Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. September 2018 (720 18 179 / 255) ___________________________________________________________________ Invalidenversicherung Gutachten und Abklärungsbericht Haushalt; Beweiswürdigung Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Markus Wick , Rechtsanwalt, Untere Grubenstrasse 3, Fritech-Park, 5070 Frick gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1963 geborene A.____ war zuletzt als Hausfra u tätig und davor bis 2012 teilzeitlich als Reinigungskraft. Am 16. Dezember 2014 meldete s ie sich unter Hinweis auf Rücken- und Herzprobleme, Bluthochdruck, Migräne, Knie- und Fus sbeschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. N ach Abklärung der gesundheitlichen, er- werblichen und haushaltspezifischen Verhältnisse so wie nach Durchführung des Vorbescheid- Seite 2 verfahrens lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 25. April 2018 einen Rentenanspruch ge- stützt auf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. B.___ _, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, und Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychot herapie, vom 13. Januar 2016/10. März 2016 in Anwendung der gemischten Bemessun gsmethode mit einem Erwerbs- und Haushaltsanteil von je 50 % und einem IV-Grad von 3 % ab. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Markus Wick, Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Sie beantragte die Aufhebung der an- gefochtenen Verfügung und die rückwirkende Zusprechung einer ganzen IV-Rente. Eventualiter sei die Sache zwecks Erlasses einer entsprechenden Verfügung an die IV-Stelle zurückzuwei- sen. Der rheumatologische Gutachter sei aufzufordern, ei ne Magnetresonanztomographie (MRT) der Lendenwirbelsäule (LWS) und des Iliosakralgel enks (ISG) zu veranlassen und die Ergebnisse in sein Gutachten einfliessen zu lassen, name ntlich anzugeben, bei welchem Stel- lenprofil die Arbeitsunfähigkeit 100 %, 80 %, 60 %, 40 %, 20 % oder noch weniger betrage. An- sonsten sei eine neue rheumatologische/psychiatrische Begutachtung anzuordnen. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme der beantragten Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die I V-Stelle den IV-Grad zu Unrecht anhand der gemischten Methode berechnet habe. Die Ve rsicherte wäre heute zu 100 % er- werbstätig, nachdem die Kinder inzwischen alle von zu Hau se ausgezogen und wirtschaftlich unabhängig seien. Sie habe den Fragebogen falsch verst anden und daher angegeben, in wel- chem Umfang sie bereits arbeite, und nicht, in welchem Umfang sie im Gesundheitsfall arbeiten würde. Im Weiteren seien die Zumutbarkeitseinschätzunge n von Dr. B.____ nicht plausibel, wenn er in schweren Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkei t von 100 % und für leichte bis mittel- schwere eine Arbeitsunfähigkeit von 0 % annehme. Vielm ehr sei der Übergang von leichten über mittelschweren zu schweren Arbeiten fliessend, so dass auch die Arbeitsunfähigkeit abge- stuft sein müsse. Im Weiteren sei nicht nachvollziehbar , weshalb zunächst um Kostengutspra- che für eine MRT der LWS und des ISG ersucht, diese na ch Erteilung der Kostengutsprache aber gar nicht vorgenommen worden sei. Diese Unterlassu ng stelle eine Verletzung des Unter- suchungsgrundsatzes gar, weshalb die Untersuchung nachgeho lt werden müsse. Zudem sei auch das psychiatrische Gutachten ohne Beweiswert, nachde m der Gutachter zwar festgestellt habe, dass eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vorliege, gleichzeitig aber behaupte, dass dieses Krankheitsbild keine Einschränkung der Funkti onsfähigkeit zur Folge habe. Aus- serdem fehle im psychiatrischen Gutachten eine korrekte Ind ikatorenprüfung. Im Falle der An- wendung der gemischten Methode wäre zu beachten, dass a uf den eingeholten Haushaltsbe- richt nicht abgestellt werden könne, da die Mitwirkung d es Ehemannes zu hoch eingeschätzt worden sei. Dieser beziehe eine 20%ige IV-Rente der S uva nach einer unfallbedingten Hand- verletzung und könne daher im Haushalt nicht mithelfen. Ausserdem falle die Mithilfe des