<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Standard berschrift1"><span class="Standard berschrift1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Standard berschrift1"><span class="Standard berschrift1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Standard berschrift1"><img src="word/media/image1.png"/></p></td></tr></table><div><div><p><span>UV.2022.00016</span></p></div><div><p><span> </span></p></div><div><p><span> </span></p></div><p><br/></p><div><p>II. Kammer</p></div><div><p>Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende<br/>Sozialversicherungsrichterin Käch<br/>Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser<br/>Gerichtsschreiberin Kübler-Zillig</p></div><p class="Standard berschrift2"><span class="Standard berschrift2">Urteil</span><span class="Standard berschrift2"> vom </span><span class="Standard berschrift2">13. September 2022</span></p></div><p class="Standard StandardEinzug"><span class="Standard StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Standard StandardFett RubrumFett"><span class="Standard StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführerin</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">vertreten durch Rechtsanwältin Diane </span><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Günthart</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">ADVOMED</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Bahnhofstrasse 12, 8001 Zürich</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardFett RubrumFett"><span class="Standard StandardFett RubrumFett">Suva</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Rechtsabteilung</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Postfach 4358, 6002 Luzern</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegnerin</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">X.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, geboren 1970, war seit dem 1. Juni 2008 als Mitarbeiterin Zustellung bei der </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Y.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> AG angestellt (Urk. 7/1 Ziff. 3)</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> und in dieser </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Eigen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schaft </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">bei der Suva </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, als sie am 24. Januar 2020 Opfer eines Sexualdelikts wurde (Urk. 7/1 Ziff. 4, Urk. 7/12 Ziff. 2). </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Erstbehandlung erfolgte am 25. Januar 2020 durch die Ärzte des </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Spitals Z.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, wobei eine akute Belastungsreaktion diagnostiziert wurde (Urk. 7/12 Ziff. 1 und 5). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Schreiben vom 5. Januar 2021 (Urk. 7/97) sowie Verfügung vom </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">30. August 2021 (Urk. 7/120) </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">verneinte die Suva eine Leistungspflicht mangels Vorliegen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">s</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> eines Unfalles oder einer unfallähnlichen Körperschädigung. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die dagegen von der Versicherten am 6. September 2021 erhobene Einsprache (Urk. 7/121) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3. Januar 2022 ab (Urk. 7/128 = Urk. 2).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Die Versicherte erhob am 28. Januar 2022 Beschwerde gegen den Einspracheent</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">scheid vom 3. Januar 2022 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">,</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwer</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">deantwort vom 9. März 2022 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 24. März 2022 mitgeteilt wurde (Urk. 8).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span id="FUNKTION1"></span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Gericht</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zieht in Erwägung:</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Un</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">fallversicherung (UVG) werden – </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).</span></p><p><span> </span><span>Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs</span><span>sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf </span><span>eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Ren</span><span>tenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs</span><span>massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbe</span><span>ginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Ein Unfall ist gemäss Art. 4 </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">des </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Bundesgesetz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">es</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sundheit oder den Tod zur Folge hat.</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> Praxisgemäss werden auch schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche (sog. Schreckereignisse) als Einwirkungen auf den menschlichen Körper im Sinne des Unfallbegriffs (Art. 4 ATSG) anerkannt.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Ei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nspracheentscheid vom 3. Januar </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2022 (Urk. 2) damit, dass eine Schändung, zumal wenn sie auch noch ohne Ein</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">willigung gefilmt werde, unzweifelhaft eine massive Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung sowie der psychischen und sexuellen Integrität des Opfers dar</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stelle. Unbestritten sei auch, dass sie grundsätzlich eine unmittelbare Bedrohung, körperlich und seelisch verletzt zu werden, beinhalte und die Vornahme sexueller Handlungen gegen den Willen der betroffenen Person zu einer psychischen Dekompensation, wie sie vorliegend erfolgt sei, führen könne. Indes fehle es im vorliegenden Fall an der Auslösung einer unmittelbaren Angst- und Schreckre</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">aktion durch die Straftat des Täters. Gerade der Umstand, dass die Beschwerde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">führerin im Zeitpunkt der Schändung tief geschlafen habe und dabei der an ihr vorgenommene Missbrauchshandlungen gar nicht bewusst gewahr worden sei, schliesse eine seelische Einwirkung durch einen gewaltsamen, in der unmittelba</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ren Gegenwart der versicherten Person </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sich abspielenden Vorfall von überra</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schender Heftigkeit, wie dies von der Rechtsprechung gefordert werde, von vorn</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">herein aus. Erst nachdem die Beschwerdeführerin vom Täter geweckt worden sei, habe sie sich überhaupt in der Lage befunden, sich der Tragweite der Gescheh</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nisse der vorangegangenen Zeit bewusst zu werden; in der Folge seien dann auch psychische Beschwerden aufgetreten. Damit fehle es aber an der Voraussetzung </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">des unmittelbaren Erlebens des durch die Straftat entstandenen ausserordentli</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chen psychischen Schocks auf die menschliche Psyche im Sinne eines Schrecke</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">reignisses. Ohne Belang sei dabei, dass die Tat vorliegend unbestrittenermassen schwerwiegende Folgen für die Beschwerdeführerin nach sich gezogen habe, denn das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit beziehe sich allein auf den äusseren Faktor selbst und nicht auf dessen Wirkung auf den menschlichen Kör</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">per (S. 5 Ziff. 2.b).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Im Rahmen der Beschwerdeantwort </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">(Urk. 6) führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus, der vorliegend zu beurteilende Fall sei mit dem Tsunami </span><span id="CURSOR"></span><span id="_GoBack"></span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">vom Dezember 2004 in keiner Weise vergleichbar, habe doch für die Beschwerdefüh</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rerin keine konkrete objektive Lebensgefahr bestanden. Vorliegend stelle die voll</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zogene Schändung den gewaltsamen Vorgang dar. Der nachvollziehbare Schre</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">cken sei durch die Vorstellung und das nachträgliche Bewusstsein über den Ver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">dacht auf Missbrauchshandlungen ausgelöst worden. Es fehle daher an der für die Anerkennung eines Schreckens als Unfall im Rechtssinne vorausgesetzte Unmittelbarkeit (S. 3 f. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Rz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> 5.</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">). Für die Erfüllung des Unfallbegriffs müsse sich der gewaltsame Vorfall in unmittelbarer Gegenwart der versicherten Person abgespielt haben. An diesem Erfordernis halte das Bundesgericht auch in der jün</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">geren Rechtsprechung fest (S. 4 </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Rz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> 5.3). Das Vorliegen eines Schreckereignisses sei zu verneinen, da es an der Voraussetzung des unmittelbaren Erlebens des durch die Straftat entstandenen ausserordentlichen psychischen Schocks auf die menschliche Psyche</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> im Sinne eines Schreckereignisses fehle (S. 4 </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Rz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> 5.4).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, es sei notorisch und wis</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">senschaftlich belegt, dass das Hirn bei Bewusstseinsstörungen dennoch in der Lage sei, je nach quantitativer und qualitativer Einschränkung des Bewusstseins äussere Reize wahrzunehmen. Was sie tatsächlich und unmittelbar während der effektiven Tathandlung wahrgenommen habe, sei unklar (Urk. 1 S. 6 </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Rz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> 14). Die Beschwerdegegnerin verkenne, dass der unfallversicherungsrechtliche Begriff «Vorfall» im Zusammenhang mit einem Schreckereignis nicht deckungsgleich mit der strafrechtlichen Tathandlung der Schändung sei. Ein Vorfall im Sinne des Unfallbegriffs gemäss Art. 4 ATSG und eines Schreckereignisses sei demgegen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">über weiter zu fassen. Zu verweisen sei beispielsweise auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts, </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">welches ein Schreckereignis bejaht habe, obwohl die versicherte Person in jenem Fall die eigentliche Flutwelle eines Tsunami nicht selbst gesehen habe (S. 7 </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Rz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> 15). Vorliegend umfasse der massgebende Vorfall nicht einzig die strafrechtliche Tathandlung der Schändung im engeren Sinne, sondern auch den Zeitraum, als sie nackt im Bett des Täters erwacht und ihr spätestens in jenem Zeitpunkt der Verdacht auf Missbrauchshandlungen bewusst worden sei, weshalb </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sie fluchtartig die Wohnung des Täters verlassen habe.</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Beachtlich sei zudem, dass nachdem sie sich in ihre Wohnung begeben habe und nach kurzem Hinlegen wieder zu sich gekommen sei, sich sodann der Missbrauchshandlungen eindeutig gewahr geworden sei und sich in der Folge übergeben sowie eine Panikattacke erlitten habe, weshalb sie sich auf die Notfallstation des </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Spitals Z.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> begeben habe. Ebenfalls umfasse der relevante Zeitraum für den in Frage stehenden Vor</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">fall auch die Handlung des </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Widerstandsunfähigmachens</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> an sich. Im Rahmen der rechtlichen Einordnung gelte es, das Geschehnis in seiner Gesamtheit zu würdi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gen. Die schädigende äussere Einwirkung - um noch als plötzlich erfolgt gelten zu können - müsse sich nicht auf einen blossen kurzen Augenblick oder gar Sekundenbruchteile beschränken. Vielmehr genüge es, dass es sich um einen ein</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">maligen Vorfall handle, der sich in einem relativ kurzen, bestimmt abgegrenzten Zeitraum vollziehe. Dementsprechend seien sämtliche Umstände in der Nacht vom 24. auf den 25. Januar 2020 in die Gesamtbetrachtung zur Beurteilung des massgeblichen Vorfalles im unfallversicherungsrechtlichen Sinn miteinzubezie</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hen. Spätestens in jenem Zeitpunkt, als die Beschwerdeführerin nackt in der Woh</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nung eines fremden Mannes erwacht sei im Bewusstsein, dass sie widerstandun</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">fähig gemacht worden sei, und der Verdacht von Missbrauchshandlungen im Raum gestanden habe, sei ein Schreckereignis zu bejahen (S. 7 f. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Rz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> 16). Das «</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Wi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">derstandsunfähigmachen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">» an sich stelle eine ungewollte und gewaltsame und aussergewöhnliche Einwirkung auf den menschlichen Körper und Se</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">e</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">le dar (S. 8 </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Rz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> 17). Es lasse sich zudem mit dem verfassungsrechtlichen Gleichheitsgebot nicht vereinbaren, dass eine Vergewaltigung und sexuelle Nötigung grundsätz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lich von der Rechtsprechung als Schreckereignis anerkannt </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">werde, währenddes</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sen eine Schändung nach Ansicht der Beschwerdegegnerin kein solches Ereignis darstelle. Die Beschwerdegegnerin verkenne, dass die Rechtsprechung selbst die begründete Angst vor der Möglichkeit eines sexuellen Angriffs bei einem Überfall als ein Schreckereignis qualifiziere (S. 8 f. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Rz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> 18).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Strittig und zu prüfen ist demnach</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zunächst, ob der Vorfall vom 24. Januar 2020 als aussergewöhnliches Schreckereignis zu qualifizieren ist</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">,</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> und es sich dabei dementsprechend um einen Unfall im versicherungsrechtlichen Sinn handelt.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Dem </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">in Rechtskraft erwachsenen </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Urteil des </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Bezi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rksgerichts Zürich vom 14. Juli </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2021 (Urk. 7/126) lässt sich zum S</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">achverhalt entnehmen, es sei am 18. Januar 2020 zu einem ersten Treffen zwischen der Beschwerdeführerin und dem </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Ange</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">klagten</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> gekommen, wobei in der Wohnung des Täters einvernehmlicher Geschlechtsverkehr stattgefunden habe. Am 24. Januar 2020 hätten sich die bei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">den erneut beim </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Angeklagten</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> zu Hause verabredet. Man habe sich auf das Sofa </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">im Wohnzimmer gesetzt und den Fernseher eingeschaltet. Der </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Angeklagte</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> habe in der Küche ein «Spezialgetränk» mit Zucker, Wasser und Tee versetztem </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">und aufgekochtem Havanna-Rum zubereitet. Er habe dies in zwei Bierkrüge bezie</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">hungsweise Biergläser gefüllt und der Beschwerdeführerin zum Trinken gegeben (S. 6 Ziff. 2.3). Ab hier könne sich die Beschwerdeführerin an nichts mehr erin</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nern. Der </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Angeklagte</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> habe widerspruchsfrei angegeben, dass es zum Geschlechts</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">verkehr gekommen sei. Wenig später seien weitere sexuelle Handlungen erfolgt, welche der </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Angeklagte</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> mit seiner GoPro-Kamera gefilmt habe. Die Erinnerungen und Schilderungen der Beschwerdeführerin hätten erst </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">wieder eingesetzt</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">, als der </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Angeklagte</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> sie um zirka vier Uhr morgens im Schlafzimmer geweckt habe (S. 6 f. Ziff. 2.4). Das Gericht gelangte zum Schluss, dass der ausgiebige und rasche Kon</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sum von zirka fünf bis sieben Deziliter des «Spezialgetränks» zu einem filmrissi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gen </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Wegtreten der Beschwerdeführerin geführt habe (S. 10 f. Ziff. 5.1.2). Anhand des zeitlichen Ablaufs könne eine (vollständige) Widerstandsunfähigkeit bereits auf den Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs nicht erstellt werden. Viel wahrschein</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">licher sei, dass die Beschwerdeführerin beim Geschlechtsverkehr noch nicht (gänzlich) widerstandsunfähig gewesen sei, jedoch gleich danach auf dem Sofa sehr rasch eingeschlafen sei (S. 11 Ziff. 5.1.4). Es sei durchaus plausibel, dass sie keine (klaren) Erinnerungen mehr an den Geschlechtsverkehr habe, was aber nicht gleichbedeutend sei, dass sie nicht mitgemacht habe (S. 12 Ziff. 5.1.6).</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> Bezüglich der anschliessenden Berührungen durch den </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Angeklagten</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> erachtete es das Gericht als erstellt, dass </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">die Beschwerdeführerin zu nichts mehr willens und fähig gewesen sei. Der Angeklagte habe die Handlungen an einem widerstands</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">unfähigen Opfer vorgenommen, das nicht in der Lage gewesen sei, einen Wil</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">lensentschluss zu fällen und zu äussern (S. 13 f. Ziff. 5.2). Dementsprechend wurde der </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Angeklagte </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bezüglich des Geschlechtsverkehrs vom Tatvorwurf der Schändung freigesprochen, bezüglich der späteren Berührungen </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">hingegen </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">der Schändung </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">für schuldig gesprochen. A</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">uch </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">erfolgte ein Schuldspruch wegen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> Ver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">letzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Au</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">fnahmegeräte (S. 33 Ziff. 1 und </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Seit jeher haben Rechtsprechung und Lehre auch schreckbedingte plötzliche Ein</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">flüsse auf die Psyche als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des geltenden Unfallbegriffs) anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche Behandlung besondere Regeln entwickelt. Danach setzt die Annahme eines Unfalles voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, ver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bunden mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seelische </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, sich in der unmittelbaren Gegenwart der versicherten Person abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer über</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">raschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag, etc.) hervorzurufen (Urteil des Bundesgerichts 8C_412/2015 vom 5. November 2015 E. 2.1 mit Hinweisen).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Bereits mit Urteil U 365 vom 29. Oktober 1999 betreffend die Erfüllung des Unfallbegriffes im Zusammenhang mit Schreckereignissen hielt das Bundesge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">richt ausdrücklich an der Voraussetzung des gewaltsamen, sich in unmittelbarer Gegenwart der versicherten Person abspielenden Vorfalles fest, wobei es auch in jenem Fall um die Frage ging, ob auch ein Schockschaden unter den Unfallbegriff fallen könne (E. 2.b). Diese Rechtsprechung wurde in der Folge in zahlreichen höchstrichterlichen Urteilen bestätigt und der Unfallbegriff verneint, solange die versicherte Person den gewaltsamen Vorfall nicht in unmittelbarer Gegenwart erlebt hatte (vgl. statt vieler BGE 129 V 177 E. 2.1</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">, Urteile U 273/02 vom 17. Juni </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2003</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> E. 3.2 und U 67/02 vom 2. April 2003 E. 3.1 sowie 8C_609/2018 vom 5. Dezember 2018 E. 2.2). An der Voraussetzung der unmittelbaren Gegen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">wart der versicherten Person am gewaltsamen Vorfall ist daher festzuhalten.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Gemäss höchstrichterliche</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">r</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> Rechtsprechung ist </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">damit </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">im Zusammenhang mit der unmittelbaren Gegenwart das persönliche Erleben des gewaltsamen Vorfalles ent</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">scheidend. Daran vermag auch das von der Beschwerdeführerin zitierte Urteil des Bundesgerichts U 548/06 vom 20. September 2007 nichts zu ändern. Dabei war der Fall einer Versicherten zu beurteilen, welche während des grossen Seebebens vom 26. Dezember 2004 auf einer kleinen Insel in Thailand in den Ferien weilte. Das Bundesgericht gelangte zum Schluss, dass auch wenn sich die durch die erste Flutwelle verursachte Hauptkatastrophe nicht in unmittelbarer Gegenwart der Versicherten zugetragen habe, die von ihr miterlebten Geschehnisse und damit verbundenen seelischen Eindrücke einen einheitlichen, einmaligen Vorfall dar</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">stellten, der ein aussergewöhnliches Schreckereignis darstelle (E. 4.4).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Damit nicht zu vergleichen ist der vorliegend zu beurteilende Vorfall vom 24. Januar 2020. D</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">as Strafgericht </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ging </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">b</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ezüglich de</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">s</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> Geschlechtsverkehr</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">s</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> davon aus, </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">dass die Beschwerdeführerin </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">mitgemacht habe </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">und </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">dieser</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> einvernehmlich erfolgt</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> sei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">. Die Beschwerdeführerin </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> in diesem Zeitpunkt in der psychischen und körperlichen Verfassung</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> gewesen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">, einen ausreichenden Willen zu bilden und zu äussern, wenn sie den Geschlechtsverkehr nicht gewollt hätte (Urk. 7/126 S. 13 Ziff. 5.1.7). Demzufolge </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ist diesbezüglich ein ungewollte</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">r</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">, gewaltsame</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">r</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> und aus</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sergewöhnliche</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">r</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> Vorfall ohne Weiteres zu verneinen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">.</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Die </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">späteren </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sexuellen Handlungen </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">und Videoaufnahme derselben </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ereigneten sich </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">in einem Zeitpunkt, als die Beschwerdeführerin infolge des Alkoholkonsums vollständig weggetreten war und nichts mehr realisierte (vgl. Strafurteil des Bezirksgerichts Zürich vom 14. Juli 2021, Urk. 7/126 S. 13 f. Ziff. 5.2).</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, es sei notorisch und wissenschaftlich belegt, dass das Hirn bei Bewusstseinsstörungen je nach quantitativer und qualitativer Einschränkung des Bewusstseins dennoch in der Lage sei, äussere Reize wahrzu</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nehmen, und es sei unklar, was sie tatsächlich und unmittelbar während der effektiven Tathandlung wahrgenommen habe</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> (E. 2.2)</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">, </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">kann dieser Argumentation nicht gefolgt werden</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">. Die Beschwerdeführerin </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">führte im Rahmen des Strafverfah</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rens mehrfach </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">aus, </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sie könne sich in der Zeit zwischen zirka 21.30 Uhr und 4 Uhr, als sie geschlafen habe, an gar nichts erinnern (Urk. 7/105/80 Ziff. 124</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">; Urk. 7/105/100 Ziff. 15</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">; Urk. 7/106/13 Ziff. 15).</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Damit lässt sich aber nur der Schluss ziehen, dass sie die sexuellen Handlungen nicht direkt miterlebt hat, sich diese nicht in ihrer unmittelbaren Gegenwart ereignet haben</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> und von ihr nicht bewusst wahrgenommen wurden</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Daran vermag auch nichts zu ändern, dass in einem Entscheid des Versicherungs</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gericht</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">s des Kantons St. Gallen selbst die begründete Angst vor der Möglichkeit eines sexuellen Angriffs bei einem Überfall als ein Schreckereignis qualifiziert worden war (SG UV 2020/6 vom 9. Dezember 2020, E. 3.2). Dass die Beschwer</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">deführerin Angst vor einem sexuellen Übergriff empfunden hätte, wurde in keinem Zeitpunkt geltend gemacht</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> (vgl. Urk. 7/105/82-83 Ziff. 146-149)</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">. Viel</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">mehr </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">stellte sie nach dem Aufwachen fest, dass sexuelle Handlungen stattgefun</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">den</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> haben mussten</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">, und wurde im Rahmen des Strafverfahrens immer wieder mit den Details konfrontiert. Dies ist jedoch nicht mit einer konkreten Angst vor der Möglichkeit eines </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bevorstehenden </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sexuellen Angriffs gleichzusetzen.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Ebenfalls </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">unbehelflich</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> ist der Einwand der Beschwerdeführerin, sie habe sich nicht wehren können, da sie vom Täter widerstandsunfähig gemacht worden sei, und dieses «</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Widerstandsunfähigmachen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">» an sich stelle eine ungewollte, gewalt</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">same und aussergewöhnliche Einwirkung auf den menschlichen Körper dar (Urk. 1 S. 8 </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Rz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> 17). Das Bezirksgericht Zürich gelangte in seinem Strafurteil</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> vom 14</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">. Juli 2021 zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin mit dem Täter zirka 0.5 bis 0.7 Liter eines Mischgetränks aus Havanna-Rum, Wasser, Teebeutel und Zucker sowie zudem noch roten </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Wodka</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> getrunken hat (Urk. 7/126 S. 10 f. Ziff. 5.1.2). Für die Annahme, dass der Täter der Beschwerdeführerin andere Substanzen, insbesondere K.O.-Tropfen oder Liquid Ecstasy, verabreicht hätte, lagen keine genügenden Hinweise vor (Urk. 7/126 S. 9 Ziff. 4.1, S. 10 f. Ziff. 5.1.2). Im gemeinsamen Trinken kann jedoch entgegen den Ausführungen </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">der Beschwerdeführerin kein «</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Widerstandsunfähigmachen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">» im Sinne einer unge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">wollten, gewaltsamen und aussergewöhnlichen Einwirkung erkannt werden. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Selbst die </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">blosse - wenn auch wiederholte - </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Aufforderung des Täters, sie solle doch trinken (</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Urk. 7/105/78 Ziff. 103; </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Urk. 7/105/101 Ziff. 27; Urk. 7/106/14 Ziff. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">27)</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">,</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> ist nicht als gewaltsame und aussergewöhnliche Einwirkung zu qualifi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">zieren.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.4</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Insgesamt sind damit die Voraussetzungen zur Annahme eines Schreckereignisses nicht erfüllt</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">,</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> und </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">es liegt kein </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> vor</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">. Die Beschwerdegegnerin hat damit im angefochtenen Einspracheentscheid vom 3. Januar 2022 ihre Leistungspflicht zu Recht </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">verneint. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard berschrift3"><span class="Standard berschrift3">Das Gericht erkennt:</span><span id="BeginnMateriell"></span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Die </span><span id="Text1"></span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Beschwerde</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend"> wird abgewiesen.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Das Verfahren ist kostenlos.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Rechtsanwältin Diane </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Günthart</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Suva</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Bundesamt für Gesundheit</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">4.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">stellen.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><br/></p><p class="Standard berschrift3"><span class="Standard berschrift3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>Grieder-MartensKübler-Zillig</p><p><br/></p><p><br/></p><div><p> </p></div><p><br/></p><p></p></div> </div></body></html>