<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Lawsearch Cache - AGVE 2011 2 S. 467</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Gemeinderecht</span> <span class="page_no">467</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>VI. Gemeinderecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>102 Gemeindeversammlung; Antragsrecht zum Budget</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Anträge sind traktandenbezogen, wenn sie darauf abzielen, einen konkre-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>ten Budgetposten zu streichen oder betragsmässig zu erhöhen resp. her-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>abzusetzen, nicht aber wenn sie "neue" Budgetposten einführen sollen.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Departements Volkswirtschaft und Inneres, Ge-</span><br/> <span class="ft3">meindeabteilung, vom 17. Januar 2011 in Sachen A. gegen die Einwohnerge-</span><br/> <span class="ft3">meinde X. (74059/23.3).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">An der Einwohnergemeindeversammlung vom 24. November</span><br/> <span class="ft5">2010 war unter Traktandum 5 über den Voranschlag 2011 zu befin-</span><br/> <span class="ft5">den. An der Gemeindeversammlung stellte der Gemeinderat einen</span><br/> <span class="ft5">Abänderungsantrag zum vorgelegten Budgetentwurf, wonach der</span><br/> <span class="ft5">Aufwand beim Konto 011.318 zum Zwecke der Finanzierung einer</span><br/> <span class="ft5">Informations- und Abstimmungskampagne im Zusammenhang mit</span><br/> <span class="ft5">der anstehenden kantonalen Abstimmung über die Umfahrung X. um</span><br/> <span class="ft5">100'000 Franken zu erhöhen sei. In der Folge stimmten die Ver-</span><br/> <span class="ft5">sammlungsteilnehmenden dem Budget 2011 unter Berücksichtigung</span><br/> <span class="ft5">des Änderungsantrags mit einem Steuerfuss von 105 % mit grosser</span><br/> <span class="ft5">Mehrheit zu.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">2. a)</span><br/> <span class="ft5">Zu den Aufgaben und Befugnissen der Gemeindeversammlung</span><br/> <span class="ft5">gehören gemäss § 20 Abs. 2 lit. a und c GG die Festlegung des Vor-</span><br/> <span class="ft5">anschlags und des Steuerfusses sowie die Beschlussfassung über Ver-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">468</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">pflichtungskredite und neue, jährlich wiederkehrende Ausgaben. Die-</span><br/> <span class="ft5">se Befugnisse sind wegen der ihnen zukommenden Bedeutung nicht</span><br/> <span class="ft5">an ein anderes Gemeindeorgan delegierbar. Daraus ergibt sich die</span><br/> <span class="ft5">umfassende und ausschliessliche Finanzhoheit der Gemeindever-</span><br/> <span class="ft5">sammlung. Aus dieser Kompetenzzuweisung resultiert auch, dass die</span><br/> <span class="ft5">Versammlung den Budgetvorschlag, der ihr vom Gemeinderat ge-</span><br/> <span class="ft5">stützt auf § 37 Abs. 2 lit. a GG zu unterbreiten ist, nicht bloss an-</span><br/> <span class="ft5">nehmen, ablehnen oder zurückweisen, sondern auch materiell gestal-</span><br/> <span class="ft5">ten kann. Bezüglich der Beratung des Voranschlags gilt demnach</span><br/> <span class="ft5">§ 27 Abs. 1 GG, der jedem Stimmberechtigten das Recht einräumt,</span><br/> <span class="ft5">zu den Sachgeschäften Anträge zur Geschäftsordnung und zur Sache</span><br/> <span class="ft5">zu stellen. Dieses Antragsrecht kommt nicht nur den Versammlungs-</span><br/> <span class="ft5">teilnehmenden zu, sondern auch dem Gemeinderat, der ein umfas-</span><br/> <span class="ft5">sendes Initiativrecht besitzt. Unbedingt erforderlich dafür ist jedoch,</span><br/> <span class="ft5">dass diese Geschäfte regelkonform traktandiert sind.</span><br/> <span class="ft5">b)</span><br/> <span class="ft5">Nach § 23 Abs. 1 GG sind die Stimmberechtigten spätestens 14</span><br/> <span class="ft5">Tage vor der Gemeindeversammlung vom Gemeinderat durch die</span><br/> <span class="ft5">Zustellung der Stimmrechtsausweise und der Traktandenliste mit den</span><br/> <span class="ft5">Anträgen und allfälligen Erläuterungen aufzubieten. Die Akten sind</span><br/> <span class="ft5">öffentlich aufzulegen. Es kann nur über ordnungsgemäss angekün-</span><br/> <span class="ft5">digte Verhandlungsgegenstände materiell Beschluss gefasst werden.</span><br/> <span class="ft5">Mit der rechtzeitigen und adäquaten Mitteilung der zu behandelnden</span><br/> <span class="ft5">Geschäfte soll der Schutz vor unerwarteten und übereilten Beschlüs-</span><br/> <span class="ft5">sen gewährleistet werden. Die richtige Bekanntgabe bildet die Vor-</span><br/> <span class="ft5">aussetzung dafür, dass die Stimmberechtigten sich über die unterbrei-</span><br/> <span class="ft5">teten Geschäfte Rechenschaft geben und ihre Entscheidbefugnisse in</span><br/> <span class="ft5">voller Sachkenntnis ausüben können (vgl. AGVE 1984, S. 634;</span><br/> <span class="ft5">AGVE 1986, S. 489). Die Zulässigkeit von Zusatz-, Abänderungs-</span><br/> <span class="ft5">und Gegenanträgen, das heisst die Möglichkeit, solche Anträge einer</span><br/> <span class="ft5">materiellen Entscheidung zugänglich zu machen, hängt demnach</span><br/> <span class="ft5">davon ab, ob sie mit dem traktandierten Geschäft rechtlich und fak-</span><br/> <span class="ft5">tisch in einem inneren Zusammenhang stehen und insofern Teil oder</span><br/> <span class="ft5">ausgestalteter Aspekt des angekündigten Sachgeschäfts bilden. Dabei</span><br/> <span class="ft5">entscheidet sich die Frage, ob ein Antrag den notwendigen Bezug</span><br/> <span class="ft5">aufweist, nach inhaltlichen und nicht nach formellen Kriterien</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Gemeinderecht</span> <span class="page_no">469</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">(AGVE 1986, S. 489). Infolgedessen lässt auch das Traktandum Vor-</span><br/> <span class="ft5">anschlag nicht alle Anträge zu, die sich begrifflich damit verbinden</span><br/> <span class="ft5">lassen, indem sie Einnahmen oder Ausgaben betreffen. Zulässig sind,</span><br/> <span class="ft5">als Ausfluss des Grundsatzes der ordnungsgemässen Ankündigung,</span><br/> <span class="ft5">vielmehr auch hier nur Anträge, die mit dem konkreten Inhalt des un-</span><br/> <span class="ft5">terbreiteten Voranschlags in einer sachlichen Beziehung stehen. Sie</span><br/> <span class="ft5">müssen Bezug haben zu einem bestimmten im Voranschlag enthalte-</span><br/> <span class="ft5">nen Budgetposten. Dies besagt, dass einzig solche Anträge traktan-</span><br/> <span class="ft5">denbezogen sind, die darauf abzielen, einen konkreten Budgetposten</span><br/> <span class="ft5">zu streichen oder betragsmässig zu erhöhen resp. herabzusetzen,</span><br/> <span class="ft5">nicht aber solche, die ,,neue" Budgetposten einführen sollen (vgl.</span><br/> <span class="ft5">AGVE 2000, S. 533; 1992, S. 490; 1986, S. 489; 1984, S. 630).</span><br/> <span class="ft5">c)</span><br/> <span class="ft5">Im vorliegenden Fall hat der Gemeinderat X. den Stimmberech-</span><br/> <span class="ft5">tigten einen Entwurf für den Voranschlag 2011 mittels der vor der</span><br/> <span class="ft5">Gemeindeversammlung verschickten Einladung unterbreitet. Die Ak-</span><br/> <span class="ft5">ten dazu haben öffentlich aufgelegen. Es ist unbestritten, dass in die-</span><br/> <span class="ft5">sen Unterlagen die Finanzierung einer Informations- und Abstim-</span><br/> <span class="ft5">mungskampagne im Zusammenhang mit der anstehenden kantonalen</span><br/> <span class="ft5">Abstimmung über die Umfahrung X. keine Erwähnung gefunden hat.</span><br/> <span class="ft5">Wie der Vernehmlassung zu entnehmen ist, bestand für den Gemein-</span><br/> <span class="ft5">derat denn auch erst nach dem Beschluss des Grossen Rats vom</span><br/> <span class="ft5">16. November 2010 Anlass dazu, dies in Erwägung zu ziehen. Er hat</span><br/> <span class="ft5">deshalb erst an der Gemeindeversammlung einen Abänderungsantrag</span><br/> <span class="ft5">zum ursprünglichen Budget eingebracht, wonach noch 100'000 Fran-</span><br/> <span class="ft5">ken für eine Informations- und Abstimmungskampagne in den Vor-</span><br/> <span class="ft5">anschlag aufgenommen werden sollen (vgl. Auszug aus dem Proto-</span><br/> <span class="ft5">koll der Gemeindeversammlung vom 24. November 2010). Zu die-</span><br/> <span class="ft5">sem Zwecke hat er den Versammlungsteilnehmenden beantragt, das</span><br/> <span class="ft5">bestehende Konto 011.318 (Porti, Gutachten, Honorare) um 100'000</span><br/> <span class="ft5">Franken, das heisst von 17'000 auf 117'000 Franken zu erhöhen.</span><br/> <span class="ft5">aa)</span><br/> <span class="ft5">Es besteht hier zwar mit der Abänderung eines im Budget be-</span><br/> <span class="ft5">reits eingestellten Betrags ein formeller Anknüpfungspunkt. Das ist</span><br/> <span class="ft5">jedoch ohne weitere Bedeutung, da sich unter rein formellen Ge-</span><br/> <span class="ft5">sichtspunkten jede Ausgabe einer bereits bestehenden Position in</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">470</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">einem Budget zuordnen lässt. Dies ergibt sich bereits aus der Natur</span><br/> <span class="ft5">des Voranschlags, welcher eine gesamthafte Übersicht über die Ein-</span><br/> <span class="ft5">nahmen und Ausgaben für eine massgebliche Budgetperiode in Form</span><br/> <span class="ft5">einer schematischen Abbildung darstellt. Der gewählte Anknüp-</span><br/> <span class="ft5">fungspunkt vermag im vorliegenden Fall aber die gesetzlichen An-</span><br/> <span class="ft5">forderungen in Hinsicht auf den notwendigen sachlichen Bezug zu</span><br/> <span class="ft5">einer geplanten Ausgabenposition nicht zu erfüllen.</span><br/> <span class="ft5">bb)</span><br/> <span class="ft5">Die Ausgaben in der Budgetposition 011.318 (Legislative: Porti,</span><br/> <span class="ft5">Gutachten, Honorare) von 17'000 Franken setzen sich gemäss den</span><br/> <span class="ft5">dem Departement Volkswirtschaft und Inneres zur materiellen Prü-</span><br/> <span class="ft5">fung des Budgets eingereichten Unterlagen aus 10'000 Franken für</span><br/> <span class="ft5">Portogebühren (Versand von Wahl- und Abstimmungsunterlagen in</span><br/> <span class="ft5">kommunalen Angelegenheiten), aus 5'000 Franken als Entschädi-</span><br/> <span class="ft5">gung für das Einpacken von Versandmaterial, aus 1'500 Franken für</span><br/> <span class="ft5">eine Lautsprecheranlage sowie aus 500 Franken für allgemeine Auf-</span><br/> <span class="ft5">wendungen zusammen. Es handelt sich demnach um die üblichen</span><br/> <span class="ft5">Ausgaben für die Durchführung von Gemeindeversammlungen so-</span><br/> <span class="ft5">wie kommunalen Wahlen und Abstimmungen. Die nun geplante Aus-</span><br/> <span class="ft5">gabe von 100'000 Franken für die Finanzierung einer Informations-</span><br/> <span class="ft5">und Abstimmungskampagne hat mit diesen Ausgaben nichts gemein</span><br/> <span class="ft5">und lässt sich diesen unter Konto 011.318 geplanten Ausgaben sach-</span><br/> <span class="ft5">lich nicht zuordnen. Das Erfordernis der traktandenkonformen An-</span><br/> <span class="ft5">kündigung der Ausgabe für die Finanzierung der Informations- und</span><br/> <span class="ft5">Abstimmungskampagne ist daher mangels sachlichem Bezug nicht</span><br/> <span class="ft5">erfüllt worden. Dieser wäre aber zwingend notwendig gewesen, um</span><br/> <span class="ft5">mittels eines Antrags den Voranschlag 2011 in dieser Hinsicht ab-</span><br/> <span class="ft5">ändern zu können. Den Stimmberechtigten sind in der Vorlage unter</span><br/> <span class="ft5">der Budgetposition 011.318 (und damit ordnungsgemäss) nur 17'000</span><br/> <span class="ft5">Franken für Porti, Gutachten und Honorare für die Durchführung der</span><br/> <span class="ft5">Gemeindeversammlung sowie Wahlen und Abstimmungen angekün-</span><br/> <span class="ft5">digt worden. Die Ausgaben unter diesem Posten haben sich in den</span><br/> <span class="ft5">letzten Jahren immer in der Höhe von etwa 14'000 bis 20'000 Fran-</span><br/> <span class="ft5">ken bewegt (vgl. Rechnungen 2007-2009). Damit mussten die</span><br/> <span class="ft5">Stimmberechtigten jedoch in keiner Weise erwarten, dass der Ge-</span><br/> <span class="ft5">meinderat diese Position für die Einstellung eines Betrags von</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Gemeinderecht</span> <span class="page_no">471</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">100'000 Franken für eine Informations- und Abstimmungskampagne</span><br/> <span class="ft5">im Rahmen einer kantonalen Abstimmung verwenden würde. Der</span><br/> <span class="ft5">Sinn der ordnungsgemässen Ankündigung besteht aber gerade darin,</span><br/> <span class="ft5">die Stimmberechtigten vor derartigen unerwarteten Ausgabenbe-</span><br/> <span class="ft5">schlüssen zu schützen.</span><br/> <span class="ft5">d)</span><br/> <span class="ft5">Die Argumentation des Gemeinderats betreffend der aufgrund</span><br/> <span class="ft5">der tatsächlichen Handlungsabläufe zeitlichen Unmöglichkeit einer</span><br/> <span class="ft5">rechtzeitigen Ankündigung muss angesichts der klaren gesetzlichen</span><br/> <span class="ft5">Bestimmungen unbeachtlich bleiben. Das kantonale Recht stellt für</span><br/> <span class="ft5">derartige Umstände das Instrument der Einberufung einer ausseror-</span><br/> <span class="ft5">dentlichen Gemeindeversammlung zur Verfügung. Der Gemeinderat</span><br/> <span class="ft5">gibt keine Begründung, weshalb hier die Einberufung einer ausseror-</span><br/> <span class="ft5">dentlichen Gemeindeversammlung nicht hätte möglich sein sollen.</span><br/> <span class="ft5">Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass hier auch keine Konstella-</span><br/> <span class="ft5">tion vorliegt, welche den Gemeinderat berechtigen würde, den Zah-</span><br/> <span class="ft5">lungskredit im Sinne einer Notausgabe gemäss § 88 Abs. 2 GG selbst</span><br/> <span class="ft5">zu sprechen.</span><br/> <span class="ft5">e)</span><br/> <span class="ft5">Die nicht traktandenkonforme Änderung des Voranschlags ver-</span><br/> <span class="ft5">stösst im vorliegenden Fall gegen § 23 Abs. 2 GG und stellt einen</span><br/> <span class="ft5">schwerwiegenden Mangel dar, welcher zur Streichung dieser Ausga-</span><br/> <span class="ft5">benposition führen muss. Die Versammlungsteilnehmenden haben</span><br/> <span class="ft5">dem Voranschlag 2011 an sich unter Berücksichtigung der beschlos-</span><br/> <span class="ft5">senen Änderung zugestimmt. Es fragt sich, ob die Aufhebung des</span><br/> <span class="ft5">beanstandeten Antrags auch die Kassation der Budgetgenehmigung</span><br/> <span class="ft5">erfordert, denn das vom Verfassungsrecht des Bundes gewährleistete</span><br/> <span class="ft5">Stimmrecht gibt jeder Bürgerin und jedem Bürger einen Anspruch</span><br/> <span class="ft5">darauf, dass kein Abstimmungsresultat anerkannt wird, welches nicht</span><br/> <span class="ft5">den freien Willen der Stimmberechtigten zuverlässig und unver-</span><br/> <span class="ft5">fälscht zum Ausdruck bringt (BGE 114 Ia 43). Aus diesem Grundsatz</span><br/> <span class="ft5">folgt allerdings nicht, dass jede mangelhaft durchgeführte Beschluss-</span><br/> <span class="ft5">fassung ohne weiteres aufzuheben wäre. Steht ein Fehler allgemeiner</span><br/> <span class="ft5">Natur in Frage, dessen Auswirkungen ziffernmässig nicht feststellbar</span><br/> <span class="ft5">sind, so ist nach den gesamten Umständen zu beurteilen, ob eine Be-</span><br/> <span class="ft5">einflussung des Abstimmungsergebnisses möglich gewesen sei oder</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">472</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">nicht. Dabei ist insbesondere auf die Grösse des Stimmenunter-</span><br/> <span class="ft5">schieds, die Schwere des konstatierten Mangels und auf dessen Be-</span><br/> <span class="ft5">deutung im Rahmen der gesamten Abstimmung abzustellen</span><br/> <span class="ft5">(BGE 105 Ia 155). In Würdigung aller Umstände erscheint es als</span><br/> <span class="ft5">ausgeschlossen, dass die Budgetbeschlussfassung ohne die unzuläs-</span><br/> <span class="ft5">sige Abänderung anders ausgefallen wäre. Damit kann der Beschluss</span><br/> <span class="ft5">über den Voranschlag 2011 mit einem Steuerfuss von 105 % als sol-</span><br/> <span class="ft5">ches bestehen bleiben.</span><br/> <br/> <br/></div> </div> </body> </html>