Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 13. November 2019 (810 19 50) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Staatssteuer 2015 / Anfechtung einer amtlichen Einschätzung Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Nikla us Ruckstuhl, Markus Clausen, Hans Furer , Daniel Häring, Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch B.____ AG gegen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel -Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Beschwerdegegner Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft , Beschwerdegeg- nerin Einwohnergemeinde C.____ , Beigeladene Betreff Staatssteuer 2015 (Entscheid der Abteilung Steuergericht vom 14. Dezember 2018) A. Nachdem der britische Staatsangehörige A.____, vertr eten durch die B.____ AG, die Steuererklärung für das Jahr 2015 nicht innert Frist ei ngereicht hatte, mahnte ihn die Steuer- verwaltung des Kantons Basel-Landschaft (Steuerverwaltung) mit Schreiben vom 13. Juni 2016 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht und vom 9. Februar 2017. Da der Steuerpflichtige auf kein Schreiben reagierte, wurde er mit Veranlagungsverfügung zur Staatssteuer 2015 vom 24. Au gust 2017 amtlich zu einer Einkom- menssteuer von Fr. 37'933.70 und einer Vermögenssteuer von Fr. 1'445.45 veranlagt. B. Dagegen erhob der Steuerpflichtige, nachfolgend i mmer vertreten durch die B.____ AG, bei der Steuerverwaltung mit Eingabe vom 18. Septemb er 2017 Einsprache. Innert gewährter Frist reichte er mit Eingabe vom 29. Dezember 2017 die Begründung zur Einsprache gegen die Veranlagungsverfügungen zu den Staatssteuern und dire kten Bundessteuern 2015 sowie die Begründung der Revisionsgesuche für die Veranlagungsverfügungen zu den Staatssteuern und direkten Bundessteuern 2013 und 2014 sowie den Antrag auf Neuveranlagung der Quellen- steuer für das Jahr 2016 ein. Bezüglich Einsprache gegen die Veranlagungsverfügung zur Staatssteuer 2015 beantragte er, sein steuerbares Einkomm en für das Jahr 2015 sei auf Fr. 42'365.-- festzusetzen und er sei der Quellensteue r zu unterstellen. Zur Begründung führte die Vertreterin des Steuerpflichtigen aus, dass die Arb eitgeberin des Steuerpflichtigen bei des- sen Wegzug aus der Schweiz im Juli 2016 die B.____ UK in Grossbritannien beauftragt habe, ihn beim Erstellen der Steuererklärung 2016/2017 zu u nterstützen. Im Rahmen der Erstellung der britischen Steuererklärung sei der Reisekalender de s Steuerpflichtigen überprüft und dabei festgestellt worden, dass dieser von April 2013 bis Augu st 2016 nicht nur regelmässig nach Grossbritannien gereist sei, sondern den grössten Teil sei ner Arbeitstage sowie seiner Freizeit mit seiner Lebensabschnittspartnerin und dem im Jahr 201 3 geborenen Sohn in Grossbritanni- en verbracht habe. Somit habe sich der Lebensmittelpu nkt und damit der steuerrechtliche Wohnsitz ab April 2013 gemäss Art. 4 des Doppelbesteuerun gsabkommens zwischen der Schweiz und Grossbritannien vom 8. Dezember 1977 (nachf olgend DBA CH-UK) nach Gross- britannien verlagert. Aus diesem Grund habe die Sch weiz lediglich das Besteuerungsrecht auf Arbeitstage, welche in der Schweiz verbracht worden se ien. Den britischen Steuererklärungen 2013/2014, 2014/2015 und 2015/2016 sei zu entnehmen, dass in Grossbritannien Arbeitstage, welche in Grossbritannien sowie in Drittstaaten verbra cht worden seien, besteuert würden. Die Vertreterin des Steuerpflichtigen reichte eine Übersich t "Detail zum Erwerbseinkommen 2015", den Lohnausweis inkl. monatliche Lohnabrechnungen und seinen Reisekalender ein. Da entge- gen dem Beilagenverzeichnis die britischen Steuererklärungen nicht eingereicht worden waren, ersuchte die Steuerverwaltung um Nachreichung derselben. Ebenso forderte die Steuerverwal- tung den Steuerpflichtigen unter dem Betreff "Revision sgesuch gegen die Veranlagungsverfü- gungen der Staats- und Gemeindesteuern sowie der direk ten Bundessteuern der Jahre von 2013 bis 2015" auf, einen "belegmässigen Nachweis" dafür einzureichen, dass er vom 18. Juli 2013 bis zum 31. Juli 2016 in Grossbritannien ansässig bzw. angemeldet gewesen sei. Des Weiteren habe er die von den Steuerbehörden in Grossb ritannien ausgestellten Besteuerungs- nachweise der Jahre 2013 bis 2016 einzureichen. Mit Eing abe vom 6. April 2018 wurden die Steuererklärungen der Jahre 2013 bis 2016 aus Grossbritannien ins Recht gelegt. Die Vertrete- rin des Steuerpflichtigen hielt in ihrem Begleitschreiben vom 6. April 2018 fest, dass in Grossbri- tannien keine von der Steuerbehörde ausgestellten Best euerungsnachweise existieren würden, da die Steuern in Grossbritannien selbstveranlagend seien. C. Die Steuerverwaltung trat auf die Einsprache geg en die Veranlagungsverfügung zur Staatssteuer 2015 mit Entscheid vom 18. Mai 2018 nicht ein und führte zur Begründung aus, es Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sei keine Steuererklärung eingereicht worden. Des Weite ren erklärte die Steuerverwaltung, dass der Steuerpflichtige in seinem Schreiben vom 29. Dezember 2017 nur Unterlagen nachge- reicht habe, welche den im Jahr 2016 erzielten Lohn bet reffen würden. Im Übrigen trat die Steuerverwaltung gleichentags mit jeweiligen Entscheiden auf die Einsprache gegen die Veran- lagungsverfügung zur direkten Bundessteuer 2015 nicht e in und wies den Antrag des Steuer- pflichtigen auf Nachveranlagung der Quellensteuer 201 6 sowie die Revisionsgesuche betref- fend die Staatssteuern und die direkten Bundessteuern für die Jahre 2013 und 2014 ab. D. Der Steuerpflichtige erhob gegen den Einspracheen tscheid betreffend Veranlagungsver- fügung zur Staatssteuer 2015 am 20. Juni 2018 beim Ste uer- und Enteignungsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Steuergericht (Steuergericht), R ekurs. Die Vertreterin des Steuerpflichti- gen machte wie bereits in der Einsprache geltend, die Überprüfung des Reisekalenders des Steuerpflichtigen habe erst im Zuge der Mandatierung für die britische Steuererklärung stattge- funden. Überdies verfüge der Steuerpflichtige mit sei ner Partnerin über ein gemeinsames Kon- to. E. Das Steuergericht kam in seinem Entscheid vom 14. D ezember 2018 zum Schluss, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf die Einsprache eingetreten sei, weshalb der Rekurs abzuweisen sei. Im Wesentlichen wurde die Abweisung damit begründet, dass der Steuerpflich- tige im Anschluss an die Ermessenseinschätzung einzelne v ersäumte Verfahrenshandlungen nachgeholt habe. Er sei aber seiner Mitwirkungspflicht nicht vollständig nachgekommen, da er weder eine schweizerische Steuererklärung noch Belege hin sichtlich seines Vermögens, des Vermögensertrages und der Abzüge eingereicht habe. F. Dagegen erhob der Steuerpflichtige mit Eingabe vo m 27. Februar 2019 beim Kantons- gericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verw altungsrecht (Kantonsgericht), Be- schwerde und beantragte, es sei der Einsprache gegen di e Ermessenseinschätzung vom 29. Dezember 2017 gemäss dem eingereichten Rekurs vom 2 0. Juni 2018 stattzugeben und formell darauf einzutreten. Es sei festzustellen, dass sich die steuerrechtliche Ansässigkeit des Beschwerdeführers gemäss DBA CH-UK im Steuerjahr 2015 in Grossbritannien befunden ha- be. Es sei eine Quellensteuer auf dem Einkommen aus uns elbstständiger Erwerbstätigkeit zu erheben, welche im Jahr 2015 auf "Schweizer Arbeitst age" entfallen sei. Er machte geltend, dass mit der eingereichten Einsprache und deren Ausfü hrungen die versäumten Mitwirkungs- pflichten genügend nachgeholt worden seien und damit auf die Einsprache formell einzutreten und den Rechtsbegehren stattzugeben sei. Das Steuergericht und die Steuerverwaltung beantragte n in ihren Vernehmlassungen vom 20. März 2019 bzw. vom 29. März 2019 die Abweisung der B eschwerde. Die beigeladene Ge- meinde C.____ liess sich nicht vernehmen. Mit Verfügung vom 26. April 2016 überwies das Gericht spräsidium den Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Nach § 131 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gem eindesteuern (Steuergesetz, StG) vom 7. Februar 1974 können Entscheide des Steuerg erichts mit Verwaltungsgerichtsbe- schwerde beim Kantonsgericht angefochten werden. Da sä mtliche weiteren formellen Voraus- setzungen gemäss den §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 erfüllt sind, kann auf die vorliegende Beschwerde ge- gen den Steuerentscheid betreffend Staatssteuer 2015 eingetreten werden. 2. Im vorliegenden Verfahren stellt sich die Frage, ob die Steuerverwaltung zu Recht nicht auf die Einsprache gegen die Ermessensveranlagung zur Staatssteuer 2015 eingetreten ist und das Steuergericht deren Nichteintretensentscheid zu Recht geschützt hat. 3.1. Gemäss § 106 StG wird Steuerpflichtigen, die inn erhalb der festgesetzten Nachfrist die Steuererklärung nicht einreichen oder vervollständigen, eine Mahnung mit einer letzten Frist zugestellt (Abs. 1). Kommt der Steuerpflichtige der Ma hnung nicht nach, so wird er von Amtes wegen eingeschätzt (Abs. 2). Bei der Ermessensveranlagung wird ein bestehender Untersu- chungsnotstand mittels Schätzung überwunden. Eine Schätz ung beruht naturgemäss auf Un- schärfen, da Annahmen und Vermutungen getroffen werde n müssen. Vor diesem Hintergrund hat der Gesetzgeber in Art. 48 Abs. 2 des Bundesgesetze s über die Harmonisierung der direk- ten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG) vom 14. Dezember 1990 und § 106 Abs. 2 StG für die Einsprache gegen eine Ermessensveranlagung b esondere Voraussetzungen im Vergleich zur "gewöhnlichen" Einsprache vorgesehen (H ENK FENNERS /M ARTIN LOOSER , Beson- derheiten bei der Anfechtung der Ermessensveranlagung , in: Aktuelle Juristische Praxis 2013, S. 33 ff., S. 43). 3.2. Ergreift der Steuerpflichtige – wie im vorliege nden Fall – gegen eine amtliche Einschät- zung (Ermessensveranlagung) ein Rechtsmittel, so hat er i m Einspracheverfahren gemäss § 106 Abs. 3 StG und Art. 48 Abs. 2 StHG die offensic htliche Unrichtigkeit der Einschätzung nachzuweisen, wobei die Einsprache zu begründen ist un d allfällige Beweismittel zu nennen sind. Die Ermessensveranlagung kann nur wegen offensichtl icher Unrichtigkeit angefochten werden. Damit will das Gesetz nicht das in Art. 48 Abs. 1 StHG verankerte Einspracherecht des Steuerpflichtigen i.S. eines zusätzlichen Gültigkeitserfo rdernisses einschränken, bei dessen Fehlen auf die Einsprache nicht einzutreten ist. Dies h iesse nämlich, dass es von der materiel- len Prüfung der Ermessensveranlagung abhinge, ob überha upt Einsprache erhoben werden könnte. Eine solche Regelung, die letztlich die Durchführung eines Verfahrens erfordern würde, um festzustellen, ob auf die Einsprache eingetreten und das Einspracheverfahren durchgeführt werden könne, erschiene sinnlos. Art. 48 Abs. 2 Satz 1 S tGH ist folglich dahingehend auszule- gen, dass die Veranlagungsbehörde die Ermessensveranlagu ng im Einspracheverfahren bloss dann aufheben bzw. abändern kann und darf, wenn sich d iese als offensichtlich unrichtig er- weist (MARTIN ZWEIFEL /S ILVIA HUNZIKER , in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweize- rischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 3. Aufl., Basel 2017, Rz 42 zu Art. 48 StGH). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3. Art. 48 Abs. 2 StGH verlangt die Begründung der Einsprache. Die Erfordernisse der Be- gründung und der Nennung der Beweismittel stellen bei Einsprachen, die gegen eine Ermes- sensveranlagung erhoben werden, Prozessvoraussetzungen dar (BGE 131 II 548 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_316/2014, 2C_317/2014 vom 30. April 2014 E. 2.1). Eine rechtsgenüg- liche Begründung setzt dabei in aller Regel voraus, dass die unterlassene Mitwirkungshandlung nachgeholt wird, weil nur so der Nachweis der Unrichtig keit der Veranlagung erbracht werden kann. Dies ändert jedoch nichts daran, dass nur die Einsp rachebegründung als solche eine Sachurteilsvoraussetzung darstellt, nicht aber das Nachreich en der Steuererklärung an und für sich (Urteil des Bundesgerichts 2C_620/2007,2C_621/2007 vo m 2. Juli 2008 E. 3.2). Der Steu- erpflichtige hat demgemäss nachzuweisen, dass die Ermessensve ranlagung nicht den tatsäch- lichen Verhältnissen entspricht. Er hat mittels umfassenden Unrichtigkeitsnachweises die bisher vorhandene Ungewissheit bezüglich des Sachverhalts zu bese itigen; blosse Teilnachweise ge- nügen dabei nicht. Mit der Einsprache ist daher der Sa chverhalt in substantiierter Weise darzu- legen und sind die erforderlichen Beweismittel zu nenn en. Es genügt mithin nicht, die Ermes- sensveranlagung bloss in pauschaler Weise zu bestreiten oder lediglich einzelne Positionen der Veranlagung als zu hoch zu bezeichnen. Vielmehr hat de r Steuerpflichtige, der seine Mitwir- kungspflichten im Veranlagungsverfahren nicht erfüllt und dadurch eine Ermessensveranlagung bewirkt hat, in der Regel diese Handlungen nachzuholen, um die Einsprache genügend zu be- gründen. In der Regel erfolgt dies durch nachträgliche Einreichung der Steuererklärung. Nach der Rechtsprechung ist das Nachreichen der Steuererkläru ng jedoch nicht Gültigkeitsvoraus- setzung der Einsprache (Urteil des Bundesgerichts 2C_620 /2007, 2C_621/2007 vom 2. Juli 2008 E. 3.2; FENNERS /LOOSER , a.a.O., S. 41 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch MARTIN ZWEIFEL / HUGO CASANOVA /MICHAEL BEUSCH /SILVIA HUNZIKER , Schweizerisches Steuerverfahrensrecht Direkte Steuern, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2018, S. 308). Der Steuerpflichtige kann die offen- sichtliche Unrichtigkeit einer Ermessensveranlagung unter Umständen auch ohne die Nachrei- chung der Steuererklärung substantiiert begründen und mit anderen Beweismitteln genügend belegen (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 2C_57 9/2008 vom 29. April 2009 E. 2.1 f. mit weiteren Hinweisen; KRISTIAN A. MEIER , in: Nefzger/Simonek/Wenk [Hrsg.], Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft [Kommentar StG] , Basel 2004, Rz 13 zu § 106 StG). Die steuerpflichtige Person ist gemäss Art. 48 Abs. 2 StG H nicht gehalten, allfällige Beweismit- tel der Einsprache beizulegen oder innerhalb der Einspr achefrist einzureichen. Es reicht, wenn die Beweismittel angeboten werden. An das Beweisangebot sind jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Es muss eindeutig sein, das heisst, das angeb otene Beweismittel ist genau zu be- zeichnen. Hinzu kommt, dass für den formell gehörigen A ntritt des Unrichtigkeitsnachweises diejenigen Beweismittel angeboten werden müssen, die sich als geeignet erweisen, den Unter- suchungsnotstand zu beseitigen (FENNERS /L OOSER , a.a.O., S. 40). 3.4. Bei der Anfechtung des Einspracheentscheids bei der Rekurs- bzw. Beschwerdeinstanz ist danach zu differenzieren, ob die steuerpflichtige Pe rson einen Nichteintretens- oder einen Sachentscheid anficht. Im Rekurs- bzw. Beschwerdeverfahre n gegen einen Nichteintretensent- scheid bildet lediglich die Frage den Streitgegenstand, ob die Einspracheinstanz zu Recht nicht auf die Einsprache eingetreten ist. Die steuerpflich tige Person hat daher vor der Rekurs- bzw. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeinstanz in substantiierter Form vorzubringen, inwiefern der Nichteintretensentscheid unrichtig sein soll. Aufgrund der genannten Beschränk ung des Streitobjekts kann sie indessen vor der Rekurs- bzw. Beschwerdeinstanz keine neuen Beweism ittel mehr vorbringen. Massge- bend ist also der Aktenstand im Zeitpunkt des angefocht enen Nichteintretensentscheids. Auch das Bundesgericht hat entschieden, dass im Rahmen eines R echtsmittels gegen einen Nicht- eintretensentscheid lediglich zu überprüfen ist, ob sich die Ermessenstaxation aufgrund der von der steuerpflichtigen Person in der Einsprache vorgebrachten Begründung und Beweismittel als offensichtlich unrichtig erweist (F ENNERS /L OOSER , a.a.O., S. 42 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 2A.39/2004 vom 29. März 2005 E. 5.2). 4.1. Im vorliegenden Fall ist strittig, wo sich das steu errechtliche Domizil des Beschwerdefüh- rers für das Steuerjahr 2015 befunden hat. Der Beschwer deführer hätte somit mit der Einspra- che gegen die Ermessenstaxation unter anderem in substanti ierter Weise darlegen müssen, dass sich sein Wohnsitz im Jahr 2015 offensichtlich nicht me hr in der Schweiz befand, und die erforderlichen Beweismittel diesbezüglich einreichen bzw. nennen müssen. 4.2.1. Art. 4 Abs. 1 StG bestimmt, dass natürliche Person en aufgrund persönlicher Zugehörig- keit steuerpflichtig sind, wenn sie ihren steuerrechtliche n Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben. Einen steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton hat eine natürliche Person, wenn sie im Kanton Basel-Landschaft wohnt oder dort ihren gesetzlichen Wohnsitz hat (vgl. § 4 Abs. 2 StG; vgl. auch Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 StHG betreffend die Steuerpflicht natürlicher Personen auf- grund persönlicher Zugehörigkeit und Art. 72 Abs. 2 St HG). Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts gilt, dass als steuerrechtlicher Wohnsi tz einer Person der Ort gilt, an dem sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen befindet. Die ser Ort bestimmt sich nach der Ge- samtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich diese Interessen erkennen las- sen. Der steuerrechtliche Wohnsitz ist demzufolge nicht f rei wählbar. Der Ort, an welchem die Schriften hinterlegt sind oder die politischen Rechte au sgeübt werden, spielt nicht eine ent- scheidende Rolle. Als äussere Merkmale können sie ein Ind iz für den steuerrechtlichen Wohn- sitz bilden, falls auch das übrige Verhalten der Person dafürspricht. Ausserdem fällt eine bloss affektive Bevorzugung eines Orts nicht ins Gewicht. Für d ie Begründung eines neuen Wohnsit- zes müssen zwei Merkmale erfüllt sein: ein objektives äussere s, der Aufenthalt, sowie ein sub- jektives inneres, die Absicht dauernden Verbleibens. Nach der Rechtsprechung kommt es auch diesbezüglich nicht auf den inneren Willen, sondern dar auf an, welche Absicht objektiv erkenn- bar ist. Die nach aussen erkennbare Absicht muss auf einen dauernden Aufenthalt gerichtet sein. Auch ein von vornherein bloss vorübergehender Auf enthalt kann einen Wohnsitz begrün- den, wenn er auf eine bestimmte Dauer angelegt ist un d der Lebensmittelpunkt dorthin verlegt wird. Die zur Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitze s zugrunde liegenden Tatsachen sind steuerbegründend und daher von den Steuerbehörde n nachzuweisen. Die steuerpflichtige Person ist jedoch zur Mitwirkung und zu umfassender Auskun ftserteilung über die für die Be- steuerung massgebenden Umstände verpflichtet (vgl. §§ 101 ff. StG; Art. 42 StHG). Dies gilt insbesondere für Tatsachen, die eine andere Würdigung des steuerrechtlichen Wohnsitzes im Vergleich zu den Vorperioden verlangen. Dazu gehört n icht nur die endgültige Lösung der Ver- bindungen zum bisherigen Wohnsitz, sondern auch die Darst ellung der tatsächlichen Umstän- de, welche zur Begründung des neuen Wohnsitzes geführt h aben (Urteil des Bundesgerichts Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2C_170/2019 vom 19. September 2019 E. 5.1 ff. mit weiteren Hinweisen; Urteil des Kantonsge- richts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, vom 27. April 2016 [810 15 245] E. 5.2). 4.2.2. Das Bundesgericht hat in konstanter Praxis ausge führt, dass für eine Wohnsitzverlegung ins Ausland nicht genügt, die Verbindungen zum bisherig en Wohnsitz zu lösen; entscheidend ist vielmehr, dass nach den gesamten Umständen ein neuer Wohnsitz begründet worden ist. Es gilt grundsätzlich, dass niemand an mehreren Wohnorten zugleich Wohnsitz haben kann. Gleichermassen bleibt der einmal begründete Wohnsitz gru ndsätzlich bis zum Erwerb eines neuen bestehen. Begibt sich der Steuerpflichtige ins Au sland, so hat er die direkten Bundes- steuern und kantonalen Steuern zu entrichten, bis er na chweisbar im Ausland einen neuen Wohnsitz begründet hat. Eine andere Sichtweise würde eine zu grosse Missbrauchsgefahr nach sich ziehen (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Mai 2012 E. 3.3, publ. in: Basellandschaftli- che und Baselstädtische Steuerpraxis 3/2013 S. 113). 4.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, sein steuerrecht licher Wohnsitz habe sich im Jahr 2015 in Grossbritannien und nicht wie angenommen in d er Schweiz befunden. Aus diesem Grund sei das im Steuerjahr 2015 ausgezahlte Erwerbseinkommen, welches sich auf Arbeitsta- ge in der Schweiz wie auch in Grossbritannien bzw. Drittstaaten beziehe, nach Art. 15 DBA CH- GB entsprechend zu besteuern. Überdies sei das Jahr 2015 im Rahmen der Quellenbesteue- rung neu zu veranlagen. Die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers habe bei dessen Wegzug im Juli 2016 die B.____ UK in Grossbritannien beauftragt, ihn beim Erstellungsprozess der Steuer- erklärung 2016/2017 zu unterstützen. Im Rahmen der Er stellung der britischen Steuererklärung sei der Reisekalender des Beschwerdeführers überprüft und dabei festgestellt worden, dass der Beschwerdeführer von April 2013 bis August 2016 nicht nur regelmässig nach Grossbritannien gereist sei, sondern den grössten Teil der Arbeitstage so wie seine Freizeit mit seiner Lebens- partnerin und dem im Jahre 2013 geborenen Sohn in Gr ossbritannien verbracht habe. Somit habe sich der Lebensmittelpunkt und damit der steuerrech tliche Wohnsitz ab diesem Zeitpunkt nach Grossbritannien verlagert. Aus diesem Grund habe die Schweiz lediglich das Besteue- rungsrecht auf Arbeitstage, welche in der Schweiz verbra cht worden seien. Dem Beschwerde- führer sei es nicht bewusst gewesen, welchen Einfluss die F amilie, welche ihren Wohnsitz in Grossbritannien beibehalten habe, und die damit in Ve rbindung stehenden zunehmenden Ar- beits- und Freizeitaufenthalte in Grossbritannien auf die Besteuerung in den jeweiligen Ländern gehabt habe. Dementsprechend habe der Beschwerdeführ er seinen schweizerischen Treuhän- der darüber nicht informiert. In Absprache mit der B .____ UK habe die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers festgestellt, dass der Basislohn vollumfän glich in der Schweiz besteuert worden sei, obwohl das Besteuerungsrecht gemäss DBA CH-G B zum Teil Grossbritannien zu- stehe. Dieser Gehaltsbestandteil hätte von der Besteuerung in der Schweiz ausgenommen und lediglich für die Steuersatzbestimmung berücksichtigt werden sollen. Der Basislohn sei gemäss DBA CH-GB und gemäss den der Rechtsschrift beiliegenden Berechnungen und Reisekalen- dern in den Steuererklärungen Grossbritannien 2013/2014, 2014/2015 und 2015/2016 deklariert worden. Der Beschwerdeführer reichte Details zum Erwerbseinkommen der Jahre 2012 – 2016, Lohnausweise der Jahre 2013 – 2016 und die Reisekalender der Jahre 2013 – 2016 und somit entgegen den Ausführungen im Einspracheentscheid der S teuerverwaltung betreffend Staats- steuer 2015 vom 18. Mai 2018 wohl nicht nur die Lohnun terlagen betreffend das Jahr 2016 ein Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht (vgl. Sacherhalt lit. C). Die Steuererklärungen Grossbri tannien 2013/14, 2014/15 und 2015/16, welche gemäss Beilagenverzeichnis hätten beiliegen müssen, lagen nicht bei. Mit Schreiben vom 8. März 2018 forderte die Steuerverwa ltung unter dem Titel "Revisionsge- such betreffend Veranlagungsverfügungen 2013 bis 2015" d en Steuerpflichtigen auf, einen be- legmässigen Nachweis einzureichen, welcher bestätige, da ss der Beschwerdeführer im Zeit- raum vom 18. Juli 2013 bis 31. Juli 2016 in Grossbrita nnien ansässig bzw. angemeldet gewe- sen sei, sowie des Weiteren die Steuererklärungen für G rossbritannien 2013/14, 2014/15 und 2015/16 und die von den Steuerbehörden in Grossbritan nien ausgestellten Besteuerungsnach- weise der Jahre 2013/14, 2014/15 und 2015/16. 4.4. Der 1965 geborene und als "Program Leader" täti ge Beschwerdeführer zog gemäss dem Fragebogen über Einkommen und Vermögen des Kanto ns Basel-Landschaft für das Jahr 2013 per 18. Juli 2013 vom Kanton Basel-Stadt (vgl. W ertschriftenverzeichnis 2012 für die Steuerklärung im Kanton Basel-Stadt) in den Kanton B asel-Landschaft. Weder in diesem Fra- gebogen noch in den Steuererklärungen 2013 bis 2016 e rwähnt er, ein Kind zu haben. Er de- klarierte auch nicht die Bezahlung von allfälligen Unt erhaltsbeiträgen für seinen Sohn. Der Be- schwerdeführer ist spätestens seit 2013 im Besitz einer Ni ederlassungsbewilligung. Gemäss Auszug aus dem Zentralen Migrationsinformationssystem ist der Beschwerdeführer wohl seit 2011 im Besitz der Niederlassungsbewilligung und seit 2006 in der Schweiz. Gemäss Vernehm- lassung der Steuerverwaltung war der Beschwerdeführer bi s zum August 2016 in der Schweiz bei der D.____ AG in E.____ (Kanton Basel-Stadt) an gestellt und wechselte mittels lokaler An- stellung ab September 2016 zu einer Konzerngesellschaft n ach Grossbritannien. Die Lebens- partnerin des Beschwerdeführers lebt in Grossbritannien. Am 24. November 2012 kam der ge- meinsame Sohn zur Welt. Die zwei eingereichten Lohnau sweise der D.____ AG per 31. De- zember 2015 betreffend einerseits Lohn und andererseit s v.a. den Bonus geben als Arbeitsort des Beschwerdeführers die X.___strasse in E.___ an. Adr essiert wurde seine Post an eine Ad- resse in C.____. 4.5. Da der Beschwerdeführer spätestens seit 2013 im Besit z einer Niederlassungsbewilli- gung war und eine solche nach frühestens einem Aufenthalt von 5 Jahren in der Schweiz erteilt werden kann sowie der Arbeitsort des Beschwerdeführers gem äss Lohnausweis auch im Jahr 2015 E.____ war, ist primär davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch im Jahr 2015 in Basel-Landschaft das steuerliche Domizil hatte. Der Besc hwerdeführer hätte demzufolge in seiner Einsprache geeignete Beweise vorlegen müssen, di e die Aufgabe des Wohnsitzes im Kanton Basel-Landschaft und die Begründung des Wohnsitzes in Grossbritannien belegen wür- den. Die vom Beschwerdeführer eingereichten Arbeitskal ender für das Jahr 2015 sind von der B.____ AG erstellt. Eine Bestätigung derselben durch di e Arbeitgeberin liegt nicht vor und wur- de auch nicht zur Edition angeboten. Sie sind somit als reine Parteibehauptungen zu werten. In den Eingaben zur Einsprache brachte der Beschwerdeführer keine Ansässigkeitsbescheinigung durch die britischen Behörden bei und offerierte eine derartige auch nicht. Der Beschwerdefüh- rer reichte kein amtliches Dokument für die Geburt se ines Sohnes oder für die Bestätigung sei- ner Vaterschaft und ebenso wenig Belege (wie z.B. Flugt ickets) für die vielen behaupteten Rei- sen nach Grossbritannien ein. Auch ein allfälliges gemein sames Konto mit der Kindsmutter Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht spricht nicht für einen Wohnsitz in Grossbritannien. In Bezug auf die Steuererklärungen der Jahre 2013 bis 2016 aus Grossbritannien, hielt die Vertreterin des Steuerpflichtigen fest, dass in Grossbritannien keine von der Steuerbehörde ausgestellten Besteuerungsnachweise existieren würden, da die Steuern in Grossbritannien selbstveranl agend seien. Der Beschwerdeführer hat jedoch weder eine Empfangsbestätigung für diese Steuererklärungen noch eine Zahlungsbestä- tigung für die beglichenen Steuerbeträge eingereicht, wodurch auch diesen Steuererklärungen als Beweismittel keine relevante Bedeutung beigemessen werden kann. 5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdefüh rer weder Unterlagen ein- gereicht noch zur Edition offeriert hat, welche sich im Rahmen einer Einsprache gegen eine Ermessensveranlagung als geeignet erweisen, zu belegen, da ss er im Jahre 2015 seinen Wohnsitz in der Schweiz aufgegeben und in Grossbritannie n begründet hat. Damit hat er nicht diejenigen Beweismittel eingereicht bzw. angeboten, d ie geeignet gewesen wären, den Unter- suchungsnotstand zu beseitigen und den Nachweis der offensi chtlichen Unrichtigkeit der Er- messenstaxation zu erbringen. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann die Frage, ob er seinen Mitwirkungspflichten in Bezug auf die Beibringung der weiteren steuerrelevanten Unterlagen (z.B. bezüglich Vermögen) nachgekommen ist, offen- bleiben. 6. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahre ns zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpfli chtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem unterlegenen Beschw erdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechn en. Die Parteikosten sind gemäss § 21 VPO wettzuschlagen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin