21. Juni 1985 N 1265 Interpellation Soldini Texte de l'interpellation du 13 décembre 1984 Depuis quelque temps, l'Institut universitaire de hautes études internationales (HEI) se heurte à des difficultés. Celles-ci n'ont fait que s'aggraver au cours de 1984 avec la démission du directeur qui n'était entré en fonctions que peu de temps auparavant. C'est sous la direction d'hommes remarquables tels que le professeur Rappard et le professeur Freymond que l'HEl a acquis une excellente réputation dans le monde entier et a beaucoup contribué au prestige de la Suisse à l'échelon mondial. Etant donné les difficultés qu'elle connaît actuelle- ment, cette institution aura bien de la peine à retrouver et à maintenir le niveau élevé qui était le sien auparavant. Certes, la Confédération se borne à cofinancer HEI avec la Républi- que et Canton de Genève, la ville de Genève et certaines associations. Toutefois, j'estime que, compte tenu de l'im- portance de cet institut et de son rayonnement à l'étranger, la Confédération a, en l'occurrence, une responsabilité morale et politique qui va au-delà de la simple contribution financière. Je demande au Conseil fédéral de répondre aux deux ques- tions suivantes: 1. Que compte entreprendre la Confédération, en collabo- ration étroite avec les autres bailleurs de fonds, pour rétablir à court et moyen terme le niveau traditionnellement élevé d'HEl? 2. Je suppose que les difficultés actuelles ne sont pas seulement dues à des problèmes de personnes. Le Conseil fédéral n'est-il pas aussi d'avis qu'il faudrait redéfinir les objcectifs d'HEl en tenant compte des nouvelles données de la politique internationale, de telle sorte que cette institution puisse retrouver son importance d'autrefois? Mitunterzeichner- Cosignataires: Maître-Genève, Sager (2) Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 18. März 1985 Rapport écrit du Conseil fédéral du 18 mars 1985 Als Bildungsstätte für höhere Studien im Bereich der inter- nationalen Beziehungen, die zudem vom ausserordentlich günstigen Rahmen profitieren kann, den Genf mit seinen zahlreichen internationalen Organisationen bietet, ist das Institut universitaire de hautes études internationales einzig- artig in der Schweiz. Es wird finanziell durch den Kanton Genf und die Eidgenossenschaft unterstützt. Der Beitrag der Eidgenossenschaft, der unter der Bedingung festgesetzt wurde, dass der Staat Genf dem Institut einen analogen jährlichen Betrag zukommen lässt, musste 1980/1982 in Anwendung der durch das Parlament ergangenen Be- schlüsse reduziert werden. Diese Situation blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Entwicklung der Tätigkeiten des Insti- tuts, obwohl der Kanton Genf seine finanzielle Unterstüt- zung verstärkt hat. Neben seinen hauptsächlichen Tätigkeiten im Bereich des Unterrichts und der Forschung ist das Institut auch für Ausbildungsprogramme im Bereich der internationalen Beziehungen für junge Beamte aus Entwicklungsländern verantwortlich. Die schweizerische Entwicklungshilfe finan- ziert oder unterstützt diese Programme, die in Genf und an drei ausländischen Universitäten (Nairobi, Yaounde und Tri- nidad) durchgeführt werden. Andererseits verbringen die Diplomatenanwärter des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten am Institut ein Semester zur Vervollkommnung ihrer beruflichen Ausbildung. Die Eidgenossenschaft ist deshalb interessiert am guten Gang des Instituts sowie an der Aufrechterhaltung des Rufs, den es im In- und Ausland erworben hat. Was die Schwierig- keiten des Instituts betrifft, auf die sich die Verfasser der Interpellation beziehen, muss in Erinnerung gerufen wer- den, dass in der Folge des 1984 erfolgten Ablaufs des Mandats des Direktors Ende vergangenen Jahres eine Aus- schreibung für das Amt eines neuen Direktors eröffnet wurde und dass eine Ad-hoc-Kommission gegenwärtig damit beauftragt ist, die Kandidaturen zu prüfen. Es wird Aufgabe der neuen Direktion sein, zusammen mit dem Direktionsrat des Instituts, in dem auch ein Vertreter des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angele- genheiten Einsitz hat, die Ziele des Instituts zu definieren und seine wissenschaftliche Arbeit festzulegen im Lichte der Entwicklung der zeitgenössischen internationalen Bezie- hungen. So sehr sich der Bundesrat der Bedeutung der Tätigkeit und der Rolle des Instituts für Genf und die Schweiz bewusst ist, so sehr ist er gewillt, seine Autonomie zu beachten; sie ist Garant für das hohe wissenschaftliche Niveau und die Quali- tät des Unterrichts, welche zu Recht das Ansehen des Insti- tuts begründet haben. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt. #ST# 85.335 Interpellation Soldini Bekämpfung des Euroterrorismus. Beteiligung der Schweiz Lutte contre l'euroterrorisme. Participation de la Suisse Wortlaut der Interpellation vom 7. Februar 1985 Nach der kürzlichen Reise des französischen Regierungs- chefs und seines Innenministers nach Bonn haben die Mit- gliedländer der EG eine neue Form der Zusammenarbeit im Kampf gegen den Euroterrorismus beschlossen. Nach einer Meldung des «Figaro» soll der deutsche Bundes- kanzler Kohl bei dieser Gelegenheit erklärt haben, er habe schon in der Woche zuvor den schweizerischen Bundesprä- sidenten, Kurt Furgler, getroffen, und sie hätten sich beide für einen gemeinsam geführten Kampf entschieden. Ande- rerseits hat «Die Welt» berichtet, im Kanton Tessin sei vor kurzem ein schweizerischer Ableger der terroristischen Organisation «Action directe» gebildet worden, und ein lin- ker Zürcher Anwalt, der vor kurzem nach Paris gereist sei, wolle eine «Gemeinsame Front des roten Widerstandes in ganz Westeuropa» bilden. 1. Kann der Bundesrat uns diese Informationen bestätigen und sagen, welche Massnahmen er bereits getroffen hat, damit die Tätigkeit der Neoterroristen in unserem Land und ausserhalb unserer Grenzen gestoppt werden kann? Kann der Bundesrat mir andererseits sagen, ob seine feste Haltung im Kampf gegen den Terrorismus nicht im Wider- spruch steht zu dem milden Urteil, welches das Zürcher Gericht gegen den jungen Libanesen Hussein Athat ausge- sprochen hat? Dieser ist am 18. November in Zürich verhaf- tet worden. Er war damals im Besitz von Sprengstoff, der nach Angabe der italienischen Polizei für einen Anschlag auf die US-Botschaft in Rom bestimmt war. In Italien betrachtet man übrigens dieses Urteil als «Dolchstoss» gegen alle, die den internationalen Terrorismus bekämpfen wollen, und als einen Schlag gegen die Rechtshilfe unter befreundeten Staaten. Dies um so mehr, als durch die Beschleunigung des schweizerischen Verfahrens die italie- nischen Behörden keine Möglichkeit hatten, ein formelles Auslieferungsgesuch einzureichen. 2. Kann der Bundesrat uns sagen, ob zwischen diesem übereilten Entscheid der zuständigen Behörden und der Entführung sowie der späteren «mirakulösen» Befreiung des schweizerischen Diplomaten Eric Wehrli zu Beginn die- ses Jahres in Beirut ein Zusammenhang besteht? In der Tat hat Wehrli wenige Stunden nach seiner Befreiung durch die Amal-Milizen gesagt: «Meine Entführer wollten die 159-NInterpellation Ziegler 1266 N 21 juin 1985 Freilassung Athats. Sie sagten mir, ich würde freigelassen, wenn meine Regierung im Zusammenhang mit ihrer Forde- rung zur Zusammenarbeit bereit sei.» Trotz der formellen Erklärung von Staatssekretär Brunner: «Wir haben keine Konzession gemacht, die nicht unserer rechtlichen und politischen Ordnung entspräche», sind weite Kreise der Öffentlichkeit weiterhin skeptisch. Dies vor allem nach der Erklärung des ersten Mitarbeiters von Nabih Berri: «Nach der Befreiung Wehrlis hat die Amal-Bewegung den Wunsch geäussert, die schweizerischen Behörden möchten den Fall Athat unter humanitären Gesichtspunkten beurteilen, dies um so mehr, als keine Aktion auf schweizeri- schem Territorium geplant war.» 3. Ist der Bundesrat nicht der Auffassung, dass zwischen der Angelegenheit Wehrli und der sehr raschen Freilassung von Hussein Athat ein direkter oder indirekter Zusammen- hang bestand? 4. Hat diesmal die Staatsraison gegenüber der Unabhängig- keit der Justizbehörden nicht den Vorrang gehabt, wie sei- nerzeit in der Zerka-Krise und im Fall Petra Krause, in dessen Zusammenhang ich eine Interpellation an den Bun- desrat gerichtet habe? Texte de l'interpellation du 7 février 1985 Après le récent voyage à Bonn du chef du Gouvernement français et de son ministre de l'intérieur, une nouvelle forme de coopération contre l'euroterrorisme a été décidée entre les différents pays membres de la CEE. A cette occasion, le quotidien français Le Figaro nous apprend que le chancelier allemand Kohi a déclaré: «La semaine dernière déjà, j'ai rencontré le président de la Confédération helvétique, M. Furgler, et nous avons décidé la lutte en commun.» D'autre part, selon des informations publiées par Die Welt, une filiale suisse de l'organisation terroriste Action directe se serait formée dans le Tessin et un avocat gauchiste de Zurich, qui s'est rendu récemment à Paris, chercherait à former un «front uni de la résistance rouge dans toute l'Europe de l'Ouest». 1. Le Conseil fédéral peut-il confirmer ces informations et me dire quelles mesures il a déjà prises pour enrayer, chez nous et au-delà de nos frontières, l'activité de ces néo- terroristes? D'autre part, je prie notre gouvernement de me dire si son attitude de fermeté dans la lutte contre le terrorisme n'est pas en contradiction avec le verdict de clémence prononcé par la justice zurichoise à l'endroit Hussein Athat, ce jeune Libanais arrêté le 18 novembre à Zurich et trouvé en posses- sion d'explosifs destinés, selon la police italienne, à faire sauter l'ambassade des Etats-Unis, à Rome. Ce verdict a d'ailleurs été considéré, en Italie, comme «un coup de poignard à ceux qui veulent combattre le terrorisme interna- tional et un camouflet à la collaboration judiciaire entre pays amis». Ce d'autant plus que, pris de vitesse par l'accéléra- tion de la procédure helvétique, les autorités italiennes n'ont même pas eu le temps de déposer formellement une demande d'extradition. 2. Le Conseil fédéral peut-il indiquer s'il y a eu corrélation entre cette décision hâtive de nos autorités responsables et l'enlèvement, puis la «miraculeuse» libération, à Beyrouth, du diplomate suisse Eric Wehrli, au début de cette année? En effet, quelques heures après avoir retrouvé la liberté, par le fait des milices Amai, notre diplomate déclarait: «Mes ravisseurs voulaient obtenir la libération d'Athat. Ils m'ont dit que je serait relâché si mon gouvernement collaborait à leur demande.» Malgré la déclaration formelle du secrétaire d'Etat Edouard Brunner: «Nous n'avons fait aucune concession à notre ordre juridique et politique», le scepticisme continue de régner dans de larges milieux de notre opinion publique. Surtout après la déclaration de l'adjoint principal de M. Nabih Berri: «Après la libération de Wehrli, le mouvement Amai a exprimé le souhait de voir les autorités helvétiques examiner le cas Athat d'un point de vue humanitaire. D'au- tant qu'aucune opération n'était prévue sur territoire helvé- tique.» 3. Le Conseil fédéral n'est-il pas d'avis que l'affaire Wehrli était liée, de près ou de loin, à la libération expresse de Hussein Athat? 4. La raison d'Etat n'a-t-elle pas eu raison de l'indépen- dance de nos autorités judiciaires, comme cela avait été le cas dans l'affaire de Zarka et dans celle de Petra Krause au sujet de laquelle j'avais interpellé, en son temps, le Conseil fédéral? Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Juni 1985 Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 juin 1985 Le Conseil fédéral n'a pas connaissance de la création d'une filiale suisse de l'organisation terroriste Action Directe au Tessin, ni de la tentative d'un avocat zurichois visant à former un «front uni de la résistance rouge dans toute l'Europe de l'Ouest». . Le Conseil fédéral donne l'assurance que les autorités suisses compétentes ont pris depuis longtemps, soit d'une façon autonome ou en étroite collaboration avec des ser- vices de sécurité étrangers, toute une série de mesures pour prévenir toute activité terroriste en Suisse ou à l'étranger, ou pour la réprimer dans notre pays. Ces mesures sont cons- tamment adaptées à la situation du moment. Si elles veulent être efficaces, leur teneur ne saurait être révélée. Comme le mentionne à juste titre l'interpellant, le Conseil fédéral a adopté une attitude de fermeté dans la lutte contre le terrorisme. Cette attitude constante ne peut être mise en doute par le fait que les ravisseurs d'Eric Wehrli voulaient obtenir la libération d'Athat. Un tel raisonnement serait faux. Dans l'affaire Wehrli il n'a été fait aucune concession con- traire à l'ordre juridique et politique de la Suisse; en particu- lier, à aucun moment il n'a été question de donner des assurances quant à la libération d'Athat avant le déroule- ment de son procès et le prononcé du jugement. L'indépen- dance des autorités judiciaires n'a jamais été remise en cause. De plus, la durée de la procédure ainsi que la peine prononcée sont comparables à d'autres cas judiciaires ana- logues. La «demande d'extradition» des autorités italiennes mentionnée par l'interpellant - il s'agissait en fait d'une demande de mise en détention provisoire en vue de l'extra- dition ultérieure - a dû être rejetée par les autorités suisses, car elle concernait des actes pour lesquels Athat faisait déjà l'objet d'une procédure judiciaire. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt. #ST# 85.366 Interpellation Ziegler Geburtsgebrechen - Infirmités congénitales Wortlaut der Interpellation vom 6. März 1985 Der Bundesrat wird um Prüfung folgender Fragen ersucht: 1. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass die Revision der Geburtsgebrechenliste keine zusätzliche Bela- stung für die Krankenkassen bewirken darf? 2. Wäre es nicht angebracht, wenn das Revisionsprojekt der Liste vor seiner Verabschiedung durch den Bundesrat den Krankenkassen zur Stellungnahme unterbreitet würde? Texte de l'interpellation du 6 mars 1985 Le Conseil fédéral est invité à répondre aux questions sui- vantes:Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Soldini Bekämpfung des Euroterrorismus. Beteiligung der Schweiz Interpellation Soldini Lutte contre l'euroterrorisme. Participation de la Suisse In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1985 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 85.335 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 21.06.1985 - 08:00 Date Data Seite 1265-1266 Page Pagina Ref. No 20 013 521 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.