Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 17. Januar 2023 (460 21 162) ____________________________________________________________________ Strafrecht Mehrfache, teilweise qualifizierte Veruntreuung etc. Besetzung Vizepräsident Markus Mattle, Richter Daniel Häring (Ref.), Ersatzrichterin Cornelia Friedli-Schuler; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien Staatsanwaltschaft Basel -Landschaft , Hauptabteilung WK, Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal, Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin A.____ , vertreten durch Advokat Peter Bürkli, Walder Wyss AG, Aeschenvorstadt 48, Postfach 633, 4010 Basel, Privatklägerin 1 und Berufungsklägerin B.____ , vertreten durch Advokatin Marie-Caroline Messerli, Furer & Partner Rechtsanwälte, Steinentorstrasse 13, 4051 Basel, Privatklägerin 2 gegen C.____ , vertreten durch Rechtsanwalt Theodor G. Seitz, SEITZ Law & Tax AG, Hauptstrasse 46a, 8832 Wollerau, Beschuldigte und Berufungsklägerin Gegenstand Mehrf ache, teilweise qualifizierte Veruntreuung etc. (Berufungen und Anschlussberufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 26. Mai 2021) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 26. Mai 2021 wurde C.____ der mehr- fachen, teilweise qualifizierten Veruntreuung sowie de r mehrfachen Urkundenfälschung schul- dig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 20 Monaten ‒ bei einer Probe- zeit von zwei Jahren ‒ verurteilt; dies in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 StGB, teilweise in Ver- bindung mit Art. 138 Ziff. 2 StGB, Art. 251 StGB, A rt. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB und Art. 49 Abs. 1 StGB (Dispositiv-Ziffer 1). Demgegenüber wurde C.____ von der Anklage der falschen Anschuldigung freigesprochen (Dispositiv-Ziffer 2 ). Weiter wurde erkannt, dass die Grundbuchsperre betreffend die Liegenschaft Nr. 1.____ , Plan Nr. 1.____, im Grundbuch X.____, nach Eintritt der Rechtskraft gestützt auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO aufgehoben und das Grundbuchamt Basel-Landschaft angewiesen wird, d ie Grundbuchsperre nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aufzuheben (Dispositiv-Ziffer 3). (...). Des Weiteren wurde die Beschuldigte dazu verurteilt, der D.____ die nachfolg enden Forderungen zu bezahlen: Scha- denszins in Höhe von CHF 28'248.40 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 9. Juli 2020, Aufwand von E.____ in Höhe von CHF 2'319.70 zuzüglich Zins zu 5 % s eit dem 8. Februar 2019, Aufwand von E.____ in Höhe von CHF 240.-- zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 12. März 2019, Aufwand von E.____ in Höhe von CHF 40.-- zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 11. April 2019, Aufwand von E.____ in Höhe von CHF 440.-- zuzüglich Zins zu 5 % sei t dem 12. Juli 2019, Aufwand von F.____ in Höhe von CHF 1'020.-- zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 31. Dezember 2019 sowie Sitzungsgelder in Höhe von CHF 870.-- zuzüglich Zins z u 5 % seit dem 31. Dezember 2019. Hingegen wurden folgende Forderungen auf den Zivilwe g verwiesen: Aufwand von E.____ in Höhe von CHF 1'400.-- zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 25. Oktober 2019, Darlehenszins in Hö- he von CHF 2'906.65 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 30. Dezember 2019, Darlehenszins in Höhe von CHF 2'551.25 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 2. Juli 2020 und Darlehenszins in Höhe CHF 475.80 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 31. Dezember 20 20 (Dispositiv-Ziffer 10). Ferner wurde die Beschuldigte dazu verurteilt, der G.____ (neu: B.____) diese Forderungen zu bezah- len: Schadenszins in Höhe von CHF 10'153.-- zuzüglich Zins z u 5 % seit dem 29. Mai 2020, Aufwand des Kassiers und der Revisoren in Höhe von CHF 2' 520.-- zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 26. Mai 2020, Aufwand der externen Revisoren in H öhe von CHF 3'527.20 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 26. Mai 2021, Kosten für den Zahlungsbe fehl in Höhe von CHF 103.30 zuzüg- lich Zins zu 5 % seit dem 26. Mai 2021 sowie Kosten der H.____ in Höhe von CHF 269.25 zu- züglich Zins zu 5 % seit dem 26. Mai 2021. Der geltend gemachte Aufwand des Präsidiums und des Generalsekretariats in Höhe von CHF 2'800.-- wurde wiederum auf den Zivilweg verwiesen (Dispositiv-Ziffer 11). Dem Verfahrensausgang folgend wurde erkannt, dass die Beschuldigte in Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskoste n, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens in Höhe von CHF 13'070.--, den Expertise kosten des gerichtlichen Verfahrens in Höhe von CHF 1'953.-- und der Gerichtsgebühr in Höhe von CHF 10'000.-- zu tragen hat (Dis- positiv-Ziffer 12). Für die von Rechtsanwalt Theodor G. Seitz geleistete amtliche Verteidigung wurde ein Honorar von insgesamt CHF 31'330.-- (wovon CH F 3'333.35 für den Aufwand vor Anklageerhebung sowie CHF 27'996.65 für den Aufwand danach [inkl. Auslagen und Mehrwert- steuer sowie eine pauschale Kürzung um 50 % berücksichtig end]) bewilligt. Die Beschuldigte wurde dabei nach Art. 135 Abs. 4 StPO verpflichtet, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, dem Staat die Kosten der amtlichen Vertei digung zurückzuzahlen und dem amtlichen Verteidiger die Differenz zwischen der amtlichen Entschä digung und dem vollen Honorar zu erstatten (Dispositiv-Ziffer 13). Schliesslich wurde C.___ _ dazu verurteilt, der D.____ eine Par- teientschädigung in Höhe von CHF 33'787.80 sowie der G.____ eine solche in Höhe von CHF 9'257.50 zu bezahlen, dies jeweils in Anwendung von Art. 433 Abs. 1 StPO (Dispositiv- Ziffern 14 und 15). Auf die Begründung dieses Urteil s sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erw ägungen des vorliegenden Entscheids eingegangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 26. Mai 2021 me ldete die Beschuldigte mit Schreiben vom 1. Juni 2021 die Berufung an, wobei sie in ihrer Berufungserklärung vom 14. Juli 2021 an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung S trafrecht, die folgenden Rechtsbe- gehren stellte: Sie sei bezüglich aller in der Anklagesc hrift erhobenen Vorwürfe von Schuld und Strafe freizusprechen (Ziff. 1). Eventualiter sei das St rafverfahren mangels Vorliegens von Straftatbeständen ‒ in objektiver und subjektiver Hinsicht ‒ einzustellen. Subeventualiter sei sie schuldig zu sprechen, jedoch sei von Schuld und Strafe g estützt auf Art. 53 StGB abzusehen (Ziff. 2). Subsubeventualiter sei das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen und diese anzuweisen, sämtliche nachfolgend aufgeführten Beweisa nträge gutzuheissen, die entspre- chenden Verfahrenshandlungen vorzunehmen und erneut zu entscheiden (Ziff. 3). Weiter sei eine mündliche Verhandlung durchzuführen und der Beschu ldigten einschliesslich der amtli- chen Verteidigung die Möglichkeit einzuräumen, weitere Beweisanträge zu stellen sowie weite- re tatsächliche und rechtliche Überprüfungen des Prozessg egenstandes vorzubringen und zu begründen (Ziff. 4). Ausserdem seien sämtliche Zivilfor derungen der Privatklägerinnen, sofern überhaupt auf sie einzutreten sei, auf den Zivilweg zu verweisen (Ziff. 5). Ferner seien die Kos- ten der amtlichen Verteidigung auf die Staatskasse zu n ehmen und der amtliche Verteidiger sei Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gemäss seinen eingereichten Honorarnoten ohne jeglich en Abzug aus der Staatskasse zu ent- schädigen (Ziff. 6). Dies alles unter Kosten- und Entschä digungsfolge zulasten des Staates (Ziff. 7). Mit Schreiben vom 17. September 2021 teilte die Beschuldigte mit, dass angesichts der begründeten Berufungserklärung vom 14. Juli 2021 auf die Einreichung einer weiteren Beru- fungsbegründung verzichtet wird. C. Gleichermassen meldete die D.____ mit Datum vom 7. Jun i 2021 die Berufung an und teilte sodann mit Eingabe vom 1. Juli 2021 mit, dass d ie A.____ durch Leistung einer Entschä- digung aus Versicherungsvertrag an sie von Gesetzes wegen in das Verfahren eingetreten sei und an ihrer Berufungsanmeldung festhalte. In ihrer Berufungserklärung vom 15. Juli 2021 for- mulierte die A.____ diese Rechtsbegehren: Es sei Dispo sitiv-Ziffer 3 des angefochtenen Urteils betreffend die Aufhebung der Grundbuchsperre bezüglich der Liegenschaft Nr. 1.____, Plan Nr. 1.____, im Grundbuch X.____, aufzuheben und die genannte Liegenschaft zur Sicherung der Parteientschädigung der Berufungsklägerin zu verwerten (Ziff. 1). Ausserdem sei Dispositiv- Ziffer 14 des angefochtenen Urteils betreffend die Pa rteientschädigung zu Gunsten der Beru- fungsklägerin abzuändern und die volle Parteientschädig ung, wie sie im Verfahren vor der Vo- rinstanz geltend gemacht worden sei, zuzusprechen (Ziff. 2); dies alles unter o/e Kostenfolge zu Lasten der Beschuldigten (Ziff. 3). In ihrer Berufungsbegründung vom 17. September 2021 hielt die A.____ an ihren bereits vorgebrachten Rechtsbegehr en fest und ergänzte diese wie folgt: Es sei Dispositiv-Ziffer 3 des angefochtenen Urteils be treffend die Aufhebung der Grundbuch- sperre bezüglich der Liegenschaft Nr. 1.____, Plan Nr. 1.____, im Grundbuch X.____, aufzuhe- ben und die genannte Liegenschaft zur Sicherung der Parteientschädigung der Berufungskläge- rin zu verwerten (Ziff. 1). Eventualiter sei für den Fall, dass eine Sicherstellung in Höhe von mindestens CHF 130'000.-- für Parteientschädigungen un d Verfahrenskosten im erst- und zweitinstanzlichen Verfahren auf ein vom Gericht zu bez eichnendes Konto erfolgt sei, die A.____ bei ihrer Bereitschaft zu behaften, auf die Beu rteilung von Ziffer 1 der Rechtsbegehren zu verzichten, und es sei diesfalls Dispositiv-Ziffer 3 des a ngefochtenen Urteils in Rechtskraft erwachsen zu lassen (Ziff. 2). Weiter sei Dispositiv-Ziffe r 14 des angefochtenen Urteils betref- fend die Parteientschädigung zu Gunsten der Berufungskläg erin abzuändern und die volle Par- teientschädigung, wie sie im Verfahren vor der Vorinsta nz im Umfang von insgesamt CHF 64'748.45 (CHF 61'921.35 bis zur Hauptverhandlung sowie CHF 2'827.10 für die Teilnah- me an der Hauptverhandlung und der Urteilseröffnung) geltend gemacht worden sei, zuzuspre- chen (Ziff. 3); dies alles unter o/e Kostenfolge zu Lasten der Beschuldigten (Ziff. 4). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Mit Eingabe vom 4. August 2021 erklärte die Staatsanwa ltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, die Anschlussberufung und brachte d abei folgende Begehren vor: Es sei der in Dispositiv-Ziffer 2 des angefochtenen Urteils erfo lgte Freispruch aufzuheben und C.____ der falschen Anschuldigung schuldig zu sprechen und entspr echend zu verurteilen (Ziff. 1). Ferner sei die Beschuldigte zu einer teilbedingten Fre iheitsstrafe von insgesamt zweieinhalb Jahren zu verurteilen, wovon ein halbes Jahr unbedingt zu vollziehen sei, bei einer Probezeit von drei Jahren (für den bedingten Teil der Strafe) ( Ziff. 2). Zudem sei die in Dispositiv-Ziffer 3 des Urteils vorgesehene bedingungslose Aufhebung der G rundbuchsperre bei Eintritt der Rechtskraft aufzuheben und diese stattdessen von der vorgä ngigen und vollständigen Bezah- lung erstens der gesamten Verfahrenskosten, zweitens der G erichtsgebühren und drittens der den Zivilparteien zugesprochenen Forderungen abhängig zu machen. Dabei sei der Beschul- digten die Gelegenheit zu geben, den Betrag von CHF 130'000.-- auf ein vom Gericht zu be- zeichnendes Konto zu hinterlegen und so die sofortige A ufhebung der Grundbuch- sowie der Kontosperren zu bewirken (Ziff. 3). In ihrer Anschluss berufungsbegründung vom 17. August 2021 hielt die Staatsanwaltschaft vollumfänglich an ihren bereits vorgebrachten Anträgen fest. E. Mit Schreiben vom 3. November 2021 teilte die Staatsa nwaltschaft mit, dass sie auf eine Stellungnahme zu den Berufungsbegründungen der Beschul digten sowie der Privatklägerin 1 verzichtet. F. Die Privatklägerin 1 hielt in ihrer Berufungsantwort vom 26. November 2021 vollumfäng- lich an den in ihrer Berufungsbegründung vom 17. Sept ember 2021 gestellten Rechtsbegehren fest und beantragte demgemäss die Abweisung der Berufung der Beschuldigten. G. In ihrer Berufungs- und Anschlussberufungsantwort vom 1. Dezember 2021 beantragte die Beschuldigte die vollumfängliche Abweisung sowohl d er Anträge der Privatklägerin 1 als auch derjenigen der Staatsanwaltschaft. H. Im Rahmen des Instruktionsverfahrens vor der Berufungsin stanz ergingen unter anderem folgende verfahrensleitende Verfügungen und Beschlüsse des Kantonsgerichts: Mit Verfügung vom 19. Juli 2021 wurde festgestellt, dass angesichts der zw ischenzeitlich erfolgten Leistung einer Entschädigung aus Versicherungsvertrag an die D.___ _ (gemäss Entschädigungsverein- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht barung vom 8. Juni 2021 bzw. 14. Juni 2021) die A.___ _ in Anwendung von Art. 121 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 72 Abs. 1 VVG als Privat klägerin im Zivilpunkt in das vorliegende Verfahren eingetreten ist, weshalb in der Folge die D.____ als Privatklägerin 1 und Berufungs- klägerin aus dem Rubrum entfernt und stattdessen die A .____ an deren Stelle eingesetzt wur- de. Mit Beschluss vom 27. September 2021 wurde der Ant rag der Beschuldigten vom 23. Au- gust 2021, es sei auf die Berufung der Privatklägerin 1 nicht einzutreten, abgewiesen, soweit darauf einzutreten war. Mit weiterem Beschluss vom 11 . November 2021 wurde der Antrag der Beschuldigten, es seien die Grundbuch- sowie die Kontosp erren unter gleichzeitiger Eröffnung eines Kautionskontos zur Sicherung von allfälligen Verf ahrens- und Parteientschädigungskos- ten sowie zur Zahlung der Expertisekosten von CHF 1' 953.-- mit einer zu hinterlegenden Sum- me von CHF 60'000.-- aufzuheben, abgewiesen. In der Schlussverfügung vom 6. Dezember 2021 wurden die Staatsanwaltschaft, der Rechtsvertreter der Privatklägerin 1 sowie die Be- schuldigte und ihr Verteidiger zur kantonsgerichtlichen H auptverhandlung geladen; demgegen- über wurde die persönliche Anwesenheit der Privatkläge rin 2 anlässlich der mündlichen Beru- fungsverhandlung in deren freies Ermessen gestellt. Nach Schluss des Schriftenwechsels wur- de mit Verfügung vom 6. Juli 2022 der Antrag der Bes chuldigten vom 20. Juni 2022 auf Aus- schluss der Öffentlichkeit von der Berufungsverhandlung abgewiesen. Hingegen wurde mit wei- terer Verfügung vom 7. Juli 2022 in Gutheissung des Ve rschiebungsgesuchs des Rechtsvertre- ters der Beschuldigten vom gleichen Tag die angesetzte H auptverhandlung vor dem Kantons- gericht vom 11. Juli 2022 und 12. Juli 2022 aus medizin ischen Gründen abgeboten und ein neuer Verhandlungstermin nach Absprache mit den Partei en in Aussicht gestellt. Schliesslich wurde mit Verfügung vom 13. Januar 2023 die Beschuldi gte gestützt auf ihre Eingabe vom 12. Januar 2023 von der auf den 16. Januar 2023 und 17 . Januar 2023 anberaumten kantons- gerichtlichen Hauptverhandlung dispensiert. I. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 16. Januar 2023 sind der amtliche Verteidiger der Beschuldigten, Rechtsanwalt Theodor G. Seitz, Advokat Peter Bürkli als Vertreter der Privatklä- gerin 1 sowie János Fábián als Vertreter der Staatsan waltschaft anwesend. Auf die von den Anwesenden getätigten Ausführungen wird wiederum, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen 1. Formalien, Verfahrensgegenstand und Beweisanträg e 1.1 Formalien a) Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Beru- fungsinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Rechtsmitt el ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 3 98 Abs. 1 StPO ist die Berufung zuläs- sig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abge- schlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO könne n mit der Berufung gerügt wer- den: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung un d Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststel- lung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Laut Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufun g dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder m ündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung d es begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Die Anschlussberufung ist Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO folgend innerhalb von 20 Tagen seit Empfang der Berufungser klärung schriftlich zu erklären. Die Legi- timation der Staatsanwaltschaft zur Ergreifung des Rech tsmittels wird in Art. 381 Abs. 1 StPO und diejenige der Beschuldigten sowie der Privatklägerin 1 in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Nachdem in casu das angefochtene Urteil ein taugliches A nfechtungsobjekt darstellt, sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Beschuldigte und die Privatklägerin 1 berufungs- bzw. an- schlussberufungslegitimiert sind, zulässige Rügen erheben u nd die Rechtsmittelfristen gewahrt haben sowie der Erklärungspflicht nachgekommen sind, ist ‒ unter Vorbehalt der nachfolgen- den Erwägungen ‒ grundsätzlich auf alle drei Rechtsmittel (Berufung der Beschuldigten und der Privatklägerin 1 sowie Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft) einzutreten. b) Nicht einzutreten ist auf die Berufung der Beschuldig ten betreffend das Begehren gemäss Ziffer 6 ihrer Anträge in der Berufungserklärung, es seien die Kosten der amtlichen Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen und der amtliche Verteidig er sei gemäss seinen eingereichten Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Honorarnoten ohne jeglichen Abzug aus der Staatskasse zu entschädigen. Dies begründet sich wie folgt: Nach Art. 135 Abs. 2 StPO bestimmt das urt eilende (in concreto erstinstanzliche) Ge- richt die Entschädigung der amtlichen Verteidigung am Ende des Verfahrens und befindet dar- über im Sachurteil (BGE 139 IV 199 E. 5.1). Praxisgemä ss kann zwar der Entscheid über die Festsetzung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung per se ‒ wie auch derjenige über die Entschädigung für die private Verteidigung und di e weiteren Verfahrenskosten ‒ von den Parteien mit Berufung angefochten werden, hingegen st eht der amtlichen Verteidigung nach geltendem Gesetz und der aktuellen Rechtsprechung gest ützt auf Art. 135 Abs. 3 lit. a StPO gegen die Höhe der Entschädigung in ihrer Eigenschaft als Verfahrensbeteiligte ausschliesslich die Beschwerde in eigenem Namen an die kantonale Besch werdeinstanz zur Verfügung (BGE 140 IV 213 E. 1.4; 139 IV 199 E. 5.2 und E. 5.6). D ie amtlich verteidigte Person ist durch die behaupteterweise zu tief festgesetzte Entschädigung von vornherein nicht in ihren eigenen rechtlich geschützten Interessen betroffen, weshalb sie auch nicht zur Rüge legitimiert ist, das dem amtlichen Verteidiger zugesprochene Honorar sei zu n iedrig bemessen (BGer 6B_1320/2021 vom 16. Juni 2022 E. 1.1; 6B_120/2021 vom 11. April 2022 E. 3, nicht publ. in: BGE 148 IV 298; 6B_146/2021 vom 14. Februar 2022 E. 3.2; je mit Hinweisen). Im vorliegen- den Fall hat der amtliche Verteidiger unbestrittener massen gegen die vom erstinstanzlichen Gericht festgesetzte Höhe der amtlichen Entschädigung ni cht in eigenem Namen strafpro- zessuale Beschwerde geführt, sondern den Umfang seines Hon orars bloss im Rahmen der namens seiner Mandantin ‒ der Beschuldigten ‒ erhobenen Berufung gerügt. Nach Dargeleg- tem ist diese Vorgehensweise nach bestehendem Recht jedo ch nicht zulässig, weshalb ‒ wie eingangs dargelegt ‒ auf die Berufung von C.____, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt The- odor G. Seitz, mangels Rechtsschutzinteresses insoweit nicht einzutreten ist, als damit die Festsetzung der konkreten Höhe der amtlichen Entschädigung durch das Strafgericht angefoch- ten wird. 1.2 Verfahrensgegenstand a) Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 26. Mai 2021 hab en die Beschuldigte, die Privat- klägerin 1 (bzw. ursprünglich die D.____) und die Staa tsanwaltschaft ein Rechtsmittel ergriffen. Die Beschuldigte richtet ihre Berufung dabei gegen ihr e Verurteilung wegen mehrfacher, teil- weise qualifizierter Veruntreuung sowie mehrfacher Urkun denfälschung und damit zusammen- hängend das Strafmass (Dispositiv-Ziffer 1), die Erkenntn isse betreffend Verwendung der Gut- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht haben diverser gesperrter Konten (Dispositiv-Ziffern 4, 5 und 6) sowie die Verpflichtung zur Be- zahlung zahlreicher Zivilforderungen der Privatklägerinnen 1 und 2 (Dispositiv-Ziffern 10, 11, 14 und 15) und schliesslich die Anordnung betreffend Tragu ng der ordentlichen und ausseror- dentlichen vorinstanzlichen Kosten (Dispositiv-Ziffern 12 u nd 13 Abs. 3). Demgegenüber be- gehrt die Staatsanwaltschaft eine zusätzliche Verurteilung hinsichtlich der Anklage der falschen Anschuldigung (Dispositiv-Ziffer 2), eine Erhöhung des vorderrichterlich ausgesprochenen Strafmasses (Dispositiv-Ziffer 1) sowie die Streichung de r vorinstanzlich verfügten bedingungs- losen Aufhebung der Grundbuchsperre (Dispositiv-Ziffer 3 ). Auch die Privatklägerin 1 beantragt eine Anpassung der vorderrichterlichen Erkenntnisse in B ezug auf die Aufhebung der Grund- buchsperre (Dispositiv-Ziffer 3) und zudem die Zusprechu ng einer ungekürzten Parteientschä- digung (Dispositiv-Ziffer 14). Gestützt auf Art. 404 Abs . 1 StPO bilden im vorliegenden Beru- fungsverfahren nur noch die vorgängig genannten Punkte Gegenstand der richterlichen Über- prüfung (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO sowie Art. 399 Abs. 4 StPO). In Anbetracht der Rechts- begehren der Parteien ist das angefochtene Urteil somi t grundsätzlich vollumfänglich zu über- prüfen, allerdings mit nachfolgenden Einschränkungen. b) Namentlich nicht mehr zu prüfen sind die Anordnungen in Bezug auf die Rückgabe des beschlagnahmten Protokolls der D.____ vom 22. November 2018 (Dispositiv-Ziffer 7), den Ver- bleib der beschlagnahmten Aktennotiz vom 23. Juli 201 8 bei den Akten (Dispositiv-Ziffer 8), die Vernichtung einer CD und eines Ordners mit Bankakten un d Akten der I.____ AG (Dispositiv- Ziffer 9) sowie die Festlegung der Entschädigung an de n amtlichen Verteidiger der Beschuldig- ten (Dispositiv-Ziffer 13 Abs. 1 und Abs. 2; vgl. vorstehend E. 1.1.b). 1.3 Beweisanträge a) Anlässlich der Parteiverhandlung vom 16. Januar 2023 st ellt die Beschuldigte folgende Beweisanträge: Es sei die Echtheit und Authentizität d er Unterschrift von F.____ auf dem Do- kument "Aktennotiz - stilles Darlehen" vom 23. Juli 2019 (recte: 23. Juli 2018) zu überprüfen (Beweisantrag A). Weiter sei F.____ vom Kantonsgerich t zu befragen, namentlich zum Ver- wandtschaftsgrad zwischen ihr und J.____ (Beweisantrag B). Zudem seien die von der Be- schuldigten zu den ihr vorgeworfenen Tatzeitpunkten ver wendeten EDV-Anlagen auf Spuren von Hackerangriffen von einem Sachverständigen zu untersu chen (Beweisantrag C). Ferner wird die Edition der Originale der Protokolle der D.____ von 2018 bis 2022 sowie die Edition der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Buchhaltungsunterlagen der D.____, welche die Vorlei stungen in den Jahren 2016 und 2017 belegen sollen, beantragt. Sowohl die Staatsanwaltsch aft als auch die Privatklägerin 1 begeh- ren die Abweisung der genannten Vorbringen. Das Kanto nsgericht weist sämtliche Anträge ge- stützt auf nachfolgende Darlegungen ab: b) Art. 29 BV umfasst das Recht, Beweisanträge zu stellen so wie an der Erhebung wesentli- cher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen ( BGE 142 I 86 E. 2.2, mit Hinweisen). Teil des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) ist das Recht auf Abnahme der rechtzeitig und formrichtig angebotenen rechtserheblichen Beweismittel (vgl. zum Ganzen BGer 1B_254/2020 vom 14. Dezember 2022 E. 5.1). Hierzu geh ört, dass die Behörde alle erhebli- chen und rechtzeitigen Vorbringen der Parteien würdigt und die ihr angebotenen Beweise ab- nimmt, wenn diese zur Abklärung des Sachverhalts tauglich erscheinen (BGE 141 I 60 E. 3.3). Sie muss sich demgegenüber nicht mit jedem sachverhaltlich en oder rechtlichen Einwand aus- einandersetzen (BGer 6B_627/2012 vom 18. Juli 2013 E. 2.5). Die Parteien besitzen kein un- eingeschränktes Recht auf Gutheissung ihrer Beweisanträge. Gestützt auf Art. 6 EMRK besteht nur ein Anspruch auf Berücksichtigung solcher Beweise, we lche nach dem pflichtgemässen richterlichen Ermessen entscheidungserheblich bzw. für die Wahrheitsfindung beachtlich sein könnten (MAX HAURI / PETRA VENETZ , in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord- nung, 2. Auflage, Basel 2014, N 33 ff. zu Art. 343 S tPO, mit Hinweisen). Der Untersuchungs- grundsatz, wonach die Strafverfolgungsbehörden von Amte s wegen alle für die Beurteilung der Tat und der beschuldigten Person bedeutsamen Tatsachen a bklären (Art. 6 Abs. 1 StPO), gilt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch für die G erichte (BGE 147 IV 409 E. 5.3.1; BGer 6B_288/2015 vom 15. Oktober 2015 E.1.3.2, mit H inweisen). Das Rechtsmittelverfahren beruht indessen gestützt auf Art. 389 Abs. 1 StPO gener ell auf denjenigen Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erh oben worden sind. Gemäss Abs. 2 von Art. 389 StPO werden Beweisabnahmen des erstinstanzli chen Gerichts nur wiederholt, wenn: Beweisvorschriften verletzt worden sind (lit. a), d ie Beweiserhebungen unvollständig ge- wesen sind (lit. b) bzw. die Akten über die Beweiserheb ungen unzuverlässig erscheinen (lit. c). In Anwendung von Art. 389 Abs. 3 StPO erhebt die Rech tsmittelinstanz von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise. Dem Wortlaut nach beschränkt sich die zusätzliche Beweiserhebung lediglich auf Beweise , die erforderlich sind. Beweise sind notwendig, wenn sie den Ausgang des Verfahrens beeinfl ussen könnten (BGE 147 IV 409 Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 5.3.2; BGer 6B_288/2015 vom 15. Oktober 2015 E. 1 .3.1, mit Hinweisen). Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekann t oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 StPO). Der Untersuchungsgrundsatz verpflichtet das Gericht nicht, Beweiserhebungen vorzunehmen, wenn es sich aufgrund der bereits erhobe- nen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und in vorwe ggenommener Beweiswürdigung annehmen darf, dass die zusätzlichen Beweise nichts an sei ner Überzeugung zu ändern ver- möchten (BGE 141 I 60 E. 3.3; 136 I 229 E. 5.3; 134 I 140 E. 5.3; BGer 6B_1221/2014 vom 4. Juni 2015 E. 4.4.2; je mit Hinweisen). Gemäss stän diger Rechtsprechung (vgl. hierzu BGer 6B_1134/2021 bzw. 6B_1157/2021 vom 2. Juni 2022 E. 2.3 .2) können die Strafbehörden ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV so wie Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO und Art. 107 StPO) und des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 6 StPO) auf die Abnahme weiterer Beweise verzichten, wenn sie in Würdigung der bereits a bgenommenen Beweise zur Überzeu- gung gelangen, der rechtlich erhebliche Sachverhalt se i genügend abgeklärt, und sie überdies in antizipierter Würdigung zum Schluss kommen, ein an sich taugliches Beweismittel vermöge ihre aufgrund der bereits abgenommenen Beweismittel g ewonnene Überzeugung von der Wahrheit oder Unwahrheit einer strittigen Tatsache ni cht zu ändern. Das zweitinstanzliche Ver- fahren dient nicht der Wiederholung des Beweisverfahrens, die Berufungsinstanz erhebt zusätz- liche Beweise grundsätzlich nur mit Zurückhaltung (V IKTOR LIEBER , in: Zürcher Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Auflage, Zürich / Basel / Genf 2020, N 1 ff. zu Art. 389 StPO, mit Hinweisen). c) aa) In casu ist zu konstatieren, dass die Beschuldigte die Beweisanträge A, B und C bereits anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung gestellt ha t, und diese vom Strafgericht allesamt abgewiesen worden sind. In Bezug auf den Beweisantrag A hat schon die Vorinstanz zu Recht festgehalten, dass die Fragen, ob die Unterschrift echt ist sowie ob das entsprechende Doku- ment von F.____ eigenhändig unterzeichnet worden ist, so wieso im Rahmen der Beweiswürdi- gung zu den entsprechenden Anklagepunkten zu klären sind. Hierzu erscheint in antizipierter Beweiswürdigung eine Unterschriftenanalyse angesichts der objektiven Beweislage als für die Wahrheitsfindung nicht erheblich (vgl. unten E. 4.2 .2 und E. 5.2.3). Abgesehen hiervon ist eine solche Expertise zur Abklärung des strittigen Sachverhalts per se als untauglich zu bezeichnen, da vom fraglichen Dokument lediglich eine Kopie vorliegt und dementsprechend von vornherein Einschränkungen bei der forensischen Schriftvergleichung, z.B. bezüglich des Schreibdrucks, Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht hinzunehmen sind. Diesbezüglich wird in dem von der Beschu ldigten an der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht ins Recht gelegten Kurzgutachten von Dr. K.____ vom 1. Oktober 2022 auf Seite 4 Folgendes ausgeführt: "Bei der Untersuchun g von Nicht-Originalen (Kopien) hand- schriftlicher Schreibleistungen ergeben sich grundsätzliche Einschränkungen mit Untersu- chungsdefiziten, welche bei der Befundbewertung sowie im Ergebnis zu berücksichtigen sind. Verbindliche Aussagen sind nicht zulässig." Nachdem also be reits das von der Beschuldigten zu ihrer Entlastung eingereichte Kurzgutachten verbindliche Aussagen in concreto aufgrund der Umstände als nicht zulässig erachtet, ist davon auszugehen, dass auch eine vom Gericht an- geordnete weitere Expertise zu keinem anderen Ergebnis käme und demnach nichts zur Wahr- heitsfindung beitragen könnte. Nur am Rande ist an di eser Stelle zu konstatieren, dass selbst im genannten Kurzgutachten vom 1. Oktober 2022 als Sch lussfolgerung festgehalten wird, vor- behältlich der Untersuchung des fraglichen Dokumentes im Original (welches nicht vorliegt) sowie der Untersuchung von weiteren verbindlichen authen tischen Vergleichsunterschriften sprächen die Befunde der Schriftvergleichung (bloss) schwach (Unterstreichung durch den Sachverständigen) für die Hypothese, wonach die Untersc hrift "F.____" auf der fraglichen Ak- tennotiz von F.____ gefertigt worden sei (vgl. zudem di e diesbezügliche Motivlage von F.____ zur Gewährung eines "stillen Darlehens"; unten E. 4.2.2 und E. 5.2.3). bb) Bezüglich des Beweisantrages B ist zu erwägen, dass F.__ __ am 9. Januar 2019 (act. 10.01.009 ff.) in Anwesenheit der Beschuldigten u nd ihrer Verteidigung durch die Staats- anwaltschaft einlässlich befragt worden ist, wobei die B erufungsklägerin von ihrem Fragerecht Gebrauch gemacht hat. Anlässlich dieser Befragung als Au skunftsperson hat F.____ klar und unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass sie das fragliche Dokument nicht unterschrie- ben habe. Folglich sind durch eine erneute Einvernah me keine neuen Erkenntnisse zum Kern- geschehen zu erwarten. Hieran ändert angesichts der gesamtheitlichen Beweislage auch nichts die erstmals vor dem Kantonsgericht vorgebrachte Behaupt ung der Beschuldigten, wonach F.____ die Grosstante von J.____ sein soll. Demnach ist dieser Antrag in antizipierter Beweis- würdigung mangels zu erwartender Auswirkung auf den Ve rfahrensausgang als unerheblich abzuweisen (vgl. auch hier die diesbezügliche Motivlage von F.____ zur Gewährung eines "stil- len Darlehens"; unten E. 4.2.2 und E. 5.2.3). cc) Gleiches gilt hinsichtlich des Beweisantrages C, welcher o ffensichtlich nichts zur Abklä- rung des Sachverhalts beitragen kann. Diesbezüglich hat wiederum bereits die Vorinstanz zu- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht treffend erwogen, dass weder Hinweise auf einen möglich en Hackerangriff auf die EDV- Anlagen der Beschuldigten ersichtlich sind noch ein irgen dwie geartetes Interesse einer allfälli- gen unbekannten Täterschaft, die Zahlungsflüsse ‒ und darüber hinaus auch die diese Trans- aktionen angeblich legitimierenden entsprechenden Doku mente (Lieferantenrechnungen, Kon- toauszug und Buchhaltungsunterlagen) ‒ derart zu manipulieren, dass hiervon ausnahmslos die Beschuldigte bzw. J.____ und das Restaurant "L.____" pr ofitiert haben. Selbst wenn allenfalls eine Schadsoftware auf den von der Beschuldigten genüt zten Computern gefunden würde, würde dies nicht erklären, wie diese die entsprechenden Transaktionen ausgelöst haben soll und weshalb eine unbekannte Täterschaft nicht zum eig enen Vermögensvorteil gewirkt, son- dern ausgerechnet die Beschuldigte bzw. J.____ und das Restaurant "L.____" bereichert haben sollte (vgl. unten E. 4.3 und E. 5.3). dd) Im Hinblick auf die Editionsbegehren ist festzustellen, dass weder substantiiert dargelegt noch ersichtlich wäre, inwiefern die Originale der Protokolle der D.____ von 2018 bis 2022 oder die Originale der Buchhaltungsunterlagen der D.____ in massgeblicher und sich nicht bereits aus den Akten ergebender Weise zur Wahrheitsfindung b eitragen könnten. Demnach ist auch hier in antizipierter Beweiswürdigung davon auszugehen, dass die Überzeugung des Spruch- körpers des hiesigen Gerichts durch die von der Beschuldigte n angebotenen Beweiserhebun- gen nicht geändert würde. 2. Standpunkte der Parteien 2.1 Beschuldigte (...) 2.2 Privatklägerin 1 (...) 2.3 Staatsanwaltschaft Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht (...) 3. Verfahrensgrundsätze, Beweiswürdigung und Sachver halt 3.1 Verfahrensgrundsätze (...) 3.2 Beweiswürdigung (...) 3.3 Sachverhalt (...) 4. Tatbestand der mehrfachen, teilweise qualifizier ten Veruntreuung 4.1 Vorbemerkungen / theoretische Erwägungen a) Gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB macht sich der Veruntreu ung schuldig und wird mit Frei- heitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer sich eine ihm anvertraute fremde bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen anderen damit unrechtmässig zu bereichern, oder wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig i n seinem oder eines anderen Nut- zen verwendet. Wer die Tat als Mitglied einer Behörde , als Beamter, Vormund, Beistand, be- rufsmässiger Vermögensverwalter oder bei Ausübung eines B erufes, Gewerbes oder Handels- geschäftes, zu der er durch eine Behörde ermächtigt ist, begeht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 138 Ziff. 2 StGB). Praxisgemäss (vgl. zum Ganzen BGer 6B_1422/2019 vom 28. Mai 2021 E. 4.4.1) gilt a ls anvertraut, was jemand mit der Ver- pflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse des Treugebers zu verwenden, ins- besondere es zu verwahren, zu verwalten oder einem anderen abzuliefern. Nach einer anderen Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Umschreibung ist anvertraut, was jemand mit der besonder en Verpflichtung empfängt, es dem Treugeber zurückzugeben oder es für diesen einem Dritten weiterzuleiten, wobei der Treugeber seine Verfügungsmacht über das Anvertraute aufgibt (BG E 143 IV 297 E. 1.3, mit Hinweisen). Dabei genügt, dass der Täter ohne Mitwirkung des Treug ebers über die Werte verfügen kann, ihm also Zugriff auf das fremde Vermögen eingeräumt worden ist. Die Einräumung der Verfü- gungsmacht über ein Bankkonto ist ein Anvertrauen der For derung, auch wenn daneben der Treugeber oder Dritte ebenfalls über das Konto verf ügen (BGer 6B_341/2011 vom 10. Novem- ber 2011 E. 1.5; BGE 133 IV 27; STEFAN TRECHSEL / DEAN CRAMERI , in: Trechsel / Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Auflage, Zürich / St. Gallen 2021, N 11 zu Art. 138 StPO). Der Tatbestand von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfasst Fälle, in denen zivil- rechtlich die Fremdheit der anvertrauten Werte nicht g egeben oder zumindest zweifelhaft ist. Bei dieser Tatvariante erwirbt der Treuhänder an de n erhaltenen Werten Eigentum; er erlangt mithin nicht nur tatsächliche, sondern auch rechtliche V erfügungsmacht. Die fraglichen Vermö- genswerte sind jedoch wirtschaftlich fremd, weshalb der T reuhänder verpflichtet ist, dem Treu- geber den Wert des Empfangenen ständig zu erhalten (sog . Werterhaltungspflicht; vgl. BGE 133 IV 21 E. 6.2; BGer 6B_1085/2018 vom 20. Februar 2019 E. 4.2.2; je mit Hinweisen). Die tatbestandsmässige Handlung besteht bei der Veruntreuun g von Vermögenswerten in einem Verhalten, durch welches der Täter eindeutig seinen Wi llen bekundet, den obligatorischen An- spruch des Treugebers zu vereiteln (BGE 133 IV 21 E. 6.1.1, mit Hinweis). Der Täter verwendet die Vermögenswerte unrechtmässig, wenn er sie entgegen den erteilten Instruktionen ge- braucht, sich mithin über den festgelegten Verwendungszw eck hinwegsetzt (BGE 129 IV 257 E. 2.2.1; BGer 6B_150/2017 vom 11. Januar 2018 E. 3.2, nicht publ. in: BGE 144 IV 52). In Be- zug auf das Geschäftsvermögen von Handelsgesellschaften un d Genossenschaften sowie öf- fentlich-rechtlichen Körperschaften bestimmt die Praxis de s Bundesgerichts, dass die unrecht- mässige Verwendung der Vermögenswerte unter den Tatbestand der Veruntreuung fällt, sofern das inkriminierte Verhalten jeglichen Bezug zur Geschäft stätigkeit vermissen lässt und es dem Gesellschaftsorgan einzig darum geht, sich Vermögenswerte zwecks persönlicher Bereicherung anzueignen, da sich der Funktionsträger diesbezüglich ni cht auf seine Organstellung berufen kann (BGer 6B_326/2012 vom 14. Januar 2013 E. 2.5.3; vgl. auch KGer 100 09 165 vom 5. Januar 2010). Behörden im Sinne von Ziff. 2 von Ar t. 138 StGB sind die auf gesetzlicher Grundlage beruhenden und über eine relative Selbstst ändigkeit verfügenden Organe einer öf- fentlich-rechtlichen Körperschaft (BGE 114 IV 34), wie beispielsweise eine Kassiererin einer Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht D.____ (M ARCEL ALEXANDER NIGGLI / CHRISTOF RIEDO , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 159 zu Art. 138 StGB, mit Hinweisen). b) In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand der Ver untreuung Vorsatz und ein Han- deln in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht. Nach der Re chtsprechung bereichert sich bei der Veruntreuung von Vermögenswerten unrechtmässig, wer die Vermögenswerte, die er dem Berechtigten jederzeit zur Verfügung zu halten hat, in seinem Nutzen verwendet, ohne fähig und gewillt zu sein, sie jederzeit sofort zu ersetzen (B GE 133 IV 21 E. 6.1.2, mit Hinweisen; BGer 6B_1422/2019 vom 28. Mai 2021 E. 4.4.2; 6B_621/ 2019 vom 3. Dezember 2019 E. 1.2.3). 4.2 Sachverhaltskomplex D.____ In rubrizierter Angelegenheit wird der Beschuldigten zur Last gelegt, Bezüge von insgesamt CHF 316'000.-- (CHF 15'000.-- plus CHF 301'000.--) von der D.____ veruntreut zu haben. Wei- ter soll sie zwecks Vertuschung dieser Veruntreuungen Urkunde nfälschungen begangen (vgl. unten E. 5) sowie die Präsidentin der D.____, F.____, zu Unrecht einer Straftat bezichtigt haben (vgl. unten E. 6). Unbestritten ist in diesem Zusammen hang, dass die Beschuldigte seit ihrer Wahl durch die N.____ vom 23. März 2016 als Kassiererin d er D.____ (act. AA 10.01.016, AA 30.05.007, AA 40.90.001 und S 1223) tätig gewesen ist und in dieser Stellung über eine Einzel- zeichnungsberechtigung für das Bankkonto der D.____ bei der M.____ Bank AG sowie über die vollumfängliche Verfügungsberechtigung bezüglich des e-Bankings betreffend dieses Bankkon- to verfügt hat (act. AA 10.01.014, AA 30.05.008 und S 1223). Anlässlich der ordentlichen N.____ vom 17. November 2018 ist die Beschuldigte zudem als N.____ der D.____ gewählt worden (act. AA 02.05.040 und AA. 02.05.063). In ihr er Stellung als Kassiererin hat die Be- schuldigte gemäss O.____ der D.____ als Hilfsorgan gea mtet (act. AA 02.05.040 und AA 02.05.044 f.). 4.2.1 Konto M.____ Bank AG 2017 a) In Bezug auf Ziffer 2.2 der Anklageschrift hat die Vo rinstanz erwogen, es bestünden keine Zweifel daran, dass die Beschuldigte keinen Anspruch – weder aus Sitzungsgeldern noch aus geleisteten Vorschüssen – auf die fraglichen CHF 15'00 0.-- gehabt habe, und dass das Geld Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht ohne entsprechende Gegenleistung seitens der Beschuldi gten an die D.____ zur Begleichung einer privaten Rechnung auf ihr Privatkonto transferiert worden sei. Damit habe die Beschuldig- te die ihr anvertrauten Vermögenswerte zu einem andere n als den vorgesehenen Zweck ge- nutzt, ohne hierfür berechtigt gewesen zu sein, wodur ch sie die D.____ geschädigt habe. Aus- serdem habe die Beschuldigte direktvorsätzlich und in unr echtmässiger Bereicherungsabsicht gehandelt. Damit seien sowohl der objektive wie auch der subjektive Tatbestand der Veruntreu- ung erfüllt. Nachdem die D.____ eine öffentlich-rechtliche Körperschaft sei und die Beschuldigte in ihrer Stellung als Kassiererin als Hilfsperson gehan delt habe, finde sodann der Tatbestand der qualifizierten Veruntreuung Anwendung (vgl. E. II.B.2 S. 11 ff.). b) Die Beschuldigte bringt zur Begründung ihrer diesbezü glichen Berufung im Wesentlichen vor, dass die Schuldsprüche der Vorinstanz auf unvollstän digen und unrichtigen Sachverhalts- feststellungen, Verletzung von Verfassungs- und Gesetzesvor schriften sowie offensichtlicher Voreingenommenheit und mehrfacher unzulässiger antizipie render Beurteilung der gestellten Beweisanträge fussten, sowie dass die geltend gemachten Geldforderungen lange vor der erst- instanzlichen Hauptverhandlung restlos beglichen worden sei en, wodurch der für die Verun- treuung erforderliche Vermögensschaden nicht mehr gegeben sei (vgl. oben E. 2.1.a). c) Die Staatsanwaltschaft begehrt in diesem Punkt die Best ätigung des angefochtenen Ur- teils (vgl. oben E. 2.3.c). d) In einem ersten Schritt ist über die von der Beschuldig ten aufgeworfenen formellen Rügen zu befinden: aa) Hinsichtlich des Vorwurfs, dass die Schuldsprüche auf m ehrfacher unzulässiger antizipie- render Beurteilung der gestellten Beweisanträge fussten, ist zu erwägen, dass die Parteien kein uneingeschränktes Recht auf Gutheissung ihrer Beweisan träge besitzen. Gestützt auf Art. 6 EMRK besteht nur ein Anspruch auf Berücksichtigung solche r Beweise, welche nach dem pflichtgemässen richterlichen Ermessen entscheidungserhebli ch bzw. für die Wahrheitsfindung beachtlich sein könnten. Das Gericht ist nicht gehalten , sich mit jedem sachverhaltsdienlichen oder rechtlichen Einwand auseinanderzusetzen, sondern da rf sich auf die wesentlichen Ge- sichtspunkte und Leitlinien beschränken. Namentlich hat d as Gericht nach dem Gebot der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) die histo rischen Fakten zu ermitteln und kann dabei gestützt auf Art. 139 Abs. 2 StPO darauf verzichten , über Tatsachen, die unerheblich, Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits r echtsgenügend erwiesen sind, Beweis zu führen. Auch können die Strafbehörden ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV sowie Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO und Art. 107 StPO) und des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 6 StPO) auf die Abnahme weiterer Beweise verzicht en, wenn sie in Würdigung der bereits abgenommenen Beweise zur Überzeugung gelangen, der r echtlich erhebliche Sachverhalt sei genügend abgeklärt, und sie überdies in antizipierter Würdigung zum Schluss kommen, ein an sich taugliches Beweismittel vermöge ihre aufgrund der be reits abgenommenen Beweismittel gewonnene Überzeugung von der Wahrheit oder Unwahrhe it einer strittigen Tatsache nicht zu ändern (vgl. oben E. 1.3.b). In casu kann die Beschuldig te aus der blossen Tatsache, dass die Vorinstanz nicht sämtlichen Beweisanträgen entsprochen ha t, angesichts der bestehenden, gesamtheitlichen objektiven Beweislage nichts zu ihren Gunsten ableiten. Eine Verletzung von Verfassungs- und Gesetzesvorschriften, wie es geltend gemac ht wird, ist demnach nicht zu erkennen. Dass das Strafgericht bei seinen Schuldsprüchen n icht der Argumentation der Be- schuldigten gefolgt ist, ist im Übrigen kein Ausdruck offen sichtlicher Voreingenommenheit, wie dies die Beschuldigte behauptet, sondern das materiell e Ergebnis nach Würdigung der umfas- senden Beweislage, was sodann Gegenstand der nachfolgend en Prüfung durch das Kantons- gericht sein wird. bb) Bezüglich der Rüge, wonach das Strafgericht zu Unrecht auf eine Expertise zur Echtheit und Authentizität der Unterschrift von F.____ auf dem Dokument "Aktennotiz - stilles Darlehen" vom 23. Juli 2019 verzichtet habe, ist festzustellen, dass d as Kantonsgericht im vorliegenden Urteil zum Schluss kommt, dass eine solche Expertise zur Abklärung des strittigen Sachverhalts per se als untauglich erscheint (vgl. oben E. 1.3.c/aa ), womit konsequenterweise die gleiche Beanstandung gegenüber den Vorderrichtern ohne Weiter es als unbegründet zu qualifizieren ist. cc) Im Hinblick auf den ursprünglich gestellten Beweisantra g, es sei der Lebenspartner der Beschuldigten als Zeuge einzuvernehmen, ist zu bemerken, dass dieses Begehren vor dem Kantonsgericht nicht mehr gestellt worden ist, ein solc hes aber ‒ wie dies auch schon die Vo- rinstanz getan hat ‒ abzuweisen gewesen wäre, da angesichts der konkreten Ankla gevorwürfe von vornherein nicht ersichtlich ist, inwiefern der Genannte zur Wahrheitsfindung beitragen soll- te. Demzufolge erweist sich die entsprechende Rüge gegen über dem Strafgericht ebenfalls als unbegründet. Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht dd) In Bezug auf den Beweisantrag vor Strafgericht, es sei en die von der Beschuldigten ver- wendeten EDV-Anlagen auf Spuren von Hackerangriffen von einem Sachverständigen zu un- tersuchen, ist wiederum zu bemerken, dass das Kantonsger icht im vorliegenden Urteil zur An- sicht gelangt, dass eine solche Untersuchung offensichtli ch nichts zur Abklärung des Sachver- halts beitragen kann (vgl. oben E. 1.3.c/cc), weshalb de r diesbezüglichen Beanstandung ge- genüber den Vorderrichtern gleichermassen nicht zu folgen ist. ee) Gleiches gilt hinsichtlich des Beweisantrags auf neuerliche Befragung von F.____, wel- cher auch vom Kantonsgericht verworfen wird (vgl. oben E. 1.3.c/bb). ff) Bezüglich der Vorwürfe, wonach die Abweisung des gege n den verfahrensführenden Staatsanwalts sowie gegen die mit ihm in angeblich unzu lässiger Weise viel zu eng verbunde- nen Vorinstanz gerichteten Ausstandsbegehrens verfahrens- u nd verfassungswidrig sei, ist zu bemerken, dass das Kantonsgericht bereits mit einem erste n rechtskräftigen Beschluss vom 3. Dezember 2019 (490 19 239) ein von der Beschuldigt en erhobenes Ausstandsgesuch gegen Staatsanwalt János Fábián abgewiesen hat, soweit es da rauf eingetreten ist, und mit einem zweiten rechtskräftigen Beschluss, ebenfalls datierend vom 3. Dezember 2019 (490 19 243), auf ein weiteres Ausstandsgesuch gegen den fallführenden Staatsanwalt gar nicht erst einge- treten ist. Gestützt hierauf sind diesbezügliche Rügen, we lche im Übrigen nicht einmal ansatz- weise substantiiert werden, per se haltlos. ee) Schliesslich ist zu bemerken, dass die Beschuldigte anlä sslich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht ihren mittels E-Mail vom 13. Januar 2 023 (welche weder mit einer aner- kannten elektronischen Signatur versehen noch über eine an erkannte Plattform für die sichere Zustellung versendet worden ist) gestellten Antrag auf Durchführung eines schriftlichen Verfah- rens zurückgezogen und gleichermassen auch ihr Begehren, es s ei das Verfahren an die Vo- rinstanz zurückzuweisen und diese anzuweisen, die gestellten Beweisanträge gutzuheissen, die entsprechenden Verfahrenshandlungen vorzunehmen und a nschliessend erneut zu entschei- den, wieder zurückgezogen hat, womit sich diesbezügliche Erörterungen erübrigen. e) Hinsichtlich des konkreten rechtserheblichen Sachverhalts ist Folgendes festzustellen (vgl. E. II.B.2.1 S. 11 ff. des angefochtenen Urteils): Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht aa) Aus den Akten ergibt sich eine Transaktion am 19. Juli 2 017 über CHF 15'000.-- vom Konto der D.____ bei der M.____ Bank AG zu Gunsten de s Privatkontos der Beschuldigten bei der I.____ AG (act. AA 02.01.008 ff. und AA 32.06.1 12). In der Buchhaltung der D.____ ist die- ser Betrag über CHF 15'000.-- zunächst beim Konto "Ba uvorhaben" unter dem Verwendungs- zweck "Umbau (...)" verbucht (act. AA 02.09.095) und am 3 1. Dezember 2017 aus dem Rück- stellungskonto "Reparatur Garagendach" wieder ausgegl ichen worden (act. AA 02.09.094 f.). Weiter ist aus den von der I.____ AG edierten Kontoauszügen des Privatkontos der Beschuldig- ten ersichtlich, dass am 20. Juli 2017, das heisst einen T ag nach dem Eingang der CHF 15'000.-- vom Konto der D.____, eine Zahlung übe r den Betrag von ebenfalls CHF 15'000.-- an die Firma P.____ GmbH ausgelöst wor den ist (act. AA 32.06.220). Im Zu- sammenhang mit dieser Zahlung an die P.____ GmbH übe r den Betrag von CHF 15'000.-- be- findet sich eine Korrespondenz vom 18. Juli 2017, mithi n einen Tag vor der fraglichen Transak- tion, zwischen der Beschuldigten und der Q.____, bei wel cher eine Hypothek für die im Eigen- tum der Beschuldigten stehende Liegenschaft in Y.____ b esteht, bei den Akten (act. PD RS 01.11.032). Aus dieser Korrespondenz geht hervor, dass d ie Beschuldigte eine Rechnung über CHF 15'000.-- für die Lieferung von Granitsteinen zu begleichen gehabt hat, diese Zahlung je- doch von ihrem Konto bei der Q.____ mangels Deckung ni cht habe durchgeführt werden kön- nen. Die Rechnung müsse jedoch so schnell wie möglich be zahlt werden, damit der Baubeginn termingerecht erfolgen könne (act. AA 33.06.010). In der Folge sei man am 18. Juli 2017 telefo- nisch übereingekommen, dass die Zahlung über eine ander e Bank aus Eigenmitteln der Be- schuldigten erfolgen solle (act. AA 33.03.010). Die Su mme von CHF 15'000.-- ist von der Be- schuldigten schliesslich per Valuta 8. Juli 2020 an die D._ ___ zurückbezahlt worden (act. S 451 f.). bb) Die Beschuldigte hat nicht bestritten, am 19. Juli 20 17 die vorgängig beschriebene Trans- aktion über CHF 15'000.-- vom Bankkonto der D.____ bei der M.____ Bank AG auf ihr eigenes Bankkonto bei der I.____ AG vorgenommen und das Geld der D.____ in der Folge ‒ bis am 8. Juli 2020 ‒ nicht mehr zurückbezahlt zu haben (act. AA 10.01.032 und AA 10.01.051). Gel- tend gemacht wird von ihr hingegen, dass diese Transak tion rechtmässig erfolgt sei. Das fragli- che Geld sei ihr zugestanden, es müsse sich hierbei um ei ne Entschädigung für Sitzungsgelder und geleistete Überstunden oder Vorleistungen für dur chgeführte Anlässe gehandelt haben (act. AA 10.01.032, AA 10.01.051 und S 1223). Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht cc) Angesichts der objektiven Beweislage ist ohne Frage erst ellt, dass sich die Beschuldigte am 19. Juli 2017 den Betrag über CHF 15'000.-- vom Ko nto der D.____ bei der M.____ Bank AG zu Gunsten ihres eigenen Privatkontos bei der I.____ AG überwiesen hat. Zu prüfen ist da- mit nur noch der Grund für diese Überweisung. Gegen die von der Beschuldigten vorgebrachte Behauptung, wonach es sich hierbei um eine Entschädigung für Sitzungsgelder oder Vorleis- tungen handeln soll, spricht die in der Buchhaltung d er D.____ vorgenommene Verbuchung unter dem Verwendungszweck "Umbau (...)" und die am Jah resende erfolgte Ausgleichungsbu- chung "Reparatur Garagendach". Hätte die Beschuldigte tatsächlich für angefallene Überstun- den und Sitzungsgelder oder für von ihr geleistete Vor schüsse Anspruch auf diese CHF 15'000.-- gehabt und sich diese Gelder zu diesem Z weck überwiesen, hätte sie den ent- sprechenden Verwendungszweck in der Buchhaltung so vermerke n können und müssen. We- der ist ersichtlich noch wird von ihr nachvollziehbar da rgelegt, weshalb sie eine angeblich rechtmässige Überweisung in der Buchhaltung unter falsche n Verwendungszwecken verbucht und diese dadurch geradezu versteckt hat. Zudem findet sich die von der Beschuldigten vorge- brachte Behauptung betreffend den ihr zustehenden Entschädigungen für Sitzungen und geleis- tete Überstunden in ihrer Steuererklärung für das Jahr 2017 nicht wieder. In dieser hat die Be- schuldigte für ihre Tätigkeit bei der D.____ einen Ne benerwerb von lediglich CHF 3'905.-- an- gegeben (act. PD RS 01.11.035), was nicht einmal einem Bruchteil der CHF 15'000.-- ent- spricht. Dass von Seiten der Beschuldigten im Rahmen einer nebenamtlichen Tätigkeit, bei welcher sie gemäss Steuerauskünften jährlich ca. CHF 4'000.-- verdient hat, Vorschüsse in Hö- he von CHF 15'000.-- geleistet worden sein sollen, erscheint ferner als äusserst unwahrschein- lich, zumal sie ja erst im März 2016 als Kassiererin gewäh lt worden ist. Abgesehen hiervon hat die D.____ im Jahr 2017 über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, um solche Ausgaben oh- ne Vorleistungen ihrer Mitglieder stemmen zu können (vgl . act. AA 02.01.009). Darüber hinaus erhellt die Korrespondenz zwischen der Beschuldigten und der Q.____ vom 18. Juli 2017, dass sie sich genau in der Zeit, in welcher sie die Transaktio n auf ihr Konto vorgenommen hat, in einem finanziellen Engpass befunden hat. So hat sie ei ne Rechnung über CHF 15'000.-- für die Lieferung von Granitsteinen zu begleichen gehabt, we lche sie aber von ihrem Konto bei der Q.____ mangels entsprechender Deckung nicht hat bezahle n können. Bloss einen Tag später, am 19. Juli 2017, hat sie die Transaktion über CHF 15'000.-- vom Bankkonto der D.____ auf ihr Privatkonto bei der I.____ AG getätigt und wiederum einen Tag später, am 20. Juli 2017, hat sie von ihrem Konto die entsprechende Zahlung über den n ämlichen Betrag von CHF 15’000.-- an die P.____ GmbH ausgelöst. Dieser zeitliche Zusammenhan g spricht neben der betragsmässi- Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen Übereinstimmung fraglos dafür, dass die Beschuldigte sich das Geld von der D.____ zur Bezahlung einer persönlichen Rechnung überwiesen hat. Insgesamt bestehen somit auch unter Berücksichtigung der Maxime "in dubio pro reo" keine ver nünftigen Zweifel, dass der Sachver- halt gemäss Anklageschrift erstellt ist. f) Gestützt auf den angeklagten Sachverhalt ergeht folgen de rechtliche Subsumption (vgl. E. II.B.2.2 S. 13 ff. des angefochtenen Urteils): aa) Zum Zeitpunkt der Vornahme der fraglichen Transaktion am 19. Juli 2017 ist die Beschul- digte als Kassiererin Hilfsorgan der gemäss § 1 Abs. 2 d es O.____ Basel-Landschaft als öffent- lich-rechtliche Körperschaft zu qualifizierenden D.____ ge wesen. In ihrer Funktion hat die Be- schuldigte betreffend das Bankkonto der D.____ bei der M.____ Bank AG eine Einzelzeich- nungsberechtigung innegehabt und demnach über die auf dem Bankkonto befindlichen Vermö- genswerte frei verfügen können; gleichzeitig ist sie ver pflichtet gewesen, die Vermögenswerte zur Verfügung der D.____ zu halten und in deren Inte resse zu verwalten. Praxisgemäss ist die Einräumung der Verfügungsmacht über ein Bankkonto ein Anvertrauen der Forderung. Vorlie- gend ist damit ohne Frage, dass die Vermögenswerte der D.____ der Beschuldigten anvertraut gewesen sind. Auf eine allfällige Organstellung kann sich die Beschuldigte nicht berufen, da die Transaktion über CHF 15'000.-- gemäss den vorstehenden Darlegungen einzig zur Bezahlung einer privaten Rechnung ohne jeglichen Bezug zur D.____ vorgenommen worden ist. Durch die unrechtmässige Verwendung des Vermögenswerts hat die Besc huldigte ‒ nicht zuletzt ange- sichts ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage, aufgrund we lcher sie überhaupt den Betrag von CHF 15'000.-- zweckentfremdet hat ‒ die Verwirklichung des obligatorischen Anspruchs der D.____ gefährdet und diese damit geschädigt. Für den Eintritt dieses Schadens ist der Zeit- punkt der Tatbegehung bzw. die Vollendung der Tat massg ebend, weshalb die nachträgliche Wiedergutmachung den Eintritt des Erfolgs nicht zu bese itigen vermag. Somit ist zwar zutref- fend, dass die Beschuldigte den vorliegend angeklagten Deliktsbetrag nach Anhebung der Stra- funtersuchung ‒ gleich wie im Übrigen auch die weiteren Beträge gem äss den nachfolgenden Anklagepunkten ‒ zurückbezahlt hat, dies ändert jedoch nichts daran, d ass der Tatbestand der Veruntreuung bereits mit der Vornahme der fraglichen Transaktion (bei fehlender Ersatzbereit- schaft zum Tatzeitpunkt) vollendet ist, weshalb die Rückleistung der veruntreuten Gelder keinen Einfluss auf die Erfüllung des objektiven Tatbestandes von Art. 138 StGB hat, aber immerhin im Sinne einer nachträglichen Wiedergutmachung im Rahmen der Strafzumessung (vgl. unten E. 7.2.m) zu würdigen ist. Fehl geht in diesem Zusamme nhang auch die Überlegung, wonach Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht als Folge der Rückzahlung generell kein öffentliches und privates Interesse mehr an einer Strafverfolgung bestehen soll. bb) In subjektiver Hinsicht steht unzweifelhaft fest, dass die Beschuldigte die Transaktion im Umfang von CHF 15'000.-- vom Bankkonto der D.____ au f ihr eigenes Bankkonto wissentlich und willentlich und somit direktvorsätzlich vorgenommen h at. In Bezug auf die Absicht unge- rechtfertigter Bereicherung ist festzuhalten, dass die Be schuldigte die entsprechenden Vermö- genswerte, welche sie der berechtigten D.____ jederzeit zur Verfügung zu halten gehabt hätte, in eigenem Nutzen verwendet hat, ohne fähig und gewi llt zu sein, diese jederzeit sofort zu er- setzen. Bezüglich des Erfordernisses der Ersatzbereitschaft sind entgegen der Behauptung der Beschuldigten keinerlei Hinweise ersichtlich, wonach di ese sowohl den Willen als auch die Möglichkeit gehabt hat, ihre Treuepflicht zeitgerecht zu erfüllen, zumal der Grund für die Trans- aktion, wie bereits dargelegt, ein finanzieller Engpass gewesen ist, und die tatsächliche Rück- zahlung erst rund drei Jahre nach der Tathandlung stattgefunden hat. Demnach ist der subjekti- ve Tatbestand ebenso erfüllt. cc) Nachdem die D.____ eine öffentlich-rechtliche Körpersch aft darstellt und die Beschuldigte in ihrer Funktion als Kassiererin gemäss O.____ als Hilfsorgan gehandelt hat, ist sie als Mitglied einer Behörde zu qualifizieren, womit der Tatbestand d er qualifizierten Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 2 StGB Anwendung findet. Nach diesen Erwägungen ist die Beschuldigte in Abweisung ihrer diesbezüglichen Berufung und somit in Bestätigung des angefochtenen Urteils gemä ss Ziffer 2.2 der Anklageschrift in An- wendung von Art. 138 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff . 2 StGB der qualifizierten Veruntreuung schuldig zu erklären. 4.2.2 Konto M.____ Bank AG 2018 a) In Bezug auf Ziffer 2.3 der Anklageschrift hat die Vo rinstanz dargelegt, es bestünden kei- ne Zweifel daran, dass die Beschuldigte die CHF 301'00 0.-- ohne Einverständnis der F.____ und somit zu Unrecht auf ihr eigenes Bankkonto transferi ert und in der Folge zu Gunsten von J.____ und des Restaurants "L.____", aber auch zu ihren eigenen Gunsten verwendet habe. Die Beschuldigte habe die ihr anvertrauten Vermögenswe rte zu einem anderen als dem vorge- Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht sehenen Zweck genutzt, ohne hierfür berechtigt gewesen zu sein. Mit den Transaktionen sei der D.____ ein Schaden entstanden, welcher kausal auf d as Verhalten der Beschuldigten zu- rückzuführen sei. Diese habe das Geld vom Konto der D.____ wissentlich und willentlich auf ihr eigenes Konto transferiert und somit direktvorsätzlich gehandelt. Auch sei sie im Tatzeitpunkt nicht fähig gewesen, die Vermögenswerte zu ersetzen. Dam it habe die Beschuldigte in der Ab- sicht gehandelt, sich selbst sowie J.____ unrechtmässig zu be reichern. Dadurch, dass sie ins- gesamt fünf Transaktionen in einem Zeitraum von mehreren Wochen vorgenommen habe, habe die Beschuldigte den Tatbestand mehrfach erfüllt. Auss erdem komme auch hier der Qualifikati- onstatbestand zur Anwendung, nachdem sie Kassiererin der D.____ gewesen sei und damit als Mitglied einer Behörde gehandelt habe (vgl. E. II.B.3 S. 16 ff.). b) Die Beschuldigte bringt zur Begründung ihrer diesbezü glichen Berufung im Wesentlichen vor, dass die Überweisung der Geldbeträge der D.____ ü ber sie und dann weiter an J.____ ein "stilles Darlehen" gewesen sei. Die Idee habe die F.__ __ selber gehabt und diese ihr auch vor- geschlagen. Es sei von Anfang an für alle Beteiligten klar und selbstverständlich gewesen, dass dieses Darlehen vollständig zurückgezahlt werde, sobald die Erbschaft an J.____ ausbezahlt worden wäre. Die bislang nicht bekannte verwandtschaftl iche Beziehung zwischen F.____ und J.____ bestätige, was die Beschuldigte von Beginn weg zu Protokoll gegeben habe, dass näm- lich F.____ und nicht sie die Idee gehabt habe, mittel s eines "stillen Darlehens" ihrer Grosscou- sine bis zur Auszahlung deren Erbanteils behilflich zu sein (vgl. oben E. 2.1.a). c) Die Staatsanwaltschaft begehrt auch in diesem Punkt di e Bestätigung des angefochtenen Urteils (vgl. oben E. 2.3.c). d) Hinsichtlich des rechtserheblichen Sachverhalts ist Folgend es festzuhalten (vgl. E. II.B.3.1 S. 16 ff. des angefochtenen Urteils): aa) Aus den Bankauszügen des Kontos der D.____ bei der M.__ __ Bank AG betreffend das Jahr 2018 sind fünf Transaktionen auf verschiedene Bankkon ten der Beschuldigten ersichtlich. Eine erste Transaktion über CHF 100'000.-- ist am 22. Juni 2018 auf das Privatkonto der Be- schuldigten bei der H.____ vorgenommen worden (act. AA 30.06.012 und AA 31.16.002), wobei hiervon per Valuta 29. Juni 2018 eine Rücküberweisung von CHF 50'000.-- auf das Konto der D.____ erfolgt ist (act. AA 31.16.003 und AA 30.06.01 2). Am 20. Juli 2018 ist erneut eine Zah- lung vom Konto der D.____ abgebucht worden, in dies em Fall zu Gunsten des Kontos der Be- Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht schuldigten bei der I.____ AG über einen Betrag von CH F 56'000.-- (act. AA 30.06.015 und AA 32.06.036). Zwei weitere Überweisung zu Gunsten des Kontos der Beschuldigten bei der I.____ AG sind am 7. August 2018 im Betrag von CHF 54'000.-- (act. AA 30.06.015 und AA 32.06.040) sowie am 4. September 2018 in Höhe von CHF 76'000.-- (act. AA 30.06.016 und AA 32.06.044) vorgenommen worden. Eine letzte Buchung zu Gunsten des Kontos der Beschuldigten bei der I.____ AG ist sodann am 17. September 2018 im Umfang von CHF 65'000.-- ausgelöst worden (act. AA 30.06.017 und AA 32.06.047). Ab dem 2. Sept ember 2019 hat die Beschuldigte suk- zessive Rückzahlungen an die D.____ geleistet, wobei per Valuta 8. Juli 2020 der gesamte Be- trag von CHF 301'000.-- zurückbezahlt worden ist (act. S 987 f.). bb) Die Beschuldigte hat in diesem Zusammenhang anlässlich d er Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 21. Dezember 2018 (act. AA 10.0 1.001 ff.) ausgeführt, die fünf Trans- aktionen im Umfang von gesamthaft CHF 301'000.-- seien von ihr selbst vorgenommen worden. Sie habe dieses Geld mit Wissen und Willen der Präside ntin der D.____, F.____, überwiesen, um damit J.____ ein "stilles Darlehen" zum Aufbau dere n neuen Restaurants "L.____" in R.____ zu gewähren, da diese aufgrund eines Erbschaftsst reits mit ihrem Bruder noch nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügt habe (act . AA 10.01.003 und AA 10.01.018 sowie S 1225). Zum Beweis dieser Abmachung hat die Beschuldi gte die Kopie eines Dokuments vor- gelegt, welches mit "Aktennotiz – stilles Darlehen" b etitelt ist und angeblich die Unterschrift von F.____ trägt. Aus dem Dokument geht hervor, dass zwischen der Beschuldigten und F.____ am 23. Juli 2018 vereinbart worden sei, dass Ersterer zu Gunsten von J.____ ein Darlehen in Höhe von rund CHF 350'000.-- zustehe, um diese beim Umbau der Liegenschaft "L.____" in R.____ zu unterstützen. Die Abwicklung des Darlehens soll gemäss diesem Dokument über das Privat- konto der Beschuldigten erfolgen und die Darlehenssumme soll nach Erhalt der Erbschaft von J.____ zurückbezahlt werden (act. AA 10.20.002). Diesbezüg lich hat die Beschuldigte angege- ben, das Original dieses Dokuments befinde sich bei F.____ (act. AA 10.01.056). Weiter hat sie zu Protokoll gegeben, mit den Transaktionen – entsprec hend dem im Darlehen vereinbarten Zweck – diverse Rechnungen für das Restaurant "L.____" so wie Anwaltsrechnungen im Zu- sammenhang mit der Erbschaftsstreitigkeit von J.____ beg lichen zu haben (act. AA 10.01.003), wobei sie hierzu diverse Unterlagen eingereicht hat (a ct. AA 10.20.025 ff.). Es sei vereinbart gewesen, dass das Geld bis im Oktober 2018, spätestens De zember 2018, von J.____ zurück- bezahlt werde (act. AA 10.01.003), die Rückzahlung hab e sich in der Folge jedoch verzögert (act. AA 10.01.023). Vor dem Kantonsgericht wird seite ns der Beschuldigten zudem vorge- Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht bracht, die bislang nicht bekannte verwandtschaftliche B eziehung zwischen F.____ und J.____ bestätige, dass F.____ und nicht sie selbst die Idee ge habt habe, mittels eines "stillen Darle- hens" ihrer Grosscousine bis zur Auszahlung deren Erbanteils behilflich zu sein. cc) Anlässlich der Einvernahme als Auskunftsperson durch di e Staatsanwaltschaft vom 9. Januar 2019 ist F.____ mit der von der Beschuldigt en geltend gemachten Ausrichtung eines "stillen Darlehens" und dem entsprechenden Dokument "Ak tennotiz – stilles Darlehen" konfron- tiert worden. Dabei hat F.____ diese Sachverhaltsdarst ellung der Beschuldigten mehrfach und mit Nachdruck zurückgewiesen und ausgeführt, dass es eine sol che Vereinbarung zwischen ihr und der Beschuldigten nicht gegeben habe. Weder sie no ch die Beschuldigte oder irgendein anderes Mitglied des N.____ sei gemäss der O.____ befu gt gewesen, aus den Mitteln der D.____ ein Darlehen in dieser Höhe auszurichten (act. AA 10.01.011 und AA 10.01.013). Ent- sprechend habe sie das Dokument "Aktennotiz – stilles Darle hen" niemals zu Gesicht bekom- men und folglich auch nicht unterzeichnet (act. AA 10. 01.011 und AA 10.01.012). Weiter hat F.____ zu Protokoll gegeben, sie habe zwar um die Erbsch aftsstreitigkeit von J.____ gewusst und dieser auch angeboten, ihr im Rahmen ihrer Möglich keiten zu helfen. Von Geldzahlungen sei jedoch zu keiner Zeit die Rede gewesen und schon ga r nicht in dieser Höhe (act. AA 10.01.011). dd) Die Betreiberin des Restaurants "L.____" und angebl iche Begünstigte des "stillen Darle- hens", J.____, ist am 2. April 2019 von der Staatsanwalt schaft als Auskunftsperson befragt worden. Dabei hat sie deponiert, es sei korrekt, dass sie das Restaurant "L.____" in R.____ betreibe und hierzu zusammen mit der Beschuldigten ein e GmbH gegründet habe. Die Kosten für die Renovation des Restaurationsbetriebs hätten d urch die ihr zustehende Erbschaft begli- chen werden sollen. Nachdem sich deren Auszahlung jedoch ve rzögert habe und die Banken ihr kein Darlehen gewährt hätten, habe sie sich an die Beschuldigte gewandt, welche sie bei der Bezahlung der Rechnungen unterstützt habe (act. AA 10 .01.037). Zu Beginn habe sie keine Kenntnis von einem Darlehen zu ihren Gunsten, ausgeri chtet durch die D.____, gehabt. Nach ihrem damaligen Wissensstand sei das Geld aus den private n Mitteln der Beschuldigten beige- steuert worden (act. AA 10.01.038 f.). Als sie erfahren habe, dass das Geld tatsächlich von der D.____ stamme, habe sie die ihr von der Beschuldigten vo rgelegte Rückzahlungsvereinbarung unterschrieben und zugesagt, das Geld, sobald die Erbschaftsstreitigkeit abgeschlossen sei, an diese zurückzubezahlen (act. AA 10.01.039). Auf die Frag e, in welcher Beziehung sie zur Be- Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht schuldigten stehe, hat J.____ ausgesagt, sie kenne diese ber eits seit Längerem, sie seien in benachbarten Dörfern aufgewachsen. Sie hätten ein se hr gutes Verhältnis zueinander (act. AA 10.01.036). ee) Aus den von der I.____ AG edierten Kontoauszügen des Privatkontos der Beschuldigten ist sodann ersichtlich, dass in den Tagen nach den jeweilig en Überweisungen vom Geschäfts- konto der D.____ diverse Rechnungen bezahlt worden sind, welche allesamt einen Betrag über mehrere Tausend bis zu mehreren Zehntausend Franken aufgewiesen haben (vgl. act. AA 32.06.036 ff., AA 32.06.040 ff., AA 32.06.044 f. sow ie AA 32.06.047). Diese Überweisungen korrespondieren grundsätzlich mit den durch die Beschuldi gte eingereichten Unterlagen und Aufstellungen zu den von ihr für das Restaurant "L.___ _" getätigten Zahlungen (act. AA 10.20.025 ff.). Allerdings gehen aus dem Kont oauszug auch zahlreiche Abbuchungen über vierstellige Beträge hervor, welche keinen offensi chtlichen Zusammenhang zum Restau- rant "L.____" oder J.____ aufweisen (z.B. X1.____ AG [act. AA 32.06.038], X2.____ AG [act. AA 32.06.051], X3.____ AG [act. AA 32.06.054]). ff) Ferner erhellt der Handelsregisterauszug der "L.____" GmbH, dass J.____ sowie die Be- schuldigte gemeinsam an dieser Gesellschaft beteiligt si nd, wobei die Beschuldigte 75 % der Stammanteile und J.____ deren 25 % hält (act. AA 45.0 1.002). Gemäss eigenen Aussagen soll die Beschuldigte später nur noch zu 50 % wirtschaftlich berechtigt gewesen sein (act. AA 10.01.053). Schliesslich ergibt sich aus den Akt en, dass die Beschuldigte gegen Ende des Jahres 2017 ihre Stelle bei der Gemeinde S.____ ve rloren und in den Jahren 2017 und 2018 monatliche Arbeitslosenentschädigungen bezogen hat (act. PD RS 01.11.042). gg) Angesichts der objektiven Beweislage ist ohne Frage erste llt, dass die fünf Überweisun- gen vom Konto der D.____ im Umfang von insgesamt CHF 30 1'000.-- netto (d.h. unter Berück- sichtigung der Rücküberweisung von CHF 50'000.--) im Ze itraum zwischen dem 22. Juni 2018 und dem 17. September 2018 von der Beschuldigten auf ihre privaten Bankkonten getätigt wor- den und danach für die Bezahlung diverser Rechnungen, welche teilweise im Zusammenhang mit dem Umbau des Restaurants "L.____" angefallen un d teilweise privater Natur gewesen sind, verwendet worden sind. Dies wird von der Beschuld igten denn auch ausdrücklich einge- standen. Allerdings macht sie in diesem Zusammenhang gel tend, die Zahlungen seien mit dem Einverständnis bzw. auf Anweisung der F.____ erfolgt, um damit J.____ ein sogenanntes "stil- Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht les Darlehen" zu gewähren. Zu diesem Zweck sei eine schriftliche Abmachung ‒ die "Aktennotiz – stilles Darlehen" ‒ erstellt worden. Zur Untermauerung ihres Standpunktes hat die Beschul- digte anlässlich ihrer Einvernahme durch die Staatsanwal tschaft die Kopie eines entsprechen- den Dokumentes eingereicht. Diesbezüglich ist allerdings festzustellen, dass F.____ mit Nach- druck, konstant und glaubhaft bestritten hat, J.____ ein irgendwie geartetes Darlehen gewährt zu haben. Aus der O.____ ergibt sich diesbezüglich, dass weder die Beschuldigte noch F.____ über die Kompetenz verfügt haben, ein solches Darlehen auszurichten (act. AA 02.05.045). Zudem haben im Jahre 2018 bei der D.____ grosse Projekt e mit erheblicher finanzieller Trag- weite angestanden. Allein die Finanzierung der T.____ mit Kosten von CHF 75'000.-- ist bloss mittels eines Nachtragkredits gestemmt worden (vgl. act. AA 02.05.037). Aufgrund der finanziel- len Unterdeckung bei der D.____ ist im Dezember 2018 f estgestellt worden, dass Handwerker, welche am T.____ Arbeiten geleistet hatten, nicht bez ahlt worden sind, weshalb in der Folge von der D.____ bei der U.____ selbst ein Darlehen ha t aufgenommen werden müssen (act. S 1241). Unter diesen Umständen scheint es als au sgeschlossen, dass ausgerechnet die Präsidentin der D.____ im gleichen Zeitraum ein Darl ehen an eine Drittperson im Umfang von über CHF 300'000.-- veranlassen sollte. Hätte es im Übr igen ein Abkommen zur Unterstützung von J.____ gegeben, wäre zu erwarten, dass ein solches in einem rechtlich korrekten Vertrag geregelt worden wäre (vgl. hierzu die Erwägungen zur Urkundenfälschung unten E. 5.2.3). Auch ist von vornherein kein logischer Grund ersichtlich , weshalb F.____, hätte sie tatsächlich J.____ ein Darlehen gewähren wollen, dieses über die Privatkonten der Beschuldigten hätte laufen lassen sollen anstatt es entweder direkt oder vi a eigene Konten auszurichten. Daran vermag auch die behauptete, angebliche verwandtschaftlich e Beziehung zwischen F.____ und J.____ nichts zu ändern. Hinzu kommt, dass die teilweise Begünstigte des "stillen Darlehens", J.____, gar nichts gewusst hat von einem Darlehen seiten s der D.____. Vielmehr ist diese da- von ausgegangen, das Geld sei von der Beschuldigten aus deren privaten Mitteln beigesteuert worden. Nach Darlegung der Beschuldigten soll die Be zeichnung "stilles Darlehen" bedeuten, dass J.____ nicht über die Ausrichtung des Darlehens info rmiert worden sei. Nach Dafürhalten des Kantonsgerichts gibt es jedoch keinen legitimen Gru nd, weshalb die Beschuldigte der Dar- lehensempfängerin zwar Geld zur Verfügung gestellt, d iese aber über dessen wahre Herkunft getäuscht hat. Sodann ist zu konstatieren, dass die Besc huldigte offensichtlich als Einzige ‒ neben J.____, welche sich allerdings zur Rückzahlung der e rhaltenen Gelder nach Erhalt ihrer Erbschaft verpflichtet hat ‒ ein Interesse an den erstellten Zahlungsflüssen gehab t hat. So hat die Beschuldigte im Jahre 2017 ihre Stelle bei der Ge meinde S.____ verloren und danach in Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Jahren 2017 und 2018 monatliche Arbeitslosenentschädigungen bezogen. Als neues finan- zielles Standbein hätte ihr das Restaurant "L.____" di enen sollen, an welchem sie zu 75 % (nach eigenen Angaben später zu 50 %) beteiligt gewesen ist. Dieses Restaurant hat umgebaut werden müssen, wofür Kapital benötigt worden ist. We il sich die Auszahlung der Erbschaft an J.____ aber verzögert hat und die Banken angesichts dieser Verzögerungen nicht gewillt gewe- sen sind, J.____ oder der GmbH ein Darlehen zu gewähre n, haben die finanziellen Mittel zwecks baldiger rentabler Bewirtschaftung des Restaurants mö glichst rasch aus anderen Quel- len beschafft werden müssen. Hinzu kommt, dass die trans ferierten Gelder durchaus nicht alle an J.____ als angebliche Begünstigte (bzw. deren Anwalt) geflossen, sondern von der Beschul- digten im beträchtlichen Umfang (mindestens in der Hö he der ersten Transaktion von CHF 50'000.--, für welche die Beschuldigte keinen Verw endungszweck hat angeben können) auch für eigene private Zwecke verwendet worden sind. I nsgesamt bestehen nach diesen Dar- legungen keine über die theoretische Möglichkeit hinau sgehende Indizien, wonach F.____ in irgendeiner Weise in die inkriminierten Transaktionen verwickelt gewesen sein könnte, womit auch unter Berücksichtigung der Maxime "in dubio pro reo " wiederum keine vernünftigen Zwei- fel am angeklagten Sachverhalt verbleiben. e) Gestützt auf den angeklagten Sachverhalt ist folgende rechtliche Würdigung vorzuneh- men (vgl. E. II.B.3.2 S. 22 ff. des angefochtenen Urteils sowie oben E. 4.2.1.f): aa) Zum Zeitpunkt der Vornahme der fraglichen Transaktione n im Zeitraum zwischen dem 22. Juni 2018 und dem 17. September 2018 ist die Besch uldigte als Kassiererin Hilfsorgan der gemäss § 1 Abs. 2 des O.____ Basel-Landschaft als öffentl ich-rechtliche Körperschaft zu quali- fizierenden D.____ gewesen. In ihrer Funktion hat die Beschuldigte betreffend das Bankkonto der D.____ bei der M.____ Bank AG eine Einzelzeichnu ngsberechtigung innegehabt und dem- nach über die auf dem Bankkonto befindlichen Vermögen swerte frei verfügen können; gleich- zeitig ist sie verpflichtet gewesen, die Vermögenswerte zur Verfügung der D.____ zu halten und in deren Interesse zu verwalten. Praxisgemäss ist die Ein räumung der Verfügungsmacht über ein Bankkonto ein Anvertrauen der Forderung. Vorliege nd ist damit ohne Frage, dass die Ver- mögenswerte der D.____ der Beschuldigten anvertraut gewesen sind. Auf eine allfällige Organ- stellung kann sich die Beschuldigte nicht berufen, da die Transaktionen über CHF 301'000.-- gemäss den vorstehenden Darlegungen einzig zur Bezahlun g von privaten Rechnungen (von J.____, der "L.____" GmbH sowie der Beschuldigten) oh ne jeglichen Bezug zur D.____ vorge- nommen worden sind. Durch die unrechtmässige Verwendung der Vermögenswerte hat die Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschuldigte ‒ nicht zuletzt angesichts ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage, aufgrund welcher sie überhaupt den inkriminierten Betrag zweckentfremdet hat ‒ die Verwirklichung des obligato- rischen Anspruchs der D.____ gefährdet und diese damit g eschädigt. Für den Eintritt dieses Schadens ist der Zeitpunkt der Tatbegehung bzw. die Vol lendung der Tat massgebend, wes- halb die nachträgliche Wiedergutmachung den Eintritt des Erfolgs nicht zu beseitigen vermag. Somit ist der objektive Tatbestand von Art. 138 StGB ohne Zweifel erfüllt. bb) In subjektiver Hinsicht steht unzweifelhaft fest, dass d ie Beschuldigte die Transaktionen im Umfang von insgesamt CHF 301'000.-- vom Bankkonto der D.____ auf ihre eigenen Bank- konten wissentlich und willentlich und somit direktvorsätzl ich vorgenommen hat. In Bezug auf die Absicht ungerechtfertigter Bereicherung ist festzuhalt en, dass die Beschuldigte die entspre- chenden Vermögenswerte, welche sie der berechtigten D._ ___ jederzeit zur Verfügung zu hal- ten gehabt hätte, in eigenem und im Nutzen von J.____ bzw. der "L.____" GmbH verwendet hat, ohne fähig und gewillt zu sein, diese jederzeit sofort zu ersetzen. Bezüglich des Erforder- nisses der Ersatzbereitschaft sind entgegen der Behauptung der Beschuldigten keinerlei Hin- weise ersichtlich, wonach diese sowohl den Willen als auch die Möglichkeit gehabt hat, ihre Treuepflicht zeitgerecht zu erfüllen, zumal der Grund für die Transaktionen, wie bereits darge- legt, ein finanzieller Engpass gewesen ist, und die ta tsächliche Rückzahlung erst rund drei Jah- re nach der Tathandlung mit den Mitteln aus der Erbsch aft von J.____ erfolgt ist. Demnach ist der subjektive Tatbestand gleichermassen gegeben. cc) Nachdem die D.____ eine öffentlich-rechtliche Körpersch aft darstellt und die Beschuldigte in ihrer Funktion als Kassiererin gemäss O.____ als Hilfsorgan gehandelt hat, ist sie als Mitglied einer Behörde zu qualifizieren, womit der Tatbestand d er qualifizierten Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 2 StGB Anwendung findet. Abschliessend i st festzustellen, dass die Beschuldigte während eines Zeitraums von rund drei Monaten fünf Transaktionen vorgenommen hat, wodurch sie den Tatbestand mehrfach erfüllt hat. Nach diesen Erwägungen ist die Beschuldigte in Abweisung ihrer diesbezüglichen Berufung und somit in Bestätigung des angefochtenen Urteils gemä ss Ziffer 2.3 der Anklageschrift in An- wendung von Art. 138 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB der mehrfachen qualifizierten Verun- treuung schuldig zu erklären. Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Sachverhaltskomplex G.____ a) In diesem Zusammenhang wird der Beschuldigten vorgewo rfen, zum Nachteil der G.____ insgesamt CHF 90'000.-- veruntreut zu haben. Weiter soll sie, um diese Bezüge zu vertuschen, Urkundenfälschungen begangen haben (vgl. unten E. 5). Unbestritten ist diesbezüglich, dass die Beschuldigte bei der G.____ anlässlich der Generalv ersammlung vom 26. März 2015 als Kassiererin gewählt worden und in dieser Funktion bis Ende 2018 tätig gewesen ist (act. AA 03.90.001 und S 1233). Zudem ist sie seit 2014 Mitgli ed des Vorstands der Partei gewesen (act. AA 03.90.001). In ihrer Stellung als Kassiererin hat sie über eine Einzelzeichnungsberech- tigung für das Bankkonto der G.____ bei der H.____ s owie über die vollumfängliche Verfü- gungsberechtigung bezüglich des e-Bankings dieses Kontos ver fügt (act. AA 31.40.001, AA 31.40.002 ff. und S 1233). b) Auch in diesem Punkt ist das Strafgericht zu einem Sch uldspruch gekommen und hat dabei ausgeführt, aufgrund der objektiven Beweise sei d er einzige nachvollziehbare Schluss, dass die Beschuldigte die Überweisungen über CHF 90'00 0.-- vom Konto der G.____ auf ihr Privatkonto transferiert habe, um damit Rechnungen de s Restaurants "L.____", an deren Be- gleichung sie als Teilhaberin der GmbH ein eigenes Inte resse gehabt habe, aber auch um pri- vate Rechnungen zu bezahlen, womit der Sachverhalt erstellt sei. Die Beschuldigte habe die ihr anvertrauten Vermögenswerte zu einem anderen als dem vorgesehenen Zweck verwendet. Durch dieses Verhalten sei der G.____ ein Schaden entstanden, für dessen Vorliegen unerheb- lich sei, dass die Vermögenswerte später zurückbezahlt wor den seien. Die Vermögensdisposi- tionen habe die Beschuldigte wissentlich und willentlich vorgenommen und ohne entsprechende Berechtigung für eigene Zwecke sowie zur Unterstützung des Restaurants "L.____" verwendet, ohne jederzeit ersatzfähig zu sein, wodurch sie in unr echtmässiger Bereicherungsabsicht ge- handelt habe. Aufgrund der Tatsache, dass insgesamt dre i Transaktionen vorgenommen seien, sei der Tatbestand zudem mehrfach erfüllt (vgl. E. II.C.2 S. 33 ff.). c) Die Beschuldigte führt zur Begründung ihrer diesbez üglichen Berufung im Wesentlichen aus, die Vermögenswerte der G.____ seien ihr mit Wissen und Willen der Partei übertragen worden mit dem Auftrag, damit Parteikosten im Zusamme nhang mit Wahlen direkt zu tätigen. Sie habe lediglich gemäss den ihr zugestellten Einzahlu ngsscheinen und Rechnungen Zahlun- gen elektronisch in Auftrag gegeben. Dass Überweisungen in der Folge an andere Empfänger, Seite 32 http://www.bl.ch/kantonsgericht insbesondere Gläubiger von J.____, erfolgt seien, habe sie erst sehr viel später, als es schon zur Strafanzeige gekommen sei, bemerkt. Diese Überweisungen seien alle ohne ihr Wissen und Willen durch einen unbekannten Hacker, der ihr und J.____ offensichtlich habe schaden wollen, veranlasst worden (vgl. oben E. 2.1.a). d) Die Staatsanwaltschaft begehrt auch hier die Bestäti gung des angefochtenen Urteils (vgl. oben E. 2.3.c). e) Hinsichtlich des rechtserheblichen Sachverhalts ist Fol gendes zu erwägen (vgl. E. II.C.2.1 S. 33 ff. des angefochtenen Urteils): aa) Aus den von der H.____ edierten Bankunterlagen des Geschäftskontos der G.____ gehen insgesamt drei Transaktionen im Zeitraum von Juli bis Nove mber 2018 auf das Privatkonto der Beschuldigten bei der I.____ AG hervor, welche in den entsprechenden, von der I.____ AG edierten, Auszügen des Bankkontos der Beschuldigten Bestät igung finden. Am 9. Juli 2018 ist eine Überweisung von CHF 15'000.-- ausgelöst worden ( act. AA 31.41.008 und AA 32.06.034), am 9. Oktober 2018 eine solche über CHF 60'000.-- (a ct. AA 31.41.011 und AA 32.06.052) und am 5. November 2018 eine letzte über einen Betrag vo n CHF 15'212.-- (act. AA 31.42.003 und AA 32.06.058). Betreffend den Betrag von CHF 212 .-- liegt ein Beleg vor, welcher der Be- schuldigten einen Spesenanspruch in besagter Höhe zusagt (act. AA 03.01.022). Aus den Kon- toauszügen des Privatkontos der Beschuldigten bei der I._ ___ AG sind sodann in besagtem Zeitraum zahlreiche Zahlungsausgänge zu Gunsten des Re staurants "L.____", von J.____ wie auch der Beschuldigten für offensichtlich private Zwecke ersichtlich (act. AA 32.06.034 ff.). Ab dem 2. September 2019 hat die Beschuldigte sukzessive Rück zahlungen an die G.____ geleis- tet und per Valuta 29. Mai 2020 den Betrag von CHF 90'000.-- vollumfänglich zurückzubezahlen vermocht (Parteivorträge des amtlichen Verteidigers der Beschuldigten [S. 3] sowie der Rechts- vertreterin der Privatklägerin 2 [S. 4] vor Strafgericht). bb) Die Beschuldigte bestreitet anlässlich ihrer Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 21. Dezember 2018 nicht, die drei Überweisungen au f ihr Privatkonto vorgenommen zu haben, macht als Begründung hierfür jedoch geltend, im Vorstand sei beschlossen worden, dass die Zahlungen für den Wahlkampf nicht über das Ban kkonto der Partei, sondern über ihr privates Konto ausgeführt werden sollen (act. AA 10.01. 004 und AA 10.01.055). Entsprechend habe sie auch sechs Rechnungen an Unternehmen, welche im Rahmen des Wahlkampfes be- Seite 33 http://www.bl.ch/kantonsgericht auftragt worden seien, von ihrem Privatkonto mit dies em Geld bezahlt (Einvernahmen vom 25. Februar 2019 und vom 6. Juni 2019; act. AA 10.01 .030 und AA 10.01.057). Erst nachträg- lich habe sie feststellen müssen, dass mit diesem Geld nic ht Wahlkampfrechnungen bezahlt worden seien, sondern dieses zur Bezahlung von Rechnungen des Restaurants "L.____" ver- wendet worden sei (act. AA 10.01.029 und AA 10.01.057 ). Die Rechnungen, welche sie meinte zu bezahlen, habe sie vom Generalsekretariat der G.____ per E-Mail erhalten; diese habe sie ausgedruckt und nach der Auslösung der Rechnung habe sie die E-Mail gelöscht und den Aus- druck weggeworfen (act. AA 10.01.030, AA 10.01.058 un d S 1233 ff.). Weiter bringt die Be- schuldigte vor, sie habe erst sehr viel später, als es scho n zur Strafanzeige gekommen sei, be- merkt, dass Überweisungen an andere Empfänger, insbeso ndere Gläubiger von J.____ bzw. der "L.____" GmbH, erfolgt seien. Diese Überweisungen müssten alle ohne ihr Wissen und Wil- len durch einen unbekannten Hacker, der ihr und J.___ _ offensichtlich habe schaden wollen, veranlasst worden sein. cc) Die angeblichen Aussteller der von der Beschuldigten vermeintlich bezahlten Rechnungen haben sich schriftlich vernehmen lassen und dabei allesam t zur Auskunft gegeben, die fragli- chen Rechnungen nicht im aufgeführten Betrag und auch nicht zu Lasten der Privatklägerin 2 gestellt zu haben; auch hat keiner von ihnen eine entsp rechende Überweisung erhalten (act. AA 11.01.005 f., AA 11.02.006 f., AA 11.03.004 f. und AA 11.04.005 ff.). dd) Ferner weist die Rechtsvertreterin der Privatklägerin 2 die Darstellung der Beschuldigten, wonach die Überweisungen auf das Privatkonto der Beschul digten auf Anweisung vom Vor- stand der G.____ zum Zweck der Zahlung von Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Wahlkampf erfolgt seien, als unzutreffend zurück. Ein sol ches Vorgehen sei für eine politische Partei äusserst unüblich. Spenden und Wahlkampfgelder würden auf das Konto der Partei flies- sen, um diese von den Steuern abziehen zu können. Das vo n der Beschuldigten behauptete Vorgehen würde diesem Zweck entgegenstehen. Das Geschäftskonto der G.____ habe gerade den Sinn, mit den eingegangenen Spendengelder den W ahlkampf zu finanzieren (S 1215 und S 1249). ee) Gestützt auf die objektive Beweislage ergibt sich unzw eifelhaft, dass im Zeitraum zwi- schen dem 9. Juli 2018 und dem 5. November 2018 Zahlun gen in Höhe von insgesamt CHF 90'212.-- vom Bankkonto der G.____ auf das Privatkonto der Beschuldigten bei der I.____ Seite 34 http://www.bl.ch/kantonsgericht AG vorgenommen worden sind. Diese Zahlungseingänge w erden von der Beschuldigten denn auch nicht bestritten. Für einen Betrag von CHF 212.- - der am 15. November 2018 vorgenom- menen Überweisung ist von einem Spesenanspruch der Beschul digten und folglich der Recht- mässigkeit dieser Zahlung auszugehen. Die Behauptung de r Beschuldigten, die Zahlungen über CHF 90'000.-- seien auf ausdrückliche Anweisung des V orstands der G.____ auf ihr Pri- vatkonto erfolgt, um damit Wahlkampfrechnungen der Part ei zu bezahlen, wird von der Privat- klägerin 2 ausdrücklich bestritten und widerspricht offensi chtlich den Gepflogenheiten politi- scher Parteien. Auch findet diese angebliche Vorgehenswe ise keine Stütze in den von den Lie- feranten eingereichten Rechnungen und Buchungsbelegen wie auch in den Kontoauszügen des Geschäftskontos der G.____. Vielmehr wird auf den vorli egenden Buchungsbestätigungen je- weils das Geschäftskonto der G.____ angegeben (vgl. act. AA 11.04.008), und auf dem Konto- auszug der Partei sind im Jahr 2018 Abbuchungen zu Gu nsten sämtlicher der in Frage stehen- den Rechnungssteller aufgeführt (act. AA 03.01.070 und AA 03.01.072). Die Beschuldigte ver- mag auch nicht anzugeben, weshalb ausgerechnet in diesem Fall vom üblichen Vorgehen hätte abgewichen werden sollen. Zumindest auffällig ist auss erdem, dass die Beschuldigte sämtliche Zahlungsaufforderungen, welche sie vom Generalsekretari at der G.____ per E-Mail erhalten haben will, nach der angeblichen Auslösung der Rechnung gelöscht und darüber hinaus den entsprechenden Papierausdruck weggeworfen haben soll. Erstellt ist anhand der Kontoauszüge der Beschuldigten ebenfalls, dass die Vermögenswerte im exakten Umfang von CHF 90'000.-- nicht für die Begleichung von Rechnungen von Gläubigern der G.____ verwendet worden sind; vielmehr sind diese Gelder zu Gunsten des Restaurants "L._ ___" bzw. zum Vorteil der Be- schuldigten genutzt worden. Geradezu absurd mutet in di esem Zusammenhang der Erklä- rungsversuch der Beschuldigten an, wonach sämtliche Über weisungen ohne ihr Wissen und Willen durch einen unbekannten Hacker, der ihr und J.____ offensichtlich habe schaden wollen, veranlasst worden sein sollen. Falls tatsächlich ein unbeka nnter Hacker die Vermögenswerte transferiert hätte, hätte er sicherlich in eigenem In teresse und zu seinen eigenen Gunsten dar- über verfügt und nicht ausgerechnet Rechnungen der "L .____" GmbH bezahlt, wovon aus- schliesslich die Beschuldigte und J.____ profitiert haben. Zu einem "Schaden" für die Beschul- digte ist es im Übrigen erst deshalb gekommen, weil die entsprechenden Überweisungen durch die eigentlich Geschädigte, die Privatklägerin 2, entde ckt worden sind. Als ausgeschlossen kann es schliesslich erachtet werden, dass ein unbekannter Ha cker nicht nur sämtliche Über- weisungen veranlasst haben soll, sondern gleichzeitig di e betreffenden Lieferantenrechnungen, einen Kontoauszug der Beschuldigten von der I.____ AG u nd auch noch die Buchhaltung der Seite 35 http://www.bl.ch/kantonsgericht G.____, welche allesamt die Transaktionen hätten legi timieren sollen, gefälscht haben könnte (vgl. unten E. 5.3). Nicht nur hätte diese unbekannte Person Zugang zu all den entsprechenden Unterlagen haben müssen, sondern auch ein grundsätzliches Motiv, den Geldflüssen überhaupt den Anschein der Rechtmässigkeit zu geben. Nach diesen Da rlegungen bestehen wiederum keine vernünftigen Zweifel am inkriminierten Sachverhalt. f) Gestützt auf den angeklagten Sachverhalt ergeht folgend e rechtliche Subsumption (vgl. E. II.C.2.2 S. 36 f. des angefochtenen Urteils): aa) Zum Zeitpunkt der Vornahme der fraglichen Transaktione n im Zeitraum zwischen dem 9. Juli 2018 und dem 5. November 2018 ist die Beschuld igte als Kassiererin sowie als Mitglied des Vorstands bei der G.____ tätig gewesen. In ihrer Fu nktion als Kassiererin hat die Beschul- digte über eine Einzelzeichnungsberechtigung für das B ankkonto der G.____ bei der H.____ sowie über die vollumfängliche Verfügungsberechtigung bezüglich des e-Bankings dieses Kon- tos verfügt. Demnach hat sie über die auf dem Bankkonto befindlichen Vermögenswerte frei verfügen können; gleichzeitig ist sie verpflichtet gewesen , die Vermögenswerte zur Verfügung der G.____ zu halten und in deren Interesse zu verwalte n. Praxisgemäss ist die Einräumung der Verfügungsmacht über ein Bankkonto ein Anvertrauen der Forderung. Vorliegend ist damit ohne Frage, dass die Vermögenswerte der G.____ der Beschuldigten anvertraut gewesen sind. Auf eine allfällige Organstellung kann sich die Beschuldigte von vornherein nicht berufen, da die Transaktionen über CHF 90'000.-- gemäss den vorstehende n Darlegungen einzig zur Bezah- lung von privaten Rechnungen (von J.____, der "L.____" GmbH sowie der Beschuldigten) ohne jeglichen Bezug zur G.____ vorgenommen worden sind. Dur ch die unrechtmässige Verwen- dung der Vermögenswerte hat die Beschuldigte ‒ nicht zuletzt angesichts ihrer schlechten wirt- schaftlichen Lage, aufgrund welcher sie überhaupt den i nkriminierten Betrag zweckentfremdet hat ‒ die Verwirklichung des obligatorischen Anspruchs der G.__ __ gefährdet und diese damit geschädigt. Für den Eintritt dieses Schadens ist der Ze itpunkt der Tatbegehung bzw. die Voll- endung der Tat massgebend, weshalb die nachträgliche Wi edergutmachung den Eintritt des Erfolgs nicht zu beseitigen vermag. Somit ist der obj ektive Tatbestand von Art. 138 StGB ohne Zweifel erfüllt. bb) In subjektiver Hinsicht steht unzweifelhaft fest, dass d ie Beschuldigte die Transaktionen im Umfang von insgesamt CHF 90'000.-- vom Bankkonto der G.____ auf ihr eigenes Bankkonto bei der I.____ AG wissentlich und willentlich und somit direktvorsätzlich vorgenommen hat. In Seite 36 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bezug auf die Absicht ungerechtfertigter Bereicherung ist festzuhalten, dass die Beschuldigte die entsprechenden Vermögenswerte, welche sie der ber echtigten G.____ jederzeit zur Verfü- gung zu halten gehabt hätte, in eigenem und im Nutzen von J.____ bzw. der "L.____" GmbH verwendet hat, ohne fähig und gewillt zu sein, diese j ederzeit sofort zu ersetzen. Bezüglich des Erfordernisses der Ersatzbereitschaft sind entgegen der B ehauptung der Beschuldigten keiner- lei Hinweise ersichtlich, wonach diese sowohl den Willen als auch die Möglichkeit gehabt hat, ihre Treuepflicht zeitgerecht zu erfüllen, zumal der G rund für die Transaktionen, wie bereits dargelegt, ein finanzieller Engpass gewesen ist, und d ie tatsächliche Rückzahlung erst über zwei Jahre nach der Tathandlung mit den Mitteln aus der Erbschaft von J.____ erfolgt ist. Dem- nach ist der subjektive Tatbestand gleichermassen gegebe n. Abschliessend festzustellen ist, dass die Beschuldigte während eines Zeitraums von rund vi er Monaten drei Transaktionen vor- genommen hat, wodurch sie den Tatbestand mehrfach erfüllt hat. Nach diesen Erwägungen ist die Beschuldigte in Abweisung ihrer diesbezüglichen Berufung und somit in Bestätigung des angefochtenen Urteils gemä ss Ziffer 3.2 der Anklageschrift in An- wendung von Art. 138 Ziff. 1 StGB der mehrfachen Veruntreuung schuldig zu erklären. cc) Im Sinne eines Zwischenresultates ist festzuhalten, da ss die Beschuldigte in Bezug auf sämtliche diesbezüglichen Anklagepunkte, mithin hinsichtlich Ziffer 2.2 und Ziffer 2.3 der Ankla- geschrift zum Nachteil der D.____ im Umfang von CHF 15 '000.-- und CHF 301'000.-- sowie nach Ziffer 3.2 der Anklageschrift zum Nachteil der G .____ in der Höhe von CHF 90'000.--, der mehrfachen, teilweise qualifizierten Veruntreuung na ch Art. 138 Ziff. 1 StGB, teilweise in Ver- bindung mit Ziff. 2, schuldig zu erklären ist. 5. Tatbestand der mehrfachen Urkundenfälschung 5.1 Vorbemerkungen / theoretische Erwägungen Gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an ande ren Rechten zu schädigen oder sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu ve rschaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das echte Handzei chen eines anderen zur Herstellung Seite 37 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer unechten Urkunde benützt oder eine rechtlich erh ebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkunden lässt oder eine Urkunde dieser Art zur Täuschung gebraucht. Geschütztes Rechtsgut ist das Vertrauen, welches im Rechtsverkehr eine r Urkunde als einem Beweismittel entgegen gebracht wird. Urkunden sind unter anderem Sc hriften, die bestimmt und geeignet sind, eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu beweise n (Art. 110 Abs. 4 StGB). Subjektiv ist neben Vorsatz zunächst eine Täuschungsabsicht erforderlich, wobei Eventualabsicht genügt. Überdies muss alternativ eine Benachteiligungs- oder Vort eilsabsicht bestehen. Der angestreb- te Vorteil kann vermögensrechtlicher oder anderer Natu r sein, erfasst wird jede Besserstellung. Unrechtmässigkeit verlangt weder Schädigungsabsicht noc h selbstständige Strafbarkeit der Vorteilserlangung. Unrechtmässig ist der Vorteil unter anderem dann, wenn er rechtswidrig ist oder wenn darauf kein Anspruch besteht, z.B. bei Selbstbegünstigung. Das Bundesgericht sieht Unrechtmässigkeit schon im Mittel der Täuschung. Strafba r ist also auch, wer mit der gefälsch- ten Urkunde einen rechtmässigen Anspruch durchsetzen oder einen ungerechtfertigten Nachteil abwenden will (S TEFAN TRECHSEL / LORENZ ERNI , in: Trechsel / Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Auflage, Zürich / St. Gallen 2021, N 1 ff. zu Art. 251 StGB, mit zahlreichen Hinweisen; BGE 128 IV 270; 123 IV 132). 5.2 Sachverhaltskomplex D.____ 5.2.1 Protokoll N.____ vom 24. Mai 2018 a) Nach Auffassung der Vorderrichter bestünden keine unübe rwindlichen Zweifel daran, dass die Beschuldigte den in Frage stehenden Absatz in d as Protokoll eingefügt und dasjenige in dieser Form und unter dem Anschein, es stamme von der D.____, der H.____ zur raschen Erledigung der Geldwäschereiabklärung eingereicht habe , womit der inkriminierte Sachverhalt erstellt sei. Beim fraglichen Dokument handle es sich um eine Urkunde. Indem die Beschuldigte diese Urkunde gebraucht habe, um die Zahlung gegenüber der H.____ als rechtmässig und als mit Wissen und Einverständnis der D.____ erfolgt dasteh en zu lassen und damit eine Geldwä- schereiabklärung abzuwenden, habe sie einen unrechtmässigen eigenen Vorteil angestrebt und damit in objektiver sowie subjektiver Sicht tatbestandsmässi g gehandelt. Folglich sei die Be- schuldigte der Urkundenfälschung schuldig zu erklären (vgl. E. II.B.4. S. 23 ff.). Seite 38 http://www.bl.ch/kantonsgericht b) Demgegenüber legt die Beschuldigte dar, das Protokoll vom 24. August 2018 (recte: 24. Mai 2018) habe sie nicht verändert, vielmehr habe sie dieses mit exakt diesem Inhalt von F.____ direkt erhalten und weisungsgemäss versendet. Damit sei keinerlei Vermögensschaden beabsichtigt gewesen, schliesslich sei die vollständige Rü ckzahlung des "stillen Darlehens" nicht nur zugesichert, sondern jederzeit auch gewährle istet gewesen. Die erwähnten Abände- rungen hätten lediglich die weitere Geheimhaltung de s "stillen Darlehens" ermöglichen sollen (vgl. oben E. 2.1.a). c) Die Staatsanwaltschaft begehrt wiederum die Bestäti gung des angefochtenen Urteils (vgl. oben E. 2.3.c). d) Hinsichtlich des rechtserheblichen Sachverhalts ist Folgen des darzulegen (vgl. E. II.B.4.1 S. 23 ff. des angefochtenen Urteils): aa) Die am 22. Juni 2018 vorgenommene Transaktion von CH F 100'000.-- vom Konto der D.____ auf das Privatkonto der Beschuldigten bei der H. ____ hat aufgrund ihrer Höhe bei der Bank am 25. Juni 2018 eine Verdachtsmeldung wegen Geld wäscherei ausgelöst, weshalb die Beschuldigte als Empfängerin des Betrages um Plausibilisierung des Zahlungseingangs ersucht worden ist (act. AA 31.18.001 f.). Daraufhin hat die Beschuldigte per E-Mail vom 28. Juni 2018 an das Kundencenter der H.____ eine nicht unterzeichnet e Kopie eines Protokolls der D.____ vom 24. Mai 2018 eingereicht, in dessen Ziffer 3, dritt er Absatz, vermerkt ist, dass die Zahlun- gen für den Umbau des (...) (Kredit CHF 650'000.--) über die Verwalterin, C.____, abgewickelt werden und ihr zu diesem Zweck die Geldmittel tranchenw eise überwiesen werden sollen (act. AA 31.18.003 f.). Im Text der an die H.____ gerichteten E-Mail vom 28. Juni 2018 verweist die Beschuldigte explizit auf diesen Absatz (act. AA 31.18.06). bb) Aus dem am 20. Dezember 2018 durch die D.____ einger eichten und unterschriebenen Protokoll der besagten Versammlung vom 24. Mai 2018 ( act. AA 02.05.071 f.) ist hingegen er- sichtlich, dass in der vorliegend relevanten Ziffer 3 de s Protokolls zum Umbau des (...) lediglich die beiden ersten Absätze enthalten sind; demgegenübe r fehlt der dritte Absatz, in welchem geregelt worden sein soll, dass die Zahlungen für den U mbau des (...) (Kredit CHF 650'000.--) über die Verwalterin, C.____, abgewickelt und ihr zu d iesem Zweck die Geldmittel tranchenwei- se überwiesen würden. Seite 39 http://www.bl.ch/kantonsgericht cc) Die Beschuldigte hat anlässlich der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 21. Dezember 2018 nicht bestritten, das fragliche Prot okoll mit dem relevanten dritten Absatz der H.____ eingereicht zu haben. Allerdings macht sie geltend, sie habe dieses in dieser Form, das heisst mit dem eingefügten dritten Abschnitt, von de r Sekretärin erhalten und ohne weitere Prüfung an die H.____ weitergeleitet. Sie könne sich nicht an den dritten Absatz erinnern; es sei ihr nicht bewusst gewesen, dass der Umbau über sie hätt e abgewickelt werden sollen (act. AA 10.01.005). Anlässlich der Befragung vom 24. Januar 2019 hat die Beschuldigte deponiert, sie könne sich an den dritten Absatz erinnern. Dieser sei ab er an der Versammlung nicht so be- schlossen worden. Er müsse erst eingefügt worden sein, be vor F.____ ihr das Protokoll zuge- stellt habe (act. AA 10.01.018). Vor dem Strafgericht hat die Beschuldigte vorgebracht, sie wis- se nicht mehr, ob sie das Protokoll von der Protokollführerin oder der Präsidentin erhalten habe. Sie habe dasjenige Protokoll eingereicht, welches ihr zugestellt worden sei. Sie sei nicht davon ausgegangen, dass dieses Protokoll gefälscht gewesen sei (act. S 1229). dd) F.____ hat anlässlich ihrer Einvernahme als Auskunftsperso n durch die Staatsanwalt- schaft vom 9. Januar 2019 festgehalten, der dritte Absat z in der nicht unterzeichneten Version sei in demjenigen Protokoll, welches sie von der Sekretä rin erhalten habe, nicht vorgekommen. Es sei zwar klar gewesen, dass die Beschuldigte als Kassiereri n der D.____ zur Zahlung der Rechnungen zuständig gewesen sei, allerdings hätten diese Zahlungen ganz klar nicht über deren privates Konto abgewickelt werden sollen (act. AA 10.01.010). ee) Im Rahmen der konkreten Beweiswürdigung ist festzustel len, dass zwei Versionen des Protokolls der D.____ vom 24. Mai 2018 existieren, welch e grundsätzlich identisch sind, mit dem Unterschied, dass in der ‒ nicht unterzeichneten ‒ Version, wie sie von der Beschuldigten der H.____ eingereicht worden ist, in Ziffer 3 ein d ritter Absatz vorhanden ist, gemäss welchem geregelt worden sein soll, dass die Zahlungen für den U mbau des (...) (Kredit CHF 650'000.--) über die Verwalterin, C.____, abgewickelt und ihr zu d iesem Zweck die Geldmittel tranchenwei- se überwiesen würden. Dieser Absatz fehlt in der von d er D.____ den Strafuntersuchungsbe- hörden eingereichten ‒ unterschriebenen ‒ offiziellen Version. Nach Auffassung des Kantons- gerichts existieren keine Anhaltspunkte, wonach die Version der D.____ nicht dem wahren Pro- tokoll entsprechen sollte. Diese (in casu vertreten dur ch deren Präsidentin F.____ sowie die Sekretärin) hat keinerlei Grund, allfällige von der B eschuldigten vorzunehmenden Zahlungen über deren privates Konto laufen zu lassen. Demgegenüber ist offensichtlich, dass die Beschul- Seite 40 http://www.bl.ch/kantonsgericht digte zwecks Legitimierung ihrer diesbezüglichen Überwei sung (vgl. oben E. 4.2.2) ein Interes- se gehabt hat, der H.____ die abgeänderte Version des Protokolls zur Kenntnis zu bringen. So ist diese von der Bank aufgefordert worden, eine plau sible Erklärung für den ungewöhnlich ho- hen Zahlungseingang über CHF 100'000.-- auf ihr Konto zu liefern (sowie die Rücküberweisung an die D.____ im Umfang von CHF 50'000.--). Mit ihre r Version des Protokolls hat denn die Be- schuldigte auch den Verdacht der H.____ zerstreut und erreicht, dass die Bank von weiteren Geldwäschereiuntersuchungen abgesehen hat. Hinzu kommt, dass die Aussagen der Beschul- digten bezüglich ihres fehlenden Wissens betreffend die Existenz des dritten Absatzes nach- weislich falsch sind, hat sie doch in ihrer E-Mail vom 2 8. Juni 2018 an die H.____ ausdrücklich dessen Inhalt wiedergegeben und überdies die fraglich e Stelle mit einem Kreuz gekennzeich- net. Gemäss diesen Erwägungen bestehen keine vernünftig en Zweifel am inkriminierten Sach- verhalt. e) Gestützt auf den angeklagten Sachverhalt ergeht folgen de rechtliche Subsumption (vgl. E. II.B.4.2 S. 26 des angefochtenen Urteils): aa) Nach dem erstellten Sachverhalt steht unzweifelhaft fest, dass das von der Beschuldigten bei der H.____ eingereichte Protokoll der D.____ vom 24. Mai 2018 in Ziffer 3 dritter Absatz wahrheitswidrig festhält, diese sei zur Vornahme der Ü berweisung im Umfang von CHF 100'000.-- auf ihr Konto berechtigt gewesen. Dieser dritte Absatz ist jedoch nicht vom wah- ren Aussteller des Protokolls, der D.____, vertreten du rch deren Präsidentin und Sekretärin, sondern von der Beschuldigten ohne entsprechende Grundla ge verfasst worden. Unerheblich ist dabei, dass die fragliche Kopie nicht unterschrieben gewesen ist, denn durch die Namens- züge der Präsidentin und der Sekretärin der D.____ als deren Vertreterinnen besteht kein Zwei- fel darüber, wer für die Erklärung einzustehen hat. B eim wahrheitswidrigen Protokoll handelt es sich um eine Schrift, die bestimmt und geeignet ist, eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu beweisen, womit es ohne Weiteres als Urkunde zu qualifi zieren ist. Dass die Beschuldigte dies alles gewusst und gewollt hat, steht aufgrund der vorgä ngigen Darlegungen gleichermassen wie die vorausgesetzte Täuschungsabsicht zweifellos fest. Bez üglich des Vorliegens einer Vor- teilsabsicht genügt schliesslich praxisgemäss das Erreichen jede r Besserstellung. In casu ist davon auszugehen, dass die Beschuldigte dadurch eine Besse rstellung erreicht hat, als sie mit dem gefälschten Protokoll eine Geldwäschereiabklärung durch die H.____ abgewendet und die Veruntreuung im Umfang von CHF 50'000.-- (CHF 100'00 0.-- Überweisung minus Seite 41 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 50'000.-- Rücküberweisung) gegenüber der Bank kaschiert hat. Demnach sind sowohl der objektive wie auch der subjektive Tatbestand der Urkundenfälschung erfüllt. bb) Gestützt auf diese Erwägungen ist die Beschuldigte in Be stätigung des angefochtenen Urteils und in entsprechender Abweisung ihrer diesbezü glichen Berufung der Urkundenfäl- schung nach Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu erklären. 5.2.2 Protokoll-Auszug der N.____ vom 22. November 2018 a) Nach Auffassung der Vorinstanz bestünden auch hier keine unüberwindlichen Zweifel daran, dass die Beschuldigte den besagten Absatz sowie die Unterschriften von F.____ und V.____ in das Protokoll eingefügt und dasjenige in die ser Form und unter dem Anschein, es stamme von der D.____, der M.____ Bank AG zur Beantra gung eines höheren Kredits als tat- sächlich beschlossen worden sei, eingereicht habe, womit de r Sachverhalt erstellt sei. Beim fraglichen Protokollauszug handle es sich um eine Urkunde. Indem die Beschuldigte diese Ur- kunde gebraucht habe, um gegenüber der M.____ Bank A G einen höheren Nachtragskredit zu erwirken und die von ihr unrechtmässig getätigten Überw eisungen vom Konto der D.____ zu verheimlichen, habe sie einen unrechtmässigen eigenen Vor teil angestrebt und in objektiver sowie subjektiver Sicht tatbestandsmässig gehandelt (vgl. E. II.B.5 S. 27 ff.). b) Diesbezüglich führt die Beschuldigte aus, es sei von Anf ang an für alle Beteiligten klar und selbstverständlich gewesen, dass das Darlehen vollstä ndig zurückgezahlt werde, sobald die Erbschaft an J.____ ausbezahlt worden wäre. In der Folge habe sie auf Weisung von F.____ lediglich einen einzigen Protokollauszug erstellt, nämlich denjenigen vom 22. November 2018, in welchen sie auftragsgemäss die Unterschriften d er Sekretärin und der Präsidentin hin- einkopiert habe. Die Bezifferung des Betrags mit CHF 25 0'000.-- beruhe auf einem blossen Irrtum. Bei der Erstellung dieses Protokollauszugs sei nic hts Strafbares beabsichtigt worden, weshalb von einer Urkundenfälschung keine Rede sein könne (vgl. oben E. 2.1.a). c) Die Staatsanwaltschaft begehrt auch in diesem Punkt di e Bestätigung des angefochtenen Urteils (vgl. oben E. 2.3.c). Seite 42 http://www.bl.ch/kantonsgericht d) Im Hinblick auf den rechtserheblichen Sachverhalt ist die ses zu konstatieren (vgl. E. II.B.5.1 S. 27 ff. des angefochtenen Urteils): aa) Wie bereits vorstehend dargelegt (vgl. oben E. 4.2. 2.d/gg), haben im Jahre 2018 bei der D.____ grosse Projekte mit erheblicher finanzieller T ragweite angestanden. Allein die Finanzie- rung der T.____ mit Kosten von CHF 75'000.-- ist mitte ls eines Nachtragkredits gestemmt wor- den (vgl. act. AA 02.05.037). Über diesen Kredit ist anlässlich der N.____ vom 22. November 2018 entschieden worden. Bezüglich der genannten Versam mlung existieren nunmehr zwei verschiedene Protokollversionen, welche sich hinsichtlich der genehmigten Höhe des Kredits unterscheiden. In der von der D.____ edierten Version wird in Ziffer 4 festgehalten, dass die Versammlung den Kredit für die T.____ über CHF 100'0 00.-- einstimmig genehmigt habe (act. AA 02.05.024). In den Vorbemerkungen des Proto kolls wird dargelegt, dass die Höhe die- ses Nachtragkredits von ursprünglich CHF 200'000.-- auf CHF 100'000.-- abgeändert worden ist (act. AA 02.05.023). Demgegenüber hat die Beschuldigt e in ihrer Funktion als Kassiererin am 28. November 2018 bei der Hausbank der D.____, der M.____ Bank AG, eine Kopie von einem Protokollauszug der fraglichen Versammlung vom 22. November 2018 eingereicht, in welcher in Ziffer 3 vermerkt ist, dass die Versammlung einstimmig den Kredit für die Sanierung des T.____ im Umfang von CHF 250'000.-- genehmigt habe. Dieser P rotokollauszug enthält zudem die Un- terschriften der Präsidentin F.____ sowie der Sekretärin V.____ (act. AA 02.05.022). bb) Die Beschuldigte hat anlässlich ihrer Einvernahme durc h die Staatsanwaltschaft vom 6. Juni 2019 eingestanden, der M.____ Bank AG einen P rotokollauszug beinhaltend einen Be- trag von CHF 250'000.-- zugestellt und dabei auch die beiden Unterschriften eingefügt zu ha- ben. Dies habe sie mit dem Wissen von F.____ getan. Si e habe sich aber beim Betrag ver- schieben; dieser habe in der Höhe von CHF 100'000.-- oder CHF 150'000.-- gelegen. Der richti- ge Kreditbetrag sei aus dem effektiven Protokoll ersicht lich. Sie habe wohl einfach fälschlicher- weise die falsche Zahl (sic!) geändert, weil es so pressiert habe (act. AA 10.01.055, S 1231). cc) Von der Beschuldigten ist ausdrücklich eingestanden, da ss sie erstens der M.____ Bank AG den Protokollauszug über die Summe von CHF 250'000.- - eingereicht hat sowie zweitens, dass es sich hierbei nicht um die tatsächliche Höhe des vo n der N.____ beschlossenen Kredits gehandelt hat; allerdings macht sie diesbezüglich ein Ve rsehen geltend. Nach Dafürhalten des Kantonsgerichts sind keine Hinweise ersichtlich, welche ein solches "Versehen" erklären wür- den. Zwar ist ursprünglich von der N.____ ein höherer Nachtragskredit über CHF 200'000.-- Seite 43 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorgesehen gewesen, zu keinem Zeitpunkt aber hat es sich um die von der Beschuldigten ge- meldete Summe von CHF 250'000.-- gehandelt. Ausserde m hat sich die Beschuldigte nicht bloss im Betrag "verschrieben", sondern sie hat auch den der Bank eingereichten Protokollaus- zug dahingehend abgeändert, als sie den Nachtragskredit für die T.____ unter Ziffer 3 verortet hat, während sich diese Pendenz im wahren Protokoll unt er Ziffer 4 findet (Ziffer 3: Kredit für den Bau einer Rampe als Ersatz-Treppe - CHF 20'000.-- ). Im Sinne eines Motivs ist ferner zu bemerken, dass die Beschuldigte durch die vorstehend be schriebenen unrechtmässigen fünf Transaktionen vom Konto der D.____ auf ihre eigenen K onten (vgl. oben E. 4.2.2) ein erhebli- ches Loch in deren Kasse gerissen hat, welches sie zumindest teilweise durch den überhöhten Nachtragskredit bis zur Rückzahlung aus den Mitteln der Erbschaft von J.____ hätte kaschieren können. Auf der anderen Seite ist schlechterdings kein Beweggrund ersichtlich, weshalb F.____ ihr den Auftrag hätte geben sollen, den abgeänderte n Protokollauszug der Bank zukommen zu lassen. Schliesslich erscheint es per se als unglaubhaft, d ass die Beschuldigte den fraglichen Betrag nicht kontrolliert haben will, handelt es sich doch hierbei um eine Grundaufgabe für eine Kassiererin. Somit bestehen wiederum keine vernünftigen Zweifel am inkriminierten Sachver- halt. e) Gestützt auf den angeklagten Sachverhalt ist Folgendes zur rechtliche Subsumption zu erwägen (vgl. E. II.B.5.2 S. 29 des angefochtenen Urteils): aa) Nach dem erstellten Sachverhalt steht ohne Frage fest, d ass der von der Beschuldigten bei der M.____ Bank AG eingereichte Protokollauszug vom 22. November 2018 wahrheitswidrig einen Nachtragskredit über den Betrag von CHF 250'000 .-- ausweist anstatt einen solchen im Umfang von CHF 100'000.--. Der Betrag von CHF 250'000.-- ist nicht von der N.____ beschlos- sen worden und entspricht nicht dem Inhalt des wahren Protokolls, sondern ist von der Be- schuldigten ohne entsprechende Grundlage verfasst worden. Beim wahrheitswidrigen Protokol- lauszug handelt es sich um eine Schrift, die bestimmt und geeignet ist, eine Tatsache von recht- licher Bedeutung zu beweisen, womit er ohne Weiteres als Urkunde zu qualifizieren ist. Dass die Beschuldigte dies alles gewusst und gewollt hat, ste ht aufgrund der vorgängigen Darlegun- gen gleichermassen wie die vorausgesetzte Täuschungsabsich t zweifellos fest. Bezüglich des Vorliegens einer Vorteilsabsicht genügt schliesslich praxisge mäss das Erreichen jeder Besser- stellung. In casu ist davon auszugehen, dass die Beschuldi gte dadurch eine Besserstellung erreicht hat, als sie mit dem gefälschten Protokollauszu g von der M.____ Bank AG einen höhe- ren als den vorgesehenen Nachtragskredit erwirkt hat, u m dadurch die von ihr unrechtmässig Seite 44 http://www.bl.ch/kantonsgericht getätigten Überweisungen vom Konto der D.____ zu verh eimlichen. Demzufolge sind sowohl der objektive wie auch der subjektive Tatbestand der Urkundenfälschung erfüllt. bb) Demnach ist die Beschuldigte in Bestätigung des angefo chtenen Urteils und in entspre- chender Abweisung ihrer diesbezüglichen Berufung der Urkundenfälschung nach Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu erklären. 5.2.3 Aktennotiz "stilles Darlehen" a) In diesem Zusammenhang hat das Strafgericht ausgeführt, vorliegend sei einzig plausibel, dass F.____ das fragliche Dokument nie unterschrieben, so ndern die Beschuldigte deren Un- terschrift eigenmächtig eingefügt habe. Dies habe die Beschuldigte getan, um die von ihr vor- genommenen Transaktionen als zivilrechtlich rechtmässige Ha ndlungen darzustellen. Aus den Aussagen der Beschuldigten ergebe sich indes, dass ihr selbst durchaus bewusst gewesen sei, dass auch F.____ nicht über die Kompetenz verfügt habe, ein Darlehen in dieser Höhe auszu- sprechen. Damit sei der Sachverhalt erstellt. Beim fraglichen Dokument handle es sich um eine Urkunde. Indem die Beschuldigte diese Urkunde gebraucht habe, um gegenüber der Staatsan- waltschaft die von ihr getätigten Überweisungen als Dar lehen und dadurch rechtmässig erfolgt darzustellen, habe sie einen unrechtmässigen eigenen Vorteil angestrebt und folglich in objekti- ver sowie subjektiver Sicht tatbestandsmässig gehandelt (vgl. E. II.B.6. S. 29 ff.). b) Die Beschuldigte bringt vor, sie habe von Anfang an die Vorwürfe entschieden bestritten und immer wieder darauf hingewiesen, dass die Überweisung der Geldbeträge der D.____ über sie und dann weiter an J.____ ein "stilles Darlehen" ge wesen sei. Die Idee habe F.____ selber gehabt und ihr vorgeschlagen. Diesbezüglich sei eine schri ftliche, unmissverständliche Akten- notiz erstellt und der Staatsanwaltschaft übergeben worden (vgl. oben E. 2.1.a). c) Die Staatsanwaltschaft begehrt auch hier die Bestäti gung des angefochtenen Urteils (vgl. oben E. 2.3.c). d) In Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt ist na chfolgend dieses festzuhalten (vgl. E. II.B.6.1 S. 29 ff. des angefochtenen Urteils sowie oben E. 4.2.2.d): Seite 45 http://www.bl.ch/kantonsgericht aa) Anlässlich ihrer Einvernahme durch die Staatsanwaltschaf t vom 21. Dezember 2018 hat die Beschuldigte ausgeführt, die fünf Transaktionen im Jahre 2018 im Umfang von gesamthaft CHF 301'000.-- seien von ihr selbst vorgenommen worden . Sie habe dieses Geld mit Wissen und Willen der Präsidentin der D.____, F.____, überw iesen, um damit J.____ ein "stilles Darle- hen" zum Aufbau deren neuen Restaurants "L.____" in R.____ zu gewähren, da diese aufgrund eines Erbschaftsstreits mit ihrem Bruder noch nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügt habe (act. AA 10.01.003 und AA 10.01.018 sowie S 1225 ). Zum Beweis dieser behaupteten Abmachung hat die Beschuldigte die Kopie eines Dokum ents vorgelegt, welches mit "Aktenno- tiz – stilles Darlehen" betitelt ist und einzig die ange bliche Unterschrift von F.____ tragen soll. Aus dem Dokument geht hervor, dass zwischen der Beschuldigten und F.____ am 23. Juli 2018 vereinbart worden sei, dass Ersterer zu Gunsten von J._ ___ ein Darlehen in Höhe von rund CHF 350'000.-- zustehe, um diese beim Umbau der Liege nschaft "L.____" in R.____ zu unter- stützen. Die Abwicklung des Darlehens soll gemäss diesem Dokument über das Privatkonto der Beschuldigten erfolgen und die Darlehenssumme soll nac h Erhalt der Erbschaft von J.____ zurückbezahlt werden (act. AA 10.20.002). Beim fraglich en Dokument handelt es sich um eine Kopie. Die Beschuldigte hat diesbezüglich angegeben, das Original dieses Dokuments befinde sich bei F.____ (act. AA 10.01.056). bb) Weiter hat die Beschuldigte vorgebracht, sie habe diese s Dokument erstellt, damit sie etwas Schriftliches zum "stillen Darlehen" in der Hand habe, und es in der Folge F.____ zur Unterschrift vorgelegt. Diese habe es vor ihren Augen unterschrieben; soweit F.____ etwas Anderes aussage, lüge sie (act. AA 10.01.028). Sie sel bst habe das Dokument nicht unter- schrieben, weil sie gewusst habe, dass das Darlehen die K ompetenz der N.____ klar überstei- ge (act. S 1227). Auf Nachfrage, warum sie selbst lediglich die Kopie habe, obwohl sie diejenige gewesen sei, welche auf etwas Schriftlichem bestanden ha be, hat die Beschuldigte deponiert, dies sei dumm gewesen, das habe sie aber schlicht nicht beachtet (act. S 1231). Weiter gibt die Beschuldigte an, sie habe dieses Dokument eingereicht, um den wahren Geschehensablauf zu schildern. Es sei ihr nie darum gegangen, gegen jemanden Vorwürfe zu erheben (act. S 1231). cc) F.____ hat anlässlich ihrer Einvernahme als Auskunftsperso n durch die Staatsanwalt- schaft vom 9. Januar 2019 diese Sachverhaltsdarstellung der Beschuldigten mehrfach und mit Nachdruck zurückgewiesen und ausgeführt, dass es eine solch e Vereinbarung zwischen ihr und der Beschuldigten nicht gegeben habe. Weder sie no ch die Beschuldigte oder irgendein Seite 46 http://www.bl.ch/kantonsgericht anderes Mitglied des N.____ sei gemäss der O.____ befu gt gewesen, aus den Mitteln der D.____ ein Darlehen in dieser Höhe auszurichten (act. AA 10.01.011 und AA 10.01.013). Ent- sprechend habe sie das Dokument "Aktennotiz – stilles Darle hen" niemals zu Gesicht bekom- men und folglich auch nicht unterzeichnet (act. AA 10.01.011 und AA 10.01.012). dd) Bereits im Zusammenhang mit der vorstehenden Beurtei lung der mehrfachen qualifizier- ten Veruntreuung hat das hiesige Gericht die Sachverha ltsvariante der Beschuldigten ange- sichts der eindeutigen Beweis- und Motivlage als unglau bhaft qualifiziert, woran unter Verweis auf die diesbezüglichen Erwägungen selbstredend auch i n Bezug auf die in casu angeklagte Urkundenfälschung festzuhalten ist (vgl. oben E. 4.2.2. d/gg). Entscheidend ist dabei, dass F.____ keinerlei Interesse an einer solchen Vereinbaru ng gehabt hat, während das Interesse der Beschuldigten, die von ihr vorgenommenen, unrechtmässigen Geldüberweisungen zu recht- fertigen, offensichtlich sehr gross gewesen ist. Unbeachtlich ist im Hinblick auf die nachfolgende rechtliche Würdigung im Übrigen die Frage, ob die Besch uldigte die Unterschrift von F.____ gefälscht, oder ob sie deren echte Unterschrift in das von ihr erstellte Dokument, von welchem bekanntlich nur eine Kopie vorliegt, kopiert hat. Im merhin hat die Beschuldigte im Rahmen des Vorwurfs der Urkundenfälschung hinsichtlich des Protokol l-Auszugs der N.____ vom 22. November 2018 ebenfalls eingestanden, die Unterschriften der Präside ntin sowie der Sek- retärin kopiert und eingefügt zu haben. Selbst in dem an der Hauptverhandlung vor dem Kan- tonsgericht ins Recht gelegten Kurzgutachten von Dr. K._ ___ vom 1. Oktober 2022 kommt der Experte zum Schluss, dass die Befunde der Schriftvergleich ung (bloss) schwach für die Hypo- these sprächen, wonach die Unterschrift "F.____" auf d er fraglichen Aktennotiz von F.____ ge- fertigt worden sei. Im Ergebnis sind somit wiederum keine Zweifel am inkriminierten Sachverhalt auszumachen. e) Gestützt auf den angeklagten Sachverhalt sind folgende rechtliche Erwägungen zu tätigen (vgl. E. II.B.6.2 S. 31 des angefochtenen Urteils): aa) Nach dem erstellten Sachverhalt steht fraglos fest, dass die Beschuldigte ein Dokument mit dem Titel "Aktennotiz- stilles Darlehen" verfasst ha t mit dem wahrheitswidrigen Inhalt, wo- nach zwischen ihr und F.____ am 23. Juli 2018 vereinbar t worden sei, dass ihr zu Gunsten von J.____ ein Darlehen in Höhe von rund CHF 350'000.-- z ustehe, um diese beim Umbau der Lie- genschaft "L.____" in R.____ zu unterstützen. Ausserdem hat die Beschuldigte, ohne hierfür mangels tatsächlicher Vereinbarung berechtigt gewesen zu sein, auf dem Dokument die (ent- Seite 47 http://www.bl.ch/kantonsgericht weder gefälschte oder kopierte echte) Unterschrift von F._ ___ eingefügt. Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Schrift, die bestimmt und gee ignet ist, eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu beweisen, womit es ohne Weiteres als Ur kunde zu qualifizieren ist. Dass die Be- schuldigte dies alles gewusst und gewollt hat, steht aufg rund der vorgängigen Darlegungen gleichermassen wie die vorausgesetzte Täuschungsabsicht zweifellos fest. Bezüglich des Vor- liegens einer Vorteilsabsicht ist in casu davon auszugehen, dass die Beschuldigte dadurch eine Besserstellung hat erreichen wollen, als sie mit dem gef älschten Dokument gegenüber den Strafbehörden den Eindruck erweckt hat, dass die von ihr vorgenommenen Geldüberweisungen gestützt auf ein Darlehen mit der Präsidentin der D.____ rechtmässig erfolgt seien. Demzufolge sind sowohl der objektive wie auch der subjektive Tatbestand der Urkundenfälschung erfüllt. bb) Demnach ist die Beschuldigte in Bestätigung des angefo chtenen Urteils und in entspre- chender Abweisung ihrer diesbezüglichen Berufung ein we iteres Mal der Urkundenfälschung nach Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu erklären. 5.3 Sachverhaltskomplex G.____ 5.3.1 Lieferantenrechnungen a) Das Strafgericht hat diesbezüglich erwogen, einzig die B eschuldigte habe ein Interesse an der Fälschung der Lieferantenrechnungen gehabt, um die von ihr vorgenommenen und zu Gunsten des Restaurants "L.____" verwendeten Vermögenswerte gegenüber der G.____ als im Rahmen des Wahlkampfes erfolgte Transaktionen darzustell en. Die Urheberschaft einer Dritt- person finde in den Akten keine Stütze und lasse sich auch anhand der Aussagen der Beschul- digten nicht rechtsgenüglich plausibilisieren. Im Ergeb nis bestünden somit kein Zweifel, dass die Beschuldigte diese Rechnungen gefälscht und in de r Folge der G.____ eingereicht habe. Bei den Rechnungen habe es sich um Urkunden gehandelt. Indem die Beschuldigte diese ge- braucht habe, um die von ihr auf ihr Privatkonto vorg enommenen Zahlungen gegenüber der G.____ zu vertuschen und als Zahlungen, welche im Rahmen des Wahlkampfes vorgenommen worden seien, darzustellen, habe sie einen unrechtmässi gen eigenen Vorteil angestrebt und in objektiver sowie subjektiver Sicht tatbestandsmässig gehand elt. Folglich sei die Beschuldigte der Urkundenfälschung schuldig zu erklären (vgl. E. II.C.3. S. 37 ff.). Seite 48 http://www.bl.ch/kantonsgericht b) Die Beschuldigte bringt zur Begründung ihres diesbezü glichen Rechtsmittels vor, sie habe lediglich gemäss den ihr zugestellten Einzahlungsscheinen u nd Rechnungen Zahlungen elekt- ronisch in Auftrag gegeben. Dass Überweisungen in der F olge an andere Empfänger, insbe- sondere Kreditoren von J.____, erfolgt seien, habe sie erst sehr viel später, als es schon zur Strafanzeige gekommen sei, bemerkt. Diese Überweisunge n seien alle ohne ihr Wissen und Willen durch einen unbekannten Hacker, der ihr und J.____ offensichtlich habe schaden wollen, veranlasst worden (vgl. oben E. 2.1.a). c) Die Staatsanwaltschaft begehrt auch hier die Bestäti gung des angefochtenen Urteils (vgl. oben E. 2.3.c). d) Hinsichtlich des rechtserheblichen Sachverhalts gilt was fo lgt (vgl. E. II.C.3.1 S. 37 ff. des angefochtenen Urteils sowie oben E. 4.3.e): aa) Gestützt auf die objektive Beweislage ist erstellt, dass die Beschuldigte im Zeitraum zwi- schen dem 9. Juli 2018 und dem 5. November 2018 Zahlun gen in Höhe von insgesamt CHF 90'000.-- vom Bankkonto der G.____ auf ihr eigene s Privatkonto getätigt hat. Nach Anga- ben der Beschuldigten soll dies den Zweck gehabt haben, insgesamt sieben Lieferantenrech- nungen zu bezahlen. Die entsprechenden Rechnungen hat die Beschuldigte der G.____ an- lässlich einer Zwischenrevision als Belege eingereicht (act. AA 03.01.002 ff., AA 03.01.076 ff.). Es handelt sich bei sämtlichen Rechnungen um solche, die e inen Bezug zum Wahlkampf der G.____ aufweisen (Fotografien, Druckerzeugnisse, Mailing), und bei den Rechnungsstellern um Unternehmen, welche von der Partei regelmässig beauftr agt werden (vgl. act. AA 03.01.060, AA 03.01.066 und AA 03.01.70). bb) Die angeblichen Aussteller der von der Beschuldigten vermeintlich bezahlten Rechnungen haben sich schriftlich vernehmen lassen und dabei allesam t zur Auskunft gegeben, die fragli- chen Rechnungen nicht im aufgeführten Betrag und auch nicht zu Lasten der Privatklägerin 2 gestellt zu haben; auch hat keiner von ihnen eine entsp rechende Überweisung erhalten (act. AA 11.01.005 f., AA 11.02.006 f., AA 11.03.004 f. und AA 11.04.005 ff.). cc) Die Beschuldigte hat anlässlich ihrer Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft vom 25. Februar 2019 sowie vom 6. Juni 2019 behauptet, sie habe die Rechnungen an Unterneh- men, welche im Rahmen des Wahlkampfes beauftragt wor den seien, von ihrem Privatkonto mit Seite 49 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem von ihr transferierten Geld bezahlt (act. AA 10.01.030 und AA 10.01.057). Erst nachträglich habe sie feststellen müssen, dass mit diesem Geld nicht W ahlkampfrechnungen bezahlt wor- den seien, sondern dieses zur Bezahlung von Rechnunge n des Restaurants "L.____" verwen- det worden sei (act. AA 10.01.029 und AA 10.01.057). Die Rechnungen, welche sie meinte zu bezahlen, habe sie vom Generalsekretariat der G.____ p er E-Mail erhalten; diese habe sie ausgedruckt und nach der Auslösung der Rechnung habe sie die E-Mail gelöscht und den Aus- druck weggeworfen (act. AA 10.01.030, AA 10.01.058 und S 1233 ff.). Sie habe erst sehr viel später, als es schon zur Strafanzeige gekommen sei, beme rkt, dass Überweisungen an andere Empfänger, insbesondere Gläubiger von J.____ bzw. der "L.____" GmbH, erfolgt seien. Diese Überweisungen müssten alle ohne ihr Wissen und Willen durch einen unbekannten Hacker, der ihr und J.____ offensichtlich habe schaden wollen, veranlasst worden sein. dd) Angesichts der Auskünfte der angeblichen Rechnungssteller steht fraglos fest, dass die von der Beschuldigten der G.____ eingereichten Rechnun gen nicht von ihnen stammen. Es liegen keinerlei Hinweise vor, dass sämtliche der Rechnun gssteller unabhängig voneinander falsche Aussagen getätigt haben könnten. Zudem sind sämtl iche Unternehmen in der Lage, hinsichtlich der entsprechenden Auftrags- und Rechnungsn ummern Belege zu von ihnen tat- sächlich gestellten Rechnungen vorzuweisen. Auch ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass die Beschuldigte die falschen Rechnungen vom Generalsekretari at der G.____ erhalten haben könnte; ihre diesbezüglichen Behauptungen bleiben völlig unsubstantiiert. Ebenso klar ist, dass die Beschuldigte die nicht den Tatsachen entsprechenden Rechnungen im Rahmen der von der G.____ durchgeführten Zwischenrevision als Rechtfertigun g für die auf ihr Privatkonto vorge- nommenen Geldüberweisungen im Umfang von CHF 90'000.- - eingereicht hat. Damit ist offen- sichtlich, dass ausschliesslich sie von den unwahren Rechnungen profitiert hat, zumal nachge- wiesen ist, dass die fraglichen Gelder für das Restauran t "L.____" sowie persönliche Ausgaben der Beschuldigten verwendet worden sind. Bereits im Zu sammenhang mit der vorstehenden Beurteilung der mehrfachen Veruntreuung hat das Kant onsgericht die Sachverhaltsvariante der Beschuldigten angesichts der eindeutigen Beweis- und Mo tivlage als unglaubhaft qualifiziert, was unter Verweis auf die entsprechenden Ausführungen konsequenterweise auch in Bezug auf die in casu angeklagte Urkundenfälschung zu gelten h at (vgl. oben E. 4.3.e/ee). Dies gilt umso mehr, als die Beschuldigte in ihrer Funktion als Kassiererin der G.____ Zugang zu sämtli- chen Rechnungen und damit ohne Weiteres die Möglichkeit gehabt hat, solche zu fälschen. Sodann ist ebenfalls schon vorgängig erkannt worden, dass der Erklärungsversuch der Be- Seite 50 http://www.bl.ch/kantonsgericht schuldigten, wonach sämtliche Überweisungen ohne ihr W issen und Willen durch einen unbe- kannten Hacker, der ihr und J.____ offenbar habe schad en wollen, veranlasst worden sein müssten, geradezu absurd anmutet. Falls tatsächlich ein u nbekannter Hacker die Vermögens- werte transferiert hätte, hätte er sicherlich in eigenem Interesse und zu seinen eigenen Gunsten darüber verfügt und nicht ausgerechnet Rechnungen der "L.____" GmbH bezahlt, wovon aus- schliesslich die Beschuldigte und J.____ profitiert haben. Zudem ist es ausgeschlossen, dass ein unbekannter Hacker nicht nur sämtliche Überweisungen veranlasst haben soll, sondern gleichzeitig auch die betreffenden Lieferantenrechnu ngen (sowie den Kontoauszug der I.____ AG und die Buchhaltung der G.____), welche die Transakt ionen hätten legitimieren sollen, ge- fälscht haben könnte. Im Ergebnis sind wiederum keine Zwe ifel am inkriminierten Sachverhalt auszumachen. e) Gestützt auf den angeklagten Sachverhalt ist Folgendes zu erwägen (vgl. E. II.C.3.2 S. 39 f. des angefochtenen Urteils): aa) Angesichts des nachgewiesenen Sachverhalts steht fraglos f est, dass die Beschuldigte ohne entsprechende Grundlage insgesamt sieben Rechnung en von verschiedenen Unterneh- men über den Totalbetrag von CHF 87'000.-- erstellt h at, welche von den Betroffenen gar nicht bzw. nicht in diesem Umfang gegenüber der G.____ gelte nd gemacht worden sind. Bei diesen Rechnungen handelt es sich um Schriften, die bestimmt und geeignet sind, eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu beweisen, zumal sie als Forderun gen in die Buchhaltung der Privat- klägerin 2 hätten einfliessen sollen, womit sie ohne We iteres als Urkunde zu qualifizieren sind. Dass die Beschuldigte dies alles gewusst und gewollt hat, steht aufgrund der vorgängigen Dar- legungen gleichermassen wie die vorausgesetzte Täuschu ngsabsicht zweifellos fest. Bezüglich des Vorliegens einer Vorteilsabsicht ist in casu davon auszu gehen, dass die Beschuldigte dadurch eine Besserstellung hat erreichen wollen, als sie mit den gefälschten Rechnungen ge- genüber der G.____ den Eindruck hat erwecken wollen, d ass die von ihr vorgenommenen Geldüberweisungen auf ihr eigenes Konto zwecks Zahlung v on Lieferantenforderungen recht- mässig erfolgt seien. Demzufolge sind auch hier sowohl der objektive wie auch der subjektive Tatbestand der Urkundenfälschung erfüllt. bb) Demnach ist die Beschuldigte in Bestätigung des angefo chtenen Urteils und in entspre- chender Abweisung ihrer diesbezüglichen Berufung wiede rum der Urkundenfälschung nach Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu erklären. Seite 51 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.2 Kontoauszug der I.____ AG a) Diesbezüglich haben die Vorderrichter erkannt, es sei en keine Zweifel ersichtlich, wonach die Beschuldigte den von ihr der G.____ eingereichten Kontoauszug abgeändert und die sieben Zahlungsausgänge zur Bezahlung der Wahlkampfrechnunge n eingefügt habe, wodurch der Sachverhalt gemäss Anklageschrift erstellt sei. Ein solcher Kontoauszug sei bestimmt und ge- eignet, den Nachweis zu erbringen, dass die Transaktion en auf diesem Konto tatsächlich so stattgefunden hätten, womit es sich um eine Urkunde han dle. Indem die Beschuldigte diese Urkunde gebraucht habe, um die von ihr auf ihr Privat konto vorgenommenen Zahlungen ge- genüber der G.____ zu vertuschen und als Zahlungen, wel che im Rahmen des Wahlkampfes der Partei vorgenommen worden seien darzustellen, habe sie einen unrechtmässigen eigenen Vorteil angestrebt und in objektiver sowie subjektiver S icht tatbestandsmässig gehandelt. Dem- nach sei die Beschuldigte wiederum der Urkundenfälschun g schuldig zu erklären (vgl. E. II.C.4. S. 40 ff.). b) Die Beschuldigte begehrt einen vollumfänglichen Freisp ruch von allen Anklagepunkten, verzichtet aber in rubrizierter Angelegenheit auf eine substantiierte Berufungsbegründung (vgl. oben E. 2.1). c) Die Staatsanwaltschaft beantragt auch hier die Bestä tigung des angefochtenen Urteils (vgl. oben E. 2.3.c). d) Hinsichtlich des massgeblichen Sachverhalts ist dieses zu kon statieren (vgl. E. II.C.4.1 S. 40 ff. des angefochtenen Urteils): aa) Neben den vorstehend unter E. 5.3.1 beurteilten Lief erantenrechnungen hat die Beschul- digte der G.____ anlässlich deren Zwischenrevision einen Auszug ihres Privatkontos bei der I.____ AG betreffend den Zeitraum vom 1. Oktober 2018 bis zum 31. Oktober 2018 eingereicht, in welchem die den jeweiligen Rechnungen korrespondier enden Zahlungsausgänge aufgeführt sind (act. AA 03.01.025 ff.). bb) Demgegenüber sind aus dem von der I.____ AG übermitte lten Auszug des nämlichen Privatkontos für den Zeitraum vom 1. April 2018 bis zum 4 . Dezember 2018 (act. AA 32.06.019 Seite 52 http://www.bl.ch/kantonsgericht ff.) keine Zahlungsausgänge im Zusammenhang mit die sen Rechnungen ersichtlich (act. AA 32.06.050 ff.). cc) Die Beschuldigte hat anlässlich ihrer Einvernahme durc h die Staatsanwaltschaft vom 21. Dezember 2018 bestritten, den in Diskussion stehenden Kontoauszug abgeändert und die den Rechnungen entsprechenden Zahlungsausgänge eingef ügt zu haben. Vielmehr behauptet sie, den Kontoauszug in der von ihr eingereichten Form von der I.____ AG per E-Mail erhalten und im Vorfeld der Übergabe an die G.____ lediglich die privaten Aufwendungen, welche in keinem Zusammenhang mit der Partei gestanden hätten, abgedeckt zu haben. Sie habe keine Erklärung, weshalb dieser Kontoauszug nicht mit demjeni gen übereinstimme, welcher von der I.____ AG erhältlich gemacht worden sei; auch wisse sie nicht, wer diesen Auszug gefälscht haben könnte (act. AA 10.01.006). dd) In den Akten sind zwei Auszüge betreffend das Privatkonto der Beschuldigten bei der I.____ AG in Bezug auf den gleichen Zeitraum vom 1. Oktober 2018 bis zum 31. Oktober 2018 vorhanden, welche sich dadurch unterscheiden, dass in der von der Beschuldigten vorgebrach- ten Version Zahlungsausgänge erscheinen, welche in Korre lation stehen zu den von ihr angeb- lich bezahlten Lieferantenrechnungen, während in der vo m Geldinstitut edierten Version sol- cherlei Zahlungsausgänge fehlen. Die I.____ AG hat o ffensichtlich per se keine Veranlassung, den Strafuntersuchungsbehörden einen unwahren Kontoau szug der Beschuldigten zukommen zu lassen, und zwar weder in der Form, dass tatsächliche Z ahlungsausgänge unterschlagen werden, noch dahingehend, dass nicht existierende Bewegungen ausgewiesen werden in exakt derjenigen Weise, wie sie von der Beschuldigten behaupte t werden. Auf der anderen Seite hat die Beschuldigte ein grosses Interesse, mit Hilfe des abgeänderten Kontoauszugs ihre Behaup- tungen betreffend die von ihr angeblich bezahlten Li eferantenrechnungen zu untermauern. In Bezug auf diese Lieferantenrechnungen ist im Übrigen bereits vorstehend unter E. 5.3.1 er- kannt worden, dass die Beschuldigte diese gefälscht hat. Soweit die Beschuldigte auch in die- sem Punkt an der These eines Hackerangriffs festhalten sol lte, ist dieses Vorbringen unter Verweis auf die entsprechenden vorgängigen Darlegungen als lebensfremd zurückzuweisen. Nicht nur hätte diese unbekannte Drittperson sämtliche Überweisungen veranlasst, sondern gleichzeitig die betreffenden Rechnungen, welche die Transaktionen hätten legitimieren sollen, gefälscht und nunmehr auch noch den Kontoauszug der Bes chuldigten bei der I.____ AG (so- Seite 53 http://www.bl.ch/kantonsgericht wie die Buchhaltung der G.____) abgeändert haben mü ssen. Demnach sind auch hier im Er- gebnis keine Zweifel am inkriminierten Sachverhalt auszumachen. e) Gestützt auf den angeklagten Sachverhalt ist in rechtlich er Hinsicht dieses zu erwägen (vgl. E. II.C.4.2 S. 41 f. des angefochtenen Urteils): aa) Angesichts des nachgewiesenen Sachverhalts steht fraglos f est, dass die Beschuldigte einen unwahren Auszug ihres Privatkontos bei der I.____ AG betreffend den Zeitraum vom 1. Oktober 2018 bis zum 31. Oktober 2018 angefertigt und in diesem Rahmen insgesamt sie- ben Zahlungsausgänge eingefügt hat, welche nicht stattg efunden haben. Dementsprechend stimmt der von der Beschuldigten verfasste Kontoauszug in haltlich nicht mit dem tatsächlichen Auszug der I.____ AG überein. Beim fraglichen Kontoau szug handelt es sich um eine Schrift, die bestimmt und geeignet ist, eine Tatsache von rechtl icher Bedeutung zu beweisen, womit er ohne Weiteres als Urkunde zu qualifizieren ist. Dass die Beschuldigte dies alles gewusst und gewollt hat, steht aufgrund der vorgängigen Darlegungen gleichermassen wie die vorausgesetz- te Täuschungsabsicht zweifellos fest. Bezüglich des Vorlieg ens einer Vorteilsabsicht ist in casu davon auszugehen, dass die Beschuldigte dadurch eine Besser stellung hat erreichen wollen, als sie mit dem gefälschten Kontoauszug gegenüber der G .____ den Eindruck hat erwecken wollen, dass die von ihr vorgenommenen Geldüberweisunge n auf ihr eigenes Konto zur tat- sächlichen Zahlung von Lieferantenforderungen verwendet worden und damit rechtmässig er- folgt seien. Demzufolge sind sowohl der objektive wie a uch der subjektive Tatbestand der Ur- kundenfälschung erfüllt. bb) Demnach ist die Beschuldigte auch hier in Bestätigung d es angefochtenen Urteils und in entsprechender Abweisung ihrer diesbezüglichen Beruf ung der Urkundenfälschung nach Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 5.3.3 Buchhaltung der G.____ a) Nach Dafürhalten des Strafgerichts ist es nachgewiesen, d ass die Beschuldigte die Buch- haltung in der anklagten Form, d.h. unter Einbezug der in Wahrheit nicht erfolgten Rechnungen, erstellt habe. Da die Beschuldigte die Rechnungen selbst verfasst habe, sei ihr Einwand, nicht gewusst zu haben, dass diese gar nicht gestellt worden seien , widerlegt. Demnach sei der Sachverhalt erstellt. Die von der Beschuldigten vorgenom mene Buchhaltung zeichne ein fal- Seite 54 http://www.bl.ch/kantonsgericht sches Gesamtbild der Buchführung, da die von ihr verbuc hten Rechnungen im Zusammenhang mit dem Wahlkampf in Wahrheit nicht angefallen seien. Die Buchführung sei somit nicht wahr- heitsgetreu und die Bucheinträge zu den jeweiligen Re chnungen stimmten nicht mit tatsächlich erfolgten Geschäftsvorfällen überein. Die Beschuldigte habe gewusst, dass die Lieferanten- rechnungen in Wahrheit in dieser Form nie gestellt w orden seien und habe diese willentlich in der Buchhaltung verbucht. Durch die unwahren Bucheintr äge habe die Beschuldigte die von ihr tatsächlich zu privaten Zwecken verwendeten Transaktionen in der Buchhaltung legimitiert und sich somit einen unrechtmässigen Vorteil verschafft. Die Besch uldigte habe somit objektiv wie subjektiv tatbestandsmässig gehandelt, weshalb sie der Urkun denfälschung schuldig zu erklä- ren sei (vgl. E. II.C.5 S. 42 ff.). b) Die Beschuldigte begehrt einen vollumfänglichen Freisp ruch von allen Anklagepunkten, verzichtet aber in rubrizierter Angelegenheit wiederum auf eine substantiierte Berufungsbe- gründung (vgl. oben E. 2.1). c) Die Staatsanwaltschaft begehrt auch hier die Bestäti gung des angefochtenen Urteils (vgl. oben E. 2.3.c). d) Hinsichtlich des rechtserheblichen Sachverhalts gilt was fo lgt (vgl. E. II.C.5.1 S. 42 f. des angefochtenen Urteils): aa) Die Beschuldigte ist als Kassiererin der G.____ im Jahr 2 018 für die Erstellung der Buch- haltung verantwortlich gewesen. In dieser Buchhaltung hat sie die angeblichen Rechnungen und Zahlungsausgänge verbucht, welche von ihrem Privat konto für die Bezahlung der vorgän- gig beurteilten Lieferantenrechnungen vorgenommen wor den sein sollen (act. AA 03.01.038 ff., AA 03.01.032 ff. sowie AA 03.01.028 ff.). Diese Rechnungen sind jedoch von den angeblichen Ausstellern nicht im aufgeführten Be trag und auch nicht zu Lasten der Privatklägerin 2 gestellt worden; dementsprechend hat k einer von ihnen eine entsprechende Überweisung erhalten (act. AA 11.01.005 f., AA 11.02 .006 f., AA 11.03.004 f. und AA 11.04.005 ff.). bb) Die Beschuldigte hat anlässlich ihrer Einvernahme durc h die Staatsanwaltschaft vom 25. Februar 2019 nicht bestritten, die Buchhaltung in der fraglichen Form erstellt zu haben, macht aber geltend, sie sei davon ausgegangen, dass die se Rechnungen mitsamt der entspre- Seite 55 http://www.bl.ch/kantonsgericht chenden Bezahlung tatsächlich erfolgt seien und sie sie daher rechtmässig in der Buchhaltung vermerkt habe (act. AA 10.01.031). cc) In casu ist ohne Frage erstellt, dass die Beschuldigte in die Buchhaltung der G.____ un- zutreffende Eintragungen gemacht hat. Ihre Begründun g hierfür, sie sei von der Richtigkeit der entsprechenden Buchungen gestützt auf die tatsächliche Bezahlung der angeblichen Rechnun- gen ausgegangen, ist bereits vorstehend in E. 5.3.1 und E. 5.3.2 als unglaubhaft eingestuft worden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Beschuldi gte zwecks Kaschierung ihrer Ver- untreuung im Umfang von CHF 90'000.-- die fraglichen Rechnungen ohne entsprechende Grundlage selbst verfasst hat, womit sie logischerweise u m die Unrichtigkeit der Buchungsein- träge gewusst hat. Demnach ist auch hier der inkriminierte Sachverhalt ohne Zweifel erstellt. e) Gestützt auf den angeklagten Sachverhalt ist Folgendes zu erwägen (vgl. E. II.C.5.2 S. 43 des angefochtenen Urteils): aa) Praxisgemäss muss die Buchführung richtig, mithin vollstän dig und wahrheitsgetreu sein, d.h. der Bucheintrag muss mit dem tatsächlichen Geschäft svorfall übereinstimmen. Die falsche Buchung erfüllt den Tatbestand der Falschbeurkundung, wenn sie ein falsches Gesamtbild be- wirkt. Die Buchung ist falsch, wenn Aktiven betragsmässig un richtig aufgenommen, gänzlich weggelassen oder wenn fiktive Positionen (Luftbuchunge n, Scheingeschäfte) aufgezeichnet werden (BGE 132 IV 12 E. 8.3; M ARKUS BOOG , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 89 f. zu Art. 251 StGB, mit Hinweisen) . Im vorliegenden Fall steht aufgrund des nachgewiesenen Sachverhalts ohne Frage fest, dass die Bes chuldigte ohne entsprechende Grundlage und damit gestützt auf fiktive Vorgänge in d ie Buchhaltung der Privatklägerin 2 ins- gesamt neun Rechnungen von verschiedenen Unternehmen ü ber den Totalbetrag von rund CHF 77'000.-- aufgenommen hat. Durch die Verbuchung d ieser fiktiven Positionen hat die Be- schuldigte bewirkt, dass die Buchführung nicht mehr wahr heitsgetreu gewesen ist und folglich ein falsches Gesamtbild wiedergegeben hat. Für die kaufm ännische Buchführung wird die er- höhte Glaubwürdigkeit der in ihnen aufgezeichneten wirtschaftlichen Sachverhalte in konstanter Praxis bejaht (BGE 141 IV 369; B OOG , a.a.O., N 87 zu Art. 251 StGB, mit zahlreichen Hin wei- sen). Dass die Beschuldigte dies alles gewusst und gewollt hat, steht aufgrund der vorgängigen Darlegungen gleichermassen wie die vorausgesetzte Täuschu ngsabsicht zweifellos fest. Be- züglich des Vorliegens einer Vorteilsabsicht ist in casu davon auszugehen, dass die Beschul- digte dadurch eine Besserstellung hat erreichen wollen , als sie mit den gefälschten Buchhal- Seite 56 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungsunterlagen, namentlich des Journals, der Kontoblät ter sowie des Zwischenabschlusses per 30. November 2018, gegenüber der G.____ fiktive Zahlungsausgänge ausgewiesen hat, um dadurch den tatsächlich erfolgten privaten Bezug der von ihr transferierten Gelder zu verschlei- ern. Demzufolge sind auch hier sowohl der objektive wie a uch der subjektive Tatbestand der Urkundenfälschung (in Form der Falschbeurkundung) erfüllt. bb) Demnach ist die Beschuldigte in Bestätigung des angefo chtenen Urteils und in entspre- chender Abweisung ihrer diesbezüglichen Berufung ein we iteres Mal der Urkundenfälschung nach Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu erklären. f) Im Sinne eines nächsten Zwischenresultates ist somit zu konst atieren, dass die Beschul- digte in Bezug auf sämtliche diesbezüglichen Anklagevor würfe, mithin hinsichtlich Ziffer 2.4 be- treffend die D.____ sowie nach Ziffer 3.3 der Anklag eschrift betreffend die G.____ der mehrfa- chen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen ist. 6. Tatbestand der falschen Anschuldigung 6.1 a) Hinsichtlich des rubrizierten Anklagepunktes haben die Vor derrichter erkannt, dass der objektive Tatbestand zu keiner vertieften Betrachtung An lass gebe, nachdem die Beschuldigte F.____ der Beteiligung an der Veruntreuung als Mitt äterin oder Teilnehmerin beschuldigt habe. In subjektiver Hinsicht sei zudem gemäss den tatsächlichen F eststellungen ohne Frage, dass die Beschuldigte wider besseres Wissen gehandelt habe. Z u bezweifeln sei aber, dass sie in der Eventualabsicht gehandelt habe, gegen F.____ ein e Strafuntersuchung herbeizuführen. Vielmehr sei es der Beschuldigten einzig darum gegange n, ihr eigenes Verhalten zu erklären und ihre eigene Haut zu retten, unter Inkaufnahme, d amit F.____ in einem schlechten Licht da- stehen zu lassen. Bei diesem Verhalten scheine es sich um eine Selbstbegünstigung mit Kolla- teralschaden zu handeln. Gegen das Vorliegen einer (Eve ntual-)Absicht spreche zudem, dass sich die Beschuldigte selbst mitbelasten würde. Diese sei an den Überweisungen beteiligt ge- wesen und hätte sich mit der impliziten Unterstellung, dass F.____ sich eines Verbrechens oder Vergehens strafbar gemacht habe, mitbelastet. Eine ei gene Strafbarkeit bestreite die Beschul- digte jedoch, weshalb im Umkehrschluss keine Absicht vorliege n könne, jemand anderes durch Seite 57 http://www.bl.ch/kantonsgericht das gleiche Verhalten einer Straftat zu bezichtigen und gegen diese Person ein Strafverfahren herbeizuführen (vgl. E. II.B.6.2.2 S. 31 f.). b) Die Staatsanwaltschaft hat den diesbezüglichen ersti nstanzlichen Freispruch angefochten und zur Begründung ihrer entsprechenden Anschlussberufu ng im Wesentlichen dargelegt, so- weit die Beschuldigte gewusst habe, bei den Überweisung en unrechtmässig gehandelt zu ha- ben, und dabei der Staatsanwaltschaft eine gefälschte Aktennotiz eingereicht habe, in welcher sie F.____ wider besseren Wissens beschuldigt habe, bei d en unrechtmässigen Überweisun- gen mitgewirkt zu haben, dann habe sie diese wissentlich und willentlich falsch angeschuldigt. Unter diesen Umständen habe sie gewollt oder zumindest billigend in Kauf genommen, dass die Staatsanwaltschaft auch gegen F.____ ein Strafverfahren eröffne (vgl. oben E. 2.3.b/aa). c) Die Beschuldigte ist der Ansicht, der fragliche Tatbest and sei weder objektiv noch subjek- tiv erfüllt; ihr sei es ausschliesslich darum gegangen, in ihren Ausführungen transparent aufzu- zeigen, wie es zur "stillen Darlehensgewährung" zu Gunste n von J.____ gekommen sei (vgl. oben E. 2.1.c/bb). 6.2 Wer einen Nichtschuldigen wider besseres Wissen bei der Behörde eines Verbrechens oder eines Vergehens beschuldigt, in der Absicht, eine S trafverfolgung gegen ihn herbeizufüh- ren, oder wer in anderer Weise arglistige Veranstaltun gen trifft, in der Absicht, eine Strafverfol- gung gegen einen Nichtschuldigen herbeizuführen, wird mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe be- straft (Art. 303 Ziff. 1 StGB). Der Tatbestand schützt in erster Linie die Zuverlässigkeit der Rechtspflege. Die Tathandlung führt zu einem unnützen Einsatz öffentlicher Mittel. Daneben handelt es sich bei der falschen Anschuldigung auch um e in Delikt gegen die Person. Ge- schützt werden danach die Persönlichkeitsrechte zu Unrecht Ang eschuldigter (BGE 136 IV 170 E. 2.1). Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz und in Bezug auf die Unwahrheit der Be- schuldigung Handeln wider besseres Wissen. Das Bewusstsein, die Behauptung könnte mög- licherweise falsch sein, genügt mithin nicht. Der Täter muss vielmehr sicher darum wissen, dass die Anschuldigung unwahr ist. Insofern scheidet Eventualvo rsatz aus (BGE 136 IV 170 E. 2.1; BGer 6B_593/2020 vom 19. Oktober 2020 E. 2.3.1). Es ist nicht erforderlich, dass tatsächlich ein Verfahren gegen die angeschuldigte Person eingele itet wird, das Verhalten muss aber ge- eignet sein, eine solche herbeizuführen (BGer 6B_85 9/2014 vom 24. März 2015 E. 1.3.1 f.). Eventualabsicht reicht hier aus und liegt bei der falschen Anschuldigung vor, wenn die Aussicht Seite 58 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf den bloss möglichen, nicht sicheren Eintritt des Erfo lgs den Täter nicht von der bewussten und gewollten Begehung der Tat abhält (BGer 6B_593/ 2020 vom 19. Oktober 2020 E. 2.3.5; 6B_31/2014 vom 15. August 2014 E. 1.3). Liegt die e ntsprechende Absicht in Verbindung mit der bei der Behörde hinterbrachten Verdächtigung vor , ist der Tatbestand vollendet. Dies folgt aus der Ausgestaltung der falschen Anschuldigung als abstr aktes Gefährdungsdelikt (V ERA DELNON / BERNHARD RÜDY , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 29 zu Art. 303 StGB, mit Hinweisen). 6.3 Unter Bezugnahme auf die vorstehenden Erwägungen zu d en Tatbeständen der qualifi- zierten Veruntreuung (oben E. 4.2.2) sowie der Urkund enfälschung (oben E. 5.2.3) betreffend das sogenannte "stille Darlehen" steht fest, dass das von der Beschuldigten anlässlich deren Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft am 21. Dezember 2018 eingereichte Dokument "Ak- tennotiz ‒ stilles Darlehen" eine Fälschung ist und F.____ in keiner Art und Weise in die von der Beschuldigten zu Lasten der D.____ mehrfach begangene q ualifizierte Veruntreuung im Um- fang von insgesamt CHF 301'000.-- verstrickt gewesen ist . Erwiesen ist ferner, dass die Be- schuldigte um diese Tatsachen gewusst hat. Demnach ist der inkriminierte Sachverhalt ohne Zweifel nachgewiesen. 6.4 Umstritten ist nunmehr, ob sich die Beschuldigte mit ihr em Verhalten des Tatbestandes der falschen Anschuldigung schuldig gemacht hat. Dass es si ch bei der Staatsanwaltschaft oh- ne Zweifel um eine Behörde im Sinne von Art. 303 Zif f. 1 StGB handelt sowie der Vorwurf der Veruntreuung und insbesondere derjenige der qualifizi erten Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB gemäss Art. 10 Abs. 2 S tGB ein Verbrechen betrifft, steht ausser Frage. Gleichermassen klar ist angesichts der erstellten Tatsache, wonach die Beschuldigte das Dokument "Aktennotiz ‒ stilles Darlehen" ohne Wissen von F.____ hergestellt ha t, um da- mit die von ihr vorgenommenen qualifizierten Veruntreu ungen zu rechtfertigen, dass die Be- schuldigte vorsätzlich sowie im Hinblick auf die Unwahrhei t der Anschuldigung wider besseres Wissen gehandelt hat. Nach Ansicht der Vorinstanz ist es j edoch nicht die Absicht der Beschul- digten gewesen, F.____ zu beschuldigen, sondern vielmehr, eine Rechtfertigung für das eigene Handeln zu liefern, weshalb keine Eventualabsicht vorgel egen habe, gegen diese eine Strafun- tersuchung herbeizuführen. Diese Auffassung teilt das Kantonsgericht nicht. Nach Dafürhalten des hiesigen Gerichts ist es der Beschuldigten nicht bl oss darum gegangen, sich selber zu ent- lasten, sondern darum, die Verantwortung für das von i hr selbst als strafbar bzw. zumindest Seite 59 http://www.bl.ch/kantonsgericht unrechtmässig erkannte Handeln einer anderen Person aufzubürden. Praxisgemäss ist es nicht zulässig, eine falsche Anschuldigung zu begehen, um sich se lber zu entlasten; die betroffene Person müsste allenfalls die Vorwürfe bestreiten oder sch weigen (DELNON / RÜDY , a.a.O., N 33 zu Art. 303 StGB, mit Hinweisen). Straflos ist also nur das Leugnen der eigenen Täterschaft, nicht aber das Beschuldigen einer anderen Person. Ande rs als in Bezug auf das sichere Wis- sen hinsichtlich der Unwahrheit der Anschuldigung reicht bezüglich der Absicht, eine Strafver- folgung herbeizuführen, Eventualdolus aus. Eine solche E ventualabsicht liegt bei der falschen Anschuldigung schon vor, wenn die Aussicht auf den bloss m öglichen, nicht sicheren Eintritt des Erfolgs den Täter nicht von der bewussten und gewo llten Begehung der Tat abhält. Im vor- liegenden Fall hat die Beschuldigte das fragliche Dokum ent der Staatsanwaltschaft anlässlich ihres eigenen Strafverfahrens wegen (qualifizierter) Veruntreuung eingereicht, womit sie damit hat rechnen müssen, dass auch gegen F.____ ein entspreche ndes Strafverfahren eingeleitet werden wird. Dies gilt umso mehr, als sie F.____ im Ve rlaufe der weiteren Untersuchung (wie auch vor Straf- und Kantonsgericht) mehrfach ausdrückli ch als Initiantin des "stillen Darlehens" und damit als Anstifterin zur (qualifizierten) Veruntre uung bezeichnet hat. Sie selbst will hinge- gen bloss in unterstützender Funktion den Willen von F.__ __ befolgt haben. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass die Beschuldigte die ange bliche Vereinbarung dergestalt ge- fälscht hat, dass F.____ als alleinige Unterzeichnerin bzw . Verfasserin erscheint, im Wissen darum, dass diese über ein solches Darlehen gar nicht hät te verfügen dürfen. So hat die Be- schuldigte auf die Frage, ob F.____ über das fragliche Darlehen alleine hätte entscheiden dür- fen, in der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 21. Dezember 2018, anlässlich wel- cher sie das gefälschte Dokument zu den Akten gegeben hat , geantwortet: "Natürlich nicht, gemäss O.____ nicht. Wir gingen aber davon aus, dass da s Geld bis spätestens am 27. Oktober, spätestens 31. Dezember 2018 wieder zurück ist. (...)" (act. AA 10.01.003). Noch deutlicher bringt dies die Beschuldigte vor Strafgericht zum Ausdruck, indem sie auf entspre- chende Frage deponiert hat, sie selbst habe das Dokument nicht unterschrieben, weil sie ge- wusst habe, dass das Darlehen die Kompetenz der N.____ kl ar übersteige (act. S 1227). Er- wähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Be schuldigte mittels Beschwerde vom 2. November 2020 ‒ auf welche das Kantonsgericht als Beschwerdeinstanz al lerdings nicht eingetreten ist ‒ versucht hat, die Teilnahme von F.____ an der erstinst anzlichen Haupt- verhandlung zu verhindern, mit der ausdrücklichen Begrü ndung, dass hierdurch die geforderte Eröffnung eines Strafverfahrens gegen F.____ vereite lt bzw. zumindest aber sehr erschwert werde (vgl. KGer 470 20 252 vom 15. Dezember 2020 E . 1.3.2). Indem also die Beschuldigte Seite 60 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Staatsanwaltschaft ein von ihr gefälschtes Dokument eingereicht hat, welches F.____ als Verfasserin ausweist und ein Darlehensgeschäft beinhaltet , wofür nach dem Wissen der Be- schuldigten keine Legitimation bestanden hat, und diese ausserdem sowohl im Untersuchungs- verfahren als auch vor Gericht F.____ mehrfach ausdrücklich als Initiantin des fraglichen Ge- schäfts bezichtigt hat, liegt es auf der Hand, dass sie im Sinne der Rechtsprechung die Herbei- führung einer Strafverfolgung wegen (qualifizierter) Veruntreuung gegen F.____ zumindest in Kauf genommen hat. Folglich sind sowohl der objektive wie auch subjektive Tatbestand von Art. 303 Ziff. 1 StGB erfüllt und es hat ein entsprechender Schuldspruch zu ergehen. Gemäss diesen Ausführungen ist die Beschuldigte in Guthe issung der diesbezüglichen An- schlussberufung der Staatsanwaltschaft und demnach in Abä nderung des angefochtenen Ur- teils zusätzlich wegen falscher Anschuldigung nach Art. 303 Ziff. 1 StGB zu verurteilen. 7. Strafzumessung 7.1 Theoretische Erwägungen (...) 7.2 Konkrete Erwägungen a) Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung bringt die Besch uldigte vor, sie sei bezüglich aller in der Anklageschrift erhobener Vorwürfe von Schuld und Strafe freizusprechen. Eventuali- ter sei sie schuldig zu sprechen, es sei aber auf die A usfällung einer Strafe zu verzichten. Sub- eventualiter sei bei einer Verurteilung die Tilgung d es mutmasslichen Schadens mit einer Straf- reduktion von mindestens 24 Monaten zu berücksichtigen. Ebenso müsse bei einem Schuld- spruch die während mehrerer Jahre anhaltende mediale V orverurteilung Berücksichtigung fin- den (vgl. S. 24 ff. des Plädoyers vor Kantonsgericht). Demgegenüber ist die Staatsanwaltschaft der Ansicht, dass die ausgesprochene bedingte Freihei tsstrafe von 20 Monaten deutlich zu tief sei. Die Vorderrichter hätten trotz der fehlenden aufr ichtigen Reue, der hohen kriminellen Ener- gie und des skrupellosen Verhaltens sowie der absolut fe hlenden Einsicht in das Unrecht die Einsatzstrafe um einen Drittel gekürzt, bloss weil die Beschuldigte die veruntreuten Gelder nach Seite 61 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Eröffnung des Strafverfahrens zurückerstattet und den unmittelbaren Schaden ersetzt habe. Ihrer Auffassung nach sei eine Einsatzstrafe von 34 Monat en mit einer Reduktion um vier Mo- nate korrekt, was zu einer teilbedingten Freiheitsstraf e von zweieinhalb Jahren bzw. 30 Mona- ten führe, wovon ein halbes Jahr unbedingt zu vollzie hen sei, bei einer Probezeit von drei Jah- ren für den bedingten Teil der Strafe (vgl. oben E. 2.3.b). b) In concreto ist darauf hinzuweisen, dass die von der Vorin stanz vorgenommene Strafzu- messung in verschiedener Hinsicht falsch ist. Angesichts der Verurteilung wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreuung, mehrfacher Veruntreuung sowie mehrfacher Urkundenfälschung ist die Festlegung einer gesamtheitlichen Strafe für alle Delikte zusammen nach der Praxis des Bundesgerichts (vgl. zum Ganzen BGer 6B_1422/2019 vom 28 . Mai 2021 E. 6.4.1) unzulässig. Vielmehr müssen die einzelnen Tathandlungen vor der B ildung einer allfälligen Gesamtstrafe in einem selbstständigen Schritt vorab gewürdigt werden (BGer 6B_998/2019 vom 20. November 2020 E. 4.2.4). Die enge Verknüpfung der einzelnen D elikte entbindet nicht von dieser Vorge- hensweise (BGer 6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.4). Eine gemeinsame Bewertung un- terschiedlicher Taten widerspricht der Gesamtstrafenbildun g nach dem Asperationsprinzip (BGer 6B_998/2019 vom 20. November 2020 E. 4.2.4). Das Kantonsgericht hat das Strafgericht verschiedentlich auf die hinlänglich bekannten gesetzlichen Grundlagen und Vorgaben des Bundesgerichts hingewiesen. Trotzdem hält im vorliegen den Fall die Strafzumessung den ent- sprechenden Bestimmungen wiederum nicht stand. Unter d iesen Umständen behält sich das Kantonsgericht künftig vor, in ähnlich gelagerten Konst ellationen keine reformatorischen Ent- scheide mehr zu fällen, sondern zwecks Wahrung der Partei rechte unter gleichzeitiger Gewäh- rung des Instanzenzuges entsprechend fehlerbehaftete e rstinstanzliche Urteile zu kassieren und die Angelegenheit an die Vorderrichter zurückzuwei sen zur Vornahme einer in Anwendung von Art. 47 ff. StGB korrekten Strafzumessung. c) In casu ist zu konstatieren, dass die Beschuldigte im vorl iegenden Verfahren der (mehrfa- chen) qualifizierten Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 S tGB in Verbindung mit Art. 138 Ziff. 2 StGB) in sechs Fällen, der (mehrfachen) Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 StGB) in drei Fällen, der (mehr- fachen) Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB) in se chs Fällen sowie der falschen Anschul- digung (Art. 303 Ziff. 1 StGB) in einem Fall schuldi g erklärt wird. Dabei liegt der ordentliche Strafrahmen zwischen einer Geldstrafe nicht unter drei Tagessätzen (Art. 34 Abs. 1 StGB) und einer Freiheitsstrafe bis zu 20 Jahren (Art. 303 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 40 Abs. 2 Seite 62 http://www.bl.ch/kantonsgericht StGB). Die Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB führt zwar nicht zu einer Erhöhung des Strafrahmens, ist aber innerhalb des ordentlichen Rahme ns strafschärfend zu gewichten. In Anbetracht dieser zahlreichen Tathandlungen hat das Kan tonsgericht nunmehr eine bundes- rechtskonforme Strafzumessung vorzunehmen. d) Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat das Kanton sgericht zunächst den Straf- rahmen nach der abstrakt schwerwiegendsten Straftat zu bestimmen. Vorliegend weist die fal- sche Anschuldigung gemäss Art. 303 Ziff. 1 StGB mit einer möglichen Sanktion von einer Geld- strafe von mindestens drei Tagessätzen bis zu einer Freiheitsstrafe von maximal 20 Jahren den höchsten abstrakten Strafrahmen auf. Danach folgen di e qualifizierte Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB mit einem theoretischen Sanktionsrahmen von einer Geldstrafe am unteren bis zu einer Freiheitsstraf e von zehn Jahren am oberen Ende so- wie die Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB un d die Urkundenfälschung nach Art. 251 Ziff. 1 StGB mit einem solchen von jeweils einer Geld strafe bis zu einer Freiheitsstrafe von ma- ximal fünf Jahren. Unter Berücksichtigung aller relevant en Faktoren ist in concreto allerdings nicht die falsche Anschuldigung, sondern die qualifizier te Veruntreuung gemäss Ziffer 2.3 der Anklageschrift im Umfang von CHF 76'000.-- als das schwe rwiegendste Delikt zu erachten, weshalb für diese Straftat eine Einsatzstrafe festzusetzen ist. e) aa) Bei der Festlegung der Einsatzstrafe für den Tatbestan d der qualifizierten Veruntreuung gemäss Ziffer 2.3 der Anklageschrift im Umfang von CHF 76'000.-- ist auf der Seite der objekti- ven Tatkomponenten zu Lasten der Beschuldigten zu würdi gen, dass diese den gesamten namhaften Betrag einerseits zu ihrem eigenen persönli chen Nutzen und andererseits zum Nut- zen der "L.____" GmbH, an welcher sie jedoch zu 75 % pa rtizipiert hat, verwendet und dadurch die D.____ im nämlichen Umfang geschädigt hat, welche aufgrund des deliktischen Handelns der Beschuldigten und des hieraus entstandenen Liquid itätsengpasses genötigt worden ist, ein Darlehen bei der U.____ aufzunehmen, um die eigenen finanziellen Verpflichtungen erfüllen zu können. Sodann hat die Beschuldigte im gleichen Kontext zahlreiche weitere (qualifizierte) Ver- untreuungen begangen. Ebenfalls negativ zu gewichten i st, dass sie gehandelt hat, ohne in ei- ner Notlage zu sein, immerhin hat die Beschuldigte ( neben einer Abgangsentschädigung von der früheren Arbeitgeberin) mehr als ausreichende Leist ungen der Arbeitslosenversicherung beziehen können (vgl. nachfolgend lit. ff). Ferner hat sie zu keinem Zeitpunkt geplant, die verun- Seite 63 http://www.bl.ch/kantonsgericht treuten Gelder mit eigenen Mitteln zurückzuerstatten, vie lmehr hat hierfür das Vermögen von J.____ herhalten müssen. Hinzu kommt, dass die Beschuldigte das in sie gesetzte Vertrauen als Kassiererin und Mitglied der D.____ massiv ausgenutzt hat. Zudem hat sie eine kriminelle Energie an den Tag gelegt, welche über das hinausgegangen ist, was für die Erfüllung des Tat- bestandes notwendig gewesen ist, indem sie zur Vertuschung ihres deliktischen Handelns zahl- reiche Dokumente gefälscht und auch nicht davor zurückgeschreckt hat, zur eigenen Entlastung die F.____ in das Strafverfahren hineinzuziehen. Auf Grund dieser Umstände stuft das Kan- tonsgericht die objektive Tatschwere als nicht mehr lei cht ein. In subjektiver Hinsicht ist der Be- schuldigten ein direktvorsätzliches Handeln anzulasten, was leicht zu ihren Ungunsten zu wer- ten ist. Andererseits ist anzuerkennen, dass sie zum Tatze itpunkt abgesehen von den Leistun- gen der Arbeitslosenversicherung nicht über ein eigenes E rwerbseinkommen verfügt und die deliktischen Handlungen mutmasslich im Hinblick auf die Etablierung einer neuen regelmässi- gen Einkommensquelle begangen hat. Ausserdem hat sie wo hl tatsächlich damit gerechnet, dass die veruntreuten Gelder zufolge des erwarteten Erbganges bei J.____ in einem absehba- ren Zeitraum zurückfliessen würden. Im Ergebnis hat die subjektive Schwere der Tat keinen Einfluss auf das objektive Tatverschulden. Gestützt auf di ese Erwägungen ist das Verschulden der Berufungsklägerin bezüglich der qualifizierten Veruntreuung gemäss Ziffer 2.3 der Anklage- schrift im Umfang von CHF 76'000.-- als nicht mehr leich t einzustufen, was unter Beachtung des abstrakten Strafrahmens zu einer hypothetischen Ein satzstrafe von 300 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist zu kon statieren, dass gestützt auf Art. 34 Abs. 1 StGB bei dieser Höhe von vornherein nur eine F reiheitsstrafe in Betracht kommt. Im Re- sultat ist damit eine hypothetische Einsatzstrafe von zehn Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. bb) Bei der Ermittlung der Einzelstrafe für die qualifi zierte Veruntreuung gemäss Ziffer 2.3 der Anklageschrift im Umfang von CHF 50'000.-- ist betreff end die objektive Tatschwere gleicher- massen wie schon vorgängig zu berücksichtigen, dass die Beschuldigte den gesamten namhaf- ten Betrag einerseits zu ihrem eigenen persönlichen N utzen und andererseits zum Nutzen der "L.____" GmbH, an welcher sie jedoch zu 75 % partizip iert hat, verwendet und dadurch die D.____ im nämlichen Umfang geschädigt hat, welche aufg rund des deliktischen Handelns der Beschuldigten und des hieraus entstandenen Liquiditätsengpasses genötigt worden ist, ein Dar- lehen bei der U.____ aufzunehmen, um die eigenen fi nanziellen Verpflichtungen erfüllen zu können. Sodann hat die Beschuldigte im gleichen Kontext zahlreiche weitere (qualifizierte) Ver- untreuungen begangen. Ebenfalls negativ zu gewichten i st, dass die Beschuldigte gehandelt Seite 64 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat, ohne in einer Notlage zu sein, immerhin hat sie (neben einer Abgangsentschädigung von der früheren Arbeitgeberin) mehr als ausreichende Leist ungen der Arbeitslosenversicherung beziehen können (vgl. nachfolgend lit. ff). Ferner hat sie zu keinem Zeitpunkt geplant, die verun- treuten Gelder mit eigenen Mitteln zurückzuerstatten, vie lmehr hat hierfür das Vermögen von J.____ herhalten müssen. Hinzu kommt, dass die Beschuldigte das in sie gesetzte Vertrauen als Kassiererin und Mitglied der D.____ massiv ausgenutzt hat. Zudem hat sie eine kriminelle Energie an den Tag gelegt, welche über das hinausgegangen ist, was für die Erfüllung des Tat- bestandes notwendig gewesen ist, indem sie zur Vertuschung ihres deliktischen Handelns zahl- reiche Dokumente gefälscht und auch nicht davor zurückgeschreckt hat, zur eigenen Entlastung die F.____ in das Strafverfahren hineinzuziehen. Auf Grund dieser Umstände stuft das Kan- tonsgericht die objektive Tatschwere als nicht mehr lei cht ein. In subjektiver Hinsicht ist der Be- schuldigten ein direktvorsätzliches Handeln anzulasten, was leicht zu ihren Ungunsten zu wer- ten ist. Andererseits ist anzuerkennen, dass sie zum Tatze itpunkt abgesehen von den Leistun- gen der Arbeitslosenversicherung nicht über ein eigenes E rwerbseinkommen verfügt und die deliktischen Handlungen mutmasslich im Hinblick auf die Etablierung einer neuen regelmässi- gen Einkommensquelle begangen hat. Ausserdem hat sie wo hl tatsächlich damit gerechnet, dass die veruntreuten Gelder zufolge des erwarteten Erbganges bei J.____ in einem absehba- ren Zeitraum zurückfliessen würden. Im Ergebnis hat die subjektive Schwere der Tat keinen Einfluss auf das objektive Tatverschulden. Gestützt auf di ese Erwägungen ist das Verschulden der Berufungsklägerin bezüglich der qualifizierten Veruntreuung gemäss Ziffer 2.3 der Anklage- schrift im Umfang von CHF 50'000.-- wiederum als nicht mehr leicht einzustufen, was unter Be- achtung des abstrakten Strafrahmens zu einer hypothetischen Einzelstrafe von 240 Strafeinhei- ten führt. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist auch hier zu konstatieren, dass gestützt auf Art. 34 Abs. 1 StGB bei dieser Höhe von vornherein n ur eine Freiheitsstrafe in Betracht kommt. Im Resultat ist diesbezüglich eine hypothetische Einzelst rafe von acht Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. cc) Bei der Bestimmung der Einzelstrafe für die qualifizi erte Veruntreuung gemäss Ziffer 2.3 der Anklageschrift im Umfang von CHF 56'000.-- kann zwecks Vermeidung unnötiger Wieder- holungen sowohl betreffend die objektive wie auch die subjektive Tatschwere vollumfänglich auf die vorgängigen Erwägungen (oben lit. bb) verwiesen w erden. Demnach ist das Verschulden der Berufungsklägerin bezüglich der qualifizierten Veruntreuung gemäss Ziffer 2.3 der Anklage- schrift im Umfang von CHF 56'000.-- wiederum als nicht mehr leicht einzustufen, was unter Be- Seite 65 http://www.bl.ch/kantonsgericht achtung des abstrakten Strafrahmens zu einer weiteren hyp othetischen Einzelstrafe von 240 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der Sankt ionsart ist auch hier zu konstatieren, dass gestützt auf Art. 34 Abs. 1 StGB bei dieser Höhe von v ornherein nur eine Freiheitsstrafe in Be- tracht kommt. Im Resultat ist damit eine hypothetische Einzelstrafe von acht Monaten Freiheits- strafe festzusetzen. dd) Bei der Festlegung der Einzelstrafe für die qualifi zierte Veruntreuung gemäss Ziffer 2.3 der Anklageschrift im Umfang von CHF 54'000.-- kann zwecks Vermeidung unnötiger Wieder- holungen sowohl betreffend die objektive wie auch die subjektive Tatschwere vollumfänglich auf die vorgängigen Erwägungen (oben lit. bb) verwiesen w erden. Demzufolge ist das Verschulden der Berufungsklägerin bezüglich der qualifizierten Veruntreuung gemäss Ziffer 2.3 der Anklage- schrift im Umfang von CHF 54'000.-- wiederum als nicht mehr leicht einzustufen, was unter Be- achtung des abstrakten Strafrahmens zu einer weiteren hyp othetischen Einzelstrafe von 240 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der Sankt ionsart ist auch hier zu konstatieren, dass gestützt auf Art. 34 Abs. 1 StGB bei dieser Höhe von v ornherein nur eine Freiheitsstrafe in Be- tracht kommt. Im Resultat ist damit eine weitere hypothe tische Einzelstrafe von acht Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. ee) Bei der Ermittlung der Einzelstrafe für die qualifi zierte Veruntreuung gemäss Ziffer 2.3 der Anklageschrift im Umfang von CHF 65'000.-- kann wiede rum zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen sowohl betreffend die objektive wie au ch die subjektive Tatschwere vollum- fänglich auf die vorgängigen Erwägungen (oben lit. bb ) verwiesen werden. Folglich ist das Ver- schulden der Berufungsklägerin bezüglich der qualifizierten Veruntreuung gemäss Ziffer 2.3 der Anklageschrift im Umfang von CHF 65'000.-- ebenfalls a ls nicht mehr leicht einzustufen, was unter Beachtung des abstrakten Strafrahmens zu einer wei teren hypothetischen Einzelstrafe von 240 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl d er Sanktionsart ist auch hier zu konstatie- ren, dass gestützt auf Art. 34 Abs. 1 StGB bei dieser Hö he von vornherein nur eine Freiheits- strafe in Betracht kommt. Im Resultat ist damit eine we itere hypothetische Einzelstrafe von acht Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. ff) Bei der Bestimmung der Einzelstrafe für die qualifizi erte Veruntreuung gemäss Ziffer 2.2 der Anklageschrift im Umfang von CHF 15'000.-- ist auf der Seite der objektiven Tatkomponen- ten zu Lasten der Beschuldigten zu würdigen, dass diese den gesamten Betrag zu ihrem eige- Seite 66 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen persönlichen Nutzen gebraucht hat, ohne in einer N otlage zu sein; so hat sie gemäss dem Lohnausweis der Einwohnergemeinde S.____ für das Jahr 2017 einen Nettolohn von rund CHF 115'000.-- bezogen, notabene neben einer Abgangs entschädigung von netto über CHF 78'000.-- (act. PD RS 01.11.041) sowie Entschädigungen der Arbeitslosenversicherung im Umfang von netto CHF 8'425.-- (act. PD RS 01.11.042) . Ausserdem hat sie bei der Tatbege- hung eine nicht unbeachtliche kriminelle Energie an d en Tag gelegt, indem sie die unrechtmäs- sige Transaktion derart geschickt in der Buchhaltung verste ckt hat, dass diese erst anlässlich der Nachprüfung im Rahmen des Strafverfahrens ans Licht gekommen ist. Hinzu kommt wiede- rum, dass die Beschuldigte das in sie gesetzte Vertraue n als Kassiererin und Mitglied der D.____ massiv ausgenutzt hat. Sodann erscheint das vorliegende deliktische Verhalten als eine Art Versuchsballon, welcher angesichts des Erfolgs der Tatb egehung zu den nachfolgenden zahlreichen weiteren Tathandlungen geführt hat. Auf Grund dieser Umstände stuft das Kan- tonsgericht die objektive Tatschwere gerade noch als l eicht ein. In subjektiver Hinsicht ist der Beschuldigten ein direktvorsätzliches Handeln anzulasten, was leicht zu ihren Ungunsten zu werten ist, im Ergebnis aber keinen Einfluss auf das obje ktive Tatverschulden hat. Gestützt auf diese Erwägungen ist das Verschulden der Berufungsklägeri n bezüglich der qualifizierten Ver- untreuung gemäss Ziffer 2.2 der Anklageschrift im Umfa ng von CHF 15'000.-- gerade noch als leicht einzustufen, was unter Beachtung des abstrakten S trafrahmens zu einer hypothetischen Einzelstrafe von 90 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist zu konstatie- ren, dass isoliert betrachtet bei dieser Anzahl von Str afeinheiten theoretisch eine Geldstrafe möglich wäre. Allerdings ist nicht zu übersehen, dass das vorliegende Delikt in einer Reihe von fünf weiteren Einzelhandlungen steht, welche allesamt als qualifizierte Veruntreuungen zu wür- digen und aufgrund der festgesetzten jeweiligen Strafeinheiten zwingend mit einer Freiheitsstra- fe zu sanktionieren sind, woraus erhellt, dass als zweckmässig e Sanktion für die in casu zu be- urteilende Tathandlung ebenfalls nur eine Freiheitsstr afe in Frage kommt. Dies gilt umso mehr, als unter Berücksichtigung der Zweckmässigkeiten von Freiheit s- und Geldstrafe und der damit verbundenen präventiven Effizienz auf den Täter in co ncreto die Sanktionsart zufolge der zahl- reichen Tathandlungen, der völligen Uneinsichtigkeit der Beschuldigten und des überaus engen Konnexes zur die Einsatzstrafe bildenden qualifizierten V eruntreuung nur eine Freiheitsstrafe sein kann. Damit ist eine weitere hypothetische Einzelstr afe von drei Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. Seite 67 http://www.bl.ch/kantonsgericht gg) Bei der Festlegung der Einzelstrafe für die Veruntreu ung gemäss Ziffer 3.2 der Anklage- schrift im Umfang von CHF 15'000.-- würdigt das Kanton sgericht auf der Seite der objektiven Tatkomponenten zu Lasten der Beschuldigten, dass diese im gleichen Zeitraum wie vorgängig beschrieben zum Nachteil der D.____ (oben lit. aa bis lit. ff) in der nämlichen Art auch zu Lasten der G.____ delinquiert und dabei den gesamten Betra g einerseits zu ihrem eigenen persönli- chen Nutzen und andererseits zum Nutzen der "L.____" Gm bH, an welcher sie jedoch zu 75 % partizipiert hat, verwendet und die G.____ entsprechen d geschädigt hat, ohne in einer Notlage zu sein, immerhin hat sie (neben einer Abgangsentschädi gung von der früheren Arbeitgeberin) mehr als ausreichende Leistungen der Arbeitslosenversiche rung beziehen können. Sodann hat die Beschuldigte im gleichen Kontext zahlreiche weiter e (qualifizierte) Veruntreuungen began- gen. Ferner hat sie zu keinem Zeitpunkt geplant, die veruntreuten Gelder mit eigenen Mitteln zurückzuerstatten, vielmehr hat hierfür das Vermögen von J.____ herhalten müssen. Hinzu kommt, dass die Beschuldigte das in sie gesetzte Vertraue n als Kassiererin und Mitglied der Partei massiv ausgenutzt hat. Zudem hat sie eine kriminelle Energie an den Tag gelegt, welche über das hinausgegangen ist, was für die Erfüllung des Tatbestandes notwendig gewesen ist, indem sie zur Vertuschung ihres deliktischen Handelns zahl reiche Dokumente gefälscht hat. Auf Grund dieser Umstände stuft das Kantonsgericht die o bjektive Tatschwere als nicht mehr leicht ein. In subjektiver Hinsicht ist der Beschuldigten e in direktvorsätzliches Handeln anzulas- ten, was leicht zu ihren Ungunsten zu werten ist. And ererseits ist anzuerkennen, dass sie zum Tatzeitpunkt abgesehen von den Leistungen der Arbeitslose nversicherung nicht über ein eige- nes Erwerbseinkommen verfügt und die deliktischen Handl ungen mutmasslich im Hinblick auf die Etablierung einer neuen regelmässigen Einkommensq uelle begangen hat. Ausserdem hat sie wohl tatsächlich damit gerechnet, dass die veruntr euten Gelder zufolge des erwarteten Erb- ganges bei J.____ in einem absehbaren Zeitraum zurückfli essen würden. Im Ergebnis hat die subjektive Schwere der Tat keinen Einfluss auf das objektive Tatverschulden. Gestützt auf die- se Erwägungen ist das Verschulden der Berufungsklägerin bezüglich der Veruntreuung gemäss Ziffer 3.2 der Anklageschrift im Umfang von CHF 15'000 .-- wiederum als nicht mehr leicht ein- zustufen, was unter Beachtung des abstrakten Strafrahmens zu einer hypothetischen Einzel- strafe von 90 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist auch hier zu kon- statieren, dass hinsichtlich der vorliegend zu beurteilende n Tathandlung angesichts der ge- schilderten Umstände sowie unter Berücksichtigung der Zweckm ässigkeiten von Freiheits- und Geldstrafe und der damit verbundenen präventiven Effi zienz auf den Täter zufolge der zahlrei- chen im Zusammenhang stehenden einschlägigen Tathandlungen, der völligen Uneinsichtigkeit Seite 68 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beschuldigten und des überaus engen Konnexes zur die Einsatzstrafe bildenden qualifizier- ten Veruntreuung nur eine Freiheitsstrafe in Betracht kommt. Folglich ist eine weitere hypotheti- sche Einzelstrafe von drei Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. hh) Bei der Ermittlung der Einzelstrafe für die Veruntr euung gemäss Ziffer 3.2 der Anklage- schrift im Umfang von CHF 60'000.-- kann wiederum zwecks V ermeidung unnötiger Wiederho- lungen sowohl betreffend die objektive wie auch die su bjektive Tatschwere vollumfänglich auf die vorgängigen Erwägungen (oben lit. gg) verwiesen w erden. Demnach ist das Verschulden der Berufungsklägerin bezüglich der Veruntreuung gemäss Z iffer 3.2 der Anklageschrift im Um- fang von CHF 60'000.-- ebenfalls als nicht mehr leich t einzustufen, was unter Beachtung des abstrakten Strafrahmens zu einer hypothetischen Einzelstr afe von 180 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist auch hier zu ko nstatieren, dass hinsichtlich der vorlie- gend zu beurteilenden Tathandlung angesichts der geschil derten Umstände sowie unter Be- rücksichtigung der Zweckmässigkeiten von Freiheits- und Gel dstrafe und der damit verbunde- nen präventiven Effizienz auf den Täter zufolge der zahl reichen im Zusammenhang stehenden einschlägigen Tathandlungen, der völligen Uneinsichtigkeit der Beschuldigten und des überaus engen Konnexes zur die Einsatzstrafe bildenden qualifizie rten Veruntreuung nur eine Freiheits- strafe in Betracht kommt. Folglich ist eine weitere hypo thetische Einzelstrafe von sechs Mona- ten Freiheitsstrafe festzusetzen. ii) Bei der Bestimmung der Einzelstrafe für die Veruntr euung gemäss Ziffer 3.2 der Anklage- schrift im Umfang von nochmals CHF 15'000.-- kann wied erum zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen sowohl betreffend die objektive wie au ch die subjektive Tatschwere vollum- fänglich auf die vorgängigen Erwägungen (oben lit. gg ) verwiesen werden. Demnach ist das Verschulden der Berufungsklägerin bezüglich der Veruntreuung gemäss Ziffer 3.2 der Anklage- schrift im Umfang von nochmals CHF 15'000.-- ebenfalls a ls nicht mehr leicht einzustufen, was unter Beachtung des abstrakten Strafrahmens zu einer hyp othetischen Einzelstrafe von 90 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der Sankt ionsart ist auch hier zu konstatieren, dass hinsichtlich der vorliegend zu beurteilenden Tathandlun g angesichts der geschilderten Umstän- de sowie unter Berücksichtigung der Zweckmässigkeiten von Fr eiheits- und Geldstrafe und der damit verbundenen präventiven Effizienz auf den Täter zu folge der zahlreichen im Zusammen- hang stehenden einschlägigen Tathandlungen, der völlige n Uneinsichtigkeit der Beschuldigten und des überaus engen Konnexes zur die Einsatzstrafe b ildenden qualifizierten Veruntreuung Seite 69 http://www.bl.ch/kantonsgericht nur eine Freiheitsstrafe in Betracht kommt. Folglich i st eine weitere hypothetische Einzelstrafe von drei Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. jj) Im Rahmen der Ermittlung der Einzelstrafen für die jeweiligen Urkundenfälschungen ist zunächst auf die neueste Rechtsprechung des Bundesgericht s zu verweisen (vgl. BGer 6B_382/2021 vom 25. Juli 2022 E. 2.4.2), wonach eine Gesamtfreiheitsstrafe ausgesprochen werden kann, wenn viele Einzeltaten zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind und eine blosse Geldstrafe bei keinem der in einem engen Zusammenhang stehenden Delikte ge- eignet ist, in genügendem Masse präventiv auf den Täter einzuwirken. In Beachtung hiervon ist sodann in casu betreffend die jeweilige objektive Tatschwere der einzelnen Delikte zu erwägen, dass die Beschuldigte in einem Zeitraum von wenigen Mona ten in insgesamt sechs Fällen ‒ dreimal zu Lasten der D.____ und dreimal zum Nachteil der G.____ ‒ zwecks Vertuschung ih- rer (qualifizierten) Veruntreuungen auf sehr professio nelle Art und Weise zahlreiche unter- schiedliche Urkunden ‒ in Form von Rechnungen, Kontoauszügen, Buchhaltungsun terlagen, Protokollen und fiktiven Vereinbarungen ‒ gefälscht hat, was auf eine hartnäckige Delinquenz und eine erhöhte kriminelle Energie schliessen lässt. Die s gilt umso mehr, als sie dabei auch nicht davor zurückgeschreckt hat, damit andere Personen zu belasten, namentlich eines dieser Dokumente im hängigen Strafverfahren den Strafbehörden einzureichen und hiermit gleichzeitig wider besseres Wissen die F.____ eines angeblichen Verbr echens zu bezichtigen (vgl. unten lit. kk). Auf der anderen Seite ist nicht zu verkennen, d ass die gefälschten Dokumente einzig den Zweck gehabt haben, die von ihr getätigten Transa ktionen zu rechtfertigen, diese somit bloss Mittel zur jeweils eigentlich angestrebten (qualifizierten) Veruntreuung gewesen sind. Auf- grund dieser Umstände ist die objektive Tatschwere jeweil s noch als leicht, aber nicht immer am unteren Rand zu qualifizieren. In subjektiver Hinsicht ist der Beschuldigten anzulasten, dass sie jeweils direktvorsätzlich gehandelt hat zwecks Förderun g der beabsichtigten (qualifizierten) Veruntreuungen, weshalb die subjektive Schwere der T at jeweils das festgestellte objektive Tatverschulden nicht zu relativieren vermag. Angesichts der Tatsache, wonach die jeweiligen Urkundenfälschungen in einem engen zeitlichen, sachliche n und situativen Konnex zu den (qualifizierten) Veruntreuungen stehen und keinen Se lbstzweck bzw. keinen weitergehenden Zweck gehabt haben, als diesen zu dienen, erscheint unter Berücksichtigung der von der Be- schuldigten trotz erdrückender Beweislage an den Tag ge legten Uneinsichtigkeit gestützt auf die vorgängig zitierte Praxis des Bundesgerichts in concreto eine Geldstrafe als unzweckmäs- sig. Im Ergebnis führen die jeweils ermittelten Strafe inheiten mit Blick auf das Verhältnis der Seite 70 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einzelsubsumptionen zueinander bzw. darauf, dass die je weiligen Urkundenfälschungen bloss Begleitdelikte zu den einzelnen (qualifizierten) Veru ntreuungen dargestellt haben, gesamthaft zu einer weiteren hypothetischen Einzelstrafe von drei Monaten Freiheitsstrafe. kk) Schliesslich ist bei der Festlegung der Einzelstrafe für den Vorwurf der falschen Anschul- digung auf der Seite der objektiven Tatkomponenten zu Lasten der Beschuldigten zu würdigen, dass diese zwecks Legitimierung ihrer im Rahmen der quali fizierten Veruntreuungen begange- nen Transaktionen eine angeblich von der F.____ erstellte Vereinbarung der Staatsanwaltschaft eingereicht hat im Wissen darum, dass diese über ein so lches Darlehen gar nicht hätte verfü- gen dürfen. Der Beschuldigten ist es denn auch nicht bloss darum gegangen, sich von den ent- sprechenden Vorwürfen selber zu entlasten, sondern darum , die Verantwortung für das von ihr selbst als strafbar bzw. zumindest unrechtmässig erkannte H andeln einer anderen Person auf- zubürden. Hinzu kommt, dass die Beschuldigte den Strafbe hörden nicht einfach nur ein ge- fälschtes Dokument hat zukommen lassen, sondern darüber hinaus die Betroffene mehrfach ausdrücklich als Initiantin des "stillen Darlehens" und damit als Anstifterin zur bzw. Mittäterin bei der (qualifizierten) Veruntreuung bezeichnet hat, was a ls einigermassen skrupellos bezeichnet werden muss. Dass es tatsächlich nicht zu einer Strafuntersu chung gegen die Betroffene ge- kommen ist, ist im Übrigen nicht der Beschuldigten anzur echnen. Gestützt hierauf ist die objek- tive Tatschwere wiederum als nicht mehr leicht zu qualif izieren. In subjektiver Hinsicht ist der Beschuldigten vorzuwerfen, dass sie die F.____ direktvorsät zlich belastet hat, was allerdings tatbestandsmässig vorausgesetzt wird und von daher neutra l zu gewichten ist. Immerhin ist ihr im Hinblick auf die Absicht der Herbeiführung einer Strafverfolgung wegen (qualifizierter) Verun- treuung gegen F.____ lediglich ein Eventualdolus anzula sten. Infolgedessen vermag die sub- jektive Schwere der Tat das objektive Tatverschulden nich t zu relativieren. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist auch hier zu konstatieren, d ass hinsichtlich der vorliegend zu beurtei- lenden Tathandlung angesichts der geschilderten Umstände sowie unter Berücksichtigung der Zweckmässigkeiten von Freiheits- und Geldstrafe und der da mit verbundenen präventiven Effi- zienz auf den Täter zufolge der völligen Uneinsichtigk eit der Beschuldigten und des überaus engen Konnexes zur die Einsatzstrafe bildenden qualifizie rten Veruntreuung sowie der diesbe- züglichen Urkundenfälschung nur eine Freiheitsstrafe in Betracht kommt. Folglich ist eine weite- re hypothetische Einzelstrafe von zwei Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. Seite 71 http://www.bl.ch/kantonsgericht ll) Nachdem vorliegend für sämtliche Delikte in einzelner B etrachtung hypothetische Frei- heitsstrafen ausgefällt worden sind, ist nunmehr unter Berücksichtigung des Asperationsprin- zips eine hypothetische Gesamtstrafe für diese Delikte zu sammen festzulegen. Bei der Bildung der hypothetischen Gesamtstrafe ist zu Gunsten der Beschul digten die Gleichheit der betroffe- nen Rechtsgüter sowie die Vergleichbarkeit der jeweili gen Begehungsweisen zu berücksichti- gen. Diese engen zeitlichen, sachlichen und situativen Z usammenhänge zwischen den einzel- nen Tathandlungen würdigend erachtet es das Kantonsgeri cht als angemessen, die Einsatz- strafe für die qualifizierte Veruntreuung in der Höhe von CHF 76'000.-- im Umfang von zehn Monaten Freiheitsstrafe (vgl. oben lit. aa) um weitere fünf Monate Freiheitsstrafe für die qualifi- zierte Veruntreuung in der Höhe von CHF 50'000.-- (vgl . oben lit. bb), um weitere fünf Monate Freiheitsstrafe für die qualifizierte Veruntreuung in der Höhe von CHF 56'000.-- (vgl. oben lit. cc), um weitere fünf Monate Freiheitsstrafe für die qualifizierte Veruntreuung in der Höhe von CHF 54'000.-- (vgl. oben lit. dd), um weitere fünf M onate Freiheitsstrafe für die qualifizierte Ver- untreuung in der Höhe von CHF 65'000.-- (vgl. oben lit. ee), um einen weiteren Monat Freiheits- strafe für die qualifizierte Veruntreuung in der Höhe von CHF 15'000.-- (vgl. oben lit. ff), um ei- nen weiteren halben Monat für die Veruntreuung in d er Höhe von CHF 15'000.-- (vgl. oben lit. gg), um weitere zwei Monate für die Veruntreuun g in der Höhe von CHF 60'000.-- (vgl. oben lit. hh), um einen weiteren halben Monat für die no chmalige Veruntreuung in der Höhe von CHF 15'000.-- (vgl. oben lit. ii), um einen weitere n Monat für die Urkundenfälschungen (vgl. oben lit. jj) sowie um einen weiteren Monat für die falsche Anschuldigung (vgl. oben lit. kk) zu erhöhen. Dies führt zu einer hypothetischen Gesamtfreiheitsstrafe von 36 Monaten. m) aa) In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob diese tatbe zogene hypothetische Gesamtstrafe aufgrund der besonderen Täterkomponenten anzupassen ist. Einleitend festzuhalten ist hierbei, dass die diesbezüglich massgeblichen Faktoren Vorleben, pe rsönliche Verhältnisse, Nachtat- verhalten und Verhalten im Strafverfahren für alle vorgängig geschilderten Straftaten grundsätz- lich gleichermassen gelten. In diesem Zusammenhang ist zusammenfassend zu erwägen, dass die Beschuldigte am 8.____ geboren und schweizerische Staatsangehörige ist. Nach Abschluss der Schule hat die Beschuldigte eine Ausbildung zur Be triebsökonomin absolviert, wobei sie nach dem Verlust ihrer Stelle als Leiterin der Gemein deverwaltung S.____ per Ende 2017 wei- tere Ausbildungen als Mediatorin und systemischer Coach abg eschlossen hat. Dieser Tätigkeit ist sie zum Zeitpunkt der erstinstanzlichen Verhandlung we iterhin nachgegangen. Hinsichtlich Seite 72 http://www.bl.ch/kantonsgericht der finanziellen Verhältnisse ist lediglich bekannt, dass die Beschuldigte abgesehen von den im Zusammenhang mit dem Strafverfahren erhobenen Zivilfo rderungen der Privatklägerschaft kei- ne Schulden und keine Verlustscheine ausweist. Zum heutig en Zeitpunkt wohnt sie nach wie vor gemeinsam mit ihrem Lebenspartner in der in ihrem Eigentum stehenden Liegenschaft in Y.____. Bezüglich des Gesundheitszustandes der Beschuldigte n liegen keine verlässlichen Dokumente vor, welche Anlass zu Bemerkungen geben würden. Eine besondere Strafempfind- lichkeit, welche praxisgemäss nur bei aussergewöhnlichen Umst änden zu bejahen ist, da die Verbüssung einer (Freiheits-)Strafe für jede arbeitstä tige und in ein familiäres Umfeld eingebet- tete Person mit einer gewissen Härte verbunden ist (vgl. HANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER , in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 150 zu Art. 47 StGB, mit Hinwei- sen), ist nicht zu erkennen. Vorstrafen sind keine bekannt. Dies alles ist soweit neutral zu wer- ten. bb) Gemäss Art. 48 lit. d StGB mildert das Gericht die St rafe, wenn der Täter aufrichtige Reue betätigt, namentlich den Schaden, soweit es ihm zuzumu ten war, ersetzt hat. Diese Bestim- mung setzt nicht die Tatschuld, wohl aber das Strafbed ürfnis herab. Mit dem Hinweis auf die Zumutbarkeit und die Betätigung der Reue verlangt da s Gesetz eine besondere Anstrengung seitens des Fehlbaren, die er freiwillig und uneigennützig, weder nur vorübergehend noch allein unter dem Druck des drohenden oder hängigen Strafverfa hrens, erbringen muss. Der Täter muss Einschränkungen auf sich nehmen und alles daran setze n, das geschehene Unrecht wie- der gut zu machen. Es braucht mithin zweierlei, nämlich aufrichtige Reue und (namentlich) Er- satz des Schadens (W IPRÄCHTIGER / KELLER , a.a.O., N 30 zu Art. 48 StGB, mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall hat der Ersatz des verursachten Schaden s zum überwiegenden Teil, d.h. in Bezug auf die veruntreuten Gelder in der Höhe von CH F 316'000.-- sowie CHF 90'000.--, statt- gefunden. Entscheidend ist aber ‒ abgesehen davon, dass die geforderte besondere Anstren - gung seitens der Beschuldigten mangels entsprechender Un terlagen nicht nachgewiesen ist, zumal angesichts ihrer bekannten finanziellen Situation zufolge des Fehlens gegenteiliger Bele- ge zu vermuten ist, dass die erst nach Anhebung des Str afverfahrens zurückbezahlten Gelder von vornherein nicht von der Berufungsklägerin selbst, sond ern vielmehr ausschliesslich von J.____ stammen ‒, dass das Erfordernis der aufrichtigen Reue offensichtl ich nicht gegeben ist, nachdem die Beschuldigte trotz erdrückender Beweislage nach wie vor jegliches Fehlverhalten bestreitet. Der genannte Strafmilderungsgrund findet somit keine Anwendung. Demgegenüber wirkt sich im Sinne einer Strafminderung die vollumfän gliche Rückzahlung der veruntreuten Seite 73 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gelder als Wiedergutmachung stark zu Gunsten der Beschuldi gten aus. Diesbezüglich erachtet das Kantonsgericht unter Berücksichtigung aller relevanter Faktoren eine Reduktion um sechs Monate als angemessen. cc) Weiter begehrt die Beschuldigte eine Strafreduktion zufolge einer angeblichen medialen Vorverurteilung. Hier vertritt das Kantonsgericht die b ereits von den Vorderrichtern vorgebrach- te Auffassung, wonach in casu eine Persönlichkeitsverlet zung nicht ersichtlich und die Bericht- erstattung vielmehr sachlich gewesen ist und sich im Rahmen des in vergleichbaren Fällen Üb- lichen und Zulässigen bewegt hat. Der Fall hat zwar au fgrund der Stellung der Geschädigten in der öffentlichen Wahrnehmung sowie der ehemaligen Fun ktion der Beschuldigten bei diesen ein erhöhtes Medieninteresse hervorgerufen, dies ist aber in vorliegender Form als gewöhnliche Begleiterscheinung von der Beschuldigten in Kauf zu nehmen. dd) In Anbetracht der vorgängigen Erwägungen drängt sic h somit aufgrund der besonderen Täterkomponenten eine Anpassung der tatbezogenen hypo thetischen Gesamtstrafe im Sinne einer Reduktion um sechs Monate Freiheitsstrafe auf. n) Tat- und täterunabhängige Strafzumessungsfaktoren (Ve rletzung des Beschleunigungs- gebotes nach Art. 5 StPO; Zeitablauf gemäss Art. 48 l it. e StGB) sind in casu keine zu berück- sichtigen, womit sich in Würdigung sämtlicher Tat- und Tä terkomponenten eine Gesamtfrei- heitsstrafe von 30 Monaten bzw. zweieinhalb Jahren als angemessen erweist. o) Bei diesem Strafmass ist der bedingte Strafvollzug nach A rt. 42 Abs. 1 StGB bereits aus formellen Gründen ausgeschlossen, möglich ist hingegen de r teilbedingte Vollzug. Diesbezüg- lich bestimmt Art. 43 Abs. 1 StGB, dass das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von min- destens einem Jahr und höchstens drei Jahren teilweise auf schieben kann, wenn dies notwen- dig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen. Damit eine teilbedingte Strafe verhängt werden kann, müssen die materiellen Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges gemäss Art. 42 StGB erfüllt sein. Erst wenn das Gericht die Anwen- dung zunächst einer bedingten und anschliessend einer teilbedingten Strafe verneint hat, kommt eine unbedingte Strafe zum Zuge. Die Prüfung de r Bewährungsaussichten des Täters ist wie nach Art. 42 Abs. 1 StGB anhand einer Gesamtw ürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung einzufliessen haben ne ben den Tatumständen das Vorleben Seite 74 http://www.bl.ch/kantonsgericht und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die g ültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Die pe rsönlichen Verhältnisse sind bis zum Zeitpunkt des Entscheids, also bis zum Urteilsdatum, mi teinzubeziehen. Wenn und soweit die Legalprognose des Täters nicht schlecht ausfällt, verlangt Art. 43 StGB, dass zumindest ein Teil der Strafe auf Bewährung ausgesetzt wird. Kann d as Fehlen einer ungünstigen Prognose nur unter Berücksichtigung der Warnwirkung des zu vollzieh enden Strafteils gestellt werden, ist es allenfalls sinnvoll, zum Mittel des teilbedingten Stra fvollzugs zu greifen (R OLAND M. SCHNEIDER / ROY GARRÉ , in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 11 ff. zu Art. 43 StGB, mit zahlreichen Hinweisen). Gemäss diesen Erwägungen ist festzuhalten, dass ausgehend von den persönlichen Verhältnissen der Bes chuldigten, namentlich den Tatsachen, wonach diese nicht vorbestraft ist, die veruntreuten Gel der zurückbezahlt hat, mit ihrem Leben- spartner in stabilen sozialen Verhältnissen zusammenlebt und offenbar in der Lage ist, ein aus- reichendes Erwerbseinkommen zu erzielen, im Sinne des G esetzes keine schlechte Prognose zu stellen ist. Insofern ist der Beschuldigten gestützt auf die im Ergebnis nicht negative Legal- prognose der teilbedingte Vollzug der zweieinhalbjäh rigen Freiheitsstrafe zu gewähren. Bei der Festsetzung des unbedingt zu vollziehenden Teils sind die Schranken von Art. 43 Abs. 2 und Abs. 3 StGB zu beachten, wonach der unbedingt vollziehb are Teil die Hälfte der Strafe nicht übersteigen darf und sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil mindestens sechs Monate betragen müssen. Im Übrigen liegt es im rich terlichen Ermessen, die genaue Höhe der zu vollziehenden Strafe festzusetzen, wobei da s Verhältnis der Strafteile so festzule- gen ist, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewäh rung der Beschuldigten einerseits und deren Tatschuld andererseits hinreichend zum Ausdru ck kommen (S CHNEIDER / GARRÉ , a.a.O., N 17 ff. zu Art. 43 StGB, mit Hinweisen; BGE 134 IV 1 E. 5.6). Gemessen an diesen Grundsätzen erachtet es das Kantonsgericht in Einschätzung der Relation zwischen der günsti- gen Prognose und dem gesamthaft gesehen nicht mehr l eichten Verschulden als angemessen, den unbedingt zu vollziehenden Anteil der Freiheitsstra fe von zweieinhalb Jahren auf das Min- destmass von einem halben Jahr festzusetzen. Die Probezeit f ür den bedingten Teil der Strafe von zwei Jahren Freiheitsstrafe ist ebenfalls auf das gese tzliche Minimum von zwei Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB) zu bestimmen. p) Zusammenfassend ist die Beschuldigte in Abweisung ihrer Berufung sowie in teilweiser Gutheissung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft u nd damit in entsprechender Ab- änderung des angefochtenen Urteils der mehrfachen, te ilweise qualifizierten Veruntreuung, der Seite 75 http://www.bl.ch/kantonsgericht mehrfachen Urkundenfälschung sowie der falschen Anschuldig ung schuldig zu sprechen und zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 30 Monaten (bzw. zwei Jahren und sechs Monaten), mit einem unbedingten Strafanteil von sechs Monaten und einer Probezeit von zwei Jahren für den bedingten Strafanteil von 24 Monaten, zu verurteilen. q) Schliesslich fordert die Beschuldigte unter dem Titel der Wiedergutmachung gestützt auf den bis zum 30. Juni 2019 in Kraft gewesenen Art. 53 aStGB, dass im Falle eines Schuld- spruchs von einer Bestrafung abgesehen werde. In Anwendu ng von Art. 53 aStGB sieht die zuständige Behörde ‒ soweit der Täter den Schaden gedeckt oder alle zumut baren Anstren- gungen unternommen hat, um das von ihm bewirkte Unrec ht auszugleichen ‒ von einer Straf- verfolgung, einer Überweisung an das Gericht oder einer Bestrafung ab, wenn die Vorausset- zungen für die bedingte Strafe erfüllt sind (lit. a) und das Interesse der Öffentlichkeit und des Geschädigten an der Strafverfolgung gering sind (lit. b). Gemäss den vorstehenden Erwägun- gen sind in casu die Voraussetzungen für eine bedingte Strafe nicht erfüllt, womit die entspre- chende Bestimmung nicht anwendbar ist. Als obsolet er weist sich sodann zu guter Letzt in An- betracht der vorgängigen Ausführungen das Begehren, wonach gestützt auf Art. 329 Abs. 2 und Abs. 4 StPO das Verfahren einzustellen sei. 8. Beschlagnahmen 8.1 Liegenschaft Nr. 1.____, Plan Nr. 1.____, im Gr undbuch X.____ a) Die Vorinstanz führt zur Begründung ihres Entscheides im Hinblick auf die Aufhebung der Grundbuchsperre was folgt aus: Bei der beschlagnahmten beziehungsweise mit einer Grund- buchsperre belegten Liegenschaft handle es sich um die F amilienwohnung der Beschuldigten und ihres Lebensgefährten. Die Sicherung der Schadene rsatzansprüche der Geschädigten mit- tels der Kostendeckungsbeschlagnahme sei nicht möglich, wesh alb ein allfälliger Verwertungs- erlös der Liegenschaft hierfür von vornherein nicht ver wendet werden könne. Vor diesem Hin- tergrund erscheine eine Verwertung der Liegenschaft ausschliesslich zur Sicherung der Verfah- renskosten nicht als verhältnismässig, zumal neben der Lieg enschaft diverse Bankkonten der Beschuldigten beschlagnahmt worden seien. Diese Vermögen swerte könnten ebenfalls zur Si- cherung der Verfahrenskosten herangezogen werden, dabei werde weniger gravierend in die Seite 76 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rechte der Beschuldigten eingegriffen als mit der Verwe rtung der von ihr bewohnten Liegen- schaft. Die Privatklägerinnen erhielten zudem mit Rech tskraft des vorliegenden Urteils einen definitiven Rechtsöffnungstitel, mit welchem sie ohne We iteres ihre Forderungen auf dem Be- treibungsweg einfordern könnten. Die Verwertung der Familienwohnung der Beschuldigten hal- te somit vor dem Verhältnismässigkeitsprinzip nicht stand, weshalb die Beschlagnahme über die Liegenschaft der Beschuldigten sowie die in diesem Zusammenhang verfügte Grundbuch- sperre nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils aufzuheben seien (vgl. E. IV.2 S. 49 f.). b) Demgegenüber legt die Privatklägerin 1 zur Begründun g ihrer Berufung im Wesentlichen dar, dass die fragliche Liegenschaft keine Familienwohnu ng darstelle. Des Weiteren sei zu be- rücksichtigen, dass die Kostendeckungsbeschlagnahme nicht nur der Sicherung der Verfah- renskosten, sondern auch der Sicherung allfälliger, namh after Parteientschädigungen im Sinne von Art. 433 Abs. 1 StPO diene. Ferner sei darauf hin zuweisen, dass die Guthaben der be- schlagnahmten Bankkonten nicht genügten, um die Verfah renskosten sowie die geltend ge- machten Parteientschädigungen sicherzustellen. Auch zu er wägen sei sodann, dass die reale Gefahr bestehe, wonach die Liegenschaft nach Aufhebu ng der Grundbuchsperre der Zwangs- vollstreckung entzogen werden könnte. Schliesslich sei zu ko nstatieren, dass der potentiell zu erzielende Verwertungserlös nicht in einem Missverhältni s zum zu sichernden Betrag stehe (vgl. oben E. 2.2.b). c) Wie die Privatklägerin 1 ist auch die Staatsanwaltschaf t in ihrer diesbezüglichen An- schlussberufung der Ansicht, dass die Beschuldigte den Zivil klägern und dem Staat mutmass- lich den Betrag von insgesamt rund CHF 130'000.-- werde bezahlen müssen. Angesichts des- sen Höhe sei es durchaus verhältnismässig und gerechtferti gt, die Grundbuchsperre solange aufrecht zu erhalten, bis der entsprechende Betrag an derweitig sichergestellt sei (vgl. oben E. 2.3.a). d) Nach Auffassung der Beschuldigten dürfe eine entsprech ende Verwertung nicht zur Si- cherstellung von zivilrechtlichen Schadenersatzansprüchen der Privatklägerschaft verwendet werden, weshalb eine Aufrechterhaltung der Sperre nicht verhältnismässig sei. Im Übrigen gehe es nicht an, der Liegenschaft die Bezeichnung als Famili enwohnung abzusprechen, nachdem sie mit ihrem Lebenspartner seit vielen Jahren darin wohne (vgl. oben E. 2.1.c). Seite 77 http://www.bl.ch/kantonsgericht e) In Anwendung von Art. 268 Abs. 1 StPO kann vom Vermö gen der beschuldigten Person so viel beschlagnahmt werden, als voraussichtlich nötig ist zur Deckung der Verfahrenskosten und Entschädigungen (lit. a) sowie der Geldstrafen und Bussen (lit. b). Deckungsbeschlagnah- men dienen dazu, die eventuellen künftigen Schulden von Beschuldigten gegenüber dem Staat provisorisch sicherzustellen. Die provisorische Sicherstellun g von Vermögenswerten zur De- ckung von Verfahrenskosten und monetären Strafen führt i m Ergebnis zu einer Privilegierung des Staates gegenüber anderen Gläubigern. Umstritten i st, was der Begriff "Entschädigung" umfasst. Nach einem Teil der Lehre ist darin beinhal tet die dem Geschädigten als Gegenpartei geschuldete Prozessentschädigung gemäss Art. 433 StPO (nicht aber Schadenersatz- und Ge- nugtuungsansprüche). Nach der Gegenmeinung ist eine Be schlagnahme nur für die dem Staat geschuldeten Verfahrenskosten und Entschädigungen gemäss Art. 417 StPO oder Art. 426 Abs. 1 StPO zulässig, nicht aber für Entschädigungen, die eine Partei der anderen gestützt auf Art. 432 StPO oder Art. 433 StPO schuldet (vgl. zum Ganzen STEFAN HEIMGARTNER , in: Zürcher Kommentar zur schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Au flage, Zürich / Basel / Genf 2020, N 2 ff. zu Art. 268 StPO, mit Hinweisen; F ELIX BOMMER / PETER GOLDSCHMID , in: Basler Kom- mentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 5 zu Art. 268 StPO, mit Hinweisen; N IKLAUS SCHMID / DANIEL JOSITSCH , Schweizerische Strafprozessordnung, Pra- xiskommentar, 3. Auflage, Zürich / St. Gallen 2018, N 4 zu Art. 268 StPO; D IESELBEN , Hand- buch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Auflage, Zür ich / St. Gallen 2017, Rz. 1112, mit Hinweisen). Unbestritten ist sodann wieder, dass bei der Deckungsbeschlagnahme kein Konnex der Gegenstände und Vermögenswerte zur inkriminie rten Tat nachgewiesen werden muss. Ausserdem bedarf es bei der beschuldigten Person Anhaltspunkte, dass sie sich eventu- ellen Zahlungspflichten entziehen könnte, indem sie Zug riffe auf Vermögenswerte durch Flucht oder Vermögensverschiebung bzw. -verbrauch vereitelt. Be i Beschuldigten mit Wohnsitz und Angehörigen in der Schweiz erscheint unter diesem Aspekt eine Beschlagnahme der Familien- wohnung nur zulässig, wenn konkrete Verdachtsmomente di esbezügliche Verkaufsabsichten nahelegen. Weiter ist erforderlich, dass die betreffend en Vermögenswerte voraussichtlich zu den genannten Zwecken gebraucht werden, was eine erhö hte Wahrscheinlichkeit voraussetzt, dass die beschuldigte Person zumindest tatbestandsmässig und r echtswidrig eine strafbare Handlung begangen hat. Schliesslich begrenzt das Verhält nismässigkeitsprinzip Deckungsbe- schlagnahmen in Bezug auf deren Umfang (H EIMGARTNER , a.a.O., N 6a zu Art. 268 StPO, mit Hinweisen). Seite 78 http://www.bl.ch/kantonsgericht f) Im vorliegenden Fall steht fest, dass die Beschuldigte erstinstanzlich zur Bezahlung von Verfahrenskosten in der Höhe von rund CHF 25'000.-- und zur Rückzahlung des Honorars des amtlichen Verteidigers von CHF 31'330.-- sowie zur Bez ahlung von Prozessentschädigungen im Umfang von insgesamt über CHF 43'000.-- (CHF 33'7 87.80 an die D.____ und CHF 9'257.50 an die G.____) verpflichtet worden ist. Angesichts der mit vorliegendem Urteil zu bestätigenden Verurteilungen ist hieran keine Veränder ung zu Gunsten der Beschuldigten vor- zunehmen. Hier kommen hinzu die ordentlichen und ausserordentlichen Kosten des Berufungs- verfahrens, welche gestützt auf den vorliegenden Verfahr ensausgang zu einem grossen Teil ebenfalls von der Beschuldigten zu tragen sind (vgl. unten E. 11.1). Gestützt auf diese Tatsache ist eine Deckungsbeschlagnahme in casu grundsätzlich möglich, zumal aufgrund der zahlrei- chen Schuldsprüche ausser Frage steht, dass die Beschuldigte tatbestandsmässig, rechtswidrig (und schuldhaft) diverse strafbare Handlungen begangen hat. Dies gilt umso mehr, als die Gut- haben der gesperrten Konten (H.____ CHF 7'888.51, I .____AG CHF 9'492.41, Q.____ CHF 2'191.14) offensichtlich nicht zur Deckung der Kos ten und Entschädigungen ausreichen. Offengelassen werden kann in diesem Zusammenhang im Übrigen, ob der im Zivilrecht ver- wendete Begriff der "Familienwohnung" in casu Anwend ung findet sowie ob die der Gegenpar- tei geschuldete Prozessentschädigung überhaupt als "Entsch ädigung" im Sinne des Gesetzes zu qualifizieren und dergestalt eine Privilegierung der Privatklägerschaft zu bejahen ist, dass die Strafbehörden deren Forderungen sicherzustellen haben . Entscheidend ist nämlich nach Auf- fassung des Kantonsgerichts, dass es nach Lehre und Praxis zur Rechtfertigung einer De- ckungsbeschlagnahme unbestrittenermassen bei der beschuldi gten Person Anhaltspunkte be- darf, dass sie sich den Zahlungspflichten entziehen könnt e, indem sie Zugriffe auf Vermögens- werte durch Flucht oder Vermögensverschiebung bzw. -verb rauch vereitelt. Solche Anhalts- punkte fehlen in casu gänzlich. Vielmehr ist festzustelle n, dass die von der Beschuldigten ver- untreuten Gelder (ohne Zins und weiteren Folgekosten ) zwischenzeitlich zurückbezahlt worden sind. Ganz allgemein ist ausserdem festzuhalten, dass ein Grundstück im Gegensatz zu Fahr- nis generell nicht verbraucht und in der Schweiz angesich ts des Prinzips der Öffentlichkeit des Grundbuchs auch nicht versteckt werden kann. Ferner kann die Beschuldigte den Zugriff auf die in der Schweiz gelegene Liegenschaft nicht durch Fluch t vereiteln. Zuzustimmen ist der Vo- rinstanz sodann dahingehend, dass die Privatklägerin 1 m it Rechtskraft des Strafurteils einen definitiven Rechtsöffnungstitel erhält, mit welchem sie i hre Forderungen auf dem Betreibungs- weg geltend machen kann. Zudem hat die Privatklägerin 1 gestützt auf die diesbezüglichen Bestimmungen des SchKG bei Vorliegen der entsprechend en Voraussetzungen die Möglich- Seite 79 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit, die Liegenschaft mit Arrest belegen zu lassen un d, sollte die Beschuldigte gedenken, die Liegenschaft unter Wert zu veräussern (was allerdings an gesichts der im Grundbuch ange- merkten Veräusserungsbeschränkung nicht ohne Weiteres zu lässig sein dürfte), auch die voll- streckungsrechtlich vorgesehenen Anfechtungsmöglichkeiten. U nter diesen Umständen lässt sich eine Aufrechterhaltung der Grundbuchsperre im Hin blick auf eine allfällige Verwertung be- treffend die von der Beschuldigten zusammen mit ihrem Lebenspartner bewohnten Liegen- schaft nicht mehr rechtfertigen. Gemäss diesen Erwägungen sind sowohl die diesbezügliche Berufung der Privatklägerin 1 als auch die entsprechende Anschlussberufung der Staatsanwal tschaft in Bestätigung des ange- fochtenen erstinstanzlichen Urteils abzuweisen. 8.2 Übriges Im Hinblick auf die weiteren Erkenntnisse der Vorderrichter unter dem Titel der Beschlagnahme ist zu konstatieren, dass die Beschuldigte zwar das erstinstanzl iche Urteil grundsätzlich vollum- fänglich angefochten, es in diesem Zusammenhang aber u nterlassen hat, konkrete Begehren zu stellen oder auch nur irgendwie geartete Ausführung en zu den entsprechenden Punkten vorzubringen. Angesichts der mit vorliegendem Urteil zu bestätigenden Verurteilungen besteht demnach keine Veranlassung, die diesbezüglichen erstinsta nzlichen Anordnungen aufzuheben oder abzuändern. 9. Zivilforderungen (...) 9.1 Von der Beschuldigten an die D.____ zu leistende Entschädigungen (...) 9.2 Von der Beschuldigten an die G.____ zu leistende Entschädigungen Seite 80 http://www.bl.ch/kantonsgericht (...) 10. Erstinstanzliche Entschädigungen a) Das Strafgericht hat des Weiteren die Beschuldigte in Beachtung von Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO zur Entrichtung einer Parteientschädigung von CHF 33'787.80 an die D.____ sowie einer solchen von CHF 9'257.50 an die G.____ verurteilt. In Bezug auf die an die D.____ zu leistende Entschädigung haben die Vorderrichter erwogen, es sei angemessen, vom geltend gemachten Betrag von gesamthaft CHF 61'921.35 (ohne Hauptverhandlung) notwendige Aufwendungen im Umfang von 50 %, mithin CHF 30'960.70, anzuerkennen, w ozu der Aufwand für die Hauptver- handlung hinzuzurechnen sei. Im Hinblick auf die Forderung der G.____ hat die Vorinstanz den Stundenansatz im Jahre 2020 von CHF 280.-- auf CHF 2 50.-- gekürzt, im Übrigen jedoch den geltend gemachten Aufwand als notwendig und angemessen eingestuft (vgl. E. VI. S. 54 ff.). b) Die Privatklägerin 1 macht in ihrer Berufung geltend, die pauschale Kürzung der Partei- entschädigung um 50 % durch die Vorinstanz sei sowohl un angemessen als auch unbegründet (vgl. oben E. 2.2.b). c) Die Beschuldigte vertritt die Ansicht, die von den anwa ltlichen Vertretungen geltend ge- machten Honorarforderungen seien auch nach der Kürzung durch die Vorinstanz unangemes- sen hoch (vgl. S. 31 der vor Kantonsgericht eingereichten Plädoyernotizen). d) Die Privatklägerschaft ist Partei im Strafverfahren (Ar t. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Als Privat- klägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich e rklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Geschädigt im Sinne von Art. 118 Abs. 1 StPO ist, wer durch die Straftat in seinen Rech ten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Der Strafantrag ist der Erklär ung nach Art. 118 Abs. 1 StPO gleichge- stellt (Art. 118 Abs. 2 StPO). Die geschädigte Person ka nn sich gemäss Art. 119 Abs. 2 lit. a und lit. b StPO als Straf- und/oder Zivilklägerin am S trafverfahren beteiligen. Strafkläger ist, wer die Verfolgung und Bestrafung der für die Straftat verantwortlichen Person verlangt (Art. 119 Abs. 2 lit. a StPO), Zivilkläger, wer adhäsionsweise priva trechtliche Ansprüche geltend macht, die aus der Straftat abgeleitet werden (Art. 119 Abs. 2 lit. b StPO). Kommt es zu einer Verurtei- Seite 81 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung der beschuldigten Person, obsiegt die Privatklägersc haft als Strafklägerin. Gestützt auf Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO ist sie für die ihr im Zusa mmenhang mit der Strafklage erwachsenen Kosten der privaten Verteidigung zu entschädigen. Geschuld et ist nach dem Wortlaut von Art. 433 Abs. 1 StPO eine angemessene Entschädigung fü r notwendige Aufwendungen. Die Aufwendungen im Sinne von Art. 433 Abs. 1 StPO betref fen in erster Linie die Anwaltskosten, soweit diese durch die Beteiligung am Strafverfahren selbst verursacht worden und für die Wah- rung der Interessen der Privatklägerschaft notwendig gewesen sind (vgl. zum Ganzen BGE 139 IV 102 E. 4.1 ff.). Was unter einer angemessenen Entsch ädigung für notwendige Aufwendun- gen zu verstehen ist, wird von der Rechtsprechung nicht abschliessend umschrieben. Beim Entscheid hierüber verfügt das Gericht über ein weites Ermessen (BGer 6B_981/2017 vom 7. Februar 2018 E. 4.3.1 f.; Y VONA GRIESSER , in: Kommentar zur Schweizerischen Strafpro- zessordnung, 3. Auflage, Zürich / Basel / Genf 2020, N 1b ff. zu Art. 433 StPO, mit Hinweisen). 10.1 Entschädigung der D.____ / Aufwendungen des Re chtsvertreters In casu steht gestützt auf die Verfahrensakten fest, dass sich der Rechtsvertreter der sich als Straf- und Zivilklägerin am Strafverfahren beteiligen den D.____ bzw. nunmehr Privatklägerin 1 anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sowohl zum Straf- wie auch zum Zivilpunkt geäussert sowie dass er durch seine Abklärungen nicht unwesentlich zur Beurteilung des Falles beigetragen hat. Angesichts der vorinstanzlichen Verurte ilungen, bestätigt durch den vorliegen- den Entscheid des Kantonsgerichts, ergeben sich sodann ke ine Zweifel, dass die Privatkläger- schaft im Zivilpunkt teilweise und im Strafpunkt vollumf änglich obsiegt hat. Hieraus folgt, dass sie grundsätzlich Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für die notwendigen Aufwen- dungen ihres Rechtsvertreters hat. Als notwendige Aufw endungen gelten dabei aber nicht sämtliche vom Anwalt erbrachte Leistungen, sondern nur diejenigen, welche entweder wesent- lich zur Abklärung der Strafsache beigetragen haben oder die im Hinblick auf die sich stellen- den rechtlichen Fragen gerechtfertigt erscheinen bzw. d ie nötig gewesen sind für die Durchset- zung der Zivilansprüche. Allein die Tatsache, dass der Au fwand im Zusammenhang mit einem rechtswidrigen Verhalten angefallen ist, genügt also ni cht. Nach Dafürhalten des Kantonsge- richts liegen die diesbezüglichen Erkenntnisse der Vorinsta nz im Ergebnis innerhalb des ihr zustehenden weiten Ermessens und sind daher nicht zu beanst anden. Wie erwähnt, hat der Rechtsvertreter zwar einerseits mit seiner Arbeit durchau s zur Abklärung des Falles beigetra- gen und der von ihm zur Anwendung gebrachte Stundenan satz von CHF 250.-- ist angesichts Seite 82 http://www.bl.ch/kantonsgericht der mittleren Schwierigkeit des Falles nach der Praxis der strafrechtlichen Abteilung des Kan- tonsgerichts ebenfalls nicht zu beanstanden, andererseit s bewegt sich der von ihm erbrachte Aufwand in einem Bereich, welcher angesichts des Umfan gs der Angelegenheit und der Kom- plexität der zu beurteilenden Sache ‒ sowie im Verhältnis zu den Aufwendungen der Rechtsver- treterin der Privatklägerin 2 ‒ deutlich nicht mehr als adäquat zu bezeichnen ist. Die Vorinstanz hat in diesem Zusammenhang zu Recht festgestellt, dass v om Rechtsvertreter der Privatkläge- rin 1 nicht nur Arbeiten getätigt worden sind, welche im Hinblick auf die Abklärung der Strafsa- che sowie die sich stellenden rechtlichen Fragen bzw. fü r die Durchsetzung der Zivilansprüche notwendig gewesen sind, sondern auch solche, welche le diglich im Rahmen der Aufarbeitung angefallen und daher nicht von der beschuldigten Person zu tragen sind. Nach ständiger Praxis des Kantonsgerichts (vgl. unten E. 11.1.2 sowie KGer 4 60 21 210 vom 23. August 2022 E. 14) kann das Gericht den übermässigen Aufwand einer anwaltli chen Verteidigung im Rahmen sei- nes Kostenentscheides frei anhand bewährter Bemessungsgrundlagen würdigen und die Hono- rarrechnung auf einen Betrag reduzieren, den es für a ngemessen erachtet. Erscheint der Auf- wand gesamthaft oder für einzelne Aufgabenbereiche al s übermässig und erweist es sich als schwierig, die ungerechtfertigten konkreten Aufwandpost en im Detail festzulegen, sind pau- schale Kürzungen zulässig. Wird eine detaillierte Honorarnote eingereicht und steht der geltend gemachte Zeitaufwand zum Umfang und der Schwierigkeit des Falles in einem offensichtlichen Missverhältnis, darf auch nach der bundesgerichtlichen R echtsprechung die Entschädigung pauschal bemessen werden (BGer 6B_224/2013 vom 27. Januar 2014 E. 2.5 f.; Verfügungen des Bundesstrafgerichts BB.2021.49 vom 13. Oktober 2021 E. 3.1; BB.2019.256 vom 5. Februar 2020 E. 3.1). Dem Anspruch auf rechtliches G ehör ist Genüge getan mit der Einrei- chung der Honorarnote mitsamt der entsprechenden Deservi tenkarte; es wird nicht verlangt, dass der Verteidigung vor einer allfälligen Kürzung d er Honorarnote nochmals spezifisch Gele- genheit zur Stellungnahme eingeräumt wird. Vielmehr erfolgt die Festsetzung von Amtes wegen in Anwendung der massgebenden gesetzlichen Bestimmungen, welche als bekannt vorausge- setzt werden dürfen (Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.201 7.125 vom 15. März 2018 E. 6.3 mit Hinweis auf BGer 6B_74/2014 vom 7. Juli 2 014 E. 1.3.2). In casu ist zutreffend, dass es sich angesichts der umfassenden Aufstellungen als sehr schwierig erweist, die ungerechtfer- tigten konkreten Aufwandposten in den Honorarrechnunge n des Rechtsvertreters im Detail festzulegen, womit eine pauschale Kürzung zulässig ist. Dabei ist, wie bereits vorgängig ausge- führt, im Rahmen einer Abwägung zwischen den erbrachte n Leistungen, welche tatsächlich wesentlich zur Abklärung der Strafsache beigetragen haben bzw. für die Durchsetzung der Zi- Seite 83 http://www.bl.ch/kantonsgericht vilansprüche erheblich gewesen und damit als notwendig z u qualifizieren sind, und denjenigen, welche im Sinne von Lehre und Rechtsprechung als übermä ssig bezeichnet werden müssen, eine pauschale Kürzung der bis zur erstinstanzlichen Haupt verhandlung geltend gemachten Bemühungen (von CHF 61'921.35) um 50 % (CHF 30'960. 70) angemessen. Hier sind vollum- fänglich zuzurechnen die im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung weiter angefallen Aufwendungen des Rechtsvertreters (CHF 2'827.10), woraus eine Entschädigung von gesamt- haft CHF 33'787.80 resultiert. Nach Dargelegtem sind diesbezüglich sowohl die Berufung der Privatklägerin 1 als auch dieje- nige der Beschuldigten in Bestätigung des angefochtenen Urteils abzuweisen. 10.2 Entschädigung der G.____ / Aufwendungen der Re chtsvertreterin Unter diesem Titel hat die Vorinstanz gestützt auf die Honorarnoten der Rechtsvertreterin und unter Berücksichtigung eines einheitlichen Stundenansat zes von CHF 250.-- die Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Entschädigung vo n insgesamt CHF 9'257.50 (inklusive Hauptverhandlung) zu bezahlen. Dieser Entscheid erscheint in Anbetracht der massgeblichen Unterlagen, des vorliegenden Verfahrensausganges sowi e unter Berücksichtigung der vorgän- gigen rechtlichen Erwägungen fraglos als angemessen. Hieran vermögen die nicht substantiier- ten Einwendungen der Beschuldigten nichts zu ändern, womit deren diesbezügliche Berufung in Bestätigung des angefochtenen Urteils ohne Weiteres abzuweisen ist. 10.3 Honorar des amtlichen Verteidigers der Beschul digten vor Strafgericht Auf die Berufung der Beschuldigten im Zusammenhang mi t der Anfechtung des Honorars ihres amtlichen Verteidigers ist, wie bereits eingangs dargelegt (oben E. 1.1.b), nicht einzutreten. Seite 84 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11. Kostenfolge im Berufungsverfahren 11.1 Kantonsgericht 11.1.1 Nach Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die K osten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Bei vorli egendem Verfahrensausgang ‒ indem sowohl die Berufung der Beschuldigten als auch di ejenige der Privatklägerin 1 abzuwei- sen sind (soweit auf Erstere einzutreten ist) und die An schlussberufung der Staatsanwaltschaft insofern teilweise gutzuheissen ist, als die Beschuldigte neu zusätzlich wegen falscher An- schuldigung schuldig zu sprechen und zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten (mit einem unbedingten S trafanteil von sechs Monaten) zu verurteilen ist ‒ rechtfertigt es sich, die ordentlichen Kosten des Berufun gsverfahrens in der Höhe von CHF 16'000.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 15'750.-- [zehneinhalb Stunden Verhandlung zu jeweils CHF 1'500.--/h] sowie pauschale Auslagen von CHF 250.--) im Umfang von 70 % (= CHF 11'200.--) zu Lasten der Beschuldigten, im Umfang von 20 % (= CHF 3'200.--) zu Lasten der Privatklägerin 1 und im Umfang von 10 % (= CHF 1'600.--) zu Lasten des Staates zu verteilen. 11.1.2 Im Hinblick auf die ausserordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens ist Folgendes zu erkennen: a) Die Privatklägerin 1 hat, nachdem sie mit ihrem Rechtsmi ttel vollumfänglich unterliegt, die Kosten ihres Rechtsvertreters für das Berufungsverfahren selbst zu tragen. b) aa) Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren wird dem Rechtsvertreter der Beschuldigten, Rechtsanwalt Theodor G. Seitz, ein reduziertes pauschales Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 11'648.45 (in klusive Hauptverhandlung, Weg, Ausla- gen und Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausgericht et. Dieses berechnet sich wie folgt: Auszugehen ist von dessen Honorarnote vom 15. Januar 202 3. Hierbei ist in einem ersten Schritt vom geltend gemachten gesamthaften Aufwand von CHF 19'883.25 der für die Verhand- lung vor dem Kantonsgericht eingesetzte Aufwand von CHF 2'200.-- abzuziehen. Hinzuzurech- nen ist sodann der Betrag von CHF 900.-- für den Zah lungsverkehr sowie derjenige von Seite 85 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 448.-- für die Barauslagen, was ein Zwischentotal von CHF 19'031.25 ergibt. Zu diesem Zwischentotal sind die Mehrwertsteuern im Umfang von CH F 1'465.40 zu addieren, was zu ei- nem weiteren Zwischentotal von CHF 20'496.65 führt. Dieses zweite Zwischentotal ist in einem weiteren Schritt um pauschal 50 % zu kürzen, woraus ein drittes Zwischentotal von CHF 10'248.35 resultiert. Zu diesem dritten Zwischento tal sind schliesslich der tatsächliche Aufwand für die Berufungsverhandlung von CHF 1'300.- - sowie die entsprechenden Mehrwert- steuern von CHF 100.10 zu addieren. Dies ergibt, wie e ingangs erwähnt, das Schlussergebnis von CHF 11'648.45. Zur Begründung ist im Einzelnen was folgt zu erwägen: bb) Gemäss Art. 135 Abs. 1 StPO wird die amtliche Vertei digung nach dem Anwaltstarif des Bundes oder desjenigen Kantons entschädigt, in dem das St rafverfahren geführt worden ist. Im Kanton Basel-Landschaft ist dem amtlichen Verteidiger g estützt auf § 15 Abs. 2 in Verbindung mit § 17 Abs. 1 und Abs. 2 Anwaltsgesetz eine angemessen e Entschädigung nach Massgabe der basellandschaftlichen Tarifordnung für die Anwält innen und Anwälte auszurichten. Laut § 2 Abs. 1 TO wird die angemessene Entschädigung der amtlichen Verteidigung aufgrund des Zeit- aufwands festgelegt. Der Stundenansatz der amtlichen Ve rteidigung beträgt CHF 200.-- (§ 3 Abs. 2 TO). Zu vergüten sind zudem gemäss § 15 f. TO di e Auslagen und nach § 17 TO die Mehrwertsteuer. Der amtlichen Verteidigung steht ein A nspruch auf Entschädigung und Rück- erstattung ihrer Auslagen nur zu, soweit es zur Wahrun g der Rechte des Beschuldigten not- wendig ist. Entschädigungspflichtig sind danach nur jene Bemühungen, die in einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Strafverfa hren stehen, und die notwendig und verhältnismässig sind. Lediglich in diesem Umfang lässt es sich rechtfertigen, die Kosten aus der Staatskasse zu bezahlen. Allerdings muss das Honorar s o festgesetzt werden, dass der amtlichen Verteidigung ein Handlungsspielraum verbleibt und das Mandat wirksam und effektiv ausgeübt werden kann (BGE 141 I 124 E. 3.1; N IKLAUS OBERHOLZER , Grundzüge des Strafpro- zessrechts, 4. Auflage, Bern 2020, N 486). Es besteht in des kein Anspruch auf eine unverhält- nismässig teure und aufwändige amtliche Verteidigung (V IKTOR LIEBER , in: Zürcher Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Auflage, Zü rich / Basel / Genf 2020, N 6 zu Art. 135 StPO, mit Hinweisen; BGE 117 Ia 22 E. 4b). Der Aufwand des Verteidigers muss mithin in einem vernünftigen Verhältnis zur erbrachten Leistun g stehen. Der anwaltliche Aufwand ist für die Bemessung des vom Staat zu vergütenden Honorar s nur insoweit von Belang, als er vernünftigerweise zur pflichtgemässen Erfüllung der Aufgabe erforderlich gewesen ist. Ein über- triebener Aufwand sowie unnötige oder offensichtlich a ussichtslose Bemühungen begründen Seite 86 http://www.bl.ch/kantonsgericht keinen Anspruch auf Entschädigung (BGer 6B_528/2010 vom 16. September 2010 E. 2.5.1; 6B_799/2007 vom 19. Juni 2008 E. 3.3.3). cc) In verfassungsmässiger Hinsicht besteht nach Art. 29 Abs. 3 BV ein Anspruch auf Ent- schädigung nur insoweit, als die Bemühungen zur Wahrung der Rechte der beschuldigten Per- son notwendig gewesen sind. Nach diesem Massstab bestimmt sich der Anspruch sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht, d.h. in Bezug auf den Umfang der Aufwendungen. Sowohl der Beizug eines Rechtsbeistands als auch der von d iesem betriebene Aufwand müs- sen sich als angemessen erweisen. Als Massstab bei der Bean twortung der Frage, welcher Aufwand für eine angemessene Verteidigung im Strafve rfahren nötig ist, hat der erfahrene An- walt zu gelten, der im Bereich des materiellen Strafr echts und des Strafprozessrechts über fun- dierte Kenntnisse verfügt und deshalb seine Leistungen von Anfang an zielgerichtet und effi- zient erbringen kann (BGE 142 IV 45 E. 2.1; 138 IV 19 7 E. 2.3.5; BGer 6B_950/2020 vom 25. November 2020 E. 2.3.1). Für die konkrete Honora rfestsetzung ist auf die Umstände des Einzelfalles abzustellen. Dabei spielen neben dem Zeit aufwand die tatsächlichen und rechtli- chen Schwierigkeiten der Strafsache, die Persönlichkeit der beschuldigten Person, ihr Umfeld und natürlich die Bedeutung der Sache für die beschuldi gte Person, insbesondere bei einem schweren Eingriff in die persönliche Freiheit, eine massgebende Rolle. Der Staat darf dabei von der amtlichen Verteidigung, die von ihm bezahlt wird, eine gewisse Speditivität und Konzentra- tion auf das Wesentliche erwarten (PETER ALBRECHT , Die Funktion und Rechtsstellung des Ver- teidigers im Strafverfahren, Handbücher für die Anwalt spraxis, Band VII, Strafverteidigung, S. 42 f.; vgl. auch N IKLAUS RUCKSTUHL , in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess- ordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 3 zu Art. 135 StP O). Gestützt auf die dargelegten Grund- sätze werden beispielsweise der Zeitaufwand betreffend Mandatsübernahme, Sekretariatsar- beiten, Rechtsstudium, Bemühungen in parallelen Verfah ren, anwaltliche Kürzestaufwände so- wie soziale Betreuung (auch in Haftfällen) nicht entschädigt (RUCKSTUHL , a.a.O., N 3 zu Art. 135 StPO; LIEBER , a.a.O., N 4 zu Art. 135 StPO). dd) § 3 Abs. 2 TO setzt stillschweigend voraus, dass bei Fälle n amtlicher Verteidigung das Gebot der wirtschaftlichen Behandlung des Falles gilt; die Offizialverteidigung hat sich auf das Wesentliche und Notwendige zu beschränken. Es ist der aussagekräftige Grundsatz "so viel wie nötig, so wenig wie möglich" zu beachten. Eine Entschädi gung von Aufwand, der als unverhält- nismässig erscheint, ist daher auch nach kantonalem Recht a usgeschlossen. Das Gericht kann Seite 87 http://www.bl.ch/kantonsgericht den übermässigen Aufwand einer anwaltlichen Verteidigu ng im Rahmen seines Kostenent- scheides frei anhand der erwähnten Bemessungsgrundlagen würdigen und die Honorarrech- nung auf einen Betrag reduzieren, den es für angemesse n erachtet. Erscheint der Aufwand gesamthaft oder für einzelne Aufgabenbereiche als über mässig und erweist es sich als schwie- rig, die ungerechtfertigten konkreten Aufwandposten im Detail festzulegen, sind gemäss ständi- ger kantonaler Praxis pauschale Kürzungen zulässig. Eine vo rgenommene Kürzung ist aller- dings zu begründen (KGer 470 14 21 vom 8. April 2014 E. 2.5 sowie der betreffende BGer 6B_652/2014 vom 10. Dezember 2014 E. 2). Wird eine detaillierte Honorarnote eingereicht und steht der geltend gemachte Zeitaufwand zum Umfang un d der Schwierigkeit des Falles in ei- nem offensichtlichen Missverhältnis, darf nach der bundes gerichtlichen Rechtsprechung die Entschädigung pauschal bemessen werden (BGer 6B_224/2013 vom 27. Januar 2014 E. 2.5 f.; Verfügungen des Bundesstrafgerichts BB.2021.49 vom 13. Ok tober 2021 E. 3.1; BB.2019.256 vom 5. Februar 2020 E. 3.1). Der Anspruch auf rechtli ches Gehör verlangt nicht, dass der Ver- teidigung vor einer allfälligen Kürzung der Honorar note Gelegenheit zur Stellungnahme einge- räumt wird. Die Festsetzung erfolgt von Amtes wegen i n Anwendung der massgebenden ge- setzlichen Bestimmungen, welche als bekannt vorausgesetzt werden dürfen (Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2017.125 vom 15. März 2018 E. 6. 3 mit Hinweis auf BGer 6B_74/2014 vom 7. Juli 2014 E. 1.3.2). ee) Im vorliegenden Fall erweist sich der von der amtlich en Verteidigung ausgewiesene Auf- wand angesichts der Komplexität sowie des Umfanges der Streitsache und namentlich der Tat- sache, wonach im Berufungsverfahren die Akten grundsätzli ch als bekannt vorausgesetzt wer- den und die Aufgabe des Verteidigers in erster Linie darin besteht, das angefochtene erstin- stanzliche Urteil zu rügen, als deutlich zu hoch. Zu bemängeln ist dabei insbesondere, dass der amtliche Verteidiger zahlreiche Aufwände in seine Honorarrechnung aufgenommen hat, welche offensichtlich nicht im Rahmen des Berufungsverfahrens zu entschädigen sind, wie beispiels- weise die erstinstanzliche Urteilseröffnung im Umfang von vier Stunden. Weiter hat er im Zeit- raum von rund einem Jahr mehrfach den Aufwand für die Vorbereitung des Plädoyers im Um- fang von jeweils mehreren Stunden aufgeführt, obwohl die erste kantonsgerichtliche Verhand- lung auf seinen Antrag hin verschoben worden ist. Allei n für die tatsächlich stattgefundene Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht hat er mit Datu m vom 12. Januar, 13. Januar, 14. Januar und 15. Januar 2023 nochmals vier Mal vier S tunden Aufwand verrechnet. Weiter fällt auf, dass der amtliche Verteidiger einen Aufwan d von mehreren Stunden geltend macht, Seite 88 http://www.bl.ch/kantonsgericht welche im Zusammenhang stehen mit insgesamt drei verschi edenen Privat-Gutachten, was generell als sehr aussergewöhnlich zu bezeichnen und im Sinne von offensichtlich aussichtslo- sen Bemühungen fraglos nicht vom Staat zu finanzieren i st, zumal zwei dieser Gutachten nicht einmal Eingang in die Akten gefunden haben. Auch ergibt sich aus der Honorarnote, dass darin verschiedentlich verfahrensfremde Aufwände, wie z.B. der Austausch mit der SchKG- Aufsichtsbehörde Basel-Landschaft, aufgenommen worden sind. Ferner erscheinen wiederholt Sekretariatsarbeiten, welche bereits im Stundenansatz i nbegriffen sind. Häufig werden ausser- dem Aktenstudium, Durchsicht, Bearbeitung, Scan und Te rminmanagement miteinander ver- mischt, wodurch eine stringente Auftrennung in zu entschäd igende Aufwendungen einerseits und augenscheinlich nicht vom Staat zu tragende Aufwandspositionen andererseits von vornhe- rein nicht möglich ist. Im Resultat steht fest, dass der amtliche Verteidiger zahlreiche Bemühun- gen geltend macht, die entweder nicht in einem kaus alen Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte der beschuldigten Person im Berufungsverfahren st ehen, oder dann aber weder als notwendig noch als verhältnismässig zu bezeichnen sind und folglich nicht in einem vernünfti- gen Verhältnis zur erbrachten Leistung stehen. Da es sich als unmöglich erweist, die ungerecht- fertigten konkreten Aufwandposten im Detail festzulege n, erscheint angesichts der vorgängig geschilderten Mängel sowie gestützt auf die zitierte Rec htsprechung und unter Berücksichti- gung der sich in casu stellenden tatsächlichen und rech tlichen Schwierigkeiten, des schweren Eingriffs in die persönliche Freiheit der Beschuldigte n sowie der wahrhaftig nötig gewordenen Bemühungen zur Wahrung der Rechte der Betroffenen ei ne pauschale Kürzung des geltend gemachten Aufwands um 50 % als sachgerecht, was ‒ unter Anrechnung des unbestrittenen Aufwands für die mündliche Berufungsverhandlung ‒ zum vorstehend genannten Honorar von insgesamt CHF 11'648.45 (inklusive Hauptverhandlung, We g, Auslagen und Mehrwertsteuer) führt. ff) Die Beschuldigte wird zur Rückzahlung der Entschädigun g der amtlichen Verteidigung im Umfang von 70 % (= CHF 8'153.90) an den Kanton Base l-Landschaft verpflichtet, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 11.2 Strafgericht (...) Seite 89 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 26. Mai 2021, lautend: "1. C.____ wird der mehrfachen, teilweise qualifizierten Verun- treuung sowie der mehrfachen Urkundenfälschung schuldig erklärt und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 20 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Jahren, in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 StGB, teilweise i. V.m. Art. 138 Ziff. 2 StGB, Art. 251 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB. 2. C.____ wird von der Anklage der falschen Anschuldigung freigesprochen. 3. Die Grundbuchsperre betreffend die Liegenschaft Nr. 1.____, Plan Nr. 1.____, im Grundbuch X.____, wird nach Eint ritt der Rechtskraft gestützt auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO auf- gehoben. Das Grundbuchamt Basel-Landschaft wird angewiesen, die Grundbuchsperre nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urte ils aufzuheben. 4. (...) 5. (...) 6. (...) 7. (...) 8. (...) 9. (...) Seite 90 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10. C.____ wird dazu verurteilt, der D.____ folgend e geltend ge- machte Forderungen zu bezahlen: - Schadenszins in Höhe von CHF 28'248.40 zzgl. Zins zu 5% seit dem 9. Juli 2020, - Aufwand von E.____ in Höhe von CHF 2'319.70 zzgl. Zins zu 5% seit dem 8. Februar 2019, - Aufwand von E.____ in Höhe von CHF 240.00 zzgl. Zins zu 5% seit dem 12. März 2019, - Aufwand von E.____ in Höhe von CHF 40.00 zzgl. Zins zu 5% seit dem 11. April 2019, - Aufwand von E.____ in Höhe von CHF 440.00 zzgl. Zins zu 5% seit dem 12. Juli 2019, - Aufwand von F.____ in Höhe von CHF 1'020.00 zzgl. Zin s zu 5% seit dem 31. Dezember 2019, - Sitzungsgelder in Höhe von CHF 870.00 zzgl. Zins zu 5 % seit dem 31. Dezember 2019. Folgende geltend gemachte Forderungen werden auf d en Zi- vilweg verwiesen: - Aufwand von E.____ in Höhe von CHF 1'400.00 zzgl. Zins zu 5% seit dem 25. Oktober 2019, - Darlehenszins in Höhe von CHF 2'906.65 zzgl. Zins zu 5 % seit dem 30. Dezember 2019, - Darlehenszins in Höhe von CHF 2'551.25 zzgl. Zins zu 5 % seit dem 2. Juli 2020, - Darlehenszins in Höhe CHF 475.80 zzgl. Zins zu 5% seit dem 31. Dezember 2020. 11. C.____ wird dazu verurteilt, der G.____ folgende ge ltend ge- machte Forderungen zu bezahlen: - Schadenszins in Höhe von CHF 10'153.00 zzgl. Zins zu 5% seit dem 29. Mai 2020, - Aufwand des Kassiers und der Revisoren in Höhe von CHF 2'520.00 zzgl. Zins zu 5% seit dem 26. Mai 2020, - Aufwand der externen Revisoren in Höhe von CHF 3'527.20 zzgl. Zins zu 5% seit dem 26. Mai 2021, - Kosten für den Zahlungsbefehl in Höhe von CHF 103.30 zzgl. Zins zu 5% seit dem 26. Mai 2021, - Kosten der V.____ in Höhe von CHF 269.25 zzgl. Zins zu 5% seit dem 26. Mai 2021. Seite 91 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der geltend gemachte Aufwand des Präsidiums und des G e- neralsekretariats in Höhe von CHF 2'800.00 wird auf de n Zi- vilweg verwiesen. 12. C.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Ver- fahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens in Höhe von CHF 13'070.00, den Expertisekosten des ge richt- lichen Verfahrens in Höhe von CHF 1'953.00 und der Ge- richtsgebühr in Höhe von CHF 10'000.00. Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtli che Ge- bühr auf CHF 5'000.00 ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 13. Für die von Rechtsanwalt Theodor G. Seitz gelei stete amtliche Verteidigung wird ein Honorar von insgesamt CHF 31'33 0.00 (wovon CHF 3'333.35 für den Aufwand vor Anklageerheb ung sowie CHF 27'996.65 für den Aufwand nach Anklageerhe- bung, inkl. Auslagen und MwSt; pauschale Kürzung um 50 %) bewilligt. Hiervon sind die vom Strafgericht Basel-Landschaft gel eisteten Akontozahlungen von CHF 10'322.00 in Abzug zu bringen und Rechtsanwalt Theodor G. Seitz sind CHF 21'008.00 aus der Gerichtskasse zu entrichten. C.____ ist, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlau- ben, verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidi- gung zurückzuzahlen und dem amtlichen Verteidiger die Diffe- renz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 StPO). 14. C.____ wird dazu verurteilt, der D.____ in Anwen dung von Art. 433 Abs. 1 StPO eine Parteientschädigung in Höhe von CHF 33'787.80 zu bezahlen. 15. C.____ wird dazu verurteilt, der G.____ in Anwe ndung von Art. 433 Abs. 1 StPO eine Parteientschädigung in Höhe von CHF 9'257.50 zu bezahlen." Seite 92 http://www.bl.ch/kantonsgericht wird in teilweiser Gutheissung der Anschlussberufung der Staat san- waltschaft sowie in Abweisung der Berufung der Beschuldigten ‒ soweit darauf einzutreten ist ‒ und in Abweisung der Berufung der Privatklägerin 1 in den Dispositiv-Ziffern 1 und 2 wie f olgt neu ge- fasst: 1. C.____ wird der mehrfachen, teilweise qualifizierten Verun- treuung, der mehrfachen Urkundenfälschung sowie der fal- schen Anschuldigung schuldig erklärt und verurteilt zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe vo n 2 Jahren und 6 Monaten, mit einem unbedingten Straf an- teil von 6 Monaten und einer Probezeit von 2 Jahren für den bedingten Strafanteil , in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 StGB (teilweise in Verbin- dung mit Art. 138 Ziff. 2 StGB), Art. 251 Ziff. 1 S tGB, Art. 303 Ziff. 1 StGB , Art. 43 StGB , Art. 44 Abs. 1 StGB sowie Art. 49 Abs. 1 StGB. 2. aufgehoben . Im Übrigen wird das vorinstanzliche Urteil in den re stlichen Dispositiv-Ziffern unverändert zum Bestandteil diese s Urteils erklärt. II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 16'000.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 15'75 0.-- sowie Auslagen von CHF 250.--) gehen im Umfang von 70 % (= CHF 11'200.--) zu Lasten der Beschuldigten, im Umfa ng von 20 % (= CHF 3'200.--) zu Lasten der Privatklägerin 1 und im Umfang von 10 % (= CHF 1'600.--) zu Lasten des Staates. Seite 93 http://www.bl.ch/kantonsgericht III. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung für das Berufungs- verfahren wird dem Rechtsvertreter der Beschuldigten, Rechtsan- walt Theodor G. Seitz , ein reduziertes pauschales Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 11'648.45 (inklusive Hauptverhan dlung, Weg, Auslagen und Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staate s ausge- richtet. Die Beschuldigte wird zur Rückzahlung der Entschädigung d er amt- lichen Verteidigung im Umfang von 70 % (= CHF 8'153. 90) an den Kanton Basel-Landschaft verpflichtet, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Vizepräsident Markus Mattle Gerichtsschreiber Pascal Neumann Gegen diesen Entscheid haben sowohl die Privatklägerin 1 als auch die Beschuldigte beim Bundesgericht Beschwerde in Strafsachen erhoben (Verfah ren 6B_1189/2023 und 6B_1264/2023)