Mit Urteil vom 15. Juli 2014 (1B_403/2013), wies das Bundesgericht eine gegen vorli e- genden Entscheid gerichtete Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ab. P3 13 140 P3 13 145 VERFÜGUNG VOM 4. OKTOBER 2013 KANTONSGERICHT WALLIS STRAFKAMMER Es wirken mit: Kantonsrichter Jacques Berthouzoz, Gerichtsschreiber Dr. Adrian Wa l- pen in Sachen X_________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt A_________ und Y_________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt B_________ gegen die Beschlagnahmebefehle Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, vom 26. Juli 2013 ***** - 2 - SACHVERHALT UND VERFAHREN A. Am Mittwoch, 24. Juli 2013 , 19.36 Uhr, fuhr X_________ am Steuer sei nes Per- sonenwagens Audi mit Kontrollschild VS xxx auf der Überlandstrasse vom Bildac k- erkreisel herkommen d in Richtung C_________. Kurz vor der Ausfahrt C_________ wurde er durch das stationäre Radargerät mit einer Geschwindigkeit von 149 km/h gemessen. Nur eine Sekunde danach wurde der mitbeschuldigte Y_________ am Steuer des Personenwagens Audi mit Kontrollschild VS xxx ebenfalls durch das R a- dargerät mit einer Geschwindigkeit von 134 km/h gemessen. X_________ gab zu Pro- tokoll, er habe den ihm bekannten Y_________ bei der Ausfahrt Bildackerkreisel e r- kannt und dieser sei ihm gefolgt. Als er - X_________ - stark beschleunigt und (ein an- deres Fahrzeug) überholt habe, sei ihm Y_________ in einem Abstand von 4-5 Metern nachgefolgt. Gemäss Polizeibericht vom 13. August 2013 konnten die diensthabenden Polizeibeamten akus tisch und visuell wahrnehmen, dass Y_________ praktisch im gleichen Zeitpunkt, als X_________ „geblitzt“ worden war, eine Vollbremsung ein- leitete. Gemäss den nachvollziehbaren Ausführungen in den angefochtenen Verfügun- gen erklärt dies auch, weshalb der lediglich eine Sekunde nach, und damit unmittelbar hinter X_________ kontrollierte Y_________ lediglich eine Geschwindigkeit von 134 km/h aufgewiesen hatte. Aus dem Messprotokoll des Radargeräts ergibt sich zudem, dass auf der Übe r- landstrasse zur fraglichen Zeit ziemlich reger Verkehr herrschte und dass die Beschwerdeführer mehrere Fahrzeuge überholten; das letzte überholte Fahrzeug wurde eine Sekunde nach Y_________ mit einer Geschwindigkeit von 94 km/h „g e- blitzt“. B. Mit Verfügungen vom 26. Juli 2013 bes chlagnahmte der Staatsanwalt die F ahr- zeuge von X_________ und Y_________. Gleichentags wurde Rechtsanwalt A_________ gestützt auf Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO als amtlicher Anwalt von X_________ ab dem 25. Juli 2013 bestellt. C. Am 30. Juli 2013 reichte X_________ beim Kantonsgericht Beschwerde gegen den Beschlagnahmebefehl vom 26. Juli 2013 ein und verlangte dessen Aufh ebung und die umgehende Freigabe des beschlagnahmten Fahrzeuges. - 3 - Y_________ reichte am 8. August 2013 beim Kantonsgericht ebenfalls Besc hwerde ein mit dem Antrag, die Beschlagnahme seines Fahrzeuges aufzuheben. Die Staatsanwaltschaft stellte dem Kantonsgericht am 13. August 2013 die Akten S1 13 114 zu und beantragte die kostenpflichtige Abweisung der beiden Beschwerden. Am 19. September 2 013 reichte sie zudem den Polizeibericht vom 13. August 2013 und die polizeilichen Untersuchungsakten nach. DAS KANTONSGERICHT stellt fest und zieht in Erwägung 1. 1.1 Gegen eine Verfügung der Staatsanwaltschaft kann innert zehn Tagen schriftlich und begründet Beschwerde erhoben werden (Art. 393 Abs. 1 lit. a und Art. 396 Abs. 1 StPO). Beschwerdeinstanz ist ein Richter des Kantonsgerichts (Art. 13 Abs. 1 EGStPO). Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Abänderung eines Entscheides hat, zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeführer sind als Eigentümer der beschlagnahmten Personenwagen zur Beschwerde legitimiert. Sie dürfen zwar aufgrund des Entzugs ihrer Führerausweise auf unbestimmte Zeit d ie Fahrzeuge nicht selber fahren, jedoch sind sie durch die Beschlagnahme insofern beschwert, als dass sie die Fahrzeuge auch nicht zur B e- nutzung durch einen Dritten verwenden oder verkaufen können. Die Beschwerdeführer haben somit ein aktuelles Rec htsschutzinteresse an der Aufhebung der in Frage st e- henden Beschlagnahmen. Da die Beschwerde n im Übrigen form - und fristgerecht e r- hoben wurden, ist auf diese einzutreten. 1.2 Verfahren können aus sachlichen Gründen vereint werden (Art. 30 StPO), wobei eine Vereinigung namentlich bei engem Sachzusammenhang angezeigt ist (Finge r- hut/Lieber, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, N. 3 zu Art. 30 StPO). Die Beschwerden von X_________ und Y_________ richten sich gegen Beschlagnahmebefehle, die der Staatsanwalt im - 4 - Rahmen des Strafverfahrens S1 2013 1'114 erlassen hat . Dabei geht es um gleichze i- tig stattgefundene Geschwindigkeitsüberschreitungen, allenfalls im Rahmen eines nicht bewilligten Rennens, weshalb die Ver fahren P3 13 140 und P3 13 145 zu vereinen sind. 2. 2.1 Als Zwangsmassnahme im Sinn von Art. 196 StPO kann eine Beschlagnahme a n- geordnet werden, wenn sie gesetzlich vorgesehen ist, ein hinreichender Ta tverdacht vorliegt, sie verhältnismässig ist und durch die Bedeutung der Straftat gerechtfertigt wird (Art. 197 Abs. 1 StPO). Eine Beschlagnahme ist u.a. im Hinblick auf eine allfällige Einziehung durch den Strafrichter zulässig (Art. 263 Abs. 1 lit. d StPO). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts setzt d ie Einziehungsbeschlagnahme voraus, dass ein begründeter, konkreter Tatverdacht besteht, die Ve rhältnismässigkeit gewahrt wird und die Einziehung durch den Strafrichter nicht bereits aus materiellrechtlichen Gründen als offensichtlich unzulässig erscheint. Entsprechend ihrer Natur als provis o- rische (konservative) prozessuale Massnahme sind bei der Beurteilung der Zulässigkeit der Beschlagnahme - anders als bei der (definitiven) Einziehung durch den zuständige Sachrichter - nicht alle Tat- und Rechtsfragen abschliessend zu prüfen (Bundesgerichtsurteil 1B_98/2013 vom 25. April 2013 E. 2.1). 2.2. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschwerdeführern die Missachtung der zuläss i- gen Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überholen und Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen im Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG vor. Dabei ist unbestri tten, dass X_________ bzw. Y_________ dringend verdächtig sind, die gesetzlich erlaubte Höchstgeschwindigkeit ausserorts um 69 km/h bzw. 54 km/h übe rschritten zu haben. Aufgrund der hohen Gesc hwindigkeiten der Fahrzeuge, der geringen zeitlichen Diff e- renz der Messungen und des gemäss Aussagen von X_________ geringen Abstands von 4-5 Metern zwischen den Fahrzeugen der Beschwerdeführenden besteht der dri n- gende Verdacht, dass sich die beiden Fahrzeuglenker ein Rennen geliefert haben. 2.3. Umstritten ist, ob die Einziehung des Tatfahrzeugs in Betracht fällt. 2.3.1. Der Gesetzgeber hat im Rahmen des Handlungsprogramms des Bundes für mehr Sicherheit im Strassenverkehr ("Via sicura") die Strafbestimmungen des SVG per 1. Januar 2013 verschärft. Dabei hat er zu den beiden bisherigen Kategorien von Verkehrsregelverletzungen - der als Übertretung strafbaren einfachen (Art. 90 Abs. 1 - 5 - SVG) und der als Vergehen strafbaren groben Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG) - eine dritte Kategorie von als Verbrechen strafbaren, besonders bzw. qualifiziert groben Verkehrsregelverletzungen hinzugefügt (Art. 90 Abs. 3 SVG). Danach wird mit Freiheitsstrafe zwischen einem und vier Jahren bestraft, „wer durch vorsätz liche Ver- letzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverlet z- ten oder Todesopfern eingeht, namentlich durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überholen oder Teilna hme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen“. Aus der Konjunktion „namentlich“ erschliesst sich, dass es sich die der krassen Verletzung von Vorschriften über die zulässige Höchstgeschwindigkeit, beim waghalsigen Überholmanöver und bei der Teilnahme an einem unbewilligten Rennen um Beispielfälle handelt, die Aufzählung a l- so nicht abschliessend ist (Maurer, in: Donatsch [Hrsg.], Kommentar StGB, Zürich 2013, N. 28 zu Art. 90 SVG). Eine besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit liegt in j e- dem Fall dann vor, wenn die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um minde stens 60 km/h überschritten wird (Art. 90 Abs. 4 lit. c SVG); oder anders formuliert bei einer F a- hrgeschwindigkeit von mindestens 140 km/h bei einer signalisierten oder allgeme inen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Das Lenken eines Motorfahrzeugs mit solchen Geschwindigkeiten birgt ex lege das Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern (Maurer, a.a.O., N. 29 und 33 zu Art. 90 SVG ; a.M. Délèze/Dutoit, Le « délit de chauffard » au sens de l’art. 90 al. 3 LCR: éléments constitutifs et proposition d’interprétation, in: AJP 2013 S. 1213, wonach ein Lenker, der mit einer Geschwi n- digkeit von 200 km/h bei g uten Sichtverhältnissen auf einer verkehrsfreien Autobahn nicht nach Art. 90 Abs. 3 SVG bestraft werden kann, da er keine Gefahr für das Leben und die Gesundheit Dritter geschaffen hat ). Entscheidend ist auf jeden Fall, ob ein hohes Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingegangen wurde. Die Teilnahme an eine m unbewilligten Rennen als Unterfall des Raser -Tatbestandes bedeutet kompetitives Hinter - oder Nebeneinanderverfahren, allenfalls verbunden mit Überholmanövern, mit stark überhöhter, den Verhältnissen gänzlich unangepasster Geschwindigkeit (Maurer, a.a.O., N. 29 zu Art. 90 SVG m.w.H.). 2.3.2. Nach Art. 90a Abs. 1 SVG kann der Strafrichter „die Einziehung eines Moto r- fahrzeugs anordnen, wenn: a. eine grobe Verkehrsregelverletzung in skrupelloser - 6 - Weise begangen wurde; und b. der Täter durch die Einziehung von weiteren groben Verkehrsregelverletzungen abgehalten werden kann“. In der Botschaft wird dazu ausgeführt, die Einziehung stelle einen Eingriff in die von Art. 26 BV geschützte Eigentumsgarantie dar und sei nur in Ausnahmefällen verhä l- tnismässig und ge rechtfertigt. Ihre Zulässigkeit hänge stark vom Einzelfall ab. Nicht jede grobe Verkehrsregelverletzung solle automatisch zur Einziehung des Tatf a- hrzeugs führen. Von der Möglichkeit der Einziehung dürfe nur Gebrauch gemacht we r- den, wenn die Verkehrsregelve rletzung in skrupelloser Weise begangen worden sei und sie geeignet sei, den Täter von weiteren groben Verkehrsregelverletzungen abz u- halten; das urteilende Gericht sei verpflichtet, darüber e ine Prognose abzugeben (BBl 2010 S. 8484 f.). 2.3.3. Mit Art. 90 a SVG wollte der Gesetzgeber die an sich nach Art. 69 StGB schon bisher mögliche und in verschiedenen Kantonen auch praktizierte Einziehung von Fahrzeugen auf Bundesebene einheitlich regeln (Mizel, Le délit de chauffard et sa répression pénale et administrative, in: AJP 2013 S. 189 ff., S. 199). Anlasstat ist eine grobe Verkehrsregelverletzung, die in skrupelloser Weise begangen wurde. Die Beifügung „in skrupelloser Weise“ bedeutet, dass die Einziehung nur bei besonders gravierenden Verhaltensweisen im Stra ssenverkehr zur Anwendung gela ngen kann. Gemäss Bundesgericht dürften die Einziehungsvoraussetzungen von Art. 90a Abs. 1 lit. a SVG bei Verkehrsdelikten im Sinn von Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG in der Regel gegeben sein. Die Einziehung ist aber nicht auf diese Fälle beschränkt, sondern fällt auch bei groben Verkehrsregelverletzungen im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG in B e- tracht (Bundesgerichtsurteil 1B_98/2013 vom 25. April 2013 E. 2.3.3). Für die kumulativ zu erfüllende Einziehungsvoraussetzung von Art. 90a Abs. 1 lit. b SVG kann gemäss dem soeben genannten Bundesgerichtsurteil an die bisherige Praxis angeknüpft werden (Darstellung bei Krumm, Die Sicherungseinziehung von Mo- torfahrzeugen, AJP 2013 S. 375 ff., insbesondere S. 380 ff.). Danach hat das G ericht im Sinne einer Gefährdungsprognose zu prüfen, ob das Fahrzeug in der Hand des T ä- ters in der Zukunft die Verkehrssicherheit gefährdet bzw. ob dessen Einziehung gee i- gnet ist, ihn vor weiteren groben Verkehrswidrigkeiten abzuhalten (Bundesgerichtsurteil 1B_98/2013 vom 25. April 2013 E. 2.3.3 m.w.H.). - 7 - 2.3.4. Wie oben in E. 2.1 dargelegt, sind diese Fragen zur Problematik e iner allfälligen Einziehung nicht abschliessend zu klären; das wird Sache des Strafric hters sein, dem das Kantonsgericht vorliegend nicht vorzugr eifen hat. Aus den vorstehenden Ausfü h- rungen ergibt sich für die hier allein zu beurteilende Zulässigkeit der Beschl agnahme Folgendes: X_________ fuhr mit dem beschlagnahmten Audi A3 auf der Ausserortsstrecke mit e i- ner Fahrgeschwindigkeit von 149 km/h. Nach Abzug der Toleranz von 6 km/h beträgt die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit 6 3 km/h. Damit liegt eine besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vor, mit welcher das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern geschaffen wurde. Zudem scheint sich X_________ mit Y_________ ein Rennen geliefert zu h a- ben und auch die Überholmanöver scheinen bei ziemlich regem Verkehr als gefährlich. Y_________ fuhr mit dem beschlagnahmten Audi A3 auf der Ausserort sstrecke mit ei- ner Fahrgeschwindigkeit von 134 km/h. Nach Abzug der Toleranz von 6 km/h beträgt die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit 48 km/h. Die Geschwi n- digkeitsüberschreitung liegt damit zwar unterhalb der in Art. 90 Abs. 4 SVG genann ten Limite, was die Bejahung skrupellosen Verhaltens allerdings nicht ausschliesst. Y_________ ist X_________, der mit einer Geschwindigkeit von 143 km/h (unter Berücksichtigung der Toleranzgrenze) fuhr, gemäss Aussagen des Letzteren in einem Abstand von 4 -5 Metern gefolgt und hat gemäss Angaben der Polizei unmitte lbar vor der Geschwindigkeitsmessung, nachdem er realisierte, dass sein Kollege geblitzt wo r- den war, eine Vollbremsung vollzogen , was die gegenüber X_________ reduzierte Geschwindigkeit erklärt. Es scheint auch, dass sich Y_________ und X_________ mit Y_________ ein Rennen geliefert und auch mit den Überholmanövern eine hohes R i- siko geschaffen haben. Mit dieser Fahrweise wurde auf einer Strasse mit ziemlich re- gem Verkehr ein hohes Risiko eines Unfa lls mit Schwerverletzten oder Todesopfern geschaffen. Die Beschwerdeführer sind somit einer qualifiziert groben Verkehrsrege lverletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG dringend verdächtig, mithin eines Verbrechens und damit einer Straftat, deren Schwe re die Einziehung eines Personenwagens rechtfert i- gen könnte. In Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach d ie Einziehung nicht auf diese Fälle beschränkt ist, sondern auch bei groben Verkehrsr e- gelverletzungen im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG in Betracht fällt (Bundesgerichtsurteil - 8 - 1B_98/2013 vom 25. April 2013 E. 2.3.3) , liegt es im Bereich des Möglichen, dass diese Straftat die Einziehungsvoraussetzung von Art. 90a Abs. 1 lit. a SVG erfüllt. 2.3.5 Kumulativ zur groben Verkehrsregelver letzung in skrupelloser Weise setzt die Einziehung voraus, dass der Täter durch die Einziehung von weiteren groben Ve r- kehrsregelverletzungen abgehalten werden kann (Art. 90a Abs. 1 lit. b SVG). Die Ein- ziehung ist anzuordnen, wenn es hinreichend wahrscheinl ich ist, dass ohne diese Massnahme die Sicherheit von Menschen gefährdet wäre, was beim nicht einsichtigen, rückfallgefährdeten Verkehrsteilnehmer der Fall sein dürfte (Maurer, a.a.O., N. 7 zu Art. 90a SVG). Y_________ hatte sich bereits in der Vergangenheit wegen einer SVG-Übertretung zu verantworten. Am 31. Juli 2003 wurde er vom Untersuchungsrichteramt wegen grober Verletzung der Verkehr sregeln zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 10 Tagen und einer Busse von Fr. 700.-- verurteilt. Zudem wurde er vom Bezirksgericht C_________ am 9. März 2010 wegen Raufhandels zu einer bedingten Geldstrafe von 90 T a- gessätzen sowie einer Busse von Fr. 500. -- verurteilt. Aus dem Register der adminis t- rativen Massnahmen ist ersichtlich, dass Y_________ der Führerausweis we gen Ge- schwindigkeitsüberschreitung bereits dreimal abgenommen wurde und zwar am 15. Oktober 1998 für die Dauer von 4 Monaten, am 6. August 2003 für die Dauer von einem Monat und am 10. Dezember 2011 ebenfalls für die Dauer von einem Monat. Zudem wurde er a m 18. Juli 2006 verwarnt. Offenbar haben die Vorstrafen und Aus- weisentzüge Y_________ nicht beeindruckt. Vielmehr liess er sich dennoch zu einer massiven Geschwindigkeitsüberschreitung hinreissen. Insgesamt ist es (vor dem Hi n- tergrund des aktuellen Verfahr ensstandes) hinreichend wahrscheinlich, dass ohne die Beschlagnahme die Sicherheit von Menschen gefährdet wäre bzw. der Beschuldigte rückfallgefährdet sein dürfte. Damit liegt es im Bereich des Möglichen, dass bei Y_________ die Einziehungsvoraussetzung von Art. 90a Abs. 1 SVG erfüllt sind. X_________ weist zwar keinen Eintrag im Strafregister auf. Er macht g egenüber den Strafverfolgungsbehörden allerdings widersprüchliche Aussagen. Während er g e- genüber der Polizei am 24. Juli 2013 aussagte, er habe Y_________ im Bildackerkrei- sel auf der Höhe Ausfahrt Autobahn D_________-C_________ wahrgenommen ( S1 2013 1'114 S. 4), führte er gegenüber dem Staatsanwalt am 25. Juli 2013 aus, er habe Y_________ erst nach der Radarfalle erkannt ( S1 2013 1'114 S. 14) . Nachdem de r Staatsanwalt ihn auf diesen Widerspruch hinwies, hielt X_________ fest, vorher, d.h. - 9 - vor der Radarfalle, habe er es erst geahnt. Zudem ergibt sich aus dem Register der administrativen Massnahmen, dass X_________ am 10. Juli 2007 wegen Geschwi n- digkeitsüberschreitung und am 15. Dezember 2011 wegen Fahrens in ang etrunkenem Zustand verwarnt worden ist. Den Ausführungen der Staatsanwaltschaft, wonach im derzeitigen frühen Verfahrensstadium noch nicht abschliessend ausgeschlossen we r- den könne, dass vom Täter bz w. dessen Fahrzeug und von dessen manifest gefährl i- chen Fahrweise keine konkrete Gefährdung für Dritte ausgehe, ist zuzustimmen. Es liegt im Bereich des Möglichen, dass bei X_________ die Einziehungsvoraussetzung von Art. 90a Abs. 1 SVG erfüllt sind. 2.4 Die Beschlagnahme hat schliesslich den Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu wahren (Art. 197 Abs. 1 lit. c und d StPO). Sie ist solange gerechtfertigt, als eine spätere Einziehung wahrscheinlich erscheint (Bundesgerichtsurteil 1B_694/2011 vom 12. Januar 2012 E. 2.1). Um d ie streitbetroffenen Fahrzeuge für den Fall einer Anor d- nung der Einziehung in einem Strafbefehl oder -urteil wirksam sicherzustellen, bleibt als einziges Mittel das Aufrechthalten der Beschlagnahme. Eine mildere Massnahme wäre nicht zielf ührend. Die Beschlagnahme de r Fahrzeuge von Y_________ und X_________ erscheint deshalb als verhältnismässig. 2.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde n von Y_________ und X_________ abzuweisen sind, da ein begründeter, konkreter Tatve rdacht besteht, die Verhältnismässigkeit gewahrt wird und die Einziehung durch den Strafrichter nicht b e- reits aus materiellrechtlichen Gründen als offensichtlich unzulässig erscheint. 3. 3.1 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Mas sgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschwerdeführer unterli e- gen mit ihren Anträgen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens grundsätzlich den Beschwerdeführern aufzuerlegen, wobei Rechtsanwalt A_________ mit Verfügung vom 26. Juli 2013 (S1 2013 1'114 S. 28) gestützt auf Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO zum amtlichen Verteidiger von X_________ er- nannt wurde mit den entspr echenden Konsequenzen für die Kostentragung (vgl. Art. 135 StPO). 3.2 Gemäss Art. 13 Abs. 1 des Gesetzes betreffend den Tarif der Kosten und En t- schädigungen vor Gerichts - oder Verwaltungsbehörden vom 11. Februar 2009 (GTar) - 10 - wird die Gerichtsgebühr aufgrund des Umfangs und der Schwierigkeit des Falls, der Art der Prozessführung der Pa rteien sowie ihrer finanziellen Situation festgesetzt. Für das Beschwerdeverfahren vor einem Richter des Kantonsgerichts beträgt die G ebühr Fr. 90.-- bis Fr. 2'000.-- (Art. 22 lit. g GTar). Im konkreten Fall , der weder besonders u m- fangreich noch besonders schwierig war, rechtfertigt es sich, die Gerichtsgebühr in Berücksichtigung der vorgenannten Kriterien auf Fr. 800. -- festzusetzen (Art. 424 Abs. 2 StPO und Art. 11 GTar). Diese w ird ausgangsgemäss zu 1/2 oder Fr. 400.-- X_________ und zu 1/2 oder Fr. 400. -- Y_________ auferlegt, wobei der Staat Wallis die X_________ auferlegten Kosten vorab bezahlt (Art. 136 Abs. 2 lit. b StPO analog; Harari/Aliberti, Commentaire roman, N. 4 zu Art. 135 StPO; Harari/Corminbeuf, Co m- mentaire romand, N. 51 zu Art. 136 StPO) . X_________ ist zur Rückerstattung an den Staat Wallis verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 3.3 Y_________ steht aufgrund des Verfahrensausgangs keine Parteientschädigung zu. Der amtliche Verteidiger vom X_________ wird vom Staat Wallis entschädigt (Art. 11 Abs. 1 des Gesetzes über die unentgeltliche Rechtspflege vom 11. Februar 2009 [GUR; SGS/VS 177.7]) entsprechend dem Anwaltstarif des Kantons, in dem das Strafverfahren geführt wurde (Art. 135 Abs. 1 StPO). Danach erhält der Offizialverteidi- ger im Sinne von Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO nebst dem Ersatz der berechtigten Ausl a- gen ein Honorar, welches 70 Prozent des in den Art. 36 ff. GTar vorgesehenen Pauschalhonorars (Art. 30 Abs. 1 GTar). Die Pauschalentschädigung muss jedoch den Mindestanforderungen der Verfassung genügen (Bundesgerichtsurteil 1A.43/2006 vom 6. April 2006 E. 4.5) und der Offizialanwalt soll auch in Fällen der amtlichen Vertretung einen gewissen, bescheidenen Verdienst erzielen (BGE 132 I 201 E. 8.6). Das Hono- rar hält sich im Beschwerdeverfahren im Rahmen von Fr. 300. -- und Fr. 2'200. -- und wird in Berücksichtigung der Natur und Bedeutung des Falls, der Schwierigkeit, des Umfangs und der vom Rechtsbeistand nützlich aufgewandten Zeit festgesetzt (Art. 27 Abs. 1 und 36 GTar). Aufgrund dieser Kriterien und der von Rechtsanwalt A_________ für die Beschwerdeschrift erforderlichen Zeit, rechtfertigt es sich, dass der Staat Wallis ihm eine reduzierte Entschädigung von Fr. 500.-- (inkl. Auslagen) bezahlt. Der Beschwerdeführer ist zur Rückerstattung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung an den Kanton Wallis verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhäl- tnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO; Lieber, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], a.a.O., N. 20 f. zu Art. 135 StPO; vgl. ferner Art. 426 Abs. 1 und 2 StPO sowie - 11 - Domeisen, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Basel 2011, N. 14 zu Art. 426 StPO). DEMNACH WIRD ERKANNT: 1. Die Beschwerden von X_________ und Y_________ werden abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr in Höhe von Fr. 800.-- wird zu 1/2 oder Fr. 400.-- Y_________ und zu 1/2 oder Fr. 400.-- im Rahmen der X_________ gewährten unentgeltlichen Rechtspflege dem Staat Wallis auferlegt. X_________ ist zur Rückerstattung an den Staat Wallis verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erla u- ben. 3. Rechtsanwalt A_________ erhält vom Staat Wallis eine reduzierte Entschäd igung von Fr. 500.--. X_________ ist zur Rückerstattung dieser Entschädigun g an den Kanton Wallis verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. Sitten, 4. Oktober 2013