4. März 1991 223 Weg vom Tierversuch du vaccin selon ce que nous expliquons très clairement au chapitre 23 du message du Conseil fédéral - on trouve dans ce passage toutes les explications fournies par le gouverne- ment. Les quatre postes de travail pour la production de vac- cins prévus dans le premier message de 1985 sont donc sup- primés. Quant au second point, celui de la médecine hu- maine, je rappellerai à M. Hafner qu'il n'a jamais été question que le contrôle de vaccins et de sérums pour la médecine hu- maine ne soit pas intégré à cet institut, l'affirmation contenue dans le rapport est donc inexacte. Nous ferions fausse route en divisant inutilement les travaux si nous n'englobions pas précisément ce contrôle-là dans l'institut. Deuxième aspect des choses, le rapport sur les modifications non pas de la mission mais du projet. L'Office fédéral des constructions fédérales et l'Office vétérinaire fédéral ont ré- digé à l'intention de la commission du Conseil national un rap- port complémentaire très détaillé auquel il n'y a rien à ajouter en ce qui concerne l'information sur laconstruction.lefinance- ment ou l'exploitation dé l'institut. Je voudrais préciser, Mon- sieur Hafner, que l'on ne crée rien de fondamentalement neuf à Mittelhäusern, on regroupe simplement des activités qui sont actuellement exercées dans des conditions déplorables à Baie ainsi que dans un petit laboratoire au centre de Berne. Il n'y a pas à proprement parler de nouvelles tâches, c'est pour- quoi un rapport sur ce point serait superflu. Il n'est pas effectué de recherche en génie génétique dans cet institut, et ce sera le troisième point de ma réponse. Cet institut a cependant pour tâche légale de contrôler l'efficacité, l'inno- cuité et la pureté des sérums et des vaccins. On trouve actuel- lement dans de nombreux cabinets de médecins et de vétéri- naires des vaccins humains et vétérinaires fabriqués en recou- rant au génie génétique et l'institut doit aussi pouvoir les contrôler de manière minutieuse. La loi sur les épidémies et la loi sur les épizooties ne font aucune différence entre l'obliga- tion de contrôle des vaccins que j'appellerai «conventionnels» et celle des vaccins produits par génie génétique. Contrôler les vaccins est une chose, effectuer des recherches en génie génétique en serait une autre. Ces recherches ne sont et ne seront pas accomplies à Mittelhäusern. Accepter la proposition de M. Hafner, comme l'ont dit les rap- porteurs de la commission, signifierait l'arrêt immédiat des tra- vaux. Les tâches légales de l'institut devraient continuer d'être assumées dans les conditions hypermédiocres et insuffisan- tes de Baie et de Berne. Il s'ensuivrait une insécurité qui n'a que trop duré dans la conduite de ces travaux essentiels pour la santé tant humaine qu'animale et, de surcroît, on ne pourrait pas garantir un diagnostic rapide et sûr d'épizooties haute- ment contagieuses. Il faut éviter ces périls et pour cela entrer en matière. Persönliche Erklärung - Déclaration personnelle Hafner Rudolf: Da das Geschäft in Kategorie V eingeteilt ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als auf die Punkte einzugehen, bei denen ich persönlich angesprochen wurde, also jene, bei denen gesagt wurde, es handle sich um Behauptungen. Es wurde z. B. gesagt, es habe keine Projektänderungen ge- geben. Das stimmt aber nicht, weil der Bundesrat selber be- schlossen hat, dass die Maul- und Klauenseuche-Impfstoffe nicht mehr in Mittelhäusern hergestellt werden können, weil diese Impfstoffe jetzt schlicht und einfach in der Schweiz ver- boten sind. Die EG importiert kein Fleisch mehr aus Ländern, wo die Tiere mit solchen Impfstoffen behandelt wurden. Ich habe von Vertretern der Verwaltung auch gehört, dass bis auf weiteres in Sachen Humanmedizin nichts in diesem Institut hergestellt werden soll. Es haben also doch sehr grosse Pro- jektänderungen stattgefunden, und damit ist auch die Begrün- dung, wie sie noch in dieser Botschaft steht, weitgehend in Frage gestellt. Herr Euler hat ausdrücklich gesagt, es würde nichts von biolo- gischer Kriegführung im Räume stehen. Ich zitiere nur einen Satz aus der offiziellen Botschaft des Bundesrates vom 8. Mai 1985, auf Seite 265: «Nicht zuletzt sind die Fachleute, die im In- stitut arbeiten oder dort ausgebildet worden sind, unter Um- ständen auch für die Landesverteidigung (B-Krieg) wichtige Spezialisten.» Sie sehen, es sind Fragen offen, und ich glaube, in dem Sinne habe ich das Recht - auch als Vertreter des Kantons Bern, in dem die Anlage gebaut wird-hier kritische Fragen zu stellen. Ich bitte Sie, dem Rückweisungsantrag zuzustimmen. Abstimmung-Vote Für den Rückweisungsantrag Hafner Rudolf 24 Stimmen Dagegen 76 Stimmen Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress, Art. 1,2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Titre et préambule, art. 1,2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen -Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 75 Stimmen Dagegen 12 Stimmen Persönliche Erklärung - Déclaration personnelle Frau Bäumlin: Ich möchte kurz erklären, warum ich den Zu- satzkredit für das IVI Mittelhäusern abgelehnt habe: Ich bin nicht länger bereit, Krediten zuzustimmen, die einen Zusam- menhang mit der Forschung auf bio- und damit gentechnolo- gischem Gebiet haben - ob man das nun wahrhaben will oder nicht. Ich bin nicht bereit zu dieser Zustimmung zu Krediten, wenn damit nicht einmal Gewähr geboten ist für eine unabhän- gige, d. h. parlamentarische Kontrolle dieser Forschung, Ver- suche und Untersuchungen in Mittelhäusern. Ich werde in diesem Sinn einen Vorstoss auf Abänderung der Gesetzesgrundlagen - also sehr wahrscheinlich des Tierseu- chengesetzes und des Epidemiegesetzes -, für eine ver- schärfte und transparente Kontrolle dieser Forschung, einrei- chen. An den Bundesrat-Au Conseil fédéral #ST# 89.010 Weg vom Tierversuch. Volksinitiative Limitons strictement l'expérimentation animale. Initiative populaire Differenzen - Divergences Siehe Jahrgang 1990, Seite 1166-Voir année 1990, page 1166 Beschluss des Ständerales vom 3. Oktober 1990 Décision du Conseil des Etats du 3 octobre 1990 Kategorie III, Art. 68 GRN-Catégorie III, art. 68RCN B. Tierschutzgesetz (TschG) B. Loi fédérale sur la protection des animaux (LPA) Art. 13 Abs. 3 Antrag der Kommission Mehrheit FesthaltenLimitons strictement l'expérimentation animale 224 N 4 mars 1991 Minderheit (Luder, Bäumlin, Bundi, Meier-Glattfelden, Meyer Theo, We- der-Basel) Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Art. 13 al. 3 Proposition de la commission Majorité Maintenir Minorité (Luder, Bäumlin, Bundi, Meier-Glattfelden, Meyer Theo, We- der-Bâle) Adhérer à la décision du Conseil des Etats Euler, Berichterstatter: Der Ständerat hat in seiner Sitzung vom 3. Oktober 1990 zu der vom Nationalrat in der Sommer- session 1990 verabschiedeten Revision des Tierschutzgeset- zes zwei Differenzen geschaffen, wie Sie auf der vorliegenden Fahne ersehen. Die nationalrätliche Kommission hat während der Wintersession die Differenzen zum Ständerat behandelt und beantragt Ihnen, an den bisherigen Beschlüssen des Na- tionalrates festzuhalten. Ich werde Ihnen die beiden Differen- zen zum Ständerat kurz erläutern und die Argumentation der Kommission darlegen. Zu Artikel 13 Absatz 3: Der Ständerat hat einen Antrag von Herrn Piller knapp - mit 17 zu 14 Stimmen - angenommen, den Absatz 3 von Artikel 13 zu ergänzen, dass Tierversuche, welche weder für die Erhaltung menschlichen oder tierischen Lebens noch für die Heilung oder Linderung von Leiden Be- deutung haben, nicht zu bewilligen seien. Diese Ergänzung entspricht wortwörtlich dem seinerzeitigen Minderheitsan- trag III unseres Nationalratskollegen Paul Luder. Der Antrag Luder fand schon in der nationalrätlichen Kommission keine Gnade; und auch einen abgeschwächten Minderheitsantrag Luder mit dem Kernsatz «mit äusserster Zurückhaltung zu be- willigen», zusammengefasst im Minderheitsantrag Bundi/ Carobbio/Luder, hat Ihr Plenum am 20. Juni 1990 mit 81 zu 48 Stimmen abgelehnt. Ihre Kommission hat bei der Differenzbereinigung geltend ge- macht, dass die ständerätliche Ergänzung des Absatzes 3 ge- mäss Antrag Piller über die Forderung der Volksinitiative «Weg vom Tierversuch» hinausgehe und die Grundlagenforschung, vor allem diejenige der Hochschulen, praktisch verunmögli- che. Der bisherige Absatz 3 der nationalrätlichen Fassung schränke die Tierversuche entscheidend ein und lasse Aus- nahmen zu, was übrigens auch die Volksinitative vorsieht. Der Bundesrat bestimmt in diesem Absatz 3 die Kriterien zur Beur- teilung des unerlässlichen Masses von Tierversuchen, die in einer Verordnung festgelegt werden. Bei der Differenzbereini- gung hat die Kommission von Prof. Gafner, Direktor des Bun- desamtes für Veterinärwesen, den letzten internen Vorschlag für eine Negativliste - dort, wo keine Tierversuche erlaubt wür- den - zur Kenntnis erhalten. Dieser Verordnungsvorschlag beinhaltet folgendes: «Tierversuche sind auf das unerlässliche Mass zu beschrän- ken. Nicht zulässig sind namentlich Versuche, 1. deren Ziel.... mit Verfahren ohne Tierversuche erreicht wer- den kann; 2. die in keinem Zusammenhang mit der Erhaltung des Le- bens und der Gesundheit von Mensch und Tier sowie dem Schutz der natürlichen Umwelt oder der Verminderung von Leiden stehen; 3. die, gemessen am erwarteten Erkenntnisgewinn, dem Tier unverhältnismässige Schmerzen, Leiden oder Schäden berei- ten; 4. die der Prüfung von Gebrauchsgegenständen und Genuss- mitteln dienen, wenn die angestrebte Erkenntnis durch Aus- wertung der Daten über die Komponenten gewonnen werden kann oder das Gefährdungspotential ausreichend bekannt ist.» Mit diesem Verordnungsvorschlag, den ich Ihnen gerade vor- gelesen habe, hat die Kommission bekräftigt, dass die Verwal- tung ihre Aufgabe sehr ernst nimmt und die Kriterien für das unerlässliche Mass von Tierversuchen äusserst eng zieht. Aus all diesen Gründen kam die Kommission mit 11 gegen 6 Stimmen zum Schluss, es sei an der nationalrätlichen Fas- sung von Artikel 13 Absatz 3 festzuhalten und der Minderheits- antrag Luder sei abzulehnen. Mme Paccolat, rapporteur: Le 3 octobre dernier, le Conseil des Etats a suivi la voie tracée par le Conseil national en intro- duisant toutefois deux divergences. D'une part il a renforcé, à l'article 13, en restreignant sa portée et d'autre part il a assou- pli, à l'article 18, par respect du fédéralisme. Votre commission s'est réunie le 11 décembre dernier en pré- sence de M. Delamuraz, conseiller fédéral, et a pris connais- sance des prises de position écrites de la Société suisse des industries chimiques et de la Protection suisse des animaux. Après une discussion sur les deux divergences, la commis- sion vous propose le maintien de ses décisions antérieures, sans avoir pu, à l'article 13, obtenir le consensus, d'où une proposition de minorité. L'article 13 est considéré par les initiants comme l'un des points clé du contre-projet qui, selon l'issue des débats aux Chambres fédérales, pourrait peut-être déterminer le retrait de l'initiative, quoique la situation puisse encore évoluer avec le récent dépôt de l'initiative pour l'abolition des expériences sur les animaux. La proposition de la minorité à l'article 13, qui reprend la pro- position du Conseil des Etats, n'est pas nouvelle. Elle reprend, à quelques nuances près il est vrai, celle de notre collègue Lu- der, qui avait été développée lors des débats de juin et qui, lors du vote, avait été associée aux autres propositions de minorité refusées par votre conseil. L'application du principe: «limiterà l'indispensable» comporte des garde-fous avec des critères qui seront fixés dans l'ordonnance, en référence aux principes éthiques et aux directives pour l'expérimentation animale à des fins scientifiques de l'Académie suisse des sciences médi- cales et de la Société helvétique des sciences naturelles. Mais cette garantie ne suffit pas pour les tenants de la version du Conseil des Etats, estimant qu'il est nécessaire de restreindre encore les expériences limitées à l'indispensable, dans le but louable, il est vrai, de recourir davantage aux méthodes alter- natives. La majorité de la commission, par 11 voix contre 6, considère que la version du Conseil des Etats représente un obstacle majeur pour la conduite de la recherche fondamentale tant dans nos instituts, nos laboratoires de recherche que nos hau- tes écoles. Cette limitation aurait également des conséquen- ces considérables pour l'industrie chimico-pharmaceutique, à moins que nous voulions exporter à l'étranger des recherches utiles à la santé des Suisses. Cette mesure absolue implique- rait, par exemple, que le contrôle d'innocuité des médica- ments et d'autres biens de la vie courante pourraient ne plus être autorisés. De même que les examens toxicologiques, alors qu'ils sont prescrits par le droit en vigueur et qu'une mé- thode de substitution n'est pas encore applicable. La recher- che et la mise au point de nouveaux médicaments permettent d'espérer vaincre des maladies aujourd'hui encore incura- bles, que ce soit le SIDA, la sclérose en plaques, la démence senile. Le choix de donner cet espoir à des millions d'êtres hu- mains implique des travaux de recherche et l'expérimentation animale là où les méthodes de substitution ne sont pas possi- bles ou ne le sont pas encore. Il apparaît également - c'est un autre argument - que cet amendement introduit un conflit d'interprétation avec l'article 14 qui détermine déjà d'une ma- nière restrictive à quelles fins les expérimentations doivent être autorisées. L'expérience a démontré que l'application de cet article 14 dans le droit en vigueur a contribué à réduire nota- blement le nombre des animaux qui sont utilisés à des fins ex- périmentales. La portée de cet article 14 n'est donc pas négli- geable. Finalement, le texte du Conseil des Etats va plus loin que l'initiative elle-même. La majorité de la commission vous propose donc le maintien de sa version à l'article 13, considérant toutefois que l'ordon- nance fixera clairement les critères déterminant quelles esxpé- riences sont indispensables. Mme Antille: II semble que la pétition VETO adressée au Conseil fédéral par le Tierschutzbund de Zurich, qui veut inter-4. März 1991 N 225 Weg vom Tierversuch dire l'expérimentation animale pour les cosmétiques, ait pesé lourd sur les esprits des parlementaires de la Chambre haute. La commission a jugé la version du Conseil des Etats inaccep- table. En effet, la formule de ce conseil entraîne une restriction trop grande et limite de façon dangereuse la recherche fonda- mentale qui elle, justement, contribue à sauver des vies, à gué- rir et à soulager. N'oublions pas qu'en dermatologie notam- ment ce sont surtout les nourrissons qui prendraient des ris- ques. Sans la recherche fondamentale, il n'y a pas de recher- che appliquée possible. L'industrie chimique serait directe- ment touchée par la formulation du Conseil des Etats. L'expé- rimentation animale pour les cosmétiques a déjà été réduite de façon importante. Pour toutes ces raisons, au nom du groupe radical, je vous in- vite à soutenir la version du Conseil national. Luder, Sprecher der Minderheit: Artikel 13 ist ein Grundsatzar- tikel. Tierversuche müssen gemeldet werden, und es geht um die Umschreibung des unerlässlichen Masses. Wir haben die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten zur Festlegung des uner- lässlichen Masses: Entweder dem Beschluss des Nationalra- tes, der die Kriterien zur Beurteilung dieses Masses dem Bun- desrat überträgt, oder dem Beschluss des Ständerates, der im Gesetz zusätzliche Leitplanken setzen will, nämlich sagt, dass Tierversuche, die nicht der Erhaltung menschlichen und tieri- schen Lebens dienen oder zur Linderung von Leiden Bedeu- tung haben, nicht zu bewilligen seien. Ich beantrage, dem Vor- schlag des Ständerates zuzustimmen. Nun die politische Wertung. Wir haben hier ein Gesetz, das als Gegenvorschlag zur Initia- tive «Weg vom Tierversuch» dem Volk unterbreitet wird. Das haben wir schon beschlossen. Die eidgenössischen Räte empfehlen Volk und Ständen, die Initiative zu verwerfen und das revidierte Tierschutzgesetz als Gegenvorschlag anzuneh- men. Dass das Volk bereit sein wird, einem Tierschutzgesetz zuzustimmen, das in seinen Grundzügen die bisherige Praxis beibehält, die offen ist für verschiedenste Arten von Tierversu- chen, ist kaum wahrscheinlich. Was die Initiative in der Verfas- sung verankern würde, will der Ständerat in Artikel 13 des Ge- setzes, nämlich die Verankerung von ethischen Leitplanken. Die Gegner nennen folgende Gegenargumente: 1. Ethische Leitplanken in Verfassung oder Gesetz seien nicht nötig. Das heutige Gesetz genüge. 2. Die Forschungsfreiheit dürfe nicht eingeschränkt werden. 3. Die Selbstkontrolle der Forscher genüge. 4. Mit der Initiative oder der Fassung des Ständerates sei die Grundlagenforschung gefährdet. ' Zu Punkt 1, ethische Leitplanken: Das heutige Gesetz und die Fassung des Nationalrates genügten nicht. Keinerlei ethische Richtlinien sind so gesetzlich verankert. Das Gesetz enthält keine Auflagen, die dahin gehen, dass die Bewilligung eines Tierversuchs von ethischen Kriterien abhängig gemacht wer- den soll. Es schreibt lediglich vor, die Versuche seien auf das unerlässliche Mass zu beschränken, lässt aber offen, nach welchen Gesichtspunkten entschieden wird, ob etwas uner- lässlich oder erlässlich ist. Insbesondere fehlt eine ethische Prüfung des Versuchsziels. Das bestehende Gesetz erlaubt den Bewilligungsbehörden nicht, das Versuchsziel zu hinter- fragen und Versuche abzulehnen, wenn das Ziel, z. B. Kosme- tika oder Rauchwaren, das Tierleid nicht rechtfertigt. Zu Punkt 2, Forschungsfreiheit: Die Forschung, auch die Grundlagenforschung, befindet sich seit langem, und heute verstärkt, im Spannungsfeld zwischen Forschungsfreiheit und gesellschaftlichen Anforderungen. Auf der einen Seite steht das Postulat der Forschungsfreiheit. Zu Recht fordert die For- schung ihren Freiraum und weist auf die negative Wirkung in Regimes hin, in denen die Forschung ganz dem politischen Diktat einverleibt wurde. Auf der anderen Seite stehen die Bür- ger und die politisch-ethischen Ansprüche der Gesellschaft, welche die Forschungsfreiheit einschränken. Was sagen Wissenschafter zu Tierversuchen? Christoph von Greyerz, ein Philosoph: «Versuche sind nur zugelassen, wenn sie für das Wohl von Menschen und Tier unerlässlich sind. Die Forschung ist nicht mehr Selbstzweck. Erkenntnisse dürfen nicht mehr um ihrer selbst willen mit Tierversuchen erarbeitet werden; der Forschungsdrang muss sich auf das menschli- che und tierische Wohl ausrichten.» In seinem Aufsatz «Der wissenschaftliche Tierversuch» macht der Theologe Hoffe die Verantwortlichkeit dieser Versuche davon abhängig, dass sie «tatsächlich dem Leben und der Gesundheit des Menschen zugute kommen, was für verschiedene Versuchsgruppen nicht zutrifft, Versuchsgruppen, die nichts anderem als der wissenschaftlichen Neugierde dienen.» Die Forschungsfreiheit ist jetzt in der Bundesverfassung nicht ausdrücklich gewährleistet. In die Forschungsfreiheit darf ein- gegriffen werden, wenn ein überwiegendes öffentliches Inter- esse dies verlangt, wenn eine gesetzliche Grundlage besteht und wenn der Eingriff verhältnismässig ist. Dies ist bei Tierver- suchen der Fall. Ihre Einschränkung liegt eindeutig im öffentli- chen Interesse, wie es die hohe Zahl von Vorstössen zur Ver- minderung von Tierversuchen und der jeweils hohe Anteil an befürwortenden Stimmen zeigt. Zu Punkt 3, zur Selbstkontrolle: Direkt betroffene Forscher ih- rerseits anerkennen, dass sich die Forschung an gewissse ethische Grundsätze zu halten hat. Sie lehnen jedoch ethische Leitplanken im Gesetz ab. Sie halten die Selbstkontrolle für ge- nügend. Sie weisen darauf hin, dass folgende Instrumente der Selbstkontrolle zur Verfügung stünden: So werden z. B. in den ethischen Grundsätzen und Richtlinien für wissenschaftliche Tierversuche der Schweizerischen Aka- demie der Naturwissenschaften in zehn Hauptpunkten detail- lierte Verhaltensanweisungen für die Forscher angegeben. Im weiteren gibt es betriebsinterne Tierschutzbeauftragte und nicht zuletzt 19 Richtlinien des Bundesamtes für Veterinärwe- sen. Die Selbstkontrolle der Wissenschaft und Forschung aber ge- nügt nicht. In Sachen Gentechnologie teilt das eidgenössi- sche Parlament offenbar diese Meinung, ansonsten in der Ver- fassung ja keine Grundlagen geschaffen werden sollten, über welche das Parlament in dieser Session entscheiden soll. In Verfassung oder Gesetz verankerte Leitplanken helfen mit, dass sich die Forschung nicht an den gesamtgesellschaftli- chen Werten vorbei in eine falsche Richtung bewegt. Das Ver- hältnis Mensch/Tier und damit die Tierschutzethik haben sich stark gewandelt. So schreibt das Bundesgericht 1989 in einem Gerichtsurteil: «Die Grundeinstellung des Menschen zum Tier hat sich zum ethischen Tierschutz entwickelt, welcher das Tier als lebendes und fühlendes Wesen, als Mitgeschöpf aner- kennt.» Zu Punkt 4, zur Grundlagenforschung: Es stimmt, dass die reine Grundlagenforschung von der ständerätlichen Fassung tangiert wird, da diese im Prinzip nur Tierversuche zulässt, de- ren Zweck bekannt und ethisch verantwortbar ist. Die Grundla- genforschung wird aber keineswegs im Kern getroffen. Die Versuche mit Tieren, die nicht mehr möglich wären, machen einen verschwindend kleinen Anteil der gesamten biologisch- medizinischen Grundlagenforschung aus. Die Gegner der ständerätlichen Fassung behaupten immer wieder, diese würde sich gegen den medizinischen Fortschritt richten. Die ethischen Leitplanken verhindern nicht im min- desten das Streben nach weiteren Erkenntnissen, im Gegen- teil: Mit modernen Alternativmethoden kann soviel Grundla- genforschung betrieben werden, wie man will. Bei der An- nahme der ständerätlichen Fassung ist es sogar weit mehr als heute, weil dann erheblich mehr finanzielle Mittel für die Erfor- schung von und die Forschung mit Alternativmethoden ver- wendet werden können. Von der Grundlagenforschung zur angewandten Forschung ist ein fliessender Uebergang. Jede Forschung mit der klaren Absicht der Bekämpfung einer bestimmten Krankheit - z. B. Parkinson-Krankheit oder Aids - wird von der ständerätlichen Fassung nicht tangiert. Diese verhindert nur jene Tierversu- che, deren Ziel und Zweck völlig in der Luft liegen. Aus Gründen der Ethik in der Forschung, aus Gründen des Tierschutzes und aus Gründen der Politik bitte ich, der stände- rätlichen Fassung zuzustimmen. Meier-Glattfelden: Kürzlich habe ich den Film «Der mit dem Wolfe tanzt» gesehen. Ein Indianerfilm, der das Unrecht zeigt, das die weisse Rasse diesen naturverbundenen Menschen an-Limitons strictement l'expérimentation animale 226 N 4 mars 1991 getan hat. Wie wilde Tiere wurden diese Mitmenschen abge-' knallt. Wie Ungeziefer wurden sie mittels geschenkten Decken vorsätzlich mit dem Pockenvirus infiziert und vernichtet. Damals ging es um das Verhalten gegenüber Mitmenschen, die nicht als Mitmenschen anerkannt wurden. Heute - in die- sem Saal - geht es um das Verhalten gegenüber Mitgeschöp- fen, gegenüber Versuchstieren, die behandelt werden, als seien sie keine Mitgeschöpfe. Der Antrag Luder beinhaltet eine Minimalforderung an Rück- sichtnahme auf unsere Mitgeschöpfe, die Versuchstiere. So wie vor über hundert Jahren die Weissen kein Recht hatten, wegen materiellen Vorteilen ihren Mitmenschen, den India- nern, gewaltiges Unrecht und Leid anzutun, so haben wir heute ebenfalls nicht das Recht, nur wegen materiellen Vortei- len Tierversuche anzustellen. Der naturverbundene Heimat- dichter Peter Rosegger hat Anfang dieses Jahrhunderts ge- schrieben: «Alles, was dieses Geschlecht den hilflosen Tieren antut- aus Rohheit, aus Torheit, aus Uebermut oder aus Bos- heit -, es kommt zurück. Aller Vorteil, den der Mensch grau- sam aus schwächeren Geschöpfen ziehen will, verwandelt sich in Unheil. Die unendlichen, schreienden und stummen Klagen der gepeinigten Kreatur haben sich zu einem Fluch verdichtet, und das Verhängnis wird sich erfüllen.» Denken wir daran: Wir Menschen müssen unser Verhalten ge- genüber den Mitgeschöpfen überprüfen. Wir müssen uns der Gewissensfrage stellen. Im Namen der einstimmigen grünen Fraktion bitte ich Sie, den Minderheitsantrag Luder zu unterstützen. Weder-Basel: Namens der LdU/EVP-Fraktion bitte ich Sie um Unterstützung des Antrages der Minderheit, des Antrages Lu- der, des Antrages auch des Ständerates. Wenn wir im Tierschutz einen Schritt nach vorne machen wol- len, dann dürfen wir Tierversuche nur noch dann erlauben, wenn es um die Erhaltung menschlichen und tierischen Le- bens und um die Heilung oder Linderung von erheblichen Lei- den geht. Das ist auch die Forderung dieses Antrages. Von sei- ten der Mehrheit der nationalrätlichen Kommission - Sie ha- ben das von meiner Vorrednerin gehört-wird nun behauptet, mit einem solchen Artikel werde die Grundlagenforschung be- hindert. Dazu muss einmal gesagt sein, dass sich die Grundla- genforschung ebenso nach moralischen und ethischen Grundsätzen zu richten hat wie andere und dass nicht einfach alles erlaubt sein darf, weil es sich um sogenannte Grundla- genforschung handelt. Ich möchte Ihnen an einem Beispiel erläutern, zu welch grau- enhaften Exzessen es kommen kann, wenn wir den «Hoch- schulen» weiterhin freie Hand lassen. Sie erinnern sich an das Beispiel der Universität Genf, wo vorgesehen war, an 120 Kat- zen und Hunden folgende Manipulationen vorzunehmen- ich sage das, weil das ein entscheidender Punkt im Zusammen- hang mit dem Text ist, den wir jetzt beraten -: Den Katzen soll das Rückenmark durchtrennt werden - ohne Narkose. Künst- lich sollen Entzündungen der Kniegelenke ausgelöst werden, die Gelenke sollen anschliessend im 1-Minuten-Rhythmus ge- beugt und gestreckt sowie nach innen und aussen gedreht werden - ohne Narkose. Den Tieren sollen fünf verschiedene Katheter eingepflanzt werden, um zu ergründen, welche Vor- gänge sich im Körper während einer Operation abspielen - ohne Narkose natürlich. Und als Höhepunkt dieser grauenhaf- ten Liste wird folgendes postuliert: Reizung des freigelegten Eingeweidenervs an narkotisierten und an wachen Katzen - soweit sind wir, wenn wir den sogenannten Hochschulen oder Universitäten keine Schranken auferlegen! Ich will nicht so weit gehen wie der Schriftsteller und Tierfreund Manfred Kyber, der sagte, dass die Grundlagenforschung eine Spielwiese für Sadismus sei. Wenn ich aber die vorer- wähnten Experimente an der Uni Genf kritisch würdige, so ver- mag ich Kyber nicht zu widersprechen. Und nun die Forderung nach Freiheit der Forschung. Meine Damen und Herren, das ist nichts anderes als Flucht aus der ethischen und moralischen Verantwortung. In diese wollen nun der Ständerat und Herr Luder und die Minderheit diese Barbaren eingrenzen und einbeziehen - und genau das wol- len sie nicht. Tierversuche sind mit der Selbstachtung und der Würde der menschlichen Gemeinschaft unvereinbar. Herr Meier hat Ih- nen das sehr deutlich gesagt: Die Kreatur ist dem Leiden un- terworfen wie wir. Was den Tieren heute widerfährt, ist ein him- melschreiendes Unrecht. Es ist eine Welt des Grauens, des Schmerzes und der Todesangst, eine Welt bestialischer Quä- lereien und niederster Gefühllosigkeit. Niemals ist eine wahre Kultur denkbar, ohne dass sie im Tier das brüderliche Ge- schöpfachtet, und darum bitte ich Sie: um die Achtung unse- res brüderlichen Tieres. Ich bitte Sie, der Kommissionsminderheit zuzustimmen. M. Rohrbasser: Monsieur Weder, nous n'aurons plus besoin d'aller au cinéma, vous nous avez décrit avec précision toutes les horreurs qui se passaient dans les laboratoires et vous avez donné, tant il est vrai qu'il y en a peut-être parmi nous, la satisfaction à des sadiques rien que par votre sens de la des- cription. J'affirme que les chercheurs de notre pays ont encore une forme de conscience. S'il y a eu des abus, il est vrai, la loi que cette commission, que M. le conseillerfédéral et ses collabora- teurs se sont donné beaucoup de mal d'expurger et de mettre sur pied, ne tolérerait pas cet article 13 tel qu'il vous est pro- posé. Je ne vois pas les matamores - parce que nous ne sommes pas des scientifiques - qui pourraient dire: nous tirons au ca- non sur la recherche fondamentale. On est en train de dissé- quer les notions, comme si, dans ce domaine, on pouvait se permettre ce genre d'acrobatie. Vous allez me dire qui va pou- voir faire le tri des expériences qui consisteraient à sauver ou à ne pas sauver les vies humaines ou animales, à guérir ou à ne pas guérir, à atténuer ou non des souffrances. C'est dire que ce choix-là est un choix d'éthique, mais cela ne va pas plus loin. Il est évident que la recherche fondamentale n'est jamais pro- ductive dans l'instant. Il faut laisser là le relais à la recherche appliquée. Alors, comment développer celle-ci si, au départ, cette recherche fondamentale est interdite? Des branches en- tières de recherche sont en danger par ce texte: pensons à l'immunologie, à l'histologie; pensez simplement, si vous avez eu dans votre famille une personne qui a fait une paraplégie, qu'il a fallu des chercheurs et des années pour trouver la rela- tion dans le cerveau entre le mécanisme du cerveau et la para- lysie. Certains veulent faire croire que l'on peut supprimer ces re- cherches en s'appuyant sur des recherches alternatives ou même sur des publications qui viendraient de l'étranger. Tout cela, c'est de l'innocence qui nous mènerait droit vers un dé- sert scientifique. Là où je ne comprends pas, c'est la décision du Conseil des Etats qui n'a pas fait cette liaison essentielle entre les deux ge- nres de recherche: l'une doit expliquer tout fonctionnement de l'organisme dans les plus infinis détails et l'autre pallier, par des applications et découvertes circonstanciées, le dérègle- ment du fonctionnement dudit organisme. C'est en somme la pensée et la main, et vous le savez, l'une ne va jamais sans l'autre. C'est pour cela que l'UDC repoussera à la quasi unanimité la version du Conseil des Etats et par là la proposition de M. Luder qui veut la maintenir. Si je reconnais à chacun le droit d'avoir son éthique, je ne peux plus suivre, où humainement on a tort et où scientifiquement on manque de raison. Frau Segmüller: Leider - ich bedaure das sehr - verkommt die Diskussion um die Tierversuche mehr und mehr zu einem eigentlichen Glaubenskrieg. Jede Seite glaubt, die Ethik für sich gepachtet zu haben. Der Ständerat hat eine Fassung be- schlossen, die weit über die Initiative hinausgeht, offenbar in der Hoffnung, die Initianten zum Rückzug bewegen zu kön- nen. Ich glaube nicht, dass das der Fall sein wird, denn mittler- weile ist bereits die nächste Initiative eingereicht worden - mit dem ganz einfachen Titel «Zur Abschaffung derTierversuche»; sie will ein Totalverbot. Sie sehen, dahin wird eigentlich im Grunde gesteuert. Ich versuche namens der CPV, die Diskussion auf den Boden4. März 1991 N 227 Weg vom Tierversuch zurückzubringen, auf einen ethisch vertretbaren Boden nota bene. Worum geht es? Es geht darum, den politisch-ethischen Anforderungen der Gesellschaft zu entsprechen, also darum, Lösungen zu suchen für die ungelösten Probleme, als da sind Krebs, Aids oder die ganze Umweltproblematik. Grundlagen- forschung ist dafür unabdingbar, und ich möchte nicht, dass wir die Augen vor dieser Notwendigkeit verschliessen. Das be- deutet aber nicht einfach, freie Hand zu lassen. Im Gegenvor- schlag - mit dem Text, den wir beschlossen haben -sehen wir die notwendigen, eben auch ethischen Leitplanken vor. Ich bitte Sie daher, der Fassung des Nationalrates zuzustim- men, das heisst an unserer Fassung festzuhalten. Dafür zu sorgen, dass unsere Grundsätze auch durchgesetzt werden; darum geht es dann bei Artikel 18 in der Fassung des Natio- nalrates. Dort ist der Schlüssel für die Sicherung des Vollzu- ges. Eines Vollzuges, der bei den Kantonen sicherstellt, dass Bewilligungsbehörde und Tierversuchskommission getrennt sind, und der auch sicherstellt, dass die Tierschutzorganisatio- nen Sitze in diesen Kommissionen haben. Ich bin der Ueber- zeugung, dass wir damit das tun, was ethisch vernünftig, wich- tig und richtig ist, und dass wir auch dem Fortschritt dienen, der zur Beseitigung von Uebeln sowohl beim Menschen als auch der Umwelt Not tut. Präsident: Die liberale Fraktion teilt mit, dass sie der Mehrheit zustimmen wird. M. Delamuraz, conseiller fédéral: Je veux participer à ce dé- bat de divergences avec sensibilité, éthique et objectivité, sans passion fanatique, mais avec cette nécessaire part - et elle doit être forte - de sentiments de protection envers les ani- maux qui doit animer tout être humain digne de ce nom et qui doit lui interdire de traiter un sujet comme celui-là avec l'ab- sence de conscience d'une mécanique sans âme. La sensibi- lité doit être au rendez-vous, mais pas la passion fanatique. Et, dans la recherche très longue, très attentive, très émouvante parfois, que la commission du Conseil national, premier conseil, a conduite dans ce domaine, ce sont les mêmes senti- ments qui l'ont guidée. Elle est parvenue à une solution dont j'affirme qu'elle a fortement amélioré ce que le Conseil fédéral lui-même avait proposé. Cette solution, nous l'avons débattue ici, nous en avons vu toutes les possibilités, quelques-unes de ses limites aussi, car il y a parfois des ordres contradictoires qui opèrent dans ce domaine. Mais, au total, ce que vous avez décidé au terme du premier débat en plénum était réellement ce qu'il fallait proposer en contre-projet indirect à l'initiative que nous voulons combattre parce qu'excessive. Je regrette très vivement que le Conseil des Etats, à une majo- rité précaire - mais c'est une majorité tout de même - ait choisi d'aller beaucoup plus loin que vous-mêmes en premier débat, que les propositions qui vous étaient faites à ce titre en premier débat - propositions que vous avez repoussées à l'époque - et plus loin même que l'initiative. Permettez-moi de garder toute la mesure et toute l'objectivité en disant que, tout d'abord, la proposition retenue par le Conseil des Etats met en cause la recherche fondamentale. Il ne s'agit pas de finasser avec les textes, de se demander ce que ce texte veut dire: il rend tout simplement très difficile et, dans plusieurs secteurs, totalement impossible la recherche fondamentale, à partir de laquelle se sont élaborés des programmes de recherche ap- pliquée, qui ont tous contribué à sauver des vies humaines et qui doivent nous aider à en sauver beaucoup plus encore à l'avenir. Le président de l'Académie suisse des sciences naturelles, le professeur Walther de l'Université de Baie, envers qui il fau- drait être d'une mauvaise foi insigne pour trouver quelque trace de sadisme, parle avec autorité et sensibilité aussi du thème de la recherche fondamentale. Il donne les exemples de l'endocrinologie, de la neurologie, de l'immunologie, les- quelles, grâce à la recherche fondamentale -je dis bien la re- cherche fondamentale - ont connu un grand nombre de pro- grès ces dernières années. Mais il le dit en toute clarté, les ex- périences mises en oeuvre actuellement reposent sur les ré- sultats de la recherche fondamentale datant des cinq à dix der- nières années. Si les progrès en médecine doivent continuer, c'est maintenant que nous devons être à même de poursuivre activement la recherche fondamentale afin qu'au cours des cinq à dix prochaines années, ce progrès soit possible. La connaissance des processus chez l'animal est la condition ab- solue pour la recherche et l'application à l'homme. Je n'ai pas cité un Conseil fédéral sans science ni conscience, j'ai cité une sommité de la recherche fondamentale en Suisse, dont la conscience égale la science, c'est-à-dire qu'elles sont très haut placées. En plus de cet argument favorable à la recherche fondamen- tale, j'observe que la version du Conseil des Etats introduit, par un principe absolu, sans aucune limite, ce que nous devons introduire beaucoup plus par l'intermédiaire d'un texte d'appli- cation qui, lui alors, soit si bien établi, si précis dans la démar- che qu'il permette réellement, non au moyen d'une mesure complètement disproportionnée, mais avec une réglementa- tion fine et adaptée, d'éviter les douleurs superflues chez les animaux. C'est dans ce sens que nous avons dit à la commis- sion du Conseil national, comme auparavant à celle du Conseil des Etats, que l'administration avait déjà mis sur pied, en la révisant, une ordonnance d'application de cette loi au cas où le Parlement déciderait du changement de la loi. La commission a reçu de là part de l'administration une liste des expériences sur animaux qui seraient interdites sur la base de cette ordonnance. Vous me dispenserez de vous en donner lecture. Les rapporteurs d'ailleurs s'y sont fiés. Mais, s'il y a eu une nette majorité de la commission favorable à la formulation du Conseil national et hostile à celle du Conseil des Etats, c'est bien parce que des garanties ont été données à votre commis- sion; c'est bien parce que ce projet d'ordonnance, précisé- ment, a permis de rassurer la commission et, en toute confiance, de lui dire que la nouvelle loi sera administrée d'une manière rigoureuse par l'Administration fédérale, la- quelle contrôlera non moins rigoureusement les administra- tions cantonales, nous le verrons à l'article 18 tout à l'heure. Je vous demande de faire confiance à cette démarche, de ne pas partir en procès d'intention à l'égard de ceux qui vont ap- pliquer la loi et d'être sûrs, dès lors, qu'ils le feront d'une ma- nière absolument conforme aux buts profondément éthiques qui animent tous ceux qui se sont intéressés à cette loi, mais qui doit les dissuader d'aller au-delà, ce que fait hélas le Conseil des Etats. Croyez-moi, ce n'est pas parce que les dis- positions dont je parle ne sont pas dans la loi qu'elles ne se- ront pas appliquées. Il faut accepter le principe qui vous en est fourni et, avec Albert Schweitzer, admettre le principe, sous certaines conditions, de certaines expériences sur animaux. Au reste, j'observe qu'en votant au premier débat la loi que nous avons sous les yeux, vous avez également voté un article 14 et que celui-ci est suffisamment explicite pour, de la part du Parlement, dire au gouvernement ce qui est admissi- ble et ce qui ne l'est pas dans l'expérimentation animale. Vou- loir ajouter une disposition telle que celle que nous avons à l'article 13, c'est vider complètement l'article 14 de son sens, c'est remplacer une mesure très précise, une mesure tout àfait satisfaisante par une mesure écrasante, qui met en péril, dès aujourd'hui si on vient à l'adopter, la recherche fondamentale en Suisse et une partie de la recherche appliquée dans le do- maine capital de la médecine et de la pharmacie. La vie des hommes d'aujourd'hui et des hommes de demain, nous vou- lons qu'elle soit assurée à un autre prix. Namentliche Abstimmung - Vote par appel nominal Für den Antrag der Mehrheit stimmen die folgenden Ratsmit- .glieder: Votent pour la proposition, de la majorité: Allenspach, Antille, Aregger, Auer, Basler, Bezzola, Blatter, Bühler, Burckhardt, Bürgi, Cavadini, Cincera, Columberg, Cotti, Couchepin, Coutau, Daepp, Darbellay, David, Déglise, Dietrich, Dormann, Dreher, Dubois, Ducret, Eggly, Eisenring, Engler, EppenbergerSusi, Feigenwinter, Fischer-Hägglingen, Fischer-Sursee, Fischer-Seengen, Frey Walter, Friderici, Früh, Giger, Graf, Gros, Grossenbacher, Guinand, Gysin, Hess Otto, Hess Peter, Hildbrand, Hösli, Iten, Jeanneret, Jung, Keller, Kohler, Kühne, Leuba, Loeb, Loretan, Maitre, Martin, Massy,Limitons strictement l'expérimentation animale 228 N 4 mars 1991 Mühlemann, Müller-Meilen, Müller-Wiliberg, Nabholz, Nebi- ker, Neuenschwander, Nussbaumer, Oehler, Paccolat, Perey, Philipona, Pini, Reichling, Reimann Maximilian, Revaclier, Rohrbasser, Ruckstuhl, Rutishauser, Rüttimann, Rychen, Sa- ger, Savary-Fribourg, Savary-Vaud, Scheidegger, Scherrer, Schmidhalter, Schnider, Schule, Segmüller, Seiler Hanspeter, Spalti, Spoerry, Steinegger, Stucky, Theubet, Tschuppert, Wellauer, Widrig, Wyss Paul, Wyss William, Zbinden Paul, Zwingli (100) Für den Antrag der Minderheit stimmen die folgenden Ratsmit- glieder: Votent pour la proposition de la minorité: Aguet, Ammann, Baerlocher, Bär, Bäumlin, Béguelin, Bircher Peter, Bodenmann, Brügger, Bundi, Carobbio, Diener, Dünki, Eggenberger Georges, Euler, Fäh, Fankhauser, Gardiol, Grendelmeier, Günter, Haering Binder, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Haller, Herczog, Hubacher, Jaeger, Kühn, Lanz, Le- dergerber, Leemann, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Leutenegger Oberholzer, Longet, Luder, Maeder, Mauch Ursula, Meier-Glattfelden, Meier Samuel, Meyer Theo, Neukomm, Petitpierre, Rebeaud, Rechsteiner, Reimann Fritz, Ruf, Ruffy, Salvioni, Schmid, Stappung, Steffen, Stocker, Thür, Uchtenhagen, Ulrich, Vollmer, Weder-Basel, Widmer, Zbinden Hans, Züger, Zwygart (62) Der Stimme enthalten sich - S'abstiennent: Fierz, Jeanprêtre, Meizoz, Stamm, Wanner (5) Abwesend sind die folgenden Ratsmitglieder - Sont absents: Aubry, Baggi, Berger, Biel, Bircher Silvio, Blocher, Bonny, Bo- rei, Büttiker, Caccia, Cevey, Danuser, Eggenberg-Thun, Eti- que, Frey Claude, Grassi, Hari, Houmard, Matthey, Mauch Rolf, Meier Fritz, Pidoux, Pitteloud, Portmann, Schwab, Seiler Rolf, Spielmann, Weber-Schwyz, Wiederkehr, Ziegler, Zölch (31) H. Reich ist verstorben - M. Reich est décédé Präsident Bremi stimmt nicht M. Bremi, président, ne vote pas Art. 18 Antrag der Kommission Festhalten Proposition de la commission Maintenir Euler, Berichterstatter: Der Ständerat will an Artikel 18 in der bisher geltenden Gesetzesfassung festhalten. Es ging im Ständerat offenbar darum, dass man einen vermeintlichen Eingriff in die Kantonshoheit vermeiden wollte. Ihre Kommission ist aber entschieden anderer Auffassung, sie teilt das ständerätliche Föderalismusverständnis nicht und meint, die ursprüngliche nationalrätliche Fassung von Arti- kel 18 mit vier Absätzen sei.sinnvoll, nämlich, dass die Kantone die Bewilligungen erteilen und Vertreter der Tierschutzorgani- sationen in den Kommissionen vertreten sein müssen - also auch die Teilung, die Frau Segmüller an diesem Pult erwähnt hat: Bewilligen durch die eine Instanz und beurteilen durch die andere Instanz. Wenn schon die Zahl der Tierversuche vermin- dert werden soll und nachdem beim Vollzug offensichtlich zu grosse kantonale Unterschiede vorkommen, ist nicht einzuse- hen, warum der Ständerat an der alten Fassung von Artikel 18 festhalten will. Deshalb ist die Kommission einstimmig - mit 18 zu 0 Stimmen - zur Auffassung gekommen, an der natio- nalrätlichen Fassung von Artikel 18 mit vier Absätzen festzu- halten Mme Paccolat, rapporteur: Le Conseil des Etats veut mainte- nir l'article 18 selon le droit actuel en vigueur. Je vous rappelle que le contre-projet exprime une volonté de faire un pas en di- rection de l'initiative, notamment en renforçant le droit des commissions cantonales qui sont chargées de l'exécution de la loi et en introduisant le droit de représentation des organisa- tions de protection des animaux, comme c'est déjà le cas dans certaines commissions cantonales. Cette disposition, version Conseil national, à l'article 18 renforce donc le droit actuel et les précisions qui sont apportées visent à réactiver les com- missions cantonales en leur attribuant une tâche executive et à limiter la Commission consultative fédérale à une tâche de conseil. Cette disposition vise également une certaine unifor- misation des procédures cantonales d'octroi d'autorisation. A l'alinéa 2, la représentation des organisations de protection des animaux dans les commissions cantonales, qui sont char- gées de donner un préavis pour les autorisations d'expérien- ces animales, représente un juste droit. Elle se jumelle avec le droit de recours des autorités qui représente un point substan- tiel du contre-projet. Il serait regrettable à ce niveau de dimi- nuer le contre-projet de sa valeur. Je vous invite par conséquent à accepter l'article 18, dans la version du Conseil national, afin que le contre-projet indirect soit ficelé de manière à constituer une réponse valable à l'ini- tiative. Angenommen -Adopté An den Ständerat-Au Conseil des Etats 90.2011 Pétition Veto Verbot von Tierversuchen für Kosmetika Pétition VETO Interdiction d'expériences sur animaux dans le domaine de cosmétiques Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN Herr Euler unterbreitet im Namen der Kommission den folgen- den schriftlichen Bericht: 1. Am 10. Mai 1990 hat der Verband Tierschutz-Organisationen (Veto) beim Sekretariat der Bundesversammlung eine Petition eingereicht. Die Petenten begründen ihre Petition folgendermassen: «In der Schweiz werden jährlich 2000 bis 3000 Versuchstiere in Kosmetiktests Verbraucht' Mit dieser Petition soll verhin- dert werden, dass neue Chemikalien, die ausschliesslich für den Gebrauch in kosmetischen Produkten bestimmt sind, ent- wickelt und im Tierversuch getestet werden. Sofern toxisch re- levante und pharmakologisch wirksame Rohstoffe verwendet werden, müssen die entsprechenden Daten bereits vorliegen. Ausländische Vorschriften dürfen nicht als Rechtfertigung für die Bewilligung von neuen Tierversuchen herbeigezogen wer- den. Es erübrigt sich unter diesen Umständen auch, ge- brauchsfertige kosmetische Produkte auf Verträglichkeit für Haut und Schleimhaut im Tierversuch zu testen. Solche Prü- fungen können ohne Bedenken direkt am Menschen vorge- nommen werden. Mit dieser Petition soll aber auch den bekannten und anwen- dungsreifen Alternativ-Methoden zum Durchbruch verholten werden, deren Zuverlässigkeit durch umfangreiche Versuche erwiesen ist.» 2. Die Kommission befasste sich am 26. September 1990 mit dieser Eingabe und einer entsprechenden Stellungnahme des Bundesamtes für Veterinärwesen. Die Kommission hält folgendes fest: Mit dieser Petition soll verhindert werden, «dass neue Chemi- kalien, die ausschliesslich für den Gebrauch in kosmetischen Mitteln bestimmt sind, entwickelt und im Tierversuch getestet werden». Aus der Stellungnahme des Bundesamtes für Veteri- närwesen geht jedoch hervor, dass «neue Grundstoffe, die in4. März 1991 N 229 Weg vom Tierversuch vielen Fällen auch in anderen Produkten wie Medikamenten oder Lebensmitteln Anwendung finden, nötigenfalls weiterhin am Tier geprüft werden müssen. Als solche Grundstoffe fallen u. a. in Betracht anti-mikrobiell wirkende Stoffe (Konservantien und Desinfizientien), Emulgatoren, neue Gerüststoffe, Pro- dukte aus Pflanzen, Eiweisspräparate, Mikroemulsionen, ü- posomen, Mikrosomen. Es bestehen nicht in allen Bereichen genügend aussagekräftige Prüfmethoden ohne Tierversuche. Immerhin sind die Prüfungen heute mit schonenden Ver- suchsmethoden möglich.» Darüber hinaus muss festgestellt werden, dass eine Ein- schränkung nur auf Kosmetika nicht möglich ist, weil gleiche Grundsubstanzen sowohl in therapeutischen Salben als auch in dekorativen Crèmes Verwendung finden können. Gewisse Produkte werden heute als «tierversuchsfrei» angepriesen. Es ist umstritten, ob dies zutreffend ist, denn die Rohstoffe für diese Produkte sind mit grosser Wahrscheinlichkeit irgend- wann einmal im Tierversuch geprüft worden. Der Hinweis sagt also höchstens aus, dass das betreffende Endprodukt nicht zusätzlich in Tierversuchen geprüft worden ist. Den Ordnungsantrag, ein Hearing mit den Petenten und Ver- tretern der schweizerischen Kosmetikafirmen, die ohne Tier- versuche auskommen, durchzuführen, damit man in Kenntnis dieser Informationen einen sachlich fundierten Bericht erstel- len kann, lehnte die Kommission mit 8 zu einer Stimme ab. Die Kommission ist nämlich aufgrund des mangelnden Fachwis- sens nicht in der Lage, diesen Bereich selber zu regeln. Das Anliegen der Petition wurde bereits im Zusammenhang mit der Revision des Tierschutzgesetzes diskutiert. Die Kom- mission und das Plenum lehnten jedoch einen entsprechen- den Antrag zum Artikel 13 ab. Die Ablehnung erfolgte unter Berücksichtigung der ausdrücklichen Erklärung von Bundes- rat Delamuraz, dass diese Fragen in der Verordnung entspre- chend geregelt werden sollen. In diesem Zusammenhang erklärte der Vertreter des Bundes- amtes für Veterinärwesen, dass die Prüfung von kosmetischen Endprodukten verboten werden könnte. Wie bereits oben er- wähnt, liegen die Probleme bei den Grundsubstanzen. Ob diese für kosmetische Zwecke an Tieren getestet werden sol- len, wird für die Regelung in der Verordnung geprüft, gemäss Zusicherung von Bundesrat Delamuraz im Nationalrat. Diese Prüfung hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Ge- sundheitswesen schon begonnen. Die Kommission hatte ursprünglich über zwei Anträge zu be- finden. Der erste verlangte, dass der Petition Folge zu geben sei, und der zweite schlug vor, das Anliegen der Petition in Form eines Kommissionspostulats dem Bundesrat zu über- weisen. Der erste Antrag wurde zugunsten des zweiten zu- rückgezogen. Den zweiten Antrag lehnte die Kommission mit 6 zu 5 Stimmen ab. Die beiden Anträge wurden als Minder- heitsanträge eingereicht. M. Euler présente au nom de la commission le rapport écrit suivant: 1. Le 10 mai 1990, l'Association des organisations de protec- tion des animaux (Veto: Verband Tierschutz-Organisationen) a déposé auprès du secrétariat de l'Assemblée fédérale une pé- tition que ses auteurs motivent comme suit: (traduction) «Entre 2000 et 3000 animaux sont soumis annuellement en Suisse à des essais de cosmétiques La présente pétition vise à empêcher que de nouveaux produits chimiques utilisés exclusivement pour des cosmétiques soient testés sur des animaux. Lorsque les substances utilisées ont des effets toxi- ques ou pharmaceutiques, les données pertinentes devraient déjà être connues. Les normes en vigueur à l'étranger ne peu- vent être invoquées pour justifier l'autorisation de nouveaux essais sur des animaux. Il est aussi superflu dans ces condi- tions de tester sur des animaux des cosmétiques prêts à l'usage afin de déterminer leur compatibilité avec la peau et les muqueuses. De tels produits peuvent être testés directement sur l'être humain. En outre, la présente pétition vise aussi à promouvoir les méthodes de substitution dont la praticabilité et la fiabilité ont été prouvées par des expériences approfon- dies.« 2. La commission a examiné le 26 septembre 1990 cette re- quête ainsi qu'un avis circonstancié de l'Office vétérinaire fé- déral. Elle a formulé les considérations suivantes: La pétition veut empêcher «que de nouveaux produits chimi- ques destinés exclusivement à l'utilisation dans les cosméti- ques soient développés et testés dans des expériences sur animaux». Il ressort cependant de l'avis de l'Office vétérinaire fédéral que «de nouvelles substances également utilisées dans de nombreux cas dans d'autres produits, tels que les médicaments ou les denrées alimentaires, doivent, le cas échéant, pouvoir être contrôlées à l'avenir sur des animaux. Parmi ces substances de base, on peut citer entre autres des antibactériens (agents de conservation et désinfectants), des émulsifiants, des nouveaux reconstituants, des produits issus de plantes, des préparations protéiniques, des microémul- sions, des liposomes, des microsomes. Il n'existe pas dans tous les domaines des méthodes de contrôle donnant les indi- cations sûres sans avoir recours aux expériences sur animaux. Néanmoins, les contrôles sont actuellement possibles au moyen d'expériences plus ménageantes.» Il faut constater par ailleurs qu'il n'est pas possible d'interdire uniquement les essais concernant les cosmétiques, car les mêmes substances de base peuvent servir aussi bien à la pré- paration de baumes thérapeutiques que de crèmes purement cosmétiques. Si certains produits sont vantés comme ayant été fabriqués sans recours à des tests sur animaux, une telle affirmation est discutable, car il est hautement probable que les substances de base utilisées ont été testées au moins une fois sur des animaux. L'indication en question signifie donc tout au plus que le produit final désigné n'a pas été une nou- velle fois essayé sur des animaux. La commission a rejeté par 8 voix contre une une motion d'or- dre demandant une audition de représentants des pétitionnai- res et des fabricants suisses de cosmétiques ayant renoncé aux essais sur animaux. Cette audition aurait permis de rédi- ger un rapport en connaissance de cause. La commission a estimé ne pas pouvoir se prononcer dans ce domaine en rai- son de son manque de compétence technique. Quant au but visé par la pétition, il a déjà été débattu en rapport avec la révision de la loi sur la protection des animaux. Tant la commission que le plénum ont rejeté une proposition de mo- dification de l'article 13 de ladite loi, marquant que le conseil- ler fédéral Delamuraz a promis de régler ces questions dans l'ordonnance. Le représentant de l'Office vétérinaire fédéral a déclaré à ce propos qu'il est possible d'interdire les tests sur animaux de produits cosmétiques finis, étant donné que le vrai problème se pose pour les substances de base. Quant à savoir si ces dernières doivent pouvoir être essayées sur des animaux lorsqu'elles entrent dans la préparation de cosmétiques, le chef du DFEP a promis que ce problème sera aussi abordé au niveau de l'ordonnance. L'étude de ces questions se fait en collaboration avec l'Office de la santé publique. La commission a dû examiner deux propositions. La première voulait donner suite à l'initiative, tandis que la deuxième enten- dait reprendre l'objet de la pétition sous forme d'un postulat de la commission au Conseil fédéral. La première proposition a été retirée au profit de la seconde, laquelle a finalement été re- jetée par 6 voix contre 5. Ces deux propositions ont néan- moins été déposées par la minorité de la commission. Antrag der Kommission Mehrheit Von der Petition Kenntnis nehmen, ihr aber keine Folge ge- ben. Minderheit l (Weder-Basel) Der Petition Folge geben. Minderheit II (Meier-Glattfelden, Bäumlin, Euler, Luder, Seiler Rolf, Weder- Basel) Die Petition in Form eines Postulates überweisen: Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob es nicht möglichInitiative parlementaire. Paiements directs 230 N 4 mars 1991 sei, für Grundstoffe, die speziell für dekorative kosmetische Mittel entwickelt werden, auf die Anwendung von Tierversu- chen zu verzichten. Proposition de la commission Majorité Prendre acte de la pétition sans lui donner suite. Minorité I (Weder-Bâle) Donner suite à la pétition. Minorité II (Meier-Glattfelden, Bäumlin, Euler, Luder, Seiler Rolf, Weder- Bâle) Transmettre la pétition sous la forme d'un postulat: Le Conseil fédéral est invité à examiner s'il n'est pas possible de renoncer à des expériences sur animaux pour les cosméti- ques décoratifs. Euler, Berichterstatter: Die Kommission befasste sich am 26. September 1990 mit dieser Petition und einer entsprechen- den Stellungnahme des Bundesamtes für Veterinärwesen. Dank dieser Petition solle verhindert werden - so die Petenten -, dass neue Chemikalien, die ausschliesslich für den Ge- brauch in kosmetischen Mitteln bestimmt sind, entwickelt und im Tierversuch getestet werden. Aus der Stellungnahme des Bundesamtes für Veterinärwesen geht jedoch hervor, dass neue Grundstoffe, die in vielen Fällen auch in anderen Produk- ten, wie Medikamenten oder Lebensmitteln, Anwendung fin- den, nötigenfalls weiterhin am Tier geprüft werden müssen. Darüber hinaus muss festgestellt werden, dass die Einschrän- kung nur auf Kosmetika nicht möglich ist, weil gleiche Grund- substanzen sowohl in therapetischen Salben als auch in deko- rativen Cremen Verwendung finden können. Gewisse Pro- dukte werden heute als tierversuchsfrei deklariert. Es ist aber umstritten, ob dies absolut zutreffend ist, denn die Rohstoffe für diese Produkte sind mit grosser Wahrscheinlichkeit irgend- wann einmal im Tierversuch geprüft worden. Der Hinweis sagt also höchstens aus, dass das betreffende Endprodukt nicht zusätzlich in Tierversuchen geprüft worden ist. Das Anliegen der Petition wurde bereits im Zusammenhang mit der Revision des Tierschutzgesetzes - wie jetzt auch bei diesem Artikel 13 Absatz 3 - behandelt und diskutiert. Die Kommission und das Plenum lehnten damals jedoch einen entsprechenden Antrag ab. Die Ablehnung erfolgte unter Be- rücksichtigung der ausdrücklichen Erklärung von Bundesrat Delamuraz, dass die Frage in der Verordnung entsprechend geregelt werden soll. In diesem Zusammenhang erklärte der Vertreter des Bundesamtes für Veterinärwesen der Kommis- sion, dass die Prüfung von kosmetischen Endprodukten ver- boten werden könnte. Die Probleme liegen - wie bereits ge- sagt - bei den Grundsubstanzen. Ob diese für kosmetische Zwecke an Tieren getestet werden sollen, wird für die Rege- lung in der Verordnung gemäss Zusicherung des Bundesrates geprüft. Diese Prüfung hat in Zusammenarbeit mit dem Bun- desamt für Gesundheitswesen bereits begonnen. Die Kommission beantragt Ihnen deshalb, von der Petition Kenntnis zu nehmen, ihr aber keine Folge zu geben und somit den Minderheitsantrag von Herrn Weder-Basel abzulehnen. Der Minderheitsantrag von Herrn Meier-Glattfelden, ein Kom- missionspostulat einzureichen, ist von ihm zurückgezogen worden; das Postulat wird separat eingereicht. Ich ersuche Sie, im Sinne der Kommission zu entscheiden. Mme Paccolat, rapporteur: Les expériences sur les animaux pour le contrôle de l'innocuité de cosmétiques sont depuis longtemps remises en question par les milieux de protection des animaux. L'argument principal est que les cosmétiques sont des produits de luxe et qu'il existe des méthodes de contrôle qui ne nécessitent pas le recours aux animaux. La pé- tition «veut empêcher que de nouveaux produits chimiques destinés exclusivement à l'utilisation dans les cosmétiques soient développés et testés dans des expériences sur ani- maux». Il ressort de l'enquête à laquelle l'Office vétérinaire fé- déral a procédé en 1984 que sur 3055 animaux qui avaient été utilisés pour le contrôle de cosmétiques, à peine 1,7 pour mille avaient été utilisés avec des expériences. Les chiffres plus ré- cents qui ont été demandés par la commission n'ont pas pu être obtenus car à ce jour il n'existe aucune harmonisation, les statistiques étant tenues par les cantons. La nouvelle loi sur la protection des animaux exige précisément, à son article 39, une meilleure tenue des statistiques en introduisant un service de documentation et statistique au niveau fédéral. La commission a pris connaissance de l'avis de l'Office vétéri- naire fédéral et a demandé des précisions lors de sa séance du 26 septembre de l'an passé. Pour l'essentiel, l'avis de l'Of- fice vétérinaire fédéral - que la majorité de la commission par- tage d'ailleurs - se résume à: de nouvelles substances, qui sont également utilisées dans de nombreux cas pour d'autres produits tels que les médicaments ou les denrées alimentai- res, doivent pouvoir être contrôlées à l'avenir sur les animaux. Parmi ces substances de base on peut citer les émulsifiants, de nouveaux reconstituants ou divers autres produits de pré- paration. De plus, si certains produits sont vantés comme étant fabriqués sans recours à des tests sur animaux, une telle affirmation paraît discutable car il est fort probable que les substances de base ont été testées au moins une fois sur des animaux. Il faut donc distinguer entre substance de base et produit fini lorsqu'on parle d'expérimentation. Si l'on se réfère à la République fédérale d'Allemagne, les expériences sur ani- maux pour le développement de cosmétiques décoratifs sont en principe interdites, ce qui ne s'applique pas aux produits pour l'hygiène de la bouche et de la peau, pour lesquels ces tests sont possibles. En conclusion, il n'existe pas aujourd'hui, dans tous les do- maines, de méthodes de contrôle qui peuvent donner des in- dications sûres sans le recours aux expériences sur les ani- maux. Néanmoins, les contrôles qui sont actuellement possi- bles au moyen de méthodes d'expérimentation plus ména- geantes doivent être encouragés. La majorité de la commis- sion partage l'avis de l'Office vétérinaire fédéral. Elle considère que ce problème a déjà été débattu à l'article 13 de la loi sur la protection des animaux et que des garanties ont été données quant aux critères qui seront définis dans l'ordonnance et qui restreignent notamment les expériences animales pour les tests de Draize et du LSD 50. Par 6 voix contre 5, la commis- sion vous recommande de ne pas suivre cette pétition. Präsident: Der Antrag der Minderheit II ist zurückgezogen worden. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit 61 Stimmen Für den Antrag der Minderheit l 40 Stimmen #ST# 89.236 Parlamentarische Initiative (Neukomm) Direktzahlungen an die Landwirtschaft Initiative parlementaire (Neukomm) Paiements directs à l'agriculture Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN Wortlaut der Initiative vom 23. Juni 1989 Im Sinne von Artikel 21 sexies des Geschäftsverkehrsgesetzes und Artikel 27 des Geschäftsreglementes unterbreite ich die folgende parlamentarische Einzelinitiative in Form einer allge- meinen Anregung: 1. Als ergänzende Massnahme zur Erhaltung einer gesunden und rationellen Landwirtschaft können landwirtschaftliche Be-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Weg vom Tierversuch. Volksinitiative Limitons strictement l'expérimentation animale. Initiative populaire In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 01 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.010 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 04.03.1991 - 14:30 Date Data Seite 223-230 Page Pagina Ref. No 20 019 641 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.