B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5995/2011 U r t e i l v o m 8. J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richterin Contessina Theis; Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 29. September 2011 / N (…). D-5995/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin, eine Singhalesin mit letztem Wohnsitz im Kur u- negala Distrikt, verliess ihren Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 5. Juni 2011 und gelangte auf dem Luftweg über Singapur und Ban gkok am 20. Juni 2011 in die Schweiz, wo sie gleichentags im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Erstbefragung im EVZ vom 4. Juli 2011 sowie der Anh ö- rung vom 10. August 2011 machte die Beschwerdeführerin zur Begrü n- dung ihres Asylgesuches im Wesentlichen geltend, sie habe im Jahr 1989 unbeabsichtigt an einem Kurs der People's Liberation Front ("Janatha Vimukthi Peramuna" [JVP]) teilgenommen und sei dabei am (…). Dezember verhaftet worden. Am Vortag ihrer Entlassung sei sie ver- gewaltigt worden, wobei sie später erfahren habe, dass es sich beim T ä- ter um C._______ gehandelt habe. Nach ihrer Entlassung aus der Haft sei sie angesichts der Geschehnisse von ihrer Familie verstossen wo r- den. Da sie keine andere Möglichkeit gehabt ha be, habe sie mit einer Person Kontakt aufgenommen, deren Telefonnummer man ihr bei der Entlassung zugesteckt habe. Bei dieser Person habe es sich um C._______ gehandelt. In der Folge sei sie jahrelang die Geliebte C._______s gewesen. Im Jahr (…) habe sie einen Mann geheiratet, dem sie von ihrer Beziehung mit C._______ erzählt habe . (…) sei ihr Sohn geboren. Ihr Ehemann habe (…) Selbstmord begangen. Daraufhin sei sie erneut von C._______ unterstützt worden, insbesondere habe er ihr ein Haus in D._______ gekauft. Am (…) 2009 sei der Nachrichtendienst in diesem Haus erschienen und habe sich nach C._______ erkundigt. Sie habe C._______ umgehend benachrichtigt, worauf dieser ein Fahrzeug geschickt habe, um die Beschwerdeführerin und ihren Sohn wegzubri n- gen. Seit diesem Tag bestehe kein direkter Kontakt mehr zu C._______, er habe sie jedoch weiterhin finanziell und mittels Naturalien unterstützt. Verschiedene Personen hätten sie dann jedoch wissen lassen, dass die Beziehung zwischen C._______ und ihr bekannt g eworden sei und es besser wäre, sie würde das Land verlassen. Sie sei daraufhin innerhalb E._______ umgezogen und habe unter falschem Namen eine Stelle in einer Textilfabrik angenommen. Als es unter den Fabrikarbeitern zu einer Demonstration gekommen sei, an welcher sie ebenfalls teilgenommen habe, sei sie von der Polizei mitgenommen worden. Da sie sowie andere festgenommene Personen verletzt gewesen seien, habe man sie in ein Spital gebracht, von wo aus sie geflüchtet und schliesslich ausgereist sei. D-5995/2011 Seite 3 B. Mit Verfügung vom 29. September 2011 – eröffnet am 30. September 2011 – stellte das BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüch t- lingseigenschaft nicht und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig wurde sie aus der Schweiz weggewiesen und der Wegwei sungsvollzug ang e- ordnet. Zur Begründung führte das Bundesamt zusammengefasst aus, die Vo r- bringen der Beschwerdeführerin, von ihrer Familie verstossen worden zu sein, sowie diejenigen im Zusammenhang mit ihrer Teilnahme an einer Demonstration im Rahmen ihrer Täti gkeit in der Textilfabrik widerspr ä- chen der allgemeinen Erfahrung und/oder der Logik des Handelns und seien daher unglaubhaft. Asylrelevante Gründe für eine künftige staatl i- che Verfolgung seien aufgrund der Schilderungen der Beschwerdeführ e- rin keine ersichtlich. Der Wegweisungsvollzug sei zulässig, zumutbar und möglich. C. Gegen die Verfügung des BFM vom 29. September 2011 reichte d ie Be- schwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 31. Oktober 2011 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein u nd stellte folgende Anträge: – Die angefochtene Verfügung sei wegen Verletzung formellen Rechts aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. – Eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache sei zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. – Eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin festzustellen. Es sei ihr in der Schweiz Asyl zu gewähren. – Eventuell sei die angefochtene Verfügung betreffend die Ziffern 4 und 5 aufzuheben und es sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollz u- ges festzustellen. – Eventuell sei die angefochtene Verfügung betreffend die Ziffern 4 und 5 aufzuheben und es sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zuges festzustellen. D-5995/2011 Seite 4 – Bei Aufhebung und Rückweisung an die Vorinstanz sei das BFM an- zuweisen, sämtliche Herkunftsländerinformationen, auf welche es seinen Entscheid stütze, in geeigneter Weise offenzulegen. – Eventuell sei das BFM im Rahmen des Beschwerdeverfahrens anz u- weisen, sämtliche Herkunftsländerinformationen, auf welche es se i- nen Entscheid stütze, in geeigneter Weise offenzulegen . Der Be- schwerdeführerin sei eine angemessene Frist einzuräumen, um zu diesen Informationen Stellung zu nehmen. – Vor Gutheissung der Beschwerde sei dem unterzeichneten Anwalt e i- ne angemessene Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote zur Bestimmung der Parteientschädigung anzusetzen. Aus der Besc hwerdebegründung ergibt sich zudem der Antrag, dem Rechtsvertreter sei das Spruchgremium bekannt zu geben. Für die Begründung der Beschwerdebegehren sowie die mit der B e- schwerde eingereichten Beweismittel wird, soweit für den Entscheid w e- sentlich, auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen. D. Mit Verfügung vom 9. November 2011 teilte der Instruktionsrichter der Beschwerdeführerin mit, sie könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten und über die weiteren Verfahrensanträge werde zu e i- nem späteren Zeitpunkt befunden. E. Die Mitteilung des Spruchgremiums erfolgte sodann mit Verfügung vom 5. Dezember 2011. Gleichzeitig wurde die Vorinstanz zur Einreichung e i- ner Vernehmlassung eingeladen. F. Mit Eingabe vom 7. Dezember 2011 ergänzte der Rechtsvertreter die Be- schwerdeschrift angesichts des zwischenzeitlich ergangenen Grundsat z- urteils des Bundesverwaltungsgerichts ( BVGE 2011/24) und reichte gleichzeitig die deutsche Übersetzung eines von der Beschwerdeführerin bereits im erstinstanzlichen Verfahren abgegeben en Beweismittels sowie seine Kostennote ein. Eine Kopie der Eingabe sowie des Beweismittels wurde dem BFM im Nachgang zur Verfügung vom 5. Dezember 2011 zu- gestellt. D-5995/2011 Seite 5 G. Das Bundesamt äusserte sich mit seiner Vernehmlassung vom 16. Dezember 2011 zu den Vorbrin gen der Beschwerdeführerin und b e- antragte die Abweisung der Beschwerde. H. Mit Verfügung vom 20. Dezember 2011 wurde der Beschwerdeführerin eine Kopie der vorinstanzlichen Vernehmlassung zur Kenntnis gebracht und ihr Frist zur Einreichung einer Replik einger äumt. Mit Eingabe vom 4. Januar 2012 macht die Beschwerdeführerin von ihrem Äusserung s- recht Gebrauch. I. Am 23. Juli 2012 erhielt das Bundesverwaltungsgericht Kenntnis von e i- nem beabsichtigten Ehevorbereitungsverfahren der Beschwerdeführerin. Auf entsprechen de telefonische Nachfrage beim zuständigen Z i- vilstandsamt ergab sich, dass noch kein formelles Gesuch vorliege. Auf weitere Anfrage am 22. November 2012 teilte das zuständige Z i- vilstandsamt mit, das Verfahren sei hängig. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. D-5995/2011 Seite 6 1.2 Das Verfahren richte t sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4 Das Ersuchen der Beschwerdeführe rin, dem BFM sei angesichts der Eingabe vom 7. Dezember 2011 allenfalls die Möglichkeit einer weiteren Vernehmlassung einzuräumen, erweist sich als gegenstandslos, nac h- dem das BFM von der Rechtsschrift des Rechtsvertreters (samt Beilagen) bereits während der laufenden ersten Vernehmlassungsfrist Kenntnis er- halten hat (vgl. vorstehend Bst. F). 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Die Beschwerdeführerin macht in formeller Hinsicht geltend, die Vo r- instanz habe in verschiedener Weise ihren Anspruch auf rechtliches G e- hör verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt mangelhaft und u n- richtig festgestellt. So sei ihr wichtigstes Asylvorbringen, nämlich ihre langjährige Liaison zu C._______, überhaupt nicht Gegenstand der Sachverhaltsprüfung durch das Bundesamt gewor den. Dies obschon die Beschwerdeführerin explizit zum Ausdruck gebracht habe, da ss sie au f- grund ihrer Verbindung zu C._______ sowohl von Seiten der Gehei m- dienstleute als auch von Seiten von Verbindungsleuten C._______s ernsthafte Schwierigkeiten zu befürchten habe. Eine Verletzung der B e- gründungspflicht wie auch eine mangelhafte und unrichtige Sachverhalts- abklärung liege sodann darin, dass das BFM notwendige Informationen, insbesondere aktuelle Länderinformationen zu Sri Lanka, nicht beigez o- gen habe. Zudem stelle das BFM mehrfach Behauptungen zur Begrü n- dung der Unglaubhaftigkeit der Angaben der Beschwerdeführerin auf, oh- ne dafür eine nachvollziehbare Begründung anzuführen. Indem das BFM D-5995/2011 Seite 7 in allgemeiner Weise auf seine Erkenntnisse verweise, ohne dazu Que l- len anzugeben, verunmögliche es der Beschwerdeführerin eine Überpr ü- fung auf Vollstän digkeit, Nachvollziehbarkeit, Schlüssigkeit und damit Korrektheit. Das Bundesamt sei deshalb mit der Aufhebung der angefoch- tenen Verfügung und der Rückweisung anzuweisen, seine Länderinfo r- mationen offenzulegen und der Beschwerdeführerin eine Frist zur Ste l- lungnahme einzuräumen. Eine Verletzung der Begründungspflicht liege auch vor, wenn das BFM argumentiere, "angesichts des srilankischen Familienverständnisses" falle es schwer zu glauben, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 1989 von i h- rer Herkunftsfamilie verstossen worden sei. Weder lege das Bundesamt dar, wodurch sich das "srilankische Familienverständnis" überhaupt au s- zeichne, noch inwiefern die Vorbringen der Beschwerdeführerin vor di e- sem Hintergrund unglaubhaft seien. Dasselbe gelte für das Argument, es sei unlogisch und nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin be- fürchte, wegen ihrer Mitgliedschaft in einer "legalen Gewerkschaft" künftig Probleme zu bekommen. Sollte das Bundesverwaltungsgericht davon ausgehen, die Verletzung des rechtlichen Ge hörs könne im Beschwerdeverfahren geheilt werden, so seien der Beschwerdeführerin – um ihrem Akteneinsichtsrecht Genüge zu tun – sämtliche Informationen, auf die sich das BFM stütze (insbeso n- dere die Herkunftsländerinformationen) offen zu legen und es sei ihr eine angemessene Frist zur Stellungnahme einzuräumen. Eine weitere Verletzung ihres Anspruches auf rechtliches Gehör sieht die Beschwerdeführerin darin, dass die von ihr eingereichten Beweismittel vom Bundesamt ignoriert worden seien. Die in der angefochtenen Verfü- gung aufgeführte Begründung, an der fehlenden Asylrelevanz vermöc h- ten auch die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern, stützten diese doch lediglich die Vorbringen der Beschwerdeführerin, entbehre jeglicher vernünftiger, logischer und nachvollziehbarer Begründung. Damit weigere sich die Vorinstanz, die entsprechenden Beweismittel als solche zu b e- handeln. 3.2 Diese verfahrensrechtlichen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allen- falls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schwei- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 und 1994 Nr. 1; Alfred Kölz/Isabelle Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts- pflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225 mit weiteren Hinweisen). D-5995/2011 Seite 8 3.3 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bunde s- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]; Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 und Art. 29 AsylG) ergibt sich, dass Asylsuchenden die relevanten Akten offenzulegen sind und ihnen das Recht zur Äusserung (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG) sowie die Möglic h- keit, Einfluss auf die Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts zu nehmen, zu gewähren ist. Ausserdem haben die verfügenden Behörden ihrer Pflicht zur Begründung in genügender Weise nachzukommen. Art. 35 Abs. 1 VwVG umschreibt den Inhalt der Begründungspflicht nicht näher, die Begründung eines Entscheides muss jedoch s o abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann, was nur der Fall ist, wenn sich sowohl der von der Verfügung B e- troffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des En t- scheides ein Bild machen können. Die ver fügende Behörde muss sich zwar nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen, sondern kann sich auf die w e- sentlichen Gesichtspunkte beschränken. Sie hat aber wenigstens kurz die Überlegungen anzuführen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Begründungsdichte richtet sich dabei nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen und den Interessen des Betroffenen, wobei bei schwerwiegenden Eingriffen in die rec htlich geschützten Interessen des Betroffenen eine sorgfältige Begründung ve r- langt wird (vgl. LORENZ KNEUBÜHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 6 ff. zu Art. 35 VwVG; BVG E 2008/47 E. 3.2 S. 674 f., BVGE 2007/30 E. 5.6 S. 366 f.). 3.3.1 In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin behauptete Bezi e- hung zu C._______ ist zunächst darauf hinzuweisen, dass das Bundes- amt die entsprechenden Vorbringen in der angefochtenen Verfügung – im Rahmen der Wiedergabe der Ausführungen der Beschwerdeführe rin – sehr wohl erwähnte. Damit ist auszuschliessen, dass die Vorinstanz diese Angaben der Beschwerdeführerin unberücksichtigt gelassen bezi e- hungsweise übersehen hat. Zutreffend ist hingegen, da ss die angebliche Beziehung beziehungsweise die entsprechenden Angaben der B e- schwerdeführerin von der Vorinstanz nicht ausdrücklich gewürdigt w ur- den. Somit erscheint zwar klar, dass das BFM diese Vorbringen als nicht geeignet erachtete, die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin zu begründen, unklar bleibt jedoch, ob sie als unglaubhaft oder nicht asylr e- levant qualifiziert wurden. Insofern ist der Beschwerdeführerin zuzusti m- men, dass die Vorinstanz damit ihrer Begründungspflicht nicht hinre i-D-5995/2011 Seite 9 chend nachgekommen ist. Die Heilung einer Gehörsverletzung aus pr o- zessökonomischen Gründen auf Beschwerdeebene ist jedoch möglich, sofern das Versäumte nachgeholt wird, die beschwerdeführende Partei dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerdeinstanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tatbestand und Rechtsa n- wendung zukommt, sowie die festgestellte Verletzung nicht schwerwi e- gender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerd e- instanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt werden kann (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f., mit weiteren Hinweisen). Im Rahmen der auf Beschwerdeebene eingereichten Vernehmlassung holte die Vorinstanz ihr Versäumnis nach. In der Folge wurde der Beschwerdeführerin mit Verf ü- gung vom 20. Dezember 20 11 die Möglichkeit eingeräumt, zu den Au s- führungen der Vorinstanz in der Vernehmlassung Stellung zu nehmen. In- folgedessen ist ihr aus der unzureichenden Begründung der vorinstanzl i- chen Verfügung kein Rechtsnachteil erwachsen. Eine Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz käme einem prozessrechtlichen Leerlauf gleich, insbesondere auch deshalb, weil die Beschwerdeinstanz über eine umfassende Kognition verfügt; daraus erhellt, dass die vorgängig festg e- stellte Verletzung des rechtlichen Gehörs auf Beschwer deebene geheilt worden ist. Der Verfahrensmangel wird indessen im Entschädigungspunkt zu berücksichtigen sein (EMARK 2003 Nr. 5; vgl. nachstehend E. 10). Im Übrigen bestand für die Vorinstanz angesichts ihrer Äusserungen in der Vernehmlassung kein Anlass, eingehend zur Person von C._______ Stellung zu nehmen. Das vorstehend Gesagte gilt auch bezüglich der von der Beschwerde - führerin geäusserten Kritik (Verletzung der Begründungspflicht) zum von der Vorinstanz erwähnten sri -lankischen Familienverständnis. Da s BFM hat sich auch hierzu in seiner Vernehmlassung vom 16. Dezember 2011 geäussert. 