Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. September 2013 (720 13 54 / 217) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rückweisung an die IV-Stelle zu weiteren Sachverhaltsabklärungen Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgnaz Jer mann, Kantonsrichter Michael Guex, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch S ilvan Ulrich, Advokat, Postgasse 3, Postfach 619, 4147 Aesch gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1955 geborene, als Geschäftsführer der B.____ selbständig erwerbstätige A.____ meldete sich am 14. März 2007 unter Hinweis auf psychische Gesundheitsbeeinträchtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Be zug von Leistungen an. Die IV- Stelle Basel-Landschaft klärte in der Folge die gesundh eitlichen und die erwerblichen Verhält- nisse des Versicherten ab, wobei sie einen Invaliditätsgr ad von 57 % ermittelte. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach die IV-Stelle A.____ nach durchgefü hrtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 30. Januar 2013 rückwirkend ab 1. Januar 2007 eine halbe IV-Rente zu. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Silvan Ulrich, am 21. Februar 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte er, es sei in Abänderu ng der angefochtenen Verfügung vom 30. Januar 2013 die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, ihm mit Wirkung ab spätestens 1. Januar 2010 eine ganze IV-Rente und die entsprechende Kinderrente auszurichten. Eventua- liter sei die Sache zum neuen Entscheid an die Vorinstan z zurückzuweisen; unter o/e- Kostenfolge. C. Mit Eingabe vom 15. März 2013 teilte die IV-Stell e dem Kantonsgericht mit, dass sie mit einer gleichentags erlassenen neuen Verfügung die ange fochtene Verfügung vom 30. Januar 2013 „zwecks weiterer Abklärungen des erwerblichen und des medizinischen Sachverhalts durch die IV-Stelle“ aufgehoben habe. Sie beantragte dem Gericht deshalb, „das Beschwerde- verfahren sei zufolge Wiedererwägung lite pendente von der Kontrolle abzuschreiben.“ D. Der Beschwerdeführer liess sich am 12. April 2013 zu m Antrag der IV-Stelle, wonach das Beschwerdeverfahren abzuschreiben sei, vernehmen. Di e Beschwerdegegnerin wiederum äusserte sich am 13. Mai 2013 zu dieser Eingabe des Versicherten. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 23. Mai 2013 gel angte das Kantonsgericht zur Auf- fassung, dass das Beschwerdeverfahren nicht zufolge Wieder erwägung lite pendente abge- schrieben werden könne. Es beschloss stattdessen, den Fall a uszustellen und dem Beschwer- deführer vor einem allfälligen (Rückweisungs-) Entscheid des Kantonsgerichts Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde zu geben. Für die Begründung die ses Zwischenentscheides kann an dieser Stelle vollumfänglich auf die Erwägungen des Besch lusses vom 23. Mai 2013 verwiesen werden. F. Nachdem der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 24. Juni 2013 mitgeteilt hatte, dass er an der Beschwerde vom 21. Februar 2013 festhalte, wurde die Angelegenheit am 1. Juli 2013 erneut dem Gericht zur Beurteilung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2. Nach ständiger Rechtsprechung hat das Sozialversich erungsgericht die Gesetzmässig- keit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt zu beurteilen hat, der zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinwei- sen). Daraus folgt einerseits, dass Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverf ügung bilden sollen (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweis); andererseits hat die IV-Stelle Sachverhaltsentwicklungen wie etwa eine Verbesserung oder eine Verschlechterung de s Gesundheitszustandes, die im Laufe des IV-Abklärungsverfahrens eintreten, in der zu er lassenden Verfügung bei der Beurtei- lung des Leistungsanspruchs (mit-) zu berücksichtigen. Für di e Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist nach dem Gesagten der Sachverhalt massge bend, der am 30. Januar 2013, dem Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung, vorgelegen hat. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vor- aussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes - soweit ersichtlich - im Wesentlichen auf einen undatierten Beri cht der Klinik C.____ über einen vom Versicherten vom 7. Juni 2011 bis 18. Juli 2011 absolvier ten stationären Aufenthalt. Darin hiel- ten die behandelnden Ärzte als Diagnose eine seit ca. z ehn Jahren bestehende rezidivierende depressive Störung mit aktuell mittelschwerer Episode mit somatischem Syndrom (ÌCD-10 F33.11) fest. Gestützt darauf attestierten sie dem Versich erten in seiner angestammten Tätig- keit als Geschäftsführer für die Dauer des stationären Aufenthaltes eine vollständige und für weitere zwei bis drei Wochen eine 50 %-ige Arbeitsunfäh igkeit. Für die Zeit danach müsse die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den behandelnden Arzt erfolgen. 5.2 Im Rahmen des für die Invaliditätsbemessung erforde rlichen Einkommensvergleichs ging die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung v on einem Valideneinkommen des Versi- cherten von Fr. 205'254.-- aus. Dieses basiere, so die IV -Stelle, auf dem Durchschnitt der Ge- schäftsabschlüsse der Jahre 2003 bis 2005. Als Invalidenei nkommen ermittelte die IV-Stelle einen Betrag von Fr. 89'125.--, was dem Durchschnitt d er Geschäftsabschlüsse 2007 bis 2010 entspreche. Aus einer Gegenüberstellung dieser beiden Einkommen resultierte in der angefoch- tenen Verfügung vom 30. Januar 2013 ein Invaliditätsgrad des Versicherten von 57 %. 5.3 In seiner Beschwerde lässt der Versicherte sowohl den medizinischen Sachverhalt, den die IV-Stelle ihrem Entscheid zu Grunde gelegt hat, als auch das in der angefochtenen Verfü- gung ermittelte Invalideneinkommen beanstanden. Hinsich tlich der medizinischen Situation weist der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers darauf hin, dass das behandelnde Ärzteteam, die Dres. med. D.____ und E.____, Psychiatrie und Psycho therapie FMH, seit längerem von einer höheren Arbeitsunfähigkeit ausgehen würden und zudem von einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes des Patienten seit August 2010 berichtet hätten. In er- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht werblicher Hinsicht sei sodann von Bedeutung, dass der Ver sicherte seinen Gewerbebetrieb aus gesundheitlichen Gründen im Jahre 2011 eingestellt h abe. Diese massgebenden Entwick- lungen hätten zu Unrecht keine Berücksichtigung in der ang efochtenen Verfügung vom 30. Ja- nuar 2013 gefunden. 5.4 Der Versicherte macht somit in seiner Beschwerde vom 21. Februar 2013 im Wesentli- chen geltend, dass sich der medizinische Sachverhalt und sei ne erwerbliche Situation im Zeit- raum vor Verfügungserlass in einer anspruchserheblichen Weise verändert hätten. Nach dem oben Gesagten sind (allfällige) Änderungen der anspru chsbegründenden Tatsachen, die noch vor Verfügungserlass eingetreten sind, durch die IV-Stel le im laufenden Abklärungsverfahren und durch das Sozialversicherungsgericht im nachfolgenden Beschwerdeverfahren zu berück- sichtigen (vgl. E. 1.2). Dieser verfahrensrechtliche Grun dsatz wird denn auch von der Be- schwerdegegnerin - zu Recht - nicht in Frage gestellt. Wie den Akten entnommen werden kann, sind jedoch entsprechende weiterführende Abklärungen de s aktuellen medizinischen und ins- besondere auch des erwerblichen Sachverhaltes seitens der IV-Stelle vor Verfügungserlass unterblieben. Die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltu ngsverfahren sind demnach nicht ausreichend beweiskräftig. Der Sachverhalt bedarf sowohl in medizinischer als auch in er- werblicher Hinsicht weiterer Abklärung. Dieser Einschätzun g hat sich mittlerweilen auch die Beschwerdegegnerin vollumfänglich angeschlossen, geht si e doch in ihrer Eingabe vom 15. März 2013 ebenfalls davon aus, dass die Angelegenhe it „zwecks weiterer Abklärungen des erwerblichen und des medizinischen Sachverhalts“ an sie zurückzuweisen sei. Dieser nachträg- lichen Beurteilung der IV-Stelle ist seitens des Kanton sgerichts nichts mehr beizufügen und dem entsprechenden Antrag, welchem sich auch der Besch werdeführer nicht widersetzt, ist ohne Weiteres stattzugeben. 5.5 Aus dem Gesagten folgt als Ergebnis, dass die vorlieg ende Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen ist, als die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zur weite- ren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass ei ner neuen Verfügung an die IV- Stelle Basel-Landschaft zurückzuweisen ist. 6.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zu ergän zender Abklärung und neuer Beurtei- lung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unte rliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Ver fahrenskosten auferlegt werden. Auf- grund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfah- renskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten erhoben werden. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss zu- rückzuerstatten. 6.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 4. Juli 2013 für das vorl iegende Verfahren einen Zeitaufwand von 6,37 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig i n Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in So- zialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fä lle zur Anwendung gelan- genden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. N icht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 59.90. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1 '784.60 (6,37 Stunden à Fr. 250.- + Auslagen von Fr. 59.90 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 7. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 9 3 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 30. Janua r 2013 aufge- hoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 1'784.60 (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht