Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. März 2019 (725 18 342 / 74) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Verwertbarkeit von Observationsergebnissen / Würdigung des medizinischen Sachver- halts Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgnaz Jer mann, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch M arkus Schmid, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1969 geborene A.____ arbeitet als Sanitär-Inst allateur bei der B.____ AG und ist durch die Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallver sicherungsanstalt (Suva) obligato- risch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheite n versichert. Am 25. Oktober 2014 erlitt er als Lenker eines Autos mit Anhänger auf der Autobahn einen Unfall, als ein anderes Fahrzeug auf seinen Anhänger auffuhr (Unfall-Nr. xx). Nachdem die Suva nach Eingang der Unfallmeldung für die Heilungskosten aufgekommen war und Taggeldzahlungen entsprechend Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht der ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit geleistet hatte, teilte sie dem Versicherten mit Verfügung vom 31. August 2015 mit, dass die vorübergehenden Leistu ngen per Ende August 2015 einge- stellt würden. Zur Begründung machte sie im Wesentliche n geltend, dass die aktuell bestehen- den Schmerzen nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschl iesslich krankhafter Natur seien. Da- ran hielt die Suva auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 18. Januar 2016 fest. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ Beschwer de beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). In der Folge anerkannte die Suva diese Beschwer- de, worauf das Kantonsgericht mit Präsidialbeschluss vom 1. April 2016 den angefochtenen Einspracheentscheid vom 18. Januar 2916 aufhob und das Beschwerdeverfahren (Nr. 725 16 55/1022) zufolge Beschwerdeanerkennung abschrieb. Kurz zuvor, am 11. Februar 2016, hatte A.____ einen zw eiten Unfall erlitten, als er auf einer Treppe stolperte, sich mit der rechten Hand am Gelände r festhielt und sich dabei ein Distorsi- onstrauma der rechten Schulter zuzog (Unfall-Nr. yy). In der Folge wurde ein Abriss der langen Bicepssehne mit SLAP-Läsion diagnostiziert. Nach Eingang der Unfallmeldung erbrachte die Suva auch für dieses Ereignis die gesetzlichen Versicherungsl eistungen (Heilbehandlung, Tag- gelder). Im Zeitraum vom 15. Dezember 2015 bis 23. September 2016 wurde A.____ im Auftrag der C.____ AG, der Haftpflichtversicherung des Verursachers des Verkehrsunfalls vom 25. Oktober 2014, während zweier Phasen observiert. Die Observationse rgebnisse wurden in der Folge der Suva zugestellt, worauf diese dem Versicherten mit Schr eiben vom 13. April 2017 mitteilte, dass die Haftungsfrage aufgrund neu bekannt gewordene r Tatsachen überprüft und daher die Ausrichtung weiterer Versicherungsleistungen per sofort unterbrochen werde. Nachdem sie den Versicherten anfangs August 2017 kreisärztlich hatte unter suchen lassen, erliess die Suva am 30. August 2017 eine an A.____ gerichtete Verfügung, in der sie festhielt, dass bei ihm auf- grund der vorliegenden Akten ab dem 23. September 20 16 keine unfallbedingte Einschränkung der Erwerbsfähigkeit mehr vorliege. Man betrachte ih n ab dem genannten Zeitpunkt als voll arbeits- und vermittlungsfähig. Gemäss den neu bekannt gewordenen Tatsachen sei der Ent- scheid, ihm Taggelder aufgrund einer vollen Arbeitsun fähigkeit zuzusprechen, nicht korrekt, weshalb man wiedererwägunsgweise auf den erwähnten Ent scheid zurückkomme. Die zu Un- recht erbrachten Taggelder seien zurückzuerstatten; der b etreffende Betrag belaufe sich auf Fr. 33‘031.50. Daran hielt die Suva auf Einsprache de s Versicherten hin mit Einspracheent- scheid vom 12. September 2018 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertr eten durch Rechtsanwalt Mar- kus Schmid, am 15. Oktober 2018 Beschwerde beim Kantons gericht. Darin beantragte er, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und es sei di e Beschwerdegegnerin zu verpflich- ten, ihm über das Datum des 23. September 2016 hinaus die gesetzlichen Leistungen auszu- richten. Eventualiter sei der angefochtene Einspracheentsc heid aufzuheben und es sei zur Be- urteilung seines Leistungsanspruchs ein gerichtliches pol ydisziplinäres medizinisches Gutach- ten einzuholen; subeventualiter sei die Streitsache an die Suva zurückzuweisen und diese zu verpflichten, ein zufallbasiertes polydisziplinäres medizinisches Gutachten einzuholen und nach Vorliegen des Gutachtens neu über den Leistungsanspruch zu entscheiden. Im Weiteren sei Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht festzustellen, dass der Beschwerdegegnerin kein Rückford erungsanspruch zustehe. Eventuell sei der Rückforderungsanspruch auf maximal Fr. 13‘212.60 festzulegen. In verfahrensrechtli- cher Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer schliesslich die Durchführung einer öffentlichen Parteiverhandlung im Sinne von Art. 6 EMRK; unter o /e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwer- degegnerin. C. In ihrer Vernehmlassung vom 30. November 2018 bea ntragte die Suva die Abweisung der Beschwerde. D. Am 10. Januar 2019 reichte der Beschwerdeführer dre i Arztberichte ein, die allesamt erst nach Verfassen der Beschwerde bei ihm eingegangen seien. E. Das Kantonsgericht zog zur Vervollständigung der Akten bei der IV-Stelle Basel- Landschaft das IV-Dossier des Beschwerdeführers und bei d er C.____ AG die Überwachungs- akten sowie die entsprechende Videoüberwachung bei. F. Zur heutigen Parteiverhandlung erschienen der Beschw erdeführer und sein Rechtsan- walt Markus Schmid. Der Vertreter der Suva teilte heu te morgen mit, dass er krankheitsbedingt nicht in der Lage sei, an der Parteiverhandlung teilzu nehmen. Gleichzeitig hielt er fest, dass er nichts dagegen habe, wenn die Verhandlung trotzdem, auch ohne Beteiligung der Suva, durch- geführt werde. Zu Beginn der Parteiverhandlung wurde der Beschwerdeführer befragt. An- schliessend hielt Rechtsanwalt Markus Schmid in seinem Plä doyer an den in der Beschwerde gestellten Anträgen und den darin vorgebrachten wesentlichen Begründungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in D.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge- richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtlich e Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Ar t. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 15. Oktober 2018 ist demnach einzutreten. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vo m 25. September 2015 revidier- ten Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Laut Abs . 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des UVG vom 25. September 2015 werden jedoc h Versicherungsleistungen für Un- fälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmungen zugetragen haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebroche n sind, nach bisherigem Recht ge- währt. So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, wesh alb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entste ht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetret enen Schaden (Krankheit, Arbeits- unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein na türlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürli chen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ei ngetreten gedacht werden kann. Ent- sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des nat ürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinwe isen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natür licher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdig ung nach dem im Sozialversicherungs- recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinl ichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründ ung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforder lichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des U nfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundhei tsschadens darstellt, wenn also Letz- terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursac hen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er u nmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wi e er sich nach dem schicksalsmässigen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistung sbegründende natürliche Kausalzusam- menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung vo n unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänz- lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genüg t nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalz usammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. D iese Beweisgrundsätze gelten so- wohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolg en und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil A. des Bundesgerichts vom 23. Septembe r 2014, 8C_419/2014, E. 3.2 mit Hinweisen). 3.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistu ngsansprüche bedarf es verlässli- cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 23 1 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grun dsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre- chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate- rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es a uf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hin sichtlich des Beweiswertes eines Arzt- berichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die st reitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der D arlegung der medizinischen Zusam- menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Sit uation einleuchtet und ob die Schluss- folgerungen der Expertin oder des Experten begründe t sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispiel sweise Berichten und Gutachten versi- cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärunge n vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts v om 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Die Suva stützt sich im angefochtenen Einspracheentsche id unter anderem auf Obser- vationsmaterial, das ihr die C.____ AG zugestellt hatte . Der Beschwerdeführer ist der Auffas- sung, dass diese Observation widerrechtlich erfolgte, w eshalb die daraus gewonnenen Ergeb- nisse nicht als Beweismittel zugelassen werden dürfen. 4.1 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat in seinem Urteil vom 18. Oktober 2016 in Sachen Vukota-Bojic gegen die Schw eiz (61838/10) über die EMRK- Konformität einer Observation, die im Auftrag eines (sozialen) Unfallversicherers durch einen Privatdetektiv erfolgt war, befunden. Er erkannte, dass eine ausreichende gesetzliche Grundla- ge für eine Observation nicht besteht, weshalb er auf e ine Verletzung von Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privatlebens) schloss. Hingegen verneinte er eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK (Gebot eines fairen Verfahrens) durch die erfolg te Verwendung der Observationsergeb- nisse. 4.2 In einem Grundsatzurteil vom 14. Juli 2017 (BGE 143 I 377 ff.) entschied das Bundes- gericht unter Berücksichtigung der betreffenden Erwägun gen des EGMR, dass eine im Invali- denversicherungsverfahren angeordnete Observation einer genügenden gesetzlichen Grundla- ge entbehrt und daher Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV verletzt (E. 4). Was die Verwendung des im Rahmen der widerrechtlichen Observation gewonnenen Ma terials anbelangt, richtet sich diese allein nach schweizerischem Recht. Das Bundesgericht hat in se inem Urteil 143 I 377 ff. im Wesentlichen erkannt, dass die Verwertbarkeit der Observa tionsergebnisse (und damit auch der gestützt darauf ergangenen weiteren Beweise) grun dsätzlich zulässig ist, es sei denn, bei einer Abwägung der tangierten öffentlichen und privat en Interessen würden diese überwiegen (E. 5.1.1). Mit Blick auf die gebotene Verfahrensfair ness hat es sodann in derselben Erwägung (mit Hinweisen) eine weitere Präzisierung angebracht: E ine gegen Art. 8 EMRK verstossende Videoaufnahme ist verwertbar, solange Handlungen des "Beschuldigten" aufgezeichnet werden, die er aus eigenem Antrieb und ohne äussere Beeinfluss ung machte, und ihm keine Falle ge- stellt worden war. Ferner hat es erwogen, dass von eine m absoluten Verwertungsverbot wohl immerhin insoweit auszugehen ist, als es um Beweismaterial geht, das im nicht öffentlich frei einsehbaren Raum zusammengetragen wurde (E. 5.1.3; Ur teil des Bundesgerichts vom 18. August 2017, 8C_69/2017 mit weiteren Hinweisen; v gl. zum öffentlich einsehbaren Raum: BGE 137 I 327). Laut einem weiteren Urteil des Bundesgerichts vom 21. A ugust 2017 (8C_802/2016, E. 5.2.2.1) gelten diese Grundsätze nich t nur im Invalidenversicherungsverfah- ren, sondern auch im Bereich der (sozialen) Unfallversicherung. 4.3 Im Lichte dieser jüngsten Rechtsprechung kann festge halten werden, dass die vorlie- gend zur Diskussion stehende Observation unzulässig war, w eshalb eine Verletzung von Art. 8 EMRK und Art. 13 BV festzustellen ist. Es bleibt zu prüfen, ob der Eingriff in die Grundrecht e des Beschwerdeführers derart gravierend ist, dass er diesen nicht zu dulden hat. 4.4 Die fraglichen Überwachungen erfolgten a llesamt im öffentlich einsehbaren Raum. Sie sind daher unter diesem Aspekt nicht zu beanstanden. Sodann kann festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer die aufgezeichneten Handlungen aus eigenem Antrieb und ohne äussere Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beeinflussung machte und dass ihm dabei keine Falle geste llt worden war, womit eine weitere Voraussetzung für eine Verwendung des Observationsmateri als erfüllt ist. Was die Dauer der Observation betrifft, so erfolgte diese während zweie r Perioden, nämlich vom 15. Dezember 2015 bis 21. April 2016 und vom 1. Juni 2016 bis 23. Se ptember 2016. Insgesamt handelt es sich somit um einen doch recht langen Beobachtungszeitraum. Nichtsdestotrotz liegt aber keine systematische oder ständige Überwachung vor und es kann n icht von einer schweren Verlet- zung der Persönlichkeit des Versicherten ausgegangen werd en. Den erfolgten Eingriffen ge- genüberzustellen gilt es das Interesse des Versicherungst rägers und der Versichertengemein- schaft, unrechtmässige Leistungsbezüge abzuwenden (Urteil vo m 18. August 2017, 8C_69/2017). Dieses ist unter den hier gegebenen Umständen höher zu gewichten als das Inte- resse des Versicherten an einer unbehelligten Privatsphäre. Damit können im vorliegenden Fall die ohne ausreichende gesetzliche Grundlage erhobenen Observationsergebnisse in Form ei- nes Observationsdossiers samt Foto- und Videoaufnahmen verwertet werden, zumal der Kern- gehalt von Art. 13 BV bei der hier gegebenen Überwac hung und der damit verbundenen Ein- griffsschwere ebenfalls unangetastet blieb (Urteil vom 18 . August 2017, 8C_69/2017, mit Hin- weisen). 5. Nach Erhalt des Observationsmaterials ordnete die Suv a eine Untersuchung des Ver- sicherten durch ihren Kreisarzt Dr. med. E.____, Chirur gie FMH, an. Dieser diagnostizierte in seinem Bericht vom 3. August 2017 einen Status nach HWS-D istorsion und LWS-Distorsion anlässlich eines Auffahrunfalls am 25. Oktober 2014 sowi e einen Status nach Distorsion der rechten Schulter mit SAP-Läsion am 11. Februar 2016. Im Weiteren beantwortete er verschie- dene, ihm von der Suva im Zusammenhang mit dem Observa tionsmaterial unterbreitete Fra- gen. So führte er aus, anlässlich seiner Untersuchung ha be die rechte Schulter eine praktisch freie Beweglichkeit gezeigt; dieser Befund stimme üb erein mit den auf den Videoaufnahmen sichtbaren Bewegungen des rechten Armes. Aufgrund des vo rgelegten Observationsmaterials sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit für durchschnittlic he Männerarbeiten auszugehen. Auch gemäss seiner kreisärztlichen Untersuchung seien dem Versi cherten durchschnittliche Männer- arbeiten ohne Einschränkungen wieder zumutbar, dies in Bezug auf die rechte Schulter. Bei fehlenden strukturellen Läsionen im Bereich der LWS und der HWS bestehe auch von dieser Seite keine Einschränkung der Zumutbarkeit aus unfallme dizinischer Sicht. Auf die Frage, in welchem Umfang in leistungsmässiger Hinsicht Einschränkungen in Bezug auf die körperlichen Tätigkeiten im angestammten Beruf als Sanitär-Installa teur bestünden, antwortete Dr. E.____, aus versicherungsmedizinischer Sicht würden keine entsprech enden Einschränkungen vorlie- gen, da der Versicherte keine strukturellen Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule erlitten habe. Zudem bestünde von Seiten der rechten Schulter w ieder eine freie Funktion. Die neuen Erkenntnisse würden ab dem Ende der Observation, d.h. a b dem 23. September 2016 gelten. Diese Beurteilung werde auch durch seine aktuelle kreisärztliche Untersuchung bestätigt. 6.1 Die Suva stützte sich im angefochtenen Einspracheent scheid bei der Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhalts auf das Observationsm aterial der C.____ AG und auf die Ergebnisse, zu denen der Kreisarzt Dr. E.____ an lässlich seiner Untersuchung vom 3. August 2017 gelangt ist. Sie ging demzufolge davon aus, dass entgegen dem vom Versicher- ten gegenüber medizinischen Fachpersonen präsentierten V erhalten zumindest ab dem Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 23. September 2016 keine relevanten unfallbedingten E inschränkungen mehr zu beklagen ge- wesen seien und dass der Versicherte damit ab ebendiese m Zeitpunkt wieder uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen sei. Dieser vorinstanzlichen Beweisw ürdigung kann, wie sich aus dem Nachfolgenden ergibt, in dieser Form nicht gefolgt werden. 6.2 Dem Observationsmaterial ist zu entnehmen, dass der Versicherte während des gröss- ten Teils des Beobachtungszeitraums jeweils morgens zwischen 09.00 und 09.30 Uhr zu seiner Werkstatt fuhr und spätestens mittags um 12.00 Uhr wieder nach Hause zurückkehrte. Zudem sind in den Monaten April 2016 und September 2016 wä hrend dreier bzw. vier Tagen Handlun- gen dokumentiert, die den Schluss zulassen, dass er an die sen Tagen ausserhalb der Werk- statt verschiedene Tätigkeiten in seinem angestammten B eruf als Sanitär-Installateur verrichte- te. Diese Erkenntnisse, die vom Versicherten anlässlich der heutigen Parteibefragung nicht in Frage gestellt worden sind, zeigen, dass der Versicherte spätestens ab 23. September 2016 - und somit anders als die Suva damals (echtzeitlich) anna hm - nicht mehr vollständig arbeitsun- fähig war. Soweit die Suva gestützt auf das Observation smaterial im angefochtenen Ein- spracheentscheid zu eben diesem Schluss gelangte, ist ihr o hne Weiteres beizupflichten. Dies wird denn auch vom Beschwerdeführer - zu Recht - nic ht bestritten, anerkennt dieser doch in seiner Beschwerde, dass zufolge seiner regelmässigen zwei- bis dreistündigen Anwesenheit in der Werkstätte eine Arbeitsfähigkeit angenommen werden könne, in Anbetracht der erwähnten Präsenzzeit habe diese allerdings maximal 40 % betragen. 6.3 Über das Gesagte hinaus darf nun aber - und dari n ist dem Beschwerdeführer beizu- pflichten - aus dem Observationsmaterial nicht auf eine vollständige Arbeitsfähigkeit des Versi- cherten im angestammten Beruf als Sanitär-Installateur geschlossen werden. Das Observati- onsmaterial lässt in dieser Hinsicht zu viele Fragen offe n. So ist etwa nicht klar, ob der Versi- cherte während der zwei- bis dreistündigen Anwesenheit i n seiner Werkstatt jeweils körperliche Tätigkeiten verrichtete und, falls ja, ob es sich dabei ausschliesslich um leichte oder auch um schwerere Arbeiten handelte. Ebenso ist beispielsweise n icht hinreichend erstellt, ob die im April 2016 beobachteten Tätigkeiten auch das Tragen schwererer Lasten beinhalteten. Die vor- liegend massgeblichen Fragen, ob und allenfalls in wel chem Ausmass der Versicherte ab dem 23. September 2016 unfallbedingt noch in seiner Arbei tsfähigkeit eingeschränkt war, lassen sich deshalb anhand des Observationsmaterials nicht klären. Eine abschliessende Beantwor- tung dieser Fragen hat vielmehr anhand entsprechender fachärztlicher Beurteilungen zu erfol- gen. 6.4 Die Suva hat bei ihrem Kreisarzt Dr. E.____ eine solche fachärztliche Einschätzung eingeholt (vgl. E. 5 hiervor). Dessen Bericht vom 3. Au gust 2017 kann nun aber kein aus- schlaggebender Beweiswert beigemessen werden. Wie oben ausgeführt, sind an die Beweis- würdigung strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein V ersicherungsfall wie hier ohne Einho- lung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsint ernen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. E. 3.2 hiervor und die dortigen Rechtspre- chungshinweise). Vorliegend bestehen Zweifel an der S chlüssigkeit der fachärztlichen Beurtei- lungen von Dr. E.____. Wie den Akten entnommen werde n kann, erlitt der Beschwerdeführer Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht anlässlich des Verkehrsunfalls vom 25. Oktober 2014 ein H WS-Distorsionstrauma Grad II. In solchen Fällen ist, wenn die Beschwerden wie hier länger als sechs Monate persistieren, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die Kausalität sbeurteilung eine eingehende medi- zinische Abklärung (im Sinne eines polydisziplinären Gutacht ens) angezeigt. Ein solches poly- disziplinäres Gutachten hat bestimmten Voraussetzungen zu g enügen. Nebst den allgemein gültigen Anforderungen an beweiskräftige medizinische B erichte und Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; vgl. E. 3.1 hiervo r) ist empfehlenswert, dass die Begutach- tung durch mit diesen Verletzungsarten besonders vertraute Spezialärztinnen und -ärzte erfolgt. Im Vordergrund stehen dabei Untersuchungen neurologisch /orthopädischer (soweit indiziert mit apparativen Mitteln) und psychiatrischer sowie gegebenen falls auch neuropsychologischer Fachrichtung (BGE 134 V 109 E. 9.4 und 9.5). Die vorli egend eingeholte monodisziplinäre Ein- schätzung eines Facharztes für Orthopädie genügt diesen An forderungen deshalb klarerweise nicht. Bezeichnenderweise hatte denn auch die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 24. Januar 2017 noch mitgeteilt, dass vorerst ein biomec hanisches Gutachten in Auftrag gege- ben und nach dessen Vorliegen ein polydisziplinäres Guta chten eingeholt werde. Von diesem Schritt hat sie erst nach Eingang des Observationsmateria ls der C.____ AG abgesehen. Weite- re - zumindest geringe - Zweifel an der Schlüssigkeit d er fachärztlichen Beurteilungen von Dr. E.____ ergeben sich sodann aus dem Umstand, dass diese r bereits anlässlich einer (ers- ten) kreisärztlichen Beurteilung vom 10. August 2015 zur Auffassung gelangt war, dass die da- mals bestehenden Beschwerden des Versicherten nicht mehr u nfallbedingt, sondern aus- schliesslich krankhafter Natur seien. Auf dieser Einschätzung von Dr. E.____ basierte die erste, mit Verfügung vom 31. August 2015 bzw. mit Einspracheen tscheid vom 18. Januar 2016 in die- ser Angelegenheit angeordnete Leistungseinstellung, auf welche die Suva jedoch im daran an- schliessenden kantonsgerichtlichen Verfahren zufolge Aner kennung der damaligen Beschwer- de zurückkam. Vor diesem Hintergrund sind nun aber Zwe ifel erlaubt, ob Dr. E.____ die kreis- ärztliche Abschlussuntersuchung vom 3. August 2017 noch mi t der vorausgesetzten Unvorein- genommenheit durchführen konnte. 6.5 Für die Kausalitätsbeurteilung ebenfalls nicht aus schlaggebend ist im Übrigen das bio- mechanische Gutachten vom 28. Mai 2018, das die Suva be i Dr. med. F.____, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, und Dipl. -Ing. Prof. Dr. rer. biol. hum. G.____ einge- holt hat. Ein solches unfallanalytisches oder biomechanisches Gutachten kann allenfalls bei der Adäquanzprüfung berücksichtigt werden, es bildet aber ke ine hinreichende Grundlage für eine Kausalitätsbeurteilung (ALEXANDRA RUMO -JUNGO /A NDRÉ PIERRE HOLZER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 57 mit Hinwei sen). Dies gilt selbstredend erst recht für die Bemessung einer allfälligen unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit des Versicherten. 7. Aus dem Gesagten folg zusammenfassend, dass eine abschl iessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich ist. Der ange- fochtene Einspracheentscheid ist deshalb aufzuheben und es sind weitere medizinische Abklä- rungen vorzunehmen. Da die Beschwerdegegnerin vorliegen d den medizinischen Sachverhalt unvollständig abgeklärt hat und es nicht die Aufgabe de s kantonalen Gerichts ist, im Verwal- tungsverfahren versäumte Abklärungen nachzuholen, ist die Angelegenheit zur weiteren Abklä- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird die Unfallkausalität der beim Ver- sicherten über das Datum des 23. September 2016 hinaus bestehenden Beschwerden und - falls ein natürlicher Kausalzusammenhang bejaht wird - die Frage, wie sich diese auf die Ar- beitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken, durch ein v ersicherungsexternes polydiszipli- näres Gutachten abklären zu lassen haben. Anschliessend wi rd sie gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung über den Leistungsanspruch des Versicherten neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 8.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 8.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Hebt das Kantonsgericht - wie hie r - einen bei ihm angefochtenen Ent- scheid auf und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2. 1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Partei entschädigung zu Lasten der Be- schwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Be schwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 10. Januar 2019 für das vorliegende Ve rfahren einen Zeitaufwand von 14,3 Stunden geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Hinzu kommen Bemüh ungen im Zusammenhang mit der heutigen Parteiverhandlung von zwei Stunden, was e inen entschädigungsberechtigten Zeit- aufwand von insgesamt 16,3 Stunden ergibt. Die Bemühun gen sind zu dem in Sozialversiche- rungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zu r Anwendung gelangenden Stun- denansatz von 250 Franken zu entschädigen. Nicht zu beanst anden sind die in der Honorarno- te ausgewiesenen Auslagen von Fr. 143.60. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 4‘543.45 (16,3 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 143.60 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid a n den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn ein e Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 9.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher P raxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g - wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG ) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E . 2.2, bestätigt im Urteil vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch das Urteil vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid der Suva vom 12. September 2018 aufgeho- ben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Suva zurück- gewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientsc hädigung in der Höhe von Fr. 4‘543.45 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwe rtsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht