Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. Juni 2014 (715 13 226 / 136) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Rückforderung; Koordination der Arbeitslosenentschädigung bei gleichzeitiger Ausrich- tung von Unfalltaggeldern; Bedeutung einer Anmeldung bei der Eidgenössischen Invali- denversicherung A. Die 1983 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Mai 2009 bis zum 28. Februar 2011 bei der B.____ AG in Basel als Verkäuferin angestellt. Am 2 8. August 2010 erlitt sie als Beifahrerin ei- nen Autounfall und war in der Folge bis zum 6. Sept ember 2010 zu 100 %, am 7. September 2010 zu 50 %, am 8. September 2010 zu 0 %, vom 9. S eptember 2010 bis zum 25. April 2011 erneut zu 100 % und ab 26. April 2011 zu 50 % krank geschrieben. Der zuständige Unfallversi- cherer erbrachte die gesetzlichen Leistungen und ri chtete der Versicherten namentlich Taggel- der aus. Am 15. April 2011 meldete sich A.____ in i hrer Wohngemeinde zur Arbeitsvermittlung und am 27. April 2011 bei der Öffentlichen Arbeitsl osenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung ab dem 15. April 2011 an, wobei sie unter Hinweis auf ein Arztzeugnis angab, nicht im gewünschten Ausmass, sondern bloss im Umfang von 50 % arbeitsfähig zu sein. Die Arbeitslosenkasse ermitte lte in der Folge den versicherten Verdienst und richtete entsprechend einem Arbeitsausfall von 50 % Arbeitslosenentschädigung aus. Nachdem im November 2011 bekannt wurde, dass sich A.____ am 31. Januar 2011 zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversich erung (IV) angemeldet hatte, stellte das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) C.____ m it Verfügung vom 15. Dezember 2011 fest, dass die Vermittlungsfähigkeit von A.____ in der Zeit vom 15. April 2011 bis 25. April 2011 zu verneinen sei; ab 26. April 2011 sei die Vermitt lungsfähigkeit im Umfang von 100 % als ge- geben zu betrachten. Die Verfügung hielt ferner fes t, dass bis zum Entscheid der IV eine Vor- leistungspflicht der Arbeitslosenversicherung bestehe. Mit Verfügung Nr. 462/2011 vom 23. Dezember 2011 fo rderte die Arbeitslosenkasse die in den Monaten April 2011 bis Oktober 2011 zuviel ausbezah lte Arbeitslosenentschädigung im Betrag Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Fr. 2‘147.15 zurück. Die Rückforderung sei notwendi g geworden aufgrund der Verneinung der Vermittlungsfähigkeit für die Zeit vom 15. April 2011 bis 25. April 2011 und der daraus resul- tierenden Verschiebung der Rahmenfrist für den Leistung sbezug und der Wartetage, sowie der mit der Vorleistungspflicht zusammenhängenden Erhöhung des versicherten Verdienstes auf 100 % und der Berücksichtigung der Unfalltaggelder für jede Kontrollperiode. Die dagegen er- hobene Einsprache wies die Einspracheinstanz der Arbeitslosenkasse am 18. Juni 2013 ab. Die Arbeitslosenkasse habe zunächst – ohne Berücksichtigung des Ersa tzeinkommens der Unfall- versicherung – Taggelder auf Basis eines anrechenbaren Ar beitsausfalls von 50 %, d.h. auf Basis eines um 50 % gekürzten versicherten Verdienstes, ausg erichtet. Nachdem das RAV C.____ über die Vorleistungspflicht informiert habe, sei eine neue Rahmenfrist eröffnet und der versicherte Verdienst auf 100 % belassen worden. Das Ersa tzeinkommen der Unfallversiche- rung sei nun berücksichtigt worden, wobei die damals aus bezahlte Arbeitslosenentschädigung mit der neu auszubezahlenden weitgehend habe verrechne t werden können. Präzisierend wur- de im Einspracheentscheid festgehalten, dass sich die Rü ckforderung bloss auf die Kontrollpe- rioden Mai 2011 bis September 2011 beziehe, da der Ei nsprecherin in den Monaten April 2011 und Oktober 2011 keine Arbeitslosenentschädigung ausbezahlt worden sei. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertr eten durch Nicolai Fullin, Advokat in Basel, mit Eingabe vom 19. August 2013 Beschwerde b eim Kantonsgericht, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei der angefochtene Einspracheent- scheid aufzuheben und es sei festzustellen, dass keine Ve rpflichtung ihrerseits bestehe, Tag- gelder für die Monate Mai 2011 bis September 2011 an die Beschwerdegegnerin zurückzuleis- ten; unter o/e-Kostenfolge. Für die Erhöhung des versicherten Verdienstes und der Anrechnung der Leistungen der Unfallversicherung fehle eine gesetzliche Grundlage. Dass die Beschwerde- führerin zu 50 % arbeitsunfähig gewesen sei, sei bere its in den ursprünglichen Taggeldabrech- nungen mit der Reduktion des versicherten Verdienstes auf 50 % genügend berücksichtigt wor- den. Da es zu keiner Überentschädigung gekommen sei, habe es die Beschwerdegegnerin nicht zu kümmern, welche Leistungen für die 50 %-ige A rbeitsunfähigkeit erbracht worden sei- en. C. In ihrer Vernehmlassung vom 4. November 2013 schloss die Beschwerdegegnerin auf vollumfängliche Abweisung der Beschwerde und beantragt e, es sei der angefochtene Ein- spracheentscheid unter o/e-Kostenfolge zu bestätigen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen auf den angefochtenen Entscheid verwiesen. Die Beschwer deführerin habe es unterlassen, auf dem Antrag zur Arbeitslosenentschädigung vom 27. April 2011 darüber zu informieren, dass sie am 31. Januar 2011 einen Antrag auf Leistungen der Ei dgenössischen Invalidenversicherung (IV) gestellt habe. Wäre dies bei der Anmeldung bekan nt gewesen, hätte bereits in diesem Zeitpunkt die Vorleistungspflicht der Arbeitslosenkasse fe stgestanden und die Leistungen hät- ten korrekt bemessen und ausbezahlt werden können. Die Beschwerdegegnerin sei von Geset- zes wegen verpflichtet, ausbezahlte Taggelder, auf die die Beschwerdeführerin keinen An- spruch habe, zurückzufordern. D. Mit Eingabe vom 24. Februar 2014 reichte die Beschwe rdegegnerin eine detaillierte Be- rechnung der Rückforderungssumme und diesbezüglich relevante Unterlagen ein. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Am 27. März 2014 nahm die Beschwerdeführerin zur V ernehmlassung und den einge- reichten Unterlagen Stellung. Die Koordination der A rbeitslosen- und Unfalltaggelder erfolge vorliegend nach einer spezifischen Koordinationsregel und unter Ausklammerung der Frage, ob aufgrund der Vorleistungspflicht nach der IV-Anmeldun g eine (hypothetische) volle Vermitt- lungsfähigkeit angenommen werden müsse. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin führe, wie die vorliegende Rückforderung zeige, zu einer Schlecht erstellung der versicherten Person und laufe somit dem Zweck der Vorleistungspflicht zuwider. Di e ursprünglichen Taggeldabrechnun- gen seien korrekt erfolgt und eine Rückforderung damit nicht gerechtfertigt. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Ju ni 1982 kann der Bundesrat die örtliche Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts in Abweichung von Art. 58 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 regeln. Gemäss Art. 128 der Verordnun g über die obligatorische Arbeitslosen- versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 richtet sich die Be- urteilung der Zuständigkeit des kantonalen Versicherungs gerichts nach Art. 119 AVIV. Örtlich zuständig ist gemäss Art. 128 in Verbindung mit Art. 119 Abs. 1 lit. a AVIV das Gericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person ihre Kontroll pflicht erfüllt. Während der Zeitdauer des Leistungsbezugs hat die Beschwerdeführerin ihre Kont rollpflicht im Kanton Basel- Landschaft erfüllt. Nach § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurtei lt das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht, als einzige gerichtliche Instanz d es Kantons Basel-Landschaft Be- schwerden gegen Verfügungen gemäss Art. 100 AVIG. Auf d ie beim sachlich und örtlich zu- ständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis z u einem Streitwert von Fr. 10'000.– durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist vor liegend, ob die Beschwerdegegnerin von der Beschwerdeführerin zu Recht zuviel ausbezahlte Arbei tslosenentschädigung zurückforder- te. Die Rückforderungssumme beläuft sich auf Fr. 2‘147.15, weshalb die Angelegenheit präsidi- al zu entscheiden ist. 2. Gemäss Art. 95 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit Art. 2 5 Abs. 1 Satz 1 ATSG ist die Ar- beitslosenkasse verpflichtet, zu Unrecht ausbezahlte Versicheru ngsleistungen vom Empfänger zurückzufordern. Eine aufgrund einer formell rechtskräft igen Verfügung ausgerichtete Leistung ist allerdings nur zurückzuerstatten, wenn entweder die für die Wiedererwägung oder die pro- zessuale Revision erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Dies gilt auch für Entscheide, die formlos getroffen worden sind, insbesondere für Abrechn ungen der Arbeitslosenkassen (BGE 129 V 110 E. 1.1, 126 V 399 E. 1, je mit Hinweisen) . Wird eine solche rückwirkende Korrektur vorgenommen, entfällt die rechtliche Grundlage für die zugesprochenen Leistungen. Diese wer- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht den – im Nachhinein – zu unrechtmässigen Leistungen (BGE 122 V 138 E. 2c; Urteil des Bun- desgerichts vom 12. April 2010, 8C_1042/2009, E. 2.2). 2.1 Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger in Form der Wiedererwägung auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einsprachee ntscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Ferner müssen gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG formell rechtskräftige V erfügungen und Einspracheent- scheide in (prozessuale) Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Ver- sicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tats achen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Der Begriff "neue Tatsachen oder Be- weismittel" ist dabei gleich auszulegen wie bei der Revi sion eines kantonalen Gerichtsentschei- des gemäss Art. 61 lit. i ATSG oder bei der Revision ein es Bundesgerichtsurteils gemäss Art. 123 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes über das Bund esgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG) vom 17. Juni 2005. Neu sind Tatsachen, die sich bis zum Zeitpunkt, da im Hauptverfah- ren noch tatsächliche Vorbringen prozessual zulässig ware n, verwirklicht haben, jedoch dem Revisionsgesuchsteller trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die neuen Tatsachen müssen ferner erheblich sein, d.h. sie müssen geeignet sein, die tatbestandliche Grundlage des zur Revision beantragten Entscheids zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer andern Entscheidung zu führen. Neue Beweismit tel haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen o der dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewese n, aber zum Nachteil des Gesuchstel- lers unbewiesen geblieben sind. Erheblich ist ein Bewei smittel, wenn anzunehmen ist, es hätte zu einem anderen Urteil geführt, falls das Gericht resp. die Verwaltung im Hauptverfahren da- von Kenntnis gehabt hätte. Ausschlaggebend ist, dass das B eweismittel nicht bloss der Sach- verhaltswürdigung, sondern der Sachverhaltsermittlung di ent. Ein Revisionsgrund ist nicht schon dann gegeben, wenn das Gericht resp. die Verwalt ung bereits im Hauptverfahren be- kannte Tatsachen unrichtig gewürdigt hat. Notwendig ist vielmehr, dass die unrichtige Würdi- gung erfolgte, weil für den Entscheid wesentliche Tatsa chen unbewiesen geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 15. November 2013, 8C_334/2013, E. 3.2 mit zahlreichen Hinweisen). 3. Die Beschwerdegegnerin hat die vorliegend umstritt ene Rückforderung augenschein- lich im Rahmen einer Revision verfügt und sich in diesem Zusammenhang auf die am 31. Januar 2011 erfolgte Anmeldung bei der IV berufe n. Zu prüfen ist damit in einem ersten Schritt, ob es sich bei der Anmeldung bei der IV um eine neue erhebliche Tatsache handelt. 4. Die Beschwerdegegnerin bringt vor, dass es die Beschwe rdeführerin unterlassen hat, auf dem Antrag auf Arbeitslosenentschädigung über die erfolgte Anmeldung bei der IV zu in- formieren. Tatsächlich hat die Beschwerdeführerin die Frage, ob ein Antrag auf Taggeld oder Rente gestellt worden sei, im Antrag vom 27. April 20 11 verneint. Zwar findet sich auf der An- meldung zur Arbeitsvermittlung an das RAV C.____ vom 15 ./27. April 2011, die am 28. April 2011 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen ist, unter dem Titel „Schlagwort“ ein Hinweis auf einen Antrag auf Leistungen der Invalidenversicheru ng, die Beschwerdeführerin bestreitet jedoch nicht, dass die Beschwerdegegnerin erst mit der Mi tteilung der IV-Stelle Basel- Landschaft vom 14. November 2011, mit welchem über den Abschluss der beruflichen Mass- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nahmen informiert wurde, von der Anmeldung bei der I V erfahren hat. Es kann deshalb ange- nommen werden, dass die Tatsache der IV-Anmeldung der Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt der Festlegung der Rahmenfrist und der Berechnung des versicherten Verdienstes und des Taggeldes nicht bekannt war und erst im November 2011 e ntdeckt wurde. Es handelt sich folg- lich um eine neue Tatsache im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG. 5. Strittig und zu prüfen ist indessen, ob die Tatsach e der IV-Anmeldung für die Ermittlung des versicherten Verdienstes und – daraus folgend – des T aggeldes auch erheblich war. Die Beschwerdegegnerin bejaht dies unter Hinweis auf die u nterschiedliche Berechnungsmethode bei einer IV-Anmeldung. 5.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nac h Art. 8 Abs. 1 AVIG unter an- derem voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilw eise arbeitslos ist (lit. a), einen anre- chenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (lit. b) und vermittlungsfähig ist (lit. f). 5.2 Die arbeitslose versicherte Person ist nach Art. 15 Abs. 1 AVIG vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Ein- gliederungsmassnahmen teilzunehmen. Der Begriff der Ve rmittlungsfähigkeit schliesst graduel- le Abstufungen aus . Entweder ist eine versicherte Person vermittlungsfähig , d.h. insbesondere bereit, eine zumutbare Arbeit (im Umfang von mindest ens 20 % eines Normalpensums; vgl. Art. 5 AVIV) anzunehmen, oder nicht. Die Vermittl ungsfähigkeit kann sich dabei beispiels- weise auf ein kleineres Pensum beziehen, während sie für ein höheres Pensum nicht gegeben sein kann; im Rahmen eines bestimmten (mindestens 20 %-i gen) Pensums kann die Vermitt- lungsfähigkeit indessen nur erfüllt oder nicht erfüllt sein (BGE 136 V 97 E. 5.1 mit weiteren Hin- weisen, 125 V 58 E. 6a; B ARBARA KUPFER BUCHER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligato rische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 4. Auflage, Zürich 2013, S. 70). Bei Arbeitnehmern, die nach dem Ver- lust einer Vollzeitbeschäftigung nur noch teilzeitlich er werbstätig sein wollen oder können, ist der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung daher über das Kriterium des anrechenbaren Ar- beitsausfalles zu bestimmen (BGE 125 V 59 E. 6c/aa). 5.3 Von der Vermittlungsfähigkeit zu unterscheiden i st der anrechenbare Arbeitsausfall (Art. 11 AVIG). Dabei handelt es sich ebenfalls um ein e Anspruchsvoraussetzung (Art. 8 Abs. 1 lit. b AVIG), welche dann erfüllt ist, wenn der Arbeitsausfall einen Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei aufeinander folgende volle Arbeits tage dauert (Art. 11 Abs. 1 AVIG). Zu- sätzlich stellt der anrechenbare Arbeitsausfall auch ei ne Entschädigungsbemessungsregel dar, weil sich der Entschädigungsanspruch in masslicher Hinsicht grundsätzlich nach dem anre- chenbaren Arbeitsausfall während einer Kontrollperiode richtet (BGE 125 V 58 f. E. 6a; THOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Ulrich Meyer (Hrsg.), Schwe izerisches Bundesver- waltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Auflag e, Basel/Genf/München 2007, S. 2225 Rz 154 mit Hinweisen). Der anrechenbare Arbeitsausfall bestimmt sich grundsätzlich im Ver- hältnis zum letzten Arbeitsverhältnis vor Eintritt der (T eil-)Arbeitslosigkeit (ARV 1997 Nr. 38 S. 213 E. 3). Es kommt darauf an, was der Versicherte "an Verdienst einbringender Arbeitszeit verloren hat" (G ERHARD GERHARDS , Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bd. I, N 14 zu Art. 11), und in welchem zeitlichen U mfang er bereit, berechtigt und in der Lage ist, eine zumutbare Arbeit aufzunehmen. Arbeitnehmer, die nach dem Verlust ihrer Vollzeitbe- schäftigung, aus welchen Gründen auch immer, lediglic h noch teilzeitlich erwerbstätig sein wol- len oder können, die also zwar bereit sind, eine zumut bare Arbeit anzunehmen, im Unterschied zu vorher jedoch nur noch in reduziertem Umfang, erleiden einen bloss teilweisen Arbeitsausfall (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heut e: Schweizerisches Bundesge- richt, Sozialrechtliche Abteilungen] vom 16. August 2002, C 359/01, E. 2.3). 5.4 Im Falle eingeschränkter Leistungsfähigkeit ist zu u nterscheiden zwischen vorüberge- hend fehlender oder verminderter Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 28 AVIG und den behinder- ten Versicherten im Sinne von Art. 15 Abs. 2 AVIG (BGE 135 V 189 E. 6.1.3). 5.4.1 Nach Art. 28 Abs. 1 AVIG haben Versicherte, die w egen Krankheit (Art. 3 ATSG), Un- fall (Art. 4 ATSG) oder Schwangerschaft vorübergehend nicht oder nur vermindert arbeits- und vermittlungsfähig sind und deshalb die Kontrollvorschrift en nicht erfüllen können, sofern sie die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, Anspruch auf da s volle Taggeld. Dieser Anspruch dauert längstens bis zum 30. Tag nach Beginn der ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit und ist innerhalb der Rahmenfrist auf 44 Taggelder be schränkt. Die Begrenzung der Arbeitslo- senentschädigung auf den 30. Tag der Arbeitsunfähigkei t soll dem Umstand Rechnung tragen, dass eine aufgeschobene Kranken- bzw. Unfalltaggeldversich erung in der Regel spätestens in diesem Zeitpunkt wirksam wird (K UPFER BUCHER , a.a.O., S. 149). Werden bereits vor dem 30. Tag Taggelder der Kranken- oder Unfallversicherung als Erwerbsersatz ausbezahlt, werden sie von der Arbeitslosenentschädigung abgezogen (Art. 28 Abs. 2 AVIG). Gemäss Art. 28 Abs. 4 AVIG haben Arbeitslose, die ihren Anspruch nach Abs. 1 ausgeschöpft haben und weiterhin vorübergehend vermindert arbeit sfähig sind und Leistungen einer Tag- geldversicherung beziehen, sofern sie unter Berücksichtigun g ihrer verminderten Arbeitsfähig- keit vermittelbar sind und alle übrigen Anspruchsvoraussetzu ngen erfüllen, Anspruch auf das volle Taggeld, wenn sie zu mindestens 75 % (lit. a), un d auf das halbe Taggeld, wenn sie zu mindestens 50 % arbeitsfähig sind (lit. b AVIG). Die Korrektur des Taggeldes nach Art. 28 Abs. 4 lit. b erfolgt praxisgemäss über den versicherten V erdienst, der um 50 % gekürzt wird (vgl. AVIG-Praxis ALE, Arbeitsmarkt und Arbeitslosenversiche rung, gültig ab Januar 2013 [AVIG-Praxis], Rz. C178). Die Koordinationsregel von Art . 28 Abs. 4 AVIG gilt unabhängig da- von, ob vorgängig Art. 28 Abs. 1 AVIG zur Anwendung ge langt ist oder ob die Arbeitsunfähig- keit vor oder erst nach Eintritt der Arbeitslosigkeit ein getreten ist (BGE 135 V 190 E. 6.2 mit Hinweis; vgl. NUSSBAUMER , a.a.O., S. 2259 Rz 265). Im Unterschied zu Art. 28 Abs. 1 AVIG, bei dessen Anwendung lediglich die Arbeitsunfähigkeit mass gebend ist, muss die Vermittlungsfä- higkeit für die Anwendung von Art. 28 Abs. 4 AVIG imm erhin für einen Teilbereich gegeben sein. Die Arbeitslosenversicherung bezahlt in diesem Fall eine Entschädigung, die sich grund- sätzlich nach der verbleibenden Arbeitsfähigkeit richtet (UELI KIESER , Die Koordination von Tag- geldern der Arbeitslosenversicherung mit Taggeldern an derer Sozialversicherungsszweige, ARV 2012, S. 221 f.). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4.2 Demgegenüber ist bei einer dauernden Einschrän kung der Arbeitsfähigkeit von einer Behinderung im Sinne von Art. 15 Abs. 2 AVIG auszugehen . Die behinderte versicherte Person gilt danach als vermittlungsfähig, wenn ihr bei ausgeg lichener Arbeitsmarktlage, unter Berück- sichtigung ihrer Behinderung, auf dem Arbeitsmarkt eine zumutbare Arbeit vermittelt werden könnte. Bei diesen Versicherten ist gemäss Art. 40b AVIV der Verdienst massgebend, welcher der verbleibenden Erwerbsfähigkeit entspricht. Art. 40b AVIV betrifft damit die Abgrenzung der Zuständigkeit der Arbeitslosenversicherung gegenüber and eren Versicherungsträgern nach Massgabe der Erwerbsfähigkeit. Da die Arbeitslosenversich erung nur für den Lohnausfall ein- zustehen hat, welcher sich aus der Arbeitslosigkeit ergibt, kann für die Berechnung der Arbeits- losenentschädigung keine Rolle spielen, ob ein anderer Versicherungsträger Invalidenleistun- gen erbringt (BGE 133 V 527 E. 5.2; Urteil des Bund esgerichts vom 31. März 2014, 8C_678/2013, E. 5.1). Im Zusammenhang mit der Anwendung von Art. 40b AVIV ist daher eine Korrektur durchzuführen, wenn der versicherte Verdienst auf einem Lohn basiert, den die versi- cherte Person im Zeitpunkt der Arbeitslosigkeit aufgrun d einer zwischenzeitlich eingetretenen Invalidität nicht mehr erzielen könnte. Der berichtigte versicherte Verdienst ergibt sich aus dem in der letzten Anstellung erzielten Einkommen, multipli ziert mit dem Faktor, der aus der Diffe- renz zwischen 100 % und dem Erwerbsunfähigkeitsgrad res ultiert (vgl. BGE 135 V 191 f. E. 7.2 mit Hinweisen). Die Abgrenzung der „Behinderten“ von den nicht arbeitsfähigen versicherten Personen erfolgt durch das Kriterium der Dauer und Erh eblichkeit der gesundheitlichen Beein- trächtigung. Eine massgebliche längere Dauer wird ange nommen, wenn die betreffenden Ver- sicherten während mindestens eines Jahres in ihrer Arbei tsfähigkeit eingeschränkt sind (KIESER , a.a.O., S. 219). 5.5 Art. 70 Abs. 1 ATSG sieht vor, dass die berechtigte Person Vorleistung verlangen kann, wenn ein Versicherungsfall einen Anspruch auf Sozialversicherungsleistungen begründet, aber Zweifel darüber bestehen, welche Sozialversicherung die Leistungen zu erbringen hat. Gemäss Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG ist die Arbeitslosenversi cherung für Leistungen, deren Über- nahme durch die Arbeitslosenversicherung, die Krankenv ersicherung, die Unfallversicherung oder die Invalidenversicherung umstritten ist, vorleistu ngspflichtig (BGE 136 V 98 E. 5.3). Um- gekehrt kommt eine Vorleistungspflicht dann nicht zum Tragen, wenn ein anderer Zweig der Sozialversicherung seine Leistungen aufgrund der eingesch ränkten Arbeits- oder Erwerbsunfä- higkeit bereits erbracht hat bzw. weiterhin zu erbrin gen hat (vgl. BGE 135 V 192 E. 8; KIESER , a.a.O., S. 230). 5.6 Umstritten und zu prüfen ist, nach welcher Methode d as Taggeld der Beschwerdefüh- rerin im massgebenden Zeitraum vom 15. April 2011 bis 31. Oktober 2011 zu berechnen war. Die Beschwerdegegnerin bringt vor, die ursprüngliche B erechnung der Arbeitslosenentschädi- gung sei ohne Berücksichtigung der Taggelder des Unfallversicherers anhand des anrechenba- ren Arbeitsausfalls erfolgt, indem der versicherte Verdi enst um 50 % reduziert worden sei. Nachdem jedoch das RAV C.____ aufgrund der bekannt ge wordenen IV-Anmeldung die Ver- mittlungsfähigkeit geprüft und in der Folge mit Ver fügung vom 15. Dezember 2011 ab dem 26. April 2011 als gegeben erachtet habe, sei die Vor leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gemäss Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG festgestanden. Aufgr und der vollumfänglichen Vermittlungs- fähigkeit und der Vorleistungspflicht der Arbeitslosenver sicherung habe der versicherte Ver- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht dienst auf 100 % erhöht und die Taggelder neu berec hnet werden müssen. Zur Berücksichti- gung des Ersatzeinkommens der Beschwerdeführerin, nament lich der Taggelder des Unfallver- sicherers, seien diese entsprechend Art. 28 Abs. 2 AVIG jeweils monatlich von der Arbeitslo- senentschädigung abgezogen worden. Sobald das Ausmass der Erwerbsunfähigkeit durch die Invaliden- oder Unfallversicherung festgestellt werde, se i der versicherte Verdienst nach Art. 40b AVIV der verbleibenden Erwerbsfähigkeit anzupassen. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, dass die ursprüngliche Berechnung dem im v orliegenden Fall anzuwendenden Art. 28 Abs. 4 AVIG entsprochen habe und für das jetzige Vorgehen der Beschwerdegegnerin keine gesetzliche Grundlage bestehe. 5.7 Für die Frage der anwendbaren Berechnungsmethode respektive für die Frage, ob die Beschwerdeführerin als Behinderte im Sinne von Art. 15 Abs. 2 AVIG anzusehen ist, ist grund- sätzlich auf das Kriterium der Dauer und Erheblichkeit de r gesundheitlichen Beeinträchtigung abzustellen (vgl. Erwägung 5.4 hiervor). Zur Annahme eines Behinderten-Status wird unter Hinweis auf Art. 15 Abs. 3 AVIV als genügend betrachtet , dass sich die betreffende Person bei der IV zum Bezug von Leistungen angemeldet hat (K IESER , a.a.O., S. 219). Nach bundesge- richtlicher Rechtsprechung und Lehre tritt indessen die Frage, ob die versicherte Person im in- teressierenden Zeitraum dauernd oder lediglich vorübe rgehend nicht oder vermindert arbeitsfä- hig war, bei der gleichzeitigen Ausrichtung von Taggeld ern der Arbeitslosen- und der Unfallver- sicherung in den Hintergrund und kann letztlich offenbl eiben. Art. 28 Abs. 4 AVIG regelt in grundsätzlicher Weise das Zusammenspiel zwischen Arbeitslo sen- und Unfalltaggeldversiche- rung, wobei die Leistungspflichten der einzelnen System e aufeinander abgestimmt sind. Art. 25 Abs. 3 der Verordnung zur Unfallversicherung vom 20. Dez ember 1982 (UVV) bildet dabei das Gegenstück zu Art. 28 Abs. 4 AVIG (BGE 135 V 190 E. 6 .2 mit Hinweis; vgl. auch: Urteil des Bundesgerichts vom 4. Dezember 2012, 8C_616/2012, E. 5.2.3). Die betreffenden Normen ent- halten keine Anwendungsbeschränkungen, sondern legen kla r umrissene direkte und definitive Leistungspflichten fest. So findet sich bei der Taggeldversicherung der Unfallversicherung keine Bestimmung, welche eine Einschränkung der eigenen Leistu ngspflicht ermöglichen würde, wenn die versicherte Person „behindert“ wird (K IESER , a.a.O., S. 233). Die zwischen Unfallver- sicherung und Arbeitslosenversicherung bestehende Koordi nationsregel nach Art. 28 Abs. 4 AVIG wird nicht unterbrochen, wenn sich die versicherte Person zusätzlich bei einer weiteren Sozialversicherung (namentlich der IV) zum Leistungsbezug angemeldet hat. Art. 28 Abs. 4 AVIG kommt – unabhängig von einer solchen Anmeldung – d emnach soweit und solange zur Anwendung, wie die versicherte Person die Leistungen ei ner Unfalltaggeldversicherung bean- spruchen kann (K IESER , a.a.O., S. 233 f.; vgl. AVIG-Praxis Rz. C178a). Die Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung gemäss Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG und Art. 15 Abs. 3 AVIV kommt in diesen Fällen nicht zum Tragen, weil eine definiti ve Leistungspflicht und folglich keine Unsi- cherheit besteht (BGE 135 V 192 E. 8; vgl. AVIG-Praxis Rz. C178c). 5.8 Die Beschwerdeführerin bezog ab dem 26. April 201 1 ein halbes Taggeld der Unfall- versicherung, entsprechend einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Davor war sie seit dem Unfall vom 28. August 2010 in unterschiedlichem Ausmass, zuletzt jedoch vom 9. September 2010 bis zum 25. April 2011 zu 100 %, arbeitsunfähig und bezog ein entsprechendes UVG-Taggeld (vgl. Taggeldabrechnung Nr. 9 des zuständigen Unfallversicherer s vom 19. April 2011, Akten der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdegegnerin Nr. 122; Eintragungen der behande lnden Ärzte im Unfallschein UVG, Ak- ten der Beschwerdegegnerin Nr. 124 und 125). Aus den Akten ist ersichtlich, dass dieses 50 %-ge Unfalltaggeld während des ganzen von der Rückfo rderung betroffenen Zeitraums aus- bezahlt wurde. Nach dem soeben unter Erwägung 5.7 Ausgeführten kommt bei der Berechnung der Taggelder der Arbeitslosenversicherung somit ab 26. April 2011 Art. 28 Abs. 4 lit. b AVIG zur Anwendung. Danach hat die Beschwerdeführerin Anspr uch auf ein um 50 % gekürztes Taggeld der Arbeitslosenversicherung. Damit ist sichergest ellt, dass die Arbeitslosenversiche- rung lediglich die verbleibende Arbeitsfähigkeit abgel ten muss. Eine weitere Berücksichtigung der Taggelder der Unfallversicherung erübrigt sich, da Art. 28 Abs. 4 AVIG eine bereits koordi- nierte, direkte Leistungspflicht festlegt. Dabei änder t die am 31. Januar 2011 erfolgte IV- Anmeldung an der Anwendbarkeit von Art. 28 Abs. 4 AVI G nichts, denn die Frage, ob eine vo- rübergehende oder dauernde Gesundheitsbeeinträchtigun g vorliegt, tritt bei der gleichzeitigen Ausrichtung von Unfalltaggeldern vor der angestrebten Leistungskoordination in den Hinter- grund. Aufgrund der dargestellten Lehre und Rechtspre chung kann es überdies keine massge- bende Rolle spielen, ob die Anmeldung bei der IV ber eits vor oder erst während der Rahmen- frist des Leistungsbezugs erfolgt ist. Vielmehr enthält Ar t. 28 Abs. 4 AVIG ein abschliessendes Koordinationssystem, dass zur Anwendung gelangt, sobald und solange Taggelder der Arbeits- losen- und der Unfallversicherung zusammentreffen (so w ohl auch: BGE 135 V 185 ff., wo der Versicherte ebenfalls erst nach der Anmeldung bei der IV einen Antrag auf Arbeitslosenent- schädigung gestellt hat; vgl. dazu: Urteil des Bundesger ichts vom 18. Oktober 2007, 9C_250/2007). Dies erscheint sinnvoll, wird doch – solan ge Taggelder der Unfallversicherung ausbezahlt werden – auch davon ausgegangen, dass kein E ndzustand und damit keine dauer- hafte Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eingetreten ist ( Art. 16 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG]). Das festgeleg- te Koordinationssystem ist somit immer dann massgebend, we nn eine Leistungspflicht der Un- falltaggeldversicherung besteht, und damit auch im vorliegenden Fall anwendbar. Die Frage, ob die Beschwerdeführerin vorübergehend oder dauerhaft gesundheitlich beeinträchtigt ist bzw. die Anmeldung der Beschwerdeführerin zum Bezug von Leistungen der IV, ist somit nicht entschei- dend (vgl. BGE 135 V 190 E. 6.2 mit Hinweis; Urteil d es Bundesgerichts vom 4. Dezember 2012, 8C_616/2012, E. 5.2.3). 5.9 Die mit Verfügung des RAV C.____ vom 15. Dezember 2011 festgestellte volle Ver- mittlungsfähigkeit ab 26. April 2011 vermag daran eb enfalls nichts zu ändern. Die Beschwerde- führerin war bekannterweise bereits bei der ursprüngl ichen Taggeldberechnung ab 26. April 2011 vermittlungsfähig im Sinne von Art. 15 AVIG, war sie doch bereit und in der Lage, in ei- nem Pensum von über 20 % Arbeit anzunehmen (vgl. Erwäg ung 5.2 hiervor). Die im Grundsatz festgehaltene Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversiche rung hat vorliegend ebenfalls keine entscheidende Bedeutung, da die Unfallversicherung ihr e Leistungen für die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit bereits erbracht hat bzw. – soweit au s den Akten ersichtlich – weiter erbringt und somit keine Unsicherheit über die Leistungspflicht für die Arbeitsunfähigkeit besteht. 5.10 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der versicherte Ve rdienst und der Taggeld- anspruch der Beschwerdeführerin im vorliegend interessie renden Zeitraum von April 2011 bis Oktober 2011 aufgrund des gleichzeitigen UVG-Taggeldbe zugs nach Art. 28 Abs. 4 AVIG zu Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ermitteln sind. Die Arbeitslosigkeit ist folglich ab 26. April 2011 grundsätzlich entsprechend der Arbeitsfähigkeit bzw. dem erlittenen Arbeitsausfall m it einem um 50 % reduzierten Taggeld zu entschädigen. In den ursprünglichen Taggeldabrechnunge n hat die Beschwerdegegnerin den versicherten Verdienst ab dem Zeitpunkt ihrer Leistungspf licht im Mai 2011 um 50 % von Fr. 3‘600.– auf Fr. 1‘800.– reduziert und daraus ein Taggeld von Fr. 66.35 ermittelt. Damit ging sie entsprechend den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen und der Praxis (vgl. Erwägung 5.4.1 hiervor) vor. Weder die Anmeldung bei der IV n och die Feststellung der (grundsätzlichen) Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung vermögen an der Anwendbarkeit der Koordina- tionsregel in Art. 28 Abs. 4 AVIG etwas zu ändern. Sie sind somit zwar als neue, jedoch nicht als erhebliche Tatsachen im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG zu qualifizieren, da sie bei korrek- ter rechtlicher Würdigung zu keiner anderen Taggeldb emessung führen (vgl. Erwägung 2.1 hiervor). Eine Revision der Taggeldabrechnungen ist gest ützt darauf folglich nicht möglich. Ebensowenig kommt eine Wiedererwägung in Frage, da die Taggeldabrechnungen nach dem Ausgeführten offensichtlich nicht zweifellos unrichtig si nd. Für den Zeitraum vom 15. April 2011 bis 26. April 2011 ist immerhin festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nach Art. 28 Abs. 4 lit. a AVIG keinen Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung hatte, weil sie in dieser Zeit ein volles Taggelder der Unfallversicherung bezog (Art. 28 Abs. 4 AVIG e contrario; vgl. BGE 135 V 190 f. E. 6.2 in fine). Überdies war si e in diesem Zeitraum – wie die Verfügung des RAV C.____ vom 15. Dezember 2011 rechtskräftig festhä lt – nicht vermittlungsfähig. Da der Beschwerdeführerin im April 2011 jedoch keine Tagg elder ausbezahlt wurden, steht eine Rückforderung für den Monat April 2011 – wie der ang efochtene Einspracheentscheid zutref- fend ausführt – ohnehin nicht zur Diskussion. Aufgrund d er Verschiebung des Beginns der Be- zugsrahmenfrist vom 15. April 2011 auf den 26. April 2 011 sind indessen gemäss Angaben der Beschwerdegegnerin im Monat Mai 2011 noch Wartetage zu tilgen. Daraus entstünde gegebe- nenfalls noch ein (geringer) Rückforderungsanspruch de r Beschwerdegegnerin. Die Höhe des ausschliesslich aufgrund noch zu tilgender Wartetage erf olgten Rückforderungsbetrags wäre von der Beschwerdegegnerin noch zu ermitteln. Die Fest setzung des ursprünglichen versicher- ten Verdienstes und daraus folgend die Berechnung des Taggelds waren indessen rechtmässig und es besteht kein Anlass, darauf zurückzukommen. Die Be schwerde ist in diesem Sinne gut- zuheissen. 6.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für den vo rliegenden Prozess keine Verfah- renskosten zu erheben. 6.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende besch werdeführende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Beschwerdeführerin hat vorli egend grösstenteils obsiegt. Betref- fend die Ermittlung der Höhe einer Rückforderung, we lche sich aus den im Mai 2011 zu tilgen- der Wartetagen ergibt, wird die Angelegenheit an di e Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene Verfü gung auf und weist es die Angele- genheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägunge n und zum Erlass einer neuen Verfü- gung an die Beschwerdegegnerin zurück, so gilt in prozess ualer Hinsicht die beschwerdefüh- rende Partei als (vollständig) obsiegende und die Beschw erdegegnerin als unterliegende Partei (vgl. BGE 137 V 61 f. E. 2.1, 132 V 235 E. 6.2, je m it Hinweisen). Der Beschwerdeführerin als Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht obsiegende Partei ist demnach eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der in der Honorarnote vom 27. März 2014 für das vorliegende Verfahren gel- tend gemachte Zeitaufwand von 11 Stunden und 55 Minu ten (inkl. Studium des Urteils und Nachbesprechung mit Klientin, welche zu entschädigen ist; vgl. dazu: Urteil des Kantonsge- richts [KGSV] vom 31. Januar 2013, 720 11 192) erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Nicht zu be anstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen in der Höhe von Fr . 46.30. Der Beschwerdeführerin ist demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3 ‘268.40 (11.92 Stunden à [praxisge- mäss] Fr. 250.– + Auslagen von Fr. 46.30 zuzüglich 8 % M ehrwertsteuer) zu Lasten der Be- schwerdegegnerin zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden der Einspracheent- scheid vom 18. Juni 2013 sowie die Verfügung vom 23. De zember 2011 insoweit aufgehoben, als sie aufgrund der neuen E rmittlung des versicherten Verdienstes und des Taggelds sowie der Anrec hnung der Taggelder der Unfallversicherung gezahlte Arbeitslosenen tschädigung zurückfordern. Betreffend die Höhe einer allfälligen Rückforderung aufgrund der im Mai 2011 noch zu tilgenden Wartetage wird die Ange- legenheit an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 3‘268.40 (inklusive Auslag en und Mehrwertsteuer) auszurichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht