A1 2016 20.docx 1. Abteilung A1 2016 20 Kantonsrichterin lic.iur. D. Panico Peyer , Abteilungspräsidentin Kantonsrichter lic.iur. St. Szabó Kantonsrichter lic.iur. P. Stüdli Gerichtsschreiber in MLaw M. Casutt Entscheid vom 5. Juli 2017 in Sachen A.________, vertreten durch RA lic.iur. B.________, Klägerin, gegen C.________, Beklagten, betreffend Scheidung der von den Parteien am tt.mm.2005 in D.________ geschlossenen Ehe Seite 2/30 Rechtsbegehren Klägerin 1. Die Ehe sei gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden. 2. Die gemeinsamen Kinder E.________, geb. tt.mm.2006, und F.________, geb. tt.mm.2010, seien unter die alleinige elterliche Sorge der Mutter zu stellen und ihr zur Pflege und Erzie- hung zuzuweisen. 3. Dem Beklagten sei ein gerichtsübliches Besuchsrecht von jedem zweiten Wochenende von Freitagabend, 18 .00 Uhr, bis Sonntagabend, 18 .00 Uhr, sowie ein Ferienbesuchsrecht von drei Wochen im Jahr einzuräumen. 4. Der Beklagte sei zu verpflichten, an den Unterhalt von E.________ und F.________ bis zum erfüllten 18. Lebensjahr und längstens bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung monatliche Beiträge von je CHF 1'300.00 zuzüglich allfälliger Familienzula- gen zu bezahlen, zahlb ar je im Voraus auf den Ersten des Monats. Die Kinderunterhaltsbei- träge seien gerichtsüblich zu indexieren. 5. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin an den Unterhalt von E.________ ab 1. Ja- nuar 2017 bis zum 16. Altersjahr von E.________ einen Betreuungsunterhalt von CHF 497.50 zu bezahlen, zahlbar je im Voraus auf den Ersten des Monats. 6. Der Beklagte sei zu verpflichten , der Klägerin an den Unterhalt von F.________ ab 1. Ja- nuar 2017 bis zum 16. Altersjahr von F.________ einen Betreuungsunterhalt von CHF 595.00 zu bezahlen, zahlbar je im Voraus auf den Ersten des Monats. 7. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin bis zum 16. Altersjahr von F.________ ei- nen nachehelichen Unterhalt von CHF 624.90 zu bezahlen, zahl bar je im Voraus auf den Ersten des Monats. 8. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung gestützt auf Art. 204 ff. ZGB vorzunehmen, wobei festzuhalten ist, dass jede Partei das behält, was sie bereits hat. 9. Es sei die Vorsorgeeinrichtung des Beklag ten anzuweisen, zwei Drittel des während der Ehe geäufneten Vorsorgeguthabens auf ein von der Klägerin noch zu errichtendes Freizügigkeits- konto zu überweisen. 10. Eventualiter sei die Vorsorgeeinrichtung des Beklagten anzuweisen, die Hälfte des während der Ehe geäufneten Vorsorgeguthabens auf ein von der Klägerin noch zu errichtendes Frei- zügigkeitskonto zu überweisen. 11. Alles unter Kosten - und Entschäd igungsfolge zuzüglich MWST zu Lasten des Beklagten. Sachverhalt 1. A.________ (nachfolgend "Klägerin") un d C.________ (nachfolgend "Beklagter") heirateten am tt.mm.2005 in D.________. Sie haben zwei gemeinsame Kinder, E.________, geboren am tt.mm.2006, und F.________, geboren am tt.mm.2010. 2. Mit Entscheid des Kantonsgericht s Zug, Einzelrichter im summarischen Verfahren vom 20. November 2014 wurde der eheliche Haushalt aufgehoben und festgestellt, dass die Par- teien bereits seit dem 19. März 2014 getrennt leben. Dabei wurden die aus der Ehe hervor- gegangenen Kinder unter die Obhut der Mutter gestellt und dem Vate r ein Besuchs - und Fe- rienrecht eingeräumt. Zusätzlich wurde die Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Zug ersucht, einen Besuchsrechtsbeistand gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB für die Seite 3/30 beiden Kinder zu bes tellen und diesem die Aufgabe zu übertragen, di e Koordinierung und Überwachung des persönlichen Verkehrs zwischen den Kindern und den Eltern zu besorgen. Der Beklagte wurde verpflichtet, an den Unterhalt der Klägerin sowie der beiden Kinder mo- natliche Unterhaltszahlungen von total CHF 2'700.00 (CHF 750 .00 pro Kind zuzüglich Famili- enzulagen sowie CHF 600.00 für die Klägerin) zu leisten. Ausserdem wurde die eheliche Wohnung für die Dauer des Getrenntlebens der Klägerin sowie den beiden Kindern samt Hausrat und Mobiliar zur alleinigen Benützung zugewiesen (vgl. dazu im Einzelnen ES 2014 179, act. 34 und act. 1/2). 3. Am 13. April 2016 reichte die Klägerin beim Kantonsgericht Zug die vorliegende Scheidungs- klage ein (act. 1). 4. Mit Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 19. April 2016 wurde der Klä- gerin für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt (UP 2016 63). 5. Das Beweisverfahren umfasste die Edition von Unterlagen betreffend die finanziellen Verhält- nisse der Parteien (act. 3; act. 12 und act. 13). Sodann wurde ein schriftlicher Bericht der Beiständin betreffend den Umgang der Parteien mit ihren Kindern und die Entwicklung der Kommunikation der Parteien bezüglich der Kinder seit der Einsetzung der Beiständin einge- holt (act. 6). 6. In ihrer Eingabe vom 20. Mai 2016 führte die Klägerin aus, der Beklagte habe am 27. April 2016 in D.________ ebenfalls ein Scheidungsv erfahren anhängig gemacht (act. 12). 7. An der Einigungsverhandlung vom 5. Juli 2016 ist der Beklagte unentschuldigt nicht erschie- nen. Es konnte daher keine Einig ung herbeigeführt werden (act. 16). Der Klägerin wurde da- raufhin Frist zur Einreichung einer schriftlich begründeten Klage angesetzt (act. 17) . 8. Mit Eingabe vom 27. Juli 2016 begründete die Klägerin ihre Scheidungsklage (act. 18). 9. Die Aufforderung zur Ein reichung einer Klageantwort wurde dem Beklagten am 9. Septem- ber 2016 an seiner damaligen Wohnadresse in G.________ polizeilich zugestellt (act. 23). Eine Klageantwort reichte der Beklagte nicht ein. 10. An der Parteibefragung und Hauptverhandlung vom 11. Janu ar 2017 ist der Beklagte unent- schuldigt nicht erschienen . Die Klägerin präzisierte an der Hauptverhandlung das eingangs erwähnte Rechtsbegehren (act. 30 und act. 31). 11. Mit Entscheid vom 16. Januar 2017 wurde die Klägerin aufgefordert, einen Beleg für ein Frei- zügigkeitskonto sowie einen Familienausweis einzureichen. Zudem wurden durch das Ge- richt Belege zum Einkommen des Beklagten bei der H.________AG respektive bei der I.________AG eingeholt (act. 33 und act. 38). 12. Mit schriftlichem Schlussvortrag vom 27. März 2017 hielt die Kläg erin an ihren Anträgen fest (act. 53). Seite 4/30 13. Mit Editionsentscheiden vom 28. April 2017 wurden von der Klägerin weitere Belege zu ihrem Einkommen ediert (act. 57 f.). Erwägungen 1. Sowohl die Klägerin als auch der Beklagte sind serbische Staatsangehörige. Die Klägerin hat ihren Wohnsitz in J.________, im Kanton Zug. Der Beklagte hatte bei Einleitung des vorlie- genden Scheidungsverfahrens seinen W ohnsitz in G.________, im Kanton Schwyz. Es liegt somit ein internationaler Sachverhalt im Sinne von Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht (IPRG) vor. 1.1 Gemäss Art. 59 IPRG sind die schweizerischen Gerichte zuständig für Klage n auf Scheidung am Wohnsitz des Beklagten (lit. a) und am Wohnsitz des Klägers, wenn dieser sich seit ei- nem Jahr in der Schweiz aufhält oder wenn er Schweizer Bürger ist (lit. b). Da die Klägerin schon seit mehr als einem Jahr Wohnsitz im Kanton Zug hat, i st das Kantonsge richt Zug so- mit in örtlicher und gestützt auf § 27 Abs. 1 GOG sowie Art. 198 lit. c und Art. 274 ZPO auch in sachlicher und funktioneller Hinsicht zur Beurteilung der vorliegenden Scheidungsklage zuständig. Diese Zuständigkeit besteht auch hinsichtlich der Kinderbelange (Art. 85 Abs. 1 IPRG i.V.m. Art. 5 ff., insbesondere Art. 10 des Haager Kindesschutzübereinkommens [HKsÜ; SR 0.211.231.011]), der Unterhaltsbeiträge ( Art. 2 und Art. 5 Ziff. 2 LugÜ bzw. Art. 63 Abs. 1 IPRG), des Güterrechts (Art. 63 Abs. 1 IPRG i.V.m. Art. 51 lit. b IPRG) und des Vor- sorgeausgleichs (Art. 63 Abs. 1 bis IPRG). 1.2 Anwendbar ist schweizerisches Recht (Art. 61 IPRG [Statusfrage]; Art. 85 Abs. 1 IPRG i.V.m. Art. 15 Abs. 1 HKsÜ [Minderjährigenschutz]; Art. 83 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 1 des Haager Übereinkommens vom 2. Oktober 1973 über das auf Unterhaltspflichten anzuwendende Recht [HUntÜ, SR 0.211.213.01; Kinderunterhalt]; Art. 49 IPRG i.V.m. Art. 8 HUntÜ [nach- ehelicher Unterhalt]; Art. 54 Abs. 1 lit. a und b IPRG [Güterrecht]; Art. 63 Abs. 2 IPRG und Urteil des Bundesgerichts 5A_176/2014 vom 9. Oktober 2014 E. 3.2 [Vorsorgeausgleich]). 2. Die Klägerin bringt vor, der Beklagte habe am 27. April 2016 beim Gericht in D.________ ebenfalls eine Scheidungsklage eingere icht (vgl. act. 12). 2.1 Ist eine Klage über denselben Gegenstand zwischen denselben Parteien zuerst im Ausland hängig gemacht worden, so setzt das schweizerische Gericht das Verfahren aus, wenn zu erwarten ist, dass das ausländische Gericht in angemessener Frist eine Entscheidung fällt, die in der Schweiz anerkennbar ist (Art. 9 Abs. 1 IPRG). Gemäss Art. 9 Abs. 2 IPRG ist zur Feststellung, wann eine Klage in der Schweiz hängig gemacht worden ist, der Zeitpunkt der ersten für die Klageeinleitung notwendigen Verfahrenshandlung massgebend. 2.2 Die vorliegende Klage wurde bereits am 13. April 2016 am Kantonsgericht Zug anhängig ge- macht (vgl. act. 1) . Die Klage des Beklagten vom 27. April 2016 wurde in Serbien demzufolge nach der Rechtshängigkeit de rselben Klage in der Schweiz eingeleitet, weshalb das Kan- tonsgericht Zug das vorliegende Verfahren nicht auszusetzen hat. Seite 5/30 3. Die Klägerin beantragt die Scheidung der am tt.mm.2005 in D.________ geschlossenen Ehe (act. 1 S. 2; act. 18 S. 2; act. 31 S. 1 und act. 53 S. 1). Der Beklagte machte während des gesamten Verfahrens keine Ausführungen. Gemäss Art. 114 ZGB kann ein Ehegatte die Scheidung verlangen, wenn die Ehegatten bei Eintritt der Rechtshängigkeit der Klage min- destens zwei Jahre get rennt gelebt haben. Die Erfüllung dieser Voraussetzung is t von Amtes wegen zu prüfen. Im Eheschutzentscheid vom 20. November 2014 wurde festgestellt, dass die Parteien bereit seit dem tt.mm.2014 getrennt leben (vgl. act. 1/2 Dispositiv Ziff. 1) . Bei der Klageeinleitung am 13. April 2016 lebten die Parteien mithin mehr als zwei Jahre getrennt, weshalb die Ehe antragsgemäss zu scheiden ist. 4. Nachfolgend ist über die Nebenfolgen der Scheidung, vorab über die elterliche Sorge, die Obhut, den persönlichen Ver kehr sowie über Kindesschutzmassnahmen betreffend die Kin- der E.________ und F.________ zu befinden. 4.1 Die Klägerin b eantragt, die Kinder seien unter ihre alleinige elterliche Sorge zu stellen und ihr die Pflege und Erziehung zuzuweisen (Obhut). Zur Begründung führt sie aus, die gemein- same elterliche Sorge bedinge, dass die Eltern gemeinsam in sämtlichen Fragen der elterli- chen Sorge entscheiden. Vorliegend sei aber das gemeinsame Entscheiden nicht möglich. Der Beklagte verhalte sich in Kinderbelangen unko operativ und sei alles andere als kommu- nikationsbereit. Nicht nur, dass er die Kontaktversuche der Klägerin abblocke, sondern auch diejenigen der Beiständin. Sobald es um nicht alltägliche oder dringliche Angelegenheiten gehe, in welchen sie nicht alleine entscheiden könne, verweigere der Beklagte jegliche Zu- sammenarbeit. Für die Passverlängerung von F.________ habe die Klägerin die Einver- ständniserklärung des Beklagten benötigt, doch der Beklagte habe sich geweigert, ihr diese zu erteilen. Auch die Bestäti gung seines Arbeitgebers betreffend Familienzulagen , habe sie von ihm nicht erhältlich machen können. Das Verhalten des Beklagten irritiere und verunsi- chere die beiden Kinder sehr. Der Beklagte löse mit seinen unangekündigten Besuchen Angstzustände bei den Kindern aus. Er wecke bei ihnen jeweils Hoffnung, er wer de Zeit mit ihnen verbringen. Stattdessen würden nur Fragen an die Kinder betreffend die Klägerin fol- gen, welche nicht dem Kindesalter entsprechen würden. Nach den Antworten der Kinder, würde der Bek lagte wieder verschwinden und die Kinder enttäuscht und verwirrt zu rücklas- sen (act. 18 S. 5 f.). 4.2 Gemäss Art. 133 ZGB regelt das Gericht die elterliche Sorge , die Obhut und den persönli- chen Verkehr nach den Bestimmungen über die Wirkungen des Kindesverhältnisses (Abs. 1). Es beachtet dabei alle für das Kindeswohl wichtigen Umstände (Abs. 2). Als Regelfall wird ein Kind geschiedener Eltern unter ihrer gemeinsamen elterlic hen Sorge belassen. Nur wenn es zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist, überträgt das Gericht die alleinige elterliche Sorge einem Elternteil (Art. 298 Abs. 1 ZGB), wobei dies die Ausnahme bleiben sollte. In die- sen Kinderbelangen erforscht das Gericht den S achverhalt von Amtes wegen und entschei- det ohne Bindung an die Parteianträge, wobei ein gemeinsamer Antrag der Eltern und, so- weit tunlich, die Meinung des Kindes zu berücksichtigen sind (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO und Art. 133 Abs. 2 ZGB). Wie erwähnt, i st die gemeinsame elterliche Sorge bei geschiedenen Eltern nach neuem Recht als Regelfall ausgestaltet. Die Gerichte sind folglich grundsätzlich verpflichtet, eine ge- meinsame Sorge anzuordnen, es sei denn, die Kinder würden darunter leiden. Es ist somit Seite 6/30 nicht mehr zu prüfen, ob die gemeinsame elterliche Sorge dem Kindeswohl entspricht (soge- nannte positive Kindeswohlprüfung), sondern lediglich, ob die Anordnung der gemeinsamen elterlichen Sorge nicht dem Kindeswohl entspricht (sogenannte negative Kindeswohlp rü- fung). Eine Alleinsorge rechtfertigt sich mit anderen Worten nur dann, wenn dadurch einer Kindeswohlgefährdung überhaupt begegnet werden kann. Eine Alleinzuteilung kann gemäss Bundesgericht etwa dann erforderlich sein, wenn zwischen den Eltern ein schwerwiegender Dauerkonflikt oder eine anhaltende Kommunikationsunfähigkeit besteht, sich dieser Mangel negativ auf das Kindeswohl auswirkt und von einer Alleinzuteilung eine Verbesserung erwar- tet werden kann. Erforderlich ist aber in jedem Fall, dass der Konfl ikt oder die gestörte Kom- munikation erheblich und chronisch ist. Kein Anlass für eine Alleinzuteilung besteht bei punk- tuellen Auseinandersetzungen oder Meinungsverschiedenheiten, wie sie in allen Familien vorkommen und insbesondere mit einer Trennung od er Scheidung einhergehen können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_923/2014 vom 27. August 2015 E. 4.6 und E. 4.7; Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, 2. Zivilkammer, vom 17. September 2014, ZK 14/183; Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 5. A. 2014, N 10.135 ff. und N 17.87 ff.). 4.3 Es ist somit zu prüfen, ob das Wohl der Kinder E.________ und F.________ gefährdet ist, wenn die elterliche Sorge bei beiden Parteien belassen wird. 4.3.1 Die Besuchsrecht sbeiständin K.________ führt im edierten Bericht aus, beide Parteien hät- ten nach der Errichtung der Beistandschaft an gemeinsamen Gesprächen teilgenommen. Der Beklagte habe angekündigt, definitiv aus der Schweiz auszureisen. Aus diesem Grund seien die Modalitäten seiner Kontakte zu den Kindern bis zur Abreis e festgelegt worden, aber auch wie oft und in welcher Form die Kontakte aus der Distanz stattfinden sollten. Es konnte mit beiden Parteien eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, welche in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten worden sei , die der Beklagte später nicht unterzeichnet habe . Er habe sich zudem entschieden, doch in der Schweiz zu bleiben. In der Folge habe er weitere gemeinsame Gespräche mit der Klägerin verweigert. D as letzte Gespräch der Beiständin mit dem Beklagten habe am 6. Mai 2015 stattgefunden. Er habe dabei bekannt gegeben, er sehe sich psychisch nicht in der Lage, seine Kinder zu sehen und auch nicht während einer kürze- ren Zeit dafür regelmässig mit seinen Kindern Zeit zu verbringen. Die Klägerin sei stets für Gespräche ber eit gewesen und habe offen über ihre Situation und Schw ierigkeiten berichtet. Ihr sei bewusst, dass trotz der Trennung ein Kontakt zwischen Kindern und Vater wichtig für die Entwicklung der Kinder sei. Sie sei deshalb stets für Kompromisslösungen bereit ge we- sen. Diese Bereitschaft sei umso höher zu werten, als dass der Beklagte die Klägerin oft zum Beispiel per SMS beschimpft habe. Was das Wohl der beiden Kinder anbelangt, führt die Beiständin aus, anfänglich sei der Beklagte unangemeldet vor der Tür der Ki ndsmutter auf- getaucht und habe nur E.________ mitnehmen wollen. Für F.________ sei dies sehr schwie- rig und traurig gewesen. Der Beklagte habe sich auf den Standpunkt gestellt, indem er F.________ mit Kontaktentzug strafe, werde sie begreifen, dass er der V ater sei und nicht der neue Partner der Klägerin. Er sei von dieser Einstellung nicht abzubringen gewesen. E.________ würde sich einen regelmässigen Kontakt zum Vater wünschen. Das Verhalten seines Vaters habe bei ihm eine grosse Unsicherheit ausgelöst, we lche auch Auswirkungen auf sein Verhalten in der Schule gehabt habe. Die Verhaltensauffälligkeiten hätten sich zu- nehmend gesteigert, so dass die Kinderschutzgruppe des Sozialdienstes J.________ eine Gefährdungsmeldung zuhand en der KESB verfasst habe. Seit dem der Vater nicht mehr Seite 7/30 unverhofft vor der Tür stehe, habe sich laut Aussage d er Mutter die Situation für die Kinder beruhigt und auch das Verhalten von E.________ in der Schule habe sich positiv verändert. Die Verweigerungshaltung des Beklagten verunmögli che es, auch mit Unterstützung durch die Beiständin, minimale konstruktive Lösungen zu erarbeiten. Um beiden Kindern einen re- gelmässigen Kontakt zum Vater zu ermöglichen, könnte allen falls die Verordnung zu zweimal monatlich begleiteten Besuchstagen eine M öglichkeit sein (act. 6). 4.3.2 Sowohl die Ausführungen der Klägerin als auch jene der Beiständin zeigen, dass zwischen den Eltern seit Anfang 2015 eine anhaltende Kommunikationsunfähigkeit besteht. Der Be- klagte ist nicht gewillt, mit der Klägerin über di e Kinderbelange zu diskutieren. Schon bei kleinsten Angelegenheiten, wie beispielsweise bei der Zustimmung zur Erneuerung des Pas- ses von F.________ oder der Bestätigung zum Erhalt der Familienzulagen, stellt sich der Be- klagte quer. Mit seiner Verweigerungshaltung erschwert der Beklagte der Klägerin und den beiden Kindern das Leben. Auch die Termine mit der Beiständin nahm der Beklagte seit Mai 2015 nicht mehr war. Zudem zeigen sowohl die Ausführungen der Klägerin als auch jene der Beiständin, dass die Kinder unter der Situation leiden. Vor allem bei E.________ hat das Ver- halten des Beklagten grosse Unsicherheit ausgelöst, wel che auch Auswirkungen auf sein Verhalten in der Schule zeigten. 4.3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zwischen den Eltern eine erhebliche und gestörte Kommunikation herrscht, welche das Kindeswohl der beiden gemeinsamen Kinder gefährdet. Die Anordnung der gemeinsamen elterlichen Sorge würde daher nicht dem Kindeswohl ent- sprechen. Die Kinder sind deshalb unter die elterliche Sorge der Mutter zu stellen und ihr die Pflege und Erziehung zuzuweisen. 4.4 Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die Obhut nicht zusteht, und das minder- jährige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr. Die Klägerin führt zwar aus, die Ausübung des Besuchsrechts habe seit der Trennung nicht funktioniert. Es sei ihr aber dennoch wichtig, dass die Kinder Kontakt zu ihrem Vater pflegen würde n. Deshalb sei ihm ein gerich tsübliches Besuchsrecht von jedem zwe iten Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag , 18.00 Uhr, sowie ein Ferienbesuchsrecht von drei Wochen im Jahr einzuräumen (act. 18 S. 6). Auch die Beiständin betont in ihrem Bericht, dass es für die Kinder wichti g sei, den Kontakt zu beiden Elternteilen weiterhin pflegen zu können. Re- gelmässige und zuverlässige Kontakte zu beiden Elternteilen seien dabei unab dingbar, um den Kindern Halt und Sicherheit zu vermitteln. Dem Beklagten ist daher antragsgemäss ein Besuchsrecht von jedem zwe iten Wochenende von Freitag , 18.00 Uhr, bis Sonnta g, 18.00 Uhr, sowie ein Ferienbesuchsrecht von drei Wochen im Jahr einzu räumen, wobei die Ausübung des Ferienbesuchsrechts praxisgemäss jeweils spätestens drei Monate im Voraus abzusprechen ist. 4.5 Haben die Ehegatten unmündige Kinder, so trifft der Richter nach den Bestimmungen über die Wirkung des Kindesverhä ltnisses die nötigen Massnahmen . Erfordern es die Verhält- nisse, so kann dem Kind ein Beistand ernannt werden, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt (Art. 308 Abs. 1 ZGB). Eine Beistandschaft zur Überwa- chung des persönlichen Verkehrs ist immer dann – auch ohne ausdrücklichen Antrag – anzu- ordnen, wenn eine erhebliche Gefahr besteht, dass sich bei der Ausübung dieses Rechts durch den nicht obhutsberechtigten Elternteil Schwierigkeiten ergeben. Anlass zu r Seite 8/30 Anordnung dieser Massnahme besteht vor all em dann, wenn sich derartige Schwierigk eiten bereits im Laufe des Trennungsverfahrens der Eltern gezeigt habe n (vgl. BGE 108 II 373). 4.5.1 Es ist unbestritten, dass es be i der Ausübung des Besuchsrecht s schon vor dem Ehe- schutzentscheid vom 20. November 2014 zwischen den Parteien zu Problemen gekommen ist. Beide Parteien haben daher im Eheschutzverfahren die Errichtung einer Besuchsrechts- beistandschaft beantragt (act . 1/2 E. 5). Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Zug wurde folglich beauftragt, das Besuchsrecht zwischen den Kindern und dem Vater zu überwache n, zu begleiten und zu koordinieren (act. 1/2 Dispositiv Ziff. 2.3) . 4.5.2 Die Beiständin von E.________ und F.________ führte in ihrem Bericht vom 22. April 2016 aus, um beiden Kindern einen regelmässigen Kontakt zum Vater zu ermöglich en, könne al- lenfalls die Verordnung zu zweimal monatlich begleiteten Besuchstagen e ine Möglichkeit sein (act. 6 S. 2). Die Klägerin hegt die Befürchtung, dass der Beklagte bei solchen begleite- ten Treffen nicht am Treffpunkt erscheinen, sie mit den Kindern allein lassen würde und die Kinder dann noch enttäuschter wären. Die begleiteten Besuchstage würden dann, wie die sonstigen Versuche, den Kontakt aufzubauen, zu einem Leerlauf führen. Von der Anordnung begleiteter Besuchstage sei da her abzusehen (act. 31 S. 5). 4.5.3 Aufgrund der Ausführungen der Beiständin so wie des Verhaltens des Beklagten in der Ver- gangenheit ist zu befürchten, dass es auch in Zukunft zu Schwierigkeiten bei der Ausübung des Besuchsrechts kommen wird. Die mit Entscheid vom 20. November 2014 angeordnete Besuchsrechtsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB ist daher im gleichen Rah- men beizubehalten. Von der Anordnung begleiteter Besuchstage ist hingegen abzusehen. Es wird Sache der Beiständin sein, bei der Überwachung des Besuchsrechts allenfalls die begleiteten Besuchstage mit den Eltern zu besprechen und zu installieren . 4.6 Weiter ist über die Erziehungsgutschriften fü r die Berechnung künftiger AHV - und IV-Renten gemäss Art. 52fbis AHVV zu befinden. Indem die Klägerin die gemeinsamen Kinder E.________ und F.________ alleine betreut, ist ihr antragsgemäss die ganze Erziehungsgut- schrift anzurechnen. 5. In einem nächsten Schritt ist über die finanziellen Nebenfolgen der Scheidung zu entschei- den. Zuerst ist über den Kindesunterhalt, aufgeteilt in Betreuungsunterhalt ( E. 7) und Barun- terhalt (E. 8), danach über den nachehelichen Unterhalt der Klägerin (E. 9) zu befinden. 6.1 Am 1. Januar 2017 ist das neue Kindesunterhaltsrecht in Kraft getreten, dessen Bestimmun- gen auf hängige Verfahren sofort anzuwenden sind (Art. 407b Abs. 1 ZPO und Art. 13c bis Abs. 1 SchlT ZGB). 6.2 Die Klägerin beantragt einen Kinderunterhaltsbeitrag von monatlich CHF 1'300.00 für jedes Kind zuzüglich allfälliger Familienzulagen . Bei der Festsetzung der Kinderunterhaltsbei träge sei auf die Empfehlungen für die Bemessung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder der Bil- dungsdirektion des Kantons Zürich abzustellen. Gemäss dieser Tabelle betrage der Unter- haltsbeitrag für ein Kind im Alter von F.________ CHF 1'707.00. Ohne die Kosten für Pflege und Erziehung, welche von d er Klägerin übernommen werde n würden, betrage der Unter- haltsbedarf CHF 1'125.00. Für ein Kind im Alter von E.________ betrage der Seite 9/30 Unterhaltsbedarf CHF 1'668.00. Da die Pflege und Erzi ehung auch hier von der Kl ägerin übernommen werden würde n, seien die en tsprechenden Kosten abzuziehen. Dies ergebe einen Unterhaltsbedarf von CHF 1'278.00. Aufgrund der finanziellen Verhältnisse erscheine es angebracht, den K inderunterhalt pauschal auf CHF 1'300.00 pro Kind zu erhöhen und nicht dem Alter entsprechend abzustufen . Es sei zu berücksichtigen, dass der Vater sich nicht um die Kinder kümmere und deshalb die Kinder immer von der Klägerin zu betr euen seien (act. 31 S. 10 und act. 30 S. 7). Zudem sei der Beklagte zu verpflichten , der Klägerin an den Unterhalt von E.________ ab 1. Januar 2017 bis zum 16. Altersjahr ei nen Betreuungsunterhalt von CHF 497.50 sowie an den Unterhalt von F.________ ab dem 1. Januar 2017 bis zum 16. Altersjahr einen Betreu- ungsunterhalt von CHF 595.00 zu bezahlen. Bei der Kinderbetreuung sei festzuhalten, dass die Klägerin die L.________ habe kündigen müssen. Sie arbeit e vielfach in der Nacht, wo sich kaum jemand für die Kinderbetreuung finden lasse. Zudem müsse sie flexibel sein in Be- zug auf ihren Arbeitgeber. Dies sei mit der Betreuung durch die L.________ nicht vereinbar. Zudem seien die Auslagen für die Kinderbetreuung sehr hoch gewesen. Sie habe kaum die Rechnungen für die Betreuung der Kinder bezahlen können, auch wenn sie viel gearbeitet habe. Deswegen würden nun ihre Eltern abwechslungsweise die Kinder betreuen. Ab und zu springe auch ihr Freund aus der M.________ ein. Die Eltern würden jeweils einzeln für Mo- nate in die Schweiz einreisen. Da die Eltern mittellos seien, müsse die Klägerin ihnen die Car-Karte bezahlen. Diese würde pro Rei se ca. CHF 180.00 kosten. Zudem schliesse sie je- weils pro Reise des Elternteils eine Reisekrankenversicherun g ab. Diese würde pro Reise CHF 90.00 kosten. Diese müsse sie abschliessen, damit die Eltern hier zum Arzt könnten, wenn sie einen Unfall hätte n oder krank werden würden. Natürlich trage sie auch die Kosten für die Verpflegung der Eltern. Zudem bringe die Klägerin in den Sommerferien jeweils die Kinder zu den Grosseltern nach Serbien. Sie müsse dann mehrfach hin - und herreisen. Die Kinder würden sich dann bei den Grosseltern austoben können, während die Klägerin hier , soweit möglich , Vollzeit arbeite (act. 31 S. 7 f.). 6.3.1 Gemäss Art. 276 ZGB wird der Unterhalt durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung geleistet (Abs. 1). Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für den ge- bührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten von Betreu ung, Erzie- hung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen (Abs. 2). Die Eltern sind von der Unter- haltspflicht in dem Mass befreit, als dem Kinde zugemutet werden kann, den Unterhalt aus seinem Arbeitserwerb oder andern Mitteln zu bestreiten (Abs. 3). Die Unter haltspflicht der Eltern dauert bis zur Mündigkeit des Kindes (Art. 277 Abs. 1 ZGB). Hat das Kind nach Eintritt der Mündigkeit noch keine angemessene Ausbildung, so haben die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zugemutet werden darf, für se inen Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann (Art. 277 Abs. 2 ZGB). Gemäss Art. 285 ZGB soll der Unterhaltsbeitrag den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen; dabei sind das Ver- mögen und die Einkünfte des Kindes zu berücksichtigen (Abs. 1). Der Unterhaltsbeitrag dient auch der Gewährleistung der Betreuung des Kindes durch die Eltern oder Dritte (Abs. 2). Mit der am 1. Januar 2017 in Kraft get retenen Revision des Kindesunterhaltsrechts ist mithin ne- ben dem bereits bekannten Barunterhalt eines Kindes der sogenannte Betreuungsunterhalt getreten. Dieser bezweckt, die Kosten der bestmöglichen Betreuung des Kindes, welche sich nach dem Kindeswohl be urteilt, zum Bestandteil des Kindesunterhalts zu machen, und zwar Seite 10/30 unabhängig davon, ob die Eltern verheiratet (gewesen) sind oder nicht. Der Gesetzgeber trägt damit dem Umstand Rechnung, dass derjenige Elternteil, der die Kinder ganz oder überwiegend betre ut, während der Betreuungszeit an einer eigenen Erwerbstätigkeit gehin- dert wird und daher unter Umständen für seinen Lebensunterhalt nicht selber aufkommen kann. Nach bisherigem Recht musste bei unverheirateten Eltern oftmals der Vater den gesamten Barunt erhalt des Kindes (d.h. Kosten für Kleidung, Nahrung, Wohnung, Krankenkasse usw.) finanzieren, im Gegenzug übernahm die Mutter den sogenannten Natu- ralunterhalt (Betreuung und Pflege) des Kindes. Bei Kleinkindern mit hohem Betreuungsbe- darf konnte bei dieser Unterhaltsaufteilung zwar der Vater vom (nach Abzug des Barunter- halts verbleibenden) Einkommen seinen persönlichen Bedarf decken, die betreuende und daher nicht oder nur eingeschränkt erwerbstätige Mutter hingegen war oftmals auf die Sozial- hilfe verwiesen . Bei verheiratet gewesenen Eltern konnte der betreuende Elternteil den per- sönlichen Unterhaltsbedarf als Ehegatten - bzw. Scheidungsunterhalt geltend machen. Die daraus resultierende Ungleichbehandlung der Kinder verheirateter und nicht verheiratet ge- wesener Eltern will das neue Recht beheben. Deshalb sind gemäss Art. 276 und Art. 285 Abs. 2 ZGB die Betreuungskosten neu in die Bemessung des Kindesunterhalts einzubezie- hen, und zwar unabhängig davon, ob es sich um Kosten durch Eigen - oder Drittbetreuung handelt. Obschon bei persönlicher Betreuung der Betreuungsunterhalt für den Lebensunter- halt des betreuenden Elternteils verwendet wird und damit wirtschaftlich betrachtet diesem zugutekommt, handelt es sich um einen Anspruch des Kindes, nicht um einen "Lohn" de s be- treuenden Eltern teils (Botschaft zu einer Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Kindesunterhalt] vom 29. November 2013 [nachfolgend "Botschaft"], S. 551 ff. ; Jungo/Aebi- Müller/Schweighauser , Der Betreuungsunterhalt, Das Konzept - die Betreuungskosten - die Unterhaltsbere chnung, in FamPra.ch 1/2017 ., S. 171 ff. ; Allemann, Betreuungsunterhalt – Grundlagen und Bemessung, in Jusl etter vom 11. Juli 2016, S. 5 f; Urteil des Kantonsge- richts Luzern vom 27. März 2017, 3B 16 57 / 3U 16 107, E. 2 .1.1). 6.3.2 Im Gesetz nicht näher geklärt werden die Bemessung des Umfangs und die Dauer des Be- treuungsunterhalts sowie die Berücksichtigung des Einkommens des betreuenden Elternteils. Der Botschaft sind lediglich vage Hinweise zu entnehmen; auch eine be stimmte Berech- nungsmethode für den Kindesunterhalt will die Botschaft nicht vorschreiben. Gleichwohl gibt sie einige negative und positive Anhaltspunkte. Als nicht geeignet ausgeschlossen werden der Opportunitätskostenansatz (= Ersatz der konkreten Erwerbs einbusse) sowie der Markt - oder Ersatzkostenansatz (= Marktwert der Eigenbetreuung). Die Botschaft bezeichnet dem- gegenüber – positiv – einen Ansatz als empfehlenswert, bei dem die Betreuung des Kindes dadurch gewährleistet ist, dass die Präsenz des betreue nden Elternteils soweit möglich wirt- schaftlich sichergestellt wird (Botschaft S. 554 und 576). "Der Betreuungsunterhalt umfasst damit grundsätzlich die Lebenshaltungskosten der betreuenden Person, soweit diese auf- grund der Betreuung nicht selber dafür aufk ommen kann" (Botschaft S. 554). Was unter dem Begriff "Lebenshaltungskosten" zu verstehen ist, lässt sich der Botschaft nicht entnehmen. Nach der hier vertretenen Ansicht ist die Lebenshaltung des betreuenden Elternteils nicht an der (womöglich gehobenen) Lebenshaltung des anderen Elternteils zu messen, sondern ori- entiert sich am erweiterten familienrechtlichen Existenzminimum. Ein höherer Lebensstan- dard kann sich in bzw. nach der Ehe gestützt auf Art. 163 ZGB (im Eheschutz) oder gestützt auf Art. 125 ZGB ( nachehelich) ergeben (so auch Urteil des Kantonsgericht s Luzern vom 27. März 2017, 3B 16 57 / 3U 16 107, E. 2.1.1) . Diesfalls sind aber die eigentlichen Betreu- ungskosten vom Lebensstandard, wie er durch die ehe - und scheidungsrechtlichen Normen Seite 11/30 garantiert wird, zu unterscheiden. Bei nicht verheiratet gewesenen Paaren hat der haupt- sächlich betreuende Elternteil, anders als das Kind, keinen Anspruch auf Teilhabe am höhe- ren Lebensstandard des nichtbetreuenden Elternteils. Wenn das Kind einen 100 %-igen Be- treuungsbedarf hat und die Betreuung durch einen Elternteil sichergestellt wird, so muss der Betreuungsunterhalt die Lebenshaltungskosten des betreuenden Elternteils vollständig decken. Darunter fall en konkret der monatliche Grund betrag, die Wohnkosten des bet reuen- den Elternteils (wobei der Wohnkostenanteil des Kindes bei diesem als Barunterhalt anzu- rechnen ist), die Krankenkassenprämien der Grundversicherung – bei entsprechenden finan- ziellen Verhältnissen auch Prämien nach VVG – (unter Berücksichtigung einer a llfälligen Prä- mienverbilligung) sowie die Auslagen für Kommunikation, Mobilität und Steuern (vgl. auch Aebi-Müller, Betreuungsunterhalt, Was bedeutet das neue Unterhaltsrecht für die Praxis?, Seminar des Luzerner Anwaltsverbandes vom 12. Januar 2017; Jungo, Betreuungsunterhalt: Konzept – Kosten – Berechnung, St. Galler Eherechtstagung vom 1. Dezember 2016, Kon- gresshaus Zürich ; Leitfaden des Obergerichts des Kantons Zürich zum neuen Unterhalts- recht vom Mai 2017, S. 6 ff.). 6.4 Da sich der Betreuungsunterhalt anhand der Lebenshaltungskosten berechnet, ist als erstes das erweiterte familienrechtliche Existenzminimum der Parteien zu bestimmen : Klägerin Beklagter E.________ F.________ Existenzminimum Grundbetrag Fr. 1'350.00 Fr. 1'200.00 Fr. 600.00 Fr. 400.00 ./. Reduktion (Drittb etreuung, Wohngemeinschaft) Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 Mietzinsen Fr. 1'765.00 Fr. 1'200.00 Fr. 300.00 Fr. 300.00 Nebenkosten Fr. 39.00 Fr. 200.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 Anteil der Kinder an den Wohnkosten von Kläge- rin -Fr. 600.00 Fr. 0.00 Fr. 300.00 Fr. 300.00 Krankenversicherungsprämien (KVG & VVG) Fr. 248.35 Fr. 138.00 Fr. 126.15 Fr. 124.35 Ungedeckte Behandlungskosten Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 50.00 ./. Prämienverbilligung -Fr. 207.55 Fr. 0.00 -Fr. 83.85 -Fr. 83.85 Auswärtige Verpflegung Fr. 200.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 Mobilitätskosten Fr. 150.00 Fr. 63.00 Fr. 20.00 Fr. 20.00 Drittbetreuung der Kinder Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 300.00 Fr. 300.00 Kommunikation Steuern Fr. 100.00 Fr. 100.00 Fr. 100.00 Fr. 100.00 Fr. 20.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 Total Fr. 3'144.80 Fr. 3'001.00 Fr. 1'282.30 Fr. 1'110.50 Die einzelnen Positionen begründen sich wie folgt: • Grundbeträge der Parteie n: Nach den Richtlinien des Obergerichts für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. Dezember 2009 (nachfolgend "Richtli- nien") beträgt der Grundbetrag für eine alleinstehende Person ohne Betreuungspflichten für unmündige Kinder CHF 1'200.00 und für eine all einerziehende Person CHF 1'350.00. In die- sem Grundbetrag sind die Kosten für Nahrung, Kleidung und Wäsche (einschliesslich deren Instandhaltung), Körper - und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Privat- versicherungen, Kulturelles (Telefon, Radio/TV usw.) sowie Auslagen für Beleuchtung, Koch- strom und/oder Gas etc. enthalten. Ebenfalls im Grundbetrag enthalten sind die Kosten für Seite 12/30 die Hausrats - und Haftpflichtversicherung ( Urteil des Bundesgerichts 5C.53/2005 vom 31. Mai 2005 E. 5.2). Die Klägerin führt aus, der Beklagte wohne mit seiner Freundin zusammen, die aus Serbien hierhergekommen sei un d hier arbeite (act. 31 S. 9 ). Eine kostensenkende Wohn - und Le- bensgemeinschaft ist beim Grundbetrag zu berücksichti gen. Lebt eine Partei mit einem neuen Partner zusammen, so ist davon auszugehen, dass die Kosten partnerschaftlich getra- gen werden. Insoweit erscheint es angebracht, für ein Konkubinatspaar, das eine dauernde Hausgemeinschaft bildet, den gleichen Grundbetrag wie für ein Ehepaar zu nehmen und für den im Konkubinat lebenden Schuldner grundsätzlich d en halben Ehegatten -Grundbetrag, d.h. CHF 850.00, einzusetzen (BGE 130 III 765 E. 2.4). Voraussetzung einer Gleichstellung mit der Ehe ist aber auf jeden Fall, dass die Hausgemeinschaft partnerschaft licher Natur ist. Nur bei einer solchen ist nämlich anzunehmen, dass beide Personen nicht nur an die Wohn- kosten, sondern etwa auch an die Aufwendungen für Nahrung oder Kulturelles beitragen (BGE 132 III 483 E. 4.2 und 4.3). Die tatsächlichen Voraussetzu ngen, die rechtlich auf eine solche Lebensgemeinschaft zu schliessen gestatten, hat die Klägerin im ordentlichen Verfahren voll zu beweisen. Die Kläge- rin hat Tatsachen darzutun, aus denen sich das Vorhandensein einer solchen umfassenden Lebensgemeinschaft ergibt. Ein Beweis gilt grundsätzlich als erbracht, wenn der Richter von der Richtigkeit der Sachbehauptung überzeugt ist (Art. 8 ZGB; vgl. BGE 138 III 97 E. 3.4.2; BGE 118 II 235 E. 3c). Hinsichtlich der Erforschung des für die Festlegung der Unterhaltsbei- träge massgebenden Sachverhalts gilt zum Schutz des Kindes der (uneingeschränkte) Un- tersuchungsgrundsatz (Wullschleger, in: FamKomm, Allgemeine Bemerkungen zu Art. 276 - 293 N 20). Gemäss Art. 296 Abs. 1 ZPO erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen. Bei Säumnis einer Partei wird das Gericht von Sachverhaltsabklärungen nicht ent- bunden und kann sämtl iche Beweismittel berücksichtigen (sog. Freibeweis; vgl. Art. 168 Abs. 2 ZPO; Willisegger, Basler Kommentar, 2. A. 2013, Art. 234 ZPO N 39; Schweighauser, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [ Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil pro- zessordnung, 3 . A. 2016, Art. 296 ZPO N 8 m.w.H ). Bei den Ausführungen der Klägerin, sie wisse, dass der Beklagte mit seiner Freundin zusam- men wohne, handelt es sich lediglich um unsubstantiierte Behauptungen. Auch im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes haben die Part eien Mitwirkungs pflichten. Die Klägerin hat weder Beweise eingereicht , die diese Behauptung stütz en, noch hat sie diesbezüglich Be- weisanträge gestellt. Die Klägerin ist ihren Mitwirkungs pflichten nicht nachgekommen. Dem Beklagten ist daher der Grundbetrag für eine alleinstehende Person ohne Betreuungspflich- ten für unmündige Kinder in der Höhe von CHF 1'200.00 pro Monat anzurechnen. Der Grundbetrag für ein Kind unter zehn Jahren beträgt CHF 400.00, für ein solches von über zehn Jahren CHF 600.00. • Wohnkosten: Die Klägerin macht Wohnkosten von CHF 1'765.00 geltend. Gemäss Mietver- trag für die 4 ½-Zimmer-Wohnung N.________ beträgt die monatliche Miete CHF1'865.00 in- klusive akonto Nebenkosten (act. 1/11) . Darin enthalten sind auch die Kosten für eine Ga- rage in der Höhe von CHF 140.00 pro Monat. An der Parteibefragung hat die Klägerin jedoch diesbezüglich ausgeführt, sie habe die Garage im letzten Jahr – also im 2016 – gekündigt Seite 13/30 (act. 30 Ziff. 31 f.) . Folglich ist bei der Klägerin von einem Mietzins von CHF 1'725 .00 inklu- sive akonto Nebenkosten (CHF 1'865.00 - CHF 140.00) auszugehen. Davon in Abzug zu bringen ist der Anteil der Mietkosten der Kinder inklusive Nebenkosten , der vorliegend er- messensweise mit CHF 300.00 pro Kind veranschlagt wird (vgl. dazu Jungo/ Aebi-Mül- ler/Schweighauser, a.a.O., S. 175). Die Klägerin führt aus, der Beklagte wohne mit seiner Freundin zusammen bei seiner Mutter. Daher würden sich seine Mietkosten reduzieren. Es seien ihm Mietkosten von höchsten s CHF 750.00 und Nebenkosten von höchst ens CHF 125.00 pro Monat anzurechnen (act. 31 S. 9). Wie bereits oben ausgeführt, handelt es sich dabei lediglich um unsubstantiierte Behaup- tungen der Klägerin. Im Eheschutzentscheid vom 20. November 2014 wurde dem Beklagten eine Wohnungsmiete von CH F 1'200.00 zuzüglich Nebenkosten von CHF 200.00 pro Monat angerechnet (act. 1/2 E. 6.3). Es ist vorliegen d ebenfalls von diesen Kosten auszugehen. • Nebenkosten : Gemäss Heiz- und Nebenkostenabrechnung musste die Klägerin für das Jahr 2014 CHF 467.15 (CHF 75.95 + CHF 391.20) nachzahlen (act. 1/12). Dies entspricht einem monatlichen Betrag von rund CHF 39.00, welcher der Klägerin ebenfalls anzurechnen ist. • Krankenkassenprämien : Die Krankenkassenprämien der obligatorischen Krankenversiche- rung der Klägerin betragen C HF 207.55, diejenigen von E.________ und F.________ je CHF 83.85 (act. 31/28). Vorliegend rechtfertigt es sich im Existenzminimum ebenfalls die mo- natlichen Prämien für Zusatzversicherungen nach VVG in der Höhe von CHF 40.80 für die Klägerin, respektive CHF 42.30 für E.________ und CHF 40.50 für F.________ hinzuzurech- nen. Gemäss Richtlinien ist der Prämienaufwand für die Krankenversicherung unter Ein- schluss einer allfälligen Prämienverbilligung zum Grundbetrag hinzuzuzählen (vgl. Beschluss und Urteil des Obe rgerichts Zürich vom 22. April 2015, LC140029 E. 3.2.3). Die Klägerin hat keinen Beleg über die erhaltene Prämienverbilligung eingereicht. Sie deklarierte für das Jahr 2015 ein Nettoeinkommen bei O.________ in der Höhe von CHF 12'348.80 (act. 1/5), eine Arbeitslosenentschädigung in der Höhe von CHF 7'380.00 (act. 1/7), sowie bevorschusste eheliche Unterhaltsbeiträge von monatlich CHF 250.00 und Kinderunterhaltsbeiträge von ins- gesamt CHF 1'500.00 pro Monat (act. 1/17). Dies entspricht einem Jahreseink ommen von rund netto CHF 40'700.00. Davon sind ermessensweise CHF 4'000.00 Abzüge vorzuneh- men, was ein Reineinkommen von rund CHF 36'700.00 ergibt. Die Klägerin hatte 2015 keine nennenswerten Vermögenswerte (act. 1/15). Das Reinvermögen wird daher ermessensweise auf CHF 2'000.00 festgesetzt. Mit diesen Werten kommt sie gemeinsam mit den beiden Kin- dern in den Genuss einer Prämienverbilligung für das Jahr 2017 von CHF 4' 312.00 (vgl. On- line-Rechner auf www.akzug.ch ). Verbilligt werden nur die Prämien für die obligatorische Krankenpflegeversicherung. Die Krankenkassenprämien der Grundversicherung der Klägerin von CHF 207.55 sowie der beiden Kinder von je CHF 83.85 werden mithin vollständig von der Prämienverbilligung gedeckt. Ein allfälliger Überschuss wird nicht an die Prämien der Zu- satzversicherung angerechnet (vgl. dazu Merkblatt der Ausgleichskasse Zug "Prämienverbil- ligung im Kanton Zug 2017 ", S. 4). Aufgrund nicht vorhandener Angaben zu den Krankenkassenprämien des Beklagten und da auch die Klägerin diesbezüg lich keine Ausführungen machte, ist auf die Krankenkassenprä- mien gemäss Eheschutzentscheid abzustellen. Dem Beklagten sind daher Krankenkassen- prämien abzüglich einer allfälligen Prämienverbilligung in der Höhe vo n CHF 120.00 Seite 14/30 zuzüglich 15 % Zuschlag für jährlich steigende Krankenkassenprämien , d.h. in der Höhe von CHF 138.00 pro Monat anzurechnen ( act. 1/2 E. 6.3). • Ungedeckte Arztkosten : Die Klägerin macht monatliche ungedeckte Arztkosten für F.________ in der Höhe von CHF 100.00 geltend, da F.________ an einer Sehschwäche leide und alle drei Monate auf eine neue Brille angewiesen sei. Zudem leide F.________ an Zahnproblemen. Als Beleg reichte die Klägerin eine Rechnung von P.________ vom 16. September 2016 über CH F 173.40 (Gläser CHF 167.00 + Etui CHF 6.40) sowie eine Rechnung von Dr. med. dent. Q.________ über CHF 138.65 ein (act. 31/29 und act. 31/30). Selbst wenn F.________ alle drei Monate eine neue Brille braucht – was vorliegend nicht be- legt ist –, muss nicht bei jedem Wechsel der Brille auch das Gestell gewechselt werden . In der Regel sollte der Austausch der Gläser genügen. Gemäss eingereichtem Beleg kosten zwei neue Brillengläser momentan rund CHF 90.00. Dies ergibt bei vier Wechseln pro Jahr Kosten von CHF 360.00. Hinzu kommen ungedeckte Zahnarztkosten von rund CHF 150.00 pro Jahr. F.________ sind daher ungedeckte Arztkosten in der Höhe von rund CHF 50.00 pro Monat anzurechnen. • Auswärtige Verpflegung : Im Weiteren macht die Klägerin Kosten für auswärtige Ve rpflegung in der Höhe von CHF 200.00 pro Monat geltend (vgl. act. 31 S. 8). Da die Klägerin seit April 2017 in einem 100 % -Pensum erwerbstätig ist (vgl. E. 7.6 unten ), werden ihr antragsgemäss Kosten für auswärtige Verpflegung von CHF 200.00 pro Monat ange rechnet. Dem Beklagten werden gemäss Lohnabrechnung Verpflegungsspesen in der Höhe von CHF 12.00 pro Tag vergütet (act. 41). Ihm sind deshalb keine Kosten für auswärtige Verpfle- gung anzurechnen. • Mobilität: Die Klägerin macht Mobilitätskosten in der Höhe von CHF 400.00 pro Monat gel- tend, da sie aufgrund ihrer Arbeitszeiten auf ein Taxi angewiesen sei . Sie müsse in R.________ um 04.45 Uhr beginnen. Der erste Bus fahre aber erst um 05.30 Uhr. Vielleicht werde sie in Zukunft den Führerschein machen (act. 30 Ziff. 42 und act. 31 S. 8). Belege für diese hohen Kosten reichte die Klägerin keine ein. Die Klägerin wohnt in J.________. Ihre Arbeitsstellen bei O.________ und der S.________GmbH befinden sich in R.________. Di- rekt vor diesen beiden Arbeitsorten befinde t sich eine Haltestelle, von der aus gemäss Fahr- plan unter der Woche bis 00.30 Uhr Verbindungen nach J.________ existieren. Auch in die Gegenrichtung fährt morgens um 05.16 Uhr die erste Busverbindung (vgl. Fahrplan von J.________ Bahnhof nach R.________ unter www.sbb.ch). Gemäss eingereichtem Einsatz- plan der S.________GmbH arbeitet die Klägerin im Janua r von 14.00 bis 23.15 Uhr (act. 31/25). Aus dem eingereichten Beleg ist jedoch auch ersichtlich, dass die erste Schicht an der Tankstelle um 05.00 Uhr beginnt. Um diese Zeit hat die Klägerin noch keine Busver- bindung. Bei O.________ hat die Klägerin meistens jeweils mittags gearbeitet (act. 31/26). Seit April 2017 arbeitet die Klägerin bei der T.________AG . Ihr Einsatzort befindet sich im Bahnhof U.________ (act. 58/38) . Der Klägerin sind daher die Kosten für den öffentlichen Verkehr in der Höhe von CHF 71.00 pro Monat für einen Zuger Pass für drei Zonen (vgl. www.zvb.ch/ abos-und-billette/abonnemente/ ) sowie ein Zuschlag für gelegentliche Ta- xifahrten anzurechnen. Dies ergibt monatliche Kosten für Mobilität von rund CHF 150.00 , welche zum Grundbetrag hinzuzurechnen sind. Seite 15/30 Der Beklagte wohnt in J.________. Sein Arbeitgeber, die H.________AG , hat ihren Sitz ebenfalls in J.________. Aus den Lohnabrechnungen geht nicht hervor, ob der Kläger ein Firmenauto besitzt, welches er jeweils mit nach Hause nehmen kann. Dem Beklagten sind daher die Kosten für den öffentlichen Verkehr zu seinem Arbeitgeber in der H öhe von monat- lich CHF 63.00 für einen Zuger Pass für eine Zone anzurechnen (vgl. www.zvb.ch/ abos-und- billette/abonnemente/ ). • Fremdbetreuung der Kinder : Die Klägerin führt aus, sie habe die L.________ kündigen müs- sen, da sie aufgrund ihrer Arbeitszeiten flexibel sein müsse und dies nicht mit der Betreuung der Kinder durch die L.________ vereinbar sei. Zudem seien die Kosten viel zu hoch gewe- sen (act. 31 S. 7 f.). Momentan würden ihre Eltern jewe ils einzeln für die Kinderbetreuung für mehrere Monate in die Schweiz reisen. Die Klägerin bezahle di e Car-Karte in der Höhe von CHF 180.00 und die Reisekrankenversicherung in der Höhe von CHF 90.00 pro Reise. Zu- dem übernehme sie die Kosten für Verpflegung der Eltern hier in der Schweiz. Die Kinderbe- treuungskosten für beide Kinder würden sich auf rund CHF 600.00 pro Monat belaufen. Fremdbetreuungskosten von CHF 300.00 pro Kind pro Monat scheinen aufgrund des Alters der bereits schulpflichtigen Kinder angemessen und sind daher zum Grundbetrag der Kinder hinzuzurechnen. • Kommunikation : Im Sinne einer geringfügigen Erweiterung des Existenzminimums wird in der Praxis ein Zuschlag von CHF 100.00 für Kommunikation der Parteien, respektive CHF 20.00 für E.________ veranschlagt (vgl. Jungo/Aebi -Müller/Schweighauser, a.a.O. , S. 172 m.w.H.). • Steuern: Im strikt nach betreibungsrechtlichen Grundsätzen ermittelten Existenzminimum bleiben Steuern unberücksichtigt (vgl. Ziff. III d er Richtlinien; BGE 140 III 337 E. 4). Im Rah- men einer geringfügigen Erweiterung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums und bei günstigen Verhältnissen sind jedoch auch die Steuern der Parteien anzurechnen ( so auch Jungo/Aebi-Müller/Schweighauser, a.a.O. , S. 173; Heller, Betreuungsunterhalt & Co. – Unter- haltsberechnung ab 1. Januar 2017, in Anwaltsrevue 11/12/2016, S. 468 f; Allemann, a.a.O. , S. 7). Da weder von der Klä gerin noch vom Beklagten aktuelle Steuerrechnungen vorliegen, sind den Parteien ermessensweise je CHF 100.00 Steuern pro Mona t im erweiterten Exis- tenzminimum anzurechnen. Was der Anteil der Steuern der Kinder betrifft, ist die Lehre unei- nig. Bejaht wird ein Steueranteil der Kinder insbesondere von Jungo, Aebi -Müller und Schweighauser ( vgl. Jungo/Aebi-Müller/ Schweighauser, a.a.O ., S. 173 und S. 179). Der Leit- faden des Obergerichts des Kantons Zürichs zum neuen Unterhaltsrecht spricht sich hinge- gen gegen die Anrechnung von Steuern im Barunterhalt der Kinder aus. Die vom Obergericht des Kantons Zürich eingesetzte Arbeitsgruppe vert ritt die Auffassung, dass im Bedarf der Kinder keine Steuern zu berücksichtigen seien, denn in den allermeisten Fällen (ausgenom- men sehr hoher Lebensstandard) sei die Ausscheidung eines Steueranteil s weder rechne- risch möglich noch notwendig. Kinderunterhaltsbeiträge müsse der hauptbetreuende Eltern- teil versteuern. Andererseits würden Kinder im selben Haushalt aufgrund der Abzugsmöglich- keiten zu tieferen Steuern führen. Somit gleiche sich das wieder au s. Im Übrigen sei und bleibe die erwachsene Person das Steuersubjekt ( vgl. Leitfaden des Obergerichts des Kan- tons Zürich zum neuen Unterhalts recht vom Mai 2017, S. 5 f.). Nach vorliegend vertretener Auffassung ist der Meinung des Obergerichts des Kantons Z ürich zu folgen und mithin kein Anteil für Steuern im Barunterhalt der Kinder anzurechnen. Seite 16/30 6.5 Folgende von der Klägerin geltend gemachten Positionen können im familienrechtlichen Existenzminimum nicht berücksichtigt werden. • Hausrat- und Haftpflichtversicherung : Die von der Klägerin geltend gemachten Prämien für die Hausrat- und Haftpflichtversicherung von monatlich CHF 28.40 (act. 31 S. 6) sind nach den Richtlinien im Grundbetrag enthalten, weshalb sie nicht zusätzlich im Bedarf der Parte ien berücksichtigt werden dürfen. • Kosten für Tanken von Kunden, die nicht bezahlt haben : Die von der Klägerin geltend ge- machten Kosten für das Tanken von Kunden, die während ihrer Schicht ohne Bezahlen die Tankstelle verlassen in der Höhe von monatlich CH F 100.00 können im Bedarf der Klägerin nicht berücksichtigt werden. Die Klägerin hat lediglich einen Beleg eingereicht, auf dem er- sichtlich ist, dass ihr einmal im März 2017 aufgrund einer Kassendifferenz CHF 160.00 vom Lohn abgezogen wurden (act. 58/35). Dabei handelt es sich nicht um regelmässig anfallende Kosten. Zudem wird dieser Abzug bereits in ihrem Lohn (vgl. E. 6.6.5 unten) berücksichtigt . 6.6. In einem nächsten Schritt sind die Einkommen der Parteien zu ermitteln: 6.6.1 Die Klägerin arbeitet gemäss eigenen Ausführungen rund ein bis zwei Tage pro Woche bei der S.________GmbH . Wenn jemand krank sei, arbeite sie mehr. Ansonsten sei sie froh, wenn sie im Monat auf netto CHF 2'000.00 bis CHF 2'5000.00 gesam thaft komme. Seit No- vember 2016 habe sie auch noch einen dritten Job bei der T.________AG (Mutterschaftsver- tretung). Darum habe sie i m letzten Jahresquartal 2016 etwas mehr arbeiten und entschä- digte Kurse besuchen können und sei so auf netto CHF 3'357.30 pro Monat gekommen (act. 31 S. 6 und act. 3 0 Ziff. 17). Seit April 2017 habe sie einen neuen Arbeitsvertrag bei der T.________AG . Die Stelle bei O.________ in R.________, bei der sie zuvor ebenfalls im Stundenlohn angestellt gewesen sei, habe sie ab Juni 2017 nicht mehr (act. 58). Im Jahr 2014 gi ng die Klägerin nachweislich keiner Arbeitstätigkeit nach und erzielte daher kein Einkommen (vgl. act. 1/17). Gemäss Lohnausweis hat die Klägerin bei O.________ vom 10. Juni 2015 bis zum 31. De- zember 2015 netto CHF 12'348.80 verdient (act. 13/5). Zusätzl ich hat die Klägerin im 2015 Leistungen der Arbeitslosenversicherung in der Höhe von netto CHF 7'380.00 bezogen (act. 1/7). Bei der S.________GmbH hat die Klägerin im Dezember 2015 CHF 1'175.85 ver- dient (act. 1/15). Dies ergibt ein d urchschnittliches Monatseinkommen im Jahr 2015 von netto CHF 1'742.05 (exklusiv Familienzulagen) . Im Jahr 2016 hat die Klägerin bei O.________ netto CHF 22'202.50 und bei der S.________GmbH netto CHF 33'627.00 verdient (act. 58/36 und act. 58/35). Seit November 2016 arbeitet die Klägerin zusätzlich bei der T.________AG im Stundenlohn. Sie verdiente im 2016 bei der T.________AG netto CHF 8'588.00 (act. 58/37) . Die Klägerin hat somit im 2016 ein Nettoeinkommen von insgesamt CHF 64'417.50 erzielt. Dies ergibt ein Durch- schnittseinkommen im Jahr 2016 von netto CHF 5'368.15 pro Monat (exklusiv Familienzula- gen). Seite 17/30 Ab April 2017 arbeitet die Klägerin bei der T.________AG zu einem festen monatlichen Salär von brutto CHF 3'250.00 (x 13) (act. 58/38). Unter Berücksichtigung der ausgewiesenen Ab- züge ergibt dies ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 3'193.85 (exklusiv Familienzula- gen und inklusiv 13. Monatslohn ). Zusätzlich a rbeitet sie weiterhin bei der S.________GmbH (vgl. eigene Ausführungen der Klägerin in act. 58). Dort hat sie im Januar 2017 netto CHF 1'788.75, im Februar 2017 netto CHF 87 8.05 und im März 2017 netto CHF 399.95 ver- dient (unter Berücksichtigung des Abzugs für Kassendifferenz, vgl. act. 58/35). Dies ergibt ein monatliches Durchschnittseinkommen im Jahr 2017 bei der S.________GmbH von netto CHF 1'022.25 und gesamthaft bei beiden Arbeitgebern zusammen von netto CHF 4'216.10 (exklusiv Familienzulagen). Grundsätzlich ist bei der Bestimmung des Verdienstes auf die Durchschnittswerte der letzten drei Jahre abzustellen (vgl. Urteil des Obergerichts Zug, Z2 2016 11 und Z2 2016 12 vom 1. Juni 2016 E. 9.1). Da die Klägerin aber in den vergangenen drei Jahren derart u nter- schiedliche Einkommen generierte, sie seit April 2017 bei der T.________AG in einem fes- ten, unbefristeten Arbeitspensum mit fixem Gehalt ange stellt ist und ihr ausserdem auf grund des Alters der Kinder kein höheres hypothetisches Einkommen anzurechnen i st, ist entspre- chend auf das Einkommen ab April 2017 abzustellen. Es ist folglich bei der Klägerin von ei- nem Monatseinkommen von netto CHF 4'216.10 (exklusiv Familienzulagen) auszugehen. 6.6.2 Die Klägerin führt aus, beim Beklagten sei aufgrund der Akten aus dem Eheschutzverfahren von einem monatlichen Nettoeinkommen von CHF 6'400.00 (exkl usiv Familienzulagen ) aus- zugehen (vgl. act. 31 S. 9). Die von der I.________AG eingereichten Lohnabrechnungen seien unstimmig. Es könne der Lohnabrechnung November 2016 entnommen werden, dass der Beklagte bereits im Oktober 2016 akonto Zahlungen der I.________AG erhalten habe. Kaum ein Arbeitgeber werde einem Angestellten einen Vors chuss zahlen, wenn dieser noch gar keine Arbeitsstunden geleistet habe, insbesondere, wenn der Arbeitnehmer im Stunden- lohn angestellt sei. Ausserdem habe der Beklagte ein Ferienguthaben, welches dem ausbe- zahlten Lohn hinzuzurechnen sei. Im Januar habe er s ich das Ferienguthaben in Höhe von CHF 565.80 auszahlen lassen. Des Weiter en werde der Beklagte noch Bare inkünfte habe n, so wie es während des Zusam menlebens der Parteien üblich gewesen sei . Gestützt auf die edierten Lohnbelege könne kein durchschnittliche s Einkommen des Beklagten festgelegt werden. Daher sei dem Beklagten ein Eink ommen von monatlich netto CHF 6'400.00, even- tualiter von netto CHF 5'500.00 (exklusiv Familienzulagen ) anzurechnen, was dem im Ehe- schutzverfahren angerechneten Betrag entspreche ( act. 53 S. 2 f.). Entgegen der Ansicht der Klägerin wurde dem Beklagten f ür das Jahr 2014 als selbständig Erwerbender im Eheschutzentscheid ein Monatseinkommen von netto CHF 4'900.00 (exklu- siv Familienzulagen) angerechnet (vgl. act. 1/2 E. 6.2.2). Das vo n der Klägerin vorgebrachte Nettoeinkommen von monatlich CHF 5'500.00 beinhaltet laut Eheschutzentscheid bereits die Familienzulagen in der Höhe von CHF 600.00. Der Beklagte ist seit dem 7. November 2016 bei der I.________AG im Elektrogewerbe ange- stellt. Er arbeitet im Stundenlohn bei der H.________AG . Sein Einkommen variiert daher von Monat zu Monat. Im November 2016 arbeitete der Beklagte nur 5 Tage und verdiente netto CHF 1'302.60. Im Dezember 2016 ist ein Nettolohn von 4'778.50, im Januar 2017 von CHF 5'783.50 belegt (act. 41). Die Klägerin führt aus, der Beklagte habe ein Ferienguthaben , Seite 18/30 welches er sich bei Bedarf auszahlen las sen könne. Dieses sei zu seinem Lohn hinzuzurech- nen. Es trifft zwar zu, dass sich der Beklagte das Ferienguthaben bei Bedarf auszahlen las- sen kann. Entgegen den Ausführungen der Klägerin handelt es sich aber nicht um zusätzli- ches Einkommen. Das Ferienguthaben ist jeweils im ausgewiesenen Monatslohn bereits mit- eingerechnet. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei den A usführungen der Klä- gerin, die Lohnausweise des Beklagten seien unstimmig und es sei ersichtlich, dass der Be- klagte bereits im Oktober 2016 Auszahlungen erhalten habe, lediglich um unsubstantiierte Behauptungen handelt. Es ist auf den von der I.________AG eingereichten Lohnausweis 2016 abzustellen. Gestützt auf die drei vorliegenden Lohnabrechnungen der I.________AG ist dem Beklagte n ein monatliches Einkommen von netto CHF 5'281.00 anzurechnen. 7. Bei der Berechnung des Betre uungsunterhaltes stellt die Klägerin auf die Zürcher Tabellen ab. Anhand der Position "Pflege und Erziehung" betrage der Betr euungsunterhalt für F.________ CHF 590.00 und für E.________ CHF 395.00. Zu berücksichtigen sei, dass die Kinder nicht die ganze Zeit vo n der Klägerin betreut würden. Sie betreue diese unter der Wo- che zu rund 50 %, während den restlichen 50 % würden die Kinder momentan von den Gros- seltern betreut. Das ergebe einen Betreuungsunterhalt für F.________ von CHF 295.00 und für E.________ von CHF 197.50. Die Kinderbetreuung durch die L.________ habe die Kläger kündigen müssen, da diese nicht mit ihren unregelmässigen Arbeitszeiten vereinbar und aus- serdem zu teuer gewesen sei . Hinzukommen würden noch die monatlichen Kinderbetreu- ungskosten, die sich auf rund CHF 300.00 pro Kind belaufen würden. Dies ergebe einen Be- treuungsunterhalt für F.________ bis zu ihrem 16. Altersjahr von CHF 595.00 und für E.________ bis zu seinem 16. Altersjahr von CHF 497.50 pro Monat (act. 31 S. 10 f.) . 7.1 Wie bereits obe n unter E. 6.3.2 ausgeführt, schreibt zwar das Gesetz und die Botschaft nicht vor, nach welcher Berechnungsmethode der Betreuungsunterhalt zu berechnen ist, jedoch ist die Bemessung des Betreuungsunterhaltes nach den Zürcher Tabellen abzulehnen. Wie der Marktkosten- und Ersatzkostenansatz, gehen auch die Zürcher Tabellen von einer Bewer- tung der Betreuungszeit mit einem gewissen Stundenansatz aus. Laut Botschaft wäre es schwierig zu ermitteln, wie viele Stunden für die Betreuung aufgewendet werden und die Höhe des Betreuungsunterhaltes hinge zudem massgeblich vom verwendeten Stundenan- satz ab, dessen Wahl sich ebenfalls nur schwer begründen lasse. Zu berücksichtigen ist auch noch, dass die neue, seit 1. Januar 2017 geltende Zürcher Kinderkosten -Tabelle den Punkt "Pflege und Erziehung" gar nicht mehr aufführt. Die neue Tabelle gibt nur einen Überblick über die durchschnittlich anfallenden direkten Kosten eines Kindes (Barkosten). Zudem handelt es sich bei Drittbetreuungskosten um Kosten, die im Barunterhalt und nicht im Betreuungsunter- halt zu berücksichtigen sind (Hartmann, Betreuungsunterhalt – Überlegungen zur Methode der Unterhaltsbemessung, in ZBJV, Band 153 2017, S. 94 m.w.H.). 7.2 In der Lehre ist umstritten, ob Betreuungsunterhalt nur insoweit geschuldet ist, als der betreu- ende Elternteil seine Lebenshaltungskosten aufgrund der Kinderbetreuung nicht decken kann (sog. Lebenshaltungskostenansatz), oder ob er unabhängig von der Deckung der Lebenshal- tungskosten des betreuenden Elternteils insoweit geschuldet ist, als dieser zufolge der Kinder- betreuung auf eine Erwerbstätigkeit verzichtet und verzichten darf (sog. Betreuungsquotenme- thode). Dabei wird zur Beantwortung der Frage, ob der betreuende Elternteil seine Lebenshal- tungskosten decken kann, auf das familienrechtliche Existenzminimum abgestellt. Der Lebens- haltungskostenansatz wird insbesondere von Allemann, Bähler und Spycher vertreten (vgl. Seite 19/30 Allemann, Betreuungsunterhalt - Grundlagen und Bemessung, in: Jusletter vom 11. Juli 2016, N 17 und 61; Spycher/Bähler, Arbeitskreis 7: Reform des Kindesunterhaltsrechts, in: Büchler et al. [Hrsg.], Achte SchweizerFamilienrecht§Tage, Bern 2016, 279). Für die Betreuungsquoten- methode plädieren Aebi-Müller, Jungo und Schweighauser (vgl. Jungo/Aebi-Müller/Schweig- hauser, a.a.O., S. 174 ff.). Unbestritten ist, dass kein Anspruch auf Betreuungsunterhalt be- steht, soweit die Erwerbsmöglichkeit des betreuenden Elternteils durch die Kinderbetreuung nicht eingeschränkt wird (vgl. Botschaft, S. 554 und 576). 7.3 Wenn der betreuende Elternteil wegen der Kinderbetreuung auf eine Vollzeiterwerbstätigkeit verzichtet, erleidet er aufgrund der Kinderbetreuung einen erheblichen finanziellen Nachteil. Dieser wird bei Eltern, die nie miteinander verheiratet gewesen sind, nach dem Lebensha l- tungskostenansatz (vgl. Spycher/Bähler, a.a.O., S. 258, 279 f.) in keiner Art und Weise ausge- glichen. Damit besteht für den betreuenden Elternteil ein erheblicher finanzieller Druck, das Kind nicht persönlich zu betreuen, sondern durch Dritte betreuen zu lassen. Dadurch wird die Erreichung des Zwecks des Betreuungsunterhalts, die persönliche Betreuung durch einen oder beide Elternteile wirtschaftlich zu gewährleisten, soweit diese im Hinblick auf das Kindeswohl der bestmöglichen Betreuungsform entspricht, und die Benachteiligung von Kindern nie mitei- nander verheirateter Eltern zu beseitigen, in Frage gestellt. Schliesslich führt der Lebens hal- tungskostenansatz in vielen Fällen dazu, dass die Betreuungskosten alleine durch den betreu- enden Elternteil zu tragen sind und der andere Elternteil finanziell davon profitiert, dass das Kind persönlich betreut wird und ihm damit die ganze oder teilweise Übernahme der Kosten einer Fremdbetreuung erspart bleiben. Dies ist unbillig (vgl. Jungo/Aebi-Müller/Schweighauser, a.a.O., S. 175 f.). Der Betreuungsunterhalt soll zwar den betreuenden Elternteil nicht entlöh- nen, aber "die Auswirkungen der Betreuung auf beide Eltern verteilen" (Botschaft, S. 554). Aus den vorstehenden Gründen verdient die Betreuungsquotenmethode den Vorz ug (vgl. dazu auch Urteil des Appellationsgericht Basel-Stadt vom 13. April 2017, ZB.2016.44, E. 5 sowie Urteil des Kantonsgerichts Luzern vom 27. März 2017, 3B 16 57 / 3U 16 107, E. 2.1). 7.4 Der Betreuungsunterhalt bemisst sich nach den Lebenshaltungskosten des betreuenden El- ternteils (vgl. Botschaft, S. 576). Nach der Betreuungsquotenmethode sind mit dem Betreu- ungsunterhalt die Lebenshaltungskosten des betreuenden Elternteils in demjenigen Umfang zu decken, in dem dieser aufgrund der Kinderbetreuung auf eine Erwerbstätigkeit verzichtet und verzichten darf (Jungo/Aebi-Müller/Schweighauser, a.a.O., S. 174 f.). Betreut der hauptbetreu- ende Elternteil die Kinder nicht zu 100 %, reduzieren sich die Betreuungskosten um die ent- sprechende Quote. D abei ist jede regelmässige Drittbetreuung während der üblichen Er- werbszeiten (also grundsätzlich während der Wochentage) zu berücksichtigen, auch bei- spielsweise jene der Grosseltern, sofern sie verlässlich und regelmässig geleistet wird. Aus- schlaggebend is t, welchen eigenen Betreuungsanteil der fragliche Elternteil leistet oder an- ders gesagt, in welchem prozentualen Umfang er zufolge der Kinderbetreuung auf eine Er- werbstätigkeit verzichtet. Im Umfang der Betreuungsquote verzichtet der hauptbetreuende Elternteil auf die Erzielung einer Erwerbstätigkeit und darüber hinaus im selben Umfang auch auf Vorsorgemittel, die auf diesem Einkommen vom Arbeitgeber und der Arbeitnehmerin ent- richtet würden, sowie auf eine Lohn - und Karriere entwicklung, die einer vollen Erw erbstätig- keit entsprechen würde. Als Teil des Kindesunterhaltes werden jene Betreuungskosten be- rücksichtigt, die im Rahmen der Eigenbetreuungsquote entstehen, weil der betreuende Elternteil in diesem Rahmen auf ein Erwerbseinkommen verzichtet bzw. verzic hten muss, während der andere Elternteil seine Erwerbskraft vollumfänglich ausschöpfen kann. Damit Seite 20/30 wird nicht etwa der Opportunitätskostenansatz eingefügt, sonder n vielmehr geht es um die Kosten der Eigenbetreuung gemessen an den Lebenskosten der betreuend en Person (Jungo/Aebi-Müller/Schweighauser, a.a.O., S. 174 f.). 7.5 Bei der Berechnung des Betreuungsunterhalts ist daher auf die Lebenshaltungskosten der Klägerin und somit auf ihr erweitertes Existenzminimum abzustellen, worunter der monatliche Grundbetrag von CHF 1'350.00, die Wohnkosten (nach Abzug des Wohnkostenanteils der Kinder) von CHF 1'165.00 , die Nebenkosten von CHF 39.00 , die Krankenkassenprämien KVG und VVG (abzüglich Prämienverbilligung) von CHF 40.80, sowie die Auslagen für aus- wärtige Verpflegung von CHF 200.00, Kommunikat ion von CHF 100.00, Mobilität von CHF 150.00 sowie Steuern von ermessenweise CHF 100.00 fallen. Das erweiterte Existenz- minimum der Klägerin beträgt folglich CHF 3'144.80 (vgl. E. 6.4 oben). 7.6 Die Klägerin führt e an der Parteibefragung aus, sie arbeite bei einem Arbeitgeber 22 % und bei einem zweiten 40 %. Zusätzlich arbeite sie bei einem dritten Arbeitgeber auf Abruf wenn jemand krank sei (vgl. act. 30 Ziff. 15 f.) . Unter der Woche betreue sie die Kinder zu 50 % selber. Die restlichen 50 % der Betreuung würden die Grosseltern aus Serbien oder ab und zu ihr Freund aus der M.________ übernehmen. Ab April 2017 hat die Klägerin einen neuen Arbeitsvertrag bei der T.________AG . Sie arbeitet dort 32,8 Stunden pro Woche. Gemäss anwendbarem L -GAV beträgt die wöchentliche Arbeitsze it bei einem 100 % -Pensum 42 Stunden (vgl. Art. 15 Abs. 1 L -GAV). Eine wöchentliche Arbeitszeit von 32,8 Stunden ergibt daher ein Arbeitspensum von 78 %. Zu sätzlich arbeitet die Klägerin weiterhin ein bis zwei Tage bei der S.________GmbH (vgl. act. 58) . Dies entspricht einem Arbeitspensum von 20 - 40 %. Es ist daher davon auszugehen, da ss die Klägerin in einem 100 %-Pensum er- werbstätig ist. Aus diesem Grund ist nach der Betreuungsquotenmethode grund sätzlich kein Betreuungsunterhalt geschuldet. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die Betreuung des Kin- des nur dann zu einem Betreuungsunterhalt führt, wenn sie während einer Zeit erfolgt, wäh- rend der dem betreuenden Elternteil ansonsten die Ausübung einer Erwerbstätigkeit mögl ich wäre. Die Beteiligung eines Elternteils an der Be treuung der Kinder während der normaler- weise erwerbsfreien Zeit, beispielsweise während des Wochenendes, läss t dementspre- chend grundsätzlich keinen Anspruch au f Betreuungsunterhalt entstehen (Botschaft, S. 554). Es ist zu beachten, dass der Betreuungsunterhalt nicht einen Lohnausfall, der dem betreuen- den Elternteil entsteht entschädigt. Die Höhe des Einkommens, welcher der selbstbetreu- ende Elternteil in der betreuungsfreien Zeit erzi elt, ist deshalb für die Berechnung des Be- treuungsunterhalts nicht relevant. Es besteht daher auch dann ein Anspruch auf Betreuungs- unterhalt, wenn der betreuende Elternteil genügend Einkommen hat, um seinen persönlichen Unterhaltsbedarf z u decken (Arndt/Brändli, Berechnung des Betreuungsunterhalts - ein Lö- sungsansatz aus der Praxis, in FamPra.ch 1/2017, S. 240). Es ist davon auszugehen, dass die Klägerin auch jeweils am Wochenende arbeitet, was zu einer Verminderung des Arbeits- pensums unter der Woche führt. In der Annahme, dass die Klägerin sowohl samstags als auch sonntags arbeitet, reduziert sich ihr Arbeitspensum unter der für den Betreuungsunter- halt relevanten Woche um zwei Tage, sprich um 40 %. Es ist daher davon auszugehen, dass die Klägerin die Kinder zu 40 % unter der Woche selbst betreut . Dies ergibt einen Betreu- ungsunterhalt von monatlich gerundet CHF 1'260.00 (CHF 3'144.80 x 40 % = CHF 1'257.92 ). Der Betreuungsunterhalt ist vom unterhaltsver pflichteten Elternteil, in casu vom Beklagten zu leisten. Seite 21/30 7.7 Wenn mehrere Kinder zu betreuen sind, ist der soeben berechnete Betreuungsunterhalt auf die Kinder aufzuteilen. Diese Aufteilung darf nicht "nach Köpfen" erfolgen, weil der Betreu- ungsbedarf mit zunehmendem Alter abnimmt. Ent sprechend muss der tatsächl iche Betreu- ungsbedarf berücksichtigt werden . E.________ ist zehn, F.________ sieben Jahre alt. Es rechtfertigt sich somit, den Betreuungsunterhalt im Verhältnis ⅓ zu ⅔ auf die beiden Kinder aufzuteilen. Dies ergibt einen Betreuungsunterhalt von E.________ von monatlich CHF 420.00 und für F.________ von monatlich CHF 840.00. 7.8 Seinem Zweck nach ist ein Betreuungsunterhalt nur solange geschuldet, wie das Kind die persönliche Betreuung tatsächlich benötigt. Insofern stellt sich die Frage, ab wann vom be- treuenden Elternteil verlangt werden darf, einer Erwerbstätigkeit in einem Teilzeit - bzw. Voll- zeitpensum nachzugehen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (zum alten Recht) kann die Eigenversorgungskapazität durch die Kinderbetreuung ganz oder teilw eise einge- schränkt sein. Als Richtlinie gilt, dass dem betreuenden Elternteil die (Wieder -)Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 50 %, sobald das jüngste Kind 10 -jährig ist, und im Umfang von 100 %, sobald das jüngste Kind 16 -jährig ist, zugemutet werden kann (sog. 10/16-Regel). Diese Leitlinien behalten solange ihre Gültigkeit, als die unmittelbare persönli- che Betreuung und Pflege vor allem kleiner und im obligatorischen Schulalter stehender Kin- der deren Interessen dient und einen wesentlichen Ges ichtspunkt für die Zuteilung der elterli- chen Sorge bildet. Sie stellen jedoch keine starren Regeln dar. Ihre Anwendung ist von den konkreten Umständen des Einzelfalls abhängig. So wäre etwa eine darüber hinausgehende Erwerbsarbeit zumutbar, wenn sie bereit s während des ehelichen Zusammenlebens aus ge- übt worden ist oder das Kind von Drittpersonen betreut wird und deshalb der Inhaber der el- terlichen Sorge bzw. der Obhut nicht an einer Erwerbstätigkeit gehindert wird. Umgekehrt kann eine Erwerbsarbeit auch län ger unzumutbar bleiben, etwa bei einem behinderten Kind oder wenn viele Kinder zu betreuen sind (Urteil des Bundesgerichts 5A_957/2014 vom 5. Mai 2015 E. 3.7.2; vgl. auch Gabathuler, Unterhaltsrecht: Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit, in: plädoyer 5/16 , S. 32 ff.; Büchler/Clausen, Die Eigenversorgungskapazität im Recht des nachehelichen Unterhalts: Theorie und Rechtsprechung, in FamPra.ch 1/2015 , S. 1 ff.). Der erläuternde Bericht zum Vernehmlassungsentwurf zum revidierten Kindesunterhaltsrechts des Bundesamtes für Justiz vom Juli 2012 enthielt dazu noch folgende Überlegungen: "Die vom Bundesgericht angegebenen Altersgrenzen sind bereits nach geltendem Recht nicht als strikte Regeln zu betrachten, sondern als Richtlinien, die von Fall zu Fall zu beurteile n sind. Im Übrigen erscheinen diese Grundsätze auch deshalb problematisch, weil sie der Wieder- aufnahme einer Erwerbstätigkeit der obhutsberechtigten Person im Wege stehen. Die vorlie- gende Revision soll deshalb Anlass bieten, diese Rechtsprechung zu überden ken, indem be- wusst darauf verzichtet wird, starre Grundsätze zur Bestimmung von Umfang und Dauer der Betreuung ins Gesetz zu schreiben. Vielmehr soll auch die berufliche Wiedereingliederung möglichst gefördert werden, jedenfalls soweit dies faktisch möglic h und zumutbar ist. Es liegt nahe, sich hier an die deutsche Praxis anzulehnen, gemäss welcher während der ersten drei Lebensjahre des Kindes ein Anspruch auf Betreuungsunterhalt besteht" (Erläuternder Bericht zum Vernehmlassungsentwurf zur Änderung des Zi vilgesetzbuches [Kindesunterhalt], der Zi- vilprozessordnung [Art. 296a] und des Zuständigkeitsgesetzes [Art. 7] des Bundesamtes für Justiz vom Juli 2012, S. 39). Die Botschaft des Bundesrates fiel in der Folge weniger konkret aus. Gemäss dieser soll jedes K ind weiterhin so lange von der Pflege und Erziehung durch einen Elternteil profitieren können, als es zu seinem Wohl erforderlich sei. In der Botschaft steht weiter: "Gleichzeitig soll mit dieser Revision jedem Kind die Gewährleistung der Seite 22/30 bestmöglichen Bet reuungsverhältnisse ermöglicht werden. Die Möglichkeit der Eltern, eine persönliche Betreuung weiterzuführen, soll dabei nicht gegenüber der Drittbetreuung bevor- zugt werden. Sie soll einzig im Interesse des Kindes im Einzelfall statusunabhängig möglich sein." Beigefügt wurde, dass der betreuende Elternteil mit der Einführung des Betreuungsun- terhalts keineswegs dazu angehalten werden soll, keine Erwerbstätigkeit auszuüben oder eine solche nicht aufzunehmen. Die vor der Aufhebung des gemeinsamen Haushalts gel ebte Familienorganisation sei für die Entscheidung über die Betreuungsverhältnisse nach der Auf- hebung massgeblich. Zur konkreten Dauer des Betreuungsunterhalts lässt sich der Botschaft Folgendes entnehmen: "Dieser dauert grundsätzlich so lange an, wie das Kind die persönli- che Betreuung im konkreten Fall tatsächlich benötigt." Es wird auf die bundesgerichtliche 10/16-Regel hingewiesen, um dann anzumerken, dass die Revision Anlass gebe, diese Rechtsprechung zu überdenken. Es werde jedoch bewusst darauf verzic htet, starre Grund - sätze zur Bestimmung der Dauer ins Gesetz zu schreiben (Botschaft, S. 13, 24, 26 f. und 50). Klar ist gestützt auf die Botschaft des Bundesrates somit nur, dass die 10/16 -Regel über- dacht werden sollte – konkrete Hinweise, wie dies ge schehen soll, fehlen jedoch. Während ein Teil der Lehre an der Weitergeltung der 10/16 -Regel festhält und eine Übertragung dieser Praxis auf ledige Eltern befürwortet (Allemann, Betreuungsunterhalt - Grundlagen und Be- messung, in: Jusletter vom 11. Juli 2016 Rz. 36; Spycher, Rechtliche Grundlagen und prakti- sche Herausforderungen - heute und demnächst, in FamPra.ch 1/2016 , S. 23), erachtet ein anderer Teil der Lehre eine Anpassung der 10/16 -Regel als begrüssenswert, wobei die Auto- ren unterschiedliche Leitlini en aufstellen (Gabathuler, a.a.O., S. 34 f.; Arndt/Brändli, Heraus- forderungen des neuen Rechts für die Anwaltschaft - Ergänzungen und Podiumsbeiträge, Fachtagung der Universität St. Gallen zum neuen Kindesunterhaltsrechts vom 16. Septem- ber 2016). Gemäss Leitfaden des Obergerichts des Kantons Zürich zum neuen Unterhalts- recht soll für verheiratete Eltern an der 10/16 -Regelung festgehalten werden, während bei Kindern nicht verheirateter Eltern, auf welche Art. 125 Abs. 2 ZGB nicht direkt Anwendung finde, im Ei nzelfall zu differenzieren sei (Leitfaden des Obergerichts des Kantons Zürich zum neuen Unterhaltsrecht vom Mai 2017, S. 16). 7.9 Da die Klägerin bereits jetzt zu 100 % erwerbstätig ist , sie die Kinder zu 40 % selber betreut und sie aufgrund der besagten 10/16-Regel grundsätzlich noch gar keiner Erwe rbstätigkeit nachgehen müsste, erscheint es angemessen, den unter E. 7.7 festgelegte n Betreuungsun- terhalt bis zum je weils 16. Altersjahr von E.________ und F.________ zu leisten. Der Be- klagte hat der Klägerin mithin an den Unterhalt von E.________ bis zum 16. Altersjahr von E.________ einen Betreuungsunterhalt von monatlich CHF 4 20.00 und für F.________ bis zum 16. Altersjahr von F.________ einen Betreuun gsunterhalt vo n monatlich CHF 820 .00 zu leisten. 8. In einem nächsten Schritt ist der Barunterhalt von E.________ und F.________ zu bestim- men. Auch hier stützt sich die Klägerin auf die Zürcher Tabelle (act. 18 S. 8 und act. 31 S. 10). Da jedoch alle Angaben für eine konkrete Berechnung des Barunterhalts vor liegen, ist der Barunterhalt von E.________ und F.________ im vorliegenden Fall nicht nach der Zür- cher Tabelle, son dern konkret berechnet . Zum Bedarf von E.________ ist der Grundbedarf von CHF 600.00 , ein Wohnkostena nteil von CHF 300.00, Krankenkassenprämien unter Be- rücksichtigung der Prämienverbilligung von CHF 42.30, Mobilität von CHF 20.00, Seite 23/30 Kommunikation von CHF 20.00 sowie die Drittbetreuungskosten von CHF 300.00 hinzuzu- rechnen. Dies ergibt einen monatlichen Bedar f von E.________ von CHF 1'282.30, wovon nach Abzug der Familienzulagen (vgl. Botschaft S. 578 f.) von CHF 300.00 noch CHF 982.30 verbleiben. Der Bedarf von F.________ beträgt CHF 810.50 (CHF 400.00 Grundbe trag, CHF 300.00 Wohnkostenanteil, CHF 40.50 Krank enkassenprämien unter Berücksichtigung der Prämienverbilligung, CHF 50.00 ungedeckte Ar ztkosten, CHF 20.00 Mobilität sowie CHF 300.00 Drittbetreuungskosten , abzüglich CHF 300.00 Familienzulagen ). 8.1 Im Weiteren ist zu ermitteln, wer die Kosten für den Barunterhalt der Kinder übernimmt. 8.2 Der Barunterhalt ist – wie nach bisherigem Recht – nach der Leistungsfähigkeit der Eltern zu verteilen. Die Leistungsfähigkeit eines Elternteils ergibt sich grundsätzlich aus der Gegen- überstellung seines Eigenbedarfs und seines Nettoeinkommens ( Breitschmid, Basler Kom- mentar, 5. A. 2014, Art. 285 ZGB N 12; Roelli , in: Breitschmid et al. [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. A. 2016, Art. 285 ZGB N 5; Wullschleger, in: Schwenzer [Hrsg.], FamKomm Scheidung, 3. A. 2017, Art. 285 ZGB N 42 ff. ). Liegt kein Mankofall vor, ist zuerst der Betreuungsunterhalt zu berechnen und dem betreuenden Elternteil (gedanklich) anzurechnen. Erlauben es die Verhältnisse, neben dem prior itären Barunterhalt der Kinder auch Betreuungsunterhalt zu leisten, wäre es falsch , den Betreuungsunterhalt bei der Vertei- lung des Barunterhaltes unberücksichtigt zu lassen. Andernfalls bestünde das Risiko, dass der nicht betreuende Elternteil im Ergebnis einen erheblich tieferen finanziellen Spielraum hätte als der betreuende Elternteil (Jungo/Aebi -Müller/Schweighauser, a.a.O., S. 184). Der Anspruch auf Betreuungsunterhalt darf nicht dazu führen, dass der betreuende Elternteil schliesslich einen höheren Lebensstandard führen kann als der nicht betreuende Elternteil. Vielmehr ist die finanzielle Last des Kindesunterhalts auf beide Eltern nach ihren Kräften zu verteilen (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Daher kann mit Rücksicht auf den bisherigen Lebensstan- dard unter Umständen der Betreuungsunterhalt gekürzt werden. Erst danach ist allenfalls noch eine Kürzung des Barunterhaltes möglich (Jungo/Aebi -Müller/Schweighauser, a.a.O., S. 187). Ob der unterhaltsbegünstigte Elternteil Anspruch an der Fortführung des bisherigen Lebensstandards hat, beurteilt sich danach, ob die Ehe lebensprägend war oder nicht. 8.3 Die Leistungsfähigkeit der Klägerin beträg t CHF 2'331.30 (CHF 4'216.10 Einkommen + CHF 1'260.00 Betreuungsunterhalt - CHF 3'144.80 Grundbedarf). Die Leistungsfähigkei t des Beklagten beträgt CHF 1'020.00 (CHF 5'281.00 Einkommen - CHF 1'260.00 Betreuungsun- terhalt - CHF 3'001.00 Grundbedarf) . Die Leistungsfähigkeit der Klägerin ist daher rund dop- pelt so hoch wie jene des Beklagten. Der Barunterhalt von E.________ und F.________ ist daher zu ⅔ von der Klägerin und zu ⅓ vom Beklagten zu übernehmen. Der Beklagte hat mit- hin ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids einen monatlichen Barunterhalt von CHF 327.00 für E.________ und von CHF 270.00 für F.________ an die Klägerin zu leisten. Die am tt.mm.2005 geschlossen e Ehe der Parteien hat bis zur t atsächlichen Trennung rund neun Jahre gedauert und aus ihr sind zwei gemeinsame Kinder hervorgegangen. Es ist da- her von einer lebensprägenden Ehe auszugehen. Die Parteien haben som it Anspruch auf Fortführung des zuletzt gemeinsam gelebten Standards. Nach Bezahlung des Be treuungsun- terhalts von CHF 1'260.00 sowie des Barunterhaltes von insgesamt CHF 597.00 und einem Grundbedarf von CHF 3'001.00 verbleibt dem Beklagten ein Überschuss v on CHF 423.00 Seite 24/30 pro Monat. Der Klägerin und den beiden Kindern verbleibt ein Überschuss von CHF 1'135.50 (CHF 4'216.10 Einkommen + CHF 1'260.00 Betreuungsunterhalt - CHF 3'144.80 Grundbe- darf - CHF 1'195.80 Barunterhalt für beide Kinder). Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass sich der Beklagte seit dem Eheschutzentscheid vom 20. November 2014 auch nicht im Rahmen der Besuchsregelung um die gemeinsamen Kinder gekümmert hat und d ie Klägerin daher auch an jedem Wochenende und in den gesamten Schulf erien der Kinder die Betreu- ung der Kinder sicherstellen muss, rechtfertigt es sich nicht, den Betreuungsunterhalt zu kür- zen. 9. Die Kinderunterhaltsbeiträge (Bar- und Betreuungsunterhal t) sind gemäss Art. 128 und Art. 286 Abs. 1 ZGB an die Teuerungsentwicklung anzupassen , wobei dem Unterhaltsschuld- ner anheim zu stellen ist, den Nachweis zu erbringen, dass sein Einkommen nicht mit der Teuerung Schritt gehalten hat (vgl. BGE 127 III 289 E. 4a). 10. Im Weiteren beantragt die Klägerin , der Beklagte sei zu verpflichten, ihr gestützt auf Art. 125 ZGB einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von mindestens CHF 624.90 bis zum 16. Altersjahr von F.________ zu zahlen. Es liege eine lebensprägende Ehe vor. Beide Kinder seien noch minderjährig und die Klägerin könne nicht für ihren Bedarf selber aufkommen. Während un- getrennter Ehe sei die Klägerin auch alleine für die Kinderbetreuung zuständig gewesen (act. 18 S. 9 und act. 31 S. 2). Der Beklagte hat auch bezüglich des nachehelichen Unter- halts keine Ausführungen gemacht. 10.1 Streitigkeiten im Bereich des nachehelichen Unterhalts werden von der Verhandlungsma- xime beherrscht (Art. 277 Abs. 1 ZPO) . Nach Art. 58 Abs. 1 ZPO g ilt zudem der Dispositions- grundsatz. Das Gericht darf sein Urteil mithin nur auf die von den Parteien im Prozess vorge- brachten Tatsachen stützen . Die säumige Partei erleidet prozessuale Nachteile, insbeson- dere für die Feststellung des massgeblichen Sachver halts. Das Gericht kann grundsätzlich in seinem Entscheid uneingeschränkt auf die infolge Säumnis der Gegenpartei unbestritten ge- bliebenen Tatsachen abstellen ( Willisegger, a.a.O., Art. 234 ZPO N 42). Eine unstreitige Be- hauptung gilt in diesen Fällen als (formell) wahr. Gilt die Verhandlungsmaxime, so darf das Gericht nicht aufgrund der Akten den Prozessstoff zusammentragen, ergänzen und gestützt darauf entscheiden. Die Partei, die im bisherigen Verfah ren ihrer Behauptungs - und Substan- tiierungslast nicht oder nicht genügend nachgekommen ist und am Termin ausbleibt, kann nicht besser gestellt sein als jene, die zur Hauptverhandlung erscheint ( Willisegger, a.a.O., Art. 234 ZPO N 26 ). Da der Beklagte vorli egend weder eine Klageantwort einreichte noch an der Parteibefragung oder Hauptverhandlung erschienen ist , gelten die klägerischen Vorbrin- gen als unbestritten. 10.2 Mangels Antrag s des Beklagten ist das Gericht an den Antrag der Klägerin gebunden. Da dem Unterhaltsverpflichteten in jedem Fall sein Existenzminimum zu belassen ist (vgl. BGE 135 III 66), kann der Klägerin nur der nach Abzug der Kinderunterhaltsbeiträge (Betreuungsunterhalt und Barunterhalt) und des Grundbedarfs des Beklagten übrig bleibende Überschuss als nachehelicher Unterhalt zugesprochen werden. Der Überschuss auf Seiten des Beklagten beträgt CHF 423.00 pro Monat (vgl. E. 8.5 oben). Der Beklagte hat der Kläge- rin somit ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids einen nachehelichen Unterhalt von CHF 423.00 pro Monat bis zum 16. Altersjahr von F.________, also bis und mit April 2026, Seite 25/30 zu bezahlen. Der Unterhaltsbeitrag ist jeweils im Voraus auf den Ersten eines Monats zu ent- richten und praxis gemäss zu inde xieren (Art. 128 ZGB). 11. Bei der Scheidung der Ehe wird der zwischen den Eheleuten geltende Güterstand aufgelöst. Die güterrechtliche Auseinandersetzung regelt bei Beendigung der Ehe die Aufteilung des Ver- mögens der Eheleute untereinander. Die Klägerin führt aus, dass die Vermögensverhältnisse des Beklagten unklar seien. Die Kläge- rin habe keine nennenswerten Vermögenswerte. Sie habe in die Liegenschaft des Beklagten in Serbien investiert, was sie allerdings nicht belegen könne (act. 31 Ziff. 29). Antragsgemäss wird daher jeder Partei zu Eigentum zugewiesen, was sich in ihrem Besitz befindet oder auf ihren Namen lautet. Damit sind die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt. 12. In einem nächsten Schritt ist über die Teilung der Guthaben der beruflichen Vorsorge zu ent- scheiden. 12.1 Die Klägerin führt diesbezüglich aus, während der Ehe habe lediglich der Beklagte Vorsorge- guthaben angespart. Aufgrund des Umstandes, das s die Klägerin die Kinder betre ue und sie deswegen nicht 100 % erwerbstätig sei, der Beklagte die Kinder gar nicht betre ue und er noch relativ jung sei, seien zwei Drittel des Vorsorgeguthabens des Beklagten der Klägerin zuzusprechen. Die überhälftige Teilung sei angemessen. Aufgrund seines Alters habe der Beklagte noch die Möglichkeit, zukünftig genügend Altersguthaben anz usparen. Bei der Klä- gerin bestehe diese Möglichkeit aufgrund der Betreuungspflichten nur eingeschränkt. Die Klägerin erreiche zwar mit ihrem Gesamteinkommen die Eintrittsschwelle in Bezug auf die Vorsorgeguthaben. Allerdings würde sie bei keinem Arbeitgebe r ausreichend viel arbeiten, dass sie der Versicherungspflicht unterliegen würde. Deswegen habe sie nichts ansparen können und werde dies auch zeitnah nicht können (act. 31 S. 12 und act. 53). 12.2 Gemäss Art. 122 ZGB werden bei der Scheidung die bis zum Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens erworbenen Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge ausgeglichen. Der Stichtag für die Teilung wurde damit von der Rechtskraft des Scheidungsentscheids (altes Recht vor 1. Januar 2017) auf die Einleitung des Verfahrens v erschoben. Es stellt sich die Frage, ob auch für bereits hängige Verfahren dieser neue Stichtag massgebend sein soll. Gemäss Art. 7d SchlT ZGB ist das neue Recht für die berufliche Vorsorge bei Scheidung an- wendbar, sobald es in Kraft getreten ist (Abs. 1). A uf Scheidungsprozesse, die beim Inkraft- treten der Änderung vom 19. Juni 2015 vor einer kantonalen Instanz rechtshängig sind, findet auch das neue Recht Anwendung (Abs. 2). Der Wortlaut dieser Übergangsbestimmung geht von einer Rückwirkung au f bereits hängige Verfahren aus. Abweichungen von einem klaren Wortlaut sind zulässig und sogar geboten, wenn triftige Gründe zur Annahme bestehen, dass der Wortlaut nicht dem wahren Sinn der Bestimmung entspricht. Solche Gründe können sich aus der Entsteh ungsgeschichte der Bestimmung, aus ihrem Sinn und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit anderen Vorschriften ergeben. Vom Wortlaut kann zudem abgewichen werden, wenn die wörtliche Auslegung zu einem Ergebnis führt, welches der Gesetzgeber nicht gewollt haben kann (vgl. BGE 124 III 266 E. 4). Grund für das allgemeine Rückwir- kungsverbot ist das Bedürfnis der Rechtssicherheit. Es widerspricht Treu und Glauben, einen Sachverhalt nachträglich ne uen Regeln zu unterstellen, die sich für eine Partei belastend auswirken. Die Parteien würden unterschiedlich von einer Rückwirkung betroffen, je Seite 26/30 nachdem, seit wann ihr Verfahren hängig ist. Die Idee des Gesetzgebers war , die Verbesse- rung des neuen Recht s so schnell wie möglich einzuführen (Grütter, Der neue Vorsorgeaus- gleich im Überblick, in FamPra.ch 1/2017, S. 129 f.). In der Lehre wird daher überwiegend die Meinung vertreten, dass das neue Recht zwar sofort anzuwenden sei, aber ohne Rück- wirkung, sondern ab dem Zeitpunkt seines Inkrafttretens. Stichtag für alle hängigen Prozesse sei entsprechend der Tag des Inkrafttretens des neuen Recht, d.h. der 1. Januar 2017 . Dies insbesondere aus dem Grund, dass ein Abstellen auf den S tichtag des neuen Rechts na- mentlich bei schon sehr lange hängigen Verfahren zu stossenden Ergebnissen führt und letztlich nicht vom Willen des Gesetzgebers gedeckt sei. (vgl. Grütter, a.a.O., S. 129; Geiser, Scheidung und das Recht der beruflichen Vorsorge , in AJP 2015, S. 1386). Anderer Meinung ist insbesondere Fankhauser, der sich für die Anwendung des neuen Stichtages auf vor kan- tonalen Gerichten hängigen Scheidungsprozesse ausspricht (vgl. Fankhauser, Ein dritter Stichtag zwischen al ten und neuem Vorsor geausglich?, in FamPra.ch 1/2017 , S. 157 ff.). Es wird daher vorliegend – mit der wohl herrschenden Lehre – auf den Stichtag 1. Januar 2017 abgestellt. 12.3 Während der Dauer der Ehe hat der Beklagte per 1. Januar 2017 bei der V.________Pensi- onskasse ein Pensionskassenguthaben von CHF 339.55 angespart (act. 43). Zusätzlich ver- fügt der Beklagte bei der W.________Stiftung über ein während der Ehe angespartes Pensi- onskassengutha ben per 1. Januar 2017 von CHF 17'678.37 (act. 51). Dies ergibt ein Pensi- onskassenguthaben von insgesamt CHF 18'017.92. Die Klägerin verfügt über kein Freizügig- keitsguthaben (act. 31 S. 12 und act. 45) . 12.4 Gemäss Art. 123 ZGB sind die erworbenen Austrittsleistungen samt Freizügigkeitsguthaben und Vorbezügen für Wohneigentum hälftig zu teilen. Als Ausnahme von der hälftigen Teilung kann das Gericht dem berechtigten Ehegatten mehr als die Hälfte der Austrittsl eistung zu- sprechen, wenn er nach der Scheidung gemeinsame Kinder betreut und der verpflichtete Ehegatte weiterhin über einen angemessene Alters - und Invalidenvorsorge verfügt (Art. 124b Abs. 3 ZGB). Mit einer überhälftigen Teilung der Austrittsleistung sol l die erst nach der Schei- dung entstehende Vor sorgelücke, aufgrund der Betreuung der gemeinsamen minderjährigen Kinder, ausgeglichen werden. Dies unter der Voraussetzung, dass der belastete Ehegatte trotz überhälftiger Teilung weiterhin über eine angemessen e Alters- und Invalidenvorsorge verfügt. Offen ist aber, welcher Vorsorgestandard mindestens erreicht werden muss, damit er noch angemessen ist. Die Frage der Angemessenheit der Alters - und Invaliden vorsorge hat das Gericht gemäss Art. 280 Abs. 3 ZPO zu pr üfen. Für die Beurteilung der Angemessenheit sind die persönlichen Verhältnisse, insbesondere das Alter des Ehegatten, welcher eine überhälftige Leistung erbringt, von Bedeutung. Auch die Nähe des einen oder anderen Ehe- gatten zum ordentlichen Rentenalter s owie der Altersunterschied zwischen den Ehegatten sind vom Gericht zu berücksichtigen, da ein jüngerer Ehegatte in den ihm verbleibenden Er- werbsjahren seine Vorsorge weiter anhäufen kann. Weiter ist für die Beurteilung der Ange- messenheit der Altersvorsorge das gesamte gebundene Vermögen der Ehegatten von Be- lang, unabhängig davon, ob es sich um eheliches oder voreheliches Vermögen handelt . Aus- schlaggebend ist nur, dass es sich nicht um frei verfügbares Vermögen handelt, sondern die- ses Vermögen tatsächlich ei ne angemessene Altersvorsorge gewährleistet. So gelten insbe- sondere auch Lebensversicherungen und Liegenschaften als zu berücksichtigende gebun- dene Vorsorgemittel (Jungo/Grütter, in Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Schei- dung, 3. A. 2017, Art. 124b ZGB N 4 ff.; Grütter/Vetterli, Vorsorgeausgleich – heute und Seite 27/30 morgen, S. 228; Geiser, Gestaltungsmöglichkeiten beim Vorsorgeausgleich, in ZBJV Band 153, 2017, S. 100; Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Vorsor- geausgleich bei Schei dung] vom 29. Mai 2013, S. 4919). 12.5 Die Klägerin betreut die beiden zehn -, respektive siebenjährigen Kinder während der Woche zu 40 % selber (vgl. E. 7.6 oben). Es ist davon auszugehen, dass die Klägerin aufgrund der Kinderbetreuung auch in Zukunft gar keine oder nicht allzu grosse Pensionskassenbeiträge anhäufen kann, zumal sie auch bisher bis Ende 2016 trotz zwei Arbeitsstellen kein Vorsorge- guthaben anhäufen konnte , da sie bei keinem der beiden Arbeitsstellen die Jahresmindest- einkommensgrenze für die Beitragspflicht überschritten hat (vgl. act. 13). Aufgrund des Alters von F.________ ist weiter davon auszugehen, dass die Klägerin noch rund neun Jahre in ei- nem ähnlichen Teilzeitpensum weiterarbeiten wird. Zwar wird sie bei der T.________AG seit April 2017 die Einkommensschwelle von CHF 21'500.00 pro Jahr für die obligatorische Versi- cherung überschreiten (Art. 7 Abs. 1 BVG), dennoch ist es ihr aufgrund der kinderbetreu- ungsbedingten Teilzeiterwerbstätigkeit nicht möglich, eine angemessene Altersvorsorge auf- zubauen. Zudem ist der Beklagte mit 33 Jahren noch relativ jung und kann daher in den ihm verbleibenden Arbeitsjahren eine angemessene Alters- und Invalidenvorsorge erwirtschaften. Zudem ist der Beklagte gemäss Ausführungen der Klägerin Eigentümer einer Liegenschaft in Serbien, die ebenfalls als Altersvorsorge dient. Eine überhälftige Teilung der Pensionskas- senguthaben scheint daher als angemessen. Mithin steht der Klägerin gegenüber dem Be- klagten ein Anspruch auf Übertragung eines Vorsorgebetrages von zwei Dritteln, d.h. von CHF 12'011.95 zu (CHF 18'017.92 x ⅔). 13. Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 A bs. 1 ZPO). Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Ver- fahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Die Klägerin dringt mit ihren Anträgen betreffend Sor- gerecht und Obhut, güterrechtliche Auseinandersetzung und Vor sorge durch. Sie macht Un- terhaltsansprüche von insgesamt CHF 4'317.40 geltend, wovon ihr insgesamt CHF 2'260.00 zugesprochen werden. Es rechtfertigt sich daher beim vorliegenden Prozessausgang, die Prozesskosten zu ⅔ dem Beklagten und zu ⅓ der Klägerin auf zuerlegen. 13.1 Die Entscheidgebühr bemisst sich nach § 13 Abs. 1 der Verordnung über die Kosten in der Zivil- und Strafrechtspflege vom 15. Dezember 2011 (KoV OG) und beträgt zwischen CHF 1'600.00 und CHF 10'000.00. Die im vorliegenden Scheidungsverfahre n geltend ge- machten güterrechtlichen Ansprüche belaufen sich auf weniger als CHF 100'000.00, so dass § 13 Abs. 3 KoV OG nicht zur Anwendung gelangt. Unter Berücksichtigung der vorliegend durchgeführten Gerichtsverhandlungen und -anhörungen, der abzuhandeln den Themen im Zusammenhang mit den Scheidungsnebenfolgen und des Zeitaufwands erscheint eine Ent- scheidgebühr von CHF 4'000.00 als angemessen. Hinzu kommen die Auslagen für die Über- setzung im Umfang von CHF 230.00 (act. 15 und act. 29; § 9 lit. d KoV OG). 13.2 Zu beachten ist sodann, dass der Klägerin mit Entscheid des Einzelrichters des Kantonsge- richts Zug vom 19 . April 2016 die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde (UP 2016 63). RA lic.iur. B.________ ist eine Entschädigung nach Zeitaufwand sowie ei ne Auslagenvergü- tung, zuzüglich Mehrwertsteu er (Art. 122 Abs. 2 ZPO; § 14 Abs. 2 AnwT) zuzusprechen . Da- bei ist zu berücksichtigen, dass der geltend gemachte Aufwand mit CHF 220.00 pro Stunde entschädigt wird (§ 14 Abs. 2 AnwT). Die Klägerin stellt Honorar rechnungen von Seite 28/30 CHF 8'286.60 (37,67 Stunden) sowie CHF 248.60 Ausla gen und Spesen (act. 32), CHF 439.95 (2 Stunden) sowie CHF 13.20 Auslagen und Spesen (act. 46), CHF 659.95 (3 Stunden) sowie 19.80 Auslagen und Spesen (act. 54) und CHF 165.00 (45 Minuten) sowie CHF 4.95 Auslagen und Spesen (act. 58). Dies ergibt einen Gesamtaufwand von 43,42 Stun- den und ein Gesamthonorar von CHF 10'624.45 (Honorar CHF 9'550.90, Spesen und Ausla- gen CHF 286.55, MWST CHF 787.00). Entsprechend dem Prozessausgang hat der Beklagte eine Parteientschädigung von ⅓ (= ⅔ ./. ⅓), d.h. von CHF 3'541.50 direkt an RA lic.iur. B.________ zu bezahlen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 5A_754/2013 vom 4. Februar 2014 E. 5; Gasser/Rikli, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkommentar, 2. A. 2014, Art. 122 ZPO N 5 ). Für den Betrag von CHF 7'082.95 ist RA lic.iur B.________ aus der Ge- richtskasse zu entschädigen . Entscheid 1. Die von den Parteien am tt.mm.2005 in D.________ geschlossene Ehe wird geschieden. 2.1 Die aus der Ehe hervorgegangene n Kinder E.________, geb. tt.mm.2006, und F.________, geb. tt.mm.2010, werden der elterlichen Sorge der Mutter zugeteilt und ihr zu Pflege und Er- ziehung zugewiesen. 2.2 Der Vater verbringt mit den Kindern E.________ und F.________ jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18 .00 Uhr, sowie jährlich drei Wochen Ferien, wobei das Ferienrecht zwischen den Eltern drei Monate im Voraus abzusprechen ist. Andere Vereinbarungen der Eltern bleiben vorbehalten. 2.3 Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV -/IV-Renten werden aus- schliesslich der Mutter angerechnet. 2.4 Der Vater wird verpflichtet, mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids an den Unterhalt der Kinder E.________ und F.________ folgende monatlichen Beiträge zu bezah- len, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Mo nats: Für das Kind E.________: Barunterhalt CHF 327.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen mindestens bis zum erfüllten 18. Altersjahr und längstens bis zu m ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbil dung Betreuungsunterhalt CHF 420.00 bis 31. Dezember 2022 Für das Kind F.________: Barunterhalt CHF 270.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen mindestens bis zum erfüllten 18. Altersjahr und längstens bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbil dung Betreuungsunterhalt CHF 820.00 bis 30. April 2026 2.5 Diese Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bun- desamtes für Statistik, Stand April 2017 = 100.9 Punkte (Basis Dezember 201 5 = 100 Seite 29/30 Punkte). Sie sind jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 20 18, dem Index- stand November des Vorjahres proportional anzupassen und auf ganze Franken aufzurun- den. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel: Neuer Unterhaltsbeitrag = ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index 100.9 Der Unterhaltspflichtige kann diese Anpassung insoweit verweigern, als sein Einkommen nicht durch Reallohnerhöhung, Teuerungszulagen oder sonst wie der Teuerung entspre- chend erhöht wird. Er verwirkt für das fragliche Jahr den Verweigerungsanspruch, sofern er diesen der Unterhaltsberechtigten nicht bis zum 31. Januar urkundlich nachweist. 3. Der Beklagte wird gestützt auf Art. 125 ZGB verpflichtet, der Klägerin ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis 30. April 2026 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 423.00 zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats. Dieser Unter- haltsbeitrag ist wie die Kinderun terhaltsbeiträge indexiert (Ziffer 2. 5 vorstehend). 4. Es wird jeder Partei zu Eigentum zugewiesen, was sich in ihrem Besitz befindet oder auf ih- ren Namen lautet. Damit sind die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt. 5. Die W.________Stiftung wird gestützt auf Art. 122 ZGB/ Art. 280 Abs. 2 ZPO angewiesen, vom Vorsorgekonto, lautend auf C.________ (Freizügigkeitskonto Nr . .________), den Be- trag von CHF 12'011.95 zuzüglich Zins ab dem 1. Januar 2017 auf das Freizügigkeitskonto (Konto-Nr. .________), lautend auf A.________, bei der X.________Stiftung zu überweisen. 6. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt: CHF 4'000.00 Entscheidgebühr CHF 230.00 Kosten für die Übersetzung CHF 4'230.00 Total Die Gerichtskosten werden im Umfang von ⅔ (= CHF 2'820.00) dem Beklagten auferlegt und von ihm nachgefordert. I m Umfang von ⅓ (= CHF 1'410.00) werden die Gerichtskosten der Klägerin auferlegt und einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Im Umfang der Zahlung geht die Forderung auf den Kanton Zu g über. Die Klägerin ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist. 7.1 Der Beklagte hat RA lic.iur B.________ eine Parteientschädigung von CHF 3'541.50 (MWST inbegriffen) zu bezahlen. 7.2 Im Umfang vo n CHF 7'082.95 (MWST inbegriffen) wird RA lic.iur B.________ aus der Ge- richtskasse entschädigt. Im Umfang der Zahlung geht die Entschädigungsforderung auf den Kanton Zug über. Die Klägerin ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 30/30 8. Gegen diesen Entscheid kann binnen 30 Tagen seit der Zustellung schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen unter Beilage des angefochtenen Entscheides Berufung beim Ober- gericht des Kantons Zug eingereicht werden. Gerügt werden kann die unrichtige Rechtsanwen- dung und/oder die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (Art. 310 ZPO). Die Berufungs- schrift kann in Papierform (je ein Exemplar für das Gericht und jede Gegenpartei) oder elektro- nisch, versehen mit einer anerkannten elektronischen Signatur, eingereicht werden (Art. 130 Abs. 1 und 2 ZPO). 9. Mitteilung an : - Parteien - Gerichtskasse (im Dispositiv) und auszugsweise an: - W.________Stiftung vorab zur Kenntnisnahme und nach Eintritt der Rechtskraft zum Vollzug von Ziffer 5 des Dispositivs sowie nach Eintritt der Rechtskraft auszugsweise an : - Direktion des Innern, Sonderzivilstandsamt Zug, Postfach 146, 6301 Zug - Amt für Kindes - und Erwachsenenschutz, Bahnhofstrasse 12, Postfach 27, 6301 Zug - Amt für Migration, Postfach 857, 6301 Zug Kantonsgericht des Kantons Zug 1. Abteilung lic.iur. D. Panico Peyer MLaw M. Casutt Kantonsrichterin Gerichtsschreiber in versandt am: cai