Abkommen vom 10. Februar 2021 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Bundesrepublik Deutschland über die gegenseitige Feststellung der Gleichwertigkeit von beruflichen Abschlüssen <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/529/20210901/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/529/20210901"/><FRBRdate date="2021-09-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="2021-02-10" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2021-09-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Abkommen vom 10. Februar 2021 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Bundesrepublik Deutschland über die gegenseitige Feststellung der Gleichwertigkeit von beruflichen Abschlüssen" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Accord du 10 février 2021 entre le Conseil fédéral suisse et le Gouvernement de la République fédérale d’Allemagne concernant la constatation mutuelle de l’équivalence des diplômes professionnels" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="it" value="Accordo del 10 febbraio 2021 tra il Consiglio federale svizzero e il Governo della Repubblica federale di Germania sulla reciproca determinazione dell’equivalenza dei titoli professionali" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/529/20210901/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/529/20210901/de"/><FRBRdate date="2021-09-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="2021-02-10" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2021-09-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/529/20210901/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/529/20210901/de/xml"/><FRBRdate date="2021-09-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="2021-02-10" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2021-09-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.412.113.6 </docNumber></p><p> AS <b>2021</b> 529</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Originaltext</p><p><docTitle>Abkommen<br/>zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung <br/>der Bundesrepublik Deutschland über die gegenseitige Feststellung <br/>der Gleichwertigkeit von beruflichen Abschlüssen</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 10. Februar 2021<br/>In Kraft getreten durch Notenaustausch am 1. September 2021</p><p> (Stand am 1. September 2021)</p></preface><preamble><p>Der Schweizerische Bundesrat <br/>und <br/>die Regierung der Bundesrepublik Deutschland,</p><p>im Folgenden als «Vertragsparteien» bezeichnet, – </p><p>im Geiste der freundschaftlichen Beziehungen,</p><p><i>im Bewusstsein</i> der Vergleichbarkeit der Qualität und der Ausgestaltung der Bildungssysteme,</p><p><i>in der Absicht</i>, den Absolventen beruflicher Bildungsgänge die Berufsausübung auf dem Arbeitsmarkt und die berufliche Weiterbildung im jeweils anderen Staat zu erleichtern und die Mobilität der Fachkräfte allgemein zu fördern,</p><p><i>gewillt</i>, zu diesem Zweck gegenseitig die Gleichwertigkeit von beruflichen Abschlüssen festzustellen und diese Abschlüsse gleichzustellen,</p><p><i>entschlossen</i>, dabei im Bereich der beruflichen Bildung die bestehenden Gemeinsamkeiten in den Vordergrund zu stellen und die internationale Anschlussfähigkeit der Berufsbildung allgemein zu stärken,</p><p><i>in dem gemeinsamen Verständnis</i>, dass dieses Abkommen die Anwendbarkeit der Richtlinie 2005/36/EG im Bereich der reglementierten Berufe nicht berührt,</p><p><i>in Fortführung</i> der langjährigen und bewährten Zusammenarbeit auf dem Gebiet der beruflichen Bildung,</p><p><i>bestrebt</i>, der Entwicklung und Erweiterung dieser Zusammenarbeit besondere Aufmerksamkeit zu widmen und sie weiterhin zu fördern –</p><p>sind wie folgt übereingekommen:</p></preamble><body><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Geltungsbereich</heading><paragraph eId="art_1/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_1/para/listintro">Das vorliegende Abkommen gilt für die Modalitäten der gegenseitigen Feststellung der Gleichwertigkeit von beruflichen Abschlüssen, die in beiden Staaten bundesrechtlich in Rechts- oder Verwaltungsvorschriften geregelt sind und in folgende Bereiche fallen:</listIntroduction><item eId="art_1/para/lbl_1"><num>1. </num><p>im Falle der Schweizerischen Eidgenossenschaft Abschlüsse der beruflichen Grundbildung sowie Abschlüsse der eidgenössischen Prüfungen der höheren Berufsbildung (Eidgenössische Fachausweise, Eidgenössische Diplome) nach dem Berufsbildungsgesetz<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/674" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>412.10</b></ref></p></authorialNote>;</p></item><item eId="art_1/para/lbl_2"><num>2. </num><p>im Falle der Bundesrepublik Deutschland Abschlüsse der beruflichen Aus- und Fortbildung, die nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder nach dem Gesetz zur Ordnung des Handwerks (HwO) geregelt sind.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Grundsatz und Zweck</heading><paragraph eId="art_2/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die in der Bundesrepublik Deutschland und in der Schweizerischen Eidgenossenschaft erworbenen beruflichen Abschlüsse sind hinsichtlich Ausbildungsqualität und Arbeitsmarktrelevanz vergleichbar.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Vertragsparteien stellen die Gleichwertigkeit von beruflichen Abschlüssen der jeweils anderen Seite fest und stellen diese hinsichtlich Berufsausübung auf dem Arbeitsmarkt und Zugang zu beruflicher Weiterbildung gleich, wenn alle der in Artikel 3 aufgeführten Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Voraussetzungen der Feststellung der Gleichwertigkeit</heading><paragraph eId="art_3/para_1"><num>(1)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_3/para_1/listintro">Die Gleichwertigkeit von beruflichen Abschlüssen wird festgestellt, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:</listIntroduction><item eId="art_3/para_1/lbl_1"><num>1. </num><p>Die beruflichen Abschlüsse, deren Gleichwertigkeit festgestellt werden soll, befähigen zu vergleichbaren beruflichen Tätigkeiten. In diesen Berufsbildern bestehen keine wesentlichen Unterschiede.</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_2"><num>2. </num><p>Die betreffenden beruflichen Abschlüsse sind systemisch der gleichen Stufe gemäss der Anlage zu diesem Abkommen zugeordnet.</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_3"><num>3. </num><p>Die rechtlichen Grundlagen des beruflichen Abschlusses, zu dem eine Gleichwertigkeit festgestellt werden soll, sind zum Zeitpunkt der Antragstellung auf Seiten der prüfenden Vertragspartei in Kraft.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_2"><num>(2)</num><content><p>Ergebnisse der Prüfungen nach diesem Artikel werden in gemeinsamen Arbeitsinstrumenten nach Artikel 6 Absatz 2 festgehalten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Wirkung der Feststellung der Gleichwertigkeit</heading><paragraph eId="art_4/para"><content><p>Ein gleichgestellter beruflicher Abschluss der einen Vertragspartei verleiht dessen Inhaberin oder Inhaber hinsichtlich Berufsausübung auf dem Arbeitsmarkt und Zugang zu beruflicher Weiterbildung die Rechte, die mit dem gleichgestellten beruflichen Abschluss der anderen Vertragspartei verbunden sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Verfahren zur Feststellung der Gleichwertigkeit</heading><paragraph eId="art_5/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die Gleichwertigkeit eines beruflichen Abschlusses nach diesem Abkommen wird in den allgemeinen Strukturen und Verfahren zur Anerkennung von beruflichen Abschlüssen jedes der beiden Staaten beantragt. In der Bundesrepublik Deutschland handelt es sich dabei um die Strukturen und Verfahren nach dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz in Verbindung mit den Regeln der Handwerksordnung, in der Schweizerischen Eidgenossenschaft um die Strukturen und Verfahren gemäss Berufsbildungsgesetz.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_2"><num>(2)</num><content><p>Im Rahmen dieser Strukturen und Verfahren wird zunächst eine Gleichwertigkeit nach Artikel 3 dieses Abkommens geprüft. Wenn dessen Voraussetzungen erfüllt sind, wird die Gleichwertigkeit festgestellt. Wenn die Voraussetzungen nach diesem Abkommen nicht erfüllt sind, wird der Antrag nach den allgemeinen Bestimmungen zur Anerkennung von beruflichen Abschlüssen jedes der beiden Staaten weiter beurteilt, die sich auf das jeweils geltende übrige Recht stützen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Zuständige Behörden, Arbeitsinstrumente, Gemischter Ausschuss</heading><paragraph eId="art_6/para_1"><num>(1)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_6/para_1/listintro">Die für die Anwendung dieses Abkommens zuständigen Behörden der Vertragsparteien sind:</listIntroduction><item eId="art_6/para_1/lbl_1"><num>1. </num><p>im Falle der Schweizerischen Eidgenossenschaft das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation im Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung; und</p></item><item eId="art_6/para_1/lbl_2"><num>2. </num><p>im Falle der Bundesrepublik Deutschland das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die zuständigen Behörden tauschen alle zur Entwicklung einer gegenseitigen und kohärenten Feststellungspraxis erforderlichen Informationen aus. Sie werden gemeinsame Arbeitsinstrumente entwickeln und pflegen, die die Feststellungspraxis unterstützen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_3"><num>(3)</num><content><p>Ein aus Vertretern der zuständigen Behörden bestehender Gemischter Ausschuss wird eingesetzt, der für die ordnungsgemässe Anwendung dieses Abkommens und dessen Weiterentwicklung verantwortlich ist. Zu diesem Zweck kann er Empfehlungen abgeben und Arbeitsgruppen einsetzen. Der Gemischte Ausschuss regelt offene Fragen einvernehmlich. Der Gemischte Ausschuss tritt mindestens einmal alle zwei Jahre zusammen. Weitere Behörden oder Experten können bei Bedarf eingeladen werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Erhalt erworbener Rechte und Übergangsregelungen</heading><paragraph eId="art_7/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die von Personen vor Inkrafttreten des vorliegenden Abkommens auf Grundlage anderer Abkommen und Vereinbarungen erworbenen Rechte bleiben unberührt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_2"><num>(2)</num><content><p>Anträge auf die Feststellung der Gleichwertigkeit eines beruflichen Abschlusses, die bereits vor Inkrafttreten des vorliegenden Abkommens gestellt wurden, werden nach den zum Zeitpunkt des Antrags geltenden Bestimmungen beurteilt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Aufhebung bisherigen Rechts</heading><paragraph eId="art_8/para"><content><p>Mit dem Inkrafttreten dieses Abkommens tritt die Vereinbarung vom 1. Dezember 1937<authorialNote><p>  In der AS nicht veröffentlicht.</p></authorialNote> zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung Deutschlands über die gegenseitige Anerkennung handwerklicher Prüfungen ausser Kraft.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><heading>Geltungsdauer, Abkommensänderung</heading><paragraph eId="art_9/para_1"><num>(1)</num><content><p>Dieses Abkommen bleibt solange in Kraft, bis es von einer der beiden Vertragsparteien schriftlich auf diplomatischem Wege gekündigt wird. Eine Kündigung wird sechs Monate nach ihrem Eingang bei der anderen Vertragspartei wirksam.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_2"><num>(2)</num><content><p>Dieses Abkommen kann nur durch eine zwischen den Vertragsparteien zu schliessende Vereinbarung geändert oder ergänzt werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Inkrafttreten</heading><paragraph eId="art_10/para"><content><p>Dieses Abkommen tritt am ersten Tag des ersten Monats in Kraft, der auf den Monat folgt, in dem die beiden Vertragsparteien einander mitgeteilt haben, dass die jeweiligen innerstaatlichen Voraussetzungen für das Inkrafttreten erfüllt sind. Massgebend ist der Tag des Eingangs der letzten Mitteilung.</p><p>Geschehen zu Berlin am 10. Februar 2021 in zwei Urschriften.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für den <br/>Schweizerischen Bundesrat:</p><p>Martina Hirayama</p></td><td><p>Für die Regierung der <br/>Bundesrepublik Deutschland:</p><p>Anja Karliczek</p></td></tr></table></content></paragraph></article></body><components><component><doc name="annex"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/529/20210901/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/529/20210901"/><FRBRdate date="2021-09-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="2021-02-10" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2021-09-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Abkommen vom 10. 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