200 18 862 IV FUE/BOC/SEE Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 24. April 2019 Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schütz Gerichtsschreiberin Bossert A.________ vertreten durch Rechtsanwältin B.________ Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 19. Oktober 2018 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1967 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be- schwerdeführer), seit März 1991 bei der C.________ AG als ... mit einem Vollpensum erwerbstätig gewesen, meldete sich – nachdem seine Arbeit- geberin eine Anmeldung zur Früherfassung vorgenommen hatte – am 14. März 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1, 7, 10). Die IVB nahm in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärun- gen vor und gewährte am 8. April 2016 Frühinterventionsmassnahmen in Form von Arbeitsplatzerhalt (act. II 15, 19, 26). Weiter veranlasste sie eine berufliche Abklärung in der Abklärungsstelle D.________ welche vom 15. August bis 18. September 2016 dauerte (act. II 29, 37). Am 18. November 2016 schloss die IVB die beruflichen Massnahmen ab und verneinte nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 26. Januar 2017 einen Rentenanspruch (act. II 40 f., 49). Die dagegen erhobene Beschwer- de hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 14. Au- gust 2017, IV/2017/220 (act. II 59), dahingehend gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die Verwaltung zurück- wies, damit diese weitere medizinische (orthopädische) Abklärungen vor- nehme und anschliessend neu verfüge (E. 3.4). In der Folge holte die IVB die Akten des Krankentaggeldversicherers sowie weitere medizinische Unterlagen ein (act. II 63, 70) und liess den Versi- cherten durch die MEDAS E.________ AG (MEDAS) polydisziplinär in den Fachgebieten orthopädische Chirurgie, Allgemeine Innere Medizin, Neuro- logie und Psychiatrie untersuchen (Expertise vom 17. August 2018 [act. II 91.1 - 91.6]). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 92 f.) wies die IVB mit Verfügung vom 19. Oktober 2018 den Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 22 % wiederum ab (act. II 95).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 3 B. Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin B.________, mit einer am 19. November 2018 der Post übergebenen Ein- gabe Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhebung des angefochtenen Ent- scheides sei ihm eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Neubeurteilung zurück- zuweisen. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS herauszugeben; danach sei dem Beschwerdeführer eine angemessene Frist zu setzen, um die vorliegende Beschwerde zu ergänzen. Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung zu genehmigen, unter Beiordnung der un- terzeichnenden Rechtsanwältin als amtliche Rechtsbeiständin. Mit prozessleitender Verfügung vom 20. November 2018 forderte den In- struktionsrichter den Beschwerdeführer auf, das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beilage der notwendigen Unterlagen näher zu begrün- den; bei unbenutztem Fristablauf gelte das Gesuch als zurückgezogen. Ferner solle er mitteilen, ob er Rechtsschutz von Dritten erhalte. Gleichzei- tig wies der Instruktionsrichter das Gesuch um Fristansetzung für eine Be- schwerdeergänzung ab. Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 12. Dezember 2018 ein ergänztes Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein und stellte die Nach- reichung von Beweismitteln in Aussicht. Zudem teilte er mit, dass er keinen Rechtsschutz von Dritten erhalte. Mit Beschwerdeantwort vom 12. Dezember 2018 beantragt die Beschwer- degegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Instruktionsrichter forderte den Beschwerdeführer mit prozessleitender Verfügung vom 14. Dezember 2018 auf, die im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege in Aussicht gestellten Beweismittel bis zum 7. Januar 2019 einzureichen, wobei das Gesuch im Unterlassungs- fall als zurückgezogen gelte, oder innert gleicher Frist einen Kostenvor- schuss von Fr. 800.-- zu bezahlen. Die entsprechenden Unterlagen gingen am 18. Dezember 2018 beim Gericht ein. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 4 Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal- tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be- schwerde einzutreten. 1.2Angefochten ist die Verfügung vom 19. Oktober 2018 (act. II 95). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 5 werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe- reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er- werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs- unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor- liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun- fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind- bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 2.2Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein- kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 2.3Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe- reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz- lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali- ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 6 und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. 2.4Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen- dung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG bean- spruchen kann (Abs. 2). 2.5Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 3. Im Nachgang zum Urteil vom 14. August 2017, IV/2017/220 (act. II 59), ist den Akten in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu ent- nehmen: 3.1Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führ- te im Bericht vom 27. September 2017 (act. II 70) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf: Tendinopathie mit ventraler-bursaler Partialruptur der Supraspinatussehne der rechten Schulter Fussbeschwerden bei St. nach Osteosynthese einer bimalleolären Luxations- fraktur Typ C nach Weber rechts im Jahr 2000 Carpaltunnelsymptomatik links Golferellbogen beidseits (Epicondylitis ulnaris)Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 7 Depression Lumbovertebralsyndrom Dr. med. F.________ gab an, der Beschwerdeführer sei seit 2013 bei ihm in Behandlung. Ursprünglich vor allem wegen Rückenbeschwerden. In der Folge hätten dann die Schulterschmerzen dominiert, weswegen er auch zum Spezialisten habe zugewiesen und arbeitsunfähig habe geschrieben werden müssen. Erschwerend seien aber auch die immer wiederkehrenden Probleme mit Fussschmerzen nach dem erfolgten Trauma im Jahr 2000 und Handgelenks- und Ellenbogenbeschwerden. Im 2016/2017 sei auch eine Depression festzustellen gewesen. Vom 19. November bis 31. De- zember 2015 habe er zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben werden müs- sen. Ab 1. Februar 2016 bis jetzt zu 50 %, dies immer bezogen auf die bisherige Tätigkeit, wobei immer ein Vermerk gemacht worden sei, dass ... nicht möglich sei. Ob eine andere Tätigkeit zu einem höheren Prozentsatz möglich sei, müsse getestet werden. Schwerere körperliche Arbeit und Überkopfarbeiten seien nicht möglich. Bisherige Behandlungen hätten vor- übergehend etwas gebracht, allerdings keinen langfristigen Erfolg. Der Be- schwerdeführer möchte im Moment lieber keine medikamentöse Therapie machen. Da er wahrscheinlich nicht umgeschult werden könne in einen sinnvollen Beruf, wäre eine Berentung zumindest zu 50 % sinnvoll. 3.2Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 17. August 2018 (act. II 91.1 - 91.6) basiert auf Untersuchungen in den Fachgebieten orthopädi- sche Chirurgie, Allgemeine Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie. In der Konsensbeurteilung führten die Gutachter die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (act. II 91.1/11): Status nach Osteosynthese einer bimalleolären Sprunggelenksfraktur Typ C nach Weber rechts 9/00 Lumbovertebralsyndrom ohne radikuläre Ausfälle AC-Glenksarthrose rechts Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die Fol- genden aufgeführt (act. II 91.1/11): Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom links Status nach massiver Tendinopathie mit ventraler, bursaler Partialruptur der Supraspinatussehne rechte SchulterUrteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 8 Hallux-valgus beidseits Übergewicht Nikotinabusus Die Gutachter gaben an, der Beschwerdeführer sei 26 Jahre im ... beschäf- tigt gewesen. Aufgrund einer Sprunggelenksfraktur rechts, erlitten im Jahr 2000, sei das rechte Sprunggelenk operativ behandelt worden. Die Metal- lentfernung sei ein Jahr später durchgeführt worden. Da es sich bei seiner beruflichen Tätigkeit um eine permanent stehende Tätigkeit mit Heben und Bewegen von Lasten handle, seien die Beschwerden im Bereich des rech- ten Sprunggelenkes unter dieser Belastung glaubhaft. Eine Bewegungsein- schränkung im Bereich des rechten Sprunggelenkes habe durch die Untersuchung nicht objektiviert werden können. Ebenfalls finde sich am Untersuchungstag keine Schwellung. Eine schmerzhafte Bewegungsein- schränkung im Bereich der rechten Schulter oder Insuffizienz der Rotato- renmanschette finde sich am Tag der Untersuchung nicht. Die damals vorhandene massive Tendinopathie im Bereich der rechten Schulter sei aufgrund der Tätigkeit glaubhaft und nachvollziehbar. Aufgrund der jetzt vorhandenen Arbeitslosigkeit sei es zu einer Abheilung der entzündlichen Veränderungen gekommen. Würde der Beschwerdeführer wieder die Tätigkeit als … auch nur teilweise aufnehmen, sei mit an Sicherheit gren- zender Wahrscheinlichkeit das Auftreten von arbeitsverhindernden Schul- terschmerzen im Sinne einer Tendinopathie zu erwarten. Der Beschwerdeführer berichte glaubhaft, dass es aufgrund der Schmerzhaftig- keit im Bereich des rechten Sprunggelenkes zu einer Fehlbelastung der Wirbelsäule gekommen sei. Neurologische Ausfälle im Bereich der unteren Extremitäten seien nicht vorhanden, die Schmerzen im Bereich der Wir- belsäule aber vollumfänglich glaubhaft. Klinisch habe am Tag der Untersu- chung ein Karpaltunnelsyndrom im Bereich der linken Hand nicht nachvollzogen werden können (act. II 91.1/11 f.). Zur Arbeitsfähigkeit hiel- ten die Gutachter fest, aus interdisziplinärer Sicht ergebe sich eine Arbeits- unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 100 % und in einer Verweistätigkeit von 0 %. Dabei gelte das seitens des neurologischen und orthopädisch-unfallchirurgischen Teilgutachtens geäusserte Fähigkeitspro- fil, wonach eine der Behinderung optimal angepasste Tätigkeit folgende Merkmale aufweisen müsste: Wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben und Bewegen von schweren Lasten. Das Gewichtslimit werde auf 7.5kg Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 9 ohne häufige repetitive Abforderung festgelegt. Kein Steigen auf Leitern und Gerüsten bzw. eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Tragen von Lasten über 5kg. Aufgrund der anamnestischen Angaben müsse eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit dem 1. Januar 2017 angenommen werden. Eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit ohne die begutachtete Person auch früher selber untersucht zu haben, sei nicht unproblematisch, da man sich auf von anderen Personen erhobene Anamnesen, Befunde und daraus abgeleitete Diagnosen verlassen müsse. Retrospektiv sei eine abschlies- sende Überprüfung der echtzeitlich erhobenen Befunde und gestützt darauf vorgenommene Diagnosen und Arbeitsunfähigkeitseinschätzungen nicht möglich. Möglich sei hingegen eine Würdigung aus heutiger Sicht. Auf Grundlage der im heutigen Zeitpunkt erhobenen Befunde und daraus abge- leiteten Diagnosen erschienen die echtzeitlich vorgenommenen, als we- sentlich erachteten Beurteilungen als nachvollziehbar (act. II 91.1/14 inklusive Fn. 4 und 5). 4. 4.1Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 10 Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 4.2Das Gutachten der MEDAS vom 17. August 2018 (inklusive Teilgut- achten [act. II 91.1 - 91.6]) ist beweiskräftig, da es – beruhend auf allseiti- gen Untersuchungen und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – die streitigen Punkte umfassend abhandelt und in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde. Weiter leuchtet es in der medizinischen Beurteilung ein und die darin gezogenen Schlussfolgerungen werden ein- gehend begründet (vgl. E. 4.1 hiervor). Die Beweiskraft des Gutachtens wird im Übrigen auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Gestützt auf das Gutachten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer seit Januar 2017 in der bisherigen Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig ist, wogegen ihm eine angepasste Tätigkeit vollschichtig zumutbar ist, dies jedenfalls seit dem letzten gutachtlichen Untersuchungstermin vom 21. Juni 2018 (act. II 91.1/14 Ziff. 4.7 und 4.8 i.V.m. act. II 91.1/5). 4.3Der Beschwerdeführer macht geltend, weil von Seiten der Gutachter keine retrospektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erfolgt sei, sei für die Zeit von März 2016 bis Mai 2018 (erster Untersuchungstermin bei der ME- DAS) von einer 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, wobei er sich auf ein Zeugnis des behandelnden Dr. med. F.________ vom 27. Septem- ber 2017 (act. II 70) stützt. Folglich bestehe mindestens für diesen Zeit- raum ein Anspruch auf eine Invalidenrente von 50 % (Beschwerde S. 5 f.). Dem kann nicht gefolgt werden. Der behandelnde Dr. med. F.________ bezog sich in seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit einzig und allein auf die bisherige und nicht auf eine adaptierte Tätigkeit. Bereits deshalb kann nicht von einer 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden. Abgesehen davon kommt eine direkte Leistungszu- sprache gestützt auf die Angaben des behandelnden Arztes kaum je in Frage (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 13. Juni 2012, 8C_160/2012, E. 3.1.2). Zudem äussert sich der behandelnde Arzt direkt zum Rentenanspruch (act. II 70/4), was nicht seine Aufgabe ist, da die In-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 11 validität nicht nur von medizinischen, sondern auch von erwerblichen Fak- toren bestimmt wird (vgl. auch Art. 16 ATSG). Vielmehr ist, auch wenn die Gutachter keine retrospektive Einschätzung abgaben, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass das Zumutbarkeitsprofil be- reits seit der Anmeldung zum Leistungsbezug Gültigkeit hat. Dies nament- lich deshalb, weil in somatischer Hinsicht keinerlei Veränderungen aktenkundig sind, aufgrund derer eine Arbeitsunfähigkeit auch in einer an- gepassten Tätigkeit angenommen werden könnte bzw. die einen Einfluss auf das gutachtlich definierte Zumutbarkeitsprofil gehabt haben könnten. Insbesondere fanden keine operativen Eingriffe statt. Für eine konstante gesundheitliche Situation spricht auch der Bericht des Dr. med. F.________ vom 27. September 2017, in welchem von einem seit Februar 2016 unveränderten Zustand bzw. einer unveränderten Arbeits(un)fähigkeit von 50 % rapportiert wird (act. II 70/4). In psychischer Hinsicht bestand gemäss Dr. med. F.________ „2016/2017“ zwar eine „Depression“. Ange- sichts der Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer nie in eine psychiatri- sche Behandlung begeben hatte (act. II 72, 91.1/9, 91.6/14 Ziff. 3.2.14), gemäss eigenen Angaben im Rahmen der Untersuchung seit drei bis vier Jahren „eher herabgestimmt sei“ (act. II 91.6/8 Ziff. 3.2.1), der psychiatri- sche Experte aber keine Depression feststellen konnte, ist jedoch nicht von einer schwerwiegenden psychiatrischen Problematik auszugehen, die lan- gandauernden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt haben könnte. Mit dieser Annahme im Einklang steht der Bericht der Abklärungsstelle D.________ vom 19. September 2016 (act. II 37). Im Rahmen des Arbeits- trainings war der Beschwerdeführer – offenbar nachdem er seine kritische Einstellung gegenüber der beruflichen Massnahme aufgegeben hatte – in der Lage, über mehrere Wochen in einem Vollpensum zu arbeiten, wobei seine qualitative Leistungsfähigkeit im Praktikumsbetrieb als wirtschaftsnah (ca. 90 %) und seine quantitative Leistungsfähigkeit bei ca. 80 %, aber als sicher trainierbar, beurteilt wurde (act. II 37/2). Zusammenfassend hielten die Verantwortlichen der Abklärungsstelle D.________ denn auch fest, dass der Beschwerdeführer durchaus Tätigkeiten ausführen könne, welche sich mit seinem Schulterleiden vereinbaren liessen und die in einem 100 %-Pensum möglich seien (act. II 37/2). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 12 5. Es bleibt der Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleich zu bestimmen. 5.1Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit- telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein- ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2017 IV Nr. 70 S. 217 E. 2.2). Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hy- pothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). 5.2 5.2.1Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange- passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 5.2.2Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 13 Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch- schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei- nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein- schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be- schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein- kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkun- gen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein- fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2). 5.3Der Beschwerdeführer ist seit November 2015 in seiner Arbeits- fähigkeit eingeschränkt (act. II 2) und die Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung erfolgte im März 2016 (act. II 7). In Anwen- dung von Art. 28 Abs. 1 lit. b und Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.3 und 2.4 hiervor) fällt der frühestmögliche Rentenbeginn somit auf November 2016. Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich vorzunehmen (vgl. E. 5.1 hiervor). 5.4Für das Valideneinkommen ist vom zuletzt bei der C.________ AG im Jahr 2016 erzielten Einkommen von jährlich Fr. 76‘700.-- (13 x Fr. 5‘900.--) auszugehen (act. II 10). Da der Beschwerdeführer trotz des Gesundheitsschadens keine ihm zu- mutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 14 anhand statistischer Zahlen zu bestimmen (vgl. E. 5.2.2 hiervor). Gestützt auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sek- tor) der LSE 2014, Total, Männer, Kompetenzniveau 1, ergibt sich ein Be- trag von monatlich Fr. 5‘312.-- bzw. von jährlich Fr. 63‘744.--. Angepasst an die Lohnentwicklung im Jahr 2016 resultiert ein Betrag von Fr. 64‘299.90 (Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011 - 2017, Abschnitt Total, Index Jahr 2014: 103.2 Punkte, Index Jahr 2016: 104.1 Punkte). Die An- passung an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Abschnitt Total im Jahr 2016 von 41.7 Stunden ergibt einen Betrag von Fr. 67‘032.65 (Fr. 64‘299.90 : 40 h x 41.7 h). Der Beschwerdeführer ist in der Lage, eine leidensangepasste Tätigkeit in einem 100 %-Pensum auszuüben (vgl. act. II 91.1/14). Der von der Beschwerdegegnerin gewährte leidensbedingte Abzug (vgl. E. 5.2.2 hiervor) von 10 % ist nicht zu beanstanden, so dass sich das Invalideneinkommen auf Fr. 60‘329.40 beläuft. 5.5Die Gegenüberstellung der beiden hypothetischen Vergleichsein- kommen ergibt einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von ge- rundet 21 % (100 / Fr. 76‘700.-- x [Fr. 76‘700.-- - Fr. 60‘329.40] = 21.34 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). 5.6Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu bean- standen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 6. 6.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh- rer – vorbehältlich der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege – die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 15 6.2Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par- teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 6.3Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. 6.3.1Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts- begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun- gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti- gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). 6.3.2Da die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers aufgrund des nachge- wiesenen Sozialhilfebezuges erstellt ist (Akten des Beschwerdeführers [act. Ia] 2), dieser Prozess nicht zum vornherein als aussichtslos erschien und die anwaltliche Verbeiständung geboten ist, sind die Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege erfüllt. Das ent- sprechende Gesuch des Beschwerdeführers ist somit gutzuheissen und es ist Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin beizuordnen. Festzu- setzen bleibt deren amtliches Honorar. 6.3.3Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl- tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert- steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei- chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun- denansatz Fr. 200.--.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 16 Mit Kostennote vom 12. März 2019 macht Rechtsanwältin B.________ ein Honorar von Fr. 2‘772.50 (11.09 Stunden à Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 34.30 und Mehrwertsteuer von Fr. 275.10 (7.7 % von Fr. 3‘572.80), total Fr. 3‘847.90 geltend. Der Aufwand von 11.09 Stunden ist nicht zu be- anstanden, offenbar hat sich aber bei der Addition des Honorars von Fr. 2‘772.50 und der Auslagen von Fr. 34.30 ein Rechnungsfehler eingeschli- chen. Die Addition dieser beiden Beträge ergibt Fr. 2‘806.80 und nicht wie in der Kostennote aufgeführt Fr. 3‘572.80. Die Mehrwertsteuer von 7.7 % von Fr. 2‘806.80 beträgt Fr. 216.10, womit der tarifmässige Parteikostener- satz auf Fr. 3‘022.90 festgesetzt wird (Fr. 2‘806.80 + Fr. 216.10). Davon ist Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 2‘218.-- (11.09 h x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 34.30 und Mehrwertsteuer von Fr. 173.45 (7.7 % von Fr. 2‘252.30), total somit eine Entschädigung von Fr. 2‘425.75, auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Vor- aussetzungen von Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272; vgl. Art. 113 VRPG). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach- zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2019, IV/18/862, Seite 17 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die- sem Verfahren auf Fr. 3‘022.90 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge- setzt. Davon wird Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘425.75 festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vor- behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO. 6. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen - Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 3001 Bern Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.