Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 2. Juli 2020 (720 20 4 / 155) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenanspruch zu Recht verneint. In casu keine Verp flichtung der IV-Stelle, dem Versi- cherten vor der Aufhebung seiner befristet zugespro chenen Rente berufliche Massnah- men zuzugestehen. Das von der IV-Stelle für das Invalideneinkommen veranschlagte Kom- petenzniveau 2 ist sachgerecht. Leidensbedingter Abzug im Umfang von 5% angemessen. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Anouck Zehntner, Advo- katin, Indemnis Rechtsanwälte, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1963 geborene A.____ war seit Juli 1995 als H auswart an der Schule B.____ tätig. Mit Gesuch vom 10. Februar 2015 meldete er sich unter H inweis auf eine Arthrose am rechten Knie ein erstes Mal zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung (IV) an. Nachdem er seine angestammte Tätigkeit wieder vollschichtig aufgenommen hatte, wies die IV-Stelle Basel-Land- schaft (IV-Stelle) sein Leistungsbegehren in der Folge m it Verfügung vom 9. Juli 2015 ab. Mit Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schreiben vom 6. März 2016 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine Verschlechte- rung der Knieproblematik erneut zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse, namentlich nach Einholu ng eines polydisziplinären MEDAS- Gutachtens beim Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZM B) vom 6. Februar 2019, sprach die IV-Stelle dem Versicherten nach durchgeführtem Vo rbescheidverfahren mit Verfügung vom 4. Dezember 2019 für den Zeitraum vom 1. Februar 2017 bis 31. Dezember 2018 eine befristete ganze IV-Rente zu. Zur Begründung hielt sie im Wesentl ichen fest, dass dem ZMB-Gutachten vom 6. Februar 2019 voller Beweiswert zukomme. Demnach sei dem Versicherten ab 1. Oktober 2018 wieder eine angepasste Verweistätigkeit im Umfang von 80% zumutbar. Unter Berücksich- tigung eines leidensbedingten Abzugs vom Invalideneinkommen im Umfang von 5% resultiere ab 1. Oktober 2018 ein IV-Grad von 38%, so dass ein Rentenanspruch ab 1. Januar 2019 entfalle. B. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Ad vokatin Anouck Zehntner, beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge- richt), am 3. Januar 2020 Beschwerde. Er beantragte, es sei die angefochtene Verfügung dahin- gehend abzuändern, dass ihm die IV-Stelle über den 31 . Dezember 2018 hinaus weiterhin eine ganze IV-Rente, eventualiter ab 1. Januar 2019 mindestens eine Viertelsrente der IV auszurich- ten habe. Zur Begründung liess er im Wesentlichen vorbringen, dass er sich nach sechs Opera- tionen am rechten Knie im März 2017 zusätzlich einer Rü ckenoperation habe unterziehen müs- sen. Dies habe dazu geführt, dass ihm für die Dauer von beinahe zwei Jahren nunmehr eine ganze IV-Rente zugesprochen worden sei. Obschon er damals bereits 56 Jahre alt gewesen sei, sei diese Rente jedoch aufgehoben worden, ohne dass vorgängig allfällige Eingliederungsmass- nahmen durchgeführt worden seien. Ein Verzicht auf die Durchführung von Eingliederungsmass- nahmen sei jedoch nur zulässig, wenn die langjährige Absenz auf dem Arbeitsmarkt auf invalidi- tätsfremden Gründen beruhe, die versicherte Person bes onders agil und im gesellschaftlichen Leben integriert sei, oder wenn sie über einen besonde rs breiten Fächer an Ausbildungen und Berufserfahrungen verfüge. Dies treffe im konkreten Fall nicht zu, so dass dem Beschwerdeführer bis zum Abschluss der Eingliederungsmassnahmen weiterhin eine ganze Rente auszurichten und erst danach zu entscheiden sei, ob seine Restarbeitsfähigkeit überhaupt noch verwertbar sei. Im Weiteren sei die IV-Stelle von einem zu hohen Invalid eneinkommen ausgegangen. Es sei zwar richtig, dass die IV-Stelle dabei auf die Tabelle der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) TA1 Total Privater Sektor abgestellt habe. Falsch sei aber das veranschlagte Kompetenzniveau 2. Dieses setze besondere Fertigkeiten und Kenntnisse voraus. Besondere Fertigkeit und Kennt- nisse besitze der Beschwerdeführer aber nur in körperlich anstrengenden Tätigkeiten als Grund- bauer, Kaminfeger und Hauswart, welche er allesamt nicht mehr ausüben könne. Folglich sei das Kompetenzniveau 1 anzuwenden. Schliesslich sei der leidensbedingte Abzug zu tief ausgefallen. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters, seiner auf 80% beschränkten Restarbeitsfähigkeit, des zu- sätzlich einschränkenden Anforderungsprofils, seiner Opioi d-Abhängigkeit und der Persönlich- keitsakzentuierung sowie aufgrund seiner verringerten Flexibilität nach einer 20-jährigen Anstel- lung stets beim gleichen Arbeitgeber sei er auf dem Ar beitsmarkt gegenüber gesunden Mitbe- werbern zusätzlich benachteiligt, weshalb ein leidensbe dingter Abzug von mindestens 10% ge- rechtfertigt sei. Damit resultiere ein IV-Grad von 44,6% und damit eventualiter ein Anspruch eine Viertelsrente. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 13. Feb ruar 2020 auf Abweisung der Beschwerde. Im konkreten Fall würden besondere Umstände vorliegen, wonach ausnahmsweise auf die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen habe verzichtet werden dürfen. Bei der Bemessung des Invalideneinkommens sei zu Recht auf das Kompetenzniveau 2 abgestellt wor- den. Auch der leidensbedingte Abzug von 5% erweise sich als angemessen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Be- schwerde des Versicherten vom 3. Januar 2020 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig ge- wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück- sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49, E. 1 .2, 130 V 396, E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwar- tet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294, E. 5a mit Hinwei- sen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbe einträchtigung verursachten Er- werbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Ve rwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesell- schaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294, E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelrente, wenn sie zu mindestens 60% , auf eine halbe Rente, wenn sie zu min- destens 50% und auf eine Viertelrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut- bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be- ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor- den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 15, E. 3.2) mit den Untervarianten des Sc hätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 310, E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge- mutet werden können (BGE 132 V 93, E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (A rt. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B eweisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un- abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver- fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des st reitigen Rechtsanspruchs ge-statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die g eklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begr ündet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351, E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351, E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465, E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351, E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Strittig ist, ob und in welchem Umfang der Beschwerd eführer über den 31. Dezember 2018 hinaus Anspruch auf eine IV-Rente besitzt. Einigk eit besteht dabei hinsichtlich der Frage, in welchem Ausmass er seit dem 1. Oktober 2018 aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträch- tigungen noch arbeitsfähig ist. Gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten des ZMB vom 6. Feb- ruar 2019 gehen die Parteien zu Recht davon aus, dass d em Beschwerdeführer seither in einer leidensangepassten Verweistätigkeit bezogen auf ein Ganzt agespensum eine Arbeitsfähigkeit von 80% verbleibt (Beschwerdebegründung, Ziffer 7; Vernehmlassung, Ziffer 4). In diesem Gut- achten mit internistischer, orthopädischer, neurochirurgisch er und psychiatrischer Beteiligung wurde aus gesamtmedizinischer Sicht mit Auswirkung auf d ie Arbeitsfähigkeit ein Status nach einseitigem Knietotalprothesenwechsel im April 2016 n ach Implantation einer Knietotalprothese rechts im Juli 2014 und Kniearthroskopien rechts im O ktober 2014, August 2015 und Februar 2016 diagnostiziert, ferner ein chronifiziertes lumbove rtebrales Syndrom mit Muskelhartspann und Anschluss-Instabilitätszeichen oberhalb L4 bei Status nach Spondylodese L4 bis S1 im März 2017, sodann ein Status nach Amputation des Digitus II am rechten Fuss bei diabetischem Ulcus, ein diabetischer Ulcus am Digitus III des rechten Fusses, eine mittelgradige depressive Episode und schliesslich eine iatrogene Opioid-Abhängigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien namentlich eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, akzen- tuierte Persönlichkeitszüge mit narzisstischen und histrion ischen Anteilen sowie ein metaboli- sches Syndrom mit Diabetes mellitus, Retinopathie, begi nnender Makulopathie links, arterieller Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hypertonie, Dylipidämie, Hyperurikämie und eine Adipositas zu erheben. Die letzte Tätigkeit als Hauswart würde unter der Annahme, dass damit keine körperlich schweren oder mittelschweren Tätigkeiten verbunden seien, eine ideale Verweistätigkeit darstellen. In allen anderen adaptierten Tätigkeiten körperlich leichter Natur ohne Heben und Tragen von Gewichten über zehn Kilo- gramm, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten, oh ne Verletzungsgefahr und ohne das Zurücklegen längerer Gehstrecken sei unter Berücksichtigung der psychiatrischen Aspekte ab Begutachtungsdatum im Oktober 2018 von einer noch 80 %-igen Restarbeitsfähigkeit auszuge- hen. Die quantitative und qualitative Einschränkung dieses Anforderungsprofils leiteten die Gut- achter des ZMB einerseits aus den Rücken- und Kniebeschw erden und andererseits aus einer erhöhten Erschöpfbarkeit und aus den kognitiven Defiziten ab, deren Ursachen in der depressi- ven Episode sowie in der Opioid-Abhängigkeit begründet lägen und von der Schmerzverarbei- tungsstörung und der Persönlichkeitsakzentuierung mitbe einflusst würden. Diese Schlussfolge- rung ist nachvollziehbar. Die Gutachter des ZMB haben ihr Gutachten sodann in Beachtung aller praxisgemässen Kriterien (vorstehende Erwägung 4.2 f.) erstattet. Ihr Gutachten ist für die strei- tigen Belange umfassend und beruht auf allseitigen Un tersuchungen, und die geklagten Be- schwerden wurden gebührend berücksichtigt. Das Gutachten des ZMB erging ausserdem in Kenntnis sämtlicher Vorakten und unter Erhebung einer genauen Anamnese. Schliesslich wurden die medizinischen Zusammenhänge erläutert, und auch die daraus gezogenen Schlussfolgerun- gen sind begründet. Auf das entsprechende Gutachten un d die darin formulierte Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit kann deshalb ohne Weiteres abgestellt werden. 6.1 Uneinigkeit besteht in der rechtlichen Würdigung d ieser Begutachtungsergebnisse. Der Beschwerdeführer stellt sich in erster Linie auf den S tandpunkt, dass die Rentenaufhebung per Ende 2018 nur unter der Voraussetzung einer vorgängige n Durchführung beruflicher Massnah- men zulässig gewesen wäre. Wie der Beschwerdeführer zutr effend geltend macht und von der IV-Stelle auch grundsätzlich anerkannt ist, wird die Se lbsteingliederungsfähigkeit rechtspre- chungsgemäss dann nicht vermutet, wenn eine versicherte Person im Zeitpunkt ihrer revisions- weisen Reduktion oder Aufhebung ihrer Rente bereits 55 Jahre alt gewesen ist (sog. «55er-Re- gel»). In der Regel sind ihr in einem solchen Fall vor der Aufhebung oder der Reduktion ihrer Rente berufliche Massnahmen zuzugestehen, bis sie in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch ausgewiesene Leistungspotential wieder auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten (SVR 2015 IV Nr. 41 S. 139). Wie der Beschwerdeführer sodann zu Recht weiter vorbringt, gilt diese Praxis neuerdings auch dann, wenn gleichzeitig mit einer Re ntenzusprache über die Befristung der Rente und damit über deren Aufhebung befunden wird (BGE 145 V 209 E. 5.4). Als Ausnahme von dieser Regel darf gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung allerdings dann auf berufliche Massnahmen verzichtet und damit wiederum die Selbsteingl iederung vermutet werden, wenn eine langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, oder wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist, oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt (BGE 145 V 209, E. 5.1). Verlangt sind stets konkrete Anhaltspunkte , die den Schluss zulassen, die versi- cherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt auch ohne Hilfestellungen wieder ins Erwerbsleben integrieren. Dabei trägt die IV-Stelle die Beweislast dafür, dass die versicherte Person in der Lage Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist, ihr medizinisch-theoretisches Leistungspotential auf dem Weg der Selbsteingliederung er- werblich zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 9C_685/2019 vom 8. April 2020, E. 3.1). 6.2 Vorliegend ist vorauszuschicken, dass die Rechtsprechung , wonach die Selbsteinglie- derungsfähigkeit auch bei befristeten Renten dann ni cht vermutet wird, wenn eine versicherte Person im Zeitpunkt der revisionsweisen Reduktion oder Aufhebung ihrer Rente bereits 55 Jahre alt gewesen ist, beim Erlass des Vorbescheids der IV-Stelle vom 29. Mai 2019 (IV-Dok 171) noch nicht ergangen war. Zumal die Frage beruflicher Massnahmen im Einwandverfahren auch seitens des Beschwerdeführers noch nicht thematisiert worden wa r (IV-Dok 176), ist deshalb anzuneh- men, dass der fragliche Entscheid des Bundesgerichts vom 6. Ju ni 2019 (BGE 145 V 209) der IV-Stelle damals noch nicht bekannt gewesen ist und ih r unter diesen Umständen daher auch nicht vorgeworfen werden kann, sie habe die Durchführung beruflicher Massnahmen zu Unrecht nicht geprüft und keine Gründe für einen entsprechend en Verzicht in der angefochtenen Verfü- gung aufgeführt. Nachdem die Beschwerdegegnerin dies n unmehr im Rahmen ihrer Vernehm- lassung nachgeholt und namentlich die vergleichsweise kurze Dauer einer vollen Erwerbsunfä- higkeit, das hohe Aktivitätsniveau im Alltag und den breiten beruflichen «Rucksack» als Gründe für eine erhaltene Selbsteingliederungsfähigkeit de s Versicherten vorgebracht hat, vermag der Umstand alleine, dass sich die angefochtene Verfügung darüber noch nicht ausgesprochen hat, mithin weder eine Rückweisung der Angelegenheit zur ergänzenden Prüfung dieser Rechtsfrage noch eine Gutheissung der Beschwerde aus formellen Gründen zu bewirken. Wie es sich damit verhält, ist im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes we gen vielmehr im vorliegenden Be- schwerdeverfahren zu prüfen. 6.3 Entgegen der von der IV-Stelle vertretenen Auffassu ng ist unsicher, ob der Beschwer- deführer seine bisherige Tätigkeit im Hausdienst wiederaufnehmen könnte. Es trifft zwar zu, dass eine solche Tätigkeit von den medizinischen Experten de s ZMB als ideal bezeichnet worden ist (IV-Dok 147, S. 9, ad Ziffer 4.9). Auch der Versicherte selbst hat im Rahmen seiner psychiatri- schen Exploration ausgesagt, dass er sich gut vorstellen könn e, weiterhin im Umfang von 50%- 80% in der bisherigen Arbeit mit einer Leitungsposition zu arbeiten (IV-Dok 147, S. 52). Ob darauf abgestellt werden kann, ist jedoch sehr fraglich. So sind mit der Tätigkeit als Abwart und als Leiter des technischen Dienstes manchmal auch mittelschwere, selten gar schwere Arbeiten verbunden (IV-Dok 39, S. 7). Ausserdem setzt eine solche Tätigkeit zumindest punktuell auch das Besteigen von Leitern voraus. Solche Arbeiten sind dem Beschwerdefüh rer jedoch nicht mehr zumutbar (oben, Erwägung 5). Damit kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer weiterhin in seiner angestammten Tätigkeit arbeiten kann. Nichts desto trotz ist entgegen der von ihm vertretenen Auffassung davon auszugehen, dass er in der Lage ist, sich selbst wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. 6.4 Der Versicherte war vom 24. Februar 2016 bis 30. September 2018 und damit während weniger als zwei Jahren erwerbsunfähig. Nachdem er seither keine Erwerbstätigkeit mehr aufge- nommen hat, hat seine Absenz vom Arbeitsmarkt im Zeitpu nkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 4. Dezember 2019 mithin weniger als vier Jahre betragen (Abklärung Eingliede- rung vom 17. Januar 2020, Einzelbeilage zur Vernehmla ssung). Hinzu tritt, dass der am 3. De- zember 1963 geborene Beschwerdeführer die 55er-Regel insofern nur knapp erfüllt, als er im Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zeitpunkt der Begutachtung durch das ZMB in der dritten Oktoberwoche 2018 das 55. Altersjahr noch nicht erreicht hatte und die massgebende Altersgrenze somit erst mit der Fertigstellung des Gutachtens am 6. Februar 2019 überschritten hat. Wie es sich damit verhält, kann letztlich da- hingestellt bleiben. Massgebend ist, dass der Beschwerdefüh rer vielseitigen Interessen nach- geht. Er trifft sich mit Freunden in Schrebergärten, l iest viel, sammelt alte (Kunst-)Bücher und betreibt damit teilweise auch einen eigenen Handel (IV-Dok 147, S. 53). Mit Blick auf seine Aus- bildung und seine Berufserfahrung ist relevant, dass er zwei Berufslehren absolviert hat und über einen Abschluss als Kaminfeger und als Grundbauer verfügt (IV-Dok 22, S. 3 f.). Damit hat sich der Versicherte breite handwerkliche und technische Fert igkeiten angeeignet, die er in seiner langjährigen Tätigkeit als Schulabwart regelmässig anwenden konnte. Dass er in technisch-me- chanischen Dingen sehr erfahren und bewandert ist, hat der Versicherte anlässlich seiner Explo- ration durch das ZMB auch selbst bestätigt (IV-Dok 147, S. 47, ad Ziffer 7.4). Seinem Lebenslauf ist darüber hinaus zu entnehmen, dass er sich während seiner beruflichen Tätigkeit stets weiter- gebildet hat (IV-Dok 22). In handwerklicher Hinsicht hat er erfolgreich diverse Schweisser-Ausbil- dungen und eine Weiterbildung zum Ölfeuerungskontroll eur absolviert. Andererseits hat er sich auch in administrativer Hinsicht weitergebildet und meh rere Informatikkurse sowie einen Perso- nalführungskurs besucht. Zuletzt hat der Versicherte währe nd rund 22 Jahren den technischen Schuldienst geleitet (IV-Dok 147, S. 52) und dabei ein Team von zehn Personen geführt (IV-Dok 50, S. 2). Zu seinen Aufgaben gehörten nebst der Rei nigung, den Wartungsarbeiten und der Pflege der Aussenanlage insbesondere auch die Personalf ührung, die Lehrlingsausbildung (IV- Dok 21, S. 4), die Qualitätskontrolle sowie administrative Belange wie das Reporting, die Bestel- lungen und das Erstellen von Arbeitsplänen (IV-Dok 50, S. 2; IV-Dok 147, S. 52). Schliesslich verfügt der Versicherte über besondere Kenntnisse im Bereich Berufsbildner Fachmann Betriebs- unterhalt (IV-Dok 50, S. 2). Gestützt auf diese Aktenlage ist es dem Beschwerdeführer aber zu- mutbar, sich selbst wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Seine handwerklichen Fähigkeiten basierend auf seinen Grundberufen haben dem Versicherten bereits in der Vergangenheit einen Quereinstieg im Bereich der Hauwartung in leitender Position ermöglicht. Mit Blick auf seine lang- jährige Berufserfahrung und seine vergleichsweise nur kurze Absenz vom Arbeitsmarkt, vor allem aber aufgrund seiner breiten Aus- und Weiterbildung auch im administrativen Bereich, sollte er deshalb in der Lage sein, selbst eine Arbeitsstelle mit nur leichter körperlicher Belastung aus- serhalb eines rein handwerklichen Bereichs zu finden. Ausserdem erscheint auch ein Wiederein- stieg in diverse leichte körperliche Tätigkeiten möglich, welche mit Blick auf seine administrativen Kompetenzen und die langjährige Führungsposition zwei fellos bessere Verdienstmöglichkeiten als blosse Hilfsarbeitertätigkeiten bieten. Insgesamt erweist sich die von der Vorinstanz vorge- nommene Rentenaufhebung ohne Durchführung arbeitsmar ktlich integrierender Massnahmen demnach als bundesrechtskonform (BGE 145 V 209, E. 5.1). 7. Der Beschwerdeführer kritisiert ferner das Kompetenz niveau, das von der Vorinstanz für das Invalideneinkommen veranschlagt worden ist. Während die IV-Stelle unter Hinweis auf seine Führungserfahrung für das Invalideneinkommen das Kompetenzniveau 2 berücksichtigt hat, wen- det dieser ein, dass dieses Anforderungsniveau besondere Fertigkeiten und Kenntnisse voraus- setze. Solche besitze er aber nur in körperlich anstrengen den Tätigkeiten als Grundbauer, Ka- minfeger und als Hauswart, die er alle nicht mehr ausü ben könne. Es trifft zwar zu, dass die Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grundausbildungen des Versicherten in körperlich mittelschweren bis schweren Tätigkeitsberei- chen anzusiedeln sind. Indessen ermöglichen die zahlreichen Weiterbildungen des Beschwerde- führers im organisatorischen und administrativen Bereich zweifellos auch berufsfremde Tätigkei- ten ausserhalb des Hilfsarbeiterbereichs. Es kann in di eser Hinsicht auf das oben Gesagte ver- wiesen werden (Erwägung 6.4), wonach sich der Versicher te in administrativer Hinsicht weiter- gebildet und mehrere Informatikkurse sowie einen Personalführungskurs besucht und an seiner letzten Stelle ein Team von zehn Personen geführt hat ( IV-Dok 50, S. 2). In der Eigenschaft als Leiter des technischen Dienstes gehörten zu seinen Aufgab en nebst administrativen Belangen (IV-Dok 50, S. 2; IV-Dok 147, S. 52) insbesondere auch die Personalführung und die Lehrlings- ausbildung (IV-Dok 21, S. 4), für welche der Versichert e denn auch über entsprechende Kennt- nisse im Bereich Berufsbildner Fachmann Betriebsunterh alt (IV-Dok 50, S. 2) verfügt. Mit Blick auf diese vielseitigen Kompetenzen kann nicht davon gesprochen werden, dem Beschwerdefüh- rer wären künftig nur noch Hilfsarbeitertätigkeiten zumutbar, wie sie oftmals nur für Arbeitskräfte ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung in Frage komm en. Alleine bereits die Tatsache, dass der Versicherte während vieler Jahre in einer Führungsposition tätig war und dabei ein Team von zehn Personen geleitet hat, verbietet das Heranziehen eines Anforderungsprofils, wie es für einfache Tätigkeiten ausschliesslich körperlicher oder handwerklicher Natur vorgesehen ist. Ent- gegen der von ihm vertretenen Auffassung trifft es mit anderen Worten gerade nicht zu, dass sich seine berufliche Praxiserfahrung auf die Tätigkeit als K aminbauer oder als Grundbauer be- schränkt. Damit aber kann auch nicht gesagt werden, er be sitze Fertigkeiten ausschliesslich in körperlich anstrengenden Tätigkeiten, die er nicht mehr ausüben könne. Seine Weiterbildungen im organisatorischen und administrativen Bereich ermög lichen es dem Beschwerdeführer viel- mehr, künftig auch berufsfremde Tätigkeiten ausserhalb des Hilfsarbeiterbereichs wahrzuneh- men. Damit ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle f ür das Invalideneinkommen in der an- gefochtenen Verfügung das Kompetenzniveau 2 herangezogen hat. 8. Der Beschwerdeführer beanstandet schliesslich die Höhe des von der IV-Stelle vorge- nommenen leidensbedingten Abzugs (BGE 126 V 75). Der Abzug von 5% sei zu tief und müsse mindestens 10% betragen. Entgegen der von ihm vertretenen Auffassung ist diese Rüge jedoch nicht stichhaltig. Im vorliegenden Fall lässt sich ein leidensbedingter Abzug von mehr als 5%, wie ihn die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 4. Dezember 2019 vorgenommen hat, nicht begründen. So ist die Tatsache, dass dem Beschwerdeführer lediglich noch leichte Verweistätig- keiten zumutbar sind (oben, Erwägung 5), noch kein Gru nd für einen leidensbedingten Abzug. Dies gilt im vorliegenden Fall umso mehr, weil die We iterbildungen im organisatorischen und administrativen Bereich es zweifellos ermöglichen, künftig auch berufsfremde Tätigkeiten wahr- zunehmen (oben, Erwägung 7). Ferner wurden die kognitiven Defizite und die erhöhte Erschöpf- barkeit des Versicherten wegen seiner Opioid-Abhängigke it bereits bei der Zumutbarkeitsbeur- teilung mit einem um 20% eingeschränkten Rendement be rücksichtigt (oben, Erwägung 5, IV- Dok 147, S. 9). Da der Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit mithin noch vollschichtig ausführen kann, ist bei dieser Konstellation kein leidensbedingter Abzug zulässig (Urteil des Bun- desgerichts 9C_158/2016 vom 5. April 2016, E. 4.2.2), andernfalls diese Einschränkungen dop- pelt berücksichtigt würden. Unabhängig davon hat das Bundesgericht in der Vergangenheit selbst eine durch eine Teilzeitbeschäftigung im Bereiche von 50 -74% verursachte Lohneinbusse nicht als überproportional gewertet und deshalb auch nicht m it einem Leidensabzug korrigiert (Urteil Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Bundesgerichts 8C_699/2017 vom 26. April 2018, E. 3.1). Auch das Alter des Versicherten, soweit ihm aus diesem Grund die Stellensuche erschwert wird, ist kein Grund für einen leidens- bedingten Abzug, weil das Bundesgericht die altersbeding te Erschwernis bei der Stellensuche unlängst wieder als invaliditätsfremden Faktor qualifi ziert hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2017 vom 1. Februar 2018, E. 5.3.2). Schliessl ich kann auch nicht gesagt werden, die langjährige Anstellung des Versicherten stets beim gle ichen Arbeitgeber würde sich lohnmin- dernd auswirken. Eine konstante Arbeitsbiographie und d ie einhergehende, breite Berufserfah- rung des Beschwerdeführers dürften eher das Gegenteil bewirken. Insgesamt ist demnach kein Grund ersichtlich, wonach die IV-Stelle mit dem von ihr gewährten leidensbedingten Abzug von 5% ihr Ermessen, in welches ohnehin nur zurückhaltend einzugreifen ist, nicht korrekt ausgeübt hätte. 9. Mit Blick auf den zwischen den Parteien im Übrigen zu Recht unbestritten gebliebenen Einkommensvergleich bleibt es damit für die Zeit ab 1. Januar 2019 (oben, Erwägung 5; Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, vom 17. Januar 1961) bei einem IV- Grad unter 40%. Die Vorinstanz hat den Rentenanspruch des Versicherten ab 1. Januar 2019 im Ergebnis somit zu Recht aufgehoben, und die hiergegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 10.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art . 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwer- deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung od er die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens- aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrah- mens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausma ss auferlegt. Vorliegend ist der Be- schwerdeführer unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Ihm ist allerdings mit Verfügung vom 7. Januar 2020 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt wor- den. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorlä ufig auf die Gerichtskasse genom- men. 10.2 Dem Verfahrensausgang entsprechend wird keine P arteientschädigung zugesprochen. Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 7. Januar 2 020 auch die unentgeltliche Verbei- ständung mit seiner Rechtsvertreterin bewilligt worden i st, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 21. Februar 2020 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 7 Stunden und 40 Minu- ten geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann d ie ausgewiesenen Auslagen im Umfang von Fr. 45.10. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'700.- - (7 Stunden und 40 Minuten à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 45.10 zuzüglich 7,7% Mehrwert- steuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.3 Der Beschwerdeführer wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver- fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1’700.-- (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet.