TPF 2004 27 27 Prüfvermerk begnügte.Indessengeh örteinedoppelteKontrollevonFaktu- rennichtzudenjenigenVorsichtsmassnahmen,diealsMinimumzuverlan- gensind.DasBundesgerichterblicktimSystemderKollektivunterschrift einMittel,umMissbrauchvonVertretungsbefugniszuverhindern(BGE 118IV35E.2S.37f.).Indemesdiebetr ügerische Täuschungdeseinen Unterzeichnersdurchdenanderenf ürm öglichhält, bringteszumAus- druck,dassdemeinenUnterzeichnerdievolleVerantwortungf ürdieRich- tigkeiteinernamensdervertretenenPersonunterzeichnetenErkl ärungzu- kommenkann.AusdieserW ürdigungderDoppelunterschriftimAussen- verhältnismussf ürdasamtsinterneVer hältnisabgeleitetwerden,dassdie Kontrolleeinesf ürdieVerm ögensverfügung massgeblichenSachverhalts durcheinePerson genügt,wenndieseinderLageist,aufgrundspezifischer oderallgemeinerKenntnissediesenzupr üfen.DemFWKwarunbenom- men,strengereRegelnvorzuschreiben;ihreVerletzungmagf ürdieinterne Haftungmassgeblichsein,stehtaberderAnnahmevonArglistnichtentge- gen.Anders wäreesnur,wenndasVier-Augen-PrinzipGesetzeskraftge- habth ätte;daswaraberdamalsnochnichtderFall(Art.39Finanzhaushalt- verordnung[SR611.01]inderFassungvor1.April2003[AS1990,996]). EntsprechendvermochtedennauchderZeugeF.nichtzu bestätigen,dass die Doppelunterschriftschon vorherimBund die Regel gewe sen wäre. TPF 200427 9.AuszugausdemEntscheidderStrafkammerinSachenBundesanwalt- schaftgegenA.,B.,C.,D.undE.vom22.September2004bzw.11.M ärz 2005(SK 003-007/04) Konkurrenz gewerbsmässiger Delikte. Berichtigung. Art. 68 StGB LiegtineinerGesamtbetrachtungsowohlbeiBetrugalsauchbei betrügeri- schemMissbraucheinerDatenverarbeitungsanlageGewerbsm ässigkeitvor,so ist trotz echter GesetzeskonkurrenzArt. 68 StGB nicht anzuwenden (E. 11.2.4). DieBerichtigungvonRechenfehlernoderoffensichtlichenVerseheninUrteilen derStrafkammeristauchohneausdr ücklicheGesetzesvorschrift möglich (E.2, 2.2–2.4).TPF 2004 27 28 Vorausgesetztistjedoch,dasssichderrichterlicheWilleausdenErw ägungen ergibt (E. 3.2). Concours entre délits commis par métier. Rectification. Art. 68 CP S’ilrésulted’une appréciationglobaleque l’auteur s’est renducoupablepar métier aussibien d’escroqueriequed ’utilisation frauduleuse d’un ordinateur, l’art. 68CPne s’applique pas,alors même qu’ilyaconcours réel (con- sid. 11.2.4). Même en l’absencededisposition légale expresse,les arrêts delaCourdes affaires pénales peuventfaire l’objet derectificationsencas d’erreurs decal- culs ou d’inadvertances manifestes (consid. 2, 2.2–2.4). C’està laconditiontoutefoisquela volonté dujuge résulte des considérants (consid. 3.2). Concorso di reati commessi per mestiere. Rettifica. Art. 68 CP Se, nell’ambito diunaconsiderazioneglobale, è accertatalacommissioneper mestieresiaincasoditruffasiaincasodiabusofraudolentodi unimpianto per l’elaborazionedeidati, l’art.68CPnondeveessereapplicatononostantevisia concorrenzapropria (consid. 11.2.4). LarettificadierroridicalcoloodisvisteevidentinellesentenzedellaCorte penale è possibile anche se nza una norma legale esplicita (consid. 2, 2.2–2.4). È tuttaviaindispensabilechelavol ontà delgiudicerisultidaiconsiderandi (consid. 3.2). Zusammenfassung des Sachverhalts: Nachgemeinsamem,arbeitsteiligemPlanmehrerer Täterwurdenf üreine inländischeGesellschaftbeiderEid genössischenSteuerverwaltungMehr- wertsteuer-AbrechnungeneingereichtunddarinjefiktiverVorsteuerauf- wandundExportgeltendgemacht.EinerderBeteiligtenerwirktealsRevi- sorderSteuerverwaltung,teilweiseunterBenutzungdesdienstlichenCom- putersandererRevisoren,dassdiedeklariertenVorsteuernausbezahltwur- den.TPF 2004 27 29 A.wurdeunteranderemwegengewerbsm ässigen Betrugssowiegewerbs- mässigen betrügerischenMissbrauchseinerDatenverarbeitungsanlagever- urteilt.SeinemamtlichenVerteidigerwurdeeineEntsch ädigungzugespro- chen.BeiderAuszahlungergabensichHinweise,dassdiesefalschberech- net wordenwar. Entscheid vom 22. September 2004 Aus den Erwägungen: 11.2.4 DerAngeklagteA.wirddesgewerbsm ässigenBetrugssowiedes betrügerischenMissbrauchseinerDatenverarbeitungsanlageschuldigge- sprochen,wobeidasqualifizierendeMerkmalderGewerbsm ässigkeit auf eineGesamtbeurteilungzur ückzuführenist.DieechteGesetzeskonkurrenz dieserqualifiziertenTatb estände wirddaherbeiderStrafzumessungnichtin AnwendungvonArt.68StGB zusätzlichschulder höhend berücksichtigt (insoweitauch S CHMID,Computer-sowieCheck-undKreditkarten- Kriminalität,KommentarzudenneuenStrafta tbeständendesschweizeri- schenStrafgesetzbuches, Zürich1994, § 7N.163ff.).Hingegenfallendie SchuldsprüchedermehrfachenUrkundenf älschungundmehrfachenGeld- wäschereiimDeliktsbetragvonca.Fr.3,8Mio.inerheblichemMasse straferhöhend ins Gewicht(Art. 68 Ziff. 1 StGB). Berichtigung vom 11. März 2005 Aus den Erwägungen: 2. EineNorm,wonachdieStrafkammerKorrekturenaneinemer öffneten Entscheidvornehmendarf,siehtwederdieBundesstrafprozessordnung nochdasStrafgerichtsgesetzausdr ücklichvor.Ebensowenigkanndem GesetzdurchAuslegungeineRegelungentnommenwerden.EsistimFol- gendenzuuntersuchen,obdasFehleneinerRegelungaufeinVersehendes Gesetzgeberszur ückzuführenist,mithineineausf üllungsbedürftige Lücke imSinneeinerplanwidrigenUnvol lständigkeitdesGesetzesvorliegt,oder aberobderGesetzgeberdiesesProblembewusstnichtregelteundeine Korrekturdaherunzul ässigseinsoll(vgl.zudenGesetzesl ücken unddem qualifiziertenSchweigen: H ONSELL,BaslerKommentar,2.Aufl.,Basel 2002, Art. 1 ZGB N. 27und 31 f.).TPF 2004 27 30 2.2 Gemäss bundesgerichtlicherRechtsprechungbestehtinbestimmten Grenzeneinverfassungsm ässigerAnspruchaufEr läuterung(BGE130V 320E.2.3S.325).DieserAnspruchgehtinhaltlichnicht überArt.145OG hinaus(BGE 130 V 320 E. 3.1 S. 326 ). Gemäss dem Grundgedanken von Art. 145 OG und Art. 69 VwVG – Letzte- rergiltf üruntereInstanzen – solleinRechtsspruch,derRechnungsfehler enthält,formlosundjederzeitberichtigtwerden können. DasBundesgericht erachtetdieBerichtigungvonRechenfehlernferneralseinendemSozial- versicherungsrechtinnewohnendenVerfahrensgrundsatz.DiesesRechtsge- bietbergedieGefahrvielerRechenfehler,unddasGebotderrechtsgleichen AnwendungdesmateriellenRechtsgebiete,dasssolcheFehlerm öglichst formloskorrigiertwerden könnten (BGE99V62E.2bS.64;130V320 E. 2.3 S. 326).( … ) 2.3 InLehreundPraxisfindetsichdieAuffassung,dassdieBerichtigung offensichtlicherVersehenauchohnegesetzlicheGrundlage zulässigsei (PKG1994N.32S.104; P OUDRET,Commentairedelaloif édérale d’organisation judiciaire, VolumeV, Art. 136−171, Bern 1992, Art. 145OG N.1S.79;vgl. P IQUEREZ,Pr océdure pénaleSuisse, Zürich2000, § 140 N. 3082f.)DanachliegtesinderNaturderSache,dassdieZust ändigkeit zurBerichtigungeinesEntscheidsbeijenemGerichtliegt,vonwelchem dieserstammt(vgl. P OUDRET,a.a.O., Art. 145 OG N. 1S.78). 2.4 AlsErgebnisausvorstehendenEr wägungen undinsbesonderevordem Hintergrund,dassderAnspruchaufBerichtigungausdemRechtsgleich- heitsgebot(Art.8BV)abgeleitetwird(sieheE.2.2),istvoneinemVerse- hendesGesetzgebersauszugehen.EsliegteineGesetzes lückevor,welche zu schliessen ist. (… ) 3.2 SichausdemDispositivselbstergebende,dasheisstoffensichtliche Fehler,d ürfenohneweiteresvonderStrafkammerkorrigiertwerden.Zu denken ist hier beispielsweise an einefehlerhafte Addition. GibtandererseitsdasDispositivdent atsächlichenWillendesGerichtsnicht richtigwieder,und lässtsichaufgrundderEr wägungen auchnichtaufdie- senWillenschliessen – weilsichdasGerichtbeispie lsweise überhauptnicht odernurunklarzueinerbestimmtenFrage äussert –, hälteineKorrekturdes EntscheidsvordemGrundsatzderRechtssicherheitnichtStand.Nichter-TPF 2004 31 31 sichtlichistdem gegenüber,weshalbeinversteckterFehlerdannnichtkorri- giertwerden dürfte,wennanhandderEr wägungen derEntscheidprozess unddamitderwirklicheWilledesGerichtsnachvollziehbarist(vgl.auch POUDRET,a.a.O.,Art.145OGN.1S.77,wonachderZweckderEr läute- runggem äss Art.145OGdarinbesteht,demEntscheiddieFormulierungzu geben,welchegedachtundbeabsichtigtwar;ferner H AUSER/SCHWERI, Kommentarzum zürcherischenGerichtsverfassungsgesetz, Zürich2002, § 166 GVGN.1).DamitwirdnichteinMangelinderWillensbildungkor- rigiertundderEntscheiderf ährtkeineinhaltliche Änderung,wirddiesem doch nichtsbeigef ügt, was nicht bereitsInhalt ge wesen wäre. Die Zuständigkeitf ürdieVornahme zulässigerKorrekturenliegtbeider Strafkammer. TPF 200431 10.AuszugausdemEntscheidderBeschwerdekammerinSachenA.gegen EidgenössischesUntersuchungsrichteramtvom21.Oktober2004 (BK_B 132/04) Abweisung eines Beweisantrags. Art. 115 Abs. 1 BStP Das Eidgenössische Untersuchungsrichteramtistnichtverpflichtet,diebean- tragteBefragungeinesEntlastungszeugendurchz uführen. Esistnurverpflich- tet,denSachverhaltsoweitfestzustellen,alsesderBundesanwaltschaftdamit ermöglicht wirdzuentscheiden,obAnklagezuerhebenoderdasVerfahren einzustellensei.SoweiteineBefragungauchinderHauptverhandlungnoch möglich ist,entstehtdemBeschuldigtendurchdieAbweisungeinesBeweisan- tragskein nichtwiedergutzumachender Nachteil. Rejet d’une offre de preuve. Art. 115 al. 1 PPF L’Officedesjuges d’instructionfédérau x n’estpastenu d’entendreun témoin à décharge dont l’audition a été requise.Il n’esttenuquedeconstaterlesfaitsde façonà permettreauM inistère publicdela Confédération de déciders’il ya lieu d’ordonner lamiseenaccusationoudesuspendrela procédure. Dansla