A bteilung V E -5771/2006 koh/fal {T 0/2} U rteil vom 29. M ai 2007 M itw irkung: R ichterin Kojic, R ichter H uber, D ubey G erichtsschreiberin Fankhauser B._______, Türkei, w ohnhaft C ._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 17. Januar 2006 in Sachen A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer, ein türkischer Staatsangehöriger aus der Provinz D üzce, m it letztem W ohnsitz seit dem Jahr 1996 in Istanbul, verliess eigenen Angaben zu- folge seinen W ohnort Ende N ovem ber 2005 und reiste am 23. D ezem ber 2005 un- ter U m gehung der G renzkontrolle in die Schw eiz, m it der Absicht, nach Kanada zu reisen. Am Flughafen Kloten w urde er einen Tag später von der Polizei aufgegrif- fen, w eil er m it einem gefälschten kanadischen Pass nach M ontreal reisen w ollte. Bis am 27. D ezem ber 2005 blieb er in H aft. N ach Erhalt einer W egw eisungsverfü- gung m it der Aufforderung, die Schw eiz innerhalb der nächsten 48 Stunden zu ver- lassen, suchte er am 28. D ezem ber 2005 in der Em pfangsstelle Kreuzlingen um Asyl nach. Am 4. Januar 2006 w urde er in der Em pfangsstelle sum m arisch zu sei- nen Ausreisegründen befragt und am 13. Januar 2006 erfolgte eine Anhörung nach Art. 29 Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) durch das Bundesam t. Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen gel- tend, er sei türkischer Ethnie und habe (...) in Istanbul eine eigene (...) gehabt. Er habe von Anfang 2004 bis M ärz 2005 (...) in den N ordirak geliefert. Im M ärz 2005 sei er bei der W iedereinreise in die Türkei am G renzposten H abur - Silopi von drei Zivilpersonen festgenom m en und auf den M ilitärposten von Sirnak gebracht w orden. D ort sei er sieben Tage lang festgehalten w orden. Ein Lastw agenchauffeur habe ihn beim M ilitär denunziert, dass er für die PKK arbeiten w ürde. Er habe jedoch nie etw as m it der PKK zu tun gehabt. N ach sieben Tagen habe m an ihm seine Papiere zurückgegeben und ihn freigelassen. Er sei nach Istanbul zurückgekehrt, und als er drei oder vier M onate später w ieder (...) in den N ordirak geliefert habe, sei er bei der Einreise erneut festgenom m en w orden und diesm al fünfzehn Tage lang auf dem gleichen Posten (Sirnak) festgehalten, befragt und dabei geschlagen w orden. M an habe ihm erneut vorgew orfen, m it der PKK zusam m enzuarbeiten. N ach der Freilassung hätten ihm die M ilitärs seine Papiere nicht zurückgegeben, jedoch verspochen, sie ihm zu schicken, w as indessen nicht geschehen sei. In Istanbul habe er sich von den Leuten der Antiterroreinheit beobachtet gefühlt. D iese hätten auch seinen Laden besucht und sich als interessierte Kunden ausgegeben. D a er in den Jahren 1996 oder 1997 w egen Verdachts der M itgliedschaft in der D H KPC schon einm al von Angehörigen der Antiterroreinheit beschattet w orden sei, habe er Angst bekom m en, dass m an ihn verschw inden lasse, und sei ausgereist. B. M it Verfügung vom 17. Januar 2006 – gleichentags m ündlich eröffnet und ausge- händigt – lehnte das Bundesam t das Asylgesuch m it der Begründung ab, die Vor- bringen des Beschw erdeführers hielten den Anforderungen an die asylrechtliche R elevanz nicht stand. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung des Beschw erde- führers aus der Schw eiz und ordnete den Vollzug an. 3 C . M it Beschw erde an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) vom 13. Feb- ruar 2006 (Poststem pel: 14. Februar 2006) beantragt der Beschw erdeführer sinn- gem äss die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und die G ew ährung des Asyls. In prozessrechtlicher H insicht ersucht der Beschw erdeführer - unter Bei- gabe einer Fürsorgebestätigung vom 10. Februar 2006 - um G ew ährung der un- entgeltlichen R echtspflege und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses. W eiter ersucht er um die Beiordnung eines am tlichen R echtsvertreters. D . M it Zw ischenverfügung vom 23. Februar 2006 verzichtete die Instruktionsrichterin auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und w ies den Beschw erdeführer dar- auf hin, dass über das G esuch um unentgeltliche R echtspflege gem äss Art. 65. Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021) zu einem späteren Zeitpunkt befunden w erde. D as G esuch um unentgeltliche Verbeiständigung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 Vw VG w urde w egen fehlender Kom plexität des Verfahrens abgew iesen. G leichzeitig w urde festgehalten, dass der Beschw erdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw arten könne. E. In ihrer Vernehm lassung vom 3. M ärz 2006 hält die Vorinstanz an ihrer Verfügung fest und beantragt die Abw eisung der Beschw erde. F. M it Schreiben vom 22. M ärz 2006 nahm der Beschw erdeführer zur Vernehm las- sung Stellung. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht beurteilt gem äss Art. 31 des Verw altungsgerichts- gesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. Zu den anfechtbaren Entscheiden gehören auch Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 Abs. 1 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. Es w endet dabei neu- es Verfahrensrecht an (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). Auf die am 1. Januar 2007 be- reits hängigen Asylverfahren sind zudem die in diesem Zeitpunkt in Kraft getrete- nen Bestim m ungen der Asylgesetzänderung vom 16. D ezem ber 2005 (vgl. im Ein- zelnen AS 2006 4767) anw endbar (Abs. 1 der Ü bergangsbestim m ungen zur Ände- rung vom 16. D ezem ber 2005).4 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.4 D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 2. 2.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken(Art. 3 AsylG ). 2.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 3. 3.1 Zur Begründung der Ablehnung des Asylgesuchs führt das Bundesam t im W e- sentlichen an, bei offensichtlich fehlender Asylrelevanz könne darauf verzichtet w erden, auf allfällige U nglaubhaftigkeitselem ente in den Vorbringen des Be- schw erdeführers einzugehen. Sofern den Vorbringen des Beschw erdeführers auf- grund realitätsfrem der Angaben überhaupt geglaubt w erden könne, genüge seine geltend gem achte, angenom m ene Beschattung durch Leute der Antiterroreinheit nicht, um begründete Furcht vor einer zukünftigen Verfolgung anzunehm en. Aus den Aussagen des Beschw erdeführers gehe hervor, dass er sich politisch nicht be- tätigt und keinerlei Kontakte zur PKK gehabt habe. Es habe auch keine offiziellen Anklagen gegen den Beschw erdeführer gegeben. D eshalb bestehe keine beachtli- che W ahrscheinlichkeit, dass sich die Befürchtungen des Beschw erdeführers, dass er landesw eit gesucht w ürde, verw irklichen w ürden. Allfälligen lokalen Behel- ligungen könne er sich durch geeignete W ahl des Aufenthaltsortes entziehen. W as die Schläge w ährend der Inhaftierung im Juli 2005 anbetreffe, handle es sich um Ü bergriffe einzelner Beam ter, die vom türkischen Staat nicht geduldet w ürden. D er Beschw erdeführer habe es jedoch unterlassen, sich in dieser Sache an übergeord- nete Behörden, einen R echtsanw alt oder eine M enschenrechtsorganisation zu w enden. D ie Beschattung durch die Antiterroreinheit im Jahre 1997 stünde in kei- nem zeitlich kausalen Zusam m enhang m it der Ausreise des Beschw erdeführers.5 3.2 In der R echtsm itteleingabe verw eist der Beschw erdeführer auf die G eheim organi- sation M IT und deren extralegales H andeln und m acht geltend, er habe bei seinen ersten zw ei Befragungen nicht alle D etails gesagt, w eil er Angst (vgl. A21/1) gehabt habe, dass seine Aussagen in die H ände der türkischen R egierung gelangen könnten und er bei einer R ückreise Problem e bekäm e. Er habe sich schon im m er für benachteiligte G ruppierungen eingesetzt. Als er im Irak gew esen sei, habe er in dieser kurzen Zeit Freundschaften m it kurdischen Aktivisten geschlossen und sich m it ihnen über deren Ideologie unterhalten. D eshalb habe ihn der G eheim dienst beschattet und unter D ruck gesetzt. Als Verfechter der M enschenrechte könnte er seine sozialen Aktivitäten nicht aufgeben. D a jedoch in der Türkei keine Kritik an der R egierung geduldet w erde, könne er dort nicht leben. 3.3 D ie Vorinstanz hielt in ihrer Vernehm lassug fest, der Einw and des Beschw erdefüh- rers, er habe anlässlich der Erstbefragung und der Bundesanhörung nicht alle sei- ne G ründe darlegen können, w eil er Angst gehabt habe, dass diese Angaben in die H ände der türkischen R egierung gelangen könnten, sei als konstruiert zu qualifizie- ren. D er Beschw erdeführer sei jew eils vor den Befragungen auf seine R echte und Pflichten aufm erksam gem acht w orden. D abei sei unter anderem auch erw ähnt w orden, dass das BFM der Verschw iegenheitspflicht unterliege. Ausserdem w erde dies auch im M erkblatt für Asylsuchende, das der Beschw erdeführer in türkischer Sprache erhalten und dessen Kenntnisnahm e er unterschriftlich bestätigt habe, er- w ähnt. 3.4 In seiner Stellungnahm e teilte der Beschw erdeführer m it, dass er bei den ersten Aussagen infolge der vorangegangenen Festnahm e gestresst und verängstigt ge- w esen sei und keinen klaren Kopf gehabt habe. Er habe Angst, dass er so enden könnte, w ie andere Aktivisten, m it denen er zusam m en gew esen sei. D iese seien entw eder w ie vom Erdboden verschw unden oder nach einiger Zeit völlig psychisch gestört w ieder aufgetaucht. 4. 4.1 Zunächst ist festzustellen, dass die Vorinstanz zw ar gew isse Zw eifel am W ahr- heitsgehalt der Vorbringen des Beschw erdeführers hegte (BFM -Verfügung S. 3), darauf jedoch nicht näher einging, sondern die geltend gem achten Befürchtungen des Beschw erdeführers, von der Antiterroreinheit behelligt zu w erden, als asyl- rechtlich nicht beachtlich w ürdigte. Zur Verm eidung unnötiger W iederholungen kann zunächst in allgem einer Form auf diese zutreffenden und zu bestätigenden Erw ägungen in der vorinstanzlichen Verfügung verw iesen w erden. Bezüglich der erst im R echtsm ittelverfahren vorgebrachten Ausführungen, w onach sich der Be- schw erdeführer entgegen seinen früheren Aussagen m it kurdischen Aktivisten ge- troffen haben w ill und w egen seiner sozialen Einstellung vom G eheim dienst ver- folgt w erden könnte, stellt das Bundesverw altungsgericht - w ie die Vorinstanz in ihrer Vernehm lassung - fest, dass es sich hier offensichtlich um nachgeschobene, konstruierte und daher unglaubhafte Vorbringen handelt. 4.2 D er Beschw erdeführer hat anlässlich seiner Befragungen m ehrm als ausdrücklich betont, dass er gearbeitet sich nie politisch betätigt beziehungsw eise nie etw as m it der PKK oder einer Terrororganisation zu tun gehabt habe (vgl. Em pfangstellenbefragung, S. 7 und 8; direkte Bundesbefragung, S. 2, 3, 4 und 5). 6 D ie unsubstanziierten Vorbringen betreffend politische G esinnung und Aktivitäten, w elche der D arstellung im erstinstanzlichen Verfahren in krasser W eise w idersprechen, verm ögen in keiner W eise zu überzeugen. Insbesondere bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschw erdeführer - w ie er dies erst in seiner R eplik behauptet - bei der Befragung gestresst w ar und deshalb seine angeblichen politischen Aktivitäten nicht habe erw ähnen können. D ie erste Befragung fand m ehr als eine W oche nach seiner Freilassung aus der H aft statt, w eshalb seine Aussage, er sei w egen der Festnahm e gestresst gew esen, nicht stichhaltig ist. D ass der Beschw erdeführer nicht politisch aktiv w ar, ist auch aus der unsubstanziierten und äusserst knapp gehaltenen Beschreibung seiner angeblichen politischen Tätigkeit zu schliessen. Ausserdem ist es sehr unw ahrscheinlich, dass der aus der nordw estlichen Provinz D üzce stam m ende Beschw erdeführer türkischer Ethnie gerade für die PKK aktiv w äre. D em nach kann dem Beschw erdeführer nicht geglaubt w erden, dass er politisch tätig w ar und desw egen behelligt w urde. 4.3 Bezüglich der geltend gem achten Festnahm en anlässlich der geschilderten (...)lieferungen in den Irak kann offen bleiben, ob diese stattgefunden haben. W ie das BFM zu R echt festhielt, handelt es sich dabei um lokale Behelligungen, w elchen sich der Beschw erdeführer durch die W ahl eines geeigneten Aufenthaltsortes entziehen kann. Ein politischer H intergrund dieser Ereignisse kann angesichts der w enig substanziierten Vorbringen des Beschw erdeführers ausgeschlossen w erden. 4.4 Schliesslich ist m it dem BFM festzuhalten, dass der Beschw erdeführer sich gegen die Ü bergriffe einzelner Beam ter und die N ichtherausgabe seiner R eisepapiere - sofern diese Aussagen überhaupt der W ahrheit entsprechen - bei einer übergeord- neten Behörde hätte beschw eren können. 4.5 Zudem ist festzuhalten, dass es sich bezüglich der geltend gem achten Be- schattung in Istanbul lediglich um eine Verm utung handelt, da es nie zu einer Kon- frontation gekom m en ist. D iesen Befürchtungen hätte sich der Beschw erdeführer durch einen W ohnsitzw echsel, beispielsw eise in seine H erkunftsprovinz D üzce, entziehen können. 4.6 Zusam m enfassend gelangt das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, G ründe nach Art. 3 AsylG nachzuw ei- sen oder glaubhaft zu m achen. D ie Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschw er- deführers dem nach zu R echt abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 [AN AG ; SR 142.20]). 7 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 5.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.5 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch hat er einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. die nach w ie vor gültige Praxis der AR K in den Entscheiden und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2001 N r. 21). 5.6 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen. D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Be- schw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 5.7 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in die Tür- kei dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Eu- ropäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folteraus- schusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nach- w eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, m it w eiteren H inw eisen). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in der Türkei für sich allein lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.8 G em äss Art. 14a Abs. 4 AN AG ist der Vollzug der W egw eisung unzum utbar, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. D iese Bestim m ung bezieht sich in erster Linie auf so genannte G ew alt-8 flüchtlinge, das heisst auf Personen, die ihr Land w egen Krieg, Bürgerkrieg, einer Situation allgem einer G ew alt oder der herrschenden politischen Lage verlassen haben, denen jedoch nicht die Flüchtlingseigenschaft zukom m t, w eil sie nicht per- sönlich verfolgt w erden. Im W eiteren ist der Vollzug der W egw eisung nicht zum ut- bar für Personen, die nach ihrer R ückkehr aus anderen G ründen einer konkreten G efährdung ausgesetzt w ären, zum Beispiel, w eil sie die notw endige m edizinische Versorgung nicht erhalten könnten oder sich m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit in einer existenzgefährdenden Situation befänden (vgl. EM AR K 2005 N r. 12 E. 10.3. S. 114 m it w eiteren H inw eisen). 5.9 Angesichts der heutigen Lage in der Türkei kann nicht von einer Situation allge- m einer G ew alt oder von kriegerischen oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen gesprochen w erden, w elche für den Beschw erdeführer bei einer R ückkehr eine konkrete G efährdung darstellen w ürden (vgl. die w eiterhin zutreffende Lagebeur- teilung in EM AR K 2004 N r. 8). Es sind auch keine persönlichen G ründe ersichtlich, die gegen die R ückkehr des aktenkundig gesunden (...)M annes, der (...) Berufserfahrung hat, sprechen. D ie Eltern des Beschw erdeführers und seine zw ei G eschw ister leben nach w ie vor in der Türkei. Er kann sich also bei der R ückkehr auf ein bestehendes, soziales N etz stützen. Aus dem G esagten folgt, dass der Vollzug der W egw eisung zum utbar gem äss Art. 14a Abs. 4 AN AG ist. 5.10 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 5.11 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (vgl. Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). D er Beschw erdeführer beantragt die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege. D iese w ird gew ährt, w enn die Begehren einer bedürftigen Partei nicht bereits im Zeitpunkt ihrer Einreichung aussichtslos erscheinen. In Anbetracht dessen, dass der Beschw erdeführer nach w ie vor bedürftig ist und sich die Beschw erde zudem nicht als aussichtslos erw iesen hat, sind in G utheissung des G esuchs um unentgeltliche R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG keine Kosten aufzuerlegen. 9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. In G utheissung des G esuchs um unentgeltliche R echtspflege w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - Kanton._______ D ie vorsitzende R ichterin: D ie G erichtsschreiberin: Therese Kojic Blanka Fankhauser Versand am : 10