<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, das Programm der jährlichen Sondermünzen durch eine gleichzeitige Herausgabe eines 5-Franken- und eines 20-Franken-Stückes zu erweitern und deren Absatz durch geeignete Massnahmen zu fördern.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Grundsätzliche Feststellungen</p><p>Seit 1991 wird jährlich eine Gedenkmünze (GM) aus Silber mit einem Nennwert von 20 Franken herausgegeben. Der Vertrieb der Münzen erfolgt über die Schweizerische Nationalbank (SNB). Als Verkaufsstellen dienen dem Bund die Banken und die Münzenhändler. Die Münzen in der Qualität "Unzirkuliert" (es werden Gedenkmünzen in zwei Prägequalitäten herausgegeben: "Unzirkuliert" = im Durchlauf geprägte und maschinell verpackte Münzen, die offen und zum Nennwert abgegeben werden. "Polierte Platte" = Sammlerqualität; die Prägewerkzeuge und Rondellen werden speziell bearbeitet und die Münzen im Einzelschlag geprägt, von Hand verpackt und in Etuis abgegeben), die den Hauptteil der Auflage ausmachen, werden zum Nennwert, d. h. ohne Agio, ausgeliefert. Da es sich dabei um offizielle Zahlungsmittel handelt, können sie auch jederzeit zum Nennwert zurückgegeben werden. Der Bund kann daher den Verkaufsstellen auf den GM "Unzirkuliert" keine Provision zugestehen. Der Verkauf dieser Münzen durch die erwähnten Stellen ist damit eine reine "Goodwillaktion".</p><p>Der Übergang von den Silberumlaufmünzen zum Kupfer-Nickel-Geld im Jahre 1968 löste in der Schweiz vorerst einen Sammelboom aus, der weite Kreise der Bevölkerung erfasste. Mit dem Eintreten der Rezession Anfang der neunziger Jahre fielen aber auch die Sammlerpreise bei den Münzen. Dies bewirkte, dass zahlreiche Münzensammler ihre Silbermünzen der SNB gegen Vergütung des Nennwertes zurückgaben. Dieser Trend hält weiterhin an. Während in den Jahren 1980-1989 im Durchschnitt rund 58 000 Silbermünzen pro Jahr zurückflossen, ist diese Zahl ab 1990 kontinuierlich von 341 000 Stück auf 1 245 000 Stück (1995) angestiegen. Es versteht sich von selbst, dass in diesem veränderten Umfeld auch der Absatz der Gedenkmünzen schwieriger geworden ist. Trotzdem hat das Verkaufsvolumen der GM wertmässig ein beachtliches Ausmass angenommen und liegt, dank den Anstrengungen des Bundes, trotz Rezession über jenem der Jahre 1980-1990.</p><p>In diesem Jahr werden erstmals zwei GM (in Silber) ausgegeben. Der Jahresverkauf konnte dadurch von 235 000 GM "Unzirkuliert" auf 396 000 Stück angehoben werden. Der Prägegewinn steigt damit von 4 Millionen Franken auf rund 7 Millionen Franken. Von einem wertmässigen Rückgang des Absatzes an GM kann daher nicht die Rede sein. Auch für das Jahr 1997 ist die Ausgabe von zwei Münzen geplant, und 1998 beabsichtigen wir sogar, drei Gedenkmünzen zu prägen. Die für die Kulturförderung zur Verfügung stehenden ausserordentlichen Mittel werden daher in den kommenden Jahren erheblich gesteigert werden können.</p><p>2. Verkaufsanstrengungen des Bundes</p><p>Wenig Erfolg verspricht das Massengeschäft, da dadurch hohe Kosten entstehen und das bleibende Verkaufsvolumen, nach Abzug der Rückflüsse, trotzdem nicht erheblich gesteigert werden kann. Im Jahre 1992 wurde ein Versuch mit den PTT (Verkauf der Silbermünzen 1991) gemacht. Das verkaufte Volumen war eher bescheiden und verursachte bei den PTT unverhältnismässig hohe Kosten, die zum Teil vom Bund getragen werden mussten (Gewährung eines zinslosen Darlehens von 2 Millionen Franken für die Zeit vom 1. Mai 1992 bis 31. Oktober 1992). Die Banken und Münzenhändler werden dagegen bei der Ablieferung der Münzen von der SNB voll belastet und erhalten vom Bund auch kein zinsloss Darlehen zur Verfügung gestellt. Da die Banken bei einem Verkauf der GM über die PTT- und SBB-Schalter ihre Bestellungen sicher erheblich reduzieren würden, würde diese Massnahme kaum zu einer Erhöhung des Prägegewinnes führen. Der Bund muss deshalb seine Verkaufsanstrengungen in erster Linie auf die potentiellen Münzensammler und die im Ausland wohnhaften Personen ausrichten. Eine Erweiterung der Verkaufsstellen sollte daher vor allem Richtung "Museumsshops" erfolgen. In diesem Personensegment ist vermutlich eine bisher nicht erreichte Gruppe potentieller Münzensammler vorhanden. In Frage kämen z. B. das Schweizerische Landesmuseum, das Technorama und das Verkehrshaus. Zudem wird beabsichtigt, an den verschiedenen Münzenmessen, an denen der Bund teilnimmt, GM zu verkaufen.</p><p>3. Nominalwert der GM</p><p>Um ein interessantes Sujet auf der GM abbilden zu können, muss die Münze einen minimalen Durchmesser von 30 Millimeter aufweisen. Ein 5- oder 10-Franken-Stück könnte daher nur aus Kupfer-Nickel und nicht aus Silber geprägt werden, da bei einer Prägung aus Silber der Metallwert den Nennwert übersteigen würde. Es ist jedoch unbestritten, dass die Edelmetallmünzen eine grössere Attraktivität besitzen.</p><p>Bis ins Jahr 1990 wurden nur 5-Franken-Münzen ausgegeben. Dabei erreichte der Prägegewinn mit 3,5 Millionen Franken nie die Höhe, die mit den Silbermünzen erzielt wurde (4,5 bzw. 4 Millionen Franken). Gemäss Kostenberechnungen müsste die dreifache Menge von 5-Franken-Kupfer-Nickel-Münzen verkauft werden, um den Prägegewinn (Prägegewinn = Nennwert abzüglich Herstellungskosten und Rückflüsse. Ohne Berücksichtigung der Rückflüsse ist der Prägegewinn bei den 5-Franken-Stücken rund Fr. 4.60; bei den 20-Franken-Stücken rund Fr. 13.10) einer 20-Franken-Silbermünze zu erreichen, was in der gegenwärtigen Rezessionsphase kaum realistisch ist. Zudem sind bei den 5-Franken-Gedenkmünzen wesentlich mehr Rückflüsse (Gedenkmünzen, die im Zahlungsverkehr auftauchen, werden von Banken und Post an die SNB zurückgeschoben) zu erwarten, da diese Geldstücke, im Gegensatz zu den 20-Franken-Gedenkmünzen, jederzeit in Automaten eingesetzt werden können.</p><p>Allerdings ist es denkbar, dass der Bund zusätzlich zu den Silbermünzen auch Goldmünzen prägt. Zuvor müssen aber die Rechtsgrundlagen angepasst werden, denn die Herausgabe einer Goldmünze nach dem geltenden Münzgesetz ist, wie das Beispiel der 250-Franken-Sondermünze zur 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft zeigte, heikel. Damit eine Goldmünze für den Käufer attraktiv ist, darf der Unterschied zwischen dem Goldwert und dem Nennwert nicht zu gross sein. Dies birgt aber die Gefahr in sich, dass der Goldwert bei einem stärkeren Anziehen des Goldkurses den Nennwert übersteigt. Eine solche Aussicht führt, wie bei der Jubiläumsmünze, zwangsläufig zu spekulativen Bestellungen. Um dieser Problematik zu begegnen, wird gegenwärtig eine entsprechende Änderung des Münzgesetzes vorbereitet. Damit könnte die internationale Kundschaft stärker angesprochen werden. Dies würde allerdings eine vermehrte Präsenz auf den internatonalen Münzenmessen (Stuttgart, Singapur, USA) bedingen. Gegebenenfalls müssten auch ausländische Münzenhändler als Vertreter eingesetzt werden.</p><p>4. Werbemassnahmen</p><p>Bis 1992 verkaufte der Bund die jährlich herausgegebenen Gedenkmünzen praktisch ohne unterstützende Werbemassnahmen. In Zusammenarbeit mit einer Werbeagentur und einem Grafiker wurde inzwischen ein Konzept für ein neues Erscheinungsbild, neue Prospekte und ein Logo geschaffen, und ein Marketingunternehmen wurde mit der Organisation von Pressekonferenzen und Münzenmessen beauftragt. Dadurch konnte in den vergangenen Jahren der Bekanntheitsgrad der GM deutlich verbessert werden.</p><p>Für den Verkauf der GM 1995 "Rätische Schlangenkönigin" stand z. B. ein Budget von 200 000 Franken für die Werbung zur Verfügung. Damit wurden folgende Werbemassnahmen realisiert:</p><p>- Medienkonferenz zur Präsentation der neuen GM im Basler Rathaus mit Beteiligung von Regierungsrat Ueli Vischer und dem St. Moritzer Verkehrsdirektor Hans Peter Danuser. Auftritt einer 7 Meter langen Riesenschlage;</p><p>- Ausgabe Einzelprospekt "Rätische Schlangenkönigin" und Serieprospekt "Landschaften und Sagen", Prospektständer an Banken und Münzenhändler;</p><p>- Referat mit Präsentation am internatonalen Medienforum der Europa-Münzenmesse in Basel; Abgabe von über 100 Pressemappen; Teilnahme mit originell gestaltetem Stand an der Münzenmesse; Wettbewerb mit gesponserten Preisen.</p><p>- Wagenplakatwerbung bei den SBB und verschiedenen Privatbahnen;</p><p>- Pressemitteilung zum Ausgabetag; Abgabe und Versand (auch ins Ausland) von über 300 Pressemappen mit ausführlichen Informationen zur neuen GM;</p><p>- Promotionskampagne in Zusammenarbeit mit der Graubündner Kantonalbank, begleitet von Inseraten in der Regionalpresse mit folgenden Stationen: St. Moritz, Schuls, Davos, Arosa, Flims/Laax, Thusis und Chur;</p><p>- Inserate in Münzenfachzeitschriften; Stand an der Münzenbörse Zürich usw.</p><p>Durch weitere Werbeanstrengungen ist es sicher möglich, die Verkaufszahlen je Münze noch zu steigern. Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass ein grosser Teil der zusätzlich verkauften Münzen wieder zurückfliesst und damit den Prägegewinn schmälert. Dem vielfachen Wunsche der Sammler entsprechend, soll der Prägegewinn nicht mittels grösserer Auflagen je Münze, sondern durch die Ausgabe mehrerer GM pro Jahr erhöht werden.</p><p>Die meisten der im Postulat enthaltenen Forderungen sind bereits heute verwirklicht. Anstelle der gewünschten zusätzlichen Kupfer-Nickel-Gedenkmünze wird bereits in diesem Jahr eine zusätzliche Silbermünze herausgegeben. Die für die Kultur zur Verfügung stehenden Mittel können dadurch von 4 auf rund 7 Millionen Franken erhöht werden. Die Ausgabe einer Kupfer-Nickel-Gedenkmünze zu einem späteren Zeitpunkt bleibt vorbehalten.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.