Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht Vom 18. Oktober 2017 (810 16 380) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung / Schuldenwirtschaft Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Beat Walther , Gerichtsschreiberin i.V. Melissa Traber Beteiligte A.____ und B.____ Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Marcel Buttliger, Rechtsanwalt gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz (RRB Nr. 1717 vom 6. Dezember 2016) A. Der am XX.XX.1980 geborene mazedonische Staatsan gehörige A.____ reiste im Jahr 1996 im Alter von 16 Jahren zu seinen Eltern und Ge schwistern in die Schweiz ein und erhielt in der Folge eine Niederlassungsbewilligung. Im Jah r 2003 verheiratete sich A.____ mit der mazedonischen Staatsangehörigen B.____ (geboren 197 9) im Heimatland, woraufhin diese im Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht August 2007 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz zog und im September 2012 die Niederlassungsbewilligung erhielt. Aus der Ehe gingen die in der Schweiz geborenen Kinder C.____ (geboren 2007), D.____ (geboren 2010) und E. ____ (geboren 2014) hervor. Seit 2014 ist er Inhaber der F.____ GmbH. B. Am 10. Mai 2013 verwarnte das Amt für Migration B asel-Landschaft (AfM) die Ehegat- ten A.____ und B.____ aufgrund zahlreicher Betreibung en und 55 offener Verlustscheine. Die Höhe der offenen Verlustscheine belief sich auf insgesam t Fr. 115‘634.80. Das AfM forderte A.____ und B.____ dazu auf, sich künftig an die Gesetze und Ordnung in der Schweiz zu halten und ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen b zw. ihre Schulden abzubezahlen und keine neuen Schulden zu begründen, andernfalls weiter g ehende ausländerrechtliche Mass- nahmen geprüft würden. C. A.____ wurde mit Strafbefehlen der Staatsanwaltsc haft Basel-Landschaft vom 4. Dezember 2013, vom 27. November 2014 sowie vom 25. Juni 2015 wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassen enversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 zu Bussen in der Höhe von Fr. 250.-- bis Fr. 300.-- verurteilt. D. Mit Schreiben vom 13. Februar 2015 gewährte das AfM den Ehegatten A.____ und B.____ das rechtliche Gehör betreffend den Widerruf i hrer Niederlassungsbewilligungen und deren Wegweisung aus der Schweiz. Das AfM führte darin a us, dass die Summe der offenen Verlustscheine gegenüber B.____ zwar nicht zugenommen habe, diejenige gegenüber A.____ jedoch um rund Fr. 75‘000.-- gestiegen sei. Im Jahr 2 014 sei zudem festgestellt worden, dass A.____ nebst dem bereits bekannten Fassadenbaubetrieb (G.____ GmbH) noch an zwei weite- ren konkursiten bzw. verschuldeten Betrieben (H.____ Gmb H und F.____ GmbH) beteiligt ge- wesen sei. Die Gesamtsumme aller offenen Verlustscheine gegenüber A.____ belaufe sich auf Fr. 577‘990.75. E. Die Ehegatten A.____ und B.____, vertreten durch Dr. Stefan Suter, Advokat in Basel, nahmen dazu mit Schreiben vom 31. März 2015 Stellung. I n der Folge ersuchte das AfM die Ehegatten am 30. Juni 2015 bzw. am 24. Februar 2016 u m die Beantwortung weiterer Fragen. Diesem Ersuchen leisteten die Ehegatten, neu vertreten durch Niggi Dressler, Advokat in Bin- ningen, mit Schreiben vom 10. August 2015 bzw. vom 11. März 2016 Folge. F. Mit Verfügung vom 14. Juli 2016 widerrief das AfM die Niederlassungsbewilligungen von A.____ und B.____ und wies sie bis spätestens 31. August 2016 aus der Schweiz weg. G. Gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligungen erhoben die Ehegatten A.____ und B.____ mit Eingabe vom 28. Juli 2016 Beschw erde beim Regierungsrat des Kan- tons Basel-Landschaft (Regierungsrat). H. Mit Entscheid Nr. 1717 vom 6. Dezember 2016 hiess der Regierungsrat die Beschwer- de teilweise gut. Die Verfügung des AfM wurde insoweit aufgehoben, als damit die Niederlas- sungsbewilligung von B.____ widerrufen worden war. Im Übrigen wurde die Beschwerde abge- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht wiesen. A.____ wurde angewiesen, die Schweiz bis spätesten s 30 Tage nach Rechtskraft des Entscheides zu verlassen. In seiner Begründung führte d er Regierungsrat aus, dass A.____ trotz einschlägiger Verwarnung seitens der Vorinstanz zwei Unternehmungen durch Misswirt- schaft in den Konkurs geführt und auch als Privatperson gr osse Schulden angehäuft habe. Da- mit habe er den Widerrufsgrund des schwerwiegenden Ver stosses gegen die öffentliche Ord- nung erfüllt. Auch nach Abwägung der sich gegenübersteh enden Interessen erweise sich die Wegweisung von A.____ als verhältnismässig, zumal dessen Ehefrau und den drei Kindern zugemutet werden könne, ihm nach Mazedonien zu folgen. S odann verneinte der Regierungs- rat das Vorliegen eines Härtefalls. I. Gegen diesen Entscheid erhoben A.____ und B.____, v ertreten durch Advokat Niggi Dressler, mit Eingabe vom 20. Dezember 2016 Beschwerde b eim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragen, es sei der Entscheid des Regierungsrats Nr. 1717 vom 6. De zember 2016 unter o/e-Kostenfolge aufzuheben. Im Weiteren ersuchen sie um Gewährung unentgeltlicher Rechtspflege. J. Mit Verfügung vom 13. Januar 2017 wurde neu Dr. Ma rcel Buttliger, Rechtsanwalt in Aarau, als Vertreter der Beschwerdeführer ins Rubrum aufgenommen. K. Der Regierungsrat liess sich mit Schreiben vom 16. Jan uar 2017 vernehmen und bean- tragt die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. L. Mit Replik vom 22. März 2017 halten die Beschwerdefüh rer an ihren Anträgen fest. M. Mit Duplik vom 26. April 2017 schloss der Regierungsr at weiterhin auf Abweisung der Beschwerde. N. Mit präsidialer Verfügung vom 1. Juni 2017 wurde d er Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Parteiverhandlung überwiesen. Als Au skunftsperson wurde der Treuhänder I.____ zur Parteiverhandlung geladen. Des Weiteren wu rde den Beschwerdeführern die unent- geltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. O. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen die Besc hwerdeführer und ihr Rechtsver- treter, der Beschwerdegegner sowie I.____ als Auskunftsp erson teil. Die Parteien halten voll- umfänglich an den gestellten Rechtsbegehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgese tzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht genheit gegeben. Der Beschwerdeführer als Adressat des an gefochtenen Entscheids ist ohne weiteres berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an d essen Aufhebung. Die Beschwerde- führerin ist die Ehegattin des Beschwerdeführers, weist somit ebenfalls ein schutzwürdiges Inte- resse an der Aufhebung des Entscheids auf und ist demzufol ge zur Beschwerde legitimiert (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 30. März 2011 [810 10 402] E. 1.2). Da auch die weite ren formellen Voraussetzungen gemäss den §§ 43 VPO erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt werden. Die Beurteilung der Angemessenheit de s angefochtenen Rechtsaktes ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorlieg enden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Strittig ist vorliegend, ob der Widerruf der Nied erlassungsbewilligung des Beschwerde- führers und die damit verbundene Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 4. Gemäss Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die A usländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005 verleiht die Niederlassun gsbewilligung ihrem Inhaber grund- sätzlich einen zeitlich unbefristeten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz. Es ist somit von einem grundsätzlichen gesetzlichen Anspruch des Beschwerdeführers auf Aufenthalt in der Schweiz auszugehen. 5.1 Indes gilt der gesetzliche Anspruch auf Aufenthalt nach Art. 34 Abs. 1 AuG nicht abso- lut. Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG kann die Niederl assungsbewilligung widerrufen werden, wenn die ausländische Person in schwerwiegender Weise ge gen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder die se gefährdet hat. Dieser Wider- rufsgrund gilt auch, falls die ausländische Person sich s eit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss im Land aufgehalten hat (Art. 63 A bs. 2 AuG). Die “öffentliche Sicherheit und Ordnung“ bildet den Oberbegriff der polizeiliche n Schutzgüter: Die öffentliche Ordnung um- fasst die Gesamtheit der ungeschriebenen Ordnungsvorstellu ngen, deren Befolgung nach der herrschenden sozialen und ethischen Anschauung als unerlässl iche Voraussetzung eines ge- ordneten menschlichen Zusammenlebens anzusehen ist. Die öffentliche Sicherheit bedeutet die Unverletzlichkeit der objektiven Rechtsordnung, der Recht sgüter der Einzelnen (Leben, Ge- sundheit, Freiheit, Eigentum, usw.) sowie der Einrichtu ngen des Staates. Eine Verletzung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist somit namentl ich gegeben bei erheblichen oder wieder- holten Verstössen gegen gesetzliche Vorschriften oder beh ördliche Verfügungen sowie bei Nichterfüllung der öffentlich-rechtlichen oder privatre chtlichen Verpflichtungen (vgl. Art. 80 Abs. 1 lit. a und b der Verordnung über Zulassung, Au fenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE] vom 24. Oktober 2007). Anders als der Widerruf einer Aufe nthaltsbewilligung (Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG), welcher voraussetzt, dass der Ausländer "erheblich od er wiederholt" gegen die öffentli- che Sicherheit und Ordnung verstossen hat, bedingt ein Widerruf der Niederlassungsbewilli- gung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG, dass ein solcher Verstoss "in schwerwiegender Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Weise" erfolgt ist. Dass damit vergleichsweise erhöhte Anf orderungen an diesen Bewilligungs- widerruf gestellt werden, ergibt sich eindeutig aus de m französischen Wortlaut der genannten Bestimmungen: Während Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG von ei nem Verstoss "de manière grave ou répétée" spricht, wird in Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG di e qualifizierte Formulierung "de manière très grave" verwendet. Diese Unterscheidung überzeugt, vermitt elt die Niederlassungsbewilligung doch das gefestigtere Anwesenheitsrecht als eine blosse A ufenthaltsbewilligung und besteht bei niedergelassenen Ausländern oftmals eine vergleichsweise engere Verbindung zur Schweiz (vgl. die Botschaft zum Bundesgesetz über die Auslände rinnen und Ausländer vom 8. März 2002, Bundesblatt [BBl] 2002 3709, S. 3810). 5.2 Rechtsprechungsgemäss genügt Schuldenwirtschaft für sich allein nicht für den Wider- ruf der Niederlassungsbewilligung. Vorausgesetzt ist die Mutwilligkeit der Verschuldung, d.h. diese muss selbst verschuldet und qualifiziert vorwerfbar s ein (BGE 137 II 297 E. 3.3). Davon ist nicht leichthin auszugehen (vgl. Urteil des Bundesg erichts 2C_997/2013 vom 21. Juli 2014 E. 2.2). Wurde bereits eine ausländerrechtliche Verwarnung (Art . 96 Abs. 2 AuG) ausgespro- chen, ist entscheidend, ob die ausländische Person danach weiterhin mutwillig Schulden ange- häuft hat. Dabei ist zu berücksichtigen, dass, wer einem b etreibungsrechtlichen Verwertungs- verfahren, insbesondere der Lohnpfändung, unterliegt, zum vornherein keine Möglichkeit hat, ausserhalb des Betreibungsverfahrens Schulden zu tilgen. Das führt in solchen Fällen dazu, dass im Vergleich zu früher weitere Betreibungen hinzuko mmen können oder der betriebene Betrag angewachsen sein kann, ohne dass allein deswegen Mutwilligkeit vorliegt. Von ent- scheidender Bedeutung ist, welche Anstrengungen zur San ierung unternommen worden sind. Positiv ist etwa zu würdigen, wenn vorbestandene Schulde n abgebaut worden sind. Ein Wider- ruf ist dagegen zulässig, wenn in vorwerfbarer Weise weit ere Schulden angehäuft worden sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_164/2017 vom 12. Sep tember 2017 E. 3.1 und 2C_997/2013 vom 21. Juli 2014 E. 2.2 mit Hinweisen). 6.1 Der Beschwerdeführer bestreitet das Vorliegen eine s Widerrufsgrundes und bringt diesbezüglich vor, dass er faktisch nicht für die Führung der H.____ GmbH sowie der G.____ GmbH verantwortlich gewesen sei, sondern sein Bruder. D ie aus deren Geschäftsführung ent- standenen Verlustscheine seien demnach auch nicht ihm zuzurechnen. Seine eigene Firma, die F.____ GmbH, sei – wie die Bilanz- und Erfolgsrechnung zeigen würde – auf einem guten Weg. Er habe sodann eine Zahlungsvereinbarung mit dem Betreibungsamt J.____ getroffen und zah- le monatlich Fr. 410.-- ab. Im Juli 2016 habe er fern er Fr. 10‘516.90 und Fr. 2‘586.25 an die eidgenössische Steuerverwaltung überwiesen. Er habe zudem mit seinem Treuhänder ein Kon- zept ausgearbeitet, um weitere Betreibungen zu verhinde rn und administrative Probleme zu lösen (vgl. Verhandlungsprotokoll, S. 3 und 4). Dies zeige deutlich, dass er sich bemühe, seinen Verbindlichkeiten nachzukommen. 6.2 Der Regierungsrat erwog, dass auf den Beschwerdefüh rer persönlich per 16. Juni 2016 Verlustscheine in der Höhe von knapp Fr. 240‘000.- - verzeichnet gewesen seien. Ferner belaufe sich die Höhe der Verlustscheine, welche dem Be schwerdeführer als Gesellschafter oder Geschäftsführer zuzurechnen seien auf Fr. 425‘000.--. Dabei handle es sich in erster Linie um Schulden verursacht durch die H.____ GmbH sowie die G.____ GmbH. Über beide Firmen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sei bereits der Konkurs eröffnet worden. Hinsichtlich der F.____ GmbH, die der Beschwerdefüh- rer seit April 2014 führe, seien im Zeitpunkt des Er lasses der angefochtenen Verfügung vier Verlustscheine im Betrag von insgesamt Fr. 26‘000.-- verzeichnet gewesen (vgl. Verfügung des AfM, S. 4 und Handelsregisterauszug vom 29. Juli 2015) . Der Regierungsrat stellt sich daher auf den Standpunkt, dass dem Beschwerdeführer spätestens im Zuge des Konkurses der H.____ GmbH hätte bewusst werden müssen, dass er mit der Führung von Unternehmungen auf dem Gebiet des Fassadenbaus überfordert sei. Dass er sich ungeachtet dessen auf dem- selben Geschäftszweig weiter betätigt und dabei ein weiteres Unternehmen in den Konkurs und ein Drittes an den Rande desselben geführt habe, gere iche ihm zu einem schweren Verschul- den. Der Beschwerdeführer habe ganz offensichtlich in Ka uf genommen, im Zuge seiner Ge- schäftstätigkeit einer grossen Anzahl von Gläubigern erheb liche Verluste zuzufügen. Damit sei sein geschäftliches (Fehl-)Verhalten als mutwillig im Sinne der Rechtsprechung zu qualifizieren. Dass der Beschwerdeführer geflissentlich unterlassen habe, s owohl für sich selbst als auch für seine Angestellten Sozialversicherungsbeiträge an die zust ändige Sozialversicherungsanstalt abzuliefern, stelle einen weiteren Beleg für dessen m utwilliges Verhalten dar. Die Vorinstanz habe die fortgesetzte Verschuldung des Beschwerdeführers somit zu Recht als schwerwiegen- den Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordn ung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG qualifiziert. 6.3 Wie aus den aktenkundigen Auszügen des Handelsregister s Basel-Landschaft betref- fend die H.____ GmbH, die G.____ GmbH sowie die F.____ GmbH hervorgeht, war bzw. ist der Beschwerdeführer jeweils als Geschäftsführer und Gesell schafter (mit-)eingetragen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist er unabhängig von seinem tatsächlichen Einfluss auf die Unternehmensführung der H.____ GmbH als beteili gter Gesellschafter und Geschäftsführer mitverantwortlich für den Geschäftsgang und damit für d ie entstandenen Schulden. Der Be- schwerdeführer war zudem ab April 2011 an der G.____ G mbH als Gesellschafter und Ge- schäftsführer beteiligt und ab Juli 2011 als alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer einge- tragen (vgl. Handelsregisterauszug G.____ GmbH vom 29. Juli 2015). Bei der F.____ GmbH ist der Beschwerdeführer sodann seit April 2014 als allei niger Geschäftsführer und Gesellschafter eingetragen (vgl. Handelsregisterauszug F.____ GmbH). Demzufolge sind ihm auch die aus der Unternehmensführung der beiden letztgenannten Firmen entstandenen Schulden zuzurechnen. 6.4 Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt der formell en ausländerrechtlichen Verwar- nung vom 10. Mai 2013 mit insgesamt 52 offenen Verlu stscheinen in der Höhe von insgesamt Fr. 107‘098.20 im Betreibungsregister verzeichnet (vgl. Auszüge Betreibungsregister J.____ und K.____ vom 10. April 2013). Der Beschwerdeführer war somit bei der Verwarnung in erheb- lichem Masse verschuldet. Per 25. Juni 2015 waren auf se inen Namen bereits 81 Verlustschei- ne im Gesamtbetrag von Fr. 232‘860.85 registriert (vgl . Auszug Betreibungsregister vom 25. Juni 2015). Zudem sind gemäss Betreibungsregisterauszug vom 19. Mai 2016 zwei weitere Verlustscheine in der Höhe von Fr. 6‘666.85 verzeichnet worden. Demzufolge stiegen die per- sönlichen Schulden des Beschwerdeführers nach der Verwarnung erheblich an. Hinsichtlich der geschäftlichen Schulden kann Folgendes festgehalten we rden: Der Beschwerdeführer hat an der Parteiverhandlung zwar vorgebracht, dass er sich bei de r H.____ GmbH lediglich im Sinne eines symbolischen Beitrags beteiligt habe, weshalb er kei nen Einfluss auf die Unternehmens- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht führung gehabt habe (vgl. Verhandlungsprotokoll, S. 5 ). Wie bereits ausgeführt, kann diesem Vorbringen nicht gefolgt werden, zumal er als Geschäftsf ührer der GmbH für die Schulden mit- verantwortlich ist. In Bezug auf die G.____ GmbH ist f estzustellen, dass diese per 27. Mai 2013 Betreibungen in der Höhe von Fr. 175‘431.40 aufwies ( vgl. Auszug Betreibungsregister J.____ vom 27. Mai 2013), welche sich per 25. Juni 2015 auf Fr. 253‘529.02 erhöht hatten. Ferner ver- zeichnete sie neu 42 offene Verlustscheine in der Höhe v on Fr. 169‘225.50 (vgl. Auszug Betrei- bungsregister G.____ GmbH vom 25. Juni 2015). Offen ble iben kann, inwieweit ihm diese an- gehäuften Schulden qualifiziert vorwerfbar sind. Die F.____ GmbH, welche der Beschwerdefüh- rer ab April 2014 übernommen hatte, war per Juli 20 16 mit zahlreichen Betreibungen und Ver- lustscheinen in der Höhe von rund Fr. 26'000.-- registr iert. Bis zur Widerrufsverfügung des AfM am 14. Juli 2016 sind drei neue Verlustscheine auf die F.____ GmbH in der Höhe von Fr. 15‘666.40 (vgl. Auszug Betreibungsregister F.____ Gm bH vom 16. Juni 2016) ausgestellt worden. Gemäss Betreibungsregisterauszug vom 15. November 2016 bzw. vom 17. Oktober 2017 sind keine weiteren Verlustscheine hinzugekommen. Z u berücksichtigen ist immerhin, dass es sich bei den aufgeführten Forderungen teilweise um ältere Schulden handelte, die be- reits vor der Verwarnung bzw. unabhängig von einem Zut un des Beschwerdeführers entstan- den waren. Das AfM hat zur Begründung der Widerrufsve rfügung jedoch ausschliesslich Ver- lustscheine berücksichtigt, welche ihren Ursprung nach erga ngener Verwarnung hatten. Der Beschwerdeführer hat somit trotz der ausländerrechtlichen Verwarnung über Jahre hinweg wei- terhin und in beträchtlichem Umfang Schulden angehäuf t, was von ihm auch nicht bestritten wird. 6.5 Wie dargelegt genügt die blosse Anhäufung von we iteren Schulden rechtsprechungs- gemäss jedoch für sich genommen noch nicht. Vielmehr muss der Beschwerdeführer diese mutwillig verursacht haben. Der Beschwerdeführer bring t diesbezüglich vor, einen Treuhänder mit der Betreuung der Buchhaltung der F.