<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in den einzelnen Sparten und Institutionen des Kultursektors rasch eine systematische Datenerhebung durchzuführen und auf Bundesebene gezielte langfristige Massnahmen festzulegen, die zum Abbau der zulasten der Künstlerinnen festgestellten Ungleichheiten führen.</p><p></p><p>Eine Minderheit der Kommission (Gutjahr, de Montmollin, Eymann, Gafner, Haab, Huber, Keller Peter, Markwalder, Tuena, Umbricht Pieren) beantragt, das Postulat abzulehnen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist mit der Stossrichtung des Postulats einverstanden, darum hat er die Verbesserung der Chancengleichheit im Kultursektor auch als Ziel in der Kulturbotschaft 2021-2024 (BBl 2020 3131) verankert.</p><p>In den verschiedenen Sparten und Institutionen eine systematische Datenerhebung durchzuführen und diese mit biographischen Informationen zum Karriereverlauf von Kulturschaffenden zu verknüpfen, wie es das Postulat verlangt, ist angesichts der Grösse und Vielfältigkeit des Kultursektors aus Sicht des Bundesrates allerdings nicht realistisch.</p><p>Die Motion 20.3588 Herzog "Verbesserung der Datenlage bezüglich Auswirkungen auf die Geschlechter" beauftragt den Bundesrat "sicherzustellen, dass alle massgeblichen Statistiken und Studien des Bundes nach Geschlechtern aufgeschlüsselt beziehungsweise deren Auswirkungen auf die Geschlechter untersucht und dargestellt werden." Die Umsetzung dieser Motion erfolgt im Rahmen der Gleichstellungsstrategie 2030 (<a href="http://www.ebg.admin.ch">www.ebg.admin.ch</a> &gt; Dokumentation &gt; Publikationen). Entsprechende Instrumente werden bis Ende 2023 erarbeitet. Ergänzend dazu plant die Stiftung Pro Helvetia eine einmalige Untersuchung zu strukturellen Herausforderungen für weibliche Kulturschaffende zu erstellen, in Zusammenarbeit mit Kantonen, Städten und Verbänden.</p><p>Andererseits erlauben es die bestehenden Kulturstatistiken des Bundes bereits heute, gewisse Aussagen bezüglich Vertretung der Geschlechter nach Sparten, Anstellungsverhältnis und Funktion im Betrieb zu machen. Für Kulturbetriebe ab drei Beschäftigten werden ausserdem Angaben zum Lohneinkommen nach Geschlecht erhoben (vgl. Kulturwirtschaft in der Schweiz: Kulturbetriebe und Kulturschaffende, Neuchâtel 2020).</p><p>Auf dieser Grundlage hat das Bundesamt für Kultur (BAK) im Bereich der Filmförderung bereits konkrete Massnahmen zum Abbau von Ungleichheiten vorgekehrt (Bericht "Gleichstellung im Schweizer Filmschaffen, Luzern 2021). Im Lauf der Förderperiode 2021-2024 werden das BAK und die Stiftung Pro Helvetia gestützt auf entsprechende Zahlen und Strukturanalysen zusätzliche Massnahmen für weitere Bereiche prüfen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.