Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 25. August 2021 (810 20 295) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz / Straf- fälligkeit; Verhältnismässigkeit der Massnahme Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Nikla us Ruckstuhl, Markus Clausen, Hans Furer, Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Isabelle Amacker Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Georg Ranert, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz (RRB Nr. 1680 vom 1. Dezember 2020) A. Der ukrainische Staatsangehörige A.____ (geb. 1997) reiste am 20. Februar 1999 zusammen mit seiner Mutter in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. A.____ wurde bereits im Jugendalter wie folgt stra ffällig: - Verurteilung mittels Strafbefehl der Jugendanwaltscha ft Basel-Landschaft vom 21. März 2013 wegen mehrfacher Entwendung eines Fahrze uges zum Gebrauch, versuchten Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und B randstiftung zu einer persönlichen Leistung von 25 Tagen à acht Arbeitsstunden, davon fünf Tage unbe- dingt vollziehbar. Die 20 bedingt zu vollziehenden Ta ge wurden später widerrufen (mit Strafbefehl der Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft vom 13. Mai 2014). - Verurteilung mittels Strafbefehl der Jugendanwaltscha ft Basel-Landschaft vom 13. Mai 2014 aufgrund mehrfachen Diebstahls, Sachbeschä digung, versuchten Be- trugs und mehrfacher Widerhandlung gegen das Bundes gesetz über Waffen, Waf- fenzubehör und Munition (Waffengesetz) vom 20. Juni 1997 zu einem unbedingten Freiheitsentzug von 30 Tagen - Verurteilung mittels Strafbefehl der Jugendanwaltscha ft Basel-Landschaft vom 26. September 2014 wegen mehrfacher Widerhandlung ge gen das Strassenver- kehrsgesetz (SVG) vom 19. Dezember 1958 zu einer persönlic hen Leistung von 15 Tagen à acht Arbeitsstunden C. Nach Erreichen der Volljährigkeit wurde A.____ ern eut straffällig: - Verurteilung mittels Strafbefehl der Staatsanwaltsch aft Basel-Landschaft vom 3. September 2015 aufgrund Widerhandlung gegen das S VG zu einer bedingt voll- ziehbaren Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 30.-- und einer Busse von Fr. 1’200.-- - Verurteilung des Strafgerichts Basel-Stadt vom 16. Aug ust 2017 unter anderem we- gen Raub, Hausfriedensbruch und Urkundenfälschung zu ei ner unbedingten Frei- heitsstrafe von 21 Monaten und einer Busse von Fr. 1'500 .--. Gegen dieses Urteil er- hob A.____ Berufung beim Appellationsgericht Basel-St adt, welches mit Urteil vom 14. November 2019 auf einen bedingten Vollzug der Fre iheitsstrafe von 21 Monaten erkannte. D. Mit Schreiben vom 30. November 2017 gewährte das Am t für Migration (AfM; heute: Amt für Migration und Bürgerrecht, AfMB) A.____ das r echtliche Gehör zu einer allfälligen Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Mit Schreiben vom 11. Dezember 2017 und ergänzender Stellungnahme vom 17. August 2018 nahm A.____ das rechtliche Gehör wahr. E. Mit Verfügung vom 13. März 2019 verweigerte das AfM B die Verlängerung der Auf- enthaltsbewilligung von A.____ und ordnete dessen We gweisung aus der Schweiz an. Be- gründet wurde der Entscheid damit, dass A.____ wiederho lt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen habe und folglich der Widerruf sgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (AIG) vom 16. Dezember 2005 erfüllt sei. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Gegen die Verfügung des AfMB vom 13. März 2019 erho b A.____, vertreten durch Georg Ranert, Advokat in Muttenz, mit Eingabe vom 25. März 2019 Beschwerde beim Re- gierungsrat des Kantons Basel-Landschaft. Er beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. G. Am 27. Mai 2019 wurde A.____ mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft wegen mehrfachen, teilweise geringfügigen und teilweise versuchten Betrugs und Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer unb edingt vollziehbaren Geldstrafe von 100 Tagessätzen à zehn Franken und einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt. H. Mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 1680 vom 1. Dez ember 2020 wurde die Be- schwerde vom 25. März 2019 abgewiesen. Im Entscheid wurde ausgeführt, dass A.____ sowohl den Widerrufsgrund des erheblichen und wiederho lten Verstosses gegen die öffentli- che Sicherheit und Ordnung nach Art. 62 Abs. 1 lit. c A IG als auch den Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG erfülle. I. Mit Eingabe vom 14. Dezember 2020 erhob A.____, vertreten durch Georg Ranert, Advokat, gegen den RRB vom 1. Dezember 2020 Beschwerde b eim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragt die kostenfällige Aufhebung des Entscheids vom 1. Dezember 2020 und die Erteilung resp. Ver- längerung der Aufenthaltsbewilligung. Eventualiter sei der Entscheid vom 1. Dezember 2020 aufzuheben und das AfMB anzuweisen, dem Beschwerdeführe r die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. Subeventualiter sei der Entscheid vom 1. Dezember 2020 aufzuheben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung an das AfMB zurückzu weisen. Ferner sei dem Be- schwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewäh ren. Zur Begründung führt der Be- schwerdeführer im Wesentlichen aus, dass eine Wegweisung nicht erforderlich sei, da die Aufenthaltsbewilligung unter strengen Auflagen erteilt werden könne, was eine mildere Mas- snahme darstelle. Zudem sei die Verhältnismässigkeit im en geren Sinne nicht gegeben, da es ihm nicht zumutbar sei, die Schweiz zu verlassen. J. Am 22. März 2021 reichte der Regierungsrat seine Vern ehmlassung ein. Er beantragt die kostenfällige Abweisung der Beschwerde vom 14. Dezember 2020. K. Mit Präsidialverfügung vom 23. März 2021 wurde eine Parteiverhandlung angeordnet und dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. L. Mit Eingabe vom 22. April 2021 reichte der Recht svertreter des Beschwerdeführers seine Honorarnote ein. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht M. Mit Eingabe vom 23. Juli 2021 reichte der Beschwerdef ührer einen aktuellen Bericht seiner behandelnden Psychologin ein. N. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung hielten die Parteien an den gestellten Be- gehren und wesentlichen Begründungen fest. Der Beschwer deführer reichte ferner einen Arbeitsvertrag und Lohnabrechnungen ein und der Beschwe rdegegner einen aktuellen Be- treibungsregisterauszug des Beschwerdeführers. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügun gen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Be- schwerde gegeben. Der Beschwerdeführer ist vom angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Da auch die weiteren formellen Voraus- setzungen erfüllt sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können g emäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitun g, Unterschreitung oder Miss- brauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollstän dige Feststellung des Sachver- halts gerügt werden. Die Beurteilung der Angemessenhe it des angefochtenen Entscheids ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Nichtverl ängerung der Aufenthaltsbewilli- gung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sch weiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besi tzt oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 AIG; vgl. auch Art. 2 AIG). D ie zuständige kantonale Behörde ent- scheidet gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AIG im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Ver- träge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die Zul assung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli- gung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht , es sei denn, das AIG oder völ- kerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 135 II 1 E. 1.1; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel, 2009, Rz. 7.84 ff.; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 16. Januar 2019 (810 18 118) E. 4.1). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass zw ischen der Schweiz und der Ukraine keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, welche dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumen würde. 5.1 Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie Art. 13 Ab s. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 geschützten Recht auf Ach- tung des Privat- und Familienlebens können ausländische S taatsangehörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Aufenthalt oder Verbleib i n einem anderen Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Fam ilienmitgliedern führt (vgl. ANDREAS ZÜND /THOMAS HUGI YAR , Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizeri- schen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Pr ivat- und Familienlebens, EuGRZ 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Der E uropäische Gerichtshof für Menschen- rechte und das Bundesgericht gehen in ihrer Rechtsprechung in Fällen von aufenthaltsbeen- denden Massnahmen erwachsener Ausländer der zweiten Gen eration von einem kombinier- ten Schutzbereich von Privat- und Familienleben aus (BG E 130 II 281 E. 3.2.2; BGE 129 II 193 E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts 2C_480/2013 vom 24. Oktober 2013 E. 4.4.1; Urteil des EGMR M.P.E.V. et al. gegen die Schweiz [3910/2013 ] vom 8. Juli 2014 § 32; Urteil des EGMR Maslov gegen Österreich [1638/03] vom 23. Juni 2008 § 63). 5.2 Der Beschwerdeführer ist im Alter von zwei Jahren in die Schweiz eingereist und hier aufgewachsen. Zu seiner Mutter und seinem Stiefvater, welche ebenfalls in der Schweiz leben, hat er eine enge Beziehung. Eine Wegweisung wü rde für den Beschwerdeführer eine Trennung von den hier lebenden Familienangehörigen bedeuten. Es ist somit – in Überein- stimmung mit dem Regierungsrat – festzustellen, dass sich der Beschwerdeführer auf den kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen kann. 5.3 Das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV geschützte Recht auf Privat- und Familienleben gilt nicht absolut. Eine aufenthaltsbeendende oder -verweigernde Massnahme erweist sich gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK als zulässig, wenn sie gesetzlich vorgesehen ist, einem legitimen Zweck im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMR K entspricht und zu dessen Realisie- rung in einer demokratischen Gesellschaft notwendig erscheint. 6. In Bezug auf die Beurteilung der gesetzlichen Wide rrufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 AIG stellt sich vorab die Frage, ob das Urteil des Appell ationsgerichts Basel-Stadt vom 14. November 2019 für die Begründung eines Bewilligu ngswiderrufs berücksichtigt werden darf. Im fraglichen Urteil wurden die vom Beschwerdefüh rer zwischen dem 20. August 2015 und 23. Februar 2017 begangenen Delikte beurteilt, w obei sich das Gericht nicht zu einer möglichen Landesverweisung äusserte. Unzulässig ist ein Widerruf, der nur damit begründet wird, dass ein Delikt begangen wurde, für das ein Strafgericht bereits eine Strafe oder Mass- nahme verhängt, jedoch von einer Landesverweisung abgeseh en hat (Art. 62 Abs. 2 AIG). Die Kompetenz des Strafgerichts, eine ausländische Per son bei Vorliegen einer Katalogtat Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Landes zu verweisen, besteht seit dem 1. Oktober 2 016. Verzichtet der Strafrichter auf eine Landesverweisung, kann gestützt auf die entsprechend en strafrechtlichen Verurteilun- gen weder ein Bewilligungswiderruf noch eine Wegweisu ng angeordnet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_744/2019 vom 20. August 2020 E. 5.2). Die vom Beschwerdeführer im Zeitraum vom 20. August 2015 bis zum 23. Februar 20 17 begangenen Straftaten dürfen folglich nicht für die Beurteilung eines Widerrufsgrundes herangezogen werden. 7.1 Nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG kann die zuständige Behörde eine Aufenthaltsbewilli- gung widerrufen, wenn ein Ausländer oder eine Person, welche für ihn zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist. Dieser Widerrufsgrund ist da nn erfüllt, wenn die konkrete Gefahr einer fortgesetzten Sozialhilfeabhängigkeit besteht, wo bei blosse finanzielle Bedenken nicht ausreichen. Ob und inwieweit die betroffene Person ei n Verschulden an der Sozialhilfebe- dürftigkeit trifft, beschlägt nicht die Frage des Wider rufsgrundes, sondern bildet Teil der Prü- fung der Verhältnismässigkeit der aufenthaltsbeendende n Massnahme (vgl. KGE VV vom 9. Dezember 2020 [810 20 150] E. 9.2; Urteile des Bu ndesgerichts 2C_9/2020 vom 29. Juni 2020 E. 4.3.2 ff.; 2C_291/2019 vom 9. August 2019 E. 4.1 f. und 2C_13/2018 vom 16. No- vember 2018 E. 3.2). 7.2 Vorliegend hat der Beschwerdeführer seit Erreichen der Volljährigkeit bis zum 14. Januar 2019 Sozialhilfe in der Höhe von Fr. 49'479.35 bezogen. Es ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer bis anhin keine Arbeitsstelle länge rfristig halten konnte und auch kei- ne Aus- resp. Weiterbildung absolviert hat. Aufgrund de r vergangenen Stellenverluste und der fehlenden Ausbildung bleiben seine zukünftigen E rwerbsaussichten unklar. Unter diesen Umständen ist unklar, ob es dem Beschwerdeführer möglich sein wird, sich in Zukunft dau- erhaft von der Sozialhilfe zu lösen. In Anbetracht der Höhe der bezogenen Leistungen sowie der tendenziell negativen Prognose einer Sozialhilfeabh ängigkeit in der Zukunft ist der Wi- derrufsgrund im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG zu bejahen. Das Vorliegen des Widerrufs- grunds wird vom Beschwerdeführer im Übrigen nicht bestritten. 7.3 Ob zusätzlich der Widerrufsgrund des Verstosses gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG gegeben ist, kann vorliegend offenbleiben, da der Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG zu bejahen ist. 8.1 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob die N ichtverlängerung der Aufenthaltsbe- willigung verhältnismässig ist, d.h. ob die öffentlichen Interessen an der Nichtverlängerung der Bewilligung die privaten Interessen des Beschwerde führers am Verbleib in der Schweiz gestützt auf eine umfassende Güterabwägung überwiegen (Art. 96 AIG; BGE 139 I 16 E. 2.2.1; BENJAMIN SCHINDLER , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz ü ber die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N 10 f f. zu Art. 96). Im Rahmen der Ver- hältnismässigkeitsprüfung sind die bekannten Kriterien wie Dauer der Anwesenheit, persön- liche Beziehungen zur Schweiz, berufliche Situation, Wi rtschafts- und Arbeitsmarktlage, per- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sönliches Verhalten sowie Integrationsgrad zu berücksichtigen (vgl. BGE 137 II 345 E. 3.2.2; BGE 135 II 377 E. 4.3 ff.). Entscheidend ist stets das Gesamtbild eines jeden Einzelfalles, welches anhand von sämtlichen der massgeblichen Kriteri en zu beurteilen ist (BGE 139 I 145 E. 2.4). Bei den privaten Interessen stellt sich im Rahmen des Widerrufs oder der Nicht- verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG insbesondere die Fra- ge des Selbstverschuldens. Fälle unverschuldeter Notlage so llen nicht zum Widerruf wegen Sozialhilfeabhängigkeit führen (vgl. Urteil des Bundesg erichts 2C_74/2010 vom 10. Juni 2010 E. 4.1; KGE VV vom 12. Februar 2020 [810 19 226] E. 5.1.1). 8.2.1 Der Regierungsrat erwog, im Fall des Beschwerdefü hrers würden gewichtige Inte- ressen für eine Wegweisung aus der Schweiz sprechen. Der Beschwerdeführer sei in der Schweiz mehrfach, teils in schwerem Masse, strafrechtlich in Erscheinung getreten und ge- richtlich verurteilt worden. Zudem habe er durch die So zialhilfe unterstützt werden müssen und weise ferner eine Verschuldung auf. Dem Beschwerdef ührer sei es bis anhin nicht ge- lungen, eine Ausbildung zu absolvieren bzw. über einen längeren Zeitraum einer Arbeitstä- tigkeit nachzugehen. Obwohl er seit seinem dritten Leb ensjahr mit seiner Mutter und seinem Stiefvater in der Schweiz lebe, könne nicht von einer guten Integration des Beschwerdefüh- rers ausgegangen werden, welche einen weiteren Aufen thalt in der Schweiz rechtfertigen würde. 8.2.2 Der Beschwerdeführer macht zusammengefasst geltend, dass es an der Verhält- nismässigkeit bzw. Erforderlichkeit der verfügten Massnahme mangle. Die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung mit sehr strengen Auflagen sei e ine geeignete und insbesondere mil- dere Massnahme, welche jedoch von den Vorinstanzen ausser Acht gelassen worden sei. Namentlich bestehe die Möglichkeit, konkrete Auflagen z u vereinbaren, wie beispielsweise die Verpflichtung zu einer Therapie mit regelmässigen Berichten an das AfMB oder die Pflicht, sich in finanziellen Angelegenheiten Unterstüt zung zu holen. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, dass er in organisatorischen und f inanziellen Belangen aufgrund sei- ner Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) e ingeschränkt sei. Für ihn seien bestimmte, für normale Personen verständliche Dinge ni cht einfach zu verstehen. Ferner stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass eine Wegweisung nicht zumutbar sei. Er habe sein ganzes Leben hier verbracht und die S chweiz sei seine Heimat. Eine Rückkehr in die Ukraine sei ihm mangels Sprachkenntnissen, wegen fehlender Unterstüt- zung sowie angesichts der drohenden Pflicht des Militär dienstes nicht zumutbar. Folglich sei die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung un d die Wegweisung nicht verhältnismäs- sig. 8.2.3 In der Vernehmlassung verweist der Regierungsrat ergänzend auf neu eingetretene Umstände, welche sich während des laufenden ausländerre chtlichen Verfahrens zugetragen hätten. So sei der Lehrvertrag des Beschwerdeführers m it dem Betrieb D.____ per 5. No- vember 2020 seitens des Lehrbetriebs aufgrund der viele n unentschuldigten Absenzen auf- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gelöst worden. Auch das per 7. Dezember 2020 eingega ngene Arbeitsverhältnis mit der B.____ GmbH sei während der Probezeit seitens des Bet riebs gekündigt worden. Ferner sei der Beschwerdeführer wegen Widerhandlung gegen das S VG mit Strafbefehl der Staatsan- waltschaft Solothurn vom 4. Januar 2021 zu einer Busse v on Fr. 660.-- verurteilt worden. Schliesslich sei mit Verfügung der SVA vom 15. Dezember 2 020 eine weitere Kostengut- sprache für berufliche Massnahmen abgelehnt worden. 8.3.1 In Bezug auf das öffentliche Interesse an der Weg weisung fällt zu Ungunsten des Beschwerdeführers ins Gewicht, dass er wiederholt straff ällig wurde. Bereits im Jugendalter wurde der Beschwerdeführer mit Strafbefehl der Jugend anwaltschaft Basel-Landschaft vom 13. Mai 2014 wegen mehrfachen Diebstahls, Sachbeschädigu ng, versuchten Betrugs und mehrfacher Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu eine m unbedingten Freiheitsentzug von 30 Tagen verurteilt. Mit Strafbefehl der Jugenda nwaltschaft Basel-Landschaft vom 26. September 2014 wurde der Beschwerdeführer sodann wegen mehrfacher Widerhand- lung gegen das SVG zu einer persönlichen Leistung von 1 5 Tagen à acht Arbeitsstunden verurteilt. Bezüglich dieser beiden Verurteilungen i st die Rechtsprechung des EGMR und des Bundesgerichts zu beachten, wonach bei jugendlichen S traftätern, welche im Gaststaat sozialisiert wurden, im Falle überwiegend nicht gewaltt ätiger Delikte grundsätzlich nur wenig Raum für die Rechtfertigung einer Aufenthaltsbeendigu ng besteht (vgl. Urteile des Bundes- gerichts 2C_833/2015 vom 24. März 2016 E. 3.5; 2C_166/2 013 vom 12. November 2013 E. 2.3). Das Verschulden des Beschwerdeführers ist insofern in Bezug auf seine Verurteilun- gen im Jugendalter zu relativieren. Nach Erreichen der Volljährigkeit wurde der Beschwerde- führer allerdings erneut straffällig. Er wurde mit S trafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft vom 3. September 2015 wegen Widerhandlunge n gegen das SVG zu einer be- dingt vollziehbaren Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 3 0.-- und einer Busse von Fr. 1'200.-- verurteilt. Am 16. August 2017 wurde der Beschwerdeführer vom Strafgericht Basel-Stadt insbesondere wegen Raub, Hausfriedensbruch und Urkundenfälschung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 21 Monaten und zu ein er Busse von Fr. 1'500.-- verurteilt. Das Appellationsgericht Basel-Stadt erkannte mit Urte il vom 14. November 2019 auf einen bedingten anstatt einen unbedingten Vollzug der Freih eitsstrafe von 21 Monaten. Weiter wurde der Beschwerdeführer mit Strafbefehl der Staat sanwaltschaft Basel-Landschaft vom 27. Mai 2019 wegen mehrfachen versuchten Betrugs und W iderhandlung gegen das Waf- fengesetz zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à Fr. 10.-- und einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt. Schliesslich wurde er mit Strafb efehl der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 4. Januar 2021 aufgrund einer Widerhandlung gegen das SVG zu einer Busse von Fr. 660.-- verurteilt. Es ist festzustellen, dass es sich bei den vom Beschwerdeführer began- genen Delikten um Vermögensdelikte sowie Delikte im Ber eich des SVG, des Betäubungs- mittel- und des Waffengesetzes handelte. Sein Verschulden wiegt insbesondere hinsichtlich der Verurteilung durch das Strafgericht Basel-Stadt vo m 16. August 2017, unter anderem wegen Raub, relativ schwer. Immerhin ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nach dieser Verurteilung keine vergleichbar schweren Delikte begangen hat. Zusammenfassend Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist festzuhalten, dass aufgrund der wiederholten und t eilweise schwerwiegenden Delinquenz des Beschwerdeführers ein gewichtiges öffentliches Inte resse an dessen Wegweisung aus der Schweiz besteht. 8.3.2 Als zulässiges öffentliches Interesse für eine Wegwe isung fällt zudem die Gefahr der fortgesetzten Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerdef ührers in Betracht (vgl. E. 7.2). Vorliegend hat er seit Erreichen der Volljährigkeit bi s zum 14. Januar 2019 Sozialhilfe in der Höhe von Fr. 49'479.35 bezogen. Es ist aktendkundig, dass er bis anhin keine Arbeitsstelle längerfristig halten konnte und auch keine Aus- resp. W eiterbildung absolviert hat. So wurde sein Lehrvertrag mit dem Betrieb D.____ per 5. Novembe r 2020 seitens des Lehrbetriebs auflöst. Grund dafür waren die vielen unentschuldigten Absenzen des Beschwerdeführers. Auch das in der Folge per 7. Dezember 2020 eingegangene Arbeitsverhältnis mit der B.____ GmbH wurde noch während der Probezeit aufgelöst. Ferner wurde die Kostengutsprache für berufliche Massnahmen von der SVA mit Verfügung vom 15. Dezember 2020 abgewiesen, da der Beschwerdeführer die Eingliederung erschwert b zw. verunmöglicht habe. Ihm ist zu Gute zu halten, dass er zurzeit bei der C.____ AG als Chauffeur angestellt ist, wobei er sich noch in der Probezeit befindet. Aufgrund der vergan genen Stellenverluste muss daher un- gewiss bleiben, ob das aktuelle Anstellungsverhältnis von Dauer sein wird. 8.3.3 Bei der Beurteilung des öffentlichen Interesses si nd zudem die 49 Betreibungen in der Höhe von Fr. 54'342.-- und die 63 Verlustscheine i n der Höhe von Fr. 70'235.19 zu be- achten. Seit dem Zeitpunkt der Verfügung des AfMB vom 1 3. März 2019 sind die Betreibun- gen gegen den Beschwerdeführer um Fr. 12'573.75 und die Verlustscheine um Fr. 26'086.25 angestiegen. Der Anstieg der Schulden lässt sich teilweise damit erklären, dass sich der Be- schwerdeführer aufgrund des laufenden ausländerrechtlichen Verfahrens von der Sozialhilfe abgemeldet hat (vgl. Protokoll Parteiverhandlung, S . 2). Das Verschulden des Beschwerde- führers an der durch ihn verursachten finanziellen Belas tung der öffentlichen Wohlfahrt ist ausserdem mit Blick auf seine ADHS teilweise zu relativieren. Diese kann für ihn im Alltag zu Schwierigkeiten führen, insbesondere wenn es darum geht, längerfristig einer Arbeitstätigkeit nachzugehen und sich in dieser positiv zu behaupten. 8.4.1 Dem öffentlichen Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers sind des- sen private Interessen an einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Das private Interesse des Beschwerdeführers ergibt sich primär aus sein er engen Verbindung zur Schweiz und zur Region Basel, wo er seit seinem zweiten L ebensjahr lebt. Auch wenn der Beschwerdeführer nicht hier geboren ist, gilt zu berücksichtigen, dass er sich mithin seit rund 22 Jahren in der Schweiz aufhält, wobei er seine präg enden Kindheitsjahre hier verbracht hat. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass sich sein gesam ter Freundes- und Bekannten- kreis in der Schweiz befinde. Zudem hat der Beschwerdef ührer unbestrittenermassen eine sehr enge Beziehung zu seiner Mutter sowie zu seinem Stief vater und er hat eine Partnerin in der Schweiz. Sein Lebensmittelpunkt befindet sich folg lich in der Schweiz und eine Weg- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht weisung würde ihn aus seinem hiesigen sozialen Umfeld herausreissen. Die Schweiz verlas- sen zu müssen, würde ihn und sein unmittelbares famili äres Umfeld somit hart treffen. Eine Rückkehr in die Ukraine würde für den Beschwerdeführer auch deshalb eine besondere Här- te darstellen, weil er zu diesem Land keinen nennensw erten Bezug hat. Gemäss den unbe- strittenen Ausführungen der Vorinstanz verbleibt ihm in der Ukraine eine Grossmutter, wobei diese nach Angaben des Beschwerdeführers alt und krank se i und er keinen Kontakt zu ihr pflege. Gemäss den Erwägungen der Vorinstanz sei der Beschwerdeführer der russischen Sprache mächtig, was dieser an der heutigen Parteiverha ndlung jedoch bestritten hat. Der Beschwerdeführer machte diesbezüglich glaubhaft gelte nd, dass er seit seiner frühen Kind- heit kein russisch mehr gesprochen habe und kein Wort russisch verstehe. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist somit davon auszugehen, da ss die Integration des Beschwer- deführers in der Ukraine auch aufgrund fehlender Spra chkenntnisse erschwert wäre. Die Kommunikation mit den Behörden und das Suchen einer A rbeitsstelle würde den Beschwer- deführer somit vor grosse Herausforderungen stellen u nd ihn mit erheblichen Schwierigkei- ten im Alltag konfrontieren. Eine Rückkehr in die Ukrain e erwiese sich schliesslich auch mit Blick auf die gesundheitliche Situation des Beschwerdef ührers als problematisch. Die medi- zinische Versorgung in der Ukraine ist gemäss Reisehinweise n des EDA (Stand: 30. August 2021) nur beschränkt gewährleistet. Aufgrund dessen wäre eine Fortführung der bereits lau- fenden Therapie bei einer Rückkehr in die Ukraine zumin dest erschwert. Eine Wegweisung erwiese sich nach dem Gesagten im vorliegenden Fall als äusserst einschneidende Mass- nahme, womit dem privaten Interesse des Beschwerdeführ ers an einem Verbleib in der Schweiz ein erhebliches Gewicht beizumessen ist. 8.4.2 Anlässlich der Parteiverhandlung brachte der Besch werdeführer vor, dass er seit mehr als zwei Monaten als Chauffeur bei der C.____ AG arbeite. Momentan befindet er sich noch in der Probezeit mit einem 100%-Pensum (Arbeitsv ertrag vom 23. Juni 2021). Diese Veränderung ist grundsätzlich positiv zu würdigen, auch wenn die Dauerhaftigkeit der aktuel- len Anstellung aufgrund der Vorgeschichte als zweifelh aft erscheinen muss. Ferner führte der Beschwerdeführer an der Verhandlung aus, dass er wei terhin regelmässig (alle zwei Wochen) zur Therapie gehe und dort an seinen Verhalt ensweisen, welche insbesondere durch seine ADHS beeinflusst würden, arbeite. Der Beschw erdeführer gab zudem an, dass seine ADHS seit kurzem medikamentös behandelt werde. Es sei wichtig für ihn, eine Tages- struktur zu haben, und die Therapie und die Medikamente würden ihm dabei helfen. Dies sei auch der Grund, weshalb er überhaupt einer Arbeit nachgehen könne. Nach seinen Angaben sei er ferner in Kontakt mit der Schuldenberatung und führe regelmässige Telefonate mit seiner Bewährungshilfe. Somit ist eine gewisse Stabil isierung der persönlichen und wirt- schaftlichen Situation des Beschwerdeführers ersichtlich. Die privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz sind auch im Lichte dieser Entwicklung, aufgrund deren bereits erste positive Veränderungen resultierten, als hoch zu gewichten. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.5.1 Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist festzustellen , dass das öffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers durch dessen privat e Interessen an einem Ver- bleib in der Schweiz, welchen namentlich aufgrund der langen Anwesenheitsdauer ein hohes Gewicht zukommt, knapp überwogen wird. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers erweist sich damit als unverhältnismässig. 8.5.2 Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen und das AfM B anzuweisen, die Aufent- haltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern. 8.5.3 Das AfMB wird angehalten, vor der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung eine Integrationsvereinbarung mit dem Beschwerdeführer abzu schliessen. Damit soll die Weiter- führung der Arbeitstätigkeit resp. das Absolvieren einer Ausbildung, die Fortsetzung der The- rapie und der Abbau der Schulden verbindlich festgehalten werden. 9.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfa hrens zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrens- kosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferleg t (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2’500.-- ausgangsgemäss dem Regierungsrat aufzuerlegen. 9.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gest ützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug einer Anwältin bzw. eines Anwalts eine angem essene Parteientschädigung zu- lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechen d dem Ausgang des vorliegen- den Verfahrens ist dem Beschwerdeführer eine Parteien tschädigung zulasten des Regie- rungsrats zuzusprechen. Der in der Honorarnote vom 22. Ap ril 2021 geltend gemachte Auf- wand von 17 Stunden à Fr. 230.-- sowie Auslagen in de r Höhe von Fr. 229.90 erweisen sich für das vorliegende Verfahren als angemessen. Dazu komme n 4 Stunden Aufwand für die Parteiverhandlung. Folglich hat der Regierungsrat de m Beschwerdeführer eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 5'059.90 (inkl. Auslagen) zu bezahlen. 9.3 Bezüglich der Kosten des vorinstanzlichen Verfahren s ist die Sache zu neuem Ent- scheid an den Regierungsrat zurückzuweisen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. 2. In Gutheissung der Beschwerde wird der Regierungsratsb eschluss Nr. 1680 vom 1. Dezember 2020 aufgehoben und das Amt f ür Migrati- on und Bürgerrecht angewiesen, die Aufenthaltsbewill igung des Be- schwerdeführers nach Abschluss einer Integrationsvereinb arung zu verlängern. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten de s vorinstanzli- chen Verfahrens an den Regierungsrat zurückgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2’500.-- w erden dem Regie- rungsrat auferlegt. 4. Der Regierungsrat hat dem Beschwerdeführer eine Pa rteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 5'059.90 (inkl. Auslagen) auszurichten. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V.