Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. April 2015 (725 14 288) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs psychischer Unfallfolgen bei einem Velounfall; Rentenanspruch indessen bejaht infolge somatischer Unfallfolgen bei egalitä- rer Bemessungsgrundlage anhand der LSE sowohl für das Validen- als auch das Invali- deneinommen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Natalie Matiaska , Ad- vokatin, Fischmarkt 12, 4410 Liestal gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Die 1952 geborene A.____ war als Arbeitslose bei der Schweizerischen Unfallversiche- rungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen v ersichert, als sie am 23. September 2010 auf dem Velo mit einem aus einem Parkfeld fahrenden Fahrzeug zusammenstiess und stürzte. Sie erlitt dabei zwei Rissquetschwunden an der rech ten Stirn, eine distale intraartikuläre Radi- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht usfraktur der linken Hand sowie eine Tibiaplateaufraktur des rechten Knies. Im weiteren Verlauf wurde ausserdem eine Partialruptur des medialen Kolla teralbandes am rechten Kniegelenk festgestellt. B. Nachdem die SUVA zunächst die gesetzlichen Leistungen in Form von Taggeldern und Heilkosten ausgerichtet hatte, teilte sie der Versicherten mit Schreiben vom 24. Oktober 2013 mit, dass eine Behandlung von somatischen Unfallfolgen s eit Längerem nicht mehr stattfinde und aktuell auch nicht mehr notwendig sei. Darüber hi naus verneinte sie einen adäquaten Kau- salzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden der Versic herten und dem betref- fenden Unfallereignis und stellte die Heilkosten- und Taggeldleistungen per Ende Oktober 2013 ein. Nach einer weiteren kreisärztlichen Untersuchung anfangs Dezember 2013 lehnte sie mit Verfügung vom 19. Februar 2014 die Ausrichtung sowohl e iner Invalidenrente als auch einer Integritätsentschädigung ab. Im Weiteren verneinte sie den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall der Versi cherten vom 23. September 2010. Eine hiergegen erhobene Einsprache der Versicher ten wies die SUVA mit Einsprache- entscheid vom 21. März 2014 ab. C. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Fra u Natalie Matiaska, Advokatin, am 23. September 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht des K antons Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie bean tragte, es sei ihr in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids mit Wirkung ab 1. No vember 2013 eine Invalidenrente auf der Basis eines Erwerbsunfähigkeitsgrads von mindestens 20% auszurichten, unter o/e- Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorg ebracht, dass aufgrund somatischer Unfallfolgen in Form einer posttraumatischen Gonarthro se eine Arbeitsunfähigkeit von 20% be- stehe. In Bezug auf die Bestimmung des Validen- und Inva lideneinkommens sei das Abstellen auf unterschiedliche Statistiken nicht gerechtfertigt. Bei der Bemessung des Invalideneinkom- mens sei ein leidensbedingter Abzug von 20% vorzunehmen . Beim Valideneinkommen sei ebenfalls auf das Anforderungsniveau 4 der Lohnstrukture rhebung abzustellen. Im Zusammen- hang mit den psychischen Unfallfolgen sei der adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen. Der Unfall sei als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen zu qualifizie- ren. Von den massgeblichen Adäquanzkriterien seien das Kri terium der besonders traumati- schen Begleitumstände und der besonderen Eindrücklichkeit, der Schwere und der besonderen Art der erlittenen Verletzungen, das Kriterium der u ngewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung, das Kriterium der körperlichen Dauerschmerze n und des Grads sowie der Dauer der Arbeitsunfähigkeit zu bejahen. D. Die SUVA schloss mit Vernehmlassung vom 9. Dezember 201 4 auf Abweisung der Be- schwerde. Der erlittene Unfall sei als mittelschwerer Unfall im mittleren Bereich zu qualifizieren. Sämtliche von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Adäquanzkriterien seien zu verneinen. In Bezug auf die Bemessung des Valideneinkommens sei auf die Lohnstrukturerhebung im Sektor Detailhandel abzustellen. Das Invalideneinkommen bemess e sich demgegenüber anhand des Totalwerts. Ein leidensbedingter Abzug von mehr als 10% sei unangemessen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Das Kantonsgericht zog in der Folge die in der Sache ergangenen IV-Akten bei. Die SUVA verwies mit Eingabe vom 13. Januar 2015 auf die Ausführungen in ihrer Vernehmlas- sung. Die Beschwerdeführerin hielt mit Eingabe vom 5. Februar 2015 fest, dass die IV-Ärztin es im Ergebnis abgelehnt habe, die Zumutbarkeitsbeurtei lung des Kreisarztes zu übernehmen. Dieser Umstand stütze die Argumentation, dass der Zumutba rkeitsbeurteilung von Dr. B.____ vom September 2013 zu folgen sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 A bs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) v om 20. März 1981 kann gegen Ein- spracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen ka ntonalen Versicherungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 ATSG das Versi- cherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versichert e Person zur Zeit der Beschwerde- erhebung ihren Wohnsitz hat. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft als einzige gerichtliche Instan z des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit sachlich und örtlich für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 In Bezug auf die Integritätsentschädigung ist der vorinstanzliche Einspracheentscheid in Teilrechtskraft erwachsen, weshalb darauf nicht einzu treten ist (BGE 119 V 347). Zu prüfen ist, ob die SUVA der Versicherten zu Recht den Anspruch auf Ausrichtung von Rentenleistun- gen verneint hat. Auf die soweit frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolg e des Unfalles zu mindestens 10 Pro- zent invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand- lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr er- wartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassna hmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die He ilbehandlung und die Taggeldleistun- gen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 3.