<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2009.00351</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=209148&amp;W10_KEY=4467125&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2009.00351</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 04.11.2009</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Stimmrechtsrekurs / Gemeindebeschwerde</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Stimmrechts- und Gemeindebeschwerde gegen die Revision der Verbandsordnung eines Zweckverbands<br/><br/>Die Beschwerde richtet sich zum einen gegen die angeblich fehlerhafte Abstimmungsweisung betreffend Revision der Verbandsordnung in einer Verbandsgemeinde (E. 1.1). Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1.1.1). Beschwerdefrist (E. 1.1.2). Legitimation (E. 1.1.3). Im Übrigen bringt die Beschwerde vor, der auf Verbandsebene gefasste Beschluss über die Revision der Verbandsordnung sei im falschen Abstimmungsverfahren zustande gekommen; auch diese Rüge wäre als Stimmrechtsbeschwerde an die Hand zu nehmen, wenn auf sie eingetreten würde. Sie ist aber in der Sache ohnehin abzuweisen (E. 1.2). Die Rüge, der Inhalt einer Bestimmung in der Verbandsordnungsrevision verstosse gegen übergeordnetes Verfassungsrecht, ist als Beschwerde im Sinn von § 152 GemeindeG an die Hand zu nehmen. Über die Frage der Verfassungsmässigkeit hat die Vorinstanz zwar noch nicht entschieden, weil der Beschwerdeführer in ihrem Verfahren noch kein aktuelles Rechtsschutzinteresse hatte; das hat sich nunmehr aber geändert (E. 1.3). Aus prozessökonomischen Gründen, weil es sich um eine Rechtsfrage handelt und weil der Beschwerdeführer einer Erledigung durch das Verwaltungsgericht ausdrücklich zugestimmt hat, fällt dieses einen reformatorischen Entscheid (E. 1.4). Zuständigkeit (E. 1.4.1) und Legitimation (E. 1.4.2). Rügegründe der Stimmrechtsbeschwerde und der Beschwerde gestützt auf § 152 GemeindeG (E. 2) <br/><br/>Stimmrechtsbeschwerde(n): Die Abstimmungsweisung des Gemeinderats verletzt die politischen Rechte nicht: Bei der allenfalls als lückenhaft zu bezeichnenden Information handelt es sich jedenfalls nicht um eine solche mit entscheidwesentlichem Inhalt (E. 3.3). Bei den in Frage stehenden Bestimmungen der Verbandsordnungsrevision handelt es sich nicht um wesentliche Bestimmungen, welche gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung und einschlägiger Lehre der Zustimmung aller Verbandsgemeinden(Einstimmigkeit) bedürften; auch diesbezüglich ist die Abstimmungsfreiheit nicht verletzt (E. 4). Soweit gerügt wird, die in die Verbandsordnung aufgenommene Dringlichkeitsklausel (Ausschluss des Referendumsrechts der Stimmberechtigten der Verbandsgemeinden bei Zustimmung eines Teils der Verbandsdelegierten) verstosse gegen das verfassungsrechtliche Gebot der Demokratisierung der Zweckverbände (Art. 93 KV), ist der Beschwerde ebenfalls nicht beizupflichten (E. 5). Zweckverbände können nur beschränkt mit politischen Gemeinden verglichen werden: Zum einen unterscheidet sich ihre körperschaftliche Struktur von derjenigen politischer Gemeinden, zum andern weisen sie nur eine beschränkte Zuständigkeit auf (E. 5.3). Bei der Umsetzung des verfassungsrechtlichen Demokratisierungsgebots kommt den Zweckverbänden zudem ein grosser Handlungsspielraum zu; die Volksrechte auf Zweckverbandsebene müssen denjenigen auf Gemeindeebene nur sinngemäss entsprechen (E. 5.3.1 f.). Die strittige Dringlichkeitsklausel entspricht derjenigen im Gemeindegesetz für ausserordentlich organisierte Gemeinden (§ 94 GemeindeG) sinngemäss und verstösst daher nicht gegen die Kantonsverfassung (E. 5.4). Der Umstand, dass der Beschwerdeführer Ersatzmitglied des vorinstanzlich entscheidenden Bezirksrats ist, erweckt noch nicht den Verdacht, der Bezirksrat sei befangen (E. 7). Kosten- und Entschädigungsfolgen (E. 8). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTIMMUNGSFREIHEIT">ABSTIMMUNGSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTIMMUNGSWEISUNG">ABSTIMMUNGSWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFANGENHEIT">BEFANGENHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DEMOKRATIEPRINZIP">DEMOKRATIEPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DEMOKRATISCHE RECHTE">DEMOKRATISCHE RECHTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DRINGLICHKEITSARTIKEL">DRINGLICHKEITSARTIKEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FUNKTIONELLE UNZUSTÃNDIGKEIT">FUNKTIONELLE UNZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDE">GEMEINDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEBESCHWERDE">GEMEINDEBESCHWERDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEGESETZ">GEMEINDEGESETZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEREKURS">GEMEINDEREKURS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KANTONSVERFASSUNG">KANTONSVERFASSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICH-RECHTLICHE KÃRPERSCHAFT">ÃFFENTLICH-RECHTLICHE KÃRPERSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POLITISCHE RECHTE">POLITISCHE RECHTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROZESSÃKONOMIE">PROZESSÃKONOMIE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSFRAGE">RECHTSFRAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMITTELFRIST">RECHTSMITTELFRIST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STATUTEN">STATUTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STATUTENÃNDERUNG">STATUTENÃNDERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STIMMRECHTSBESCHWERDE">STIMMRECHTSBESCHWERDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STIMMRECHTSREKURS">STIMMRECHTSREKURS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERBANDSORDNUNG">VERBANDSORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERBANDSORGAN">VERBANDSORGAN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERZICHTSERKLÃRUNG">VERZICHTSERKLÃRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WAHL- UND ABSTIMMUNGSFREIHEIT">WAHL- UND ABSTIMMUNGSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWECKVERBAND">ZWECKVERBAND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 34 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">§ 94 GemeindeG</span><br/><span class="gerade">§ 151 GemeindeG</span><br/><span class="ungerade">§ 151 Abs. I GemeindeG</span><br/><span class="gerade">§ 151a GemeindeG</span><br/><span class="ungerade">§ 152 GemeindeG</span><br/><span class="gerade">Art. 6 GPR</span><br/><span class="ungerade">Art. 147ff. GPR</span><br/><span class="gerade">Art. 148a GPR</span><br/><span class="ungerade">Art. 152 Abs. I GPR</span><br/><span class="gerade">Art. 93 KV</span><br/><span class="ungerade">Art. 93 Abs. II KV</span><br/><span class="gerade">§ 5a Abs. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=10577" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2009.00351</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Entscheid</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">4. November 2009</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Jso Schumacher<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Lukas Widmer, Verwaltungsrichter Peter Sprenger, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>GerichtssekretÃ¤rin Eliane Schlatter. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><a id="RU_AUTOTEXT_DRITT_N"></a><a id="Anonym_Ruolo_BESF_1_1_3"><b><span>A,</span></b></a><b><span> </span></b><span><br/> </span><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer</span></b><span>, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<b> <a id="Anonym_Ruolo_BESG_1_2_8">Zweckverband ZÃ¼rcher <br/> Planungsgruppe Pfannenstiel,</a> </b><br/> <a id="Anonym_PLZ_2_6">8706</a> <a id="Anonym_ORT_2_9">Meilen,</a> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2.<b> <a id="Anonym_Ruolo_BESG_2_3_14">Gemeinderat KÃ¼snacht,</a> </b><br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>3.<b> <a id="Anonym_Ruolo_BESG_3_4_17">Gemeinderat Zollikon,</a> </b><br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>4.<b> <a id="Anonym_Ruolo_BESG_4_5_21">Gemeinderat Herrliberg,</a> </b><br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>5.<b> <a id="Anonym_Ruolo_BESG_5_6_25">Gemeinderat Hombrechtikon,</a> </b><br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>6.<b> <a id="Anonym_Ruolo_BESG_6_7_28">Gemeinderat Erlenbach,</a> </b><br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>7.<b> <a id="Anonym_Ruolo_BESG_7_8_31">Gemeinderat Oetwil am See,</a> </b><br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>8.<b> <a id="Anonym_Ruolo_BESG_8_9_35">Gemeinderat Zumikon,</a> </b><br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>9.<b> <a id="Anonym_Ruolo_BESG_9_10_38">Gemeinderat Uetikon am See,</a> </b><br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>10.<b> <a id="Anonym_Ruolo_BESG_10_11_41">Gemeinderat MÃ¤nnedorf,</a> </b><br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>11.<b> <a id="Anonym_Ruolo_BESG_11_12_44">Gemeinderat StÃ¤fa,</a> </b><br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>12.<b> <a id="Anonym_Ruolo_BESG_12_13_47">Gemeinderat Meilen,</a> </b><br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerschaft</span></b><span>, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="Zwischentitel">und</p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><a id="Anonym_Ruolo_MITB_1_14_50"><b><span>Gemeinderat Egg,</span></b></a><b><span> </span></b><span><br/> </span><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Mitbeteiligter</span></b><span>, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Stimmrechtsrekurs / Gemeindebeschwerde,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Am 22. Juni 2009 wurde in der Gemeinde KÃ¼snacht unter anderem Ã¼ber eine Revision der Verbandsordnung des Zweckverbands ZÃ¼rcher Planungsgruppe Pfannenstiel (fortan: ZPP) abgestimmt. Die Gemeindeversammlung nahm diese mit 66 zu 27 Stimmen an. Die Revision dient im Wesentlichen der Anpassung der Verbandsordnung an die Erfordernisse der Verfassung des Kantons ZÃ¼rich vom 27. Februar 2005 (KV, LS 101), welche in Art. 93 in bestimmtem Umfang und bis Ende 2009 (vgl. Art. 144 KV) die Demokratisierung der ZweckverbÃ¤nde verlangt. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Im Vorfeld der Abstimmung vom 22. Juni 2009 war A, Stimmberechtigter in der Gemeinde KÃ¼snacht, mit zwei Stimmrechtsrekursen an den Bezirksrat Meilen gelangt. Mit seinen Rechtsmitteln verlangte er, die bevorstehende Abstimmung Ã¼ber die Revision der Verbandsstatuten sei in der Gemeinde KÃ¼snacht und in anderen Verbandsgemeinden auszusetzen. Vor der DurchfÃ¼hrung der entsprechenden Abstimmungen seien sowohl die irrefÃ¼hrende Weisung der Gemeinde KÃ¼snacht als auch allfÃ¤llige irrefÃ¼hrende Weisungen anderer Verbandsgemeinden zu berichtigen. Bereits gefÃ¤llte AnnahmebeschlÃ¼sse seien aufzuheben. Ferner beantragte er, die ZPP sei anzuweisen, den Stimmberechtigten in allen Gemeinden eine verfassungs- und gesetzeskonforme Verbandsordnung zur Abstimmung vorzulegen. </p> <p class="Urteilstext">Nach stillschweigender Vereinigung der beiden Verfahren wies der Bezirksrat Meilen die Stimmrechtsrekurse von A mit Beschluss vom 19. Juni 2009 ab, soweit er darauf eintrat. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Gegen den bezirksrÃ¤tlichen Beschluss gelangte A am 25./26. Juni 2009 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Weil zwischenzeitlich offenbar zwei Drittel der Verbandsgemeinden die neue Verbandsordnung angenommen hatten und damit deren Ãnderung verbandsintern beschlossen worden war (vgl. Ziff. 72 der Verbandsordnung der ZPP von 1977 [fortan: ZPP-Verbandsordnung], www.zzp.ch/home/verbandsordnung.html), erneuerte A vor Verwaltungsgericht lediglich seinen Antrag, es seien verfassungs- und gesetzeskonforme Verbandsstatuten auszuarbeiten und den Gemeinden zur Abstimmung zu unterbreiten. </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerdeantwort liess der Gemeinderat KÃ¼snacht die Abweisung der Beschwerde unter EntschÃ¤digungsfolge beantragen. Die ZPP beantragte, unter EntschÃ¤digungsfolge sei auf die Beschwerde nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen. Nichteintreten unter EntschÃ¤digungsfolge liess auch der Gemeinderat Zollikon beantragen, soweit sich die Beschwerde gegen die Abstimmung in seiner Gemeinde richte. Der mitbeteiligte Gemeinderat Egg und der Bezirksrat verzichteten je ausdrÃ¼cklich auf eine Stellungnahme. Die Ã¼brigen GemeinderÃ¤te verzichteten stillschweigend auf Beschwerdeantwort. </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Der BeschwerdefÃ¼hrer beanstandete im Verfahren vor dem Bezirksrat dreierlei: </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>ZunÃ¤chst brachte er vor, ein allfÃ¤lliger Beschluss der Gemeindeversammlung KÃ¼snacht, mit welchem die Revision der Verbandsordnung der ZPP genehmigt wÃ¼rde, verletzte die politischen Rechte. Dabei handelte es sich um einen Stimmrechtsrekurs im Sinn von § 151a des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 (GemeindeG, LS 131.1) in Verbindung mit § 147 ff. des Gesetzes Ã¼ber die politischen Rechte vom 1. September 2003 (GPR, LS 161). </p> <p class="Erwgung3"><b>1.1.1 </b>Seit Inkrafttreten der Rechtsweggarantie per 1. Januar 2009 ist das Verwaltungsgericht kantonal zweit- und letztinstanzlich fÃ¼r Beschwerden gegen Anordnungen auf dem Gebiet von Wahlen und Abstimmungen zustÃ¤ndig (vgl. Art. 86 Abs. 2 f. und Art. 88 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 130 Abs. 3 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]; BGr, 12. MÃ¤rz 2009, 1C_467/2008, E. 1.3 mit Hinweisen, www.bger.ch; zum Ganzen auch VGr, 30. April 2009, VB.2009.00055, E. 1.2 Abs. 2 f., www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung3"><b>1.1.2 </b>Der Bezirksrat hat in seiner Rechtsmittelbelehrung die Beschwerde an das Verwaltungsgericht unter Einhaltung einer fÃ¼nftÃ¤gigen Beschwerdefrist angegeben. Die Frage, ob fÃ¼r die Beschwerde an das Verwaltungsgericht die fÃ¼nftÃ¤gige Frist gemÃ¤ss § 150 Abs. 1 GPR gelte (so vorgesehen durch § 70 in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 des Entwurfs zur Revision des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [ABl 2009, 801 ff., 809]), hat das Verwaltungsgericht bislang offen gelassen (30. April 2009, VB.2009.00055, E. 1.2 Abs. 4 â 10. Juni 2009, VB.2009.00165, E. 1.2 â 24. Juni 2009, VB.2009.00081, E. 1.2 [je unter www.vgrzh.ch]; auch 29. September 2009, VB.2009.00467 und VB.2009.00468, je E. 1.2 â 1. Oktober 2009, VB.2009.00446, E. 1.2). Auch vorliegend kann diese Frage offen bleiben, denn der BeschwerdefÃ¼hrer hat den Entscheid des Bezirksrats innert der ihm angesetzten fÃ¼nftÃ¤gigen Frist angefochten, wovon vorliegend trotz undatierten Zustellungsnachweises ausgegangen werden kann. </p> <p class="Erwgung3"><b>1.1.3 </b>Die Legitimation zur Stimmrechtsbeschwerde an das Verwaltungsgericht kommt unter anderem sÃ¤mtlichen Stimmberechtigten des betreffenden Wahl- oder Abstimmungskreises zu, ohne dass diese â wie von § 21 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) gefordert â ein schutzwÃ¼rdiges Interesse am Ausgang des Verfahrens geltend machen mÃ¼ssten (vgl. § 148 lit. a GPR und § 151 Abs. 1 des GemeindeG; VGr, 30. April 2009, VB.2009.00055, E. 1.4., www.vgrzh.ch; so auch vorgesehen in § 70 in Verbindung mit § 21a lit. a des Entwurfs zur Revision des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [ABl 2009, 809). Demnach ist der BeschwerdefÃ¼hrer als Stimmberechtigter der Gemeinde KÃ¼snacht zur Stimmrechtsbeschwerde an das Verwaltungsgericht legitimiert. Soweit sich sein Rechtsmittel hingegen im Rekursverfahren vor Bezirksrat noch gegen die Abstimmung in anderen Zweckverbandsgemeinden richtete, war er nicht legitimiert, weshalb der Bezirksrat auf seine entsprechenden AntrÃ¤ge zu Recht nicht eintrat. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Alsdann brachte der BeschwerdefÃ¼hrer im Verfahren vor Bezirksrat vor, ein allfÃ¤lliger Beschluss Ã¼ber die Ãnderung der Verbandsordnung wÃ¤re insofern fehlerhaft, als er auf Verbandsebene nicht bloss mit einer Zweidrittel-Mehrheit gemÃ¤ss Ziff. 72 ZPP-Verbandsordnung â sondern nur durch Einstimmigkeit aller Verbandsgemeinden â gefÃ¤llt werden dÃ¼rfte. </p> <p class="Erwgung3"><b>1.2.1 </b>Weil es dabei in der Sache ebenfalls um eine RÃ¼ge betreffend Verletzung der politischen Rechte geht, stand dafÃ¼r ebenfalls grundsÃ¤tzlich der Stimmrechtsrekurs zur VerfÃ¼gung und ist seit Anfang 2009 ein Weiterzug an das Verwaltungsgericht prinzipiell mÃ¶glich (vgl. vorn 1.1.1). </p> <p class="Erwgung3"><b>1.2.2 </b>Allerdings richtet sich dieses Vorbringen â anders als das in 1.1 erwÃ¤hnte â nicht gegen die Gemeinde KÃ¼snacht, da es lediglich das Abstimmungsverfahren auf Verbandsebene und damit einen Beschluss des Zweckverbands betrifft. ZweckverbÃ¤nde sind KÃ¶rperschaften des Ã¶ffentlichen Rechts, deren Mitglieder die Gemeinden in ihrer Gesamtheit und nicht die einzelnen Stimmberechtigten sind (Tobias Jaag, Staats- und Verwaltungsrecht des Kantons ZÃ¼rich, 3. A., ZÃ¼rich etc. 2005, Rz. 2426; Barbara Schellenberg, Die Organisation der ZweckverbÃ¤nde, ZÃ¼rich 1975, S. 28; Hans Rudolf Thalmann, Kommentar zum ZÃ¼rcher Gemeindegesetz, 3. A., WÃ¤denswil 2000, § 7 N. 4.2). Demnach bedÃ¼rfen StatutenÃ¤nderungen in ZweckverbÃ¤nden stets der Zustimmung der einzelnen Verbandsgemeinden (gemÃ¤ss Ziff. 72 ZPP-Verbandsordnung sind mindestens zwei Drittel der Stimmen erforderlich). Diese Gemeindestimmen kommen zwar in den Abstimmungen der Stimmberechtigten in den jeweiligen Gemeinden zustande (Thalmann, § 7 N. 4.9.3.1). Allerdings bilden die StimmbÃ¼rger einer Gemeinde bei der Beschlussfassung Ã¼ber die Verbandsordnung nur Teil eines Verbandsorgans. Damit sind nur die einzelnen Verbandsgemeinden, nicht jedoch die StimmbÃ¼rger einer solchen unmittelbar vom Ãnderungsbeschluss betroffen. Vor diesem Hintergrund ist die Frage nach der Legitimation des BeschwerdefÃ¼hrers vorliegend vergleichbar mit derjenigen nach der Legitimation eines Stimmberechtigten zur Anfechtung von ihn nur mittelbar betreffenden behÃ¶rdeninternen Wahlen oder Abstimmungen. Wie es sich damit verhÃ¤lt, hat das Verwaltungsgericht in einem Entscheid vom 24. Juni 2009 (VB.2009.00081, E. 1.3 Abs. 2 f., www.vgrzh.ch) offen gelassen. Auch im vorliegenden Fall braucht die Frage nicht abschliessend geklÃ¤rt zu werden, denn die RÃ¼ge des BeschwerdefÃ¼hrers ist â wie sich alsbald zeigen wird (hinten 4) â jedenfalls in der Sache unbegrÃ¼ndet. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer vor Bezirksrat rÃ¼gte, die Revision der Verbandsordnung verletze inhaltlich Ã¼bergeordnetes Verfassungsrecht, handelte es sich um einen Gemeinderekurs gegen den Beschluss des Zweckverbands als "weiterer TrÃ¤ger Ã¶ffentlicher Aufgaben" im Sinn von § 152 GemeindeG (vgl. VGr, 14. Mai 2009, PB.2009.00019, E. 2.3 Abs. 2 mit Hinweisen, www.vgrzh.ch; Thalmann, § 152 N. 2.1). Allerdings hatte der BeschwerdefÃ¼hrer vor Bezirksrat â wie dieser richtig feststellte â noch kein aktuelles Rechtsschutzinteresse, weil zum damaligen Zeitpunkt noch unklar war, ob die Ãnderung der Verbandsordnung Ã¼berhaupt zustande kommen wÃ¼rde. Das hat sich zwischenzeitlich offenbar geÃ¤ndert. Ein materielles Rechtsschutzinteresse ist nun gegeben und einer materiellen Beurteilung steht nichts entgegen. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.4 </b>Obwohl die Vorinstanz Ã¼ber die Frage der inhaltlichen VerfassungsmÃ¤ssigkeit der Verbandsordnungsrevision noch nicht entschieden hat, ist es im vorliegenden Fall aus prozessÃ¶konomischen GrÃ¼nden sinnvoll, wenn das Verwaltungsgericht Ã¼ber die Beschwerde entscheidet, wenngleich damit der funktionelle Instanzenzug durchbrochen wird (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A., ZÃ¼rich 1999, § 63 N. 11). Ferner handelt es sich bei der zu beurteilenden Frage nach der VerfassungsmÃ¤ssigkeit der strittigen Bestimmung der Verbandsordnung um eine reine Rechtsfrage und Ã¼berdies hat sich der BeschwerdefÃ¼hrer mit einer Erledigung durch das Verwaltungsgericht ausdrÃ¼cklich einverstanden erklÃ¤rt. </p> <p class="Erwgung3"><b>1.4.1 </b>Nach geltendem kantonalem Recht wÃ¤re der diesbezÃ¼gliche Beschwerdeentscheid des Bezirksrats beim Regierungsrat anfechtbar, da mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht nur Anordnungen im Sinn von § 41 Abs. 1 VRG angefochten werden kÃ¶nnen. GemÃ¤ss Art. 87 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 86 Abs. 2 BGG muss jedoch, sofern das kantonale Recht ein Rechtsmittel gegen Erlasse vorsieht â was im Kanton ZÃ¼rich gemÃ¤ss geltendem Recht bezÃ¼glich kommunaler Erlasse der Fall ist (vgl. §§ 151 und 152 GemeindeG) â, als letzte kantonale Instanz ein oberes Gericht eingesetzt werden. Da die Ãbergangsfrist von Art. 130 Abs. 3 BGG zur Anpassung des kantonalen Rechts an Art. 86 Abs. 2 BGG abgelaufen ist und im kantonalen Recht der zweistufige Instanzenzug gilt, sind neu die durch den Bezirksrat im Rahmen einer Gemeindebeschwerde oder eines Gemeinderekurses getroffenen Entscheide beim Verwaltungsgericht anstatt beim Regierungsrat anzufechten (VGr, 30. April 2009, VB.2009.00055, E. 1.3, www.vgrzh.ch; vgl. auch die regierungsrÃ¤tliche Weisung vom 9. Dezember 2009 zur Verwirklichung der Rechtsweggarantie im Verwaltungsverfahren [RRB Nr. 1947; www.rrb.zh.ch]; ferner § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. d des Entwurfs zur Revision des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [ABl 2009, 807). </p> <p class="Erwgung3"><b>1.4.2 </b>Im Unterschied zur Gemeindebeschwerde gemÃ¤ss § 151 GemeindeG sind zum Gemeinderekurs gemÃ¤ss § 152 GemeindeG nicht alle Stimmberechtigten legitimiert, sondern beschrÃ¤nkt sich die Legitimation gemÃ¤ss § 21 VRG auf Personen, die durch eine Anordnung persÃ¶nlich berÃ¼hrt sind und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an deren Ãnderung oder Aufhebung haben. Das ist im Zeitpunkt des Erlasses einer Norm â die Verbandsordnung als autonomes Satzungsrecht besteht aus generell-abstrakten Normen â kaum je der Fall. Indessen rechtfertigt es sich â in Einklang mit der Praxis des Bundesgerichts zur Legitimation bei der Anfechtung kantonaler Erlasse mit staatsrechtlicher Beschwerde (vgl. dazu Bernhard Waldmann, Basler Kommentar, 2008, Art. 89 BGG N. 13) â die Legitimation weiter zu fassen (vgl. auch Jaag, Rz. 2910). Demnach genÃ¼gt vorliegend eine virtuelle Betroffenheit des BeschwerdefÃ¼hrers durch die angefochtene Bestimmung der Verbandsordnung. Das kann bejaht werden: Als Organ des Verbandes (Stimmberechtigter des Verbandsgebiets, vgl. Ziff. 21 lit. a ZPP-Verbandsordnung) ist der BeschwerdefÃ¼hrer gemÃ¤ss Ziff. 222 lit. a ZPP-Verbandsordnung zur Ergreifung des fakultativen Referendums befugt. Mithin ist er vom Geltungsbereich der strittigen Norm (Dringlichkeitsklausel) erfasst und besteht die Wahrscheinlichkeit, dass diese kÃ¼nftig einmal auf ihn Anwendung findet. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.5 </b>Nach dem Gesagten lÃ¤sst sich jedenfalls auf die Stimmrechtsbeschwerde gegen die Gemeinde KÃ¼snacht und auf die Beschwerde gemÃ¤ss § 152 GemeindeG gegen die Dringlichkeitsklausel in der Verbandsordnung der ZPP eintreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Mit Stimmrechtsrekurs bzw. Stimmrechtsbeschwerde kann die Verletzung der politischen Rechte oder von Vorschriften Ã¼ber ihre AusÃ¼bung gerÃ¼gt werden (§ 151a Abs. 1 GemeindeG, § 147 Abs. 1 GPR). Die politischen Rechte sind in §§ 2 ff. GPR definiert. Sie gewÃ¤hrleisten unter anderem das Stimm- sowie das aktive und passive Wahlrecht sowie das Verfahren bei Abstimmungen und Wahlen, das Initiativ- und Referendumsrecht, das Recht an Gemeindeversammlungen teilzunehmen (§ 2 lit. aâd GPR) sowie die freie Willensbildung und unverfÃ¤lschte Stimmabgabe (§ 6 GPR; vgl. auch Art. 34 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Mit Gemeinderekurs gemÃ¤ss § 152 GemeindeG in Verbindung mit § 20 Abs. 1 VRG kÃ¶nnen alle MÃ¤ngel des Verfahrens und der angefochtenen Anordnung geltend gemacht werden. Dagegen ist die Kognition des Verwaltungsgerichts im Beschwerdeverfahren enger: Nach § 50 VRG kann mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht jede Rechtsverletzung geltend gemacht werden (Abs. 1). Als Rechtsverletzung gelten insbesondere die unrichtige Anwendung eines Rechtssatzes, Ermessensmissbrauch und ErmessensÃ¼berschreitung sowie die Verletzung einer "wesentlichen Form- oder Verfahrensvorschrift" (Abs. 2). Die PrÃ¼fung der Unangemessenheit<i> </i>ist nach § 50 Abs. 3 VRG â abgesehen von hier nicht interessierenden Ausnahmen â unzulÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">ZunÃ¤chst ist zu prÃ¼fen, ob die Weisung der Gemeinde KÃ¼snacht zur Gemeindeversammlung vom 22. Juni 2009 falsche bzw. lÃ¼ckenhafte Informationen enthalten und damit die Stimmberechtigten irregefÃ¼hrt habe. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>In Ziff. 223 ZPP-Verbandsordnung ist das fakultative Referendum auf Verbandsebene geregelt. Ziff. 223.1 ZPP-Verbandsordnung enthÃ¤lt eine AufzÃ¤hlung der referendumsfÃ¤higen BeschlÃ¼sse. Im Einklang mit den Vorschriften der neuen Kantonsverfassung mussten neu das obligatorische und das fakultative Finanzreferendum in die Verbandsordnung aufgenommen werden. ZusÃ¤tzlich wurde in die Bestimmung Ã¼ber das fakultative Referendum eine Dringlichkeitsklausel aufgenommen: Danach kann eine Urnenabstimmung nicht verlangt werden, wenn der Beschluss der Delegierten von mindestens vier FÃ¼nfteln der anwesenden Delegierten als dringlich erklÃ¤rt wird und der Vorstand durch Beschluss sein EinverstÃ¤ndnis erklÃ¤rt (vgl. Synopsis der alten und neuen Verbandsordnung). Dazu fÃ¼hrt die Weisung erlÃ¤uternd aus, "[d]ie DringlichkeitserklÃ¤rung entspricht der Regelung auf Gemeindeebene". Diese AusfÃ¼hrung hÃ¤lt der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r falsch und irrefÃ¼hrend: Zwar sei sie aus dem Gemeindegesetz entnommen, allerdings gelte die entsprechende Bestimmung (§ 94 GemeindeG) nur fÃ¼r Gemeinden mit ausserordentlicher Gemeindeorganisation (Parlamentsgemeinden). SÃ¤mtliche der ZPP angehÃ¶renden Gemeinden seien jedoch ordentlich organisiert (Gemeinden mit Gemeindeversammlung). Deren Gemeindeordnungen enthielten denn auch keine solchen Dringlichkeitsklauseln. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die durch die Bundesverfassung (Art. 34 Abs. 2 BV) und kantonales Gesetzesrecht (§ 6 GPR) gewÃ¤hrleistete Wahl- und Abstimmungsfreiheit schÃ¼tzt allgemein den Anspruch der Stimmberechtigten, dass kein Abstimmungs- bzw. Wahlergebnis anerkannt wird, das nicht den freien Willen der StimmbÃ¼rger zuverlÃ¤ssig und unverfÃ¤lscht zum Ausdruck bringt. Die Wahl- und Abstimmungsfreiheit gilt fÃ¼r Wahlen und Abstimmungen in Bund, Kantonen und Gemeinden. Sie stellt unter anderem Anforderungen an die Art und Weise behÃ¶rdlicher Informationen vor Abstimmungen. Diesen darf insbesondere keine irrefÃ¼hrende Wirkung zukommen. Eine unerlaubte Beeinflussung kann etwa dann vorliegen, wenn die BehÃ¶rde in amtlichen ErlÃ¤uterungen nicht objektiv informiert und Ã¼ber den Zweck und die Tragweite der Vorlage falsch orientiert. Die BehÃ¶rden sind verpflichtet, sachlich, transparent und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig zu informieren (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Walter Haller/Helen Keller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 7. A., ZÃ¼rich etc. 2008, N. 1387; JÃ¶rg Paul MÃ¼ller/Markus Schefer, Grundrechte in der Schweiz, 4. A., Bern 2008, S. 611 f.; ausfÃ¼hrlich Michel Besson, BehÃ¶rdliche Information vor Volksabstimmungen, Bern 2003, S. 182 ff.). BehÃ¶rdliche Informationen sind dann sachlich, wenn sie inhaltlich korrekt, ausgewogen, kurz, nicht lÃ¼ckenhaft sowie klar und verstÃ¤ndlich sind (Besson, S. 183; MÃ¼ller/Schefer, S. 627 f.). Als lÃ¼ckenhaft kann eine behÃ¶rdliche Information dann gelten, wenn sie nicht alle Tatsachen und Argumente enthÃ¤lt, und insbesondere, wenn sie entscheidrelevante Tatsachen verschweigt (vgl. etwa BGE 112 Ia 129 E. 3b). Dabei gelten fÃ¼r AbstimmungserlÃ¤uterungen relativ strenge Anforderungen. Allerdings mÃ¼ssen auch sie nicht alle mÃ¶glichen, sondern nur diejenigen Informationen enthalten, welche entscheidwesentlich sind. Es ist demnach zulÃ¤ssig, wenn nicht auf Details und Nebenpunkte oder alle mÃ¶glichen Konsequenzen einer Vorlage hingewiesen wird. Welche Elemente, Argumente und Informationen fÃ¼r den Entscheid wesentlich sind, ist in jedem Einzelfall gesondert zu prÃ¼fen (vgl. etwa BGE 130 I 290 E. 3.2, 119 Ia 271 E. 4a, 105 Ia 151 E. 3a; BGr, 18. Juli 2008, 1C_412/2007, E. 5.1, und 14. Juli 2004, 1P.131/2004, E. 2 [beides unter www.bger.ch], sowie 18. Juni 1997, ZBl 99/1998, S. 89, E. 4b, je mit weiteren Hinweisen; zum Ganzen Besson, S. 193 f. mit weiteren Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Die GrundsÃ¤tze der Transparenz und der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit dagegen stellen keine Anforderungen an den Inhalt der BehÃ¶rdenintervention, sondern an deren â vorliegend nicht strittige â Art und IntensitÃ¤t, insbesondere betreffend den Einsatz finanzieller Mittel (ausfÃ¼hrlich dazu Besson, S. 200 ff., S. 208 ff.; MÃ¼ller/Schefer, S. 628 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Wie bereits die Vorinstanz zutreffend ausgefÃ¼hrt hat, ist die strittige Aussage in der Weisung inhaltlich korrekt; auf ihre diesbezÃ¼glichen ErwÃ¤gungen lÃ¤sst sich verweisen (<span>§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG)</span>. Man kÃ¶nnte sich hÃ¶chstens fragen, ob die Weisung als lÃ¼ckenhaft bezeichnet werden mÃ¼sste, weil sie fÃ¼r die konkret in Frage stehende Abstimmung (in einer Gemeinde mit ordentlicher Gemeindeorganisation) nicht hinreichend prÃ¤zise formuliert ist. Allerdings bezieht sich die in der Weisung enthaltene PrÃ¤zisierung weder auf den Zweck noch auf die Tragweite der Dringlichkeitsklausel. Ferner ergibt sich ihr fÃ¼r die Willensbildung des StimmbÃ¼rgers relevanter Inhalt unmissverstÃ¤ndlich bereits aus ihrer Formulierung. Bei der Angabe der Herkunft bzw. der Grundlage der Klausel in der Weisung handelt es sich demnach nicht um eine entscheidwesentliche Information, ohne die den Stimmberechtigten eine freie und unverfÃ¤lschte Willensbildung nicht mÃ¶glich wÃ¤re. Insofern kann denn auch die mangelnde PrÃ¤zisierung oder LÃ¼ckenhaftigkeit dieser Information â wollte man von einer solchen Ã¼berhaupt ausgehen â nicht die freie und unverfÃ¤lschte Willensbildung der Stimmberechtigten gefÃ¤hrden. Nach dem Gesagten erweist sich die (sinngemÃ¤sse) RÃ¼ge des BeschwerdefÃ¼hrers, die Stimmberechtigten seien durch unzureichende Information in der Abstimmungsweisung in die Irre gefÃ¼hrt worden, als unbegrÃ¼ndet. Die Abstimmungsfreiheit ist nicht verletzt und die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Eine weitere RÃ¼ge des BeschwerdefÃ¼hrers bezieht sich insofern auf die Wahl- und Abstimmungsfreiheit, als er implizit vorbringt, auf Verbandsebene sei nicht das gesetz- bzw. satzungsmÃ¤ssige Abstimmungsverfahren durchgefÃ¼hrt worden. Selbst wenn diese RÃ¼ge â im Sinn des vorne in 1.2 Gesagten â als Stimmrechtsbeschwerde an die Hand zu nehmen wÃ¤re, vermÃ¶chte der BeschwerdefÃ¼hrer damit in der Sache nicht durchzudringen, wie sich im Folgenden zeigen wird. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Ziff. 72 ZPP-Verbandsordnung legt fest, dass Ãnderungen oder ErgÃ¤nzungen der Verbandsordnung der Zustimmung von zwei Dritteln der Verbandsgemeinden und der Genehmigung durch den Regierungsrat bedÃ¼rfen. Ãnderungen des Verbandszwecks dagegen bedÃ¼rfen der Zustimmung aller Gemeinden. GemÃ¤ss herrschender Lehre und bundesgerichtlicher Rechtsprechung mÃ¼ssen jedoch â auch bei anders lautender Regelung in den Statuten â sÃ¤mtliche wesentlichen StatutenÃ¤nderungen von den Verbandsgemeinden einstimmig beschlossen werden. GemÃ¤ss Bundesgericht gelten als wesentliche Ãnderungen solche, die "die Stellung der Verbandsgemeinden grundsÃ¤tzlich und unmittelbar betreffen". Dazu gehÃ¶ren neben ZweckÃ¤nderungen etwa wesentliche Ãnderungen der Finanzierung (Kostenteiler) oder in den VertretungsverhÃ¤ltnissen, AustrittsmodalitÃ¤ten, ferner Haftung und AuflÃ¶sung, wobei der Kreis der wesentlichen Statutenbestimmungen unterschiedlich weit gezogen wird (vgl. zum Ganzen BGE 113 Ia 200 E. 3d mit weiteren Hinweisen, 113 Ia 341 E. 3; Jaag, Rz. 2312; Vittorio Jenni in: Isabelle HÃ¤ner/Markus RÃ¼ssli/Evi Schwarzenbach [Hrsg.], Kommentar zur ZÃ¼rcher Kantonsverfassung, ZÃ¼rich etc. 2007, Art. 93 N. 20; Thalmann, § 7 N. 4.8.2). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer vertritt die Ansicht, dass fÃ¼r die in Frage stehende Ãnderung der Verbandsordnung die Zustimmung sÃ¤mtlicher Verbandsgemeinden der ZPP erforderlich gewesen wÃ¤re. Zum einen sei der Verbandszweck geÃ¤ndert worden, zum andern stellten jedenfalls die massiv erhÃ¶hten Finanzkompetenzen der Verbandsorgane und die Dringlichkeitsklausel (Ausschluss des Referendumsrechts bei Zustimmung von vier FÃ¼nfteln der Delegierten) wesentliche Ãnderungen der Verbandsordnung dar, deren Annahme â im Sinn der soeben dargelegten GrundsÃ¤tze â der Einstimmigkeit bedurft hÃ¤tten. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Dem ist indessen nicht beizupflichten: Unter ZweckÃ¤nderung ist gemeinhin jede nicht durch den Zweckartikel der Verbandsordnung gedeckte TÃ¤tigkeit zu verstehen. Der bisherige Zweckartikel der Verbandsordnung der ZPP (Ziff. 121) hat folgenden Wortlaut: "Die ZPP fÃ¶rdert eine geordnete rÃ¤umliche Entwicklung im Vertragsgebiet. Sie arbeitet die dazu notwendigen regionalen PlÃ¤ne aus, hilft mit, die Planungen der Mitgliedgemeinden auf regionale Ziele auszurichten und wirkt beim Vollzug dieser Planungen mit." Als einzige Ãnderung dieses Zweckartikels sieht die Revision der Verbandsordnung vor, dass der letzte Satzteil um das Wort "beratend" ergÃ¤nzt werden und fortan wie folgt lauten soll: "[â¦] wirkt beim Vollzug dieser Planungen beratend mit". Dass es sich dabei nicht um eine ZweckÃ¤nderung im eingangs geschilderten Sinn handelt, ist offensichtlich und bedarf keiner weiteren AusfÃ¼hrungen. </p> <p class="Urteilstext">DarÃ¼ber hinaus sind auch die Ã¼brigen Ãnderungen der Verbandsordnung keine wesentlichen im Sinn des soeben Gesagten. Zwar dÃ¼rfte es sich bei der von Art. 93 Abs. 2 KV geforderten Aufnahme der Stimmberechtigten des Verbandsgebiets als direkt mitspracheberechtigtes Organ (mit Initiativ- und Referendumsrecht; vgl. dazu Jenni, Art. 93 N. 14) um eine wesentliche Ãnderung in der Verbandsorganisation handeln, welche nach Ziff. 72 ZPP-Verbandsordnung die Zustimmung sÃ¤mtlicher Verbandsgemeinden erheischte. In der konkreten Situation der ZPP ist indessen eine solche grundlegende Ãnderung zu verneinen, denn die Stimmberechtigten des Verbandsgebiets der ZPP waren â anders als in anderen ZweckverbÃ¤nden im Kanton ZÃ¼rich (vgl. Jenni, Art. 93 N. 1) â schon vor der Revision Verbandsorgan und konnten als solches direkt auf die Willensbildung des Zweckverbands Einfluss nehmen. Damit hatte die ZPP die nun von den ZweckverbÃ¤nden geforderte institutionelle Demokratisierung bereits vorweggenommen. Die vorliegende Revision ihrer Verbandsordnung bewirkt daher nun nur noch eine Ãnderung in Bezug auf den Umfang der direkten Mitwirkungsrechte (Aufnahme des obligatorischen und fakultativen Finanzreferendums) der Stimmberechtigten des Verbandsgebiets. Diese Kompetenzerweiterung stellt deshalb in der ZPP keine grundlegende organisatorische Ãnderung dar, welche der Zustimmung sÃ¤mtlicher Verbandsgemeinden bedÃ¼rfte. Demnach ist auch diesbezÃ¼glich die Abstimmungsfreiheit nicht verletzt. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Wie erwÃ¤hnt, ist die RÃ¼ge des BeschwerdefÃ¼hrers, die Dringlichkeitsklausel in der ZPP-Verbandsordnung verstosse gegen kantonales Verfassungsrecht, als Beschwerde im Sinn von § 152 GemeindeG an die Hand zu nehmen. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer vertritt die Ansicht, die in der ZPP-Verbandsordnung vorgesehene Dringlichkeitsklausel (Ziff. 223.1 Abs. 2 ZPP-Verbandsordnung) verstosse insofern gegen kantonales Verfassungsrecht, als sie der Delegiertenversammlung ermÃ¶gliche, das Referendumsrecht der Stimmberechtigten zu umgehen. Diese EinschrÃ¤nkung des Referendumsrechts verstosse insbesondere gegen das Gebot der Demokratisierung von ZweckverbÃ¤nden. Der Vergleich mit der analogen Regelung fÃ¼r Gemeinden mit Gemeindeparlament (§ 94 GemeindeG) halte nicht stand, da im Unterschied zu den Mitgliedern der Gemeindeparlamente nicht alle Delegierten der ZPP demokratisch legitimiert seien. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Ziff. 231 ZPP-Verbandsordnung sieht vor, dass die Delegiertenversammlung aus je zwei Delegierten jeder Verbandsgemeinde besteht. Dabei muss ein Delegierter jeder Gemeinde der Exekutive (Stadt- oder Gemeinderat) angehÃ¶ren; der andere Delegierte ist aus dem Kreis der Ã¼brigen Stimmberechtigten zu wÃ¤hlen. Die Delegiertenversammlung wird durch die Verbandsgemeinden gewÃ¤hlt, wobei diese die Wahl in ihren Gemeindeordnungen regeln (Ziff. 232 ZPP-Verbandsordnung). Die Gemeindeordnung der Gemeinde KÃ¼snacht etwa sieht in § 21 Abs. 2 Ziff. 1 vor, dass die Verbandsdelegierten durch den Gemeinderat gewÃ¤hlt werden (www.kuesnacht.ch/documents/00-03_Gemeindeordnung.pdf). Wie es sich mit der Wahl der Zweckverbandsdelegierten in anderen Gemeinden verhÃ¤lt, ist vorliegend nicht relevant und bedarf daher keiner weiteren AbklÃ¤rung. Klar ist jedenfalls, dass Ziff. 231 ZPP-Verbandsordnung den Verbandsgemeinden Raum lÃ¤sst, ihre Zweckverbandsdelegierten nicht direkt durch die Stimmberechtigten wÃ¤hlen zu lassen. Darin besteht â wie der BeschwerdefÃ¼hrer zu Recht ausfÃ¼hrt â ein wesentlicher Unterschied zu Parlamentsgemeinden, da die Mitglieder des Parlaments (des Grossen Gemeinderats) einer Gemeinde direkt durch die Stimmberechtigten an der Urne gewÃ¤hlt werden (§ 90 GemeindeG in Verbindung mit § 41 Abs. 1 GPR). </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Allerdings steht dieser Unterschied zwischen der Delegiertenversammlung eines Zweckverbands und einem Gemeindeparlament der ZulÃ¤ssigkeit einer Dringlichkeitsklausel analog § 94 GemeindeG in der Verbandsordnung eines Zweckverbands nicht zwingend entgegen. ZweckverbÃ¤nde und Gemeinden sind â wie sogleich gezeigt wird â in wesentlichen Punkten unterschiedlich strukturiert, weshalb auch an die demokratische Legitimation ihrer Organe unterschiedliche Anforderungen gestellt werden dÃ¼rfen: </p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.1 </b>ZweckverbÃ¤nde und Gemeinden (mit und ohne Gemeindeparlament) stellen grundsÃ¤tzlich zwei verschiedene Gebilde dar. Zwar sind sowohl ZweckverbÃ¤nde als auch Gemeinden Ã¶ffentlichrechtliche KÃ¶rperschaften. Hingegen unterscheiden sich die ZweckverbÃ¤nde von den Gemeinden insofern, als Erstere keinen umfassenden Wirkungskreis haben, sondern nur im Rahmen ihres durch die Verbandsgemeinden statutarisch festgelegten Zwecks tÃ¤tig sein dÃ¼rfen. DemgegenÃ¼ber kommen den Gemeinden im Rahmen des kantonalen Rechts allumfassende ZustÃ¤ndigkeiten zu. Aufgrund dieses Unterscheidungsmerkmals sind ZweckverbÃ¤nde in Bezug auf ihre Organisation nicht einfach als Gemeinden, sondern als Gebilde eigener Art zu behandeln (Schellenberg, S. 42 f.; Thalmann, § 7 N. 4.9). </p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.2 </b>Der Zweckverband ist also ein Zusammenschluss grundsÃ¤tzlich selbstÃ¤ndig bleibender Gemeinden zu einer Ã¶ffentlichrechtlichen KÃ¶rperschaft mit eigenen Organen zum Zweck der gemeinsamen ErfÃ¼llung bestimmter Gemeindeaufgaben (Jenni, § 92 N. 2; Thalmann, § 7 N. 4.2). Im Unterschied zu Gemeinden sind im Zweckverband nicht die StimmbÃ¼rger der Verbandsgemeinden dessen Mitglieder, sondern die einzelnen Verbandsgemeinden in ihrer Gesamtheit (Thalmann, § 7 N. 4.4). In diesem Sinn stellt die Delegiertenversammlung des Zweckverbands nicht wie das Parlament in Gemeinden mit ausserordentlicher Organisation eine Volksvertretung, sondern eine Vertretung der Gemeinden dar. Die einzelnen Delegierten sind demnach Abgeordnete der Mitgliedergemeinden (Thalmann, § 7 N. 4.9.5). Daraus folgt, dass die StimmbÃ¼rger einer Verbandsgemeinde durch die Delegiertenversammlung im Zweckverband nur mittelbar reprÃ¤sentiert werden, welche also nicht gleichermassen direktdemokratisch legitimiert ist wie ein Gemeindeparlament. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Der Umstand, dass die Verlagerung der AufgabenerfÃ¼llung auf einen Zweckverband regelmÃ¤ssig zu einer entsprechenden EinschrÃ¤nkung der demokratischen Mitwirkungsrechte der Stimmberechtigten in den Verbandsgemeinden fÃ¼hrt, wurde in der Doktrin schon seit lÃ¤ngerer Zeit als Demokratiedefizit in ZweckverbÃ¤nden beklagt (Jenni, Art. 93 N. 1 mit weiteren Hinweisen). Art. 93 KV soll diesem Demokratiedefizit begegnen und den Stimmberechtigten auf Verbandsstufe wesentliche demokratische Rechte wieder einrÃ¤umen (Jenni, Art. 93 N. 2). Fraglich ist nun, ob die entsprechenden Vorgaben der Kantonsverfassung einer Regelung, wie sie die neue ZPP-Verbandsordnung enthÃ¤lt (Dringlichkeitsklausel), entgegenstehen. </p> <p class="Erwgung3"><b>5.4.1 </b>Art. 93 Abs. 2 Satz 2 KV verlangt von den ZweckverbÃ¤nden die EinfÃ¼hrung direktdemokratischer Teilnahmerechte wie Initiativ- und Referendumsrecht fÃ¼r die Stimmberechtigten des Verbandsgebiets. Hiermit wird zwar die Zweckverbandsorganisation um ein zusÃ¤tzliches Verbandsorgan erweitert, welchem die genannten Teilnahmerechte zukommen. Der Umfang der verfassungsmÃ¤ssigen Pflicht, demokratische Teilhaberechte einzufÃ¼hren, wird jedoch durch Art. 93 Abs. 2 KV nicht konkret bestimmt. Bei der Umsetzung in den Statuten kommt den ZweckverbÃ¤nden somit ein grosser Gestaltungsspielraum zu. Die ZweckverbÃ¤nde mÃ¼ssen in ihren Statuten die GegenstÃ¤nde bestimmen, die dem Initiativ- und Referendumsrecht unterstehen, und die notwendigen Regelungen fÃ¼r die AusÃ¼bung dieser politischen Rechte und das Verfahren treffen. GrundsÃ¤tzlich kommen alle in der Verfassung oder im Gesetz zulÃ¤ssigen GegenstÃ¤nde und Formen des Initiativ- und Referendumsrechts fÃ¼r eine Regelung im Zweckverband in Frage, sofern diese den Volksrechten in der Gemeinde sinngemÃ¤ss entsprechen und auf die konkrete Organisation des Zweckverbands abgestimmt sind (zum Ganzen Jenni, Art. 93 N. 14 ff.). </p> <p class="Erwgung3"><b>5.4.2 </b>Die vorliegend strittige Dringlichkeitsklausel entspricht derjenigen in den Gemeinden mit grossem Gemeinderat (§ 94 GemeindeG) sinngemÃ¤ss: Die EinschrÃ¤nkung des Referendumsrechts wird in beiden FÃ¤llen von ReprÃ¤sentanten des obersten Legislativorgans der jeweiligen KÃ¶rperschaft (die Verbandsgemeinden im Zweckverband und die StimmbÃ¼rger in der Gemeinde) vorgenommen. Dass mit der in der ZPP-Verbandsordnung vorgesehenen Dringlichkeitsklausel die