B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-5178/2012 U r t e i l v o m 2 . S e p t e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richterin Eva Schneeberger, Richter Pascal Richard, Richter Jean-Luc Baechler, Gerichtsschreiberin Beatrice Grubenmann. Parteien A._______, vertreten durch lic. iur. Simon Krauter, Rechtsanwalt, S-E-K Advokaten, Zürcherstrasse 310, 8500 Frauenfeld, Beschwerdeführer, gegen K._______, vertreten durch M._______, Beschwerdegegnerin, Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau, Promenadenstrasse 8, 8510 Frauenfeld, Vorinstanz, Landwirtschaftsamt des Kantons Thurgau, Promenadenstrasse 8, 8510 Frauenfeld, Erstinstanz. Gegenstand Bewilligung einer Ausnahme vom Zerstückelungsverbot. B-5178/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Parzelle Nr. (...), Grundbuch L._______, entstand anlässlich der 1970-1987 durchgeführten Güterzusammenlegung. Im Grundbuch steht unter anderem folgende Anmerkung: "516 Bodenverbesserung Nr. 1080 - Zerstückelungsverbot 19.03.1987 Beleg 87 09.12.2005 Beleg 824" Das Grundstück befindet sich vollständig in der Landwirtschaftszone. A.b K._______ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) ist Eigentümerin des Grundstücks. A.c A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) ist Bewirtschafter eines landwirtschaftlichen Gewerbes , bestehend aus 659,77 Aren Eigenland und 1'352,47 Aren Pachtland. Zum Pachtland gehören unter anderem zwei Teilflächen von insgesamt rund 305 Aren der Parzelle Nr. (...). Der Beschwerdeführer ist seit dem 1. Januar 2000 Pächter dieser beiden Teil- flächen. A.d Am 9. März 2010 wu rde ein zwischen der Beschwerdegegnerin und F._______ (nachfolgend: Käufer) abgeschlossener Kaufvertrag über die Parzelle Nr. (...) öffentlich beurkundet. A.e Mit Schreiben vom 12. Mai 2010 machte der Beschwerdeführer ein Vorkaufsrecht an den von ihm gepachteten Teilflächen der Parzelle Nr. (...), Grundbuch L._______, geltend. A.f Am 12. Dezember 2010 und mit Wirkung per 31. Dezember 2011 kündigten die Beschwerdegegnerin, vertreten durch M._______, und der Käufer des Grundstücks den Pachtvertrag des Beschwerdeführers wegen Selbstbewirtschaftung. Seit 1. Januar 2012 wird die Parzelle Nr. (...) durch den Käufer bewirtschaftet. A.g Am 12. Mai 2011 ersuchte die Beschwerdegegnerin das Landwirt- schaftsamt des Kantons Thurgau (nachfolgend: Erstinstanz) um einen re- kursfähigen Entscheid zu r Frage, ob im Zusammenhang mit der Au s-B-5178/2012 Seite 3 übung des Vorkaufrechts des Pächters am Grundstück Nr. (...) das Zer- stückelungsverbot nach Art. 102 LwG gelte oder nicht. A.h Mit Verfügung vom 21. November 2011 entschied die Erstinstanz , die Aufteilung der Parzelle Nr. (...), Grundbuch L._______, in drei Teilflä- chen von ca. 135 Aren, ca. 164 Aren und ca. 170 Aren werde nicht bewil- ligt. Zur Begründung führte sie aus, die Anmerkung Nr. 1080 auf der Parzelle Nr. (...) gehe auf die in den Jahren 1970 -1987 ausgeführte Güterzusam- menlegung (GZ) L._______ zurück. Die GZ L._______ sei seit mehr als 20 Jahren abgeschlossen. Deshalb sei nur noch das Zerstückelungsve r- bot angemerkt, das unbefristet gelte. Die Aufteilung der Parzelle Nr. (...) in drei Teilparzellen könne keinem der in der Strukturverbesserungsverord- nung enthaltene n Ausnahmegründe zugeordnet werden. Für die bean- tragte Aufteilung könne daher keine Ausnahmebewilligung erteilt werden. Die Verfügung wurde auch dem Beschwerdeführer mitgeteilt. A.i Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 13. Dezem- ber 2011 Rekurs beim Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau (nachfolgend: Vorinstanz) und beantragte, der Ent- scheid sei aufzuheben und die Aufteilung der Parzelle Nr. (...) in drei Teil- flächen mit ca. 135 Aren, ca. 164 Aren und ca. 170 Aren sei zu bewilligen. In Bezug auf die Begründung ersuchte er vorerst um eine Fristverläng e- rung. A.j Im Rahmen ihrer Vernehmlassung vom 25. Januar 2012 legte die Erstinstanz dar, sie habe sich entschieden, dem Beschwerdeführer den Entscheid vom 21./22. November 2011 zuzustellen, sei aber nicht sicher, ob er als Pächter überhaupt rekursberechtigt sei. Sie sei an der Klärung dieser Frage sehr interessiert. In der Sache ergänzte sie die Begründung ihrer Verfügung dahingehend, dass sie Ausnahmen vom Zerstückelung s- verbot dann bewillige, wenn nichtlandwirtschaftlich genutzte Gebäude von landwirtschaftlich nutzbarem Kulturland getrennt werden sollten und dies bodenrechtlich bewilligt sei. Im vorliegenden Fall bestünde das Ris i- ko, dass bei einer Bewilligung der Abtrennung von zwei Teilparzellen a n- schliessend die Eigentümerin die Hausparzelle von der Restparzelle trenne, so dass trotz Zerstückelungsverbot vier Parzellen entstehen könn- ten. B-5178/2012 Seite 4 A.k In seiner Replik vom 5. März 2012 führte der Beschwerdeführer zur Begründung aus, er sei vom angefochtenen Entscheid besonders b e- rührt. Die Leg itimation ergebe sich nicht zuletzt daraus, dass der ang e- fochtene Entscheid ihm eröffnet worden sei. Er sei zwar nicht Eigentümer der Parzelle, aber Pächter, womit er selber eine Feststell ungsverfügung hätte erwirken können. Der ablehnende Entscheid würde bedeuten, dass er das Pächtervorkaufsrecht nicht ausüben könnte. In der Sache führte er aus, die Voraussetzungen für das Vorkaufsrecht seien unbestrittenermas- sen erfüllt; der Ausübung stehe somit einzig das landwirtschaftliche Ze r- stückelungsverbot entgegen. Der in der Verordnung aufgeführte Ausna h- mekatalog sei nicht abschliessend. Eine Ausnahme müsse auch bewilligt werden können, wenn die Realteilung dazu diene, andere landwirtschaf t- liche Gewerbe strukturell zu verbessern oder wenn keine vorkaufsberech- tigte Person innerhalb der Verwandtschaft das Gewerbe übernehmen wolle. Ein weiterer möglicher Ausnahmegrund müsse sein, wenn das Gewerbe seit mehr als sechs Jahren parzellenweise verpachtet worden sei. Andernfalls könne das Pächtervorkaufsrecht bei der Pacht v on Teil- flächen nie ausgeübt werden. Dies könne nicht die Intention des Geset z- gebers gewesen sei, als er dieses Vorkaufsrecht geschaffen habe. Ins o- fern bestehe ein Zielkonflikt zwischen dem Pächtervorkaufsrecht und dem landwirtschaftlichen Zerstückelungsverbot. Der Beschwerdeführer sei auf die gepachteten Flächen angewiesen, die sich in unmittelbarer Nähe zu seinem Gewerbe befänden und der strukturellen Verbesserung dieses Gewerbes dienen würden. Die Eigentümerin wolle das Grundstück an e i- ne Person verkaufen, die weder vorkaufs- noch zuweisungsberechtigt sei. Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung seien daher erfüllt. A.l Mit Stellungnahme vom 29 . März 2012 beantragte die Beschwerd e- gegnerin die Abweisung des Rekurses. Zur Begründung führt e sie aus, die Kollision zwischen dem Pächtervorkaufsrecht und dem landwirtschaft- lichen Zerstückelungsverbot sei dem Gesetzgeber sehr wohl bewusst gewesen. In der Botschaft sei daher festgehalten worden, dass eine Au f- teilung ausgeschlossen sei, wenn damit das Zerstückelungsverbot ve r- letzt würde. Andernfalls würden Grundstücke, welche in aufwendigen Gü- terzusammenlegungen arrondiert worden seien, wegen dem Vorkauf s- recht des Pächters wieder in kleinere Einheiten zerfallen. A.m Mit Entscheid vom 7. September 2012 wies die Vorinstanz die Be- schwerde ab. Zur Frage der Legitimation des Beschwerdeführers führte sie aus, es sei unbestritten, dass der Beschwerdeführer Eigentümer eines B-5178/2012 Seite 5 landwirtschaftlichen Gewerbes sei, sowie, dass die Pachtflächen im orts- üblichen Bewirtscha ftungsbereich dieses Gewerbes lä gen und die g e- setzliche Mindestpachtdauer abgelaufen sei . Damit seien die Vorausset- zungen für das Vorkaufsrecht des Pächters erfüllt. Weil der Beschwerde- führer das Vorkaufsrecht in Bezug auf die gepachtet en Teilflächen nur geltend machen könne, wenn eine Zerstückelung der Parzelle Nr. (...) möglich sei, sei er vom Entscheid des Landwirtschaftsamtes als Dritter betroffen. Er sei vom angefochtenen Entscheid berührt und habe ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung. In mate- rieller Hinsicht führte die Vorinstanz aus, d er Gesetzgeber habe sich im Zielkonflikt zwischen dem Pächtervorkaufsrecht nach Art. 47 Abs. 2 BGBB und dem Zerstückelungsverbot nach Art. 102 Abs. 1 LwG und Art. 35 Abs. 3 S VV zugunsten des Letzteren ausgesprochen. Im v orlie- genden Fall bestehe keiner der in Art. 102 Abs. 3 LwG i.V.m. Art. 36 SVV genannten wichtigen Gründe für eine Ausnahme vom Zerstückelungsve r- bot. B. Gegen diesen Entscheid erhebt der Beschwerdeführer am 3. Ok tober 2012 Beschwerde beim Bundesverwaltungsge richt und beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, und es sei die Aufteilung der Parzelle Nr. (...), Grundbuch L._______, in drei Teilflächen zu ca. 135 Aren, ca. 163,5 Aren und ca. 175 Aren zu bew illigen. Zur Begründung führt er aus, das Vorkaufsrecht sei zwischenzeitlich geltend gemacht worden. Das Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt sei pe n- dent und einstweilen sistiert. Im vorliegenden Verfahren sei einzig die Frage zu klären, ob im konkreten Fall eine Ausnahme vom Zerstück e- lungsverbot bewilligt werden könne. Es gehe darum, den Konflikt zw i- schen dem Zerstückelungsverbot und dem Pächtervorkaufsrecht im Rahmen einer umfassenden Interessenabwägung für den vorliegenden Einzelfall zu lösen. Es sei unbestritten, dass keiner der in der Verordnung genannten Ausnahmetatbestände erfüllt sei. Diese Aufzählung sei alle r- dings nicht abschliessend. Ausnahmebestimmungen wie die in Frage stehende dienten dazu, bei unbefriedigenden Ergebnissen Härt efälle zu vermeiden und aus Billigkeitsgründen von der geltenden Ordnung abz u- weichen. Es sei zunächst zu klären, ob das Zerstückelungsverbot dem Pächtervorkaufsrecht tatsächlich vorgehe. Aufgrund der im angefocht e- nen Entscheid zitierten Gesetzesmaterialie n sei nicht auszuschliessen, dass das Zerstückelungsverbot im Grundsatz vorgehe. Es sei aber nicht sicher, ob dieser Vorrang für sämtliche denkbaren Konstellationen gelte. In analoger Anwendung von Art. 60 Abs. 2 Bst. b und c BGBB müssten B-5178/2012 Seite 6 Ausnahmen vom Zer stückelungsverbot bewilligt werden können, be i- spielsweise, wenn die Zerstückelung dazu diene, andere landwirtschaftl i- che Gewerbe strukturell zu verbessern. Eine Ausnahme müsse auch z u- gelassen werden, wenn der Pachtgegenstand zu einem seit mehr als sechs Ja hren parzellenweise verpachteten Gewerbe gehöre. Der B e- schwerdeführer sei auf die Pachtflächen angewiesen; sie befänden sich in unmittelbarer Nähe zu seinem Gewerbe und machten rund 15 % der Gesamtfläche seines Gewerbes aus. Auf der anderen Seite bestehe kein besonderes oder überwiegendes Interesse an einer Erhaltung der Parzel- le. Sie sei seit über 10 Jahren parzellenweise verpachtet worden und sol- le nun von einer Person erworben werden, welche weder vorkaufs- noch zuweisungsberechtigt sei und bereits über ein eigenes existenzsicher n- des landwirtschaftliches Gewerbe verfüge. Auch liege die Güterzusa m- menlegung L._______, in deren Rahmen die Parzelle geschaffen worden sei, schon mehr als 25 Jahre zurück. Zumindest mit Blick auf die geleiste- ten Bundesbeiträge könne daher kein überwiegendes öffentliches Int e- resse an der Aufrechterhaltung des Zerstückelungsverbotes mehr beste- hen. Im Ergebnis überwiege d as Interesse des Beschwerdeführers , wes- halb eine Ausnahme vom Zerstückelungsverbot zu bewilligen sei. C. Mit Zwischenverfügung vom 10. Oktober 2012 forderte die Instruktion s- richterin die Beschwerdegegnerin auf, sich zur Frage der Ausübung von Parteirechten zu äussern. D. In ihrer Stellungnahme vom 25. Oktober 2012 präzisierte die Beschwer- degegnerin, sie habe nicht um Erteilung einer Ausnahmebewilligung vom Zerstückelungsverbot ersucht, vielmehr habe sie von der Erstinstanz am 12. Mai 2011 einen rekursfähigen Entscheid zur Frage, ob das Zerstücke- lungsverbot nach Art. 102 LwG im Zusammenhang mit der Ausübung des Vorkaufsrechts des Beschwerdeführers gelte, verlangt. Der Beschwerde- führer habe das Vorkaufsrecht nach Art. 47 BGBB geltend gemacht, indes sei unklar, ob es wegen des im Grundbuch eingetragenen Zerstück e- lungsverbots überhaupt durchsetzbar sei. Der Entscheid der Vo rinstanz sei daher in ihrem im Sinn. E. Die Erstinstanz liess sich am 3. Dezember 2012 vernehmen und bea n- tragt die Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, die vom Beschwerde- führer verlangte Parzellierung könnte letztlich dazu führen, dass die Pa r-B-5178/2012 Seite 7 zelle Nr. (...) in vier Teilstücke aufgeteilt werde, was nicht im Sinne der Güterzusammenlegung wäre. Ein ordentliches Pachtverhältnis an einem landwirtschaftlichen Grundstück weise eine Periodizität von sechs Jahren auf, während das Zerstückelungsverbot unbegrenzt gültig sei. Letzteres habe daher übergeordneten Charakter und gehe dem Pächtervorkauf s- recht vor . Der Beschwerdeführer verwechsle sodann das Realteilung s- verbot mit dem Zerstückelungsverbot. Unter den beschriebenen Vorau s- setzungen stelle ein Landwirtschaftsb etrieb kein landwirtschaftliches G e- werbe mehr dar, mit der Folge, dass das Realteilungsverbot nicht mehr anwendbar sei. F. Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 3. Dezember 2012 die Abweisung der Beschwerde. G. Mit Beschwerdeantwort vom 3. Dezember 2012 ersucht die Beschwerde- gegnerin um Abweisung der Beschwerde . Sie k ritisiert, der Beschwerde- führer substantiiere nicht, inwieweit seine wirtschaftliche Existenz akut bedroht sei, wenn er das Vorkaufsrecht nicht ausüben könn te, weshalb die entsprechenden Ausführungen irrelevant seien. Sodann beziehe sich die im Gesetz genannte Frist von 20 Jahren lediglich auf die Zwecken t- fremdung, nicht auf die Zerstückelung von B oden, der Gegenstand einer Güterzusammenlegung gewesen sei. Güterzusammenlegungen seien langwierige Prozesse. Daher und aufgrund der damit verbundenen Ko s- ten bestehe ein öffentliches Interesse daran, dass Grundstücke, die durch eine Güterzusammenlegung entstanden seien, nicht bereits nach 25 Ja h- ren zerstückelt würden. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Ob die Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf eine Beschwerde ei n- zutreten ist, hat das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und mit freier Kognition zu prüfen. 1.1 Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Beschwerdeen t- scheid der Vorinstanz vom 7./10. September 2012. Dabei handelt es sich um eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 des Verwaltungsverfa h- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). B-5178/2012 Seite 8 1.2 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt unter anderem Beschwerde n gegen Verfügungen letzter kantonaler Instanzen, soweit ein Bundesg e- setz dies entsprechend vorsieht (vgl. Art. 31 i.V.m. Art. 33 Bst. i des Ve r- waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Das Landwirtschaftsgesetz sieht eine entsprechende Anfechtungsmöglichkeit vor gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen, die in Anwendung des Landwirtschaftsgesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen erga n- gen sind (vgl. Art. 166 Abs. 2 des Landwirtschaftsgesetzes vom 29. April 1998 [LwG, SR 910.1 ]). Ausgenommen sind lediglich kantonale Verf ü- gungen über Strukturverbesserungen, die mit Beiträgen unterstützt we r- den. Die Vorinstanz ist die letzte kantonale Instanz (vgl. § 54 Abs. 1 des Ve r- waltungsrechtspflegegesetzes des Kantons Thurgau vom 23. Februar 1981 [RB-Nr. 170.1]). Mit dem im vorliegenden Fall angefochtenen Beschwerdeentscheid wu r- de der Rekurs des Beschwerdeführers gegen die Verfügung der Ersti n- stanz abgewiesen. In jener Verfügung hatte die Erstinstanz entschieden, eine Ausnahme vom Zerstückelungsverbot gemäss Art. 102 Abs. 3 LwG werde nicht bewilligt . Der angefochtene Beschwerdeentscheid erging somit in Anwendung des Landwirtschaftsgesetzes und hat keine Subven- tionierung einer Strukturverbesserung zum Gegenstand. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zur Behandlung der vorliege n- den Beschwerde zuständig. 1.3 Der Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochtenen Beschwer- deentscheids durch diesen berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung (Art. 48 VwVG). 1.4 Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der B e- schwerdeschrift sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der Koste n- vorschuss wurde fristgemäss bezahlt und die übrigen Sachurteilsvorau s- setzungen liegen vor. 1.5 Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2. Im vorinstanzlichen Verfahren warf die Erstinstanz die Frage auf, ob der Beschwerdeführer überhaupt legitimiert sei, ihre Verfügung anzufechten. Diesen Einwand erhebt sie im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsg e-B-5178/2012 Seite 9 richt nicht mehr. Andererseits rügt die Beschwerdegegnerin im vorliege n- den Verfahren, sie habe im Verfahren vor der Vorinstanz gar kein Gesuch um Erteilung einer Ausnahmebewilligung gestellt, vielmehr habe sie ledig- lich einen rekursfähigen Entscheid verlangt zur Frage, ob das Zerstück e- lungsverbot nach Art. 102 LwG im Zusammenhang mit der Ausübung des Vorkaufsrechts des Beschwerdeführers gelte oder nicht. Diese Vorbringen geben Anlass, die Verfahren vor den Vorinstanzen n ä- her zu betrachten. 2.1 Nach Art. 49 VwVG kann mit der Beschwerde ans Bundesverwa l- tungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Überschre i- tung oder Missbrauch des Ermessens (Bst. a) und unrichtige oder unvol l- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (Bst. b) g e- rügt werden. Die Rüge der Unangemessenheit ist hingegen unzulässig, wenn eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Bst. c). Im vorliegenden Fall richteten sich die Verfahren vor der Vorinstanz und vor der Erstinstanz nach kantonalem Recht. Ob di eses richtig angewandt wurde oder nicht, überprüft das Bundesverwaltungsgericht nicht, da seine Kognition, wie dargelegt, auf allfällige Verletzungen von Bundesrecht b e- schränkt ist. E s prüft in verfahrensmässiger Hinsicht lediglich – aber im- merhin – ob kantonales Verfahrensrecht in einer Art und Weise ang e- wandt wurde, dass dadurch verfassungsmässige Verfahrensgarantien des Beschwerdeführers verletzt oder materielles Bundesrecht vereitelt worden wären. 2.2 Am 12. Mai 2011 ersuchte die Beschwerdegegnerin die Erst instanz um einen rekursfähigen Entscheid zur Frage, ob im Zusammenhang mit der Ausübung des Vorkaufrechts des Pächters am Grundstück Nr. (...) das Zerstückelungsverbot nach Art. 102 LwG gelte oder nicht. Bei diesem Gesuch handelte es sich um ein Feststell ungsbegehren; die Beschwerdegegnerin benötigte eine entsprechende Feststellung, wie aus ihrem Gesuch klar hervorgeht, um sie als Vorentscheid der fachlich z u- ständigen Behörde im Zivilstreit mit dem Beschwerdeführer über das Pächtervorkaufsrecht zu verwende n. Für diesen Zweck wäre es alle r- dings unabdingbar gewesen, dass die Erstinstanz den Beschwerdeführer in das Verfahren einbez ogen hätte, erstreckt sich die Rechtskraftwirkung einer Verfügung doch ausschliesslich auf die Parteien des Verfahrens und allfällige Beigeladene ("res iudicata ius facit nisi inter partes"; vgl. FRITZ B-5178/2012 Seite 10 GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 323). Rich- tigerweise hätte der Beschwerdeführer daher bereits in das erstinstanzl i- che Verfahren einbezogen und recht liches Gehör erhalten müssen (vgl. Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdegegnerin, wie sie zu Recht präzi- siert, vor der Erstinstanz eigentlich kein Gesuch um eine Ausnahmebewil- ligung gestellt hatte. Die Feststellungsverfügung, wie sie sie von der Erst- instanz beantragte, beinhaltete indessen notwendigerweise auch eine Aussage darüber, ob die Voraussetzungen für eine Ausnahmebewilligung gegeben seien oder ni cht bzw. ob die Erstinstanz in dieser Situation eine Ausnahme bewilligen würde. Interessiert an einer derartigen Ausnahm e- bewilligung war aber naturgemäss nur der Beschwerdeführer , nicht die Beschwerdegegnerin. Bevor die Erstinstanz im Rahmen der bei ihr be an- tragten Feststellungsverfügung über diese Frage entscheiden durfte, hät- te sie daher unbedingt auch dem Beschwerdeführer Gelegenheit geben müssen, seine Argumente für die Gewährung einer Ausnahmebewilligung in das Verfahren einzubringen. 2.3 Dass dem Beschwerdeführer zu Unrecht im erstinstanzlichen Verfah- ren keine Parteistellung gewährt wurde , darf natürlich nicht dazu führen, dass ihm die Beschwerdelegitimation vor der Rechtsmittelinstanz und damit die gerichtliche Beurteilung der ihn direkt betreffenden Ver fügung (vgl. Art. 29a BV) verweigert würde. Das hat die Vorinstanz denn auch zu Recht nicht getan. 2.4 Eine andere Frage ist, ob die Verletzung des Anspruchs des B e- schwerdeführers auf rechtliches Gehör im erstinstanzlichen Verfahren in der im vorliegenden Fall erfolgten Weise im Beschwerdeverfahren geheilt werden konnte. Wie sich aus den Akten ergibt, liess sich die Erstinstanz nämlich bereits vernehmen, bevor der Beschwerdeführer seinen Rekurs begründet hatte. Sie machte dabei geltend, sie kenne die Argumente des Beschwerdeführers. Woher sie diese kennen sollte, ist aufgrund der A k- ten aber nicht nachvollziehbar. In der Folge verzichtete die Erstinstanz auf eine Duplik , nachdem der Beschwerdeführer seine Beschwerde b e- gründet hatte. Ob die Vorinstanz unter diesen Umständen zulässigerwei- se davon ausgehen durfte, die Verletzung des Anspruchs des Beschwe r- deführers auf rechtliches Gehör sei geheilt, ist fraglich , andererseits hat der Beschwerdeführer dies nicht konkret gerügt. B-5178/2012 Seite 11 Die Frage kann im vorliegenden Fall aber letztlich ohnehin offen gelassen werden. 3. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz en seien zu Unrecht davon ausgegangen, dass das Zerstückelungsverbot gemäss Art. 102 Abs. 1 LwG vor dem Pächtervorkaufsrecht den Vorrang beanspruche. Der Kon- flikt zwischen dem Zerstückelungsverbot und dem Pächtervorkaufsrecht sei im Rahmen einer umfassenden Interessenabwägung für den vorlie- genden Einzelfall zu lösen. Es sei unbestritten, dass keiner der in der Verordnung genannten Ausnahmetatb estände erfüllt sei. Diese Aufzä h- lung sei allerdings nicht abschliessend. Ausnahmebestimmungen wie die in Frage stehende dienten dazu, bei unbefriedigenden Ergebnissen Hä r- tefälle zu vermeiden und aus Billigkeitsgründen von der geltenden Or d- nung abzuweichen . Aufgrund der im angefochtenen Entscheid zitierten Gesetzesmaterialien sei nicht auszuschliessen, dass das Zerstück e- lungsverbot dem Pächtervorkaufsrecht im Grundsatz vorgehe. Es sei aber nicht sicher, ob dieser Vorrang für sämtliche denkbaren Konstellatio- nen gelte. In analoger Anwendung von Art. 60 Abs. 2 Bst. b und c des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht vom 4. Oktober 1991 (BGBB, SR 211.412.11) müssten Ausnahmen vom Zerstückelungsverbot bewilligt werden können, beispielsweise , wenn die Zerstü ckelung dazu diene, andere landwirtschaftliche Gewerbe strukturell zu verbessern. Eine Ausnahme müsse auch zugelassen werden, wenn der Pachtgegenstand zu einem seit mehr als sechs Jahren parzellenweise verpachteten G e- werbe gehöre. Der Beschwerdeführer sei auf die Pachtflächen angewi e- sen; sie befänden sich in unmittelbarer Nähe zu seinem Gewerbe und machten rund 15 % der Gesamtfläche seines Gewerbes aus. Auf der a n- deren Seite bestehe kein besonderes oder überwiegendes Interesse an einer Erhaltung der Parzell e. Sie sei seit über 10 Jahren parzellenweise verpachtet worden und solle nun von einer Person erworben werden, welche weder vorkaufs - noch zuweisungsberechtigt sei und bereits über ein eigenes existenzsicherndes landwirtschaftliches Gewerbe verfüge. Auch liege die Güterzusammenlegung L._______, in deren Rahmen die Parzelle geschaffen worden sei, schon mehr als 25 Jahre zurück. Zumi n- dest mit Blick auf die geleisteten Bundesbeiträge könne daher kein übe r- wiegendes öffentliches Interesse an der Aufrechterhaltung des Zerstücke- lungsverbotes mehr bestehen. Im Ergebnis überwiege das Interesse des Beschwerdeführers, weshalb eine Ausnahme vom Zerstückelungsverbot zu bewilligen sei. B-5178/2012 Seite 12 3.1 Wird ein landwirtschaftliches Grundstück veräussert, so hat der Päch- ter am Pachtgegens tand ein Vorkaufsrecht, wenn die gesetzliche Mi n- destpachtdauer abgelaufen ist und er Eigentümer eines landwirtschaftl i- chen Gewerbes ist oder wirtschaftlich über ein solches verfügt und das gepachtete Grundstück im ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich diese s Gewerbes liegt (vgl. Art. 47 Abs. 2 BGBB). Im vorliegenden Fall ist offenbar unbestritten, dass diese Voraussetzu n- gen gegeben sind. 3.2 Grundstücke, Werke und Anlagen sowie landwirtschaftliche Gebä u- de, die mit Bundesbeiträgen verbessert worden sind, dürfen während 20 Jahren nach der Schlusszahlung des Bundesbeitrages ihrem landwir t- schaftlichen Zweck nicht entfremdet werden, zudem darf Boden, welcher Gegenstand einer Güterzusammenlegung war, nicht zerstückelt werden (Art. 102 Abs. 1 LwG). Der Kanton kann Ausn ahmen vom Zweckentfrem- dungs- und Zerstückelungsverbot bewilligen, wenn wichtige Gründe vo r- liegen. Er entscheidet, ob die geleisteten Beiträge ganz oder teilweise zu- rückzuerstatten sind oder ob auf eine Rückerstattung verzichtet wird (Art. 102 Abs. 3 LwG). Gestützt auf seine allgemeine Zuständigkeit zum Erlass der erforderl i- chen Ausführungsbestimmungen (vgl. Art. 177 Abs. 1 LwG) erliess der Bundesrat die Strukturverbesserungsverordnung vom 7. Dezember 1998 (SVV, SR 913.1) . Diese sieht vor, dass insbesondere rechtskräftige Einzonungen in Bauzonen, Schutzzonen oder andere nichtlandwirtschaft- liche Nutzungszonen, rechtskräftige Baubewilligungen nach dem Raum- planungsgesetz, fehlender landwirtschaftlicher Bedarf für die Wiederhe r- stellung von Bauten und Anlagen, w elche durch Feuer oder Naturerei g- nisse zerstört worden sind , der Bedarf für Bauten des Bundes, für Bu n- desbahnen oder für Nationalstrassen sowie agrarpolitisch erwünschte Produktionsumstellungen, sofern die Schlusszahlung mindestens 10 Ja h- re zurückliegt, als wichtige Gründe für die Bewilligung von Zweckentfrem- dungen und Zerstückelungen gelten (vgl. Art. 36 SVV). 3.3 Das Pächtervorkaufsrecht, um das es im vorliegenden Fall geht, wur- de mit der Änderung des Einleitungssatzes von Art. 47 Abs. 2 BGBB vom 20. Juni 2003 eingeführt. In der Botschaft begründete der Bundesrat die Änderung damit, dass in Fällen, in welchen der Eigentümer ein landwir t- schaftliches Grundstück verkaufe, das er verpachtet habe, sich der G e- genstand des Kaufvertrags nicht notwendig erweise mit dem Pachtg e-B-5178/2012 Seite 13 genstand decke. So könne ein Eigentümer beispielsweise sein Grun d- stück nur teilweise einem oder mehreren Pächtern verpachten und den Rest für die eigene Nutzung zurückbehalten. Indem im Gesetz festgeha l- ten werde, dass dem Pächter ein Vorkaufsrecht am Pachtgegenstand zu- stehe, werde zum Ausdruck gebracht, dass ein Vorkaufsrecht des Päc h- ters an einem Grundstück auch dann bestehe, wenn Pachtgegenstand und Kaufobjekt nicht übereinstimmten (vgl. Botschaft des Bundesrats vom 29. Mai 2002 zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik [Agrarpolitik 2007] [nachfolgend: Botschaft Agrarpolitik 2007], BBl 2002 4938). Wie die Vorinstanz in der Begründung des angefochtenen Entscheids zutreffend darlegte, war bereits damals erkannt worden, dass diese Regelun g zu ei- nem Zielkonflikt mit dem Zerstückelungsverbot führen kann. Die Frage wurde denn auch in der Botschaft ausdrücklich thematisiert. So führte der Bundesrat aus, dass die Ausübung des Vorkaufsrechts an einem Teil e i- ner Parzelle bedinge, dass diese vorer st der Nutzungsgrenze entspr e- chend aufgeteilt werden müsse, dass eine solche Aufteilung indes dann ausgeschlossen sei, wenn dadurch das Zerstückelungsverbot von Art. 58 Abs. 2 BGBB verletzt werde oder wenn ihr ein Zerstückelungsverbot nach Art. 102 LwG ent gegenstehe (vgl. Botschaft Agrarpolitik 2007, BBl 2002 4938). Diese Frage gab in den parlamentarischen Beratungen des Nati o- nal- und Ständerats keinen Anlass zur Diskussion (vgl. Amtliches Bulletin Ständerat, 11. Dezember 2012 und 5. Juni 2005; Amtliches Bu lletin Nati- onalrat, 7. Mai 2003 und 12. Juni 2003). In historischer Hinsicht ist daher klar, wie der Zielkonflikt zwischen dem Zerstückelungsverbot und dem Pächtervorkaufsrecht zu lösen ist. 3.4 Argumente, warum dieser Zielkonflikt nach der systematischen ode r nach der teleologischen Auslegungsmethode anders zu lösen sein sollte, wurden vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Das Pächtervorkaufsrecht gemäss Art. 47 Abs. 2 BGBB ist eine zivilrechtliche Beschränkung der Verfügungsfreiheit des Grundei- gentümers im Hinblick darauf, wem er das in Frage stehende Grundstück bzw. das verpachtete Landstück verkaufen darf. Das Zerstückelungsver- bot von Art. 102 LwG dagegen ist eine öffentlich -rechtliche Verfügungs- beschränkung, welche dem Grundeigentümer daran hindert, von dem fraglichen Grundstück Teile abzuparzellieren. Es kann daher logisch nicht sein, dass die zivilrechtliche Verfügungsbeschränkung dazu führt, dass diese Abparzellierung ermöglicht und damit die Verfügungsmöglichkeit des Grundeigentümers in dieser Hinsicht erweitert wird. B-5178/2012 Seite 14 3.5 Als Zwischenergebnis ist daher davon auszugehen, dass die Vori n- stanz zu Recht davon ausgegangen ist, dass das Zerstückelungsverbot gemäss Art. 102 LwG dem Pächtervorkaufsrecht grundsätzlich vorgeht. 4. Der Beschwerdeführer rügt, selbst wenn das Pächtervorkaufsrecht nicht grundsätzlich den Vorrang beanspruchen ka nn, sei doch jeweils im E in- zelfall zu prüfen, ob nicht die konkreten Umstände ein anderes Ergebnis bzw. die Erteilung einer Ausnahmebewilligung rechtfertigten. 4.1 Art. 102 Abs. 3 LwG sieht vor, dass d er Kanton Ausnahmen vom Zweckentfremdungs- und Zerstückelungsverbot bewilligen kann, wenn wichtige Gründe vorliegen. Art. 36 SVV sieht dazu eine nicht abs chlies- sende Liste von Tatbeständen vor, die als wichtige Gründe in diesem Sinn gelten. Soweit einer dieser Gründe gegeben ist, besteht ein Rechtsa n- spruch auf eine Ausnahmebewilligung; darüber hinaus begründet die "Kann-Vorschrift" indessen einen Ermessenss pielraum der zuständigen kantonalen Bewilligungsbehörde. 4.2 Wie bereits dargelegt, ist die Rüge der Unangemessenheit vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht zulässig, wenn – wie im vorliegenden Fall – eine kantonale Rechtsmittelinstanz als Vorinstanz entschieden hat. Die Argumente des Beschwerdeführers, warum die Erstinstanz in seinem Fall zu Unrecht keine Ausnahme bewilligt habe, können daher nicht g e- hört werden, soweit er lediglich rügt, unter den konkreten Umständen des Einzelfalles wäre die Erteilung einer Bewilligung angemessener gewesen. Geprüft werden kann lediglich, ob die Erstinstanz das ihr zustehende E r- messen rechtsungleich, willkürlich oder in anderer Weise rechtswidrig ge- handhabt hat. 4.3 Unbestritten ist diesbezüglich, dass keine der in Art. 36 SVV genann- ten Voraussetzungen gegeben sind . Auch macht der Beschwerdeführer nicht geltend, die Erstinstanz habe entgegen ihrer üblichen Praxis und damit rechtsungleich entschieden. 4.4 Mit seinem Argument, die Güterzusammenlegung L._______, in d e- ren Rahmen die Parzelle geschaffen worden sei, liege schon mehr als 25 Jahre zurück, weshalb mit Blick auf die geleisteten Bundesbeiträge kein überwiegendes öffentliches Interesse an der Aufrechterhaltung des Ze r- stückelungsverbotes mehr bestehe , spricht der Beschwerdeführer indes-B-5178/2012 Seite 15 sen sinngemäss die Frage der zeitlichen Geltung des Zerstückelungsve r- bots im konkreten Einzelfall an. Die Vorinstanzen und die Beschwerdegegnerin vertreten diesbezüglich die Rechtsauffassung, die in Art. 102 Abs. 1 LwG genannte Frist von 20 Jahren beziehe sich lediglich auf das Zweckentfremdungsverbot ; das Zerstückelungsverbot dagegen gelte unbefristet. 4.4.1 Der Wortlaut von Art. 102 Abs. 1 LwG ("Grundstücke, Werke und Anlagen sowie landwirtschaftliche Gebäude, die mit Bundesbeiträgen verbessert worden sind, dürfen während 20 Jahren nach der Schlusszah- lung des Bundesbeitrages ihrem landwirtschaftlichen Zweck nicht en t- fremdet werden, zudem darf Boden, welcher G egenstand einer Güterzu- sammenlegung war, nicht zerstückelt werden") ist bezüglich dieser Frage nicht ganz eindeutig. Einerseits enthält die Passage bezüglich des Ze r- stückelungsverbots keinen ausdrücklichen Hinweis auf eine bestimmte Dauer, andererseits impliziert das Komma einen inneren Zusammenhang zwischen den beiden Satzteilen. 4.4.2 In der Strukturverbesserungsverordnung wurde diese Formulierung abgeändert, indem die Passage bezüglich des Zerstückelungsverbots aus diesem Zusammenhang gerissen und als eigenständiger Absatz auf- geführt wird: "Boden, welcher Gegenstand einer Güterzusammenlegung war, darf nic ht zerstückelt werden. Das Verbot der Zweckentfremdung gilt ab der Zusicherung eines Bundesbe i- trages, das Zerstückelungsverbot ab dem Erwerb des Eigentums an den neuen Grundstücken. Das Verbot der Zweckentfremdung und die Rückerstattungspflicht enden 20 Jahre nach der Schlusszahlung des Bundes." (Art. 35 Abs. 3 ff. SVV). Dieser Wortlaut impliziert nun tatsächlich, dass die Frist von 20 Jahren nur für das Zweckentfremdungsverbot und die Rückerstattungspflicht gilt, während das Zerstückelungsverbot unbefris tet ist. Diese Auffassung wird denn auch in einschlägigen Wegleitungen und Weisungen vertreten (vgl. Schweizerische Vereinigung für ländliche Entwicklung suissemelio, We g- leitung zur Rückforderung von Betriebshilfedarlehen und Investitionshi l- fen, Ausgabe 20 08, Ziff. 1.2.2; Weisungen und Erläuterungen des Bu n- desamts für Landwirtschaft BLW vom 1. Januar 2009 zur Verordnung über die Strukturverbesserungen in der Landwirtschaft, S. 46). B-5178/2012 Seite 16 In systematischer Hinsicht ist allerdings zu berücksichtigen, dass es sich beim Zerstückelungsverbot um eine Einschränkung der Eigentumsgaran- tie (Art. 26 BV) handelt. Für einen derartigen, relativ schweren Eingriff in das Eigentum ist eine Grundlage in einem Gesetz im formellen Sinn e r- forderlich (Art. 36 Abs. 1 Satz 2 BV). Bei die ser Frage handelt es sich auch nicht um eine Ausführungsvorschrift , bezüglich derer der Veror d- nungsgeber oder gar das Bundesamt sich auf eine Delegationsnorm stüt- zen könnten. Massgeblich kann daher allein die Formulierung im Gese t- zestext, nicht diejenige i n der Strukturverbesserungsverordnung oder in allfälligen Weisungen oder Wegleitungen sein. 4.4.3 In historischer Hinsicht ergibt sich aus der Botschaft zum alten Landwirtschaftsgesetz von 1951 nicht, dass das Zerstückelungsverbot befristet sei (vgl. Botschaft des Bundesrats vom 19. Januar 1951 zum Entwurf eines Bundesgesetzes über die Förderung der Landwirtschaft und die Erhaltung des Bauernstandes [nachfolgend: Botschaft LwG 1951], BBl 1951 I 238). In der Botschaft zum neuen Landwirtschaftsg e- setz wird hingegen klar ausgeführt , dass aus Gründen der Praktikabilität die Dauer des Zweckentfremdungs - und des Zerstückelungsverbots auf 20 Jahre nach der Schlusszahlung des Bundesbeitrages beschränkt we r- de (vgl. Botschaft des Bundesrats vom 26. Juni 1996 z ur Reform der Ag- rarpolitik: Zweite Etappe [ Agrarpolitik 2002 ] [nachfolgend: Botschaft A g- rarpolitik 2002], BBl 1996 IV 249). 4.4.4 Auch in der Literatur wird die Auffassung vertreten, dass die Dauer des Zerstückelungsverbots auf 20 Jahre beschränkt sei (vgl. MARGRET HERRENSCHWANDER/CHRISTOPH BANDLI, in: Büsser et al. [Hrsg.], Das bäuerliche Bodenrecht: Kommentar zum Bundesgesetz über das bäuerl i- che Bodenrecht vom 4. Oktober 1991, 2. Aufl., Brugg 2011 , N . 6 zu Art. 58 BGBB). 4.4.5 Wie bereits dargelegt, handelt es sich beim Zerstückelungsverbot um eine Einschränkung der Eigentumsgarantie, welche daher nicht nur eine Grundlage in einem Gesetz im formellen Sinn erfordert, sondern auch einen diesbezüglich unzweideutigen Wortlaut. Zudem muss die Ein- schränkung durch ein öffentliches Interesse gerechtfertigt und verhältni s- mässig sein (vgl. statt vieler: BGE 130 I 360 E. 1.2) . Das Zerstückelungs- verbot dient, genau wie das Zweckentfremdungsverbot, der langfristigen Sicherung der vom Bund mit Beiträgen geförderte n Bodenverbesserun- gen. Die Ergebnisse der Güterzusammenlegung sollen der landwir t- schaftlichen Nutzung erhalten bleiben (vgl. Botschaft LwG 1951, BBl B-5178/2012 Seite 17 1951 I 238; Botschaft Agrarpolitik 2002, BBl 1996 IV 24 8). Es besteht in- sofern eine enge Verbindung zwischen dem Zweckentfre mdungs- und dem Zerstückelungsverbot, wobei ersteres für den Sicherungszweck w e- sentlich wichtiger ist. Dem Zerstückelungsverbot kommt im Vergleich nur sekundäre Bedeutung zu , denn aus Sicht der landwirtschaftlichen Zweckbestimmung der Strukturverbesserung würde es wenig Sinn ma- chen, die Zerstückelung eines Grundstücks zu untersagen, für welches das Zweckentfremdungsverbot nach Ablauf der 20 Jahre dahin gefallen ist und das daher beispielsweise überbaut oder zur Kiesausbeutung ve r- wendet wird. Eine unbefristete Gültigkeit des Zerstückelungsverbots e r- schiene daher, angesichts der Schwere des Eingriffs ins Eigentumsrecht einerseits und dem beabsichtigten Sicherungszweck andererseits , sowie im Vergleich zur 20 -jährigen Dauer des Zweckentfremdungsverbots , als offensichtlich unverhältnismässig. 4.4.6 Aus den dargelegten Gründen ergibt sich somit, dass bei der Ausle- gung des Wortlauts von Art. 102 Abs. 1 LwG der Auffassung zuzustimmen ist, wonach die Dauer von 20 Jahren auch für das Zerstückelungsverbot gilt. 4.5 Im vorliegenden Fall ist zwar unter den Parteien unbestritten, dass die Güterzusammenlegung L._______ im Jahr 1987 "abgeschlossen" wurde, weshalb die Dauer von 20 Jahren im Jahr 2010 höchstwahrscheinlich be- reits abgelaufen war. Wann genau die relevante Schlusszahlung des Bundes erfolgte, geht indessen aus den Akten nicht hervor . Da das Ze r- stückelungsverbot gemäss Art. 102 LwG im öffentlichen Interesse steht und die Parteien nicht darüber disponieren können, ist die Sache daher an die Erstinstanz zurückzuweisen, damit sie den rechtserheblichen Sachverhalt in diesem Punkt abkläre und alsdann erneut darüber en t- scheide, ob das Zerstückelungsverbot im vorliegenden Fall noch gilt und dem Pächtervorkaufsrecht entgegen steht oder nicht. 5. Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen, der angefochtene B e- schwerdeentscheid sowie die Verfügung der Erstinstanz sind aufzuheben und die Sache ist an die Erstinstanz zurückzuweisen, damit sie abkläre, wann die relevante Schlusszahlung des Bundes im Rahmen der Güterzu- sammenlegung L._______ erfolgte und anschliessend, unter Berücksic h- tigung, dass das Zerstückelungsverbot gemäss Art. 102 LwG 20 Jahre nach dieser Schlusszahlung abgelaufen ist, erneut über die Frage verf ü-B-5178/2012 Seite 18 ge, ob das Zerstückelungsverbot im vorliegenden Fall noch gilt und dem Pächtervorkaufsrecht entgegen steht oder nicht. 6. Bei diesem Verfahrensausgang gilt der Beschwerdeführer als überwi e- gend obsiegend. D ie Verfahrenskosten sind daher der Beschwerdegeg- nerin als überwiegend unterliegender Partei aufzuerlegen (Art. 63 VwVG). Die Spruchgebühr richtet sich nach Umfang und Schwierigkeit der Strei t- sache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG und Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). Im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass es sich um eine Streitigkeit mit Vermögensinteresse handelt, doch ist der Streitwert nicht klar zu beziffern . Die Gerichtsgebühr ist daher auf Fr. 1'000.– festzulegen. 7. Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfäll i- ge weitere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Der B e- schwerdeführer war im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsger icht anwaltlich vertreten, hat indessen keine Kostennote eingereicht, weshalb die ih m zuzusprechende Parteientschädigung aufgrund der Akten auf Fr. 1'000.– festzusetzen ist (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Beschwerdeentscheid des Departementes für Inneres und Volkswirt- schaft des Kantons Thurgau vom 7. September 2012 und die Verfügung des Landwirtschaftsamtes des Kantons Thurgau vom 21. November 2011 werden aufgehoben und die Sache wird an die Erstinstanz zurück gewie- sen, damit sie abkläre, wann die relevante Schlusszahlung des Bundes im Rahmen der Güterzusammenlegung L._______ erfolgte, und a n- schliessend im Sinne der Erwägungen erneut verfüge und die Frage be- antworte, ob das Zerstückelungsverbot auf der Parzelle Nr. (...), Grun d- buch L._______, im vorliegenden Fall noch gilt und dem Pächtervorkaufs- recht entgegen steht oder nicht. B-5178/2012 Seite 19 Im Kostenpunkt wird die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen zur Neuregelung der Verfahrenskosten und zum Entscheid über eine allfällige Parteientschädigung für das vorinstanzliche Verfahren. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000. – werden de r Beschwerdegegnerin auferlegt. Dieser Betrag ist binnen 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils mittels des beiliegenden Einzahlungsscheins zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000. – wird nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht mit Fr. 1'000.– zu entschädigen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungsformular) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Einzahlungsschein) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) – die Erstinstanz (Ref-Nr. 352/2011; Gerichtsurkunde) – das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF (Ge- richtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Eva Schneeberger Beatrice Grubenmann B-5178/2012 Seite 20 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, sowei t sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 6. September 2013