<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00274</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107444&amp;W10_KEY=4467143&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00274</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.10.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Erstellung eines Flachdachs mit Terrasse über dem Anbau eines inventarisierten Wohnhauses. Verzicht auf Unterschutzstellung<br/><br/>Koordinationsgebot bei Erteilung der Baubewilligung und Entscheid über die Schutzwürdigkeit und den Schutzumfang der inventarisierten Liegenschaft beachtet (E. 1). Der Nachbar kann im Baubewilligungsverfahren auch geltend machen, ein für ihn nachteiliger Neu- oder Umbau sei deshalb unzulässig, weil er den Abbruch eines Schutzobjekts voraussetze oder ein solches beeinträchtige (E. 2). Verzicht auf Rückweisung (E. 3). Begründungspflicht erfüllt (E. 4). Der strittige Anbau ist kein "wichtiger Zeuge" im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG (E. 5). Abweisung (E. 6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANBAU">ANBAU</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNGSERFORDERNIS">BEGRÃNDUNGSERFORDERNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHTERRASSE">DACHTERRASSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Natur- und Heimatschutz ST: DENKMALPFLEGE">DENKMALPFLEGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INVENTAREINTRAG">INVENTAREINTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INVENTARENTLASSUNG">INVENTARENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KERNZONE">KERNZONE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOORDINATIONSGEBOT">KOORDINATIONSGEBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHBARLEGITIMATION">NACHBARLEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZOBJEKT">SCHUTZOBJEKT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZUMFANG">SCHUTZUMFANG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZWÃRDIGKEIT">SCHUTZWÃRDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSCHUTZSTELLUNG">UNTERSCHUTZSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WICHTIGER ZEUGE">WICHTIGER ZEUGE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 lit. I BV</span><br/><span class="gerade">§ 203 Abs. I lit. c PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 205 lit. a PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 25 lit. II RPG</span><br/><span class="ungerade">§ 7 lit. IV VRG</span><br/><span class="gerade">§ 10 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 50 lit. I VRG</span><br/><span class="gerade">§ 63 lit. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2004 Nr. 7</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. C ist EigentÃ¼mer der Liegenschaft an der L-Strasse in X. Das GrundstÃ¼ck liegt gemÃ¤ss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde X in der Kernzone G und ist mit einem zweigeschossigen (aufgrund des Niveauunterschieds jedoch auf der Westseite dreigeschossig in Erscheinung tretenden) Wohn­haus mit Giebeldach sowie einem rund fÃ¼nf Meter breiten, zweigeschossigen Anbau auf der Westseite Ã¼berbaut. Das gesamte GebÃ¤ude ist inventarisiert und im Kernzonenplan schwarz umrandet; dies hat zur Folge, dass GebÃ¤udeprofil und Erscheinungsbild beizubehalten sind. Der EigentÃ¼mer plant, den Anbau leicht zu erhÃ¶hen und ihn anstelle des Giebeldachs mit einem Flachdach zu versehen, das zugleich als begehbare, vom Obergeschoss des HauptgebÃ¤udes aus zugÃ¤ngliche Terrasse dienen soll.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Gegen die fÃ¼r dieses Bauvorhaben von der BaubehÃ¶rde X am 3. September 2001 erteilte Bewilligung gelangte der Nachbar A zunÃ¤chst erfolglos an die Baurekurskommission II und hernach ans Verwaltungsgericht, welches seine Beschwerde am 2. September 2002 teilweise guthiess; der Rekursentscheid wurde aufgehoben, soweit damit auf die RÃ¼ge nicht eingetreten worden war, der geplante Umbau des inventarisierten Objekts beeintrÃ¤chtige schutzwÃ¼rdige Bausubstanz, und die Akten wurden zu neuer Entscheidung im Sinn der ErwÃ¤gungen an die BaubehÃ¶rde X zurÃ¼ckgewiesen. Diese habe entweder das Baubewilligungsverfahren zu sistieren, bis ein Entscheid des zustÃ¤ndigen Gemeinderats Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit und den Schutzumfang der inventarisierten Liegenschaft an der L-Strasse vorliege, oder es seien die beiden Verfahren koordiniert zu entscheiden. Die weiteren vom BeschwerdefÃ¼hrer erhobenen RÃ¼gen verwarf das Verwaltungsgericht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Im zweiten Rechtsgang bewilligte die BaubehÃ¶rde X am 9. Dezember 2002 das Bauvorhaben erneut, wobei in den ErwÃ¤gungen darauf hingewiesen wurde, dass Ã¼ber die Frage, ob durch das Bauvorhaben schutzwÃ¼rdige Bauteile tangiert wÃ¼rden, der Gemein­derat zu entscheiden habe. Dieser Beschluss des Gemeinderats erging am 8. Januar 2003. Unter Hinweis auf den projektierten Umbau stellte der Gemeinderat fest, dass das Bauvorhaben keine erhaltenswÃ¼rdigen Bauteile der Liegenschaft an der L-Strasse tangiere. Zur BegrÃ¼ndung wurde ausgefÃ¼hrt, der vom Umbau betroffene Ã¶stliche Anbau stamme aus dem Jahr 1907 und verfÃ¼ge Ã¼ber keine besonderen QualitÃ¤ten; er gehÃ¶re nicht zur ursprÃ¼ng­lichen Bausubstanz, und der Ausbruch der FenstertÃ¼re beim HauptgebÃ¤ude bedeute einen Eingriff von untergeordneter Bedeutung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Gegen die beiden gleichzeitig erÃ¶ffneten BeschlÃ¼sse liess A am 12. Februar 2003 Rekurs an die Baurekurskommission II erheben, welche die Verfahren am 10. Juni 2003 vereinigte und den Rekurs abwies, soweit sie darauf eintrat. Obwohl die Baubewilligung erteilt worden sei, bevor der Gemeinderat seinen Feststellungsentscheid getroffen habe, sei die vom Verwaltungsgericht angeordnete Koordination der beiden Verfahren beachtet worden. Der Beschluss des Gemeinderats sei hinreichend begrÃ¼ndet und habe sich zulÃ¤ssigerweise damit begnÃ¼gt festzustellen, dass das Bauvorhaben keine schutzwÃ¼rdigen Teile des inventarisierten Objekts beeintrÃ¤chtige. Soweit der Rekurs jedoch auf eine materielle ÃberprÃ¼fung des Unterschutzstellungsentscheids abziele, sei darauf nicht einzutreten. Vom Verzicht auf eine Unterschutzstellung und der damit zulÃ¤ssigen Beseitigung einer inventarisierten Baute kÃ¶nnten naturgemÃ¤ss keine unzulÃ¤ssigen Einwirkungen auf ein NachbargrundstÃ¼ck ausgehen, welche die Legitimation des Nachbarn im Sinn von § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) begrÃ¼nden kÃ¶nnten. Nicht mehr zu prÃ¼fen seien sodann die im ersten Rechtsgang abgehandelten RÃ¼gen betreffend Verletzung der Kernzonenvorschriften und von § 238 Abs. 2 PBG.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Gegen den Rekursentscheid liess A am 18. August 2003 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben mit dem Hauptantrag, diesen aufzuheben und die Angelegenheit zum materiellen Entscheid an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen; eventuell seien der Rekursentscheid und die beiden kommunalen BeschlÃ¼sse aufzuheben und die Bewilligung des geplanten Umbaus zu verweigern; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerschaft. GerÃ¼gt wurde in erster Linie die Verneinung der Legitimation in Bezug auf die Feststellung des Schutzumfangs der inventarisierten Baute. Sodann wurde geltend gemacht, die Abfolge der beiden kommunalen BeschlÃ¼sse verstosse gegen die Anordnungen des verwaltungsgerichtlichen RÃ¼ckweisungs­entscheids und das Koordinationsgebot, mit dem angefochtenen Feststellungsbeschluss sei der Gemeinderat der Verpflichtung nicht nachgekommen, Ã¼ber das inventarisierte Objekt einen Schutzentscheid zu treffen, und schliesslich sei eine allfÃ¤llige Inventar­entlassung zu Unrecht erfolgt, das heisst insbesondere unter ungenÃ¼gender und unrichtiger AbklÃ¤rung der SchutzwÃ¼rdigkeit des betroffenen Anbaus.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Baurekurskommission II schloss am 2. September 2003 auf Abweisung des Rechts­mittels. Der Gemeinderat X am 18. und C am 22. September 2003 beantragten, soweit darauf einzutreten sei, Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. Soweit die Rekurskommission auf sein Rechtsmittel eingetreten ist, erneuert der BeschwerdefÃ¼hrer seine RÃ¼gen, die BaubehÃ¶rde habe die Baubewilligung unzulÃ¤ssigerweise vor dem Entscheid des Gemeinderats Ã¼ber den Schutzumfang erteilt, und bei diesem Ent­scheid habe sich der Gemeinderat, statt umfassend Ã¼ber die Unterschutzstellung zu befinden, auf die Feststellung beschrÃ¤nkt, das Bauvorhaben betreffe keine schutzwÃ¼rdigen Bauteile. Beide EinwÃ¤nde sind unbegrÃ¼ndet:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das Verwaltungsgericht hat im ersten Rechtsgang (VGr, 2. September 2002, VB.2002.00172, www.vgrzh.ch) die Akten an die Gemeinde zurÃ¼ckgewiesen mit der in den ErwÃ¤gungen festgehaltenen Anweisung, der Gemeinderat habe "vorgÃ¤ngig oder koordiniert mit der Erteilung der Baubewilligung durch die BaubehÃ¶rde Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit und den Schutzumfang der inventarisierten Liegenschaft an der L-Strasse einen Entscheid zu treffen". Diesen verfahrensmÃ¤ssigen Anweisungen ist der Gemeinderat im zweiten Rechtsgang in jeder Hinsicht nachgekommen. Indem die BaubehÃ¶rde zwar nicht im Dispositiv, jedoch in den ErwÃ¤gungen den Entscheid des Gemeinderats Ã¼ber die BeeintrÃ¤chtigung schutzwÃ¼rdiger Bauteile vorbehalten hat, und durch die gleichzeitige ErÃ¶ffnung der beiden Anordnungen, ist dem Koordinationsgebot im Sinn von Art. 25 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 hinreichend Rechnung getragen worden: Die beiden Anordnungen sind inhaltlich abgestimmt sowie widerspruchsfrei, und sie sind gleich­zeitig erÃ¶ffnet worden. Mehr ist nicht erforderlich und hat auch das Verwaltungsgericht in seinem Entscheid vom 2. September 2002 nicht verlangt, wo neben einem vorgÃ¤ngigen Entscheid des Gemeinderats ausdrÃ¼cklich auch ein mit der Baubewilligung koordinierter als zulÃ¤ssig bezeichnet wurde. Sodann hat das Gericht lediglich einen Entscheid des Gemeinderats Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit und den Schutzumfang der inventarisierten Liegenschaft verlangt, ohne dem Gemeinderat weitere Anweisungen zur Art einer solchen VerfÃ¼gung zu erteilen. Vielmehr hat das Verwaltungsgericht unter Verweis auf seine bisherige Praxis ausdrÃ¼cklich erwogen, dass, falls ein Bauprojekt ein inventarisiertes Objekt betreffe, das Gemeinwesen vorab einen Schutzentscheid zu treffen, "d.h. Schutzmassnahmen anzuordnen oder ganz oder teilweise darauf zu verzichten" habe. Die Feststellung des Gemeinderats, das umstrittene Bauvorhaben berÃ¼hre keine erhaltenswÃ¼rdigen Teile des inventarisierten Objekts, verbunden mit den ErwÃ¤gungen, der mit dem Inventareintrag angestrebte Schutz gelte nur dem ursprÃ¼nglichen HauptgebÃ¤ude und nicht auch dem spÃ¤ter errichteten Anbau, und durch den TÃ¼rausbruch werde der Hauptbau nicht beeintrÃ¤chtigt, entspricht diesen Anweisungen. Damit wird fÃ¼r einen Teil des inventarisierten Objekts, nÃ¤mlich fÃ¼r den Anbau, auf eine Unterschutzstellung ganz und bezÃ¼glich des HauptgebÃ¤udes auf eine Unterschutzstellung insofern verzichtet, als mit der Bewilligung des TÃ¼rausbruchs keine integrale Erhaltung der betreffenden Fassade verlangt wird. Es sind keine GrÃ¼nde ersichtlich, welche einer solchen teilweisen Konkretisierung des Schutzumfangs im Wege stehen wÃ¼rden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Das Verwaltungsgericht hat im ersten Rechtsgang unter Hinweis auf die zu § 338a Abs. 1 PBG entwickelte Rechtsprechung eingehend dargelegt, dass der Nachbar, der auf Grund seiner besonderen Betroffenheit Zugang zum Rekursverfahren gefunden hat, alle MÃ¤ngel der angefochtenen VerfÃ¼gung rÃ¼gen kann, die im Ergebnis seine BeeintrÃ¤chtigung abzuwenden vermÃ¶gen. Die Baurekurskommission hÃ¤tte sich deshalb auch mit der im Rekursverfahren erhobenen RÃ¼ge befassen mÃ¼ssen, das Bauvorhaben verstosse gegen den mit der Inventarisation verfolgten Schutzzweck.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Anders als die Baurekurskommission im zweiten Rechtsgang angenommen hat, kÃ¶nnen diese ErwÃ¤gungen des Verwaltungsgerichts nur so verstanden werden, dass der Nachbar im Baubewilligungsverfahren auch geltend machen kann, ein fÃ¼r ihn nachteiliger Neu- oder Umbau sei deshalb unzulÃ¤ssig, weil er den Abbruch eines Schutzobjekts voraussetze oder ein solches beeintrÃ¤chtige. Das Verwaltungsgericht hat keinen Anlass, auf diese Rechtsauffassung zurÃ¼ckzukommen, die es seither bestÃ¤tigt hat (VGr, 23. Juni 2003, VB.2002.00157 bzw. VB.2002.00158, www.vgrzh.ch). Der Nichteintretensentscheid der Baurekurskommission ist demnach aufzuheben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Hebt das Verwaltungsgericht die angefochtene Anordnung auf, so entscheidet es gemÃ¤ss § 63 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) selbst; auf die laut § 64 Abs. 1 VRG insbesondere bei Nichteintretensentscheiden zulÃ¤ssige RÃ¼ck­weisung ist zu verzichten, da ein dritter Rechtsgang mit dem verfassungsrechtlichen Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999) nicht mehr vereinbar wÃ¤re und die Sach- und Rechtslage eine materielle Beurteilung durch das Verwaltungsgericht ohne weiteres zulÃ¤sst.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. BezÃ¼glich der von der Baurekurskommission nicht geprÃ¼ften Frage der Schutz­wÃ¼r­digkeit der vom Umbau betroffenen Liegenschaft rÃ¼gt der BeschwerdefÃ¼hrer zunÃ¤chst eine ungenÃ¼gende BegrÃ¼ndung der angefochtenen VerfÃ¼gung vom 8. Januar 2002. Der Gemeinderat hat darin erwogen, laut dem im Inventareintrag genannten Schutzzweck fÃ¼r die Liegenschaft an der L-Strasse sei die Ã¤ussere, ursprÃ¼ngliche Substanz des GebÃ¤udes zu erhalten. Diese umfasse das HauptgebÃ¤ude, das bereits im Schwendenhaurodel von 1547 erwÃ¤hnt sei. Der Anbau auf der Ostseite hingegen stamme aus dem Jahr 1907 und verfÃ¼ge Ã¼ber keine besonderen QualitÃ¤ten; er gehÃ¶re nicht zur ursprÃ¼nglichen Bausubstanz. Der Ausbruch der FenstertÃ¼re stelle einen Eingriff von untergeordneter Bedeutung dar.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Bereits mit diesen ErwÃ¤gungen wird dem BegrÃ¼ndungserfordernis gemÃ¤ss § 10 Abs. 2 VRG im Rahmen einer erstinstanzlichen Anordnung hinreichend Rechnung getragen. Sie lÃ¤sst die Ãberlegungen erkennen, von denen sich die BehÃ¶rde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stÃ¼tzt, und sie erlaubt damit dem Betroffenen, sich Ã¼ber die Tragweite des Entscheids Rechenschaft zu geben und in voller Kenntnis der GrÃ¼nde ein Rechtsmittel zu erheben (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, <span>Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999,</span> § 10 N. 39). Im Ãbrigen hat der Gemeinderat diese BegrÃ¼ndung in der Rekursantwort vom 24. MÃ¤rz 2003 prÃ¤zisiert und erweitert, und der BeschwerdefÃ¼hrer hat im Rahmen der Beschwerde zu diesen nachgeschobenen GrÃ¼nden Stellung nehmen kÃ¶nnen. Insbesondere hat der Gemeinderat hervorgehoben, dass das Schutzinventar die Dorfkerne des ursprÃ¼nglichen Weinbauerndorfs umfasse; spÃ¤tere Anbauten, das heisst solche, die erst ab ca. Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden seien, wÃ¼rden nicht als erhaltenswert gelten, weil sie nicht mehr als Zeugen der agrarisch geprÃ¤gten Geschichte der Gemeinde X gelten kÃ¶nnten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. a) GemÃ¤ss § 203 Abs. 1 lit. c PBG sind Schutzobjekte unter anderem Ortskerne, GebÃ¤udegruppen, GebÃ¤ude und Teile sowie ZugehÃ¶r von solchen, die als wichtige Zeugen einer politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder baukÃ¼nstlerischen Epoche erhaltenswÃ¼rdig sind oder die Landschaften oder Siedlungen wesentlich mitprÃ¤gen, samt der fÃ¼r ihre Wirkung wesentlichen Umgebung. Bei der Anwendung dieser Bestimmung hat die verfÃ¼gende BehÃ¶rde zunÃ¤chst die darin enthaltenen unbestimmten Rechtsbegriffe auszulegen, und es obliegt ihr als Teil der Sachverhaltsermittlung die KlÃ¤rung der denkmalpflegerischen Bedeutung des in Frage stehenden Objekts. Insofern kann und soll sie nÃ¶tigenfalls Expertisen oder Stellungnahmen von Fachgremien einholen, wenn die Beurteilung dieser Bedeutung besondere Fachkenntnisse erfordert. Anschliessend hat die BehÃ¶rde zu prÃ¼fen, ob die denkmalpflegerische Bedeutung das Objekt zum "wichtigen Zeugen" oder zu einem wesentlich prÃ¤genden Teil einer Siedlung oder Landschaft im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG macht; das Ergebnis der Sachverhaltsfeststellung â und mithin auch die Stellungnahmen von Fachleuten und -gremien â wÃ¼rdigen die rechtsanwendenden BehÃ¶rden frei (§ 7 Abs. 4 VRG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Eine Unterschutzstellung setzt voraus, dass die rechtsanwendende BehÃ¶rde auf Grund der denkmalpflegerischen Bedeutung des betreffenden Objekts zur Ãberzeugung gelangt, bei diesem handle es sich um einen "wichtigen Zeugen". Dazu bedarf es der Auslegung dieses unbestimmten Rechtsbegriffs. Dabei geht es zwar um die Beurteilung einer Rechtsfrage (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich/Basel/Genf 2002, Rz. 448), die gemÃ¤ss § 50 Abs. 1 VRG der ÃberprÃ¼fung durch das Verwaltungsgericht zugÃ¤nglich ist. Jedoch ist zu beachten, dass der fÃ¼r die Unterschutzstellung zustÃ¤ndigen VerwaltungsbehÃ¶rde bei der Beurteilung der Frage, ob die wichtige Zeugeneigenschaft im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG gegeben sei, eine besondere Entscheidungsfreiheit im Grenzbereich zwischen Rechtsanwendung und ErmessensbetÃ¤tigung zukommt (vgl. BGE 115 Ib 131 E. 3), deren Handhabung die Rechtsmittelinstanzen nicht frei Ã¼berprÃ¼fen kÃ¶nnen (RB 1982 Nr. 37). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Liegenschaft an der L-Strasse umfasst das HauptgebÃ¤ude und zwei Anbauten. WÃ¤hrend das HauptgebÃ¤ude bereits 1547 im Schwendenhaurodel erwÃ¤hnt worden ist, stammt laut Inventareintrag der ostseitige Waschhausanbau von 1883. Ob damals bereits der Anbau in seiner heutigen Form bestand oder lediglich ein Werkstattanbau, der, wie Gemeinderat und BaubehÃ¶rde in der Rekursantwort vom 24. MÃ¤rz 2003 (S. 6) geltend machen, erst 1907 seine heutige Form erhielt, kann offen bleiben. So oder anders ist nichts ersichtlich, was den Anbau zu einem wichtigen Zeugen im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG machen wÃ¼rde. Als Waschhausanbau zeugt er jedenfalls nicht fÃ¼r die agrarisch geprÃ¤gte Geschichte der Gemeinde X als frÃ¼heres Weinbauerndorf, und er weist auch keine besonderen Merkmale auf, die ihn als Zeuge einer baukÃ¼nstlerischen Epoche erhaltenswÃ¼rdig machen. Diese Feststellung durfte der Gemeinderat gestÃ¼tzt auf seinen eigenen Sachverstand fÃ¤llen und brauchte dazu kein Gutachten einzuholen. Es ist ihm weder eine ungenÃ¼gende oder wesentlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts noch eine falsche Rechtsanwendung vorzuwerfen. Zwar trifft es zu, dass gemÃ¤ss § 203 Abs. 1 lit. c PBG ein Objekt, ohne dass ihm selber besondere Zeugeneigenschaft zukommt, auch als Teil einer GebÃ¤udegruppe schÃ¼tzenswert sein kann. Diesem Anliegen ist hier mit der Zuweisung des Dorfteils G zur Kernzone, was eine gemÃ¤ss § 205 lit. a PBG zulÃ¤ssige Schutzmassnahme dar­stellt, genÃ¼gend Rechnung getragen worden; eine integrale Erhaltung sÃ¤mtlicher Bauten oder Bauteile ist zur Erreichung des Schutzziels nicht erforderlich.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das HauptgebÃ¤ude selber ist gemÃ¤ss Inventareintrag verschiedentlich verÃ¤ndert worden, und das im Inventar genannte Schutzziel verlangt lediglich die Erhaltung der Ã¤usseren, ursprÃ¼nglichen Substanz. Der WÃ¼rdigung des Gemeinderats, der Ausbruch der FenstertÃ¼r sei geringfÃ¼gig und stelle keinen Eingriff in die schutzwÃ¼rdige Substanz dar, ist deshalb vertretbar und keinesfalls rechtsverletzend.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. Damit erweist sich die Beschwerde im Ergebnis als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen. Diesem Ausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 VRG), der Ã¼berdies zu einer UmtriebsentschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an den privaten Beschwerdegegner zu verpflichten ist (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><a id="Text12"></a>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 120.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'620.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3.<span> </span>Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an den privaten Beschwerdegegner verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Entscheids.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoHeader">5. ....</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>