Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 28. März 2022 (810 22 11) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Vorsorgliche Regelung des Besuchsrechts Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Gerichtssch reiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Yves Waldmann , Advo- kat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegnerin Betreff Vorsorgliche Regelung des Besuchsrechts (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 6. Januar 2022) A. A.____ und C.____ sind die unverheirateten Eltern von D.____ (geb. XX.XX.2016), die bei ihrer Mutter lebt. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Entscheid vom 8. Januar 2019 genehmigte das Bezirksg ericht E.____ die Vereinba- rung der Kindseltern vom 17. Dezember 2018, mit welcher der Kindsvater berechtigt worden war, die Betreuungsverantwortung für D.____ an zwei Ha lbtagen pro Woche auf eigene Kosten zu übernehmen. Für D.____ wurde eine Erziehungsbeistan dschaft gemäss Art. 8 Abs.1 und 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezemb er 1907 errichtet. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde F.____ wurde angewiesen, eine Beistandsperson zu ernen- nen, was sie mit Entscheid vom 21. März 2019 befolgte. C. Mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts G.____ vo m 21. Mai 2019 wurden A.____ der schweizerische und italienische Reisepass sowie d ie Identitätskarte im Sinne einer Ersatzmassnahme entzogen und gesperrt. Des Weiteren wurde ihm ab sofort untersagt, das gesamte Gebiet der Stadt H.____ und der Gemeinde I. ____ zu betreten (Rayonverbot) sowie mit der Kindsmutter in irgendeiner Weise Kontakt aufz unehmen oder durch Drittpersonen auf- nehmen zu lassen. Zudem wurde verfügt, dass die Regelung des Besuchsrechts für die ge- meinsame Tochter ausschliesslich über die Beistandsperson zu erfolgen habe. Mit Entscheid vom 10. Juli 2019 übernahm die Kindes- und Erwachsenen schutzbehörde B.____ (nachfol- gend: KESB) die für D.____ von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde F.____ geführten Kindesschutzmassnahmen per 1. September 2019 zur Weiterf ührung und ernannte eine neue Beiständin. D. Mit Entscheid vom 27. November 2019 berechtigte und verpflichtete die KESB den Kindsvater, seine Tochter D.____ jedes zweite Wochenend e von Samstag auf Sonntag zu sich zu Besuch zu nehmen. Die Kindseltern wurden angewiese n, zur Übergabe von D.____ im Rahmen des Besuchsrechts des Kindsvaters nach Möglichkeit das A ngebot der Begleiteten Besuchstage Baselland (BBT) in Anspruch zu nehmen. An den Tagen, an welchen das Angebot der BBT zur Begleitung der Übergaben nicht zur Verfügung stehe, würden die Übergaben durch die Leiterin der BBT begleitet. E. Mit Entscheid vom 29. November 2019 ernannte die KE SB in der Erziehungsbeistand- schaft für D.____ als Beistand per 1. Dezember 2019 neu J.____, Soziale Dienste I.____. F. Mit Entscheid vom 11. August 2020 wurde das Besuchsre cht dahingehend erweitert, dass jedes zweite Besuchswochenende bereits am Freitag st att erst am Samstag begann. Mit Entscheid vom 16. Dezember 2020 wurde das Besuchsrecht n ochmals erweitert, in dem jedes – statt nur jedes zweite – Besuchswochenende von Freita g bis Sonntag dauerte. Die Übergabe von D.____ wurde weiterhin über das Angebot der BBT b zw. über die Kindertagesstätte, die D.____ besuchte, abgewickelt. G. Mit Urteilsdispositiv vom 15. Juni 2021 erkannte das B ezirksgericht G.____, dass sich A.____ des gewerbsmässigen Betrugs, der mehrfachen Drohun g, der Nötigung, des mehrfa- chen Hausfriedensbruchs, der Vernachlässigung von Unterh altspflichten, des mehrfachen Ver- gehens gegen das Bundesgesetz über den unlauteren We ttbewerb, des vorsätzlichen Verge- hens gegen das Waffengesetz, der Beschimpfung und der me hrfachen Tätlichkeiten schuldig gemacht habe. A.____ wurde mit 32 Monaten Freiheitsst rafe, einer Geldstrafe von 150 Tages-Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sätzen à Fr. 30.-- sowie einer Busse von Fr. 300.-- bes traft. In der dem Urteilsdispositiv ange- fügten Anklage vom 11. Dezember 2020 hatte die Staatsan waltschaft K.____ festgehalten, dass A.____ C.____ in den Jahren 2018 bis 2019 genötig t, beschimpft, mehrfach schwer be- droht und mehrfach gegen sie Tätlichkeiten ausgeübt habe. H. Mit Entscheid vom 21. Juli 2021 berechtigte und verp flichtete die KESB die Kindseltern vorsorglich und für die Dauer des Verfahrens zur Ausübung des Besuchsrechts zwischen D.____ und ihrem Vater das Angebot der BBT in Anspr uch zu nehmen. Zur Begründung wurde festgehalten, dass unbestritten sei, dass D.____ blaue Fl ecken im Gesicht und an einem Arm aufgewiesen habe. Bezüglich der Ursache und des Zeitpunktes widersprächen sich die Kindsel- tern jedoch deutlich. Während die Kindsmutter gelten d mache, dass die Hämatome in der Zeit, welche D.____ bei ihrem Vater verbracht habe, entstanden seien, stelle sich der Kindsvater auf den Standpunkt, dass die blauen Flecken schon bestanden hätten, als er D.____ zum Be- suchswochenende abgeholt habe. Die Institutionen, welche bei den Übergaben von D.____ im Rahmen der Besuche bei ihrem Vater involviert seien, hä tten die Aussagen der Kindsmutter gestützt. Eine erste Einschätzung durch das Universitäts-Ki nderspital beider Basel (UKBB) vermute die Ursache der blauen Flecken durch eine Gewa lteinwirkung während des Besuchs- wochenendes. Bis zum Vorliegen des Gutachtens des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) sei das Besuchsrecht des Kindsvaters vorsorglich zu regeln. Aufgru nd der Angaben der Fachpersonen bestehe die Vermutung, dass die Hämatome bei D.____ w ährend der Besuchszeit beim Kinds- vater entstanden seien. Im Weiteren sei durch das gegen den Kindsvater laufende Strafverfah- ren erstellt, dass dieser in der Vergangenheit bereits häusliche Gewalt ausgeübt habe, auch wenn sich diese bis anhin nicht gegen seine Tochter ger ichtet habe. Diese Umstände würden eine Gewaltausübung durch den Kindsvater zumindest nic ht als unwahrscheinlich erscheinen lassen. I. Mit Eingabe vom 23. Juli 2021 erhob A.____, nachfo lgend immer vertreten durch Dr. Yves Waldmann, Advokat, beim Kantonsgericht Basel-La ndschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), gegen den Entsche id der KESB vom 21. Juli 2021 Be- schwerde. J. Mit Entscheid vom 25. August 2021 hob die KESB den En tscheid vom 21. Juli 2021 und damit die vorsorglichen Massnahmen auf. Zur Begründung wurde festgehalten, gemäss dem Gutachten des IRM vom 27. Juli 2021 habe der Entstehung szeitpunkt der bei D.____ vorlie- genden Hautunterblutungen nicht mehr festgestellt we rden können. Die Verletzungen von D.____ hätten einen Misshandlungsverdacht nicht nahegel egt. Eine Gruppierung von Verlet- zungen an derselben Körperregion und die Mehrzeitigkei t von Verletzungen, welche Hinweise für Misshandlungen gewesen wären, hätten nicht vorgelegen. Das Gutachten des IRM lasse die Ursache der Verletzungen von D.____ offen, liefere abe r – entgegen der der KESB zunächst vorliegenden Einschätzung des UKBB – keine Hinweise auf eine Misshandlung zum Zeitpunkt des Besuchswochenendes beim Kindsvater. Es bestünden somit keine konkretisierten Hinweise oder gar Belege dafür, dass das Kindeswohl durch die Besuche beim Kindsvater gefährdet sein könnte. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht K. Mit präsidialer Verfügung vom 20. Oktober 2021 schri eb das Kantonsgericht daraufhin das Verfahren betreffend die Beschwerde von A.____ geg en den Entscheid der KESB vom 21. Juli 2021 als gegenstandlos ab. In den Erwägungen wurde unter anderem festgehalten, dass die KESB ihren Entscheid aufgrund von im Laufe ihr es Verfahrens neu gewonnenen Er- kenntnissen revidiert habe. Im Zeitpunkt der Anordnung der vorsorglichen Massnahmen seien diese rechtens gewesen. L. Mit E-Mail vom 20. Dezember 2021 teilte die Kindsmu tter J.____ mit, dass D.____ ihr am Tag zuvor unter anderem erzählt habe, dass ihr Vater sie immer wieder schlage. Sie wolle, dass D.____ ihren Vater ab sofort nicht mehr sehe. M. Mit E-Mail vom 23. Dezember 2021 liess J.____ der K ESB seine Aktennotiz zu seinem am selben Tag mit D.____ geführten Gespräch zukommen, in welcher er eine vorsorgliche Ein- schränkung des unbegleiteten Kontaktes zwischen dem Kindsvater und D.____ befürwortete. N. Nachdem die KESB am 5. Januar 2022 mit der Kindsmut ter ein Telefonat geführt und gleichentags den Beschwerdeführer angehört hatte und b ei der KESB eine E-Mail der Lebens- partnerin des Beschwerdeführers eingegangen war, verfüg te die KESB mit Entscheid vom 6. Januar 2022 unter anderem, dass die Kindseltern gestützt auf Art. 314 Abs. 1 ZGB in Verbin- dung mit Art. 445 Abs. 1 und Art. 273 Abs. 1 ZGB vorsor glich und für die Dauer des Verfahrens berechtigt und verpflichtet würden, zur Ausübung des B esuchsrechts zwischen D.____ und dem Kindsvater das Angebot der BBT in Anspruch zu nehmen. Des Weiteren wurde einer allfäl- ligen Beschwerde gegen diesen Entscheid die aufschiebend e Wirkung entzogen. Die KESB hielt fest, dass sie im weiteren Verfahren prüfen werd e, wie der künftige persönliche Verkehr zwischen D.____ und ihrem Vater ausgeübt werden könne, o hne dass dadurch eine Gefähr- dung des Kindeswohl entstehe, und ob gegebenenfalls we itere Kindesschutzmassnahmen an- geordnet werden müssten. O. Mit Eingabe vom 16. Januar 2022 erhob der Kindsvat er beim Kantonsgericht Beschwer- de gegen den Entscheid der KESB vom 6. Januar 2022 und beantragte, es sei der angefochte- ne Entscheid aufzuheben (Ziffer 1). Es seien umgehend die unbegleiteten Besuche der Tochter D.____ beim Beschwerdeführer gemäss dem Entscheid der KES B vom 16. Dezember 2020 wiederaufzunehmen (Ziffer 2). Unter o/e-Kostenfolge, wobei dem Beschwerdeführer die unent- geltliche Rechtspflege für die ordentlichen und ausserord entlichen Kosten für das Beschwerde- verfahren zu bewilligen sei (Ziff. 3). In verfahrensre chtlicher Hinsicht beantragte er die unver- zügliche Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. P. Mit Verfügung vom 19. Januar 2022 wies das Gerichts präsidium den Verfahrensantrag des Beschwerdeführers auf Wiederherstellung der aufschie benden Wirkung superprovisorisch ab. Der Beschwerdeführer erhielt eine unerstreckbare Nachfrist zur Einreichung des Formulars "Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege" einschliesslich der erforderlichen Belege. Q. Mit Eingabe vom 27. Januar 2022 reichte der Beschwerd eführer innert Frist den Ent- scheid der Sozialhilfebehörde der Gemeinde L.____ vom 1 . Oktober 2021 ein, hingegen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht – entgegen der Beilagenliste in der Eingabe vom 27. Ja nuar 2022 – nicht auch das aktuelle Berechnungsblatt der Sozialhilfebehörde für den Zeitr aum vom 1. Januar 2022 bis 28. Februar 2022. R. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Februar 2022 beantr agte die KESB die kostenfällige Abweisung der Beschwerde und wies in Bezug auf das weit ere Vorgehen darauf hin, dass die KESB eine Abklärung der Erziehungsfähigkeit der Kindse ltern durch die Kinder- und Jugend- psychiatrie Baselland (KJP) prüfe. S. Am 22. Februar 2022 verfügte das Gerichtspräsidium, dass über das Gesuch um unent- geltliche Prozessführung und Verbeiständung zusammen m it der Hauptsache entschieden und das Urteil schriftlich eröffnet werde. T. Mit Eingabe vom 3. März 2022 reichte die KESB dem K antonsgericht zur Kenntnisnah- me die im Rahmen der Begutachtung beabsichtigten Frag en an die KJP ein, welche den Kind- seltern von der KESB gleichentags zur Stellungnahme zugestellt worden waren. U. Mit Eingabe vom 8. März 2022 reichte der Rechtsvertr eter des Beschwerdeführers seine Honorarnote vom gleichen Tag ein. Des Weiteren machte der Beschwerdeführer in der Eingabe des gleichen Tages geltend, dass die angefochtene vors orgliche Beschränkung des Besuchs- rechts gemäss Entscheid der KESB vom 6. Januar 2022 der Abklärung der bestrittenen Vorwür- fe diene, er habe seine Tochter bei den Besuchen wiede rholt geschlagen. Gemäss Schreiben der KESB vom 3. März 2022 würden die Abklärungen auf e in Erziehungsfähigkeitsgutachten der Kindseltern ausgedehnt, was zu einer umfangreichen und langandauernden Abklärung füh- re. Diese Abklärung erscheine für die Abklärung des Sachve rhalts, welcher zur Beschränkung seines Besuchsrechts geführt habe, nicht geeignet und in zeitlicher Hinsicht unverhältnismäs- sig. Diese lange Beschränkung sei auch nicht im Interesse des Kindes. Der Beschwerdeführer legte seiner Eingabe überdies ein Schreiben der KESB vom 27. Januar 2022 betreffend Tele- fonkontakte zwischen dem Beschwerdeführer und D.____ be i. In diesem wird unter anderem der Inhalt des Schreibens von M.____, Pädagogische Leit ung der KITA N.____ in I.____, vom 13. Januar 2022 betreffend die Telefonate zwischen D.__ __ und ihrem Vater wiedergegeben. M.____ führt aus, dass der Vater ein- bis zweimal pro W oche in die KITA anrufe, um mit seiner Tochter zu reden. Während der Telefonate befinde sich eine Fachkraft mit D.____ im Raum. M.____ berichtet, dass D.____ schon öfters erklärt habe, zu ihrem Vater gehen zu wollen. Als ihr Vater ihr geantwortet habe, dass das nicht gehe, habe D.____ geantwortet: "Ja, wegen der Sache, die Mama über dich sagt. Aber Mama lügt, sie i st nur eifersüchtig." Die KESB kam in ihrem Schreiben vom 27. Januar 2022 zum Schluss, dass sie n ach Prüfung der Einschätzung seitens der KITA und des Beistandes auf die Eröffnung eines Verfahrens zur Regelung der tele- fonischen Kontakte verzichte. Die KESB hielt fest, dass b eide Elternteile versuchen würden, D.____ in ihren Aussagen zu beeinflussen und sie diesbe züglich weitere Massnahmen prüfen werde. Der Beschwerdeführer erklärte in seiner Eingabe vom 8. März 2022, dass aufgrund des klaren Willens von D.____ zu ihrem Vater zu Besuch gehe n zu wollen, die weitere Beschrän- kung des Besuchsrechts – vor allem nicht für die lange D auer der Abklärungen – nicht ange- bracht erscheine. Zudem würden der Bericht und die Äusse rungen von D.____ den Verdacht Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestärken, dass der Vorwurf, der Vater schlage sie, auf ei ner Beeinflussung durch die Mutter beruhe. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 445 Abs. 3 ZGB in Verbindung mit Art. 3 14 Abs. 1 ZGB kann gegen Ent- scheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde über vo rsorgliche Massnahmen Be- schwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide der Kindes- und Erwachsene nschutzbehörde das Kantonsge- richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, zu ständig. Über Beschwerden gegen Zwi- schenverfügungen betreffend vorsorgliche Massnahmen entsche idet die präsidierende Person (§ 1 Abs. 3 lit. f in Verbindung mit § 43 Abs. 2 bis lit. f des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993) . Da sämtliche Prozessvorausset- zungen erfüllt sind, ist auf die vorliegende Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Zu prüfen ist vorliegend, ob die vorsorgliche Einschr änkung des Besuchsrechts zu Recht erfolgt ist. 4.1. Mit E-Mail vom 20. Dezember 2021 teilte die Kin dsmutter J.____ mit, dass sie am Tag zuvor D.____ abgeholt habe. Zuhause sei D.____ regelre cht geplatzt und habe ihr sehr viele Sachen erzählt. D.____ habe berichtet, ihr Vater schlag e sie immer wieder, sogar mit dem Handy. Auch zwicke er sie und drohe ihr. Der Kindsvater h abe sie bewusst von der Schaukel geschubst, damit sie auf den Boden falle. Er habe auch seine Mutter geschlagen. D.____ wolle nie wieder zu ihrem Vater, ihre Mutter solle dies ande rs planen. D.____ habe ihr sogar gesagt, dass sie verstehe, wieso sie sich und ihre Tochter geschützt habe, indem sie den Kindsvater verlassen habe. D.____ habe erklärt, dass ihr Vater lüge und dass sie mit J.____ reden wolle. Als die Kindsmutter D.____ gefragt habe, was passiere, wenn D.____ ihr erzähle, was ihr Vater getan habe, habe D.____ angegeben, dass ihr Vater zu ihnen nach Hause kommen und dann beide schlagen würde. Die Kindsmutter wolle, dass D.____ ihren Vater ab sofort nicht mehr sehe. 4.2. J.____ liess mit E-Mail vom 23. Dezember 2021 der K ESB seine Aktennotiz zu seinem am selben Tag mit D.____ geführten Gespräch zukommen. D.____ habe beim Malen und Spie- len von der Kindertagesstätte, vom Kindergarten, von de r Zeit bei beiden Elternteilen und von ihrem Alltag erzählt. Sie habe erklärt, dass ihr Vater s sie bereits mehrere Male geschlagen ha- be. Auffällig sei gewesen, dass D.____ angegeben habe , sie sei deswegen nicht traurig oder wütend geworden, da sie sehr stark sei. Sie habe auch be richtet, dass ihr Vater manchmal ei- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen "bösen Kopf habe", er sei manchmal sehr lieb und plötzlich böse. D.____ wisse nicht wieso. Bei ihrer Mutter sei dies nicht so, diese würde sie au ch nie schlagen. D.____ habe angegeben, dass ihr Vater manchmal nicht aufhöre, wenn sie "stopp" sage. Die Nachfrage von J.____, ob sie es gut fände, wenn eine erwachsene Person dabei sei, wenn sie ihren Vater treffe, habe sie bejaht. D.____ habe schliesslich erzählt, dass sie mit ihrer Mutter in das Frauenhaus habe ge- hen müssen, weil ihr Vater "blöde Dinge" gemacht habe . Er habe ja auch mal ihre Mutter ge- schlagen. In seiner Einschätzung hielt J.____ fest, dass D._ ___ grundsätzlich authentisch über die Situation bei ihrem Vater berichtet habe. Bei ge wissen Aussagen scheine es ihm plausibel, dass diese Thematiken von der Kindsmutter nicht immer kindgerecht mit D.____ besprochen würden. Dennoch habe J.____ keineswegs den Eindruck, dass die Kindsmutter D.____ die be- lastenden Vorwürfe eingeredet habe. J.____ befürworte eine vorsorgliche Einschränkung des unbegleiteten Kontakts zwischen dem Kindsvater und D.___ _, um das Wohl und die Sicherheit von D.____ sicherzustellen, auch wenn keine "Beweise" ausser den Aussagen von D.____ vor- lägen. 4.3. Mit Telefonat vom 4. Januar 2022 lud die KESB die Kindsmutter zur persönlichen Anhö- rung vom 5. Januar 2022 ein. Die Kindsmutter hielt f est, dass sie nicht zu einem weiteren Ge- spräch mit dem Kindsvater erscheinen wolle. Eine weitere Besprechung bringe nichts, die Aus- sagen von D.____, welche sie ihr und ihrem Bruder (Onke l von D.____) gegenüber gemacht habe, sprächen für sich. Es sei nun genug passiert, ein we iterer Kontakt zwischen D.____ und ihrem Vater sei nicht angezeigt. Die Kindsmutter verwies darauf, dass D.____ sehr glücklich darüber gewesen sei, dass sie Weihnachten bei ihr habe v erbringen können. Als sie ihre Fami- lie gemalt habe, sei der Kindsvater nicht auf dem Bild gewesen. 4.4. O.____ teilte mit E-Mail vom 5. Januar 2022 der KESB mit, dass sie seit über einem Jahr mit A.____ zusammenlebe und nie etwas gesehen hab e, das zwischen ihm und seiner Tochter nicht stimme. In dieser Vater-Tochter-Beziehung habe O.____ in all der Zeit viel Liebe, Zuneigung und Fürsorge für das Kind erlebt. A.____ l iebe seine Tochter sehr und habe diese nie geschlagen oder ähnliches getan. Sie hätte nichts akzeptiert, was dem Kind schaden würde, und hätte es den Behörden gemeldet. Sie würde nicht mit einer gewalttätigen Person an ihrer Seite leben. In diesem Fall hätte sie sich von A.____ getrennt. 4.5. Anlässlich der Anhörung vom 5. Januar 2022, an we lcher auch sein Rechtsvertreter Dr. Yves Waldmann teilnahm, erklärte der Beschwerdeführ er, er sei von den Vorwürfen total schockiert gewesen. D.____ habe diese Aussagen unter Beein flussung der Kindsmutter ge- macht. Er habe seiner Tochter nie etwas getan und würd e dies auch nie tun. Wenn er D.____ Gewalt antun würde, würde sie nicht mehr zu ihm kommen wollen. Er habe über die Kinderta- gesstätte wöchentlich telefonischen Kontakt mit D.____ u nd immer, wenn er mit ihr telefoniere, sage sie ihm, dass sie ihn besuchen wolle. D.____ habe geäussert, dass sie ihren Vater wegen ihrer Mutter nicht sehen dürfe, und sie sei traurig gewesen. D.____ habe selbst auch gesagt, dass die Kindsmutter lüge. Der letzte Besuch am 19. Dezem ber 2021 sei ebenfalls sehr gut verlaufen. Er habe dafür Zeugen. Er lebe mit seiner Partnerin und deren 14-jähriger Tochter zusammen. Seine Partnerin würde sich von ihm trennen un d ihn anzeigen, sollte er seinem Kind gegenüber Gewalt ausüben. Er vermute, dass die Ki ndsmutter sich daran störe, dass er Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ferien mit seiner Tochter verbringen wolle und dies en tsprechend beantragt habe. Die Kinds- mutter sei wohl auch eifersüchtig auf seine Partnerin, da diese ein sehr gutes Verhältnis zu D.____ habe. Sie sei früher schon immer schnell neidisc h gewesen. Die Kindsmutter habe psy- chische Probleme, weshalb sich auch langjährige Freundin nen von ihr abgewendet hätten. Er könne sich nicht vorstellen, dass D.____ solche Aussagen g emacht habe. Er gehe davon aus, dass seine Tochter von der Kindsmutter manipuliert worden sei. Er wies im Weiteren darauf hin, dass er eigentlich nie mit D.____ alleine sei. Es seie n in der Regel insgesamt fünf bis sechs Personen anwesend, womit bereits eine Begleitung des B esuchsrechts durch die Familienan- gehörigen bestehe. Dr. Yves Waldmann ergänzte, dass die Dokumentation über das Gespräch mit dem Beistand ungenügend sei. Es sei nicht erkennbar , welche Fragen der Beistand D.____ gestellt habe, es liege jedoch die Vermutung nahe, dass Suggestivfragen gestellt worden seien. D.____ habe auch keinen konkreten Vorfall geschildert, zudem habe keine Verletzung bei D.____ vorgelegen. Die lediglich allgemeinen Aussagen von D.____ würden die Vermutung nahelegen, dass sie von der Kindsmutter beeinflusst und auf das Gespräch vorbereitet worden sei. 4.6. Der Beschwerdeführer erklärt in seiner Beschwerdebeg ründung vom 16. Januar 2022, dass das Besuchsrecht im Verlaufe der Zeit immer weiter ausgebaut worden sei, weil die Besu- che stets gut und problemlos verlaufen seien. Sein Be suchsrecht sei bereits einmal einge- schränkt worden, weil seine Tochter einen blauen Fleck am Auge und am Arm gehabt habe und die Mutter ihn beschuldigt habe, die Tochter am Besuch swochenende geschlagen zu haben. Nachdem die Abklärungen die Anschuldigungen nicht hätte n bestätigen können, sei die Be- schränkung des Besuchsrechts wieder aufgehoben worden und das Kantonsgericht habe das Verfahren abgeschrieben. Die unbegleiteten Besuche seien weiterhin problemlos verlaufen. Für die Weihnachtszeit seien zusätzliche Besuchstage bei ihm ge plant gewesen. Mit E-Mail vom 17. Dezember 2021 habe der Beistand gegenüber der K indsmutter diese ausgeweiteten Besu- che über die Weihnachtstage festgehalten. Diese hätte n der Kindsmutter wohl nicht gepasst, was sie dazu veranlasst haben dürfte, das Prozedere vom Juli 2021 zu wiederholen. Sie habe sich aufgrund der Erfahrung sicher sein können, dass ein e erneute Anschuldigung des Vaters die Kontakte über Weihnachten noch vereiteln könnten. S o habe die Kindsmutter am frühen Morgen des 20. Dezember 2021 dem Beistand wieder eine E-Mail geschrieben, in welcher sie die Behauptung aufgestellt habe, D.____ habe am Vora bend erzählt, sie werde vom Vater ge- schlagen. Das angeblich von D.____ persönlich gewünschte G espräch mit dem Beistand sei am 23. Dezember 2021 geführt worden. Der Beistand ha lte dazu in einer Aktennotiz vom 23. Dezember 2021 fest: "Insbesondere erzählt sie, dass Herr A.____ sie bereits mehrere Male geschlagen hätte". Zu konkreten Vorkommnissen, wie diese von der Kindsmutter umschrieben würden, habe sich D.____ offensichtlich nicht geäussert. Der Beistand führe aus, was D.____ berichtet habe, sei grundsätzlich authentisch. D.____ habe seit dem Gespräch mit dem Bei- stand mit dem Vater nur noch telefonischen Kontakt. Bei diesen telefonischen Kontakten frage D.____ nach, wann er sie endlich wieder abhole und wa nn sie zu ihm dürfe. Zudem erkläre sie, dass die Mutter nicht wolle, dass sie zu ihm gehe, und die Mutter lüge. Die Lebenspartnerin des Beschwerdeführers, welche mit ihm in der gleichen Wohn ung lebe, habe gegenüber der KESB in der E-Mail vom 5. Januar 2022 erklärt, dass sie nie et was von Gewalt gegen die Tochter mit- bekommen oder gehört habe. Er habe ein sehr gutes V erhältnis zu seiner Tochter und sei sehr Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht um ihr Wohlbefinden bemüht, er würde ihr nie und ni mmer Gewalt antun. Die Anschuldigungen seien falsch. Es sei nicht glaubhaft, dass D.____ tatsächlich das der Mutter berichtet habe, was diese in ihrer E-Mail vom 20. Dezember 2021 an den Bei stand behaupte. Dagegen spreche auch, dass D.____ die Schilderungen nicht gegenüber dem Beistand bestätigt habe, mit wel- chem sie angeblich – gemäss ihren Angaben gegenüber de r Mutter – von sich aus habe reden wollen. Vielmehr spreche alles dafür, dass die Kindsmutter zur Verhinderung der ausgedehnten Kontakte über die Festtage D.____ im Hinblick auf das Gespräch mit dem Beistand falsch be- einflusst habe, was ihr jedoch nur soweit gelungen sei, dass D.____ "bestätigte", dass der Vater manchmal böse werde und sie auch schon geschlagen habe. K onkrete Vorfälle habe D.____ gegenüber dem Beistand offensichtlich nicht genannt. Auc h habe sie dem Beistand nicht ge- sagt, dass sie nicht mehr zum Vater wolle, wie die Kindsmutter tatsachenwidrig behaupte. Dass D.____ gegenüber dem Beistand die Frage mit ja beant wortet haben solle, ob sie es gut fände, wenn ein Erwachsener dabei sei, wenn sie Papa treffe, sei vor dem Hintergrund einer nicht kindgerechten Frage und einer klaren Suggestivfrage zu würdigen. Es könne nicht sein, dass D.____ den Vater nicht mehr wie bisher sehen wolle. Si e frage bei jedem Telefonat mit dem Vater nach, wann sie wieder zu ihm könne und wann er sie endlich abholen komme. Es habe keinerlei Vorfälle von Gewalt gegeben. Das Wohl von D. ____ sei nicht beim Vater, sondern bei der Mutter gefährdet. Es gehe nicht an, dass eine Mutt er ihre fünfjährige Tochter instrumentali- siere und beeinflusse, damit der Vater nicht einen wei tergehenden Kontakt zur Tochter pflegen könne. Es dränge sich auf, das Wohlergehen von D.____ bei der Mutter zu überprüfen. Der Beschwerdeführer moniert weiter, die KESB berücksi chtige die Beeinflussung von D.____ durch die Mutter überhaupt nicht und gehe fälschlicher weise davon aus, dass die Kindsmutter in ihrer E-Mail vom 20. Dezember 2021 an den Beistand die Wahrheit gesagt habe. Die angeb- lichen Schilderungen von D.____ gegenüber der Mutter w ürden nicht zu den Schilderungen gegenüber dem Beistand passen und auch nicht einem Ve rhalten eines fünfjährigen Kindes entsprechen. Auch der Zeitpunkt, in welchem D.____ die Schilderungen gegenüber der Mutter gemacht haben solle, nämlich unmittelbar vor den ausgew eiteten Weihnachtsbesuchstagen beim Vater, sei als Indiz für einen unwahren Inhalt de r E-Mail vom 20. Dezember 2021 zu wer- ten. Es sei sehr ungewöhnlich, dass D.____ ein Gespräch m it dem Beistand gegenüber der Mutter gefordert haben solle, um die Besuche beim Vat er zu beenden. Die Behauptungen der Kindsmutter seien auch aufgrund des Inhalts höchst ungla ubhaft. Es gebe von D.____ keine Schilderungen von konkreten Tätlichkeiten gegenüber dem Beistand. Es sei deshalb auch frag- lich, was der Beistand als authentische Schilderung wert e. Aus dem Gespräch mit D.____ kön- ne nicht die Erkenntnis für eine Gefährdung beim Vat er gewonnen werden. Die entsprechende Interpretation der Vorinstanz sei, namentlich vor dem H intergrund der mindestens möglich er- scheinenden Beeinflussung von D.____ durch die Mutter n icht haltbar. Es ergäben sich auch ansonsten keine konkreten oder objektiven Anhaltspunkte fü r ein Gewaltvorkommnis. Insofern unterscheide sich die Sachlage auch gänzlich von der letzten Beschränkung des Besuchsrechts im Juli 2021, bei welcher nebst den Anschuldigungen der Beschwerdegegnerin mögliche objek- tive Verletzungsanzeichen (blaue Flecken) bei D.____ vo rhanden gewesen seien, welche sich nicht von vornherein als Folge von möglicher Gewalt hä tten ausschliessen lassen. Nun scheine aufgrund des angefochtenen Entscheids vom 6. Januar 2022 gar nicht klar, was weiter abge- klärt werden solle. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Eine Gefährdung des Kindeswohls könne nicht angenommen werden, wenn D.____ den Vater weiter unbegleitet besuche. Der vorsorgliche Entscheid d er KESB mit der Beschränkung des Besuchsrechts auf begleitete Besuche im Rahmen der BBT g reife unnötig und massiv in eine Vater-Tochter-Beziehung ein, welche seit Mai 2019 stet ig erfolgreich aufgebaut worden sei. Nun derart stark die Besuche zu beschränken, wenn keine ü berwiegenden Indizien für eine Gewaltanwendung durch den Vater gegenüber der Tochte r vorhanden seien, sei nicht berech- tigt und widerspreche auch dem Wohl des Kindes, zu welch em eine gelebte Beziehung zum Vater mit unbegleiteten Besuchen wie bis anhin gehöre. 5.1. Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB trifft die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist und die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen oder sie dazu ausserstande sind. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde trifft alle für die Dauer des Verfahrens notwendigen Mass- nahmen (Art. 445 Abs. 1 ZGB). Vorsorgliche Massnahmen mü ssen unumgänglich, d.h. so dringlich sein, dass der ordentliche, spätere Entscheid n icht abgewartet werden kann, ohne einen erheblichen Nachteil für die betroffene Person in Kauf zu nehmen (vgl. C HRISTOPH HÄFELI , Grundriss zum Erwachsenenschutzrecht, 2. Auflage, Ber n 2016, Rz. 33.10). Für die Anordnung einer vorsorglichen Massnahme genügt das Bew eismass der Glaubhaftmachung. Die Voraussetzungen für eine vorsorgliche Massnahme mü ssen bei einer summarischen Prü- fung der Sach- und Rechtslage erfüllt sein. Eine Reduktion der Beweisstrenge ist gerechtfertigt, weil der Rechtsschutz schnell gewährt werden soll und "nu r" für einen beschränkten Zeitraum eingeräumt wird. Je einschneidender die vorsorgliche Massnahme und je zweifelhafter der Ver- fahrensausgang ist, desto höhere Anforderungen sind aber an die Verhältnismässigkeit der An- ordnung und an die Dringlichkeit zu stellen (vgl. L UCA MARANTA /CHRISTOPH AUER /M ICHÈLE MARTI , in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivi lgesetzbuch I, 6. Auflage, Basel 2018, N 11 zu Art. 445 ZGB). 5.2. Materiell-rechtlich beruht die Einschränkung des Be suchsrechts auf Art. 273 ZGB und Art. 274 Abs. 2 ZGB. Grundsätzlich haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind Anspruch auf persö nliche, direkte und private Kontakte. Bei dessen Ausgestaltung steht das Kindeswohl im Vordergrund; allfällige Interessen der Eltern haben zurückzustehen. Welche Ordnung des persönlichen Ver kehrs zwischen Eltern und Kin- dern angemessen ist, lässt sich nicht objektiv und abstrakt u mschreiben, sondern entscheidet sich im konkreten Einzelfall (vgl. Urteil des Bundesgeri chts 5A_288/2019 vom 16. August 2019 E. 5.2). Wird das Wohl des Kindes durch den persönliche n Verkehr gefährdet, kann ihnen das Recht auf persönlichen Verkehr verweigert oder entzogen werden (Art. 274 Abs. 2 ZGB). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit wie auch der Sinn und Zweck des persönlichen Verkehrs verbieten indes dessen gänzliche Unterbindung, wenn die befürchteten nachteiligen Auswir- kungen des persönlichen Verkehrs für das Kind durch die A nwesenheit einer Drittperson (sog. begleitetes Besuchsrecht) in Grenzen gehalten werden kön nen (Urteile des Bundesgerichts 5A_401/2014 vom 18. August 2014 E. 3.2.2; 5A_381/201 1 vom 10. November 2011 E. 4.2.1; 5A_699/2007 vom 26. Februar 2008 E. 2.1). Das beglei tete Besuchsrecht bezweckt, der Ge- fährdung des Kindes wirksam zu begegnen, Krisensituatione n zu entschärfen und Ängste ab- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht zubauen sowie Hilfestellungen für eine Verbesserung der Beziehungen zum Kind und unter den Eltern zu vermitteln (I NGEBORG SCHWENZER /MICHELLE COTTIER , in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], a.a.O., N 26 zu Art. 273 ZGB). 5.3.1. Der Kindsvater und seine Partnerin bestreiten vehement, dass es zu Gewaltanwen- dungen durch den Kindsvater gekommen sei. Die Kindsmutte r hingegen betont, dass D.____ ihren Vater nicht mehr sehen wolle, weil es immer wi eder zu Tätlichkeiten gekommen sei. Wie die KESB in ihrem Entscheid ausführt, bringen es die Umstände des vorliegenden Falls, in wel- chem sich die Kindseltern und ihre Angehörigen als Part eien eines andauernden Konflikts ge- genüberstehen, mit sich, dass sich ihre Aussagen wesentlich unterscheiden und sie damit auch eigene Interessen verfolgen. Umso wichtiger sind deshalb die Erkenntnisse, welche der Bei- stand aus dem Gespräch mit D.____ gewonnen hat. D.____ hat dem Beistand erzählt, dass ihr Vater sie mehrere Male geschlagen habe und "manchmal sehr lieb und plötzlich böse" sei. Wie die Vorinstanz festhält, ist es nicht möglich, die Aussagen von D.____ zweifelsfrei auf ihre Rich- tigkeit zu überprüfen. Einerseits können Kinder in ihr em Alter durchaus Phantasie und Realität vermischen und andererseits werden das Erleben und die Schilderungen von D.____ durch den andauernden Konflikt zwischen ihren Eltern, welchem sie von diesen immer wieder ausgesetzt wird, beeinflusst. Dem Beschwerdeführer ist beizupflicht en, dass vorliegend "lediglich" die Aus- sagen der Kindsmutter und von D.____ und entgegen dem Vorfall im Juli 2021 nicht mögliche objektive Verletzungen, wie die blauen Flecken, vorlieg en. Ihm ist aber nicht beizupflichten, dass die KESB die Aussagen der Mutter unbesehen übernom men habe, da die Anordnung der vorsorglichen Massnahmen nicht gestützt auf die Aussagen de r Mutter, sondern auf diejenigen der Tochter erfolgt sind. Der Beistand erklärt, dass D. ____ grundsätzlich authentisch über die Situation beim Vater berichte. Bei gewissen Aussagen sche ine es ihm plausibel, dass diese Thematiken nicht immer kindgerecht von der Kindsmutter mit D.____ besprochen würden. Den- noch habe er keineswegs den Eindruck, dass diese D.____ die belastenden Vorwürfe eingere- det habe. Der Beistand kommt zum Schluss, dass die Aussage n von D.____ im Kerngehalt glaubhaft und unbeeinflusst erscheinen. Wie die Vorinsta nz ausführt, ist der Beistand aufgrund seiner Ausbildung und seiner Erfahrung ohne Weiteres in der Lage, mit D.____, welche zu ihm ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, ein Gespräch zu führen, welches sowohl ihr Alter als auch ihre Situation berücksichtigt. Gerade die Tatsache, dass der Beistand einräumt, dass die Kindsmutter wohl nicht immer kindgerecht mit D.____ ü ber gewisse Thematiken rede, zeigt, dass der Beistand die Aussagen von D.____ differenziert gewertet und nicht unbesehen als wahr übernommen hat. Der Beschwerdeführer erhebt den Vorwurf, dass die Aussagen von D.____ nicht den Ausführungen in der E-Mail der Kind smutter entsprächen. D.____ führt ge- genüber dem Beistand aus, dass der Kindsvater sie schon me hrere Male geschlagen habe und er manchmal plötzlich böse sei. Aus der Tatsache, dass der Beistand in seiner Aktennotiz keine konkreten Vorkommnisse nennt, kann einerseits nicht der si chere Schluss gezogen werden, dass D.____ keine genannt hat, und andererseits würde de r Umstand, dass D.____ allenfalls keine genannt hat, nicht dazu führen, dass sie diese nicht der Mutter gegenüber hätte geäus- sert haben können. Ein Widerspruch zwischen der E-Mail der Mutter und der Aktennotiz des Beistandes ist – entgegen der Auffassung des Beschwerdefü hrers – diesbezüglich nicht zu er- kennen. Der Beschwerdeführer führt weiter aus, dass D.__ __ dem Beistand nicht gesagt habe, dass sie nicht mehr zum Vater wolle, wie dies C.____ be haupte. Dem muss entgegengehalten Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden, dass auch der Umstand, dass D.____ diese Äusserung gegenüber dem Beistand nicht gemacht hat, keinen Widerspruch zu den Aussagen der Mut ter begründet. Es kann durchaus sein, dass das Kind gegenüber der Mutter kurz nach dem Besuch beim Vater am Sonntag Abend (19. Dezember 2021) mehr erzählt hat als vier Tag e später (am 23. Dezember 2021) dem Beistand gegenüber. Überdies hängt die Frage, ob eine Gefährdung vorliegen könnte, nicht davon ab, ob das Kind selber den Elternteil sehen will oder nicht, so dass der Beschwer- deführer auch nichts zu seinen Gunsten davon ableiten k ann, dass die Tochter dies dem Bei- stand gegenüber nicht geäussert hat. Der Beschwerdefüh rer führt weiter aus, dass die Tatsa- che, dass D.____ gegenüber dem Beistand die Frage mit j a beantwortet haben solle, ob sie es gut fände, wenn ein Erwachsener dabei sei, wenn sie Pa pa treffe, vor dem Hintergrund einer nicht kindgerechten Frage und einer klaren Suggestivfrage zu würdigen sei. Auch diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Einschätzung, ob eine Gefährdu ng vorliege, und der Entscheid, wel- che Massnahmen zu treffen seien, nicht vom fünfjährigen Kind vorzunehmen sind. Die Frage nach der möglichen Anwesenheit einer anderen Person be i den Treffen mit ihrem Vater hat keinen Einfluss auf die Schilderungen von D.____, dass der Vater sie mehrmals geschlagen habe. Der Umstand, wie der Beschwerdeführer diese Frag e genau gestellt hat, hat folglich kei- nen Einfluss auf die Frage, ob eine Gefährdung vorlie gen könnte und welche Massnahmen al- lenfalls zu treffen wären. In Bezug auf alle rechtsrel evanten Schilderungen von D.____ wie es bei ihren Elternteilen zugehe und wie der Vater sich v erhalte etc. ist in keiner Weise ersichtlich, dass der Beistand das Gespräch nicht kindgerecht geführt oder Suggestivfragen gestellt hätte. 5.3.2. Aus den genannten Gründen kann der vom Kindsvat er beziehungsweise dessen Rechtsvertreter geäusserten Kritik an der Gesprächsführun g und deren Dokumentation nicht gefolgt werden. Es gibt keine Gründe dafür, an der E inschätzung des Beistandes, dass die Aussagen von D.____ im Kerngehalt glaubhaft erscheinen, zu zweifeln. 5.3.3. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Mutter habe dies alles nur inszeniert und das Prozedere vom Juli 2021 wiederholt, um zu verhin dern, dass D.____ die bevorstehen- den Weihnachtstage und Neujahrstage beim Vater verbrin ge. Dem ist insofern beizupflichten, als dieses Szenario nicht ausgeschlossen werden kann. Durcha us möglich ist aber auch, dass die Mutter im Hinblick darauf, dass die Tochter eine lä ngere als sonst übliche Zeit beim Vater verbringen sollte, ihre Tochter umso mehr vor möglichen Gewaltvorkommnissen schützen woll- te. 5.3.4. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass i m Gegensatz zum Vorkommnis vom Juli 2021 vorliegend auch nicht ersichtlich sei, wa s die KESB abklären könne, wird darauf hingewiesen, dass die KESB gemäss ihrer Vernehmlassung v om 8. Februar 2022 und ihrer Eingabe vom 3. März 2022 eine Abklärung bei der KJP in die Wege geleitet hat. Die Fragen zielen unter anderem einerseits darauf ab, die Aussage von D.____, ihr Vater habe sie ge- schlagen, von der KJP einzuschätzen zu lassen und die Au sgestaltung des zukünftigen Be- suchsrechts des Kindsvaters abzuklären, aber andererseits auch ganz allgemein darauf, eine mögliche Kindswohlgefährdung durch den elterlichen Konflikt und die Fähigkeit der Kindseltern, die Signale von D.____ angemessen zu interpretieren un d adäquat darauf zu reagieren, zu be- urteilen. Damit ist ersichtlich, was die KESB abklären will. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.5. Die Aussagen von D.____ können auch nicht völl ig losgelöst vom umfassenden foren- sisch-psychiatrischen Gutachten über den Beschwerdeführer vom 27. Juli 2019, welches im Auftrag der Staatsanwaltschaft K.____ erstellt wurde, beurteilt werden. Darin wird ausgeführt, dass der Beschwerdeführer auf Zurückweisungen seiner Wünsche und Vorstellungen mit Krän- kung, Wut, Aggression und Gewalt reagiere und er bis he ute über keine adäquaten Kompensa- tionsmechanismen verfüge, um in Auseinandersetzungen trag fähige und angemessene Lösun- gen zu finden. Diese Unfähigkeit in Konflikten zeige sich nicht nur gegenüber Freundinnen und Ehefrauen, sondern auch innerhalb der Familie. Der B eschwerdeführer schrecke auch nicht davor zurück, auch seine Eltern, welche ihn stets unterstützt hätten und für ihn da seien, körper- lich anzugreifen (S. 77 des Gutachtens). Obwohl sich die Aggressionen – wie das Gutachten auf S. 80 festhält – offensichtlich fast ausschliesslich ge genüber Intimpartnerschaften gezeigt haben, ist offensichtlich, dass der Beschwerdeführer ein Aggressions- und Gewaltproblem hat. Daraus lässt sich nicht der Schluss ziehen, der Beschwerd eführer habe gegenüber seiner Tochter Gewalt ausgeübt, aber es kann daraus geschlossen werden, dass die Schwelle, Gewalt auszuüben, beim Beschwerdeführer wohl tiefer liegt. D ies ist bei der summarischen Prüfung des Sachverhalts und der Rechtsfragen einzubeziehen. De s Weiteren wird im Gutachten die emotionale Instabilität und Impulsivität des Beschwerdef ührers genannt. Der Beschwerdeführer leide an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend narzisstischen und dissozia- len Anteilen (S. 80 des Gutachtens). Diese Eigenschafte n korrelieren mit der Aussage von D.____, dass der Vater manchmal böse sei, ohne dass sie w isse warum, und untermauern de- ren Glaubhaftigkeit. 5.4. Aufgrund der Angaben des Beistands und unter Ber ücksichtigung, dass schon vor we- nigen Monaten eine Gewaltausübung durch den Kindsvate r vermutet worden ist und dass der Kindsvater Tätlichkeiten zwar nicht gegenüber seiner Toc hter, jedoch gegenüber deren Mutter zugegeben hat, und der im forensisch-psychiatrischen Guta chten enthaltenen Aussagen sowie des Umstands, dass im Zweifelsfall der Sicherheit des Ki ndes der Vorrang zu geben ist, ist bei einer summarischen Prüfung nicht zu beanstanden, dass di e Vorinstanz zum Schutz von D.____ eingegriffen hat. 6.1. Die Anordnung einer vorsorglichen Massnahme setzt Dri nglichkeit voraus, d.h. es muss sich als notwendig erweisen, die fraglichen Vorkeh ren sofort zu treffen. Vorliegend be- stand die Gefahr, dass D.____ während den bevorstehenden Feiertagen und den darauffolgen- den Besuchswochenenden möglicher Gewalt ausgesetzt worden wäre. Unter diesen Umstän- den durfte die Behörde nicht zuwarten bis weitere Beweise erhoben bzw. Abklärungen getroffen werden. Die Vorinstanz ist gestützt auf die Einschätzun g des Beistandes zu Recht davon aus- gegangen, dass die Anpassung der Modalitäten des Besuchsre chts umgehend zu erfolgen hat, um das Kind nicht einer möglichen Gefährdung auszusetzen. Damit ist die Dringlichkeit der vor- liegenden vorsorglichen Änderung der Kindesschutzmassnahmen gegeben. 6.2. Schliesslich ist erforderlich, dass die Abwägung der verschiedenen Interessen den Ausschlag für den einstweiligen Rechtsschutz gibt und di eser verhältnismässig erscheint. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit ist gerade im vorliegen den Zusammenhang besonders zu Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht beachten, denn durch eine vorsorgliche Massnahme können Fakten im Hinblick auf den End- entscheid geschaffen werden. Der Gesetzgeber hat expli zit festgehalten, dass vorsorgliche Massnahmen erforderlich zu sein haben (Art. 445 Abs. 1 ZG B). Die weiteren Kriterien der Ver- hältnismässigkeit – die Geeignetheit und die Zumutbarke it – werden zwar nicht ausdrücklich erwähnt; selbstredend sind aber auch diese Aspekte zu be achten (vgl. M ARANTA /AUER /MARTI , a.a.O., N 10 zu Art. 445 ZGB). Das vorliegend angeordnete begleitete Besuchsrecht wurde vor- läufig, d.h. bis zu einem definitiven Entscheid, ange ordnet und soll eine mögliche Gefährdung des Kindswohl verhindern. Gemäss angefochtenem Entscheid werde die KESB prüfen, wie der künftige persönliche Verkehr zwischen D.____ und ihrem Va ter ausgeübt werden könne, ohne dass dadurch eine Gefährdung des Kindeswohl entstehe und ob gegebenenfalls weitere Kin- desschutzmassnahmen angeordnet werden müssten. Wie die E ingabe vom 3. März 2022 der KESB zeigt, ist diese Abklärung in die Wege geleitet w orden. Das angeordnete begleitete Be- suchsrecht ist erforderlich und geeignet, um die mögliche Gefährdung des Wohls von D.____ zu verhindern. Dem Verhältnismässigkeitsprinzip (Zumutbarkeit) wurde damit genüge getan, als dass der Kontakt zwischen D.____ und ihrem Vater nicht sist iert wurde, sondern dieser beglei- tet angeordnet wurde. Es wurde somit nur insoweit in die Rechte des Vaters eingegriffen, als dies zur Verhinderung der möglichen Gefährdung nötig w ar. Zu Recht hat die KESB eine Be- gleitung durch die Angehörigen des Kindsvaters, wie sie anlässlich der Anhörung vom 5. Januar 2022 angeregt worden war, aufgrund der Interessenlage als nicht geeignet beurteilt. 6.3. Der Beschwerdeführer macht in seiner Eingabe vom 8. März 2022 geltend, die KESB habe mit Schreiben vom 3. März 2022 kundgetan, die Ab klärungen auf ein Erziehungsfähig- keitsgutachten von Vater und Mutter auszudehnen. Diese la ngwierigen und langandauernden Abklärungen seien für die Abklärung des Sachverhalts, we lcher zur Beschränkung des Be- suchsrechts des Beschwerdeführers geführt habe, nicht geeignet. Gemäss den vorläufigen Gutachterfragen wird die KJP unter anderem um die Einschätzung der Aussage von D.____, sie sei von ihrem Vater geschlagen wo rden, und um die Abgabe von Empfehlungen bezüglich der konkreten Ausgestaltung de s Besuchsrechts von D.____ zum Kindsvater gebeten. Damit ist erstellt, dass Thema der B egutachtung der im Raum stehende Vorwurf ist. Da jedoch vorliegend fest steht, dass zwische n den Eltern ein andauernder Konflikt besteht und beide Elternteile versuchen, D.____ in ih ren Aussagen zu beeinflussen, zielt die Begutachtung deshalb auch darauf ab, die allenfalls aus dem Konflikt resultierende Gefährdung von D.____ und die Erziehungsfähigkeit beider Elternte ile abzuklären und mögliche Kindes- schutzmassnahmen einleiten zu können. Um die Art und das Mass der Beeinflussung der Eltern und damit auch die Glaubhaftigkeit der Aussagen von D._ ___ besser bzw. richtig beurteilen zu können, ist es unumgänglich, dass eine umfassende Abklärun g der Situation und damit auch der Erziehungsfähigkeit beider Elternteile vorgenomm en wird. Es ist deshalb nicht ersichtlich, inwiefern die Abklärung der Erziehungsfähigkeit beide r Elternteile nicht geeignet bzw. unnötig umfassend sein sollte, um den Sachverhalt abzuklären, we lcher zur Beschränkung des Be- suchsrechts des Beschwerdeführers geführt hat. Im Übrigen ist zu hoffen, dass die umfassende Abklärung und das Treffen von allfälligen Massnahmen dazu führen werden, dass sich die Situ- ation zwischen den Kindseltern im Hinblick auf das Besuc hsrecht etwas entspannt und die Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht KESB aufgrund der Erkenntnisse der Begutachtung in Zuk unft allfällige Vorwürfe der Kindsel- tern und Aussagen von D.____ besser einordnen kann. 6.4. Die Beschwerde gegen die vorsorgliche Massnahme bezü glich Regelung des Be- suchsrechts ist damit verhältnismässig und die Beschwerde abz uweisen. Bei diesem Verfah- rensausgang ist die Behandlung des Antrags auf Wiederh erstellung der aufschiebenden Wir- kung der Beschwerde obsolet. 7.1. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahr ens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpf lichtig. Die Verfahrenskosten umfas- sen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VP O). Die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 800.-- sind demzufolge dem unte rliegenden Beschwerdeführer aufzu- erlegen. Die Parteikosten sind gemäss § 21 Abs. 1 VPO wettzuschlagen. 7.2. Der Beschwerdeführer beantragte beim Kantonsger icht die unentgeltliche Rechtspfle- ge. Gemäss § 22 VPO wird eine Partei auf ihr Begehren von der Bezahlung der Verfahrenskos- ten und der Kosten von Beweismassnahmen befreit, sofern ihr die nötigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offensichtlich als aussichtslos erscheint (Abs. 1). Unter den gleichen Vorausset- zungen wird einer Partei der kostenlose Beizug eines An waltes bzw. einer Anwältin gewährt, sofern dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig erscheint (Abs. 2). Gemäss Entscheid der So- zialhilfebehörde L.____ vom 19. Oktober 2021 wird der Beschwerdeführer ab 1. Oktober 2021 wirtschaftliche Hilfe in der Höhe von Fr. 2'612.35 inkl. Krankenkassenprämien nach KVG, abzü- glich sämtlicher Einnahmen, subsidiär gewährt. Damit ist seine Mittellosigkeit gemäss § 22 VPO gegeben. Das Begehren des Beschwerdeführers kann nicht als aussichtslos bezeichnet wer- den, da die Belastungsmomente gegen den Kindsvater nic ht übermässig stark sind und es sich bei der Beschränkung des Besuchsrechts um einen schwerwie genden Eingriff in die Rechte des Kindsvaters handelt. Demzufolge sind die unentgeltli che Prozessführung und Verbeistän- dung zu bewilligen. 7.3. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessf ührung sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- somit der Gerichtskasse zu überbinden. 7.4. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist ändung ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar aus der Gerichtskasse auszuric hten. In seiner Honorarnote vom 8. März 2022 weist der Rechtsvertreter des Beschwerde führers einen Aufwand von 6.6 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen in der Höhe v on Fr. 82.90 zuzüglich 7.7% MWST aus. Der geltend gemachte Zeitaufwand und die Höhe der A uslagen sind nicht zu beanstanden. Bei unentgeltlicher Verbeiständung beträgt das Honorar na ch § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für An- wältinnen und Anwälte [TO] vom 17. November 2003 jedo ch Fr. 200.-- und nicht wie geltend gemacht Fr. 250.-- pro Stunde. Demzufolge ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'510.90 (6.6 Stunden à Fr. 200.-- plus Auslagen in der Höhe von Fr. 82.90, alles zuzüglich 7.7 % MWST) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.5. Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hinge wiesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Pr ozessführung und Verbeiständung wird bewilligt. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Beschwer- deführer auferlegt und gehen zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung zulasten der Gerichtskasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in d er Höhe von Fr. 1'510.90 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) aus der Ge richtskasse ausgerichtet. 5. Je eine Kopie der Eingabe des Beschwerdeführers vom 8. März 2022 (ohne Schreiben der Vorinstanz vom 27. Januar 2022) so wie der Hono- rarnote vom 8. März 2022 werden den übrigen Verfahre nsbeteiligten zur Kenntnisnahme zugestellt. Präsidentin Gerichtsschreiberin