<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen ergänzten Risikoausgleich auszuarbeiten. Dabei ist der Morbiditätsfaktor (Krankheitsfaktor) zu berücksichtigen. Dieser Faktor muss den Medikamentenbedarf der Versicherten und die sich daraus ergebenden Krankheitsbilder einbeziehen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Risikoausgleich der sozialen Krankenversicherung wird seit dem 1. Januar 2012 zusätzlich zu den Faktoren Alter und Geschlecht das erhöhte Krankheitsrisiko berücksichtigt. Die Krankenversicherer werden für Versicherte, die im Vorjahr einen Aufenthalt in einem Spital oder Pflegeheim von mindestens drei Nächten hatten, durch den Risikoausgleich besser entschädigt. Nicht beinhaltet ist jedoch ein Kriterium für ambulante Behandlungen.</p><p>Im Rahmen des Postulates der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates (04.061) 07.3769, "Einbezug eines Morbiditätsfaktors", hat der Bundesrat den Einbezug weiterer Morbiditätsfaktoren geprüft und dem Parlament in seinem Bericht vom 9. Dezember 2011 empfohlen, zur Ergänzung des geltenden Risikoausgleichs mittelfristig das zusätzliche Kriterium pharmazeutische Kostengruppen einzuführen. Die Berücksichtigung von pharmazeutischen Kostengruppen verbessert die Erklärungskraft des Modells stark, was dazu beiträgt, die Anreize zur Risikoselektion zu mindern. Da die Daten zur Bildung von pharmazeutischen Kostengruppen noch nicht in ausreichender Vollständigkeit und Qualität bei den Versicherern zur Verfügung stehen, schlug der Bundesrat - als Übergangsregelung - den Einbezug der Medikamentenausgaben im Vorjahr in den Risikoausgleich vor.</p><p>Der Bundesrat möchte eine Verfeinerung des Risikoausgleichs, wie sie die Motionäre vorschlagen, auch in seinen indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative "für eine öffentliche Krankenkasse" aufnehmen. Der Bundesrat sieht diesen verfeinerten Ex-ante-Ausgleich jedoch in Kombination mit einem Ex-post-Ausgleich durch eine Rückversicherung für sehr hohe Kosten, welcher gleichzeitig eingeführt werden soll.</p><p>Mit der vorliegenden Motion wird das Anliegen aufgenommen, den Risikoausgleich mit einem zusätzlichen Faktor weiter zu verfeinern, der insbesondere die Krankheiten mit hohem Medikamentenbedarf berücksichtigt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.