Interpellation Hafner Ursula ' 1942 N 5 octobre 1990 läuft. Das Parlament ist dieser Ueberlegung gefolgt und hat Ar- tikel 3 MWB 1988 entsprechend verabschiedet. Wir möchten dabei bleiben. 3. Privatwirtschaftliche Lösungen für die Bezahlung der Milch nach Gehalt Nach Artikel 19 MWB 1988 kann der Bundesrat die Bezahlung der Milch nach dem Gehalt regeln, wenn sie nicht spätestens drei Jahre nach Inkrafttreten dieses Beschlusses durch den Zentralverband Schweizerischer Milchproduzenten (ZVSM) eingeführt worden ist. Nach eingehenden Abklärungen', an de- nen auch das Bundesamt für Landwirtschaft beteiligt war, hat der Vorstand des Zentralverbandes im Sommer 1989 be- schlossen, auf eine allgemeine Einführung der Bezahlung der Verkehrsmilch nach Gehalt zu verzichten. Massgebend bei diesem Entscheid war die Befürchtung, die Gehaltsbezahlung könnte einen Anreiz zur Steigerung des Fettgehaltes in der Verkehrsmilch bieten. Die Folge davon wäre eine erhöhte But- terproduktion, was zu beinahe unlösbaren Verwertungspro- blemen führen könnte. Deshalb ist auch eine Förderung priva- ter Gehaltsbezahlungssysteme solange nicht tunlich, als auf deren Ausgestaltung kein Einfluss genommen werden kann. Ohne Rahmenbedingungen müsste mit einem Ansteigen der Milchfettproduktion gerechnet werden. Wünschenswert wäre daher eine Koordination und allgemeinverbindliche Rahmen- bedingungen für diese privatrechtlichen Vereinbarungen. Un- seres Wissens unternimmt der ZVSM im Rahmen seiner Mög- lichkeiten Schritte in dieser Richtung. Die Rechtsgrundlage ist jedoch ungenügend, und es wird zurzeit geprüft, ob Artikel 19 MWB 1988 zu ändern ist. Le président: Lïnterpellateur n'est que partiellement satisfait de la réponse du Conseil fédéral. #ST# 90.534 Interpellation Jeanprêtre Aufhebung der Weinkontingente Suppression des contingents viticoles Wortlaut der Interpellation vom 7. Juni 1990 Am 1. April 1990 hat die Mehrheit des Schweizer Volkes den Rebbaubeschluss, gegen den das Referendum ergriffen wor- den war, verworfen. Das Hauptargument der Referendumsbefürworter war die er- satzlose Streichung eines überholten Privilegs der Kontin- gente. Noch am Abstimmungsabend hat jedoch Bundesrat Delamuraz vor der Presse in einem Kommentar zur Abstim- mung wenig Einsicht gezeigt, als er sagte, man müsse jetzt den 7. Landwirtschaftsbericht, dessen Erscheinungsdatum noch nicht feststand, und die Ergebnisse verschiedener inter- nationaler Verhandlungen abwarten, bevor man das Prinzip der Kontingentierung in Frage stellen könne. Ausserdem be- zweifelte der Bundesrat, dass man die Weinkontingentierung aufheben könne. Ich frage deshalb den Bundesrat, wie er konkret und mög- lichst schnell dem Volkswillen Nachachtung verschaffen will und welche Massnahmen er zu ergreifen gedenkt, um den stossenden Handel mit Weinkontingenten zu unterbinden. Texte de l'interpellation du 7 juin 1990 Le 1er avril dernier, la majorité du peuple suisse a rejeté l'ar- rêté viticole soumis à votation suite à un référendum. L'argument principal des référendaires était la suppression pure et simple d'un privilège suranné, celui des contingents. Or, au soir de la votation, le conseiller fédéral Delamuraz, com- mentant les résultats devant la presse, a fait montre de mau- vaise volonté en prétendant qu'il faudrait attendre, pour remet- tre en question le principe du contingentement, le 7e rapport sur l'agriculture dont la date de parution ne pouvait être pré- vue, ainsi que les résultats des différentes négociations inter- nationales en cours. D'autre part, le conseiller fédéral doutait que l'on puisse démanteler le contingentement vinicole. Je demande par conséquent au Conseil fédéral de quelle fa- çon concrète il entend faire respecter la volonté populaire dans les plus brefs délais et quelles mesures il entend prendre pour supprimer ce commerce indécent. Mitunterzeichner- Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. September 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 septembre 1990 La limitation des importations de vins repose sur l'article 23 de la loi sur l'agriculture et non sur l'arrêté concernant la viticul- ture. Le nouvel arrêté, rejeté en votation populaire, ne prévoyait qu'une nouvelle répartition périodique des contingents par adjudication (on voulait ainsi aménager une meilleure adapta- tion des contingents particuliers aux besoins respectifs des sociétés). Cette méthode de répartition ne pourra donc être appliquée. Deux responsabilités incombent désormais au Conseil fédé- ral: - Préparer un projet d'arrêté à soumettre aux Chambres avant l'échéance de l'arrêté actuel (fin 1992). - Examiner la question des limitations d'importation des pro- duits agricoles en général. Consentie en son temps comme mesure de protection en fa- veur de la production indigène, la limitation des importations de vins, en particulier, est également fixée dans le cadre de di- vers accords commerciaux multilatéraux et bilatéraux. Une nouvelle réglementation du régime des importations ne peut être élaborée unilatéralement, sans associer les partenaires commerciaux à la décision. Elle devra être établie à la lumière des résultats des négociations qui se déroulent au GATT, ainsi que de celles qui viennent d'être entamées dans le cadre de l'EEE. Le président: L'interpellatrice n'est que partiellement satis- faite de la réponse du Conseil fédéral. #ST# 90.554 Interpellation Hafner Ursula Milchkontingente Contingents laitiers Wortlaut der Interpellation vom 13. Juni 1990 Mit dem neuen Milchwirtschaftsbeschluss 1988 wird verlangt, dass die Verteilung der Kontingente auf die Milchproduzenten überprüft und gegebenenfalls angepasst werden muss. In der Tat ist es so, dass die Kontingentsverteilung in breiten Kreisen der Landwirtschaft nach wie vor als ungerecht emp- funden wird. Ich bitte deshalb den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen: 1. Wurde dieser Gesetzesauftrag (Artikel 35 Absatz 3) bereits in Angriff genommen? 2. Wenn ja, welche Bemessungskriterien werden neu ange- wendet?5. Oktober1990 N 1943 Interpellation Segmüller 3. Ist damit zu rechnen, dass diese Ueberprüfungsarbeiten in- nert der vom Gesetzgeber festgelegten Frist von 5 Jahren durchgeführt werden? Texte de l'interpellation du 13 juin 1990 En vertu du nouvel arrêté sur l'économie laitière 1988, la répar- tition des contingents entre les producteurs doit être réexami- née et, le cas échéant, ajustée. Dans les milieux agricoles, elle est considérée comme injuste. Je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivan- tes: 1. Le réexamen des contingents imposé par l'arrêté (article 35, 3e alinéa) a-t-il été amorcé? 2. Dans l'affirmative, quels sont les critères utilisés? 3. Peut-on s'attendre à ce que ces travaux soient terminés dans le délai de cinq ans prévu par le législateur? Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Bäumlin Ursula, Béguelin, Bodenmann, Braunschweig, Bundi, Carob- bio, Danuser, Eggenberg-Thun, Eggenberger Georges, Euler, Fankhauser, Haering Binder, Hubacher, Jeanprêtre, Leder- gerber, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Pitte- loud, Rechsteiner, Reimann Fritz, Stappung, Ulrich, Vollmer, Zbinden Hans, Züger (27) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. September 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 septembre 1990 Im Rahmen der Beratungen zum neuen Milchwirtschaftsbe- schluss 1988 waren sich Parlament und Bundesrat einig dar- über, dass es nicht sinnvoll sein kann, nach zehn Jahren Milchkontingentierung nochmals von vorne zu beginnen und alle Einzelkontingente neu zu berechnen. Da seit Einführung der Kontingentierung bereits zahlreiche Anpassungen vorge- nommen worden sind und der Spielraum für allfällige Umver- teilungen bei dieser an sich strengen produktionslenkenden Massnahme relativ klein ist, hätte dies nicht nur auf Seite der Verlierer, sondern auch bei den Gewinnern kaum zu mehr Zu- friedenheit geführt. Abgesehen davon wäre die Unruhe und Unsicherheit, die ein Neubeginn bei den Betroffenen ausge- löst hätte, sehr gross gewesen. Unbestreitbar bestehen jedoch gewisse Unterschiede in der Verteilung der Kontingente auf die einzelnen Betriebe. Des- halb wurde auch allgemein akzeptiert, die Kontingente noch- mals zu prüfen, und wenn nötig zu korrigieren. Die gestellten Fragen möchten wir wie folgt beantworten: 1. Das Bundesamt für Landwirtschaft hat die Arbeiten zur Kon- tingentsüberprüfung bereits in Angriff genommen. Es plant, den Vorschlag einer Regelung im Laufe des Herbstes 1990 durch Tests in ausgewählten Genossenschaften auf seine Zweckmässigkeitzu prüfen. 2. Vorgesehen ist dabei, zunächst schematisch eine be- stimmte Anzahl Betriebe zu bezeichnen, die näher überprüft werden müssen. Dieses Ausscheidungsverfahren orientiert sich an der mittleren Verteilung der Kontingente innerhalb ei- ner örtlichen Genossenschaft und nennt die Produzenten, die davon relativ stark abweichen. Berechnungskriterien sind die individuelle Kontingentsgrösse, die massgebliche Nutzfläche und die Zonenzugehörigkeit der Betriebe sowie das genos- senschaftliche Durchschnittskontingent je Hektare. Unter Be- rücksichtigung weiterer Kriterien wie beispielsweise der Be- triebsstruktur, der betrieblichen Futtergrundlage, der mögli- chen und ergriffenen Produktionsalternativen soll eine Kom- mission in einem zweiten Schritt näher abklären, ob und wie- weit eine gezielte Kürzung angebracht ist. 3. Das Bundesamt für Landwirtschaft möchte dem Bundesrat noch im laufenden Jahr einen diesbezüglichen Verordnungs- entwurf zur Verabschiedung unterbreiten.-Die Milchverbände als mit der Durchführung der Kontingentierung betraute In- stanzen können somit 1991 die eigentliche Ueberprüfung vor- nehmen, und wir hoffen, die Arbeiten ungefähr innert Jahres- frist abschliessen zu können, also nicht die volle Periode von fünf Jahren beanspruchen zu müssen. Le président: L'interpellatrice n'est que partiellement satis- faite de la réponse du Conseil fédéral. #ST# 90.574 Interpellation Segmüller Berufliche Ausbildung. Zuständigkeit Formation professionnelle. Compétence fédérale Wortlaut der Interpellation vom 19. Juni 1990 Die Freizügigkeit der Personen, insbesondere ihr Recht, über- all in Europa eine Erwerbstätigkeit auszuüben, ist ein zentrales Anliegen auch der Schweiz im Hinblick auf die EG/EWR-Ver- handlungen. Von entscheidender Bedeutung ist in diesem Zu- sammenhang die gegenseitige Anerkennung der Berufsaus- weise und Diplome. Es ist schon für den nicht eingeweihten Schweizer, ge- schweige denn für das Ausland, schwer zu verstehen, warum die eidgenössische Regelung nur einen Teil aller Berufe er- fasst, während volkswirtschaftlich und gesellschaftlich bedeu- tende Berufsfelder - wie die Pflegeberufe - einer ändern oder gar keiner öffentlichen Regelung unterstehen. Es entstehen dadurch auch Verzerrungen, die als willkürlich empfunden werden müssen, indem einzelne Ausbildungen voll zu Lasten der Jugendlichen bzw. ihrer Eltern gehen, während die Kosten anderer vom Staat getragen werden. Ich frage den Bundesrat an: 1. Lässt sich die unterschiedliche Behandlung von Berufsfel- dern bezüglich Ausbildungsregelung weiterhin rechtfertigen? 2. Wirkt sich der heutige Zustand nachteilig auf die Integrati- onsbestrebungen aus? 3. Welches wären die Voraussetzungen und Folgen einer all- gemeinen Bundeskompetenz in der Berufsbildung? Texte de l'interpellation du 19 juin 1990 Dans la perspective des négociations CE/EEE, la libre circula- tion des personnes, à savoir le droit d'exercer une activité lu- crative dans tout pays d'Europe, est également au centre des préoccupations de la Suisse. La reconnaissance mutuelle des certificats et autres diplômes joue un rôle fondamental à cet égard. Les Suisses non spécialistes de la question - et les étrangers a fortiori - ont de la peine à comprendre pourquoi la Confédéra- tion ne réglemente pas tous les métiers, à savoir pourquoi cer- tains d'entre eux, pourtant loin d'être négligeables sur le plan économique et social, comme les professions paramédicales, sont réglés par d'autres dispositions ou ne figurent dans au- cune législation. Il en résulte des incohérences que l'on peut qualifier d'arbitraires, puisque certaines formations sont entiè- rement à la charge des intéressés ou de leurs parents, alors que d'autres sont financées par les pouvoirs publics. Le Conseil fédéral est donc invité à répondre aux questions suivantes: 1. La différence de traitement qui existe dans la réglementa- tion des professions se justifie-t-elle encore de nos jours? 2. La situation actuelle nuit-elle aux efforts d'intégration? 3. A quelles conditions la Confédération pourrait-elle se doter d'une compétence générale dans le domaine de la formation professionnelle et quelles en seraient les conséquences? Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine-AucunSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Hafner Ursula Milchkontingente Interpellation Hafner Ursula Contingents laitiers In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.554 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 05.10.1990 - 08:00 Date Data Seite 1942-1943 Page Pagina Ref. No 20 019 092 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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