A bteilung V E -4697/2006 luc/vem {T 0/2} U rteil vom 27. Juli 2007 M itw irkung: R ichterin Luterbacher, R ichter M onnet, R ichter Stöckli G erichtsschreiber Vena X._______, Türkei, vertreten durch H ans Peter R oth, Büro TIM U R , Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 5. Juli 2005 i.S. A syl und W egw eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer - ein Kurde yezidischen G laubens aus A._______- verliess die Türkei eigenen Angaben zufolge am 5. Juni 2005, reiste über nicht näher be- zeichnete Staaten am 13. Juni 2005 in die Schw eiz ein und stellte am selben Tag in der Em pfangsstelle (neu: Em pfangs- und Verfahrenszentrum ) des BFM in Basel ein Asylgesuch. Am 22. Juni 2005 w urde er in der Em pfangsstelle des BFM in C hiasso sum m arisch zu den G ründen für sein Asylgesuch und zum R eisew eg be- fragt, w orauf das BFM am 28. Juni 2005 eine direkte Bundesanhörung durchführte. Zur Begründung seines Asylgesuchs m achte der Beschw erdeführer im W esentli- chen Folgendes geltend: Er sei Sym pathisant der PKK (Partiya Karkeren Kurdis- tan; Arbeiterpartei Kurdistans) und habe sich zw ischen 1993 und 2004 für PKK-M i- litante in den Bergen als Kurier betätigt. Im August 1994 sei er erstm als festge- nom m en w orden. Er sei 15 Tage lang festgehalten und dabei schw er gefoltert w or- den; es sei ein Strafverfahren vor dem Staatssicherheitsgericht von D iyarbakir er- öffnet w orden, das bis 1999 angedauert habe. D a er die ihm vorgehaltenen Taten nicht eingestanden habe, sei er freigesprochen w orden; andere M itangeklagte seien dagegen verurteilt w orden. Er besitze entsprechende G erichtsakten - in Ko- pie, O riginale w ürden von den G erichten nicht ausgestellt - und könne diese nach- reichen. Ü berdies sei er auch Sym pathisant der H AD EP (H alkin D em okrasi Partisi; Volkspartei der D em okratie), habe in deren Kreisen verkehrt und an D em onstratio- nen teilgenom m en. Im Jahre 2002 sei er von Angehörigen der JITEM an einen ihm unbekannten O rt abgeführt w orden, w o er durch Todesdrohungen und Be- schim pfungen psychisch unter D ruck gesetzt und zur Zusam m enarbeit gedrängt w orden sei; m an habe von ihm Inform ationen über die PKK und Leute aus seinem Bekanntenkreis verlangt, w as er jedoch verw eigert habe. N ach einer W oche sei er w ieder freigelassen w orden. Aus Furcht davor, von Seiten des G eheim diensts ge- tötet zu w erden, sei er schliesslich aus der Türkei geflüchtet. Bei einer R ückkehr in die Türkei w ürde er verhaftet; über ihn bestehe näm lich ein D atenblatt. B. M it Verfügung vom 5. Juli 2005 - gleichentags eröffnet - lehnte das BFM das Asyl- gesuch des Beschw erdeführers ab und ordnete gleichzeitig seine W egw eisung aus der Schw eiz sow ie deren Vollzug an. Zur Begründung führte es im W esentlichen aus, die Asylvorbringen des Beschw erdeführers hielten den Anforderungen an die G laubhaftigkeit im Sinne von Art. 7 AsylG beziehungsw eise denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG nicht stand; ausserdem sei der Voll- zug der W egw eisung m öglich, zulässig und zum utbar. Auf Einzelheiten in der Ent- scheidbegründung w ird - sow eit erforderlich - in den Erw ägungen näher eingegan- gen. C . D iese Verfügung focht der Beschw erdeführer m it Eingabe seines R echtsvertreters vom 4. August 2005 bei der dam als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom - m ission (AR K) an. Er beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die G ew ährung von Asyl in der Schw eiz, eventualiter die Anordnung der vorläufi- gen Aufnahm e. In verfahrensrechtlicher H insicht stellte er sinngem äss ein G esuch 3 um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege, indem er darauf hinw ies, dass er von der öffentlichen Fürsorge abhängig sei und gestützt darauf um den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte. Auf die Begründung der Beschw erde w ird - sow eit entscheidrelevant - in den Erw ägungen eingegangen. M it der Beschw erde w urden zw ei türkischsprachige D okum ente (in Kopie) zu den Akten gereicht, bei w elchen es sich gem äss den Ausführungen in der Beschw erde- schrift um eine Anklageschrift vom (D atum ) beziehungsw eise ein G erichtsurteil vom (D atum ) handle, w elche die vom Beschw erdeführer erw ähnte Einleitung eines Strafverfahrens belegen w ürden. D . M it Zw ischenverfügung der dam als zuständigen Instruktionsrichterin der AR K vom 11. August 2005 w urde dem Beschw erdeführer m itgeteilt, dass er den Ausgang des Beschw erdeverfahrens in der Schw eiz abw arten könne. D as sinngem ässe G e- such um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege w urde gutgeheissen; ent- sprechend w urde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. E. In seiner Vernehm lassung vom 19. August 2005 hielt das BFM an der angefochte- nen Verfügung fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. F. In seiner R eplik vom 6. Septem ber 2005 hielt der Beschw erdeführer an seinen Be- gehren fest. G . M it Eingaben vom 21. April 2006 und vom 18. M ai 2006 reichte der Beschw erde- führer einen Artikel aus der türkischen Zeitung (Zeitungsnam e) vom (D atum ) be- ziehungsw eise die Kopie eines türkischen G erichtsurteils vom (D atum ) sam t deut- scher Ü bersetzung zu den Akten, die belegen sollen, dass ein C ousin nam ens Y._______ Vorsitzender des kurdischen Vereins B._______ verhaftet w orden sei; gleichzeitig w ies er darauf hin, dass ein w eiterer C ousin, Z._______, ein aktiver PKK-M ilitant sei. H . M it einer w eiteren Eingabe vom 9. Januar 2007 reichte der Beschw erdeführer eine schriftliche Bestätigung der Psychiatrischen Klinik C ._______ vom 21. D ezem ber 2006 zu den Akten, aus der hervorgeht, dass er vom (D atum ) bis zum (D atum ) in der betreffenden Klinik hospitalisiert gew esen sei. I. M it Schreiben vom 5. Juni 2007 w iesen die Behörden des Kantons D ._______ auf verschiedene, den Beschw erdeführer betreffende Vorfälle zw ischen dem 13. Juni 2006 und dem 11. M ai 2007 hin und ersuchten um prioritäre Behandlung der hän- gigen Beschw erde. 4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht beurteilt gem äss Art. 31 des Verw altungsgerichts- gesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. Zu den anfechtbaren Entscheiden gehören auch Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsge- richt entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 Abs. 1 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. Es w endet dabei neues Verfahrensrecht an (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). Auf die am 1. Januar 2007 bereits hängigen Asylverfahren sind zudem die auf diesen Zeitpunkt in Kraft getre- tenen Bestim m ungen der Asylgesetzänderung vom 16. D ezem ber 2005 (vgl. im Einzelnen AS 2006 4767) anw endbar (Abs. 1 der Ü bergangsbestim m ungen zur Änderung vom 16. D ezem ber 2005). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 48 und 50 ff. Vw VG i.V.m . Art. 6 AsylG ). Auf die Beschw erde ist ein- zutreten. 3. 3.1 D ie Schw eiz gew ährt Flüchtlingen auf G esuch hin Asyl (Art. 2 Abs. 1 AsylG ). Als Flüchtling w ird eine Person anerkannt, die in ihrem H eim atstaat oder im Land, in dem sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N ach- teilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G e- fährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträgli- chen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen, dass er ein Flüchtling ist. G laubhaft gem acht ist die Flüchtlingseigenschaft, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entspre-5 chen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz begründete ihren Befund, dass der Beschw erdeführer die Flücht- lingseigenschaft nicht erfülle, in der angefochtenen Verfügung im W esentlichen w ie folgt: D ie Beschreibung seines Sukkurses für die PKK zw ischen 1993 und 2004 sei "sehr dünn" ausgefallen, w eshalb die betreffenden, vom Beschw erdefüh- rer vorgebrachten Aktivitäten in diesem langen Zeitraum unw ahrscheinlich seien. Auch stünden diese Aktivitäten im W iderspruch zu seinen neusten Ängsten, w ieder vom "G TIM " (so die Schreibw eise in der angefochtenen Verfügung w ie auch in den Protokollen der Em pfangsstellenbefragung bzw . der Bundesanhörung, recte w ohl: JITEM [Jandarm a Istihbarat ve Terörle M ücadele], der N achrichtendienst der türki- schen G endarm en, dessen Existenz von offizieller Seite allerdings geleugnet w ird) verhaftet oder sogar getötet zu w erden - ein R isiko, das ein Fam ilienvater kaum auf sich nehm en w ürde. W eiter habe er auch nicht präzise angeben können, w ann im Jahre 2002 er eine W oche lang inhaftiert gew esen sei; ob diese Festnahm e glaubhaft sei, könne "angezw eifelt" w erden, sei aber ohnehin "nicht asylbeachtlich", da die Vorbringen, die sich auf die Jahre 1994 bis 2002 erstreck- ten, w egen des fehlenden Kausalzusam m enhangs in zeitlicher und sachlicher H in- sicht nicht "asylrelevant" seien. D er Beschw erdeführer sei näm lich erst am 5. Juni 2005, also knapp drei Jahre nach der behaupteten Festnahm e durch den "G TIM ", ausgereist. D aneben habe sich der Beschw erdeführer "in seiner Asylgeschichte in Allgem einplätzen und Plattitüden verloren", als er die allgem eine Lage in D iyar- bakir angeschnitten habe, aber dabei jede persönliche Involvierung habe verm is- sen lassen. H inw eise auf eine konkrete Bedrohung seien nicht hinreichend vorhan- den. Begründete Furcht vor einer künftigen Verfolgung sei nicht gegeben. 4.2 D em w urde in der Beschw erdeschrift im W esentlichen Folgendes entgegengehal- ten: D as BFM verkenne, dass der Beschw erdeführer kein M itglied der PKK, son- dern ein Sym pathisant sei. Es sei bekannt, dass sich die PKK beziehungsw eise deren N achfolgeorganisation Kongra-G el (Kongra G ele Kurdistan; Volkskongress Kurdistans) nur dank m assiver U nterstützung seitens grosser Teile der kurdischen Bevölkerung über Jahre hinw eg gegen die starke Ü berm acht der türkischen Arm ee habe behaupten können. D iese Sym pathisanten hätten auf vielfältige W eise H ilfe geleistet. W ährend die Aktivisten der PKK m it grosser H ärte verfolgt, vor G ericht gestellt und zu langjährigen H aftstrafen verurteilt w ürden, kom m e bei m utm assli- chen Sym pathisanten ein anderes "R epressionsm uster" zur Anw endung. D urch "repressive M ittel gegen Sym pathisanten" solle auch "der gew öhnliche Bürger, die gew öhnliche Bürgerin erm ahnt w erden, für oppositionelle Parteien keinen Finger krum m zu m achen". D as BFM führe m it Bezug auf die vom Beschw erdeführer be- schriebenen H ilfeleistungen aus, dass es kaum w ahrscheinlich sei, dass ein Fam i- lienvater ein solches R isiko auf sich nehm en w ürde; dabei gebe es unzählige Bei- spiele von kurdischen Fam ilienvätern und -m üttern, die noch viel höhere R isiken auf sich genom m en hätten. Auch nach der Ausreise des Beschw erdeführers hätten M itglieder der JITEM bei seiner Ehefrau m ehrm als vorgesprochen und sich nach seinem Verbleib erkundigt, w oraus zu schliessen sei, dass die JITEM ihn festneh-6 m en w olle, w ahrscheinlich in der H offnung, m it ihren "berüchtigten M ethoden" In- form ationen über die aktuellen Tätigkeiten des Kongra-G el "herauspressen" zu können. D as BFM habe in seinem Entscheid ausser Acht gelassen, dass der Beschw erde- führer vor Jahren schon einm al in ein Strafverfahren w egen U nterstützung der PKK verw ickelt gew esen sei; dies sei von Bedeutung, auch w enn das Verfahren schon Jahre zurück liege und m it einem Freispruch geendet habe. Es sei bekannt, dass es in der Türkei bei politischen D elikten zu "Kaskaden-Verfahren" kom m e. D ies bedeute, dass auch nach einem m angels Bew eisen eingestellten Verfahren die Erm ittlungen der Sicherheitsdienste in der R egel w eiterliefen und das abge- schlossene Verfahren m it neuen Bew eisen w ieder eröffnet w erden könne. D ie im gleichen Strafverfahren angeschuldigten Personen seien im Jahre 1999 teilw eise zu langjährigen G efängnisstrafen verurteilt w orden oder seien heute noch auf der Flucht. N achdem der Kongra-G el den bew affneten Kam pf w ieder aufgenom m en habe, habe der "riesige türkische R epressionsapparat" seine Aktivitäten m assiv in- tensiviert, und es kom m e w ieder zu ungezählten Verhaftungen von Verdächtigen, bei denen es sich in vielen Fällen um Leute handle, die bereits früher einm al in Verfahren w egen U nterstützung der PKK verw ickelt gew esen seien und die nun verdächtigt w ürden, ihre Aktivitäten für den Kongra-G el w ieder aufgenom m en zu haben. D rei M itangeklagte, die in den eingereichten Kopien von G erichtsdokum en- ten aus den Jahren 1994 und 1999 neben dem Beschw erdeführer nam entlich er- w ähnt seien, befänden sich heute noch in H aft. D ie Fam ilienangehörigen eines w eiteren M itangeklagten seien von U nbekannten verschleppt w orden und seien seither verschw unden. In einem Asylentscheid m üsse zum Ausdruck kom m en, aus w elchen G ründen die von der asylsuchenden Person befürchteten Eingriffe von den Asylbehörden in Ausübung ihres Erm essens nur als m öglich, nicht als w ahrscheinlich eingestuft w ürden, und w ie bestehende Anzeichen für eine G efährdung gew ürdigt w ürden. D ie von Art. 35 Vw VG geforderte Begründung könne nicht durch Textbausteine er- setzt w erden. Auch das Bundesgericht habe festgehalten, dass die Anforderungen an die Begründungsdichte "der Eingriffsintensität des Entscheides anzupassen" sei, w as im Asylverfahren "eine relativ hohe Anforderung" bedeute. 4.3 In ihrer Vernehm lassung hielt die Vorinstanz fest, sie habe entgegen den Ausfüh- rungen in der Beschw erdeschrift nicht verkannt, dass der Beschw erdeführer bloss ein Sym pathisant der PKK sei, und sei in ihrem Asylentscheid auch von dieser An- nahm e ausgegangen. D ennoch könne vom Beschw erdeführer etw a Konkretes zur Inhaftierung im Jahre 2002 verlangt w erden, w as ihm nicht gelungen sei. D iese In- haftierung sei deshalb - w ie in der angefochtenen Verfügung bereits "angedacht" w orden sei - unglaubhaft. Ü berdies solle ihm zw ischen 2002 und 2005 nichts m ehr zugestossen sein. "Aus dieser Perspektive" gebe es keine objektiven G ründe zur Annahm e einer zukünftigen Verfolgung des Beschw erdeführers. D ie eingereichten Bew eism ittel bezögen sich auf die Jahre 1994 und 1999, könnten aber den - w ie bereits festgestellt - fehlenden Kausalzusam m enhang zw ischen Verfolgung und Flucht auch nicht "heilen". Schliesslich genüge es nicht, G erichtsdokum ente als Bew eism ittel vorzulegen, in denen der Beschw erdeführer nam entlich erw ähnt w er- de, ohne sich in der Beschw erde inhaltlich dam it auseinanderzusetzen. 7 4.4 In seiner R eplik erw iderte der Beschw erdeführer, er sei nicht in der Lage, die Aktualität seiner Verfolgung in der Türkei zu belegen, da er etw a für seine Fest- nahm e im Jahre 2002 durch den m ilitärischen G eheim dienst JITEM keine H aftbe- stätigung erhalten habe. D a er "auch in den vergangenen zw ei Jahren" die PKK beziehungsw eise den Kongra-G el auf verschiedene W eise aktiv unterstützt habe und zudem verschiedene Personen aus seinem U m feld von der G endarm erie festgenom m en w orden seien, habe auch er eine Verhaftung befürchten m üssen. Er m ache einen "unerhörten psychischen D ruck" geltend, der seit Jahren auf ihm laste und dem er nicht m ehr habe standhalten können. Ü berdies sei er als Yezidi "doppelt" unterdrückt, w as in der Begründung seines Asylgesuchs zu w enig zum Ausdruck gekom m en sei. 5. D as Bundesverw altungsgericht kom m t aufgrund der Akten zum Schluss, dass die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt in M issachtung der behördlichen U ntersuchungspflicht unvollständig und unrichtig festgestellt und ihren Entscheid ungenügend begründet hat. 5.1 5.1.1 Im Asylverfahren ist der Sachverhalt grundsätzlich von Am tes w egen festzustellen (Art. 12 Vw VG i.V.m . Art. 6 AsylG ). D ie Asylbehörden haben aufgrund dieser U n- tersuchungspflicht von Am tes w egen für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts zu sorgen. U nvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, w enn nicht alle für den Entscheid rechtserheblichen Sachum stände berücksichtigt w ur- den, unrichtig, w enn dem Entscheid ein falscher und aktenw idriger Sachverhalt zu- grunde gelegt w urde, w ie dies etw a auch dann der Fall ist, w enn die R echtserheb- lichkeit einer Tatsache zu U nrecht verneint w urde und diese gar nicht erst zum G e- genstand eines Bew eisverfahrens gem acht w urde. D ie behördliche U ntersu- chungspflicht w ird durch die den Asylsuchenden gestützt auf Art. 8 AsylG auferleg- te M itw irkungspflicht eingeschränkt, w obei sie insbesondere bei der Anhörung voll- ständig anzugeben haben, w eshalb sie um Asyl nachsuchen (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG ). D ie Asylsuchenden trifft indessen nicht nur eine M itw irkungspflicht, sie haben vielm ehr auch einen Anspruch auf M itw irkung, w as sich unm ittelbar aus dem Anspruch auf rechtliches G ehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 29 ff. Vw VG i.V.m . Art. 6 AsylG ) ergibt. G erade diese behördliche U ntersuchungspflicht schliesst im Ü brigen eine die Asylsuchenden allein treffende, uneingeschränkte Bew eisführungslast begriffsnotw endig aus (vgl. zum G anzen Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2004 N r. 30 E. 5.3.1 u. 6.4.2 f. S. 209 u. 212 f. m it w eiteren H inw eisen). 5.1.2 D ie Vorinstanz hat zw ar den zeitlichen U m fang der vom Beschw erdeführer gel- tend gem achten Aktivitäten für die PKK unter H inw eis auf seine "dünn" ausgefalle- ne Beschreibung in Zw eifel gezogen. G rundsätzlich nicht bestritten w urde aller- dings, dass gegen diesen im Jahre 1994 gerade w egen seiner Aktivitäten für die PKK ein Strafverfahren eröffnet w orden sei, das m it einer zw eiw öchigen, m it schw eren Folterungen verbundenen Inhaftierung einhergegangen sei und 1999 m it einem Freispruch m angels Bew eisen seinen Abschluss gefunden habe. Angezw ei- felt w urde w iederum , dass der Beschw erdeführer im Jahre 2002 von der JITEM 8 festgenom m en w orden sei, w as dam it begründet w urde, dass er den Zeitpunkt die- ser Festnahm e nicht präzise habe angeben können. D as Bundesverw altungsge- richt ist dem gegenüber der Ansicht, dass die betreffende Festnahm e im Jahre 2002 nicht allein w egen dieser zeitlichen U ngenauigkeit als unglaubhaft erachtet w erden kann, zum al deren nähere U m stände bei der Befragung im Em pfangszentrum und bei der Anhörung w iderspruchsfrei beschrieben w urden und im Ü brigen nicht ausgeschlossen erscheint, dass die U ngenauigkeit in den zeitlichen Angaben gerade in der vom Beschw erdeführer bereits anlässlich der Anhörung angeführten, aufgrund der Akten nicht von vornherein unplausibel erscheinenden Beeinträchtigung seines psychischen Zustands begründet liegen könnte (A6 S. 4f., 8; vgl. dazu allgem ein EM AR K 2003 N r. 17 E. 4b S. 106). Beide H auptphasen der D arstellung des Beschw erdeführers w urden aber im R ah- m en des erstinstanzlichens Verfahrens nicht abschliessend auf ihre G laubhaftig- keit geprüft, w ie die Vorinstanz in ihrer Vernehm lassung jedenfalls m it Bezug auf die vom Beschw erdeführer geltend gem achte Festnahm e im Jahre 2002 selbst eingeräum t hat, deren U nglaubhaftigkeit sie in der angefochtenen Verfügung - ge- m äss eigenen W orten - bloss "angedacht" habe. D ie Vorinstanz hielt näm lich die Vorbringen, die sich auf die Zeit zw ischen 1994 und 2002 bezogen, m angels eines in sachlicher und zeitlicher H insicht hinreichenden Kausalzusam m enhangs ohne- hin für flüchtlingsrechtlich nicht erheblich. D abei hat sie allerdings eine isolierte Betrachtung der einzelnen, vom Beschw erdeführer geschilderten Vorkom m nisse vorgenom m en, die nicht angebracht erscheint. U ngeachtet der Tatsache, dass der Beschw erdeführer gem äss eigenen Angaben nach seiner Freilassung im Jahre 2002 bis M itte 2005 m it seiner Ausreise aus der Türkei zugew artet hat, ist von der Vorinstanz näm lich unberücksichtigt geblieben, dass er aufgrund des Strafverfah- rens, das im Jahre 1999 abgeschlossen w orden sei, bei den Behörden m it einiger W ahrscheinlichkeit als "unbequem e Person" registriert gew esen sein könnte, w er- den doch in der Türkei in einem solchen Zusam m enhang regelm ässig entspre- chende politische D atenblätter angelegt (vgl. dazu ausführlich U K H om e O ffice, C ountry of O rigin Inform ation R eport, Turkey, M ärz 2007, Ziff. 30.05 ff., sow ie - zum entsprechenden Verm erk auf politischen D atenblättern und dessen Bedeu- tung - EM AR K 2005 N r. 11 E. 5.1 und 5.2 S. 94 f.). Bei einer solchen Fichierung w äre er auch in der Zeit nach 1999 - und um so m ehr nach einer w eiteren, nicht ohne w eiteres auszuschliessenden Festnahm e im Jahre 2002 - von vornherein ei- ner besonderen behördlichen Beobachtung ausgesetzt gew esen, zum al er gem äss eigenen Angaben seine H ilfstätigkeiten für die PKK noch bis im Jahre 2004 fortge- setzt habe, w eiterhin Sym pathisant dieser Partei beziehungsw eise ihrer N achfol- georganisation sei und schliesslich aufgrund der Akten m it Personen verw andt zu sein scheint, die auf verschiedene W eise bei separatistischen G ruppierungen aktiv sein sollen. M it Blick auf den allgem einen länderspezifischen Kontext ist schliess- lich in Erinnerung zu rufen, dass die letzten vom Beschw erdeführer in seiner H ei- m at verbrachten Jahre vom W iederaufflam m en der G ew alt im O sten der Türkei ge- prägt w aren, nachdem die PKK-N achfolgeorganisation Kongra-G el am 28. M ai 2004 den im Septem ber 1998 von der PKK verkündeten einseitigen W affenstill- stand aufgekündigt hatte (vgl. dazu im Einzelnen EM AR K 2005 N r. 21 E. 10.2.1 S. 195 ff.). 9 U nter diesen U m ständen sprechen hinreichend G ründe dafür, dass die unm ittelba- re U rsache für die Ausreise des Beschw erdeführers tatsächlich - w ie von ihm vor- gebracht - in der Zunahm e des psychischen D rucks nach dem in früherer Zeit Er- lebten und in der dam it verbundenen, anhaltenden Furcht vor w eiteren Behelligun- gen gelegen haben könnte, w as zur Annahm e eines genügend engen Kausalzu- sam m enhangs zw ischen Furcht vor Verfolgung und Flucht führen m üsste, sow eit seine Vorbringen und insbesondere die Vorkom m nisse in den Jahren 1994 / 1999 beziehungsw eise 2002 bei einer abschliessenden Beurteilung als glaubhaft zu er- achten w ären. D ie Vorinstanz hat diese Beurteilung - w ie bereits dargelegt - nicht vorgenom m en, w eil sie die betreffenden Vorkom m nisse für flüchtlingsrechtlich nicht erheblich hielt, und hat dam it aber nach dem G esagten den rechtserhebli- chen Sachverhalt unrichtig festgestellt. W eitere Abklärungen w ären insbesondere m it Blick auf das vom Beschw erdeführer erw ähnte Strafverfahren erforderlich und ohne w eiteres auch m öglich gew esen, zum al dieser selbst die N achreichung ent- sprechender G erichtsakten ausdrücklich in Aussicht gestellt hatte (vgl. A6 S. 2, 6, 8). N äher abzuklären gew esen w äre zunächst, ob der Beschw erdeführer tatsäch- lich w egen H ilfstätigkeiten für die PKK angeklagt und schliesslich freigesprochen w urde, darüber hinaus aber auch, w elche W eiterungen dieses allfällige Strafver- fahren in der Folge noch hatte, so insbesondere, ob der Beschw erdeführer in die- sem Zusam m enhang behördlich fichiert w urde. Im Ü brigen erw eist sich der Sachverhalt insofern als unvollständig festgestellt, als die Vorinstanz nicht näher geprüft hat, w ie sich beim Beschw erdeführer der U m - stand ausgew irkt haben könnte, dass er gem äss eigenen Angaben der G laubens- gem einschaft der Yeziden angehört. N ähere Fragen dazu blieben anlässlich der Anhörung des Beschw erdführers aus; in der angefochtenen Verfügung w ird auf diesen Aspekt entsprechend in keiner W eise eingegangen. D ie Schw eizerische Asylrekurskom m ission w ar indessen in einem G rundsatzentscheid aus dem Jahre 1994 noch von einer Kollektivverfolgung der in der Türkei lebenden Yeziden aus- gegangen (vgl. im Einzelnen EM AR K 1995 N r. 1). D ie Vorinstanz hätte sich daher aufgrund einer aktuellen Lageanalyse näher m it der Frage auseinandersetzen m üssen, ob und inw iefern die dem besagten G rundsatzurteil zugrunde liegende Lageeinschätzung im Entscheidzeitpunkt w eiterhin noch als zutreffend bezeichnet w erden konnte (vgl. für eine aktuelle Einschätzung der allgem einen Situation der Yeziden in der Türkei das U rteil des deutschen Verw altungsgerichts D arm stadt 7 E 2413/05.A vom 19. April 2007), w as unter U m ständen zu einer Bejahung der Flüchtlingseigenschaft des Beschw erdeführers bereits allein aufgrund seiner G lau- benszugehörigkeit hätte führen können. 5.2 5.2.1 Im R ahm en ihres sich unm ittelbar aus Art. 29 Abs. 2 BV ergebenden R echts auf M itw irkung an der Feststellung des Sachverhalts sind Asylsuchende insbesondere berechtigt, Bew eise anzubieten, w elche grundsätzlich auch abzunehm en sind, so- w eit der zu bew eisende Sachverhalt rechtserheblich ist (vgl. auch Art. 33 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 6 AsylG ). D ie Behörde darf von einer Abnahm e angebotener Be- w eism ittel - im Sinne einer antizipierten Bew eisw ürdigung - nur dann absehen, w enn ohne W illkür vorw eg die Annahm e getroffen w erden kann, die rechtliche Ü berzeugung w ürde durch w eitere Bew eiserhebungen nicht geändert, also insbe- sondere dann, w enn der betreffende Sachverhalt bereits hinreichend erstellt er-10 scheint, die Behörde den Sachverhalt aufgrund eigener Sachkunde und der Akten- lage ausreichend w ürdigen kann oder von vornherein gew iss ist, dass der angebo- tene Bew eis keine w esentlichen Erkenntnisse zu verm itteln verm ag (vgl. EM AR K 2004 N r. 17 E. 8 S. 111 f.; 2003 N r. 13 E. 4c S. 84). 5.2.2 Indem die Vorinstanz die vom Beschw erdeführer anlässlich der Anhörung - also rund 15 Tage nach Einreichung seines Asylgesuchs - angebotenen Bew eism ittel nicht abnahm , das heisst zur N achreichung der von ihm in Aussicht gestellten G e- richtsakten nicht zum indest gestützt auf Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG eine angem es- sene Frist ansetzte, sondern vielm ehr knapp sieben Tage später bereits den ange- fochtenen Entscheid fällte, hat sie den Anspruch des Beschw erdeführers auf recht- liches G ehör verletzt, da die betreffenden Bew eism ittel - w ie dargelegt - nicht ohne w eiteres als unerheblich bezeichnet w erden konnten. 5.3 5.3.1 Im R ahm en der ebenfalls unm ittelbar aus Art. 29 Abs. 2 BV folgenden behördli- chen Begründungspflicht (vgl. auch Art. 35 Abs. 1 Vw VG ) hat die verfügende Be- hörde die Ü berlegungen zu nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich der Entscheid stützt. D ie Begründungspflicht ist ein Elem ent rationaler und transparenter Entscheidfindung und dient nicht zuletzt auch der Selbstkontrolle der Behörden. Entsprechend bildet eine hinreichende Begründung die G rundlage für eine sachgerechte Anfechtung der Verfügung durch die Betroffenen und stellt gleichzeitig eine unabdingbare Voraussetzung für die Beurteilung ihrer R echtm ä- ssigkeit durch die Beschw erdeinstanz dar (vgl. ausführlich dazu EM AR K 2004 N r. 38). 5.3.2 D ie Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid nicht näher begründet, w eshalb sie im Ergebnis eine antizipierte W ürdigung der vom Beschw erdeführer angebote- nen Bew eism ittel vorgenom m en hat. Aufgrund der Ausführungen in der Vernehm - lassung kann lediglich verm utet w erden, dass sie von der Erhebung der betreffen- den Bew eism ittel w ohl deshalb absah, w eil sie ohnehin - allerdings, w ie erw ähnt, zu U nrecht - von einem fehlenden Kausalzusam m enhang zw ischen Verfolgung und Flucht ausging. D arüber hinaus hat sie gew isse Entscheidgründe in der ange- fochtenen Verfügung selbst nicht m it hinreichender Klarheit genannt, sondern viel- m ehr - nach ihrer eigenen W ortw ahl - bloss "angedacht", w as eine schw erw iegen- de Verletzung der Begründungspflicht und dam it des Anspruchs des Beschw erde- führers auf rechtliches G ehör darstellt. 6. 6.1 Es stellt sich daher die Frage, ob die festgestellte Verletzung der behördlichen U n- tersuchungspflicht sow ie des Anspruchs auf rechtliches G ehör im R ahm en des vorliegenden Beschw erdeverfahrens geheilt w erden kann oder zur Kassation der angefochtenen Verfügung führen m uss. Zw ar kann eine M issachtung entsprechen- der Verfahrensvorschriften durch das BFM aufgrund der um fassenden Kognition des Bundesverw altungsgerichts (vgl. Art. 106 AsylG ) in bestim m ten Schranken durchaus geheilt w erden. Eine sachgerechte Lösung im Sinne einer H eilung oder Kassation w ird sich unter anderem auch stark an Art und U m fang der Abklärungs- m assnahm en orientieren m üssen, die im R ahm en des Beschw erdeverfahrens 11 nachzuholen w ären, um eine noch fehlende Entscheidungsreife nachträglich her- zustellen. O b indessen die M issachtung von Verfahrensvorschriften durch die Vor- instanz auch Einfluss auf das Ergebnis hatte, kann bei einer Verletzung des An- spruchs auf rechtliches G ehör angesichts seiner form ellen N atur von vornherein keine R olle spielen (vgl. EM AR K 2004 N r. 38 E. 7.1 S. 265 m it w eiteren H inw eisen). 6.2 Sinn des Beschw erdeverfahrens vor dem Bundesverw altungsgericht kann es frei- lich nicht sein, für eine vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts zu sorgen, w enn im vorinstanzlichen Verfahren die erforderlichen Sachver- haltsabklärungen - w ie im vorliegenden Fall - nur infolge unsorgfältiger Verfahrens- führung unterblieben sind. D ie anlässlich der Anhörung vom Beschw erdeführer in Aussicht gestellten G erichtsdokum ente w urden inzw ischen - w ie erw ähnt - nachge- reicht. D ie Vorinstanz hat die Einladung zur Vernehm lassung nicht genutzt, um die betreffenden Bew eism ittel, die sie selbst hätte abnehm en können und m üssen, zu w ürdigen, sondern hat dies vielm ehr m it der Begründung abgelehnt, es genüge nicht, G erichtsdokum ente als Bew eism ittel vorzulegen, in denen der Beschw erde- führer nam entlich erw ähnt w erde, ohne sich in der Beschw erdeschrift inhaltlich m it diesen Bew eism itteln auseinanderzusetzen. G anz abgesehen davon, dass diese Begründung bereits m it Blick auf die behördliche U ntersuchungspflicht von vornherein fragw ürdig erscheint, ist sie auch aktenw idrig, ist doch in der Beschw er- deschrift auf die betreffenden Bew eism ittel durchaus - w enn auch nicht sehr aus- führlich - eingegangen w orden (vgl. a.a.O . S. 4 sow ie vorne E. 4.2). Vor diesem H intergrund erschiene es nicht gerechtfertigt, w enn die betreffenden, von der Vor- instanz unberücksichtigt gebliebenen Bew eism ittel erstm als vom Bundesverw al- tungsgericht gew ürdigt w ürden, zum al sie nur in türkischsprachiger Fassung vorlie- gen und daher bereits aus diesem G runde die erforderliche Entscheidungsreife zurzeit fehlt. W ie bereits ausgeführt, hätte sich die Vorinstanz unter U m ständen gerade nach W ürdigung der besagten Bew eism ittel gegebenenfalls auch m it der Frage auseinandersetzen m üssen, ob über den Beschw erdeführer in der Türkei ein politisches D atenblatt angelegt w orden ist, w as sich aber nur im R ahm en einer Botschaftsabklärung näher abklären liesse. O b der Beschw erdeführer im W eiteren aufgrund seiner Zugehörigkeit zu den Yeziden zusätzlichem behördlichem D ruck ausgesetzt gew esen sein könnte, w äre sinnvollerw eise anlässlich seiner Anhörung zu erm itteln gew esen, w as die Vorinstanz indessen unterlassen hat; jedenfalls hät- te sie aber in der angefochtenen Verfügung näher ausführen m üssen, w eshalb sie die Zugehörigkeit des Beschw erdeführers zu dieser G laubensgem einschaft für flüchtlingsrechtlich unerheblich hielt. Es hiesse w eit über den prozessrechtlichen R ahm en eines Beschw erdeverfahrens hinaus zu gehen, w ürden säm tliche noch notw endigen Sachverhaltsabklärungen vom Bundesverw altungsgericht vorgenom - m en, ganz abgesehen davon, dass dem Beschw erdeführer durch ein solches Vor- gehen eine Instanz verloren ginge. Vielm ehr ist bei dieser Sachlage eine Kassa- tion angebracht. 6.3 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz im vorliegenden Fall den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig beziehungsw eise unvollständig festgestellt und ihren Entscheid nicht hinreichend begründet hat, w odurch der Anspruch des Beschw erdeführers auf rechtliches G ehör verletzt w orden ist. D a eine H eilung die- ser Verfahrensm ängel im R ahm en des Beschw erdeverfahrens nicht m öglich er-12 scheint und jedenfalls nicht angebracht w äre, ist der angefochtene Entscheid auf- zuheben und zur N eubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuw eisen. D iese w ird nach W iederaufnahm e des erstinstanzlichen Verfahrens die erw ähnten Sachver- haltsabklärungen vorzunehm en haben und darüber hinaus auch die G efahr einer allfälligen R eflexverfolgung prüfen m üssen (vgl. allgem ein für die Türkei EM AR K 2005 N r. 21), w ie sie vom Beschw erdeführer im Verlauf des vorliegenden Verfahrens substanziiert geltend gem acht w orden ist (vgl. vorne Bst. G ). 7. N ach dem G esagten ist die Beschw erde gutzuheissen, die vorinstanzliche Verfü- gung vom 5. Juli 2005 aufzuheben und die Vorinstanz anzuw eisen, in der Sache neu zu entscheiden. 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 37 VG G ). 8.2 D em Beschw erdeführer ist angesichts des O bsiegens im Beschw erdeverfahren in Anw endung von Art. 64 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 37 VG G für die Kosten der Vertre- tung und allfällige w eitere notw endige Auslagen eine Parteientschädigung zuzu- sprechen (vgl. auch Art. 7 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kos- ten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D a keine Kostennote eingereicht w urde, ist die Parteientschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 1 und 2 VG KE). G estützt darauf ist dem Beschw erdeführer eine insgesam t auf Fr. 1'000.-- (inkl. Auslagen und M w St) festzusetzende, von der Vorinstanz zu entrichtende Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 10 VG KE). (D ispositiv nächste Seite)13 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird im Sinne der Erw ägungen gutgeheissen. 2. D ie Verfügung des BFM vom 5. Juli 2005 w ird aufgehoben und das BFM angew ie- sen, nach Vornahm e der notw endigen Sachverhaltsabklärungen in der Sache neu zu entscheiden. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D ie Vorinstanz w ird angew iesen, eine Parteientschädigung im Betrag von Fr. 1'000.-- (inkl. Auslagen und M w St) an den Beschw erdeführer zu entrichten. 5. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Vorinstanzakten (R ef.-N r. [...]) und dem Beschw erdedossier (E-4697/2006) - das (kantonales Am t), zur Kenntnisnahm e D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: C hrista Luterbacher M ario Vena Versand am :