19. März 1982 N 547 Interpellation der Fraktion PdA/PSA/POCH 10 de la Convention européenne des droits de l'homme. Les peuples doivent en effet être entièrement libres d'exer- cer une influence sur les hommes politiques pour les ame- ner à trouver une solution de paix. Quelques jours plus tard, en invoquant un arrêté du Conseil fédéral de 1948, la police des étrangers zurichoise a attiré l'attention des organisateurs du congrès sur le fait que l'orateur n'avait pas été officiellement autorisé à s'exprimer. Le Conseil fédéral ne pense-t-il pas que cet arrêté est dépassé et de surcroît contraire à l'article 10 de la Conven- tion européenne des droits de l'homme? Dans la négative, le Conseil fédéral est prié d'exposer de façon détaillée quelles sont les raisons qui selon lui militent en faveur d'une restriction de la liberté d'expression des orateurs étran- gers, au sens de l'article 10, paragraphe 2, CEDH. Enfin, il est prié de dire quels autres pays européens (au sens géographique du terme) appliquent des restrictions analo- gues. Begründung Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und bittet um schriftliche Beantwortung. Développement L'interpellateur renonce à donner un exposé des motifs et demande une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral Der Bundesrat hat sich bei der Beantwortung der Interpella- tion Villard vom 1. Dezember 1971 (Redeverbot für Auslän- der) und der Stellungnahme zur Motion Ziegler vom 17. Dezember 1971 (Redeverbot für Ausländer) ausführlich zum Bundesratsbeschluss vom 24. Februar 1948 über poli- tische Reden von Ausländern (Rednerbeschluss) geäus- sert. In Anlehnung an die nach wie vor gültigen, damaligen Ausführungen lassen sich die vom Interpellanten aufgewor- fenen Fragen wie folgt beantworten. 1. Einschränkungen der politischen Tätigkeit der Ausländer sind mit dem allgemeinen Völkerrecht vereinbar. Zudem gestattet Artikel 16 der Europäischen Menschenrechtskon- vention (EMRK) ausdrücklich, die politische Tätigkeit von Ausländern Beschränkungen zu unterwerfen: Der vom Interpellanten angerufene Artikel 10 EMRK darf nach dem Wortlaut von Artikel 16 EMRK nicht so ausgelegt werden, dass er den Vertragsstaaten verbietet, die politische Tätig- keit von Ausländern Beschränkungen zu unterwerfen. Dar- auf hat der Bundesrat bereits in seinem Bericht an die Bun- desversammlung über die Konvention zum Schütze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 9. Dezember 1968 (BB11968 II 1076 f.) und zehn Jahre später in der Bot- schaft zum Ausländergesetz vom 19. Juni 1978 (BB11978 II 186) hingewiesen. 2.1 Äusserungen von Ausländern zu innenpolitischen Fra- gen oder gar Beeinflussungsversuche können sich negativ auf unsere innenpolitischen Verhältnissen auswirken und dadurch unter Umständen die innere Sicherheit gefährden. Öffentliche Stellungnahmen von Ausländern zu Ereignissen im Ausland ihrerseits können unsere aussenpolitischen Beziehungen belasten. Es muss deshalb eine Möglichkeit bestehen, Reden von Ausländern, die in dieser Weise geeignet sind, unsere Landesinteressen zu gefährden, nötigenfalls zu verbieten. 2.2 Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement hat im Hinblick auf die Revision des Bundesgesetzes über Auf- enthalt und Niederlassung der Ausländer Rechtsgrundlage, Inhalt und Form des Rednerbeschlusses überprüft. Das Ergebnis dieser Arbeiten ist für das neue Ausländergesetz berücksichtigt worden. Tritt es in Kraft, wird der in den letz- ten Jahren sehr liberal gehandhabte Rednerbeschluss auf- gehoben, wobei allerdings - soweit die Einschränkung oder das Verbot der politischen Tätigkeit es rechtfertigen - einem Ausländer auch weiterhin untersagt werden kann, an einer öffentlichen Veranstaltung über ein politisches Thema zu reden (vgl. die Botschaft des Bundesrates vom 19. Juni 1978, Ziff. 204.7). 3. Der Bundesrat sieht keine Veranlassung, Erhebungen über in Europa bestehende Einschränkungen der politi- schen Tätigkeit von Ausländern tätigen zu lassen. Präsidentin: Der Interpellant erklärt sich von der Antwort nur teilweise befriedigt. #ST# 81.547 Interpellation der Fraktion PdA/PSA/POCH Atomwaffen im grenznahen Ausland Interpellation du groupe PdT/PSA/POCH Armes atomiques à proximité de la Suisse Wortlaut der Interpellation vom 30. November 1981 Presseberichten zufolge sollen sowohl in der Bundesrepu- blik Deutschland als auch in Frankreich relativ nahe an unserer Grenze Atomwaffen gelagert sein. Auch muss damit gerechnet werden, dass im Zuge der von der NATO beschlossenen weiteren Rüstung zusätzliche Trägerraketen und Atomwaffen rund um die Schweiz stationiert werden. Waffen dieser Art sind erfahrungsgemäss auf ihre Verwen- dung für den strategischen Angriff ausgerichtet, unabhän- gig davon, ob die jeweilige militärische Konzeption als defensiv bezeichnet wird oder nicht. Arsenale von strategi- schen Angriffswaffen bilden im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung ein erstrangiges Ziel für die Gegen- seite, wird doch jede Konfliktpartei versuchen, die Bewaff- nung des Gegners möglichst rasch und effizient zu zerstö- ren. Im Falle eines militärischen Konfliktes in Mitteleuropa würde somit - ungeachtet der schweizerischen Neutralität - das Grenzgebiet der Schweiz in schwerste Mitleidenschaft gezogen. Diese Gefahr verschärft sich mit der Stationierung weiterer strategischer Angriffswaffen in unseren Nachbar- ländern. Die Fraktion PdA/PSA/POCH bittet deshalb den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen: 1. In welcher Distanz zur Schweizer Grenze und in wel- chem Umfang befinden sich in den Nachbarstaaten Lager von Atomwaffen und anderen strategischen Angriffswaf- fen? 2. Welche Auswirkungen auf die Grenzgebiete der Schweiz sind zu befürchten, wenn eine oder mehrere dieser Anlagen aus kriegerischen Ereignissen oder anderen Gründen ganz oder teilweise zerstört werden? 3. Welche konkreten Schritte hat der. Bundesrat unternom- men, um die Stationierung derartiger Waffen in Grenznähe zu verhindern? Texte de l'interpellation du 30 novembre 1981 A en croire les comptes rendus publiés dans la presse, des armes atomiques seraient entreprosées à proximité de notre frontière, tant en Allemagne fédérale qu'en France. Il faut s'attendre aussi à ce que de nouvelles fusées por- teuses et des armes atomiques soient stationnées tout autour de la Suisse, en raison de l'armement supplémen- taire décidé par l'OTAN. Les armes de cette sorte-là sont, ainsi que l'expérience nous l'enseigne, conçues en prévi- sion de leur utilisation pour l'attaque stratégique, sans égard pour le fait que la conception militaire en vigueur soit qualifiée de défensive ou d'offensive.Interpellation Robbiani 548 N 19 mars 1982 En cas d'hostilités ouvertes, les arsenaux d'armes offen- sives constituent un objectif de choix pour l'adversaire, car chaque partie au conflit s'efforcera de détruire l'armement de son ennemi aussi rapidement et radicalement que possi- ble. En cas de conflit armé en Europe centrale, la région fron- tière de notre pays serait très gravement exposée, sans qu'il soit tenu compte de la neutralité suisse. L'installation et le stationnement de nouvelles armes stratégiques offen- sives dans les pays voisins du nôtre aggravent ce danger. Dans ces conditions, le groupe PdT, PSA, POCH invite le Conseil fédéral à répondre aux questions suivantes: 1. A quelle distance de la frontière suisse et en quelle quantité trouve-t-on, dans les Etats voisins du nôtre, des dépôts d'armes atomiques et d'autres armes stratégiques offensives? 2. Si l'un (ou plusieurs) de ces dépôts venait(ent) à être détruit(s) complètement ou partiellement, à la suite d'actes de guerre ou pour d'autres raisons, quelles répercussions y aurait-il lieu de redouter pour les régions frontières de la Suisse? 3. Quelles démarches concrètes le Conseil fédéral a-t-il entreprises aux fins d'empêcher que de telles armes sta- tionnent à proximité de nos frontières? Sprecherin - Porte-parole: Mascarin Begründung - Développement Keine - Aucun Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral 1. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass im Grenz- raum von Nachbarstaaten Atomwaffen stationiert sind. Die Standorte dieser Waffen sind dem Bundesrat nicht bekannt. Sie können im übrigen sehr rasch wechseln. 2. Aus den heutigen Standorten ausländischer Waffen las- sen sich keine Schlüsse auf mögliche Einsatzorte im Fall eines kriegerischen Konflikts ziehen. Es erscheint sogar als eher unwahrscheinlich, dass diese Waffen im Ernstfall von ihren Friedensstandorten aus eingesetzt werden, da diese einem allfälligen Gegner möglicherweise bekannt sind. Der Bundesrat ist deshalb nicht in der Lage, Aussagen dazu zu machen, welche spezifischen Auswirkungen auf die Grenz- gebiete der Schweiz die vollständige oder teilweise Zerstö- rung solcher Waffen haben würde. 3. Unsere Nachbarstaaten können frei über die Standorte ihrer militärischen Einrichtungen entscheiden. Das Völker- recht kennt keine Bestimmungen, die einem Staat verbieten würden, sein gesamtes Gebiet für Verteidigungszwecke zu benutzen. Übrigens wäre die Schweiz mit ihrem sehr klei- nen Territorium an einer solchen Beschränkung ebenfalls nicht interessiert. Die Standorte von ausländischen Atomwaffen sind im Kriegsfall kaum mehr gefährdet als andere Gebiete, die lohnende Ziele für Angriffswaffen eines Gegners darstellen. Für unser Land ist es deshalb so oder so wichtig, dass dem Schutz der Bevölkerung und der Armee vor Auswirkungen möglicher Atomwarfeneinsätze die erforderliche Beachtung geschenkt wird. Die Massnahmen des Zivilschutzes und der AC-Schutzdienst der Armee tragen dieser möglichen Gefährdung Rechnung. Päsidentin: Frau Mascarin erklärt sich von der Antwort nicht befriedigt. #ST# 81.573 Interpellation Robbiani Tätigkeit von Banken. Kontrolle Activité des banques. Mesures de contrôle Interpellanza Robbiani II controllo sull'attività bancaria Wortlaut der Interpellation vom 9. Dezember 1981 1. Ich ersuche um eine offizielle Stellungnahme zu den Presseberichten über die grossen Verluste, die verschie- dene Schweizer Banken in letzter Zeit erlitten haben. Ich nenne nur die neuesten Fälle: Die Genfer Filiale der Volks- bank hat Verluste von 140 Millionen Franken gemeldet; die Banque Scandinave in Genf ein «Loch» von 50 Millionen; die Luzerner Kantonalbank (LKB) hat im Fall Cobau und in einem zweiten, noch abzuklärenden Fall insgesamt 45 Mil- lionen verloren. 2. Ich frage den Bundesrat: Wann wurden diese Verluste entdeckt, und wann haben die betroffenen Banken ihre Revisionsstellen und die Eidgenössische Bankenkommis- sion (und die LKB die kantonale Aufsichtsbehörde) darüber informiert? 3. Wann hat die Eidgenössische Bankenkommission in den erwähnten Fällen die Untersuchung eingeleitet? Welche Massnahmen wurden bisher getroffen, und hat die Banken- kommission diese Fälle den kantonalen Justizbehörden gemeldet? 4. Worauf sind diese schweren Verluste zurückzuführen: auf die Struktur oder auf Fehler in der Geschäftsführung? 5. Warum konnten diese Verlustgeschäfte nicht rechtzeitig entdeckt werden: Wurden sie von den Verantwortlichen verheimlicht, oder war die Überwachung durch die Revi- sionsstellen und/oder das interne Inspektorat - trotz der Erfahrungen mit den Bankenskandalen von 1974 und 1977- nicht wirksam genug? 6. Welche internen - strukturellen und personellen - Vor- kehren haben die genannten Banken getroffen, um zu ver- meiden, dass sich solche Verluste wiederholen? 7. Erscheint es nicht notwendig, besonders in Anbetracht der Vorfälle bei der LKB, bei den Kantonen zu intervenieren, damit sie ihre Kantonalbankgesetze oder wenigstens die Organisation der Kantonalbanken oder die Aufsicht über deren Geschäftstätigkeit überprüfen? Texte de l'interpellation du 9 décembre 1981 1. Je demande qu'on donne la version officielle des nou- velles publiées par la presse au sujet des pertes impor- tantes subies par des banques suisses. Je cite les cas les plus récents: la succursale de Genève de la Banque Popu- laire Suisse a signalé une perte de 140 millions et la Banque Scandinave de Genève un «trou» de 50 millions; la Banque Cantonale de Lucerne a perdu 45 millions dans l'affaire Cobau et dans une autre qu'il s'agit d'éclaircir. 2. J'aimerais savoir à quelle époque remonte la découverte de ces faits et quand ils ont été notifiés par chaque banque à son propre bureau de revision et à la Commission fédé- rale des banques (à l'autorité cantonale de surveillance dans le cas de la Banque Cantonale de Lucerne). 3. Je demande à partir de quelle date la Commission fédé- rale des banques a ouvert une enquête dans les cas sus- mentionnés, quelles ont été les mesures prises jusqu'à pré- sent, et si la commission a annoncé ces cas aux autorités pénales cantonales. 4. Je demande quelles sont les causes de ces pertes importantes: Sont-elles dues à des défauts de structure ou à des erreurs de gestion?Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation der Fraktion PdA/PSA/POCH Atomwaffen im grenznahen Ausland Interpellation du groupe PdT/PSA/POCH Armes atomiques à proximité de la Suisse In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1982 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 81.547 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 19.03.1982 - 08:00 Date Data Seite 547-548 Page Pagina Ref. No 20 010 369 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.