Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Oktober 2018 (720 18 193 / 281) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Neuanmeldung zum Rentenbezug. Die glaubhaft gemachte Verschlechterung des Ge- sundheitszustands wirkt sich gestützt auf ein bidisziplinäres Gutachten nicht rentenbe- gründend aus Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin i.V. Martina Somogyi Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1966 geborene A.____ arbeitete von 1989 bis 2004 als Kellner. Am 16. Dezember 2003 meldete er sich zum ersten Mal bei der Eidgenö ssischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an, wobei die IV-Stelle Bern (IV-Ste lle BE) einen Rentenanspruch unter Hin- weis auf einen 12%-igen Invaliditätsgrad ablehnte. Am 4. Januar 2013 meldete sich der Versi- cherte zum zweiten Mal bei der IV an und machte gel tend, dass er an Depressionen, Rücken-, Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schulter- und Nackenschmerzen leide. Gestützt auf das b idisziplinäre Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie, resp. deren interdisziplinäre Beurteilung vom 18. Dezember 2013, wonach in einer angepassten Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bes tehe, lehnte die IV-Stelle BE einen Ren- tenanspruch mit Verfügung vom 25. Februar 2014 ein weiteres Mal ab. A.2 Am 5. April 2016 meldete sich A.____ ein drittes M al, nun bei der IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle BL), unter Hinweis auf Schulter- und Rückenschmerzen sowie psychische Probleme, Kopf- und Hüftschmerzen zum Leistungsbezug a n. Nachdem die IV-Stelle BL die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse abgeklär t hatte, namentlich nach Einholung eines weiteren bidisziplinären psychiatrisch-rheumatolog ischen Gutachtens von Dr. med. D.____, FMH Rheumatologie, und Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, wel- ches am 16. August 2017 resp. 16. September 2017 erstatt et wurde, lehnte sie nach Durchfüh- rung des Vorbescheidverfahrens einen Rentenanspruch von A .____ mit Verfügung vom 14. Mai 2018 in Anwendung der allgemeinen Bemessungsme thode aufgrund eines Invaliditäts- grades von 0 % ab. B. Hiergegen erhob A.____ am 6. Juni 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, die Verfügung der IV-Stelle BL vom 14. Mai 2018 sei vollumfänglich au fzuheben und ihm sei ab 7. April 2016 mindestens eine unbefristete halbe Invalidenrente auszur ichten. Eventualiter sei über seinen Gesundheitszustand ein Obergutachten zu erstellen und ge stützt auf dieses neu zu verfügen. Subeventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwer degegnerin zurückzuweisen mit der An- weisung, gestützt auf ein psychosomatisches Gutachten neu z u verfügen. Subsubeventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit der Anweisung, gestützt auf ein pharmakologisches Gutachten neu zu verfügen. Auss erdem sei ihm für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren; alles unter o/e- Kostenfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentliche n vor, dass sich die angefochtene Ver- fügung einzig auf das bidisziplinäre Gutachten abstütze, welches seine geklagten gesundheitli- chen Beschwerden nicht berücksichtige. Insbesondere seien die Berichte seiner behandelnden Ärzte, welche ihn zu 100 % krankschreiben würden, nicht gewürdigt worden. Ausserdem habe die IV-Stelle BL zu Unrecht keine Parallelisierung vorgenommen. C. Mit Verfügung vom 27. Juni 2018 bewilligte das Kant onsgericht die beantragte unent- geltliche Prozessführung. D. Die IV-Stelle BL schloss mit Vernehmlassung vom 20. Jul i 2018 auf Abweisung der Be- schwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel- Landschaft, so dass die örtliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset- zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung ( VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan- tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-S telle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 6. Juni 2018 ist demnach einzutreten. 2. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob der medizin ische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde und ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vor aussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung de s Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzte nach bisheriger Rechtsprechung bei leicht- b is mittelgradig depressiven Störungen eine Therapieresistenz voraus (BGE 140 V 193 E. 3.3 mit Hinweis auf Urteil des Bundesge- richts vom 29. April 2013, 9C_667/2013, E. 4.3.2). Die se Praxis änderte das Bundesgericht mit BGE 143 V 409 und 143 V 418 dahingehend, dass auch leichte bis mittelschwere Depressionen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich nach einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 geprüft werden müssen. D ieses Vorgehen, das für soma- toforme Leiden entwickelt wurde, definiert systematisier te Indikatoren, die – unter Berücksichti- gung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensati- onspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, da s tatsächlich erreichbare Leistungs- vermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und E. 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leide ns, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich rel evanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materiel le Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 2 81 E. 3.7.2). Dementsprechend kommt Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem bisherigen Kriterium der Therapieresistenz als Vora ussetzung für eine IV-Rente bei leich- ten bis mittelschweren Depressionen nicht mehr die gleich e Bedeutung zu. Gemäss altem Ver- fahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren nicht pe r se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliess endes Abstellen auf die vorhande- nen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8). 3.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 3.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen (allgemeine Methode des Einkomme nsvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.6 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitli chen Beeinträchtigung arbeitsunfä- hig ist. 3.7 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 3.8 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.9.1 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen): 3.9.2 So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehend er Beobachtungen und Untersuchun- gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 3.9.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten d arf und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweis- würdigung dürfen allerdings auch die potentiellen St ärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Medi- ziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornher ein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite l ässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Ar ztes einerseits und Begutachtungsauf- trag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten a nderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab- weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjek- tiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutach- tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urte il des Bundesgerichts vom 25. Mai 2017, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 3.10 Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass das Adm inistrativverfahren vor der IV- Stelle wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess vo m Untersuchungsgrundsatz be- herrscht sind (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Da nach haben IV-Stelle und Sozialversiche- rungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vol lständige Abklärung des rechtserhebli- chen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht da uert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tats achen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_16 3/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invalidi tätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversiche rung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser B estimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad d er Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise ge ändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzu klären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderu ng des Invaliditätsgrades auch tat- sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger We ise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 133 V 108 E. 5.2) Die Beschwerdegegnerin trat auf das Gesuch des Beschwerdef ührers ein, nachdem Dr. med. F.____, FMH Allgemeinmedizin, Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes beider Basel (RAD), mit Stellungnahme vom 8. November 2016 festg ehalten hatte, dass in der Zwischenzeit ein operativer Eingriff erfolgt sei. 4.2 Stellt die Verwaltung fest, dass der Invaliditätsg rad seit Erlass der früheren rechtskräf- tigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Ver änderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch d em Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b). Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bil den die letzte rechtskräftige Verfü- gung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materi- ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sa chverhaltsabklärung, Beweiswürdi- gung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 122 V 108, 130 V 71 E. 3.2.3). Vorliegend ist demnach die Entwicklung in der Zeit zwisch en der Verfügung vom 25. Februar 2014 und der angefochtenen Verfügung vom 14. Mai 2018 zu vergleichen. 5.1 Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sind di e folgenden medizinischen Unterla- gen zu berücksichtigen: 5.2 Die IV-Stelle BE stützte ihre Verfügung vom 25. Fe bruar 2014 auf das bidisziplinäre Gutachten des Rheumatologen Dr. C.____ vom 13. November 2013 und des Psychiaters Dr. B.____ vom 16. Dezember 2013. Aus psychiatrischer Sicht wurden damals keine Diagno- sen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Ohn e Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine somatoforme Schmerzstörung und eine rezidivierende depressive Störung mit leichtgradi- gen Episoden diagnostiziert. Der Rheumatologe attestier te ein chronifiziertes zervikales, cer- viko-linksspondylogenes Schmerzsyndrom, eine chronifizierte lin ksseitige Periarthropathia humeroscapularis, ein chronifiziertes lumbovertebrales, lu mbospondylogenes Schmerzsyn- drom, rechtsseitige Schulterschmerzen seit zwei bis drei Jah ren, ein seit vielen Jahren beste- hender, chronischer Schwindel, eine doppelseitige Tarsal gie, chronische, linksseitige Unter- bauch- und Leistenschmerzen sowie eine Präkordialgie. I n der angestammten Tätigkeit als Kellner bestehe eine leichtgradige Leistungsminderung vo n 20 %. In einer entsprechenden Tä- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tigkeit als selbständig Erwerbender liege keine Leistung seinbusse vor. Nach interdisziplinärer Beurteilung vom 18. Dezember 2013 sei auf die rheuma tologische Einschätzung abzustellen, wonach bei einer Anstellung im Service von einer 20%-ig en Arbeitsunfähigkeit und in ange- passten Tätigkeiten von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. 5.3 Nach der Neuanmeldung am 5. April 2016 diagnostizi erte Dr. med. G.____, FMH Inne- re Medizin und PSY/FMH Delegierte Psychotherapie, mit B ericht vom 10. Mai 2016 einen Sta- tus nach HWS-Distorsionstrauma 1998, Status nach Autounf all 1998, chronische Cervikobra- chialgie links > rechts, chronische Kopf- und Spannungsschm erzen, PHS calcarea links mit Tendinitius calcarea und AC-Gelenksarthrose, Schulterop eration links am 30. Januar 2014, ei- nen Verdacht auf PHS rechts, ein chronisches Lumboverte bralsyndrom, eine Müdigkeit und eine Leistungsintoleranz multifaktorieller Aetiologie, einen Diabetes mellitus Typ II, eine arteriel- le Hypertonie und schliesslich eine chronische Depression mi ttelschweren Grades. Aus ge- samtmedizinischer Sicht bestehe aktuell auch in einer Verweistätigkeit keine Arbeitsfähigkeit. 5.4 Mit Arztbericht vom 28. Juli 2016 bescheinigte Dr. m ed. H.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, eine 100%-ige Arbeitsun fähigkeit des Versicherten vom 28. Juli 2016 bis 30. September 2016 aufgrund einer Schulteroperation am 28. Juli 2016. 5.5 Dr. med. I.____, FMH Neurologie, diagnostizierte am 4. Oktober 2016 mit Auswirkun- gen auf die Arbeitsfähigkeit ein beidseitiges, radikul äres Reizsyndrom C7/8, ein Lumboverteb- ralsyndrom und eine beidseitige Schulteroperation. Schw indelbeschwerden würden weiter ab- geklärt. Zudem bestehe ein Verdacht auf eine vertebro-b asiläre Durchblutungsstörung. Seit 2014 bestehe für seinen Patienten deshalb eine 100%-i ge Arbeitsunfähigkeit. Mit Arztbericht vom 24. Oktober 2016 hielt Dr. I.____ zusätzlich als Dia gnose einen N. medianur 10/2016 (anamnestisch zeitweise Blockierung der kleinen Fingergele nke rechts, Faustschluss nicht möglich), einen N. ulnaris rechts 10/2016 (leichte moto rische Ulnaris-Neuropathie über dem Sulcus, sensibel keine Verlangsamung feststellbar), einen Verdacht auf ein chronic fatigue Syndrom (bei einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit fühl e sich der Patient abends derart müde und erschöpft als hätte er während Stunden ohne Unter bruch gearbeitet), einen Vitamin D- Mangel, einen Verdacht auf Arthrose im Bereich des Os p iriformis beidseitig 10/2016, einen Verdacht auf Coxarthrose rechts, einen Verdacht auf ei ne Gonarthrose rechts sowie einen Tic in Form von Gesichtszucken (keine psychiatrische, sondern e ine neurologische Diagnose) fest. Am 30. Januar 2017 bestätigte Dr. I.____ die attestie rte Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit 1. Februar 2014. Für eine leidensangepasste Tätigkeit se i vorauszusetzen, dass es sich um eine wechselbelastende Tätigkeit handelt, bei der nich t über 2-3 kg, teilweise 5 kg, gehoben oder getragen werden müsse. Treppensteigen sei aufgrun d der rechten Hüfte und des rechten Knies schlecht möglich. Eine Beeinträchtigung bestehe zude m bei der Abduktion der rechten oberen Extremität über ca. 90° resp. bei der linken über 110° oder wenn die rechte Hand über die Stirnhöhle gehoben werde. Die Anforderungen an leidensangepasste Tätigkeiten bestünden seit dem Unfall im Jahre 1998. 5.6 Am 18. April 2017 diagnostizierte Dr. G.____ mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach HWS-Distorsionstrauma 1998, Status na ch Autounfall 1998, Cervikobrachi- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht algie links > rechts mit beidseitigem radikulärem Reizsyn drom C7/8, eine somatoforme Schmerzstörung, ein Lumbovertebralsyndrom, chronische Obe rbauchschmerzen unklarer Ae- tiologie, DD: chronische Gastritis, Status nach HP-Eradika tion, Status nach biliärer Pankratitis 07/16, chronische Kopfschmerzen, Diabetes mellitus Typ II, einen chronischen Schwindel un- klarer Aetiologie, eine Prostatahyperplasie, eine arte rielle Hypertonie, eine rezidivierende de- pressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode (F33.1), einen Status nach Supraspi- natussehnenruptur artikularseitig sowie Tendinitis calcane a, Bursitis subdeltoidea und sub- acromiale Enge rechts, Schulterarthroskopie, Dekompression, Bursektomie, Kalkentfernung, sowie Naht der Supraspinatussehne rechts 28. Juli 2016 un d schliesslich eine chronische Müdigkeit und eine Leistungsintoleranz multifaktorielle r Aetiologie, DD: Polypharmazie. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit attestierte Dr. G.____ eine Penicillin-Allergie, ein Leber- hämangiom und eine erektile Dysfunktion. Aufgrund der physischen und psychischen Be- schwerden bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten. Falls eine Stabilisie- rung und eine leichte Verbesserung der psychischen Beschw erden erreicht werden könne, sei eine körperlich leichte und wechselhafte Tätigkeit (Mö glichkeit von Entspannungsübungen und bedarfsweisem Unterbrechen der Arbeit) zu einem Pensum von zwei bis drei Stunden pro Tag möglich. 5.7.1 In der Folge beauftragte die Beschwerdegegneri n am 25. April 2017 Dr. E.____ und Dr. D.____ mit der Erstellung eines bidisziplinären Gutachtens. 5.7.2 Dr. E.____ hielt in seinem psychiatrischen Teilgut achten vom 16. September 2017 fest, dass aus psychiatrischer Sicht keine Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnos- tiziert werden könne. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit attestierte er eine rezidivierende depressive Störung mit chronischem Verlauf und gegenwärti g leichtgradiger Episode ohne so- matisches Syndrom (ICD-10 F 33.00). Anlässlich der Unters uchung vom 9. August 2017 lasse sich ein Schmerzsyndrom mit andauernden Schmerzen im Bere iche der cervicalen und lumba- len Wirbelsäule sowie beider Schultern nachweisen. Zu e inem späteren Zeitpunkt der Anam- neseerhebung würde der Explorand berichten, dass er in allen Gelenken Schmerzen verspüre. Laut Angaben des Versicherten würden die Schmerzen seit der Heckauffahrkollision im März 1998 bestehen. Er habe deshalb zweimal an der linken und einmal an der rechten Schulter ope- riert werden müssen. Aus psychiatrischer Sicht sei diesb ezüglich festzuhalten, dass sich eine Belastung nachweisen lasse. Die Diagnose einer anhaltend en somatoformen Schmerzstörung könne jedoch nicht mehr gestellt werden. Der Explorand gebe zwar eine erhebliche andauernde Schmerzintensität in einer VAS-Skala zwischen 5 bis 9 an, nehme aber trotzdem, abgesehen von Lyrica, keine Schmerzmittel regelmässig ein. Lediglich bei sehr starken Schmerzen würde er Dafalgan zu sich nehmen. Der Gutachter verweist bei seiner Einschätzung auch darauf, dass der Explorand während der Untersuchung nicht den Ein druck hinterlassen habe, unter andau- ernden schweren und quälenden Schmerzen zu leiden. Mim ik und Gestik würden zu keinem Zeitpunkt ein Schmerzerleben andeuten. Zudem könne sich der Versicherte auch ohne äusser- lich sichtbare Behinderung bewegen. Damit sei es im Verg leich zu den Befunden des psychiat- rischen Gutachtens von Dr. B.____ zu einer deutlichen Verbesserung gekommen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.7.3 Dr. D.____ diagnostizierte in seinem rheumatolog ischen Teilgutachten vom 16. August 2017 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit neu eine persistierende Frozen Shoul- der (Capsulitis adhaesiva) rechts bei Status nach Schulter gelenksarthroskopie rechts, Dekom- pression, Bursektomie, Kalkentferung sowie Naht der Supra spinatussehne am 28. Juli 2016 bei Supraspinatussehnenruptur artikularseitig sowie Tendini tis calcarea, Bursitis subdeltoidea und subakrominaler Enge. Wie zuvor Dr. C.____ am 13. Novemb er 2013, attestierte auch Dr. D.____ persistierende periarthopathische Schulterbeschw erden links seit dem Autounfall am 13. März 1998, ein chronisches Cervikalsyndrom bei Osteoch ondrosen und Spondylosen der unteren HWS sowie radiologische Zeichen einer diffusen idiopathischen skelettalen Hyperosto- se (DISH) gemäss Röntgenbildern der HWS vom 5. April 2 016 und schliesslich ein chronisches Lumbovertebralsyndrom seit dem Autounfall am 13. März 19 98. Als Diagnosen ohne Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit wurden festgehalten: pe rsistierende Zeichen einer Schmerzfehl- verarbeitung mit variablen Bewegungsausmassen im Vergle ich zwischen den klinischen Unter- suchungsbefunden und den Spontanbewegungen, 3/5 positive n Waddell-Zeichen und pseudo- neurologischen sensiblen Ausfällen, nicht einem rheumato logischen Krankheitsbild entspre- chend, eine beidseitige Chondropathia patellae, eine muskuläre Dysbalance am Schultergürtel (Trapezius beidseits, Pectoralis links) und am Beckengürtel (Knieflexoren beidseits) sowie Spreiz- und Plattfüsse. Dr. D.____ attestierte von Juli 2016 bis September 2016 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit aufgrund d er Schulteroperation an der Rotatorenman- schette. Ab Oktober 2016 betrage die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Kellner 50 %. In einer Verweistätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten bis mittel- schweren Tätigkeit, die bezüglich der rechten Schulter un terhalb von 60° und ohne spezifische Belastung der HWS und der LWS ausgeübt werden könne, aus rein rheumatologischer Sicht 100 %, wobei aufgrund der chronischen Schmerzsituation i m Rahmen der Schultersteife rechts eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 20 % attestiert werde, dies im Sinne eines etwas verlangsamten Arbeitstempos resp. eines leicht erhöhten P ausenbedarfs. Im Vergleich zur rheumatologischen Begutachtung vom 13. November 2013 sei es in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht zu ei ner relevanten Veränderung des Ge- sundheitszustandes gekommen, indem am 28. Juli 2016 eine Operation an der rechten Schulter durchgeführt worden sei. Die durch die Operation her vorgerufene Frozen Shoulder habe zu einer relevanten Bewegungseinschränkung und damit zu einer Funktionsstörung der rechten Schulter sowie zu einer persistierenden Schmerzsymptomatik g eführt. Aufgrund der schmerz- haften Einschränkung der Beweglichkeit an der rechten Sc hulter bestehe aus rein rheumatolo- gischer Sicht im Vergleich zum rheumatologischen Vorguta chten vom 13. November 2013 eine höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die ursp rüngliche Tätigkeit in der Gastronomie. Die Differenz falle jedoch insofern nicht ausgeprägt au s, als z.B. keine trophischen Verände- rungen an den Armen vorliegen würden. Die Umfangmessungen hätten die gleichen physiologi- schen Unterschiede bestätigt, wie sie im rheumatologischen Vorgutachten vom 13. November 2013 dokumentiert worden seien. Auch unt er Berücksichtigung der klinischen Befunde würden sich keine wesentlichen Unterschiede find en lassen. Insbesondere würden weiterhin Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung, die n icht im Rahmen der rheumatologischen Beurteilung berücksichtigt werden, persistieren. Die Schm erzfehlverarbeitung sei nach wie vor dafür verantwortlich, dass eine erhebliche Diskrepanz zwischen den subjektiv wahrgenomme- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen Beschwerden und Einschränkungen im Vergleich zu den objektiven Untersuchungsbefun- den und auch den bildgebenden Abklärungsresultaten bestünden. 5.7.4 In der Konsensbesprechung vom 9. August 2017 zwisch en Dr. D.____ und Dr. E.____ wurde festgehalten, dass die rheumatologische Beurteilun g als bidisziplinäre Gesamtbeurtei- lung der Arbeitsfähigkeit übernommen werden könne, da aus psychiatrischer Sicht keine Diag- nose mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gestellt würde. 5.8 Dr. F.____ zitierte in seiner Stellungnahme vom 2 . Oktober 2017 die aus rheumatologi- scher Sicht von Dr. D.____ attestierte 100%-ige Arbeitsf ähigkeit in einer angepassten Tätigkeit seit Oktober 2016. Ohne eine entsprechende Begründung a bzugeben, liess er dabei die vom Gutachter vorgenommene 20%-ige Einschränkung für einen erhöhten Pausenbedarf resp. ein verlangsamtes Arbeitstempo unberücksichtigt. Am 28. März 201 8 führte der RAD-Arzt aus, dass auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. E.____ und D.____ vom 16. September 2017 resp. 16. August 2017 abgestellt werden könne. 6.1 Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit, die be- züglich der rechten Schulter unterhalb von 60° und ohne spezifische Belastung der HWS und der LWS ausgeübt werde, im Umfang von 100 % zumutbar sei. Unberücksichtigt liess sie dabei – entsprechend der RAD-Stellungnahme vom 2. Oktober 20 17 – die im bidisziplinären Gutach- ten vorgesehene 20%-ige Einschränkung der Arbeitsfähig keit aufgrund erhöhten Pausenbe- darfs resp. verlangsamten Arbeitstempos. In der Vernehm lassung vom 20. Juli 2018 führte sie aus, dass es hinsichtlich des Rentenanspruchs keine Rolle spie le, ob entsprechend der RAD- Stellungnahme vom 2. Oktober 2017 in einer Verweistäti gkeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde oder ob gestützt auf das bidisziplinär e Gutachten der Dres. E.____ und D.____ eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit angenommen werde. 6.2 Wie in E. 3.3 hiervor ausgeführt, änderte das Bu ndesgericht mit BGE 143 V 409 und 143 V 418 seine Rechtsprechung bezüglich invalidisierend en psychischen Gesundheitsbeein- trächtigungen dahingehend, dass bei leicht- bis mittelgr adig depressiven Störungen dem Krite- rium der Therapieresistenz weniger Bedeutung zukommt. G emäss BGE 143 V 418 sind sämtli- che psychischen Leiden, laut BGE 143 V 409 namentlich au ch leichte bis mittelschwere De- pressionen, einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Nach altem Verfahrensstandard erstellte Gutachten behalten ihren Beweiswert, wenn sie eine schlüs- sige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben. Im vorliegenden Fall kann festgestellt werden, dass das psychiatrische Teilgutachten von Dr. E.____ vom 16. September 2017 trotz der bundesgerichtlichen Präzisie rung zu den psychischen Leiden seine Beweiskraft behält. Die psychiatrischen Befunde umf assen eine Diagnosestellung mit überzeugender Begründung. So stützte Dr. E.____ seine B eurteilung unter anderem auf einen Mini-ICF-APP. Er stellte insbesondere die Schwere un d das Ausmass des Krankheitsgesche- hens fest. Bezüglich Komorbiditäten verwies er auf das rh eumatologische Gutachten von Dr. D.____. Des Weiteren analysierte Dr. E.____ die Pe rsönlichkeitsstruktur seines Exploran- den. Er erläuterte den sozialen Kontext und eruierte somit Ressourcen anhand des sozialen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Umfelds. Mit Beschreibung des Tagesablaufs überprüfte er, ob gleichmässige Einschränkungen in allen Lebensbereichen gegeben sind. Damit entsprich t das Gutachten von Dr. E.____ auch dem nach neuer Rechtsprechung geltenden strukturierten Beweisverfahren. 6.3 Das bidisziplinäre Gutachten vom 16. August 2017 resp . 16. September 2017 basiert auf eingehenden Beobachtungen und Untersuchungen. Beid e Gutachter berichten nach Ein- sicht in die Akten und erörtern ihre Befunde in schlüssig er Weise. Sie beziehen Stellung zu den von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen und b egründen allfällige Diskrepanzen. Dass die behandelnden Ärzte von einer 100%-igen Arbeit sunfähigkeit ausgingen, ist laut Dr. D.____ einerseits darauf zurückzuführen, dass sie diese mit Verdachtsdiagnosen begründe- ten. Andererseits würden ausführliche Angaben zu klinischen Befunden fehlen, weshalb er dazu keine Stellung nehmen könne. Die behandelnden Ärzte hätten zudem insbesondere die subjek- tiv wahrgenommenen Beschwerden im Rahmen der bekannten Schmerzfehlverarbeitung bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Au ch Dr. E.____ schliesst in seinem psychi- atrischen Teilgutachten die von Dr. G.____ diagnostizier te somatoforme Schmerzstörung aus. Er anerkenne zwar ein Schmerzsyndrom mit andauernden Schme rzen im Bereich der cervi- calen und lumbalen Wirbelsäule sowie beider Schultern . Wenn der Beschwerdeführer aber gel- tend mache, seit dem Unfall im Jahr 1998 in allen Gelenken Schmerzen zu verspüren, so könne nicht nachvollzogen werden, wieso er abgesehen von Lyrica keine Schmerzmittel regelmässig einnehme. Zudem konnte Dr. E.____ während der Untersu chung kein Schmerzerleben anhand der Mimik und Gestik ablesen. Dass der Beschwerdeführer si ch während der Untersuchung äusserlich ohne sichtbare Behinderung bewegt habe, sprech e laut Dr. E.____ ebenfalls gegen ein tatsächliches Schmerzempfinden. Sowohl Dr. D.___ _ als auch Dr. E.____ legen überzeu- gend dar, weshalb die von den behandelnden Ärzten att estierte 100%-ige Arbeitsunfähigkeit nicht schlüssig erscheint. Darüber hinaus gilt es der Erfa hrungstatsache Rechnung zu tragen, dass die behandelnden Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei- felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Pat ienten aussagen (vgl. dazu E. 3.9.3 hier- vor). Es sind von den behandelnden Ärzten keine Aspekte benannt worden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind . Damit liegen primär keine Indizien vor, die gegen die volle Beweiskraft des Gutachtens der Dres. E.____ und D.____ sprechen. 6.4 Der Beschwerdeführer moniert, dass seine geklagten Be schwerden im bidisziplinären Gutachten der Dres. E.____ und D.____ überhaupt nicht berücksichtigt worden seien. Dem Gutachten fehle eine medizinisch nachvollziehbare Erklärun g für seine Müdigkeit und Kraftlo- sigkeit. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers wurden die von ihm geklagte Müdigkeit und die Konzentrationsstörung berücksichtigt. Allerdings ko nnten die Gutachter während der Untersuchung weder eine Reduktion der Konzentrationsf ähigkeit noch eine Beeinträchtigung in der Aufmerksamkeit oder der Auffassung feststellen. Auch die Müdigkeit konnten sie nicht auf eine entsprechende Diagnose zurückführen (vgl. dazu psyc hiatrisches Teilgutachtem vom 16. September 2017 S. 11 f.). Insgesamt sind damit ke ine Aspekte ersichtlich, welche die Be- weiskraft des bidisziplinären Gutachtens der Dres. E.____ u nd D.____ vom 16. September 2017 resp. 16. August 2017 in Frage stellen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.5 Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten e ine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch der Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu, so kann auf die vom Beschwerdeführer beantragte Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen verzichtet werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pflicht der Behörd e zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur ü ber jene Tatsachen abzuneh- men, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflicht- gemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhan denen Unterlagen ein zuverläs- siges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher R echtsprechung zulässig (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen, 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 119 V 335 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6.6 In der Folge gilt es zu prüfen, ob im Sinne von A rt. 17 ATSG eine für den Rentenan- spruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades in der Zeit zwischen der Verfügung vom 25. Februar 2014 und der angefochtenen Verfügung vom 14. Mai 2018 eingetreten ist. Gestützt auf die Beurteilung von Dr. D.____ ist von einer rel evanten Veränderung des Gesundheitszu- standes auszugehen, da am 28. Juli 2016 eine Operation an der rechten Schulter durchgeführt worden war. Als Folge der Operation bildete sich eine Frozen Shoulder, welche zu einer rele- vanten Bewegungseinschränkung und damit zu einer Funkt ionsstörung der rechten Schulter sowie zu einer persistierenden Schmerzsymptomatik führte. Im Vergleich zum rheumatologi- schen Vorgutachten aus dem Jahr 2013 – worauf sich die Ver fügung vom 25. Februar 2014 stützte – führt die schmerzhafte Einschränkung in der Bewe glichkeit an der rechten Schulter zu einer höheren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in d er angestammten Tätigkeit als Kellner. Auch wenn die Differenz nicht ausgeprägt ausfällt (vgl. E. 5.7.3 hiervor), so gilt es zu berück- sichtigen, dass sich die attestierten Arbeitsfähigkeiten i n den beiden rheumatologischen Teil- gutachten vom 13. November 2013 resp. 16. August 2017 f ür die ursprüngliche Tätigkeit in der Gastronomie um 30 % (neu 50%-ige an Stelle einer 80% -igen Arbeitsfähigkeit) unterscheiden. Auch bei einer Verweistätigkeit wird nicht mehr von ei ner uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Dr. D.____ anerkennt vielmehr, dass aufgr und eines verlangsamten Arbeitstem- pos resp. eines leicht erhöhten Pausenbedarfs von einer 20 %-igen Einschränkung der Arbeits- fähigkeit ausgegangen werden muss. Insgesamt kann damit festgestellt werden, dass sich der Invaliditätsgrad rentenrelevant verändert hat, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht eine neue Rentenprüfung vornahm. 7.1 In einem nächsten Schritt gilt es den Invaliditätsgr ad zu berechnen. Wie bereits er- wähnt (vgl. E. 3.5), ist dieser grundsätzlich aufgrund d er allgemeinen Methode des Einkom- mensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Für die Ermittlung des Valideneinkommens stellt sich die Frage, was der Beschwerdeführer aufgrund seiner beruflichen Fähigkeiten und persön- lichen Umstände an Einkommen zu erwarten gehabt hätte, wenn er nicht invalid geworden wä- re. Dabei entspricht es empirischer Erfahrung, dass die bi sherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, weshalb Anknüpfungspunkt f ür die Bestimmung des Validenein- kommens in der Regel der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwick- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung angepasste Verdienst ist (RKUV 1993 Nr. U 169 S. 100 f. E. 3b). Nachdem der Versicherte mit Blick auf den mutmasslichen Rentenbeginn während me hr als zehn Jahren keiner Erwerbs- tätigkeit mehr nachgegangen ist, ist sein hypothetisches Valideneinkommen anhand der lohn- statistischen Angaben der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu bestimmen. Bei der Ermittlung des Jahreseinkommens ohne Gesundheitsschaden stützte sich die Beschwerdegeg- nerin auf die LSE 2014, Tabelle TA1_triage_skill_ leve l, Sektor Gastgewerbe, Kompetenzni- veau der Tätigkeit 1, Spalte Männer. Demnach belief si ch das Total aller Männerlöhne im Sek- tor Gastgewerbe im Kompetenzniveau 1 (Gastgewerbe/Beh erbergung und Gastronomie) im Jahre 2014 auf Fr. 4‘035.– monatlich, basierend auf 4 0 Wochenstunden. Nach Anpassung die- ses Betrages an die Nominallohnentwicklung von 0.3 % (vgl. BFS T1.1.10 Nominallohnindex Männer 2011-2015) und Umrechnung auf die betriebsübli che wöchentliche Arbeitszeit von 42.4 Stunden (Quelle: Bundesamt für Statistik, Dokument je-d -03.02.04. 19) x 12 Monate ergibt sich ein jährliches Einkommen in Höhe von Fr. 51‘479.–. 7.2 Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend d en gesetzlichen Vorgaben da- nach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalid ität und nach der Durchführung allfälli- ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tä tigkeit bei ausgeglichener Ar- beitsmarktlage hypothetisch zu erzielen in der Lage wäre. Massgebend ist, welches die Ver- dienstmöglichkeiten einer versicherten Person sind, von de r anzunehmen ist, dass sie diese Verdienstmöglichkeiten denn auch voll ausnützt (Urteil d es Bundesgerichts vom 14. April 2008, 8C_664/2007, E. 6.2). Kann bei der Bemessung des Inval ideneinkommens nicht auf das tat- sächlich erzielte Erwerbseinkommen abgestellt werden, weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens ihre verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll ausschöpft, so können nach der Rechtsprechung die Tabel lenlöhne gemäss den LSE herange- zogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3). Bei der Ermittl ung des trotz Gesundheitsschaden zu- mutbarerweise erzielbaren Einkommens stützte sich die Besch werdegegnerin auf die LSE 2014, Tabelle TA1_triage_skill_level, Sektor Total, Kom petenzniveau der Tätigkeit 1, Spalte Männer, Fr. 5‘312.– monatlich, basierend auf 40 Woche nstunden. Nach Anpassung dieses Be- trages an die Nominallohnentwicklung von 0.3 % (vgl. BF S T1.1.10 Nominallohnindex Männer 2011-2015) und Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Quelle: Bundesamt für Statistik, Dokument je-d-03.02.0 4. 19) x 12 Monate ergibt sich bei ei- nem zumutbaren Pensum von 100 % ein Jahreseinkommen in Hö he von Fr. 66‘652.–. Entspre- chend der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs r esultiert daraus ein von der Be- schwerdegegnerin korrekt berechneter Invaliditätsgrad von 0 %. 7.3 Daran ändern auch die Ausführungen des Beschwerde führers nichts. Wenn er geltend macht, dass das Invalideneinkommen kaum höher sein könne als das Valideneinkommen, so ist diese Rüge zwar verständlich. Es gilt jedoch zu berücksichtigten, dass sich die angestammte Tätigkeit als Kellner bekanntlich durch ein sehr tiefes Lohnniveau auszeichnet. In den meisten anderen Tätigkeiten für ungelernte Personen lässt sich ein deutlich höheres Einkommen erzie- len. Die vom Beschwerdeführer verlangte Parallelisierun g kommt nur bei tatsächlichen, unter- durchschnittlichen Valideneinkommen zur Anwendung, nich t jedoch, wenn das Valideneinkom- men aufgrund der LSE-Tabellen bestimmt wird. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4 Zu erwähnen bleibt, dass selbst wenn die Beschwerde gegnerin entsprechend dem rheumatologischen Teilgutachten von Dr. D.____ eine 20%-ige Leistungseinschränkung zufolge Verlangsamung des Arbeitstempos bzw. höherem Pausenbedar f berücksichtigt hätte, sich dar- aus ebenfalls kein rentenbegründender Invaliditätsgrad e rgäbe. Dementsprechend ist die Be- schwerde abzuweisen. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.– bis Fr. 1‘000.– festgele gt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenr ahmens einheitlich auf Fr. 800.– fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen sind. Da ihm mit Verfügung vom 27. Juni 2018 die unentgeltliche Prozessführung bewilli gt wurde, gehen die Verfahrenskosten vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. 8.2 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.– werd en dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 10. Januar 2019 beim Bundesge- richt Beschwerde erhoben (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_19/2019 ).