A bteilung V E -4775/2006 {T 0/2} U rteil vom 24. M ai 2007 M itw irkung: R ichterin Luterbacher, R ichter Lang und Brodard, G erichtsschreiber Felder 1. A._______, 2. B._______, 3. C ._______, 4. D ._______, 5. E._______, 6. F._______, alle Sri Lanka, w ohnhaft in Sri Lanka, alle vertreten durch Frau C laudia D hali-Scheitlin, C AR ITAS / Schw eiz, G ._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellen- w eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 28. A ugust 2006 i.S. Einreisebew illigung und A syl / N ._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführerin stellte m it Schreiben vom 11. Juli 2006 ein Asylgesuch bei der schw eizerischen Botschaft in C olom bo (Eingang: 18. Juli 2006), w elches am 21. Juli 2006 m itsam t den eingereichten Bew eism itteln an das BFM w eitergeleitet w urde. B. M it Eingabe m ittels ihrer R echtsvertreterin vom 3. August 2006 an das BFM er- gänzte die Beschw erdeführerin ihre Asylvorbringen und reichte w eitere D okum ente zu den Akten. C . Aus diesen Eingaben und den schon vorhandenen Akten ergeben sich im W esent- lichen folgende Angaben zu ihrer Person und ihren Asylgründen: D ie Beschw erdeführerin stellte am 12. August 1996 in der Schw eiz erfolglos ein Asylgesuch. Am 23. Januar 1998 heiratete sie ihren in der Schw eiz vorläufig auf- genom m enen Landsm ann H ._______, w orauf sie m it ihrer Tochter am 11. Januar 1999 vom BFF ebenfalls vorläufig aufgenom m en w urde und am 10. N ovem ber 2001 eine kantonale Aufenthaltsbew illigung gem äss Art. 13 Bst. f der Verordnung vom 6. O ktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (BVO , SR 823. 21) erhielt. (Angaben zur geltend gem achten Verfolgung durch die LTTE, nachdem die Beschw erdeführerin Ende 2003 w ieder nach Sri Lanka zurück gekehrt sei.) Seither lebe sie nicht m ehr zu H ause und halte sich (...) versteckt an verschiedenen O rten auf. D ie Beschw erdeführerin habe das Schw eizerische R ote Kreuz in G enf um Schutz ersucht, w elches seinerseits H um an R ights W atch eingeschaltet habe. Ausserdem habe sie sich an die H um an R ights C om m ission, das R ote Kreuz und an die Poli- zei in Sri Lanka gew andt. Ein Bruder ihres Ehem annes, ein anerkannter Flüchtling in Frankreich, habe Am nesty International Frankreich um H ilfe für seine Schw ägerin gebeten, und seine in der Schw eiz als Flüchtling anerkannte Schw ester habe sich schriftlich an das BFM gew andt. Ein anderer Bruder des Ehem annes, K._______, habe bei der Schw eizer Botschaft in C olom bo für sich, seine Ehefrau und seine Tochter ebenfalls ein Asylgesuch gestellt (N ._______ / E- 6118/2006). Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschw erdeführerin verschiedene D oku- m ente zu den Akten, nam entlich Fotos, Zeitungsartikel, Schreiben und Kontoaus- züge der LTTE, Schreiben der Arbeitgeberin ihres Ehem annes, sow ie m ehrere Antw ortschreiben. D . D as Bundesam t verw eigerte der Beschw erdeführerin m it Verfügung vom 28. Au- gust 2006 die Einreise in die Schw eiz und lehnte das Asylgesuch ab. Als Begrün- dung führte es insbesondere an, die geschilderten M assnahm en der LTTE seien gegen den Ehem ann der Beschw erdeführerin gerichtet gew esen und nicht gegen sie persönlich. Sie könne sich den Behelligungen allenfalls durch W ohnsitzverle- gung in Sri Lanka entziehen und die sri-lankischen Behörden um Schutz angehen.3 E. M it Beschw erde vom 28. Septem ber 2006 gelangte die Beschw erdeführerin m ittels ihrer R echtsvertreterin an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) und ersuchte um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung. Es sei ihr und ihren Kin- dern die Einreise in die Schw eiz zu bew illigen, ihre Flüchtlingseigenschaft festzu- stellen und ihnen Asyl zu gew ähren. Eventualiter sei die Sache zw ecks Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuw eisen. Schliess- lich sei ihr die unentgeltliche R echtspflege und die unentgeltliche R echtsverbei- ständung zu gew ähren. Als Begründung führte sie an, sie erfülle die Vorausset- zungen für eine Einreisebew illigung nach Art. 20 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31), da sie insbesondere schutzbedürftig nach Art. 3 AsylG sei und eine innerstaatliche Fluchtalternative fehle. Ausserdem habe die Vorins- tanz das rechtliche G ehör verletzt, indem sie einen negativen Entscheid gefällt habe, ohne die Beschw erdeführerin vorher zu ihren Asylgründen anzuhören. F. M it Verfügung vom 4. O ktober 2006 hiess die AR K das G esuch um unentgeltliche R echtspflege nach Art. 65 Abs. 1 AsylG gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und w ies das G esuch um unentgeltliche R echtsverbeistän- dung nach Art. 65 Abs. 2 AsylG ab. G . In ihrer Vernehm lassung vom 11. O ktober 2006 beantragte die Vorinstanz die Ab- w eisung der Beschw erde. Insgesam t sei - trotz der schw ierigen persönlichen Lage der Beschw erdeführerin und ihrer Kinder - nicht davon auszugehen, dass sie des Schutzes der Schw eiz bedürfe. H . M it Eingabe vom 3. N ovem ber 2006 nahm die Beschw erdeführerin m ittels ihrer R echtsvertreterin aufforderungsgem äss Stellung zur vorinstanzlichen Vernehm las- sung. I. Am 18. Januar 2007 w urde der Schw ager der Beschw erdeführerin, K._______ (N ._______ / E-6118/2006), von der Schw eizer Botschaft in C olom bo zu den G ründen seines Asylgesuches befragt. D ie angefertigten Protokolle sind via BFM an das Bundesverw altungsgericht gelangt, w o sie am 12. Februar 2007 eingegangen sind. J. M it C hiffre-Fax vom 19. Februar 2007 fragte das Bundesverw altungsgericht die Schw eizer Botschaft in C olom bo an, ob m it der Beschw erdeführerin ebenfalls eine Anhörung stattgefunden habe oder w ann eine solche allenfalls vorgesehen sei. K. M it Schreiben vom 23. Februar 2007 teilte die Schw eizer Botschaft in C olom bo als Antw ort auf erw ähnten Fax (irrtüm licherw eise) dem BFM (Eingang: 7. M ärz 2007) m it, dass in Bälde eine Anhörung m it der Beschw erdeführerin anberaum t w erde, obw ohl eine solche vom BFM nicht angeordnet w orden sei. D as Schreiben w urde am 12. M ärz 2007 an das Bundesverw altungsgericht w eitergeleitet. L. Am 19. M ärz 2007 w urde die Beschw erdeführerin auf der Schw eizer Botschaft in C olom bo zu ihren Asylgründen befragt. Am 27. M ärz 2007 ging das Protokoll beim BFM ein, w elches es zur Berücksichtigung an das Bundesverw altungsgericht (Ein- gang: 2. April 2007) w eiterleitete. M . M it Eingabe vom 18. April 2007 reichte die R echtsvertreterin der Beschw erdeführerin ihre Kostennote zu den Akten. 4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesver- w altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfah- rensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). Für die am 1. Januar 2007 hän- gigen Asylverfahren gelten zudem die auf diesen Zeitpunkt in Kraft getretenen Be- stim m ungen der Asylgesetzänderung vom 16. D ezem ber 2005 (vgl. Abs. 1 der Ü bergangsbestim m ungen zur Änderung vom 16. D ezem ber 2005). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.4 D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist einzutreten. 2. D ie Beschw erde w urde koordiniert m it derjenigen des Schw agers der Beschw erde- führerin, K._______, und seiner Fam ilie, behandelt (N ._______, E-6118/2006). 3. 3.1 D as Bundesam t kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, w enn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft m achen können oder ihnen die Aufnahm e in einem D rittstaat zugem utet w erden kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG ). G em äss Art. 20 Abs. 2 AsylG bew illigt das Bundesam t Asyl- suchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, w enn ihnen nicht zuge- m utet w erden kann, im W ohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein an- deres Land auszureisen. G estützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössi- sche Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) schw eizerische Vertretungen erm äch- tigen, Asylsuchenden die Einreise zu bew illigen, die glaubhaft m achen, dass eine unm ittelbare G efahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 3.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebew il- ligung grundsätzlich restriktiv zu um schreiben, w obei den Behörden ein w eiter Er- m essensspielraum zukom m t. N eben der erforderlichen G efährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind nam entlich die Beziehungsnähe zur Schw eiz, die M öglichkeit der Schutzgew ährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen 5 Staaten, die praktische M öglichkeit und objektive Zum utbarkeit zur anderw eitigen Schutzsuche sow ie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assim ilationsm ög- lichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der AR K / EM AR K 1997 N r. 15 E. 2.e.-g. S. 131 ff., w elcher angesichts bloss redaktioneller Änderungen bei der letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach w ie vor G ültigkeit hat). 4. 4.1 D as Bundesam t führte zur Begründung seiner abw eisenden Verfügung vom 28. August 2006 Folgendes aus: D ie Verfolgungsm assnahm en der LTTE hätten sich gezielt und ausschliesslich gegen den Ehem ann der Beschw erdeführerin gerichtet, da dieser eine kritische H altung gegenüber der O rganisation eingenom m en habe und nicht m ehr gew illt gew esen sei, die verlangten finanziellen Beiträge zu bezah- len. Zw ar sei es auch zu Vorfällen gekom m en, die die Beschw erdeführerin persön- lich betroffen hätten (Vorladungen der LTTE, D iebstahl der M obiltelefone, D rohun- gen), sie seien jedoch nicht gegen sie persönlich gerichtet gew esen. (...) Es sei som it nicht m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschw erdeführerin in Zukunft persönlich w eiteren einreisebeachtlichen Verfolgungsm assnahm en seitens der LTTE ausgesetzt sein könnte. D er Beschw erdeführerin stehe ausserdem eine innerstaatliche W ohnsitzalternative offen, w eshalb sie nicht des Schutzes der Schw eiz bedürfe. D en Akten sei zu ent- nehm en, dass sie ihren W ohnsitz bereits verlassen habe. Seither habe sie keine neuen und konkreten Schw ierigkeiten m it der LTTE geltend gem acht. Es sei auch davon auszugehen, dass die Bereitschaft der sri-lankischen Behörden und von internationalen N ichtregierungsorganisationen, der Beschw erdeführerin H ilfe zu leisten, überdurchschnittlich hoch sei (...). D as BFM schloss, dass die von der Beschw erdeführerin geltend gem achte Furcht vor allfälligen Ü bergriffen seitens der LTTE nicht einreiserelevant sei. 4.2 In der Beschw erdeschrift hielt die Beschw erdeführerin fest, die Vorinstanz verken- ne die derzeit in Sri Lanka herrschende Situation der G ew alt. W eite Teile des Lan- des w ürden von der einen oder anderen G ruppe der LTTE kontrolliert. W er diese nicht unterstütze oder gar kritisiere, w erde eingeschüchtert, bedroht oder sogar er- m ordet. Als Ehefrau eines G egners der LTTE sei klar, dass sie zum indest verdäch- tigt w erde, eine politische O pponentin zu sein. D ies reiche aus, um erheblichen N achteilen seitens der LTTE ausgesetzt zu sein. Auch Fam ilienm itglieder von poli- tischen O pponenten könnten über blosse Einschüchterungen hinaus sehr w ohl sel- ber zum Ziel von G ew alttaten w erden. Als (...) sei sie schutzlos und eine besonders leichte Beute. (...) Ausserdem habe sie sich in diesem Zusam m enhang auch an verschiedene internationale O rganisationen gew andt, w as sie als G egnerin der LTTE ausw eise. D azu kom m e schliesslich, dass drei G eschw ister ihres Ehem annes politisch verfolgt w ürden: ein Bruder w erde in Sri Lanka gesucht, ein anderer sei anerkannter Flüchtling in Frankreich, eine Schw ester lebe als anerkannter Flüchtling in der Schw eiz. Aufgrund dieser Tatsachen könne sehr w ohl von einer gezielten und aktuellen Verfolgung der Beschw erdeführerin ausgegangen w erden. Eine konkrete G efährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sei zu 6 bejahen, der w eitere Verbleib in Sri Lanka sei ihr nicht zuzum uten und es sei ihr und den Kindern die Einreise in die Schw eiz um gehend zu bew illigen. W eiter m achte die Beschw erdeführerin geltend, es stehe ihr keine innerstaatliche Aufenthaltsalternative offen. (...); daher könne sie von LTTE-M itgliedern überall leicht aufgefunden w erden. M it (...) Kindern im Alter zw ischen einem und acht Jahren falle es ihr nicht leicht, sich zu verstecken; als (...) M utter könne sie auch keiner Arbeit nachgehen. Von der sri-lankischen R egierung sei überdies keine U nterstützung zu erw arten, da diese die Kontrolle über w eite Teile des Landes verloren habe. D ie erw ähnten H ilfsorganisationen seien w ohl gew illt, die Beschw erdeführerin zu unterstützen. Aufgrund der bislang erhaltenen R eaktionen m üsse jedoch davon ausgegangen w erden, dass eine H ilfestellung zugunsten der Beschw erdeführerin offensichtlich nicht im R ahm en ihrer M öglichkeiten liege. 4.3 D ie Vorinstanz hielt in ihrer Vernehm lassung fest, es solle nicht in Abrede gestellt w erden, dass die Situation für die Beschw erdeführerin nach ihrem W egzug nach C olom bo nicht einfach sei. Sie halte sich nun jedoch schon m ehrere M onate in der H auptstadt auf, ohne dass es zu den befürchteten Ü bergriffen seitens der LTTE gekom m en sei. Auch m it den sri-lankischen Behörden habe sie keine konkreten Problem e geltend gem acht. D ass sie m it ihrer R echtsvertreterin in der Schw eiz keinen direkten Kontakt habe, spreche ebenfalls eher gegen eine G efährdungssituation. Zudem sei auch davon auszugehen, dass sie in C olom bo auf die H ilfe ihres Schw agers und dessen Fam i- lie zählen könne. 4.4 D ie Beschw erdeführerin stellte in ihrer R eplik richtig, dass sie nie angegeben habe, sich in C olom bo aufzuhalten. Vielm ehr halte sie sich m it ihren Kindern an verschiedenen O rten versteckt und sei gezw ungen, zw ischendurch in ihr H aus zu- rückzukehren. W eiter erläuterte sie den Inform ationsfluss an ihre R echtsvertreterin: Sie sehe ab und zu ihre eigens aus Frankreich zurückgekehrte Schw iegerm utter, w elche ihrer- seits die Inform ationen an deren Sohn in Frankreich überm ittle. D ieser stehe m it der R echtsvertreterin in der Schw eiz in Kontakt. Inform ationen der G rossm utter aus U ._______ gingen denselben W eg. Sie hielt fest, aus dem fehlenden direkten Kontakt zw ischen der Beschw erdeführe- rin und ihrer R echtsvertreterin dürfe - entgegen der Ansicht der Vorinstanz - nicht geschlossen w erden, es liege keine aktuelle Verfolgung vor. D ie Kontaktaufnahm e sei aus verschiedenen G ründen schw ierig. Zudem gebe es D inge, über die die Be- schw erdeführerin m it ihren Fam ilienangehörigen nicht sprechen w ürde und die die R echtsvertreterin daher nie erfahren w ürde. Zudem m achte die Beschw erdeführerin geltend, sie sei in der Zw ischenzeit bei ih- rer G rossm utter gesucht w orden m it der Aufforderung, sich bei der LTTE zu m el- den. Ihre Verfolger w üssten auch, dass sie in der Schw eiz ein Asylgesuch gestellt habe. D ies deute darauf hin, dass sich in ihrem nächsten U m feld ein LTTE-Spitzel befinde (...).7 5. 5.1 In einem Auslandverfahren führt die schw eizerische Vertretung im Ausland m it der asylsuchenden Person in der R egel eine Befragung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asyl- verordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht m öglich, so w ird die asylsuchende Person von der schw eizerischen Vertretung aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). D ie Anhörung des G esuchstellers hat den Zw eck, dem Asylbew erber das rechtliche G ehör zu gew ähren, indem ihm die G elegenheit gegeben w ird, sein G e- such zu begründen (vgl. EM AR K 1993 N r. 35 E. 3a S. 244 f., m it Verw eis auf W ALTER KÄLIN , G rundriss des Asylverfahrens, Basel 1990, S. 255 f.). N eben der zu- verlässigen Sachverhaltserstellung soll auch garantiert w erden, dass die Entschei- dung nicht über den Kopf der Betroffenen hinw eg ergeht (ALBER TO AC H ER M AN N /C H R ISTIN A H AU SAM M A N N , H andbuch des Asylrechts, 2. Aufl., Bern 1991, S. 213 ff.). D as R echt auf vorgängige Anhörung vor Ergehen eines negativen Ent- scheides stellt einen Teilbereich des Anspruchs auf rechtliches G ehör dar (vgl. EM AR K 2004 N r. 17 E. 8 S. 111) und ist als solcher form eller N atur: D er Anspruch besteht unabhängig davon, ob die D urchführung der Anhörung einen Einfluss auf die Entscheidung hat oder nicht. D em gem äss hat eine Anhörung auch bei erkenn- bar unbegründeten Asylgesuchen stattzufinden (vgl. KÄLIN , a.a.O ., S. 255, AC H E R M AN N /H AU S AM M AN N , a.a.O ., S. 214). 5.2 D ie Beschw erdeführerin m acht geltend, die Vorinstanz habe ihr Asylgesuch abge- lehnt, ohne dass sie je die G elegenheit gehabt habe, sich über ihre Asylgründe zu äussern. D am it sei ihr Anspruch auf rechtliches G ehör verletzt w orden. Sollte auch die Beschw erdeinstanz zum Schluss kom m en, die Einreisevoraussetzungen seien nicht gegeben, so sei die Sache zw ecks Abklärung des Sachverhalts beziehungs- w eise D urchführung einer eingehenden Anhörung an die Vorinstanz zurückzuw ei- sen (BVG er act. 1, S. 15). In ihrer Vernehm lassung hielt die Vorinstanz dem entgegen, Art. 10 Abs. 1 AsylV 1 enthalte keine gesetzliche Verpflichtung, im H eim atstaat der asylsuchenden Per- son eine Befragung durchzuführen. Vorliegend verfüge die Beschw erdeführerin – im U nterschied zu den m eisten andern Asylsuchenden – über eine R echtsvertre- tung in der Schw eiz, w elche das Asylgesuch der Beschw erdeführerin ausführlich ergänzt habe. D as Bundesam t habe die Aktenlage als ausreichend erstellt erach- tet, um einen Asylentscheid zu fällen und habe deshalb darauf verzichtet, die Schw eizer Botschaft anzuw eisen, m it der Beschw erdeführerin eine Befragung durchzuführen. Im Ü brigen sei auch die Beschw erdeführerin (sinngem äss) von ei- ner klaren Aktenlage ausgegangen und habe daher die Vorinstanz darum ersucht, ausnahm sw eise ohne vorgängige Anhörung eine Einreisebew illigung zu erteilen (vgl. B4, S. 4). In Bezug auf die unterlassene Anhörung hielt die Beschw erdeführerin in ihrer R ep- lik schliesslich fest, dass eine Anhörung im m er durchgeführt w erden m üsse, w enn eine solche aus praktischen G ründen durchführbar sei. Eine andere Ausnahm e sei in Art. 10 Abs. 2 AsylV 1 nicht vorgesehen. D enkbar sei nur noch der Fall, w o auf- grund der Akten bereits feststehe, dass Asyl zu gew ähren sei, denn in diesen Fäl- len w äre die D urchführung einer Anhörung sinnlos. In ihrem konkreten Fall sei die D urchführung einer Anhörung m öglich. Falls ihr die Einreise nicht aufgrund der Ak-8 tenlage bew illigt w erde, sei sie zu ihren Asylgründen anzuhören. D er U m stand, dass sie eine R echtsvertretung habe, sei nicht von Bedeutung. Aus diesem G rund w ürde im inländischen oder im Flughafenverfahren ja auch nicht auf eine persönli- che Anhörung verzichtet. 6. 6.1 D as Bundesverw altungsgericht gelangt zum Schluss, dass aufgrund der heute be- stehenden Aktenlage eine aktuelle G efährdung der Beschw erdeführerin nicht er- stellt ist und ihre Einreise in die Schw eiz nicht bew illigt w erden m uss. W ie auch schon die Vorinstanz anerkannt hat, befindet sich die Beschw erdeführerin (...) ohne Zw eifel in einer schw ierigen Lage. D ennoch kann vorliegend – gestützt auf die aktuelle Aktenlage – nicht davon ausgegangen w erden, dass ihr Verbleiben im H eim atstaat für sie unzum utbar ist. D as Bundesverw altungsgericht ist w ie die Vor- instanz der Ansicht, dass die von ihr geltend gem achten Ü bergriffe seitens der LTTE einerseits nicht gegen sie persönlich gerichtet w aren, sondern ihren Ehe- m ann als Zielscheibe hatten, und andererseits den Zw eck verfolgten, (...). O bw ohl (...), kam es in der Folge zu keinen von der Beschw erdeführerin geltend gem achten konkreten G efährdungssituationen. D er Verw eis auf die G eschw ister des Ehem annes der Beschw erdeführerin verm ag sich ebenfalls nicht zugunsten der Beschw erdeführerin auszuw irken: D as Asylverfahren des einen Bruders w ird koordiniert m it dem vorliegenden Verfahren behandelt, von einer aktuellen G efährdung ist bei der heutigen Aktenlage auch bei ihm nicht auszugehen; die in der Schw eiz lebende Schw ester w urde in das Asyl ihres Ehem annes einbezogen. Einzig der in Frankreich als anerkannter Flüchtling lebende Bruder konnte dem nach asylrelevante Vorbringen geltend m achen. D iese U m stände reichen nicht aus, das geltend gem achte G efährdungspotential der Beschw erdeführerin als unzum utbar im Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG erscheinen zu lassen. 6.2 D as Bundesverw altungsgericht stellt jedoch – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – fest, dass ohne eine persönliche Anhörung der Beschw erdeführerin der Sachver- halt nicht genügend erstellt w erden kann. Allein gestützt auf die zum Zeitpunkt der Entscheidfällung der Vorinstanz vorliegenden Akten konnte nicht abschliessend über die G utheissung oder Ablehnung des Asylgesuchs der Beschw erdeführerin entschieden w erden. Insbesondere hinsichtlich der zuletzt geltend gem achten Be- helligungen durch die LTTE w ären w eitere Sachverhaltsabklärungen nötig gew e- sen. D ie dam als vorliegenden Inform ationen hinsichtlich der N achstellungen durch die LTTE am W ohnsitz der G rossm utter der Beschw erdeführerin und der Aufforde- rung, diese solle sich bei der O rganisation m elden sow ie die Befürchtung, in ihrem nächsten U m feld könnte sich ein Spitzel (...) befinden, reichen nicht aus, um eine rechtsgenügliche W ürdigung dieser Vorfälle m it Blick auf ihre Asylrelevanz vorzunehm en. D er Sachverhalt w äre folglich genauer abzuklären gew esen, w obei m it der Be- schw erdeführerin durch die Schw eizer Vertretung in C olom bo eine Befragung ge- m äss Art. 10 AsylV 1 durchzuführen gew esen w äre, um ihr in unm ittelbarem Kon- takt m it den Schw eizer Behörden die G elegenheit zu geben, die G esam theit ihrer Asylgründe darzutun. D ie Beschw erdeführerin trat m it den Schw eizer Asylbehör- den zw ar durch ihre R echtsvertreterin in Kontakt. D iese kom m t jedoch auch nur in-9 direkt – via die Schw ieger- oder G rossm utter und den Schw ager der Beschw erde- führerin – in Besitz der relevanten Inform ationen. D ieser U m stand verm ag in Anbe- tracht der Kom plexität des Falles dem Anspruch der Beschw erdeführerin auf recht- liches G ehör (vgl. dazu oben E. 5.1.) nicht zu genügen: D ie Eingaben der R echts- vertreterin an die Asylbehörden in der Schw eiz können im vorliegenden Fall eine Befragung durch die Schw eizer Vertretung im H eim atland der Beschw erdeführerin nicht ersetzen. W ie die Beschw erdeführerin zu R echt anführte, w äre der Verzicht auf eine Anhörung im m it dem Auslandverfahren verw andten Flughafenverfahren jedenfalls nicht denkbar. 6.3 D ie Vorinstanz schloss, dass die Beschw erdeführerin zum indest im plizit von einem vollständig erstellten rechtserheblichen Sachverhalt ausging und sich daher auch aus diesem G rund eine Befragung der Beschw erdeführerin nicht aufdrängte. D em ist jedoch entgegenzuhalten, dass sich die Aussage der Beschw erdeführerin auf die Annahm e stützte, ihr w erde eine Einreisebew illigung erteilt. Auf den Fall einer Ablehnung des Einreise- und Asylgesuchs lässt sich ihre Bereitschaft, ausnahm s- w eise auf eine Anhörung zu verzichten (vgl. B4, S. 4), indes nicht ausw eiten. 6.4 W ährend des Beschw erdeverfahrens, am 19. M ärz 2007, fand eine Befragung der Beschw erdeführerin auf der Schw eizer Botschaft in C olom bo statt. D ieser U m - stand verstärkt die Einschätzung des Bundesverw altungsgerichts, dass der Sach- verhalt zum Zeitpunkt der erstinstanzlichen Entscheidfällung nicht vollständig er- stellt w ar – ansonsten hätte die Botschaft in C olom bo keine solche veranlasst. D a das Asylverfahren der Beschw erdeführerin zum Zeitpunkt der Botschaftsanhö- rung vor dem Bundesverw altungsgericht, also auf Beschw erdestufe hängig w ar, konnten ihre Vorbringen von der Vorinstanz nicht gew ürdigt w erden. W ie schon festgestellt (E. 5.1), stellt das R echt auf vorgängige Anhörung vor Ergehen eines negativen Entscheides einen Teilbereich des – im vorliegenden Fall verletzten – Anspruchs auf rechtliches G ehör dar. 6.5 Es stellt sich die Frage, ob die festgestellte Verletzung des Anspruchs auf rechtli- ches G ehör geheilt w erden kann oder zur Kassation der angefochtenen Verfügung führen m uss. D as Bundesverw altungsgericht geht – w ie dies schon ständige Pra- xis ihrer Vorgängerin in Asylfragen, der AR K, w ar – davon aus, dass G ehörsverlet- zungen dank der um fassenden Kognition der Beschw erdeinstanz in bestim m ten Schranken geheilt w erden können; dies insbesondere unter den Voraussetzungen, dass die unterbliebene H andlung nachgeholt w ird und der Beschw erdeführer sich dazu hat äussern können. Eine sachgerechte Lösung im Sinne einer H eilung oder Kassation w ird sich entscheidend an der Schw ere der Verletzung einer Verfah- rensvorschrift, aber auch daran zu orientieren haben, ob die Verletzung auf einem Versehen beruht oder das R esultat einer gehäuften unsorgfältigen Verfahrensfüh- rung ist. O b indessen die M issachtung von Verfahrensvorschriften durch die Vorinstanz auch Einfluss auf das Ergebnis hatte, kann bei einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches G ehör angesichts seiner form ellen N atur von vornherein keine R olle spielen (EM AR K 2004 N r. 38 E. 7.1. S. 265, EM AR K 1998 N r. 34 E. 10d S. 292 ff., je m it w eiteren H inw eisen). In Anbetracht der Schw ere der G ehörsverletzung kom m t das Bundesverw altungs- gericht jedoch zum Schluss, dass sich vorliegend eine H eilung nicht rechtfertigt und der Entscheid aufzuheben und zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurück-10 zuw eisen ist. D ies rechtfertigt sich um so m ehr, als dass im vorliegenden Fall nicht von einem Versehen des Bundesam tes ausgegangen w erden kann, da schon in anderen Verfahren – und insbesondere auch in jenem des Schw agers der Be- schw erdeführerin – ein negativer Entscheid ohne vorgängige Anhörung stattgefun- den hat, oder diese erst w ährend des Beschw erdeverfahrens stattgefunden hat. Schliesslich spricht gegen eine H eilung der Verletzung des rechtlichen G ehörs auch der U m stand, dass andernfalls der Beschw erdeführerin eine Instanz verloren ginge (vgl. dazu EM AR K 1998 N r. 34 E. 10d S. 292). D ies w iegt um so schw erer, da es vorliegend einerseits um die zentrale Frage der Prüfung des Vorliegens ein- reiserelevanter Verfolgung geht, und da dieser Entscheid des Bundesverw altungs- gerichts andererseits durch ein ordentliches R echtsm ittel nicht m ehr angefochten w erden könnte, w as für die Beschw erdeführerin einen erheblichen N achteil dar- stellen w ürde. 7. Zusam m enfassend lässt sich festhalten, dass die Vorinstanz im vorliegenden Fall dadurch, dass die Beschw erdeführerin durch die Schw eizer Vertretung vor dem er- stinstanzlichen negativen Entscheid nicht befragt w urde, den Anspruch der Be- schw erdeführerin auf rechtliches G ehör verletzt hat. D a eine H eilung der G ehörs- verletzung vorliegend nicht m öglich ist, w ird der Entscheid aufgehoben und zur N eubeurteilung an die Vorinstanz zurückgew iesen. 8. N ach dem G esagten ist die Beschw erde gutzuheissen, die vorinstanzliche Verfü- gung vom 28. August 2006 aufzuheben und das BFM anzuw eisen – nach O ffenle- gung der entsprechenden Akten –, in der Sache neu zu entscheiden. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). 9.2 D er Beschw erdeführerin ist angesichts des O bsiegens im Beschw erdeverfahren in Anw endung von Art. 64 Abs. 1 Vw VG eine Parteientschädigung für ihr erw achsene notw endige Vertretungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 7 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw al- tungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D ie R echtsvertreterin w eist in ihrer Kostennote einen Aufw and von insgesam t 10 Stunden aus. Aufgrund der w eitgehend w ortgleichen Eingaben w ie im koordiniert behandelten Verfahren des Schw agers der Beschw erdeführerin, deren doppelten Verrechnung und nach Abzug der M ailkorrespondenz m it P._______, deren R ele- vanz im vorliegenden Asylbeschw erdeverfahren nicht ersichtlich ist, w ird der Ver- tretungsaufw and auf 6 Stunden gekürzt. D ie von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung w ird unter Berücksichtigung des von der R echtsvertreterin geltend gem achten Stundenansatzes und der aufgeführten Spesen auf Fr. 1'076.-- festgesetzt (Art. 14 VG KE).11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird im Sinne der Erw ägungen gutgeheissen. 2. D ie Verfügung des BFM vom 28. August 2006 w ird aufgehoben und das BFM an- gew iesen, in der Sache neu zu entscheiden. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. D ie Vorinstanz w ird angew iesen, der Beschw erdeführerin eine Parteientschädi- gung von Fr. 1'076.-- (inkl. Auslagen und M w St) auszurichten. 5. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin der Beschw erdeführerin, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ._______) D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: C hrista Luterbacher Andreas Felder Versand am :