Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 7. Februar 2017 (460 16 69) ____________________________________________________________________ Strafrecht Einfache Verletzung von Verkehrsregeln etc. Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.), Richterin Helena Hess; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabtei- lung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin Privatklägerschaft gegen A.____ , vertreten durch Advokat Alexander Sami, Oberwilerstrasse 3, Post- fach 82, 4123 Allschwil 2, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Mehrfache einfache Verletzung von Verkehrsregeln etc. (Berufung des Beschuldigten und Anschlussberufung der Staatsan- waltschaft Basel -Landschaft gegen das Urteil des Strafgerichtsprä- sidiums Basel-Landschaft vom 3. Dezember 2015) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landsc haft vom 3. Dezember 2015 wurde A.____ des mehrfachen geringfügigen Diebstahls, der Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der mehrfachen einfachen Verlet zung von Verkehrsregeln, des mehrfa- chen Führens eines Motorfahrzeugs in nicht fahrfähi gem Zustand, der mehrfachen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit , des mehrfachen pflichtwidrigen Verhal- tens nach einem Unfall, der mehrfachen Entwendung e ines Fahrzeugs zum Gebrauch, des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führer ausweis, des mehrfachen Führens ei- nes Motorfahrzeugs ohne Haftpflichtversicherung sow ie des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern für schuldig erklärt und – unter Anrechnung der vom 15. Mai 2013 bis zum 17. Mai 2013 ausgestandenen Haft von zwei Tagen – als Zusatzstrafe zum Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 17. Dezember 2013 zu einer Freiheitsstrafe von vier Mona- ten sowie zu einer Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu je CHF 10.-- und zu einer Busse von CHF 800.-- (bzw. im Falle der schuldhaften Nichtbez ahlung der Geldstrafe und der Busse zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von zehn und acht Tagen ) verurteilt; dies in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 172 ter Abs. 1 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 90 Abs. 1 SVG, Art. 91 Abs. 1 SVG, Art. 91a Abs. 1 SVG , Art. 92 Abs. 1 SVG, Art. 94 Abs. 1 lit. a und Abs. 4 StGB, Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG, Art. 96 Abs. 2 SVG, Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG, Art. 34 StGB, Art. 36 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 41 Ab s. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 106 StGB. In Ziffer 3 der A nklage wurde A.____ der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz für schuldig erklä rt, wobei von einer Bestrafung gemäss Art. 19a Ziff. 2 BetmG abgesehen wurde. Des Weitere n wurde der Beschuldigte dazu verurteilt, E.____ den Betrag von CHF 150.-- als Schadenersatz zu bezahlen, demgegenüber wurde eine allfällige Mehrforderung auf den Zivilweg verwiesen . Schliesslich wurde der Beschuldigte in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO verpflichtet, di e Verfahrenskosten von insgesamt CHF 11‘723.01, bestehend aus den Kosten des Vorverf ahrens von CHF 9‘723.01 und der Ge- richtsgebühr von CHF 2‘000.--, zu tragen. Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfol- genden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderl ich, im Rahmen der Erwägungen einge- gangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel -Landschaft vom 3. Dezember 2015 meldete der Beschuldigte mit Schreiben vom 14. Deze mber 2015 die Berufung an. In seiner Berufungserklärung vom 25. April 2016 stellte der B eschuldigte die folgenden Rechtsbegehren: Es seien die Ziffern 1, 3, 4 und 5 des angefochtenen Urteils abzuändern, und der Berufungsklä- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ger sei im Sinne einer Zusatzstrafe zum Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 17. Mai 2013 (recte: 17. Dezember 2013) lediglich des mehrfachen geringfügigen Diebstahls, des Haus- friedensbruchs, der mehrfachen einfachen Verletzung von Verkehrsregeln, der Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch, des Führens eines Mot orfahrzeugs ohne Führerausweis, des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern sowie des F ührens eines Motorfahrzeugs ohne Haftpflichtversicherung schuldig zu sprechen und an gemessen zu einer bedingt auszuspre- chenden Strafe sowie einer Geldstrafe und einer Bus se zu verurteilen; von den übrigen Tatvor- würfen sei er hingegen unter Abweisung sämtlicher Zivilforderungen von Schuld und Strafe kos- tenlos und unter Entschädigungsfolge freizusprechen (Ziff. 1). Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur Ergänzung der Beweisabnahme und neuem Entscheid zurückzuweisen (Ziff. 2). Ausserdem begehrte der Beschuldigte im Sinne von Beweis- und Ver- fahrensanträgen Folgendes: Es sei unter Beizug sämt licher Vorgutachten aus den vorausge- gangenen Verfahren die Gutachterin Dr. med. B.____ an die Hauptverhandlung zu laden und zu befragen (Ziff. 3a). Zudem seien die Mitbeschuldigten C.____ und D.____ als Zeugen an die Hauptverhandlung zu laden (Ziff. 3b). Des Weiteren sei dem Berufungskläger eine angemesse- ne Frist zur einlässlichen Berufungsbegründung einzuräumen (Ziff. 3c), und es sei ihm ein Rep- likrecht zu allfälligen Anschlussberufungen und Stellungnahmen der übrigen Verfahrensbeteilig- ten einzuräumen (Ziff. 3d). Dies alles unter o/e Ko stenfolge und unter Berücksichtigung der zu bewilligenden amtlichen Verteidigung (Ziff. 4). In seiner Berufungsbegründung vom 3. August 2016 hielt der Beschuldigte im Wesentlichen an sein en in der Berufungserklärung gestellten Anträgen fest. C. Mit Eingabe vom 17. Mai 2016 erklärte die Staatsan waltschaft Basel-Landschaft, Allge- meine Hauptabteilung, die Anschlussberufung und ste llte dabei folgende Anträge: Es sei der Beschuldigte in Übereinstimmung mit dem angefochten en Urteil des mehrfachen geringfügigen Diebstahls, der Sachbeschädigung, des mehrfachen Ha usfriedensbruchs, der mehrfachen ein- fachen Verletzung von Verkehrsregeln, des mehrfache n Führens eines Motorfahrzeugs in nicht fahrfähigem Zustand, der mehrfachen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahr- unfähigkeit, des mehrfachen pflichtwidrigen Verhalt ens nach einem Unfall, der mehrfachen Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch, des mehrfa chen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis, des mehrfachen Führens eines Mo torfahrzeugs ohne Haftpflichtversiche- rung sowie des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern für schuldig zu erklären (Ziff. 1). Allerdings sei die im angefochtenen Urte il ausgesprochene Freiheitsstrafe zu erhöhen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Ziff. 2). Mit Eingabe vom 3. August 2016 reichte d ie Staatsanwaltschaft sodann ihre Begrün- dung der Anschlussberufung ein, in welcher sie an ihren bereits gestellten Anträgen festhielt. D. In ihrer Berufungsantwort vom 10. Oktober 2016 nah m die Staatsanwaltschaft Stellung zur Berufung des Beschuldigten und beantragte dabei , es sei der Beweisantrag, wonach sämt- liche gutachterlichen Vorakten aus den vorausgegangenen Verfahren des Beschuldigten beizu- ziehen und die Gutachterin zu laden und zu befragen sei, gutzuheissen; demgegenüber sei die sinngemäss beantragte Konfrontation des Beschuldigt en mit den beiden Mitbeschuldigten D.____ und C.____ abzuweisen. E. Ebenfalls mit Eingabe vom 10. Oktober 2016 nahm so dann der Beschuldigte in seiner Anschlussberufungsantwort Stellung zur Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft. F. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft , Abteilung Strafrecht, vom 19. Mai 2016 wurde festgestellt, dass die Privatkläger wede r Berufung noch Anschlussberufung erho- ben haben; ausserdem wurde dem Beschuldigten die am tliche Verteidigung mit Advokat Ale- xander Sami für das zweitinstanzliche Verfahren bew illigt. Schliesslich wurde mit Verfügung vom 12. Oktober 2016 in Gutheissung des Beweisantra gs des Beschuldigten Frau Dr. med. B.____ als Sachverständige zur kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung geladen; demgegen- über wurde der Beweisantrag des Beschuldigten, es s eien die Mitbeschuldigten C.____ und D.____ als Zeugen vor das Kantonsgericht zu laden, abgewiesen. G. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung vor dem Kantonsgericht sind der Beschuldigte mit seinem Rechtsvertreter Advokat Alexander Sami, Stephan Schmid als Vertreter der Staats- anwaltschaft und Dr. med. B.____ als medizinische S achverständige anwesend. Auf die von den Anwesenden getätigten Ausführungen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfol- genden Erwägungen eingegangen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen 1. Formalien und Verfahrensgegenstand 1.1 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgeri chts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung de r vorliegenden Berufung und der Anschluss- berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gege n Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de- nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsv erletzungen, einschliesslich Überschrei- tung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigeru ng und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sac hverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend über- prüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 A bs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Be- rufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Ta gen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsge richt innert 20 Tagen seit der Zustel- lung des begründeten Urteils eine schriftliche Beru fungserklärung einzureichen. Die Anschluss- berufung ist Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO folgend in nerhalb von 20 Tagen seit Empfang der Beru- fungserklärung schriftlich zu erklären. Die Legitim ation der Staatsanwaltschaft zur Ergreifung des Rechtsmittels wird in Art. 381 Abs. 1 StPO und diejenige des Beschuldigten in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Nachdem in casu das angefochtene Urteil ein taugliches Anfechtungsob- jekt darstellt, sowohl die Staatsanwaltschaft als a uch der Beschuldigte berufungs- bzw. an- schlussberufungslegitimiert sind, zulässige Rügen e rheben und die Rechtsmittelfristen gewahrt haben sowie der Erklärungspflicht nachgekommen sind, ist im Folgenden ohne Weiteres auf die beiden Rechtsmittel einzutreten. 1.2 Gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel -Landschaft vom 3. Dezember 2015 haben sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Beschuldigte ein Rechtsmittel ergriffen. Wäh- rend die Staatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang lediglich das erstinstanzliche Strafmass beanstandet, rügt der Beschuldigte die Verurteilung wegen mehrfacher einfacher Verletzung von Verkehrsregeln, mehrfachen Führens eines Motorf ahrzeugs in nicht fahrfähigem Zustand, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht mehrfacher Vereitelung von Massnahmen zur Feststell ung der Fahrunfähigkeit, mehrfachen pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Unfall, mehrf achen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis, mehrfachen Führens eines Motorfahrze ugs ohne Haftpflichtversicherung und wegen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern im An klagepunkt 4 sowie das Strafmass ge- mäss Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteilsdispositi vs, die Verurteilung zur Bezahlung eines Schadenersatzes in der Höhe von CHF 150.-- an E.___ _ nach Ziffer 3 des strafgerichtlichen Urteilsdispositivs und die Auferlegung von Verfahre nskosten in der Höhe von insgesamt CHF 11'723.01 gemäss Ziffer 4 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs. Gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO bilden im vorliegenden Berufungsverfahr en nur noch die vorgängig genannten Punkte Gegenstand der richterlichen Überprüfung. 2. Verfahrensanträge Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wiederhol t der Beschuldigte zum einen seinen be- reits im Schriftenwechsel gestellten und mit verfah rensleitender Verfügung vom 12. Oktober 2016 abgewiesenen Verfahrensantrag auf Vorladung de r beiden Mitbeschuldigten C.____ und D.____ als Zeugen vor die Schranken des Kantonsgeri chts. Des Weiteren begehrt er den Bei- zug von Originalakten der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK), um zu prüfen, ob anlässlich der Erstellung des ergänzenden forensisch-psychiatrischen Gutachtens vom 22. April 2014 (act. 97 ff.) der Hinweis auf das Aussageverweigerungsrecht des Beschuldigten erfolgt ist. Diese Anträge werden gestützt auf folgende Erwägungen abgewiesen: a) Hinsichtlich des Begehrens, es seien die Mitbeschu ldigten C.____ und D.____ als Zeugen vor die Schranken des Kantonsgerichts zu laden, ist unter Verweis auf die verfahrensleitende Verfügung des Kantonsgerichts vom 12. Oktober 2016 festzustellen, dass der Beschuldigte rechtswirksam und damit auch für das Berufungsgeric ht verbindlich im Vorverfahren sowie vor dem Strafgericht auf eine entsprechende Konfrontati on verzichtet hat. So hat dieser zwar auf Aufforderung der Staatsanwaltschaft in der Schlussm itteilung vom 7. Oktober 2014 (act. 973), allfällige Beweisanträge bis zum 20. Oktober 2014 b zw. bis zum 20. November 2014 (act. 977) geltend zu machen, mit Eingabe vom 19. November 2014 pauschal kundgetan, es seien sämtli- che Verteidigungsrechte uneingeschränkt zu gewähren (act. 983), er hat aber auf die konkrete Einreichung von Beweisanträgen zu jenem Zeitpunkt v erzichtet. Gleichermassen hat er auf die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fristsetzung des Strafgerichts mit Schreiben vom 19 . März 2015 (act. 1079) bzw. mit Beweis- verfügung vom 19. März 2015 (act. 1181) betreffend Einreichung von Anträgen auf Ergänzung der Beweisverfügung hin mit Eingabe vom 17. April 2015 erklärt, er werde aufgrund der bisheri- gen Aktenkenntnis auf die Einreichung von Beweisant rägen vorerst verzichten (act. 1093). So- dann hat der Beschuldigte im Rahmen der erstinstanz lichen Hauptverhandlung vom 3. Dezem- ber 2015 gemäss Protokoll zwar ein Begehren betreff end Konfrontation mit der Gutachterin ge- stellt, hingegen weder zu Beginn der Hauptverhandlu ng (act. 1231) noch beim Abschluss des Beweisverfahrens vor den Plädoyers (act. 1245) eine n expliziten Antrag auf Konfrontation mit den beiden Mitbeschuldigten vorgebracht. Einen solc hen Antrag hat der Beschuldigte vielmehr erst im Rahmen des Parteivortrags vor den Schranken des Strafgerichts gestellt (act. 1271 ff.), was aber, nachdem das Plädoyer einen Verfahrensabsc hnitt nach Abschluss des Beweisver- fahrens bildet (vgl. Art. 346 Abs. 1 StPO), als ver spätet zu qualifizieren ist. An diesem Resultat vermag auch das pauschale Begehren, wonach ihm sämt liche Verteidigungs- und Mitwirkungs- rechte zu gewähren seien, nichts zu ändern. Im Übrigen wäre das Begehren auch aus materiel- ler Sicht abzuweisen. Der Beschuldigte hat zwar aufgrund von Art. 147 Abs . 1 StPO, Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK Anspruch auf Konfrontation mit einem Zeugen, einer Auskunftsperson oder einem Mitb eschuldigten, welcher ihn mit einer Aus- sage belastet. In absoluter Form gilt dieser Anspru ch praxisgemäss aber nur, wenn dem streiti- gen Zeugnis alleinige oder ausschlaggebende Bedeutu ng zukommt, was in casu nicht der Fall ist (vgl. nachfolgende Ausführungen zur Beweiswürdigung E. 5.2), wobei nac h neuerer Praxis für den Schuldspruch sogar ausschlaggebende unkonfr ontierte Aussagen verwertet werden dürfen, soweit ausreichend kompensierende Faktoren gegeben sind, um den Anspruch des Beschuldigten auf ein faires Verfahren und die Über prüfung der Verlässlichkeit des Beweismit- tels zu gewährleisten (D ORRIT SCHLEIMINGER METTLER , in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 34 z u Art. 147 StPO; BGer 6B_75/2013 vom 10. Mai 2013 E. 3.3), was in concreto ohne Weiteres zutrifft. Demnach ist das entsprechende Begehren des Beschuldigten auf Vorladung der beiden Mitbeschuldigten C.____ und D.____ als Zeugen vor Kantonsgericht erneut abzuweisen. b) Gleiches gilt im Ergebnis hinsichtlich des Antrags auf Aktenbeizug. Diesbezüglich ist fest- zuhalten, dass die medizinische Sachverständige Dr. med. B.____ anlässlich der heutigen Par- teiverhandlung vor dem Kantonsgericht auf entsprech ende Frage hin widerspruchsfrei und glaubhaft zu Protokoll gegeben hat, dass die Belehr ung in Bezug auf das Aussageverweige- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsrecht im Sinne eines Standardvorgehens mündlic h stattgefunden habe, und es lediglich vergessen worden sei, die Belehrung in das schriftl iche Gutachten aufzunehmen, wobei diese im Originalgutachten, welches im Archiv der UPK auf bewahrt werde, vermerkt sein sollte (Pro- tokoll KG S. 8). Dieser Umstand wird denn vom Besch uldigten auch ausdrücklich zugestanden, indem er angibt, er könne sich erinnern, dass Frau Dr. med. B.____ ihn anlässlich der zweiten Begutachtung mündlich auf sein Aussageverweigerungs recht aufmerksam gemacht habe (Pro- tokoll KG S. 10). Angesichts der vorbehaltlosen Ane rkennung des Beschuldigten, auf sein Aus- sageverweigerungsrecht hingewiesen worden zu sein, erübrigt sich offensichtlich ein Beizug der Originalakten der UPK, was zur Abweisung dieses Beweisbegehrens des Beschuldigten führt. 3. Ausführungen der Parteien 3.1. Der Beschuldigte begründet seine Berufung im Wesen tlichen damit, dass es ihm aufgrund der widerrechtlichen Praxis der Staatsanwaltschaft verwehrt geblieben sei, von Anfang an ein nach Art. 100 Abs. 2 StPO fortlaufendes Aktenverzei chnis bei der Akteneinsicht zu erhalten. Erst einen Tag vor der Hauptverhandlung vor dem Str afgericht habe das offensichtlich nach- träglich erstellte Aktenverzeichnis erhältlich gemacht werden können, was eindeutig zu spät sei. Des Weiteren sei nicht einsichtig, weshalb die vorl iegend zu beurteilenden Vorwürfe nicht mit einer Zusatzanklage gleichzeitig mit den Ende 2013 zur Anklage gekommenen Taten hätten beurteilt werden können. Dies lasse sich einzig dam it erklären, dass die Staatsanwaltschaft quasi als "Trumpf" mit einem weiteren Verfahren ein e unverhältnismässige Straferhöhung zum bereits im Dezember 2013 ausgesprochenen Strafmass habe beantragen können. Nachdem die Anklage erst Ende 2014 erhoben worden sei und d as erstinstanzliche Hauptverfahren im Dezember 2015 stattgefunden habe, hätte diese lange Verfahrensdauer zwingend strafmildernd berücksichtigt werden müssen. Sodann sei darauf hin zuweisen, dass die Vorinstanz das Kon- frontationsrecht des Beschuldigten missachtet und ihm namentlich die persönliche Anwesenheit bei der Einvernahme der Mitbeschuldigten verweigert sowie die medizinische Sachverständige trotz ursprünglicher Vorladung kurzfristig vor der Hauptverhandlung abgeboten habe, weshalb auf deren Aussagen, soweit sie für den Beschuldigte n belastend seien, nicht abgestellt werden dürfe. Hinsichtlich der vorinstanzlichen Strafzumes sung sei zu bemängeln, dass im vorliegen- den Verfahren die Strafe unter Berücksichtigung des Urteils vom 17. Dezember 2013 und den dort zu beurteilenden Straftaten weitaus härter aus gefallen sei, als wenn sämtliche Taten ge- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht meinsam beurteilt worden wären. In Bezug auf das Ve rschulden sei zu berücksichtigen, dass als Auslöser für die Entweichung und die darauf folgende Delinquenz vor allem die mangelhafte Fähigkeit des Beschuldigten zum Bedürfnisaufschub u nd seine niedrige Frustrationstoleranz zu sehen seien und im Zusammenhang mit der diagnostizi erten unreifen Persönlichkeit stünden. So machten die vorwerfbaren Straftaten einen ungepl anten, wenig durchdachten und improvi- sierten Eindruck. Zudem sei in Bezug auf die objekt iven und subjektiven Tatkomponenten fest- zuhalten, dass der Beschuldigte insgesamt nicht in schwerer Weise in die Rechtsgüter der Ge- schädigten eingegriffen habe. Im Hinblick auf die T äterkomponente sei zu Gunsten des Be- schuldigten zu berücksichtigen, dass dieser sehr ju ng gewesen sowie nur von knapp durch- schnittlicher Intelligenz sei und sich zudem kooper ativ verhalten habe. Ebenso sei der Vermin- derung der Schuldfähigkeit Rechnung zu tragen. In sachverhaltsmässiger Hinsicht sei bezüglich des Fallkomplexes vom 13. auf den 14. Mai 2013, in welchem dem Beschuldigten die Straftat- bestände der mehrfachen einfachen Verletzung von Ve rkehrsregeln, des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs in nicht fahrfähigem Zustand, der mehrfachen Vereitelung von Massnah- men zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, des mehrf achen pflichtwidrigen Verhaltens nach ei- nem Unfall, des mehrfachen Führens eines Motorfahrz eugs ohne Führerausweis, des mehrfa- chen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Haftpflichtv ersicherung und des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern zur Last gelegt würden, in Bezug auf die Vorkommnisse in X.____ festzustellen, dass mangels objektiver Beweise unüb erwindbare Zweifel an einer Täterschaft des Beschuldigten bestünden, weshalb dieser von all en diesbezüglichen Tatvorwürfen kosten- los freizusprechen sei. Diesbezüglich widerspreche sich die Vorinstanz schon deshalb, weil einerseits das Verfahren gegen den Beschuldigte weg en einer Geschwindigkeitsüberschreitung um 21:26 Uhr eingestellt worden sei, nachdem dieser zweifelsfrei nicht der Fahrer gewesen sei, anderseits aber dieser im selben Zeitraum für den Unfall in X.____ verantwortlich gemacht wer- de. Im Hinblick auf das Vorkommnis vom 13. Mai 2013 in Y.____ werde zwar zugestanden, beim Rückwärtsfahren aus einem Parkplatz einen Scha den am Fahrzeug verursacht zu haben, es werde aber mangels eines Schadens am Pfosten bes tritten, dass eine Pflicht zur Verständi- gung der Polizei bestanden habe sowie dass der Besc huldigte mit der Entfernung von der Un- fallstelle eine Vereitelung von Massnahmen zur Fest stellung der Fahrunfähigkeit in Kauf ge- nommen habe. Ferner sei der Beschuldigte von der Ve rpflichtung zur Zahlung eines Schaden- ersatzes in der Höhe von CHF 150.-- an E.____ zu be freien, nachdem dieser sein Fahrzeug nicht vorschriftsgemäss gesichert und darüber hinau s den angeblichen Schaden auch nicht hinreichend belegt habe. Schliesslich seien die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens zufolge Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Freisprüche sowie der durch die Staatsanwaltsch aft verschuldeten zusätzlichen Aufwen- dungen vom Staat zu tragen. 3.2. Die Staatsanwaltschaft führt zur Begründung ihrer Anschlussberufung im Wesentlichen aus, die Vorinstanz lasse bei der Strafzumessung au sser Acht, dass es sich bei den vom Be- schuldigten begangenen Strassenverkehrsdelikten um höchst gefährliche Tätigkeiten gehandelt habe, welche sehr leicht zu schweren Verkehrsunfäll en mit schwer verletzten Personen hätten führen können, zumal dieser nicht über den erforder lichen Führerausweis verfügt habe und darüber hinaus in hohem Masse alkoholisiert gewesen sei. Auch bei den Einbruchsdelikten könne den Erwägungen der Vorinstanz, wonach diese m ehr aus der Notwendigkeit resultierten, irgendwo schlafen und essen zu müssen, nicht gefolg t werden, nachdem von vornherein klar gewesen sei, dass bei den mehrtägigen Strolchenfahr ten irgendwann ein Platz zum Schlafen gebraucht werde. Da dem Beschuldigten sehr wohl and ere Optionen als die Einbrüche offen gestanden hätten, wie die Rückkehr ins Massnahmenzentrum oder die Übernachtung bei seiner Mutter, könne dieser Umstand nicht zu seinen Gunste n berücksichtigt werden. Vielmehr seien die Einbrüche in die Gartenhäuschen Ausdruck seiner Geringschätzung des Rechts im Allge- meinen und des Eigentums anderer Personen im Besond eren. Ebenso entlaste es den Be- schuldigten nicht, dass der Schlüssel im entwendete n Fahrzeug bereits gesteckt habe, da dies nichts darüber aussage, was er zu tun bereit gewesen wäre, wenn dem nicht so gewesen wäre. Es sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte das Fahrzeug auch entwendet hätte, wenn es ihm nicht so leicht gemacht worden wäre. Im Resulta t sei beim Beschuldigten von einem min- destens mittelschweren Verschulden auszugehen, was bei der Bemessung der Strafe zu be- rücksichtigen sei. Des Weiteren sei beim Beschuldig ten nicht lediglich von einer "gewissen" Uneinsichtigkeit auszugehen, vielmehr müsse dieser aufgrund seiner Vorgeschichte und der während laufender Verfahren immer wieder begangenen strafbaren Handlungen als komplett uneinsichtig und unbelehrbar bezeichnet werden. Ges tützt auf diese Erwägungen sei die vom Strafgericht angenommene hypothetische Gesamtstrafe von zwei Jahren und vier Monaten deutlich zu tief angesetzt, womit abzüglich der ber eits mit Urteil vom 17. Dezember 2013 aus- gesprochenen Freiheitsstrafe von zwei Jahren eine Erhöhung der Zusatzstrafe zu erfolgen habe und der Beschuldigte im Resultat zu einer unbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von acht Mo- naten als Zusatzstrafe zu verurteilen sei. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3. Den Argumenten der Staatsanwaltschaft entgegnet de r Beschuldigte in seiner Anschluss- berufungsantwort, die Gesamtstrafe sei nicht zu tief, sondern zu hoch angesetzt. Bei einer Ana- lyse des Ersturteils vom 17. Dezember 2013 und des Zweiturteils vom 3. Dezember 2015 sehe man, dass der Beschuldigte im Zweiturteil wegen div erser Delikte verurteilt worden sei, auf- grund welchen bereits im Ersturteil eine Verurteilung erfolgt sei. Es sei davon auszugehen, dass diese Delikte keinen signifikanten Einfluss auf die Höhe der Strafe gehabt hätten, wenn sie alle vom Erstrichter zusammen beurteilt worden wären, da die Haupttat im Ersturteil ein mehrfacher Raub gewesen sei. Bezüglich der von der Staatsanwaltschaft als zu mild gerügten Strassenver- kehrsdelikte sei darauf hinzuweisen, dass es zu kei nem Unfall mit Personenschaden gekom- men sei. Ausserdem werde bestritten, dass der Besch uldigte überhaupt in allen angeklagten Zeitpunkten das betreffende Fahrzeug gelenkt habe. In Bezug auf die Einbruchsdelikte sei fest- zustellen, dass die Tatsache, wonach in unbewohnte Gartenhäuschen eingedrungen worden sei und lediglich ein paar Flaschen Bier getrunken worden seien, zeige, dass es sich dabei um relativ harmlose Taten gehandelt habe. Ferner sei d ie Argumentation der Staatsanwaltschaft, wonach es reines Glück gewesen sei, dass der Schlüs sel im entwendeten Fahrzeug gesteckt habe, und nichts darüber aussage, was der Beschuldi gte zu tun bereit gewesen wäre, als pure Spekulation abzutun. Schliesslich könne dem Beschul digten eine gewisse Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit unter Verweis auf das psychiatrische Gutachten vom 16. Mai 2014 und die da- rin diagnostizierten mangelnden intellektuellen Res sourcen sowie die fehlende Persönlichkeits- entwicklung nicht zum Vorwurf gemacht werden. 3.4 Zu den Ausführungen des Beschuldigten in dessen Be rufung legt die Staatsanwaltschaft in ihrer Berufungsantwort im Wesentlichen dar, die Unterstellung, wonach die Staatsanwalt- schaft nur deshalb auf eine Zusatzanklage verzichte t habe, um den "Trumpf" eines weiteren Verfahrens zu behalten, werde bestritten, zumal Art. 49 Abs. 2 StGB klar festlege, wie in Fällen der retrospektiven Konkurrenz vorzugehen sei. Bezüg lich der angeblich nicht gewährten Kon- frontationsrechte des Beschuldigten sei festzustell en, dass dieser mit seiner Erklärung vom 17. April 2015 rechtswirksam darauf verzichtet habe und im Übrigen auch anlässlich der erstin- stanzlichen Hauptverhandlung vom 3. Dezember 2015 v or Abschluss des Beweisverfahrens keinen diesbezüglichen Antrag gestellt habe. Nachde m die drei Beteiligten übereinstimmende Aussagen zum Tatgeschehen zu Protokoll gegeben hätt en, habe es zudem im Vorverfahren keine Veranlassung gegeben, diese miteinander zu ko nfrontieren. So enthielten die Aussagen der beiden Mitbeschuldigten nichts, was den Beschul digten über das hinaus belasten würde, Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht was dieser nicht schon anlässlich der Einvernahme v om 16. Mai 2013 selber zugegeben habe. Hinsichtlich der monierten fehlenden Konfrontation des Beschuldigten mit der Gutachterin Dr. med. B.____ sei zwar davon auszugehen, dass hierauf ebenfalls verzichtet worden sei, unge- achtet dessen würden aber keine Einwände gegen eine Vorladung der Sachverständigen zur Hauptverhandlung vorgebracht. Der Behauptung, wonac h die Entweichung und die vorwerfba- ren Straftaten ungeplant, wenig durchdacht und impr ovisiert gewesen seien, sei zu entgegnen, dass der Beschuldigte bestätigt habe, das Ganze sei bereits 3-4 Tage vorher geplant gewesen. Zur Frage der Schuldfähigkeit halte des Weiteren da s psychiatrische Gutachten vom 22. April 2014 eindeutig fest, dass diese in Bezug auf die zu beurteilenden Delikte weder aufgehoben noch vermindert gewesen sei. Aus dem Umstand, wonac h das Verfahren gegen den Beschul- digten wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung e ingestellt worden sei, könne hinsichtlich des Unfalls in X.____ nichts zu dessen Gunsten abge leitet werden, da es sich hierbei um zwei verschiedene Sachverhalte handle. Entgegen den Ausf ührungen des Beschuldigten in dessen Berufung sprächen dessen Depositionen im Vorverfahren eindeutig dafür, dass er den Unfall in X.____ verursacht habe. Im Hinblick auf die Verpflichtung zur Verständigung des Geschädigten oder der Polizei nach dem Parkschaden in Y.____ sei nicht entscheidend, dass der Beschuldig- te keinen Drittschaden verursacht habe, nachdem sic h diese Verpflichtung bereits durch die Beschädigung am entwendeten Fahrzeug selber ergeben habe. Schliesslich sei zur Frage, ob der Beschuldigte nach der Kollision mit dem Signalp fosten mit der Anordnung einer Blutprobe habe rechnen müssen, festzuhalten, dass dieser das Fahrzeug entwendet sowie nicht über den erforderlichen Führerausweis verfügt habe und darüb er hinaus gemäss eigenen Angaben mas- siv alkoholisiert gewesen sei. 4. Allgemeine Beanstandungen des Beschuldigten Der Beschuldigte rügt in seiner Berufung unter ande rem, es sei durch die Staatsanwaltschaft kein korrektes Aktenverzeichnis geführt worden, es sei das Beschleunigungsgebot verletzt wor- den und es seien seine Teilnahmerechte und insbeson dere sein Konfrontationsrecht nicht ge- wahrt worden. Diese Rügen sind gestützt auf nachfol gende Erwägungen als unbegründet ab- zuweisen: Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht a) Gemäss Art. 100 Abs. 1 StPO wird für jede Strafsac he ein Aktendossier angelegt. Dieses enthält die Verfahrens- und die Einvernahmeprotokol le (lit. a), die von der Strafbehörde zu- sammengetragenen Akten (lit. b) sowie die von den P arteien eingereichten Akten (lit. c). Die Verfahrensleitung sorgt für die systematische Ablag e der Akten und für deren fortlaufende Er- fassung in einem Verzeichnis; in einfachen Fällen k ann sie von einem Verzeichnis absehen (Abs. 2). Wie bereits in früheren Verfahren mit dem gleichen Rechtsvertreter festgehalten (vgl. KGer 460 15 98 vom 11. November 2015 E. II.A), hand elt es sich bei dieser Gesetzesbestim- mung nach Überzeugung des Kantonsgerichts um eine b losse Ordnungsvorschrift, aus welcher der Beschuldigte keine persönlichen Ansprüche ableiten kann. Hinzu kommt in casu, dass dem Beschuldigten das fragliche Aktenverzeichnis vom St rafgericht auf seinen Antrag hin anstands- los übermittelt worden ist, und dies entgegen seine r Behauptung nicht erst einen Tag vor der Hauptverhandlung, sondern vielmehr zwei Wochen davo r: Konkret hat der Beschuldigte mit Schreiben vom 18. November 2015 um Zustellung des A ktenverzeichnisses ersucht, worauf ihm dieses bereits am 19. November 2015 per Fax zugestellt worden ist (act. 1177). Insofern ist für das Kantonsgericht keine Beschneidung der Verte idigungsrechte des Beschuldigten ersicht- lich; dies abgesehen davon, dass dieser von vornher ein keine konkreten Anträge stellt hinsicht- lich möglicher Konsequenzen bezüglich des von ihm g erügten Verstosses gegen strafpro- zessuale Vorschriften. b) In Bezug auf die monierte Verletzung des Beschleun igungsgebots werden durch Art. 5 StPO, Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK die Behörden verpflichtet, das Strafverfahren voranzutreiben, um den Beschuldigten nicht unnötig über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Ungewissen zu lassen (BGE 133 IV 158 E. 8; 130 IV 54 E. 3.3.1; 124 I 139 E. 2a; je mit Hinwei- sen). Gegenstand der Prüfung, ob ein Verfahren zu l ange gedauert hat, ist das Verfahren in seiner Gesamtheit. Die Beurteilung der Verfahrensda uer entzieht sich starren Regeln. Es ist vielmehr in jedem Einzelfall unter Würdigung aller konkreten Umstände zu prüfen, ob sich diese als angemessen erweist. Zu berücksichtigen sind ins besondere die Komplexität des Falls, das Verhalten des Beschuldigten und die Behandlung des Falls durch die Behörden (BGE 130 IV 54 E. 3.3.3; 124 IV 139 E. 2c; je mit Hinweisen). Von den Behörden und Gerichten kann nicht ver- langt werden, dass sie sich ständig einem einzigen Fall widmen. Zeiten, in denen das Verfahren stillsteht, sind unumgänglich. Wirkt keiner dieser Zeitabschnitte stossend, ist eine Gesamtbe- trachtung vorzunehmen. Dabei können Zeiten mit inte nsiver behördlicher oder gerichtlicher Tä- tigkeit andere Zeitspannen kompensieren, in denen a ufgrund der Geschäftslast keine Verfah- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht renshandlungen erfolgt sind (BGE 130 IV 54 E. 3.3.3 ; 124 I 139 E. 2c, mit Hinweisen; BGer 6B_670/2009 vom 17. November 2009 E. 2.2; 6B_105/20 07 vom 2. November 2007 E. 3.3). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung erscheint im Stadium der Untersuchung eine Un- tätigkeit von 13 oder 14 Monaten als krasse Lücke ( vgl. BGE 124 I 139 ff.; 117 IV 126; H ANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER , in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Auflage, B asel 2013, N 179 zu Art. 47 StGB, mit Hinweisen). Im vorliegen den Verfahren lässt sich den Akten keine Untätigkeit der Staatsanwaltschaft entnehmen, welch e im Sinne der vorgängig zitierten Praxis und Lehre als krasse Lücke zu qualifizieren wäre. Infolgedessen ist bei der Beurteilung der Ver- fahrensdauer eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen. Da bei ist festzustellen, dass zwar in An- betracht der Komplexität und des Umfanges des vorli egenden Falles sowohl die Zeitspanne zwischen dem Beginn des Untersuchungsverfahrens im Mai 2013 und der Erhebung der Ankla- ge in November 2014 von rund eineinhalb Jahren als auch diejenige zwischen Anklageerhe- bung und erstinstanzlicher Hauptverhandlung Anfang Dezember 2015 von rund einem Jahr einigermassen lange erscheint, zumal zwischen dem A uftrag zur Erstellung des Zusatzgutach- tens vom 5. März 2014 (act. 77) und dessen Erarbeit ung mit Datum vom 22. April 2014 (act. 97 ff.) lediglich eineinhalb Monate verstrich en sind. Dies reicht jedoch bei Weitem nicht, um das Beschleunigungsgebot tatsächlich als verletzt zu qualifizieren. c) Der vom Beschuldigten geübten Kritik an der Ausges taltung seines Teilnahme- und Kon- frontationsrechts ist zu entgegnen, dass das Kantonsgericht dem Antrag auf Vorladung der me- dizinischen Sachverständigen entsprochen und diese anlässlich der heutigen Hauptverhand- lung einlässlich befragt und auch dem Beschuldigten die Möglichkeit zur eigenen Fragestellung und persönlicher Auseinandersetzung mit dem gerügten Gutachten sowie den Darlegungen der Gutachterin eingeräumt hat. Von dieser Möglichkeit hat der Beschuldigte denn auch umfassend Gebrauch gemacht und der Gutachterin zahlreiche Fra gen unterbreitet. In diesem Zusammen- hang hat die medizinische Sachverständige nebst der Beantwortung der diversen von Seiten des Gerichts und des Beschuldigten aufgeworfenen Fr agen zusammenfassend in nachvollzieh- barer und überzeugender Weise ihre bereits schriftl ich getätigten Ausführungen und Schluss- folgerungen widerspruchsfrei bestätigt. Gestützt da rauf hat das Kantonsgericht keinerlei Veran- lassung, das ergänzende forensisch-psychiatrische G utachten vom 22. April 2014 in Frage zu stellen. Darüber hinaus ist bezüglich der beantragt en Vorladung der beiden Mitbeschuldigten auf die vorgängigen Darlegungen zu den Verfahrensan trägen (oben E. 2.a) zu verweisen und Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht festzustellen, dass der Beschuldigte sowohl im Vorv erfahren als auch vor dem Strafgericht auf eine entsprechende Konfrontation rechtswirksam verzichtet hat. 5. Vom Beschuldigten angefochtene Tatbestände gemäs s Ziffer 4 der Anklageschrift 5.1 In materieller Hinsicht macht der Beschuldigte gel tend, die unter Ziffer 4 der Anklage- schrift aufgelisteten Tatbestände der mehrfachen ei nfachen Verletzung von Verkehrsregeln, des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs in nich t fahrfähigem Zustand, der mehrfachen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fah runfähigkeit, des mehrfachen pflichtwid- rigen Verhaltens nach einem Unfall, des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Füh- rerausweis, des mehrfachen Führens eines Motorfahrz eugs ohne Haftpflichtversicherung und des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern könnten ihm mangels aussagekräftiger Beweise nicht zur Last gelegt werden. Nach dem Grundsatz de r freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urteilende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Über- zeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabh ängig von der Zahl der Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und ohne Rück sicht auf die Form des Beweismittels (R OBERT HAUSER / ERHARD SCHWERI / KARL HARTMANN , Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel 2005, § 54 N 3 f., mit Hinweisen) . Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre- chung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV (bzw. Ar t. 4 aBV) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime „in dubio pro reo“ bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime ausserdem, dass sich der Straf- richter nicht von der Existenz eines für den Beschu ldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zwei fel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die Beweisw ürdigungsregel ist verletzt, wenn der Straf- richter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweif eln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss- heit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zwei- fel handeln, d.h. um solche, die sich nach der obje ktiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 87 E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Insgesamt st eht dem Sachgericht im Bereich der Be- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht weiswürdigung praxisgemäss ein erheblicher Ermessen sspielraum zu (BGE 134 IV 132 E. 4.2; 129 IV 6 E. 6.1). 5.2 Bei der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverha lts sind folgende Beweise und Indi- zien zu würdigen: Die Aussagen des Beschuldigten an lässlich seiner Einvernahme durch die Polizei Basel-Landschaft, Posten Z.____, vom 15. Ma i 2013 (act. 393 ff.), durch die Staatsan- waltschaft vom 16. Mai 2013 (act. 675 ff. bzw. act. 231 ff.), anlässlich der Verhandlung vor dem Zwangsmassnahmengericht vom 30. April 2015 (act. 244.27 ff.), der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht vom 3. Dezember 2015 (act. 1229 ff.) s owie der Hauptverhandlung vor dem Kan- tonsgericht (Protokoll KG), diejenigen des Mitbeschuldigten C.____ anlässlich der Einvernahme durch die Polizei Basel-Landschaft, zentrale Ermitt lung, vom 16. Mai 2013 (act. 423 ff.) sowie durch die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 1 6. Mai 2013 (act. 441 ff.), die Depositio- nen des Mitbeschuldigten D.____ anlässlich seiner E invernahme durch die Polizei Basel- Landschaft, Posten Z.____, vom 16. Mai 2013 (act. 4 55 ff.) sowie durch die Staatsanwaltschaft vom 16. Mai 2013 (act. 473 ff.), den Rapport der Po lizei Basel-Landschaft, Posten Z.____, vom 4. Juni 2013 (act. 623 ff.) und schliesslich das er gänzende forensisch-psychiatrische Gutachten der UPK, erstellt durch Dr. med. B.____, Oberärztin der forensischen Ambulanz, vom 22. April 2014 (act. 97 ff.). Gestützt darauf kommt das Kantonsgericht wie bereit s die Vorinstanz zum Schluss, dass der inkriminierte Sachverhalt gemäss Ziffer 4 der Anklageschrift als erstellt zu erachten ist, was sich wie folgt begründet: Zunächst ist festzuhalten, das s der Beschuldigte den Sachverhalt abgese- hen von seinem Status als Fahrzeugführer zum fragli chen Zeitpunkt grundsätzlich anerkennt, womit lediglich zu klären ist, ob er für den Unfall in X.____ in der Nacht vom 13. Mai 2013 auf den 14. Mai 2013 zwischen 21:26 Uhr und ca. 01:00 U hr in der Nähe der S.____strasse 1 ver- antwortlich zu machen ist. Diesbezüglich kann der B eschuldigte entgegen seiner Ansicht aus der Tatsache, wonach nicht er, sondern der Mitbesch uldigte D.____ um 21:26 Uhr in W.____ aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung von e inem Messgerät als Fahrer geblitzt wor- den ist, hinsichtlich des sich zu einem späteren Ze itpunkt ereigneten Unfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten, da es sich bei der Geschwindigkeitsüberschreitung in W.____ und dem Unfall in X.____ um zwei sowohl zeitlich als auch örtlich unterschiedliche Sachverhalte handelt, zumal der Beschuldigte zu Protokoll gegeben hat, sie hätt en zwischen den beiden Ereignissen in U.____ grilliert und "gesoffen" (act. 393, 675). En tscheidend sind für das Kantonsgericht in die- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht sem Zusammenhang in erster Linie vielmehr die Aussa gen des Beschuldigten zeitnah zum Ge- schehen. So hat dieser anlässlich seiner Hafteröffn ungseinvernahme vom 16. Mai 2013 eini- germassen stringent ausgesagt, er möge sich noch sc hwach erinnern, dass er in X.____ einen Autounfall verursacht habe; er glaube, er sei mit einem Randstein kollidiert und habe dabei zwei Räder kaputt gemacht (act. 231). Diese Kernaussage bestätigt der Beschuldigte gegenüber der Gutachterin, indem er darlegt, aus irgendeinem Grund sei er gefahren, wobei er in einem Kreis- verkehr nicht richtig aufgepasst habe und von der F ahrbahn abgekommen sei; das Fahrzeug habe dabei vier "Platten" davongetragen, weshalb si e nicht mehr hätten weiterfahren können (act. 123). Die beiden Mitbeschuldigten haben in di esem Zusammenhang ausgesagt, dass mit dem Lancia meistens der Gleiche gefahren sei und es der Gleiche wie in Y.____ gewesen sei, welcher den Unfall in X.____ verursacht habe, welch er übrigens sehr "besoffen" gewesen sei (Aussage C.____, act. 445 f.), was dem Sinn nach eb enfalls ohne Zweifel auf den Beschuldig- ten als Fahrer hinweist, bzw. es brauche nicht alle drei (Mitbeschuldigten), um zu bestätigen, dass A.____ gefahren sei (Aussage D.____, act. 479) . Zudem steht unbestrittenermassen fest, dass der Beschuldigte den grössten Teil der Strecke gefahren ist, was auch nicht mehr als lo- gisch zu bezeichnen ist, nachdem er aufgrund des gr ossen Altersunterschieds zu den beiden Mitbeschuldigten im Umfang von rund sieben Jahren s icherlich eine Chefposition inne gehabt und schliesslich auch als einziger bereits zehn Fahrstunden absolviert und immerhin die theore- tische Fahrprüfung abgelegt hat. Im Ergebnis verble iben damit auch unter Beachtung der Ma- xime "in dubio pro reo" für das Kantonsgericht kein e ernsthaften Zweifel am inkriminierten Sachverhalt. 5.3 Ausgehend vom Sachverhalt gemäss Ziffer 4 der Ankl ageschrift ist das Verhalten des Beschuldigten gestützt auf die massgeblichen Tatbes tände nachfolgend einer rechtlichen Wür- digung zu unterziehen: a) In Bezug auf den Tatbestand der einfachen Verletzu ng von Verkehrsregeln bestimmt Art. 90 Abs. 1 SVG, dass mit Busse bestraft wird, wer Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Weiter normiert Art. 31 Abs. 1 SVG, dass der Führer sein Fahrzeug ständig so beherrschen mus s, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Indem der Beschuldigte erstens auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums in Y.____ mit einem Signalpfosten kollidiert ist un d zweitens aufgrund seiner Alkoholisierung, mangelnder Aufmerksamkeit und Nichtanpassens der Ge schwindigkeit einen Unfall in X.____ Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht verursacht hat, hat er sich der mehrfachen einfache n Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG schuldig gemacht. b) Hinsichtlich des Tatbestandes des Führens eines Mo torfahrzeugs in nicht fahrfähigem Zustand legt Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG fest, dass mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geld- strafe bestraft wird, wer in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Atem- oder Blutalkoholkon- zentration ein Motorfahrzeug führt, wobei "qualifiz iert" im Sinne des Gesetzes heisst, dass eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 0,8 Promill e vorliegen muss (vgl. H ANS GIGER , Kom- mentar zum Strassenverkehrsgesetz, 8. Auflage, Züri ch 2014, N 33 zu Art. 91 SVG). Gestützt auf die in allen Einvernahmen einheitlich und widerspruchsfrei wiedergegebenen Aussagen des Beschuldigten und der beiden Mitbeschuldigten, wonach zum fraglichen Zeitpunkt alle drei stark betrunken gewesen seien ("ich war voll besoffen", A ussage A.____, act. 393 und 675; "der, der gefahren ist, war wirklich sehr, sehr, sehr besoffe n", Aussage C.____, act. 689; "wir waren alle besoffen", Aussage D.____, act. 699), ist in casu a uch ohne exakte Messung des Blutalkohol- werts davon auszugehen, dass der Beschuldigte zum f raglichen Zeitpunkt das entwendete Fahrzeug mehrfach mit einem qualifizierten Alkoholw ert geführt hat, womit er des mehrfachen Verstosses gegen die genannte Bestimmung schuldig zu erklären ist. c) Im Hinblick auf den Tatbestand des pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Unfall wird nach Art. 92 Abs. 1 SVG mit Busse bestraft, wer bei einem Unfall die Pflichten verletzt, die ihm dieses Gesetz gebietet. Art. 51 Abs. 1 SVG auferleg t sodann dem Schädiger die Pflicht, bei einem Unfall mit der Beteiligung eines Motorfahrzeu gs sofort anzuhalten, wobei dieser nach Abs. 3 von Art. 51 SVG, soweit nur Sachschaden ents tanden ist, sofort den Geschädigten be- nachrichtigen oder unverzüglich die Polizei verstän digen muss. Die sofortige Benachrichtigung der Polizei ist auch bei Unfällen mit blossem Sachs chaden obligatorisch. Eine solche kann nur im Falle eines Selbstunfalles unterbleiben, bei wel chem kein Drittschaden entstanden ist (G IGER , a.a.O., N 9 und N 13 zu Art. 51 SVG). Praxisgemäs s kann sich ein Sachschaden auf beliebige Gegenstände oder Objekte beziehen, die be i einem Unfall in Mitleidenschaft gezogen werden. Unerheblich ist, ob die Beschädigung nur vo n geringer Bedeutung ist; ein Unfall mit Sachschaden ist beispielsweise gegeben, wenn ein Fa hrzeug bei einer Kollision Kratzer abbe- kommt. Die Meldepflicht entfällt nur, wenn zweifels frei ausgeschlossen werden kann, dass ein Sachschaden eingetreten ist (LEA UNSELD , in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, Ba- sel 2014, N 39 und N 77 zu Art. 51 StGB). Aufgrund der Tatsache, dass der Beschuldigte ers- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht tens in Y.____ auf dem Parkplatz eines Einkaufscent ers einen Selbstunfall mit einem Signal- pfosten verursacht hat und zweitens in X.____ einen solchen nach der Kollision mit dem Rand- stein und dabei den entwendeten Personenwagen, dess en Eigentümer der Beschuldigte zwei- fellos nicht gewesen ist, zweimal beschädigt hat, o hne in der Folge aber den Geschädigten oder die Polizei zu informieren, hat er sich des me hrfachen Verstosses gegen Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 3 SVG schuldig gemacht. d) Bezüglich des Tatbestandes der Vereitelung von Mas snahmen zur Feststellung der Fahr- unfähigkeit stipuliert Art. 91a Abs. 1 SVG, dass mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geld- strafe bestraft wird, wer sich als Motorfahrzeugfüh rer vorsätzlich einer Blutprobe, einer Atemal- koholprobe oder einer anderen vom Bundesrat geregel ten Voruntersuchung, die angeordnet worden ist oder mit deren Anordnung hat gerechnet w erden müssen, widersetzt oder entzogen oder den Zweck dieser Massnahme vereitelt hat. Das Bundesgericht hat in ständiger Recht- sprechung klargestellt, dass der Tatbestand nicht n ur in Fällen gegeben ist, in denen vorgängig eine Blutprobe amtlich angeordnet worden ist, sonde rn schon dann, wenn der Täter nach den Umständen des Falles mit hoher Wahrscheinlichkeit m it der Anordnung einer Blutprobe hat rechnen müssen. Dies trifft insbesondere zu, wenn e in Fahrzeuglenker zur Nachtzeit in eine den Rahmen einer Bagatelle sprengende Kollision ver wickelt wird oder einen nicht ganz unbe- deutenden Selbstunfall erleidet (G IGER , a.a.O., N 8 zu Art. 91a SVG, mit Hinweisen zur Pr axis). Bezogen auf vorliegenden Fall bedeutet dies, dass d er Beschuldigte beim Unfall in X.____ auf- grund der konkreten Umstände – wie dessen zugestand ene starke Alkoholisierung, die fortge- schrittene Uhrzeit und das Zustandekommen des Unfalls per se – zweifellos mit der Anordnung einer Massnahme zur Feststellung der Fahrunfähigkeit hat rechnen müssen, womit er sich ohne Weiteres nach Art. 91a Abs. 1 SVG strafbar gemacht hat. Im Gegensatz dazu geht das Kan- tonsgericht hingegen angesichts des absoluten Bagat ellcharakters des Vorfalls auf dem Park- platz in Y.____ nicht von einer solchen Verpflichtu ng aus, zumal dem Beschuldigten in der An- klageschrift auch nicht zur Last gelegt wird, die K ollision in alkoholisiertem Zustand verursacht zu haben. Infolgedessen ist der Beschuldigte in Abä nderung des angefochtenen Urteils in Be- zug auf die Kollision in Y.____ vom Vorwurf der Ver eitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit freizusprechen. e) Nach Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG wird mit Freiheitss trafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer ohne den erforderlichen Führerausweis ein Motorfahrzeug führt. Des Weiteren Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Ge ldstrafe bestraft, wer ein Motorfahrzeug führt, obwohl er weiss oder bei pflichtgemässer Aufmerksam keit wissen kann, dass die vorgeschrie- bene Haftpflichtversicherung nicht besteht; mit der Freiheitsstrafe ist eine Geldstrafe zu verbin- den, wobei in leichten Fällen nur eine Geldstrafe z u verhängen ist (Art. 96 Abs. 2 SVG). Schliesslich wird gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG wiederum mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jah- ren oder Geldstrafe bestraft, wer Ausweise oder Kon trollschilder verwendet, die nicht für ihn oder sein Fahrzeug bestimmt sind. In concreto steht fest und wird vom Beschuldigten auch nicht bestritten, dass er in der Nacht vom 13. Mai 2013 auf den 14. Mai 2013 mit dem entwen- deten Personenwagen der Marke Lancia mitsamt den en twendeten Kontrollschildern eines an- deren Fahrzeugs herumgefahren ist, ohne im Besitz d es erforderlichen Führerausweises zu sein und ohne über einen entsprechenden Haftpflicht versicherungsschutz zu verfügen. Demzu- folge ist der Beschuldigte ohne Weiteres der Tatbes tände des Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis (Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG), des Führens eines Motorfahrzeugs ohne Haft- pflichtversicherung (Art. 96 Abs. 2 SVG) sowie des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern (Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG) schuldig zu erklären. f) Gemäss diesen Erwägungen ist der Beschuldigte in t eilweiser Gutheissung seiner Beru- fung im Anklagepunkt 4 vom Vorwurf der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit in Bezug auf das Vorkommnis auf dem Parkplatz eines unbekannten Einkaufs- centers in Y.____ freizusprechen. Im Übrigen ist de r Beschuldigte hingegen in Bestätigung des angefochtenen Urteils zusätzlich zu den bereits ers tinstanzlich erfolgten und nicht angefochte- nen Verurteilungen der mehrfachen einfachen Verletz ung von Verkehrsregeln, des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs in nicht fahrfähigem Z ustand, des mehrfachen pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Unfall, der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfä- higkeit hinsichtlich des Unfalles in X.____ und des Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führe- rausweis, des Führens eines Motorfahrzeugs ohne Haf tpflichtversicherung sowie des Miss- brauchs von Ausweisen und Schildern schuldig zu sprechen. 6. Strafzumessung 6.1 Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nac h dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Ver werflichkeit des Handelns, den Beweg- gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt , wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährd ung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). Die Dauer der Freiheitsstrafe beträgt in der Regel mindestens sechs Monate (Art. 40 StGB). Das Gericht kann auf eine vollziehbare Freih eitsstrafe von weniger als sechs Monaten nur erkennen, wenn die Voraussetzungen für eine bedingte Strafe nicht gegeben sind, wobei es diese Strafform näher zu begründen hat (Art. 41 Abs . 1 und Abs. 2 StGB). Gestützt auf Art. 51 StGB rechnet das Gericht die Untersuchungshaft, die der Täter während des Verfahrens aus- gestanden hat, auf die Strafe an. In Anwendung von Art. 103 StGB sind Übertretungen mit Bus- sen zu ahnden, wobei die Busse nach den Verhältniss en des Täters zu bemessen ist, der Höchstbetrag der Busse grundsätzlich CHF 10'000.-- beträgt, und für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheits strafe von mindestens einem Tag und höchs- tens drei Monaten auszusprechen ist (Art. 106 Abs. 1 bis Abs. 3 StGB). Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwer sten Straftat und erhöht sie angemessen (Art. 49 Abs. 1 StGB). Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen einer andern Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe in der Weise, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als we nn die strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 StGB). Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. zum Ganzen BGer 6B_829/2014 vom 30. Juni 2016 E. 2.3.1 ff., mit zahlreichen Hinweisen) will diese Bestimmung im Wesentlichen das in Art. 4 9 Abs. 1 StGB verankerte Asperationsprin- zip auch bei retrospektiver Konkurrenz gewährleisten. Der Täter, der mehrere gleichartige Stra- fen verwirkt hat, soll nach einem einheitlichen Pri nzip der Strafschärfung beurteilt werden, un- abhängig davon, ob die Verfahren getrennt durchgefü hrt werden oder nicht (BGE 141 IV 61 E. 6.1.2; 138 IV 113 E. 3.4.1). Nach der Praxis gre ift das Asperationsprinzip nur, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Ungleich artige Strafen sind kumulativ zu verhän- gen. Das Gericht kann eine Gesamtfreiheitsstrafe nu r ausfällen, wenn es im konkreten Fall für jede einzelne Tat die gleiche Strafart wählt. Diese Voraussetzungen gelten auch für die Bildung der Zusatzstrafe bei der retrospektiven Konkurrenz. Der Zweitrichter ist im Rahmen der Zusatz- strafenbildung nicht befugt, die Strafart des recht skräftigen ersten Entscheides zu ändern (BGE 138 IV 120 E. 5.2; 137 IV 249 E. 3.4.2; anders noch : BGE 133 IV 150 E. 5.2.1; 132 IV 102 E. 8.2). Liegen die Voraussetzungen für eine Zusatz strafe vor, setzt das Gericht zunächst eine Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht hypothetische Gesamtstrafe fest. Es hat sich zu fra gen, welche Strafe es ausgesprochen hätte, wenn es sämtliche Delikte gleichzeitig beurteilt hä tte. Dabei hat es nach den Grundsätzen von Art. 49 Abs. 1 StGB zu verfahren (BGE 141 IV 61 E. 6.1.2; 138 IV 120 E. 5.2; je mit Hinweisen). Bei retrospektiver Konkurrenz hat der Richter ausna hmsweise mittels Zahlenangaben offenzu- legen, wie sich die von ihm zugemessene Strafe quot enmässig zusammensetzt (BGE 132 IV 102 E. 8.3; BGer 6B_390/2012 vom 18. Februar 2013 E. 4.3.1). 6.2 In Bezug auf die konkrete Strafzumessung ist einle itend darauf hinzuweisen bzw. festzu- stellen, dass erstens das Kantonsgericht trotz sein er umfassenden Kognition praxisgemäss – soweit alle wesentlichen Strafzumessungsfaktoren du rch die Vorinstanz aufgeführt und korrekt gewichtet werden und solange es sich bei den allfäl ligen Korrekturen gemessen an der Ge- samtstrafe um solche in einem vernachlässigbaren Be reich handeln würde – nicht ohne be- gründete Veranlassung in das Ermessen des Strafgeri chts eingreift, und dass zweitens von Seiten der Parteien die erstinstanzliche Strafzumes sungsmethodik nicht angefochten worden ist, sondern lediglich einzelne Zumessungsfaktoren sowie die Höhe der Zusatzstrafe. Unter Be- achtung dieser Aspekte orientiert sich die nachfolg ende Strafzumessung des Kantonsgerichts daher unter Berücksichtigung der Einwände der Parteien grundsätzlich an derjenigen des Straf- gerichts. a) Sowohl die Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB) als auch der Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB), das Führen eines Motorfahrzeugs in nicht fahrfähigem Zustand (Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG), die Vereitelung von Massnahmen zur Fes tstellung der Fahrunfähigkeit (Art. 91a Abs. 1 SVG), das Führen eines Motorfahrzeugs ohne den erforderlichen Führerausweis (Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG), das Führen eines Motorfahrzeugs ohne die vorgeschriebene Haftpflichtversi- cherung (Art. 96 Abs. 2 SVG), die nicht bestimmungs gemässe Verwendung von Ausweisen oder Kontrollschildern (Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG) sowie die Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch (Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG) beinhalten einen ordentlichen Strafrahmen zwischen einer Geldstrafe von mindestens einem Tagessatz und einer Freiheitsstrafe von höchstens drei Jahren, womit auch alle diese Tatbestände gleicherm assen das abstrakt gesehen schwerste Delikt bilden. Die Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 A bs. 1 StGB führt zwar nicht zu einer Erhö- hung des Strafrahmens, ist aber innerhalb des ordentlichen Rahmens strafschärfend zu gewich- ten. Nachdem der Beschuldigte bereits mit Urteil de s Strafgerichts Basel-Landschaft vom 17. Dezember 2013 unter anderem wegen mehrfachen Ra ubs zu einer unbedingten Freiheits- Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht strafe von zwei Jahren verurteilt worden ist und di e ihm in casu vorgeworfenen Delikte einen Zeitraum vor dem genannten Ersturteil betreffen, is t nach Art. 49 Abs. 2 StGB vorliegend eine Zusatzstrafe zum Urteil vom 17. Dezember 2013 auszu fällen. Strafmilderungsgründe liegen hingegen keine vor, insbesondere hat die medizinisc he Sachverständige in ihrem stringenten Gutachten vom 22. April 2014 widerspruchsfrei und n achvollziehbar dargelegt, dass der Be- schuldigte in seiner Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht der Taten und zum Handeln gemäss dieser Einsicht nach Art. 19 Abs. 2 StGB nicht eingeschränkt gewesen ist (act. 143). b) In Bezug auf die objektiven Tatkomponenten ist der Vorinstanz grundsätzlich zuzustim- men, wonach die diversen Straftaten relativ unstrukturiert erfolgt sind und sich weder durch eine besondere Dreistigkeit auszeichnen noch eine übermä ssig hohe kriminelle Energie erfordert haben. Dennoch ist darauf hinzuweisen, dass das Ent weichen aus der Massnahmenanstalt Q.____ zumindest schon drei bis vier Tage vorher ge plant gewesen ist. Auch weist die blosse Anzahl der Delikte und das Vorgehen im Einzelnen au f eine bedenkliche Missachtung fremder Rechtsgüter hin. Relativierend hierzu ist zu bemerk en, dass die Sachbeschädigung, der mehr- fache geringfügige Diebstahl und der mehrfache Haus friedensbruch nicht im Zusammenhang mit der spezifischen Privatsphäre einer bewohnten L iegenschaft erfolgt sind, sondern in erster Linie den Zweck gehabt haben, im geschützten Rahmen eines Gartenhäuschens zu übernach- ten und Alkohol zu konsumieren, wobei der Beschuldigte keine über die Erfüllung des jeweiligen Tatbestandes hinaus schädigende Handlungen vorgenom men hat. Straferhöhend zu werten ist hingegen die durch den Beschuldigten verursachte se hr hohe abstrakte Gefährdung der übri- gen Verkehrsteilnehmer durch die Tatsache, dass er ohne über die erforderliche Bewilligung zu verfügen und ohne entsprechenden Versicherungsschutz mehrfach und teilweise stark alkoholi- siert ein Motorfahrzeug geführt und schliesslich au ch einen Unfall verursacht hat, bei welchem nur zufälligerweise niemand verletzt worden ist. Au ch sieht das Kantonsgericht im Umstand, dass im entwendeten Personenwagen der Zündschlüssel gesteckt hat, keine relevante Entlas- tung des Beschuldigten. Keinen Einfluss auf die Str afzumessung hat sodann der Freispruch im Anklagepunkt 4 vom Vorwurf der Vereitelung von Mass nahmen zur Feststellung der Fahrunfä- higkeit, da der Freispruch im Vergleich zu den übri gen Schuldsprüchen nur ein sehr geringfügi- ges Ausmass annimmt. Hinsichtlich der subjektiven T atkomponenten sind die vorsätzliche Wil- lensrichtung und die Motivation des Beschuldigten f ür seine Straftaten, sich eine gute Auszeit von der Massnahmeneinrichtung zu gönnen, sowie das Fehlen einer Notlage als straferhöhen- Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht de Kriterien einzubeziehen. Insgesamt geht das Kant onsgericht damit in Abweichung zu den Ausführungen der Vorinstanz von einem leichten bis mittelschweren Tatverschulden aus. c) Hinsichtlich der besonderen Täterkomponenten hat b ereits die Vorinstanz zu Recht die von Seiten der Gutachterin festgestellte, mit der m angelnden Persönlichkeitsentwicklung zu- sammenhängende erheblich reduzierte Fähigkeit zum B edürfnisaufschub und die mangelhafte Frustrationstoleranz des Beschuldigten (act. 131) z u seinen Gunsten berücksichtigt. Demge- genüber sieht das Kantonsgericht in der unterdurchs chnittlichen Intelligenz des Beschuldigten keinen entlastenden Faktor, da es sich hierbei nich t um einen Krankheitswert handelt. Gleich- ermassen zu Gunsten des Beschuldigten spricht hinge gen wiederum das umfassende Ge- ständnis im Rahmen der Strafuntersuchung sowie anlä sslich der Verhandlungen vor dem Straf- und dem Kantonsgericht. Auf der anderen Seite sind zu Ungunsten des Beschuldigten die mehrfachen und teilweise einschlägigen Vorstrafen zu würdigen. So ist dieser erstens mit Straf- befehl des Bezirksamts Rheinfelden vom 7. November 2007 wegen Diebstahls zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 30.-- und einer Busse von CHF 500.-- verurteilt worden und zweitens mit Urteil des Oberg erichts Aargau vom 26. Juni 2014 wegen mehrfachen Raubs, Hausfriedensbruchs, Sachbeschädig ung und Verstosses gegen das Be- täubungsmittelgesetz zu einer unbedingten Freiheits strafe von fünfzehn Monaten (unter Auf- schub des Vollzugs zu Gunsten einer stationären Mas snahme für junge Erwachsene) sowie zu einer Busse von CHF 200.--. Insofern geht das Kanto nsgericht nicht nur von einer gewissen Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit des Beschuldig ten aus wie die Vorinstanz, sondern von einer ganz gehörigen Unbelehrbarkeit. Im Resultat s ind damit die Faktoren Vorleben, persönli- che Verhältnisse und Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren neutral zu gewichten, was dazu führt, dass sich unter Berücksichtigung aller tat- und täterrelevanten Umstände das Ver- schulden in einem leichten bis mittelschweren Rahmen bewegt. d) Wie bereits dargelegt, ist im vorliegenden Verfahr en eine Zusatzstrafe zum Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 17. Dezember 201 3 auszusprechen. Mit genanntem Urteil ist der Beschuldigte wegen mehrfachen Raubs, mehrfa cher Drohung, mehrfacher versuchter Nötigung, mehrfacher Sachbeschädigung, Hausfriedens bruchs, mehrfacher Beschimpfung, geringfügigen Diebstahls, Vergehens gegen das Waffe ngesetz sowie mehrfachen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren (unter Aufschub des Vollzugs zu Gunsten einer stationären Massnahme für junge Erwachsene) sowie Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu einer Busse von CHF 300.-- verurteilt worden. In Übereinstimmung mit der Schlussfolgerung des Strafgerichts erachtet das Kantonsgericht es al s zutreffend, bei einer gleichzeitigen Würdi- gung aller mit Freiheitsstrafe bedrohten Delikte de r beiden Verfahren die hypothetische Ge- samtstrafe auf insgesamt 28 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen. Demnach ist nach Abzug der Erststrafe von 24 Monaten in casu die Zusatzstrafe von vier Monaten Freiheitsstrafe im Ergeb- nis als angemessen zu bestätigen. Für sich allein b etrachtet bewegt sich die in concreto auszu- fällende Zusatzstrafe von vier Monaten angesichts d er dem Beschuldigten zur Last gelegten Tatbestände allerdings tatsächlich am unteren Rand des möglichen Strafmasses. e) Bei diesem Strafmass ist der teilbedingte Vollzug per se formell zwar noch möglich, zufol- ge der einschlägigen Vorstrafen (gemäss Strafbefehl des Bezirksamts Rheinfelden vom 7. November 2007 bedingt vollziehbare Geldstrafe vo n 20 Tagessätzen wegen Diebstahls und gemäss Urteil des Obergerichts Aargau vom 26. Juni 2014 unbedingte Freiheitsstrafe von fünf- zehn Monaten wegen mehrfachen Raubs etc.) und der d amit verbundenen schlechten Legal- prognose sowie angesichts der für das vorliegende V erfahren massgeblichen unbedingt ausge- sprochenen zweijährigen Freiheitsstrafe im Ersturte il des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 17. Dezember 2013 materiell jedoch ausgeschlossen, womit die Zusatzstrafe von vier Monaten unter Verweis auf Art. 41 Abs. 1 StGB in casu unbed ingt auszusprechen ist. Einer Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft im Umfang von zwei Tagen nach Art. 51 StGB steht nichts im Wege. Zur Frage der nicht angefochtenen Geldstrafe nach Art. 96 Abs. 2 SVG im Um- fang von zehn Tagessätzen zu jeweils CHF 10.-- und der aufgrund der mehrfachen Übertretun- gen zwingend auszusprechenden Busse in der Höhe von CHF 800.-- erübrigen sich an dieser Stelle weitere Ausführungen und diese sind zusammen mit den Ersatzfreiheitsstrafen von zehn bzw. acht Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung ohne Zweifel zu bestätigen. f) Gestützt auf diese Erwägungen ist in Abweisung der diesbezüglichen Berufung des Be- schuldigten und in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft und damit in Be- stätigung des angefochtenen Urteils der Berufungskl äger des mehrfachen geringfügigen Dieb- stahls, der Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der mehrfachen einfachen Verletzung von Verkehrsregeln, des mehrfachen Führe ns eines Motorfahrzeugs in nicht fahrfä- higem Zustand, der Vereitelung von Massnahmen zur F eststellung der Fahrunfähigkeit, des mehrfachen pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Un fall, der mehrfachen Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch, des mehrfachen Führens eine s Motorfahrzeugs ohne Führeraus- Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht weis, des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs o hne Haftpflichtversicherung sowie des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern schuldig zu erklären und – unter An- rechnung der vom 15. Mai 2013 bis zum 17. Mai 2013 ausgestandenen Haft von zwei Tagen – als Zusatzstrafe zum Urteil des Strafgerichts Basel -Landschaft vom 17. Dezember 2013 zu ei- ner Freiheitsstrafe von vier Monaten, zu einer Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu je CHF 10.-- sowie zu einer Busse von CHF 800.-- (bzw. bei schul dhafter Nichtbezahlung der Geldstrafe oder der Busse zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von zehn oder acht Tagen) zu verurteilen. 7. Entschädigungsforderungen In Anwendung von Art. 122 Abs. 1 StPO kann die geschädigte Person zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat als Privatklägerschaft adhäsionsweise im Strafverfahren geltend machen. Nach Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO entscheidet das Gericht über die anhängig gemachte Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht. I m vorliegenden Fall hat das Strafgericht dem Privatkläger E.____ gestützt auf dessen Zivilfo rderung in der Höhe von CHF 2'100.-- (act. 261 sowie Ziff. 4 der Anklageschrift) einen S chadenersatz in der Höhe von CHF 150.-- zu Lasten des Beschuldigten zugesprochen. Diese Forderung in Form einer Entsorgungsgebühr in der Höhe von CHF 150.-- für das vom Beschuldigten z erstörte Fahrzeug der Marke Lancia wird durch die Abrechnung des R.____ Pannendiensts vom 1 7. Mai 2013 ohne Weiteres rechts- genüglich ausgewiesen (act. 265), womit angesichts der im vorliegenden Verfahren zu bestäti- genden Verurteilungen des Beschuldigten dessen dies bezügliche Berufung in Bestätigung des angefochtenen Urteils abzuweisen ist. An dieser kau salen Rechtsfolge des strafbaren Verhal- tens des Beschuldigten, wonach dieser für den Schad en aufkommen muss, den er rechtswidrig und schuldhaft verursacht hat, vermag auch der Umst and, dass der Geschädigte im entwende- ten Fahrzeug den Zündschlüssel stecken gelassen hat, nichts zu ändern. 8. Kostenfolge vor dem Kantonsgericht Bei diesem Verfahrensausgang – indem die sich ledig lich auf die Strafzumessung beziehende Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft abgewiesen und die sowohl formelle Fragen als auch einzelne Schuldsprüche inklusive die Strafzume ssung umfassende Berufung des Be- Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht schuldigten in dem Sinne teilweise gutgeheissen wir d, als dieser ausschliesslich in einem Ne- benpunkt im Anklagefall 4 vom Vorwurf der Vereitelu ng von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit freigesprochen wird – gehen in Anwe ndung von Art. 428 Abs. 1 StPO die or- dentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Hö he von CHF 12'223.55 (beinhaltend eine Gebühr von CHF 11'250.-- [7,5 Stunden Hauptverhandl ung zu CHF 1'500.--/h], Auslagen von CHF 250.-- sowie die Kosten der Sachverständigen vo n CHF 723.55) im Umfang von 70 % (= CHF 8'556.50) zu Lasten des Beschuldigten und im Umfang von 30 % (= CHF 3'667.05) zu Lasten des Staates. Zufolge Bewilligung der amtlich en Verteidigung wird dem Rechtsvertreter des Beschuldigten, Advokat Alexander Sami, ein Hono rar gemäss dessen Honorarnote vom 6. Februar 2017 (plus 7 Stunden Aufwand für die heu tige Hauptverhandlung) in der Höhe von insgesamt CHF 7'197.10 (inklusive Auslagen und CHF 533.15 Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädigung der amtli- chen Verteidigung an den Kanton im Umfang von 70 % (= CHF 5'037.95) verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Angesichts der zahl- reichen Schuldsprüche und der ganz überwiegenden Be stätigung des angefochtenen Urteils hat das Kantonsgericht trotz des minimalen Teilfrei spruchs keinerlei Veranlassung, am erstin- stanzlichen Kostenentscheid eine Veränderung vorzunehmen. Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Base l-Landschaft vom 3. Dezember 2015, lautend: "1. A.____ wird des mehrfachen geringfügigen Diebs tahls, der Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs , der mehrfachen einfachen Verletzung von Verkehrsregeln, des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs in nicht fa hrfähi- gem Zustand, der mehrfachen Vereitelung von Massnah men zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, des mehrfache n pflicht- widrigen Verhaltens nach einem Unfall, der mehrfach en Ent- wendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch, des mehrfache n Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis, de s mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Haftpf licht- versicherung sowie des mehrfachen Missbrauchs von A uswei- sen und Schildern für schuldig erklärt und, unter Anrechnung der vom 15. Mai 2013 bis zum 17. Mai 2013 ausgestandenen Haft von 2 Tagen, als Zusatzstrafe zum Urteil des Strafgerichts Base l-Landschaft vom 17. Dezember 2013, verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten, zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 1 0.-- sowie zu einer Busse von Fr. 800.--, im Falle der Nichtbezahlung der Geldstrafe resp. d er Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe vo n 10 resp. 8 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 i.V.m Art. 172 ter Abs. 1 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 90 Abs. 1 SVG, Art. 91 Abs. 1 SVG, Art. 91a Abs. 1 SVG, Art. 92 Abs. 1 SVG, Art. 94 Abs. 1 lit. a und Abs. 4 StGB, Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG, Art. 96 Abs. 2 SVG, Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG, Art. 34 Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht StGB, Art. 36 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 41 Ab s. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 und 2 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 106 StGB. 2. A.____ wird in Ziff. 3 der Anklage der Widerhan dlung gegen das Betäubungsmittelgesetz für schuldig erklärt, wo bei von ei- ner Bestrafung gemäss Art. 19a Ziff. 2 BtMG abgesehen wird. 3. A.____ wird dazu verurteilt E.____ Fr. 150.-- a ls Schadener- satz zu bezahlen. Eine allfällige Mehrforderung wir d auf den Zivilweg verwiesen. 4. Der Beurteilte trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 11‘723.01, b estehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 9‘723.01 u nd der Gerichtsgebühr von Fr. 2‘000.--. Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründe tes Urteil verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgeric htliche Ge- bühr auf Fr. 1‘000.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 5. Der amtlichen Verteidigung wird, unter Vorbehal t der Rückzah- lungsverpflichtung des Beurteilten nach Art. 135 Ab s. 4 StPO, eine reduzierte pauschale Parteientschädigung in de r Höhe von Fr. 6‘500.-- (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertste uer) aus der Gerichtskasse zugesprochen." wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigt en und in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwalt schaft in Ziffer 1 wie folgt geändert : 1.a) A.____ wird des mehrfachen geringfügigen Diebstah ls, der Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs , der mehrfachen einfachen Verletzung von Verkehrsregeln, des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs in nicht fa hrfähi- gem Zustand, der Vereitelung von Massnahmen zur Fes tstel- lung der Fahrunfähigkeit, des mehrfachen pflichtwid rigen Ver- haltens nach einem Unfall, der mehrfachen Entwendun g eines Fahrzeugs zum Gebrauch, des mehrfachen Führens eine s Motorfahrzeugs ohne Führerausweis, des mehrfachen F üh- Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht rens eines Motorfahrzeugs ohne Haftpflichtversicherung sowie des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schild ern für schuldig erklärt und, unter Anrechnung der vom 15. Mai 2013 bis zum 17. Mai 2013 ausgestandenen Haft von 2 Tagen, als Zusatzstrafe zum Urteil des Strafgerichts Base l-Landschaft vom 17. Dezember 2013, verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten, zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 1 0.-- sowie zu einer Busse von Fr. 800.--, im Falle der Nichtbezahlung der Geldstrafe bzw. de r Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 bzw. 8 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 i.V.m Art. 172 ter Abs. 1 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 90 Abs. 1 SVG, Art. 91 Abs. 1 SVG, Art. 91a Abs. 1 SVG, Art. 92 Abs. 1 SVG, Art. 94 Abs. 1 lit. a und Abs. 4 StGB, Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG, Art. 96 Abs. 2 SVG, Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG, Art. 34 StGB, Art. 36 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 41 Ab s. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 und 2 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 106 StGB. b) Vom Vorwurf der Vereitelung von Massnahmen zur Fes tstel- lung der Fahrunfähigkeit in Bezug auf den Vorfall v om 13. Mai 2013 in Y.____ gemäss Ziffer 4 der Anklageschrift w ird der Beschuldigte freigesprochen . Im Übrigen wird das angefochtene Urteil bestätigt . II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahren s in der Höhe von CHF 12'223.55 (beinhaltend eine Gebühr von CHF 11'2 50.--, Ausla- gen von CHF 250.-- sowie die Kosten der Sachverstän digen von Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 723.55) gehen im Umfang von 70 % (= CHF 8'556.5 0) zu Las- ten des Beschuldigten und im Umfang von 30 % (= CHF 3'667.05) zu Lasten des Staates. III. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird dem Rechtsver- treter des Beschuldigten, Advokat Alexander Sami, e in Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 7'197.10 (inklusive Ausl agen und CHF 533.15 Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädig ung der amtli- chen Verteidigung an den Kanton im Umfang von 70 % (= CHF 5'037.95) verpflichtet, sobald es seine wirt schaftlichen Ver- hältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Pascal Neumann