<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">124</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>27 Vorbereitungshaft;</b></span> <span class="ft2"><b>Haftdauer</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Bei einer Vorbereitungshaft gestützt auf Art. 75 Abs. 1 lit. f AuG ist mit</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Blick auf Art. 37 AsylG grundsätzlich innerhalb von zehn Arbeitstagen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>mit einem Nichteintretensentscheid im Asylverfahren zu rechnen. Ohne</b></span><br/> <span class="ft2"><b>besondere Gründe rechtfertigt sich deshalb eine mehrmonatige Haft zur</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Sicherstellung des Wegweisungsverfahrens nicht.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Einzelrichters des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer,</span><br/> <span class="ft3">vom 15. November 2013 in Sachen Amt für Migration und Integration gegen</span><br/> <span class="ft3">A. (WPR.2013.177).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Migrationsrecht</span> <span class="page_no">125</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">7.</span><br/> <span class="ft1">Das MIKA ordnete die Vorbereitungshaft für sechs Monate an</span><br/> <span class="ft1">und schöpfte damit das gemäss Art. 75 Abs. 1 AuG für die Vorberei-</span><br/> <span class="ft1">tungshaft erlaubte Höchstmass aus.</span><br/> <span class="ft1">Wie das Bundesgericht mit Entscheid vom 4. September 2007</span><br/> <span class="ft1">(2C_275/2007) festgehalten hat, wurde die Regelung gemäss Art. 75</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 lit. f AuG in das Gesetz aufgenommen, um die Vorbereitungs-</span><br/> <span class="ft1">haft mit dem asylrechtlichen Nichteintretensgrund der missbräuchli-</span><br/> <span class="ft1">chen Nachreichung eines Asylgesuches gemäss Art. 33 AsylG zu ko-</span><br/> <span class="ft1">ordinieren (Erw. 2.1). Hinsichtlich der vorliegend interessierenden</span><br/> <span class="ft1">Haftdauer ist daher zu berücksichtigen, dass gemäss Art. 37 AsylG</span><br/> <span class="ft1">Nichteintretensentscheide in der Regel innerhalb von zehn Arbeitsta-</span><br/> <span class="ft1">gen nach der Gesuchstellung zu treffen und summarisch zu begrün-</span><br/> <span class="ft1">den sind. Ist die 10-tägige Frist abgelaufen, steht dies zwar einem</span><br/> <span class="ft1">Nichteintretensentscheid gemäss Art. 33 AsylG nicht entgegen; die</span><br/> <span class="ft1">Behörden sind jedoch verpflichtet, gerade bei Personen, die sich in</span><br/> <span class="ft1">Haft befinden, rasch zu entscheiden (Art. 75 Abs. 2 AuG). Diese</span><br/> <span class="ft1">zeitlichen Vorgaben für die Durchführung des Asylverfahrens müs-</span><br/> <span class="ft1">sen bei der Bemessung der Dauer der Vorbereitungshaft berücksich-</span><br/> <span class="ft1">tigt werden. Ohne besondere Gründe rechtfertigt es sich bei der</span><br/> <span class="ft1">vorliegenden Konstellation nicht, die Vorbereitungshaft gestützt auf</span><br/> <span class="ft1">Art. 75 Abs. 1 lit. f AuG für mehrere Monate anzuordnen. Erweist</span><br/> <span class="ft1">sich im Verlauf des Asylverfahrens, dass eine Erledigung durch einen</span><br/> <span class="ft1">Nichteintretensentscheid gemäss Art. 33 AsylG ausser Betracht fällt,</span><br/> <span class="ft1">ist die auf Art. 75 Abs. 1 lit. f AuG beruhende Vorbereitungshaft zu</span><br/> <span class="ft1">beenden, wobei jedoch ein anderer Haftgrund gemäss Art. 75 AuG</span><br/> <span class="ft1">die weitere Aufrechterhaltung der Vorbereitungshaft rechtfertigen</span><br/> <span class="ft1">kann. Nach Erlass des erstinstanzlichen Wegweisungsentscheids ist</span><br/> <span class="ft1">dessen Vollzug gegebenenfalls mit einer Ausschaffungs- oder Durch-</span><br/> <span class="ft1">setzungshaft zu sichern (Urteil des Bundesgerichts vom 4. September</span><br/> <span class="ft1">2007 [2C_275/2007], Erw. 2.3 und 5.2, mit Hinweis).</span><br/> <span class="ft1">Vorliegend erfolgte die Einreichung des Asylgesuchs durch den</span><br/> <span class="ft1">Gesuchsgegner am 14. November 2013. Besondere Umstände, wel-</span><br/> <span class="ft1">che im vorliegenden Fall die Anordnung einer Vorbereitungshaft für</span><br/> <span class="ft1">mehrere Monate rechtfertigen könnten, sind nicht ersichtlich. Unter</span><br/> <span class="ft1">den dargelegten Umständen erscheint daher eine Haftdauer von</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">126</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">einem Monat als angemessen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen,</span><br/> <span class="ft1">dass eine Verlängerung der Vorbereitungshaft gemäss Art. 75 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">lit. f AuG möglich ist, wenn innerhalb der festgesetzten Haftdauer</span><br/> <span class="ft1">kein Nichteintretensentscheid gemäss Art. 33 AsylG gefällt werden</span><br/> <span class="ft1">kann (Urteil des Bundesgerichts vom 4.</span> <span class="ft1">September 2007</span><br/> <span class="ft1">[2C_275/2007], Erw. 5.2).</span><br/></div> </div> </body> </html>