<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Normal Heading1"><span id="_GoBack"></span><span class="Normal Heading1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Normal Heading1"><span class="Normal Heading1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Normal Heading1"></p></td></tr></table><p><span>IV.2018.00015</span></p><p><span> </span></p><p><span> </span></p><p><br/></p><p>II. Kammer</p><p>Sozialversicherungsrichter Bachofner, Vorsitzender i.V.<br/>Sozialversicherungsrichterin Fehr<br/>Ersatzrichterin Romero-Käser<br/>Gerichtsschreiberin Tiefenbacher</p><p class="Normal Heading2"><span class="Normal Heading2">Urteil vom 29. Mai 2018</span></p><p class="Normal StandardEinzug"><span class="Normal StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegnerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">X.___, geboren 1954, zu insgesamt 85 % bei zwei ver-schiedenen Arbeitgebern erwerbstätig, bezog seit März 2016 eine Witwenrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung (Urk. 3/3). Am 18. Dezember 2016 meldete sie sich unter Hinweis auf ein Adenokarzinom bei der Invaliden</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/17). Gestützt auf die medizinischen und erwerblichen Abklärungen sprach ihr die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/41 und Urk. 7/46) mit Verfügung vom 15. November 2017 ab 1. Juli 2017 eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 2 = Urk. 7/59).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Gegen die Verfügung vom 15. November 2017 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 4. Januar 2018 Beschwerde und beantragte, es sei die Invalidenrente auszusetzen, solange die Krankentaggeldversicherungen leistungspflichtig seien, eventuell sei die Rente erst ab 1. August 2017 auszurichten (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">vom 14. Februar 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Mit Replik vom 24. März 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Rechts</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">begehren fest (Urk. 10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 11. April 2018 auf Duplik (Urk. 13), was der Beschwerdeführerin am 12. April 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 14).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Gericht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zieht in Erwägung:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">des Bundesgesetzes über den Allge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Anspruch auf eine Rente haben gemäss </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">28 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">des Bundesgesetztes über die Invalidenversicherung (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">IVG</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">)</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Versicherte, die:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">a.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">b.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tens 40 % arbeitsunfähig (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">6 ATSG) gewesen sind; und</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">c.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">8 ATSG) sind.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">28 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2 IVG).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">eiden hypothetischen Erwerbsein</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">-</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Gemäss Art. 43 Abs. 1 IVG haben Witwen, Witwer und Waisen, welche sowohl die Anspruchsvoraussetzungen für eine Hinterlassenenrente der Alters- und Hinter</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lassenenversicherung als auch für eine Rente der Invalidenversicherung erfüllen, Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (Satz 1). Es wird aber nur die höhere der beiden Renten ausgerichtet (Satz 2 und Art. 24b des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung, AHVG).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerdegegnerin begründete den Leistungsanspruch damit, die Beschwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">deführerin sei seit dem 15. Juli 2016 gesundheitsbedingt zu 100 % arbeitsunfähig. Der Rentenanspruch entstehe, nachdem die Arbeitsunfähigkeit ein Jahr angedauert habe. Bei einer Erwerbstätigkeit von 85 % entspreche der Invaliditätsgrad dem bisherigen Pensum. Bei einem Invaliditätsgrad von 85 % bestehe ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (Urk. 2 S. 5).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Gegen den Anspruch auf eine Invalidenrente wandte die Beschwerdeführerin ein (Urk. 1), ihre Arbeitgeberinnen hätten für sie je eine Krankentaggeldversicherung abgeschlossen, die während 730 Tagen den Lohnausfall übernähmen. Bis zu ihrer </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ordentlichen Pensionierung seien die Taggelder nicht ausgeschöpft. Umso erstaun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">licher und befremdlicher sei es, dass die privaten Versicherer ihre Zahlungspflicht einstellten beziehungsweise um den Betrag der Rente reduzierten (S. 2). Die Wit</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">wenrente, die sie seit März 2016 beziehe, werde mit der IV-Rente verrechnet. Unte</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">r Anrechnung der Witwenrente betrage die IV-Rente eigentlich nur Fr. 188.-- (S. 2). Hinzu komme, dass mit der IV-Rente keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet würden, so dass sie nun als Nichterwerbstätige AHV-Beiträge zu bezahlen habe und sie bei der beruflichen Vorsorge Beitragslücken habe (S. 3).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Im Übrigen sei sie erst seit 3. August 2016, und nicht seit 15. Juli 2016 zu 100 % arbeitsunfähig (S. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Streitig ist, ob und seit wann ein Rentenanspruch besteht.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Laut Bericht von Dr. Y.___, Leitender Arzt, und Dr. med. Z.___, Assistenzärztin, A.___, vom 28. Februar 2017 (Urk. 7/35) leidet die Beschwerdeführerin an einem metastasierten Adenokarzinom der Lunge Oberlappen rechts (Erstdiagnose 15. Juli 2016) und an einer chronisch obstruktiven Pneumopathie GOLD Stadium III Risikogruppe B (S. 1 Ziff. 1.1). Unter der laufen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">den Chemotherapie leide die Beschwerdeführerin an starker Übelkeit und Erbre</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chen, Schwäche und Atemnot (S. 2 Ziff. 1.7). Sie sei seit 15. Juli 2016 bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig (S. 2 Ziff. 1.6).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Laut Ärztlichem Zeugnis von Dr. med. B.___, Oberärztin, A.___, vom 27. Juli 2016 (Urk. 7/29/8) wird die Beschwerdeführerin seit dem 11. Juli 2016 ambulant behandelt und es besteht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 1. bis 31. August 2016. Eine Neubeurteilung im Verlauf wurde in Aussicht gestellt.</span></p><p>4.</p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Es ist unbestritten, dass bei der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente erfüllt sind.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der Sozialversicherer ist im Versicherungsfall nach dem Grundsatz der Gesetz</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">mässigkeit verpflichtet, die geschuldeten Leistungen zu bestimmen und zu erbrin</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gen. Das Gegenstück zu dieser Pflicht bildet der Anspruch des Berechtigten auf </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">die rechtlich geschuldeten Leistungen (Alfred Maurer, Bundessozialver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">siche</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">recht, 2. Auflage, Basel 1994 S. 53). Die gesetzliche Koordination der einzelnen Versicherungszweige soll jene Nachteile beseitigen oder mildern, welche mit dem Nebeneinander verschiedener Sicherungssysteme fast zwangsläufig verbunden sind: unerwünschte Versicherungslücken, Überentschädigungen und Doppel</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">spurig</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">keiten anderer Art (Maurer, a.a.O., S. 71). Es steht damit weder im Belieben des Versicherers, gesetzliche Leistungen zu entrichten, noch im Belieben der versicherten Person, von welchem Versicherer sie ein eingetretenes Versicherungsereignis entschädigt haben will.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Laut Arztbericht der Dres. Y.___ und Z.___ (E. 3.1) wurde das die Arbeitsunfähigkeit hervorrufende Adenokarzinom der Lunge am 15. Juli 2016 erstmals diagnostiziert. Ab diesem Datum attestierten Dres. Y.___ und Z.___ der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, obwohl die Behandlung durch sie erst am 3. August 2016 einsetzte. Im ärztlichen Zeugnis vom 27. Juli 2016 (E. 3.2) attestierte Dr. B.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. August 2016. Die Beschwerdeführerin gab in der Anmeldung zum Leistungsbezug an, seit dem 3. August 2016 arbeitsunfähig zu sein (Urk. 7/17 S. 4 Ziff. 4.3), und eine der beiden Arbeitgeberinnen meldete dem Krankentaggeld</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">versicherer eine Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. August 2016 (Urk. 7/29/9 Ziff. 4). Im während des hängigen Verfahrens aufgelegten Bericht vom 28. Februar 2018 gab Dr. Y.___ ferner an, dass die Arbeitsunfähigkeit seit 3. August 2016 und nicht seit 15. Juli 2016 bestehe (Urk. 11).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Bei diesen widersprüchlichen Angaben ist betreffend den Beginn der Arbeits</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">unfähigkeit auf das echtzeitliche Arztzeugnis von Dr. B.___ abzustellen, und damit davon auszugehen, dass ab 1. August 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestand, folgt doch aus der Diagnosestellung allein noch keine Arbeits</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">unfähigkeit. Somit wurde das Wartejahr erst am 1. August 2017 beendet. Nach</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">dem nach Ablauf des Wartejahres immer noch eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden und sich die Beschwerdeführerin am 18. Dezember 2016 zum Leis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tungsbezug angemeldet hat (Urk. 7/17 S. 9 Ziff. 10), sind die Voraussetzungen des Rentenanspruchs ab August 2017 erfüllt.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerdeführerin bezog seit März 2016 eine Witwenrente im Betrag von Fr. 1'765.-- monatlich (Urk. 3/3). Die monatliche Invalidenrente beträgt Fr. 2'350.-- (Urk. 2). Da diese höher ist als die Witwenrente löst sie jene mit dem Anspruchsbeginn ab August 2017 ab (vgl. E. 1.4). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.5</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das IVG sieht eine Koordination der Leistungen anderer Versicherer nur mit der Alters- und Hinterlassenenversicherung (vgl. Art. 43 IVG) und mit der Unfall- und Militärversicherung (vgl. Art. 44 IVG) vor. Eine Koordination der Leistungen von Krankentaggeldversicherern ist nicht vorgesehen. Ob es rechtens ist, ob und inwieweit die Krankentaggeldversicherer ihre Leistungen mit dem Beginn des Anspruchs auf eine Rente der Invalidenversicherung kürzen beziehungsweise ganz aufheben (vgl. Art. 68 ATSG), ist nicht in diesem Verfahren, sondern wäre in einem Verfahren gegen die Krankentaggeldversicherer zu prüfen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Insoweit die Beschwerdeführerin geltend machte, sie hätte sich nicht zum Leis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tungsbezug angemeldet, hätte sie gewusst, dass die Witwenrente und die Taggelder von der Invalidenrente abgelöst würden, ist ihr entgegenzuhalten, dass bei einer Nichtanmeldung die bisherigen Leistungen nicht ohne Weiteres weiter ausgerichtet worden wären, sondern die Anrechnung einer fiktiven Invalidenrente von den Versicherern wohl zumindest geprüft worden wäre.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">5.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde im Eventualantrag gutzuheissen, indem der Beginn des Rentenanspruchs auf den 1. August 2017 zu legen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">6.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Gestützt auf </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">69 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">bis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> IVG ist das Beschwerdeverfahren kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand fes</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tzu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">legen und vorliegend auf Fr. 6</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Das Gericht erkennt:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass die Verfügung vom 15. November 2017 dahingehend abgeändert wird, als die Beschwerdeführerin ab dem 1. August 2017 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Die Gerichtskosten von </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Fr. </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">600</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">.-- werden </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">den Parteien je zur Hälfte</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend"> auferlegt.</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend"> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Rechnung und Einzahlungsschein werden </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">den</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend"> Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">X.___</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Bundesamt für Sozialversicherungen</span></p><p class="Normal Dispotext DispoEinzug"><span class="Normal Dispotext DispoEinzug">sowie an:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">4.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">stellen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Der Vorsitzende i.V.Die Gerichtsschreiberin</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>BachofnerTiefenbacher</p><p></p></div> </div></body></html>