Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. Juni 2013 (725 12 391 / 132) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung HWS Distorsion Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Marku s Mattle, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Monika Guth, Advo- katin, Aeschenvorstadt 67, Postfach, 4010 Basel gegen Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft AG , Stei- nengraben 41, 4003 Basel, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Die 1974 geborene A.____ arbeitete seit dem 1. Jun i 2007 als Sachbearbeiterin bei der B____AG und war in dieser Eigenschaft obligatorisch ge gen die Folgen von Unfällen und Be- rufskrankheiten versichert. Am 30. September 2009 erlitt A.____ einen Auffahrunfall. Dabei erlitt sie gemäss Notfallbericht des Kantonsspitals C.____ vom 7. Oktober 2009 ein kranio-zervicales Beschleunigungstrauma. Nachdem die Schweizerische Nationa l-Versicherungs-Gesellschaft AG (National) die gesetzlichen Leistungen für die Folgen dieses Unfalls ausgerichtet hatte, stell- te sie mit Verfügung vom 11. Januar 2012 die Gewährlei stung der Heilbehandlung mangels na- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht türlichen und adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen der gesundheitlichen Beeinträchti- gung und dem Vorfall vom 30. September 2009 rückwirkend per 1. Dezember 2011 ein. Die dagegen erhobene Einsprache der Versicherten wies die N ational mit Entscheid vom 15. No- vember 2012 ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Dr. Monica Guth, am 17. Dezember 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in Aufhebung des Einspracheentscheides vo m 15. November 2012 sei die Be- schwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Leistung en zu erbringen. Eventualiter sei die Sache zur Einholung von weiteren medizinischen Berich ten und zur anschliessenden Neu- beurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. S ubeventualiter sei ein Gerichtsgut- achten über die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen einzuholen; unter o/e- Kosten- folge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie, es sei der Beschwerde gegen die Verfü- gung vom 11. Januar 2012 und den Einspracheentscheid vo m 15. November 2012 die auf- schiebende Wirkung zu erteilen. Die Beschwerde begründe te sie im Wesentlichen damit, dass der Einspracheentscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 31. Januar 2013 schloss d ie National auf Abweisung der Beschwerde; unter o/e- Kostenfolge. In verfahrensrechtl icher Hinsicht sei der Antrag auf Ertei- lung bzw. Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung abzuweisen. D. Mit Verfügung vom 6. Februar 2013 stellte der inst ruierende Präsident des Kantonsge- richts fest, der Suspensiveffekt der Beschwerde bestehe mangels Entzug von Gesetzes wegen. Infolgedessen werde der Verfahrensantrag der Versicherte n, wonach der Beschwerde die auf- schiebende Wirkung zu erteilen sei, als gegenstandslos abge schrieben. Die gegen diesen Ent- scheid von der Beschwerdegegnerin erhobene Einsprache hi ess die zuständige Kammer des Kantonsgerichts mit Beschluss vom 4. April 2013 gut. In d er Folge hob es die Verfügung vom 6. Februar 2013 auf und wies die Angelegenheit an de n Präsidenten des Kantonsgerichts zu- rück, damit dieser über die aufschiebende Wirkung der B eschwerde vom 17. Dezember 2012 neu befinde. E. Mit Eingabe vom 26. Februar 2013 liess die Beschwe rdeführerin dem Gericht einen Be- richt von Dr. med. D.____, FMH Neurologie, vom 15. Fe bruar 2013 zukommen. Hierzu liess sich die National am 18. März 2013 vernehmen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwe rdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die ö rtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes übe r die Verfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsge- richt als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerd en gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in d er obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre- chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit- ten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wie dererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versi cherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalide nrente, wenn sie infolge des Unfal- les zu mindestens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch ent steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesun dheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingl iederungsmassnahmen der Invalidenver- sicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 3. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG s etzt - unter anderem - vor- aus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetre tenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursa chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan densein der eingetretene Er- folg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit einge- treten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür- lichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unf all die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass da s schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht w eggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (B GE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitl ichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein- lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zus ammenhangs genügt für die Begrün- dung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der B eurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin - ist die rechtsanwendende Behörd e regelmässig auf Unterlagen angewie- sen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterl agen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf e s bei einander widersprechen- den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf di e eine und nicht auf die andere medi- zinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eine s Arztberichtes ist demnach ent- scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinische n Zusammenhänge und in der Beur- teilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5. Zur Beurteilung der umstrittenen Fragen sind folge nde ärztliche Berichte zu berücksich- tigen: 5.1 Im Notfallbericht des Kantonsspitals C.____ vom 7. O ktober 2009 wurde ein kranio- zervicales Beschleunigungstrauma diagnostiziert. Anamnestisch hätten keine Bewusstlosigkeit, keine Amnesie und zunächst keine Übelkeit bestanden. Nach circa 15 Minuten seien Kopf- schmerzen aufgetreten und im Verlauf der nächsten Tage regredierte Kopf- und Nacken- schmerzen sowie Übelkeit mit wiederholtem Erbrechen. Die Beweglichkeit in der Halswirbelsäu- le (HWS) sei regelrecht und die Untersuchung der Schädel hirnnerven unauffällig. Peripher wür- den keine sensomotorischen Auffälligkeiten bestehen und d er Reflexstatus sei in allen Muskel- gruppen beidseits symmetrisch. Auch die Kleinhirnfunktion sei unauffällig. Die Computertomo- graphie der HWS und der oberen Brustwirbelsäule (BW S) würde eine regelrechte Ausrichtung zeigen. Frische ossäre Läsionen bestünden nicht. 5.2 Dr. med. E.____, FMH Kinder- und Jugendmedizin, hielt am 9. November 2009 (Doku- mentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-zervikal em Beschleunigungstrauma) fest, dass sich keine Anhaltspunkte für einen Bewusstseinsverlust ergeben würden. Es bestünde aber für die Zeit des Unfalls eine Gedächtnislücke. Die Versicherte habe angegeben, sofort un- ter Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Er brechen, Schlafstörungen und Kon- zentrationsstörungen gelitten zu haben. Weitere Symptom e habe sie verneint. Vor dem Unfall hätten keine behandlungsbedürftigen Beschwerden bestanden. 5.3 Dr. med. D.____, diagnostizierte am 8. Januar 201 0 einen Status nach Verkehrsunfall mit HWS-Distorsion und Verdacht auf Commotio cerebri un d ein regredientes zervicozephales Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Syndrom mit Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindelbeschwer den sowie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen. Klinisch-neurologisch zeige sich ein rechtsbetontes Zervicalsyndrom, ohne Nachweis radikulärer und/oder spinaler Funktionsst örungen oder Hinweise auf eine Radi- kulopathie. Ergänzende bildgebende Abklärungen mittel s Magnetic resonance imaging (MRI) seien zurzeit nicht erforderlich. Die Elektroenzephalogr afie (EEG) zeige leichte bitemporale Veränderungen rechts überwiegend ohne grobe Pathologie. Der Befund sei durchaus vereinbar mit einem postcommotionellen Zustand. Aufgrund des bi sherigen Verlaufs mit zumindest par- tieller Erholung der Beschwerden sei grundsätzlich von e iner guten Prognose auszugehen. Be- zogen auf das angestammte Pensum bestünde eine Einschrän kung der Arbeitsfähigkeit von 75%. 5.4 Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, hielt in seinem Bericht vom 5. Januar 2010 fest, dass die physiotherapeutischen, chiropraktischen und analgetischen Massnahmen zu einer leichten Verbesserung geführt hätten. Seit 1 . Januar 2010 bestünde eine Arbeitsunfä- higkeit von 50%. Mit einer Verbesserung der Arbeitsfäh igkeit sei in den nächsten Monaten zu rechnen. 5.5 Am 18. März 2010 hielt Dr. F.____ fest, dass eine b eginnende frozen shoulder links mit Impingement-Symptomatik und begleitenden Myogelosen bestünden. 5.6 Im Bericht vom 17. Mai 2010 befürwortete Dr. med. G.____, Facharzt für Neurologie, eine interdisziplinäre Begutachtung der Versicherten, falls sich Zeichen einer zunehmenden Chronifizierung einstellen würden, oder während sechs Mo naten keine Zustandsverbesserung eintrete. 5.7 Im Bericht vom 1. September 2010 hielt Dr. D.____ fest, dass sich die Beschwerden der Versicherten verbessert hätten. Problematisch seien noch die bestehenden Kopfschmerzen, welche einen hohen Analgetika-Gebrauch nach sich ziehen würden. Dies berge die Gefahr ei- ner zusätzlichen Schmerzkomponente durch Schmerzmittelüber gebrauch. Bei der Absetzung des Medikaments Mefenacid sei eine vorübergehende Schmerzakzentuierung zu erwarten. Aus diesem Grund sei die Versicherte einige Tage vollständig arbeitsunfähig. 5.8 Die National beauftragte die Gutachterstelle H.__ __ mit einem interdisziplinären Gutach- ten. Am 7. November 2011 wurden ein Status nach einer HWS-Distorsion QTF Grad I, Kopf- schmerzen vom Spannungstyp und Migränekopfschmerzen sowie ein chronisches, leichtes, linksbetontes Zervikovertebralsyndrom diagnostiziert. Aus der aktuellen klinisch-neurologischen Untersuchung würden sich keine Hinweise für eine trauma tisch bedingte Schädigung des zent- ralen oder peripheren Nervensystems ergeben. Aufgrund der Anamnese liessen sich auch kei- ne Hinweise für eine abgelaufene Contusio cerebri gew innen. Die beschriebenen Beschwerden seien nicht wahrscheinlich als unfallkausal einzustufen. A us neurologischer Sicht resultiere ak- tuell keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus rhe umatologischer Sicht sei darauf hinzu- weisen, dass die im Vordergrund stehenden Kopfschmerzen au fgrund der Befunde der HWS nicht als spondylogen zu bezeichnen seien. Ein natürlicher K ausalzusammenhang der Nacken- beschwerden mit dem Unfall sei aufgrund der Akten und der aktuellen Befunde nicht überwie- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gend wahrscheinlich. Die Arbeitsfähigkeit sei nicht eingeschränkt. In neuropsychologischer Hin- sicht seien keine Hinweise für eine affektive Problemati k ersichtlich. Die Beschwerden, beste- hend aus Kopfschmerzen, Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentr ationsproblemen und Schlafstö- rungen würden phänomenologisch einem neurasthischen Syn drom (ICD-10 F48.0) entspre- chen. Es handle sich um eine unspezifische Störung, welche unter mannigfaltigen Belastungen auftreten könne. Das neurastische Syndrom lasse sich durch den Unfall vom 30. September 2009 nicht überwiegend wahrscheinlich erklären. Im Zusa mmenhang mit der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) sei eine deutl iche Symptomausweitung und Selbstlimitie- rung und auf dieser Grundlage eine Inkonsistenz der p hysischen Leistungstests festzustellen. Aus gesamtmedizinischer Sicht seien keine eindeutigen, ob jektivierbaren pathologischen Be- funde festzustellen. Es würden keine Beschwerden vorlieg en, die einem objektivierbaren orga- nischen Substrat, einem organisch nachweisbaren Funktion sausfall oder einer anderen orga- nisch nachweisbaren Störung zugeordnet werden könnten und überwiegend wahrscheinlich in einem Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 30 . September stehen würden. Wei- tere Heilbehandlungen seien deshalb nicht angezeigt. 5.9 Am 15. Februar 2013 hielt Dr. D.____ im Wesentli chen fest, dass er die Frage, ob die Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 30. September 2009 zurückzuführen seien, nicht zuverlässig beantworten könne. Es zeige sich seit Januar 2012 ein fluktuierender und instabiler Beschwerdeverlauf ohne er kennbare namhafte Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes. 6.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid ging die Nati onal gestützt auf das Gutachten der Gutachterstelle H.____ vom 7. November 2011 davon aus, dass der natürliche Kausalzusam- menhang zwischen dem Unfall vom 30. September 2009 und den geklagten Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen sei. Die Frage nach dem natürlichen Kausalzu- sammenhang könne jedoch letztlich ohnehin offen bleiben , da eine Leistungspflicht mangels adäquaten Kausalzusammenhangs entfalle. Dieses Vorgehe n der Vorinstanz, die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang nicht abschliessend z u beantworten, ist dann nicht zu beanstanden, wenn die Adäquanz in der Tat zu verneinen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2009, 8C_438/2009, E. 3.2). Darauf ist im Folgenden näher einzugehen. 6.2 Um eine Leistungspflicht des Unfallversicherers begrün den zu können, muss zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, son- dern auch ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. N ach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahr ung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eint ritt dieses Erfolges also durch das Ereig- nis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E . 3.2 mit Hinweis). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versich erten Ereignis und der einge- tretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erforde rliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis ent- wickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfo lgen spielt die Adäquanz als recht- liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusam menhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der na- türlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 1 27 V 103 E. 5b/bb). Als objektivierbar gel- ten Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde ledi glich auf Ergebnisse klinischer Unter- suchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, welches eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erschei nen liesse. Nach konstanter bun- desgerichtlicher Rechtsprechung kann deshalb von organisc h objektiv ausgewiesenen Unfall- folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparati- ven/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (für viel e: Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Diese Untersuchungsmetho- den müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 ff. mit Hinweisen). 6.4 Liegen keine organisch (hinreichend) nachweisbare Un fallfolgeschäden vor, hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Dabei ist rec htsprechungsgemäss (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS, einen äquivalenten Verletzun gsmechanismus oder ein Schädel- Hirntrauma, dessen Folgen sich mit jenen eines Schleude rtraumas vergleichen lassen (BGE 117 V 382 E. 4b), erlitten und liegt in der Fo lge das für diese Verletzung typische bunte Beschwerdebild vor (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, K onzentrations- und Gedächtnisstö- rungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Re izbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw., vgl. BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 1 09 ff. modifizierten (vgl. E. 7.4) Grund- sätze zu prüfen. Liegt kein Unfall mit einem Schleuder trauma oder einer adäquanzrechtlich äquivalenten Verletzung vor oder fehlt es nach einer so lchen Verletzung an dem hierfür typi- schen bunten Beschwerdebild, so hat die Adäquanzbeurteilu ng psychischer Folgeschäden des Unfalls nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Krit erien zu erfolgen. Der Unterschied be- steht darin, dass bei Unfällen mit einem Schleudertrau ma der HWS oder einer äquivalenten Verletzung auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Unfallfolgen verzich- tet wird (BGE 134 V 117 E. 6.2.1, 117 V 367 E. 6a i n fine), währenddem bei den übrigen Unfäl- len für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundh eitsschäden sowie deren objektive Folgen massgebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). 7.1 Aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten ist erst ellt, dass die Versicherte am 30. September 2009 eine Distorsion der HWS erlitten h at, wobei keine objektivierbaren struktu- rellen Veränderungen festzustellen sind. Da aufgrund der vorliegenden Akten, insbesondere dem Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kran io-zervikalem Beschleunigungs- trauma vom 9. November 2009 Beschwerden wie Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen echtzeitlich na chgewiesen sind, ist das Vorliegen ei- nes typischen Beschwerdebildes zu bejahen. Bei dieser Sa chlage ist zu Recht nicht beanstan- det worden, dass die National die Adäquanzprüfung nach den Regeln der Schleudertrauma- Praxis durchgeführt hat. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2.1 Ob die geklagten Beschwerden noch adäquat kausale Unfallfolgen sind, hat der Unfall- versicherer beim Fallabschluss zu prüfen. Das Bundesgericht hat sich in BGE 134 V 109 E. 3 und 4 zum Zeitpunkt des Fallabschlusses geäussert. Demnach sind Heilbehandlung und Tag- geld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werd en kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integri tätsentschädigung abzuschliessen. Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkei t, soweit diese unfallbedingt beeinträch- tigt ist. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriff es "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse rung ins Gewicht fallen muss. Un- bedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3). Wenn eine entsprechende Verbesserung nicht erwartet werden kann, ist der Fall abzuschliessen. 7.2.2 Nachdem im Gutachten der Gutachterstelle H.____ vo m 7. November 2011 keine unfall- kausalen Beschwerden festgestellt wurden und auch Dr. D .____ im Bericht vom 15. Februar 2013 ausführte, dass seit Januar 2012 keine erkennbare n amhafte Verbesserung oder Ver- schlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei, ist mit überwiegender Wahrschein- lichkeit davon auszugehen, dass von der Fortsetzung der ärzt lichen Behandlung keine namhaf- te Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist. Es ist daher nicht zu beanstan- den, dass die National die Adäquanzprüfung vorgenommen hat. 7.3.1 Nach BGE 117 V 133 setzt die Bejahung des adäquat en Kausalzusammenhangs im Einzelfall voraus, dass dem Unfallereignis für die Entsteh ung der psychisch bedingten Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zuko mmt. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 141 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurtei lung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Gesch ehensablauf – folgende Einteilung der Unfälle in drei Gruppen zweckmässig erscheint: banale bzw. leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen li egende mittlere Bereich (BGE 115 V 138 E. 6). Während bei leichten bzw. bana len Unfällen der adäquate Kausalzu- sammenhang in der Regel ohne weiteres verneint werden kann, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizi nischer Erkenntnisse davon ausge- gangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeig net ist, einen erheblichen Gesundheits- schaden zu verursachen, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Folgen bei schweren Unfällen in der Regel zu bejahen. Bei Un fällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäqua ter Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfass- bare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Z usammenhang stehen oder als direkte oder indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwür digung einzubeziehen ("adäquanzre- levante Kriterien"). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3.2 Auffahrkollisionen werden rechtsprechungsgemäss r egelmässig als mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis qualifiziert (Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2009, 8C_626/2009, E. 4.2.2 mit Hinwe isen). In einzelnen Fällen, insbeson- dere bei einer niedrigen kollisionsbedingten Geschwindigkeitsveränderung (Delta-v unter 10 [bis 15] km/h) und - zusätzlich - weitgehendem Fehlen von un mittelbar im Anschluss an den Unfall auftretenden Beschwerden, wurde auch das Vorliegen ei nes leichten Unfalles angenommen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 23. August 2007, U 40 2/05, E. 6.1 [Delta-v von maximal 4,5 km/h], vom 10. November 2004, U 174/03, E. 5.2 [D elta-v von 4 bis maximal 7 km/h], vom 29. Oktober 2002, U 22/01, E. 7.1 [Delta-v von 6 bis 9 km/h] sowie vom 7. August 2001, U 33/01, E. 3a [Delta-v von 5 bis 9 km/h]). 7.3.3 In Bezug auf die Schwere des Unfallereignisses ergi bt sich Folgendes: Die Beschwerde- führerin wollte ihr Auto am rechten Strassenrand parkie ren. Zu diesem Zweck betätigte sie den Blinker und hielt an. In der Folge kam es zu einer Au ffahrkollision, wobei ein herannahender Personenwagen mit der rechten Frontecke gegen das linke Heck des von ihr gelenkten Perso- nenwagens stiess. Nach dem Kurzgutachten des Unfallanalytikers Ing. HTL I.____ vom 17. De- zember 2009 erfuhr der Wagen der Beschwerdeführerin e ine kollisionsbedingte Geschwindig- keitsänderung von 4,6 bis 7,9 km/h. Angesichts der unmittelbar im Anschluss an den Unfall auf- getretenen Beschwerden (Kopf- und Nackenschmerzen, Schwin del, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen; vgl. E. 5.2 hiervor) ist nicht zu beanstanden, dass die National - trotz der nied- rigen kollisionsbedingten Geschwindigkeitsveränderung - von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen ausgegangen ist. Demnach sind weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen, von denen für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhan- ges entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Wei se oder aber mehrere in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein müssten (BGE 134 V 109 E. 10.1). Gehäuft im genann- ten Sinne liegen die Kriterien bei einem Grenzfall zu den leichten Unfällen vor, wenn deren vier erfüllt sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. April 2011, C_46/2011, E. 5.1). 7.4 Das Bundesgericht hat in BGE 134 V 109 ff. die Pr axis zur Kausalitätsprüfung bei Unfäl- len mit Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung der HWS oder Schädel-Hirntrauma ohne or- ganisch objektiv ausgewiesene Beschwerden in mehrfacher Hinsicht präzisiert. Am Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung bei Unfällen mit so lchen Verletzungen wird dabei zwar festgehalten. Die bewährten Grundsätze über die bei dieser Prüfung vorzunehmende Einteilung der Unfälle nach deren Schweregrad und den abhängig von der Unfallschwere gegebenenfalls erforderlichen Einbezug weiterer Kriterien in die Ad äquanzbeurteilung werden nicht geändert. Dagegen hat das Bundesgericht die adäquanzrelevanten Kri terien teilweise modifiziert. Dies betrifft zunächst das Kriterium der "ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung", das nur dann vorliegt, wenn nach dem Unfall eine fortges etzte spezifische und die versicherte Per- son belastende ärztliche Behandlung im Zeitraum bis zum Fallabschluss notwendig gewesen war. Weiter wird für die Erfüllung des Kriteriums "Da uerbeschwerden" vorausgesetzt, dass die- se erheblich sind, was aufgrund glaubhaft geltend gema chter Schmerzen und nach der Beein- trächtigung, welche die verunfallte Person im Lebensalltag erfährt, zu beurteilen ist. Hinsichtlich des Kriteriums "Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit" ist nicht die Dauer an sich, sondern Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche massgeblich , die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Zusammenfassend hat das Bundesgericht den Katalog der b isherigen adäquanzrelevanten Kri- terien (BGE 117 V 359) in BGE 134 V 109 wie folgt neu gefasst: - besonders dramatische Begleitumstände oder besonde re Eindrücklichkeit des Unfalls; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verl etzungen; - fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlu ng; - erhebliche Beschwerden; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen er heblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikat ionen; - erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener A nstrengung. 7.4.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Beglei tumstände oder besonderen Ein- drücklichkeit des Unfalles wurde vom Bundesgericht unveränd ert beibehalten (BGE 134 V 127 E. 10.2.1). Es ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. des Angstgefühls der versicherten Person ( Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1). Der vorliegend zu beurteilende Unfall war objektiv betrachtet und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass jeder mittelschwere Unfall eine gewisse Bedeu- tung hat, weder von besonderer Eindrücklichkeit noch lie gen besonders dramatische Begleit- umstände vor. Demnach ist dieses Kriterium nicht erfüllt. 7.4.2 Was das Kriterium der Schwere und besonderen Ar t der erlittenen Verletzung anbe- langt, genügt die Diagnose einer HWS-Distorsion für sich allein nicht zu dessen Bejahung. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der für das Schl eudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild bee influssen können (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 89 E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 238 E. 5.2.3 mit Hinweisen). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen beso nderen Körperhaltung und den da- durch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr . 26 S. 89 E. 5.3; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 E. 4.3 mit Hinweisen). Auch erhebli che Verletzungen, welche sich die versi- cherte Person neben dem Schleudertrauma beim Unfall zug ezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 127 E. 10.2.2 mit Hinweisen). Im vorli egenden Fall hat sich die Beschwerde- führerin beim Unfall nebst der HWS-Distorsion keine erh eblichen Verletzungen zugezogen. Die Frage, ob die beim Unfall eingenommene besondere (ve rdrehte) Körperhaltung zusätzliche Komplikationen verursachte, oder ob bei der Adäquanzbe urteilung der ausnahmsweisen Per- sistenz von Schleudertraumafolgen das Kriterium bei Vorl iegen der besonderen Körperhaltung allein zu bejahen ist, weil sie erfahrungsgemäss Schleude rtraumafolgen zu verschlimmern ver- mag, kann - wie die nachstehenden Ausführungen aufzei gen - offen bleiben, weil das Kriterium hier jedenfalls nicht besonders ausgeprägt erfüllt ist un d zusammen mit dem einzig noch gege- benen Kriterium der erheblichen Beschwerden (vgl. nach folgende E. 7.4.4) nicht zur Bejahung der Adäquanz führen kann. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4.3 Für das Kriterium der ärztlichen Behandlung ist neu wesentlich, ob nach dem Unfall eine fortgesetzte spezifische, die versicherte Person bel astende ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war (BGE 134 V 128 E. 10.2.3) . Dieses Kriterium ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung si nd vielmehr auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustands resp. der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Es muss, ge samthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer vorl iegen. Manualtherapeutische Mass- nahmen, die nur der Erhaltung des Zustandes dienen, är ztliche Verlaufskontrollen sowie eine medikamentöse Schmerzbekämpfung allein genügen diesen Anforderungen nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2007, U 365/05, E. 5.2 mit weiteren Hinweisen). Dieses Kriterium ist vorliegend nicht erfüllt und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht behauptet. 7.4.4 Was das Kriterium der erheblichen Beschwerden bet rifft, ist vorab festzuhalten, dass nur diejenigen erheblichen Beschwerden adäquanzrelevan t sein können, die in der Zeit zwi- schen dem Unfall und dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unter- bruch bestanden haben. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach Massgabe der glaubhaften Schmerzen und der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Die Beschwerdeführerin leidet insbesondere an Kopfschmerzen, Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationspr oblemen und Schlafstörungen, die sie im Lebensalltag beeinträchtigen. An der Glau bwürdigkeit der von der Versicherten ge- schilderten Beschwerden ist nicht zu zweifeln. Das Kriterium ist deshalb erfüllt. Die Beschwer- den übersteigen allerdings das übliche Mass bei HWS-Distorsionen nicht derart, dass das Krite- rium als in besonders ausgeprägter Weise vorhanden bejaht werden könnte. 7.4.5 Das nicht geänderte Kriterium der ärztlichen Feh lbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat (BGE 134 V 129 E. 10.2.5), ist unbestrittenermassen nicht erfüllt. 7.4.6 Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden – welche im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien (for tgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden) zu berücksicht igen sind – darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikatio nen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Genesung beeinträc htigt oder verzögert haben (Urteile des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_726/2007, E. 4. 3.2.6 und vom 20. Juni 2008, 8C_554/2007, E. 6.7). Solche Gründe liegen nicht vor . Unbestritten ist, dass das HWS- Distorsionstrauma zu ärztlichen Behandlungen geführt ha t. Diese sind allgemein schwierig und langwierig, so auch im vorliegenden Fall. Von ausserord entlichen Umständen – wie einem aus- serordentlich schwierigen Heilungsverlauf bzw. Verzögerungen – kann jedoch nicht gesprochen werden. Somit ist auch dieses Kriterium nicht erfüllt. 7.4.7 Ebenfalls nicht erfüllt ist das Kriterium der er heblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausge- wiesener Anstrengungen. Die Beschwerdeführerin war laut den medizinischen Akten nach dem Unfall und bezogen auf ihr 40% Pensum vom 30. Septem ber 2009 bis zum 1. November 2009 vollständig und anschliessend vom 2. November 2011 bis 31 . Dezember 2009 zu 75%, vom Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Januar 2010 bis 14. Februar 2010 zu 50%, vom 15. Februar 2010 bis 16. März 2010 zu 25%, vom 17. März 2010 bis 6. Juni 2010 zu 50%, vom 7. Juni 2 010 bis 11. Juli 2010 zu 25%, vom 18. Oktober 2010 bis 31. Oktober 2010 zu 100% arbeitsun fähig. Ab 1. November 2010 bestand wiederum eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Es lag demnach keine erhebliche, länger dauernde Arbeitsunfähigkeit vor, welche mit ernsthaften Anstrengungen überwunden werden musste. 7.5 Zusammenfassend können somit höchstens zwei der sieben Kriterien (Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, erheblich e Beschwerden) als erfüllt betrachtet wer- den, wobei diese jedoch weder in besonders ausgeprägter Form noch in auffallender Weise bestehen. Die Beschwerdegegnerin hat demnach den adäq uaten Kausalzusammenhang zwi- schen dem Unfallereignis vom 30. September 2009 und den von der Versicherten über den 1. Dezember 2011 hinaus geklagten gesundheitlichen Beei nträchtigungen zu Recht verneint. Bei diesem Ergebnis kann, wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.1 hiervor), die Frage nach dem natür- lichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den he ute bestehenden Beschwerden ausdrücklich offen bleiben. Nach dem Gesagten ist es nicht zu beanstanden, dass die National die Versicherungsleistungen per 1. Dezember 2011 eingest ellt hat. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 8. Mit dem heutigen Urteil in der Hauptsache wird de r Verfahrensantrag der Versicherten, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren, gegenstandslos. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren v or dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Verfahrensantrag, es sei der Beschwerde gegen die Verfügung vom 11. Januar 2012 und dem Einspracheentscheid vom 15. November 2012 die aufschiebende Wirkung zu erteilen , wird bei diesem Ausgang des Verfahrens als gegenstandslos abgeschrieben. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht