Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. April 2015 (720 12 306 /79) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Gestützt auf die Ergebnisse des vom Gericht eingeholten Gutachens ergibt sich, dass sich der Gesundheitszustand im Revisionszeitpunkt im Vergleich zur letzten massgebli- chen Revision nicht wesentlich verbessert hat. Die Verfügung der IV-Stelle ist deshalb aufzuheben. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Suzanne Davet, Advoka- tin, Falknerstrasse 3, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1972 geborene A.____ meldete sich am 7. März 2001 unter Hinweis auf eine Dis- kopathie bei der Eidgenössischen Invalidenversicher ung (IV) zum Rentenbezug an. Nach Ab- klärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhä ltnisse sprach ihm die IV-Stelle des Kan- tons W.____ mit Verfügung vom 25. Juli 2002 ab 1. J anuar 2002 eine ganze Rente zu. Die Ab- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht klärungen hatten ergeben, dass A.____ insbesondere zufo lge einer schweren Depression und einer somatoformen Schmerzstörung keiner Erwerbstätigkei t mehr nachgehen konnte. Mit Schreiben vom 8. Oktober 2007 schloss die IV-Stelle des Kantons Y.____ nach Durchführung der medizinischen Abklärungen eine Revision von Amtes wege n mit einem unveränderten IV- Grad von 100 % ab. Im Oktober 2010 wurde durch die au fgrund der Wohnsitzverlegung von A.____ in den Kanton Basel-Landschaft nunmehr zuständig e IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) ein weiteres Revisionsverfahren in die Wege gel eitet. Gestützt auf die medizinischen Abklärungen ermittelte die IV-Stelle einen rentenaussc hliessenden IV-Grad von 11 % und hob die Rente mit Verfügung vom 6. September 2012 auf d as Ende des der Zustellung der Verfü- gung folgenden Monats auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokatin Suzanne Davet, am 8. Oktober 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteil ung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte er, es sei die Verfügu ng vom 6. September 2012 vollumfänglich aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine ganze IV-Re nte auszurichten. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten zur Frage des Gesundheitszustande s und der Arbeitsfähigkeit des Be- schwerdeführers einzuholen; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 29. Oktober 2012 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Anlässlich einer im Rahmen der Verfahrensinstruktion vorgenommenen Prüfung der medizinischen Unterlagen gelangte der Instruktionsrichte r zur Auffassung, dass das Gericht gestützt auf die vorhandenen Akten nicht in der Lage sein werde, eine abschliessende Beurtei- lung der Angelegenheit vorzunehmen. Die vorhandenen fa chärztlichen Gutachten und Berichte würden in relevanten Punkten, insbesondere was die D iagnosestellung und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten aus psychiatrischer Sicht betreffe, erheblich voneinander ab- weichen. Er ordnete deshalb mit Verfügung vom 16. Januar 2013 die Einholung eines bidiszipli- nären psychiatrisch-rheumatologischen Gerichtsgutachtens zum Gesundheitszustand und zu dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschw erdeführers an. Gleichzeitig gab er den Parteien Gelegenheit, sich auf eine gemeinsame Gu tachterperson zu einigen. In der Folge teilten die Parteien mit, dass sie sich auf die Dres. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, und C.____, FMH Rheumatologie, als Gutacht er geeinigt hätten. Nach Anfrage durch das Kantonsgericht hat Dr. B.____ jedoch die Übernahme des Auftrags aus Kapazitätsgründen ablehnen müssen. Das Kantonsgericht ersuchte daraufhin – wie von den Parteien vorgeschla- gen – die X.____, eine psychiatrische Gutachterperson zu b estimmen. Das X.____ schlug vor, den psychiatrischen Fachteil des bidisziplinären Gutachtens d urch Dr. med. D.____, FMH Psy- chiatrie und Psychotherapie, erstellen zu lassen. Das Kantonsgericht bestimmte mit Verfügung vom 24. Ju ni 2013 das X.____ als Begutach- tungsstelle und Dres. D.____ und C.____ als Gutachter. Gleichzeitig wurde den Parteien Gele- genheit gegeben zum Gutachtensauftrag und zum beigele gten Fragenkatalog Stellung zu neh- men. Mit Schreiben vom 1. Juli 2013 erklärte die IV-S telle, dass keine Einwände gegen die Gutachterpersonen erhoben würden. Im Fragenkatalog sei aber zusätzlich die Durchführung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer Symptomvalidierung durch die Gutachter zu verlan gen. Mit Schreiben vom 23. Juli 2013 teilte der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertrete rin mit, dass weder Einwendungen ge- gen die Gutachterin geltend gemacht noch Ergänzungsfrag en notwendig erscheinen würden. Auf Aufforderung des Kantonsgerichts hin, eine konkrete Frage zu der von den Gutachtern vor- zunehmenden Symptomvalidierung zu stellen, unterbreitete die IV-Stelle mit Schreiben vom 30. Juli 2013 folgende Formulierung: „Wir bitten Sie, di e psychiatrische Untersuchung durch ein anerkanntes Symptomvalidierungs-Testverfahren zu ergänzen, d a bei der versicherten Person die Frage nach Aggravation / Simulation zu beantworten ist.“ Mit Schreiben vom 5. August 2013 erging der Gutachtensauftrag an das X.____. E. Am 19. August 2014 erstattete das X.____ das in Auft rag gegebene bidisziplinäre psy- chiatrisch-rheumatologische Gerichtsgutachten. Die Parte ien erhielten in der Folge Gelegen- heit, sich zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu äusser n, wie sich die Ergebnisse der aktuellen medizinischen Begutachtung auf einen allfälligen Leistungsanspruch des Versicherten auswirken würden. Die IV-Stelle liess sich am 14. Oktober 2014 zum Gutachten und zu dessen Auswirkungen auf den Leistungsanspruch vernehmen, wob ei sie der Eingabe ihrerseits eine Beurteilung des RAD-Arztes pract. med. E.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3. Oktober 2014 beilegte. Der Beschwerdeführer nah m mit Schreiben vom 24. Oktober 2014 Stellung zum Gutachten. In einem abschliessenden ku rzen Schriftenwechsel teilte die Beschwerdegegnerin am 30. Oktober 2014 mit, dass sie auf eine zusätzliche Stellungnahme verzichte. Der Beschwerdeführer wiederum äusserte sich mit Schreiben vom 29. Dezember 2014 zur Stellungnahme der IV-Stelle vom 14. Oktober 2 014 sowie zu den Ausführungen des RAD-Arztes pract. med. E.____ vom 3. Oktober 2014 und le gte diesem Schreiben unter ande- rem einen Arztbericht von Dr. med. F.____, FMH Psychiat rie und Psychotherapie, Ambulatori- um Liestal der Psychiatrie Baselland, vom 12. Dezember 2014 bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 8. Oktober 201 2 ist demnach einzutreten. 2.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vor aussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art . 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähig- keit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, g eistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglied erung verbleibende ganze oder teil- weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betra cht kommenden allgemeinen Arbeits- markt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2007 gül tig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 anwen dbaren Fassung) hat die versicherte Per- son Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindeste ns 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wen n sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezembe r 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwe ndbaren Fassung]). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, d as die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsg rad bestimmen (BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 3.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urte il des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E . 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle des Kantons Y.____ dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 25. Juli 2002 ab 1. Januar 2002 eine ganze Rente zugesprochen. Eine Revision von Amtes w egen wurde am 8. Oktober 2007 bei einem IV-Grad von weiterhin 100 % unverändert abgeschlossen. Nachdem die aufgrund der Wohnsitzverlegung des Beschwerdeführers in den Kanton Base l-Landschaft nunmehr zustän- dige IV-Stelle Basel-Landschaft im Oktober 2010 von Amt es wegen eine erneute Überprüfung des Rentenanspruchs des Versicherten eingeleitet und die erforderlichen Abklärungen vorge- nommen hatte, hob sie die laufende ganze Rente mit Ve rfügung vom 6. September 2012 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Mo nats auf. Anlässlich der Revision im Jahr 2007 wurden ausführliche medizinische Abklärungen vo rgenommen und da diese eine unveränderte Arbeitsunfähigkeit von 100 % ergaben, w urde die ganze IV-Rente mit Schreiben vom 8. Oktober 2007 bestätigt. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsäch- lichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Herabsetzung der bis anhin ausge- richteten Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sac hverhalts, wie er im Zeitpunkt der revisi- onsweisen Überprüfung der Rente im Oktober 2007 bestan den hat, mit demjenigen im Zeit- punkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 6. September 2012. 4. Im Folgenden ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszusta nd und – damit einhergehend – der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versicherten tatsäch lich, wie von der IV-Stelle geltend ge- macht, seit der Revision im Oktober 2007 in einer anspruchserheblichen Weise verbessert hat. 4.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zu m 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Ve rsicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung en) bleibt folglich weitestgehend an- wendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). 4.4.1 So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach de r Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholt es Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfer- tigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen ande rer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsg utachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise fü r angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens ab weichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). 4.4.2 Im Weiteren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.5 Schliesslich gilt es in Revisionsfällen (im Sinne des Art. 17 ATSG) bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sachverhaltes Folgendes zu beachten: Da die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung durch eine Geg enüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt (vgl. E. 3 hiervor), bildet Gegenstand des Beweises das Vorhandensein einer entscheidungserheblichen Differenz in den – den medizinischen Gutach- ten zu entnehmenden – Tatsachen. Die Feststellung des aktuellen gesundheitlichen Befunds und seiner funktionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen Unter- schied auf der Seinsebene zum früheren Zustand wiedergi bt. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt folglich wese ntlich davon ab, ob es sich ausrei- chend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren u nd schlüssigen medizinischen Beurtei- lung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), ma ngelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer fr üheren abweichende) ärztliche Einschät- zung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern ei ne effektive Veränderung des Gesund- heitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Urteil des Schweizerischen Bundesge- richts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2). 5.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 25. Juli 2002, mit welcher sie dem Versicherten ab 1. Oktober 1998 eine ganze Rente zugesprochen hatte, stützte sich die IV-Stelle bei der Be- urteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigk eit des Versicherten auf den Bericht von Dr. med. G.____, spécialiste FMH en médecine inter ne, vom 17. Dezember 2001. In die- sem Bericht diagnostiziert Dr. G.____ „un état dépressif grave“ und ein „syndrome somatoforme douloureux très important“. Diese Krankheitsbilder würden die Wiederaufnahme einer Arbeitstä- tigkeit verhindern, weshalb eine Arbeitsunfähigkeit vo n 100 % attestiert wurde. Diese Einschät- zung hat der Arzt der IV-Stelle des Kantons Y.____, Dr. med. H.____, am 7. Januar 2002 nach einer persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers ge mäss Aktennotiz vom 28. Januar 2002 bestätigt. Gestützt darauf hat die IV-Stelle des K antons Y.____ einen IV-Grad von 100 % ermittelt und dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 2002 eine ganze Rente zugesprochen. Im Rahmen der ersten Revision im Jahr 2006/2007 hat der begutachtende Arzt, Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie et Psychothérapie, mit Bericht vo m 28. August 2006 einen „état dé- pressif majeur chronique de gravité moyenne“ und eine „ trouble somatoforme indifferencié“ di- agnostiziert, ferner eine „personnalité passive-dépendan te décompensée“ sowie eine „inadapti- on socio-culturelle, divorce, remariage etc.“. Die Arbe itsfähigkeit wurde nach wie vor mit 0 % beziffert. Auch der Service Médical Régional (SMR) hat in seinem Bericht vom 29. August 2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert und als Diag nose eine „détresse psychique dans le cadre d’un fonctionnement psychotique déficitaire, non productif, possible schizophrénie simple“ Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sowie eine „trouble douloureux somatoforme“ aufgeführ t. Gestützt auf diese Einschätzungen hat die IV-Stelle dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 8. Oktober 2007 mitgeteilt, dass der IV-Grad nach wie vor 100 % betrage. 5.2 Im Rahmen des im Oktober 2010 von Amtes wegen eing eleiteten Revisionsverfahrens gab die IV-Stelle zur Abklärung des aktuellen medizinische n Sachverhaltes bei der Y.____ ein bidisziplinäres rheumatologisch-psychiatrisches Verlaufsguta chten in Auftrag, welches in der Folge von den zum ärztlichen Mitarbeiterstab der Y.____ gehörenden Dres. med. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und K.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, verfasst und am 23. Juni 2011 erstattet wurde. Im rheumatologi schen Teilgutachten diagnostizierte Dr. K.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chro nisches lumbovertebrales Schmerzsyn- drom mit pseudoradikulärer Ausstrahlung bilateral recht sbetont und ein chronisches thoraka- les/thorakocostales Schmerzsyndrom rechtsbetont. Das Ausmass der vom Versicherten geklag- ten Schmerzsymptomatik könne aus somatisch orientierter Sich t in keiner Art und Weise adä- quat nachvollzogen werden. Unter der Voraussetzung, dass die letzte berufliche Tätigkeit nicht mindestens regelmässig oder gar schwer körperlich belastend gewesen sei, könne aus rheuma- tologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeits- und Le istungsfähigkeit festgestellt werden. Insgesamt bestehe für jede körperlich leichte bis interm ittierend mittelschwere, wechselbelas- tende Verweistätigkeit eine normale in der freien Wirtschaft verwertbare Arbeits- und Leistungs- fähigkeit unter der Voraussetzung, dass der Versicherte an einem potentiellen Arbeitsplatz sei- ne Position regelmässig wechseln könne. Längeres fixiertes Sitzen und Stehen, Arbeiten in an- haltender Oberkörpervorneigeposition oder stereotype R otationsbewegungen von Brustwirbel- säule und Lendenwirbelsäule sollten vermieden werden. Im psychiatrischen Teilgutachten diag- nostizierte Dr. J.____ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigke it eine rezidivierende depressive Stö- rung, gegenwärtig leichte Episode, ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Somatisierungs- störung. Die Stimmung sei zwar herabgesetzt und klagsam d epressiv gewesen, die Psychomo- torik sei hingegen lebhaft gewesen. Die Konzentration sfähigkeit sei nicht eingeschränkt gewe- sen und es habe ein guter affektiver Kontakt bestanden. Die leichtgradige Depression beein- trächtige die Arbeitsfähigkeit im Umfang von 20 %. Hi nweise auf eine mittel- oder schwergradi- ge Depression würden fehlen. Die ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung und die pas- sive regressive Verhaltensweise begründe keine psychiatrische Diagnose und keine Arbeitsun- fähigkeit. 5.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 6. September 2012 bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalte s und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob seit der ursprünglichen Rentenzusprechung bzw . seit der ersten Revision eine we- sentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers eingetreten sei, auf das Y.____-Gutachten der Dres. J.____ und K.____ vom 23 . Juni 2011. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Beschwerdeführer auf Grund der ausge wiesenen Verbesserung des Ge- sundheitszustandes die Ausübung einer Tätigkeit im Umfang von 80 % wieder zumutbar sei, ermittelte einen IV-Grad von 11 % und hob gestützt dar auf die Rentenleistungen mit der ange- fochtenen Verfügung auf. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dieser Beurteilung von Dr. J.____ hielt der Beschwerde führer die abweichende Stellungnahme des behandelnden Arztes, Dr. med. L.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 27. September 2012 entgegen. Dr. L.____ hielt in seinem Bericht eine schwergradige Depression und eine schwere Somatisierungsstörung fest. Er führte zu dem aus, die Befunderhebung durch den Gutachter Dr. J.____ unterscheide sich völlig von de n im Rahmen der Therapie erhobenen Befunden. Das Leben des Beschwerdeführers sei geprägt v on Angstzuständen und Todesge- danken. Er lebe entgegen den Feststellungen von Dr. J._ ___ sozial völlig zurückgezogen. Be- reits in einem Arztbericht vom 27. November 2011 hatte Dr. L.____ unter anderem ausdrücklich eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome ( ICD-10 F32.2) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) im Gefolge eines Arbeitsunfalls Ende 2000 mit Sturz auf den Rücken diagnostiziert. Wie oben ausgeführt (vgl. Ziff. 4.4.2 hiervor), ist d en im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Aufgrund der divergierenden Beurt eilung von Dr. J.____ und Dr. L.____ und der Tatsache, dass im Zeitpunkt der Instruktion keine ausreichende Grundlage für eine ab- schliessende Beurteilung der Beschwerde vorlag, hat der instruierende Kantonsgerichtspräsi- dent die Einholung eines Gerichtsgutachtens angeordnet. Das in der Folge bei der X.____ eingeholte bidiszipli näre rheumatologisch-psychiatrische Ge- richtsgutachten datiert vom 19. August 2014 und wurde v on Dr. D.____, psychiatrisches Teil- gutachten, und Dr. C.____, rheumatologisches Teilgutac hten, erstellt. In der Konsensbespre- chung vom 20. Februar 2014 / 19. Juni 2014 wurden fol gende Diagnosen gestellt: Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und histrionischen Zügen, anhaltende depressive Epi- sode, chronisches Lumbovertebralsyndrom mit pseudoradiku lärer Ausstrahlung rechts sowie ein chronisches zervikales und thorakales Schmerzsyndrom. Die se Krankheiten würden die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nachhaltig beein flussen. Im psychiatrischen Fachgut- achten vom 30. Januar 2014 hat Dr. D.____ zusätzlich ein e anhaltende somatoforme Schmerz- störung (ICD-10 F45.4) ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert. In der psychiat- rischen Untersuchung habe sich ein völlig hilflos wirkender Mann präsentiert. Der psychopatho- logische Befund sei vergleichbar mit den Feststellungen von Dr. I.____ und Dr. med. M.____, Psychiatre FMH, im Rahmen des letzten Revisionsverfahrens. Der Versicherte sei affektiv nivel- liert, klagsam-weinerlich und hoffnungslos gewesen. Er s ei verlangsamt und eingeengt auf die körperlichen Symptome, depressiv niedergeschlagen gewesen u nd überzeugt, todkrank zu sein, was hypochondrische Wahngedanken vermuten lasse. A uch die Auffassungs- und Kon- zentrationsfähigkeit sei gestört gewesen. Es seien Hinweise auf eine Aggravationstendenz fest- stellbar gewesen. Insgesamt sei der aktuelle psychopatho logische Befund gleich auffällig bzw. schlechter als im Gutachten von Dr. I.____ vom 28. August 2006 und im Bericht von Dr. M.____ vom 29. August 2007, welche bei unterschiedlichen Diag nosen auf eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % geschlossen hätten. Weshalb Dr. J.____ einen besser en pathologischen Befund erho- ben habe, sei nicht nachvollziehbar, möglicherweise gebe es aber Schwankungen in der Ver- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht fassung des Beschwerdeführers. Der Beschwerden-Validierungstest sei deutlich auffällig gewe- sen. Von 15 einfachen Zeichen habe sich der Beschwerdefüh rer zunächst gar keine merken können, schliesslich seien es drei gewesen. Insgesamt gebe e s drei Hypothesen in Bezug auf seinen Gesundheitszustand, welche aber wegen fehlender objektiver fremdanamnestischer Angaben nicht restlos zu verifizieren seien. Die erste Hypothese sei, dass der Beschwerdeführer an eine r organischen Störung leide, die die dramatische Verschlechterung seiner kognitiven Fähi gkeiten seit 2006 bzw. 2007 erklären würde. Um diese Hypothese zu belegen, sei ein MRT des Gehirns notwendig. Die zweite Hypothese sei, dass die angegebenen Beschwer den bewusst massiv überlagert würden, was den auffälligen Beschwerden-Validierungste st, die neuen Beschwerden, die ähn- lich einer posttraumatischen Belastungsstörung seien, un d die massive Störung der Gedächt- nisleistung erklären würde. In so einem Fall wären die Angaben des Beschwerdeführers und der erhobene Untersuchungsbefund nicht verwertbar, da e s nicht möglich wäre, reelle Be- schwerden von möglichen übertrieben dargestellten Sympto men auseinanderzuhalten. Diese Hypothese könne weder belegt noch widerlegt werden, da unabhängige fremdanamnestische Angaben fehlen würden. Die dritte Hypothese sei, dass der Beschwerdeführer an einer kombinierten abhängigen und histrionischen Persönlichkeitsstörung leide und dass er sich unbewusst in eine massive regres- sive Haltung begeben habe, die für ihn die einzige mö gliche Lösung eines inneren Konflikts darstelle. Dann wären die Überlagerung der Symptomat ik und der auffällige Beschwerden- Validierungstest nicht „gespielt“, sondern würden sich au fgrund der Persönlichkeitsstörung er- klären lassen. Die Situation mit einem schwerstkranken 42jährigen Mann, der offenbar nir- gendwo alleine bleiben könne und einer familiären Um gebung, die ihm alles abnehme, scheine völlig „zubetoniert“ und durch psychotherapeutische Massna hmen nicht veränderbar zu sein. Dies gehe aus den Ausführungen von Dr. F.____ und aus dem Bericht der psychiatrischen Kli- nik Z.____ hervor. Das Zusprechen der IV-Rente ab dem Ja hr 2002 habe ebenfalls zu einer Verfestigung der Situation und der Identität des Besch werdeführers als schwerkrankem Mann beigetragen. Sollte diese Hypothese zutreffen, so sei mindestens davon auszugehen, dass die psychische Verfassung des Beschwerdeführers im Vergleich zu m Jahr 2006 gleich geblieben sei bzw. dass diese sich mit dem drohenden Wegfall der IV -Rente verschlechtert habe. Der Beschwerdeführer habe über verschiedene Schmerzen geklag t, die aus somatischer Sicht in diesem Ausmass nicht erklärbar seien. Der Rheumatologe Dr . C.____ habe in seinem Gutach- ten festgehalten, dass im Vordergrund der Beschwerden des Beschwerdeführers ein „ubiquitä- res Schmerzsyndrom mit anamnestischen und klinischen Zeichen einer Schmerzfehlverarbei- tung ohne organisches Korrelat“ stehe. In diesem Fall , und immer noch im Rahmen der dritten Hypothese, könne man davon ausgehen, dass beim Beschwerdef ührer eine anhaltende soma- toforme Schmerzstörung bestehe, und nicht, wie in der p sychiatrischen Klinik Z.____ festgehal- ten, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psyc hischen Faktoren, da der Ur- sprung der Schmerzen nicht im organischen Bereich zu finden sei. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wende man bei der dritten Hypothese die Foerster-Kri terien an, so finde man zusätzlich zur anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, die zwei- felsohne neben der anhaltenden depressiven Störung ein e schwere psychische Komorbidität darstelle. Es bestehe eine mehrjährige Symptomatik, die sich tendenziell verschlechtert habe, so dass davon ausgegangen werden könne, dass sie bereits chr onifiziert sei. Ein primärer Krankheitsgewinn könne angenommen werden, in dem Sin ne, dass die massive regressive Haltung eine innere Flucht aus einer unlösbaren Konf liktsituation darstellen könnte. Falls die Angaben des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau zu ihr em Tagesablauf zutreffen würden, so könne von einem sehr starken sozialen Rückzug ausgegangen werden. Alle ambulanten und stationären Therapieversuche seien gescheitert. Dabei sch eine ein sekundärer Krankheitsge- winn eine Rolle zu spielen, der Teil der massiven Persönlichkeitsstörung sei. Von den drei möglichen Hypothesen sei die dritte Hypot hese der kombinierten abhängigen und histrionischen Persönlichkeitsstörung die überwiegend w ahrscheinlichste. Als Folge davon sei der Beschwerdeführer sowohl in seiner angestammten Tät igkeit als auch in jeder Verweistätig- keit zu 100 % arbeitsunfähig. Bis auf Dr. J.____ kämen alle begutachtenden und behandelnden Psychiater zum Schluss, dass der Beschwerdeführer nicht arbei tsfähig sei. Die diskrepante Be- urteilung durch Dr. J.____ sei möglicherweise dadurch zust ande gekommen, dass das depres- sive Zustandsbild stark fluktuiert habe und im Zeitpunkt der Untersuchung tatsächlich nur leicht ausgeprägt gewesen sei. Die aktuellen Untersuchungsbefunde würden aber den Befunden ent- sprechen, wie sie in den Beurteilungen des Jahres 2006/2 007 vorgelegen hätten. Der Gesund- heitszustand habe sich gegenüber dem Zustand zum Zeitpunk t der ersten Rentenrevision si- cherlich nicht verbessert. 6.2 Wie oben ausgeführt (vgl. oben E. 4.4.1), weicht das Gericht bei der Würdigung des medizinischen Sachverhaltes praxisgemäss bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Grün- de von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, de ssen Aufgabe es ist, seine Fach- kenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt me- dizinisch zu erfassen. Vorliegend sind keinerlei Gründe e rsichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens von Dres. D.____ und C.____ vom 19. August 2014 in Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medi zinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt. Es weist weder formale noc h inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. oben E. 4.3) – für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf gründlichen Untersuchungen, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und nimmt begründet Stellung zur einzigen abweichenden E inschätzung von Dr. J.____. Insgesamt erscheint es vollständig und ist auch in seinen Ergebnisse n schlüssig und nachvollziehbar. Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizi- nischen Situation ein. Sodann weist das Gutachten keinerlei Widersprüche auf. Bei der Beurtei- lung des aktuellen medizinischen Sachverhaltes und beim Entscheid über die Frage, ob seit der ursprünglichen Rentenzusprechung bzw. seit der ersten Revisi on 2006/2007 eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ei ngetreten ist, ist deshalb vollumfänglich auf die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens vom 19. August 2014 abzustellen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3.1 Die IV-Stelle wendet unter Berufung auf Ausf ührungen des RAD-Arztes pract. med. E.____ ein, dass das Gerichtsgutachten sich für die dri tte Hypothese entscheide, ohne zu be- gründen, weshalb diese der Hypothese der massiven Überlag erung der angegebenen Be- schwerden vorzuziehen sei. Ferner werde die Diagnose der Persönlichkeitsstörung von keinem anderen begutachtenden oder behandelnden Psychiater bestätigt. Die dritte Hypothese sei da- her nicht haltbar. Zudem sei die Frage der Aggravati on bzw. Simulation gestützt auf ein aner- kanntes Symptomvalidierungstestverfahren weiterhin unbea ntwortet. Solange dies der Fall sei, könne auch die Hypothese der massiven Überlagerung nicht auf die Seite geschoben werden. 6.3.2 Zum Vorgehen der X.____-Gutachterin Dr. D.____ ist zunächst festzustellen, dass die ärztliche Diagnostik und vor allem die psychiatrische Diagno stik immer anhand der festgestell- ten Symptomatik mit verschiedenen möglichen Hypothesen ar beitet, welche alsdann im Aus- schlussverfahren erhärtet oder verworfen werden. Dieses Vo rgehen wird in der Regel in den Gutachten nicht transparent gemacht. Dass es im vorliege nden Fall aufgezeigt wird, spricht aber entgegen der Auffassung der IV-Stelle nicht gegen , sondern vielmehr für das Gerichtsgut- achten. Im Weiteren trifft es zu, dass frühere Gutachte r und behandelnde Psychiater die identi- sche Diagnose einer kombinierten abhängigen und histrion ischen Persönlichkeitsstörung nicht gestellt haben. Immerhin hat aber bereits Dr. I.____ eine „personalité passive dépandante“ di- agnostiziert. Ansonsten sind auch die von den übrigen Psych iatern gestellten Diagnosen – ab- gesehen von der Depression – sehr unterschiedlich. So wu rden verschiedentlich auch schizo- phrene und psychotische Krankheitsbilder diagnostiziert. Auffällig ist aber, dass die Anamnese und die Beschreibung der Symptomatik wie auch die Einsch ätzung der Arbeitsfähigkeit mit Ausnahme von Dr. J.____ bei allen Gutachtern und Ärzte n weitgehend kongruent sind. Aus- schlaggebend ist letztlich nicht die Diagnose, sondern ob die bestehende Symptomatik die at- testierte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit plausibel erscheinen lässt. 6.3.3 Die IV-Stelle geht davon aus, dass den Akten verschi edentlich Hinweise auf Aggravati- on und Simulation zu entnehmen seien, so dass die zweite Hypothese der massiven Überlage- rung der angegebenen Beschwerden viel wahrscheinlicher se i. Es trifft zu, dass dem Be- schwerdeführer immer wieder aggravatorische Verdeutlichu ngstendenz und hypochondrisches histrionisches Verhalten attestiert wird. Eine bewusste S imulation wurde ihm aber von keinem Gutachter unterstellt. Für ein solch bewusstes Vorspielen von Symptomen gibt es keine rechts- genüglichen Hinweise. Man müsste daher schon davon ausgeh en, dass die fremdanamnesti- schen Angaben der Ehefrau gelogen sind und dass der Besch werdeführer während der zum Teil längeren stationären psychiatrischen Klinikaufenthal te wie auch während der ambulanten Therapie konsequent und gekonnt geschauspielert hat. Davon kann nicht ausgegangen wer- den. Viel einleuchtender erscheint dagegen die Erklär ung der Gutachterin, welche annimmt, dass sich der Beschwerdeführer mit der kombinierten histr ionischen Persönlichkeitsstörung unbewusst in eine massive regressive Haltung begeben hat, welche für ihn die einzige mögliche Lösung eines inneren Konfliktes darstellt. So wären gem äss der Gutachterin die Überlagerung der Symptomatik und der auffällige Beschwerden-Validie rungstest nicht bewusst und berech- nend gespielt, sondern würden sich durch die massiven hi strionischen Persönlichkeitszüge mit einem unbewussten Hang zum theatralischen Verhalten und zum Ausagieren erklären lassen. Die Aggravation ist damit unbewusster Ausdruck der Persö nlichkeitsstörung. Damit würde wohl Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch ein weiterer Validierungstest, wie er von der IV- Stelle beantragt wird, zu keinen aussage- kräftigeren Ergebnissen führen. 6.3.4 Ergänzend ist noch auf die Stellungnahme des be handelnden Psychiaters Dr. F.____ vom 12. Dezember 2014 hinzuweisen, welche im Ergebnis d as Gerichtsgutachten stützt. Als Diagnose führt Dr. F.____ vorweg eine hypochondrische Störung (ICD-10 F45.2) an. Des Wei- teren sei die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeit sstörung mit histrionischen und abhän- gigen Zügen ebenfalls vorhanden, wie im Gutachten der X.____ diagnostiziert worden sei. Zu- dem sei eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär tig schwerwiegend, mit psychoti- schen/paranoiden Symptomen (ICD-10 F33.2) vorhanden. Er führt ausserdem aus, die parano- iden Ideen und Gedanken würden die Kriterien einer paranoiden Persönlichkeitsstörung (ICD- 10 F60.0) nicht erfüllen, so dass die paranoiden Gedank en im Rahmen einer schweren depres- siven Episode, mit immer wieder auftretender psychotisch er Symptomatik, zu sehen seien. Aus psychiatrisch medizinischer Sicht sowie aus Sicht des behand elnden Therapeuten sei der Pati- ent zu 100 % arbeitsunfähig für jegliche körperliche Tätigkeit. 6.4 Damit ergibt sich, dass die Einwendungen der IV-Ste lle zu wenig stichhaltig sind, um den Beweiswert des Gerichtsgutachtens zu schmälern. Es is t demzufolge vollumfänglich auf das Gerichtsgutachten abzustellen und es kann auf die Du rchführung eines Beschwerden- Validierungstests verzichtet werden. Gestützt auf das Gerich tsgutachten ist demzufolge davon auszugehen, dass nicht von einer wesentlichen Verbesseru ng des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der ersten Revision im Jahr 2006/2007 ausgegangen werden kann. 7. In Gutheissung der Beschwerde ist deshalb die angefo chtene Verfügung vom 6. Sep- tember 2012, mit welcher die IV-Stelle die bisherige laufende ganze Rente des Versicherten mit Wirkung ab 1. November 2012 aufgehoben hat, aufzuheb en und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer über den 31. Oktober 2012 hinaus weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente hat. 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist der Beschwerdeführer obsiegende und die IV-Stelle unterliegende Partei. 9.2.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der R egel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten au ferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unter liegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegende n Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträg er die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Ma ssnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden h at, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick au f die Wahrung der Verfahrens- fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV- Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht wei ter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend war der das Verfahren instruierende Gerichtspräsident zum Ergebnis gelangt, dass ein Entscheid in der An- gelegenheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich sei. Es sei daher die erforderliche zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachve rhaltes im Rahmen eines bidis- ziplinären Gerichtsgutachtens durchzuführen. Wie sich anlä sslich der heutigen Urteilsberatung gezeigt hat, war das in der Folge eingeholte Gerichtsg utachten vom 19. August 2014 für eine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs des Versi cherten unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind demn ach die Kosten dieses Gutach- tens, welche sich gemäss eingereichter Honorarrechnung auf Fr. 10‘260.35 belaufen, der IV- Stelle aufzuerlegen. 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Re chtsvertreterin des Beschwerdefüh- rers hat in ihren Honorarnoten vom 8. Oktober 2012, vo m 24. Oktober und vom 29. Dezember 2014 für das vorliegende Verfahren ein Honorar in der Höhe von insgesamt Fr. 7‘513.60 gel- tend gemacht. In diesem Betrag enthalten sind der Koste nvorschuss von Fr. 600.-- für das vor- liegende Gerichtsverfahren sowie die Kosten in der Höhe von Fr. 200.-- für einen durch den Beschwerdeführer in Auftrag gegebenen Arztbericht von D r. L.____ vom 27. September 2012. Da der Kostenvorschuss im Umfang von Fr. 600.-- dem Beschw erdeführer nicht auferlegt wird und deshalb zurückerstattet wird (vgl. oben Ziff. 10.2. 1), ist dieser Betrag von der geltend ge- machten Honorarforderung abzuziehen. Der Betrag von F r. 200.-- für den Arztbericht von Dr. L.____ ist dem Beschwerdeführer hingegen als Auslage nersatz zurückzuerstatten, da die- ser Arztbericht erheblich dazu beigetragen hat, dass ein Gerichtsgutachten angeordnet und gestützt darauf die Beschwerde gutgeheissen wurde. Im Ü brigen ist die geltend gemachte Ho- norarforderung nicht zu beanstanden. Demzufolge ist dem Beschwerdeführer eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 6‘913.60 (8,38 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 150.90 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer + 16,42 Stunden à Fr. 250. -- und Auslagen in der Höhe von Fr. 383.-- ohne Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 6. September 2012 aufge hoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine ganze IV-Rente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 10‘260.35 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 6‘913.60 (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer auf den Betrag von Fr. 2‘245.90) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht