<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00421</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204685&amp;W10_KEY=13013567&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00421</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 15.12.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Investitionsbeiträge</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Investitionsbeiträge an Gemeinden Investitionsbeiträge sind Staatsbeiträge (1.1), auf die das Gesetz einen Anspruch einräumt (1.2), womit auf die Beschwerde einzutreten ist (1.3). Offen gelassen, ob das Gemeindeamt überhaupt zuständig ist, auf das Gesuch um einen Investitionsbeitrag wegen Verspätung nicht einzutreten (2). Gemäss § 22 des Finanzausgleichsgesetzes (FAG) sollen Beitragsgesuche vor der gemeindeinternen Kreditbewilligung eingereicht werden; dabei handelt es sich grundsätzlich um eine Ordnungsvorschrift, die sich nach ihrem Wortlaut nur auf bevorstehende Investitionen bezieht. Gemäss § 20 FAG haben Gemeinden grundsätzlich auch dann Anspruch auf einen Investitionsbeitrag, wenn sie Investitionen bereits getätigt haben (3.1). Die teleologische Reduktion der §§ 20 und 22 FAG bzw. deren analoge Anwendung auf andere Sachverhalte ist vorliegend unzulässig (3.2). Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANSPRUCHSCHARAKTER">ANSPRUCHSCHARAKTER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DELEGATION">DELEGATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FINANZAUSGLEICH">FINANZAUSGLEICH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Staatsorganisation und BehÃ¶rden ST: GEMEINDERECHT">GEMEINDERECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESUCHSFRIST">GESUCHSFRIST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INVESTITIONSBEITRAG">INVESTITIONSBEITRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STAATSBEITRÃGE (SUBVENTIONEN), FINANZAUSGLEICH">STAATSBEITRÃGE (SUBVENTIONEN), FINANZAUSGLEICH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TELEOLOGISCHE REDUKTION">TELEOLOGISCHE REDUKTION</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 20 FAG</span><br/><span class="gerade">Art. 22 FAG</span><br/><span class="ungerade">§ 16 StaatsbeitragsG</span><br/><span class="gerade">§ 43 Abs. 1 lit. c VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Am 22. September 2002 stimmten die Stimmberechtigten der Gemeinde X dem Ausbau des Alters- und Pflegeheims B zu. Am 16. Juni 2003 stellte die Gemeinde beim Gemeindeamt des Kantons ZÃ¼rich ein Gesuch um einen Investitionsbeitrag. Daraufhin teilte das Gemeindeamt der Gemeinde mit, auf das Gesuch kÃ¶nne wegen VerspÃ¤tung nicht eingetreten werden. Auf eine von der Gemeinde als WiedererwÃ¤gungsgesuch bezeichnete Einsprache bestÃ¤tigte das Gemeindeamt seinen Nichteintretensentscheid mit VerfÃ¼gung vom 1. April 2004.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen dagegen erhobenen Rekurs wies die Direktion der Justiz und des Innern am 30. August 2004 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 1. Oktober 2004 liess die Gemeinde X die Aufhebung des Rekursentscheids und die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung beantragen. Das Gemeindeamt und die Direktion der Justiz und des Innern beantragten die Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>ZunÃ¤chst ist die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts in sachlicher Hinsicht zu prÃ¼fen. Aufgrund von § 43 Abs. 1 lit. c des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) kann die Verweigerung von StaatsbeitrÃ¤gen nur dann ans Verwaltungsgericht weitergezogen werden, wenn das Gesetz auf die BeitrÃ¤ge einen Anspruch einrÃ¤umt. StaatsbeitrÃ¤ge sind zweckgebundene geldwerte Leistungen fÃ¼r die ErfÃ¼llung von Aufgaben im Ã¶ffentlichen Interesse (§ 1 Abs. 1 des Staatsbeitragsgesetzes vom 1. April 1990, StaatsbeitragsG, LS 132.2). Das Staatsbeitragsgesetz lÃ¶ste den Abschnitt "StaatsbeitrÃ¤ge zu bestimmten Zwecken" (§§ 1-8) des Finanzausgleichsgesetzes vom 11. September 1966 (FAG, LS 132.1) ab. Im Abschnitt "Finanzausgleich" des Finanzausgleichsgesetzes sind unter anderen noch die Bereiche des Steuerkraft- (§§ 9 ff.) und des Steuerfussausgleiches (§§ 26 ff.) geregelt. Die Systematik des Finanzausgleichsgesetzes legt es nahe, diese BeitrÃ¤ge nicht als zweckgebunden zu erachten, womit sie von vornherein nicht unter § 43 Abs. 1 lit. c VRG zu fallen scheinen. Das Verwaltungsgericht hat in diesen Bereichen seine ZustÃ¤ndigkeit denn auch wiederholt bejaht (VGr, 29. September 2004, VB.2004.00265, E. 1.1, www.vgrzh.ch; VGr, 9. April 2003, VB.2002.000338, E. 1; VGr, 16. Dezember 1998, VB.98.00357, E. 1b).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die InvestitionsbeitrÃ¤ge, um die es vorliegend geht, sind ebenfalls im Abschnitt Ã¼ber den Finanzausgleich geregelt (§§ 19 ff.). Aufgrund der Systematik des Gesetzes wÃ¤ren sie damit nicht als zweckgebunden zu qualifizieren. Eine Betrachtung von Wortlaut, Entstehungsgeschichte und Zweck der Bestimmungen fÃ¼hrt indes zu einem anderen Auslegungsergebnis. GemÃ¤ss § 20 FAG erhalten jene Gemeinden BeitrÃ¤ge, die wesentliche Investitionen tÃ¤tigen oder getÃ¤tigt haben. Im Kantonsrat wurde bei der Beratung des Abschnittes von einer "Starthilfe" gesprochen und wurden als Beispiel BeitrÃ¤ge an kulturelle Institutionen angefÃ¼hrt (Prot. KR 1975-79, S. 12548). Der Ausdruck "Investition" und die im Rat genannten Beispiele legen den Schluss nahe, dass es um projekt- und damit zweckbezogene BeitrÃ¤ge geht. Weiter sind die InvestitionsbeitrÃ¤ge aufgrund ihres Zweckes vom Steuerkraft- und Steuerfussausgleich abzugrenzen: GemÃ¤ss § 20 lit. a FAG erhalten Gemeinden BeitrÃ¤ge aus dem Investitionsfonds, wenn sie ohne diese BeitrÃ¤ge Steuerfussausgleich beziehen mÃ¼ssten. Damit soll es finanziell stark belasteten Gemeinden erspart bleiben, in den Steuerfussausgleich abzugleiten und mit dem "eigentlichen" Finanzausgleich verbundene Eingriffe in ihre Autonomie hinnehmen zu mÃ¼ssen (ABl 1978 II 1402, 1418). InvestitionsbeitrÃ¤ge fÃ¼r solche Gemeinden gehen dem Finanzausgleich im engeren (bzw. "eigentlichen") Sinn in zeitlicher Hinsicht voraus: Erst wenn durch InvestitionsbeitrÃ¤ge eine finanzielle BedrÃ¤ngnis nicht vermieden werden kann, greifen die Instrumente des eigentlichen Finanzausgleichs, also der Steuerkraft- und der Steuerfussausgleich. Bei den InvestitionsbeitrÃ¤gen handelt es sich nach dem Gesagten um zweckgebundene finanzielle Leistungen, die unter die Definition der StaatsbeitrÃ¤ge (§ 1 Abs. 1 StaatsbeitragsG) fallen. Damit ist im Folgenden zu prÃ¼fen, ob es sich bei diesen BeitrÃ¤gen um Kostenanteile handelt, auf die das Gesetz einen Anspruch einrÃ¤umt (§ 2 StaatsbeitragsG) und wo Streitigkeiten folglich (§ 16 StaatsbeitragsG bzw. § 43 Abs. 1 lit. c VRG) ans Verwaltungsgericht weitergezogen werden kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>§ 20 FAG knÃ¼pft an einen Investitionsbeitrag folgende Voraussetzungen:</span></p> <p class="Urteilstext"><span>â Die beantragende Gemeinde tÃ¤tigt(e) wesentliche Investitionen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>â Sie wurde dadurch finanziell unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig stark belastet.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>â Sie gehÃ¶rt entweder nicht zu den finanzstarken Gemeinden (§ 20 lit. a und b FAG) oder sie erfÃ¼llt Aufgaben von Ã¼berkommunalem Interesse, ohne dafÃ¼r vollstÃ¤ndig entschÃ¤digt zu werden (§ 20 lit. c FAG; vgl. Tobias Jaag, Verwaltungsrecht des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 2303 und 2310).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Gesetzgeber verwendete bei der Umschreibung der Tatbestandsvoraussetzungen von § 20 FAG unbestimmte Rechtsbegriffe ("wesentliche Investitionen", "unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig stark belastet", "anderen Gemeinden Dienste leisten"). Diese dÃ¼rfen jedoch nicht mit der EinrÃ¤umung von (freiem) Ermessen gleichgesetzt werden (vgl. zur Abgrenzung </span><span>Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 50 N. 73 ff.). </span><span>Gegen eine Ermessensbestimmung spricht, dass der Gesetzgeber keine Kann-Formulierung verwendete (vgl. VGr, 9. Juni 2004, VB.2004.00106, E. 1.3.2, www.vgrzh.ch): Sind die genannten Tatbestandsvoraussetzungen erfÃ¼llt, "erhalten" die Gemeinden BeitrÃ¤ge aus dem Investitionsfonds (§ 20 FAG). Diese "Wenn-dann"-Formulierung spricht fÃ¼r einen gesetzlichen Anspruch. Auch in der Ratsdebatte war von einem "Rechtsanspruch" die Rede (Prot. KR 1975-79, S. 12551).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen das Vorliegen eines gesetzlichen Anspruches liesse sich einwenden, dass das Finanzausgleichsgesetz keine detaillierten MassstÃ¤be fÃ¼r die Festlegung der BeitragshÃ¶he enthÃ¤lt. § 21 Abs. 1 Satz 1 FAG bestimmt einzig, dass langfristig die HÃ¤lfte der BeitrÃ¤ge fÃ¼r Gemeinden zu verwenden ist, die Steuerkraft- oder Steuerfussausgleich beziehen oder ohne die InvestitionsbeitrÃ¤ge Steuerfussausgleich beziehen mÃ¼ssten (§ 20 lit. a FAG). § 20 FAG enthÃ¤lt keine Kriterien, wie die HÃ¶he der einzelnen InvestitionsbeitrÃ¤ge zu bemessen ist. Im Rat wurde ausgefÃ¼hrt, dass es keine Formel gebe, wonach die BeitrÃ¤ge berechnet wÃ¼rden. Wenn in diesem Zusammenhang gesagt wurde, dass die BeitrÃ¤ge dem Ermessen des Regierungsrates oder des Kantonsrates unterliegen (Prot. KR 1975-79, S. 12547), dÃ¼rfte sich der Ermessensspielraum wohl auf die HÃ¶he der einzelnen BeitrÃ¤ge bezogen haben. â Der Anspruchs-Charakter eines Beitrages wird nicht allein dadurch ausgeschlossen, dass das Gesetz dessen HÃ¶he nicht festlegt. Damit kann ein Anspruch auch dann vorliegen, wenn der Verwaltung hinsichtlich einzelner Beitragsvoraussetzungen ein gewisser Beurteilungsspielraum verbleibt und sie innerhalb bestimmter Grenzen den Beitragssatz festlegen kann (BGr, 18. Februar 2004, 2A.95/2004, E. 2.1, www.bger.ch). Ebenso wenig kann ein Anspruch allein deshalb verneint werden, weil die HÃ¶he der gesamthaft ausgerichteten InvestitionsbeitrÃ¤ge durch die finanziellen Ressourcen des Investitionsfonds begrenzt wird (vgl. §§ 19 f. FAG). Wenn ein Beitrag lediglich im Rahmen der bewilligten Kredite oder eines Fonds gewÃ¤hrt wird, kann dies zwar gegen einen Anspruch sprechen. Als Indiz dafÃ¼r ist eine solche Begrenzung nach oben jedoch vor allem dann zu berÃ¼cksichtigen, wenn das Gesetz eine Kann-Formulierung verwendet (vgl. BGr, 18. Februar 2004, 2A.95/2004, E. 2.5, www.bger.ch; VGr, 9. Juni 2004, VB.2004.00106, E. 1.3.1, www.vgrzh.ch). Das ist vorliegend jedoch nicht der Fall. Nach dem Gesagten besteht ein Anspruch auf einen Investitionsbeitrag, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfÃ¼llt sind. Er ist damit nicht als Subvention (§ 3 Abs. 1 StaatsbeitragsG), sondern als Kostenanteil (§ 2 StaatsbeitragsG) zu qualifizieren. Aufgrund von § 16 StaatsbeitragsG und § 43 Abs. 1 lit. c VRG ist das Verwaltungsgericht somit fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Beschwerde insoweit zustÃ¤ndig.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>GemÃ¤ss § 41 VRG beurteilt das Gericht Beschwerden gegen letztinstanzliche Anordnungen von VerwaltungsbehÃ¶rden. Bei einem Investitionsbeitrag von mehr als 2 Millionen Franken entscheidet der Kantonsrat endgÃ¼ltig (§ 23 FAG). Gegen die Verweigerung eines solchen Beitrages kann somit nicht Beschwerde ans Verwaltungsgericht erhoben werden. FÃ¼r tiefere BeitrÃ¤ge ist dagegen der Regierungsrat zustÃ¤ndig. In solchen FÃ¤llen ist der Regierungsrat verfÃ¼gende Instanz, womit sein Entscheid unmittelbar beim Verwaltungsgericht angefochten werden kann (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 41 N. 29). Ob hier ein Beitrag von Ã¼ber oder unter 2 Millionen Franken zu beurteilen ist, steht nicht fest, da Ã¼ber die GewÃ¤hrung des Beitrages nicht in der Sache entschieden wurde. Deshalb kann nicht von vornherein von einer Kompetenz des Kantonsrates ausgegangen werden und die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts allein deshalb verneint werden. Gegen die Verneinung der ZustÃ¤ndigkeit spricht auch, dass bei der Beratung des Gesetzes davon ausgegangen wurde, dass kleinere Gemeinden eher BetrÃ¤ge von unter 2 Millionen Franken erhalten werden (Prot. KR 1975-79, S. 12868). Von daher ist auf die Beschwerde einzutreten. Auf die Frage von erstinstanzlicher ZustÃ¤ndigkeit und Verfahren wird ohnehin noch bei der materiellen Beurteilung der Beschwerde zurÃ¼ckzukommen sein.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vorliegend ist nicht ein Entscheid zu beurteilen, mit dem materiell Ã¼ber einen Beitrag befunden wurde. Der Beschwerdegegner ist auf das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin vielmehr nicht eingetreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>GemÃ¤ss § 23 FAG werden InvestitionsbeitrÃ¤ge entweder vom Regierungs- oder vom Kantonsrat zugesprochen. Diese Regelung spricht gegen eine ZustÃ¤ndigkeit des Beschwerdegegners: Wenn die Regierung bzw. der Kantonsrat fÃ¼r den Entscheid in der Sache zustÃ¤ndig sind, mÃ¼ssten diese Instanzen auch fÃ¼r die Beurteilung der formellen Voraussetzungen zustÃ¤ndig sein. Dasselbe gilt etwa bei Gerichten: Wenn ein Gericht in Kammerbesetzung fÃ¼r den Entscheid in der Sache zustÃ¤ndig ist, kann ein Nichteintretensentscheid nicht durch den Einzelrichter oder den Vorsitzenden ergehen, sondern muss vielmehr von der Kammer beschlossen werden. FÃ¼r Rekurse trifft § 3 Abs. 2 Ziff. 1 der Verordnung Ã¼ber das Rekursverfahren vor dem Regierungsrat vom 5. November 1997 (LS 172.15) zwar eine von diesen GrundsÃ¤tzen abweichende Regelung. Danach entscheidet der PrÃ¤sident des Regierungsrates, wenn aus formellen GrÃ¼nden auf einen Rekurs nicht eingetreten werden kann. Das Verwaltungsgericht hat allerdings an der Gesetzes- bzw. VerfassungsmÃ¤ssigkeit dieser Regelung wiederholt Zweifel geÃ¤ussert (VGr, 20. Oktober 1999, VB.99.00261, E. 3; VGr, 22. September 1999, VB.99.00170, E. 2b). Dort war im Gegensatz zu hier eine Bestimmung zu beurteilen, die den Entscheid Ã¼ber das Nichteintreten explizit der KollegialbehÃ¶rde entzieht. Im vorliegenden Fall besteht dagegen keine solche Regelung; der Entscheid ist hier vielmehr ausdrÃ¼cklich dem Regierungs- bzw. Kantonsrat vorbehalten (§ 23 FAG). Hinsichtlich des Verfahrens des Regierungsrates bestimmt Art. 42 Abs. 1 Satz 2 der Kantonsverfassung vom 18. April 1869 (KV), dass der endgÃ¼ltige Entscheid von der GesamtbehÃ¶rde ausgeht. Den Direktionen kann indes durch gesetzliche Bestimmungen innert bestimmter Schranken eine Entscheidungsbefugnis eingerÃ¤umt werden (vgl. auch § 13 Abs. 2 des Gesetzes betreffend die Organisation und GeschÃ¤ftsfÃ¼hrung des Regierungsrates und seiner Direktionen vom 26. Februar 1899, OGRR, LS 172.1). In § 20 Abs. 2 Ziff. 5 OGRR wurde in Bezug auf Streitigkeiten in Gemeindeangelegenheiten der Direktion [der Justiz und] des Innern nur die Antragstellung und Berichterstattung Ã¼bertragen, nicht jedoch eine selbststÃ¤ndige Entscheidungsbefugnis. Bei den Befugnissen zur Erledigung von GeschÃ¤ften (§ 21 OGRR) findet sich keine Kompetenz, auf die sich die Direktion stÃ¼tzen kÃ¶nnte. Folglich bleibt es beim Grundsatz, dass der Regierungsrat als GesamtbehÃ¶rde entscheidet (Art. 42 Abs. 1 Satz 2 KV; § 13 Abs. 1 OGRR). Damit fragt sich, ob sich der Beschwerdegegner beim Erlass der angefochtenen VerfÃ¼gung auf eine andere Bestimmung stÃ¼tzen konnte.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>GemÃ¤ss § 1 lit. b Ziff. 4 der Delegationsverordnung vom 9. Dezember 1988 (DelegationsV, LS 172.14) entscheidet der Beschwerdegegner erstinstanzlich Ã¼ber "Anordnungen gegenÃ¼ber Gemeinden gestÃ¼tzt auf das Finanzausgleichsgesetz". Damit hat der Beschwerdegegner die Kompetenz, als verfÃ¼gende BehÃ¶rde Ã¼ber Steuerkraft- (§ 13 Abs. 1 FAG) und SteuerfussausgleichsbeitrÃ¤ge (§ 31 Abs. 1 FAG) zu entscheiden (vgl. VGr, 29. September 2004, VB.2004.00265, E. 1.1, www.vgrzh.ch; VGr, 9. April 2003, VB.2002.00338, E. 1). Im Gegensatz zu diesen beiden Bereichen ist bei den InvestitionsbeitrÃ¤gen die ZustÃ¤ndigkeit jedoch ausdrÃ¼cklich dem Regierungsrat (und nicht der Direktion) vorbehalten (§ 23 FAG). Es erscheint fraglich, ob aus § 1 lit. b Ziff. 4 DelegationsV abgeleitet werden kann, dass die ZustÃ¤ndigkeit gleichsam in einem Schritt um zwei Stufen tiefer delegiert worden wÃ¤re. Dies hÃ¤tte in der vorliegenden Sache zur Folge, dass ein geringfÃ¼gig Ã¼ber 2 Millionen Franken liegender Investitionsbeitrag durch den Kantonsrat, ein leicht darunter liegender Betrag dagegen durch ein Amt zugesprochen wÃ¼rde. Falls der Beschwerdegegner seine ZustÃ¤ndigkeit nicht aus § 23 FAG in Verbindung mit § 1 lit. b Ziff. 4 DelegationsV ableiten kÃ¶nnte, bliebe ihm einzig die MÃ¶glichkeit, sich auf § 22 FAG zu stÃ¼tzen. Danach sind Beitragsgesuche bei der Direktion der Justiz und des Innern einzureichen. Wenn gemÃ¤ss § 1 lit. b Ziff. 4 DelegationsV die Kompetenz zum Treffen von "Anordnungen" an den Beschwerdegegner delegiert wurde, muss dasselbe auch fÃ¼r die weniger weit reichende Kompetenz gelten, Gesuche entgegenzunehmen. Aus § 22 FAG kÃ¶nnte sodann die Kompetenz des Beschwerdegegners abgeleitet werden, die Gesuche einer Art VorprÃ¼fungsverfahren zu unterziehen und dieses mit einem Entscheid abzuschliessen. Insofern wÃ¤re die Kompetenz des Beschwerdegegners in dieser ersten Phase des Beitragsverfahrens mit jener des Kammervorsitzenden am Verwaltungsgericht vergleichbar, der die eingehenden Beschwerden prÃ¼ft und zur Verbesserung allfÃ¤lliger MÃ¤ngel das NÃ¶tige anordnet (§ 56 Abs. 1 VRG). Der Entscheid des Beschwerdegegners bei der PrÃ¼fung der eingehenden Gesuche kÃ¶nnte dann als Zwischenentscheid angesehen werden, der den Endentscheid des Regierungs- oder Kantonsrates vorbereitet. Gegen diese Sichtweise spricht jedoch, dass der Beschwerdegegner das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin ausdrÃ¼cklich durch einen Nichteintretensentscheid erledigte. Ein solcher Entscheid beendet das Verfahren; er ist gewissermassen das prozessuale GegenstÃ¼ck zur Abweisung einer Eingabe, die ebenfalls einen Endentscheid darstellt. WÃ¤hrend dort die Voraussetzungen fÃ¼r die BegrÃ¼ndetheit der Eingabe nicht erfÃ¼llt sind, sind hier die Voraussetzungen fÃ¼r einen Sachentscheid nicht gegeben. Diese Sichtweise legt es nahe, dass sich der Beschwerdegegner eine Kompetenz anmasste, die entweder dem Regierungs- oder dem Kantonsrat zusteht. Ob die erstinstanzliche VerfÃ¼gung wegen UnzustÃ¤ndigkeit aufzuheben ist, kann indessen offen gelassen werden, da die Beschwerde bereits aus anderen GrÃ¼nden gutzuheissen ist:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, das Gesuch um einen Investitionsbeitrag rechtzeitig eingereicht zu haben.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>§ 22 FAG bestimmt, dass "Beitragsgesuche fÃ¼r bevorstehende Investitionen â¦ vor Gesuch der Kreditbewilligung durch die Gemeinde bei der fÃ¼r das Gemeindewesen zustÃ¤ndigen Direktion eingereicht werden" sollen. Dabei fÃ¤llt auf, dass der Wortlaut des Gesetzes eine EinschrÃ¤nkung in zweierlei Richtungen macht. ZunÃ¤chst spricht § 22 FAG von "bevorstehenden" Investitionen. WÃ¼rde jede Investition noch bevorstehen, wÃ¤re die PrÃ¤zisierung offensichtlich Ã¼berflÃ¼ssig. Liest man § 22 FAG dagegen im Zusammenhang mit § 20 FAG, wird klar, was mit "bevorstehenden" Investitionen gemeint ist. GemÃ¤ss § 20 FAG haben Gemeinden nicht nur dann einen Anspruch auf einen Beitrag, wenn sie Investitionen "tÃ¤tigen", sondern auch wenn sie Investitionen "getÃ¤tigt haben". Diese Unterscheidung legt den Schluss nahe, dass sich § 22 FAG nur auf Gesuche von Investitionen bezieht, die erst noch getÃ¤tigt werden sollen. Bereits von daher erscheint es fraglich, ob die Vorschrift auf den vorliegend zu beurteilenden Fall Ã¼berhaupt zur Anwendung gelangt, da die BeschwerdefÃ¼hrerin die Investition bei der Einreichung des Gesuches bereits getÃ¤tigt hat.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>§ 22 FAG macht auch in anderer Hinsicht eine EinschrÃ¤nkung, indem er bestimmt, dass Beitragsgesuche noch vor dem Antrag auf gemeindeinterne Kreditbewilligung eingereicht werden "sollen". Die von der Vorinstanz angefÃ¼hrte restriktive Praxis anderer Ãmter lÃ¤sst sich damit nicht unbesehen auf den vorliegend zu beurteilenden Fall Ã¼bertragen. Dort sind im Gegensatz zu hier Vorschriften zu beurteilen, die zwingende Formulierungen enthalten. So bestimmt der von der Vorinstanz angefÃ¼hrte § 4 Abs. 1 der Strassenbeitragsverordnung vom 8. September 1982 (LS 722.18), dass Gesuche um StaatsbeitrÃ¤ge vor der Vergebung der Projektierungsarbeiten <i>einzureichen sind.</i> In einem vom Bundesgericht beurteilten Fall war Art. 20 Abs. 3 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes vom 25. Juni 1982 (SR 837.0) auszulegen, wonach der EntschÃ¤digungsanspruch <i>erlischt, </i>wenn er nicht binnen bestimmter Frist geltend gemacht wird. Das Bundesgericht leitete unter anderem aus dem Wortlaut der Bestimmung ab, dass es sich dabei um eine Verwirkungsfrist handle (BGE 113 V 66 E. 1b S. 68). Hier ist dagegen nur von "sollen" die Rede. Nach dem Gesagten handelt es sich bei § 22 FAG aufgrund von Wortlaut und systematischer Einordnung um eine blosse Ordnungsvorschrift, die sich nur auf Gesuche von Investitionen bezieht, die nach Gesuchseinreichung getÃ¤tigt werden sollen. â Anzumerken bleibt, dass sich die Folgen eines VersÃ¤umens des in § 22 FAG genannten Termins allenfalls aus anderen Vorschriften ergeben kÃ¶nnten. GemÃ¤ss § 10 Abs. 4 StaatsbeitragsG werden StaatsbeitrÃ¤ge fÃ¼r Investitionen gekÃ¼rzt, wenn der Gesuchsteller vor der Zusicherung finanzielle Verpflichtungen ohne ErmÃ¤chtigung der fÃ¼r den Entscheid zustÃ¤ndigen Stelle eingegangen ist. Da es jedoch hier nur um die Frage geht, ob das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin in der Sache hÃ¤tte behandelt werden sollen, braucht dieser Punkt nicht weiter geprÃ¼ft zu werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz misst §§ 20 und 22 FAG aufgrund einer teleologischen Auslegung eine andere Bedeutung zu, als es der Wortlaut der Bestimmungen erwarten liesse. ZunÃ¤chst wendet sie § 20 FAG auf einem vom Wortlaut dieser Bestimmung erfassten Sachverhalt ("â¦ oder getÃ¤tigt haben") nicht an (so genannte teleologische Reduktion; vgl. BGE 128 I 34 E. 3b S. 41). Weiter wendet sie § 22 FAG auf jedes Gesuch an, also nicht nur solche Ã¼ber "bevorstehende Investitionen". Damit weitet sie die Vorschrift auf dem Analogieweg auf einen vom Wortlaut nicht erfassten Sachverhalt aus. Und schliesslich interpretiert sie die Vorschrift von § 22 FAG entgegen ihrem Wortlaut ("sollen") als zwingend und misst ihr damit eine restriktivere Bedeutung zu, als vom Wortlaut her hÃ¤tte erwartet werden kÃ¶nnen. â Will die rechtsanwendende BehÃ¶rde vom klaren und unzweideutigen Wortlaut einer Bestimmung abweichen, muss sie aus triftigen GrÃ¼nden annehmen kÃ¶nnen, dass der Wortlaut nicht dem wahren Sinn der Bestimmung entspricht (BGE 127 III 318 E. 2b S. 322). Damit ist im Folgenden zu prÃ¼fen, ob hier solche triftigen GrÃ¼nde vorliegen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Teleologische Reduktion bzw. Ausdehnung auf andere Sachverhalte auf dem Weg der Analogie kÃ¶nnten sich zunÃ¤chst aufgrund einer Ermittlung des Zweckes von §§ 20 und 22 FAG aufdrÃ¤ngen, der sich aus einer historischen Auslegung ergibt (vgl. BGE 127 III 318 E. 2b S. 323). â Der Gesetzesentwurf des Regierungsrates sprach in allgemeiner Weise von "Gesuche[n] um InvestitionsbeitrÃ¤ge" (ABl 1978 II 1394). Die vorberatende Kommission schlug demgegenÃ¼ber vor, dass § 22 FAG nur "Beitragsgesuche fÃ¼r bevorstehende Investitionen" regeln solle (ABl 1979 I 490). Der Rat folgte ohne Diskussion dem Antrag seiner Kommission (Prot. KR 1975-79, S. 12551 und 12868). Der Wortlaut von § 22 FAG wurde damit im Laufe seiner Entstehung enger gefasst; die Entstehungsgeschichte spricht demzufolge dagegen, die Bestimmung Ã¼ber ihren Wortlaut hinaus auch auf Gesuche fÃ¼r Investitionen anzuwenden, die bereits getÃ¤tigt wurden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ebenso wenig lÃ¤sst sich aus der Entstehungsgeschichte ableiten, dass § 22 FAG als zwingende Vorschrift zu verstehen wÃ¤re. Der Antrag des Regierungsrates lautete: "Gesuche um InvestitionsbeitrÃ¤ge sind grundsÃ¤tzlich vor der Kreditbewilligung durch die Gemeinde bei der Direktion des Innern einzureichen." (ABl 1978 II 1394). Der Regierungsrat verstand die Bestimmung somit als ausnahmefÃ¤hig und folglich als blosse Ordnungsvorschrift, mit der die bestehende Praxis festgeschrieben werden sollte (vgl. ABl 1978 II 1430). Die Kommission schlug einen Wortlaut vor, der der heutigen Fassung von § 22 FAG ("sollen") entspricht. Dass die Kommission oder der Rat die Vorschrift entgegen ihrem Wortlaut als zwingend verstanden, lÃ¤sst sich den Materialien nicht entnehmen. Aus der Entstehungsgeschichte lÃ¤sst sich demnach nicht ein Zweck ableiten, der eine Ausdehnung bzw. teleologische Reduktion von §§ 20 und 22 FAG rechtfertigen wÃ¼rde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vorinstanz und Beschwerdegegner ermittelten den Zweck von § 22 FAG im Wesentlichen unabhÃ¤ngig von einer historischen Auslegung. Demnach bezwecke die Vorschrift, dass die BehÃ¶rde bereits in der Projektierungsphase gewisse VorabklÃ¤rungen in Bezug auf Notwendigkeit, Angemessenheit, Wirtschaftlichkeit, ZweckmÃ¤ssigkeit und finanzielle VertrÃ¤glichkeit machen kÃ¶nne. Diese MÃ¶glichkeit sei nicht mehr gegeben, wenn die BehÃ¶rde vor vollendete Tatsachen gestellt werde. Das Verfahren solle nicht nur die rechtzeitige Beurteilung des Investitionsprojekts selbst, sondern auch die Beurteilung der Auswirkungen auf den gesamten Gemeindehaushalt sicherstellen. â Dass ein solcher Sinn § 22 FAG zugemessen werden kÃ¶nnte, ist durchaus denkbar. Allerdings darf dabei nicht Ã¼bersehen werden, dass sich die Vorschrift nach ihrem Wortlaut nur auf "Beitragsgesuche fÃ¼r bevorstehende Investitionen" bezieht. Ãber Investitionen, die Gemeinden im Sinne von § 20 FAG bereits "getÃ¤tigt haben", sagt § 22 FAG gerade nichts aus.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz beruft sich bei ihrer Argumentation weiter auf BGE 125 V 262. Dort hielt das Bundesgericht in Bezug auf ein Betriebsbeitragsgesuch fest, dieses sei vor dem Hintergrund der jÃ¤hrlichen Budgetierung zu sehen. Es kÃ¶nne deshalb nicht im Belieben des Gesuchstellers stehen, wann er sein Beitragsgesuch einreichen wolle (BGE 125 V 262 E. 5a S. 263). Diese ErwÃ¤gung lÃ¤sst sich indessen nicht unbesehen auf den vorliegend zu beurteilenden Fall Ã¼bertragen. Dort hatte das Bundesgericht eine Vorschrift zu beurteilen, die zwingend formuliert war und Ã¼berdies die Folgen der Nichteinhaltung regelte ("Die Beitragsgesuche sind â¦ innert 6 Monaten nach Ablauf des Rechnungsjahres einzureichen. â¦ Bei Nichteinhaltung der Frist ohne triftigen Grund entfÃ¤llt der Anspruch auf einen Beitrag."; Art. 107 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 Ã¼ber die Invalidenversicherung [SR 831.201] in der damaligen Fassung, abgedruckt bei Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich etc. 2002, Rz. 798). Die hier zu beurteilende Vorschrift ist demgegenÃ¼ber weder zwingend formuliert noch regelt sie die Folgen der Nichteinhaltung des darin vorgesehenen Termins. Ebenso wenig nimmt ihr Wortlaut auf ein Budget oder Rechnungsjahr Bezug. Damit kann ihr gestÃ¼tzt auf teleologische ErwÃ¤gungen fÃ¼r den vorliegenden Fall nicht eine Tragweite zugemessen werden, die klar vom Wortlaut abweicht. Nach dem Gesagten durfte der Beschwerdegegner das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht durch Nichteintreten erledigen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Damit ist die Beschwerde gutzuheissen. Der angefochtene Entscheid und die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners sind aufzuheben. Die Akten sind an den Beschwerdegegner zurÃ¼ckzuweisen, damit in der Folge der Regierungsrat (oder allenfalls der Kantonsrat) einen materiellen Entscheid Ã¼ber das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¤llen kann. Die Kosten von Rekurs- und gerichtlichem Verfahren sind dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 VRG). Dieser ist zudem zu einer angemessenen ParteientschÃ¤digung an die BeschwerdefÃ¼hrerin zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gungen der Direktion der Justiz und des Innern vom 30. August 2004 und des Gemeindeamtes vom 1. April 2004 werden aufgehoben. Die Sache wird im Sinne der ErwÃ¤gungen an den Beschwerdegegner zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die Kosten des Rekursverfahrens (Fr. 636.-) werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2">3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">4. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2">5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.-- (Mehrwertsteuer inbegriffen) auszurichten.</p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>