BRKE II Nr. 0227/2006 vom 21. November 2006 in BEZ 2007 Nr. 14 14.2. (…) Damit bleibt zu prüfen, ob die Anlagegrenzwerte im Bereich der G e- wächshäuser der Gärtnerei K eingehalten werden müssen. Entsprechend der Defin i- tion in Art. 3 Abs. 3 lit. a NISV muss ein einzubeziehender Arbeitsplatz jeweils rege l- mässig während längerer Zeit genutzt werden, um als OMEN zu gelten. Sporadisch oder kurzzeitig frequentierte Arbeitso rte fallen deshalb von vornherein ausser B e- tracht. Gemäss den Ausführungen des Bundesamtes für Umweltschutz sind denn auch nur «ständige» Arbeitsplätze als OMEN zu qualifizieren (Vollzug sempfehlung zur NISV, S. 13, Ziff. 2.1.3). Für die Definition des Begr iffs «ständig» verweist das BAFU auf die Wegleitung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) zu den Ve r- ordnungen 3 und 4 zum Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel (Arbeitsgesetz, ArG). Danach gilt ein Arbeitsbereich dann als stä ndiger Ar- beitsplatz, «wenn er während mehr als 2 ½ Tagen pro Woche durch einen Arbei t- nehmer bzw. eine Arbeitnehmerin oder auch durch mehrere Personen nacheinander besetzt ist. Dieser Arbeitsbereich kann auf einen kleinen Raumbereich begrenzt sein oder sich über den ganzen Raum erstrecken» (We gleitung 315-5). Das vom BAFU herangezogene Arbeitsgesetz hat die Zielsetzung, die Arbeitnehmerschaft vor g e- sundheitlichen Beeinträchtigungen, welche mit den Arbeitsbedingungen verbunden sind, zu schützen. Einerseits en thält es Vorschriften über den allgemeinen Gesun d- heitsschutz und andererseits Bestimmungen über die Arbeits - und Ruhezeiten der einbezogenen Betriebe. Demgegenüber schützt das Umweltschutzgesetz in Verbi n- dung mit der NISV die Bevölkerung g enerell vor überm ässiger nichtionisierender Strahlung. Folglich kann die Begriffsd efinition «ständig» für die Festlegung von OMEN nicht übernommen werden. Unter dem Aspekt des Strahlenschutzes macht es nämlich etwa keinen Unterschied, ob eine Person pro Woche 2 ½ Tage hint erein- ander oder mit einem Unterbruch von einem halben Tag einer bestimmten Strahle n- menge ausgesetzt ist. OMEN im Bereich von Arbeitsplätzen sind damit nicht sch e- matisch nach der arbeitsgesetzli chen Definition, sondern jeweils einzelfallsweise aufgrund der konkreten Verhäl tnisse zu bestimmen. Die genannte Definition kann dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte bieten. In Gewächshäusern von Kundengär t- nereien wird erfahrung s gemäss unregelmässig gearbeitet. Der Zeitbedarf hängt u.a. von der Witterung, der Art de r vorhandenen Pflanzen und der Kundenfrequenz ab. Dazu kommen die sehr grossen saisonalen Schwankungen. Von einem regelmässig während läng erer Zeit genutzten Arbeitsort kann somit nicht die Rede sein. Damit brauchen im Bereich der Gewächshäuser der Gärtner ei K entgegen rekurrent ischer Auffassung keine Anlagegrenzwerte eingehalten werden.