Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 6. Januar 2016 (810 15 117) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Gesamtrevision der Zonenvorschriften Siedlung Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen , Jgnaz Jermann, Edgar Schürmann, Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer B.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch A.____ C.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch A.____ alle vertreten durch Dr. David Dussy, und/oder Daniel Gebhardt, Advokaten gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Einwohnergemeinde D.____ , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Sara Oeschger, Advokatin Betreff Gemeinde D.____, Zonenvorschriften Siedlung , Gesamtrevision (RRB Nr. 571 vom 14. April 2015) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Am 16. Dezember 2013 beschloss der Einwohnerrat D.__ __ die Quartierplanvorschrif- ten E.____. Die Quartierplanung umfasst die Parzellen Nr. 1609, Nr. 4984 sowie einen Teil der Strassenparzelle Nr. 1598, Grundbuch D.____. Die bish erige Grundnutzung des Quartier- planareals, nämlich Zone für öffentliche Werke und An lagen (öW+A-Zone), wurde aufgehoben. Gemäss Quartierplan sollen auf dem Areal Familienwohnu ngen, Seniorenwohnungen und ein Kindergarten erstellt werden. Nach erfolgter öffentl icher Planauflage und stattgefundenen Ver- ständigungsverhandlungen wies der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungs- rat) mit Beschluss Nr. 1234 vom 26. August 2014 die von C .____, B.____, A.____, F.____ und G.____ dagegen erhobenen Einsprachen ab. Die von diesen dagegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abte ilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht (Kantonsgericht), soweit es darauf eintrat, mit Urteil vom 27. Mai 2015 ab (Urteil des Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsre cht [KGE VV], 810 14 264). Die da- gegen erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An gelegenheiten ist zurzeit am Bundes- gericht hängig. B. Am 12. Mai 2014 beschloss der Einwohnerrat D.____ di e Gesamtrevision der Zonen- vorschriften Siedlung, bestehend aus Zonenplan Siedlung (mit Teilplan 1: Bauzonen/ Nichtbau- zonen, Schutzzonen und -objekte und Teilplan 2: Lärm-Empfindlichkeitsstufen, Gefahrenzonen) und Zonenreglement Siedlung. Die öffentliche Planauf lage fand vom 19. Juni bis 5. August 2014 statt. Während der Auflagefrist erhoben unter anderem C.____, B.____ und A.____, nach- folgend immer alle vertreten durch Dr. David Dussy ode r Daniel Gebhardt, Advokaten, mit Ein- gabe vom 5. August 2014 Einsprache. Sie stellten di e Rechtsbegehren, es sei das Zonenreg- lement der Zonenplanung Siedlung im Punkt “Zone mit Quartierplanpflicht, Im E.____“ insbe- sondere hinsichtlich Offenlegung des Flussbettes anzupassen (Ziff. 1). Es sei die Ausnützungs- ziffer für die Wohnzone W2b auf mindestens 73,26 % anzu passen (Ziff. 2). Es sei das verdich- tete Bauen des Übergangsgebiets südlich der X.____strasse u nter die Bedingung zu stellen, dass das Gebiet H.____ als Wohnzone genutzt werde (Ziff. 3); unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 4). Die Verständigungsverhandlungen führten zum Rückzug der E insprachen der hier nicht er- wähnten Einsprecher. Mit den genannten Einsprechern kon nte hingegen keine Einigung erzielt werden. C. Mit Beschluss Nr. 0571 vom 14. April 2015 wies der Reg ierungsrat die Einsprache von C.____, B.____ und A.____, soweit er darauf eintrat , als unbegründet ab und genehmigte die vom Einwohnerrat D.____ am 12. Mai 2014 beschlossenen Z onenvorschriften im Sinne der Erwägungen und erklärte sie damit allgemeinverbindlich . Des Weiteren verfügte er unter ande- rem, dass mit diesem regierungsrätlichen Beschluss (Beschlu ss Nr. 0571) “der Quartierplan E.____, Inventar-Nr. 55/QP/8/0, Regierungsratsbeschluss N r. 1234 vom 26. August, ausdrück- lich nicht aufgehoben“ werde. D. Gegen diesen Beschluss erhoben C.____ und B.____, ver treten durch A.____, sowie A.____ mit Eingabe vom 27. April 2015 Beschwerde bei m Kantonsgericht und wiederholten die bereits in der Einsprache gestellten Rechtsbegehren. In der ergänzenden Beschwerdebegrün- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung vom 29. Juni 2015 beantragten die Beschwerdeführ er, es sei das Zonenreglement der Zonenplanung Siedlung aufzuheben (Ziff. 1); es sei eve ntualiter das Zonenreglement der Zo- nenplanung Siedlung nur im Punkt “Zone mit Quartierp lanpflicht, Im E.____“ aufzuheben (Ziff. 2); es sei die Ausnützungsziffer für die Wohnzone W2b auf mindestens 73,26 % anzupas- sen (Ziff. 3); unter o/e-Kostenfolge zzgl. MWST (Ziff. 4). Im Wesentlichen wurde geltend ge- macht, dass die Gemeinde D.____ (Gemeinde) gegen das bundesrechtliche Koordinationsge- bot in der Nutzungsplanung verstossen habe, indem sie zu erst am 16. Dezember 2013 den Quartierplan E.____ und anschliessend am 12. Mai 2014 die Gesamtrevision des Zonenplans Siedlung beschlossen habe. Dieser Verstoss müsse aus rein formellen Gründen zur Aufhebung der angefochtenen Zonenplanrevision Siedlung führen. Die Aufhebung müsse jedenfalls zumin- dest hinsichtlich der im Zonenreglement der Zonenplanu ng Siedlung vorgesehenen “Zone mit Quartierplanpflicht, Im E.____“ erfolgen. Die Beschw erdeführer monierten weiter, dass der in der Zonenplanrevision Siedlung vorgesehene Systemwechsel bei der Bestimmung der zulässi- gen Ausnutzung zu einer Einschränkung der zukünftig mögl ichen Bebauung bei ihrem Grund- stück führe. Der Regierungsrat habe sich überdies mit die ser Problematik nicht auseinanderge- setzt. Damit werde das rechtliche Gehör der Beschwerdefü hrer verletzt. Diese Nutzungsreduk- tion widerspreche zudem dem Planungsziel des verdichtete n Bauens nach Innen. Die Be- schwerdeführer rügen überdies, dass durch die Zuweisung de r Zone H.____ in eine Zone nach § 19 Abs. 1 lit. f des Raumplanungs- und Baugesetzes (RB G) vom 8. Januar 1998 und gemäss den Ausführungen im Planungsbericht dieses Gebiet als Baulandreserve deklariert werde, ohne dass es heute schon eingezont würde. Solchermassen als B aulandreserve deklariertes Land dürfe nicht innerhalb der nächsten 15 Jahre eingezont w erden. Dem widerspreche aber die er- klärte Absicht der Gemeinde, das Gebiet H.____ demnächst in das Baugebiet einzuzonen. Die Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Basel-La ndschaft als Vertreterin des Regie- rungsrates beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 28. August 2015 die kostenpflichtige Ab- weisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. I m Wesentlichen machte sie geltend, dass keine Widersprüche zwischen den angefochtenen Zonenvor schriften Siedlung und dem Quartierplan E.____ bestünden und das Koordinationsgebot nicht verletzt worden sei. Des Wei- teren führe der Systemwechsel von der bisherigen Nutzung sziffer zur vorgesehenen Ausnüt- zungsziffer nicht zu einem Nutzungsverlust. Es liege auch keine Verletzung des rechtlichen Ge- hörs vor. Im Übrigen würde auch eine allfällige Nutzun gsreduktion keine Unrechtmässigkeit der Zonenplanrevision zur Folge haben. Zudem sei es zulässig, d as Gebiet H.____ in die Zone nach § 19 Abs. 1 lit. f RGB einzuweisen, da dieses Gebie t für die Bebauung voraussichtlich nach frühestens 15 Jahren benötigt würde, und es sich be i der Nutzungszone nach § 19 Abs. 1 lit. f RBG nicht um eine Bauzone handle. Damit verletz e die Einweisung in diese Zone auch nicht das Bundesgesetz über die Raumplanung (RPG) vom 22. Juni 1979. In ihrer Vernehmlassung vom 31. August 2015 beantragte die Gemeinde, vertreten durch Sara Oeschger, Advokatin, die kostenpflichtige Abweisung de r Beschwerde, soweit darauf einzutre- ten sei. Die Gemeinde führte aus, dass die Beschwerdef ührer in Bezug auf die Planung in den Gebieten südlich entlang der X.____strasse und im Gebiet H.____ nicht betroffen seien, wes- halb ihnen – da sie sich zur Begründung des Aufhebung sbegehrens insbesondere auf die Pla- nung in den Gebieten südlich entlang der X.____strasse und im Gebiet H.____ berufen wür- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht den – hinsichtlich der Rechtsbegehren 1 und 2 der Beschw erdebegründung die Legitimation fehle. Zudem hätten die Beschwerdeführer mit ihrem R echtsbegehren 1 in der Beschwerdebe- gründung ihren Antrag im Vergleich zu den Anträgen in der Beschwerde erweitert, was unzu- lässig sei. Auch aus diesem Grund sei auf dieses Begehren nicht einzutreten. Auf die Aufhe- bung des Zonenreglements in Bezug auf das Gebiet E.__ __ sei ferner deshalb nicht einzutre- ten, weil die Beschwerdeführer sich mit denselben Argu menten bereits im Beschwerdeverfah- ren “Zone mit Quartierplanpflicht, Im E.____“ erfolg los gegen den Quartierplan E.____ gewehrt hätten. Die Gemeinde erklärte weiter, dass die Quartie rplan- und Zonenplanrevisionsverfahren im Sinne von Art. 25a Abs. 2 und 3 RPG kohärent, sorgf ältig und minutiös aufeinander abge- stimmt worden seien. Es wurde weiter geltend gemacht, d ie Beschwerdeführer würden durch die Zonenplanrevision entgegen der Behauptung der Besc hwerdeführer sogar eine Besserstel- lung bezüglich Ausnützungs- und Bebauungsreserve erfahren. Einig ging die Gemeinde mit den Beschwerdeführern, dass das Gebiet H.____ im Rahmen der verfahrensgegenständlichen Zo- nenplanrevision gar nicht dem Baugebiet zugewiesen werde n könne, da es für die Vergrösse- rung des Baugebiets zunächst einer Anpassung des kantonalen Richtplans an die neuen ge- setzlichen Bestimmungen gemäss Art. 38a Abs. 1 und 2 RPG b edürfe. Zusätzlich wäre vorgän- gig eine Baulandumlegung erforderlich, was mit rund 1 80 Grundeigentümern einen längeren Planungsprozess mit sich bringe. Jedoch sei aufgrund der genannten Hindernisse und der kommunizierten Planungsabsichten der Beschwerdegegnerin unergründlich, wie die Beschwer- deführer auf die Idee kämen, dass das Gebiet H.____ de mnächst in Baugebiet eingezont wer- de. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1. Gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 wendet das Gericht das Recht von Amtes wegen an. Es prüft insbesondere, ob die Eintretensvoraussetzungen, w orunter auch die Beschwerdebe- fugnis der beschwerdeführenden Partei fällt, erfüllt sind (vgl. zu den Eintretensvoraussetzun- gen, die auch Sachentscheidungs- oder Sachurteilsvoraussetzu ngen genannt werden, R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA THURNHERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , Öffentli- ches Prozessrecht, 3. Auflage, Basel 2014, Rz 1035 ff., Rz 1136 ff.). 1.2.1. Gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. a RPG gewährleistet d as kantonale Recht gegen Verfügun- gen und Nutzungspläne, die sich auf das RPG und seine kantonalen und eidgenössischen Aus- führungsbestimmungen stützen, die Legitimation mindeste ns im gleichen Umfang wie für die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten a n das Bundesgericht. Ferner schreibt Art. 111 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 unter dem Titel der “Einheit des Verfahrens“ vor, dass wer zur Beschwerde an das Bundesgericht berechtigt ist, sich am Verfahren vor allen kantonalen Vorinstanzen als Partei beteiligen können muss (Abs. 1) und die unmittelbare Vorinstanz des Bundesgerichts grun dsätzlich mindestens die Rügen nach den Artikeln 95 - 98 BGG prüfen können muss (Abs. 3). Daraus folgt, dass die kantonalen Be- hörden die Rechtsmittelbefugnis nicht enger fassen dürfe n, als dies für die Beschwerde an das Bundesgericht vorgesehen ist. Zur Beurteilung, ob das Kantonsgericht die Beschwerdeführer Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht von der Beschwerde ausschliessen darf, ist demgemäss die Be schwerdeberechtigung nach den Grundsätzen von Art. 89 Abs. 1 BGG zu prüfen (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesge- richts 1C_133/2008 vom 6. Juni 2008 E. 2.1). Zur Beschwe rde in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten ist nach Art. 89 Abs. 1 BGG berechtigt, we r vor der Vorinstanz am Verfahren teilge- nommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalt en hat (lit. a); durch den angefochte- nen Entscheid oder Erlass besonders berührt ist (lit. b); und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (lit. c). Nach kant onalem Recht ist gemäss § 47 Abs. 1 lit. a VPO zur Beschwerde befugt, wer durch die angefoch tene Verfügung oder den angefoch- tenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interes se an der Änderung oder Aufhebung hat. Zur Anfechtung von regierungsrätlichen Entscheide n betreffend kommunale und kantonale Nutzungspläne ist zudem – mit hier nicht gegebenen Ausna hmen gemäss § 47 Abs. 2 Satz 2 VPO – nur berechtigt, wer sich bereits am Einsprache- un d Beschwerdeverfahren vor dem Re- gierungsrat beteiligt hat (§ 47 Abs. 2 Satz 1 VPO). Beschwerdeberechtigt ist somit, wer vom angefochtenen Akt besonders betroffen ist. Zur An- fechtung eines Entscheids ist nur legitimiert, wer von diesem stärker als jedermann betroffen ist und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Bezieh ung zur Streitsache steht. Die Nähe der Beziehung zum Streitgegenstand muss bei Bauprojekten insbesondere in räumlicher Hin- sicht gegeben sein. Allerdings ergibt sich die Legitima tion nicht schon aus der blossen räumli- chen Nähe, sondern erst aus einer daraus herrührenden b esonderen Betroffenheit. Des Weite- ren muss ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung ode r Änderung des angefochtenen Entscheides oder Erlasses bestehen. Ein schutzwürdiges Int eresse liegt vor, wenn die tatsäch- liche oder rechtliche Situation des Beschwerdeführers dur ch den Ausgang des Verfahrens be- einflusst werden kann. Es liegt im praktischen Nutzen, den die erfolgreiche Beschwerde dem Beschwerdeführer eintragen würde oder (anders gesagt ) in der Abwendung eines wirtschaftli- chen, ideellen, materiellen oder anders gearteten Nac hteils, den die angefochtene Verfügung für den Beschwerdeführer zur Folge hätte. Das schutzwür dige Interesse kann mithin tatsächli- cher oder rechtlicher Art sein. Unwesentlich ist, ob ein tatsächliches Interesse rechtlich ge- schützt wird: Weder muss es von der angerufenen Vorschrift m itumfasst sein, noch braucht es mit der Schutzrichtung der als verletzt behaupteten Norm übereinzustimmen. Die Beschwer- deberechtigung des mit seinen Anträgen nicht durchgedru ngenen Verfügungsadressaten ist grundsätzlich unproblematisch. Der Nachbar ist zur Beschwerde befugt, wenn er in einer hinrei- chend engen nachbarlichen Raumbeziehung zum Baugrundstü ck steht und der Ausgang des Verfahrens seine Interessen beeinträchtigen kann. Ob er dabei geltend macht, das Bauvorha- ben behindere seine Aussicht, verursache ihm Schatten, Lärm oder andere Immissionen, führe zu einer Behinderung seiner Zufahrt oder treffe ihn in seinen ästhetischen Interessen, ist bedeu- tungslos. Rein ideelle Beeinträchtigungen müssen im R egelfall ein ungleich stärker störendes Mass annehmen als materielle Immissionen, damit die Legitimation bejaht werden kann (PETER HÄNNI , Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, Bern 2008, S. 542 f.). Das Be- schwerderecht wird in der Regel anerkannt, wenn die Li egenschaft des Nachbarn unmittelbar an das Baugrundstück angrenzt oder allenfalls nur durch ei nen Verkehrsträger davon getrennt wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_236/2010 vom 1 6. Juli 2010 E. 1.4; KGE VV vom 28. Januar 2015 [810 13 396/398] E. 1.3.5). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2.2. Die Beschwerdeführer sind Eigentümer der Parzel le Nr. 2940, Grundbuch D.____. Diese Parzelle ist Teil des von der neuen Zonenplanung erfassten Perimeters. Die Beschwer- deführer machen unter anderem geltend, durch die vorg esehenen neuen Zonenvorschriften würde die zukünftig mögliche Nutzung ihres Grundstückes eingeschränkt werden. Demzufolge sind sie materiell beschwert. Sie waren zudem bereits am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt und sind mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen. Die Beschwerdeführer sind demnach zur Beschwerdeerhebung legitimiert. 2.1. Zu prüfen ist, ob auf alle Anträge der Beschwerde führer eingetreten werden kann. Ge- mäss § 6 Abs. 1 VPO können die Parteien die Anträge, di e sie im vorinstanzlichen Verfahren zur Sache gestellt haben, zwar einschränken, nicht aber ausdehnen oder inhaltlich verändern. Dadurch soll verhindert werden, dass im verwaltungsge richtlichen Verfahren der Streitgegen- stand gemäss vorinstanzlichem Verfahren erweitert wird (vg l. R HINOW /K OLLER /K ISS /T HURN - HERR /BRÜHL -MOSER , a.a.O., Rz 1611). 2.2. Die Gemeinden führen nach Eingang der Einsprache ein Verständigungsverfahren durch. Bei erfolgloser Verständigungsverhandlung bean tragt die Gemeinde dem Regierungsrat die Abweisung der Einsprachen und die Genehmigung de r Zonenvorschriften. Der Regierungs- rat entscheidet über die unerledigten Einsprachen und genehmigt, soweit rechtliche Hindernisse nicht entgegenstehen, die Zonenvorschriften (§ 32 RBG). 2.3. Die bereits bei der Einsprache anwaltlich vertret enen Beschwerdeführer stellten in der Einsprache die Rechtsbegehren, es sei das Zonenreglemen t der Zonenplanung Siedlung im Punkt “Zone mit Quartierplanpflicht, Im E.____“ insbe sondere hinsichtlich Offenlegung des Flussbettes anzupassen (Ziff. 1). Es sei die Ausnützungsziff er für die Wohnzone W2b auf min- destens 73,26 % anzupassen (Ziff. 2). Es sei das verdichte te Bauen des Übergangsgebiets südlich der X.____strasse unter die Bedingung zu stellen, dass das Gebiet H.____ als Wohn- zone genutzt werde (Ziff. 3). Diese Rechtsbegehren wied erholten sie in der Beschwerde vom 27. April 2015 an das Kantonsgericht. In der ergänzende n Beschwerdebegründung vom 29. Juni 2015 beantragten die Beschwerdeführer hingeg en, es sei das Zonenreglement der Zonenplanung Siedlung aufzuheben (Ziff. 1); es sei eve ntualiter das Zonenreglement der Zo- nenplanung Siedlung nur im Punkt “Zone mit Quartierp lanpflicht, Im E.____“ aufzuheben (Ziff. 2); es sei die Ausnützungsziffer für die Wohnzone W2b auf mindestens 73,26 % anzupas- sen (Ziff. 3); unter o/e-Kostenfolge zzgl. MWST (Ziff. 4). 2.4. Das Rechtsbegehren 1 der Beschwerdebegründung, es s ei das Zonenreglement der Zonenplanung Siedlung aufzuheben, wurde erstmals in d er Beschwerdebegründung gestellt. Dieses Begehren stellt eindeutig eine Ausdehnung der im vorinstanzlichen Verfahren gestellten Rechtsbegehren dar, weshalb darauf nicht einzutreten ist. 2.5.1. In der Einsprache beantragten die Beschwerdef ührer, es sei das Zonenreglement der Zonenplanung Siedlung im Punkt “Zone mit Quartierpla npflicht, Im E.____“ insbesondere hin- sichtlich Offenlegung des Flussbettes anzupassen . In der Beschwerdebegründung lautete der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Antrag, es sei das Zonenreglement der Zonenplanung Si edlung nur im Punkt “Zone mit Quar- tierplanpflicht, Im E.____“ aufzuheben . 2.5.2. Stellt das Gericht die Fehlerhaftigkeit des Zo nenreglements der Zonenplanung Sied- lung im Punkt “Zone mit Quartierplanpflicht, Im E.___ _“ fest, so hat es das Zonenreglement diesbezüglich aufzuheben. Es befindet selbstständig – und innerhalb des gesetzlich Zulässi- gen – darüber, ob es das Zonenreglement diesbezüglich au fhebt und anpasst oder das Zonen- reglement aufhebt und mit oder ohne Weisungen zurückweist. Dieser Entscheid steht im pflicht- gemässen Ermessen des Gerichts und ist nicht von Parteianträgen abhängig. Demzufolge stellt der Umstand, dass in der Einsprache die Anpassung und in der Beschwerdebegründung die Aufhebung des Zonenreglements der Zonenplanung Siedlung im Pun kt “Zone mit Quar- tierplanpflicht, Im E.____“ verlangt wird, keine Erweiterung des vorinstanzlichen Antrages dar. 2.5.3. Die Beschwerdeführer haben in der Beschwerdebe gründung des Weiteren den Zusatz “insbesondere hinsichtlich Offenlegung des Flussbettes“ w eggelassen. Dies ändert nichts an dem Antrag auf Anpassung bzw. Aufhebung des Zonenregle ments der Zonenplanung Siedlung im Punkt “Zone mit Quartierplanpflicht, Im E.____“, da sie sowohl in der Einsprache als auch in der Beschwerdebegründung die Anpassung bzw. Aufhebung d es Zonenreglements im Punkt Zone mit Quartierpflicht Im E.____ verlangt haben. Di e Ergänzung “ insbesondere hinsichtlich Offenlegung des Flussbettes“ stellt keine Einschränkung des Antrags auf Aufhebung bzw. An- passung des Zonenreglements dar, so dass das Weglassen die ses Zusatzes im Rechtsbegeh- ren der Beschwerdebegründung an das Kantonsgericht kein e Erweiterung des im vorinstanzli- chen Verfahren gestellten Begehrens bedeutet. Stellen die Beschwerdeführer den Antrag auf Aufhebung bzw. Anpassung des Zonenreglements im Punkt “ Zone mit Quartierplanpflicht, Im E.____“, so ist aufgrund der Begründung alsdann festzuste llen, ob die Aufhebung bzw. Anpas- sung auch immer noch hinsichtlich der Offenlegung des Flussbetts verlangt wird. 2.5.4. Demzufolge ist auf das Rechtsbegehren 2 in der B eschwerdebegründung, es sei even- tualiter das Zonenreglement der Zonenplanung Siedlun g im Punkt “Zone mit Quartierplicht, Im E.____“ aufzuheben, einzutreten. 2.6.1. In der Einsprache und der Beschwerde wurde des Weiteren der Antrag gestellt, es sei das verdichtete Bauen des Übergangsgebiets südlich der X.____strasse unter die Bedingung zu stellen, dass das Gebiet H.____ als Wohnzone genutzt w erde. Dieses Begehren wurde in der Beschwerdebegründung nicht mehr gestellt, weshalb vorerst grundsätzlich davon ausge- gangen werden könnte, auf die Erhebung dieses Begehrens sei verzichtet worden. Es stellt sich jedoch die Frage, ob dieses Begehren im erst in der Be schwerdebegründung gestellten Begeh- ren, es sei das Zonenreglement der Zonenplanung Siedlu ng aufzuheben, enthalten ist, womit auf den Antrag – das verdichtete Bauen des Übergangsge biet südlich der X.____strasse sei unter die Bedingung zu stellen, dass das Gebiet H.____ a ls Wohnzone genutzt werde – einzu- treten wäre. 2.6.2. Im angefochtenen Zonenplan wurde das Gebiet H. ____ in eine Zone gemäss § 19 Abs. 1 lit. f RBG und damit in eine Zone, deren Nutzung noch nicht bestimmt ist oder in der eine Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nutzung erst später zugelassen wird, eingeteilt. Im Plan ungsbericht zur Revision der Zonenpla- nung Siedlung (Stand: Planauflage; Planungsbericht Z onenplanung) wird festgehalten, dass eine allfällige spätere Einzonung des Gebiets H.____ ermöglicht werden soll. Gemäss Be- schwerdebegründung sei dies ein unzulässiges Vorgehen, we il die Gemeinde das Gebiet be- reits in den nächsten 15 Jahren und nicht erst nach Ablau f der nächsten 15 Jahre einzuzonen beabsichtige. Die Beschwerdeführer kommen zum Schluss, da ss die planerischen Festlegun- gen der Zonenplanrevision Siedlung im Bereich H.____ i nsgesamt widersprüchlich seien. Der Regierungsrat habe im angefochtenen Entscheid diese Wi dersprüche einfach übersehen und sich nicht damit auseinandergesetzt. Aus diesem Grund sei die Zonenplanrevision Siedlung aufzuheben. Die Begründung in der Beschwerdeschrift vom 29. Juni 2015 des Antrags bezüg- lich des Gebiets H.____ zeigt eindeutig und noch klarer als der Wortlaut, dass der Antrag – das verdichtete Bauen des Übergangsgebiet südlich der X.____ strasse sei unter die Bedingung zu stellen, dass das Gebiet H.____ als Wohnzone genutzt werde – fallen gelassen wurde und statt dessen auch bezüglich des Gebiets H.____ ein inhaltlich v erändertes Begehren gestellt wurde. Somit kann der Antrag, das verdichtete Bauen des Überga ngsgebiets südlich der X.____strasse sei unter die Bedingung zu stellen, dass d as Gebiet H.____ als Wohnzone ge- nutzt werde, auch nicht als Teilgehalt des Begehrens, es sei das Zonenreglement der Zonen- planung Siedlung aufzuheben, qualifiziert werden. Da mit ist das in der Einsprache und der Be- schwerde jedoch nicht mehr in der Beschwerdebegründung gestellte Begehren bezüglich des Übergangsgebiets südlich der X.____strasse als nicht mehr gestellt zu betrachten, womit auf dieses auch nicht als Teilgehalt des Begehrens auf Aufhebu ng des Zonenreglements der Zo- nenplanung Siedlung einzutreten ist. Dies umso mehr, als die Beschwerdeführer sowohl im Einspracheverfahren als auch vor Kantonsgericht anwaltlich vertreten waren. Im Übrigen kann festgehalten werden, dass der Vorwurf der Beschwerdeführer auch materiell nicht gerechtfertigt erscheint. Da das Gebiet H.____ für die Bebauung voraussi chtlich nach frühestens 15 Jahre benötigt wird und es sich bei der Nutzungszone nach § 19 Abs. 1 lit. f RBG nicht um eine Bauzone handelt, erscheint die Einweisung in diese Zone als zulässig. 2.7. Das Rechtsbegehren, es sei die Ausnützungsziffer für die Wohnzone W2b auf mindes- tens 73.26 % anzupassen, wurde in der Einsprache und vo r Kantonsgericht gestellt, weswegen auf dieses einzutreten ist. 3. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Besc hwerdeführer zur Be- schwerdeerhebung legitimiert sind und auf die Begehren , es sei das Zonenreglement der Zo- nenplanung Siedlung im Punkt “Zone mit Quartierplanpflicht, Im E.____“ aufzuheben und es sei die Ausnützungsziffer für die Wohnzone W2b auf mindeste ns 73,26 % anzupassen, alles unter o/e-Kostenfolge, einzutreten ist. 4.1.1. Die Beschwerdeführer erklären in ihrer Beschwer debegründung, dass das Areal E.____ im noch geltenden Zonenplan Siedlung weitgehe nd der öW+A-Zone mit der Zweckbe- stimmung “Schule“ zugewiesen sei. Die Einwohnergemeinde D.____ sei zur Auffassung ge- langt, dass kein Bedarf für eine öffentliche Nutzung des Areals durch eine Schule bestehe. Ge- stützt auf diese Überlegungen habe die Einwohnergemein de D.____ am 16. Dezember 2013 den Quartierplan E.____ beschlossen, welcher am 26. Augu st 2014 vom Kanton genehmigt Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht worden sei. Dieser regierungsrätliche Genehmigungsbeschluss sei von den Beschwerdeführern angefochten worden und noch nicht rechtskräftig. Am 12. Mai 2014 habe die Einwohnerge- meinde die Gesamtrevision des Zonenplans Siedlung besch lossen. Der Perimeter des Quar- tierplans E.____ solle im Rahmen dieser Gesamtrevision des Zonenplans in die Zone mit Quar- tierplanpflicht eingewiesen werden. Das von der Gemein de gewählte Vorgehen verstosse ge- gen das bundesrechtliche Koordinationsgebot in der Nutzu ngsplanung gemäss Art. 25a Abs. 4 RPG. Danach seien die Koordinationsgrundsätze im Nut zungsplanverfahren sinngemäss an- wendbar. Dies bedeute, dass die verschiedenen Verfahren aufeinander abzustimmen seien, so dass die Gefahr widersprüchlicher Entscheide ausgeschlossen w erden könne . Im vorliegenden Fall habe das Vorgehen der Gemeinde zur Folge, dass zuer st der Quartierplan E.____ festge- legt worden sei, während die Gesamtzonenplanrevision n och pendent gewesen sei. Dieses Vorgehen berge die Gefahr widersprüchlicher Festlegun gen auf dem betroffenen Gebiet. Das Nichtbeachten des bundesrechtlichen Koordinationsgebots m üsse aus rein formellen Gründen zur Aufhebung der angefochtenen Zonenplanrevision Siedlung führen. Diese Aufhebung müsse zumindest hinsichtlich der im Zonenreglement der Zonenplanung Siedlung vorgesehenen “Zone mit Quartierplanpflicht, Im E.____“ erfolgen. Die B eschwerdeführer erörtern weiter, dass nach Art. 3 Abs. 1 lit. c der Raumplanungsverordnung (RPV) vom 28. Juni 2000 die für die Nut- zungsplanung zuständigen Behörden bei der Festlegung de r Zonenordnung eine umfassende Interessenabwägung vornehmen müssten. Diesbezüglich sei f estzustellen, dass das von der Gemeinde gewählte Vorgehen dazu führe, dass im Rahme n der Zonenplanrevision Siedlung das Areal E.____ gar nicht mehr spezifisch untersucht word en sei. Es sei vielmehr nur auf die bereits laufende Quartierplanung verwiesen worden. Der vorangegangene Quartierplan E.____ habe somit verhindert, dass die bundesrechtlich gebotene Gesamtschau bei der Revision der Zonenplanung vorgenommen worden sei. Auch aus diesem Gr und sei die angefochtene Zo- nenplanrevision Siedlung insgesamt, jedoch zumindest be züglich der vorgesehenen “Zone mit Quartierplanpflicht, Im E.____“, aufzuheben. 4.1.2. Die Beschwerdegegner machen geltend, dass das Qu artierplanverfahren und das Zo- nenplanrevisionsverfahren sehr wohl sorgfältig und minu tiös aufeinander abgestimmt worden seien. Die Gemeinde führt in ihrer Vernehmlassung vom 31. August 2015 aus, dass der Ge- meinderat D.____ nach einer generellen Bestandes- u nd Bedarfsanalyse im Zusammenhang mit den Zonen für öffentliche Werke im Jahr 2010 im Rahmen der Einleitung der Zonenplanre- vision zum Schluss gekommen sei, dass die einst für eine Wo hnbevölkerung von 38‘000 Per- sonen (aktueller Stand 19‘000) ausgelegten öW+A-Zone n in Übereinstimmung mit den Vorga- ben im Richtplan D.____ Basel-Landschaft vom 6. Septe mber 2005 (Richtplan) zu reduzieren seien. Unter Berücksichtigung der Erschöpfung der bestehend en Baulandreserven im unmittel- baren Ortszentrum habe der Gemeinderat zudem festgeste llt, dass sich das zentrumsnahe, erschlossene und weitgehend von Wohngebiet umgebene Areal Im E.____ für eine Umnutzung in eine Zone mit Quartierplanpflicht und damit als W ohnraum aufdränge. Im Rahmen der Revi- sion sei die neue Zonenplanung Siedlung vom Amt für Ra umplanung des Kantons Basel- Landschaft im Jahre 2012 ohne Einwände gegen das Vorha ben im E.____quartier vorgeprüft worden. Nach zweimaliger Auflage und zweimaliger Mitw irkungsmöglichkeit aller interessierten Kreise sei die revidierte Zonenplanung Siedlung mit U mzonung im E.____quartier am 12. Mai 2014 vom Einwohnerrat D.____ einstimmig erlassen und n ach unbenutztem Ablauf der Refe- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rendumsfrist öffentlich aufgelegt worden. Dagegen sei lediglich von den Beschwerdeführern Beschwerde erhoben worden, welche sich aber gar nicht an den beiden öffentlichen Mitwirkun- gen in den Jahren 2011 und 2012 beteiligt hätten. Alles deute darauf hin, dass die Beschwerde- führer ihre Opposition gegen den Quartierplan Im E._ ___ nur aus prozesstaktischen Überle- gungen auf die Zonenplanung Siedlung ausgedehnt hätt en, um sich im Verfahren gegen den Quartierplan auf den von ihnen verursachten verzögerten Eintritt der Rechtskraft der neuen Zo- nenplanung Siedlung zu berufen und gar kein eigentlic hes Interesse an der Anpassung der Zo- nenplanung Siedlung bestehe. Ein derartiges Ansinnen v erdiene unter dem Aspekt von Treu und Glauben keinen Rechtsschutz. Der Beschwerdegegner hält in seiner Vernehmlassung vom 28. August 2015 fest, dass aufgrund unterschiedlicher Ge schwindigkeiten im Planungsverfah- ren die Gemeinde den Quartierplan E.____ erlassen un d zur Genehmigung eingereicht habe, bevor sie die Gesamtrevision zur Genehmigung eingereicht habe. Zwischen den Zonenvor- schriften und dem Quartierplan bestünden jedoch keine W idersprüche und keine Verletzungen des Koordinationsgebots. 4.2. Nachfolgend werden entsprechend den vorgebrachten R ügen der Beschwerdeführer zuerst die Natur des Quartierplans und das Verhältnis d es Quartierplans zum Zonenplan erör- tert, anschliessend werden die Koordinationspflicht und die Pflicht zur Interessenabwägung der Planungsbehörde abgehandelt und als letztes wird auf de n von den Beschwerdeführern ge- nannten Bundesgerichtsentscheid eingegangen. 5.1.1. Bei den kommunalen Zonenplänen handelt es sich um kommunale Rahmennutzungs- pläne. Die Quartierpläne hingegen stellen Sondernutzu ngspläne dar (vgl. Überschrift zu den §§ 18 bis 32 RBG und zu den §§ 37 bis 47 RBG; H ÄNNI , a.a.O., S. 141 f., 239, 241 f.). Gemäss § 41 RBG, welcher den Titel “ordentliches Verfahren“ trägt, und sich im Kapitel der Sondernut- zungsplanung befindet, erlässt die Gemeindeversammlung b zw. der Einwohnerrat nach dem Verfahren über die Aufstellung der Zonenvorschriften: “a. Quartierpläne innerhalb von Zonen mit Quartierplanpflicht, für welche die Zonenvorschriften keine Bestimmungen über die quartier- planmässige Nutzung und Gestaltung enthalten; b. Quarti erpläne ausserhalb von Zonen mit Quartierplanpflicht.“ § 31 RBG befindet sich im Kapit el der Rahmennutzungsplanung und regelt das Verfahren über die Aufstellung der Zonenvorschriften . Damit ist erstens festzustellen, dass Quartierpläne auch ausserhalb von Zonen mit Quartierp lanpflicht erlassen werden können und zweitens, dass nach § 41 in Verbindung mit § 31 RBG all e Bestimmungen, welche für den Er- lass von Zonenvorschriften gelten, auch für den Erlass von Q uartierplänen Anwendung finden, womit die Quartierpläne auch über die gleiche demokrat ische Legitimation wie Zonenvorschrif- ten verfügen. Wie sich aus § 37 Abs. 1 RBG ergibt, kann der Erlass eines Quartierplanes unab- hängig von der Zonenplanung erfolgen, solange der Quartierplan innerhalb der Bauzonenfläche realisiert wird. Eine Abhängigkeit im Sinne einer Stu fen- oder Entscheidfolge zwischen Zonen- plan und Quartierplan besteht demzufolge nicht (siehe zum Ganzen KGE VV vom 27. Mai 2015 [810 14 264] E. 3.3; vom 28. Januar 2015 [2015 810 13 396/398] E. 4.4.1 ff.). Damit steht fest, dass es zulässig ist, einen Quartierplan zu erlassen, ohn e dass der Zonenplan in dem betroffe- nen Areal eine Zone mit Quartierplanpflicht vorsieht und folglich grundsätzlich auch nicht zu beanstanden ist, dass ein Quartierplan erlassen wird, be vor eine allfällige Revision der Zonen- planung erlassen worden ist, welche in diesem Areal eine Zone mit Quartierplanpflicht vorsieht. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1.2. Obwohl die Beschwerdeführer in ihrer Beschwerde begründung nicht geltend machen, dass die im Gebiet “Im E.____“ vorgesehene Nutzung in un zulässiger Weise von den in der Grundordnung enthaltenen Grundsätzen abweicht, wird hier dennoch auf das Urteil bezüglich “Quartierplan Im E.____“ verwiesen, in welchem das Ka ntonsgericht zum Schluss gekommen ist, dass sich die geplanten Bauten im Quartierplanperi meter gut in die Topographie und die bauliche und landschaftliche Umgebung einpassen, so dass die vorgesehene Abweichung von der Grundordnung zweifelsohne zulässig ist (KGE VV vom 27. Mai 2015 [810 14 264] E. 5.2 ff.) 5.2.1. Nach Art. 2 RPG, welcher die Überschrift Planun gspflicht trägt, erarbeiten Bund, Kan- tone und Gemeinden die für ihre raumwirksamen Aufgaben nötigen Planungen und stimmen sie aufeinander ab (Abs. 1). Sie berücksichtigen die räumlich en Auswirkungen ihrer übrigen Tätig- keit (Abs. 2). Die mit Planungsaufgaben betrauten Beh örden achten darauf, den ihnen nachge- ordneten Behörden den zur Erfüllung ihrer Aufgaben n ötigen Ermessensspielraum zu lassen (Abs. 3). Die Grundsätze der Koordination sind in Art . 25a RPG festgehalten. Gemäss dieser Bestimmung ist eine Behörde zu bezeichnen, die für ausre ichende Koordination sorgt, sofern die Errichtung oder die Änderung einer Baute oder An lage Verfügungen mehrerer Behörden erfordert (Abs. 1). Die für die Koordination verantwo rtliche Behörde kann die erforderlichen ver- fahrensleitenden Anordnungen treffen, sorgt für eine gemeinsame öffentliche Auflage aller Ge- suchsunterlagen, holt von allen beteiligten kantonalen und eidgenössischen Behörden umfas- sende Stellungnahmen zum Vorhaben ein und sorgt für e ine inhaltliche Abstimmung sowie möglichst für eine gemeinsame oder gleichzeitige Eröffn ung der Verfügungen (Abs. 2 lit. a bis d). Die Verfügungen dürfen keine Widersprüche enthalte n (Abs. 3). Diese Grundsätze sind auf das Nutzungsplanverfahren sinngemäss anwendbar (Abs. 4). A rt. 3 RPV, welcher mit “Interes- senabwägung“ betitelt ist, statuiert, dass sofern den Be hörden bei Erfüllung und Abstimmung raumwirksamer Aufgaben Handlungsspielräume zustehen, sie die Interessen gegeneinander abwägen, indem sie die betroffenen Interessen ermitteln, diese Interessen beurteilen und dabei insbesondere die Vereinbarkeit mit der anzustrebenden r äumlichen Entwicklung und die mögli- chen Auswirkungen berücksichtigen sowie diese Interessen au f Grund der Beurteilung im Ent- scheid möglichst umfassend berücksichtigen (Abs. 1 lit. a - c). Sie legen die Interessenabwä- gung in der Begründung ihrer Beschlüsse dar (Abs. 2). 5.2.2. Im kommunalen Richtplan D.____ wird festgehalt en, dass dieser Vorhaben und Projek- te enthalte, die zur künftigen Entwicklung von D.____ beitragen sollen. Der Gemeinderat erhalte damit ein aktuelles Planungsinstrument, das die bestehen den Führungsinstrumente (vorab die Legislaturziele und den Finanzplan) sinnvoll ergänze. Au sgehend vom Richtplan würden schliesslich das Zonenreglement überarbeitet und weitere Plangrundlagen (Strassennetzplan etc.) erstellt. Aus den vorgezogen bearbeiteten Schlüssel projekten und weiteren Vorhaben mit grosser Dringlichkeit würden die sogenannten vorgezogen en Massnahmen resultieren. Es handle sich dabei um zonenrechtliche Anpassungen, die we gen ihrer Dringlichkeit voraussicht- lich noch vor Abschluss der Zonenplanrevision gemäss den Vor gaben des RBG vorgenommen werden sollen. Die Richtplanung solle die weiterführenden Verfahren zu diesen dringlichen Vor- haben einleiten (Richtplan S. 6 f.). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Richtplan ist weiter zu lesen, dass die Gemeinde in d en letzten Jahrzehnten so stark ge- wachsen sei, dass die Baulandreserven heute grösstenteils e rschöpft seien. Auch die Möglich- keit zur weiteren Verdichtung und Umstrukturierung sei kl ein. Studien und Prognosen zur de- mographischen Entwicklung und dem Flächenbedarf D.____s würden zeigen, dass unter ande- rem auf Grund des wachsenden Bedarfs an Wohnfläche ( rund 1 % pro Jahr) die Baulandreser- ven in den nächsten 10 - 15 Jahren voraussichtlich aufgebrau cht sein würden, obwohl die Be- völkerungsentwicklung stagniere. Ohne neue Flächenangebo te werde die Einwohnerzahl von D.____ sinken. Die Einwohnerzahl solle langfristig mindestens auf dem jetzigen Stand gehalten werden. Zur Deckung des Mehrflächenbedarfs sollen einers eits die bestehenden Reserven überbaut werden und andererseits vor allem im Ortskern Verdichtungspotentiale ausgeschöpft werden. Der restliche Bedarf sei durch Einzonungen abz udecken. Es folgt eine Liste mit Mass- nahmen, die vorgenommen werden sollen, um das Ziel zu erreichen. Unter anderem sollen be- stehende Reserven genutzt werden. Mit der Überbauung d er bestehenden Baulandreserven werde im Laufe der Zeit ein Teil des Baulandbedarfs abgedeckt (Massnahme 1, siehe Karte S 01, bestehende Baulandreserven). Die neuen Überbauu ngen sollen massvoll verdichtet und dennoch eine hohe Siedlungsqualität und einen hohen W ohnwert aufweisen. Hierfür seien die entsprechenden Verfahren einzuleiten. Vorgesehen seie n Zonenänderungen, Quartierplanun- gen oder die Zuweisung in Zonen mit Quartierplanpfl icht, etc. Als Massnahme 2 solle des Wei- teren geprüft werden, welche Flächen für öffentliche Werke (OeW-Flächen) künftig nicht mehr zu öffentlichen Zwecken benötigt würden und welche dies er Flächen zur Abdeckung des Bau- landbedarfs umgezont werden könnten. Dabei wird auf das Koordinationsblatt SA 01 und Mass- nahme 1 verwiesen, welche – wie soeben ausgeführt – un ter anderem auch die Einleitung von Quartierplanverfahren vorsieht. Die Massnahme 2 wird dam it begründet, dass in D.____ zahl- reiche Areale im Umfang von rund 3 - 5 ha der Zone fü r öffentliche Werke zugewiesen seien, die aufgrund ihrer Lage und Grösse nicht für öffentl iche Zwecke genutzt würden (Richtplan S. 14). Es folgt ein Verweis auf die Karte S 01, in w elcher die öW+A-Zone im E.____ aufgeführt ist, mit der Pflicht zur Überprüfung, ob diese Zone dem Wohnbedarf zur Verfügung gestellt wer- den solle (siehe Richtplan S. 16 [Ziele] und 17). 5.2.3. Im Planungsbericht Zonenplanung werden die Zie le des kommunalen Richtplans fest- gehalten (Planungsbericht Zonenplanung S. 10). Es wir d ausgeführt, dass die öW+A-Zonen nach dem Bedarf der Gemeinde zu dimensionieren seien. Die rechtskräftig ausgeschiedenen öW+A-Zonen würden rund 810‘533 m 2 umfassen und auf einer Bevölkerungsprognose von 38‘000 Einwohnern basieren. Entsprechend habe der Ge meinderat mit dem kommunalen Richtplan den Auftrag erhalten, die bestehenden öW+A-Zonen zu überprüfen und jene Flächen, die nicht mehr zur Abdeckung der öffentlichen Aufgaben b enötigt würden, umzuzonen. Als Grundlage habe eine Bestandesaufnahme und Bedarfsermi ttlung durch das Projektteam, unter anderem durch gezielte Interviews mit Verwaltungsangest ellten gedient. Ergänzt worden sei diese Bedarfsermittlung durch quantitative Berechnungen aufgrund der erwarteten Bevölke- rungszahl und -demographie. Die öW+A-Analyse sei aufgru nd neuer Erkenntnisse im Zusam- menhang mit dem Gemeindesportanlagenkonzept und der Sch ulraumplanung als Folge der interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule fortgeschrie- ben worden. Die Bedarfsanalyse habe ergeben, dass die ö W+A-Zonen zu grosszügig ausge- schieden seien und diese Zonen im Baugebietperimeter um rund 84‘000 m 2 reduziert würden Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Planungsbericht Zonenplanung S. 12). Es wird weiter f estgehalten, dass auf dem Areal Im E.____ eine Zone mit Quartierplanpflicht ausgewiesen werde. Die besehende gemeindeeigene öW+A-Zone “Schule“ werde für die öffentlichen Zwecke n icht benötigt und solle deshalb ge- mäss kommunalem Richtplan einer Wohnnutzung zugeführt we rden. Die Quartierplanung laufe bereits (Planungsbericht Zonenplanung S. 16 f. und 21). 5.2.4. Im Planungsbericht E.____ vom 20. November 201 3 (Stand: Beschluss Einwohnerrat; Planungsbericht E.____) wird ausgeführt, dass im Rahmen der laufenden Revision der Zonen- planung Siedlung festgestellt worden sei, dass kein Bed arf an einer weiteren öffentlichen Nut- zung des Areals bestehe und das Gebiet E.____ somit der W ohnnutzung zugeführt werden könne. Die Gemeinde beabsichtige deshalb, einen Teil d es Areals für die Realisierung von Se- niorenwohnungen abzugeben, da sich dieses Areal gemäss einer Testplanung für altersgerech- te Wohnungen eigne. Das Areal sei zudem ideal für die Realisierung von Genossenschafts- mietwohnungen für Familien, insbesondere aufgrund de r Nähe zum geplanten Kindergarten, zum Ortszentrum und zum landschaftlichen Naherholungsraum sowie aufgrund der guten ÖV- Anbindung und der wohnfreundlichen Tempo-30-Regelung im Quartier (Planungsbericht E.____ S. 4). 5.3.1. Wie sich aus den obigen Darlegungen ergibt, wu rde die Gemeinde D.____ aufgrund des Richtplans unter anderem verpflichtet zu prüfen, welch e OeW-Flächen künftig nicht mehr zu öffentlichen Zwecken benötigt würden und welche dies er Flächen zur Abdeckung des Bau- landbedarfs umgezont werden könnten. Dafür wurden un ter anderem Zonen mit Quartierplan- pflicht vorgesehen. Die im Rahmen der Zonenplanrevision durchgeführte Bedarfsanalyse ergab, dass die öW+A-Zonen zu grosszügig ausgeschieden worden wa ren und diese Zonen zu redu- zieren seien. Da das Areal Im E.____ nicht mehr zum Zweck öW+A-Zone “Schule“ benötigt wurde und es sich für Wohnnutzung eignete, sah sich die Gemeinde im Jahr 2010 veranlasst, diese Zone gemäss Richtplanauftrag in eine Zone mit Qu artierplanpflicht zuzuweisen und der Wohnnutzung zuzuführen. Die Gemeinde leitete das Verfa hren für die Zuweisung dieses Ge- biets in eine Zone mit Quartierplanpflicht ein und führte im Jahr 2011 einen begleiteten Studien- auftrag zur Evaluation eines geeigneten Bebauungskonzep ts durch (siehe Planungsbericht E.____ S. 4). Nach zweimaliger Vorprüfung durch den K anton und zweimalige öffentliche Auf- lage beschloss der Einwohnerrat D.____ am 12. Mai 201 4 die Gesamtrevision der Zonenvor- schriften Siedlung, nachdem es am 16. Dezember 2013 die Quartierplanvorschriften E.____ beschlossen hatte. 5.3.2. Die genannten Ziele und Massnahmen und deren B egründungen im kantonalen Richt- plan, die vorgenommenen Bedarfsermittlungen und die daraus gefolgerten Schlüsse sowie die Ausführungen im Planungsbericht Zonenplanung und im P lanungsbericht E.____ zeigen, dass das Zonenplanrevisions- und das Quartierplanverfahren E. ____ sorgfältig aufeinander abge- stimmt und die verschiedenen Interessen abgewogen wurde n. Der Vorwurf, es sei die Koordi- nationspflicht verletzt worden und es habe keine Intere ssenabwägung stattgefunden, ist folglich unbegründet. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4. Im Übrigen zeigen auch die Genehmigungsanträge an den Regierungsrat, dass die zwei Verfahren aufeinander abgestimmt wurden und zu keinem Zeitpunkt sich widersprechende zonenrechtliche Bestimmungen bestanden. Der Gemeinderat beantragte die Genehmigung des Quartierplans mit geringfügigen Änderungen. Der Regi erungsrat genehmigte mit Beschluss vom 26. August 2014 grundsätzlich die vom Einwohnerrat am 16. Dezember 2013 beschlosse- nen Quartierplanvorschriften Im E.____ mit den von der Gemeinde beantragten Änderungen. In seinem Genehmigungsantrag zur Zonenplanrevision vom 15. Januar 2015 bat die Gemeinde den Regierungsrat, das Genehmigungsverfahren in Sachen Zonenplanrevision mit dem Be- schwerdeverfahren betreffend Quartierplan E.____ abzusti mmen. Dies mit der Begründung, dass die Einsprecher im Verfahren Zonenplanrevision auch den Genehmigungsbeschluss be- züglich Quartierplanung E.____ angefochten hätten. Mit der neuen Zonenplanung Siedlung, deren Genehmigung beantragt werde, werde das Gebiet E.____ einer Zone mit Quartierplan- pflicht “Im E.____“ zugewiesen. Die mit dem Regierungsr atsbeschluss Nr. 1234 von August 2014 genehmigte Quartierplanung E.____ solle aber m it der neuen Zonenplanung Siedlung nicht aufgehoben und durch eine Zone mit Quartierplan pflicht abgelöst werden. Sie bat den Regierungsrat daher im Rahmen der Genehmigung der Zo nenplanung Siedlung – je nach Stand des Beschwerdeverfahrens zur Quartierplanung E._ ___ – das Areal in der Zone mit Quartierplanpflicht „Im E.____“ zu belassen oder als r echtskräftige Quartierplanung E.____ im Zonenplan zu vermerken. Der Regierungsrat hat sodann in seinem Beschluss Nr. 571 vom 14. April 2015 die Zonenvorschriften Siedlung grundsät zlich genehmigt und klar festgehalten, dass mit diesem Regierungsratsbeschluss der Quartierplan E. ____, Regierungsratsbeschluss Nr. 1234 vom 26. August 2014, ausdrücklich nicht aufgehoben werde. 5.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Vorgehen d er Gemeinde formell korrekt war und sie sowohl ihrer Koordinationspflicht als auch ihrer Pflicht zur Interessenabwägung nachgekommen ist. Daran ändert – wie nachfolgend auf zuzeigen ist – auch der Hinweis der Beschwerdeführer auf einen bundesgerichtlichen Entscheid nichts. 5.6.1 Die Beschwerdeführer führen – wie schon festgehal ten – in ihrer Beschwerdebegrün- dung aus, der Umstand, dass der Quartierplan E.____ be reits festgelegt worden sei, während die Gesamtzonenplanrevision noch pendent gewesen sei, m üsse aus rein formellen Gründen zur Aufhebung der angefochtenen Zonenplanrevision Siedl ung führen. Als Begründung für den Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Zonenplanrevisi on Siedlung aus formellen Gründen verweisen sie lediglich in Klammern auf die Erwägungen 2.4 f. des Bundesgerichtsentscheids 1C_843/2013 vom 22. April 2015, ohne sich mit diesem im Geringsten auseinanderzusetzen. 5.6.2. Im zitierten Entscheid befasste sich das Bundesgericht mit einem Fall aus dem Kanton Luzern. Gemäss jenem Fall hob der Stadtrat Luzern eine n 2005 erlassenen Gestaltungsplan, welcher Sonderbauvorschriften über zwei in der Wohnzone liegende Grundstücke vorsah, im Jahre 2012 auf Gesuch der Eigentümer der sich im Gestaltungsplanperimeter befindenden Par- zellen hin auf. Grund für den Entscheid des Stadtrats w ar, dass ein Teil des Areals anlässlich einer noch nicht rechtskräftigen Zonenplanrevision neu d er Zone für öffentliche Zwecke zuge- teilt werden sollte. Nachbarn dieser Parzellen wehrte n sich gegen den Aufhebungsentscheid. Das Bundesgericht erklärte, dass die Aufhebung des Gestaltu ngsplans nicht in Kraft treten dür- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht fe, bevor die revidierte Zonenordnung rechtskräftig sei, sondern mit dieser koordiniert werden müsse, um widersprüchliche Entscheide zu verhindern. 5.6.3. Nach dem Planungs- und Baugesetz des Kantons Luz erns (PBG) Nr. 735 vom 7. März 1989 (Stand 1. September 2009) erlässt die Gemeinde die Zonenpläne sowie Bau- und Zo- nenreglemente und Bebaungspläne, jedoch entscheidet sie nur über Gestaltungspläne (§ 17 Abs. 1 PBG). Der Regierungsrat hat nur die Zonenpläne , Bau- und Zonenreglemente und Be- bauungspläne zu genehmigen, jedoch nicht die Gestaltu ngspläne (§ 17 Abs. 2 PBG). Zonen- pläne, Bau- und Zonenreglemente und Bebauungspläne si nd vor der öffentlichen Auflage dem zuständigen Departement zur Vorprüfung einzureichen. Gestaltungspläne können hingegen der Gemeinde zu einer Vorprüfung unterbreitet werden (§ 19 PBG). Die Gemeinden sind grundsätz- lich nur verpflichtet, Zonenpläne sowie Bau- und Zonen reglemente zu erlassen (§ 34 PBG). Hingegen sind die Hauptakteure bei einem Gestaltungspla n die Grundeigentümer, die Gemein- de ist nur sekundär am Verfahren beteiligt. So statuie rt § 74 PBG Folgendes: “Verständigen sich die beteiligten Grundeigentümer nicht über die Aufstellung oder die Änderung eines Gestal- tungsplanes, kann die Gemeinde auf begründetes Gesuch ei nes oder mehrerer Beteiligter den Gestaltungsplan aufstellen oder ändern (Abs.1). Sowe it erhebliche öffentliche Interessen es erfordern, kann sie vor Erteilung einer Baubewilligung von den Grundeigentümern ohne Rück- sicht auf die Grösse der zu über-bauenden Fläche einen Gestaltungsplan oder dessen Ände- rung verlangen (Abs. 2)“. Besonders hervorzuheben ist zudem, dass im luzernischen Planungs- und Baugesetz eine eindeutige Stufenfolge zwischen dem Gestaltungsplan und den restlichen Nutzungsplänen besteht, denn § 75 PBG hält unter dem Titel “Verhältnis zu Nutzungsplänen und zum Bau- und Zonenreglement“ Folgendes fest: “Der Gestaltungsplan kann vom Zonen- plan, vom Bau- und Zonenreglement oder vom Bebauungsp lan abweichen, sofern wegen der besonderen Verhältnisse eine eigene Regelung sinnvoll erscheint und der Zonencharakter ge- wahrt bleibt. Im Bau- und Zonenreglement ist die für solche Abweich ungen erforderliche Min- destfläche für Gestaltungspläne festzulegen.“ Damit steht erstens fest, dass die Gestaltungs- pläne nach PBG – anders als die Quartierpläne nach RBG – nicht über die gleiche demokrati- sche Legitimation wie die anderen Pläne verfügen und vor allem zweitens, dass der Gestal- tungsplan nach PBG – anders als der Quartierplan nach R BG – von den anderen Plänen nur abweichen darf, wenn im Bau- und Zonenreglement für solche Abweichungen die erforderliche Mindestfläche festgelegt wurde. Nach RBG muss hingegen im Zonenplan gerade nicht eine Zone mit Quartierplanpflicht festgelegt sein, damit ei n Quartierplan erlassen werden kann. Auf- grund der grundlegend andersartigen gesetzlichen Bestimm ungen bezüglich Quartierplan im basellandschaftlichen Recht und Gestaltungsplan im luzer nischen Recht sowie der im vorlie- genden Fall – auch bezüglich der Genehmigungsanträge an den Regierungsrat – koordinierten Vorgehensweise der Gemeinde bezüglich Quartierplanverf ahren E.____ und Zonenplanung Siedlung ist der vorliegende Fall nicht mit dem bundesgerichtlichen Fall vergleichbar. 6.1. Die Beschwerdeführer rügen weiter, dass die Zone nplanrevision Siedlung einen Sys- temwechsel bei der Bestimmung der zulässigen Ausnutzung vo rsehe, welcher zu einer Ein- schränkung der zukünftig möglichen Bebauung bei ihrem Gr undstück führe. Es finde eine fakti- sche Abzonung statt, welche nicht als solche deklariert werde . Der Regierungsrat habe sich überdies mit dieser Problematik nicht auseinandergesetzt . Er tische den Einwand der Be- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer vielmehr mit Hinweis auf irgendwelche Nut zungsberechnungen der Gemeinde ab, ohne diese Nutzungsberechnungen konkret zu benennen , den Beschwerdeführern dazu das rechtliche Gehör zu gewähren oder diese Berechnungen selbst nachzukontrollieren. Damit werde das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer verletzt. 6.2.1. Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Sch weizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch a uf rechtliches Gehör. Der Anspruch auf rechtliches Gehör garantiert dem Einzelnen, in allen Ve rfahren staatlicher Einzelfallentschei- dungen mitzuwirken, soweit der in Frage stehende Hohei tsakt ihn belasten könnte (BGE 127 I 56 E. 2b; 127 I 215 f. E. 3a). Zum gefestigten Besta nd des rechtlichen Gehörs zählen in Recht- sprechung und Lehre die Ansprüche auf vorgängige Äusser ung und Anhörung, der Anspruch auf Berücksichtigung der Vorbringen, der Anspruch auf T eilnahme am Beweisverfahren unter Einschluss des Rechts, Beweisanträge zu stellen, das Recht au f Akteneinsicht und das Recht auf einen begründeten Entscheid (JÖRG PAUL MÜLLER , Grundrechte in der Schweiz, Bern 1999, S. 509 ff.; M ICHELE ALBERTINI , Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S . 202 ff.; KGE VV vom 5. Septem- ber 2007 [810 06 199] E. 9.1). Die Begründungspflicht der Behörden ist Bestandteil d es in Art. 29 Abs. 2 BV verankerten An- spruchs auf rechtliches Gehör und ist auch ausdrücklich in § 9 Abs. 3 der Kantonsverfassung des Kantons Basel-Landschaft (KV) vom 17. Mai 1984 und a uf Gesetzesstufe in § 18 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 festge- schrieben. Die Begründung einer Verfügung entspricht de n Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV, wenn die Betroffenen dadurch in die Lage versetzt werden, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in voller Kenntnis der Umstände a n eine höhere Instanz weiterzuziehen (ULRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zü- rich 2010, Rz 1705 f.). In diesem Sinne müssen wenigste ns kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen u nd auf die sie sich in ihrem Entscheid stützt (BGE 134 I 83 E. 4.1). Es stellt keine Verletzung der Begründungspflicht dar, wenn sich die Entscheidbehörde auf die für den Entscheid wesent lichen Argumente beschränkt (R HINOW /K OLLER /K ISS /T HURNHERR /BRÜHL -MOSER , a.a.O., Rz 345). Eine besonders eingehende Begründung ist notwendig, wenn ein Entscheid schwer in d ie Rechtsstellung des Betroffenen eingreift, wenn komplexe Rechts- oder Sachfragen zu be urteilen sind oder wenn in einem kon- kreten Fall von einer konstanten Praxis der Gesetzesanwen dung abgewichen wird (RHINOW /K OLLER /K ISS /T HURNHERR /BRÜHL -MOSER , a.a.O., Rz 347; KGE VV vom 17. Juni 2015 [810 14 345] E. 3.2.1). 6.2.3. Der Regierungsrat führt im angefochtenen Entsch eid aus, dass gemäss Nutzungsbe- rechnungen der Gemeinde die Grundeigentümer der Parzelle Nr. 2940 mit dem Systemwechsel von der Nutzungsziffer zur Ausnützungsziffer und der Festle gung derselben auf 70 % keinerlei Nutzungsverlust erleiden, sondern vielmehr einen Nutzung szuwachs erzielen würden. Gegen- über heute bestehe mit der Regelung gemäss Gesamtrevisio n ein grosses Nutzungspotenzial, das noch nicht ausgeschöpft sei. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.4. Im Planungsbericht Zonenplanung wird bereits d ie allgemeine Berechnung der bauli- chen Nutzung aufgezeigt (Ziff. 6.10). Im Protokoll zur Einigungsverhandlung vom 5. November 2014 wird zuerst in genereller Weise die Berechnung der Ausnützungsziffer erklärt und an- schliessend die Berechnung mit den konkreten Zahlen bezü glich der Parzelle der Beschwerde- führer Nr. 2940 vorgenommen. Dabei wird unter ander em klar festgehalten, dass der Strassen- anteil, welcher zur Parzelle Nr. 2940 hinzuzurechnen ist, 33.5 m 2 betrage. Die Beschwerdefüh- rer haben, wie die E-Mail der Gemeinde an den Recht svertreter der Beschwerdeführer vom 7. November 2014 zeigt, dieses Protokoll mit der Bitt e erhalten, bis zum 25. November 2014 mitzuteilen, ob die Beschwerdeführer an der Einsprache festhalten würden. Der Regierungsrat stützt sich im angefochtenen Beschluss a uf diese Berechnungen der Ge- meinde, über welche die Beschwerdeführer Kenntnis hat ten. Dabei handelte es sich bei der Berechnung im Protokoll um die Berechnung der möglich en Nutzung der Parzelle der Be- schwerdeführer mit den konkreten Zahlen (auch anrechen barer Strassenanteil). Der Vorwurf der Beschwerdeführer, der Regierungsrat würde auf irg endwelche Nutzungsberechnungen der Gemeinde abstellen, geht somit fehl. Diese Berechnunge n waren spätestens seit Erhalt des Protokolls der Einigungsverhandlung im Besitz der Beschwer deführer, so dass diese über alle wesentlichen Berechnungsgrundlagen und Berechnungen im Bilde waren. Ausserdem hätten sie die Möglichkeit gehabt, der Gemeinde bezüglich des P rotokolls Korrektur- oder Ergän- zungswünsche mitzuteilen. Der Regierungsrat hat in seinem Beschluss die Berechnung der Gemeinde als korrekt bewertet und festgehalten, dass ge mäss Nutzungsberechnungen der Gemeinde die Grundeigentümer der Parzelle Nr. 2940 keinerlei Nutzungsverlust erleiden wür- den. Die Wiederholung der von der Gemeinde vorgenomm enen Berechnung im Regierungs- ratsbeschluss ist nicht erforderlich. Dem Vorwurf, das rech tliche Gehör der Beschwerdeführer sei verletzt worden, kann somit nicht gefolgt werden. 6.3.1. Materiell machen die Beschwerdeführer geltend, dass der vorgesehene Systemwech- sel bei der Bestimmung der zulässigen Ausnutzung zu eine r Einschränkung der zukünftig mög- lichen Bebauung führe. Ihre Parzelle befinde sich in de r Zone W3b und die Nutzungsziffer be- trage 45 %. Die Beschwerdeführer führen weiter aus, d ass gemäss den Erläuterungen im Pla- nungsbericht Zonenplanung somit eine gleichwertige Ausn ützungsziffer nach dem folgenden Muster berechnet werden müsse: “Nutzungsziffer alt: 45 % mit 2 Geschossen; dies entspreche faktisch 2.92 Vollgeschosse (2 VG + 0.67 DG + 0.25 SG) un d einer Ausnützungsziffer von 65,7 % (= (45 % NZ / 2 Geschosse) x 2.92 Geschosse). Hinzu komme ein Strassenanteil von 11,5 % und eine resultierende effektive Ausnützungsziffer von 7 3.26 % (= 65.7 % x 1.115).“ Die Aus- nützungsziffer müsse demnach mindestens 73.26 % betrage n, um eine gleiche bauliche Aus- nützung der Liegenschaft zu ermöglichen. Gemäss neuem Z onenreglement betrage diese je- doch lediglich 70 %. Es finde damit eine faktische Abzon ung statt, welche nicht als solche de- klariert werde. 6.3.2. Wie sich anhand der nachfolgenden Darlegungen zeigen wird, basiert die Berechnung der Beschwerdeführer auf der falschen Annahme, dass der Strassenanteil zur von den Be- schwerdeführern ausgerechneten Ausnützungsziffer von 65.7 % hinzugerechnet werden müs- se. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3.3. Gemäss Planungsbericht Zonenplanung wird die ba uliche Nutzung einer Parzelle durch die noch geltenden Zonenbestimmungen durch die Be bauungsziffer und die Ausnut- zungsziffer festgelegt. Mit der Zonenplanrevision soll die Nutzungsziffer abgelöst werden durch die Ausnützungsziffer gemäss kantonaler Gesetzgebung. Mit der Einführung einer Ausnüt- zungsziffer erfolgt ein Systemwechsel: Nach den noch geltenden Zonenvorschriften sind sowohl Sockelgeschosse wie auch Dachgeschosse nutzungsfrei, was ge mäss Ausführungen im Pla- nungsbericht Zonenplanung zu übergrossen Gebäudevolume n im Siedlungsgebiet geführt hat. Die neue Definition schliesst alle tatsächlich dem Wohne n und Arbeiten dienenden Flächen mit ein. Die geltenden Zonenbestimmungen sehen vor, dass zu r Bestimmung der baulichen Nut- zung neben der festgelegten Parzellenfläche auch das a n die Parzelle anstossende Strassen- areal (bis zur Strassenachse, im Maximum 5 m) mit einger echnet werden darf. Diese Regelung führte dazu, dass auf Parzellen mit grossem Strassenanteil (v.a. Eckparzellen mit zweiseitigem Strassenanstoss) eine höhere bauliche Nutzung zulässig war , als eigentlich in der jeweiligen Zone vorgesehen wäre. Mit der Revision solle nun deshalb lediglich die in der Bauzone liegen- de Parzellenfläche zur anrechenbaren Grundstücksfläche zählen. Um aber einen Ausgleich für den nicht mehr zu berücksichtigenden konkreten Strassenanteil zu schaffen, wurde bei der Her- leitung der neuen Ausnützungs- und Bebauungsziffer au s der noch geltenden Nutzungs- und Bebauungsziffer der Strassenanteil einheitlich mit 11.5 % (entspricht dem durchschnittlichen Strassenanteil im gesamten Baugebiet) berücksichtigt (Planungsbericht Zonenplanung S. 22 f.). Weiter wird im Planungsbericht ausgeführt, dass die Berechnung der baulichen Nutzung wie bisher durch die Bebauungsziffer (BZ) und neu durch di e Ausnützungsziffer (AZ) statt Nut- zungsziffer (NZ) erfolgen soll. Massgebende Änderung ist, dass neu sowohl die Sockelgeschos- se wie auch die Dachgeschosse zur Nutzung dazu zählen. Die Bebauungsziffer gibt in Prozen- ten an, wie viel von der Parzellenfläche überbaut wer den darf. Die Ausnützungsziffer ist das Verhältnis der anrechenbaren Bruttogeschossfläche der Gebäude zu anrechenbaren Parzellen- fläche (Planungsbericht Zonenplanung S. 23). Da der S trassenzuschlag nicht mehr zur mass- gebenden Parzellenfläche gerechnet werden kann, dafür neu Sockel- und Dachgeschoss zur Ausnützung dazugerechnet werden, mussten AZ und BZ neu berechnet werden, um mindes- tens die gleiche bauliche Nutzung wie bisher zu ermögli chen. Das geschah dadurch, dass der Strassenanteil mit 11.5 % angesetzt wurde. Das Dachgeschoss (DG) wurde zu 2/3 eines Vollge- schosses (VG) und das Sockelgeschoss (SG) zu 1/4 eines Vollgeschosse berücksichtigt (Pla- nungsbericht Zonenplanung S. 23). 6.3.4. Die konkrete Nutzungsmöglichkeit für die Parzelle der Beschwerdeführer nach gelten- den Bestimmungen errechnet sich damit folgendermassen: Die Parzellenfläche beträgt 553 m 2. Die an die Y.____strasse anstossende Seite der Parzel le misst 13.4 m, die Strassenachse der 5 m breiten Y.____st rasse liegt 2.5 m von der Parzellen- grenze entfernt. Dies ergibt eine zusätzliche anrechenbare Parzellenfläche von 33.5 m 2 (13.4 m x 2.5 m). Insgesamt beträgt also nach geltendem Recht die anrechenbare Parzellenfläche 586.5 m 2. Die zulässige bauliche Nutzung beträgt damit (586.5 m 2 x 45 %) 263.90 m 2. Da die Dach- und Sockelgeschosse nach bestehendem Recht nicht zur Nutzfläche gezählt werden, Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht selbst wenn diese zu Wohnzwecken ausgebaut sind, wurden di e Dach- und Sockelgeschoss- flächen, um diese nach bestehender Berechnung (theoret isch) abschätzen zu können, mit ei- nem Wert von 0.67 (für das Dachgeschoss) und 0.25 (für das Sockelgeschoss) eingesetzt. Die bauliche Nutzung für 2 Vollgeschosse beträgt, wie ob en errechnet, 263.90 m 2. Daraus folgt eine durchschnittliche bauliche Nutzung pro Vollgeschoss vo n rund 131.95 m 2. Wird nun diese Nutzung mit 2.92 (1 VG + 1 VG + 0.67 DG + 0.25 SG) m ultipliziert, ergibt dies eine mögliche Nutzfläche von insgesamt rund 385 m 2. Die Berechnung kann auch wie folgt vorgenommen werden : Die zulässige Nutzungsziffer von 45 % wird auf 2 Stockwerke aufgeteilt, was eine durchsch nittliche Nutzungsziffer pro Vollge- schoss von 22.5 % ergibt. Wie bereits ausgeführt, wird von 2.92 (1 VG + 1 VG + 0.67 DG + 0.25 OG) Vollgeschossen ausgegangen, woraus die Nutzungsziffer von 65.7 % resultiert (22.5 % x 2.92). Damit ergibt sich eine mögliche bauliche Nutzflä che von rund 385 m 2 (65.7 % von 586.5 m2). 6.3.5. Nach der vorgesehenen Revision besteht hingegen f ür die Beschwerdeführer eine mögliche bauliche Nutzfläche von 387 m 2 (70 % [Ausnützungsziffer] multipliziert mit der Parzel- lenfläche von 553 m 2 [Strassenanteil wird nicht mehr hinzugerechnet]). 6.3.6. Wie sich aus der Gegenüberstellung der Nutzung vo r und nach der geplanten Revision ergibt, erleiden die Beschwerdeführer durch die neue Z onenplanung keinen Nachteil. Die Be- schwerdeführer kamen zum Schluss, die neue Bestimmung sei von Nachteil, weil sie die Be- rechnung nach geltendem Recht falsch vornahmen. Statt d ie Parzellenfläche um den effektiven Strassenanteil von 33.5 m 2 zu erhöhen, rechneten sie zur Ausnützungsziffer von 65 .7 % einen Strassenanteil von 11.5 % hinzu. Bei diesen 11.5 % ha ndelt es sich jedoch nur um den durch- schnittlichen Strassenanteil pro Parzelle im gesamten Ba ugebiet, welcher in der Berechnung nach den neuen Vorschriften hineinfloss, um einen Ausg leich zu schaffen, weil bei der Berech- nung der massgeblichen Parzellenfläche das Hinzurechnen des Strassenanteils neu entfällt. 6.3.7. Damit ist festzuhalten, dass die vorgesehenen Zo nenvorschriften für die Beschwerde- führer nicht zu einer nachteiligen baulichen Nutzungsmö glichkeit ihrer Parzelle führen, weshalb die Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen ist. Im Übrigen besteht bei einer Zonenplan- revision kein Anspruch darauf, dass die Parzelle weiterhin im gleichen Mass genutzt werden kann. 7. Es bleibt noch über die Kosten zu entscheiden. Gestüt zt auf § 20 Abs. 1 VPO in Ver- bindung mit § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskoste n in der Höhe von Fr. 2‘000.-- den unterliegenden Beschwerdeführern in solidarischer Verbindung auferlegt. Nach § 21 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigun g zu Lasten der Gegenpartei zuge- sprochen werden (Abs. 1). Dem Kanton wird keine Partei entschädigung zugesprochen. Ge- meinden und andere Träger öffentlicher Aufgaben habe n Anspruch auf eine Parteientschädi- Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung, sofern der Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin gerechtfertigt war (Abs. 2). Nach der Rechtsprechung des Kantonsgerichts wird den Gemeinden gestützt auf § 21 Abs. 2 VPO gene- rell nur ein Anspruch auf Parteientschädigung einger äumt, wenn der Beizug eines externen Rechtsvertreters im Einzelfall auch für Gemeinden mit juristischer Fachkompetenz innerhalb der eigenen Verwaltung gerechtfertigt erscheint (vgl. statt vieler: KGE VV vom 4. Juni 2014 [810 14 27] E. 8.2; vom 23. Januar 2013 [810 11 146] E. XIV. 2; vom 17 November 2010 [810 10 112] E. 14.2.1). Dies trifft vor allem dann zu, wenn für ei ne angemessene Prozessvertretung rechtli- ches Spezialwissen gefordert ist, das über die bei der Rec htsanwendungstätigkeit erforderli- chen Kenntnisse hinausgeht und über welches gemeindeeig ene Rechtsdienste normalerweise nicht verfügen. Die Fragestellungen erweisen sich vorlie gendenfalls nicht als derart komplex, dass in diesem Sinne juristisches Spezialwissen erforderlich gewesen wäre. Aus diesem Grund wird der Beschwerdegegnerin keine Parteientschädigung z ugesprochen. Die Parteikosten wer- den somit wettgeschlagen. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2‘000.-- w erden den Be- schwerdeführern in solidarischer Verbindung auferlegt u nd mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2‘200.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 200 .-- wird den Beschwerdeführern zurückerstattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin