Beschwerdeführerin A. vertreten durch: RA AA. Vorinstanz Versicherung B. Beigeladene Versicherung C. Obergericht Appenzell Ausserrhoden 3. Abteilung Zirkular-Urteil vom 23. Februar 2021 Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler Oberrichter H.P. Fischer, F. Windisch, M. Schneider, E. Ganz Obergerichtsschreiberin A. Mauerhofer Verfahren Nr. O3V 20 10 Gegenstand Leistungen der Unfallversicherung Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Versicherung A. vom 29. Januar 2020 Seite 2 Rechtsbegehren a) der Beschwerdeführerin: 1. Der Einspracheentscheid vom 29. Januar 2020 sei aufzuheben. 2. Der Beschwerdeführerin seien die gesetzlichen Leistungen für Unfall auszurichten. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. b) der Vorinstanz: Die Beschwerde vom 2. März 2020 sei - soweit darauf einzutreten ist (vgl. Ziffer 3 hier - nach) - abzuweisen und der Einsprache-Entscheid vom 29. Januar 2020 zu bestätigen. [Die Beigeladene hat stillschweigend auf eine Verfahrensteilnahme verzichtet.] Sachverhalt A. A. (nachfolgend: Beschwerdeführerin) war im Rahmen ihres vom 1. Feb ruar 2018 bis zum 31. Januar 2019 befristeten Arbeitsve rhältnisses über ihre Arbeitgeberin bei der Versiche - rung C. (nachfolgend auch: Vorinstanz) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen ver - sichert, als sie ihre Arbeit ab dem 7. August 2018 infolge diverser Be schwerden, bezüglich deren Ursprung gemäss Schadenmeldung UVG der Verdacht auf ei nen Zeckenstich be - stand (Versicherung C. -act. 1), aussetzen musste. Mit Mail vom 20. November 2018 teilte die Arbeitgeberin der Versicherung C. mit, die Beschwerde führerin arbeite seit dem 5. No - vember 2018 wieder (Versicherung C.-act. 14). B. Nachdem der Versicherung C. eine Bescheinigung über einen sta tionären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 4. bis 11. Oktober 2018 im Spital D. vorgelegt wor den war (Ver- sicherung C.-act. 2), holte die Versicherung C. zunächst dort weitere Unterlagen ein. Im Be- richt von Dr. E. vom 4. November 2018 (Versicherung C. -act. 16) ist fest gehalten, die Be - schwerdeführerin habe Mitte Juli im Garten gearbeitet und einige Tage spä ter einen roten Ring im Nacken bemerkt. Eine Zecke habe sie nicht gesehen. Die Be schwerdeführerin habe von anfangs Au gust aufgetretenen Beschwerden mit starken Blut druckschwankun- gen, Herzrasen etc. berichtet. Die behandelnden Ärzte im Spital D. stellten nach diversen Seite 3 Untersuchungen ein „Versorgungsproblem bei allgemeiner Schwä che, Ängsten; a.e. funk - tioneller Ge nese“ fest, sahen aber insbesondere keinen Anhalt für eine Neu roborreliose oder eine chro nisch-entzündliche ZNS-Erkrankung. Eine psychosomatische Begleitgenese der Beschwerden wurde als möglich erachtet und der Be schwerdeführerin eine diesbezüg- liche Abklärung empfohlen. Die Versicherung C. legte das Dossier ihrem Vertrauensarzt Dr. F. vor, welcher die Versicherung C. am 30. November 2018 (Versicherung C. -act. 19) er- suchte, weitere Behandlungsberichte anzu fordern und das Dossier danach erneut vor zu- legen. Nachdem diverse weitere Unterlagen, insbesondere der Klinik für Herz- und Gefäss- krankheiten des Spital Q. und des Hausarztes Dr. H. (siehe Versicherung C .-act. 23 ff.) vorlagen, wurde das Dossier erneut dem Ver trauensarzt zur Beurteilung übergeben. Im Bericht vom 7. Januar 2019 (Versicherung C. -act. 31) hielt Dr. F. fest, im vorliegenden Fall sei durch ausführliche und wiederholte sorg fältige Abklärung der Beschwerdeführerin bei lediglich einem Verdacht auf einen Zecken stich eine Zecken stich-Folgeerkrankung zu keinem Zeitpunkt zu diagnosti zieren gewesen. Es fänden sich in den ärztlichen Berichten diverse alternative Erklärungsmodelle für die gekla gten Be schwerden. Das überwiegend wahrscheinliche Vorliegen eines Unfallereignisses oder einer Folge ei nes solchen sei zu verneinen. C. Mit Schreiben vom 17. Januar 2019 (Versicherung C.-act. 37) teilte die Versicherung C. der Beschwerdeführerin da raufhin mit, es bestehe unter den gegebenen Umständen keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Mit E-Mail vom 19. Februar 2019 (Versicherung C.- act. 41) meldete die Be schwerdeführerin der Versicherung C. sie sei seit dem 21. Dezem - ber erneu t arbeitsunfähig. Die Versicherung C. habe nicht be rücksichtigt, dass sie bei einem Facharzt in Behandlung sei. Sie be antrage eine Akzep tanz des Unfalls bzw. al len- falls den Erlass einer anfechtbaren Verfügung. Am 4. März 2019 er liess die Versicheru ng C. hierauf eine leistungsabweisende Verfügung (Versicherung C. -act. 42) und hielt darin fest, sie hafte nur dann für einen Gesundheitsschaden, wenn dieser min destens mit über - wiegender Wahr scheinlichkeit in einem Zusammenhang mit einem ver sicherten E reignis stehe. Die Versicherung C. könne daher keine Versicherungsleistungen erbringen. D. Am 1. April 2019 erhob die Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz Einsprache gegen diese Verfügung (Versicherung C.-act. 45). Unter Verweis auf einen beigelegten Bericht von Dr. I. vom 19. März 2019 (Versicherung C.-act. 45, S. 2 f.) machte sie geltend, eine Zeckenstich - Folgeerkrankung sei durch ih re behandelnden Ärzte diag nostiziert und zwischenzeitlich auch nachgewiesen worden. Seite 4 Mit Schrei ben vom 14. Juni 2 019 (Versicherung C. -act. 56) erhob auch der Krankenver - sicherer der Be schwerdeführerin, die Versicherung C. eine Einsprache ge gen die leistungsabweisende Verfügung und machte geltend, ihr eigener Vertrauensarzt gehe ins - besondere aufgrund des Befundberichts von Dr. I. davon aus, dass die Beschwerdeführerin an einer Borreliose infolge eines Zeckenstiches erkrankt sei. Entspre chend werde eine Kostenübernahme der unfallbedingt notwendig gewordenen Behandlungen beantragt. Die Versicherung C. legte da s Dossier erneut ihrem eigenen vertrauensärztlichen Dienst vor, worauf Dr. J. in der Stellungnahme vom 20. August 2019 (Versicherung C. -act. 67) da- rauf hinwies, es liege keine Information dazu vor, wie die Beschwerdeführerin auf die anti - biotische Therapie von Dr. I. reagiert habe und warum seit 21. Dezember 2018 er neut eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden sei. Er empfahl diesbezüglich die Einholung weiterer Arztberichte. Nachdem bei der Versicherung C. diverse weitere medizinische Unterlagen (insbesondere der Bericht von Dr. I. vom 5. September 2019 [Versicherung C.-act. 76], der Bericht des die Beschwerdeführerin seit Mitte Mai 2019 behandeln den Hausarztes Dr. K. vom 12. Oktober 2019 [Versicherung C.-act. 78] bzw. der Bericht des zuvor zuständigen Hausarztes Dr. H. vom 16. Oktober 2019 [Versicherung C.-act. 79], der Bericht der Klinik für Neurologie des Spitals L. vom 2. Juli 2019 [Versicherung C.-act. 94], die Stellungnahme des Vertrauensarztes der Versicherung C., Dr. M. vom 12 . Juni 2019 [Versicherung C.-act. 84] sowie diverse Laborbefunde [Versicherung C.-act. 93]) eingegangen waren, gab Fach- arzt Dr. N. zu Handen der Versicherung C. eine vertiefte neuro logische Beur teilung ab (Versicherung C.-act. 95). Er gelangte zum Schluss, dass die geschilderten Beschwer den unspezifisch seien und nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in Zusam menhang mit einer Neuroborreliose nach akuter Infektion mit Übertragung von Borrelia burg dorferi durch einen Zeckenstich stün den. Weitere Abklärungen, namentlich ein Gut achten, seien nicht notwendig. Vertrauensarzt Dr. O. erklärte in seiner abschliessenden Stellungnahme vom 28. Januar 2020 zu Handen der Versicherung C. (Versicherung C. -act. 97) ergänzend, po- sitive Borrelien-Serologien würden sich relativ häufig in der Allgemein -bevölkerung finden und würden lediglich bedeuten, dass es einmal zu einem Erreger -kontakt gekommen sei. Das reiche nicht aus, um eine Kausalität zwischen Beschwerden und einem Zecken stich wahrscheinlich zu machen. Mit Entscheid vom 29. Januar 2020 (Versicherung C. -act. 98) wies die Versicherung C. hierauf die Ein sprachen der Beschwerdeführerin bzw. deren Krankenkasse der Versiche - rung C. insbesondere unter Verweis auf diese erneute Beurteilung durch die beigezogenen Vertrauensärzte ab. Seite 5 E. Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von der Beschwerdeführerin am 2. März 2020 er hobene Beschwerde ans Obergericht mit den eingangs erwähnten Anträgen (act. 1). Mit Ver nehmlassung vom 31. März 202 0 verlangte die Vorinstanz deren Abwei - sung, so weit überhaupt darauf einzutreten sei (act. 4). Am 19. Juni 2020 replizierte die Beschwerdeführerin und reichte weitere Unterlagen ein (act. 10 und 11), worauf die Vorin - stanz am 7. Juli 2020 eine Duplik (act. 13) abgab und an der Leistungsabweisung festhielt. Der bei geladene Krankenversicherer verzichtete stillschweigend auf eine Teilnahme am Verfahren. F. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den vorinstanzlichen Akten sowie die Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. Erwägungen 1. Formelles 1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen. Zuständig für die Beurteilung von sozialversicherungsrechtlichen Streitigkeiten ist gemäss Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs - rechts (ATSG, SR 830.1) das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die ver si- cherte Per son zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Im vorliegenden Fall ist somit die örtliche Zuständigkeit in Appenzell Ausserrhoden gegeben. 1.2 Gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes (JG, bGS 145.31) beurteilt das Obe rgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Be - reich der Sozialversicherungen. Das Gesamtgericht hat Be schwerden in Sozial versiche- rungssachen mit medizinischen Fra gestellungen der 3. Ab teilung zur Beurteilung zugewie- sen (so pub liziert im aktuellen Staats kalender des Kantons Appen zell Aus serrhoden [https://staatskalender.ar.ch/organizations/pdf], Ziff. 2.6.1.2), weshalb diese zur Be urteilung der vorliegenden Beschwerdesache zuständig ist. Seite 6 1.3 Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen er - gibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung auf Seiten der Beschwer - deführerin als auch hinsichtlich der Form - und Frist erfordernisse mit Bezug auf die Be - schwerdeschrift erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Un - fallversicherung [UVG, SR 832.20] i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG). Entgegen den Anmerkungen der Vorinstanz in Ziff. II 3 der Vernehmlassung besteht na - mentlich kein Anlass, an der Rechtzeitigkeit der Beschwerde zu zweifeln: Nachdem der an - gefochtene Ein spracheentscheid vom 29. Ja nuar 2020 datiert und per A -Post plus ver - schickt wurde, konnte dieser frühestens tags darauf, d.h. am 30. Januar 2020, bei der Be - schwerdeführerin ankommen. Die 30 -tägige Beschwerdefrist hätte diesfalls frühes tens am Freitag, 31. Januar 2020, zu laufen begonnen und folglich frühestens am Samstag, 29. Februar 2020 geendet. Tatsächlich wurde der auf den 29. Januar 2020 datierte Ei n- spracheentscheid der Vorinstanz allerdings erst am 30. Januar 2020 um 15.25 Uhr bei der Post aufgegeben, wie eine Track - und Trace Recherche (vgl. auch act. 2/3, Couvert mit Sendungsverfolgung) ergeben hat. Dies führte im konkreten Fall dazu, das s die Beschwer- defrist sogar erst einen Tag später, näm lich erst am Sonntag, 1. März 2020, endete. Auf den Ablauf der Beschwerdefrist hatte dies kei nen Einfluss: Ist der letzte Tag der Frist ein Samstag, ein Sonntag oder ein vom Bundes recht oder vom kantonalen Recht anerkannter Feiertag, so endet sie in all diesen Fällen erst am nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 ATSG). So oder so ist somit die Be schwerdefrist mit der Postaufgabe der Be schwerde am ersten auf das Wochenende vom 29. Februar / 1. März 2020 folgenden Werktag, näm lich Montag, 2. März 2020, offensichtlich eingehalten. 1.4 Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 1.5 Gestützt auf Art. 2 der Verordnung über COVID -19-Massnahmen: Gerichte (bGS 113.2) kann das Obergericht zur Bewältigung der aktuell ausserordentlichen Lage in allen Fällen auf dem Zirkularweg entscheiden, wenn das Ge setz keine Verhandlung vorschreibt. Ent - scheide, die auf dem Zirkularweg gefällt werden, bedürfen der Einstimmigkeit (Art. 52 Abs. 2 JG). Da vorl iegend keine Durchführung einer Verhandlung vorgeschrieben ist und die Parteien auf die Durchführung einer solchen verzichteten, hat das Obergericht aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie den vorliegenden Entscheid im Zirkularverfah- ren gefällt. Seite 7 2. Materielles 2.1 Gegenstand der Unfallversicherung sind Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nicht- berufsunfällen und Berufskrankheiten (Art. 6 Abs. 1 UVG). Während die Beschwerde führe- rin geltend macht, im Juli 2018 einen Zeckenstic h erlitten zu haben und davon ausgehend von einer Leistungspflicht ihres Unfallversicherers für seither nötige Behandlungen diverser Gesundheitsbeeinträchtigungen ausgeht, bestreitet die Versicherung C. im Grundsatz nicht, dass ein Zeckenstich die Me rkmale des Unfallbegriffs er füllen würde (dies zu Recht: vgl. dazu BGE 122 V 230). Allerdings sei im konkreten Fall we der mit dem erforderlichen Be - weisgrad der über wiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass überhaupt ein Zeckenstich stattgefunden h abe, noch sei ein Kausalzusammenhang zwi schen den geklagten Be - schwerden und einem Zeckenstich nachgewiesen. 2.2 Damit steht zunächst der Nachweis eines Unfallereignisses in Frage. a. Wer Leistungen der Unfallversicherung beansprucht, muss die Umstände eines Un falls glaubhaft machen. Unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben genügen die- sem Erfordernis nicht. Zur Glaubhaftmachung eines Unfalls genügt es namentlich nicht, einen Gesundheitsschaden nachzuweisen, der bloss möglic herweise auf ein Unfallereignis zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue und wenn mög lich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Tatumstände ein Bild zu machen und die se in objek tiver Weise abzuklären (Urteil des Bundesgerichts 9C_338/2018 vom 17. Dezember 2018 E. 4.2; vgl. auch RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bun des- gerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 29). b. Gemäss Lehre und Rechtsprechung gilt die sicht bare äussere Verletzung bei einem Zeckenstich als typisches Merkmal für einen Unfall (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_268/2019 vom 2. Juli 2019 E. 6.2 m.w.H.). Wurde eine festgebissene Zecke gesehen oder zumindest eine Einstichstelle, die glaubhaft auf einen Zeckenstich zurückzuführen ist, steht in der Regel ein Unfallereignis als solches nicht in Frage. Im konkreten Fall wurde aber von der Beschwer deführerin weder eine Zecke gesehen noch wurde je von ihr oder ihren behandelnden Ärzten eine sichtbare äussere Verletzung in Form einer Einstich stelle festgestellt. Dass Dr. H. im Verlaufsbericht vom 16. Oktober 2019 (rückwirkend) von einem „Stich“, den die Beschwer deführerin angeblich bemerkt ha ben soll (Versicherung C. -act. 79), berichtete, ist falsch, wie die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift ausdrück -Seite 8 lich korrigierte und präzisierte, sie habe nie einen Stich bemerkt (vgl. Beschwerde, act. 1, S. 3, Ziff. 8). Ein eindeutiger Hinweis dafür, dass die Beschwerdeführerin tatsächlich von einer Zecke gestochen worden ist - wie er namentlich bei einer Sichtung einer festgebissenen Zecke oder zumindest einer Einstichstelle gegeben wäre - fehlt somit im konkreten Fall. c. Allerdings wird nicht in jedem Fall zwingend vorausgesetzt, dass sich die versicherte Per - son an einen konkreten Zeckenstich erinnern kann und eine sichtbare äussere Ver letzung muss ebenfalls nicht zwing end nachgewiesen sein (vgl. dazu Urteil des Bundes gerichts U 208/05 vom 18. Ja nuar 2006 E. 5.3 ). Massgebend ist letztlich, ob aufgrund der fach ärztli- chen Stellungnahmen da rauf geschlossen werden kann, dass im Zeitpunkt der vor hande- nen Versicherungsdeckung überwiegend wahrscheinlich von einem Zeckenstich auszugeh- en ist, der die Gesundheitsschädigung bewirkt hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_924/2011 vom 7. März 2012 E. 3). Der Krankenversicherer der Beschwerdeführerin, welcher bei der Vorinstanz (wie auch die Beschwerdeführerin) eine Einsprache gegen die leistungsabweisende Verfügung vom 4. März 2019 eingereicht hatte (auf eine Teilnahme am vorliegenden Beschwerdeverfahren aber stillschweigend verzichtete), führte in seiner Einsprache an, die Beschwerde führerin habe nach Gartenarbeiten Mitte Juli 2018 „am 29. Juli 2018 [...] einen roten Ring im Nacken bemerkt, jedoch keine Zecke gesehen“ (act. 2/4 bzw. Versicherung C. -act. 56). Auch die Beschwerdeführerin sieht im Umstand, dass bei ihr eine sog. Erythema migrans vorgelegen habe (vgl. Einsprache, Versicherung C.-act. 45; Beschwerde, act. 1, S. 5, Ziff. 14), den Be - weis für einen Zeckenstich und damit das Unfallgeschehen als erbracht. Den vorhandenen medizinischen Unterlagen lässt sich in diesem Zusamme nhang Folgen- des entnehmen:  Am 13. August 2018 begab sich die Beschwerdeführerin zum Hausarzt Dr. H. wegen Blutdruckschwankungen, Tachykardien, Schwindel, Parästhesien und deutlich ein ge- schränkter Belastbarkeit. Dr. H. hielt in seinem Verlaufs bericht zu dieser ersten Kon sul- tation fest, die Beschwerdeführerin habe einen „Hautausschlag im Nacken“ bemerkt und fügte an: „Möglicherweise handelte es sich um ein Erythema migrans“ (Versicherung C.- act. 79). Nachdem Dr. H. diesen Verlaufsbericht aber e rst am 16. Oktober 2019 rückwir- kend verfasste und die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift wie bereits er - wähnt selbst einräumte, dass in der von Dr. H. in diesem Bericht angeführten Anamnese Ungereimtheiten bestehen, erscheint gestützt auf di esen Verlaufsbericht letztlich auch nicht zweifelsfrei erstellt, ob die von Dr. H. erwähnte mögliche Erythema migrans - wel-Seite 9 che als solche auf einen Zeckenstich hinweisen würde - tatsächlich am 13. August 2018 vorhanden gewesen war oder nicht.  Bei der notfallmässigen stationären Behandlung in der medizinischen Spital G. vom 23. bis 30. August 2018 (Versicherung C. -act. 24) fand sich jedenfalls „kein Anhalt für eine zerebralentzündliche Genese“ und ein Zeckenstich wurde damals - zumal davon auszu- gehen ist, dass dies im Be richt entsprechend festgehalten worden wäre - auch nicht als mögliche Ursache für die plötz lich aufgetretenen Gesundheitsbeschwerden in Be tracht gezogen, und zwar notabene, obwohl Sta tionsarzt Dr. P. im Eintrittsbericht (a ct. 2/5) unter anderem auf verschiedene Hautveränderungen hingewiesen hatte (nämlich: „Hy- perpigmentation im Nacken seit ca. 4 Wochen, brennt manchmal. Exanthem rötlich am oberen Rücken, dort kein Jucken, war noch nicht bemerkt von Pat. Schwach rö tliches Exanthem vorne am Hals“). Die festgestellten Hautausschläge wurden von den be han- delnden Ärz ten des Spitals G. also offenbar nicht mit der für einen Zeckenstich ty pi- schen Wanderröte in Verbindung gebracht. In jenem Zeitpunkt ging nahelie genderweise wohl auch die Beschwerdeführerin selber (noch nicht) von einem möglichen Zeckenstich aus, denn sie erwähnte gemäss der im Eintrittsbericht noch angeführten Anam nese ein- zig: „War vor ca. 3 Wochen wandern, danach begannen Beschwerden“ (act. 2/5).  Gemäss einem früheren Behand lungsbericht von Dr. H. (Versicherung C. -act. 25) berichtete die Beschwerdeführerin am 5. Sep tember 2018 dem Hausarzt über Herzstol - pern, Schüttelfrost und allgemeine Schwäche und erwähnte nun offenbar au ch erstmals die Mög lichkeit eines Zeckenstiches: „Hatte wohl vor kurzem Aus schlag am Nacken, meint, es hätte auch eine Zecke sein können. DD Borreliose“. Auf diesem Behandlungs- bericht ist unter dem früheren Datum vom 13. August 2018 weder ein (mög licher) Zeckenstich noch ein Hautausschlag vermerkt, dies im Gegensatz zum später erstellten Bericht von Dr. H. vom 16. Oktober 2019 (Versicherung C.-act. 79; siehe dazu oben).  Im Bericht von Dr. E. vom Spital D. (Versicherung C. -act. 27), wo die Beschwerdeführe- rin vom 4. bis 11. Oktober 2018 stationär behandelt wurde, war in der Anamnese zwar konkret von einem roten Ring und einem möglichen Zeckenstich die Rede („Habe Mitte Juli im Gar ten ge arbeitet, einige Tage später roten Ring im Nacken be merkt, k eine Zecke gesehen. [...] Es wur de auch bereits eine LP gemacht, diese sei wohl unauffällig gewesen (wohl auch auf Bor reliose getestet).“ Dem Bericht ist aller dings auch zu ent - nehmen, dass bei DD Neuroborre liose eine Antibiotika -Therapie begonnen worden sei, „welche wir nach Sich tung der Lum balpunktions-Befunde bei fehlendem An halt hierfür sowie Seronegativität ab setzten.“ Der von der Versicherung C. beigezogene Vertrau - ensarzt, Dr. F., hielt am 7. Januar 2019 fest (Versicherung C. -act. 31): „In den zur Dos- sier-Ergänzung abgelegten Berichten über ambulante und stationäre Behandlungen wird Seite 10 berichtet, dass eine Neuroborreliose ausgeschlossen wurde. Im Labor ist eine auffällige ANA-Titererhöhung, welche am ehesten im Rahmen des bekannten Mo rbus Hashimoto zu in terpretieren ist, differentialdiagnostisch aber auch bei Infekten mit lymphotrophen Viren wie EBV oder Erkrankung des rheumatischen Formen kreises vorkommt. Im Labor vom 12. Oktober 2018 war die Borrelien -Serologie sowohl für IgM al s auch für IgG im Western-Blot negativ, das CRP normwertig und das Differentialblutbild als auch die übri - gen Blutindizes normal.“ Dr. E. diagnostizierte in erster Linie ein „Versorgungsproblem bei allgemeiner Schwäche, Ängsten.“ Ein allfälliger Zeckenstich war im Spital D. genau so wenig Thema wie eine allenfalls zu einem frühe ren Zeitpunkt festgestellte Ery thema migrans.  Dr. I. hielt im Befundbericht vom 14. November 2018 (Versicherung C. -act. 41) fest, die Laborwerte „deuten auf eine vor geraumer Zeit erfolgte Borrelia burgdorferi Infektion hin“ und empfahl weitere Abklärungen. Im Bericht vom 19. März 2019 (Versicherung C. -act. 45, S. 2 f.) di agnostizierte er eine „disseminierte Borreliose“ und hielt in der Anamnese zeitlich mit ge nauer Datumsangabe fest: „Nach Gartenarbeit im Juli 2018 bemerkte die Patientin einige Tage später am 29.07.2018 ei nen Erythema migrans -artigen Hautauschlag am Nacken.“ Die rückwirkende Anamnese-Angabe, die Beschwerdeführe- rin habe be reits in der zweiten Juli -Hälfte 2018 einen roten Ring im Nacken be merkt, lässt sich allerdings wie dargelegt durch die echtzeitlichen Arztberichte nicht bestätigen, namentlich auch die Datumsangabe vom 29. Juli 2018 lässt sich nicht verifizieren. Sollte die Beschwerdeführerin tatsächlich am 29. Juli 2018 eine Erythema migrans festgestellt haben, wie Dr. I. nun berichtete, wäre weder erklärbar, weshalb sie sich nicht in ärztliche Behandlung begeben hätte, noch dass dies in den folgenden Arztkonsultationen, na - mentlich auch in dem Spital G., nicht entsprechend thematisiert worden wäre. Dr. I. geht zudem aufgrund der Laborbefunde von ei ner „vor geraumer Zeit“ erfolgten Borrelia burgdorferi Infektion aus, dies ohne genauere zeitliche Eingrenzung (siehe auch Be richt vom 5. Septem ber 2019, Versicherung C. -act. 76, S. 2). Selbst Dr. I. geht in kei nem seiner Berichte konkret von einem Zeckenstich aus, der Ende Juli 2018 stattge funden haben soll. Wie auch Dr. O. präzisierte (vgl. Versicherung C. -act. 97), bedeuten positive Borrelien-Serologien letztlich lediglich, dass es irgendwann einmal zu einem Erregerkon- takt gekommen ist; ob ein Zeckenstich und damit ein Unfallereignis im Sommer 2018 tatsächlich stattfand, kann aber aus den Serologien nicht abgeleitet werden. Unter den gegebenen Umständen kann somit gestützt auf die medizinischen Unterlagen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass im Zeitpunkt der grundsätzlich vorhandenen Versicherungsdeckung im Sommer 2018 überwiegend wahrscheinlich von einem Zeckenstich auszugehen ist, der die von der Beschwerdeführerin Seite 11 in der Folge beklagte Gesundheitsschädigung bewirkt hat. Nachdem weder eine Zecke ge - sehen wurde noch konkret eine Einstichstelle festgestellt worden wäre und es unter den ge- gebenen Umständen auch nicht überwiegend wahrscheinlich erscheint, dass im Sommer 2018 ein häufig nach Zeckenstichen auftretender ringförmiger Hautauschlag in Form einer sog. Wanderröte vorhanden war, ist das Vorlie gen eines Unfallereignisses zwar allenfalls möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen. Ein Zeckenstich wur de von der Beschwerdeführerin wohl erst im September 2018 erstmals vermutet, was in der Fol ge zu weiteren diesbezüglichen Abklärungen führte. Auch diese Abklärungen vermochten aber einen tatsächlich im Sommer 2018 stattge fundenen Zeckenstich nicht mit überwie gender Wahrscheinlichkeit zu belegen. Da unter den gegebenen Umständen das Vorliegen eines Unfall ereignisses somit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit n achgewiesen ist, hat die Versicherung C. ihre Leistungspflicht zu Recht abgelehnt. 2.3 Hinzu kommt ausserdem, dass selbst für den Fall, dass - ungeachtet der zu einem anderen Schluss führenden, soeben angeführten Erwägungen - zu Gunsten der Beschwerdeführerin angenommen würde, dass sie im Sommer 2018 tatsächlich von einer Zecke gestochen worden und damit grundsätzlich ein Unfall bzw. ein versichertes Ereignis anzunehmen wä - re, auch dies letztlich nichts daran ändert, dass unter den gegebenen Um ständen dennoch keine Leistungspflicht des Unfallversicherers gegenüber der Beschwerdeführerin besteht: a. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt nämlich immer auch einen Kausalzusammenhang zwi schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) voraus, d.h. der Unfallversicherer haftet für einen Ge sundheits- schaden nur insoweit, als dieser sowohl in einem natürlichen als auch adäquaten Kausalzu- sammenhang zum versicherten Ereignis steht. Die Versicherung C. hat im konkreten Fall ihre Leistungspflicht nicht nur mangels nachgewiesenem Unfallereignis, sondern zusätzlich auch mang els Nach weises eines na türlichen Kausalzusammenhangs zwischen den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und einem Zeckenstich verneint. b. Ursachen im Sinne des natürlichen Kau salzusammenhangs sind alle Umstände, ohne de - ren Vorhandensein der eingetretene Er folg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei - chen Weise bzw. nicht zur g leichen Zeit ein getreten gedacht werden kann. Ent sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht er- forderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störung- en ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die Seite 12 körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die ein getretene gesund- heitliche Störung ent fiele. Die Leis tungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers er- streckt sich auch auf mit telbare bzw. in direkte Unfallfolgen (vgl. an stelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2019 vom 19. September 2019 E. 3 m.w.H. ). Im Sinn einer Haf - tungsbegrenzung muss für eine Haftung des Unfallversicherers nebst der natürlichen zu - dem auch die adäquate Kausalität erfüllt sein: Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge meinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen her beizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begün stigt erscheint (Urteil des Bundesgerichts 8C_387/2018 vom 16. November 2018 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3). c. Für die Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin sind die Sozialversicherer und das Gericht auf die sbezügliche Angaben ärztlicher Experten ange - wiesen. Die Prüfung der Unfall adäquanz richtet sich da gegen nach der allgemeinen Adä - quanzformel und ist eine reine Rechtsfrage, deren Be antwortung der Ver waltung bzw. im Beschwerdefall dem Richter und nicht dem Mediziner obliegt (vgl. dazu Ur teil des Bundes- gerichts 8C_72/2020 vom 26. August 2020 E. 6.3). Eine Adäquanzprüfung erübrigt sich al - lerdings, wenn bereits der natürliche Kausalzusammenhang nicht nachgewiesen ist. d. Sowohl das Unfallereig nis als solches als auch das Vorliegen eines natürlichen Kau salzu- sammenhangs zwischen einem Unfallereignis und geklagten Beschwerden ist eine Tat fra- ge und muss daher mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden. Während bei der Frage, ob ein Kausal- zusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, die ver sicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen behaupteten Weg fall der Kausalität aufgrund des Erreichens des Status quo sine (oder allenfalls des Status quo ante) der Unfallversicherer. Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Un gunsten jener P artei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aber erst Platz, wenn es sich als unmög lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrund- satzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirk lichkeit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_623/2019 vom 21. Januar 2020 E. 2.1.2 m.w.H.). Bevor sich also überhaupt die Frage der Beweislast stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes richtig und vollständig zu klären (Urteile des Bun desgerichts 8C_488/2017 vom 27. November Seite 13 2017 E. 3.1; 8C_777/2015 vom 22. März 2016 E. 2.2 und 8C_476/2011 vom 5. De zember 2011 E. 6.3; je m.w.H.). e. Im vorliegenden Fall sind diverse medizinische Unterlagen und Einschätzungen vorhanden. Einerseits handelt es sich dabei um Berichte und Stellungnahmen der die Be schwerdefüh- rerin behandelnden Ärzte, andererseits um Berichte der von der Versiche rung C. beigezo- genen Vertrauensärzte, denen das medizinische Dossier zur Beurteilung vorgelegt wor den war. Ebenfalls in den Akten enthalten ist eine (kurze) Stellungnahme des Vertrau ensarztes des Krankenversicherers der Beschwerdeführerin. f. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklag ten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation ein- leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_601/2019 vom 7. Januar 2020 E. 3.1 m.w.H.). In Bezug auf Berich- te von Hausärzten bzw. behandelnden Ärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsa- che Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags rechtliche Vertrau- ensstellung in Zweifelsfällen eher zuguns ten ihrer Patienten aussagen (Urteil des Bun des- gerichts 8C_653/2019 vom 8. Januar 2020 E. 4.2; BGE 125 V 351 E. 3b/cc), was auch mit der unterschiedlichen Natur von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag zusammenhäng- en mag (Urteil des Bundesgerichts 8C_563/2019 vom 23. Dezember 2019 E. 5.1). Gleich - wohl hat der Richter zu prüfen, ob eine von einer Partei eingeholte ärzt liche Stellungnahme in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des von der Verwal- tung oder vom Gericht bestellten medizinischen Sachver ständigen derart zu er schüttern vermögen, dass davon abzuweichen ist. B erichten und Gutachten versicherungs interner Ärztinnen und Ärzten kommt nach der Recht sprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er scheinen, nach vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu verlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Auch wenn den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen mithin grund sätzlich Be- weiswert zuerkannt wird, so ist doch zu betonen, dass ihnen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Ver- sicherungsträger in Auftrag gegebenen Gut achten zuzubilligen ist. Soll e in Versicherungs- fall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis- würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu- verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bun desgerichts 8C_620/2015 vom 24. März 2016 E. 3.4 m.w.H.). Anspruch auf ein unab hängiges Gutach-Seite 14 ten besteht damit recht sprechungsgemäss, wenn die Abklärungsergeb nisse aus dem Ver - waltungsverfahren in rechts erheblichen Punkten nicht ausreichend beweis wertig sind (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.5). g. Die Beschwerdeführerin bringt zum einen auch in diesem Zusammenhang vor, eine f ür Zeckenstiche typische Erythema mi grans habe eindeutig vorgelegen (Beschwerde, act. 1, S. 5, Ziff. 14). Wie bereits erörtert, ist dies jedoch bei genauerer Betrachtung der vor hande- nen Arztberichte jedenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkei t belegt. Keiner der behandelnden Ärzte hat je einen Hautauschlag der Beschwerdeführerin festgestellt, der konkret als Erythema migrans eingeordnet worden wäre. Im Gegenteil fällt auf, dass die be- handelnden Ärzte im Spital D. zwar gewisse Haut veränderungen feststellten, aber dabei offenbar gerade nicht auf eine Erythema migrans schlossen (siehe dazu E. 2.2 vorstehend). h. Insoweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die im Bericht von Dr. I. vom 5. September 2019 festgehaltenen Symptome Blutd ruckschwankungen, Tachykardien, Ver tigo und Dysästhesie der rechten Körperhälfte seien eindeutig typische Symptome nach einem Zeckenstich (vgl. Beschwerde, act. 1, S. 5 f., Ziff. 15 bis 19), fällt auf, dass die Ärzte des Spitals G. in ihrem Bericht vom 3 0. August 2018 (Versicherung C. -act. 24) darauf hin wie- sen, es hätten sich keine höhergradigen Herzrhythmusstörungen gezeigt und die wäh rend der im stationären Aufenthalt durchgeführten Langzeitblutdruckmessungen hätten auch die von der Beschwerdeführeri n berichteten grossen Blutdruckschwankungen nicht bestätigt. Auch die behandelnden Ärzte im Spital D. brachten nach diversen Un tersuchungen, die unter Berücksichtigung des von der Beschwerdeführerin damals bereits ge äusserten Ver- dachts auf einen möglichen Zeckenstich im Juli 2018 erfolgten, die von ihr beklagten Symp- tome gerade nicht mit einem Zeckenstich in Verbindung, sondern diag nostizierten statt - dessen ein „Versorgungsproblem bei allgemeiner Schwäche, Ängsten“ und erachteten eine psychosomatische Begleit -Genese der Beschwerden als möglich. Im Bericht von Dr. E. wird darauf hingewiesen, dass die zuvor begonnene antibiotische The rapie „nach Sichtung der Lumbalpunktions-Befunde bei fehlendem Anhalt [für eine Neuroborreliose] sowie Sero- negativität“ abgesetzt wurde. Die kardiale Abklärung im Spital Q. sei „ohne wegweisende pathologische Befunde“ geblieben (siehe dazu auch Versicherung C.-act. 23: Bericht Spital Q. vom 24. September 2018: „keine signifikanten Herzrhythmusstörungen“), ebenso die im Spital D. durchgeführten „Langzeitmessungen von Blutdruck und EKG, welche keine thera - piebedürftigen Befunde ergaben.“ Auch kernspintomographisch habe sich „wiederholt kein Anhalt für eine chro nisch ent zündliche Genese der Beschwerden“ gezeigt (Versicherung C.-act. 27). Wie Dr. F. in seiner Be urteilung vom 7. Januar 2019 richtig festhält, finden sich somit in den echt zeitlichen ärztlichen Unterlagen diverse alternative Erklärungsmodelle als eine Zeckenstich -Folgeerkrankung für die von der Be schwerdeführerin geklagten Be -Seite 15 schwerden bzw. wurde von den die Be schwerdeführerin betreuenden Ärzten während zwei mehrtägigen stationären Aufent halten eine Zecken stich-Folgeerkrankung nicht weiter in Betracht gezogen. i. Entgegen der Auf fassung der Be schwerdeführerin, die geltend macht, es sei „eine Borre- lieninfektion festgestellt worden, dies im Zusammenhang mit Gartenarbeiten im Hoch som- mer (also zur Haupt erkrankungszeit)“ (vgl. Beschwerde, act. 1, S. 8, Ziff. 30), wurde von keinem behandelnden Arzt je eine Borrelieninfektion konkret aufgrund eines Zeckenstiches im Sommer 2018 diagnostiziert. Im Befundbericht vom 14. November 2018 des Deutschen Chroniker Labors (Versicherung C. -act. 41; Hervorheb ung durch Verf.) heisst es lediglich: „Die im IB gegen B.b. nach weisbaren IgG-Ak gegen das 18kDA Ag, das typisch für Spät - stadien einer Bor relien-Infektion ist und die im positiven IB gegen B.b. fehlenden IgM -Ak gegen das 41 kDA Anti gen (Flagellin), die in Frühstadien einer Borrelien -Infektion in der Regel nachweisbar sind, deuten auf eine vor geraumer Zeit erfolgte Borrelia burgdorferi In- fektion hin“, d.h. es wurde nicht von einer Zeckenstich -Folgeerkrankung eines erst wenige Monate zuvor stattgefundenen Zeckenstiches im Juli / August 2018 ausgegangen. Bei der Blutuntersuchung vom September 2018 ergab sich zudem „kein Hinweis auf eine akute oder chronische B. burgdorferi Infektion“ (vgl. Versicherung C. -act. 93, S. 2 unten). Dr. I., der schliesslich eine „disseminierte Borreliose“ diagnostizierte (vgl. Bericht vom 19. März 2019, Versicherung C. -act. 45), legte seiner Diagnose insbesondere den Befundbericht vom 14. November 2018 (Im munoblot Borrelienantikörper, Versicherung C. -act. 41) z u- grunde. Die von Dr. I. angeführte Anamnese (vgl. Bericht vom 5. Sep tember 2019, Ver - sicherung C.-act. 76) ist insoweit ungenau, als sich die einzelnen Datumsangaben mit den vorhandenen echtzeitlichen Arztberichten nicht durchwegs nachvollziehen las sen (er hielt fest, die Beschwer deführerin habe nach Gar tenarbeiten am 29. Juli 2018 einen Erythema migrans-artigen Haut ausschlag am Nacken bemerkt; Blutdruck schwankungen, Tachykar - dien, Myalgien am ganzen Körper, etc. seien ab 5. August 2019 aufgetreten). Weiter wies Dr. I. darauf hin, im Rah men einer kardiologischen Konsultation sei „vormals eine intermit- tierende ventrikuläre Ex trasystolie sowie ST -Streckenveränderungen in den inferioren Ab - leitungen“ aufgefallen und nimmt damit wohl Bezug au f die diversen Untersuchungen, die im Rahmen der statio nären Aufenthalte der Beschwerdeführerin von Sommer bis Herbst 2018 durchgeführt wurden. Während beim im September 2018 im Spital Q. durch geführten EKG zu nächst auf „horizont. ST-Senkungen V5-V6“ sowie „nicht-signifikante ST -Senkun- gen in Ruhe, die unter Belastung in AbI, II, III und aVF und V5 -V6 grenzwertig signifikant werden“ hingewiesen wurde (Versicherung C.-act. 23, S. 2), ergab das Langzeit EKG aller - dings insgesamt „keine höhergradigen Herzrhythmusstörungen“ und „echokardiographisch zeigte sich ein un auffälliger Befund“ (Versicherung C. -act. 24, S. 2). Bei den im Oktober 2018 im Spital D. durchgeführten vertieften kardiolo gischen Untersuchungen ergaben sich Seite 16 ebenfalls keine thera piebedürftigen Befunde bezüglich kardialer Beschwerden (vgl. Ver - sicherung C.-act. 27, S. 2 unten: „EKG: [...] keine S-Persistenz, keine ST-Strecken Verän- derungen, keine ERBST. Keine VES“ ). Insoweit Dr. I. ausserdem auf den Vorbefund einer „axonalen sensiblen Neuropatie“ hinweist (und diese nebst der von ihm erwähnten „ST- Senkung“ als Hinweis auf eine Borreliose-Infektion versteht, vgl. Versicherung C.-act. 45, S. 3, Beurteilung in fine), so ergab sich hingegen gemäss Bericht der Klinik für Neurologie des Spitals L. vom 2. Juli 2019 (Versicherung C. -act. 94) zusammen fassend ein unauffälliger neurologischer Untersuchungs befund und es liess sich keine neu rologische Erkrankung diagnostizieren. Gemäss neurologischer Be urteilung von Versicherung C. -Arzt Dr. N., wel - che die Anforderungen an den Beweiswert eines Arztberichts (vgl. dazu E. 2.3 f vorste - hend) grundsätzlich erfüllt, vermag der positive Nach weis borrelienspezifischer Antikörper im Serum allein keine aktive Infektion mit Bor relia burgdorferi zu beweisen. Insbesondere können nach seiner sorgfältig und über zeugend begründeten medizinischen Einschätzung die Beschwerden jedenfalls nicht über wiegend wahrscheinlich auf einen Zeckenstich zu - rückgeführt werden, da ein po sitiver Im munoblot eben gerade nicht per se eine Borreli - eninfektion beweist (vgl. insbesondere Versicherung C.-act. 95, S. 6 f.). Nachdem sich aus den vorhandenen medizinischen Unterlagen sehr wohl alter native Erklärungsmodelle für die geklagten Beschwerden der Besc hwerdeführerin finden, erscheint ein natürlicher Kau - salzusammenhang zu einem Zeckenstich zwar nicht unmög lich, ein solcher ist aber jeden - falls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus gewiesen. Nachdem bereits im Ok to- ber 2018 insbesondere eine psychosomatische Begleit-Genese der Beschwerden als mög- lich erachtet wurde (Versicherung C. -act. 16, S. 4), ergibt sich aus dem Bericht von Dr. K., dass die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich denn auch psy chiatrische Behandlungen bei Dr. R. in An spruch nimmt (vgl. Versicherung C. -act. 78). Dem ur teilenden Gericht sind di - verse Berichte von Dr. R. aus dem die Beschwerde führerin betreffenden IV-Verfahren O2V 20 6 bekannt. Weil im vorliegenden UV -Verfahren ein überwiegender Kausalzusammen - hang zwischen den geklagten Beschwerden und einem Zecken stich wie dargelegt ohnehin nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist, konnte ohne weiteres darauf verzichtet werden, ergänzend auch noch die Be richte von Dr. R. zum vorliegenden Ver fah- ren beizuziehen. 2.4 Zusammengefasst besteht kein Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin gegen über ihrem Unfallversicherer: Massgeblich für eine Leistungspflicht der Versicherung C. ist, ob aufgrund der medizinischen Unterlagen darauf geschlossen werden kann, dass im Zeit - punkt der vor handenen Versicherungsdeckung überwiegend wahrscheinlich von einem Zeckenstich auszugehen ist, der die beklagte Gesundheitsschädigung bewirkt hat (vgl. an- stelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_ 170/2019 vom 16. Mai 2019 E. 2.2.2). Weder Seite 17 das Vorliegen eines Zeckenstiches und damit eines Unfallereignisses als solches noch der für eine Leis tungspflicht aus UVG erforderliche Kausalzusammenhang zwischen den von der Beschwerdeführerin beklagten Gesundheitsbeschwerden und einem Zecken stich sind im kon kreten Fall mit über wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Daran würden auch weitere Abklärungen nichts ändern, weshalb sich solche erübrigen. 3. Kosten und Entschädigung 3.1 Im Bereich der Unfallversicherung sieht das Gesetz eine Kostenlosigkeit des Beschwerde - verfahrens vor (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG), weshalb im vorliegenden Fall keine Gerichtskosten zu erheben sind. 3.2 Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Entschädigungsanspruch (Art. 61 lit. g ATSG e contrario). Der Vorinstanz und der Beigeladenen sind aufgrund deren Funktion als mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Sozialversicherer unabhängig vom Verfahrens- ausgang keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. BGE 126 V 143 E. 4a; Urteil des Bundesgerichts 8C_407/2013 E. 5.2; je m.w.H.). Seite 18 Das Obergericht erkennt: 1. Die Beschwerde von A. wird abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 4. Rechtsmittel: Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich einzu- reichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be - weismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Be - weismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 5. Zustellung an die Beschwerdeführerin über deren Anwalt, die Vorinstanz, die Beigeladene und das Bundesamt für Gesundheit. Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts Der Obergerichtsvizepräsident: lic. iur. Walter Kobler Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. Annika Mauerhofer versandt am: 25. Februar 2021