A bteilung IV D -3305/2007 {T 0/2} U rteil vom 25. Juni 2007 M itw irkung: R ichter Fulvio H aefeli, Thom as W espi, W alter Lang G erichtsschreiberin G abriela Freihofer A._______, B._______, C ._______, D ._______, Irak, w ohnhaft in (), Irak, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 28. M ärz 2007 i.S. Einreisebew illigung und A syl / N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it Schreiben vom 21. Februar 2007 ersuchten die Beschw erdeführer beim Schw eizerischen Verbindungsbüro in Bagdad um Asyl. Zur Begründung ihrer G esuche m achten sie im W esentlichen geltend, sie stam m ten ursprünglich aus dem Südirak und seien Schiiten. D er Vater des Beschw erdeführers sei desw egen Ende der N eunzigerjahre von der früheren irakischen R egierung verfolgt w orden und sei in die Schw eiz geflüchtet. D er Beschw erdeführer sei in dieser Zeit nach E._______ und später F._______ gegangen, w o er drei Jahre gearbeitet habe. Anschliessend sei er in den Irak nach () zurückgekehrt und habe als G ._______ gearbeitet. Zudem habe er kürzlich in H ._______ ein grosses R estaurant eröffnet. D a er Schiite sei und m it der Fam ilie in I._______ lebe, sei er gezw ungen gew esen, bei den schiitischen M ilizen m itzum achen oder diese w enigstens zu unterstützen. D a er sich dem w idersetzt habe, habe er verschiedentlich D rohungen erhalten und sei schliesslich in eine andere Stadt um gezogen. M it Schreiben vom 22. Februar 2007 leitete das Schw eizerische Verbindungsbüro in Bagdad die Asylgesuche an das BFM w eiter. B. M it Verfügung vom 28. M ärz 2007 bew illigte das BFM die Einreise in die Schw eiz nicht und lehnte die Asylgesuche ab. C . M it Eingabe vom 26. April 2007 (Eingang bei der Schw eizerischen Vertretung in Bagdad: 30. April 2007; Eingang beim Bundesverw altungsgericht: 15. M ai 2007) ersuchten die Beschw erdeführer sinngem äss um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, Erteilung der Einreisebew illigung in die Schw eiz und G ew ährung von Asyl. D . M it Vernehm lassung vom 7. Juni 2007 schloss das BFM auf Abw eisung der Beschw erde. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die 3 U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 D as BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, w enn die asyl- suchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft m achen können oder ihnen die Aufnahm e in einem D rittstaat zugem utet w erden kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG ). G em äss Art. 20 Abs. 2 AsylG bew illigt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, w enn ihnen nicht zugem utet w erden kann, im W ohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. 3.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreise- bew illigung grundsätzlich restriktiv zu um schreiben, w obei den Behörden ein w eiter Erm essensspielraum zukom m t. N eben der erforderlichen G efährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind nam entlich die Beziehungsnähe zur Schw eiz, die M öglichkeit der Schutzgew ährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische M öglichkeit und objektive Zum utbarkeit zur anderw eitigen Schutzsuche sow ie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assim ilationsm öglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebew illigung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen, m ithin die Prüfung der Fragen, ob eine G efährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gem acht w ird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die D auer der Sachverhaltsabklärung zugem utet w erden kann (vgl. zum G anzen Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2004 N r. 20 S. 128 ff., m it Verw eis auf EM AR K 1997 N r. 15 S. 126 ff.). 4. 4.1 D as BFM führte in seinem ablehnenden Entscheid aus, die Tatsache, dass der Beschw erdeführer als in I._______ w ohnhafter Schiit gezw ungen gew esen sei, den schiitischen M ilizen entw eder beizutreten oder diese zu unterstützen, sow ie die in diesem Zusam m enhang geltend gem achten Bedrohungen seien nicht als Verfolgungssituation einzuschätzen, aufgrund derer eine asylrechtliche G efährdung anzunehm en sei. Zudem hätten sich die Beschw erdeführer dieser Situation durch einen W ohnortsw echsel entzogen. Sodann w ürde der Aufenthalt eines Bruders, C ousins, O nkels oder eines entfernten Verw andten die Voraussetzung für die Annahm e von nahen Beziehungen zur Schw eiz nicht erfüllen. In der R egel sei näm lich dann vom Vorhandensein enger Bindungen zur Schw eiz auszugehen, w enn sich hier ein Ehepartner des G esuchstellers und die gem einsam en m inderjährigen Kinder aufhielten. D aher sei der Aufenthalt der Eltern und von zw ei G eschw istern des Beschw erdeführers als Flüchtlinge in der Schw eiz für den vorliegenden Fall nicht von Bedeutung. D es W eiteren halte sich gegenw ärtig etw a eine M illion irakischer Staatsangehöriger in Syrien auf. D ie syrischen Behörden hätten unter M itw irkung des U N H C R eine R egelung ("tem porary protection") ausgearbeitet, die es den sich in Syrien aufhaltenden 4 Irakern erlaube, im Land zu verbleiben, ohne von einer R ückschaffung bedroht zu sein. Zudem befänden sich m ehrere H undertausend Iraker als Flüchtlinge in Jordanien. Auch dieses Land betreibe diesen irakischen Flüchtlingen gegenüber eine Politik der N ichtrückschiebung. D er Beschw erdeführer sei ausserdem bereits drei Jahre in F._______ gew esen, w o er gearbeitet habe. Som it existierten für die Beschw erdeführer ausser der Schw eiz noch w eitere Staaten, in denen sie Schutz finden könnten. Schliesslich seien die Beschw erdeführer im Irak sozialisiert w orden und arabischer M uttersprache, w eshalb eine Integration in einem der N achbarländer des Irak oder allenfalls in einem anderen arabischsprachigen Land aus soziokulturellen G ründen im Verhältnis zur Schw eiz w eitaus einfacher und erfolgreicher zu sein scheine. 4.2 Eine Prüfung der vorliegenden Akten lässt das Bundesverw altungsgericht zum Schluss kom m en, dass die Vorinstanz zu R echt und m it zutreffender Begründung einen ablehnenden Entscheid getroffen hat. Es kann daher vollum fänglich auf die entsprechenden, oben w iedergegebenen, Erw ägungen verw iesen w erden (vgl. Art. 109 Abs. 3 BG G i.V.m . Art. 6 AsylG ). In der Beschw erde w ird nichts angeführt, w as zu einem anderen Schluss als dem von der Vorinstanz getroffenen führen könnte. So verm ögen w eder die D arstellung der Situation der Fam ilie des Beschw erdeführers noch der H inw eis auf die m ilitärische Funktion des Vaters der Beschw erdeführerin, w elcher als K._______ tätig sei, oder die Befürchtung, in Syrien oder Jordanien keine Arbeit zu finden, die R ichtigkeit der vorinstanzlichen Ausführungen in Frage zu stellen. 4.3 Zusam m enfassend ist m it der Vorinstanz zu schliessen, dass die Schutzbedürftig- keit der Beschw erdeführer im Sinne des Asylgesetzes als nicht gegeben erachtet w erden m uss und auch keine anderen G ründe für eine Einreisebew illigung sprechen. 5. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G e- sagten abzuw eisen. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten den Beschw erdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). Aus verw altungsökonom ischen G ründen ist indessen auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 6 Bst. b VG KE). (D ispositiv nächste Seite)5 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Kosten erhoben. 3. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführer durch Verm ittlung der Schw eizerischen Vertretung in Bagdad - die Schw eizerische Vertretung in Bagdad, m it der Bitte um Eröffnung des U r- teils an die Beschw erdeführer, allenfalls um Ü bersetzung des w esentlichen In- halts sow ie um Zustellung einer Em pfangsbestätigung an das Bundesverw al- tungsgericht - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Fulvio H aefeli G abriela Freihofer Versand am :