A bteilung I A -1387/2006 {T 0 /2 } U rteil vom 11. Juni 2007 M itw irkung: R ichter M ichael Beusch (Vorsitz); M arkus M etz; Pascal M ollard; G erichtsschreiberin Iris W idm er. X._______ A G , Beschw erdeführerin, vertreten durch Y._______ gegen Eidgenössische Steuerverw altung, H auptabteilung M ehrw ertsteuer, Schw arztorstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend M W St (1. Q uartal 1995 bis 4. Q uartal 1999). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie X._______ AG hat gem äss Eintrag im H andelsregister zum Zw eck, Beratungs- und Verw altungsdienstleistungen zu erbringen, Verpackungen herzustellen und diese sow ie andere W aren zu vertreiben; sie kann Liegenschaften kaufen und verkaufen und sich an anderen G esellschaften oder U nternehm ungen beteiligen. Seit dem 1. Januar 1995 ist sie bei der Eidgenössischen Steuerverw altung (ESTV) im R egister der M ehrw ertsteuerpflichtigen unter der N um m er _______ eingetragen. B. Anlässlich einer Kontrolle im April 2000 überprüfte die ESTV bei der X._______AG die Abrechnungsperiode 1. Januar 1995 bis 31. D ezem ber 1999. G estützt darauf forderte sie m it Ergänzungsabrechnung (EA) N r. 129'150 vom 18. April 2000 für die Zeit vom 1. Januar 1995 bis zum 31. D ezem ber 1999 Fr. 589'857.-- zuzüglich Verzugszins von 5% seit dem 30. April 1998 (m ittlerer Verfall) nach. M it G utschriftanzeige (G S) N r. 129'173 desselben Tages korrigierte sie ihre N achforderung um Fr. 6'756.--. C . Am 19. D ezem ber 2002 stellte die ESTV den für die EA N r. 129'150 berechneten Verzugszins in der H öhe von Fr. 63'818.-- in R echnung. H insichtlich dieser Verzugszinsforderung stellte die X._______ AG m it Schreiben vom 7. Januar 2003 ein Erlassgesuch im U m fang von Fr. 57'097.15, w elches die ESTV am 22. Januar 2003 ablehnte. D iesbezüglich verlangte die X._______ AG von der ESTV am 3. Februar 2003 einen anfechtbaren Entscheid, w elcher am 4. M ärz 2003 erging. D . Am 2. April 2003 erhob die X._______ AG Einsprache m it den Begehren, das Verfahren betreffend Verzugszinsforderung sei zu sistieren, bis "ein Entscheid zu den Einsprachen der H auptforderungen der X._______ AG , A._______ AG und B._______ AG in R echtskraft erw achsen" sei; die Verfahren seien eventuell zusam m enzulegen. M it Schreiben vom 29. April 2003 teilte die ESTV der X._______ AG m it, dass zunächst ein einsprachefähiger Entscheid betreffend EA N r. 129'150 erlassen w erde, und sie die Einsprache gegen den Entscheid vom 4. M ärz 2003 bezüglich des Verzugszinses betreffend die genannte EA vorerst sistieren w erde. M it Entscheid vom 24. Juni 2003 bestätigte die ESTV ihre Forderung betreffend die EA N r. 129'150 zuzüglich Verzugszins. D ie Verfahren w urden nicht zusam m engelegt. G leichentags ergingen separate Entscheide betreffend die A._______ AG (M ehrw ertsteuer-N um m er: _______) und die B._______ AG (M ehrw ertsteuer-N um m er: _______); die Verfahren w urden dabei nicht zusam m engelegt. E. Am 20. August 2003 erhob die X._______ AG Einsprache m it den Anträgen, der Entscheid der ESTV betreffend die Erhebung der M ehrw ertsteuer für die Steuerperioden 1. Q uartal 1995 bis 4. Q uartal 1999 3 sei aufzuheben; es seien die drei G esellschaften X._______ AG , A._______ AG sow ie die B._______ AG für die genannte Perioden als G ruppe zu taxieren und die M ehrw ertsteuer für die G ruppe sei für diesen Zeitraum neu zu berechnen; dem entsprechend sei der Entscheid vom 4. M ärz 2003 betreffend den Verzugszins von Fr. 63'818.-- für die Steuerperioden 1. Q uartal 1998 bis 4. Q uartal 1999 aufzuheben; schliesslich seien die Verfahren X._______ AG , A._______ sow ie die B._______ AG zusam m enzulegen; unter Kostenfolge. U nterm selben D atum erhoben – m it gleichlautenden Anträgen – auch die A._______ AG und die B._______ AG Einsprache. M it Einspracheentscheid vom 21. Septem ber 2004 vereinigte die ESTV die Verfahren betreffend X._______ AG gegen die Entscheide vom 4. M ärz 2003 (Verzugszinsforderung) und vom 24. Juni 2003 (M ehrw ertsteuerforderung) und hiess die Einsprache, w as die N icht- Berücksichtigung der H erabsetzung der EA N r. 129'150 durch die G S N r. 129'173 im U m fang von Fr. 6'756.-- anbetraf, teilw eise gut. Sie stellte fest, die Einsprecherin habe der ESTV für das 1. Q uartal 1998 bis zum 4. Q uartal 1999 zu R echt Fr. 583'101.-- M ehrw ertsteuer und Fr. 823.95 Verzugszinsen bezahlt; sie habe dem nach noch Fr. 62'994.05 Verzugszinsen zu bezahlen. D ie ESTV w ies die Anträge, die Verfahren X._______ AG , A._______ AG und die B._______ AG zusam m enzulegen sow ie deren Besteuerung als G ruppe ab und bestätigte die korrekte Berechnung des Verzugszinses. D ie beantragte Vereinigung der Einspracheverfahren w ies die ESTV ab, da eine solche bei unterschiedlichen Steuerpflichtigen nicht zulässig sei. Ebenfalls am 21. Septem ber 2004 w ies die ESTV die Einsprachen der A._______ AG und die B._______ AG ab und hielt auch in diesen Entscheiden fest, die anbegehrte Vereinigung der Verfahren sei bei unterschiedlichen Steuerpflichtigen nicht zulässig. F. M it Eingabe vom 14. O ktober 2004 erhob die X._______AG (Beschw erdeführerin) Beschw erde gegen diesen Einspracheentscheid bei der Eidgenössischen Steuerrekurskom m ission (SR K) m it den Begehren, dieser sei, w as die Bezahlung der M ehrw ertsteuern für die Steuerperioden 1. Q uartal 1995 bis 4. Q uartal 1999 im U m fang von Fr. 583'101.-- und den Verzugszins von Fr. 63'818.-- für die Steuerperioden 1. Q uartal 1998 bis 4. Q uartal 1999 anbetreffe, aufzuheben. Sie beantragte, die drei G esellschaften X._______ AG , A._______ AG sow ie die B._______ AG seien für die Steuerperioden 1. Q uartal 1995 bis 4. Q uartal 1999 als G ruppe zu taxieren und die M ehrw ertsteuer für die G ruppe sei für diese Periode neu zu berechnen; es seien die Verfahren X._______ AG N r. _______, A._______ AG N r. _______ sow ie die B._______ AG N r. _______ – alle dom iziliert an der _______ [Adresse] – zusam m enzulegen; unter Kostenfolge. G egen die die A._______ AG und die W B._______ AG betreffenden Einspracheentscheide gingen keine Beschw erden ein.4 In ihrer Vernehm lassung vom 9. D ezem ber 2004 schloss die ESTV auf die kostenfällige Abw eisung der Beschw erde. G . Per 31. D ezem ber 2006 übergab die SR K die Verfahrensakten dem Bundesverw altungsgericht (BVG er) zur Beurteilung der Sache. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Bis zum 31. D ezem ber 2006 unterlagen Einspracheentscheide der ESTV der Beschw erde an die SR K. D as BVG er übernim m t, sofern es zuständig ist und keine Ausnahm e vorliegt, die Ende 2006 bei der SR K hängigen R echtsm ittel; die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 31 bis 33 und Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32]). Sow eit das VG G nichts anderes bestim m t, richtet sich gem äss Art. 37 VG G das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). Vorliegend ist keine Ausnahm e gegeben und gegen den Entscheid der Vorinstanz ist die Beschw erde beim BVG er zulässig (Art. 32 e contrario und Art. 33 Bst. d VG G in Verbindung m it Art. 53 der alten Verordnung vom 22. Juni 1994 über die M ehrw ertsteuer [aM W STV von 1994, AS 1994 1464]). D ieses ist m ithin zur Beurteilung in der Sache sachlich w ie funktionell zuständig. 1.2 Am 1. Januar 2001 sind das Bundesgesetz vom 2. Septem ber 1999 über die M ehrw ertsteuer (M W STG , SR 641.20) sow ie die zugehörige Verordnung vom 29. M ärz 2000 (M W STG V, SR 641.201) in Kraft getreten. D er zu beurteilende Sachverhalt verw irklichte sich indessen in den Jahren 1995 bis 1999. D em zufolge ist auf die vorliegende Beschw erde grundsätzlich das bis Ende 2000 geltende R echt anw endbar (Art. 93 und 94 M W STG ). 1.3 D as Bundesverw altungsgericht kann den angefochtenen Entscheid grundsätzlich in vollem U m fang überprüfen. D ie Beschw erdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a Vw VG ) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 Bst. b Vw VG ) auch die R üge der U nan- gem essenheit erheben (Art. 49 Bst. c Vw VG ; vgl. AN D R É M O SER , in AN D R É M O SE R /PETER Ü BER SAX, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurs- kom m issionen, Basel u.a. 1998, R z. 2.59 ff.). Im Verw altungsbeschw erde- verfahren gilt die U ntersuchungsm axim e, w onach der Sachverhalt von Am tes w egen festzustellen ist (Art. 12 Vw VG ; vgl. zum G anzen: U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, R z. 1623 ff. und 1758 f.; ALFR E D KÖ LZ, Prozessm axim en im schw eizerischen Verw altungsprozess, Zürich 1974, S. 93 ff.) und der G rundsatz der R echtsanw endung von Am tes w egen (Art. 62 Abs. 4 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht ist verpflichtet, auf den festgestellten Sachverhalt die richtige R echtsnorm anzuw enden (H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 1632).5 2. 2.1 G em äss Art. 25 Abs. 2 Vw VG ist dem Begehren um Erlass einer Feststellungsverfügung zu entsprechen, w enn die gesuchstellende Person ein entsprechendes schutzw ürdiges Interesse nachw eist. Laut bundesgerichtlicher R echtsprechung ist der Anspruch auf Erlass einer Feststellungsverfügung subsidiär gegenüber einer Leistungs- oder G estaltungsverfügung. Eine Feststellungsverfügung ist nur zu treffen, w enn das Interesse daran nicht durch eine rechtsgestaltende Verfügung gew ahrt w erden kann (BG E 119 V 13, BG E 114 V 203; U rteil BVG er A-1347/2006 vom 20. April 2007; vgl. schon R EN É R H IN O W /BEAT KR ÄH EN M AN N , Schw eizerische Verw altungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel und Frankfurt am M ain 1990, N r. 36, S. 109 f.). Sow eit die Beschw erdeführerin den Antrag auf G ruppenbesteuerung form ell als Feststellungsbegehren stellt (Ziffer 3 ihrer Anträge), ist dieser gegenüber dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen N achforderung subsidiär. Es kann bereits anhand des negativen Leistungsbegehrens entschieden w erden, ob die beanstandeten Steuerforderungen zu R echt entstanden sind, w as das Feststellungsinteresse hinfällig w erden lässt (siehe U rteil des Bundesgerichts 2A.90/1999 vom 26. Februar 2001 E. 1). M it dieser Einschränkung ist auf die Beschw erde einzutreten. 2.2 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem BVG er ist der vorinstanzliche Einspracheentscheid. G rundsätzlich ist jeder vorinstanzliche Entscheid selbständig anzufechten. Von diesem G rundsatz abzuw eichen und die Anfechtung in einer gem einsam en Beschw erdeschrift zuzulassen bzw . die Verfahren zusam m enzulegen und in einem gem einsam en Verfahren m it einem einzigen U rteil abzuschliessen, rechtfertigt sich, w enn die einzelnen Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusam m enhang stehen und sich in allen Fällen die gleichen R echtsfragen stellen (vgl. M O SER , a.a.O ., R z. 3.12). Eine Vereinigung der Verfahren setzt allerdings voraus, dass alle zur Vereinigung beantragten vorinstanzlichen Entscheide der betreffenden Verfahren angefochten w erden. G egen die beiden Einspracheentscheide vom 21. Septem ber 2004 in Sachen A._______ AG sow ie in Sachen B._______ AG w urden indessen keine Beschw erden erhoben; diese sind folglich in R echtskraft erw achsen. Auf den Antrag der Beschw erdeführerin, die Verfahren zusam m enzulegen (Ziffer 5 ihrer Anträge), kann deshalb nicht eingetreten w erden. 3. 3.1 D ie Beschw erdeführerin bestreitet w eder ihre M ehrw ertsteuer- und Verzugszinszahlungspflicht an sich noch die Berechnung der M ehrw ertsteuer- und Zinsforderungen durch die ESTV. Sie m acht aber geltend, sie unterliege zusam m en m it den Firm en A._______ AG und B._______ AG der G ruppenbesteuerung. Sie habe gestützt auf Treu und G lauben davon ausgehen können, dass die ESTV sie als G ruppe registriert habe, und sie erfülle dafür auch die rechtlichen Voraussetzungen. 3.2 D ie Veranlagung und Entrichtung der M ehrw ertsteuer erfolgt nach dem 6 Prinzip der Selbstveranlagung (Art. 37 f. M W STV). D ie steuerpflichtige Person hat ihre M ehrw ertsteuerforderung selbst festzustellen; sie ist allein für die vollständige und richtige Versteuerung ihrer steuerbaren U m sätze und für die korrekte Erm ittlung der Vorsteuer verantw ortlich (vgl. schon Kom m entar des Eidgenössischen Finanzdepartem entes zur Verordnung über die M ehrw ertsteuer vom 22. Juni 1994, Bern 1994, S. 38). M it diesem Prinzip verbunden sind nam entlich die An- und Abm eldepflichten der steuerpflichtigen Personen, ihre Auskunftspflichten und die Pflicht zur Steuerentrichtung (vgl. ALO IS C AM EN ZIN D /N IKLAU S H O N AU ER /KLAU S A. VALLEN D E R, H andbuch zur neuen M ehrw ertsteuer, Bern u.a. 2000, R z. 13, ER N S T BLU M EN STEIN /PETER LO C H ER , System des Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 384 f.). 3.3 G em äss Art. 17 Abs. 3 M W STV können juristische Personen m it Sitz oder Betriebsstätte in der Schw eiz, w elche eng m iteinander verbunden sind, beantragen, gem einsam als eine einzige Steuerpflichtige (G ruppe) behandelt zu w erden. Leistungen innerhalb der U nternehm ensgruppe stellen keine steuerbaren U m sätze dar und die Aussen-U m sätze der G ruppenm itglieder w erden dem G ruppenträger zugerechnet (Entscheid der SR K vom 6. O ktober 2003, veröffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 68.57 E. 4; vgl. auch C AM EN ZIN D /H O N AU ER /VALLE N D ER , a.a.O ., R z. 1032, 1063 ff.). Eine G ruppenbesteuerung erfolgt stets nur dann, w enn hierüber ein entsprechender Entscheid der ESTV ergangen ist; ist dieser positiv, so erhält die G ruppe eine eigene M ehrw ertsteuer- N um m er (vgl. M erkblatt zur G ruppenbesteuerung vom 30. N ovem ber 1994 [M erkblatt N r. 1], Ziff. 12). 3.4 D er aus Art. 4 Abs. 1 der alten Bundesverfassung vom 29. M ai 1874 abgeleitete G rundsatz von Treu und G lauben – heute verankert in Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidge- nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) – verlangt ein loyales und vertrauensw ürdiges Verhalten im R echtsverkehr im Verhältnis zw ischen dem G em einw esen und den Privaten. Im Verw altungsrecht gibt der G rundsatz in Form des so genannten Vertrauensschutzes den Bürgerinnen und Bürgern einen Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens, das sie in behördliche Zusicherungen und sonstiges, bestim m te Erw artungen begründendes Verhalten der Behörden setzen. Es m üssen indessen verschiedene Voraussetzungen kum ulativ erfüllt sein, dam it sich die Privaten m it Erfolg auf Treu und G lauben berufen können. So ist eine unrichtige Auskunft einer Verw altungsbehörde nur bindend, w enn die Behörde in einer konkreten Situation m it Bezug auf bestim m te Personen gehandelt hat, w enn sie dabei für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig w ar oder w enn die Private die Behörde aus zureichenden G ründen als zuständig betrachten durfte. G leichzeitig ist ebenfalls vorausgesetzt, dass die Private die U nrichtigkeit der Auskunft nicht ohne W eiteres erkennen konnte und sie im Vertrauen auf die R ichtigkeit der Auskunft D ispositionen getroffen hat, die nicht ohne N achteil rückgängig gem acht w erden können. Zudem darf die gesetzliche O rdnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren haben (BG E 129 I 170, BG E 7 126 II 387, BG E 125 I 274; H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 622 ff.; R H IN O W /KR ÄH EN M AN N , a.a.O ., N r. 74 und N r. 75). Staatliches U nterlassen kann bei alledem nur in absolut seltenen Ausnahm efällen eine hinreichende Vertrauensgrundlage darstellen (BEATR IC E W EBER -D Ü R LER , N euere Entw icklungen des Vertrauensschutzes, ZBl 2002 301 f.). 4. 4.1 U nstreitig liegt im vorliegenden Fall für die im Streit liegenden Steuerperioden kein Entscheid der ESTV vor, w elcher der Beschw erdeführerin sow ie der A._______ AG und der B._______ AG die G ruppenbesteuerung zubilligen w ürde. Aktenkundig ist diesbezüglich neben einem H inw eis im Anhang 2 zum Kontrollbericht vom 18. April 2000, w onach die Beschw erdeführerin nach einigen organisatorischen U m strukturierungen die Beteiligungen der beiden Schw esterfirm en (A._______AG und der B._______ AG ) übernehm en solle und auf diesen Zeitpunkt "w ohl die G ruppenbesteuerung anstreben" w olle, einzig eine Ablehnung des Antrags auf G ruppenbesteuerung vom 26. Februar 2001, in der die ESTV auf einen (nicht bei den Akten liegenden) Antw ortbogen zur G ruppenbesteuerung vom 2. Februar 2001 verw eist. D ie Beschw erde- führerin bringt denn auch zu R echt nichts D erartiges vor, sondern stützt ihren "Anspruch" auf G ruppenbesteuerung auf Treu und G lauben (vgl. vorn E. 3.1). 4.2 D ie Beschw erdeführerin begründet ihren Anspruch auf Schutz ihres berechtigten Vertrauens, von der ESTV als G ruppe besteuert zu w erden, im W esentlichen dam it, diese habe gravierende Fehler gem acht und sie habe sich vom 1. Januar 1995 bis zum 26. Februar 2002 [gem eint w ohl: 26. Februar 2001] im Zusam m enhang m it der Klärung der Frage betreffend eine G ruppenbesteuerung w idersprüchlich und unklar verhalten; sie seien trotz m ehreren m ündlichen R ücksprachen stets im G lauben gelassen w orden, dass die drei G esellschaften als G ruppe betrachtet w ürden. D ie ESTV habe zudem verschiedene Verrechnungen von Ergänzungs- abrechnungen und G utschriftenanzeigen zw ischen den drei X:_______- G esellschaften vorgenom m en; sie habe ihr Einverständnis zu den Verrechnungen auf Aufforderung der ESTV denn auch in der Ü berzeugung gegeben, dass es sich dabei um die logische Konsequenz einer G ruppenbesteuerung gehandelt habe. Sie habe im W eiteren aufgrund der m it der ESTV geführten Korrespondenz davon ausgehen dürfen, dass sie von dieser als G ruppe anerkannt w orden sei. So sei säm tliche Korrespondenz an die Beschw erdeführerin m it "X._______ AG Beteiligungen" adressiert gew esen, obw ohl der N am e gem äss H andelsregisterauszug korrekt "X._______AG " laute. D ies lasse sich nur dam it erklären, dass die ESTV die Beschw erdeführerin eben als Beteiligungsgesellschaft im R ahm en einer G ruppenbesteuerung qualifiziert habe. Schliesslich habe die Beschw erdeführerin m it eingeschriebenem Brief vom 21. O ktober 1994 bei der ESTV den Antrag auf G ruppenbesteuerung gestellt. D arin habe sie auch m itgeteilt, dass sie sich für w eitere Abklärungen zur Verfügung stelle. D iesen Brief habe die ESTV bis heute nicht beantw ortet, w om it diese ihrer Antw ortpflicht nicht 8 nachgekom m en sei. H ätte sie zum dam aligen Zeitpunkt gew usst, dass sie nicht der G ruppenbesteuerung unterliege, hätten die drei G esellschaften ihre untereinander erbrachten D ienstleistungen anders abgerechnet, näm lich so, dass die R echnungsbeträge nicht auf den Verrechnungskonti der Beschw erdeführerin erschienen w ären, seien diese doch einzig und allein interne adm inistrative Abläufe ohne w irtschaftliche Bedeutung. 4.3 D ie genannten Vorbringen der Beschw erdeführerin verm ögen keine Vertrauensgrundlage zu begründen: 4.3.1 H insichtlich der angeblich m ündlichen Auskünfte verm ag die Beschw erde- führerin keine schriftlichen U nterlagen beizubringen, die diese belegen könnten. G erade aus dem U m stand, dass die Auskünfte offenbar w idersprüchlich und unklar gew esen sein sollen, ist im G egenteil zu schliessen, dass keine Zusicherung von behördlicher Seite erfolgt ist, auf w elche die Beschw erdeführerin berechtigterw eise hätte vertrauen können. Auch legt die Beschw erdeführerin in keiner W eise dar, w elche gravierenden Fehler sich die Verw altung habe zu Schulden kom m en lassen und inw iefern dieses Verhalten treuw idrig gew esen sein soll. 4.3.2 Keine Vertrauensgrundlage zu begründen verm ögen auch die im Zusam m enhang m it den behaupteterw eise fehlerhaften Verbuchungen der G S entstandenen allfälligen U ngereim theiten. Zw ar ist richtig, dass die G utschriften vom 18. April und 16. M ai 2000 der A._______ AG bzw . der B._______ AG zustanden, indessen der Beschw erdeführerin gutgeschrieben w orden sind. Allerdings ist ein Schreiben der B._______ AG vom 14. April 2000 aktenkundig, w orin diese ihr Einverständnis erklärt, "dass die Steuerschuld der X._______ AG m it den Steuerguthaben der B._______ AG und A._______ AG verrechnet w ird." Angesichts dieser zeitlich den G utschriften vorangehenden Erklärung ist – zum indest betreffend die B._______ AG – auch keine Fehlerhaftigkeit des Vorgehens der ESTV ersichtlich, zum al die Beschw erdeführerin die Voraussetzungen der Zulässigkeit der Verrechnung (vgl. dazu H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 799 ff.) ansonsten nicht bestreitet; auf diese m uss denn auch nicht w eiter eingegangen w erden. U nklar bleibt auch, w ie die Beschw erdeführerin aus dem erw ähnten Schreiben vom 14. April 2000 zum Schluss gelangen können soll, sie und die beiden anderen G esellschaften w ürden als G ruppe qualifiziert. Zum einen fehlt im Schreiben selbst jeglicher entsprechende H inw eis oder Vorbehalt. Zum anderen w äre eine (w echselseitige) Verrechnung der Forderungen der einzelnen G esellschaften m it denjenigen der ESTV bei zugelassener G ruppenbesteuerung gar nicht m öglich, gelten doch säm tliche M itglieder einer G ruppe als ein einziges Steuersubjekt (m it einer M ehrw ertsteuer- N um m er). 4.3.3 Ebenso w enig ist sodann aus der Adressierung der Korrespondenz durch die ESTV eine Vertrauensgrundlage entstanden, aus der die Beschw erdeführerin hätte den Schluss ziehen können, als G ruppe besteuert zu w erden. W ie die ESTV näm lich in durchaus nachvollziehbarer W eise dargelegt hat, gehört bei der Adressierung das H inzufügen des 9 H auptzw ecks der Firm a zur ständigen Praxis der ESTV. D ie ent- sprechende Angabe hat sie dem durch die Beschw erdeführerin selber ausgefüllten Fragebogen vom 31. O ktober 1994 entnom m en, auf dem diese bei der Art der G eschäftstätigkeit "Beteiligungen" als ersten Zw eck angegeben hat. 4.3.4 W as schliesslich das Schreiben der Beschw erdeführerin an die ESTV vom 21. O ktober 1994 betrifft, w orin sie eingeschrieben einen entsprechenden Antrag auf G ruppenbesteuerung gestellt habe, so befindet sich dieses nicht in den Akten der ESTV. Zw ar ist es nunm ehr durch die Beschw erde- führerin eingereicht w orden; den ihr obliegenden N achw eis für die Zustellung des Briefes hat die Beschw erdeführerin indessen dam it noch nicht erbracht, zum al ein entsprechender Beleg der Post nicht beigebracht w orden ist. D iesbezügliche U ntersuchungshandlungen erübrigen sich allerdings aus folgenden G ründen: Selbst w enn näm lich der Brief der Beschw erdeführerin bei der ESTV eingegangen w äre, hätte die Beschw erdeführerin aufgrund des im Steuerrecht geltenden Selbstveranlagungsprinzips das einschlägige M erkblatt N r. 1 (vgl. vorn E. 3.3) für die G ruppenbesteuerung kennen und folglich spätestens zu diesem Zeitpunkt w issen m üssen, w elchen form ellen Anforderungen der Antrag für eine G ruppenbesteuerung zu genügen hat und dass ein unvollständig eingereichter Antrag nicht behandelt w ird. D a das Schreiben der Beschw erdeführerin vom 21. O ktober 1994 diese Anforderungen unbestrittenerm assen nicht erfüllt hatte, w äre die Beschw erdeführerin nach Publikation des erw ähnten M erkblattes und aufgrund des Ausbleibens einer Antw ort der ESTV auf das genannte Schreiben gehalten gew esen, sich zu erkundigen, w ie m it ihrer Anfrage verfahren w orden bzw . ob sie als G ruppe registriert w orden sei oder nicht. Eine entsprechende Erkundigung bei der ESTV hätte sich sodann geradezu aufgedrängt in dem M om ent, in dem die drei m it eigenen M ehrw ertsteuer-N um m ern ausgestatteten G esellschaften jew eils eigene Abrechungsform ulare auszufüllen hatten (und dies auch taten), w iderspricht solches der G ruppenbesteuerung (Abrechnung m it einer einzigen M ehrw ertsteuer-N um m er) doch offenkundig. 4.3.5 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass die Beschw erdeführerin eine Vertrauensgrundlage nicht nachzuw eisen verm ag und sie sich folglich nicht auf den G rundsatz von Treu und G lauben berufen kann. U nter diesen U m ständen kann offen bleiben, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine G ruppenbesteuerung w ährend dem beanstandeten Zeitraum m ateriell erfüllt gew esen w ären und m uss auf die w eiteren Vorbringen der Beschw erdeführerin nicht w eiter eingegangen w erden. 5. Aufgrund dieser Erw ägungen ist die Beschw erde abzuw eisen, sow eit darauf einzutreten ist, und ist der Einspracheentscheid der ESTV vom 21. Septem ber 2004 zu bestätigen. D ie Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 3'000.-- w erden der Beschw erdeführerin auferlegt (Art. 63 Abs. 1 Vw VG in Verbindung m it Art. 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]).10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D ie Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 3'000.-- w erden der Beschw erdeführerin auferlegt und m it dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- verrechnet. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. _______) (m it G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M ichael Beusch Iris W idm er R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie Beschw erde ist unzulässig gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l und Art. 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). Versand am :