durch Art. 93 Abs. 2 KV geforderte Demokratisierung der ZweckverbÃ¤nde â wegen der teilweise mangelnden direktdemokratischen Legitimation der Delegierten â bis zu einem gewissen Grad wieder eingeschrÃ¤nkt wird, trifft zwar zu, muss aber vor dem Hintergrund der von der Gemeinde sich unterscheidenden kÃ¶rperschaftlichen Struktur des Zweckverbands, dessen begrenzter ZustÃ¤ndigkeit und aus GrÃ¼nden der effektiven und fachgerechten Entscheidfindung hingenommen werden. Aus den Materialien zur Verfassungsreform ergibt sich jedenfalls, dass der Verfassungsrat bei der Regelung der ZweckverbÃ¤nde von dieser herkÃ¶mmlichen Konzeption ausgegangen ist (Jenni, Art. 93 N. 20 Fn. 62; ferner Prot. Plenum, S. 3255 ff., www.ji.zh.ch/internet/ji/de/aktuelles/staat _und_gesellschaft/umsetzung_neue_kantonsverfassung/Verfassungsr/Protokolle.html). Im Einklang damit wurde auf die Aufnahme einer Verfassungsbestimmung, welche die Wahl aller Zweckverbandsdelegierten durch die Stimmberechtigten der Gemeinden vorsah, zugunsten der organisatorischen Verbandsautonomie ausdrÃ¼cklich verzichtet (Prot. Plenum, S. 1687 ff., www.ji.zh.ch/internet/ji/de/aktuelles/staat_und_gesellschaft/umsetzung_neue_ kantonsverfassung/Verfassungsr/Protokolle.html). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die sinngemÃ¤sse Aufnahme der Regelung von § 94 GemeindeG in die Verbandsstatuten von ZweckverbÃ¤nden mit Delegiertenversammlung jedenfalls nicht gegen die Kantonsverfassung verstÃ¶sst. Demnach ist die Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten lÃ¤sst sich zusammenfassend Folgendes festhalten: Der Beschluss der Gemeinde KÃ¼snacht Ã¼ber die Annahme der neuen Verbandsordnung der ZPP erweist sich als rechtmÃ¤ssig. Gleich verhielte es sich auch mit dem Beschluss der ZPP betreffend die Annahme der Ãnderung der Verbandsordnung. Ferner verstÃ¶sst die in der revidierten Verbandsordnung vorgesehene Dringlichkeitsklausel nicht gegen Ã¼bergeordnetes Recht.<i> </i>Demnach ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist. </p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Sollte sich der BeschwerdefÃ¼hrer in der BeschwerdebegrÃ¼ndung auf den Standpunkt stellen, der Bezirksrat Meilen sei fÃ¼r die Erledigung seiner Rekurse nicht zustÃ¤ndig gewesen, weil er selbst Ersatzmitglied dieser BehÃ¶rde ist, wÃ¤re ihm ebenfalls nicht beizupflichten:</p> <p class="Erwgung2"><b>7.1 </b>GemÃ¤ss § 5a Abs. 1 VRG treten AmtstrÃ¤ger in den Ausstand, wenn sie in der Sache persÃ¶nlich befangen erscheinen; das trifft nicht nur dann zu, wenn sie in der Sache ein persÃ¶nliches Interesse haben, sondern erfasst auch eine Vielzahl anderer UmstÃ¤nde, die den An­schein der Befangenheit bewirken kÃ¶nnen, ohne dass der EntscheidtrÃ¤ger ein persÃ¶nliches In­teresse in der Sache hat (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 5a Rz. 11, 15; Benjamin Schindler, Die Befangenheit der Verwaltung, ZÃ¼rich etc. 2002, S. 111 ff.). </p> <p class="Erwgung2"><b>7.2 </b>Vorliegend sind keine UmstÃ¤nde ersichtlich oder dargetan, welche den Schluss nahelegten, die Mitglieder des Bezirksrats Meilen hÃ¤tten am Verfahrensgegenstand persÃ¶nliche Interessen. Zu den soeben erwÃ¤hnten anderen UmstÃ¤nden kann zwar auch die BeziehungsnÃ¤he gehÃ¶ren, wie sie durch das Zusammenwirken in einer BehÃ¶rde entstehen kann. So besteht etwa die potentielle Gefahr, dass die BehÃ¶rdenmitglieder aufgrund sachfremder RÃ¼cksichten zugunsten eines Amtskollegen entscheiden. Gleichfalls denkbar wÃ¤re auch die umgekehrte Konstellation, dass BehÃ¶rdenmitglieder aus ebenfalls sachfremden GrÃ¼nden gegen einen Amtskollegen entscheiden. Vorliegend bestehen indessen aus objektiver Sicht keine Hinweise auf einen derartigen Befangenheitsverdacht. </p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>8.1 </b>Im Verfahren des Stimmrechtsrekurses werden keine Kosten erhoben. Ausgenommen sind rechtsmissbrÃ¤uchliche Rekurse (§ 152 Abs. 1 GPR). Diese Regelung â obwohl sie derzeit noch keine gesetzliche Grundlage im Verwaltungsrechtspflegegesetz findet (vgl. § 65a Abs. 1 in Verbindung mit § 13 Abs. 4 VRG gemÃ¤ss Entwurf zur Revision des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [ABl 2009, 806 und 815) â gilt auch fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren (VGr, 10. Juni 2009, VB.2009.00165, E. 4.1, www.vgrzh.ch). Weil die vorliegende Beschwerde nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich erscheint, sind insofern keine Kosten aufzuerlegen. </p> <p class="Urteilstext">Soweit das vorliegende Rechtsmittel indessen als solches gegen den Erlass eines TrÃ¤gers Ã¶ffentlicher Aufgaben im Sinn von § 152 GemeindeG an die Hand zu nehmen ist, sind Verfahrenskosten zu erheben und gestÃ¼tzt auf § 70 in Verbindung § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG ausgangsgemÃ¤ss zu verlegen.</p> <p class="Urteilstext">Der Anteil der kostenfreien Stimmrechts- und jener der kostenpflichtigen Gemeindebeschwerde sind hierbei als gleich gross zu veranschlagen.</p> <p class="Erwgung2"><b>8.2 </b>GemÃ¤ss § 152 Abs. 2 GPR und § 152 GemeindeG richten sich die EntschÃ¤digungsfolgen nach den Vorschriften des Verwaltungsrechtspflegegesetzes. Die obsiegende Beschwerdegegnerschaft beantragt teilweise die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. Eine solche ist indessen nicht zuzusprechen: Die Beantwortung von Rechtsmitteln gehÃ¶rt mit zum angestammten Aufgabenbereich der Beschwerdegegnerschaft, was eine ParteientschÃ¤digung zu ihren Gunsten zwar nicht von vornherein ausschliesst, jedoch nur dann als gerechtfertigt erscheinen lÃ¤sst, wenn die Beschwerde­antwort mit einem ausserordentlichen Aufwand verbunden war (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 19, mit Hinweisen). Diese Voraussetzung ist hier nicht erfÃ¼llt.</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 420.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'420.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden zur HÃ¤lfte dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt und zur HÃ¤lfte auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lau­sanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>