BRKE IV Nr. 87/1994 vom 16. Juni 1994 in BEZ 1994 Nr. 21 5.a) Gebäude in der Einfamilienhau szone E1 der Gemeinde X. dürfen über ein Vollgeschoss, ein Dachgeschoss und ein anrechenbares Untergeschoss verfügen. Das zu beurteilende Bauvorhaben darf daher neben dem Erdgeschoss kein weiteres Vollgeschoss mehr aufweisen. Eine Definition des Dachgescho sses findet sich in § 275 Abs. 2 PBG. Danach gelten Gebäudeabschnitte mit einer Kniestockhöhe von maximal 0,9 m (gemessen 0,4 m hinter der Fassade) als Dachgeschosse. W ird die- ses Mass übe rschritten, so liegt ein Vollgeschoss vor. Die Höhe des Kniestockes wird zwischen den Schnittpunkten Oberkant Fertig mass Unterlagsboden Dachg e- schoss / Fassade (- 0,4 m) und Unterkant Fertig mass Dachverkle idung / Fassade (- 0,4 m) gemessen (vgl. die Skizze im Anhang zur ABV über die Messweise des Kniestocks). Zwar stellt § 2 75 Abs. 2 PBG grundsätzlich auf das Innenmass ab. Dies darf aber nicht dazu führen, dass ko nstruktiv eher untergeordnete Dachteile (wie e t- wa reine Deckenverkleidungen) für die Bestimmung der Kniestockhöhe entsche i- dend sind. Vielmehr sind die konstruktiv w esentlichen Dachteile entscheidend. b) Das Satteldach des geplanten Einfamilienhauses weist im oberen Teil eine Neigung von 45° alter Teilung (a.T.) auf. Im unteren Drittel wird das Dach durch e i- nen Aufschiebling um 10° a.T. angehoben, so dass sich die Dach neigung dort auf 35° a.T. reduziert. Die Baugesuchsunterlagen zeigen, dass dieser Dachknick optisch lediglich nach aussen in Erscheinung tritt. Das im Innern sichtbare Dach (Hol z täfer) wird nicht auf 35° a.T. abgeknickt, sondern im 45° -Winkel a.T. bis zur Aussenmauer weitergeführt. Die im 45°-Winkel a.T. vorgesehene Sparrenlage übe rnimmt dabei die statische Funktion auch für den Aufschiebling und die wesentlichen Konstruktion s- elemente. Dort sind auch die W ärmeisolation und die Dachschalung angebracht. Dem Aufschiebling, der sich vollständig auf die untere Sparrenlage (45° a.T.) a b- stützt, kommt einzig gestalterische Bedeutung zu. Das führt dazu, dass vorliegend zwischen den Schnittpunkten Oberkant Ferti g- mass Unterlagsboden Dachgeschoss / Fassade ( - 0,4 m) und Unterkant Fertigmass Deckenverkleidung der Sparrenauflage 45° a.T. / Fassade ( - 0,4 m) zu messen ist, was eine Kniestockhöhe von 0,9 m ergibt. Die Vorinstanz hat daher das streitbetrof- fene Dachgeschoss zu Unrecht als in der Einfamilienhauszone E1 nicht zulässiges zweites Vollgeschoss qualifiziert.