Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. August 2020 (720 20 105 / 203) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die versicherungsinternen medizinischen Berichte sind hinreichend beweiskräftig, wes- halb darauf abgestellt werden kann. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Ana Dettwiler, Advokatin, Fischmarkt 12, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.a Der 1981 geborene A.____ war bei der B.____ AG als Chauffeur tätig, als er am 1. Feb- ruar 2017 im Rahmen seiner Tätigkeit einen Unfall er litt und sich dabei eine teilweise Korbhen- kelruptur des medialen Meniskusses rechts zuzog. Die Schwei zerische Unfallversicherungsan- stalt (Suva) erbrachte in der Folge die gesetzlichen L eistungen, welche sie per 1. Juli 2019 ein- stellte. Nach einem erlittenen Rückfall nahm die Suva ihre Leistungen wieder auf und richtete dem Versicherten in der Zeit vom 29. Januar bis 31. Mai 2020 Taggelder aus. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.b Bereits am 1. Juni 2017 (Eingang) hatte sich A.____ unter Hinweis auf den besagten Unfall bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zu m Leistungsbezug angemeldet. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Ve rhältnisse lehnte die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) den Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 6. Februar 2020 ab. B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertre ten durch Ana Dettwiler, Advokatin, am 6. März 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, die V erfügung sei aufzuheben und die Be- schwerdegegnerin anzuweisen, den medizinischen Sachverhalt umfassend abzuklären und so- dann über den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen bzw. auf eine Rente mit Wir- kung ab 1. Juli 2019 zu entscheiden. Eventualiter sei ihm mit Wirkung ab 1. Juli 2019 eine ganze Rente zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begrün dung brachte er im Wesentlichen vor, dass es die Beschwerdegegnerin vorliegend nicht dabei ha be bewenden lassen dürfen, auf die unfallversicherungsrechtliche Kreisarztbeurteilung vom 18. März 2019 abzustellen, zumal diese aus verschiedenen Gründen nicht beweiskräftig sei. Alsdann seien insbesondere auch berufliche Massnahmen zu prüfen. Überdies habe die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Invaliditätsbe- messung keine Parallelisierung der Vergleichseinkommen v orgenommen. Schliesslich sei ihm ein leidensbedingter Abzug in der Höhe von 20% zu gewähren. C. In ihrer Vernehmlassung vom 20. Mai 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be- schwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gerich t form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten. 1.2 Im versicherungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsver- hältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen der zuständige Sozialversicherer vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung – Stellung geno mmen hat. Insoweit bestimmt die Verfü- gung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an ei- nem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurt eilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 f. E. 2.1, 125 V 414 E. 1a und b, je mit Hinweisen). Vorliegend stellte die IV-Stelle in der Verfügung vom 6. Februar 2020 im Wesentlichen fest, dass dem Beschwerdeführer keine Rente der Invalidenversicherun g zustehe. Nicht Gegenstand der dem vorliegenden Verfahren zugrundeliegenden Rentenverfügung bildete die Frage, ob der Be- schwerdeführer Anspruch auf berufliche Massnahmen hat. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es seien auch berufliche Massnahmen an die Hand zu nehmen, fehlt es demnach an einem Anfechtungsgegenstand und folglich an einer Sachurteilsvoraussetzung, weshalb im Rah- men des vorliegenden Beschwerdeverfahrens nicht auf diesen Antrag eingetreten werden kann. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine I nvalidenrente. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Inva- lidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, d ie ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fä- higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht dur ch zumutbare Eingliederungsmassnah- men wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne we- sentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente , wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes- tens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensverglei ch hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein kommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge- mutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, s owie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizin ische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachper- sonen hingegen kommt nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu st ellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver sicherungsinternen ärztlichen Feststel- lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BG E 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 5.1 Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts st ehen zahlreiche medizinische Ak- ten zur Verfügung, welche allesamt vom Gericht gewürd igt wurden. Im Zentrum der medizini- schen Beurteilung stehen indessen insbesondere die nachfolgenden medizinischen Unterlagen: 5.2 Die IV-Stelle zog im Zusammenhang mit der Abkläru ng des medizinischen Sachverhalts als erstes die das Unfallereignis des Versicherten vom 1. Februar 2017 betreffenden Suva-Akten bei. Daraus lässt sich entnehmen, dass sich der Versicherte am 1. Februar 2017 eine Korbhen- kelruptur des medialen Meniskusses zugezogen hatte, woraufhin am 3. März 2017 eine diagnos- tisch-therapeutische Kniegelenksarthroskopie mit medialer Meniskusnaht erfolgte. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Im Rahmen einer Verlaufskontrolle wurde am 28. Ap ril 2017 festgehalten, dass der Pa- tient über mässige bis starke Beschwerden am rechten Knie klage. Diese seien als Konsequenz der bekannten Knorpeldelamination zu interpretieren. Es sei die Reparatur des Knorpelschadens mittels Novocart-Membrane zu empfehlen und ein Meniskusteileratz durchzuführen. Die Opera- tion sei für den 5. Mai 2017 geplant. 5.4 Nachdem der entsprechende operative Eingriff erfo lgt war, wurde anlässlich einer wei- teren Verlaufskontrolle vom 23. August 2017 berichtet, dass der Patient eine Verbesserung der Situation angebe. Für eine abschliessende Beurteilung sei es 3,5 Monate postoperativ noch zu früh. Bei weiterhin tendenzieller Besserung sei die Fortführung der Physiotherapie zu empfehlen. Im MRI würde sich keine höhergradige Pathologie, welche interventionsbedürftig wäre, feststellen lassen. Die Arbeitsfähigkeit werde ab dem 11. September 2017 mit 50% festgelegt. Auf körperlich schwere Arbeiten sei zu verzichten, die Chauffeurtätigkeit könne indessen durchgeführt werden. 5.5 Mit Bericht des Spitals C.____ vom 18. Oktober 2017 wurde festgehalten, dass der Pa- tient seit dem 15. September 2017 wieder zu 100% in seinem angestammten Beruf als Chauffeur tätig sei. Für die reine Fahrtätigkeit funktioniere das Gelenk problemlos, die Ladetätigkeit würde dem Patienten aber schwer zu schaffen machen. Der Patient gebe immer noch Schmerzen über dem medialen Kniegelenksaspekt an, welche im Sinne ein er medialen Überlastung zu interpre- tieren seien. In Anbetracht des stagnierenden Verlaufs im Rahmen der letzten Monate sei heute eine Indikation zur diagnostisch-therapeutischen Infiltration mit Mepivacain 0.5%/Triamcort ange- zeigt gewesen. Die Schmerzen seien allerdings gebliebe n, obwohl sich bei erneuter Durchsicht der MRI-Bildgebungen keine zyklopsähnlichen Strukturen im Bereich der vorderen Notch identi- fizieren lassen hätten, welche für ein derartiges Prob lem verantwortlich seien. Die geplante Un- tersuchung durch den Suva-Kreisarzt sei klar zu unterstützen. 5.6 Im Rahmen der kreisärztlichen Beurteilung vom 21. N ovember 2017 hielt Dr. med. D.____, FMH Chirurgie, fest, dass der Versicherte über moderate, stechende Schmer- zen im medialen Kniegelenksspalt rechts geklagt habe. In Ruhe würden keine Beschwerden be- stehen. Aktuell führe er keine Physiotherapie mehr durch, er nutze auch keine orthopädischen Hilfsmittel und keine Analgetika oder NSAR. Die heuti ge Untersuchung habe ein minimales Streckdefizit (um ca. 10°) des rechten Kniegelenks, aber keine Einschränkung der Flexion erge- ben. Klinisch bestehe eine leichte Muskelatrophie des rechten Beines mit minimaler Kraftminde- rung desselben. Aufgrund der klinischen Symptomatik sowie auf Wunsch des Versicherten sei eine erneute Abklärung im Sinne einer Zweitbeurteilung zur Klärung der Fragen, ob ein weiteres diagnostisches oder therapeutisches Prozedere anzustreben und dadurch eine namhafte Besse- rung des unfallbedingten Gesundheitszustands zu erwarten sei, in der Klinik E.____ zu veranlas- sen. 5.7 Im Bericht der Klinik E.____ vom 15. Februar 2018 führte Dr. med. F.____, FMH Ortho- pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappar ates, aus, dass es sich um eine schwierige Situation mit deutlichen Restbeschwerden im medialen Kompartiment handeln würde. Nachdem diese Restbeschwerden seit der letzten Operation eher verstärkt vorhanden seien, müsse davon ausgegangen werden, dass der Meniskus resp. die Knorpelsituation dem Patienten Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden bereite. Es sei eine erneute MRT-Untersuchung zu empfehlen. Parallel sei ein The- rapieversuch mit einer Schiene sowie ein Kraftaufbau mittels Physiotherapie durchzuführen. 5.8 Anlässlich einer Verlaufskontrolle berichtete Dr. m ed. G.____, FMH Chirurgie und Or- thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsa pparates, Spital C.____, am 9. Mai 2018, dass beim Patienten eine Symptomatik bei praktisch vollständigem Verlust des me- dialen Meniskusteilersatzes bestehe. Einzige alternative Option bei normovalgischer Beinachse sei eine Implantation eines medialen Meniskus Allograft s. Ein zusätzliches Problem sei die be- rufliche Situation des Patienten. Er arbeite derzeit als Chauffeur, was eine schwere körperliche Tätigkeit darstelle. Von der Möglichkeit einer chirurg ischen Intervention abgesehen, sei künftig eine Umschulung des Patienten in ein körperlich weniger anspruchsvolles Tätigkeitsfeld (z.B. Staplerfahrer) zu organisieren. 5.9 Am 4. September 2018 hielt Dr. G.____ fest, dass si ch weiterhin die problematische Situation mit dem CMI-Meniskusteilersatz zeige, welcher r esorbiert sei. Auch die AMIC-Plastik sei partiell vom Knochen abgelöst. Aus diesem Grund wär e operativ eine grössere Sanierung nötig. Einerseits müsste die AMIC-Plastik reseziert und durch eine Mikrofakturierung ersetzt wer- den. Andererseits müsste der Meniskusteilersatz, welcher p raktisch vollständig resorbiert sei, durch einen Allograft ersetzt werden. Es sei aber nicht klar, ob dieser die Schmerzen dann wirklich vollständig regredient erscheinen lassen werde. Ebenfalls sei zum aktuellen Zeitpunkt keine Phy- siotherapie verordnet worden. Der Patient werde sich die Operation überlegen, weshalb über den Eingriff in einer weiteren Sprechstunde zu befinden se i. Dabei wurde eine vollständige Arbeits- unfähigkeit veranschlagt. Der Patient wäre grundsätzlich für stehende und sitzende Tätigkeiten oder als Chauffeur (im Busbetrieb) arbeitsfähig. 5.10 Mit Kreisarztbeurteilung vom 16. November 2018 ber ichtete Dr. D.____, dass im Ver- gleich mit der letzten Untersuchung eine minimale subjektive sowie objektive Befundverschlech- terung bestehe. Der Versicherte klage über moderate, stechende Schmerzen im medialen Knie- gelenksspalt und in der Kniekehle rechts. In Ruhe habe er keine Schmerzen. Aktuell führe er keine Physiotherapie mehr durch, nutze keine orthopädischen Hilfsmittel und nehme keine Anal- getika ein. Die heutige Untersuchung habe ein Flexionsdefizit von 20°, hingegen kein Streckdefizit des rechten Kniegelenks gezeigt. Ansonsten habe ein leich ter Kniegelenkserguss ausgemacht werden können. Hingegen hätten keine Rötung, keine Überwärmung und keine Hinweise für ei- nen Infekt und Bandinstabilitäten erhoben werden können. Aufgrund der klinischen Symptomatik sowie auf Wunsch des Versicherten sei eine nochmalige Abklärung im Sinne einer Zweitbeurtei- lung zur Klärung der Fragen, ob ein weiteres diagnost isches oder therapeutisches Prozedere anzustreben und dadurch eine namhafte Besserung des unf allbedingten Gesundheitszustands zu erwarten sei, in der Klinik H.____ zu empfehlen. 5.11 In der abschliessenden Kreisarztbeurteilung vom 18. März 2019 berichtete Dr. med. I.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, dass der Versicherte über belastungsabhän- gige Schmerzen im rechten Kniegelenk klage. In Ruhe, im Sitzen oder in der Nacht habe er keine Schmerzen. Auf einer ebenen Fläche könne er ca. 200 bis 300 Meter beschwerdefrei laufen. Die verordnete Unloader Orthese gebe ihm mehr Stabilität, eine relevante Beschwerdelinderung Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe er dadurch indessen nicht bemerkt. Das rechte Kni egelenk sei ohne Schwellung, Rötung oder Überwärmung. Es bestünden kein Kniegelenkserguss u nd kein Druckschmerz über dem medialen und lateralen Gelenkspalt. Die Kreuz- und Se itenbänder seien klinisch stabil und das Meniskuszeichen negativ. Es bestehe eine aktive Flexion/Extension von 110°. Anlässlich der heu- tigen Konsultation würden belastungsabhängige Schmerzen am Kniegelenk angegeben, klinisch fände sich indessen ein reizloses Kniegelenk. Aufgrund der vorliegenden Dokumentation sei von weiteren medizinischen Massnahmen keine wesentliche Verbesserung mehr zu erwarten. In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine relevante Einschränk ung der Arbeitsfähigkeit. In einer ange- passten, körperlich leichten bis mittelschweren, mehrheitlich sitzenden Tätigkeit könne unter fol- genden Voraussetzungen von einer ganztägigen Arbeits fähigkeit ausgegangen werden: keine Tätigkeiten in unebenem Gelände, keine knienden und/oder kauernden Tätigkeiten, keine Tätig- keiten mit Besteigen von Leitern und/oder Gerüsten, keine Tätigkeiten mit häufigem Treppenstei- gen und keine Tätigkeiten, welche mit Schlägen und/oder Vibrationen für das rechte Kniegelenk verbunden seien. 5.12 Die IV-Stelle legte die medizinischen Akten Dr. m ed. J.____, FMH Orthopädische Chi- rurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Regi onaler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), vor. Dieser führte am 20. Mai 2019 hierzu aus, dass eine massgebliche Einschränkung des betroffenen Kniegelenks bezüglich einseitiger Belastungen, wie sie in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit quantitativ relevant vorkommen würden, aufgrund der objektiven strukturellen Befunde naheliege. In einer körperlich angepassten Tätigkeit könne exklusive der behandlungsbedingten Arbeitsunfähigkeits-Intervalle jeweils eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zugemutet werden. Weitere unfallkausale oder auch unfallfremde Diagnosen mit relevanten Funktionseinschränkun- gen, die weitere, über das unfallkausal ermittelte Zum utbarkeitsprofil hinaus bestehende Beein- trächtigungen begründen könnten, seien dem Dossier nicht zu entnehmen. In der zuletzt ausge- übten Tätigkeit als Chauffeur lasse sich vor dem Hintergrund der inserierten Anforderungen keine erwerbsrelevante Arbeitsfähigkeit mehr zumuten. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochte nen Verfügung vom 6. Feb- ruar 2020 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der zumutbaren Arbeitsfähig- keit auf die kreisärztliche Beurteilung vom 18. März 201 9 und die Beurteilung des RAD vom 20. Mai 2019. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem B eschwerdeführer im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (1. Juni 2019) die Ausübung einer körperlich leichten bis mittel- schweren, mehrheitlich sitzenden Tätigkeit vollumfänglich zumutbar gewesen sei. 6.2 Wie in Erwägung 4.3 hiervor ausgeführt, sind recht sprechungsgemäss an versiche- rungsinterne Beurteilungen – wie den Berichten der Dr es. I.____ und J.____ – strenge Anforde- rungen zu stellen und diese lediglich insoweit zu berücksichtigen als keine – auch nur geringe – Zweifel an ihren Schlussfolgerungen bestehen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2). Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richtigkeit der Zumutbarkeitsbeur- teilungen der Dres. I.____ und J.____ zu zweifeln. Sie setzten sich insgesamt mit der medizini- schen Aktenlage sorgfältig auseinander, vermittelten ein umfassendes Bild über den Gesund- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht heitszustand des Versicherten und begründeten ihre Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit schlüs- sig und nachvollziehbar. Ihre Beurteilungen stehen auch im Einklang mit dem Gesundheitszu- stand, wie er in den vorhandenen medizinischen Unterlagen dokumentiert wird. 6.3 Der Beschwerdeführer bestreitet auf der Grundlage der vorliegenden medizinischen Be- richte eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit mit dem Argument, dass in ganz grundsätzlicher Hinsicht weitere medizinische Abklärungen erforderlich gewesen wären, um seine Arbeitsfähigkeit zuverlässig einschätzen zu können. Die Beschwerdegegnerin habe sich nicht damit begnügen dürfen, den Leistungsanspruch gestüt zt auf die Kreisarztbeurteilung vom 18. März 2019 abzulehnen, ohne eigenständige Abklärungen zu tätigen. 6.3.1 In diesem Zusammenhang macht er geltend, die behandelnden Ärzte hätten ihm entge- gen den kreisärztlichen Feststellungen lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 50% für leichte bis mit- telschwere Tätigkeiten attestiert. Zur Bekräftigung seines Standpunktes beruft er sich u.a. auf die Berichte von Dr. K.____ vom 26. Juni, 5. September un d 16. Oktober 2019 (vgl. IV-act. 57.39, 29, 22). Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. In den vom Beschwerdeführer an- gerufenen Berichten von Dr. K.____ sind lediglich die vom Versicherten anlässlich der Untersu- chungen wiedergegebenen Aussagen dokumentiert, wonach dieser die Chauffeurtätigkeit zu 50% ausübe und dadurch bei längerer Belastung eine Schmerzexazerbation eintrete. Hierbei gilt es sodann zu beachten, dass Dr. I.____ in Übereinstimmung mit diesen Feststellungen die an- gestammte Tätigkeit als Chauffeur gerade nicht mehr als zumutbar beurteilt hat. Insofern kann darin kein Widerspruch erblickt werden. Eine (objektiv) m edizinisch begründete Arbeitsunfähig- keit lässt sich den Berichten von Dr. K.____ indessen nicht entnehmen. Vielmehr verweist Dr. K.____ diesbezüglich wiederholt auf das kreisärztlich attestierte Zumutbarkeitsprofil, welches er schliesslich mit Bericht vom 11. Dezember 2019 für den Zei traum ab 1. November 2019 explizit bestätigt (vgl. IV-act. 57.16). Darüber hinaus ist wede r aus den Berichten von Dr. K.____ noch aus weiteren medizinischen Unterlagen ersichtlich, wesha lb dem Versicherten eine entspre- chende Tätigkeit nicht bereits im März 2019 vollumfängli ch zumutbar gewesen sein soll. Nichts anderes ergibt sich aus dem Bericht des Spitals C.____ vom 5. November 2018, dem für die darin veranschlagte Arbeitsunfähigkeit von 50% keinerlei nach vollziehbare Begründung entnommen werden kann, zumal dieselbe Institution den Versicherten – bei weitgehend vergleichbarer ge- sundheitlicher Situation – in der Untersuchung vom 4. September 2018 für stehende und sitzende Arbeiten grundsätzlich für arbeitsfähig erachtet hat. 6.3.2 Auch sonst sind keine Gründe ersichtlich, die es rechtfertigen würden, von der kreisärzt- lichen Beurteilung abzuweichen. Der Beschwerdeführer be anstandet die kreisärztliche Beurtei- lung als nicht überzeugend und nicht nachvollziehbar. Dab ei macht er insbesondere geltend, dass die darin vorgenommene Befunderhebung und die e rfolgten Messungen im Vergleich zu den kreisärztlichen Berichten vom 21. November 2017 und 16. November 2018 äusserst ober- flächlich erfolgt seien. Es trifft zwar zu, dass die Beurteilung von Dr. I.____ vom 18. März 2019 nicht allzu detailliert ausfällt, gleichwohl erfüllt sie sämtliche Voraussetzungen, die das Bundesgericht an eine beweis- taugliche Beurteilungsgrundlage stellt (vgl. E. 6.2 hiervor). Unter diesen Umständen vermag aber Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Einwand des Beschwerdeführers, wonach die in der kreisärztlichen Beurteilung vom 16. No- vember 2018 festgestellte Reduktion des Oberschenkelumfangs um 0,5 Zentimeter auf eine fort- schreitende Muskelatrophie hinweise, nicht berücksichtigt worden sei, nicht zu überzeugen. Die objektiv ausgewiesenen Einschränkungen äussern sich der ü bereinstimmenden medizinischen Aktenlage zufolge insofern, als belastungsabhängige Beschwerden sowie ein Flexionsdefizit am rechten Kniegelenk bestehen. Diesen funktionellen Einbussen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä- higkeit wird aber in der fachärztlichen Beurteilung von Dr. I.____ durch ein entsprechend einge- schränktes Zumutbarkeitsprofil – welches kniende oder ka uernde Tätigkeiten sowie solche mit Besteigen von Leitern und/oder Gerüsten ausschliesst – vollumfänglich Rechnung getragen. Der Beschwerdeführer beanstandet die Kreisarztbeurteilung a ls rudimentär und nicht überzeugend, ohne dabei auch in dieser Hinsicht konkrete Aspekte zu b enennen, die Anlass geben könnten, an den Feststellungen von Dr. I.____ bzw. an dessen for mulierten Zumutbarkeitsprofil zu zwei- feln. Dies umso weniger, als Dr. I.____, abgesehen von den besagten Einschränkungen, klinisch ein reizloses Kniegelenk ausmachen konnte. 6.3.3 An diesem Ergebnis vermag schliesslich auch der er neute operative Eingriff, dem sich der Beschwerdeführer am 29. Januar 2020 unterzogen hatt e, nichts zu ändern. Der Beschwer- deführer wendet diesbezüglich ein, dass weitere Abklärun gen umso mehr angezeigt gewesen seien, als er noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung operiert worden sei. Die Beschwer- degegnerin habe bei Verfügungserlass keine Kenntnis von dieser Operation gehabt, andernfalls hätte sie seinen Gesundheitszustand als instabil beurteilt. Zunächst gilt es darauf hinzuweisen, dass sich eine weit ere Operation lange Zeit lediglich als mögliche Option dargestellt hat. So hat auch Dr. K.____ in seinem Bericht vom 26. Juni 2019 die Implantation der unikondylären medialen Knie-Teilprothese neben der Ausschöpfung der konser- vativen Massnahmen lediglich als eine weitere Behandlungsm öglichkeit angesehen. Nachdem dem Versicherten anlässlich weiterer Beurteilungen Beden kzeit eingeräumt worden war, wurde ein konkreter Operationstermin erst mit Bericht vom 11. Dezember 2019, in dessen Rahmen Dr. K.____ das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil für eine leidensadaptierte Tätigkeit bestätigte, fest- gelegt. Die besagte Operation führte alsdann keine Verschlechterung des Gesundheitszustands herbei, welche die vollschichtige Arbeitsfähigkeit gemäss kreisärztlich attestiertem Zumutbar- keitsprofil nachträglich in Frage stellen würde. Im Gegenteil: Nachdem bereits im Austrittsbericht vom 1. Februar 2020 eine komplikationslose Operation so wie ein unauffälliger postoperativer Verlauf festgestellt worden waren, konnte anlässlich einer Verlaufskontrolle am 24. April 2020 gar eine um 10° verbesserte Kniebeweglichkeit ausgemacht werden. Dies widerspiegelt sich auch in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Dr. K.____ attestierte dem Versicherten in seinem Verlaufs- bericht vom 10. März 2020 sechs Wochen postoperativ ab dem 16. Marz 2019 hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50%-100%. Nachdem am 24. April 2020 gar ein verbesserter Befund erhoben werden konnte, ist mit der Beschwerdegegnerin und damit gestützt auf die RAD-Beurteilung von Dr. J.____ vom 8. Mai 2020 davon auszugehen, dass das kreisärzt- liche Zumutbarkeitsprofil nach wie vor Gültigkeit beansprucht. Die ebenfalls mit Bericht vom 24. April 2020 getätigte Aussage, wonach der Versicherte no ch nicht für die Arbeitswelt bereit sei, steht dieser Schlussfolgerung nicht entgegen, gründet sie doch in der Tatsache, dass der Versi- cherte die Physiotherapie aufgrund der Covid-19-Pandem ie nicht wie geplant hat durchführen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht können. Die besagte Operation hatte – wie von der Besch werdegegnerin auch im Grundsatz anerkannt wird – für die Dauer von rund zwei Monaten a us therapeutischen Gründen unstreitig eine Arbeitsunfähigkeit von 100% für jegliche Tätigkeiten zur Folge. Wie nachfolgend darzulegen sein wird (vgl. E. 7.3 hiernach), kann dieser Zeitspa nne indessen keine rentenrelevante Bedeu- tung beigemessen werden. 6.4 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach gestützt auf die Zumutbarkeitsbeur- teilungen der Dres. I.____ und J.____ davon auszugehen , dass der Beschwerdeführer in einer angepassten, körperlich leichten bis mittelschweren, mehrheitlich sitzenden Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist. Vor diesem Hintergrund durfte die Beschwerdegegnerin in antizipierter Beweis- würdigung (BGE 137 V 64 E. 5.2, 136 I 229 E. 5.3) – ohne gegen den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) zu verstossen – auf weitere medizin ische Abklärungen verzichten. 7.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen d er gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen. Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3.4 hiervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invali- ditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dabei ist in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des frühestmög- lichen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222, 128 V 174). Wie aus dem Dargelegten erhellt, bestand beim Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt unte r Berücksichtigung des formulierten Zumutbarkeitsprofils in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit. 7.2 Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Validenein kommen zugunsten des Versicherten anhand der Angaben der im Jahr 2019 bei der L.____ AG als Hilfsschaler ausgeübten Tätigkeit. Das Valideneinkommen wie auch die massgebenden Berechnungsgrundlagen des Invalidenein- kommens wurden vom Versicherten zu Recht nicht beanstan det. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, welche im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung erfordern würden, erübrigt sich eine detaillierte Auseinander- setzung mit den durch die IV-Stelle ermittelten Vergleichseinkommen und es kann diesbezüglich vollumfänglich auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung vom 6. Februar 2020 ver- wiesen werden. Der Beschwerdeführer macht indessen gelte nd, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht eine Parallelisierung der Vergleichseinkomme n unterlassen und den leidensbeding- ten Abzug mit 10% zu tief festgelegt habe. 7.3 Nachdem die Beschwerdegegnerin den durch den Versi cherten erzielten Minderver- dienst bereits mit dem Leidensabzug ausgeglichen hat, dürfen dieselben einkommensbeeinflus- senden invaliditätsfremden Faktoren nicht nochmals in Form einer Parallelisierung Berücksichti- gung finden (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.3 und 6.2). Mit der Beschwerdegegnerin ist alsdann darauf hinzuweisen, dass die fehlende Berufsausbildung sowie di e geltend gemachten bescheidenen Deutschkenntnisse keinen Abzug vom Tabellenlohn zu rechtfe rtigen vermöchten, da sich diese Elemente im vorliegend berücksichtigten Anforderungsnive au 1 nicht zusätzlich lohnmindernd auswirken (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 4. Februar 2009, 9C_939/2008, E. 2.4 und vom 6. März 2009, 9C_492/2008). Dessen ungeachtet resultierte selbst unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs in der Höhe der beantragten 20%, bei sonst unveränderten Verhältnis- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht sen, ein Invaliditätsgrad von lediglich 13% und damit u nbestritten kein Rentenanspruch. Nach- dem eine Verschlechterung des Gesundheitszustands im Sinne von Art. 88a Abs. 2 IVV erst an- spruchsrelevant werden kann, wenn sie mehr als drei Monate andauert, führt auch die von der IV-Stelle aus therapeutischen Gründen für die Dauer vo n rund zwei Monaten für jegliche Tätig- keiten anerkannte vollständige Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 6.3.3 hiervor), keinen (befristeten) Ren- tenanspruch herbei. 8. Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 6. Februar 2020 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 9. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens ei nheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Reg el der unterliegenden Partei in ange- messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerde führer unterliegende Partei, wes- halb ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Diese werden mit dem geleisteten Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den dem Beschwer- deführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht