Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. Januar 2016 (720 15 276 / 25) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Teilweise Gutheissung; der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine befristete ganze Rente. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Roman Felix , Advokat , Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1970 geborene A.____ war vom 20. Mai 1996 b is 31. Mai 1997 bei der B____AG als Strassenmarkierer angestellt. Am 2. September 1 997 meldete er sich unter Hinweis auf Psoriasis und starke Akne bei der Eidgenössischen I nvalidenversicherung (IV) zum Leistungs- bezug, namentlich zur Umschulung auf eine neue Tätigkeit, an. Nachdem die IV-Stelle des Kan- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tons Basel-Landschaft (IV-Stelle) A.____ zum kaufmänni schen Angestellten umgeschult hatte, war er vorwiegend als Telefonverkäufer tätig. A.2 Am 12. Februar 2007 meldete sich der Versicherte e rneut unter Hinweis auf Psoriasis, Akne conglobata, Morbus Bechterew sowie starke Schmerzen a n Rücken, Nacken und Rippen bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an, wobei er Beruf sberatung und eine Rente beantragte. Nach Durchführung der erforderlichen Abklärungen ermit telte die IV-Stelle einen IV-Grad von 0%, worauf sie einen Anspruch von A.____ auf eine Rent e mit Verfügung vom 2. Oktober 2008 abwies. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft. A.3 Am 17. September 2013 (Eingang) meldete sich A.__ __ abermals bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an und beantragte eine Rente. Nachd em die IV-Stelle den medizinischen und erwerblichen Sachverhalt ein weiteres Mal abgeklärt hatte, ermittelte sie beim Versicherten einen IV-Grad von 0%. In der Folge wies sie einen Ans pruch von A.____ auf eine Rente nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 1. Juli 2015 ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Ro man Felix, am 31. August 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht). Er be- antragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfü gung vom 1. Juli 2015 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die ge setzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen; un ter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtli- cher Hinsicht beantrage er die Bewilligung der unentge ltlichen Rechtspflege mit Advokat Felix als Rechtsvertreter. Die Beschwerde begründete er im Wesentlichen damit, dass die Verfügung auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. Auf grund der vorhandenen Akten sei aber zumindest ein Anspruch auf eine befristete Rente ausgewiesen. C. Mit Verfügung vom 2. September 2015 wurde dem Be schwerdeführer für das vorlie- gende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Felix als Rechtsvertreter bewilligt und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ver- zichtet. D. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Oktober 2015 schloss di e IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. E. Am 26. Oktober 2015 zog das Kantonsgericht von der Taggeldversicherung des Be- schwerdeführers, der C____AG, die Akten bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 31. August 2015 ist einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der Verfügungen vom 1. Ju li 2015 entwickelt hat. Dieser Zeit- punkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefug- nis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 5. Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten fü r die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente unter anderem revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen; vgl. auch: BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; RUDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grund- figur namentlich von Invalidenrentenrevisionen, in: Schaf fhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 16 f.). 6. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 6.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumut- barerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Sc hlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Inva- lidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 6.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsve rfahren sinngemäss Anwendung (Ur- teil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behan delnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunt er im Hinblick auf ihre auftrags- rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patien- ten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiell en Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass ei ne Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vor nherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betr euung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der ander en Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begut- achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen E xperten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärung en zu nehmen, wenn die behan- delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelange n (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). Vor behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein sub- jektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspe kte benennen, die im Rahmen der Begut- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urt eil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 7. Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sind im W esentlichen die folgenden medizi- nischen Unterlagen zu berücksichtigen: 7.1 Am 10. Juni 2013 diagnostizierte Dr. med. D.____, FMH Rheumatologie und Allgemei- ne Innere Medizin, eine seronegative Spondylarthropathi e, einen Morbus Crohn und ein Status nach Pleuritis im Rahmen einer Tuberkulose in der Kin dheit. Es bestünde eine Psoriasis- Gelenkserkrankung mit Befall der Halswirbelsäule (HWS), klinisch auch des Knies und wahr- scheinlich von weiteren Gelenken. Bis anhin sei der Versicherte während den Schüben mit Cor- ticosteroiden gut eingestellt gewesen. Seit circa Anfang 2013 bestünden massive Schmerzen in den Gelenken und im Nacken. Der Versicherte sei seit circa Anfang April 2013 zu 100% ar- beitsunfähig. Vom 21. Mai 2013 bis 9. Juni 2013 bestün de weiterhin eine vollständige Arbeits- unfähigkeit. 7.2 Die C____AG beauftragte die E____AG mit einem r heumatologischen Gutachten. Am 20. Dezember 2013 wurden eine seronegative Spondylarthr opathie, eine Polyarthritis, ein Ver- dacht auf Psoriasis-Arthritis (ICD-10 M06.00), ein Mor bus Crohn (ICD-10 K50.9), aktuell ein entzündlicher Befall der Bizepssehne links, klinisch der re chten Hüfte mit Impingement- Symptomatik, ein deutlich entzündliches Zeichen des Knie gelenks links mit ausgeprägtem Er- guss, eine Synovitis MCP 3 rechts, eine Synovitis proximal es interphalangeales Gelenk am lin- ken Mittelfinger, eine erheblich eingeschränkte HWS-Be weglichkeit, insbesondere der Kopfge- lenke und des obersten Segments, ein Verdacht auf Throm bose am linken Unterschenkel, er- hebliche Psoriasis-Residuen und erhebliche Residuen einer Akne conglobata sowie ein Status nach Pleuritis im Kindesalter bei Tuberkulose (ICD-10 L 40.9, A16.9) diagnostiziert. Die geklag- ten Beschwerden mit eingeschränkter Belastbarkeit, hal tungsabhängigen Schmerzen am Knie, Anlaufschmerzen und statischer Erschöpfbarkeit liessen sich ein deutig fassbaren Befunden zuordnen. Es bestünde aktuell eine erkennbare entzündlic he Aktivität an verschiedenen Gelen- ken. Hoch aktiv sei das linke Kniegelenk mit einem erhe blichen Gelenkerguss und möglicher begleitender Thrombose im Unterschenkel. Auch in der Vo rgeschichte liessen sich in szintigra- phischen Darstellungen und im MRI entzündliche Signale mit wechselnder Lokalität finden. In- spektorisch falle eine erhebliche Hautveränderung im Rahm en der Psoriasis und einer Akne conglobata auf. Auch die aktuell aktivierte Beteiligung der Fingergelenke könne einer Psoriasis- Arthritis zugeordnet werden. Eine Signalanhebung im K ernspin der HWS vom 6. März 2007 im atlantodentalen Gelenkraum der HWS könne im Rahmen de r entzündlichen Genese ursächlich für die nun bestehende erhebliche Funktionseinschränkung der atlantoentalen und atlantocervi- calen Beweglichkeit angenommen werden. Die vom Versicher ten geschilderten Beschwerden seien glaubhaft und in ihrer funktionellen Einschränkung nachvollziehbar. Aktuell bestünde eine generelle Arbeitsunfähigkeit von 100%. Eine schrittweise Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf oder in einer vergleichbaren , körperlich leichten, wechselbelasten- den oder überwiegend sitzenden Tätigkeit sei realistisch, jedoch frühestens in circa drei Mona- ten. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3 Im Bericht an die C____AG vom 7. März 2014 attest ierte der Hausarzt Dr. med. F.____, FMH Praktischer Arzt, dem Versicherten in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfä- higkeit von 15% (bis 20%). 7.4 Am 23. Juni 2014 hielt Dr. D.____ fest, dass ein p ersistierender Knieerguss links im Rahmen der chronischen Entzündung und ein deutlicher Knieerguss rechts bestünden. Rein sitzende sowie wechselbelastende berufliche Tätigkeiten mi t Heben und Tragen von maximal 7,5 kg seien möglich. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit verwies Dr. D.____ auf die Beurteilung des Hausarztes Dr. F.____. 7.5 Am 14. September 2014 führte Dr. F.____ aus, dass fluktuierende Beschwerden be- stünden. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei der Ve rsicherte seit dem 5. April 2013 vollstän- dig arbeitsunfähig. Ob sich die Einschränkungen durch med izinische Massnahmen verhindern liessen, sei schwer zu beurteilen. Die bisherigen Therapie n seien erfolglos gewesen. Es sei unklar, ob neue Therapien zu einer Verbesserung führen würden. Ob und wann mit der Wie- deraufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. Erhöhung de r Einsatzfähigkeit gerechnet werden könne, könne er nicht beurteilen. Angepasste Verweistäti gkeiten seien seit dem Jahr 2013 im Umfang von 1-2 Stunden pro Tag zumutbar. 7.6.1 Die IV-Stelle beauftrage das Begutachtungsinsti tut G.____ mit einer rheumatologi- schen und innermedizinischen Begutachtung. Am 27. November 2014 wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine psoriasis-assoziierte Spon dylarthritis (ICD-10 M07) diagnostiziert. Mit qualitativem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit best ünde eine Psoriasis vulgaris. Ohne Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Status nach Acne conglobata, ein Morbus Crohn, eine Tonsillektomie, die Erkrankung an Tuberkulose in der Kind heit und die Operation am Jochbein im Jahr 1993. Aktuell würden keine Überwärmung und ke ine Bewegungseinschränkung der Gelenke vorliegen. Klinisch zeige sich momentan auch kei n Erguss. Die Handgelenke seien aktuell weder entzündet noch druckdolent. Es zeige sich j edoch im Bereich des linken Handge- lenks ein Ganglion, was für rezidivierende Gelenkergüsse spreche. Eine Bewegungseinschrän- kung bestünde lediglich im Bereich der HWS, insbesonder e bei der Rotation nach rechts und Lateralflexion nach links. Hier würden sich bildgebend d egenerative Veränderungen im Sinne einer Spondylarthrose zeigen, die mit der psoriasis-assozierten Spondylarthritis vereinbar seien. Aktuell bestünde eine nur leicht erhöhte Blutsenkung be i normalem C-reaktivem Protein (CPR). In der als sehr sensitiv geltenden Skelettszintigraphie habe sich bislang jedoch nie eine eindeu- tige Knochenaktivität der Psoriasis-Arthritis gezeigt. Die Beweglichkeit im Bereich der Lenden- wirbelsäule (LWS) und Brustwirbelsäule (BWS) sei nicht eingeschränkt. Schwere und mittel- schwere Tätigkeiten seien dem Versicherten nicht mehr zu mutbar. Eine angepasste Büroarbeit sei aber zu 100% möglich, wobei aufgrund der Knie- und HWS-Beschwerden nicht ausschliess- lich sitzende Tätigkeiten ausgeübt werden sollten. Länger es Sitzen am Stück sollte maximal eine Stunde dauern. Arbeiten über Kopf, im Knien od er in gebeugter Haltung und repetitive Tä- tigkeiten oder solche in starrer Haltung sowie das Tra gen von Gegenständen von mehr als 10 kg seien zu vermeiden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.6.2 Im undatierten Bericht (Eingang bei der IV-Ste lle am 29. Mai 2015) hielt der rheumato- logische Gutachter des Begutachtungsinstituts G.____, PD Dr. med. Dr. phil. H.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, zum Guta chten der E____AG vom 20. Dezember 2013 fest, dass in Bezug auf die Diagnosen keine Diskrepanzen bestünden. Im Jahr 2013 hätte noch eine klinisch entzündliche Aktivität d er Psoriasis-Arthritis vorgelegen, die sich mittlerweile trotz fehlender Basis- oder Biologikatherapie gebessert habe. Heute bestünden weder entzündete Gelenke noch eine Bewegungseinschränkun g. Ausserdem gebe es keine Hinweise mehr auf eine Thrombose. Auch die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, wonach dem Versicherten leichte körperliche Tätigkeiten grundsätzlich zumutbar seien, stimme mit der Beur- teilung im Vorgutachten weitgehend überein und stehe auch im Einklang mit den Angaben des Versicherten, wonach er die Büroarbeit hätte weiterfü hren können, wenn er ab und zu hätte aufstehen und herumgehen können. 8.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Vorliegend sind keinerlei Gründe ersichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des Gutachtens vom 27. November 2014 in Frage zu stellen oder gar davon abzu- weichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass das Gutachten di e rechtsprechungsgemässen Vo- raussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage i n jeder Hinsicht erfüllt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 6.2 hiervor) – umfassend, beruht auf allseiti gen Untersuchungen, berücksichtigt die ge- klagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgege ben worden, leuchtet in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein und nimmt insbesondere eine differenzierte und überze ugende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. Sodann weist das Gutachten keinerlei Widersprüche auf und es setzt sich auch ausführlich mit den bei den Akten liegenden (abw eichenden) fachärztlichen Einschätzun- gen auseinander. So zeigen die Gutachter nachvollziehba r auf, dass im Zeitpunkt der Begut- achtung durch das Begutachtungsinstitut G.____ weder ent zündete Gelenke noch eine Bewe- gungseinschränkung der LWS und BWS noch Hinweise auf e ine Thrombose bestanden und dem Versicherten die umgeschulte Tätigkeit im kaufmänn ischen Bereich im Umfang von 100% zumutbar war. Die entsprechenden, vorstehend (vgl. E. 7.6 .1) wiedergegebenen Darlegungen der Gutachter vermögen zu überzeugen, sodass an dieser Stelle darauf verwiesen werden kann. 8.2 Die vom Beschwerdeführer geäusserte Kritik am Gutach ten des Begutachtungsinstituts G.____ ist nicht geeignet, dessen ausschlaggebenden Bewe iswert in Frage zu stellen. Er wen- det ein, die Beurteilung des rheumatologischen Gutachters PD Dr. H.____ sei insofern ungenü- gend und widersprüchlich als dieser zwar einerseits auf die schubweise Entwicklung der Krank- heit hinweise, bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aber einzig den aktuellen Gesundheitszu- stand berücksichtige. Dem ist entgegenzuhalten, dass PD Dr. H.____ seine Beurteilung durch- aus in Kenntnis der Krankheitsschübe vorgenommen hat. N ach seiner überzeugenden Begrün- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung befand sich aber der Versicherte im Zeitpunkt der B egutachtung nicht in der Phase eines Schubs, was bei der Beurteilung des aktuellen Gesundheitsz ustandes und der Arbeitsfähigkeit zu beachten war. Zwar trifft es zu, dass sich die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit auf den Zeitpunkt der Begutachtung b eschränkt. Deshalb stellt es für die Zeit davor keine geeignete Entscheidgrundlage dar (vgl. na chstehende E. 8.3 f.). In den Akten be- finden sich aber keine medizinischen Berichte, welche die zuverlässige Beurteilung im Gutach- ten des Begutachtungsinstituts G.____ in Zweifel zu ziehen vermöchten oder belegen, dass die Beurteilung der Gutachter unzutreffend war resp. dass sich der Gesundheitszustand seit der Begutachtung bis zum Erlass der Verfügungen vom 11. Feb ruar 2015 in revisionsrechtlich er- heblicher und voraussichtlich dauernder Weise verändert hatte. Wenn er weiter rügt, die Ein- schätzung der Arbeitsfähigkeit sei unter der Annahme erf olgt, dass die Beschwerden unter der entsprechenden Behandlung rückläufig wären, ist ihm nicht beizupflichten. Der rheumatologi- sche Gutachter konnte nämlich im Zeitpunkt der Begutachtu ng weder eine Überwärmung noch eine Bewegungseinschränkung der Gelenke noch einen Ergu ss noch entzündete Handgelenke und nur eine leicht erhöhte Blutsenkung bei normalem CPR feststellten. Auch wenn er darauf hinweist, dass die Installation einer Basis-Therapie ode r Biologika-Behandlung die aktuell be- schriebenen Symptome möglicherweise nachhaltig verbessern kö nnten, kann daraus nicht ge- schlossen werden, dass seine Einschätzung der verbleibenden Leistungsfähigkeit nicht auf dem damaligen Untersuchungsergebnis basiert. Dazu kommt, dass der Beschwerdeführer anlässlich der rheumatologischen Exploration selbst angegeben ha t, dass es ihm zwischen den Schüben relativ gut gehe und er im Umfang von 100% einer ange passten beruflichen Tätigkeit nachge- hen könnte. Somit kann mit den Gutachtern – und entgeg en der Auffassung des Beschwerde- führers – davon ausgegangen werden, dass im Zeitpunkt der Begutachtung am 12. November 2014 für angepasste Tätigkeiten eine Leistungsfähigkeit von 100% vorgelegen hat. Weil das Gutachten des Begutachtungsinstituts G.____ eine zuver lässige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit des Versicherten zulässt, kann in antizi pierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf die beantragte zusätzliche medizini- sche Abklärung verzichtet werden. 8.3 Da sich die Beurteilung des Gesundheitszustandes und d er Arbeitsfähigkeit im Gutach- ten des Begutachtungsinstituts G.____ auf die medizinisch e Situation und Einschätzung der Leistungsfähigkeit im Zeitpunkt der Begutachtung am 12. November 2014 beschränkt, stellt sie für den Zeitraum April 2014 (frühestmöglicher Rentenb eginn) bis zur Begutachtung durch das Begutachtungsinstitut G.____ im November 2014 keine geei gnete Entscheidgrundlage dar. Streitig ist, ob der Beschwerdeführer in diesem Zeitr aum eine rentenbegründende Einschrän- kung der Arbeitsfähigkeit aufwies. Er stellt sich auf den Standpunkt, dass aufgrund des Gutach- tens der E____AG vom 20. Dezember 2013 sowie der Ber ichte der behandelnden Ärzte Dr. D.____ vom 10. Juni 2013 und Dr. F.____ vom 14. S eptember 2014 eine vollständige Ar- beitsunfähigkeit ausgewiesen sei. Demgegenüber hielt die IV-Stelle fest, dem Beschwerdefüh- rer seien im April 2014 angepasste Verweistätigkeiten wieder zu 100% zumutbar gewesen, was sich aus den Angaben des Versicherten selbst, aber auch aus dem Bericht von Dr. D.____ vom 23. Juni 2014 ergebe. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.4 Der Auffassung der IV-Stelle kann nicht beigepflic htet werden. Zunächst ist darauf hin- zuweisen, dass Dr. D.____ in seinem Bericht vom 23. Juni 2 014 keine abschliessende Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit vornahm. Stattessen verwies er hierfür auf die Ausführungen des Hausarztes Dr. F.____. Daher kann – entgegen der Ansicht der IV-Stelle – aus dem Bericht von Dr. D.____ nicht geschlossen werden, dass sich der Gesundheit szustand des Beschwerdefüh- rers schon längere Zeit vor der Begutachtung durch das Beg utachtungsinstitut G.____ verbes- sert hatte und ihm im Zeitpunkt des frühestmöglichen Ren tenbeginn im April 2014 angepasste Verweistätigkeiten im Umfang von 100% zumutbar waren. Dasselbe gilt für die Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der rheumatologischen Explora tion im Rahmen der aktuellen Begutachtung, wonach es ihm zwischen den Schüben relativ g ut gehe und er zu 100% einer angepassten beruflichen Tätigkeit nachgehen könne. Vie lmehr ist nach dem medizinischen Sachverhalt, wie er im Gutachten der E____AG vom 20. Dezember 2013 und den Berichten der behandelnden Ärzte Dres. D.____ und F.____ vom 10. Juni 2013, 7. März 2014 und 14. September 2014 festgestellt wurde, mit überwiege nder Wahrscheinlichkeit davon auszuge- hen, dass der Versicherte seit Anfang April 2013 bis zur B egutachtung durch das Begutach- tungsinstitut G.____ im November 2014 infolge des Kran kheitsschubs und unter Berücksichti- gung der flukturierenden Beschwerden (vgl. E. 7.5 hie rvor) keine verwertbare Arbeitsfähigkeit aufwies. Dementsprechend richtete die C____AG in diesem Zeitraum gemäss den ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ein Taggeld aufgru nd einer vollständigen Arbeitsunfähig- keit aus. 9. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4 hiervor), ist der Inva liditätsgrad bei erwerbstätigen Ver- sicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Da der Beschwerdeführer laut dem vorstehend Gesagten seit Anfang April 2013 bis Mitte November 2014 in sämtlichen beruf- lichen Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig war, kann ohne weitere Erörterungen festgehalten werden, dass der IV-Grad ab dem frühestmöglichen Rente nbeginn im April 2014 100% betrug. Ab Mitte November 2014 ist dem Beschwerdeführer nach dem massgebenden Gutachten des Begutachtungsinstituts G.____ vom 27. November 2014 die umgeschulte Tätigkeit im kaufmän- nischen Bereich im Umfang von 100% zumutbar (vgl. E. 8.2 hiervor). Mangels Erwerbseinbusse ist der Rentenanspruch ab diesem Zeitpunkt zu verneinen . In diesem Zusammenhang gilt es jedoch die Bestimmung von Art. 88a Abs. 1 der Verordn ung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 zu beachten, wonach bei eine r Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen ist, in welchem ange nommen werden kann, dass sie vo- raussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jede m Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauer t hat und voraussichtlich weiter an- dauern wird. Da beim Beschwerdeführer ab Mitte Novembe r 2014 eine anspruchsbeeinflussen- de, längere Zeit dauernde Verbesserung der Erwerbsfähigkeit eingetreten ist, hat er gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV noch bis Ende Februar 2015 Anspruch auf eine ganze Rente. Für den Zeit- raum danach besteht kein Rentenanspruch mehr. 10. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass in t eilweiser Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung vom 1. Juli 201 5 aufzuheben und festzustellen ist, Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass der Beschwerdeführer vom 1. April 2014 bis 28. Feb ruar 2015 Anspruch auf eine befriste- te ganze Rente hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 und 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 des Ges etzes über die Verfassungs- und Ver- waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 we rden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausma ss auferlegt. Den Vorinstanzen wer- den in der Regel keine Verfahrenskosten auferlegt. Wei l der Beschwerdeführer mit seiner Be- schwerde teilweise durchgedrungen ist, rechtfertigt es sich, ihm die Hälfte der Verfahrenskosten von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Dem Beschwerdeführer werden damit Verfahrenskosten in der Hö- he von Fr. 300.-- auferlegt. In Anbetracht des Umstand s, dass ihm mit Verfügung vom 2. Sep- tember 2015 die unentgeltliche Prozessführung bewill igt wurde, gehen diese Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 11.2.1 Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hält fest, dass die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat. Infolge der t eilweisen Gutheissung der Beschwerde ist dem Beschwerdeführer eine reduzierte Parteientschädi gung zu Lasten der IV-Stelle zuzu- sprechen. Sein Rechtsvertreter hat in seiner Honorarnote vom 16. November 2015 für das vor- liegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand von in sgesamt 7.4 Stunden und Auslagen von Fr. 23.-- ausgewiesen, was umfangmässig angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Da die Beschwer de teilweise gutzuheissen ist, ist es angemessen, die Hälfte des geltend gemachten Honorar s als Parteikosten zu entschädigen, wobei ein Stundenansatz von Fr. 250.-- zur Anwendung kom mt. Demnach wird dem Beschwer- deführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 1‘011.40 (3.7 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 11.50 zuzüglich Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zugesprochen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. 11.2.2 Da dem Beschwerdeführer ebenfalls mit Verfügun g vom 2. September 2015 die unent- geltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewi lligt worden ist, ist dieser im Umfang des Unterliegens aus der Gerichtskasse zu entschädigen. G emäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 200 3 beträgt das Honorar bei unentgeltli- cher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Dem Rechtsve rtreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 811.60 (3.7 Stunden à Fr. 200.-- und A uslagen von Fr. 11.50 zuzüglich Mehrwert- steuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 11.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufme rksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver- fügung vom 1. Juli 2015 aufgehoben und es wird festges tellt, dass der Beschwerdeführer vom 1. April 2014 bis 28. Februar 20 15 Anspruch auf eine befristete ganze IV-Rente hat. Im Übrigen w ird die Beschwer- de abgewiesen. 2. Dem Beschwerdeführer werden Verfahrenskosten in de r Höhe von Fr. 300.-- auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung im Betrag von Fr. 1‘011.40 (inkl. Auslagen u nd 8 % Mehr- wertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausseror dentlichen Kosten wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 811.60 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht