Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 10. Dezember 2013 (400 13 230) ____________________________________________________________________ Obligationenrecht / Arbeitsrecht Lohnforderung gemäss Gesamtarbeitsvertrag für den Sicherheitsdienstleistungsbereich Besetzung Präsidentin Christine Baltzer, Richter Dieter Freiburghaus (Referent), Richterin Barbara Jermann Richterich; Gerichtsschreiber Andreas Linder Parteien A. ____, vertreten durch Advokatin Doris Vollenweider, Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal, Kläger gegen B. ____ GmbH , vertreten durch Advokat Daniel Borter, Fischmarkt 19, 4410 Liestal, Beklagte und Berufungsklägerin Gegenstand Arbeitsrecht / Lohn Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten Liestal vom 18. Februar 2013 A. Die B. ____ GmbH mit Sitz in X. ____ betreibt ein Unternehmen zur Organisation und Durchführung von Bewachungsdiensten, Veranstaltungsdie nsten und Schutzdiensten. A. ____ arbeitete vom 28. Juni 2010 bis 30. September 2012 für die B. ____ GmbH als sog. Sicher- heitsagent. Mit Schlichtungsgesuch vom 18. Oktober 2011 gelangte A. ____, damals vertreten durch die Gewerkschaft Unia Nordwestschweiz, an das Bezirksge richt Liestal und stellte das Begehren, die B. ____ GmbH sei für die Zeit bis zum 30 . September 2011 zur Zahlung von Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausstehendem Lohn und Spesen von CHF 24'915.00 brutto nebst Zins zu 5 % seit dem 1. Juli 2010 zu verpflichten und es sei ihm ein Zwischenzeugnis auszustellen. Nach gescheitertem Schlichtungsverfahren liess er am 4. April 2012 Klage beim Bezirksgericht Liestal einreichen. Er beantragte unter anderem, die Beklagte sei zu verpfli chten, ihm noch einen Betrag von CHF 24'915.00 brutto nebst Zins zu 5 % seit dem 1. Juli 2010 zu bezahlen. Er stellte sich auf den Standpunkt, das von ihm mit der B. ____ GmbH eingegangene Arbeitsverhältnis unterstehe dem Gesamtarbeitsvertrag für den Sicherheitsdienstleist ungsbereich, welcher von der Beklag- ten nicht eingehalten worden sei. So habe sich die B. ____ GmbH bislang unter anderem ge- weigert, die im Gesamtarbeitsvertrag vorgesehenen Mindestlöhne zu bezahlen. B. Mit Urteil vom 18. Februar 2013 hiess der Bezirksgericht spräsident Liestal die Klage teil- weise gut und verpflichtete die B. ____ GmbH im Wesent lichen, dem Kläger für die Zeit vom 28. Juni 2010 bis zum 30. September 2011 noch einen restlichen Lohn von CHF 7'951.50 brutto nebst Zins zu 5 % seit dem 1. Oktober 2011 zu bezahlen (Ziff. 1). Zudem wurde festgestellt, dass dem Kläger bereits ein Arbeitszeugnis ausgestellt wor den sei und sich damit sein diesbe- zügliches Rechtsbegehren erledigt habe sowie dass das Rech tsbegehren des Klägers um Ver- pflichtung der Beklagten zur Aushändigung der Unterlag en über die angeschlossene Pensions- kasse hinfällig geworden sei (Ziff. 2 und 3). Im Übrigen wurde die Klage abgewiesen, soweit auf diese einzutreten war (Ziff. 4). Es wurden keine Gerich tskosten erhoben und die Parteikosten wurden sog. wettgeschlagen (Ziff. 5). Der Bezirksgerichtsp räsident Liestal erwog im Wesentli- chen, es sei unbestritten, dass der Kläger für die Bekla gte in der Zeit vom 28. Juni 2010 bis zum 30. September 2012 als Ladendetektiv tätig gewesen sei. Das Arbeitsverhältnis unterstehe bezüglich des Mindestlohnes für die Jahre 2010 und 2011 den Bestimmungen des Gesamtar- beitsvertrages für den Bereich der Sicherheitsdienstleist ungen. Dieser Gesamtarbeitsvertrag unterscheide für den Bereich der Sicherheitsdienstleistungen zwischen Mitarbeitern der Katego- rie A und Mitarbeitern der Kategorie B. Zur Kategor ie A seien diejenigen Mitarbeiter zu zählen, welche im Bereich der Bewachung, der Sicherheit und de s Werttransportes tätig seien, wäh- renddem unter die Kategorie B diejenigen Mitarbeite r fallen würden, welche für die Eintrittskon- trolle bei konkreten Anlässen, für den Verkehrsdienst, fü r Sicherheitsassistenzdienste und für die Geldverarbeitung eingesetzt würden. Für die Best immung des dem Kläger zustehenden Mindestlohnes sei daher von Relevanz, unter welcher dieser beiden Kategorien die erbrachte Arbeitsleistung als Ladendetektiv zu subsumieren sei. Es d ürfe ohne weiteres davon ausge- gangen werden, dass ein Ladendetektiv eher eine umfasse nde Überwachungstätigkeit als le- diglich einen reinen Assistenzdienst wahrnehme und somit als Mitarbeiter der Kategorie A zu qualifizieren sei. Die Paritätische Kommission Sicherheit halte in einem vom Kläger vorgelegten Mail an die Unia Nordwestschweiz vom 20. August 2012 da für, dass ein Ladendetektiv einen Anspruch auf den Mindestlohn der Personalkategorie A fü r sich beanspruchen könne. Es sei somit bei der Beurteilung von dem für die Mitarbeite r der Kategorie A geltenden Mindestlohn auszugehen. In der Folge berechnete das Bezirksgericht Lie stal anhand der geleisteten Ar- beitsstunden und der Differenz zwischen dem tatsächlich aus bezahlten Stundenlohn und dem Anspruch auf Mindestlohn gemäss Gesamtarbeitsvertrag. Es kam zum Schluss, dass der Klä- ger unter dem Titel der nicht eingehaltenen Mindestlö hne für die eingeklagte Zeit vom 28. Juni 2010 bis 30. September 2011 noch eine Summe von CHF 4'549.87 brutto geltend machen kön- ne. Darüber hinaus stehe dem Kläger ab Mai 2011 ein B eschäftigungsanspruch im Umfang seines in den ersten neun Monaten durchschnittlich geleiste ten Arbeitspensums von 161,63 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stunden pro Monat zu, so dass ein weiterer Betrag von CH F 5‘414.40 brutto hinzukomme. Nach Abzug einer zugestandenen Erwerbsersatzentschädigu ng von CHF 2‘012.80 resultiere somit ein restlicher Lohnanspruch von gerundet CHF 7‘95 1.50 brutto zuzüglich Zins. Zum Kos- tenentscheid hielt der Bezirksgerichtspräsident Liestal fest, die Parteikosten seien in Anbetracht der Tatsache, dass keine der Parteien mit ihren Anträg en vollumfänglich durchgedrungen sei, ohne weiteres wettzuschlagen, womit jede Partei die ih r im Rahmen des Verfahrens entstande- nen Parteikosten selbst zu tragen habe. C. Mit Berufung vom 6. September 2013 gelangte die B. ____ GmbH, vertreten durch Advo- kat Daniel Borter, an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht. Sie beantragte, es seien Ziff. 1 und Ziff. 5 des Urteils des Bezirksgerich ts Liestal vom 18. Februar 2013 aufzu- heben und die Berufungsklägerin sei zu verpflichten, dem Berufungsbeklagten den Betrag von CHF 145.70 (Bruttolohn) nebst Zins zu 5 % seit 1. Okto ber 2011 zu bezahlen. Im Übrigen sei die Forderung des Berufungsbeklagten abzuweisen, unter o /e Kostenfolge für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren. In der Begründung wurde i m Wesentlichen ausgeführt, die An- wendbarkeit des „Gesamtarbeitsvertrages für den Bereich S icherheitsdienstleistungen“ werde nicht bestritten. Der GAV unterscheide in Art. 4 Ziff. 2 zwei Kategorien von Sicherheitsdienst- leistungen‚ wobei für die Kategorie A höhere Löhne a ls für Kategorie B festgesetzt würden. In Verletzung von Art. 4 Ziff. 2 habe die Vorinstanz di e Dienstleistungen des Arbeitnehmers als Ladendetektiv unter die Kategorie A statt unter die K ategorie B subsumiert. Die vom Arbeit- nehmer erbrachte Dienstleistung habe sich auf Sicherhei tsassistenzarbeiten beschränkt, also Hilfsarbeiten für die Sicherheit der Kunden der Arbei tgeberin, für die keine Vorkenntnisse oder berufliche Erfahrung notwendig und bei der er keiner lei Risiko ausgesetzt gewesen sei. Diese Dienstleistung sei offensichtlich unter die Kategorie B zu subsumieren. Aufgrund der notwendi- gen beruflichen Ausbildung oder Erfahrung, des Risikos u nd der Verantwortung habe ein Ar- beitnehmer gestützt auf den GAV einen höheren Lohnansp ruch nach Kategorie A; sämtliche Voraussetzungen erfülle der Arbeitnehmer im vorliegende n Verfahren nicht, weshalb seine Funktion unter die Kategorie B zu subsumieren sei. Die vo n der Unia eingereichte Mail- Bestätigung beweise offensichtlich nicht, dass ein Ladende tektiv in der Funktion, wie sie der Arbeitnehmer ausgeführt habe, unter die Kategorie A einzureihen sei. Gemäss Anhang 2 zum GAV habe der Arbeitnehmer, der Dienstleistungen nach Kategorie B erbringe, im Kanton Basel- Landschaft im ersten Dienstjahr einen Stundenlohnanspr uch zuzüglich eines Ferienanspruchs von CHF 23.88, im zweiten Dienstjahr von CHF 24.21. Der Arbeitnehmer, der in die Kategorie B falle, habe keinen Anspruch auf einen Monatslohn, sonde rn lediglich auf eine Beschäftigungs- garantie im bisherigen Umfang der geleisteten Stunde n sowie eine verbesserte Krankentag- geld-Regelung. Die Aufstellung in der Urteilsbegründ ung zeige, dass die Arbeitgeberin ihrer Lohnzahlungspflicht GAV-konform nachgekommen sei, ausge nommen im Juli 2010: Statt CHF 23.88 pro Stunde habe sie nur CHF 23.00 bezahlt. Bei 165.55 geleisteten Stunden betrage die Differenz CHF 145.70. In diesem Umfang werde die Loh nklage von der Arbeitgeberin aner- kannt. Ab August 2010 habe die Arbeitgeberin einen hö heren Lohn bezahlt, als sie gemäss GAV für Arbeitnehmende der Kategorie B verpflichtet g ewesen wäre, dies bis zum Abschluss des Arbeitsverhältnisses. Im Weiteren habe die Vorinstan z die Parteikosten willkürlich und in Verletzung von Art. 106 Abs. 2 ZPO wettgeschlagen. Der Arbeitnehmer habe eine Lohnforde- rung von CHF 24‘915.00 eingereicht, zugesprochen word en seien ihm CHF 7‘951.50, somit 31,9 %. Die übrigen Begehren des Arbeitnehmers, nämli ch die Ausstellung eines Zwischen- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zeugnisses und die Aushändigung von Unterlagen der Pen sionskasse seien erstmals in der Klage geltend gemacht und seien von der Arbeitgeberi n nie bestritten worden; sie habe dem Arbeitnehmer umgehend die gewünschten Unterlagen ausg ehändigt. Gemäss Ausgang des Berufungsverfahrens seien dem Arbeitnehmer die ausseror dentlichen Kosten für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren vollumfänglich aufzuerlegen. D. In seiner Berufungsantwort vom 11. Oktober 2013 beant ragte der Berufungsbeklagte, vertreten durch Advokatin Doris Vollenweider, die Berufung vom 6. September 2013 sei vollum- fänglich abzuweisen, unter o/e-Kostenfolge. Die Beurte ilung der Vorinstanz, wonach die Tätig- keit des Klägers unter die Kategorie A zu subsumieren sei , sei zu bestätigen. Gemäss Arbeits- vertrag sei der Kläger als Sicherheitsagent angestellt w orden, was bereits darauf hinweise, dass es sich nicht um eine reine Assistenztätigkeit gehandelt habe. Auch die Konkurrenzklausel in Ziffer 5, welche dem Kläger verbiete, für einen a nderen Auftraggeber „in sicherheitstechni- schen Belangen“ tätig zu werden, deute auf eine qualif izierte Tätigkeit hin. Die im Arbeitszeug- nis aufgeführten Tätigkeiten würden keine Sicherheitsa ssistenzdienste darstellen. Der Kläger sei nicht zuständig für die Sicherheit der Kunden, son dern er sei beauftragt gewesen, die Inte- ressen der Beklagten wahrzunehmen und deren Sicherheit zu gewährleisten. Auch wenn grundsätzlich die Auslegung des GAV durch das Gericht vorzunehmen sei, hätten die Entschei- de der Paritätischen Aufsichtskommission erhebliches Gewicht, weil deren Entscheide Aus- druck des Vertragswillens seien. Bereits bei der Vorinstan z sei ein Mail vom 20. August 2012 eingereicht worden, mit welcher bestätigt worden sei, dass ein Ladendetektiv in die Personalka- tegorie A falle. Eine erneute Anfrage habe ergeben, dass die Paritätische Kommission am 18. Juni 2013 einstimmig beschlossen habe, dass die Ladenüber wachungen/Ladendetektive der Personalkategorie A angehören würden. Diese Zuteilung sei damit offensichtlich der überein- stimmende Vertragswille der GAV-Parteien und damit in der Auslegung des GAV zu berück- sichtigen. Die Berechnung der Vorinstanz erweise sich dah er als korrekt, eine Neuberechnung sei nicht vorzunehmen. Mit Ausnahme des Stundenansatzes ge he die Beklagte von den glei- chen Zahlen aus wie die Vorinstanz. Deren Berechnung we rde im Übrigen durch die Beklagte nicht bemängelt. Gleichfalls sei die Kostenverteilung der Vorinstanz nicht zu beanstanden. Aus- gehend von einem Streitwert des Arbeitszeugnisses von e inem Monatslohn und unter Berück- sichtigung der zugesprochenen Forderung sei der Kläger - ohne Berücksichtigung des Begeh- rens betreffend Pensionskasse - zur Hälfte durchgedrungen. E. Mit Verfügung vom 16. Oktober 2013 wurde der Schrift enwechsel geschlossen und wur- den die Parteien zur Hauptverhandlung vor das Kantonsge richt, Abteilung Zivilrecht, geladen. Zur heutigen kantonsgerichtlichen Verhandlung vor der Dreierkammer sind für die Berufungs- klägerin deren Gesellschafter und Geschäftsführer, C. ____, mit Advokat Daniel Borter erschie- nen. Der Berufungsbeklagte ist mit Advokatin Doris Volle nweider zugegen. Auf Nachfrage des Gerichts melden die Parteivertreter keine neuen Tatsachen und Beweismittel an. Anschliessend werden A. ____ und C. ____ kurz informell zur Sache be fragt. Nachdem keine vergleichsweise Erledigung des Verfahrens erreicht werden kann, halten die Rechtsvertreter der Parteien ihre Vorträge, wobei C. ____ noch eine ergänzende Erklärun g abgibt. Die Rechtsvertreter halten im Übrigen in ihren Schlussvorträgen an den Rechtsbegehren und den wesentlichen Begründun- gen der vorgelegten Rechtsschriften fest. Auf die mündl ichen Ausführungen ist in den Erwä- gungen zurückzukommen, sofern sich dies als erforderlich erweisen sollte. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen 1. Gegen einen erstinstanzlichen Endentscheid in einer v ermögensrechtlichen Angelegen- heit ist die Berufung zulässig, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegeh- ren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Mit „zuletzt aufrecht erhalten“ sind jene Rechtsbegehren gemeint, welche der Kläger d urch Entscheid der Vorinstanz zuge- sprochen zu erhalten hoffte und daher unmittelbar vor der Eröffnung des erstinstanzlichen Ent- scheides noch strittig waren. Die Rechtsmittelanträge sin d grundsätzlich nicht von Bedeutung, da vermieden werden soll, dass das Rechtsmittel nur eine r Partei zur Verfügung steht. Vor die- sem Hintergrund ist die Streitwertgrenze von CHF 10‘000 .00 allemal erreicht, auch wenn die Beklagte mit dem angefochtenen Urteil (bloss) verurteil t wurde, dem Kläger noch einen Betrag von CHF 7‘951.50 brutto nebst Zins zu bezahlen und die B eklagte im Rahmen der Berufung einen Betrag von CHF 145.70 brutto nebst Zins anerkennt . Die Berufung ist schriftlich und be- gründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründe ten Entscheides bzw. seit der nachträgli- chen Zustellung der Entscheidbegründung bei der Rechtsm ittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die einlässliche schriftliche Begründung des Urteils des Bezirksgerichtspräsiden- ten Liestal vom 18. Februar 2013 wurde der Beklagten a m 9. Juli 2013 zugestellt. Die Rechts- mittelfrist ist durch Aufgabe der Berufung am 6. Septe mber 2013 eingehalten, zumal für das vorliegende Verfahren die gesetzlichen Fristen vom 15. Ju li bis und mit dem 15. August 2013 still standen (vgl. Art. 145 Abs. 1 lit. b ZPO). Mit d er Berufung wird eine unrichtige Rechtsan- wendung gerügt, nämlich die unrichtige Anwendung des G esamtarbeitsvertrages für den Be- reich Sicherheitsdienstleistung. Weil auch der Kostenen tscheid zusammen mit der Hauptsache angefochten wird, unterliegt er ebenfalls der Berufun g. Sachlich zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Berufung ist laut § 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO (SGS 221) die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts und es gilt das ver einfachte Verfahren (Art. 243 Abs. 1 ZPO). In Anbetracht der Kostenlosigkeit des Entscheidver fahrens in Streitigkeiten aus dem Ar- beitsverhältnis bis zu einem Streitwert von CHF 30‘000.0 0, war kein Kostenvorschuss für das Rechtsmittelverfahren zu leisten (Art. 114 lit. c ZPO). Da auch die übrigen Sachurteilsvoraus- setzungen erfüllt sind, ist auf die Berufung einzutreten. 2. Im vorinstanzlichen Verfahren machte der Kläger geltend, auf sein Arbeitsverhältnis mit der B. ____ GmbH sei der Gesamtarbeitsvertrag für den B ereich Sicherheitsdienstleistungen anwendbar und es seien unter anderem die einschlägigen Bestimmungen zum Mindestlohn gemäss Anhang zu diesem GAV für seine Tätigkeit nicht ei ngehalten worden. Die Beklagte verweigerte die Zahlung vorab mit dem Hinweis, sie sei zumindest bis Ende 2011 dem Ge- samtarbeitsvertrag für den Bereich Sicherheitsdienstleist ungen nicht unterstellt gewesen. Im Weiteren seien die Tätigkeiten des Klägers der sog. Kate gorie B des fraglichen GAV zuzuord- nen. Im Urteil vom 18. Februar 2013 kam der Bezirksgerich tspräsident Liestal zum Schluss, dass das Arbeitsverhältnis zwischen dem Kläger und der Bekl agten bezüglich des Mindestloh- nes für die Jahre 2010 und 2011 den Bestimmungen des Gesamtarbeitsvertrages für den Be- reich der Sicherheitsdienstleistungen unterstellt sei. I m Rechtsmittelverfahren vor dem Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, ist n un nicht mehr streitig, dass der Betrieb der Beklagten den allgemeinverbindlich erklärten Bestimmungen des erwähnten GAV unterliegt, d.h. dass sich der sachliche Geltungsbereich des Gesamtarb eitsvertrages auf den Betrieb der Beklagten erstreckt. Streitig ist vorliegend ausschliesslich noch, welcher Kategorie die Tätigkei- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten des Klägers zuzuweisen sind. Der Gesamtarbeitsvertrag für den Bereich Sicherheitsdienst- leistungen unterscheidet in Art. 2 Ziff. 4 zwischen Mita rbeitern der Kategorie A und Mitarbeitern der Kategorie B, für welche unter anderem unterschiedl iche Mindestlöhne zur Anwendung ge- langen. Unter die höheren Mindestlöhne der Kategorie A fallen Mitarbeitende, die vorwiegend in den Bereichen Bewachung, Objekt- und Personenschutz, Dien ste in Alarmzentralen und Flug- hafensicherheit (Personen- oder Gepäckkontrolle) und We rttransport (ohne Geldverarbeitung) tätig sind. Die geringer entlöhnten Tätigkeiten der Kategorie B gelten für Mitarbeitende, die vor- wiegend im Bereich Anlass (Eintrittskontrollen und Kassendienste), Sicherheitsassistenzdienste (sog. Steward Services), Verkehrsdienste (Überwachung ruhen der Verkehr und Verkehrsrege- lung) und Geldverarbeitung tätig sind. Das Bezirksgericht Liestal erwog, auch wenn die Funkti- on des Ladendetektivs im besagten Gesamtarbeitsvertrag ni cht explizit als Beispiel für die Ka- tegorie A oder für die Kategorie B erwähnt werde, d ürfe ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass ein Ladendetektiv eher eine umfassende Über wachungstätigkeit als lediglich ei- nen reinen Assistenzdienst wahrnehme und somit als Mitar beiter der Kategorie A zu qualifizie- ren sei. Die Paritätische Kommission Sicherheit komme in ihrem anlässlich der Verhandlung vom 23. August 2012 ins Recht gelegten Mail an die Un ia Nordwestschweiz vom 20. August 2012 jedenfalls ebenfalls zum Schluss, dass ein Ladendetekti v einen Anspruch auf den Min- destlohn der Personalkategorie A für sich geltend machen könne. Im Rahmen der Berufung hält die Beklagte dafür, in Verletzung von Art. 4 Ziff. 2 habe die Vorinstanz die Dienstleistungen des Arbeitnehmers als Ladendetektiv unter die Kategorie A st att unter die Kategorie B subsumiert. Die konkreten Berechnungen der Vorinstanz, welche sich als Rechtsfolge der Zuweisung der Tätigkeiten des Klägers in Kategorie A ergeben, werde n durch die Berufungsklägerin nicht an- gefochten. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, kann sich mithin nachfol- gend darauf beschränken, die Zuweisung des vormaligen Ar beitnehmers in eine der beiden Kategorien zu überprüfen. 3.1 Die Beklagte und heutige Berufungsklägerin trägt vor, der Kläger sei als Ladendetektiv eingesetzt gewesen. Seine Funktion habe aus den folgende n Aufgaben bestanden: Überwa- chung des Verkaufsladens am Monitor; Meldung allfälliger Diebstähle dem Geschäftsführer des Verkaufsgeschäfts; allfällige Aufforderungen von verdäc htigen Personen, sich einer Personen- kontrolle zu stellen; allenfalls Personenkontrolle unter Beizug von Mitarbeitenden des Verkaufs- geschäfts; Warensicherungskontrolle, Überprüfung der Ver kaufsware auf Anbringung von Si- cherheitsvorschriften gemäss Weisungen des Verkaufsgeschäfts und Rapport von Vorfällen an den Geschäftsführer des Verkaufsgeschäfts. Nicht in seiner Verantwortung und zu seinen Pflichten hätten körperliche Festnahmen oder das Festhal ten von Kunden, Einsatz von Waffen, sei es Schusswaffen, sei es Gummiknüppel o.a. sowie Arbeitse insatz in Uniform gehört. Wei- tergehende Kompetenzen habe man dem Arbeitnehmer ni cht übertragen, weil dieser die per- sönlichen Voraussetzungen nicht gehabt habe, nämlich er h abe vor seinem Stellenantritt noch nie im Sicherheitssektor gearbeitet, sondern sei bis zu se inem Stellenantritt Handwerker gewe- sen. Ferner habe er keine Spezialausbildung als Detekti v oder Berufserfahrung gehabt und während der Dauer seiner Anstellung auch nie eine ber ufliche Weiterbildung in der Sicherheits- assistenz absolviert, obwohl die Möglichkeit dazu bestanden habe. Die vom Arbeitnehmer er- brachte Dienstleistung habe sich auf Sicherheitsassistenzarb eiten beschränkt, also Hilfsarbei- ten für die Sicherheit der Kunden der Arbeitgeberin , für die keine Vorkenntnisse oder berufliche Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erfahrung notwendig gewesen seien und bei der er kei nerlei Risiko ausgesetzt gewesen sei. Diese Dienstleistungen seien offensichtlich unter die Kategorie B zu subsumieren. Der Kläger und Berufungsbeklagte lässt im Wesentlichen entgegnen, die Beurteilung der Vorinstanz, wonach seine Tätigkeit unter die Kategorie A zu subsumieren sei, treffe zu. Gemäss Arbeitsvertrag sei er als Sicherheitsagent angestellt w orden, was darauf hinweise, dass es sich um keine reine Assistenztätigkeit gehandelt habe. Auch di e Konkurrenzklausel im Arbeitsver- trag deute auf eine qualifizierte Tätigkeit hin. Zudem würden die im Arbeitszeugnis aufgeführten Tätigkeiten keine Sicherheitsassistenzdienste darstellen. Sc hliesslich verweist der Berufungs- beklagte auf eine Mail vom 20. August 2012, mit welcher die Paritätische Kommission Sicher- heit (PaKo Sicherheit) bestätigt habe, dass ein Ladend etektiv in die Personalkategorie A falle. Eine erneute Anfrage habe ergeben, dass die PaKo Siche rheit am 18. Juni 2013 einstimmig beschlossen habe, dass die Ladenüberwachungen/Ladendete ktive der Personalkategorie A angehören würden. Diese Zuteilung sei damit offensichtlich der übereinstimmende Vertragswille der GAV-Parteien und damit in der Auslegung des GAV zu berücksichtigen. 3.2 Im Gesamtarbeitsvertrag ist zwischen den sogenannten schul drechtlichen und den nor- mativen Bestimmungen zu unterscheiden. Die ersten regeln die Beziehungen der Vertragspar- teien untereinander. Die in diesem Verhältnis bestehe nden Rechte und Pflichten der Tarifpart- ner können die Vertragsparteien selbst erfüllen bzw. von der Gegenseite einfordern. Diese sind gemäss den Grundsätzen über die Auslegung von Verträge n zu interpretieren. Die sogenannt normativen Bestimmungen betreffen den Abschluss, den I nhalt und die Beendigung der einzel- nen Arbeitsverhältnisse zwischen den Arbeitgebern und Arb eitnehmern, wobei diese an der Ausarbeitung des Gesamtarbeitsvertrages bzw. Sozialplans nicht direkt beteiligt sind. Die nor- mativen Bestimmungen eines Gesamtarbeitsvertrages sind zwingend und können nur zu Guns- ten des Arbeitnehmers vertraglich abgeändert werden (A rt. 357 Abs. 2 OR). Zwingende Best- immungen des Gesetzes von Bund und Kantonen gehen dem Gesamtarbeitsvertrag vor, soweit dieser für den Arbeitnehmer nicht günstiger ist und sich aus dem zwingenden Recht nichts an- deres ergibt (Art. 358 OR). Die Vorschriften eines GAV über den Mindestlohn können somit durch Einzelarbeitsvertrag nicht zu Ungunsten der Klagpar tei abgeändert werden. Die Ausle- gung der normativen Bestimmungen eines Gesamtarbeitsve rtrages richtet sich nach den für Gesetze geltenden Grundsätzen (BGE 127 III 318 E. 2a mi t Hinweisen; vgl. auch BGE 133 III 213 E. 4.2). Die Auslegung des Gesetzes ist im Grundsatz au f die Regelungsabsicht des Ge- setzgebers und die von ihm erkennbar getroffenen Wertentscheidungen auszurichten (BGE 128 I 34 E. 3b S. 41). Ausgangspunkt der Auslegung einer G esetzesnorm bildet ihr Wortlaut. Dane- ben sind jedoch alle herkömmlichen Auslegungselemente zu berücksichtigen. Dazu gehören der systematische Zusammenhang mit anderen Normen und di e Entstehungsgeschichte. Von einem aus dem Wortlaut abgeleiteten Sinn einer Norm ist abzuweichen, wenn sich aus den üb- rigen Auslegungselementen ergibt, dass der Gesetzgeber d ieses Ergebnis nicht gewollt haben kann (BGE 130 III 76 E. 4; 127 III 318 E. 2b mit Hinweisen). 3.3 Im Rahmen der Zuordnung der Tätigkeiten des Klägers gilt es Art. 2 Ziff. 4 des Gesamt- arbeitsvertrages für die private Sicherheitsdienstleistu ngsbranche auszulegen. Die nämliche Bestimmung unterscheidet zwei Kategorien von Sicherheits dienstleistungen. Der Kategorie A unterliegen Mitarbeitende, die vorwiegend in den Be reichen Bewachung, Objekt- und Perso- nenschutz, Dienste in Alarmzentralen und Flughafensicherh eit (Personen- oder Gepäckkontrol- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht le) und Werttransport (ohne Geldverarbeitung) tätig sind. Mitarbeitende, die vorwiegend im Be- reich Anlass (Eintrittskontrollen und Kassendienste), Sich erheitsassistenzdienste (sog. Steward Services), Verkehrsdienste (Überwachung ruhender Verkehr un d Verkehrsregelung) und Geld- verarbeitung tätig sind, sind der Kategorie B zugeordn et. Aus dem Wortlaut der fraglichen Be- stimmung und der Systematik lässt sich schliessen, dass die in der Kategorie A aufgeführten Tätigkeiten anspruchsvoller sind als jene in der Kateg orie B. Dass die Streitparteien die Dienst- pflichten des Klägers in ihrem Sinne auslegen, liegt in der Natur der Sache. Im Arbeitsvertrag vom 18. Juni 2010 wird die strittige Funktion des Kläg ers als „Sicherheitsagent“ bezeichnet. Die Parteien verwendeten sodann für dieselbe Tätigkeit regelmässig den Terminus „Ladendetektiv“. Allein diese Bezeichnungen lassen keinen direkten Schluss auf eine Zuordnung in eine der bei- den Kategorien zu. Die Begriffe „Sicherheitsagent“ ode r „Ladendetektiv“ erscheinen dem Kan- tonsgericht, Abteilung Zivilrecht, als wertneutral und schliessen insbesondere auch eine Zuwei- sung in die Kategorie B nicht von vornherein aus. Entge gen der Ansicht der Berufungsklägerin ist allerdings nicht relevant, ob die Arbeitsleistung in Uniform zu erbringen war und/oder mit dem Tragen von Waffen einherging. Gleichermassen ohne Belang für die Einordnung der fragli- chen Tätigkeiten ist, ob der Kläger vor seinem Stellenan tritt bereits im Sicherheitssektor gear- beitet, eine (Spezial-)Ausbildung als Detektiv genossen o der Berufserfahrung vorzuweisen hat- te bzw. berufliche Weiterbildungen in der Sicherheitsa ssistenz absolvierte, zumal der GAV diesbezüglich keinerlei Voraussetzungen enthält. Sowei t der Berufungsbeklagte für die Ausle- gung der fraglichen Bestimmung des GAV die Mail der Geschäftsstelle der PaKo Sicherheit vom 20. August 2012 bemüht, wonach ein Ladendetektiv A nspruch auf ein Gehalt der Perso- nalkategorie A habe, kommt dieser Mail mit Blick auf de n weit gefassten Urkundenbegriff in Art. 177 ZPO immerhin eine gewisse Beweiskraft zu, zumal die B erufungsklägerin eine ausreichen- de Begründung der Bestreitung der Echtheit dieser Urkunde in der Berufung (vgl. Art. 178 ZPO) vermissen lässt. In Anbetracht der jüngsten Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. BGE 138 III 625) ist hingegen dem Mailverkehr vom 2. bis 7. Okt ober 2013, den der Berufungsbeklagte als Beilage 2 zur Berufungsantwort nachreichen lässt, di e Qualität eines Novums, welches im Rechtsmittelverfahren (ausnahmsweise) noch berücksichtigt werd en kann, klar abzusprechen. Als wesentlichste Grundlage der Auslegung erachtet das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht, letztlich die Umschreibung der Aufgaben des Klägers im A rbeitszeugnis der Beklagten vom 8. Oktober 2012. Daselbst hält die Arbeitgeberin fest, dass zu den Aufgaben des Klägers unter anderem folgende Tätigkeiten gehörten: Die Bedienun g des Überwachungssystems des Auf- traggebers, die Kontrolle und teilweise Wartung der Warensicherungssysteme, die Videoüber- wachung von Kunden, Steward Services für das Kassenpersona l, Personalkontrolle auf Anwei- sung von Auftraggebern sowie das Anhalten und Anzeigen von Delinquenten. Im Weiteren wird festgehalten, dass der Kläger aufgrund seiner guten L eistungen zusätzlich zur Tätigkeit als La- denüberwacher auch die Verantwortung für einen Kunden vor Ort übernommen und somit auch administrative Arbeiten erfüllt habe. In der nachfolg enden Aufzählung werden die Koordination und Meetings mit Auftraggebern, das Erstellen von Tage srapporten und von Listen über unge- sicherte Waren sowie die Kommunikation mit den örtliche n Behörden aufgeführt. Bereits im Ingress des Arbeitszeugnisses wird der Kläger als Ladenüberw acher betitelt. Die Überzahl der aufgeführten Tätigkeiten beinhaltet unbestreitbar Die nstleistungen, die vornehmlich unter die Bereiche Bewachung, Objekt- und Personenschutz einzuordn en sind. Dies schliesst nicht aus, dass der Kläger ab und an auch blosse Sicherheitsassistenzd ienste verrichtete. Nach dem Da- fürhalten des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, l egen die Mehrheit der im Arbeitszeugnis Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht angeführten Aufgaben den Schluss nahe, dass der Kläger vorwiegend anspruchsvollere Si- cherheitsdienstleistungen verrichtete, welche der Kategor ie A zuzuordnen sind. Im Ergebnis erweist sich die Berufung in der Hauptsache somit als u nbegründet. Sie ist daher abzuweisen und das Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten Liestal vom 18. Februar 2013 ist zu bestätigen. 4.1 Im Weiteren wendet sich die Berufung der Beklagten ge gen den Kostenentscheid des Urteils vom 18. Februar 2013, insbesondere die Verteil ung der Parteikosten. Der Bezirksge- richtspräsident schlug nämlich die Parteikosten sog. wet t, d.h. es waren gegenseitig keine Par- teientschädigungen auszurichten. In der Begründung des Urteils wurde dazu ausgeführt, in An- betracht der Tatsache, dass keine der Parteien mit ihre n Anträgen vollumfänglich durchgedrun- gen sei, habe jede Partei die ihr im Rahmen des Verf ahrens entstandenen Parteikosten selbst zu tragen. Die Berufungsklägerin moniert nun, die Vorinstanz habe die Parteikosten willkürlich und in Verletzung von Art. 106 Abs. 2 ZPO wettgeschlagen. De r Kläger habe eine Lohnforderung von CHF 24‘915.00 eingereicht, zugesprochen worden seien ihm lediglich CHF 7‘951.50 und somit bloss 31,9 %. Seine weiteren Begehren, nämlich die Au sstellung eines Zwischenzeugnisses und die Aushändigung von Unterlagen der Pensionskasse s eien erstmals in der Klage geltend gemacht und nie bestritten worden; man habe dem Arbe itnehmer umgehend die gewünschten Unterlagen ausgehändigt. Der Berufungsbeklagte entgeg net, die Kostenverteilung der Vo- rinstanz sei nicht zu beanstanden. Ausgehend von einem St reitwert des Arbeitszeugnisses von einem Monatslohn und unter Berücksichtigung der zugesproc henen Forderung sei der Kläger - ohne Berücksichtigung des Begehrens betreffend Pensionskasse - zur Hälfte durchgedrungen. 4.2 Art. 106 ZPO regelt die Verteilungsgrundsätze: Die Prozesskosten, worunter auch die Parteientschädigung fällt, werden der unterliegenden Partei auferlegt. Bei Nichteintreten und bei Klagerückzug gilt die klagende Partei, bei Anerkennung der Klage die beklagte Partei als unter- liegend (Abs. 1). Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Abs. 2). Nach Art. 10 7 ZPO kann das Gericht von den Vertei- lungsgrundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Erm essen verteilen, so namentlich wenn andere besondere Umstände vorliegen, die eine Ver teilung nach dem Ausgang des Ver- fahrens als unbillig erscheinen lassen (lit. f). Art. 106 ZPO statuiert für die Verteilung der Kosten auf die Parteien mithin das Unterliegerprinzip. Dieses hat die Vorinstanz bei ihrem Kostenent- scheid grundsätzlich zur Anwendung gebracht, nach Auffassun g der Berufungsklägerin jedoch nicht in zutreffender Weise. Das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht, hält dafür, dass der ange- fochtene Kostenentscheid ohne weiteres vertretbar ist und vor den gesetzlichen Bestimmungen Stand hält. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführeri n ist nicht allein darauf abzustellen, dass dem Kläger bloss rund ein Drittel seiner Lohnforde rung durch die Vorinstanz zugespro- chen wurde. Wie die Berufungsbeklagte zutreffend ausführt, ist auch das Begehren um Ausstel- lung eines Arbeitszeugnisses zu berücksichtigen. Hierzu ist anzum erken, dass es ab Einrei- chung des Schlichtungsgesuchs am 18. Oktober 2011 immerhi n bis zum 10. Oktober 2012 dauerte, bis die Beklagte das verlangte umfassende Zeug nis ausstellte. Es kann in der Tat kei- ne Rede davon sein, dass dieses Begehren von der Beklagten nie bestritten wurde. Daneben brauchte es auch bis zur Einreichung der Pensionskassenunte rlagen Monate und war die Be- klagte vorher nicht bereit, die notwendigen Angaben zu liefern. Darüber hinaus übersieht die Berufungsklägerin, dass sie vor erster Instanz noch bestritt, dass das Arbeitsverhältnis mit dem Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kläger überhaupt den Bestimmungen des Gesamtarbeitsvertr ages für den Bereich Sicherheits- dienstleistungen unterliegt. Demgemäss dringt die Berufungsklägerin auch mit ihrem Antrag, es sei Ziff. 5 des Urteils des Bezirksgerichts Liestal vom 18. Fe bruar 2013 aufzuheben, nicht durch. 5. Abschliessend ist noch über die Verlegung der Prozesskost en für das vorliegende Rechtsmittelverfahren zu befinden, wobei auch im Berufun gsverfahren bei Streitigkeiten aus einem Arbeitsverhältnis bis zu einem Streitwert von CH F 30‘000.00 keine Gerichtskosten erho- ben werden (Art. 114 lit. c ZPO). Für die Regelung d er Parteikosten sind wiederum die Bestim- mungen von Art. 106 f. ZPO anzuwenden, die auch im Be rufungsverfahren gelten (SEILER , Die Berufung nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Basel 2013, Rz. 1560). Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterli egenden Partei auferlegt. Entspre- chend dem vorliegenden Verfahrensausgang hat die Berufu ngsklägerin dem Berufungsbeklag- ten somit eine Parteientschädigung auszurichten. Eine A nwendung von Art. 107 ZPO, der ein Abweichen von den Verteilungsgrundsätzen und die Vertei lung der Prozesskosten nach Er- messen erlaubt, ist nicht angebracht. Die Rechtsvertreter in des Berufungsbeklagten hat heute zwei Honorarnoten eingereicht. Massgeblich ist allein die tiefere Honorarnote, welche den Streitwert für das Berufungsverfahren mit CHF 7‘951.60 beziffert, zumal gemäss § 10 der Tarif- ordnung für die Anwältinnen und Anwälte (SGS 178.11 2) der zweitinstanzliche Streitwert aus- schlaggebend ist. Der geltend gemachte Honoraransatz von CHF 2‘000.00 ist in Anbetracht der Schwierigkeit des Falles und des Umfanges der Bemühungen nicht zu beanstanden. Im Weite- ren erscheinen die fakturierten Auslagen von CHF 17.20 für Porti und Telefonate sowie von CHF 164.00 für Kopiaturen als angemessen. Die Berufung sklägerin hat dem Berufungsbeklag- ten somit eine Parteientschädigung von CHF 2‘000.00 zuzüglich Auslagen von CHF 181.20 und 8 % MWST von CHF 174.50 zu bezahlen. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen und die Ziffer n 1 und 5 des Urteils des Bezirksgerichtspräsidenten Liestal vom 18. Februar 2013 w erden be- stätigt. 2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. Mitteilung an Parteien Vorinstanz Präsidentin Christine Baltzer Gerichtsschreiber Andreas Linder