<h2>SubmittedText<h2><p>Gemäss Bodenstrategie Schweiz ist der Einsatz von schweren Maschinen auf nassen Böden die Hauptursache für eine zunehmende Bodenverdichtung in der Landwirtschaft. Das Problem tritt im Acker- und (intensiven) Gemüsebau auf, vor allem bei massereichen Kulturen wie etwa Mais, Zuckerrüben oder Kartoffeln und besonders bei feuchteren Lagen. Verdichtung kann zu Ernteausfällen von bis zu 20 Prozent führen und das Vermögen des Bodens beeinträchtigen, Wasser zu speichern. Damit steigt das Erosions- und Hochwasserrisiko. Besonders in tieferen Lagen ist eine Bodenverdichtung nur schwer rückgängig zu machen.</p><p>Daher sieht die 2020 publizierte Bodenstrategie als ein wichtiges Ziel zur Erhaltung unserer fruchtbaren Böden für künftige Generationen die Vermeidung einer dauerhaften Verdichtung von landwirtschaftlich genutzten Böden vor. Dazu schlug der Bundesrat fünf strategische Stossrichtungen vor. </p><p>Ich bitte ihn, für jede dieser fünf Stossrichtungen aufzuzeigen, was der Bund zu deren Umsetzung konkret getan hat, was zur Zielerreichung noch getan werden muss und bis wann dies getan werden soll:</p><p>1. Verbesserung der verfügbaren Informationen zur (standortbezogenen und momentanen) Verdichtungsempfindlichkeit der landwirtschaftlich genutzten Böden sowie zur Überprüfung von eingeleiteten Massnahmen. </p><p>2. Sensibilisierung der Bewirtschafter und der Lohnunternehmer bezüglich des Themas Bodenverdichtung. </p><p>3. Sensibilisierung der Abnehmer von Ernteerzeugnissen bezüglich der Auswirkungen von ungünstigen Erntezeitpunkten (Bodenfeuchte-Zustand) auf die Bodenverdichtung. </p><p>4. Entwicklung von Beurteilungs- und Entscheidungshilfsmitteln für die Bewirtschafter zum bodenschonenden Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen. </p><p>5. Überprüfung, ob Grenzwerte und Methoden zur Bestimmung des Strukturzustandes definiert und rechtlich festgelegt werden können. </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit der Verabschiedung der Bodenstrategie Schweiz im Mai 2020 hat der Bundesrat Ziele und Stossrichtungen festgelegt, unter anderem auch bezüglich Bodenverdichtung. In dieser Strategie finden sich jedoch keine konkreten Massnahmen. Im Rahmen des Berichts in Erfüllung des Postulats Burkart (20.3477) "Aufzeigen der wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Folgen der Bodenstrategie Schweiz" werden die bisher in den Stossrichtungen skizzierten möglichen Massnahmen konkretisiert.</p><p>1. Um die Gefahr von Bodenverdichtungen abschätzen zu können, erarbeiten Agroscope und das Kompetenzzentrum Boden KOBO derzeit schweizweite Karten, die das standortspezifische Verdichtungsrisiko darstellen. Erste Verdichtungsrisikokarten werden 2023 vorliegen.</p><p>2. und 3. Eine Zielgruppenerhebung des Bundesamts für Umwelt (BAFU) im Jahr 2019 bei Konsumentinnen und Konsumenten, der Landwirtschaft und der Bauplanungsbranche hat ergeben, dass rund die Hälfte der Landwirtinnen und Landwirte noch nie oder selten Liefertermine aufgrund von nassen Bodenverhältnissen verschoben hat. Verglichen mit anderen Themen (Eintrag von Schad- und Fremdstoffen, Erosion, Verlust organischer Bodensubstanz) sehen die Landwirtinnen und Landwirte die Bodenverdichtung am stärksten als Gefährdung ihrer eigenen Böden. Die Zielgruppenerhebung hat deutlich gemacht, dass Landwirtinnen und Landwirten an einem stärkeren Engagement gegen die Bodenverdichtung - insbesondere von Lohnunternehmen, Maschinenherstellerfirmen und Abnehmerinnen und Abnehmer von Ernteerzeugnissen - interessiert sind. Zur Sensibilisierung sowohl von Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern, Lohnunternehmen wie auch von Abnehmerinnen und Abnehmern von Ernteerzeugnissen hat das BAFU im Rahmen des Handlungsfelds "Sensibilisierung" der Bodenstrategie Schweiz zusammen mit den Stakeholdern ein Kommunikationskonzept erarbeitet. Die im Konzept aufgenommenen Massnahmen werden gemeinsam umgesetzt werden.</p><p>4. Mit dem Softwaretool (terranimo.world) steht ein online Simulationsmodell für die Berechnung des Bodenverdichtungsrisikos beim Einsatz von landwirtschaftlichen Fahrzeugen zur Verfügung. Die Entwicklung dieses Tools hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) zusammen mit dem BAFU finanziert.</p><p>5. Mit einem vom BAFU von 2016 bis 2020 finanzierten Forschungsprojekt wurde eine Methodik für die Beurteilung des Strukturzustandes von mineralischen Böden entwickelt. Damit kann die Messung der Bodenstrukturqualität anhand von wenigen, einfach erhältlichen Hilfsmitteln, wie beispielsweise einem Spaten, durchgeführt werden. Das BAFU prüft aktuell, wie Grenzwerte für die Qualität der Bodenstruktur in die Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo, SR 814.12) aufgenommen werden können.</p>  Antwort des Bundesrates.