B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5893/2008 U r t e i l v o m 1 4 . J u n i 2 0 1 2 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter François Badoud, Gerichtsschreiberin Aglaja Schinzel. Parteien A._______, Russland, vertreten durch lic. iur. Marcel Zirngast, Rechtsanwalt, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 7. August 2008 / N (…). E-5893/2008 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 30. August 2006 gelangte die Beschwerdeführerin zusammen mit ih- rer Tochter und ihren drei Enkelkindern (N (…); Beschwerdeverfahren (…)) auf dem Luftweg von Moskau herkommend nach Zürich, wo sie glei- chentags im Flughafen Zürich-Kloten um Asyl ersuchte. B. Mit Zwischenverfügung vom 30. August 2006 verweigerte das BFM der Beschwerdeführerin vorläufig die Einreise in die Schweiz und wies ihr für die Dauer des weiteren Asylverfahrens , bis längstens 13. September 2006, den Transitbereich des Flughafens als Aufenthaltsort zu. Am 2. September 2006 wurde sie von der Flughafenpolizei zu ihren Persona- lien und zum Reiseweg befragt. C. Am 8. September 2006 bewilligte das BFM der Beschwerdeführerin ge- stützt auf Art. 21 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) die Einr eise in die Schweiz und wies sie dem Empfangs - und Ver - fahrenszentrum (EVZ) B._______ zu. D. Anlässlich de r Anhörung zu den Asylgründen vom 7. September 2006 durch das BFM im Flughafen Zürich , der Kurzbefragung vom 26. Se p- tember 2006 im EVZ B._______ und der weiteren Anhörung zu den Asyl- gründen vom 29. November 2007 machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen Folgendes geltend: Sie sei russischer Staatsangehörigkeit, tschetschenischer Ethnie und in C._______ (ehemals Sowjetunion; heute Kirgistan) geboren. Ab 1957 ha- be sie in der Republik Tschetschenien (Nordkaukasus) gewohnt. Nac h- dem dort Ende 1994 Krieg ausgebrochen sei, habe sie sich in die Rep u- blik D._______ begeben (Nordkaukasus). Anschliessend habe sie ab März 1995 bis im Februar 2006 in den Städten E._______ und F._______ (Republik Kabardino-Balkarien, Nordkaukasus ) gewohnt. Ab Februar 2006 bis zur Ausreise habe sie sich in G._______ (Region Krasnodar, Südrussland) aufgehalten. Sie habe als Lehrerin für russische Sprache und Literatur gearbeitet und sei nach ihrer Pensionierung als Übersetz e- rin tätig gewesen. Früher sei sie muslimischen Glaubens gewesen, Ende 1994 beziehungsweise im Jahr 1995 aber zusammen mit ihren zwei Töchtern, ihrem Sohn sowie ihrem Schwiegersohn zum Christentum ko n-E-5893/2008 Seite 3 vertiert, was in Tschetschenien eine Normverletzung darstelle und mit dem Tod bestraft werde. Eineinhalb bis zwei Jahre später habe sie sich in einer evangelischen Kirche in E._______ taufen lassen und danach w ö- chentlich Gottesdienste besucht . Im Jahr 1996 h abe sie zudem bego n- nen, die Bibel vom Russischen i ns Tschetschenische zu übersetzen. Auf- grund ihrer Konvertierung sei sie von verschiedenen Seiten unter Druck gesetzt worden. So hätten Wahabiten davon erfahren und beabsich tigt, die evangelische Kirche in E._______ während eines Gottesdienstes mit einer Autobombe zu sprengen; der Wagen sei jedoch vorher explodiert. Nachdem in der Presse ein Artikel erschienen sei , welcher besagt habe, sie und ihre Kinder hätten den Glauben verraten , sei einer ihrer Brüder ungefähr im Jahr 2004 nach F._______ gereist und habe wegen ihrer Konvertierung ein Familiengericht einberufen. Im Jahr 2002 sei weiter ei- ne ihrer Töchter (N 498 860), welche von 1995 bis 2002 in Moskau gelebt habe, zusammen mit ihren Kindern zu ihr zurückgekehrt. Daraufhin habe deren Schwiegervater die Beschwerdeführe rin beschuldigt, ihre Tochter und seinen Sohn zur Konvertierung angestiftet zu haben und sie (Be- schwerdeführerin) mit Maschinengewehren sowie zusammen mit der Po- lizei bedroht. Der Schwiegervater , welcher ein Agent des Föderalen Dienstes für Sicherheit der Russischen Föderation (Federalnaja Sluschba Besopasnosti Rossijskoj Federazii; FSB) gewesen und noch vor dem Krieg nach Moskau gezogen sei, habe sehr gute Beziehungen zum FSB, zum Parlament und zu anderen Stellen in Moskau und könne sie jederzeit an jedem Ort in Russland ausfindig machen. Infolge eines Sorgerecht s- streites mit ihrer Tochter habe deren Schwiegervater im Januar 2004 ver- sucht, die Enkelkinder gewaltsam mitzunehmen. Der Schwiegervater ha- be weiter Angehörige des FBS und der Staatsanwaltschaft bestochen, worauf sie (Beschwerdeführerin) und ihre Tochter von diesen hinsichtlich ihrer Konvertierung viermal verhört worden sei en. Sie sei nie gewaltsam angegriffen worden, habe aber unter ständigem psychischem Druck g e- standen. Aufgrund der Aussichtslosigkeit der Situation hätten sie und ihre Tochter mit den Kindern z wei Monate vor der Ausreise beschlossen, G._______ zu verlassen. Eine mit ihrer Tochter befreundete Anwältin h a- be die Reise in die Schweiz organisiert und mit Spend en von ande ren Gläubigen finanziert. Die Beschwerdeführerin gab als Beweismit tel ihren russischen Pass, ausgestellt am 10. Dezember 2002, ein russisches Identitätsdokument vom 21. Oktober 2004 sowie zwei fremdsprachige Zeitungsartikel mit englischer Übersetzung zu den Akten. E-5893/2008 Seite 4 E. Mit Verfügung vom 7. August 2008 – Eröffnungsdatum unbekannt – stellte das BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlings eigenschaft nicht und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es deren Weg- weisung aus der Schwei z und ordnete den Vollzug an. Auf den weiteren Inhalt wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. F. Mit Beschwerdeeingabe vom 15. September 2008 beantragt e die Be- schwerdeführerin die Aufhebung der erst instanzlichen Verfügung, die Gewährung von Asyl und eventualiter die Anordnung der vorläufigen Auf- nahme unter Feststellung der Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumut- barkeit des Wegweisungsvollzugs sowie in prozes sualer Hinsicht die Ge- währung der unent geltlichen Rechts pflege und Rechtsverbeiständung . Auf die Begründung und die eingereichten Beweismittel wird, soweit we- sentlich, in den Erwägungen eingegangen. G. Mit Zwischenverfügung vom 17. Oktober 2008 hiess die Instruktionsric h- terin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter der V oraussetzung des Nachreichens einer Fürsorgebestätigung innert Frist sowie unter Vorbehalt der Veränderung der finanziellen Lage der Beschwerdeführerin gut und forderte sie andernfalls – unter Androhung eines Nichteintretensentscheides im Unterlassungsfall – zur Leistung e i- nes Kostenvorschusses auf, wies das Gesuch um Gewährung der unen t- geltlichen Rechtsverbeiständung ab und setzte Frist zur Einreichung e i- nes in Aussicht gestellten Beweismittels. Ferner stellte sie fest, vorliegen- des Verfahren sei aufgrund des engen persönlichen und sachlichen Z u- sammenhangs koordiniert mit dem vorstehend erwähnten Verfahren der Tochter und der Enkelkinder zu behandeln. H. Mit Eingabe vom 27. Oktober 2008 reichte die Beschwerdeführerin eine Fürsorgebestätigung, vom 24. Oktober 2008, einen Bericht des Vizepr ä- sidenten der Prison Fellowship Switzerland vom 21. November 2008, ein Bestätigungsschreiben des Christlichen Zentrums Buchegg vom 26. Se p- tember 2008 sowie ein Schreiben von Nachbarn vom 27. Septem ber 2008 zu den Akten. E-5893/2008 Seite 5 I. Mit Zwischenverfügung vom 20. November 2008 wurde die Beschwerde der Vorinstanz zur Vernehmlassung überwiesen. J. Mit Verfügung vom 10. Dezember 2008 zog das BFM die angefochtene Verfügung vom 19. August 2008 (recte: 7.8.2008) teilweise in Wiedere r- wägung, indem es deren Ziffern 4 und 5 aufhob und zufolge Unzumutbar- keit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme der Beschwerde- führerin in der Schweiz anordnete. K. Mit Verfügung vom 15. Dezember 2008 teilte die Instruktionsrichterin der Beschwerdeführerin mit, dass die Beschwerde aufgrund der von der Vo r- instanz gewährten vorläufigen Aufnahme im Wegweisungsvollzugspun kt gegenstandslos geworden sei und ersuchte sie um Mitteilung innert Frist, ob sie an der Beschwerde fest halten wolle oder diese allenfalls zurück- ziehe, wobei bei ungenutzter Frist da von ausgegangen werde, dass sie an den Rechtsbegehren festhalte. L. Mit Schreiben vom 5. Januar 2009 teilte die Beschwerdeführerin mit, sie halte an der Beschwerde – soweit nicht gegenstandslos geworden – fest. M. Mit Zwischenverfügung vom 12. Januar 2009 setzte die Instruktionsrichte- rin dem BFM Frist zur Stellungnahme, soweit die Rechtsbegehren nicht gegenstandslos geworden seien. N. Mit ergänzender Vernehmlassung vom 15. Januar 2009 hielt das BFM an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Am 5. Februar 2009 replizierte die Beschwerdeführerin. O. Am 24. April 2012 reichte der Rechtsvertreter eine Kostennote ein. E-5893/2008 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Ar t. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bund esrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder E-5893/2008 Seite 7 begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifisch en Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1. Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Entscheides hinsichtlich der Flüchtlingseigenschaft aus, Übergriffe durch Dritte oder Befürchtu n- gen, künftig solchen ausgesetzt zu sein, seien nur dann asylrelevant, wenn der Staat seiner Schutzpfli cht nicht nachkomme oder nicht in der Lage sei, Schutz zu gewähren. Generell sei Schutz gewährleistet, wenn der Staat geeignete Massnahmen treffe, um die Verfolgung zu verhi n- dern, beispielweise durch wirksame Polizei - und Justizorgane zur Ermit t- lung, Strafverfolgung und Ahndung von Verfolgungshandlungen und wenn Antragsteller Zugang zu diesem Schutz hätten. Die Beschwerdeführerin mache geltend, sie sei zum Christentum konvertiert und deswegen insbe- sondere in Tschetschenien Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt g ewe- sen. Die Vorinstanz hielt diesbezüglich fest, Russland sei mehrheitlich christlich und gewährleiste die Religionsausübung. Aufgrund aller zur Ver- fügung stehenden Quellen könne n icht davon gesprochen werden, die von der Beschwerdeführerin geltend gemacht en Benachteiligungen wür- den vom russischen Staat initiiert oder auch nur gebilligt. Vielmehr habe bereits Präsident Putin derartige Aktivitäten wiederholt öffentlich scharf verurteilt. Die Duma habe mit der Verabschiedung des Gesetzes über die Bekämpfung d es Extremismus, der explizit auch den Aufruf zum Hass gegen andere Nationalitäten und Religionsgruppen umfasse, gesetzliche Grundlagen zum Kampf gegen dieses Übel geschaffen, womit der B e- schwerdeführerin bei Benachteiligungen der vorgebrachten Art der Rechtsweg offen stehe. Dass sie staatlicherseits keinen Verfolgung s- massnahmen ausgesetzt sei, lasse sich sodann daraus schliessen, dass ihr die russischen Behörden im Jahr 2002 einen Reisepass ausgestellt E-5893/2008 Seite 8 hätten. Soweit sie schliesslich geltend gemacht habe, sie habe viel Stress erlebt wegen des Krieges in Tschetschenien und der damit einhergehe n- den Bombardierungen, handle es sich um Benachteiligung en, welche auf die damalige allgemeine Lage in Tschetschenien zurückzuführen und deshalb als solche nicht asylrelevant seien. Im Übrigen habe sie sich die- sen allgemeinen Benachteiligungen zu entziehen gewusst, indem sie i h- ren Wohnsitz bereits Ende 1994 nach D._______, 2000 nach F._______ und zuletzt nach G._______ verlegt habe. Folglich würden ihre Vorbri n- gen den Anfo rderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten, weshalb das Asylgesuch abzuweisen sei, woran auch die beiden ins Recht gelegten Zeitungsartikel nichts änderten. 4.2. In ihrer Rechtsmitteleingabe wiederholt die Beschwerdeführerin ein- leitend ausführlich den geltend gema chten Sachverhalt. Weiter führt sie aus, dass sic h jeder islamische Apostat von v ornherein einer beträchtl i- chen Gefährdung aussetze und ihre Abwendung vom Islam besonders problematisch sei, da sich die Tschetschenen im Zusammenhang mit i h- ren Unabhängigkeitsbemühungen von Russland verstärkt als islamisch definieren würden. Erschwerend komme hinzu, dass die Beschwerdefüh- rerin nicht nur vom Glauben abgefallen sei, sondern als Älteste des abge- fallenen Familienteils auch für den Glaubensabfall der übrigen Familie n- mitglieder, insbesondere ihrer Tochter und ihres Sohnes, verantwortlich gemacht werde und sich zudem als Übersetzerin von christlicher Literatur und insbesondere von Bibelte xten engagiert habe, was über Zeitungen und Fernsehen bekannt gemacht worden sei. Dass sie damit den Zorn von anderen Familienangehörigen sowie der islamischen Geistlichkeit auf sich gezogen habe und sich daraus eine existenzielle Gefährdung erg e- be, sei ohne Weiteres glaubhaft. Sie räumt sodann ein, dass in Russland, im Gegensatz zur früheren Sowjetunion , keine offene Christenverfolgung mehr bestehe, hingegen sei das Komitee für Staatssicherheit beim Minis- terrat der Sowjetunion (Komitet gossudarstwennoi besop asnosti pri Sowjete Ministrow SSSR ; KGB), welchem bei der Christenverfolgung e i- ne zentrale Rolle zugekommen sei, strukturell als FSB unverändert erhal- ten geblieben. Im Weiteren gerate evangelisches wie auch katholisches Christsein in Russland wieder als po tentiell st aatsfeindlich unter Druck, da mit einer zunehmenden Nationalisierung die russisch -orthodoxe Ki r- che immer ausgeprägter als für die russische Identität einzig massgebe n- de kirchliche Ausrichtung verstanden werde. In dieser Konstellation sei es glaubhaft, dass der Schwiegervater (ihrer Tochter ) als FSB - Verbindungsmann der Beschwerdeführerin und ihrer Familie als islam i- sche Apostaten und evangelische Christen das Leben in existenzieller E-5893/2008 Seite 9 Weise erschweren könne. Es handle sich um weit mehr als einen fam ili- enrechtlichen Konflikt, zumal der Schwiegervater infolge des Glauben s- abfalls der Beschwerdeführerin und ihrer Tochter zur Wahrung der Fam i- lienehre seine Enkelkinder unbedingt bei sich haben wolle, zu diesem Zweck seine Geheimdienstbeziehungen einsetze u nd die Familienang e- hörigen der Beschwerdefüh rerin und ein weiteres islamisches Umfeld aufhetze. Seit dem Umzug ihrer Tochter nach F._______ im August 2002 sei die Beschwerdeführerin einer immer grösseren Gefährdung und wachsendem psychischen Druck ausgeset zt gewesen, wobei der Schwiegervater als Geheimdienstmann freie Hand gehabt habe, jede n- falls aber den polizeilichen Schutz der Beschwerdeführerin habe unterlau- fen können, womit diese gefährdet und einem unerträglichen psychischen Druck ausgesetzt gewesen s ei. Zwar habe die Beschwerdeführerin ihren Wohnsitz immer wieder gewechselt, infolge der Geheimdienstverbindu n- gen des Schwiegervaters aber davon ausgehen müssen, dass dieser sie überall ausfindig machen würde. Es sei glaubhaft, dass sie von Seiten des russischen Geheimdienstes entweder einer direkten staatlichen Ve r- folgung ausgesetzt sei, oder zumindest einer indirekten, indem der russ i- sche Staat seiner Schutzpflicht gegenüber der Beschwerdeführerin nicht ausreichend nachkomme. Die akute Gefährdung gehe zwar vom Schwie- gervater aus, angesichts der von ihm getroffenen Vorkehrungen sei j e- doch davon auszugehen, dass diese mittlerweile unabhängig von seiner Person bestehe. 4.3. Mit Vernehmlassung vom 15. Januar 2009 hält das BFM fest, dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, der Schwiegervater ihrer Tochter ver- füge über sehr gute Be ziehungen zum FSB und sie könne deswegen in Russland keinen polizeilichen Schutz erwarten, stehe die Tatsache g e- genüber, dass dieser mit seinem Begehren, das Sorgerecht für die Enkel- kinder zu erhalten, nicht durchgedrungen sei. Vielmehr hätten die russ i- schen Behörden mit Gerichtsbeschluss vom 14. August 2003 das Sorg e- recht der Tochter zugesprochen. Zudem seien die fehlbaren Beamten nach einer Besc hwerde bei der Staatsanwaltschaft bestraft worden. Der Schwiegervater sei weiter von den Behörden mit Gerichtsbeschluss vom 13. November 2004 unter Androhung von Sanktionen zur sofortigen Rückgabe der Enkelkinder an die Tochter verpflichtet worden. Dadurch sei die Behauptung der Beschwerdeführerin, der Schwiegervater sei au f- grund der engen zum FSB in der Lage, den staatlichen Schutz zu unte r- laufen, widerlegt. Die Gerichtsentscheide belegten vielmehr, dass die I n- teressen ihrer Tochter sehr wohl durch den rus sischen Staat anerk annt E-5893/2008 Seite 10 und geschützt worden seien, woraus zu schliessen sei, dass auch die Beschwerdeführerin selbst auf diesen Schutz zählen könne. 4.4. Mit Replik vom 5. Februar 2009 erwidert die Beschwerdeführerin , es sei zwar zutreffend, dass die Tochter mittels verschiedener Gerichtsent- scheide das Sorgerecht betreffend ihre Kinder zugeteilt erhalten habe und der Schwiegervater verpflichtet worden sei, ihr die Kinder herauszug e- ben. Massgebend sei aber, dass diese Entscheide nicht umgesetzt wo r- den seien. Die Tochter habe über drei Gerichtsvollzieher und die Vo r- mundschaftsbehörde in Moskau – samt den jeweiligen übergeordneten Stellen – länger als ein Jahr vergeblich versucht, den Sorgerechtsen t- scheid vollstrecken zu lassen, ohne dass die Behörden tätig ge worden seien. Trotz klarer Rechtslage habe die Tochter, nachdem ihre Kinder von August 2004 bis November 2005 un rechtmässig vom Schwiegervater festgehalten worden seien, diese quasi " entführen" müssen, damit sie wieder bei ihr hätten leben können. Danach sei sie massiven und behörd- lich unterstützten Nachstellungen seitens des Schwiegervaters ausg e- setzt gewesen und habe mit ihrer Familie mehrmals den Wohnort wech- seln müssen. Die Gerichtsentscheide würden somit die Schutzlosigkeit ih- rer Tochter und deren Gefährdung durch die Polizei - und Verwaltungsbe- hörden und damit indirekt die Gefährdung der Beschwerdeführerin best ä- tigen. 5. 5.1. Die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt eine asyl- suchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit b e- achtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterwe i- se befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfo l- gungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden dr o- hen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlingse i- genschaft ausserdem voraus, dass d ie betroffene Person in ihrem He i- matland keinen adäquaten Schutz finden kann (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f., BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.). Ausgangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der Verfolgungsfurcht ebenfalls E-5893/2008 Seite 11 wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation im He imatstaat zwi- schen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/34 E. 7.1 S. 507 f., BVGE 2008/12 E. 5.2 S. 154 f., WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/ Geiser [Hrsg.], Auslände r- recht, 2. Aufl., Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 5.2. Das BFM hat den Vorbringen der Beschwerdeführerin im Wesentl i- chen die Asylrelevanz abgesprochen, indem es den Schutzwillen und die Schutzfähigkeit der russischen Behö rden in Bezug auf die geltend g e- machten, auf ihrer Konvertierung zum Christentum beruhenden Behell i- gungen bejaht hat. Diese Argumentation ist wie nachfolgend dargelegt vollumfänglich zu bestätigen, wobei zwecks Vermeidung von Wiederh o- lungen vorab auf die a usführlichen und zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung sowie die obige zusammenfassende Darste l- lung derselben zu verweisen ist (vgl. E.4.1.). Eine Glaubhaftigkeitsprü- fung erübrigt sich vorliegend, da den Vorbringen ohnehin keine Asylrel e- vanz zukommt. 5.3. In Bezug auf die Frage, welche Art und welcher Grad von Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung im Heimatstaat beziehungsweise in einem Quasi-Staat als adäquat zu erachten ist und damit – aufgrund der Subsi- diarität des flüchtlingsrechtlichen S chutzes – eine Anerkennung als Flüchtling ausschliesst, ist nicht eine faktische Garantie für langfristigen individuellen Schutz der von nichtstaatlicher Verfolgung bedrohten Pe r- son zu verlangen, weil es keinem Staat gelingen kann, die absolute S i- cherheit aller seiner Bürger und Bürgerinnen jederzeit und überall zu g a- rantieren. Erforderlich ist vielmehr, dass eine funktionierende und effizien- te Schutzinfrastruktur zur Verfügung steht, wobei in erster Linie an pol i- zeiliche Aufgaben wahrnehmende Organe sowie an das Rechts- und Jus- tizsystem zu denken ist, das eine effektive Strafverfolgung ermöglicht. Im Weiteren muss die Inanspruchnahme des Schutzes der betroffenen Pe r- son objektiv zugänglich und individuell zumutbar sein (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2. S. 37 f. mit weiteren Hinweisen). 5.4. Gemäss Kenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts verfügt Rus s- land über einen gut ausgebauten Polizeiapparat sowie ein Rechts - und Justizsystem und ist sowohl in der Lage als auch willens, seinen Bürgern den erforderlichen Schutz vor allfälligen Behelligungen durch Dritte zu- kommen zu lassen (vgl. beispielweise Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts D-1152/2011 vom 6. Februar 2012 E. 5.3.4). So gab die Beschwer-E-5893/2008 Seite 12 deführerin bezeichnenderweise zu Protokoll, nach dem versuchten A n- schlag von Waha biten auf die evangelische Kirche in E._______ sei der mutmassliche Täter von den russischen Behörden verhaftet worden (vgl. vorinstanzliche Akten A 41/25 S. 21). Soweit die Beschwerdeführerin vor- gebracht hat, sie sei aufgrund ihrer Konvertierung zum Chris tentum vom Schwiegervater ihrer Tochter behelligt und von Verwandten unter Druck gesetzt worden, ist festzustellen, dass sie darauf verzichtet hat, sich diesbezüglich bei den heimatlichen Behörden um Schutz zu bemühen (vgl. A 41/25 S. 15 f.) und den Akten keine Anhaltspunkte zu entnehmen sind, die staatlichen Behörden hätten ihr in einem konkreten Fall den Schutz verweigert. Demzufolge stösst das Beschwerdevorbringen, es sei dem Schwiegervater infolge seiner angeblichen Geheimdienstverbindun- gen gelungen, de n polizeilichen Schutz aus zuhebeln, ins Leere. Sodann hat die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 15. Januar 2009 zutref- fend festgestellt, dieses Vorbringen werde durch den Umstand widerlegt, dass es dem Schwiegervater nicht gelungen sei, seine (allenfalls religiös motivierten) Interessen hinsichtlich des Sorgerechtsstreits mit ihrer Toch- ter gerichtlich durchzusetzen. Zusammenfassend ergibt sich, dass die russischen Behörden der Beschwerdeführerin vor allfälligen Behelligu n- gen durch Dritte in genügendem Umfange Schutz gewähren könnten und würden. Schliesslich ist die Inanspruchnahme dieses Schutzes der B e- schwerdeführerin objektiv zugänglich – insbesondere sprechen weder ih- re ethnische noch religiöse Zugehörigkeit dagegen – und individuell zu- mutbar, weshalb sie nicht auf subsidiären Schutz durch die Schweiz a n- gewiesen ist. Betreffend das Vorbringen, der Schwiegervater habe Angehörige des rus- sischen Geheimdienstes und der Staatsanwaltschaft bestochen, worauf die Beschwerdeführerin zu ihrer Konvertierung viermal verhört worden sei, ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Glaubensfreiheit in der russischen Verfassung verankert ist und von den Behörden grundsätzlich gewährleistet wird. Im Weiteren ist Russland mehrheitlich christlich geprägt, wobei Protestanten nach der russisch - orthodoxen Mehrheit mit über zwei Millionen Anhängern die zweitgrösste Gruppe der Christen ausmachen (vgl. US State Department, International Religious Freedom Report 2010 vom 17. November 2010). Vor diesem Hintergrund kann ausgeschlossen werden, dass in Russland Angehörige der evangelischen Kirche von staatlicher Seite verfolgt werden. An dieser Einschätzung vermag auch das Beschwerdevorbringen, evangelische und katholische Christen gerieten in Russland wieder als potentiell staats- feindlich unter Druck, nichts zu ändern. Was einzelne, fehlbare Beamte E-5893/2008 Seite 13 anbelangt, so steht es der Beschwerdeführerin frei , den Rechtsweg zu beschreiten, zumal – wie oben dargelegt – Russland schutzwillig und -fähig ist. Darüber hinaus vermögen die viermaligen Verhöre ohne Eingrif- fe in die physische Integrität der Beschwerdeführerin ohnehin keinen Nachteil von asylbeachtlicher Intensität zu begründen. 5.5. Die Beschwerdeführerin hat folglich keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen können, womit das BFM zu Recht deren Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgewiesen hat. Damit erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Recht s- mitteleingabe und die eingereichten Beweismittel näher einzugehen, weil diese am Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern vermögen. 6. 6.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 7. Mit Verfügung vom 10. Dezember 2008 hat das BFM die angefoch tene Verfügung teilweise in Wiedererwägung gezogen und die Beschwerd e- führerin zufolge Unzumutbarkeit des Vollzugs in der Schweiz vorläufig aufgenommen, womit die Beschwerde, soweit sie den Vollzug der We g- weisung betrifft, gegenstandslos geworden ist. Mithi n erübrigen sich Aus- führungen hinsichtlich Zulässigkeit und Möglichkeit eines Wegweisung s- vollzuges. 8. Der Beschwerdeführerin ist es demnach nicht gelungen darzutun, inwi e- fern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserhe b- lichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unang e- messen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde, soweit nicht g e- genstandslos geworden, abzuweisen ist. E-5893/2008 Seite 14 9. 9.1. Mit Zwischenverfügung vom 17. Oktober 2008 wurde der Beschwer- deführerin die unentgeltliche Re chtspflege im Sinne von Art 65 Abs. 1 VwVG gewährt, weshalb ihr keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. 9.2. Die Beschwerdeführerin ist mit der wiedererwägungsweisen Anor d- nung der vorläufigen Aufnahme durch das BFM mit ihren Rechtsmittelbe- gehren teilweise durchgedrungen, weshalb von einem hälftigen Obsiegen auszugehen und ihr eine Parteientschädigung für die ihr notwendigerwei- se erwachsenen Parteikosten zuzusprechen ist, welche entsprechend herabzusetzen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie Art. 7 Abs. 2 VGKE). Die vom rubrizierten Rechtsvertreter ausgestellte Kostennote lautet auf Fr. 4739.50 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer). Angesichts des U m- fangs und der inhaltlichen Dichte der von ihm gemachten Eingaben (zehnseitige Beschwerdeschrift vom 15. September 2008, zweiseitige Beweismitteleingabe vom 27. Oktober 2008 , einseitige Eingabe vom 5. Januar 2009 betreffend Beschwerdeaufrechterhaltung, zweiseitige Replik vom 5. Februar 2009) erscheint ein Teil des Aufwandes als nicht notwen- dig. Die Kostennote ist als überhöht zu beurteilen und entsprechend zu kürzen. Unter Berücksichtigung des teilweisen Obsiegens ist die von der Vorinstanz zu entrichtende Parteientschädigung auf insgesamt Fr . 1000.- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite) E-5893/2008 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird, soweit nicht gegenstandslos geworden, abgewi e- sen. 2. Betreffend den Wegweisungsvollzug wird sie zufolge Gegenstandslosi g- keit abgeschrieben. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin eine Parteient- schädigung von Fr. 1000.- auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Aglaja Schinzel Versand: