<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00311</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105834&amp;W10_KEY=13013580&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00311</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.12.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Rechnungstellung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Rechtsnatur der Forderung des Tierspitals gegenüber dem Tierhalter Eine Bestätigung der ursprünglichen Verfügung der Beschwerdegegnerin kommt wegen des Verbots der reformatio in peius nicht in Betracht (E. 1b). Da die strittige Forderung vor Inkrafttreten des UniversitätsG entstand, hat der Kanton als Beschwerdegegner zu gelten (E. 2). Es fragt sich, ob das Rechtsverhältnis zwischen Tierspital und Tierhalter gleich wie das zwischen Kantonsspital und Patienten öffentlichrechtlicher Natur ist (E. 3a). Die Behandlung von Tieren ist nicht Inhalt der öffentlichen Aufgabe des Tierspitals, sondern wird anlässlich dessen Forschungs- und Lehrtätigkeit geleistet. Es drängt sich ein Vergleich mit den Dienstleistungen der Universität zugunsten Dritter auf (E. 3b). Zwischen Tierspital und Tierhalter entsteht kein besonderes Rechtsverhältnis ähnlicher Intensität wie jenes zwischen Humanspital und Patient (E. 3c). Betreffend den Abschluss des Vertrags sind die Parteien frei. Die inhaltliche Regelung durch die Gebührenordnung spricht nicht gegen ein privatrechtliches Verhältnis (E. 3d). Es ist weder für die Tierhalter noch für das Tierspital unbefriedigend, ihr Verhältnis dem Privatrecht zu unterstellen (E. 3e). Insgesamt rechtfertigt es sich, das Verhältnis dem Privatrecht zu unterstellen. Der angefochtene Entscheid ist deshalb aufzuheben (E. 3f).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFTRAG">AUFTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEHANDLUNGSKOSTEN">BEHANDLUNGSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESONDERES RECHTSVERHÃLTNIS">BESONDERES RECHTSVERHÃLTNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Allgemeines Verwaltungsrecht ST: FORMEN DES VERWALTUNGSHANDELNS">FORMEN DES VERWALTUNGSHANDELNS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Abgaberecht ST: GEBÃHREN">GEBÃHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHE ABGABEN">ÃFFENTLICHE ABGABEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICH-RECHTLICH">ÃFFENTLICH-RECHTLICH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATRECHT">PRIVATRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TIERSPITAL">TIERSPITAL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZIVILRECHT">ZIVILRECHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 61 lit. II OR</span><br/><span class="gerade">§ 1 lit. I TierspitalV</span><br/><span class="ungerade">§ 4 lit. I TierspitalV</span><br/><span class="gerade">§ 4 lit. III TierspitalV</span><br/><span class="ungerade">§ 9 TierspitalV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Urteilstext"><span>I. AnlÃ¤sslich eines Springturniers am 4. MÃ¤rz 1997 zog sich der 7-jÃ¤hrige Wal­­lach âZâ eine Radiusfraktur in der linken Vorderhand zu. Damit das Tier stehend transportiert werden konnte, gipste der PferdeeigentÃ¼mer und Tierarzt A den Bruch ein, worauf seine Ehefrau das Pferd um 21.30 Uhr ins Tier­spital ZÃ¼rich einlieferte. In der gleichen Nacht wurde das Tier von 3.25 Uhr bis 9.15 Uhr operiert. Im An­schluss daran hatte es allerdings wegen einer Muskelent­zÃ¼ndung Schwierigkeiten beim Aufstehen und brach sich dabei am Nachmittag des 5. MÃ¤rz 1997 erneut den mit zwei Platten reparierten Knochen. Wegen fehlender Heilungsaussicht und um das Leiden des Tiers zu beenden, wurde es in der Folge euthanasiert.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>FÃ¼r seine Leistungen stellte das Tierspital A Rechnung Ã¼ber Fr. --.-- und setzte diesen Betrag nach erfolgloser Mahnung in Betreibung. Auf Rechtsvorschlag hin verpflichtete das Spital den Betriebenen mittels fÃ¶rmlicher Ver­fÃ¼gung am 21. Ap­ril 1998, den Rechnungsbetrag zu bezahlen, und beseitigte gleich­zeitig den Rechtsvorschlag.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>II. In einem gegen diese VerfÃ¼gung erhobenen Rekurs verlangte A die Aufhe­bung der GebÃ¼hr wegen unsorgfÃ¤ltiger und weisungswidriger Behandlung seines Pfer­­des und darÃ¼ber hinaus den Ersatz des ihm dadurch entstanden Schadens in der HÃ¶he von Fr. --.--. </span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Bildungsdirektion hiess das Rechtsmittel am 17. Juli 2000 teilweise gut. Sie erwog im Wesentlichen folgendes: Das Rechtsmittel sei vor Inkrafttreten des neu­en UniversitÃ¤tsgesetzes erhoben worden, weshalb die nach bisherigem Recht zu­stÃ¤ndige Bildungsdirektion auch zustÃ¤ndig bleibe. Der umstrittene Rechnungsbetrag sei ein Entgelt fÃ¼r eine staatliche TÃ¤tigkeit, die der Rekurrent verursacht habe. Die GebÃ¼hren bemÃ¤ssen sich nach der Tarifordnung der Gesellschaft Schweizerischer TierÃ¤rzte. Die Frage der Angemessenheit hÃ¤nge jedoch wesentlich davon ab, ob die Behandlung des Tiers lege artis erfolgt sei. Das Mass der erforderlichen Sorgfalt be­messe sich sinngemÃ¤ss nach den Bestimmungen des Auftragsrechts. Unter den ge­ge­benen UmstÃ¤nden sei die erfolgte Behandlung des Pferdes als sorgfÃ¤ltig zu be­trach­ten, der Auftrag sei daher gehÃ¶rig erfÃ¼llt worden. Die Frage nach der KausalitÃ¤t zwi­schen Schaden und Vertragsverletzung kÃ¶nne somit offen gelassen werden. Auch sei es zulÃ¤ssig gewesen, dass das Tierspital dem Wunsch des Rekurrenten, beim Auf­stel­len des Pferdes dabei zu sein, nicht stattgegeben habe. Hingegen sei die Euthana­sie­rung eigenmÃ¤chtig und weisungswidrig erfolgt, so dass es sich rechtfertige, dem Re­kurrenten deren Kosten sowie die Kosten der Entsorgung in der HÃ¶he von insge­samt Fr. --.-- zu erlassen. Der Schaden, der durch Missachtung dieser Weisung entstan­den sei, mÃ¼sse ersetzt werden, Ã¼ber die HÃ¶he des Schadenersatzes sei jedoch im Staats­haftungsverfahren zu befinden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>III. Gegen diese VerfÃ¼gung wandte sich A am 18. September 2000 mit Be­schwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, die KostenverfÃ¼gung sei voll­umfÃ¤nglich und der angefochtene Rekursentscheid insoweit aufzuheben, als da­mit der Rekurs abgewiesen worden sei. Die Kosten des Rekurs- und Beschwerdever­fah­rens seien vollumfÃ¤nglich dem Tierspital aufzuerlegen, fÃ¼r beide Verfahren sei eine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen. Ausserdem verlangte er verschiedene Be­weis­ab­nahmen, insbesondere Zeugeneinvernahmen und eventuell die Einholung ei­ner Ex­pertise.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2000 beantragte die UniversitÃ¤t ZÃ¼­rich in Vertretung des Tierspitals die vollumfÃ¤ngliche Abweisung der Beschwerde, eventuell sei sie gestÃ¼tzt auf die RekursverfÃ¼gung teilweise gutzuheissen, unter Kos­ten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten des BeschwerdefÃ¼hrers. Die Bildungsdi­rek­­­tion verlangte in ihrer Vernehmlassung vom 2. November 2000 ebenfalls die Ab­weisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>1. a) Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r die Beurteilung der vorliegenden Streit­sache gestÃ¼tzt auf § 41 Verwaltungsrechtspflegegesetz vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) zustÃ¤ndig. Da sich Fragen von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung stellen, ist die Entscheidung darÃ¼ber ungeachtet des geringen Streitwertes der Kammer vorbe­halten (§ 38 Abs. 3 VRG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>b) Nicht einzutreten ist auf Antrag 1 des Beschwerdegegners, soweit dieser nicht nur die Abweisung der Beschwerde, sondern auch die Wiederherstellung der VerfÃ¼gung des Tierspitals vom 21. April 1998 zum Ziel hat. Der Streitgegenstand der Beschwerde wird durch die <i>Beschwerde</i>antrÃ¤ge begrenzt (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Boss­hart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼­rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 52 N. 3), und das Verwaltungsgericht darf nach § 63 Abs. 3 VRG den angefochtenen Rekursentscheid ohnehin nicht zum Nachteil des BeschwerdefÃ¼hrers abÃ¤ndern. Eine vollumfÃ¤ngliche BestÃ¤tigung der ursprÃ¼nglichen GebÃ¼hrenauflage kÃ¤me nur in Betracht, wenn der Beschwerdegegner gegen den Re­kursentscheid der Bildungsdirektion selbst ebenfalls Beschwerde erhoben hÃ¤tte.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>2. Das Tierspital ZÃ¼rich ist Teil der VeterinÃ¤r-medizinischen FakultÃ¤t der Uni­versitÃ¤t ZÃ¼rich (§ 1 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber das Tierspital der UniversitÃ¤t vom 14. November 1990, TierspitalV). Die der GebÃ¼hrenforderung zu­grunde lie­gen­de tierÃ¤rztliche Behandlung fand vor Inkrafttreten des Gesetzes Ã¼ber die Uni­ver­sitÃ¤t ZÃ¼rich vom 15. MÃ¤rz 1998 (UniversitÃ¤tsG) am 1. Oktober 1998 statt. Auch erliess das Tierspital die GebÃ¼hrenverfÃ¼gung vor diesem Zeitpunkt. Damals war die Univer­sitÃ¤t demnach noch keine selbstÃ¤ndige, sondern wie die Kantonsspi­tÃ¤ler eine unselb­stÃ¤ndige Ã¶ffentlich-rechtliche Anstalt. GebÃ¼hrenglÃ¤ubiger war im massgebenden Zeit­punkt daher der Staat ZÃ¼rich. Nachdem die UniversitÃ¤t ZÃ¼rich im vorliegenden Verfahren weder behauptet hat, die strittige Forderung sei auf sie Ã¼ber­gegangen, noch ein solcher ForderungsÃ¼bergang gesetzlich vorgesehen ist, hat vor­liegend der Kanton ZÃ¼rich als Beschwerdegegner zu gelten.</span></p> <p class="Urteilstext"><i><span> </span></i></p> <p class="Urteilstext"><span>3. Vorliegend gehen beide Parteien Ã¼bereinstimmend davon aus, das VerhÃ¤lt­nis zwischen den Tierhaltern und dem Tierspital ZÃ¼rich unterstehe Ã¶ffentlichem Recht. Das Verwaltungsgericht hatte bisher noch keine Gelegenheit, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes ist die Beziehung zwischen einer Ã¶ffentlichrechtlichen Anstalt und ihren BenÃ¼tzern dann Ã¶ffentlichrechtlicher Natur, wenn durch sie ein besonderes RechtsverhÃ¤ltnis begrÃ¼ndet wird, kraft dessen die Anstalt dem BenÃ¼tzer gegenÃ¼ber mit obrigkeitlicher Gewalt ausgestattet ist, was in jedem Einzelfall anhand der konkreten Ausgestaltung der BenÃ¼tzungsordnung zu entscheiden ist. Als Gesichtspunkte gelten dabei insbesondere die unmittelbare Ver­folgung Ã¶ffentlicher Zwecke, im Vergleich zu denen die Absicht auf Erzielung eines Gewinns von untergeordneter Bedeutung erscheint, sowie die einseitige, unabÃ¤nder­liche Regelung der AnstaltsbenÃ¼tzung durch Gesetz oder Verordnung, im Gegensatz zur freien Bestimmbarkeit der gegenseitigen Beziehungen der Beteiligten auf dem Bo­den der Gleichberechtigung (vgl. BGE 105 II 234 E. 2). Diese Formel enthÃ¤lt Ele­mente verschiedener Theorien zur Abgrenzung des Ã¶ffentlichen vom privaten Recht, welche das Bundesgericht im Sinne eines Methodenpluralismus kombiniert auf den Einzelfall anwendet (vgl. ZBl 98/1997, S. 410).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das VerhÃ¤ltnis zwischen den ZÃ¼rcher KantonsspitÃ¤lern und den Patienten un­tersteht nach Lehre und Rechtsprechung dem Ã¶ffentlichen Recht und zwar selbst dann, wenn es sich um die Behandlung von Privatpatienten handelt (vgl. Tobias Jaag, Verwaltungsrecht des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 3127 ff.; Moritz Kuhn in Heinrich Honsell (Hrsg.), Handbuch des Arztrechts, ZÃ¼rich 1994, S. 54 ff.; BGE 122 I 153 E. 2e, 115 Ib 175 E2 , 111 II 149 E. 3, 98 Ia 508 E 8a; ZR 79/1980 Nr. 23 = ZBl 81/1980, S. 181). Die BegrÃ¼ndung fÃ¼r diese Qualifikation liegt im We­sentlichen darin, dass der Betrieb von KrankenhÃ¤usern eine Ã¶ffentliche Aufgabe dar­stelle, das zÃ¼rcherische Gesundheitswesen Ã¶ffentlichrechtlich ausgerichtet sei und die kantonalen Vorschriften Ã¼ber die SpitÃ¤ler keinen Raum fÃ¼r eine privatrechtliche Gestaltung der Rechtsbeziehungen zwischen Krankenanstalt und Patient lassen (vgl. BGE 98 Ia 508 E. 8a). Es fragt sich, ob das VerhÃ¤ltnis zwischen dem Tierspital ZÃ¼­rich und den die Tierbehandlung beauftragenden Tierhaltern gleichermassen zu qua­lifizieren ist. </span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>b) Das Tierspital nimmt nur in einem sehr beschrÃ¤nkten Umfang eine den KantonsspitÃ¤lern vergleichbare Ã¶ffentliche Aufgabe wahr. Es hat gemÃ¤ss § 1 Abs. 2 der Tierspitalverordnung insbesondere fÃ¼r die wissenschaftliche und praktische Aus­bildung der TierÃ¤rzte und fÃ¼r die klinische Forschung auf dem Gebiet der VeterinÃ¤r­medizin zu sorgen und dient naturgemÃ¤ss nicht der medizinischen Versorgung der BevÃ¶lkerung. Im Vordergrund steht auch nicht etwa das Wohl und die Gesundheit der behandelten Tiere als vielmehr deren Eignung fÃ¼r Ausbildung und Forschung. WÃ¤hrend dementsprechend in den kantonalen KrankenhÃ¤usern grundsÃ¤tzlich alle Per­­­sonen aufgenommen werden mÃ¼ssen, die dringend eine Spitalbehandlung benÃ¶ti­gen (§ 41 des Gesundheitsgesetzes vom 4. November 1962), fehlt eine solche Ver­pflichtung fÃ¼r das Tierspital. Dort haben lediglich diejenigen kranken Tiere den Vor­rang, die der wissenschaftlichen und praktischen Ausbildung sowie der klinischen Forschung dienen (§ 4 Abs. 1 TierspitalV); unruhige oder bÃ¶sartige Tiere kÃ¶nnen ge­nerell abgewiesen werden (§ 4 Abs. 3 Satz 2 TierspitalV). Dage­gen kÃ¶nnen die Kan­tonsspitÃ¤ler nur Personen mit ausserkantonalem Wohnsitz abwei­sen (§ 16 der Ver­ord­nung Ã¼ber die kantonalen KrankenÃ¤user vom 28. Januar 1981).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die vom Tierspital angebotene Leistung dient daher nicht primÃ¤r dem Ziel, kranke Tiere medizinisch zu versorgen, sondern angehende TierÃ¤rzte anhand prakti­scher FÃ¤lle zur Versorgung kranker Tiere zu befÃ¤higen. Bezeichnenderweise enthÃ¤lt denn auch die Tierspitalverordnung im Gegensatz zu § 2 der Patientenrechtverord­nung vom 28. August 1991 keine Bestimmung, wonach sich die Behandlung nach den anerkannten Regeln der medizinischen Wissenschaften richtet. Andererseits steht fÃ¼r den Tierhalter allein diese optimale medizinischen Behandlung seines Tiers im Vordergrund, ohne dass er sich nÃ¤her fÃ¼r Ausbildung und Forschung interessieren dÃ¼rfte. Wenn das Tierspital aus Anlass seiner AufgabenerfÃ¼llung zwar auch eine kunst­gerechte veterinÃ¤rmedizinische Behandlung des Tiers vornimmt, so ist dies nicht der eigentliche Inhalt der Ã¶ffentlichen Aufgabe, sondern eher ein nebenbei ent­stehendes Produkt. WÃ¤hrend sich demgemÃ¤ss in der Humanmedizin der Ã¶ffentliche Auftrag der Krankenversorgung mit dem privaten Interesse einer individuellen medi­zinischen Betreuung vollumfÃ¤nglich deckt, liegen Auftrag und Privatinteresse im Be­reiche der VeterinÃ¤rmedizin auseinander. </span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei dieser Interessenlage lÃ¤sst sich die veterinÃ¤rmedizinische Behandlung im Tierspital am ehesten mit anderen Dienstleistungen der UniversitÃ¤t zugunsten Dritter vergleichen (vgl. neu § 2 Abs. 1 und § 40 Abs. 1 UniversitÃ¤tsG bzw. § 3 der Univer­sitÃ¤tsordnung der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich vom 4. Dezember 1998), insbesondere mit For­schungsauftrÃ¤gen von privater Seite. Auch dort deckt sich das private Interesse an einer nach wissenschaftlichen Methoden durchgefÃ¼hrten Untersuchung nur insoweit mit dem Bildungsauftrag der UniversitÃ¤t, als der Auftrag dieser willkommenen An­lass bietet, den Auszubildenden anhand einer praktischen Anwendung wissenschaft­liche Methoden zu vermitteln. Da solche Dienstleistungen grundsÃ¤tzlich im freien Wettbewerb abgewickelt werden, wo sich zwei Rechtssubjekte auf gleicher Ebene begegnen (vgl. auch Art. 10 Abs. 2 des ETH-Gesetzes vom 4. Oktober 1991), sind derartige ForschungsauftrÃ¤ge als privatrechtliche VertrÃ¤ge - Auftrag oder Werkver­trag - zu qualifizieren. Da sie eine gewerbliche TÃ¤tigkeit des Staates im Sinn von Art. 61 Abs. 2 OR auslÃ¶sen, ist das Bundeszivilrecht auf sie anwendbar.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>c) Weiter kann aus der Tierspitalverordnung nicht geschlossen werden, der Tierhalter werde mit der Inanspruchnahme des Tierspitals einem besonderen Rechts­verhÃ¤ltnis diesem gegenÃ¼ber unterworfen. Dies ergibt sich bereits aus dem Um­stand, dass der Tierhalter sich nicht selber einer Behandlung unterzieht und damit einer Ord­nung unterwirft, die eine gewisse BeschrÃ¤nkung wesentlicher Freiheits­rechte be­inhaltet. Er Ã¼berlÃ¤sst lediglich eine ihm gehÃ¶rige Sache der Obhut und Pfle­ge durch das Spital. Mit Bezug auf die Rechte und Pflichten der AnstaltsbenÃ¼tzer wird in der Tierspitalverordnung denn auch bei weitem nicht die Regelungsdichte wie etwa in der Patientenrechtverordnung erreicht. Die in § 9 TierspitalV aufgefÃ¼hrten Einsichts­rechte sowie das implizite in § 4 der GebÃ¼hrenordnung des Tierspitals der Univer­si­tÃ¤t vom 3. Juni 1992 enthaltene Retentionsrecht begrÃ¼nden jedenfalls keine weiterge­henden Rechte als das privatrechtliche Auftragsrecht (Art. 400 OR und Art. 895 ZGB). Die Tierspitalverordnung sowie die GebÃ¼hrenord­nung des Tierspitals bezeich­nen denn auch im Gegensatz etwa zu den §§ 19 und 20 der fÃ¼r die HumanspitÃ¤ler gel­tenden Taxordnung der kantonalen KrankenhÃ¤user vom 1. Ap­ril 1992 nicht ein­mal den GebÃ¼hrenschuldner, sondern regeln nur die GebÃ¼h­ren­hÃ¶he, wobei die Kos­ten gemÃ¤ss § 4 der GebÃ¼hrenordnung bei der RÃ¼ckgabe des Tiers bar zu bezahlen sind.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>d) Beim Abschluss des Vertrags selber sind die Parteien im Wesentlichen frei, insbesondere unterliegt das Spital wie oben ausgefÃ¼hrt (E. 3. b) keinem Kontra­hie­rungszwang. Im Einzelnen dann Ã¼berlÃ¤sst jedoch die GebÃ¼hrenordnung des Tier­spi­tals den Parteien nur einen geringfÃ¼gigen Regelungsspielraum zur Gestaltung ih­rer gegenseitigen Beziehungen. Jedoch spricht dieser Umstand nicht gegen die An­nahme eines privatrechtlichen VerhÃ¤ltnisses, stellt der Staat doch auch fÃ¼r solche privat­recht­lichen VertrÃ¤ge, an denen er selber (z.B. gemÃ¤ss Postgesetz) oder an de­nen aus­schliesslich Private (z.B. fÃ¼r den Arztvertrag) beteiligt sind, verbindliche Tarife auf.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>e) Mit Bezug auf die Haftung wÃ¤re es keineswegs unbefriedigend, die AnsprÃ¼­che der Tier­halter ausschliesslich dem Privatrecht zu unterstellen. Der von einem Be­handlungs­fehler betroffene Tierhalter kommt fÃ¼r eine allfÃ¤llige Schadenersatz­forderung in den Genuss einer lÃ¤ngeren VerjÃ¤hrungsfrist und hat mit der Verschul­densprÃ¤sumtion nach Art. 97 ff. OR im Ergebnis eine dem Ã¶ffentlichen Haftungs­recht durchaus ver­gleichbare rechtliche Ausgangslage (vgl. Moritz Kuhn, S. 59 f.), zumal letztlich auch im Verfahren nach Haftungsgesetz analog auf die Regeln des privaten Auftragsrechts zurÃ¼ckgegriffen werden muss. Dem betroffenen Tierhalter ist sogar in der Regel mehr damit gedient, wenn keine Aufspaltung des Rechtswegs stattfindet und er die behaupteten Sorgfaltswidrigkeiten nicht zweifach im Rahmen der GebÃ¼hrenstreitig­keit vor den VerwaltungsbehÃ¶rden und hernach im Haftungspro­zess vor den Zivilge­richten darzutun und zu beweisen hat. Die Schwierigkeiten, die sich bei der Anwen­dung des Privatrechts fÃ¼r das VerhÃ¤ltnis zwischen Chefarzt und Privatpatient erge­ben (vgl. etwa BGE 112 Ib 334 E. 2c), bestehen jedenfalls im Be­reich der Tiermedi­zin nicht, da hier fÃ¼r alle Tierhalter der gleiche Tarif zur Anwen­dung gelangt und es in diesem Sinn keine Privatpatienten gibt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Auch fÃ¼r das Tierspital selber ist die Verweisung auf das Bundeszivilrecht zur Eintreibung von Taxforderungen kaum mit grÃ¶sseren Schwierigkeiten verbunden. Es hat damit zwar keine eigene VerfÃ¼gungskompetenz, hÃ¤lt jedoch mit dem Retentions­recht nach Art. 895 ZGB zumindest bei verwertbaren Tieren (vgl. Art. 896 ZGB) ein wirksames Durchsetzungsmittel zur Sicherstellung der offenen Rechnung in der Hand.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>f) In Anbetracht dieser verschiedenen Elemente rechtfertigt es sich, das Ver­hÃ¤ltnis zwischen Tierhalter und Tierspital ausschliesslich dem Privatrecht zu unter­stellen. DemgemÃ¤ss handelt es sich bei der strittigen GebÃ¼hrenforderung des Tier­spitals um einen privatrechtlichen Anspruch, der nicht im Verwaltungsverfahren, son­dern vor den Zivilgerichten geltend zu machen ist (§ 1 VRG). Eine ZustÃ¤ndigkeit des Tierspitals zur verbindlichen Festsetzung der GebÃ¼hr und zur Aufhebung des er­hobenen Rechtsvorschlags bestand demnach nicht. Die angefochtene VerfÃ¼gung, bzw. der Rekursentscheid, soweit er diese bestÃ¤tigte, sind daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. DemgemÃ¤ss wird die VerfÃ¼gung des Tierspitals ZÃ¼rich vom 21. April 1998 vollumfÃ¤nglich und der Rekursentscheid der Bildungsdi­rektion vom 17. Juli 2000 insoweit aufgehoben, als er den Rekurs abgewiesen hat.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>