Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. September 2017 (720 17 145 / 241) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente aufgrund verschiedener Begutach- tungen der versicherten Person während rund 11 Jahren; Prüfung der Standardindikato- ren im Sinne von BGE 141 V 281 Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin Gisela War- tenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch André Baur, Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1972 geborene A.____ arbeitete von Dezember 2000 bis Juni 2002 als Betriebs- mitarbeiter bei der B.____ in X.____. Am 27. Oktobe r 2003 meldete er sich unter Hinweis auf Kopf-, Schulter-, Arm-, Bein- und Rückenschmerzen s owie Müdigkeit bei der Eidgenössischen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abkl ärung der gesundheitlichen und beruflichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Base l-Landschaft in Anwendung der allgemei- nen Bemessungsmethode einen Invaliditätsgrad von 0 %. Nac h durchgeführtem Vorbescheids- verfahren lehnte sie mit Verfügung vom 25. Juli 2005 einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab. Die dagegen erhobene Ein- sprache wies die IV-Stelle mit Entscheid vom 3. Juli 2006 ab, erkannte jedoch in Abweichung von der angefochtenen Verfügung einen Invaliditätsgrad von 37,6 % an. Gegen diese Verfü- gung reichte der Versicherte durch seinen damaligen Rech tsvertreter Beschwerde ans Kan- tonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht, ein. D ieses hiess die Beschwerde mit Urteil vom 19. Januar 2007 (720 06 218) in dem Sinne gut, a ls es die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Ve rfügung an die IV-Stelle zurückwies. In den Erwägungen stellte es im Wesentlichen fest, dass di e psychiatrische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. November 2004 nicht schlüssig genug sei, um darauf abstellen zu können. B. In der Folge ordnete die IV-Stelle eine polydiszipl inäre Begutachtung des Versicherten bei der D.____ an. Dieser wurde dort internistisch, o rthopädisch und psychiatrisch untersucht. In ihrem Gutachten vom 19. November 2007 konnten die Experten der D.____ keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit feststellen. Aufgrund der neuen MRI-Bilder vom Juni 2008 beauftragte die IV-Stelle die D.____ mit einem orthopädischen Verlaufsgutachten. Ge- stützt auf das Gutachten von Dr. med. E.____, FMH Orthop ädische Chirurgie und Traumatolo- gie des Bewegungsapparates, vom 2. Februar 2009 teilt e die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 27. März 2009 mit, dass er bei einem In validitätsgrad von 6 % keinen An- spruch auf eine Invalidenrente habe. C. Gegen diesen Vorbescheid erhob der Versicherte durch seinen damaligen Rechtsver- treter mit Verweis auf Berichte der behandelnden Ärzte Einwände. Zur Abklärung des medizini- schen Sachverhalts ordnete die IV-Stelle erneut eine po lydisziplinäre Begutachtung bei der D.____ mit den Fachdisziplinen Psychiatrie, Orthopädie und Neurologie an. Nach Eingang des Gutachtens vom 19. März 2012 stellte die IV-Stelle dem V ersicherten mit Vorbescheid vom 28. Oktober 2013 die Abweisung des Leistungsbegehrens aufgrund eines rentenauschliessen- den Invaliditätsgrades von 35 % in Aussicht. Dagegen re ichte der damalige Vertreter namens und im Auftrag des Versicherten Einwände ein. D. Gestützt auf die Stellungnahmen des Regionalen ärztl ichen Dienstes (RAD) vom 29. Mai 2015 und 12. Juni 2015 beauftragte die IV-St elle die D.____ mit einer weiteren Ver- laufsbegutachtung in den Disziplinen Psychiatrie und Or thopädie. Nach Vorliegen des bidiszip- linären Gutachtens der D.____ vom 20. Oktober 2015 l ehnte die IV-Stelle nach durchgeführtem Vorbescheidsverfahren mit Verfügung vom 29. März 2017 e inen Leistungsanspruch des Versi- cherten bei einem Invaliditätsgrad von 35 % ab. E. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertre ten durch Advokat André Baur, am 18. Mai 2017 Beschwerde ans Kantonsgericht, mit dem Antrag, es sei dem Versicherten rückwirkend ab 1. August 2003 mindestens eine Dreiviertelsr ente auszurichten. Zudem seien Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Leistungen ab 1. August 2005 mit 5 % p.a. zu verzin sen. Eventualiter sei die Sachlage aus medizinischer Sicht mit einem Gutachten in den Fachdiszipl inen Allgemeine Medizin, Orthopä- die, Rheumatologie und Psychiatrie gerichtlich abzuklären; alles unter o/e-Kostenfolge. Zudem sei dem Versicherten die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. In der Beschwerdebegrün- dung machte er verschiedene formelle Gründe geltend, w eshalb das Gutachten der D.____ vom 20. Oktober 2015 beweisrechtlich nicht verwertet wer den könne. In inhaltlicher Hinsicht erfüllten sämtliche Beurteilungen nicht die bundesger ichtlichen Anforderungen an ein beweis- kräftiges Gutachten. Aufgrund der Berichte der behandel nden Fachärzte stehe fest, dass der Versicherte seit August 2003 zu mindestens 50 % wesentlic h in seiner Arbeitsfähigkeit einge- schränkt sei. Im Zusammenhang mit dem Einkommensvergleich sei unter Berücksichtigung des 13. Monatslohnes und zusätzlicher Entschädigungen von eine m massgebenden Validenein- kommen von Fr. 57'472.-- anstelle von Fr. 54'988.-- au szugehen. Zudem sei aufgrund der Schmerzproblematik, des eingeschränkten Pensums und des A ufenthaltsstatus des Versicher- ten als Niedergelassener ein leidensbedingter Abzug von 25 % vorzunehmen. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 62 %, weshalb der Versicherte Anspruch auf eine Dreiviertelsrente ha- be. F. Mit Verfügung vom 23. Mai 2017 bewilligte das Kant onsgericht dem Versicherten die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung. G. Am 30. Mai 2017 liess der Versicherte durch seinen Re chtsvertreter den Bericht der Kliniken F.____ vom 29. Mai 2017 einreichen. Gleichzeit ig beantragte er in Ergänzung der be- reits gestellten Rechtsbegehren, es sei die IV-Stelle zu verpflichten, die Kosten für den Bericht der F.____ in Höhe von Fr. 40.-- zu übernehmen. H. In ihrer Vernehmlassung vom 29. Juni 2017 schloss die I V-Stelle mit Verweis auf die Stellungnahme ihres RAD-Arztes Dr. med. G.____, FMH Psych iatrie und Psychotherapie, vom 9. Juni 2017 auf Abweisung der Beschwerde. I. Mit Replik vom 3. August 2017 machte der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter geltend, dass der Psychiater der D.____, Dr. med. H.__ __, FMH Psychiatrie und Psychothera- pie, entgegen den Vorbringen der IV-Stelle in seine m Gutachten vom 20. Oktober 2015 die bundesgerichtlichen Standardindikatoren nur unvollständi g geprüft oder diese nicht begründet habe. J. Die IV-Stelle hielt in ihrer Duplik vom 11. August 2 017 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf di e im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 15. Dezember 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der ge sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumut bar oder – als alternative Vorausset- zung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 1 65; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Zu beachten ist sodann, dass das Bundesgericht im L eiturteil BGE 141 V 281 ff. seine Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung von somatof ormen Schmerzstörungen (BGE 130 V 352) und damit vergleichbaren psychosomatischen Le iden (vgl. BGE 140 V 13 f. E. 2.2.1.3) revidierte. Eine Einschränkung der Leistun gsfähigkeit kann danach weiterhin nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Ge- sundheitsbeeinträchtigung ist. Auch künftig wird der Ren tenanspruch - in Nachachtung der ver- fassungs- und gesetzmässigen Vorgaben von Art. 8 und 29 de r Bundesverfassung der Schwei- zerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Recht sgleichheit) und Art. 7 Abs. 2 ATSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeurteilung) - anhand eines normativen Prüfrasters beurteilt, und es braucht eine medizinische Evidenz, dass die Erwerbs unfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. Indes trägt das Bundesgericht der seit längerem namentlich aus medizini- scher, aber auch aus juristischer Sicht an der bisherigen Schmerzrechtsprechung geäusserten Kritik Rechnung und hält an der Überwindbarkeitsvermutun g nicht weiter fest. Anstelle des bis- herigen Regel/Ausnahme-Modells tritt ein strukturiertes , normatives Prüfraster. In dessen Rah- men wird im Regelfall anhand von auf den funktionelle n Schweregrad bezogenen Standardindi- katoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen erg ebnisoffen und symmetrisch beur- teilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfakto ren wie den vorhandenen Ressour- cen Rechnung getragen wird (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 2.5 Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit be i den genannten Gesundheitsschäden beachtlichen Standardindikatoren systematisierte das Bundesgericht wie folgt: Der erste Indika- toren-Komplex steht unter dem Titel “Gesundheitsschädigu ng“. Darunter sind die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, der Gesichtspunkt Behand lungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz und die Komorbiditäten zu würdigen. Im zweiten, die “Persönlichkeit“ betreffen- den Indikatoren-Komplex wird nach der Persönlichkeitsent wicklung und der Persönlichkeits- struktur gefragt, und es sind die persönlichen Ressourcen des Versicherten zu eruieren. Im drit- ten Indikatoren-Komplex schliesslich ist unter dem Titel “Sozialer Kontext“ eine Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfelds vorzunehmen. Anhand der ermittelten Indikatoren ist schliesslich die “Konsistenz“ zu prüfen. Darunter fallen ver haltensbezogene Kategorien wie die Indikatoren einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivität sniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und eines behandlungs- und eingliederun gsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdrucks (BGE 141 V 296 ff. E. 4). 2.6 Zwar hatten die Ärzte bereits bis anhin ihre Stell ungnahmen zur Arbeitsfähigkeit so substanziell wie möglich zu begründen, und es war für die ärztliche Plausibilitätsprüfung wichtig, in welchen Funktionen die versicherte Person eingeschränkt ist. Die diesbezüglichen Anforde- rungen hat das Bundesgericht aber nunmehr dahingehe nd konkretisiert, dass aus den medizi- nischen Unterlagen genauer als bisher ersichtlich sein muss, welche funktionellen Ausfälle in Beruf und Alltag aus den versicherten Gesundheitsschäden resultieren. Diagnosestellung und - in der Folge - Invaliditätsbemessung haben somit stärker als bis anhin die entsprechenden Auswirkungen der diagnoserelevanten Befunde zu berücksichtigen. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen A usfällen bei objektivierter Zumutbarkeits- beurteilung anhand der Standardindikatoren eine Einsc hränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und damit ve rgleichbare Leiden können somit eine Invalidität nur begründen, wenn die funktionelle n Auswirkungen der medizinisch festge- stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfal l anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit zumindest überwiegende r Wahrscheinlichkeit in einem an- spruchserheblichen Ausmass nachgewiesen sind. Fehlt es daran , hat die Folgen der Beweislo- sigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 308 E. 6). 3.1 Ausgangspunkt der Ermittlung eines Rentenanspruch s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der So- zialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwi- ckelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesge richt, sozialrechtliche Abteilun- gen] vom 9. August 2000, I 437/99, E. 4b/bb). In Bez ug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hin- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Z weifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati- entinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b /cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arzt es einerseits und von Begutach- tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät zungen gelangen. Vorbehalten blei- ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpr etation entspringende – Aspekte benen- nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un gewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 3.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Widersprechen sich medizinische Berichte, darf da s Gericht den Prozess nicht erledi- gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und d ie Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These a bstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die g eklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begr ündet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.1. Die IV-Stelle stützte sich bei der Ablehnung de s Rentenanspruchs auf die Gutachten von Dr. C.____, vom 20. November 2004, von Dr. med. I.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie FMH Rheumatologie, vom 13. Mai 2005 und 2. Juni 2005, den Gutachten der D.____ vom 15. Januar 2008, 2. Februar 2009, 20. April 2012 und 20. Oktober 2015 und der orthopädischen Stellungnahme der D.____ vom 14. Oktober 2008. 4.2.1 Dr. C.____ diagnostizierte in seinem Fachgutacht en vom 20. November 2004 mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Fehlen twicklung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit möglichen psychotischen Symptomen und eine beg innende Schmerzfehlverarbei- tung mit Ausweitungstendenz und deutlicher unspezifisc her Angstsymptomatik der Symptom- verarbeitung im Sinne einer unspezifischen Angst. In sei ner Beurteilung führte er aus, dass beim Versicherten ein buntes Bild an Psychopathologien zu beobachten sei. Dieses sei am ehesten in den depressiven Formenkreis einzureihen. Aufgrund seiner einfachen Strukturierung bestehe eine deutliche Schmerzfehlverarbeitung sowie ei ne Angstsymptomatik. Aus psychiatri- scher Sicht seien dem Exploranden deutlich mehr Anstrengu ngen für seine berufliche Rehabili- tation zuzumuten, als er aufzeige. Trotzdem müsse ein e Verminderung der Belastbarkeit, des Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Durchhaltevermögens, der Daueraufmerksamkeitsfähigkeit, der Teamfähigkeit und der Flexibili- tät angenommen werden. Er sei sicher in seiner kognitive n Leistungsfähigkeit durch seine psy- chisch emotionalen Instabilitäten beeinträchtigt und kö nne kein volles Rendement mehr erbrin- gen. Aus psychiatrischer Sicht sei er zu 6 Stunden tägli ch in einer Tätigkeit arbeitsfähig, welche den genannten Einschränkungen Rechnung trage. 4.2.2 In seinem Gutachten vom 13. Mai 2005 diagnostizie rte Dr. I.____ ein lumbospondylo- genes Syndrom links betont mit Kettentendinosen im lin ken Bein sowie eine Schmerzauswei- tungstendenz mit einer rein funktionellen und unspezifischen Schmerzsymptomatik im Schulter- gürtelbereich und in beiden Armen. An den unteren Ext remitäten zeigten sich mässige ischial- gieforme Schmerzen links, welche am ehesten einer lumb ospondylogenen Schmerzsymptoma- tik entsprächen. Aus rheumatologischer Sicht sei der Ve rsicherte in seiner angestammten Tä- tigkeit voll arbeitsfähig, wobei das Heben von Bleiobje kten über 20 kg aus gebückter Stellung vermieden werden sollte. Auch repetitive Tätigkeiten m it Belastung der Lendenwirbelsäule (LWS) seien ungünstig. Für alternative Tätigkeiten (wi e z.B. als Lagerist, Magaziner, Regalauf- füller oder das Bedienen von Reinigungsmaschinen) beste he eine volle Arbeitsfähigkeit. Mit Schreiben vom 2. Juni 2005 führte Dr. I.____ im Rahmen einer Gesamtbeurteilung an, dass aus somatischer Sicht die von Dr. C.____ attestierte Arbeits fähigkeit von sechs Stunden täglich als "Startpensum" betrachtet werden müsse. Es sei kaum anzune hmen, dass eine Dauerarbeitsfä- higkeit von lediglich 6 Stunden gemeint sei. Die Arbeit sfähigkeit sollte deshalb innerhalb von drei bis vier Wochen auf 8,5 Stunden täglich gesteigert werden können. 4.2.3 Das Kantonsgericht setzte sich mit den Gutachten vo n Dr. C.____ und Dr. I.____ in seinem Urteil vom 19. Januar 2007 auseinander. Dabei kam es zum Schluss, dass die IV-Stelle zu Recht auf die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. I.__ __, wonach in einer leidensangepassten Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit be stehe, abgestellt habe. Hinsichtlich der psychiatrischen Beurteilung von Dr. C.____ sah das Kantonsg ericht eine gewisse Unsicherheit in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Es gehe dar aus nicht klar hervor, ob über die von ihm festgestellte Arbeitsfähigkeit von 6 Stunden täglich noch eine weitere Einschränkung der Leis- tungsfähigkeit bestehe (vgl. E. 5.2 des erwähnten Urteils). Entgegen der Ansicht des Versicher- ten beanstandete das Kantonsgericht das psychiatrische Gutac hten von Dr. C.____ somit nicht in grundsätzlicher Hinsicht, sondern lediglich die Zumutb arkeitsbeurteilung. Es besteht daher kein Anlass, der Beurteilung von Dr. C.____ jeglichen Beweiswert abzusprechen. 4.3 Aufgrund dieses kantonsgerichtlichen Urteils erteilt e die IV-Stelle der D.____ den Auf- trag für ein polydisziplinäres Gutachten, welches am 19. November 2007 erstattet wurde. Dr. med. J.____, Fachärztin für Physikalische Medizin und R ehabilitation sowie Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. E.____ konnten keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten stellen. In orthopädischer Hinsicht sei zu berücksichtigen, dass der Versicher- te jegliche Arbeiten in wechselnder Position ausüben könne, sofern er keine Gewichte über 20 kg tragen und langdauernde Zwangshaltungen einnehmen müsse. 4.4 Nachdem der Versicherte neue MRI-Bilder vom 9. Juni 2008 eingereicht hatte, nahm Dr. E.____ am 14. Oktober 2008 dazu Stellung. Auf d en MRI-Bildern sei neu eine breitbasige Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Diskusprotrusion L4/5 festzustellen, die in Kontakt mit de r Nervenwurzel L5 links stehe. Ob die- se die Arbeitsfähigkeit des Versicherten beeinflusse, kö nne ohne erneute klinische Untersu- chung nicht zuverlässig beurteilt werden. In der Folge beauftragte die IV-Stelle die D.____ mit einer orthopädischen Begutachtung. In seinem Verlaufsg utachten vom 2. Februar 2009 stellte Dr. E.____ keine orthopädischen Diagnosen mit Auswirku ng auf die Arbeitsfähigkeit. Das Gangbild sei unauffällig und hinkfrei, lediglich der Kauergang führe nach einigen Schritten zu einer lumbalen Schmerzangabe. Beim Rumpf zeige sich eine etwas verminderte Inklination, die im Wesentlichen auf eine Verkürzung der paravertebral en und insbesondere der ischiokuralen Muskulatur zurückzuführen sei. An den unteren Extremitäten werde nur bei endgradiger Beu- gung ein lumbaler Rückenschmerz angegeben. Die oberen Ext remitäten seien frei beweglich. Auf neurologischer Ebene ergäben sich keine Hinweise auf das Vorliegen einer Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems. Die bildgebend ob jektivierbare Diskusprotrusion L4/5, die intraspinal in Kontakt zur Nervenwurzel L5 stehe, k omprimiere diese nicht. Es sei unwahr- scheinlich, dass diese geringe Pathologie eine namhafte klinische Relevanz habe. Die geklag- ten Beschwerden passten auch nicht zu einer radikulären Kompressionsproblematik. Damit seien die klinischen Befunde identisch wie vor einem Jahr. Er halte deshalb daran fest, dass für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in we chselnder Position und ohne langdauern- den Zwangshaltungen oder Tragen von Gewichten über 20 kg eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe. 4.5.1 Gegen den Vorbescheid vom 27. März 2009 erhob de r Versicherte durch seinen dama- ligen Rechtsvertreter am 29. April 2009 Einwände und machte unter Verweis auf verschiedene ärztliche Berichte geltend, dass sowohl psychische als auch so matische Beeinträchtigungen vorlägen, welche seine Arbeitsfähigkeit beeinträchtig ten. In der Folge gab die IV-Stelle erneut ein polydisziplinäres Verlaufsgutachten bei der D.____ in Auftrag. Im Gutachten vom 19. März 2012 kam Dr. H.____ zum Schluss, dass keine psychiatrischen Diagnosen gestellt werden könnten, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflussten. Die leichte depressive Episode und die Schmerzverarbeitungsstörung wirkten sich nicht auf die Arb eitsfähigkeit aus. Der Versicherte leide nicht unter Konzentrationsstörungen und sei nicht suizidal. Hinweise auf unbewusste Kon- flikte beständen nicht. Es seien auch keine deutlichen a uffälligen Persönlichkeitszüge erkenn- bar. 4.5.2 In orthopädischer Hinsicht untersuchte Dr. med. K .____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, den Versicherten. Als Diagnosen mit Auswirkun- gen auf die Arbeitsfähigkeit hielt er ein chronische s lumbovertebrales Schmerzsyndrom fest. Die chronischen Nacken-Schulter-Arm-Hand-Beschwerden, de r Status nach Exostosenabtra- gung am Rückfuss beidseits und der massive Verdacht auf Schmerzausweitung hätten keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Bei der Untersuchung demonstriere der Versicherte eine massive Bewegungseinschränkung thorakolumbal und weniger auch zervikal. An den oberen und unteren Extremitäten liege eine freie Beweglichkei t vor, lediglich die linke Hüfte sei bei Ge- genspannung endgradig vermindert. Auf radiologischer Eb ene beständen regelrechte Verhält- nisse an der zervikalen und lumbalen Wirbelsäule ohne H inweis für eine Komplikation nach Einsetzen einer Bandscheibenprothese L4/5 im Jahr 2010. Die geklagten sehr diffusen Be- schwerden liessen sich durch die klinischen und radiologi schen Befunde kaum erklären. Eine Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht verminderte Belastbarkeit der lumbalen Wirbelsäule sei jedoch nachvollziehbar. Klare Hinweise für eine nicht-organische Beschwerdekomponente seien di e deutlichen Inkonsistenzen, das fehlende Ansprechen auf zahlreiche lokale Infiltration en, auf den operativen Bandscheibener- satz, auf die wiederholten konservativen Therapiemassnahm en, die langdauernde körperliche Schonung und der erhebliche Analgetikakonsum. Für die Ausübung einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit unter Wechselbelastung bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähig- keit. Das häufige Bücken sowie wiederholtes Heben und Tr agen von Lasten über 20 kg sollten dabei vermieden werden. Seit dem letzten Gutachten de r D.____ sei es zu keiner wesentlichen Veränderung der Arbeitsfähigkeit gekommen. Lediglich nach dem am 4. August 2010 durchge- führten Wirbelsäuleneingriff könne für längstens 4 Mo nate eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten attestiert werden. 4.5.3 Dr. med. L.____, Facharzt für Neurologie, diagn ostizierte mit Einfluss auf die Arbeitsfä- higkeit ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radiku läre oder medulläre Beteiligung bei Zustand nach Bandscheibenarthroplastik L4/5. Bei der Unt ersuchung sei der neurologische Status unauffällig gewesen. Die Angabe der Sensibilit ätsstörung sei nicht auf ein Segment be- grenzt und im engeren Sinn radikulär nicht erklärbar, auch wenn die Wurzel S1 empfindlich sei. Diese Wurzel sei jedoch nicht relevant geschädigt. Aufgr und der Beeinträchtigungen, welche seit der Arthroplastik vom August 2010 beständen, könne d er Versicherte keine körperlich schweren Arbeiten und Tätigkeiten in Zwangshaltungen m ehr ausführen. Für leichte und mittel- schwere Arbeiten bestehe dagegen eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit. 4.5.4 Gemäss Dr. med. M.____, FMH Innere Medizin, sei d em Versicherten aufgrund des Asthmas bronchiale lediglich für körperlich schwer belaste nde berufliche Tätigkeiten eine voll- ständige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Im Vergleich zum letzten Gutachten vom 2. Februar 2009 habe sich der Zustand dahingehend verändert, dass nebst der Schmerzstörung nun auch eine leichte depressive Symptomatik bestehe, welche aber die Arbeitsfähigkeit nicht beeinflus- se. In somatischer Hinsicht habe sich keine Veränderung des Gesundheitszustandes ergeben. 4.6.1 Nachdem der Versicherte Einwände gegen den Vorbe scheid vom 13. August 2014 erhoben hatte und damit die Beweistauglichkeit des Gutachtens der D.____ vom 19. März 2012 beanstandete, folgte eine weitere Begutachtung des Versicherten bei der D.____. Im Gutachten vom 20. Oktober 2015 diagnostizierte der Psychiater Dr. H.____ mit Auswirkung auf die Arbeits- fähigkeit eine leichte depressive Episode und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Die objektiven Befunde zeigten eine deutliche depressive Verstim- mung mit Unzufriedenheit, eine leichte psychomotorische Unruhe, eine Antriebshemmung, ei- nen sozialen Rückzug und eine erhöhte Ermüdbarkeit. Diese Symptomatik entspreche einer leichten depressiven Episode. Die chronische Schmerzstörun g sei durch deutliche und ausge- weitete Schmerzen im Bewegungsapparat gekennzeichnet, deren Ausmass mit den somati- schen Befunden nicht hinreichend objektiviert werden könn e. Zudem lägen psychosoziale und emotionale Belastungsfaktoren vor, die mittlerweile zu genommen hätten. Aufgrund dieser Lei- den bestehe aus psychiatrischer Sicht seit der Untersuchung vo m 16. September 2015 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, die in einem ganztägigen Pen sum mit der Möglichkeit zu vermehrten Pausen realisierbar sei. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.6.2 Der Orthopäde Dr. K.____ hielt als Diagnosen m it Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wei- terhin ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom fest. Seit dem Gutachten der D.____ vom 19. März 2012 sei es zu keiner Veränderung in der Arbeitsfähigkeit gekommen, weshalb er an seiner bisherigen Zumutbarkeitsbeurteilung festhalte. 4.6.3 In der Gesamtbeurteilung führten die Gutachter aus, dass der Versicherte seit Sep- tember 2015 sowohl in der angestammten als auch in ein er alternativen körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig sei. 5.1 In Würdigung der zahlreichen durch die IV-Stelle ü ber rund 11 Jahre veranlassten Be- gutachtungen des Versicherten in mehreren Disziplinen ist festzustellen, dass die Gutachten der D.____ vom 19. November 2007, 2. Februar 2009, 19 . März 2012 und 20. Oktober 2015 den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert eine r Expertise entsprechen. So sind sie für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassen d und geben Auskunft über die ver- bleibende Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Die Gutach ten basieren auf den notwendigen all- seitigen Untersuchungen, namentlich in internistischer, o rthopädischer, neurologischer und psychiatrischer Hinsicht. Den Gutachtern lagen die Akten zur Verfügung, in welchen die rele- vanten medizinischen Berichte enthalten waren. Sie berücksi chtigten die geklagten Beschwer- den, setzten sich mit diesen auseinander und begründete n die verbleibende Arbeitsfähigkeit einlässlich unter dem Hinweis auf eine Beurteilung auf grund objektivierbarer Kriterien. Die Gut- achten leuchten ferner in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein. Demgemäss sind denn auch die Schlussfolgerungen der med izinischen Experten fundiert und nachvollziehbar. Zudem sind keine Widersprüche in den vie r Verlaufsgutachten der D.____ zu finden. Die Gutachten zeigen deutlich auf, dass in soma tischer Hinsicht ein chronisches lumbo- spondylogenes Syndrom im Vordergrund steht. Aus psychiatrischer Sicht liegen eine Somatisie- rungsstörung bzw. Schmerzstörung und eine leichte depressi ve Störung vor. Bei der ersten Begutachtung durch die D.____ im Jahr 2007 hatten die gesundheitlichen Beeinträchtigungen nur insofern Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, als der Versicherte keine schweren Arbeiten mit Tragen von Gewichten über 20 kg und in langandaue rnden Zwangshaltungen mehr ausü- ben konnte. Da seine angestammte Tätigkeit als Mitarbei ter in der Batterieproduktion als kör- perlich wenig belastende Tätigkeit angesehen wurde, best and hierfür eine 100%ige Arbeitsfä- higkeit, sofern keine Gewichte über 20 kg gehoben ode r getragen werden mussten. Im Laufe der Jahre verschlechterte sich der psychische Gesundheitszustand . Gemäss dem zuletzt er- stellten Gutachten vom 20. Oktober 2015 beeinflussen un terdessen die bisher diagnostizierten psychischen Leiden die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Dem Versicherten ist es nun nur noch zumutbar, eine körperlich leichte bis mittelschwere leidensangepasste Tätigkeit im Um- fang von 80 % auszuüben. Entgegen der Ansicht des Versich erten setzten sich die Gutachter mit allen abweichenden medizinischen Einschätzungen ausei nander und begründeten die ab- weichende Beurteilung nachvollziehbar. Insbesondere berücksichtigte Dr. H.____ auf Seite 26 f. auch den Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. N.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, vom 18. Juni 2015. Dieser hielt dort fest, dass der Versicherte aufgrund des beim Verkehrsunfall vom April 2014 erlittenen Schleudertrau mas massiv in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Wie Dr. H.____ zu Recht feststellte, verwies Dr. N.____ für die Begründung Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht seiner Einschätzung auf die somatischen Beurteilungen. D a sein Fachgebiet in der Psychiatrie liegt, kann auf seine Beurteilung nicht abgestellt werden. 5.2 Die weiteren Einwände des Beschwerdeführers gegen die Beweistauglichkeit der Gut- achten der D.____ sind ebenfalls nicht stichhaltig. In formeller Hinsicht macht der Versicherte geltend, dass auf das polydisziplinäre Gutachten der D.__ __ vom 19. März 2012 nicht abge- stellt werden könne, da dieses nicht auf einer zufallsb asierten Auftragsvergabe gemäss Art. 72 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 bzw. den dafür wegweisenden Entscheid des Bundesgerichts vom 28. Juni 2 011 (BGE 137 V 210) erfolgt sei. Dieser Einwand ist nicht überzeugend. Bei der Beurteilung der D.____ vom 19. März 2012 han- delt es sich um ein Verlaufsgutachten, hatten die Gutach ter doch zu beurteilen, ob eine Ver- schlechterung des Gesundheitszustandes seit den letzten be iden Untersuchungen eingetreten war. Die Auftragsvergabe von polydisziplinären Verlauf sgutachten hat nicht zwingend über die SuisseMED@P-Plattform zu geschehen (Urteil des Bundesger ichts vom 1. September 2011, 9C_1032/2010, E. 4.1 und vom 27. September 2012, 8C_ 446/2012, E. 3.2). So entschied auch das Kantonsgericht in seinem Urteil vom 16. Mai 2013 (720 13 28; bestätigt in seinem Urteil vom 15. September 2017 [720 17 154]), dass im Abklärungsverfahren angeordnete polydiszipli- näre Verlaufsgutachten zur Beurteilung der Veränderung des Gesundheitszustandes nicht un- bedingt nach dem Vergabesystem nach Zufallsprinzip angeordnet werden müssen. 5.3 Weiter beanstandet der Versicherte das Gutachten de r D.____ vom 20. Oktober 2015 dahingehend, dass anstelle der angekündigten monodiszipl inären (Psychiatrie) eine bidiszipli- näre Begutachtung vorgenommen worden sei. Dieses Vorgehen verletze die in BGE 137 V 210 aufgestellten Grundsätze zur Einholung von medizinischen Gutachten. Aus diesem Einwand kann der Versicherte nichts zu seinen Gunsten ableiten. E ine zusätzliche orthopädische Begut- achtung wurde gemäss Schreiben vom 4. Juni 2015 vom Versich erten beantragt. Am 12. Juni 2015 informierte die IV-Stelle den Versicherten, dass si e die D.____ mit einer psychiatrischen Begutachtung beauftragt habe und es ihr überlasse zu e ntscheiden, ob eine orthopädische Un- tersuchung erforderlich sei. Mit Schreiben vom 24. Juni 2 015 teilte die D.____ dem Versicher- ten mit Nennung der Namen der Gutachterpersonen mit, dass sowohl eine psychiatrische als auch eine orthopädische Begutachtung durchgeführt werd e. Dagegen erhob der Versicherte keine Einwände. Aufgrund dieses Vorgehens ist nicht ersichtlich, inwiefern die Grundsätze über die Vergabe von Gutachten gemäss BGE 137 V 210 verletzt sind. 5.4 Zum Einwand, wonach die Gutachter der D.____ vo n der IV-Stelle wirtschaftlich ab- hängig seien, ist anzuführen, dass eine ausgedehnte Gu tachtertätigkeit für die Sozialversiche- rungsträger allein nicht auf mangelnde Objektivität o der Voreingenommenheit der Ärzteschaft der D.____ schliessen lässt. Daran hat das Bundesgericht unl ängst trotz vorgebrachter Kritik in Rechtsschriften und Literatur bis heute festgehalten (vgl . z.B. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2017, 8C_445/2016, E. 5.3). Spezifische Au sstandsgründe gegen die einzelnen mit der Begutachtung betrauten Sachverständigen werden i n der Beschwerde keine genannt. In- wiefern in diesem Zusammenhang eine Verletzung der A rt. 6 (faires Verfahren), Art. 8 (Recht auf Achtung der Privat- und Familiensphäre) und Art. 34 (Individualbeschwerden) der Konventi- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht on zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten ( EMRK), vom 4. November 1950 vorliegen soll, legt der Versicherte nicht in nachvollziehbarer und begründeter Weise dar. 5.5 Das Vorbringen des Versicherten, bei der Vergabe vo n mono- und bidisziplinären Gut- achten würden auffallend häufiger Fachärzte berücksichtig t, welche versicherungsfreundliche Beurteilungen lieferten, bezieht sich ausschliesslich auf ausserkantonale Gegebenheiten, wel- che keine Rückschlüsse auf den vorliegenden Fall zulassen. Desgleichen sind die Vorwürfe gegen den Geschäftsführer der D.____, Dr. med. O.____ , FMH Allgemeine Innere Medizin, lediglich allgemein gehalten, weshalb der Versicherte daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. 6.1 Nebst diesen formellen Einwänden erweisen sich auch die materiellen Vorbringen des Versicherten als nicht stichhaltig genug, um von den über zeugenden Schlussfolgerungen der Experten der D.____ abzuweichen. Was die gerügte feh lende Einholung fremdanamnestischer Auskünfte anbelangt, ist darauf hinzuweisen, dass nach der Praxis des Bundesgerichts eine Fremdanamnese kein unerlässlicher Bestandteil eines Gutachtens darstellt und dies auch in der Literatur keineswegs einhellig postuliert wird (Urtei l des Bundesgerichts vom 14. September 2001, 6P.40/2001, E. 4d/bb). Eine Fremdanamnese kann zwar eine zentrale Erfahrungsquelle für die medizinische Fachperson darstellen, allerdings m uss sich der bzw. die medizinische Sachverständige von entsprechenden Erhebungen einen we sentlichen Erfahrungsgewinn ver- sprechen (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2006, I 58/06, E. 2.1). Vorliegend konnten die psychiatrischen Fachpersonen Dr. J.____ und Dr. H.____ auf umfangreiche medizinische Un- terlagen - insbesondere auf die Berichte des behande lnden Psychiaters, Dr. N.____ vom 12. Juli 2004, 23. August 2006, 31. Juli 2007 und vom 1 6. Juni 2015, der F.____ vom 2. De- zember 2014 und 19. Mai 2015, der Klinik W.____ vom 11 . Juli 2003 und von Dr. C.____ vom 20. November 2014 - zurückgreifen. Die vom Versicherten angeführten Gründe sind nicht ge- eignet, um eine Fremdanamnese als erforderlich zu betr achten. So ergeben sich entgegen den Vorbringen des Versicherten aus dem Gutachten von Dr. C. ____ keine Hinweise auf Suizidge- danken oder Beeinträchtigungen der Vigilanz. Auch die b ehandelnden Ärzte der F.____ konn- ten keine Anhaltspunkte für eine akute Eigen- oder Fre mdgefährdung oder eine Einschränkung der Vigilanz finden (vgl. Bericht der F.____ vom 2. Dez ember 2014). Es trifft zu, dass Dr. H.____ den Versicherten anlässlich der Untersuchung vom 16. September 2015 nicht über sein von der Ehefrau gegenüber Dr. C.____ geschildertes frem daggressives Verhalten befragte. Diese Frage stellte aber Dr. J.____ dem Versicherten am 12. November 2007. Der Versicherte sagte dazu aus, dass sich sein aggressives Verhalten seit der Einnahme der Medikamente ge- bessert habe (vgl. Seite 15 oben des Gutachtens der D.____ vom 19. November 2007). Da sich seither die Medikation nicht wesentlich geändert hat und sich anlässlich der Untersuchung der D.___ im Herbst 2015 keine Hinweise auf fremdaggressiv es Verhalten ergaben, durfte Dr. H.____ zu Recht davon ausgehen, dass kein solches vorli egt, welches eine Fremdanamnese unabdingbar gemacht hätte. 6.2 Der Versicherte sieht eine unvollständige Befunderh ebung in der Tatsache, dass Dr. H.____ entgegen den Befunden anderer Fachpersonen das Vorliegen eines deutlichen aufmerksamkeitssuchenden Verhaltens verneine und eine Persönlichkeitsstörung ausschliesse. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aus dieser Argumentation lässt sich jedoch noch keine rele vante Unvollständigkeit der aufge- führten Befunde ableiten. Wie der RAD-Arzt Dr. G.___ _ in seiner Stellungnahme vom 9. Juni 2017 überzeugend festhielt, stellt ein aufmerksamkeitssuc hendes Verhaltensmuster kein psy- chiatrisches Leiden dar, welches die Arbeitsfähigkeit be einflussen könnte. Dazu kommt, dass die Ärzteschaft der F.____ in ihrem Bericht vom 22. Mai 2017 die Befunderhebung durch Dr. H.____ als vollständig erachtete. Es ist daher anzu nehmen, dass eine allfällige Aufmerk- samkeitsproblematik des Versicherten kein relevanter Kran kheitswert zukommt. In Bezug auf die geltend gemachte Persönlichkeitsstörung ist zu beachte n, dass es für die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeint rächtigung gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts eine fachärztlich (psychiatrisch) gestell te Diagnose nach einem wissen- schaftlich anerkannten Klassifikationssystem braucht (vgl. Erwägung 2.3). Vorliegend diagnosti- zierte keiner der involvierten Fachärzte eine Persönlichk eitsstörung nach ICD-10. Es weitere diesbezügliche Auseinandersetzung erübrigt sich daher. 6.3 Ferner weist die Versicherte auf die Dauer der psych iatrischen Untersuchung durch Dr. H.____ vom 16. September 2015 von 50 Minuten hin und will daraus sinngemäss ableiten, bei der vorliegenden komplexen Problematik sei es nicht m öglich, in dieser Zeit den psychi- schen Gesundheitszustand des Versicherten zuverlässig zu beurt eilen. Rechtsprechungsge- mäss kann aus einer - verhältnismässig - kurzen Dauer der psych iatrischen Exploration nicht von vornherein auf eine Sorgfaltswidrigkeit des Gutachte rs geschlossen werden. Der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwan d hängt stets von der Fragestel- lung und der zu beurteilenden Psychopathologie ab. Wi chtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet die klinische Untersuchung mi t Anamneseerhebung, Symptomerfas- sung und Verhaltensbeobachtung (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Mai 2015, 8C_86/2015, E. 5.2). Dem Experten standen zahlreiche medizinische Berichte zur Verfügung. Zusammen mit seinen persönlichen Untersuchungen vom 31. Januar 2012 u nd 16. September 2015 konnte er sich ein umfassendes Bild über den Krankheitsverlauf sowie der Symptomatik des Versicherten machen und eine nicht auf eine Momentaufnahme beschrän kte Beurteilung abgeben. Anhalts- punkte dafür, dass Dr. H.____ die Vorgaben an ein Guta chten nicht bzw. nur ungenügend be- achtete, sind nicht erkennbar. Kann - wie hier - von inhaltlicher Vollständigkeit und Schlüssigkeit im Ergebnis ausgegangen werden, ist die Untersuchungsdau er nicht entscheidend (Urteil des Bundesgerichts vom 15. November 2012 9C_671/2012 E. 4.5 mit Hinweis). 6.4 Daran ändert auch der Einwand des Versicherten nich ts, wonach die Beurteilungen von Dr. H.____ nicht nach den Qualitätsleitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiat- rie und Psychotherapie (SGPP) vom Februar 2012 verfass t worden seien. Diese stellen ledig- lich eine Orientierungshilfe für die gutachtenden Fach personen dar und sollen die Gutachtens- praxis im Hinblick auf die normativ massgeblichen Gesichtsp unkte konkretisierend anleiten (HANS -JAKOB MOSIMANN , Beitrag der Leitlinien für die Rechtsprechung, SZS 2016 S. 513). We- der Gesetz noch Rechtsprechung schreiben den psychiatrischen Fachpersonen eine Begutach- tung nach den entsprechenden Richtlinien vor (Urteile de s Bundesgerichts vom 6. Juni 2017, 8C_105/2017, E. 4.4 und vom 24. Januar 2017, 9C_715/2016, E. 3.2). Insbesondere verliert ein Gutachten nicht automatisch seine Beweiskraft, wenn die begutachtende Person sich nicht an die erwähnten Qualitätsrichtlinien anlehnt. Konkret i st nicht ersichtlich, was sich hinsichtlich Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Qualität und Aussagekraft der Beurteilung von Dr. H._ ___ ändern würde, wenn er sich an den Qualitätsrichtlinien der SGPP orientiert hätte. 6.5 Auch die Rügen des Versicherten zu den somatischen B eurteilungen der Gutachter der D.____ vermögen keine Zweifel an deren Zuverlässigkeit z u begründen. Gemäss Urteil des Kantonsgerichts vom 19. Januar 2007 ist gemäss Gutachten v on Dr. I.____ vom 13. Mai 2005 davon auszugehen, dass der Versicherte damals an einem lu mbospondylogenen Syndrom und einer Schmerzausweitungstendenz litt. Seit Erlass dieses E ntscheids hielten die Fachärzte als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wei terhin ein chronisches lumbospondylo- genes Syndrom bzw. eine chronische Lumboischialgie bzw. ei n Akutschmerz bei der LWS fest (vgl. unter anderem Berichte von Dr. med. P.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Trauma- tologie des Bewegungsapparates, Kantonsspital Y.____ vom 26. Juli 2012, 25. September 2012, 8. November 2012, 14. Januar 2013, 28. Februar 2013, 20. August 2013, 10. Februar 2014, 3. Juli 2014 und 6. Januar 2015, des Spitals Q._ ___ vom 15. Januar 2009, 3. Mai 2010, 28. Juli 2010, 8. und 16. September 2010, 9. Dezemb er 2010, 17. und 25. März 2011, 15. April 2011 und 15. November 2013 und der R.____ vom 15. Ma i 2009, 24. August 2009 und 4. Sep- tember 2009, von Dr. med. S.____, FMH Orthopädische C hirurgie und Traumatologie des Be- wegungsapparates, vom 3. Juni 2015, von Dr. med. T.____ , FMH Neurologie, 4. Februar 2011 und von der Klinik U.____ vom 13. Oktober 2009). Während die Gutachter der D.____ in soma- tischer Hinsicht stets von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten leichten bis mittelschweren Tätigkeit ausgingen, attestierten die behandelnden Ärzte eine 100%ige Ar- beitsunfähigkeit. Die Einschätzung der behandelnden Är zte ist nicht geeignet, um von den überzeugenden Beurteilungen der Experten der D.____ abzuweichen. Entweder äusserten sie sich lediglich zur Arbeitsfähigkeit im angestammten Beru f, aber nicht zu einer solchen in einer Verweistätigkeit (vgl. dazu Bericht von Dr. med. V.____, FMH Neurologie, vom 12. Januar 2005 und Bericht der Klinik U.____ vom 13. Oktober 2009) o der es ist unklar, ob sich die attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit nur auf die angestammte od er auch auf eine Verweistätigkeit be- zieht (vgl. dazu Bericht Dr. S.____ vom 21. März 2012, 2 8. Februar 2013, 7. November 2013 und 17. April 2015 ). Einzig Dr. P.____ bestätigte in seinem Bericht vom 28. Februar 2013, dass der Versicherte infolge der geklagten Schmerzen bei der Ausübung jeglicher Arbeiten zu 100 % arbeitsunfähig sei. Gleichzeitig wies er aber darauf hin, dass die Schmerzen in keiner Weise reproduzierbar oder beweisbar seien. Damit macht er deutlich, dass sich seine Beurteilung auf die subjektiven Angaben des Versicherten stützt, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann. 6.6 In Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand des Versi cherten sind sich die be- handelnden psychiatrischen Fachpersonen - bis auf den Schwe regrad der depressiven Erkran- kung - mit der Diagnosestellung von Dr. J.____ und Dr. H.____ (affektive bzw. depressive Stö- rung und eine somatoforme Schmerzstörung aus der Klassifi kationsgruppe ICD-10 45.-) im Wesentlichen einig. So diagnostizierte die Ärzteschaft d er F.____ am 2. Dezember 2014 eine anhaltende affektive Störung (ICD-10 F34.8), am 22. M ai 2015 eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.-) und eine Schmerzstörung (ICD-1 0 F45.41) und am 29. Mai 2017 eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F.33.1) sowie eine Schmerzstörung (ICD-10 F45.41). Aufgrund des Diagnoseverlaufs müssen die behandelnden Ä rzte der F.____ davon ausgegan- gen sein, dass sich die anfängliche affektive Störung im L aufe der Zeit zu einer depressiven Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Störung entwickelte. Dr. N.____ führte als Diagnose am 25. Februar 2004 eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.11), am 23. August 2006 eine schwere Depression und am 31. Juli 2007 eine rezidivierende depressive Störung mit somatischem Syndrom, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.01), auf. Die Klinik W.____ hielt in ihrem Bericht vom 11. Juli 2003 als psychiatrische Diagnose eine schwere depressive E pisode mit Somatisierung (ICD-10 F32.2) fest. Offensichtlich verbesserte sich der psychische Ge sundheitszustand des Versicher- ten in relativ kurzer Zeit, als Dr. N.____ bereits Anfa ng 2004 nur noch eine mittelgradige de- pressive Störung feststellte. Ob dann im Sommer 2006 wi eder eine schwergradige Depression vorlag, ist fraglich, begründet diese Dr. N.____ doch allein mit den Ergebnissen der im Auftrag von ihm durchgeführten psychologischen Testung des Versicherte n (Beck'sches Depressions- inventar). Wie Dr. J.____ nachvollziehbar dazu ausführt, kann auf solche Testungen nur abge- stellt werden, wenn sie mit Anamnese, Befund und Verl auf übereinstimmen. Die damals von Dr. N.____ erhobenen Befunde überzeugen nicht ganz, um ohne weiteres von einer schweren depressiven Störung ausgehen zu können. Darauf muss jedoc h nicht weiter eingegangen wer- den, weil Dr. N.____ bereits im Juli 2007 nur noch von einer mittelschweren depressiven Episo- de sprach. Desgleichen muss nicht weiter geprüft werden, ob der Versicherte an einer leichten oder mittelgradigen depressiven Störung litt bzw. noch leidet. Denn gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts sind leichte bis mittelgradige Störung en aus dem depressiven Formenkreis nur invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nic ht mehr angehbar sind. Eine Thera- pieresistenz wird nur selten angenommen, da nach gesicher ter psychiatrischer Erfahrung De- pressionen im Allgemeinen therapeutisch gut angehbar sin d (Urteile des Bundesgerichts vom 10. Juli 2017, 9C_30/2017, E. 4.2, vom 6. Juli 2017, 8C_222/2017, E. 5.2, vom 3. April 2017, 8C_814/2016, 5.3.2 und vom 9. März 2017, 8C_650/2016 , E. 5.1.3). Aus dem Gutachten der D.____ vom 20. Oktober 2015 geht hervor, dass die psychia trische Behandlung des Versicher- ten mit einem sedierenden und schmerzmodulierenden An tidepressivum sowie schlafhygieni- schen Massnahmen noch intensiviert werden könnte. Gleicher massen ist dem Bericht der F.____ vom 2. Dezember 2014 zu entnehmen, dass die th erapeutischen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft seien. Eine Therapieresistenz ist somit zu verneinen. Demzufolge ist die beim Versicherten diagnostizierte leichte bzw. mittelschwe re depressive Episode als nicht inva- lidisierend zu qualifizieren. 6.7 Hinsichtlich der Diagnose der somatoformen Schmerzstör ung ist unbestritten, dass eine Prüfung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 ff. notwendig ist. Eine solche führte Dr. H.____ auf Seite 23. ff. seines Gutachtens vom 20. Oktober 2015 durch. Der Versi- cherte beanstandet diese Prüfung in mehreren Punkten. Wie er richtig feststellte, enthielt der im Gutachtensauftrag vom 12. Juni 2015 an die D.____ beigelegte Fragenkatalog noch die damals geltenden Förster-Kriterien. Der Grund dafür war, da ss der Gutachtensauftrag noch vor der Veröffentlichung des BGE 141 V 281 ff. erfolgte. Dr. H.____ berücksichtigte jedoch die neue Rechtsprechung in seinem Gutachten und nahm bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu den einzelnen Standardindikatoren Stellung. In inhaltlich er Hinsicht ist dem Versicherten zuzustim- men, dass die entsprechende Beurteilung von Dr. H.____ eher knapp ist. Insbesondere die Anamnese und die Ressourcenprüfung fielen kurz aus. Diese r Umstand ist unter anderem da- rauf zurückzuführen, dass der Versicherte gemäss der medizinischen Aktenlage auch auf Nach- frage nicht bereit war, mehr über sein Alltagsleben zu berichten. Insgesamt zeigt sich aber, Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass die Ausführungen von Dr. H.____ zu den Standardindikatoren zusammen mit den umfang- reichen medizinischen Akten eine schlüssige Beurteilung de r Arbeitsfähigkeit des Versicherten erlauben, was im Folgenden aufgezeigt wird: 6.8.1.1 Der erste Indikatorenkomplex unter dem Titel "G esundheitsschädigung" stellt zunächst die Frage nach der Ausprägung der diagnoserelevanten B efunde. In diesem Zusammenhang gilt es die Schwere des Krankheitsgeschehens zu würdigen un d es ist zu prüfen, wie stark die- ses die Alltagsfunktionen beeinträchtigt und ob es Hinw eise auf Aggravation oder Simulation gibt. Vorliegend geht aus den medizinischen Unterlagen hervor, dass beim Versicherten sowohl somatische als auch psychische Beeinträchtigungen vorliegen, welche seine Arbeitsfähigkeit beeinflussen. Die Ausprägung der diagnoserelevanten Be funde und Symptome ist jedoch nicht sehr ausgeprägt. Der Versicherte lebt zusammen mit seiner Ehefrau und seinem minderjähri- gen Sohn in einer Mietwohnung. Gemäss D.____-Gutachten vom 20. Oktober 2015 erledige vor allem seine zu 80% erwerbstätige Ehefrau die Arbeiten im Haushalt. Dabei helfe er ihr, indem er das Frühstück zubereite und leichte Arbeiten wie z.B. kleinere Einkäufe vornehme. Er habe oft Arzttermine und manchmal Kontakt mit Kollegen. Zud em fahre er zweimal in der Woche mit dem Tram in die Stadt. Aufgrund seiner Kopfschmerzen kö nne er nicht lange lesen oder sich mit dem PC beschäftigen. Alle zwei Jahre reise er für d rei Wochen in sein Heimatland Z.____. Er fahre selten Auto und wenn dann nur für kurze Str ecken. Damit erscheint insgesamt der All- tag des Versicherten strukturiert und die Alltagsfunkt ionen nicht allzu sehr eingeschränkt zu sein. Hinweise auf eine Aggravation oder Simulation liegen keine vor. 6.8.1.2 Als nächsten Indikator nennt das Bundesgericht de n Behandlungs- und Eingliede- rungserfolg bzw. die Behandlungs- und Eingliederungsre sistenz. In diesem Zusammenhang sind der Verlauf und der Ausgang der bisher durchgefü hrten Therapien und Eingliederungsver- suche zu würdigen und es ist zu prüfen, ob die therapeut ischen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. Der Versicherte steht seit 2001 in einer psychia trisch-psychotherapeutischen und einer mehr oder weniger ununterbrochenen psychopharmakologisc hen Behandlung. Vom 20. Mai 2003 bis 3. Juli 2003 war er zudem in der Klinik W.___ _ hospitalisiert, wo er eine Physiothera- pie und eine kognitive Verhaltenstherapie erhielt und eine Umstellung in der Medikation erfolg- te. Die psychiatrischen Fachpersonen sind sich einig, dass d ie gegenwärtige Behandlung noch intensiviert werden könnte. Aufgrund der subjektiven Kran kheitsüberzeugung des Versicherten sind bisher keine Eingliederungsmassnahmen erfolgt. Bez üglich der körperlichen Beschwerden scheinen die therapeutischen Massnahmen ausgeschöpft zu sein. 6.8.1.3 Im Zusammenhang mit dem Indikator "Komorbidi tät" ist darauf hinzuweisen, dass ge- stützt auf die neue Rechtsprechung des Bundesgerichts der psychischen Komorbidität kein Vor- rang mehr zukommt, vielmehr sind auch körperliche Begle iterkrankungen zu würdigen. Im vor- liegenden Fall wurde nebst der chronischen Schmerzstöru ng als weitere psychiatrische Diag- nose eine leichte depressive Episode erhoben, die jedo ch gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht invalidisierend ist und welcher de mzufolge keine massgebende Bedeu- tung zukommt (vgl. Erwägung 6.6). Als körperliche Begle iterkrankung liegt mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebrales Sch merzsyndrom ohne radikuläre Symp- tomatik bei Status nach wiederholten und multiplen, jedoch erfolglosen Infiltrationen vor. Da der Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Versicherte in einer diesen somatischen Befunden angep assten Verweistätigkeit vollständig arbeitsfähig ist, sind die Komorbiditäten insgesamt als eher gering einzustufen. 6.8.2 Im zweiten Indikatorenkomplex der “Persönlichkeit “ wird nach der Persönlichkeitsent- wicklung und der Persönlichkeitsstruktur gefragt. Gestützt d arauf sind die persönlichen Res- sourcen zu eruieren. Aus den medizinischen Akten geht hervo r, dass der Versicherte bewusst- seinsklar und allseits orientiert war. Es gibt keine Anha ltspunkte für Gedächtnisstörungen. Im Denken ist er zwar eingeengt und grübelnd, jedoch ist es formal geordnet und inhaltlich beste- hen keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinationen, Ich- und Persönlichkeitsstörungen. Hin- weise auf akute Eigen- und Fremdgefährdung lassen sich ni cht finden (vgl. dazu insbesondere das Gutachten von Dr. H.____ vom 20. Oktober 2015 un d den Bericht der F.____ vom 2. De- zember 2014). Zudem lebt der Versicherte in einer relativ stabilen Beziehung mit seiner Ehefrau und seinem Sohn. Insgesamt scheinen damit die persönlichen Ressourcen zumindest in einem gewissen Masse noch gut erhalten zu sein. 6.8.3.1 Im dritten Indikatorenkomplex ist unter dem T itel "sozialer Kontext" zunächst die Ab- grenzung der psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vo rzunehmen. Diese Faktoren blei- ben als sogenannte invaliditätsfremde Aspekte nach wi e vor unbeachtlich. Im vorliegenden Fall sind in diesem Zusammenhang die finanzielle Abhängigk eit vom Einkommen seiner erwerbstä- tigen Ehefrau zu erwähnen. Sodann kann auch die meh rjährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt zu diesen ungünstigen Einflüssen auf das Krankheitsgeschehen gezählt werden. 6.8.3.2 Als weiteren Indikator nennt das Bundesgericht d ie Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfelds. Beachtlich sind dabei die Verankeru ng und Vernetzung im sozialen Um- feld und die daraus mobilisierbaren Ressourcen. Der Versicherte lebt - wie bereits erwähnt - mit seiner Ehefrau und seinem Sohn zusammen. Auch wenn er si ch seit Eintritt des Gesundheits- schadens von seinen Kollegen zurückgezogen hat, hat er den Kontakt nicht ganz aufgegeben. Zudem besucht er alle zwei Jahre seine Familie in seiner Heimat. Damit hat der Versicherte zwar ein bescheidenes soziales Umfeld, in welchem er jedo ch gut eingebettet ist und welches ihn unterstützen kann. 6.8.4 Anhand der ermittelten Indikatoren ist schliessli ch die "Konsistenzprüfung" vorzuneh- men. Dabei ist zu prüfen, ob die Auswirkungen der fest gestellten Gesundheitsbeeinträchtigun- gen auf die Leistungsfähigkeit anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Ein wic htiger Indikator ist dabei die Frage, ob die diskutierte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit gleich ausgeprägt ist wie die Einschrän- kungen in den sonstigen Lebensbereichen. Ferner ist zu beachten, ob die versicherte Person Therapieangebote wahrnimmt oder mögliche Behandlunge n auslässt. Vorliegend steht fest, dass der Versicherte in Behandlung bei den F.____ steht, die er zweimal im Monat aufsucht. Zudem wird er mit psychopharmakologischen und schmerzstille nden Medikamenten behandelt. Andere therapeutische Massnahmen nimmt er nicht in Ansp ruch. Gemäss den ärztlichen Beur- teilungen besteht zwischen den geltend gemachten Schmerze n und den erhobenen Befunden eine Diskrepanz. Denn objektivierbar ist nur eine vermind erte Belastbarkeit der LWS, eine er- höhte Ermüdbarkeit und die damit verbundenen Konzentr ationsschwierigkeiten, eine Antriebs- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht hemmung und ein teilweiser sozialer Rückzug. Allerdings i st aufgrund der Indikatoren eine ge- wisse Einschränkung der Leistungsfähigkeit plausibel. Ebenso sind aber auch noch einige Res- sourcen erkennbar, welche auch im Rahmen des Erwerbsleben s verwertbar sein dürften. Ins- gesamt ist die von den Gutachtern der D.____ veransch lagte 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten bis mittelschweren, leidensangepassten Tätigkeit im Einklang mit den Ein- schränkungen des Versicherten im Alltag. Damit gibt das Gu tachten der D.____ vom 20. Okto- ber 2015 genügend Aufschluss über die massgeblichen Indi katoren, die gemäss neuerer Rechtsprechung zu berücksichtigen sind. 6.9 An diesem Ergebnis ändert auch die von Dr. N.____ festgehaltene 100%ige Arbeitsun- fähigkeit nichts, gilt diese doch lediglich für die ange stammte Tätigkeit. In seinem Bericht vom 16. Juni 2017 erachtete der behandelnde Arzt die Ausübung einer leidensangepassten Tätigkeit als zumutbar. Den Umfang einer solchen Arbeit legte er jedoch nicht fest, weshalb auf seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht abgestellt werden kann. Die Einschätzung der behandeln- den Ärzte der F.____, wonach der Versicherte zu 50 % arbeitsunfähig sei, ist nicht geeignet, um Zweifel an der ausschlaggebenden Aussagekraft der Gutachten der D.____ zu erwecken. Denn die Ärzteschaft der F.____ begründet die Einschränkung zu Beginn ausschliesslich mit der Diagnose einer anhaltenden affektiven Störung bzw. mit einer depressiven Episode (vgl. Bericht vom 2. Dezember 2014), welche jedoch - wie bereits in Er wägung 6.6 ausgeführt - die Arbeits- fähigkeit des Versicherten nicht beeinflusst. Später ging sie davon aus, dass nebst der depres- siven Störung auch die somatoforme Schmerzstörung die Arbeitsfähigkeit des Versicherten beeinträchtige (vgl. Bericht vom 22. Mai 2017). Da sie jedoch das Ausmass der Einschränkung allein aufgrund der somatoformen Schmerzstörung nicht festlegte, kann der Versicherte daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gestützt auf die G utachten der D.____ davon auszugehen ist, dass der Versicherte von 2003 bis August 201 5 in einer leidensangepassten Verweistätigkeit zu 100 % und ab September 2015 zu 80 % arbeitsfähig ist. Aus den Akten geht nicht hervor, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherte n seither verschlechtert hat. Im Bericht der F.____ vom 29. Mai 2017 wird vielmehr best ätigt, dass in psychischer Hinsicht eine unveränderte Situation vorliege. Unter diesen Umstän den sind von weiteren Abklärungen keine neuen relevanten Erkenntnisse zu erwarten. Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesag- ten eine zuverlässige Beurteilung des massgebenden medizin ischen Sachverhalts zu, so ist dem Antrag des Versicherten, wonach zur Validierung des Gutachtens der D.____ vom 20. Ok- tober 2015 ein weiterer Bericht bei der F.____ einzuh olen bzw. ein gerichtliches Gutachten an- zuordnen sei, nicht stattzugeben. Der Anspruch auf rechtl iches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pfl icht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruch s indessen nur über jene Tat- sachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsa che erheblich sind. Gelangt das Ge- richt bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben u nd dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel ve rzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesg erichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 141 I 64 E. 3.3, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Gemäss Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad bei erw erbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Danach wird fü r die Bestimmung des Invaliditäts- grades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invali- deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen , das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). De r Einkommensvergleich hat in der Re- gel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergeste llt werden. Aus der Einkommensdiffe- renz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemein e Methode des Einkommensver- gleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 8.2 Die IV-Stelle nahm in der angefochtenen Verfügu ng vom 29. März 2017 den erforderli- chen Einkommensvergleich vor. Dabei ermittelte sie gestü tzt auf den Durchschnitt der Jahres- löhne 2001 und 2002 gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) und nach An- passung an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2003 ein Valideneinkommen von Fr. 54‘988.--. Für die Bestimmung des trotz Gesundheit sschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ging sie von Tabellenlöhnen der Schweizeri- schen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2002 des Bundesamtes fü r Statistik (BFS), TA 1, Privater Sektor, Anforderungsniveau 4, Spalte Männer, aus und erhielt dabei unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung und der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2003 einen Betrag von Fr. 57‘749.--. Nach Abzug eines leidensbedingten Abzugs von 10 % und eines Min- derverdienstes von 4 % sowie Anpassung an das zumutbare A rbeitspensum von täglich 6 Stunden erhielt sie ein massgebendes Invalideneinkom men von Fr. 35‘924.--. Aus der Ge- genüberstellung von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen ermittelte sie sodann einen Invaliditätsgrad von 35 %. Der Versicherte beanstandet e das von der IV-Stelle ermittelte Vali- deneinkommen von Fr. 54'988.--, weil sie nicht auf di e Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin abgestellt und damit den 13. Monatslohn und die Zusatz entschädigungen nicht berücksichtigt habe. Richtigerweise betrage das Valideneinkommen Fr. 57'472.--. Die Frage, welcher Auffas- sung zu folgen ist, kann - wie die nachfolgenden Erwägu ngen aufzeigen werden - offengelas- sen werden, weil selbst bei einem massgebenden Validene inkommen von Fr. 57‘472.-- kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert. 8.3.1 Das von der IV-Stelle ermittelte Invalideneinkomm en von Fr. 35‘924.-- ist insofern zu korrigieren, als der Versicherte gemäss den Zumutbarkeitsb eurteilungen der Gutachter der D.____ in einer leidensangepassten Tätigkeit zum Zeitpu nkt des Rentenanspruchs (2003) zu 100 % arbeitsfähig war bzw. seit September 2015 zu 80 % arbeitsfähig ist. Die Annahme der IV-Stelle, wonach von einer Arbeitsfähigkeit von 6 Stu nden täglich auszugehen sei, basiert auf die Feststellungen von Dr. C.____, auf welche jedoch ge mäss Urteil des Kantonsgerichts vom 19. Januar 2007 nicht abgestellt werden kann. Ausgehend von einer vollständigen Arbeitsfähig- keit in einer leidensangepassten Verweistätigkeit beträgt das Invalideneinkommen im Jahr 2003 Fr. 51'974.-- (Fr. 57'749.-- x 90/100 [leidensbedin gter Abzug]; in Anbetracht der Differenz zwi- schen Invaliden- und Valideneinkommen von Fr. 2'761.-- ist ein Minderverdienst von 0,48 % nicht mehr zu berücksichtigen). Daraus resultiert ein Inva liditätsgrad von 10 % (Fr. 57'472.-- ./. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 51'974.-- x 100 : Fr. 57'472.--). Das massgebende Invalideneinkommen ab 2015 ist gestützt auf die LSE 2014, Tabelle TA 1, Privater Sektor, Komp etenzniveau 1, Spalte Männer, zu be- rechnen, was ein Jahreseinkommen von 63'744.-- (Fr. 5'31 2.-- x 12) ergibt. Nach Anpassung dieses Betrages an die betriebsübliche wöchentliche Arbei tszeit von 41,7 Stunden und an die Nominallohnentwicklung von 0,3 % im Jahr 2015 resultie rt ein Invalideneinkommen von Fr. 66'652.--. Unter Berücksichtigung eines leidensbedin gten Abzugs von 10 % und eines Min- derverdienstes von 16 % sowie einer zumutbaren 80%igen Arbeitsfähigkeit ergibt sich ein mas- sgebendes Invalideneinkommen von Fr. 40'311.-- bzw. ein Invaliditätsgrad von 30 %. Die IV- Stelle stellte deshalb zu Recht fest, dass der Versicherte mangels rentenbegründenden Invalidi- tätsgrades keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat. 8.3.2 An diesem Ergebnis ändert der Einwand des Versic herten, dass aufgrund der schmerzbedingten Leistungsschwankungen, des Teilzeitpensums und des Status als Niederge- lassener ein Abzug von 25 % vom massgebenden Invalidenei nkommen vorzunehmen sei, nichts. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens anha nd lohnstatistischer Angaben sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid BGE 12 6 V 75 ff. hat das Bundes- gericht seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabelle nlohn bereinigt und weiterentwi- ckelt. Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rechnung getra- gen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthal tskategorie und Beschäftigungsgrad Aus- wirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Au sprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301 mit Hinweis). Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unt er Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen. Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweis tätigkeiten auszugehen, können un- ter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserord entlich zu bezeichnen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 7. April 2016, 9C_898/2015, E. 1). 8.3.4 Die Einschätzung des leidensbedingten Abzugs ist ste ts eine Ermessensentscheidung. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass das Kantonsgericht als kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vo rinstanz setzt. Es geht vielmehr um die Frage, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behö rde nach dem ihr zustehenden Ermes- sen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. All erdings darf das Sozialversiche- rungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegend erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E 6, 123 V 150 E. 2). 8.3.5 Die IV-Stelle trug mit dem von ihr vorgenommene n Abzug von 10 % der Tatsache Rechnung, dass der Versicherte in einem Teilzeitpensum gesundheitsbedingt eingeschränkt ist. Eine darüberhinausgehende Kürzung des Invalideneinkomm ens lässt sich kaum rechtfertigen. Wie sich aus der massgebenden Zumutbarkeitsbeurteilung im Gutachten der D.____ vom Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht 20. Oktober 2015 ergibt, wurden die Schmerzproblemati k und die damit verbundene schwan- kende Leistungsfähigkeit des Versicherten bereits durch die Annahme eines reduzierten Ar- beitspensums im Umfang von 80 % hinreichend berücksichtigt . Auch wenn Stellen, welche schwere Arbeiten in Zwangshaltungen und das Heben, Tra gen sowie Ziehen von Lasten über 20 kg erfordern und nicht in Wechselbelastung ausgeführt werden können, für den Versicherten nicht mehr in Betracht kommen, besteht immer noch ein ge nügend breites Spektrum an zumut- baren Verweistätigkeiten im in Frage kommenden Anfor derungsniveau 4. Eine zusätzliche Ver- anschlagung dieser Einschränkungen unter dem Titel des leidensbedingten Abzugs im Sinne von BGE 126 V 75 würde nur zu einer unzulässigen doppel ten Anrechnung desselben Faktors führen. Die Kriterien Lebensalter und Dienstjahre rechtfertigen ebenso wenig einen Abzug. Was den Ausländerstatus anbelangt, ist kein Abzug angezeigt, verdienen doch Männer mit Nieder- lassungsbewilligung (Kategorie C) im Anforderungsnivea u 4 zwar weniger als Schweizer, aber dennoch mehr als das für die Invaliditätsbemessung heran gezogene Durchschnittseinkommen (Urteile des Bundesgerichts vom 13. Februar 2013, 8C_93 9/2011, E. 5.2.3 und vom 20. Okto- ber 2011, 8C_594/2011, E. 5 mit Hinweisen). Aufgrund dieser Ausführungen erweist sich der von der IV-Stelle vorgenommene leidensbedingte Abzug von 10 % aufgrund der Teilzeitarbeit als angemessen. Da dieser erst ab September 2015 (= Begi nn der 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit) zu Tragen kommt, ist es fraglich , ob für die Zeit von 2003 bis August 2015 ein leidensbedingter Abzug überhaupt gerechtfertigt ist. Diese Frage kann jedoch offenge- lassen werden, liegt der Invaliditätsgrad selbst bei ein em Maximalabzug von 25 % unter 40 %. Demgemäss ist die Beschwerde abzuweisen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist d er Versicherte unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Ihm ist allerdings mit verfahrensleitender Verfügung vom 23. Mai 2017 die unentgeltliche Prozessfü hrung bewilligt worden, weshalb die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse gehen. 9.2 Der Versicherungsträger hat die Kosten der Abklärun g zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat (vgl. Art. 45 Abs. 1 ATSG). Erfolgte keine Anordnung von Mass- nahmen, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn d ie Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträ glich zugesprochener Leistungen bilden (vgl. U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2015, N 19 zu Art. 45). Im vor- liegenden Beschwerdeverfahren beantragte der Versicherte in seiner Eingabe vom 30. Mai 2017, es sei die IV-Stelle zu verpflichten, die Kosten für den Bericht der F.____ vom 22. Mai 2017 in der Höhe von Fr. 40.-- zu übernehmen. Es zeigte sich aber, dass das Kantonsgericht auch ohne diesen Bericht zum gleichen Schluss gekommen w äre. Mit anderen Worten war die Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht ärztliche Beurteilung der F.____ vom 22. Mai 2017 für die Entscheidfindung nicht unerlässlich, weshalb von einer Überbindung der Kosten auf die IV-Stelle abzusehen ist. 9.3 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Versicherten mit prozessleitender Verfügung vom 23. Mai 2017 auch die unent- geltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bew illigt worden ist, hat dessen Entschä- digung aus der Gerichtskasse zu erfolgen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwäl- tinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das H onorar bei unentgeltlicher Ver- beiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertrete r des Beschwerdeführers machte in sei- ner Honorarnote vom 3. August 2017 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 17 Stunden und 55 Minuten sowie Spesen und Auslagen von insgesamt Fr. 111.30 geltend, was umfangmässig nicht zu beanstanden ist. Ihm ist deshal b ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'990.20 (17 Stunden und 15 Minuten à Fr. 200.- - zuzüglich Auslagen von Fr. 111.30 sowie 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.4 Der Beschwerdeführer wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewä hrt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'990.20 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. 4. Der Antrag des Beschwerdeführers, die IV-Stelle se i zur Übernahme der Kosten für den Bericht der F.____ vom 22. Mai 201 7 in Höhe von Fr. 40.-- zu verpflichten, wird abgelehnt.