<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00465</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204128&amp;W10_KEY=13013569&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00465</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.04.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Familiennachzug von Drittstaatsangehörigen durch schweizerische Staatsangehörige nach dem Freizügigkeitsabkommen (FZA). In Frage steht der Nachzug einer türkischen Staatsangehörigen durch ihren Sohn, einen Schweizerbürger. Diesem ist während eines Erwerbsaufenthalts in Grossbritannien von den dortigen Behörden gestützt auf Ausführungsrecht zum FZA der Nachzug seiner Mutter bewilligt worden, der ihm zuvor in der Schweiz nach schweizerischem Ausländerrecht verweigert worden war. Schweizerinnen und Schweizer, die von ihrem Freizügigkeitsrecht keinen Gebrauch gemacht haben, können sich weder direkt noch analog auf das FZA stützen (E. 2.1). Da der Beschwerdeführer von der Personenverkehrsfreiheit Gebrauch gemacht hat, liegt ein grenzüberschreitender Sachverhalt vor, weshalb das FZA anwendbar ist (E. 2.3.2). Der Familiennachzug von Drittstaatsangehörigen setzt voraus, dass diese sich bereits rechtmässig in einem Vertragsstaat aufhalten. Andernfalls löst die Ausübung des Freizügigkeitsrechts als solche keinen Nachzugsanspruch nach dem FZA aus (E. 2.3.3-6). Wurde aber der Aufenthalt im andern Vertragsstaat im Rahmen des Familiennachzugs bewilligt, so ist seine Rechtsgrundlage nicht massgebend. Insbesondere ist nicht entscheidend, ob der Familiennachzug nach nationalem Recht oder gestützt auf das FZA bewilligt wurde. Vorliegend besteht deshalb ein Nachzugsanspruch nach dem FZA (E. 2.4). Die Anforderungen der genügend grossen Wohnung und der Unterhaltsleistung sind vorliegend ebenfalls erfüllt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist (E. 2.6-7). Dem Familiennachzug steht weder der Schutz von Ordnung, Sicherheit und Gesundheit entgegen noch liegt ein Rechtsmissbrauch vor (E. 3). Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DRITTSTAATSBÃRGER">DRITTSTAATSBÃRGER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERWERBSTÃTIGKEIT">ERWERBSTÃTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENANGEHÃRIGE">FAMILIENANGEHÃRIGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREIZÃGIGKEIT">FREIZÃGIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRENZÃBERSCHREITUNG">GRENZÃBERSCHREITUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERNATIONALER SACHVERHALT">INTERNATIONALER SACHVERHALT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MUTTER">MUTTER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NATIONALES RECHT">NATIONALES RECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHE ORDNUNG">ÃFFENTLICHE ORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMISSBRAUCH">RECHTSMISSBRAUCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERHALTSLEISTUNG">UNTERHALTSLEISTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNUNG">WOHNUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 7 lit. d FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 3 Abs. II lit. b Anhang I FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 Abs. III Anhang I FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 5 Anhang I FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 100 Abs. I lit. b OG</span><br/><span class="gerade">Art. 4 Abs. I VEP</span><br/><span class="ungerade">§ 43 Abs. I lit. h VRG</span><br/><span class="gerade">§ 43 Abs. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2004 Nr. 26 S. 78</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2">Der SchweizerbÃ¼rger A, geboren 1964, ersuchte mit Schreiben vom 5. MÃ¤rz 2003 um eine Aufenthaltsbewilligung zur erwerbslosen Wohnsitznahme fÃ¼r seine verwitwete Mutter C, tÃ¼rkische StaatsangehÃ¶rige, geboren 1944. C hatte sich von 1972 bis 1995 in der Schweiz aufgehalten und war im Besitz einer Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich gewesen, bevor sie mit ihrem Ehemann in die TÃ¼rkei zurÃ¼ckgekehrt war. Ihre vier Kinder sind alle verheiratet; die beiden SÃ¶hne leben im Kanton ZÃ¼rich, die beiden TÃ¶chter in Istanbul. Mit VerfÃ¼gung vom 30. April 2003 wies die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) das Gesuch ab. Auf ein WiedererwÃ¤gungsgesuch vom 5. Mai 2003 trat die Direktion gemÃ¤ss ihrem Schreiben vom 20. Mai 2003 nicht ein. Mit Schreiben vom 27. Mai 2003 wies die Vorsteherin der Direktion ein weiteres Wieder­er­wÃ¤­gungs­gesuch zurÃ¼ck.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 11. Juni 2003 ersuchte A die Direktionsvorsteherin erneut um Wie­der­er­wÃ¤gung und subsidiÃ¤r um Weiterleitung seiner Eingaben als Rekurs an den Regie­rungs­rat. Dieser trat mit Beschluss vom 19. November 2003 gestÃ¼tzt auf das Prin­zip des Ver­trau­ensschutzes auf den an sich verspÃ¤tet erhobenen Rekurs ein (nicht aber auf eine Re­kurs­ergÃ¤nzung vom 17. Juli 2003) und wies ihn materiell ab. Er verneinte die Anwend­bar­keit des <span>Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eid­ge­nos­sen­schaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Ge­meinschaft und ihren Mitglied­staaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (Frei­zÃ¼gig­keitsabkommen, FZA; SR 0.142.112.681) ebenso wie </span>einen Anspruch aufgrund der Garantie des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤i­schen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) bzw. Art. 13 Abs. 1 der Bundes­ver­fas­sung vom 18. April 1999 (BV, SR 101). Eine Aufent­halts­bewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 34 oder 36 in Verbindung mit Art. 37 der Ver­ordnung vom 6. Oktober 1986 Ã¼ber die Begrenzung der Zahl der AuslÃ¤nder (BVO, SR 823.21) verweigerte er wegen Vorran­gig­keit des Ã¶ffentlichen Interesses an der Stabilisierung des AuslÃ¤nderbestands.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Hiergegen liess A am 22. Dezember 2003 Beschwerde an das Verwaltungs­ge­richt erheben. Da­rin liess er neu vorbringen, er sei vom 1. Oktober 2003 bis zum 31. MÃ¤rz 2004 fÃ¼r seine Arbeitgeberin â eine Schweizer Grossbank â in London tÃ¤tig, weshalb seiner Mutter nach Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA eine Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r Grossbritannien erteilt wor­den sei. In der Folge sei sie zu ihm nach London gezogen. Das FreizÃ¼gigkeitsabkommen sei deshalb vorliegend direkt anwendbar und der Aufenthalt gestÃ¼tzt auf Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b Anhang I FZA zu gestatten. Dementsprechend liess A bean­tragen, den ange­foch­tenen Beschluss aufzuheben und C die Einreise in die Schweiz mit ihm zusammen zu bewilligen. Ferner sei ihm eine angemessene EntschÃ¤digung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zuzusprechen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Namens des Regierungsrats beantragte die Staatskanzlei in ihrer Vernehmlassung vom 2. Februar 2004 Nichteintreten auf die Beschwerde, eventualiter deren Abweisung. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit verzichtete stillschweigend auf eine Beschwer­de­antwort.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Eingabe vom 23. Februar 2004 liess A zur Vernehmlassung des Regierungs­rats Stel­lung nehmen und weitere Beweismittel einreichen. Sowohl die Direktion fÃ¼r So­zia­les und Sicherheit als auch der Regierungsrat liessen die ihnen mit PrÃ¤sidial­ver­fÃ¼­gung vom 24. Februar 2004 gesetzte Frist zur Stellung­nahme zu dieser Eingabe ungenutzt verstreichen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>§ 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflege­geset­zes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) gestattet die Beschwerde beim Verwaltungsge­richt auf dem Gebiet der Fremdenpolizei, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht. Das trifft zu fÃ¼r Entscheide Ã¼ber Aufenthalts- und Nieder­lassungs­bewil­li­gungen, auf deren Erteilung der oder die auslÃ¤ndische StaatsangehÃ¶rige einen bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 [SR 173.110]; BGE 128 II 145 E. 1.1.1).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Der Beschwerdeantrag lautet, es sei der angefochtene Beschluss aufzuheben und die Be­schwerdegegnerin anzuweisen, C die Einreise in die Schweiz zusammen mit dem hier­her zurÃ¼ckkehrenden BeschwerdefÃ¼hrer zu bewilligen. Aus der Beschwer­de­begrÃ¼ndung ergibt sich, dass die Einreise mit dem Ziel des dauerhaften Verbleibs beim Beschwer­de­fÃ¼h­rer angestrebt wird. Verlangt wird demnach die Erteilung der hierfÃ¼r notwendigen Aufent­halts­erlaubnis (vgl. zum Heranziehen der BegrÃ¼ndung bei der Auslegung der Rechts­be­geh­ren Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungs­rechtspfle­ge­ge­setz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 54 N. 3 am Ende; Alfred KÃ¶lz/Isabelle HÃ¤­ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 406).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer leitet den behaupteten Aufenthaltsanspruch fÃ¼r seine Mutter aus Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b Anhang I FZA ab. Dabei wendet er sich nicht mehr grund­sÃ¤tzlich gegen die Praxis des Bundesgerichts, wonach der ResidenzbevÃ¶lkerung zuzuord­nen­de Schweizer­bÃ¼rgerinnen und ‑bÃ¼rger, deren Rechtsstellung nach Landesrecht schlech­ter ist als jene der Ange­hÃ¶rigen von EG- und EFTA-Mitgliedstaaten nach den FreizÃ¼gig­keits­bestimmungen, sich weder direkt noch analog auf die Regelung des Familiennachzugs im FreizÃ¼gig­keitsabkommen bzw. in Anhang K Anlage 1 des EFTA-Ãberein­kom­mens vom 4. Januar 1960 in der Fassung vom 21. Juni 2001 (SR 0.632.31) stÃ¼tzen kÃ¶nnen (BGr, 5. Februar 2004, 2A.435/2003, E. 1.2.2; 16. Januar 2004, 2A.457/2003, E. 4 mit weitern Hinweisen [beide Entscheide unter www.bger.ch]; BGE 129 II 249 E. 4 f.; ablehnend Marc Spescha, Bemerkungen [zu BGE 129 II 249], AJP 2003, S. 693 ff.; derselbe, Bemerkungen [zum Urteil BE.2003.00031 vom 15. August 2003 des Rekursgerichts im AuslÃ¤nderrecht des Kantons Aargau], AJP 2003, S. 1227 ff.).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht vielmehr einzig geltend, das FreizÃ¼gigkeitsabkommen sei auf ihn anwendbar, da aufgrund seines Erwerbsaufenthalts in London und des Nachzugs sei­ner Mutter dorthin ein grenzÃ¼berschreitender Sachverhalt gegeben sei. Der Beschwerde­fÃ¼h­rer hielt sich vom 1. Oktober 2003 bis zum 31. MÃ¤rz 2004 erwerbshalber in London auf. Seine Mutter erhielt hierauf von der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde, dem britischen Home Office, Immigration and Nationality Directorate, gestÃ¼tzt auf das FreizÃ¼gigkeitsabkommen (bzw. die zu dessen Umsetzung erlassene britische Gesetzgebung) eine Anwesenheits­be­will­ligung. C befand sich in der Folge zusammen mit dem BeschwerdefÃ¼hrer in London.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.1 </span></b><span>Diese Tatsachen kÃ¶nnen berÃ¼cksichtigt werden, obwohl sie erst vor dem Ver­wal­tungs­gericht und nicht bereits vor der Vorinstanz vorgebracht wurden: Ist auch grund­sÃ¤tzlich fÃ¼r den Rechtsmittel­entscheid die Sachlage im Zeitpunkt des Erlasses der erstin­stanz­lichen VerfÃ¼gung massgebend, so kÃ¶nnen doch seither eingetretene Tatsachen be­ach­tet werden (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 52 N. 17). Sodann sind in allen Beschwerde­verfahren ohne eigentliche gerichtliche Vorinstanz neue Tatsachenbehauptungen â soweit sie Begehren stÃ¼tzen sollen, die sich im Rahmen des Streitgegenstands halten â zulÃ¤ssig (§ 52 Abs. 2 VRG e contrario; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 52 N. 12). Dies gilt selbst dann, wenn sie bereits vor der Vorinstanz hÃ¤tten vorgebracht werden kÃ¶nnen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 52 N. 7). Die neu geltend gemachte Tatsache kann deshalb vom Verwaltungsgericht beachtet werden (VGr, 30. Juli 2003, VB.2003.00104, E. 4a, www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.2 </span></b><span>Einzugehen ist insbesondere auch auf die Eingabe vom 23. Februar 2004 samt Bei­la­gen. Zwar wurde sie nach Ablauf der Beschwerdefrist der Post Ã¼bergeben. Doch ergibt sich aus dem Anspruch des BeschwerdefÃ¼hrers auf rechtliches GehÃ¶r, dass dieser sich zu den neuen Tatsachenbehauptungen in der Vernehmlassung der Vorinstanz Ã¤ussern kann (vgl. sinngemÃ¤ss KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 58 N. 10 ff.). Im Ãbrigen handelt es sich bei den Bei­lagen zur Eingabe vom 23. Februar 2004 zumindest teilweise um neu entstandene Be­weis­mittel, die vorher nicht beigebracht werden konnten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.1 </b>Nach Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA haben die FamilienangehÃ¶rigen einer Person, die StaatsangehÃ¶rige einer Vertragspartei ist und ein Aufenthaltsrecht hat, das Recht, bei dieser Wohnung zu nehmen, sofern die Wohnung nach ortsÃ¼blichen Kriterien genÃ¼gend gross ist. Zu den FamilienangehÃ¶rigen gehÃ¶ren laut Art. 3 Abs. 2 lit. b Anhang I FZA unter anderm "die Verwandten â¦ in aufsteigender Linie, denen Unterhalt gewÃ¤hrt wird". Der Be­griff der FamilienangehÃ¶rigen bestimmt sich nach Art. 3 Abs. 2 Ingress Anhang I FZA "ungeachtet [von deren] StaatsangehÃ¶rigkeit".</p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.2 </span></b><span>Die FreizÃ¼gigkeitsbestimmungen finden Anwendung, wenn ein grenzÃ¼ber­schrei­ten­der Sachverhalt vorliegt, nÃ¤mlich, wenn eine BÃ¼rgerin oder ein BÃ¼rger eines Vertragsstaats eine ErwerbstÃ¤tigkeit im Hoheitsgebiet eines andern Vertragsstaats ausgeÃ¼bt hat. Der Be­schwer­defÃ¼hrer als Schweizer kann sich deshalb auch der Schweiz gegenÃ¼ber auf die aus dem FreizÃ¼gigkeitsabkommen fliessenden Rechte berufen, weil er von der Personenfrei­zÃ¼­gig­keit Gebrauch gemacht hat und damit kein reiner Inlandsachverhalt vorliegt (BGE 129 II 249 E. 4, und Marcel Dietrich, Die FreizÃ¼gigkeit der Arbeitnehmer in der EuropÃ¤ischen Union, ZÃ¼rich 1995, S. 238 ff., jeweils mit Hinweisen auf die gemÃ¤ss Art. 16 Abs. 2 FZA relevante Praxis des Gerichtshofs der EuropÃ¤ischen Gemeinschaften; daraus namentlich EuGH, 7. Juli 1992, Singh, C-370/90, Ziff. 19 ff., http://cu­ria.eu.int; vgl. auch das Rund­schreiben des Bundesamts fÃ¼r Zuwanderung, Integration und Auswanderung [IMES] vom 16. Januar 2004 betreffend "Umsetzung des FreizÃ¼gigkeitsabkommens im Be­reich des Fa­miliennachzugs", Ziff. 2, www.aus­laen­der.ch/personen­ver­kehr/um­set­zung/ rund­schreiben_160104_d.asp; VGr, 29. Ja­nuar 2003, VB.2002.00294, E. 5e, www.vgrzh.ch; Kay Heilbronner, FreizÃ¼gigkeit nach EU-Recht und dem bilateralen Ab­kom­men mit der Schweiz Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit von Personen, EuZ 2003, S. 48 ff., 49 f.). Dass der Beschwer­defÃ¼hrer sich nur vorÃ¼bergehend in Grossbritannien aufhielt und wohl seinen Wohnsitz im Kanton ZÃ¼rich wÃ¤hrend dieser Zeit beibehalten hat, ist unwesentlich; massgebend ist einzig, dass er von der Personenverkehrsfreiheit Gebrauch gemacht hat (vgl. auch EuGH, 23. September 2003, Akrich, C-109/01, Ziff. 35+52 ff., http://curia.eu.int = EuGRZ 2003 S. 607).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.3 </span></b><span>In einem neuen Leitentscheid hielt das Bundesgericht fest, Art. 3 Anhang I FZA bezwecke nur die FreizÃ¼gigkeit innerhalb des Gebiets der Vertragsstaaten, beziehe sich je­doch nicht auf den Zugang dazu. Die FreizÃ¼gigkeit innerhalb des Gebiets der Vertrags­staaten werde nicht eingeschrÃ¤nkt, wenn der Familiennachzug von AngehÃ¶rigen aus Dritt­staaten, die sich bis anhin nicht rechtmÃ¤ssig in einem Vertragsstaat aufgehalten hÃ¤tten, sich weiterhin nach dem nationalen Recht des jeweiligen Aufenthaltsstaats richte. Erst wenn ein solcher Familiennachzug nach dem nationalen Recht des Herkunfts- oder eines Aufent­halts­staates geschehen sei, mÃ¼sse bei einem Umzug in einen andern Vertragsstaat Art. 3 Anhang I FZA angewendet werden (BGr, 4. November 2003, 2A.91/2003, E. 3.6.4; bestÃ¤tigt in BGr, 5. MÃ¤rz 2004, 2A.425/2003, E. 3.5 [beide Entscheide unter www.bger.ch]). Das Bundesgericht folgte dabei weitgehend einem entsprechenden Ent­scheid des Gerichtshofs der EuropÃ¤ischen Gemeinschaften zu Art. 10 der Ver­ordnung Nr. 1612/68 des Rats (der EuropÃ¤ischen Gemein­schaften) vom 15. Oktober 1968 Ã¼ber die Frei­zÃ¼gigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der Gemeinschaft (VO EWG Nr. 1612/68; ABl L 257, 19. Oktober 1968, S. 2). Der Gerichtshof hatte erkannt, dass sich aus dem Gemein­schaftsrecht kein Anspruch auf den Nachzug eines AngehÃ¶rigen aus einem Drittstaat erge­be, wenn dieser nicht Ã¼ber ein Recht zum Aufenthalt in einem andern Mitgliedstaat ver­fÃ¼ge. Er verneinte daher, dass aufgrund des temporÃ¤ren Erwerbsaufenthalts einer britischen Staats­bÃ¼rgerin in Irland ein Aufenthaltsrecht gemÃ¤ss Art. 10 VO EWG Nr. 1612/68 fÃ¼r deren marokkanischen Ehemann in Grossbritannien angenommen werden mÃ¼sse (EuGH, 23. September 2003, Akrich, C-109/01, Ziff. 49 ff. und Dispositiv-Ziffer 1, http://cu­ria.eu.int = EuGRZ 2003 S. 607).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.4 </span></b><span>Verwaltung, Rechtsprechung und Lehre gingen vor diesem Entscheid des Bundes­ge­richts anscheinend davon aus, dass BÃ¼rgerinnen und BÃ¼rger von EU- und EFTA-Staaten auch FamilienangehÃ¶rige aus Drittstaaten, die sich nicht rechtmÃ¤ssig in einem Vertrags­staat aufhielten, gemÃ¤ss Art. 3 Anhang I FZA bzw. Art. 3 Anhang K Anlage 1 EFTA-Ãber­einkommen nachziehen kÃ¶nnten. Dies wurde zwar nur selten ausdrÃ¼cklich erwÃ¤hnt, doch ergibt sich gerade aus diesem Stillschweigen, dass es vorausgesetzt wurde (vgl. Art. 3 Abs. 1<sup>bis</sup> lit. b BVO in der Fassung vom 23. Mai 2001; sodann das mittlerweile ersetzte Rundschreiben des IMES vom 5. Juni 2003 betreffend "Umsetzung des FreizÃ¼gig­keits­ab­kommens, Auswirkungen beim Familiennachzug", www.aus­laen­der.ch/personen­ver­kehr/ um­set­zung/rund­schreiben_050603_d.pdf, und hierzu das Rundschreiben des IMES vom 16. Januar 2004, Einleitung; IntegrationsbÃ¼ro EDA/EVD et al. [Hrsg.], EU-BÃ¼rgerinnen und ‑BÃ¼rger in der Schweiz, Was Ã¤ndert sich mit dem bilateralen Abkommen zur Perso­nen­freizÃ¼gigkeit?, Bern 2002, S. 8+19, www.eu­ro­pa.ad­min.ch/pub/best/d/ eu_in_ch.pdf; Botschaft vom 23. Juni 1999 zur Genehmigung der sektoriellen Abkommen zwischen der Schweiz und der EG, BBl 1999, 6128, 6311; Botschaft vom 18. Mai 1992 zur Genehmigung des Abkommens Ã¼ber den EuropÃ¤ischen Wirtschaftsraum, BBl 1992 IV 1, 215; Botschaft I vom 27. Mai 1992 Ã¼ber die Anpassung des Bundesrechts an das EWR-Recht, BBl 1992 V 1, 336 ff.; BGr, 12. Mai 2003, 2A.607/2002, E. 3.3, www.bger.ch; BGE 129 II 249 E. 4.1; Philip Grant, La protection de la vie familiale et de la vie privÃ©e en droit des Ã©trangers, Basel etc. 2000, S. 250; Dieter Grossen in: Peter Ueber­sax/Peter MÃ¼nch/Thomas Geiser/Martin Arnold [Hrsg.], AuslÃ¤nderrecht, Basel etc. 2002, Rz. 4.50 ff.; Dieter Grossen/Claire de PalÃ©zieux, Abkommen Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit, in: Daniel ThÃ¼rer/Rolf Weber/Roger ZÃ¤ch [Hrsg.], Bilaterale VertrÃ¤ge Schweiz â EG, ZÃ¼rich 2002, S. 87 ff., 129; Walter KÃ¤lin, Die Bedeutung des FreizÃ¼gigkeitsabkommens fÃ¼r das AuslÃ¤nderrecht, in: Thomas Cottier/Matthias Oesch [Hrsg.], Die sektoriellen Abkommen SchweizâEG, BTJP 2002, Bern 2002, S. 11 ff., 27; Petra Klaus, Familiennachzug im AuslÃ¤nderrecht, in: Patricia Schiess RÃ¼timann [Hrsg.], Schweizerisches AuslÃ¤nderrecht in Bewegung?, ZÃ¼rich etc. 2003, S. 67 ff., 69 f.; Minh Son Nguyen, Droit public des Ã©tran­gers, Bern 2003, S. 395 ff.; Martin Nyffenegger, Das FreizÃ¼gigkeitsabkommen â Recht­liche Herausforderungen bei der Umsetzung und erste Erfahrungen aus der Sicht der Bun­des­behÃ¶rden, in: Bernhard Ehrenzeller [Hrsg.], Das schweizerische AuslÃ¤nderrecht, St. Gal­len 2003, S. 31 ff., 39; Marc Spescha/Peter StrÃ¤uli, AuslÃ¤nderrecht, ZÃ¼rich 2001, S. 312 [ausdrÃ¼cklich]; Andreas ZÃ¼nd, Familiennachzug, in: Ehrenzeller, S. 109 ff., 125).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.5 </span></b><span>Wenn auch die Sichtweise des Bundesgerichts keine StÃ¼tze im Wortlaut von Art. 3 Anhang I FZA und in den Materialien findet, so ergibt sie sich doch aus dem Zweck der Bestimmung, die garantieren soll, dass die PersonenfreizÃ¼gigkeit innerhalb des Gebiets der Vertragsstaaten durch die Regelung des Familiennachzugs nicht behindert wird (vgl. Bot­schaft zur Genehmigung der sektoriellen Abkommen zwischen der Schweiz und der EG, BBl 1999, 6310). GemÃ¤ss diesem Zweck regelt die Norm den Zugang zu diesem Binnen­raum von aussen nicht. Dies wird sogar in einer grundsÃ¤tzlich kritischen Stellungnahme zur Bundesgerichtspraxis eingerÃ¤umt (Marc Spescha, Bemerkungen [zu BGr, 4. November 2003, 2A.91/2003, www.bger.ch], AJP 2004, S. 93 ff., 97). Demnach ist dem Bundes­ge­richt zuzustimmen, dass der Familiennachzug von DrittstaatsangehÃ¶rigen sich nur dann auf Art. 3 Anhang I FZA stÃ¼tzen kann, wenn sich diese AngehÃ¶rigen bereits rechtmÃ¤ssig in einem andern Vertragsstaat aufhalten, sei es aufgrund einer eigenstÃ¤ndigen Bewilligung oder im Rahmen des Familiennachzugs.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.6 </span></b><span>Dem BeschwerdefÃ¼hrer wurde der Nachzug seiner Mutter in Anwendung des schweizerischen Rechts verwehrt (vgl. Art. 7 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder [ANAG], Art. 34, 36 und 37 BVO). Der Anspruch von Schweizerinnen und Schweizern auf FreizÃ¼gigkeit wird nicht berÃ¼hrt, wenn bei einer Ãbersiedlung in einen andern Vertragsstaat und der RÃ¼ckkehr in die Schweiz kein Anspruch auf Familiennachzug direkt aus Art. 3 Anhang I FZA entsteht, weil sie auch in diesem Fall nicht schlechter gestellt werden, als wenn sie von der FreizÃ¼gigkeit keinen Gebrauch gemacht hÃ¤tten. Deshalb folgt allein aus dem zeitweiligen Erwerbsaufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers in Grossbritannien kein Anspruch auf den Nachzug seiner Mutter gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b Anhang I FZA.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Allerdings unterscheidet sich der vorliegende Sachverhalt von denjenigen, die den Bundesgerichtsentscheiden vom 4. November 2003 und vom 5. MÃ¤rz 2004 (2A.91/2003 bzw. 2A.425/2003, www.bger.ch) zugrunde lagen: Dort ging es je um den Nachzug eines Stiefkinds, das sich in einem Drittstaat befand. Auch der marokkanische Ehegatte der zeitweilig in Irland ansÃ¤ssig gewesenen Britin, dessen Aufenthaltsrecht in Grossbritannien der Gerichtshof der EuropÃ¤ischen Gemeinschaften zu prÃ¼fen hatte, hatte nie Ã¼ber eine Anwesenheitsberechtigung in Irland verfÃ¼gt (vgl. EuGH, 23. September 2003, Akrich, C-109/01, Ziff. 32 ff., http://cu­ria.eu.int = EuGRZ 2003 S. 607; SchlussantrÃ¤ge des General­an­walts vom 27. Februar 2003 in Sachen Akrich, Ziff. 7, http://europa.eu.int). C erlangte demgegenÃ¼ber eine Anwesenheitsberechtigung in Grossbritannien und hielt sich dort bei ihrem Sohn auf. Allerdings wurde diese Anwesenheitsberechtigung aufgrund britischen Rechts erteilt, das sich seinerseits auf Art. 3 Anhang I FZA stÃ¼tzt; laut Bundesgericht kann sich auf Art. 3 Anhang I FZA nur berufen, wer den Familiennachzug im andern Vertragsstaat gestÃ¼tzt auf dessen na­tionales Recht erreichen konnte (BGr, 4. November 2003, 2A.91/2003, E. 3.6.4; bestÃ¤tigt in BGr, 5. MÃ¤rz 2004, 2A.425/2003, E. 3.5 [beide Entscheide unter www.bger.ch]). Diese Bemerkung erfolgte jedoch obiter dictum. Ohnehin bedarf dieser Punkt nÃ¤herer AbklÃ¤rung.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.4.1 </span></b><span>Entgegen dem soeben erwÃ¤hnten obiter dictum des Bundesgerichts, ein Anlass zur Anwendung von Art. 3 Anhang I FZA bestehe nur, wenn die FamilienangehÃ¶rigen "zwi­schen­zeitlich rechtmÃ¤ssig (nach nationalem Recht) in den Aufenthaltsstaat" nachgezogen werden konnten, ergibt sich aus dem Zweck der Bestimmung, dass nicht massgebend sein kann, auf welcher Rechtsgrundlage der Familiennachzug erfolgte. WÃ¼rde die Berufung auf Art. 3 Anhang I FZA verweigert, sofern der Familiennachzug nicht nach nationalem Recht erfolgte, so kÃ¶nnte dadurch die RÃ¼ckkehr des bzw. der VertragsstaatsangehÃ¶rigen in den Her­kunftsstaat â bzw. der Aufenthalt in einem weiteren Vertragsstaat â erschwert werden. Es widersprÃ¤che daher dem Zweck des FreizÃ¼gigkeitsabkommens, wenn der von einem Ver­tragsstaat gewÃ¤hrte Familiennachzug von einem spÃ¤teren Aufenthaltsstaat mit der BegrÃ¼ndung verweigert werden kÃ¶nnte, die Rechtsgrundlage des Familiennachzugs werde nicht anerkannt. Auch der Gerichtshof der EuropÃ¤ischen Gemeinschaften sieht einen sol­chen Vorbehalt nicht vor (vgl. EuGH, 23. September 2003, Akrich, C-109/01, Ziff. 54 und Dispositiv-Ziffer 1, EuGRZ 2003 S. 607; 7. Juli 1992, Singh, C-370/90, Ziff. 19 ff. [beide Entscheide unter http://curia.eu.int]).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.4.2 </span></b><span>Das Kriterium des "nationalen Rechts" wÃ¼rfe zudem im vorliegenden Kontext Probleme auf, die kaum befriedigend gelÃ¶st werden kÃ¶nnten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Berufung auf die Kategorie des "nationalen Rechts" beruht gedanklich auf dem System des vÃ¶lkerrechtlichen Monismus, wonach Bestimmungen des VÃ¶lkerrechts, die self-exe­cu­ting sind, als direkt anwendbar und damit unmittelbar anspruchsbegrÃ¼ndend gelten. Die­sem System folgt die Schweiz (vgl. etwa Helen Keller, Rezeption des VÃ¶lkerrechts, Berlin etc. 2003, S. 344 ff.; Nicolas Michel in: Daniel ThÃ¼rer/Jean-FranÃ§ois Aubert/JÃ¶rg Paul MÃ¼ller [Hrsg.], Verfassungsrecht der Schweiz, ZÃ¼rich 2001, § 4 Rz. 15; im Besondern zum FreizÃ¼gigkeitsabkommen: KÃ¤lin, S. 18 f.; Daniel ThÃ¼rer/Carolin Hillemanns, Allgemeine Prinzipien, in: ThÃ¼rer/Weber/ZÃ¤ch, S. 17 ff., 20). Wendet jedoch ein Staat das dualistische Sys­tem an, laut dem die vÃ¶lkerrechtlichen Bestimmungen auf dem Weg der Gesetzgebung ins Landesrecht Ã¼berfÃ¼hrt werden mÃ¼ssen (vgl. KÃ¤lin, S. 18; Michel, § 4 Rz. 10 f.), ist eine GegenÃ¼berstellung von "nationalem Recht" und VÃ¶lkerrecht dogmatisch fragwÃ¼rdig. Eben dem dualistischen System folgt jedoch Grossbritannien (Ian Brownlie, Principles of Public International Law, 6. A., Oxford 2003, S. 44 f.). AnzufÃ¼gen ist, dass die in der Praxis anzutreffenden LÃ¶sungen die gesamte Bandbreite zwischen reinem Monismus und reinem Dualismus einnehmen dÃ¼rften (vgl. Georges Perrin, Droit international public, ZÃ¼rich 1999, S. 840 f.).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Um die Kategorie des "nationalen Rechts" als Anspruchsgrundlage des Familiennachzugs Ã¼berhaupt aufrecht erhalten zu kÃ¶nnen, mÃ¼sste zwischen selbstÃ¤ndigem nationalem Recht einerseits sowie dem FreizÃ¼gigkeitsabkommen und darauf gestÃ¼tztem (unselbstÃ¤ndigem) nationalem AusfÃ¼hrungsrecht anderseits unterschieden werden. Diese LÃ¶sung wÃ¤re weder praktikabel noch dogmatisch Ã¼berzeugend. Zwar wird in der schweizerischen Praxis die vergleichbare Unterscheidung zwischen selbstÃ¤ndigem sowie auf Bundesrecht gestÃ¼tztem kantonalem Recht getroffen â aber nur im Prozessrecht zur Bestimmung des zulÃ¤ssigen Rechtsmittelwegs und nicht im Hinblick auf die Behandlung materieller AnsprÃ¼che. Die Zuordnung innerstaatlichen Rechts anderer Staaten zum selbstÃ¤ndigen nationalen Recht oder aber zum unselbstÃ¤ndigen AusfÃ¼hrungsrecht des FreizÃ¼gigkeitsabkommens dÃ¼rfte auch kaum zu befriedigenden Ergebnissen fÃ¼hren: Die Verankerung einer grosszÃ¼gigeren Nach­zugsregelung im innerstaatlichen Recht kÃ¶nnte jeweils sowohl als Umsetzung des FreizÃ¼gigkeitsabkommens wie auch als Ausfluss staatlicher SouverÃ¤nitÃ¤t betrachtet wer­den. Redlicherweise mÃ¼sste sodann geprÃ¼ft werden, ob der (direkt oder indirekt) aufgrund des FreizÃ¼gigkeitsabkommens gewÃ¤hrte Familiennachzug auch nach dem jeweiligen selbstÃ¤ndigen staatlichen Recht hÃ¤tte bewilligt werden mÃ¼ssen oder dÃ¼rfen â unabhÃ¤ngig davon, ob dieses Ã¼berhaupt subsidiÃ¤r anwendbar gewesen wÃ¤re. Schliesslich stellte sich die Frage, wie Ã¼ber den Familiennachzug in die Schweiz zu entscheiden wÃ¤re, wenn die aus­lÃ¤n­dischen BehÃ¶rden den gemÃ¤ss dem FreizÃ¼gigkeitsabkommen gestatteten Familien­nach­zug zwar in pflichtgemÃ¤sser AusfÃ¼llung eines Ermessensspielraums gemÃ¤ss dem (selbstÃ¤n­di­gen) nationalen Recht hÃ¤tten gewÃ¤hren kÃ¶nnen â was, dessen Anwendbarkeit voraus­ge­setzt, hÃ¤ufig der Fall sein dÃ¼rfte â, hierzu aber nach dem (selbstÃ¤ndigen) innerstaatlichen Recht nicht verpflichtet gewesen wÃ¤ren. Weil die jeweilige staatliche Rechtsordnung die fÃ¼r die schweizerische Praxis zu entwickelnden Kriterien womÃ¶glich gar nicht kennte, kÃ¶nn­ten diese Fragen nur behandelt werden, indem das AuslÃ¤nderrecht jedes Ver­trags­staats gemÃ¤ss einer schweizerischen â aber eigens fÃ¼r auslÃ¤ndisches Recht zu erstel­len­den â Systematik neu erfasst wÃ¼rde. Die ÃberprÃ¼fung wÃ¼rde sich also nur scheinbar auf das auslÃ¤ndische Recht abstÃ¼tzen, und es bestÃ¼nde deshalb die Gefahr, dass die vom Ver­trags­staat erteilte Aufenthaltserlaubnis von den schweizerischen BehÃ¶rden im Ergebnis auf ihre Vereinbarkeit mit dem schwei­zeri­schen Landesrecht Ã¼berprÃ¼ft wÃ¼rde, was dem Zweck des FreizÃ¼gigkeitsabkommens gerade widersprÃ¤che.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Daraus folgt als Fazit ebenfalls, dass der von einem andern Vertragsstaat gewÃ¤hrte und infolgedessen vollzogene Familiennachzug zu einem Anspruch nach Art. 3 Anhang I FZA fÃ¼hrt, unabhÃ¤ngig davon, auf welche Rechtsgrundlage sich die auslÃ¤ndischen BehÃ¶rden bei ihrem Entscheid stÃ¼tzten. Vorliegend wurde der Familiennachzug von der zustÃ¤ndigen bri­ti­schen BehÃ¶rde auf der Grundlage der Immigration (Swiss Free Movements of Persons) Regulations 2002 in Verbindung mit den Immigration (European Economic Area) Regu­la­tions 2000 bewilligt; diese Vorschriften dienen der Umsetzung des FreizÃ¼gig­keits­ab­kom­mens bzw. des EWR-Abkommens vom 2. Mai 1992 (vgl. www.ind.homeoffice.gov.uk). Ob sie als "nationales" britisches Recht gelten kÃ¶nnen, ist ebenso wenig relevant wie die Tat­sache, dass das FreizÃ¼gigkeitsabkommen als solches die britischen BehÃ¶rden nicht zur GewÃ¤hrung des Familiennachzugs verpflichtet hÃ¤tte (vgl. EuGH, 23. September 2003, Ak­rich, C-109/01, Ziff. 50 und Dispositiv-Ziffer 1, http://cu­ria.eu.int = EuGRZ 2003 S. 607).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.4.3 </span></b><span>Zwar anerkennt die â nach Art. 16 Abs. 2 FZA relevante â Praxis des Gerichtshofs der EuropÃ¤ischen Gemeinschaften, es kÃ¶nne nicht Folge der FreizÃ¼gigkeitsbestimmungen sein, dass sich die BegÃ¼nstigten den nationalen Rechtsvorschriften missbrÃ¤uchlich entziehen dÃ¼rften (EuGH, 7. Juli 1992, Singh, C-370/90, Ziff. 24, http://cu­ria.eu.int). Den PrÃ¤judizien ist jedoch zu entnehmen, dass die Wahrnehmung eines durch den Gebrauch des FreizÃ¼gigkeitsrechts entstehenden Vorteils â und darum handelt es sich vorliegend â als solche noch keinen Missbrauch darstellt (im Ergebnis gleicher Ansicht: Rundschreiben des IMES vom 16. Januar 2004, Ziff. 1). Hingegen ist gemÃ¤ss dem Gerichtshof der Her­kunfts­staat zum Beispiel nicht verpflichtet, die AusÃ¼bung einer TÃ¤tigkeit, fÃ¼r die er eine medizinische Ausbildung verlangt, gestÃ¼tzt auf ein in einem andern Mitgliedstaat erwor­be­nes Diplom zuzulassen, wenn jenes Diplom "nicht als eine nach dem Gemeinschaftsrecht anerkannte berufliche Qualifikation anzusehen" sei (EuGH, 3. Oktober 1990, Bouchoucha, C-61/89, Ziff. 14; vgl. auch EuGH, 7. Februar 1979, Knoors, C-115/78, Ziff. 24 ff. [beide Entscheide unter http://curia.eu.int]). Ein vergleichbarer Fall liegt hier nicht vor.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.4.4 </span></b><span>Demnach ist als Ergebnis festzuhalten: Wurde dem oder der AngehÃ¶rigen eines Ver­trags­staats der Familiennachzug von DrittstaatsangehÃ¶rigen, die sich nicht bereits rechtmÃ¤ssig in einem Vertragsstaat aufhielten, nach nationalem Recht verwehrt, ergibt sich ein Nachzugsrecht nach Art. 3 Anhang I FZA (bzw. andern gleichbedeutenden FreizÃ¼gig­keits­bestimmungen) nicht bereits dadurch, dass der oder die Betreffende vom FreizÃ¼gig­keits­recht Gebrauch macht und in einen andern Vertragsstaat zieht. Ebenso wenig hindert dies den neuen Aufenthaltsstaat daran, den Familiennachzug seinerseits nach (selbstÃ¤n­di­gem) nationalem Recht zu prÃ¼fen und gegebenenfalls zu verneinen. Die RÃ¼ckkehr in den Ursprungsstaat lÃ¤sst als solche ebenfalls keinen Anspruch aus Art. 3 Anhang I FZA (bzw. den gleichbedeutenden Bestimmungen) entstehen. Hat der zeitweilige Aufenthaltsstaat jedoch den Familiennachzug bewilligt und wurde dieser auch vollzogen, so ergibt sich bei einem weiteren Wechsel des Aufenthaltsstaats oder einer RÃ¼ckkehr in den Herkunftsstaat ein Anspruch aus den FreizÃ¼gigkeitsbestimmungen auf weiteren Aufenthalt der Drittstaats­an­gehÃ¶rigen mit der primÃ¤r berechtigten Person â unabhÃ¤ngig von der Rechtsgrundlage des Familiennachzugs in den bisherigen Aufenthaltsstaat. Der Aufenthalt als Familien­mit­glied eines Schweizers oder einer Schweizerin im Gebiet eines Vertragsstaats gilt also auch dann als rechtmÃ¤ssig und somit als Anspruchsgrundlage nach Art. 3 Anhang I FZA bei der Ãbersiedlung in die Schweiz, wenn er im Rahmen eines Familiennachzugs gestÃ¼tzt auf denselben Art. 3 Anhang I FZA bewilligt wurde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Bewilligung des Familiennachzugs durch einen Vertragsstaat von den schweizerischen BehÃ¶rden unbesehen akzeptiert werden mÃ¼sste. Zwar kann der Aufenthalt der FamilienangehÃ¶rigen in der Schweiz nicht von der Rechts­grund­lage des auslÃ¤ndischen Entscheids abhÃ¤ngig gemacht werden. Doch mÃ¼ssen jeden­falls FÃ¤lle eigentlichen Rechtsmissbrauchs vorbehalten bleiben, wie etwa ein bloss vorge­tÃ¤usch­ter Aufenthalt im Staat, der den Familien­nachzug gestattet hat.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.5 </span></b><span>Die Annahme der Vorinstanz, dass C nur einen Besuchsaufenthalt in Grossbritannien verbrachte, trifft nicht zu; vielmehr wurde ihr gestÃ¼tzt auf das FreizÃ¼gigkeitsabkommen die Aufenthaltserlaubnis im Rahmen des Familiennachzugs erteilt. Es handelt sich auch nicht um einen "vorÃ¼bergehenden Aufenthalt" im Sinn von Ziff. 1 des Rund­schrei­bens des IMES vom 16. Januar 2004: Zwar hatte der BeschwerdefÃ¼hrer von vornherein die Absicht, sich nur befristet in Grossbritannien aufzuhalten; dies Ã¤ndert je­doch nichts daran, dass er und seine Mutter grundsÃ¤tzlich berechtigt sind, dauerhaft dort zu verbleiben.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Demnach handelt es sich bei C um eine rechtmÃ¤ssig in einem andern Vertragsstaat sich aufhaltende FamilienangehÃ¶rige eines Arbeitnehmers, dem die aus dem FreizÃ¼gigkeits­ab­kom­men fliessenden Rechte zustehen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.6 </span></b><span>Der Anspruch auf Familiennachzug gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 2 lit. b Anhang I FZA setzt weiter voraus, dass die primÃ¤r aufenthaltsberechtigte Person Ã¼ber eine nach ortsÃ¼blichen Kriterien genÃ¼gend grosse Wohnung verfÃ¼gt und dass sie den nachzuziehenden FamilienangehÃ¶rigen UnterstÃ¼tzung gewÃ¤hrt. Diese beiden Voraussetzungen sind vorliegend erfÃ¼llt.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.6.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist verheiratet und hat ein Kind. Er verfÃ¼gt nach eigenen, unbestritten gebliebenen und glaubhaften Angaben an seinem bisherigen schweizerischen Wohnort Ã¼ber eine Viereinhalbzimmerwohnung, die ihm nach der RÃ¼ckkehr aus London wieder zur VerfÃ¼gung steht. Diese Wohnung ist genÃ¼gend gross fÃ¼r vier Personen.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.6.2 </span></b><span>Nach der gemÃ¤ss Art. 16 Abs. 2 FZA zu beachtenden Praxis des Gerichtshofs der EuropÃ¤ischen Gemeinschaften zum Begriff der UnterhaltsgewÃ¤hrung kommt es auf die tatsÃ¤chliche Unterhaltsleistung an. Nebst finanziellen Leistungen fallen auch Naturalleis­tungen einschliesslich der GewÃ¤hrung von Kost und Logis darunter. Unbeachtlich sind die GrÃ¼nde fÃ¼r die Unterhaltsleistung. In der Literatur wird angenommen, es mÃ¼sse eine ge­wis­se Erheblichkeit der Unterhaltsleistung vorausgesetzt werden. Beim Bestehen einer Familienwohnung dÃ¼rfte wohl immer eine UnterhaltsgewÃ¤hrung vorliegen (Dietrich, S. 325 ff.; Grant, S. 253 f. [je mit Hinweisen]). C verfÃ¼gt nach der Aussage des Beschwer­de­fÃ¼hrers Ã¼ber eine Rente von monatlich rund 450.- Franken; der BeschwerdefÃ¼hrer unterstÃ¼tzte sie nach beider Angaben mit jÃ¤hrlich 5'000.- bis 8'000.- Franken. Aufgrund des Zusammenlebens in London kann ebenfalls von einer UnterhaltsgewÃ¤hrung im Sinn von Art. 3 Abs. 2 lit. b Anhang I FZA ausgegangen werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.7 </span></b><span>Da demnach die Voraussetzungen eines Aufenthaltsanspruchs vorliegen und auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Nach Art. 5 Anhang I FZA dÃ¼rfen die aufgrund des FreizÃ¼gigkeitsabkommens ein­ge­rÃ¤um­ten Rechte nur durch Massnahmen eingeschrÃ¤nkt werden, die zum Schutz der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit gerechtfertigt sind. Ein derartiger Grund liegt hier nicht vor (vgl. Bundesamt fÃ¼r AuslÃ¤nderfragen [heute: IMES], FreizÃ¼gigkeitsab­kom­men EU und EFTA, ErlÃ¤uterungen zu den Massnahmen zum Schutz der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit [ordre public; Richtlinie 64/221/EWG], Oktober 2002, www.aus­laen­der.ch/per­so­nen­ver­kehr/um­set­zung/or­dre_pu­blic/in­dex_d.asp; Dietrich, S. 485 ff., besonders 497 ff.; Richtlinie des Rats [der EuropÃ¤ischen Wirtschafts­ge­mein­schaft] vom 25. Februar 1964 zur Koordinierung der Sondervorschriften fÃ¼r die Einreise und den Aufenthalt von AuslÃ¤ndern, soweit sie aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt sind [64/221/EWG; ABl P 56, 4. April 1964, S. 850, mit seitherigen Ãnderungen; Ersetzung beschlossen], http://europa.eu.int, be­son­ders Art. 2 Abs. 2, Art. 3 Abs. 1 f., Art. 4 Abs. 1 und Anhang).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Ebenso wenig liegen Anzeichen eines rechtsmissbrÃ¤uchlichen Verhaltens vor, das den Familiennachzug gegebenenfalls in Frage stellen kÃ¶nnte. Hat ein Arbeitnehmer in einem andern Vertragsstaat tatsÃ¤chlich eine Arbeit ausgeÃ¼bt, ist es ohne Belang, aus welchen GrÃ¼n­den er sich in diesem andern Staat aufgehalten hat (EuGH, 23. September 2003, Ak­rich, C-109/01, Ziff. 55 f., http://curia.eu.int = EuGRZ 2003 S. 607). Der Beschwerde­fÃ¼h­rer hat sich in Grossbritannien aufgehalten, ist dort einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachgegangen und hat dort das Zusammenleben mit seiner Mutter aufgenommen. Im Ãbrigen wÃ¤re ohne­hin nicht davon auszugehen, dass der Auslandaufenthalt gerade zum Zweck des Familien­nach­zugs erfolgte: Zum einen sind derartige Auslandaufenthalte bei Angestellten von Gross­banken durchaus Ã¼blich, zum andern stellte der Erwerbsaufenthalt in London an­schei­nend einen Ersatz fÃ¼r einen geplanten Aufenthalt in Singapur dar, den der Beschwer­de­fÃ¼hrer wegen der SARS-Gefahr nicht verwirklichte und der ihm nicht zum erwÃ¼nschten Familiennachzug verholfen hÃ¤tte.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Die Unterlagen, die gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 3 Anhang I FZA fÃ¼r die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung verlangt werden kÃ¶nnen, wurden vorliegend beigebracht. C verfÃ¼gt Ã¼ber einen gÃ¼ltigen Ausweis, mit dem sie ins Vertragsgebiet eingereist ist (Art. 3 Abs. 3 lit. a Anhang I FZA; eine schweizerische eidesstattliche ErklÃ¤rung zur Be­schei­nigung der VerwandtschaftsverhÃ¤ltnisse liegt vor; die Dokumente, wel­che die Einreise zur Wohn­sitz­nah­me beim BeschwerdefÃ¼hrer in Gross­britannien bele­gen, kÃ¶nnen im konkreten Fall als genÃ¼gende Bescheinigung einer hÃ¤uslichen Gemein­schaft betrachtet werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Da die Voraussetzungen des Familiennachzugs gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 2 lit. b Anhang I FZA demnach erfÃ¼llt sind, ist die Beschwerde gutzuheissen. Es braucht hier nicht entschie­den zu werden, welcher Kategorie die zu erteilende Aufenthaltserlaubnis zuzuordnen ist â ob also eine "Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA" nach Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Mai 2002 Ã¼ber die EinfÃ¼hrung des freien Personenverkehrs (VEP, SR 142.203) oder eine Aufenthaltsbewilligung nach Art. 5 ANAG zu erteilen ist (vgl. dazu auch: Rund­schrei­ben des IMES vom 16. Januar 2004, Ziff. 7 und Anhang; Bundesamt fÃ¼r AuslÃ¤nder­fra­gen [heute: IMES], Weisungen und ErlÃ¤uterungen Ã¼ber die schrittweise EinfÃ¼hrung des freien Personverkehrs [Weisungen VEP], Februar 2002, Ziff. 2.2.4, www.auslaen­der.ch/per­sonenverkehr/weisung/weisung_vep_d.pdf; vgl. auch BGr, 4. No­vem­ber 2003, 2A.91/2003, E. 3.2, www.bger.ch).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die PrÃ¼fung weiterer denkbarer, wenn auch nicht angerufener Anspruchsgrundlagen â namentlich der Garantie des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV sowie des Vertrauensschutzprinzips â erÃ¼brigt sich.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwerdegeg­nerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Da der Entscheid gestÃ¼tzt auf Noven erfolgte, die erst dem Verwaltungsgericht vorgelegt wurden, und die Vorinstanz den von ihr zu beurtei­len­den Sachverhalt im Ergebnis jedenfalls haltbar gewÃ¼rdigt hat (was der Beschwerde­fÃ¼h­rer Ã¼brigens nicht bestreitet), ist jedoch die Belastung des BeschwerdefÃ¼hrers mit den Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens aufrecht zu erhalten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Aus dem genannten Grund kÃ¶nnte dem BeschwerdefÃ¼hrer auch keine EntschÃ¤digung fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren zugesprochen werden. Eine solche beantragt er jedoch zu Recht bereits darum nicht, weil der entsprechende Antrag seinerzeit verspÃ¤tet gestellt wurde. Dem BeschwerdefÃ¼hrer ist hingegen antragsgemÃ¤ss â und unter BerÃ¼cksichtigung der von seinem Rechtsvertreter eingereichten Kostennote â eine angemessene Ent­schÃ¤­di­gung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 30. April 2003 und Dispositiv-Ziffer I im Beschluss des Regierungsrats vom 19. No­vem­ber 2003 werden aufgehoben. Die Beschwerdegegnerin wird eingeladen, C eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf<br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'100.-- Total der Kosten. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Verfahren vor Verwaltungsgericht eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'200.- (Mehr­wert­steuer inbegriffen) zu bezahlen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext"><span>6. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>