Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. Juni 2021 (720 19 132 / 173) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Keine zwingenden Gründe, um von den Schlussfolgerungen des Gerichtsgutachtens und dessen Ergänzung abzuweichen. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch E lisabeth Maier, Advoka- tin, Hauptstrasse 104, Postfach, 4102 Binningen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1959 geborene A.____ meldete sich am 7. Oktober 2015 (Eingang) unter Hinweis auf eine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS), einen leichten Autismus sowie eine Psychose bei der Eidgenössischen Invalidenversicheru ng (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) den Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 19. März 2019 mit der Begrün- dung ab, dass aufgrund eines reinen Suchtgeschehens keine Invalidität vorliege. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertre ten durch Elisabeth Maier, Advo- katin, am 2. Mai 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht B asel-Landschaft, Abteilung Sozialver- sicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, die Verfügung der IV-Stelle-Basel- Landschaft vom 19. März 2019 sei aufzuheben und es seie n ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weit eren Abklärungen an die Beschwerde- gegnerin zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begrü ndung machte er im Wesentlichen geltend, dass das psychiatrische Gutachten, auf das sich d ie Verfügung der IV-Stelle stütze, in verschiedener Hinsicht nicht über den erforderlichen Bewei swert verfüge. Gestützt auf die Aus- führungen der Behandler seien psychiatrische Diagnosen b elegt, die seine Arbeits- bzw. Er- werbsfähigkeit einschränken würden. C. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Mai 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be- schwerde. D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 25. Juli 2019 ge langte das Kantonsgericht zur Auf- fassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich sei. Das Gericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur Klärung des medizinischen Sachverhalts ein Gerichtsgutachten einzuholen. E. Mit Schreiben vom 4. Oktober 2019 beauftragte das Kantonsgericht die Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) mit der Erstellung eines psych iatrischen Gutachtens, welches am 10. August 2020 erstattet wurde. Die Parteien erh ielten in der Folge Gelegenheit, sich zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu äussern, wie sich dessen Ergebnisse auf den Leistungs- anspruch des Versicherten auswirken würden. Mit Eingabe vom 21. September 2020 hielt die IV- Stelle unter Hinweis auf eine Stellungnahme ihres reg ionalen ärztlichen Dienstes (RAD) fest, dass nicht auf das Gerichtsgutachten abgestellt werden könne. Es würden sich mehrere Rück- fragen an die Gutachter aufdrängen. Der Beschwerdeführer beantragte demgegenüber mit Ein- gabe vom 28. September 2020, dass grundsätzlich auf das Gutachten abzustellen sei und ihm die gesetzlichen Leistungen gestützt darauf zuzusprechen seien. F. Nach sorgfältiger Würdigung des Gutachtens gelangt e der Instruktionsrichter zur Auffas- sung, dass eine Beurteilung der Angelegenheit auf dieser Grundlage nicht möglich sei, weil hin- sichtlich der gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit vereinzelte Unklarheiten im Raum stün- den, deren Klärung zur Erfüllung der bundesgerichtlichen Kriterien für ein schlüssiges Gerichts- gutachten angezeigt sei. Am 11. November 2020 wurde d ie asim beauftragt, die vorhandenen Unklarheiten auszuräumen. Die entsprechende Stellungnahme erging am 12. Januar 2021. G. Mit Eingabe vom 8. Februar 2021 machte die Beschwer degegnerin unter Hinweis auf eine weitere Stellungnahme ihres RAD vom 3. Februar 2 021 erneut Einwände gegen das Gut- achten bzw. dessen Ergänzung geltend. Der Beschwerdefüh rer hielt mit Eingabe vom 15. Feb- ruar 2021 vollumfänglich an seinem Antrag auf Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen fest. Auf die Vorbringen der Parteien ist − soweit notwend ig − in den nachfolgenden Erwägungen ein- zugehen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und fristge- recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine I nvalidenrente. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Inva- lidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fä- higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht dur ch zumutbare Eingliederungsmassnah- men wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne we- sentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre- chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). U nter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be- einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allge meinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente , wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes- tens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2 , 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem st rukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksi chtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ander- seits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einord- nung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer recht- lich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbr ingen, wobei die versicherte Person die Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E . 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 3.5 Zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht mit BGE 145 V 215 vor dem Hintergrund der Rechtsprechung zur Ausdehnung des strukturierten Bewe isverfahrens gemäss BGE 141 V 281 auf sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 409 und 418) und nach vertiefter Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen der Medizin die bisherige Rechtsprechung, wonach primäre Abhängigkeitssyndrome bzw. Substanzkonsumstörungen zum vornherein keine invali- denversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschäden dar stellen können und ihre funktio- nellen Auswirkungen deshalb keiner näheren Abklärung b edürfen (BGE 124 V 265 E. 3c, 99 V 28 E. 2; Urteile des Bundesgerichts vom 11. Februar 201 9, 8C_608/2018, E. 3.2.1, und vom 10. April 2018, 9C_620/2017, E. 2.2), fallen gelassen hat (E. 5.3.3). Es hat entschieden, dass fortan – gleich wie bei allen anderen psychischen Erkran kungen – nach dem strukturierten Be- weisverfahren zu ermitteln sei, ob und gegebenenfalls inwieweit sich ein fachärztlich diagnosti- ziertes Abhängigkeitssyndrom im Einzelfall auf die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person aus- wirke. Dabei könne und müsse im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens insbesondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen werden (E. 6.3). Diesem komme nicht zuletzt deshalb Bedeutung zu, weil b ei Abhängigkeitserkrankungen – wie auch bei anderen psychischen Störungen – oft eine Gemen gelage aus krankheitswertiger Stö- rung sowie psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorli ege. Letztere seien auch bei Ab- hängigkeitserkrankungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen würden (E. 5.3.1). Diese neue Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14 . Oktober 2019, 8C_259/2019, E. 5.1 mit Hinweis). 4. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensverglei ch hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein kommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge- mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, s owie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizin ische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizinischen Exper- ten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu er fassen (BGE 125 V 351 E. 3b/aa). Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spezialärzte, welch e von Versicherungsträgern im Ver- fahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den A nforderungen der Rechtsprechung ent- sprechen, darf das Gericht insbesondere einem von ihm ein geholten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Exper- tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). Schli esslich lässt es die Natur des Begutach- tungsauftrags eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E . 2b), ein Administrativ- oder Gerichtsgut- achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urtei l des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalte n bleiben Fälle, in denen sich eine abwei- chende Beurteilung aufdrängt, weil beispielsweise die b ehandelnden Ärzte wichtige − und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende − Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sin d (Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung vom 19. März 2019 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 26. September 2018, wonach mangels Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit be- stehe. Demzufolge verneinte sie einen Rentenanspruch. Den im Rahmen des Verwaltungsver- fahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehen- der Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdi- gung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. E. 5.3 hiervor). Anlässlich der in dieser Angelegenheit erfolgten Ur- teilsberatung vom 25. Juli 2019 gelangte das Kantonsgericht nun allerdings zur Auffassung, dass diesem Gutachten keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Anlass, an den entsprechen- den Schlussfolgerungen des Gutachtens zu zweifeln, gab insbesondere der Umstand, dass ent- gegen den gutachterlichen Ausführungen bereits im Bericht der Klinik C.____ vom 23. Juli 2003 die Diagnose einer ADHS gestellt worden war, wobei di e Ärzte die Auffassung vertreten hatten, dass der über Jahre hinweg bestehende Suchtmittelkonsum des Versicherten unter dem Aspekt der besagten Diagnose als Selbstmedikation zu werten sei. Die Diagnose einer ADHS war ferner auch im Bericht der Psychiatrie D.____ vom 13. April 20 18 gestellt und ihr eine massgebende Rolle bei der Invalidisierung des Versicherten zugeschr ieben worden. Vor diesem Hintergrund vermochte der pauschale Hinweis von Dr. B.____ nicht zu überzeugen, wonach sich in den Akten keine Anhaltspunkte für psychische Störungen, namentlich nicht solche für eine ADHS, fänden. Das Gutachten liess jedoch auch eine Auseinandersetzung mit abweichenden ärztlichen Fest- stellungen vermissen, wonach eine psychotische Symptomatik auch unter Abstinenz zu verzeich- nen war. Ferner wäre die Einholung fremdanamnestischer Angaben sinnvoll gewesen. Unter die- sen Umständen war der gutachterliche Schluss auf eine vollständige Arbeitsfähigkeit nicht nach- vollziehbar und in Zweifel zu ziehen. Nach Auffassung de s Gerichts vermochten indessen auch die versicherungsinternen Beurteilungen keine verlässliche Entscheidungsgrundlage zu bilden. Hinzu trat die zu diesem Zeitpunkt erfolgte Rechtsprechungsänderung des Bundesgerichts, wo- nach bei Abhängigkeitserkrankungen wie bei allen and eren psychischen Störungen nach dem strukturierten Beweisverfahren zu ermitteln sei, ob un d gegebenenfalls inwieweit sich ein fach- ärztlich diagnostiziertes Abhängigkeitssyndrom im Einzelf all auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (vgl. E. 3.5 hiervor). Nachdem sich dementsprechend mi t Beschluss des Kantonsgerichts vom 25. Juli 2019 die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens als unerlässlich erwiesen hatte, steht nunmehr das gerichtliche Gutachten der asim vom 10. August 2020 einschliesslich neuropsycho- logischem Fachbericht vom 30. Juni 2020 im Zentrum der medizinischen Beurteilung. 6.2.1 In diesem Gutachten werden als Diagnosen mit Ausw irkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Alkoholabhängigkeit, gegenwärtiger Substanzgebrauch (a ktive Abhängigkeit) mit körperlichen Symptomen (ICD-10 F10.241), eine Persönlichkeitsakzentuie rung mit emotional-instabilen Zü- gen (ICD-10 Z73), eine rezidivierende depressive Störung , anamnestisch saisonal, aktuell seit drei Jahren anhaltend, mittelgradiger Ausprägung mi t somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11), eine rezidivierende psychotische Störung bei Polytoxikomani e (ICD-10 F19.5), Differenzialdiag- nose (DD): paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20), ein Verdacht auf eine ADHS mit Beginn in Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Kindheit und Jugend (ICD-10 F98.80) sowie eine le ichte bis mittelgradige neuropsychologi- sche Störung aufgeführt. Zusammenfassend lasse sich seit circa der Pubertät eine psychiatrische Problematik verfolgen, wobei zu Beginn eine schulische Ü berforderung ab circa 11 Jahren und ein Suchtmittelkonsum (Haschisch, Kokain, Alkohol) ab ci rca 16 Jahren gestanden seien. Ein- zelne psychotische Symptome seien bereits in der Jugend be schrieben worden. Psychotische Störungen mit ausgeprägter paranoider Symptomatik (Verfolgungswahn und akustische Halluzi- nationen, z.T. auch optisch) hätten sich 2015 und 2016 entwickelt und würden zurzeit mit neuro- leptischer Behandlung gut kontrolliert. Depressive Phasen mit saisonaler Rhythmik würden eigen- und aktenanamnestisch seit der Jugend beschrieben. Es lasse sich auch eine Symptomatik mit Unaufmerksamkeit, Desorganisiertheit und innerer Unruhe seit der Jugend verfolgen, die sich gut mit einer Aufmerksamkeitsstörung vereinbaren liesse. Es sei davon auszugehen, dass eine Stö- rung der Aufmerksamkeit bereits seit der Jugend vorliege und der Grund für den Leistungsknick in der schulischen Laufbahn und für die Entwicklung der Suchtproblematik gewesen sei. Je nach Ausprägung der Komorbiditäten (Suchtmittelkonsum, aff ektive Störung, Psychosen usw.) habe sie sich deutlicher gezeigt oder sei gut kompensiert gewese n (über einen kurzen Zeitraum sei sogar eine Tätigkeit in einer leitenden Position möglich gewesen). Im Verlauf der Biographie und insbesondere in den letzten Jahren, seit etwa 2015, sei sie zunehmend dekompensiert, parallel zur Chronifizierung und dem Fortschreiten der Suchterkran kung. Auf der Persönlichkeitsebene fänden sich einige Auffälligkeiten, die auf eine mögl iche zusätzlich bestehende Persönlichkeits- pathologie hindeuteten: Impulsivität, Stimmungslabilität, Schwierigkeit, Nähe und Distanz zu re- gulieren, Ritzen im jungen Alter, anhaltende innere Anspannung, Druckgefühle und auffällige Be- ziehungsgestaltung. Der Explorand berichte über Probleme mit Hierarchien. Da eine starke Über- lappung mit Symptomen anderer psychischer Störungen bestehe, werde diese Symptomatik di- agnostisch nicht als eine Persönlichkeitspathologie im enge ren Sinne (F60-Kapitel) gewürdigt, sondern als eine Persönlichkeitsakzentuierung, wobei dieser unter Berücksichtigung der Komor- biditäten ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beizu messen sei. Die Persönlichkeitszüge kämen im Rahmen der Suchterkrankung und der affektiven Störung deutlicher zum Vorschein und wür- den in der Gesamtbeurteilung der Funktionalität daher mitberücksichtigt. Die diagnostische Ein- schätzung des aktuell vorliegenden Krankheitsbildes sei du rch die Komorbidität und durch den laufenden Alkoholkonsum extrem schwierig. Die einzelnen Störungen würden stark überlappen. Eine exakte Abgrenzung der einzelnen klinischen Krankhei tsbilder sei kaum möglich. Die Suchterkrankung stehe im Vordergrund des psychiatrischen Krankheitsbildes. Der Suchtmittel- konsum (Kokain- und Cannabis-Abhängigkeit sowie Alkohol- Abhängigkeit) sei mehrfach doku- mentiert, weshalb auf eine Aufzählung der erfüllten ICD-10-Kriterien verzichtet werde. Zur ICD- Kriterien-geleiteten Diagnostik der Aufmerksamkeitsstör ung sei auf das neuropsychologische Gutachten zu verweisen (vgl. E. 6.2.2 hiernach). Das zeitl iche Kriterium (Beginn der Störung) bleibe unklar, so dass eine ADHS-Diagnose nicht gestellt werden könne. Die sekundäre Entste- hung der Suchtproblematik im Rahmen der Aufmerksamkeitsstö rung und der Persönlichkeit mit emotional-instabilen Persönlichkeitszügen sei überwiege nd wahrscheinlich. Ferner seien die ICD-10-Kriterien einer saisonalen Depression erfüllt. Aktuell bestehe mit drei Hauptkriterien (de- pressive Verstimmung seit drei Jahren mit abgeflachtem Af fekt, Interessenverlust, Antriebsstö- rung) und vier Nebenkriterien (vermindertes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, Konzentrationsstö- rungen, Appetitverlust) eine mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom. Die psychotische Symptomatik sei am ehesten auf den Substanzkonsum zurückzuführen, wobei bei Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht früher Neigung zum Stimmenhören (laut Explorandem ber eits vor dem Suchtmittelkonsum) und aktuell weiterhin vorhandenen akustischen Halluzination en unter neuroleptischer Therapie eine milde Schizophrenieform als Komorbidität nicht auszuschliessen sei (Ich-Störungen mit Gedan- keneingebung und Gedankenlautwerden sowie imperative Stimmen in der Anamnese). Die diag- nostizierte leichte bis mittelgradige neuropsychologische S törung sei in ihrer Ätiologie wahr- scheinlich multifaktoriell bedingt bei oben genannten E rkrankungen. Die Diagnosestellung einer affektiven Erkrankung und einer Schizophrenie unter lauf endem Alkoholkonsum sei nach ICD- 10-Kriterien generell problematisch. Da diese Komorbiditäten aber nicht auszuschliessen seien, würden diese im Gutachten aufgeführt. In Anbetracht des sehr komplexen Krankheitsbildes, wel- ches seit Jahren bestehe und sich nur teilweise überwinden lasse, sei die Funktionalität des Ex- ploranden relevant eingeschränkt. Die exakte Bestimmung der funktionellen Einschränkungen sei schwierig und mit einer Restunsicherheit verbunden. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, dass die Arbeitsfähigkeit als Spediti- onsfachmann 2012 (letzte Arbeitsstelle) bei etwa 50% g elegen, sich im weiteren Verlauf ver- schlechtert habe und spätestens seit 2015 aufgehoben gewesen sei (wiederholte Hospitalisatio- nen mit psychotischen Symptomen, Überforderung mit der Lebensgestaltung einschliesslich der Gesundheitsfürsorge, der Wohnsituation sowie den administrativen und finanziellen Angelegen- heiten). In einer angepassten Tätigkeit ohne Zeitdruck und ohne erhöhte Ansprüche an den Kun- denkontakt (vom Profil her einem Nischenarbeitsplatz oder einem geschützten Arbeitsplatz ent- sprechend) habe ab etwa 2015 eine Arbeitsfähigkeit von 50% vorgelegen. Stellenweise (z.B. für die Zeit der stationären Aufenthalte) sei sie aufgehob en gewesen. In Bezug auf den Verlauf sei davon auszugehen, dass es nach dem (im Sinne einer Querschnittsbeurteilung) relativ gut kom- pensierten psychischen Zustand, der von Dr. B.____ im Sept ember 2018 beschrieben worden sei, zu einer Zustandsverschlechterung mit Entwicklung einer Depression gekommen sei. Da die Krankheitsbilder sich ungünstig aufeinander ausgewirkt hätten, sei es zu einer Reduktion der Ar- beitsfähigkeit gekommen, die derzeit nur unter geschützte n Bedingungen möglich sei und etwa 50% betrage. Da der Explorand sich bei der aktuellen Exploration nüchtern gezeigt habe und keine Entzugserscheinungen vorgelegen hätten, sei davon auszugehen, dass es ihm möglich sei, diese Arbeitsfähigkeit unter geschützten Bedingungen auch unter laufendem Alkoholkonsum auf- zubauen. Eine höhere Arbeitsfähigkeit sei unter Berücksichtigung des Verlaufs mit fortschreiten- der psychischer Erkrankung und nach acht Jahren ohne Tätigkeit nicht erreichbar. Eine vollstän- dige Abstinenz sei nach medizinischen Kriterien nicht rea listisch erreichbar und würde aktuell eher zu einer Exazerbation der dahinterliegenden Störungen führen, wenngleich eine Abstinenz weiterhin ein therapeutisches Ziel im Verlauf sein sol lte. Der Aufbau einer Arbeitsfähigkeit unter geschützten Bedingungen würde auch eine stützende, zustandsstabilisierende und tagesstruktu- rierende Rolle spielen. Der genaue Verlauf der Arbeitsfähigkeit zwischen 2018 und heute könne retrospektiv nicht eingeschätzt werden. 6.2.2 Im neuropsychologischen Fachbericht vom 30. Juni 202 0 wird zur diagnostizierten leich- ten bis mittelgradigen neuropsychologischen Störung sowie zum Verdacht auf eine ADHS mit Beginn in der Kindheit und Jugend (ICD-10 F98.80) im Wesentlichen festgehalten, dass das neu- ropsychologische Profil eine Verlangsamung der psychomotorischen Verarbeitungsgeschwindig- keit, eine beeinträchtigte Enkodierung des verbalen e pisodischen Gedächtnisses und eine Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwere Leistungsminderung des abstrakten Denkvermögens bei einer fortgeschrittenen vermin- derten Belastbarkeit objektiviere. Aufgrund der Verhalt ensbeobachtung und der Testbefunde seien die kognitiven Minderleistungen als leichte bis mitt elgradige Störung v.a. der Dauerauf- merksamkeit zu werten. Eigen- und aktenanamnestisch seien p ersistierende Aufmerksamkeits- störungen dokumentiert und durch die neuropsychologische und störungsspezifische Diagnostik verifiziert. Auch das psychopathologische Bild enthalte in Übereinstimmung mit den psychomet- rischen Befunden charakteristische Merkmale für eine ADHS. Weniger eindeutig blieben jedoch die anamnestischen Angaben zum Beginn der Symptomatik. Hinweise für sensorische, motori- sche oder sprachliche Defizite würden ebenfalls nicht vorl iegen. Klar sei, dass eine mit einer ADHS in Übereinstimmung zu bringende Symptomatik im Z uge der Teenagerentwicklung des Exploranden exazerbiert und in einen schulischen Leistun gseinbruch gemündet sei. Zeitgleich sei es aktenanamnestisch zur Entwicklung einer affektiven Psych opathologie gekommen. Der Verlauf des Beschwerdebildes entlang der Entwicklungstraj ektorie sei differentialdiagnostisch aufgrund der multiplen ätiopathogenetisch relevanten Faktoren (Polytoxikomanie, psychotische, affektive Störung) gleichermassen nur schwer fassbar. 6.3 Nach sorgfältiger Würdigung des Gutachtens ist der I nstruktionsrichter zur Auffassung gelangt, dass eine Beurteilung der Angelegenheit auf dieser Grundlage nicht möglich sei, weil hinsichtlich der gutachterlich attestierten Arbeitsunfä higkeit vereinzelte Unklarheiten im Raum stünden, deren Klärung zur Erfüllung der bundesgericht lichen Kriterien für ein schlüssiges Ge- richtsgutachten angezeigt sei. Am 11. November 2020 i st die asim daher um Auflösung dieser Ungereimtheiten gebeten worden. Dabei ist sie seitens des Gerichts namentlich auf folgende As- pekte hingewiesen worden: Auf Seite 19 des Gutachtens s ei hinsichtlich der von Dr. B.____ at- testierten vollschichtigen Arbeitsfähigkeit ausgeführt worden, dass der Allgemein- sowie der psy- chische Zustand bei der Begutachtung im Jahr 2018 deutl ich besser gewesen seien als bei der aktuellen Begutachtung. Es sei davon auszugehen, dass sich der aktuelle Zustand gegenüber 2018 deutlich verschlechtert habe, sodass die Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit von 100% zum Gutachtenszeitpunkt im Sinne einer Querschnittsbeurteilu ng nachvollziehbar erscheine. Im Wi- derspruch zu diesen Ausführungen werde indessen im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähig- keit auf Seite 21 des Gutachtens hinsichtlich der angestammten Tätigkeit ausgeführt, dass diese spätestens seit 2015 aufgehoben gewesen sei. Gleichzei tig werde in einer leidensadaptierten Tätigkeit seit 2015 unverändert eine Arbeitsunfähigkeit von circa 50% attestiert, welche lediglich für die Zeit der stationären Aufenthalte aufgehoben gewesen sei. Ferner teilte der Instruktions- richter die Auffassung der Beschwerdegegnerin, wonach sich dem Gutachten nicht entnehmen lasse, ob eine Konsensbeurteilung stattgefunden habe, nachdem auch aus neuropsychologischer Sicht eine verminderte Arbeitsleistung festgestellt worden ist. Unklar erschien schliesslich, inwie- fern der lediglich als Verdachtsdiagnose aufgeführten ADHS tatsächlich eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zukommt oder nicht. Mit Schreiben vom 12. Januar 2021 hat die begutachtende Psychiaterin, Dr. med. E.____, FMH Neurologie und Psychiatrie und Psychotherapie, zu den auf- gezeigten Widersprüchen und Unklarheiten Stellung genommen. Dabei hat sie zunächst darauf hingewiesen, dass die Konsensbesprechung Neuropsycholo gie/Psychiatrie am 29. Juni 2020 stattgefunden habe. Ferner sei es im vorliegenden Fall nicht von Bedeutung, ob die Verdachtsdi- agnose einer Aufmerksamkeitsstörung isoliert eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe oder Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht. Vielmehr sollte das komorbide psychiatrische Gesamtbild gewürdigt werden. Die neuropsy- chologisch nachweisbare Leistungsminderung des Arbeitsgedäc htnisses führe zu einer Reduk- tion der Daueraufmerksamkeit. Dieser valide Befund hab e Relevanz in Bezug die Arbeitsfähig- keit. Seine Ätiologie könne bei diagnostizierten psychische n Störungen einen multifaktoriellen Charakter haben, was seine Bedeutung nicht mindere. Zu m Verlauf der Arbeitsfähigkeit bekräf- tigte Dr. E.____, dass dieser insgesamt stark schwankend sei . Der stabile psychische Zustand des Exploranden habe bei der Begutachtung durch Dr. B.____ zu einer optimistischen Einschät- zung der Arbeitsfähigkeit geführt. Es sei jedoch anzumerken, dass es sich hierbei um einen Quer- schnittsbefund am Untersuchungstag gehandelt habe, der bei einer kurzen Exploration (70 Min.) erhoben worden sei. Der Gesamtverlauf im Längsschnitt sei im Gutachten von Dr. B.____ nicht ausreichend gewürdigt und keine neuropsychologische Testun g durchgeführt worden. Bei der aktuellen Begutachtung (3 Stunden psychiatrische Explora tion, 3,5 Stunden neuropsychologi- sche Untersuchung) sei der Rahmen für eine ausführliche Anamneseerhebung gegeben gewe- sen. Die mehrschichtige Problematik sei deutlich zum Vorsch ein gekommen. Bei der neuropsy- chologischen Testung seien Defizite deutlich geworden, die im Rahmen einer rein psychiatri- schen Exploration nicht erfassbar gewesen seien. Es sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfä- higkeit im angestammten Beruf seit 2015 aufgehoben sei . In einer angepassten Tätigkeit liege sie seit 2015 grob geschätzt bei etwa 50%. Der Verlauf der komorbiden psychischen Störungen und somit auch der Arbeitsfähigkeit sei jedoch stark sch wankend gewesen. Zu den Zeiten der stationären Aufenthalte sei die Arbeitsfähigkeit vollständig aufgehoben gewesen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass am Tag der Begutachtung bei Dr. B.____ eine Arbeitsfähigkeit von 100% in einer angepassten Tätigkeit bestanden habe. Auf grund der beschriebenen Faktoren (kurze Explorationsdauer, keine neuropsychologische Testung) sei jedoch nicht mit überwiegen- der Wahrscheinlichkeit davon auszugehen. Die Einschätzung von Dr. B.____ sei aus heutiger Sicht nicht belastbar. 6.4 Das zitierte Gerichtsgutachten der asim vom 10. Augu st 2020 erfüllt mit dessen Ergän- zung vom 12. Januar 2021 alle rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein beweiskräftiges Gerichtsgutachten. Nachdem sich die begutachtende Psychia terin im Rahmen ihrer Stellung- nahme vom 12. Januar 2021 nunmehr eingehend zu den au fgezeigten Ungereimtheiten geäus- sert hat, weist die gerichtliche Begutachtung weder formale noch inhaltliche Mängel auf und ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.2 hiervor) – für die streitigen Belange umfas- send. Die darin dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenommenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die Gutachter haben den Versicher- ten persönlich untersucht, eine umfassende Anamnese erhoben und gehen einlässlich auf seine Angaben und Beschwerden ein. Sie setzen sich zudem fundiert mit den bei den Akten liegenden medizinischen Berichten auseinander und begründen abweichende Einschätzungen in überzeu- gender Weise. Insgesamt sind die medizinisch-diagnostischen Feststellungen im Gutachten bzw. namentlich die daraus resultierenden Schlussfolgerungen betreffend die funktionelle Leistungs- fähigkeit durch die ergänzenden Ausführungen vom 12. Januar 2021 umfassend und plausibel begründet worden, und es ergibt sich ein lückenloses Bild der Gesundheitsschädigung und der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.5 Die begutachtenden Fachpersonen vermögen in ihrem Gutachten bzw. im hierzu ergan- genen neuropsychologischen Fachbericht namentlich schlüssig zu begründen, dass die Diagno- sekriterien einer ADHS aufgrund des unklar gebliebenen zeitlichen Kriteriums (Beginn der Stö- rung) zwar nicht als vollständig erfüllt betrachtet wer den könnten, sich aber eine Symptomatik vereinbar mit einer ADHS seit der Jugend verfolgen lasse (vgl. ausführlich Gutachten, S. 16 und neuropsychologische Abklärung, S. 11 ff.). Dabei ist daran zu erinnern, dass für die Belange der Invalidenversicherung nicht die Diagnose, sondern insbeson dere die sozial-praktische Auswir- kung der Erkrankung, mithin die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, massgebend ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2019, 9C_184/2019, E. 4.2 und vom 27. September 2017, 8C_820/2016, E. 5.4). In ihrer Stellungnahme vom 12. Januar 2021 bekräftigt die begutachtende Psychiaterin in diesem Sinne, dass nicht von Relevanz sei, o b die Verdachtsdiagnose ADHS isoliert betrachtet Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeitige. Die invalidisierende Wirkung des erhobenen Beschwerdebilds lasse sich aber durch einen validen Befund, nämlich durch die neu- ropsychologisch nachweisbare Leistungsminderung des Arbeits gedächtnisses, welche zu einer Reduktion der Daueraufmerksamkeit führe, begründen. Die Tatsache, dass die Ätiologie des Be- funds angesichts der diagnostizierten psychischen Störung mu ltifaktoriell bedingt sein könne, würde seine Bedeutung nicht mindern. Unter diesen Umst änden läuft aber der auf der RAD- Beurteilung vom 3. Februar 2021 gründende Einwand d er Beschwerdegegnerin ins Leere, wo- nach die Gutachterin in ihrer Stellungnahme nicht d arauf eingegangen sei, worauf sich die Ver- dachtsdiagnose einer ADHS stütze, zumal diese Frage durch das gerichtliche Gutachten bereits abschliessend beantwortet wurde und auch nicht Gegensta nd der nachträglich aufzulösenden Ungereimtheiten gebildet hat. Die Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit hat die Gutachterin nun da- hingehend bekräftigt, dass die Arbeitsfähigkeit seit 2015 in der angestammten Tätigkeit aufgeho- ben sei und seit demselben Zeitpunkt in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50% bestehe. Zwar trifft es zu, wie die Beschwerdegegne rin einwendet, dass in der Stellung- nahme vom 12. Januar 2021 nicht mehr auf die Art der noch zu verrichtenden Tätigkeit Bezug genommen wird. Ferner gilt es hinsichtlich der im Gutachten im Rahmen der leidensangepassten Tätigkeit in Klammern angeführten Beispiele ("vom Profil her einem geschützten Arbeitsplatz oder einem Nischenarbeitsplatz entsprechend") anzumerken, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt rechtsprechungsgemäss (vgl. statt vieler Urteil des Bundesg erichts vom 15. Oktober 2020, 8C_433/2020, E. 7.2) auch sogenannte Nischenarbeitsplät ze umfasst. Die beiden Begriffe kön- nen daher nicht deckungsgleich verwendet werden. Aufgru nd der umfassenden Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit im Gerichtsgutachten kann indessen, ungeachtet der verwendeten Formulie- rung, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass die attestierte Ar- beitsfähigkeit von 50% nur noch in einem geschützten Rahmen verwertbar ist (vgl. Gutachten, S. 21). Es lassen sich in Bezug auf diese Frage keine Unge reimtheiten verzeichnen, die durch die ergänzende Beurteilung hätten aufgelöst werden müssen. Unter Hervorhebung der Mängel im Gutachten von Dr. B.____ (kurze Explorationsdauer, fehlende Würdigung des Gesamtverlaufs im Längsschnitt sowie fehlende neuropsychologische Testung) wird sodann überzeugend unter- mauert, dass die Beurteilung von Dr. B.____ auch retro spektiv keine Validität beanspruchen könne. Dabei legt die Gutachterin ebenso überzeugend dar, dass die mehrschichtige Problematik erst anlässlich der aktuellen Exploration, welche den Rahmen für eine ausführliche Anamneseer- hebung gebildet habe, zum Vorschein gekommen sei, und die neuropsychologische Testung De- fizite aufgezeigt habe, die bei einer rein psychiatrisch en Exploration nicht erfassbar gewesen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht seien. Gleichzeitig wird die Vernachlässigung dieser Fakt oren sowie der (retrospektiv) schwan- kende Verlauf der komorbiden psychischen Störungen wider spruchsfrei als mögliche Erklärung für die Einschätzung durch Dr. B.____ am Begutachtungst ag (Querschnittsbeurteilung) ange- führt. 6.6 Bei dieser Aktenlage vermögen auch die weiteren in der Stellungnahme des RAD vom 3. Februar 2021 geäusserten Einwände nicht zu überzeuge n. Soweit der RAD-Arzt Dr. F.____ die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit allein mit Verweis auf die saisonale Rhythmik der depressiven Phasen in Frage stellt, kann zunächst vollumfänglich auf das unter Erwägung 6.2.1 und 6.2.2 hiervor zitierte Gutachten sowie die hierzu ergangene neuropsychologische Abklärung verwiesen werden. Ungeachtet der Tatsache, dass den guta chterlichen Ausführungen zufolge die Suchtproblematik im Vordergrund des psychiatrischen Krankheitsbildes steht (vgl. Gutachten, S. 17 und E. 6.2.1 hiervor), verbietet sich eine isol ierte Betrachtungsweise gerade deshalb, weil vor allem das Zusammenwirken mit den weiteren (psychiatrischen) Diagnosen die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit von 50% nur im geschützten Rahmen zulässt, zumal die einzelnen Stö- rungsbilder stark überlappen. Soweit die Beschwerdegegnerin schliesslich eine am 29. Juni 2020 durchgeführte Konsensbesprechung mit dem Hinweis in Frage stellt, dass das neuropsychologi- sche Gutachten erst vom 30. Juni 2020 datiere, ist sie zunächst darauf hinzuweisen, dass es sich vorliegend nicht um ein polydisziplinäres, sondern um ei n monodisziplinäres Gutachten mit ent- sprechendem Fachbericht handelt. Alsdann ist nicht einseh bar, weshalb eine Konsensbespre- chung zwingend nach der schriftlichen Erstellung der Gutac hten zu erfolgen hat. Jedenfalls ist nicht ersichtlich, inwiefern dieser Einwand die ausschlagg ebende Beweiskraft des gerichtlichen Gutachtens sowie dessen Ergänzung in Frage zu stellen vermöchte. 7. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), weicht das Gericht bei einem Gerichtsgutach- ten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit z ur Verfügung zu stellen, um einen be- stimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Solche zwingenden Gründe liegen im vorliegen- den Fall keine vor, weshalb kein Anlass besteht, von den Ergebnissen des zitierten Gerichtsgut- achtens und dessen Ergänzung abzuweichen. Für die Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten kann demnach auf das überzeugende Gutachten der asim vom 10. August 2020 einschliesslich der Ergänzung vom 12. Januar 2021 abgestellt werden, in welchem die begutachtenden Fachpersonen zum nachvollziehbaren Ergebnis gelangt sind, dass eine Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit nur noch im geschützten Rahmen möglich ist. 8.1 Wie bereits dargelegt (vgl. E. 6.4 und 6.5 hiervo r), ist davon auszugehen, dass der Be- schwerdeführer seit 2015 vollumfänglich in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, wobei diese Beurteilung der (echtzeitlichen) medizinischen Aktenlage folgend und in Übereinstimmung mit der Verlaufsbeurteilung im Gerichtsgutachten erst ab dem Zeitpunkt der Hospitalisation in der Psychiatrie D.____ ab Oktober 2015 Geltung beanspruchen kann. Weil ein allfälliger Rentenan- spruch erst entsteht, nachdem der Versicherte während eines Jahres ohne wesentlichen Unter- bruch durchschnittlich mindestens im Umfang von 40% arbeitsunfähig gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG), kommt der frühestmögliche Rentenbeginn vor liegend daher auf den 1. Oktober 2016 zu liegen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Nachdem die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 19. März 2019 von einer feh- lenden Invalidität ausgegangen war, hat sie auf Abklärungen in erwerblicher Hinsicht mit entspre- chender Durchführung eines Einkommensvergleichs verzichtet. Nach dem Gesagten liegt indes- sen mit Blick auf die aktuell massgebende Sachlage auf dem freien Arbeitsmarkt keine verwert- bare Arbeitsfähigkeit des Versicherten mehr vor, womit eine detaillierte Auseinandersetzung hin- sichtlich der für die Bemessung eines Rentenanspruchs massgeb enden Vergleichseinkommen unterbleiben kann. Weil der Versicherte letztlich kein Einkommen mehr zu erzielen in der Lage ist, resultiert ein Anspruch auf eine ganze Rente ab 1. Oktober 2016. 9. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Di e angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 19. März 2019 ist aufzuheben und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer ab 1. Oktober 2016 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. 10. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Die Ver- fahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in de r Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hat deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 800.-sind somit der IV- Stelle aufzuerlegen. Der Beschwerdeführer erhält seinen bereits geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 10.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtlich e Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Versicherungsträger die Kosten der Ab- klärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu überne hmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestand teil nachträglich zugesprochener Leistungen bildeten. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht al s notwendig erachteten Beweismassnah- men an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen MEDAS- Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen (BGE 137 V 2 10 E. 4.4.2). Vorliegend war das Kan- tonsgericht anlässlich seiner Urteilsberatung vom 25. Ju li 2019 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Es kann in die- ser Hinsicht vollumfänglich auf die Erwägungen im Beschl uss des Kantonsgerichts vom 25. Juli 2019 verwiesen werden. In Anbetracht der dort erwogenen Umstände war die gerichtliche Begut- achtung durch die asim nicht nur angezeigt, sondern un erlässlich. Es tritt hinzu, dass das Ge- richtsgutachten und dessen Ergänzung vom 12. Januar 2021 nunmehr zweifellos die Grundlage Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht für die dem Beschwerdeführer zuzusprechende Invalidenrente bildet. Im Lichte der geschilderten Rechtsprechung sind die daraus resultierenden Kosten, w elche sich gemäss Honorarrechnung vom 26. August 2020 insgesamt auf Fr. 8'426.80.-- belaufen, demnach der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 10.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde fü hrende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt un d ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Nach- dem die Beschwerde gutzuheissen ist, hat die IV-Stelle d em Versicherten eine Parteientschädi- gung auszurichten. Den Honorarnoten vom 13. Juni 2019 und 8. März 2021 zufolge beläuft sich der geltend gemachte Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf insgesamt 11 Stun- den und 50 Minuten, was sich angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Ebenfalls nicht zu beanstanden sind di e geltend gemachten Auslagen im Umfang von insgesamt Fr. 324.10. Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 3'535.05 (11 Stunden und 50 Minuten à Fr. 250.-- zuzüglich Spesen und Auslagen von Fr. 324.10 sowie 7.7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n t : ://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefoch tene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 19. März 2019 wird aufgehoben und es wird festge stellt, dass der Beschwerdeführer ab 1. Oktober 2016 An- spruch auf eine ganze Invalidenrente hat. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 8'426.80 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3'535.05 (inkl. Ausla gen und 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen