Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Dezember 2018 (720 17 34 / 335) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Bestimmung des massgebenden medizinischen Sachverhalts aufgrund eines Gerichts- gutachtens. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dominik Zehntner , Adv o- kat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1972 geborene A.____ war vom 1. Mai 2006 bis 31. Oktober 2012 bei der B.____AG als Logistikmitarbeiter angestellt. Am 24. März 2010 meldete er sich unter Hinweis auf Diskushernien bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte i n der Folge die gesundheitlichen und erwerbli- chen Verhältnisse ab und liess den Versicherten bei der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) interdisziplinär begutachten (Expertise der A BI vom 26. August 2014). Gestützt auf die daraus gewonnenen Erkenntnisse ermittelte sie einen IV-Grad von 25%. In der Folge wies sie Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen Anspruch von A.____ auf eine Rente nach durchgefü hrtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 6. Januar 2017 ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Do minik Zehntner, am 1. Februar 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die V erfügung vom 6. Januar 2017 aufzuhe- ben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm ab dem 30. April 2013 eine ganze Rente zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass der angefochtene Entscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 8. März 2017 schloss die IV -Stelle auf Abweisung der Be- schwerde. D. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 2 . Mai 2017 / Duplik vom 23. Mai 2017) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 27. Juli 2017 gel angte das Kantonsgericht zur Auf- fassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich sei. In der Folge stel lte es das Verfahren aus und ordnete ein Gerichtsgutachten an. Am 7. November 2017 beauftra gte es die MEDAS Zentalschweiz mit einem polydisziplinären Gutachten, welches am 11. Juli 2 018 erstattet wurde. Hierzu sowie zu den Auswirkungen der medizinischen Beurteilung auf den L eistungsanspruch nahm der Be- schwerdeführer am 23. August 2018 und am 17. Septembe r 2018 Stellung. Die IV-Stelle liess sich dazu am 27. August 2018 und am 3. September 2018 vernehmen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 1. Februar 2017 ist einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfüg ung vom 6. Januar 2017 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; allgemeine Methode des Einkommensvergleichs). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BG E 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätig- keiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauig- keit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Ger icht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung de s medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbar keit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorlie- gen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schluss folgerungen gelangt. Eine abwei- chende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug ersche inen, die Schlüssigkeit des Gerichts- gutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise v om Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weite- ren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Ver waltungsverfahrens eingeholten Gutach- ten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrun d eingehender Beobachtungen und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auc h der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht vo n Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verf ügung vom 6. Januar 2017 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentliche n auf das Gutachten der ABI vom 26. August 2014, deren ergänzenden Stellungnahme vom 3 0. Dezember 2014 sowie auf die Beurteilungen des Regionalen ärztlichen Dienstes (RAD; D r. med. C.____, Facharzt für Ortho- pädie und Physikalische sowie Rehabilitative Medizin, vom 4 . Februar 2015, 20. Juli 2015 und 10. November 2015 und Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. Febru- ar 2016 und 9. November 2016). Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Beschwerdeführer angepasste Verweistätigkeiten im Umfang von 90% zumutba r seien. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfah rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehend er Beobachtungen und Untersuchun- gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsb eratung vom 27. Juli 2017 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass dem Gutachten der AB I vom 26. August 2014 und den Einschätzungen der RAD-Ärzte keine ausschlaggebende Bewei skraft zukomme. Es hielt fest, aufgrund der widersprüchlichen medizinischen Unterlagen bestünden erhebliche Zweifel an der Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers und der daraus resultierenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Das Kantonsgericht besch loss deshalb, den Fall auszustel- len und zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts bei der MEDAS Zentralschweiz ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. 7.1 Die untersuchende Ärzteschaft der MEDAS Zentralschwei z diagnostizierte am 11. Juli 2018 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chro nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine chronische, gegenwärtig mittelgradige de- pressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10) mi t Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst; ICD-10 F41.0), ein chronifiziertes lum bospondylogenes Syndrom links mit und bei Fehlstatik mit diskreter linkskonvexer Torsionsskolio se, leichter lumbaler Hyperlordose und Haltungsinsuffizienz mit muskulärer Dysbalance und Dekonditionierung und ein chronifizier- tes rechtsseitiges zervikothorakales und zervikozephales Schme rzsyndrom tendomyoti- scher/myofaszialer Ausprägung. Die Schmerzsymptomatik werde durch den kongenitalen, fi- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht xierten Schiefhals mit konsekutiver sekundärer Wirbelsä ulenfehlform und Gesichtsasymmetrie sowie durch die jahrelange, schmerzbedingte Schonung inf olge Haltungsinsuffizienz, verbun- den mit einer erheblichen muskulären Dysbalance und De konditionierung sowie durch die de- generativen Veränderungen im unteren Hals- und Lenden wirbelsäulenbereich ausreichend er- klärt. Der Versicherte weise eine erheblich eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule (HWS) auf mit chronifiziertem myofaszialem/tendomyotischem Schmerzsyndrom der gesamten Nacken-Schulterpartie rechts und mit schmerzhaft eingeschrän kter Beweglichkeit zervikal und insbesondere im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS). Aufgrund der strukturellen Befunde am Bewegungsapparat könne der Versicherte keine körperlich sch weren und ständig mittelschwe- ren Tätigkeiten, keine Verrichtungen über Kopf mit re klinierter HWS, keine langdauernden Zwangshaltungen im Sitzen und Stehen ohne die Möglichke it, zwischendurch häufig die Kör- perposition zu wechseln, ausüben. Zudem bestünden Einsch ränkungen hinsichtlich Tätigkeiten auf Leitern, Gerüsten und Dächern, für Arbeiten auf vi brierenden Maschinen sowie für solche mit nasskalter Witterungsexposition. In einer optimalen leidensadaptierten Tätigkeit und einer täglichen Präsenz von maximal 7 Stunden sei der Versicher te aufgrund eines schmerzbeding- ten Bedarfs an vermehrten Pausen und eines schmerzbedingt verlangsamten Arbeitstempos zu 20% in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Ausgehend von einem Arbeitstag von 8,2 Stunden betrage die zumutbare Arbeitsfähigkeit 70%. Aus neurol ogischer Sicht seien die Rückenbe- schwerden nicht auf ein radikuläres oder myeläres Syndrom zurückzuführen. Die heftigen Kopf- schmerzen seien vereinbar mit Migräne-Attacken ohne Aura . Es komme aber auch zu Kopf- schmerzen vom Spannungstyp. In psychiatrischer Hinsicht sei von einer mittelgradigen Depres- sion auszugehen. Aufgrund dieser Störung seien der Antr ieb, die Ausdauer, die kognitiven Fä- higkeiten, das Arbeitstempo sowie die Kontakt- und Verk ehrsfähigkeit beeinträchtigt. Die Ar- beitsfähigkeit sei um 45% eingeschränkt. Hinsichtlich der Beurteilungen der Vorgutachter Dres. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, un d F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, bestünden erhebliche Zweifel, da die Gutachten nicht lege artis erstellt worden seien. Aus gesamtmedizinischer Sicht betrage die Arbeits fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Logistiker/Mechaniker seit dem 16. September 2011 45 %. In einer körperlich optimal ange- passten Tätigkeit sei der Versicherte zu 55% arbeitsfähig. 7.2 In seinen Stellungnahmen vom 23. August 2018 und 1 7. September 2018 erachtete der Beschwerdeführer die Gerichtsexpertise als beweistaugliche Entscheidgrundlage und bean- tragte gestützt darauf mit Wirkung ab 30. September 2013 die Ausrichtung einer Dreiviertelsren- te. Demgegenüber stellte sich die IV-Stelle in ihren E ingaben vom 27. August 2018 und 3. September 2018 auf den Standpunkt, dass die rheumat ologische Beurteilung der Leistungs- fähigkeit nicht nachvollziehbar sei und die in psychiatri scher Hinsicht attestierte Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 45% auch gesamtmedizinisch sowo hl für die angestammte als auch für eine Verweistätigkeit massgeblich sei. Damit sei ab September 2012 ein Anspruch auf eine Viertelsrente, eventualiter auf eine halbe Rente, ausgewiesen. 7.3 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.4 hiervor), weicht d as Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der m edizinischen Experten oder Exper- tinnen ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stel- len, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfa ssen. Vorliegend sind keine Gründe Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ersichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des G erichtsgutachtens vom 11. Juli 2018 in Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Es i st vielmehr festzuhalten, dass das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an ein e medizinische Beurtei- lungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt. Es weist wede r formale noch inhaltliche Mängel auf, ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.3 hiervor) – für die streitigen Belange um- fassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksich tigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und leuchte t in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Sit uation ein. Sodann weist das Gut- achten keine Widersprüche von entscheidrelevanter Bedeutung auf und setzt sich auch mit den bei den Akten liegenden (abweichenden) fachärztlichen E inschätzungen auseinander. Insge- samt ist die Beurteilung im Gutachten überzeugend. Es wird deutlich, dass der Beschwerdefüh- rer in somatischer Hinsicht eine erhebliche Einschränkung der Beweglichkeit und der Belast- barkeit der gesamten Wirbelsäule und in psychischer Hinsich t eine die Arbeitsfähigkeit ein- schränkende depressive Diagnose aufweist. Auch die Einschätz ung der Arbeitsfähigkeit ist nachvollziehbar begründet. Demnach beträgt die Arbeit sfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Logistiker/Mechaniker 45% und in einer körperlich angepassten Tätigkeit 55%. 7.4 Daran vermögen die Vorbringen der IV-Stelle nich ts zu ändern. Sie merkt zunächst unter Hinweis auf die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. C.____ vom 13. August 2018 an, dass entgegen der Beurteilung im rheumatologischen Gutachten nicht von einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 30%, sondern von einer solch en von bloss 20% auszugehen sei, da sich aus somatischer Sicht keine Befunde finden würden, di e eine eingeschränkte Anwesenheit am Arbeitsplatz begründen würden. Diese unterschiedlic he Beurteilung der Leistungsfähigkeit wirkt sich aus gesamtmedizinischer Sicht – wie sie selbst ei nräumt – nicht entscheidrelevant aus, da der Beschwerdeführer aus psychischen Gründen unbe stritten eine weit höhere Ein- schränkung in der Arbeitsfähigkeit von 45% aufweist. Wen n sie weiter rügt, der rheumatologi- sche Gerichtsgutachter habe seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit weder hergeleitet noch erläutert, ist ihr insofern be izupflichten, als der Beurteilung keine detail- lierte Begründung zu entnehmen ist. Dies vermag aber die Aussagekraft nicht zu schmälern, da sie unter Einbezug des Arbeitsplatzbeschriebs der B.____ AG vom 20. April 2010 und somit in Kenntnis der konkreten Aufgabenbereiche des Beschwerdeführ ers in der bisherigen Tätigkeit erfolgte. Wenn die Beschwerdegegnerin in der Beurteil ung des rheumatologischen Gutachters insofern einen Widerspruch erkennt, als er festhält, dass dem Versicherten keine ständig mittel- schweren Tätigkeiten mehr zumutbar seien, und im gleic hen Abschnitt nur noch körperlich leichte Tätigkeiten als zumutbar bezeichnet (vgl. S. 35 des rheumatologischen Teilgutachtens), trifft dies zwar zu. Dieser Widerspruch wird aber insof ern relativiert, als in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung festgehalten wird, dass dem Versichert en gelegentlich mittelschwere Tätig- keiten zumutbar sind (vgl. S. 67 der Gesamtbeurteilung) . Ob daraus – wie die IV-Stelle geltend macht – geschlossen werden kann, dass dem Beschwerdeführer d ie bisherige Tätigkeit bei der B.____AG, welche manchmal das Heben und Tragen von Werkst ücken von 10-25 kg und sel- ten das Heben und Tragen von über 25 kg beinhaltete ( vgl. den Arbeitsplatzbeschrieb der ehe- maligen Arbeitgeberin vom 20. April 2010; act. 9), weiterhin zumutbar ist, ist indes aufgrund der Tatsache fraglich, dass ihm die Rückkehr an den Arbeitspla tz aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war (vgl. Kündigungsschreiben der B._ ___AG vom 12. August 2012; Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht act. 73). Wie es sich damit verhält, braucht indes nicht ab schliessend geklärt zu werden, da dieses Arbeitsverhältnis seitens der Arbeitgeberin per 31. Oktober 2012 aufgelöst wurde und im massgebenden Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 6 . Januar 2017 gar nicht mehr bestand. Damit fällt es für die Bemessung der Invalidi tät ohnehin ausser Betracht, wie sich aus den nachstehenden Ausführungen ergibt. Insgesamt ist di e Beurteilung im Gutachten der MEDAS Zentralschweiz sowohl in der Darlegung der medizi nischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen überze ugend und lässt eine zuverlässige Beurteilung der streitigen Belange zu, weshalb vollumfänglich darauf abzustellen ist. 8. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchti- gung. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.4 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Ver- sicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dabei ist in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des fr ühestmöglichen Rentenbeginns abzu- stellen (vgl. BGE 129 V 222, 128 V 174), welcher – gem äss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG – auf den 1. September 2012 (Beginn des Wartejahrs: 16. Septemb er 2011; vgl. E. 7.1 hiervor) zu liegen kommt. Für den nachfolgend durchzuführenden Einkommensvergleich sind demnach die in die- sem Zeitpunkt gegebenen Einkommensverhältnisse massgebend. 9.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt des Renten- beginns tatsächlich verdienen würde, wenn sie nicht inva lid geworden wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2012, 8C_600/2012, E. 4 .1.1). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der R egel von der Tätigkeit, welche die ver- sicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeü bt hat, auszugehen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1). Gegen die konkrete Berech- nung des Valideneinkommens gestützt auf die Angaben de r ehemaligen Arbeitgeberin (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 8. Juni 2012; act. 56) erhob der Beschwerdeführer keinen Einwand. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweis e ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht betref fend Valideneinkommen eine andere Einschätzung vorzunehmen wäre, erübrigt sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Berechnung des Valideneinkommens. Es kann diesbezügli ch vollumfänglich auf die ent- sprechenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 6. Januar 2017 verwiesen werden. Damit ist von einem m assgebenden Valideneinkommen von Fr. 78‘390.-- auszugehen. 9.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – beson- ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzune hmen ist, dass sie die ihr verbleiben- de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziall ohn, gilt grundsätzlich der tatsäch- lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom- men gegeben, namentlich weil die versicherte Person nac h Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue E rwerbstätigkeit aufgenommen hat, so Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne gem äss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2). 9.3 Bei der Ermittlung des trotz Gesundheitsschadens zumutb arerweise erzielbaren Ein- kommens (Invalideneinkommen) stützte sich die IV-Stelle auf die LSE. In ihren Stellungnahmen vom 27. August 2018 und 3. September 2018 zum Gerichtsgu tachten resp. zu den Auswirkun- gen der medizinischen Beurteilung auf den Leistungsanspr uch stellte sie sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass beim Validen- und beim Inval ideneinkommen vom gleichen Lohn auszugehen sei, da die bisherige Tätigkeit bei der B. ____AG einer angepassten Tätigkeit ent- spreche. Dieser Auffassung ist nicht beizupflichten, da das Arbeitsverhältnis seitens der Arbeit- geberin per 31. Oktober 2012 und somit mehr als vier Jahre vor Erlass der angefochtenen Ver- fügung vom 6. Januar 2017 aufgelöst wurde, nachdem de r Beschwerdeführer aus gesundheitli- chen Gründen nicht mehr in der Lage war, die bisher au sgeübte Erwerbstätigkeit weiterzufüh- ren und eine Umplazierung im Betrieb nicht möglich war. Vor diesem Hintergrund ist das von ihr angerufene Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2017 , 9C_576/2016, wonach keine Not- wendigkeit besteht, statistische Werte beizuziehen, wenn ei ne versicherte Person trotz der ge- sundheitlichen Einschränkungen in der Lage ist, die bi sher ausgeübte Erwerbstätigkeit – allen- falls mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit – weiterzuf ühren, nicht einschlägig, weshalb entge- gen der Auffassung Vorinstanz als Invalideneinkommen ni cht das auf 55% reduzierte Validen- einkommen beigezogen werden kann. Vielmehr ist das trot z Gesundheitsschädigung noch er- zielbare Einkommen mittels Tabellenlöhnen zu bestimmen. Dabei ist zu beachten, dass der frühestmögliche Rentenbeginn im Jahr 2012 liegt, weshalb entgegen den Angaben in der ange- fochtenen Verfügung 6. Januar 2017 nicht die LSE 2010 resp. 2014 sondern die LSE 2012 zur Anwendung kommt. Soweit sich der Beschwerdeführer in sei ner Stellungnahme vom 23. Au- gust 2018 auf das im Vorbescheid vom 12. Juni 2013 ermitt elte Invalideneinkommen beruft, kann ihm nicht gefolgt werden, da dieses ebenfalls auf der unzutreffenden LSE 2010 beruht. Laut Tabelle TA1 der LSE 2012 belief sich das Total al ler Männerlöhne im Kompetenzniveau 1 (“einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerkliche r Art“) im Jahre 2012 auf Fr. 5'210.-- (LSE 2012, Privater Sektor, Tabelle TA1, Männer, Komp etenzniveau 1, Zeile “Total“). Dieser Tabellenlohn beruht auf einer einheitlichen Arbeitsze it von 40 Wochenstunden und ist deshalb auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit des Jahres 2012 von 41,7 Stunden (Bundesamt für Statistik, Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit na ch Wirtschaftszweigen, “Total“) umzurech- nen. Unter Berücksichtigung eines zumutbaren Pensums von 55% in angepassten Verweistä- tigkeiten resultiert ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 35‘847.40 (Fr. 5‘210.-- x 12 x 41,7 / 40 x 55%). 9.4.1 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage solcher statistischer Durchschnitts- werte ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert a llenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versic herte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsscha- dens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt ein satzfähig sind, in der Regel das ent- sprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbei ter nicht erreichen. Der ursprüng- lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwicke lte sich in der Folge zu einem allge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht meinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechts prechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Auf enthaltskategorie sowie Beschäftigungs- grad Auswirkungen auf die Höhe des Lohns haben können. Ein Abzug soll aber nicht automa- tisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall An haltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Mer kmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsma rkt nur mit unterdurchschnittlichem Ein- kommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen u nter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchst ens 25% des Tabellenlohns zu be- grenzen (BGE 134 V 322 E. 5.2; vgl. zum Ganzen auch BGE 126 V 75 E. 5b/bb und cc). 9.4.2 Wie sich aus der massgebenden Zumutbarkeitsbeurt eilung im Gerichtsgutachten vom 11. Juli 2018 ergibt, wurden die gesundheitlichen Be schwerden und die damit verbundene be- einträchtigte Leistungsfähigkeit des Versicherten berei ts durch die Annahme eines reduzierten Arbeitspensums im Umfang von 45% hinreichend berücksich tigt. Eine zusätzliche Veranschla- gung dieser Einschränkungen unter dem Titel des leiden sbedingten Abzugs im Sinne von BGE 126 V 75 würde zu einer unzulässigen doppelten An rechnung desselben Faktors führen. Zu beachten ist aber, dass Teilzeitarbeit bei Männern statistisch gesehen vergleichsweise we- niger gut entlöhnt wird als eine Vollzeittätigkeit (vgl . dazu SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109, 9C_721/2010 E. 4.2 in fine und E. 4.2.2 mit Hinweise n). Schliesslich rechtfertigen die Kriterien Alter, Dienstjahre und Nationalität/Aufenthaltskatego rie vorliegend keinen Abzug. Unter Würdi- gung sämtlicher Kriterien erscheint ein Abzug vom Tabell enlohn von maximal 10% (Teilzeitar- beit) angemessen. Demnach beträgt das massgebende Invalid eneinkommen Fr. 32‘262.65 (Fr. 35‘847.40 x 90%). 9.5 Aus der Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen von Fr. 78‘390.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 59% ([Fr. 78‘390.-- - F r. 32‘262.65] : Fr. 78‘390.-- x 100); vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.), was Anspruch auf ei ne halbe Rente gibt. Demnach ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel- Landschaft vom 6. Januar 2017 aufzuheben und festzustell en, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. September 2012 Anspruch auf eine halbe Rente hat. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festgelegt . Bei Fällen wie dem vorliegenden, in de- nen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrens- kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Beim Ent scheid über die Verlegung der Prozess- kosten ist somit grundsätzlich auf den Prozessausgang abzust ellen. In casu ist der Beschwer- deführer mit seinen Rechtsbegehren teilweise durchgedr ungen. Bei diesem Ausgang des Ver- fahrens hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu tragen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu bea chten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht int eressierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess kei- ne Verfahrenskosten erhoben werden. Dem Beschwerdeführe r ist der geleistete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückzuerstatten. 10.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungst räger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, we nn die Massnahmen für die Beurtei- lung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nach träglich zugesprochener Leistun- gen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Ver- fahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Ger icht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesger icht weiter, mit der zitierten Bestim- mung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. B GE 137 V 265 f. E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Unter- suchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigke it, eine Gerichtsexpertise anzu- ordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellatio nen der Fall: Wenn ein manifester Wider- spruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztl ichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründet e Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Expertise abgestellt ha be, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwal- tung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive kon- vergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rech tsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzlichen Geri chtsgutachtens an sie nicht gerecht- fertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; zum Ganzen : BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hin- weisen). 10.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich der Ur teilsberatung vom 27. Juli 2017 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf di e damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Wie vorstehend in Erwägung 6 ausgeführt, kamen dem Gutachten der ABI vom 26. August 2014 und den Einschätzungen der RAD-Ärzte mi t Blick auf die Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Berichte und Gutachten keine a usschlaggebende Beweiskraft zu. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte keine verlässliche Entschei- dungsgrundlage bildeten, waren die Abklärungsergebniss e aus dem Verwaltungsverfahren nicht ausreichend beweiskräftig. Demnach wies das Verwalt ungsverfahren Untersuchungsmän- gel auf, die eine Gerichtsexpertise notwendig machten. Die Kosten des Gerichtsgutachtens, welche sich gemäss der eingereichten Honorarnote vom 11. Juli 2018 auf Fr. 17‘564.50 belau- fen, sind unter diesen Umständen der Vorinstanz aufzuerlegen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.3 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Fraglich ist, ob die Parteientsc hädigung allenfalls wegen bloss teilwei- sen Obsiegens zu reduzieren ist. In diesem Zusammenhang i st vorab klarzustellen, dass es bundesrechtswidrig wäre, die Parteientschädigung ausschlie sslich nach dem anteilsmässigen Prozesserfolg zu bemessen. Mit einem solchen Vorgehen würde in unzulässiger Weise von den bundesrechtlichen Bemessungskriterien der „Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses“ (Art. 61 lit. g Satz 2 ATSG) abgewichen ( BGE 117 V 407 E. 2c). Gegen eine Reduktion der Parteientschädigung wegen bloss teilweisen Obsiegens sprechen zudem folgen- de Überlegungen: Der Beschwerdeführer hätte sich damit begnügen können, in seinem Rechtsbegehren die Zusprechung einer Rente zu verlange n (BGE 101 V 223 E. 4). In diesem Fall wäre der Prozesserfolg nicht anteilsmässig quantifizierbar und dem Beschwerdeführer wür- de wegen Obsiegens eine volle Parteientschädigung zugesp rochen (BGE 117 V 406 E. 2b). Zu beachten ist sodann, dass praxisgemäss selbst dann eine volle Parteientschädigung ausgerich- tet wird, wenn das kantonale Gericht in einem Rentenv erfahren keinen materiellen Entscheid trifft, sondern die Sache zu ergänzender Abklärung und anschliessender Neubeurteilung an den Versicherungsträger zurückweist (BGE 117 V 406 f. E. 2b m it Hinweisen). Berücksichtigt man diese Überlegungen, so rechtfertigt es sich, dem Beschwe rdeführer für das vorliegende Verfah- ren eine volle und nicht eine wegen bloss teilweisen Ob siegens reduzierte Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter hat in seiner Honorarnote vom 2. Oktober 2018 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 24,833 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Di eser Aufwand ist mit dem im Sozi- alversicherungsrecht üblichen Stundenansatz von Fr. 250. -- zu vergüten (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. Nov ember 2003). Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslag en von Fr. 205.70. Dem Beschwer- deführer ist demnach eine Parteientschädigung in der H öhe von Fr. 6‘921.25 ([24,833 Stunden x Fr. 250.-- + Auslagen von 205.70]; inkl. 8% Mehrwert steuer auf Fr. 4‘447.95 [Fr. 355.85] und 7,7% Mehrwertsteuer auf Fr. 1‘966.05 [Fr. 151.40]) z u Lasten der Beschwerdegegnerin zuzu- sprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als d ie Verfügung der IV- Stelle Basel-Landschaft vom 6. Januar 2017 aufgehoben und festge- stellt wird, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1 . September 2012 Anspruch auf eine halbe Rente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 17‘564.50 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefüh rerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 6‘921.25 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht