B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4582/2012 U r t e i l v o m 1 8 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; Gerichtsschreiber Simon Thurnheer. Parteien A._______, geboren am (…), Mongolei, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. August 2012 / N (…). E-4582/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin verliess eigenen Angaben zufolge ihren Heimat - staat in Begleitung ihrer minderjährigen Tochter am 16. November 2011. Zusammen gelangten sie am 18. November 2011 illegal in die Schweiz, wo sie noch am selben Tag um Asyl nachsuchten. Zur Begründung ihrer Asylgesuche machten sie anlässlich der Kurzbefragungen im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ vom 29. November 2011 sowie der Anhörungen vom 25. Juli 2012 im Wesentlichen geltend, die B e- schwerdeführerin leide an (…). In ihrem Heimatstaat erhalte sie kostenlos nur 10mmg (…) pro Monat, für den restlichen Bedarf an (…) müsse sie selber aufkommen. Im Übrigen könnten ihre Krankheiten in der Mongolei nicht behandelt werden . Es gehe ihr gesundheitlich sehr schlecht . Weil die hiesigen Behandlungsmöglichkeiten besser seien und weil sie einen Sohn, der sich in der Schweiz als Asylsuchender aufhal te, noch einmal habe sehen wollen, bevor sie sterbe, habe sie ihren Heimatstaat verla s- sen und sei in die Schweiz gekommen. Ausserdem sei sie am Fuss ver- letzt. Ihre Tochter machte keine eigenen Vorbringen geltend. Ärztliche Be- richte von C._______ vom 14. Juni 2012, des D._______ vom 18. Juli 2012 sowie von Dr. med. E._______, Allg. Medizin FMH, vom 8. August 2012 diagnostizieren bei der Beschwerdeführerin eine (…), eine chron i- sche (…)-Infektion […], (…) und eine (…), attestieren ihr zwar einen g u- ten Allgemeinzustand, aber einen an haltenden Behandlungsbedarf und prognostizieren bei Behandlungsabbruch eine starke Verminderung der Lebenserwartung, bei Fortführung der Behandlung jedoch eine Stabilisi e- rung des Allgemeinzustands und eine Verzögerung des Krankheitsve r- laufs. Diagnostik, Verlaufskontrolle und Therapie der (…)erkrankung sei- en in der Mongolei nur rudimentär möglich. B. Mit Verfügung vom 28. August 2012 (am selben Tag eröffnet) trat das BFM in Anwendung von Art. 32 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche der Beschwerdeführerin sowie ihrer Tochter unter gleichzeitiger Anordnung der Wegweisung aus der Schweiz und des Vollzugs der Wegweisung nicht ein. Zur Begrü n- dung seines Entscheides führte es im Wesentlichen an, die Beschwerd e- führerin und deren Tochter hätten keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG geltend gemacht, die Wegweisung sei die Regelfolge eines Nicht- eintretensentscheides und der Wegweisungsvollzug sei durchführbar, insbesondere sei aus den geltend gemachten gesundheitlichen Pro ble-E-4582/2012 Seite 3 men kein Vollzugshindernis abzuleiten, zumal dere n Behandelbarkeit in der Mongolei gewährleistet sei. Weil sie in der Landeshauptstadt lebe, sei der Zugang zur Medizin auch geografisch sichergestellt. (…) sei in der Mongolei zwar relativ teuer, aber sie verfüge über eine Rente und einen staatlichen Zustupf. M it vier volljährigen (…) könne sie in der Mongolei ausserdem auf ein tragfähiges familiäres Netz, welches sie auch finanziell unterstützen könne, zurückgreifen. Zudem könnten sie und ihre Tochter finanzielle und materielle Rückkehrhilfe beantragen. C. Mit individuell ergänzter vorgedruckter Formular-Eingabe vom 4. Se p- tember 2012 e rhob die Beschwerdeführerin gegen diese Verfügung B e- schwerde und stellte fol gende vorgedruckte Anträge: "1. Die Verfügung des BFM sei aufzuheben. 2. Die Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen und es sei Asyl zu gewähren. 3. Es sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar und unmöglich ist und die vorläuf i- ge Aufnahme sei anzuordnen . 4. Es sei die unentgeltliche Prozessfü h- rung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten. 5. Evt. D ie aufschiebende Wirkung sei wiederherzustellen . 6. Die zuständi ge Behörde sei vorsorglich anzuweisen, die Kontaktau f- nahme mit den Behörden des Heimat- oder Herkunftsstaates sowie jegli- che Datenweitergabe an dieselbe n zu unterlassen. 7. Evt. Bei bereits er- folgter Datenweitergabe ist die b eschwerdeführende Person darüber in einer separaten Verfügung zu informieren. " In der individuell ergänzten Begründung führte die Beschwerdeführerin lediglich ihre gesundheitlichen Probleme näher aus. D. Mit Zwischenverfügung vom 7. September 2012 stellte die zuständige In- struktionsrichterin fest, die materiellen Beschwerdeanträge seien nicht eindeutig gestellt, da die Beschwerdeführerin ihre Begründung zwar mit "Flüchtlingseigenschaft, Asylgewährung, Eintreten" überschreibe, in der Begründung selber aber keine Ausführungen mache, welche auf eine Verfolgung hinweisen würden. Gleichzeitig räumte sie der Beschwerde- führerin Frist ein darzulegen, ob sie die Verfügung vollumfänglich anfec h- te oder lediglich die Dispositivziffern 3 und 4. Diese Aufforderung verband die Instruktionsrichterin mit der Androhung, bei ungenutz tem Fristablauf davon auszugehen, dass lediglich de r Vollzugspunkt angefochten sei. Gleichzeitig stellte sie fest, dass die Beschwerdeführerin den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne, verzichtete antragsg e- mäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und verwies die B e-E-4582/2012 Seite 4 handlung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie aller weiteren Prozessanträge auf einen späteren Zeitpunkt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt d as Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eine s Aus- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Adressatinnen der angefochtenen Verfügung sind die Beschwerd e- führerin sowie ihre Tochter. Beschwerde erhoben hat indes lediglich die Mutter. Einzig sie hat die Beschwerde unterzeichnet; sie macht Ausfü h- rungen, die ausschliesslich sie betreffen, spricht in der ersten Person und gibt auch nicht vor, für ihre bald volljährige Tochter vertretungsweise B e- schwerde zu erheben. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Verf ü- gung des BFM, soweit sie die Tochter betrifft, nicht angefochten wird, sondern unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist. Partei des vorli e- genden Verfahrens ist somit neben der Vorinstanz lediglich die rubrizierte Beschwerdeführerin. 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung besonders be- rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezi e- hungsweise Änderung; sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde l e- gitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs.1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde is t nach Massgabe der nachfolgenden E r- wägung einzutreten. E-4582/2012 Seite 5 1.4 Mit Zwischenverfügung vom 7. September 2012 wurde der B e- schwerdeführerin Frist zur Beschwerdeverbesserung angesetzt (vgl. Bst. D). Diese Frist liess sie ungenutzt verstreichen. Androhungsgemäss ist davon auszugehen, dass lediglich die Dispositivziffern 3 und 4 der vor- instanzlichen Verfügung angefochten sind. Infolgedessen ist die Dispos i- tivziffer 1 unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Die Wegweisung als solche (Dispositivziffer 2) kann praxisgemäss nur aufgehoben werden, wenn eine Aufenthaltsbewilligung vorliegt oder ein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwe i- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), was vorliegend nicht de r Fall ist. Der Verfahrensgegenstand beschränkt si ch daher auf den Vollzugspunkt. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summar isch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 4. Gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5. 5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und der vormali- gen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) der gleiche Bewei s-E-4582/2012 Seite 6 standard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu b e- weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 5.2 Der Vollzug ist nic ht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrecht e und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 5.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da r- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Nonr efoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da die Beschwerdeführerin keine Verfolgung geltend macht, findet der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vo rliegenden Verfahren keine Anwendung. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rech t- mässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Insbesondere steht die gesundheitliche Situation E-4582/2012 Seite 7 der Beschwerdeführerin einem Wegweisungsvollzug (unter dem Teila s- pekt der Zulässigkeit besehen) nicht entgegen, zumal gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) der Vollzug der Wegweisung eines abgewiesenen Asylsuchenden mit gesundheitl i- chen Problemen lediglich dann einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK da r- stellt, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände vorliegen, welche in casu – in Anbetracht des attestierten guten Allgeme inzustands der Beschwer- deführerin und der medizinischen Versorgung in der Mongolei – nicht er- füllt sind (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.1.3; EMARK 2004 Nr. 6 E. 7b S. 4, EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 211 f., mit einer Zu sammenfassung der Rechtsprechung des EGMR, sowie aus der aktuellen Praxis des Bunde s- verwaltungsgerichts Urteil D-3037/2008 vom 12. Oktober 2012 E. 7.3; vgl. zur medizinischen Versorgung in der Mongolei unten E. 6.5). Ausserdem lässt auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat, bei welchem es sich im Übrigen um einen im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG verfolgungssicheren Staat (Safe C ountry) handelt, den Wegwe i- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunk t nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 5.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Im Rahmen der Tatbestandsvariante der medizinischen Notlage kann nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2, mit Hinweis auf die fortgeführte Praxis der ARK) nur dann auf Unzumutbarkeit des W egweisungsvollzugs ge schlossen werden, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfü- gung steht und die Rückkehr dorthin zu einer raschen und lebensgefäh r- denden Beeinträchtigung des Ge sundheitszustandes oder eine unzu rei- chende Behandlung zu einer erheblichen Verschlechterung des Gesun d- heitszustandes der betroffenen Person führen würde. Wesentlich ist d a- bei, dass die benötigte medizinische Behandlung als dringend erachtet wird und zur Gewährleistung einer menschenwürdig en Existenz absolut notwendig ist. Liegt im Heimatland eine solche medizinische Behan d- lungsmöglichkeit indessen vor, ist der Wegwei sungsvollzug, auch wenn die Behandlungsmöglichkeiten nicht dem sch weizerischen Standard en t-E-4582/2012 Seite 8 sprechen, nicht als unzumutbar zu erachten (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und b). 5.5 Weder die allgemeine Situation im Heimatstaat noch individuelle Gründe namentlich gesundheitlicher Natur lassen den Wegweisungsvol l- zug in casu als unzumutbar erscheinen. Insbesondere lassen sich , wie nachfolgend aufgezeigt, aus den gesundheitlichen Problemen der B e- schwerdeführerin keine Vollzugshindernisse ableiten. In der Mongolei besteht ein funktionierendes Gesundheitswesen und in s- besondere in der Landeshauptstadt Ulaanbataar, woher die Beschwerde- führerin stammt, gibt es zahlreiche Spitäler und andere medizinische Ei n- richtungen zur Behandlung von gesundheitlichen Problemen . Eine allge- meine ärztliche Kontrolle ist in der Mongole i – und insbesondere in Ulaanbataar – gewährleistet, weshalb der Zugang zu den medizinisch er- forderlichen Kontrollen und Behandlungen auch faktisch als gesichert e r- scheint (vgl. das Urteil D -212/2010 vom 25. Februar 2010 E. 5.4.2.5, vgl. auch den Country of Origin Report der World Health Organization [WHO] 2011 oder das Countr y Sheet Mongolia von Caritas International vom September 2010) . Die Krankheiten, an denen die Beschwerdeführerin leidet ( […]; vgl. Bst. A), sind gemäss dem oben erwähnten Bericht der Caritas International in der Mongolei weit verbreitet; von einem Behan d- lungs- oder Versorgungsengpass ist indessen keine Rede. Deshalb ist davon auszugehen, dass die entsprechenden Krankheitsbilder in der Mongolei bekannt sind, adäquate Behandlungsmöglichkeiten zur Verf ü- gung stehen und die Beschwerdeführerin in der Mongolei dementspre- chend die notwendige Behandlung erhalten kann . Die von Dr. med. F._______ in seinem ärztlichen Bericht vom 8. August 2012 geäusserte Auffassung, Diagnostik, Verlaufskontrolle und Therapie der (…)erkrankung seien in der Mongolei nur rudimentär möglic h, wird dage- gen weder näher ausgeführt noch begründet, und das Vorbringen der Be- schwerdeführerin, ihre Krankheiten könnten von den mongolischen Är z- ten nicht behandelt werden, bleibt eine unbelegte und unsubstanzi ierte Behauptung. Die Beschwerdeführerin selber räumt hingegen ein, in der Mongolei bereits wegen (…) behandelt worden zu sein. Gemäss den eingereichten ärztlichen Berichten ist der medizinische All- gemeinzustand der Beschwerdeführerin gut (vgl. Bst. A). Deshalb ist nicht davon auszugehen, dass e in Abbruch der in der Schweiz begonnen en Therapie und eine Rückkehr in die Mongolei zu einer drastischen und unmittelbar lebensbedrohlichen Beeinträchtigung des Gesundheitsz u-E-4582/2012 Seite 9 standes führen würde. Vor diesem Hintergrund lässt sich allein aus dem Umstand, dass in der Schweiz effizientere oder bessere Therapien zur Verfügung ste hen, nicht auf die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zugs schliessen. Die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz gehen übereinstimmend d a- von aus, dass (…) in der Mongolei zwar in regelmässiger, aber nur in un- zureichender Dosis kostenfrei ausgegeben werde, die restliche Menge dagegen selber bezahlt werden müsse und (…) in der Mongolei relativ teuer sei. Der Vorinstanz ist dabei indes beizupflichten, dass der B e- schwerdeführerin die Rückkehr in die Mongolei auch unter diesem Aspekt zugemutet werden kann, zumal sie über eine Rente und einen staatlichen Zustupf verfügt und auf ein tragfähiges familiäres Netz von vier (…) voll- jährigen (…), welche sie au ch finanziell unterstützen könn en, zurückgrei- fen kann. Zudem steht es ihr , wie die Vorinstanz ebenfalls zu Recht fes t- gestellt hat, frei, um finanzielle Rückkehrhilfe zu ersuchen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [Asy lV 2, SR 142.312]). Zusammenfas- send ergibt sich, dass die im Falle der Rückkehr in den Heimatstaat b e- nötigte medizinische Versorgung auch dort sichergestellt ist und eine Rückkehr in die Mongolei somit keine existenzielle Bedrohung des L e- bens der Beschwerd eführerin darstellen würde. Ohne die damit verbu n- dene Beeinträchtigung der Lebensqualität zu verkennen, kann somit bei den vorliegenden gesundheitlichen Beschwerden der Beschwerdeführerin insgesamt nicht auf eine konkrete Gefährdung in Form einer medizin i- schen Notlage im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG geschlossen werden. 5.6 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für ein e Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mö g- lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 5.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisu ngsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bu n-E-4582/2012 Seite 10 desrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder u n- vollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 7. Nach dem Gesagten erweisen sich die Begehren der Beschwerdeführerin als aussichtslos , so dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltl i- chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG (ungeachtet einer allenfalls bestehenden B edürftigkeit) abzuweisen sind. Gestützt auf Art. 97 Abs. 2 AsylG ist der Antrag, die zuständigen Behörden seien vo r- sorglich anzuweisen, keine Personendaten an das Heimatland weiterz u- leiten, abzuweisen. Den Akten der Vorinstanz sind keine Hinweise dafür zu entnehmen, dass sie mit den Behörden des Heimatstaates d er B e- schwerdeführerin bereits Kontakt aufgenommen hätte, so dass der Antrag auf Bekanntgabe einer bereits erfolgten Kontaktaufnahme gegenstand s- los wird. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdefüh- rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600. - festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-4582/2012 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen. 3. Die Kosten von Fr. 600. - werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Die- ser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Ge- richtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Simon Thurnheer Versand: