<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">5A_288/2013 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 27. Mai 2013 </div> <div class="para">II. zivilrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter von Werdt, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterin Hohl, Bundesrichter Schöbi, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Ralph Schiltknecht, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Y.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Matthias Fricker, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Abänderung eines Scheidungsurteils, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts </div> <div class="para">des Kantons Aargau, Zivilgericht, 2. Kammer, vom 27. Februar 2013. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A. </div> <div class="para">Mit Urteil vom 3. Februar 2009 schied das Bezirksgericht Muri/AG die Ehe von X.________ (1974) und Y.________ (1981), unter Genehmigung der Ehescheidungsvereinbarung. Gestützt auf diese wurde der Ehemann zu nachehelichem Unterhalt von Fr. 500.-- bis Ende 2013 und von Fr. 200.-- bis Ende 2019 sowie zu Unterhalt für die unter die elterliche Sorge der Mutter gestellte Tochter Z.________ (2003) von Fr. 600.-- bis zum erfüllten 10. Lebensjahr und anschliessend von Fr. 700.-- bis zum Erreichen der Volljährigkeit bzw. wirtschaftlichen Selbständigkeit verpflichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B. </div> <div class="para">Angesichts der Wiederverheiratung (Februar 2011) und der in der neuen Ehe geborenen Tochter W.________ (Juni 2011) reichte der Ehemann am 19. August 2011 eine Abänderungsklage ein, mit welcher er die Aufhebung des nachehelichen Unterhalts für die erste Ehefrau verlangte. </div> <div class="para">Mit Urteil vom 17. Januar 2012 änderte das Bezirksgericht Muri das Scheidungsurteil dahingehend ab, dass der gegenüber der ersten Frau geschuldete Unterhalt auf Fr. 382.-- bis Ende Dezember 2013 und auf Fr. 200.-- bis Ende 2019 festgesetzt wurde. </div> <div class="para">Die hiergegen erhobene Berufung wies das Obergericht des Kantons Aargau mit Urteil vom 27. Februar 2013 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C. </div> <div class="para">Gegen das obergerichtliche Urteil hat X.________ am 17. April 2013 eine Beschwerde erhoben mit dem zusammengefassten Begehren um Aufhebung des nachehelichen Urteils. Ferner ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege. Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Erwägungen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Angefochten ist ein kantonal letztinstanzliches Urteil in einer vermögensrechtlichen Zivilsache (<span class="artref">Art. 72 Abs. 1, <artref id="CH/173.110/75/1" type="start"></artref>Art. 75 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/90" type="start"></artref>Art. 90 BGG</span><artref id="CH/173.110/75/1" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/72/1" type="end"></artref>). Der für die Beschwerde in Zivilsachen notwendige Mindeststreitwert von Fr. 30'000.-- (<span class="artref">Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG</span>) ist unbestrittenermassen nicht erreicht. Der Beschwerdeführer behauptet indes, es liege eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinn von <span class="artref">Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG</span> vor, weil ein allgemeines Interesse bestehe an höchstrichterlicher Klärung der Rangfolge von mehreren Unterhaltsberechtigungen und insbesondere der Frage, ob der neuen Ehefrau angesichts der Betreuung der kleinen Tochter eine Erwerbstätigkeit zumutbar sei, stamme sie doch aus Kroatien, sei sie erst per 2011 in die Schweiz eingewandert und spreche sie auch heute noch kaum Deutsch. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Voraussetzungen von <span class="artref">Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG</span> sind erfüllt, wenn ein allgemeines Interesse besteht, dass eine umstrittene Frage höchstrichterlich geklärt wird, um eine einheitliche Anwendung und Auslegung des Bundesrechts herbeizuführen und damit Rechtssicherheit herzustellen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=13.05.2013&amp;to_date=01.06.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-III-397%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page397">BGE 135 III 397</a> E. 1.2 S. 399; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=13.05.2013&amp;to_date=01.06.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-III-580%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page580">137 III 580</a> E. 1 S. 583). Ein erhöhtes Interesse besteht dann, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass die entsprechende Frage je dem Bundesgericht unterbreitet werden kann, infolge der Streitwertgrenze äusserst gering ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=13.05.2013&amp;to_date=01.06.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-III-267%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page267">BGE 134 III 267</a> E. 1.2.3 S. 271). Keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung liegt demgegenüber vor, wenn es lediglich um die Anwendung von Grundsätzen der Rechtsprechung auf einen konkreten Fall geht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=13.05.2013&amp;to_date=01.06.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-493%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page493">BGE 133 III 493</a> E. 1.2 S. 495 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=13.05.2013&amp;to_date=01.06.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">134 III 115</a> E. 1.2 S. 117). </div> <div class="para">Vorliegend hat sich das Bundesgericht gemäss der bereits vom Obergericht zutreffend zitierten Rechtsprechung sowohl zum - vorliegend mangels entsprechender Begehren allerdings nicht interessierenden - Verhältnis zwischen Kindern aus mehreren Ehen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=13.05.2013&amp;to_date=01.06.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-III-59%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page59">BGE 137 III 59</a>) als auch zum Verhältnis zwischen dem nachehelichen Unterhaltsanspruch des abgeschiedenen Ehegatten und den Ansprüchen bzw. Verpflichtungen des neuen Ehegatten geäussert, insbesondere auch, wenn diesen Erziehungspflichten treffen (vgl. Urteil 5A_241/2010 vom 9. November 2010). Die hierfür anwendbaren Maximen könnten zwar potenziell Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung bilden; es besteht aber angesichts der ergangenen Rechtsprechung kein Bedarf an Klärung und noch weniger eine Notwendigkeit, die Grundsätze nach kurzer Zeit erneut darzulegen. </div> <div class="para">Zur Debatte steht vielmehr die einzelfallgerechte Anwendung der in der zitierten Rechtsprechung festgehaltenen Maximen. Genau dies macht der Beschwerdeführer nämlich geltend und im vorgenannten Urteil 5A_241/2010 (vgl. dortige E. 4, 5.5.1, 5.6, 5.7) wurde betont, dass sich die Zumutbarkeit einer Erwerbsarbeit für den neuen Ehegatten bei bestehenden Erziehungspflichten anhand der konkreten Umstände - wozu auch Fakten wie bisherige Erwerbstätigkeit, Arbeitsmarktlage, Sprachkenntnisse, Integration in der Schweiz, etc. gehören - bemesse, wobei den kantonalen Instanzen diesbezüglich ein erhebliches Ermessen zukomme, in welches das Bundesgericht nur mit Zurückhaltung eingreife. Bei der Gewichtung der relevanten Umstände geht es aber um die Anwendung von Grundsätzen der Rechtsprechung auf den konkreten Fall, was nach dem Gesagten a priori keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung sein kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung gegeben, weshalb auf die Beschwerde in Zivilsachen mangels genügenden Streitwertes nicht eingetreten werden kann. </div> <div class="para">Es wäre folglich einzig die subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinn von <span class="artref">Art. 113 BGG</span> möglich. Eine solche erhebt der Beschwerdeführer nicht und seine Beschwerde in Zivilsachen lässt sich auch nicht in eine subsidiäre Verfassungsbeschwerde konvertieren, weil mit dieser nur verfassungsmässige Rechte gerügt werden können (<span class="artref">Art. 116 BGG</span>), die Eingabe aber keine solchen Rügen, sondern ausschliesslich appellatorische Ausführungen enthält. </div> <div class="para">Bei Nichteintreten sind dem Beschwerdeführer praxisgemäss reduzierte Gerichtskosten aufzuerlegen. Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, war die Beschwerde von Anfang an aussichtslos, weshalb es an den materiellen Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechtspflege fehlt und das entsprechende Gesuch deshalb abzuweisen ist (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). Der Gegenseite ist kein entschädigungspflichtiger Aufwand entstanden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Auf die Beschwerde in Zivilsachen wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Zivilgericht, 2. Kammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 27. Mai 2013 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: von Werdt </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>