B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-1186/2013 Te i l u r t e i l v o m 2 2 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Frank Seethaler, Gerichtsschreiberin Karin Behnke. Parteien A._______ AG (in aufsichtsrechtlichem Konkurs), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Ruggle, Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA, Einsteinstrasse 2, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Unerlaubte Entgegennahme von Publikumseinlagen, Konkurs und Werbeverbot. B-1186/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Wegen Verdachts auf eine bewilligungspflichtige Tätigkeit setzte die Ei d- genössische Finanzmarktaufsicht FINMA (Vorinstanz) bei der A._______AG, Zug (Beschwerdeführerin ), mit superprovisor ischer Verfü- gung vom 12. Juli 2012 B._______ als Untersuchungsbeauftragten ein. Am 11. Septembe r 2012 lieferte B._______ den Untersuchungsbericht ab. Gestützt darauf stellte die Vorinstanz mit Verfügung vom 1. Februar 2013 f est, dass die Beschwerdeführerin sowie C._______ ohne Bewilli- gung gewerbsmässig Publikumseinlagen entgegengenommen und damit aufsichtsrechtliche Bestimmungen schwer ver letzt hätten . Sie eröff nete über die Beschwerdeführerin am 4. Februar 2013, 08.00 Uhr, den Ko n- kurs und setzte B._______ als Konkursliquidator ein. Sie auferlegte die Kosten des eingesetzten Untersuchungsbeauftragten von Fr. 82'146.05 (inkl. MwSt.) und die Verfahrenskosten von Fr. 36'000.– der Beschwerde- führerin, D._______, E._______ und C._______ solidarisch. B. Mit Beschw erde vom 6. März 2013 fochten die Beschwerdeführer in, D._______ und E._______ die Verfügung vom 1. Februar 2013 an mit dem Hauptantrag auf Aufhebung der Ziffern 1 -14 und Feststellung, dass keine unterstellungsp flichtige Tätigkeit vorliege . Eventualiter wurde die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur kor- rekten Durchführung und Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen so- wie die Feststellung der Rechtswidrigkeit der angefochtenen Verfügung beantragt. C. C.a Mit Zwischenverfügung vom 13. März 2013 wurde die Beschwerde- führerin aufgefordert, einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5'000. – bis zum 8. April 2013 zu leisten. D._______ und E.________ wurden auf- gefordert, je einen Kostenvorschuss von Fr. 3'500.– bis zum 8. April 2013 zu leisten. Mit Verfügung vom 9. April 2013 hiess der Instruktionsrichter das Fristerstreckungsgesuch der drei Beschwerdeführer gut und erstreck- te die mit Zwischenverfügung vom 13. März 2013 angesetzte Frist zur Leistung des jewei ligen Kostenvorschusses bis zum 8. Mai 2013. C.b Mit Verfügung vom 16. Mai 2013 gewährte das Bundesverwaltung s- gericht der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör zur festgestellten B-1186/2013 Seite 3 Verspätung und zur angedrohten Rechtsfolge (Nichteintreten bei Säu m- nis). Mit Eingabe vom 3. Juni 2013 beantragte die Beschwe rdeführerin, es sei festzustellen, dass der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wo r- den sei. Eventualiter sei die Frist zur Leistung des Kostenvorschusses wieder herzustellen. Zur Begründung wurde ausgeführt, der Kostenvo r- schuss von Fr. 5'000.– sei am 7. Mai 2013 dem Postkonto von D._______ belastet worden. Es sei nicht voraussehbar gewesen, dass die Gutschrift erst am 10. Mai 2013 erfolgen würde. Der Eingabe war ein Ausdruck aus der Homepage der PostFinance AG (Eingabemaske) beigelegt. C.c Seitens der PostFinance AG wurde mit E -Mail vom 10. Juni 2013 bestätigt, dass das aktenkundige Dokument "Buchungsdetail" mit der "Buchungs-ID: 08.05.2013" so zu ve rstehen sei, dass der Kunde am 8. Mai 2013 die Zahlung im E-Finance um 13.04 Uhr erfasst habe und die Zahlung dem Konto von D._______ am 10. Mai 2013 belastet worden sei. C.d Mit Verfügung vom 12. Juni 2013 forderte der Instruktionsrichter die Beschwerdeführerin auf, bis zum 1. Juli 2013 de n Beleg einzureichen, wonach die Kostenbelastung in der Höhe von Fr. 5'000.– spätestens per 8. Mai 2013 erfolgt sei. C.e Mit Einga be vom 1. Juli 2013 machten die Beschwerdeführerin, D._______ und E._______ geltend, sämtliche drei Zahlungen der Kos- tenvorschüsse seien am 7. Mai 2013 in Auftrag gegeben worden. Die Be- schwerdeführerin bzw. D._______ habe am 8. Mai 2013 die Ausführung der Zahlung telefonisch reklamiert. Seitens der PostFinan ce AG s ei die Ausführung der Zahlungen am selben Tag zuge sichert worden. Die PostFinance AG habe auf Interventi on von D._______ hin am 8. Mai 2013 um 13.04 Uhr einen dringlichen Auftrag erteilt, die Zahlung ausz u- führen. Dieser Auftrag sei bei der PostFinance AG protokollarisch fes t- gehalten worden. Die Beschwerde führerin habe vergeblich versucht, di e- ses Protokoll erhältlich zu machen, weshalb dieses zu edieren sei. C.f Mit Instruktionsverfügung vom 3. Juli 2013 wurde die Beschwerdefüh- rerin aufgefordert, das Protokoll vom 8. Mai 2013, 13.04 Uhr, bezüglich des Kontos _______ der PostFinance AG bis zum 12. Juli 2013 einzure i- chen. Mit Verfügung vom 15. Juli 2013 wurde die se Frist antragsgemäss bis zum 2. September 2013 erstreckt. Mit Verfügung vom 23. August 2013 wurde di e Frist von Amtes wegen bis zum 13. September 2013 erstreckt. Mit Eingabe vom 13. September 2013 B-1186/2013 Seite 4 machte die Beschwerdeführerin erneut geltend, trotz mehrmaligen Nac h- fragen sei die PostFinance AG nicht bereit, das Protokoll, das die rech t- zeitige Beauftragung der Zahlung am 8. Mai 2013 belege, herauszug e- ben. Weiter wurde die Ein vernahme von D._______ zur Feststellung der Rechtzeitigkeit der Zahlung des Kostenvorschusses beantragt. C.g Mit Zwischenverfügu ng vom 17. September 2013 wurde die B e- schwerdeführerin ersucht, bis zum 7 . Oktober 2013 die in der Replik in Aussicht gestellten, zum Nachweis der rechtzeitigen Leistung de s Ko s- tenvorschusses erforderlichen Dokumente einzureichen. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2013 machte die Beschwerdeführe rin erneut geltend, dass sich die PostFinance AG weigere, die verlangte Bestätigung einzure i- chen. Sie reichte eine eidesstattliche Erklä rung von D.______ ein, w o- nach er die Zahlung des Kostenvorschusses von Fr. 5'000. – am 8. Mai 2013 in Auftrag gegeben und die PostFinance AG gleichentags t e- lefonisch bestätigt habe, diese Zahlung auszuführen. C.h Mit Verfügung vom 11. Oktober 2013 wurde die PostFinance AG auf- gefordert, bis zum 18. Oktober 2013 das Protokoll bzw. die Notiz über das Telefongespräch von D._______ vom 8. Mai 2013, 13.04 Uhr, betreffend Zusicherung der Zahlungsausführung am 8. Mai 2013 mit d er PostFinan- ce AG einzureichen. C.i Mit Eingabe vom 17. Oktober 2013 äusserte sich die P ostFinance AG dahingehend, dass die Transaktionen von je Fr. 3'500.– zu Gunsten des Kontos _______ am 6. Mai 2013 um 14.05 Uhr und um 14.07 Uhr mit Fäl- ligkeitsdatum 7. Mai 2013 m it den Sicherheitselementen de r E-Finance Teilnehmernummer _______ erfasst worden seien. Die Beträ- ge von je Fr. 3'500. – seien am 7. Mai 2013 dem Konto _______ belastet worden. Die Transaktion von Fr. 5'000.– zu Gunsten des Kontos _______ sei am 8. Mai 2013 um 13.04 Uhr mit Fälligkeitsd atum 10. Mai 2013 mit den Sicherheitselementen der E -Finance Teilnehmer- nummer _______ erfasst worden. Der Betrag von Fr. 5'000. – sei am 10. Mai 2013 dem Konto _______ belastet worden. Der am 8. Mai 2013 e r- folgte telefonische Kontakt mit dem Kundendienst se i nicht aufgezeichnet worden; der Inhalt des Gesprächs könne nicht mehr nachvollzogen we r- den. Diese Eingabe wurde den Verfahrensbeteiligten zur Kenntnis g e- bracht Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: B-1186/2013 Seite 5 1. Gemäss Art . 31 des Verwaltungsgerichtsgese tzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesverwaltungsverfahrensgeset- zes vom 20. De zember 1968 (VwVG, SR 172.021). Darunter fällt auch die vorliegende, von der Vorinstanz erlassene Verfügung (vgl. Art. 54 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht vom 22. Juni 2007 [Finanzmarktaufsichtsgesetz, FINMAG, SR 956.1]). Da kein Ausschlussgrund nach Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltun gs- gericht für die Behandlung der vorliegenden Beschwerden im Sinne der Art. 31 und 33 lit. e VGG zuständig. 2. 2.1 Die Beschwerdeinstanz, die dieser vorsitzende Person oder das i n- struierende Mitglied des Gerichts erhebt vom Beschwerdeführer einen Kostenvorschuss in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten. Zu dessen Leistung ist eine angemessene Frist zu setzen unter Androhung des Nichteintretens im Säumnisfall. Wird der eingeforderte Kostenvo r- schuss nicht bzw. nicht rechtzeitig geleistet, so tritt die Beschwerdein- stanz androhungsgemäss auf die Beschwerd e nicht ein ( MICHAEL BEUSCH, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 21 und Rz. 26 zu Art. 63 VwVG). 2.2 Massgebend für die Einhaltung einer Frist zur Zahlung eines Vo r- schusses an die Behörde ist der Zeitpunkt der Übergabe des Barbetrages an die Schweizerische Post oder der Belastung eines Post - oder Bank- kontos in der Schweiz (Art. 21 Abs. 3 VwVG). Damit werden inländ ische Bank- und Postüberweisungen gleichge stellt. Zahlungsaufträge müssen so frühzeitig an die Schweizerische Post oder eine Bank in der Schweiz aufgegeben werden, dass die Kontobelastung am letzten Tag der Frist er- folgt. Es genügt somit nicht mehr, wenn d er Post bis zum letzten Tag der Frist ein Überweisungsantrag erteilt oder bei der Verwendung des Sa m- melauftragsdienstes der letzte Tag der Frist als Fälligkeitsdatum eing e- setzt und der Datenträger innerhalb der Frist der Post übergeben wird . Das Risiko der rechtzeitigen Kontobelastung zugunsten der Behörde bei einem Zahlungsauftrag trägt nun der Zahlungspflichtige. Massgebend ist somit die Valuta. Bedient sich der Zahlungspflichtige für die Erfüllung der Vorschusspflicht einer Hilfsperson, so hat er sich de ren Verhalten a n- rechnen zu lassen ( URS PETER CAVELTI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], B-1186/2013 Seite 6 Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 21 zu Art. 21 VwVG; KATHRIN AMSTUTZ/PETER ARNOLD, in: Niggli/Uebersax/Wipr ächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Bundesgerichtsgesetz, 2. A., Basel 2011, N. 26 ff. zu Art. 48 BGG). 2.3 Gemäss der bis Ende 2006 geltenden Rechtslage galt was folgt: Ge- mäss des inzwischen aufgehobenen Art. 32 Abs. 3 OG galt eine Frist nur dann als eingehalten, wenn die Handlung inne rhalb derselben vorg e- nommen wurde . Schriftliche Eingaben mussten spätestens am letzten Tag der Frist an die Stelle, bei der sie einzureichen waren, gelangen oder zu deren Handen der Schweizerischen Post übergeben worden sein. Analog galt diese Regelung auch für die fristgemässe Einzahlung eines Kostenvorschusses. Auch hier wurde die Frist nur gewahrt durch Einza h- lung beim Bundesgericht oder bei der Schweizerischen Post, wobei im letzten Fall die Postaufgabe des – herkömmlichen – Giromandates g e- nügte. Hingegen wurde die Frist nicht schon gewahrt durch den Za h- lungsauftrag an eine Bank oder irgendwel che Buchungsmassnahmen derselben, sondern nur, wenn diese ihrerseits die Zahlung nach den o b- genannten Regeln rechtzeitig an das Bundesgericht oder die Post weiter- leitete. Bediente sich die Bank des Sammelauftragsdienstes gemäss Art. 133d der inzwischen aufgehobenen Verordnung (1) zum Postverkehrsge- setz (PVV, SR 783.01) vom 1. September 1967, war erforderlich, dass als Fälligkeitsdatum spätestens der letzte Tag der Frist eingesetzt und der Datenträger so rechtzeitig der Post übergeben wurde, dass die Gutschrift auf dem Empfängerkonto nach dem ordentlichen postalischen Gang sp ä- testens am bezeichneten Tag noch erfolgen konnte (BGE 114 Ib 67 E. 1). Bei allen anderen Zahlungsarten (Bezahlung mit Einzahlungsschein, Z u- stellung eines Post- oder Bankchecks, Giromandat) genügte es, wenn der Kostenvorschuss am letzten Tag der Frist bei einer Poststelle einbezahlt oder die Sendung mit dem Überwei sungsauftrag beziehungsweise dem Check am letzten Tag dieser Frist der Post übergeben wurde (BGE 118 Ia 8 E. 2b; THOMAS GEISER, § 1 Grundlagen, in: Geiser/Münch [Hrsg.], Pro- zessieren vor Bundesgericht, 2. Aufl., Bas el/Frankfurt a.M. 1998, Rz. 1.45; KATHRIN AMSTUTZ/PETER ARNOLD, a.a.O., N. 28 zu Art. 48 BGG). Mit BGE 118 Ia 8 beschloss das Bundesgericht eine Änderung der bisherigen Rechtsprechung im Fall, wo eine Bank mit der Zahlung des Kostenvo r- schusses beauftragt wurde und den Sammelauftragsdienst der PTT be- nützte. Danach genügte es, wenn einerseits spätestens der letzte Tag der vom Bundesgericht festgesetzten Frist als Fälligkeitsdatum eingesetzt und anderseits der Datenträger innert dieser Frist der Post übergeben wurde. Nicht mehr erforderlich war, dass die Gutschrift auf dem Empfä n- gerkonto noch inn ert der Zahlungsfrist erfolgte ( KATHRIN AMSTUTZ/PETER B-1186/2013 Seite 7 ARNOLD, a.a.O., N. 28 zu Art. 48 BGG; THOMAS GEISER, § 1 Grundlagen, in: Geiser/Münch [Hrsg.], Prozessieren vor Bundesgericht, 2. Aufl., B a- sel/Frankfurt a.M. 1998, Rz. 1.45). 2.4 Vorliegend verhält es sich so, dass die Beschwerdeführerin den Zah- lungsauftrag zwar am 8. Mai 2013 erfasst hat, das betreffende Konto j e- doch erst am 10. Mai 2013 belastet wurde. Die Zahlung erfolgte nach der heute ma ssgebenden, in Erwägung 2.2 dargelegten Rechtslage, mithin verspätet, da der Zeitpunkt der Belastung des Bank- oder Postkontos des Vorschusspflichtigen massgebend ist. 3. 3.1 Ist der Gesuchsteller oder sein Vertreter unverschuldeterweise abg e- halten worden, binnen Frist zu handeln, so wird diese wiederhergestellt, sofern er unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die versäumte Rechtshandlung nachholt (Art. 24 Abs. 1 VwVG). Eine Wiederherstellung (Wiedereinsetzung [in den vorigen Stand]; Restitution; restitutio in integrum) wird bei Verpassen g e- setzlicher und behördlicher Fristen für die Parteihandlungen gewährt. Sie bezweckt die Beseitigung von Rechtsnachteilen, die ein Verfahrensbete i- ligter wegen unverschuldeter Fristversäumnis erleidet. Art. 24 VwVG en t- spricht einem allgemeinen Rechtsgrundsatz und erweist sich letztlich als Ausfluss des Rechts auf ein faires Verfahren (Art. 29 Abs. 1 BV). Materiell ist fehlendes Verschulden für die ni cht rechtzeitige Ausführung einer frist- gebundenen Handlung verlangt. Bei der Beurteilung, ob diese Vorausse t- zung erfüllt ist, besteht ein breiter Ermessensspielraum. Die Unmöglic h- keit, rechtzeitig zu handeln, kann objektive oder subjektive Ursachen h a- ben. Ganz allgemein für eine eh er strenge Praxis sprechen das R echts- schutzinteresse von Dr ittbetroffenen bzw. Gegenparteien sowie die Ve r- fahrensdisziplin. Als unverschuldet gilt ein Versäumnis zunächst, wenn dafür objektive Gründe vorliegen und der säumigen Par tei bzw. ihrer Ver- tretung keine Nachlässigkeit vorgeworfen werden kann. Massgeblich sind nur solche Gründe, welche einer Person die Wahrung ihrer Interessen auch bei Einsatz der gehörigen Sorgfalt gänzlich verunmöglichen oder in unzumutbarer Weise erschwer en. Taugliche Entschuldigungsgründe bi l- den etwa Naturkatastrophen, Militärdienst oder schwerwiegende Erkra n- kung, nicht dagegen Arbeitsüberlastung, organisatorische Unzulänglic h- keiten oder Ferien. Daneben können auch subjektive Gründe eine Wi e- derherstellung rechtfertigen. Hier wäre der Pflichtige – objektiv betrachtet – an sich in der Lage zu handeln, er wird durch persönliche Umstände in- dessen abgehalten. Für die Abgrenzung wird weniger darauf abgestellt, B-1186/2013 Seite 8 ob die Ursache in der Person des Säumigen begründet liegt, sondern ob das Hindernis psychischer Natur ist. Subjektiv bedingt ist ein Verhalten folglich dann, wenn der Handlungspflichtige lediglich deshalb untätig bleibt, weil er die Situation zufolge eines Irrtums oder aufgrund mangel n- der Kenntnisse nicht richtig einzuschätzen vermag. Es stellt sich dann die Frage, inwieweit sich diese Lage als entschuldbar erweist. Vorwerfbar ist die Säumnis, wenn es der Pflichtige an der nach Treu und Glauben z u- mutbaren Aufmerksamkeit hat fehlen lassen (STEFAN VOGEL, in: A u- er/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 1 ff. zu Art. 24 VwVG). In formeller Hinsicht wird einer seits ein Antrag vorausgesetzt. Das Ersu- chen ist innert 30 Tagen nach W egfallen des Hindernisses zu stellen und zu begründen. Die entschuldigenden Gründe sind nachzuweisen. Inne r- halb der genannten Frist ist die versäumte Handlung zudem nachzuh o- len. Per 1. Januar 2007 wurde die Frist von zehn Tagen auf 30 verlängert und das VwVG dam it der entsprechenden Bestimmung des Bundesg e- richtsgesetzes (Art. 50 BGG) angepasst (STEFAN VOGEL, in: A u- er/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 18 f. zu Art. 24 VwVG). 3.2 In der Bundesverwaltungsrechtspflege gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes über den Bundeszivilprozess vom 4. Dezember 1947 [BZP , SR 273]). Frei ist die Beweiswürdigung vor allem darin, dass sie nicht an bestimmte starre Beweisregeln gebunden ist, die dem Richter genau vorschreiben, wie ein gültiger Beweis zustande kommt und welchen Beweiswert die einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben (vgl. BGE 130 II 482 E. 3.2; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 278 f.). Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung verlangt, dass sich die u r- teilende Instanz sorgfältig, gewissenhaft und unvoreingenommen ihre Meinung darüber bildet, ob der zu beweisende Sachumstand als wahr zu gelten hat. Veranschlagt wird dabei sowohl das beigebrachte Beweism a- terial als auch das Beweisverhalten der Parteien. Beweis ist geleistet, wenn der Richter gestützt auf die Beweiswürdigung zur Überzeugung g e- langt, dass sich der rechtserhebliche Sachumstan d verwirklicht hat. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit wird als ausreichend betrachtet, wo ein strikter Beweis nicht nur im Einzelfall, sondern der Natur der Sache nach nicht möglich oder nicht zumutbar ist und insofern eine Beweisnot besteht B-1186/2013 Seite 9 (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2). Dann gilt der Beweis als erbracht, wenn für die Richtigkeit einer Sachbehauptung derart gewichtige Gründe spr e- chen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise nicht in B e- tracht kommen (vgl. BGE 132 III 715 E. 3.1). 3.3 Beim Aussageverhalten der Beschwerdeführerin fällt auf , dass sie sich mehrfach widersprochen hat. So machte sie mit Eingabe vom 3. Juni 2013 geltend, der Kostenvorschuss von Fr. 5'000. – sei am 7. Mai 2013 dem Postkonto von D._______ belastet worden. Es sei nicht verständlich, warum die Gutschrift erst am 10. Mai 2013 erfolgt sei. Mit Eingabe vom 1. Juli 2013 machte sie wiederum geltend, sämtliche Zahlungen der drei Kostenvorschüsse seien am 7. Mai 2013 in Auftrag gege ben worden. D._______ habe die Ausführung der Zahlungen am 8. Mai 2013 bei der PostFinance AG telefonisch reklamiert. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2013 gab die Beschwerdeführerin an, die Zahlung von Fr. 5'000. – am 8. Mai 2013 in Auftrag gegeben und gleichentags telefonisch reklamiert zu h a- ben. Gemäss s chriftlichen Angaben der PostFinance AG vom 10. Juni 2013 ist die Zahlung von Fr. 5'000.– am 8. Mai 2013 um 13.04 Uhr erfasst und am 10. Mai 2013 de m Konto von D._______ belastet worden. G e- mäss Angaben der PostFinance AG vom 17. Oktober 2013 wurden die Transaktionen von Fr. 3'500.– am 6. Mai 2013 um 14 .05 Uhr und 14.07 Uhr erfasst und am 7. Mai 2013 dem Konto von D._______ belastet. Die Transakti on von Fr. 5'000.– wurde am 8. Mai 2013 um 13.04 Uhr erfasst und am 10. Mai 2013 dem Konto von D._______ belastet. Der 9. Mai 2013 war ein g e- setzlicher Feiertag (Auffahrt). Dass D._______ am 8. Mai 2013 mit dem Kundendienst der PostFinance AG ein Telefong e- spräch geführt hat, wonach er die Belastung seines Kontos für den Ko s- tenvorschuss der Beschwerdeführerin am gleichen Tag reklamiert und die PostFinance AG dies ihm zugesichert habe , steht – wie noch zu zeigen ist – nicht fest. Angesichts des widersprüchlichen Aussageverhaltens der Beschwerdeführerin ergeben sich insbesondere Zweifel hinsichtlich der von ihr geltend gemachten Zusicherung, für welche keine Beweise vorge- legt werden konnten und welche s omit unbewiesen geblieben ist. Es ist deshalb davon auszugehen, dass D._______ den Kostenschuss der Be- schwerdeführerin zwar am 8. Mai 2013 erfasst hat und dass dieser am 10. Mai 2013 seinem Konto belastet wurde. Die Frist zur Leistung des Kostenvorschusses wurde demnach nicht eingehalten. Ein Fristwiede r- herstellungsgrund ist des Weiteren nicht ersichtlich, da es einerseits am materiellen Erfordernis des fehlenden Verschuldens für die nicht rechtzei- tige Ausführung fehlt. Wenn D._______ die Zahlung des Kostenvorschus-B-1186/2013 Seite 10 ses der Beschwerdeführerin erst am 8. Mai 2013 erfasst hat, konnte er – wie erwähnt – nicht damit rechnen, dass sein Konto gleichentags belastet wird. Dass D._ ______ die Zahlung des Kostenvorschusses am letzten Tag der Frist erfasst hat, ist insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass er seit dem Empfang der Zwischenverfügung vom 13. März 2013 wusste, dass ein Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5'000. – zu leisten war, schwer nachvollziehbar und lässt auf ein Verschulden seinerseits schliessen. Anderseits gibt es dafür, d ass die PostFinance AG D.______ am 8. Mai 2013 telefonisch zugesichert habe, sein Konto gleichentags zu belasten – wie erwähnt –, keinen Beweis. 3.4 Es fragt sich, ob die PostFinance AG von sich aus gehalten gewesen wäre, den um 13.04 Uhr eingegangenen Zahlungsauftrag noch gleichen- tags auszufüh ren bzw. ob D._______ damit rechnen durfte, dass sein Zahlungsauftrag noch am gleichen Nachmittag ausgeführt werde. Dies ist nach der eingangs dargestellten gesetzlichen Ordnung und der dazu entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht der Fall (vgl. vo r- ne E. 2.2). Hin zu kommt, dass von D._______ als Organ der Beschwe r- deführerin erwarten werden darf, die entsprechenden geschäftlichen R e- geln zu kennen. Die beantragte Einvernahme von D._______, welcher als Organ der Beschwerdeführerin seine Sichtweise mehrfach vor dem G e- richt darlegen durfte, ist in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen. Das Fristwiederherstellungsgesuch wird demnach abgewiesen und auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin wird nicht eingetreten. 4. Die Verfahrenskosten von Fr. 200.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt und nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils mit dem geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 5'000.– verrechnet. Der die Verfahrenskosten übe rsteigende Betrag von Fr. 4'800.– wird der Be- schwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Das Fristwiederherstellungsgesuch der Beschwerdeführerin wird abg e- wiesen. B-1186/2013 Seite 11 2. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 200.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt und nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils mit dem geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 5'000.– verrechnet. Der die Verfahrenskosten übe rsteigende Betrag von Fr. 4'800.– wird der Be- schwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungs- formular) – die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Frank Seethaler Karin Behnke B-1186/2013 Seite 12 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 22. Oktober 2013