<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00094</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107286&amp;W10_KEY=4467144&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00094</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.06.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>polizeiliche Meldepflicht</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Polizeiliche Meldepflicht: Wochenaufenthalt oder Niederlassung?<br/><br/>Rechtsgrundlagen für die Meldepflicht bezüglich Niederlassung und Wochenaufenthalt (E. 2). Die Frage der Niederlassung betrifft das polizeiliche Domizil, wovon die Bestimmung von Spezialwohnsitzen zu unterscheiden ist (E. 4a.). Die Niederlassung ist aufgrund von objektiven Merkmalen zu prüfen (E. 4b). Der Beschwerdeführer erfüllt die Voraussetzungen für die Niederlassung in einer Tessiner (Zuzugs-)Gemeinde und kann daher nicht zur Anmeldung zur Niederlassung in einer Zürcher (Wegzugs-)Gemeinde verpflichtet werden, und zwar aus folgenden Gründen: Unter Berücksichtigung der Niederlassungsfreiheit sprechen die äusseren Umstände (u.a. Wohnung im Tessin, Aufgabe der operativen Tätigkeit im Familienunternehmen) für eine Niederlassung im Kanton Tessin (E. 5b). Die weiterhin noch teilzeitlich wahrgenommene Funktion als Verwaltungsratspräsident im Familienunternehmen erreicht zeitlich keinen solchen Umfang, dass eine Niederlassung im Kanton Zürich anzunehmen ist (E. 5c). Der Umstand, dass der Beschwerdeführer gelegentlich in der Wohnung der (getrennt lebenden) Ehefrau im Kanton Zürich übernachtet, lässt nicht auf eine hiesige Niederlassung schliessen (E. 5d). Im Übrigen geniesst die im Kanton Tessin begründete Niederlassung in zeitlicher Hinsicht Priorität (E. 5e).<br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANMELDUNG">ANMELDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MELDEPFLICHT">MELDEPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NIEDERLASSUNG">NIEDERLASSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NIEDERLASSUNGSFREIHEIT">NIEDERLASSUNGSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT">POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POLIZEILICHE MELDEPFLICHT">POLIZEILICHE MELDEPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POLIZEILICHES DOMIZIL">POLIZEILICHES DOMIZIL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Grundrechte ST: ÃBRIGE GRUNDRECHTE">ÃBRIGE GRUNDRECHTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOCHENAUFENTHALTER">WOCHENAUFENTHALTER</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 32 lit. I GemeindeG</span><br/><span class="ungerade">§ 33 GemeindeG</span><br/><span class="gerade">§ 34 lit. II GemeindeG</span><br/><span class="ungerade">§ 35 lit. II GemeindeG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Am 4. Februar 2002 meldete sich A als Wochenaufenthalter bei der Einwohnerkon­trolle der Stadt W an. Als Wohnsitzgemeinde nannte er Y (Tessin). Der Wochenaufent­halt wurde ihm fÃ¼r ein Jahr bewilligt. Nach­dem sich dessen Ehefrau C per 1. Mai 2002 in W zur Niederlassung angemeldet hatte, fÃ¼hrte die Einwohnerkontrolle in einem Schreiben vom 16. Mai 2002 gegenÃ¼ber A aus, dass durch den Zuzug der Ehefrau sein Wochen­auf­ent­halt in W nicht mehr lÃ¤nger gegeben sei und er sich in W als Nieder­gelassener anmelden mÃ¼sse. Mit Schreiben vom 31. Mai 2002 an die Einwoh­nerkontrolle hielt A daran fest, sei­nen Wohnsitz in Y zu haben. Mit Beschluss vom 8. Juli 2002 verpflichtete der Stadtrat X A, sich innert 30 Tagen in W anzumelden, weil die Voraussetzungen fÃ¼r den Wochenauf­ent­halt nicht mehr gegeben seien.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">II. Am 12. August 2002 erhob A gegen den Beschluss des Stadtrats Rekurs beim Bezirksrat X. Dieser wies den Rekurs am 29. Januar 2003 ab.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">III. Mit Beschwerde vom 5. MÃ¤rz 2003 beantragte A, es seien die BeschlÃ¼s­se des Be­zirksrats vom 29. Januar 2003 und des Stadtrats X vom 8. Juli 2002 aufzuheben und von einer zwangsweisen Anmeldung des BeschwerdefÃ¼hrers in W ab­zusehen. Eventualiter sei die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Der Bezirksrat beantragte mit Schreiben vom 19. Mai 2003 Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdegegner liess sich mit Beschwerdeantwort vom 14. April 2003 vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">1. a) GemÃ¤ss § 19c Abs. 2 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) ist gegen Rekursentscheide der BezirksrÃ¤te die Beschwer­­de zulÃ¤ssig. Ein Ausschlussgrund im Sinn von §§ 42 f. VRG liegt nicht vor. Weil auch die Ã¼brigen Sachvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Beschwerdeantwort ist dem Gericht verspÃ¤tet zugesandt worden (Poststempel: 17. April 2003; Fristende: 16. April 2003). VerspÃ¤tet eingereichte Eingabe sind grundsÃ¤tzlich unbeachtlich. Ausnahmsweise kann allerdings eine verspÃ¤tet eingereichte Eingabe doch noch zugelassen werden, wenn deren Inhalt Tatsachenmaterial enthÃ¤lt, welches das Ge­­richt aufgrund der Untersuchungsmaxime ohnehin von Amtes wegen zu beschaffen hÃ¤t­te (§ 60 VRG; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 60 N. 1). Im vorliegenden Fall ist das Gericht fÃ¼r dessen Beurteilung nicht zwingend auf eine weiter gehende Untersuchung der tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse angewiesen. Die verspÃ¤tet eingereichte Beschwerde­­­antwort ist deshalb aus dem Recht zu weisen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Wer in einer politischen Gemeinde im Kanton ZÃ¼rich Wohnsitz nimmt, hat sich dort zur Niederlassung anzumelden; wer sich daneben noch in einer anderen Gemeinde zum Wohnen aufhÃ¤lt, hat sich dort zusÃ¤tzlich zum Aufenthalt anzumelden (§ 32 Abs. 1 Satz 1 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 [GemeindeG]). Von der Meldepflicht wegen Aufenthalts in der Gemeinde ist befreit, wer sich nur vorÃ¼bergehend und nicht lÃ¤nger als drei Monate aufhÃ¤lt, desgleichen, wer sich vorÃ¼bergehend zur Pflege in einem Kranken­haus befindet oder wer in ein Heim eingewiesen ist (§ 33 GemeindeG). Bei der Anmeldung zum Aufenthalt kann der Nachweis verlangt werden, dass der Wohnsitz in einer anderen Ge­­meinde liegt (§ 35 Abs. 2 Satz 2 GemeindeG). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) Der Bezirksrat erwog, die Frage der Niederlassung sei nach objektiven Merkma­­len zu beurteilen. Wenn sich eine Person abwechslungsweise an zwei Orten aufhalte, sei darauf abzustellen, zu welchem der beiden Orte sie stÃ¤rkere Beziehungen unterhalte. Aus den Akten kÃ¶nne nicht entnommen werden, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer so organisiert habe, dass Y bereits jetzt seinen dauernden Lebensmittelpunkt bilde. Aus der Sicht von Drit­ten hÃ¤tten der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehefrau, die in W als Niedergelassene angemeldet sei, keine verschiedenen Lebensmittelpunkte. Die berufliche TÃ¤tigkeit des Beschwer­defÃ¼hrers umfasse das PrÃ¤sidium des Verwaltungsrats der Firma D AG mit Sitz in W. Bei dieser Firma sei seine Ehefrau als Prokuristin tÃ¤tig und zeichne wie der Beschwerde­fÃ¼hrer mit Kollektivunterschrift zu zweien. Aufgrund dieser UmstÃ¤nde kÃ¶nne davon ausgegangen werden, dass das Ehepaar nicht nur die Freizeit, sondern auch die berufliche TÃ¤tig­keit gemeinsam koordiniere, da sie beide in derselben Woh­nung in W wohnten. Dem Ar­beitsort W komme ein erhÃ¶htes Gewicht zu. Es sei daher vertretbar, dem Aufenthalt im Tessin lediglich Sonderzwecke zuzuordnen (Frei­zeit, Erholung), wÃ¤hrend der BeschwerdefÃ¼hrer von der W-er Wohnung aus das ganze Ã¼brige Leben organisiere.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der BeschwerdefÃ¼hrer lÃ¤sst vorbringen, dass er seinen Ruhestand in Y ver­brin­gen wolle. Die GeschÃ¤ftsfÃ¼hrung seiner Firma D AG habe er auf Anfang des Jahres 2000 seinen Kindern Ã¼bergeben. Er selber habe lediglich noch das PrÃ¤sidium des Verwaltungsrats des Familienunternehmens inne und stehe seinen Kindern beratend bei. Ausserdem habe er seine politischen und unternehmerischen Ãmter in W niedergelegt. Der Umstand, dass er ab und zu in W weile, vermÃ¶ge keinen Lebens­mittelpunkt in dieser Gemeinde zu be­grÃ¼nden. Seine Ehefrau sei immer noch aktiv als Prokuristin in der Firma tÃ¤tig und habe daher im Mai 2002 ihren Wohnsitz von Y nach W verlegt. Die beiden Ehegatten hÃ¤tten nun ihr Leben unabhÃ¤ngig voneinander organisiert, und die Vorstellungen Ã¼ber die gemeinsame Zukunft seien auseinander gegangen. Aus diesem Grund hÃ¤tten die Eheleute ein Begehren um gerichtliche Trennung der Ehe beim Bezirksgericht ZÃ¼rich eingereicht, dem mit Urteil vom 11. November 2002 entsprochen wurde. Bei seinen Aufenthalten in W Ã¼bernachte zwar der BeschwerdefÃ¼hrer in der alten gemeinsamen Wohnung, doch treffe es nicht zu, dass er an dieser Adresse mit der Ehefrau zusammen wohne. Sein Lebensmittelpunkt befinde sich daher in Y.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. a) Die Frage der Niederlassung betrifft das polizeiliche Domizil. Davon zu unterscheiden sind der zivilrechtliche Wohnsitz und Spezialwohnsitze wie Steuerdomizil, politischer Wohnsitz, Sozialleistungswohnsitz usw. mit eigenstÃ¤ndigen AnknÃ¼pfungspunkten (Karl SpÃ¼hler, Die Rechtsprechung zur polizeilichen Meldepflicht bei Niederlassung und Aufenthalt, ZBl 93/1992, S. 337 ff., 339 ff.; VGr, VB.2000.00129, 30. August 2000, E. 2a mit weiteren Hinweisen). Der Entscheid Ã¼ber das polizeiliche Domizil bedeutet nur, dass der Niederlassung kein administratives Hindernis entgegensteht, und die Bejahung der Nie­derlassung prÃ¤judiziert die Frage nach der Bestimmung der (Spezial-)Wohnsitze nicht (SpÃ¼h­ler, S. 341).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) FÃ¼r die PrÃ¼fung der Niederlassung sind objektive Merkmale und nicht die subjek­­tive Verbundenheit mit einem Ort massgebend (SpÃ¼hler, S. 342 f.; Hans Rudolf Thalmann, Kommentar zum ZÃ¼rcher Gemeindegesetz, 3. A., WÃ¤denswil 2000, § 32 N. 1.4.3. ff.; jeweils auch zum Nachfolgenden). Die Anmeldung zur Niederlassung hat am Ort zu erfolgen, zu dem die engsten Beziehungen bestehen. Fallen â wie hier â Ort der (Teil­zeit-)Arbeit und Wohnort auseinander, ist zu prÃ¼fen, zu welchem Ort eine stÃ¤rkere per­sÃ¶nliche Beziehung be­steht. Am <i>Arbeitsort </i>hat sich als Niedergelassener beispielsweise anzumelden, wer an diesem Ort die persÃ¶nlichen Effekten aufbewahrt, dort die Freizeit ver­bringt, die private Kor­res­pondenz archiviert oder eine Wohnung mit dem Ehepartner besitzt. Hingegen hat der <i>Wohn­ort</i> Vorrang, wenn die Beziehungen zum Arbeitsort nur lose Bedeutung haben, etwa dann, wenn ein RÃ¼ckkehr vom Arbeits- zum Wohnort tÃ¤glich oder auch nur wÃ¶chentlich erfolgt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) FÃ¼r die Beurteilung ist fÃ¼r das Verwaltungsgericht nach allgemeinen GrundsÃ¤tzen die Sachlage zur Zeit der erstinstanzlichen Anordnung massgebend (KÃ¶lz/Boss­hart/ RÃ¶hl, § 52 N. 16), zumal der Beschwerdegegner aufgrund seither eingetretener UmstÃ¤nde oder neuer Erkenntnisse grundsÃ¤tzlich jederzeit einen neuen Entscheid treffen kann. Der Beschluss des Beschwerdegegners datiert vom 8. Juli 2002. Dies schliesst nicht aus, auch nach diesem Zeitpunkt eingetretene UmstÃ¤nde hilfsweise zu berÃ¼cksichtigen, insbesondere wenn sie RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die Situation zur Zeit des Erlasses des erstinstanzlichen Beschlus­ses erlauben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. a) BezÃ¼glich der MeldeverhÃ¤ltnisse ergibt sich zusammengefasst Folgendes: Der BeschwerdefÃ¼hrer hat sich per 1. Januar 2002 in Y zur Niederlassung angemeldet (vgl. 9/4 S. 3). Dies geht auch aus der BestÃ¤tigung der Gemeinde Y vom 8. Februar 2002 hervor, wo­nach er in der Gemeinde ordnungsgemÃ¤ss niedergelassen sei ("regolarmen­te domiciliato") und dort seinen zivilrechtlichen, politischen und steuerrechtlichen Wohnsitz habe. GestÃ¼tzt auf seine Anmeldung vom 4. Februar 2002 wurde ihm in W der Wochenaufenthalt fÃ¼r ein Jahr bewilligt. Mit dem angefochtenen Beschluss des Beschwerdegegners wurde der BeschwerdefÃ¼hrer verpflichtet, sich innert 30 Tagen in W (zur Niederlassung) anzumel­den und den Heimatschein zu hinterlegen. Infolge der Anfechtung dieses Beschlusses und der da­mit verbundenen aufschiebenden Wirkung blieb der damalige Status des BeschwerdefÃ¼hrers als Wochenaufenthalter bestehen. Inzwischen ist die Bewilligung fÃ¼r den Wochenaufenthalt abgelaufen. Eine VerlÃ¤ngerung ist nicht aktenkundig.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Auszugehen ist vom Recht einer Schweizerin und eines Schweizers, sich an jedem Ort des Landes niederzulassen (Art. 24 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999; Ulrich Cavelti in: Bernhard Ehrenzeller u.a. [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, [St. Galler] Kommentar, ZÃ¼rich/Basel/Genf/Lachen 2002, Art. 24 N. 5). Allerdings berechtigt die Niederlassungsfreiheit nicht, einen beliebigen Ort als Niederlassung zu bezeichnen, ohne dass die tatsÃ¤chlichen Voraussetzungen dafÃ¼r gegeben sind (Thalmann, Vorbemerkungen zu §§ 32 â 39 N. 2.3). Die AusfÃ¼hrungen des BeschwerdefÃ¼hrers, wonach er seinen Lebensmittelpunkt ins Tessin verlegt und in W "seine Zelte abgebrochen" habe, sind glaubhaft. Die Ã¤usseren UmstÃ¤nde (Wohnung in Y; RÃ¼ckzug aus der operativen TÃ¤tigkeit der Firma; Niederlegung der politischen und unternehmerischen Ãmter; Lebensalter) legen es nahe, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nach der aktiven TÃ¤tigkeit als GeschÃ¤ftsfÃ¼h­rer sein Leben nun tatsÃ¤chlich im Tessin verbringen will, dort ein Beziehungsnetz hat oder es aufzubauen beabsichtigt. Dadurch sind die Voraussetzungen fÃ¼r die Niederlassung in Y erfÃ¼llt. War dies bereits zum Zeitpunkt des erstinstanzlichen Be­schlusses im Juli 2002 der Fall, so muss dies umso mehr heute gelten, nachdem die Ehe am 11. November 2002 gerichtlich getrennt worden ist: Die Lebenskreise der Eheleute sind nicht (mehr) identisch. Die Ehegattin lebt in W und ist weiterhin in der Firma aktiv, wÃ¤hrend sich der Beschwerde­fÃ¼hrer weitgehend im Tessin eingerichtet hat und sich auf die AusÃ¼bung des Mandats als VerwaltungsratsprÃ¤sident beschrÃ¤nkt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Wie sich aus den Akten ergibt, handelt es sich bei der BeschÃ¤ftigung des Beschwer­defÃ¼hrers bei der D AG freilich nicht lediglich um eine sporadisch ausgeÃ¼bte Berater­tÃ¤tigkeit. GemÃ¤ss den Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers im "Fragebogen fÃ¼r Wochenaufenthalt" erreicht die TÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers doch eine gewisse IntensitÃ¤t, und zwar sowohl hinsichtlich zeitlicher Inanspruchnahme (Ver­merk "TeilzeitbeschÃ¤ftigung" im Fragebogen) als auch in Bezug auf die Anwesenheit am Firmensitz (Vermerk "BÃ¼ro"). BeschrÃ¤nkte sich die Arbeitsleistung nur auf kurze, beratende EinsÃ¤tze, die Ã¼berdies nicht an die persÃ¶nliche PrÃ¤senz am Firmensitz gebunden wÃ¤­ren, so hÃ¤tte von vornherein kein Anlass fÃ¼r eine Anmeldung zum Wochenaufenthalt be­standen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Entgegen der Auffassung der Vorinstanzen kann aber nicht davon ausgegangen wer­­den, dass die BeschÃ¤ftigung des BeschwerdefÃ¼hrers bereits einem solchen Umfang entspricht, der eine Anmeldung zur <i>Niederlassung </i>in W erfordert. Die mit der Funktion als Ver­waltungsratsprÃ¤sident verbundenen Aufgaben (mehr strategische Unternehmensentschei­de; Beratung) und die Ã¼bersichtliche Firmenstruktur (Familienunternehmen) machen im Allgemeinen keine anhaltende Anwesenheit am Sitz des Unternehmens zwingend notwendig. Selbst wenn die TÃ¤tigkeit zeitintensiver wÃ¤re und sie eine RÃ¼ckkehr ins Tessin manchmal nur am Wochenende zulassen sollte, wÃ¤re ein so gearteter Aufenthalt in W mit einer Wochenaufenthaltsbewilligung hinlÃ¤nglich abgedeckt, nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer ‑ wie glaubhaft ausgefÃ¼hrt â nur noch sehr lose Beziehungen zu seinem frÃ¼heren Wohn­ort unterhÃ¤lt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Keine Rolle spielt der Umstand, dass das Unternehmen des BeschwerdefÃ¼hrers eine Wohnung in W besitzt, die von der Ehefrau bewohnt wird und die der BeschwerdefÃ¼hrer gelegentlich zum Ãbernachten benutzt. Nach der gerichtlichen Ehetrennung spricht al­les dafÃ¼r, dass der Aufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers in der Wohnung nicht der gemeinsamen Gestaltung des Lebens der Eheleute dient, sondern nur der vorÃ¼bergehenden Beherber­gung. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">e) Im Ãbrigen gilt bei Gleichwertigkeit von zwei Ã¶rtlichen AnknÃ¼pfungspunkten der­jenige Ort als Niederlassung, an welchem <i>zuerst </i>eine Wohnsitznahme erfolgt ist (Thalmann, § 32 N. 1.4.1; SpÃ¼hler, S. 343). Nach dem Umzug des BeschwerdefÃ¼hrers nach Y und nach der in der Folge von der neuen Wohnortsgemeinde bescheinigten Niederlas­sung geniesst die Niederlassung in Y auch unter diesem Gesichtswinkel PrioritÃ¤t.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. Der Beschwerdegegner hat somit den BeschwerdefÃ¼hrer zu Unrecht verpflichtet, sich in W zur Niederlassung anzumelden. Die Beschwerde ist gutzuheissen. Der Beschluss des Bezirksrats X vom 29. Januar 2003 und der Beschluss des Stadtrats X vom 8. Juli 2002 sind aufzuheben. Bei verÃ¤nderten VerhÃ¤ltnissen ist es dem Beschwer­degegner allerdings unbenommen, die MeldeverhÃ¤ltnisse neu zu prÃ¼fen (vgl. § 34 Abs. 2 GemeindeG). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Rekurs- und Gerichtskosten dem Beschwer­­degegner aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Der Beschwerde­­gegner ist verpflichtet, dem anwaltlich vertretenen obsiegenden BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 VRG). Als angemessen erweisen sich insgesamt Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1.<span> </span>Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschluss des Bezirksrats X vom 29. Januar 2003 und der Beschluss des Stadtrats X vom 8. Juli 2002 werden aufgehoben.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2.<span> </span>Die Rekurskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'560.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <span><br/> </span> <p class="Einzug2">5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren von insgesamt Fr. 1'500.-- (Mehrwert­steuer inbegriffen) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoNormal">...</p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>