<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp295056"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>97 V 129<br/><br/><br/><div class="paraatf">32. Auszug aus dem Urteil vom 13. September 1971 i.S. Stampfli gegen Schweizerische Betriebskrankenkasse und Versicherungsgericht des Kantons Solothurn</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp296384"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 12 bis Abs. 1 KUVG</span>. <div class="paratf">Das Gesetz verpflichtet die Krankenkassen lediglich, bei vollständiger, nicht auch bei bloss teilweiser Arbeitsunfähigkeit ein Krankengeld zu gewähren. - Bemerkung de lege ferenda. </div> </div> </div> <a name="idp300128"></a> <a name="idp302304"></a> <br/><div> <a name="idp305920"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 129</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page129"></a><div class="center pagebreak">BGE 97 V 129 S. 129</div> </div> <div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <div class="paraatf">Ist jemand bei einer Krankenkasse für ein Krankengeld versichert, so hat er nach <span class="artref">Art. 12bis Abs. 1 KUVG</span> bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf ein tägliches Krankengeld von mindestens Fr. 2.-. Gestützt hierauf heisst es in Art. 57 Abs. 2 der Statuten der Schweizerischen Betriebskrankenkasse, ein Krankengeld erhalte nur, wer vollständig arbeitsunfähig sei. Demnach gewährt die Kasse kein Krankengeld, wenn und solange ein Versicherter nur teilweise arbeitsunfähig ist. Diese Beschränkung auf gänzlich arbeitsunfähige Patienten ist gesetzmässig, was der Beschwerdeführer bei seinem Eventualgesuch um das halbe Krankengeld übersieht. Der Wortlaut des <span class="artref">Art. 12bis Abs. 1 KUVG</span> erlaubt den Kranken kassen, jedem nur teilweise arbeitsunfähigen Patienten das Krankengeld zu verweigern.</div> <div class="paraatf">Diese Regelung vermag freilich sozialpolitisch nicht zu befriedigen; sie widerspricht namentlich der im modernen Sozialversicherungsrecht herrschenden Tendenz, auch für teilweise <a name="page130"></a><div class="center pagebreak">BGE 97 V 129 S. 130</div>Arbeitsunfähigkeit bzw. Invalidität zu entschädigen. Die Problematik des heutigen Rechtszustandes wird, wie angenommen werden darf, bei der bevorstehenden Neuordnung der Krankenversicherung beachtet werden.</div> </div></body></html>