<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00470</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221956&amp;W10_KEY=13013469&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00470</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.12.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Bildung</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sonderschulung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Der 2014 geborene Sohn der Beschwerdeführenden besuchte während dreier Jahre den Kindergarten im Rahmen eines ISR-Settings. Im Februar 2021 wurde er ab dem Übertritt in die Primarstufe bzw. dem Schuljahr 2021/2022 der separierten Sonderschulung in einer sonderpädagogischen Tagesschule zugewiesen. Die Beschwerdeführenden verlangen die Weiterführung der integrierten Sonderschulung in der Regelschule.] Die Wahl der Form der Sonderschulung - integriert oder separiert - wird unter Berücksichtigung der Bildungsbedürfnisse des Kinds sowie der weiteren Umstände getroffen; im Einzelfall sind hauptsächlich das Wohl und die individuellen Bedürfnisse des betroffenen Kinds zu berücksichtigen (E. 2.3). Trotz den sehr intensiven Unterstützungsmassnahmen war es dem Sohn der Beschwerdeführenden kaum möglich, im Kindergarten an kollektiven Unterrichtssequenzen teilzunehmen oder mit Gleichaltrigen zu spielen; (auch) für Einzelarbeiten war er auf ständige Begleitung angewiesen. Infolge des Übertritts in die Primarstufe sind die Schulkinder mit im Vergleich zur Kindergartenstufe erhöhten Anforderungen auch bezüglich der Selbst- und Sozialkompetenz konfrontiert. Der Schlussfolgerung der das Kind bislang eng begleitenden Fachpersonen, wonach dessen besonderen pädagogischen Bedürfnissen auf der Primarstufe bei Weiterführung der integrierten Sonderschulung nicht genügend Rechnung getragen werden könne bzw. eine adäquate Schulung den Wechsel an eine externe Sonderschule erfordere, ist zuzustimmen (E. 2.4-6). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTEGRIERTE SONDERSCHULUNG">INTEGRIERTE SONDERSCHULUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SEPARIERTE SONDERSCHULUNG">SEPARIERTE SONDERSCHULUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SONDERSCHULUNG">SONDERSCHULUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 33 Abs. I VSG</span><br/><span class="ungerade">§ 36 Abs. III VSG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=54842" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00470</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal">der 4. Kammer</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">16. Dezember 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Eva Heierle. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoBodyText">beide vertreten durch RA C,</p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Primarschulpflege D, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Sonderschulung</span></b><b>,</b></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b>Der 2014 geborene E trat auf den Beginn des Schuljahrs 2018/2019 in den Kindergarten ein. Nach RÃ¼ckmeldungen der Lehrpersonen, wonach E noch sehr kleinkindlich sei und viele individuelle Hilfestellungen benÃ¶tige, wurde der Kindergartenbesuch auf Empfehlung der Schulpsychologin auf zehn Wochenlektionen begrenzt, wobei E wÃ¤hrend der gesamten Unterrichtszeit von einer Klassenassistenz unterstÃ¼tzt wurde. In einem Bericht vom 17. Dezember 2018 stellte die Schulpsychologin die SonderschulbedÃ¼rftigkeit von E fest und sprach sich fÃ¼r eine integrierte Sonderschulung in Verantwortung der Sonderschule aus; E benÃ¶tige eine intensive heilpÃ¤dagogische und logopÃ¤dische FÃ¶rderung sowie Ergotherapie. Die Eltern von E, A und B, hatten sich mit diesen Massnahmen in einem GesprÃ¤ch vom 7. Dezember 2018 einverstanden erklÃ¤rt. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Im zweiten Kindergartenjahr bzw. im Schuljahr 2019/2020 besuchte E den Unterricht jeweils vormittags, wobei er wÃ¤hrend fÃ¼nf Wochenlektionen durch eine HeilpÃ¤dagogin und wÃ¤hrend sechs Wochenlektionen durch eine Klassenassistenz begleitet wurde. Da ein weiteres sonderschulbedÃ¼rftiges Kind in derselben Kindergartenklasse integrativ geschult wurde, konnte E mit diesem zusammen wÃ¤hrend der gesamten Unterrichtszeit intensiv unterstÃ¼tzt werden. </p> <p class="Urteilstext">Die fÃ¼r die Sonderschulung von E verantwortliche HeilpÃ¤dagogische Schule des Bezirks F empfahl fÃ¼r E mit Blick auf den im folgenden Schuljahr anstehenden Ãbertritt in die Primarstufe den Wechsel an eine sonderpÃ¤dagogische Tagesschule und mithin eine separierte Sonderschulung. Im Rahmen eines schulischen StandortgesprÃ¤chs vom 14. November 2019 empfahl auch die Primarschule D, dass E ab dem folgenden Schuljahr bzw. dem Ãbertritt in die Primarstufe die Tagesschule der HeilpÃ¤dagogischen Schule G besuchen solle, weil die Regelschule seinem hohen UnterstÃ¼tzungs- und FÃ¶rderungsbedarf nicht gerecht werden kÃ¶nne. Die Eltern von E, A und B, vertraten demgegenÃ¼ber die Ansicht, E brauche mehr Zeit, um seine EntwicklungsrÃ¼ckstÃ¤nde aufholen zu kÃ¶nnen, und solle ein drittes Kindergartenjahr (im Rahmen der integrierten Sonderschulung) besuchen. Die Primarschule D meldete E am 4. Dezember 2019 fÃ¼r eine schulpsychologische AbklÃ¤rung an, worauf die Eltern von E erklÃ¤rten, diese privat durchfÃ¼hren zu lassen. </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss dem in der Folge von einem Kinderarzt und einer Psychologin der Jugendpsychologie H verfassten Untersuchungsbericht vom 5. Februar 2020 wies E eine allgemeine EntwicklungsverzÃ¶gerung inklusive einer SprachentwicklungsstÃ¶rung auf, wobei auch Hinweise auf eine tiefgreifende EntwicklungsstÃ¶rung bestÃ¼nden; es wurde deshalb eine umfassende kinderpsychologische AbklÃ¤rung empfohlen. Im FrÃ¼hsommer 2020 wurde dem Wunsch der Eltern entsprochen, und E absolvierte im Schuljahr 2020/2021 ein weiteres Kindergartenjahr in einem integrierten sonderpÃ¤dagogischen Setting unter Verantwortung der HeilpÃ¤dagogischen Schule des Bezirks F.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 7. November 2020 empfahl der Schulpsychologische Dienst der Primarschule D, die Sonderschulung ab dem Schuljahr 2021/2022 in der Tagesschule der HeilpÃ¤dagogischen Schule H fortzusetzen, weil der FÃ¶rderbedarf von E trotz individuellen Fortschritten weiterhin sehr hoch sei und die Ressourcen der Regelschule fÃ¼r eine entwicklungsfÃ¶rdernde Integration nicht ausreichten. Nach einer Besichtigung der empfohlenen Tagesschule sprachen sich A und B gegen den Ãbertritt von E an diese und fÃ¼r die WeiterfÃ¼hrung der integrierten Sonderschulung an der Regelschule aus. Nach GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs beschloss die Primarschulpflege D am 15. Februar 2021, E ab dem Schuljahr 2021/2022 der separierten Sonderschulung in der Tagesschule G zuzuweisen, und leistete Kostengutsprache fÃ¼r allfÃ¤llige Transportkosten.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">A und B rekurrierten am 16. MÃ¤rz 2021 an den Bezirksrat F und beantragten, E sei in Aufhebung des Beschlusses vom 15. Februar 2021 sowie unter EntschÃ¤digungsfolge in der integrierten Sonderschulung zu belassen. Mit Beschluss vom 9. Juni 2021 wies der Bezirksrat den Rekurs ab (Dispositiv-Ziff. I) und entzog einem allfÃ¤lligen Rechtsmittel dagegen die aufschiebende Wirkung (Dispositiv-Ziff. IV am Ende).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 5. Juli 2021 fÃ¼hrten A und B Beschwerde beim Verwaltungsgericht und verlangten dasselbe wie vor der Rekursinstanz. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie darum, dass die aufschiebende Wirkung wiederhergestellt werde, E im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme fÃ¼r die Dauer des Beschwerdeverfahrens und unter Anordnung sonderpÃ¤dagogischer Massnahmen einer 1. Regelklasse der Primarschule D zuzuweisen sowie das Verfahren bis zum Vorliegen eines Berichts der Klinik fÃ¼r Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Psychiatrischen UniversitÃ¤tsklinik ZÃ¼rich zu sistieren sei. Der Bezirksrat F verzichtete am 9. Juli 2021 auf Vernehmlassung. Die Primarschule D nahm am 23. Juli 2021 zum vorsorglichen Rechtsschutz Stellung und erstattete am 8. September 2021 Beschwerdeantwort. A und B replizierten am 23. September 2021. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 23. Juli 2021 waren die Gesuche um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und Erlass vorsorglicher Massnahmen sowie Sistierung des Beschwerdeverfahrens abgewiesen worden. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist nach § 75 Abs. 2 des Volksschulgesetzes vom 7. Februar 2005 (VSG, LS 412.100) und §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) fÃ¼r Beschwerden gegen erstinstanzliche Rekursentscheide eines Bezirksrats Ã¼ber kommunale Anordnungen betreffend sonderpÃ¤dagogische Massnahmen zustÃ¤ndig.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>FÃ¼r das Schulwesen sind die Kantone zustÃ¤ndig (Art. 62 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). Sie sorgen fÃ¼r einen ausreichenden, an Ã¶ffentlichen Schulen unentgeltlichen Grundschulunterricht, der obligatorisch ist und allen Kindern offensteht (Art. 19 und Art. 62 Abs. 2 BV). </p> <p class="Urteilstext"><span>FÃ¼r behinderte Kinder bzw. solche mit besonderen BildungsbedÃ¼rfnissen ist es im Rahmen des ausreichenden Grundschulunterrichts regelmÃ¤ssig erforderlich, einen hÃ¶heren Aufwand zu betreiben, <span class="Erwgung2Char">um die ihrer Behinderung bzw. BeeintrÃ¤chtigung geschuldeten Nachteile auszugleichen und eine mÃ¶glichst weitgehende gesellschaftliche Chancengleichheit herzustellen (BGE 141 I 9 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Die Kantone sind vor diesem Hintergrund gehalten, Bestimmungen Ã¼ber sonderpÃ¤dagogische Massnahmen und Sonderschulen aufzustellen (Art. 62 Abs. 3 BV und Art. 20 Abs. 2 des Behindertengleichstellungsgesetzes vom 13. Dezember 2002 [BehiG, SR 151.3]).</span></span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der Kanton ZÃ¼rich konkretisiert diesen Auftrag mit den §§ 33 ff. VSG. GemÃ¤ss § 33 Abs. 1 Satz 1 VSG unterstÃ¼tzen sonderpÃ¤dagogische Massnahmen schulpflichtige SchÃ¼lerinnen und SchÃ¼ler mit besonderen pÃ¤dagogischen BedÃ¼rfnissen (§ 33 Abs. 1 Satz 1 VSG). Derartige BedÃ¼rfnisse bestehen, sofern die schulische FÃ¶rderung in der Regelklasse allein nicht erbracht werden kann (§ 2 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber die sonderpÃ¤dagogischen Massnahmen vom 11. Juli 2007 [VSM, LS 412.103]). Dies ist nicht nur dann der Fall, wenn bei der betroffenen SchÃ¼lerin bzw. dem betroffenen SchÃ¼ler eine Behinderung vorliegt, sondern auch bei LeistungsschwÃ¤chen oder auffÃ¤lligen Verhaltensweisen (§ 2 Abs. 2 VSM). </p> <p class="Erwgung2">SonderpÃ¤dagogische Massnahmen sind Integrative FÃ¶rderung, Therapie, Aufnahmeunterricht, Besondere Klassen und Sonderschulung (§ 34 Abs. 1 VSG). Letztere ist die Bildung von Kindern, die in Regel- oder Kleinklassen nicht angemessen gefÃ¶rdert werden kÃ¶nnen (§ 34 Abs. 6 VSG). Sie findet in Sonderschulen, als integrierte Sonderschulung oder als Einzelunterricht statt (§ 36 Abs. 1 Satz 2 VSG und § 20 VSM). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die Wahl der Form der Sonderschulung wird unter BerÃ¼cksichtigung der besonderen BildungsbedÃ¼rfnisse des betroffenen Kinds sowie der Ã¼brigen UmstÃ¤nde getroffen (§ 36 Abs. 3 Satz 1 VSG), wobei der integrierten Sonderschulung, bei welcher der Unterricht zumindest teilweise in der Regelklasse stattfindet (§ 36a Abs. 1 VSG), grundsÃ¤tzlich der Vorrang gegenÃ¼ber der separierten Sonderschulung einzurÃ¤umen ist (vgl. Art. 8 Abs. 2 BV und Art. 20 Abs. 2 BehiG sowie § 33 Abs. 1 Satz 2 VSG; BGE 141 I 9 E. 5.3.1 ff.; BGr, 23. Mai 2017, 2C_154/2017, E. 5.1 mit Hinweisen). Die separative Sonderschulung hat fÃ¼r Kinder mit einer Behinderung bzw. BeeintrÃ¤chtigung allerdings keineswegs nur negative Aspekte; vielmehr ermÃ¶glicht sie, auf ihre Lern- und FÃ¶rderbedÃ¼rfnisse individuell angepasster einzugehen (BGr, 6. Mai 2019, 2C_893/2018, E. 6.2, auch zum Folgenden).</p> <p class="Erwgung2">Im Einzelfall sind denn auch hauptsÃ¤chlich das Wohl und die individuellen BedÃ¼rfnisse des betroffenen Kinds zu berÃ¼cksichtigen (vgl. auch § 39 Abs. 1 Satz 2 VSG; Art. 3 Abs. 1 des Ãbereinkommens vom 20. November 1989 Ã¼ber die Rechte des Kinds [SR 0.107]). Sie definieren die "richtige" LÃ¶sung im Einzelfall, von der nur abgewichen werden soll, wenn und soweit ein Ã¼berwiegendes Ã¶ffentliches Interesse besteht (zum Ganzen BGE 141 I 9 E. 5.3.4). So ist eine Abweichung vom aus Sicht des Kinds "idealen" Bildungsangebot etwa zulÃ¤ssig, wenn sie der Vermeidung einer erheblichen StÃ¶rung des Unterrichts, der BerÃ¼cksichtigung der finanziellen Interessen des Gemeinwesens oder dem BedÃ¼rfnis der Schule an der Vereinfachung der organisatorischen AblÃ¤ufe dient und die entsprechenden Massnahmen verhÃ¤ltnismÃ¤ssig bleiben (BGE 141 I 9 E. 4.2.2; vgl. auch BBl 2001 1750 Ziff. 2.3.2.4; kritisch hierzu bzw. einschrÃ¤nkend bei Kindern, die nicht "nur" in ihrer kÃ¶rperlichen, geistigen oder psychischen IntegritÃ¤t beeintrÃ¤chtigt, sondern behindert sind, Andrea Aeschlimann-Ziegler, Der Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung, Bern 2011, S. 194 ff. und 213 ff. mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.1 </b>Die Kindergartenlehrpersonen von E berichteten bereits in den ersten Unterrichtswochen, dass der Knabe noch "sehr kleinkindlich" sei und viel NÃ¤he und UnterstÃ¼tzung brauche. Er trage noch Windeln und benÃ¶tige einen Schnuller. Er vermisse seine Bezugspersonen und kÃ¶nne sich sprachlich kaum ausdrÃ¼cken. Auch bei der Emotionsregulierung benÃ¶tige er persÃ¶nliche Zuwendung: So reagiere er auf starke Emotionen mit SchlÃ¤gen gegen sich selbst. Sodann zeigten sich AuffÃ¤lligkeiten in der Motorik. Auch die BeschwerdefÃ¼hrenden erlebten den Kindergarteneintritt ihres Sohnes als sehr schwierig. Bereits auf Beginn des Monats September 2018 wurden deshalb "[z]ur ÃberbrÃ¼ckung und bis zum Vorliegen der AbklÃ¤rungsergebnisse" erste Massnahmen getroffen, namentlich der zeitlich eingeschrÃ¤nkte Besuch des Kindergartens mit umfassender UnterstÃ¼tzung durch eine Klassenassistenz, sowie der Besuch der LogopÃ¤die anberaumt. Der schulpsychologische Bericht vom 17. Dezember 2018 attestierte E eine SonderschulbedÃ¼rftigkeit und wies insbesondere auf erhebliche Probleme beim Spracherwerb und bei der Aufmerksamkeit hin. Eine Klassenassistenz reiche nicht aus, um den besonderen BedÃ¼rfnissen von E gerecht zu werden, vielmehr brauche er tÃ¤gliche heilpÃ¤dagogische FÃ¶rderung. E besuchte den Kindergarten im ersten Jahr weiterhin wÃ¤hrend zwei Lektionen tÃ¤glich; ab Januar 2019 erhielt er zusÃ¤tzliche FÃ¶rderung durch den Besuch einer Wochenlektion LogopÃ¤die. Im FrÃ¼hjahr 2019 fand eine erste entwicklungspÃ¤diatrische AbklÃ¤rung statt.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.2 </b>Auch im zweiten Kindergartenjahr bzw. im Schuljahr 2019/2020 war E fÃ¼r den nunmehr zwar auf den gesamten Vormittag erweiterten, aber immer noch reduzierten Besuch des Kindergartenunterrichts auf permanente individuelle Begleitung angewiesen. Diese wurde wÃ¤hrend fÃ¼nf Wochenlektionen durch eine HeilpÃ¤dagogin und wÃ¤hrend sechs Wochenlektionen durch eine Klassenassistenz erbracht. In der Ã¼brigen Unterrichtszeit konnte die UnterstÃ¼tzung von E durch infolge der integrativen FÃ¶rderung eines weiteren Kindes anwesende Personen gewÃ¤hrleistet werden. ZusÃ¤tzlich erhielt er nebst der weitergefÃ¼hrten LogopÃ¤die wÃ¶chentlich Ergotherapie. An einem schulischen StandortgesprÃ¤ch vom 14. November 2019 wurde als allgemeine Beobachtung der HeilpÃ¤dagogin und der Klassenassistenz festgehalten, E zeige kaum Blickkontakt, kaum paralleles Spielen, wenig Imitation, aber viel echolalisches Sprechen. Er setze Sprache nicht zur Kommunikation ein, bei Missfallen kreische er oder mache ruckartige Bewegungen. Die Motorik sei unkoordiniert und zitterig, die Stifthaltung "mit Hilfe besser". Sein Wortschatz sei sehr gering und die Aussprache recht ungenau. Er habe ein stark eingeschrÃ¤nktes SprachverstÃ¤ndnis und reagiere nicht auf verbale Anweisungen. Es gehe kaum Kommunikation von E aus; wenn er etwas wolle, ziehe er Personen am Arm oder kreische. Es liege eine schwere SpracherwerbsstÃ¶rung mit VerhaltensauffÃ¤lligkeit vor. Die praktisch-gnostischen Kompetenzen von E entsprÃ¤chen einem Entwicklungsalter von 24 bis 36 Monaten, seine symbolischen und sozial-kommunikativen Kompetenzen einem solchen von 18 bis 24 Monaten, und die sprachlichen Kompetenzen korrelierten mit einem Entwicklungsalter von 15 bis 18 Monaten. </p> <p class="Urteilstext">In einem Schulbericht der HeilpÃ¤dagogischen Schule des Bezirks F vom 8. Juni 2020 wurde rÃ¼ckblickend auf das laufende Schuljahr 2019/2020 zum Lernen im Allgemeinen berichtet, E habe den Ablauf des Kindergartens gut verinnerlichen kÃ¶nnen. Er verstehe die kontextbezogenen, einfachen, regelmÃ¤ssig wiederholten mÃ¼ndlichen Anweisungen der Lehrpersonen gut. Bei ErklÃ¤rungen oder beim ErzÃ¤hlen im Morgenkreis sei er eher abwesend, zeige wenig Interesse und wirke teilnahmslos. Beim Erledigen einer Aufgabe sei er auf eine "eins zu eins"-Betreuung angewiesen. Er scheine die Aufgabenstellungen durch die Lehrpersonen nicht zu verstehen und setze diese nicht um. Bei der Einzelarbeit am Tisch lasse er sich gut fÃ¼hren, mache gut mit und kÃ¶nne sich lÃ¤nger bzw. wÃ¤hrend zehn bis fÃ¼nfzehn Minuten auf seine Aufgabe konzentrieren. Werde er jedoch allein gelassen, suche er schnell die NÃ¤he von Bezugspersonen. Beim Wiederholen einer Aufgabe oder Handlung traue er sich mehr zu und kÃ¶nne sich verbessern. Das Arbeiten mit Piktogrammen helfe ihm, sich auszudrÃ¼cken und sich im Tagesablauf zu orientieren. Mithilfe von Bildern scheine er Regeln wie "Leise sein!", "Nicht schlagen!", Aufstrecken!" besser zu verstehen. Der Wortschatz von E sei gering. Er kÃ¶nne in der deutschen Sprache einige leichte situative Aufforderungen verstehen. Wenn er zu einer TÃ¤tigkeit aufgefordert werde, schaue er oft weg oder verhalte sich passiv und scheine die Aufgabe nicht zu verstehen. Er brauche enge FÃ¼hrung, um in der Gruppe arbeiten zu kÃ¶nnen. Werde er von Erwachsenen oder Kindern angesprochen, reagiere er selten; auf Fragen antworte er meistens nicht oder wiederhole das GehÃ¶rte. Aktive Sprache kÃ¶nne man bei ihm eher in Form von Echolalie bzw. stereotypem Nachsprechen beobachten. Beim BegrÃ¼ssen und im GesprÃ¤ch mÃ¼sse er oft aufgefordert werden, sein GegenÃ¼ber anzusehen. Er suche Kontakt zu Kindern und Erwachsenen, indem er deren Namen wiederhole und "komm" sage. Kurze Interaktionen mit anderen Kindern seien mÃ¶glich; weil es an der notwendigen Gegenseitigkeit fehle, bleibe E aber schnell wieder allein. Um mit anderen Kindern zusammen zu spielen, brauche er Begleitung, und er zeige wenig Interesse an einem gemeinsamen Spiel. Er spiele im Parallelspiel mit anderen Kindern ohne wechselseitige Beachtung. </p> <p class="Erwgung3">Zum mathematischen Lernen wurde unter anderem vermerkt, E kÃ¶nne verschiedene GegenstÃ¤nde nach Farben sortieren. Er brauche aber Zeit, um die Aufgabenstellung zu verstehen, und man mÃ¼sse ihm vorzeigen, was er tun solle. Auf diese Weise gelinge es ihm dann auch, GegenstÃ¤nde nach mehreren Merkmalen, etwa nach Farbe und Form, zu sortieren. Er kÃ¶nne die Zahlwortreihe aufsagen und von eins bis zehn zÃ¤hlen; die "Eins-zu-Eins-Zuordnung" verbunden mit ZÃ¤hlen â beispielsweise FingerzÃ¤hlen oder mit einer Figur auf einem Spielfeld vorrÃ¼cken â sei aber unkoordiniert. </p> <p class="Urteilstext">Auf Fotos erkenne E Kinder, Lehrpersonen oder AlltagsgegenstÃ¤nde. Auch erkenne er im Tagesplan verwendete Piktogramme und zeige dazu die entsprechenden GebÃ¤rden. Einfache VorÃ¼bungen des Schreibens kÃ¶nne er ausfÃ¼hren, und es gelinge ihm immer besser, ein Bild auszumalen. Er male meistens mit einer Farbe und mÃ¼sse zum Stiftwechsel aufgefordert werden. Mit UnterstÃ¼tzung gelinge es ihm, rhythmische BewegungsablÃ¤ufe nachzuahmen. Bei feinmotorischen Ãbungen brauche er Hilfe. Er gehe gerne ins Turnen und mache motiviert mit. In grobmotorischen BewegungsablÃ¤ufen zeige er kleinkindliche Merkmale; seine Bewegungen seien bei gewissen Ãbungen unkoordiniert und schwerfÃ¤llig. </p> <p class="Urteilstext">Sein frÃ¼heres herausforderndes Verhalten, das Schreien und die Verweigerung seien verschwunden; E kÃ¶nne sich immer besser auf die ihm von der schulischen HeilpÃ¤dagogin unterbreiteten Aufgabenstellungen einlassen. Lob und Anerkennung schienen ihm wichtig; werde er nicht von aussen stimuliert und gefÃ¼hrt, bleibe er meist untÃ¤tig. Sein AufgabenverstÃ¤ndnis, seine Handlungsplanung und die altersentsprechende EigenstÃ¤ndigkeit seien eingeschrÃ¤nkt. Er mÃ¼sse beim Einstieg in neue Aufgaben begleitet und unterstÃ¼tzt werden und brauche viele Wiederholungen. Bei Unterrichtssequenzen, welche â wie etwa kneten, schmieren oder mit Wasser spielen â basale Erfahrungen anbÃ¶ten, sei er sehr ruhig und kÃ¶nne fÃ¼r lÃ¤ngere Zeit motiviert und vertieft arbeiten. Bei schwierigen Aufgaben, welche er wie zum Beispiel puzzlen, schneiden oder basteln nicht allein bewÃ¤ltigen kÃ¶nne, kÃ¤men ihm manchmal die TrÃ¤nen. Eine RegelverÃ¤nderung verstehe er nicht; er reagiere dann frustriert und orientierungslos. Es sei wichtig, dass er in unerwarteten Situationen unterstÃ¼tzt werde. </p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r das Schuljahr 2020/2021 wurde sodann auf die Repetition des zweiten Kindergartenjahrs unter Beibehaltung der intensiven heilpÃ¤dagogischen UnterstÃ¼tzung sowie FortfÃ¼hrung der LogopÃ¤die und Ergotherapie hingewiesen. Sodann solle der Ãbertritt in die erste Primarklasse geplant und eine umfassende kinder- und jugendpsychiatrische AbklÃ¤rung vorgenommen werden. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.3 </b>Die Jugendpsychologie H hatte Ã¼ber die zwischen Mitte Januar und Anfang MÃ¤rz 2020 vorgenommenen AbklÃ¤rungen im Wesentlichen Folgendes berichtet: E sei ein ruhiges Kind, das wenig Augenkontakt halte und sprachlich sowohl in seiner Muttersprache Serbisch als auch in der Zweitsprache Deutsch grosse expressive, aber auch rezeptive Schwierigkeiten habe. Er verfÃ¼ge in beiden Sprachen Ã¼ber einen sehr kleinen Wortschatz. Oft wiederhole er das von der Mutter GehÃ¶rte, ohne es genau zu verstehen. Er scheine aber in der Lage zu sein, seiner Mutter seine GrundbedÃ¼rfnisse sprachlich zu kommunizieren. Seine nonverbalen Verhaltensweisen zur Steuerung sozialer Interaktionen wie Mimik, KÃ¶rperhaltung oder Gestik seien sehr begrenzt. E zeige eine sporadische Reaktion auf seinen Namen, die aber nicht immer mit Blickkontakt erfolge. Er nenne sich selbst "E". Beim ErklÃ¤ren der Untersuchungsaufgaben habe er eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne gezeigt; sein VerstÃ¤ndnis fÃ¼r Instruktionen und sein Arbeitstempo seien langsam. Er kÃ¶nne seine Aufmerksamkeit mittelmÃ¤ssig lenken und aufrecht halten und wirke sowohl bei GerÃ¤uschen als auch bei visuellen Reizen sehr schnell abgelenkt. VerhaltensmÃ¤ssig habe er wÃ¤hrend der Untersuchungen stereotype und repetitive motorische Manierismen mit dem Mund und den Fingern gezeigt. Es scheine ihm wichtig zu sein, eine RÃ¼ckmeldung fÃ¼r sein Verhalten oder seine Leistung zu bekommen. Bei Ãberforderung, Wut oder Frustration reagiere er oft mit plÃ¶tzlicher Aufregung und Schreilauten, versuche aber, diese schnell abzubrechen, und bitte um Entschuldigung. Das Wort "Entschuldigung" verwende er manchmal aber auch, ohne dass es in den Kontext passe.</p> <p class="Urteilstext">Bei der Begabungsdiagnostik habe E unter hochsupportiven Bedingungen â etwa die Anwesenheit seiner Mutter, grosszÃ¼gige Anleitung bei den Aufgaben, teilweise grosse Nachsicht mit AbbrÃ¼chen von Aufgaben bzw. Wiederholung einiger Aufgaben â eine weit unterdurchschnittliche kognitive Leistung gezeigt; die erreichten Werte lÃ¤gen bei vier von sechs Testungen weit unter dem Altersdurchschnitt. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung kÃ¶nne man Ã¼ber eine "allgemeine EntwicklungsverzÃ¶gerung inklusiv einer SprachentwicklungsstÃ¶rung" sprechen; es gebe aber auch Hinweise auf eine tiefgreifende EntwicklungsstÃ¶rung. Es werde deshalb eine umfassende kinderpsychologische AbklÃ¤rung empfohlen. </p> <p class="Urteilstext">Aufgrund der intensiven heilpÃ¤dagogischen FÃ¶rderung und der Begleitung durch die Klassenassistenz, aber auch infolge der ergotherapeutischen und logopÃ¤dischen Massnahmen habe E grosse individuelle Fortschritte bezÃ¼glich seines Verhaltens im Kindergarten gemacht, was unter enger Begleitung und UnterstÃ¼tzung durch eine HeilpÃ¤dagogin die Ausweitung des Unterrichtsbesuchs im zweiten Kindergartenjahr erlaubt habe. Auch zu Hause habe E Fortschritte gemacht, und zwar bezÃ¼glich der Sauberkeitsentwicklung und seiner SelbstÃ¤ndigkeitskompetenz; so kÃ¶nne er sich selber an- und ausziehen. Diese Fortschritte reichten aber nicht aus, um die UnterstÃ¼tzungsmassnahmen im folgenden Schuljahr zu reduzieren. Um den speziellen BedÃ¼rfnissen von E gerecht zu werden, mÃ¼ssten die bisher bereitgestellten UnterstÃ¼tzungs- und FÃ¶rdermassnahmen in der gleichen IntensitÃ¤t weitergefÃ¼hrt werden. Dies sei im Rahmen einer heilpÃ¤dagogischen Schule besser mÃ¶glich. E brauche Fachpersonen mit spezifischen Kompetenzen und Know-how, damit er seinen BedÃ¼rfnissen und MÃ¶glichkeiten entsprechend gefÃ¶rdert werden kÃ¶nne. Entgegen der Ansicht der BeschwerdefÃ¼hrenden zeigt der Untersuchungsbericht vom 5. Februar 2020 somit auf, dass den besonderen BedÃ¼rfnissen von E an einer heilpÃ¤dagogischen Schule bzw. im Rahmen einer separierten Sonderschulung besser entsprochen werden kann als an der Regelschule in einem integrativen sonderschulischen Setting. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.4 </b>Mit Bericht vom 7. November 2020 fÃ¼hrte die Schulpsychologin aus, E besuche aktuell ein drittes Kindergartenjahr. Er werde wÃ¤hrend sieben Wochenlektionen durch eine HeilpÃ¤dagogin begleitet; eine Klassenassistenz unterstÃ¼tze ihn wÃ¶chentlich wÃ¤hrend dreier Lektionen. Zudem erhalte er LogopÃ¤die und Ergotherapie. Trotz individuellen Fortschritten sei sein FÃ¶rderbedarf weiterhin sehr hoch, weshalb die HeilpÃ¤dagogin, welche E im Kindergartenalltag unterstÃ¼tze, sowie die Fachpersonen der Regelschule sich wie bereits im vergangenen Schuljahr dafÃ¼r aussprÃ¤chen, dass E ab dem Eintritt in die Primarstufe in einem separierten sonderpÃ¤dagogischen Setting bzw. der Tagesschule der HeilpÃ¤dagogischen Schule G geschult werde; die Ressourcen der Regelschule reichten fÃ¼r eine entwicklungsfÃ¶rdernde Integration von E nicht aus. Auch die Jugendpsychologie H habe aufgrund des hohem FÃ¶rderbedarfs von E die WeiterfÃ¼hrung der UnterstÃ¼tzung und FÃ¶rderung in gleicher IntensitÃ¤t empfohlen. </p> <p class="Erwgung3">Eine FÃ¶rderung in der von E benÃ¶tigten IntensitÃ¤t kÃ¶nne im Rahmen einer heilpÃ¤dagogischen Tagesschule aufgrund der dort vorhandenen spezifischen Kompetenzen, des rÃ¤umlichen Angebots und der IntensitÃ¤t der FÃ¶rderung besser erbracht werden als an der Regelschule. Die Schulpsychologin schloss sich deshalb den anderen Fachpersonen an und empfahl fÃ¼r E mit Beginn des Schuljahrs 2021/2022 die Fortsetzung der Sonderschulung in einem separierten Setting an der Tagesschule der HeilpÃ¤dagogischen Schule G. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.5 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden erklÃ¤rten sich nach einem Besuch der Tagesschule G mit dem vorgeschlagenen Wechsel hin zu einer separierten Sonderschulung nicht einverstanden. Die Primarschulpflege D zeigte ihnen am 20. Januar 2021 an, dass sie die separierte Sonderschulung anzuordnen beabsichtige, und rÃ¤umte ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme hierzu ein. Die BeschwerdefÃ¼hrenden liessen der Beschwerdegegnerin daraufhin eine Stellungnahme von der KinderÃ¤rztin von E zukommen, wonach "[a]us wichtiger entwicklungs-pÃ¤diatrischen Indikationen und zur Vertiefung der Diagnose und Derer AusprÃ¤gung [â¦] eine Umfassende kinder-psychologische AbklÃ¤rung In KJPD ZÃ¼rich notwendig" sei. Es werde deshalb darum gebeten, "die schulische Entscheidung erst nach der Diagnose-Stellung durch KJPD zu machen". Mit Beschluss vom 15. Februar 2021 wies die Beschwerdegegnerin E ab dem Schuljahr 2021/2022 der separierten Sonderschulung in der Tagesschule der HeilpÃ¤dagogischen Schule G zu. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden wenden gegen die separierte Sonderschulung im Wesentlichen Folgendes ein: "E hat Sonderschulstatus. Er ist anders als die altersgerecht entwickelten Kinder. Es ist sozusagen sein Privileg als SonderschÃ¼ler, anders zu sein und eine LÃ¼cke zu haben im Vergleich zu altersgerecht entwickelten Kindern". Weiter machen sie geltend, die integrierte Sonderschulung setze nicht voraus, dass der EntwicklungsrÃ¼ckstand in absehbarer Zeit aufgeholt werden kÃ¶nnen mÃ¼sse. Es gehe vielmehr einzig darum, Ã¼ber die fÃ¼r E unter Einbezug von schulischen und sozialen Aspekten und ohne Vergleich mit seinen Klassenkameradinnen und Klassenkameraden am besten geeignete Unterrichtsform zu entscheiden. Dem ist grundsÃ¤tzlich zuzustimmen: Ob ein sonderschulbedÃ¼rftiges Kind integriert oder separiert geschult werden soll, ist aufgrund einer Gesamtbetrachtung von dessen konkreten BildungsbedÃ¼rfnissen sowie der weiteren UmstÃ¤nde zu entscheiden, wobei â trotz prinzipiellem Vorrang der integrierten Sonderschulung â in erster Linie das Wohl des betroffenen Kindes sowie dessen individuelle BedÃ¼rfnisse massgebend sind (oben 2.3). Entgegen der sinngemÃ¤ssen Kritik der Beschwerde ist indes nicht ersichtlich, weshalb die streitbetroffene Zuweisung zur separierten Sonderschulung dem Wohl von E oder dessen individuellen BedÃ¼rfnissen nicht bestmÃ¶glich Rechnung tragen wÃ¼rde bzw. weshalb solches mit einer auf der Primarstufe fortgesetzten integrierten Sonderschulung besser erreicht werden kÃ¶nnte.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b>Aus dem oben 2.4 AusgefÃ¼hrten erhellt vielmehr, dass E aufgrund seiner vielfÃ¤ltigen EntwicklungsverzÃ¶gerungen bzw. -beeintrÃ¤chtigungen seit dem Eintritt in den Kindergarten fÃ¼r den Unterrichtsbesuch auf eine durchgehende Begleitung und umfassende UnterstÃ¼tzung angewiesen ist. Trotz den sehr intensiven UnterstÃ¼tzungsmassnahmen war es ihm schon im Kindergarten nicht oder nur sehr eingeschrÃ¤nkt mÃ¶glich, an kollektiven Unterrichtssequenzen wie dem Morgenkreis teilzunehmen oder mit Gleichaltrigen zu spielen. Auch fÃ¼r Einzelarbeiten war er auf eine stÃ¤ndige Begleitung angewiesen, weil er einerseits den AusfÃ¼hrungen der Regellehrperson nicht folgen und andererseits die nÃ¶tige Motivation zur Umsetzung einer Aufgabe nicht selbst aufbringen konnte. Bei schwierigeren Aufgaben kam er schnell an seine Grenzen. Grosse Schwierigkeiten stellten auch das eingeschrÃ¤nkte Aufgaben- und SprachverstÃ¤ndnis von E sowie die kaum vorhandenen sprachlichen oder nonverbalen AusdrucksmÃ¶glichkeiten sowie generell die BeeintrÃ¤chtigung der Teilnahme an sozialen Interaktionen dar. </p> <p class="Urteilstext">Infolge des Ãbertritts in die Primarstufe sind die Schulkinder mit im Vergleich zur Kindergartenstufe erhÃ¶hten Anforderungen nicht nur bezÃ¼glich des Unterrichts- bzw. Schulstoffes, sondern auch hinsichtlich Selbst- und Sozialkompetenz konfrontiert. Angesichts dessen, dass E bereits auf Kindergartenstufe insbesondere an Unterrichtssequenzen oder gemeinsamem Spiel kaum im eigentlichen Sinne teilnehmen konnte, fÃ¼r die Erledigung von Aufgaben auf ErklÃ¤rungen der schulischen HeilpÃ¤dagogin und deren umfassende Begleitung angewiesen war und ebenso fÃ¼r die BewÃ¤ltigung von Ereignissen, welche nicht dem eingeÃ¼bten Tagesablauf entsprachen, intensiver UnterstÃ¼tzung bedurfte, ist der Schlussfolgerung der E bislang begleitenden Fachpersonen, der Schulpsychologin und der Beschwerdegegnerin zuzustimmen, wonach den besonderen BedÃ¼rfnissen von E auf der Primarstufe mit einer integrierten Sonderschulung nicht genÃ¼gend Rechnung getragen werden kÃ¶nnte und eine adÃ¤quate Schulung jedenfalls nunmehr den Wechsel an eine externe Sonderschule erfordere. Dass E seit Erlass des streitbetroffenen Beschlusses vom 15. Februar 2021 weitere individuelle Fortschritte gemacht haben mag, Ã¤ndert daran nichts. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.7 </b>Entgegen der sinngemÃ¤ssen Kritik der Beschwerde trifft es nicht zu, dass die Beschwerdegegnerin bei der streitbetroffenen Zuweisung auf eine veraltete schulpsychologische AbklÃ¤rung zurÃ¼ckgegriffen habe: Der damit angesprochene Bericht der Schulpsychologin datiert vom 7. November 2020, stÃ¼tzt sich nicht einzig auf den Untersuchungsbericht der Jugendpsychologie H vom 5. Februar 2020, sondern auch bzw. wesentlich auf die RÃ¼ckmeldungen der Fachpersonen, welche E im Kindergartenalltag intensiv begleiteten. Unklarheiten Ã¼ber den FÃ¶rderbedarf von E, welche eine AbklÃ¤rung durch weitere Fachleute erforderlich gemacht hÃ¤tten, bestanden nicht. Es ist deshalb auch nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Zuweisung zur separierten Sonderschulung vornahm, ohne die Ergebnisse der von den BeschwerdefÃ¼hrenden im Januar 2021 veranlassten AbklÃ¤rung an der Klinik fÃ¼r Kinder- und Jugendpsychiatrie der Psychiatrischen UniversitÃ¤tsklinik ZÃ¼rich abzuwarten; die besonderen pÃ¤dagogischen BedÃ¼rfnisse von E bzw. dessen konkreter FÃ¶rderbedarf waren seit Langem bekannt und ausgewiesen. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Verfahren gemÃ¤ss Art. 8 BehiG sind unentgeltlich (Art. 10 Abs. 1 BehiG). Dazu gehÃ¶ren explizit solche, in welchen eine Benachteiligung von Menschen, denen es eine voraussichtlich dauernde kÃ¶rperliche, geistige oder psychische BeeintrÃ¤chtigung unter anderem erschwert, soziale Kontakte zu pflegen oder sich aus- und weiterzubilden, bei der Inanspruchnahme von Aus- oder Weiterbildungen zu prÃ¼fen ist (Art. 8 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 und Abs. 5 BehiG). Dies ist vorliegend der Fall. Die Kosten sind deshalb auf die Gerichtskasse zu nehmen. Eine ParteientschÃ¤digung ist den BeschwerdefÃ¼hrenden angesichts des Verfahrensausgangs nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 120.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'620.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Sie ist innert 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>