B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-7310/2013 U r t e i l v o m 21 . M ä rz 2 0 1 4 Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richterin Esther Karpathakis, Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiber Daniel Merkli. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Hans Peter Roth, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 9. Dezember 2013 / N__________ D-7310/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass das BFM mit Entscheid vom 7. Dezember 2009 ein erstes Asylg e- such des Beschwerdeführers vom 1. Oktober 2008 ablehnte, dessen Wegweisung anordnete und den Vollzug als zulässig, zumutbar und mög- lich erachtete, dass mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 8. Februar 2010 eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen wurde, w o- mit der Entscheid des BFM vom 7. Dezember 2009 in Rechtskraft e r- wuchs, dass das BFM mit Entscheid vom 16. März 2010 ein Wiedererwägungs- gesuch des Beschwerdeführers vom 9. März 2010 abwies, dass der Beschwerdeführer seit dem 31. März 2010 unbekannten Aufent- halts war, dass er am 16. Oktober 2013 in der Schweiz ein zweites Asylgesuch stell- te, dass er im Rahmen d er summarischen Befragung vom 31 . Oktober 2013 im B._________ unter anderem angab, im März 2010 sei er nach Fran k- reich gereist und habe dort um Asyl nachgesucht, dass er zwischenzeitlich zum Heiraten in die Schweiz zurückgekehrt sei, seit Januar 2013 mit der in der Schweiz weilenden C._______ nach Gebrauch verheiratet sei und mit ihr seit dem 17. September 2 013 eine gemeinsame Tochter D.________ habe, dass er nach erfolgter Heirat wieder nach Frankreich zurückgekehrt sei, von wo er am 16. Oktober 2013 mit dem Zug illegal in die Schweiz gereist sei (vgl. BFM-Protokoll C10 S. 6), dass ein Abgleich der Fingerabdrücke mit der Zentraleinheit Eurodac e r- gab, dass der Beschwerdeführer am 22. Februar 2011 in Frankreich um Asyl ersucht hatte, dass der Beschwerdeführer, dem im Rahmen der summarischen Befr a- gung vom 31. Oktober 2013 das rechtliche Gehör zur Wegweisung nach Frankreich gewährt wurde, darauf hinwies, dass seine Ehefrau und ihr gemeinsames Kind in der Schweiz lebten, D-7310/2013 Seite 3 dass das BFM mit Schreiben vom 8. November 2013 den Rechtsvertreter zu näheren Angaben hinsichtlich der geltend gemachten Beziehung des Beschwerdeführers mit C._______, zur Eheschliessung nach Brauch und zur etwaigen Vaterschaft zu D.________ aufforderte, dass der Rechtsvertreter mit Eingabe vom 25. November 2013 geltend machte, der Beschwerdeführer habe C._______ 2009 in der Schweiz kennengelernt, dass sie – nachdem der Beschwerdeführer die Schweiz im März 2011 ha- be verlassen müssen und sic h nach Frankreich begeben habe – mitein- ander in telefonischem Kontakt geblieben seien, dass er n ach Ablehnung seines Asylgesuch s in Frankreich 2012 in die Schweiz zurückgekehrt sei und illegal bei verschiedenen Freunden gelebt habe, dass er in dieser Zeit C.________ wiedergetroffen und am 27. Januar 2013 die religiöse Trauung stattgefunden habe, dass die religiös Angetrauten beim zuständigen Zivilstandsamt in der Zwi- schenzeit ein Ehevorbereitungsverfahren eingeleitet hätten und der B e- schwerdeführer gleichzeitig die Vaterschaft des am 17. Sep tember 2013 geborenen Kindes D.________ anerkannt habe, wobei die Behörde die Ausstellung einer entsprechenden Geburtsurkunde in Aus sicht gestellt habe, dass die französischen Behörden dem Gesuch des BFM vom 4. Deze m- ber 2013 um Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c der Verordnung EG Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Febru- ar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehör i- gen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrages zuständig ist (Dublin-II- VO) mit Schrei ben vom 9. Dezember 2013 gestützt a uf Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin-II-VO zustimmten, dass das BFM mit Verfügung vom 9. Dezember 2013 – eröffnet am 20. Dezember 2013 – in Anwendung von alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, seine Wegweisung aus der Schweiz nach Frankreich sowie deren sofortigen Vollzug anordnete und feststellte, einer allfälligen B e- schwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, D-7310/2013 Seite 4 dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 30. Dezember 2013 beim Bundesverwaltungsgericht gegen diese Verf ü- gung Beschwerde erhob und beantragte, die vorinstanz liche Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, sich für das vorli e- gende Asylverfahren zuständig zu erklären, dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht unter anderem darum ersucht wur- de, es sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme der Bes chwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und unter Verzicht auf das Erheben ei- nes Kostenvorschusses die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwa l- tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Telefax vom 31. Dezember 2013 gestützt auf Art. 56 VwVG den Vollzug der Wegweisung vorläufig aussetz- te, dass die vorinstanzlichen Akten am 6. Januar 2014 beim Bundesverwa l- tungsgericht eingingen, dass der zuständige Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 8. Ja- nuar 2014 der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannte, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete und das BFM dazu einlud, sich bis zum 23. Januar 2014 zur eingereichten Beschwerde ver- nehmen zu lassen, dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 21. Januar 2014 die Abweisung der Beschwerde beantragte, dass der Rechtsvertreter des Beschwerdef ührers in seiner Replik vom 10. Februar 2014 zu den vorinstanzlichen Argumenten Stellung bezog, D-7310/2013 Seite 5 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die besch werdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sin ne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und dahe r zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht sowie die unricht i- ge und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass mit der Änderung des Asylgesetzes vom 14. Deze mber 2013, we l- che – unter Vorbehalt gewisser Bestimmungen (vgl. Verordnung über ei- ne Teilinkraftsetzung der Änderung vom 14. Dezember 2012 des Asylg e- setzes, AS 2013 5357) – am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist, die Nichteintretenstatbestände von alt Art. 32-35a AsylG aufgehoben wurden, und neu Art. 31a AsylG die Nichteintretenskonstellationen regelt, dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl - und W egweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b bzw. alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass die Dublin-II-VO durch die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Euro- päischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in D-7310/2013 Seite 6 einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zustä n- dig ist (Dublin -III-VO), abgelöst worden is t, welche ab dem 1. Januar 2014 in allen Staaten der Europäischen Union anwendbar ist, dass im Notenaustausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und der Europäischen Union betreffend die Übernahme der Dublin -III-VO (Weiterentwicklung des Dublin/Euro dac-Besitzstands) der Bundesrat der Europäischen Union mitteilte, dass die Schweiz den Inhalt dieses Rechts- akts akzeptiere und in ihre innerstaatliche Rechtsordnung umsetzen we r- de, dass mit Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 festgehalten wur- de, die Dublin -III-VO werde – unter Hinweis auf Ausnahmen – ab dem 1. Januar 2014 vorläufig angewendet, dass die übergangsrechtliche Bestimmung von Art. 49 Dublin-III-VO fest- hält, die Verordnung sei nicht anwendbar, wenn sowohl der Antrag auf in- ternationalen Schutz als auch das Gesuch um Aufnahme oder Wiederauf- nahme vor dem 1. Januar 2014 gestellt wurden, dass der Beschwerdeführer am 16. Oktober 2013 ein Asylgesuch stellte und das Ersuchen des Bundesam tes an die französi schen Behörden um Übernahme des Beschwerdeführers am 4. Dezember 2013 erfolgte, wes- halb vorliegend die Dublin -II-VO anwendbar und der für die Prüfung sei- nes Asylgesuchs zuständige Staat nach den dortigen Kriterien zu ermi t- teln ist (vgl. Art. 49 Dublin-III-VO), dass Art. 31a Abs. 1 Bst. b beziehungsweise alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG im Weiteren voraussetzt, dass der staats vertraglich zuständige Staat einer Übernahme der asylsuchenden Person (mindestens implizit) zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]), dass ein Abgleich der Fingerabdrücke mit der Zentraleinheit Eurodac e r- gab, dass der Beschwerdeführer am 22. Februar 2011 in Frankreich um Asyl ersucht hatte, dass die französischen Behörden dem Übernahmeersuchen des BFM mit Schreiben vom 9. Dezember 2013 gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e Du b- lin II-VO zugestimmt haben, und folglich eine Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerdeführers in Frankreich bereits stattgefunden hat, D-7310/2013 Seite 7 dass das BFM somit zu R echt von der grundsätzlichen Zuständigkeit Frankreichs zur Durch- beziehungsweise Weiterführung des vorliegenden Asyl- und Wegweisungsverfahrens ausging, dass in Abweichung von den Zuständigkeitsbestimmungen nach Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-VO die Schweiz ein Asylgesuch materiell prüfen kann, auch wenn nach den Kriterien ein anderer Staat zuständig ist (sog. Selbsteintrittsrecht), wobei diese Bestimmung nicht direkt anwendbar ist, sondern nur in Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder internationalen Rechts angerufen werden kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 5), dass das BFM im angefochtenen Entscheid im Zusammenhang mit der Prüfung von Art. 2 Bst. i Dublin -II-VO feststellte, die geltend gemachte Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und Frau C.________könne insbesondere aufgrund ihrer kurzen Dauer nicht als sc hützenswert im Sinne von Art. 8 EMRK erachtet werden, weshalb die Zuständigkeit Frankreichs zur Durchführung des Asylverfahrens bestehen bleibe, dass weder das eingeleitete Ehevorb ereitungsverfahren, das auch aus dem Ausland weitergeführt werden könne, noch die Geburt der Tochter, welche die Überstellung des Beschwerdeführers nach Frankreich nicht als unzulässig im Sinne von Art. 8 EMRK erscheinen lasse, an dieser Ein- schätzung etwas zu ändern vermögen würden, zumal bis zum heutigen Zeitpunkt noch keine Vaterschaftsanerkennung vorliege, dass in der Beschwerde geltend gemacht wurde, die schriftliche Vate r- schaftsanerkennung sei vom Zivilstandsamt nur deshalb noch nicht e r- stellt worden, weil die abgegebenen Identitätsdokumente des Beschwe r- deführers noch nicht beglaubigt worden seien, dass entgegen der Einschätzung des BFM die Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und der mit einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz lebenden C.________ und deren gemeinsamen Kind D.________ sehr wohl schützenswert im Sinne von Art. 8 EMRK sei, dass die Beziehung auf das Jahr 2009 zurückgehe, wobei das Paar am 3. Oktober 2009 eine Verlobung eingegangen sei, indessen der able h- nende Asylentscheid vom 9. Dezember 2009 die Heiratspläne der beiden durchkreuzt habe, dass sich der Bes chwerdeführer in der Folge nach Frankreich begeben und dort, wie zuvor schon seine Mutter, ein Asylgesuch gestellt habe, wo-D-7310/2013 Seite 8 bei er während seinem Aufenthalt in Frankreich in stetem telefonischem Kontakt mit C._________ geblieben sei, dass er im Herbst 2012 illegal in die Schweiz zurückgekehrt sei und die religiöse Trauung am 27. Januar 2013 stattgefunden habe, dass er wieder nach Frankreich zurückgekehrt sei und sie sich nach der Geburt der gemeinsamen Tochter am 17. September 2013 zur Heirat ent- schlossen hätten, weshalb der Beschwerdeführer – da für die zivilrechtl i- che Eheschliessung beide Ehepartner über einen legalen Aufenthaltsst a- tus verfügen müssten – in der Schweiz am 16. Oktober 2013 ein zweites Asylgesuch eingereicht habe, dass sie in der Zwischenzeit zusammen in der von C.________ gemiete- ten Wohnung leben würden und er während der Arbeitszeit von C._______ das gemeinsame Kind betreue, weshalb eine Trennung, auch eine nur vorübergehende, eine unnötige Härte bedeuten würde, dass im angefochtenen Entsch eid das Selbsteintrittsrecht unerwähnt ge - blieben sei, womit das BFM seine Begründungspflicht verletzt habe, dass im Weiteren das BFM weder anlässlich der Befragung vom 31. O k- tober 2013 noch in seinem späteren Schreiben vom 8. November 2013 das Vorhandensein einer Familie in der Schweiz als möglichen Grund für einen Selbsteintritt erwähnt habe, weshalb sich die Frage stelle, ob damit dem Anspruch auf rechtliches Gehör Genüge getan worden sei, dass das BFM in seiner Vernehmlassung vom 21. Januar 2014 unte r an- derem feststellte, dass C._________ nur über eine vorläufige Aufnahme und damit nicht über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfüge, weshalb sich der Beschwerdeführer auch aus diesem Grund nicht auf Art. 8 EMRK berufen könne, dass der Beschwerdeführer ein Gesuch um Einreise zwecks Heirat hätte stellen müssen u nd der Beschwerdeführer und C.________ nach der Rückkehr des Bes chwerdeführers nach Frankreich über die Möglichkeit verfügten, ein Gesuch um Familiennachzug einzureichen, dass hinsichtlich der Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs festz u- halten sei, dass das BFM im Rahmen der summarischen Befragung dem Beschwerdeführer Gelegenheit gegeben habe, sich zur Zuständigkeit Frankreichs zur Durchführung des Asylerfahrens zu äussern, der B e-D-7310/2013 Seite 9 schwerdeführer mit Schreiben vom 8. November 2013 Gelegenheit erha l- ten habe, nähere Angaben zur gelte nd gemachten Beziehung mit C.________zu machen, und im angefochtenen Entscheid hierzu Stellung genommen worden sei, weshalb das BFM die Bestimmungen von Art. 36 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 29 Abs. 2 BV hinreichend berücksichtigt habe, dass der Rechtsvertreter in seiner Replik vom 10. Februar 2014 geltend machte, die Beziehung zwisch en dem Beschwerdeführer und C._______ bestehe nun schon seit fünf Jahren, eine frühere Heirat sei vor April 2011 wegen der Minderjährigkeit von C.________ nicht möglich gewesen, und die Unterbrüche in der Beziehung seien Folge behördlicher Massnahmen gewesen und nicht freiwillig erfolgt, dass schliesslich C._________seit dem 18. Oktober 2013 über eine vom Kanton Zürich gewährte Aufenthaltsbewilligung verfüge, dass zunächst auf die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs einzu- gehen ist, dass das BFM im angefochtenen Entscheid in schlüssiger Weise darge- legt hat , aufgrund welcher Überlegungen die geltend gemachte Bezi e- hung zwischen dem Beschwerdeführer und C.________ nicht als schü t- zenswert im Sinne von Art. 8 EMRK zu erachten sei und damit, wenn auch nicht ausdrücklich, hinreichend begründete , weshalb die Vorausset- zungen zum Selbsteintrittsrecht nicht erfüllt seien, dass daher keine Verletzung der Begründungspflicht vorliegt, dass – entgegen der Auffassung in der Beschwerde – das BFM nicht ge- halten war, im Rahmen des rechtlichen Gehörs zur geltend gemachten Beziehung zu C.________ auf das Vorhandensein einer Familie in der Schweiz als möglichen Grund für einen Selbsteintritt hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 8. November 2013 Gel e- genheit erhielt, nähere Angaben zur im Rahmen der summarischen B e- fragung geltend gemachten Beziehung zu C.________ und deren Tochter D.________ zu machen, womit das BFM sowohl seiner Pflicht zur Fes t- stellung des Sachverhalts als auch zur Gewährung des rechtlichen G e- hörs hinreichend nachkam, dass in materieller Hinsicht zunächst festzuhalten ist, dass die Besti m- mung von Art. 7 Dublin -II-VO, wonach derjenige Mitgliedstaat zur B e-D-7310/2013 Seite 10 handlung des Asylgesuchs zuständig ist, welcher einem Familienangehö- rigen das Recht auf Aufenthalt in seiner Eigenscha ft als Flüchtling g e- währt hat, sofern die betroffenen Personen dies wünschen (Art. 7 Du b- lin II-VO), vorliegend nicht zur Anwendung kommt, da K.T. mit Entscheid des BFM vom 26. März 2009 wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungs- vollzugs in der Schweiz vorläufig aufgenommen wurde, dass bei drohendem Verstoss gegen Normen des Völkerrechts, wie in s- besondere das flüchtlingsrechtliche Refoulement -Verbot nach Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), die menschenrechtlichen Garantien der EMRK, der In- ternationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte (UNO -Pakt II, SR 0.103.2) oder das Übereinkommen vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe (FoK, SR 0.105), ein einklagbarer Anspruch auf Au s- übung des Selbsteintrittsrechts besteht (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2; FILZ- WIESER/SPRUNG, a.a.O., Art. 3 K8 K11 S. 74), dass nach Art. 2 Bst. i Dublin -II-VO unter den Begriff "Familienangehör i- ge" lediglich Ehegatten, nicht verheiratete Partner, die eine dauerhafte Beziehung führen, und minderjährige Kinder fallen, dass indessen Art. 8 EMRK unter dem Aspekt von Art. 3 Abs. 2 Dublin -II- VO berücksichtigt werden k ann, soweit eine tatsächlich gelebte Bezi e- hung besteht, wobei diesbezüglich als wesentliche Faktoren das gemei n- same Wohnen beziehungsweise der gemeinsame Haushalt, die finanziel- le Verflochtenheit, die Länge und Stabilität der Beziehung sowie das Int e- resse und die Bindung der Partner aneinander zu berücksichtigen sind (vgl. CHRISTOPH GRABENWARTER, Europäische Menschenrechtskonvent i- on, 4. Aufl., München/Basel/Wien 2009, S. 204; MARK E. VILLIGER, Hand- buch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 2. Aufl., Zürich 1999, S. 365; LUZIUS WILDHABER in: Internationaler Kommentar zur Europä i- schen Menschenrechtskonvention, Hrsg.: Wolfram Karl, 12. Lfg., Köln/Berlin/München 2009, Art. 8 EMRK, S. 137; EGMR, K. und T. gegen Finnland [Grosse Kammer], Urteil vom 12. Juli 2 001, Beschwerde Nr. 25702/94, § 150), dass sich gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung jemand auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK berufen kann, wenn er sich auf eine Beziehung zu einer Person mit gefestigtem Anw e- senheitsrecht (Bürgerrecht oder Niederlassungsbewilligung) in der D-7310/2013 Seite 11 Schweiz bezieht, und eine blosse Aufenthaltsbewilligung hierzu nur g e- nügt, soweit sie ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht (Aufenthaltsbewilligung mit Anspruch auf Verlänge rung; vgl. statt vieler BGE 139 I 330 E.1.2, 137 I 284, 130 II 281, 135 I 143, je m.w.H.), dass sich das Bundesverwaltungsgericht dieser Praxis angeschl ossen hat (vgl. BVGE 2012/4 E. 4.3, BVGE 2013/24 E. 5.2), dass bis anhin keine gültig geschlossene Ehe oder eine eingetragene Partnerschaft zwischen dem Beschwerdeführer und K.T. vorliegt, dass der Be schwerdeführer zwar angibt, C.________ bereits im Jahre 2009 in der Schweiz kennengelernt zu haben, während seines Aufen t- halts in Frankreich regelmässigen Kontakt mit ihr gehabt zu haben und im Januar 2013 während seines illegalen Aufenthalts in der Schweiz religiös mit ihr ge traut worden zu sein, indessen festzustell en gilt, dass der B e- schwerdeführer erst seit wenigen Monaten erstmals mit C.________ zu- sammen lebt und die angeblich seit fünf Jahren bestehende Fern bezie- hung in ihrem Verlauf offensichtlich auch Unterschiede in ihrer Intensität aufweist, weshalb nicht von einer langen und stabilen Beziehung im Si n- ne der Rechtsprechung ausgegangen werden kann, dass zusätzlich zum Bestehen einer qualifizierten Bindung d ie Anwen- dung von Art. 8 EMRK eine Beziehung zu einer Person mit gefestigtem Anwesenheitsrecht in der Schweiz erfordert und C.________ seit dem 13. Oktober 2013 lediglich über eine Au fenthaltsbewilligung und daher nicht über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügt, dass sich der Beschwerdeführer somit in diesem Verfahren nicht auf Art. 8 EMRK berufen kann, sondern auf das ausländerrechtliche Verfa h- ren des Familiennachzugs zu verweisen ist, dass im Ü brigen der Beschwerdeführer illegal in die Schweiz einreiste, ein Asylgesuch stellte und ein Ehevorbereitungsverfahren einleitete, i n- dessen korrekterweise das gesetzlich vorgesehene Verfahren hätte ei n- schlagen und ein Gesuch um Einreise zwecks Heirat hätte stellen mü s- sen, dass es im Weiteren festzuhalten gilt, dass die Heiratspläne auch ausser- halb der Schweiz verwirklicht werden können (vgl. Art. 62 ff. und Art. 75a ff. der Zivilstandsverordnung vom 28. April 2004 [ZStV, D-7310/2013 Seite 12 SR 211.112.2]) und der Beschwerdeführer die Vorbereitungen für eine Eheschliessung mit C._________ auch von Frankreich aus treffen kann, dass es demnach keinen Grund für die Anwendung der Souveränität s- klausel gibt, dass das BFM demnach in Anwendung von aArt. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein - getreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei - sung aus der Schw eiz zur Folge hat (Art. 44 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An - spruch auf Erteilung einer solchen besteht , weshalb die verfügte Weg - weisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht ange ordnet wurde, dass im Rahmen des Dublin -Verfahrens, bei dem es sich um ein Über - stellungsverfahren in den für die Prüfung des Asyl gesuchs zuständi - gen Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmass - nahmen im Sinne von Art. 44 AsylG i.v.m. Art. 83 Abs. 1 AuG, dass eine entsprechende Prüfung soweit notwendig vielmehr bereits im Rahmen des Dublin -Verfahrens stattfinden mus s (vgl. vorgehende Erwägungen), dass in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach Frankreich zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich er achte- te, dass die Beschwerde n ach dem Gesagten abzuweisen und die Verf ü- gung des BFM zu bestätigen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens deren Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG), di e- ser jedoch mit der Beschwerde um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ersucht hat, dass gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG die Partei, die nicht über die erforderli- chen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit wird, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint, D-7310/2013 Seite 13 dass aufgrund der Akten lage von der Bedürftigkeit des Beschwerdefü h- rers auszugehen ist und sein Begehren im Zeitpunkt der Beschwerdeein- reichung als nicht aus sichtslos erschien, weshalb d as Gesuch um G e- währung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG gut- zuheissen ist und keine Verfahrenskosten zu erheben sind. (Dispositiv nächste Seite) D-7310/2013 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Daniel Merkli Versand: