A bteilung IV D -6269/2006 {T 0/2} U rteil vom 17. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter M artin Zoller, R ichterinnen R egula Schenker Senn, N ina Spälti G iannakitsas G erichtsschreiber D aniel W idm er A ._______, N igeria, w ohnhaft (Adresse), vertreten durch Linda Keller, R echtsanw ältin, (Adresse), Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 1. D ezem ber 2006 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung / N (...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer verliess N igeria eigenen Angaben zufolge am 30. M ärz 2006 auf dem Landw eg in R ichtung N iger und reiste über Libyen auf dem Seew eg nach Italien w eiter. Von dort gelangte er am 22. O ktober 2006 unter U m gehung der G renzkontrolle in die Schw eiz. G leichentags suchte er in Vallorbe um Asyl nach. Am 8. N ovem ber 2006 w urde er im Transitzentrum Altstätten erstm als befragt. Am 21. N ovem ber 2006 w urde er zu den Asylgründen in Anw esenheit einer Vertrauensperson für m inderjährige Asylbew erber und einer H ilfsw erksvertreterin direkt vom Bundesam t angehört. D er Beschw erdeführer m achte im W esentlichen geltend, er sei nigerianischer Staatsangehöriger und gehöre der Ethnie der Igbo an. Seine Eltern seien gestorben, als er noch ein Kleinkind gew esen sei, w eshalb er seine Kindheit zusam m en m it seinen G eschw istern bei Pflegeeltern in O nitsha verbracht habe. Als es im Frühjahr 2006 in M aiduguri w egen der M oham ed-Karikaturen zu U nruhen gekom m en sei, habe er sich an der U niversität von N sukaa befunden. D ort habe er von seiner Stiefm utter erfahren, dass sein Bruder bei diesen U nruhen verletzt w orden sei. D araufhin habe er sich nach O nitsha begeben und dort am 21. M ärz 2006 an Auseinandersetzungen zw ischen Angehörigen der H aussa und Igbo teilgenom m en. D ie Igbos hätten sich für die Toten von M aiduguri rächen w ollen. D abei hätten sie viele H aussas um gebracht und Zerstörungen angerichtet. In der Folge habe er sich verstecken m üssen, w eil er polizeilich gesucht w orden sei. Er habe sich nach Kano begeben, w o ihm jem and bei der W eiterreise nach N iger behilflich gew esen sei. N ach einem dreim onatigen Aufenthalt habe ihm ein M ann, den er kennen gelernt hatte, zur R eise nach Tripolis verholfen. W ährend seines dortigen vierm onatigen Aufenthalts habe ihm ein G am bier das G eld für die W eiterreise nach Italien beschafft, von w o er nach zw ei Tagen in die Schw eiz gelangt sei. Für die w eiteren Aussagen des Beschw erdeführers w ird, sow eit für den Entscheid w esentlich, auf die Protokolle bei den Akten verw iesen. D a der Beschw erdeführer bei der M eldung des Asylgesuchs keine Ausw eispapiere abgab, w urde er schriftlich aufgefordert, solche innert 48 Stunden nachzureichen, verbunden m it der Androhung, im U nterlassungsfall w erde auf das Asylgesuch nicht eingetreten. D ieser Aufforderung kam er nicht nach. B. M it Verfügung vom 1. D ezem ber 2006 - eröffnet am 8. D ezem ber 2006 - trat das BFM gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht ein und ordnete dessen W egw eisung aus der Schw eiz an, w obei er diese am Tag nach Eintritt der R echtskraft der Verfügung zu verlassen habe. Zur Begründung führte es im W esentlichen aus, der Beschw erdeführer habe innert der ihm gesetzten Frist keine Identitätspapiere eingereicht. D iesbezüglich lägen auch keine 3 entschuldbaren G ründe vor. So habe er anlässlich der Befragungen erklärt, er habe nie Identitätsausw eise besessen und sei ohne Ausw eise nach Europa gereist. Seine Behauptung, ohne Ausw eise von N igeria über N iger, Libyen und Italien in die Schw eiz gereist zu sein, sei jedoch erfahrungsw idrig, um so m ehr, als er sich w ährend etw a sieben M onaten in N iger und Libyen aufgehalten haben w olle. Zudem sei es entgegen der Behauptung des Beschw erdeführers nicht m öglich, die Strecke von Agadez nach Tripolis, w elche in der Luftlinie 1900 km m esse, m it einem Fahrzeug innert zw eier Tage zu bew ältigen. Bezeichnenderw eise sei er auch nicht in der Lage, den Ankunftsort in Italien zu benennen. Zudem erscheine zum indest erstaunlich, dass er sow ohl in N igeria als auch in N iger und in Libyen jew eils einen M ann getroffen habe, w elcher ihn aufgenom m en, verpflegt und für ihn die W eiterreise organisiert und finanziert habe. Ferner bleibe in Anbetracht des U m standes, dass seine Fam ilie zu H ause lebe und er studiert habe, unerklärlich, w eshalb er nicht in der Lage sein sollte, gültige Ausw eise und Schuldokum ente beizubringen, und erhärte sich der Verdacht, er w olle die Schw eizer Asylbehörden über den w ahren G rund und die w ahren U m stände seiner Ausreise sow ie über seine Identitätsausw eise täuschen. Sodann enthielten seine Vorbringen keine H inw eise auf Verfolgung, die sich nicht als offensichtlich haltlos erw eisen w ürden. So sei sein Vorbringen tatsachenw idrig, w onach die Igbos am 21. M ärz 2006 in O nitsha w egen der Ereignisse in M aiduguri einen R achefeldzug gegen die H aussas durchgeführt hätten. D asselbe gelte für seine Behauptung, w onach es im M ärz 2006 in M aiduguri w egen der M oham ed- Karikaturen zu U nruhen gekom m en sei, zum al beide Ereignisse zu anderen Zeitpunkten beziehungsw eise in anderen Zusam m enhängen stattgefunden hätten. Ferner seien seine Aussagen, bei den U nruhen im M ärz 2006 H aussas getötet zu haben, w idersprüchlich. D ies gelte auch in Bezug auf die Anzahl der M itglieder seiner G ruppe. Schliesslich erw eise sich als haltlos, dass er als angeblich polizeilich gesuchte Person bei seinem W egzug aus O nitsha keine Problem e bei den Kontrollen an den C heckpoints gehabt habe. D er Vollzug der W egw eisung sei zulässig, zum utbar und m öglich. C . M it Eingabe vom 15. D ezem ber 2006 an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragte der Beschw erdeführer durch seine R echtsvertreterin unter Kosten- und Entschädigungsfolge, es sei die Verfügung des BFM vom 1. D ezem ber 2006 vollum fänglich aufzuheben, festzustellen, dass zu U nrecht auf das Asylgesuch nicht eingetreten w orden sei und die Angelegenheit zum Entscheid an die Vorinstanz zurückzuw eisen; eventualiter sei die U nzum utbarkeit der W egw eisung festzustellen und das BFM anzw eisen, den Beschw erdeführer vorläufig aufzunehm en. In prozessualer H insicht w urde die Befreiung von der Bezahlung von Verfahrenskosten beantragt. G leichzeitig w urden zw ei Internetauszüge betreffend U nruhen in N igeria zu den Akten gereicht. D . M it Instruktionsverfügung vom 20. D ezem ber 2006 teilte die AR K dem Beschw erdeführer m it, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw arten könne. G leichzeitig w urde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet.4 E. M it Vernehm lassung vom 8. Januar 2007 schloss das BFM auf Abw eisung der Be- schw erde. Zur Begründung führte es aus, die Beschw erdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Bew eism ittel, w elche eine Änderung des Standpunkts rechtfertigten. F. D er Beschw erdeführer w urde am 23. Januar 2007 in der D rogenszene vor der R eithalle in Bern polizeilich angehalten und kontrolliert. Am 24. Januar 2007 w urde ihm eine Verfügung der Stadtpolizei Bern eröffnet, w elche ihm unter anderem den Aufenthalt auf dem Vorplatz der R eithalle und U m gebung verbietet. Am 13. und 20. Februar 2007 w urde er erneut dort angehalten, w obei er Betäubungsm ittel auf sich trug. Am 21. Februar 2007 w urde von der Stadtpolizei Bern gegen ihn Anzeige w egen W iderhandlung gegen das Betäubungsm ittelgesetz und M issachtens einer am tlichen Verfügung erstattet. Am 24. Februar 2007 beantragte die Frem denpolizei der Stadt Bern gestützt auf Art. 13e des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20) die Ausgrenzung des Beschw erdeführers aus der G em einde Bern. Am 4. M ärz 2007 w urde er erneut am erw ähnten O rt angehalten, w obei er Betäubungsm ittel m it sich führte. Am 14. M ärz 2007 w urde betreffend die beiden erw ähnten Tatbestände Anzeige gegen ihn erstattet. Am 21. M ärz 2007 w urde er w iederum auf dem Vorplatz der R eithalle angehalten und am 26. M ärz 2007 Anzeige w egen M issachtens einer am tlichen Verfügung gegen ihn erstattet. Am 31. M ärz 2007 w urde er im Asylzentrum R üttenen im D rogenum feld von der Polizei des Kantons Solothurn festgenom m en. G . Am 5. M ärz 2007 w urde die Vernehm lassung dem Beschw erdeführer zur Kenntnisnahm e gesandt. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw al- tungsgericht (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw er- den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G ge- nannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das AsylG ; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun- desgericht [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfah- rensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ).5 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.4 D er m ittlerw eile volljährig gew ordene Beschw erdeführer (vgl. nachstehend E. 7.3) hat am Verfahren vor dem Bundesam t teilgenom m en, ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung. D am it ist er zur Einreichung der Beschw erde legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). 1.5 D ie Beschw erde w urde innert der gesetzlichen Frist von fünf Arbeitstagen in gültiger Form eingereicht (Art. 108a AsylG i.V.m . Art. 52 Vw VG ). D em zufolge ist auf die Beschw erde einzutreten. 2. Bei Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide, die gestützt auf den früheren Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG getroffen w urden, w ar die Beurteilungszuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten w ar; bei Begründetheit der Beschw erde hob das Bundesverw altungsgericht die angefochtene Verfügung auf und w ies die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück (vgl. Ent- scheidungen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 2004 N r. 34 E. 2.1 S. 240 f.). N eu - ab dem 1. Januar 2007 (vgl. nachstehend E. 3) - ist auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand, w obei im R ahm en einer sum m arischen Prüfung das offenkundige Fehlen der Flüchtlingseigenschaft des Beschw erdeführers und von W egw eisungsvollzughindernissen zu beurteilen ist (vgl. zur Publikation vorgesehenes U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 2.1). D ie Beurteilungszuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts im W egw eisungs- punkt ist nicht beschränkt, da sich die Vorinstanz diesbezüglich gem äss Art. 44 AsylG in Verbindung m it Art. 14a AN AG auch m ateriell zur Sache zu äussern hatte. 3. D ie Vorinstanz trat in Anw endung der dam als in Kraft stehenden Fassung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers vom 22. O ktober 2006 nicht ein. G em äss dieser Bestim m ung w urde auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, w enn Asylsuchende nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des G esuchs R eisepapiere oder andere D okum ente abgaben, die ihre Identifizierung erlaubten, w obei diese Bestim m ung keine Anw endung fand, w enn die betreffende Person glaubhaft m achen konnte, dass sie dazu aus entschuldbaren G ründen nicht in der Lage w ar, oder w enn H inw eise auf eine Verfolgung vorlagen, die sich nicht als offensichtlich haltlos erw iesen. Am 1. Januar 2007 trat die revidierte Fassung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG in Kraft. G em äss dieser Bestim m ung w ird auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, w enn die asylsuchende Person den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des G esuches R eise- oder Identitätspapiere abgibt. G em äss Art. 32 6 Abs. 3 Bstn. a-c AsylG findet diese N orm keine Anw endung, w enn Asylsuchende für die N ichteinreichung von R eise- oder Identitätspapieren entschuldbare G ründe glaubhaft m achen können, auf G rund der Anhörung sow ie gestützt auf die Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt w ird oder sich auf G rund der Anhörung erw eist, dass zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses nötig sind. Vorliegend ist die Beschw erde auf der G rundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG in der revidierten Fassung zu prüfen, da bezüglich der zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der erw ähnten G esetzesänderung hängigen Verfahren das neue R echt gilt (Abs. 1 Ü bergangsbestim m ungen zur Änderung vom 16. D ezem ber 2005 des AsylG ). 4. 4.1 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschw erdeführer w eder R eise- noch Identitätspapiere (noch andere D okum ente, die seine Identifizierung erlauben), abgab. Es ist m ithin zunächst zu prüfen, ob diesbezüglich „entschuldbare G ründe“ vorliegen, w obei dieser in Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG verw endete Begriff im Sinne der Praxis zum bisherigen R echt zu verstehen ist (vgl. zur Publikation vorgesehenes U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E.3.2; EM AR K 1999 N r. 16 E. 5c.aa S. 109 f.). 4.2 D iesbezüglich w ird in der Beschw erde eingew endet, es sei Tatsache, dass der Beschw erdeführer über keine Identitätspapiere verfügt habe. Anlässlich der Anhörung vom 21. N ovem ber 2006 habe er m it H ilfe des D olm etschers ein Schreiben an seinen Stiefvater verfasst, w orin er diesen ersucht habe, ihm irgendw elche D okum ente zukom m en zu lassen, die seine Identität bestätigen könnten. Ein Antw ortschreiben sei allerdings bis heute noch nicht eingetroffen (vgl. Beschw erde, S. 4-5). D ieser Einw and erw eist sich als unbehelflich. In diesem Zusam m enhang ist vorw eg auf die diesbezüglichen Erw ägungen der Vorinstanz, w elche sich als zutreffend erw eisen, zu verw eisen (vgl. Sachverhalt, Bst. B). Sodann haben die Ausführungen in der Beschw erde nicht den Zeitpunkt der G esuchseinreichung und die folgenden 48 Stunden, sondern die nachträgliche Ausw eisbeschaffung zum Them a. D em gegenüber geht es bei der 48-Stunden-Frist von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht um die Beschaffung neuer Papiere, sondern um die Abgabe der schon existierenden, für die R eise in die Schw eiz verw endeten Papiere (vgl. EM AR K 1999 N r. 16 E. 5c.aa S. 109 f.), w eshalb an dieser Beurteilung selbst dann nichts ändern w ürde, w enn nachträglich R eise- oder Identitätspiere eingereicht w erden sollten. D er Beschw erdeführer verm ag m ithin nicht glaubhaft darzulegen, er sei durch nicht selbst zu verantw ortende U m stände an der unverzüglichen Einreichung von R eise- oder Identitätspapieren im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ) gehindert w orden. U nter diesen U m ständen erübrigen sich an dieser Stelle Ausführungen zu dem in einem engen Sinn zu verstehenden Begriff „R eise- oder Identitätspapiere“, w ie er in der revidierten Bestim m ung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG verw endet w ird (vgl. dazu7 das zur Publikation vorgesehene U rteil BVG E D -2279/2007 vom 11. Juli 2007 E. 6). 5. 5.1 N icht nur in Bezug auf die Q ualität der abzugebenden Identitätspapiere, sondern auch hinsichtlich der Bew eism assanforderungen und des zulässigen Prüfungsum - fangs w urde m it der N euform ulierung des N ichteintretensgrundes der Papierlosig- keit eine Verschärfung beabsichtigt. D er G esetzgeber hat m it der Bestim m ung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG ein Sum m arverfahren geschaffen, in w elchem über das Bestehen beziehungsw eise das N ichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend m ateriell befunden w ird, sow eit dies im R ahm en einer sum m arischen Prüfung m öglich ist. Einzutreten ist auf das Asylgesuch dann, w enn bereits auf G rund einer sum m arischen Prüfung festgestellt w erden kann, dass die asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne der D efinition von Art. 3 AsylG offensichtlich erfüllt (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ). D em gegenüber ist auf das Asylgesuch nicht einzutreten, w enn bereits auf G rund einer ebenso sum m arischen Prüfung festgestellt w erden kann, dass die asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht erfüllt. D ie O ffensichtlichkeit der fehlenden Flüchtlingseigenschaft kann sich dabei aus der U nglaubhaftigkeit der Vorbringen, genauso aber auch aus der fehlenden Asylrelevanz ergeben. Kann auf G rund einer sum m arischen Prüfung nicht abschliessend festgestellt w erden, ob die asylsuchende Person offensichtlich Flüchtling ist oder offensichtlich nicht Flüchtling ist, ist auf das Asylgesuch zw ecks w eiterer im ordentlichen Verfahren vorzunehm ender Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft einzutreten (vgl. zum G anzen das zur Publikation vorgesehene U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 3-5). 5.2 Aufgrund der Aktenlage nach den erfolgten Anhörungen ist zu schliessen, dass der Beschw erdeführer einerseits die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG offensichtlich nicht erfüllt und in seinem Fall ebenso offensichtlich - w ie sich auch noch aus den nachfolgenden Erw ägungen zum Vollzug der W egw eisung ergibt - keine W egw eisungshindernisse bestehen. In der Beschw erde w ird unter Bezugnahm e auf die beiden als Bew eism ittel eingereichten Internetauszüge eingew endet, in M aiduguri hätten aufgrund der M oham ed-Karikaturen U nruhen geherrscht, w obei es zu einem R achefeldzug der Igbos gegen die H aussas gekom m en sei und m ehrere Personen getötet oder verletzt w orden seien. D ieses Ereignis, an w elchem der Beschw erdeführer teilgenom m en habe, habe jedoch bereits am 21. Februar 2006 stattgefunden. D ieser habe sich schlichtw eg im M onat geirrt, als er diesbezüglich das D atum des 21. M ärz 2006 zu Protokoll gegeben habe. Zudem habe er genau beschrieben, w eshalb er sich an den U nruhen beteiligt habe, w o er m it der Zerstörung angefangen habe, w ie seine G ruppe vorgegangen sei, w ie diese zurückgedrängt w orden sei, w o und bei w em er sich anschliessend versteckt habe, sow ie w ie seine Stiefm utter ihn im Versteck besucht und ihm m itgeteilt habe, dass die Polizei nach ihm gefragt habe. Auch seine Angst habe er beschrieben. Vor diesem H intergrund könne es nicht angehen, dass die Vorbringen des Beschw erdeführers 8 ohne w eitere Prüfung m it der Begründung zurückgew iesen w ürden, sie w ürden jeglicher G rundlage entbehren (vgl. Beschw erde, S. 5-6). D em gegenüber erw eisen sich die vorinstanzlichen Erw ägungen nach einer Prüfung der Akten auch unter Berücksichtigung der Ausführungen in der Beschw erde als zutreffend. Selbst w enn m an zugunsten des Beschw erdeführers von einem zeitlichen Irrtum ausgehen w ürde, w as sich jedoch nicht rechtfertigen lässt, zum al der Beschw erdeführer ja an dem von ihm erw ähnten Vorfall beteiligt gew esen sei und dabei - je nach Aussageversion - sogar m ehrere H aussas getötet habe, bleiben zum einen seine Aussagen bezüglich der Begehung m ehrerer Tötungsdelikte und der M itgliederzahl seiner G ruppe w idersprüchlich und ist zum anderen sein trotz Kontrollen bei den C heckpoints problem loser W egzug aus O nitsha als angeblich polizeilich gesuchte Person nicht nachvollziehbar. D ie Vorbringen des Beschw erdeführers sind m ithin als offensichtlich nicht glaubhaft zu qualifizieren. 5.3 Es ergeben sich nach dem G esagten keine Anhaltspunkte für die Annahm e, das BFM hätte, um zu einer so lautenden Erkenntnis zu gelangen, eine m ehr als bloss sum m arische m aterielle Prüfung vornehm en oder zusätzliche sachliche oder rechtliche Abklärungen treffen m üssen. U nter den gegeben U m ständen besteht auch im R ahm en des vorliegenden Beschw erdeverfahrens kein Anlass zu einer w eiter gefassten Erhebung des Sachverhalts. 5.4 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass im vorliegenden Fall die Voraussetzungen für ein N ichteintreten auf das Asylgesuch in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG gegeben sind. D ie Vorinstanz ist im Ergebnis zu R echt nicht auf das Asylgesuch eingetreten. 6. 6.1 Tritt das BFM auf das Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw ei- sung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). 6.2 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthalts- bew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. EM AR K 2001 N r. 21). 7. 7.1 Es bleibt zu prüfen, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entge- genstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Voll- zugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e nach den m assgebenden Bestim m ungen des AN AG zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ). 7.2 D er Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers ins H eim atland ist unter Be- rücksichtigung der völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schw eiz (Art. 3 der Kon-9 vention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfrei- heiten [Europäische M enschenrechtskonvention, EM R K, SR 0.101], Art. 33 Abs. 1 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge [Flücht- lingskonvention, FK, SR 0.142.30]) und der Bestim m ungen von Art. 5 Abs. 1 AsylG sow ie Art. 25 Abs. 2 und 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenos- senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) im Sinne von Art. 14a Abs. 3 AN AG zulässig, w eil offensichtlich keine M enschenrechtsverletzungen drohen und ebenso offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft nicht besteht. In Berücksichtigung der in dieser H insicht klar unglaubhaften G esuchsbegründung ist insbesondere das Bestehen einer tatsächlichen G efahr, auf den Beschw erdeführer könnte durch R epräsentanten des nigerianischen Staates oder durch Zivilpersonen in Art. 3 EM R K zuw iderlaufender W eise psychischer oder physischer Zw ang ausgeübt w erden, zu verneinen. Alleine aus der allgem einen M enschenrechtssituation in N igeria lässt sich kein reales R isiko von Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung herleiten. 7.3 U nter Berücksichtigung der allgem einen Sicherheitslage in N igeria sind keine An- haltspunkte dafür ersichtlich, dass der Beschw erdeführer bei einer R ückkehr in sein H erkunftsland einer konkreten G efährdung ausgesetzt w äre. Angesichts der dort aktuell herrschenden Situation kann ein W egw eisungsvollzug nach N igeria als generell zum utbar erachtet w erden. Ferner sind auch keine individuellen G ründe ersichtlich, die die R ückkehr des Be- schw erdeführers nach N igeria als unzum utbar erscheinen lassen w ürden. In den Akten deutet nichts darauf hin, dass der Beschw erdeführer diesfalls aus indivi- duellen G ründen w irtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher N atur in eine exis- tenzbedrohende Situation geraten w ürde. Vorw eg verm ag er unter dem Aspekt des nach Art. 3 Abs. 1 des Ü bereinkom m ens über die R echte des Kindes vom 20. N ovem ber 1989 (Kinderrechtskonvention, KR K, SR 0.107) zu beachtenden Kindesw ohls nichts zu seinen G unsten abzuleiten, da er inzw ischen volljährig gew orden ist (vgl. auch EM AR K 1998 N r. 13). Sodann m acht er keine gesundheitlichen Problem e geltend. Schliesslich verfügt er über eine zw ölfjährige Schulbildung (Sekundarschule), nach deren Abschluss er einen D iplom kurs besuchte, w elchen ihn zu einem U niversitätsstudium berechtigen w ürde. Zudem verfügt er über Englischkenntnisse und an seinem letzten W ohnort O nitsha über ein intaktes fam iliäres Beziehungsnetz (Stiefeltern, G eschw ister). N ach dem G esagten w äre der Beschw erdeführer som it im Falle einer R ückkehr in den H eim atstaat nicht auf sich alleine gestellt. In W ürdigung säm tlicher relevanter U m stände des vorliegenden Falles und ohne die schw ierigen Verhältnisse im H eim atstaat zu verkennen, darf davon ausgegangen w erden, dass eine R ückkehr des aktenkundig gesunden Beschw erdeführers dorthin - auch unter gebührender Berücksichtigung hum anitärer Aspekte - zum heutigen Zeitpunkt als zum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG eingeschätzt w erden kann. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist (Art. 14A Abs. 2 AN AG ). 7.5 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie 10 Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 8. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esagten abzuw eisen. 9. D er Beschw erdeführer ersuchte um unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG . D anach kann die Beschw erdeinstanz eine Partei, die nicht über die erforderlichen M ittel verfügt und deren Begehren nicht zum Vornherein aussichtslos erscheinen, auf Antrag davon befreien, Verfahrenskosten zu bezahlen. Vorw eg ist festzuhalten, dass m it Zw ischenverfügung vom 20. D ezem ber 2006 auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet w urde. Vorliegend ist von der Bedürftigkeit des Beschw erdeführers auszugehen. Auch konnten die Begehren der Beschw erde insgesam t nicht als zum Vornherein aus- sichtslos bezeichnet w erden. D as G esuch um unentgeltliche Prozessführung ist som it gutzuheissen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um unentgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) w ird gutgeheissen. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin des Beschw erdeführers (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. [...]) - (kantonale Behörde) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: M artin Zoller D aniel W idm er Versand am :12 Eingeschrieben Frau Linda Keller R echtsanw ältin (Adresse)