<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00299</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105800&amp;W10_KEY=13013580&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00299</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.11.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Kostenübernahme für Sonderschulung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zur Beurteilung von Streitigkeiten über die Tragung von Schulungskosten durch die Schulgemeinden ist als erste Rechtsmittelbehörde die Bezirksschulpflege und nicht der Bezirksrat zuständig. Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts; Einzelrichter oder Kammer (E. 1). Zur Abgrenzung der allgemeinen Zuständigkeit des Bezirksrats von der speziellen der Bezirksschulpflege in schulischen Fragen (E. 2). Der angefochtene Rekursentscheid des unzuständigen Bezirksrats ist aufzuheben und die Sache der Bezirksschulpflege zu überweisen (E. 3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEZIRKSRAT">BEZIRKSRAT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEZIRKSSCHULPFLEGE">BEZIRKSSCHULPFLEGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT">ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENÃBERNAHME">KOSTENÃBERNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATSCHULKOSTEN">PRIVATSCHULKOSTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Verwaltungsinterne Rechtspflege ST: REKURS">REKURS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SONDERSCHULUNG">SONDERSCHULUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLKSSCHULE">VOLKSSCHULE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 10 BezverwG</span><br/><span class="ungerade">Art. 45 KV</span><br/><span class="gerade">Art. 62 lit. V KV</span><br/><span class="ungerade">§ 20 UnterrichtsG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. B, geboren am 21. September 1982, besucht seit dem 23. August 1999 die Privatschule Y fÃ¼r behinderte Jugendliche. Mit Schreiben vom 18. April 2000 ge­lan­gte deren Schulleiterin an den PrÃ¤sidenten der Oberstufenschulpflege X mit der Bitte, "fÃ¼r die Sonderschulung von B an der Privatschule Y den Ge­mein­­debeitrag von Fr. 70.-- pro Kalendertag auch fÃ¼r das Schuljahr 2000/2001 zu be­wil­ligen". Mit Eingabe vom 14. Mai 2000 ersuchten auch A.2 und A.1,­ die Eltern von B, "die Oberstufenschul­pflege um die KostenÃ¼bernahme der Sonder­schulung von B an der Privatschule Y im Schuljahr 2000/2001".</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 15. Juni 2000 teilte die Oberstufenschulpflege X den Eltern A.1 und A.2 mit, dass B im September 18 Jahre alt werde, weshalb sie - nachdem sie der bisherigen Bei­tragspflicht nachgekommen sei - gesetzlich nicht mehr verpflichtet sei, Schulgeld fÃ¼r die weitere Sonderschulung zu Ã¼bernehmen. Die Oberstufenschulpflege X habe deshalb das Gesuch an der Sitzung vom 13. Juni 2000 abgelehnt. Ob die Schulge­mein­de berechtigt sei, freiwillig BeitrÃ¤ge an die Sonderschulungskosten Ã¼ber das 18. Al­ters­jahr hinaus zu leisten, sei zumindest fraglich. Da es sich um Ã¶ffentliche Gelder handle, habe eine BehÃ¶rde auch die Pflicht, nicht Ã¼ber die gesetzlichen Vorgaben hinaus­zugehen, es sei denn, eine Ã¼berge­ordnete Instanz lege eine weitergehende Verpflichtung fest. Gegen den ablehnenden Ent­scheid kÃ¶nne Rekurs beim Bezirksrat Z erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Der Bezirksrat Z wies den von A.2 und A.1 hier­gegen am 28. Juni 2000 erho­be­nen Rekurs mit Beschluss vom 18. August 2000 "im Sinne der ErwÃ¤gungen" ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Aus diesen ErwÃ¤gungen ist zusammengefasst festzuhalten: Streitigkeiten Ã¼ber fi­nan­­zielle Leistungen im Schulwesen seien grundsÃ¤tzlich vom Bezirksrat zu beurteilen; le­diglich fÃ¼r Rekurse, welche die KostenÃ¼bernahme von privaten Sonderschulungen zum Ge­genstand hÃ¤tten, sei die Bezirksschulpflege zustÃ¤ndig, sofern die finanzielle Leistung mit dem Volksschulunterricht zusammenhÃ¤nge. Nach Absolvierung der ordentlichen neunjÃ¤h­rigen Schulpflicht sei die Volksschulbildung abgeschlossen. Eine Ausnahme be­stehe nur bei Sonderschulungen. B habe nach der Primarschule drei Jahre lang die Se­kun­darschule der Gemeinde X besucht. Mit Beendigung des neunten Schuljahrs an der nor­malen Klasse der Sekundarschule habe er die Volksschulausbildung abgeschlos­sen. Die um­strittene Kos­tenÃ¼bernahme hÃ¤nge somit nicht mit dem Volksschulunterricht zu­sammen. Bei der von den Rekurrenten als Sonderschulung bezeichneten Ausbildung an der Privatschule Y hand­le es sich demnach um keine Sonderschulung im Sinn der Volksschul­gesetzgebung. Das Glei­che ergebe sich im Ergebnis aus den Bestimmungen Ã¼ber die Son­der­schulung, wonach das 18. Altersjahr die oberste Altersgrenze fÃ¼r eine vom Gemein­­wesen zu tragende Sonder­schulung bilde. Nachdem B am 21. September 2000 18 Jahre alt werde, stehe eine finan­ziel­le Beteiligung der Gemeinde an den Schu­lungs­kosten fÃ¼r das Schuljahr 2000/2001 auch aus AltersgrÃ¼nden nicht mehr im Zusam­menhang mit der Volksschulausbildung. Der Be­zirksrat sei daher fÃ¼r die Behandlung des Rekurses zustÃ¤ndig. â Voraussetzung fÃ¼r eine Son­derschulung sei, dass das behinderte Kind dem Un­terricht in der Normalklasse oder in einer Sonderklasse nicht zu folgen ver­mÃ¶ge. Eine Sonderschulung dÃ¼rfe nur dann bewilligt werden, wenn den besonderen Schwierigkeiten des SchÃ¼lers weder in einer Sonderklasse noch mit ambulanten StÃ¼tz- und FÃ¶rdermass­nah­men wirksam begegnet werden kÃ¶nne. Nach­dem B die ganze Sekundar­schul­aus­bildung in Normalklassen absolviert und beendet habe, erfÃ¼lle er die Voraus­set­zung fÃ¼r eine Sonderschulung offensichtlich nicht. Eine Son­derschulung falle grundsÃ¤tzlich auch nur wÃ¤hrend der ordentlichen neunjÃ¤hrigen Schul­pflicht in den sachli­chen Aufgaben­kreis der Schulgemeinden. FÃ¼r eine Sonderschulung im Nachschulalter werde voraus­ge­setzt, dass der Besuch des Unterrichts im spÃ¤teren Jugend­alter dem Ab­schluss der Volks­schul­bildung behinderter Kinder diene. B sei kein Sonder­schulabgÃ¤nger; dass er in der deutschen Sprache die Anforderungen einer kaufmÃ¤nnischen Lehre nicht erfÃ¼lle, ver­mÃ¶ge nichts daran zu Ã¤ndern, dass er die Volksschulausbildung ab­geschlossen habe. Ãber­dies wÃ¤ren bei einer WeiterfÃ¼hrung der Sonderschulung Ã¼ber die obligatorische Schul­pflicht hinaus die Kosten in der Regel nur bis zum 18. Altersjahr zu gewÃ¤hren. Da es sich bei der schulischen Weiterbildung von B an der Privatschule Y um keine Sonderschulung im Sinn der Volksschulgesetzgebung handle, ergebe sich zudem, dass die bis anhin gewÃ¤hrten BeitrÃ¤ge rechtswidrigerweise geleistet worden seien. Eine Un­gleich­behandlung behinderter Kinder bei Nichtleistung von BeitrÃ¤gen liege entgegen der Auf­fassung der Rekurrenten nicht vor. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 12. September 2000 beantragten A.1 und A.2 dem Ver­waltungsgericht, die Entscheide des Bezirksrats Z vom 18. August 2000 sowie der Ober­stufenschulgemeinde X vom 13. Juni 2000 aufzuheben und die Schulgemeinde zur Kos­tenÃ¼bernahme der Sonderschulung fÃ¼r B fÃ¼r das Schuljahr 2000/2001 zu verpflichten, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Am 16./18. Septem­ber 2000 ergÃ¤nzten sie ihre Beschwerde mit Ge­genbemerkungen zu der ihnen erst am 13. September 2000 zugestellten Rekursantwort der Oberstufenschulpflege X vom 5. Juli 2000.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat Z beantragte am 19. September 2000 "fÃ¼r den Fall, dass die Streit­sache nicht an die Bezirksschulpflege zurÃ¼ckgewiesen werden sollte, ... die Be­schwer­de im Sinne der ErwÃ¤gungen abzuweisen". Sollte B in der Regelklasse der Sekundarschule X tat­sÃ¤chlich Sonderschulstatus gehabt haben, wie in der Be­schwer­deschrift neu geltend ge-macht werde, so "wÃ¤re die ZustÃ¤ndigkeit des Bezirksrates eventua­liter zu verneinen". Die Oberstufenschulgemeinde X liess sich nicht vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Ver­waltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (in der Fassung vom 8. Juni 1997; VRG) fÃ¼r die Beurteilung der Beschwerde zustÃ¤ndig; ein Ausschlussgrund im Sinn von § 42 und § 43 Abs. 1 VRG liegt nicht vor.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Laut § 38 Abs. 1 Satz 1 VRG erledigt das Verwaltungsgericht Streitigkeiten in Dreierbesetzung. Beschwerden, deren Streitwert Fr. 20'000.- nicht Ã¼bersteigt, werden nach § 38 Abs. 2 VRG durch den Einzelrichter behandelt, wobei die Entscheidung in FÃ¤llen von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung einer Kammer Ã¼bertragen werden kann (§ 38 Abs. 3 Satz 1 VRG). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Hier dreht sich der Streit um Fr. 70.- pro Kalendertag fÃ¼r das Schuljahr 2000/2001, wobei nicht ganz klar ist und aus den Akten nicht hervorgeht, wie viele solche Kalender­tage das Schuljahr aufweist. Die BeschwerdefÃ¼hrer sprechen in ihrer ErgÃ¤nzungseingabe vom 16. September 2000 (act. --) von "rund Fr. 20'000.-". Eine genauere Bestimmung des Streitwerts kann hier indessen unterbleiben, da die Sache wenigstens teilweise von grund­sÃ¤tzlicher Bedeutung und deshalb von der Kammer zu entscheiden ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Der Bezirksrat Z hat seine ZustÃ¤ndigkeit, wie von § 5 Abs. 1 VRG ver­langt, von Amtes wegen geprÃ¼ft. Er ist dabei davon ausgegangen, dass B die Volksschulausbildung "normal" abgeschlossen habe und das Gesuch um Ãbernahme von Schulungskosten an der Privatschule Y deshalb nichts mehr mit der Volksschule zu tun habe, weshalb nicht die Bezirksschulpflege, sondern der Bezirksrat zur Behandlung des Rekurses zustÃ¤ndig sei. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Der Bezirksrat Z hat sich dabei namentlich auf zwei Entscheidungen des Regie­rungsrats gestÃ¼tzt. Im ersten Entscheid RRB 3528 vom 18. Dezember 1996 ging es um einen positiven Kompetenzkonflikt zwischen Bezirksrat und Bezirksschulpflege ZÃ¼­rich, da sich beide fÃ¼r die Beurteilung einer Streitigkeit Ã¼ber die Nichtwiederwahl eines Leh­rers zu­stÃ¤ndig betrachtet haben; der Regierungsrat hat dabei daran festgehalten, dass personal­recht­liche Streitigkeiten im Schulwesen nach wie vor vom Bezirksrat zu beurteilen seien, namentlich auch deshalb, weil angesichts der beschrÃ¤nkten Kognition der Rechts­mit­tel­instanz besondere Fachkenntnisse im Schulbereich nicht notwendig seien. Im zweiten Ent­scheid RRB 426 vom 25. Februar 1998 ging es um die ZustÃ¤ndigkeit des Bezirksrats Z zur Beurteilung eines Rekurses gegen die Weigerung einer Primarschulgemein­de, Kosten einer Privatschule zu Ã¼bernehmen; die Praxis habe die ZustÃ¤ndigkeit fÃ¼r Re­kur­se bezÃ¼glich Kos­tenÃ¼bernahme der privaten Sonderschulung durch Gemeinden der Be­zirks­schulpflege zu­geordnet; auch wenn es um die finanzielle Leistung einer Gemeinde gehe, habe diese doch schulische GrÃ¼nde, und die Kostenpflicht der Gemeinde bestimme sich nach der Schulge­setzgebung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In beiden Entscheiden hat der Regierungsrat festgehalten, dass die Abgrenzung der ZustÃ¤ndigkeit von Bezirksrat und Bezirksschulpflege schon wiederholt Schwierigkeiten be­reitet habe, da sich weder in der Kantonsverfassung vom 18. April 1869 (KV) noch im Ge­setz Ã¼ber die Bezirksverwaltung vom 10. MÃ¤rz 1985 (BezirksverwaltungsG) oder im Ge­setz Ã¼ber das gesamte Unterrichtswesen (Unterrichtsgesetz) vom 23. Dezember 1859 (Un­terrichtsG) Rechtsgrundlagen fÃ¼r die TÃ¤tigkeit der Bezirksschulpflegen als Organe der Ver­waltungsrechtsprechung fÃ¤nden. Die erstinstanzliche Entscheidung von Ã¶ffentlichrecht­li­chen Streitigkeiten sei gemÃ¤ss Art. 45 KV und § 10 BezirksverwaltungsG Sache der Be­zirks­rÃ¤te, soweit nicht Spezialnormen etwas anderes anordneten. Den Bezirksschulpflegen sei lediglich die Aufsicht Ã¼ber das Volksschulwesen zugeteilt (Art. 62 Abs. 5 KV, §§ 20 ff. UnterrichtsG). In Literatur und Praxis gelte seit jeher als unbestritten, dass die Aufsichts­funktion der Bezirksschulpflegen auch die Erledigung von Streitigkeiten in schulischen Fragen umfasse. Solche Spezialkompetenzen, unabhÃ¤ngig davon, ob sie auf Gesetz oder Gewohnheit beruhten, wÃ¼rden stets restriktiv ausgelegt. Die Bezirksschulpflegen mÃ¼ssten sich auf die Behandlung von Rekursen beschrÃ¤nken, welche den Volksschulunterricht im engeren Sinn betreffen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die vom Regierungsrat angesprochene und auch die neuere Literatur schweigt sich darÃ¼ber aus, wann genau von schulischen Angelegenheiten sowie von finanziellen Leistun­gen, die mit dem Volksschulunterricht zusammenhÃ¤ngen, zu sprechen sei (vgl. Otto Fehr, Verwaltungsrechtspflege im Kanton ZÃ¼rich, Aarau 1941, S. 230; Hans Rudolf Thalmann, Kommentar zum ZÃ¼rcher Gemeindegesetz, 3. A., WÃ¤denswil 2000, § 141 N. 3.1, § 153 N. 6; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflege­gesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 5 N. 10, § 19 N. 129, mit Hinweisen; To­bias Jaag, Verwaltungsrecht des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 728, 2982 ff.; Tobias Jaag, Rechtsfragen der Volksschule, insbesondere im Kanton ZÃ¼rich, ZBl 98/1997, S. 537 ff., 558). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Indem der Bezirksrat seine ZustÃ¤ndigkeit bejaht hat, weil der Besuch von B an der Privatschule Y nichts mit der Volksschule zu tun habe, hat er im Grund genommen den Rekurs gleichzeitig mit der Bejahung seiner ZustÃ¤ndigkeit abgewiesen, da eine Schul­gemeinde nicht zur Ãbernahme von Schulkosten verpflichtet werden kann, die nicht im Zusammenhang mit der Volksschulausbildung stehen; die Aufteilung in ZustÃ¤n­dig­keits­frage und materielle Beurteilung im angefochtenen Entscheid mutet denn auch wie ein Zirkelschluss an, und fÃ¼r eine Gutheissung des Rekurses im Rahmen der materiellrecht­lichen ErwÃ¤gungen hat gar kein Raum mehr bestanden. Gerade auch die Feststellung des Bestehens oder Fehlens eines Zusammenhangs mit der Volksschule sollte deshalb der Be­zirksschulpflege Ã¼berlassen bleiben, die Ã¼ber Streitigkeiten der Kostenpflicht zu entschei­den haben, wenn ein solcher Zusammenhang besteht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Notwendigkeit einer solchen Vereinigung der Feststellung, ob es sich um eine schulische Frage handle, mit der nachfolgenden Beurteilung, ob sich daraus eine Pflicht zur Kostentragung der Schulgemeinde ergebe, zeigt sich gerade auch in der vorliegenden Strei­tigkeit. Im angefochtenen Entscheid hat der Bezirksrat Z unter anderem noch fest­ge­halten, mangels Zusammenhangs des Besuchs von B an der Privatschule Y mit der Volks­schule seien "die bis anhin gewÃ¤hrten BeitrÃ¤ge rechtswidrigerweise ge­leistet" worden. In der Vernehmlassung zur Beschwerde vom 19. September 2000 hat er dann indirekt einge­standen, Ã¼bersehen zu haben, dass B an der Sekundarschule in X einen Sonderschulstatus gehabt habe (VerfÃ¼gung der Erziehungsdirektion vom 7. Mai 1997, act. --), weshalb ei­gent­lich die Bezirksschulpflege Z zur Behandlung des Rekurses zustÃ¤ndig gewesen wÃ¤re. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Hier hat demnach auch nach der durch die grÃ¼ndlichere Betrachtung der Aktenlage modifizierten Auffassung des Bezirksrats Z die Bezirksschulpflege als erstinstanz­liche RechtsmittelbehÃ¶rde zu amten. Sachgerechter ist es indessen, die Beurteilung der Strei­tig­keit, ob eine Schulgemeinde die Kosten einer Privat- bzw. Sonderschulung zu Ã¼ber­nehmen habe oder nicht, allgemein der Bezirksschulpflege zu Ã¼berlassen. Auch diese kann ja zur Auf­fassung gelangen, dass eine solche Schulung keinen Zusammenhang mit der Volks­schule mehr habe, ohne die Sache dann dem Bezirksrat zum (ablehnenden) Entscheid Ã¼ber­weisen zu mÃ¼ssen; vielmehr wÃ¤re gegen ihren abweisenden Entscheid, stÃ¼tze sich die­ser nun auf das Fehlen eines Zusammenhangs mit der Volksschule oder auf andere GrÃ¼nde, der Rekurs an die Schulrekurskommission des Kantons ZÃ¼rich gegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Die Beschwerde ist demnach in dem Sinn teilweise gutzuheissen, dass der ange­fochtene Rekursentscheid des Bezirksrats Z einschliesslich der Kostenauflage auf­zuheben ist; entgegen der Auffassung des Regierungsrats im genannten RRB 426 vom 25. Fe­bruar 1998 (E. 1.2) kann nicht geradezu von dessen Nichtigkeit die Rede sein (vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 5 N. 28 ff.). Die Sache ist an die Bezirksschulpflege zu Ã¼berweisen, gegen de­ren Entscheid ein Rechtsmittel an die Schulrekurskommission des Kantons ZÃ¼rich gegeben ist. FÃ¼r eine Beurteilung der materiellrechtlichen Fragen durch das Verwaltungs­gericht be­steht vorerst kein Raum, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Der Be­schluss des Bezirksrats Z vom 18. August 2000 wird aufgehoben, und die Ak­ten wer­den der Bezirksschulpflege Z zur Behandlung des Rekurses Ã¼berwie­sen. </span></p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. ...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>