3.3.2 Bezüglich der beantragten Offenlegung sämtlicher Herkunftsländer - informationen, auf die das BFM seinen Entscheid gestützt habe, ist zu - nächst festzustellen, dass sich in den vorinstanzlichen Akten wie in sbe- sondere in der angefochtenen Verfügung keinerlei explizit bezeichnete Länderberichte oder –informationen über die Situation im Heimatland der Beschwerdeführerin befinden, in welche ihr das BFM hätte Einsicht gewähren können. Im Übrigen handelt es sich bei den aus Länderdoku - mentationen gewonnenen Erkenntnissen um allgemeines Fachwissen, welches als solches nicht herausgegeben werden kann. Schliesslich ist davon auszugehen, dass das BFM der Beschwerdeführerin mit Schreiben D-5995/2011 Seite 10 vom 10. Oktober 2011 alle entscheidwesentlichen Verfahrensakten im gesetzlich zulässigen Umfang ediert hat, nachdem im Beschwerde - verfahren, insbesondere der Beschwerdeergänzung sowie der Replik, keine anderslautende Rüge erhoben wurde. Insgesamt liegt somit keine Verletzung des Akteneinsichtsrechts vor und der Antrag der Beschwerde- führerin, das BFM sei anzuweisen, sämtliche Herkunfts länderinfor- mationen, auf welche es seinen Entscheid stütze, in geeigneter Weise offenzulegen und eine Frist zur Stellu ngnahme zu gewähren, ist ebenso abzuweisen wie der Antrag, die Sache sei aus diesem Grund zu kassieren und an die Vorinstanz zurückzuweisen. 3.3.3 Die Beschwerdeführerin wirft dem Bundesamt im Weiteren vor, es verletze den Anspruch auf rechtliches Gehör, indem es die von ihr eing e- reichten Beweismittel einfach ignoriere. Dabei verkennt die Beschwerde- führerin, dass die Vorinstanz die Beweismittel nicht übersehen, sondern sie als unerheblich erachtet hat, indem sie ausführte, an der fehlenden Asylrelevanz vermöchten auch die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern. D ie Frage, ob sich Beweismittel als erheblich erweisen oder nicht, tangiert nicht den Anspruch auf rechtliches Gehör, sondern stellt ei- ne Frage der zutreffenden Beweiswürdigung dar. 3.3.4 Schliesslich macht die Beschwerdeführerin in ihrer Replik geltend, der Vernehmlassung des BFM lasse sich entnehmen, dass anlässlich der Anhörung durch die Dolmetscherin eine Übersetzung des von der B e- schwerdeführerin eingereichten Briefes angefertigt worde n sei. Allerdings sei diese Übersetzung weder im Akten - noch im Beweismittelverzeichnis aufgeführt. Damit würden einschlägige Gesetzesvorschriften verletzt. Notwenige Voraussetzung für die Ausübung des Akteneinsichtsrechts (vgl. zur Akteneinsicht Art. 26 VwVG) ist, dass die Verwaltung Akten bi l- det. Es ergibt sich damit eine der Akteneinsicht vorgelagerte Verpflichtung zur Aktenführung. Die in den Akten dokumentierte Information muss g e- wisse Quali tätskriterien erfüllen, nämlich Richtigkeit (die dokumentierte Information muss mi t den zugrunde liegenden Tatsachen übereinsti m- men), Vollständigkeit (alle relevanten Elemente müssen vorhanden und genügend detailliert festgehalten sein) sowie Klarheit beziehungsweise Nachvollziehbarkeit (es muss erkennbar sein, welch e Information für das Handeln der Behörde ausschlaggebend waren) (STEPHAN C. BRUNNER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 9 zu Art. 26 VwVG mit weiteren Hinweisen). D-5995/2011 Seite 11 Im Aktenverzeichnis der Vorinstanz ist das Aktenstück A 15/16 als "BFM- Anhörungsprotokoll + Beweismittel" beschrieben. Beim Beweismittel han- delt es sich um die in eine r separaten Sichtmappe abgelegte Kopie des von der Beschwerdeführerin eingereichten Briefes sowie um dessen a n- lässlich der Anhörung vorgenommene Übersetzung. Dass eine Kopie des Schreibens zu den Akten genommen wurde, ergibt sich aus dem Anh ö- rungsprotokoll (vgl. S. 13). Zwar wäre im Sinne einer vollständigen Prot o- kollierung eine Notiz im Protokoll, dass eine Übersetzung des eingereich- ten Schreibens erfolgte und diese ebenfalls zu den Akten genommen wurde, wünschenswert gewesen. Ebenso ein Vermerk im Aktenverzeic h- nis, dass sich auch eine Übersetzung des Beweismittels in den Akten be- finde. Da es sich jedoch um ein in der Muttersprache der Beschwerdefüh- rerin verfasstes , von ihr eingereichtes Dokument handelt, über welches sie – im Original – noch verfügte, war für die Beschwerdeführerin ohne Weiteres erkennbar, ob die Vorinstanz von einem zutreffenden Inhal t des Schreibens ausging. Mithin kann das Gericht im fehlenden Hinweis im Protokoll sowie im Aktenverzeichnis, dass das Beweismittel samt Übe r- setzung zu den Akten genommen wurde, keine Verletzung der Aktenfü h- rungspflicht erkennen. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ih rer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.1.1 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw ei- sen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlic h- keit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder mass geblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). D-5995/2011 Seite 12 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vag en Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vo r- bringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch da r- stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringe n auswechselt, steigert oder u n- begründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der um Asyl ersuchenden Person. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer G e- samtwürdigung die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsda r- stellung des Asylsuchenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei i st auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; vgl. BVGE 2010/57 E. 2.3; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.). 4.1.2 Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides massgeblich. Ausga ngspunkt der Prüfung ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Furcht vor einer bereits erfolgten oder absehbaren Verfolgung im Heimatstaat. Ve r- änderungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind z ugunsten und zulasten der ein Asylgesuch ste l- lenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 und BVGE 2007/31 E. 5.3, mit weiteren Hinweisen). Die erlittene Verfolgung oder die begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7.2 und dort zitierte Urteile). 4.2 Das BFM führt zur Begründung des ablehnenden Entscheid es z u- nächst aus, angesichts des sri -lankischen Familienverständnisses sei es schwer zu glauben, dass die Beschwerdeführerin als Folge der 1989 erlit- tenen Vergewaltigung von ihrer Herkunftsfamilie verstossen und auch nach dem Selbstmord ihres Ehemannes im J ahr (…) nicht wieder im Kreis ihrer Familie aufgenommen worden sei. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um die (…) der vier (…) handle, welcher man eine ausgezeichnete Schulbildung finanziert D-5995/2011 Seite 13 habe und die inzwisch en auch einen Enkel beziehungsweise Neffen g e- boren habe. Ausserdem habe die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Be- fragungen ausgesagt, dass sie aus Angst vor Verfolgung nicht unter i h- rem wirklichen Namen in der Textilfabrik gearbeitet habe. Weshalb sie trotz dieser Angst an der Demonstration nicht nur teilgenommen, sondern gleich an vorderster Front demonstriert habe, habe sie nicht schlüssig e r- klären können. Jedenfalls entspreche ein solches Vorgehen nicht einem rationalen Verhalten, wenn man gleichzeitig befürchte, entdeckt zu we r- den. Diese Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten den Anforderu n- gen an die Glaubhaftigkeit nicht stand. Weiter argumentiert die Vori n- stanz, in den Schilderungen der Beschwerdeführerin zu den Geschehni s- sen um die Gewerkschaftsde monstration fänden sich keinerlei Hinweise dafür, dass die sri -lankischen Behörden ein ernsthaftes Interesse daran haben sollten, gerade sie zu verfolgen. Abgesehen von ihrer Zugehöri g- keit zu einer legalen Gewerkschaft sei sie, ihren eigenen Angaben zufo l- ge, keiner politischen Tätigkeit nachgegangen. Demnach habe sie keiner- lei politisches Profil und es könne nicht davon ausgegangen werden, dass sie in ihrer Heimat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von asylrel e- vanten Schwierigkeiten bedroht sei. Aus diesen Gründen seien die Vo r- bringen der Beschwerdeführerin nicht asylrelevant. 4.3 Die Beschwerdeführerin lässt diesen Ausführungen auf Beschwerd e- ebene entgegen halten, aus ihrer langjährigen Liaison mit C._______ er- gebe sich insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Lage in Sri Lanka eine individuelle, asylrelevante Gefährdung. C._______ sei in Sri Lanka eine Person "non grata" . Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und seine Inhaftnahme korrespondierten mit dem von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Zeitraum, in dem sie vom CID (Criminal Investigation D e- partement) wegen ihrer Verbindung zu C._______ aufgesucht worden sei. Daraus ergebe sich auch ihre persönliche Verfolgung, selbst wenn sie persönlich nicht über ein politisches Profil verfüge. Im Weiteren we n- det die Beschwerdeführerin ein, sie sei entgegen der Annahme des Bu n- desamtes 1989 von ihrer Familie in erster Linie aufgrund ihrer angebl i- chen Verbindung zur JVP verstossen worden, und nicht aufgrund der erlit- tenen Vergewaltigung während ihrer Inhaftierung. I hre Eltern hätten ihr nicht geglaubt, dass sie unwissentlich an einer Versammlung der JVP teilgenommen habe, sondern seien davon ausgegangen, der Staat habe einen berechtigten Grund gehabt, sie festzunehmen. Da insbesondere der Vater der Beschwerdeführerin als Armeeangehöriger selber für den sri-lankischen Staat gearbeitet habe, seien ihre Vorbringen sehr glau b- haft. Hinzu komme hinsichtlich der Mitgliedschaft der Beschwerdeführerin D-5995/2011 Seite 14 in der Gewerkschaft, dass ihre Beteiligung an der Gewerkschaftskundg e- bung im Jahr 2011 und die dannzumal erfolgte Festnahme lediglich der Abschluss einer langen Kette von asylrelevanten Faktoren darstelle. Z u- dem sei es in Sri Lanka keineswegs so, dass sich die Mitgliedschaft in Gewerkschaften, selbst wenn diese legal sei, so probl emlos gestalte, wie dies das BFM postuliere. Vielmehr komme es regelmässig zu Übergriffen der Sicherheitskräfte auf Protestierende und zu schweren Mensche n- rechtsverstössen. Aus den Anhörungsprotokollen gehe klar hervor, dass es sich zwar bei der entsprechenden Gewerkschaft um eine legale g e- handelt habe, doch habe es nach der Demon stration eine Anklage gegen die Gewerkschaft gegeben, die als Staatsgegnerin gebrandmarkt worde n sei. Die Beschwerdeführerin habe deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie sich der möglichen Konsequenzen (Zusammenstoss mit Sicherheit s- kräften und zahlreiche Festnahmen) überhaupt nicht bewusst gewesen sei. Gegenteils hätte sie sich nicht daran beteilig t. Damit werde folglich auch das Argument des BFM, es entspreche nicht dem rationalen Ha n- deln, sich an einer Demonstration zu beteiligen, wenn man unter fa l- schem Namen in einer Fabrik arbeite und sich vor Verfolgung fürchte, entkräftet. Es müsse gesagt werden, dass es durchaus logisch und nach- vollziehbar scheine, dass die Beschwerdeführerin, aufgrund ihrer Wi e- derentdeckung anlässlich der Festnahme von 2011 und der mit ihr in Ver- bindung gebrachten Vorgeschichte, mit einer künftigen Bedrohung rec h- nen müsse, insbesondere da nun auch die staatlichen Behörden und die Anhänger C._______s ihre Spur wieder gefunden hätten. Es sei sogar davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bereits bei einer Einre i- se ernsthafte Schwierigkeiten bekommen würde , und dass ihre Vo rge- schichte und die Verbindung zu C._______ auffliegen würde, zumal nach Sri Lanka zurückkehrende Asylsuchende gemäss mehreren Berichten bei der Einreise genau überprüft würden. Durch ihre Verbindung zur polit i- schen Opposition erfülle die Beschwerdeführerin ein spezifisches Risik o- profil. Selbst wenn die Beschwerdeführerin aber ins Land einreisen kön n- te, müsste sie künftig damit rechnen, einerseits Opfer von Übergriffen durch Leute C._______s aber auch der sri -lankischen Sicherheitskräfte oder gar paramilitärischer Gruppierungen zu werden. 4.4 Mit der Eingabe vom 7. Dezember 2011 bekräftigt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die in der Beschwerdeschrift enthaltenen Vo r- bringen. Zudem trägt er vor, aus dem Grundsatzurteil des Bundesverwal- tungsgerichts zu Sri Lanka (BVGE 2011/24 [Anm. des Gerichts]) ergebe sich betreffend erhöhter Verfolgungsgefahr gewisser Personen , dass die Rüge betreffend unvollständiger und unrichtiger Sachverhaltsabklärung D-5995/2011 Seite 15 berechtigt sei. Das BFM habe die Beziehung zwischen der Beschwerd e- führerin und C._______ mit keinem Wort angezweifelt. Es habe diesen rechtserheblichen Sachverhalt nicht als solchen erkannt und folglich auch nicht hinsichtlich der Flüchtlingseigenschaft geprüft. 4.5 In seiner Vernehmlassung vom 16. Dezember 2011 führt das BFM in Bezug auf die Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung aus, die Un- terstellung, es kenne General C._______ nicht, entspreche nicht den Tat- sachen. Es habe jedoch die Vorbringen der Beschwerdeführerin anders gewichtet. Was die langjährige Liaison mit General C._______ betreffe, für welche es im Übrigen keine Beweise gebe, sei festzuhalten, es en t- spreche nicht den Tatsachen, dass das BFM diese Beziehung mit keinem Wort angezweifelt habe. Vielmehr habe es sich nicht dazu geäussert, weil die ganze Schil derung dieser Liaison, die über zwanzig Jahre ged auert haben solle, unglaubhaft dargestellt worden sei. Weiter sei festzuhalten, dass C._______ im (…) 2010 verhaftet und im (…) 2010 zu dreissig M o- naten Haft verurteilt worden sei. Am (…) 2011 sei er gerichtlich zu zusätz- lichen drei Jahren Gefängnis verurteilt worden, womit er bis we it ins Jahr 2015 inhaftiert sei und schon deshalb für die Beschwerdeführerin keine Gefahr darstellen würde. Selbst wenn man dieser Liaison Glauben schenken würde, so das BFM weiter, sei darauf zu verweisen, dass a n- fangs (…) 2009 C._______ im Haus der Beschwerdeführerin gesucht worden sei, nicht sie selbst. Hinsichtlich des in der angefochtenen Verf ü- gung erwähnten "srilankischen Familienverständnisses" sei zu erwähnen, dass die Familie bei Tamilen einen sehr hohen Stellenwert geniesse und im Falle grösserer Krisen alle Familienmitglieder die Konsequenzen tr a- gen würden, weshalb die von der Beschwerdeführerin geschild erten Um- stände nicht glaubhaft seien. Nicht nachvollziehbar sei der Umstand, dass die Beschwerdeführerin, die von C._______ im Army-Camp verge- waltigt worden sei, ausgerechnet ih n später um Hilfe gebeten habe. Sie habe überdies weder anlässlich der Erstbefragung noch an der Anhörung beim BFM geschildert, von C._______ mehrmals mit dem Handy fotogra- fiert worden zu sein. Was an den Anhörungen nicht vorgebracht werde, könne nicht nachträglich einem Rechtsvertreter gegenüber geltend g e- macht werden. Dies insbesondere , nachdem sie am Ende der Anhörung beim BFM auf entsprechende Frage ausdrücklich bestätigt habe, sie h a- be alles sagen können, was ihr für ihr Asylgesuch wichtig erscheine. Im Hinblick auf die mit Eingabe vom 7. Dezember 2011 eingereichte Übersetzung eines Beweismittels fügt die Vorinstanz an, die Angabe der Beschwerdeführerin, die befreundete Familie in Sri Lanka habe Angst, i h-D-5995/2011 Seite 16 ren Sohn weiterhin zu betreuen, weil die Beschwe rdeführerin gesucht werde, werde im eingereichten Schreiben nicht bestätigt. Weiter argumentiert das BFM, dass die Beschwerdeführerin an vorderster Linie an einer Demonstration teilgenommen habe und sich auch noch in kämpferischer Pose habe fotografieren l assen, lasse ihre Angst vor den sri-lankischen Sicherheitsb ehörden wenig glaubhaft erscheinen. Zudem würden die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten sexuellen Übergriffe nur die Person General C._______s betreffen, welcher inha f- tiert sei. 4.6 Den Ausführungen des Bundesamtes hält die Beschwerdeführerin in der Replik zusammengefasst entgegen, es treffe zu, dass es keine B e- weise für ihre Beziehung zu C._______ gebe, doch genüge Glaubhaf t- machung. Die Beschwerdeführerin habe ausführlich und mehrfach zu dieser Beziehung Auskunft gegeben. Ungeschickt sei sodann, dass sich die Vorinstanz für ihre Berufung auf das sri-lankische Familienverständnis auf eine Quelle stütze, welche die Rolle der Familie bei Tamilen themat i- siere. Gerade im Fall des Familienverständn isses und des Ehrbegriffes gebe es zwischen Singhalesen und Tamilen massive Unterschiede. Als naiv sei im Weiteren die Annahme des BFM zu bezeichnen, C._______ stelle für die Beschwerdeführerin aufgrund seiner Inhaftierung keine G e- fahr mehr dar. Seine Helf er und Unterstützer seien nach wie vor aktiv in Sri Lanka. Zudem sei das Wissen um die Existenz einer langjährigen Verbindung auch für den heutigen Präsidenten und seine Entourage von grosser Bedeutung. Aus der von der Beschwerdeführerin eingereichten Übersetzung ergebe sich sodann explizit die Gefährdungssituation des Betreuers ihres Sohnes, sollte sie direkt mit ihm in Kontakt treten. 5. Vorauszuschicken ist, dass die Beschwerdeführerin selber nicht geltend macht, sie erfülle die Flüchtlingseigenschaft alleine aufgrund der behaup- teten Teilnahme an einer Veranstaltung der JVP und der anschliessenden Festnahme im Jahr 1989. Diesbezüglich fehlte es im Übrigen sowohl an der zeitlichen als auch der sachlichen Kausalität. Ebenso wenig bestehen Anhaltspunkte dafür, die Beschwerdeführerin hätte deshalb künftig noch eine Verfolgung zu befürchten. 5.1 Im Hinblick auf die von der Beschwerdeführerin behauptete Liaison mit C._______ erachtet das Bundesverwaltungsgericht die Schlussfolg e- rung des Bundesamtes – die Vorbringen erschienen unglaubhaft – als zu-D-5995/2011 Seite 17 treffend. So hat das BFM zutreffend darauf hingewiesen, dass die Ko n- taktnahme der Beschwerdeführerin mit einer Person, deren Angaben sie im Laufe der Verhaftung und nach erfolgter Vergewaltigung erhalten h a- ben will, abwegig erscheint. Dies selbst wenn man davon ausgehen wol l- te, die Beschwerdeführerin sei von ihrer Familie verstossen worden. Dies- falls wäre von der damals (…)-jährigen Beschwerdeführerin, die über eine gute Schulbildung und einen Platz an der Universität verfügte (vgl. Akten BFM A 4/12 S. 2), zu erwarten gewesen, dass sie sich anders zu helfen wüsste, zumal sie in der weiter en Umgebung von Colombo (ca. (…) km südlich der Hauptstadt) aufgewachsen war. Der Einwand in der Replik, sie habe anfangs nicht gewusst, das s es sich bei den Angaben um dieje- nigen ihres Vergewaltigers gehandelt habe, änder t nichts daran, dass ihr behauptetes Verhalten nicht nachvollziehbar erscheint . Hinzu kommt, dass ihre Schilderungen der Beziehung zu C._______ nicht den Eindruck zu erwecken vermögen, die Beschwerdeführerin habe diese tatsächlich erlebt. Konkrete Angaben dazu, wie diese ( angeblich geheime) Bezi e- hung gelebt worden sein soll, fehlen praktisch gänzlich (vgl. Akten BFM A 15/16 S. 6 f.). Schliesslich erscheint es auch höchst unwah rscheinlich, dass d ie Beschwerdeführerin – wäre ihr behauptetes Verhältnis mit C._______ tatsächlich so brisant gewesen – sich im Zusammenhang mit dem Wahlkampf im Jahr 2010 beiden Lagern hätte entziehen können. Dies umso mehr, als die Beziehung angesichts der behaupteten Durc h- suchung des Wohnortes der Beschwerdeführerin im (…) 2009 ja bereits bekannt gewesen sein müsste. Damit ist den diesbezüglichen Asylvo r- bringen der Beschwerdeführerin – sowohl was eine Gefährdung durch C._______ oder dessen Anhänger, als auch durch die Regierungspartei anbelangt – von vornherein die Grundlage entzogen. Die Freilassung von C._______ aus der Haft im (…) 2012 vermag nach dem Gesagten an der Sachlage nichts zu ändern. Anzumerken bleibt, dass – wie sich aus vorstehenden Ausführungen e r- gibt – offen bleiben kann, ob die Beschwerdeführerin von ihrer Familie verstossen wurde und ob beziehungsweise inwiefern sich das singhalesi- sche vom tamilischen Familienverständnis unterscheidet. Immerhin ist aber darauf hinzuweisen, dass in der von der Beschwerdeführerin eing e- reichten Heiratsurkunde aus dem Jahr (…) als Wohnsitz der Braut F._______ eingetragen ist, mithin derjenige Ort, wo die Beschwerdeführe- rin bei ihrer Familie aufgewachsen ist (vgl. Akten BFM A 4/12 S. 1). D-5995/2011 Seite 18 5.2 Zu prüfen ist im Weiteren, ob die Vorbringen der Beschwerdeführer in hinsichtlich einer Gefährdung zufolge ihrer Teilnahme an einem Streik von der Vorinstanz zu Recht als nicht asylrelevant eingeschätzt wurden. 5.2.1 Der Vollständigkeit halber ist zunächst festzuhalten, dass die von der Beschwerdeführerin geschilderten Ereignisse rund um die Demons t- ration (vgl. Akten BFM A 15/16 S. 10) – setzt man diese als zutreffend voraus und soweit sie die Beschwerdeführerin persönlich betreffen – nicht über das hinausgehen, was im Rahmen des Aufeinandertreffens von D e- monstrierenden und Polizeikräften bedauerlicherweise nicht selten ge- schieht. Ein unzimperliches Anpacken einer Demonstrantin und eine kurzzeitige Festnahme vermögen die erforderliche Intensität für die Erfü l- lung einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG – jedenfalls wenn es sich nicht um wiederholte Ereignisse handelt – nicht zu erreichen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Auslände r- recht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.14). Nur am Rande sei erwähnt, dass die Angaben der Beschwerdeführerin, sie habe sich nur widerwillig an der Demonstration beteiligt (vgl. Akten BFM A 15/16 S. 13), sich nur schwer mit der Pose der Beschwerdeführerin auf dem Bild im eingereichten Zei- tungsausschnitt – sollte es sich dabei tatsächlich um die Beschwerdefü h- rerin handeln – vereinbaren lässt. 5.2.2 Ebenso liegen keine genügenden Anhaltspunkte für eine künftige Verfolgung der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Teilnahme an der D e- monstration vor. Objektive und konkrete Belege dafür, dass sie in ihrem Heimatland gesucht würde, sind keine ersichtlich. Daran vermögen weder die eingereichten Zeitungsartikel noch das Schreiben einer der B e- schwerdeführerin bekannten Privatperson etwas zu ändern. Eine Gefähr- dung der Beschwerdeführerin erscheint zudem auch deshalb unwah r- scheinlich, weil sie selber angab, sie habe im Zeitpunkt der Demonstrat i- on unter einer anderen Identität gearbeitet (vgl. Akten BFM A 15/16 S. 10 und 13, A 4/12 S. 6). 5.3 Nach dem Gesagten ergibt sich, d ass die Vorinstanz die Flüchtling s- eigenschaft de r Beschwerdeführerin zu Recht verneint und das Asylg e- such abgelehnt hat. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich auf die weiteren Vorbringen betreffend Asyl, die übrigen Rügen und Eingaben sowie die als Beweismi ttel eingereichten Beweismittel einzugehen, zumal diese nicht zu einem anderen Entscheid zu führen vermögen. D-5995/2011 Seite 19 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführerin ve rfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, w enn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Au s- länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtli che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere g rausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, D-5995/2011 Seite 20 SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher ode r erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfülle n. Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu mache n, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerde - führerin nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus- schaffung nach Sri Lanka dort mit bea chtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nac h- weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Fol- ter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgeme i- ne Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem G e- sagten ist der V ollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situat ionen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Das Bundesverwaltungsgericht hat im Grundsatzurteil BVGE 2011/24 e i- ne neue Beurteilung der allgemeinen Lage sowie der Situation in den Nord- und Ostprovinzen Sri Lankas unter dem Sicherheitsaspekt vorg e-D-5995/2011 Seite 21 nommen. Unter Berücksichtigung der dortigen Ausführungen sind keine Gründe ersichtlich, welche den Wegweisungsvollzug der Beschwerdefüh- rerin nach Sri Lanka als unzumutbar erscheinen liessen. Des Weiteren sind auch keine individuellen Gründe ersichtlich, welche gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges sprechen würden. Selbst wenn die Beschwerdeführerin, die singhalesischer Ethnie ist, nicht auf die Unterstützung ihrer Familie zurückgreifen könnte, ist davon au s- zugehen, dass sie über einen entsprechenden Bekanntenkreis verfügt, zumal sie auch für ihren in Sri Lanka verbliebenen Sohn eine Betre u- ungsmöglichkeit gefunden hat. Zudem war die Beschwerdeführerin in wirtschaftlicher Hinsicht – geht man von ihrer eigenen Darstellung aus – bereits während längerer Zeit auf sich allein gestellt, mithin sollte es ihr möglich sein, ein genügendes Einkommen für sich und ihren Sohn zu e r- wirtschaften. Abgesehen von den Beschwerden bezüglich des Armes und die daraus resultierenden Kopfschmerzen sowie Schlafprobleme und er- höhter Blutdruck, die auch in Sri Lanka behandelbar sind, sind keine w e- sentliche gesundheitliche Probleme im Sinne einer medizinischen Notl a- ge – welche im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung zu berücksichtigen wären (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2, mit Hinweis auf EM ARK 2003 Nr. 24 E. 5a und b) – aus den Akten ersichtlich, zumal die Beschwerdefü hrerin (darüber hinaus) keine weiteren Beschwerden geltend machte und im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht (Art. 8 Abs. 1 AsylG) keine ärztliche Be- richte einreichte. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 7.5 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachte t. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). D-5995/2011 Seite 22 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insg e- samt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 2 1. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 10. Der Beschwerdeführerin ist trotz des Umstandes, dass sie im vorliege n- den Beschwerdeverfahren letztlich mit ihren Rechtsbegehren nicht durchgedrungen ist, eine Parteientschädigung für die ihr aus der B e- schwerdeführung erwachsenen notwendigen Kosten zuzusprechen. Eine Parteientschädigung ist jedoch nur für diejenigen Aufwendungen zu g e- währen, die auf die Verletzung des Anspruches auf rechtliches Gehör durch die Vorinstanz zurückzuführen sind (vgl. dazu vorstehend E. 3.3.1). Dementsprechend und in Berücksichtigung der in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 8 f. VGKE) ist die Parteientschädigung auf ins- gesamt Fr. 500.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Die- ser Betrag ist der Beschwerdeführerin durch das BFM zu entrichten. (Dispositiv nächste Seite) D-5995/2011 Seite 23 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführe rin eine Parteientsch ä- digung von Fr. 500.-- auszurichten. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Robert Galliker Daniela Brüschweiler Versand: