Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 18. Januar 2012 (810 11 192) ____________________________________________________________________ Strassen und Verkehr Führerausweisentzug Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Niklaus Ruckstuhl, Christian Haidlauf, Stefan Schulthess, Beat Walther , Gerichtsschreiber i.V. Samuel Baader Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Felix Moppert, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft , 4410 Liestal, Be- schwerdegegner Betreff Führerausweisentzug (RRB Nr. 711 vom 17. Mai 2 011) A. Am 23. Juli 2010 wurde A.____ wegen Nichteinhalten s des Abstandes zu dem vor ihr fahrenden Auto auf der Autobahn A1, in Fahrtrichtung D.____, durch die Kantonspolizei Aargau angehalten. In der Folge anerkannte sie den Sachverhalt und begründete dies mit dem zeitli- chem Druck, unter welchem sie gestanden habe. Mit Strafb efehl des Bezirksamts B.____ vom 17. September 2010 wurde A.____ wegen Nichteinhalten eines genügenden Abstands beim Hintereinanderfahren für schuldig erklärt. Dieser Straf befehl erwuchs in der Folge in Rechts- kraft. Mit Schreiben vom 28. Oktober 2010 informierte die Polizei Basel-Landschaft, Hauptabtei- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung Verkehrssicherheit, Administrativmassnahmen (Polizei) , sie darüber, dass ihr gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) vom 19. Dezember 1958, aufgrund der strafrechtlichen Verurteilung, ein Warnungsentzug des Führerausweises für die Dauer von drei Monaten drohe. Mit Schreiben vom 6. Januar 2011 anerkannte A.____, ve rtreten durch Advokat Felix Moppert, erneut den Sachverhalt. Sie bemängelte jedoch, dass die Administrativbehörde die durch die Strafbehörde vorgenommene Qualifikation der Tat ohne weiteres übernommen habe. Da keine konkrete Gefährdung stattgefunden habe, sei das Vergehen als mittelschwer zu qualifizieren und die Entzugsdauer des Führerausweises auf einen Mona t zu beschränken. Zudem verfüge sie in Bezug auf den Strassenverkehr über einen einwandfreien Leumund. Mit Schreiben vom 3. Februar 2011 verfügte die Polize i den Warnentzug des Führerausweises von A.____ für die Dauer von drei Monaten. Hiergegen erhob A.____, noch immer vertreten durch Felix Moppert, am 14. Februar 2011 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel- Landschaft (Regierungsrat). Sie beantragte die Aufheb ung der angefochtenen Verfügung. Da bloss eine mittelschwere Widerhandlung gegen das SVG vor liege, sei ihr der Führerausweis nur für einen Monat zu entziehen. Dies unter o/e Kostenfolge. Die Beschwerde wurde mit Beschluss des Regierungsrats (RRB ) Nr. 0711 vom 17. Mai 2011 abgewiesen und angeordnet, dass A.____ ihren Führerausweis bis spätestens am 15. Juli 2011 bei der Polizei in Lausen abzugeben habe. Ihr wurden zudem die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 400.-- auferlegt. Begründet wurde der Entscheid damit, dass schwere Widerhandlungen gegen das SVG dann zu bejahen seien, wenn der Sicherhe itsabstand unter 0,4 Sekunden lie- ge. Im vorliegenden Fall habe der Abstand 0,36 Sekunden betragen, weshalb die Vorinstanz zu Recht von einer schweren Widerhandlung gegen das SVG ausgegangen sei. B. Hiergegen erhebt A.____ (Beschwerdeführerin), wie derum vertreten durch Felix Mop- pert, am 30. Mai 2011 fristgerecht Beschwerde beim Kan tonsgericht, Abteilung Verwaltungs- und Verfassungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragt, de r angefochtene RRB sei aufzuheben und ihr sei der Führerausweis wegen mittelschwerer Wider handlung gegen das SVG für die Dauer von einem Monat zu entziehen. Eventualiter sei d er Beginn der dreimonatigen Entzugs- dauer auf den 1. Oktober 2011 festzulegen; dies unter o/e Kostenfolge. Schliesslich sei ihr eine Frist zur Einreichung der Beschwerdebegründung anzusetzen, welche bis zum 30. Juni 2011 gewährt wurde. In der Beschwerdebegründung vom 29. Ju li 2011 rügte A.____, der Regie- rungsrat habe in seiner Beurteilung den dichten Verkeh r, welcher damals vorgeherrscht habe, nicht berücksichtigt. Zudem habe der Abstand zwischen ihr u nd dem vor ihr fahrenden Fahr- zeug zwischen 6 und10 Meter betragen, weshalb nicht präzis von einem Abstand von 0,36 Se- kunden ausgegangen werden könne. Sodann habe keine konkrete Verkehrsgefährdung stattge- funden. Folglich sei bloss von einer mittelschweren Wider handlung gemäss Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG auszugehen. C. Mit Schreiben vom 31. August 2011 lässt sich der Reg ierungsrat vernehmen und be- antragt, die Beschwerde sei unter o/e Kostenfolge abzuwe isen. Es sei ein neuer Termin für die Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abgabe des Führerausweises festzusetzen. Zur Begründung ver wies der Regierungsrat auf die Ausführungen in seinen RRB Nr. 0711 vom 17. Mai 2011. Zudem habe der dichte Verkehr, wel- cher zum Tatzeitpunkt vorgeherrscht haben soll, keinen Ein fluss auf die Anordnung des Fahr- ausweisentzugs. D. Mit Verfügung vom 7. September 2011 wird die Ang elegenheit zur Beurteilung an die Kammer des Kantonsgerichts überwiesen. E. Mit Schreiben vom 7. Oktober 2011 reicht Felix Moppe rt in der vorliegenden Angele- genheit seine Honorarnote ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Nach § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist die verwaltungsgeri chtliche Beschwerde beim Kan- tonsgericht zulässig gegen Verfügungen und Entscheide d es Regierungsrates sowie gegen letztinstanzliche Entscheide der Direktionen und gegen l etztinstanzliche Entscheide der Lan- deskirchen, sofern dem Kantonsgericht die Zuständigkeit ni cht durch dieses Gesetz oder durch andere Gesetze entzogen ist. Zulässiges Anfechtungsobjekt d er vorliegenden Beschwerde ist der regierungsrätliche Entscheid Nr. 0711 vom 17. Mai 2011. 1.2 Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Erhebung eine r Verwaltungsgerichtsbeschwerde befugt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Dieses Interesse ka nn rechtlicher oder auch bloss tat- sächlicher Natur sein (U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwal- tungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010, Rz. 1771). Die Be schwerdeführerin ist durch den angeord- neten Entzug des Führerausweises berührt und hat zudem ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des regierungsrätlichen Entscheids. Das vorliegen de Rechtsmittel ist rechtzeitig eingereicht worden. Da auch die übrigen Sachurteilsvo raussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. In der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsger ichtlichen Beschwerde ist die Kog- nition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den ange- fochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehle rhaft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unri chtig oder unvollständig festgestellt hat. Demgegenüber ist dem Kantonsgericht gemäss § 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario die Überprü- fung der Angemessenheit des Führerausweisentzuges verwehr t (vgl. Urteile des Kantonsge- richts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 20. Oktober 2010, 810 09 464, E. 2 und vom 11. August 2010, 810 10 64, E. 2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Im vorliegenden Verfahren ist strittig, ob der Reg ierungsrat in seinem Entscheid vom 17. Mai 2011 den Führerausweisentzug gestützt auf Art. 16 Abs. 2 i.V.m. Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG für die Dauer von drei Monaten zu Recht bestätigt hat. 3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, der von ihr angefochtene Regierungsratsbe- schluss sei aufzuheben. Ihr sei der Führerausweis wegen ein er mittelschweren Widerhandlung gegen die Verkehrsregeln für die Dauer von einem Monat zu entziehen; eventualiter sei der Beginn der Entzugsdauer von drei Monaten auf den 1. Oktober 2011 festzulegen; unter o/e- Kostenfolge. Sie begründet ihre Beschwerde mit dem Umstand, dass auf der Autobahn A1 zum Zeitpunkt ihres Fehlverhaltens, welches sie an sich nicht b estreitet, ein dichter Verkehr ge- herrscht habe. Dies sei auch aus den Videoaufnahmen der Kantonspolizei Aargau ersichtlich. Zudem sei für die Administrativbehörde die rechtliche Qualifikation der Verkehrsregelverletzung als schwerer Fall im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG nich t bindend, weil sie lediglich von der Poli- zeibehörde befragt und nicht durch das Bezirksamt B.____ e invernommen worden sei. Statt- dessen handle es sich bei der Verkehrsregelverletzung ledi glich um eine mittelschwere Wider- handlung. Dies sei der Fall, weil gemäss dem Polizeira pport der Abstand, den sie zum vor ihr fahrenden Fahrzeug hielt, zwischen 6 und 10 Metern gesch ätzt worden sei. Würden die ge- schätzten Werte zu ihren Gunsten ausgelegt, so liege gem äss Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG bloss eine mittelschwere Verkehrsregelverletzung vor. Dies gelte umso mehr, als es damals zu keiner konkreten Verkehrsgefährdung gekommen sei, und die Be schwerdeführerin in Bezug auf den Strassenverkehr über einen einwandfreien Leumund verfüge. 4.1 Vorweg gilt es zu klären, wie das vorgängige Straf verfahren und das vorliegende Ver- waltungsverfahren bezüglich Sachverhaltsfeststellung und rechtlicher Würdigung des Sachver- halts zu einander in Beziehung stehen. 4.2 Im Interesse von Rechtseinheit und Rechtssicherheit gilt es zu vermeiden, dass der- selbe Lebensvorgang zu voneinander abweichenden Sachve rhaltsfeststellungen im Verwal- tungsverfahren und im Strafverfahren führt und die er hobenen Beweise abweichend gewürdigt und rechtlich beurteilt werden. Das Strafverfahren bietet durch die verstärkten Mitwirkungsrech- te des Beschuldigten, die umfassenderen persönlichen und sa chlichen Ermittlungsinstrumente sowie die weiterreichenden prozessualen Befugnisse (insbe sondere im Zusammenhang mit Zeugenbefragungen) grundsätzlich besser Gewähr dafür, d ass das Ergebnis der Sachverhalts- ermittlung näher bei der materiellen Wahrheit liegt als im nicht durchwegs derselben Form- strenge unterliegenden Verwaltungsverfahren (Bundesger ichtsentscheid [BGE] 119 Ib 161 f. E. 2c/bb). 4.3 Nach der Rechtsprechung darf die Verwaltungsbehörde von den tatsächlichen Fest- stellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tat sachen feststellt und ihrem Entscheid zu Grunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, o der wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, sowie wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung au f den Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat. Die Verwaltungsbehörde hat vor allem auf die Tatsachen im Straf- urteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfah ren mit öffentlicher Verhandlung unter Anhörung von Parteien und Einvernahme von Zeugen erg angen ist, es sei denn, es bestünden Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht klare Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit dieser Tatsach enfeststellung; in diesem Fall hat die Verwaltungsbehörde nötigenfalls selbstständige Beweiserhebungen durchzuführen (BGE 124 II 103 E. 1c/aa, 119 Ib 158 E. 3c/aa; Urteil des Bundesge richts [BGer] vom 16. Mai 2006 [6A.19/2006] E. 1 und vom 16. Mai 2008 [1C_275/2007] E. 3.5). 4.4 Die Verwaltungsbehörde hat somit vor allem dann a uf die Tatsachen im Strafurteil ab- zustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren ergang en ist (BGE 119 Ib 158 E. 3c/aa). Sie ist aber unter bestimmten Voraussetzungen auch an einen Strafentscheid gebunden, der im Strafbefehlsverfahren gefällt wurde, selbst wenn er a usschliesslich auf einem Polizeirapport beruht. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Beschuldigte wusste oder angesichts der Schwe- re der ihm vorgeworfenen Delikte voraussehen musste, dass gegen ihn ein Führerausweisent- zugsverfahren eröffnet würde, und er es trotzdem unterlässt oder darauf verzichtet, im Rahmen des (summarischen) Strafverfahrens die ihm garantierten Verteidigungsrechte geltend zu ma- chen. Unter diesen Umständen darf der Betroffene nicht das Verwaltungsverfahren abwarten, um allfällige Rügen vorzubringen und Beweisanträge z u stellen, sondern ist nach Treu und Glauben verpflichtet, dies bereits im Rahmen des (summ arischen) Strafverfahrens zu tun, so- wie allenfalls die nötigen Rechtsmittel zu ergreifen (BGE 123 II 103 f. E. 3c/aa, 121 II 214 E. 3a; FRANZ RIKLIN /A NDREAS ROTH , in: Thomas Probst/Franz Werro [Hrsg.], Strassenverkehrsr echts- tagung, 10. - 11. Juni 2008, Bern 2008, S. 325). 4.5 Hängt jedoch die rechtliche Würdigung sehr stark von der Würdigung von Tatsachen ab, die der Strafrichter besser kennt als die Verwaltu ngsbehörde (was etwa dann der Fall ist, wenn er den Beschuldigten persönlich einvernommen hat), so ist die Verwaltungsbehörde auch in Bezug auf die Rechtsanwendung an die rechtliche Qualifikation des Sachverhaltes durch das Strafurteil gebunden (vgl. BGE 124 II 106 E. 1c/aa u nd 1c/bb; Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 2007 [6A.64/2006] E. 2.1, vom 16. Mai 2006 [6A.19/2006] E. 1 und vom 16. Mai 2008 [1C_275/2007] E. 3.5). 4.6 Vorliegend wurde die Beschwerdeführerin mit Straf befehl des Bezirksamtes B.____ vom 17. September 2010 unter anderem in Anwendung vo n Art. 90 Ziff. 2 SVG i.V.m Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 der Verkehrsregelverordnun g (VRV) vom 13. November 1962 der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch ungenüg endes Abstandhalten beim Hinterein- anderfahren schuldig erklärt und zu einer bedingt ausge sprochenen Geldstrafe von Fr. 220.-, bei einer Probezeit von zwei Jahren, und einer Busse in der Höhe von Fr. 700.- verurteilt. Im Strafbefehlsverfahren wurde sie am 23. Juli 2010, im A nschluss an die begangene Verkehrsre- gelverletzung, von der Kantonspolizei Aargau angehalten, mit dem Vorwurf des Nichteinhaltens des genügenden Abstandes konfrontiert und vor Ort einve rnommen. Die Beschwerdeführerin anerkannte damals den Sachverhalt und nahm von der Rap portfolge unterschriftlich Kenntnis. Sie gab sodann zu Protokoll, sie habe unter zeitlichem D ruck gestanden und habe deshalb nicht auf den Abstand geachtet. Vom Strafbefehlsrichter wurde sie in der Folge nicht vernom- men. Im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung h at die Beschwerdeführerin Rügen oder Beweisanträge im summarischen Strafverfahrens vorzu bringen, wenn sie angesichts der Schwere der ihr vorgeworfenen Delikte voraussehen musste, dass gegen sie ein Führeraus- weisentzugsverfahren eröffnet würde (vgl. hiervor E. 4.5) . Die Polizei teilte ihr mit Schreiben Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 6. August 2010 mit, sie habe den Führerausweis abzugeben. Zugleich wurde ihr das recht- liche Gehör gewährt. Daraufhin informierte die Beschwerdeführerin die Polizei darüber, dass ihr Name und ihre Adresse nicht mehr korrekt seien. Indem di eser Schriftenwechsel vor dem Ende des strafrechtlichen Untersuchungsverfahren (Strafbefeh l vom 17. September 2010) stattfand, kann die Beschwerdeführerin nicht einwenden, sie habe n icht bereits im damals laufenden Strafverfahren gewusst, dass ihr ein Warnungsentzug des F ührerausweises drohe. Sie wäre folglich nach Treu und Glauben verpflichtet gewesen, ihre Rüge betreffend den damals vorherr- schenden dichten Verkehr, soweit die Rüge den Sachverhalt an sich betrifft, bereits im Strafver- fahren geltend zu machen. Ansonsten bestreitet sie den Sachverhalt auch im vorliegenden ver- waltungsrechtlichen Verfahren nicht. 4.7 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin eine V erkehrsregelverletzung gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 VRV begangen hat, indem sie den ausreichenden Ab- stand zum vor ihr fahrenden Fahrzeug nicht eingehalten hat. Strittig ist lediglich, ob es sich um eine mittelschwere oder eine schwere Widerhandlung geg en die Strassenverkehrsvorschriften handelt. 5.1 Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird bei Widerhandlunge n gegen die Strassenverkehrs- vorschriften, bei denen das Verfahren nach dem Ordnungsb ussengesetz (OBG) vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder Fü hrerausweis entzogen oder eine Ver- warnung ausgesprochen. Das Gesetz unterscheidet zwischen b esonders leichten, leichten, mittelschweren und schweren Widerhandlungen. In besonde rs leichten Fällen wird auf jegliche Massnahme verzichtet (Art. 16a Abs. 4 SVG). In leichten F ällen wird die fehlbare Person ver- warnt, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Au sweis nicht entzogen war und keine andere Administrativmassnahme verfügt wurde (Art. 16a Abs. 3 SVG). In allen übrigen Fällen von Widerhandlungen gegen das SVG wird der Führerauswe is entzogen (Art. 16a Abs. 2 SVG, Art. 16b Abs. 2 lit. a-f SVG, Art. 16c Abs. 2 lit. a-e SVG). 5.2 Der Warnungsentzug bezweckt im Allgemeinen, die Be troffenen zu mehr Verantwor- tung und Sorgfalt zu erziehen und sie dadurch von weit eren Verkehrsdelikten abzuhalten (vgl. RENÉ SCHAFFHAUSER , Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band II I: Die Administrativmassnahmen, Bern 1995, N 2236; BGE 131 II 250 E. 4, 123 II 100 E. 2.c, 116 Ib 148 E. 2.a.). 5.3 Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch die Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). In besonders leic hten Fällen wird auf jegliche Massnahme ver- zichtet (Art. 16a Abs. 4 SVG). Demgegenüber begeht ein e mittelschwere Widerhandlung, wer durch Verletzungen von Verkehrsregeln eine Gefahr für d ie Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Eine schwe re Widerhandlung begeht schliesslich, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernst liche Gefahr für die Sicherheit ande- rer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16c Abs. 1 li t. a SVG). Es gilt zu beachten, dass die mit- telschwere Widerhandlung nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SV G einen Auffangtatbestand darstellt. Sie liegt vor, wenn nicht alle privilegierenden Elemen te einer leichten Widerhandlung nach Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG und nicht alle qualifiziere nden Elemente einer schweren Widerhand- lung nach Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG gegeben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 6. April 2006, 6A.16/2006, E. 2.1.1; Botschaft vom 31. März 1999 zur Änderung des Strassenverkehrsgeset- zes, Bundesblatt [BBl] 1999, S. 4487). Ist die Gefährdu ng gering, aber das Verschulden hoch, oder umgekehrt die Gefährdung hoch und das Verschulden gering, liegt eine mittelschwere Wi- derhandlung vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2009 [1C_355/2009] E. 2.2; BBl 1999, S. 4489). 5.4 Die leichte, mittelschwere und schwere Form der Wide rhandlung gegen das SVG setzt voraus, dass durch eine schuldhafte Verletzung von Verke hrsregeln eine Gefahr für die Sicher- heit anderer hervorgerufen wird. Eine konkrete Gefährdung ist allerdings nicht notwendig. Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt es, wenn das Verhalten des Fahrzeug- lenkers bzw. der Fahrzeuglenkerin nach den jeweiligen Ge gebenheiten geeignet war, den Ver- kehr zu gefährden (sog. erhöhte abstrakte Gefährdung; B GE 131 IV 137 E. 3.2.3). Die bloss abstrakte Gefährdung reicht hingegen nicht aus. Eine erhöhte abstrakte Gefährdung setzt dabei die nahe liegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdu ng oder Verletzung voraus (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2006 [6A.19/2006] E. 2). Das wesentliche Kriterium, damit eine erhöhte abstrakte Gefährdung angenommen werden kann, ist mit anderen Worten die Nä- he der Verwirklichung der Gefahr (vgl. BGE 118 IV 288 E. 3a). 5.5.1 Die Beschwerdeführerin rügt, sie sei im Rahmen de s Strafverfahrens vom Strafrichter des Bezirksamts B.____ nicht einvernommen worden, weshal b das Kantonsgericht nicht an die rechtliche Qualifikation (Würdigung) der Verkehrsregel verletzung, wie diese der Strafbefehls- richter vorgenommen habe, gebunden sei. Das Urteil des Bezirksamts B.____ wurde damit be- gründet, dass bei einer durchschnittlichen Geschwindigkei t von 100 km/h ein Mindestabstand von 10 Metern eingehalten werden müsse, was einem Siche rheitsabstand von 0,36 Sekunden entspreche. Gemäss Praxis des BGer werde ein Abstand von mindestens zwei Sekunden emp- fohlen. Indem die Beschwerdeführerin diesen Mindestab stand mit einem Personenwagen der Kategorie B am 23. Juli 2010 auf der Autobahn A1 bei C.____, Fahrtrichtung D.____, unter- schritten habe und damit eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder zumindest in Kauf genommen habe, sei der Tatbestand de r groben Verletzung der Verkehrsre- geln gemäss Art. 90 Ziff. 2 SVG erfüllt. 5.5.2 Der Fahrzeugführer hat beim Hintereinanderfahr en einen ausreichenden Abstand zu wahren, sodass er auch bei überraschendem Bremsen des vora nfahrenden Fahrzeugs recht- zeitig halten kann (Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m Art. 12 Abs. 1 VRV). Die Verantwortung für das Einhalten des nötigen Abstands trägt somit grundsätzlich der Lenker des hinteren Fahrzeugs (BGE 81 IV 47 E. 3a). Als ausreichend gilt ein Abstand, wenn der Lenker auch bei überra- schendem, nur verkehrsbedingtem Bremsen des voranfahrende n Fahrzeugs noch rechtzeitig anhalten kann (vgl. Hans Giger, SVG Kommentar, 7. Auflage, Zürich 2008, Art. 34 N. 23). 5.5.3 Die Rechtsprechung hat keine allgemeinen Grundsät ze zur Frage entwickelt, bei wel- chem Abstand in jedem Fall, d.h. auch bei günstigen Ver hältnissen, eine einfache Verkehrsre- gelverletzung gemäss Art. 90 Ziff. 1 SVG oder eine grob e Verkehrsregelverletzung im Sinne Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Art. 90 Ziff. 2 SVG anzunehmen ist. In der Lehre w ird vorgeschlagen, einen Abstand von 0,6 Sekunden oder weniger als grobe Verkehrsregelverletzung zu qualifizieren. In seiner Recht- sprechung hat das Bundesgericht diese Lehrmeinung nicht bestätigt, jedoch festgehalten, dass nicht erst bei einem Abstand von 0,3 Sekunden oder weni ger eine grobe Verkehrsregelverlet- zung vorliege (BGE 131 IV 133 E. 3.1 ff.). In einem F all wurde ein Automobilist, welcher bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 110 km/h zum vor ihm fahrenden Fahrzeug einen Abstand von ca. zehn Metern bzw. 0,33 Sekunden einhiel t, wegen grober Verletzung der Ver- kehrsregeln verurteilt (BGE 131 IV 133 E. 3.2.3. f.). Gleich wurde in einem anderen Fall das Einhalten des Abstand von zehn Metern bzw. 0,36 Sekund en bei einer Geschwindigkeit 100 km/h beurteilt (Urteil des BGer vom 12. Februar 2010, 1C_356/2009, E. 2.2.1). Eine grobe Ver- kehrsregelverletzung wurde auch bereits bei einem Absta nd von 15 Metern bzw. 0.6 Sekunden bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 100 km/ h angenommen (vgl. Urteil des BGer vom 16. November 2010 [6B_700/2010] E. 1.6.3). Als Richtschnur für die Abgrenzung zwischen einfacher und schwerer Verkehrsregelverletzung wird vom Bun desgericht zudem die Regel "1/6-Tacho" (Abstand in Meter beträgt 1/6 der Geschwi ndigkeit in km/h) verwendet (BGE 131 IV 131 E. 3.1). Das Bundesgericht führte zu diesen geringen Abständen aus, dass diese bei einer Geschwindigkeit von über 100 km/h eine erhöhte abstrakte Gefahr begründen würden (BGE 131 IV 133 E. 3.2.3). Sodann wäre bei e inem solchen Abstand bei einem ver- kehrsbedingten brüsken Abbremsen des voranfahrenden Fah rzeuges ein Auffahrunfall nur schwer bzw. durch glückliche Umstände zu vermeiden und zwar unabhängig von der Qualität der Sicherheitsmechanismen des Fahrzeugs des Beschwerdefüh rers. Für die Beurteilung der Grösse der Gefährdung Dritter sei jedoch den konkreten Umständen des Einzelfalles Rechnung zu tragen (Urteil des BGer vom 12. Februar 2010 [1C_356/2009] E. 2.2.1). 5.5.4 Das Bundesgericht hat festgehalten, dass sich Fotos, auf welchen die Leitlinien der Autobahn sichtbar sind, zur Beweiswürdigung des Abstandes zwischen zwei Fahrzeugen eig- nen. Die Länge einer Leitlinie beträgt dabei 6 Mete r und der Abstand zwischen den Leitlinien 9 Meter (Urteil des BGer vom 16. November 2010, 6B_700 /2010, E.1.5.2). Vorliegend sind in den Akten zwei Fotos (Standbilder der Videoaufzeichnung durch die Kantonspolizei Aargau) vorhanden. Auf dem ersten Foto (Zeit: 10:04:43) ist er kennbar, dass sich die Hinterräder des von der Beschwerdeführerin gefahrenen Audi S4 Limousine auf der Höhe befinden, wo die ers- te Leitlinie beginnt. Die Hinterräder des Vorderfahr zeugs befinden sich etwa in der Mitte der zweiten Leitlinie. Der Abstand zwischen den Hinterräder n der beiden Fahrzeugen beträgt eine halbe Leitlinie (3 Meter) plus den Abstand zwischen zwe i Leitlinien (9 Meter), d.h. insgesamt 12 Meter. Die Länge einer Audi S4 Limousine beträgt gemäss Angaben des Herstellers total ca. 4,7 Meter und die Distanz von der Hinterachse zur Fron t ca. 2,8 Meter. Der Abstand der Front des Fahrzeugs der Beschwerdeführerin zur Hinterach se des Vorderwagens beträgt folg- lich 9,2 Meter. Zu Gunsten der Beschwerdeführerin wird die Distanz zwischen der Hinterachse und dem Heck des Vorderwagens, aufgrund dessen unbekannt er Länge, nicht in Abzug ge- bracht. Auf dem zweiten Bild (Zeit 10:05:29) befinden sich di e Hinterräder der beiden Fahrzeuge unge- fähr in der Mitte zwischen zwei Leitlinien, womit die D istanz zwei halbe Abständen zwischen zwei Leitlinien (9 Meter) und eine ganze Leitlinie (6 Meter) beträgt. Wird wiederum die Länge Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Audi S4 von der Hinterachse zur Front in Abzug geb racht und gleichzeitig die Länge des Hecks des Vorwagens vernachlässigt, so beträgt der massgebende Abstand auf dem zweiten Bild ungefähr 12,2 Meter. 5.5.5 Die Beschwerdeführerin war gemäss dem Polizeirapp ort vom 27. Juli 2007 über eine Distanz von ca. einem Kilometer mit einer Geschwindigke it von etwa 100 km/h mit einem ge- schätzten Abstand von lediglich 6 bis 10 Metern unterwegs gewesen. In Bezug auf die hiervor berechneten Abstände von 9,2 Meter bzw. 12,2 Meter un d unter Annahme einer durchschnittli- chen Geschwindigkeit von 100 km/h (27,78 m/s) ergeben sich zeitliche Abstände von 0.33 Se- kunden (9,2m / 27,78m/s) bzw. 0.44 Sekunden (12,2m / 2 7,78m/s). Das Bundesgericht hat in Fällen, in welchen der Abstand in der vorgenannten Grö ssenordnung vorlag, grundsätzlich eine abstrakte Gefährdung anderer Verkehrteilnehmer bejaht. Zumal unter Berücksichtigung der Regel "1/6-Tacho" (vgl. hiervor E. 5.6.3) der Abstan d zwischen zwei Fahrzeugen bei einer Ge- schwindigkeit von 100 km/h zumindest 16.67 Meter betragen müsste, was vorliegend beide Male klar nicht der Fall war. Ferner müssen zusätzlich die konkreten Umstände des Einzelfalles beachtet werden. Gemäss dem hiervor genannte Polizeirapport sei die Verkehrsregelverletzung bei Tageslicht auf gerader Strecke mit Steigung gescheh en, der Asphalt sei trocken und die Sichtverhältnisse gut gewesen. Sodann habe – wie auch die Beschwerdeführerin vorbringt – reger Fahrzeugverkehr stattgefunden. Dieser Umstand sei, so rügte die Beschwerdeführerin, zu ihren Gunsten zu werten. Das Bundesgericht wertet ein s tarkes Verkehrsaufkommen jedoch dahingehend, dass dies die Gefährdung anderer Verkehrs teilnehmer erhöht (vgl. Urteil des BGer vom 12. Februar 2010, 1C_356/2009, E. 2.2.1). Folglich hat der geringe Abstand, den die Beschwerdeführerin zum Vorderfahrzeug einhielt, in Zu sammenhang mit der erhöhten Gefähr- dung aufgrund des regen Verkehrsaufkommens zur Folge, d ass von einer erhöhten abstrakten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auszugehen ist. 5.6.1 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts zum wört lich mit der Formulierung von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG übereinstimmenden Art. 90 Ziff. 2 SVG begeht eine grobe Verlet- zung der Verkehrsregeln, wer sich rücksichtslos oder sonst wie schwerwiegend regelwidrig ver- halten hat. Ein schweres Verschulden liegt immer vor, wen n sich der Täter der Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Bei fahrlässigem Handeln m uss zumindest grobe Fahrlässigkeit gegeben sein (BGE 131 IV 133 E. 3.2). Diese Rechtsprechung ist auch bei der Anwendung von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG zu beachten, zumal der Gesetzgeber diese Bestimmung bei der Revi- sion des SVG bewusst an den Wortlaut von Art. 90 Ziff. 2 SVG angepasst hat (BGE 132 II 234 E. 3.2). 5.6.2 Vorliegend hielt die Beschwerdeführerin keinen genügenden Abstand zum Vorderwa- gen ein. Da sie dies nicht bloss einmal, sondern dauern d auf einer Distanz von ca. einem Kilo- meter tat, ist davon auszugehen, dass sich die Beschwerdefü hrerin der besonderen Gefährlich- keit ihrer verkehrswidrigen Fahrweise bewusst war. Dies gi lt umso mehr, als sie das Nichtein- halten des genügenden Abstandes nie bestritt und mit de m Umstand begründete, sie habe un- ter Zeitdruck gestanden. Aber selbst wenn sie die Gefähr dung anderer Verkehrsteilnehmer nicht in Betracht zog, liess sie zumindest die geforderte Sorgfalt vermissen und handelte grob- fahrlässig. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.7 Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Beschwe rdeführerin im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln beging und damit eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorri ef oder zumindest in Kauf nahm, weshalb ihr der Führerausweis gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG f ür mindestens drei Monate zu entzie- hen ist. Indem die Kantonspolizei Basel-Landschaft, Abt eilung Administrativmassnahmen, den Entzug des Ausweises der Beschwerdeführerin für die Mi ndestdauer von drei Monaten verfüg- te, ist an der Verhältnismässigkeit der Massnahme nichts z u beanstanden. Folglich ist die Be- schwerde vollumfänglich abzuweisen und die Beschwerdeführe rin anzuweisen, ihren Führer- ausweis bis spätestens am 18. April 2012 der Polizei Base l-Landschaft, Hauptabteilung Ver- kehrssicherheit, Brühlstrasse 43, 4415 Lausen, mit eingeschriebenem Brief zuzustellen. 6. Es bleibt über die Kosten zu befinden. 6.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass ganz oder teilweise der unt erliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend werden infolge vollumfä nglicher Abweisung der Beschwerde die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- der Beschwe rdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kos- tenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 6.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann ge mäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 4 VPO). Vorliegend hat der Regierungsrat vo llumfänglich obsiegt, weshalb die Par- teikosten wettgeschlagen werden. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Beschwerdeführerin wird angewiesen, ihren Führ erausweis bis spätestens am 18. April 2012 der Polizei Basel-Landschaft, Hauptabtei- lung Verkehrssicherheit, Brühlstrasse 43, 4415 Lausen, mi t einge- schriebenem Brief zuzustellen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V.