B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-7784/2015 U r t e i l v o m 3 1 . M a i 2 0 1 8 Besetzung Richterin Andrea Berger-Fehr (Vorsitz), Richterin Contessina Theis, Richter Markus König, Gerichtsschreiberin Sibylle Dischler. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), alle Sri Lanka, alle vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Advokaturbüro, Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 28. Oktober 2015 / N (…). E-7784/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführenden – Staatsangehörige Sri Lankas mit tamili- scher Ethnie und letztem Wohnsitz in F._______, – verliessen zusammen mit dem aus erster Ehe der Beschwerdeführerin stammenden Sohn C._______ ihren Heimatstaat am (…) und gelangten über G._______ am darauffolgenden Tag in die Schweiz. Am 1. April 2013 ersuchten sie im Empfang- und Verfahrenszentrum (…) um Asyl. Dort fanden am 3. April 2013 die Befragung zur Person (BzP; Protokoll in den SEM-Akten: A10/38 betreffend die Beschwerdeführerin; A11/27 betreffend den Beschwerdefüh- rer) statt. Nachdem die Anhörung der Beschwerdeführerin am 8. April 2013 (Protokoll in den SEM-Akten: A14/10) abgebrochen wurde, wurde diese am 10. April 2013 durch ein Frauenteam fortgeführt (Protokoll in den SEM-Ak- ten: A19/9). Am gleichen Tag wurde auch der Beschwerdeführer zu seinen Asylgründen angehört (Protokoll in den SEM-Akten: A20/20). A.b Am (…) kam der gemeinsame Sohn der Beschwerdeführenden na- mens D._______ zur Welt. A.c Am 21. September 2015 fand eine ergänzende Anhörung der Be- schwerdeführenden statt (Protokoll in den SEM -Akten: A39/13 betreffend den Beschwerdeführer; A40/10 betreffend die Beschwerdeführerin). B. Zur Begründung seines Asylgesuchs gab der Beschwerdeführer an, da er in der (…) Klasse die Abschlussprüfung nicht bestanden habe, habe er die Schule abgebrochen und sich (…) der sogenannten Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) angeschlossen. Dort habe er zunächst eine Grund- ausbildung in Sachen (…) erhalten. Danach sei er zum (…) ausgebildet worden. In der Folge habe er an Kämpfen teilgenommen, allerdings habe er nie auf Leute schiessen müssen, da zu seiner Zeit mehrheitlich Waffen- stillstand geherrscht habe. Daneben habe er die (…)-Schule besucht, diese sei aber nach acht Monaten geschlossen worden, da die sri -lanki- sche Armee den Ort der Schule eingenommen habe. Bereits sein (...) sei Mitglied der LTTE gewesen, habe aber einer anderen Einheit angehört. (…) habe er (der Beschwerdeführer) die LTTE verlassen, da sich seine Gruppe aufgespaltet habe und er verdächtigt worden sei, an der Ermordung von H._______ – (…) – beteiligt gewesen zu sein. Er habe aber daraufhin flie- hen können beziehungsweise habe er sich für eine Weile versteckt gehal- ten beziehungsweise sei er zunächst von den Karuna -Leuten in eine m Camp festgehalten worden, bevor er habe fliehen können. E-7784/2015 Seite 3 In der Folge sei er zu seinem Elternhaus in I._______ zurückgekehrt, um in der (...) – auf dem Betrieb seiner Familie – zu arbeiten. Im Februar (…) seien zum ersten Mal Leute der Karuna-Gruppe bei seinem Vater zu Hause vorbeigekommen und hätten nach ihm gefragt , da sie ehemalige LTTE - Leute hätten rekrutieren wollen. Er sei aber nicht zu Hause gewesen, wes- halb die Personen ausrichten lassen hätten, er solle sich im Camp melden. Eines Tages seien wieder Leute der Karuna-Gruppe gekommen und hätten seinen Vater für (…) Tage festgenommen. Da dieser versprochen habe, den Beschwerdeführer zum Camp zu bringen, hätten sie ihn wieder freige- lassen. Er (der Beschwerdeführer) habe sich jedoch nicht beim Camp ge- meldet, indessen das Elternhaus verlassen und sich versteckt gehalten be- ziehungsweise hätten Soldaten in der Folge das Haus des Vaters be- schlagnahmt und zu ein em Camp umfunktioniert. Daraufhin beziehungs- weise als er bei seinem Versteck auf dem (…) von Karuna-Leuten gefun- den worden sei, sei er zu seinem (...) nach J._______ gezogen. Er sei ei- nige Zeit später nach I._______ zurückgekehrt und habe abwechselnd bei seinem (...) und im (...) gewohnt. Bis zu seiner Heirat 2012 habe er dort keine Probleme mehr gehabt. 2013 seien an seinem neuen Wohnort, im Haus der Beschwerdeführerin, jedoch wieder Personen der Karuna-Gruppe vorbeigekommen und hätten nach ihm gefragt. Die ersten beiden Mal e sei er nicht zu Hause gewesen. Das dritte Mal seien sie am (…) 2013 gekommen und hätten an die Tür geklopft. Während seine Frau die Tür geöffnet habe, sei er durch die Hintertür ge- flohen. Als er über eine Gartenmauer gesprungen sei, habe er sich an der Hand verletzt. Seither trage er an der rechten Hand eine Narbe. Er habe weitere Narben – eine am rechten Oberarm sowie an der Brust –, welche aus der LTTE-Zeit stammten. Nach diesem Vorfall habe er Sri Lanka zu- sammen mit seiner Ehefrau und ihrem Kind legal verlassen. Seit seiner Ausreise hätten unbekannte Personen bei seinem Vater beziehungsweise einmal im (…) 2015 bei seinen Schwiegereltern nach seinem Aufenthalts- ort gefragt. Seine Brüder seien aufgrund der Schwierigkeiten ebenfalls ausgereist und würden heute in K._______ leben. In Bezug auf seine Identitätsdokumente gab der Beschwerdeführer unter anderem an, sich 2012 in Colombo einen Reisepass ausstellen lassen zu haben. B.a Die Beschwerdeführerin gab zur Begründung ihres Asylgesuchs an, sich im (…) 2012 von ihrem erste n Ehemann geschieden zu haben . Bei der Scheidung sei ihr das alleinige Sorgerecht für ihren Sohn sowie das E-7784/2015 Seite 4 gemeinsame Haus zugesprochen worden. Ihr Ex-Ehemann habe sich seit- her bei ihr rächen wollen und ihr unter anderem gedroht, dass er sie nicht leben lassen und sie nie glücklich werden würde. Am (…) 2012 habe sie ihren jetzigen Ehemann (den Beschwerdeführer) geheiratet. Die Heirat sei von ihrer Mutter beziehungsweise ihren Eltern arrangiert worden und sie habe in jenem Zeitpunkt nicht gewusst, dass ihr Ehemann ein ehemaliges LTTE-Mitglied gewesen sei. Bereits seit der Heirat habe er sich jedoch öf- ters versteckt gehalten und habe jeweils nur eine Nacht pro Woche zu Hause geschlafen. Sie habe dann herausgefunden, dass er aufgrund sei- ner LTTE-Mitgliedschaft Angst gehabt habe. Sie vermute, dass ihr Ex-Ehe- mann davon gewusst habe und den Beschwerdeführer den Behörden ge- meldet habe. Am (…) seien zum ersten Mal drei Männer bei ihr zu Hause vorbeigekommen, wobei nur sie und ihr Sohn zu Hause gewesen sei en. Die Personen hätten nach dem Beschwerdeführer gefragt; sie würden ihn schon lange suchen und hätten nun erfahren, dass er geheiratet habe. Eine Woche später sowie am (…) seien sie erneut gekommen. Beim letzten Mal sei ihr Mann zu Hause gewesen, habe das Haus aber sofort aus dem Hin- terausgang verlassen, als er die Personen gesehen habe. Die Personen hätten dann die Wohnung betreten, hätten sie an den Haaren gezogen und sie in das Schlafzimmer gebracht, wo ihr Sohn geschlafen habe. Sie hätten sich an ihr vergehen wollen, da sie und ihr Sohn aber laut aufgeschrie en beziehungsweise da die Nachbarn das Licht angemacht hätten, hätten sie von ihr abgelassen. Sie hätten ihr allerdings gedroht, wenn ihr Mann am (…) 2013 nicht zu Hause sei, würden sie sie und ihren Sohn mitnehmen und erschiessen. Daraufhin habe sie mit ihrem Sohn das Haus verlassen und sich seither bei ihrer Mutter aufgehalten. Drei Wochen später h ätten sie zusammen mit ihrem Ehemann Sri Lanka legal verlassen. Für die Aus- reise habe sie ihr Haus verkauft. Nach ihrer Ausreise seien zweimal Per- sonen bei ihrer Mutter zu Hause aufgetaucht und hätte nach dem Be- schwerdeführer gefragt. Sie hätten ihrem Bruder im (…) 2015 gedroht, sie würden ihn mitnehmen, wenn er den Aufenthaltsort seines Schwagers nicht bekannt geben würde. Aus Angst sei er daraufhin Sri Lanka ebenfalls verlassen und lebe heute in L._______. In Bezug auf ihre Identitätsdokumente gab die Beschwerdeführeri n unter anderem an, sich am (…) 2012 einen Reisepass ausstellen lassen zu ha- ben. E-7784/2015 Seite 5 C. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2015 – eröffnet am 29. Oktober 2015 – verneinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden und lehnte ihre Asylgesuche ab. Gleichzeitig ordnete es ihre Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug an. D. Mit Beschwerde vom 30. November 2015 an das Bundesverwaltungsge- richt beantragten die Beschwerdeführenden in materieller Hinsicht die Auf- hebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz aufgrund einer V erletzung des rechtlichen Gehörs bezie- hungsweise aufgrund einer Verletzung der Begründungspflicht, eventuali- ter sei die Verfügung aufzuheben und zur vollständigen und richtigen Ab- klärung und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung zurückzuweisen, eventualiter sei die Flüchtlingseigen- schaft festzustellen und den Beschwer deführenden Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Verfügung betreffend der Dispositivziffern 3 und 4 auf- zuheben und die Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungs- vollzugs festzustellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchten sie um Mitteilung des Spruch- gremiums und stellten verschiedene Beweisanträge, namentlich es sei en ein Gutachten der mit Beschwerde eingereichten Fotographie sowie Zeu- genbefragungen, durchzuführen. Der Rechtsmitteleingabe legten d ie Beschwerdeführenden insbesondere die soeben erwähnte Fotographie, eine CD-ROM sowie einen Bericht zur Lage Sri Lankas vom 25. August 2015 und zur Abspaltung der Karuna - Gruppe von der LTTE vom 26. November 2015 bei. Auf die Begründung der Rechtsmitteleingabe wird, soweit für den Ent- scheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom 30. Dezember 2015 forderte das Bundesver- waltungsgericht die Beschwerdeführenden auf, entweder einen Kostenvor- schuss einzubezahlen oder ein begründetes Gesuch um Erlass der Ver- fahrenskosten zu stellen, andernfalls auf die Beschwerde unter Kosten- folge nicht eingetreten werde. E-7784/2015 Seite 6 E. Mit Eingabe vom 14. Januar 2015 (recte: 2016) reichten die Beschwerde- führenden Unterlagen aus dem Asylverfahren von M._______, in Kopie, sowie weitere Beweismittel – insbesondere zur fortschreitenden Integration ihres Sohnes C._______ in der Schweiz – ein. Ausserdem erneuerten sie ihren bereits in der Rechtsmitteleingabe formulierten Antrag, die mit Kon- taktdaten bekannten angeblichen LTTE-Gefährten des Beschwerdeführers seien als Zeugen einzuvernehmen. F. Ebenfalls am 14. Januar 2016 zahlten die Beschwerdeführenden den Kos- tenvorschuss fristgerecht ein. G. Mit Zwischenverfügung vom 21. Januar 2016 gab das Bundesverwaltungs- gericht den Beschwerdeführenden die Zusammensetzung des voraus- sichtlichen Spruchgremiums bekannt und lud die Vorinstanz zum Schriften- wechsel ein. H. Am 3. Februar 2016 liess sich das SEM mit ergänzenden Bemerkungen vernehmen. I. Mit Replik vom 24. Februar 2016 nahmen die Beschwerdeführenden zur vorinstanzlichen Vernehmlass ung Stellung. Der Eingabe legten sie ein Foto sowie einen aktualisierten Länderbericht vom 22. Februar 2016 zur Situation in Sri Lanka, samt CD-ROM, bei. J. Am (…) kam der gemeinsame Sohn der Beschwerdeführenden namens E._______ zur Welt. K. Mit Schreiben vom 4. April 2018 wurden die Beschwerdeführenden über einen gerichtsinternen Zuständigkeitswechsel informiert. E-7784/2015 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend - endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben – ausser dem jüngsten Sohn E._______ – am Verfah- ren vor der Vorinstanz teilgenom men. Die Beschwerdeführenden sind durch die angefochtene Verfügu ng besonders berührt und ha ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebu ng beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4 Der nach Erlass der angefochtenen Verfügung geborene Sohn E._______ ist in das Beschwerdeverfahren mit einzubeziehen. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Die Beschwerdeführenden rügen in der Rechtsmitteleingabe, das SEM habe den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, den Sachverhalt weder vollständig noch richtig abgeklärt und auch die Begründungspflicht miss- achtet. Diese formellen Rügen sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Zur diesbezüglichen Begründung führten die Beschwerdeführenden zu- sammenfassend aus, das SEM habe verschiedene Beweise und Beweis-E-7784/2015 Seite 8 angebote der Beschwerdeführenden missachtet. So habe der Beschwer- deführer in Bezug auf seine LTTE -Mitgliedschaft Bilder eingereicht sowie die Kontaktdaten eines Zeugen angegeben. Obwohl das S EM die Bilder zur Identifizierung des Beschwerdeführers für nicht ausreichend halte, habe es keine Begutachtung durch Fachspezialisten durchführen lassen. Sodann habe es die Vorinstanz unterlassen, die angegebene Person als Zeuge zur LTTE-Mitgliedschaft des Beschwerdeführers zu befragen. Damit habe das SEM nicht nur das rechtliche Gehör verletzt, sondern gleichzeitig den Sachverhalt betreffend seinen LTTE -Aktivitäten unvollständig festge- stellt. Im Rahmen des Schriftenwechsels wiederholten die Beschwerdefüh- renden ihre diesbezüglichen Einwände und wiesen darauf hin, dass es das SEM auch nach dem Einreichen des Originalfotos auf Beschwerdeebene unterlassen habe, das Beweismittel hinreichend zu würdigen, zumal das Erbringen eines Beweises der Glaubhaftigkeitsprüfung vorgehe. Das SEM habe bei der Beurteilung der vorliegenden Sache darüber hinaus zahlreiche bekannte Länderinformationen ignoriert, was insgesamt zu ei- ner falschen Einschätzung der Aussagen der Beschwerdeführerenden so- wie deren Risikoprofils geführt habe . Namentlich sei d ies betreffend die Aussagen zur Verfolgung durch die Karuna -Gruppe im Jahr (…) der Fall gewesen, welche im historischen Kontext sehr wohl verständlich seien. Was die Einschätzungen des SEM betreffend die geltend gemachte Verfol- gung durch Karuna-Anhänger im Jahr (…) und (…) betreffe, so stütze sich diese auf eine unkorrekte Erhebung des rechtserheblichen Sachverhaltes. Dabei sei insbesondere der Umstand der Verheiratung, nach der der ra- chesüchtige Ex-Mann der Beschwerdeführerin die LTTE-Mitgliedschaft des Beschwerdeführers preisgegeben habe und die Karuna-Gruppe deshalb erneut auf ihn aufmerksam geworden sei, vom SEM nicht hinreichend ge- würdigt worden. Auch die Relevanz der Narben des Beschwerdeführers – welche das SEM mit keinem Wort erwähnt habe –, seine sozialen und fa- miliären Beziehungen zu Personen mit LTTE-Verbindungen, der mehrjäh- rige Aufenthalt im Ausland sowie der mögliche Verdacht durch die Behör- den auf exilpolitische Tätigkeiten sei von der Vorinstanz verkannt worden. Die Aussagen der Beschwerdeführenden betreffend den Vorfällen ab 2013 seien sodann deckungsgleich ausgefallen, dennoch habe es das SEM un- terlassen, die Ausführungen miteinander zu vergleichen. Was die behörd- lichen Übergriffe beziehungsweise die geschlechtsspezifischen Misshand- lungen auf die Beschwerdeführerin angehe, so habe das SEM diese mit keinem Wort erwähnt. Indessen sei sie dadurch zu einer Zeugin von schweren Menschenrechtsverletzungen geworden, was für die Beurteilung einer asylrelevanten Gefährdung ebenfalls relevant gewesen wäre. E-7784/2015 Seite 9 Die Begründungspflicht sei schliesslich nicht nur dadurch verletzt worden, dass das SEM das Vorbringen des Beschwerdeführer s betreffend seiner Ausbildung bei der LTTE und seine ehemalige dortige Mitgliedschaft sowie weitere daraus folgende Vorbringen trotz Vorliegen von Beweismitteln nicht entsprechend gewürdigt, sondern es auch die Vorbringen der Beschwer- deführerin nicht ernsthaft und sorgfältig geprüft habe. So seien deren Vor- bringen in der Verfügung mit wenigen Zeilen im Rahmen einer absolut oberflächlichen Prüfung als nicht asylrelevant deklariert worden. Bei der Frage nach dem asylrelevanten Risikoprofil sowie allfälligen Wegwei- sungsvollzugshindernissen habe es im Übrigen die Praxis der Asylbehör- den missachtet. 3.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Be hörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge- listeten Beweismittel. Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Die Sachverhaltsfeststellung ist unrichtig, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch ge- würdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berück sichtigt werden (vgl. KÖLZ/ HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 1043). Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und stellt ander- seits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor dem Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise bei- zubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit relevanten Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebn is zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Stand- punkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin- gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form- und fristgerechten E-7784/2015 Seite 10 Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streit- frage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so ab- gefasst sein, dass die betroffene Person den Entscheid sachgerecht an- fechten kann. Sie muss die wesentlichen Überlegungen nennen, von de- nen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Partei- standpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 3.3 Nach Durchsicht der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass der Argumentation der Beschwerdeführenden nicht gefolgt werden kann. 3.3.1 Zunächst ist festzuhalten, dass der Sa chverhalt als hinreichend ab- geklärt und vollständig gilt. Bei den diesbezüglich konkret angeführten Ar- gumenten in der Beschwerde fällt auf, dass diese mehrheitlich eine Kritik an der Würdigung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz und mithin an der Sache darstellen. Dies gilt etwa bezüglich dem Vorwurf, das SEM habe zahlreiche bekannte Länderinformationen ignoriert, wobei sich von der feh- lenden Auseinandersetzung mit den vom Rechtsvertreter angeführten Punkten noch nicht auf fehlende Länderkenntnisse der Vorinstanz schlies- sen lässt. Aus den Erwägungen des SEM ist sodann nicht ersichtlich, dass es sich bei der Würdigung der Umstände auf einen unvollständigen oder aktenwidrigen Sachverhalt abgestellt hätte. Vielmehr ist das SEM – wie nachgehend zu zeigen sein wird (vgl. E. 6 ) – berechtigterweise zum Schluss gelangt, dass die Vorbringen der Beschwerdeführenden betref- fend diversen Punkten unglaubhaft ausfielen. Dass das SEM die eingereichten Beweismittel nicht im Sinne der Be- schwerdeführenden gewürdigt hat, stellt weder eine Verletzung des Unter- suchungsgrundsatzes noch des rechtlichen Gehörs oder der Begrün- dungspflicht dar. Vielmehr zeigt die Verfügung des SEM, dass es sich mit den Beweismitteln auseinandersetzte und die Begründung insgesamt so abfasste, dass sich die Beschwerdeführenden über die Tragweite der Ver- fügung ein Bild machen und diese sachgerecht anfechten konnte n. Auch was die vorgebrachte LTTE-Mitgliedschaft des Beschwerdeführers bezie- hungsweise den Umfang seines Engagements sowie die Narben betrifft, hat das SEM diese Umstände hinreichend berücksichtigt, hielt diese aber entweder nicht für glaubhaft (vgl. Verfügung S. 4 f.) oder im Zusammen- hang mit der Rückkehr für nicht massgebend (vgl. Verfügung S. 6). Dass E-7784/2015 Seite 11 das SEM die Narben mit keinem Wort erwähnt hat, wie dies in der Be- schwerde geltend gemacht wird (vgl. Beschwerde S. 19), ist unzutreffend. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, dass die Vorbringen der Beschwerdefüh- renden nicht ernstgenommen und ihre Antworten nicht sorgfältig ausge- wertet worden wären. Insbesondere stellt es kein Widerspruch dar, dass das SEM die LTTE-Mitgliedschaft des Beschwerdeführers nicht per se, in- dessen deren Umfang und Dauer sowie insbesondere die Verfolgung durch Karuna-Angehörige, in Frage stellte. Der Vollständigkeit halber hält das Bundesverwaltungsgericht betreffend dem geltend gemachten fehlenden Beizug von aktuellen Länderinformati- onen fest, dass allgemeine Länderinformationen eine Mittelstellung zwi- schen Sachverhalt und Rechtsnorm einnehmen, nicht aber Bestandteil von diesen sind. Sie gehören auch nicht zu den gesetzlichen Beweismitteln im Sinne von Art. 12 Bstn. a-e VwVG (Urkunden, Auskünfte der Parteien, Aus- künfte oder Zeugnis von Drittpersonen, Augenschein oder Gutachten von Sachverständigen). Vielmehr handelt es sich um allgemeine Hintergrund- informationen, die einer quellenkritischen Auslegung bedürfen und denen lediglich Hilfsfunktion bei der Sachverhaltsfeststellung zukommt. Letztere muss im konkreten Einzelfall unrichtig sein (allenfalls als Folge einer nicht aussagekräftigen Länderinformation), um den Beschwerdegrund der un- richtigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes erfüllen zu können (vgl. Urteil des BVGer D -6308/2016 vom 29. November 2016 E. 4.4). Dies ist vorliegend offensichtlich nicht der Fall, zumal sich auch aus den eingereichten Beweismitteln – insbesondere den Berichten zur Lage in Sri Lanka – nichts anderes ableiten lässt. 3.3.2 Was den Einwand betrifft, wonach der Umstand, dass die Beschwer- deführerin von Karuna-Leuten behelligt worden sei, vom SEM mit keinem Wort erwähnt (Beschwerde S. 18) beziehungsweise nicht angemessen ge- würdigt worden sei (Beschwerde S. 21), so ist es zwar richtig, dass sich die Vorinstanz mit diesem Vorbringen in der Verfügung nicht im Einzelnen aus- einandersetzte. Indessen hat das SEM im Sachverhalt festgehalten, dass die Beschwerdeführerin vorbringe, sie sei am (…) von den besagten Män- nern, die hinter dem Beschwerdeführer he r gewesen seien, behelligt und bedroht worden. Am nächsten Tag habe sie das Haus verlassen und sei nicht mehr zurückgekehrt (Verfügung S. 2). Aus dem Entscheid ergibt sich sodann, dass das SEM dieses Vorbringen für unglaubhaft hielt (Verfügung S. 3 Ziff. 1). Dabei stellte es vor allem auf die unglaubhaften Aussagen des Beschwerdeführers ab, wobei die diesbezügliche Begründung eingehend E-7784/2015 Seite 12 und so ausfiel, dass die Beschwerdeführenden diese sachgerecht anfech- ten konnten. Da das SEM den geschilderten Kontext der Verfolgung für unglaubhaft hielt, war es gerechtfertigt, sich nicht im Einzelnen mit den sich auf die Aussagen des Beschwerdeführers stützenden Vorbringen der Be- schwerdeführerin auseinanderzusetzen, zumal sich eine Behörde bei der Würdigung eines Sachverhalts auf die wesentlichen Gesichtspunkte be- schränken darf (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). Bezeichnenderweise gingen die Beschwerdeführenden in der Rechtsmitteleingabe im Übrigen auch ih- rerseits nicht substanziiert auf den Umstand ein. Nach dem Gesagten ist auch nicht ersichtlich, dass das SEM den entsprechenden Umstand unter dem Gesichtspunkt der Beschwerdeführerin als Zeugin von schweren Menschenrechtsverletzungen hätte prüfen müssen. 3.3.3 Die formellen Rügen erweisen sich nach dem Gesagte n als unbe- gründet und der Antrag, die angefochtene Verfügung sei aus formellen Gründen aufzuheben, und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, ist abzuweisen. Was die weiteren auf Beschwerdeebene erhobenen formellen Anträge betrifft, so sind diese ebenfalls abzuweisen. Es besteht namentlich keine Veranlassung ein Gutachten zur Auswertung des eingereichten Fotos einzuholen , Zeugen einzu vernehmen, die ver- schiedenen Einvernahmeprotokolle der Beschwerdeführenden miteinan- der zu vergleichen oder den Beschwerdeführenden eine nochmalige Frist zur Stellungnahme anzusetzen beziehungsweise sie noch einmal anzuhö- ren, falls die Vorbringen für unglaubhaft gehalten würden. Soweit sich die Kritik der Beschwerdeführerenden auf die Beweiswürdigung bezieht, ist in den nachgehenden Erwägungen darauf einzugehen. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Rel igion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die E-7784/2015 Seite 13 Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an da s Glaubhaft- machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.2 f. und BVGE 2012/5 E. 2.2). 5. 5.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, die Ausführungen des Beschwerdeführers enthielten diverse Widersprüche und Ungereimtheiten und seien darüber hinaus teils unlogisch und unsubstanz iiert ausgefallen. So sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Karuna -Gruppe den Beschwerdeführer im Jahr (…) bei sei- nem Vater suchen und diesen sogar drei Tage festhalten würde, um ihn danach von (…) in Ruhe zu lassen. Es sei davon auszugehen, dass die Karuna-Gruppe ihn – obwohl er angegeben habe, sich versteckt gehalten zu haben – an den angegeben Aufenthaltsorten gefunden hätte, wenn sie tatsächlich ein Interesse an seiner Person gehabt hätten. Insbesondere sei es ihm auch nicht gelungen plausibel aufzuzeigen, weshalb die Karuna - Gruppe ihn plötzlich – angeblich wegen sein er früheren Tätigkeit für die LTTE vor (…) – im Jahr (…) wieder aufgesucht habe. Die Angaben zu sei- nen Aufenthaltsorten, insbesondere zur angeblichen Beschlagnahmung des Elternhauses durch Karuna -Leute und Soldaten , seien im Übrigen ebenfalls widersprüchlich ausgefallen. Hinzukomme, dass er auch den Grund für die Suche nicht nachvollziehbar habe erklären können. In der BzP habe er angegeben, er sei gesucht wor- den, weil er früher bei der LTTE gewesen sei. In der Bundesanhörung habe er zunächst ausgeführt, die Karuna-Gruppe habe ihn gesucht, weil sie ehe- malige LTTE-Mitglieder hätten rekrutieren wollen, wohingegen er später zu Protokoll gegeben habe, er sei im Jahr (…) von der Karuna-Gruppe fest- genommen worden wegen des Verdachts, an der Ermordung von H._______ – (…) – beteiligt gewesen zu sein. Dies sei der Grund, weshalb er von der Karuna -Gruppe gesucht werde. In der BzP habe er die Fest- nahme durch Karuna-Angehörige jedoch mit keinem Wort erwähnt, obwohl explizit gefragt worden sei, ob er jemals in Haft gewes en sei. Schliesslich habe er davon auch in der ergänzenden Anhörung nichts erwähnt und auf E-7784/2015 Seite 14 Vorhalt hin sogar dementiert, je von der Karuna -Gruppe festgenommen worden zu sein. Die Suche durch die Karuna-Gruppe beziehungsweise die sri-lankischen Behörden sei entsprechend nicht glaubhaft. Vor diesem Hin- tergrund sei auch dem Vorbringen, wonach der Beschwerdeführer bis heute bei seinen Eltern und Schwiegereltern gesucht werde, die Grundlage entzogen, zumal nicht nachvollziehbar sei, weshalb die Karuna-Gruppe ihn plötzlich im Jahr 2015 wieder suchen sollte, nachdem er bereits 2013 das Land verlassen habe. Was seine Ausführungen zur angeblichen Mitgliedschaft bei der LTTE von (…) betreffe, seien diese ebenfalls widersprüchlich. Dies betreffe insbeson- dere die Angaben bezüglich der Zeit seines Austrittes aus der LTTE, die unterschiedlichen Antworten auf die Frage, ob er jemals auf Personen ge- schossen habe, sowie die unschlüssigen Aussagen zur Teilnahme an Kampfhandlungen, insbesondere der angeblichen Beteil igung an einem sogenannten „Road Block“. Die in Kopie eingereichten Fotos – welche auf- grund der zweifelhaften Identifikation nur einen geringen Beweiswert auf- weisen würden – würden bestenfalls belegen, dass er irgendwann einmal bei der LTTE gewesen sei. We der die geltend gemachte Dauer bei der LTTE noch den Weggang von der Bewegung in der vom Beschwerdeführer geschilderten Form könne jedoch geglaubt werden. Schliesslich spreche der Umstand, dass die Beschwerdeführenden Sri Lanka legal im Besitz ihrer Reisepässe über den Flughafen Colombo hät- ten verlassen könne, gegen ein Interesse der sri-lankischen Behörden, da eine problemlose Ausreise ansonsten kaum möglich gewesen wäre. Die geltend gemachten Probleme der Beschwerdeführerin mit ihrem Ehe- mann seien – soweit glaubhaft – nicht asylrelevant, da es keinerlei Anzei- chen dafür gegeben habe, dass er die ausgesprochenen Drohungen tat- sächlich in die Tat habe umsetzen wollen. S ie habe das alleinige Sorge- recht zugesprochen erhalten. Im Übrigen könne sie sich betreffend allfälli- gen Übergriffen durch ihren Ex-Mann an die Behörden wenden. Nachdem die geltend gemachten Verfolgungsmassnahmen sowie die Tä- tigkeiten des Beschwerdeführers für die LTTE in der von ihm geschilderten Form nicht glaubhaft ausgefallen seien, lägen im Falle einer Rückkehr auch sonst keine Hinweise vor, wonach die Beschwerdeführenden einer asylre- levanten Verfolgung ausgesetzt sein könnten. So stellten seine tamilische Ethnie, die mehr als zweijährige Landesabwesenheit, seine Herkunft, sein Alter, seine Narben sowie der geltend gemachte Umstand, dass sein (...) E-7784/2015 Seite 15 bei der LTTE gewesen sei (auch diesbezüglich habe sich der Beschwerde- führer jedoch widersprüchlich geäusserte) unter Umstände zwar Faktoren dar, die die Aufmerksamkeit der sri -lankischen Behörden im Rahmen der Wiedereinreise und der Wiedereingliederung erhöhen würden . Indessen bestehe aufgrund dieser Element e kein hinreichend begründe ter Anlass zur Annahme, dass die Beschwerdeführenden Massnahmen zu befürchten hätten, welche über einen sogenannten Background-Check hinausgehen würden. 5.2 Auf Beschwerdeebene hielten die Beschwerdeführenden im Wesentli- chen fest, dass der Sachverhalt sehr wohl glaubhaft gemacht worden sei. Zwar sei es insbesondere betreffend den tatsächlichen Tätigkeiten des Be- schwerdeführers für die LTTE, aber auch bezogen auf die Verfolgungsmo- tivation seitens der Karuna-Gruppe tatsächlich zu Widersprüchen gekom- men. Diese seien aber in erster Linie der äusserst unübersichtlichen Situ- ation im Rahmen der Abspaltung der Karuna -Gruppe von der LTTE ge- schuldet. So zeige der historische Kontext, dass die Fronten in Bezug auf die LTTE und der Karuna -Gruppe äusserst chaotisch und für den Be- schwerdeführer kaum erkennbar gewesen seien, was die unklaren Aussa- gen erkläre. Sodann sei der Beschwerdeführer kognitiv eingeschränkt und leide unter einem beschränkten Erinnerungsvermögen . Dadurch sei er nicht in der Lage gewesen, seine Erlebnisse von sich aus in str ukturierter Form wiederzugeben. Die Ausführungen der Beschwerdeführerenden be- treffend den Vorfällen ab (…) würden sich jedoch decken, was ebenfalls für die Glaubhaftigkeit der Aussagen spreche. Im Übrigen sei das im Jahr (…) wieder aufflammen de Verfolgungsinteresse der Karuna -Gruppe mit den Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin mit ihrem Ex-Ehemann erklärbar, was das SEM ebenfalls unbeachtet gelassen habe. Die Argumentation des SEM, wonach die sri -lankischen Behörden zeitweise kein hinreichend in- tensives Verfolgungsinteresse am Beschwerdeführer – so etwa im Rah- men der Heirat (…) oder der mit Hilfe eines Schleppers gelungenen legalen Ausreise – gezeigt habe, sei im Übrigen nicht stichhaltig beziehungsweise mute vielmehr zynisch an. Aufgrund des glaubhaft gemachten Sachverhalts seien die Beschwerde- führenden bei einer allfälligen Rückkehr ge fährdet. So sei den sri -lanki- schen Behörden das Engagement des Beschwerdeführers für die LTTE bekannt, wobei die Beschwerdeführerin als Zeugin von diesbezüglichen Menschenrechtsverletzungen ebenso weitere Verfolgungshandlungen zu befürchten habe. Das Verfolgungsinteresse habe auch nach der Ausreise angehalten, da bis heute Nachfragen nach den Beschwerdeführenden bei E-7784/2015 Seite 16 den Familienangehörigen in Sri Lanka eingingen. Da der Beschwerdefüh- rer mehrere gut sichtbare Körpernarben trage und über zahlreiche soziale, sowie familiäre Verbindungen zu Personen mit LTTE -Verbindungen ver- füge, würde er bei einer Rückreise Verdacht erwecke n. Sodann würden sich die Beschwerdeführenden seit mehr als zwei Jahren in der Schweiz aufhalten, was sie noch weiter verdächtig mache. Der Beschwerdeführer habe sich im Rahmen der Teilnahme am Heldentag in N._______ auch politisch engagiert. Sollte diese exilpolitische Tätigkeit den sri -lankischen Behörden bekannt sein, würde das Engagement als Wiedererstarkung der LTTE im Ausland gewertet. 5.3 In der Vernehmlassung hielt das SEM unter anderem fest, die auf Be- schwerdestufe nachgereichten Originalfotos und Informationen aus dem Asylverfahren von M._______ liessen nichts zu Gunsten der Beschwerde- führenden ableiten, zumal sich den eingereichten Akte n von M._______ entnehmen lasse, dass sein Asylgesuch abgewiesen worden sei. 5.4 Neben dem bereits in der Rechtsmitteleingabe Ausgeführten, wiesen die Beschwerdeführenden in der Replik insbesondere daraufhin, mit den eingereichten Beweismitteln sei die Mitgliedschaft des Beschwerdeführers bei der LTTE und seine Tätigkeiten bewiesen. Für die Beurteilung der für das vorliegende Verfahren relevanten Fragen sei es sodann unerheblich, ob der Zeuge M._______ in O._______ Asyl erhalten habe oder nicht. 6. 6.1 Die Vorinstanz ist in ihren Erwägungen zur zutreffenden Erkenntnis ge- langt, die Vorbringen der Beschwerdeführenden würden entweder den An- forderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht genügen oder seien nicht asylrelevant. Auf die entsprechenden Erwägungen der Vo- rinstanz und deren Zusammenfassung in E. 5.1 kann zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden. Der Inhalt der Beschwerde führt zu keiner anderen Betrachtungsweise. Die Beschwerdeführenden bestritten die vom SEM aufgezeigten Ungereimtheiten in der Rechtsmitteleingabe nicht, sondern räumten selbst ein, es sei in den Ausführungen des Be- schwerdeführers tatsächlich zu Unstimmigkeiten und Widersprüchen ge- kommen (vgl. Beschwerde S. 26). 6.2 6.2.1 Das SEM zweifelte nicht per se daran, dass der Beschwerdeführer einst Mitglied der LTTE war. Auch das Bundesverwaltungsgericht hat kei- nen Grund, um die vorübergehende frühere LTTE-Mitgliedschaft in Frage E-7784/2015 Seite 17 zu stellen. Indessen gelang es dem Besch werdeführer, wie das SEM zu Recht darlegte, nicht, das geltend gemachte Engagement, vor dessen Hin- tergrund die Verfolgung stattgefunden habe, hinreichend glaubhaft darzu- legen. 6.2.2 Insbesondere fielen die dargelegten Verfolgungsgründe durch die Karuna-Gruppe teilweise massiv widersprüchlich aus. Dies gilt betreffend dem Umstand, wonach der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Ermordung von H._______, Schwierigkeiten mit der Karuna-Gruppe erhal- ten haben will. Diesbezüglich gab er in der ersten Anhörung zu Pr otokoll, die Ermordung von H._______ im Jahre (…) sei der Grund gewesen, dass er auch im Jahre (…) noch von den Angehörigen der Karuna-Gruppe ge- sucht worden sei. Damals sei er nach der Erm ordung von H._______ ge- flüchtet, in der Folge jedoch – aufgrund des Verdachts an seiner Tötung beteiligt gewesen zu sein – von den Karuna-Leuten festgenommen und in einem Camp zur Ermordung von H._______ befragt worden. Er habe dann als Häftling im Camp bleiben müssen, wobei ihm erst (…) während eines grossen Gefechts zwischen beiden Gruppierungen die Flucht gelungen sei (vgl. A20 F139, F142, F213 ff., F225). Aufgrund der Tragweite, die ein Vorwurf der Beteiligung an der Ermordung (…) und eine nachgehende länger andauernde Festnahme gehabt hätte, wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdeführer diesem Sachver- haltselement bei der Asylbegründung ein starkes Gewicht beimessen würde. Dies war jedoch nicht der Fall. Vielmehr liess er dieses Vorbringen bei der BzP gänzlich unerwähnt. Auch in der ersten Anhörung gab er auf die Frage, weshalb er sich bei der Trennung der LTTE und der Karuna - Gruppe, nicht einer der beiden Gruppen angeschlossen habe , jedoch zu- nächst an, der Chef seiner Gruppe sei auch ausgetreten und deswegen sei er nach Hause ge gangen (vgl. A20 F6). Auf die spätere Frage, weshalb Mitglieder der Karuna -Gruppe ihn im Jahr (…) bei seinem Vater gesucht hätten, führte er aus, sie hätten ehemalige LTTE-Mitglieder für sich rekru- tieren wollen (vgl. A20 F62). Der Grund, weshalb er nicht z ur Karuna - Gruppe gewollt habe, sei gewesen , weil diese angefangen habe, ehema- lige LTTE-Mitglieder zu schlagen und zu töten (vgl. A20 F73). Erst auf die Frage, weshalb die Probleme mit der Karuna -Gruppe (…) wieder aufge- kommen seien, antwortete er beiläufig und wenig substanz iiert, dies sei wegen H._______ gewesen, wobei er in der Folge – wie zuvor bereits dar- gelegt – ausführte, inhaftiert und verdächtigt worden zu sein (vgl. A20 F138 ff.). E-7784/2015 Seite 18 In der ergänzenden Anhörung führte er im Widerspruch d azu aus, als es zur Trennung der LTTE und der K aruna-Gruppe gekommen sei, habe er unter H._______ Einheit gedient und sei für den (…) zuständig gewesen. Zu jener Zeit seien viele Truppenmitglieder getötet worden oder hätten sich von der Bewegung getrennt. Als H._______ erschossen worden sei, sei er ebenfalls von der Bewegung weggelaufen beziehungsweise habe er sich zusammen mit rund (…) weiteren LTTE-Mitgliedern noch rund (…) Monate im Wald versteckt gehalten (vgl. A39 F53 ff.). Der Tod von H._______ habe für ihn indessen keinerlei Konsequenzen gehabt (vgl. A20 F63). Er sei auch nie festgenommen worden (vgl. insb. A39 F77). Die unterschiedlichen Sachverhaltsversionen des Beschwerdeführers sind nicht miteinander in Übereinstimmung zu bringen , zumal ni cht nachvoll- ziehbar ist, dass er eine Festnahme durch die Karuna -Gruppe in der er- gänzenden Anhörung verneinte, nachdem er bei der ersten Anhörung noch angab, über längere Zeit in einem Camp festgehalten worden zu sein. Der pauschale Einwand in der Rechtsmi tteleingabe, die Widersprüche seien mit der äusserst unüberschaubaren Entwicklung im Rahmen der Spaltung zwischen der Karuna-Gruppe und der LTTE erklärbar, vermag die aufge- zeigten Widersprüche offensichtlich nicht zu entkräften. Bezeichnender- weise setzten sich die Beschwerdeführenden mit den konkreten Einwän- den des SEM ansonsten nicht im Einzelnen auseinander, sondern hielten lediglich allgemein daran fest, diese seien trotz der Ungereimtheiten glaub- haft (vgl. insb. S. 25 ff., S. 28). Wie das SEM aufzeigte, kam es aber nicht nur betreffend dem geltend ge- machten Verfolgungsmotiv zu Unstimmigkeiten, sondern widersprach sich der Beschwerdeführer unter anderem auch hinsichtlich seiner verschiede- ner Aufenthaltsorte während (…), der Beschlagnahmung des Hauses des Vaters sowie der Teilnahme an Kampfhandlungen (vgl. Verfügung S. 3 ff.). Was die vorgebrachten Verfolgungen durch angebliche Angehörige der Ka- runa-Gruppe im Jahr (…) betrifft, so fällt sodann auf, dass die diesbezügli- che Erzählweise d es Beschwerdeführers auffällig unsubstan ziiert ausfiel und er nicht in der Lage war, die einzelnen Handlungsvorgänge konkret zu schildern (vgl. insb. A20 F60 ff.; F74 ff.; F160 ff.). Betreffend den weiteren Ungereimtheiten kann, um Wiederholungen zu vermei den, auf die zutref- fenden Erwägungen des SEM verwiesen werden, da die Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe diese nicht zu entkräften vermögen . Insbeson- dere liegen keine Anhaltspunkte vor, dass der Beschwerdeführer aufgrund von kognitiven Problemen oder Erinnerungslücken derart eingeschränkt E-7784/2015 Seite 19 gewesen wäre, dass er keine stringenten Ausführungen hätte machen kön- nen, zumal er von Seiten des SEM auf verschiedene Widersprüche ange- sprochen wurde ( vgl. z.B. bezüglich den Kampfhandlungen beziehungs- weise der Teilnahme an einem Road Block [vgl. A39 F49], der Beschlag- nahmung des Elternhauses [A20 F103 ff.] oder der Festnahme durch die Karuna-Angehörige [A20 F207, A39 F77]). Das auf Beschwerdeebene im Original eingereichte Foto vermag über die ehemalige LTTE-Mitgliedschaft hinaus – an welcher nicht grundsätzlich gezweifelt wird – im Übrigen nichts zu belegen, was auch für die weiteren Beweismittel gilt. Dem Beschwerdeführer gelingt es nach dem Gesagten nicht glaubhaft zu machen beziehungsweise ergeben s ich aufgrund der Akten keine hinrei- chenden Anhaltspunkte, dass er aufgrund seiner LTTE -Mitgliedschaft in den Fokus der Karuna -Gruppe geraten ist , und durch diese beziehungs- weise die sri-lankischen Behörde im Zeitpunkt seiner Ausr eise ernsthafte Nachteile zu befürchten hatte, welche kausal mit seiner Flucht im Zusam- menhang standen. 6.2.3 Da die Verfolgung des Beschwerdeführers durch Karuna-Mitglieder nicht geglaubt werden kann, ist dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach ebensolche Mitglieder bei ihr zu Hau se aufgetaucht seien, nach ihrem Ehemann gefragt und sie in der Folge in geschlechtsspezifischer Weise behelligt hätten, die Grundlage entzogen. Es ist zwar nicht per se auszuschliessen, dass die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit allen- falls in einem anderen als dem dargelegten Kontext Opfer eines ge- schlechtsspezifischen Übergriffs geworden ist , betreffend allfällig stattge- fundenen nicht behördliche n Behelligungen – insbesondere im Zusam- menhang mit den Streitigkeiten ihres Ex-Ehemannes – hat das SEM indes- sen zu Recht ausgeführt, dass si e sich diesbezüglich an die Behörden wenden könn e. Auf die entsprechenden Ausführungen kann verwiesen werden. 6.2.4 Nach dem Gesagten, gelingt es den Beschwerdeführenden nicht, im Zeitpunkt ihrer Ausreise asylrelevante Vorfluchtgründe geltend zu machen. 6.3 6.3.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung zutreffend er- kannt, dass d ie Beschwerdeführenden auch bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt wären. Das Bundes-E-7784/2015 Seite 20 verwaltungsgericht hielt im Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 (als Re- ferenzurteil publiziert) diesbezüglich fest, bestimmte Risikofaktoren (Ein- trag in die „Stop-List“, Verbindung zu den LTTE und exilpolitische Aktivitä- ten) seien als stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie unter den im Entscheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur Bejahung einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber wür- den das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangsweise res- pektive durch die IOM begleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobegründende Faktoren darstellen. Dies bedeute, dass diese in der Regel für sich alleine genommen keine relevante Furcht vor e rnst- haften Nachteilen zu begründen vermöchten. Jegliche glaubhaft gemach- ten Risikofaktoren seien in einer Gesamtschau und in ihrer Wechselwir- kung sowie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände in einer Ein- zelfallprüfung zu berücksichtigen, mit dem Ziel, zu erwägen, ob mit beacht- licher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung be- jaht werden müsse (Urteil E-1866/2015 E. 8.5.5). 6.3.2 Zwar wird vorliegend nicht ausgeschlossen, dass der Beschwerde- führer für eine gewisse Zeit Mitglied der LTTE gewesen sein könnte. Nach Abwägung der verschiedenen Umstände geht das Bundesverwaltungsge- richt indessen davon aus, dass dies sein Risikoprofil nicht in einer Weise schärft, dass von einer begründeten Furcht auszugehen wäre. S o hat er gemäss seinen eigenen Aussagen , nie eine besondere Funktion ausge- führt und die LTTE im Jahre (…) verlassen. Wie vorangehend ausgeführt (vgl. E. 6.2) gelang es dem Beschwerdeführer nicht glaubhaft zu machen, dass er seither behördliche Nachteile erfahren hat. Im Jahre (…) konnten die Beschwerdeführenden einen Pass beantragen und 2013 das Land über den Flughafen in Colombo legal verlassen ohne Probleme seitens der Be- hörden zu gewärtigen. Falls die Beschwerdeführenden aufgrund einer all- fälligen LTTE-Mitgliedschaft des Mannes im Fokus der Behörden gestan- den hätten beziehungsweise stehen würden, so wäre zu erwarten gewe- sen, dass bei der Pass-Ausstellung beziehungsweise der Ausreise einge- hende Sicherheitsprüfungen oder andere Massnahmen durchgeführt wor- den wären. Dies wurde aber nicht geltend gemacht. Weder die Narben noch die vorgebrachten Verbindungen des Beschwer- deführers zu möglichen LTTE-Mitgliedern vermögen das Risikoprofil ent- scheidend zu schärfen. Zwar gab der Beschwerdeführer einige Namen von ehemaligen Mitgefährten bei der LTTE bekannt, mit denen er auch heute noch Kontakt pflege (vgl. insb. Beschwerde S. 12). Weder im Rahmen der Befragungen noch in der Rechtsmitteleingabe konkretisierte er jedoch was E-7784/2015 Seite 21 für Funktionen diese innerhalb der LTTE ausgeübt hatten oder ob sie auch heute noch als LTTE -Aktivisten bekannt seien. Die Aussagen des Be- schwerdeführers betreffend die LTTE-Mitgliedschaft seines (...) fielen so- dann widersprüchlich aus. So gab er in der ersten Anhörung an, sein (...) mütterlicherseits sei ebenfalls Mitglied der LTTE gewesen; er wisse aller- dings nicht in welcher Funktion, jedenfalls sei er bei seinem Austritt immer noch für die LTTE tätig gewesen (vgl. A20 F40 ff.). Demgegenüber gab er in der ergänzenden Anhörung an, der (...) sei bereits verstorben gewesen, als er (…) in die LTTE eingetreten sei (vgl. A39 F71 ff.). Was die Narben betrifft, so vermerkte der SEM-Mitarbeiter bei der Anhö- rung am 10. April 2013, an der rechten Hand seien Schürfungen zu sehen, welche der Beschwerdeführer auf die rund eineinhalb Monate zuvor statt- gefundene Flucht vor den Karuna-Mitgliedern zurückführte (vgl. A20 F175). Es ist nicht klar, inwieweit diese Schürfungen auch heute – also rund fünf Jahre später – noch sichtbar sind beziehungsweise überhaupt einen Ver- dacht seitens der sri-lankischen Behörden erwecken würden. Die Narben im Brustbereich sowie in der Achselhöhle, welche sich der Beschwerdefüh- rer von einem Flu gzeugangriff zugezogen habe (vgl. A39 F84) , stellen höchstens schwach risikobegründende Faktoren dar, welche vorliegend nicht erheblich ins Gewicht fallen. Die einmalige Teilnahme an einer regierungskritischen Kundgebung in N._______ stellt sodann keine exilpolitische Tätigkeit in einem Ausmass dar, welches die Aufmerksamkeit der Behörden entscheidend auf die Be- schwerdeführenden zu lenken vermag. Auch in der Rechtsmitteleingabe wird diesbezüglich im Übrigen nur auf eine hypothetische Kenntnisnahme seitens der Behörden hingewiesen (vgl. Beschwerde S. 30). Schliesslich ist davon auszugehen, dass d ie Beschwerdeführenden Zugang zu ihren Identitätsdokumenten haben. Es bestehen somit keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass den Be- schwerdeführenden persönlich bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernst- hafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen könnten. Dies ergibt sich auch nicht aus den auf Beschwerdeebene eingereichten Dokumenten. Es erübrigt sich auf die weiteren Argumente in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, da sie nicht geeignet sind, zu einer anderen Einschätzung zu führen. Insbesondere vermag der Einwand, wonach die Beschwerdeführe- rin Zeugin von Menschenrechtsverletzungen geworden sei (vgl. Be- schwerde S. 18) nicht zu überzeugen, nachdem die diesbezüglichen Aus- führungen nicht im nötigen Umfang glaubhaft gemacht wurden (vgl. E. 6.2). E-7784/2015 Seite 22 6.4 Zusammenfassend haben die Beschwerdeführenden nichts vorge- bracht, was geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu ma chen. Die Vorinstanz hat ihr Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es nicht darauf ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli- che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nic ht zumutbar oder nicht möglich, so regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen. Da die Beschwerdeführenden die Flüchtlingsei- genschaft nicht erfüllen, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen v erfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Über- einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Die allgemeine Mensc henrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegwei- sungsvollzug aktuell nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil E-7784/2015 Seite 23 E-1866/2015 E. 12.2). Auch der Europäische Gerichtshof für Menschen- rechte (EGMR) hat wiederholt festgestellt, dass nicht generell davon aus- zugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmensch- liche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall vorgenom- men werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. Sep- tember 2013, 10466/11, Ziff. 37). Es ergeben sich aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass d ie Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Mass- nahmen zu befürchten hätten, die über einen sogenannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In - und Ausland) hinausgehen würden, oder dass sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Nachdem die Beschwerdeführenden – wie in E. 6.3 ausgeführt – nicht glaubhaft gemacht haben , dass sie befürchten müssten, bei einer Rück- kehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in ei- nem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihnen würde aus demselben Grund eine menschenrechtswidrige Behandlung in Sri Lanka drohen. Somit erweist sich der Vollzug der Wegweisung als zulässig. 8.3 Der Vollzug der Wegweisung kann gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG unzu- mutbar sein, wenn die beschwerdeführende Person im Heimat- oder Her- kunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notla ge konkret gefährdet ist. Sind bei einem Wegweisungsvollzug Kinder betroffen, so ist das Kindeswohl besonders zu berücksichtigen (BVGE 2009/28 E. 9.3.2). Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka we- der Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Nach einer eingehenden Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri Lanka ist das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss gekom- men, dass der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz (mit Ausnahme des „Vanni-Gebiets“) zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumut- barkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkom- mens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Urteil E -1866/2015 E. 13.2). Auf eine Beurteilung der Situation im Vanni -Gebiet und der Zu- mutbarkeit einer Rückkehr in jene Region kann hier verzichtet werden, da E-7784/2015 Seite 24 die Beschwerdeführenden nicht aus diesem Gebiet sondern aus P ._______ ([…]) stammen. In dieser Region leben die Eltern beider Be- schwerdeführenden sowie mehrere ihrer Geschwister und weitere Ver- wandte (vgl. insb. A11 F3.01; A39 F18; A40 F30 f.). Der Beschwerdeführer hat sodann bis zur (…) die Schule besucht und seine Familie verfügt über mehrere landwirtschaftlich nutzbare Felder sowie einen (…)betrieb, in dem er bis zu seiner Ausreise tätig war (vgl. A10 F1.17.05; A11 F1.17.04; A20 F71). Die Beschwerdeführerin gab an, die (…) besucht zu haben; ihre Fa- milie besitze sodann mehrere Häuser (vgl. A10 F1.17.04; A40 F15). Für eine soziale und berufliche Wiedereingliederung sind damit – entgegen der Ansicht in der Rechtsmitteleingabe (vgl. Beschwerde S. 3 7) – Umstände vorhanden, die vorliegend nicht Voraussetzung für die Zumutbarkeit der Wegweisung sind, sondern vielmehr begünstigend ins Gewicht fallen. Auch in Berücksichtigung des Kindeswohls erweist sich der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführe nden und ihrer drei Kinder nach Sri Lanka als zumutbar. Das ältere Kind C._______ verliess Sri Lanka im Alter von (…) Jahren und hält sich nun seit fünf Jahren in der Schweiz auf. Die jüngeren Söhne D._______ und E._______ sind im (…) beziehungsweise im (…) in der Schweiz geboren. Die Kinder haben somit zwar eine beacht- liche Zeit in der Schweiz gelebt und vor allem der ältere Sohn ist mit den hiesigen Verhältnissen vertraut geworden. Sie sind jedoch alle drei in ei- nem anpassungsfähigen Alter, und es ist auch beim Älteren davon auszu- gehen, dass die sozialen Beziehungen und Bindungen derzeit noch in ers- ter Linie innerhalb der Familie angesiedelt sind. Insbesondere ist nicht von einer derartigen Verwurzelung in der Schweiz auszugehen, welche einer Wegweisung entgeg enstehen könnte (dazu näher BVGE 2009/28 E. 9.3.2). Das mit Eingabe vom 14. Januar 2016 eingereichte, C._______ be- treffende Schreiben de r Schulleitung der Primarschule (…) vom 18. No- vember 2015 vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Der Voll- zug erweist sich somit insgesamt als zumutbar. 8.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän- digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen digen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög- lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). E-7784/2015 Seite 25 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die bei Beschwerdeerhebung geltenden Kosten von 600.– (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs- gericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der am 14. Januar 2016 in gleicher Höhe einge- gangene Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten ver- wendet. (Dispositiv nächste Seite) E-7784/2015 Seite 26 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführe nden auferlegt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Be- zahlung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän- dige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Andrea Berger-Fehr Sibylle Dischler