JAAC66.18 Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 5. April 2001 in Sachen F. gegen das Volkswirtschaftsdepartement sowie das Landwirtschaftsamt des Kantons Luzern, 99/JO-003 Subventions agricoles (contributions à la production intégrée). Restitution de contributions à la production intégrée. Prescription du droit à la restitution. Art. 32 al. 2 LSu. Prescription. Le droit d’exiger la restitution de contributions à la production intégrée n’est pas prescrit, si l’autorité qui a rendu la décision fait valoir sa prétention avant l’échéance d’une année à compter du jour où elle en a eu connaissance (consid. 3.1 et 3.2). Art. 30 al. 1 et 2 LSu. Révocation d’aides financières. Les exigences liées à la révocation de contributions à la production intégrée ne sont pas réalisées s’il est établi que le bilan des éléments nutritifs était «équilibré» sur l’exploitation du bénéficiaire de l’aide et que partant toutes les conditions d’octroi desdites contributions étaient remplies (consid. 4 ss). Landwirtschaftliche Beiträge (IP-Beiträge). Rückforderung ausbezahlter IP-Beiträge. Verjährung des Rückforderungsanspruchs. Art. 32 Abs. 2 SuG. Verjährung. Der Anspruch auf Rückforderung von ausbezahlten IP-Beiträgen ist nicht verjährt, wenn die verfügende Behörde diesen vor Ablauf eines Jahres seit Kenntnis geltend macht (E. 3.1 und 3.2). Art. 30 Abs. 1 und 2 SuG. Widerruf von Finanzhilfen. 1Die Voraussetzungen für einen Widerruf von IP-Beiträgen sind nicht gegeben, wenn gestützt auf Beweismittel erstellt ist, dass die Nährstoffbilanz auf dem Betrieb des Finanzhilfeempfängers ausgeglichen war, und daher alle Bedingungen für die Ausrichtung von IP-Beiträgen erfüllt waren (E. 4 ff.). Sovvenzioni agricole (contributi per la produzione integrata). Restituzione di contributi per la produzione integrata già attributi. Prescrizione del diritto alla restituzione. Art. 32 cpv. 2 LSu. Prescrizione. Il diritto alla restituzione di contributi attribuiti per la produzione integrata non è prescritto, se l’autorità decisionale fa valere questo diritto entro un anno a partire da quando essa ne è venuta a conoscenza (consid. 3.1 e 3.2). Art. 30 cpv. 1 e 2 LSu. Revoca di aiuti finanziari. Le premesse per una revoca di contributi per la produzione integrata non sono date in primo luogo quando, sulla base di mezzi prova, é accertato che il bilancio degli elementi nutritivi nell’azienda del beneficiario dell’aiuto finanziario era equilibrato e in secondo luogo quando le condizioni per l’attribuzione dei contributi per la produzione integrata non erano adempiute (consid. 4 segg.). F.wurdenimDezember1996IP-BeiträgeimBetragvonFr.13824.- ausbezahlt. MitEntscheidvom2.März1998stelltedasLandwirtschaftsamt desKantonsLuzern(Landwirtschaftsamt)fest,dassaufdem BetriebvonF.dieNährstoffbilanzimJahr1996nichtausgeglichen gewesenseiunddaherdieIP-Beiträge1996zuUnrechtausbezahlt wordenseien. EsverpflichteteF.zurRückerstattungdeserhaltenen Bundesbeitrages. DasVolkswirtschaftsdepartementdesKantonsLuzern (Volkswirtschaftsdepartement)bestätigte-wennauchausandern Gründen(RückforderungdesBeitrageswegenfalschenAngabenvon F.)-aufBeschwerdehindiesenEntscheid. GegendenEntscheiddes VolkswirtschaftsdepartementserhobF.(Beschwerdeführer)am9.Juli 1999BeschwerdebeiderRekurskommissiondesEidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes(RekurskommissionEVD,REKO/EVD). Erbeantragtunteranderem,esseiderEntscheidaufzuhebensowiedie Direktzahlungennichtzurückzufordernbzw. nichtzuverrechnen. Erhältfest, dieNährstoffbilanzimJahre1996seiausgeglichengewesen. AusdenErwägungen: 1. (…) 2. Mitderam1.Januar1993inKraftgetretenenÄnderungdesBundesgesetzes vom3.Oktober1951überdieFörderungderLandwirtschaftunddie ErhaltungdesBauernstandes(altesLandwirtschaftsgesetz[LwGvon1951], 2AS1993 1571)hattederBundesgesetzgeberinderLandwirtschaftdie ergänzendenDirektzahlungenunddieDirektzahlungenfürbesondere ökologischeLeistungeneingeführt. Aufden1.Januar1999wurde dasLandwirtschaftsgesetzvom3.Oktober1951aufgehobenunddas neueBundesgesetzvom29.April1998überdieLandwirtschaft(neues Landwirtschaftsgesetz[LwG],SR910.1)inKraftgesetzt. NachArt.187 Abs.1diesesGesetzesbleibenjedochdieaufgehobenenBestimmungen -mitAusnahmederVerfahrensvorschriften-aufallewährendihrer GeltungsdauereingetretenenTatsachenanwendbar. DaesumdieBeiträge 1996fürbesondereökologischeLeistungengeht,findenjeneBestimmungen Anwendung,die1996inKraftwaren. 2.1. GemässArt.31aLwGvon1951richtetederBundzurSicherungeines angemessenenEinkommensergänzendDirektzahlungenandiebäuerlichen Bewirtschafteraus. DieseZahlungensolltenzusammenmitjenennach Art.31bLWGvon1951(Direktzahlungenfürbesondereökologische Leistungen)derLandwirtschaftermöglichen,dievonihrverlangtenAufgaben undgemeinwirtschaftlichenLeistungenzuerfüllen(Art.31aAbs.1LwGvon 1951). NachArt.31bLwGvon1951fördertederBundmitAusgleichsbeiträgen Produktionsformen,diebesondersumweltschonendodertiergerechtsind, namentlichdenBiologischenLandbau,dieIntegrierteProduktionoder diekontrollierteFreilandhaltunginderTierproduktion. DieseBeiträge wurdenmitBedingungenundAuflagenverknüpft,diederBundesratfestlegte. AusserdemhattedergesamteBetriebdieBedingungenundAuflagennach Art.31aLwGvon1951zuerfüllen(Art.31bAbs.1undAbs.5LwGvon1951). DieKantoneüberprüften,obdieProduzentendieBedingungenundAuflagen einhalten. SiekonntendieAufgabeanerkanntenOrganisationenübertragen. DasDepartementregeltedieAnerkennungderOrganisationen(Art.31bAbs.6 LwGvon1951). 2.2. GestütztaufArt.31aund31bLwGvon1951undArt.117LwGvon1951 hattederBundesratam26.April1993dieVerordnungüberergänzende DirektzahlungeninderLandwirtschaft(alteDirektzahlungsverordnung [DZVvon1993],AS 1993 1574)sowiedieVerordnungvom24.Januar1996 überBeiträgefürbesondereLeistungenimBereichederÖkologieundder NutztierhaltunginderLandwirtschaft(Öko-Beitragsverordnung,OeBV,AS 1996 1007)erlassen. DanachgewährtderBundaufGesuchhinBeiträgean bäuerlicheBewirtschaftervonLandwirtschaftsbetriebenfürdenökologischen Ausgleich,dieIntegrierteProduktion,denBiologischenLandbau,besonders tierfreundlicheStallhaltungssystemeunddiekontrollierteFreilandhaltung vonNutztieren(Art.1OeBV).IP-BeiträgewerdengewährtanBewirtschafter, diedengesamtenBetriebnachdenvomBundesamtanerkanntenRegeln derIntegriertenProduktionbewirtschaftenunddielandwirtschaftlichen VorschriftenderUmweltschutz-,Gewässerschutz-undTierschutzgesetzgebung einhalten(Art.20Abs.1,Art.21Abs.1und2OeBV).DasBundesamtanerkennt dieRegelnderIntegriertenProduktionabernur,wennsiemindestensdiein Art.22OeBVaufgeführtenVoraussetzungenerfüllen. Sosindunteranderem dieNährstoffkreisläufemöglichstzuschliessenunddieZahlderNutztieredem Standortanzupassen. EsisteinePhosphor-undStickstoffbilanzzuerstellen (Art.22Bst.cOeBV).DerBewirtschafterführteinBetriebsheft,dasjederzeit 3AuskunftgibtüberdieNutzungdesKulturlandes,denEinsatzvonDüngerund Pflanzenbehandlungsmitteln,diedurchgeführtenFeldarbeitenundweitere produktionstechnischeMassnahmen(Art.21Abs.3OeBV). DerBewirtschaftermussKontrollenzulassen. SoüberprüftderKanton odereinevonihmbeigezogeneOrganisationdievomBewirtschafter eingereichtenAngaben,dieEinhaltungderVoraussetzungenundAuflagen unddieBeitragsberechtigung. UnstimmigkeitensinddemBewirtschafter unverzüglichmitzuteilen(Art.31OeBV).DieBeiträgewerdengekürztoder verweigert,wennderGesuchstellervorsätzlichoderfahrlässigfalsche Angabenmacht;Kontrollenerschwert;dieMassnahmen,dieeranwenden will,nichtrechtzeitiganmeldetoderdieVoraussetzungenundAuflagen nichteinhält;dieNichteinhaltungrechtsetzenderErlassemussmiteinem rechtskräftigenEntscheidfestgestelltwerden(Art.35OeBV).DieKürzung oderVerweigerunggiltfürdieJahre,indenenderBewirtschafterdie Bestimmungenverletzthat. DasBundesamtverweigertdieAuszahlungzu UnrechtzugesicherterBeiträge(Art.35Abs.2und3OeBV).DerKantonfordert zuUnrechtbezogeneBeiträgezurückoderverrechnetsie(Art.37OeBV). 2.3. DieKoordinationsgruppeIP-RichtlinienDeutschschweiz(KIP)hatgestützt aufdieÖko-Beitragsverordnung(insbesondereaufArt.20Abs.1undArt.22) mitUnterstützungderLandwirtschaftlichenBeratungszentraleLindau(LBL) undderSchweizerischenVereinigungintegriertproduzierenderBauern undBäuerinnen«MindestanforderungenfürdieIntegrierteProduktion(IP) imFeldbau»(IP-Richtlinien)ausgearbeitet. DiesewurdenvomBundesamt am20.Juli1995anerkannt(vgl. Art.21Abs.1OeBV)undinderFolgeunter anderemfürdenKantonLuzernalsgültigerklärt. Ziff.1dieserIP-Richtlinien hältFolgendesfest: «1. Allgemeines 1.1 Definition und Ziele der Integrierten Produktion Bei der Integrierten Produktion stehen der ganze Betrieb und seine Menschen im Zentrum. Sie ist eine umweltschonende Landnutzungsform zur Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel und Rohstoffe. Durch die weit gehende Nutzung natürlicher Ressourcen und Regulationsmechanismen bei möglichst geschlossenen Nährstoffkreisläufen wird der Einsatz umweltbelastender Betriebsmittel reduziert und die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten. […] 1.2 Bedeutung der IP-Mindestanforderungen […] Sie basieren auf den Vorgaben der Bundesbehörden für den Vollzug von Art. 31 b LwG und bilden damit gleichzeitig die Basis für entsprechende Abgeltungen. Schwerpunktmässig werden die oben erwähnten Ziele durch folgende Massnahmen angestrebt: […] ausgeglichene Nährstoffbilanz […]» InZiff.5dieserIP-RichtlinienwirdbetreffendDüngungFolgendesausgeführt: 4«5.1 Nährstoffhaushalt Der Phosphor- und Stickstoffhaushalt werden anhand einer Bilanz beurteilt und müssen ausgewogen sein. Für die Bilanzierung gilt das aus den <Grundlagen für die Düngung> der eidgenössischen landwirtschaftlichen Forschungsanstalten abgeleitete Formular <Gesamtbetrieblicher Nährstoffhaushalt> der landwirtschaftlichen Beratungszentrale Lindau (LBL) und Lausanne (SRVA) in der jeweils aktuellen Version oder gleichwertige Berechnungsmethoden. Als gleichwertige Methoden gelten Methoden welche für jeden einzelnen Betrieb zu den gleichen Resultaten führen. Phosphor Der Phosphorhaushalt darf gesamtbetrieblich einen Überschuss von 10 Prozent oder höchstens 10 kg P205 pro ha düngbare Fläche aufweisen. Stickstoff Der Stickstoffhaushalt darf gesamtbetrieblich einen Überschuss von 10 Prozent oder höchstens 10 kg N pro ha düngbare Fläche aufweisen.» 3. DemBeschwerdeführerwurdenimDezember1996IP-BeiträgeimBetrag vonFr.13824.-ausbezahlt. MitEntscheidvom2.März1998stelltedas Landwirtschaftsamtfest,dassaufdemBetriebdesBeschwerdeführersdie NährstoffbilanzimJahr1996nichtausgeglichengewesenseiunddaher dieIP-Beiträge1996zuUnrechtausbezahltwordenseien. Esverpflichtete denBeschwerdeführerzurRückerstattungdeserhaltenenBundesbeitrages. DasVolkswirtschaftsdepartementbestätigte-wennauchausandern Gründen(RückforderungdesBeitrageswegenfalschenAngabendes Beschwerdeführers)-aufBeschwerdehindiesenEntscheid. NachArt.37OeBVfordertderKantonzuUnrechtbezogeneBeiträgezurück oderverrechnetsie. VorabistvonAmteswegenzuklären,obderdurch diekantonalenInstanzengeltendgemachteRückforderungsanspruchder IP-Beiträge1996nochnichtverjährtist(vgl. Ulrich Häfelin /Georg Müller, GrundrissdesAllgemeinenVerwaltungsrechts,3.Aufl.,Zürich1998,Rz.634; BGE101Ib348 ). 3.1. DerÖko-BeitragsverordnungistbetreffendVerjährungeines RückforderungsanspruchsvonIP-Beiträgennichtszuentnehmen. EbenfallsenthältdasLandwirtschaftsgesetzkeineRegelung. Somitistdas Bundesgesetzvom5.Oktober1990überdieFinanzhilfenundAbgeltungen (Subventionsgesetz[SuG],SR616.1),insbesonderedessen3.Kapitel («AllgemeineBestimmungenfürFinanzhilfenundAbgeltungen»: Art.11-40) fürDirektzahlungeninderLandwirtschaftanwendbar(vgl. Art.2Abs.1 und2SuG;unveröffentlichtesUrteildesBundesgerichtsvom7.Juli1997i.S. EVDgegenP.[2A.48/197/run],E.3a). DemnachverjährtderAnspruchauf RückerstattungvonFinanzhilfenundAbgeltungeneinJahr,nachdemdie verfügendeoderdenVertragabschliessendeBehördevomRechtsgrunddes AnspruchsKenntniserhaltenhat,injedemFallaberzehnJahrenachder EntstehungdesAnspruchs(Art.32Abs.2SuG). 5DieeinjährigeVerjährungsfristbeginntmitderKenntnisdes Rückerstattungsanspruchesder«verfügendenBehörde»zulaufen. Esfragt sichnun,welchesdieverfügendeBehördeimKantonLuzernist. 3.2. DieIP-KontrollstellewurdevomKantonLuzerngestütztaufArt.7 desKantonalenLandwirtschaftsgesetzesvom12.September1995 (SRLNr.902)alssogenannteDrittezurÜberprüfungderEinhaltung derIP-Richtlinienbeigezogen. DerenEntscheidekönnenandie IP-Aufsichtskommission,anschliessendandasLandwirtschaftsamtundandas Volkswirtschaftsdepartementweitergezogenwerden. DasLandwirtschaftsamt entscheidetimRahmeneinesBeitragsverfahrensalserstekantonaleInstanz überdieAusrichtungvonIP-Beiträgen(§5KantonalesLandwirtschaftsgesetz). ZuständigeBehördefürdieRückforderungistimvorliegendenFallsomitdas kantonaleLandwirtschaftsamt. AusdenAktenergibtsich,dassdieAbteilungLandwirtschaftdes FinanzdepartementsAargauam4.Februar1997derZentralstellefür ÖkologiedesKantonsLuzerndieLieferbestätigungvonH.übermittelte. Darausginghervor,dassdemBetriebF.350m 3 Schweinegülleund40m 3 Hühnermistzugeführtwordenwaren. DieZentralstelle,dieselberkeine EntscheidbefugnishatunddemLandwirtschaftsamtunterstelltist(vgl. RegierungsratbeschlussNr.2978vom7.November1995),überwiesdieses SchreibenandieIP-Kontrollstelle. GestütztaufdiesesDokumentstelltedie IP-KontrollstellemitEntscheidvom30.Juli1997fest,dassmitdenzugeführten HofdüngernkeinausgeglichenerNährstoffhaushalterreichtwerdenkann unddamitaufdemBetriebdesBeschwerdeführerseinEckpfeilerder IntegriertenProduktionsweisenichterfülltsei. DieDirektzahlungenfürdie IntegrierteProduktion1996könntendeshalbnichtgewährtwerdenund diebereitsausbezahltenIP-Beiträge1996müsstenzurückgefordertwerden. DieseVerfügungwurdedemLandwirtschaftsamtzurKenntnisgebracht. DieIP-AufsichtskommissionbestätigemitBeschlussvom16.Oktober1997 diesenEntscheid. DagegenreichteF.am4.November1997Einsprachebeim Landwirtschaftsamtein. Diesesverfügteam2.März1998,dasskeinAnspruch aufBeiträgefürdieIntegrierteProduktion(IP)1996besteheunddiebereits ausbezahltenIP-Beiträge1996zurückgefordertwerden. DasLandwirtschaftsamthaterstmalsmitZustellungdesEntscheidesder IP-Kontrollstellevom30.Juli1997-alsoanfangsAugust1997-vonjenen Sachumständen,welchedengeltendgemachtenRückforderungsanspruch begründenkönnten,Kenntniserhalten. FrühestensvondiesemZeitpunktan begannsomitdieeinjährigeVerjährungsfristgemässArt.32Abs.2SuGzu laufen,womitdieRückforderungsverfügungdesLandwirtschaftsamtesvom 2.März1998vorAblaufderJahresfristerfolgte. DerRückforderungsanspruch istdamitnochnichtverjährt. 4. Weiteristzuprüfen,obundwieweiteinAnspruchaufRückerstattungdes IP-Beitrages1996besteht. MitderInkraftsetzungdesSubventionsgesetzeswurdeArt.105Abs.1LwGvon 1951,deringenerellerWeisebestimmte,dass«zuUnrechtbezogeneBeiträge» zurückzuerstattenseien,durchArt.30SuGabgelöst(vgl. AnhangzumSuG Ziff.25). Art.30SuGbestimmtunterderMarginale«WiderrufvonFinanzhilfe-und Abgeltungsverfügungen»: 6«1 Die zuständige Behörde widerruft eine Finanzhilfe- oder Abgeltungsverfügung, wenn sie die Leistung in Verletzung von Rechtsvorschriften oder auf Grund eines unrichtigen oder unvollständigen Sachverhalts zu Unrecht gewährt hat. 2 Sie verzichtet auf den Widerruf, wenn: a. der Empfänger auf Grund der Verfügung Massnahmen getroffen hat, die nicht ohne unzumutbare finanzielle Einbussen rückgängig gemacht werden können; b. die Rechtsverletzung für ihn nicht leicht erkennbar war; c. eine allfällige unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhaltes nicht auf schuldhaftes Handeln des Empfängers zurückzuführen ist. […]» SinddieVoraussetzungenvonArt.30Abs.1SuGerfüllt,soistdergewährte Betragzurückzufordern. EineRückforderungfindetnurdannnichtstatt, wenn-kumulativ-alledreiinArt.30Abs.2SuGgenanntenVoraussetzungen erfülltsind(vgl. unveröffentlichterBundesgerichtsentscheidvom 26.November1992i.S.T.,E.5a). ImselbenEntscheidführtdasBundesgerichtweiteraus,derGesuchsteller habedamalsimBeitragsverfahrenindenzuhandenderverfügenden BundesstelleausgefülltenErhebungsformularennichtaufdasvorhandene VermögenderEhefrauhingewiesen. DerergangeneSubventionsentscheid beruhedamitaufunvollständigenundinsofernunwahrenAngaben. Die unvollständigeSachverhaltsfeststellunganlässlichderBeitragszusicherung gebejedochnurdannAnlasszueinemWiderrufgemässArt.30Abs.1 SuG,wenndieSubventioninKenntnisderVermögenslagederEhefrau nichtodernurineinemgeringerenUmfanggewährtwordenwäre(vgl. unveröffentlichterBundesgerichtsentscheidvom26.November1992i.S. T.,E.7aund7c). Infolgedessenerweistsich-entgegenderAnsichtderVorinstanz-ein EntscheidüberdieBeitragsgewährungimSinnevonArt.30Abs.1SuGerst dannalsfehlerhaftundistdurcheinenWiderrufzukorrigieren,wennim ZeitpunktderBeurteilungdesBeitragsgesuchesinKenntnisdertatsächlichen VerhältnissedieVoraussetzungenfüreinenBeitragnichtodernichtin gleichemUmfanggegebengewesenwären. 4.1. ImFolgendenistaufGrundvonArt.30SuGzuprüfen,obdie VoraussetzungenfüreineRückforderungderIP-Beiträge1996erfülltsind. Aktenkundigist,dassderBeschwerdeführeranfangs1996beschlossenhat, seinenBetriebnachdenRegelnderIntegriertenProduktionzubewirtschaften. ImJanuar1996hateineEinstiegsberatungstattgefunden(anwesendIP-Berater B.undderBeschwerdeführer). Einemaufden4.Januar1996datierten NährstoffbilanzformularkönnenbetreffenddieimJahr1996voraussichtlich zutätigendeZufuhrvonNährstoffenfolgendeAngabenentnommenwerden: 5 Dünger-Grossvieheinheiten(DGVE)Schweinegülle,5DGVELegehennenmist, 5500kgAmmonsalpeterund3400kgThomasmehl. Ebenfallsistausdem Formularersichtlich,dassbeimEinsatzderMengedesobgenanntenDüngers eineausgeglicheneNährstoffbilanzresultiert,dasowohlbeimStickstoff-als auchbeimPhosphorhaushaltjeeinÜberschussvongesamtbetrieblich10% oder10kgproHektarenichterreichtwird. WeiterergibtsichaufGrundder 7Akten,dassam26.November1996aufdemBetriebdesBeschwerdeführers eineIP-Kontrolledurchgeführtwurde. Hierbeiwurdeder«Kontrollbericht fürdieIPimFeldbau1996»ausgefülltundvomKontrolleurW.undvom Beschwerdeführerunterschrieben. UnterZiff.2diesesKontrollberichtswurde festgehalten,dasssämtlicheAufzeichnungen(wiebeispielsweiseBetriebsplan undParzellenverzeichnis,Fruchtfolgerapport,Feldkalender,Wiesenjournal undNährstoffbilanzformular)vorliegenunddieAnforderungenerfüllt sind. DieZiff.5.1und5.2desBerichtsgebendarüberAuskunft,dassbeim Phosphor-beziehungsweisebeimStickstoffhaushaltdieToleranzschwellen vonmaximal10%gesamtbetrieblichoder10kgP2O5proHektaredüngbare Flächebeziehungsweisevonmaximal10%gesamtbetrieblichoder10kgNpro HektaredüngbareFlächenichtüberschrittenwordenseien. (Diesbezüglich detaillierterausgestaltetsinddieFormularederKontrollberichtefürdie Jahre1997und1998,welchezusätzlichfolgendeRubrikenthalten: «Die letzteNährstoffbilanzistgerechnetwordenamDatum: […]DieGrundlage zurBerechnungderNährstoffbilanzhabensichnichtverändert. Der Betriebsleiterbestätigt,dassdieseNährstoffbilanzimlaufendenIP-Jahr Gültigkeithat. Unterschrift: […]»). Am14.Dezember1996fandaufdem BetriebdesBeschwerdeführerseineIP-Nachkontrollestatt. Hierbeiwurde aufdemNährstoffbilanzformularvom4.Januar1996vomKontrolleur W.folgenderKommentarfestgehalten: «GemässNeffeD.wurde1996der Düngereingesetzt.»DieUnterschriftdesBetriebsleitersfehltaufdem Nährstoffbilanzformular(vgl. S.3unten: «DerBetriebsleiterbestätigtdie RichtigkeitderAngaben»). GestütztaufdiebeidenKontrollenunddiehierbeiausgefülltenund herangezogenenFormularewurdendemBeschwerdeführerEnde1996 IP-BeiträgeimBetragvonFr.13824.-ausbezahlt. AusdenAktengehtsodannhervor,dassderBeschwerdeführermitH.am 29.März1990Hofdüngerabnahmeverträgeüber12DGVESchweinegülleund 12DGVELegehennenmistabgeschlossenhat,welchedasBaudepartement desKantonsAargauam6.Juni1990genehmigthatte. WeiteristdemDossier einSchreibenvom11.September1996desFinanzdepartementsdesKantons Aargau,AbteilungLandwirtschaft,beigelegtworden. Mitdiesemwurden Hofdüngerabgeber-soauchH.-aufgefordert,fürdasJahr1996genaue AngabenbezüglichderAbgabevonHofdüngerzumachen. IndenAkten befindetsichsodanneinvomBeschwerdeführerundvonH.unterschriebenes (undatiertes)FormularbetreffendAbgabevonHofdünger. Darausgeht hervor,dassderBeschwerdeführervonH.350m 3 Schweinegülleund 40m3 Hühnermistübernommenhat(umgerechnetergibtdies23DGVE Schweinegülleund11DGVEHühnermist). GestütztaufdieAngabenindiesem FormularkamendieIP-KontrollstelleunddieIP-Aufsichtskommissionzum Schluss,dassdieNährstoffbilanz1996nichtausgeglichengewesenwarunddie bereitsausbezahltenIP-Beiträgezurückzufordernseien. ImvorinstanzlichenEinsprache-undBeschwerdeverfahrenundim VerfahrenvorderRekurskommissionEVDmachtederBeschwerdeführer geltend,erhabevonH.imJahre1996nicht-wieaufdemFormular betreffendAbgabeHofdüngerfestgehalten-350m 3 Schweinegülleund40m 3 Legehennenmist(=23DGVESchweinegülleund11DGVELegehennenmist), sondern10DGVESchweinegülleund3,3DGVELegehennenmist(gesamthaft 160m3 Gülle)übernommen. ImWeiterenführteeraus,erhabenicht- 8wieinderNährstoffbilanzvom4.Januar1996aufgeführt-Thomasmehl eingesetzt. Ebenfallshabeernicht5500kgAmmonsalpeter,sondernlediglich 2750kgAmmonsalpeterund1600kgHarnstoffzugeführt. Damitseidie NährstoffbilanzaufseinemBetriebausgeglichengewesen. AlsBeweismittel reichtederBeschwerdeführerfolgendeDokumenteein: Feldkalender, Wiesenjournal,Hofdüngerbuchhaltung(Gülleabnahme1996),Bodenanalyse vom19.November1991,BestätigungderLandiN.bezüglichdervonihmvom JanuarbisDezember1996bezogenenMengenanDünger. ImFolgendenistzuprüfen,obdiekantonalenInstanzenaufGrundder vorliegendenAktenzuRechtdavonausgegangensind,dassaufdemBetrieb desBeschwerdeführers1996dieNährstoffbilanz(PhosphorundStickstoff dürfengesamtbetrieblicheinenÜberschussvon10%oderhöchstens10kgpro düngbareFlächeaufweisen)nichtausgeglichengewesensei. 4.2. GrundsätzlichbestehtimVerwaltungsverfahreneinePflichtzur amtlichenSachverhaltsfeststellung(Art.12desBundesgesetzesüberdas Verwaltungsverfahrenvom20.Dezember1968[VwVG],SR172.021),welche unterandereminderMitwirkungspflichtderPartei(Art.13Abs.1VwVG) ihrevernünftigenGrenzenhat. DieserUntersuchungsgrundsatzmildert vornehmlichdieBehauptungs-undBeweisführungslastderParteien,ändert abernichtsandermateriellenBeweislast,welchederParteiauferliegtund wonachsiedieFolgenderBeweislosigkeiteinesSachumstandeszutragen hat(Fritz Gygi,Bundesverwaltungsrechtspflege,Bern1983,S.208ff.; René A. Rhinow /Beat Krähenmann,SchweizerischeVerwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband,BaselundFrankfurta. M.1990,Nr.88I).AufGrundder Tatsache,dasssichdieBeweislosigkeitbeibegünstigendenVerfügungenzum NachteileinerParteiauswirkt,istdiesegezwungen,anderBeweisbeschaffung mitzuwirken(BGE114Ia1 E.8c. sowie VPB 51.22). DasBeschwerdeverfahrenhatzurHauptsachedenBeweisüberdiein denRechtsschriftenderParteienvorgetragenenBeanstandungenander vorinstanzlichenSachverhaltsfeststellungzumGegenstand(Gygi,a.a.O., S.270). AlsBeweismittelanerkenntdasVerwaltungsverfahrensgesetz ausdrücklichUrkunden,AuskünftevonParteienoderDrittpersonen, AugenscheinsowieGutachtenvonSachverständigen(Art.12VwVG).Gemäss Art.19VwVGinVerbindungmitArt.40desBundesgesetzesvom4.Dezember 1947überdenZivilprozess(Bundeszivilprozess[BZP],SR273)giltder GrundsatzderfreienBeweiswürdigung. DanachhatdieVerwaltungsbehörde nachfreierÜberzeugungdieBeweisezuwürdigen. BezüglichGutachten undsachkundigenAuskünfteneinerAmtsstellebestehtinderPraxisdie Besonderheit,dasssienurüberprüftwerdenundvonihnenabgewichen wird,wenndafürstichhaltigeGründebestehen. DiesistetwaderFallbei offensichtlichenMängelnoderinnerenWidersprüchen( Alfred Kölz /Isabelle Häner,VerwaltungsverfahrenundVerwaltungsrechtspflegedesBundes, Zürich1998,Rz.109,mitHinweisen). ÖffentlicheUrkundenkönnennurdurch denblankenNachweisihrerUnrichtigkeitentkräftetwerden. Amtlichen AufzeichnungenkannerhöhteBeweiskraftzuerkanntwerdenundesgenügt, darzutun,dasssiemitgrosserWahrscheinlichkeitunrichtigsind(Gygi,a.a.O., S.276). 9Vorliegendiststrittig,welcheMengenanSchweinegülleundLegehennenmist (E.4.3),Thomasmehl(E.4.4)undAmmonsalpeter(E.4.5)imJahr1996dem BetriebdesBeschwerdeführerszugeführtwordensind. Anschliessendist zuprüfen,obmitdemimJahr1996eingesetztenDüngereineausgeglichene Nährstoffbilanzerreichtwerdenkonnte(E.4.6). (…) (…) 4.6. AufGrundderobigenAusführungenistaufeineZufuhrvon2750kg Ammonsalpeterund1600kgHarnstoff(und0kgThomasmehl)sowieauf eineÜbernahmevon10DGVESchweinegülleund3,3DGVELegehennenmist abzustellen. ZurBilanzierungdesNährstoffhaushaltsist-entsprechendZiff.5.1der IP-Richtlinien-dasFormular«GesamtbetrieblicherNährstoffhaushalt»der landwirtschaftlichenBeratungszentraleLindauLBLheranzuziehen. Wiedas LandwirtschaftsamtmitSchreibenvom8.November2000festhielt,existierten 1996dreiVersionenvonsolchenFormularen,nämlicheineAuflage5.0/ Update5.1.96,eineAuflage5.1/Update5.9.96undeineAuflage5.1/Update 13.11.96. DasLandwirtschaftsamtgaban,imvorinstanzlichenVerfahrensei aufdiefürdenBeschwerdeführergünstigeAuflage5.1abgestelltworden,aber esseiderUpdatevom23.1.97verwendetworden. Dieserentsprechejedochin derBerechnungundimResultatdemjenigenvom13.11.96. DadieIP-KontrolleimNovember1996unddieIP-NachkontrolleimDezember 1996erfolgten,istessachgerecht,imvorliegendenFallzurBilanzierungdes NährstoffhaushaltesdieAuflage5.1/Update13.11.96(bzw. dieAuflage5.1/ Update23.1.97,welcheinderBerechnungundimResultatmitjenervom 13.11.96identischist)heranzuziehen. Indemmannundieobenaufgeführten Werte(10DGVESchweinegülle,3,3DGVELegehennenmist,2750kg Ammonsalpeter,1600kgHarnstoff,0kgThomasmehl)indiesesFormular einfügt,ergibtsichnachdenBerechnungendesLandwirtschaftsamtes bezüglichStickstoffeinÜberschussvon13kg/haoder109%undbeim Phosphorresultiert-13kg/haoder83%(vgl. Formular«Gesamtbetrieblicher Nährstoffhaushalt»vom5.Februar2001). Darausistzuschliessen,dassdie Nährstoffbilanz1996ausgeglichenwar. 5. Zusammenfassendistfestzuhalten,dassdieNährstoffbilanz1996 ausgeglichenwar. DemBeschwerdeführerwurdensomitdieIP-Beiträge 1996imBetragvonFr.13824.-zuRechtausbezahlt. DieVoraussetzungenfür einenWiderrufderIP-Beiträge1996sindnichtgegeben. (DieRekurskommissionEVDheisstdieBeschwerdegutundhebt denEntscheiddesLandwirtschaftsamtssowiedenEntscheiddes Volkwirtschaftsdepartementsauf). 10Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 66.18 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 5. April 2001 in Sachen F. gegen das Volkswirtschaftsdepartement sowie das Landwirtschaftsamt des Kantons Luzern, 99/JO-003 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2002 Année Anno Band 66 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 005 489 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.