Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 11. November 2014 (400 14 176) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Berücksichtigung des tatsächlich erzielten Nettoeinkommens des Pflichtigen für die Un- terhaltsberechnung im Eheschutzverfahren bei alternierender oder geteilter Obhut. Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader; Gerichtsschreiber Hansruedi Zwei- fel Parteien A.____ vertreten durch Advokatin Dr. Caroline Cron, Elisabethenstrasse 15, Postfach 430, 4010 Basel, Klägerin und Berufungsbeklagte gegen B.____, Beklagter und Berufungskläger Gegenstand Eheschutz Berufung gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichtspräsidenten Basel- Landschaft West vom 17. Juni 2014 A. Mit Entscheid des Zivilkreisgerichtspräsidenten Bas el-Landschaft West vom 17.06.2014 wurde den Ehegatten das Getrenntleben bewilligt ver bunden mit der Feststellung, dass sie die- ses durch Auszug der Ehefrau aus der ehelichen Wohn ung am 09.10.2012 aufgenommen hat- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten (Ziff. 1). Das Kind der Ehegatten, C.___, wurde unter die Obhut des jeweils betreuenden Elternteils gestellt, wobei ihr Wohnsitz bei der Mutte r bestimmt wurde. Gleichzeitig wurde fest- gehalten, dass die Eltern die Tochter gemäss gemeinsamer Absprache abwechselnd in einem wöchentlichen Turnus betreuen (Ziff. 2). Der Ehemann wurde zur Bezahlung monatlicher und vorauszahlbarer Unterhaltsbeiträge in folgender Höhe, jeweils zuzüglich der Hälfte der allfällig dem Ehemann ausbezahlten Kinderzulagen, verpflichtet : ab 01.01.-31.05.2014 CHF 4‘900.00, wovon je CHF 2‘000.00 für das Kind und CHF 2‘900.00 für die Ehefrau bestimmt waren (Ziff. 3); ab 01.06.-31.12.2014 CHF 5‘600.00, wovon je CHF 2‘000.00 für das Kind und CHF 3‘600.00 für die Ehefrau bestimmt waren (Ziff. 4); ab 01.01.2015 CHF 4‘750.00, wovon je CHF 2‘000.00 für das Kind und CHF 2‘750.00 für die Ehefrau bestimmt waren (Ziff. 5). Weiter wurde mit sofortiger Wirkung die Gütertrennung angeordnet (Ziff. 6). Die Gerichtsgebühr wurde den Ehegatten je zur Hälfte auferlegt und jede Partei wurde zur Tragung ihrer eigenen Parteikosten verpflichtet (Ziff. 7). Er begründete seinen Entscheid wie folgt: Die Tochter halte sich eine Woche bei der Mutter und e ine Woche beim Vater auf und werde tagsüber ausserhalb der Schulferien nach der Schule vo n der Mutter betreut. Die Betreuungs- anteile von beiden Elternteilen seien ähnlich gross, w eshalb es sich rechtfertige, die Tochter unter die Obhut des jeweils betreuenden Elternteils zu stellen. Die Mehrbetreuung, welche die Ehefrau tagsüber an ihren freien Arbeitstagen erbrin ge, rechtfertige nicht, von einer wesentlich grösseren Betreuungssituation bei der Mutter auszugehen. Die Ehefrau sei zur Zeit mit einem Pensum von 60%, der Ehemann mit einem solchen von 100% erwerbstätig. Das monatliche Nettomonatseinkommen inkl. 13. Monatslohn der Ehefrau betrage aktuell CHF 4‘930.00. Da der Ehemann einen wesentlichen Teil der Betreuungsaufgaben übernehme, sei es der Ehefrau zu- mutbar, nach einer Übergangsfrist bis Ende 2014 ihre Erwerbstätigkeit auf ein Pensum von 80% zu erhöhen. Dies ergebe ab Januar 2015 ein anzurec hnendes Nettomonatseinkommen inkl. 13. Monatslohn von CHF 6‘577.00. Hinzu komme bei d er Ehefrau ein monatlicher Vermö- gensertrag von CHF 257.00. Das monatliche Nettoeinkomme n des Ehemannes betrage CHF 15‘202.00. Dieses sei ungekürzt in der Bedarfsberec hnung einzusetzen, weil der Ehe- mann bisher mit einem vollen Pensum erwerbstätig gewesen sei und nicht beabsichtige, dieses zu reduzieren. Aufgrund der geteilten Obhut liege kein Fall einer Sonderanstrengung resp. ei- nes Mehreinsatzes des Ehemannes vor, welcher ihm auf Dauer nicht zumutbar sei. Für die Bedarfsberechnung seien die Grundbeträge, die Krankenkassenprämien, die Privathaft- pflicht- und Hausratversicherung, die Wohnkosten der Ehe frau und die Kosten für Arzt, Zahn- arzt und Selbstbehalt/Franchise unbestritten. Per 22.04.2014 reduziere sich der Hypothekarzins für die vom Ehemann bewohnte Liegenschaft von CHF 2‘2 96.00 auf CHF 944.00 pro Monat, was sich auf die Unterhaltsberechnung ab 01.06.2014 auswi rke. Der Ehemann belege Neben- kosten für die eheliche Liegenschaft von durchschnittlich CHF 366.90 pro Monat. Aufgrund der vorliegenden guten Verhältnisse erscheine es angemessen, beiden Ehegatten für den Arbeits- weg resp. die Benutzung eines Motorfahrzeugs CHF 500.00 einzusetzen. Die zusätzlichen Kin- derkosten von CHF 498.00 pro Monat setzten sich zusammen aus CHF 48.00 für das U-Abo, CHF 125.00 für Mittagstisch und Tagesmutter, CHF 125.0 0 für Taschengeld, Ausgaben für La- ger, Klassenkasse und Material sowie CHF 200.00 für Hobb ys (Tennis, Hip Hop etc.). Bei den laufenden Steuern pro Monat seien beim Ehemann CHF 1 ‘700.00 und bei der Ehefrau Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 1‘300.00 einzusetzen. Bei hälftiger Teilung des Üb erschusses ergebe sich aus den Be- rechnungen, dass der Ehemann der Ehefrau für sich und di e Tochter C.____ monatliche und vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge zuzüglich der Hälfte der allfällig dem Ehemann ausbezahlten Kinderzulagen ab 01.01.-31.05.2014 von CHF 4‘900.00, ab 01.06.-31.12.2014 von CHF 5‘600.00 und ab 01.01.2015 von CHF 4‘750.00 zu bezahlen habe. Von diesem Gesamtun- terhaltsbeitrag seien jeweils CHF 2‘000.00 zuzüglich der Hälfte der allfällig dem Ehemann aus- bezahlten Kinderzulagen für das Kind und der Restbetra g für die Ehefrau bestimmt. Habe der Ehemann im Zeitraum ab 01.01.2014 bereits Unterhalts beiträge geleistet, seien diese anzu- rechnen. Die Ehefrau habe sich mit dem Begehren des Ehemannes a uf Anordnung der Gütertrennung einverstanden erklärt, weshalb die Gütertrennung mit sofortiger Wirkung anzuordnen sei. B. Gegen diesen Entscheid erhob der Ehemann mit Eingabe vom 21.08.2014 Berufung und stellte folgende Anträge: „1. Es sei der Ehemann in Abänderung von Ziff. 3 des an gefochtenen Entscheids zu ver- pflichten, der Ehefrau für sich und die Tochter C.____ mit Wirkung ab 1. Januar 2014 bis 31. Mai 2014 monatliche und vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 3‘000 zuzüglich der Hälf- te der allfällig dem Ehemann ausbezahlten Kinderzula gen zu bezahlen, wovon je CHF 800 zu- züglich der Hälfte der allfällig ausbezahlten Kinderz ulagen für das Kind und CHF 2'200 für die Ehefrau bestimmt sind. Bereits geleistete Unterhaltsbeiträge sind anzurechnen. 2. Es sei der Ehemann in Abänderung von Ziff. 4 des ang efochtenen Entscheids zu ver- pflichten, der Ehefrau für sich und die Tochter C.____ mit Wirkung ab 1. Juni 2014 bis 31. De- zember 2014 monatliche und vorauszahlbare Unterhaltsbe iträge von CHF 3‘950 zuzüglich der Hälfte der allfällig dem Ehemann ausbezahlten Kinde rzulagen zu bezahlen, wovon je CHF 800 zuzüglich der Hälfte der allfällig ausbezahlten Kinderzulagen für das Kind und CHF 3‘150 für die Ehefrau bestimmt sind. Bereits geleistete Unterhaltsbeiträge sind anzurechnen. 3. Es sei der Ehemann in Abänderung von Ziff. 5 des ang efochtenen Entscheids zu ver- pflichten, der Ehefrau für sich und die Tochter C.____ mit Wirkung ab 1. Januar 2015 monatli- che und vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 3‘250 zuzüglich der Hälfte der allfällig dem Ehemann ausbezahlten Kinderzulagen zu bezahlen, wovon je CHF 700 zuzüglich der Hälfte der allfällig ausbezahlten Kinderzulagen für das Kind und CHF 2'550 für die Ehefrau bestimmt sind. 4. Es sei die Gütertrennung in Abänderung von Ziff. 6 des angefochtenen Entscheids per 24. Februar 2014, eventualiter per 10. Februar 2014, anzuordnen. 5. Unter o/e Kostenfolge“ Der Vorderrichter habe das Recht in mehrfacher Hinsicht falsch angewendet und teilweise auch den Sachverhalt unrichtig festgestellt. Das monatliche Nettoeinkommen des Ehemannes (100% Pensum) sei 2014 etwas gesunken und betrage ohne Kinderzu lage nicht CHF 15‘202.00, son- dern CHF 15‘184.62. Davon seien 16% als überobligatori sches Einkommen abzuziehen, was ein relevantes Einkommen des Ehemannes von CHF 12‘755.00 ergebe. Der Vorderrichter habe unberücksichtigt gelassen, dass seit der Trennung im Oktobe r 2012 nicht nur der Aufwand des Ehemannes für die Betreuung der Tochter stark zugenomm en habe und somit eine Sonderan- strengung bzw. ein Mehreinsatz des Ehemannes vorliege, son dern auch, dass sich das Ver- hältnis des Aufwandes der Ehegatten für die Betreuung der Tochter stark zulasten des Ehe- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht mannes verschoben habe. Für die Annahme, dass die Betreu ungsanteile beider Ehegatten auch vor der Trennung annähernd gleich gross gewesen sei en und nach der Trennung keine beachtliche Erhöhung der Kindesbetreuung durch den E hemann erfolgt sei, lägen weder Indi- zien noch Beweise vor. Vielmehr sei die Ehefrau immer bl oss einem Pensum von 60%, der Ehemann hingegen einem solchen von 100% nachgegangen. Dies sei Indiz genug, dass sich die Ehefrau vor der Trennung entsprechend deutlich meh r um die gemeinsame Tochter ge- kümmert habe als der Ehemann. Vor der Trennung sei er davon ausgegangen, dass die ge- meinsame Tochter in erster Linie durch die Ehefrau bet reut werde, was eine relevante Mehrbe- treuung durch die Ehefrau vor der Trennung indiziere . Nach der Trennung sei nicht nur der Be- treuungsaufwand des Ehemannes stundenmässig stark angestiegen. Vor allem habe auch sein Betreuungsanteil im Verhältnis zu jenem der Ehefrau de utlich zugenommen und betrage heute rund 47,4%. Entgegen den Ausführungen im angefochtenen Entscheid liege somit ein Fall einer Sonderanstrengung resp. eines Mehreinsatzes des Ehemann es vor, der ihm auf Dauer nicht zumutbar sei. Ob er nach der Trennung sein Arbeitspensu m auf mehr als 100% erhöhe oder seine freie Zeit dazu nutze, mehr Zeit in die Betreuu ng seiner Tochter zu stecken, dürfe für die Frage, ob ein überobligatorisches Einkommen erzielt wer de, keine Rolle spielen. In beiden Fäl- len liege eine nicht zumutbare Sonderanstrengung bzw . ein Mehreinsatz vor. Wenn im ersten Fall das überobligatorische Einkommen für die Berechnung des Unterhalts nicht zu berücksich- tigen sei, dürfe dieses auch im zweiten Fall nicht berücksic htigt werden. Die Ungleichbehand- lung dieser Fälle sei bundesrechtswidrig. Es könne nicht sein, dass ihm zugemutet werde, ne- ben der hälftigen Betreuung seines dreizehnjährigen K indes weiterhin einer vollen Erwerbstä- tigkeit nachzugehen. Eine solche Erhöhung des Betreuung saufwandes des Ehemannes unter gleichzeitiger Beibehaltung des Arbeitspensums von 100% sei ihm folglich auf die Dauer nicht zumutbar. Die Berücksichtigung des überobligatorischen Tei ls des Einkommens des Eheman- nes sei bundesrechtswidrig. Richtig wäre es, das derzeitige Gesamtpensum der Ehegatten von 160% im (umgekehrten) Verhältnis der Betreuung von 56. 6/47.4 zu teilen. Dies ergebe bei der Ehefrau ein hypothetisches Arbeitspensum von 76% und b eim Ehemann ein solches von 84%, woraus sich ein anrechenbares Nettoeinkommen des Ehemannes von CHF 12‘755.00 exkl. Kinderzulage ergebe. Gleichzeitig sei der Ehefrau ab 0 1.01.2015 ein hypothetisches Einkom- men mit einem Pensum zu 76%, ausmachend bloss CHF 6‘245.00 anzurechnen. Sollte beim Ehemann wider Erwarten kein überobligato risches Einkommen anerkannt werden, seien bei seinem Bedarf die Kosten für die Putzfrau (j ede zweite Woche 4 Stunden) in Höhe von rund CHF 2‘500.00 zu berücksichtigen. Die Kosten für den Arbeitsweg betrügen für den Ehemann monatlich CHF 548.00 (11‘000 km à CHF 0.50 zzgl. Parkplatzmiete am Arbeitsort von CHF 1‘080.00 pro Jahr) bzw. CHF 475.00 bei Annahme eines überobligatorischen Einkommens des Ehemannes. Der Vorderrichter habe einzig die vorlieg end guten Verhältnisse zur Begrün- dung der Autokosten herangezogen, ohne die tatsächlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Der Ehemann sei auf das Auto angewiesen, brauche er d och mit dem öffentlichen Verkehr mehr als doppelt soviel Zeit und nehme er doch neben seinem Arbeitspensum von 100% rund die Hälfte der Kindesbetreuung wahr. Auch die Steuer verwaltung akzeptiere den Abzug für die Autofahrtkosten in Höhe von CHF 7‘700.00 pro Jahr. D ie Ehefrau habe die Kosten für den Ar- beitsweg nicht dargetan. Es sei ihr zumutbar, ihren Ar beitsweg mit dem öffentlichen Verkehr zurückzulegen, weshalb bei ihr bloss die Kosten für ein Jahres-U-Abo von monatlich CHF 61.00 Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu berücksichtigen seien. Entgegen den Ausführungen im angefochtenen Entscheid habe der Ehemann die von der Ehefrau für sich und die Tochter ge ltend gemachten Kosten für Arzt- und ähnliche Auslagen von monatlich CHF 150.00 anlässlich der Verhandlung vom 05.05.2014 be- stritten, was leider nicht Eingang in das Protokoll gefu nden habe. Die Berücksichtigung eines derart höheren Betrags im Verhältnis zu demjenigen de s Ehemannes von CHF 50.00 sei unbe- gründet. Die selbst getragenen Krankheitskosten hätten f ür den Ehemann, die Ehefrau und die Tochter zuvor jährlich CHF 1‘466.00 betragen, wovon CHF 326.00 auf den Ehemann, CHF 74.00 auf die Ehefrau und CHF 1‘066.00 auf die Tochter entfallen seien. Die Kosten für die Tochter beträfen ohnehin eine mehrjährige Zahnkorrektur, welche im Juni 2014 beendet worden sei. Die Schulungskosten für die Tochter seien um CHF 9 9.00 auf CHF 399.00 pro Monat zu reduzieren. Das Jahres-U-Abo koste auf den Monat umgele gt CHF 40.00. Tatsächlich benötige die Tochter – wenn überhaupt – nur für die Winterhal bzeit ein U-Abo, weshalb für den Schulweg maximal CHF 24.00 pro Monat berechtigt seien. Die Kost en für Taschengeld, Ausgaben für Lager, Klassenkasse und Material von CHF 125.00 pro M onat seien viel zu hoch und unbelegt. Angemessen seien CHF 25.00 für Taschengeld und CHF 25. 00 für Lager, Klassenkasse und Material pro Monat. Bei der Festsetzung der Nebenkosten der Liegenschaft seien die Heizkos- ten von monatlich CHF 84.45 vergessen worden, weshalb d ie Nebenkosten des Ehemannes richtigerweise CHF 454.00 pro Monat betrügen. Die im angefochtenen Entscheid angegebenen Steuern seien zu pauschal und unabhängig vom zu bezahlenden Unterhaltsbeitrag gleich hoch, was nicht richtig sein könne. Die zutreffende Steuerschätzu ng ergebe sich aus Anhang II zur Berufung. Woraus sich die Höhe des Kinderunterhaltsbeitrags von CHF 2‘000.00 ergebe, sei nicht ersicht- lich. Eine Begründung dazu und eine Bezugnahme auf di e Begründung der Eingabe des Ehe- mannes vom 24.02.2014 fehlten. Damit sei das rechtlic he Gehör verletzt und dieser Beitrag willkürlich festgesetzt worden. Im vorliegenden Fall müsst en die Kindesunterhaltskosten, an denen jeder Elternteil nach Massgabe seiner Leistungsfä higkeit beizutragen habe, für beide Ehegatten ausgewiesen werden. In der Berechnung im A nhang III zur Berufung werde auf die Erfassung des exakten Bedarfs verzichtet und auf die 15% -Regel abgestellt. Einzig die von der Ehefrau allein zu tragenden Kosten für die Tochter w ie z.B. Krankenkasse etc. würden separat erfasst. Daraus ergebe sich ein vom Ehemann pro Monat zu l eistender Kinderunterhaltsbeitrag von CHF 800.00 bis Ende 2014 und von CHF 700.00 ab Januar 2015. Mit der Anordnung der Gütertrennung durch die Vorin stanz mit sofortiger Wirkung, d.h. mit Wir- kung ab 17.06.2014, werde Art. 204 Abs. 2 ZGB verletzt. Den Antrag auf Gütertrennung habe der Ehemann am 24.02.2014 eingereicht. Die Ehefrau h abe sich damit ausdrücklich einver- standen erklärt. Somit sei die Gütertrennung zwingend per 24.02.2014 anzuordnen. C. Mit Berufungsantwort vom 11.09.2014 beantragte die E hefrau die kostenfällige Abwei- sung der Berufung. Vorweg sei festzuhalten, dass die To chter auch in der Woche, in welcher sie beim Vater wohne, tagsüber am Montag-, Mittwoch-, Donnerstag- und jeden 2. Freitag- nachmittag von der Mutter betreut werde. Der Vater b etreue die Tochter somit in seiner Betreu- ungswoche jeweils nach Feierabend. Der Betreuungsantei l der Mutter sei daher höher als der- jenige des Vaters. Zudem sei der Vater aufgrund dieser Betreuungsregelung weiterhin in der Lage, seiner 100%-igen Berufstätigkeit nachzugehen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gemäss Lohnabrechnung vom Januar 2014 werde ein Nettoei nkommen von CHF 15‘384.65 ausgewiesen, was noch höher sei als das von der Vorinsta nz zugrunde gelegte Einkommen des Ehemannes. Dass dem Berufungskläger lediglich ein Eink ommen von CHF 15‘184.62 aus- gerichtet werden solle, werde bestritten. Der Berufun gskläger habe seit jeher 100% gearbeitet. Gemäss geltender Praxis sei für die Unterhaltsberechnung auf das effektive bzw. realisierbare Nettoeinkommen abzustellen. Somit sei nicht nachvollzie hbar, weshalb beim Ehemann von ei- nem reduzierten Einkommen auszugehen sei, zumal er nicht darlege, dass er aufgrund der Kindesbetreuung nicht in der Lage sei, weiterhin ein er 100%-igen Erwerbstätigkeit nachzuge- hen. Zu Recht mache er auch nicht geltend, aufgrund de r Kindesbetreuung sein Einkommen reduzieren zu müssen, so dass es rechtlich nicht haltbar wä re, für die Unterhaltsberechnung nicht auf das effektive Einkommen abzustellen. Die alternierende Betreuung der Tochter sei von der Vorinstanz dahingehend berücksichtigt worden, dass auch dem Ehemann der Grundbetrag von CHF 1‘350.00 und der hälftige Grundbetrag für di e Tochter zugestanden worden seien und dass die Kinderzulagen nur hälftig an die Ehefrau zu üb erweisen seien. Der Betreuungsauf- wand des Ehemannes für die Tochter seit der Trennung könne nicht mit einer rechtlich unhalt- baren und praxisfremden Betreuungsentschädigung abgego lten werden. Zu Recht mache der Ehemann nicht geltend, dass ihm durch diese Betreuung höhere Auslagen entstünden, als von der Vorinstanz bei seinem Bedarf berücksichtigt worden sei en. Zudem sei der Betreuungsauf- wand für die 13½-jährige Tochter nicht mit demjenige n für ein Kleinkind zu vergleichen. Der Berufungskläger werde dabei behaftet, dass für die Unte rhaltsberechnung ab Januar 2015 von einem hypothetischen Einkommen auf Seiten der Ehefrau von CHF 6‘245.00 auszugehen sei. Die vom Berufungskläger geltend gemachten Kosten für di e Putzfrau würden bestritten und seien weder nachvollziehbar noch belegt, weshalb sie nicht im Grundbedarf zu berücksichtigen seien. Der Ehemann sei ohne Weiteres in der Lage, eine Putzfrau aus seinem Überschuss zu bezahlen. Die vom Ehemann geltend gemachten Kosten fü r den Arbeitsweg könnten nicht be- rücksichtigt werden, weil ihm die Zurücklegung des Arbeitsw egs mit den öffentlichen Verkehrs- mitteln zumutbar sei. Die Ehefrau benütze das Auto n ebst den Fahrten zur Arbeit auch, um die Tochter zu diversen Terminen zu fahren, einzukaufen etc. Zutreffend habe die Vorinstanz fest- gestellt, dass aufgrund der guten finanziellen Verhältn isse auf beiden Seiten ausnahmsweise Autokosten für den Arbeitsweg berücksichtigt werden könn ten. Dass die Steuerverwaltung die Kosten für den Arbeitsweg berücksichtigt habe, sei für da s Eheschutzverfahren irrelevant. Eine weitere Berücksichtigung der Kosten für den Arbeitsweg au f Seiten des Ehemannes über CHF 500.00 pro Monat hinaus sei rechtlich nicht haltbar . In der erstinstanzlichen Verhandlung seien die Auslagen für den Arzt auf Seiten der Ehefrau von monatlich CHF 150.00 vom Beru- fungskläger nicht bestritten worden. Er habe sich bloss e rkundigt, wie sich dieser Betrag zu- sammensetze. Diese Kosten seien angemessen und belegt. Dass die Tochter einzig in den Wintermonaten öffentliche Verkehrsmittel benütze, stimm e nicht. Zudem fielen bei der Tochter Fahrtkosten nicht nur für die Schule, sondern auch für diverse Freizeitaktivitäten an. Die zusätz- lichen Kinderkosten seien von der Berufungsbeklagten e rstinstanzlich nachgewiesen worden, weshalb sie vollumfänglich zu berücksichtigen seien. Die Vor instanz habe beim Berufungsbe- klagten Nebenkosten von monatlich CHF 370.00 berücksichti gt, was grosszügig bemessen sei, zumal diese vom Ehemann erstinstanzlich nicht vollumfänglich nachgewiesen worden seien. Die Stromkosten seien ohnehin im Grundbetrag berücksich tigt. Zudem habe er die effektiven Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stromkosten nicht mit Rechnungen aus einer Zeit, in we lcher er noch mit Ehefrau und Tochter zusammen gelebt habe, sondern mittels aktueller Abrechn ungen nachzuweisen. Die vom Ehe- mann eingereichten Steuererklärungen würden bestritten . Die von ihm auf Seiten der Ehefrau errechnete Steuerbelastung sei nachweislich zu tief. Vie lmehr resultiere bei ihr eine monatliche Steuerbelastung von ca. CHF 1‘600.00. Ab 2015 würde sich die Steuerlast aufgrund des ange- nommenen hypothetischen Einkommens auf Seiten der Ehef rau noch erhöhen. Der Vorderrich- ter habe die Steuerlast somit eher zu Ungunsten der Ehefrau berechnet. Gemäss Gerichtspraxis entspreche der Kinderunterhaltsbeit rag ca. 12-15% des monatlichen Nettoeinkommens des Unterhaltspflichtigen. Er sei somit korrekt errechnet worden. Es sei nicht nachvollziehbar, was der Berufungskläger an dieser gefest igten Gerichtspraxis beanstanden wolle. Hinsichtlich der Anordnung der Gütertrennung gebe es keine Bemerkungen. D. Mit Verfügung vom 12.09.2014 wurde der Schriftenwechse l geschlossen. Gleichzeitig wurden die Parteien zur Hauptverhandlung vor das Präsid ium geladen. Anlässlich der Haupt- verhandlung vom 11.11.2014 reichte der Ehemann in Er gänzung zu den Berufungsbeilagen weitere Unterlagen ein. Die Ehefrau trug vor, dass de r Ehemann am 10.10.2014 die Schei- dungsklage eingereicht und um Reduktion der eheschutzrechtlichen Unterhaltsbeiträge mit Wir- kung ab 01.11.2014 ersucht habe, weil er seit 01.11.20 14 mit seiner Freundin zusammen lebe. Der Berufungskläger bestätigte dies und gab seine neue A dresse in D.____ bekannt. Weiter machte er geltend, dass der Vorderrichter aufgrund der Pflicht, den Sachverhalt von Amtes we- gen abzuklären, ihn zur Belegung der Kosten für die Pu tzfrau hätte auffordern müssen. Somit sei die Einreichung der entsprechenden Belege erst mit der Berufung nicht verspätet. Die Beru- fungsbeklagte beantragte, die vom Berufungskläger einger eichten Unterlagen aus dem Recht zu weisen, weil sie verspätet vorgelegt worden seien. Be ide Parteien hielten an ihren Anträgen in der Hauptsache fest. Erwägungen 1. Gegen einen Endentscheid in vermögensrechtlichen Strei tigkeiten mit einem Streitwert von mindestens CHF 10'000.00 kann gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO Berufung erhoben werden. Mit Berufung kann gemäss Art. 309 ZPO unrichtige Rechtsanwendung oder/ und unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend ge macht werden. Die Berufung ist im summarischen Verfahren schriftlich und begründet innert 1 0 Tagen seit Zustellung des begrün- deten Entscheides bei der Rechtsmittelinstanz einzureiche n (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die Streit- wertgrenze ist im vorliegenden Fall erreicht. Der angef ochtene Entscheid wurde dem Beklagten am 14.08.2014 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist ist durc h die Berufung vom 21.08.2014 somit eingehalten. Gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO ist das Prä sidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gege n Entscheide der Präsidien der Be- zirksgerichte, die im summarischen Verfahren ergangen sind, sachlich zuständig. Da auch die übrigen Formalien für das Rechtsmittel der Berufung eingehalten sind, ist auf diese einzutreten. 2. Neue Tatsachen und Beweismittel können im Berufungsverfah ren nur noch in den Schranken von Art. 317 Abs. 1 ZPO vorgebracht werden. D as Bundesgericht hat die analoge Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anwendung von Art. 229 Abs. 3 ZPO im Berufungsverfahre n abgelehnt und festgehalten, dass einzig Art. 317 Abs. 1 ZPO massgeblich sei (vgl. BGE 138 I II 625 E. 2.2). Auch in den Verfah- ren, die der Untersuchungsmaxime unterstehen, ist deshal b Art. 317 Abs. 1 ZPO zu beachten. Gleich verhält es sich, wenn der Prozess der uneingeschrän kten Untersuchungsmaxime unter- worfen ist, d.h. insbesondere dort, wo Kinderbelange zu beurteilen sind (Art. 296 Abs. 1 ZPO). Neue Tatsachen und Beweismittel, welche die Parteien in den Prozess einbringen wollen, müs- sen die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO erfüllen : Unechte Noven können nicht mehr vorgebracht werden, es sei denn, eine Partei rüge, di e Vorinstanz habe eine bestimmte Tatsa- che in Verletzung der Untersuchungsmaxime nicht beachtet . Solche unechten Noven sind im Sinne von Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO ohne Verzug, d.h. mit der Berufungsbegründung bzw. der Berufungsantwort vorzubringen. Nach Berufungsbegründung und -antwort können bis zur Pha- se der Urteilsberatung nur noch echte Noven vorgebracht we rden (vgl. BGE 138 III 788 E. 4.2). Dieses Novenrecht im Berufungsverfahren ist jedoch gegen Entscheide in Eheschutzsachen nicht in jedem Fall sachgerecht, da in diesem Verfahre n getroffene Anordnungen bei veränder- ten Verhältnissen abgeändert oder aufgehoben werden k önnen. Es liegt in der Natur des Ehe- schutzverfahrens, dass sich die Verhältnisse oftmals rasch und wesentlich verändern. Damit der doppelte Instanzenzug nicht unterlaufen wird, sind Veränderungen der Verhältnisse, welche in die weitere Zukunft wirken, grundsätzlich im Abände rungsverfahren gemäss Art. 179 ZGB geltend zu machen. Die mit Eingabe vom 21.08.2014 neu beigebrachten Unterlagen hätten – mit Ausnahme der Lohnabrechnung für den Monat Juni 20 14 und des Mietvertrags für den Parkplatz am Arbeitsort vom 23.06.2014 – bereits vor der ersten Instanz eingereicht werden können, weshalb sie nicht zu berücksichtigen sind. Ferner e rgibt sich aus der Lohnabrechnung Juni 2014 und aus dem Mietvertrag vom 23.06.2014 nichts anderes als aus den vom Beru- fungskläger mit Eingabe vom 24.02.2014 der Vorinstanz ei ngereichten Beilagen Nr. 101 und 104. Auch die erst an der heutigen Verhandlung vorgel egten Lohnabrechnungen für die Putz- frau (Beilagen I) hätten - abgesehen von den Abrechn ungen für die Monate Juni bis September 2014 – bereits bei der Vorinstanz resp. die Abrechnungen bis Juli 2014 bereits mit der Beru- fungsbegründung eingereicht werden können. Da die Abr echnungen ab Juni 2014 im Vergleich zu den Vormonaten keine Änderungen aufweisen, haben s ämtliche Abrechnungen unberück- sichtigt zu bleiben. Die heute vom Berufungskläger vorgel egten Beilagen II betreffend Arztkos- ten sind zum einen Teil verspätet geltend gemacht word en und unterliegen zum anderen Teil dem Prinzip des doppelten Instanzenzugs, weshalb sie nicht zu berücksichtigen sind. Letzteres gilt auch für die Beilage III betreffend die ärztlich e Empfehlung einer Augenoperation mit Schät- zung der mutmasslichen Kosten. Die Berücksichtigung der he ute vom Berufungskläger einge- reichten Beilage IV (Steuererklärung 2013 der Ehefrau , nicht unterzeichnet, ausgedruckt am 25.04.2014) hat zufolge verspäteter Geltendmachung zu unterbleiben. Hingegen ist die heute vom Berufungskläger eingereichte Beilage V als Replik au f die Berufungsantwort entgegenzu- nehmen. Die mit der Berufungsantwort eingereichten Beilagen 1 und 2 sind ebenfalls zum einen Teil verspätet geltend gemacht worden und unterliegen zum anderen Teil dem Prinzip des dop- pelten Instanzenzugs, weshalb sie nicht zu berücksichtigen sind. Beachtlich ist hingegen die von der Berufungsbeklagten vorgetragene und vom Berufu ngskläger bestätigte neue Tatsache, dass der Berufungskläger mit Eingabe vom 10.10.2014 die Scheidungsklage angehoben und um Reduktion der eheschutzrechtlichen Unterhaltsbeiträge ab 01.11.2014 ersucht hat. Damit geht ab 01.11.2014 die sachliche Kompetenz zur Regelun g des Unterhalts während des Ge- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht trenntlebens vom Eheschutzrichter zum Scheidungsrichter über, mag letzterer die Unterhaltsre- gelung des Eheschutzrichters bestätigen oder nicht. Dies hat zur Folge, dass sich der Streitwert der Berufung nur nach dem strittigen Unterhalt im Zei traum von Januar 2014 bis und mit Okto- ber 2014 bemisst. 3. Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Art. 272 ZPO in eherechtlichen Summarver- fahren der Untersuchungsgrundsatz gilt. Dies bedeutet, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt und nicht an die Parteivorbringen gebunden ist. Betreffend die Bindung an die Parteianträge gilt für die Belange der Ehega tten untereinander die Dispositionsmaxime. In Kinderbelangen gelten demgegenüber die Offizial- und die Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 ZPO). Vorliegend handelt es sich um ein Verfahr en summarischer Natur, in dem die tat- sächlichen Verhältnisse grundsätzlich nicht bis in alle Einz elheiten zu klären sind. Dies bedeu- tet, dass das Gericht nicht von der Richtigkeit der aufgest ellten Behauptungen überzeugt zu sein braucht. Vielmehr genügt es, dass aufgrund objekti ver Anhaltspunkte eine gewisse Wahr- scheinlichkeit für die fraglichen Tatsachen besteht. Es li egt mithin in der Natur der Sache, dass das Gericht - gerade im summarischen Verfahren mit herabgesetztem Beweismass - mit Bezug auf ein bestimmtes Sachverhaltselement auf die Aussag en der Parteien abstellt, wenn weder Urkunden noch andere sofort greifbare Beweismittel da rgetan sind. Weiter ist zu beachten, dass im summarischen Verfahren zwangsläufig mit Schätzungen und Pauschalen gearbeitet werden muss. Dies bewirkt eine gewisse Unschärfe; Berechnun gen können nicht auf den Rap- pen genau durchgeführt werden. Die tatsächlichen Koste n werden regelmässig von den Ent- scheidgrundlagen abweichen. Im Eheschutzverfahren muss gr undsätzlich rasch eine Regelung des Getrenntlebens, welche die Befriedigung der eleme ntaren Bedürfnisse der Parteien sicher- stellt, vorgenommen werden. Die wichtigsten Punkte sind in praktikabler Weise zu regeln; defi- nitive und differenzierte Lösungen sind in einem allfälligen Scheidungsverfahren zu finden. 4. Für die Unterhaltsberechnung gemäss Art. 176 Abs. 1 Zif f. 1 und Abs. 3 i.V.m. Art. 285 ZGB ist bei beiden Ehegatten von ihrem tatsächlich erzielten bzw. noch realisierbaren Nettoein- kommen auszugehen (Six, Eheschutz, 2. Aufl., N 2.128). I n der Regel kann von einem Ehegat- ten nicht erwartet werden, dass er einem Arbeitspensum v on mehr als 100% nachgeht. Ein Mehreinkommen, das auf Sonderanstrengungen oder Mehr einsatz zurückzuführen ist, die ei- nem Ehegatten auf Dauer nicht zumutbar sind, darf nicht berücksichtigt werden. Das neben einer Vollzeitbeschäftigung erwirtschaftete Einkommen e ines Ehegatten hat deshalb ausser Ansatz zu bleiben (Six, Eheschutz, 2. Aufl., N 2.135). Der Ehemann gab in der erstinstanzlichen Gerichtsverhandlung sein aktuelles Einkommen mit CHF 15‘200.00 pro Monat exkl. Kinderzula- gen entsprechend dem Jahreslohnausweis 2013 an (vgl. Pro tokoll der Gerichtsverhandlung vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West vom 05.05.2014, S. 1, und Beilage 100 zur Einga- be des Ehemannes an die Vorinstanz vom 24.02.2014). Der Vorderrichter stellte offenbar auf den Jahreslohn 2012 gemäss Steuererklärung ab und kam da bei auf ein Nettoeinkommen von CHF 15‘202.00 pro Monat exkl. Kinderzulagen. Die erst i m Berufungsverfahren geltend ge- machte Abnahme des Nettolohns um CHF 15.00 pro Monat se it Januar 2014 ist verspätet er- folgt. Die Differenz von bloss CHF 2.00 pro Monat zwische n den Angaben des Ehemannes an der vorinstanzlichen Gerichtsverhandlung vom 05.05.2014 und der Feststellung der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid begründet keine unrichtige Sachverhaltsfeststellung. Der Ehe- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht mann macht nicht geltend, einem Pensum von mehr als 10 0% nachzugehen. Folglich liegt gar kein Fall überobligatorischen Einkommens vor, der es rech tfertigen würde, von einem niedrige- ren als dem von ihm aktuell erzielten Einkommen auszugehe n. Erscheint jedoch die Belastung einer der am Unterhaltsverhältnis beteiligten Parteie n wesentlich höher als jene der anderen Partei oder leistet eine Partei erheblich mehr, als ihr aufgrund der Umstände zumutbar wäre, so muss die Nichtanrechnung von tatsächlich erzieltem Einkomme n – in umgekehrter Anwendung der Grundsätze über die Anrechnung von hypothetischem E inkommen – zur Schaffung eines gewissen Ausgleichs grundsätzlich möglich sein (Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhalts- rechts, 2. Aufl., N 01.73). Der Berufungskläger macht diesbezüglich eine erhebliche Mehrbelas- tung seinerseits durch die seit Aufnahme des Getrenntlebe ns anfallende, hälftige Betreuung seiner Tochter neben seinem 100%-Arbeitspensum geltend. Er bringt hingegen nicht vor, sein bisheriges Arbeitspensum aufgrund vermehrter Kinderbet reuung reduzieren oder externe Be- treuungskosten tragen zu müssen. Die Aufnahme des Getren ntlebens führt bei geteilter Obhut für beide Elternteile insofern zu einer Mehrbelastung hinsichtlich Kindesbetreuung, als sie nun- mehr während der Betreuungszeit des Kindes nach Arbeitssc hluss, am Wochenende oder in den Schulferien die Betreuung allein zu erbringen haben. Als ausgleichende Entlastung sind sie dafür in den Betreuungszeiten durch den anderen Ehegatten gänzlich von der Kindesbetreuung befreit, dies im Unterschied zur Betreuung vor Aufnahme des Getrenntlebens, die abends und am Wochenende in der Regel durch die Eltern gemeinsa m oder nach situativer Absprache durch den einen oder anderen Elternteil erfolgt. Die Tagesbetreuung über Mittag und nach der Schule wird im vorliegenden Fall genau gleich wie vor A ufnahme des Getrenntlebens durch die Ehefrau gewährleistet. Sie betreut nämlich ausserhalb d er Schulferien auch während den Wo- chen, in welchen sich die Tochter in der Obhut des Eheman nes befindet, die Tochter nach der Schule, bis der Ehemann von der Arbeit zurückkommt (vgl. d azu auch Protokoll der Gerichts- verhandlung vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West vom 05.05.2014, S. 2). Mithin obliegt dem Ehemann während der Schulzeit die Betre uung der Tochter nach seinem Arbeits- schluss über Nacht bis zum anderen Morgen. Diese Betreuun gsleistung erbringt wohlgemerkt die Ehefrau in gleicher Weise in den Wochen, in denen sich die Tochter in ihrer Obhut befindet. Das heisst, dass die effektive Betreuungszeit der Ehefrau a usserhalb der Schulferien ca. 9 Stunden höher ist als diejenige des Ehemannes. Das Argu ment des Berufungsklägers, dass sich das Verhältnis des Betreuungsaufwands seit Aufnahme des Getrenntlebens stark zulasten des Ehemannes verschoben habe, hält darum einer objekti ven Prüfung nicht stand. Dass der Ehemann die nach der Aufnahme des Getrenntlebens währe nd seinen Betreuungszeiten allein zu erbringende Betreuung der Tochter am Abend, an den Wochenenden und in den Schulferien als erhebliche Einschränkung seiner Freizeit empfindet, mag zutreffen. Dieser Umstand betrifft aber beide Elternteile in gleicher Weise. Darin allein kann somit entgegen der Ansicht des Beru- fungsklägers keine unzumutbare Mehrbelastung des Ehemanne s liegen. Auch die tatsächliche Handhabung der Tagesbetreuung begründet im vorliegen den Fall keine unzumutbare Mehrbe- lastung des Ehemannes: Dieses Betreuungsmodell schränkt den Ehemann in seiner Erwerbstä- tigkeit in keiner Weise ein. Zudem berücksichtigt die vo n den Parteien gehandhabte Betreuung, dass der Ehemann ein 100%-Arbeitspensum und die Ehefra u ein 60%- bzw. ab Januar 2015 ein 80%-Arbeitspensum innehat. Zu berücksichtigen ist a uch, dass es im vorliegenden Fall um die Betreuung einer nun 13½-jährigen Tochter geht, welche naturgemäss weniger engmaschig als die Betreuung kleinerer Kinder zu erfolgen hat. Vo n einer unzumutbaren Betreuungs- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mehrleistung des Ehemannes resp. von einer Sonderanstrengung seinerseits, die eine Nichtan- rechnung eines Teils seines tatsächlich erzielten Einkomme ns rechtfertigen würde, kann daher keine Rede sein. Die entsprechende Rüge des Ehemannes erweist sich mithin als unbegründet. 5. Das familienrechtliche Existenzminimum eines jeden Eheg atten setzt sich aus seinem Grundbetrag, den Grundbeträgen von unmündigen Kinde rn, die bei ihm wohnen, sowie Zu- schlägen für die Wohnkosten, Krankenkassenprämien und w eitere Gesundheitskosten, sowie Berufsauslagen zusammen. Ohne gegenteilige Hinweise ist davon auszugehen, dass ein Ehe- gatte in der Regel die Miete und die Krankenkassenpr ämie bezahlt, ansonsten er die Wohnung und den Versicherungsschutz verlieren würde. Weitere Zuschläge sind nur dann zu berücksich- tigen, wenn der betroffene Ehegatte glaubhaft darle gt, dass ihm die damit zusammenhängen- den Kosten effektiv anfallen und von ihm auch bezahlt we rden, da Ausgaben grundsätzlich nur dann in die Bedarfsberechnung aufgenommen werden dür fen, wenn sie nachweislich getätigt werden (Six, Eheschutz, 2. Aufl., N 2.69). Die vom Ehemann bereits erstinstanzlich geltend gemachte n Kosten für eine Putzfrau für den Fall, dass kein überobligatorisches Einkommen des Ehemann es berücksichtigt werde, wurden bei der Vorinstanz nicht belegt. Zudem berechtigen sie auch bei einem Beschäftigungsgrad von 100% und der gleichzeitigen Betreuung einer 13½-jähr igen Tochter nach Arbeitsschluss und am Wochenende alternierend jede zweite Woche nicht zu einem Zuschlag zum Grundbetrag. Sie sind vielmehr aus dem Überschuss zu finanzieren. Folglich war der Vorderrichter auch nicht zu einer Prüfung von Amtes wegen verpflichtet, ob und in welcher Höhe beim Ehemann Kosten für eine Putzfrau anfielen. Die mit der Benützung eines Autos anfallenden Kosten kön nen im familienrechtlichen Exis- tenzminimum nur berücksichtigt werden, wenn dem für den Arbeitsweg benutzten Privatfahr- zeug Kompetenzcharakter zukommt. Das ist nur der Fall, w enn das Auto selbst unpfändbar ist. Kann ein Ehegatte für seinen Arbeitsweg öffentliche V erkehrsmittel benutzen, ist ein Auto we- der unentbehrlich noch notwendig. Die blosse Zeiterspar nis führt noch nicht dazu, dass einem Auto Kompetenzcharakter zukommen würde. Nicht entscheid end ist, ob einem Ehegatten bei den Steuern ein Abzug für die Nutzung des Privatfahrzeu gs gewährt worden ist. Die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels muss vielmehr unmöglich o der unzumutbar sein. Das ist nicht leichthin anzunehmen (Six, Eheschutz, 2. Aufl., N 2.115 ). Die Berücksichtigung der Autokosten durch die Vorinstanz bei beiden Parteien erfolgte nicht wegen Kompetenzcharakter des Auto- mobils, sondern aufgrund der guten Verhältnisse. Entge gen der Ansicht des Berufungsklägers vermag die steuerrechtliche Behandlung von Berufsauslage n nicht den Kompetenzcharakter des Automobils zu begründen. Ein Arbeitsweg von je eine r guten Stunde – wie vom Ehemann geltend gemacht – ist ohne Weiteres zumutbar, zumal die Kindesbetreuung nach Schulschluss bis zur Rückkehr des Ehemannes von der Arbeit durch die Eh efrau gewährleistet wird. Deshalb wären grundsätzlich bei beiden Ehegatten nur die Koste n des öffentlichen Verkehrs einzuset- zen. Selbst wenn bei beiden Ehegatten die Autokosten ei ngerechnet würden, wäre die Zubilli- gung des gleich hohen Betrags für beide Ehegatten nicht zu beanstanden: Die Ehefrau übt zwar die Erwerbstätigkeit in einem kleineren Arbeitspensum a ls der Ehemann aus, fährt jedoch die Tochter an den freien Nachmittagen zu Hobbyveranstaltungen u. dgl. Da der vorhandene Über- schuss im vorinstanzlichen Entscheid beiden Ehegatten je zur Hälfte zugewiesen wird, ist es im Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ergebnis unerheblich, ob sie zur Finanzierung des Autos au f ihren Überschussanteil verwiesen werden oder ob ihnen je der gleiche, pauschalierte Be trag im familienrechtlichen Bedarf zuge- standen wird. Mithin ist der vorinstanzliche Entscheid in diesem Punkt nicht zu beanstanden. Fallen bei einem Ehegatten oder einem unmündigen Ki nd regelmässig Franchise und Selbst- behalt an, sind diese im familienrechtliche Existenzmini mum des obhutsberechtigten Ehegatten zusätzlich zur KVG-Prämie zu berücksichtigen. Dass Franchise und Selbstbehalt effektiv anfal- len, ist zu belegen (Six, Eheschutz, 2. Aufl., N 2.10 9). Die Auslagen für Selbstbehalt und Fran- chise bei Arztkosten hängen von der gewählten Franchise in der Grundversicherung ab und werden in der Regel anhand der selbst getragenen Kr ankheitskosten des Vorjahres geschätzt. Die Ehefrau trägt eine Franchise von CHF 2‘500.00 un d einen Selbstbehalt von 10% pro Jahr. Sie reichte anlässlich der vorinstanzlichen Gerichtsverhand lung vom 05.05.2014 eine Bedarfs- berechnung ein, bei welcher sie für diese Position mon atlich CHF 150.00 für sich und die Toch- ter der Parteien einsetzte (vgl. Beilagen der Ehefrau im vorinstanzlichen Verfahren). Der Ehe- mann nahm zu diversen Positionen dieser Bedarfsberechnu ng (u.a. Autokosten und laufende Steuern) Stellung, bestritt jedoch die geltend gemacht en Kosten für Arzt, Zahnarzt und Selbst- behalt/Franchise nicht (vgl. Protokoll der Gerichtsverhand lung vor dem Zivilkreisgericht Basel- Landschaft West vom 05.05.2014, S. 1). Soweit der Ber ufungskläger das erstinstanzliche Pro- tokoll beanstandet, ist er im Berufungsverfahren nicht zu hören. Dies wäre mit einem Berichti- gungsbegehren an die Vorinstanz gemäss Art. 235 Abs. 3 ZPO geltend zu machen gewesen. Mangels Bestreitung durch den Ehemann durfte der Vorde rrichter von einer weiteren Prüfung von Amtes wegen absehen und einen Zuschlag von CHF 150.0 0 für selbst getragene Krank- heitskosten der Ehefrau und der Tochter zum Grundbetra g vornehmen. Die Angemessenheit eines Betrags in dieser Höhe für 2 Personen ist zudem gerichtsnotorisch. Die Rüge der unrich- tigen Sachverhaltsfeststellung geht daher in diesem Punkt fehl. Die Kosten der Tochter für den öffentlichen Verkehr zw ecks Bewältigung des Schulwegs und für die externe Mittagsverpflegung und -betreuung sind als weitere Zuschläge zu den Grundbe- trägen zu berücksichtigen. Dass die Tochter an einzelnen Tagen das Fahrrad anstelle des öf- fentlichen Verkehrs benützt, ändert nichts an der grundsä tzlichen Notwendigkeit, monatlich den gleichen Betrag für den öffentlichen Verkehr von CHF 48 .00 einzusetzen. Eine diesbezügliche Pauschalierung ist gerichtsüblich und erweist sich auch im vorliegenden Fall nicht als unange- messen. Die Ehefrau ist auch nicht verpflichtet, ein Jahre sabonnement zu lösen, weshalb die vom Berufungskläger beantragte Reduktion auf CHF 40.00 pro Monat nicht statthaft ist. Die Kosten für Tagesmutter resp. Mittagstisch von monatlich C HF 125.00 und die Kosten für Hob- bys wie Tennis, Hip Hop etc. von monatlich CHF 200.00 sin d unbestritten. Auch die vom Vor- derrichter gewährten Zuschläge von CHF 125.00 für Tasc hengeld, Ausgaben für Lager, Klas- senkasse und Material sind aus den nachfolgenden Gründen nicht zu beanstanden. Zum Einen sind Auslagen für Taschengeld, Lager, Klassenkasse und Schu lmaterial nicht im Detail beleg- bar und werden daher geschätzt und mit einem Pauschalbet rag in der Bedarfsberechnung be- rücksichtigt. Zum Anderen erscheint der vom Vorderrichter dafür eingesetzte Pauschalbetrag angemessen. Der Berufungskläger stösst deshalb mit seine r Rüge der unrichtigen Sachver- haltsfeststellung in diesem Punkt ins Leere. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bei selbstbewohnten Liegenschaften setzen sich die Wohnkost en aus den Hypothekarzinsen und den Unterhaltskosten, wie sie sonst als Nebenkosten i n einem Mietverhältnis geschuldet sind (Heizung, Warmwasser, Verwaltung und Unterhalt), zusammen. Hinzu kommen die Prä- mien für die Gebäudeversicherung, wenn diese obligato risch ist. Nicht zu den Nebenkosten gehören die Stromkosten (Six, Eheschutz, 2. Aufl., N 2. 93 f.). Es liegt nahe, dass der Vorder- richter den in der Bedarfsberechnung berücksichtigten Bet rag von CHF 370.00 den vom Ehe- mann in seiner Eingabe vom 24.02.2014 auf S. 14 aufg eführten Wohnkosten von gesamthaft CHF 2‘663.20 pro Monat abzüglich den Hypothekarzinsen von monatlich CHF 2‘296.30 ent- nommen und dabei die vom Ehemann separat aufgeführte n Heizkosten von CHF 84.45 pro Monat unberücksichtigt gelassen hat. Bei der Prüfung der Begründetheit der diesbezüglichen Rüge des Berufungsklägers ist zu berücksichtigen, dass die la ufenden Nebenkosten von selbstbewohntem Eigentum nicht exakt nachgewiesen werden können, sondern dass jeweils aufgrund des Kostenanfalls im Vorjahr eine Pauschale i n die Bedarfsrechnung einzusetzen ist. Zutreffend führt die Berufungsbeklagte aus, dass die N ebenkosten grosszügig bemessen und vom Ehemann erstinstanzlich nicht vollumfänglich nachgew iesen worden sind. Im Rahmen der berücksichtigten Nebenkosten von monatlich CHF 370.00 sind neben den Kosten für Gebäude- versicherung, Gebäudesachversicherung, Wasser/Abwasser und A bfallgrundgebühr auch Un- terhaltskosten von monatlich CHF 232.10 enthalten, basi erend auf den vom Ehemann aufge- führten Unterhaltsarbeiten der letzten drei Jahre von insgesamt CHF 8‘355.60. Dieser Gesamt- betrag beinhaltet u.a. die Anschaffung einer Waschmasch ine mit Tumbler im März 2011 für CHF 2‘200.00 und einen Gartenumbau im Dezember 2012 für CHF 4‘000.00, der nichts mit regelmässiger Gartenpflege wie Schneiden von Sträuchern und Jäten zu tun hat. Diese Kosten fallen aber nicht alle drei Jahre, sondern viel selte ner (Waschmaschine/Tumbler 15 Jahre ge- mäss paritätischer Lebensdauertabelle, d.h. CHF 146.65 pro Jahr) an. Ein Gartenumbau hat gar nichts mit dem notwendigen Unterhalt einer Liegen schaft zu tun, weshalb die entsprechen- den Kosten gänzlich ausser Acht zu lassen sind. Mithin ist es dem Ehemann nicht gelungen, durchschnittliche Unterhaltskosten von monatlich CHF 231.1 0 nachzuweisen, sondern nur sol- che in Höhe von monatlich CHF 72.10 (alle Beträge in CHF: 8‘355.60-2‘200.00-4‘000=2‘155.60; davon 1/3, 718.55+146.65=865.20 pro Jahr). Zu diesen kommen noch Kosten von CHF 137.00 für Gebäudeversicherung, Gebäudesachversicherung, Wasser/A bwasser und Abfallgrundge- bühr hinzu, was – vor Berücksichtigung der Heizkosten - ges amthaft Nebenkosten von CHF 209.10 pro Monat ergibt. Selbst unter Hinzurechnu ng der vom Ehemann zusätzlich gel- tend gemachten Heizkosten von CHF 84.45 resultiert mit CHF 293.55 ein Betrag, der tiefer als die vom Vorderrichter eingesetzte Pauschale ist. Somit l iegt keine unrichtige Feststellung des Sachverhalts zu Ungunsten des Ehemannes vor. Die entsprech ende Rüge ist daher unbegrün- det. Bei beiden Ehegatten ist vor der Aufteilung des Übersch usses ein Betrag für die in Zukunft mutmasslich anfallenden Steuern zu berücksichtigen. Es kann im summarischen Eheschutzver- fahren nicht verlangt werden und ist auch nicht sinnvoll , dass der Richter – wie die Steuerbe- hörden – eine exakte Berechnung der zu bezahlenden Steu ern vornimmt. Vielmehr steht dem Eheschutzrichter die ermessensweise Festlegung der Steuerbe treffnisse zu (Six, Eheschutz, 2. Aufl., N 2.168). Dies scheint der Berufungskläger in grundsätzlicher Weise zu verkennen. Der Ehemann hat in seiner Eingabe vom 24.02.2014 an die Vorinstanz hinsichtlich des mutmasslich Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht von ihm zu tragenden Steuerbetreffnisses keine Angaben gemacht und an der Gerichtsver- handlung vom 05.05.2014 lediglich bestritten, dass die Ehefrau eine gleich hohe Steuerlast zu tragen habe wie er. Den von der Ehefrau in ihrer am 05.05.2014 ins Recht gelegten Bedarfsbe- rechnung beim Ehemann eingesetzten Betrag von monatlich CHF 1‘700.00 hat der Ehemann nicht bestritten (vgl. Protokoll der Gerichtsverhandlung vom 05.05.2014 vor dem Zivilkreisge- richt Basel-Landschaft West, S. 1). Der Vorderrichter du rfte daher ermessensweise von diesem Betrag ausgehen und war keinesfalls verpflichtet, dies en Betrag anhand von eigenen Berech- nungen mit dem Steuerrechner der Eidgenössischen Steuer verwaltung zu verifizieren. Selbst derartigen Berechnungen kommt aufgrund der im Vornhe rein nicht bekannten individuellen Ab- züge jedes Steuerpflichtigen (z.B. Krankheits- und Unfal lkosten, Beiträge an Vorsorgeeinrich- tungen der 2. und 3. Säule, Berufsauslagen, Schuldzins en) nicht mehr als die Bedeutung einer groben Einschätzung zu. Im Übrigen hat der Vorderrichte r in Beachtung des Einwands des Ehemannes das Steuerbetreffnis der Ehefrau auf monatli ch CHF 1‘300.00 reduziert. Dass er keine Differenzierungen für die unterschiedlichen Unte rhaltsperioden vorgenommen hat, ist nicht zu beanstanden: Das Jahr 2014 bildet ohnehin ein e Steuerperiode und die eingesetzten CHF 1‘700.00 pro Monat stellen das geschätzte Steuerbet reffnis im Jahresdurchschnitt dar. Ab 2015 ist auf Seiten des Ehemannes – im Unterschied zur Steuerlast der Ehefrau aufgrund des ihr ab dann angerechneten, hypothetischen Mehrverdienste s – nicht von einer Erhöhung aus- zugehen, so dass sich auch diesbezüglich der eingesetzte Betr ag von geschätzten CHF 1'700.00 pro Monat als angemessen erweist. Der Ber ufung ist in diesem Punkt daher kein Erfolg beschieden. 6. Im Urteilsdispositiv sind die Unterhaltsbeiträge für die Kinder und den Ehegatten auch bei einer gemeinsamen Berechnung separat aufzuführen (S ix, Eherecht, 2. Aufl., N 2.176). Das Gesetz schreibt für die Bemessung der Kinderunterhaltsbe iträge keine bestimmte Methode vor. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann der Richter zur Ermittlung des Bedarfs auf anerkannte Bedarfszahlen abstellen oder Prozentregeln verwenden, soweit die erforderlichen Anpassungen an den konkreten Einzelfall vorgenommen werden (Six, Eherecht, 2. Aufl., N 2.44 mit weiteren Hinweisen). Dazu kommt, dass es in Verhältnissen, in denen die Leistungsfähigkeit des zur Geldleistung verpflichteten Elternteils diejenige des obhutsberechtigten Elternteils deut- lich übertrifft, nach der bundesgerichtlichen Rechtspre chung durchaus gerechtfertigt ist, wenn der wirtschaftlich leistungsfähigere Elternteil für den gesamten materiellen Unterhaltsbedarf des Kindes aufzukommen hat (BGer 5A_272/2011 E. 442). Bei den Zivilkreisgerichten des Kantons Basel-Landschaft ist die Verwendung der Prozentregeln im Eheschutzverfahren weit verbreitet (vgl. dazu auch FamKomm Scheidung/Vetterli, Art. 176 ZGB N 35a mit weiterführenden Anga- ben zur „Berner Methode“). Der Vorderrichter hat im vo rliegenden Fall den vom Gesamtunter- haltsbeitrag ausgeschiedenen Kindesunterhalt von CHF 2‘000.00 nicht näher begründet. Dies lässt klar darauf schliessen, dass er sich im Grundsatz auf die praxisüblichen Prozentregeln abgestützt und die vom Ehemann geltend gemachten Übe rlegungen zur Berechnung des Kin- desunterhalts aufgrund der Leistungsfähigkeit beider E lternteile verworfen hat. Im summari- schen Eheschutzverfahren ist eine einlässlichere Begründun g zu diesem Punkt aufgrund der bekannten Gerichtspraxis nicht erforderlich. Es bleibt z u prüfen, ob die Verwendung der Pro- zentregeln den Verhältnissen des vorliegenden Falles ange messen ist. Für ein Kind kommt ein Ansatz von ca. 15% zur Anwendung, was einen monatlichen U nterhalt von CHF 2‘280.00 ergä- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht be. Mit der vom Vorderrichter vorgenommenen Reduktion u m rund CHF 300.00 ist offenbar berücksichtigt worden, dass der halbe Grundbetrag für da s Kind beim Pflichtigen anfällt und daher nicht durch den Unterhaltsbeitrag abzugelten ist . Eine grössere Reduktion wäre nicht gerechtfertigt, weil die weiteren Zuschläge zum Grund bedarf des Kindes bei der Ehefrau be- rücksichtigt worden sind und der Ehemann zur Finanzierung sämtlicher übrigen Kosten der Tochter, die während seiner Betreuungszeit anfallen, auf den ihm zugewiesenen, hälftigen Überschussanteil zu verweisen ist. Die Leistungsfähigkeit de r Ehegatten ist zudem höchst un- terschiedlich, beträgt doch das Einkommen des Ehemannes 20 14 beinahe dreimal soviel wie dasjenige der Ehefrau (inkl. Vermögensertrag). Auch u nter Berücksichtigung des hypotheti- schen Mehrverdienstes der Ehefrau ab 2015 liegt das Einkom men des Ehemannes rund 2¼ Mal so hoch wie dasjenige der Ehefrau (inkl. Vermögenser trag). Diese erhebliche Einkom- mensdifferenz rechtfertigt es nach Ansicht des Kantonsgericht s auch in Fällen geteilter oder alternierender Obhut, dass der Ehemann für den gesamte n materiellen Unterhaltsbedarf des Kindes aufzukommen hat. Im Kindesunterhaltsbeitrag von monatlich CHF 2‘000.00 ist zudem nicht nur der bei der Ehefrau anfallende Barbedarf f ür die Tochter enthalten, sondern auch ein für die Tochter bestimmter Anteil am der Ehefrau im Rahmen der Familiengrundbedarfsberech- nung zugewiesenen Überschussanteil von monatlich CHF 3‘308 .00 bis Mai 2014 bzw. CHF 3‘984.00 bis Ende Dezember 2014 bzw. CHF 4‘807.50 ab Januar 2015. Damit soll auch die Ehefrau der Tochter eine den guten finanziellen V erhältnissen der Parteien entsprechende Freizeitgestaltung ermöglichen können. Im Kinderunter haltsbeitrag sind zudem die auf diesen Betrag von der Ehefrau zu bezahlenden Steuern entha lten. Deshalb erscheint ein Kindesunter- haltsbeitrag von CHF 2‘000.00 in jeder Hinsicht ange messen. Der Berufungskläger dringt folg- lich mit der Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehör s und der willkürlichen Festlegung des Kindesunterhalts nicht durch. Im Übrigen ist fraglich, ob der Berufungskläger durch die verhält- nismässige Aufteilung des Gesamtunterhaltsbeitrags in ein en Kindes- und Ehegattenunter- haltsbeitrag überhaupt beschwert ist, da bei einer Re duktion des Kindesunterhalts der Ehegat- tenunterhalt im gleichen Verhältnis zu erhöhen wäre. 7. Gemäss Art. 204 Abs. 2 ZGB wird die Auflösung des Güte rstandes auf den Tag zurück- bezogen, an dem das Eheschutzbegehren mit Antrag auf Anordnung der Gütertrennung einge- reicht worden ist. Im Dispositiv des Eheschutzentscheids ist be i Anordnung der Gütertrennung deshalb nur dann ein Zeitpunkt aufzunehmen, wenn sich die Ehegatten auf einen Stichtag ge- einigt haben (Six, Eheschutz, 2. Aufl., N 2.196; FamKo mm Scheidung/Vetterli, Art. 176 ZGB N 43). Im vorliegenden Fall liegt aktenkundig keine E inigung auf einen vom Gesetz abweichen- den Stichtag vor. Vielmehr hat sich die Ehefrau ausdrückl ich mit dem Antrag des Ehemannes vom 24.02.2014 einverstanden erklärt (vgl. Protokoll der Gerichtsverhandlung vom 05.05.2014 vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West, S. 1). Daher erweist sich die Rüge der unrich- tigen Rechtsanwendung als begründet. Dies führt zur teil weisen Gutheissung der Berufung und zur Aufhebung des im angefochtenen Entscheid angegebene n Stichtags „mit sofortiger Wir- kung“. Der Zeitpunkt, ab welchem die Gütertrennungsanordnung wirksam wird, ergibt sich direkt aus dem Gesetz, weshalb er im Dispositiv nicht festzuhalten ist. 8. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Berufung einzig hinsichtlich der zeitlichen Wirkung der anzuordnenden Gütertrennung gutzuheissen, während sie in unterhaltsrechtlicher Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hinsicht abzuweisen ist. Gemäss Art. 106 Abs. 2 ZPO werde n die Prozesskosten, wenn keine Partei vollständig obsiegt hat, nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt. Da der Berufungsklä- ger nur in einem untergeordneten Nebenpunkt durchgedr ungen und mit den Hauptanträgen seiner Berufung unterlegen ist, rechtfertigt es sich, di e Gerichtskosten für das Rechtsmittelver- fahren vollumfänglich dem Berufungskläger aufzuerleg en und den Berufungskläger zu einem vollen Parteikostenersatz an die Gegenpartei zu verpflich ten. Für eine Abweichung von diesem Verteilungsgrundsatz in Anwendung von Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO besteht im vorliegenden Rechtsmittelverfahren keine Veranlassung. Die Gerichtsgebüh r ist in Anwendung von § 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. a GebT auf CHF 2‘100.00 festzusetzen. Die geltend gemachten Kosten der berufsmässigen Vertretung der Berufungsbeklagt en erscheinen dem Aufwand und der Bedeutung der Streitsache angemessen, weshalb die vom Berufungskläger zu leistende Parteientschädigung auf CHF 4‘331.35 inkl. Auslagen und inkl. MWST von CHF 320.85 festzu- setzen ist. Demnach wird erkannt: ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Berufung wird Zi ff. 6 des Entscheids des Zivilkreisgerichtspräsidenten Basel-Landschaft West vom 17. Juni 2014 aufgehoben und durch folgenden Entscheid ersetzt: „6. Es wird die Gütertrennung angeordnet“. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr von CHF 2‘100.00 wird dem Beru fungskläger aufer- legt. Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten eine Parteient- schädigung von CHF 4‘331.35 inkl. Auslagen und inkl. MWST von CHF 320.85 zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Hansruedi Zweifel Gegen den Entscheid vom 11. November 2014 hat der Berufungskläger Beschwerde ans Bun- desgericht erhoben (Nr. 5A_1017/2014).