<h2>InitialSituation<h2><p>Das geltende Bundesgesetz über die Berufsbildung (BBG) ist seit dem 1. Januar 1980 in Kraft. In den vergangenen anderthalb Jahrzehnten haben sich Gesellschaft und Wirtschaft stark gewandelt. Die Entwicklung ging auch an der Berufsbildung nicht spurlos vorbei. Etliche parlamentarische Vorstösse und die öffentliche Diskussion über das Lehrstellenangebot vom Frühjahr 1996 zeugen von der Sorge um die Zukunft unseres Bildungssystems.</p><p>Der vorliegende Bericht erstellt eine Auslegeordnung der dem Bundesgesetz unterstellten Berufsbildung in der Schweiz und der damit zusammenhängenden Politikbereiche. Daraus werden Massnahmen für die eidgenössische Berufsbildungspolitik abgeleitet und zur Diskussion gestellt.</p><h2>Proceedings<h2><p>Im <b>Nationalrat</b> erntete der Bericht über Berufsbildung keine allzu guten Noten. Die Darstellung des Status quo sei zwar gewissenhaft und gründlich erfolgt. Die von den Verfassern angeregten 37 Massnahmen wurden aber als zu zaghaft und kaum zukunftsweisend empfunden. Rosemarie Dormann (C, LU) beklagte, dass es dem Bericht an Visionen fehle und erklärte, der Bund wolle sich wegen seiner Finanzprobleme bei der Berufsbildung aus der Verantwortung stehlen. Schon die Kommission hatte den Bericht als ungenügend empfunden und unter dem Druck des aktuellen Lehrstellenmangels gleich eine Reihe von Vorstössen in Motions- und Postulatsform (97.3245, 97.3246, 97.3247, 97.3248, 97.3249, 97.3250) lanciert.</p><p>Der <b>Ständerat</b> nahm vom Bericht des Bundesrates über die Berufsbildung Kenntnis. Er bezeichnete den Bericht als pragmatisch, bemängelte jedoch ähnlich dem Nationalrat, dass langfristige strategische Überlegungen zu kurz kämen.</p>