<!DOCTYPE html> <html> <head> <meta charset="utf-8"/><meta content="Weblaw AG Bern - https://weblaw.ch " name="publisher"/> <meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="Content-Type"/> <meta content="Mon, 09 Nov 2020 06:59:10 CET" http-equiv="last-modified"> <meta content="Mon, 09 Nov 2020 06:59:10 CET" http-equiv="date"/> <meta content="AGVE 2019 - Band 28" name="description"/> <title>AGVE 2019 - Band 28</title> </meta></head> <body> <!-- AGVE_PAGE_NR 1 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">185</span> </div> <div class="page" id="S185"> <div role="main"> <span class="text"><b>IX. Wahlen und Abstimmungen </b></span><br/> <span class="text"></span><br/> <span class="text"><b>28 </b> <b>Gemeinderecht</b></span><br/> <span class="text">Kein Finanzreferendum bei Kredit betreffend Anschaffung im Bereich</span><br/> <span class="text">des Finanzvermögens </span><br/> <span class="text">Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 28. August</span><br/> <span class="text">2019, in Sachen A.X., B.Y., C.Y. und D.Z. gegen Einwohnergemeinde Aarau</span><br/> <span class="text">und Departement Volkswirtschaft und Inneres, Gemeindeabteilung</span><br/> <span class="text">(WBE.2019.238).</span><br/> <br/> <span class="text"><i>Aus den Erwägungen </i></span><br/> <br/> <span class="text">1.</span><br/> <span class="text">(...) Umstritten ist einzig, ob der Kreditbeschluss des Einwoh-</span><br/> <span class="text">nerrats vom 25. März 2019 dem Finanzreferendum und damit dem</span><br/> <span class="text">obligatorischen Referendum untersteht.</span><br/> <span class="text">Mit den vom Einwohnerrat gesprochenen CHF 33'580'000.00</span><br/> <span class="text">will die Stadt Aarau die Liegenschaft auf Walthersburg in Aarau als</span><br/> <span class="text">Kapitalanlage erwerben (Botschaft und Antrag an den Einwohnerrat</span><br/> <span class="text">vom 21. Januar 2019), wobei beabsichtigt ist, den Kaufpreis aus</span><br/> <span class="text">eigenen Mitteln des Finanzvermögens (Anlagefonds) oder durch</span><br/> <span class="text">Aufnahme von Fremdkapital zu finanzieren. Neben 30 Mietwoh-</span><br/> <span class="text">nungen verfügt die Liegenschaft über 29 Alterswohnungen für</span><br/> <span class="text">selbstständiges Wohnen im Alter, welche von einer Betriebsgenos-</span><br/> <span class="text">senschaft als Seniorenzentrum betrieben werden. Die Stadt Aarau ist</span><br/> <span class="text">aktuell eine von mehreren Genossenschafterinnen. Mit dem Kauf</span><br/> <span class="text">möchte die Stadt Aarau ihre Position auf dem Immobilienmarkt stär-</span><br/> <span class="text">ken und die Erträge zugunsten der Erfolgsrechnung sichern, wobei in</span><br/> <span class="text">erster Linie marktgerechte Mieteinnahmen erzielt werden sollen.</span><br/> <span class="text">2.</span><br/> <span class="text">2.1.</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 2 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">186</span> </div> <div class="page" id="S186"> <div role="main"> <span class="text">Beschlüsse der Gemeindeversammlung oder des Einwohnerra-</span><br/> <span class="text">tes unterliegen nach Massgabe von Gesetz und Gemeindeordnung</span><br/> <span class="text">der obligatorischen Volksabstimmung (§ 62 Abs. 2 KV). Gemäss</span><br/> <span class="text">§ 57 GG müssen der Gesamtheit der Stimmberechtigten, neben den</span><br/> <span class="text">in lit. a - e aufgezählten und im vorliegenden Fall nicht einschlägigen</span><br/> <span class="text">Geschäften, die von der Gemeindeordnung ausdrücklich bezeichne-</span><br/> <span class="text">ten weiteren Geschäfte zum Entscheid durch die Urne vorgelegt wer-</span><br/> <span class="text">den (lit. f).</span><br/> <span class="text">2.2.</span><br/> <span class="text">Die Gemeindeordnung der Einwohnergemeinde Aarau vom</span><br/> <span class="text">23. Juni 1980 (GO, SRS 1.1-1) bestimmt in § 4 Abs. 1 lit. g (GO),</span><br/> <span class="text">dass Beschlüsse, die eine einmalige Ausgabe von mehr als</span><br/> <span class="text">Fr. 6'000'000.- oder neue, jährlich wiederkehrende Ausgaben von</span><br/> <span class="text">mehr als Fr. 300'000.- zur Folge haben , der Gesamtheit der</span><br/> <span class="text">Stimmberechtigten zum Entscheid an der Urne vorgelegt werden</span><br/> <span class="text">müssen. Ein solcherart ausgestaltetes Finanzreferendum soll den</span><br/> <span class="text">Stimmbürgern als Steuerzahler über das Verfassungs- und</span><br/> <span class="text">Gesetzesreferendum hinaus bei Verwaltungsakten von erheblicher</span><br/> <span class="text">finanzieller Tragweite ein unmittelbares Mitspracherecht sichern</span><br/> <span class="text">(ADRIAN HUNGERBÜHLER, Das Finanzreferendum nach der</span><br/> <span class="text">aargauischen Kantonsverfassung vom 25. Juni 1980, ZBl 86/1985</span><br/> <span class="text">S. 331).</span><br/> <span class="text">3.</span><br/> <span class="text">Für die Beantwortung der Frage, ob das Finanzreferendum auf</span><br/> <span class="text">ein konkretes Sachgeschäft Anwendung findet, sind der Begriff der</span><br/> <span class="text">Ausgabe und die Unterscheidung zwischen Finanz- und Verwal-</span><br/> <span class="text">tungsvermögen von ausschlaggebender Bedeutung.</span><br/> <span class="text">3.1.</span><br/> <span class="text">§ 84a Abs. 1 GG umschreibt das Finanzvermögen als jene Ver-</span><br/> <span class="text">mögenswerte, die ohne Beeinträchtigung der öffentlichen Aufgaben-</span><br/> <span class="text">erfüllung veräussert werden können. Das Verwaltungsvermögen um-</span><br/> <span class="text">fasst demgegenüber jene Vermögenswerte, die der öffentlichen Auf-</span><br/> <span class="text">gabenerfüllung dienen (§ 84a Abs. 2 GG). Während das Finanzver-</span><br/> <span class="text">mögen demnach nur mittelbar durch seinen Vermögenswert oder</span><br/> <span class="text">seine Erträgnisse für die Erfüllung staatlicher Aufgaben zur Verfü-</span><br/> <span class="text">gung steht, dienen dem Verwaltungsvermögen zuzurechnende Werte</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 3 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">187</span> </div> <div class="page" id="S187"> <div role="main"> <span class="text">unmittelbar aufgrund ihres Gebrauchswerts der Besorgung öffent-</span><br/> <span class="text">licher Aufgaben. Diese Gebrauchswerte sind denn auch - im Gegen-</span><br/> <span class="text">satz zu den grundsätzlich realisierbaren Aktiven des Finanzvermö-</span><br/> <span class="text">gens - nicht veräusserbar oder pfändbar (ULRICH HÄFELIN/GEORG</span><br/> <span class="text">MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auf-</span><br/> <span class="text">lage, Zürich 2016, N 2203 ff.; BGE 138 I 247 E. 2.3.2). In der Ver-</span><br/> <span class="text">ordnung über den Finanzhaushalt der Gemeinden, Gemeindeverbän-</span><br/> <span class="text">de und Gemeindeanstaltenvom 19. September 2012 (FiV,</span><br/> <span class="text">SAR 617.113) ist ausserdem festgelegt, dass zum Finanzvermögen</span><br/> <span class="text">unter anderem Grundstücke gehören, die als Kapitalanlage erworben</span><br/> <span class="text">werden (§ 3 Abs. 1 FiV). Zum Verwaltungsvermögen zählt § 3</span><br/> <span class="text">Abs. 1 lit. a und b FiV dagegen insbesondere Grundstücke, die mit</span><br/> <span class="text">Bauten und Anlagen für öffentliche Zwecke überbaut sind, und sol-</span><br/> <span class="text">che in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen.</span><br/> <span class="text">3.2.</span><br/> <span class="text">Der Begriff der Ausgabe wird bereits in § 63 Abs. 1 lit. d KV</span><br/> <span class="text">bei der Regelung des fakultativen Referendums auf Kantonsebene</span><br/> <span class="text">verwendet. Das Gemeindegesetz umschreibt die Ausgabe als Ver-</span><br/> <span class="text">wendung von Finanzvermögen zur Erfüllung öffentlicher Zwecke</span><br/> <span class="text">(§ 84b Abs. 2 GG). Von einer Ausgabe, welche dem Finanzreferen-</span><br/> <span class="text">dum unterliegt, wird dann gesprochen, wenn der Staat mit der Geld-</span><br/> <span class="text">summe keinen gleichwertigen realisierbaren Vermögenswert erwirbt</span><br/> <span class="text">(HUNGERBÜHLER, a.a.O., S. 333). Auch der Erwerb von Verwal-</span><br/> <span class="text">tungsvermögen sowie die Umwandlung von Finanz- in Verwaltungs-</span><br/> <span class="text">vermögen stellen eine Ausgabe dar (BGE 123 I 78; HÄFELIN/</span><br/> <span class="text">MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N 2220).</span><br/> <span class="text">Demgegenüber untersteht die blosse Kapitalanlage als solche</span><br/> <span class="text">nicht dem Finanzreferendum (HUNGERBÜHLER, a.a.O., S. 333). Eine</span><br/> <span class="text">Anlage ist ein Finanzvorfall, dem ein frei realisierbarer Wert gegen-</span><br/> <span class="text">übersteht und der bloss zur Umschichtung innerhalb des Finanzver-</span><br/> <span class="text">mögens führt (§ 84b Abs. 3 GG). Das entscheidende Kriterium für</span><br/> <span class="text">die Unterstellung unter das Finanzreferendum ist folglich die Ver-</span><br/> <span class="text">minderung des Finanzvermögens und damit einhergehend die Mehr-</span><br/> <span class="text">belastung des Steuerzahlers. Werden dem Finanzvermögen Mittel</span><br/> <span class="text">entzogen, muss darüber abgestimmt werden - dies jedoch nur bei</span><br/> <span class="text">einem echten Mittelabfluss, d.h. wenn dem Finanzvermögen kein</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 4 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">188</span> </div> <div class="page" id="S188"> <div role="main"> <span class="text">realisierbarer Gegenwert zugeführt wird. Eine Investition mit Mitteln</span><br/> <span class="text">aus dem Finanzvermögen in Werte, die wiederum zum Finanzver-</span><br/> <span class="text">mögen gehören, verringert das Finanzvermögen nicht und die Reali-</span><br/> <span class="text">sierbarkeit bleibt erhalten (GIERI CAVIEZEL, Das Finanzreferendum</span><br/> <span class="text">im Allgemeinen und unter besonderer Berücksichtigung des Kantons</span><br/> <span class="text">Graubünden, Diss. Freiburg 1987, S. 54 f.; vgl. auch PIERRE</span><br/> <span class="text">TSCHANNEN, in: Basler Kommentar zur Bundesverfassung, Basel</span><br/> <span class="text">2015, Art. 34 N 27 f.; GEROLD STEINMANN, Die Schweizerische</span><br/> <span class="text">Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Auflage 2014, Art. 34</span><br/> <span class="text">N 18; YVO HANGARTNER/ANDREAS KLEY, Die Demokratischen</span><br/> <span class="text">Rechte in Bund und Kantonen der Schweizerischen Eidgenossen-</span><br/> <span class="text">schaft, Zürich 2000, N 1832 ff.).</span><br/> <span class="text">3.3.</span><br/> <span class="text">In einem älteren Entscheid hielt das Bundesgericht fest, der Er-</span><br/> <span class="text">werb von Liegenschaften zu Anlagezwecken stelle keine Ausgabe im</span><br/> <span class="text">Sinne des Finanzreferendums dar (BGE 89 I 37 S. 43 f.). Einige Jah-</span><br/> <span class="text">re später äusserte es sich in ähnlicher Weise, dass der Erwerb eines</span><br/> <span class="text">Grundstücks durch den Staat keine Ausgabe (im Sinne einer Vermin-</span><br/> <span class="text">derung des Staatsvermögens) darstellt, sondern erst die Inanspruch-</span><br/> <span class="text">nahme dieses Grundstücks für einen bestimmten öffentlichen Zweck</span><br/> <span class="text">(BGE 111 Ia 201 E. 5a S. 208 f.). An dieser Ansicht hielt das Bun-</span><br/> <span class="text">desgericht in den folgenden Jahren fest und führte zum verfassungs-</span><br/> <span class="text">politischen Zweck des Finanzreferendums aus, dem Bürger solle</span><br/> <span class="text">damit bei Beschlüssen über erhebliche Ausgaben, die ihn als Steuer-</span><br/> <span class="text">zahler mittelbar treffen, ein Mitspracherecht gesichert werden. Mit</span><br/> <span class="text">Verweis auf das Begriffspaar Anlage und Ausgabe stellte es</span><br/> <span class="text">ausserdem fest, um eine Anlage handle es sich dann, wenn einer</span><br/> <span class="text">staatlichen Aufwendung ein frei realisierbarer Wert gegenüberstehe</span><br/> <span class="text">und das erworbene Objekt nicht von Rechts wegen zu einer Verwen-</span><br/> <span class="text">dung bestimmt sei, welche seine wirtschaftliche Veräusserung aus-</span><br/> <span class="text">schliesse, wie diejenige zu Verwaltungszwecken. Daraus folgerte es</span><br/> <span class="text">im konkreten Fall, dass mit der Absicht, einen Wohn-, Büro- und La-</span><br/> <span class="text">dentrakt eines Gebäudes zu erstellen und weiterzuvermieten eine An-</span><br/> <span class="text">lagetätigkeit verfolgt werde und der Vorgang keine Ausgabe darstelle</span><br/> <span class="text">(BGE 112 Ia 221 E. 2a S. 226 f.). Schliesslich qualifizierte das Bun-</span><br/> <span class="text">desgericht den Kredit für den Umbau einer bisher an eine private</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 5 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">189</span> </div> <div class="page" id="S189"> <div role="main"> <span class="text">Mieterin vermieteten Liegenschaft der Stadt Zürich, um die Liegen-</span><br/> <span class="text">schaft danach als Gerichtsgebäude zu nutzen, als eine Übertragung</span><br/> <span class="text">von Finanz- in Verwaltungsvermögen und damit als Ausgabe, welche</span><br/> <span class="text">dem Finanzreferendum unterstellt ist (BGE 123 I 78 E. 5b S. 84).</span><br/> <span class="text">Anlagen seien Veränderungen innerhalb des Finanzvermögens; dabei</span><br/> <span class="text">werde zur Werterhaltung und Sicherung eines angemessenen Ertra-</span><br/> <span class="text">ges vorhandenes eigenes Vermögen in eine andere wirtschaftliche</span><br/> <span class="text">Form gebracht (BGE 123 I 78 E. 3c S. 82).</span><br/> <span class="text">4.</span><br/> <span class="text">4.1.</span><br/> <span class="text">Beim beabsichtigten Erwerb der Liegenschaft auf Walthers-</span><br/> <span class="text">burg , welche sich in der Wohnzone und nicht in der Zone für öffent-</span><br/> <span class="text">liche Bauten befindet, steht das Tätigen einer reinen Finanzanlage im</span><br/> <span class="text">Vordergrund. So soll die Liegenschaft nach dem Kauf in das Liegen-</span><br/> <span class="text">schaftenportfolio im Finanzvermögen integriert werden. In diesem</span><br/> <span class="text">Zusammenhang bleibt festzuhalten, dass der Erwerb und die Ver-</span><br/> <span class="text">äusserung von Grundstücken nicht den Wert des Gemeindevermö-</span><br/> <span class="text">gens verändert, sondern bloss die Zusammensetzung desselben. An-</span><br/> <span class="text">stelle von liquiden Mitteln (Kaufpreis) wird der Wert eines Grund-</span><br/> <span class="text">stücks im Finanzvermögen bilanziert oder umgekehrt (ANDREAS</span><br/> <span class="text">BAUMANN, Aargauisches Gemeinderecht, 4. Auflage, Zürich 2017,</span><br/> <span class="text">S. 361 FN 7).</span><br/> <span class="text">4.2.</span><br/> <span class="text">Die 29 bestehenden Alterswohnungen stellen dabei kein Hin-</span><br/> <span class="text">dernis für die Überführung in das Finanzvermögen dar, unterscheidet</span><br/> <span class="text">sich doch das Anbieten von Wohnungen für ein selbstbestimmtes</span><br/> <span class="text">Wohnen im Alter klar von der Führung eines Altersheims, welches</span><br/> <span class="text">zum Verwaltungsvermögen gehört. Dies gilt unabhängig davon, ob</span><br/> <span class="text">die Miete der Alterswohnungen an den Bezug von (minimalen) Pfle-</span><br/> <span class="text">ge- und Betreuungsleistungen gebunden ist oder nicht. Unter Beach-</span><br/> <span class="text">tung der gesetzlichen und vertraglichen Fristen können Alterswoh-</span><br/> <span class="text">nungen gekündigt und anderweitig (ohne Pflichtleistungen) vermietet</span><br/> <span class="text">werden. Die Stellung der Stadt als eine von vierzehn Genossenschaf-</span><br/> <span class="text">terinnen der Betriebsgenossenschaft ändert an der Qualifikation der</span><br/> <span class="text">Alterswohnungen als Finanzvermögen nichts. Erst wenn die Stadt</span><br/> <span class="text">beispielsweise selber Pflege- und Betreuungsdienste anbieten oder</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 6 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">190</span> </div> <div class="page" id="S190"> <div role="main"> <span class="text">aus sozialpolitischen Gründen auf Marktmieten verzichten würde,</span><br/> <span class="text">könnte dies als Wechsel vom Finanz- zum Verwaltungsvermögen be-</span><br/> <span class="text">trachtet werden und unterläge demnach dem Finanzreferendum. Da-</span><br/> <span class="text">von ist in der stadträtlichen Botschaft jedoch keine Rede.</span><br/> <span class="text">4.3.</span><br/> <span class="text">Wird der Begriff Ausgabe im Sinne von § 4 lit. g GO in</span><br/> <span class="text">Übereinstimmung mit dem übergeordneten Recht und der bundesge-</span><br/> <span class="text">richtlichen Rechtsprechung ausgelegt, wird klar, dass sich eine Aus-</span><br/> <span class="text">gabe ausschliesslich auf das Verwaltungsvermögen oder die Um-</span><br/> <span class="text">widmung von Finanz- in Verwaltungsvermögen beziehen kann. Der</span><br/> <span class="text">vorliegende Erwerb der Liegenschaft auf Walthersburg ist als Ka-</span><br/> <span class="text">pitalanlage zu qualifizieren und nicht als Ausgabe im Sinne von § 4</span><br/> <span class="text">lit. g GO. Das Sachgeschäft untersteht damit nicht dem Finanzrefe-</span><br/> <span class="text">rendum.</span><br/> <span class="text"></span><br/> </div> </div> </body> </html>