Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 1. September 2022 (810 21 111) ____________________________________________________________________ Personalrecht Ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses / Längerfristige Verhinderung an der Arbeitserfüllung / Sperrfrist / Mobbing Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Nikla us Ruckstuhl, Markus Clausen, Hans Furer , Kantonsrichterin Ana Dettwiler, Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Stefan Fierz, Rechts- anwalt gegen Behörde B.____, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Nicola Moser, Advokat Betreff Ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses (Verfügung der Behörde B.____ vom 26. April 2021) A. A.____ arbeitete seit dem 1. Januar 2013 als Chefr evisorin in der kantonalen Behör- de B.____ (nachfolgend: B.____) mit einem Beschäftig ungsgrad von 80 % vom 1. Januar 2013 bis zum 30. Juni 2016 und anschliessend zu einem 100%-Pensum. B. Aus gesundheitlichen Gründen blieb A.____ der Arbe it ab Juni 2020 wiederholt fern. Seit dem 27. November 2020 war sie ununterbrochen ar beitsunfähig. Am 26. Januar 2021 fand Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine vertrauensärztliche Untersuchung bei Dr. C.____, F achärztin für allgemeine Innere Medi- zin, und am 24. März 2021 bei Dr. D.____, Fachärztin fü r Psychiatrie FMH, statt. Letztgenannte bestätigte, dass die gesundheitsbedingten Abwesenheiten s eit Juni 2020 auf dem gleichen Grund beruhen würden und bis auf Weiteres mit Kranksch reibungen zu rechnen sei. Mit Schreiben vom 31. März 2021 stellte die B.____ A.____ die ordentliche Kündigung in Aussicht. Mit Eingabe vom 13. April 2021 machte A.____, nachfo lgend immer vertreten durch Stefan Fierz, Rechtsanwalt, von ihrem Anspruch auf rechtliches Gehör Gebrauch. C. Mit Verfügung vom 26. April 2021 beendete die B. ____ das Anstellungsverhältnis wegen längerfristiger Verhinderung an der Aufgabener füllung mittels ordentlicher Kündigung per 31. Juli 2021. Des Weiteren verwies die B.____ A._ ___ darauf, dass sie bei Arbeitsunfähig- keit infolge Krankheit Anspruch auf den vertraglich ver einbarten Lohn zuzüglich allfälliger Sozi- alzulagen ab dem 1. Tag der Arbeitsunfähigkeit und wä hrend maximal 730 Tagen habe. Im Wesentlichen führte die B.____ aus, dass sie keine Fürsorg epflicht verletzt habe. A.____ seien keine Kompetenzen entzogen worden und sie sei nicht an der Erfüllung ihrer beruflichen Vor- gaben gehindert worden. Zudem seien keine Sperrfristen verletzt worden. D. Mit Eingabe vom 6. Mai 2021 erhob A.____ beim Kan tonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde. Sie stellte die Rechtsbegehren, es sei die Verfügung vom 26. April 2021 vollumfänglich au fzuheben und es sei das Arbeitsverhält- nis weiterzuführen. Eventualiter sei festzustellen, dass d ie angefochtene Verfügung unrecht- mässig sei, und es sei der Beschwerdeführerin eine glei chwertige Arbeitsstelle anzubieten. Subeventualiter sei der Beschwerdeführerin zusätzlich zum Lohn bis zur Auflösung des Arbeits- verhältnisses auf den nächstmöglichen Zeitpunkt eine Ent schädigung in der Höhe von drei Mo- natslöhnen zuzusprechen; alles unter o/e-Kostenfolge zzgl. MWST und Spesen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Verfahrensrechtlich beantragte sie unter anderem, es sei die B.____ an- zuweisen, ihr unverzüglich den Zugang zu ihrem Computer (Laptop) bei der Beschwerdegegne- rin, insbesondere auf ihre geschäftliche E-Mail-Korrespo ndenz, zu ermöglichen. Sie machte geltend, dass das rechtliche Gehör verletzt worden und die Kündigung während der Dauer einer Sperrfrist erfolgt sei. Zudem sei die Kündigung mange ls eines wesentlichen Grundes unrecht- mässig, da einerseits noch keine längere Verhinderung an der Arbeitsleistung vorliege und an- dererseits die zur Kündigung führende Arbeitsunfähig keit durch das fürsorgewidrige Verhalten der Beschwerdegegnerin herbeigeführt worden sei. Inne rt erstreckter Frist reichte die Be- schwerdeführerin die ergänzende Beschwerdebegründung vom 27. Mai 2021 ein. E. In ihrer Vernehmlassung vom 30. Juli 2021 beantra gte die B.____, nachfolgend im- mer vertreten durch Dr. Nicola Moser, Advokat, die koste nfällige Abweisung der Beschwerde. Sie machte geltend, der Anspruch auf rechtliches Gehör sei nicht verletzt und eine Sperrfrist sei nicht missachtet worden. Des Weiteren erklärte sie, dass sie zu Recht habe annehmen dürfen, die Beschwerdeführerin sei langfristig an der Arbeitsle istung verhindert, und dass sie an der Krankschreibung der Beschwerdeführerin keine Verantwort ung treffe. Die Beschwerdegegnerin habe kein Mobbing verschuldet oder geduldet und habe sich in allen Teilen korrekt verhalten. F. Die Beschwerdeführerin reichte am 3. September 202 1 ihre Replik ein. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Am 12. November 2021 reichte die Beschwerdegegneri n ihre Duplik ein und bean- tragte unter anderem, es seien die Verfahrensanträge der Beschwerdeführerin abzuweisen. H. Mit Verfügung vom 26. November 2021 ordnete das Ger ichtspräsidium des Kantons- gerichts eine Vorverhandlung an, welche am 31. Januar 2022 erfolglos stattfand. I. Die Beschwerdeführerin reichte am 11. Januar 2022 unaufgefordert eine Triplik ein. J. Am 11. Februar 2022 reichte die Beschwerdegegnerin unaufgefordert eine Quadru- plik ein und beantragte in verfahrensrechtlicher Hinsicht , es sei die anzuberaumende Verhand- lung unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen. Eventualiter seien lediglich akkreditierte Medienschaffende zur Verhandlung zuzulassen unter Zusiche rungen der Anonymität bezüglich der Parteien sowie der Interna der B.____. K. Mit Verfügung vom 24. Februar 2022 überwies das G erichtspräsidium den Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Parteiverhand lung und wies den Antrag auf Aus- schluss der Öffentlichkeit ab, sah jedoch davon ab, Zeugen vorzuladen, die nicht bei der Be- schwerdegegnerin angestellt sind bzw. waren. Es verfügte, dass die Beschwerdeführerin und die Vorsteherin der Beschwerdegegnerin E.____ persönlich zur Parteiverhandlung zu erschei- nen hätten. Des Weiteren wurde den mit Ausnahme in B ezug auf F.____ übereinstimmenden Beweisanträgen der Parteien auf Befragung von G.____ , H.____, I.____, J.____, K.____, L.____, M.____, N.____, F.____ und O.____ stattgegeb en und es wurden diese Personen als Zeuginnen bzw. Zeugen zusätzlich zur Parteiverhandlung geladen. Im Übrigen wies das Ge- richtspräsidium die weiteren Beweisanträge der Parteien ab. L. Die Rechtsvertreter reichten mit Eingaben vom 24. Mä rz 2022 und vom 27. April 2022 ihre jeweiligen Honorarnoten ein. M. Gemäss präsidialer Verfügung vom 25. Mai 2022 reic hten die Parteien mit Eingaben vom 30. Mai 2022 und vom 28. Juni 2022 noch diverse Unterlagen ein. N. An der zweitätigen Verhandlung vom 31. August 202 2 und vom 1. September 2022 nehmen die Beschwerdeführerin, E.____, die Rechtsvertr eter der beiden Parteien sowie die oben genannten geladenen Zeugen teil. Auf Fragen de s Gerichtspräsidenten antwortet die Be- schwerdeführerin, dass sie immer noch zu 100 % arbeitsunf ähig sei und seit dem 3. Januar 2022 an einem Belastungstraining der Invalidenversicher ung (IV) mit steigendem Pensum teil- nehme. Diese Massnahme dauere bis zum 31. Oktober 2022. Ab 3. Januar 2022 habe sie wäh- rend sechs Monaten im Rahmen des Belastungstrainings der IV in einem berufsfremden Um- feld gearbeitet, nämlich mit Pferden. Ab 3. Juli 2022 arbeite sie im Rahmen des Belastungstrai- nings der IV in ihrem angestammten Beruf bzw. einem b erufsnahen Beruf, wobei sie zurzeit in einem 60%-Pensum arbeite. Ab 1. November 2022 sollte sie wieder zu 100 % arbeitsfähig sein. Die Lohnfortzahlungspflicht des Kantons bestehe bis 15. September 2022. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und Zeugen wird – soweit e rforderlich – in den Erwägungen einge- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gangen. Einen vom Gericht formulierten Vergleichsvorschlag hat die Beschwerdeführerin abge- lehnt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : I. Formelles 1. Gemäss § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (Verwaltungsprozessordnung, VPO) vom 16. Dezemb er 1993 in Verbindung mit § 71 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Arbeitsverhältnisse d er Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantons (PersG) vom 25. September 1997 kann gegen Verf ügungen der B.____ beim Kan- tonsgericht verwaltungsgerichtliche Beschwerde erhoben w erden. Die Beschwerdeführerin ist von der angefochtenen Verfügung berührt und hat ein sch utzwürdiges Interesse an deren Än- derung oder Aufhebung, weshalb sie gemäss § 47 Abs. 1 lit. a VPO zur verwaltungsgerichtli- chen Beschwerde befugt ist. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist. II. Kognition 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gem äss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 li t. c VPO e contrario). III. Rechtliches Gehör 3.1.1. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde begründung vom 27. Mai 2021 eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. Sie sei bereits im März 2021 dazu aufgefordert worden, ihr Büro zu räumen. Aufgrund dieser Ausgangsla ge müsse davon ausgegangen wer- den, dass bereits in diesem Zeitpunkt (und somit vor der Gewährung des rechtlichen Gehörs) der Entschluss festgestanden habe, das Arbeitsverhältnis zu beenden. Dies zeige sich auch darin, dass in der Kündigungsverfügung nur sehr summari sch auf ihre Argumente eingegangen worden sei. 3.1.2. Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Beschwer deantwort vom 30. Juli 2021 aus, sie habe der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör gewährt und ihr die Ergebnisse der vertrau- ensärztlichen Untersuchung zugestellt. Mit Schreiben vo m 13. April 2021 habe sich die Be- schwerdeführerin vernehmen lassen. Mit Verfügung vom 26. April 2021 habe die Beschwerde- gegnerin die ordentliche Kündigung ausgesprochen und diese hinreichend begründet. Entge- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen der Behauptung der Beschwerdeführerin sei diese im März 2021 nicht aufgefordert worden, ihr Büro zu räumen, sondern lediglich die privaten Ge genstände für eine Zwischennutzung zu entfernen. Aufgrund der Corona-Massnahmen sei das Büro der Beschwerdeführerin gebraucht worden. Bereits ein Jahr zuvor sei unter den Mitarbeitenden vereinbart worden, dass jedes Büro benutzt werden könne. Diese Anweisung habe auch für d ie Beschwerdeführerin gegolten und sei ihr bekannt gewesen. Ohnehin sei jedoch nicht erkennbar, inwiefern die Beschwerdeführerin aus der Nutzung ihres Büros eine Verletzung des rechtli chen Gehörs ableiten wolle. Personal- rechtlich bestehe kein Anspruch darauf, dass ein seit Mon aten ungenutztes Büro nicht durch Arbeitskollegen genutzt werde. Dies sei im Gegenteil a ngezeigt, wenn die Infrastruktur für den reibungslosen Betrieb benötigt werde. 3.1.3. Die Beschwerdeführerin entgegnet in ihrer Repl ik vom 3. September 2021, dem Schreiben betreffend Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 31. März 2021 habe der Bericht der Vertrauensärztin Dr. D.____ vom 15. Juli 2021 noch nicht beiliegen können. Des Weiteren habe der Ersatz für die Beschwerdeführerin, P.____, be reits im April 2021 bei der Beschwerde- gegnerin angefangen. Er habe somit bereits im März 20 21 oder früher rekrutiert werden müs- sen. Der Arbeitsplatz der Beschwerdeführerin sei im Mä rz 2021 wegen eines neuen Mitarbei- ters geräumt und ihr Zugang zum Computersystem gekappt worden. Die Gewährung des recht- lichen Gehörs am 31. März 2021 habe somit keinen Einflu ss mehr auf die bereits lange vorher getroffene Entscheidung, der Beschwerdeführerin zu kündigen, gehabt. 3.1.4. Die Beschwerdegegnerin erwidert in ihrer Dupl ik vom 12. November 2021, die Ein- stellung von P.____ habe mit der Kündigung nichts zu t un, da er nicht als Ersatz für die Be- schwerdeführerin eingestellt worden sei. 3.2.1. Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der S chweizerischen Eidgenossen- schaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Ansp ruch auf rechtliches Gehör. Das rechtli- che Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererse its stellt es ein persönlichkeitsbezo- genes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, we lcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift (vgl. G EROLD STEINMANN , in: Die Schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, Zürich/St. Gallen 2014, N 42 z u Art. 29). Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entsche ides zur Sache zu äussern, er- hebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträ- gen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlich er Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Be- fugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie i n einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 I 279 E. 2.3; 135 II 286 E. 5.1; 132 V 368 E. 3.1, je m.w.H.; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilu ng Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 25. Januar 2017 [810 16 134] E. 3.3.1). 3.2.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör gilt auch im ö ffentlichen Personalrecht uneinge- schränkt. Im Rahmen der Kündigung eines Arbeitsverhältniss es darf die zuständige Behörde erst nach Kenntnisnahme der gesamten entscheidrelevanten Sachlage und mithin erst nach Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anhörung der betroffenen Person zu einer Entscheidung gelangen. Der Anspruch ist verletzt, wenn eine Entlassung schon vor der Anhörung faktisch feststeht (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_340/2014 vom 15. Oktober 2014 E. 5.2 m.H.; KGE VV vom 25. Januar 2017 [810 16 134] E. 3.3.2; R UDOLF URSPRUNG /D OROTHEA RIEDI HUNOLD , Schwerpunkte der neueren bun- desgerichtlichen Rechtsprechung zum öffentlichen Person alrecht, in: Schweizerisches Zentral- blatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 114/2013 S. 306). 3.3.1. Die Beschwerdeführerin blieb der Arbeit aus ge sundheitlichen Gründen ab Juni 2020 wiederholt und ab dem 27. November 2020 ununterbrochen fern. Am 26. Januar 2021 fand eine vertrauensärztliche Untersuchung bei Dr. C.____ statt, w elche in ihrem Bericht vom 27. Januar 2021 ausführte, dass die arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit zu 100 % nachvollziehbar sei, sie aber eine spezialärztliche Abklärung empfehle. Aus d iesem Grund fand am 24. März 2021 bei Dr. D.____ eine weitere vertrauensärztliche Abklärung statt. Letztgenannte erklärte in ihrem Bericht vom 24. März 2021, dass die Prognose bezüglich de r zukünftigen Arbeitsfähigkeit gut sei, sich aber eine Aussage über die Dauer und den Gra d der Arbeitsunfähigkeit nicht machen lasse. Nachdem E.____ mit einer Präzisierungsfrage an Dr . D.____ gelangt war, antwortete diese mit E-Mail vom 29. März 2021, bis auf weiteres mü sse mit weiteren Krankschreibungen gerechnet werden. Mit dem Schreiben betreffend Gewä hrung des rechtlichen Gehörs wurden der Beschwerdeführerin die vertrauensärztlichen Berichte vom 27. Januar 2021 und vom 24. März 2021 sowie die Präzisierung vom 29. März 2021 g eschickt. Darauf gewährte die Be- schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 31. März 2021 das rechtliche Gehör, wovon die Beschwerdeführerin am 13. April 2021 Gebrauch machte. Mit Verfügung vom 26. April 2021 beendete die B.____ das Anstellungsverh ältnis gestützt auf § 19 Abs. 3 lit. a PersG. Auf die genannten ärztlichen Berichte und denjenigen von Dr. D.____ vom 15. Juli 2021 wird später eingehender eingegangen. 3.3.2. Die Beschwerdegegnerin stützt sich im Schreiben be züglich Gewährung des rechtli- chen Gehörs zur allfälligen Kündigung vom 31. März 2021 auf die vertrauensärztlichen Berichte von Dr. C.____ vom 27. Januar 2021 sowie diejenigen v on Dr. D.____ vom 24. März 2021 und vom 29. März 2021. Die Beschwerdeführerin nahm mit Ein gabe vom 13. April 2021 zur allfälli- gen Kündigung Stellung. Die Beschwerdegegnerin nahm diese Stellungnahme entgegen und kündigte der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 26. A pril 2021. Vorliegend ist die Be- schwerdegegnerin nach Kenntnisnahme der gesamten entscheidrelevanten Sachlage und nach Anhörung der betroffenen Person zum Kündigungsentschl uss gelangt. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist nicht ersichtlich. Der Beschwerdefüh rerin ist insoweit beizupflichten, als der Bericht von Dr. D.____ vom 15. Juli 2021 bei der G ewährung des rechtlichen Gehörs und der Kündigung nicht vorgelegen hat. Daraus lässt sich aber nichts zu Gunsten der Beschwerde- führerin ableiten, da sich die Beschwerdegegnerin für die Beurteilung der längerfristigen Ver- hinderung an der Arbeitserfüllung infolge Krankheit a uf das Zeugnis von Dr. C.____ vom 27. Januar 2021 sowie auf jene von Dr. D.____ vom 24. M ärz 2021 und vom 29. März 2021 gestützt und die Kündigung nach Entgegennahme und Berücksichtigung der Stellungnahme der Beschwerdeführerin ausgesprochen hat. Der Vollständigke it halber wird dennoch, aber später, auf das Zustandekommen des Zeugnisses von Dr. D.____ vom 15. Juli 2021 eingegangen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3.3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass schon vor der Gewährung des rechtli- chen Gehörs ihr Büro geräumt und ein Ersatz für sie gesuc ht worden sei, weshalb der Kündi- gungsentscheid schon vor der Gewährung des rechtlichen Ge hörs gefallen sei. Aus den Akten geht nicht hervor, dass das Büro der Beschwerdeführerin g eräumt worden wäre, vielmehr scheint es lediglich so hergerichtet worden zu sein, dass es von anderen Mitarbeitern genutzt werden konnte. Diese Vorgehensweise erscheint unter Berücksi chtigung der mehrmonatigen Absenz der Beschwerdeführerin und der Covid-Massnahmen, w onach die Büroräume, wenn immer möglich, nur durch eine Person genutzt werden sollten, als absolut sinnvoll. Daraus kann nicht geschlossen werden, die Beschwerdegegnerin habe b ereits im März 2021 entschieden, der Beschwerdeführerin zu kündigen. Die Beschwerdeführ erin hat zudem nicht substantiiert dargelegt, dass der neue Mitarbeiter P.____ ihre Stel le eingenommen habe. Auch haben die Aussagen verschiedener Zeugen anlässlich der Parteiverhan dlung die Behauptung der Räu- mung des Büros der Beschwerdeführerin sowie der Besetzung der Stelle der Beschwerdeführe- rin durch den neuen Mitarbeiter nicht bestätigen können. Demzufolge liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. IV. Längerfristige Verhinderung an der Arbeitserfüll ung 4.1. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführeri n wegen längerfristiger Verhinde- rung an der Aufgabenerfüllung gekündigt. Die Beschwer deführerin bestreitet das Vorliegen ei- ner längerfristigen Verhinderung an der Aufgabenerfüllung. 4.2. Gemäss § 5 Abs. 1 des Finanzkontrollgesetzes Basel -Landschaft vom 10. Dezember 2008 findet das Personalrecht des Kantons auf die Vors teherin oder den Vorsteher sowie das Personal der Finanzkontrolle Anwendung. Nach § 17 des PersG kann das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Probezeit von beiden Parteien im ersten Anstellungsjahr unter Einhaltung einer einmonatigen Frist und ab dem zweiten Anstellungsjahr unter Einhaltung einer dreimonatigen Frist auf Ende eines Monats gekündigt werden. Nach Abla uf der Probezeit kann die Anstel- lungsbehörde das Arbeitsverhältnis kündigen, wenn wese ntliche Gründe diese Massnahme rechtfertigen (§ 19 Abs. 2 PersG). Ein wesentlicher Grund liegt insbesondere vor, wenn die Mit- arbeiterin oder der Mitarbeiter längerfristig oder dauernd an der Aufgabenerfüllung verhindert ist (§ 19 Abs. 3 lit. a PersG). Gemäss Literatur zum § 19 Ab s. 3 lit. a PersG ist dabei insbesondere an Fälle langer Krankheit oder dauernder Invalidität zu denken. Ab wann ein Fall von längerfris- tiger oder dauernder Verhinderung an der Aufgabener füllung vorliegt, ist im Einzelfall zu klären (NOAH BIRKHÄUSER , Die Kündigung im öffentlichen Personalrecht des Kant ons Basel- Landschaft, Basler Juristische Mitteilungen [BJM] 2009, S . 12 f.; N ICOLE SCHULER LEBER , Das Personalrecht des Kantons Basel-Landschaft, in: Biaggi ni/Achermann/Mathis/Ott, Staats- und Verwaltungsrecht des Kantons Basel-Landschaft, 3. Band, 2007, S. 161 f.; KGE VV vom 2. September 2020 [810 19 283] E. 5.3.3; KGE VV vom 27. September 2017 [810 16 349] E. 3.2). 4.3.1. Die Beschwerdeführerin war gemäss Arztzeugnissen vo m 26. Juni 2020 bis 17. Juli 2020 zu 100 %, vom 23. bis 31. Juli 2020 zu 100 %, vom 1 . bis 14. August 2020 zu 50 %, vom Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 15. August 2020 bis 10. September 2020 zu 40 % und ab dem 27. November 2020 zu 100 % krankgeschrieben. Vom 14. bis 25. September 2020 hat d ie Beschwerdeführerin Ferien bezo- gen. Wie in der E. 3.3.1 hiervor ausgeführt, hält Dr. C.____ in ihrem Bericht vom 27. Januar 2021 fest, "die Tatsache der Arbeitsunfähigkeit, Dauer und Grad der Arbeitsunfähigkeit sind aufgrund der Gegebenheiten arbeitsplatzbezogen zu 100 % zwar nachvollziehbar", sollten aber spezialärztlich abgeklärt werden. Im Bericht vom 24. März 2 021 führt Dr. D.____ aus, dass die Prognose bezüglich der zukünftigen Arbeitsfähigkeit g ut sei. Im Zeitpunkt des Verfassens des Berichtes lasse sich nicht beurteilen, wie sich die Arbei tsfähigkeit entwickeln werde. Eine Aus- sage über die Dauer und den Grad der Arbeitsunfähigke it lasse sich daher noch nicht machen. Der Tätigkeitsbereich, den die Beschwerdeführerin ab decke, wirke sich nicht krankmachend aus, jedoch müsse dies von der Art und Weise des Umgangs de r Vorgesetzten mit ihr seit Herbst 2019 angenommen werden. E.____ gelangte darau fhin per E-Mail mit der Präzisie- rungsfrage an Dr. D.____, ob ihre Bestätigung bedeut e, dass die Beschwerdeführerin zum "jet- zigen Zeitpunkt" aufgrund einer allfälligen Konfliktsit uation am Arbeitsplatz zu 100 % arbeitsun- fähig oder ihre Arbeitsunfähigkeit auf anderweitige Gründe zurückzuführen sei. Sollte die Ar- beitsunfähigkeit allein mit der Konfliktsituation in Verbindung stehen, stelle sich für die Be- schwerdegegnerin die Frage, ob alle gesundheitsbedingt en Abwesenheiten seit Herbst 2019 den gleichen Grund hätten. Mit E-Mail vom 29. März 20 21 präzisierte Dr. D.____, dass die Be- schwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht bis zum Herbst 2 019 nicht krank und vollumfänglich in der Lage gewesen sei, ihre Arbeit zu bewältigen. D ie Vorgesetzten seien damals dieselben wie auch noch heute gewesen. Seit Herbst 2019 habe sich der Aufgabenkreis verändert. Der Umgang der Vorgesetzten mit der Beschwerdeführerin h abe sich ebenso verändert. Es habe sich ein ausgeprägter Mitarbeiterkonflikt zu entwickeln be gonnen. Die Krankschreibungen seit Sommer 2020 seien aufgrund krankmachender Konflikte am Arbeitsplatz erfolgt. Diese Konflikte würden bis heute andauern. Bis auf weiteres müsse mit w eiteren Krankschreibungen gerechnet werden. 4.3.2. Bereits im Zusammenhang mit dem rechtlichen Ge hör wurde in der E. 3.3.2 hiervor der Bericht von Dr. D.____ vom 15. Juli 2021 erwähnt. Der Vollständigkeit halber kann hier auf- gezeigt werden, wie die Beschwerdegegnerin das Zustande kommen des Zeugnisses vom 15. Juli 2021 erklärt. Die Beschwerdegegnerin führt in ihren Rechtsschriften aus, aus den Zeugnissen von Dr. D.____ vom 24. März 2021 und vom 29. März 2021 gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin ihre Erkrankung gegenüber der Vertr auensärztin offenbar damit begründet habe, dass sie seit Herbst 2019 in einem anderen Aufgabe nkreis arbeite und sich der Umgang mit den Vorgesetzten verändert habe. Die Beschwerdege gnerin führt diesbezüglich aus, dass – da diese Aussage ihrer Auffassung nach nicht der Wahr heit entspreche – sie von der Ver- trauensärztin habe wissen wollen, ob sie sich bei ihrer Beurteilung einzig auf die Aussagen der Beschwerdeführerin gestützt habe. Dies habe Dr. D.____ telefonisch bejaht. Im Nachgang habe Dr. D.____ auch schriftlich in ihrem Schreiben vom 15. Juli 2021 bestätigt, dass die vertrauens- ärztliche Beurteilung allein auf den Angaben, der Wah rnehmung und den eruierbaren Verarbei- tungsmechanismen der Beschwerdeführerin beruhen würden. 4.4.1. Die Beschwerdeführerin war in den fünf Monaten zwischen dem 26. Juni 2020 und dem 26. November 2020, abgesehen von einem Unterbruch von drei Arbeitstagen (20. Juli bis Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 22. Juli 2020) und einem Unterbruch von rund 11 Woche n (11. September 2020 bis 26. November 2020), zwischen 40 % und 100 % arbeitsun fähig. Ab dem 27. November 2020 bis zur Gewährung des rechtlichen Gehörs am 31. März 2021 war die Beschwerdeführerin vier Monate zu 100 % arbeitsunfähig. Die Beschwerdeführeri n war somit während den 9 Monaten vor der Gewährung des rechtlichen Gehörs rund 2.5 Monat e zu 100 % arbeitsfähig und wäh- rend 6.5 Monaten ganz oder teilweise arbeitsunfähig. Gemäss Aussage im Arztzeugnis von Dr. D.____ vom 29. März 2021 musste mit weiteren Krankschreibungen gerechnet werden. 4.4.2. Wie in der E. 4.2. hiervor ausgeführt, ist im E inzelfall zu klären, ab wann ein Fall von längerfristiger oder dauernder Verhinderung an der A ufgabenerfüllung vorliegt. Das Kantonsge- richt hat in einem Fall einer Musikschullehrerin, welche im Zeitpunkt der Gewährung des rechtli- chen Gehörs seit rund sechs Monaten und im Zeitpunkt der Kündigung seit rund 7.5 Monaten krankgeschrieben war, die Kündigung wegen längerfristig er oder dauernder Verhinderung an der Aufgabenerfüllung geschützt (KGE VV vom 18. Nove mber 2015 [810 15 18] E. 5.4 ff.). In einem weiteren Fall hat das Kantonsgericht die Kündigu ng eines Angestellten des Kantonsspi- tals wegen längerfristiger oder dauernder Verhinderun g an der Aufgabenerfüllung geschützt, welcher im Zeitpunkt der Gewährung des rechtlichen Geh örs seit rund sechs Monaten und im Zeitpunkt der Kündigung seit rund sieben Monaten auf grund eines Unfalls zu 100 % arbeitsun- fähig war, wobei eine stufenweise Erhöhung der Arbei tsfähigkeit bis zu 100 % im siebten bis zwölften Monat nach dem Unfall von Seiten der Ärzte in Aussicht gestellt worden war (KGE VV vom 2. September 2020 [810 19 283] E. 5.2 ff.). 4.4.3. Gestützt auf die Dauer der krankheitsbedingten A bsenzen der Beschwerdeführerin sowie das Arztzeugnis, welches festhält, dass mit weiteren Krankschreibungen zu rechnen sei, und den Vergleich mit den zwei genannten Fällen durf te die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer längerfristigen oder dauernden Verhinderung an der Aufgabenerfüllung ausgehen. V. Sperrfrist 5.1. Die Beschwerdeführerin moniert, die Kündigung sei in der Sperrfrist erfolgt. Die Be- schwerdegegnerin entgegnet, es habe keine Sperrfrist für die Kündigung bestanden und falls eine Sperrfrist bestanden habe, sei diese eingehalten worden. 5.2.1. § 26 PersG sieht vor, dass im Falle unverschuldete r Krankheit oder unverschuldeten Unfalls die Sperrfrist, in welcher durch den Arbeitge ber nicht gekündigt werden darf, im ersten Anstellungsjahr 90 Tage und danach 180 Tage beträgt. Im Übrigen sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerisc hen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR) vom 30. März 1911 über die Kündigung zur Unzeit nach Ablauf der Probezeit sinngemäss anzuwenden. Nach Art. 336c Abs. 2 OR ist die Kündigung, die während der festgesetzten Sperrfristen erklärt wird, nichtig. 5.2.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 336c OR löst jeder neue Grund für eine Arbeitsverhinderung im Sinne von Art. 336c A bs. 1 OR – sei er gleichartig oder ver- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schiedenartig – eine eigenständige Sperrfrist aus, also auch jede neue Krankheit oder jeder neue Unfall. Krankheiten oder Unfälle sind neu, wenn sie zu früheren Krankheiten oder Unfällen in keinem Zusammenhang stehen (BGE 120 II 124 E. 3d; U rteil des BGer 8C_275/2020 vom 6. August 2020 E. 5.1.3 m.w.H.). 5.2.3. Die Arbeitnehmenden sollen während der Sperrf rist von Art. 336c Abs. 2 OR, in der sie in aller Regel keine Chance bei der Stellensuche ha ben und von einem Arbeitgeber in Kenntnis der Arbeitsverhinderung nicht angestellt würde n, vor dem Verlust ihrer Arbeit ge- schützt werden; dass sie auch selbst bei der Stellensuche be hindert sind, spielt dagegen keine Rolle (vgl. ULLIN STREIFF /A DRIAN VON KAENEL /R OGER RUDOLPH , Arbeitsvertrag, Praxiskommen- tar zu Art. 319-362 OR, 7. Aufl., Zürich 2012, N. 2 zu Art. 336c OR m.w.H.). Die Sperrfrist bei Krankheit und Unfall wird folglich damit begründet, dass die Arbeitsverhinderung des Arbeit- nehmers bei vernünftiger Betrachtungsweise seine Neuanste llung wegen der Ungewissheit über deren Dauer und Mass als unwahrscheinlich erscheinen lasse. Hat hingegen eine ge- sundheitliche Störung diesen Effekt klarerweise nicht, soll auch die Sperrfrist nicht spielen (STREIFF /VON KAENEL /R UDOLPH , a.a.O., N. 8 zu Art. 336c OR). Diese den Sperrfrist enschutz ausschliessende Konstellation trifft insbesondere auf d ie typischen Fälle arbeitsplatzbezogener Arbeitsunfähigkeit zu, bei welchen der Arbeitnehmer w ohl an der konkreten Arbeitsverrichtung verhindert ist, im Übrigen aber ganz normal einsatzfähig ist, in seiner privaten Lebensgestaltung nicht oder nur unbedeutend eingeschränkt ist und ein ne uer Arbeitgeber aufgrund der die neue Stelle nicht tangierenden Arbeitsverhinderung keinen A nlass hätte, den betroffenen Arbeitneh- mer deswegen nicht anzustellen. Ein solcher Fall von arbe itsplatzbezogener Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn der Arbeitnehmer z.B. wegen einer Kon flikt- oder Mobbingsituation am Arbeits- platz nur in Bezug auf die konkrete Stelle an der Arb eit verhindert ist, im Übrigen aber ganz normal einsatzfähig und nicht daran gehindert ist, e ine andere Stelle zu finden und anzutreten. In diesen Fällen muss der Kündigungsschutz von Art. 336c OR entfallen (STREIFF /VON KAENEL / RUDOLPH , a.a.O., N. 8 zu Art. 336c OR m.w.H.; W OLFGANG PORTMANN /R OGER RUDOLPH , in: Widmer/Lüchinger/Oser [Hrsg.], Basler Kommentar, Oblig ationenrecht I, 7. Aufl., Basel 2020, N. 6 zu Art. 336c OR; KGE VV vom 18. November 2015 [810 15 18] E. 3.6). 5.3.1. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwer debegründung geltend, sie sei seit November 2020 durchgehend krank. Entgegen der Aussage in der Ankündigung zur Kündigung seien die Abwesenheiten nicht seit Juni 2020, sondern gemäss der Aussage von Dr. D.____ seit "Sommer 2020" auf die Konflikte am Arbeitsplatz zurückzuführen. Mit Sommer könne somit auch August/September 2020 gemeint sein. Eine klare m edizinische Evidenz für den Zusam- menhang zwischen dem Konflikt und der Krankheit ergebe sich somit erst ab der vollständigen Krankschreibung ab dem 27. November 2020. Somit sei di e Sperrfrist von 180 Tagen voraus- sichtlich erst am 26. Mai 2021 abgelaufen. Die Beschwerd eführerin bestreitet in ihrer Replik vom 3. September 2021, dass zum Zeitpunkt der Kündigung eine arbeitsplatzbezogene Ar- beitsunfähigkeit vorgelegen habe. Die von der Beschwer degegnerin vorgebrachten Ausführun- gen von Dr. D.____ würden sich lediglich auf den 24. März 2021 und nicht auf den Zeitpunkt der Kündigung einen Monat später beziehen. Ausserdem h abe Dr. med. Q.____ eine allgemei- ne Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum der Kündigung attestiert. Ebenfalls werde diese durch die andauernde allgemeine Arbeitsunfähigkeit ab dem 20. Mai 2021 bestätigt. Als Beweise Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nennt sie das Zeugnis von Dr. Q.____ vom 19. August 2021 und das Zeugnis von Dr. R.____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. Aug ust 2021, in dem diese bestätigt, dass die Beschwerdeführerin seit dem 20. Mai 2021 bei i hr in Behandlung sei und ihre Arbeits- unfähigkeit nicht im Zusammenhang mit Schwierigkeiten a m letzten Arbeitsplatz stünden. Dass es sich bei der Beschwerdeführerin seit Juni 2021 um ei ne arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfä- higkeit gehandelt habe, könne zusätzlich ausgeschlossen werden, zumal die Beschwerdeführe- rin ab dem 14. August 2020 bis zum 10. September 2020 lediglich 50 %, danach 40 % arbeits- unfähig gewesen sei. Eine teilweise arbeitsplatzbezo gene Arbeitsunfähigkeit sei rechtlich/medi- zinisch ausgeschlossen. Der Zeitpunkt des Beginns der aktue llen Krankheit der Beschwerde- führerin könne nicht genau bestimmt werden. Sicher sei, dass diese am 27. November 2020 begonnen habe. Für einen früheren Zeitpunkt wäre die Beschwerdegegnerin beweispflichtig. Der Beweis des Krankheitsbeginnes genau im Juni 2020, und z.B. nicht im August 2020, könne mit den vorliegenden Unterlagen nicht erbracht werden . In ihrer Triplik vom 11. Januar 2022 erklärt die Beschwerdeführerin, sie selbst habe keine IV-Rente beantragt. Sie habe am 3. Janu- ar 2022 im Rahmen der Frühintervention der IV ein B elastungstraining begonnen. Diese Mass- nahme sei von der IV genehmigt und im Vorfeld mit de m Kanton Basel-Landschaft, Human Re- sources (HR) Rechtsabteilung, abgeklärt worden. Sie verha lte sich somit nicht widersprüchlich. Aufgrund des Verhaltens der Beschwerdegegnerin sei die Beschwerdeführerin allgemein ar- beitsunfähig geworden. 5.3.2. Die Beschwerdegegnerin entgegnet in ihrer Besch werdeantwort vom 30. Juli 2021, aufgrund der vertrauensärztlichen Untersuchung stehe fe st, dass die Beschwerdeführerin nicht generell arbeitsunfähig sei. Sie sei nach eigenen Auss agen und den Beurteilungen von Dr. C.____ und Dr. D.____ vielmehr einzig nicht mehr in der Lage, bei der Beschwerdegegnerin zu arbeiten. Infolge arbeitsplatzbezogener Arbeitsunfä higkeit sei damit im vorliegenden Fall die Sperrfrist nicht anwendbar. Auch wenn die Sperrfrist vor liegend jedoch zum Tragen käme, was nicht der Fall sei, läge keine Kündigung zur Unzeit v or, da bei einer Verhinderung, welche auf dieselbe Krankheit zurückzuführen sei, keine neue Sperr frist ausgelöst werde. Wenn aufgrund derselben gesundheitlichen Ursache mehrere Absenzperioden vorkämen, seien die Fehltage bei der Berechnung der Sperrfrist zusammenzuzählen. Bei einer Arbeitsunfähigkeit aufgrund des gleichen Grundes laufe mit anderen Worten eine ein zige Sperrfrist; eine Rahmenfrist exis- tiere nicht. Die ab 26. Juni 2020 erfolgten Krankschrei bungen würden gestützt auf die Berichte der Vertrauensärztin auf demselben Grund beruhen. Di es werde von der Beschwerdeführerin zwar sinngemäss bestritten, sei aber offensichtlich. Die a b Juni 2020 bestehenden Absenzen hätten deshalb bei der Berechnung der Sperrfrist zusam mengezählt werden dürfen. Eine Ver- letzung der Sperrfrist liege deshalb offensichtlich nicht vor. In der Quadruplik vom 11. Februar 2022 erwidert die Beschwerdegegnerin, dass sich die Beschwerdeführerin selbst bei der IV zum Bezug der gesetzlichen Leistungen angemeldet habe. Es e ntspreche dem normalen Verfah- rensgang, dass das Gesuch zunächst von der Wiedereingliederungsabteilung behandelt werde. Der Widerspruch ergebe sich daraus, dass die Beschwerdeführ erin sich einerseits bei der IV angemeldet habe, sich andererseits jedoch konsequent a uf den Standpunkt stelle, dass sie oh- ne weiteres wieder bei der Beschwerdegegnerin arbeits tätig sein könne, wenn der (angebliche) Konflikt am Arbeitsplatz gelöst werde. Es sei nicht nach vollziehbar, dass die Beschwerdeführe- rin nun plötzlich behaupte, allgemein arbeitsunfähig zu sein. Die Kündigung sei infolge monate- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht langer krankheitsbedingter Abwesenheit ausgesprochen wor den. Bis heute leiste der Kanton ununterbrochen Lohnfortzahlung im Umfang von 100 %. Im Übrigen halte die Beschwerdegeg- nerin daran fest, dass die Abwesenheiten der Beschwerde führerin – entgegen ihrer Behaup- tung – in den Jahren 2017 bis 2019 gestützt auf das Ze iterfassungssystem, welches zwischen Abwesenheit infolge Krankheit und infolge Unfall unterscheide, hauptsächlich auf Krankheit und nicht Unfall zurückzuführen seien. 5.4.1. Dr. C.____ hält in ihrem Bericht vom 27. Janu ar 2021 fest, dass die arbeitsplatzbezo- gene Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar sei, jedoch eine spezialärztliche Abklärung vorgenom- men werden sollte. Im Bericht vom 24. März 2021 führt Dr. D.____ aus, nicht der Tätigkeitsbe- reich, den die Beschwerdeführerin abdecke, wirke sich krankmachend aus, sondern die Art und Weise des Umgangs der Vorgesetzten mit ihr seit Herb st 2019. In der E-Mail vom 29. März 2021 präzisiert Dr. D.____, dass sich seit Herbst 2019 au fgrund des veränderten Umgangs der Vorgesetzten mit der Beschwerdeführerin ein ausgeprägte r Mitarbeiterkonflikt habe zu entwi- ckeln begonnen. Die Krankschreibungen seit Sommer 2020 s eien aufgrund krankmachender Konflikte am Arbeitsplatz erfolgt. Diese Konflikte würden bis heute andauern. 5.4.2. Aus den Arztzeugnissen von Dr. C.____ und Dr. D.__ __ ist der Schluss zu ziehen, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsunfähigkeit und somit jene ab Juni 2020 stets mit Kon- flikten mit den Mitarbeitern und Vorgesetzten und somit am Arbeitsplatz begründet hat. Die Ver- trauensärztin hat in keiner Weise zum Ausdruck gebracht, da ss für die Arbeitsunfähigkeit seit Juni 2020 ein anderer Grund als die Konflikte am Arbei tsplatz vorliege, die Arbeitsunfähigkeit auf verschiedenen Gründen basiere, es sich um mehrere Kr ankheiten handle oder sich der Grund der Arbeitsunfähigkeit zwischen Juni 2020 und Ende November 2020 geändert habe. Die Auffassung der Beschwerdeführerin, dass mit Sommer erst August oder September 2020 ge- meint gewesen sei, kann somit nicht geteilt werden. Ebe nso ist unklar und wird von der Be- schwerdeführerin nicht dargelegt, welche Veränderungen sich zwischen dem 24. März 2021 und dem Kündigungszeitpunkt ereignet haben sollen un d weshalb sie (rückwirkend) im Zeit- punkt der Kündigung plötzlich generell arbeitsunfähig gewesen sein soll. 5.4.3. Die Beschwerdeführerin beruft sich in ihrer Rep lik vom 3. September 2021 unter an- derem auf den Bericht von Dr. R.____ vom 20. August 2021. Die Ärztin führt darin aus, dass die Beschwerdeführerin seit 20. Mai 2021 bei ihr in ambu lanter psychiatrischer Betreuung sei, die Beschwerdeführerin bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig für alle Tätigkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt sei und die Arbeitsunfähigkeit nicht im Zusammenhang mit Schwierigkeiten am letzten Arbeitsplatz stünde. Dieser Bericht lag weder im Zeitpunkt der Gewährung des rechtli- chen Gehörs noch der Kündigung vor und wurde nach der Kündigung ausgestellt. Des Weiteren wurde die Beschwerdeführerin erst nach der Kündigung Patientin der Ärztin. Die Ärztin erklärt darin im Übrigen nicht, dass die Beschwerdeführerin schon vor Beginn des Behandlungsdatums zu 100 % auf dem freien Arbeitsmarkt arbeitsunfähig gew esen sei. Die Beschwerdeführerin kann folglich aus diesem Arztzeugnis nichts zu ihren Gunsten ableiten. In ihrer Replik erwähnt die Beschwerdeführerin auch die ärztliche Bescheinigung von Dr. med. Q.____ vom 19. August 2021 und bezieht sich auf die Beilage Nr. 54 der Repl ik. Diese Bescheinigung wurde der Replik jedoch nicht beigelegt und lag im Übrigen bei der Kündigung auch nicht vor. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5. Aufgrund der obigen Darlegungen lag seit Juni 2020 bis zur Kündigung eine arbeits- platzbezogene Arbeitsunfähigkeit vor, welche keine Spe rrfrist ausgelöst hat. Selbst wenn keine arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hätte, wurde die Beschwerdeführerin in der Zeit vom 26. Juni 2020 bis zur Kündigung zweifelsfrei nicht aufgrund verschiedener Krankheiten krankgeschrieben, welche in keinem Zusammenhang miteina nder standen. Damit hätte eine allfällige Sperrfrist am 26. Juni 2020 begonnen, womi t im Zeitpunkt der Kündigung die bei einer allgemeinen und nicht arbeitsplatzbezogenen Arbeitsunf ähigkeit einzuhaltende 180-tägige Sperrfrist eingehalten worden wäre. Demzufolge ist du rch die Kündigung keine allfällige Sperr- frist verletzt worden. VI. Mobbing – Rechtsgrundlagen 6.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Kündigu ng sei missbräuchlich, weil sie gemobbt worden und die Beschwerdegegnerin ihrer Fürso rgepflicht nicht nachgekommen sei. Die Beschwerdegegnerin bestreitet dies. 6.2.1. Eine ordentliche Kündigung ist unter anderem d ann missbräuchlich und damit un- rechtmässig, wenn der Arbeitgeber wegen einer Krankheit kündigt, die er selber verschuldet hat. Missbräuchlich ist demzufolge eine Kündigung, wenn die Anstellungsbehörde ihrer Fürsor- gepflicht nicht nachkommt, dies zur Krankheit bei eine m Arbeitnehmer oder einer Arbeitnehme- rin führt und die Anstellungsbehörde dann wegen diese r von ihr selbst zumindest mitverursach- ten Krankheit kündigt (vgl. Urteil des BGer 8C_707/200 9 vom 22. Juni 2010 E. 4.2; KGE VV vom 15. Februar 2017 [810 16 127] E. 4.2; KGE VV vom 18. November 2015 [810 15 18] E. 7.2). 6.2.2. § 27 PersG statuiert die allgemeine Fürsorgepfl icht des Arbeitgebers, indem der Kan- ton die Würde und Persönlichkeit der Mitarbeitenden zu schützen hat. Dazu gehört insbesonde- re auch der Schutz vor Mobbing (vgl. SCHULER LEBER , a.a.O., S. 144; KGE VV vom 15. Februar 2017 [810 16 127] E. 4.3.1). Nach der bundesgerichtlich en Rechtsprechung ist Mobbing ein systematisches, feindliches, über einen längeren Zeitraum anhaltendes Verhalten, mit dem eine Person an ihrem Arbeitsplatz isoliert, ausgegrenzt oder g ar von ihrem Arbeitsplatz entfernt wer- den soll (Urteile des BGer 4A_487/2015 vom 6. Januar 2016 E. 5.3; 4A_714/2014 vom 22. Mai 2015 E. 2.2; 8C_900/2013 vom 5. Mai 2014 E. 4.2; 8C_446/2010 vom 25. Januar 2011 E. 4 ff.). Das Opfer ist oft in einer Situation, in der jede Ei nzelhandlung unter Umständen als zulässig zu beurteilen ist, jedoch die Gesamtheit der Handlungen zu einer Destabilisierung des Opfers und bis zu dessen Entfernung vom Arbeitsplatz führen kann. Mo bbing liegt aber nicht schon dann vor, wenn ein Arbeitskonflikt oder eine schlechte Arbeitsa tmosphäre besteht oder wenn eine angestellte Person aufgefordert wird – auch nicht auf eindringliche Weise oder mit der Andro- hung von Disziplinarmassnahmen oder einer Entlassung –, seinen Arbeitspflichten nachzu- kommen (Urteil des BGer 8C_446/2010 vom 25. Januar 201 1 E. 4.1 m.w.H.). Sogenanntes Mobbing an sich begründet den Missbrauch des Kündigungsre chts nicht ohne weiteres. Miss- bräuchlich kann eine Kündigung allerdings sein, wenn si e wegen einer Leistungseinbusse des Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitnehmers ausgesprochen wurde, welche sich ihrerseits als Folge des Mobbings erweist. Denn die Ausnutzung eigenen rechtswidrigen Verhaltens bildet einen typischen Anwendungsfall des Rechtsmissbrauchs. Der Arbeitgeber, der Mobbing nicht verhindert, verletzt seine Fürsor- gepflicht. Er darf die Kündigung nicht mit den Folge n seiner eigenen Vertragsverletzung recht- fertigen. Stets muss jedoch auch in Erwägung gezogen wer den, dass sich die betroffene Per- son das Mobbing nur einbildet oder sich sogar missbräuchl ich darauf beruft, um sich so vor an sich gerechtfertigten Weisungen oder Ermahnungen zu schüt zen (Urteile des BGer 8C_826/2009 vom 1. Juli 2010 E. 4.2; 8C_358/2009 vom 8. März 2010 E. 5.1; 4C.179/2004 vom 14. September 2004 E. 2.1). Ferner gilt, dass eine Kündigung nicht missbräuchlich ist, wenn wegen des schwierigen Charakters eines Arbeitnehmer s eine konfliktgeladene Situation am Arbeitsplatz entstanden ist, die sich schädlich auf die gemeinsame Arbeit auswirkt, und wenn der Arbeitgeber zuvor sämtliche ihm zumutbaren Vorkehren getroffen hat, um den Konflikt zu entschärfen. Hat sich der Arbeitgeber aber nicht ode r ungenügend um die Lösung des Kon- flikts bemüht, ist er seiner Fürsorgepflicht nicht hinre ichend nachgekommen, weshalb sich die Kündigung als missbräuchlich erweist (Urteil des BGer 8C_ 594/2010 vom 25. August 2011 E. 5.1; BGE 132 III 115 E. 2.2 S. 117; BGE 125 III 70 E. 2c S. 74). Der Begriff des Mobbings ist für privatrechtliche wie für öffentlich-rechtliche Arb eitsverhältnisse derselbe (S TREIFF /VON KAE - NEL /RUDOLPH , a.a.O., Art. 328 OR N 17; Urteil des BGer 1C_156/2 007 vom 30. August 2007 E. 4.2). 6.2.3. Mobbing ist schwierig zu beweisen. Ein Beweis kan n in der Regel nur auf der Würdi- gung einer Vielzahl von Indizien beruhen. Dabei muss ab er stets auch in Erwägung gezogen werden, dass sich die betroffene Person das Mobbing nur einbildet oder sich sogar missbräuch- lich darauf beruft (Urteile des BGer 8C_826/2009 vom 1 . Juli 2010 E. 4.2; 8C_446/2010 vom 25. Januar 2011 E. 4.1 m.w.H.). Die Anforderungen an den Nachweis von Mobbing sind hoch angesetzt. Nicht jede Stresssituation und nicht bereits ei n schlechtes Arbeitsklima stellen Mob- bing dar. Zwar ermittelt das Kantonsgericht den Sachv erhalt von Amtes wegen (§ 12 Abs. 1 VPO). Durch die Untersuchungsmaxime wird eine Beweislast im Sinne einer Beweisführungs- last begriffsnotwendig ausgeschlossen. Der Untersuchungs grundsatz hat jedoch keinen Ein- fluss auf die objektive Beweislast. Bleibt ein Sachumstand unbewiesen, so greift die allgemeine Beweislastregel von Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbu ches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 im öffentlichen Verfahrensrecht analog. Nach dies em Grundsatz trägt jene Partei die Fol- gen der Beweislosigkeit, die aus der unbewiesen geblieb enen Tatsache hätte Rechte ableiten können (KGE VV vom 12. August 2015 [810 15 94] E. 6.2 .2; KGE VV vom 15. Februar 2017 [810 16 127] E. 4.3.2; KGE VV vom 17. September 2014 [810 14 179] E. 5.1; BGE 138 V 218 E. 6; BGE 117 V 261 E. 3b; K ASPAR PLÜSS , in: Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungs- rechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl., Zürich 2014, § 7 VRG/ZH, Rz. 157 ff.). VII. Mobbing – Einleitung zum konkreten Fall 7.1. Die Beschwerdeführerin macht primär geltend, die Beschwerdegegnerin habe sie öffentlich blossgestellt, unsachlich kritisiert, abgestraft , gedemütigt und isoliert. Es seien ihr zu viele Mandate mit unrealistischen Terminen übertragen worden. Die Beschwerdegegnerin habe Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihr zusätzliche Aufgaben aufgebürdet, ohne sie entsprechen d zu entlasten. Die ihr für die Man- datserledigung zugewiesenen Mitarbeiter seien ihr wi eder weggenommen worden, ohne dies bei der Arbeitsbelastung zu berücksichtigen. In den sehr u mfangreichen Rechtsschriften be- schreibt sie eine Vielzahl von Situationen und Begeben heiten, welche diese Vorwürfe belegen sollen. Auf diese wird – soweit erforderlich – später eingegangen. 7.2. Die Beschwerdegegnerin vertritt die Meinung, der ständig wiederholte Vorwurf der Beschwerdeführerin, dass sie Opfer von Mobbing geworden sei, habe mit der Realität nichts zu tun. Die Beschwerdegegnerin schildert in der Beschwerd eantwort vorerst den Ablauf der Ereig- nisse aus ihrer Sicht und geht auf die einzelnen Vorwür fe der Beschwerdeführerin ein. Auf die einzelnen Punkte wird – soweit erforderlich – später ei ngegangen. 7.3. Bevor auf einzelne der Vorwürfe der Beschwerdefüh rerin eingegangen wird, werden einerseits zum besseren Verständnis der Schilderungen de r Parteien die Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin als Chefrevisorin und die Organisation der Revisorenteams bei der B.____ anhand der Ausführungen der Zeugen an der Parteiverh andlung näher erörtert und anderer- seits die Geschehnisse aus Sicht der Beschwerdegegnerin wiedergegeben. VIII. Mobbing – Arbeitsabläufe 8. Jeweils einem Revisor wird die Leitung für ein Mand at zugeteilt, so war z.B. im Jahr 2020 die Beschwerdeführerin leitende Revisorin für den Jahresabschluss 2019 im Mandat Kan- tonsspital Baselland (KSBL) und L.____ leitender Revis or für den Jahresabschluss 2019 im Mandat Psychiatrie Baselland (PBL). Der leitende Reviso r wird im jeweiligen Mandat für gewis- se Aufgaben bzw. Teilgebiete von den anderen Revisoren und Mitarbeitern unterstützt. So wa- ren die jeweiligen Revisoren Teil verschiedener Arbeitst eams, wobei sie je nach Mandat leiten- der oder unterstützender Revisor sein konnten. So ergab sich z.B. auch die Konstellation, dass H.____ als Vorgesetzter der Beschwerdeführerin ihm unt erstellte Mitarbeiter in einem Mandat unterstützte, in welchem der ihm unterstellte Mitarbei ter die Leitung innehatte. H.____ erklärt, die Idee dieses Systems sei, dass sich die Chefrevisoren unter einander absprechen und nach dem Prinzip arbeiten würden, "ich helfe dir, du hilfst mir". An der Parteiverhandlung äussern sich die dazu befragten Zeugen dahingehend, dass dieses S ystem unter den Revisoren grund- sätzlich gut funktioniert habe, es aber mit der Beschwer deführerin grosse Probleme gegeben habe. An der Verhandlung wird weiter erklärt, dass mi t der Vorrevision gegen Ende des Jahres und mit der Revision am Anfang des darauffolgenden Jahr es begonnen werde. I.____ be- schreibt, dass sie als leitende Revisorin in einem Mandat ihre Arbeit (und damit auch die Erstel- lung der Reviews) nur beenden könne, wenn alle vom Tea m ihr ihre Arbeiten fristgerecht ablie- fern würden. Dabei könnten die Teammitglieder ihr au ch zeitlich nacheinander jeweils gewisse bereits erledigte in sich abgeschlossene Teilarbeiten abgeben. Der unterstützende Revisor müsse also nicht notwendigerweise seine Arbeit erst abgeben, wenn sie vollständig erledigt sei. So könne sie als leitende Revisorin in einem Mandat nach und nach die Reviews verfassen und die Teilgebiete überprüfen, bis sie dann alle Teilgeb iete erhalten habe und den Bericht schrei- ben könne. Als leitende Revisorin sei man für die Planun g der Revision verantwortlich und da- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht für, dass die Teammitglieder ihr ihre Arbeiten bzw. T eilarbeiten abliefern würden. Wie unter an- derem verschiedene Zeugen ausführen, würden die verschi edenen Mandate als leitender und unterstützender Revisor parallel laufen. Eine grafische Darstellung, die einen Revisionsprozess mit seinen Teilschritten (Einsatzplanung, Vorbereitun g, Durchführung, Berichtsentwurf, Stel- lungnahmen, definitiver Bericht, Debriefing, Follow up) und mit den zum jeweiligen Teilschritt gehörenden Aufgaben aufzeigt, findet sich auf der Webs eite des Kantons (https://www. baselland.ch/politik-und-behorden/besondere-behorden/finanzkontrolle/aufgaben). IX. Mobbing – Geschehnisse aus Sicht der Beschwerdegegn erin 9.1. Die Beschwerdegegnerin führt aus, dass ihre Vorsteh erin E.____ ihre Arbeit bei der B.____ im August 2018 aufgenommen habe. Gegenüber der Beschwerdeführerin sei sie unvor- eingenommen gewesen. Dass es in der Vergangenheit offenbar schwierig gewesen sei, mit der Beschwerdeführerin zusammenzuarbeiten, habe E.____ nicht gewusst. Die Mitarbeitenden des Teams hätten sich durch den Leitungswechsel eine Verbess erung der Zusammenarbeit mit der Beschwerdeführerin erhofft. E.____ habe schon bald ein gutes und freundschaftliches Verhält- nis zur Beschwerdeführerin herstellen können. Dies wider spiegle sich auch im Mitarbeiterge- spräch vom 13. September 2019, worin die Beschwerdeführ erin festgehalten habe, dass sich seit der neuen Führung insgesamt auch das Arbeitsklima deutlich verbessert habe. Das gute Verhältnis zwischen E.____ und der Beschwerdegegnerin h abe nicht zuletzt mit gewissen ge- meinsamen Interessen zusammengehängt, so etwa die gem einsame Vorliebe für Tiere. Die alleinstehende Beschwerdeführerin habe längere Zeit i n S.____ gewohnt, wo sie vier Hunde in ihrer Wohnung gehalten habe. Im November 2019 habe d ie Beschwerdeführerin ein Haus in T.____ (Frankreich) erworben, wo sie sich weitere Tiere , so z.B. Hühner, Gänse, Schildkröten und Pferde angeschafft bzw. betreut habe. Diese private Veränderung habe auch die berufliche Tätigkeit beeinflusst. Zwischen Arbeitsplatz und Arbeits ort lägen über 60 km. Der Arbeitsweg habe nunmehr über eine Stunde gedauert. Ausserdem se i die Beschwerdeführerin mit der Ver- sorgung der Tiere und der Renovation des Hauses beschäft igt gewesen. Dies habe Ressour- cen gebunden und habe das Verhältnis der Beschwerdeführerin zur Arbeitsstelle verändert. Die Beschwerdegegnerin habe sich jedoch gleichwohl sehr kul ant gezeigt, wenn es darum gegan- gen sei, der Beschwerdeführerin zur Besorgung ihrer pri vaten Angelegenheiten die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Sie habe Rücksicht auf den Wohnsitzwechsel und den damit verbundenen längeren Arbeitsweg genommen, obschon damit Präsenzzeiten eingebüsst wor- den seien. In der Folge sei den Vorgesetzten der Beschwe rdeführerin jedoch immer mehr vor Augen geführt worden, dass sich die Beschwerdeführerin fachlich und im persönlichen Umgang mit den Mitarbeitern und Kunden erheblich verbessern mü sse. Am Anfang dieser Kette habe eine äusserst unangenehme Schlussbesprechung bezüglich der Zw ischenrevision des KSBL für das Geschäftsjahr 2019 mit dem Generalsekretär der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdi- rektion (VGD) gestanden. Vor diesem Treffen habe die Beschwerdeführerin ohne vernünftigen Grund eine „Early Warning" ausgesprochen, was viel Wir bel verursacht habe, zumal die Be- schwerdeführerin an besagtem Gespräch nicht in der Lag e gewesen sei, ihre Handlung zu be- gründen. Auch sonst habe die Beschwerdeführerin zunehmend Mühe bekundet, die ihr übertra- genen Aufgaben zeitgerecht und in einer annehmbaren Qualität zu erledigen. So habe im De- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht zember 2019 etwa die Zwischenrevision der Prüfung des Jahr esabschlusses der PBL stattge- funden. Beteiligt an diesem Mandat seien die Beschwerde führerin als leitende Revisorin, der Arbeitskollege F.____ sowie ein Praktikant gewesen. F. ____ habe bemängelt, dass die Be- schwerdeführerin selten vor Ort sei, was auch dem Mand anten aufgefallen sei und den fachge- rechten Abschluss der Prüfgebiete erschwert habe. Am Sch luss habe der Praktikant die Aus- gangsbesprechung durchführen müssen. Von einer mangelnden Leistung oder Leistungsbereit- schaft ihrerseits habe die Beschwerdeführerin indes nichts wissen wollen. Stattdessen habe sie angefangen, ihre Arbeitskollegen massiv persönlich anzugreifen. 9.2. Zu erwähnen sei diesbezüglich ein Vorfall vom März 2020. Nachdem die Revision des KSBL für das Jahr 2019 am 3. März 2020 gestartet ha be, habe die Beschwerdeführerin am 16. März 2020 bei der Statusbesprechung ihren Mitarbeit er F.____ scharf angegriffen und ihm vorgeworfen, seine Arbeit tauge nichts, worauf E.____ F.____ und die Beschwerdeführerin zu einer Besprechung eingeladen habe. Die Beschwerdeführer in habe sich dabei äusserst auf- brausend verhalten, habe F.____ vorgeworfen, nicht ein mal in der Lage zu sein, "Pipifax"- Gebiete zu bearbeiten, und ihm mitgeteilt, es sei ihm inskünftig nicht mehr erlaubt, im Mandat KSBL mitzuarbeiten. Sie wolle seine Aufgabengebiete auf diesem Mandat stattdessen fortan allein bearbeiten. E.____ habe mehrfach darauf hinge wiesen, dass sie dieses Vorgehen nicht sinnvoll finde. Die Beschwerdeführerin habe aber daran festgehalten. Anlässlich der Akten- übergabe, an der auch die Revisionsassistentin M.____ anwe send gewesen sei, habe die Be- schwerdeführerin F.____ nochmals massiv angegriffen. Nur aufgrund der deeskalierenden Wor- te von F.____ habe die Aktenübergabe stattfinden können. 9.3. Am 17. März 2020 habe sich die Beschwerdeführerin selbständig ins Homeoffice be- geben, um unter anderem ihre privaten Pendenzen zu er ledigen. Von dort aus habe sie ihrem Arbeitskollegen L.____ per E-Mail vom 19. März 2020 ma ngelnde Kollegialität vorgeworfen und ihn sinngemäss als arbeitsscheu bezeichnet. Per 1. April 20 20 habe ein der Beschwerdeführe- rin zugeteilter Praktikant die Arbeitsstelle bei der Be schwerdegegnerin angetreten. Entgegen der entsprechenden Absprache habe es die Beschwerdefü hrerin unterlassen, den Praktikanten zu betreuen, weshalb dieser Ende Juni 2020 einem anderen Revisor zugeteilt worden sei. 9.4. Im März und April 2020 habe sich die Beschwerdefüh rerin regelmässig mitten in der Nacht im Zeiterfassungssystem der Beschwerdegegnerin einge loggt und Arbeiten erfasst, wo- rauf die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin um gehend angewiesen habe, keine Nachtarbeiten mehr zu leisten. Mitte April 2020 sei di e Beschwerdeführerin auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin in ihr Büro zurückgekehrt. 9.5. Mit E-Mail vom 14. April 2020 habe die Leiterin Finanzbuchhaltung des KSBL die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen, dass der ausführ liche Bericht sowie der Vermerk des Jahresabschlusses 2019 KSBL noch nicht vorlägen und bis sp ätestens am 16. April 2020 er- stellt werden müssten. Dieses Mandat hätte ursprünglich L.____ übernehmen sollen, welcher seine Arbeit bei der Beschwerdeführerin am 1. Januar 2020 angetreten habe. Auf Wunsch der Beschwerdeführerin sei ihr jedoch das Mandat übertragen worden. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.6. Weil die Beschwerdeführerin den Vermerk und den umfassenden Bericht in der Folge nicht erstellt habe, habe der CFO des KSBL die Beschwer deführerin mit E-Mail vom 29. April 2020 nochmals darauf hingewiesen, dass er den Vermerk f ür die Jahresrechnung 2019 mög- lichst rasch benötige, da tags darauf der Protokollauszug und die Jahresrechnung unterzeichnet werden müssten. Obwohl die Beschwerdeführerin um die W ichtigkeit dieser Dokumente ge- wusst habe, habe sie die E-Mail des CFO jedoch nur mit einer abschätzigen Bemerkung kom- mentiert. Am 30. April 2020 habe der CFO nochmals da rauf hingewiesen, dass er umgehend den Vermerk für die Jahresrechnung 2019 benötige. Das Regierungsratsgeschäft finde bereits am 5. Mai 2020 statt und müsse von der VGD vorbereitet werden. Am 8. Mai 2020 sei eine Me- dienkonferenz vorgesehen. Diese könne ohne Genehmigung d es Regierungsrates nicht statt- finden. Dennoch habe die Beschwerdeführerin diesen Auft rag nicht erledigt. Die Beschwerde- führerin habe stattdessen darauf gehofft, dass die Sekretärin G.____ die Arbeiten erledige. Die- se kenne sich in der Materie jedoch nicht aus und habe auc h keine Anweisungen der Be- schwerdeführerin erhalten. Nachdem G.____ überfordert zusammengebrochen sei, habe sich E.____ um die Fertigstellung des Vermerks und die zwing end notwendigen Unterlagen des KSBL gekümmert. 9.7. Trotz der mehreren offenen Pendenzen habe die Be schwerdeführerin mit E-Mail vom 13. Mai 2020 angefragt, ob sie die Revision im Mandat der BSABB BVG- und Stiftungsaufsicht beider Basel übernehmen könne. Dies habe die Beschwerd egegnerin abgelehnt. Für E.____ habe es höchste Priorität gehabt, dass die Beschwerdefüh rerin den umfassenden Bericht im Mandat KSBL fertigstelle, weshalb sie die Beschwerdefü hrerin mit E-Mail vom 26. Mai 2020 gebeten habe, sich um diese Pendenz zu kümmern. In der Woche vom 12. Juni 2020 habe die Beschwerdeführerin den Bericht an die Leiterin Finanz buchhaltung des KSBL, U.____, ge- schickt. Da dieser jedoch fehlerhaft gewesen sei, habe L etztgenannte die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen. Der Fehler habe bei der Beschwerdegegnerin viel Aufsehen erregt, da eine digitale Version des umfassenden Berichts bereits im Umlauf gewesen sei. Die Beschwerdefüh- rerin habe jedoch (zu Unrecht) die Auffassung vertret en, dass der Fehler nicht gravierend sei und kein Handlungsbedarf bestehe. Schlussendlich habe E.____ die Angelegenheit gelöst. 9.8. In der Folge habe im Mandat KSBL die Qualitäts sicherung (QS), welche stets stan- dardmässig innerhalb von 60 Tagen erstellt werden müsse, abgeschlossen werden müssen. Mit E-Mail vom 29. Mai 2020 habe E.____ die Beschwerdefüh rerin angefragt, wann sie mit den hierfür entsprechenden Grundlagen rechnen könne. Mit E -Mail vom 2. Juni 2020 habe sie ge- antwortet, dass sie zusammen mit ihrem Praktikanten noch "die Ordner" einscannen müsse. Für den Abschluss der Arbeiten benötige sie noch "ca. 2 Tage". Da die Beschwerdeführerin die Arbeiten in der Folge jedoch nicht abgeliefert habe, habe E.____ mit E-Mail vom 16. Juni 2020 die Beschwerdeführerin aufgefordert, zuerst die Dokume ntation der Jahresrechnungsprüfung 2019 fertigzustellen. Danach solle die Beschwerdeführerin prioritär die Dokumentation des KSBL und anschliessend alle IKS-Berichte 2019 fertigste llen. E.____ wies die Beschwerdefüh- rerin an, sich an diese Prioritätenliste zu halten und in der Zwischenzeit keine anderen Prüfun- gen vorzunehmen und bis zur Erledigung dieser Aufträge an keinen Besprechungen teilzuneh- men. E.____ habe hierbei ihre Unterstützung angebot en. So habe sie sich bereit erklärt, für allfällige Absagen von Terminen einzustehen. Auch mit E-Mail vom 17. Juni 2020 habe E.____ Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beschwerdeführerin nochmals ihre Hilfe angeboten ( Arbeit/Betreuung Praktikant, Termine absagen etc.). Den Anweisungen von E.____ sei die Beschw erdeführerin jedoch nicht nachge- kommen. Dies habe dazu geführt, dass die für die QS be nötigten Arbeiten im Mandat KSBL liegen geblieben seien. Mit E-Mail vom 22. Juni 2020 und vom 23. Juni 2020 habe E.____ unter Hinweis auf die 60-tägige Frist die Beschwerdeführerin nochmals angefragt, bis wann die Do- kumentation für die QS KSBL bereit sei und was untern ommen werde, um den umfassenden Bericht des KSBL fertigzustellen. Die 60-Tagesfrist hab e die Beschwerdeführerin in der Folge nicht eingehalten. 9.9. Nach der Krankschreibung vom 26. Juni 2020 bis 17. J uli 2020 sei die Beschwerde- führerin am 20. Juli 2020 zur Arbeit zurückgekehrt. Die Beschwerdegegnerin sei sehr darum bemüht gewesen, der Beschwerdeführerin einen angeneh men und komplikationslosen Wieder- einstieg zu gewähren. Vorschriftsgemäss sei hierzu ein Rü ckkehrgespräch angesetzt worden. An diesem hätten neben der Beschwerdeführerin E.____ und der stellvertretende Vorsteher der Beschwerdegegnerin, H.____, teilgenommen. Die Vorsteh erin habe anlässlich dieses Ge- sprächs betont, dass sie sich über die Rückkehr der Beschwerd eführerin freue. Auf Rückfrage ihres Stellvertreters habe die Beschwerdeführerin bestä tigt, wieder arbeitsfähig zu sein. Am Gespräch sei es der Beschwerdegegnerin ein Anliegen gew esen, auf die Bedürfnisse der Be- schwerdeführerin einzugehen. Gleichzeitig seien der Besc hwerdeführerin jedoch auch wichtige Punkte mitgeteilt worden, welche es inskünftig zu beachten gelte. Die Beschwerdeführerin habe indes keine Kritik gelten lassen. Sie habe moniert, zu viele Mandate mit unrealistischen Termi- nen bearbeiten zu müssen. Die Beschwerdegegnerin habe d ies zur Kenntnis genommen, habe die Reaktion jedoch nicht nachvollziehen können, da die gestellten Anforderungen den Vorga- ben an die externe Revision entsprächen und die ander en Mitarbeitenden die Vorgaben bezüg- lich Qualität und Quantität hätten einhalten können. Gleichwohl habe die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zugesichert, in Zukunft keine Un terstützungsarbeiten für andere mehr übernehmen zu müssen, sondern sich auf ihre eigenen Arb eiten konzentrieren zu können. Des Weiteren sei sie informiert worden, dass sie sich nicht mehr um die Betreuung des Praktikanten kümmern müsse. In der Folge sei das weitere Vorgehen bes prochen und seien "Spielregeln" kommuniziert worden. Hierzu habe gehört, dass die Beschw erdeführerin keine Überzeit leisten dürfe und die Ruhezeiten einzuhalten habe. Die Beschwerdeführerin sei weiter dazu angehalten worden, sich sofort bei H.____ zu melden, wenn es Probl eme gebe. Mindestens einmal pro Woche sei schliesslich ein Austausch über den Stand der Arbeiten vorgesehen worden. 9.10 Vom 23. Juli 2020 bis zum 31. Juli 2020 sei die B eschwerdeführerin erneut aufgrund der Krankschreibung zu 100 % und vom 1. August 2020 bis 1 4. August 2020 zu 50 % arbeits- unfähig gewesen. E.____ habe alles darangesetzt, die B eschwerdeführerin bei der Genesung zu unterstützen. Mit E-Mail vom 4. August 2020 habe E._ ___ die Beschwerdeführerin gebeten, sich auf die Dokumentation des Mandats KSBL zu fokussieren, sich umgehend zu melden, wenn sie Unterstützung benötigen sollte, und zu Hause nicht zu arbeiten, sondern sich zu erho- len. Es sei ferner veranlasst worden, dass die Prüfunge n "IKS Wirksamkeitsprüfung" und "Rheinhäfen Arealbewirtschaftung" von anderen Mitarbe itenden vorgenommen würden. Weiter sei die "AIB Abwasserspezialprüfung" H.____ zugeteilt wo rden und sei sichergestellt worden, dass der Bereich „IKS-Follow ups" von I.____, J.____ und L.____ weiterbearbeitet werde Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht (E-Mail vom 7. August 2020). Schliesslich sei der Beschwe rdeführerin nach Absprache mit der HR-Beratung der externe Coach V.____ von der Firma W. ____ AG zur Seite gestellt worden, dessen Dienste die Beschwerdeführerin in der Folge auch in Anspruch genommen habe. 9.11. Nachdem die Beschwerdeführerin vom 15. August 20 20 bis 10. September 2020 wei- terhin zu 40 % krankgeschrieben gewesen sei, habe die Beschwerdegegnerin weitere Entlas- tungen veranlasst. So wurde in die Wege geleitet, dass die Beschwerdeführerin beim Mandat KSBL, welches sie immer noch nicht abgeschlossen gehabt habe, von L.____ unterstützt wer- de. 9.12. Nach der Ferienrückkehr der Beschwerdeführerin am 28. September 2020 habe E.____ zu einer Teamsitzung eingeladen, an welcher ne ben der Beschwerdeführerin auch M.____ und N.____ teilgenommen hätten. Dabei seien d er Stand der Arbeiten im Bereich QS- Bericht betreffend Amt für Lebensmittelsicherheit und V eterinärwesen (ALV) und die Review- notes KSBL 2019 thematisiert worden. E.____ habe dara uf hingewiesen, dass diese zwei Pen- denzen unbedingt erledigt werden müssten. Die Beschwerd eführerin könne die ganze Woche auf M.____ zurückgreifen, welche sie in der Erledigung d ieser Aufträge unterstütze. Die Be- schwerdeführerin habe sich diesem Auftrag jedoch widerse tzt. Es sei übertrieben, so die Be- schwerdeführerin, die fehlenden Nachweise nachzuliefern, zumal sie dies in anderen Mandaten auch nicht gemacht habe. Die Beschwerdeführerin habe sich regelrecht in Rage geredet und sei wütend geworden. Ohne jeglichen Kontext und völlig zu Unrecht habe sie E.____ plötzlich eine strafbare Handlung im Zusammenhang mit einem and eren Mandat vorgeworfen. Auch dem Generalsekretär der FKD habe sie ohne Grund Betru g vorgeworfen. Am Geschäftsausflug vom 29. September 2020 habe sich die Beschwerdeführerin ohne ersichtlichen Grund gegen- über Dritten abschätzig über die Vorsteherin der Besch werdegegnerin geäussert und den An- wesenden eröffnet, fortan zwei Tage im Homeoffice zu arbeiten. 9.13. Da die Prüfqualität beim ALV nicht ausreichend g ewesen sei, habe die Beschwerde- führerin Unterstützung durch H.____ erhalten. Mit E-Mail vom 2. Oktober 2020 habe E.____ die Beschwerdeführerin ersucht, die Prüfungsdokumentation KSBL abzuschliessen, zumal die vor- geschriebene 60-tägige Frist längst abgelaufen gewesen sei. Aufgrund dieser Prioritätenset- zung sei die Beschwerdeführerin zwei Mal angewiesen wor den, einen angesetzten Termin mit dem Amt für Wald auf einen späteren Zeitpunkt zu ver schieben. Die Beschwerdeführerin habe sich in der Folge über diese Vorgabe hinweggesetzt. 9.14. Am 5. Oktober 2020 habe die Beschwerdeführerin d ie Auswertung der Reviewnotes betreffend Jahresabschluss des KSBL an E.____ gesendet. Letztere habe der Beschwerdefüh- rerin hierzu tags darauf "eine Rückmeldung mit nötige n Anpassungen" erstattet und die Be- schwerdeführerin um eine umgehende Rückmeldung nach Erl edigung der Arbeiten gebeten. Die Beschwerdeführerin habe diese Arbeiten in der Fol ge offenbar schon am nächsten Tag er- ledigt, jedoch ohne E.____ darüber zu informieren. A uf die Frage von M.____, weshalb sie den Abschluss der Arbeiten nicht melde, habe die Beschwerdeführerin lediglich geantwortet, E.____ könne "ruhig noch etwas warten". Ohne die Arbeiten abzu liefern, sei die Beschwerdeführerin in der Folge mit Bezug auf das Mandat Amt für Wald an E .____ gelangt. Mehr oder weniger zufäl- Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht lig habe E.____ in diesem Zusammenhang erfahren, dass die Beschwerdeführerin die Pendenz KSBL offenbar bereits abgearbeitet gehabt habe. Vor diesem Hintergrund habe E.____ wissen wollen, welche Arbeiten die Beschwerdeführerin am 7. Oktober 2020 und 8. Oktober 2020 erle- digt habe, und sie darum gebeten, ihr für diese zwei Tage eine Arbeitsübersicht zukommen zu lassen. Die Beschwerdeführerin sei daraufhin im Büro von N.____ lautstark über E.____ herge- zogen und habe diesem kommuniziert, keine Leistungsnachweise einzureichen. Sie habe dabei von N.____ und von M.____ wissen wollen, wie man den Browserverlauf und die Protokolldaten lösche. Auf keinen Fall wolle sie ihre Tätigkeit an de n zwei besagten Tagen offenlegen. Eine solche Forderung sei "Mobbing". Die Beschwerdeführerin habe sich bei N.____ ausserdem über den Mitarbeiter L.____ beklagt, da sich dieser er dreistet habe, die Rückmeldung von E.____ bezüglich Reviewnotes im Mandat KSBL als "angem essen" zu bezeichnen. Sie habe L.____ deshalb "zurechtrücken" müssen. Die Beschwerdeführerin habe ausserdem angegeben, mittlerweile einen Anwalt kontaktiert zu haben, da si e Beschwerde und Anzeige gegen die Vor- steherin der Beschwerdegegnerin einreichen werde. Daraufhin sei es im Büro von E.____ zu einem Wutausbr uch der Beschwerdeführerin gekom- men. Das Auftreten der Beschwerdeführerin sei derart b edrohlich gewesen, dass E.____ einen Moment lang um Leib und Leben gefürchtet habe. Ziel des aggressiven Auftretens der Be- schwerdeführerin sei gewesen, klarzumachen, dass sie zum Na chweis der geleisteten Arbeiten nicht verpflichtet sei bzw. dass sie diesen Nachweis erst b is zum 10. des Folgemonats erbrin- gen müsse. Im Nachhinein habe sich gezeigt, dass die Beschwerdeführerin am 7. Oktober 2020 und 8. Oktober 2020 hauptsächlich Tätigkeiten ausgeübt habe, die nicht prioritär zu erledigen gewesen seien, und private Arbeiten besorgt habe. Daru nter sei eine Recherche zum Daten- schutzgesetz gewesen, weil die Beschwerdeführerin E.____ of fenbar eine Datenschutzverlet- zung habe vorwerfen wollen. Review-Arbeiten für das Mandat KSBL im Prüfprogramm seien an diesen Tagen demgegenüber nicht geleistet worden. 9.15. In einer E-Mail vom 9. Oktober 2020 habe E.___ _ die Beschwerdeführerin gebeten, als nächstes den offenen Prüfpunkt aus der PPP-Prüfung (PPP: Public Private Partnership) im Prüfauftrag PPP-Nachprüfung vorzunehmen. In der PPP- Prüfung sei die Beschwerdeführerin dem Kollegen N.____ zugeteilt worden, der dieses Mandat leitend geführt habe. Beim Folgeauf- trag PPP-Nachtrag sei die Beschwerdeführerin als leitende Prüferin eingesetzt worden. Anläss- lich einer diesbezüglichen Besprechung seien ihr ihre Aufgaben erklärt und zur Bearbeitung übergeben worden. Die Beschwerdeführerin sei indes n achträglich nicht mehr einverstanden gewesen, diese Arbeiten zu erledigen, und habe erfolg los versucht, die Aufgaben rückzudele- gieren. Am 13. Oktober 2020 habe N.____ die Beschwerde führerin zur Abklärung der offenen PPP-Prüfungspunkte in deren Büro aufgesucht. Die Beschw erdeführerin habe sich bei N.____ darüber beklagt, dass sie in diesem Mandat noch etwas machen müsse. Sie sehe den Sinn dahinter nicht und werde dieses Thema für eine offizi elle Beschwerde gegen E.____ aufneh- men. Mit E-Mail vom 28. Oktober 2020 habe die Beschwerdefüh rerin den Mitarbeiter N.____ für eine Rückfrage kritisiert, die dieser dem stellvertretenden V orsteher im Zusammenhang mit der Überführung des SAP-Betriebes in eine PPP gestellt hab e. In der gleichen Zeit habe die Be- Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführerin die Beschwerdegegnerin wissen lassen, dass sie aufgrund der Pandemie und der Empfehlung des Bunderates (auch bei Bestehen von Schutzkonzepten) keine Präsenzver- anstaltungen für die obligatorische Weiterbildung besu chen werde. Die Beschwerdeführerin habe in der Folge auch vermehrt zynische Nachrichten versandt. 9.16. Mit E-Mail vom 6. November 2020 habe H.____ der Beschwerdeführerin eine umfas- sende Rückmeldung über den Stand der Arbeiten gegeben und habe dabei auch klargemacht, dass ihre Arbeiten teilweise mangelhaft ausgeführt worden seien. Die Beschwerdeführerin habe für dieses Feedback jedoch kein Verständnis gehabt und si ch ausführlich gerechtfertigt. Am Mitarbeitergespräch vom 13. November 2020 habe H.____ als direkter Vorgesetzter der Be- schwerdeführerin nochmals fachliche Kritik an ihrer Arbei t angebracht. Die Beschwerdegegne- rin habe der Beschwerdeführerin weiterhin Unterstützu ng und das externe Coaching angebo- ten. Die Beschwerdeführerin habe in einer umfassenden schriftlichen Stellungnahme sämtliche Kritikpunkte zurückgewiesen. Am 20. November 2020 habe H. ____ E.____ mitgeteilt, dass es ihm nicht mehr möglich sei, mit der Beschwerdeführerin vernünftig zu kommunizieren. Jede Anweisung, die er gebe, werde von der Beschwerdeführe rin verdreht und löse automatisch un- kontrollierte Gegenreaktionen aus. Dies wirke sich zu sei nem Schaden, zum Schaden der Mit- arbeitenden und der gesamten B.____ aus. Er könne so seine Führungsverantwortung nicht mehr wahrnehmen und mache sich Sorgen um die Mitarbeit enden der B.____. E.____ habe daraufhin ein zweites Mitarbeitergespräch mit der Beschwerdeführerin in Aussicht gestellt. 9.17. Im Oktober 2020 habe die Beschwerdegegnerin von d er VGD den Auftrag erhalten, eine Abrechnungsprüfung bezüglich Mehr- und Zusatzkosten sowie Vorhalteleistungen im Zu- sammenhang mit Covid19 bei diversen Spitälern vorzunehmen . Dieser Auftrag sei einfach und interessant gewesen. Im Zuge dessen sei die Beschwerdefü hrerin am 23. November 2020 da- mit betraut worden, Kostenabrechnungen der X.___-Klin ik zu überprüfen. Im Nachhinein habe sich herausgestellt, dass die Beschwerdeführerin diese Pr üfung mangelhaft vorgenommen ha- be. So habe sie ihr Augenmerk nicht auf das Herleiten und das Nachweisen von Zahlen gelegt, sondern habe vor allem E-Mails und Aktennotizen geprüft , die nachweisen sollten, dass die X.____-Klinik im kantonalen Krisenstab aktiv gewesen sei. J.____ und H.____ hätten den Ein- druck gehabt, die Beschwerdeführerin habe Sinn und Zw eck dieser Prüfung nicht verstanden. Bereits die Vorbereitung der besagten Prüfung habe si ch fragwürdig gestaltet, so habe die Be- schwerdeführerin etwa das Epidemiengesetz studiert, obschon E.____ ihr mitgeteilt habe, dass diese Rechtsgrundlagen für die durchzuführende Prüfung nicht relevant seien. 9.18. Am 24. November 2020 habe E.____ die Beschwerde führerin (auf deren Wunsch hin) zu einem zweiten Mitarbeitergespräch, welches am 26. November 2020 hätte stattfinden sollen, eingeladen. Unter Verweis auf starke Kopfschmerzen habe sich die Beschwerdeführerin am 25. November 2020 abgemeldet. E.____ habe ihr geant wortet, sie solle sich erholen und sich nicht um die Termine kümmern. Seit 27. November 2020 sei die Beschwerdeführerin ununter- brochen krankgeschrieben. Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht X. Mobbing – einzelne Vorwürfe der Beschwerdeführerin und Beurteilung 10.1. Die Beschwerdeführerin erklärt in ihrer Replik vom 3. September 2021, sie sei aktiv im Windhundsport tätig, sei langjähriges Mitglied me hrerer Windhund(sport)vereine in der Schweiz und sei auch international in dem Bereich gut vernetzt. Sie habe mit einem bzw. zwei Windhunden in S.____ gelebt. Im Zusammenhang mit de r Übernahme eines dritten Windhun- des aus einer Notlage habe die Beschwerdeführerin ein "Windhund-geeignetes" Anwesen in T.____ erworben und sei umgezogen. Der Zeitaufwand zur Versorgung der Tiere habe sich durch den Umzug nach T.____ von ca. 2.5 Stunden täglich in S.____ auf eine Stunde pro Tag reduziert, da die Hunde auf dem 5000 m 2 grossen Anwesen die Möglichkeit hätten, ihrem Be- dürfnis nach Bewegung nachzukommen und mit der Beobachtung der Hühner und Gänse auch geistig ausgelastet seien. Damit sei der Zeitverlust dur ch den längeren Arbeitsweg weitgehend kompensiert worden. Tatsächlich hätten die Renovation d es Hauses und der Umzug kurzfristig Ressourcen gebunden, dennoch habe die Beschwerdeführerin die vereinbarte Jahresarbeitszeit vollumfänglich erbracht. Dafür, dass über die vereinb arte Jahresarbeitszeit hinaus der Einsatz der Beschwerdeführerin aufgrund des Umzuges und der Ren ovierung zeitlich nur begrenzt möglich gewesen sei und sich insofern das "Verhältnis der Beschwerdeführerin zur Arbeitsstel- le" verändert habe, hätte die Leitung der B.____ als langjährige Arbeitgeberin ein gewisses Verständnis aufbringen sollen. Damit sei jedoch keine V erschlechterung der Leistung der Be- schwerdeführerin verbunden gewesen. 10.2.1. Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Beschwer de aus, sie sei am 1. Januar 2013 als Chefrevisorin bei der B.____ angestellt worden. Gemäss Zwischenzeugnissen und MAG seien ihre Leistungen stets und bis und mit der Beurteilung des Jahres 2019 als gut bewertet worden. Im Herbst 2019 sei sie als Leiterin der Revision Jahresabsch luss 2019 des KSBL eingeteilt worden, nachdem der bisherige Prüfer, H.____, aufgru nd fachlicher Differenzen mit dem Ver- waltungsrat des KSBL diese Aufgabe nicht mehr habe ausführen können. Es sei der Beschwer- deführerin bekannt gewesen, dass diese Position als Schleudersitz gesehen werde, da alle Prü- fer der Vorjahre, mit Ausnahme von H.____, danach selbst gekündigt hätten. Diese Häufung sei sehr ungewöhnlich, zumal jeder Prüferwechsel für das KSBL wie auch für die B.____ mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden sei. Die Beschwerdefü hrerin macht weiter geltend, dass sie im November 2019 von Mitarbeitern der B.____ den Hinweis erhalten habe, dass die B.____ ihr Spesenbetrug vorwerfe und dieser Vorwurf die Runde bei den Mitarbeitern mache. Sie habe auf Rückfrage erfahren, dass es dabei um eine Mittagspau schale gegangen sei. H.____, eine weitere Kollegin und sie hätten an einem Seminar tei lgenommen und nur sie habe eine Spe- senentschädigung für ein Essen geltend gemacht. Wieso H .____ und die andere Kollegin, die sich sehr gut mit den Spesenregelungen auskennen würden, keine Mittagspauschale abge- rechnet hätten, sei nicht geklärt worden. Somit habe H .____ wider besseres Wissen diesen Vorwurf erhoben. Nach Abklärungen sei ihr die Mittagsp auschale belassen worden. Einzige Konsequenz dieses sehr schwerwiegenden, unzutreffenden Vo rwurfes, der zuerst die Runde bei den Mitarbeitern der B.____ gemacht habe, sei de r Beschluss von E.____ gewesen, dass weder H.____ noch die Kollegin die Mittagessenpauscha le nachträglich hätten geltend machen dürfen. Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2.2. Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Beschwer deantwort aus, dass M.____, die für die Spesenkontrolle zuständig gewesen sei, habe abklären wollen, ob die Mittagspauschale berechtigt gewesen sei, da zwei weitere Teilnehmer d es Seminars keine entsprechende Auf- wendung geltend gemacht hätten. Die Angelegenheit ha be rasch geklärt werden können. Von einem Vorwurf in Sachen Spesenbetrug könne keine Rede sein. H.____ führt an der Verhandlung aus, dass er seit 2013 der direkte Vorgesetzte der Beschwer- deführerin gewesen sei, welche als Chefrevisorin angeste llt worden sei. Sein grösster Fehler sei gewesen, dass er der Pensumserhöhung der Beschwerdeführerin per 1. Juli 2016 von 80 % auf 100 % zugestimmt habe. Die Beschwerdeführerin habe ein paar Mandate in Eigenverant- wortung ausgeführt. Er sei zuständig für die Durchführ ung der Mitarbeitergespräche gewesen. Des Weiteren sei es seine Aufgabe gewesen, die Beschwer deführerin bei schwierigen Ver- handlungen zu unterstützen. In Fällen, in denen die Beschwerdeführerin die Leitung eines Mandats innegehabt habe, habe es sein können, dass er selber unterstützendes Teammitglied unter ihrer Leitung gewesen sei. Dies sei eine Eigen heit der B.____. Am Anfang der Anstellung habe sich die Beschwerdeführerin in die basellandschaftlichen Eigenheiten einarbeiten müssen. Dies sei verständlich gewesen. Auf die Frage, wie die Zusammenarbeit mit der Beschwerdefüh- rerin gewesen sei, antwortete er, dass diese einfacher gewesen sei, wenn man der Beschwer- deführerin recht gegeben habe. Seit dem Wohnsitzwechsel im Herbst 2019 sei die Situation dann schwieriger geworden. Die Beschwerdeführerin sei z u Hause sehr stark engagiert gewe- sen. Der Umgang mit ihr sei sehr schwierig geworden. S ie sei mit "jenem Druck nicht zu Recht gekommen". Auf die Frage, wie die Arbeitsleistungen d er Beschwerdeführerin gewesen seien, antwortete er, dass sie ihre Arbeitsleistungen immer hät te verbessern können. Es habe Mitar- beiter, die mehr als die Beschwerdeführerin, und solch e, die weniger als sie gearbeitet hätten. Ab Herbst 2019 sei die Arbeitsleistung der Beschwerdefüh rerin aber schlechter geworden. Auf Frage des Gerichts, wie er diesen Arbeitsleistungsabfall bemerkt habe, antwortet er, er habe gesehen, wann sie nicht im Büro gewesen sei. Im Laufe der Jahre seien die Arbeitsleistungen immer schlechter geworden, ab Herbst 2019 habe ein Leist ungseinbruch stattgefunden. Bis zum Herbst 2019 hätten ihre Leistungen hingenommen we rden können. Er gesteht auf Frage ein, dass die vorherigen guten Zeugnisse auf Wunsch der B eschwerdeführerin so verfasst wor- den seien. Der Umgang sei vorher "gegenseitig anständig" gewesen. In einem Herbst vor 2019, er wisse aber nicht mehr im welchem Jahr, sei der Umgang mit de r Beschwerdeführerin eigenartig ge- worden. Er habe daraufhin eine andere Mitarbeiterin nach dem Grund gefragt. Diese habe ge- antwortet, der Grund bestehe darin, dass er der Beschwe rdeführerin Spesenbetrug vorgewor- fen haben soll. Er sei sich nicht bewusst gewesen, dass e r ihr jemals Spesenbetrug vorgewor- fen habe. Ab der Zeit habe er den Draht zu ihr voll kommen verloren und sei noch vorsichtiger im Umgang mit ihr geworden, weil man gedacht habe, wenn sie bereits "so etwas" als Vorwurf des Spesenbetrugs auffasse, müsse man sehr aufpassen. Nach ihrem Umzug nach Frankreich sei man vorsichtig im Umgang mit ihr geworden, man habe nie gewusst, ob man "eine Attacke produziere". Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bezüglich der Aussage der Beschwerdeführerin, es handle sich bei der Leiterfunktion der Revi- sion des KSBL bekanntermassen um einen Schleudersitz, erkl ärt H.____, die Beschwerdefüh- rerin sei als Leiterin Revision KSBL eingesetzt worden, w eil er wegen Differenzen mit dem Ver- waltungsrat des KSBL diese Aufgabe nicht mehr habe wa hrnehmen wollen bzw. können. Er habe im Jahr zuvor bei der Revision Einschränkungen im Ve rmerk angebracht. Der Verwal- tungsrat habe seinen Vermerk in Geschäftsbericht offen kommuniziert und als nicht gerechtfer- tigt taxiert. Es sei unter diesen Umständen nachvollziehbar , dass der leitende Revisor ausge- wechselt werde. Bei der B.____ habe es im Laufe der Jahre immer Revisorenwechsel gegeben. Wenn ein Revisor gegangen sei und noch kein neuer für das KSBL eingesetzt worden sei, habe er diese Revisorenaufgabe immer wieder wahrgenommen. Es habe sich nicht um einen Schleudersitz gehandelt. Er selber arbeite ja auch immer noch bei der B.____. M.____ erklärt an der Verhandlung, dass im Zusammenhan g mit der Überprüfung der Mittags- pauschale von Seiten der Beschwerdeführerin das Wort Spe senbetrug gefallen sei, aber nicht von Seiten von H.____. 10.2.3. Keiner der anderen Zeugen, welcher eine Aussa ge zum Vorwurf des Spesenbetrugs machen konnte, hat bei der Befragung bestätigen könne n, dass der Beschwerdeführerin Spe- senbetrug vorgeworfen worden sei. Es ist damit nicht er wiesen, dass der Beschwerdeführerin Spesenbetrug vorgeworfen worden ist. 10.3.1. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwe rdebegründung geltend, sie habe im November 2019 neben der Vorrevision der PBL zusätzlich die Vorrevision des KSBL durchge- führt, was durch die Verschiebung in der Jahresplanung 2019 zeitlich entsprechend ausgegli- chen worden sei. Die Bitte der Beschwerdeführerin, die zwangsläufig zu Mehraufwand führende Teamplanung der Vorrevision KSBL zu korrigieren, sei jedoch abgelehnt worden. 10.3.2. Die Beschwerdegegnerin entgegnet in ihrer Besc hwerdeantwort, das treffe nicht zu, dass diese Arbeiten gleichzeitig zu erfolgen hätten. Di e Zwischenrevision des KSBL 2019 habe vom 6. November 2019 bis 22. November 2019 stattgefunden, jene der PBL vom 25. November 2019 bis 13. Dezember 2019. Die übrigen Mitarbeiter seien vom 11. November 2019 bis 22. November 2019 und vom 2. Dezember 2019 bis 13. De zember 2019 "auf dem Mandat" ge- wesen, so dass die Beschwerdeführerin immer eine Woche Vorlaufzeit gehabt habe. Trotzdem sei die Beschwerdeführerin an den besagten Revisionsterm inen nur teilweise persönlich anwe- send gewesen. Es sei daher nicht ersichtlich, welchen Vorwurf die Beschwerdeführerin erheben wolle. Zudem sei die Beschwerdeführerin nicht leitend e Revisorin im Mandat PBL gewesen. Beim Mandat PBL habe die Beschwerdeführerin keine zus ätzlichen Aufgaben übernehmen müssen. 10.3.3. Aufgrund der zeitlichen Angaben der Beschwerdeg egnerin ist nicht ersichtlich, inwie- fern die von der Beschwerdeführerin geschilderten Umstä nde zu einem Mehraufwand geführt haben, der nicht in der ordentlichen Arbeitszeit hätte erledigt werden können. Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.4.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, auch de r Auftrag im Zusammenhang mit dem Projekt PPP habe zu einer Überlastung geführt. 10.4.2. Die Beschwerdegegnerin erklärt, der Auftrag P PP stamme aus dem Herbst 2019. H.____ führt anlässlich der Parteiverhandlung aus, dass im Mandat PPP N.____ bereits die ganze Vorarbeit geleistet habe, die Beschwerdeführerin sei von E.____ lediglich angefragt wor- den, den Bericht fertig zu stellen. Das sei keine grosse Sache gewesen. Im Zusammenhang mit dem Auftrag PPP wird der Zeuge N.____ befragt. Er e rklärt, dass er zertifizierter IT-Prüfer sei und oft IT-spezifische Mandate oder IT-spezifische Projekte leite und sonst bei anderen Manda- ten Teil des Teams sei, in welchen sich IT-Fragen stelle n würden. Er habe gleichzeitig mit der Beschwerdeführerin die Stelle bei der B.____ aufgeno mmen. Er habe die Zusammenarbeit mit der Beschwerdeführerin schon immer als unangenehm und sinngemäss als nicht professionell empfunden und es habe in unterschiedlicher Ausprägung i mmer wieder schwierige Situationen gegeben. Er habe vor allem in der letzten Zeit vermi eden, direkt mit der Beschwerdeführerin zusammen zu arbeiten. Nach der Strukturänderung, welche u.a. mit sich gebracht habe, dass man auch gegen aussen als Team auftrete, habe es sich ni cht mehr vermeiden lassen, mit der Beschwerdeführerin zu arbeiten. Mit den anderen Teamm itarbeitern klappe die Zusammenar- beit. Auf Frage antwortet N.____, dass es stimme, dass si ch die Beschwerdeführerin bei ihm mehrmals über andere Teamkollegen und die Geschäftsleitung beschwert habe. 10.4.3. Das Gericht teilt dem Zeugen N.____ mit, die Beschwerdeführerin mache geltend, sie habe im Zusammenhang mit dem Projekt PPP einen Auftra g erhalten. Auch dieser habe zur Arbeitsüberlastung geführt. Der Zeuge N.____ führt a us, dass er eine Prüfung im Bereich PPP durchgeführt habe. Es habe sich um ein IT-Projekt gehan delt. Es sei eine sehr technische Prü- fung gewesen, in denen sehr viele technische Begrifflichk eiten vorgekommen seien. Er habe den Bericht zur Qualitätssicherung an die Geschäftsleitung abgegeben. Diese habe den Bericht nicht verstanden und ihn gebeten, diesen Bericht verständlicher zu verfassen. Die Beschwerde- führerin hätte ihn dabei unterstützen sollen, den techn ischen Bericht sprachlich zu überarbeiten und verständlicher zu machen. Der Auftragsinhalt sei vom U mfang her begrenzt gewesen. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin, statt diesen Au ftrag zu erfüllen, eine neue Prüfung eröffnet und einen Betrugsverdacht bzw. -vorwurf erho ben, der sich dann als unbegründet er- wiesen habe. Die Beschwerdeführerin habe schnell die Fed erführung übernommen und sei der Meinung gewesen, es würden gewisse Punkte fehlen. Sie ha be dann die Prüfung wieder "auf- gemacht" und neue Prüfungshandlungen vorgenommen, d ie so nicht vorgesehen gewesen sei- en. Diese Prüfungshandlungen hätten dann zu den Punkten geführt, die in ihrer Abwesenheit für ihn und die anderen Beteiligten nicht mehr nachv ollziehbar gewesen seien. Damit der Be- richt habe abgeschlossen werden können, hätten er und d ie anderen involvierten Personen beschlossen, diese Punkte auszuschliessen und den Bericht ohne diese Punkte abzuschliessen und für diese Punkte einen neuen Prüfungsauftrag (Nachfolgeauftrag PPP) an die Beschwerde- führerin zu machen. So seien diese Punkte zustande gekommen. Die Prüfung dieser Punkte sei aber gar nicht Auftragsinhalt gewesen. Aus diesen Pun kten heraus habe die Beschwerdeführe- rin einen Fehlbetrag von Fr. 1.6 Mio. errechnet und daraus geschlossen, es liege eine "Mau- schelei" bzw. Unterschlagung vor. Diesen Vorwurf habe sie i hm gegenüber und auch gegen- über E.____ erhoben. N.____ betont diesbezüglich, dass m an "auf Teufel komm raus" solche Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anschuldigungen vermeide, ohne klare Belege dafür zu haben. Die Beschwerdeführerin sei dann gebeten worden aufzuzeigen, wie sie auf diesen Fe hlbetrag gekommen sei und welche Unterlagen sie dafür habe. Sie habe nie aufzeigen kön nen, wie sie auf diesen Fehlbetrag ge- kommen sei. Es hätten dann mit der geprüften Einheit G espräche stattgefunden. Dabei habe sich herausgestellt, dass dieser Fehlbetrag aufgrund falsch er Annahmen und unsauberen Be- rechnungen der Beschwerdeführerin entstanden sei. Es se i letztlich um eine Unterfinanzierung von knapp Fr. 500'000.-- gegangen und für ihn sei die Begründung der Dienststelle nachvoll- ziehbar gewesen und der entsprechende Betrag sei auch gegenfinanziert worden. Den Auftrag an die Beschwerdeführerin, diese Prüfungspunkte (Nachf olgeauftrag PPP) abzuhandeln und belegbar zu machen, sei seiner Meinung nie abgeschlossen w orden. Irgendwann sei auch auf- grund der Rückmeldung der Dienststelle entschieden word en, die Prüfung einzustellen und die Dienststelle zu informieren. Die vermeintlich fehlenden Fr. 1.6 Mio. seien durch die Beschwer- deführerin nie richtig nachgewiesen worden. Nachdem d ie geprüfte Dienststelle gegenüber der B.____ belegt habe, wie diese aufgrund der Verträge zwischen dem Kanton und der PPP zu rechnen habe, sei für ihn und die anderen Mitarbeiter nachvollziehbar gewesen, dass die Be- hauptung eines Fehlbetrags von Fr. 1.6 Mio. nicht mehr haltbar sei. Daraufhin hätten er und die anderen Mitarbeiter die Einstellung der Prüfung veranlasst. 10.4.4. Auf Frage eines Richters erklärt N.____, dass e r die Beschwerdeführerin als Wirt- schaftsprüferin nicht beurteilen könne, weil er kein Wir tschaftsprüfer sei. Er komme aus dem Gebiet der internen Revision. Die Arbeit der Beschwerd eführerin in diesem Gebiet sei nicht im- mer so gewesen, wie es hätte sein sollen. Auf Frage, wie das Team die Stimmung erlebt habe, antwortet N.____, die Stimmung sei ab einem gewissen Punkt sehr angespannt gewesen. Für das restliche Team sei es eine sehr unangenehme Situatio n gewesen. Er habe den Eindruck gehabt, die meisten Kollegen hätten eine Vermeidungsst rategie angewendet und seien der Be- schwerdeführerin aus dem Weg gegangen. Auf Frage antw ortet er, dass er nie den Eindruck gehabt habe, das Team sei gegenüber der Beschwerdeführe rin unfreundlich gewesen oder habe sie gemobbt. Vielmehr habe das Team versucht, auf fachlicher Ebene miteinander zu kommunizieren. 10.4.5. Die Ausführungen von N.____ belegen nicht die Behauptungen der Beschwerdefüh- rerin, sondern deuten darauf hin, dass die Beschwerdefü hrerin in Bezug auf diesen Auftrag ei- nen grösseren Aufwand hatte, weil sie den ihr erteilte n Auftrag nicht auftragsgemäss und ziel- orientiert ausgeführt hat. Zudem hat sie scheinbar im Z usammenhang mit diesem Auftrag schwerwiegende Vorwürfe erhoben, ohne sie belegen zu können. 10.5.1. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwer debegründung bzw. Replik geltend, im Jahr 2020 sei in der Jahresplanung statt wie bisher 60 % neu 80 % der Zeit verplant worden. Zudem sei von der Geschäftsleitung der Beschwerdegegneri n im Dezember 2019 beschlossen worden, eine neue Prüfungssoftware bei den Revisionen P BL 2019 und KSBL 2019 einzuset- zen. Dies habe einen erheblichen Mehraufwand zur Folge gehabt, da neben der Einarbeitung in die Software auch die allgemeinen Angaben sowie die Vorprüfung KSBL 2019 hätten erneut dokumentiert werden müssen. Die Beschwerdeführerin erklä rt weiter, sie habe wiederholt auf die Überlastung hingewiesen, die von H.____ durch die Umgliederung des Auftrages PBL von Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht K.____ auf die Beschwerdeführerin im Februar 2020 erfolgt sei. Diese Überlastung sei jedoch in der Jahresplanung 2020 noch nicht vorhanden gewesen, da dort der Auftrag noch bei der Kol- legin K.____ ausgewiesen gewesen sei. 10.5.2. Die Beschwerdegegnerin entgegnet in ihrer Be schwerdeantwort, die Erhöhung der Planungsauslastung habe nicht zu einer höheren Belastun g geführt, sondern habe lediglich dem Schnitt der Prüfungen aus den Vorjahren entsproch en. Im Gegensatz zu den Vorjahren seien ausserdem die Praktikanten und Assistenten in der Pl anung nicht mehr berücksichtigt worden. Aus diesem Grunde hätten entgegen dem Dafürh alten der Beschwerdeführerin sogar mehr Kapazitäten als früher zur Verfügung gestanden. S elbstverständlich sei es jedoch jedem Mitarbeiter möglich gewesen, die ihm zugeteilten Pr üfungen mit den Vorgesetzten zu bespre- chen, wenn er zum Schluss gekommen wäre, dass er überlastet sei. Dies sei nicht geschehen. Was die Einführung der neuen Prüfungssoftware anbela nge, habe die Geschäftsleitung der Beschwerdeführerin angeboten, sich vom L.____ unterstü tzen zu lassen. Diese Hilfe habe die Beschwerdeführerin nicht in Anspruch genommen. 10.5.3. In der Jahresplanung 2019 wurden die Arbeitst age der Praktikanten an den aufge- führten Prüfungen mit 154 Tagen beziffert. Wie die B eschwerdegegnerin in ihrer Beschwerde- antwort richtig ausführt, sind in der Jahresplanung 2020 die Praktikanten nicht mehr berücksich- tigt. 10.5.4. Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Duplik a us, dass die Beschwerdeführerin nicht überlastet worden sei. Die ursprüngliche Grobplanung sei vom leitenden Revisor in der Man- datsplanung PBL korrekt erstellt und ohne die 15 Tage von K.____ geplant und durchgeführt worden. Die Beschwerdeführerin habe lediglich 69 Stun den auf diesem Mandat rapportiert. Es treffe somit in keiner Weise zu, dass sie die 15 Tage v on K.____ zusätzlich habe übernehmen müssen oder übernommen habe. Die Beschwerdeführerin sei mit ihren Arbeiten im Verzug ge- wesen. Dafür sei jedoch nicht die Beschwerdegegnerin ver antwortlich. Die Beschwerdeführerin habe es vielmehr versäumt, ihre Pendenzen aus dem Jahr 2019 zeitgerecht zu erledigen. Mit dem Mandat PBL 2019 oder den angeblichen Zusatzaufgab en habe der Verzug nichts zu tun gehabt. 10.5.5. Anlässlich der Parteiverhandlung erklären sowoh l K.____ und L.____, der die Funkti- on als leitender Revisor im Mandat PBL von der Beschwer deführerin übernommen hatte, als auch H.____, K.____ sei nie für das Mandat PBL vorge sehen gewesen. E.____ präzisiert an der Parteiverhandlung, die bei der ersten Jahresplanu ng für K.____ vorgesehenen Arbeiten seien anders verteilt worden. Vor allem L.____ als leit ender Revisor im Mandat Jahresab- schluss PBL habe zusätzlich Aufgaben von K.____ übernommen. 10.5.6. Wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt, h at die Beschwerdeführerin im Januar 2020 drei Stunden, im Februar 2020 63 Stunden und i m März 2020 eine Stunde und somit 67 (bzw. 69) Stunden für das Mandat PBL rapportiert. Es ist damit nicht nachvollziehbar, inwieweit die Beschwerdeführerin in dieser Zeit 15 Tage Arbeit von K.____ übernommen haben soll, da sie selber lediglich 67 Stunden für dieses Mandat rapportiert hat. Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.5.7. L.____ bestätigt an der Parteiverhandlung, di e Beschwerdeführerin habe sein Unter- stützungsangebot für das Prüfprogramm Revio nicht angenommen. 10.5.8. Auf die Frage des Gerichts an N.____, die Besch werdeführerin behaupte, es sei ein neues Prüfprogramm eingeführt worden, welches Mehrauf wand verursacht habe, antwortet N.____, sie hätten zwei Prüfprogramme (Prüfsoftware): einerseits das Amapro, welches zur Dokumentation und Planung etc. der Prüfung benutzt wer de und andererseits das Revio für die ordentlichen Revisionen. Das sei ein anderes Programm und man müsse sich daran gewöhnen. Es sei vergleichbar mit dem Umsteigen von Samsung auf A pple. Beide könnten das Gleiche, aber die Funktionen seien an anderer Stelle. Das neue Programm sei aber nicht schwieriger oder komplexer. Das neue Programm zwinge strukturierter vorzugehen. Auf Frage des Vertre- ters der Beschwerdeführerin, antwortet N.____, er hab e auch mit dem Programm Revio gear- beitet. Die Umstellung habe nicht zu "grossartigem Mehraufwand" oder Schwierigkeiten geführt. Auch bei Kollegen habe es nicht "grossartig Schwierigkeit en" gegeben. Klar sei es am Anfang etwas aufwändiger und man müsse sich damit beschäftigen, um die einzelnen "Sachen" zu fin- den. Aber das Programm sei so strukturiert, dass man o ben anfange und das Programm führe den Anwender durch das Programm. Wenn noch Punkte off en seien, weise das Programm da- rauf hin. Auf den Vorhalt des Vizepräsidenten des Gerich ts, L.____ habe ausgeführt, mit dem neuen Programm habe man nicht auf alte Daten zurückgre ifen können, erklärt N.____, es habe eine Übergangsphase gegeben, in der gewisse Daten aus dem altem System ins neue System hätten übertragen werden müssen, damit eine Basis angel egt werde. Aber letztlich habe der leitende Revisor im entsprechenden Mandat die Verant wortung, sein Mandat im Revio entspre- chend einzufügen und zu planen und mit seinem Team abzuarbeiten. Das habe bei L.____, der relativ wenig Vorlauf gehabt habe, da er verhältnismässi g neu und genau in dieser Phase zur B.____ gestossen sei, ohne grössere Probleme ganz gut gekl appt. E.____ ergänzt, L.____ ha- be drei Tage gebraucht, um im Revio auf den gleichen S tand zu kommen wie vorher im Ama- pro. L.____ erklärt an der Verhandlung, das Revio sei so geschaffen, dass die Punkte aus dem Excel herausgenommen werden und ins Revio eingearbeitet werden könnten. Es sei vergleich- bar mit der Funktion "copy paste". Er habe diese Übertr agung der Daten für das Mandat PBL gemacht. Der Mehraufwand habe zwei bis drei Tage betragen. L.____ führt weiter aus, dass die Übertragung dieser Daten im Mandat KSBL M.____ erledigt habe. 10.5.9. Die Beschwerdeführerin stellt an der Parteiverh andlung N.____ die Frage, ob das Programm Revio wirklich schon am 14. Januar 2020 oder d och nicht später eingeführt worden sei. Der Referent Niklaus Ruckstuhl hält fest, dass die Besch werdeführerin gemäss Akten am 14. Januar 2020 die Schulung zum Programm Revio besuch t habe. Die Beschwerdeführerin wendet ein, zu jenem Zeitpunkt sei schon die ganze Vor prüfung mit der Planung, der Unabhän- gigkeitsbestätigung, der Auftragsannahme und den Unterze ichnungen gemacht worden. Sie führt weiter aus, dass im Herbst 2019 alles im Programm Amapro und im Excel erledigt worden sei. Die Prüfung beginne nicht erst mit der Hauptprüfung ab Anfang Jahr, sondern schon mit der Vorprüfung im Herbst und das sei noch alles mit Amapro und Excel ausgeführt worden. Das Programm sei ihrer Meinung nach nach dem 14. Januar 2 020 "gekommen" und die ganze Ar- beit, die bis dahin schon gemacht worden sei, habe in das Programm Revio übernommen wer- Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht den müssen. Und die Prüfung der Jahresrechnung PBL hab e schon Mitte Februar 2020 ange- fangen. 10.5.10 N.____ antwortet, seiner Meinung nach sei d as Revio spätestens zu Beginn der Hauptprüfung schon im Einsatz gewesen. L.____ habe die Prüfungsplanung, die er auf Excel gemacht habe, als Excel Datei in das Programm Revio "rei ngehängt". Man müsse nicht neu ausfüllen, man könne entsprechende Dokumente ins Progr amm ablegen und verlinken. So er- halte man z.B. auch die Auftragsbestätigung in der Re gel als Brief. Dieser könne eingescannt und als pdf-Dokument hinterlegt werden. Es sei nicht vie l in das Programm Revio zu überneh- men gewesen. 10.5.11. Die Beschwerdeführerin wendet an der Parteive rhandlung weiter ein, es sei ja nicht nur um die Planung gegangen, sondern auch um alle Prüfungsergebnisse, Prüfungshandlungen und die Dokumentationen, die im Amapro vorgenommen w orden seien, die dann im Jahr 2020 neu in das Programm Revio hätten übernommen werden mü ssen. Diese hätten vor Beginn der Hauptrevision manuell ins neue Programm übernommen werden müssen und hätten nicht über- tragen werden können. 10.5.12. N.____ antwortet, dazu nicht Stellung nehme n zu können, aber er denke, im Jahr 2020, als man mit dem Programm Revio zu arbeiten begonnen habe, wäre der Hinweis möglich gewesen, dass gewisse Arbeiten noch im Amapro dokumentie rt worden seien. Wie es im Ein- zelnen gehandhabt worden sei, könne er nicht sagen, da müsste er im System nachschauen. Aber im Zweifelsfall hätte man die einzelnen Angaben in den einzelnen Feldern über eine Funk- tion wie die Funktion "copy paste" machen können. 10.5.13. L.____ führt an der Verhandlung aus, die n eue Software sei relativ einfach gewesen. In 2 bis 3 Tagen habe man sich einarbeiten können. Er h ätte die Beschwerdeführerin beim neuen Programm unterstützen können, da er im Januar 20 20 für seine Revisionen die Umstel- lung auf das Revio schon erledigt gehabt habe. Aber d ie Beschwerdeführerin habe "eher zu sich geschaut". Auch von H.____ wird ausgeführt, die Beschw erdeführerin habe die Hilfe von L.____ nicht angenommen und sei überhaupt nicht motivie rt gewesen, mit dem neuen Pro- gramm zu arbeiten. 10.5.14. Aufgrund der obigen Ausführungen und mange ls entsprechender Belege kann nicht der Schluss gezogen werden, dass die Beschwerdeführerin 15 Arbeitstage von K.____ über- nommen hat, die Einführung des neuen Programms zu eine m übermässigen Mehraufwand ge- führt hat und die Erhöhung der Planungsauslastung zu e iner höheren Belastung geführt hat. Zudem scheint der Beschwerdeführerin für die Übernahme der Daten aus dem Amapro ins Re- vio die Hilfe von L.____ angeboten worden zu sein, wo von sie aber nicht Gebrauch gemacht hat. 10.6. Soweit die Beschwerdeführerin ausführt, es sei ihr zu viel Arbeit auferlegt worden, ist festzustellen, dass sie im Januar 2020 5 Tage Ferien gen ommen hat und einen Tag krank war sowie 11.29 Minusstunden angehäuft hat. Dies führte daz u, dass die Beschwerdeführerin statt Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht der zu leistenden Arbeitszeit im Januar 2020 von rund 1 84 Stunden lediglich rund 123 Stunden leistete. Zudem hat sie im Januar 2020 rund 40 Stunden und im Februar 2020 rund 10 Stunden für interne Arbeiten für die B.____ rapportiert, wa s gemäss H.____ sehr viel Zeit sei. Diese ge- samthaft rund 103 Stunden (5 Tage Ferien, 11.29 Minu sstunden, 50 Stunden für interne Arbei- ten) bzw. rund 61 Stunden (11.29 Minusstunden, 50 Stun den für interne Arbeiten) fehlten dann z.B. für die Erledigung der Arbeiten im Mandat KSBL. Wie auch I.____ ausführt, ist jede Chefrevisorin selbst für die Planung ihrer Revisionen zu ständig. Diese Darlegungen deuten da- rauf hin, dass die Beschwerdeführerin ihre Planung ung ünstig vorgenommen bzw. die Arbeits- zeit in den Monaten Januar und Februar 2020 nicht zielorientiert genutzt hat. 10.7. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe d ie Arbeiten im Zusammenhang mit der Revision des ALV nicht beenden können, weil im Januar 2020 noch offene Punkte hätten geklärt werden müssen und N.____ nicht verfügbar gewesen sei. Da N.____ nicht zur Verfü- gung gestanden habe, habe auch dies zum Arbeitsstau im Fr ühjahr 2020 geführt. N.____ er- klärt an der Parteiverhandlung, diese Prüfung habe im Sommer 2019 stattgefunden. Da hätten er und die Beschwerdeführerin zusammen an der Eröffnu ngssitzung teilgenommen. Danach habe er die Beschwerdeführerin in diesem Mandat nicht mehr gesehen. Er habe seine Arbeit in diesem Mandat erledigt, soweit sie ihm zugewiesen word en sei, und darauf gewartet, dass die Beschwerdeführerin als leitende Revisorin ihm weitere Anweisungen erteile. Die Punkte, die ihm zugewiesen worden seien, seien zu jenem Zeitpunkt abgeschlossen gewesen. Der Vorwurf, die Beschwerdeführerin habe ihre Arbeit nicht fertig stellen können, weil N.____ nicht zur Ver- fügung gestanden habe, wird durch die Darstellung von N.____ nicht bestätigt. 10.8.1. Die Beschwerdegegnerin führt ihrerseits aus, da ss die Beschwerdeführerin ihrem Mitarbeiter F.____ im März 2020 anlässlich der Revision des KSBL für das Jahr 2019 vorgewor- fen habe, nichts zu taugen, und seine Entlassung aus dem Mandat verlangt habe. Dies wird von verschiedenen Zeugen bestätigt. Auch wird von verschiedene n Zeugen ausgeführt, es habe keinen sachlichen Grund gegeben, die Arbeit von F.____ als schlecht zu qualifizieren. F.____ sei früher Praktikant der Beschwerdeführerin gewesen. D ie Beschwerdeführerin habe sich für seine Festanstellung stark gemacht. F.____ erklärt an de r Verhandlung, er habe verschiedene Arbeiten schon angefangen und bis zu jenem Punkt erled igt gehabt, an dem er die Hilfe der Beschwerdeführerin gebraucht hätte. Sie sei aber sehr schlecht erreichbar gewesen. Sie habe ihm dann vorgeworfen, nichts bzw. nur schlechte Arbeit gemacht zu haben und dass er sinn- gemäss nichts tauge. Sie habe ihn gar nicht angehört, als er habe darlegen wollen, welche Punkte er wie weit überprüft gehabt habe. K.____ best ätigt, dass F.____ nach dieser Ausei- nandersetzung äusserst aufgelöst gewesen sei. Obwohl E.___ _ es eine schlechte Idee fand, F.____ vom Mandat zu entfernen, kam sie dem Willen de r Beschwerdeführerin nach und ak- zeptierte deren Entscheid. 10.8.2. Die Beschwerdegegnerin führt ihrerseits in den Rechtsschriften weiter aus, dass die Beschwerdeführerin die Kündigung von L.____ verlangt habe, als dieser noch in der Probezeit gewesen sei. Auch dieser Sachverhalt wird von E.____ und H.____ bestätigt. Des Weiteren führen sie aus, es gebe keinen sachlichen Grund für dies e Forderung, schliesslich sei L.____ Seite 32 http://www.bl.ch/kantonsgericht als qualifizierter Revisor angestellt worden. L.____ erklärt, die Forderung der Beschwerdeführe- rin habe ihn sehr getroffen. 10.8.3. Die Forderungen der Beschwerdeführerin, dass F.____ aus dem Mandat KSBL ent- lassen und L.____ gekündigt werden solle, zeugen nicht von kollegialem Verhalten von Seiten der Beschwerdeführerin. Keiner der Zeugen, der darüb er eine Auskunft gegeben hat, hat aus- geführt, dass es einen sachlichen Grund für den Vorwurf der Beschwerdeführerin gebe, dass die zwei Mitarbeiter ihre Arbeit nicht fachgerecht erl edigen würden bzw. erledigt hätten. Des Weiteren zeigt die Tatsache, dass E.____, welche die E ntlassung von F.____ aus dem Mandat keine gute Idee fand, die Forderung der Beschwerdeführ erin akzeptiert hat und ihrem Wunsch nachgekommen ist, dass sie ihr nicht in den Rücken fallen wollte. 10.9.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei isoliert worden, so sei sie bei der Re- vision des KSBL im Kantonsspital nicht mit den anderen gewesen, sondern in einem separaten Raum untergebracht worden. H.____ und L.____ erklären an der Parteiverhandlung, es sei da- bei um die Vorrevision des KSBL 2020 gegangen. Das Revis orenteam habe wegen Covid in einem Kellerraum gearbeitet, wobei wegen Covid nie d as ganze Team vollständig anwesend gewesen sei. L.____ führt aus, dass ihm von den andere n Mitarbeitern mitgeteilt worden sei, dass sich die Beschwerdeführerin sehr über Knieschmerzen u nd über das Treppensteigen be- klagt habe, da der vorgesehene Raum im Keller gewesen sei. Er habe dann von sich aus, das Kantonsspital angefragt, ob ein anderer Raum für die Beschwerdeführerin zur Verfügung ge- stellt werden könnte, was möglich gewesen sei. Zudem sei Corona-Zeit gewesen, so dass auch nur wenige Mitarbeiter im Keller gearbeitet hätten. Auf Frage antwortet er, er habe es nur gut gemeint. Die Frage des Gerichts, ob er die Beschwerdef ührerin gefragt habe, ob sie in einem anderen Raum arbeiten wolle, verneint er und gibt zu bedenken, dass das wohl ein Fehler ge- wesen sei, sie nicht zu fragen, ob sie in einem bequeme ren Zimmer arbeiten wolle. Er sei gar nicht auf die Idee gekommen, seine Bemühungen, ihr die Treppen zu ersparen, könnten negativ aufgefasst werden. Man könne wohl alles falsch verstehen, wenn man wolle. 10.9.2. Die Umstände, welche dazu geführt haben, dass d ie Beschwerdeführerin nicht den Keller mit den zwei oder drei anderen Revisoren geteil t hat, sondern in einem anderen Raum untergebracht wurde, deuten nicht darauf hin, dass sie isoliert werden sollte. Ihre Probleme mit dem Treppensteigen werden im Übrigen in der E-Mail vo n E.____ an die Beschwerdeführerin vom 27. August 2020 erwähnt. 10.10.1. Die Beschwerdeführerin macht im Zusammenhang mit der Revision der Staatsrech- nung geltend, dass ihre Prüfung von ihren Vorgesetzten von Anfang an als nicht PS-konform (PS: Prüfungsstandard) und als pauschal ungenügend ein gestuft worden sei. Auch auf Anfrage habe man ihr nicht gesagt, was nicht PS-konform sein solle. H.____ und I.____ erwidern an der Parteiverhandlung, die PS seien von Anfang klar gewes en, die Arbeit der Beschwerdeführerin habe aber diesen Standards nicht entsprochen. Die Beschwerdeführerin führt weiter aus, an der Teamsitzung vom 4. Mai 2020 sei sie unwirsch wegen fehl ender Dokumente abgemahnt wor- den. Sie habe H.____ erklärt, sie werde nicht mehr in ihrer Freizeit arbeiten, worauf E.____ und I.____ sich über die Beschwerdeführerin lustig gemacht hä tten mit Bezug auf "einen Sonntag, Seite 33 http://www.bl.ch/kantonsgericht an dem sie ausnahmsweise einmal gearbeitet habe". I._ ___ erklärt an der Parteiverhandlung, dass die Beschwerdeführerin die Termine nicht eingehal ten habe, was wiederum bei ihr Ter- minprobleme verursacht habe. Die Beschwerdeführerin h abe die Berichte auf den Termin vom 2. Mai 2020 versprochen, sei aber nicht an der Sitzung erschienen. Sie habe die Unterlagen auf den 3. Mai 2020 versprochen, diese seien aber nach I.__ __ unvollständig gewesen. Dies habe sie auch der Beschwerdeführerin mitgeteilt, worauf di ese an die Decke gegangen sei. Von Lus- tigmachen über die Arbeit am Sonntag könne keine Rede sein, so I.____ weiter. Die Beschwer- deführerin hält weiter fest, dass die Dokumentation der Prüfung wegen fehlender Ressourcen so gut wie möglich erfolgt sei. Diese sei von I.____ ab er als nicht PS-konform kritisiert worden und sie habe eine Überarbeitung gefordert, obwohl di e Staatsrechnung nicht PS-konform revi- diert werden müsse. I.____ erwidert, dass sie in den Re viewnotes festhalte, was nicht ord- nungsgemäss sei und was noch besprochen werden müsse. Die Beschwerdeführerin sei an der Besprechung vom 9. Juni 2020 ausgerastet und habe mitg eteilt, man müsse ihr nicht sagen, wie sie ihren Job auszuführen habe. Die Beschwerdeführer in erklärt, sie habe, um den Anpas- sungsbedarf festzustellen, I.____ um Erläuterungen gebe ten, wozu diese aber nicht bereit ge- wesen sei. Dennoch habe E.____ die Überarbeitung der Arbeitspapiere verlangt. Die überarbei- teten Dokumente der Staatsrechnung seien dann I.____ zur Verfügung gestellt worden, aber schliesslich nicht berücksichtig worden. Die Überarbeitung sei also reine Schikane gewesen. I.____ erwidert, die Beschwerdeführerin habe die Doku mente nicht überarbeitet, sondern habe Kritik an I.____ geübt, dass sie ihr Handwerk nicht versteh e. Der Überarbeitungsauftrag sei nicht Schikane gewesen, sondern begründet. Die Beschwerd eführerin habe den Auftrag aber nicht ausgeführt, deshalb seien die sogenannt überarbe iteten Dokumente nicht verwendet wor- den. Von Schikane könne keine Rede sein. I.____ führt anlässlich der Verhandlung auch aus, dass sie in ihren Ferien und ihrer Freizeit sehr viel Zeit aufgewendet habe, um der Beschwerde- führerin beim Kauf ihres Hauses (Verträge, Preis, Ver handlungen), bei der Renovation (Hand- werker) sowie bei den vielen damit zusammenhängenden ad ministrativen Tätigkeiten (z.B. di- verse Hausanschlüsse) in Frankreich zu helfen, unter anderem da sie Französisch spreche. 10.10.2. Die Ausführungen zur Staatsrechnung deuten d arauf hin, dass die Beschwerdeführe- rin ihre Arbeit nicht termingerecht und nicht fachger echt ausgeführt hat. Ihre Hinweise auf Schi- kanen liessen sich nicht erhärten oder bestätigen. XI. Mobbing – Verfahrensantrag/Beweismassnahmen 11. Die Beschwerdeführerin hat in ihren Rechtsschrifte n unter dem Titel "Verfahrensan- trag" den Antrag gestellt, es sei die Beschwerdegegner in anzuweisen, ihr unverzüglich den Zu- gang zum Geschäfts-Computer (Laptop), insbesondere au f ihre geschäftliche E-Mail- Korrespondenz, zu ermöglichen. Wie die von der Beschwer deführerin eingereichten umfangrei- chen Unterlagen (u.a. auch der umfangreiche E-Mail-Ve rkehr) zeigen, hat die Beschwerdefüh- rerin in der Zeit, als sie noch bei der Beschwerdegegner in arbeitete, Dokumente gesammelt, um ihre Vorwürfe zu belegen. Des Weiteren hat sie in d ieser Zeit bereits einen Anwalt kontak- tiert und ein Mobbing-Tagebuch geführt, was ebenfall s dafür spricht, dass sie bereits damals Dokumente sicherte, um ihre Vorwürfe zu belegen. Zude m verweist die Beschwerdeführerin Seite 34 http://www.bl.ch/kantonsgericht selber im Zusammenhang mit dem von ihr geführten Mob bing-Tagebuch auf das Merkblatt des kantonalen Personalamtes zur Verhinderung von Mobbing und dessen Folgen, worin empfohlen wird, die betroffene Person solle alle Mobbing-Vorfä lle schriftlich und eventuell mit Bild, Datum, Uhrzeit, Ort, Zeugen und Anwesenden dokumentieren. Üb erdies wurden an der Verhandlung zehn Zeugen ausführlich angehört. Aufgrund dieser Umstä nde ist nicht ersichtlich, inwiefern weitere Dokumente zur Sachverhaltsklärung beitragen sollten. Somit wird dieser Antrag abge- wiesen. Auch erübrigen sich unter diesen Umständen die w eiteren von den Parteien verlangten Beweismassnahmen. XII. Mobbing – Schlussfolgerungen 12.1. Anlässlich der zweitägigen Verhandlung wurden di e Zeugen auch eingehend zu vie- len weiteren Vorwürfen der Beschwerdeführerin befrag t. Des Weiteren wurden die Zeugen all- gemein zur Zusammenarbeit mit der Beschwerdeführerin befragt. 12.2. Die Beschwerdeführerin wird von den Zeugen fast unisono als schwierig bezeichnet. Es wurde von Seiten der Zeugen geäussert, dass man es m it ihr gut gehabt habe, wenn man das gemacht habe, was sie gewollt habe, dass man mit d er Zeit eine Vermeidungsstrategie an den Tag gelegt habe, weil sie unerwartet und aus für die Betroffenen unverständlichen Gründen die Beherrschung verloren habe, dass sie angegriffen ha be sowie unkollegial und wenig kritik- fähig gewesen sei. H.____ erklärt, es sei, als ob man verschiedene Sprachen gesprochen ha- be. Mehrmals wurde ausgeführt, sie habe alles, was ma n als Angriff sehen könne, als solchen interpretiert. Auf der anderen Seite stellte das Ger icht fest, dass die Beschwerdeführerin offen- sichtlich beim Austeilen von Kritik, beim Angreifen und sogar beim Stellen von Begehren, einem Arbeitskollegen sei zu kündigen oder ein anderer Mitar beiter sei aus einem Mandat zu entlas- sen, nicht zimperlich war. Unter anderem von J.____ und I.____ wird ausgesagt, die Beschwer- deführerin habe während der Arbeitszeit zum Teil Arbe iten für ihr Haus in Frankreich erledigt. Ein Zeuge führt aus, die Beschwerdeführerin sei der Grund gewesen, dass er bei der B.____ gekündigt habe, ein anderer erklärt, er habe sich von d er Beschwerdeführerin bedrängt gefühlt, wiederum eine andere Zeugin beschreibt, es habe Moment e gegeben, in denen sie vor der Be- schwerdeführerin Angst gehabt habe. Einige Zeugen führ en aus, dass vor allem ab circa dem Zeitpunkt des Wohnortwechsels die Zusammenarbeit mit der Beschwerdeführerin noch schwie- riger geworden sei. Mehrere Zeugen erklären, dass – so weit sie das beurteilen könnten – das Arbeitsvolumen der Beschwerdeführerin nicht grösser gew esen sei als dasjenige der anderen Mitarbeiter. Zum Teil wird von Seiten der Zeugen aus geführt, dass die Beschwerdeführerin aus klar umgrenzten Aufträgen eine grosse Sache gemacht hab e, an der Sache vorbei gearbeitet habe und sie zum Teil das Gefühl gehabt hätten, die B eschwerdeführerin habe den Auftrag nicht richtig verstanden. Die ganzen Aussagen lassen den S chluss zu, dass der geltend ge- machte Auftragsstau im Frühjahr 2020 entstanden ist, weil die Beschwerdeführerin seit Oktober 2019 ihre Arbeit nicht mehr richtig ausgeführt, Hilfe abgelehnt, die Aufträge nicht richtig ver- standen und viel Zeit nicht zielorientiert aufgewendet hat und nicht, weil sie ein zu grosses Auf- tragsvolumen hätte bewältigen müssen. Auch bestätigte sich ihre Behauptung nicht, dass ihr Aufträge entzogen worden seien, um sie zu schikanieren. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass Seite 35 http://www.bl.ch/kantonsgericht dies geschah, weil sie offensichtlich ihre Aufträge nicht termingerecht erledigt hatte. So wurden ihr die Aufträge entzogen, einerseits damit diese von jemand anderem erledigen werden konn- ten, andererseits um die Beschwerdeführerin zu entlaste n. Die Schilderungen der Zeugen stimmen mit der Darlegung der Geschehnisse, wie sie von der Beschwerdegegnerin in ihren Rechtsschriften umschrieben werden, im Grossen und Ganzen überein. Auch konnte die Par- teibefragung nicht bestätigen, dass der Beschwerdeführer in keine Unterstützung angeboten worden sei und nicht versucht worden sei, die Konflikte zu lösen. 12.3. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Stand punkt, dass die befragten Zeugen bei der B.____ arbeiten bzw. gearbeitet hätten und n icht zu Ungunsten der Beschwerdegegne- rin aussagen würden. Diesbezüglich ist erstens anzumerken , dass von den befragten zehn Zeugen neun (Ausnahme: F.____) auch von der Beschwerd eführerin in ihren Rechtsschriften als Zeugen genannt wurden. Des Weiteren arbeiten zwei Zeugen nicht mehr bei der B.____, auch wenn einer davon immer noch beim Kanton arbeitet und der andere zum Teil im Auftrags- verhältnis für die B.____ tätig ist. Die Schilderungen der Zeugen bestätigen zum einen die An- gaben der Beschwerdegegnerin in ihren Rechtsschriften, z um anderen stimmen die Zeugen- aussagen untereinander überein. Zudem haben die Zeug en einen glaubwürdigen Eindruck hin- terlassen. Auch wurden gewisse Behauptungen der Beschwe rdeführerin durch eingereichte Dokumente widerlegt. Aufgrund der Befragung ist vielm ehr der Eindruck entstanden, dass die konfliktgeladene Situation am Arbeitsplatz durch den r essourcenbindenden Umzug der Be- schwerdeführerin nach Frankreich, die Corona-Massnahmen und den nicht einfachen Charakter der Beschwerdeführerin entstanden ist. Die Beschwerdege gnerin hat einige der Wünsche der Betroffenen erfüllt, sie soweit wie möglich entlastet, Gespräche organisiert und weitere Vorkeh- ren getroffen, um ihr entgegenzukommen. Diese Massnahm en konnten den Konflikt offensicht- lich nicht entschärfen. Aufgrund der eingereichten Unt erlagen und der Zeugenaussagen bleibt der von Beschwerdeführerin behauptete Sachverhalt, sie sei gemobbt worden und die Be- schwerdegegnerin habe ihre Fürsorgepflicht verletzt, un bestätigt, was sich zu Lasten der Be- schwerdeführerin auswirkt. 12.4. Demzufolge kommt das Gericht zum Schluss, dass der Be schwerdegegnerin nicht der Vorwurf gemacht werden kann, sie habe der Beschwer deführerin zu viel Arbeit auferlegt und ihr keine Hilfeleistung angeboten. Der Beschwerdeg egnerin kann kein Mobbing und keine Fürsorgepflichtverletzung vorgeworfen werden. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. XIII. Kosten 13. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahr ens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenp flichtig. § 71 PersG trägt den Titel "Beschwerden gegen Verfügungen der Anstellungsbehörde" und statuiert, dass innert 10 Tagen gegen Verfügungen der B.____ beim Kantonsgericht Besc hwerde erhoben werden kann (Abs. 1 lit. b) und dass das Beschwerdeverfahren unter Vorbehalt von § 20 Abs. 2 VPO kosten- los ist (Abs. 3). Gemäss § 20 Abs. 2 VPO können einer P artei, die sich mutwillig oder leichtsin- nig verhält, Verfahrenskosten auferlegt werden. Vorlieg end liegt kein mutwilliges oder leichtsin- Seite 36 http://www.bl.ch/kantonsgericht niges Verhalten der Beschwerdeführerin vor, so dass das Verfahren vor Kantonsgericht kosten- los ist. Nach § 21 VPO kann der ganz oder teilweise obsi egenden Partei für den Beizug einer Anwältin bzw. eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden (Abs. 1). Dem Kanton wird keine Par teientschädigung zugesprochen (Abs. 2). Die Parteikosten sind folglich wettzuschlagen. Seite 37 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin