Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. Juli 2022 (725 21 362 / 172) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Einkommensvergleich unter Berücksichtigung der LSE/Parallelisierung Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter in Susanne Afheldt, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Ozan Polatli, Advokat, Advokatur Gysin & Roth, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A.1 Der 1990 geborene A.____ war als Produktionsmitar beiter bei der B.____ AG angestellt und aufgrund dieses Arbeitsverhältnisses bei der Schweizeri schen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert. Bei einem Auffahrunfall erlit t er am 26. Juni 2014 unter anderem ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS). Die Suva erbrachte in der Folge Taggeldleistungen und kam für die Heilkosten auf. Mit Verfügungen vom 28. Juli 2015 und 9. September 2015 stellte sie die Versicherungsleistungen per 31. Juli 2015 ein mit der Begründung, dass die vom Versi- cherten noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien. Daran hielt Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Suva auch im Einspracheentscheid vom 27. Oktober 201 5 fest. Sie führte im Wesentlichen aus, dass die Kausalität in Bezug auf die Beschwerden an der rechten Schulter zu verneinen sei. Betreffend die übrigen Beschwerden sei eine Adäquanzprüfung nach Schleudertraumapraxis vor- zunehmen, wobei von einem mittelschweren Unfall im mittleren Bereich auszugehen sei. Da kei- nes der massgeblichen Kriterien erfüllt sei, müsse die A däquanz und damit eine weitere Leis- tungspflicht verneint werden. Die dagegen durch den Versicherten, vertreten durch Advokat Ozan Polatli, am 30. November 2015 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), erhobene Beschwerde wurde m it Urteil vom 27. Februar 2015 da- hingehend gutgeheissen, als der Einspracheentscheid der Suva vom 27. Oktober 2015 aufgeho- ben und die Angelegenheit zur Vornahme weiterer med izinischer Abklärungen an die Suva zu- rückgewiesen wurde. A.2 In Nachachtung des Urteils des Kantonsgerichts holte die Suva ein monodisziplinäres schulterorthopädisches Gutachten bei der C.____ ein, welch es am 16. Oktober 2018 erstattet wurde. PD Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs- apparats, und med. pract. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe- gungsapparats, kamen im Wesentlichen zum Schluss, dass die diagnostizierten strukturellen Schädigungen des Schultergelenks mit überwiegender Wahr scheinlichkeit auf das inkriminierte Trauma vom 26. Juni 2014 zurückzuführen seien. Der Ver sicherte könne die im Unfallzeitpunkt ausgeübte Tätigkeit als Schlosser maximal zu 50 % ausüben. Es bestünden dabei insbesondere Leistungseinschränkungen im Umfang von 70 % für Überkop farbeiten und von 100 % für das repetitive Heben von Lasten von mehr als 10 kg. In seinem jetzigen Beruf als Informatiker sei der Versicherte hingegen nicht eingeschränkt. Ebenso könne er leidensangepasste sitzende und ste- hende Tätigkeiten ohne Einsatz des rechten Arms über d ie Körperhorizontale und ohne Heben von Lasten von mehr als 10 kg uneingeschränkt ausüben. Gest ützt auf diese Abklärungsergeb- nisse lehnte die Suva mit Verfügung vom 7. Juni 2021 s owohl die Ausrichtung einer Rente als auch einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung ab. Sie begründete diesen Entscheid da- hingehend, dass beim Versicherten am 15. Oktober 2018 der Endzustand eingetreten sei und er weder eine erhebliche unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit noch eine erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität aufweise. Daran hielt sie auf Einsprache des Versicherten mit Entscheid vom 21. September 2021 fest. B. Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde, wel che A.____, vertreten durch Ad- vokat Ozan Polatli, am 22. Oktober 2021 beim Kantonsge richt erhob. Er beantragte, dass der angefochtene Entscheid vom 21. September 2021 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verurteilen sei, ihm die gesetzlichen Leistungen zu erb ringen. Eventualiter sei ein Gerichtsgut- achten einzuholen. Subeventualiter sei die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei- sen mit der Weisung, nach vollständiger und korrekter Feststellung des Sachverhalts neu zu ent- scheiden. Alles unter o/e-Kostenfolge. Des Weiteren sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege für die Gerichts- und Parteikosten zu gewähren und es sei der unterzeichnete Advokat Ozan Polatli als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bezeichnen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 9. November 2021 schloss d ie Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Mit Replik vom 12. Januar 2022 und Duplik vom 11. F ebruar 2022 hielten die Parteien an ihren jeweiligen Rechtsbegehren und Standpunkten fest. E. Am 25. Januar 2022 bewilligte das Kantonsgericht dem Versicherten die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Ozlan Polatli als unentgeltlichem Rechtsvertreter. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 Ab s. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) v om 20. März 1981 kann gegen Ein- spracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht in- nert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig is t gemäss Art. 58 ATSG das Versiche- rungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhe- bung ihren Wohnsitz hat. Dieser befindet sich vorliegend in X.____. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnu ng (VPO) vom 16. Dezem- ber 1993 beurteilt das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft als einzige gerichtliche In- stanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit sachlich und örtlich für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht e ingereichte Beschwerde vom 22. Oktober 2021 ist somit einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführe r aufgrund des Unfallereignisses vom 26. Juni 2014 Anspruch auf eine Rente und eine Integritätsentschädigung der Unfallversicherung hat. 3.1 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Zu den geänd erten Normen gehört auch die Bestim- mung von Art. 18 Abs. 1 UVG, welche den Anspruch auf eine Invalidenrente regelt. Laut der Übergangsbestimmung von Art. 118 Abs. 1 UVG werden jedoch Versicherungsleistungen für Er- eignisse, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmungen zugetragen haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht ge- währt. So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss U VG setzt – unter anderem –vo- raus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Ar- beitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürl ichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre- chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natü rlichen Kausalzusammenhangs nicht Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmi ttelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper- liche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö- rung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Ka usalzusammenhang besteht, ist eine Tat- frage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Ver waltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach d em im Sozialversicherungsrecht übli- chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines L eistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderl ichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des U nfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundhei tsschadens darstellt, wenn also Letz- terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursac hen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbed ingten Ursachen eines Gesundheits- schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglich keit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es si ch hierbei um eine anspruchsauf- hebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistu ngsarten massgebend (Urteil des Bun- desgerichts vom 23. September 2014, 8C_419/2014, E. 3.2 mit Hinweisen). 3.4 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem Einsprach eentscheid vom 21. September 2021 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts u nd der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf die Ausführungen im Gutachten der C.____ vom 16. Oktober 2018. PD Dr. D.____ und pract. med. E.____ diagnostizierten (1) einen Status nach mini open-Bicepssehnentenodese rechts, diagnostische Schulterarthroskopie mit Bicepssehnentenotomie rechts am 16. August 2016 bei traumatischer Lockerung des Bicepssehnenankers intraartikulär rechts bei Trauma vom 26. Juni 2014 und (2) ein weitgehend abgeklungenes chronisches my otendinotisches Cervikalsyndrom rechts nach craniocervikalem Beschleunigungstrauma nach Heckkollision vom 26. Juni 2014. Die Gutachter kamen zum Schluss, dass die Schulterbeschwerden mit überwiegender Wahrschein- lichkeit im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 26. Juni 2014 stünden. Der Beschwerde- führer sei in der angestammten Tätigkeit als Schlosser zu maximal 50 % arbeitsfähig. Es bestehe dabei insbesondere eine Leistungseinschränkung für Überkopfarbeiten von 70 % und das repe- titive Heben von Lasten von mehr als 10 kg von 100 %. In seinem jetzigen Beruf als Informatiker sei er zu 100 % arbeitsfähig. In einer leidensangepasste n sitzenden und stehenden Tätigkeit Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ohne Einsatz des rechten Arms über die Körperhorizontale und ohne das Heben von Lasten von mehr als 10 kg sei der Beschwerdeführer nicht eingeschränkt. Diese Feststellungen von PD Dr. D.____ und pract. med. E.____ überzeugen. Das Gutacht en der C.____ vom 16. Oktober 2018 wurde zudem lege artis verfasst, ist umfassend, beruht au f allseitigen Untersuchungen, berück- sichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Zudem sind die Ausführungen der medizinischen Zusammenhänge so wie der medizinischen Situation einleuchtend und beinhalten begründete Schlussfolgerungen (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a; 122 V 160 E. 1c). Im vorliegenden Fall ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 26. Juni 2014 und den noch geklagten Schulterbeschwerden daher zu bejahen. Diese Beurteilung wird auch vom Versicherten nicht substa ntiiert beanstandet. In seiner Be- schwerde macht er einzig geltend, dass er weiterhin Schme rzen in den Schultern habe und an ständigen Kopfschmerzen leide. Die Schulter kugle zudem bei Belastung aus. Diese Aussagen untermauert er aber nicht mit entsprechenden medizin ischen Berichten, weshalb sie die zuver- lässige Beurteilung im Gutachten der C.____ vom 16. O ktober 2018 nicht in Zweifel zu ziehen vermögen. 4.1 Gestützt auf das Gutachten der C.____ vom 16. Oktober 2018 ging die Suva im ange- fochtenen Einspracheentscheid davon aus, dass beim Versi cherten der medizinische Endzu- stand hinsichtlich der anerkannten Unfallfolgen spätesten per Gutachtenszeitpunkt (Mitte Oktober 2018) erreicht gewesen sei. Es sei nicht ersichtlich, dass im genannten Zeitpunkt von einer Fort- setzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten gewesen wäre. Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dass er weiterhin in ärztlicher Behandlung in der Hirslanden Klinik stehe und in die Physiotherapie gehe, weshalb der Endzu- stand noch nicht eingetreten sei. 4.2 Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter E instellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein- gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 137 V 199 E. 2.1, 134 V 109 E. 4.1). Die verunfa llte Person hat demgemäss Anspruch auf Heilbehandlung, solange von der Fortsetzung der ärztlich en Behandlung eine namhafte Besse- rung des Gesundheitszustands erwartet werden kann. Ob eine namhafte Besserung noch mög- lich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu e rwartenden Steigerung oder Wie- derherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffs "namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutli cht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Ge- wicht fallen muss (BGE 134 V 109 E. 4.3). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung n och ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügige r therapeutischer Fortschritt verleihen An- spruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt wer- den (RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388, U 244/04 E. 3.1; U rteile des Bundesgerichts vom 22. Juli 2016, 8C_285/2016, E. 7.1 und vom 31. Juli 2013, 8C_970/2012, E. 2.3). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Der Fallabschluss durch die Suva per Mitte Oktober 2018 ist nicht zu beanstanden. Dem Gutachten der C.____ vom 16. Oktober 2018 ist einleuchtend zu entnehmen, dass der Beschwer- deführer in jeder leichten adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Weitere Behandlungen und Therapien können daher keine erhebliche Steigerun g der Arbeitsfähigkeit mehr bewirken. Bereits unter diesem Gesichtspunkt ist entgegen der Auf fassung des Beschwerdeführers von einem medizinischen Endzustand auszugehen. Die von ihm dagegen vorgebrachte Argumenta- tion, wonach er weiterhin in medizinischer Behandlung sei und Physiotherapie habe, ändert an dieser Einschätzung nichts. Unter diesen Umständen ist mit der Beschwerdegegnerin festzustel- len, dass von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlun g über den 16. Oktober 2018 hinaus keine im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr zu erwarten ist. 5.1 In einem nächsten Schritt sind die erwerblichen Ausw irkungen der gesundheitlichen Be- einträchtigungen zu untersuchen. Für die Bemessung de r Invalidität von erwerbstätigen Versi- cherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 18 Abs. 2 U VG). Danach ist der Invaliditätsgrad auf- grund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird da s Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behand- lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli- chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (lnvalideneinko mmen), in Beziehung gesetzt zum Er- werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in valid geworden wäre (Validenein- kommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen- übergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (all- gemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 5.2.1 Bei der Ermittlung des Einkommens, welches die versi cherte Person ohne Invalidität er- zielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im Zeitpunkt des Rentenbeginns (hier: 16. Oktober 2018) nach dem Beweisgrad der über wiegenden Wahrscheinlichkeit als Ge- sunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Re gel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es em- pirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1, 129 V 224 E. 4.3.1 je mit weiteren Hinweisen). Im vorliegenden Verfahren ging die Suva von einem Valideneinkommen in Höhe von Fr. 58'5 00.-- aus. Sie stellte dabei auf die An- gaben der ehemaligen Arbeitgeberin im Arbeitgeberformular zuhanden der Invalidenversicherung (IV; act. 9) ab. Demnach verdiente der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls als Hilfsschlos- ser bei der B.____ AG Fr. 58'500.-- pro Jahr. Das Valideneinkommen wird vom Beschwerdeführer nicht konkret bestritten. Dennoch drängen sich dazu nachfolgende Überlegungen auf: 5.2.2 Hat eine versicherte Person aus invaliditätsfremd en Gründen ein deutlich unterdurch- schnittliches Einkommen bezogen, so ist diesem Umstand b ei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, es sei denn, es bestünden Anhaltspunkte dafür, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfrem de Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmäs- sig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erziel- ten Einkommens oder durch Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Inva- lideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 134 V 322 E. 4.1). Wie das Bundesgericht mit BGE 135 V 297 ff. präzisiert hat, ist der tat- sächlich erzielte Verdienst allerdings erst dann im Sinne von BGE 134 V 322 E. 4.1 deutlich un- terdurchschnittlich, wenn er mindestens 5 % vom branche nüblichen Tabellenlohn abweicht. Ebenso hat das Bundesgericht in diesem Entscheid festgehalten, dass eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen bei Erfüllung der übrigen Vorausset zungen nur in dem Umfang erfolgen darf, in welchem die prozentuale Abweichung den Erh eblichkeitsgrenzwert von 5 % übersteigt (BGE 135 V 303 f. E. 6.1.2 und 6.1.3). 5.2.3 Gemäss LSE 2018, Tabelle TA1, Sektor Produktion, Herstellung von Metallerzeugung 24-25, Kompetenzniveau 1, Männer, hätte der branchenübliche Lohn des Versicherten monatlich Fr. 5'488.-- betragen. Unter Berücksichtigung der wöchentlichen Arbeitszeit von 41.4 Stunden ist ein Jahreseinkommen von Fr. 68'161.-- als Vergleichswer t heranzuziehen. Vergleicht man die beiden Jahreseinkommen, so zeigt sich, dass der Beschwerdeführer bei der ehemaligen Arbeit- geberin einen Lohn erzielte, der rund 14 % unter dem branchenüblichen Lohn gemäss LSE Ta- belle 2018 lag. Mangels Hinweisen in den Akten auf i nvaliditätsbedingte Gründe für den unter- durchschnittlichen Lohn sind vorliegend die Voraussetzungen für eine Parallelisierung grundsätz- lich gegeben. Der tatsächlich erzielte Lohn unterschreit et den Erheblichkeitsgrenzwert von 5 % um 9 %, so dass von einem in diesem Umfang heraufgesetzten, parallelisierten Valideneinkom- men in der Höhe von Fr. 63'765.-- auszugehen ist. Wie nachfolgend darzulegen sein wird, resul- tiert daraus gleichwohl kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (vgl. unten E. 5.3.3.3). 5.3.1 Strittig und zu prüfen ist die Berechnung des In valideneinkommens. Die Suva stützte sich dabei in der Verfügung vom 7. Juni 2021 auf die Angaben der F.____ GmbH. Demnach habe der Versicherte nach einem von der IV finanzierten mehrm onatigen Arbeitstraining mit Erwerb eines Microsoft Certified Solutions Associate (MCSA)-Zertifikats ab 1. Oktober 2016 als Mitarbei- ter im IT-Support einen monatlichen Bruttolohn von F r. 5'700.-- (zuzüglich Kinderzulagen) bzw. einen Jahreslohn von Fr. 74'100.-- (13 x Fr. 5'700.--) verdient (Suva-Akten 183 und 238). Er habe damit einen rentenausschliessenden Lohn erzielt. 5.3.2 Im Einspracheentscheid vom 21. September 2021 w ies die Suva auch auf die LSE 2018 hin. Demnach betrage der Monatslohn für Männer im Kompetenzniveau 2 Fr. 5'649.--brutto (Ta- belle TA1, privater Sektor, Kompetenzniveau 2, Männer, Total). Unter Berücksichtigung der be- triebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden ergebe dies ein zumutbares Jahres- einkommen im Jahr 2018 von Fr. 70'669.-- (12 x Fr. 5'649.-- : 40 x 41.7). Auch unter Berücksich- tigung der LSE erziele der Beschwerdeführer ein rentenausschliessendes Einkommen. 5.3.3.1 Der Beschwerdeführer bestreitet die Angaben d er Suva. Er führt aus, dass er das dem Einkommensvergleich zugrunde gelegte Invalideneinkommen in Höhe von Fr. 74'100.-- niemals Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht hätte erzielen können. Dazu ist festzustellen, dass die Suva – wie bereits vorstehend erwähnt – das Invalideneinkommen auf die Angaben der ehemalige n Arbeitgeberin, der F.____ GmbH stützte. Demnach habe der Beschwerdeführer ab 1. Oktobe r 2016 einen Monatslohn von Fr. 5'700.-- bzw. ein Jahreseinkommen von Fr. 74'100.-- erzielt. Diese Angaben stimmen auch mit den übrigen Akten überein. So wurde im Arbeitsvertrag zwischen dem Beschwerdeführer und der F.____ GmbH ein Monatslohn von Fr. 5'700.-- (brutto x 13) vereinbart (vgl. act. 238 Seite 2). Dieser (Brutto)Lohn wurde dem Beschwerdeführer gemäss Lohnabrechnung vom Monat Oktober 2016 am 27. Oktober 2016 auch ausbezahlt (vgl. act. 260 Seite 3). Aus den Akten ergeben sich somit keine Hinweise, welche die Argumentation des Beschwerdeführers untermauern würden. 5.3.3.2 Hingegen ist die Kritik des Beschwerdeführers an der Berechnung des Invalideneinkom- mens unter Berücksichtigung der LSE 2018, Kompetenzniveau 2, nicht von der Hand zu weisen. Die Suva ging diesbezüglich davon aus, dass der Beschwerdef ührer eine Ausbildung als Infor- matiker absolviert habe. Entgegen ihrer Auffassung kann dies den vorliegenden Akten nicht ent- nommen werden. Gemäss den unbestrittenen Ausführungen besuchte der Versicherte nach der obligatorischen Schulzeit die G.____ Schule in Y.___ _, um sich zum Informatiker auszubilden. Diese Ausbildung musste er aber nach 1,5 Jahren aus finanziellen Gründen abbrechen. Ein Blick auf die Homepage der G.____ Schule ergibt, dass die dort angebotenen Informatik-Lehrgänge zwischen 3 und 4 Jahren dauern, weshalb der Beschwerdeführer dort keinen Lehrabschluss ma- chen konnte. Auch sein durch die IV finanziertes Arbeits training bei der F.____ GmbH, welches vom 1. Februar 2016 bis 31. Juli 2016 dauerte, und bei welchem er ein Kurs-Zertifikat "Microsoft Certified Solutions Associate (MCSA): Windows Server 2012" (vgl. act. 238 Seite 11) erwarb, er- setzt nicht den Nachweis einer (mindestens) dreijährigen Ausbildung zum Informatiker. Daran ändert die Tatsache nichts, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der aussendienstlichen Ab- klärung vom 28. August 2014 (act. 29) erklärte, eine Leh re als Informatiker abgeschlossen zu haben. Auch aus den gleichlautenden Angaben gegenüber den Gutachtern der C.____ und der mehrjährigen Praxistätigkeit kann nicht ohne weiteres geschlossen werden, dass der Beschwer- deführer effektiv über einen Abschluss als Informatiker verfügt bzw. die entsprechenden Qualifi- kationen aufweist. Unter diesen Umständen ist fraglich, o b hinsichtlich des aufgrund der LSE berechneten Invalideneinkommens das Kompetenzniveau 2 h erangezogen werden kann. Nach der bundesgerichtlichen Praxis rechtfertigt sich die Anwe ndung des Kompetenzniveaus 2 (BGE 142 V 178 E. 2.5.3.1 und 2.5.3.2) nämlich nur dann, wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann und wenn sie über beson- dere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (Urteil des B undesgerichts vom 11. Oktober 2017, 8C_457/2017, E. 6.3 mit Hinweisen und Beispielen). A nsonsten zieht das Bundesgericht den Durchschnittslohn von Anforderungsniveau 4 (Total; seit L SE 2012: Kompetenzniveau 1) heran (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Oktober 2017, 8C_457/2017, E. 6.3). Da im vorliegenden Fall auch unter Berücksichtigung des Kompetenzniveaus 1 kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert, wie nachfolgend dargelegt wird, kann diese Frage letztlich offenbleiben. 5.3.3.3 Ausgehend von einer vollschichten Arbeitsfähig keit in einer leidensadaptierten Tätigkeit beträgt das statistische Invalideneinkommen Fr. 67'767.- -. Grundlage hierfür bildete die LSE 2018, Tabelle TA1, Privater Sektor Total, Kompetenzniveau 1, Spalte Männer, und ein mo- natliches Einkommen von Fr. 5'417.--. Nach Umrechnung a uf die betriebsübliche wöchentliche Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitszeit von 41,7 Stunden resultierte das Invalidene inkommen von Fr. 67'767.--. Setzt man diesen Betrag dem (parallelisierten) Valideneinkommen in Höhe von Fr. 63'765.-- (vgl. oben E. 5.2.3) gegenüber, wird deutlich, dass der Beschwerdeführer ein rentenausschliessendes Einkom- men erzielen könnte. Selbst wenn man bei der Berechnun g des Invaliditätsgrads das Invaliden- einkommen von Fr. 67'767.-- mit dem ebenfalls gestützt a uf die LSE 2018 berechnete Validen- einkommen in Höhe von Fr. 68'161.-- (vgl. ebenfalls obe n 5.2.3) vergleichen würde, würde ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 0.6 % (vgl. Art. 10 UVG) resultieren. 5.4 Als Zwischenergebnis ist daher festzustellen, dass der Beschwerdeführer auch unter Berücksichtigung des parallelisierten bzw. des auf die LSE 2018 basierenden Valideneinkom- mens von Fr. 63'765.-- bzw. Fr. 68'161.-- und des gestützt auf die LSE 2018, Kompetenzniveau 1, berechneten Invalideneinkommens von Fr. 67'767.-- keinen Anspruch auf eine Rente der Un- fallversicherung hat. 6.1 Zu prüfen ist weiter die Frage, ob die Beschwerde gegnerin zu Recht den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung abgelehnt hat. 6.2 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall ein e dauernde und erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behand- lung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Nach Art. 36 Abs. 1 UVV gilt ein Integritätsschaden als dau- ernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang be- steht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche , geistige oder psychische Integrität, unab- hängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). Fallen meh- rere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt (Art. 36 Abs. 3 Satz 1 der Verordnung über die Unfal lversicherung [UVV] vom 20. Dezember 1982). Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsen tschädigung in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Inte gritätsschadens abgestuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen darf. Letzteres gilt auch, wenn eine Gesamtentschädigung für mehrere körperliche, geistige oder psy- chische Integritätsschäden zur Ausrichtung gelangt (Art. 36 Abs. 3 Satz 2 UVV). Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vo rschrift gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 218 E. 2a; RKUV 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. 6.3 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integrität sschäden entspricht die Entschädi- gung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrags des versicherten Verdiensts (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet. Das gilt auch für das Zusammenfallen mehrerer körperlicher, geistiger und psychischer Integrit ätsschäden (Ziff. 1 Abs. 2). In diesem Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zusammenhang hat die Suva in Weiterentwicklung der bund esrätlichen Skala zusätzliche Be- messungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. D iese in den Mitteilungen der Medizini- schen Abteilung der Suva Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und er- gänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66 [nachfolgend: Suva-Tabellen]) sind, soweit sie ledig- lich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet wer- den soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hinweis). 6.4 Bei der Bestimmung des Schweregrads einer gesundhe itlichen Beeinträchtigung handelt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche Mit- hilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkun- digen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelasse- nen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem medizi- nischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beurteilung der In- tegritätseinbusse obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2012, 8C_659/2011, E. 3.3 mit Hinweisen). 6.5.1 Im vorliegenden Fall beurteilte der Suva-Kreis arzt Dr. med. H.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, ei nen allfälligen Integritätsschaden. Er stützte sich dabei auf die Ausführungen im Gutachten de r C.____ vom 16. Oktober 2018 (Seite 8) und stellte fest, dass die Bewegungsausmasse auf der rechten Seite nur endgradige marginale Einschränkungen im Vergleich zu links sowie im Vergleich zur Norm gemäss Messblatt aufweisen würden. Sonstige strukturelle Unfallfolgen, wie zum Beispiel eine posttraumatische Arthrose, seien nicht gegeben und im Gutachten der C.____ weder benannt noch dokumentiert worden. Diese seien auch bei einer SLAP-Läsion, wie sie vorhanden und operativ behandelt worden sei, nicht zu erwarten. Gemäss Tabelle 1 der Suva sei bei ei ner Funktionseinschränkung aufgrund von Unfallfolgen an der Schulter, bei welcher der Arm nur noch bis zur Horizontalen gehoben werden könne, eine Integritätsentschädigung von 15 % geschuldet. Könne der Arm bis maximal 30° über die Horizontale (gesamthaft 120°) angehoben werden, so werde dies immer noch mit einem Integritätsschaden von 10 % bewertet. Der Versicher te habe gemäss den im Gutachten dokumentierten Funktionswerten jedoch im Vergleich zu den auf den orthopädischen Messblät- tern aufgeführten Normwerten eine nahezu uneingeschrä nkte Funktion im Schultergelenk, der weit weg von einer Erheblichkeit sei. Es sei daher kei ne Integritätsentschädigung nach den Ta- bellen der Suva (im Speziellen nach Suva-Tabellen 1 und 5) geschuldet. 6.5.2 Es besteht vorliegend kein Anlass, in grundsätzlicher Hinsicht an der Richtigkeit der Feststellungen des Kreisarztes Dr. H.____ zu zweifeln. Re chtsprechungsgemäss können Be- richte versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen soweit berücksichtigt werden, als keine – auch nur geringe – Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussf olgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). Solche Zweifel sind vorliegend zu verneinen und werden nicht durch anderslautende me- dizinische Berichte begründet. Dr. H.____ stützte sich bei seiner Beurteilung in erster Linie auf die im Gutachten der C.____ vom 16. Oktober 2018 genannten Restfolgen und kam – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – unter Berücksichtigun g der festgestellten Bewegungs- ausmasse im Bereich der Schultergelenke zum Schluss, dass die rechte Schulter nur endgradig Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht marginale Einschränkungen aufweise. Er schätzte gestützt a uf diese Ausführungen in korrekter Anwendung des Anhangs 3 der UVV bzw. der massgeblichen Suva-Tabellen 1 und 5 "Integritäts- entschädigung gemäss UVG" den Integritätsschaden zu Recht auf unter 5 %. 6.6 Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Suva davon ausging, dass aufgrund des Unfalls vom 26. Juni 2014 kein erheblicher, entschädigungspflichtiger Integritäts- schaden verblieben ist und die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung abgelehnt hat. 7. Der Beschwerdeführer äussert sich im vorliegenden Ver fahren auch dahingehend, die Suva habe die Kosten für eine Ausbildung zum Informatiker zu übernehmen. Dabei scheint er zu verkennen, dass es nicht Aufgabe der Unfallversicherung ist, Eingliederungsmassnahmen in Form von beruflichen Massnahmen durchzuführen und zu finanzieren. Vielmehr obliegt dies der IV (vgl. Art. 8 ff. des Bundesgesetzes über die Invalide nversicherung [IVG] vom 19. Juni 1959), weshalb der Beschwerdeführer dieses Anliegen gegenüber der IV vorbringen muss. 8. Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentsch eid der Suva vom 21. Sep- tember 2021 nicht zu beanstanden. Es wurde zu Recht fest gestellt, dass der Beschwerdeführer weder Anspruch auf eine Rente noch auf eine Integritätsentschädigung hat. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 9.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinde n. Nach Art. 61 lit. f bis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 9.2 Dem Prozessausgang entsprechend wird dem Beschwerdefü hrer keine Parteientschä- digung zugesprochen (Art. 61 lit. g ATSG). Da ihm jed och mit Verfügung vom 25. Januar 2022 die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertr eter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 9. März 2022 einen Aufwand von 9.083 3 Stunden geltend gemacht, was in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie der erbrachten Bemühun- gen angemessen erscheint. Nicht zu beanstanden sind die A uslagen in Höhe von Fr. 144.10. Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist deshalb ein H onorar in der Höhe von Fr. 2'111.75 (9.0833 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 144.10 sowie 7.7% Mehr- wertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufm erksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'111.75 (inkl. Auslagen und 7.7% Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs http://www.bl.ch/kantonsgericht