B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung VI F-6385/2024 U r t e i l v o m 1 4 . N o v e m b e r 2 0 2 4 Besetzung Richterin Susanne Genner (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richter Basil Cupa, Gerichtsschreiberin Maria Wende. Parteien A._______, geboren am (…), Gambia, vertreten durch Claudio Ludwig, Rechtsschutz für Asylsu- chende, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver- fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG) / Datenänderung im ZEMIS; Verfügung des SEM vom 30. September 2024 / N (…). F-6385/2024 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer (gambischer Staatsangehöriger), ersuchte am 13. Juni 2024 in der Schweiz um Asyl. Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 22. Januar 2024 illegal in Spanien in das Hoheits gebiet der Dublin - Staaten eingereist war. B. Am 22. Juli 2024 gab die Vorinstanz ein rechtsmedizinisches Gutachten zur Altersschätzung in Auftrag. Dieses wurde vom Institut für Rechtsmedi- zin des Kantonsspitals St. Gallen am (…) Juli 2024 erstattet. C. Die Vor instanz gewährte dem Beschwerdeführer am 9. August 2024 schriftlich das rechtliche Gehör zur beabsichtigten Änderung seines Ge- burtsdatums auf den 1. Januar 2006 (anstatt […] 2008). Dieser nahm mit Schreiben vom 15. August 2024 Stellung. D. Am 15. August 202 4 passte die Vorinstanz das Geburtsdatum des Be- schwerdeführers im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auf den 1. Januar 2006 an und versah es mit einem Bestreitungsvermerk. E. Am 21. August 2024 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer im Rahmen einer Erstbefragung für unbegleitete Minderjährige (UMA) das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der Möglichkeit der Überstellung nach Spanien, dessen Zuständigkeit für die Behandlung des Asylgesuchs grundsätzlich in Frage komme. F. Am (…) August 2024 erliess die zuständige Fachperson für UMA eine Ge- fährdungsmeldung zu Handen der Kindes - und Erwachsenenschutzbe- hörde B._______ und adressierte gleichzeitig eine Stellungnahme bezüg- lich der Alterseinschätzung des Beschwerdeführe rs zu Handen dessen Rechtsvertreters. G. Am 26. August 2024 beantragte der Beschwerdeführer den Erlass einer anfechtbaren Verfügung betreffend ZEMIS-Änderung. F-6385/2024 Seite 3 H. Am 18. September 2024 verweigerte die Vorinstanz den Erlass einer Zwi- schenverfügung. I. Die spanischen Behörden hiessen das Gesuch der Vorinstanz vom 15. Au- gust 2024 um Aufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt- staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An- trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) am 27. September 2024 gut. J. Mit Verfügung vom 30. September 2024 (eröffnet am nachfolgenden Tag) trat die Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine Überstellung nach Spanien an und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen (Dispositiv- ziffern 1–3). Gleichzeitig stellte sie fest, das Geburtsdatum des Beschwer- deführers im ZEMIS laute: 1. Januar 2006, mit Bestreitungsvermerk (Dis- positivziffer 4). K. Am 8. Oktober 2024 gelangte der Beschwerdeführer an das Bundesver- waltungsgericht mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzu- heben und die Vorinstanz sei anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten. Die Vorinstanz sei ferner anzuweisen, den (…) 2008 als sein Geburtsdatum im ZEMIS einzutragen, eventualiter den 1. Januar 2008. Als vorsorgliche Massnahme sei die Vorinstanz anzuweisen, ihn während des hängigen Be- schwerdeverfahrens als Minderjährigen unterzubringen und zu betreuen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren. Es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. L. Am 10. Oktober 2024 ordnete die Instruktionsrichterin einen superproviso- rischen Vollzugsstopp an. M. Am 5. November 2024 (Poststempel) reichte der Beschwerdeführer einen Arztbericht der B._______ vom 4. November 2024 ein. F-6385/2024 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich sowohl gegen den Nichtein- tretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) betref- fend das Asylgesuch des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung als auch gegen den ZEMIS-Eintrag betreffend dessen Geburtsdatum. 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG (Art. 37 VGG). In Bezug auf den Nichteintretens - und Wegweisungsentscheid be- treffend das Asylgesuch ist ferner Art. 6 AsylG anwendbar. 1.3. Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die üb- rigen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist [Art. 108 Abs. 3 AsylG bzw. Art. 50 Abs. 1] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. 2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich der ZEMIS-Berichtigung ent- scheidet das Bundesverwaltungsgericht mit uneingeschränkter Kognition (Art. 49 VwVG). 2.2. Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet das Bundesverwaltungsgericht – so auch vorliegend betreffend den Nichteintretens - und Wegweisungs- entscheid – endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 4 und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 3. Gestützt auf Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet, da die Beschwerde be- treffend ZEMIS-Eintrag, wie nachfolgend aufgezeigt, von vornherein unbe- gründet war. In Bezug auf die asylrechtliche Beschwerde kann das Gericht ohne Begründung auf den Schriftenwechsel verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 4. 4.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a F-6385/2024 Seite 5 Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg- weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 4.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi- gen Mitgliedstaats wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). 4.3. Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An- knüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf inter- nationalen Schutz gestellt hat, sofern es ihrem Wohl dient. Dabei wird von der Situation zum Zeitpun kt der ersten Antragstellung in einem Mitglied- staat ausgegangen (vgl. Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Als Minderjähriger gilt ein Drittstaatsangehöriger unter achtzehn Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin -III- VO; Art. 1a Bst. d der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Vorliegend bestünde deshalb bei Minderjährigkeit des Be- schwerdeführers eine der grundsätzlichen Aufnahmezuständigkeit Spani- ens vorrangige Zuständigkeit der Schweiz. 5. Aufgrund des Gesagten ist zunächst zu prüfen, ob der Beschwerde führer im Zeitpunkt der Antragstellung minderjährig war. Diese Frage ist sowohl für die Beurteilung des Nichteintretensentscheids betreffend das Asylge- such des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung als auch des ZEMIS-Eintrags relevant. Es gelten jedoch unterschiedliche Beweisregeln, die nachfolgend zu erläutern sind. 5.1. 5.1.1. Das SEM führt zur Erfüllung seiner gesetzlichen Aufgaben das ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 2003 über das Informationssystem für den Ausländer - und den Asylbereich [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung vom 12. April 2006 über das Zentrale Migrationsinformationssystem (ZEMIS -Verord- nung, SR 142.513) geregelt ist. Nac h Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verordnung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Auskunfts -, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informationen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten, nach dem Datenschutzgesetz (DSG, SR 235.1) und dem VwVG. F-6385/2024 Seite 6 5.1.2. Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu vergewissern (Art. 6 Abs. 5 DSG). Werden Personendaten von Bundesor- ganen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass unrichtige P ersonendaten berichtigt werden (Art. 41 Abs. 2 Bst. a DSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein absoluter und uneingeschränkter Anspruch (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3.2). Die ZEMIS-Ver- ordnung sieht im Übrigen in Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor, dass unrichtige Daten von Amtes wegen zu berichtigen sind. 5.1.3. Grundsätzlich hat die Bundesbehörde die Richtigkeit der bearbeite- ten Daten zu beweisen, wenn diese von einer betroffenen Person bestritten wird. Demgegenüber obliegt der Person, welche ein Gesu ch um Berichti- gung von Personendaten stellt, der Beweis der Richtigkeit der verlangten Änderung. Nach den massgeblichen Beweisregeln des VwVG gilt eine Tat- sache als bewiesen, wenn sie in Würdigung sämtlicher Erkennt -nisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen Zweifel bleiben; unumstössli- che Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich. Die mit dem Berichtigungs- begehren konfrontierte Behörde hat zwar nach dem Untersuchungsgrund- satz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen abzuklären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist jedoch gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Feststellung mitzuwirken (BVGE 2018 VI/3 E. 3.3). 5.1.4. Kann bei einer verlangten oder von Amtes wegen beabsichtigten Be- richtigung weder die Richtigkeit der bisheri gen noch diejenige der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden. Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Personendaten zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendigerweise bearbeitet werden. Dies gilt na- mentlich auch für im ZEMIS erfasste Namen und Geburtsdaten. In solchen Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der Bearbeitung möglicher- weise unzutreffender Daten das Interesse an deren Richtigkeit. Unter die- sen Umständen sieht Art. 41 Abs. 4 DSG die Anbringung eines Bestrei- tungsvermerks vor. Spricht dabei mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zunächst zu berichtigen und die neuen Daten anschliessend mit einem derartigen Vermerk zu versehen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten als wahrscheinlicher oder zumindest nicht als unwahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über dessen Anbringung ist jeweils von Amtes wegen und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein entsprechender Antrag gestellt worden ist (BVGE 2018 VI/3 E. 3.4; Urteil des BVGer E-3182/2021 vom 6. Oktober 2022 E. 4.4). F-6385/2024 Seite 7 5.2. Im Asylverfahren ist die Minderjährigkeit hing egen – der allgemeinen asylrechtlichen Beweisregel folgend – von der beschwerdeführenden Per- son zumindest glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2023 VI/4 E. 6.3). Im Rah- men einer Gesamtwürdigung ist eine Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte, die für oder gegen die R ichtigkeit der betreffenden Altersangaben spre- chen, vorzunehmen. Wesentlich sind dabei als für echt befundene Identi- tätspapiere oder eigene Angaben der betroffenen Person (vgl. BVGE 2023 VI/4 E. 6.5). Das Resultat des Altersgutachtens stellt nur ein Elemen t bei der Beurteilung der Frage der Glaubhaftigkeit einer geltend gemachten Minderjährigkeit dar (vgl. BVGE 2019 I/6 E. 6.1 ff.). 6. Nachfolgend ist zunächst gemäss den Beweismassregeln des Asylverfah- rens zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die behauptete Min derjährigkeit glaubhaft machen konnte (vgl. E. 5.2). 6.1. Der Beschwerdeführer reichte die Kopie einer am 3. Juni 2024 ausge- stellten Geburtsurkunde ein, aus welcher hervorgeht, dass er am (…) 2008 geboren wurde. Aus der Kopie der Geburtsurkunde seiner Mutter geht her- vor, dass sie 1995 geboren wurde. 6.2. Gemäss Altersgutachten vom (…) Juli 2024 ergibt sich beim Be- schwerdeführer ein durchschnittliches Lebensalter von 18 bis 20 Jahren und ein Mindestalter von 16,4 Jahren. 6.3. Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, aus dem Al- tersgutachten gehe hervor, dass das vom Beschwerdeführer angegebene Alter von 16 Jahren nicht zutreffen könne. Seine Aussagen in Bezug auf sein Geburtsdatum seien äusserst vage ausgefallen. Seiner Behauptung, er habe erst im Camp in D._______ sein Geburtsdatum erfahren, wider- spreche die Angabe seines Geburtsdatums auf dem Personalienblatt. Er habe keine rechtsgenüglichen Identitätsdokumente eingereicht, welche die geltend gemachte Minderjährigkeit beweisen würden. Die von ihm einge- reichte Geburtsurkunde sei von reduziertem Beweiswert und liege zudem nur in Kopie vor. 6.4. Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, der Umstand allein, dass seine Geburtsurkunde, welche als Geburtsdatum den (…) 2008 ausweise, in Kopie vorliege, führe nicht dazu , dass jener die Beweiskraft insgesamt abzusprechen wäre. Zudem sei der auf dem Dokument abgedruckte QR - Code ein Sicherheitsmerkmal, das auch in Kopie grundsätzlich überprüfbar bleibe. Die Geburtsurkunde sei ein Indiz für seine Minderjährigkeit. F-6385/2024 Seite 8 Der von der Vorinstanz angeführte vermeintliche Widerspruch beruhe auf einer sprachlichen Ungenauigkeit, da die Angabe «Zimmernachbar […] in dem Camp D._______» seine Antwort auf die Frage nach der Person ge- wesen sei, mit welcher er über sein Alter gesprochen habe und nicht über den Zeitpunkt des Gesprächs. Zudem berichte er an der entsprechenden Stelle über die Kenntnis seines Alters und nicht seines Geburtsdatums. Seine Aussagen seien daher nachvollziehbar. Hinweise auf seine Minder- jährigkeit würden sich in seinen Angaben finden, wonach er «der Kleinste» beziehungsweise «der Jüngste» der in der spanischen Asylunterkunft un- tergebrachten Personen gewesen sei und sich in der schweizerischen Asylunterkunft in Gegenwart der erwachsenen Personen nicht wohl fühle, mit denen er nach der durch die Vorinstanz vorgenommenen «Altersauf- stufung» untergebracht sei. Auch seine Aussagen seien folglich ein Indiz für seine Minderjährigkeit. Das im Gutachten angenommene Mindestalter weiche um rund vier Mo- nate von dem Alter ab, das er angebe. Da es sich beim Ergebnis um einen Schätzwert handle, erscheine die Richtigkeit des von ihm geltend gemach- ten Alters weiterhin möglich. Auch das Bundesverwaltungsgericht gehe in seiner Rechtsprechung davon aus, geringfügige Differenzen zwischen ei- nem gutachterlich festgestellten und dem geltend gemachten Alter seien mit der Annahme der Richtigkeit des Letzteren vereinbar. Aufgrund des niedrigen festgestellten Mindestalters wäre zudem selbst unter der An- nahme der Unvereinbarkeit mit dem geltend gemacht en Alter von seiner Minderjährigkeit auszugehen. Das auf seiner Geburtsurkunde vermerkte Geburtsdatum wäre unter diesen Umständen als Ungenauigkeit bei der heimatlich registrierten Geburt zu werten, wobei davon auszugehen sei, dass dabei die Wahrscheinlichkeit geringfügiger Abweichungen höher sei als eine Differenz von mehreren Jahren. Die im Altersgutachten als «durch- schnittliches Lebensalter» angegebene Zeitspanne ergebe sich aus dem tiefsten und dem höchsten Altersmittelwert der einzelnen Untersuchungen ohne Angabe der jeweiligen Streubreite. Altersmittelwerte würden keine zu- verlässige Aussage über das Alter einer Person ermöglichen, da sie ver- schiedenen Fehlerquellen unterliegen würden: So sei die tatsächliche Ver- teilung der bei der Altersschätzung untersuchten Kriterien in der Population nicht bekannt, der bei einzelnen Studien sich ergebende Mittelwert von Ausreissern abhängig und die bei einzelnen Studien errechneten Mittel- werte würden stark voneinander abweichen. Sowohl nach den Vorgaben der Schweizer ischen (SGRM) als auch der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM) beziehungsweise Arbeitsgemeinschaft für Foren- sische Altersdiagnostik (AGFAD) sei deshalb für die Altersschätzung an- stelle von Mittelwerten das Mindestalter zu verwenden. Auch gemäss F-6385/2024 Seite 9 Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sei das Durchschnittsal- ter zur Altersbestimmung «nicht tauglich». Er habe die Geburtsurkunde seiner Mutter in Kopie eingereicht. Deren Ge- burtsjahr werde als 1995 angegeben. Ihr junges Alter bei der Geburt spre- che ebenfalls gegen das von der Vorinstanz angenommene Geburtsdatum. Gemäss der Rechtsprechung des Ausschusses für die Rechte des Kindes (CRC) sei bei der Altersbestimmung auch der psychische Entwicklungs- stand zu berücksichtigen. Sein Verhalten anlässlich der Erstbefragung für UMA sowie die Einschätzung der UMA-Fachperson vom (…) August 2024 würden für einen jugendlichen Entwicklungsstand und damit für seine Min- derjährigkeit sprechen. Insgesamt betrachtet würden die Beweismittel eher für seine Minderjährigkeit als für seine Volljährigkeit sprechen. 6.5. In seiner Stellungnahme vom 5. November 2024 führt der Beschwer- deführer aus, im psychiatrischen Kurzbericht vom 4. November 2024 werde bei ihm eine depressive Episode sowie der Verdacht auf eine post- traumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Vom psychiatrischen Ober- arzt werde er als «16.5 -jähriger junger Mann» sowie als «schwer beein- trächtigter Jugendlicher» bezeichnet. In emotionaler Hinsicht wirke er ge- mäss Bericht «wie ein verlorenes Kind.» Diese Feststell ungen seien ein weiteres Anzeichen für seine geltend gemachte Minderjährigkeit. 6.6. Einleitend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine Identi- tätspapiere im Sinne von Art. 1a Bst. b und c AsylV 1 einreichte. Die Ge- burtsurkunde in Kopie ist nicht geei gnet, sein geltend gemachtes Alter zu beweisen. 6.7. Dem Beschwerdeführer ist darin zuzustimmen, dass auf Mittelwerten basierende Berechnungen für die Altersbestimmung nicht tauglich sind. Praxisgemäss sind von den in der Schweiz angewandten Methoden der medizinischen Altersabklärung nur die Schlüsselbein- respektive Skelettal- tersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung (nicht jedoch die Hand- knochenaltersanalyse und die ärztliche körperliche Untersuchung) zur Be- stimmung der Minder- beziehungsweise Volljährigkeit einer Person geeig- net. Relevant für die Beurteilung sind mithin die Ergebnisse betreffend das festgestellte Mindestalter der Schlüsselbeinanalyse sowie der zahnärztli- chen Untersuchung. Medizinische Altersabklärungen stellen – je nach Er- gebnis – unterschiedlich zu gewichtende Indizien für das Vorliegen der Min- der- respektive Volljährigkeit einer Person dar (vgl. BVGE 2018 VI/3). Nach den Leitlinien der AGFAD ist für die Altersschätzung das sogenannte F-6385/2024 Seite 10 Mindestalterprinzip anzuwenden, Berechnungen aus Mittel werten hinge- gen sind nicht tauglich, da für die erforderliche Sicherheit mindestens eine dreifache Standardabweichung berücksichtigt werden müsste (vgl. Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin [SGRM], Forensische Al- tersdiagnostik, Methodendokument Version 02, Juni 2022, S. 4 ff.; vgl. fer- ner anstatt vieler: Urteil des BVGer D-3570/2024 vom 3. Juli 2024 E. 7.2.2). 6.8. Das Gutachten zur Altersschätzung des Kantonsspitals St. Gallen vom (...) Juli 2024 stützt sich auf eine körperliche Untersuchung, eine odontolo- gische Untersuchung, eine Röntgenuntersuchung der Hand und eine Com- putertomographie der Schlüsselbein -Brustbeingelenke. Das Gutachten ergab aufgrund der Röntgenuntersuchung der Wachstumsfugen des linken Schlüsselbeins (das rechte Schlüsselbein konnte aufgrund einer Normva- riante im Sinne einer fischmaulartigen Konfiguration in der Beurteilung nicht berücksichtigt werden) ein zu berücksichtigendes Mindestalter von 16,4 Jahren. 6.9. Gemäss dem Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2 lässt sich anhand der medizinischen Altersabklärung keine Aussage zur Minder- respektive Volljährigkeit einer Person machen, wenn das Mindestalter bei der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersana- lyse und der zahnärztlichen Untersuchung unter 18 Jahren liegt. In einem solchen Fall ist sowohl eine Voll - als auch eine Minderjährigkeit möglich, ohne dass sich eine verlässliche Aussage darüber machen lässt, was wahrscheinlicher ist. Folglich vermag das vorliegende Altersgutachten we- der ein Indiz für die geltend gemachte Minderjährigkeit darzustellen, noch die Volljährigkeit mit Sicherheit festzustellen. 6.10. Die Aussagen des Beschwerdeführers zu seinem Alter fielen spärlich aus. Er sagte zwar konstant aus, am (…) 2008 geboren worden und 16 Jahre alt zu sein und hat dies auch im Personalienblatt so vermerkt, jedoch konnte er sein Alter nicht ins Verhältnis zu seiner Biografie setzen. So konnte er anlässlich der Erstbefragung UMA am 15. Juli 2024 nicht sagen, wie alt er gewesen ist, als er mit der Koranschule begon nen oder damit aufgehört hat. Er habe erst «hier» erfahren, wie alt er überhaupt sei (S. 5 des Protokolls). Ferner ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass ein Wider- spruch besteht zwischen seiner Aussage, er habe erst in der Schweiz sein Alter erfahren, und de r Angabe seines Alters auf dem Personalienblatt. Sein Vorbringen, seine Aussage «im Camp D._______» habe sich auf den Ort und nicht den Zeitpunkt bezogen, an dem er sein Alter erfahren habe, vermag den Widerspruch nicht aufzulösen: Anlässlich der Erstbefra gung UMA gab er zu Protokoll, seinem Freund, mit dem er im Camp D._______ F-6385/2024 Seite 11 gewesen sei, das Foto seiner Geburtsurkunde gezeigt zu haben, worauf ihm der Freund gesagt habe, er – der Beschwerdeführer – sei 15 Jahre alt (S. 3 des Protokolls). Die Geburtsurkund e hat der Beschwerdeführer je- doch eigenen Angaben nach erst in der Schweiz erhalten (S. 3 des Proto- kolls) und damit nachdem er das Personalienblatt – am 13. Juni 2024 – ausgefüllt hat. Ferner gab er auch zu Protokoll, er glaube, seine Rechts- vertretung habe ihm vor zwei Tagen gesagt, dass er jetzt 16 Jahre alt sei (S. 3 des Protokolls). Somit ist nicht nachvollziehbar, wie er auf dem Per- sonalienblatt dasselbe Geburtsdatum eintragen konnte wie dasjenige in seiner Geburtsurkunde, wenn er dieses erst nach Ankun ft in der Schweiz erfahren haben soll. 6.11. Für das Vorliegen der Volljährigkeit spricht auch, dass die spanischen Behörden dem Gesuch um Aufnahme des Beschwerdeführers zugestimmt haben, im Wissen darum, dass er vorbringt, minderjährig zu sein. Damit lassen die spanischen Behörden erkennen, dass sie keine Zweifel an der Volljährigkeit des Beschwerdeführers haben. Daran vermag im Übrigen auch der Umstand nichts zu ändern, dass das SEM im Aufnahmeersuchen das aus dem Altersgutachten resultierende Mindestalter nic ht explizit ge- nannt hat, hat es das Gutachten doch dem Aufnahmeersuchen beigelegt. 6.12. Der Umstand, dass die UMA-Fachperson das Auftreten und das Ver- halten des Beschwerdeführers in der «Meldung Kindesschutz» vom (…) August 2024 als «sehr jung und kindlich» bes chrieben hat, ist als schwa- ches Indiz für seine Minderjährigkeit zu werten, handelt es sich hierbei le- diglich um einen persönlichen Eindruck der UMA-Fachperson. 6.13. Die Ausführungen im psychiatrischen Arztbericht vom 4. November 2024 stellen entgegen der Ansic ht des Beschwerdeführers kein Indiz für seine Minderjährigkeit dar, handelt es sich beim Arztbericht doch um die Beurteilung seiner Psyche beziehungsweile allfälliger Erkrankungen und nicht seines Alters. 6.14. Zusammenfassend erscheinen die Aussagen des Beschw erdefüh- rers zu seinem Alter nicht glaubhaft. Das einzige objektive Beweismittel, die Kopie der Geburtsurkunde, ist von geringem Beweiswert. Umso mehr hätte es dem Beschwerdeführer oblegen, konsistente Angaben zu seiner Biographie und seinen Personalien zu machen. Er bringt jedoch keine stichhaltigen Argumente vor, die für seine Minderjährigkeit sprechen; zu- dem weisen seine Aussagen Widersprüche auf. F-6385/2024 Seite 12 7. Aus den voranstehenden Erwägungen ergibt sich, dass weder die Richtig- keit des im ZEMIS eingetragenen noch des vom Beschwerdeführer ange- gebenen Geburtsdatums als bewiesen zu erachten ist. In Gesamtwürdi- gung der für und gegen die Minderjährigkeit beziehungsweise Volljährigkeit des Beschwerdeführers sprechenden Faktoren erscheint jedoch das im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum (1. Januar 2006) wahrscheinlicher als das behauptete ([…] 2008). Der bestehende ZEMIS-Eintrag mit dem Ge- burtsdatum (1. Januar 2006) ist – mit einem Bestreitungsvermerk versehen – unverändert zu belassen. Die Beschwerde ist a bzuweisen, soweit darin beantragt wird, der (…) 2008, eventualiter der 1. Januar 2008, sei im ZEMIS als sein Geburtsdatum einzutragen. 8. 8.1. Da der Beschwerdeführer nach dem Gesagten als Volljähriger gilt, ist er vom Aufnahmeverfahren nicht ausgenommen (vgl. E. 4.3). 8.2. Die Zuständigkeit Spaniens für das Asylverfahren des Beschwerdefüh- rers ist – angesichts des Eurodac-Treffers und nachdem Spanien das Auf- nahmeersuchen gutgeheissen hat – somit grundsätzlich gegeben. 9. 9.1. Der Beschwerdeführer bringt zu Recht nicht vor, dass in Spanien sys- temische Schwachstellen i.S.v. Art. 3 Abs. 2 zweiter und dritter Satz Dub- lin-III-VO, die eine Gefahr einer unmenschlichen Behandlung im Sinne von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta und Art. 3 EMRK mit sich bringen würden, vorlägen (vgl. Urteil des BVGer F-21/2022 vom 6. Januar 2022 E. 5.2). 9.2. Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa- tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü- fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge- nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde (BVGE 2015/9 E. 8.2.1). Gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 kann zudem das SEM das Asylgesuch «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin -III-VO ein anderer Staat zuständig wäre. Bei dieser Entscheidung darf das Bundesverwaltungsgericht sein eigenes Er- messen nicht an Stelle desjenigen des SEM setzen (BVGE 2015/9 E. 7.6 und E. 8.1 in fine). F-6385/2024 Seite 13 9.3. Der Beschwerdeführer macht keine drohende Verletzung völkerrecht- licher Verpflichtungen der Schweiz geltend und eine solche ist auch nicht ersichtlich. 9.4. Es liegen keine konkreten Anhaltspunkte vor, wonach die Gesundheit des Beschwerdeführers bei einer Überstellung nach Spanien ernsthaft ge- fährdet würde. Im psychiatrischen Arztbericht vom 4. November 2024 wird beim Beschwerdeführer eine schwere depressive Episode diagnostiziert und der Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung geäussert. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Mitgliedstaa- ten verpflichtet sind, den Antragstellern die erforderliche medizinische Ver- sorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen um- fasst, zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie). 9.5. Die Vorinstanz hat somit das Selbsteintrittsrecht von Art. 17 Dublin-III- VO sowie Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zu Recht nicht ausgeübt. Weder ist die Schweiz völkerrechtlich verpflichtet, auf das Asylgesuch einzutreten, noch liegen humanitäre Gründe vor, welche einen Selbsteintritt nahelegen wür- den. 10. Die Vorinstanz ist zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat die Wegweisung nach Spanien angeordnet. 11. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde auch betreffend die Dispositivzif- fern 1 und 2 der angefochtenen Verfügung abzuweisen. Mit dem vorliegen- den Urteil fällt der am 10. Oktober 2024 angeordnete Vollzugsstopp dahin. Die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und um Unterbrin- gung und Betreuung als Minderjähriger während des Beschwerdeverfah- rens sind gegenstandslos geworden. 12. 12.1. Die Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung abzuweisen ist. 12.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1’000.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR173.320.2]). F-6385/2024 Seite 14 (Dispositiv nächste Seite) F-6385/2024 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde hinsichtlich des Nichteintretens - und Wegweisungsent- scheids (Dispositivziffern 1 und 2 der angefochtenen Verfügung) wird ab- gewiesen. 2. Die Beschwerde betreffend die Datenänderung im ZEMIS (Dispositivzif- fer 4 der angefochtenen Verfügung) wird abgewiesen. 3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 4. Die Verfahrenskosten von Fr. 1’000.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz, das General- sekretariat des Eidgenössischen Justiz - und Polizeidepartements (EJPD) und die kantonale Migrationsbehörde. Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Susanne Genner Maria Wende Versand: F-6385/2024 Seite 16 Rechtsmittelbelehrung: Gegen Ziffer 2 sowie Ziffer 3 und 4 des Dispositivs – soweit Ziffer 2 betref- fend – kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung überge- ben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An- gabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführ ende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).