____ GmbH b eauftragt zu haben. Zu welchem Zeit- punkt dieser engagiert wurde, konnte weder aufgrund de r Akten noch anlässlich der Parteiver- handlung abschliessend geklärt werden (vgl. Verhandlung sprotokoll, S. 5 und 6). Wie in Erwä- gung 6.4 hiervor geschildert, generierte der Beschwerde führer dennoch neue Schulden und er vermag allein mit dem Vorbringen, einen Treuhänder b eigezogen zu haben, nichts zu seinen Gunsten vorzubringen. Im Gegenteil hat sich anlässlich d er heutigen Parteiverhandlung her- ausgestellt, dass die Schuldensituation bislang nicht bes prochen worden bzw. vom Beschwer- deführer erst kürzlich zum Thema gemacht worden ist (vgl. Verhandlungsprotokoll, S. 7). Eben- so an der Sache vorbei geht das Argument des Beschwerde führers, dass es mit seinem Ein- kommen bisher kaum möglich gewesen sei, alte Schulden zu be gleichen. Dies vermag denn auch die Entstehung neuer Schulden nicht zu erklären. Dies gilt umso mehr, als er in der betref- fenden Zeitperiode stets erwerbstätig war und sich einen Lohn, welcher über dem nach dem massgebenden Gesamtarbeitsvertrag vorgeschriebenen lieg t, auszahlen liess (vgl. Verhand- lungsprotokoll, S. 7; Arbeitsvertrag vom 10. April 2 014). Er erzielte zunächst ein monatliches Einkommen von Fr. 5‘300.-- und wies im Lohnausweis für das Jahr 2015 einen Jahreslohn in der Höhe von Fr. 61‘085.-- aus. Gemäss Lohnausweis 2016 erwirtschaftete der Beschwerde- führer – bei gleichem Arbeitsvertrag – im darauffolgen den Jahr Fr. 84‘328.--. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung hat sich zudem herausgestell t, dass er überdies den durch die F.____ GmbH erwirtschafteten Gewinn als Gratifikation a usbezahlt erhielt (vgl. Verhandlungs- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht protokoll, S. 7). Dass der Beschwerdeführer bei dieser Sa chlage neue Schulden angehäuft hat, lässt auf eine mutwillige Vernachlässigung der finanziel len Verpflichtungen schliessen. Auf- grund der geschilderten Umstände ist davon auszugehen, d ass der Beschwerdeführer nicht ernsthaft gewillt war, seine Schulden entsprechend seine n Möglichkeiten zurückzuzahlen. Der Beschwerdeführer hat sich erst nach Einleitung des Wegwe isungsverfahrens an das Betrei- bungsamt gewandt und eine Zahlungsvereinbarung getrof fen, wonach er monatlich Fr. 410.-- seiner Schulden tilgen werde (vgl. Verhandlungsprotokol l, S. 3). Gemäss den eingereichten Zahlungsbelegen hat er bislang Schulden in der Höhe v on rund Fr. 13‘000.-- beglichen (Zah- lungsbeleg vom 31. Mai 2016 und vom 15. Juli 2016). Da der Beschwerdeführer aber trotz vor- handener Mittel seine Schulden zunächst nicht reduzierte, sondern noch anwachsen liess, kann die erwähnte Zahlung nicht ausschlaggebend für eine an geblich verbesserte "Zahlungsmoral" sein. Erschwerend hinzu kommt, dass sich anlässlich der heuti gen Parteiverhandlung – und entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers – herausg estellt hat, dass bis heute keine signifikanten Sanierungsbemühungen unternommen wurden bzw. ein Schuldensanierungsplan zu keinem Zeitpunkt in Angriff genommen wurde (vgl. Ve rhandlungsprotokoll, S. 3, 7 und 10). Unter diesen Umständen hat der Beschwerdeführer insgesamt zu wenig unternommen, um sei- ne Schulden nachhaltig abzubauen. Damit ist das Vorli egen einer mutwilligen Verschuldung zu bejahen und folglich der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG gegeben. 7.1 Liegt ein Widerrufsgrund nach Art. 63 AuG vor, mu ss die Massnahme im konkreten Fall auch verhältnismässig sein (Art. 96 Abs. 1 AuG). Die Verhältnismässigkeitsprüfung erfordert eine Interessenabwägung, welche die wesentli chen Umstände des Einzelfalls berück- sichtigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_39/2016 vom 31 . August 2016 E. 3.1). Verlangt ist insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden pr ivaten Interessen an der Erteilung der Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei Letztere in dem Sin- ne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Dabei sind namentlich die Schwere des Ve rschuldens, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die de m Betroffenen und seiner Familie dro- henden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 139 I 31 E. 2. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_263/2016 vom 11. November 2016 E. 3.2). 7.2 Im Zusammenhang mit dem Widerrufsgrund der mutwil ligen Nichterfüllung öffentlich- rechtlicher und privatrechtrechtlicher Verpflichtungen ist zu berücksichtigen, dass die öffentli- chen Interessen am Widerruf bzw. an der Nichtverlängeru ng der Bewilligung umso gewichtiger sind, je mehr sich eine ausländische Person verschuldet un d sich trotz Verwarnung nicht um Schuldentilgung bemüht hat. Indessen ist das öffentlich e Interesse an der Fernhaltung auslän- discher Personen, welches einzig dem Schutz potentieller Gläubiger dient, grundsätzlich von geringerem Gewicht als dasjenige, straffällige oder da uernd sozialhilfeabhängige Ausländerin- nen und Ausländer aus der Schweiz fernzuhalten (vgl. S ILVIA HUNZIKER , in: Caroni/Gächter/ Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N 36 zu Art. 62 AuG). 8.1 Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdefü hrer konstant, in erheblichem Umfang und in qualifiziert vorwerfbarer Weise über Jahr e hinweg Schulden angehäuft hat. Die Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht finanzielle Situation des Beschwerdeführers hat sich trotz der ausländerrechtlichen Verwarnung im Jahr 2013 verschlimmert. Auch hat es der Beschwerdefüh rer jahrelang und trotz Beizugs eines Treuhänders unterlassen, einen Schuldensanierungspl an zu errichten. Zu beachten ist dabei, dass er über mehrere Jahre hinweg keine Sozialversicherungsbeiträge für sich und seine Angestellten leistete. Die vom Beschwerdeführer angehäuften Schulden betreffen hauptsächlich öffentlich-rechtliche Forderungen wie (obligatorische) Versicherungsbeiträge sowie Ausstände gegenüber der Steuerverwaltung (Mehrwertsteuerzahlungen). Der Beschwerdeführer hat somit wiederkehrende öffentlich-rechtliche Verpflichtungen vernachlässigt. Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist von einem gewichtigen öffentlichen In teresse am Widerruf der Aufenthalts- bewilligung auszugehen. 8.2 Dem öffentlichen Interesse am Widerruf der Niede rlassungsbewilligung sind die priva- ten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. 8.3 Der Beschwerdeführer reiste im Alter von 16 Jahren im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein. Er befindet sich folglich seit rund 20 Jahren in der Schweiz und hat einen grossen Teil seines Lebens hier verbracht. Der Beschwerde führer führt eine langjährige Ehe, aus der drei Kinder hervorgegangen sind, welche alle hier geboren sind. Nebst seiner Kernfami- lie leben auch die Eltern des Beschwerdeführers und de r Grossteil seiner Geschwister in der Schweiz. Demzufolge ist grundsätzlich von einem gewichtig en privaten Interesse des Be- schwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz auszuge hen. Auch konnte sich der Be- schwerdeführer im Rahmen der heutigen Parteiverhandlun g auf Deutsch verständigen. Wirt- schaftlich und beruflich kann angesichts seiner Schuldensituation zwar nicht von einer erfolgrei- chen Integration gesprochen werden. Immerhin ist dem B eschwerdeführer diesbezüglich aber anzurechnen, dass er stets einer Arbeit nachgegangen ist. Positiv zu würdigen ist auch die Tat- sache, dass der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt Sozialhilfe bezogen hat. Schliesslich ist zu beachten, dass die F.____ GmbH für das laufende Jahr voraussichtlich eine Umsatzsteige- rung erzielen wird, wie anlässlich der Parteiverhandlun g dargelegt wurde (vgl. Bilanz- und Er- folgsrechnung F.____ GmbH der Jahre 2015 und 2016). In sofern ist neu von einer leichten Verbesserung der Einkommenssituation und gestützt auf ein en Schuldensanierungsplan von einem kontinuierlichen Abbau der Schulden auszugehen. In strafrechtlicher Hinsicht ist der Be- schwerdeführer nur geringfügig negativ aufgefallen. Vo r diesem Hintergrund führt die Interes- senabwägung insgesamt dazu, dass die öffentlichen Interess en die privaten Interessen des Beschwerdeführers und seiner Familie an einem Verblei b in der Schweiz knapp nicht zu über- wiegen vermögen. Demgemäss erweist sich der von der Vorin stanz geschützte Widerruf der Aufenthaltsbewilligung im jetzigen Zeitpunkt als unverhältnismässig. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Bei diesem Ausgang des Verfah rens erübrigt es sich, einen An- spruch nach Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 zu prüfen. 9. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Interessenabwägung in Zukunft anders ausfallen dürfte, wenn der Beschwerdefü hrer trotz der soeben beschriebenen leicht verbesserten Einkommenssituation nicht eine Abnahme der bestehenden Schulden errei- chen oder gar mutwillig neue Schulden verursachen würde. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Ka ntonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausma ss, nicht jedoch der Vorinstanz, auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Da vorliegend der Beschwe rdegegner als Vorinstanz unterlegen ist, werden keine Verfahrenskosten erhoben. 10.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Bei- zug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Ausg ang des Verfahrens ist den Be- schwerdeführern eine Parteientschädigung zulasten des Bes chwerdegegners zuzusprechen. In seinen Honorarnoten vom 30. Juni 2017 sowie vom 18. O ktober 2017 macht der Rechtsvertre- ter der Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdever fahren einen Aufwand von 17 Stunden à Fr. 200.-- geltend. Aus der detailliert en Auflistung ergibt sich, dass Leistungen, welche im Zusammenhang mit der Mandatsübernahme erfol gt sind, geltend gemacht werden. Diese Aufwandposten (insgesamt 1.5 Stunden) sind abzuziehen. Für die heutige Parteiverhand- lung sind dem Rechtsvertreter 2.5 Stunden zuzusprechen. Da raus resultiert ein Aufwand von insgesamt 18 Stunden. Ferner macht der Rechtsvertreter i n seinen Honorarnoten vom 30. Juni 2017 bzw. vom 18. Oktober 2017 Auslagen für Fotokopien in der Höhe von Fr. 995.50 (beste- hend aus Fr. 724.-- und Fr. 271.50) geltend. Das geforderte Honorar erweist sich als hinsichtlich dieser Auslagen als überhöht, da der Beschwerdeführer pro Kopie Fr. 1.50 geltend macht. Nach § 15 Abs. 2 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anw älte (TO) vom 17. November 2003 be- trägt der Auslagenersatz bei Massenkopien Fr. 0.50 pro Se ite. Entsprechend werden die gel- tend gemachten Auslagen für Kopiaturen auf Fr. 331.8 5 reduziert. Der Beschwerdegegner hat den Beschwerdeführern demzufolge eine Parteientschädig ung in der Höhe von Fr. 4‘373.80 (inkl. Auslagen in der Höhe von insgesamt Fr. 449.80 und 8 % MWST) auszurichten. 10.3 Was die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens anbe langt, ist die Angelegenheit zu deren Neuverlegung an den Regierungsrat zurückzuweisen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Regierungsrates des Kantons Basel-Landschaft Nr. 1717 vom 6. Dezember 2016 betref- fend den Widerruf der Niederlassungsbewilligung und W egweisung aus der Schweiz aufgehoben. 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Koste n des vorinstanzli- chen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel-La ndschaft zurückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat d en Beschwerde- führern eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'373.80 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) zu bezahlen. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V.