Soh- nes weg, da er von zu Hause ausgezogen sei. Schliesslich sei au ch die Mitwirkung der Versi- cherten selbst im Haushalt zu hoch eingeschätzt worden. Ihre tatsächliche Einschränkung im Haushalt betrage mehr als 80 %. Weiter sei ihr ein le idensbedingter Abzug vom Invalidenlohn von mindestens 20 % zuzugestehen. Seite 3 C. Mit Vernehmlassung vom 12. Juli 2018 beantragte di e IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Eine Erwerbsunfähig keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, Seite 4 auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des IV-Grades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der IV-Grad bestimmen (allgemeine Methode des Eink ommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 4.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG ermittelt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstä- tigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich zu bestimmen und der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bem essen (Art. 27 bis Abs. 1 der Ver- ordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961) 5.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder teilzei tig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bund esgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versiche rten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Seite 5 Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Für die hypothe- tische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Tei l-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial- versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden W ahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 5.2 In der angefochtenen Verfügung vom 25. April 201 8 ermittelte die IV-Stelle den IV- Grad der Versicherten anhand der gemischten Methode d er Invaliditätsbemessung. Dabei ging sie davon aus, dass die Versicherte als Gesunde zu 50 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätig- keit nachgehen würde und zu 50 % im Haushalt beschäftigt wäre. 5.3 Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, dass sie ohne Gesundheitsschaden zu 100 % arbeiten würde, da ihre Kinder erwachsen seien und nicht mehr bei ihr wohnen würden. Ausserdem habe sie früher, als ihre Kinder noch klein ge wesen seien, schon 100 % gearbeitet. Dazu ist festzustellen, dass die Versicherte einzig vor 16 Jahren etwas mehr als ein Jahr zu 100 % gearbeitet hat. Seither war sie nie mehr als 50 % tätig, obwohl ihr jüngster Sohn schon seit 6 Jahren volljährig ist. Entsprechend hat sie auch ge genüber der Abklärungsperson der IV- Stelle angegeben, dass sie ohne Gesundheitsschaden in einem 50%-Pensum arbeitstätig wäre. Diese Aussage hat sie am 27. September 2016 unterschriftlich bestätigt, wobei ihr Ehemann die Erklärung als Übersetzer mitunterzeichnet hat. Ihr Einwand, sie habe die Frage nicht richtig ver- standen und habe gemeint, sie werde nach dem Umfang der bisherigen Arbeitstätigkeit gefragt, erscheint daher nicht glaubwürdig, umso weniger als die Abklärungsperson die Fragen zur Er- werbstätigkeit mit der Beschwerdeführerin und ihrem Ma nn eingehend besprochen hatte (vgl. Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit). Es ist somit überwiegend wahrscheinlich, dass die Versicherte ohne Gesundheitsschaden in einem 50%-Pen sum arbeiten würde. Die Anwen- dung der gemischten Methode mit den Anteilen 50 % Erwerb und 50 % Haushalt ist daher nicht zu beanstanden. 6. Ausgangspunkt der Ermittlung des IV-Grades im Erwer bsbereich bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer ge sundheitlichen Beeinträchtigung arbeitsunfähig ist. 6.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Seite 6 6.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen b eruht, auch die geklagten Beschwer den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Um festzustellen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest- stellungen auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, sind sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. 7.1 Zur Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse und der Arbeitsfähigkeit der Be- schwerdeführerin gab die IV-Stelle ein bidisziplinäres ( rheumatologisches/psychiatrisches) Gut- achten bei Dr. B.____ und Dr. C.____ in Auftrag. Seite 7 7.2 Dr. B.____ diagnostizierte in seinem Teilgutachte n vom 13. Januar 2016 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebral es Syndrom mit spondylogener Aus- strahlung rechts mehr als links bei linksseitiger Diskusherni e L4/L5 ohne radikuläre Symptoma- tik. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Ganzkörperschmerzsyndrom ohne organi- sche Ursache, eine arterielle Hypertonie, ein unklarer N ierenbefund sowie eine Enthesiopathie (krankhafte Störung im Bereich der Ansatzstelle einer S ehne am Knochen) am Ansatz der Plantarfaszien beidseits. Es bestehe eine lumbale Diskopat hie (Bandscheibenleiden), welche bildgebend nachgewiesen und geeignet sei, mechanische Beschwerden zu erklären. Was das Ganzkörperschmerzsyndrom angehe, so bestünden massive Diskrepa nzen der Schmerzanga- ben bei vergleichbaren Tests, die objektiv nicht erklä rbar seien. So habe die Blutdruck- Manschette problemlos aufgeblasen werden können, während eine feine Palpation mit den Fin- gern im selben Bereich erhebliche Schmerzangaben provo ziert habe. Ferner konzentriere sich der lumbale Schmerz auf die rechte Seite, während die Diskushernie linksseitig vorliege. Infolge dieser Unstimmigkeiten sei ein bewusstseinsnahes Geschehen nicht auszuschliessen. Auf eine MRT der LWS und des ISG sei verzichtet worden, da klinisc h keine radikuläre Reizsituation habe festgestellt werden können. Zudem gebe es nach den eingegangenen Laborresultaten keine Hinweise für das Vorliegen einer relevanten systemi schen entzündlichen Erkrankung. Eine körperlich schwere Tätigkeit sei der Versicherten w egen der Diskopathie nicht zumutbar. Für eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere Arbeit sei sie zu 100 % arbeitsfähig bezogen auf ein Ganztagespensum, sofern Zwangsstellunge n (dauerndes Sitzen oder Stehen, repetitives Bücken oder repetitive Tätigkeiten über Kopf) vermieden werden würden. Diese Zu- mutbarkeitsbeurteilung gelte ab Zeitpunkt der Begutachtung und somit ab dem 7. Januar 2016. 7.3 Dr. C.____ konnte in seinem psychiatrischen Teilgut achten vom 10. März 2016 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stelle n. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä- higkeit nannte er eine anhaltende somatoforme Schmerzst örung (ICD-10 F45.4). Der objektive Psychostatus der Versicherten sei in sämtlichen Parametern und Dimensionen vollständig bland ausgefallen. Die innerpsychische Vitalität sei vol lumfänglich erhalten, eine Affektpatholo- gie und somit auch eine depressive Störung könne mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Dies entspreche auch den subjektiven Angaben der Versicherten, dass sie keinerlei psychische Probleme habe. Es bestehe also Kongruenz zwischen den sub jektiven Angaben der Versicher- ten und den objektiven Untersuchungsbefunden. Auch di e Kardinalkriterien einer Persönlich- keitsstörung seien nicht erfüllt. Es gebe keine Hinweise f ür neurotische Fehlentwicklungen. Es liege einzig eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vor. Zwar gebe es mit einer linkssei- tigen Diskushernie L4/L5 eine somatische Diagnose, diese vermöge aber die Ganzkörper- schmerzen aus rheumatologischer Sicht nicht zu erklären. Wie bei der rheumatologischen Ex- ploration hätten sich auch bei der psychiatrischen Unters uchung Diskrepanzen ergeben. So etwa die widersprüchlichen Angaben zu den noch möglichen Haushaltsaktivitäten und die sub- jektive Arbeitsunfähigkeit, die im Widerspruch zur aus gezeichneten Vitalität stehe. Einerseits entstehe der Eindruck, dass die Versicherte bewusst Schmerzen vortrage, andererseits fehle es Seite 8 an einem affektiven Leiden. Mit Sicherheit handle es si ch daher nicht um eine schwerwiegende anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Bewusstseinsnahe Me chanismen im Sinne einer Aggravation seien zwar nicht mit Sicherheit auszuschliessen , der Versicherten sollte aber nicht Unrecht getan werden, da noch ein somatisches Kernproble m vorliege. Insgesamt seien die qualitativen Funktionsfähigkeiten vollumfänglich erhalten, so dass aus psychiatrischer Sicht die Selbstlimitierung nicht nachvollziehbar sei. Für die l eicht ausgeprägte anhaltende somatoforme Schmerzstörung bestehe keine psychiatrische Komorbidität. In der angestammten Tätigkeit wie auch in einer Verweistätigkeit sei die Versicherte aus psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsfä- hig. 7.4 In ihrer Konsensbeurteilung kamen die Gutachter übe rein, dass aus gesamtmedizini- scher Sicht die rheumatologische Zumutbarkeitsbeurteilun g massgebend sei und folglich eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte bis gelegentlich m ittelschwere angepasste Tätigkeiten gegeben sei. 8.1 Die Beschwerdeführerin wendet in formaler Hinsicht gegen das rheumatologische Gut- achten ein, dass die Beurteilung auf einer unvollständi gen Abklärung beruhe, da einerseits auf eine MRT der LWS und des ISG verzichtet worden sei und andererseits Abklärungen, ob eine entzündliche Krankheit vorliege, unterlassen worden seien. Damit sei der Untersuchungsgrund- satz verletzt worden. Dazu ist festzuhalten, dass der rheuma tologische Gutachter aufgrund der medizinischen Vorakten, aus denen die Bandscheibenproblem atik der Versicherten ersichtlich ist, zu Recht vorgängig die Kostengutsprache für eine allfällige MRT eingeholt hat. Ebenso fol- gerichtig und korrekt ist aber auch sein Verzicht auf die se Untersuchung, nachdem aufgrund der klinischen Untersuchung eine aktuelle radikuläre Sym ptomatik mit Sicherheit ausgeschlos- sen werden konnte. Eine MRT-Abklärung hätte unter die sen Umständen keine zusätzlichen Erkenntnisse in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Versi cherten bringen können. Dasselbe gilt auch für die beantragten zusätzlichen Abklärungen betre ffend eine allfällige entzündliche Er- krankung. Indem nach den erfolgten Laboruntersuchungen keine Hinweise auf eine relevante systemische entzündliche Erkrankung ersichtlich waren, gab es ke inen Anlass für weitere Un- tersuchungen. Von einer Verletzung des Untersuchungsgr undsatzes nach Art. 43 ATSG kann daher nicht gesprochen werden. 8.2 Gegen den Beweiswert des rheumatologischen Teilgut achtens bringt die Versicherte weiter vor, die Zumutbarkeitsbeurteilung sei insofern m angelhaft, als eine nach Schwere der Tätigkeit abgestufte Bemessung der Arbeitsfähigkeit fe hle. Dr. B.____ ist zum Schluss gekom- men, dass der Versicherten leichte bis gelegentlich mitte lschwere wechselbelastende Arbeiten im Umfang von 100 % noch zumutbar seien. Diese Einschätzu ng ist aufgrund der klinischen Befunde und der gestellten Diagnosen nachvollziehbar u nd schlüssig. Es ist somit unklar, wel- chen Nutzen die beantragte Abstufung für die Beurtei lung des vorliegenden Falles bringen wür- de. Selbst wenn bei einer schwereren körperlichen Tätigke it die Arbeitsfähigkeit der Versicher- ten geringer ist, so bleibt es dennoch dabei, dass für den Einkommensvergleich auf eine Ar- Seite 9 beitsfähigkeit von 100 % in einer körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren wechselbe- lastenden Tätigkeit abzustellen ist. 8.3 In Bezug auf das psychiatrische Teilgutachten macht die Versicherte geltend, dass es nicht nachvollziehbar sei, dass bei einer anhaltenden so matoformen Schmerzstörung keine Einschränkung der Funktionsfähigkeit vorliege. Zudem se i die Prüfung der Standardindikatoren lückenhaft. Dem kann nicht beigepflichtet werden. Dr. C.____ hat die Indikatorenprüfung entge- gen dem Einwand der Versicherten korrekt vorgenommen (v gl. BGE 141 V 281). Es ist aber einzuräumen, dass dadurch, dass der Gutachter bei den einzelnen Positionen jeweils auf ande- re Stellen im Gutachten verweist, die Lesbarkeit erschwe rt wird. Eine separate Indikatorenprü- fung ist aber nicht Voraussetzung für die Beweistauglichkeit eines Gutachtens. Es genügt, wenn eine schlüssige Beurteilung im Licht der vorgegebenen In dikatoren möglich ist (BGE 141 V 281 E. 8, 137 V 201 E. 6). Insgesamt werden vorliegend al le wesentlichen Punkte beurteilt und kor- rekt gewürdigt. Namentlich hat Dr. C.____ die anhalt ende somatoforme Schmerzstörung als leichtgradig eingestuft und eine depressive Störung vern eint, womit Wechselwirkungen zwi- schen den Beschwerdebildern von vornherein wegfallen. Zudem gehen die gut erhaltenen Res- sourcen im Alltag der Versicherten klar aus dem Gutachten hervor, so dass eine invalidisieren- de Wirkung der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ausgeschlossen werden kann. 8.4 Insgesamt erweist sich das bidisziplinäre Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ umfassend und schlüssig. Es genügt sowohl in formaler wie inhaltlicher Hinsicht den bundesge- richtlichen Anforderungen an ein beweistaugliches Gutach ten, so dass die IV-Stelle zu Recht darauf abgestellt hat. Die attestierte 100%ige Arbei tsfähigkeit in einer leichten bis gelegentlich mittelschweren angepassten Tätigkeit ist demnach nicht zu beanstanden. 9.1 Die Beschwerdeführerin erachtet im Weiteren den A bklärungsbericht Haushalt vom 31. Oktober 2016 als ungenügend. Die darin ermittelte Einschränkung in den Haushaltstätigkei- ten von lediglich 5,7 % sei unrealistisch. Ausserdem sei d ie berücksichtigte Mithilfe ihres Ehe- mannes und des Sohnes im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu hoch angesetzt worden. Einerseits sei ihr Sohn ausgezogen, weshalb seine Mith ilfe nicht mehr angerechnet werden könne, andererseits sei ihr Ehemann gesundheitlich eingeschränkt, da er wegen einer unfallbe- dingten Handverletzung eine Suva-Rente von 20 % beziehe. 9.2 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsbe- richts sind – analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Eine Haushaltsabklä rung ist beweiskräftig, wenn sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, welch e Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen und Behinde rungen hat, die sich aus den medizini- schen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der ver sicherten Person zu berücksichti- gen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Die Abklärung Seite 10 erstreckt sich im Haushalt auch auf den zumutbaren Umfang der Mithilfe von Familienangehöri- gen, welche im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu berücksichtigen ist und weiter geht als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwa rtende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen). Der Berichtstext schliesslich mu ss plausibel, begründet und ange- messen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht formal korrekt erstellt wurde, in das Ermessen d er Abklärungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für d ie Unrichtigkeit der Abklärungsresul- tate vorliegen. Rechtsprechungsgemäss hat sich nur dann a uch eine ärztliche Fachperson zur Zumutbarkeit der einzelnen Haushaltsverrichtungen zu äusser n, wenn die versicherte Person unglaubwürdige Angaben macht, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (in BGE 134 V 9 nicht publizierte E. 5.2.1 des Urteils des Bundesgerichtes vom 30. Oktober 2007, I 246/05). 9.3 Der versicherten Person sind im Rahmen der Schadenmin derungspflicht Massnahmen zuzumuten, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Einschränkungen zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die A uswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine m öglichst vollständige und unabhängi- ge Erledigung der Haushaltsarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltsarbeiten nur noch mühsam u nd mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit eint eilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invali ditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen we rden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige ver- richtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen ein e Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehö- rigen geht daher bei gesundheitlicher Einschränkung we iter als ohne Gesundheitsschädigung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünf- tige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen). 9.4 Der Abklärungsbericht Haushalt vom 31. Oktober 20 16 ist sehr ausführlich und führt in jedem Aufgabenbereich detailliert auf, welche Verrich tungen der Versicherten noch zumutbar sind. Die einzelnen noch machbaren Arbeiten stimmen nachvollziehbar überein mit dem Tätig- keitsprofil der medizinischen Zumutbarkeitsbeurteilung. Die Versicherte ist für leichte und inter- mittierend mittelschwere Tätigkeiten zu 100 % arbeitsf ähig, so dass ihr die meisten Haus- haltstätigkeiten zumutbar sind. Im Bericht wurde berücksi chtigt, dass sie für die körperlich be- lastenden Arbeiten wie Boden- und Fensterreinigung sowie gründliche Küchenreinigung Hilfe in Anspruch nehmen muss, was die Einschränkung von 5,7 % erklärt. Die vom Rechtsvertreter der Seite 11 Beschwerdeführerin ermittelte Einschränkung von 81,7 % erscheint jedenfalls gänzlich unrealis- tisch. Ferner ist anzunehmen, dass die Versicherte – wie bereits gegenüber dem psychiatri- schen Gutachter – auch gegenüber der Abklärungsperson ih re Leistungsfähigkeit im Haushalt eher unter dem realen Mass angegeben hat. Dr. C.____ führte zum Thema Haushaltsarbeiten aus, dass die Versicherte zunächst erzählt habe, dass sie "gar nichts" im Haushalt machen könne. Auf gezieltes Nachfragen hin habe sie dann mitget eilt, dass sie sämtliche Tätigkeiten, bei denen sie sich nicht bücken müsse, erledigen könne. Au ch die berücksichtigte Mithilfe der Familienangehörigen übersteigt nicht das Mass des Zumutbaren. In Bezug auf die angerechne- te Hilfe des Ehemannes sind seine unfallbedingte Beeint rächtigung der linken Hand sowie die Rücken- und Beinbeschwerden im Abklärungsbericht erwähnt. Angerechnet wird eine den Be- schwerden angepasste Mitwirkung in der Küche, bei der Woh nungsreinigung sowie beim Ein- kauf. Von einer übermässigen Mitarbeit kann somit nicht gesprochen werden. Einzuräumen ist aber, dass der Sohn der Beschwerdeführerin von zu Hause ausgezogen ist, weshalb keine re- gelmässige Hilfe von ihm erwartet werden darf. Allerdi ngs erscheint es klar, dass auch bei be- rücksichtigtem Wegfall einer regelmässigen Hilfe des Sohne s die Einschränkung der Be- schwerdeführerin im Haushalt mit Sicherheit nicht auf ei n rentenrelevantes Ausmass ansteigen würde, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 30. Okto- ber 2017, 9C_203/2017, E. 3.5) auf die Einholung ei nes aktualisierten Haushaltsberichtes ver- zichtet werden kann. Weiter darf trotz Auszuges mit einer gewissen Unterstützung der Kinder im Haushalt gerechnet werden, insbesondere, wenn sie i n der Nähe wohnen. So ist die im Be- richt erwähnte Hilfe der Tochter in Bezug auf die zwei- bis dreimal jährliche Fensterreinigung oder die monatliche Backofenreinigung als familienübli che Unterstützung zu betrachten. Dies gilt auch für eine gezielte Mithilfe des Sohnes beispiel sweise beim Grosseinkauf. Insgesamt erweist sich der Abklärungsbericht Haushalt als vollständig u nd schlüssig und somit beweis- tauglich. Die IV-Stelle hat zu Recht darauf abgestellt. 10.1 Schliesslich wird gegen den Einkommensvergleich ein gewendet, dass die IV-Stelle zu Unrecht keinen leidensbedingten Abzug vom Invalideneinkomm en vorgenommen habe. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass aufgrund der med izinischen Ausgangslage ein Abzug von 20 % angemessen sei. Im Übrigen werden Validen- un d Invalideneinkommen nicht bestrit- ten. 10.2 Praxisgemäss kann von dem anhand der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohn- strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) ermi ttelten Invalideneinkommen unter bestimmten Voraussetzungen ein leidensbedingter Abzug vorgenommen werden. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 142 V 178 E. 1.3) und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen d ie verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit un terdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Seite 12 Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist de r Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Ei nzelfall nach pflichtgemässem Er- messen gesamthaft zu schätzen. Der Abzug darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2, 126 V 75 E. 5b/bb-cc; Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2017, 8C_253/2017, E. 4.3.2). 10.3 Gemäss gutachterlichem Zumutbarkeitsprofil ist die Versicherte für eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere Arbeit ohne Zwan gshaltungen zu 100 % arbeitsfähig. Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht au- tomatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Inval idenlohns, da der Tabellenlohn ge- mäss der Tabelle TA1, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1 , bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst. Es kann davon au sgegangen werden, dass dem An- forderungs- und Belastungsprofil der Beschwerdeführer in entsprechende Verweistätigkeiten (etwa leichte Kontroll- oder Überwachungstätigkeiten) auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt angeboten werden (vgl. Urteile des Bundesgerichtes vom 2 0. April 2018, 9C_833/2017, E. 5, vom 16. März 2018, 9C_830/2017, E. 5). Da die weitere n Merkmale Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäfti gungsgrad im vorliegenden Fall gleich- sam keine massgebende Auswirkung auf die Lohnhöhe im veran schlagten Kompetenzniveau 1 der Tabelle TA1, Privater Sektor Total, haben, ist der Entscheid der IV-Stelle, keinen leidensbe- dingten Abzug vorzunehmen, nicht zu beanstanden. Im Übrigen hätte selbst ein 20%iger Abzug vom Invalidenlohn nicht zu einem rentenrelevanten IV-Grad geführt. 11. Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 25. Apr il 2018 einen IV-Grad von 3 % ermittelt. Wie der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin richtig a ngemerkt hat, hat die Invaliditätsbe- messung bei Anwendung der gemischten Methode nach den sei t 1. Januar 2018 in Kraft ste- henden neuen Regeln nach Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV zu erfolgen. Art. 27 bis Abs. 3 lit. a IVV be- stimmt, dass sich die Berechnung des IV-Grades in Bezug a uf die Erwerbstätigkeit bei Teiler- werbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, nach Art. 16 ATSG richtet, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht inv alid geworden wäre, auf eine Voller- werbstätigkeit hochgerechnet wird. Die Berechnung nach den neuen Richtlinien ändert jedoch nichts am Rentenanspruch der Versicherten, da sie im Erw erbsbereich zu 100 % arbeitsfähig ist. Danach resultiert ein IV-Grad von 0 % (0 % x 0,5) im Erwerbsbereich und von 2,85 % (5,7 % x 0,5) im Bereich Haushalt. Gesamthaft ergibt sich ein unveränderter IV-Grad von gerundet 3 %, welcher nicht rentenbegründend ist. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 12.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwer- deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung od er die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nac h § 20 Abs. 3 VPO werden die Ver- fahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Pa rtei, weshalb ihr die Verfahrenskosten Seite 13 aufzuerlegen sind. Da ihr mit verfahrensleitender Verfügung vom 1. Juni 2018 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden ist, gehen die Verfahr enskosten in der Höhe von Fr. 800.-- vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. 12.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung (vgl. Verfügung vom 1. Juni 2018) wird dem Rechtsvertreter ein Honorar aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Gemäss Honorarno- te vom 13. August 2018 werden für den vorliegenden F all 11 Stunden sowie Auslagen von Fr. 82.60 in Rechnung gestellt, was nicht zu beanstanden ist. Ihm ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'458.35 (11 Stunden à Fr. 200.-- zuzügl ich Auslagen von Fr. 82.60 und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 12.3 Die Beschwerdeführerin wird jedoch ausdrücklich au f § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewä hrt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 14 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine Parteientsch ädigung in der Höhe von Fr. 2'458.35 (inkl. Auslagen und 7,7 % Me hrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht