Interpellation Carobbio 2260 N 20 décembre 1985 Wasserkräfte hat der Bundesrat die Modernisierung beste- hender Anlagen ausgeklammert. Dies trotzdem das Parla- ment durch die Annahme einer entsprechenden Motion Bundi vom 21. Juni 1979 einen klaren Auftrag erteilt hat. Der Motionär hat in seiner Begründung auf die Problematik bei der Erstellung zusätzlicher Nuklearkraftwerke hingewiesen. Nebst der Förderung von Alternativenergien müssten des- halb vor allem auch die Kapazitäten bestehender Wasser- kraftwerke bei gleichbleibenden Restwassermengen verbes- sert werden. Auch die Eidgenössische Studienkommission zur Revision des Bundesgesetzes über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte kommt zum Schluss, dass durch die Erneuerung alter Wasserkraftwerke ein nicht unerheblicher Beitrag an die Elektrizitätsversorgung unseres Landes gelei- stet werden kann. Um so unverständlicher ist es, dass der Bundesrat zögert, diesem parlamentarischen Auftrag nach- zukommen. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. November 1985 Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 novembre 1985 Beim Vorentwurf eines Bundesgesetzes über die Nutzung der Gewässer und der Wasserkraft, den eine Studienkom- mission 1983 vorlegte, handelte es sich praktisch um eine totalrevidierte Fassung des heutigen Wasserrechtsgesetzes. Er enthielt unter anderem auch Vorschläge zur Erleichte- rung von Modernisierungen. Der Vorentwurf wurde vom Dezember 1983 bis April 1984 einem Vernehmlassungsverfahren unterzogen. Eine Totalre- vision des WRG wurde dabei allgemein begrüsst. In den meisten Stellungnahmen wurde aber eine gründliche Ueber- arbeitung der Revisionsvorschläge verlangt, unter anderem auch in der Frage der Modernisierungen. Davon ausgenom- men waren lediglich die Erhöhung des Wasserzinsmaxi- mums und der Steuerausfallentschädigung. Eine deutliche Mehrheit hat für das weitere Vorgehen ein zweistufiges Verfahren vorgeschlagen, damit die Anpassung des Wasser- zinsmaximums und der Steuerausfallentschädigung im Interesse der Wasserherkunftsgebiete möglichst rasch unter Dach gebracht werden könnten. Aufgrund der Ergebnisse des Vernehmlassungsverfahrens beschloss denn auch der Bundesrat am 4. Juli 1984, dem Parlament eine Revision des Wasserrechtsgesetzes in zwei Etappen vorzuschlagen. So befasste sich die Botschaft vom 12. November 1984 lediglich mit der Revision der Bestim- mungen über Wasserzins und Steuerausfallentschädigung. Die weiteren Revisionspunkte (besonders die Regelung der Pumpspeicherung und die Modernisierung der bestehen- den Anlagen) sollen in einer zweiten Revisionsphase noch überprüft und während der nächsten Legislaturperiode dem Parlament unterbreitet werden. Die bisherigen Arbeiten haben gezeigt, dass die Möglichkeiten zur Förderung der Modernisierung nicht bloss auf Gesetzesebene liegen. Die vorgeschlagenen Regelungen der Studienkommission sties- sen zudem im Vernehmlassungsverfahren teilweise auf Wi- derstand. Inzwischen wurde die Revision betreffend Wasserzins und Steuerausfallentschädigung in den eidgenössischen Räten verabschiedet. In den Beratungen wurde das zweistufige Vorgehen zum Teil bedauert, zum Teil begrüsst. Der Bun- desrat wird die Arbeiten weiterführen. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt. #ST# 85.574 Interpellation Röthlin Ausbau der N 8 Aménagement de la N 8 Wortlaut der Interpellation vom 26. September 1985 Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass aus Land- schaftsschutzgründen die N 8 im Abschnitt Emettli/Bruochli und Totenbiel/Erdbruch in der Gemeinde Sächseln einge- deckt werden soll? Dieser berechtigten Forderung von Volk und Behörden des Kantons Obwalden sollte meiner Mei- nung nach entsprochen werden. Texte de l'interpellation du 26 septembre 1985 Le Conseil fédéral n'estime-t-il pas, lui aussi, que l'on devrait recouvrir la N 8 dans la commune de Sächseln, sur les tronçons de Emettli/Bruochli et de Totenbiel/Erdbruch, afin de préserver le paysage? A mon avis, cette revendication légitime du peuple et des autorités du canton d'Obwald mérite une réponse favorable. Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 27. November 1985 Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 novembre 1985 Der Regierungsrat des Kantons Obwalden und die Einwoh- nergemeinde Sächseln sind bereits in Wiedererwägungsge- suchen an den Bundesrat gelangt, mit dem Begehren, die Nationalstrasse N 8 sei im Gebiet Bruochli und Emettli der Gemeinde Sächseln auf einer Strecke von etwa 600 m zusätzlich zu überdecken. Die beiden Wiedererwäg u ngsge- suche, die inhaltlich das gleiche Problem betreffen, werden sorgfältig geprüft und der Bundesrat wird in Abwägung aller im Spiele stehenden Interessen in der Sache entscheiden. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt. #ST# 85.545 Interpellation Carobbio Europäische Menschenrechtskonvention. Ratifikation des Zusatzprotokolls Nr. 1 Interpellanza Carobbio Convenzione europea dei diriti dell'uomo. Ratifica del protocollo addizionale no 1 Interpellation Carobbio Convention européenne des droits de l'homme. Ratification du protocole additionnel No 1 Wortlaut der Interpellation vom 17. September 1985 Die Schweiz hat 1976 das erste Zusatzprotokoll zur Europäi- schen Menschenrechtskonvention unterzeichnet. Es han- delt sich dabei um das Protokoll, das das Recht auf Achtung des Eigentums, das Recht auf Bildung sowie das Recht auf freie und geheime Wahlen gewährleistet. Es sind dies alles Rechte, die in unserem Land respektiert werden. Deshalb ist der jüngste Beschluss des Bundesrates, das erwähnte Protokoll dem Parlament nicht zur Ratifizierung vorzulegen, unverständlich. Damit ist die Schweiz das ein-20. Dezember 1985 N 2261 Interpellation Soldini zige Land, welches dieses Protokoll noch nicht ratifiziert hat. Die Unterzeichneten bitten den Bundesrat um Auskunft auf die folgenden Fragen: a. Was hat den Bundesrat bewogen, mit der Unterbreitung des Zusatzprotokolls zur Ratifizierung durch das Parlament noch zuzuwarten? b. Will er nicht auf seinen Beschluss zurückkommen und das fragliche Dokument so bald als möglich den Räten zur Ratifizierung vorlegen? Testo dell'interpellazione del 17 settembre 1985 La Svizzera, come noto, ha firmato nel 1976 il primo proto- collo addizionale alla Convenzione europea dei diritti del- l'uomo. Si tratta del protocollo che garantisce il rispetto del diritto di proprietà, del diritto all'istruzione, del diritto a elezioni libere a scrutinio segreto. Trattasi di principi tutti rispettati nel nostro paese. Non si comprende perciò la recente decisione del Consiglio federale di non sottoporre al Parlamento per la ratifica il protocollo in questione. Decisione che fa della Svizzera l'unico paese che non ha ancora ratificato l'atto in que- stione. I sottoscritti chiedono al Consiglio federale a. di indicare quali sono le ragioni che lo hanno portato a decidere di soprassedere alla presentazione del protocollo addizionale no I della Convenzione europea dei diritti del- l'uomo alla ratifica del Parlamento, b. se non ritiene di riesaminare la sua decisione in modo da proporre al più presto possibile il protocollo in questione alla ratifica delle Camere. Texte de l'interpellation du 17 septembre 1985 On sait que la Suisse a signé en 1976 le premier protocole additionnel à la Convention européenne des droits de l'homme. Il s'agit du texte qui garantit le respect du droit de propriété, du droit à l'instruction, du droit à des élections libres au scrutin secret, principes tous observés dans notre pays. On ne comprend donc pas la récente décision du Conseil fédéral de ne pas soumettre le protocole en question au Parlement en vue de la ratification. En effet, la Suisse est le seul pays qui n'a pas encore ratifié l'acte susmentionné. Les soussignés demandent au Conseil fédéral: a. d'indiquer les raisons qui l'ont poussé à décider de sur- seoir à la présentation au Parlement, aux fins de ratification, du protocole additionnel no 1 à la Convention européenne des droits de l'homme; b. de dire s'il n'a pas l'intention de revoir sa décision de façon à proposer le plus tôt possible aux Chambres fédé- rales de ratifier le protocole en question. Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Borei, Christinat, Deneys, Fetz, Friedli, Gloor, Gurtner, Herczog, Magnin, Robbiani, Ruffy (11) Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. November 1985 Risposta scritta del Consiglio federale del 20 novembre 1985 Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 novembre 1985 II 26 giugno 1985 il Consiglio federale decideva di rinunciare «per ora» a sottoporre all'approvazione parlamentare il primo protocollo addizionale alla Convenzione europea dei diritti dell'uomo. Tale decisione, di carattere provvisorio, è stata presa in seguito ai risultati negativi della procedura di consultazione dei Cantoni, dei partiti politici e delle organiz- zazioni interessate. E' stato soprattutto ildiritto all'istruzione, garantito dall'arti- colo 2 del protocollo, a suscitare obiezioni; infatti, secondo la maggioranza dei Cantoni, l'accettazione di tale disposto avrebbe messo in pericolo le prerogative cantonali in mate- ria di pubblica istruzione, nonché introdotto nel nostro ordinamento giuridico un diritto sociale già rifiutato dalla maggioranza dei Cantoni nel marzo 1973, con la votazione sull'iniziativa per il diritto alla formazione. Date queste pre- messe, le riserve, cui i Cantoni subordinano una loro accet- tazione dell'articolo 2, sarebbero risultate tali da svuotare il disposto d'ogni sua sostanza, rendendo così la ratificazione incompatibile col diritto internazionale. Nondimeno il Consiglio federale, convinto che una ratifica- zione del primo protocollo addizionale resta giuridicamente possibile, si riserva il diritto di ritornare sulla decisione allorché le circostanze lo permetteranno. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates nicht befriedigt und verlangt Diskussion. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen 33 Stimmen 64 Stimmen #ST# 85.580 Interpellation Soldini Französische Zollbeamte auf schweizerischem Gebiet Douaniers français sur le territoire suisse Wortlaut der Interpellation vom 30. September 1985 Ein Leser aus Frankreich - er gibt Name und Adresse an - schreibt in der Tageszeitung «La Suisse» vom 8. September 1985: «Am 27. August 1985 mussten die Reisenden mit französi- scher Staatsbürgerschaft, die mit dem Nachtzug aus Paris kamen, eine eingehende Ueberprüfung über sich ergehen lassen: Die Devisen wurden kontrolliert, das Handgepäck, die Portemonnaies und alle Taschen wurden durchsucht; die Reisenden wurden befragt, wie lange sie sich in der Schweiz aufhalten wollten und wie sie ihren Aufenthalt bezahlten - dies alles durch französische Zöllner in Uniform, um sieben Uhr morgens, kurz vor Neuenburg, also auf Schweizer Gebiet. Eine Frau (sie trug, wie ich sagen hörte, sechzehn 500-Franken-Noten auf sich) wurde von diesen Zöllnern festgenommen und gezwungen, mit ihnen zusam- men in Neuenburg den Zug zu verlassen. Was mit ihr weiter geschah, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich möchte hinzufügen, dass ich seit etwa 12 Jahren regel- mässig zweimal im Jahr in die Schweiz fahre. Es ist jedoch das erste Mal, dass ich solche Methoden erlebt habe. Aus den Informationen, die ich danach von den ändern Reisenden im Zug erhielt, geht hervor, dass französische Zöllner regelmässig - offensichtlich im Einvernehmen mit den Schweizer Behörden - zwischen Les Verrières und Neuenburg sowie Vallorbe und Lausanne solche Abstecher auf schweizerisches Gebiet unternehmen. Es lässt sich wohl nicht bestreiten, dass diese Zoll- und Polizeiaktionen den Interessen Ihres Landes zuwiderlaufen, seine Souveränität verletzen und seinem guten Ruf schwe- ren Schaden zufügen.» Ich frage daher den Bundesrat: 1. Sind die geschilderten Vorkommnisse von den zuständi- gen Behörden untersucht worden? 2. Wie weit gehen die Befugnisse der französischen Zollor- gane auf schweizerischem Gebiet? 3. Darf ein französischer Polizeibeamter einen französi- schen Staatsbürger auf Schweizer Gebiet verhaften, zum Beispiel auf dem Perron eines Bahnhofs oder in einer Stadt, und wenn ja: bis zu welcher Entfernung von der Landes- grenze? 4. Welche Konzessionen haben die Schweizer Behörden Frankreich in diesem Zusammenhang gemacht, und auf welche rechtlichen Bestimmungen haben sie sich dabei gestützt?Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Carobbio Europäische Menschenrechtskonvention. Ratifikation des Zusatzprotokolls Nr. 1 Interpellation Carobbio Convention européenne des droits de l'homme. Ratification du protocole additionnel No 1 Interpellanza Carobbio Convenzione europea dei diriti dell'uomo. Ratifica del protocollo addizionale no 1 In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1985 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 85.545 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 20.12.1985 - 08:00 Date Data Seite 2260-2261 Page Pagina Ref. No 20 013 992 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.