schweiz und dem Schenge n- raum zu bieten vermöge. Die Beschwerdeführerin stamme aus einer R e- gion, aus welcher als Folge der dort insbesondere in wirtschaftlicher Hin- sicht herrschenden Verhältnisse der Zuwanderungsdruck nach wie vor stark anhalte. Insbesondere jüngere Menschen wünschten sich günstig e- re Lebensbedingungen und würden für eine bessere Zukunft versuchen ins Ausland – vor allem nach West- und Mitteleuropa und in die Schweiz – zu gelangen. Besonders stark zeige sich dieser Trend dort, wo sich im Ausland bereits ein Beziehungsnetz von Freunden und Verwandten b e- finde. Aufgrund der restriktiven Zulassungsregelung würden in der Schweiz auch ausländerrechtliche Bestimmungen umgangen. Von dieser generellen Einschätzung könne nur abgewichen werden, wenn die betref- fende Person Verpflichtungen, welche über das übliche Mass hinausgi n- gen, zu erfüllen habe. Dabei sei das persönliche Umfeld in Betracht z u ziehen. Aus den Visumsunterlagen ergebe sich, dass die Beschwerdefüh- rerin nicht verheiratet sei und keine Kinder habe. Aus den Akten des Asyl- verfahrens sei zudem ersichtlich, dass sie im damaligen Zeitpunkt keiner D-6123/2013 Seite 10 geregelten Arbeit nachgegangen sei. Somit sei davon auszugehen, dass keine ausserordentliche berufliche oder gesellschaftliche Umstände, g e- stützt auf welche das Risiko einer anstandslosen Wiederausreise als g e- ring zu betrachten sei, vorlägen; ebensowenig liessen sich den Akten humanitäre Gründe, die eine Einreise in die Schweiz trotzdem als zwi n- gend notwendig erscheinen liessen, entnehmen (Art. 2 Abs. 4 VEV). D a- von könnte ausgegangen werden, wenn die Beschwerdeführerin im He i- matland unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und Leben gefährdet wäre und sich deshalb in einer Notlage befände, die ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich machen würde. Dies sei etwa bei kriege- rischen Ereignissen oder einer Situation unmittelbarer individueller G e- fährdung der Fall. Vorliegend sei aus den Akte n indessen keine unmitte l- bare, ernsthafte und konkrete Gefährdung an Leib und Leben ersichtlich, die einen weiteren Verbleib in Sri Lanka als unzumutbar erscheinen la s- se. Die von der Beschwerdeführerin dargelegten Vorfälle und Befürchtun- gen, von staatliche n Verfolgungsmassnahmen betroffen zu sein, ve r- möchten keine entsprechende Gefährdung zu begründen. Damit erfülle sie die erwähnten Voraussetzungen zur Erteilung des beantragten V i- sums nicht. Die Botschaft habe somit die Erteilung des Visums zu Recht verweigert, weshalb die Einsprache abzuweisen sei. L. Mit Beschwerde vom 28. Oktober 2013 an das Bundesverwaltungsgericht beantragte die Beschwerdeführerin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Ausstellung eines humanitären Visums und eventualiter die Anweisung zuhanden der Vorinstanz, das Gesuch neu zu beurteilen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Beizug des Dossiers der Mutter für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde, um Einsicht in die fehlenden Aktenstücke und um Gewährung der u nentgeltlichen Prozessführung unter Einschluss des Verzichts auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Zur Begründung machte sie geltend, dass ihr Gesuch und dasjenige ihres Bruders E. sowie allfällig weitere Akten des Dossiers nicht zugestellt wo r- den seien. Da die Mutter der Beschwerdeführerin ausserdem anlässlich ihres Asylgesuchs Aussagen zur Reflexverfolgung ihrer Kinder zu Prot o- koll gegeben und zahlreiche Beweismittel eingereicht habe, werde um Beizug dieses Dossiers ersucht. Die Beschwerdeführerin sei unter Druck gesetzt worden, ihre Mutter zum Widerruf ihrer Aussagen zu bewegen. Obwohl sie im Jahr 2010 oder 2011 ein Asylgesuch eingereicht habe, sei über dieses offensichtlich noch nicht entschieden worden. Da die B e-D-6123/2013 Seite 11 schwerdeführerin im Versteckten l eben müsse, habe ihr Rechtsvertreter bis heute noch nicht klären können, ob dieses tatsächlich noch nicht en t- schieden worden beziehungsweise wie der Verfahrensstand sei. Sollte das Asylgesuch noch hängig sein, stelle sich die Frage, ob das nunmehr eingereichte Gesuch um ein humanitäres Visum sinnvoll sei. Auf jeden Fall dürfe im Fall der Beurteilung eines humanitären Visums das Erme s- sen nicht enger gefasst werden als bei der asylrechtlichen Einreisebewi l- ligung. Da die Beschwerdeführerin seit mehreren Jahren auf einen En t- scheid über ein Einreisegesuch warte, sei das Stellen eines Visumsg e- suchs sinnvoll. Der Entscheid darüber habe innert 60 Tagen zu erfolgen. Beim humanitären Visum könne nicht erwartet werden, dass die Wiede r- ausreise gesichert erscheine, wesha lb die Vorinstanz das Argument der nicht wahrscheinlichen anstandslosen Wiederausreise zu Unrecht vorg e- bracht habe. Zwar sei im Visumsgesuch die eigene Gefährdung wenig klar formuliert worden. Demgegenüber sei in der Einsprache vom 22. A p- ril 2013 ausführlich dargelegt worden, welche Gefährdung der Beschwe r- deführerin drohe und dass sie nur noch im Versteckten leben könne. O f- fensichtlich habe die Vorinstanz diese Einsprache nicht in ihre Beurteilung einfliessen lassen. Vielmehr habe sie diese ignoriert und da mit das recht- liche Gehör verletzt. Auf jeden Fall habe sie die Begründungspflicht ve r- letzt, weil dem Einspracheentscheid keine Hinweise darauf entnommen werden könnten, welchen Sachverhalt sie diesem Entscheid zugrunde l e- ge und weshalb sie die Gefährdung v erneine. Angesichts dieser eklatan- ten Verfahrensmängel sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen mit der Aufforderung zu einer neuen Entscheidung. Da die Beschwerd e- führerin indessen eine akute Gefährdung geltend mache, sei es im Int e- resse eines raschen Entscheides zu begrüssen, wenn das Bundesverwal- tungsgericht in der Sache selber entscheide und die Verfahrensmängel als geheilt betrachte. M. Am 11. November 2013 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde. N. Mit Zwischenverfügung v om 11. November 2013 wurde das BFM aufg e- fordert, einen Beleg über die Eröffnung der angefochtenen Verfügung zu den Akten zu reichen. D-6123/2013 Seite 12 O. Mit Eingabe vom 21. November 2013 wurde die Empfangsbestätigung im Original nachgereicht. P. Mit Zwischenverfügung vom 5. De zember 2013 wurde der Beschwerd e- führerin mitgeteilt, dass ihr Dossier mit denjenigen ihrer Geschwister k o- ordiniert behandelt werde und die Akten des Dossiers ihrer Mutter zur Beurteilung herangezogen w ürden. Es wurde ihr zudem mitgeteilt, dass das BFM mit Verfügung vom 2. Juni 2010 ihr Asylgesuch aus dem Au s- land entschieden habe und dass dieser Entscheid mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen sei. Der Entscheid über das Gesuch um Gewä h- rung der unentgeltlichen Prozessführung wurde auf einen späteren Zei t- punkt verschoben, und einstweilen wurde kein Kostenvorschuss verlangt. Das Dossier wurde dem BFM zur Behandlung des Akteneinsichtsges u- ches zugestellt und das Gesuch um Ansetzung einer Frist wurde unter Hinweis auf Art. 32 Abs. 2 VwVG abgewiesen. Das BFM w urde ausser- dem zur Vernehmlassung eingeladen. Q. Mit Eingabe vom 9. Dezember 2013 teilte der Rechtsvertreter mit, dass er den Abschluss des Asylverfahrens der Beschwerdeführerin zur Kenntnis nehme. Der Eingabe wurde eine Vollmacht beigelegt. R. Mit Verfügung vom 19. Dezember 2013 gewährte das BFM der B e- schwerdeführerin Einsicht in die noch fehlenden Akten. S. In seiner Vernehmlassung vom 20. Dezember 2013 hielt das BFM vollum- fänglich an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Es legte dar, es seien keine Elemente vorgebracht worden, die nicht bereits Gegenstand seines Entscheides gewesen seien. Zudem habe eine nochmalige Rückfrage bei der Botschaft keine neuen Erkenn t- nisse ergeben. T. Am 7. Januar 2014 wurde die Vernehmlassung der Beschw erdeführerin ohne Replikrecht zur Kenntnis gebracht. U. Mit Zwischenverfügung vom 21. Januar 2014 wurde das BFM gebeten, D-6123/2013 Seite 13 den in der Vernehmlassung erwähnten Mailverkehr mit der Botschaft zu dokumentieren. V. Mit Schreiben vom 3. Februar 2014 wurden die Mailkop ien vom BFM zu den Akten gegeben. W. Mit Zwischenverfügung vom 11. Februar 2014 wurde der Beschwerdefüh- rerin der Mailverkehr zwischen dem BFM und der Botschaft zur Kenntnis gebracht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beu rteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer in Art. 33 VGG aufg e- führten Behörde erlassen wurden . Darunter fallen unter anderem Verf ü- gungen beziehungsweise Einspracheentscheide des BFM, mit denen die Erteilung eines Visums verweigert wird. In dieser Materie entscheidet das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, rich- tet sich d as Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG). 1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur B e- schwerde berechtigt. Auf die frist - und formgerecht eingereichte B e- schwerde ist somit einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des E r- messens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 49 VwVG). D-6123/2013 Seite 14 3. 3.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf E r- teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht verpflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBL 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1). 3.2 Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer sri -lankischen Staatsangehörigen um Erteilung eines humanitären Visums zugrunde. Die im AuG und seinen Ausführungsbestimmungen enthaltenen Regelun- gen über das Visumsverfahren und über die Ein - und Ausreise gelangen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen -Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 bis 5 AuG). 3.3 Angehörige von Staaten, die nicht Teil des Sche ngen-Raumes sind (sog. Drittstaaten), benötigen zur Einreise in die Schweiz beziehungswe i- se den Schengen-Raum für einen Aufenthalt von höchstens drei Monaten gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berechtigen, und ein V i- sum, sofern dieses erforderl ich ist. Im Weiteren müssen Drittstaat enan- gehörige den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. N a- mentlich haben sie zu belegen, dass sie den Schengen -Raum vor Ablauf der Gül tigkeitsdauer des beantragten Visums wieder verlassen bezi e- hungsweise Gewähr für ihre fristgerechte Wiederausreise bieten. Ferner dürfen Drittstaat enangehörige nicht im Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaates darstellen (vgl. zum Ganzen: Art. 5 Abs. 1 und Abs. 2 AuG; Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Schengene r Grenzkodex [SGK], ABl. L 105 vom 13.April 2006, S. 1-32 [geändert durch Art. 2 der Verordnung {EU} Nr. 265/2010 vom 25. März 2010, ABl. L 85 vom 31.März 2010, S. 1 -4]; Art. 14 Abs. 2 Bst. a -c und Art. 21 Abs. 2 Visakodex, ABl. L 243 vom 15. September 2009, S. 1-58). 3.4 Sind die Voraussetzungen für die Ausstellung eines für den gesamten Schengen-Raum geltenden Visums nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen D-6123/2013 Seite 15 ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilt werden. Unter ande- rem kann der betreffende Mitglie dstaat von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, wenn er dies aus humanitären Gründen, aus Gründen des nat i- onalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen für erfo r- derlich hält (vgl. Art. 2 Abs. 4 und Art. 12 Abs. 4 VEV, Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; ebenso Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin macht in formeller Hinsicht geltend, dass das rechtliche Gehör und die Begründungspflicht verletzt worden sei en, weil das BFM ihre Einsprache, in welcher sie ihre Vorbringen genauer ausg e- führt habe, ignoriert habe und dem Einspracheentscheid keine Hinweise darauf entnommen werden könnten, welchen Sachverhalt diesem En t- scheid zugrunde gelegt und weshalb die geltend gemachte Gefährdung verneint werde. Unter diesen Umständen sei die angefochtene Verfügung infolge Verletzung von formellen Vorschriften an die Vorinstanz zu rück- zuweisen. 4.2 Diese verfahrensrechtlichen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allen- falls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 4.3 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bunde s- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]; Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 und Art. 29 AsylG) ergibt sich, dass Asylsuchenden das Recht zur Äusserung (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG) sowie die Möglichkeit, Einfluss auf die Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts zu nehmen, zu gewähren ist. Im Verwaltungsverfahren im Allgemeinen und im Asylverfahren im Besonderen gilt zudem der Un - tersuchungsgrundsatz. Danach stellt die Behörde den rechtserhebli chen Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG; vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Die Bestimmung von Art. 13 VwVG b e- schränkt den Untersuchungsgrundsatz und hält fest, dass die Par teien verpflichtet sind, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken. Eine im Vergleich zum Verwaltungsverfahren verstärkte Mitwirkungspflicht ist in Art. 8 AsylG vorgesehen und detailliert umschrieben. Dahinter steckt der Grundgedanke, dass die zuständige Behörde den S achverhalt nicht selber ermitteln muss, wenn ein Asylsuchender die erforderliche Mitwi r- kung verweigert. Ausserdem haben die verfügenden Behörden ihrer Pflicht zur Begründung in genügender Weise nachzukom men, was b e- deutet, dass sie die Gesuchsteller tatsächlich hört, ihre Vorbringen sorg-D-6123/2013 Seite 16 fältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung soll dem Betroffenen ermög- lichen, den Ents cheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten, was nur der Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmi t- telinstanz über die Trag weite des Entscheides ein Bild machen können, wobei sich die verfügende Behörde allerdings nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein wand auseinan- dersetzen muss, son dern sich auf die wesentlichen Ge sichtspunkte be- schränken kann. Die Begründungsdichte richtet sich dabei nach dem Ver- fügungsgegenstand, den Verfahrensumstä nden und den Interessen des Betroffenen (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2 S. 674 f. mit weiteren Hinweisen). 4.4 Vorliegend ergibt sich aus der angefochtenen Verfügung vom 5. Sep- tember 2013, dass das BFM den Umständen entsprechend hinreichend und genügend ausführlich dargelegt hat, warum es die Einsprache der Beschwerdeführerin abweist. Zwar werden in dieser Verfügung auch die gesetzlichen Grundlagen, auf welche der Entscheid beruht, aufgeführt und in allgemeiner Weise erklärt; indessen ist aus dem gesamten Z u- sammenhang ersichtlich, dass das BFM zum Schluss kommt, die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Gesuchsgründe seien offensicht- lich nicht als konkrete Gefährdung zu sehen, gestützt auf welche ein Schengen-Visum beziehungsweise ein Visum aus humanitären Grü nden zu erteilen sei. Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen (betreffend materielle Beurteilung der Vorbringen) ergibt, wurde der Sachverhalt von der Vorinstanz in rechtsgenüglicher Weise erstellt, um die Vorbringen der Beschwerdeführerin einer Entscheidung zuführen zu können, was gegen die Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes spricht . Auch wenn das BFM in seiner knappen – aber vorliegend durchaus genügenden – Be- gründung die Vorbringen de r Beschwerdeführerin nicht ausdrücklich i m Detail erwähnt hat, vermag die Begründung des BFM zu überzeugen, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden. Entgegen der in der B e- schwerde vertretenen Meinung kann unter diesen Umständen nicht der Schluss gezogen werden, das BFM habe die Einsprache der Beschwe r- deführerin ignoriert. Vielmehr lässt sich aus der knappen Begründung des BFM entnehmen, dass die in dieser Einsprache aufgeführten Vorbringen offensichtlich nicht zu einer Visumsgewährung zu führen vermögen, we s- halb sich das BFM nicht veranlasst sah, detaillierter da rauf einzugehen, zumal dies am Ergebnis nichts geändert hätte. Aus dem Gesamtzusa m- menhang ist ferner auch zu schliessen, dass das BFM seiner Entsche i- dung den in der Einsprache geltend gemachten Sachverhalt zugrunde D-6123/2013 Seite 17 legte, weil den Akten kein anderer zu ent nehmen ist. Unter diesen U m- ständen verfängt auch das Argument, es sei nicht ersichtlich, welcher Sachverhalt der Entscheidung zugrunde gelegt worden sei, nicht. Aus der Tatsache, dass eine mehrseitige Beschwerde mit einer materiellen Ausei- nandersetzung des Sachverhalts eingereicht wurde, lässt sich schlies s- lich der Schluss ziehen, dass offensichtlich auch eine den gesetzlichen Anforderungen genügende Anfechtung möglich war. Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes liegt somit nicht vor. 5. 5.1 Das BFM begründete seinen Einspracheentscheid damit, dass die schweizerische Auslandvertretung den Visumsantrag der Beschwerdefüh- rerin abgewiesen habe, da ihre fristgerechte Wiederausreise nach Ablauf des Visums als nicht hinreichend gesichert erachtet wor den sei. Es lägen auch keine humanitären Gründe vor, die eine Einreise in die Schweiz als zwingend notwendig erscheinen liessen. Dies wäre nur dann der Fall, wenn bei einer Person offensichtlich davon ausgegangen werden müsse, sie sei im Heimat - oder Herkunftsstaat an Leib und Leben gefährdet. Sie müsse sich in einer besonderen Notsituation befinden, die ein behördl i- ches Eingreifen zwingend notwendig mache. Dies könne bei akuten kri e- gerischen Ereignissen oder einer Situation unmittelbarer Gefährdung der Fall sein. Die Beschwerdeführerin habe ihren Gesuchsgründen das Asy l- gesuch ihrer Mutter in der Schweiz zugrundegelegt. Aus den eingereic h- ten Unterlagen sei indessen keine unmittelbare, ernsthafte und konkrete Gefährdung an Leib und Leben ersichtlich, die einen weiteren Verbleib im Heimatland als unzumutbar erscheinen lasse. Weder die vorgebrachten Vorfälle noch die Befürchtungen, von staatlichen Verfolgungsmassna h- men betroffen zu sein, vermöchten eine entsprechende Gefährdung zu begründen, welche ein behördlic hes Eingreifen zwingend erforderlich machen und die Erteilung eines Einreisevisums rechtfertigen könne. Folg- lich erfülle die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen zur Erteilung des beantragten Visums nicht. 5.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, aus de r Einsprache vom 22. April 2013 ergebe sich detailliert, dass und warum die Beschwerd e- führerin nur noch im Versteckten leben könne. 5.3 Der Einsprache der Beschwerdeführerin vom 22. April 2013 gegen die Botschaftsverfügung ist zu entnehmen, dass sie um Ertei lung eines h u- manitären Visums ersucht, weil sie in ihrem Heimatland gefährdet sei. Sie legte am Schluss ihrer Eingabe ausdrücklich dar, sie bitte das BFM, ihr D-6123/2013 Seite 18 ein humanitäres Visum auszustellen. Das BFM indessen hat in der ang e- fochtenen Verfügung auch geprüft, ob die Voraussetzungen zur Erteilung eines Schengenvisums erfüllt sind. In der Beschwerde vom 28. Oktober 2013 wird gerügt, dass angesichts der dargelegten Gefährdung das E r- fordernis der gesicherten Wiederausreise im Fall der Erteilung eines h u- manitären Visums keine entscheidende Rolle spielen könne, weil im A n- schluss an die dreimonatige Frist im Fall einer immer noch bestehenden Gefährdung ein Asylgesuch gestellt werden müsse, sollte das früher ei n- gereichte Asylgesuch nicht mehr hängig sein. Das Argum ent der nicht wahrscheinlichen anstandslosen Wiederausreise sei somit zu Unrecht für die Ablehnung des Visums vorgebracht worden. 5.4 Angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin eine Gefäh r- dung ihrer Person als Grund für das Ersuchen um Erteilung ei nes huma- nitären Visums angibt, beschränkt sich das Bundesverwaltungsgericht nachfolgend auf die Prüfung der Frage, ob das BFM zu Recht die Bewill i- gung eines Visums aus humanitären Gründen abgelehnt hat. Auf die vom BFM gleichzeitig vorgenommene Prüfung , ob die Voraussetzungen zur Erteilung eines Schengenvisums erfüllt sind, sowie deren Ergebnis wird in der Rechtmitteleingabe nicht Bezug genommen, weshalb sich entspr e- chende Ausführungen erübrigen. 6. 6.1 Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wu r- den unter anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asy l- gesuchen aus dem Ausland aufgehoben. Da im Einzelfall jedoch nicht ausgeschlossen werden kann, dass Personen, d ie Schutz vor asylrechtli- cher Verfolgung suchen, bei den schweizerischen Vertretungen vorspr e- chen und um die Einreise in die Schweiz ersuchen, wurde die Möglichkeit geschaffen, aus humanitären Gründen und mit Zustimmung des BFM ein Einreisevisum zu erteile n (vgl. Art. 2 Abs. 4 VEV [in Kraft getreten am 1. Oktober 2012]). Sobald sich der Inhaber eines Visums aus humanit ä- ren Gründen in der Schweiz befindet, muss er ein Asylgesuch einreichen. Falls er das unterlässt, hat er die Schweiz nach drei Monaten wieder zu verlassen. 6.2 Ein Visum aus humanitären Gründen kann erteilt werden, wenn bei einer Person aufgrund des konkreten Einzelfalls offensichtlich davon aus- gegangen werden muss, dass sie im Heimat - oder Herkunftsstaat unmit- telbar, ernsthaft und konkret an Lei b und Leben gefährdet ist. Die betro f-D-6123/2013 Seite 19 fene Person muss sich in einer besonderen Notsituation befinden, die ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich macht und die Erteilung e i- nes Einreisevisums rechtfertigt. Dies kann etwa bei akuten kriegerischen Ereignissen oder bei einer aufgrund der konkreten Situation unmittelb a- ren individuellen Gefährdung gegeben sein. Das Gesuch ist unter B e- rücksichtigung der aktuellen Gefährdung, der persönlichen Umstände der betroffenen Person und der Lage im Heimat - oder Herkunftsland sorgfäl- tig zu prüfen. Befindet sich die Person bereits in einem Drittstaat, ist in der Regel davon auszugehen, dass keine Gefährdung mehr besteht. Die Einreisevoraussetzungen sind somit beim Visumsverfahren noch restrikti- ver als bei den Ausland gesuchen, bei denen Einreisebewilligungen nur sehr zurückhaltend erteilt wurden (vgl. Botschaft des Bundesrates vom 26. Mai 2010 zur Änderung des Asylgesetzes, BBl 2010 4455, insbeso n- dere 4467 f., 4471 f. und 4490 f.; Weisung des BFM vom 28. September 2012 betreffend Visumsantrag aus humanitären Gründen [zu finden auf der Internetseites des BFM]; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E- 6862/2013 vom 31. Dezember 2013 E. 4.3). 6.3 Aufgrund der vorliegenden Akten ergibt sich, dass die Beschwerd e- führerin eine Ref lexverfolgung geltend macht, weil ihre Mutter vor der LLRC über die von ihr geltend gemachte Verfolgung im Heimatland au s- gesagt habe und die Behörden Sri Lankas die Mutter dazu bringen wol l- ten, diese Aussagen zurückzuziehen. Im Zusammenhang mit der Verfo l- gung ihrer Mutter im Heimatland sei die Beschwerdeführer unter anderem mehrmals belästigt und bedroht worden. Ausserdem befürchte sie, ve r- gewaltigt zu werden. 6.4 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach eingehender Prüfung der Verfahrensakten und unter Berücks ichtigung des unter BVGE 2011/24 publizierten Länderurteils (E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011), welches sich einlässlich mit den Risikogruppen der auch nach Beendigung des Bürgerkriegs in Sri Lanka noch gefährdeten Personen auseinandersetzt, zum Schluss, dass das BFM das Gesuch um Erteilung eines humanitären Visums zu Recht abgelehnt hat. 6.5 In BVGE 201/24 werden Personenkreise definiert, die heute trotz der verbesserten Sicherheitslage seit Beendigung des militärischen Konflikts im Mai 2009 immer noch einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt sind. Zu diesem Personenkreis gehören Personen, die auch nach Bee n- digung des Bürgerkriegs verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen beziehungsweise gestanden zu sein, politische Anhänger des D-6123/2013 Seite 20 Ex-Generals Fonseka, politisch Oppositionelle jeglicher Couleur, Journ a- listen und andere in der Medienbranche tätige Personen sowie Personen, die Opfer oder Zeugen von während oder nach dem Konflikt begangenen Menschenrechtsverletzungen geworden sind (vgl. BVGE 2011/24 E. 7 ff.). 6.6 Gestützt auf die Aktenlage gehört die Beschwerdeführerin zu keiner der oben erwähnten Personengruppe, welche im heutigen Zeitpunkt in Sri Lanka gefährdet ist. 6.7 Den Akten des Asylverfahrens der Beschwerdeführerin ist zu entneh- men, dass sie am 5. Februar 2009 ein Asylgesuch, welches vom BFM mit Verfügung vom 2. Juni 2010 abgewiesen wurde , stellte. Mangels Anfech- tung erwuchs diese Verfügung in Rechtskraft, was zur Folge hat, dass die darin beurteilten Vorbringen im Gesuch um ein humanitäres Vis um nicht mehr zu überprüfen sind. Insbesondere die von der Beschwerdeführerin dargelegten Belästigungen und Bedrohungen vor dem 2. Juni 2010 bilden nicht mehr Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, weshalb es sich erübrigt, dazu Stellung zu nehmen. 6.8 Zwar ist es denkbar, dass die Beschwerdeführerin als Tochter einer Frau, welche vor der LLRC aussagte, dass sie Zeuge von möglichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit war, und die selbst Opfer einer Ver- folgung geworden ist, vor dem Zeitpunkt der Ausreise ihrer Mutter von den sri -lankischen Behörden befragt, behelligt und belästigt wurde. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass man sie in diesem Z u- sammenhang unter Druck gesetzt und ihr gedroht hat, da es im Interesse der sri-lankischen Behörden lag, einer seits die Erkenntnisse ihrer Mutter in Erfahrung zu bringen und diese andererseits nicht an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen. Indessen handelt es sich einerseits bei den seit dem 2. Juni 2010 dargelegten Vorbringen um immer wiederkehrende Drohu n- gen un d Besuche seitens der sri -lankischen Sicherheitskräfte und G e- heimdienste, welche, wie das BFM zu Recht ausführte, insgesamt in ihrer Art und Intensität nicht als unmittelbare, ernsthafte und konkrete Bedr o- hung an Leib und Leben zu betrachten sind; anderers eits steht aufgrund der Aktenlage fest, dass die Mutter der Beschwerdeführerin im Septe m- ber 2012 ihr Heimatland legal, mit einem Pass und mit Erlaubnis der sri - lankischen Behörden verlassen hat, nachdem sie zuvor von der LLRC, einer offiziellen, vom sri-lankischen Staat bewilligten Kommission, befragt worden war, weshalb davon auszugehen ist, dass sie die sri -lankischen Behörden ausreisen liessen, weil sie an ihrer Person kein weiteres Int e- resse mehr hatten. Ansonsten hätte man ihr die Ausreise verweigert. Un-D-6123/2013 Seite 21 ter diesen Umständen ergibt die nunmehr von der Beschwerdeführerin dargelegte Reflexverfolgung keinen Sinn; vielmehr ist es nicht nachvol l- ziehbar und nicht logisch, dass die Tochter einer Person, welche zunächst von den sri -lankischen Behörden verfolgt u nd inhaftiert worden war, an welcher der sri-lankische Staat indessen später kein Interesse mehr hatte und ihr die legale Ausreise erlaubte, infolge der Abwesenheit dieser Pe r- son in asylerheblicher Weise behördlich belangt werden soll. Die Vorbri n- gen der Beschwerdeführerin, sie sei auch nach der Ausreise ihrer Mutter wegen ihrer Mutter in asylrelevanter Weise verfolgt worden, erweisen sich damit auch als unglaubhaft. Im Lichte dieser Erwägungen ist auch ihr Vorbringen, wonach sie am 8. August 2013 nach F._______ zum TID zu einer Untersuchung hätte erscheinen müssen, zu sehen. Aus den in di e- sem Zusammenhang zu den Akten gegebenen Kopien zweier Vorladu n- gen, welche in die englische Sprache übersetzt wurden, lässt sich nicht entnehmen, zu welchem Zweck die Unter suchung angestrengt wurde, weshalb der Grund der Vorladung nicht bekannt ist. Damit vermag das Beweismittel nicht zu belegen, dass sie aus den von ihr vorgebrachten Gründen vorgeladen worden sei. Da allein die schriftliche Aufforderung, an einer Untersuchu ng mitzuwirken, nicht auf eine Verfolgungsmassna h- me im Sinne des Gesetzes schliessen lässt, kann aus dem Vorgehen der Behörden – entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin – nicht der Schluss gezogen werden, es handle sich um eine Verfolgungsmassna h- me seitens des TID oder der sri -lankischen Sicherheitskräfte. Die Vorl a- dung könnte beispielsweise auch im Zusammenhang mit den Aussagen der Mutter der Beschwerdeführerin vor der LLRC stehen: Gemäss dieser Organisation wurde der sri-lankische Staat verpflichtet, früher begangene Menschenrechtsverletzungen, welche der LLRC bekannt geworden sind, von Staates wegen zu untersuchen. Da die Mutter der Beschwerdeführ e- rin solche Menschenrechtsverletzungen öffentlich bekannt gemacht hat, stehen die sri-lankischen Behörden in der Pflicht, diese näher zu untersu- chen und Zeugen einzuvernehmen, wozu die Befragung der Kinder di e- ser Frau – darunter auch der Beschwerdeführerin – dienlich sein könnte. Weder aus der Abgabe der Vorladung noch aus dem übrigen geltend g e- machten Verhalten der Behörden kann somit der Schluss gezogen we r- den, die Beschwerdeführerin befinde sich in einer unmittelbaren Gefahr, die die Einreise in die Schweiz rechtfertigen würde. 6.9 Des Weiteren ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführerin am 11. Februar 2013 einen sri -lankischen Reisepass, der bis ins Jahr 2023 gültig ist, ausstellen liess, um damit am 26. April 2013 einen Antrag auf D-6123/2013 Seite 22 ein Schengenvisum zu stellen. Die Ausstellung eines heimatlichen Reis e- passes, zudem mit einer langen Gültigkeitsda uer weist darauf hin , dass ihr im Heimatland offensichtlich keine asylrelevante Verfolgung droht. 6.10 Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Furcht vor einer Vergewaltigung lassen sich aus objektiver Sicht ihren Vorbringen keine hinreichenden und konkreten Anhaltpunkte entnehmen, wonach sie in absehbarer Zeit und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einen solchen sexuellen Übergriff zu befürchten hätte. Weder brachte sie vor, sie sei im Zusammenhang mit den dargelegten Belästigungen und Bedrohungen sexuellen Angriffen ausgesetzt gewesen noch legte sie dar, sie habe solche abwehren müssen oder es seien ihr solche angedroht worden. Folglich erscheint die von ihr dargelegte Angst vor einer Verg e- waltigung rein subjektiver und hypothetischer Art zu sein, weshalb auch diesbezüglich nicht von einer unmittelbar drohenden Gefahr für Leib und Leben auszugehen ist. 6.11 Angesichts der vorstehenden Erwägungen hat das BFM das Gesuch zu Recht abgewiesen. 6.12 Auch die übrigen eingereichten zahlreichen Beweismittelkopien und die im Dossier der Mutter der Beschwerdeführerin liegenden Akten lassen nicht auf eine unmittelbare Gefahr für die Beschwerdeführerin schliessen, weshalb sie an der vorgenommenen Einschätzu ng nichts zu ändern ve r- mögen. 6.13 Nach dem Gesagten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die Vorinstanz der Beschwerdeführerin zu Recht kein h u- manitäres Visum ausgestellt hat. Es erübrigt sich, auf die weiteren Au s- führungen in der Beschwerde, in den übrigen Eingaben und die eing e- reichten Beweismittel im Einzelnen weiter einzugehen, da sie an der Würdigung des vorliegenden Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. 7. Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verf ü- gung im Lichte v on Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die B e- schwerde ist daher abzuweisen. 8. 8.1 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wären die Kosten der unterlegenen Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). D-6123/2013 Seite 23 Da sich ihre Beschwerde nicht als aussichtslos herausgestellt hat, sind in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozes s- führung keine Verfahrenskosten zu erheben. 8.2 Angesichts des Ausgangs des Verfahrens fällt die Zusprechung einer Parteientschädigung nicht in Betracht. (Dispositiv nächste Seite) D-6123/2013 Seite 24 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die schweizerische Bo t- schaft in Colombo und das BFM. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: