<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2003 84 S.319</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">319</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft1"><b>84 Zuständigkeit</b></span> <span class="ft1"><b>(Handelsregistersache).</b></span><br/> <span class="ft1"><b>- Sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts in Handelsregister-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>sachen gestützt auf § 52 Ziff. 19 VRPG (Erw. 1/a).</b></span><br/> <span class="ft1"><b>- Gegen den Entscheid des Departements des Innern kann gestützt auf</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Art. 3 Abs. 4</b></span><span class="ft3"><b>bis</b></span> <span class="ft1"><b>HRegV direkt das Verwaltungsgericht angerufen</b></span><br/> <span class="ft1"><b>werden (Erw. 1/b).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 16. Juni 2003 in Sa-</span><br/> <span class="ft4">chen A. gegen Departement des Innern.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft2">1. a) Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen letzt-</span><br/> <span class="ft2">instanzliche Verfügungen und Entscheide der Verwaltungsbehörden</span><br/> <span class="ft2">über Anordnungen im Einzelfall, die sich auf öffentliches Recht des</span><br/> <span class="ft2">Bundes stützen und bei denen unmittelbar die Verwaltungsgerichts-</span><br/> <span class="ft2">beschwerde an das Bundesgericht zulässig ist (§ 52 Ziff. 19 VRPG).</span><br/> <span class="ft2">Im vorliegenden Fall ist ein Anwendungsfall dieser Bestimmung</span><br/> <span class="ft2">gegeben. Gegen Entscheide und Verfügungen letzter Instanzen in</span><br/> <span class="ft2">Handelsregistersachen kann nämlich Verwaltungsgerichtsbeschwerde</span><br/> <span class="ft2">erhoben werden (Art. 5 Abs. 1 HRegV). Die <i>sachliche</i> Zuständigkeit</span><br/> <span class="ft2">des Verwaltungsgerichts ist mithin zu bejahen.</span><br/> <span class="ft2">b) Zu prüfen ist noch die <i>funktionelle</i> Zuständigkeit des Ver-</span><br/> <span class="ft2">waltungsgerichts. Wenn nämlich ein Departement wie im vorlie-</span><br/> <span class="ft2">genden Falle erstinstanzlich entscheidet, so gilt auch in Fällen, in</span><br/> <span class="ft2">denen letztinstanzlich ein Weiterzug an das Verwaltungsgericht mög-</span><br/> <span class="ft2">lich ist, normalerweise die Regelung, dass zunächst die Beschwerde</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">320</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft2">an den Regierungsrat gegeben ist (§ 46 Abs. 2 lit. a VRPG). Diese</span><br/> <span class="ft2">Zuständigkeitsordnung derogiert nun allerdings Art. 3 Abs. 4</span><span class="ft6">bis</span><br/> <span class="ft2">HRegV, der folgendermassen lautet:</span><br/> <span class="ft6">"Ist die kantonale Aufsichtsbehörde keine gerichtliche Instanz, so</span><br/> <span class="ft6">kann gegen deren Entscheid beim zuständigen kantonalen Gericht Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerde erhoben werden (Art. 98a Abs. 1 des Bundesrechtspflege-</span><br/> <span class="ft6">gesetzes, OG)."</span><br/> <span class="ft2">Wie der Regierungsrat zutreffend annimmt, gilt Art. 3 Abs. 4</span><span class="ft6">bis</span><br/> <span class="ft2">HRegV auch, wenn wie im vorliegenden Falle eine zwangsweise</span><br/> <span class="ft2">Eintragung gemäss Art. 57 HRegV zur Diskussion steht; werden in</span><br/> <span class="ft2">einem solchen Fall Weigerungsgründe schriftlich geltend gemacht</span><br/> <span class="ft2">(Art. 57 Abs. 1 und 4 HRegV), überweist der Registerführer, statt</span><br/> <span class="ft2">selber zu verfügen, die Angelegenheit der kantonalen Aufsichtsbe-</span><br/> <span class="ft2">hörde, die nach Prüfung der Verhältnisse - erstinstanzlich - entschei-</span><br/> <span class="ft2">det (Art. 58 Abs. 1 HRegV). In Handelsregistersachen kommt es auf</span><br/> <span class="ft2">eine speditive Abwicklung der einzelnen Vorgänge an, und diesem</span><br/> <span class="ft2">Ziel würde eine Dazwischenschaltung des Regierungsrats entgegen-</span><br/> <span class="ft2">wirken. Im Übrigen kann auch auf § 4 Satz 3 der kantonalen Verord-</span><br/> <span class="ft2">nung über den Vollzug des Bundesgesetzes über die Revision der</span><br/> <span class="ft2">Titel 24-33 des Obligationenrechts (SAR 210.251) vom 23. Juli 1937</span><br/> <span class="ft2">verwiesen werden, wonach eine Weiterziehung der Entscheide des</span><br/> <span class="ft2">Departements des Innern (in seiner Eigenschaft als kantonale</span><br/> <span class="ft2">Aufsichtsbehörde über das Handelsregisteramt) an den Regierungsrat</span><br/> <span class="ft2">nicht zulässig ist; auch hinter dieser Bestimmung steht offensichtlich</span><br/> <span class="ft2">das Beschleunigungsanliegen.</span><br/> <span class="ft2">Demgemäss ist das Verwaltungsgericht zur Beurteilung der</span><br/> <span class="ft2">vorliegenden Streitsache auch funktionell zuständig.</span><br/></div> </div> </body> </html>