<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht über die Sozial- und Solidarwirtschaft in der Schweiz vorzulegen. Der Bericht soll die bestehende Situation, die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze, eine genaue Typologie der betroffenen Wirtschaftssektoren und die Beziehungen zur öffentlichen und privaten Wirtschaft aufzeigen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Aktivitäten der Sozialwirtschaft, besser bekannt unter dem Begriff "Dritter Sektor" oder Gemeinnützigkeit, sind vielfältig und lassen sich nicht klar eingrenzen. Gemeint sind all jene Organisationen, welche weder dem Staat noch dem Markt oder dem informellen Sektor zugeordnet werden können. Das Postulat weist mit Recht darauf hin, dass diese gemeinnützigen Organisationen in unserer Wirtschaft und Gesellschaft eine wichtige Rolle einnehmen.</p><p>Bisher existiert keine umfassende Zusammenstellung über die Sozialwirtschaft in der Schweiz. Zum einen werden die gemeinnützigen Organisationen nirgends zentral erfasst. Aufgrund der Themenvielfalt und des Spektrums der Wirkungsfelder handelt es sich um eine enorme Anzahl verschiedenster Organisationen. Zum anderen wirken diese gemeinnützigen Organisationen nicht nur auf internationaler und nationaler Ebene, sondern hauptsächlich regional und lokal.</p><p>Das Verbandsmanagement-Institut (VMI) der Universität Freiburg arbeitet seit Oktober 2005 an einem umfangreichen Forschungsprojekt über die Sozialwirtschaft der Schweiz. Das Projekt soll erstmals eine systematische Wissensbasis auf nationaler Ebene und im internationalen Vergleich schaffen. Dabei werden vier Hauptziele verfolgt:</p><p>1. Erstmalige Dokumentation der Grösse, Struktur, Finanzierung und gesellschaftlichen Rolle des "Dritten Sektors" bzw. der Zivilgesellschaft in der Schweiz.</p><p>2. Lieferung einer Erklärung dafür, warum der "Dritte Sektor" von Land zu Land variiert.</p><p>3. Evaluation der Auswirkungen der Nonprofit-Organisationen auf die Gesellschaft sowie eine Erfassung der Zuschüsse, die sie erhalten, und der Beiträge, die sie leisten.</p><p>4. Die gesellschaftliche Diskussion über die Rolle des Nonprofit-Sektors und somit die Wahrnehmung dieser Institutionen weiter vorantreiben und auf ein wissenschaftlich solides Fundament stellen.</p><p>Das Projekt wird durch die Gebert-Rüf-Stiftung finanziell unterstützt und ist Teil des internationalen "Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project", das die Bedeutung von Nonprofit-Organisationen weltweit erfasst.</p><p>Im Zuge der Verwaltungsreform wurde bei der Beantwortung von parlamentarischen Vorstössen die Vermeidung von Doppelspurigkeiten sowie die Reduktion von Berichten zum Ziel gesetzt. Der Bundesrat erachtet es deshalb als nicht zweckmässig, neben den Forschungsaktivitäten der Universität Freiburg einen weiteren Bericht über die Sozialwirtschaft in der Schweiz zu erstellen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.