<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00229</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205979&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00229</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.06.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verletzung von Berufsregeln</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Disziplinarverfahren gegen einen Rechtsanwalt<br/><br/>Offen gelassen, ob Anordnungen des Präsidenten der Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte direkt beim Verwaltungsgericht angefochten werden können (E. 2.1).<br/>Die Ablehnung eines Antrags, ein bereits eingeleitetes Disziplinarverfahren einzustellen, bildet keine anfechtbare Verfügung (E. 2.2.1).<br/>Die Ablehnung von Eventualanträgen (Entbindung des verzeigten Anwalts/Beschwerdeführeres vom Anwaltsgeheimnis, Einholung von Vollmachten der Verzeigerinnen an deren Vertreter) betrifft nicht in verbindlicher Weise das prozessrechtliche Rechtsverhältnis des Beschwerdeführers vor der Aufsichtskommission und hat keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil zur Folge; sie ist nicht anfechtbar (E. 2.2.2).<br/>Die Ansetzung einer Frist für den Beschwerdeführer, zu den Vorwürfen der Verzeigerinnen Stellung zu nehmen, betrifft zwar insbesondere wegen der angedrohten Säumnisfolgen die prozessrechtliche Stellung des Beschwerdeführers, doch wird dadurch kein nicht wiedergutzumachender Nachteil für den Beschwerdeführer bewirkt. Der Stellungnahme gegenüber der Aufsichtskommission steht das Anwaltsgeheimnis nicht entgegen, weil auf jeden Fall mit der Fristansetzung zur Stellungnahme durch die Aufsichtskommission der Beschwerdeführer zur Offenbarung des Anwaltsgeheimnis berechtigt ist (E. 2.2.3).<br/>Nichteintreten.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWALT">ANWALT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Ãbrige Rechtsgebiete UR: Besondere Rechtsgebiete ST: ANWALTS- UND NOTARIATSRECHT">ANWALTS- UND NOTARIATSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWALTSGEHEIMNIS">ANWALTSGEHEIMNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSICHTSKOMMISSION">AUFSICHTSKOMMISSION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUFSGEHEIMNIS">BERUFSGEHEIMNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISZIPLINARVERFAHREN">DISZIPLINARVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTBINDUNG VOM BERUFSGEHEIMNIS">ENTBINDUNG VOM BERUFSGEHEIMNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Allgemeines Verwaltungsrecht ST: FORMEN DES VERWALTUNGSHANDELNS">FORMEN DES VERWALTUNGSHANDELNS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 17 AnwG</span><br/><span class="ungerade">§ 30 AnwG</span><br/><span class="gerade">Art. 17 BGFA</span><br/><span class="ungerade">Art. 321 StGB</span><br/><span class="gerade">§ 19 Abs. I VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 19 Abs. II VRG</span><br/><span class="gerade">§ 41 Abs. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2006 Nr. 36</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>Mit einer in franzÃ¶sischer Sprache verfassten Eingabe vom 5. Juli 2005 gelangte der Genfer Rechtsanwalt B namens seiner drei Klientinnen an die ZÃ¼rcher Aufsichtskommission Ã¼ber die AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte (im Folgenden Aufsichtskommission). Unter Hinweis auf ein VermÃ¶gensverwaltungsmandat zwischen seinen Klientinnen und dem ZÃ¼rcher Rechtsanwalt A bat er die Kommission, diesem gegenÃ¼ber zu intervenieren, ihn auf seine Pflichten als Anwalt hinzuweisen und anzuhalten, den berechtigten Begehren seiner Klientinnen Folge zu leisten. Weiter ersuchte er um Bewilligung, seine Klientinnen gegen A in einem zivilen, disziplinarischen oder strafrechtlichen Verfahren vertreten zu dÃ¼rfen, und bat um Information Ã¼ber die ge­troffenen Massnahmen. Die Aufsichtskommission schrieb B am 15. Juli 2005, sie kÃ¶nne AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lten keine Weisungen fÃ¼r ihre Handlungen erteilen oder dem Verzeiger einen Schadenersatz zusprechen. Die Aufsichtskommission sei daher fÃ¼r die gestellten AntrÃ¤ge nicht zustÃ¤ndig bzw. es bedÃ¼rfe keiner Bewilligung zur ProzessfÃ¼hrung. Weiter legte die Kommission dar, welchen Anforderungen eine Verzeigung zu genÃ¼gen habe. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Am 31. August 2005 verfasste B eine ausfÃ¼hrliche Verzeigung in franzÃ¶sischer Sprache. Auf entsprechende Aufforderung der Aufsichtskommission Ã¼bertrug er seine Eingabe in die deutsche Sprache und Ã¼bermittelte diese am 31. Oktober 2005 zusammen mit weiteren Unterlagen der Aufsichtskommission. Die Aufsichtskommission bestÃ¤tigte den Eingang der Verzeigung am 1. Dezember 2005 und wies B darauf hin, dass dem Anzeigeerstatter keine Verfahrensrechte zukÃ¤men und er Ã¼ber das weitere Verfahren und den Endentscheid nicht orientiert werde. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 14. Dezember 2005 beschloss die Aufsichtskommission, dass gegen Rechtsanwalt A ein Disziplinarverfahren erÃ¶ffnet werde und setzte dem Beschuldigten eine Frist zur schriftlichen Stellungnahme zu den VorwÃ¼rfen unter der Androhung, dass der Beschuldigte im SÃ¤umnisfalle mit einer Ordnungsbusse belegt und aufgrund der Akten entschieden werde. Mit Stellungnahme vom 24. MÃ¤rz 2006 beantragte A, das Verfahren sei einzustellen, eventualiter seien die Verzeigerinnen zu verpflichten, fÃ¼r dieses Verfahren Spezialvollmachten einzureichen und den Beschuldigten schriftlich und ausdrÃ¼cklich vom Anwaltsgeheimnis zu entbinden. FÃ¼r diesen Eventualfall sei das Verfahren sodann bis zum Vorliegen dieser Dokumente zu sistieren.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>C. </span></b><span>Mit VerfÃ¼gung vom 7. April 2006 wies der PrÃ¤sident der Aufsichtskommission die AntrÃ¤ge des Beschuldigten ab und setzte diesem unter den Androhungen gemÃ¤ss Beschluss vom 14. Dezember 2005 eine neue Frist, um zu den gegen ihn erhobenen VorwÃ¼rfen Stellung zu nehmen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diese VerfÃ¼gung erhob A am 17. Mai 2006 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte deren Aufhebung sowie die Anweisung an die Kommission, das Verfahren einzustellen. FÃ¼r den Eventualfall erneuerte er seine bereits erstinstanzlich gestellten EventualantrÃ¤ge. Weiter beantragte er, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und die Ãffentlichkeit sei von den Verhandlungen auszuschliessen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht erÃ¶ffnete das Verfahren mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 23. Mai 2006, bezeichnete dabei die Verzeigerinnen im Rubrum als Beschwerdegegnerinnen und zog die Akten der Aufsichtskommission bei. Mit Eingabe vom 9. Juni 2006 ersuchte<br/> B um Einsicht in die Akten und Gelegenheit zur schriftlichen Vernehmlassung. Darauf berichtigte der AbteilungsprÃ¤sident am 12. Juni 2006 das Rubrum, strich die Verzeigerinnen und wies deren Gesuch um Akteneinsicht und Gelegenheit zur schriftlichen Vernehmlassung ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Da auf die vorliegende Beschwerde nicht einzutreten ist, erÃ¼brigt sich die Einholung einer Vernehmlassung von Seiten der Aufsichtskommission (§ 56 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Die Beschwerde hat von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung (§ 55 Abs. 1 VRG). Eine besondere Anordnung ist nicht nÃ¶tig.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Nach § 62 Abs. 1 Satz 1 VRG sind die Verhandlungen vor Verwaltungsgericht Ã¶ffentlich, wobei die Ãffentlichkeit aus wichtigen GrÃ¼nden von den Verhandlungen ausgeschlossen werden kann (§ 62 Abs. 2 VRG). Da im vorliegenden Fall keine Verhandlung durchzufÃ¼hren ist, muss Ã¼ber den Antrag des BeschwerdefÃ¼hrers auf Ausschluss der Ãffentlichkeit vom Verfahren nicht entschieden werden. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Nach § 41 Abs. 2 VRG kann gegen Anordnungen der Aufsichtskommission Beschwerde an das Verwaltungsgericht gefÃ¼hrt werden. Im Streit liegt eine VerfÃ¼gung des PrÃ¤sidenten der Aufsichtskommission und nicht eine solche der Kommission. Es ist fraglich, ob dieser Umstand der funktionellen ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts entgegensteht. Die Frage kann offen bleiben, da auf die Beschwerde aus anderen GrÃ¼nden nicht eingetreten werden kann.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Im Streit liegt eine prozessleitende VerfÃ¼gung. Darin wird einerseits der Hauptantrag des BeschwerdefÃ¼hrers auf Einstellung des Disziplinarverfahrens abgelehnt; abgewiesen werden weiter die eventualiter gestellten VerfahrensantrÃ¤ge auf Einholen von Spezialvollmachten und Entbindung vom Anwaltsgeheimnis von Seiten der Verzeigerinnen.<br/> Schliesslich wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer Frist zur Stellungnahme zu den erhobenen VorwÃ¼rfen angesetzt, dies unter Hinweis auf den Beschluss vom 14. Dezember 2005, worin bei SÃ¤umnis Ordnungsbusse und ein Entscheid aufgrund der Akten angedroht wurde. Diese drei Teile der angefochtenen VerfÃ¼gung sind je einzelnen auf ihre BeschwerdefÃ¤higkeit hin zu Ã¼berprÃ¼fen. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.1 </span></b><span>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer mit der vorliegenden Beschwerde versucht, seinen Hauptantrag auf Einstellung des gegen ihn erÃ¶ffneten Disziplinarverfahrens durchzusetzen, fehlt es am notwendigen Anfechtungsobjekt. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>GemÃ¤ss § 19 Abs. 1 VRG bildet Anfechtungsobjekt des Rekurs- oder Beschwerdeverfahrens eine Anordnung, durch welche eine Sache materiell oder durch Nichteintreten erledigt worden ist. Dies setzt entsprechend dem bundesrechtlichen VerfÃ¼gungsbegriff im Wesentlichen voraus, dass ein verwaltungsrechtliches RechtsverhÃ¤ltnis fÃ¼r die Beteiligten verbindlich und erzwingbar festgelegt wird. Die Einleitung eines nichtstreitigen Verwaltungsverfahrens wie etwa eines Disziplinarverfahrens oder einer Administrativuntersuchung stellt nach der Praxis keine verbindliche und anfechtbare Regelung eines RechtsverhÃ¤ltnisses dar (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 19 N. 65; Thomas Merkli/Arthur Aeschlimann/Ruth Herzog, Kommentar zum Gesetz Ã¼ber die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, </span><span>Bern</span><span> 1997, Art. 49 N. 31; RB 1999 Nr. 13; ZBl 86/1985, S. 228; VPB 39/1975 Nr. 107). Wenn aber bereits die VerfahrenserÃ¶ffnung gegen den BeschwerdefÃ¼hrer als nicht anfechtbarer Realakt zu wÃ¼rdigen ist, so stellt die Abweisung seines Antrags auf Einstellung des Verfahrens umso weniger eine anfechtbare VerfÃ¼gung dar. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.2 </span></b><span>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer sich mit seiner Beschwerde dagegen wehrt, dass auch seine EventualantrÃ¤ge auf Einholung von Vollmachten und ErklÃ¤rungen der Verzeigerinnen betreffend Entbindung vom Berufsgeheimnis abgelehnt wurden, ist auf seine Beschwerde ebenfalls nicht einzutreten. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vorab ist auch hier festzustellen, dass mit diesem Teil der PrÃ¤sidialverfÃ¼gung, auf welchen im Disziplinarverfahren jederzeit zurÃ¼ckgekommen werden kÃ¶nnte, gar nicht verbindlich Ã¼ber das prozessrechtliche RechtsverhÃ¤ltnis zum BeschwerdefÃ¼hrer entschieden wurde. Zudem gebricht es aber auch an der weiteren Voraussetzung fÃ¼r die Anfechtung von Zwischenentscheiden. Solche sind gemÃ¤ss § 19 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG nur dann weiterziehbar, wenn sie fÃ¼r den Betroffenen einen Nachteil zur Folge haben, der sich spÃ¤ter voraussichtlich nicht mehr beheben lÃ¤sst. Der BeschwerdefÃ¼hrer legt nicht dar, worin der nicht wieder gutzumachende Nachteil bei Verzicht auf die von ihm beantragten Verfahrensschritte liegt. Ein solcher Nachteil ist auch nicht ersichtlich.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.3 </span></b><span>Mit Bezug auf die Beschwerde gegen die Frist zur Stellungnahme zu den erhobenen VorwÃ¼rfen liegt in der Sache eine VerfÃ¼gung vor, da durch den Hinweis auf den Beschluss vom 14. Dezember 2005 und die darin angedrohten SÃ¤umnisfolgen durchaus in die prozessrechtliche Stellung des BeschwerdefÃ¼hrers eingegriffen wurde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Als nicht wieder gutzumachenden Nachteil fÃ¼rchtet der BeschwerdefÃ¼hrer, dass er durch die in der Stellungnahme notwendigen Ãusserungen in strafbarer Weise das Geheimnis seiner Klientinnen verletzen kÃ¶nnte. Der PrÃ¤sident der Aufsichtskommission hatte dazu unter Hinweis auf Fellmann/Zindel (Walter Fellmann/Gaudenz G. Zindel [Hrsg.], Kommentar zum Anwaltsgesetz, ZÃ¼rich 2005, Art. 13 N. 45) ausgefÃ¼hrt, gegenÃ¼ber der Kommission sei der BeschwerdefÃ¼hrer nicht an das Berufsgeheimnis gebunden. Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt dies zu Unrecht in Frage:</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Art. 321 Ziff. 1 Abs. 1 des Strafgesetzbuchs (StGB) nennt als Tathandlung das Offenbaren eines Geheimnisses und setzt damit dessen Kenntnisnahme durch einen unbefugten Dritten voraus. Dazu gehÃ¶ren grundsÃ¤tzlich auch Personen, die ihrerseits geheimnisverpflichtet sind, eine EinschrÃ¤nkung besteht allerdings dann, wenn die Mitteilung an diese dienstlich gerechtfertigt ist (Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. A., ZÃ¼rich 1997, Art. 321 N. 21; BGE 114 IV 44 E. 3b). Die Aufsichtskommission hat die AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte im Interesse des Publikumsschutzes zu beaufsichtigen und nÃ¶tigenfalls Disziplinarverfahren gegen sie durchzufÃ¼hren. Es ist daher von vornherein fraglich, ob sie in dieser Eigenschaft als eine unbefugte Dritte gelten kann, ob also gegenÃ¼ber der in ihrer Aufsichtsfunktion wirkenden zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde ein Berufsgeheimnis Ã¼berhaupt besteht. Die Frage muss hier jedoch nicht abschliessend beantwortet werden. Nach Art. 321 Ziff. 2 ist der TÃ¤ter jedenfalls dann nicht strafbar, wenn er das Geheimnis mit einer schriftlichen Bewilligung der vorgesetzten BehÃ¶rde oder AufsichtsbehÃ¶rde offenbart. Die im vorliegenden Fall strittige Aufforderung zur Stellungnahme zu den im Disziplinarverfahren erhobenen VorwÃ¼rfen geht auf den Beschluss der Aufsichtskommission vom 14. Dezember 2005 zurÃ¼ck und enthÃ¤lt implizit die Bewilligung im Sinne dieser Bestimmung. Mit dieser Bewilligung ist der BeschwerdefÃ¼hrer zur Offenbarung seines Berufsgeheimnisses zumindest berechtigt, wobei er selber abwÃ¤gen muss, inwieweit er zu seiner Verteidigung im Disziplinarverfahren Anvertrautes offen legen will. Ob den BeschwerdefÃ¼hrer darÃ¼ber hinaus gar eine gesetzliche Auskunftspflicht trifft, welche gemÃ¤ss Art. 321 Ziff. 3 StGB eine Geheimnisoffenbarung ebenfalls rechtfertigen wÃ¼rde, kann daher auch offen bleiben. In ihrer Rechtsprechung zum kantonalen Anwaltsgesetz in seiner frÃ¼heren Fassung hat die Aufsichtskommission diese Frage immerhin bejaht (ZR 1976 Nr. 28; vgl. auch Karl-Franz SpÃ¤h, Aus der neueren Rechtsprechung der Aufsichtskommission Ã¼ber die RechtsanwÃ¤lte in SJZ 91/1995, S. 405). Bei dieser Rechtslage erscheint der Hinweis des BeschwerdefÃ¼hrers auf Trechsel (Art. 321 N. 34), wonach das Berufsgeheimnis auch bei einer Anschuldigung gegen den GeheimnistrÃ¤ger selber nur unter gewissen Bedingungen preisgegeben werden darf, als nicht einschlÃ¤gig. Auch nach der Auffassung dieses Autors besteht gegenÃ¼ber der AufsichtsbehÃ¶rde im Disziplinarverfahren von vornherein kein Anwaltsgeheimnis (vgl. Trechsel, Art. 321 N. 35).</span></p> <p class="Erwgung3"><span>Demnach ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Die Aufsichtskommission wird die Frist nochmals neu anzusetzen haben.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Verfahrenskosten sind bei diesem Verfahrensausgang dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 in Verbindung mit § 70 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen diesen Beschluss kann innert 10 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>