B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-7246/2015 U r t e i l v o m 2 1 . S e p t e m b e r 2 0 1 7 Besetzung Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), Richter Bendicht Tellenbach, Richterin Claudia Cotting-Schalch, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren am (...), B._______, geboren am (...), C._______, geboren am (...), D._______, geboren am (...), Russland, alle vertreten durch Ass. jur. Christian Hoffs, Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 9. Oktober 2015 / N_______. D-7246/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Am 26. April 2012 reichten die Beschwerdeführenden – aus dem Dorf E._______/Tschetschenien stammende russische Staatsangehörige tschetschenischer Ethnie – in der Schweiz ein erstes Asylgesuch ein. Da- bei führte der Beschwerdeführer A._______ zur Begründung im Wesentli- chen an, in seiner Heimat eine eigene (Nennung Firma) geleitet zu haben. Am (...) sei er zum (Nennung Behördenmitglied) der Regierung der Tschet- schenischen Republik gebracht worden, wo man ihn aufgefordert habe, noch gleichentags nach H._______ zu reisen und dort einen Mann namens G._______ zu bespitzeln, obwohl er über keinerlei Erfahrung in Personen- überwachung verfügt und sich in H._______ nicht ausgekannt habe. Als Gegenleistung sei ihm der Posten eines Abgeordneten in Aussicht gestellt worden, obwohl er politisch nicht engagiert gewesen sei. Auf der Zugfahrt nach H._______ habe er sich gedacht, er könnte wegen dieser Sache Probleme bekommen. Er sei dann bei der Haltestelle I._______ wieder ausgestiegen und zu einem Freund gegangen, der dort wohne, und habe seine Ehefrau kontaktiert. Die Beschwerdeführerin B._______ brachte ih- rerseits zur Begründung des Asylgesuches vor, am (...) hätten maskierte Männer zu Hause nach ihrem Ehemann gesucht. Da er nicht zu Hause gewesen sei, hätten sie die ganze Wohnung durchsucht und dabei alles durcheinander gebracht. Danach seien sie gegangen und sie habe wieder aufgeräumt. Am nächsten Tag habe eine Nachbarin sie auf ein abgedun- keltes Auto hingewiesen, das in der Nähe ihres Hauses parkiert habe. Sie habe vermutet, dass sie von diesem Auto aus ausspioniert werde. Deshalb habe sie ihre Sachen zusammengepackt und ihr Haus zusammen mit ih- rem Sohn auf der unbeobachteten Seite des Hauses verlassen . Mit dem Bus habe sie sich zu ihren Eltern begeben, wo sie sich bis zum (...) aufge- halten habe, dann sei sie zu ihrem Ehemann gereist. A.b Am (...) brachte die Beschwerdeführerin D._______ zur Welt. A.c Mit Verfügung vom 27. September 2012 wies das damalige Bunde s- amt für Migration (BFM) die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab und ordnete gleichzeitig die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an. Zur Begründung führte es an, die Vorbringen der Beschwerdeführen- den würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG (SR 142.31) nicht standhalten, weshalb ihre Asylrelevanz nicht geprüft wer- den müsse. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom D-7246/2015 Seite 3 29. Oktober 2012 wurde mit Urteil des Bundesverwaltungsgericht s D-5649/2012 vom 5. Februar 2013 vollumfänglich abgewiesen. A.d Am 16. Dezember 2013 kehrten die Beschwerdeführenden freiwillig nach Russland zurück. B. B.a Am 3. August 2015 reisten die Beschwerdeführenden erneut in die Schweiz ein und wurden im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) J._______ an (Nennung Behörde) verwiesen, wo sie am 10. August 2015 mündlich erneut um Asyl ersuchten. Das (Nennung Behörde) räumte den Beschwerdeführenden bis am 31. August 2015 eine Frist ein, um ihr Asyl- gesuch schriftlich an die zuständige Behörde richten. B.b Mit Eingabe an das SEM vom 2. September 2015 ersuchten die Be- schwerdeführenden, es sei ihnen Asyl zu gewähren, eventualiter seien sie in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, sie seien zu ihren Vorbringen mündlich anzuhören, das (Nennung Behörde) sei superprovisorisch anzu- weisen, den Wegweisungsvollzug für die Dauer des Verfahrens auszuset- zen und es sei ihnen die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren sowie ihre Rechtsvertreterin als unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen. B.c Mit Schreiben vom 7. September 2015 ford erte das SEM die Be- schwerdeführenden auf, eine Übersetzung der eingereichten Beweismittel einzureichen. Nach einmalig gewährter Fristerstreckung legten die Be- schwerdeführenden mit Eingabe vom 23. September 2015 die Übersetzun- gen ins Recht. Gleichzeitig ers uchten sie um Durchführung einer Bot- schaftsabklärung. In ihrem Schreiben vom 6. Oktober 2015 erneuerten sie das Ersuchen um Vornahme von Abklärungen in ihrer Heimat, da sie nur wenige schriftliche Beweise vorlegen könnten. C. Mit Verfügung vom 9. Oktober 201 5 – eröffnet am 12. Oktober 2015 – stellte das SEM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingsei- genschaft nicht, lehnte ihre Mehrfachgesuche ab und ordnete die Wegwei- sung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. Zudem erhob es eine Ge- bühr von Fr. 600.–. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Wesent- lichen damit, dass die Schilderungen der Beschwerdeführenden weder den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die Flüchtlingseigenschaft noch denje- nigen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftigkeit genügten. Der Vollzug der Wegweisung sei als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten. D-7246/2015 Seite 4 D. Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Eingabe vom 11. Novem- ber 2015 beantragten die Beschwerdeführenden die Aufhebung der vor - instanzlichen Verfügung, die Gewährung von Asyl und eventualiter die vor- läufige Aufnahme in der Schweiz. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie, es sei subeventualiter die Sache zur vollständigen Abklärung des rechtser- heblichen Sachverhalts und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück- zuweisen, wobei das SEM insbesondere anzuweisen sei, sie zu ihren Asyl- gründen wie auch den Gründen einer vorläufigen Aufnahme mündlich an- zuhören, es sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und ihnen ein Rechtsbeistand in der Person ihres Rechtsvertreters beizugeben. Ihrer Eingabe legten die Beschwerdeführenden (Auflistung Beweismittel) bei. Auf die Begründung und die eingereichten Beweismittel wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. E. Mit Verfügung vom 23. November 2015 stellte die Instruktionsrichterin fest, dass die Beschwerdeführenden den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürften. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltli- chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wurde, da die Beschwerdebegehren aussichtslos erscheinen würden, abgewiesen und die Beschwerdeführenden aufgefordert, bis zum 8. Dezember 2015 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu bezahlen, unter Androhung des Nicht- eintretens im Unterlassungsfall. F. Am 4. Dezember 2015 legten die Beschwerdef ührenden ein persönlich verfasstes Schreiben zu den Akten, worin sie um wohlwollende Beurteilung ihres Asylgesuches ersuchten und mitteilten, dass sie den Kostenvor- schuss – trotz fehlender finanzieller Mittel – bezahlen würden, wofür sie die für die Zahlung benötigten finanziellen Mittel von Bekannten ausgeliehen hätten. G. Am 4. Dezember 2015 wurde der Kostenvorschuss geleistet. H. Mit Eingabe vom 14. Dezember 2015 teilten die Beschwerdeführenden mit, dass sie den Kostenvorschuss fristgerecht bezahlt hätten un d reichten (Nennung Beweismittel) zu den Akten. D-7246/2015 Seite 5 I. Mit Eingabe vom 28. Dezember 2015 reichten die Beschwerdeführenden (Auflistung Beweismittel) betreffend ihre Kinder C._______ und D._______ nach. J. Am 5. Juli 2016 legten die Beschwerdeführenden (Nennung Beweismittel) betreffend einer bei Tochter D._______ durchgeführten (Nennung Unter- suchung) vom (...) ins Recht. K. Mit Eingabe vom 7. Juli 2016 reichten die Beschwerdeführenden (Nennung Beweismittel) bezüglich Tochter D._______ zu den Akten. L. Am 11. Juli 2016 re ichten die Beschwerdeführenden zwei weitere (Nen- nung Beweismittel) betreffend ihre Kinder C._______ und D._______ nach. M. Mit Schreiben vom 4. August 2016 liessen die Beschwerdeführenden dem Bundesverwaltungsgericht (Nennung Beweismittel) b etreffend Tochter D._______ zukommen. N. Mit Eingabe vom 5. Oktober 2016 legten die Beschwerdeführenden (Nen- nung Beweismittel) betreffend Tochter D._______ vom (...) ins Recht. O. Mit Verfügung vom 14. Oktober 2016 wurde die Vorinstanz gestützt auf Art. 57 VwVG eingeladen, bis zum 31. Oktober 2016 eine Vernehmlassung einzureichen. P. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Oktober 2016 stellte die Vorinstanz fest, dass in den Beschwerdeakten keine neuen und erheblichen Tatsachen oder Beweismittel vorliegen würden, die eine Änderung ihres Standpunk- tes rechtfertigen könnten. Nach einigen ergänzenden Bemerkungen ver- wies sie auf ihre Erwägungen, an denen sie vollumfänglich festhielt. Q. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2016 wurde den Beschwerdeführenden ein D-7246/2015 Seite 6 Doppel der vorinstanzlichen Vernehmlassung vom 26. Oktober 2016 zuge- stellt und ihnen Gelegenheit gegeben, bis zum 14. November 2016 eine Replik und entsprechende Beweismittel einzureichen. R. Mit Schreiben vom 4. November 2016 beantwortete das Bundesverwal- tungsgericht eine Anfrage der (Nennung Behörde) betreffend den Verfah- rensstand. S. Am 9. November 2016 liess die (Nennung Behörde) dem Bundesverwal- tungsgericht eine Kopie ihres gleichentags an die (Nennung Behörde) ge- richteten Schreibens betreffend (Erwähnung Angelegenheit) zukommen. T. Mit Schreiben vom 9. November 2016 ersuchten die Beschwerdeführen- den, es sei die Frist zur Einreichung einer Replik um 17 Tage bis ein- schliesslich 1. Dezember 2016 zu erstrecken, da bei (Nennung Organisa- tion) eine Schnellrecherche zur Abklärung der me dizinischen Behand- lungsmöglichkeiten von Kindern in Russland beziehungsweise Tschet- schenien in Auftrag gegeben worden sei und die Abklärungsergebnisse nicht mehr fristgerecht beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht werden könnten. Zudem seien Arztberichte der (Nennung Institution) in Vorberei- tung, in denen beabsichtigt werde, auf die Vernehmlassung des SEM zu antworten. U. Mit Verfügung der Instruktionsrichterin vom 11. November 2016 wurde die Frist zur Einreichung einer Replik antragsgemäss bis zum 1. Dez ember 2016 verlängert. V. Die Beschwerdeführenden replizierten – unter Beilage (Auflistung Beweis- mittel) – mit Schreiben vom 1. Dezember 2016. W. Mit Eingabe vom 4. Mai 2017 legten die Beschwerdeführenden (Auflistung Beweismittel) betreffend Tochter D._______ ins Recht. X. Mit Eingabe vom 2. August 2017 reichten die Beschwerdeführenden (Nen- nung Beweismittel) betreffend Tochter D._______ nach. D-7246/2015 Seite 7 Y. Mit Schreiben vom 14. August 2017 ersuchte die (Nennung Behörde) das Bundesverwaltungsgericht, den aktuellen Verfahrensst and mitzuteilen. Diese Anfrage wurde von der Instruktionsrichterin mit Schreiben vom 17. August 2017 beantwortet. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 2. 2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 D-7246/2015 Seite 8 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Be- hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege- ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3. 3.1 In ihrem ablehnenden Entscheid über das Mehrfachgesuch hielt die Vorinstanz im Wesentlichen zur Begründung fest, die Beschwerdeführen- den würden eine weiter andauernde Verfolgung von Anhängern Kadyrovs geltend machen. In diesem Zusammenhang seien ihre Brüder bedroht und vertrieben sowie ihre (Nennung Firma) enteignet worden. Zudem hätten maskierte und uniformierte Personen A._______ am (...) zusammenge- schlagen. Die Vorbringen würden demnach an die im Rahmen des ersten Asylverfahrens geltend gemachten Angaben anknüpfen. Die diesbezügli- chen Schilderungen seien indes vom BFM für unglaubhaft befunden wor- den. So sei nicht nur die Beauftragung zur Personenüberwachung infolge fehlender Nachvollziehbarkeit bezweifelt worden, sondern auch die angeb- lich daraus resultierenden Nachteile. Das Bundesverwaltungsgericht habe diese Einschätzung in seinem Urteil D -5649/2012 vom 5. Februar 2013 E. 5.1 und 5.2 vollumfänglich gestützt. Angesichts dessen, dass die Schweizer Behörden die vorgebrachten Probleme mit den Anhängern des tschetschenischen Präsidenten Kadyrov für unglaubhaft befunden hätten, würden konsequenterweise auch die angeblich nach ihrer Rückkehr im De- zember 2013 eingetretenen neuen Ereignisse den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht genügen. An dieser Einschätzung vermöchten die Entgegnungen der Beschwerdeführenden und die eingereichten Beweis- mittel nichts zu ändern. Die in den Bestätigungen enthaltenen Ausführun- gen der Verwandten und von Arbeitnehmern der (Nennung Firma) würden den Charakter von Gefälligkeitsschreiben aufweisen und seien deshalb un- geeignet, d ie geltend gemachten Vorbringen zu belegen. Aus diesem Grund sei auch auf die mit Schreiben vom 2. und 23. September 2015 so- wie 6. Oktober 2015 geforderte Befragung der erwähnten Personen vor Ort zu verzichten. Zur (Nennung Beweismittel) sei zudem festzuha lten, dass D-7246/2015 Seite 9 diesem Dokument keine Anhaltspunkte für die geschilderte Enteignung zu entnehmen seien und es demnach als Beweismittel ebenfalls unzu- reichend sei. Der (Nennung Beweismittel) attestiere A._______ zwar eine (Nennung Verletzungen). Es sei jedoch kein Zusammenhang zu den vom SEM bezweifelten Problemen mit den Kadyrov-Anhängern ersichtlich und A._______ könne sich diese Verletzungen auch unter anderen Umständen zugezogen haben. Zudem sei weder nachvollziehbar, weshalb diese Per- sonen ihn ohne Forderung oder sonstige Agenda in K._______ hätten auf- spüren und zusammenschlagen sollen. Die Aussage, es habe sich bei den Angreifern um Anhänger von Kadyrov gehandelt, sei ferner ebenso unbe- legt wie die im abgeschlossenen Beschwerdeverfahren geltend gemachten behördlichen Vorladungen und die Brandstiftung durch ebendiese Täter- schaft, die bereits für unglaubhaft befunden worden seien. Insgesamt sei A._______ nicht in der Lage, überzeugend darzulegen, dass Kadyrov-An- hänger ihm die aufgeführten Verletzungen zugefügt hätten. Daher gelinge es ihm nicht, asylrelevante Nachteile in seinem Heimatstaat im Zeitraum von Dezember 2013 bis Juli 2015 glaubhaft darzulegen. Es könne deshalb auf die Ausführung weiterer Unglaubhaftigkeitselemente verzichtet werden ebenso wie auf die detaillierte Prüfung der Asylrelevanz des Vorbringens. Bezüglich Letzterem sei aber erwähnt, dass vorliegend die Verfügbarkeit und Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative zu bejahen wäre. Eigenen Angaben zufolge habe B._______ mit den Kindern mehrere Monate bei ihrer (Nennung Verwandte) in L._______ gelebt und A._______ habe sich häufig in M._______ aufgehalten. Weitere Verwandte und Be- kannte würden in H._______ und N._______ wohnen. Insgesamt sei die Familie wirtschaftlich gut gestellt und A._______ sei gemäss Aktenlage ge- sund und arbeitsfähig. Es würden demnach diverse begünstigende Fakto- ren für eine Niederlassung ausserhalb Tschetscheniens vorliegen, weshalb das Vorbringen zu Ereignissen in der Heimatregion auch als asylirrelevant zu bezeichnen wäre. 3.2 Demgegenüber rügten die Beschwerdeführenden in ihrer Rechtsmitte- leingabe zunächst in formeller Hinsicht, das SEM habe das rechtliche Ge- hör und seine Untersuchungspflicht verletzt, indem sie nicht zu ihren Asyl- gründen mündlich angehört worden seien und sie sich auch nicht zu den inhaltlichen Bedenken des SEM hätten äussern können. Die Vorinstanz habe diverse Vorbringen als unglaubhaft und Beweismittel für ungeeignet beziehungsweise wertlos erachtet, was eine fehlerhafte rechtliche Ein- schätzung darstelle. In materieller Hinsicht wendeten sie im Wesentlichen ein, die Vorinstanz D-7246/2015 Seite 10 habe die Asylrelevanz ihrer Vorbringen fehlerhaft eingeschätzt. Das SEM müsste zunächst untersuchen, ob die geltend gemachte Verfolgung glaub- haft sei und erst daraufhin prüfen, ob sich die Gesamtbeurteilung der Glaubhaftigkeit ihrer Asylgründe damit ändere. Im Zeitpunkt des ersten Asylgesuches beziehungsweise Asylentscheides habe A._______ lediglich ausführen können, er fürchte sich vor Verfolgung aufgrund der Gescheh- nisse. Es hätten jedoch keine Hinweise auf eine tatsächliche Verfolgung vorgelegen. Erst später habe er von solchen Verfolgungshandlungen ge- gen seine Familie erfahren, die ohne sein Wissen stattge funden hätten. Nach seiner Rückkehr in die Heimatregion sei er selber Opfer von Gewalt geworden, weshalb sich seine Befürchtungen bestätigt hätten. Entgegen der vorinstanzlichen Darstellung seien ihre Vorbringen daher durchaus als asylrelevant zu bezeichnen. Sodann sei zu bedenken, dass selbst bei feh- lender Asylrelevanz ihrer Vorbringen, das SEM diese im Hinblick auf eine mögliche Verletzung von Art. 3 EMRK auf ihre Glaubhaftigkeit überprüfen müsse. Es sei daher unzutreffend, dass zufolge fehlender Asylrelevanz von weiteren Abklärungen abgesehen werden könne. Die Vorinstanz habe die Bedeutung von Art. 3 EMRK fehlerhaft eingeschätzt. Zur Glaubhaftigkeit der einzelnen Elemente der geltend gemachten Asylgründe sei anzufüh- ren, dass A._______ nie gesagt habe, er hätte mit einer Spitzeltätigkeit be- auftragt werden sollen. Sodann sei es nicht derart unwahrscheinlich, eine ausserhalb der Regierungskreise stehende Person mit der Tötung einer Person zu beauftragen. A._______ stamme aus dem gleichen Dorf wie die Person, die er hätte beobachten sollen und habe auch Zugang zu dessen Wohnung. Mit der Drohung, seine Familie im Weigerungsfall umzubringen, scheine es nicht abwegig, dass man A._______ für einen Mord hätte in- strumentalisieren können. Zudem habe A._______ zwar nicht im Militär ge- dient, jedoch als (Nennung Funktion) gearbeitet, weshalb er mit Waffen habe umgehen können. Ferner würden sich ihre Schilderungen zu den Er- eignissen nach ihrer Rückkehr nicht widersprechen. Der Umstand, dass sich ihre Familie getrennt habe und sich B._______ mit den Kindern in den Bergen bei Verwandten versteckt habe, spreche für eine tatsächliche Furcht vor Verfolgung. Es sei unwahrscheinlich, dass sie eine Verfolgung fingieren würden, zumal sie vor den Ereignissen im Jahre (...) weder finan- zielle noch medizinische Sorgen gehabt hätten respektive die medizinische Versorgung der Kinder sichergestellt gewesen sei. Sodann sei der Vorhalt, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Verfolger A._______ ohne Forde- rung aufgesucht und malträtiert hab en sollen, nicht stichhaltig. So sei es möglich, dass A._______ im schriftlichen Gesuch nicht die gesamten Um- stände aufgeführt habe, da ihm nicht klar gewesen sei, wie wichtig die Be- gründung der Verfolgung für die Beurteilung des Sachverhalts durch das D-7246/2015 Seite 11 SEM sei. Ausserdem sei es durchaus möglich, dass die Verfolger jeman- den zwecks Ausübung von Druck oder zwecks Bestrafung aufspüren wür- den. Zudem seien die Geschehnisse durch Verwandte und Bekannte un- abhängig voneinander bezeugt worden. Da sie sich vor jeglichem Kontakt mit den tschetschenischen Behörden fürchten würden, würden sie sich auch vor den Folgen einer Botschaftsabklärung fürchten, in welcher den heimatlichen Behörden ihr momentaner Aufenthalt zur Kenntnis gelangen könnte, was ebenfalls für die tatsächliche Existenz einer Verfolgungssitua- tion spreche. 3.3 In der Zwischenverfügung der Instruktionsrichterin vom 23. November 2015 wurde nach Einreichung der Beschwerdeschrift festgehalten, d ie Rechtsbegehren müssten nach einer summarischen Prüfung der Akten mit grosser Wahrscheinlichkeit negativ beurteilt werden, weshalb sie aus- sichtslos erscheinen würden. Dabei wurde zur Begründung angeführt, es würden neu die erhöhten Anforderungen der schriftlichen und begründeten Eingabe gemäss Art. 111c AsylG Anwendung finden, zumal die erneute Ge- suchseinreichung der Beschwerdeführenden innert fünf Jahren nach rechtskräftigen Abschluss des früheren Asylverfahrens geschehen sei. Da- her dürften die in der Beschwerdeschrift erhobenen Rügen betreffend Ver- letzung des rechtlichen Gehörs und des Untersuchungsgrundsatzes nicht durchschlagen. Aus den Materialien zur Asylgesetzrevision vom 14. De- zember 2012 und insbesondere aus Art. 111c AsylG ergebe sich, dass über Mehrfachgesuche grundsätzlich in einem Aktenverfahren ohne weitere An- hörungen der Gesuchstellenden entschieden werden soll, und zwar auch dann, wenn die gesuchstellende Person vor Antragstellung in ihr Heimat- land zurückgekehrt sei (mit Verweis auf BVGE 2014/39 E. 4.3). Die ent- scheidende Behörde könne sich sodann trotz des Untersuchungsgrundsat- zes in der Regel darauf beschränken, die Vorbringen eines Gesuchstellers zu würdigen und die von ihm angebotenen Beweise abzunehmen, ohne weitere Abklärungen vornehmen zu mü ssen (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1). Weiter dürfte das SEM im angefochtenen Entscheid in schlüssiger Weise dargelegt haben, aufgrund welcher Überlegungen es die Asylvorbringen der Beschwerdeführenden als unglaubhaft beurteilte, weshalb es habe da- rauf verzichten können, weitere Abklärungen durchzuführen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör beschlage nur die Sachverhaltsfeststellung , nicht aber die rechtliche Würdigung des Sachverhalts (vgl. BVGE 2009/35 E. 6.4.1), weshalb nicht ersichtlich se in dürfte, inwiefern das SEM diesen Anspruch verletzt haben soll, indem es die Vorbringen der Beschwerdefüh- renden als unglaubhaft qualifizierte und ihnen diese Einschätzung nicht vorgängig mitteilte. Der Subeventualantrag dürfte somit abzuweisen sein. D-7246/2015 Seite 12 Die Beschwerdeführenden hätten im Schreiben vom 2. September 2015 neue Verfolgungshandlungen (gegenüber Familienmitgliedern der Be- schwerdeführenden sowie gegenüber dem Beschwerdeführer selbst) vor- bringen lassen. Diese Verfolgungshandlungen würden sie allerdings – wie bereits im ersten Asylverfahren – ebenfalls darauf zurückführen, dass A._______ einen Bespitzelungs- beziehungsweise Beobachtungsauftrag der tschetschenischen Regierung nicht ausgeführt haben soll. Somit wür- den die im zweiten Asylverfahren vorgebrachten Asylgründe an die im Rah- men des ersten Asylverfahrens geltend gemachten Ausreisegründe an- knüpfen, welche sowohl vom BFM als auch vom Bundesverwaltungsge- richt als unglaubhaft erachtet worden seien. Die Kritik der Beschwerdefüh- renden an der Einschätzun g der Glaubhaftigkeit im ersten Asyl - und Be- schwerdeverfahren dürfte – soweit nicht neue Vorbringen tangiert seien – sich daher als unberechtigt erweisen. Zum anderen dürfte die Schlussfol- gerung des SEM, wonach auch die angeblich neuen Ereignisse nach der Rückkehr der Beschwerdeführenden im Dezember 2013 den Anforderun- gen an die Glaubhaftigkeit nicht zu genügen vermöc hten, zu bestätigen sein. Der im Asylwesen tätigen Rechtsvertretung der Beschwerdeführen- den müsse bekannt sein, dass Asylsuchende die Mitwirkungs- und die Sub- stanziierungspflicht tragen würden, weshalb keine Gründe dafür ersichtlich sein dürften, dass und weshalb im zweiten Asylgesuch – und bezeichnen- derweise auch in der Beschwerdeschrift – keine substanziierten Angaben zu den angeblich neuen Er eignissen respektive Verfolgungshandlungen gemacht worden seien beziehungsweise hätten gemacht werden können. Den Vorbringen der Beschwerdeführenden zu den neuen Ereignissen res- pektive Verfolgungshandlungen dürften mithin keinerlei Hinweise auf eine asylrelevante Motivation der "Verfolger" zu entnehmen sein. Ebenso wenig sei ersichtlich, was die angeblichen "Verfolger" mit den (auch den Famili- enmitgliedern der Beschwerdeführenden) zugefügten Nachteilen über- haupt hätten bezwecken wollen, was ebenfalls gegen die Glaubhaftigkeit dieser Vorbringen sprechen dürfte. Mangels Glaubhaftigkeit dürften die Asylvorbringen auch keine Relevanz im Hinblick auf Art. 3 EMRK entfalten. Zu Recht dürfte das SEM in der angefochtenen Verfügung daher zum Schluss gekommen sein, es könne wegen der Unglaubhaftigkeit der vor- gebrachten Verfolgung angenommen werden, dass die Beschwerdefüh- renden (insbesondere die Kinder) – entgegen ihren Vorbringen – Zugang zu und uneingeschränkten Anspruch auf die medizinische Versorgung vor Ort hätten. D-7246/2015 Seite 13 3.4 In seiner Vernehmlassung hielt das SEM zunächst fest, es würden in den Beschwerdeakten keine neuen und erheblichen Tatsachen oder Be- weismittel vorliegen, die zu einer Änderung des im angefochtenen Ent- scheid vertretenen Standpunktes führen müssten. Zu den z usätzlich ein- gereichten Beweismitteln, welche sich zur gesundheitlichen Situation der beiden Kinder äussern würden, sei Folgendes festzuhalten: Tochter D._______ würden (Nennung Diagnose) attestiert. Bezüglich der (Nen- nung Krankheit) sei vollumfänglich auf die Ausführungen im Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts D-5649/2012 vom 5. Februar 2013 E. 7.7-7.8 zu verweisen, welche nach wie vor als zutreffend zu erachten seien. Dieses Leiden von D._______ stelle somit kein Wegweisungshindernis dar. Hin- sichtlich der übrigen Diagnosen bei D._______ sei festzuhalten, dass sie gemäss Fachpersonen nebst der kinder - und jugendpsychiatrischen Be- handlung – die sie auch in Russland in Anspruch nehmen könne – Stabilität und Sicherheit benötige. Dies setze in erster Linie ein e Entspannung der Kindseltern voraus. Vorliegend sei das SEM nach wie vor überzeugt, dass die Familie in ihrem Herkunftsstaat nicht verfolgt werde und eine Rückkehr deshalb zulässig sei. Aufgrund der guten Ausbildung sowie der Arbeitser- fahrung beider Elternteile sei anzunehmen, dass sie in der Lage seien, eine geregelte Berufstätigkeit aufzunehmen und so den Lebensunterhalt der Familie bestreiten könnten. Es sei daher davon auszugehen, dass die Be- schwerdeführenden ihren Kindern das benötigte stabile und sic here Um- feld auch in ihrem Heimatstaat Russland bieten könnten. Ein weiterer Auf- enthalt in der Schweiz sei deshalb nicht erforderlich und die Wegweisung von D._______ und ihrer Familie folglich zumutbar. Hinsichtlich des Soh- nes C._______ werde gemäss den eingereichten medizinischen Berichten eine (Nennung Diagnose) diagnostiziert. Zu Ersterem sei zu erwähnen, dass diese Erkrankung bereits beim ersten Asylentscheid bekannt gewe- sen und auch im Rahmen des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts D-5649/2012 vom 5 . Februar 2013 E. 7.6.1-7.6.7 beurteilt worden sei. Diesbezüglich könne folglich auf die nach wie vor zutreffenden Erwägun- gen dieses Urteils verwiesen werden. Bei der (Nennung Krankheit) handle es sich um eine psychische Erkrankung, die einerseits nicht direkt lebens- bedrohlich sei und andererseits ebenfalls im Heimatstaat des Beschwer- deführers behandelt werden könne. Die gesundheitliche Situation des Soh- nes C._______ sei folglich nicht ge eignet, um den Wegweisungsvollzug nun als unzumutbar einzustufen. Insgesamt gelte es zu betonen, dass die gravierendsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen der beiden Kinder bereits zum Zeitpunkt des ersten Asylverfahrens respektive des Erlasses des Bunde sverwaltungsgerichtsurteils vom 5. Februar 2013 bestanden D-7246/2015 Seite 14 hätten. Das Bundesverwaltungsgericht habe diese entsprechend gewür- digt und die Zumutbarkeit bestätigt. Die seither dazugekommenen (Nen- nung Leiden) der Kinder würden sich gemäss den Arztberichten in einem stabilen Umfeld therapieren lassen. Ein solches Umfeld könnten die Be- schwerdeführenden im Heimatstaat aufbauen und so den Kindern die not- wendige Ruhe und Stabilität bieten, die für deren erfolgreiche Genesung notwendig sei. Hierfür sei ein weiterer Aufenthalt in der Schweiz nicht zwin- gend erforderlich und somit der Wegweisungsvollzug zumutbar. Sodann sei erneut festzuhalten, dass lediglich lebensbedrohliche Erkrankungen zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führen und die (Nennung Lei- den) der Kinder dieses Kriterium nicht erfüllen würden. Es stehe den Be- schwerdeführenden zudem frei, ihre Kinder in ihrem Heimatstaat medizi- nisch und sonderpädagogisch behandeln respektive begleiten zu lassen. Da in Russland die erforderliche Infrastruktur vorhanden sei, seien sie nicht auf diese Dienstleistungen in der Schweiz angewiesen. Diesbezüglich ge- nüge eine Behandlung von allenfalls geringerer Qualität als in der Schweiz nicht, um das Vorhandensein einer Therapiemöglichkeit im Heimatstaat zu verneinen. 3.5 In ihrer Replik ersuchten die Beschwerdeführenden, es sei wiederer- wägungsweise ihr Rechtsvertreter als amtlicher Rechtsbeistand einzuset- zen. Da das Bundesverwaltungsgericht die Vorinstanz zur Vernehmlas- sung eingeladen habe, würden ihre Begehren als nicht aussichtslos erach- tet, weshalb die Kriterien zur Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege somit erfüllt seien. Sodann seien die Antworten der SFH auf ihre Anfrage an die Länderanalyse in der vorliegenden Replik integriert. Es sei nach wie vor von einer flüchtling srelevanten Verfolgung auszugehen und es werde diesbezüglich auf die Ausführungen in der Beschwerdeschrift verwiesen. Im Folgenden würden sie sich auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll- zugs beschränken, nachdem die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung ein- zig auf diesen Punkt eingegangen sei. Zunächst habe das SEM die beste- henden Probleme im Gesundheitssystem Tschetschenien s nicht ausrei- chend gewürdigt. Angesichts eines ausgeprägten Mangels an qualifizierten Fachkräften, beschränkten Behandlungsmöglichkeiten , Schwierigkeiten bezüglich der Verfügbarkeit von Medikamenten und des wegen Korruption erschwerten Zugangs zur Behandlung, könne der vorinstanzlichen Ein- schätzung, die sich auf Quellen vor Februar 2013 abstütz e, nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz hätte vorliegend die Möglichkeit der Inanspruch- nahme von zulänglichen Behandlungsmöglichkeiten an einem anderen Ort im Heimatland prüfen müssen. Bezüglich des Gesundheitszustandes ihrer Kinder sei zu C._______ anzuführen, dass es ihnen nach der Rückkehr in D-7246/2015 Seite 15 ihre Heimat im Jahre 2013 und der Stellung des zweiten Asylgesuchs nicht möglich gewesen sei, C._______ zu einem Arzt zu bringen. Die dringend notwendigen Medikamente habe B._______ nur über eine Bekannte erhal- ten, deren Sohn ebenfalls an (Nennung Krankheit) leide. Nach der Rück- kehr in die Schweiz habe der behandelnde Arzt darauf hingewiesen, dass das fragliche Medikament in der Schweiz nicht mehr hergestellt werde und Alterserscheinungen aufweise. Es stelle daher einen Qualitätsmangel der Behandlungsmöglichkeiten in Tschetschenien dar, da dieses veraltete Me- dikament dort der Bekannten noch immer ausgehändigt worden sei. Auf- grund der Verfolgungssituation sei auch in Zukunft nicht damit zu rechnen, dass sie sich bei einer Krankenversicherung registrieren lassen kö nnten. Doch selbst dann sei ein entsprechender Antrag für staatliche Unterstüt- zung notwendig. Jedoch seien solche modernen und teuren Medikamente gemäss Abklärungen der (Nennung Organisation) oft kaum zu erhalten. Es bestehe daher noch immer kein gesichert er Zugang zu diesen für C._______ lebensnotwendigen Medikamenten, was lebensbedrohlich sei und eine Verletzung von Art. 3 EMRK darstelle. Zudem bestehe bei ihm (Nennung Leiden), weil er in seiner Heimat wiederholt physische und psy- chische Gewalt gegen sein e Familienangehörigen, insbesondere seinen Vater, habe miterleben müssen. C._______ benötige eine längerfristige traumatherapeutische Behandlung, ansonsten droh ten mit hoher Wahr- scheinlichkeit längerfristig schwere und chronifizierte psychische Entwick- lungsbeeinträchtigungen. Zudem verkenne das SEM, das s bereits im (Nennung Beweismittel) eine Rückkehr an den Ort der Traumatisierung, somit in den Heimatstaat, als nicht zumutbar erachtet worden sei. Ebenfalls sei die Behandlung einer (Nennung Leiden) in Tschetschenien in Erman- gelung des nötig en Fachpersonals nicht möglich, weshalb eine Behand- lung von C._______ fraglich erscheine. Auch der Aufbau eines stabilen und sicheren Umfeldes durch die Eltern scheine infolge ihrer Überlastung und der fehlenden gemeinsamen Wohnmöglichkeiten im Falle einer Rückkehr ausgeschlossen. Bezüglich Tochter D._______ habe B._______ geltend gemacht, nach der Rückkehr keine Möglichkeit gehabt zu haben, ihre Kin- der ärztlich behandeln zu lassen. Eine medizinische Versorgung durch die Krankenpflichtversicherung scheine daher mangels entsprechender Re- gistrierung ausgeschlossen. Auch wenn ihre Verfolgungssituation als un- glaubhaft erachtet würde, sei diesem Umstand entsprechend Rechnung zu tragen. Ausserdem sei D._______ infolge ihrer (Nennung Krankheit) dem Risiko der Diskriminierung ausgesetzt, welche ihr auch den Zugang zu ent- sprechenden Behandlungsmöglichkeiten erschwere. Die (Nennung Be- handlung) würde in ihrer Heimat infolge schlechter Qualität zu keiner Ver- besserung der (...)fähigkeit von D._______ führen und wäre für sie auch D-7246/2015 Seite 16 nicht zu finanzieren. Sodann hätte das Kindeswohl in den Erwägungen der Vorinstanz Platz finden müssen. C._______ und D._______ hätten nun be- reits einen bedeutenden Teil ihres Lebens in der Schweiz verbracht und D._______ sei während des ersten Asylverfahrens gar in der Schweiz ge- boren worden. Ohne Behandlung würden den Kindern bei einer Rückkehr nach Tschetschenien teilweise massive Einschränkungen in allen Entwick- lungsbereichen drohen, dies im Gegensatz zu einem weiteren Verbleib in der Schweiz. Infolge der Überlastung der Eltern, einem wohl getrennten Wohnsitz nach einer Rückkehr und der hohen Arbeitslosigkeit in Tschet- schenien sowie der längeren Landesabwesenheit sei nicht damit zu rech- nen, dass sich A._______ und B._______ wieder problemlos ins Berufsle- ben integrieren könnten. Bei e iner Abwägung der Kriterien würden im Sinne des Kindeswohls mehr Gründe für eine Unzumutbar keit der Weg- weisung sprechen. 4. Vorliegend gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass das SEM im Rahmen der Prüfung der Asylvorbringen aufgrund der ausgeführ- ten einzelnen Aspekte zu Recht erkannt hat, die Beschwerdeführenden er- füllten die Voraussetzungen der Flüchtlingseigens chaft gemäss Art. 3 AsylG nicht. Die Entgegnungen in der Rechtsmitteleingabe – sowohl in for- meller als auch in materieller Hinsicht – und die eingereichten Beweismittel vermögen in entscheidrelevanter Hinsicht nicht gegen die angefochtene Verfügung durchzudringen. In der Zwischenverfügung vom 23. November 2015 wurde festgehalten, dass sich die Beschwerdebegehren nach einer summarischen Prüfung als aussichtslos erweisen würden (vgl. E. 3.3 oben). An dieser Einschätzung ist auch im Urteilszeitpunkt im Ergebni s festzuhalten. 4.1 In formeller Hinsicht rügten die Beschwerdeführenden eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und des Untersuchungsgrundsatzes . Dabei be- mängelten sie insbesondere, dass sie im Rahmen ihres neuerlichen Asyl- gesuchs von der Vorinstanz nicht mehr angehört worden seien. Zudem habe das SEM diverse Vorbringen als unglaubhaft und eingereichte Be- weismittel als nicht beweiskräftig beurteilt, was aufgrund einer fehlerhaften rechtlichen Einschätzung geschehen sei. Vorliegend haben die Beschwer- deführenden ihr zweites Asylgesuch am 2. September 2015, somit nach Inkrafttreten der neuen Fassung des Asylgesetzes am 1. Februar 2014, anhängig gemacht. Daher gelten für derartige Konstellationen ohne weite- res die Bestimmungen des neuen Rechts, die auch die neue, in Art. 111c D-7246/2015 Seite 17 AsylG enthaltene Regelung für Mehrfachgesuche umfasst. Im Zusammen- hang mit dieser neuen Gesetzesbestimmung hat das Bundesverwaltungs- gericht in BVGE 2014/39 E. 4.3 festgehalten, dass nach revidiertem Recht über Mehrfachgesuche grundsätzlich in ei nem Aktenverfahren ohne wei- tere Anhörung der Gesuchstellenden entschieden werden soll. Art. 29 AsylG (Anhörung zu den Asylgründen) soll bei Mehrfachgesuchen nicht mehr zur Anwendung kommen, selbst wenn die gesuchstellende Person vor Antragstellung in ihr H eimatland zurückgekehrt ist. Art. 111c AsylG schränkt die Vorschrift von Art. 18 AsylG ein, indem ein zweites oder wei- teres Asylgesuch, das innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des Asyl- und Wegweisungsentscheides eingereicht wird, den in Art. 111c Abs. 1 AsylG beschriebenen Formerfordernissen der Schriftlichkeit und Begründetheit entsprechen muss. Daher erweist sich die Rüge, die Vor - instanz habe vorgängig ihres materiellen Entscheids zu Unrecht keine nochmalige Anhörung der Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 29 AsylG durchgeführt, als unbegründet . Sodann stellt a llein eine andere rechtliche Würdigung der Parteivorbringen inklusive der eingereichten Be- weismittel respektive der aktuellen Situation in der Heimat der Beschwer- deführenden und die vom SEM daraus gezogenen Schlussfolgerungen noch keine Verletzung d es Untersuchungsgrundsatzes respektive mithin des rechtlichen Gehörs dar. Der Anspruch auf rechtliches Gehör beschlägt an sich nur die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts, nicht aber dessen rechtliche Würdigung (BVGE 2009/35 E. 6.4.1 S. 478 m.w.H.). 4.2 4.2.1 In materieller Hinsicht kritisieren die Beschwerdeführenden in ihrer Rechtsmitteleingabe zunächst die Einschätzung der Glaubhaftigkeit im ersten Asyl- und Beschwerdeverfahren hinsic htlich des angeblichen Auf- trags an A._______ zur Spitzeltätigkeit in H._______. Diese Einschätzung ist jedoch mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D –5649/2012 vom 5. Februar 2013, das sich diesbezüglich einlässlich äusserte, in Rechts- kraft erwachsen. Wie sich aus prozessualen Grundsätzen ergibt, kann die bereits beurteilte Sachverhaltverhaltsdarstellung de r Beschwerdeführen- den nicht erneut Gegenstand einer materiellen Beurteilung im Rahmen ei- nes zweiten Asylverfahrens bilden (res iudicata; vgl. FRITZ GYGI, Bundes- verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 322 f.; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts- pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1192). Dementsprechend ist auf die entsprechenden Einwendungen in der Beschwerdeschrift (S. 7 und S. 8 oben) nicht mehr einzugehen. D-7246/2015 Seite 18 Sodann ist anzuführen, dass die im zweiten Asylverfahren vorgebrachten Verfolgungsgründe an diejenigen des ersten Asylverfahrens anknüpfen, welche als unglaubhaft erachtet wurden. Dementsprechend sind berech- tigte Zweifel an der Glaubhaftigkeit dieser angeblich neuen Vorkommnisse, die sich nach der Rückkehr der Beschwerdeführenden nach Russland im Dezember 2013 ereignet hätten, anzubringen. Diese Zweifel werden in der Tat dadurch erhärtet, dass sich weder dem Mehrfachgesuch noch den Aus- führungen in der Rechtsmitteleingabe ausführliche und konkrete Angaben zu den geltend gemachten neuen Geschehnissen und der Motivation der Verfolger entnehmen lassen. Alleine die Hinweise von A._______ und B._______, dass sich ihre Schilderungen nicht widersprechen würden, sie sich nach der Rückkehr nach Russland getrennt und an verschiedenen Or- ten aufgehalten hätten und die Mutmassung en, weshalb A._______ von seinen Verfolgern aufgespürt und zusammengeschlagen worden sei n könnte, vermögen die fehlende Substanz der Vorbringen nicht zu erklären. Die diesbezüglich ins Recht gelegten Zeugnisse von Verwandten und an- geblich ehemaligen Arbeitnehmern von A._______ sind unter diesen Um- ständen in der Tat als blosse Gefälligkeitsschreiben ohne relevanten Be- weiswert zu qualifizieren. Der Einwand, wonach ein solcher Gefallen die Wahrheit des Bezeugten keineswegs ausschliesse, zumal sich diverse Drittpersonen unabhängig voneinander bereit erklärt hätten, solche Zeug- nisse abzulegen, kann nicht als stichhaltiges Argument erachtet werden. Zudem ist es als überwiegend unwahrscheinlich und deshalb als unglaub- haft zu erachten, dass A._______ – nachdem ihn die Anhänger Kadyrovs seit (...) gesucht hätten – erst knappe (...) Jahre später und genau am (...) von diesen bei seinem Cousin in einem tschetschenischen Dorf aufgespürt worden sei, obwohl er sich in der Zwischenzeit den Akten zufolge haupt- sächlich in der Schweiz aufgehalten hat und nac h der Rückkehr in M._______ aufgehalten haben soll. Soweit die Beschwerdeführenden an- führen, sie würden sich vor jeglichem Kontakt mit den tschetschenischen Behörden und demnach auch vor den Folgen einer Botschaftsabklärung fürchten, gleichzeitig aber um allfällige Vornahme einer solchen Abklärung durch die Schweizer Vertretung ersuchen (vgl. Beschwerdeschrift S. 9), sind diese Ausführungen als widersprü chlich zu erachten, weshalb auf diese nicht weiter einzugehen ist. Sodann vermögen auch die weiteren bei der Vorinstanz eingereichten Dokumente (Nennung Beweismittel) an die- ser Erkenntnis nichts zu ändern. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Erwägungen des SEM im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. Die entsprechenden Schlussfolgerungen sind vorliegend vollumfänglich zu be- stätigen. In Ermangelung glaubhaft gemachter Asylgründe vermögen diese D-7246/2015 Seite 19 auch keine Relevanz hinsichtlich der in der Beschwerdeschrift geltend ge- machten Bestimmung von Art. 3 EMRK , deren Bedeutung von der Vo- rinstanz falsch eingeschätzt worden sei, zu entfalten. 4.2.2 Hinsichtlich der vorinstanzlichen Feststellung, wonach die Beschwer- deführenden vorliegend über eine innerstaatliche Fluchtalternative verfü- gen würden, ist Folgendes festzuhalten: Nach herrschender Lehre und Praxis setzt die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft voraus, dass die asylsuchende Person ernsthafte Nachteile bestimmter Intensität bereits er- litten hat oder bei einer Rückkehr in das Heimatland solche mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr individuell gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive mittelbar o- der unmittelbar vom Heimatstaat und seinen Organen zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt werden. Im Falle bereits erlittener Nach- teile muss zwischen der Ausreise und der Verfolgung zudem ein kausaler Zusammenhang in zeitlicher und sachlicher Hinsicht bestehen und schliesslich muss es der Gesuch stellenden Person unmöglich sein, in ei- nem anderen Teil ihres Heimatstaates Schutz vor Verfolgung zu finden (vgl. bspw. Urteil BVGer D-1566/2008 vom 2. September 2010 mit weiteren Hin- weisen). Nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts ist für Tschetschenen grundsätzlich vom Vorhandensein einer innerstaatlichen Fluchtalternative in der Russischen Föderation auszugehen. Die allgemei- nen Diskriminierungen, denen Tschetschenen in der Russischen Födera- tion ausgesetzt werden können, sind mangels der für die Asylgewährung erforderlichen Intensität nicht als asylrechtlich relevante (Kollektiv -)Verfol- gung zu qualifizieren. Eine innerstaatliche Fluchtalternative kann der asyl- suchenden Person jedoch nur entgegengehalten werden, wenn ein effek- tiver Schutz am alternativen Ort besteht, was insbesondere dann nicht ge- geben scheint, wenn Betroffene bereits in ihrer Heimatregion von Organen der Zentralgewalt – d.h. unmittelbar staatlich – verfolgt worden sind (vgl. Urteil BVGer D -1566/2008 vom 2. September 2010 mit Verweis auf Ent- scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 17 E. 6.2. S. 154 f.). In casu konnten die Beschwerde- führenden eine Verfolgung von A._______ respektive eine Behelligung von B._______ durch Angehörige des Kadyrov -Regimes nicht glaubhaft ma- chen. Zudem führten sie auch nicht an, während ihrer teils längeren Auf- enthalte in H._______, N._______, L._______, O._______ oder M._______ irgendwelche Probleme mit den russischen Behörden oder Si- cherheitskräften gehabt zu haben. Das blosse Beharren auf dem gegentei- ligen Standpunkt mit der Begründung, sie seien dort auch nicht sicher ge- wesen (vgl. Beschwerdeschrift S. 6), obwohl sich aus ihren Aussagen – D-7246/2015 Seite 20 selbst aus der persönlichen Erklärung der Beschwerdeführerin vom 16. September 2015 (Beilage 3 Mehrfachgesuch) – keinerlei Hinweise er- geben, dass sich während dieser Zeit irgendwelche Vorfälle respektive Übergriffe ereignet hätten, vermag daher nicht zu einer anderen Betrach- tungsweise zu führen. Es ist deshalb auch nicht davon auszugehen, dass sie einer der in BVGE 2009/52 E. 10.2.3 aufgeführten verletzlichen Grup- pen (insbesondere Familienangehörige von Rebellen) angehör en, für die deswegen allenfalls ein Asylgrund bestehen könnte. Soweit die Beschwer- deführenden in ihrer Rechtsmitteleingabe das Bestehen respektive die In- anspruchnahme einer Fluchtalternative verneinen, ist festzuhalten, dass – wie sich auch aus den nachfolgenden Erwägungen zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ergibt – eine innerstaatliche Zufluchtsmöglichkeit besteht, weshalb sie die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüll en (vgl. BVGE 2011/51). 4.3 Es ist somit festzustellen, dass die Beschwerdeführenden nicht darzu- tun vermochten, dass sie einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG aus- gesetzt waren oder objektiv begründete Furcht hatten, einer solchen aus- gesetzt werden zu können. Sie können daher nicht als Flüchtling e aner- kannt werden. Die Vorinstanz hat ihr Mehrfachgesuch demnach zu Recht abgelehnt, weshalb es sich erübrigt, auf die Vorbringen in den Eingaben auf Beschwerdeebene im Einzelnen noch näher einzugehen, da sie an obi- ger Einschätzung nichts zu ändern vermögen. 5. 5.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 5.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli- che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). D-7246/2015 Seite 21 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2.1 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement schützt nur Personen, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerde- führenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann de r in Art. 5 AsylG veran- kerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden in den Hei- matstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 6.2.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdefüh- renden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand- lung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nach- weisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer R ückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse D-7246/2015 Seite 22 Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Diese Voraussetzun- gen sind jedoch in casu als nicht erfüllt zu erachten. Es besteht kein kon- kreter Anlass zur Annahme, den Beschwerdeführenden würde bei einer Rückkehr in ihr Heimatland eine menschenrechtswidrige Behandlung dro- hen. 6.2.3 Was die in den medizinischen Unterlagen (vgl. Sachverhalt Bstn. I-N und V -X) betreffend den Sohn C._______ diagnostizierte (Nennung Leiden) sowie die bei Tochter D._______ diagnostizierte (Nennung Leiden) angeht, so kann gemäss der Praxis des EGMR der Vollzug der Wegwei- sung eines abgewiesenen Asylsuchenden mit gesundheitlichen Problemen im Einzelfall einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen; hierfür sind je- doch ganz aussergewöhnliche Umstände Voraussetzung (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 211 f., mit einer Zusammenfassung der Rechtspre- chung des EGMR). Solche ganz aussergewöh nlichen Umstände („very exceptional circumstances“), wie sie der EGMR in seinem Urteil vom 2. Mai 1997 i.S. D. gegen Grossbritannien feststellte, liegen nicht vor. Daran ver- mag auch die Präzisierung gemäss Urteil des EGMR vom 13. Dezember 2016 i.S. P . gegen Belgien nichts zu ändern. Danach liegen ganz ausser- gewöhnliche Umstände nicht nur in Fällen vor, in denen sich die von einer Ausschaffung betroffene Person in unmittelbarer Gefahr befindet, zu ster- ben, sondern auch dann, wenn Personen darunter fallen, di e angesichts fehlender Behandlungsmöglichkeiten im Zielstaat der Ausschaffung einem realen Risiko einer schwerwiegenden, raschen und irreversiblen Ver- schlechterung des Gesundheitszustands ausgesetzt werden, die zu hefti- gen Leiden oder einer erheblichen Reduktion der Lebenserwartung führen. Solche aussergewöhnlichen Umstände können aber vorliegend hinlänglich ausgeschlossen werden (vgl. BVGE 2011/9 E. 7.1 S. 117 f., BVGE 2009/2 E. 9.1.3). 6.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 6.3 6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie in Situationen wie Krieg, Bürger- krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage im Heimat- oder Her- kunftsstaat konkret gefährdet sind. D-7246/2015 Seite 23 6.3.2 Art. 83 Abs. 4 AuG stellt eine Kodifizierung der bisherigen Praxis zur konkreten Gefährdung nach Art. 14 a Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121) dar (vgl. PETER BOLZLI, in: Marc Spescha/Hanspeter Thür/Andreas Zünd/Peter Bolzli, Kommentar Migrationsrecht, 3. Aufl., Zü- rich 2012, Nr. 15 zu Art. 83 AuG, m.H.). Dieser Praxis zufolge wird aus humanitären Gründen, nicht in Erfüllung völk errechtlicher Pflichten der Schweiz, auf den Vollzug der Wegweisung verzichtet, wenn die Rückkehr in den Heimatstaat für die betroffene Person eine konkrete Gefährdung darstellt. Eine solche Gefährdung kann angesichts der im Heimatland herr- schenden allgemeinen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgemeiner Gewalt kennzeichnet, oder aufgrund anderer Gefahrenmomente, wie beispielsweise einer notwendigen, aber dort nicht durchführbaren medizinischen Behandlung, angeno mmen wer- den. Die beurteilende Behörde hat in jedem Einzelfall eine Gewichtung vor- zunehmen zwischen den sich nach einer allfälligen Rückkehr des wegge- wiesenen Asylbewerbers in sein Heimatland ergebenden humanitären As- pekten einerseits und dem öffentlichen I nteresse am Vollzug der rechts- kräftig verfügten Wegweisung andererseits. Der Begriff der "konkreten Gefährdung" gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist eng auszulegen und bezieht sich vorab auf einen schwerwiegenden Eingriff in die körperliche Integrität des Ausländers. Art. 83 Abs. 4 AuG findet insbe- sondere Anwendung auf Personen, die nach ihrer Rückkehr einer konkre- ten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie aus objektiver Sicht wegen der vor- herrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbring- lich in völlige Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernst- haften Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes, der Invalidität oder gar dem Tod ausgeliefert wären (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.2 S. 1002 f., m.w.H.). 6.3.3 Hinsichtlich der angeführten und durch medizinische Unterlagen be- legten Beeinträchtigung des physischen und psychischen Gesundheitszu- standes des Sohnes C._______ und der Tochter D._______ ist Folgendes zu erwägen: Gründe ausschliesslich medizinischer Natur lassen den Weg- weisungsvollzug im Allgemeinen nicht als unzumutbar erscheinen, es sei denn, die erforderliche Behandlung sei wesentlich und im Heimatland nicht erhältlich. Entsprechen ferner die Behandlungsmöglichkeiten im Herkunfts- land nicht dem medizinis chen Standard in der Schweiz, so bewirkt dies allein noch nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs. Von einer solchen Un-D-7246/2015 Seite 24 zumutbarkeit ist erst dann auszugehen, wenn die ungenügende Möglich- keit der Weiterbehandlung eine drastische und lebensbedrohende Ver- schlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3 S. 1003 f., BVGE 2009/2 E. 9.3.2 S. 21). Vorliegend sind, entgegen der auf Beschwerdeebene vorgebrachten Ansicht, unter diesen Rahmenbedingungen den Akten keine stichhaltigen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer medizinischen Notlage im Heimatstaat im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu entnehmen (vgl. Ziffer 6.3.4 nachfolgend). 6.3.4 Die Beschwerdeführenden halten in ihre n Eingaben auf Beschwer- deebene im Wesentlichen an den bereits im ersten Asyl(beschwerde)ver- fahren gemachten Sachverhaltselementen (Bestehen einer ärztlich doku- mentierten schweren Beeinträchtigung der physischen Gesundheit sowohl bei Sohn C._______ als auch Tochter D._______) fest und führen diesbe- züglich zusätzlich an, es bes tehe bei beiden Kinder n, aber insbesondere bei Sohn C._______, nun auch eine schwerwiegende Beeinträchtigung des psychischen Gesundheitszustandes. In ihrer Heimat Tschetschenien würden die Kinder angesichts fehlender spezialisierter medizinischer Ein- richtungen keine adäquate Versorgung erhalten. Das SEM stellte im ange- fochtenen Entscheid sowie in seiner Replik fest, die medizinische Infra- struktur in Tschetschenien sei mittlerweile wieder gewährleistet. Da die vor- gebrachte Verfolgung unglaubhaft sei, könne angenommen werden, dass die Beschwerdeführenden Zugang zu und uneingeschränkten Anspruch auf die medizinische Versorgung vor Ort hätten. Bezüglich der allgemeinen medizinischen Infrastrukturen und der Behandlungsmöglichkeiten der Kin- der vor Ort werde auf di e detaillierten Ausführungen des Bundesverwal- tungsgerichts im Urteil D-5649/2012 vom 5. Februar 2013 verwiesen. Hin- sichtlich der Diagnosen zum psychischen Gesundheitszustand sei anzu- führen, dass eine kinder - und jugendpsychiatrische Behandlung auch in Russland in Anspruch genommen werden könne. Angesichts des Bildungs- hintergrunds und der Berufserfahrungen beider Eltern sei anzunehmen, dass diese den Lebensunterhalt der Familie bestr eiten und das von den Kindern benötigte stabile und sichere Umfeld gewährleisten könnten. Ins- gesamt hätten die gravierendsten gesundheitlichen Beschwerden der Kin- der bereits im Zeitpunkt des ersten Asylverfahrens bestanden und seien vom Bundesverwaltungsgericht gewürdigt und die Zumutbarkeit des Weg- weisungsvollzugs bestätigt worden. Die seither hinzugekommenen psychi- schen Schwierigkeiten und Entwicklungsstörungen liessen sich gemäss den Arztberichten in einem stabilen Umfeld therapieren, welches durch die Eltern aufgebaut werden könne. Nur lebensbedrohliche Erkrankungen wür-D-7246/2015 Seite 25 den zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führen. Dieses Krite- rium würden die psychischen Probleme und die Entwicklungsstörungen der Kinder nicht erfüllen. Zu den Behandlungsmöglichkeiten in der Heimat der Beschwerdeführen- den ist fe stzustellen, dass bezüglich der bei Sohn C._______ diagnosti- zierten (Nennung Krankheit) gemäss öffentlich zugänglichen Quellen in Tschetschenien bislang keine spezialisierte Einrichtung für die Behandlung dieser Erkrankung besteht. Zwar sind Gesundheitseinrichtungen für die Behandlung von psychischen Krankheiten grundsätzlich vorhanden, wobei das Angebot jedoch beschränkt ist. So besteht in Grosny ein Spital für die Behandlung psychischer Erkrankungen, welches über 80 Betten verfügt. Weiter existiert dort ein psychoneurologisches Ges und-heitszentrum für die hauptsächlich ambulante psychiatrische Grundversorgung der Teilre- publik, das zusätzlich noch über einige limitierte Plätze für die stationäre Behandlung verfügt. Ein solches Zentrum stellt einen ausserhalb eines psychiatrischen Spitals angesiedelten Dienst in einer Stadt, einem Bezirk oder einem Gebiet dar, wobei unter anderem psychiatrische, psychologi- sche und psychotherapeutische Behandlungen beziehungsweise Hilfe an- geboten werden. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass der erwähnte Dienst personell unterbelegt ist und es an ausgebildeten Fachkräften man- gelt. Dass Sohn C._______ daher in seiner Herkunftsregion – die Be- schwerdeführenden stammen aus dem tschetschenischen Dorf E._______ – eine adäquate Behandlung dieses psychischen Leidens erhalten könnte, ist zumindest als sehr zweifelhaft zu erachten. Vorliegend ist nun aber zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführenden innerhalb der Russischen Föderation über eine valable Aufenthaltsalternative verfügen. A._______ verfügt eigenen Angaben zufolge über eine (Darlegung Ausbildung und be- rufliche Tätigkeiten), weshalb A._______ über eine überdurchschnittliche Ausbildung und mehrjährige Berufserfahrung (...) verfügt. Sodann verfügen die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge in H._______ über Freunde, bei welchen sie jeweils hätten übernachten können, wenn sie dort Angelegenheiten zu verrichten gehabt hätten, wie Arztbesuche oder ge- schäftliche Dinge (vgl. act. B1/7 S. 5). Die Beschwerdeführenden seien nach ihrer Rückkehr denn auch zunächst nach H._______ gereist, wo sie sich in Sicherheit gewähnt hätten (vgl. act. B1/7 S. 3). Auch verfügen sie ihren Angaben zufolge sowohl in N._______, in P ._______ (Region O._______), in M._______ und L._______ über Verwandte, bei denen sie teilweise während läng erer Zeit gewohnt hätten (vgl. act. B1/7 S. 3; Be- schwerdeschrift S. 6). Diese Personen könnten den Beschwerdeführenden – nachdem eine Verfolgungssituation nicht glaubhaft gemacht werden D-7246/2015 Seite 26 konnte – in der ersten Zeit nach ihrer Rückkehr eine Unterkunft und ei ne gewisse Unterstützung bieten. Ausserdem ist es dem Beschwerdeführer angesichts seiner Ausbildung und seines beruflichen Hintergrundes mög- lich und zumutbar, einer existenzsichernden Erwerbstätigkeit nachzugehen respektive eine solche aufzunehmen. Diese b egünstigenden Faktoren dürften es ihnen erleichtern, im Heimatland – auch ausserhalb ihres ange- stammten Herkunftsgebietes – wieder Fuss fassen zu können. Angesichts des Umstandes, dass in H._______, in N._______ oder O._______ nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts die von den Beschwerdeführenden benötigte medizinische Infrastruktur be- steht, sich die Beschwerdeführenden respektive deren Kinder für die Be- handlung sowohl ihrer physischen als auch ihrer psychischen Beschwer- den nicht in die Herkunftsregion in der weiteren Umgebung von Grosny, den behaupteten Ort der Traumatisierung von Sohn C._______ zurückbe- geben müssen, sondern eine valable Aufenthaltsalternative in diversen Städten von Russland besitzen, ist die vori nstanzliche Schlussfolgerung zum Bestehen von entsprechenden medizinischen Behandlungsmöglich- keiten zu bestätigen. Ferner ist bezüglich des Zugangs zum Gesundheitssystem darauf hinzu- weisen, dass die Registrierung eines befristeten oder ständigen Wohnsit- zes von Tschetschenen in Russland stark vereinfacht wurde und in einem einfachen Anmeldeverfahren besteht, das selbst über das Internet gesche- hen kann. Es sind keine Einschränkungen für Tschetschenen vorhanden, sich an einem anderen Ort in der Russischen Föd eration niederzulassen oder Inlandpässe oder andere offizielle Dokumente zu erhalten. Die Mög- lichkeit, dass bei der Registrierung von Tschetschenen Schikanen gesche- hen können, ist nicht gänzlich ausgeschlossen, ist jedoch offiziellen Quel- len zufolge nicht auf eine systematische Diskriminierung dieser Volks- gruppe zurückzuführen, sondern auf den Umstand, dass nicht alle zustän- digen Amtsstellen über die nötigen Kenntnisse der Abläufe und erforderli- chen Dokumente verfügen. Vorliegend ist daher die Möglichkeit e iner Re- gistrierung für die Beschwerdeführenden und ihre Kinder zu bejahen, zu- mal sie in H._______ und anderen Städten Russlands aufgrund ihres vor- gehenden Aufenthaltes sowie aufgrund dort lebender Freunde und Ver- wandten teilweise bereits private Kontakte knüpfen konnten. Es sind über- dies auch keine glaubhaften Hinweise ersichtlich, dass die Beschwerde- führenden – wie auf Beschwerdeebene wiederholt vorgebracht – bei einer Rückkehr getrennt voneinander leben müssten. D-7246/2015 Seite 27 6.3.5 Sind von einem allfälligen Wegweisungsvollzug Kinder betroffen, so bildet im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung das Kindeswohl einen Ge- sichtspunkt von gewichtiger Bedeutung. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AuG im Lichte von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (SR 0.107). Unter dem Aspekt des Kindeswohls sind demnach sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hin- blick auf eine Wegweisung wesentlich erscheinen. In Bezug auf das Kin- deswohl können für ein Kind namentlich folgende Kriterien im Rahmen ei- ner gesamtheitlichen Beurteilung von Bedeutung sein: Alter, Reife, Abhän- gigkeiten, Art (Nähe, Intensität, Tragfähigkeit) seiner Beziehungen, Eigen- schaften seiner Bezugspersonen (insbesondere Unterstützungsbereit- schaft und -fähigkeit), Stand und Prognose bezüglich Entwicklung/Ausbil- dung, sowie der Grad der erfolgten Integration bei einem längeren Aufent- halt in der Schweiz (vgl. BVGE 2009/28 E.9.3.2 S. 367 f.). In casu vermag auch der angeführte Aufenthalt und die damit verbundene Integration der beiden Kinder C._______ und D._______ in der Schweiz respektive die mit einer Wegweisung angeblich verbundene gefährdete ge- sundheitliche Entwicklung im Heimatland keinen Verstoss gegen das Kin- deswohl darzustellen. Die beiden Kinder waren zum Zeitpunkt der Rück- kehr nach Russland im Dezember 2013 (...) beziehungsweise (...) Jahre alt. Sohn C._______ verbrachte somit einen wesentlichen Teil seines Le- bens in Russland beziehungsweise Tschetschenien. Tochter D._______ wurde in der Schweiz geboren und ist mittlerweile (...) Jahre alt, also noch ein Kleinkind respektive ein Vorschulkind und verbrachte bislang knappe zwei Jahre in ihrer Heimat . C._______ habe sich vor seiner Rückkehr im Jahre 2013 gut integriert und Deutsch gelernt. Vorliegend ist nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts jedoch noch keine in erheblichem Mass geschehene Prägung durch das hiesige kultu- relle und soziale Umfeld zu bejahen und die medizinischen Behandlungs- möglichkeiten in Russland sind vorhanden, weshalb eine zwangsweise Rückkehr in die Russische Föderation für die erwähnten Beschwerdefüh- renden demnach noch keine Entwurzelung aus dem sozial-schulischen so- wie persönlichen Umfeld oder eine beachtliche Gefährdung ihrer körperli- chen und geistigen Entwicklung bedeuten würde. Dagegen spricht bereits die relativ kurze Dauer, welche sie in der Schweiz verbrachten. Hinzu kommt, dass weder C._______ noch D._______ in einem Alter sind, in wel- chem eine starke Assimilierung an die hiesigen Verhältnisse stattgefunden hätte und davon gesprochen werden könnte, sie hätten prägende Jahren D-7246/2015 Seite 28 ihrer Jugendzeit in der Schweiz verbracht. Darüber hinaus ha t C._______ – gerade auch mit der Erlernung der deutschen Sprache – eine Flexibilität bewiesen, die es ihm erleichtern wird, sich in seinem Heimatland zurechtzufinden. An dieser Einschätzung ändert auch der Umstand nichts, dass eine Wiedereingliederung in der Russischen Föderation mit gewissen Reintegrationsschwierigkeiten verbunden sein dürfte. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 6.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän- digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög- lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die auf Fr. 600.– festzuset- zenden Kosten (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]; Art. 63 Abs. 1 VwVG) den Beschwerdeführenden aufzuer- legen. Der am 4. Dezember 2015 in der gleichen Höhe geleistete Kosten- vorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. Mit Zwischenverfügung vom 23. November 2015 wurde das Gesuch um Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistands gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG abgewiesen. In ihrer Replik vom 1. Dezem ber 2016 ersuchten die Beschwerdeführenden, es sei ihr Rechtsvertreter wiedererwägungsweise als amtlicher Rechtsbeistand gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 110 a Abs. 1a und Abs. 3 AsylG einzusetzen. Zur Begründung führten sie an, das Bundesverwaltungsgericht habe die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein-D-7246/2015 Seite 29 geladen und deshalb ihr Begehren als nicht aussichtslos erachtet. Diesbe- züglich ist festzuhalten, dass die Beschwerde nach dem 1. Februar 2014 und somit nach Inkrafttreten der Änderungen vom 14. Dezember 2012 ein- gereicht wurde, weshalb die unentgeltliche Verbeiständung nicht anhand der Voraussetzungen von Art. 110 a Abs. 1 AsylG zu beurteilen, sondern gestützt auf Art. 65 Abs. 2 VwVG zu prüfen ist (vgl. Art. 110a Abs. 2 AsylG; Zwischenverfügung vom 23. November 2015 S. 5 unten und S. 7). Gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG wird einer mittellosen Partei, soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, in einem nicht aussichtslosen Verfahren eine Anwältin oder ein Anwalt bestellt. Vorliegend bedeutet der Umstand, dass das Bundesverwaltungsgericht im Instruktionsverfahren die Vorinstanz zu einer Stellungnahme eingeladen hatte nicht, dass es das Begehren der Beschwerdeführenden nicht (mehr) als aussichtslos erachtete. So wurde dadurch dem SEM lediglich die Möglichkeit eingeräumt, sich zu den im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens eingereichten zahlreichen medizini- schen Unterlagen zu äussern. Selbst bei Annahme einer Nichtaussichtslo- sigkeit im Wegweisungspunkt fehlt es in casu an der Not wendigkeit eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes. In denjenigen Verfahren, welche – wie das vorliegende – vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht sind, sind strenge Massstäbe an die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbei- ständung anzusetzen. Zur wirksamen Beschwerdeführung sind besondere Rechtskenntnisse im Regelfall nicht unbedingt erforderlich, weshalb pra- xisgemäss die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG nur in den besonderen Fällen gewährt wird, in welchen in rechtlicher oder tatsächlicher Hinsicht erhöhte Schwierigkeiten bestehen. In einem Verfahren, wo es zur Hauptsache um die Schilderung von per- sönlichen Erlebnissen geht, ist der Beizug eines Anwaltes, unter Vorbehalt ausserordentlicher Umstände, nicht notwendig. Solche ausserordentlichen Umstände liegen in casu nicht vor. Alleine für die Einreichung von Beweis- mitteln und für Übersetzungsarbeiten bedarf es keines Rechtsbeistandes. Da das vorliegende Verfahren weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht besonder s komplex erscheint, ist das Gesuch um wiedererwä- gungsweise Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abzuweisen. D-7246/2015 Seite 30 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezah- lung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Das wiedererwägungsweise gestellte Gesuch um Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wird abgewie- sen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Daniela Brüschweiler Stefan Weber Versand: