B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-3653/2016 U r t e i l v o m 11 . A p r i l 2 0 1 8 Besetzung Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter William Waeber, Gerichtsschreiberin Arta Rapaj. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 4. Mai 2016 / N (…). E-3653/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess Sri Lanka eigenen Angaben zufolge am 26. Mai 2015 und gelangte am 29. Mai 2015 in die Schweiz, wo er glei- chentags um Asyl nachsuchte. Am 4. Juni 2015 wurde er zu seiner Person, dem Reiseweg sowie summarisch zu seinen Gesuchsgründen befragt (Be- fragung zur Person BzP). B. Das SEM ersuchte am 9. Juni 2015 die Schweizerische Botschaft in Co- lombo darum, Abklärungen zu allfällig ausgestellten Visa für den Be- schwerdeführer in Drittstaaten zu tätigen. C. Mit Schreiben vom 19. Juni 2015 teilte die Schweizerische Botschaft dem SEM seine Abklärungsergebnisse mit. D. Am 25. April 2016 wurde der Beschwerdeführer einlässlich zu seinen Ge- suchsgründen angehört. Überdies wurde ihm das rechtliche Gehör zum Abklärungsergebnis der Schweizerischen Botschaft gewährt. E. E.a Der Beschwerdeführer machte in der BzP und in der Anhörung im We- sentlichen Folgendes geltend: Er sei sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus B._______, Distrikt Vavuniya (Nordprovinz, Vanni -Gebiet). Wegen der anhaltenden Kampfhandlungen zwischen der paramilitärischen Organisation LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) und der sri-lankischen Armee sei er im Jahr 2008 zusammen mit seiner Familie (Eltern und drei Schwestern) aus B._______ geflüchtet und habe sich fortan an verschiedenen Orten aufge- halten, unter anderem auch im Camp "C._______" bei Vavuniya. Während der Kriegszeit in den Jahren 2008 und 2009 habe er die LTTE unterstützt, indem er für deren M itglieder Essen und Kleider besorgt habe. Er selbst sei aber nicht Mitglied der LTTE gewesen. Seine ältere Schwester D._______ (nachfolgend: [D._______]) habe während des Krieges hinge- gen bei der LTTE gearbeitet. Sie sei für die Finanzen zuständig gewesen. Als die Familie im Camp "C._______" gewesen sei, sei D._______ wegen ihrer LTTE-Verbindung zu einer Befragung mitgenommen worden. Seither sei sie verschwunden. E-3653/2016 Seite 3 Im Jahr 2010 sei seine Familie wieder nach B._______ zurückgekehrt, wo sie heute noch lebe und über ein eigenes Haus und Grundstück verfüge. Er selbst habe bei einem Onkel in E._______ gewohnt und dort bis im Au- gust 2013 die Schule besucht, weil es in B._______ keine Schule gegeben habe. Nach seinem Schulabschluss sei er zu seinen Eltern nach B._______ zurückgekehrt und habe seinen Vater in der Landwirtschaft un- terstützt. Kurze Zeit später habe das sri -lankische Militär angefangen, Grundstücke zu konfiszieren, darunter auch dasjenige seines Vaters. Er habe deswegen 2014 den Verein "F._______" mitbegründet und gegen das Vorgehen des Militärs protestiert, indem er Plakate angebracht und Flug- blätter verteilt habe. Im September 2014 seien er und weitere Mitglieder des Vereins "F._______" wegen ihrer Aktivitäten von sri-lankischen Armeeangehörigen des "G._______" aufgesucht und befragt worden. Im Februar 2015 sei er zu einer weiteren Befragung vorgeladen und danach zwei bis drei Tage inhaftiert gewesen. Ihm sei vorgeworfen worden, Verbindungen zur LTTE zu haben und diese zu unterstützen. Im März 2015 sei er ein weiteres Mal von sri-lankischen Armeeangehörigen aufgesucht worden. Man habe sein Elternhaus durchsucht und dabei eine Tasche mit Waffen "entdeckt", wel- che die Armeeangehörigen jedoch selbst zuvor im Haus deponiert hätten. Er sei unter diesem Vorwand mitgenommen worden und während etwa zehn Tagen in Haft gewesen. Mithilfe seines Vaters – dieser habe einem Beamten Geld bezahlt – sei er wieder frei gekommen. Danach habe er sich während zweier Monate bei einem Freund seines Vaters in H._______ ver- steckt, bis er mithilfe eines Schleppers nach Colombo habe reisen können, von wo aus er am 26. Mai 2015 aus Sri Lanka ausgereist sei. Nach seiner Ausreise habe sich der sri-lankische Geheimdienst mehrmals bei der Fa- milie nach ihm erkundigt. Der Beschwerdeführer machte zudem geltend , seit seiner Ankunft in der Schweiz an tamilischen „Heldentagsfeierlichkeiten“ teilgenommen zu ha- ben. E.b Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer seinen sri-lankischen Identitätsausweis und seine temporäre Identitätskarte (je im Original), einen Auszug aus dem Geburtsregister (in Kopie) und ein Bestä- tigungsschreiben des Camps "C._______" (in Kopie) zu den Akten. E-3653/2016 Seite 4 F. Mit Verfügung vom 4. Mai 2016, eröffnet am 11. Mai 2016, stellte das SEM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. G. Mit Schreiben vom 30. Mai 2016 ersuchte der Beschwerdeführer um Ein- sicht in die vorinstanzlichen Akten. H. Das SEM entsprach dem Akteneinsichtsgesuch des Beschwerdeführers in- soweit, als es ihm – mit Ausnahme von internen Aktenstücken und solchen, welche als „überwiegend öffentlichen oder privaten Interessen an der Ge- heimhaltung“ unterliegend paginiert waren – mit Schreiben vom 2. Juni 2016 Einsicht gewährte. I. I.a Mit Eingabe vom 10. Juni 2016 liess der Beschwerdeführer durch sei- nen bevollmächtigten Rechtsvertreter gegen den vorinstanzlichen Ent- scheid Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei wegen der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, eventuali- ter wegen der Verletzung der Begründungspflicht, subeventualiter zur Fest- stellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In einem Eventualantrag ersuchte er darum, die angefochtene Verfügung auf- zuheben, seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu ge- währen, subeventualiter die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumut- barkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. I.b In prozessualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm das Spruchgremium im vorliegenden Verfahren mitzuteilen und mit geeigneten Mitteln zu bele- gen, dass dieses tatsächlich zufällig ausgewählt worden sei. Ferner er- suchte er um vollständige Einsicht in die gesamten Asylakten, insbeson- dere in die von ihm im vorinstanz lichen Verfahren eingereichten Beweis- mittel, wobei das SEM in diesem Zusammenhang aufzufordern sei, ein Be- weismittelverzeichnis zu erstellen. Weiter sei ihm nach Gewährung der Ak- teneinsicht eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeer- gänzung anzusetzen. Für den Fall, dass die Sache nicht an die Vorinstanz zurückgewiesen werde, sei er erneut anzuhören und es sei von Amtes we-E-3653/2016 Seite 5 gen ein psychiatrischer Bericht, einzuholen; eventu aliter sei ihm eine an- gemessene Frist zur Einreichung eines ärztlichen b eziehungsweise eines psychiatrischen Berichts anzusetzen (Beschwerdedossier, act. 1, S. 27). I.c Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer folgende Unterlagen zu den Akten:  eine Zusammenstellung von Länderinformationen zu Sri Lanka, inklus ive An- hang (CD mit Quellen), Stand vom 22. Februar 2016  ein als Aktennotiz bezeichnetes Schreiben der Schweizerischen Botschaft in Colombo, datiert vom 17. Februar 2016  einen Bericht der United Nations , Human Rights Council, vom 2 3. Februar 2015  ein Rechtsgutachten von Prof. Walter Kälin vom 23. Februar 2014 Im Rahmen der Beschwerdebegründung offerierte der Beschwerdeführer sinngemäss, weitere Beweismittel bezüglich der geltend gemachten Vorfluchtgründe einzureichen. J. Mit Zwischenverfügung vom 17. Juni 2016 stellte die damalige Instrukti- onsrichterin fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfah- rens in der Schweiz abwarten und forderte ihn auf, bis zum 4. Juli 2017 einen Kostenvorschuss von Fr. 600. – einzubezahlen. Dem Beschwerde- führer wurde das Spruchgremium mitgeteilt und Kopien der im vorinstanz- lichen Verfahren eingereichten Beweismittel zur Einsicht vorgelegt. Gleich- zeitig wurde ihm die Gelegenheit ein geräumt, nach erfolgter Einsicht- nahme eine Beschwerdeergänzung einzureichen. Vor dem Hintergrund des auf Beschwerdeebene geltend gemachten schlechten Gesundheitszu- standes wurde er sodann aufgefordert, innert Frist ein aktuelles Arztzeug- nis und zusätzlich die in der Beschwerdeschrift sinngemäss offerierten Be- weismittel einzureichen. K. Der einverlangte Kostenvorschuss wurde am 4. Juli 2016 fristgerecht be- zahlt. L. Nach Einsichtnahme in die im vorinstanzlichen Verfa hren eingereichten Beweismittel ergänzte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 25. Juli 2016 seine Beschwerde vom 10. Juni 2016. Für die Einreichung der mit E-3653/2016 Seite 6 Zwischenverfügung vom 17. Juni 2016 verlangten Beweismittel ersuchte er gleichzeitig um eine Fristerstreckung. M. Mit Zwischenverfügung vom 27. Juli 2016 wies das Gericht das Fristerstre- ckungsgesuch vom 25. Juli 2016 ab, wobei auf die Berücksichtigung aus- schlaggebender Beweisvorbringen nach Art. 32 Abs. 2 VwVG hingewiesen wurde. N. Mit Eingabe vom 9. August 2016 reichte der Beschwerdeführer ein Bestä- tigungsschreiben der "Human Rights Commission of Sri Lanka " vom 29. Juli 2016 samt Zustellkuvert (je im Ori ginal) und Empfangsschein (in Kopie) zu den Akten. O. Das SEM wurde am 27. September 2016 zur Vernehmlassung eingeladen. Es liess sich mit Schreiben vom 10. Oktober 2016 zur Beschwerde verneh- men. P. Mit Replik vom 28. Oktober 2016 nahm der Beschwerdeführer zu r Ver- nehmlassung des SEM Stellung. Als weitere Beweismittel reichte er ein Schreiben seiner Mutter vom 5. Januar 2016 an die "Human Rights Com- mission of Sri Lanka" (in Kopie) und eine aktualisierte Zusammenstellung von Länderinformationen zu Sri Lanka, inklusive Anhang (CD mit Quellen), Stand vom 12. Oktober 2016, zu den Akten. Q. Am 2. August 2017 wurde dem Beschwerdeführer angezeigt, dass das Ver- fahren aus organisatorischen Gründen seit dem 1. August 2017 in die Zu- ständigkeit der unterzeichnenden Richterin falle. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne E-3653/2016 Seite 7 von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. In der Zwischenverfügung vom 17. Juni 2016 wurde dem Beschwerdefüh- rer d er Spruchkörper sowie die für das Verfahren zu ständige Gerichts- schreiberin, welche indes kein Teil des Spruchkörpers ist (Art. 21 Abs. 1 VGG [e contrario]), bekannt gegeben. Mit Schreiben vom 2. August 2017 wurde sodann mitgeteilt, dass die bisherige Instruktionsrichterin Christa Luterbacher aus organisatorischen Gründen im Geschäftsbetrieb der Ab- teilung V für das vorliegende Beschwerdeverfahren nicht mehr zuständig sei und ab dem 1. August 2017 neu Richterin Constance Leisinger den Vorsitz führe. Den Anforderungen von Art. 32 Abs. 4 VGR wurde damit Ge- nüge getan; einer weitergehenden Auskunfts - oder gar Beweispflicht un- terliegt das Gericht nicht. Soweit der Beschwerdeführer beantragt, das Gericht habe ihm zu bestäti- gen, dass der Spruchkörper zufällig ausgewählt worden sei, ist auf Folgen- des hinzuweisen : Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil E-1526/2017 vom 26. April 2017 ausführlich erläutert , dass kein verfas- sungsmässiger Anspruch auf eine zufällige Zusammensetzung des Spruchkörpers besteht und dass es an einer rechtlichen Anspruchsgrund- lage, die Zufälligkeit der Zusammensetzung des Spruchkörpers bestätigt E-3653/2016 Seite 8 zu erhalten , fehlt (siehe dort E. 4.2; vgl. auch Urteil E-6020/2017 vom 27. November 2017 E. 4.1). Der entsprechende Antrag ist deshalb abzu- weisen. 4. Ebenfalls mit Zwischenverfügung vom 17. Juni 2016 hat das Bundesver- waltungsgericht dem Beschwerdeführer , seinem Antrag entsprechend, Einsicht in die von ihm im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Be- weismittel gewährt und ihm gleichzeitig die Möglichkeit gegeben, nach er- folgter Einsicht eine Beschwerdeergänzung einzureichen. Davon hat der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 25. Juli 2016 Gebrauch gemacht. In diesem Zusammenhang rügt der Beschwerdeführer berechtigterweise, dass das SEM kein Beweismittelverzeichnis erstellt hat. Die Pra xis des SEM, Identitätspapiere und weitere Beweismittel zum Teil regelmässig in der Sichttasche des N -Dossiers abzulegen, ohne diese ins Akten - bezie- hungsweise Beweismittelverzeichnis aufzunehmen, widerspricht dem Ge- bot der transparenten Aktenführung, auch wenn sie als solche nicht als rechtswidrig zu bezeichnen ist, soweit die Abgabe der Beweismittel an an- derer Stelle aus den Akten hervorgeht (vgl. hierzu A3/10, S. 6). Damit hat die Vorinstanz den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt . Nachdem es sich j edoch nicht um eine schwerwiegende Verletzung handelt, der Be- schwerdeführer nach Zustellung aller eingereichten Beweismittel durch das Bundesverwaltungsgericht Stellung beziehen konnte und dem Bun- desverwaltungsgericht für die konkrete Streitfrage die freie Überprüfungs- befugnis in Bezug auf Tatbestand und Rechtsanwendung zukommt, er- weist sich der Verfahrensfehler als geheilt (vgl. zu den Voraussetzungen der Heilung einer Gehörsverletzung BVGE 2015/10 E. 7.1), zumal eine Rückweisung der Sache an die Vorinstan z einem prozessökonomischen Leerlauf gleichkäme. 5. In der Beschwerde werden weitere formelle Rügen (Verletzung des recht- lichen Gehörs, der Begründungspflicht und der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts) erhoben, welche vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kas- sation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 5.1 Soweit der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend macht und dazu ausführen lässt, dass anlässlich der Anhörung vom 25. April 2016 massive Verständigungsprobleme zwischen ihm und E-3653/2016 Seite 9 der beigezogenen Übersetzerin bestanden haben, weshalb er sich nicht frei zur Sache habe äussern können (Beschwerdedossier, act. 1, S. 7, S. 9 f.), ist dem Folgendes entgegenzuhalten: Im Anhörungsprotokoll (A14/7) finden sich keine Hinweise, wonach zwi- schen dem Beschwerdeführer und der Übersetzerin Verständigungsprob- leme bestanden hätten. Im Gegenteil erklärte der Beschwerdeführer zu Be- ginn der Anhörung, dass er die Übersetzerin gut verstehe. Sodann wurde ihm das Protokoll rückübersetzt und er bestätigte dessen Inhalt unter- schriftlich als richtig und vollständig. Seine in der Beschwerde geäusserte Vermutung, wonach die Übersetzerin offensichtlich nicht aus Sri Lanka stamme, er den gesprochenen Dialekt deshalb nicht gut verstanden habe, konnte widerlegt werden, nachdem das SEM im Rahmen der Vernehmlas- sung bestätigte, dass es sich bei der Übersetzerin um eine sri -lankische Staatsangehörige handelt, welche seit mehreren Jahren für das SEM über- setzt. Hinzu kommt, dass die anwesende Hilfswerkvertretung dem Be- schwerdeführer zu Beginn der Anhörung mitteilte, sie würde ebenfalls Ta- milisch verstehen, ihre Rolle würde aber verlangen, dass sie sich auf Deutsch äussere (A14/17, Seite 1). Hätten zwischen dem Beschwerdefüh- rer und der Übersetzerin tatsächlich Verständigungsprobleme bestanden, wäre demnach davon auszugehen, dass die Hilfswerkvertretung einge- schritten wäre oder zumindest im Protokoll einen entsprechenden Vermerk hätte anbringen lassen. Vor diesem Hintergrund ist das Infragestellen der fachlichen Qualitäten der Übersetzerin nicht haltbar. Die Rüge, der Be- schwerdeführer habe sich aufgrund von Verständigungsproblemen nicht frei zur Sache äussern können, dringt damit nicht durch. 5.2 Soweit der Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren psychische Beeinträchtigungen geltend macht und dazu ausführen lässt, der SEM-Mit- arbeiter habe aufgrund mangelnder Empathie in der Anhörung nicht be- merkt, dass er sich in einer „klar sichtbaren schlechten psychis chen Ver- fassung" befunden habe, sowie dass der SEM-Mitarbeiter den Vermerk der Hilfswerkvertretung im Anhörungsprotokoll nicht beachtet habe, aufgrund dessen aber zu weitergehenden Abklärungen verpflichtet gewesen wäre (Beschwerdedossier, act. 1, S. 7, S. 10 f.), ist Folgendes festzustellen: Die Hilfswerkvertretung hat auf dem Unterschriftenblatt der Anhörung zum Protokoll keine Einwände angebracht und auch unter der Überschrift „Be- obachtungen der Anhörung“ keine weiteren Bemerkungen gemacht. Unter der Überschrift „Anregungen für weitere Sachverhaltsabklärungen“ hat die Hilfswerkvertretung ausgeführt, dass der Beschwerdeführer während der E-3653/2016 Seite 10 Anhörung leise gesprochen, rote, glasige Augen aufgewiesen und am Kör- per gezittert habe, weshalb sie anrege, von Amtes wegen einen psychiat- rischen Bericht einzuholen (A14/17, letzte Seite) . Aus dieser Anregung kann indes noch keine Notwendigkeit einer weitergehenden psychiatri- schen Abklärung abgeleitet werden, weil ein solcher Entscheid in der Dis- position der Vorinstanz liegt. In der Vernehmlassung wurde vom zuständi- gen Fachspezialisten ausgeführt, er könne die Beobachtung der Hilfswerk- vertreterin im konkreten Fall, wonach die psychische Verfassung des Be- schwerdeführers anlässlich der Anhörung schlecht gewesen sei, nicht nachvollziehen. Der Beschwerdeführer habe aber einsilbig und „etwas ver- stört“ auf die Konfrontation mit dem Abklärungsergebnis der Schweizeri- schen Botschaft reagiert. Dies sei aus dem Protokoll ersichtlich. Der Be- schwerdeführer habe offensichtlich nicht gewusst, wie er mit den ihm ent- gegengehaltenen Fakten umgehen solle. Aus der Konsultation des Anhö- rungsprotokolls lassen sich tatsächlich keine konkreten Anhaltspunkte da- für finden, dass der Beschwerdeführer während der Anhörung in einer Si- tuation war, welche es ihm aufgrund seines psychischen Zustandes verun- möglicht hat, seine Asylgründe umfassend und abschliessend darzulegen. Bis heute hat er – auch nach Aufforderung im Rahmen des Beschwerde- verfahrens – kein Arztzeugnis vorgelegt, welches seine Vorbringen bezüg- lich seines Gesundheitszustandes bestätigen würde. Es kann dem SEM unter diesen Umständen nicht vorgehalten werden, das rechtliche Gehör verletzt (oder gar den Sachverhalt unvollständig oder unrichtig abgeklärt) zu haben, indem es nicht weitere Abklärung en zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers getätigt hat. Ebenfalls kann dem SEM-Mitarbeiter nicht vorgeworfen werden, diesbezüglich mangelnde Empathie gezeigt zu haben. Das Bundesverwaltungsgericht sieht sich deshalb auch nicht dazu veranlasst, von Amtes wegen weitere Abklärungen bezüglich des Gesund- heitszustandes des Beschwerdeführers vorzunehmen. Der entsprechende Beweisantrag wird abgewiesen. 5.3 5.3.1 Der Beschwerdeführer macht weiter eine unvollständige und unrich- tige Sachverhaltsfeststellung durch das SE M geltend. Dazu lässt er Fol- gendes ausführen: Während der Anhörung habe es an einem Vertrauensverhältnis gefehlt , was auf das Verständigungsproblem zwischen ihm und der Übersetzerin zurückzuführen sei. Der zuständige Sachbearbeiter habe sodann nur über mangelnde Länderkenntnisse zu Sri Lanka verfügt, weshalb die tatsächli-E-3653/2016 Seite 11 che Verfolgungsgeschichte nicht richtig erfasst worden sei (Beschwerde- dossier, act. 1, S. 7). So sei seine älteste Schwester D._______ nicht – wie bisher vorgebracht – in der Administration der LTTE tätig gewesen, son- dern sie habe während Jahren in einer Frauengruppe der LTTE gekämpft. Zudem sei sie mit einem ranghohen LTTE-Aktivisten verheiratet gewesen. Nachdem die sri -lankischen Behörden auf das Ehepaar aufmerksam ge- worden seien, seien die beiden untergetaucht. Es würden Hinweise dafür vorliegen, wonach die beiden weiterhin damit beschäftigt seien, eine neue bewaffnete Bewegung zu formieren. Er, der Beschwerdeführer, habe wäh- rend der Anhörung nicht über die wahre Tätigkeit seiner Schwes ter und ihres Ehemannes sprechen können, weil er befürchtet habe, dass die be- treffenden Informationen nach Sri Lanka gelangen würden. Seine Schwes- ter habe ihm nahe gelegt, dass er nie ihre wahre Tätigkeit verraten dürfe, weil er sie ansonsten in Lebensgefahr bringen würde. Erst sein Rechtsver- treter habe ihn davon überzeugen können, dass die Schweizerischen Be- hörden keine Informationen weiterleiten würden. Gerade wegen seiner Schwester, so der Beschwerdeführer weiter, sei durch die sri -lankischen Behörden ab 2013 massiver Druck auf ihn und seine Familie ausgeübt wor- den, nachdem die sri-lankischen Behörden im Rahmen des Screening-Pro- zesses hinter die wahren Tätigkeiten von D._______ und ihres Ehemannes gekommen seien. Vor allem auch sein in E._______ lebender Onkel, bei welchem er zeitweise gewohnt habe, sei wegen D._______ massiv unter Druck gestanden. Aus diesem Grund habe der Beschwerdeführer wieder nach B._______ zurückkehren müssen, weil der Onkel nicht mehr in der Lage gewesen sei, ihn weiterhin bei sich aufzunehmen. Auffallend sei weiter, dass das SEM ihn nicht ernsthaft zu seiner Tätigkeit für die LTTE befragt habe respektive seine offensichtlich ausweichenden Antworten hingenommen habe und einfach davon ausgegangen sei, dass er lediglich „ein bisschen Kleidung und ein bisschen Nahrungsmittel“ orga- nisiert habe. Selbstverständlich habe er – wie zu jener Zeit alle Jugendli- chen im Vanni-Gebiet – an den obligatorischen Trainings in der Schule teil- genommen. Auch habe er die ideologische Schulung durch die LTTE er- halten und sei ab Anfang 2008 bis Mai 2009 zu „unzähligen Dienstleistun- gen“ für die LTTE beigezogen worden. Das SEM habe sodann nicht genügend berücksichtigt, dass er aus dem Vanni-Gebiet stamme beziehungsweise vor seiner Ausreise dort gelebt habe. Betreffend die Wegweisung sei es zum Schluss gekommen, dass er im Sinne einer zumutbaren innerstaatlichen Wohnsitzalternative bei sei- nem Onkel in E._______ leben könne. In diesem Zusammenhang habe es E-3653/2016 Seite 12 das SEM unterlassen, die heutige Situation seines Onkels abzuklären. Schliesslich habe sich das SEM in seinem Entscheid auf Gerichtsent- scheide gestützt, welche auf die Beurteilung der Sicher heitslage, wie sie sich Ende 2010 in Sri Lanka präsentiert habe, abstellen würden. Zur Fest- stellung des rechtserheblichen Sachverhaltes gehöre auch, die aktuelle Lage im jeweiligen Herkunftsstaat zu berücksichtigen. 5.3.2 Im Verwaltungsverfahren gelten allgemein der Untersuchungsgrund- satz und die Pflicht der verfügenden Behörde zur vollständigen und richti- gen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts. Diese behördliche Un- tersuchungspflicht wird durch die den Asylsuchenden gestützt auf Art. 8 AsylG auferlegte Mitwirkungspflicht eingeschränkt. Insbesondere besteht die Verpflichtung, an der Feststellung des Sachverhaltes aktiv mitzuwirken. Naturgemäss kommt der Mitwirkungspflicht dann ein besonderes Gewicht zu, wenn die gesuchstellende Person von entscheidwesentl ichen Tatsa- chen bessere Kenntnis als die Behörden hat, welche ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder jedenfalls nicht mit vernünftigem Aufwand erhoben werden könnten (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.2.2 m.w.H.). So hat die gesuchstellende Person bei der vertieften Anhörung nach Art. 29 Abs. 1 AsylG alle Gründe zu nennen, die für die Asylgewährung relevant sein könnten (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2 m.w.H.). Was die allgemeinen Anforderungen an die mündliche Anhörung und den entsprechenden Anspruch auf rechtliches Gehör anbelangt, so soll die Anhörung Gewähr dafür bieten, dass die asyl- suchende Person ihre Asylgründe vollständig darlegen kann und diese von der Asylbehörde korrekt erfasst werden, wobei die mündliche Befragung insbesondere auch dazu dient, gezielte Rückfragen z ur Erhebung des Sachverhalts zu stellen und Missverständnisse zu klären. 5.3.3 Bezüglich der geltend gemachten Verständigungsprobleme während der Anhörung sowie der aus Sicht des Beschwerdeführers fehlenden Em- pathie des befragenden Sachbearbeiters kann auf die vorstehenden Erwä- gungen 5.1 f. verwiesen werden. Soweit sich der Beschwerdeführer dar- über hinaus auf den Standpunkt stellt, er habe aufgrund eines fehlenden Vertrauensverhältnisses während der Anhörung den Sachverhalt nicht voll- ständig beziehungsweise nicht richtig vortragen können, weil er Angst ge- habt habe, dass seiner Schwester D._______ daraus Nachteile erwachsen würden, ist Folgendes festzuhalten: Der Beschwerdeführer wurde b ereits zu Beginn der Anhörung auf seine Wahrheits- und Mitwirkungspflicht hingewiesen. Der zuständige Sachbear- beiter fordert ihn auf, alle für sein Asylgesuch relevanten Geschehnisse zu E-3653/2016 Seite 13 nennen und machte ihn darauf aufmerksam, dass es in seinem Interesse liege, zur lückenlosen Erstellung des Sachverhaltes beizutragen, weil die Vorinstanz nur die ihr bekannten Sachverhaltselemente prüfen könne. Wei- ter wurde er aufgefordert, jegliche Tätigkeiten für die LTTE offenzulegen , und darauf hingewiesen, dass seine Aussagen vertraulich behandelt und diese nicht an seine heimatlichen Behörden weitergeleitet würden, wes- halb er ohne Furcht reden könne. Dass es Asylsuchenden oft schwer fällt, in Anwesenheit unbekannter Personen über ihre Asylgründe zu sprechen, ist nachvollziehbar. Es kann im Rahmen einer einzigen Anhörung in der Regel auch nicht erwartet werden, dass ein vollkommenes Vertrauensver- hältnis zwischen den Asylsuchenden und den an der Anhörung anwesen- den Personen entsteht. Gleichwohl liegt es im Verantwortungsbereich der Schutzsuchenden, Sachverhaltselemente vorzutragen, über welche das SEM keine Kenntnis haben kann. Wenn es der Beschwerdeführer nun un- terlässt, Umstände, welche für ihn fluchtrelevant waren und die letztlich nur er kennt, zu nennen, obwohl er die Gelege nheit dazu erhält, kann dem SEM nicht der Vorwurf gemacht werden, es habe den Sachverhalt nicht richtig oder nicht vollständig festgestellt. Das SEM hat vorliegend alle ent- scheidrelevanten Umstände berücksichtigt und ist bezüglich der geltend gemachten Vorfluchtgründe zum Schluss gekommen, dass diese den An- forderungen an die Glaubhaftmachung nicht genügen. Gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers und die eingereichten Beweismittel hat es den Sachverhalt in der angefochtenen Verfügung vollständig und richtig festgestellt, weshalb die diesbezügliche formelle Rüge ebenfalls nicht durchdringt und das Bundesverwaltungsgericht sich auch nicht dazu ver- anlasst sieht, den Beschwerdeführer erne ut anzuhören. Der entspre- chende Beweisantrag wird folglich abgewiesen. Verspätete Vorbringen auf Beschwerdestufe oder im Rahmen ausserordentlicher Rechtsmittelverfah- ren sind aber unter dem Aspekt zwingender völkerrec htlicher Wegwei- sungshindernisse immer da nn zu berücksichtigen, wenn sie wesentlich sind. Diesbezüglich wird auf die nachfolgenden materiellen Erwägungen verwiesen. 5.4 5.4.1 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, die Vorinstanz habe nicht (genügend) berücksichtigt, das s er aus dem Vanni -Gebiet stamme beziehungsweise sich vor seiner Ausreise dort aufgehalten habe, macht er damit vornehmlich eine Verletzung seines Rechts auf Prüfung der Parteivorbringen, mithin eine Verletzung der Begründungspflicht geltend. E-3653/2016 Seite 14 5.4.2 Mit dem Gehörsanspruch (Art. 29 VwVG) korreliert die Pflicht der Be- hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen (Art. 32 VwVG). Das gilt für alle form- und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Ent- scheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die we- sentlichen Überlegungen nennen, von denen sic h die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander- setzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 5.4.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers geht aus der an- gefochtenen Verfügung hervor, dass das SEM seine wesentlichen Vorbrin- gen gewürdigt hat und eine sachgerechte Anfechtung ohne weiteres mög- lich war. Insbesondere hat das SEM den Umstand, dass der Beschwerde- führer aus dem Vanni-Gebiet stammt, im Sachverhalt, welchen es seinen Erwägungen zugrunde gelegt hat, berücksichtigt. Auch hat es im Rahmen der Prüfung des Wegweisungsvollzuges ausgeführt, dass eine Wegwei- sung ins Vanni-Gebiet nicht zumutbar sei, im Falle des Beschwerdeführers jedoch eine zumutbare innerstaatliche Wohnsitzalternative in E._______ bestehe. Letzteren Schluss hat das SEM gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers im vorinstanzlichen Verfahren gezogen. Soweit der Beschwerdeführer diesbezüglich zu einem anderen Schluss gelangt, liegt darin keine Verletzung des Rechts auf Prüfung der Parteivorbringen bezie- hungsweise eine Verletzung der Begründungspflicht vor, sondern eine in- haltliche Rüge, auf welche im Rahmen der materiellen Prüfung näher ein- zugehen ist. Dasselbe gilt im Übrigen für das Vorbringen des Beschwerde- führers, wonach die Vorinstanz im Rahmen der Prüfung des Wegweisungs- vollzuges zu Unrecht davon ausgegangen sei, dass er über genügend Be- rufserfahrung in der Landwirtschaft verfüge. Die Kritik des Beschwerdeführers, wonach das SEM sich nicht an der ak- tuellen Praxis orientiere und sich nicht auf aktuelle Länderinformationen abstütze, stellt schliesslich eine Kritik an der Würdigung des Sachverhalts durch das SEM und mithin eine Kritik in der Sache selbst dar (vgl. dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 3.2.3 [als Referenzurteil publiziert]). Der Umstand, dass das SEM be- treffend Sri Lanka auf der Basis einer breiten Q uellenlage einer anderen E-3653/2016 Seite 15 Einschätzung folgt, als vom Beschwerdeführer vertreten, spricht jedenfalls nicht für eine Verletzung der Begründungspflicht. 5.5 Die formellen Rügen sind – mit Ausnahme derjenigen, dass das SEM kein Beweismittelverzeichnis erstellt hat, dieser Mangel sich auf Beschwer- deebene jedoch als geheilt erwiesen hat – unbegründet. Es besteht des- halb keine Veranlassung, den vorinstanzlichen Entscheid aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbezüglichen Rechts- begehren sind abzuweisen. 6. 6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass zur An- nahme besteht, eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit ver- wirklicht beziehungsweise werde sich mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine bloss entfernte Möglichkeit künf- tiger Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen, wel- che den Eintritt der erwarteten Benachteiligung als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht davor als realistisch und nachvollziehbar er- scheinen lassen (vgl. BVGE 2011/51 E. 6.2 m.w.H.). 6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft- machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt E-3653/2016 Seite 16 dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.2 f. und BVGE 2012/5 E. 2.2). 7. 7.1 Die Vorinstanz kam in ihrer angefochtenen Verfügung zum Schluss, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Vorfluchtgründe den Anforderungen an die Glaubhaftmachung nicht standhalten. Sie führte hierzu im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer habe bezügl ich der Umstände seiner Haftentlassung widersprüchliche Aussagen gemacht. So habe er in der BzP betreffend die Haftentlassung im Februar 2015 ausge- führt, man habe ihn eines Nachts in die Nähe seines Elternhauses gebracht und ihn dann freigelassen. Demgegenüber habe er in der Anhörung vorge- bracht, er sei aus dem Armeelager entlassen worden. Er habe danach den Bus genommen und sei nach Hause gefahren. Bezüglich der Freilassung im März 2015 habe er in der BzP sodann geltend gemacht, ein Komman- dant des Armeelagers sei zu ihm in die Zelle gekommen, habe ihn hinaus zu einem Fahrzeug gebracht und ihn dann nach Hause gefahren. In Wi- derspruch dazu habe er in der Anhörung ausgeführt, eine Armeeperson habe ihn nach draussen begleitet, w o sein Vater gewartet habe. Mit d em Vater sei er dann nach H._______ gefahren. Betreffend die Schilderungen des Beschwerdeführers zu den beiden Inhaf- tierungen kam das SEM sodann zum Schluss, diese würden nicht den Ein- druck erwecken, wonach der Beschwerdeführer das Geschilderte tatsäch- lich selbst erlebt habe. Insbesondere würden seine Schilderungen zu den Haftumständen und den geltend gemachten Übergriffen nicht über das hin- ausgehen, was jede Person in gleicher Weise nacherzählen könne, ohne das Gesagte tatsächlich selbst erlebt zu haben. Seine Aussagen zur Aus- reise seien ebenfalls nicht substantiiert ausgefallen. Sodann seien an der Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers Zweifel anzubringen , nachdem dieser in der BzP erklärt habe, nie über einen Pass verfügt zu haben, Ab- klärungen der Schweizerischen Botschaft in Colombo indes ergeben hät- ten, dass er einen eigenen Pass besessen habe und er mit diesem im April 2013 um ein Studentenvisum bei den italienischen Behörden ersucht habe. Das Gesuch sei damals abgelehnt worden, weil eine gefälschte Studien- vereinbarung eingereicht worden sei. Insgesamt sei aufgrund der festge- stellten Ungereimtheiten nicht glaubhaft, dass der Beschwerdeführer in der vorgebrachten Weise von den sri -lankischen Sicherheitskräften verfolgt worden sei. Auch die geltend gemachte Anschlussverfolgung, wonach sich der Geheimdienst immer wieder nach ihm erkundigt habe, sei nicht glaub- haft. E-3653/2016 Seite 17 Im Weiteren erwog das SEM, dass die tamilische Zugehörigkeit sowie die – zum damaligen Zeitpunkt – rund einjährige Landesabwesenheit des Be- schwerdeführers nicht ausreichen würden, um im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka von einer begründeten Verfolgungsfurcht auszugehen. Es gebe keinen hinreichend begründeten Anlass zur Annahme, dass der Be- schwerdeführer Massnahmen zu befürchten hätte, welche über einen so- genannten Background-Check (Befragungen, Überprüfung von Auslands- aufenthalten und Tätigkeiten in Sri Lanka sowie im Ausland) hinausgehen würden. Der Umstand, dass seine Schwester D._______ in der Finanzab- teilung der LTTE gearbeitet habe und verschwunden sei, vermöge eben- falls keine Furcht vor zukünftiger Verfolgung hinreichend zu begründen, zu- mal er deswegen keine Verfolgungsmassnahmen habe glaubhaft machen können. Auch die Teilnahme an tamilischen Veranstaltungen in der Schweiz lasse nicht darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer bei den sri-lankischen Behörden bereits als exilpolitischer Aktivist registriert wor- den sei, weshalb daraus nicht auf eine Gefährdung geschlossen werden könne. Schliesslich könnten auch die Hilfsarbeiten für die LTTE (Kochen, Kleider), welche während der Kriegszeit von Tausenden anderen Personen verrichtet worden seien, ebenfalls keine asylrelevante Gefährdung begrün- den, zumal keine Hinweise vorliegen würden, dass dieser Sachverhalt den sri-lankischen Behörden bekannt sei. 7.2 Den vorinstanzlichen Erwägungen hielt der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift und in der Beschwerdeergänzung im Wesentlichen ent- gegen, dass seine Schwester D._______ – wie bereits erwähnt – nicht in der Finanzabteilung der LTTE gearbeitet, sondern für diese gekämpft habe und mit einem ranghohen LTTE -Aktivisten verheiratet gewesen sei, wes- halb ihm eine Reflexverfolgung drohe. Der Beschwerdeführer verwies dies- bezüglich auf das im Beschwerdefahren eingereichte Schreiben sei ner Mutter vom 5. Januar 2016 an die "Human Rights Commission of Sri Lanka", wonach sie aufgrund der ständigen Behelligungen durch die sri - lankischen Sicherheitskräfte wegen des Beschwerdeführers und ihrer Tochter D._______ eine Anzeige eingereicht habe n s oll. Hinzu komme, dass er während des Krieges Hilfeleistungen für die LTTE erbracht und sich ab 2014 als Mitglied des Vereins "F._______" betätigt habe. Im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka müsse er im Rahmen eines Background-Checks am Flughafen Colombo folglich damit rechnen, verhört, inhaftiert und ge- foltert zu werden. Bezüglich seiner Aussagen zum Verein "F._______" und zu den Inhaftie- rungen, welche die Vorinstanz als nicht glaubhaft eingestuft habe, sei zu E-3653/2016 Seite 18 beachten, dass diese an den bereits geltend gemachten Mängeln (schlech- ter psychischer Gesundheitszustand, Verständigungsprobleme mit der übersetzenden Person, fehlende Empathie des SEM-Mitarbeiters, fehlen- des Vertrauensverhältnis) leiden würden, weshalb keine korrekte Glaub- haftigkeitsprüfung vorgenommen werden könne. Eine solche sei erst nach einer ergänzenden Anhörung möglich. Indem die Vorinstanz jedenfalls da- rauf schliesse, dass er aufgrund seiner Ausführungen unter anderem zu den Reisedokumenten nicht glaubwürdig sei, verkenne sie, dass As ylsu- chende aus verschiedenen Gründen und weil sie von ihren Schleppern dazu angewiesen würden, diesbezüglich nicht die Wahrheit sagen würden. Bei den Aussagen zu den Reisedokumenten handle es sich zudem nicht um Kernvorbringen des Asylgesuches. Es könne nicht gestützt auf diese eine verlässliche Glaubhaftigkeitsprüfung gemacht werden. Der Umstand, dass er im Jahr 2013 mithilfe eines italienischen Visums habe ausreisen wollen, sei auf die sich zu dieser Zeit zuspitzende Verfolgungssituation zu- rückzuführen. S o habe er wegen den Tätigkeiten seiner Schwester D._______ auch nicht mehr bei seinem Onkel bleiben können. 8. 8.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass die Vorinstanz die geltend gemachten Vorfluchtgründe des Beschwerdeführers, namentlich eine Verfolgung aufgrund seiner Aktivitä- ten für den Verein "F._______", zu Recht als unglaubhaft erachtet hat. Es kann hierzu Folgendes festgehalten werden: 8.1.1 Die Ausführungen des Beschwerdeführers zum ersten Besuch der sri-lankischen Sicherheitskräfte bei ihm zu Hause fielen sehr vage, detail- arm und damit unsubstan tiiert aus. So erklärte er hierzu lediglich, die Si- cherheitskräfte hätten ihn im September 2014 zu Hause aufgesucht und ihn gewarnt, dass er keine Proteste mehr machen dürfe, da er ansonsten mit weiteren Massnahmen bez iehungsweise Strafen rechnen müsse (A14/17, F64). Erst auf Nachfrage hin erklärte er, die Armeeangehörigen – es seien insgesamt vier Per sonen gewesen (A14/17, F68) – seien mit ei- nem Fahrzeug und in ziviler Kleidung gekommen, hätten sich als Angehö- rige des "G._______" ausgewiesen und ihm vorgeworfen, er würde versu- chen, die tamilische Bevölkerung zu mobilisieren. Man habe ihm auch vor- geworfen, Verbindungen zur LTTE zu haben (A14/17, F67). Weitere dezi- dierte Angaben konnte der Beschwerdeführer hierzu nicht machen, was unter den gegebenen Umständen nicht nachvollziehbar ist, zumal er erst- mals von sri-lankischen Sicherheitskräften aufgesucht worden sein soll. In E-3653/2016 Seite 19 diesem Zusammenhang verhält sich der Beschwerdeführer sodann wider- sprüchlich, wenn er im Weiteren ausführt, es habe im Rahmen dieses Be- suches eine Befragung stattgefunden (A14/17, F4), an anderer Stelle aber vorbringt, die Sicherheitskräfte hätten gedroht, man werde sie die Vereins- mitglieder zu einer Befragung vorladen, sollten sie ihre Vereinsaktivitäten nicht einstellen (A14/17, F67). Letzteres impliziert nämlich, dass der Be- schwerdeführer im Rahmen des ersten Besuches noch gar nicht befragt worden war. Gegen die Glaubhaftmachung seiner Ausführungen spricht auch der Umstand, dass er nicht in der Lage war, dezidierte Angaben zum Inhalt einer solchen Befragung zu machen. 8.1.2 Auch die Umstände der beiden Verhaftungen im Februar und im März 2015 konnte der Beschwerdeführer nur vage und ohne nennenswerte De- tails beschreiben. In einem freien Bericht führte er hierzu aus, er sei im Februar 2015 zur Befragung vorgeladen und „auf heftigste Weise“ befragt worden. Man habe ihm wieder v orgeworfen, Verbindungen zur LTTE zu haben und dass er auf deren Wiedererschaffung abzielen würde. Es sei ihm gedroht worden, dass er mit niemanden über diese Ereignisse reden dürfe, da es ansonsten keine Garantie mehr für sein Leben gebe (A14/17, F4). Zur Verhaftung im März 2015 führte er , ebenfalls im Rahmen eines freien Berichts, sodann lediglich aus, die Sicherheitskräfte seien plötzlich wieder zu ihm nach Hause gekommen und hätten ein „Round-up“ gemeint wohl Hausdurchsuchung gemacht. Sie seien ins Ha us gekommen und hätten Waffen herausgeholt, welche sie aber selbst dort deponiert hätten. Er sei dann gewaltsam in einen Van verbracht und mitgenommen worden (A14/17, F4, F97). Hätte der Beschwerdeführer das Geschilderte tatsäch- lich in dieser Form erlebt, wäre zu erwarten gewesen, dass er dazu Anga- ben macht, welche von persönlichen Eindrücken gefärbt sind. Ebenfalls wäre zu erwarten gewesen, dass er sich bereits im Rahmen des freien Be- richts, und nicht erst auf Nachfrage hin, zu den wohl einprägsamsten Er- lebnissen, nämlich zur Haft selbst, äussert. 8.1.3 Zutreffend hat die Vorinstanz festgestellt, dass auch die Schilderun- gen zur Haft und zu den jeweiligen Haftumständen nicht den Eindruck er- wecken, der Beschwerdeführer habe das Geschilderte tatsächlich selbst erlebt (A14/17, F84 90, F97 101). So beschrieb er beispielsweise die Zelle, in welche er nach seiner Verhaftung im Februar 2015 verbracht wor- den sein soll, lediglich als „ein dunkles Zimmer“ (A14/17, F77). Weitere Be- schreibungen dazu fehlen weitestgehend. Auch war er nicht in der Lage, den Armeekommandanten, welcher bereits in der Zelle gewesen sein soll (A14/17, F77), und diejenige Person, welche ihn während der zwei - bis E-3653/2016 Seite 20 dreitätigen Haft mehrmals geschlagen haben soll (A14/17, F86), zu be- schreiben oder sich zum Inhalt der Befragungen – schliesslich soll er wäh- rend der Haft mehrmals befragt worden sein (A14/17, F84) – ausführlicher zu äussern. So gab er in pauschaler Weise zu Protokoll, es sei ihm jeweils vorgeworfen worden, Verbindungen zur LTTE zu haben (A14/17, F4, F67, F77, F92 f.), führte aber an keiner Stelle aus, welche konkreten Vorhalte ihm diesbezüglich gemacht worden sein sollen. Die Ausführungen zu wei- teren wesentlichen Elementen seiner Verfolgungsgeschichte, namentlich den geltend gemachten Übergriffen während der Haft, lassen sodann jeg- liche Substanz und Realkennzeichen vermissen (A14/17, F85, F88, F90). Gerade in Bezug auf körperliche Misshandlungen (er sei mit Stöcken und Gürteln geschlagen worden; man habe ihm damit gedroht, ihn zu erschies- sen), wären weitaus persönlicher geprägte Erzählungen zu erwarten ge- wesen. 8.1.4 Mit der Vorinstanz ist weiter festzuhalten, dass die Aussagen des Be- schwerdeführers hinsichtlich seiner Freilassung aus der Haft im Februar und im März 2015 widersprüchlich ausgefallen sind. So will er gemäss ei- genen Angaben in der BzP im Februar 2015 eines Nachts in die Nähe sei- nes Elternhauses verbracht und dann freigelassen worden sein (A3/10, S. 7). Demgegenüber führte er in der Anhörung aus, nach seiner Freilas- sung sei er mit dem Bus nach Hause gefahren ( A14/17, F96). Bezüglich der Freilassung im März 2015 brachte er in der BzP sodann vor, ein Kom- mandant habe ihn nach Hause gefahren ( A3/10, S. 8 ). In der Anhörung führte er demgegenüber aus, vor dem Gefängnis habe sein Vater gewartet und ihn nach H._______ gefahren (A14/17, F104). Diesen Feststellungen hielt der Beschwerdeführer bezeichnenderweise nichts Substantielles ent- gegen. 8.1.5 Nicht plausibel ist sodann, wenn der Beschwerdeführer einerseits geltend macht, er sei als einer der Mitbegründer des Vereins "F._______" im Fokus der sri-lankischen Sicherheitskräfte gestanden und von ihnen we- gen der Organisation und Teilnahme an Protesten aufgesucht und bedroht worden (A14/17, F64, 69) , an anderer Stelle aber ausführt, die Proteste seien gar nicht wahrgenommen worden beziehungsweise diese hätten gar nichts bewirkt (A14/17, F70). Ohnehin erweisen sich die von ihm beschrie- benen Vereinsaktivitäten als nicht glaubhaft, zumal er auch diesbezüglich nicht in der Lage war, dezidierte Angaben zu machen (A14/17, F4, F4463). Angesichts der geschilderten Professionalität dieses Vereins wäre zudem zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdeführer oder die E-3653/2016 Seite 21 Familie im Heimatstaat über Material – im Sinne von Beweismitteln – ver- fügt, aus welcher sich auf die Existenz des Vereins und dessen genaue Tätigkeit schliessen lässt. Keines der im Beschwerdeverfahren eingereich- ten Beweismittel bezieht sich jedoch auf den in Rede stehenden Verein und die konkrete Tätigkeit des Beschwerdeführers zugunsten dieses Vereins. 8.2 Soweit der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene erstmals geltend macht, nebst seinen Aktivitäten für den Verein "F._______" auch aufgrund des Profils seiner Schwester D._______ und ihres Ehemannes ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten zu sein, ist Folgendes festzustellen: 8.2.1 Der Beschwerdeführer hat in der Anhörung vorgebracht, seine Schwester sei im Camp "C._______" zu einem Verhör gebracht worden und gelte seither als verschollen (A14/17, F25). In der Beschwerde wird nunmehr ausgeführt, man habe sich zunächst tatsächlich zusammen im Camp aufgehalten, jedoch seien die Schwester und ihr Ehemann später in jeweils unterschiedliche Camps verbracht worden, von wo aus beiden die Flucht gelungen sei. Es habe lange Zeit kein Kontakt bestanden, weshalb man davon ausgegangen sei, die Schwester sei nicht mehr am Leben (Be- schwerde S. 14). Als wesentlich hervorgehoben wurde, dass die Schwes- ter dem Beschwerdeführer während ihres Aufenthaltes im Camp mehrfach das Versprechen abgenommen habe, sich bei sämtlichen Befragungen zu ihrem Beitrag für die LTTE dahingehend zu äussern, dass sie lediglich in der Finanzabteilung tätig gewesen sei. Ausgeführt wurde sodann, dass die Familie bis zum Beschwerdezeitpunkt nie direkte Mitteilung erhalten habe, sondern nur über Kontaktpersonen in Erfahrung gebracht habe, dass beide in einem Versteck leben würden, wobei nicht klar sei, ob sie sich in Sri Lanka oder im Ausland befinden. Klar sei aber, dass die Schwester und der Ehemann im Untergrund am Wiederaufbau einer bewaffneten tamilischen Organisation arbeiten würden. Im Jahr 2013 sei es den Sicherheitsbehör- den durch ein en Sreening-Prozess gelungen, in groben Zügen über die effektiven Tätigkeiten von sehr vielen LTTE -Aktivisten informiert zu sein. Sein Onkel, bei welchem er, der Beschwerdeführer, gelebt habe, sei daher ab dem Jahre 2013 grossen Druckversuchen ausgesetzt gewesen und habe zu seinem eigenen Schutz massive Bestechungsgelder an die Si- cherheitskräfte bezahlen müssen, so dass er nicht mehr bei diesem habe leben können. Dieses neue Vorbringen korrespondiere mit dem bereits be- kannten Zeitablauf. Er versuche, mehr Informationen über den aktuellen Aufenthaltsort und die Tätigkeit seiner Schwester in Erfahrung zu bringen (vgl. Beschwerde S. 15). E-3653/2016 Seite 22 8.2.2 Diese Vorbringen auf Beschwerdeebene sind nicht geeignet, die Aus- reisegründe des Beschwerdeführers unter dem flüchtlingsrechtlich rele- vanten Aspekt in einem für ihn günstigeren Licht erscheinen zu lassen. Be- reits die geschilderte Flucht der Schwester und ihres Ehemannes aus ver- schiedenen Internierungscamps erscheint abenteuerlich. Sie lässt sich aber auch nicht mit dem Leben de s Beschwerdeführers und seiner Fami- lienangehörigen in Einklang bringen. Denn, sofern man die Ausführungen als glaubhaft erachten sollte, ist scheinbar ausser dem Beschwerdeführer und seinem Onkel in E._______ trotz angeblicher Flucht der Schwester kein weiteres Mitglied der engen F amilie (Eltern und Geschwister) in den Fokus der Behörden geraten. Dies ist nicht plausibel. Sodann will der Be- schwerdeführer darüber im Wissen sein, dass sei ne Schwester das Wie- dererstarken der LTTE plane. Gleichzeitig will er jedoch weder ihren Auf- enthaltsort kennen, noch je persönlich mit ihr in Kontakt getreten sein. Auch diese Ausführungen sind in sich nicht schlüssig. Auch die Begründung, wo- nach die Schwester dem Beschwerdeführer das Versprechen abgerungen habe, bei sämtlichen Vernehmungen solle er ihre Tätigkeit als solche in der Finanzabteilung der LTTE schildern, scheint im Hinblick auf das Asylver- fahren in der Schweiz völlig unplausibel. Letztlich konnte der Beschwerde- führer seither auch keine weiteren konkreten Aussagen zum Verbleib sei- ner Schwester treffen. Die Vorbringen auf Beschwerdeebene wirken in sich konstruiert und sind daher als nachgeschoben und unglaubhaft zu werten. 8.2.3 An dieser Feststellung vermag auch die eingereichte Anzeige, wel- che die Mutter des Beschwerdeführers bei der "Human Rights Commission of Sri Lanka" erstattet haben soll, nichts zu ändern. Solche Dokumente ha- ben nur einen geringen Beweiswert, weil jedermann eine entsprechende Anzeige aufgeben und deren Empfang protokollieren lassen kann. Über den Wahrheitsgehalt des Inhalts einer solchen Anzeige sagt dies nichts aus. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene ja gerade geltend macht, seine Verfolgungssituation habe sich unter anderem wegen den Aktivitäten seiner Schwester D._______ und ihres Ehemannes insbesondere im Jahr 2013 zugespitzt, so dass er nicht mehr bei seinem Onkel in E._______ habe bleiben können und erstmals versucht habe, aus Sri Lanka auszureisen (Beschwerde, S. 26 f.). Mit diesem Vorbringen ver- sucht er aber offensichtlich seine Antragstellung für ein italienisches Visum unter Vorlage einer gefälschten Studienvereinbarung zu rechtfertigen. Die Anzeige seiner Mutter, welche im Jahr 2016 aufgegeben worden sein soll, wäre in diesem Fall nämlich ganze drei Jahre nach der angeblichen Zuspit- zung der Verfolgungssituation erfolgt, was nicht plausibel erscheint. E-3653/2016 Seite 23 8.3 In einer Gesamtwürdigung ist die von der Vorinstanz vorgenommene Beurteilung, wonach es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, seine Vorfluchtgründe glaubhaft darzulegen, zu bestätigen. Es kann aufgrund der vorgenannten Ausführungen darauf verzichtet werden, auf weitere Aspekte in den Vorbringen des Beschwerdeführers – insbesondere auf seine per- sönliche Glaubwürdigkeit – einzugehen. Auch die im Beschwerdeverfahren eingereichten Beweismittel, sofern sie überhaupt rechtserheblich sind, füh- ren zu keiner anderen Einschätzung. Dabei handelt es sich grossmehrheit- lich um Dokumente, welche die allgemeine Lage und die politische Situa- tion in Sri Lanka beschreiben. Der Beschwerdeführer kann daraus keine individuelle Verfolgung ableiten und sie sind auch nicht geeignet, seine Vor- bringen als glaubhaft erscheinen zu lassen. 9. Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in sein Hei- matland wegen seiner Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie oder aus an- deren Gründen ernsthafte Nachteile drohen. 9.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri Lanka vorgenommen (vgl. a.a.O. E. 8) und festgestellt, dass aus Eu- ropa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien (vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht o rientiert sich bei der Beurteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risiko- faktoren. Dabei handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeintlichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, um die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, und um das Vorliegen früherer Verhaftungen durch die sri -lankischen Behörden, üblicherweise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE (sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.1–8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erfor- derlichen Identitätspapiere nach Sri La nka einreisen wollen, die zwangs- weise zurückgeführt werden oder die über die Internationale Organisation für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut sichtbaren Narben (sog. schwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaub- haft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der E-3653/2016 Seite 24 betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbeson- dere jene Rückkehrenden eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachtei- len im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Be- hörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den tamilischen Sepa- ratismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). 9.2 Wie bereits ausgeführt, konnte der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Ausreise keine Verfolgung oder Verfolgungsfurcht glaubhaft machen. Die vom Beschwerdeführer allenfalls erbrachten Hilfeleistungen für die LTTE, die namentlich aus der Verteilung von Essen und Kleidern bestan- den haben sollen , haben in den Jahren 2008 und 2009 stattgefunden (A14/17, F3941), mithin mindestens fünf Jahre vor seiner Ausreise. Dies- bezüglich sind ihm offensichtlich nie Nachteile widerfahren respektive sol- che wurden im Rahmen des Asylverfahrens nicht geltend gemacht. 9.3 Es ist ebenfalls nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der geltend gemachten und in jeder Hinsicht als niederschwellig einzustufenden Aktivitäten in der Schweiz (mehrmalige Teilnahme am Hel- dentag) in den Fokus der sri-lankischen Behörden geraten wird. Damit lie- gen auch keine subjektiven Nachfluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG vor. 9.4 Nachdem die Asylvorbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft beurteilt wurden, er kein politisches Profil aufweist und sein exilpolitisches Wirken in jeder Hinsicht als niederschwellig zu beurteilen ist, erfüllt er keine der oben erwähnten stark risikobegründenden Faktoren. Alleine aus der tamilischen Ethnie, der mehrjährigen Landesabwesenheit und den tempo- rären Reisepapieren kann er keine Gefährdung ableiten. Es ist insgesamt nicht anzunehmen, dass ihm persönlich, im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden. 10. Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, das ge- eignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abge- lehnt. 11. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent- haltsbewilligung noch über einen Anspruch au f Erteilung einer solchen E-3653/2016 Seite 25 (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet. 12. 12.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 12.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz eine Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. Vorliegend kommt dem Beschwerdeführer keine Flüchtlings- eigenschaft zu. Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwend- bar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allge- meinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedr igende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 12.2.1 Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem eu- ropäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Be- schwerde Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P .K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gege n Grossbritannien, Urteil vom 17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichts- hof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehren- den Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob der oder die Betroffene ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be- fragung ein Interesse, verschiedene Aspekte – welche im Wesentlichen durch die in Erwägung 9.1 identifizierten Risikofaktoren abg edeckt sind (vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O., § 9 4) – in Betracht gezogen werden. Dabei sei der Umstand zu beachten, dass diese einzelnen As- pekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglicherweise kein "real risk" darstellen, bei einer kumulativen Würdigung diese Schwelle erreichen könnten. E-3653/2016 Seite 26 12.2.2 Der Beschwerdeführer konnte nicht glaubhaft darlegen, dass er bei einer Rückkehr in sein Heimatland befürchten müsse, die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Aus- mass auf sich zu ziehen . Es bestehen deshalb auch keine Anhaltspunkte dafür, dass ihm aus demselben Grund eine menschenrechtswidrige Be- handlung in Sri Lanka droht. 12.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 12.3.1 Die Vorinstanz erwog in ihrer angefochtenen Verfügung, dass der Wegweisungsvollzug in das Vanni-Gebiet unzumutbar sei. Unter Verweis auf BVGE E -6220/2006 gelangte sie jedoch zum Schluss, dass im Falle des Beschwerdeführers eine zumutbare innerstaatliche Wohnsitzalterna- tive in E._______ (ausserhalb des Vanni-Gebiets), wo der Beschwerdefüh- rer während mehreren Jahren gelebt und die Schule besucht habe, be- stehe. 12.3.2 Der Beschwerdeführer verneint demgegenüber das Vorliegen einer innerstaatlichen Wohnsitzalternative und führt im Wesentlichen aus , er habe ab 2013 nicht mehr bei seinem Onkel in E._______ wohnen können, weil dieser durch die sri-lankischen Sicherheitskräfte ebenfalls massiv un- ter Druck gesetzt worden sei. 12.3.3 Nach einer eingehenden Analyse der Sicherheitslage in Sri Lanka ist das Bunde sverwaltungsgericht im bereits zitierten Referenzurteil E-1866/2015 (E. 13.2) zum Schluss gekommen, dass der Wegweisungs- vollzug in die Nordprovinz (offengelassen für das Vanni-Gebiet) zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbeson- dere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnet- zes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens - und Wohnsitua- tion) bejaht werden kann. In seinem neusten als Referenzurteil publizierten Entscheid D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 erachtet das Bundesver- waltungsgericht nun auch den Wegweisungsvollzug ins Vanni -Gebiet ge- nerell als zumutbar ( E. 9.5). Die Frage, ob im vorliegenden Fall eine zu- mutbare innerstaatliche Wohnsitzalternative in E._______ besteht, kann deshalb offen gelassen werden. Nachdem die Eltern und mindestens zwei Schwestern des Beschwerdeführers in B._______ leben, er somit über ein E-3653/2016 Seite 27 tragfähiges familiäres Beziehungsnetz verfügt, ist es ihm zuzumuten, dort- hin zurückzukehren. Seine Familie lebt sodann im familieneigenen Haus, womit auch die Wohnsituation des Beschwerdeführers gesichert wäre. Ihm ist es zuzumuten, sich wieder im Landwirtschaftsbetrieb seines Vaters zu betätigen. Schliesslich handelt es sich bei ihm um einen jungen und den Akten gemäss g esunden Mann, welcher über eine mehrjährige Schulbil- dung verfügt. Entsprechend kann von ihm erwartet werden, dass er in Zu- kunft seinen eigenen Lebensunterhalt auch aus eigener Kraft bestreiten kann, womit auch seine Einkommenssituation gesichert sein dürft e. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als zumutbar. 12.4 Schliesslich verfügt der Beschwerdeführer über eine gültige Identi- tätskarte, womit es ihm möglich sein sollte, sich bei der zuständigen Ver- tretung des Heimatstaates die für eine Rüc kkehr allenfalls notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12). Der Vollzug der Wegweisung ist als möglich zu be- zeichnen (Art. 83 Abs. 2 AuG). 12.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). Es erübrigt sich, diesbezüglich auf die weiteren Ausführungen auf Be- schwerdeebene und die eingereichten Beweismittel im Einzelnen einzuge- hen, da sie an der Würdigung des vorliegenden Sachverhalts nichts zu än- dern vermögen. 13. Aus diesen Erwägungen ergibt si ch, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 14. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die Ver- fahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und angesichts des Umfangs der Bes chwerdesache auf insgesamt Fr. 1500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Kosten sind aufgrund der festgestellten Verfahrensverletzung wegen Nichtakturierung der Beweismittel (vgl. hierzu E. 4) durch das SEM indes- sen auf Fr. 1400.– zu reduzieren. Dieser Betrag wird mit dem geleisteten E-3653/2016 Seite 28 Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600. – verrechnet. Die verbleibenden Fr. 800. sind vom Beschwerdeführer innert 30 Tagen ab Versand des Ur- teils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 15. Praxisgemäss ist sodann eine anteilmässige Parteientschädigung zuzu- sprechen, wenn – wie vorliegend – eine Verfahrensverletzung auf Be- schwerdeebene geheilt wird. Diese ist auf Grund der Akten (Art. 14 Abs. 2 VGKE) und unter Berücksichtigung der Bemessungsfaktoren (Art. 8 ff. VGKE) auf insgesamt Fr. 100.– (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer- zuschlag) festzusetzen. Die Vorinstanz ist anzuweisen, dem Beschwerde- führer diesen Betrag als Parteientschädigung auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) E-3653/2016 Seite 29 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die reduzierten Verfahrenskosten von Fr. 1400.– werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600 .– wird zur Bezahlung derselben verwendet. Die verbleibenden Fr. 800. sind innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Ge- richtskasse zu überweisen. 3. Das SEM hat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bundes- verwaltungsgericht eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 100.– zu entrichten. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Constance Leisinger Arta Rapaj Versand: