<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 66 S.248</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">248</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>66</b></span> <span class="ft2"><b>Beschwerdelegitimation. Regelungsspielraum der Kantone bezüglich der</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>-</b></span> <span class="ft2"><b>Legitimation von Verbänden, die primär eigene Interessen als Pächter</b></span><br/> <span class="ft2"><b>von Fischgewässern und nicht im Sinne der egoistischen Verbandsbe-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>schwerde die Interessen ihrer Mitglieder wahren (Erw. I/2).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>-</b></span> <span class="ft2"><b>Das Bundesrecht (Art. 75 Abs. 1 BV; Art. 24 - 24c RPG) steht Bau-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>verboten in kantonalen Erlassen für nicht zonenkonforme Bauten und</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Anlagen ausserhalb der Bauzonen entgegen (Erw. II/2).</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">249</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 29. Mai 2002 in Sa-</span><br/> <span class="ft3">chen Fischereiverein D. u. Mitb. gegen Regierungsrat.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">I. 2. Der Beschwerdegegner stellt die Legitimation der beiden</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer in Frage.</span><br/> <span class="ft1">a) Der Regierungsrat hat im vorinstanzlichen Verfahren die Le-</span><br/> <span class="ft1">gitimationsfrage eingehend geprüft. Er ist dabei zu Recht davon aus-</span><br/> <span class="ft1">gegangen, dass sich die Beschwerdebefugnis der beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">renden Vereine ausschliesslich nach § 38 Abs. 1 VRPG beurteile.</span><br/> <span class="ft1">Diese Rechtsgrundlage ist auch für das vorliegende verwaltungsge-</span><br/> <span class="ft1">richtliche Beschwerdeverfahren massgebend, da weder der Fischer-</span><br/> <span class="ft1">verein D. noch die Pachtvereinigung U. gesamtkantonale Organi-</span><br/> <span class="ft1">sationen im Sinne von § 4 Abs. 3 BauG sind.</span><br/> <span class="ft1">b) Vertritt ein Verband wie im vorliegenden Falle nicht, zumin-</span><br/> <span class="ft1">dest nicht in erster Linie, die Interessen seiner Mitglieder (sog. egois-</span><br/> <span class="ft1">tische Verbandsbeschwerde), sondern macht er geltend, er sei in sei-</span><br/> <span class="ft1">ner Interessensphäre wie eine natürliche Person berührt, so kommt</span><br/> <span class="ft1">§ 38 Abs. 1 VRPG zur Anwendung (siehe Michael Merker, Rechts-</span><br/> <span class="ft1">mittel, Klage und Normenkontrollverfahren nach dem aargauischen</span><br/> <span class="ft1">Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege [Kommentar zu den §§ 38-</span><br/> <span class="ft1">72 VRPG], Zürich 1998, § 38 N 215). Danach kann Verfügungen</span><br/> <span class="ft1">und Entscheide mit Beschwerde anfechten, wer ein schutzwürdiges</span><br/> <span class="ft1">eigenes Interesse geltend macht. Zur Auslegung dieser Bestimmung</span><br/> <span class="ft1">in Baubewilligungssachen besteht eine langjährige, gefestigte Praxis,</span><br/> <span class="ft1">die sich weitestgehend an die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu</span><br/> <span class="ft1">Art. 103 lit. a OG anlehnt (siehe dazu und zum Folgenden: AGVE</span><br/> <span class="ft1">2000, S. 365 ff. mit Hinweisen; 1998, S. 326; 1997, S. 288 ff.; 1993,</span><br/> <span class="ft1">S. 409 ff.; 1991, S. 363 ff.; Merker, a.a.O., § 38 N 150 ff.). (...).</span><br/> <span class="ft1">Der Regierungsrat hat die Legitimation bejaht, da beide Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer in unmittelbarer Nähe des geplanten Vogelbeob-</span><br/> <span class="ft1">achtungsturms zu Fischereizwecken Gewässer gepachtet hätten. Die</span><br/> <span class="ft1">Errichtung des Turms ziehe zusätzliche Besucher in das Gebiet, die</span><br/> <span class="ft1">sich auch im fraglichen Gewässerbereich aufhalten bzw. dieses</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">250</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">durchqueren würden. Die Betroffenheit der Beschwerdeführer ergebe</span><br/> <span class="ft1">sich dadurch, dass die von ihnen gepachteten Gewässer vermehrtem</span><br/> <span class="ft1">Publikumsverkehr ausgesetzt würden, was sich nachteilig auf die Fi-</span><br/> <span class="ft1">schereimöglichkeiten auswirken könne. Diesen Erwägungen ist bei-</span><br/> <span class="ft1">zupflichten. Die örtliche Nähe der von den Beschwerdeführern ge-</span><br/> <span class="ft1">pachteten Fischgewässer zum Bauvorhaben ist unbestrittenermassen</span><br/> <span class="ft1">gegeben. So ist der Beschwerdeführer 1 Pächter des entlang dem</span><br/> <span class="ft1">Stausee verlaufenden Binnenkanals und des rund 70 bis 80 m ent-</span><br/> <span class="ft1">fernten Solenbachs und das Revier Nr. 12 (Aare, vom Kraftwerk</span><br/> <span class="ft1">Klingnau aufwärts bis zur Mündung der Surb in Döttingen; Länge</span><br/> <span class="ft1">ca. 3'500 m), das die Beschwerdeführerin 2 gepachtet hat, grenzt</span><br/> <span class="ft1">sogar direkt an den Bereich der Parzelle Nr. 270, auf dem der Turm</span><br/> <span class="ft1">errichtet werden soll. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass es durch</span><br/> <span class="ft1">die den Vogelbeobachtungsturm aufsuchenden Besucher, die sich</span><br/> <span class="ft1">auch in seiner Umgebung aufhalten werden, zu einer Beeinträchti-</span><br/> <span class="ft1">gung der erwähnten Gewässer und des dortigen Fischbestandes</span><br/> <span class="ft1">kommen kann. Zu berücksichtigen ist ferner, dass sowohl die fragli-</span><br/> <span class="ft1">chen Gewässer als auch der Vogelbeobachtungsturm im Rahmen der</span><br/> <span class="ft1">Freizeitgestaltung genutzt werden; die Nutzung wird somit häufig in</span><br/> <span class="ft1">den Tagesrandstunden (frühmorgens und abends) oder am Wochen-</span><br/> <span class="ft1">ende stattfinden. Dies kann dazu führen, dass die am Klingnauer</span><br/> <span class="ft1">Stausee oder an den Bächen fischenden Mitglieder der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führer bei ihrer Tätigkeit durch Personen, die den Vogelbeobach-</span><br/> <span class="ft1">tungsturm aufsuchen, gestört oder beeinträchtigt werden. Insofern</span><br/> <span class="ft1">unterscheidet sich der hier zur Diskussion stehende Sachverhalt von</span><br/> <span class="ft1">dem in AGVE 1993, S. 409 ff. beurteilten nicht unwesentlich; dort</span><br/> <span class="ft1">standen sich die landwirtschaftliche Nutzung eines Grundstücks und</span><br/> <span class="ft1">die normale bauliche Nutzung zu Wohnzwecken auf dem benach-</span><br/> <span class="ft1">barten Grundstück gegenüber. Dass die Beschwerdeführer als Päch-</span><br/> <span class="ft1">ter der fraglichen Fischgewässer durch den Beobachtungsturm in</span><br/> <span class="ft1">ihren Interessen stärker als die Allgemeinheit in ihren Interessen</span><br/> <span class="ft1">betroffen und beeinträchtigt sein könnten, lässt sich somit allein</span><br/> <span class="ft1">schon auf Grund der örtlichen Nähe der gepachteten Gewässer zum</span><br/> <span class="ft1">geplanten Beobachtungsturm nicht ausschliessen. Ihre Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">befugnis ist demgemäss zu bejahen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">251</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">II. 1. Der projektierte Vogelbeobachtungsturm ist rund 11.50 m</span><br/> <span class="ft1">hoch und weist zwei übereinanderliegende Beobachtungsplattformen</span><br/> <span class="ft1">auf. Diese haben eine Grundfläche von 4.50 m x 4.50 m. Eine</span><br/> <span class="ft1">Überdachung ist nicht vorgesehen. Die beiden Plattformen haben ein</span><br/> <span class="ft1">Geländer mit einer Höhe von 1.10 m, das aus stehenden Latten mit</span><br/> <span class="ft1">der Abmessung 40 mm x 40 mm besteht. Die Treppe ist als</span><br/> <span class="ft1">selbstragende Konstruktion vom Turm abgekoppelt und weist eine</span><br/> <span class="ft1">Grundfläche von 4.50 m x 2.80 m auf. Die Treppenläufe sind 1.20 m</span><br/> <span class="ft1">breit; die Tritte werden aus Metallgitterrosten erstellt. Der Beobach-</span><br/> <span class="ft1">tungsturm und die Treppe bestehen aus einer Fachwerkkonstruktion</span><br/> <span class="ft1">aus Lärchenholz, die auf einem Betonfundament verankert wird. Die</span><br/> <span class="ft1">Gesamtkonstruktion nimmt eine Grundfläche von 32.85 m</span><span class="ft5"><sup>2</sup></span> <span class="ft1">(ein-</span><br/> <span class="ft1">schliesslich des Fundaments 56 m</span><span class="ft5"><sup>2</sup></span><span class="ft1">) in Anspruch und weist eine Ku-</span><br/> <span class="ft1">batur von 377.30 m</span><span class="ft5"><sup>3</sup></span> <span class="ft1">auf. Der Turm soll die Vogelbeobachtung im</span><br/> <span class="ft1">Reservatsgebiet des Klingnauer Stausees ermöglichen und damit</span><br/> <span class="ft1">einerseits der wissenschaftlichen Forschung dienen, anderseits aber</span><br/> <span class="ft1">auch der breiten Bevölkerung zugänglich sein. Durch ihn ersetzt</span><br/> <span class="ft1">werden soll der seit 1969 bestehende, baufällig gewordene "Hero-</span><br/> <span class="ft1">turm", der seit einigen Jahren nicht mehr benutzt wird.</span><br/> <span class="ft1">2. a) Der vorgesehene Standort des Turms liegt gemäss dem</span><br/> <span class="ft1">Dekret über den Schutz des Klingnauer Stausees und seiner Umge-</span><br/> <span class="ft1">bung (KSSchD; SAR 761.560) vom 17. Mai 1988 innerhalb des</span><br/> <span class="ft1">Perimeters des Schutzdekrets in der Zone für Kraftwerkanlagen</span><br/> <span class="ft1">(siehe den Schutzplan 1:50'000), somit ausserhalb der Bauzonen</span><br/> <span class="ft1">(siehe auch den Bauzonenplan der Gemeinde Böttstein [Kleindöttin-</span><br/> <span class="ft1">gen - Burlen - Eien] vom 8. Juni 1994 / 12. September 1995). Das</span><br/> <span class="ft1">KSSchD stützt sich u.a. auf Art. 17 RPG (Fassung vom 20. März</span><br/> <span class="ft1">1998), der die Schutzzonen regelt. Die Zone für Kraftwerkanlagen</span><br/> <span class="ft1">umfasst nach § 8 Abs. 1 KSSchD das Kraftwerk mit allem Zubehör</span><br/> <span class="ft1">sowie die Dämme und Hinterwasserkanäle. Bestand, Betrieb, Unter-</span><br/> <span class="ft1">halt und zeitgemässe Erneuerung des Kraftwerks werden in § 8 Abs.</span><br/> <span class="ft1">2 KSSchD gewährleistet. An den Dämmen und Hinterwasserkanälen</span><br/> <span class="ft1">sind landschaftsprägende Bäume, vor allem aber Gebüschgruppen</span><br/> <span class="ft1">und Magerwiesen zu erhalten und zu fördern (§ 8 Abs. 3 KSSchD).</span><br/> <span class="ft1">Die fehlende Zonenkonformität des Vogelbeobachtungsturms in</span><br/> <span class="ft1">der Zone für Kraftwerkanlagen ist zu Recht unbestritten, ebenso dass</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">252</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">es vorliegendenfalls um einen Neubau geht und die Vorschriften über</span><br/> <span class="ft1">die Besitzstandsgarantie daher nicht zum Tragen kommen. Streitig ist</span><br/> <span class="ft1">hingegen, ob die Errichtung des fraglichen Turms am vorgesehenen</span><br/> <span class="ft1">Standort als Ausnahme bewilligungsfähig ist. Nach der vom</span><br/> <span class="ft1">Regierungsrat und vom Beschwerdegegner vertretenen Rechts-</span><br/> <span class="ft1">auffassung ist die Frage der Zulässigkeit einer Ausnahmebewilligung</span><br/> <span class="ft1">für eine zonenwidrige Baute ausserhalb der Bauzonen auf Grund von</span><br/> <span class="ft1">Art. 24 RPG zu prüfen. Die Beschwerdeführer sind demgegenüber</span><br/> <span class="ft1">der Ansicht, das KSSchD regle die zulässigen Ausnahmen innerhalb</span><br/> <span class="ft1">des Dekretsgebiets abschliessend, weshalb darüber hinaus für eine</span><br/> <span class="ft1">sich auf Art. 24 RPG stützende Ausnahmebewilligung kein Raum</span><br/> <span class="ft1">bleibe.</span><br/> <span class="ft1">b) Gemäss § 4 Abs. 1 KSSchD sind - vorbehältlich abweichen-</span><br/> <span class="ft1">der Bestimmungen bei den Vorschriften für die einzelnen Zonen - in</span><br/> <span class="ft1">allen Zonen Bauten und Anlagen, einschliesslich Terrainverände-</span><br/> <span class="ft1">rungen wie Ablagerungen und Auffüllungen, das Aufstellen von</span><br/> <span class="ft1">Wohnwagen, Zelten, Mobilheimen und dergleichen sowie organi-</span><br/> <span class="ft1">sierte Anlässe, die den Gemeingebrauch übersteigen, untersagt. In</span><br/> <span class="ft1">der Zone für Kraftwerkanlagen sind nach § 8 Abs. 2 KSSchD "Be-</span><br/> <span class="ft1">stand, Betrieb, Unterhalt und zeitgemässe Erneuerung" gewährleistet,</span><br/> <span class="ft1">d.h. in diesem Rahmen sind Bauten und Anlagen zonenkonform und</span><br/> <span class="ft1">mit ordentlicher Baubewilligung bewilligungsfähig. Gemäss § 12</span><br/> <span class="ft1">KSSchD sind folgende Ausnahmen gegenüber den Bestimmungen</span><br/> <span class="ft1">von §§ 5 - 10 gestattet, soweit sie die Ziele des Dekrets nicht beein-</span><br/> <span class="ft1">trächtigen:</span><br/> <span class="ft6">" - Fahrten für betriebsnotwendige Unterhaltsarbeiten durch das</span><br/> <span class="ft6">Kraftwerk</span><br/> <span class="ft6">- das Betreten der Naturschutzzone für Aufsicht und angeordneten</span><br/> <span class="ft6">Unterhalt</span><br/> <span class="ft6">- die Durchführung eines jährlichen Silvesterlaufs nach genehmig-</span><br/> <span class="ft6">ter Route</span><br/> <span class="ft6">- das Befahren der markierten Zufahrt zur Kahnrampe und zum</span><br/> <span class="ft6">Bootssteg Gippingen mit Schiffen</span><br/> <span class="ft6">- Übungen und Trainingsfahrten der ansässigen Wasserfahrvereine</span><br/> <span class="ft6">im Staubereich zwischen Brücke Döttingen/Kleindöttingen und</span><br/> <span class="ft6">300 m unterhalb der Halbbrücke Klingnau im bisherigen Umfang,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">253</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">eingeschlossen die 50 m breite Sperrzone längs der Naturschutz-</span><br/> <span class="ft6">zone</span><br/> <span class="ft6">- die Ausübung der Angelfischerei in der Naturschutzzone von den</span><br/> <span class="ft6">auf dem Plan und im Feld markierten Wegen oder Plätzen."</span><br/> <span class="ft1">§ 12 KSSchD äussert sich somit nur zur Frage, welche zonen-</span><br/> <span class="ft1">widrigen <i>Nutzungen</i> im Schutzgebiet des Dekrets ausnahmsweise</span><br/> <span class="ft1">zulässig sind. Nicht geregelt ist die Frage der ausnahmsweisen Be-</span><br/> <span class="ft1">willigung von dem Zonenzweck widersprechenden <i>Bauten</i> und <i>An-</i></span><br/> <span class="ft4"><i>lagen</i>. Die Beschwerdeführer gehen nun gestützt auf die Formulie-</span><br/> <span class="ft1">rungen in den §§ 7 und 8 i.V.m. § 4 KSSchD davon aus, dass das</span><br/> <span class="ft1">KSSchD in Bezug auf nicht zonenkonforme Bauten und Anlagen gar</span><br/> <span class="ft1">keine Ausnahmebewilligungen zulassen wolle.</span><br/> <span class="ft1">c) Im eidgenössischen Raumplanungsrecht sind die Rechtset-</span><br/> <span class="ft1">zungskompetenzen zwischen Bund und Kantonen aufgeteilt; der</span><br/> <span class="ft1">Bund legt die Grundsätze fest, während die detaillierte Normierung -</span><br/> <span class="ft1">innerhalb der vom Bund aufgestellten Rahmenordnung - den Kan-</span><br/> <span class="ft1">tonen vorbehalten ist (Art. 75 Abs. 1 BV; siehe Walter Haller / Peter</span><br/> <span class="ft1">Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Band I, 3. Auflage,</span><br/> <span class="ft1">Zürich 1999, Rz. 75 f.). Was das Bauen ausserhalb der Bauzonen im</span><br/> <span class="ft1">Besondern anbelangt, enthalten die Art. 24 - 24c RPG eine abschlies-</span><br/> <span class="ft1">sende Bundesregelung, was mit der herausragenden Bedeutung der</span><br/> <span class="ft1">Trennung von Bauzonen und Nichtbauzonen begründet wird; ein</span><br/> <span class="ft1">Vorbehalt zu Gunsten des kantonalen Rechts findet sich hier nur</span><br/> <span class="ft1">noch in Art. 24d RPG (Haller/Karlen, a.a.O., Rz. 80; Erläuterungen</span><br/> <span class="ft1">zum Bundesgesetz über die Raumplanung, herausgegeben vom Eidg.</span><br/> <span class="ft1">Justiz- und Polizeidepartement [Bundesamt für Raumplanung], Bern</span><br/> <span class="ft1">1981, Art. 24 N 6; der früher geltende weitere Vorbehalt in Bezug auf</span><br/> <span class="ft1">bestehende Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen [Art. 24</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 RPG in der Fassung vom 22. Juni 1979] ist mit der</span><br/> <span class="ft1">Gesetzesrevision vom 20. März 1998 aufgehoben worden [Art. 24c</span><br/> <span class="ft1">RPG; siehe BGE 127 II 219]).</span><br/> <span class="ft1">Bei dieser rechtlichen Ausgangslage ist es - entgegen der An-</span><br/> <span class="ft1">sicht der Beschwerdeführer - grundsätzlich ohne Bedeutung, ob das</span><br/> <span class="ft1">KSSchD in seinem Schutzbereich ein absolutes Bauverbot für nicht</span><br/> <span class="ft1">zonenkonforme Bauten und Anlagen statuiert; ein solches Verbot</span><br/> <span class="ft1">wäre mit dem Bundesrecht unvereinbar. Die Frage, ob der Vogel-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">254</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">beobachtungsturm als Ausnahme in der Zone für Kraftwerkanlagen</span><br/> <span class="ft1">bewilligungsfähig ist, bestimmt sich klarerweise auf Grund von</span><br/> <span class="ft1">Art. 24 RPG (siehe VGE III/115 vom 15. November 2001</span><br/> <span class="ft1">[BE.2000.00137] in Sachen W., S. 7). Hieran ändert auch nichts, dass</span><br/> <span class="ft1">§ 7 Abs. 2 KSSchD auf Art. 24 RPG verweist, nicht aber § 8</span><br/> <span class="ft1">KSSchD; eine gesetzgeberische Inkonsequenz kann nicht das Prinzip</span><br/> <span class="ft1">der derogatorischen Kraft des Bundesrechts ausser Geltung setzen.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>