Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 27. Dezember 2022 BEK 2022 32 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Prof. Dr. Reto Heizmann, Kantonsrichter Clara Betschart und Dr. Stephan Zurfluh, Gerichtsschreiber lic. iur. Mathis Bösch. In Sachen A.________, Beschuldigter und Berufungsführer, vertreten durch B.________, vertreten durch Rechtsanwältin C.________, gegen Staatsanwaltschaft, 2. Abteilung, Postfach 1201, 6431 Schwyz, Anklagebehörde und Berufungsgegnerin, vertreten durch Staatsanwältin D.________, betreffend Verletzung der Verkehrsregeln (Berufung gegen das Urteil des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 12. Januar 2022, SEO 2021 1);- hat die Beschwerdekammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. Mit Urteil vom 12. Januar 2022 sprach der Einzelrichter am Bezirksge- richt March den Beschuldigten der mehrfachen Verletzung von Verkehrsregeln durch Überschreiten der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h in- nerorts, begangen am 9. Mai 2020 und 4. August 2020, schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 160.00 unter Auflage der Verfahrenskosten von Fr. 2’000.00 (inkl. Untersuchungskosten von Fr. 666.00). Gegen dieses Urteil erklärte der Beschuldigte rechtzeitig Berufung und beantragte, dieses vollum- fänglich aufzuheben sowie ihn freizusprechen (KG-act. 3). Im Berufungsver- fahren teilte nach Anordnung des schriftlichen Verfahrens und Fristansetzung zur Berufungsbegründung (KG-act. 9) die durch die Ehefrau des Beschuldig- ten bevollmächtigte Rechtsanwältin mit, dass der Beschuldigte schwer verun- fallt sei und ersuchte zunächst um die Sistierung des Verfahrens. Nach weite- ren Eingaben musste die Rechtsanwältin dem Gericht mitteilen, dass der Be- schuldigte ärztlich attestiert dauerhaft urteilsunfähig sei (KG-act. 22). Für die- sen Fall beantragte sie schon zuvor, das Verfahren sei gestützt auf Art. 114 StPO einzustellen (KG-act. 18). Die Staatsanwaltschaft reichte keine ihr frei- gestellte Stellungnahme ein. 2. Dauert die Verhandlungsfähigkeit fort, so wird das Strafverfahren sistiert oder eingestellt (Art. 114 Abs. 3 StPO). Zufolge ärztlich attestierter dauerhafter Urteilsunfähigkeit dauert die Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten unab- sehbare Zeit oder gar unwiederbringlich fort. Daher ist das Strafverfahren in Aufhebung des angefochtenen Urteils nach Art. 319 Abs. 1 lit. d, Art. 329 Abs. 4 und Art. 379 StPO unter Kostenfolgen zulasten des Staates (Art. 423 und Art. 426 StPO) ohne zu vollziehenden Strafen und Massnahmen einzu- stellen;-Kantonsgericht Schwyz 3 beschlossen: 1. In Aufhebung des angefochtenen Urteils wird das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen der mehrfachen Verletzung der Verkehrsre- geln durch Überschreiten der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerorts am 9. Mai 2020 und 4. August 2020 eingestellt. 2. Die erstinstanzlichen Kosten von Fr. 2’000.00 gehen zulasten des Be- zirks und die zweitinstanzlichen Kosten von Fr. 1’000.00 zulasten des Kantons. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa- chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be- schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. 4. Zufertigung an die Rechtsvertreterin des Beschuldigten (2/R), die Staatsanwaltschaft (1/A an die 2. Abteilung sowie 1/R an die Amtslei- tung/zentraler Dienst) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Er- ledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und die Kantonsge- richtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der Beschwerdekammer Der Kantonsgerichtspräsident Der Gerichtsschreiber Versand 29. Dezember 2022 kau