<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">6S.289/2001/pai </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> K A S S A T I O N S H O F </div> <div class="para"> ************************* </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Sitzung vom 20. März 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Schubarth, Präsident des Kassa- </div> <div class="para">tionshofes, Bundesrichter Schneider, Wiprächtiger, Kolly, </div> <div class="para">Karlen und Gerichtsschreiber Weissenberger. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> _________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">X.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin </div> <div class="para">Elisabeth Ernst, Walchestrasse 17, Zürich, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft des Kantons Z ü r i c h, </div> <div class="para">Y.________, c/o Rechtsanwältin Peggy A. Knellwolf, Obere </div> <div class="para">Zäune 14, Postfach 408, Zürich, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwältin Peggy A. Knellwolf, Obere </div> <div class="para">Zäune 14, Postfach 408, Zürich, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> betreffend </div> <div class="para">mehrfache Vergewaltigung, mehrfache sexuelle Nötigung usw.; </div> <div class="para"> Strafzumessung; (eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde </div> <div class="para"> gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, </div> <div class="para"> I. Strafkammer, vom 18. Dezember 2000), </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- X.________ ging von Juli bis September 1993 jeweils </div> <div class="para">über Mittag in die Wohnung von Y.________, um sie als ihr </div> <div class="para">ehemaliger Blau-Kreuz-Therapeut weiter therapeutisch zu </div> <div class="para">betreuen. Dabei legte er sich dann für seinen gewohnten </div> <div class="para">Mittagsschlaf auf das Sofa oder auch ins Ehebett. Danach zog </div> <div class="para">er seine Kleider aus, hielt sein Glied und verlangte von </div> <div class="para">Y.________, dass sie ihre Jeans ausziehe. Weil sie sich für </div> <div class="para">ihn offensichtlich nicht entkleiden wollte, forderte er sie </div> <div class="para">auf, seinen nackten Körper anzuschauen und manipulierte </div> <div class="para">dabei an seinem Geschlechtsteil herum. Mit den Worten, sie </div> <div class="para">solle ihn nicht enttäuschen, das Ganze sei eine Therapie und </div> <div class="para">er wolle ihr zeigen, wie schön das sei, trieb er sie in die </div> <div class="para">Enge. Er warf ihr vor, sie sei verklemmt und rief dadurch </div> <div class="para">Ängste und Schuldgefühle in ihr hervor. Er tat dies im Wis- </div> <div class="para">sen, dass Y.________ seit langer Zeit alkoholabhängig war </div> <div class="para">und sich bei ihm als Therapeuten die einzige Hilfe erhoffte, </div> <div class="para">in ihm auch eine Vaterfigur sah und sich auf Grund ihrer </div> <div class="para">Persönlichkeitsstruktur, welche X.________ als Therapeut </div> <div class="para">bekannt war, grundsätzlich schlecht wehren konnte. Schliess- </div> <div class="para">lich setzte er sie damit unter Druck, dass er ihr androhte, </div> <div class="para">allen zu erzählen, was für eine Person sie sei. Jedesmal, </div> <div class="para">wenn sie sich seinen Ansinnen zu widersetzen versuchte, </div> <div class="para">wurde er in seinem Wesen derart kalt und abweisend, dass sie </div> <div class="para">sich davor fürchtete, seine Hilfe und die Vaterfigur zu ver- </div> <div class="para">lieren. Sie kam deshalb jeweils seinen Aufforderungen nach </div> <div class="para">und zog sich selber die Kleider aus, worauf es in der Woh- </div> <div class="para">nung insgesamt 4-5 Mal zum ungeschützten Geschlechtsverkehr </div> <div class="para">zwischen ihnen kam. Dieser lief jeweils so ab, dass sich </div> <div class="para">X.________ mit seinem ganzen Gewicht auf Y.________ legte </div> <div class="para">und mit ihr vaginal bis zum Samenerguss verkehrte. </div> <div class="para">Y.________ versuchte zwar, X.________ wegzudrücken, doch </div> <div class="para">gelang ihr dies nicht, weil er ihre Unterarme und Hände </div> <div class="para">hielt und sie in die Matratze drückte. Wenn sie sich gegen </div> <div class="para">ihn wehrte, wurde er wütend und sagte zu ihr, ob er denn </div> <div class="para">häufiger "kommen müsse, damit sie lerne". Schliesslich wies </div> <div class="para">er sie an, über die Sache zu schweigen, weil er sonst seine </div> <div class="para">Stelle verlieren würde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> An nicht mehr genau ermittelbaren Tagen in der Zeit </div> <div class="para">zwischen Dezember 1992 und November 1993, kam es in den </div> <div class="para">Räumlichkeiten des Blauen Kreuzes an der A.________strasse </div> <div class="para">in Zürich, in der Wohnung von Y.________, im Fahrzeug von </div> <div class="para">X.________ sowie in einem unbekannten Waldstück auf der </div> <div class="para">Fahrt von Zürich nach Mollis zu mindestens 20 bis 30 Vor- </div> <div class="para">fällen, die immer nach dem gleichen Muster abliefen. </div> <div class="para">X.________ bat Y.________ jeweils, in seine Arme zu kommen. </div> <div class="para">Er drückte sie dann an sich, hielt sie und stöhnte, um ihr </div> <div class="para">seine sexuelle Erregung zu zeigen. Danach öffnete er seine </div> <div class="para">Hose und forderte sie mit einem Wink oder auch mit den </div> <div class="para">Worten, sein Glied sei so sauber wie sein Gesicht, und sie </div> <div class="para">solle ihn nicht enttäuschen, dazu auf, ihn oral zu befrie- </div> <div class="para">digen. Meistens ejakulierte er in ihrem Mund. Zudem ver- </div> <div class="para">langte er von ihr, sich auf ihn zu legen, wobei er dann ihre </div> <div class="para">Vagina berührte und küsste sowie unter den Kleidern an ihre </div> <div class="para">Brüste griff. Im Anschluss an diesen Sexualkontakten sagte </div> <div class="para">er ihr, er wisse nun, dass sie ihn gern habe. Nach einem </div> <div class="para">ähnlichen Muster kam es ungefähr zwei Mal im Ferienhaus von </div> <div class="para">X.________ in Mollis und in der Wohnung von Y.________ zu </div> <div class="para">sexuellen Handlungen. In diesen Fällen verlangte X.________ </div> <div class="para">von Y.________, ihn auch "im Darm" zu befriedigen und dazu </div> <div class="para">Mandelöl zu verwenden. Y.________ kam dieser Aufforderung </div> <div class="para">jeweils nach, nahm sein Glied in den Mund und befriedigte </div> <div class="para">ihn gleichzeitig mit dem Finger im After. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Ebenfalls zwischen Dezember 1992 und November 1993 </div> <div class="para">rief X.________ Y.________ jeden Morgen gegen 07.15 Uhr </div> <div class="para">sowohl bei ihr zuhause als auch in ein Ferienheim des Blauen </div> <div class="para">Kreuzes telefonisch an. Er erkundigte sich jeweils ein- </div> <div class="para">leitend nach ihrem Zustand, um ihr anschliessend zu sagen, </div> <div class="para">"er halte sein Glied, er habe Lust und ob sie sein Glied </div> <div class="para">auch halte", wobei er sich "auf diese Weise selber sexuell </div> <div class="para">befriedigte". Um sich Y.________ gefügig zu machen, setzte </div> <div class="para">er die gleichen Mittel ein, wie bei den Vorfällen zwischen </div> <div class="para">Juli und September 1993 (oben E. A. Abs. 1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> An einem nicht näher bestimmbaren Nachmittag zwi- </div> <div class="para">schen Dezember 1992 und November 1993 kam Y.________ voll- </div> <div class="para">kommen betrunken zu einer Therapiestunde bei X.________ in </div> <div class="para">dessen Büro beim Blauen Kreuz. Im Verlauf der Therapie </div> <div class="para">steckte X.________ seinen Finger in die Scheide von </div> <div class="para">Y.________. An einem ebenfalls nicht mehr genau bestimmbaren </div> <div class="para">Tag im Frühling 1993 nach einer Therapiestunde in den Räum- </div> <div class="para">lichkeiten des Blauen Kreuzes fuhr X.________ die vollkommen </div> <div class="para">betrunkene Y.________ zu ihr nach Hause, brachte sie dort </div> <div class="para">im Schlafzimmer ins Bett, zog ihr die Kleider aus und küsste </div> <div class="para">ihren Körper während zwei Stunden. Y.________ war bei beiden </div> <div class="para">Vorfällen dermassen betrunken, dass sie von den Übergriffen </div> <div class="para">nichts mitbekam. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Das Bezirksgericht Zürich verurteilte X.________ am </div> <div class="para">13. Juli 1997 wegen mehrfacher sexueller Nötigung gemäss </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 189 Abs. 1 StGB</span>, mehrfacher Vergewaltigung im Sinne von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 190 Abs. 1 StGB</span>, und mehrfacher Schändung nach <span class="artref">Art. 191 </span></div> <div class="para">StGB, alles begangen zum Nachteil von Y.________, zu einer </div> <div class="para">Zuchthausstrafe von 3 Jahren. Ferner wurde X.________ ver- </div> <div class="para">pflichtet, Y.________ eine Genugtuung von Fr. 22'000.-- </div> <div class="para">sowie die Kosten der auf Grund der eingeklagten Straftaten </div> <div class="para">anfallenden psychotherapeutischen Behandlungen zu bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Auf Berufungen X.________ und der Staatsanwalt- </div> <div class="para">schaft des Kantons Zürich sowie Anschlussberufung der Ge- </div> <div class="para">schädigten hin bestätigte das Obergericht des Kantons Zürich </div> <div class="para">am 15. Juli 1998 den erstinstanzlichen Schuldspruch, erhöhte </div> <div class="para">jedoch die Strafe auf 4 Jahre Zuchthaus und die Genugtuungs- </div> <div class="para">summe auf Fr. 25'000.--. Zudem verpflichtete das Gericht </div> <div class="para">X.________ zur Zahlung der Therapiekosten der Geschädigten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit Beschluss vom 25. Oktober 1999 hiess das Kas- </div> <div class="para">sationsgericht des Kantons Zürich eine von X.________ er- </div> <div class="para">hobene kantonale Nichtigkeitsbeschwerde gut und wies die </div> <div class="para">Sache unter Aufhebung des angefochtenen Urteils an das </div> <div class="para">Obergericht zurück. Am 25. Februar 2000 überwies dieses die </div> <div class="para">Sache an die Staatsanwaltschaft zur Entfernung nicht ver- </div> <div class="para">wertbarer Urkunden und zur Wiederholung und Ergänzung der </div> <div class="para">Untersuchung im Sinne der kassationsgerichtlichen Erwä- </div> <div class="para">gungen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Nach Durchführung einer Berufungsverhandlung, zu </div> <div class="para">welcher X.________ das persönliche Erscheinen erlassen </div> <div class="para">wurde, fällte das Obergericht am 18. Dezember 2000 ein neues </div> <div class="para">Urteil. Es sprach X.________ wiederum der mehrfachen se- </div> <div class="para">xuellen Nötigung, der mehrfachen Vergewaltigung sowie der </div> <div class="para">mehrfachen Schändung schuldig und bestrafte ihn mit 4 Jahren </div> <div class="para">Zuchthaus. Es verpflichtete ihn zur Zahlung einer Genug- </div> <div class="para">tuungssumme von Fr. 25'000.-- an Y.________ und zur Über- </div> <div class="para">nahme ihrer durch die beurteilten Straftaten anfallenden </div> <div class="para">Therapiekosten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Am 19. Juli 2001 wies das Kassationsgericht des </div> <div class="para">Kantons Zürich eine kantonale Nichtigkeitsbeschwerde </div> <div class="para">X.________ ab, soweit es darauf eintrat. Eine dagegen </div> <div class="para">erhobene staatsrechtliche Beschwerde von X.________ hat das </div> <div class="para">Bundesgericht mit Urteil vom heutigen Tag abgewiesen, soweit </div> <div class="para">es darauf eingetreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> D.- X.________ führt gegen das Urteil des Obergerichts </div> <div class="para">des Kantons Zürich vom 18. Dezember 2000 eidgenössische </div> <div class="para">Nichtigkeitsbeschwerde. Er beantragt die Aufhebung des an- </div> <div class="para">gefochtenen Urteils und die Rückweisung der Sache an die </div> <div class="para">Vorinstanz zu neuer Beurteilung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Obergericht und die Staatsanwaltschaft des </div> <div class="para">Kantons Zürich haben auf eine Stellungnahme zur Nichtig- </div> <div class="para">keitsbeschwerde verzichtet. Y.________ beantragt deren </div> <div class="para">Abweisung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Der Beschwerdeführer wendet sich nicht gegen den </div> <div class="para">Schuldspruch der mehrfachen Schändung im Sinne von <span class="artref">Art. 191 </span></div> <div class="para">StGB (Sachverhalt gemäss E. A. Abs. 4). Darauf ist nicht zu- </div> <div class="para">rückzukommen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- a) Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 189 Abs. 1 und <artref id="CH/311.0/190/1" type="start"></artref>Art. 190 Abs. 1 StGB</span><artref id="CH/311.0/189/1" type="end"></artref> geltend. Er bringt </div> <div class="para">vor, die Vorinstanz habe zu Unrecht das Nötigungsmittel des </div> <div class="para">Unter-psychischen-Druck-Setzens bejaht. Seine verbalen Be- </div> <div class="para">einflussungen Y.________, ihre Alkoholabhängigkeit, sowie </div> <div class="para">das zwischen ihnen damals bestehende Machtgefälle und der </div> <div class="para">Altersunterschied vermöchten weder einzeln noch kombiniert </div> <div class="para">die Anforderungen an eine tatbestandsmässige Nötigung zu er- </div> <div class="para">füllen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die Vorinstanz erachtet den angeklagten Sach- </div> <div class="para">verhalt vollumfänglich als erwiesen. In rechtlicher Hinsicht </div> <div class="para">verweist sie auf die Würdigung der hier massgeblichen Sach- </div> <div class="para">verhalte durch das Bezirksgericht, das auf mehrfache se- </div> <div class="para">xuelle Nötigung gemäss <span class="artref">Art. 189 Abs. 1 StGB</span> (Sachverhalt </div> <div class="para">gemäss E. A. Abs. 2 f.) sowie auf mehrfache Vergewaltigung </div> <div class="para">nach <span class="artref">Art. 190 Abs. 1 StGB</span> (Sachverhalt gemäss E. A. Abs. 1) </div> <div class="para">schloss. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Bei der Prüfung des psychischen Druckes im Sinne </div> <div class="para">der genannten Bestimmungen erwähnt das Bezirksgericht am </div> <div class="para">Rande auch die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Telefonate </div> <div class="para">an Y.________. Es führt aus, der Beschwerdeführer habe </div> <div class="para">Y.________ jeweils gedroht, er werde allen erzählen, was für </div> <div class="para">eine Person sie sei. Sie sei dadurch eingeschüchtert worden. </div> <div class="para">Den ihr angedrohten Nachteil habe sie nur abwenden können, </div> <div class="para">indem sie den sexuellen Wünschen des Beschwerdeführers </div> <div class="para">nachgekommen sei. Dieser habe ihr auch nahegelegt, über die </div> <div class="para">Sexualkontakte zu schweigen, weil er sonst seine Stelle </div> <div class="para">verlieren würde. Y.________ habe dies als Drohung </div> <div class="para">aufgefasst, weil es bei ihr das Gefühl ausgelöst habe, sie </div> <div class="para">wäre an einem allfälligen Stellenverlust des Be- </div> <div class="para">schwerdeführers schuld. In diesem Zusammenhang sei we- </div> <div class="para">sentlich, dass der Beschwerdeführer für die Geschädigte mehr </div> <div class="para">als ein blosser Therapeut gewesen sei. Dies zeige sich da- </div> <div class="para">ran, dass er sie auch nach seiner Beförderung zum Geschäfts- </div> <div class="para">führer des Blauen Kreuzes weiterhin regelmässig betreut ha- </div> <div class="para">be, obwohl B.________ ihre Therapie übernommen und der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer selber keine Behandlungen mehr durchgeführt </div> <div class="para">habe. Er habe sich sehr intensiv um Y.________ gekümmert. </div> <div class="para">Sie habe in ihm eine Vaterfigur gesehen. Übereinstimmend </div> <div class="para">damit habe der Beschwerdeführer selbst die Beziehung zu ihr </div> <div class="para">als Vater-Tochter-Verhältnis bezeichnet. Die Geschädigte </div> <div class="para">habe daher befürchtet, sie würde seine Hilfe und Unter- </div> <div class="para">stützung, aber auch die Vaterfigur in ihm verlieren, falls </div> <div class="para">sie sich seinen Aufforderungen widersetzte. Diese Angst habe </div> <div class="para">dadurch Nahrung erhalten, dass der Beschwerdeführer ihr </div> <div class="para">gegenüber abweisend und kühl geworden sei, sobald sie seine </div> <div class="para">Annäherungen abzuwehren versuchte. Diese eigentliche An- </div> <div class="para">drohung des Entzuges der "Vaterliebe" sei vor dem Hinter- </div> <div class="para">grund zu sehen, dass Y.________ zu ihren eigenen Eltern eine </div> <div class="para">sehr schlechte Beziehung gehabt und den Beschwerdeführer als </div> <div class="para">Ersatz für ihre Eltern betrachtet habe. Wesentlich erscheine </div> <div class="para">auch, dass der Beschwerdeführer auf Grund seines Therapie- </div> <div class="para">verhältnisses zur Geschädigten deren Persönlichkeitsstruktur </div> <div class="para">sehr gut gekannt habe. So sei ihm insbesondere auch der </div> <div class="para">Umstand bekannt gewesen, dass sie sich nur sehr schlecht </div> <div class="para">habe wehren können. Indem der Beschwerdeführer in einer </div> <div class="para">Weise verbal auf Y.________ eingewirkt habe, dass sie sich </div> <div class="para">seinen Aufforderungen in sexueller Hinsicht nicht mehr habe </div> <div class="para">widersetzen können, habe er ihr sexuelles Selbstbestimmungs- </div> <div class="para">recht verletzt und sie unter Anwendung psychischen Drucks </div> <div class="para">zur Vornahme beziehungsweise Duldung der sexuellen Hand- </div> <div class="para">lungen und des Geschlechtsverkehrs genötigt. Die Vorinstanz </div> <div class="para">führt dazu ergänzend aus, es sei rechtlich unbeachtlich, ob </div> <div class="para">der Beschwerdeführer die sexuellen Handlungen in seiner </div> <div class="para">Funktion als Mitarbeiter und Therapeut des Blauen Kreuzes </div> <div class="para">oder (ab Frühling 1993) in privater Mission während seiner </div> <div class="para">Freizeit vorgenommen habe. Entscheidend sei, dass er - trotz </div> <div class="para">seiner Beförderung zum Geschäftsführer - die Betreuung der </div> <div class="para">Geschädigten fortgeführt habe. Am Vertrauens- und Abhängig- </div> <div class="para">keitsverhältnis von </div> <div class="para">Y._______, das während seiner langjährigen Tätigkeit als </div> <div class="para">Therapeut beim Blauen Kreuz entstanden und gewachsen sei, </div> <div class="para">habe sich durch seine Beförderung nichts geändert. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- a) aa) Eine Vergewaltigung nach <span class="artref">Art. 190 Abs. 1 </span></div> <div class="para">StGB begeht, wer eine Person weiblichen Geschlechts zur </div> <div class="para">Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich indem er sie be- </div> <div class="para">droht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt </div> <div class="para">oder zum Widerstand unfähig macht. Eine sexuelle Nötigung im </div> <div class="para">Sinne von <span class="artref">Art. 189 Abs. 1 StGB</span> ist gegeben, wenn der Täter </div> <div class="para">eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer </div> <div class="para">ähnlichen Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, </div> <div class="para">Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum </div> <div class="para">Widerstand unfähig macht. Die in beiden Tatbeständen bei- </div> <div class="para">spielhaft genannten Nötigungsmittel stimmen vollständig </div> <div class="para">überein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Im Gegensatz zum früheren Recht (Art. 188 aStGB) </div> <div class="para">setzt eine sexuelle Nötigung gemäss <span class="artref">Art. 189 StGB</span> nicht mehr </div> <div class="para">die Widerstandsunfähigkeit des Opfers voraus. Immer ist aber </div> <div class="para">eine erhebliche Einwirkung erforderlich (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=12.03.2002&amp;to_date=31.03.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-IV-97%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page97">BGE 122 IV 97</a> </div> <div class="para">E. 2b; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=12.03.2002&amp;to_date=31.03.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-IV-124%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page124">126 IV 124</a> E. 3a). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Die sexuellen Nötigungstatbestände verbieten </div> <div class="para">den Angriff auf die sexuelle Freiheit. Sie gelten als Ge- </div> <div class="para">waltdelikte und sind damit prinzipiell als Akte physischer </div> <div class="para">Aggression zu verstehen. Dabei stellt aber die Tatbestands- </div> <div class="para">variante des Unter-psychischen-Druck-Setzens klar, dass sich </div> <div class="para">die tatbestandsmässige Ausweglosigkeit der Situation für das </div> <div class="para">Opfer auch ergeben kann, ohne dass der Täter eigentliche </div> <div class="para">Gewalt anwendet; es kann vielmehr genügen, dass dem Opfer </div> <div class="para">eine Widersetzung unter solchen Umständen aus anderen Grün- </div> <div class="para">den nicht zuzumuten ist. Der Gesetzgeber wollte mit der ge- </div> <div class="para">nannten Tatvariante sicherstellen, dass der Tatbestand alle </div> <div class="para">erheblichen Nötigungsmittel erfasst, auch solche ohne un- </div> <div class="para">mittelbaren Bezug zu physischer Gewalt. Es sollte etwa auch </div> <div class="para">das Opfer durch <span class="artref"><artref id="CH/311.0/189" type="start"></artref>Art. 189 und 190 StGB</span><artref id="CH/311.0/190" type="end"></artref> geschützt werden, das </div> <div class="para">durch Überraschungseffekt, Erschrecken, Verblüffung oder auf </div> <div class="para">Grund einer ausweglosen Lage keinen Widerstand leistet (BGE </div> <div class="para">122 IV 97 E. 2b S. 100 mit Hinweisen). Damit wird deutlich, </div> <div class="para">dass eine Situation für das Opfer bereits auf Grund der </div> <div class="para">sozialen und körperlichen Dominanz des Täters aussichtslos </div> <div class="para">im Sinne der genannten Tatbestände sein kann. Diese Dominanz </div> <div class="para">muss nicht notwendigerweise mit der Furcht des Opfers vor </div> <div class="para">körperlicher Gewalt verknüpft sein; vielmehr kann für eine </div> <div class="para">tatbestandsmässige Nötigung gegebenenfalls etwa schon </div> <div class="para">genügen, wenn das Opfer Angst vor der Unnachgiebigkeit oder </div> <div class="para">Strenge des Täters hat, den Verlust seiner Zuneigung oder </div> <div class="para">derjenigen anderer Bezugspersonen fürchtet, unter dem </div> <div class="para">Eindruck eines Schweigegebots in einen unentrinnbaren, </div> <div class="para">lähmenden Gewissenskonflikt gerät, oder wenn der Täter das </div> <div class="para">Opfer psychisch und physisch so erschöpft, dass es sich dem </div> <div class="para">ungewollten Sexualakt nicht mehr widersetzt (vgl. BGE 122 IV </div> <div class="para">97 E. 2 mit Hinweisen; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=12.03.2002&amp;to_date=31.03.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-IV-154%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page154">124 IV 154</a>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=12.03.2002&amp;to_date=31.03.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-IV-124%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page124">126 IV 124</a> E. 3b mit </div> <div class="para">Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6S.199/2000 vom 10. </div> <div class="para">April 2001). Ob die tatsächlichen Verhältnisse die </div> <div class="para">tatbeständlichen Anforderungen eines Nötigungsmittels </div> <div class="para">erfüllen, lässt sich erst auf Grund einer umfassenden </div> <div class="para">Würdigung der relevanten konkreten Umstände entscheiden. Es </div> <div class="para">ist mithin eine individualisierende Beurteilung notwendig, </div> <div class="para">die sich auf hinlänglich typisierbare Merkmale stützen muss </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=12.03.2002&amp;to_date=31.03.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-IV-154%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page154">BGE 124 IV 154</a> E. 3b). Das Ausmass der Beeinflussung, das </div> <div class="para">für den psychischen Druck erforderlich ist, bleibt aber </div> <div class="para">letztlich unbestimmbar (Rehberg/Schmid, Strafrecht III, 7. </div> <div class="para">Auflage, Zürich 1997, S. 393), weshalb diese Bestimmung </div> <div class="para">vorsichtig auszulegen ist (vgl. Guido Jenny, Kommentar zum </div> <div class="para">schweizerischen Strafrecht, </div> <div class="para">Bd. 4, Bern 1997, <span class="artref">Art. 189 N 10</span> ff.; Trechsel, Kurzkommentar </div> <div class="para">StGB, 2. Aufl., Zürich 1997, <span class="artref">Art. 189 N 6</span>; kritisch auch </div> <div class="para">Peter Hangartner, Selbstbestimmung im Sexualbereich - </div> <div class="para"><span class="artref"><artref id="CH/311.0/188" type="start"></artref>Art. 188-193 StGB</span><artref id="CH/311.0/193" type="end"></artref>, Diss. St. Gallen 1997, S. 144 f.; ferner </div> <div class="para">Jenny, Die strafrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts </div> <div class="para">im Jahre 1998, in: ZBJV 1999, S. 639 ff.; Philipp Maier, Das </div> <div class="para">Tatbestandsmerkmal des Unter-psychischen-Druck-Setzens im </div> <div class="para">Schweizerischen Strafgesetzbuch, in: ZStrR 117/1999 S. 402, </div> <div class="para">417 f.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Diese ursprünglich auf dem Hintergrund von se- </div> <div class="para">xuellem Kindsmissbrauch entwickelte Rechtsprechung (BGE 124 </div> <div class="para">IV 154; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=12.03.2002&amp;to_date=31.03.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-IV-97%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page97">122 IV 97</a>) gilt gemäss <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=12.03.2002&amp;to_date=31.03.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-IV-124%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page124">BGE 126 IV 124</a> E. 3d S. 130 </div> <div class="para">auch im Erwachsenenstrafrecht. Das Bundesgericht hat jedoch </div> <div class="para">schon früh darauf hingewiesen, dass Erwachsenen mit ent- </div> <div class="para">sprechenden individuellen Fähigkeiten eine stärkere Ge- </div> <div class="para">genwehr zuzumuten ist als Kindern (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=12.03.2002&amp;to_date=31.03.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-IV-97%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page97">BGE 122 IV 97</a> E. 2b </div> <div class="para">S. 101). Das bedeutet, dass die im Zusammenhang mit der </div> <div class="para">sexuellen Ausbeutung von Kindern entwickelten Grundsätze zum </div> <div class="para">Nötigungsmittel des psychischen Druckes, die den Besonder- </div> <div class="para">heiten einer Ausnützung des Erwachsenen-Kind-Gefälles Rech- </div> <div class="para">nung tragen, sich nicht generell und unbesehen auf Er- </div> <div class="para">wachsene übertragen lassen. So kommt etwa dem einem Kind </div> <div class="para">auferlegten Schweigegebot in aller Regel eine andere Be- </div> <div class="para">deutung zu als bei einem Erwachsenen. Gleiches gilt für die </div> <div class="para">Androhung des Entzugs der Zuneigung oder die Angst vor der </div> <div class="para">(erzieherischen) Unnachgiebigkeit oder Strenge des Täters. </div> <div class="para">Bei Erwachsenen kommt ein psychischer Druck daher nur bei </div> <div class="para">ungewöhnlich grosser kognitiver Unterlegenheit oder emo- </div> <div class="para">tionaler wie sozialer Abhängigkeit in Betracht. Wie schon in </div> <div class="para">BGE 124 IV 154 E. 3c S. 161 angedeutet, genügt demgegenüber </div> <div class="para">das Ausnützen allgemeiner Abhängigkeits- oder Freundschafts- </div> <div class="para">verhältnisse für sich genommen nicht, um einen relevanten </div> <div class="para">psychischen Druck im Sinne von <span class="artref">Art. 189 Abs. 1 und <artref id="CH/311.0/190/1" type="start"></artref>Art. 190 </span></div> <div class="para">Abs. 1 StGB<artref id="CH/311.0/189/1" type="end"></artref> zu begründen. </div> <div class="para"> b) <span class="artref">Art. 193 Abs. 1 StGB</span> erfüllt, wer eine Person </div> <div class="para">veranlasst, eine sexuelle Handlung vorzunehmen oder zu </div> <div class="para">dulden, indem er eine Notlage oder eine durch ein Arbeits- </div> <div class="para">verhältnis oder eine in anderer Weise begründete Ab- </div> <div class="para">hängigkeit ausnützt. Art. 193 tritt als leichterer Angriff </div> <div class="para">auf die sexuelle Freiheit gegenüber den Art. 187, 188, 189, </div> <div class="para">190, 191 und 192 zurück (Jenny, a.a.O., <span class="artref">Art. 193 N 16</span> ff.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Zwischen einem Psychotherapeuten und seinem Pa- </div> <div class="para">tienten kann allein schon auf Grund der therapeutischen </div> <div class="para">Beziehung ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne des Tat- </div> <div class="para">bestandes der Ausnützung der Notlage gemäss <span class="artref">Art. 193 Abs. 1 </span></div> <div class="para">StGB bestehen (eingehend <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=12.03.2002&amp;to_date=31.03.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-IV-13%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page13">BGE 124 IV 13</a> E. 2c/cc S. 16-18 zum </div> <div class="para">entsprechenden Art. 197 Abs. 1 aStGB). Bei der "in anderer </div> <div class="para">Weise" begründeten Abhängigkeit steht nach einhelliger Auf- </div> <div class="para">fassung der sexuelle Missbrauch von Patienten durch Psycho- </div> <div class="para">therapeuten im Vordergrund (Jenny, a.a.O., <span class="artref">Art. 193 N 9</span> mit </div> <div class="para">Hinweisen). Daraus ergibt sich, dass nicht allein schon ge- </div> <div class="para">stützt auf das Therapeuten-Patienten-Verhältnis auf einen </div> <div class="para">psychischen Druck des Patienten im Sinne der Art. 189 und </div> <div class="para">190 geschlossen werden kann, ansonsten dem Merkmal der in </div> <div class="para">anderer Weise (als durch ein Arbeitsverhältnis oder durch </div> <div class="para">eine Notlage) begründeten Abhängigkeit gemäss <span class="artref">Art. 193 StGB</span> </div> <div class="para">eine eigenständige Bedeutung weitgehend abginge. In der </div> <div class="para">Regel wird das Ausnützen von Abhängigkeitsverhältnissen </div> <div class="para">abschliessend von den <span class="artref"><artref id="CH/311.0/192" type="start"></artref><artref id="CH/311.0/188" type="start"></artref>Art. 188, 192 und 193 StGB</span><artref id="CH/311.0/192" type="end"></artref><artref id="CH/311.0/193" type="end"></artref> erfasst </div> <div class="para">sein, wobei dem Charakter des Abhängigkeitsverhältnisses </div> <div class="para">oder dem Umstand, dass es sich um ein besonders schwaches </div> <div class="para">Opfer handelt, bei der Strafzumessung zu berücksichtigen </div> <div class="para">sein wird (in diesem Sinne Jenny, a.a.O., <span class="artref">Art. 189 N 14</span>; </div> <div class="para">anderer Meinung - ohne nähere Begründung - Hangartner, </div> <div class="para">a.a.O., S. 244). Nur in den Fällen, in denen der vom Täter </div> <div class="para">ausgeübte Druck die in den erwähnten Bundesgerichtsent- </div> <div class="para">scheiden (oben E. 3a/bb) dargelegte Intensität erreicht, </div> <div class="para">kommen die Tatbestände der sexuellen Nötigung und der Ver- </div> <div class="para">gewaltigung in Betracht. </div> <div class="para"> Wann eine therapiebedingte Abhängigkeit in einen </div> <div class="para">psychischen Druck übergeht, der unter <span class="artref"><artref id="CH/311.0/189" type="start"></artref>Art. 189 und 190 StGB</span><artref id="CH/311.0/190" type="end"></artref> </div> <div class="para">fällt, lässt sich nicht allgemein beantworten (dazu etwa </div> <div class="para">Jörg Rehberg/Niklaus Schmid, Strafrecht III, 7. Aufl., </div> <div class="para">Zürich 1997, § 58 Ziff. 3.1, S. 406; Günter Stratenwerth, </div> <div class="para">Schweizer Strafrecht, BT I, 5. Aufl., Bern 1995, <span class="artref">§ 7 N 50</span> </div> <div class="para">und <span class="artref">§ 8 N 9</span>). Für die Abgrenzung wird namentlich der </div> <div class="para">Charakter der sexuellen Nötigung und der Vergewaltigung als </div> <div class="para">Gewaltdelikte zu beachten sein. Die Auslegung der <span class="artref"><artref id="CH/311.0/189" type="start"></artref>Art. 189 </span></div> <div class="para">und 190 StGB<artref id="CH/311.0/190" type="end"></artref> hat sich insbesondere an der Frage der (zumut- </div> <div class="para">baren) Selbstschutzmöglichkeit des Opfers zu orientieren </div> <div class="para">(vgl. Jenny, a.a.O., <span class="artref">Art. 189 N 14</span> f.; Brigitte Sick, Se- </div> <div class="para">xuelles Selbstbestimmungsrecht und Vergewaltigungsbegriff, </div> <div class="para">Wien 1993, S. 336). Es versteht sich von selbst, dass nicht </div> <div class="para">jeder beliebige Zwang, nicht schon jedes den Handlungserfolg </div> <div class="para">bewirkende kausale Verhalten, auf Grund dessen es zu einem </div> <div class="para">ungewollten Geschlechtsverkehr kommt, eine sexuelle Nötigung </div> <div class="para">darstellen kann (Sick, a.a.O., ebd.; ausführlich zum Ganzen </div> <div class="para">Maier, a.a.O., S. 402 ff.). Mit Blick darauf wird für die </div> <div class="para">Abgrenzung zwischen dem psychischen Druck nach den <span class="artref"><artref id="CH/311.0/189" type="start"></artref>Art. 189 </span></div> <div class="para">und 190 StGB<artref id="CH/311.0/190" type="end"></artref> und der Abhängigkeit gemäss <span class="artref">Art. 193 StGB</span> unter </div> <div class="para">anderem darauf abzustellen sein, ob der Täter mit zusätz- </div> <div class="para">lichen Einwirkungen (als der blossen Ausnützung des Thera- </div> <div class="para">peuten-Patienten-Gefälles) auf das Opfer wesentlich dazu </div> <div class="para">beitrug, dieses in eine (subjektiv) ausweglose Lage zu </div> <div class="para">bringen. Dabei wird der Schwere der Beeinflussung ent- </div> <div class="para">scheidende Bedeutung zukommen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) aa) Aus dem Urteil der Vorinstanz geht hervor, </div> <div class="para">dass der Beschwerdeführer Y.________ im Tatzeitraum thera- </div> <div class="para">peutisch betreute. Diese Betreuung setzte er auch dann noch </div> <div class="para">fort, als Y.________ zu einem anderen Therapeuten gewechselt </div> <div class="para">hatte. Fest steht sodann, dass zwischen Y.________ und dem </div> <div class="para">Beschwerdeführer ein während der Therapie gewachsenes und </div> <div class="para">darüber hinausdauerndes Abhängigkeitsverhältnis bestand. Es </div> <div class="para">ist deshalb grundsätzlich unbeachtlich, über welche Ausbil- </div> <div class="para">dung der Beschwerdeführer verfügte und ob er einzelne der </div> <div class="para">ihm vorgeworfenen Taten beging, als er formell nicht mehr </div> <div class="para">der Therapeut von Y.________ war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Die Ausführungen in den Urteilen der Vor- </div> <div class="para">instanzen (vgl. E. 2b) zur Person der Geschädigten ver- </div> <div class="para">mitteln das Bild einer (im Tatzeitraum) schwachen Per- </div> <div class="para">sönlichkeit mit geringem Selbstwertgefühl, die in ihrer </div> <div class="para">Kindheit von ihren Eltern verstossen worden war, in jungen </div> <div class="para">Jahren alkoholabhängig wurde, ungefähr ab dem 17. Altersjahr </div> <div class="para">auf der Strasse lebte und sich mit Prostitution durchbringen </div> <div class="para">musste. Der Beschwerdeführer war für die Geschädigte nicht </div> <div class="para">nur Therapeut, sondern er nahm für sie eine Vaterstellung </div> <div class="para">ein. Er hatte im Leben von Y.________ einen entsprechend </div> <div class="para">hohen Stellenwert. Er war für sie wie ein "Geländer, an </div> <div class="para">welchem sie sich halten konnte", "eine Stütze und eine </div> <div class="para">Hilfe", was der Beschwerdeführer wusste. Ihm war auch </div> <div class="para">bekannt, dass Y.________ bei manchen mittäglichen Treffen </div> <div class="para">alkoholisiert war. Obschon er in jedem Gespräch daran </div> <div class="para">arbeitete, dass die Geschädigte lerne, sich zu wehren und </div> <div class="para">nicht zu machen, was die andern ihr sagten, unterlief er </div> <div class="para">diese Bemühungen, indem er seine Vertrauensstellung miss- </div> <div class="para">brauchte, um gerade diese Schwächen der Geschädigten für </div> <div class="para">seine sexuelle Befriedigung auszunützen. Y.________ wider- </div> <div class="para">setzte sich den sexuellen Forderungen des Beschwerdeführers </div> <div class="para">lange Zeit kaum, weil sie Angst hatte, ihn zu verlieren. Der </div> <div class="para">Beschwerdeführer hatte ihr ein Schweigegebot auferlegt, da </div> <div class="para">ihm eine Offenlegung der Vorfälle die Stelle kosten könnte. </div> <div class="para">Mit dem Hinweis, dass er "allen erzählen würde, was für eine </div> <div class="para">Person sie sei", wenn sie seinen Wünschen nicht nachkomme, </div> <div class="para">belastete und schüchterte er sie zusätzlich ein. Da sie </div> <div class="para">seine Hilfe und väterliche Zuneigung benötigte und durch </div> <div class="para">eine Anzeige nicht aufs Spiel setzen wollte, fühlte sie sich </div> <div class="para">den sexuellen Forderungen des Beschwerdeführers ausge- </div> <div class="para">liefert. </div> <div class="para"> Angesichts der schwerwiegenden Probleme der Ge- </div> <div class="para">schädigten und ihrer Persönlichkeitsstruktur bestand zwi- </div> <div class="para">schen ihr und dem Beschwerdeführer allein schon therapie- </div> <div class="para">bedingt eine Abhängigkeit. Diese wurde durch die Vater- </div> <div class="para">Tochter-ähnliche-Beziehung zusätzlich verstärkt. Y.________ </div> <div class="para">war durch ihre Jugendzeit (Verstossenwerden durch den Vater) </div> <div class="para">und vor allem durch ihre Alkoholerkrankung physisch und </div> <div class="para">psychisch überdurchschnittlich belastet sowie subjektiv auf </div> <div class="para">die Lebenshilfe seitens des Beschwerdeführers angewiesen. </div> <div class="para">Dieser nutzte die Abhängigkeit der Geschädigten zur Durch- </div> <div class="para">setzung seiner sexuellen Forderungen aus. Obschon angesichts </div> <div class="para">dieser Umstände nachvollziehbar ist, dass die Geschädigte </div> <div class="para">den Beschwerdeführer gewähren liess bzw. sich ihm nicht </div> <div class="para">widersetzte, war ihre Lage unter dem Gesichtspunkt der </div> <div class="para"><span class="artref"><artref id="CH/311.0/189" type="start"></artref>Art. 189 und 190 StGB</span><artref id="CH/311.0/190" type="end"></artref> nicht aussichtslos und eine Wider- </div> <div class="para">setzung nicht unzumutbar. Das gilt zunächst für die Tele- </div> <div class="para">fonate des Beschwerdeführers, welche die Geschädigte gar </div> <div class="para">nicht erst hätte entgegennehmen oder aber vorzeitig beenden </div> <div class="para">können, aber auch für die weiteren Vorfälle. Entscheidend </div> <div class="para">ist in diesem Zusammenhang, dass die Beschwerdeführerin </div> <div class="para">bereits im Jahre 1991 eine Therapie mit dem Beschwerdeführer </div> <div class="para">abgebrochen hatte, als dieser ihr mit Fusskontakten und Um- </div> <div class="para">armungen zu nahe gekommen war, im November 1992 aber wieder </div> <div class="para">zu ihm zurückkehrte, weil sie ihn als Fachmann betrachtete. </div> <div class="para">Es ist nicht zu erkennen, weshalb die Geschädigte bereits </div> <div class="para">kurz nach Wiederaufnahme der Therapie gegenüber den </div> <div class="para">Annäherungen des Beschwerdeführers in einer aussichtslosen </div> <div class="para">Lage gewesen sein soll, in der ihr ein Widerstand oder </div> <div class="para">Ausweichen nicht habe zugemutet werden können, nachdem es </div> <div class="para">ihr doch zuvor bereits gelungen war, aus geringerem Anlass </div> <div class="para">eine Therapie beim Beschwerdeführer abzubrechen. Dies umso </div> <div class="para">weniger, als der vom Beschwerdeführer ausgeübte Druck im </div> <div class="para">Unterschied zu den vom Bundesgericht bisher bejahten Fällen </div> <div class="para">bei erwachsenen Opfern </div> <div class="para">weder andauernd noch vergleichbar intensiv war (vgl. BGE 126 </div> <div class="para">IV 124; Urteil des Bundesgerichts 6S.199/2000 vom 10. April </div> <div class="para">2001). Die Missachtung des der Geschädigten vom Beschwerde- </div> <div class="para">führer auferlegten Schweigegebotes hätte vorrangig dem Be- </div> <div class="para">schwerdeführer geschadet. Für die Geschädigte selbst hätte </div> <div class="para">dies einzig den Verlust der Behandlung und der Vaterfigur </div> <div class="para">bedeutet, was nicht als erhebliche Nachteile zu werten ist. </div> <div class="para">Ein mit den anderen Nötigungsmitteln der <span class="artref"><artref id="CH/311.0/189" type="start"></artref>Art. 189 und </span></div> <div class="para">190 StGB<artref id="CH/311.0/190" type="end"></artref> vergleichbarer nötigender psychischer Druck lässt </div> <div class="para">sich auch nicht aus dem äusserst unspezifischen Hinweis des </div> <div class="para">Beschwerdeführers an die Geschädigte ableiten, dass er </div> <div class="para">"allen erzählen würde, was für eine Person sie sei", wenn </div> <div class="para">sie seinen Wünschen nicht nachkomme. Den Urteilen der Vor- </div> <div class="para">instanzen lässt sich nämlich nicht entnehmen, dass die Ge- </div> <div class="para">schädigte befürchtete, der Beschwerdeführer könnte poten- </div> <div class="para">ziell rufschädigende Tatsachen über sie verbreiten (z.B. </div> <div class="para">Alkoholismus, Werdegang), die ihrem Umfeld nicht bereits </div> <div class="para">bekannt waren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Ab- </div> <div class="para">hängigkeit der Geschädigten vom Beschwerdeführer keinen für </div> <div class="para">die Annahme eines psychischen Druckes im Sinne der <span class="artref"><artref id="CH/311.0/189" type="start"></artref>Art. 189 </span></div> <div class="para">und 190 StGB<artref id="CH/311.0/190" type="end"></artref> genügenden Schweregrad erreichte. Die Verurtei- </div> <div class="para">lung des Beschwerdeführers wegen mehrfacher sexueller Nöti- </div> <div class="para">gung und mehrfacher Vergewaltigung verletzt Bundesrecht. Mit </div> <div class="para">der Aufhebung des angefochtenen Urteils in den genannten </div> <div class="para">Punkten erübrigt sich eine Überprüfung der ebenfalls bean- </div> <div class="para">standeten Strafzumessung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> e) aa) Die Vorinstanz hat einerseits vollständig </div> <div class="para">auf den von der Anklageschrift geschilderten Sachverhalt </div> <div class="para">abgestellt. Andererseits hat sie die Schilderungen der </div> <div class="para">Geschädigten als glaubwürdig angesehen und damit vollständig </div> <div class="para">übernommen. Während die Anklageschrift nur eine Verhaltens- </div> <div class="para">weise des Beschwerdeführers schildert, die als physische </div> <div class="para">Gewalt gewertet werden könnte (Festhalten der Unterarme und </div> <div class="para">Hände, Sich-mit-dem-ganzen-Körpergewicht-auf-die-Geschädigte- </div> <div class="para">Legen, Niederdrücken in die Matratze), gehen aus den von der </div> <div class="para">Vorinstanz gewürdigten Aussagen der Geschädigten weitere </div> <div class="para">ähnliche Handlungen des Beschwerdeführers hervor. Die Ge- </div> <div class="para">schädigte gab an, der Beschwerdeführer habe sie mit einer </div> <div class="para">Art Würgegriff immer am Hals packen wollen und ihr auch die </div> <div class="para">Kleider vom Leib gerissen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Vorinstanz führt aus, die Anklage gehe haupt- </div> <div class="para">sächlich von einem psychischen Druck des Beschwerdeführers </div> <div class="para">aus und nur am Rande von physischer Gewalt. Die gegenüber </div> <div class="para">der Anklageschrift ergänzenden und präzisierenden Aus- </div> <div class="para">führungen der Geschädigten wirkten sich nicht zum Nachteil </div> <div class="para">des Beschwerdeführers aus. Daraus wird nicht deutlich, ob </div> <div class="para">die Vorinstanz gestützt auf den Anklagegrundsatz nur auf den </div> <div class="para">in der Anklageschrift geschilderten Sachverhalt abstellt und </div> <div class="para">nicht auf die zusätzlichen Schilderungen der Geschädigten, </div> <div class="para">oder ob sie zu Gunsten des Beschwerdeführers rechtlich davon </div> <div class="para">ausgeht, sein Verhalten erfülle lediglich das Tatbestands- </div> <div class="para">merkmal des Unter-psychischen-Druck-Setzens und nicht auch </div> <div class="para">dasjenige der Gewalt. Unter diesen Umständen wird die Vor- </div> <div class="para">instanz bei der Neubeurteilung prüfen müssen, ob der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer die Geschädigte mit Gewalt zum Geschlechts- </div> <div class="para">verkehr oder zu sexuellen Handlungen nötigte und deshalb die </div> <div class="para">Tatbestände der <span class="artref"><artref id="CH/311.0/189" type="start"></artref>Art. 189 und 190 StGB</span><artref id="CH/311.0/190" type="end"></artref> erfüllte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Soweit die von der Vorinstanz als Verge- </div> <div class="para">waltigung und sexuelle Nötigung qualifizierten Handlungen </div> <div class="para">des Beschwerdeführers den Tatbestand der Ausnützung der </div> <div class="para">Notlage (<span class="artref">Art. 193 StGB</span>) erfüllen könnten, wäre die Frage der </div> <div class="para">Verjährung zu prüfen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Fraglich bleibt, ob und gegebenenfalls welche Wir- </div> <div class="para">kungen die Gutheissung der Nichtigkeitsbeschwerde in den </div> <div class="para">angefochtenen Punkten auf die von der Vorinstanz gleich- </div> <div class="para">zeitig mitbeurteilten Zivilforderungen der Geschädigten hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Nach der Rechtsprechung muss die eidgenössische </div> <div class="para">Nichtigkeitsbeschwerde im Zivilpunkt die Angabe, welche </div> <div class="para">Punkte des Entscheides angefochten werden, und die be- </div> <div class="para">zifferten Anträge enthalten. Fehlt eine solche Bezifferung </div> <div class="para">und kann der Beschwerdebegründung in Verbindung mit dem </div> <div class="para">angefochtenen Urteil nicht ohne weiteres entnommen werden, </div> <div class="para">in welchem Umfang die Beträge oder Quoten durch den Be- </div> <div class="para">schwerdeführer angefochten sind, ist auf die Nichtigkeits- </div> <div class="para">beschwerde nicht einzutreten (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=12.03.2002&amp;to_date=31.03.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-IV-141%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page141">BGE 127 IV 141</a> E. 1c mit Hin- </div> <div class="para">weis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> In der Nichtigkeitsbeschwerde im Zivilpunkt muss </div> <div class="para">der Beschwerdeführer konkrete Rechtsbegehren stellen. Ein </div> <div class="para">Antrag, das angefochtene Urteil aufzuheben, ist grund- </div> <div class="para">sätzlich ungenügend und führt zu einem Nichteintretens- </div> <div class="para">entscheid. Das gilt auch, wenn sich die Nichtigkeitsbe- </div> <div class="para">schwerde gleichzeitig gegen den Strafpunkt richtet; der </div> <div class="para">Beschwerdeführer hat dann nicht nur die Aufhebung des an- </div> <div class="para">gefochtenen Urteils in den strafrechtlichen Punkten zu </div> <div class="para">beantragen, sondern darüber hinaus gesondert konkrete </div> <div class="para">Rechtsbegehren zu den Zivilpunkten zu stellen (BGE 127 IV </div> <div class="para">141 E. 1d). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Der Beschwerdeführer beantragt die vollum- </div> <div class="para">fängliche Aufhebung des angefochtenen Urteils und die </div> <div class="para">Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. </div> <div class="para">In der Beschwerdebegründung wird ausgeführt, die Beschwerde </div> <div class="para">richte sich sowohl gegen die Subsumtion der dem Beschwerde- </div> <div class="para">führer vorgeworfenen Handlungen, als auch gegen die Höhe der </div> <div class="para">ausgesprochenen Strafe und damit auch gegen die damit ver- </div> <div class="para">bundenen Nebenfolgen. In der Beschwerde fehlen aber sowohl </div> <div class="para">Anträge als auch Ausführungen zu den von der Vorinstanz </div> <div class="para">beurteilten Zivilforderungen der Beschwerdegegnerin </div> <div class="para">(Genugtuung und Therapiekosten). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer hat seine Verurteilung wegen </div> <div class="para">mehrfacher Schändung zum Nachteil der Beschwerdegegnerin </div> <div class="para">nicht angefochten. Er räumt ferner ein, dass sein übriges </div> <div class="para">Verhalten den Tatbestand des <span class="artref">Art. 193 StGB</span> erfüllen könnte. </div> <div class="para">Es ist deshalb nicht zu erkennen, inwiefern sich das heutige </div> <div class="para">Urteil auf die Beurteilung der Schadenersatzforderung der </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin (Zahlung der dadurch notwendigen </div> <div class="para">Therapiekosten) auswirken könnte. Ferner ist die Frage, ob </div> <div class="para">die Taten des Beschwerdeführers die <span class="artref"><artref id="CH/311.0/189" type="start"></artref>Art. 189 und 190 StGB</span><artref id="CH/311.0/190" type="end"></artref> </div> <div class="para">oder <span class="artref">Art. 193 StGB</span> erfüllen, für die Bemessung der Ge- </div> <div class="para">nugtuung grundsätzlich unerheblich, weil sich an den Taten </div> <div class="para">selbst nichts ändert. Unter zivilrechtlichen Gesichtspunkten </div> <div class="para">ist schliesslich ohne Belang, ob das Ausnützen der Notlage </div> <div class="para">nach <span class="artref">Art. 193 StGB</span> verjährt ist, da der Beschwerdeführer </div> <div class="para">keine Verjährungseinrede erhoben hat (vgl. Eventualantrag in </div> <div class="para">der Berufung, Ziff. 4). Unter diesen Umständen wäre der </div> <div class="para">Beschwerdeführer verpflichtet gewesen darzulegen, ob und </div> <div class="para">inwieweit und aus welchen Gründen er auch seine Verurteilung </div> <div class="para">im Zivilpunkt anfechten will. Da er dies unterlassen hat, </div> <div class="para">ist auf die Nichtigkeitsbeschwerde nicht einzutreten, soweit </div> <div class="para">sie sich gegen die Dispositivziffern 3 und 4 des ange- </div> <div class="para">fochtenen Urteils richtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 5.- Die Nichtigkeitsbeschwerde ist gutzuheissen. Bei </div> <div class="para">diesem Ausgang des Verfahrens werden keine Kosten erhoben </div> <div class="para">und wird dem Beschwerdeführer eine angemessene Entschädigung </div> <div class="para">aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet. Auf eine Ersatz- </div> <div class="para">pflicht der unterliegenden Beschwerdegegnerin (<span class="artref">Art. 278 </span></div> <div class="para">Abs. 3 BStP) wird verzichtet. </div> <div class="para"> Mit dem Entscheid in der Sache ist das Gesuch um </div> <div class="para">aufschiebende Wirkung gegenstandslos. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird gut- </div> <div class="para">geheissen, soweit darauf einzutreten ist. Das Urteil des </div> <div class="para">Obergerichts des Kantons Zürich, I. Strafkammer, vom </div> <div class="para">18. Dezember 2000 wird mit Ausnahme der Dispositivziffern 3 </div> <div class="para">und 4 aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an die </div> <div class="para">Vorinstanz zurückgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Dem Beschwerdeführer wird aus der Bundesgerichts- </div> <div class="para">kasse eine Entschädigung von Fr. 2'500.-- ausgerichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Dieses Urteil wird den Parteien, der Staats- </div> <div class="para">anwaltschaft sowie dem Obergericht (I. Strafkammer) des </div> <div class="para">Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> ______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 20. März 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Im Namen des Kassationshofes </div> <div class="para"> des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para"> Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>