<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-06-13-1B_37-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1B_37/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 13. Juni 2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Müller, präsidierendes Mitglied, </div> <div class="para">Bundesrichter Haag, Kölz, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Kern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________ Sàrl, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Christian Lüscher, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, </div> <div class="para">Beschwerdegegner, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwälte Dr. Nicolas Bracher und/oder Lukas Groth, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, Qualifizierte Wirtschaftskriminalität und internationale Rechtshilfe, </div> <div class="para">Güterstrasse 33, Postfach, 8010 Zürich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Strafverfahren; Akteneinsicht, Aktenentfernung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 1. Dezember 2022 (UH210408-O/U/HON). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Die Staatsanwaltschaft Ill des Kantons Zürich führt eine Strafuntersuchung gegen B.________ wegen Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesorgung, insbesondere zum Nachteil der A.________ Sàrl. B.________ soll als Vermögensverwalter Sorgfaltspflichten verletzt und seinen Auftraggebern dadurch einen grossen Schaden verursacht haben. Überdies soll er seinen Auftraggebern den Erhalt von Retrozessionen und Provisionen verschwiegen und diese rechtswidrig für sich behalten haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Am 24. August 2021 ersuchte B.________ die Staatsanwaltschaft um Edition verschiedener Bankunterlagen der A.________ Sàrl. Nach deren Edition beantragte die A.________ Sàrl, B.________ die Einsicht in sämtliche edierte Bankunterlagen zu verweigern, die vom 1. April 2017 oder später datierten. Sie begründete ihren Antrag damit, dass sie den an B.________ erteilten Vermögensverwaltungsauftrag am 29. März 2017 mit sofortiger Wirkung gekündigt habe und später erstellte Bankunterlagen damit nicht mehr verfahrensrelevant seien. Die Staatsanwaltschaft wies diesen Antrag mit Verfügung vom 4. November 2021 ab und entschied, B.________ vollumfängliche Einsicht in die edierten Bankunterlagen zu gewähren. Die von der A.________ Sàrl dagegen erhobene Beschwerde wies die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich mit Beschluss vom 1. Dezember 2022 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in Strafsachen beantragt die A.________ Sàrl vor Bundesgericht sinngemäss, der Beschluss vom 1. Dezember 2022 sei aufzuheben und B.________ sei nur in die Bankunterlagen "bis und mit März 2017" Einsicht zu gewähren. Weiter seien die Bankunterlagen, "soweit sie sich auf die Zeit nach März 2017 beziehen", vollständig aus den Akten zu entfernen und ihr auszuhändigen. Eventualiter sei die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para">Die Vorinstanz und die Staatsanwaltschaft verzichten ausdrücklich auf Vernehmlassung. Der Beschwerdegegner beantragt, nicht auf die Beschwerde einzutreten, eventualiter sie abzuweisen. </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung hat der Beschwerde mit Verfügung vom 11. April 2023 die aufschiebende Wirkung zuerkannt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob auf die Beschwerde eingetreten werden kann (<span class="artref">Art. 29 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/106/1" type="start"></artref>Art. 106 Abs. 1 BGG</span><artref id="CH/173.110/29/1" type="end"></artref>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=10.06.2023&amp;to_date=29.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-I-239%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page239">BGE 145 I 239</a> E. 2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=10.06.2023&amp;to_date=29.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-357%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page357">143 IV 357</a> E. 1 mit Hinweisen). Die Sachurteilsvoraussetzungen sind in der Beschwerdeschrift darzulegen, soweit sie nicht offensichtlich erfüllt erscheinen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/42/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/42/1" type="start"></artref>Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=10.06.2023&amp;to_date=29.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-IV-155%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page155">BGE 148 IV 155</a> E. 1.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=10.06.2023&amp;to_date=29.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-289%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page289">141 IV 289</a> E. 1.3; je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid betreffend Beschränkung der Akteneinsicht. Dagegen steht die Beschwerde in Strafsachen gemäss <span class="artref">Art. 78 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/80" type="start"></artref>Art. 80 BGG</span><artref id="CH/173.110/78/1" type="end"></artref> grundsätzlich offen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Der angefochtene Beschluss schliesst das gegen den Beschwerdegegner geführte Strafverfahren nicht ab und betrifft weder die Zuständigkeit noch ein Ausstandsbegehren im Sinne von <span class="artref">Art. 92 BGG</span>. Demnach ist er gemäss <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> nur dann unmittelbar mit Beschwerde an das Bundesgericht anfechtbar, wenn er einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann. Beim drohenden nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne dieser Bestimmung muss es sich um einen solchen rechtlicher Natur handeln. Nicht wieder gutzumachend bedeutet, dass er auch mit einem für die beschwerdeführende Person günstigen Endentscheid nicht oder nicht vollständig behoben werden kann. Ein lediglich tatsächlicher Nachteil wie die Verteuerung oder Verlängerung des Verfahrens genügt nicht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=10.06.2023&amp;to_date=29.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-IV-155%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page155">BGE 148 IV 155</a> E. 1.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=10.06.2023&amp;to_date=29.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-IV-321%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page321">144 IV 321</a> E. 2.3; je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin macht geltend, mit der Herausgabe ihrer Bankunterlagen an den Beschwerdegegner würde ihr Anspruch auf Schutz ihrer Privatsphäre nach <span class="artref">Art. 13 BV</span> unheilbar verletzt. Nach der Rechtsprechung droht ihr insofern ein nicht wieder gutzumachender Nachteil rechtlicher Natur (siehe Urteile 1B_112/2019 vom 15. Oktober 2019 E. 1.2; 1B_245/2015 vom 12. April 2016 E. 1). </div> <div class="para">Dagegen droht ihr kein solcher Nachteil, soweit sie die Entfernung aus den Akten und Rückgabe von Bankunterlagen beantragt. Der blosse Umstand, dass ein Beweismittel, dessen Gültigkeit bestritten ist, bei den Akten verbleibt, stellt noch keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil dar (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=10.06.2023&amp;to_date=29.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-IV-90%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page90">BGE 144 IV 90</a> E. 1.1.3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=10.06.2023&amp;to_date=29.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-387%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page387">143 IV 387</a> E. 4.4; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=10.06.2023&amp;to_date=29.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-284%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page284">141 IV 284</a> E. 2.2; je mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, weshalb die streitgegenständlichen Bankunterlagen wegen angeblich fehlender Verfahrensrelevanz ausnahmsweise sofort aus den Akten zu entfernen und ihr zurückzugeben wären. Dies ist auch sonst nicht ersichtlich, weshalb auf diesen Antrag nicht einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.</b> Nach Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG ist die Privatklägerschaft nur zur Beschwerde in Strafsachen berechtigt, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung ihrer Zivilansprüche auswirken kann. Die Beschwerdeführerin macht dies mit Verweis auf den angefochtenen Entscheid hier geltend, ohne ihre Behauptung jedoch weiter zu substanziieren. Dass diese zutrifft, ist auch nicht ohne Weiteres klar, bringt doch die Beschwerdeführerin gerade vor, die ab März 2017 edierten Bankunterlagen seien für das Strafverfahren irrelevant. Ob die Beschwerdeführerin unter den vorliegenden Umständen dennoch zur Beschwerde legitimiert ist, braucht nicht beurteilt zu werden, da sich die Beschwerde - wie hiernach darzulegen ist - ohnehin als unbegründet erweist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>), prüft die bei ihm angefochtenen Entscheide aber grundsätzlich nur auf Rechtsverletzungen hin, welche die beschwerdeführende Partei geltend macht und begründet, sofern die rechtlichen Mängel nicht geradezu offensichtlich sind (vgl. <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=10.06.2023&amp;to_date=29.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-V-388%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page388">BGE 144 V 388</a> E. 2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span> und <span class="artref">Art. 6 Ziff. 1 EMRK</span>). Dieser Anspruch wird für den Strafprozess in <span class="artref">Art. 3 Abs. 2 lit. c und <artref id="CH/312.0/107/1" type="start"></artref>Art. 107 Abs. 1 StPO</span><artref id="CH/312.0/3/2/c" type="end"></artref> wiederholt. Gemäss <span class="artref">Art. 108 Abs. 1 StPO</span> können die Strafbehörden das rechtliche Gehör einschränken, wenn der begründete Verdacht besteht, dass eine Partei ihre Rechte missbraucht (lit. a); oder dies für die Sicherheit von Personen oder zur Wahrung öffentlicher oder privater Geheimhaltungsinteressen erforderlich ist (lit. b). Einschränkungen gegenüber Rechtsbeiständen sind dabei nur zulässig, wenn der Rechtsbeistand selbst Anlass für die Beschränkung gibt (Abs. 2). Die Einschränkungen sind zu befristen oder auf einzelne Verfahrenshandlungen zu begrenzen (Abs. 3). </div> <div class="para">Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst insbesondere das Recht, sämtliche verfahrensbezogenen Akten einzusehen, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden (sog. Akteneinsichtsrecht, vgl. <span class="artref">Art. 107 Abs. 1 lit. a StPO</span>; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=10.06.2023&amp;to_date=29.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-427%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page427">BGE 144 II 427</a> E. 3.1; Urteil 6B_1238/2022 vom 21. Dezember 2022 E. 3.4.3; je mit Hinweis). Nach <span class="artref">Art. 102 Abs. 1 StPO</span> entscheidet die Verfahrensleitung über die Akteneinsicht; sie trifft dabei die erforderlichen Massnahmen, um Missbräuche und Verzögerungen zu verhindern und berechtigte Geheimhaltungsinteressen zu schützen. Bei der Einschränkung des Akteneinsichtsrechts kommt den Strafbehörden ein gewisses Ermessen zu (Urteil 1B_350/2020 vom 28. Mai 2021 E. 6.3; vgl. auch Urteil 1B_601/2021, 1B_602/2021, 1B_603/2021 vom 6. September 2022 E. 3.2.1). Die Massnahmen sind jedoch mit Zurückhaltung und unter Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit anzuordnen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=10.06.2023&amp;to_date=29.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-IV-218%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page218">BGE 146 IV 218</a> E. 3.1.2 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Die Vorinstanz erwägt im angefochtenen Beschluss, grundsätzlich umfasse das Akteneinsichtsrecht der Parteien des Strafverfahrens die Gesamtheit der Untersuchungsakten. Vorbehalten bleibe dabei aber namentlich die Beschränkung des Einsichtsrechts wegen überwiegender privater Geheimhaltungsinteressen. Im vorliegenden Fall sei das Interesse des Beschwerdegegners an der vollumfänglichen Einsichtnahme in die edierten Bankunterlagen aber weit grösser als die Interessen der Beschwerdeführerin an der Geheimhaltung ihrer Vermögensverhältnisse: Der Beschwerdegegner bringe zu Recht vor, dass zur Feststellung des angeblich von ihm verursachten Schadens Einsichtnahme in Bankunterlagen, die sich auf die Zeit nach Ende März 2017 beziehen, erforderlich sei. Bei der Berechnung des Schadens seien nämlich allfällige aus seinen Handlungen resultierende Vorteile zu berücksichtigen. Die Schadenshöhe habe unter anderem Einfluss auf die Strafzumessung. Das Interesse des Beschwerdegegners an der Einsichtnahme in die fraglichen Bankunterlagen sei dementsprechend gross. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.</b> Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Schutzes ihrer Privatsphäre nach <span class="artref">Art. 13 BV</span>. Sie macht geltend, die Bankunterlagen ab 1. April 2017 seien für die Feststellung des Schadens "im strafrechtlichen Sinne" nicht nötig und für die Strafuntersuchung deshalb ohne Bedeutung. Pflichtwidrig getätigte Anlagen des Beschwerdegegners, die zu Verlusten geführt hätten, seien ungeachtet der Tatsache, dass ihr über die gesamte Laufzeit des Vermögensverwaltungsauftrags des Beschwerdegegners ein Gewinn resultiert habe, "strafrechtlich relevant". Zudem entstehe der Schaden nicht erst bei der Realisierung eines Verlusts, sondern bereits bei der "Gefährdung" des Vermögens. Im Übrigen sei es Sache der Staatsanwaltschaft bzw. der Privatklägerschaft und nicht Sache des Beschwerdegegners, den entstandenen Schaden nachzuweisen. Sollten die fraglichen Akten für die Beweisführung von Bedeutung sein, müsse sie (die Beschwerdeführerin) diese im weiteren Verfahren ohnehin offenlegen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.4.</b> Die Rüge erweist sich ohne Weiteres als unbegründet: Mit ihren knappen Ausführungen vermag die Beschwerdeführerin nicht darzulegen, inwiefern die Staatsanwaltschaft ihr Ermessen hinsichtlich der Beschränkungsmöglichkeiten des Akteneinsichtsrechts unterschritten bzw. missbraucht hätte (vgl. E. 2 hiervor). Die fraglichen Bankunterlagen sind untersuchungsrelevant und müssen vom Beschwerdegegner eingesehen werden können. Inwieweit sie im Einzelnen zur Feststellung des angeblich vom Beschwerdegegner verursachten Schadens von Bedeutung sind, wird das Sachgericht zu beurteilen haben. Das Akteneinsichtsrecht der beschuldigten Person ist ein zentraler Teilgehalt ihres Anspruches auf rechtliches Gehör. Das Interesse des Beschwerdegegners an dessen vollumfänglicher Wahrnehmung überwiegt im vorliegenden Fall die kaum substanziierten privaten Geheimhaltungsinteressen der Beschwerdeführerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Nach dem Erwogenen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para">Bei diesem Verfahrensausgang wird die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Sie hat dem obsiegenden, anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner eine angemessene Parteientschädigung auszurichten (<span class="artref">Art. 68 Abs. 1 und Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'500.-- zu entschädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 13. Juni 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied: Müller </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Kern </div> </div></body></html>