<h2>SubmittedText<h2><p>Regelmässig während der christlichen Fastenzeit erhält das Fasten immer wieder mediale Aufmerksamkeit. Aber das Fasten hat nicht nur einen religiösen, sondern immer mehr auch einen gesundheitlichen Hintergrund. Seit mehr als fünf Jahrzehnten untersuchen weltweit Wissenschaftler, was im Körper passiert, wenn über einen bestimmten Zeitraum hinweg eine völlige oder teilweise Enthaltung von Speisen, Getränken und Genussmitteln geübt wird. Während das Heilfasten bislang hauptsächlich als Domäne der Naturheilkunde galt, wächst nun zunehmend auch das Interesse der Schuldmediziner an dieser Heilmethode.</p><p>Der Körper wird "entgiftet", und es werden Glücksgefühle ausgelöst. Das Fasten soll sich positiv auf die Darmflora auswirken, welche für das Immunsystem sehr wichtig ist. Studien liefern Hinweise, dass das Fasten u. a. einen positiven Einfluss auf Krankheiten wie Arthrose, Rheumatoider Arthritis oder Bluthochdruck nehmen kann. Aus der Perspektive der Schulmedizin stellt das Fasten eher eine Stressphase für den menschlichen Körper dar. Der gesundheitliche Nutzen vom Fasten zur Förderung der psychischen und physischen Gesundheit ist umstritten, und es bestehen auch gesundheitliche Risiken. Dennoch erfreut sich das Fasten einer wachsenden Beliebtheit in der Bevölkerung.</p><p>Schliesslich sei erwähnt, dass derzeit unter der Federführung des Bundes eine nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Erkrankungen erarbeitet wird.</p><p>Unter Bezugnahme auf diese Ausgangslage bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Bedeutung misst er heute dem gesundheitlichen Fasten zu, insbesondere auch im Zusammenhang mit der NCD-Strategie?</p><p>2. Wäre er bereit, die Bevölkerung über die gesundheitlichen Auswirkungen des Fastens objektiv zu informieren? Wenn ja, mit welchen Massnahmen und in welcher Form?</p><p>3. Wäre er bereit, Beobachtungsstudien zum gesundheitlichen Fasten zu unterstützen? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen und zu welchen Bedingungen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat empfiehlt während des ganzen Jahres eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung, welche reich an Früchten und Gemüse ist. Als Hilfestellung für die Konsumentinnen und Konsumenten dient die Schweizer Lebensmittelpyramide des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und der Schweizer Gesellschaft für Ernährung (SGE). Zu den Fragen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:</p><p>1. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD) wie Übergewicht/Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Zur Prävention von NCD sind eine langfristige und nachhaltige Veränderung des Lebensstils und der Ernährung notwendig. Bedeutet fasten, für gewisse Tage vollständig auf die Zufuhr fester Lebensmittel zu verzichten und diese nur in flüssiger Form zu sich zu nehmen, so raten deshalb der Grossteil der Ärztinnen und Ärzte sowie Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater im Zusammenhang von NCD vom Fasten ab, da in diesem Falle Fasten der Gesundheit mehr schadet als Nutzen bringt. Das Fasten kann z. B. im Rahmen einer angestrebten Gewichtsreduktion durch den Jo-Jo-Effekt sogar zu einer Gewichtszunahme führen oder das Risiko von Essstörungen erhöhen. Eine Unterbrechung der Nahrungszufuhr durch Fasten kann zwar gewisse Symptome kurzfristig mindern, diese treten aber meistens wieder auf, sobald das Fasten beendet wird. Der temporäre Verzicht auf Alkohol oder Süssigkeiten während der Fastenzeit trägt zu einer ausgewogenen Ernährung bei und wird keine negativen Folgen auf die Gesundheit haben. Der Bundesrat unterstreicht, dass jegliche spezielle Ernährungsform an die jeweiligen Bedürfnisse einer Person angepasst und mit der Unterstützung einer Fachperson (Ärztin/Arzt, Ernährungsberaterin/-berater) durchgeführt werden sollte.</p><p>2. Das BLV stellt seit längerer Zeit weitreichende Informationen zur gesunden Ernährung für die Bevölkerung auf seiner Website zur Verfügung. Zudem betreibt die SGE mit Unterstützung des BLV Nutrinfo, einen Informationsdienst für Ernährungsfragen, der allen Konsumentinnen und Konsumenten für Fragen offen steht. Seit 2008 widmet sich das Nationale Programm Ernährung und Bewegung (NPEB) u. a. der Förderung der ausgewogenen Ernährung. Aufgrund der unter Ziffer 1 genannten Gründe sieht der Bundesrat keinen Bedarf, weitere spezifische Information zum Fasten zur Verfügung zu stellen.</p><p>3. Aufgrund der vorstehenden Erläuterungen erachtet es der Bundesrat als nicht zielführend, Beobachtungsstudien zum Fasten durchzuführen. Zur Förderung der Gesundheit und für die Prävention von NCD setzt er auf die Schweizer Ernährungsstrategie. Weiter wird derzeit die Nationale Strategie Prävention nichtübertragbare Krankheiten (NCD-Strategie) erarbeitet. Im Rahmen dieser Strategien unterstützt der Bund diverse Forschungsarbeiten. So befasst sich zum Beispiel das Nationale Forschungsprogramm NFP 69 mit dem Thema "Gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelproduktion". Mit der aktuell laufenden Nationalen Ernährungserhebung Menu CH wird zudem zum ersten Mal in der Schweiz das Ernährungsverhalten der Bevölkerung erfasst, mit dem Ziel, die Ernährungssituation besser beurteilen und Massnahmen zur Förderung der Gesundheit entwickeln zu können.</p>  Antwort des Bundesrates.