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt als erstes voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfä- higkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürl icher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürl ichen Kausalzusammenhangs sind alle Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ei ngetreten gedacht werden kann. Ent- sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des nat ürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinwe isen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natür licher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdig ung nach dem im Sozialversicherungs- recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinl ichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründu ng eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Im Falle der B eweislosigkeit fällt der Entscheid zu Las- ten der versicherten Person aus, die aus dem unbewiesen g ebliebenen natürlichen Kausalzu- sammenhang als anspruchsbegründender Tatsache Rechte abl eiten wollte (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). 3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Wei teren voraus, dass zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen S chaden ein adäquater Kausalzusam- menhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lau f der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von d er Art des eingetretenen herbeizufüh- ren, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des ad äquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (B GE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlich en Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesund heitlichen Schädigung auch der erfor- derliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammen hang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regel n vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 3.3 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfo lgen spielt die Adäquanz als recht- liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusam menhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der na- türlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). Liegen hingegen keine organisch (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden vor, hat eine besondere Adäquanz- prüfung zu erfolgen. Dabei ist rechtsprechungsgemäss (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinwei- sen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, einen äquivalenten Verletzungsmechani smus oder ein Schädel-Hirntrauma, dessen Folgen sich mit jenen eines Schleudertraumas verg leichen lassen (BGE 117 V 382 E. 4b), erlitten und liegt in der Folge das für dies e Verletzung typische „bunte Beschwerdebild“ vor (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- un d Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektl abilität, Depression, Wesensverände- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung usw., BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten Grundsätze zu prüfen. Liegt kein Unfall mit einem Schleudertrauma oder einer adäquanzrechtlich äquivalenten Verletzung vor oder fehlt es nach einer solchen Verletzung an dem hierfür ty pischen bunten Beschwerdebild, so hat die Adäquanzbeurteilung psychischer Folgeschäden des Unfalls nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien zu erfolgen. Der Unterschied be steht darin, dass bei Unfällen mit einem Schleudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verl etzung auf eine Differenzierung zwi- schen physischen und psychischen Unfallfolgen verzichtet wird (B GE 134 V 117 E. 6.2.1, 117 V 367 E. 6a in fine), währenddessen bei den übri gen Unfällen für die Beurteilung der Adä- quanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallere ignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folgen massgebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). 3.4 Es ist zulässig, in einem Streit über die Zusprechung oder die Verweigerung von Leis- tungen der Unfallversicherung die Frage nach dem natür lichen Kausalzusammenhang zwi- schen dem Ereignis und den geklagten Beschwerden mit der Begründung offen zu lassen, dass ein allfälliger natürlicher Kausalzusammenhang nicht a däquat und damit nicht rechtsgenüglich erstellt ist (BGE 135 V 472 E. 5.1). Die Frage nach d em natürlichen Kausalzusammenhang kann daher in jenen Fällen dahingestellt bleiben, in welchen der für die Bejahung einer Leis- tungspflicht erforderliche adäquate Kausalzusammenhang ohnehin verneint werden muss, was vorliegend - wie aufzuzeigen sein wird – in Bezug auf die psychisch bedingten Beschwerden der Versicherten der Fall ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_182/2010 vom 2. Juli 2010, E. 3.2; SVR 1995 U 23 S. 68 E. 3c). 4.1 Bei der Versicherten lagen nach dem erlittenen U nfallereignis vom 23. September 2010 keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen vor, di e zum Beschwerdebild gehören, wel- ches für ein Schleudertrauma oder für einen äquivalente n Verletzungsmechanismus typisch ist. Aktenkundig sind anlässlich der Verlaufskontrolle rund zwei Wochen nach dem Unfallereignis einzig anamnestisch leichte Kopfschmerzen ohne Commotioz eichen (vgl. SUVA-Akt N° 13, S. 2). Innert der rechtsprechungsgemäss massgebenden Lat enzzeit wurden jedenfalls keine Symptome erhoben, welche dem sogenannten "bunten Besc hwerdebild" entsprechen würden. Dies wird denn auch zu Recht von keiner der Parteien ge ltend gemacht. Die Adäquanzbeurtei- lung der von der Versicherten geklagten psychischen Beschwe rden in Form der diagnostizier- ten, ängstlich-depressiven Symptomatik im Rahmen eines reg redienten PTSD (vgl. Gutachten Dr. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 27. M ai 2013, SUVA-Akt N° 158) hat deshalb nach Massgabe der Grundsätze zu erfolgen, wie sie das Bundesgericht in BGE 115 V 133 ff. entwickelt und in seiner Rechtsprechung seither b eständig angewandt hat (BGE 123 V 98; BGE 124 V 44 E. 5c/bb und 213 E.4b). 4.2 Nach dieser Rechtsprechung setzt die Bejahung des adäqu aten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfallereignis und einer anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwick- lung im Einzelfall voraus, dass dem Unfallereignis für die Entstehung der psychisch bedingten Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeut ung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mi t anderen Worten ernsthaft ins Ge- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht wicht fällt (BGE 115 V 141 E. 7 mit Hinweisen). Für d ie Beurteilung dieser Frage ist an das Un- fallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenf älligen Geschehensablauf – eine Ein- teilung der Unfälle in drei Gruppen zweckmässig erscheint: banale bzw. leichte Unfälle einer- seits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwische n liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 138 E. 6). Während bei leichten bzw. bana len Unfällen der adäquate Kausalzu- sammenhang in der Regel ohne weiteres verneint werden kann, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizi nischer Erkenntnisse davon ausge- gangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeig net ist, einen erheblichen Gesundheits- schaden zu verursachen, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Folgen bei schweren Unfällen in der Regel zu bejahen. Bei Un fällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäqua ter Kausalzusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantworten . Es sind daher weitere, objektiv er- fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall i n Zusammenhang stehen oder als di- rekte oder indirekte Folge davon erscheinen, in eine Ge samtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 140 E. 6c/aa) zu nennen: - besonders dramatische Begleitumstände oder besonde re Eindrücklichkeit des Unfalls; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verl etzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemäs- se Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; - ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; - körperliche Dauerschmerzen; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen er heblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikat ionen; - Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähi gkeit. Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die G esamtwürdigung ist nicht in jedem Fall er- forderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausal- zusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Das trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, der zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich oder sogar als Grenz- fall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Ander seits kann im gesamten mittleren Be- reich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonde rs ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlagge bendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werde n. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Gren zbereich zu den leichten der Unfällen zu- zuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kr iterien in gehäufter oder auffallen- der Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird. Diese Würdigung des Unfalls zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusam- menhangs. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach ande ren Ursachen zu forschen, die möglich- erweise die psychische Fehlreaktion mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 140 E. 6c/bb). 4.3 Die Schwere des Unfalles ist aufgrund des augenfäll igen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu bestimmen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). Gemäss den Angaben der Polizei übersah die Unfallverur sacherin bei der Ausfahrt aus dem Parkfeld die auf ihrem Fahrrad korrekt entgegenkommen de Versicherte, worauf es in der Folge Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu einer Streifkollision zwischen den Beteiligten kam, d ie Versicherte zu Fall kam, und diese sich die eingangs erwähnten Verletzungen zuzog (vgl. oben, ad Sachverhalt, Erwägung A.). Die eigene Geschwindigkeit der Versicherten betrug – abweic hend zu den Ausführungen in der Be- schwerdeschrift – etwa 20 km/h, während die Unfallverur sacherin gerade im Begriff war, aus der Parklücke zu fahren (vgl. SUVA-Akt N° 35). Für eine n dramatischeren Unfallhergang, wo- nach die Versicherte über die Kühlerhaube des unfallve rursachenden Personenwagens „ge- schleudert“ worden wäre (vgl. Arztbericht von Prof. D.___ _, FMH Orthopädie und Unfallchirur- gie, vom 27. Januar 201, SUVA-Akt N° 37), bestehen in den übrigen Akten keine Hinweise (vgl. insbesondere die Unfallfotos, SUVA-Akt N° 35). M it Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist diese Kollision als mittelschwerer Unf all im maximal mittleren Bereich zu qualifizieren. So hat das Bundesgericht einen Unfall a ls mittelschwer im Grenzbereich noch zu den leichten Unfällen eingestuft, bei welchem eine Ve lofahrerin von einem überholendenden Fahrzeug touchiert worden ist und gestürzt ist (Urteil 8 C_768/2008 vom 3. Juni 2009 E. 4.1). Auf einen mittelschweren Unfall im mittleren Bereich schloss das Bundesgericht hingegen in der von der Beschwerdegegnerin zitierten Konstellation, in welcher ein Motorradfahrer zu Fall ge- kommen war, nachdem er mit einer Geschwindigkeit von 60 bis 70 km/h frontal mit dem hinte- ren, seitlichen Teil eines anderen Fahrzeugs kollidier t war (Urteil des Bundesgerichts 8C_137/2014 vom 5. Juni 2014 E. 6.2). Die hier stritti ge Streifkollision mit einem vortrittshin- dernden Personenwagen ist offensichtlich als weniger sch wer zu bezeichnen. Eine Zuordnung zu den Unfällen im Grenzbereich zu den schweren Unfällen oder gar zu den schweren Unfällen kommt deshalb nicht in Betracht. Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs müssen demnach von den weiteren, objektiv fassbaren und u nmittelbar mit dem Unfall im Zu- sammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als massge- bende Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind, entweder ein einzelnes in beson- ders ausgeprägter Weise oder aber drei dieser Kriter ien gegeben sein (Urteil des Bundesge- richts vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5 mit Hinweisen). 4.4 Dem Unfall kann keine besondere Eindrücklichkeit bzw. Schwere zugesprochen werden. Die Versicherte war nach ihrem Sturz weder bewusstlos noc h zog sie sich lebensgefährliche Verletzungen zu, die erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische Fehlentwicklungen herbeizu- führen. Die Behandlung der physischen Verletzungen erfo lgte ambulant (vgl. SUVA-Akt N° 14). Wie bereits erwähnt, betrug die eigene Geschwindigkeit der Versicherten lediglich etwa 20 km/h, während die Unfallverursacherin gerade im Beg riff war, aus der Parklücke zu fahren (vgl. SUVA-Akt N° 35). Für einen dramatischeren Unfallhergang, wonach die Versicherte über die Kühlerhaube des unfallverursachenden Personenwagens „geschleudert“ worden wäre (vgl. Arztbericht von Prof. D.____ vom 27. Januar 201, SUVA-Akt N° 37), liegen keine Hinweise vor (vgl. insbesondere die Unfallfotos, SUVA-Akt N° 35). Von dramatischen Begleitumständen besonderer Intensität kann daher nicht gesprochen werden . Daran ändert auch das in der Be- schwerdebegründung vorgebrachte subjektive Empfinden nich ts. Es ist in diesem Zusammen- hang darauf hinzuweisen, dass sämtliche als mittelschwer zu qualifizierenden Unfälle eine ge- wisse Eindrücklichkeit aufweisen, sodass allein daraus noch nicht auf eine besondere Ausprä- gung geschlossen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgeri chts 8C_1062/2009 vom 31. August 2010 E. 4.2.2). Unter diesen Umständen kann das Kriteri um der besonderen Eindrücklichkeit oder der dramatischen Begleitumstände nicht als erfüllt gelten. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Weiteren kann weder von einem schwierigen Heilung sverlauf der somatischen Unfallfolgen mit erheblichen Komplikationen noch von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfol- gen erheblich verschlimmert hätte, die Rede sein. Sowe it die Beschwerdeführerin darauf ver- weist, dass der Heilungsverlauf bei ihr ein Gefühl des A usgeliefertseins hervorgerufen habe, kann auf das soeben Gesagte verwiesen werden, wonach su bjektive Aspekte bei der nach BGE 115 V 140 zu beurteilenden Adäquanz keine Berücksich tigung finden. Die Versicherte hat sich in objektiver Hinsicht Schürfwunden am Kopf, eine R adiusfraktur links und eine Tibiapla- teaufraktur rechts zugezogen. Diese Verletzungen waren objektiv betrachtet weder besonders schwer noch von besonderer Art. Sie sind ohne Operation en abgeheilt, weshalb auch nicht da- von gesprochen werden kann, dass sie geeignet wären, ei ne psychische Fehlentwicklung aus- zulösen. Ebenso wenig litt die Beschwerdeführerin über das Datu m des angefochtenen Einspracheent- scheids hinaus an physisch bedingten Dauerschmerzen. Hinsichtli ch dieses Kriteriums ist vor- ausgesetzt, dass über den gesamten Zeitraum andauernde Beschwerden vorliegen müssen (Urteil U 479/05 vom 6. Februar 2007 E. 8.4). Vorlie gend ist im medizinischen Verlauf jedoch eine stetige Besserung ausgewiesen. Bereits anlässlich de r Kontrolluntersuchung vom 4. No- vember 2010 konnten in Bezug auf das Handgelenk bis auf e ine eingeschränkte Beweglichkeit reizlose Verhältnisse erhoben werden (vgl. SUVA-Akt N° 23). Nichts anderes gilt in Bezug auf das rechte Knie; hier berichtete die Versicherte anlässli ch einer weiteren Kontrolluntersuchung selbst von einem guten Verlauf (vgl. SUVA-Akt N° 32). A us dem Bericht von Prof. Dr. D.____ vom 27. Januar 2011 geht hervor, dass die Patientin bis zu ihrem Unfall ausserordentlich sport- lich gewesen sei und regelmässig wandern und joggen gegangen sei, Fussball gespielt und alle möglichen Konditionssportarten wie Seilspringen ausgeüb t habe; dies falle ihr nun jedoch schwer bzw. sei ihr nur noch sehr beschränkt möglich. Das H auptproblem sei das rechte Bein mit Kniegelenksschmerzen und Schmerzen im Bereich des rechten Fusses. Sie wünsche daher eine Beurteilung, mit welchen Massnahmen sie wieder ih r Leistungsniveau vor dem Unfall er- reichen könne (vgl. SUVA-Akt N° 37, S. 2). In Anbetracht dieser anamnestischen Angaben kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Versicherte an dauerhaften Schmerzen gelitten hat. Vielmehr erhellt, dass die geklagten Beschwerden es der Versicherten jedenfalls nicht verun- möglicht haben, ihre sportlichen Aktivitäten – wenn a uch in einem allenfalls deutlich verminder- ten Mass – wieder aufzunehmen. Dies aber schliesst eine B ejahung des Kriteriums körperlicher Dauerschmerzen aus, zumal die Versicherte anlässlich der Abschlussuntersuchung durch Prof. Dr. D.____ vom 20. Mai 2011 keine Beschwerden m ehr geklagt, sondern im Gegenteil angegeben hat, von der physiotherapeutischen Behandlung sehr viel profitiert zu haben (vgl. SUVA-Akt N° 63; vgl. ebenso ärztlicher Zwischenbericht von Dr. E.____, FMH Allgemein- medizin, vom 27. Juni 2011, SUVA-Akt N° 70). Der Umstan d weiterhin bestehender, retropa- tellärer Beschwerden vermag angesichts der seither attestierten Alltagstauglichkeit nichts daran zu ändern. Eine ungewöhnlich lange bzw. belastende Dau er der ärztlichen Behandlung hin- sichtlich der somatischen Beeinträchtigungen fällt unter diesen Umständen ebenfalls nicht in Betracht. Schliesslich kann auch nicht angenommen werden, dass das auf den Unfall zurückzu- führende somatische Beschwerdebild eine lang andauernd e Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte. Die Versicherte war bereits ab Mitte Dezember 2010 im U mfang von 40% wieder arbeitsfähig Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht (vgl. Unfallschein, SUVA-Akt N° 1). Ihre Arbeitsfähigkeit erhöhte sich in der Folge anfangs Ja- nuar 2011 für leichte Tätigkeiten auf 50% und wurde bereits dazumal als durchaus steigerungs- fähig bezeichnet (vgl. ärztlicher Zwischenbericht von Pro f. D.____ vom 9. Juni 2011, SUVA-Akt N° 66). Spätestens seit der Begutachtung durch Dr. B.__ __, FMH Orthopädie und Sportmedi- zin, vom 28. August 2013 ist die Versicherte in sämtlichen alternativen Tätigkeiten mit nur leich- ter körperlicher Beanspruchung und regelmässigem Wechsel sitzend, stehend und gehend wieder vollständig arbeitsfähig (vgl. SUVA-Akt N° 171, S. 11). Seit Dezember 2013 besteht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine uneingeschränkte Arbei tsfähigkeit (vgl. kreisärztlicher Un- tersuchungsbericht von Dr. F.____, FMH Orthopädie un d Unfallchirurgie, vom 2. Dezember 2013, SUVA-Akt N° 185). Eine seither geklagte Arbeitsunfähigkeit ist subjektiv bedingt und be- ruht offenbar auf psychischen Ursachen, die bei der Adäq uanzbeurteilung als unbeachtlich zu qualifizieren sind. 4.5 Die massgebenden unfallbezogenen Kriterien sind zusa mmenfassend weder in ge- häufter noch in auffallender Weise erfüllt, was im E rgebnis zur Verneinung der Adäquanz des Kausalzusammenhangs führen muss. Dem Unfall vom 23. Septe mber 2010 kommt somit keine rechtserhebliche Bedeutung für die von der Beschwerdefüh rerin geklagten psychischen Be- schwerden zu. Hinsichtlich der psychiatrisch bedingten Unfallfolgen einer ängstlich-depressiven Symptomatik ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Be schwerdegegnerin den adäquaten Kausalzusammenhang verneint hat. 5. Strittig ist im Weiteren der Rentenanspruch der Be schwerdeführerin im Zusammen- hang mit den somatischen Unfallfolgen. 5.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 UVG auf die Unfallversicherung anwendbar sind, die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern de ganze oder teilweise Erwerbsunfähig- keit. Diese entspricht dem durch Beeinträchtigung der k örperlichen oder geistigen Gesundheit verursachten und nach zumutbarer Behandlung und Eingli ederung verbleibenden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Art. 16 ATSG hält schliessli ch fest, dass die Bestimmung des Inva- liditätsgrades bei erwerbstätigen Versicherten anhand eines Einkommensvergleichs zu erfolgen hat. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; sei t 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) aufgezeigt hat, brachte das ATSG hinsichtlich der unfallversi- cherungsrechtlichen Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis zum 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Normenlage. Die im ATSG enthaltenen Definitionen der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG), der Erwerbsunf ähigkeit (Art. 7 ATSG) und der Invalidität (Art. 8 ATSG) entsprechen ebenso wie die Vorschrift ü ber die Bestimmung des Invaliditätsgra- des (bei erwerbstätigen Versicherten; Art. 16 ATSG) de n bisherigen, in der Unfallversicherung von der Rechtsprechung dazu entwickelten Begriffen und G rundsätzen. Die zur altrechtlichen Regelung ergangene Judikatur bleibt deshalb weiterhin massgebend (Kranken- und Unfallversi- cherung - Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 20 04 Nr. U 529 S. 573 ff. E. 1.2-1.4; Urteil K. des EVG vom 28. Juli 2004, U 12/04, E. 1.2). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 In Bezug auf die somatischen Unfallfolgen ist zu pr üfen, in welchem Ausmass die Ver- sicherte unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Gemäss der Le galdefinition von Art. 6 ATSG ist Ar- beitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 5.3 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse ist di e rechtsanwendende Behörde somit auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweise n). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be- weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdige n. Dies bedeutet, dass das Sozial- versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbes ondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht e rledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des B eweiswertes eines ärztlichen Berich- tes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belang e umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksicht igt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung d er medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleu chtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebe nd für den Beweiswert ist grund- sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht o der Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist es dem Sozialversicherungsge- richt demnach nicht verwehrt, gestützt ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen zu entscheiden. Wie das Bundesgericht unl ängst präzisiert hat, sind in solchen Fäl- len jedoch strenge Anforderungen an die Beweiswürdi gung in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellun- gen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit Verweisen). 5.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozialversiche- rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge setz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforde rungen nicht. Das Gericht hat viel- mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Der Unter- suchungsmaxime entsprechend hat das Gericht von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht erheben. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund e iner Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die hohe Wahrsc heinlichkeit für sich hat, der Wirklich- keit zu entsprechen (BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerisch e Sozialversicherungsrecht kennt demnach keinen Grundsatz, wonach die Versicherungsorgane im Zweifel zu Gunsten der Versicherten zu entscheiden haben. Ein Anspruch auf Lei stungen besteht nur, wenn die Vo- raussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 5.5 Die SUVA stützte sich bei der Zumutbarkeitsbeurteil ung auf den Untersuchungsbericht ihres Kreisarztes Dr. F.____ vom 2. Dezember 2013 (vgl. S UVA-Akt N° 185). Dieser diagnosti- zierte einen Status nach Sturz mit distaler Radiusfraktur linksseitig, Tibiaplateaufraktur lateral, einer Partialruptur des medialen Kollateralbands sowi e eine Impressionsfraktur des medialen Femurcondylus. Objektiv zeige die Versicherte eine unauffä llige Beweglichkeit des rechten Kniegelenks und des linken Handgelenks. Subjektiv würden gewisse Restbeschwerden palmar- seitig am linken Handgelenk und im Bereich des mediale n Tibiacondylus am rechten Knie ge- klagt. Diagnostisch und therapeutisch könnten keine weiteren Massnahmen empfohlen werden. Anlässlich der Untersuchung konnten seitengleiche Beweg ungsausmasse sowohl der oberen als auch der unteren Extremitäten erhoben werden. Die Kraftmessung der oberen Extremitäten lieferte ebenfalls annähernd seitengleiche Ergebnisse. Der Befund des rechten Kniegelenks ergab einen unauffälligen Befund. Es konnten diesbezüg lich insbesondere stabile Verhältnisse für das mediale und laterale Kollateralband erhoben werden. Auch im Bereich des linken Hand- gelenks zeigten sich keine Auffälligkeiten. In der angestam mten Tätigkeit sei eine ganztägige, wechselbelastende, mittelschwere Tätigkeit zumutbar. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sowie als Verkäuferin bestehe eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit. Erhaltungstherapien seien keine not- wendig. Bezüglich des linken Handgelenks und des rechten Kniegelenks sei ein medizinischer Endzustand erreicht. 5.6.1 Die Beschwerdeführerin wendet hiergegen ein, d ass Dr. B.____ in seinem von der IV- Stelle eingeholten Gutachten vom 11. September 2013 z u einer abweichenden Einschätzung gelangt sei. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Ve rkäuferin bestehe seiner Beurteilung zu- folge eine Arbeitsunfähigkeit von 20%, da von einer beginnenden Gonarthrose rechts auszuge- hen sei. Diese würde gewisse Beschwerden erklären. In der Tat kam Dr. B.____ in seinem Gutachten vom 11. September 2013 zum Schluss, dass sowohl für die angestammte Tätigkeit als auch in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Verkäu ferin eine Arbeitsunfähigkeit von 20% bestehe, da sämtliche, körperlich schweren Tätigkeiten nicht mehr möglich seien und für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in Form eines vermehrten Pausenbedarfs eine leicht reduzierte Leistungsfähigkeit bestehe (vgl. SUVA-Akt N° 171, S. 11). Entgegen der von der Beschwerde- führerin vertretenen Auffassung kann aus dieser Einschätz ung jedoch nichts zu ihren Gunsten abgeleitet werden. 5.6.2 Dr. B.____ begründet die reduzierte Leistungsfä higkeit damit, dass bei einer beginnen- den posttraumatischen Gonarthrose gewisse Beschwerden am r echten Knie erklärbar seien. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die im Hinblick auf seine Begutachtung angefertigten r adiologischen Untersuchungen vom 3. September 2013 zeigten bei einer im Übrigen unveränderten Gelenksachse hingegen gerade keine Anzeichen für eine Arthrose. Zumal Dr. B.____ in seinem Gutachten auch darauf hin- weist, dass zwischen den geklagten Beschwerden und den klinisc h und radiologisch objekti- vierbaren Befunden eine gewisse Diskrepanz bestehe, erweist sich die von ihm attestierte Leis- tungsminderung damit aber als nicht nachvollziehbar (vgl . SUVA-Akt N° 171, S. 9). Wider- sprüchlich ist im Übrigen auch die von ihm attestierte Zu mutbarkeitsbeurteilung an sich: So lässt sich nicht erklären, weshalb zwar für leichte bis mitte lschwere Arbeiten mit einem regel- mässigen Wechsel zwischen sitzender, stehender und gehende r Tätigkeit einerseits keine Be- einträchtigungen bestehen sollen (vgl. a.a.O., ad Z iffer 7.1 a. E.), andererseits aber gerade auch für mittelschwere Arbeiten eine nur reduzierte Le istungsfähigkeit attestiert wird (vgl. a.a.O., Ziffer 7.2). Steht die Einschätzung von D r. B.____ in offensichtlichem Widerspruch zu den eigenen radiologischen Ergebnissen, so kann dessen Einschätzung jedenfalls nicht überzeugen. 5.7 An diesem Ergebnis vermag nichts zu ändern, dass das Gu tachten von Dr. B.____ im IV-Verfahren unter Beachtung der Mitwirkungsrechte der Versicherten ergangen ist. Dem Ge- sagten zufolge ist für den Beweiswert weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be- zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut- achten ausschlaggebend (vgl. oben, Erwägung 5.3 hievor) . Entscheidend ist vielmehr, ob das Beweismittel in der Darlegung der medizinischen Zusammen hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussf olgerungen der Expertin oder des Ex- perten begründet sind. Sind diese Voraussetzungen gegeb en, ist es dem Sozialversicherungs- gericht nicht verwehrt, gestützt ausschliesslich auf versiche rungsinterne medizinische Unterla- gen zu entscheiden, sofern keine Zweifel an der Zuverl ässigkeit und Schlüssigkeit der ärztli- chen Feststellungen bestehen. Solche Zweifel liegen in Bezug auf den kreisärztlichen Bericht von Dr. F.____ vom 2. Dezember 2013 jedoch keine vor. Der Kreisarzt hat die Versicherte ein- gehend untersucht. Er geht in seinem ausführlichen Ber icht vom 2. Dezember 2013 einlässlich auf deren Beschwerden ein und setzt sich sowohl mit ihrer gesundheitlichen Entwicklung als auch mit den bei den Akten liegenden widersprüchlichen, medizinischen Unterlagen von Dr. B.____ auseinander. Damit vermittelt er ein umfassend es Bild über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin. Anders als Dr. B.____ nimmt er ausserdem eine schlüssige Einschät- zung der vorliegend strittigen Arbeitsfähigkeit vor u nd gelangt dabei zum nachvollziehbaren Ergebnis, dass – in Übereinstimmung mit Dr. B.____ imm erhin in Bezug auf die angestammte, schwere Tätigkeit als Kinderkrankenschwester – eine Arbeitsu nfähigkeit von 20%, für jegliche leichte bis mittelschwere Tätigkeiten sowie für die Tät igkeit als Verkäuferin jedoch eine unein- geschränkte Arbeitsfähigkeit besteht. In seiner ergänzenden Stellungnahme vom 17. Dezember 2012 nimmt der Kreisarzt zudem noch einmal nachvollziehba r Stellung zur abweichenden Ein- schätzung des IV-Gutachters (vgl. SUVA-Akt N° 186). Mit Blick auf diese kreisärztlichen Erwä- gungen – auf welche an dieser Stelle verwiesen werde n kann – resultiert, dass die Beschwer- deführerin auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in Bezug a uf leichte bis mittelschwere Tätigkeiten vollständig arbeitsfähig ist. Nichts daran zu ändern verma g schliesslich der Hinweis der Be- schwerdeführerin auf die Einschätzung von Prof. Dr. D._ ___. Dessen letzte Berichterstattung vom 9. Juni 2011 erging mehr als zweieinhalb Jahre vor d er kreisärztlichen Untersuchung vom Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Dezember 2013. Sie erweist sich daher bereits in zeitl icher Hinsicht als nicht massgebend (vgl. SUVA-Akt N° 66). 5.8 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegner in bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versich erten zu Recht auf den beweiskräf- tigen Untersuchungsbericht ihres Kreisarztes vom 2. Deze mber 2013 abgestellt hat. Der Ein- wand der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin hab e den medizinischen Sachverhalt nur unvollständig abgeklärt, erweist sich daher als unbeg ründet. Jedenfalls besteht kein Grund, weitere (fach-)ärztliche Abklärungen vorzunehmen (BGE 136 I 236 E. 5.3, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen. Di e Invaliditätsbemessung bei er- werbstätigen Versicherten hat aufgrund eines Einkommensve rgleichs zu erfolgen. Gemäss Art. 16 ATSG wird dazu das Erwerbseinkommen, das die versi cherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Beha ndlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens- vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs- einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsg rad bestimmen lässt (BGE 104 V 136). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind für den Einkommensver- gleich grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des Be ginns des Rentenanspruchs massge- bend (BGE 129 V 222, 128 V 174). 6.1 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Invali ditätsgrades massgebenden hypothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkom- mensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitssch adens erzielt hat, auszugehen und auf konkrete Lohnauskünfte des früheren Arbeitgebers ab zustellen ist, sofern anzunehmen ist, dass sie – wäre sie nicht invalid geworden – mit überwie gender Wahrscheinlichkeit weiterhin beim gleichen Arbeitgeber tätig geblieben wäre (Urt eil I. des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). In ihr er dem angefochtenen Einspracheentscheid vorangehenden Verfügung vom 19. Februar 2014 hat die SUVA für die entsprechende Bemes- sung auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin abgestellt. Gestützt auf die Tatsache, dass die Versicherte vor ihrem Unfall nicht mehr für die G._ ___ AG gearbeitet hat und in der Folge bis zum erlittenen Unfallereignis am 23. September 201 0 arbeitslos war (vgl. Fragebogen Ar- beitgeber vom 24. Oktober 2011, IV-Akt N° 15; ebenso IK-Auszug, IV-Akt N° 4, S. 5 sowie Kün- digung vom 4. Februar 2009, IV-Akt N° 15, S. 7; Schadenmeldung UVG der Arbeitslosenkasse, SUVA-Akt N° 2), ist sie in ihrem Einspracheentscheid grundsätzlich zu Recht davon ausgegan- gen, dass auf die Tabellenlöhne der schweizerischen Loh nstrukturerhebung (LSE) abzustellen sei. Während die SUVA nunmehr ausgehend von den LSE 2 010 TA1 in der Region Nordwest- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht schweiz für Frauen im Anforderungsniveau 4 der Bemessung des Validenlohns den Sektor De- tailhandel zu Grunde gelegt hat, stellt sich die Beschwer deführerin auf den Standpunkt, es sei auf den entsprechenden Totalwert der LSE abzustellen. Dieser Auffassung ist zuzustimmen. Es ist zwar zutreffend, dass die Versicherte vor der Beendigun g ihres letzten Arbeitsverhältnisses während längerer Zeit im Verkauf tätig gewesen ist (vgl . Arbeitszeugnisse, IV-Akt N° 4 bis 6). Andererseits war sie seither während mehr als 15 Monate n arbeitslos (vgl. Schadenmeldung UVG der Arbeitslosenkasse, SUVA-Akt N° 2). Zumal sie übe r keine abgeschlossene Berufs- ausbildung verfügt (vgl. IV-Anmeldung vom 24. März 2011, IV-Akt N° 1, ad Ziffer 5.3), ist davon auszugehen, dass sie ihren beruflichen Fokus auch als Gesun de mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit nicht nur auf den Verkauf gelegt hätte. Hi erfür spricht einerseits ganz grundsätz- lich die arbeitslosenversicherungsrechtliche Verpflichtung, sich für jegliche zumutbare Arbeit zu bewerben und diese auch anzunehmen (Art. 15 und 16 des Bundesgesetzes über die obligato- rische Arbeitslosenversicherung vom 25. Juni 1982). Es liegen jedoch keinerlei Hinweise in den Akten, dass der Versicherten die subjektive Vermittlungsf ähigkeit abgesprochen worden wäre; mit Wirkung ab 1. Mai 2011 wurde ihr im Gegenteil e ine zweite Leistungsrahmenfrist eröffnet (vgl. Anfrage Leistungen ALV, IV-Akt N° 5). Entsprechend geht aus den ärztlichen Unterlagen hervor, dass sich die Versicherte mit Blick auf ihre eineinhalbjährige Anlehre als Kinderkranken- schwester seit 2009 vor allem für eine Tätigkeit mit Kindern beworben habe (vgl. Gutachten von Dr. B.____ vom 11. September 2013, Ziffer 3.3, SUVA- Akt N° 171). Für eine Referenzierung des Valideneinkommens auf den Totalwert der LSE spricht ausserdem, dass die Versicherte vormals während rund zehn Jahren als kaufmännische Mitarb eiterin im Bereich der wissen- schaftlichen Information der H.____ tätig gewesen war ( vgl. IV-Akt N° 2, S. 7). Daran vermag nichts zu ändern, dass die Versicherte im Unfallrapport d er Polizei als Verkäuferin tituliert wird. Dabei handelt es sich entgegen der Auffassung nicht um d ie Angabe der Versicherten, sondern um eine Wiedergabe ihrer amtlich hinterlegten Persone ndaten, welche jedoch – wie soeben aufgezeigt worden ist – im Zeitpunkt ihres Unfalls nich t mehr mit den tatsächlichen Gegebenhei- ten korrespondiert haben. Ausgehend vom Totalwert der LSE 2010 TA1 für Frauen im Anforde- rungsniveau 4 ergibt sich demnach ein der Nominallohnen twicklung per 2013 angepasstes und auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stu nden Valideneinkommen hochgerech- netes Valideneinkommen von Fr. 54‘176.— (Fr. 4‘225.— x 12 / 40 x 41,7 x 1,025). 6.2 Die Beschwerdeführerin hat seit ihrem Unfall kein e Erwerbstätigkeit mehr aufgenom- men. Unter den Parteien ist daher zu Recht unbestritte n geblieben, dass für die Festsetzung des Invalideneinkommens ebenfalls vom Totalwert der Ta belle TA1, privater Sektor, der LSE- Löhne auszugehen ist (nicht publizierte E. 5a von BGE 13 3 V 545; vgl. auch BGE 129 V 472 ff. E. 4.3.2 mit Hinweis). Da die Versicherte in Bezug au f leichte bis mittelschwere Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vollständig arbeitsfähig i st (vgl. Erwägung 5.7 a. E.), sind auf dieser Seite des Einkommensvergleichs demnach dieselben Zahlen einzusetzen wie beim Vali- deneinkommen. Dies führt zu einem Betrag von Fr. 54‘176.—. 6.3 Von dem auf diese Weise erhobenen statistischen Wert sind praxisgemäss verschie- dene Abzüge zulässig. In BGE 126 V 75 ff. entwickelte das Bundesgericht seine Rechtspre- chung zu den Abzügen vom Tabellenlohn weiter. Dabei be tonte es, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und berufli- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Umständen des konkreten Einzelfalles abhängt (leide nsbedingte Einschränkung, Lebens- alter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskat egorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statis- tischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betra cht fallenden Merkmale, letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 80 E. 5b). Vorliegend ist die Beschwerdeführerin in einer ihr gee igneten, weiterhin zumutbaren, leichten bis mittelschweren Tätigkeit leidensbedingt nicht in i hrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Ent- gegen der von ihr vertretenen Ansicht ist gerade keine p ausenbedingte Leistungsminderung gegeben (vgl. oben, Erwägung 5.7 a. E.). Ohnehin dür ften allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene, gesundhe itliche Einschränkungen nicht zusätz- lich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen (Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2010, 9C_40/2011 E. 2.3.1 mit Hinweisen). E in Abzug aufgrund des Beschäftigungs- grads rechtfertigt sich aufgrund des ihr noch zumutbare n Vollzeitpensums ebenso wenig. Zu berücksichtigen sind indessen bei der Beschwerdeführerin mi t Jahrgang 1952 ihr Alter sowie die Tatsache, dass die Versicherte im Hinblick auf eine al lfällige alternative Verweistätigkeit keine fundierte Berufserfahrung mitbringt. Der von der Vorinstanz vorgenommene Abzug von 10% erscheint in Anbetracht der persönlichen und beruflichen Situation der Beschwerdeführerin demnach als angemessen. Nimmt man eine entsprechende Kürzu ng des Tabellenlohnes vor, so ergibt sich ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 48‘758.— (Fr. 54‘176.— x 90% ). 6.4 Stellt man im Einkommensvergleich das Invalidenein kommen dem Valideneinkommen gegenüber, so ergibt sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 5 ‘418.—. Damit resultiert ein Invalidi- tätsgrad von 10%. Nachdem die Heilkosten- und Taggeldl eistungen mit Erreichen des Endzu- stands per Ende Oktober 2013 eingestellt worden sind (vgl . Schreiben der SUVA vom 24. Ok- tober 2013, SUVA-Akt N° 175), hat die Versicherte demn ach ab 1. November 2013 Anspruch auf eine auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 10% basierende Invalidenrente der SUVA. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis teilweise gutzuheissen. 7.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für den vo rliegenden Prozess keine Verfah- renskosten zu erheben. 7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Vorliegend ist die Be schwerdeführerin mit ihrem Rechtsbe- gehren auf Zusprache einer Rente grundsätzlich durchged rungen. Dem Ausgang des Verfah- rens entsprechend ist ihr daher eine Parteientschädigu ng zu Lasten der SUVA zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 5. Februar 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von neun Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der diversen sich stellenden Sa chverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozi alversicherungsprozessen durch- schnittlich zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. Die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen in der Höh e von insgesamt Fr. 104.30 sind eben- falls nicht zu beanstanden. Die SUVA hat der Versichert en somit eine Parteientschädigung in Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Höhe von Fr. 2‘542.65 (9 Stunden à Fr. 250.-- zuz üglich Auslagen in der Höhe von Fr. 104.30 und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird de r Einspracheent- scheid der SUVA vom 21. März 2014 aufgehoben und es wir d festge- stellt, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. No vember 2013 Anspruch auf eine Invalidenrente auf der Basis eines Erw erbsunfähig- keitsgrads von 10% besitzt. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die SUVA hat der Beschwerdeführerin eine Parteie ntschädigung in der Höhe von Fr. 2‘542.65 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwert steuer) zu bezahlen.