<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00111</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220556&amp;W10_KEY=13013481&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00111</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.09.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Besonderes Gebäude, teilweise Baubewilligung. Erfüllt ein Gebäude aufgrund seines Ausbaus die in § 299 ff. PBG festgelegten Anforderungen an Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräume oder unterschreitet es diese nur unwesentlich, stellt er von vorherein kein Besonderes Gebäude dar. Trifft dies nicht zu, ist im Sinn einer Gesamtwürdigung zu prüfen, in welchem Ausmass der tatsächliche Zustand den wohnhygienischen Anforderungen genügt (E. 3.2.1). Besondere Gebäude dürfen an Hauptgebäude angebaut werden. Voraussetzung ist auch hier, dass die Verbindung oder die Nähe zu einem Hauptgebäude zusammen mit der Beschaffenheit des Gebäudes (Grösse, Befensterung, Isolation, Heizung und dergleichen) nicht dazu führt, dass in einer als Besonderes Gebäude deklarierten Baute Räume entstehen, die bei objektiver Betrachtungsweise zum dauernden Aufenthalt von Menschen geeignet sind. Daher liegt kein Besonderes Gebäude mehr vor, wenn dessen Ausstattung eine solche Nutzung während des grösseren Teils des Jahres erlaubt oder die Lage eines darin enthaltenen Raums eine dauernde Nutzung erleichtert, weil durch eine direkte Verbindung zum Hauptgebäude mit seinem Einbezug in die Wohn- oder Arbeitsnutzung gerechnet werden muss. Um als Besonderes Gebäude zu gelten, müssen Bestandteile des Hauptgebäudes in ihrer äusseren Erscheinung und in ihrem räumlichen Verhältnis vom Hauptgebäude abgrenzbar sein. Deshalb ist in Anlehnung an die zur Abgrenzung zwischen Hauptgebäuden auf der einen und An- und Nebenbauten auf der anderen Seite entwickelte Rechtsprechung eine gewisse konstruktive und architektonische Selbständigkeit des Besonderen Gebäudes zu verlangen (E. 3.2.2). Dem geplanten Anbau fehlt es an einer konstruktiven und architektonischen Selbständigkeit. Sodann fehlt es dem geplanten nördlichen Anbau zwar an einer genügenden Wärmeisolation und einer Heizung, die grossflächig verglasten Wände lassen jedoch eine grosszügige Belichtung und eine Nutzung zum dauernden Aufenthalt, während eines grossen Teils des Jahres zu (E. 3.3). Da sich das Bauprojekt als teilbar erweist, hat die Vorinstanz auch die Rügen in Bezug auf die weiteren Umbauten zu prüfen (E. 4). Teilweise Gutheissung und Rückweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANBAU">ANBAU</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARCHITEKTONISCHE SELBSTÃNDIGKEIT">ARCHITEKTONISCHE SELBSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESONDERE GEBÃUDE">BESONDERE GEBÃUDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DAUERNDER AUFENTHALT">DAUERNDER AUFENTHALT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TEILBARKEIT">TEILBARKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TEILWEISE BEWILLIGUNG">TEILWEISE BEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WINTERGARTEN">WINTERGARTEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 49 Abs. III PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 273 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=50078" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00111</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 1. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">3. September 2020</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Lukas Widmer<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter AndrÃ© Moser, Verwaltungsrichter Peter Sprenger, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Nicole BÃ¼rgin.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><a id="RU_AUTOTEXT_DRITT_N"><span>1.1 A, </span></a></p> <p class="MsoNormal"><span>1.2 B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoBodyText">beide vertreten durch RA C, </p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>D, vertreten durch RA E, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin, </span></b></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="Zwischentitel">und</p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>BaubehÃ¶rde Zollikon, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Mitbeteiligte,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Baubewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschluss vom 8. Juli 2019 erteilte die BaubehÃ¶rde der Gemeinde Zollikon A und B die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r den Umbau ihres Einfamilienhauses mit einem Ausbau des Dachgeschosses sowie Anbauten im Unter- und Erdgeschoss an der F-Strasse 01, Kat.-Nr. 02, in Zollikon. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen gelangte D mit Rekurs vom 4. September 2019 an das Baurekursgericht und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Bewilligung. Das Baurekursgericht hiess den Rekurs mit Entscheid vom 21. Januar 2020 gut und hob den Beschluss der BaubehÃ¶rde Zollikon vom 8. Juli 2019 auf.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhoben A und B am 24. Februar 2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragten, es sei der Entscheid des Baurekursgerichts aufzuheben und die Bewilligung der BaubehÃ¶rde Zollikon vom 8. Juli 2019 zu bestÃ¤tigen; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </p> <p class="Urteilstext">Das Baurekursgericht beantragte am 3. MÃ¤rz 2020 ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde. Mit Beschwerdeantwort vom 9. April 2020 beantragte D die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden hielten am 18. Mai 2020 an ihren AntrÃ¤gen fest. Die Duplik der Beschwerdegegnerin erfolgte am 15. Juni 2020. Die BeschwerdefÃ¼hrenden triplizierten am 29. Juni 2020. Die Beschwerdegegnerin liess sich daraufhin am 13. Juli 2020 erneut vernehmen. Am 24. Juli 2020 verzichteten die BeschwerdefÃ¼hrenden auf eine weitere Vernehmlassung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das streitbetroffene GrundstÃ¼ck befindet sich in der Wohnzone 1.60, es ist nebst einer Garagenbaute und einem Gartenhaus mit dem Einfamilienhaus Vers.-Nr. 03 Ã¼berstellt. Das strittige Bauvorhaben stellt ein Alternativprojekt zu dem im Verfahren VB.2019.00723 geplanten Umbau des Einfamilienhauses dar. Es beinhaltet im Wesentlichen die Erweiterung des Untergeschosses mit KellerrÃ¤umen, einen eingeschossigen Anbau an der Nord- und Ostfassade, einen kleineren Anbau an der SÃ¼dfassade, eine Dachaufbaute, einen unterirdischen Anschluss an die bestehende Einstellgarage sowie die Neugestaltung des Sitzplatzbereichs an der SÃ¼dost- und SÃ¼dwestfassade.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Zwischen den Parteien ist strittig, ob es sich beim Anbau an der Nordfassade um ein Besonderes GebÃ¤ude handelt, welches einen geringeren Wegabstand einzuhalten hat. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Als Besondere GebÃ¤ude gelten laut § 273 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) Bauten, die nicht fÃ¼r den dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmt sind und deren grÃ¶sste HÃ¶he 4 m, bei SchrÃ¤gdÃ¤chern 5 m, nicht Ã¼bersteigt. FÃ¼r solche Bauten kann in der Bau- und Zonenordnung von den kantonalen MindestabstÃ¤nden abgewichen oder der Grenzbau erleichtert werden (§ 49 Abs. 3 PBG). Die Gemeinde Zollikon verweist fÃ¼r den hier infrage stehenden Wegabstand auf die kantonalrechtlichen Mindestanforderungen, weshalb ein Abstand von 3,5 m einzuhalten ist (Art. 31 BZO Zollikon i.<span> </span>V.<span> </span>m. § 265 Abs. 1 PBG).</p> <p class="Urteilstext"><span>FÃ¼r die Qualifikation einer Baute als Besonderes GebÃ¤ude ist seine fehlende objektive Eignung zum dauernden Aufenthalt von Personen ausschlaggebend und nicht die von der Bauherrschaft beabsichtigte bzw. in den PlÃ¤nen ausgewiesene Nutzung (VGr, 18. Dezember 2019, VB.2019.00524, E. 5.2). ErfÃ¼llt ein GebÃ¤ude aufgrund seines Ausbaus die in § 299 ff. PBG festgelegten Anforderungen an Wohn-, Schlaf- und ArbeitsrÃ¤ume oder unterschreitet er diese nur unwesentlich, stellt er von vorherein kein Besonderes GebÃ¤ude dar. Trifft dies nicht zu, ist im Sinn einer GesamtwÃ¼rdigung zu prÃ¼fen, in welchem Ausmass der tatsÃ¤chliche Zustand den wohnhygienischen Anforderungen genÃ¼gt (VGr, 20. MÃ¤rz 2014, VB.2013.00623, E. 3.1).</span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Entsprechend dem Wortlaut von § 49 Abs. 3 PBG geht die Rechtsprechung davon aus, dass Besondere GebÃ¤ude, sofern die Bau- und Zonenordnung nichts anderes bestimmt, an HauptgebÃ¤ude angebaut werden dÃ¼rfen. Voraussetzung ist auch hier, dass die Verbindung oder die NÃ¤he zu einem HauptgebÃ¤ude zusammen mit der Beschaffenheit des GebÃ¤udes (GrÃ¶sse, Befensterung, Isolation, Heizung und dergleichen) nicht dazu fÃ¼hrt, dass in einer als Besonderes GebÃ¤ude deklarierten Baute RÃ¤ume entstehen, die bei objektiver Betrachtungsweise zum dauernden Aufenthalt von Menschen geeignet sind (VGr, 20. MÃ¤rz 2014, VB.2013.00623, E. 3.1 mit Hinweisen). Daher liegt kein Besonderes GebÃ¤ude mehr vor, wenn seine Ausstattung eine solche Nutzung wÃ¤hrend des grÃ¶sseren Teils des Jahres erlaubt (vgl. BEZ 1988 Nr. 26 E. 3b) oder die Lage eines darin enthaltenen Raumes eine dauernde Nutzung erleichtert, weil durch eine direkte Verbindung zum HauptgebÃ¤ude mit seinem Einbezug in die Wohn- oder Arbeitsnutzung gerechnet werden muss (VGr, 20. MÃ¤rz 2014, VB.2013.00623, E. 3.1).</p> <p class="Urteilstext"><span>Allerdings dÃ¼rfen blosse Bestandteile von HauptgebÃ¤uden, auch wenn sie sich fÃ¼r den dauernden Aufenthalt von Menschen nicht eignen, nicht willkÃ¼rlich zu Besonderen GebÃ¤uden erklÃ¤rt werden. Um als Besondere GebÃ¤ude zu gelten, mÃ¼ssen sie in ihrer Ã¤usseren Erscheinung und in ihrem rÃ¤umlichen VerhÃ¤ltnis vom HauptgebÃ¤ude abgrenzbar sein. Deshalb ist in Anlehnung an die zur Abgrenzung zwischen HauptgebÃ¤uden auf der einen und An- und Nebenbauten auf der anderen Seite entwickelte Rechtsprechung eine gewisse konstruktive und architektonische SelbstÃ¤ndigkeit des Besonderen GebÃ¤udes zu verlangen (VGr, 13. Juni 2012, VB.2011.00648, E. 4.3 mit Hinweisen). In der Regel ergibt sich diese bereits aufgrund der gegenÃ¼ber HauptgebÃ¤uden geringeren GebÃ¤udehÃ¶he (Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch/Thomas Wipf/Daniel Kunz, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 6. A., WÃ¤denswil 2019, S. 1110).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der neu geplante Anbau an der Nordfassade ist mit seinen 2,85 m HÃ¶he deutlich tiefer als der Hauptbau und mit der geplanten Verglasung unterscheidet er sich auch hinsichtlich der Materialisierung deutlich vom bisherigen bestehenden HauptgebÃ¤ude. Allerdings ist nebst dem geplanten Anbau an der Nordfassade auch eine Erweiterung des HauptgebÃ¤udes an der Ostfassade geplant. Diese ist ebenfalls verglast und weist nur eine HÃ¶he von 2,85 m auf. Diese Erweiterung geht fliessend in den nÃ¶rdlichen Anbau Ã¼ber, auch wenn sie innenseitig durch eine Wand von diesem getrennt ist. Dieser nahtlose Ãbergang sorgt dafÃ¼r, dass es dem nÃ¶rdlichen Anbau an einer konstruktiven und architektonischen SelbstÃ¤ndigkeit fehlt. Im Weiteren stellt der nÃ¶rdliche Anbau auch einen wesentlichen Eingang zum HauptgebÃ¤ude dar, wie die BeschwerdefÃ¼hrenden auch in einer Vernehmlassung im Verfahren VB.2019.00723 zum nÃ¶rdlichen Hauseingang ausfÃ¼hren. Zwar kann das GebÃ¤ude auch Ã¼ber die Garage sowie den sÃ¼dlichen Eingang bei der KÃ¼che betreten werden, insbesondere wenn jedoch das Haus mit einem Kinderwagen betreten oder verlassen wird, ist der nÃ¶rdliche Hauszugang mit dem geplanten Kinderwagenabstellraum der naheliegenste Eingang. Der Anbau ist vom Haus aus direkt zugÃ¤nglich. Sodann fehlt es dem geplanten nÃ¶rdlichen Anbau zwar an einer genÃ¼genden WÃ¤rmeisolation und einer Heizung, die grosszÃ¼gig verglasten WÃ¤nde lassen jedoch eine grosszÃ¼gige Belichtung und eine Nutzung zum dauernden Aufenthalt, wÃ¤hrend eines grossen Teils des Jahres zu (vgl. BEZ 1988 Nr. 26). DemgemÃ¤ss ist der nÃ¶rdliche Anbau nicht als Besonderes GebÃ¤ude zu klassifizieren und verletzt dieser daher die Abstandsvorschriften.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Inhaltliche oder formale MÃ¤ngel eines Bauvorhabens kÃ¶nnen und mÃ¼ssen gemÃ¤ss § 321 Abs. 1 PBG unter bestimmten Voraussetzungen mittels Statuierung entsprechender Nebenbestimmungen in der Baubewilligung behoben werden. Dieses Vorgehen ist Ausfluss des verfassungsrechtlichen VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzips, welches verlangt, dass staatliche Massnahmen zwecktauglich und notwendig sein mÃ¼ssen, wobei Notwendigkeit bedeutet, dass eine Massnahme in ihrer konkreten Ausgestaltung Ã¼ber das zur Erreichung ihres Ziels Notwendige nicht hinausgehen darf (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999). Das Interesse des Bauherrn am Fortbestand der Baubewilligung ist als gewichtig einzustufen. Solange die MÃ¤ngel untergeordneter Natur sind und ohne besondere Schwierigkeiten durch ausreichend konkrete Nebenbestimmungen behoben werden kÃ¶nnen, steht der Grundsatz der Einheit der Baubewilligung nicht infrage. Ziehen die MÃ¤ngel indessen wesentliche ProjektÃ¤nderungen nach sich, kÃ¶nnen sie nicht mittels einer Nebenbestimmung behoben werden (VGr, 29. August 2019, VB.2019.00056, E. 4.1 mit Hinweisen).</p> <p class="Urteilstext">Der vorliegende Mangel ist nicht dergestalt, dass er ohne besondere Schwierigkeiten durch ausreichend konkrete Nebenbestimmungen behoben werden kÃ¶nnten. Insbesondere sind verschiedene MÃ¶glichkeiten denkbar, wie der Mangel behoben werden kann. Als Folge der abschlÃ¤gigen Beurteilung des Nordanbaus als Besonderes GebÃ¤ude wird das Projekt unter UmstÃ¤nden grundlegend Ã¼berarbeiten werden mÃ¼ssen. Dabei ist es nicht Sache der Rechtsmittelinstanzen, planerische Ãberlegungen anzustellen, um beurteilen zu kÃ¶nnen, auf welche Weise die MÃ¤ngelbehebung zu erfolgen hat, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfÃ¼llen (VGr, 16. Juli 2015, VB.2015.00120, E. 3.4 mit weiteren Hinweisen). Die erforderlichen VerÃ¤nderungen sind damit nicht ohne besondere Schwierigkeiten im Sinn von Art. 321 Abs. 1 PBG zu bewerkstelligen. Nebenbestimmungen sind fÃ¼r solche MÃ¤ngelkorrekturen nicht geeignet.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Das Baurekursgericht unterliess es, nachdem es die QualitÃ¤t des nÃ¶rdlichen Anbaus als Besonderes GebÃ¤ude verneinte, die weiteren Aspekte des Bauprojekts zu beurteilen. Dies wird von den BeschwerdefÃ¼hrenden gerÃ¼gt, sie vertreten die Ansicht, die weiteren Teile des Baugesuchs hÃ¤tten gesondert beurteilt und bewilligt werden dÃ¼rfen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Nach dem Grundsatz der Einheit des baurechtlichen Entscheids muss sich dieser zu sÃ¤mtlichen Punkten aussprechen, welche fÃ¼r die BewilligungsfÃ¤higkeit eines Projekts von ausschlaggebender Bedeutung sind. Dieser Grundsatz gilt jedoch nicht ausnahmslos. Eine Abspaltung von Einzelfragen zur PrÃ¼fung in einem spÃ¤teren Verfahren ist zulÃ¤ssig, wenn sie von untergeordneter Bedeutung sind, triftige GrÃ¼nde fÃ¼r eine nachtrÃ¤gliche Behandlung sprechen und der gesetzmÃ¤ssige Zustand auf jeden Fall erreicht werden kann (VGr, 28. November 2013, VB.2013.00253, E. 6.1.1 mit weiteren Hinweisen; RB 1989 Nr. 83 = BEZ 1989 Nr. 14; Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 431 und 465). Solche Entscheide Ã¼ber rechtliche oder technische Teilaspekte einer Baute erlauben jedoch nicht, dass Bauten oder Ãberbauungen, die eine bauliche Einheit bilden, nur teilweise bewilligt werden (BGr, 13. Oktober 2015, 1C_350/2014, E. 2.5 mit Hinweis auf MÃ¤der, a.<span> </span>a.<span> </span>O., S. 226 und auch zum Folgenden). Aufgrund der Bindung der BaubehÃ¶rde an die Begehren des Bauherrn (Dispositionsprinzip) kann die teilweise Bewilligung eines Baugesuchs nur zulÃ¤ssig sein, wenn der bewilligte Teil ohne VerÃ¤nderung des Bauprojekts vom nicht bewilligten Teil klar getrennt werden kann. Dies setzt voraus, dass der bewilligte Teil des Baubegehrens unabhÃ¤ngig vom nicht bewilligten Teil beurteilt werden kann (VGr, 8. Juni 2017, VB.2017.00004, E. 4.3.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Das Bauprojekt sieht verschiedene einzelne Umbau und Erweiterungsbauten vor. So soll das Untergeschoss um eine Verbindung zwischen Garage und HauptgebÃ¤ude sowie einen Wasch- und Lagerraum und einen zweiten Keller erweitert werden. Diese Umbauten kÃ¶nnen klar vom nÃ¶rdlichen und Ã¶stlichen Anbau abgegrenzt werden. Die Verweigerung des Anbaus bewirkt keine ProjektÃ¤nderung fÃ¼r die anderen Teile. Gleiches gilt fÃ¼r die Anbauten an der SÃ¼dfassade, sowie die RaumverÃ¤nderungen im ersten Obergeschoss sowie fÃ¼r den Umbau des Dachgeschosses entfalten diese alle keine Wirkung auf die Nord- bzw. Ostfassade und umgekehrt. Einzig fraglich bleibt, ob die Ã¶stliche Wohnraumerweiterung, welche an den Nordanbau angrenzt unabhÃ¤ngig von diesem beurteilt werden kann. Zusammengefasst hat es die Vorinstanz jedoch unzulÃ¤ssigerweise unterlassen, das Bauprojekt auf dessen Teilbarkeit zu Ã¼berprÃ¼fen und damit einhergehend auch die weiteren RÃ¼gen der Rekurrentin. DemgemÃ¤ss ist die Sache zur weiteren PrÃ¼fung des Rekurses an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. In Bezug auf die QualitÃ¤t des nÃ¶rdlichen Anbaus als besonderes GebÃ¤ude ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten den BeschwerdefÃ¼hrenden je zu einem Viertel und der privaten Beschwerdegegnerin zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG) und steht ihnen aufgrund des mangelnden Ã¼berwiegenden Obsiegens keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Soweit der vorliegende Entscheid einen Zwischenentscheid im Sinn von 93 Abs. 1 lit. a und b des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) darstellt, kann dieser bloss unter den darin erwÃ¤hnten einschrÃ¤nkenden Bedingungen angefochten werden.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Baurekursgerichts vom 21. Januar 2020 wird im Sinn der ErwÃ¤gungen aufgehoben und die Sache zum Neuentscheid zurÃ¼ckgewiesen. Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 230.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 3'230.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je zu einem Viertel und der privaten Beschwerdegegnerin zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>