Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 2. Juni 2016 (720 15 395 / 135) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Aufhebung der angefochtenen Verfügung, da diese auf unzureichenden medizinischen Abklärungsergebnissen beruht Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Roman Felix, Advokat, Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1957 geborene A.____ arbeitete seit 29. Okto ber 1979 als Maschinenführer bei der B.____ AG. Am 14. Januar 2014 meldete er sich u nter Hinweis auf einen Diabetes mellitus bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Ab- klärung der gesundheitlichen und der beruflichen Ve rhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel- Landschaft beim Versicherten einen Invaliditätsgrad von 11 %. Gestützt auf dieses Ergebnis Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht lehnte die IV-Stelle - nach durchgeführtem Vorbescheid verfahren - mit Verfügung vom 18. No- vember 2015 einen Anspruch von A.____ auf eine IV-Rente ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Roman Felix, am 29. Dezember 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die ange fochtene Verfügung aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihm die gesetzliche n Leistungen zu erbringen; unter o/e Kos- tenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 18. Januar 2016 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Zudem legte sie ihren Ausführungen ei ne Beurteilung von Dr. med. C.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 14. Januar 2016 bei. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt der Beschwerdeführer in seiner Rep- lik vom 29. Februar 2016 an den in der Beschwerde geste llten Rechtsbegehren und den we- sentlichen bisherigen Vorbringen fest. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Duplik vom 9. März 2016 nach wie vor die Abweisung der Beschwerde; gleichzeitig gab sie eine weitere Beurteilung von Dr. C.____ vom 10. März 2016 zu den Akten. Der Beschwe rdeführer reichte am 3. Mai 2016 zum einen seine Honorarnote ein, zum andern äusserte er sich kurz zur letztgenannten Beurtei- lung von Dr. C.____ vom 10. März 2016. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 29. Dezember 2015 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arb eitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.1 Bei den medizinischen Akten des vorliegenden Falls fi nden sich verschiedene Berichte von Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Medizin, der den Versicherten als Hausarzt betreut. In seinem Erstbericht vom 19. Februar 2014 führte Dr. D._ ___ als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein akutes Lumbovertebralsynd rom (07.06.2013), ein N-STEMI (14.06.2013) mit Bypassoperation (27.06.2013) und eine Netzhautblutung bei schwerer diabeti- scher Retinopathie mit wesentlicher Visusverschlechterung (festgestellt am 14.08.2013) an. In einem Verlaufsbericht vom 23. September 2014 hielt Dr . D.____ fest, dass als neue Diagnosen eine präklinische Hypothyreose, COPD GOLD Stadium II, u nd eine ausgeprägte Polyneuropa- thie mit Muskelschmerzen hinzugekommen seien. Aktuell habe die Leistungsfähigkeit anam- nestisch wieder abgenommen und auch die Augensymptomatik habe sich verschlechtert. Mit Bericht vom 4. Dezember 2014 wies Dr. D.____ sodann dar auf hin, dass sich keine Änderung gegenüber den beiden vorgenannten Berichten ergeben habe, zusätzlich sei jedoch eine de- pressive Entwicklung mit Panikattacken zu erwähnen. Mit Sch reiben vom 8. Mai 2015 hielt Dr. D.____ fest, dass der Patient seit der letzten Be richterstattung wieder einen praktisch nor- malen Visus habe. Der Diabetes sei unterdessen mässig gut eingestellt. Kardial bestünden ak- tuell keine wesentlichen Schwierigkeiten. Hauptproblem seien die Dekonditionierung und das Übergewicht sowie die lumbovertebralen Beschwerden, die vorerst eine längerfristige kontinu- ierliche Arbeitsfähigkeit fraglich erscheinen liessen. Eine Teilarbeitsfähigkeit dürfte jedoch mög- lich sein. In einem Schreiben vom 2. Dezember 2015 be tonte Dr. D.____ schliesslich, dass auch die Gefühlsstörung an den Füssen im Rahmen der di abetischen Polyneuropathie die Ar- beitsfähigkeit einschränken würde. 5.2 Aufgrund der von Dr. D.____ geschilderten multipl en gesundheitlichen Beeinträchti- gungen zog die IV-Stelle zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts weitere Berichte be- handelnder Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Fachrich tungen bei. So schildert Dr. med. E.____, FMH Ophthalmologie, in ihrem Schreiben vom 24 . Juni 2014, dass der Versicherte seit September 2013 bei einer schweren, nicht proliferative n diabetischen Retinopathie mit beidsei- tigem diabetischem Makulaödem und ischiämischer Makulopat hie in ihrer Behandlung stehe. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aufgrund von Rezidiven des Makulaödems habe bisher noch ke ine Visusstabilität im Sinne des Lucentis-Labels erreicht werden können, sodass die Beha ndlung aktuell fortgeführt werden müsse. Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, beschreibt in seinem Bericht vom 2. Februar 2015 als Befunde eine Affektlabilität, Angstzustände, Schlafstörungen, leicht depressive Zustände, Sorgen um die Zukunft und Zustände emotionaler Beeinträchtigung. Die psychische Einschränkung sei eher leicht, im Vordergrund st ünden beim Versicherten die so- matischen Leiden. Schliesslich hält Dr. med. G.____, FMH Innere Medizin und Kardiologie, in seinem Bericht vom 21. April 2015 fest, dass der Versichert e aus kardiologischer Sicht für kör- perlich leichte und mittelschwer belastende Tätigkeiten arbeitsfähig sei. 5.3 Bei den Akten liegen sodann die Beurteilungen des RAD-Arztes Dr. C.____ vom 21. Mai 2015, 7. September 2015, 14. Januar 2016 und 10. März 2016. Darin würdigt dieser zum einen die einzelnen vorerwähnten fachärztlichen Be richte und anderseits nimmt er eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. Dabei gelangt er zur Auffassung, dass diesem die Ausübung einer leichten bis mittelschweren Tä tigkeit im Umfang von 100 % zumut- bar sei. 5.4 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit des Versicherten auf die erwähnten Berich te der behandelnden Ärzte und insbe- sondere auf die genannten Beurteilungen ihres RAD-Arztes Dr. C.____. Sie ging deshalb in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass der Versicherte in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Der Beschwerdefüh rer bestreitet die Richtigkeit dieses Be- weisergebnisses. Er weist darauf hin, dass bei ihm multip le gesundheitliche Beschwerden aus verschiedensten medizinischen Fachrichtungen vorliegen würd en. Aus diesem Grund hätte die IV-Stelle seinen Gesundheitszustand und insbesondere auc h die gesundheitlich bedingten Be- einträchtigungen seiner Arbeitsfähigkeit im Rahmen e ines polydisziplinären Gutachtens abklä- ren lassen müssen. Indem sie bei der Beurteilung des me dizinischen Sachverhalts einzig auf die Aktenbeurteilung ihres RAD-Arztes, eines Facharztes f ür Arbeitsmedizin, abgestellt habe, seien ihre Abklärungen als ungenügend zu taxieren. Dies e Einwände des Beschwerdeführers erweisen sich als berechtigt. Wie das Bundesgericht in BGE 139 V 349 ff. festgehalten hat, würden zwar keine festen Kriterien zur allgemeingültig en Abgrenzung der Anwendungsfelder der verschiedenen Kategorien von Expertisen existieren, da die grosse Vielfalt von Begutach- tungssituationen Flexibilität erfordere. Gleichzeitig h at es aber betont, dass die umfassende administrative Erstbegutachtung - und um eine solche han delt es sich hier - regelmässig poly- disziplinär zu erfolgen habe (S. 352 E. 3.2 des genannt en Entscheids). Aus der Wendung “re- gelmässig“ folgt zwar, dass nicht in jedem Fall, bei welch em die versicherte Person an gesund- heitlichen Beeinträchtigungen aus verschiedenen Fachrich tungen leidet, ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen ist. Der Beschwerdeführer macht je doch zutreffend geltend, dass eine solche Begutachtung insbesondere dann sinnvoll ist, wenn es darum geht, die Wechselwirkun- gen verschiedener gesundheitlicher Beeinträchtigungen zu beurteilen. Eine solche Gesamtbe- urteilung setzt in der Regel eben eine fachübergreifen de Meinungsbildung voraus. Im hier zu beurteilenden Fall liegt eine solche Konstellation vor . Der Beschwerdeführer leidet, wie oben aufgezeigt, an multiplen gesundheitlichen Beschwerden verschiedenster Art. Erschwerend kommt hinzu, dass es bei einzelnen dieser Beeinträchtigu ngen teilweise zu Verbesserungen, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilweise aber auch wieder zu Verschlechterungen des Zust andes kommt. Vor diesem Hinter- grund erweist es sich als unzureichend, den medizinischen Sa chverhalt einzig gestützt auf die Aktenbeurteilung eines einzigen RAD-Arztes vornehmen zu w ollen. Diesem fehlt es, wie der Versicherte in seiner Beschwerde zu Recht beanstandet, letz tlich an der hierfür erforderlichen Gesamtsicht. Zur Abklärung des Gesundheitszustandes und i nsbesondere der Arbeitsfähigkeit wäre unter den geschilderten Umständen vielmehr eine po lydisziplinäre Begutachtung des Be- schwerdeführers notwendig gewesen. Eine solche ist deshal b von der IV-Stelle nachträglich anzuordnen und durchzuführen. In deren Rahmen werden die Gutachterinnen und Gutachter insbesondere allfälligen Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Leiden und deren Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit erhöhte Beachtung zu schenken haben. Die beteiligten Fachärz- tinnen und -ärzte werden über diesen Aspekt im Rahmen e iner interdisziplinären Konsensbeur- teilung zu befinden haben. 6. Aus dem Gesagten folgt als Ergebnis, dass die angefoc htene Verfügung vom 18. No- vember 2015 aufzuheben und die Angelegenheit zur weit eren Abklärung an die IV-Stelle zu- rückzuweisen ist. Diese hat den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten im Rahmen eines polydisziplinären Gutachtens neu abklären zu lassen. Gestützt auf die Ergeb- nisse ihrer zusätzlichen medizinischen Abklärungen wird di e IV-Stelle anschliessend über den Rentenanspruch des Versicherten neu zu befinden haben . Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 7. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdever fahrens zu befinden. 7.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit z um weiteren Vorgehen im Sinne der Er- wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessua- ler Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständ ig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei- gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verf ahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Ve rfahrenskosten erhoben werden. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 7.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Beschwerdeführers Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat in seiner Honorarnote vom 2. Mai 2016 für das vorl iegende Verfahren einen Zeitaufwand von 12,55 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in So- zialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fä lle zur Anwendung gelan- genden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. N icht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 99.--. Dem Beschwerdeführer ist des- halb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘ 495.40 (12,55 Stunden à Fr. 250.- + Aus- lagen von Fr. 99.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 8.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher P raxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g - wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG ) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil K. des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch Urteil K. des Bundesge- richts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 18. Novem ber 2015 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abkläru ng im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV- Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3‘495.40 (inkl. Ausla gen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht