Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 31. Mai 2012 (710 12 47) ____________________________________________________________________ Alters- und Hinterlassenenversicherung Voraussetzungen eines Statutwechsels bei Entgelten, auf welchen bereits Sozialversi- cherungsbeiträge erhoben wurden Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin i.V. Marion Wüthrich Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch B.____ AG C.____ AG , Beschwerdeführerin, vertreten durch B.____ AG gegen Ausgleichskasse Basel-Landschaft , Beschwerdegegnerin Betreff Beiträge A. Anlässlich einer am 6. März 2008 bei der C.____ AG für die Kontrollperiode 2003 bis 2006 durchgeführten Arbeitgeberkontrolle stellte die Revisionsstelle der Ausgleichskassen (Re- visionsstelle) fest, dass die C.____ AG die Kurierdienst T ätigkeit von A.____, welche dieser als Selbständigerwerbender im Bereich Beratung/Expertisen abgerechnet hatte, als Erwerb aus unselbständiger Tätigkeit hätte abrechnen müssen. In ihrem Schreiben vom 27. März 2008 teil- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht te die Ausgleichskasse Basel-Landschaft (Ausgleichskasse) de r C.____ AG mit, dass das an A.____ ausgerichtete Entgelt als Einkommen aus unselbstä ndiger Erwerbstätigkeit gelte. Da aufgrund des von A.____ bereits versteuerten Einkommens jedoch anzunehmen sei, dass die- ser auf diese Löhne als Selbständigerwerbender AHV-Bei träge entrichtet habe, werde unpräju- diziell und ohne Begründung eines Rechtsanspruchs − aus ver waltungsökonomischen Gründen − auf eine rückwirkende Korrektur verzichtet. Ab dem Jahr 2007 seien von der C.____ AG je- doch sämtliche an A.____ ausbezahlten Löhne als massge bender Lohn abzurechnen. Am 1. Juli 2008 ersuchte die C.____ AG um eine Bestätigu ng, dass A.____ − entgegen der Mitteilung der Ausgleichskasse − weiterhin als Selbständi gerwerbender tätig sein könne. Mit Schreiben vom 15. Juli 2008 wiederholte die Ausgleichska sse, dass die Einkünfte als unselb- ständiges Erwerbseinkommen gelten würden und die an A._ ___ ausbezahlten Löhne über die C.____ AG abzurechnen seien. Anlässlich einer am 15. November 2011 durchgeführten A rbeitgeberkontrolle für die Kontroll- periode 2007 bis 2010 stellte die Revisionsstelle fest, d ass die von der C.____ AG an A.____ ausgerichteten Vergütungen erneut nicht als massgebender Lohn abgerechnet worden sind. Mit Verfügung vom 4. Januar 2012 erhob die Ausgleichskasse auf die an A.____ ausbezahlten Betreffnisse der Jahre 2007 bis 2010 nachträglich Beit räge zuzüglich Zinsen in der Höhe von gesamthaft Fr. 15'074.15. Die hiergegen von der B.____ AG namens und im Auftrag der C.____ AG erhobene Einsprache wies die Ausgleichskasse mit Entscheid vom 20. Januar 2012 ab. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhoben A.____ und die C.____ AG, weiterhin vertreten durch die B.____ AG, Beschwerde beim Kanton sgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantrag ten sie die Beseitigung der bestehenden Doppelunterstellung des von A.____ erzielte n Einkommens aus der Tätigkeit bei der C.____ AG und damit sinngemäss die Aufhebung des E inspracheentscheids der Aus- gleichskasse vom 20. Januar 2012. C. In ihrer Vernehmlassung vom 13. März 2012 beantrag te die Ausgleichskasse die Ab- weisung der Beschwerde. D. Da es das Kantonsgericht als fraglich erachtete, ob es sich beim Vertretungsverhältnis zwischen der B.____ AG und A.____ bzw. der C.____ AG um eine zulässige Parteivertretung im Sinne des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 25. Oktober 2001 handelt, wurde der B.____ AG am 9. Februar 2012 Gelegenheit gegeben, bis zum 12 . Februar 2012 zu dieser Frage Stel- lung zu nehmen. Mit Schreiben vom 13. Februar 2012 be stätigte die B.____ AG, dass sie die Vertretung von A.____ und der C.____ AG ohne Entgelt und nicht berufsmässig erbringe. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 84 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 i.V.m. Art. 60 Abs. 1 de s Bundesgesetzes über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Verfügungen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Einspracheentscheide kantonaler Ausgleichskassen beim Versicherungsgericht am Ort der Ausgleichskasse innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Auf die beim örtlich wie sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und f ristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Zunächst ist zu prüfen, ob die Entgelte, welche die Beschwerdeführerin im vorliegend zur Diskussion stehenden Zeitraum dem Beschwerdeführer für seine Tätigkeit als Kurierfahrer entrichtet hat, massgebenden Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 AHVG darstellen und somit als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zu betrac hten sind, oder ob es sich bei den Entschädigungen um Gegenleistungen für eine selbständige Erwerbstätigkeit handelt. 2.1 Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwer bstätiger richtet sich unter ande- rem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte Erwerbseinkommen als solches aus selbständiger oder unselbständiger Erwerbstätigkeit zu qu alifizieren ist (Art. 5 und 9 AHVG so- wie Art. 6 ff. der Verordnung über die Alters- und H interlassenenversicherung [AHVV] vom 31. Oktober 1947). Gemäss Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmt e Zeit geleistete Arbeit. Als Einkom- men aus selbständiger Erwerbstätigkeit gilt nach Art. 9 Abs. 1 AHVG jedes Einkommen, das nicht Entgelt für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt. 2.2 Die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder uns elbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, beurteilt sich praxisgemäss nicht aufgrund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftli chen Gegebenheiten. Die zivilrechtli- chen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhal tspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein (vgl. BGE 122 V 171 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts vom 26. April 2007, H 102/06, E. 6.2). 2.3 Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Ar- beitgeber in betriebswirtschaftlicher bzw. arbeitsorganisa torischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt (vgl. BGE 110 V 78 E. 4a, 119 V 162 E. 2, 122 V 283 E. 2a). Die arbeitsorganisatorische Abhängigkeit äussert sich in der Weisungsgebundenheit des Erwerbstätigen, die mit einer Rechenschaftspflicht ein hergeht, und/oder in dessen Eingliede- rung in eine fremde Arbeitsorganisation. Ein spezifisc hes Unternehmerrisiko zeigt sich in be- deutenden Investitionen, massgeblichem Kapitaleinsatz, dem Tragen von Unkosten für Perso- nal und Miete oder dem Einsatz von eigenem Personal, vor allem aber im Einstehenmüssen für Verluste aus der Insolvenz von Kunden, aus Mängeln der L ieferung bzw. aus unsorgfältiger Dienstleistung oder aus Fehldispositionen (vgl. Wegleitu ng des Bundesamtes für Sozialversi- cherung [BSV] über den massgebenden Lohn [WML], Versio n 2, gültig ab 1. Januar 2002, Stand 1. Januar 2007, S. 117/E. 5.2). Demgegenüber ist als selbständigerwerbend insbesonde- re derjenige zu betrachten, der − ohne fremden Dire ktiven massgeblich unterworfen zu sein − nach der Art des freien Unternehmers ein eigenes Geschäft führt. Der sozialversicherungsrecht- lich selbständig Erwerbstätige ist unabhängig bezüglich A rbeitszeit und Arbeitsorganisation, die er grundsätzlich frei, nach eigenem Gutdünken gestaltet. So übt er seine Tätigkeit insbesondere Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach einem von ihm selbst bestimmten Zeitplan und in der Regel mit eigenen Hilfsmitteln aus (WML, a.a.O., S. 117/E. 5.1). 2.4 Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen no ch keine einheitlichen, schema- tisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellu ng einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BG E 123 V 162 E. 1, 122 V 171 E. 3a, 119 V 162 E. 2 mit Hinweisen). 2.5 Die Zusammenarbeit zwischen der Beschwerdeführerin, einem Medikamentengross- handel, und dem Beschwerdeführer ist mit einer schrift lichen Vereinbarung in Form eines Werkvertrags geregelt. Darin wurde vereinbart, dass de r Beschwerdeführer mit einem Lieferwagen der Beschwerdeführerin ab dem 1. Februar 2002 die Distribution der Ware übernimmt, welche im Lager der Beschwerdeführerin zur Auslieferung bereitgestellt wird. Gemäss den Unterlagen wurde ein Einsatz nach Bedarf des Betriebs im Rahmen eines Arbeitspensums von ungefähr 50% vereinbart. Die Leistun g wurde nach einem Stundenansatz von Fr. 26.-- (netto) vergütet, wobei der Beschwerdefüh rer die erbrachte Leistung monatlich in Rechnung stellte. 2.6 Gemäss WML gelten Arbeitnehmende im Transportgewer be, namentlich "Vertragsfahrerinnen und Vertragsfahrer", als selbstä ndig erwerbend, soweit sie ein Unternehmerrisiko tragen und arbeitsorganisatorisch nich t in besonderem Masse von den Auftraggebenden abhängig sind. Vertragsfahrer sind Pe rsonen, welche Auftraggebenden (beispielsweise Transportzentralen, Grossverteilern oder Kurierdiensten) vertraglichen Transportraum zur Verfügung stellen und Fahrten durchfü hren (vgl. WML, a.a.O., Rz. 4122 f.). Obwohl der Beschwerdeführer für die Distribution der von der Beschwerdeführerin bereitgestellten Medikamente zuständig war, sprechen di e vorliegend dargelegten Umstände überwiegend für ein arbeitsorganisatorisches Unterordnu ngsverhältnis, wie es für eine unselb- ständige Erwerbstätigkeit üblich ist. Der Einsatz als Kur ier erfolgte im Auftrag der Beschwerde- führerin, wobei diese im vertraglich vereinbarten Umfang eines 50% Pensums nach Bedarf über die Arbeitskraft des Beschwerdeführers verfügte. Damit be stimmte sie weitestgehend, wann, wie und wo zu arbeiten sei (vgl. WML, a.a.O., S. 114/E. 3.1). Diese Weisungsgebundenheit des Beschwerdeführers und seine damit einhergehende untergeordnete Stellung weist eindeutig auf eine unselbständige Erwerbstätigkeit hin. Die Kurierf ahrten scheint der Beschwerdeführer auch stets persönlich ausgeführt zu haben, so dass insgesamt di e Kriterien für das Vorliegen eines Abhängigkeitsverhältnisses überwiegend erfüllt sind (vgl. WML, a.a.O., Rz. 1015). Ferner wurde dem Beschwerdeführer für den Transport der bereitgestel lten Medikamente ein Lastwagen der Beschwerdeführerin zur Verfügung gestellt. Ein mit dem Erwerb eines Lastfahrzeugs verbunde- nes Unternehmerrisiko besteht somit nicht (vgl. WML, a.a .O., Rz. 4124). Dabei vermag auch der Umstand, dass das Einkommen des Beschwerdeführers nich t im Voraus vereinbart wurde, sondern von Art und Zahl der übernommenen Aufträge a bhängig war, kein erhebliches Ge- schäftsrisiko zu begründen (vgl. WML, a.a.O., S. 115/E. 3.4). Da auch die Rechtsnatur des Ver- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht tragsverhältnisses nicht entscheidend ist, lässt die von den Parteien als Werkvertrag bezeichne- te Vereinbarung nicht ohne Weiteres auf eine selbständ ige Erwerbstätigkeit schliessen (vgl. WML, a.a.O., S. 115/E. 3.5). Dies um so weniger, als der zwischen der Beschwerdeführerin und dem Beschwerdeführer geschlossene Werkvertrag die für e inen Arbeitsvertrag typischen Merkmale enthält. In Würdigung der gesamten Umstände ü berwiegen bei dem als Kurierfahrer tätigen Beschwerdeführer die für eine unselbständige Erwerbstätigkeit sprechenden Kriterien. Diese Einschätzung wird von der Beschwerdeführerin denn auch zu Recht nicht bestritten. Die Beschwerdeführerin stützt sich vielmehr auf den Status quo und stört sich im Wesentlichen dar- an, dass − obwohl der Beschwerdeführer bereits Sozialver sicherungsbeiträge als Selbständig- erwerbender entrichtet hat − auf dem gleichen Einkomm ensteil zusätzlich Beiträge aufgrund unselbständiger Erwerbstätigkeit erhoben worden sind. 3. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die strittigen Einkünfte bereits mit seiner Ausgleichskasse als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit abgerechnet und darauf die anfallenden Sozialversicherungsbeiträge bezahlt hat. Fraglich ist daher, ob und unter welchen Voraussetzungen die Ausgleichskasse die gleichen Entgelte zum Gegenstand einer erneuten, anderslautenden Verwaltungsverfügung machen durfte. 3.1 Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG, der gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 AHVG auf die Alters- und Hinterlassenenversicherung anwe ndbar ist, kann der Versicherungs- träger eine formell rechtskräftige Verfügung in Wiede rerwägung ziehen, wenn sie zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeut ung ist. Im Rahmen der prozessualen Revision ist die Verwaltung verpflichtet, auf einen for mell rechtskräftigen Entscheid zurückzu- kommen, wenn neue Tatsachen oder Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen (Art. 53 Ab s. 1 ATSG; BGE 121 V 4 E. 6 mit Hinwei- sen). 3.2 Aus den erwähnten Bestimmungen von Art. 53 Abs. 1 u nd 2 ATSG folgt, dass es in jenen Fällen, wo über die in Frage stehenden Sozialver sicherungsbeiträge bereits eine formell rechtskräftige Verfügung vorliegt, für den Wechsel des Beitragsstatuts einen Rückkommenstitel braucht (Wiedererwägung oder prozessuale Revision). Nur wenn sich die formell rechtskräftige Verfügung, mit welcher bestimmte Entgelte als Einkomme n aus selbständiger oder unselbstän- diger Erwerbstätigkeit qualifiziert wurden, als zweifel los unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist, oder wenn neue Tatsache n oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen, ist es zulässig, eine rückwirkende Änderung des Beitragsstatuts betreffend die gleichen Entgelte vorzunehmen. Geht es indes nicht um einen rückwirkenden, sondern um ei nen nur für die Zukunft wirkenden Wechsel des Beitragsstatuts, greift grundsätzlich die fre ie erstmalige Prüfung der Statutsfrage unter Beachtung der gebotenen Zurückhaltung in Grenzfällen (Zeitschrift für die Ausgleichskas- sen [ZAK] 1989, S. 440/E. 2b). Betrifft die Frage de s Statutswechsels sowohl Entgelte, auf wel- chen bereits Sozialversicherungsbeiträge erhoben wurden, als auch solche, die noch nicht Ge- genstand einer Verfügung waren, ist für jenen Teil, ü ber den eine formell rechtskräftige Verfü- gung vorliegt, zu prüfen, ob die Voraussetzungen für ein e Wiedererwägung oder für eine pro- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zessuale Revision gegeben sind, während das Beitragsstatut für die übrigen bisher nicht erfass- ten Entgelte frei zu prüfen ist (BGE 121 V 4 f. E. 6). 3.3 In gefestigter Rechtsprechung hält das Bundesger icht auch in einem neueren Urteil (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 31. Mai 2010, 9C_109 4/2009, E. 3.4, veröffentlicht in Sozi- alversicherungsrecht Rechtsprechung [SVR] 2010 AHV Nr. 12 S. 42; BGE 122 V 169) an der vorstehend wiedergegebenen Rechtsprechung gemäss BGE 121 V 1 ff. fest. Dies hat zur Fol- ge, dass in Abweichung von der Regel, wonach die Wieder erwägung von derjenigen Verwal- tungsbehörde vorgenommen wird, welche die ursprüngliche Verfügung erlassen hat, eine bis- her nicht beteiligte Ausgleichskasse die von einer ande ren Ausgleichskasse erlassene Verfü- gung in Wiedererwägung ziehen kann (vgl. U ELI KIESER , Bemerkungen zu BGE 121 V 1, in: Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 1995 S. 1083 ff.; vgl. d azu auch das Urteil des Kantonsge- richts, Abteilung Sozialversicherungsrecht [KGE SV], vom 14. März 2007 [710 06 169], E. 4 ff.). Dabei handelt es sich jedoch weniger um ein rechtsdogmat isches, als vielmehr um ein system- bedingtes Problem, indem eben für den Beitragsbezug allenfalls verschiedene Ausgleichskas- sen zuständig sind, je nachdem, ob Einkommen aus unselbst ändiger oder aus selbständiger Erwerbstätigkeit vorliegt. Dies gilt umso mehr, als gemä ss Art. 39 AHVV (in Verbindung mit Art. 14 Abs. 4 lit. c AHVG) die Ausgleichskassen verpflichtet sind, nicht oder zu wenig entrichte- te Beiträge nachzufordern (BGE 122 V 173 E. 4b). 3.4 Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer b ei der Steuerbehörde die von der Beschwerdeführerin bezogenen Honorare als Einkomm en aus selbständiger Erwerbstätig- keit deklariert hat und bereits formell rechtskräftige V erfügungen der zuständigen Ausgleichs- kasse vorliegen. Dessen ungeachtet sind im vorliegenden Fall die Wiedererwägungsvoraus- setzungen für ein Zurückkommen auf die bereits verfügten Beiträge aus selbständiger Erwerbs- tätigkeit gegeben. So besteht bezüglich dem unselbständ igen Charakter der Beschäftigung des Beschwerdeführers vorliegend kein Zweifel. Die Bericht igung ist zudem erheblich. Hinzu kommt, dass die Revisionsstelle anlässlich der Arbeitgeberkon trolle im März 2008 ausdrücklich festgestellt hat, dass es sich um massgebendes Einkommen handelt. Ob das im Anschluss von der Ausgleichskasse verfasste Bestätigungsschreiben eine Unter schrift trägt, kann entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin keine Rolle spiel en. Auf die Rückfrage der Beschwer- deführerin bei der Ausgleichskasse wurde die Abrechnungs pflicht für die an den Beschwerde- führer ausgerichteten Entgelte ein weiteres Mal bestätigt. Es liegt somit eine offensichtliche Un- richtigkeit bezüglich der Unterstellung als Einnahmen aus selbständiger Erwerbstätigkeit vor. Aufgrund der in der vorstehend zitierten bundesgerichtl ichen Rechtsprechung zum rückwirken- den Wechsel des Beitragsstatuts vorgeschriebenen Vorgehen sweise, kann die Ausgleichskas- se nicht − wie sie dies vorliegend getan hat − eine Bei tragsverfügung für unselbständige Er- werbstätige erlassen, wenn für die gleichen Entgelte be reits Beiträge aus selbständiger Er- werbstätigkeit erhoben worden sind. Die Ausgleichkasse hat zuerst eine Bereinigung der bereits vom Beschwerdeführer erhobenen Beiträgen aus selbständi ger Erwerbstätigkeit durchzuführen und kann erst dann über die Höhe der Nachzahlungsverfügun g neu befinden. Angesichts des- sen, dass der Beschwerdeführer als Selbständigerwerbender ebenfalls bei der Ausgleichskasse Basel-Landschaft angemeldet ist, dürften sich dabei für die Beschwerdegegnerin keine Schwie- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht rigkeiten ergeben, die Zahlen im Detail abzuklären. Di e Beschwerde ist in diesem Sinne gutzu- heissen und die Angelegenheit zu diesem Zweck an die Kasse zurückzuweisen. 4. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Da die obsiegende Beschwerdeführerin und der o bsiegende Beschwerdeführer nicht anwaltlich vertreten sind, sind ihr vorliegend keine P arteikosten entstanden. Die ausserordentli- chen Kosten des Verfahrens können deshalb wettgeschlagen werden. 5.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtliche n Angelegenheiten an das Bundesge- richt zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschli essen. Selbständig eröffnete Zwi- schenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit B eschwerde in öffentlich-rechtlichen An- gelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kön- nen (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Guthei ssung der Beschwerde sofort einen End- entscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weit- läufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtli- chen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisun gsentscheid an den Versiche- rungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuver fügung nicht um einen Endent- scheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von A rt. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materiell e Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). 5.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vor- aussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Einspra- cheentscheid der Ausgleichskasse Basel-Landschaft vom 20. Januar 2012 aufgehoben und diese angewiesen wird, die Beit ragspflicht der C.____ AG im Sinne der Erwägungen neu zu prüfen und darüber eine Verfügung zu erlassen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht