<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">8C_578/2012 {T 0/2} </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 19. Dezember 2012 </div> <div class="para">I. sozialrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Ursprung, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterinnen Leuzinger, Niquille, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Durizzo. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">SWICA Gesundheitsorganisation, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8400 Winterthur, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle des Kantons Thurgau, Rechts- und Einsprachedienst, St. Gallerstrasse 13, 8500 Frauenfeld, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Z.________, </div> <div class="para">handelnd durch ihre Eltern </div> <div class="para">J.________ und P.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Invalidenversicherung (medizinische Massnahmen), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau </div> <div class="para">vom 6. Juni 2012. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A. </div> <div class="para">Z.________, geboren 2005, ist kleinwüchsig und wird mit Wachstumshormonen behandelt. Ihre Eltern ersuchten am 16. August 2011 bei der Invalidenversicherung um Gewährung medizinischer Massnahmen. Nach Einholung eines Berichtes der Frau Prof. Dr. med. L.________, Leitende Ärztin Endokrinologie/Diabetologie am Spital X.________ vom 31. August 2011 lehnte die IV-Stelle des Kantons Thurgau den Anspruch mit Verfügung vom 16. Februar 2012 ab mit der Begründung, dass kein Geburtsgebrechen vorliege. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B. </div> <div class="para">Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau mit Entscheid vom 6. Juni 2012 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C. </div> <div class="para">Die Swica Krankenversicherung AG führt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheides und Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Amt für AHV und IV des Kantons Thurgau und das Bundesamt für Sozialversicherungen schliessen auf Abweisung der Beschwerde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Erwägungen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann (unter anderem) die Verletzung von Bundesrecht gerügt werden (<span class="artref">Art. 95 lit. a BGG</span>). Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruht (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/105/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/105/1" type="start"></artref>Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/105/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr haben gemäss <span class="artref">Art. 13 Abs. 1 IVG</span> Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (<span class="artref">Art. 3 Abs. 2 ATSG</span>) notwendigen medizinischen Massnahmen. Diese umfassen gemäss <span class="artref">Art. 14 Abs. 1 lit. b IVG</span> namentlich die Abgabe der vom Arzt verordneten Arzneien. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Streitig ist, ob die Invalidenversicherung im Rahmen ihrer Leistungspflicht bei Geburtsgebrechen das bei der Versicherten angewendete Medikament (Norditropin) abzugeben hat. Der Beschwerde führende Krankenversicherer macht geltend, dass die Behandlung mit diesem Medikament gemäss der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) geführten Spezialitätenliste zulässig, eine Übernahme durch die Invalidenversicherung gemäss Kreisschreiben des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (KSME) indessen seiner Auffassung nach zu Unrecht nicht vorgesehen sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Unbestrittenermassen leidet die Versicherte nicht unter einem Geburtsgebrechen. Frau Prof. Dr. med. L.________ hatte die entsprechende Frage in ihrem Arztbericht vom 31. August 2011 an die IV-Stelle ausdrücklich verneint und die Diagnose eines primordialen Kleinwuchses gestellt. Insbesondere weil eine entsprechende qualifiziert begründete Verfassungsrüge (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>) nicht vorgebracht wurde, fällt eine Prüfung der Frage, ob der primordiale (intrauterine) Kleinwuchs zu Unrecht im Anhang der vom Bundesrat gestützt auf <span class="artref">Art. 13 IVG</span> erlassenen Verordnung über Geburtsgebrechen (GgV) nicht aufgelistet sei, von vornherein ausser Betracht und ist darauf nicht näher einzugehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Voraussetzungen für eine medizinische Massnahme im Sinne von <span class="artref">Art. 13 IVG</span> sind damit nicht gegeben und eine Leistungspflicht der Invalidenversicherung gestützt auf diese Bestimmung fällt von vornherein ausser Betracht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Weitere Voraussetzungen für die Gewährung medizinischer Massnahmen bei Geburtsgebrechen wie insbesondere das Erfordernis, dass das Arzneimittel nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sei (<span class="artref">Art. 4bis IVV</span>; Urteil I 19/03 vom 29. Januar 2004 E. 2.4), sind bei diesem Ergebnis nicht entscheidwesentlich und daher nicht zu prüfen. Auf den erwähnten einzigen Einwand der Diskrepanz zwischen KSME und Spezialitätenliste ist deshalb nicht weiter einzugehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Das Verfahren ist kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 65 BGG</span>). Die Gerichtskosten werden dem unterliegenden Beschwerde führenden Krankenversicherer auferlegt (Art. 65 Abs. 4 lit. a in Verbindung mit <span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, Z.________, dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 19. Dezember 2012 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Ursprung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Durizzo </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>