<h2>SubmittedText<h2><p>Nach dem schrecklichen Unglück im Saxetbach war man sich einig, dass es ein schweizerisches Qualitätslabel für die Anbieter von Risikosportarten braucht. Von Seiten der Anbieter wurde rasches Handeln versprochen.</p><p>Nun wurden aber zwei sich bekämpfende Verbände gegründet, der Schweizerische Canyoning-Verband (SCV) einerseits und die Swiss Professional Outdoor Association andererseits.</p><p>Das Ziel einer flächendeckenden, einheitlichen Regelung ist damit in die Ferne gerückt. Die Tourismusbranche ist aber dringend auf eine einheitliche Qualitätskontrolle, eine bessere Information der Gäste und eine gut geregelte Versicherungssituation angewiesen.</p><p>Was gedenkt der Bund in dieser Situation zu tun, um rasch die notwendigen Entscheide und Veränderungen herbeizuführen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Drei grosse Canyoning-Anbieter haben am 5. Oktober 1999 den SCV gegründet und anschliessend Kontakte mit der privaten Commission Européenne de canyon geknüpft, um mit ihr zusammen ab Frühling 2000 Ausbildungskurse für Canyoning durchführen zu können. Achtzehn andere Anbieter traten jedoch für einen Verband ein, der auch andere Outdoor-Aktivitäten als Canyoning abdecken und dort Ausbildungen mit offizieller Anerkennung anbieten sollte. Dieser weiter gefasste Verband ist noch im Aufbau begriffen; die Gründung im ersten Quartal dieses Jahres ist wahrscheinlich. Der Start einer dreistufigen Ausbildung für Canyoning-Führer - in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bergführerverband - ist jedoch auch von dieser Seite auf Frühling 2000 geplant.</p><p>Eine im Auftrag des VBS vom Bundesamt für Sport eingesetzte Projektgruppe des Bundes ist mit diesen beiden Gruppierungen der Schweizer Canyoning-Anbieter in Kontakt. Die Projektgruppe will die geplanten Ausbildungen im Canyoning begleiten und ist daran, Richtlinien für die drei Stufen auszuarbeiten. Ein noch zu schaffendes Gremium soll die Einhaltung der Ausbildungsrichtlinien überprüfen und ein schweizerisches Qualitätslabel für Canyoning-Anbieter erteilen.</p><p>Gleichzeitig mit der Erarbeitung von Ausbildungsrichtlinien plant die Projektgruppe, begleitende Massnahmen zur Sicherheitsförderung bei kommerziellen Outdoor-Aktivitäten zu prüfen. Im Vordergrund stehen Richtlinien für die Durchführung von kommerziellen Tätigkeiten analog derjenigen der Schweizerischen Kommission für Unfallverhütung auf Skiabfahrten und Loipen. Diese besitzen heute praktisch den Status von Rechtsgrundlagen. Mit dem Einbezug der Beratungsstelle für Unfallverhütung in die Projektgruppe könnte zudem eine einheitliche Regelung von Versicherungsfragen vorbereitet werden.</p><p>Angesichts der grossen Zahl im Einsatz stehender Canyoning-Führerinnen und -Führer ist in diesem Jahr noch mit Übergangslösungen betreffend Ausbildungsanerkennung zu rechnen. Erste Richtlinien betreffend Umsetzung (Canyoning-Kodex) sollen bereits diesen Sommer eingesetzt und überprüft werden. Es wird angestrebt, dass sich die Anbieter im Sinne einer Selbstkontrolle und -verantwortung diesen provisorischen Richtlinien freiwillig unterziehen. Ab 2001 sollen die entsprechenden Richtlinien dann voll zum Tragen kommen.</p><p>Die Initiierung einheitlicher Ausbildungsrichtlinien im Canyoning bildet Bestandteil eines Massnahmenpakets als Folge einer Umfrage des Bundesamtes für Sport im Auftrag des VBS bei den Regierungen der Kantone sowie den interessierten Organisationen, Institutionen und Persönlichkeiten im Herbst 1999. Der Bundesrat hat vom Ergebnis der Umfrage Kenntnis genommen und weitere Massnahmen in die Wege geleitet. Insbesondere soll der Handlungsbedarf für Massnahmen im Zusammenhang mit weiteren Risikoaktivitäten abgeklärt werden.</p>  Antwort des Bundesrates.