<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">ZwangsmassnahmenimAusländerrecht</span> <span class="page_no">379</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft3"><b>84</b></span> <span class="ft3"><b>Ausschaffungshaft; Untertauchensgefahr nach illegalem Aufenthalt</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Der Umstand, dass eine Person illegal in die Schweiz eingereist ist und</b></span><br/> <span class="ft3"><b>sich hier während rund einer Woche illegal aufgehalten hat, bedeutet</b></span><br/> <span class="ft3"><b>zwar, dass diese strafrechtlich zur Verantwortung gezogen und gestützt</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">RekursgerichtimAusländerrecht</span> <span class="page_no">380</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft3"><b>auf Art. 64 Abs. 1 AuG weggewiesen werden kann. Daraus kann jedoch</b></span><br/> <span class="ft3"><b>nicht bereits geschlossen werden, es lägen konkrete Anzeichen dafür vor,</b></span><br/> <span class="ft3"><b>dass sich die betroffene Person einer Ausschaffung entziehen werde</b></span><br/> <span class="ft3"><b>(E. II./3.2.).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Entscheid des Präsidenten des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom</span><br/> <span class="ft4">3. April 2009 in Sachen Migrationsamt des Kantons Aargau gegen A.M. be-</span><br/> <span class="ft4">treffend Haftüberprüfung (1-HA.2009.38)</span><br/> <br/> <span class="ft1"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft2">II. 3.2. Der Umstand, dass der Gesuchsgegner illegal in die</span><br/> <span class="ft2">Schweiz eingereist ist und sich hier während rund einer Woche bei</span><br/> <span class="ft2">seinem in B. lebenden Bruder aufgehalten hat, bedeutet zwar, dass er</span><br/> <span class="ft2">strafrechtlich zur Verantwortung gezogen und gestützt auf Art. 64</span><br/> <span class="ft2">Abs. 1 AuG weggewiesen werden kann. Daraus kann jedoch nicht</span><br/> <span class="ft2">bereits geschlossen werden, es lägen konkrete Anzeichen dafür vor,</span><br/> <span class="ft2">dass er sich einer Ausschaffung entziehen werde. Dies umso weniger,</span><br/> <span class="ft2">als er gegenüber den schweizerischen Behörden von Beginn weg</span><br/> <span class="ft2">seine richtige Identität angegeben hat und sich seine Aussagen be-</span><br/> <span class="ft2">treffend die Dauer seines Aufenthalts in der Schweiz im Wesentli-</span><br/> <span class="ft2">chen mit denjenigen seines Bruders decken. Die anlässlich der Ver-</span><br/> <span class="ft2">handlung gemachten unterschiedlichen Angaben des Gesuchsgegners</span><br/> <span class="ft2">und seines im Kosovo telefonisch kontaktierten Vaters zum Zeit-</span><br/> <span class="ft2">punkt der Abreise aus dem Heimatland lassen sich sodann ebenfalls</span><br/> <span class="ft2">vereinbaren. So erscheint es nämlich zumindest nicht abwegig, dass</span><br/> <span class="ft2">der Gesuchsgegner - wie vom Vater erklärt - bereits Mitte Februar</span><br/> <span class="ft2">2009 von zu Hause abgereist ist, seine Heimatregion hingegen effek-</span><br/> <span class="ft2">tiv erst am 12. März 2009 verlassen hat. Dem Gesuchsgegner kann</span><br/> <span class="ft2">sodann nicht zur Last gelegt werden, dass er bei der polizeilichen Be-</span><br/> <span class="ft2">fragung erklärte, in die Schweiz gekommen zu sein, um hier ein</span><br/> <span class="ft2">Asylgesuch zu stellen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund der</span><br/> <span class="ft2">Tatsache, dass er wenige Tage später im Rahmen des rechtlichen Ge-</span><br/> <span class="ft2">hörs vor dem Migrationsamt von sich aus auf die Durchführung eines</span><br/> <span class="ft2">Asylverfahrens verzichtete, nachdem er die fehlenden Erfolgsaus-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">ZwangsmassnahmenimAusländerrecht</span> <span class="page_no">381</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft2">sichten eines entsprechenden Gesuchs erkannt hatte. Hinzu kommt,</span><br/> <span class="ft2">dass der Gesuchsgegner seit seiner Verhaftung durch die Polizei</span><br/> <span class="ft2">konstant beteuerte, er sei bereit, freiwillig auszureisen. Zudem hat er</span><br/> <span class="ft2">seine Bereitschaft zur Mitwirkung bei der Beschaffung von Reise-</span><br/> <span class="ft2">papieren manifestiert, indem er anlässlich der Verhandlung konkrete</span><br/> <span class="ft2">Anstrengungen unternommen hat, um sich seinen abgelaufenen Rei-</span><br/> <span class="ft2">sepass aus dem Heimatland zukommen zu lassen. Auch wenn der</span><br/> <span class="ft2">Gesuchsgegner in seinem Heimatland nach eigenen Aussagen in</span><br/> <span class="ft2">wirtschaftlicher Hinsicht keine Perspektiven sieht, fehlt es im vorlie-</span><br/> <span class="ft2">genden Fall nach dem Gesagten an genügend konkreten Anzeichen</span><br/> <span class="ft2">für eine bestehende Untertauchensgefahr (vgl. Urteil des Rekursge-</span><br/> <span class="ft2">richts im Ausländerrecht 1-HA.2006.18 vom 28.</span> <span class="ft2">April 2006,</span><br/> <span class="ft2">E. II/3.2).</span><br/></div> </div> </body> </html>