Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 1. November 2017 (810 16 383) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung / Straffälligkeit Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin i.V. Melissa Traber Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Christian von Wartburg und Elisabeth Maier, Advokaten gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung (RRB Nr. 1775 vom 13. Dezember 2016) A. Der aus dem Kosovo stammende A.____ (geboren 198 0) reiste am 20. Januar 1995 in die Schweiz ein und wurde in die Niederlassungsbewi lligung seiner Eltern miteinbezogen. Am 30. März 2004 heiratete A.____ in seiner Heimat die kosovarische Staatsangehörige B.____ (geboren 1980), welche am 25. August 2009 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht einreiste und eine Aufenthaltsbewilligung erhielt. D ie beiden Ehegatten haben zwei gemeinsa- me Kinder, C.____ (geboren 2010) und D.____ (geboren 2013). B. In den Jahren 2001 bis 2005 war A.____ mehrfach stra frechtlich verurteilt worden. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 8. Mai 200 3 erfolgte eine Einweisung in die Ar- beitserziehungsanstalt E.____ wegen Freiheitsberaubung , mehrfachem, teilweise versuchtem Diebstahl, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfacher einfa cher Körperverletzung, Tätlichkei- ten, Drohung, Beschimpfung, mehrfachem Hausfriedensbruch sowie der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG) vom 3. Oktober 1951 zum Zwecke des Konsums. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 7. Juni 2004 erfolgten infolge Unzweckmässigkeit sowie Erfolglosigkeit die Aufhebung der Massnahme und di e Festsetzung einer bedingt voll- ziehbaren Gefängnisstrafe von 16 Monaten sowie einer bed ingten Landesverweisung von drei Jahren bei einer Probezeit von je zwei Jahren. C. Am 15. März 2005 verurteilte das Strafgericht Basel- Stadt A.____ zu einer Freiheits- strafe von zwei Jahren und sieben Jahren Landesverweisung wegen schwerer Körperverlet- zung, versuchter schwerer Körperverletzung, mehrfacher e infacher Körperverletzung und Tät- lichkeit. Mit Verfügung vom 1. Februar 2006 wies die d amalige Justiz-, Polizei- und Militärdirek- tion Basel-Landschaft A.____ aus der Schweiz aus. D. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 14. Mär z 2006 wurden die bis zu diesem Datum ausgesprochenen Strafen zu Gunsten einer stationä ren Massnahme in einer Klinik für Suchtkranke aufgeschoben. Infolgedessen hiess der Regieru ngsrat des Kantons Basel- Landschaft (Regierungsrat) mit Entscheid Nr. 0343 vom 1 1. März 2008 eine gegen die Auswei- sung von A.____ erhobene Beschwerde teilweise gut und drohte ihm diese lediglich an. E. Im Oktober 2013 wurde A.____ erneut straffällig un d befand sich aufgrund dessen ab dem 18. Oktober 2013 im vorzeitigen Strafvollzug. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 6. Mai 2014 wurde A.____ zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren wegen Raufhandels, mehr- facher einfacher Körperverletzung mit einem gefährliche n Gegenstand, Drohung sowie mehrfa- cher Übertretung des BetmG verurteilt. Diese Strafe w urde mit Urteil des Appellationsgerichts Basel-Stadt vom 8. August 2017 auf 15 Monate reduziert. F. Mit Verfügung vom 20. November 2014 wurde ein Gesu ch um Haftentlassung gutge- heissen, woraufhin A.____ umgehend aus der Haft entla ssen wurde. Gleichentags kam es zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen A.____ und se iner ehemaligen Geliebten, wo- raufhin A.____ vorläufig festgenommen und mit Entsche id vom 25. November 2014 in die Un- tersuchungshaft überführt wurde. Am 18. Juni 2015 ve rurteilte das Strafgericht Basel-Stadt A.____ wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beschimpfung sowie versuchter Nötigung zu einer (unbedingten) Freiheitstrafe von zwei Jahren sowie zu einer Geld- strafe von 10 Tagessätzen à Fr. 30.-- und einer Genugt uungszahlung in der Höhe von Fr. 15‘000.-- an seine ehemalige Geliebte. Eine dagegen angemeldete Berufung wurde zurück- gezogen, sodass das Urteil am 18. Juni 2015 in Rechtskraft erwuchs. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Das Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM) gewähr te A.____ und B.____, mit (sepa- raten) Schreiben vom 10. Juni 2016 das rechtliche Gehö r betreffend den Widerruf der Nieder- lassungsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz von A.____. Mit Schreiben vom 21. Juni 2016 und vom 21. Juli 2016 nahmen die Ehegatten dazu Stellung. H. Mit Verfügung vom 29. Juli 2016 widerrief das AfM die Niederlassungsbewilligung von A.____ und wies ihn bis spätestens zum Zeitpunkt der (bed ingten) Haftentlassung aus der Schweiz weg. Einer allfälligen Beschwerde wurde die auf schiebende Wirkung entzogen. Dage- gen erhob A.____, nachfolgend vertreten durch Dr. Christian von Wartburg und Elisabeth Maier, Advokaten, am 3. August 2016 Beschwerde beim Regierungsrat. I. Am 18. November 2016 wurde A.____ von der Justizvollzug sanstalt F.____ vom Straf- vollzug in die Ausschaffungshaft überführt und am 5. Dez ember 2016 aus der Schweiz ausge- schafft. J. Mit Entscheid Nr. 1775 vom 13. Dezember 2016 wies de r Regierungsrat die Be- schwerde ab. Zur Begründung führte dieser aus, dass A.__ __ zu einer längerfristigen Freiheits- strafe verurteilt worden sei und damit einen Widerruf sgrund gesetzt habe. Ob er mit seinem Verhalten auch den Widerrufsgrund des schwerwiegenden Ve rstosses gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung erfüllt habe, könne offen gela ssen werden. Ferner kam der Regie- rungsrat zum Schluss, dass die öffentlichen Interessen an de r Wegweisung von A.____ seine privaten Interessen an einem weiteren Verbleib in der Schweiz überwiegen würden; der Wider- ruf sei zudem verhältnismässig und es liege kein Härtefall vor. K. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ mit Eingabe vo m 20. Dezember 2016 Be- schwerde an das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsge- richt). Er beantragt, es seien der regierungsrätliche E ntscheid vom 13. Dezember 2016 und die Verfügung des AfM vom 29. Juli 2016 aufzuheben und das AfM anzuweisen, dem Beschwerde- führer die Niederlassungsbewilligung zu belassen; unt er o/e-Kostenfolge, wobei dem Be- schwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu bewilligen sei. In der ergänzenden Beschwerdebegründung vom 21. Februar 2017 hielt der Beschwerdeführer an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest. L. In seiner Vernehmlassung vom 10. März 2017 beantragt der Regierungsrat die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. M. Mit präsidialer Verfügung vom 10. April 2017 wurde Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und für das vorliegende Verfahren die unent geltliche Prozessführung und Verbei- ständung bewilligt. N. Mit Eingabe vom 9. Mai 2017 hält der Beschwerdeführ er an seinen Anträgen fest und reicht die Honorarnote seiner Rechtsvertretung ein. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Be schwerdeführer Adressat des ange- fochtenen Entscheids ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat, die übri- gen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl die örtliche wie auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, kann auf d ie vorliegende Beschwerde einge- treten werden. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt werden. Die Beurteilung der Angemessenheit de s angefochtenen Rechtsaktes ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorlieg enden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zur Recht erfolgten. 3.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinne n und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zustän dige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. AuG und 27 ff. AuG – im Rahmen der g esetzlichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassun g zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Gewä hrung einer Anwesenheitsbewilli- gung hat die ausländische Person grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 185 E. 2.3; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, N 7.84 ff.). 3.2 Zwischen der Schweiz und dem Kosovo besteht kein Staat svertrag, der dem Be- schwerdeführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der S chweiz gewähren würde. Es sind ent- sprechend die Bestimmungen des AuG, vorbehältlich andere r völkerrechtlicher Verträge, an- wendbar. 3.3 Gemäss Art. 34 AuG verleiht die Niederlassungsbewi lligung einen zeitlich unbefristeten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz. Es ist somit von einem grundsätz- lichen Anspruch des Beschwerdeführers auf Aufenthalt in der Schweiz auszugehen. 3.4.1 Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Sc hutze der Menschenrechte und Grund- freiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 5. November 1950 sowie dem Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverf assung der Schweizerischen Eidgenos- senschaft (BV) vom 18. April 1999 geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienle- bens können ausländische Staatsangehörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Aufent- halt oder Verbleib in einem andern Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitgliedern führt (BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Garantien können somit dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person , deren Familienangehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit untersagt und damit da s gemeinsame Familienleben vereitelt wird. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK müssen die sich hierzulande aufhaltenden Angehörigen über ein gefesti gtes Anwesenheitsrecht verfügen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie das Schweizer Bürgerr echt oder eine Niederlassungsbewil- ligung besitzen oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen, die ihrerseits auf einem gefes- tigten Rechtsanspruch beruht (BGE 130 II 281 E. 3.1 ). Zudem müssen diese Personen zur Kernfamilie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt leben de, minderjährige Kinder) gehören und es muss eine enge, tatsächliche und intakte Beziehung zu ih nen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; 130 II 281 E. 3.1; 127 II 60 E. 1d/aa). E in staatlicher Eingriff in das Recht auf Achtung des Familienlebens liegt indessen regelmässig nicht vor, wenn den Angehörigen zugemutet werden kann, ihre Beziehung im Ausland zu leben. Ist es den in der Schweiz anwesenheitsbe- rechtigten Familienmitgliedern möglich, mit dem Ausländer, dem eine fremdenpolizeiliche Bewil- ligung verweigert worden ist, auszureisen, wird der Schut zbereich von Art. 8 EMRK normaler- weise nicht berührt (BGE 135 I 153 E. 2.1; 122 II 289 E. 3b). 3.4.2 Die Ehegattin des Beschwerdeführers verfügt ledigl ich über eine Aufenthaltsbewilli- gung. Aufgrund des gefestigten Anwesenheitsanspruchs der Kinder, welche in die Niederlas- sungsbewilligung des Beschwerdeführers einbezogen wurden, kommt aber auch ihr ein gefes- tigter Rechtsanspruch auf Anwesenheit zu (BGE 127 II 60 E. 1d und e). Aus dem Besucheraus- zug der Justizvollzugsanstalt (JVA) F.____ der Monate Janu ar 2015 bis Januar 2016 wird er- sichtlich, dass die Ehegattin des Beschwerdeführers diesen seit September 2015 bis zu dessen Haftentlassung fast wöchentlich mit den beiden Kindern besuchte. Dementsprechend ist in Übereinstimmung mit dem Regierungsrat davon auszugehen, dass zumindest seit sich der Be- schwerdeführer in der JVA F.____ befindet eine intakte Beziehung im Sinne der vorstehenden Rechtsprechung besteht. Ebenfalls ist dem Regierungsrat dabei zuzustimmen, dass es der ko- sovarischen Ehefrau und den beiden Kindern, welche sich in einem anpassungsfähigen Alter befinden, zumutbar wäre, gemeinsam mit dem Beschwerde führer in den Kosovo auszureisen. Diesbezüglich kann auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. 4.1 Selbst wenn man zum Schluss käme, dass der Schutzbere ich von Art. 8 EMRK durch die Wegweisung des Beschwerdeführers tangiert wäre, ist zu beachten, dass weder dem ge- setzlichen Anspruch auf Aufenthalt nach Art. 34 Abs. 1 A uG noch dem grundrechtlichen An- spruch auf Privat- und Familienleben eine absolute Wirkung zukommt (vgl. E. 4.3). Gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG i. V. m. Art. 62 lit. b Au G kann die Niederlassungsbewilligung widerru- fen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Das Bundesgericht hat das Kriterium der Längerfristigkeit der Strafe in die- sem Kontext dahingehend konkretisiert, dass es einer Freihe itsstrafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei mehrere unterjährige Strafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden dürfen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht (BGE 139 I 16 E. 2.1; 135 II 377 E. 4.2). Keine Rol le spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Urteil des Bundesgerichts 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Insofern kann der Beschwerdeführer nicht gehört werden, wenn er vorbringt, dass ein Teil der Lehre davon ausgeht, eine längerfristige Freiheitsstrafe solle erst bei drei Jahren angenommen werden, da bis zu diesem Rahmen Strafen t eilbedingt möglich wären. Dies ist insbesondere deshalb abzulehnen, da der Aspekt des Verschul dens, welcher unter anderem die Anordnung einer bedingten, teilbedingten und un bedingten Strafe bestimmt, erst im Rah- men der Verhältnismässigkeitsprüfung berücksichtigt wird. In Übereinstimmung mit der bundes- gerichtlichen Rechtsprechung rechtfertigt sich sodann a us Gründen der Rechtssicherheit das Festhalten an einem bestimmten Grenzwert. Diese Schwelle von einem Jahr orientiert sich an der Strafhöhe, ab welcher eine Geldstrafe als Sanktionsa rt ausscheidet und ausschliesslich eine Freiheitsstrafe ausgesprochen werden kann (BGE 135 II 377 E. 4.2). 4.2 Ein Widerruf ist auch möglich, wenn die ausländische Person in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstos- sen oder diese gefährdet hat (Art. 63 Abs. 1 lit. b A uG). Die Praxis geht hiervon aus, wenn die ausländische Person durch ihr Handeln besonders hochwerti ge Rechtsgüter verletzt oder in Gefahr gebracht hat, sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken lässt oder sich im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zeigt, dass sie auch künftig weder gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten (Urteil des Bunde sgerichts 2C_109/2016 vom 15. Februar 2016 E. 2.1; BGE 139 I 16 E. 2.1). 4.3 Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK darf in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut eingegriffen werden, soweit der Eingriff gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung d er Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freihei- ten anderer notwendig ist. 4.4 Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 18. J uni 2015 wurde der Beschwerdefüh- rer letztmals rechtskräftig zu einer (längerfristigen) F reiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Damit ist der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 lit. b AuG gegeben. Die Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe rechtfertigt dem Grundsatz nach gleichzeitig einen Eingriff in den grundrechtlich begründeten Anw esenheitsanspruch, denn der angefochte- ne Entscheid stützt sich auf eine gesetzliche Grundlage und bezweckt die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sowie die Verhinderung weitere r strafbarer Handlungen. Er verfolgt damit öffentliche Interessen, die in Art. 8 Ziff. 2 EMRK a usdrücklich erwähnt sind. Ob das Verhalten des Beschwerdeführers zugleich als schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten ist, bedarf keiner näheren Be- trachtung, da dieser Widerrufsgrund nur dann zur Anwen dung gelangt, wenn es an den Vo- raussetzungen für einen Widerruf aufgrund der Verurtei lung zu einer längerfristigen Freiheits- strafe fehlt (BGE 135 II 377 E. 4.2; Urteil des Bunde sgerichts 2C_888/2012 vom 14. März 2013 E. 3). Der gesetzliche Anwesenheitsanspruch ist damit grundsätzlich erloschen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist inde s nur gerechtfertigt, wenn er sich gestützt auf eine im Einzelfall vorzunehmende Interessen abwägung als verhältnismässig er- weist (Art. 96 Abs. 1 AuG). Nach dem Grundsatz der Ver hältnismässigkeit muss eine Verwal- tungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sein. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in ei nem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die dem Privaten auferlegt we rden (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 521 ff.). Da- bei sind alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen und die öffentlichen und privaten Inte- ressen sorgfältig gegeneinander abzuwägen (BGE 135 II 110 E. 2.1 mit Hinweis; A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländer recht, Basel 2009, § 8 [Beendigung der Anwesenheit, Entfernung u nd Fernhaltung], Rz. 8.31). Verlangt ist insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden pr ivaten Interessen an der Erteilung der Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwe ndig erweist (BGE 139 I 145 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Gleich wie Art. 96 Abs. 1 Au G verlangt auch die EMRK in diesem Zu- sammenhang eine Abwägung der sich gegenüberstehenden pr ivaten Interessen an der Belas- sung der Niederlassungsbewilligung und den öffentliche n Interessen an deren Widerruf. Der EGMR stützt sich bei der Beurteilung der Zulässigkeit aufe nthaltsbeendender Massnahmen im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK auf die gleichen Aspekt e wie die bundesgerichtliche Praxis (BGE 139 I 31 E. 2.3.3). Daraus folgt, dass eine Massn ahme, die sich im Sinne von Art. 96 Abs. 1 AuG als verhältnismässig erweist, grundsätzlich auch v or Art. 8 EMRK standhält (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 4). Für die Beurteilung der Zulässigkeit einer aufenthaltsbeendenden Massnahme sind so dann folgende Elemente zu be- rücksichtigen: Die Art und Schwere der vom Betroffenen be gangenen Straftaten, wobei beson- ders ins Gewicht fällt, ob er diese als Jugendlicher oder als Erwachsener begangen und es sich dabei um Gewaltdelikte gehandelt hat oder nicht; die Dauer des Aufenthalts im Land; die seit der Tatbegehung verstrichene Zeit und das Verhalten de s Betroffenen während dieser; die so- zialen, kulturellen und familiären Bindungen zum Aufe nthaltsstaat und zum Herkunftsland; sein gesundheitlicher Zustand sowie die mit der aufenthalt sbeendenden Massnahme verbundene Dauer der Fernhaltung (BGE 139 I 16 E. 2.2.2). Nach der Rechtsprechung sind umso strengere Anforderungen an eine fremdenpolizeiliche Massnahme zu stellen, je länger ein Ausländer in der Schweiz anwesend war. Selbst bei einem Ausländer, de r bereits hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat (Ausländer der zweiten Generation), sind fremdenpolizeiliche Massnahmen aber nicht ausgeschlossen; bei schweren bzw. wiederholten Straftaten, insbesondere bei Gewalt- und Betäubungsm itteldelikten, besteht hieran ein wesent- liches öffentliches Interesse (Urteil des Bundesgerichts 2C _640/2013 vom 25. November 2013 E. 2.3; BGE 122 II 433 E. 2c; 130 II 176 E. 4.4.2). 6. Demzufolge ist anhand der aufgezeigten Rechtslage zu prüfen, ob unter Berücksichti- gung der konkreten Umstände des vorliegenden Falles die ö ffentlichen Interessen am Widerruf der Niederlassungsbewilligung die privaten Interessen de s Beschwerdeführers an einem Ver- bleib in der Schweiz überwiegen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Ausgangspunkt für die Schwere des Verschuldens und die vorzunehmende ausländer- rechtliche Interessenabwägung sind die vom Strafgericht ve rhängten Strafen (Urteil des Bun- desgerichts 2C_725/2016 vom 30. Dezember 2016 E. 3.2; BGE 134 II 10 E. 4.2). 6.2.1 Am 18. Juni 2015 verurteilte das Strafgericht Ba sel-Stadt den Beschwerdeführer rechtskräftig wegen versuchter schwerer Körperverletzung, S achbeschädigung, Beschimpfung sowie wegen versuchter Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Dieses Delikt beging der Beschwerdeführer unmittelbar nach seiner vor zeitigen Haftentlassung am 20. November 2014 aus der JVA F.____. Gemäss den Ausfü hrungen des Strafgerichts sei der Beschwerdeführer gegenüber seiner ehemaligen Geliebt en – nachdem es bereits Stunden zu- vor zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen sei – in einer Bar massiv gewalttätig ge- worden. Zum Sachverhalt führte das Strafgericht aus, d ass die ehemalige Geliebte dem Be- schwerdeführer den Inhalt eines Glases ins Gesicht geschüttet habe, woraufhin dieser an sie heran getreten sei und sie fest an den Armen haltend zu sich gezogen und zumindest eine Hand um ihren Hals gelegt habe. Sodann habe er angefangen, über einen nicht näher bestimm- ten Zeitraum, ihren Hals in skrupelloser Weise zuzudrücken, im Wissen darum, seine ehemalige Geliebte durch dieses Vorgehen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in unmittelba- re Lebensgefahr zu bringen. Das Strafgericht führte dazu aus, dass der Beschwerdeführer mit seinem Verhalten zumindest in Kauf genommen habe, sein em Gegenüber tödliche oder sube- ventualiter lebensgefährliche bzw. schwerwiegende Verlet zungen zuzufügen. Dem ihm körper- lich in jeder Hinsicht massiv unterlegenen und infolge vor gängiger massiver Gewalteinwirkung dermassen geschwächten Opfer habe er im Anschluss daran mi t der flachen Hand und mit der geballten Faust mehrere heftige Schläge gegen die lin ke Kopfseite zugefügt, insbesondere ge- gen die Augenregion. Diese unkontrollierte Gewalttä tigkeit gegenüber seinem körperlich weit unterlegenen Opfer zeuge von der Unbeherrschtheit des B eschwerdeführers. Wie dem Sach- verhalt des Strafurteils weiter zu entnehmen ist, habe d er Beschwerdeführer, auch nachdem das Opfer zu Boden gegangen war, nicht von ihr abgelassen, sondern habe sie noch mit Faust- schlägen und Fusstritten gegen den Kopf traktiert. Anschl iessend habe sich der Beschwerde- führer vom Tatort entfernt und sich in eine Diskothek begeben. 6.2.2 Im vorliegenden Fall ist aufgrund des gleichgült igen, skrupellosen und von Jähzorn getriebenen Verhaltens des Beschwerdeführers bei der Tat am 20. November 2014, entspre- chend dem Strafurteil vom 18. Juni 2015, von einem schwe ren Verschulden auszugehen. Die- ser Eindruck wird durch die vorangegangenen Verurteilun gen wegen weiteren Gewaltdelikten noch verstärkt. Die begangenen Delikte stehen zudem stets mit hochwertigen Rechtsgütern wie Leib und Leben in Verbindung und lassen beim Beschwer deführer ein eminentes Mass an Wertschätzung gegenüber diesen Rechtsgütern vermissen, was dem Beschwerdeführer schwer anzulasten ist. 6.3 Bei der Bemessung des Rückfallrisikos hat die gesamte deliktische Vorgeschichte Be- rücksichtigung zu finden. Der Beschwerdeführer war mit U rteil des Strafgerichts Basel- Landschaft vom 8. Mai 2003 zum Massnahmenvollzug in die Arbeitserziehungsanstalt E.____ eingewiesen worden. Mit Verfügung vom 28. Januar 200 4 wurde dieser abgebrochen. Gemäss eines Schreibens der Arbeitserziehungsanstalt E.____ se i die Einsicht und die Bereitschaft des Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführers, sich auf einen Prozess zur Bearbeitung der Suchtmittelabhängigkeit und der Neigung zur Delinquenz und Gewalttätigkeit einzula ssen, sehr gering, sodass zur Zeit von einem hohen Rückfallrisiko auszugehen sei. Das Verhalten d es Beschwerdeführers hat sich zwar in den Jahren 2006 bis 2013 gebessert, jedoch füh rte dieser seine Delinquenz nach dem Vorfall am 4. Oktober 2013 in einer Diskothek wieder un beirrt fort. Infolge dieser Entwicklung hat ihm auch das Strafgericht Basel-Stadt eine schlechte Legalprognose gestellt. Insgesamt betrachtet, fällt auf, dass es dem Beschwerdeführer insbe sondere an der Einsichtsfähigkeit be- züglich der ausgeführten Taten mangelt. Die tätliche Au seinandersetzung des Beschwerdefüh- rers mit seiner ehemaligen Geliebten – nach dessen Haft entlassung – lässt sodann auf eine fehlende Impulskontrolle schliessen. Er scheut sich ferner nicht, körperliche Konfrontationen einzugehen. Der Beschwerdeführer hat sich weder durch frühere mit einem Landesverweis ver- bundene Strafen noch durch die ausländerrechtliche Ve rwarnung eines Besseren belehren las- sen. Die ihm gebotenen Chancen, seine Suchtproblemati k behandeln zu lassen, wusste er ebenso wenig zu nutzen. Der Beschwerdeführer wurde n ach vorzeitiger Haftentlassung am 20. November 2014 gleichentags erneut straffällig. Inso fern kann der Beschwerdeführer auch nicht gehört werden, wenn er vorbringt, nach der Verb üssung der letzten Freiheitsstrafe keine Möglichkeit erhalten zu haben sich zu bewähren. In Über einstimmung mit dem Strafgericht Ba- sel-Stadt ist somit von einer mittleren bis hohen Rückfa llgefahr auszugehen (vgl. Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 18. Juni 2015, S. 25 f.) . Zwar wurde anlässlich des Haftentlas- sungsgesuchs vom 31. Juni 2016 das Verhalten des Beschwerd eführers in der Haft grundsätz- lich als gut beurteilt. Entgegen der Auffassung des Besc hwerdeführers wird eine gute Führung im Straf- und Massnahmenvollzug von der verurteilten Pe rson generell erwartet, so dass der Beschwerdeführer hieraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann (vgl. Urteil des Bundesge- richts 2C_1160/2014 vom 22. Mai 2015 E. 2.1; BGE 137 II 233 E. 5.2.2). 6.4 In Anbetracht der Umstände ist dem Beschwerdeführe r eine Geringschätzung der hie- sigen Rechtsordnung vorzuwerfen. Er scheint weder gewillt noch fähig sich an diese zu halten. Infolge dieser Unbelehrbarkeit sowie der damit verbunde nen Rückfallgefahr sind die ordnungs- und sicherheitspolizeilichen Interessen daher als sehr ho ch zu bewerten. Insgesamt besteht somit ein erhebliches öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers. 7. Dem öffentlichen Interesse am Widerruf der Bewillig ung und der damit verbundenen Wegweisung sind die privaten Interessen des Beschwerdefü hrers an einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. 7.1 Der Beschwerdeführer war 1995 im Alter von 14 Jahre n im Rahmen des Familien- nachzugs in die Schweiz eingereist. Er lebt somit bere its seit 22 Jahren hier, verfügt dement- sprechend über ein soziales Netzwerk und beherrscht die deu tsche Sprache. Aufgrund der lan- gen Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers ist daher – w ie auch von diesem vorgebracht – nur zurückhaltend von der Ausweisung Gebrauch zu machen ( BGE 139 I 34 E. 2.3.1). Was die berufliche Integration anbelangt, hat der Beschwerdef ührer eine Lehre zum Automonteur be- gonnen, jedoch nicht abgeschlossen. Später arbeitete e r als Gipser und Fassadenisolierer und kam für seinen Lebensunterhalt mehrheitlich eigenständ ig auf. Lediglich zwischen März 2003 Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht und April 2004 sowie im Mai 2005 bis März 2007 musste de r Beschwerdeführer durch die Sozialhilfe unterstützt werden. Während den vorgebracht en Zeiträumen befand sich der Be- schwerdeführer jedoch grösstenteils im Massnahmenvollzug oder verbüsste seine Freiheitsstra- fe. Er konnte sich somit zumindest wirtschaftlich integriere n. Im Jahr 2004 heiratete der Be- schwerdeführer in seiner Heimat die kosovarische Staatsang ehörige, B.____, welche ihm 2009 in die Schweiz folgte. Im Januar 2010 bzw. im April 20 13 kamen die beiden gemeinsamen Kin- der zur Welt. Nebst seiner Kernfamilie leben zudem d ie Eltern des Beschwerdeführers sowie zwei Schwestern in der Schweiz. Die Ehefrau des Beschwe rdeführers kam erst im Alter von 29 Jahren in die Schweiz und hat somit den Grossteil ih res Lebens im Kosovo verbracht. Sie spricht gebrochen Deutsch und hat sich bisher aufgrund der Kinderbetreuung nicht in den Arbeitsprozess integrieren können. Die beiden Kinder befinden sich noch im anpassungsfähi- gen Alter und die jährlichen ärztlichen Kontrollen der Tochter (sie leidet an einer Lippen-Kiefer- Spalte) könnten auch im Rahmen von Besuchen in der Sch weiz vorgenommen werden (vgl. Bericht des Universitätsspitals Basel vom 30. August 2016) . Angesichts dessen wäre es der Kernfamilie somit zumutbar dem Beschwerdeführer in die Heimat zu folgen. Einem Verbleib der Ehefrau mit den beiden Kindern in der Schweiz steht jedoch nichts entgegen. Die familiäre Be- ziehungspflege wäre auch mittels Besuchen oder durch tel efonischen bzw. elektronischen Kon- takt möglich. Der Umstand, dass die Kinder des Beschwerde führers bei einer Wegweisung ohne ihren Vater aufwachsen müssten, vermag an und für sich kein weitergehendes privates Interesse zu begründen. Dies insbesondere angesichts des Umst andes, dass das Familienle- ben durch die Inhaftierung des Beschwerdeführers bereit s vorangehend für längere Zeit er- schwert war und er diesen Umstand selber zu verantworte n hat. Der Beschwerdeführer hat so- dann bis zu seinem 15. Lebensjahr im Kosovo bei seinen Gro sseltern gelebt, hat den grössten Teil seiner Schulzeit dort verbracht und beherrscht die S prache. Dementsprechend ist er mit den dortigen Gepflogenheiten und der Kultur vertraut . Er hielt sich zudem im Jahr 2002 nach- weislich für zwei Monate in Prizren auf (vgl. Einvernahme protokoll der Kantonspolizei Zürich vom 9. August 2002). Im Weiteren kann der Beschwerdefüh rer auch aus dem zitierten Urteil des Bundesgerichts (2C_28/2012) nichts zu seinen Gunsten ableiten. Das Bundesgericht schützt darin die Wegweisung von "Ausländern der zweiten G eneration", d.h. von Ausländern, die in der Schweiz geboren sind oder spätestens im Klei nkindalter einreisten. Der Beschwerde- führer ist erst mit 14 Jahren in die Schweiz eingereist, so dass er nicht als Ausländer der zwei- ten Generation gilt. Der vorgebrachte Bundesgerichtsent scheid vermag somit an der vorliegen- den Verhältnismässigkeitsprüfung nichts zu ändern. Der Beschwerdeführer ist in den vergange- nen Jahren nach einem Unterbruch von knapp zehn Jahren e rneut straffällig geworden, wobei er bei seinen letzten Straftaten im Oktober 2013 sowie im November 2014 auch vor sehr mas- siven Gewaltanwendungen nicht zurückschreckte. Ein solches V erhalten präsentierte er insbe- sondere bei der am 20. November 2014 begangenen Tat, welche als besonders schwerwie- gend zu qualifizieren ist, was sich auch im ausgesprochenen Strafmass wiederspiegelt. 7.2 Mit dem Regierungsrat ist damit festzustellen, dass im Rahmen der Güterabwägung insbesondere die lange Anwesenheitsdauer des Beschwerde führers in der Schweiz sowie des- sen familiäre Beziehungen sein Verschulden an den ausge übten Taten sowie die daraus resul- tierende negative Legalprognose nicht zu überwiegen ver mögen. Die Wegweisung erscheint Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht unter Berücksichtigung des Vorgebrachten und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer diese durch sein eigenes Verhalten herbeigeführt hat, als zumutbar. 8. Zusammengefasst erweist sich der Widerruf der Niederl assungsbewilligung des Be- schwerdeführers und seine Wegweisung aus der Schweiz als ve rhältnismässig. Der Regie- rungsrat hat entsprechend den rechtlichen Anforderunge n die öffentlichen Interessen, die per- sönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration i m Rahmen einer umfassenden Interes- senabwägung berücksichtigt. Anhaltspunkte dafür, dass er d as ihm zustehende Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hätte, bestehen ausserdem ni cht. Der Widerruf der Niederlassungs- bewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz erfolgten damit zu Recht. 9.1 Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, dass eine Rückkehr in den Kosovo für ihn ausgesprochen schwierig wäre, da ihm die für ein Überleben in einem fremden Land not- wendigen Kenntnisse des Erwerbslebens sowie sämtlicher ad ministrativer und staatspolitischer Vorgänge völlig fehlen würden. Deshalb sei im vorlie genden Fall gar von einem Härtefall aus- zugehen. 9.2 Ob sich der Beschwerdeführer vorliegend überhaupt a uf einen Härtefall berufen kann, ist fraglich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_129/2014 v om 4. November 2014 E. 3), kann aber offen gelassen werden. Der Regierungsrat hat die Voraussetzungen für die Erteilung einer Härtefallbewilligung im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG gewürdigt und das Vorliegen eines Härtefalls – unter Verweis auf die Ausführungen betre ffend die Ermessens- und Verhältnismäs- sigkeitsprüfung – zu Recht verneint. Die mit einer Rückkeh r verbundenen Schwierigkeiten ge- nügen nicht, um einen Härtefall anzunehmen. 10. Der Beschwerdeführer macht im Weiteren geltend, dass ihm im vorinstanzlichen Ver- fahren für die Abschreibung des Verfahrens betreffend die aufschiebende Wirkung keine Par- teientschädigung zugesprochen worden sei. Dies sei im vor liegenden Verfahren nachzuholen. Wie dem regierungsrätlichen Entscheid vom 13. Dezember 2 016 zu entnehmen ist, wurden die Rechtsvertreter des Beschwerdeführers für den zeitlichen A ufwand von acht Stunden und 35 Minuten mit einem Honorar in der Höhe von Fr. 2‘0 72.15 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwert- steuer) entschädigt. Dies entspricht dem gesamten gelte nd gemachten zeitlichen Aufwand der Honorarnote vom 17. November 2016, welche anlässlich de s Verfahrens vor dem Regierungs- rat eingereicht worden war. Es ist somit davon auszugehe n, dass auch der Aufwand für den Antrag betreffend aufschiebende Wirkung darin enthalt en ist und infolgedessen bereits vollum- fänglich entschädigt wurde. Es wurden ferner weder dem Regierungsrat noch dem Kantonsge- richt weitere Honorarnoten eingereicht, welche auf Ge genteiliges schliessen liessen. Die Be- schwerde ist somit auch in diesem Punkt abzuweisen. 11.1 Es bleibt über die Kosten dieses Verfahrens zu befin den. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichts- gebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in ange- messenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfah renskosten in der Höhe von ins- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesamt Fr. 1‘400.-- sind dem Ausgang des Verfahrens en tsprechend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Bewilligung der unentgeltliche n Rechtspflege sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- aus der Gerichtskasse zu bezahlen. 11.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die Parteikosten sind demnach wettz uschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung ist den Rechtsvertretern des Beschwerdeführers ein Honorar auszurichten. Gemäss der Honorarnote vom 9. Mai 2017 wi rd ein zeitlicher Aufwand von acht Stunden und 35 Minuten à Fr. 250.-- pro Stunde gelt end gemacht. Entsprechend der geltenden Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 ist im Rahmen der unentgeltlichen Verbeiständung jedoch ein Honorar von Fr. 200.-- pro Stunde zu gewähren. Den Rechtsvertretern ist somit ein Honorar in der Höhe von insgesamt Fr. 2‘002.60 (inkl. Ausla- gen und 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 11.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hinge wiesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der une ntgeltlichen Pro- zessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Be willigung der unent- geltlichen Verbeiständung wird den Rechtsvertretern des B eschwerde- führers ein Honorar von Fr. 2‘002.60 (inkl. Auslagen u nd 8 % Mehrwert- steuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V.