06/07 22 Direkte Bundessteuer. Art. 130 Abs. 2, Ar t. 132 Abs. 3 DBG. Ermes- sensveranlagung. Voraussetzungen. Anfechtbarkeit nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit. Damit wird nicht das Einspracherecht eingeschränkt, sondern die Prüfungsbefugnis der Einsprachebehörde beschrän kt, indem sie die Er- messensveranlagung bloss dann aufheben oder abänder n kann, wenn sich diese als offensichtlich unrichtig erweist. Die Unr ichtigkeit einer Ermessens- veranlagung kann aber nicht nur im Einspracheverfah ren nachgewiesen wer- den, sondern auch im Rekursverfahren. Die Anforderu ngen an den im Be- schwerdeverfahren zu führenden Unrichtigkeitsnachwe is und an die Überprü- fung der angefochtenen Schätzung der Steuerfaktoren sind aber die gleichen wie im Einspracheverfahren. Kann im Einspracheverfa hren nur ein qualifizier- ter Mangel gerügt werden, so bleibt die Überprüfung sbefugnis auch im Be- schwerdeverfahren entsprechend eingeschränkt. Obergericht, 29. Juni 2007, OG V 06 32 Aus den Erwägungen: 5. a) Eine Ermessensveranlagung kann der Steuerpfl ichtige nach Art. 132 Abs. 3 DBG nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit mit Einsprache anfechten. Damit wird nicht das Einspracherecht eingeschränkt, sondern die Prüfungs befugnis der Einsprachebehörde be- schränkt, indem sie die Ermessensveranlagung bloss dann aufheben oder abändern kann, wenn sich diese als offensichtlich unrichtig erweis t (Martin Zweifel, a.a.O., N. 33 zu Art. 132 DBG). Die Unrichtigkeit einer Ermessensveranlagung kann aber nicht nur im Einsprachever- fahren nachgewiesen werden, sondern auch im Rekursverfahren. Die Anforderungen an den im Beschwerdeverfahren zu führenden Unrichtigkeitsn achweis und an die Überprüfung der angefochtenen Schätzung der Steuerfaktoren sind abe r die gleichen wie im Einsprachever- fahren (Martin Zweifel, a.a.O., N. 54 f. zu Art. 13 2 DBG). Kann im Einspracheverfahren nur ein qualifizierter Mangel gerügt werden, so bleibt die Überprüfungsbefugnis auch im Be- schwerdeverfahren entsprechend eingeschränkt (Ulric h Cavelti, in Kommentar zum Schwei- zerischen Steuerrecht I/2b, Basel 2000, N. 10 zu Art. 140 DBG). b) Kann der Sachverhalt im Einsprache- oder Rekur sverfahren beweismässig ermittelt werden und lassen sich gestützt darauf di e Steuerfaktoren einwandfrei feststellen, ist die angefochtene Ermessensveranlagung durch ein e ordentliche Veranlagung zu erset- zen (Martin Zweifel, a.a.O., N. 50 zu Art. 132 DBG) . Hat der Steuerpflichtige wie vorliegend im Veranlagungsverfahren, wozu auch das Einsprachev erfahren gehört (Entscheid Oberge- richt des Kantons Uri vom 20.01.1999, OG V 97 102, publ. in Rechenschaftsbericht über die Rechtspflege des Kantons Uri in den Jahren 1998 und 1999, Nr. 24 S. 62 E. 6a; Agner/Jung/Steinmann, Kommentar zum Gesetz über die direkte Bundessteuer, Zürich 1995, N. 1 zu Art. 132 DBG), nicht gehörig mitgewir kt, so muss er für den Unrichtigkeits- nachweis mit dem Rekurs die Erfüllung der versäumte n Verfahrenspflichten nachholen. Ge- gebenenfalls muss der Steuerpflichtige in der Beschwerdeschrift zusätzlich eine Sachdarstel- lung abgeben. Mit der Beschwerde müssen für die Ric htigkeit seiner Darstellung taugliche Beweismittel eingereicht oder zumindest genau bezei chnet werden (Martin Zweifel, a.a.O., N. 44 ff. zu Art. 132 DBG). Ist der Unrichtigkeitsn achweis nicht gehörig angetreten oder ge- leistet worden, so besteht die angefochtene Ermesse nsveranlagung fort. Dennoch ist die Rekursbehörde verpflichtet, die Höhe der Schätzung zu überprüfen. Die angefochtene Schätzung kann aber nicht auf Angemessenheit, sonde rn eben nur auf offensichtliche Un- richtigkeit hin überprüft werden. Offensichtlich unrichtig ist eine Schätzung, wenn sie sachlich nicht begründbar, insbesondere erkennbar pönal oder fiskalisch motiviert ist, sich auf sach- widrige Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfs mittel stützt oder sonst mit den akten- kundigen Verhältnissen des Einzelfalls aufgrund der Lebenserfahrung vernünftigerweise nicht vereinbart werden kann (Martin Zweifel, a.a.O., N. 51 f. zu Art. 132 DBG).