A bteilung I A -1608/2006 {T 0/2} U rteil vom 8. M ai 2007 M itw irkung: R ichter M arkus M etz (Vorsitz), R ichter D aniel R iedo, R ichter Thom as Stadelm ann (Kam m erpräsident). G erichtsschreiber Johannes Schöpf. X._______, ... Beschw erdeführerin, vertreten durch ... gegen Eidgenössische Steuerverw altung, H auptabteilung M ehrw ertsteuer, Schw arz- torstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend M ehrw ertsteuer (M W STG ; 2. Q uartal 2005). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie X._______ m it Sitz in A._______ w ar ab dem 1. Septem ber 2004 bei der Eidgenössischen Steuerverw altung (ESTV) unter der N um m er ... im R egister der M ehrw ertsteuerpflichtigen eingetragen. Zw eck der G esellschaft w ar die Ausführung von geologischen und bautechnischen Bohrarbeiten aller Art; sie kann sich an Firm en m it gleichem oder ähnlichem Zw eck beteiligen sow ie Liegenschaften erw erben, verw alten oder veräussern. D ie Verw altung hat der M ehrw ertsteuerpflichtigen am 22. N ovem ber 2004 die Abrechnung der M ehrw ertsteuer nach vereinnahm ten Entgelten bew illigt. G em äss Fusionsvertrag vom 28. Juni 2006 w urde die X._______ m it Aktiven und Passiven durch die Y._______ m it dem ursprünglichen Sitz in Fiesch, ab 8. Juni 2006 in A._______, übernom m en. M it den neuen Statuten vom 28. Juni 2006 änderte die Y._______ die Firm a in X._______. D ie (alte) X._______ w urde ebenfalls am 28. Juni 2006 im H andelsregister gelöscht. M it Statutenänderung vom 20. N ovem ber 2006 verlegte die (neue) X._______ den Sitz nach B._______. H auptzw eck dieser G esellschaft ist der Betrieb eines G ipser- und M alergeschäftes (Verputz und Isolierarbeiten sow ie Leichtbau und Stuckaturen) sow ie die Ausführung von geologischen und bautechnischen Bohrarbeiten aller Art. D ie G esellschaft kann auch M aschinen, Inventar und M obilien kaufen, m ieten, verkaufen und verm ieten, insbesondere für den Tiefbau bzw . den Tiefgrundbau. Sie kann sich an anderen U nternehm ungen beteiligen und überhaupt alle G eschäfte tätigen, die dem Zw eck der G esellschaft dienlich sind. B. Für die Steuerperiode 3. Q uartal 2004 (Zeitraum vom 1. bis 30. Septem ber 2004) errechnete die X._______ in ihrer M ehrw ertsteuerabrechnung vom 19. N ovem ber 2004 ein G uthaben aus deklarierten Vorsteuern von Fr. 30'461.50. N ach Korrekturen stellte die ESTV am 18. M ärz 2005 eine Ergänzungsabrechnung (EA) N r. ... aus, in der sie den zulässigen Vorsteuerabzug auf Fr. 6'983.40 festsetzte. D iesen Betrag verrechnete die ESTV m it den zu U nrecht deklarierten Vorsteuern und zahlte ihn am 23. M ärz 2005 der X._______ aus. D iese EA blieb unangefochten. C . Für die Abrechnungsperiode 2. Q uartal 2005 (Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni 2005) deklarierte die X._______ in der M ehrw ertsteuer- abrechnung vom 15. Juli 2005 einen an die ESTV zu leistenden M ehrw ert- steuerbetrag von Fr. 6'269.05. Sie blieb die Bezahlung dieses Betrages jedoch schuldig, w eshalb die Verw altung am 9. Januar 2006 einen förm - lichen Entscheid erliess, w onach die X._______ Fr. 6'269.05 zuzüglich 5% Verzugszins seit dem 1. Septem ber 2005 zu zahlen hatte. G leichzeitig hob sie den R echtsvorschlag gegen den Zahlungsbefehl N r. ... vom 1. D ezem ber 2005 des Betreibungsam ts ... auf. D . D ie X._______ reichte gegen diesen Entscheid am 8. Februar 2006 bei der ESTV Einsprache ein m it der Begründung, die angefochtene Verfügung sei nicht gerechtfertigt. Tatsache sei, dass die X._______ noch ein G uthaben 3 aus der M ehrw ertsteuerabrechnung bei der Verw altung habe. D ie D ifferenz rühre offensichtlich daher, dass die ESTV den Vorsteuerabzug, den die X._______ zurecht vornahm , nicht akzeptiere. Es liege deshalb eine zulässige Verrechnung vor. D ie X._______ begründete jedoch nicht w eiter, aus w elcher Abrechnung ihr ein G uthaben zustehen sollte. E. D ie ESTV verpflichtete die X._______ im Einspracheentscheid vom 16. M ai 2006 zur Zahlung von Fr. 6'269.05 M ehrw ertsteuer zuzüglich 5% Verzugszinsen seit dem 1. Septem ber 2005 für die Steuerperiode 2. Q uartal 2005 (Zeitraum vom 1. April 2005 bis 30. Juni 2005). D as G ut- haben der X._______ aus dem 4. Q uartal 2005 im Betrag von Fr. 5'269.35 w urde an die M ehrw ertsteuerschuld angerechnet und der R echtsvorschlag im U m fang des R estbetrages aufgehoben. D ie Verw altung behielt sich eine Kontrolle vor; der M ehrw ertsteuerpflichtigen w urden keine Verfahrenskosten auferlegt, eine Parteientschädigung w urde nicht zugesprochen. F. M it Eingabe vom 14. Juni 2006 erhob die X._______ (Beschw erdeführerin) gegen den Einspracheentscheid der ESTV vom 16. M ai 2006 Beschw erde bei der Eidgenössischen Steuerrekurskom m ission (SR K) m it folgenden Anträgen: "1. D er angefochtene Entscheid (recte: Einspracheentscheid) sei sow eit aufzuheben, als die Einsprache der X._______ nicht gutgeheissen w orden ist. 2. Es sei festzustellen, dass die X._______ auch für das zw eite Q uartal 2005 (1. April 2005 bis 30. Juni 2005) keine M ehrw ertsteuer schuldet, w eil sie vollständig durch Verrechnung untergegangen ist. 3. D em entsprechend sei Ziff. 2 des angefochtenen Entscheides (recte: Einspracheentscheides) sow eit aufzuheben, als darin von einer Schuld m it Zinspflicht der Beschw erdeführerin ausgegangen w ird. 4. Ziffer 3 des Entscheides (recte: Einspracheentscheides) sei vorbehaltlos aufzuheben. 5. Entgegen Ziff. 6 des Entscheides (recte: Einspracheentscheides) sei der Einsprecherin auch für das erstinstanzliche Verfahren eine angem essene Partei- und Anw altskostenentschädigung zuzusprechen. 6. U nter Kosten- und Entschädigungsfolgen (am tliche Kosten und Partei- kosten) zu Lasten des Staates." Zur Begründung führte die Beschw erdeführerin im W esentlichen aus, der Vorsteuerabzug sei im W iderspruch zum geltenden R echt von der Ver- w altung nicht akzeptiert w orden. D afür habe die ESTV keine Begründung genannt, sodass es der Beschw erdeführerin nicht m öglich sei, inhaltlich dazu Stellung zu nehm en. G . D ie ESTV beantragt in ihrer Vernehm lassung vom 4. Septem ber 2006, die Beschw erde sei kostenpflichtig abzuw eisen. D ie Verw altung bringt insbe- sondere vor, Streitgegenstand bilde der Einspracheentscheid vom 16. M ai 2006. Aufgrund der Begründung der Beschw erde m üsse davon ausge-4 gangen w erden, dass sich die Verrechnungseinrede der Beschw erde- führerin auf die EA N r. ... vom 18. M ärz 2005 betreffend das 3. Q uartal 2004 beziehe. D iese sei von der Beschw erdeführerin jedoch nie bestritten w orden, w eshalb zu diesem Punkt kein begründeter Entscheid bzw . Einspracheentscheid vorliege. D ie ESTV habe sich deshalb auf die nicht bestrittene EA N r. ... verlassen können. Sie w erde jedoch nach Abschluss des vorliegenden Verfahrens sow ohl die Einsprache vom 8. Februar 2006 als auch die Beschw erde vom 14. Juni 2006 als Bestreitung der EA N r. ... entgegennehm en und einen diesbezüglichen Entscheid treffen. D ie Beschw erdeführerin habe zw ar die Einrede der Verrechnung erhoben, aber nicht erw ähnt, w elches "G uthaben" sie denn an ihre M ehrw ertsteuerschuld für das 2. Q uartal 2005 angerechnet haben m öchte. D as G uthaben aus dem 4. Q uartal 2005 im Betrag von Fr. 5'269.35 sei im angefochtenen Einspracheentscheid berücksichtigt w orden. H . M it Schreiben vom 9. Februar 2007 teilte das Bundesverw altungsgericht den Parteien m it, dass es das hängige Beschw erdeverfahren übernom m en hat. Auf die w eiteren Begründungen der Eingaben w ird – sow eit entscheid- w esentlich – im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D as Bundesverw altungsgericht ist nach Art. 53 Abs. 2 des Bundesge- setzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (VG G , SR 173.32) seit dem 1. Januar 2007 zur Entscheidung in der vorliegenden Streitsache zuständig. D ie Beschw erde vom 14. Juni 2006 gegen den Ein- spracheentscheid der ESTV vom 16. M ai 2006 w urde seinerzeit frist- und form gerecht bei der SR K eingereicht. D ie Beschw erdeführerin ist nach Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) zur Beschw erde legi- tim iert. D er von der Beschw erdeführerin gestützt auf Art. 63 Abs. 4 Vw VG einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist fristgerecht bezahlt w orden. Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 2. D ie Beschw erdeführerin anerkennt das G uthaben der ESTV gem äss der M ehrw ertsteuerabrechnung für das 2. Q uartal 2005 (Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni 2005) nach der Verrechnung ihres eigenen G uthabens ge- m äss der M ehrw ertsteuerabrechnung für das 4. Q uartal 2005 (Zeitraum vom 1. O ktober bis 31. D ezem ber 2005) von Fr. 999.70, m acht aber gel- tend, die Verw altung habe zu U nrecht ihren Vorsteuerabzug nicht akzep- tiert. Sie beruft sich dabei – ohne dies in der Begründung zur Beschw erde vom 14. Juni 2006 auszuführen – offenbar auf die EA N r. ... vom 18. M ärz 2005, in der die ESTV deklarierte Vorsteuern im U m fang von Fr. 23'478.-- nicht anerkannt hatte. 2.1 N ach der Einreichung einer Q uartalsabrechnung durch den M ehrw ert- steuerpflichtigen kann die ESTV eine Ü berprüfung nach Art. 62 des Bun- desgesetzes vom 2. Septem ber 1999 über die M ehrw ertsteuer (M ehrw ert-5 steuergesetz, M W STG , SR 641.20) vornehm en. D iese Kontrolle bezieht sich auf die zu zahlende Steuer und auf die Vorsteuer; sie schliesst m it einer EA, w enn der bezahlte M ehrw ertsteuerbetrag zu niedrig oder m it einer G utschrift (G S), w enn der bezahlte M ehrw ertsteuerbetrag zu hoch w ar (ISABELLE H O M BER G E R G U T, in: m w st.com , Basel 2000, Art. 47 R z. 5). D ie EA ist nach der Praxis der ESTV und der R echtsprechung keine Verfügung im Sinn von Art. 5 Vw VG (ALO IS C AM EN ZIN D /N IKLAU S H O N AU ER /KLAU S A. VALLE N D ER , H andbuch zum M ehrw ertsteuergesetz (M W STG ), Bern 2003 R z. 1678; Entscheid der SR K vom 31. August 2004, veröffentlicht in VPB 69.6 E. 2b/bb; BVG er vom 28. Februar 2007 [A-1366/2006] E. 2.2 m it H inw eisen auf die R echtsprechung des Bundesgerichts), sondern vielm ehr eine am tliche M itteilung der Verw altung und erw ächst m angels Ver- fügungscharakter nicht in R echtskraft (vgl. zum G anzen auch: G ER H AR D SC H A FR O TH /TH O M A S P. W EN K, Selbstveranlagung und Ergänzungsabrechnung, in: D er Schw eizer Treuhänder [ST], Ausgabe 10/1998, S. 1167 ff.). Sie er- öffnet auch kein R echtsm ittelverfahren. Eine EA kann jederzeit zu G unsten oder zu U ngunsten der M ehrw ertsteuerpflichtigen abgeändert w erden, so- fern die M ehrw ertsteuerabrechnung nicht bereits G egenstand eines in R echtskraft erw achsenen Entscheids im Sinne von Art. 63 M W STG w ar oder die Steuer verjährt ist (vgl. dazu Entscheid der SR K vom 17. Juli 2001, veröffentlicht in VPB 66.43 E. 3a, m it w eiteren H inw eisen). Falls der M ehrw ertsteuerpflichtige m it der EA oder m it der G S nicht einverstanden ist, kann er nach Art. 63 Abs. 1 Bst. a und c M W STG einen förm lichen Ent- scheid verlangen (vgl. H O M BER G E R G U T, a.a.O ., Art. 63 R z. 15). D ieser Ent- scheid eröffnet den W eg der Einsprache an die ESTV nach Art. 64 Abs. 1 M W STG . D eren Einspracheentscheid kann an das Bundesverw altungs- gericht w eitergezogen w erden. Solange aber der M ehrw ertsteuerpflichtige keinen förm lichen Entscheid verlangt, darf die ESTV davon ausgehen, dass die EA bzw . die G S korrekt und akzeptiert ist. 2.2 D ie ESTV hat m it der EA N r. ... vom 18. M ärz 2005 die Abrechnung der Beschw erdeführerin vom 19. N ovem ber 2004 für das 3. Q uartal 2004 (Zeitraum vom 1. bis 30. Septem ber 2004) korrigiert und den gesam ten von ihr anerkannten Vorsteuerüberschuss von Fr. 6'983.50 am 23. M ärz 2005 ausbezahlt. D ie Beschw erdeführerin verlangte über diese EA keinen förm lichen Entscheid der ESTV nach Art. 63 Abs. 1 Bst. a und c M W STG . D ie Beschw erdeführerin verlangt im vorliegenden Verfahren einzig die Verrechnung der im Ü brigen unbestrittenen M W ST-Forderung m it Vorsteuerguthaben den Zeitraum vom 1. bis 30. Septem ber 2004 betreffend. G em äss Art. 125 Ziff. 3 des Bundesgesetzes vom 30. M ärz 1911 betreffend die Ergänzung des Schw eizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: O bligationenrecht; O R , SR 220) können Private ihre Forderungen gegenüber dem G em einw esen nur verrechnen, sofern das G em einw esen zustim m t (vgl. auch U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLER /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Auflage, Zürich/Basel/G enf 2006, R z. 806). D ie ESTV hat stillschw eigend einer Verrechnung nicht zugestim m t, indem für sie die Sache nach der Auszahlung des als zulässig anerkannten Vorsteuerabzugs von Fr. 6'983.40 (EA N r. ... vom 18. M ärz 6 2005) abgeschlossen w ar. Es stellt sich deshalb die Frage, ob die ESTV allenfalls zu U nrecht einer Verrechnung der Steuerforderungen nicht zustim m te. 3. 3.1 U nter dem Anfechtungs- oder Beschw erdeobjekt ist der G egenstand des Anfechtungsverfahrens, das heisst der angefochtene Akt der Verw altung, zu verstehen. Angefochten w ird ein H oheitsakt bei einer staatlichen In- stanz (der Beschw erdeinstanz; vgl. R EN É R H IN O W /H EIN R IC H KO LLER /C H R ISTIN A KISS, Ö ffentliches Prozessrecht und Justizverw altungsrecht des Bundes, Basel 1996, R z. 963 ff.). D as Anfechtungsobjekt, das heisst die Verfügung oder der Entscheid der unteren Instanz, bildet den R ahm en, w elcher den m öglichen U m fang des Streitgegenstandes begrenzt. G egenstand des Be- schw erdeverfahrens kann nur sein, w as G egenstand des erstinstanzlichen Verfahrens w ar oder nach richtiger G esetzesauslegung hätte sein sollen (Entscheid der Eidgenössischen Personalrekurskom m ission [PR K] vom 8. N ovem ber 2005, veröffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 70.52 E. 2). 3.2 Streitgegenstand in der nachträglichen Verw altungsrechtspflege ist dem - zufolge das R echtsverhältnis, das G egenstand der angefochtenen Ver- fügung bildet, sow eit es im Streit liegt. N icht die Verfügung selbst ist also Streitgegenstand (sie bildet das Anfechtungsobjekt), sondern das in der Verfügung geregelte oder zu regelnde, im Beschw erdeverfahren noch streitige R echtsverhältnis. Anfechtungsobjekt und Streitgegenstand sind identisch, w enn die Verw altungsverfügung insgesam t angefochten w ird. Bezieht sich dem gegenüber die Beschw erde nur auf einen Teil des durch die Verfügung bestim m ten R echtsverhältnisses, gehören die nicht bean- standeten Teilaspekte des verfügungsw eise festgelegten R echtsverhält- nisses zw ar w ohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand (BG E 110 V 51 E. 3c; R H IN O W /KO LLE R /KISS, a.a.O ., R z. 899 ff.). 3.3 D er Streitgegenstand darf nicht über das Anfechtungsobjekt hinausgehen. In der streitigen öffentlichen R echtspflege erscheint vor allem w ichtig, dass der Prozess auf den Streitgegenstand beschränkt ist (die R echtsm ittel- instanz hat keine allgem eine Aufsicht über die Verw altung); im Laufe des Beschw erdeverfahrens darf der Streitgegenstand nicht erw eitert und quali- tativ verändert w erden. Er kann sich höchstens verengen und um nicht m ehr strittige Punkte reduzieren, nicht aber ausw eiten. G egenstände, über w elche die erstinstanzlich verfügende Behörde nicht entschieden hat, darf die zw eite Instanz nicht beurteilen; sonst w ürde in die funktionelle Zustän- digkeit der ersten Instanz eingegriffen. D as bedeutet auch, dass die R echtsm ittelinstanz im R ahm en des R echtsm ittelverfahrens die Verfügung nur insow eit überprüfen darf, als sie angefochten ist (BG E 131 II 203 E. 3.2; Entscheid der SR K vom 18. Januar 1999, veröffentlicht in VPB 63.78 E. 2; vgl. auch ALFR ED KÖ LZ/ISABELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zürich 1998, R z. 403 ff.; AN D R É M O SER , in: M O SE R /U EBE R SAX, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurskom m issionen, Basel und Frankfurt am M ain 1998, R z. 2.13 m it 7 w eiteren H inw eisen). 3.4 Im vorliegenden Fall ist das Anfechtungsobjekt der Einspracheentscheid der ESTV vom 16. M ai 2006, der w iederum aufgrund einer Einsprache gegen den Entscheid der Verw altung vom 9. Januar 2006 ergangen ist, über die M ehrw ertsteuerabrechnung der Beschw erdeführerin betreffend das 2. Q uartal 2005 (Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni 2005). Streitgegen- stand ist dam it die Frage, ob die Beschw erdeführerin aus dieser Ab- rechnungsperiode noch M ehrw ertsteuern schuldet. N icht zum Streitgegen- stand gehört nach den obigen Ausführungen hingegen die EA N r. ... vom 18. M ärz 2005 über die Abrechnungsperiode 3. Q uartal 2004 (Zeitraum vom 1. bis 30. Septem ber 2004), denn darüber hat die ESTV noch nicht rechtskräftig entschieden (vgl. oben E. 2.2). D eshalb kann über die M öglichkeit, das diesbezüglich behauptete, aber durch die ESTV korrigierte Vorsteuerguthaben der Beschw erdeführerin zu verrechnen, nicht im vorliegenden Beschw erdeverfahren entschieden w erden. 3.5 Aus diesem G rund ist die Beschw erde abzuw eisen. 4. D ie ESTV w eist die Beschw erdeführerin in ihrer Vernehm lassung vom 4. Septem ber 2006 zu R echt in ein separates Verfahren; die Verw altung w ird gestützt auf die Einsprache vom 8. Februar 2006 und die Beschw erde vom 14. Juni 2006 bereffend die EA N r. ... vom 18. M ärz 2005 einen Entscheid nach Art. 63 Abs. Bst. c M W STG fällen, der dann einem eigenen Einsprache- bzw . Beschw erdeverfahren unterliegen w ird. Sollte sich durch die Kontrolle oder in einem Einsprache- bzw . Beschw erdeverfahren zeigen, dass die ESTV den durch die Beschw erdeführerin deklarierten Vorsteuerabzug zu U nrecht nicht im vollen oder im gesetzlich erforder- lichen U m fang gew ährt hat, w ird sie eine N achzahlung leisten, die nach Art. 48 Abs. 4 M W STG m it einem Vergütungszins, dessen H öhe dem Ver- zugszins entspricht, ausgerichtet w ird. 5. Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Beschw erde in allen Punkten ab- zuw eisen ist. D ies betrifft auch den Antrag der Beschw erdeführerin, ihr sei für das Einspracheverfahren vor der ESTV eine Parteientschädigung zuzu- sprechen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschw erdeführerin nach Art. 63 Abs. 1 Vw VG die Verfahrenskosten zu tragen. D ie Ver- fahrenskosten w erden in Anw endung von Art. 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) auf Fr. 500.-- festgesetzt und m it dem von der Beschw erdeführerin geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe verrechnet. Eine Parteientschädigung ist der Beschw erde- führerin aus denselben G ründen nicht auszurichten. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 500.-- w erden der X._______ 8 auferlegt und m it dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 500.-- verrechnet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (G erichtsurkunde) D er Kam m erpräsident: D er G erichtsschreiber: Thom as Stadelm ann Johannes Schöpf R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung über- geben w erden (Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l und m und Art. 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). Versand am :