VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI S 16 129 2. Kammer als Versicherungsgericht Vorsitz Moser Richter Audétat, Stecher Aktuar Ott URTEIL vom 17. August 2017 in der versicherungsrechtlichen Streitsache A._____, Beschwerdeführerin gegen B._____ AG, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Philipp, Beschwerdegegnerin betreffend Versicherungsleistungen nach UVG- 2 - 1.A._____ ist im Rahmen ihrer Anstellung bei der C._____ obligatorisch unfallversichert bei der B._____ AG. Gemäss Bagatellunfallmeldung vom 7. März 2015 rutschte A._____ am 2. März 2015 auf der Strasse aus und verletzte sich am linken Knie. Am gleichen Tag erfolgte die Erstbehandlung in der Praxis von Dr. med. D._____, wo eine Schürfwunde und Prellung der proximalen Tibia links diagnostiziert und die Wunde am linken Knie versorgt wurde. Dieser Vorfall hatte keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge und der Behandlungsabschluss erfolgte am 18. März 2015. 2. Am 22. April 2016 suchte A._____, aufgrund von Schmerzen im linken Knie, erneut Dr. med. D._____ auf. Im Anschluss daran wurde am 2. Mai 2016 in der Klinik H._____ durch Dr. med. E._____ eine Untersuchung mit MRI durchgeführt, welche eine hochstehende Patella und zusätzlich Zeichen eines Plica mediopatellaris Syndroms mit leichter Affektion des Knorpels an der medialen Patellafacette ergab. Am 3. Juni 2016 erfolgte eine Rückfallmeldung an die B._____. In der Folge holte die B._____ einen Arztbericht von Dr. med. D._____ vom 5. Juli 2016 sowie die Beurteilung vom 13. Juli 2016 durch ihren beratenden Arzt, Dr. med. F._____, ein. 3. Mit Verfügung vom 2. August 2016 lehnte die B._____, gestützt auf die Beurteilungen von Dr. med. D._____ und Dr. med. F._____, ihre weitere Leistungspflicht ab. Die dagegen erhobene Einsprache von A._____ vom 24. August 2016, lehnte die B._____, nach Einholung einer weiteren medizinischen Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. F._____ vom 8. September 2016, mit Entscheid vom 12. Oktober 2016 ab. Zur Begründung hielt die B._____ fest, dass gemäss den Beurteilungen von Dr. med. F._____ sowie von Dr. med. D._____ ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den geklagten Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sei.- 3 - 4. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 17. Oktober 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie stellte sinngemäss die Anträge, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die B._____ sei zur Erbringung von Versicherungsleistungen zu verpflichten. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass sie am 20. September 2016 eine Zweitmeinung bei Dr. med. G._____, Klinik H._____, eingeholt habe, welcher einen Zusammenhang der Knieschmerzen mit dem Unfall vom 2. März 2015 für möglich gehalten habe, und dass am 12. Oktober 2016 in der Klinik H._____ eine Kniearthroskopie bei Dr. med. G._____ durchgeführt worden sei, welche diese Möglichkeit bestätigt habe. 5. In der Beschwerdeantwort vom 1. Dezember 2016 beantragte die B._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie machte im Wesentlichen geltend, dass der Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem vorliegend behandelten Gesundheitsschaden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sei. Nachdem die Beschwerdegegnerin aufgrund der Beschwerde vom 17. Oktober 2016 Kenntnis von der Kniearthroskopie vom 12. Oktober 2016 erhalten hatte und dieser medizinische Eingriff in zeitlicher Hinsicht mit der Eröffnung des Einspracheentscheides zusammenfiel, legte die Beschwerdegegnerin den Operationsbericht vom 12. Oktober 2016 Dr. med. F._____ vor, weil sich daraus allenfalls neue Erkenntnisse bezüglich des Kausalzusammenhanges der operativ behandelten Beschwerden und dem Unfallereignis hätten ergeben können. Dr. med. F._____ äusserte sich dazu in seiner medizinischen Beurteilung vom 17. November 2016, welche diejenige vom 8. September ergänzte. 6. Die Beschwerdeführerin reichte in der Folge keine weitere Stellungnahme ein.- 4 - Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie auf die weiteren Beweismittel wird, sofern erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Gericht zieht in Erwägung: 1. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 12. Oktober 2016. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Die Beschwerdeführerin wohnt in X._____ (GR) womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als formelle und materielle Adressatin des angefochtenen Einspracheentscheides ist die Beschwerdeführerin vom angefochtenen Entscheid berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten. b) Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdeführerin betreffend der mittels Rückfallmeldung vom 3. Juni 2016 der Beschwerdegegnerin gemeldeten Kniebeschwerden weitere Versicherungsleistungen beanspruchen kann resp. ob ein Kausalzusammenhang zwischen den - 5 - geklagten und behandelten Knieschmerzen (aktenkundig ab April 2016) und dem Unfall vom 2. März 2015 besteht. 2. Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher grundsätzlich die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung. Hinsichtlich der für das vorliegende Verfahren anwendbaren Bestimmungen haben sich indessen mit Inkrafttreten der neuen Rechtssätze keine relevanten Änderungen ergeben. 3. a) Die Unfallversicherung erbringt gemäss Art. 6 UVG grundsätzlich Leistungen für Berufsunfälle, Nichtberufsunfälle und Berufskrankheiten. Die Definition des Unfalls findet sich in Art. 4 ATSG, wobei damit eine plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper gemeint ist, die zu einer Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen und psychischen Gesundheit führt oder den Tod zur Folge hat. Im Falle eines Unfalles hat die versicherte Person gemäss Art. 10 UVG insbesondere Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen. Weiter setzt die Leistungspflicht des Unfallversicherers einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und der gesundheitlichen Schädigung voraus (vgl. BGE 129 V 177 E.3; LOCHER/GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl., Bern 2014, N. 20 f. zu § 20 und N. 3 zu § 33). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann (vgl. BGE 129 V 177 E.3.1). Auch für die gemäss Art. 11 - 6 - UVV grundsätzlich als leistungsbegründend zu betrachtenden Rückfälle besteht nur dann eine Leistungspflicht der Unfallversicherung, sofern die erneut geltend gemachten Beschwerden natürlich und adäquat kausal zur anlässlich des Unfalles erlittenen Gesundheitsschädigung sind (BGE 118 V 293 E.2c; RUMO-JUNGO/HOLZER, in: MURER/STAUFFER (Hrsg.), Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG), 4. Aufl., Zürich 2012, Art. 6 S. 78). Laut Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückfall um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, sodass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt (BGE 118 V 293 E.2c, 105 V 31 E.1c). Mit Bezug auf Rückfälle kann der Unfallversicherer nicht auf der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhangs beim Grundfall und bei früheren Rückfällen behaftet werden, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Vielmehr obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem als Rückfall postulierten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E.1c in fine). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 79; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 ff.). Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht (BGE 132 V 412 E.4; vgl. auch Art. 124 UVV). Erlässt der Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte - 7 - Person nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (BGE 134 V 145 E.5). Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle die Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. Dies ist im Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen Verlauf eine entscheidende Rolle zu. Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit günstigem Heilungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch auf Leistungen begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten Abschluss auszugehen sein als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungsprozess. Andererseits ist der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht unter demjenigen eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person während der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden gelitten hat beziehungsweise wenn Brückensymptome gegeben sind, die das Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (vgl. hierzu Urteile des Bundesgerichts 8C_102/2008 vom 26. September 2008 E.4.1, 8C_433/2007 vom 26. August 2008 E.2.3). b) Zunächst kann einmal festgehalten werden, dass vorliegend die Behandlung des ursprünglichen Unfalls vom 2. März 2015 (Grundfall) am 18. März 2015, also innert ca. 2 Wochen, abgeschlossen wurde (vgl. Arztzeugnis UVG von Dr. med. D._____ vom 5. Juli 2016, beschwerdegegnerischen Akten [Bg-act.] 4; Einsprache vom 24. August 2016, beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3 und Bg-act. 11). Im Rahmen der Erstbehandlung nach dem Unfall durch Dr. med. D._____ wurde eine Schürfwunde und eine Prellung der proximalen Tibia links diagnostizierte und die Wunde am linken Knie versorgt (Bg-act. 4). Der - 8 - Unfall führte zu keiner Arbeitsunfähigkeit (vgl. Arztbericht von Dr. med. D._____ vom 5. Juli 2016, Bg-act. 5). In der Rückfallmeldung vom 3. Juni 2016 wurde der 25. April 2016 als Rückfalldatum benannt (Bg-act. 2), wobei die Beschwerdeführerin am 22. April 2016 erneut Dr. med. D._____ wegen Kniebeschwerden konsultierte und am 2. Mai 2016 eine Untersuchung inkl. MRI in der Klinik H._____ bei Dr. med. E._____ durchgeführt wurde (vgl. Untersuchungsbericht von Dr. med. E._____ vom 2. Mai 2016 [Bg-act. 3]). Aus der Einsprache der Beschwerdeführerin vom 24. August 2016 (Bf-act. 3 und Bg-act. 11) ergibt sich, dass sie nach Behandlungsabschluss während mehrerer Monate beschwerdefrei war. Erst im Sommer 2015 habe sie erstmalig leichte Knieschmerzen im Knie verspürt (Bf-act. 3 und Bg-act. 11; vgl. auch Bg-act. 3). Im Winter 2015/2016 habe sie auch öfters während dem Skifahren einen ziehenden Schmerz im linken Knie verspürt (Bf-act. 3 und Bg-act. 11). Aufgrund des vergleichsweise harmlosen Unfalles vom 2. März 2015, der aktenkundig zu keiner Arbeitsunfähigkeit führte, der kurzen Behandlungsdauer sowie der mehrmonatigen Absenz von Beschwerden, womit auch keine weiteren medizinischen Behandlungen mehr zur Diskussion standen, ist vorliegend von einem stillschweigenden Abschluss des Grundfalls und somit von einem Rückfall auszugehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_433/2007 E.2.3 vom 26. August 2008). Davon geht implizit auch die Beschwerdeführerin aus, da sie die Argumentation der Beschwerdegegnerin hinsichtlich eines Rückfalles nicht beanstandet. Somit stellt sich die Frage nach der natürlichen Kausalität zwischen den ab April 2016 aktenkundigen Kniebeschwerden (Rückfall) und dem ursprünglichen Unfallereignis vom 2. März 2015. 4. a) Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Beeinträchtigung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage. Darüber haben die Unfallversicherungsgesellschaft sowie das im Beschwerdefall angerufene Gericht im Rahmen der ihnen obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen - 9 - Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden. Danach gilt ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang als erstellt, wenn das Gericht unter Würdigung aller Umstände zur Überzeugung gelangt, dass der in Frage stehende Unfall als Ursache des Gesundheitsschadens von allen in Betracht fallenden Geschehensabläufen am wahrscheinlichsten ist (BGE 126 V 360 E.5b; Urteil des Bundesgerichts 9C_717/2009 vom 20. Oktober 2009 E.3.3). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs zwischen dem Unfall und dem in Frage stehenden Gesundheitsschaden genügt demgegenüber nicht (BGE 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b, je mit Hinweisen; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 54). Die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit der Unfallkausalität hat die Beschwerdeführerin zu tragen (vgl. vorstehend E.3a). b) Um die Frage nach dem Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten Beschwerden und einem Unfallereignis beantworten zu können, sind die Unfallversicherungsgesellschaft und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ihnen der Arzt und allenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen. Aufgabe des Arztes ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und, sofern erforderlich, dessen Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben, gestützt darauf eine Diagnose zu stellen und zur Frage der natürlichen Kausalität Stellung zu nehmen. Solche ärztlichen Berichte erweisen sich als beweiskräftig, wenn sie für die streitigen Belange umfassend sind, auf den erforderlichen Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchten sowie in den daraus gezogenen Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 - 10 - E.3a mit Hinweis). Aktenbeurteilungen, welche den vorgenannten Anforderungen genügen, geniessen vollen Beweiswert, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es nur mehr um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E.3.2.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 181/06 vom 21. Juni 2007 E.2.3; MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, Bern 2010, Rz. 1753). An die Beweiswürdigung sind strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines versicherungsexternen Gutachtens abgeschlossen werden soll. Bestehen in einem solchen Fall auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit versicherungsinterner Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E.4.4). Indes lässt die Tatsache, dass der beurteilende Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, für sich allein nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche Arztberichten im Sozialversicherungsrecht haben, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157 E.1c). 5. a) In der Beschwerde führt die Beschwerdeführerin aus, dass sie am 20. September 2016 eine Zweitmeinung bei Dr. med. G._____ eingeholt habe und dieser ihr mitgeteilt habe, dass die Knieschmerzen vom Unfallereignis sein könnten. Eine genaue Diagnose sei aber nur bei einer Arthroskopie des Knies möglich. Die Kniearthroskopie sei am 12. Oktober 2016 durch Dr. med. G._____ durchgeführt worden und bei der Visite nach der Knieoperation habe dieser erklärt, dass er sich die Kniebeschwerden nicht anders erklären könne als durch das Unfallereignis. Der Oberschenkelknorpel im Kniegelenk habe einen - 11 - Schlag abbekommen. Ausserdem führt sie aus, dass sie vor dem fraglichen Unfallereignis nie Knieschmerzen oder Probleme mit dem linken Knie gehabt habe. Es sei nicht nachzuvollziehen, dass man als verunfallte Person frühzeitige Diagnosen resp. Entscheide von Vertrauensärzten akzeptieren müsse, wenn man bis zum 12. Oktober 2016 nicht einmal selbst genau Bescheid gewusst habe. Die Beschwerdegegnerin hält fest, dass in Übereinstimmung mit der Beschwerdeführerin von einem Rückfall auszugehen sei. Bei einem Rückfall, müssten aber die operativ behandelten Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 2. März 2015 zurückzuführen sein. Vorliegend sei der notwendige Nachweis eines solchen Kausalzusammenhanges nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erbracht, womit keine Leistungspflicht bestehe. b) Hinsichtlich der natürlichen Kausalität des vorliegend zu beurteilenden Rückfalles liegen insbesondere die folgenden ärztlichen Stellungnahmen vor: So der Arztbericht von Dr. med. D._____, Facharzt für Allgemeinmedizin (D), vom 5. Juli 2016, worin dieser gegenüber der Beschwerdegegnerin unter anderem festhielt, dass die geklagten Beschwerden sehr wahrscheinlich nicht auf den Unfall zurückzuführen seien (Bg-act. 5) sowie die Beurteilungen des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin, Dr. med. F._____, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 13. Juli 2016, 8. September 2016 und 17. November 2016. Dr. med. F._____ erachtete in seinem Bericht vom 13. Juli 2016 einen Kausalzusammenhang zwar als möglich, jedoch nicht als überwiegend wahrscheinlich (Bg-act. 7). Weiter äusserte er sich am 8. September 2016 dahingehend, dass die geklagten Knieschmerzen nicht auf das Unfallereignis vom 2. März 2015 zurückzuführen seien (vgl. Bg-act. 13). Denn anlässlich der Konsultation bei Dr. med. E._____ am 2. Mai 2016 habe dieser, mit Ausnahme einer Druckdolenz im Bereiche des medialen - 12 - Retinaculum, unauffällige Verhältnisse vorgefunden. Zudem habe das MRI vom 2. Mai 2016 Anzeichen für ein Plica mediopatellaris Syndrom mit leichter Affektion des Knorpels an der medialen Patellafacette ergeben. Hierbei handle es sich um eine vorbestehende Schleimhautfalte, die sich zwischen Kniescheibe und Kniescheibenlager einklemmen könne und die Knorpelaffektion an der medialen Patellafacette erkläre, wobei es sich bei dieser Schleimhautfalte um eine anatomische Variante und nicht um eine substanzielle Schädigung handle, die auf das Unfallereignis vom 2. März 2015 zurückzuführen sei. Bei diesem Unfall habe sich die Beschwerdeführerin eine Schürfwunde an der proximalen Tibia zugezogen, die inzwischen verheilt sei und vom jetzigen Schmerzpunkt entfernt liege. In der Beurteilung vom 17. November 2016 hielt Dr. med. F._____ sodann fest, dass bei der am 12. Oktober 2016 durchgeführten Operation ein kleiner oberflächlicher Knorpelschaden am medialen Femurcondylus festgestellt worden sei. Gemäss Rücksprache mit dem operierenden Arzt, Dr. med. G._____, sei auch dieser der Meinung, dass der Knorpelschaden sowie die Plica mediopatellaris nicht oder zumindest nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 2. März 2015 zurückzuführen seien (vgl. Bg-act. 17). c) Dr. med. F._____ kam in allen seinen Beurteilungen (Bg-act. 7, 13 und 17) zum Schluss, dass die ab April 2016 aktenkundig aufgetretenen Kniebeschwerden (Rückfall) nicht überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 2. März 2015 zurückzuführen seien. Dabei würdigte er insbesondere den Untersuchungsbericht von Dr. med. E._____ vom 2. Mai 2016 (Bg-act. 3), den MRI-Bericht vom 2. Mai 2016 (Bg-act. 6) sowie den Operationsbericht vom 12. Oktober 2016 (Bg-act. 16). Er führte dazu schlüssig aus, dass Dr. med. E._____ anlässlich der Konsultation in der Klinik H._____ ausser einer Druckdolenz im Bereich des medialen Retinaculums unauffällige Verhältnisse vorgefunden habe und die Schürfwunde an der proximalen Tibia verheilt gewesen sei. Zusätzlich liege der jetzige Schmerzpunkt davon entfernt. Das MRI habe Zeichen - 13 - eines Plica mediopatellaris Syndroms mit leichter Affektion des Knorpels an der medialen Patellafacette ergeben. Diese vorbestehende Schleimhautfalte könne sich zwischen Kniescheibe und Kniescheibenlager einklemmen und erkläre die Knorpelaffektion an der medialen Patellafacette. Diese Schleimhautfalte stelle eine anatomische Variante dar und keine substanzielle Schädigung, die auf das Unfallereignis vom 2. März 2015 zurückzuführen sei. Insbesondere gestützt auf die oben erwähnten Unterlagen, welche die erforderlichen Untersuchungsergebnisse wiedergaben, konnte sich Dr. med. F._____ ein umfassendes Bild des medizinisch relevanten Sachverhaltes machen, der im Übrigen auch von der Beschwerdeführerin nicht bestritten wird. Unter diesen Umständen konnte sich Dr. med. F._____ auf die Beurteilung der natürlichen Kausalität dieser feststehenden Tatsachen beschränken, womit auch seine Aktengutachten als beweiskräftig zu erachten sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_396/2011 vom 21. September 2011 E.5.2 und 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E.3.2.2). Die einleuchtende Schlussfolgerung, dass die geklagten Kniebeschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich auf das Unfallereignis vom 2. März 2015 zurückzuführen seien, begründete er nachvollziehbar mit dem Vorhandensein einer Knorpelaffektionen aufgrund eines Plica mediopatellaris Syndroms infolge einer vorbestehenden Schleimhautfalte als anatomische Variante sowie der abweichenden Lage des jetzigen Schmerzpunktes (vgl. Bg-act. 7 und 13). Dass die geklagten Kniebeschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das fragliche Unfallereignis zurückgeführt werden können, bestätigte zudem selbst der operierende Arzt, Dr. med. G._____, gegenüber Dr. med. F._____ (vgl. Bg-act. 17). Zudem deckt sich die Einschätzung von Dr. med. F._____ auch mit derjenigen von Dr. med. D._____, welcher bereits in seinem Arztbericht vom 5. Juli 2016 zum Schluss kam, dass die Kniebeschwerden sehr wahrscheinlich nicht auf das Unfallereignis zurückzuführen seien (Bg-act. 5). Anderslautende medizinische Berichte, welche eine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit - 14 - erstellte natürliche Kausalität nahelegen würden, liegen nicht vor. Aufgrund dieser Ausführungen sind die fachärztlichen Einschätzungen von Dr. med. F._____ als voll beweiskräftig zu erachten und es besteht für das Gericht kein Zweifel an der Schlussfolgerung von Dr. med. F._____, wonach die als Rückfall zu betrachtenden Kniebeschwerden (ab April 2016 aktenkundig) nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 2. März 2015 zurückzuführen sind. Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht auf die Beurteilungen von Dr. med. F._____ vom 13. Juli 2016, 8. September 2016 und 17. November 2016 abgestellt und ihre Leistungspflicht für die geklagten Kniebeschwerden verneint. Somit erübrigen sich auch ergänzende Abklärungen, weil davon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, welche mit dem erforderlichen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu einem anderen Ergebnis führen würden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d). d) Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, vor dem Unfall nie an Kniebeschwerden gelitten zu haben, ist dies in beweisrechtlicher Hinsicht unbeachtlich. Die Kausalität zwischen einem Unfall und der Manifestierung einer Gesundheitsbeeinträchtigung kann nicht bloss aus dem Umstand hergeleitet werden, dass die Beeinträchtigungen erst nach dem Unfall eingetreten sind. Eine solche Argumentation beruht auf einer unzulässigen "post hoc ergo propter hoc"-Argumentation (vgl. RUMO- JUNGO/ HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 55; Urteil des Bundesgerichts 8C_119/2012 vom 30. März 2012 E.2 mit Hinweisen auf BGE 119 V 335 E.2b/bb). 6. a) Zusammengefasst hat die Beschwerdegegnerin somit zutreffend die ab April 2016 aktenkundigen Kniebeschwerden als Rückfall qualifiziert. Weiter hat sie zu Recht einen überwiegend wahrscheinlichen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den geklagten und behandelten - 15 - Kniebeschwerden sowie dem ursprünglichen Unfall vom 2. März 2015 verneint und somit die Erbringung von weiteren Versicherungsleistungen abgelehnt. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich damit als rechtens, was zu seiner Bestätigung und zur Abweisung der erhobenen Beschwerde führt. b) Sozialversicherungsrechtliche Streitigkeiten vor dem kantonalen Versicherungsgericht sind, abgesehen von vorliegend nicht relevanten Ausnahmen, kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG). Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als zuständige Unfallversicherungsgesellschaft keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario). Demnach erkennt das Gericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. [Rechtsmittelbelehrung] 4. [Mitteilungen]