B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5498/2017 plo U r t e i l v o m 6 . M ä r z 2 0 1 8 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger, Gerichtsschreiberin Regula Aeschimann. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 25. August 2017 / N (…). D-5498/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein sri -lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._______, Distrikt C._______, verliess sei- nen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge im Februar 2015. Auf dem Luft- weg reiste er von Colombo aus über D._______ am 9. Februar 2015 in die Schweiz ein. Mit dem Auto fuhr er anschliessend von Zürich nach E._______, wo er im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) gleichen- tags ein Asylgesuch stellte. Zwei Tage später fand im EVZ F._______ die Befragung zur Person (BzP) statt. Am 16. Oktober 2015 wurde der Be- schwerdeführer ausführlich zu seinen Asylgründen angehört. B. B.a Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, er sei seit dem Jahr 2008 Sympathisant der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE). Nach der Schule habe er für mehrere Jahre in einer Druckerei gearbeitet. Während dieser Zeit habe er jeweils bei den Märtyrerfeierlichkeiten gehol- fen, insbesondere indem er eigene Designs von Bannern auf seinem Lap- top entworfen und heimlich an seinem Arbeitsplatz ausgedruckt habe. Sein Vater habe dies im Anschluss an die Märtyrerfeierl ichkeiten im Jahr 2014 bemerkt und ihn dazu gedrängt, seinen Job aufzugeben. Ein Arbeitskollege von ihm, G._______, sei damals in eine Frau namens H._______ verliebt gewesen, die mit dem einflussreichen Politiker I._______ verwandt gewe- sen sei. Gegen den Willen ihrer beider Familien hätten die beiden heiraten wollen. Er habe sie dabei unterstützt, indem er ihre Ausreise nach Indien mitorganisiert habe. Am 23. Dezember 2014 hätten er und sein Freund J._______ das Paar nach K._______ gefahren, von wo sie mit dem Schiff nach Indien weitergereist seien. Noch gleichentags seien sie nach C._______ zurückgekehrt, wobei er noch bei J._______ geblieben sei. Am Tag darauf seien zuerst die Eltern von G._______ vorbeigekommen, hätten sie bedroht und wissen wollen, wo sich dieser aufhalte. Kurz darauf seien auch die Eltern der Braut aufgetaucht und hätten dieselbe Frage gestellt. Deren Vater sei ein einflussreicher Mann mit Verbindungen zur Regierung. Er habe ihnen gesagt, es w ürde Konsequenzen haben, wenn sie H._______ Aufenthaltsort nicht bekanntgeben würden. Sie seien gezwun- gen gewesen, sie anzulügen, und schliesslich seien be ide Eltern wieder gegangen. Wenige Tage später , am 27. Dezember 2014, habe ihn J._______ Schwester angerufen und ihm gesagt, dass J._______ durch Unbekannte respektive Leute vom Geheimdienst verschleppt worden sei. Er sei wegen seiner Hilfe bei den Märtyrerfeierlichkeiten festg enommen D-5498/2017 Seite 3 worden, bei denen er jeweils Plakate und Banner angebracht sowie mitor- ganisiert habe. Der Onkel von H._______ habe deren Vater über J._______ Aktivitäten für die Bewegung (LTTE) informiert, was dieser an den Geheimdienst weitergeleistet habe. Nachdem er dies erfahren habe, sei er selbst untergetaucht und habe alle paar Tage bei jemand anderem übernachtet. Während dieser Zeit seien Leute bei ihm zu Hause vorbeige- kommen und hätten nach ihm gefragt. Sie hätten seinen Vater festgenom- men und seinen Laptop mitgenommen. Auf diesem habe er wertvolle Do- kumente von der LTTE gespeichert gehabt, beispielsweise Fotos des Füh- rers Pirapakaran sowie Dokumente mit Plakaten und Bannern von Märty- rerfeierlichkeiten. Sein Vater habe ih m dann über seinen älteren Brud er, bei dem er sich zeitweise aufgehalten habe, mitgeteilt, er solle zu einem Onkel in L._______ gehen. Er habe erst vorgehabt, einfach eine Weile in L._______ zu bleiben und das Land nicht zu verlassen. Von seinem Vater habe er dann aber erfahren, dass im mer wieder Leute vorbeikämen und nach ihm fragten. Aus diesem Grund habe er seinen Heimatstaat verlassen müssen. Die Ausreise sei von seinem Onkel organisiert worden. Wie er von seinen Eltern erfahren habe, seien nachher immer wieder Leute vom Ge- heimdienst sowie von I._______ bei ihnen vorbeigekommen und hätten nach ihm gefragt. B.b Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer eine sri-lankische Iden- titätskarte sowie eine beglaubigte Kopie seines Geburtsscheins ein. C. Mit Verfügung vom 25. August 2017 – eröffnet am 28. August 2017 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte sein Asylgesuch ab. Es verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. D. Mit Beschwerde vom 27. September 2017 an das Bundesverwaltungsge- richt beantragte der Beschwerdeführer die Aufhebung dieser Verfügung, die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl sowie die Erteilung der vorläufigen Aufnahme. In prozessualer Hinsicht er- suchte er um unentgeltliche Rechtspflege und um Verzicht auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses. D-5498/2017 Seite 4 Als Beschwerdebeilagen wurden neben der angefochtenen Verfügung eine Arbeitsbestätigung der Druckerei M._______, mehrere ausgedruckte Fo- tos, welche den Beschwerdeführer bei einer Demonstration zeigten, sowie eine CD-Rom mit einer Videoaufnahme und weiteren Fotos eingereicht. E. Mit Zwischenverfügung vom 4. Oktober 2017 wurde dem Beschwerdefüh- rer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwar- ten könne. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde – unter Vorbehalt des Nachrei- ches einer Fürsorgebestätigung – gutgeheissen. Mit Eingabe vom 9. Okto- ber 2017 wurde fristgereicht eine Fürsorgebestätigung nachgereicht. F. F.a Die Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 27. Oktober 2017 zur Be- schwerde vernehmen. Das Bundesverwaltungsgericht räumte dem Be- schwerdeführer mit Schreiben vom 30. Oktober 2017 die Gelegenheit ein, eine Replik einzureichen. Das entsprechende Schreiben wurde jedoch von der Post mit dem Vermerk „nicht abgeholt“ zurückgeschickt. F.b Mit Eingabe vom 31. Oktober 2017 reichte der Beschwerdeführer als weitere Beweismittel mehrere Fotografien sowie ein Dokument in tamili- scher Sprache ein. Bei letzterem handle es sich um das Original der An- zeige, die sein Vater bei der Polizei erstattet habe, nachdem er von Mitglie- dern des Criminal Investigation Department (CID) aufgesucht worden sei. Daraufhin wurde das SEM zu einer zweiten Vernehmlas sung, unter Be- rücksichtigung der neu eingereichten Beweismittel, ein geladen. Mit Ein- gabe vom 30. November 2017 reichte die Vorinstanz eine zweite Vernehm- lassung ein. Der Beschwerdeführer replizierte dara uf mit Schreiben vom 15. Dezember 2017. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher D-5498/2017 Seite 5 zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert, weshalb auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen gr und- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). D-5498/2017 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft- machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie BVGE 2012/5 E. 2.2). 4. 4.1 Das SEM begründete seine ablehnende Verfügung damit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht glaubhaft seien. Dies gelte so- wohl für die Bedrohung aufgrund der Hilfeleistung bei der heimlichen Hoch- zeit eines Freundes als auch für die Verfolgung aufgrund seiner politischen Aktivitäten. In seinen Ausführungen fänden sich zahlreiche Widersprüche. Namentlich habe er den zentralen Punkt, wann er erfahren habe, dass ihm eine Verfol- gung durch Agenten des CID drohe, unterschiedlich geschildert. Bei der BzP habe er angegeben, von einem Freund am 23. Dezember 2014 erfah- ren zu haben, dass der Vater von H._______ herausgefunden habe, dass er die heimliche Hochzeit unterstützt habe. Gleichentags sei herausgekom- men, dass er LTTE-Plakate gedruckt habe. Am 28. Dezember 2014 sei er dann bei sich zu Hause von Leuten des CID gesucht worden, welche sei- nen Vater sowie seinen Laptop mitgenommen hätten. Demgegenüber habe er anlässlich der Anhörung gesagt, H._______ Vater habe zwar am 23. Dezember 2014 davon erfahren, dass er dem Paar bei deren Flucht nach Indien geholfen habe. Deswegen sei er von den Eltern des Paares auch zur Rede gestellt worden. Erst am 27. Dezember 2014 habe er dann erfah- ren, dass der Geheimdienst respektive der ei nflussreiche Politiker I._______, ein enger Verwandter von H._______, seine politischen Aktivi- täten, namentlich die von ihm gedruckten LTTE-Plakate, entdeckt hätte. An diesem Tag sei nämlich sein Freund J._______ verhaftet worden. Nach- dem ihn dessen Schwester darüber informiert habe, habe er sein Zuhause umgehend verlassen müssen. Gleichentags seien sein Vater und sein Lap- top von Leuten des CID mitgenommen worden. Sodann habe sich der Be- schwerdeführer auch mehrmals widersprüchlich zum zeitlichen Ablauf nach der Entdeckung, dass er gesucht werde, geäussert und die Frage, wann er sich wo aufgehalten habe, unterschiedlich beantwortet. Weiter habe er anlässlich der BzP ausgesagt, zuletzt Anfang November 2014 in der Druckerei gearbeitet zu haben. Bei der Anhörung habe er dagegen ausgeführt, er habe am 29. November 2014, zwei Tage nach dem Helden- tag, aufgehört, dort zu arbeiten. Diese widersprüchlichen Angaben in ei- nem für das Verfolgungsmotiv wesentlichen Punkt – seine politischen Akti- vitäten hätten hauptsächlich aus dem Drucken von Plakaten bestanden – D-5498/2017 Seite 7 verstärkten den Eindruck der Unglaubhaftigkeit. Ebenso habe er zu weite- ren wichtigen Elemente n wie der Frage, ob respektive wann G._______ und H._______ geheiratet hätten, unterschiedliche Angaben gemacht. Die Vorbringen des Beschwerdeführers zu seinen Asylgründen, zur Flucht und zur Ausreise seien auch äusserst vage ausgefallen und liessen Sub- stanz und Detailreichtum vermissen. So habe er an der BzP nur die Vorna- men des Paares, dem er zur Flucht verholfen h abe, nennen können. Er habe zwar gewusst, dass die Braut eine „nahe“ Verwandte von I._______ sei – es handle sich um die Tochter der Schwester der Ehefrau des Bruders von I._______ – habe jedoch weder den Namen des Bruders noch denje- nigen der Ehefrau oder jenen von deren Schwester nennen können. Auf- fallend sei auch, dass er an der BzP keinen einzigen der Sätze habe wie- dergeben können, die er für d en LTTE-Heldentag gedruckt haben wolle. Ebenso wenig habe er konkrete Angaben zu seiner Flucht sowie seinem Reiseweg machen können und insbesondere nicht gewusst, auf welchen Namen sein Pass lautete und mit welcher Fluggesellschaft er gereist sei. Schliesslich habe der Beschwerdeführer geltend gemacht, er habe an zwei Demonstrationen in Genf teilgenommen. Er habe sich aber nicht mehr an deren genaues Datum erinnern können und keine Kenntnis davon gehabt, wer diese Anlässe organisiert habe. Vielmehr sei er nur ein einfacher Teil- nehmer gewesen, der keinen weitergehenden politischen Aktivitäten nach- gegangen sei . Seine Angaben zu den Demo nstrationen seien pauschal und ohne jegliche Details ausgefallen, weshalb sie als nicht hinreichend substanziiert und folglich unglaubhaft einzuschätzen seien. Ausserdem könnte bei lediglich zwei Demonstrationsteilnahmen, ohne Hintergrun d- kenntnisse und weitere Aktivitäten, ohnehin nicht von einer exponierten exilpolitischen Tätigkeit ausgegangen werden, welche den Beschwerde- führer in den Fokus der sri-lankischen Behörden bringen könnte. Erstmals an der Anhörung erwähnt habe der Beschwerd eführer, dass er die letzten zwei bis drei Jahre vor der Ausreise regelmässig an den Hel- dentagfeierlichkeiten teilgenommen habe sowie dass er seit 2008 Sympa- thisant der Bewegung sei und im Juni und August 2008 zweimal ein Paket für die LTTE transportiert h abe. Diese Aktivitäten habe er an d er BzP mit keinem Wort erwähnt. Vielmehr habe er nur erklärt, dass er einmal im Jahr 2008 eine Schultasche f ür die LTTE transportiert habe und die Frage, ob er sonst noch etwas für die LTTE gemacht habe, explizit mit „Nein“ beant- wortet. D-5498/2017 Seite 8 Im Übrigen liefen diverse Elemente der Vorbringen des Beschwerdeführers der allgemeinen Erfahrung zuwider. Namentlich sei es kaum denkbar, dass er am Flughafen seinen Pass nicht habe selber vorweisen müssen, weil dies sein Begleiter gemacht habe. Zusammenfassend würden die Vorbringen betreffend Verfolgung durch das CID respektive Bedrohung durch Leute von I._______ den Anforde- rungen an die Glaubhaftigkeit nicht standhalten. Die Furcht vor allfälligen weiteren Verfolgungsmassnahmen entbehre somit jeglicher plausiblen Grundlage. Die Vorinstanz prüfte weiter, ob dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG drohe. Gemäss der Rechtspre- chung des Bundesverwaltungsgerichtes müsse in dieser Hinsicht abgeklärt werden, ob sogenannte Risikofaktoren vorlägen, welche dazu führen wür- den, dass der Beschwerdeführer in den Fokus der sri-lankischen Behörden gelangen würde. Vorliegend seien – nachdem keine asylrelevanten Verfol- gungsmassnahmen hätten glaubhaft gemacht werden können – keine sol- chen Risikofaktoren ersichtlich und es bestehe kein begründeter Anlass zur Annahme, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungs- massnahmen ausgesetzt wäre. Allfällige Tätigkeiten für die LTTE im Jahr 2008, wie das vorgebrachte Transportieren einer Schultasche, stünden nicht in einem genügend engen Kausalzusammenhang zur Ausreise An- fang 2015 und seien nicht asylrelevant. Das SEM schätzte sodann den Vollzug der Wegweisung als zulässig, zu- mutbar und möglich ein. Insbesondere habe das Bundesverwaltungsge- richt in einem Referenzurteil festgehalten, dass der Wegweisungsvollzug in die Ost- und die Nordprovinz zulässig sei, wenn individuell e Zumutbar- keitskriterien vorlägen. Nachdem die Eltern des Beschwerdeführers noch immer an seinem letzten Wohnort leben würden, sein Bruder sowie seine Schwester sich i m selben Bezirk aufhielten und weitere Bekannte in der betreffenden Provinz wohnhaft seien, verfüge er in seiner Heimat über ein intaktes und tragfähiges soziales Netz. Er habe 13 Jahre die Schule be- sucht, während drei Jahren in einer Druckerei gearbeitet, sei gesund und im besten erwerbsfähigen Alter. Der Vollzug der Wegweisung erweise sich deshalb als zumutbar. D-5498/2017 Seite 9 4.2 In der Beschwerdeeingabe betonte der Beschwerdeführer, dass er schon seit seiner Jugend mit der ehemaligne LTTE sympathisiere, an Mär- tyrerveranstaltungen teilgenommen sowie Flyer verteilt und Plakate aufge- hängt habe. Nachdem seine Tätigkeiten für die LTTE sowie seine Hilfeleis- tung für seinen Freund G._______ und dessen Freundin – die eben eine Verwandte von I._______ gewesen sei – bekannt geworden seien, sei er zuerst nach Colombo gegangen und von dort schliesslich ausgereist. Nach seiner Ausreise habe er sich weiterhin in pro -tamilischen, mit der LTTE sympathisierenden Kreisen engagiert. Seine Teilnahme an einer Demonst- ration in Genf am (…) September 2017 könne er mit auf Beschwerdeebene eingereichten Fotos sowie mit einem Video, das auch im Internet veröffent- licht worden sei, nachweisen. Er befürchte aufgrund seines vergangenen und aktuellen politischen Engagements, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka Verhaftung und Folter ausgesetzt wäre. Es sei bekannt, dass Personen, die mit der LTTE in Verbindung gebracht würden, einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt seien. Seine Vorbringen seien glaubhaft, insbesondere würden sich seine anläss- lich der BzP sowie der Anhörung gemachten Angaben nicht widerspre- chen, sondern ergänzen. Bei ersterer sei er mehrm als aufgefordert wor- den, sich kurz zu halten, weshalb er damals noch nicht alle Elemente er- zählt habe. Die Vorinstanz werfe ihm vor, dass er die Ortschaften, in denen er sich versteckt habe, nachdem er erfahren habe, dass er gesucht werde, unterschiedlich wiedergegeben habe. Er habe sich damals aber innerhalb kurzer Zeit an vielen verschiedenen Orten aufgehalten. Diese Aufenthalts- orte habe er durcheinander gebracht, weil es schwierig gewesen sei, sich im Detail daran zu erinnern, wann er wo gewesen sei. Ausserdem habe er damals unter einem hohen psychischen Druck gestanden. Schliesslich sei zu betonen, dass er während der Anhörung sehr realistisch und glaubhaft erzählt habe, wie er Flyer und Plakate gedruckt habe, warum er mit der LTTE sympathisiere und mit welchen Personen er bezüglich seines Enga- gements zu tun gehabt habe. In Bezug auf den Wegweisungsvollzug sei festzuhalten, dass er das Inte- resse von Seiten des sri-lankischen Staates an seiner Person durch seine Flucht in die Schweiz gerade noch verstärkt habe, da ihn dies verdächtig mache. Dies treffe umso mehr zu, als er sich hier durch die Teilnahme an Demonstrationen auch politisch betätigt habe. Er befürchte, bei einer allfäl- ligen Rückschaffung noch am Flughafen verhaftet zu werden, da es wahr- scheinlich sei, dass er sich auf einer „Stop-List“ oder einer „Watch-List“ be-D-5498/2017 Seite 10 finde. Damit drohe ihm eine Gefahr von unmenschlicher Behandlung, wes- halb der Vollzug der Wegweisung gegen die menschenrechtlichen Ver- pflichtungen der Schweiz verstossen würde und damit unzulässig sei. 4.3 In seiner ersten Vernehmlassung hielt die Vorinstanz vollumfänglich an den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung fest. Es sei dem Be- schwerdeführer nicht gelungen, eine politisch motivierte Vorverfolgung glaubhaft zu machen und es bestehe kein Grund zur Annahme, dass er als regierungskritische Person ins Blickfeld der Behörden geraten sei. Ent- sprechend sei nicht davon auszugehen, dass er nach seiner Ankunft in der Schweiz unter Beobachtung seitens der sri -lankischen Behörden gestan- den habe . Letztere würden sich bei ihren Überwachungstätigkeiten auf Personen konzentrieren, die sich mit ihren politischen Aktivitäten von an- deren LTTE-Sympathisanten abheben würden, indem sie sich besonders exponierten. Beim Beschwerdeführer seien keine Hinweise – namentlich auch nicht aus den neu eingereichten Beweismitteln – darauf ersichtlich, dass er sich in einer qualifizierten Weise exilpolitisch betätigt habe und aus der Masse der anderen Demonstranten hervorgetreten wäre. Sodann wür- den die Fotos sowie die Videoaufnahme angeblich von einer Demonstra- tion vom (…) September 2017 stammen. Weitere Teilnahmen an Demonst- rationen seien zwar behauptet, jedoch nicht belegt und in der angefochte- nen Verfügung als unglaubhaft qualifiziert worden. Oftmals würde n nach einem ablehnenden Asylentscheid Fotos und Videos wie die vorliegend eingereichten erstellt, um nachträglich mit solchen exilpolitischen Aktivitä- ten eine Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft zu erwirken. Der Be- schwerdeführer verfüge aber nicht über ein politisches Profil, das ihn bei einer Rückkehr einer konkreten Gefährdung aussetzen würde. 4.4 Nachdem der Beschwerdeführer neue Beweismittel einreichte, darun- ter – gemäss seinen Angaben – auch das Original der Anzeige, welche sein Vater bei der Polizei erstattet habe, nachdem er von Mitgliedern des CID nach seinem Sohn gefragt und bedroht worden sei, wurde das SEM zu einer zweiten Vernehmlassung eingeladen. In dieser führte die Vorinstanz aus, es handle sich beim eingereichten Dokument um einen Auszug au s dem sogenannten Polizei-Logbuch (Extract from the Information Book). In Sri Lanka würden die Polizeistationen Anzeigen entgegennehmen und je nach Art der Anzeige in einen der aktuellen Bände des Polizei-Logbuches schreiben. Diese Bände seien mit Kürzeln wie GCIB (Greater Offences In- formation Book), MCIB (Minor Offences Information Book) und RIB (Rou- tine Offences Information Book) bezeichnet. In dem vom Beschwerdefüh- rer eingereichten Dokument sei jedoch das dem SEM unbekannte Kürzel D-5498/2017 Seite 11 CIBI ersichtlich, was auf eine Fälschung hindeuten könne. Es sei auch da- rauf hinzuweisen, dass ein solcher Auszug aus dem Polizei-Logbuch nicht nur leicht käuflich erhältlich, sondern auch – im Vergleich zu anderen Poli- zeidokumenten – sehr leicht zu fälschen sei. Zudem sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer das Dokument erst am 31. Oktober 2017, während des laufenden Beschwerdeverfahrens, eingereicht habe. Die Anzeige sei jedoch nach dem angeblichen Besuch von CID-Leuten bei seinem Vater am (…) März 2017 noch gleichentags eingereicht worden, mithin rund fünf Monate vor dem Asylentscheid. Der Beschwerdeführer habe es aber, ent- gegen seiner Mitw irkungs- und Wahrheitspflicht, versäumt, diese den Asylbehörden umgehend oder innerhalb einer angemessenen Frist zur Kenntnis zu bringen . Erst nach der ablehnenden Verfügung vom 25. Au- gust 2017 sei der Auszug am (…) September 2017 schliesslich angeblich bei der Polizei beantragt und ausgestellt worden. Dies sei bezeichnend und stelle ebenfalls ein Indiz dafür dar, dass es sich um eine Fälschung handle. Zusammenfassend würden die Indizien vorliegend, angesichts des Fäl- schungsmerkmals im Dokument, der allgemein sehr leichten Fälschbarkeit von derartigen Auszügen sowie dem Zeitpunkt der Ausstellung und Einrei- chung des Beweismittels, mehrere Monate nach der angeblichen Anzeige, darauf hindeuten, dass es sich bei diesem Dokument um eine Fälschung handle. Darüber hinaus verfüge ein solcher Auszug über keine grössere Beweis- kraft als eine blosse Parteibehauptung, weil im Polizei -Logbuch lediglich der vom Anzeigenden, vorliegend also dem Vater des Beschwerdeführers, vorgebrachte Sachverhalt dokumentiert werde. Die Angaben würden nicht überprüft, sondern in der vorgetragenen Form aufgenommen. Es sei des- halb auch möglich, dass eine Tatsache oder Geschichte, die so nicht statt- gefunden habe, Eingang ins Polizei-Logbuch finde. 4.5 Der Beschwerdeführer nahm in seiner Eingabe vom 15. Dezember 2017 zu den Ausführungen der Vorinstanz Stellung. Er erklärte, dass sein Vater am (…) März 2017 Anzeige erstattet habe, nachdem er zu Hause von Beamten des CID aufgesucht worden sei, die sich nach seinem Aufent- haltsort erkundigt hätten. Ebenfalls auf Anfrage seines Vaters hätte man ihm den eingereichten Auszug am (…) September 2017 ausgestellt. Es handle sich nicht um eine Fälschung. Er kenne sich aber bei Polizeidoku- menten nicht aus und könne deshalb keine Angaben zum Kürzel CIBI ma- chen. Er habe auch nicht gewusst, dass es für das Asylverfahren in d er Schweiz Beweismittel brauche und es sei ihm erst nach der Ablehnung sei- nes Asylgesuchs gesagt worden, dass es von Vorteil sei, wenn er seine D-5498/2017 Seite 12 Asylgründe mit Beweisen belegen könne. In der Folge habe er seinen Vater kontaktiert, woraufhin dieser auf den Polizeiposten gegangen sei und den vorgelegten Auszug erhalten habe. Dies sei der Grund für die späte Einrei- chung des Dokuments. Zwar treffe es zu, dass der Auszug nur das wieder- gebe, was sein Vater gegenüber der Polizei berichtet habe. Dennoch würde es beweisen, dass sein Vater von Leuten des CID aufgesucht wor- den sei und sich insoweit bedroht gefühlt habe, dass er sich zu einer An- zeige gezwungen gesehen habe. Abschliessend erwähnte der Beschwerdeführer, dass er weiterhin exilpoli- tischen Tätigkeiten nachgehe und am 27. November 2017 an Feierlichkei- ten zum Märtyrertag in N._______ teilgenommen habe. 5. 5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt zum Schluss, dass die vorin - stanzlichen Erwägungen nicht zu beanstanden sind und vom SEM einläss- lich dargelegt wird, inwiefern die Schilderungen des Beschwerdeführers widersprüchlich, vage und unsubstantiiert, mithin unglaubhaft sind. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann vorab auf den ergangenen Entscheid verwiesen werden (vgl. Ziff. II /1. der angefochtenen Verfügung). Der Be- schwerdeführer vermag in seiner Rechtsmitteleingabe die festgestellten Ungereimtheiten nicht aufzulösen. Er beschränkt sich in erster Linie darauf, erneut seine Sicht des Sachverhalts zusammenfassend darzulegen und zu erklären, seine Angaben würden sich nicht widersprechen, sondern ergän- zen. 5.2 Von entscheidender Bedeutung ist vorliegend insbesondere die unter- schiedliche Schilderung der Umstände, wann und wie der Beschwerdefüh- rer erfahren habe n will , dass ihm eine Verfolgung durch die Behörden drohe respektive wie diese von seinen angeblichen politischen Aktivitäten Kenntnis erhalten haben sollen. An der BzP sprach er noch davon, dass der Vater von H._______ am 23. Dezember 2014 sowohl von seiner Un- terstützung bei deren Hochzeit als auch von seinen Drucktätigkeiten für die LTTE erfahren habe (vgl. A4, S. 8 f.). An der Anhörung erklärte er im freien Bericht, dass die Schwester seines Freundes J._______ ihn erst einige Tage später darüber informiert habe, dass dieser festgenommen worden sei. Grund für die Festnahme sei gewesen, dass er Plakate un d Banner angebracht sowie bei Märtyrerfeierlichkeiten geholfen habe. Dies sei her- ausgekommen, weil der Onkel von J._______ mit Leuten von I._______ zusammengearbeitet und den Geheimdienst über dessen Tätigkeiten in- formiert habe. Er selbst sei daraufhin nicht mehr nach Hause gegangen. D-5498/2017 Seite 13 Kurze Zeit später seien Leute bei ihm zu Hause vorbeigekommen, hätten seinen Vater festgenommen und seinen Lap top mitgenommen (vgl. A10, F37). Im Laufe der Befragung wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, seine Angaben, woher er gewusst habe, dass ihn der Geheimdienst und Leute von I._______ suchen würden, zu präzisieren und auszuführen. Da- raufhin erklärte er, dass er dies erfahren habe, nachdem J._______ vom Geheimdienst aufgesucht und festgenommen worden sei. Der Onkel von H._______ habe den Geheimdienst über alle ihre Aktivitäten informiert (A10, F100). Darauf angesprochen, dass er an der BzP noch ausgesagt habe, dass der Vater von H._______ den Geheimdienst darüber informiert hätte, erklärte der Beschwerdeführer, dass dies zutreffe, der Vater habe die entsprechenden Informationen aber von H._______ Onkel gehabt (A10, F101). Das Aussageverhalten des Beschwerdeführers erweckt klar den Anschein, als würde er seine Angaben laufend anpassen. Einmal soll der Vater von H._______, dann deren Onkel oder schliesslich der Onkel von J._______ über Verbindungen zum Geheimdienst verfügen und diesen respektive I._______ über die politischen Tätigkeiten von J._______ und dem Beschwerdeführer in Kenntnis gesetzt haben. Offen bleibt in allen Fäl- len, woher die betreffenden Personen diese Informationen gehabt haben sollen. 5.3 Sodann verstärken die oft vagen und unsubstanziierten Angaben des Beschwerdeführers zu den für die Flucht aussch laggebenden Sachver - haltselementen den Eindruck, dass seine Schilderung nicht auf tatsächli- chen Erlebnissen beruht. Namentlich fällt auf, dass er anlässlich der BzP weder den Nachnamen von G._______ noch jenen von H._______ nennen konnte, obwohl es sich bei ersterem um einen Freund und Arbeitskollegen gehandelt haben soll. Sodann konnte er trotz mehrerer Nachfragen keinen einzigen der Sätze nennen, die er angeblich heruntergelad en und auf selbst gestaltete Banner mit LTTE-Parolen gedruckt habe (vgl. A4, S. 7 f.). Bei diesen beiden Punkten – Unterstützung der Hochzeit des Paares sowie das Drucken von LTTE -Plakaten und Bannern – handelt es sich um die eigentlichen Auslöser seiner Flucht. Zudem lagen diese Ereignisse damals nicht einmal zwei Monate zurück, weshalb zu erwarten gewesen wäre, dass er hierzu präzisere Angaben machen kann. Die auf Beschwerde- ebene vorgebrachte Erklärung, dass er an der BzP mehrmals aufgefordert worden sei, sich kurz zu fassen und deshalb nicht alles erzählt habe, ver- mag nicht zu überzeugen. Vielmehr wurde bei diesen Punkten gerade ex- plizit nachgefragt, ob er noch genauere Angaben machen könne. Der Be- schwerdeführer war aber offenbar nicht in der Lage, die entsprechenden Fragen zu beantworten. Auch an der Anhörung wich der Beschwerdeführer D-5498/2017 Seite 14 mehrmals aus, als er nach dem Inhalt der von ihm gedruckten Plakate ge- fragt wurde (vgl. A10, F76, F79 f., F83 f.). Seine Ausführungen dazu, was sich denn auf seinem Laptop befunden habe – immerhin das entschei- dende Beweismittel für seine angeblichen Verbindungen zur LTTE – blie- ben wenig konkret und beschränken sich auf allgemeine Angaben. Es hät- ten sich darauf aus dem Internet heruntergeladene Dokumente zu Märty- rerfeierlichkeiten, Bilder vom Führer, Videos mit Ansprachen von diese m und Fotos der Feierlichkeiten befunden. Die von ihm gedruckten Plakate hätten Parolen mit der Aufforderung enthalten, dass Märtyrern Respekt ge- zollt werden solle. Bei diesen Angaben handelt es sich durchwegs um eine allgemeine Schilderung, ohne dass eine einzige dieser Parolen konkret ge- nannt werden konnte. 5.4 Zutreffend ist auch die Feststellung der Vorinstanz, dass die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Reiseweg unglaubh aft sind. Nicht nur sind seine diesbezüglichen Ausführungen äusserst knapp und detailarm, sie laufen auch der allgemeinen Erfahrung zuwider. So ist es kaum denk- bar, dass er den von ihm verwendeten Reisepass nie in der Hand gehabt habe, weil sein Begleiter diesen jeweils an seiner Stelle vorgewiesen habe. Wenig überzeugend erscheint auch seine Erklärung hierfür: Er habe Kopf- hörer und eine Sonnenbrille getragen, damit er wie ein Tourist wirke. S o habe er den Z oll problemlos passieren können. F alls er einmal nach sei- nem Namen gefragt worden wäre, hätte er sich „O._______“ nennen sol- len, nichts weiter. Auch kannte er die Namen der Fluggesellschaften nicht, die ihn von Colombo nach D._______ und von dort nach Zürich gebracht haben sollen. 5.5 Nach dem Gesagten ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzu- halten, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers zu seinen Vorflucht- gründen nicht glaubhaft sind. An dieser Einschätzung vermag auch der im Beschwerdeverfahren eingereichte Auszug aus dem Information Book der sri-lankischen Polizei nichts zu ändern. Dieser ist mit dem Titel „Morddro- hung“ überschrieben und hält fest, dass der Vater des Beschwerdeführers am (…) März 2017 Anzeige erstattet habe. Er sei in seiner Schreinerei von vier unbekannten Personen in zivil aufg esucht worden, die sich nach sei- nem Sohn erkundigt hätten. Er habe sie gefragt, wer sie seien, aber sie hätten ihm keine Antwort gegeben und ihn weiter mit Fragen belästigt. Als er ihnen gesagt habe, sein Sohn befinde sich im Ausland, hätten sie wissen wollen, ob er weiterhin die Bewegung [LTTE] unterstütze. Sie hätten ihn sodann bedroht und gesagt, sie würden seinen Sohn töten, falls sie ihn erwischen würden. D-5498/2017 Seite 15 Der Auszug aus dem Information Book wurde am (…) September 2017 ausgestellt. Zwar liegt hiervon das Original vor und das Schreiben ist nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts auf einer authentischen Vor- lage erstellt worden. Es kann zwar nicht ausgeschlossen werden, dass das darin verwendete Kürzel „CIBI“ auf eine Fälschung hindeutet. Es ist jedoch anzumerken, dass jede Polizeibehörde über ihre eigenen Bände von Infor- mation Books verfügt und es möglich ist, dass darunter auch eines mit dem Kürzel CIBI vorkommt. Zutreffend ist aber jedenfalls die Feststellung des SEM, dass derartige Auszüge relativ leicht fälschbar sind und, selbst wenn sie authentisch sind, inhaltlich nur das wiedergeben, was eine anzeigende Person meldet. Weiter wies die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass der Zeitpunkt sowohl der Ausstellung als auch der Einreichung des Dokuments Fragen aufwerfe. Es ist nicht ersichtlich, warum der Beschwerdeführer ei- nen derartigen Auszug erst nach Eröffnung des negativen Asylentscheids hätte erhältlich machen können. Gemäss eigenen Angaben stand er im Zeitpunkt der Anhörung im Oktober 2015 in Kontakt mit seinen Eltern und diese hätten ihm erzählt, dass „Geheimdienstleute in Begleitung von Leu- ten von I._______“ bei ihnen vorbeigekommen seien und nach ihm gefragt hätten (vgl. A10, F4 ff.). Vor diesem Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, warum der Beschwerdeführer nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt Beweismittel für die angeblichen Belästigungen seiner Eltern dur ch den Geheimdienst beizubringen versuchte . Seine Erklärung hierzu, er habe nicht gewusst, dass es im Asylverfahr en von Vorteil sei, wenn man seine Vorbringen mit Beweisen belegen könne, vermag nicht zu überzeugen. So- wohl bei der BzP als auch bei der Anhörung wurde er auf seine Wahrheits- und Mitwirkungspflicht hingewiesen; bei letzterer wurde er explizit gefragt, ob er weitere Dokumente oder Beweismittel einreichen wolle (vgl. A10, F3). Nach dem Gesagten erscheint der eingereichte Auszug aus dem Informa- tion Book angesichts der aus verschiedenen Gründen unglaubhaften Aus- führungen des Beschwerdeführers nicht geeignet, zu belegen, dass er in seinem Heimatstaat durch das CID respektive durch Leute von I._______ gesucht wird. 5.6 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – etwa durch ein illegales Verlassen des Landes – eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im S inne von Art. 54 AsylG gel- tend. Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigen- schaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, welche D-5498/2017 Seite 16 subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). 5.7 Der Beschwerdeführer macht eine exilpolitische Tä tigkeit und damit subjektive Nachfluchtgründe geltend. Er habe sich in der Schweiz an De- monstrationen beteiligt und an Märtyrerveranstaltungen teilgenommen. Die Vorinstanz erachtete die bereits in der Anhörung im Oktober 2015 vorge- brachten exilpolitischen Tätigkeiten als nicht glaubha ft. Sie begründete dies damit, dass er lediglich behaupte, an zwei Demonstrationen, zuletzt am 21. oder 24. September, teilgenommen zu haben. Angesichts seiner pauschalen Schilderung hierzu, die keinerlei Details – insbesondere auch nicht zu den Organisatoren und den hinter der Veranstaltung stehenden Personen – enthalte, sowie des Umstandes, dass er seine Teilnahme nicht mit Fotos oder sonstigen Dokumenten belegen könne, sei nicht davon aus- zugehen, dass er sich aktiv an einer Demonstration beteiligt habe. 5.8 Auf Beschwerdeebene reichte der Beschwerdeführer mehrere Foto s sowie eine CD-Rom mit einer Videoaufnahme sowie weiteren Fotos ein. Die Bilder zeigen den Beschwerdeführer vor dem Palais des Nations in Genf, teilweise mit einer Flagge der LTTE sowie Bildern von deren Anfüh- rer. Auf dem Video ist eine Ansprache vor einer Gruppe Tamilen zu sehen, unter denen sich auch der Beschwerdeführer – gekennzeichnet mit einem roten Kreis – befunden habe. Die Aufnahme ist aber leicht verschwommen und es fällt schwer, den Beschwerdeführer darauf überhaupt zu erkennen. Eine eindeutige Identifizierung anhand des Videos dürfte kaum möglich sein. Mit Eingabe vom 31. Oktober 2017 reichte der Beschwerdeführer so- dann mehrere Fotografien von seinem Zimmer im Wohnheim in P ._______ ein. Darauf ist er selbst vor einer Wand zu sehen, an welcher eine Flagge der LTTE, Fotos des Führers und eine Karte von Sri Lanka aufgehängt sind. Daran seien seine politische Ausrichtung sowie seine Sympathie für die LTTE erkennbar. In der Rechtsmitteleingabe sowie in der Replik führte der Beschwerdefüh- rer aus, dass er befürchte, aufgrund seines vergangen en und aktuellen Pro-LTTE-Engagements bei einer Rückkehr verhaftet und Folter ausge- setzt zu werden. Mit den eingereichten Unterlagen kann zwar die Teil- nahme an einer tamilischen Demonstration in Genf belegt werden. Ein exil- politisches Engagement führt jedoch nicht in jedem Fall zur Annahme, dass subjektive Nachfluchtgründe vorliegen. Hierfür müsste der Beschwerde- führer sich in einer Weise exponiert haben, dass er die Aufmerksamkeit der D-5498/2017 Seite 17 heimatlichen Behörden derart auf sich gezogen hätte, um bei einer Rück- kehr nach Sri Lanka Furcht vor einer asylrelevanten Verfolgung haben zu müssen. Seine exilpolitischen Aktivitäten beschränken sich jedoch auf die blosse Teilnahme an Demonstrationen von Tamilen. Er war dabei nur ein- facher Teilnehmer, hat sich in keiner Weise exponiert und kennt gemäss eigenen Angaben auch weder die Organisatoren noch sonstige Hintermän- ner dieser Anlässe. Folglich hebt er sich nicht von der Masse an Demonst- rierenden ab und es ist – selbst wenn Fotos oder Videoaufnahmen dieser Veranstaltungen ins Internet gelangt sein sollten – nicht davon auszuge- hen, dass er deswegen die Aufmerksamkeit der heimatlichen Behörden auf sich gezogen hätte. Dasselbe gilt für die Teilnahme an einer Märtyrerfeier- lichkeit in N._______ und erst recht für die private Sympathiebekundung gegenüber der LTTE, indem er in seinem Zimmer entsprechende Banner und Plakate aufhängt. Auch unter Berücksichtigung der im Beschwerde- verfahren eingereichten Beweismittel ist von einer lediglich niederschwelli- gen exilpolitischen Tätigkeit d es Beschwerdeführers auszugehen, die für sich genommen nicht zum Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen führt. 5.9 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in seinem Urteil E -1886/2015 vom 15. Juli 2016 (als Referenzurteil publiziert) ausführlich zur Situation in Sri Lanka und zu den sich aus verschiedenen internationalen Berichten ergebenden Risikofaktoren, welche im Fall einer Rückkehr nach Sri Lanka zu Verhaftung und Folter führen können, geäussert. Das Gericht stellte un- ter anderem fest, dass nicht generell angenommen werden könne, jeder aus Europa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsu- chende sei allein aufgrund seines Auslandaufenthalts einer ernstzuneh- menden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt. Von einer begrün- deten Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG sei dann auszugehen, wenn der betroffenen Person seitens der sri -lankischen Be- hörden zugeschrieben werde, dass sie bestrebt sei, den tamilischen Sepa- ratismus wiederaufleben zu lassen und so die Einheit des Landes zu ge- fährden. Im Rahmen einer Einzelfallprüfung sei anhand von Risikofaktoren zu bestimmen, ob mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrecht- lich relevante Gefahr vor Verfolgung bejaht werden müsse. Als stark risiko- begründende Faktoren wurden dabei ein Eintrag in die sogenannte „Stop- List“, tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Verbindun- gen zu den LTTE sowie exilpoli tische Aktivitäten angesehen. Demgegen- über würden das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangs- weise respektive durch die IOM begleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobegründende Faktoren darstellen, die in der Regel D-5498/2017 Seite 18 für sich alleine genommen keine relevante Furcht vor ernsthaften Nachtei- len zu begründen vermöchten (a.a.O. E. 8.5.1 und 8.5.5). 5.10 Vorliegend gelang es dem Beschwerdeführer nicht, glaubhaft zu ma- chen, dass er in seinem Heimatstaat wegen politischer Aktivitäten – insbe- sondere das Drucken von Plakaten und die Teilnahme an Märtyrerfeierlich- keiten – gesucht werde. Es ist deshalb nicht davon auszugehen, dass er vor dem Verlassen des Heimatlandes auf der am Flughafen von Colombo abrufbaren „Stop List“ als Person mit einem verd ächtigen Profil vermerkt wurde respektive dass ihm von den heimatlichen Behörden Verbindungen zur LTTE vorgeworfen werden. Sodann liegt beim Beschwerdeführer zwar ein gewisses exilpolitisches En- gagement vor. Dieses beschränkt sich aber auf die blosse Teilnahme an Demonstrationen, sowie den – nicht belegten – Besuch einer Märtyrerfei- erlichkeit in N._______. Es ist festzuhalten, dass er sich bei seiner exilpo- litischen Tätigkeit in keiner Weise exponiert hat. Bei der Teilnahme an den vom Beschwerdeführer genannten Veranstaltungen handelt es sich um eine massentypische Aktivität und es ist nicht ersichtlich, inwiefern er be- sonders hervorgetreten wäre. Es ist folglich nicht davon auszugehen, dass er auf diese Weise die Aufmerksamkeit der heimatlichen Behörden auf sich gezogen hätte und deswegen der Gefahr einer fl üchtlingsrelevanten Ver- folgung ausgesetzt wäre. 5.11 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorbringen des Beschwerde- führers weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit noch denjenigen an die Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft standhalten. Die Vorinstanz hat zu Recht das Asylgesuch des Beschwerdeführers abgelehnt sowie zutref- fend festgestellt, er erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht. 6. 6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). D-5498/2017 Seite 19 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 7.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be- weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2014/26 E. 7.7.4 und 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.3 Der Vollzug der W egweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG unzulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen. So darf keine Person in irgendeiner F orm zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl . ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV , Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschli- che oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per- sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be - schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrecht lich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder a us den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung D-5498/2017 Seite 20 ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EG MR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl . Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nachdem der Beschwerdeführer – wie vorangehend festgehalten – nicht glaubhaft gemacht hat, dass er befürchten muss, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Be- hörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu zie- hen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine menschenrechtswidrige Behandlung in Sri Lanka drohen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegwei- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig er- scheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.5 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.5.1 Auch in Bezug auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist auf die im erwähnten Referenzurteil ( E-1886/2015 vom 15. Juli 2016) festge- haltene Praxis zu verweisen. Danach ist der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz Sri Lankas – mit Ausnahme des Vanni-Gebiets – grundsätzlich zumutbar. 7.5.2 Der Beschwerdeführer lebte bis kurz vor seiner Ausreise in B._______ im Distrikt C._______, zusammen mit seinen Eltern, die nach wie vor dort wohnen. Im nahegelegenen Q._______ leben sowohl sein Bru- der als auch seine Schwester, die beide verheiratet si nd. Der Vater habe als Zimmermann gearbeitet, der Bruder sei Tagelöhner in der Landwirt- schaft. Er selbst besuchte rund 13 Jahre die Schule, beendete diese aber ohne A-Level-Abschluss. Einen Beruf hat er nicht erlernt, er arbeitete je- doch für rund drei Jahre in einer Druckerei in R._______ und erhielt einen monatlichen Lohn von (…) Rupien. Sodann gab der Beschwerdeführer an, in Sri Lanka verschiedene weitere Verwandte, darunter auch einen Onkel in L._______, zu haben. Es ist davon auszugehen, dass er in seiner Heimat D-5498/2017 Seite 21 über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügt, das ihm bei der Wiederein- gliederung behilflich sein kann. Er ist jung und gem äss eigenen Angaben grundsätzlich gesund. Durch seine Schulbildung sowie seine mehrjährige Arbeitserfahrung dürfte es ihm auch möglich sein, den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben seines Heimatstaates zu schaffen und seine Existenz zu si- chern. 7.5.3 Unter diesen Umständen ist das Vorliegen der individuellen Zumut- barkeitskriterien für eine Wegweisung an den früheren Wohnort des B e- schwerdeführers zu bejahen. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass er bei seiner Rückkehr nach Sri Lanka in eine existenzielle Notlage geraten würde. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit auch als zumutbar. 7.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem ihm je- doch mit Zwischenverfügung vom 4. Oktober 2017 die unentgeltliche Pro- zessführung gewährt wurde, ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-5498/2017 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Regula Aeschimann Versand: