B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3182/2014 U r t e i l v o m 3 . J u l i 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien 1. A._______, dessen Ehefrau 2. B._______, sowie deren Kinder 3. C._______, 4. D._______, 5. E._______, 6. F._______, 7. G._______, und 8. H._______, Äthiopien, c/o Schweizerische Botschaft in Khartum, Sudan, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 3. Februar 2014 / N (…). D-3182/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden 1 und 2 suchten mit Schreiben vom 17. März 2011 an die Schweizerische Botschaft in Khartum ( nachfolgend: Bo t- schaft; Eingangsstempel: […]) für sich und ihre sechs Kinder (Beschwer- deführende 3 bis 8) sinngemäss um Asyl nach. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden diverse Beweismittel in Kopie zu den Akten. B. B.a Mit Datum vom 4. April 2011 (Versand: […]) leiteten die Beschwerde- führenden den Inhalt ihrer Asylgesuche vom 17. März 2011 per E-Mail an die Botschaft weiter (Eingangsstempel: […]). B.b Mit Schreiben vom (…) 2012 bestätigte das BFM den Erhalt der E-Mail vom 4. April 2011 und teilte den Beschwerdeführenden mit, dass kein bestimmtes Datum für den Asylentscheid in Aussicht gestellt werden könne. C. Mit Schreiben vom 5. September 2012 an die Botschaft (Eingangsstem- pel vom selben Datum) ergänzten die Beschwerdeführenden ihre Vo r- bringen. D. D.a Mit über die Botschaft versandter Zwischenverfügung vom 1. Oktober 2012 – zugestellt am (…) – teilte das BFM den Beschwerdeführenden un- ter Hinweis auf das in BVGE 2007/30 veröffentlichte Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts E-6148/2006 vom 27. November 2007 mit, die Bo t- schaft sei aufgrund der Zunahme der eingereichten Asylgesuche, des be- grenzten Personalbestands sowie w egen fehlender Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht mehr in der Lage, eine persönliche Befragung durchzuführen . In diesem Zusammenhang ersuchte die Botschaft sie – unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht – zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhalts um Beantwo r- tung konkreter Fragen betreffend persönliche Angaben, Familie und A n- gehörige in einem Drittstaat, Asylgründe sowie Aufenthalt im Sudan bis zum (…) 2012, wobei für den Fall schuldhafter Verletzung der Mi twir- kungspflicht sowie bei Nicht - oder mangelhafter Beantwortung der Frage ein Nichteintreten auf die Asylgesuche und für den Unterlassungsfall ein D-3182/2014 Seite 3 Entscheid aufgrund der Aktenlage beziehungsweise die Abschreibung der Asylgesuche als gegenstandlos in Aussicht gestellt wurde. D.b Das nicht datierte Antwortschreiben samt weiteren, teilweise bereits eingereichten Beweismitteln traf am (…) 2013 (Eingangsstempel) bei der Botschaft ein. E. In ihren schriftlichen Eingaben machte n die Beschwerdeführenden zur Begründung der Asylgesuche im Wesentlichen Folgendes geltend: Der Beschwerdeführende 1 sei äthiopischer Staatsangehöriger aus I._______ in der Region J._______. Aufgrund der kriegerischen Ause i- nandersetzungen in Äthiopien habe er seinen Heimatstaat im (…) 1985 verlassen und sei in den Sudan geflüchtet. Dort habe er sich als Flüch t- ling registrieren lassen und bis im (…) 1991 im Flüchtlingslager K._______ aufgehalten. In der Folge sei er nach Khartum gereist. Die Beschwerdeführende 2 sei ebenfalls äthiopisch e Staatsangehörige aus L._______ in der Region J._______. Im Jahr 199 2 habe sie ihren He i- matstaat verlassen und sei nach Äthiopien geflüchtet. Als registrierter Flüchtling habe sie sich bis zum Jahr 1993 in einem Flüchtlingscamp in M._______ aufgehalten. In der Folge habe sie sich aufgrund ihrer Arbeit nach Khartum begeben. Die Beschwerdeführenden 1 und 2 hätten im Jahr (…) in Khartum geheiratet. Zusammen mit ihren sechs Kindern wohnten sie in N._______, Khartum. Der Beschwerdeführende 1 arbeite dort als (…). Er fürchte sich in Khartum vor den äthiopischen Sicherheit s- kräften, welche ihn aufgrund seiner Mitgliedschaft bei der O._______ in Äthiopien stets aufsuch ten und behelligten. Im Zeitraum von 2001 bis 2008 sei er wiederholt zu Hause in Khartum von den Si cherheitskräften aufgesucht und befragt worden. Er und seine Kinder seien mehrmals für mehrere Tage gefangen gehalten worden. Als Flüchtlinge lebten sie in Khartum in grosser Unsicherheit und fürchteten sich vor weiteren Verfo l- gungsmassnahmen sowie einer Deportation nach Äthiopien. Zudem sorg- ten sie sich auch um die Zukunft ihrer Kinder. F. Mit über die Botschaft versandter Verfügung vom 3. Februar 2014 – eröff- net am (…) – verweigerte das Bundesamt den Beschwerdeführenden die Einreise in die Schweiz und lehnte deren Asylgesuche ab. D-3182/2014 Seite 4 G. Mit englischsprachiger Eingabe vom 25. Mai 2014 (samt deutscher Über- setzung) an die Botschaft (Eingangsstempel vom selben Datum), welche an das Bundesverwaltungsgericht (Eingangsstempel: […]) weitergeleitet wurde, beantragten die B eschwerdeführenden sinngemäss, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihnen die Einreise in die Schweiz zu bewilligen beziehungsweise Asyl zu gewähren. Als Bewei s- mittel wurden, nebst bereits im erstinstanzlichen Verfahren eingereichten Unterlagen weitere Dokumente in Kopie eingereicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Partei Schutz sucht (Art. 105 Asylge- setz [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. September 2012, welche am 29. September 2012 in Kraft getreten sind, kommen vorliegend nicht zur Anwendung, wurde doch in der Übergangsbesti m- mung (Ziffer III) festgehalten, dass für Asylgesuch e, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung des Asylgesetzes gestellt worden sind – was vorliegend der Fall ist – die Art. 12, 19, 20, 41 Absatz 2, 52 und 68 in der bisherigen Fassung gelten. 2. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilge- nommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, h a- ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung und sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die frist - und formgerecht eingerei chte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). D-3182/2014 Seite 5 3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie di e unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsw eise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfü h- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5. 5.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 7 und aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf aArt. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz - und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass ei- ne unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 5.2 Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Beric ht an das Bundesamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Ve r- fahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht aArt. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asy lsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt. Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuche n- de Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten ( aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). D-3182/2014 Seite 6 5.2.1 Die Beschwerdeführenden wurden nicht zu ihren Asylgesuchen befragt. Sie haben ihre Vorbringen jedoch bereits im Asylgesuch vom 17. März 2011 schriftlich dargelegt und am (…) 2012 ergänzt (vgl. Sachverhalt Bstn. A und C). Zudem wurde ihnen in der Folge mit Zwischenverfügung des BFM vom 1. Oktober 2012 ein Katalog vo n für die vollständige Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts noch zu beantwortenden offenen Fragen zugestellt, wozu sie am (…) 2013 schriftlich Stellung genommen haben (vgl. Sachverhalt Bst. D.b). Der entscheidwesentliche Sachverhalt erscheint ange sichts der schrift - lichen Darlegung der Asylgründe soweit erstellt, dass die entscheid - relevanten Elemente vorliegen. 5.2.2 Bei dieser Sachlage bestand keine Veranlassung, die Beschwer - deführenden vorgängig eines Entscheides durch eine schweizerische Vertretung zusätzlich persönlich zu befragen . Das BFM hat den verfah - rensrechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 5.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum z u- kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbark eit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Einglied e- rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschla g- gebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzb e- dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob e i- ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128, sowie auch d ie Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). Eine Verfolgungssituation muss überdies aktuell sein, um gemäss Art. 3 AsylG als relevant zu ge l- ten. 5.4 Das B FM führte zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen aus, es liege keine unmittelbare Gefährdung der Beschwerdeführenden vor, welche deren Einreise in die Schweiz als notwendig erscheinen lie s- se. Zwar liessen die Ausführungen im Asylgesuch vom 17. März 2011 und in der Stellungnahme der Beschwerdeführenden vom (…) 2013 darauf schliessen, dass diese ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den äthi o-D-3182/2014 Seite 7 pischen Behörden hätten . Es sei zu prüfen, ob einer allfälligen Asylg e- währung durch die Schweiz ein Asylausschluss grund von aArt. 52 AsylG entgegenstehe, gemäss welcher Gesetzesbestimmung einer Person das Asyl verweigert werden könne, wenn ihr zugemutet werden könne, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Die Beschwerdefü h- renden 1 und 2 hätten sich nach i hrer Ankunft im Sudan in einem Flüch t- lingslager registrieren lassen, wo sie sich bis (…) 1991 (1) beziehung s- weise (…) 1993 (2) aufgehalten hätten, bevor sie nach Khartum gezogen seien, wo sie im Jahr (…) geheiratet und sich mit ihren sechs Kindern niedergelassen hätten. Auf die Frage im Schreiben des BFM vom 1. Oktober 2012, weshalb ihnen ein weiterer Verbleib im Sudan nicht möglich beziehungsweise zumutbar sein sollte , hätten sie geantwortet, dass sie sich vor den äthiopischen Sicherheitskräften fürchteten, von wel- chen sie wiederholt aufgesucht würden, wobei der Beschwerdeführende 1 mehrmals inhaftiert worden sei ; sie lebten in grosser Unsicher heit und fürchteten sich vor einer Deportation nach Äthiopien. Demgegenüber – so das BFM – befänden sich zahlreiche äthiopische Flüchtlinge und Asylsu- chende im Sudan , und es sei nicht zu verkennen, dass die Lage vor Ort für diese Menschen nicht einfach sei. Dennoch bestünden in Bezug auf die Beschwerdeführenden keine Anhaltspunkte zur Annahme, dass für sie ein weiterer Verbleib im Sudan nicht zumutbar oder möglich wäre. Als im Sudan vom Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nati o- nen (UNHCR) registrierte Flüchtlinge seien sie einem Flüchtlingslager zugeteilt worden, wo sie sich aufzuhalten hätten. Sie verfügt en im Sudan nicht über ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land. Deshalb sei es den Beschwerdeführenden in Übereinstimmung mit der Praxis des Bu n- desverwaltungsgerichts zuzumuten, wieder in das ihnen zugewiesene Flüchtlingslager zurückzukehren, wenn i hre Situation tatsächlich kritisch sein sollte. Ihre Befürchtung, nach Äthiopien ausgeschafft zu werde n, werde vom BFM als unbegründet erachtet. Gemäss gesicherten Erkenn t- nissen und Praxis des Bundesverwaltungsgerichts sei das Risiko einer Deportation oder Verschleppung für im Sudan vom UNHCR als Flüchtli n- ge anerkannte Äthiopier gering. Das UNHCR registriere vor Ort sämtliche Äthiopier, die sich in einem Flüchtlingslager meldeten, unabhängig davon, weshalb sie Äthiopien verlassen hätten. In casu lägen keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass den Beschwerdeführenden eine Rückfü h- rung nach Äthiopien drohen könnte. So verfügten sie gemäss den Akten nicht über ein geeignetes Risikoprofil, welches eine Befürchtung vor einer Verschleppung nach Äthiopien objekt iv begründen könnte. Auch sei es ihnen nicht gelungen glaubhaft darzulegen, persönlich faktisch und unmit- telbar bedroht zu sein, um unter Verletzung des Non -Refoulement-D-3182/2014 Seite 8 Prinzips nach Äthiopien zurückgeschafft zu werden. Da die Beschwerd e- führenden 1 und 2 d urch das UNHCR den Flüchtlingsstatus erhalten hä t- ten, hätten sie jederzeit die Möglichkeit, sich bei einer Vertretung des UNHCR im Sudan zu melden. Das UNHCR habe den Sudan, welcher das Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) unterzeichnet habe, an seine internationalen Verpflich- tungen erinner t. Zwar sei es in Khartum für äthiopische Flüchtlinge g e- wiss nicht einfach. Doch habe d er Beschwerdeführende 1 dort eigenen Angaben zufolge als (…) gearbeitet. Er und sein e Ehefrau lebten zudem seit 25 Jahren in Khartum, hätten dort geheiratet und eine Familie g e- gründet. Aufgrund der langen Anwesenheitsdauer und der Sprachkenn t- nisse bestünden für die Beschwerdeführenden bessere Integrationsmö g- lichkeiten in die sudanesische Gesellschaft als für andere äthiopische Flüchtlinge. Die Hürden für eine zumutbare Existenz in Khartum seien daher in casu nicht unüberwindbar. Überdies lebe im Sudan eine grosse äthiopische Diaspora, welche für in Not geratene Landsleute bereitstehe und weitgehend Unterstützung biete. Schliesslich lebten den Angaben der Beschwerdeführenden zufolge keine nahen Verwandten oder Bezugsper- sonen von ihnen in der Schweiz. Auch sonst seien in den Akten keine Hinweise auf allfällige Anknüpfungspunkte zur Schweiz er sichtlich. Auf- grund dessen sei keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz geg e- ben, welche die vorangegangenen Feststellungen umzustossen vermöch- ten. 5.5 Die Beschwerde beschränkt sich sinngemäss auf eine Wieder - holung der bisherigen Vorbringen im erstinstanzl ichen Asylverfahren. Zudem sei die im (…) 2014 fällig gewordene Erneuerung der Flüchtlings ausweise der Beschwerde führenden 1 und 2 vom Sudan's Commissioner for Refugees Office (COR) noch nicht vorgenommen worden, wobei die Polizei von mit nicht erneuerten Ausweisen aufgegriffenen Personen die Bezahlung von Schmiergeldern verlange. Auch würden namentlich die Beschwer -deführenden 3 bis 8 wegen ihrer nichtislamische n Glaubenszugehörig -keit verbal belästigt . 5.6 Die Überprüfung der Akten ergibt, dass sich die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. E. 5.4) – abgesehen von der darin e r- wähnten Aufenthaltsdauer der Beschwerdeführenden 1 und 2 im Sudan – als zutreffend erweisen und den Beschwerdeführenden tats ächlich zuge- mutet werden kann, sich weiterhin im Sudan aufzuhalten. Daran verm ö- gen die zusätzlichen Ausführungen in der Beschwerde – unabhängig von deren Glaubhaftigkeit – sowie die der Rechtsmitteleingabe in Kopie be i-D-3182/2014 Seite 9 gelegten Unterlagen, welche teils allg emeiner Natur sind beziehungswe i- se Schwierigkeiten bei der Verlängerung der Ausweise dokumentieren sollen, nichts zu ändern. Zwar ist es im Sudan in der Tat in vereinzelten Fällen zu Entführungen von Flüchtlingen beziehungsweise zu Deportati o- nen gekommen. Indessen ist gemäss gesicherten Erkenntnissen das R i- siko einer Deportation oder Verschleppung für im Sudan vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannte Personen gering. Die diesbezüglich von den B e- schwerdeführenden geltend gemachten Drohungen sind zu wenig su b- stanziiert, als dass sie als Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG qualifi- ziert werden könnten. Die Beschwerdeführenden 1 und 2 halten sich seit mehr als 20 Jahren im Sudan auf, wo sie vom UNHCR registriert sind. Im Zusammenhang mit den von ihnen geltend gemach ten Behelligungen durch Sicherheitskräfte und unbekannte Täter gelangten sie jeweils an den COR, welcher sich beim UNHCR für die Beschwerdeführenden ei n- setzte. Bisher wurden ihre Flüchtlings ausweise offensichtlich stets ohne Weiteres erneuert. Sollte sich die aktuell anstehende Erneuerung verz ö- gert haben, könnten sie diesbezüglich an das UNHCR gelangen. Zwar ist bekannt, dass in Khartum von Zeit zu Zeit Asylsuchende oder Flüchtlinge von Polizeikräften verhaftet werden, um auf diese Weise an Schmiergeld- zahlungen zu gelangen. Auch diesbezüglich hätten sich die Beschwerd e- führenden gegebenenfalls an das UNHCR oder den COR zu wenden, um behördliche Hilfe zu erhalten. Schliesslich spricht auch die allgemeine Lage für Christen in Khartum nicht gegen einen weiteren Verbleib im Land. Soweit die Beschwerdeführenden vorbringen, wirtschaftliche Schwierigkeiten zu haben, ist festzuhalten, dass sie im Sudan einem Flüchtlingslager zugewiesen worden sind, es den Akten zufolge aber vo r- gezogen haben, sich in Khartum ausserhalb desselben aufzuhalten. Es ist ihnen jedoch grundsätzlich zuzumuten, sich in das ihnen zugewiesene Flüchtlingslager zurückzubegeben. 5.7 Schliesslich besitzen die Beschwerdeführenden keinen Anknüpfungs- punkt zur Schweiz. Aufgrund dessen ist keine besondere Beziehungsnä- he zur Schweiz gegeben, die die vorangegangenen Feststellungen u m- zustossen vermag. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig fe ststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. D-3182/2014 Seite 10 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver- waltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt (VGKE, SR 173.320.2) ist indes auf die Erhebung von Verfahren s- kosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-3182/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführ enden, das BFM und die z u- ständige schweizerische Vertretung. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand: