<h2>SubmittedText<h2><p>In der Schweiz gibt es zurzeit über 50 000 junge Arbeitslose im Alter von 20 bis 29 Jahren. Ein Land, das seinen jungen Leuten, die die Mühe einer Ausbildung (Lehre oder Studium) auf sich genommen haben, keine Arbeit mehr anbieten kann, ist ein Land ohne Zukunft!</p><p>Der Bund sollte deshalb unbedingt mit ausserordentlichen Massnahmen dazu beitragen, dass den arbeitslosen Jugendlichen beispielsweise Praktikantenstellen für die Dauer von sechs Monaten angeboten werden, namentlich bei den Regiebetrieben des Bundes (PTT und SBB).</p><p>Ich ersuche darum den Bundesrat nachdrücklich, alle zweckdienlichen Massnahmen zu ergreifen und mit den Regiebetrieben des Bundes ein Sonderprogramm zur Schaffung von Praktikantenstellen für junge Arbeitslose zu vereinbaren.</p><p>Die Einzelheiten des Vollzugs sollten im Einvernehmen mit den PTT, den SBB und dem Biga festgelegt werden. Die Finanzierung könnte grösstenteils von der Arbeitslosenversicherungskasse des Bundes übernommen werden; der Restbetrag ginge zu Lasten der Regiebetriebe.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und der Langzeitarbeitslosigkeit ist eines der wichtigsten Ziele des Bundesrates im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in unserem Lande.</p><p>Der Bundesrat hat deshalb seit Beginn 1993 eine Reihe von Massnahmen bewilligt, welche sich speziell an Jugendliche richten, wie beispielsweise die Schaffung einer genügenden Anzahl von Beschäftigungsplätzen in der Öffentlichen Verwaltung, die Ausbildungspraktika und die berufsorientierten Praktika in der Privatwirtschaft, die Übungsfirmen, der Austausch zwischen Sprachregionen, der Informationsdienst für Rekruten usw. Diese Massnahmen haben schon vielen Jugendlichen den Einstieg in das aktive Leben ermöglicht und waren vor allem in der Westschweiz und im Tessin, Regionen, deren Arbeitslosenquote der Jugendlichen fast doppelt so hoch ist als diejenige der deutschsprachigen Schweiz, erfolgreich. Zudem hat das Eidgenössische Personalamt im Verlauf des Jahres 1993 einen ersten Versuch mit der auf maximal ein Jahr befristeten Anstellung von arbeitslosen Lehrabgängern der Bundesverwaltung gestartet.</p><p>Die vom Motionär für die PTT und die SBB entwickelte Idee geht in die gleiche Richtung. Das Eidgenössische Personalamt ist bereit, bei der Ausarbeitung von solchen Massnahmen mitzuwirken. Auch die Regiebetriebe haben viel Verständnis für das Anliegen. Sie haben bereits entsprechende Massnahmen ergriffen (z.B. Weiterbeschäftigung von Lehrabgängern). Der Bundesrat muss aber darauf hinweisen, dass PTT und SBB unter grossem Spar und Rationalisierungsdruck stehen, der ihnen nur noch wenig Spielraum für weitere Massnahmen im Sinne des Motionärs lässt.</p><p>Der Motionär zieht in der Begründung seines Vorstosses die Möglichkeit von 3000 ständigen Praktikantenstellen in Betracht. Dies erscheint uns stark übertrieben. Wir sind der Auffassung, dass die Schaffung von einigen hundert Stellen ein erster wichtiger Schritt in die gewünschte Richtung wäre.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.