<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">460</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>104 Schallschutzsanierung eines in der Altstadt gelegenen Kulturlokals</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Schutz der Nachbarschaft vor übermässigen Immissionen</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Anwendbarkeit der Vollzugshilfe der Vereinigung kantonaler Lärm-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>schutzfachleute ("Cercle Bruit") vom 10. März 1999 (mit Änderung</b></span><br/> <span class="ft2"><b>vom 30. März 2007) zur Ermittlung und Beurteilung der Lärmbe-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>lastung im Zusammenhang mit dem Betrieb öffentlicher Lokale</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Weitere betriebliche Massnahmen gestützt auf das Vorsorgeprinzip</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nach Art. 11 Abs. 2 USG</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Regierungsrates vom 2. September 2009 i.S. Kul-</span><br/> <span class="ft5">turverein A. bzw. C. und D. gegen den Entscheid des Stadtrats B.</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">Der Kulturverein A., B., führt seit 1982 in der Liegenschaft A.</span><br/> <span class="ft1">in der Altstadt von B. kulturelle Veranstaltungen durch. Dabei waren</span><br/> <span class="ft1">die musikalischen Veranstaltungen verschiedentlich Gegenstand von</span><br/> <span class="ft1">Reklamationen aus der Anwohnerschaft. Es fanden mehrmals Be-</span><br/> <span class="ft1">sprechungen zwischen Vertretern und Vertreterinnen der Stadt B. und</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">461</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">dem Vorstand des Kulturvereins A. statt; eine für alle Beteiligten be-</span><br/> <span class="ft1">friedigende Lösung konnte jedoch nicht gefunden werden.</span><br/> <span class="ft1">Der Stadtrat B. gab sodann Lärmmessungen in Auftrag, welche</span><br/> <span class="ft1">ihm mit Bericht vom 20. Dezember 2004 vorgelegt wurden. Diese</span><br/> <span class="ft1">Lärmmessungen ergaben, dass sowohl die gesetzlich zulässigen</span><br/> <span class="ft1">Schallemissionswerte im A.saal selber massiv überschritten sind wie</span><br/> <span class="ft1">auch, dass die Nachbarschaft zu hohe Immissionen zu tragen hat.</span><br/> <span class="ft1">Daraufhin beschloss der Stadtrat B. am 7. Februar 2005 verschiedene</span><br/> <span class="ft1">Massnahmen mit vorläufigem Charakter. Dagegen erhobene Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerden des Kulturvereins A. sowie der Liegenschaftseigentüme-</span><br/> <span class="ft1">rin hiess der Regierungsrat am 17. August 2005 teilweise gut.</span><br/> <span class="ft1">Mit Schreiben vom 29. Januar 2007 reichte der Kulturverein A.</span><br/> <span class="ft1">dem Stadtrat B. ein Gesuch zur Sanierung der Aussen- und Innen-</span><br/> <span class="ft1">schallsituation des A.saals ein, welches vom 20. April 2007 bis</span><br/> <span class="ft1">9. Mai 2007 öffentlich aufgelegt wurde. Dagegen gingen innert Frist</span><br/> <span class="ft1">verschiedene Einsprachen ein.</span><br/> <span class="ft1">Der Stadtrat B. beschloss am 10. Oktober 2007 über das Sanie-</span><br/> <span class="ft1">rungsgesuch. Dagegen erhoben der Kulturverein A. (Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führer 1), beziehungsweise die Einsprechenden C. und D., E.gasse,</span><br/> <span class="ft1">B., und F., G.gasse, B. (Beschwerdeführende 2, ...) Beschwerde.</span><br/> <span class="ft1">Am 2. April 2008 beschloss der Regierungsrat in einem Zwi-</span><br/> <span class="ft1">schenentscheid über verschiedene verfahrensleitende Anträge sowie</span><br/> <span class="ft1">über den weiteren Betrieb während der Dauer des Beschwerdever-</span><br/> <span class="ft1">fahrens vor Regierungsrat bis zur Rechtskraft des Hauptentscheids.</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">1. (...[Anwendbares Recht])</span><br/> <span class="ft1">2. (...[Formelles])</span><br/> <span class="ft1">3. Materielles</span><br/> <span class="ft1">3.1 Zonenkonformität</span><br/> <span class="ft1">Der Regierungsrat kam in seinem Entscheid vom 17. August</span><br/> <span class="ft1">2005 zum Schluss, dass das Recht des Stadtrats B., nach rund 15-20</span><br/> <span class="ft1">Jahren behördlicher Duldung noch ein Baugesuch für die Nutzung</span><br/> <span class="ft1">des A.saals als Saal für kulturelle Anlässe inklusive Musikkonzerte</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">462</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">einzuverlangen, verwirkt sei; es könne zudem nicht gesagt werden,</span><br/> <span class="ft1">der Kulturbetrieb im A.saal stelle per se eine konkrete Gefahr für</span><br/> <span class="ft1">Polizeigüter, zum Beispiel die öffentliche Gesundheit oder Ruhe in-</span><br/> <span class="ft1">nerhalb der Altstadtzone (Empfindlichkeitsstufe III: zulässig sind</span><br/> <span class="ft1">mässig störende Betriebe) dar, die zwingend ein nachträgliches Bau-</span><br/> <span class="ft1">bewilligungsverfahren erfordere. Zwar treffe es zu, dass einige der</span><br/> <span class="ft1">durchgeführten Veranstaltungen in lärmschutzrechtlicher Hinsicht</span><br/> <span class="ft1">den Rahmen des Zulässigen überschreiten, indes könnten diesbezüg-</span><br/> <span class="ft1">liche Massnahmen (wie z.B. betriebliche Einschränkungen) auf dem</span><br/> <span class="ft1">Weg eines (repressiven) Immissionsschutzverfahrens allein gestützt</span><br/> <span class="ft1">auf die Umweltschutzgesetzgebung des Bundes getroffen werden.</span><br/> <span class="ft1">Entsprechend hob der Regierungsrat insbesondere Ziff. 6 des Be-</span><br/> <span class="ft1">schlusses des Stadtrats B. vom 7. Februar 2005 auf; dieser Entscheid</span><br/> <span class="ft1">erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Somit ist die Frage der (bau-</span><br/> <span class="ft1">rechtlichen) Zonenkonformität im vorliegenden Verfahren nicht mehr</span><br/> <span class="ft1">zu prüfen.</span><br/> <span class="ft1">3.2 Innenschall</span><br/> <span class="ft1">Am 1. Mai 2007 ist die neue Verordnung über den Schutz des</span><br/> <span class="ft1">Publikums von Veranstaltungen vor gesundheitsgefährdenden Schal-</span><br/> <span class="ft1">einwirkungen und Laserstrahlen (Schall- und Laserverordnung, SLV)</span><br/> <span class="ft1">vom 28. Februar 2007 in Kraft getreten; gemäss diesen neuen Ver-</span><br/> <span class="ft1">ordnungsbestimmungen hat die Behörde gegenüber dem bisherigen</span><br/> <span class="ft1">Recht keine Erleichterungen mehr zu gewähren, sondern Veran-</span><br/> <span class="ft1">staltungen mit einem Schallpegel über 93 dB(A) sind unter den</span><br/> <span class="ft1">Voraussetzungen von Art. 5 Abs. 3 SLV und Art. 6 ff. SLV zulässig.</span><br/> <span class="ft1">Der Stadtrat B. hat in Erw. 3 des angefochtenen Beschlusses aller-</span><br/> <span class="ft1">dings weitestgehend die bisherige Regelung des Regierungsrats vom</span><br/> <span class="ft1">17. August 2005 übernommen und drei Anlässen pro Monat höhere</span><br/> <span class="ft1">Schallpegel als 93 dB(A) unter den neuen Voraussetzungen der Art. 4</span><br/> <span class="ft1">ff. SLV zugestanden.</span><br/> <span class="ft1">Die Schall- und Laserverordnung regelt zum Schutze des Pub-</span><br/> <span class="ft1">likums die Schallpegelgrenzwerte bei Veranstaltungen im Freien und</span><br/> <span class="ft1">in Gebäuden, bei denen elektroakustisch erzeugter oder verstärkter</span><br/> <span class="ft1">Schall auf die Besucherinnen und Besucher einwirkt oder Laser-</span><br/> <span class="ft1">strahlen erzeugt werden. Der Schutz der Nachbarschaft vor Lärm-</span><br/> <span class="ft1">immissionen ist nicht Gegenstand dieser Verordnung (vgl. Claude</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">463</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Furginé, Erneuerung der Schall- und Laserverordnung, in: Umwelt</span><br/> <span class="ft1">Aargau Nr. 38, November 2007, S. 7) und es greift somit nicht, über</span><br/> <span class="ft1">diese Vorschriften (zum Innenschall) Begrenzungen zum Schutz der</span><br/> <span class="ft1">Anwohnerinnen und Anwohner zu schaffen. Notwendige betriebliche</span><br/> <span class="ft1">Einschränkungen zum Schutz der Nachbarschaft sind somit lediglich</span><br/> <span class="ft1">gestützt auf die massgeblichen lärmrechtlichen Bestimmungen zum</span><br/> <span class="ft1">Aussenschall zulässig. (...)</span><br/> <span class="ft1">3.3 Aussenschall</span><br/> <span class="ft1">3.3.1 Allgemeines</span><br/> <span class="ft1">Das Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzge-</span><br/> <span class="ft1">setz, USG) vom 7. Oktober 1983 bezweckt den Schutz der Men-</span><br/> <span class="ft1">schen, Tiere und Pflanzen, ihrer Lebensgemeinschaften und Lebens-</span><br/> <span class="ft1">räume gegen schädliche oder lästige Einwirkungen (Art. 1 Abs. 1).</span><br/> <span class="ft1">Zu solchen Einwirkungen gehören auch Lärm, Erschütterungen und</span><br/> <span class="ft1">Strahlen, die durch den Bau und Betrieb einer Anlage erzeugt werden</span><br/> <span class="ft1">(Art. 7 Abs. 1 USG). Anlagen sind Bauten, Verkehrswege und andere</span><br/> <span class="ft1">ortsfeste Einrichtungen sowie Terrainveränderungen. Den Anlagen</span><br/> <span class="ft1">sind Geräte, Maschinen, Fahrzeuge, Schiffe und Luftfahrzeuge</span><br/> <span class="ft1">gleichgestellt (Art. 7 Abs. 7 USG). Der Lärm wird am Ort der</span><br/> <span class="ft1">Entstehung als Emission und dort, wo er stört, als Immission be-</span><br/> <span class="ft1">zeichnet. Lärm muss, ebenso wie andere Einwirkungen, durch</span><br/> <span class="ft1">Massnahmen an der Quelle begrenzt werden (Art. 11 Abs. 1 USG)</span><br/> <span class="ft1">und zwar durch ein zweistufiges System. In einer ersten Stufe sind</span><br/> <span class="ft1">unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung die Emissionen</span><br/> <span class="ft1">im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch</span><br/> <span class="ft1">und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">USG). In einer zweiten Stufe werden die Emissionsbegrenzungen</span><br/> <span class="ft1">verschärft, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkun-</span><br/> <span class="ft1">gen unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung</span><br/> <span class="ft1">schädlich oder lästig werden (Art. 11 Abs. 3 USG). Dabei ist zu be-</span><br/> <span class="ft1">achten, dass Art. 11 USG nicht unterscheidet, ob eine Anlage bereits</span><br/> <span class="ft1">in Betrieb steht oder erst geplant ist; das Vorsorgeprinzip gilt somit</span><br/> <span class="ft1">für neue und bestehende Quellen in gleicher Weise (BGE 120 Ib 436</span><br/> <span class="ft1">Erw. 2a/aa S. 441).</span><br/> <span class="ft1">Für den Bereich des Lärmschutzes ist weiter festzuhalten, dass</span><br/> <span class="ft1">es sich bei den in der bundesrätlichen Lärmschutz-Verordnung (LSV)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">464</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">vom 15. Dezember 1986 und ihren Anhängen enthaltenen Belas-</span><br/> <span class="ft1">tungsgrenzwerten, also den Planungswerten und den Immissions-</span><br/> <span class="ft1">grenzwerten, nicht um Emissionsbegrenzungen im Sinne von Art. 12</span><br/> <span class="ft1">USG handelt, sondern um Werte, welche die Immissionen begrenzen.</span><br/> <span class="ft1">Ihre Einhaltung belegt nicht ohne weiteres, dass alle erforderlichen</span><br/> <span class="ft1">vorsorglichen Emissionsbegrenzungen gemäss Art. 11 Abs. 2 USG</span><br/> <span class="ft1">getroffen worden sind. Eine Anlage vermag daher vor der Umwelt-</span><br/> <span class="ft1">schutzgesetzgebung nicht schon deshalb zu bestehen, weil sie die</span><br/> <span class="ft1">einschlägigen Belastungsgrenzwerte einhält. Vielmehr ist im Einzel-</span><br/> <span class="ft1">fall anhand der in Art. 11 Abs. 2 USG, Art. 7 Abs. 1 lit. a bezie-</span><br/> <span class="ft1">hungsweise Art. 8 Abs. 1 und 2 LSV genannten Kriterien zu prüfen,</span><br/> <span class="ft1">ob die Vorsorge weitergehende Beschränkungen erfordert. Dabei ist</span><br/> <span class="ft1">namentlich auch sicher zu stellen, dass auch bloss unnötige Emissio-</span><br/> <span class="ft1">nen vermieden werden. Dies ist allerdings nicht so zu verstehen, dass</span><br/> <span class="ft1">jeder im strengen Sinne nicht nötige Lärm absolut untersagt werden</span><br/> <span class="ft1">müsste; es gibt keinen absoluten Anspruch auf Ruhe. Vielmehr sind</span><br/> <span class="ft1">jedenfalls geringfügige, nicht erhebliche Störungen hinzunehmen.</span><br/> <span class="ft1">Die Lärmschutzvorschriften des Umweltschutzgesetzes sind in erster</span><br/> <span class="ft1">Linie zugeschnitten auf Geräusche, die als unerwünschte Neben-</span><br/> <span class="ft1">wirkungen einer bestimmten Tätigkeit auftreten. Diese können mit</span><br/> <span class="ft1">geeigneten Massnahmen an der Quelle reduziert werden, ohne dass</span><br/> <span class="ft1">dadurch die entsprechenden Tätigkeiten als solche in Frage gestellt</span><br/> <span class="ft1">werden. Daneben gibt es jedoch auch Geräusche, welche den eigent-</span><br/> <span class="ft1">lichen Zweck einer bestimmten Aktivität ausmachen, wie z.B. das</span><br/> <span class="ft1">Musizieren. Solche Lärmemissionen können nicht völlig vermieden</span><br/> <span class="ft1">werden und in der Regel auch nicht in der Lautstärke wesentlich</span><br/> <span class="ft1">reduziert werden, ohne dass zugleich der Zweck der sie verursachen-</span><br/> <span class="ft1">den Tätigkeit vereitelt würde. Derartige Lärmemissionen als unnötig</span><br/> <span class="ft1">und unzulässig zu qualifizieren, würde bedeuten, die betreffende</span><br/> <span class="ft1">Tätigkeit generell als unnötig zu erachten. Die Rechtsprechung hat in</span><br/> <span class="ft1">der Regel derartige Emissionen zwar aufgrund des USG beurteilt,</span><br/> <span class="ft1">aber zugleich unter Berücksichtigung des Interesses an der Lärm ver-</span><br/> <span class="ft1">ursachenden Tätigkeit diese nicht völlig verboten, sondern bloss</span><br/> <span class="ft1">einschränkenden Massnahmen unterworfen. Vorzunehmen ist eine</span><br/> <span class="ft1">Interessenabwägung zwischen dem Ruhebedürfnis der Bevölkerung</span><br/> <span class="ft1">und dem Interesse an der Lärm verursachenden Tätigkeit (vgl. Ent-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">465</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">scheid des III. Verwaltungsgerichtshofs des Kantons Freiburg, 3A 01</span><br/> <span class="ft1">47, vom 12. April 2002; BGE 126 II 300 Erw. 4c/bb und cc S. 307 f.,</span><br/> <span class="ft1">130 II 32 ff.; BR 2002 S. 35 N 156; URP 2005 S. 40 ff.).</span><br/> <span class="ft1">3.3.2 Zuständigkeiten</span><br/> <span class="ft1">3.3.2.1 Der Beschwerdeführer 1 moniert, es könne keine Rede</span><br/> <span class="ft1">davon sein, dass ein grosser Teil der Altstadtbewohner und -bewoh-</span><br/> <span class="ft1">nerinnen oder schon nur der Bewohner und Bewohnerinnen der</span><br/> <span class="ft1">E.gasse, G.gasse und H.gasse sich gestört fühlen würden. Gestört</span><br/> <span class="ft1">fühlen würden sich einzig die direkten Anstösser an die Liegenschaft</span><br/> <span class="ft1">A. (direkt an den A.saal angebaute Gebäude) sowie der Eigentümer</span><br/> <span class="ft1">des übernächsten Gebäudes (F.). Nur diese Personen - die auch</span><br/> <span class="ft1">schon am Verfahren im Jahr 2005 beteiligt gewesen seien - hätten</span><br/> <span class="ft1">auf das publizierte Gesuch reagiert und Einsprache erhoben.</span><br/> <span class="ft1">Nach Art. 36 USG haben in erster Linie die Kantone dieses Ge-</span><br/> <span class="ft1">setz zu vollziehen. Insofern sind die Behörden für die Einhaltung der</span><br/> <span class="ft1">öffentlichrechtlichen Umweltschutzbestimmungen zuständig. Wird</span><br/> <span class="ft1">wie vorliegend von Privatpersonen behauptet, die öffentlichrechtli-</span><br/> <span class="ft1">chen Umweltvorschriften würden durch die vom Kulturbetrieb im</span><br/> <span class="ft1">A.saal ausgehenden Lärmimmissionen überschritten und hat die Be-</span><br/> <span class="ft1">hörde Grund zur Annahme, dass die Belastungsgrenzwerte tatsäch-</span><br/> <span class="ft1">lich überschritten werden, hat die Vollzugsbehörde die Lärmimmis-</span><br/> <span class="ft1">sionen von Amtes wegen zu ermitteln (vgl. Art. 36 Abs. 1 LSV). Da</span><br/> <span class="ft1">der A.saal in der dicht bebauten Altstadt von B. liegt und mehrfache</span><br/> <span class="ft1">Lärmklagen von verschiedenen Anwohnern und Anwohnerinnen</span><br/> <span class="ft1">vorliegen (zum Teil auch solchen, die zwischenzeitlich weggezogen</span><br/> <span class="ft1">sind), bestand für die zuständigen Behörden genug Anlass, die</span><br/> <span class="ft1">Lärmimmissionen im Bereich des A.saals zu ermitteln. Der Regie-</span><br/> <span class="ft1">rungsrat hielt denn auch in seinem Beschluss vom 17. August 2005</span><br/> <span class="ft1">fest, dass aufgrund der vorgenommenen Schallmessungen grund-</span><br/> <span class="ft1">sätzlich unstreitig sei, dass der bis dahin ausgeübte Kulturbetrieb im</span><br/> <span class="ft1">A.saal mehr als nur geringfügige Störungen verursache und die</span><br/> <span class="ft1">Anwohner und Anwohnerinnen nicht schlafen können bezie-</span><br/> <span class="ft1">hungsweise dabei gestört werden. Bei der Würdigung der Lärm-</span><br/> <span class="ft1">immissionen ist alsdann nicht auf das subjektive Lärmempfinden</span><br/> <span class="ft1">einzelner Personen abzustellen, sondern eine objektivierte Betrach-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">466</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">tung unter Berücksichtigung von Personen mit erhöhter Empfind-</span><br/> <span class="ft1">lichkeit (Art. 13 Abs. 2 USG) vorzunehmen.</span><br/> <span class="ft1">3.3.2.2 Am 1. September 2008 sind das neue aargauische Ein-</span><br/> <span class="ft1">führungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über den Schutz von Um-</span><br/> <span class="ft1">welt und Gewässer (EG Umweltrecht, EG UWR) vom 4. September</span><br/> <span class="ft1">2007 sowie die dazugehörende regierungsrätliche Verordnung zum</span><br/> <span class="ft1">Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über den Schutz von</span><br/> <span class="ft1">Umwelt und Gewässer (V EG UWR) vom 14. Mai 2008 in Kraft ge-</span><br/> <span class="ft1">treten. Demnach vollziehen die Gemeinden die Vorschriften über den</span><br/> <span class="ft1">Umwelt- und Gewässerschutz betreffend Lärmschutz bei ortsfesten</span><br/> <span class="ft1">Anlagen (§ 30 Abs. 3 lit. a EG UWR). Neu bedürfen aber im Bereich</span><br/> <span class="ft1">des Lärmschutzes Erleichterungen nach den bundesrechtlichen Vor-</span><br/> <span class="ft1">schriften über den Lärmschutz einer Zustimmung der kantonalen Be-</span><br/> <span class="ft1">hörde, hier des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (§ 25 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">EG UWR i.V.m. § 28 EG UWR und § 57 V EG UWR). Dabei hat ein</span><br/> <span class="ft1">entsprechendes Gesuch aufzuzeigen, dass die Einhaltung der Anfor-</span><br/> <span class="ft1">derungen unverhältnismässig ist und welche Schallschutzmassnah-</span><br/> <span class="ft1">men zum Schutz der von der Erleichterung Betroffenen vorgesehen</span><br/> <span class="ft1">sind (§ 55 V EG UWR).</span><br/> <span class="ft1">Laufende Bewilligungsverfahren gemäss § 31 EG UWR, über</span><br/> <span class="ft1">die beim Inkrafttreten dieses Gesetzes noch nicht rechtskräftig ent-</span><br/> <span class="ft1">schieden wurde, werden nach altem Recht abgewickelt (§ 42 EG</span><br/> <span class="ft1">UWR): § 31 normiert aber lediglich die Einholung einer kantonalen</span><br/> <span class="ft1">Zustimmung im Baubewilligungsverfahren; vorliegend handelt es</span><br/> <span class="ft1">sich unbestrittenermassen nicht um eine Baubewilligungs- sondern</span><br/> <span class="ft1">um ein repressives Immissionsschutz-Verfahren, weshalb die Über-</span><br/> <span class="ft1">gangsbestimmung von § 42 EG UWR nicht zur Anwendung gelangt.</span><br/> <span class="ft1">Es ist somit eine kantonale Zustimmung zu allfälligen umweltrechtli-</span><br/> <span class="ft1">chen Erleichterungen notwendig. Dem Regierungsrat steht es als Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeinstanz und als Aufsichtsbehörde über seine Departemente</span><br/> <span class="ft1">zu, im Beschwerdeverfahren die notwendige kantonale Zustimmung</span><br/> <span class="ft1">zu erteilen, zumal im vorliegenden Verfahren deren Notwendigkeit</span><br/> <span class="ft1">erst im Laufe der Rechtshängigkeit vor Regierungsrat durch Rechts-</span><br/> <span class="ft1">änderung eingetreten ist.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">467</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">3.3.3 Aktueller (baulicher) Zustand und Betrieb</span><br/> <span class="ft1">3.3.3.1 Im A.saal wird heute während der 8-monatigen Spiel-</span><br/> <span class="ft1">saison von ca. Mitte September bis Mitte Mai des Folgejahres je-</span><br/> <span class="ft1">weils an zwei Wochenenden pro Monat (Freitag und Samstag) bis</span><br/> <span class="ft1">max. 02.00 Uhr elektronisch verstärkte Musik (Live-Konzerte inkl.</span><br/> <span class="ft1">Heavy Metal- und ähnliche Konzerte sowie Disco-Betrieb) gespielt;</span><br/> <span class="ft1">dabei dürfen drei Anlässe pro Monat den Schallpegel von 93 dB(A)</span><br/> <span class="ft1">übersteigen. Nach Angaben des Beschwerdeführers 1 ergibt dies 32</span><br/> <span class="ft1">Musikanlässe pro Jahr. Innerhalb dieses Rahmens dürfen Heavy</span><br/> <span class="ft1">Metal- und ähnliche Konzerte zwischen Januar und Ende Mai maxi-</span><br/> <span class="ft1">mal zweimal und von August bis Dezember ebenfalls maximal</span><br/> <span class="ft1">zweimal stattfinden. An den übrigen Wochenenden (Freitagen oder</span><br/> <span class="ft1">Samstagen), an denen keine der oben erwähnten Musikanlässe</span><br/> <span class="ft1">durchgeführt werden, finden im A.saal jeweils bis zur Polizeistunde</span><br/> <span class="ft1">Filmabende, Lesungen, Barbetrieb, Themenabende, "leise" Discos</span><br/> <span class="ft1">(bspw. Schlagerdisco), "unplugged"-Konzerte (bspw. Chansonniers,</span><br/> <span class="ft1">Drehleierspielende, Zigeunerjazz) usw. statt. Die Konzerte im A.saal</span><br/> <span class="ft1">enden auf freiwilliger Basis bereits um 01.00 Uhr (anschliessend Bar</span><br/> <span class="ft1">mit Hintergrundmusik); von Sonntag bis Donnerstag wird keine Mu-</span><br/> <span class="ft1">sik gespielt, solche würde aber gegebenenfalls um 23.00 Uhr gänz-</span><br/> <span class="ft1">lich eingestellt.</span><br/> <span class="ft1">3.3.3.2 Die Beschwerdeführenden 2 bewohnen je seit dem Jahr</span><br/> <span class="ft1">1999 ihre Liegenschaften. Sie beklagen sich insbesondere über die</span><br/> <span class="ft1">von basshaltigen Konzerten ausgehenden tiefen Frequenzen, grosse</span><br/> <span class="ft1">Lautstärken elektronisch verstärkter Musikveranstaltungen und mit</span><br/> <span class="ft1">diesen Begebenheiten im Zusammenhang stehende Vibrationen. Ins-</span><br/> <span class="ft1">gesamt würden sich aber verschiedenste Musikanlässe auf den Schlaf</span><br/> <span class="ft1">der Beschwerdeführenden 2 störend auswirken, wobei elektronisch</span><br/> <span class="ft1">nicht verstärkte Musik weniger Probleme bereiten würde. Der A.saal</span><br/> <span class="ft1">an der G.gasse 8 grenzt bühnenseitig an die Liegenschaft G.gasse 6</span><br/> <span class="ft1">und barseitig an die im Eigentum der beschwerdeführenden C. und</span><br/> <span class="ft1">D. stehende Liegenschaft E.gasse 2. Die Liegenschaft G.gasse 4 des</span><br/> <span class="ft1">beschwerdeführenden F. (ebenfalls Eigentümer) seinerseits grenzt an</span><br/> <span class="ft1">die G.gasse 6. Die Liegenschaften sind - in der Altstadt von B. gele-</span><br/> <span class="ft1">gen - baulich miteinander verbunden. Zwei Fenster des A.saals wei-</span><br/> <span class="ft1">sen auf die E.gasse, vier weitere sind zum I.garten (J.strasse) ausge-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">468</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">richtet. Sowohl im A.saal als auch in den Wohnungen der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführenden 2 sind in der Vergangenheit verschiedene bauliche</span><br/> <span class="ft1">Schallschutzmassnahmen vorgenommen worden beziehungsweise</span><br/> <span class="ft1">befinden sich noch in Planung: Seitens des Beschwerdeführers 1</span><br/> <span class="ft1">wurde hinter der Bühne zur G.gasse 6 eine ETIS-Schallschutzwand</span><br/> <span class="ft1">eingebaut. Des Weiteren wurde vorgängig die Bühne auf Gummi ge-</span><br/> <span class="ft1">stellt, die Bassboxen wurden mit einem Schallschutzgummiring aus-</span><br/> <span class="ft1">gestattet und für das Schlagzeug wurde eine Plexiglaswand erwor-</span><br/> <span class="ft1">ben, welche bei Bedarf um das Schlagzeug herum gestellt werden</span><br/> <span class="ft1">kann. Neu ist seitens des Beschwerdeführers 1 zudem vorgesehen,</span><br/> <span class="ft1">die Fenster zur Südseite (E.gasse) durch Schallschutzfenster zu er-</span><br/> <span class="ft1">setzen. C. und D. bauten in ihrer Liegenschaft eine Bitumenplatte</span><br/> <span class="ft1">ein, erstellten eine Holzkonstruktion, auf welcher heute ihr Bett steht</span><br/> <span class="ft1">und bauten zusätzlich Gipsplatten von 5-10 cm Dicke sowie ein</span><br/> <span class="ft1">neues Fenster ein.</span><br/> <span class="ft1">3.3.3.3 Anlässlich der Augenscheinsverhandlung vom 11. No-</span><br/> <span class="ft1">vember 2008 konnte in den Wohnungen der Beschwerdeführenden 2</span><br/> <span class="ft1">im Wesentlichen das Folgende festgestellt werden: In der Wohnung</span><br/> <span class="ft1">von F. war kaum Lärm aus dem A.saal zu hören. Der Rechtsvertreter</span><br/> <span class="ft1">des Stadtrats B. stellte sich auf den Standpunkt, der Lärm sei klar</span><br/> <span class="ft1">nicht übermässig. Der Rechtsvertreter von F. war zunächst der An-</span><br/> <span class="ft1">sicht, dass wenn es immer so wäre, es kein Problem wäre; an-</span><br/> <span class="ft1">schliessend vertrat er die Meinung, es sei an der Grenze und vor dem</span><br/> <span class="ft1">Einbau der ETIS-Wand sei es lauter gewesen. C. stellte sich auf den</span><br/> <span class="ft1">Standpunkt, den Lärm in der Wohnung von F. könnte man durch den</span><br/> <span class="ft1">Gebrauch von Ohrenpropfen verschwinden lassen; der Lärm sei hier</span><br/> <span class="ft1">deutlich leiser als in seiner Wohnung. F. selber hörte zunächst nichts,</span><br/> <span class="ft1">dann schon, aber nicht sehr laut; er gab aber zu bedenken, dass es</span><br/> <span class="ft1">anders aussehe, wenn man schlafen möchte. Im Schlafzimmer der</span><br/> <span class="ft1">Liegenschaft C./D. im 2. Stock (auf der Höhe des A.saals) konnten</span><br/> <span class="ft1">Lärmimmissionen aus dem A.saal demgegenüber wahrgenommen</span><br/> <span class="ft1">werden, sowohl bei geschlossenem wie auch bei geöffnetem Fenster.</span><br/> <span class="ft1">Der von C. angeführte Verstärkungseffekt (Vibrationen und insbe-</span><br/> <span class="ft1">sondere Halleffekt, wenn man mit dem Ohr auf dem Bett liegt)</span><br/> <span class="ft1">konnte vom Vorsitzenden nicht bestätigt werden. Zusätzlich konnte</span><br/> <span class="ft1">am Augenschein eine Wohnung an der G.gasse 6 besichtigt werden.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">469</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Dort war der Lärm bei geschlossenem Fenster kaum wahrnehmbar</span><br/> <span class="ft1">und ziemlich flach; bei offenem Fenster waren sowohl der Mu-</span><br/> <span class="ft1">siklärm wie auch der Strassenlärm zu hören.</span><br/> <span class="ft1">3.3.3.4 Im Nachgang zur Augenscheinsverhandlung führte die</span><br/> <span class="ft1">Abteilung für Umwelt am 8. Dezember 2008 während eines sog.</span><br/> <span class="ft1">"lauten" Live-Konzerts Schallpegelmessungen in den Wohnungen</span><br/> <span class="ft1">der Beschwerdeführenden 2 durch; um die Authentizität der Kon-</span><br/> <span class="ft1">zertbedingungen sicherzustellen, war dem Beschwerdeführer 1 der</span><br/> <span class="ft1">Messtermin vorgängig nicht bekannt gegeben worden. Im Schlaf-</span><br/> <span class="ft1">zimmer von F. wurden zwischen 21.00 und 21.50 Uhr die folgenden</span><br/> <span class="ft1">Messwerte (Leq kurz [10 Sek.]) erreicht: Türe und Fenster geschlos-</span><br/> <span class="ft1">sen 20-27 dB(A), Türe geschlossen am offenen Fenster 50-59 dB(A),</span><br/> <span class="ft1">Türe offen und Fenster geschlossen 21-28 dB(A); Bass und Schlag-</span><br/> <span class="ft1">zeug waren bei geschlossener Tür und geschlossenem Fenster zeit-</span><br/> <span class="ft1">weise schwach hörbar, ebenfalls der Verkehr; bei geöffnetem Fenster</span><br/> <span class="ft1">war der Verkehr innerhalb und ausserhalb der Stadt sowie das Perso-</span><br/> <span class="ft1">nenverhalten permanent hörbar; während des Konzerts war der Bass</span><br/> <span class="ft1">am offenen Fenster sehr gut hörbar. Im Schlafzimmer von C./D. fan-</span><br/> <span class="ft1">den die Messungen zwischen 22.36 und 23.05 Uhr statt; es wurden</span><br/> <span class="ft1">die folgenden Messwert (Leq kurz [10 Sek.]) erreicht: Türe und Fen-</span><br/> <span class="ft1">ster geschlossen 30-36 dB(A), Türe geschlossen am offenen Fenster</span><br/> <span class="ft1">58-71 dB(A), Türe offen und Fenster geschlossen 31-36 dB(A); bei</span><br/> <span class="ft1">geschlossener Tür und geschlossenem Fenster war der Bass gut hör-</span><br/> <span class="ft1">bar, ebenfalls konnten tonhaltige Geräusche wahrgenommen werden;</span><br/> <span class="ft1">bei geöffnetem Fenster konnten Bass, Stimmen von Personen</span><br/> <span class="ft1">ausserhalb des Lokals und Bestandteile der Musik sehr gut wahrge-</span><br/> <span class="ft1">nommen werden.</span><br/> <span class="ft1">3.3.4 Neuanlage und einzuhaltendes Immissionsniveau</span><br/> <span class="ft1">Der Regierungsrat ist in seinem Entscheid vom 17. August 2005</span><br/> <span class="ft1">zum Schluss gelangt, dass der bisherige Kulturbetrieb im A.saal als</span><br/> <span class="ft1">neue Anlage im Sinne von Art. 23 und 25 USG gilt. Dieser Beschluss</span><br/> <span class="ft1">ist in Rechtskraft erwachsen. Eine neue Anlage hat die Planungs-</span><br/> <span class="ft1">werte im Sinne von Art. 23 und 25 USG oder, soweit solche fehlen</span><br/> <span class="ft1">beziehungsweise nicht angewendet werden können, ein Immissions-</span><br/> <span class="ft1">niveau einzuhalten, bei welchen nach richterlicher Beurteilung</span><br/> <span class="ft1">höchstens geringfügige Störungen auftreten (BGE 123 II 325 E.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">470</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">4d/bb S. 335). Besteht ein überwiegendes öffentliches Interesse an</span><br/> <span class="ft1">der Anlage und würde die Einhaltung der Planungswerte zu einer un-</span><br/> <span class="ft1">verhältnismässigen Belastung führen, so können Erleichterungen ge-</span><br/> <span class="ft1">währt werden. Dabei dürfen jedoch grundsätzlich die Immissi-</span><br/> <span class="ft1">onsgrenzwerte nicht überschritten werden (Art. 25 Abs. 2 USG, Art.</span><br/> <span class="ft1">7 Abs. 2 LSV), das heisst die Lärmimmissionen dürfen die Bevöl-</span><br/> <span class="ft1">kerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stören (Art. 15 USG).</span><br/> <span class="ft1">Für die durch den Kulturbetrieb im A.saal verursachten Lärm-</span><br/> <span class="ft1">immissionen fehlen unbestrittenermassen Belastungsgrenzwerte. Die</span><br/> <span class="ft1">Grenzwerte des Anhangs 6 der LSV (Industrie- und Gewerbelärm)</span><br/> <span class="ft1">können auf Lärm der vorliegend streitigen Art - Musik und mensch-</span><br/> <span class="ft1">lichen Verhaltenslärm - weder unmittelbar angewendet noch sinnge-</span><br/> <span class="ft1">mäss herangezogen werden (BGE 123 II 325 E. 4d/aa und bb S. 333</span><br/> <span class="ft1">ff.). Die Lärmimmissionen sind daher nach den gesetzlichen Krite-</span><br/> <span class="ft1">rien bezüglich dieser Grenzwerte zu beurteilen (vgl. Art. 40 Abs. 3</span><br/> <span class="ft1">LSV). Bei der Würdigung auf der Grundlage der Kriterien der Pla-</span><br/> <span class="ft1">nungswerte - beziehungsweise mit Erleichterungen auf der Basis der</span><br/> <span class="ft1">Immissionsgrenzwerte - muss auch der Charakter des Lärms, der</span><br/> <span class="ft1">Zeitpunkt und die Häufigkeit seines Auftretens sowie die Lärmemp-</span><br/> <span class="ft1">findlichkeit beziehungsweise Lärmvorbelastung der Zone, in der die</span><br/> <span class="ft1">Immissionen auftreten, berücksichtigt werden. Dabei ist nicht auf das</span><br/> <span class="ft1">subjektive Lärmempfinden einzelner Personen abzustellen, sondern</span><br/> <span class="ft1">eine objektivierte Betrachtung unter Berücksichtigung von Personen</span><br/> <span class="ft1">mit erhöhter Empfindlichkeit (Art. 13 Abs. 2 USG) vorzunehmen.</span><br/> <span class="ft1">Dabei können unter Umständen fachlich genügend abgestützte aus-</span><br/> <span class="ft1">ländische beziehungsweise private Richtlinien eine Entscheidungs-</span><br/> <span class="ft1">hilfe bieten, sofern die Kriterien, auf welchen diese Unterlagen beru-</span><br/> <span class="ft1">hen, mit denjenigen des schweizerischen Umweltschutzrechts ver-</span><br/> <span class="ft1">einbar sind (BGE 123 II 325 E. 4d/bb S. 334; Urteil des Schweizeri-</span><br/> <span class="ft1">schen Bundesgerichts vom 21. Juli 2008, 1C_311/2007).</span><br/> <span class="ft1">3.3.5 Richtlinie des "Cercle bruit"</span><br/> <span class="ft1">3.3.5.1 Die Vollzugshilfe der Vereinigung kantonaler Lärm-</span><br/> <span class="ft1">schutzfachleute ("Cercle bruit") vom 10. März 1999 (mit Änderung</span><br/> <span class="ft1">vom 30. März 2007) zur Ermittlung und Beurteilung der Lärmbelas-</span><br/> <span class="ft1">tung im Zusammenhang mit dem Betrieb öffentlicher Lokale (nach-</span><br/> <span class="ft1">folgend: Richtlinie des "Cercle bruit") bezweckt die Vereinheitli-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">471</span></div> <div class="page" id="S12"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">chung der kantonalen Praktiken im Zusammenhang mit der Beurtei-</span><br/> <span class="ft1">lung der von öffentlichen Lokalen ausgehenden Lärmimmissionen</span><br/> <span class="ft1">(vgl. Ziff. 2 der Richtlinie des "Cercle bruit"). Sie gilt analog auch</span><br/> <span class="ft1">für die Beurteilung der Lärmbelastung im Zusammenhang mit</span><br/> <span class="ft1">Räumlichkeiten, in denen regelmässig Musik gespielt wird. Gemäss</span><br/> <span class="ft1">Vorbemerkungen zur neuen Auflage vom Dezember 2006 befasste</span><br/> <span class="ft1">sich der "Cercle bruit" Schweiz erneut mit der Richtlinie und kam</span><br/> <span class="ft1">zum Schluss, dass diese Empfehlung zuhanden der Vollzugsbehörden</span><br/> <span class="ft1">unverändert beibehalten werden solle. Die Richtlinie des "Cercle</span><br/> <span class="ft1">bruit" unterscheidet zwischen Arbeits-, Ruhe- und Nachtzeit und</span><br/> <span class="ft1">setzt für diese verschiedenen Tageszeiten unterschiedliche Grenz-</span><br/> <span class="ft1">werte für die von Musik erzeugten Lärmimmissionen fest. Bei den</span><br/> <span class="ft1">übrigen im Zusammenhang mit dem Betrieb eines öffentlichen Lo-</span><br/> <span class="ft1">kals verursachten Lärmimmissionen schreibt die Richtlinie des</span><br/> <span class="ft1">"Cercle bruit" eine Beurteilung aufgrund der Hörbarkeit und des</span><br/> <span class="ft1">Auftretens fest. Ebenso wie in Art. 39 LSV sind auch nach der</span><br/> <span class="ft1">Richtlinie des "Cercle bruit" die Luftschallimmissionen in der Mitte</span><br/> <span class="ft1">des offenen Fensters des lärmempfindlichen Raums zu messen; der</span><br/> <span class="ft1">Körperschall wird bei geschlossenen Fenstern und Türen in der Mitte</span><br/> <span class="ft1">des lärmempfindlichen Raums gemessen.</span><br/> <span class="ft1">Das Bundesgericht hat im Entscheid 1A.139/2002 vom 5. März</span><br/> <span class="ft1">2003 in Erw. 4.2 ausgeführt, dass die Richtlinie des "Cercle bruit"</span><br/> <span class="ft1">alle von Gaststätten ausgehenden Lärmimmissionen umfasst. Weiter</span><br/> <span class="ft1">hat es im Entscheid 1C_311/2007 vom 21. Juli 2008 festgehalten,</span><br/> <span class="ft1">dass diese Richtlinie nicht nur auf öffentliche Lokale mit Musiker-</span><br/> <span class="ft1">zeugung zugeschnitten ist, sondern auf alle Lärmimmissionen von</span><br/> <span class="ft1">Gaststätten, einschliesslich Kundenverkehr, Parkplatzlärm und durch</span><br/> <span class="ft1">Verkehr erzeugten Lärm; die Richtlinie des "Cercle bruit" berück-</span><br/> <span class="ft1">sichtige damit auch den Lärm, der einem Lokal mit Diskothek imma-</span><br/> <span class="ft1">nent sei. Mit dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann davon</span><br/> <span class="ft1">ausgegangen werden, dass die Grenzwerte der von öffentlichen Lo-</span><br/> <span class="ft1">kalen ausgehenden Lärmimmissionen in der Richtlinie des "Cercle</span><br/> <span class="ft1">bruit" sachgerecht und in Übereinstimmung mit Art. 15 USG fest-</span><br/> <span class="ft1">gelegt worden sind. Als Musikerzeugung gilt gemäss der Richtlinie</span><br/> <span class="ft1">des "Cercle bruit" jede musikalische Emission, die entweder direkt</span><br/> <span class="ft1">durch ein Musikinstrument erzeugt oder durch elektroakustische</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">472</span></div> <div class="page" id="S13"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Mittel verstärkt wird; dies gilt analog auch für Fernsehgeräte, Projek-</span><br/> <span class="ft1">toren und jegliche anderen audiovisuellen Geräte. Somit sind der</span><br/> <span class="ft1">Hauptanteil der im A.saal während 8 Monaten pro Jahr zweimal wö-</span><br/> <span class="ft1">chentlich durchgeführten Veranstaltungen hierunter zu subsumieren</span><br/> <span class="ft1">(Konzerte, Discos, "unplugged"-Konzerte, Film, usw.). Bei der heu-</span><br/> <span class="ft1">tigen Ausgangslage, mit dem beschriebenen Betrieb und mit der</span><br/> <span class="ft1">neueren Rechtsprechung ist somit davon auszugehen, dass die Richt-</span><br/> <span class="ft1">linie des "Cercle bruit" auch auf den Kulturbetrieb im A.saal mit sei-</span><br/> <span class="ft1">nen vielfältigen Nutzungen inklusive Barbetrieb Anwendung findet.</span><br/> <span class="ft1">Die dagegen erhobenen verschiedenen Einwendungen des Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführers 1 vermögen nicht zu überzeugen; sowohl das Bun-</span><br/> <span class="ft1">desgericht wie auch die Abteilung für Umwelt als kantonale Lärm-</span><br/> <span class="ft1">fachstelle erachten die Richtlinie des "Cercle bruit" als angemessene,</span><br/> <span class="ft1">gute Entscheidungshilfe für Lärmsituationen der vorliegenden Art.</span><br/> <span class="ft1">Soweit hier entgegen gehalten wird, der Regierungsrat habe in</span><br/> <span class="ft1">seinem Entscheid vom 17. August 2005 gegenteilig entschieden, ist</span><br/> <span class="ft1">klar zu stellen, dass der Regierungsrat damals explizit festgehalten</span><br/> <span class="ft1">hat, die Richtlinie "zum jetzigen Zeitpunkt" (also im damaligen Ver-</span><br/> <span class="ft1">fahren mit vorläufigem Charakter) nicht anzuwenden; der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer 1 kann sich somit mitnichten heute hierauf berufen.</span><br/> <span class="ft1">3.3.5.2 Die Musikerzeugung (S1) wie auch der Kundenlärm</span><br/> <span class="ft1">(S2) werden als interne Schallquellen gemäss Richtlinie wie folgt</span><br/> <span class="ft1">beurteilt: Bei neuen Anlagen muss der mit den definierten Faktoren</span><br/> <span class="ft1">korrigierte und bei den exponiertesten Nachbarn gemessene ener-</span><br/> <span class="ft1">gieaequivalente Schallpegel Leq kurz (10 Sek.) jederzeit die Grenz-</span><br/> <span class="ft1">werte für Körperschall (22.00-07.00 Uhr: 30 dB[A], 19.00-22.00</span><br/> <span class="ft1">Uhr: 35 dB[A], 07.00-19.00 Uhr: 40 dB[A]) beziehungsweise für</span><br/> <span class="ft1">Luftschall (22.00-07.00 Uhr: 40 dB[A], 19.00-22.00 Uhr: 45 dB[A],</span><br/> <span class="ft1">07.00-19.00 Uhr: 50 dB[A]) einhalten; die Richtlinie des "Cercle</span><br/> <span class="ft1">bruit" trägt somit dem Umstand Rechnung, dass das Ruhebedürfnis</span><br/> <span class="ft1">zur Nachtzeit grösser ist als zur Tageszeit, das heisst derselbe</span><br/> <span class="ft1">Lärmpegel wird zu später Stunde als störender empfunden als noch</span><br/> <span class="ft1">zu früheren Tageszeiten. Für besondere Situationen (z.B. Wohnvier-</span><br/> <span class="ft1">tel oder Lage in der Zone der Empfindlichkeitsstufe II) gelten</span><br/> <span class="ft1">Grenzwerte, die um 5 dB(A) strenger sind. Sind von der in einer lär-</span><br/> <span class="ft1">migen Anlage gespielten Musik Ton, Rhythmus oder Stimmen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">473</span></div> <div class="page" id="S14"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">deutlich in lärmempfindlichen Räumen hörbar, sind die gemessenen</span><br/> <span class="ft1">Lärmwerte (Körperschall und Luftschall) gemäss der Richtlinie des</span><br/> <span class="ft1">"Cercle bruit" um 6 dB(A) nach oben zu korrigieren, so dass bei der</span><br/> <span class="ft1">Frage der Grenzwertüberschreitung die korrigierten und nicht die</span><br/> <span class="ft1">gemessenen Werte massgebend sind (Richtlinie des "Cercle Bruit",</span><br/> <span class="ft1">Ziff. 5.1.).</span><br/> <span class="ft1">Für den Ort der Messung schreibt Ziff. 3.5. der Richtlinie des</span><br/> <span class="ft1">"Cercle Bruit" Folgendes vor: Beim Luftschall werden die Lärm-</span><br/> <span class="ft1">immissionen in der Mitte des offenen Fensters des lärmempfindli-</span><br/> <span class="ft1">chen Raums gemessen. Bei Räumlichkeiten mit mehreren Fenstern</span><br/> <span class="ft1">wird die Messung von jenem Fenster aus durchgeführt, das eine aus-</span><br/> <span class="ft1">reichende Lüftung des Raums gewährleistet und den allgemeinen</span><br/> <span class="ft1">Lärmbelastungen, die durch den Lokalbetrieb und andere Lärmquel-</span><br/> <span class="ft1">len entstehen, am wenigsten ausgesetzt ist. Beim Körperschall wer-</span><br/> <span class="ft1">den die Lärmimmissionen in der Mitte des lärmempfindlichen</span><br/> <span class="ft1">Raums sowie bei geschlossenen Türen und Fenstern gemessen.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Ziff. 4 der Richtlinie des "Cercle bruit" kann bei be-</span><br/> <span class="ft1">sonderen Verhältnissen von den Hörbarkeitswerten oder -kriterien</span><br/> <span class="ft1">abgewichen werden oder sogar eine andere als die vorgeschlagene</span><br/> <span class="ft1">Beurteilungsmethode angewandt werden; dies vor allem dann, wenn</span><br/> <span class="ft1">der Hintergrundlärm besonders laut oder besonders leise ist, wenn</span><br/> <span class="ft1">das Quartier besondere Eigenschaften aufweist (Wohnviertel, hohe</span><br/> <span class="ft1">Dichte von öffentlichen Lokalen usw.) oder wenn das Lokal von ei-</span><br/> <span class="ft1">ner Sondersituation profitiert (Tradition, Geschichte, Tourismus</span><br/> <span class="ft1">usw.). Bei gelegentlich genutzten Räumen erfolgt die Beurteilung der</span><br/> <span class="ft1">Schallbelastung nur für jene Zeiten, in denen es zu einer Störung für</span><br/> <span class="ft1">die Umwelt kommen könnte.</span><br/> <span class="ft1">3.3.5.3 Der A.saal ist in der Altstadtzone gelegen und ist der</span><br/> <span class="ft1">Empfindlichkeitsstufe III gemäss der LSV - zulässig sind mässig</span><br/> <span class="ft1">störende Betriebe - zugeordnet (§ 5 Abs. 1 der Bau- und Nutzungs-</span><br/> <span class="ft1">ordnung der Stadt B. vom 18. Juni 2001, BNO). Diese Zone ist für</span><br/> <span class="ft1">die gemischte Nutzung mit Läden, Kleingewerbe, Dienstleistungen</span><br/> <span class="ft1">und Wohnen vorgesehen (§ 10 Abs. 2 BNO). Die Wohnlichkeit und</span><br/> <span class="ft1">die gewerbliche Existenz sind in der Altstadt zu fördern (§ 10 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">BNO). Die Wohnnutzung darf in der Altstadtzone somit nicht durch</span><br/> <span class="ft1">andere Nutzungen verunmöglicht werden; allerdings kann das Ruhe-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">474</span></div> <div class="page" id="S15"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">bedürfnis der Anwohnerschaft nicht so weit gehen wie beispielsweise</span><br/> <span class="ft1">in einer reinen Wohnzone, wo keine störenden Betriebe zugelassen</span><br/> <span class="ft1">sind. Nehmen aber die Lärmimmissionen derartige Ausmasse an,</span><br/> <span class="ft1">dass ein Einschlafen für die Nachbarn verunmöglicht wird bezie-</span><br/> <span class="ft1">hungsweise diese durch die Lärmimmissionen aus dem Schlaf geris-</span><br/> <span class="ft1">sen werden, ist die nächtliche Erholung nicht mehr gewährleistet,</span><br/> <span class="ft1">was sich auf Dauer negativ auf die Gesundheit auswirkt.</span><br/> <span class="ft1">Der Kulturbetrieb im A.saal findet sei 1982 statt und richtet sich</span><br/> <span class="ft1">vorwiegend an ein jugendliches Publikum. Seit ca. 1988/89 werden</span><br/> <span class="ft1">in ähnlichem zahlenmässigen Rahmen Musikkonzerte durchgeführt,</span><br/> <span class="ft1">wenn auch in der jüngeren Vergangenheit eine Verlagerung der ge-</span><br/> <span class="ft1">spielten Musikarten unter anderem auf "härtere" Musikstile erfolgte;</span><br/> <span class="ft1">dennoch kann gesagt werden, dass es sich in B. um ein (Musik-) Lo-</span><br/> <span class="ft1">kal mit Tradition handelt. Zudem kommt dem Betrieb des Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführers 1 für die Stadt B. unbestrittenermassen kulturelle Bedeu-</span><br/> <span class="ft1">tung zu. Die Stadt spricht jährlich Kulturbeiträge zu; weiter bildet</span><br/> <span class="ft1">der Kulturbetrieb Bestandteil des städtischen Jugendarbeitskonzepts.</span><br/> <span class="ft1">Ein solches überwiegendes öffentliches Interesse an der Anlage kann</span><br/> <span class="ft1">bei der Anwendung von Art. 25 Abs. 2 USG geltend gemacht werden</span><br/> <span class="ft1">und es können Erleichterungen gewährt werden, wenn die Ein-</span><br/> <span class="ft1">haltung der Planungswerte zu einer unverhältnismässigen Belastung</span><br/> <span class="ft1">führen würde. Trotzdem verlangt auch diese Norm, dass die Immissi-</span><br/> <span class="ft1">onsgrenzwerte nicht überschritten werden: Wenn es also unverhält-</span><br/> <span class="ft1">nismässig erscheint, Betriebseinschränkungen festzulegen, die</span><br/> <span class="ft1">geeignet wären, jegliche Störung der Nachbarn während der Nacht</span><br/> <span class="ft1">zu verhindern, so muss dennoch darauf geachtet werden, dass es</span><br/> <span class="ft1">nicht zu empfindlichen Beeinträchtigungen kommt beziehungsweise</span><br/> <span class="ft1">die Lärmimmissionen dürfen die Bevölkerung in ihrem Wohlbefin-</span><br/> <span class="ft1">den nicht erheblich stören (Art. 15 USG; vgl. Pra 2005 Nr. 16). Um</span><br/> <span class="ft1">diese bundesrechtlichen Bestimmungen auch im Bereich der Richtli-</span><br/> <span class="ft1">nie des "Cercle bruit" umzusetzen, rechtfertigt es sich, vorliegend</span><br/> <span class="ft1">eine Toleranz von 5 dB(A) gegenüber den obigen Werten hinzu zu</span><br/> <span class="ft1">rechnen (vgl. Richtlinie Ziff. 4 betreffend Sondersituationen); die</span><br/> <span class="ft1">Werte entsprechen damit dem von bestehenden Anlagen einzuhal-</span><br/> <span class="ft1">tenden Immissionsgrenzwert. Insofern liegt ein angemessener Aus-</span><br/> <span class="ft1">gleich zwischen dem öffentlichen Interesse an einem weiterbeste-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">475</span></div> <div class="page" id="S16"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">henden attraktiven Kulturangebot für Jugendliche und dem Ruhebe-</span><br/> <span class="ft1">dürfnis der Anwohnerschaft vor. Aufgrund der Tatsache, dass es sich</span><br/> <span class="ft1">beim "A." um ein über 200-jähriges, mitten in der Altstadt gelegenes,</span><br/> <span class="ft1">mit anderen Gebäuden zusammengebautes Haus, handelt, das zudem</span><br/> <span class="ft1">denkmalschützerischen Auflagen untersteht, muss nämlich davon</span><br/> <span class="ft1">ausgegangen werden, dass die Planungswerte nicht oder nur mit un-</span><br/> <span class="ft1">verhältnismässigem Aufwand erreicht werden könnten. Im Übrigen</span><br/> <span class="ft1">weist selbst der Stadtrat B. darauf hin, dass keine geeigneten Alter-</span><br/> <span class="ft1">nativstandorte existieren. Zusätzlich ist darauf hinzuweisen, dass sich</span><br/> <span class="ft1">der Toleranzzuschlag nicht zuletzt auch angesichts des unbestritten</span><br/> <span class="ft1">hohen Strassenlärms der J.strasse rechtfertigt (vgl. BGer, URP 2001</span><br/> <span class="ft1">462).</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführenden 2 sind der Ansicht, beim Kultur-,</span><br/> <span class="ft1">insbesondere lauten Musikveranstaltungsbetrieb des "A." handle es</span><br/> <span class="ft1">sich um eine zonenwidrige, damit materiell illegale, formell bloss</span><br/> <span class="ft1">geduldete Nutzung; an einer solchen könne jedoch von vornherein</span><br/> <span class="ft1">kein öffentliches Interesse im Sinne der Umweltschutzgesetzgebung</span><br/> <span class="ft1">bestehen. Der Regierungsrat kam in seinem Entscheid vom 17. Au-</span><br/> <span class="ft1">gust 2005 zum Schluss, dass das Recht des Stadtrats B., nach rund</span><br/> <span class="ft1">15-20 Jahren behördlicher Duldung noch ein Baugesuch für die</span><br/> <span class="ft1">Nutzung des A.saals als Saal für kulturelle Anlässe inklusive Musik-</span><br/> <span class="ft1">konzerte einzuverlangen, verwirkt sei; eine solche Ersitzung habe in</span><br/> <span class="ft1">Analogie zum rechtmässigen Erwerb zur Folge, dass der ursprüng-</span><br/> <span class="ft1">lich widerrechtliche Status einer Baute oder einer Nutzung insofern</span><br/> <span class="ft1">quasi in einen rechtmässigen übergeht, als die Behörde die Durch-</span><br/> <span class="ft1">führung eines nachträglichen Bewilligungsverfahrens und die allfäl-</span><br/> <span class="ft1">lige Beseitigung des rechtswidrigen Zustands grundsätzlich nicht</span><br/> <span class="ft1">mehr verlangen könne; die "ersessene" Baute oder Anlage dürfe im</span><br/> <span class="ft1">"ersessenen" Umfang und Erscheinungsbild genutzt, beibehalten und</span><br/> <span class="ft1">unterhalten werden. Die Frage der (baurechtlichen) Zonenkonformi-</span><br/> <span class="ft1">tät konnte folglich offen gelassen werden. Der Regierungsrat führte</span><br/> <span class="ft1">weiter aus, zwar treffe es zu, dass einige der durchgeführten Veran-</span><br/> <span class="ft1">staltungen in lärmschutzrechtlicher Hinsicht den Rahmen des Zuläs-</span><br/> <span class="ft1">sigen übertreffen, indes könnten diesbezügliche Massnahmen (wie</span><br/> <span class="ft1">z.B. betriebliche Einschränkungen) allein gestützt auf die Umwelt-</span><br/> <span class="ft1">schutzgesetzgebung des Bundes getroffen werden. Und weil es denn</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">476</span></div> <div class="page" id="S17"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">auch allein die Umweltschutzgesetzgebung des Bundes ist, welche es</span><br/> <span class="ft1">erlaubt, bei besonderen Verhältnissen, z.B. nachgewiesener kulturel-</span><br/> <span class="ft1">ler Bedeutung, Erleichterungen zu gewähren, treffen allfällige bau-</span><br/> <span class="ft1">rechtliche Argumente der Beschwerdeführenden 2 ins Leere.</span><br/> <span class="ft1">3.3.5.4 Wenn die Musik hörbar ist, werden die gemessenen</span><br/> <span class="ft1">Werte in der Regel um 6 dB(A) nach oben korrigiert, um den Be-</span><br/> <span class="ft1">standteilen Ton und Rhythmus Rechnung zu tragen; diese Korrektur</span><br/> <span class="ft1">erfolgt ebenfalls, wenn - bei internen Schallquellen - deutlich Stim-</span><br/> <span class="ft1">men hörbar sind (Richtlinie des "Cercle bruit" Ziff. 5.1). Allerdings</span><br/> <span class="ft1">kann bei besonderen Verhältnissen von den Hörbarkeitswerten oder -</span><br/> <span class="ft1">kriterien abgewichen werden oder sogar eine andere als die vorge-</span><br/> <span class="ft1">schlagene Beurteilungsmethode angewandt werden, dies vor allem</span><br/> <span class="ft1">dann, wenn der Hintergrundlärm besonders laut oder besonders leise</span><br/> <span class="ft1">ist, wenn das Quartier besondere Eigenschaften aufweist (Wohn-</span><br/> <span class="ft1">viertel, hohe Dichte von öffentlichen Lokalen usw.) oder wenn das</span><br/> <span class="ft1">Lokal von einer Sondersituation profitiert (Tradition, Geschichte,</span><br/> <span class="ft1">Tourismus usw.; Richtlinie des "Cercle bruit" Ziff. 4).</span><br/> <span class="ft1">Der traditionellen und kulturellen Bedeutung des Kulturbetriebs</span><br/> <span class="ft1">im A.saal wurde vorliegend bereits mit einem Toleranzzuschlag von</span><br/> <span class="ft1">5 dB(A) im Sinne von Erleichterungen nach Art. 25 Abs. 2 und Art.</span><br/> <span class="ft1">15 USG Rechnung getragen; zusätzlich besteht eine erhebliche</span><br/> <span class="ft1">Lärmvorbelastung aufgrund des Strassenlärms von der Hauptstrasse</span><br/> <span class="ft1">(I.garten) her. Der Lage in der Altstadt ist mit der Zuweisung der</span><br/> <span class="ft1">Altstadtzone in die Empfindlichkeitsstufe III ebenfalls Rücksicht</span><br/> <span class="ft1">getragen worden (§ 5 Abs. 1 der Bau- und Nutzungsordnung der</span><br/> <span class="ft1">Stadt B. vom 18. Juni 2001).</span><br/> <span class="ft1">Bei geöffneten Fenstern ist gemäss den Ausführungen der Ab-</span><br/> <span class="ft1">teilung für Umwelt in der Liegenschaft F. (Schlafzimmer) der Ver-</span><br/> <span class="ft1">kehr innerhalb und ausserhalb der Stadt sowie das Personenverhalten</span><br/> <span class="ft1">permanent hörbar; zusätzlich war während dem von der Abteilung</span><br/> <span class="ft1">für Umwelt ausgewerteten Konzert der Bass am offenen Fenster sehr</span><br/> <span class="ft1">gut hörbar. In der Liegenschaft C./D. (Schlafzimmer) waren bei</span><br/> <span class="ft1">geöffnetem Fenster Bass und Bestandteile der Musik sehr gut wahr-</span><br/> <span class="ft1">nehmbar; auch hier hat sich anlässlich der Augenscheinsverhandlung</span><br/> <span class="ft1">gezeigt, dass bei geöffneten Fenstern zusätzlich auch der Stras-</span><br/> <span class="ft1">senlärm störend wirkt. Weiter führt die Abteilung für Umwelt aus,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">477</span></div> <div class="page" id="S18"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">dass bei geschlossenen Fenstern in der Liegenschaft F. (Schlafzim-</span><br/> <span class="ft1">mer) Bass und Schlagzeug zeitweise schwach hörbar gewesen seien</span><br/> <span class="ft1">und ebenfalls der Verkehr schwach wahrgenommen werden könne.</span><br/> <span class="ft1">In der Liegenschaft C./D. sei der Bass demgegenüber auch bei ge-</span><br/> <span class="ft1">schlossener Tür und geschlossenem Fenster gut hörbar und es konn-</span><br/> <span class="ft1">ten tonhaltige Geräusche wahrgenommen werden.</span><br/> <span class="ft1">Entsprechend ist mit der Abteilung für Umwelt für die Liegen-</span><br/> <span class="ft1">schaft C./D. eine Korrektur aller Messwerte um 6 dB(A) nach oben</span><br/> <span class="ft1">vorzunehmen. Demgegenüber rechtfertigt es sich, unter Berück-</span><br/> <span class="ft1">sichtigung der ausgeführten Aspekte (Strassenlärm, Bass bei offenem</span><br/> <span class="ft1">Fenster sehr gut hörbar, bei geschlossenem Fenster Bass und Schlag-</span><br/> <span class="ft1">zeug nur zeitweise schwach hörbar) eine entsprechende Korrektur</span><br/> <span class="ft1">um 6 dB(A) für die Liegenschaft F. nur bezüglich des am offenen</span><br/> <span class="ft1">Fenster ermittelten Messwerts vorzunehmen.</span><br/> <span class="ft1">3.3.5.5 Die massgeblichen Grenzwerte sind somit die folgen-</span><br/> <span class="ft1">den: Grenzwerte für Körperschall: 22.00-07.00 Uhr: 35 dB[A],</span><br/> <span class="ft1">19.00-22.00 Uhr: 40 dB[A], 07.00-19.00 Uhr: 45 dB[A]; Grenz-</span><br/> <span class="ft1">werte für Luftschall: 22.00-07.00 Uhr: 45 dB[A], 19.00-22.00 Uhr:</span><br/> <span class="ft1">50 dB[A], 07.00-19.00 Uhr: 55 dB[A].</span><br/> <span class="ft1">Wie bereits oben ausgeführt, wurden im Schlafzimmer von F.</span><br/> <span class="ft1">zwischen 21.00 und 21.50 Uhr die folgenden Messwerte (Leq kurz</span><br/> <span class="ft1">[10 Sek.]) erreicht: Türe und Fenster geschlossen 20-27 dB(A), Türe</span><br/> <span class="ft1">geschlossen am offenen Fenster 50-59 dB(A), Türe offen und Fen-</span><br/> <span class="ft1">ster geschlossen 21-28 dB(A). Im Schlafzimmer von C. fanden die</span><br/> <span class="ft1">Messungen zwischen 22.36 und 23.05 Uhr statt; es wurden die fol-</span><br/> <span class="ft1">genden Messwert (Leq kurz [10 Sek.]) erreicht: Türe und Fenster ge-</span><br/> <span class="ft1">schlossen 30-36 dB(A), Türe geschlossen am offenen Fenster 58-71</span><br/> <span class="ft1">dB(A), Türe offen und Fenster geschlossen 31-36 dB(A). Eine Se-</span><br/> <span class="ft1">lektierung der Lärmquellen (Verkehrlärm, Personenlärm, Musiklärm)</span><br/> <span class="ft1">erfolgte bei dieser Messung nicht, weil eine solche mit geringem</span><br/> <span class="ft1">Aufwand nicht möglich ist.</span><br/> <span class="ft1">Eine Analyse der Messungen der Abteilung für Umwelt ergibt</span><br/> <span class="ft1">somit folgendes: In der Liegenschaft F. ergibt die Körperschallmes-</span><br/> <span class="ft1">sung einen Pegel von max. 27 dB(A) gegenüber einem zulässigen</span><br/> <span class="ft1">Grenzwert von 40 dB(A); beim Luftschall ergibt sich eine Messung</span><br/> <span class="ft1">von max. 59 dB(A), korrigiert um 6 dB(A) ergebend total 65 dB(A),</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">478</span></div> <div class="page" id="S19"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">zulässig wären gemäss Grenzwert 50 dB(A). In der Liegenschaft C.</span><br/> <span class="ft1">ergibt eine um 6 dB(A) nach oben korrigierte Körperschallmessung</span><br/> <span class="ft1">einen Pegel von max. 42 dB(A), dies bei einem Grenzwert von 35</span><br/> <span class="ft1">dB(A); beim Luftschall ergibt eine um 6 dB(A) korrigierte Messung</span><br/> <span class="ft1">einen Wert von max. 77 dB(A), der diesbezügliche Grenzwert beträgt</span><br/> <span class="ft1">45 dB(A). Alle Pegel - mit Ausnahme des Körperschallpegels in der</span><br/> <span class="ft1">Wohnung F. - überschreiten somit die nach der Richtlinie des</span><br/> <span class="ft1">"Cercle bruit" zulässigen und hier anwendbaren Grenzwerte. Dabei</span><br/> <span class="ft1">bleibt zu berücksichtigen, dass eine Selektierung der Lärmquellen</span><br/> <span class="ft1">(insbesondere des Verkehrslärms) nicht erfolgte (vgl. auch Art. 40</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 USG); aufgrund der teilweise massiven Überschreitungen der</span><br/> <span class="ft1">Grenzwerte - insbesondere (auch) bei geschlossenen Fenstern und</span><br/> <span class="ft1">Türen - kann allerdings ohne weiteres davon ausgegangen werden,</span><br/> <span class="ft1">dass die zulässigen Grenzwerte zur Zeit auch bei entsprechender</span><br/> <span class="ft1">Ausscheidung überschritten sind.</span><br/> <span class="ft1">Demgemäss wird es Sache des Beschwerdeführers 1 sein, ent-</span><br/> <span class="ft1">sprechende (primär bauliche, allenfalls betriebliche) Massnahmen zu</span><br/> <span class="ft1">treffen, um die gemäss den obigen Ausführungen massgeblichen</span><br/> <span class="ft1">Grenzwerte einhalten zu können. Soweit dabei am Gebäude selber</span><br/> <span class="ft1">bauliche Massnahmen vorgenommen werden, insbesondere Aussen-</span><br/> <span class="ft1">bauteile (z.B. Fenster) ersetzt werden, wären für diese Bauteile an</span><br/> <span class="ft1">sich die Bestimmungen nach Art. 32 f. LSV (baulicher Mindest-</span><br/> <span class="ft1">schutz) einzuhalten; allerdings ist bei Änderungen an bestehenden</span><br/> <span class="ft1">Gebäuden, die vor dem Inkrafttreten des USG erstellt wurden, eine</span><br/> <span class="ft1">Anpassung nur sinnvoll, soweit die nachträgliche Verbesserung des</span><br/> <span class="ft1">Schallschutzes mit vertretbarem Aufwand realisiert werden kann.</span><br/> <span class="ft1">Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die anwendbare Norm nicht</span><br/> <span class="ft1">auf die Dämmwerte einzelner Bauteile wie Fenster oder Wände be-</span><br/> <span class="ft1">zieht, sondern auf die zu erreichende Lärmreduktion zwischen aus-</span><br/> <span class="ft1">sen und innen beziehungsweise zwischen benachbarten Räumen (vgl.</span><br/> <span class="ft1">Wolf, in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, N 60 f. zu Art. 25</span><br/> <span class="ft1">i.V.m. N 15 und 20 zu Art. 21). Angesichts der besonderen Verhält-</span><br/> <span class="ft1">nisse im vorliegenden Fall (z.B. über 200-jähriges denkmalgeschütz-</span><br/> <span class="ft1">tes Altstadthaus; Kulturbetrieb seit rund 25 Jahren; Festlegung und</span><br/> <span class="ft1">Einhaltung der Grenzwerte nach der Richtlinie des "Cercle bruit";</span><br/> <span class="ft1">zusätzliche betriebliche Massnahmen zum Schutz der Nachbarschaft)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">479</span></div> <div class="page" id="S20"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">rechtfertigt es sich jedoch - wie auch schon der Stadtrat B. dies getan</span><br/> <span class="ft1">hat - diesbezügliche Erleichterungen zu gewähren (vgl. Art. 32 Abs.</span><br/> <span class="ft1">3 LSV).</span><br/> <span class="ft1">Weitere mögliche Massnahmen zur Reduktion der Lärmbelas-</span><br/> <span class="ft1">tung im Zusammenhang mit internen Lärmquellen finden sich in</span><br/> <span class="ft1">Ziff. 6.2. der Richtlinie des "Cercle Bruit".</span><br/> <span class="ft1">Gestützt auf § 61 V EG UWR i.V.m. § 30 Abs. 1 EG UWR ob-</span><br/> <span class="ft1">liegt sodann die Kontrolle der Einhaltung der Vorgaben der Stadt B.</span><br/> <span class="ft1">(vgl. auch Art. 12 LSV).</span><br/> <span class="ft1">3.3.6 Betriebliche Massnahmen</span><br/> <span class="ft1">3.3.6.1 Unabhängig von einer allfälligen Überschreitung der</span><br/> <span class="ft1">Belastungswerte ist schliesslich gestützt auf das Vorsorgeprinzip eine</span><br/> <span class="ft1">weitere Verringerung der Emissionen nach Art. 11 Abs. 2 USG zu</span><br/> <span class="ft1">prüfen. Als emissionsbegrenzende Massnahmen kommen unter ande-</span><br/> <span class="ft1">rem betriebliche Massnahmen in Betracht.</span><br/> <span class="ft1">Der Stadtrat B. hat im angefochtenen Entscheid verschiedene</span><br/> <span class="ft1">betriebliche Massnahmen beschlossen. So darf pro Monat an zwei</span><br/> <span class="ft1">Wochenenden (als solches gelten Freitag und Samstag) bis max.</span><br/> <span class="ft1">01.00 Uhr elektronisch verstärkte Musik (inkl. Heavy-Metal und</span><br/> <span class="ft1">ähnliche Konzerte sowie Disco-Betrieb) gespielt werden; in der Zeit</span><br/> <span class="ft1">zwischen Januar und Ende Mai dürfen maximal zwei und von August</span><br/> <span class="ft1">bis Dezember maximal zwei weitere "Heavy-Metal- und ähnliche</span><br/> <span class="ft1">Konzerte" innerhalb des so definierten Betriebs durchgeführt</span><br/> <span class="ft1">werden. An allen anderen Tagen ist die elektronisch verstärkte Musik</span><br/> <span class="ft1">(inkl. Disco-Betrieb) um 23.00 Uhr einzustellen. Insgesamt drei An-</span><br/> <span class="ft1">lässe pro Monat dürfen mit höheren Schallpegeln als 93 dB(A)</span><br/> <span class="ft1">durchgeführt werden.</span><br/> <span class="ft1">Demgegenüber beantragt der Beschwerdeführer 1, dass pro</span><br/> <span class="ft1">Wochenende (Freitag und Samstag) im Durchschnitt ein Anlass mit</span><br/> <span class="ft1">elektronisch verstärkter Musik bis 02.00 Uhr durchgeführt werden</span><br/> <span class="ft1">dürfe. An allen anderen Tagen soll die elektronisch verstärkte Musik</span><br/> <span class="ft1">um 23.00 eingestellt werden. Nicht als elektronisch verstärkte Musik</span><br/> <span class="ft1">gelten sollen Barbetrieb mit Hintergrundmusik, "leise" Disco (unter</span><br/> <span class="ft1">93 dB), Film, Lesungen, Themenabende und unverstärkte ("un-</span><br/> <span class="ft1">plugged") Konzerte. Der Beschwerdeführer 1 begründet dies damit,</span><br/> <span class="ft1">dass - nachdem bauliche Schallschutzmassnahmen getroffen würden</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">480</span></div> <div class="page" id="S21"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">und die Nachbarschaft damit besser geschützt sei - für den Betrieb</span><br/> <span class="ft1">mehr Spielraum gewährt werden müsse. Zudem könne so im A.saal</span><br/> <span class="ft1">während der 8-monatigen Saison jedes Wochenende ein attraktives</span><br/> <span class="ft1">Angebot für Jugendliche angeboten werden und es bestehe aus der</span><br/> <span class="ft1">Sicht des Kulturvereins v.a. die Möglichkeit, die Programmation fle-</span><br/> <span class="ft1">xibler zu gestalten, indem gewünschten Bands mehr Terminvor-</span><br/> <span class="ft1">schläge unterbreitet werden könnten. Weiter würde für die An-</span><br/> <span class="ft1">wohnerschaft so normalerweise ein störungsfreier Abend pro Wo-</span><br/> <span class="ft1">chenende entstehen. Der Beschwerdeführer 1 erklärt sich zudem be-</span><br/> <span class="ft1">reit, die Konzerte um 01.00 Uhr zu beenden (anschliessend Barbe-</span><br/> <span class="ft1">trieb mit Hintergrundmusik); für Discos sei es aber zwingend nötig,</span><br/> <span class="ft1">den Zeitrahmen bis um 02.00 Uhr ausschöpfen zu können, da ein er-</span><br/> <span class="ft1">heblicher Teil des Publikums erst um 23 Uhr oder sogar später ein-</span><br/> <span class="ft1">treffen würde. Insgesamt beantragt der Beschwerdeführer 1 eine Be-</span><br/> <span class="ft1">willigung für höchstens 35 "laute" Musikanlässe pro Jahr (heute 32),</span><br/> <span class="ft1">dies während einer 8-monatigen Saison.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführenden 2 beklagen sich - nebst dem Lärm -</span><br/> <span class="ft1">über Vibrationen in ihren Wohnräumen, welche aus ihrer Sicht ins-</span><br/> <span class="ft1">besondere aufgrund der tieftonhaltigen Musik auftreten. Sie bean-</span><br/> <span class="ft1">tragen deshalb das vollständige Verbot von elektronisch verstärkten</span><br/> <span class="ft1">Musikveranstaltungen, eventuell nach Art der Veranstaltungen diffe-</span><br/> <span class="ft1">renzierte betriebliche Einschränkungen, um insbesondere Schlaf-</span><br/> <span class="ft1">störungen zu vermeiden. Störend seien auch sogenannt "leise" An-</span><br/> <span class="ft1">lässe und nicht elektronisch verstärkte Musik. Die Anwohnerinnen</span><br/> <span class="ft1">und Anwohner möchten ab ca. 22.00 Uhr schlafen können.</span><br/> <span class="ft1">3.3.6.2 Gemäss § 12 Abs. 2 und 3 des Polizeireglements der</span><br/> <span class="ft1">Gemeinden im Einzugsgebiet der Regionalpolizei B. vom 1. Sep-</span><br/> <span class="ft1">tember 2007 ist in der Zeit von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr jeder Lärm</span><br/> <span class="ft1">verboten, der die Nachtruhe stört. Ausgenommen sind Arbeiten zur</span><br/> <span class="ft1">kurzfristigen Behebung eines Notstandes sowie dringende oder</span><br/> <span class="ft1">wetterabhängige landwirtschaftliche Arbeiten. Ausnahmebewilligun-</span><br/> <span class="ft1">gen müssen im Voraus eingeholt werden. Mit dem Inkrafttreten des</span><br/> <span class="ft1">USG am 1. Oktober 1985 hat das kantonale und kommunale Recht</span><br/> <span class="ft1">betreffend den direkten Schutz vor Immissionen indessen seine</span><br/> <span class="ft1">selbständige Bedeutung verloren, soweit sich sein materieller Gehalt</span><br/> <span class="ft1">mit dem Bundesrecht deckt oder weniger weit geht als dieses; es hat</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">481</span></div> <div class="page" id="S22"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">sie dort behalten, wo es die bundesrechtlichen Normen ergänzt, oder,</span><br/> <span class="ft1">soweit erlaubt, verschärft (Entscheid des Bundesgerichts vom 5. Juni</span><br/> <span class="ft1">2001 [1A.199/2000, 1P.373/2000], Erw. 1b/aa; BGE 118 Ia 114; 118</span><br/> <span class="ft1">Ib 595 m.w.H.; Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 14. Mai 1993</span><br/> <span class="ft1">[NO.93.00010] i.S. A.N. AG, Erw. 2a; Urteil des Verwaltungsgerichts</span><br/> <span class="ft1">des Kantons Zürich vom 11. Februar 2004, in BEZ 2004, S. 27 f.).</span><br/> <span class="ft1">Kantonale oder kommunale Regelungen können bei der Konkreti-</span><br/> <span class="ft1">sierung des in Art. 11 Abs. 2 USG statuierten Vorsorgeprinzips somit</span><br/> <span class="ft1">durchaus gewisse eigenständige Wirkungen entfalten (vgl. BGE in</span><br/> <span class="ft1">URP 2001, S. 929; 1998, S. 55 ff.; AGVE 1998, S. 317 f., 1993, S.</span><br/> <span class="ft1">394 ff.; Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom</span><br/> <span class="ft1">6. April 2005 [VB.2004.00387], Erw. 3.3.1; Wolf, a.a.O., Art. 25 Rz</span><br/> <span class="ft1">23). Die rechtsanwendende Behörde ist jedoch bei der Anordnung</span><br/> <span class="ft1">emissionsbegrenzender Massnahmen - selbst wenn sie auf eine</span><br/> <span class="ft1">Rechtsgrundlage im kommunalen Recht zurückgreifen - an die in</span><br/> <span class="ft1">Art. 11 Abs. 2 USG vorgegebene Interessenabwägung gebunden</span><br/> <span class="ft1">(vgl. auch den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 14. Mai 1993</span><br/> <span class="ft1">[Art. Nr. 17] i.S. A.N. AG, Erw. 2a; RRB Nr. ...). Die Anwendung</span><br/> <span class="ft1">von Art. 684 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10.</span><br/> <span class="ft1">Dezember 1907, welcher alle schädlichen und nach Lage und Be-</span><br/> <span class="ft1">schaffenheit der Grundstücke oder nach Ortsgebrauch nicht gerecht-</span><br/> <span class="ft1">fertigten Einwirkungen auf das Eigentum der Nachbarn durch Lärm</span><br/> <span class="ft1">oder Erschütterungen verbietet, obliegt dem Zivilrichter.</span><br/> <span class="ft1">3.3.6.3 Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen hat der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer 1 die Grenzwerte (Niveau Immissionsgrenzwerte)</span><br/> <span class="ft1">der Richtlinie des "Cercle Bruit" einzuhalten (Grenzwerte für Kör-</span><br/> <span class="ft1">perschall: 22.00-07.00 Uhr: 35 dB[A], 19.00-22.00 Uhr: 40 dB[A],</span><br/> <span class="ft1">07.00-19.00 Uhr: 45 dB[A]; Grenzwerte für Luftschall: 22.00-07.00</span><br/> <span class="ft1">Uhr: 45 dB[A], 19.00-22.00 Uhr: 50 dB [A], 07.00-19.00 Uhr: 55</span><br/> <span class="ft1">dB[A]).</span><br/> <span class="ft1">Eine Unterscheidung nach Musikstilrichtungen oder eine Un-</span><br/> <span class="ft1">terscheidung zwischen elektronisch verstärkten beziehungsweise</span><br/> <span class="ft1">nicht verstärkten Anlässen beziehungsweise "lauten" und "leisen"</span><br/> <span class="ft1">Anlässen rechtfertigt sich damit grundsätzlich nicht mehr. Allerdings</span><br/> <span class="ft1">ist es angesichts der Tatsache, dass insbesondere die tieffrequente</span><br/> <span class="ft1">basslastige Musik der elektronisch verstärkten Live-Konzerte sich</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">482</span></div> <div class="page" id="S23"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">durch Vibrationen besonders störend auf das Wohlbefinden der An-</span><br/> <span class="ft1">wohnerschaft auswirkt gerechtfertigt, - wie es im Übrigen auch der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer 1 selber vorschlägt - diese spätestens um 01.00</span><br/> <span class="ft1">Uhr zu beenden und auch in ihrer Anzahl zu beschränken. Der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer 1 schlägt diesbezüglich vor, während der Saison pro</span><br/> <span class="ft1">Wochenende im Durchschnitt einen "lauten" Anlass durchführen zu</span><br/> <span class="ft1">können, wobei er darunter aber nebst elektronisch verstärkten Live-</span><br/> <span class="ft1">Konzerten auch Discos mit einem Innenschallpegel von mehr als 93</span><br/> <span class="ft1">dB(A) versteht. Insgesamt erscheint es in Abwägung der Interessen</span><br/> <span class="ft1">des Kulturvereins und seiner Kundschaft einerseits und denjenigen</span><br/> <span class="ft1">der Anwohnerschaft andererseits angezeigt, die bisher problema-</span><br/> <span class="ft1">tischsten Anlässe, nämlich die elektronisch verstärkten Live-Kon-</span><br/> <span class="ft1">zerte auf höchstens (nicht durchschnittlich) einen Anlass pro Saison-</span><br/> <span class="ft1">Wochenende und auf eine maximale Zeitdauer bis 01.00 Uhr zu be-</span><br/> <span class="ft1">schränken; es sei aber nochmals darauf hingewiesen, dass auch mit</span><br/> <span class="ft1">diesen Konzerten jederzeit die obigen Grenzwerte für Körper- und</span><br/> <span class="ft1">Luftschall eingehalten werden müssen. Die zusätzliche quantitative</span><br/> <span class="ft1">und tageszeitliche Beschränkung bezweckt unter anderem die Re-</span><br/> <span class="ft1">duktion der Schlafstörungen durch Vibrationen, welche auch bei be-</span><br/> <span class="ft1">grenzter Lautstärke auftreten können.</span><br/> <span class="ft1">Für die übrigen Anlässe Freitag- und Samstagnacht (bezie-</span><br/> <span class="ft1">hungsweise Samstag- und Sonntagmorgen) rechtfertigt es sich, ana-</span><br/> <span class="ft1">log § 4 Abs. 1 des Gesetzes über das Gastgewerbe und den Klein-</span><br/> <span class="ft1">handel mit alkoholhaltigen Getränken (Gastgewerbegesetz, GGG)</span><br/> <span class="ft1">vom 25. November 1997 den spätesten Schliessungszeitpunkt auf</span><br/> <span class="ft1">02.00 Uhr festzusetzen. Auf denselben Zeitpunkt ist auch ein allfälli-</span><br/> <span class="ft1">ger Barbetrieb mit Hintergrundmusik nach Konzertende zu beenden.</span><br/> <span class="ft1">Nach Angaben des Beschwerdeführers 1 wird von Sonntag bis</span><br/> <span class="ft1">Donnerstag im A.saal keine Musik gespielt; die Öffnungszeiten be-</span><br/> <span class="ft1">schränken sich somit grundsätzlich auf Freitag und Samstag. Würde</span><br/> <span class="ft1">unter der Woche Musik gespielt, würde solche höchstens bis um</span><br/> <span class="ft1">23 Uhr dauern. Mit dem Beschwerdeführer 1 ist somit die Dauer von</span><br/> <span class="ft1">allfälligen Musikanlässen ("unplugged"-Konzerte, elektronisch ver-</span><br/> <span class="ft1">stärkte Musik ab Tonträger inklusive Hintergrundmusik) von Sonn-</span><br/> <span class="ft1">tag bis Donnerstag auf längstens bis 23 Uhr festzulegen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">483</span></div> <div class="page" id="S24"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">3.3.7 Fristen</span><br/> <span class="ft1">Es verbleibt noch, angemessene Fristen für die Umsetzung der</span><br/> <span class="ft1">baulichen beziehungsweise betrieblichen Massnahmen anzusetzen.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Schreiben des Beschwerdeführers 1 vom 13. Juli 2009</span><br/> <span class="ft1">plant dieser erste bauliche Massnahmen (Schallschutzfenster auf der</span><br/> <span class="ft1">Südseite des A.saals, Richtung E.gasse) bereits im August 2009; an-</span><br/> <span class="ft1">schliessend wird der Beschwerdeführer 1 zu prüfen haben, ob wei-</span><br/> <span class="ft1">tere bauliche Massnahmen (z.B. Schallschutzwand zur E.gasse 2,</span><br/> <span class="ft1">Schallschutzfenster auf der Westseite Richtung J.strasse) umgesetzt</span><br/> <span class="ft1">werden müssen, um die obigen Grenzwerte einhalten zu können.</span><br/> <span class="ft1">Hiefür erscheint eine Frist bis 31. Dezember 2009 als angemessen.</span><br/> <span class="ft1">Ab dem Zeitpunkt der Einhaltung der massgeblichen Grenz-</span><br/> <span class="ft1">werte darf der Kulturbetrieb im Sinne von Erw. 3.3.6. hievor geführt</span><br/> <span class="ft1">werden; bis dahin gilt die bisherige Regelung gemäss Beschluss des</span><br/> <span class="ft1">Regierungsrats vom 2. April 2008.</span><br/> <span class="ft1">Sollte es dem Beschwerdeführer 1 nicht möglich sein, die</span><br/> <span class="ft1">massgeblichen Grenzwerte ab dem 1. Januar 2010 einzuhalten, hat er</span><br/> <span class="ft1">die Musikveranstaltungen auf diejenigen einzuschränken, bei wel-</span><br/> <span class="ft1">chen die obigen Grenzwerte nicht überschritten werden.</span><br/> <span class="ft1">4. (...[Beweis- und verfahrensleitende Anträge])</span><br/> <span class="ft1">5. Betrieb bis zur Rechtskraft / Entzug der aufschiebenden Wir-</span><br/> <span class="ft1">kung</span><br/> <span class="ft1">Der Regierungsrat beschloss am 2. April 2008 in Ziff. 4.1., dass</span><br/> <span class="ft1">während der Dauer des Beschwerdeverfahrens vor dem Regierungs-</span><br/> <span class="ft1">rat und bis zur Rechtskraft des Hauptentscheides drei Anlässe pro</span><br/> <span class="ft1">Monat zulässig sind, die den über 60 Minuten gemittelten Pegel Leq</span><br/> <span class="ft1">von 93 dB(A) überschreiten. Diese Anlässe haben sich an den Rah-</span><br/> <span class="ft1">men von Ziff. 7.1. und 7.2. des stadträtlichen Beschlusses vom</span><br/> <span class="ft1">7. Februar 2005 zu halten. Im Übrigen dauert die betriebliche Rege-</span><br/> <span class="ft1">lung weiter, wie sie seit dem Beschluss des Regierungsrats vom</span><br/> <span class="ft1">17. August 2005 Geltung hatte. Einer allfälligen Beschwerde gegen</span><br/> <span class="ft1">diese Ziff. 4.1. wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. Dieser</span><br/> <span class="ft1">Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft und hat somit wei-</span><br/> <span class="ft1">terhin Geltung bis zur Rechtskraft des Hauptentscheids.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/></div> </div> </body> </html>