<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00061</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204342&amp;W10_KEY=13013568&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00061</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.07.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 17.09.2004 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthalts- /Niederlassungsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verweigerung einer Bewilligung für einen mit einer Schweizerin verheirateten Ausländer, der mehrmals straffällig wurde: Keine Notwendigkeit für die Anordnung vorsorglicher Massnahmen, da sich die Rechtsmittelbelehrung des Regierungsrates sowohl auf den Entscheid in der Sache als auch auf die Anweisung an die Direktion bezog, dem Beschwerdeführer eine neue Frist zum Verlassen des Kantonsgebietes anzusetzen (1.2). Ausnahmsweise Berücksichtigung von nach Ablauf der Beschwerdefrist eingereichten Beweismitteln (1.3). Der Beschwerdeführer ist seit mehr als fünf Jahren mit einer Schweizerin verheiratet und hielt sich in dieser Zeit ordnungsgemäss und ununterbrochen hier auf, womit er an sich Anspruch auf eine Niederlassungsbewilligung hätte (2.1). Beurteilung der Verweigerung einer fremdenpolizeilichen Bewilligung für straffällig gewordene Ausländer aufgrund der Kriterien in der Vollziehungsverordnung zum ANAG (Art. 16 Abs. 3); weitere bzw. differenzierende Kriterien aufgrund der Rechtsprechung des EGMR (2.2). Offen gelassen, ob sich der Beschwerdeführer angesichts der Häufigkeit der Kontakte zu seiner Frau (3.1) und seinem Sohn (3.2) auf Art. 8 EMRK berufen kann, da sich der Eingriff ohnehin als verhältnismässig erweist: Kriterien des EGMR (Fall Boultif) für die Verhältnismässigkeitsprüfung (4.1). Der Beschwerdeführer wurde zu insgesamt zwei Jahren und einem Monat Gefängnis verurteilt; insgesamt erhebliches Verschulden (4.2); hohes Rückfallrisiko (4.3). Persönliche Umstände; schlechte Integration in die Verhältnisse des Gastlandes (4.4). Zumutbarkeit für die Frau und den Sohn des Beschwerdeführers, ihm in sein Heimatland zu folgen (4.5). Würde man von der Anwendbarkeit von Art. 8 EMRK ausgehen, würde das öffentliche Interesse an einer Wegweisung die privaten Interessen des Beschwerdeführers überwiegen (4.6). Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Garantien der EMRK ST: ART. 8 EMRK">ART. 8 EMRK</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSCHIEBENDE WIRKUNG">AUFSCHIEBENDE WIRKUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHEFRAU">EHEFRAU</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIÃRE BEZIEHUNG">FAMILIÃRE BEZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENLEBEN">FAMILIENLEBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTAKTE BEZIEHUNG">INTAKTE BEZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KIND/-ER">KIND/-ER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 7 Abs. 1 ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 11 Abs. 3 ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 16 Abs. 3 ANAV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="gerade">§ 52 VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 55 Abs. 1 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>A, 1970 geborener StaatsangehÃ¶riger von Gambia, reiste anfangs 1995 ein erstes Mal und nach Abweisung seines Asylgesuches im Mai 1996 ein zweites Mal in die Schweiz ein. Im August 1996 heiratete er eine Schweizerin und erhielt in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung. Im Jahr 1999 wurde die Ehe gerichtlich getrennt. A ist wegen verschiedener Delikte vorbestraft (RaubÃ¼berfall auf einen Passanten, BetÃ¤ubungsmitteldelikte).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 14. November 2002 lehnte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrations­amt) das Gesuch um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung bzw. VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung ab. A wurde aufgefordert, das zÃ¼rcherische Kantonsgebiet bis Ende Januar 2003 zu verlassen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Regierungsrat wies einen dagegen erhobenen Rekurs am 17. Dezember 2003 ab und beauftragte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit, A eine neue Frist zum Verlassen des zÃ¼rcherischen Kantonsgebietes anzusetzen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 9. Februar 2004 erhob A gegen den Beschluss des Regierungsrates Beschwerde ans Verwaltungsgericht und beantragte, es sei ihm die Niederlassungsbewilligung zu erteilen, eventualiter die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Weiter sei ihm zu gestatten, den Ausgang des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens im Kanton ZÃ¼rich abzuwarten, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der "Staatskasse". Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit verzichtete stillschweigend auf die Einreichung einer Beschwerdeantwort. Der Regierungsrat beantragte in seiner Vernehmlassung vom 11. MÃ¤rz 2004 die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 5. Mai 2004 reichte A eine ErklÃ¤rung seiner Ehefrau sowie ein Arztzeugnis nach. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit reichte dazu keine Stellungnahme ein; der Regierungsrat hielt in seiner Stellungnahme vom 24. Mai 2004 an dem in der Vernehmlassung gestellten Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer</span> zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Auf dem Gebiet der Fremdenpolizei ist die Beschwerde ans Verwaltungsgericht zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 2 in Verbindung mit § 43 Abs. 1 lit. h des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG). Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht wiederum ist nur dann gegeben, wenn das Bundesrecht einen Anspruch auf Bewilligungserteilung einrÃ¤umt (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943, OG).</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer hat aufgrund seiner Ehe mit einer Schweizer BÃ¼rgerin und seiner bisherigen Aufenthaltsdauer grundsÃ¤tzlich Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung (Art. 7 Abs. 1 Satz 2 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder, ANAG). Damit ist gegen die Bewilligungsverweigerung Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht mÃ¶glich (BGE 126 II 265 E. 1b). Das Verwaltungsgericht ist folglich fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Eingabe zustÃ¤ndig (Art. 98a Abs. 1 OG; § 43 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt in prozessualer Hinsicht, es sei ihm zu gestatten, den Ausgang des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens im Kanton ZÃ¼rich abzuwarten.</p> <p class="Urteilstext">Die Wegweisung ist die logische Folge der Bewilligungsverweigerung und stellt somit eine VollstreckungsverfÃ¼gung dar (Andreas ZÃ¼nd in: Peter Uebersax et al. [Hrsg.], AuslÃ¤nderrecht, Basel etc. 2002, Rz. 6.53). Sie kann nicht mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 OG). Damit kann gegen eine Wegweisung auch nicht Beschwerde ans Verwaltungsgericht erhoben werden (Umkehrschluss aus Art. 98a Abs. 1 OG sowie § 43 Abs. 2 VRG). Wenn eine Vorinstanz des Verwaltungsgerichts allerdings mit ihrer Rechtsmittelbelehrung die Beschwerde als zulÃ¤ssig erklÃ¤rt, so besteht aufgrund von § 55 Abs. 1 VRG aufschiebende Wirkung unabhÃ¤ngig davon, ob das Verwaltungsgericht zustÃ¤ndig ist oder nicht (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 55 N. 2). â Der Regierungsrat versah den angefochtenen Entscheid mit einer vorbehaltlosen Rechtsmittelbelehrung, die sich nicht nur auf den Entscheid in der Sache bezog (Dispositiv-Ziffer I), sondern auch auf die Anweisung an die Beschwerdegegnerin, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine neue Frist zum Verlassen des zÃ¼rcherischen Kantonsgebiets anzusetzen (Dispositiv-Ziffer II). Der vorliegenden Beschwerde kam damit auch in Bezug auf letztgenannte Anordnung aufschiebende Wirkung zu. Die Beschwerdegegnerin durfte der genannten Anweisung somit bis zum instanzabschliessenden Entscheid des Ver­waltungsgerichts nicht entsprechen (VGr, 9. Juni 2004, VB.2004.00105, E. 3, www.vgrzh.ch). Zum prozessualen Antrag war demzufolge nichts vorzukehren.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer reichte am <span>5. Mai 2004 eine ErklÃ¤rung seiner Ehefrau sowie ein Arztzeugnis nach.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Entscheidet das Verwaltungsgericht, wie hier, als erste gerichtliche Instanz, kÃ¶nnen neue tatsÃ¤chliche Behauptungen erhoben (§ 52 Abs. 2 VRG e contrario) und neue Beweismittel eingereicht werden (§ 52 Abs. </span>1 VRG). Die genannten Vorschriften Ã¤ussern sich allerdings nicht zum Zeitpunkt, in dem neue Tatsachenbehauptungen erhoben und belegt werden mÃ¼ssen. Aufgrund von § 53 VRG hat dies grundsÃ¤tzlich innerhalb der dreissigtÃ¤gigen Beschwerdefrist zu geschehen. Die Untersuchungspflicht des Gerichts (§ 60 Satz 1 VRG) kann es andererseits rechtfertigen, verspÃ¤tete Parteivorbringen ausnahmsweise zu berÃ¼cksichtigen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 53 N. 15). Um unnÃ¶tige Weiterungen zu vermeiden (vgl. Art. 105 Abs. 2 OG sowie RB 1994 Nr. 16), sind die vom BeschwerdefÃ¼hrer nachgereichten Beweismittel im Sinne einer Ausnahme von § 53 VRG zu berÃ¼cksichtigen.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer ist der Auffassung, die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz hÃ¤tten ihm die Erteilung einer Niederlassungs- oder doch zumindest einer Aufenthalts­bewilligung zu Unrecht verweigert.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Wer mit einer Schweizer BÃ¼rgerin verheiratet ist und seit mehr als fÃ¼nf Jahren in der Schweiz lebt, hat aufgrund von Art. 7 Abs. 1 Satz 2 ANAG einen Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung. Ob der Betreffende mit seiner Ehefrau zusammenlebt oder nicht, hat auf den Bestand des Rechtsanspruches keinen Einfluss (BGE 122 II 289 E. 1b). Beim BeschwerdefÃ¼hrer sind die genannten Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung an sich erfÃ¼llt (vorn 1.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung erlischt, wenn ein Ausweisungsgrund vorliegt, also insbesondere dann, wenn der AuslÃ¤nder wegen eines Verbrechens oder Vergehens verurteilt wurde (Art. 7 Abs. 1 Satz 3 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG). Ein Ausweisungsgrund ist hier offensichtlich gegeben, da der BeschwerdefÃ¼hrer unter anderem wegen Raubes und dem Vermitteln von BetÃ¤ubungsmitteln rechtskrÃ¤ftig verurteilt wurde (vgl. Art. 9 des Strafgesetzbuches). â Die Verweigerung einer Niederlassungsbewilligung ist allerdings nur dann zulÃ¤ssig, wenn sie sich als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweist (Art. 11 Abs. 3 Satz 1 in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 Satz 3 ANAG; Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999, BV; BGE 120 Ib 6 E. 4a). Bei der Beurteilung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit sind namentlich die Schwere des Verschuldens des Betroffenen, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berÃ¼cksichtigen (Art. 16 Abs. 3 Satz 1 der Vollziehungsverordnung vom 1. MÃ¤rz 1949 zum Bundesgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder, ANAV). Aufgrund der Rechtsprechung des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte und des Bundesgerichts sind weitere (bzw. differenzierende) Kriterien zu berÃ¼cksichtigen, wenn sich der Betroffene auf das Recht auf Achtung des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) bzw. Art. 13 BV be­rufen kann (EGMR, 2. Au­gust 2001, Boultif, 54273/00, § 48, hudoc.echr.coe.int; BGr, 19. Juli 2002, 2A.141/2002, E. 4.2.2, www.bger.ch). Damit ist zunÃ¤chst zu prÃ¼fen, ob die familiÃ¤ren Beziehungen des BeschwerdefÃ¼hrers durch Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV geschÃ¼tzt sind (dazu sogleich unter 3). WÃ¤re diese Frage zu bejahen, mÃ¼sste die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung anhand der von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien vorgenommen werden (hinten 4).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">FamiliÃ¤re Beziehungen fallen nur dann in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV, wenn zwischen den Familienmitgliedern eine genÃ¼gend nahe, das heisst intakte und tatsÃ¤chlich gelebte Beziehung besteht (EGMR, 1. Juni 2004, Lebbink, 45582/99, § 36, hudoc.echr.coe.int; BGE 118 Ib 145 E. 4a).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Hat ein Ehegatte die richterliche Trennung der Ehe erwirkt, bedeutet das nicht auf jeden Fall, dass sich der andere Gatte nicht mehr auf das Recht auf Achtung des Familienlebens berufen kann (vgl. EKMR, 9. Februar 1993, Boyle, 16580/90, § 43, hudoc.echr.coe.int). Der beschwerdefÃ¼hrende Ehepartner hat diesfalls jedoch die UmstÃ¤nde darzulegen, aus denen sich eine genÃ¼gend nahe Beziehung zum Partner ergibt (vgl. EKMR, 28. Februar 1996, Vargi, 28952/95, § 1, hudoc.echr.coe.int; BGE 118 Ib 145 E. 4b). â Der BeschwerdefÃ¼hrer lebt gemÃ¤ss eigenen Angaben seit April 1999 nicht mehr mit seiner Ehefrau zusammen. Auch nach Ablauf der vierjÃ¤hrigen Trennungsfrist hat die Ehefrau die Scheidung nicht verlangt. Der BeschwerdefÃ¼hrer kann sich deshalb auf UmstÃ¤nde berufen, die aus seiner Sicht fÃ¼r eine BeziehungsnÃ¤he sprechen.</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer trennte sich von seiner Ehefrau bereits zwei Jahre und acht Monate nach der Heirat. Zur Frage, wie oft er seine Frau nach der richterlichen Trennung der Ehe ge­troffen hat, liegen keine Ã¼bereinstimmenden Aussagen der Ehegatten vor. Fest steht jedoch, dass die Ehe­frau den BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend der VerbÃ¼ssung seiner GefÃ¤ngnisstrafe (MÃ¤rz bis November 2003) weder telefonisch noch brieflich kontaktierte, geschweige denn besuchte. Die Ehefrau hielt am 15. April 2004 fest, dass sie "seit einiger Zeit" wieder mit dem BeschwerdefÃ¼hrer verkehre. Aufgrund dieser wenigen Angaben kann nicht schlÃ¼ssig beantwortet werden, ob die Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers zu seiner Frau die erforderliche NÃ¤he aufweist, um unter Art. 8 EMRK zu fallen. Die Frage kann allerdings offen gelassen werden, da ein Eingriff in das Recht auf Achtung des Familienlebens ohnehin als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig einzustufen wÃ¤re (hinten 4).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Noch wÃ¤hrend der Dauer des ehelichen Zusammenlebens (Februar 1999) gebar die Frau des BeschwerdefÃ¼hrers einen Sohn. Rund zwei Monate nach der Geburt des Kindes zogen die Ehegatten auseinander. Allein deswegen entfÃ¤llt der konventionsrechtliche Schutz der Beziehung zum Sohn allerdings nicht (EGMR, 26. Mai 1994, Keegan, 16969/90, § 44, hudoc.echr.coe.int). Trennten sich die Eltern kurz vor oder nach der Geburt eines Kindes, kann sich der Bestand einer tatsÃ¤chlich gelebten Beziehung aus den Um­stÃ¤n­den ergeben (EGMR, 21. Juni 1988, Berrehab, 10730/84, § 21; vgl. auch EKMR, 22. Ok­tober 1997, SÃ¶derbÃ¤ck, 24484/94, § 36, hudoc.echr.coe.int).</p> <p class="Urteilstext">Nach der Trennung der Ehe hat sich der BeschwerdefÃ¼hrer einige Male mit seinem Sohn getroffen. Wie oft diese Treffen stattfanden, geht aus den Akten jedoch nicht klar hervor. Fest steht jedoch, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht das Sorgerecht zusteht. Ob die Beziehung zum Sohn in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fÃ¤llt, kann damit ebenfalls nicht schlÃ¼ssig beantwortet werden. Selbst wenn die Frage zu bejahen wÃ¤re, mÃ¼sste die Beschwerde aus den nachfolgenden GrÃ¼nden abgewiesen werden:</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>WÃ¼rde man davon ausgehen, dass einer der beiden familiÃ¤ren Beziehungen des BeschwerdefÃ¼hrers unter Art. 8 EMRK fÃ¤llt, wÃ¤re die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der Bewilligungsverweigerung anhand der nachfolgenden Kriterien zu beurteilen (EGMR, 2. August 2001, Boultif, 54273/00, § 48, hudoc.echr.coe.int = VPB 65/2001 Nr. 138):</p> <p class="Einzug2"><span>â Art und Schwere der begangenen Straftaten;</span></p> <p class="Einzug2"><span>â Dauer der nach Begehung der Straftaten verstrichenen Zeitabschnitte;</span></p> <p class="Einzug2"><span>â Verhalten des Betroffenen wÃ¤hrend dieser Zeitabschnitte;</span></p> <p class="Einzug2"><span>â Aufenthaltsdauer der wegzuweisenden Person;</span></p> <p class="Einzug2"><span>â Beziehung zwischen den Ehegatten (Dauer der Ehe sowie des gemeinsamen Zusammenlebens, Wissen des Ehegatten Ã¼ber die Begehung von Straftaten usw.);</span></p> <p class="Einzug2"><span>â familiÃ¤re Situation (insbesondere Alter der Kinder);</span></p> <p class="Einzug2"><span>â MÃ¶glichkeit fÃ¼r die Ã¼brigen Familienmitglieder, dem von der Wegweisung Betroffenen in sein Heimatland (oder allenfalls in ein Drittland) zu folgen (StaatsangehÃ¶rigkeit der Familienmitglieder usw.);</span></p> <p class="Einzug2"><span>â Zumutbarkeit einer Nachfolge in das Heimatland.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Das Ã¶ffentliche Interesse an der Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers ist zunÃ¤chst anhand der Qualifikation der begangenen Delikte sowie des Verschuldens des BeschwerdefÃ¼hrers zu ermitteln:</p> <p class="Einzug2"><span>â Am 10. MÃ¤rz 1999 Ã¼berfiel der BeschwerdefÃ¼hrer zusammen mit zwei weiteren Personen einen Passanten. Zuerst hielt einer der MittÃ¤ter das Opfer von hinten fest, wÃ¤hrend der BeschwerdefÃ¼hrer â freilich ohne Erfolg â den Passanten nach Beute durchsuchte. Dem Mann gelang es daraufhin, sich fÃ¼r einen Moment zu befreien, worauf er von einem MittÃ¤ter zu Fall gebracht wurde. Die beiden MittÃ¤ter des BeschwerdefÃ¼hrers schlugen auf den Menschen mit FÃ¤usten ein und traten ihn mit FÃ¼ssen. Sie hÃ¶rten erst damit auf, als das am Boden liegende Opfer keinen Widerstand mehr leistete. Daraufhin entwendeten ihm die TÃ¤ter seine Brieftasche und teilten sich spÃ¤ter die Beute (Bargeld in der HÃ¶he von Fr. 830.-). â Das Bezirksgericht ZÃ¼rich hielt in seinem Urteil vom 4. Mai 2000 dafÃ¼r, dass der BeschwerdefÃ¼hrer beim Raub nicht die treibende Kraft darstellte und auch nicht in demselben Ausmass gewalttÃ¤tig wurde wie seine MittÃ¤ter. Das Gericht berÃ¼cksichtigte weiter, dass der BeschwerdefÃ¼hrer abseits stand, als seine beiden MittÃ¤ter auf das Opfer einschlugen. Es beurteilte deshalb das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers als "noch nicht schwer" und bestrafte ihn mit sieben Monaten GefÃ¤ngnis, unter Aufschub des Vollzugs der GefÃ¤ngnisstrafe.</span></p> <p class="Einzug2"><span>â Von August 1999 bis anfangs Mai 2000 vermittelte der BeschwerdefÃ¼hrer 72-144 Gramm Kokain zum Verkauf. Im SpÃ¤tsommer 2000 lagerten unbekannte Dritte in der Wohnung des BeschwerdefÃ¼hrers 400 Gramm Kokain und wogen es im Beisein des BeschwerdefÃ¼hrers ab. â Das Bezirksgericht ZÃ¼rich befand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer aufgrund der Menge an Kokain wusste oder zumindest annehmen musste, dass seine Taten die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen konnten (schwerer Fall im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a des BetÃ¤ubungsmittelgesetzes vom 3. Oktober 1951). Das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers sei als "nicht mehr leicht" einzustufen (Urteil vom 20. Juni 2002), wobei das Bezirksgericht berÃ¼cksichtigte, dass der BeschwerdefÃ¼hrer das Kokain zur Finanzierung seines Eigenkonsums vermittelte. Es bestrafte den BeschwerdefÃ¼hrer mit 17 Monaten GefÃ¤ngnis, schob allerdings den Vollzug der GefÃ¤ngnisstrafe auf. Gleichzeitig ordnete es den Vollzug der eingangs erwÃ¤hnten siebenmonatigen GefÃ¤ngnisstrafe an.</span></p> <p class="Einzug2"><span>â Vier Tage nach der soeben erwÃ¤hnten Verurteilung kaufte der BeschwerdefÃ¼hrer drei Gramm Kokain, weil er diese Menge einer anderen Person schuldete. Er wurde deswe­gen zu einem Monat GefÃ¤ngnis verurteilt. Eine weitere Verurteilung zu zehn Tagen Haft erfolgte, weil der BeschwerdefÃ¼hrer noch vor VerbÃ¼ssung seiner GefÃ¤ngnisstrafe (FrÃ¼hjahr 2003) wieder Kokain gekauft hatte.</span></p> <p class="Urteilstext">Wenn ein mit einer Schweizerin verheirateter AuslÃ¤nder nach einer kurzen Aufenthaltsdauer eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren erhielt, kann ihm eine fremdenpolizeiliche Bewilligung nur unter besonderen UmstÃ¤nden verlÃ¤ngert werden (BGE 120 Ib 6 E. 4b; BGr, 19. Juli 2002, 2A.141/2002, E. 4.2.1, www.bger.ch). Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde zu insgesamt zwei Jahren und einem Monat GefÃ¤ngnis verurteilt. Dass dem Beschwer­defÃ¼hrer zunÃ¤chst der bedingte Strafvollzug gewÃ¤hrt wurde, ist fÃ¼r die fremdenpolizeiliche Beurteilung grundsÃ¤tzlich nicht ausschlaggebend (vgl. BGE 129 II 215 E. 3.2). Ob seine Aufenthaltsdauer nach der erwÃ¤hnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung noch als kurz anzusehen ist und eine Bewilligung somit nur noch unter besonderen UmstÃ¤nden erteilt werden kÃ¶nnte, kann offen gelassen werden, da eine Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers ohnehin als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig zu erachten ist.</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer beging Straftaten in gravierendem Umfang. Ein besonders schwerer Verstoss ist darin zu sehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 70 Gramm Kokain an andere DrogenabhÃ¤ngige vermittelte und es zuliess, dass Dritte in seiner Wohnung 400 Gramm Kokain abwogen. Der BeschwerdefÃ¼hrer befand sich zwar innerhalb des DrogengeschÃ¤ftes auf einer vergleichsweise niedrigen Hierarchiestufe. Aufgrund der Gesamtmenge des Kokains musste ihm jedoch bewusst sein, dass er mit seinen Straftaten das Leben und die Gesundheit von zahlreichen Menschen in Gefahr brachte. Die Beteiligung an dem erwÃ¤hnten RaubÃ¼berfall folgte einem Ã¤hnlichen Muster. Auch dort schien der BeschwerdefÃ¼hrer nicht die Rolle eines AnfÃ¼hrers zu spielen; er half jedoch mit, das Opfer widerstandsunfÃ¤hig zu machen und sah tatenlos zu, als seine beiden MittÃ¤ter auf den am Boden liegenden Menschen brutal einschlugen. Betrachtet man die Delikte in ihrer Gesamt­heit, ist von einem erheblichen Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers auszugehen. Dabei fÃ¤llt besonders ins Gewicht, dass der BeschwerdefÃ¼hrer Kokain an DrogenabhÃ¤ngige vermittelte. Angesichts der besonderen Gefahr von harten Drogen fÃ¼r das Leben und die Gesundheit Dritter kommt diesem Umstand bei der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung besonderes Gewicht zu (EGMR, 19. Februar 1998, Dalia, 26102/95, § 54, hudoc.echr.coe.int; BGE 125 II 521 E. 4a/aa).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Bei der Bestimmung des Ã¶ffentlichen Interesses ist weiter zu berÃ¼cksichtigen, in welchen ZeitabstÃ¤nden der BeschwerdefÃ¼hrer seine Straftaten verÃ¼bte.</p> <p class="Urteilstext">Betrachtet man die Abfolge der Delikte, fÃ¤llt auf, dass zwischen den Straftaten sehr kurze ZeitabstÃ¤nde liegen. So beging der BeschwerdefÃ¼hrer nur vier Tage, nachdem er zu 17 Mo­naten GefÃ¤ngnis verurteilt worden war (20. Juni 2002), erneut Straftaten. Auch die Ã¼bri­gen Verurteilungen scheinen beim BeschwerdefÃ¼hrer keinen Bewusstseinswandel herbeigefÃ¼hrt zu haben (dies im Gegensatz zu Abdelouahab Boultif, der wÃ¤hrend sechs Jahren keine weiteren Delikte beging: EGMR, 2. August 2001, 54273/00, § 51, hudoc.echr.coe.int). Selbst die wiederholte Anordnung von Untersuchungshaft zeigte beim BeschwerdefÃ¼hrer keine erkennbare Wirkung. Damit ist nicht davon auszugehen, dass die VerbÃ¼ssung der GefÃ¤ngnisstrafe den BeschwerdefÃ¼hrer davon abhalten wird, weitere Straftaten zu begehen. Das Risiko von RÃ¼ckfÃ¤llen ist aufgrund der bisherigen Deliktskarriere des BeschwerdefÃ¼hrers vielmehr als erheblich einzustufen. Dieses Risiko ist umso weniger hinzunehmen, als die vom BeschwerdefÃ¼hrer verÃ¼bten Straftaten schwer wiegender Natur sind (BGE 120 Ib 6 E. 4c; VGr, 26. MÃ¤rz 2003, VB.2002.00426, E. 3c/aa, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer bestÃ¤tigt durch sein Verhalten nach VerbÃ¼ssung der GefÃ¤ngnisstrafe die soeben vorgenommene Prognose des RÃ¼ckfallrisikos. So fand die Polizei im Februar 2004 anlÃ¤sslich von zwei Hausdurchsuchungen 37,5 Gramm Kokain in der Wohnung des BeschwerdefÃ¼hrers. Dieser konnte den Polizeibeamten nicht plausibel erklÃ¤ren, wie das Kokain in seine Wohnung gelangt war. AuffÃ¤llig ist dabei, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bereits im SpÃ¤tsommer 2000 die Lagerung und das AbwÃ¤gen von Kokain in seiner Wohnung duldete (vorn 4.2b). Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde wegen dieses erneuten Kokainfundes noch nicht rechtskrÃ¤ftig verurteilt, womit fÃ¼r ihn die Unschuldsvermutung gilt (Art. 32 Abs. 1 BV). Administrativrechtlich darf indessen berÃ¼cksichtigt werden, dass der BeschwerdefÃ¼hrer offensichtlich ausser Stande ist, sich vom Drogenmilieu in irgend­einer Weise zu distanzieren, geschweige denn ganz zu lÃ¶sen.</p> <p class="Urteilstext">Ob der BeschwerdefÃ¼hrer zurzeit noch drogenabhÃ¤ngig ist, muss offen gelassen werden. Fest steht einzig, dass er wegen seiner Drogensucht zeitweise eine Psychologin aufsuchte. Diese fÃ¼hrte indessen in einem Zeitraum von 21 Monaten bloss sieben Urinproben durch, mithin durchschnittlich eine Urinprobe alle drei Monate. Diese hÃ¶chst sporadischen Stichproben vermÃ¶gen eine Drogenabstinenz des BeschwerdefÃ¼hrers in keiner Weise zu belegen. Dabei ist auch zu berÃ¼cksichtigen, dass Kokain im Gegensatz zu anderen Drogen Ã¼ber ein Ã¼beraus grosses AbhÃ¤ngigkeitspotential verfÃ¼gt. Ob der BeschwerdefÃ¼hrer zurzeit noch drogenabhÃ¤ngig ist, ist fÃ¼r die Beurteilung des Falles indessen nicht entscheidend; das Ã¶ffentliche Interesse einer Weg­weisung ist vielmehr in erster Linie anhand der verÃ¼bten Straftaten zu beurteilen.</p> <p class="Urteilstext">Zusammengefasst hat der BeschwerdefÃ¼hrer zum Teil gravierende Straftaten begangen, wobei sowohl sein Gesamtverschulden (vorn 4.2) als auch das RÃ¼ckfallrisiko als erheblich eingestuft werden mÃ¼ssen. Damit besteht ein gewichtiges Ã¶ffentliches Interesse, den BeschwerdefÃ¼hrer aus der Schweiz wegzuweisen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Dem Ã¶ffentlichen Interesse an der Wegweisung ist das private Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers am Verbleib in der Schweiz gegenÃ¼berzustellen. Das private Interesse ist zunÃ¤chst aufgrund der persÃ¶nlichen UmstÃ¤nde des BeschwerdefÃ¼hrers zu bestimmen.</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer hielt sich zunÃ¤chst als Asylbewerber wÃ¤hrend knapp vier Monaten in der Schweiz auf (Mitte Januar bis anfangs Mai 1995); nach Abweisung seines Asylgesuches war sein Aufenthalt unbekannt. Im Mai 1996 reiste der nunmehr 26 Jahre alte BeschwerdefÃ¼hrer erneut in die Schweiz ein. Seine Anwesenheitsdauer in der Schweiz betrÃ¤gt somit insgesamt etwas mehr als acht Jahre. Von dieser Zeit verbrachte er ein halbes Jahr im GefÃ¤ngnis. Sieht man von EinsÃ¤tzen bei BeschÃ¤ftigungsprogrammen fÃ¼r Arbeitslose ab, war der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend der gesamten Zeit seines Aufenthaltes in der Schweiz arbeitslos. Er nahm in der Schweiz weder eine Aus- noch eine Weiterbildung in Angriff und verkehrte wÃ¤hrend eines betrÃ¤chtlichen Teils seines Aufenthaltes im Drogenmilieu. Zu seiner Schwiegermutter und den sieben Geschwistern seiner Ehefrau hat er nie irgendwelchen Kontakt gepflegt. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat sich damit in keiner Weise in die gesellschaftlichen VerhÃ¤ltnisse des Gastlandes integriert. Seine Aufenthalt in der Schweiz ist vielmehr durch seine Drogensucht sowie die zahlreichen Beschaffungsdelikte gekennzeichnet. Dabei gilt es allerdings zu berÃ¼cksichtigen, dass er sich nach der gerichtlichen Trennung seiner Ehe mit seinem Sohn und auch seiner Frau getroffen hat. â Der BeschwerdefÃ¼hrer verliess sein Heimatland erst im Alter von 25 bzw. 26 Jahren. Damit erscheint er als nach wie vor gut in die dortigen VerhÃ¤ltnisse integriert. Er reist ab und zu nach Gambia, um seine Verwandten zu besuchen. Mit seinen Eltern hat er zudem telefonischen Kontakt. Die persÃ¶nlichen UmstÃ¤nde des BeschwerdefÃ¼hrers sprechen damit nicht gegen eine Wegweisung.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer lebt seit Ã¼ber fÃ¼nf Jahren von seiner Frau getrennt. In jÃ¼ngster Zeit kam es zwar wieder zu Treffen zwischen den Ehegatten. Zuvor war der Kontakt wÃ¤hrend einer gewissen Zeit unterbrochen und wÃ¤hrend der Ã¼brigen Zeit eher sporadischer Natur. Von einer besonders engen Beziehung zu der Ehefrau kann somit nicht gesprochen werden. Ob es ihr zuzumuten wÃ¤re, dem BeschwerdefÃ¼hrer in sein Heimatland zu folgen, erscheint damit fÃ¼r die InteressenabwÃ¤gung nicht ausschlaggebend. Anzumerken bleibt hierzu, dass der BeschwerdefÃ¼hrer aus dem englischsprachigen Teil von Gambia stammt und seine Ehefrau Englisch spricht. Die Frau besuchte die Verwandten ihres Mannes zwar nur zwei Mal im Jahr 1996. Sie kÃ¶nnte sich demgegenÃ¼ber vorstellen, in Gambia einer Arbeit im sozialen Bereich nachzugehen. Die Ehefrau hat neben dem gemeinsamen Sohn eine Tochter, die bald volljÃ¤hrig wird. Einen engen Kontakt hat sie auch zu ihrer Mutter und ihren sieben Geschwistern. Weiter pflegt sie einen intensiven Kontakt zu drei engen Freundinnen. Unter diesen Gesichtspunkten wÃ¤re es fÃ¼r sie zweifellos mit grÃ¶ssten HÃ¤rten verbunden, ihrem Mann in sein Heimatland zu folgen. Da die Frau jedoch seit mehr als fÃ¼nf Jahren nicht mehr mit dem BeschwerdefÃ¼hrer zusammenlebt, kommt diesem Umstand kein besonderes Gewicht zu. Aufgrund ihrer Sprachkenntnisse und ihrer Ausbildung als Pflegeassistentin erscheint eine Wohnsitznahme der Ehefrau in Gambia jedenfalls nicht als ausgeschlossen. Soweit die Ehefrau nicht gewillt ist, dem BeschwerdefÃ¼hrer in sein Heimatland zu folgen, besteht die MÃ¶glichkeit von periodischen Besuchen.</p> <p class="Urteilstext">Aufgrund seiner altersbedingten AnpassungsfÃ¤higkeit wÃ¤re dem gemeinsamen Sohn ein Wegzug aus der Schweiz grundsÃ¤tzlich zuzumuten (vgl. BGE 120 Ib 129 E. 5c). Auch diesem Umstand kommt jedoch kein ausschlaggebendes Gewicht zu, da der BeschwerdefÃ¼hrer nicht Ã¼ber das Sorgerecht verfÃ¼gt und keinen besonders intensiven Kontakt zu seinem Sohn pflegt (was den vorliegenden Fall vom Fall Berrehab massgeblich unterscheidet: EGMR, 21. Juni 1988, 10730/84, §§ 21 und 23, hudoc.echr.coe.int). Anzumerken bleibt, dass es dem BeschwerdefÃ¼hrer unbenommen ist, seinen Sohn und auch seine Frau in der Schweiz zu besuchen. Die Verweigerung einer Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung hindert ihn im Gegensatz zu einer Ausweisung grundsÃ¤tzlich nicht daran, die Schweiz wieder zu betreten (BGr, 19. Juli 2002, 2A.141/2002, E. 3.3, www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.6 </b>Das Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers an einem Verbleib in der Schweiz erscheint nach dem Gesagten nicht als besonders gewichtig. Selbst wenn man davon ausgehen wÃ¼rde, dass es seiner Frau nicht zuzumuten ist, dem BeschwerdefÃ¼hrer in sein Heimatland zu folgen, ist das Ã¶ffentliche Interesse an der Wegweisung immer noch klar Ã¼berwiegend. WÃ¼rde man von einem Eingriff in den Anspruch auf Achtung des Familienlebens ausgehen, erwiese sich dieser als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Es liegt somit weder eine Verletzung von Art. 8 EMRK noch von Art. 11 Abs. 3 ANAG vor.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Die Verfahrenskosten sind ausgangsgemÃ¤ss dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 VRG). Aufgrund seines Unterliegens steht ihm kein Anspruch auf eine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>