<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00243</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224794&amp;W10_KEY=13045527&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00243</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.03.2025</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Der Beschwerdeführer, ein mongolischer Staatsangehöriger, ersuchte um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, um bei seiner Ehefrau und den gemeinsamen Kindern leben zu können. Die Ehefrau und die Kinder erhielten im Jahr 2016 in Anerkennung eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls eine Aufenthaltsbewilligung.] Der Beschwerdeführer hat rechtsgenügend belegt, mit seiner Ehefrau verheiratet zu sein (E. 5). Aufgrund der Erwerbstätigkeit der Ehefrau und der eingereichten Arbeitszusicherung ist nicht mehr von einem künftigen Sozialhilfebezug auszugehen (E. 6). Der Entscheid der Vorinstanz erweist sich daher zum heutigen Zeitpunkt als rechtsverletzend, weshalb er aufzuheben ist. Da sich die Vorinstanzen mit den weiteren Nachzugsvoraussetzungen bislang nicht auseinandergesetzt haben, ist die Sache zur erneuten Prüfung zurückzuweisen (E. 7). Gegenstandslosigkeit UP/Gutheissung URB. Teilweise Gutheissung und Rückweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSBESTÃTIGUNG">ARBEITSBESTÃTIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHE">EHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PERSONENSTANDSREGISTER">PERSONENSTANDSREGISTER</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 44 AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 44 Abs. 1 AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=70215" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00243</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">13. MÃ¤rz 2025</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle (Vorsitz), Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Selina Sigerist. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,</span><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Familiennachzug,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A ist ein 1981 geborener StaatsangehÃ¶riger der Mongolei. Er reiste am 28. Februar 2009 zusammen mit C, geboren 1982, und dem gemeinsamen Sohn D, geboren 2002, in die Schweiz ein. <a id="_Hlk190698108">Gleichentags ersuchten sie unter falschen Namen um Asyl. </a>Mit Entscheid vom 8. April 2009 trat das Bundesamt fÃ¼r Migration (heute: Staatssekretariat fÃ¼r Migration [SEM]) auf das Asylgesuch nicht ein und wies die Gesuchstellenden aus der Schweiz weg. Das Bundesverwaltungsgericht wies die dagegen erhobene Beschwerde ab. A, C und der gemeinsame Sohn verblieben daraufhin in der Schweiz. </p> <p class="Urteilstext">Im Jahr 2009 kam die gemeinsame Tochter E zur Welt. Ab dem 13. Mai 2015 galt der Aufenthaltsort von A als unbekannt. Am 26. Juli 2016 erteilte das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich C sowie den Kindern in Anerkennung eines schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefalls eine in der Folge regelmÃ¤ssig verlÃ¤ngerte Aufenthaltsbewilligung. Im Jahr 2016 kam die gemeinsame Tochter F zur Welt.</p> <p class="Urteilstext">A ersuchte am 11. September 2017 erneut um Asyl. Am 16. Oktober 2017 stellte er beim Migrationsamt ein Gesuch um Familiennachzug. Das Migrationsamt trat am 27. Oktober 2017 auf das Familiennachzugsgesuch nicht ein. Am 15. November 2017 lehnte das SEM das von A gestellte Asylgesuch ab.</p> <p class="Urteilstext">Mit Eingabe vom 25. Juli 2021 ersuchte A beim Migrationsamt erneut um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen eines Familiennachzugs. Gleichzeitig legten A und C gegenÃ¼ber dem Migrationsamt ihre richtigen Namen offen und reichten Kopien ihrer ReisepÃ¤sse ein. Das Migrationsamt wies das Gesuch um Familiennachzug am 18. April 2023 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen rekurrierte A am 21. Mai 2023 an die Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich. Diese wies den Rekurs mit Entscheid vom 25. MÃ¤rz 2024 ab, setzte A eine Frist zum Verlassen der Schweiz, auferlegte ihm die Kosten des Rekursverfahrens und richtete keine ParteientschÃ¤digung aus. Das Gesuch von A um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung sowie unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung wies die Sicherheitsdirektion ebenfalls ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 7. Mai 2024 erhob A Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er beantragte, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Rekursentscheid aufzuheben und ihm eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Zudem sei ihm die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren und RechtsanwÃ¤ltin B als unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin zu bestellen. Weiter sei ihm zu gestatten, den Entscheid in der Schweiz abzuwarten und bis zum Entscheid Ã¼ber diesen Antrag im Sinn einer vorsorglichen Massnahme von Vollzugshandlungen Abstand zu nehmen. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 8. Mai 2024 ordnete das Verwaltungsgericht an, dass eine Wegweisungsvollstreckung gegenÃ¼ber A bis auf Weiteres zu unterbleiben habe. </p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 13. Mai 2024 auf eine Vernehmlassung und das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort. Am 15. Mai 2024 stellte das Migrationsamt dem Verwaltungsgericht die Akten betreffend A und am 19. Dezember 2024 die Akten betreffend C zu. </p> <p class="Urteilstext">Mit Eingabe vom 21. Januar 2025 reichten der BeschwerdefÃ¼hrer beziehungsweise dessen Rechtsvertreterin weitere Unterlagen sowie eine Kostennote ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts auf dem Gebiet des Aufenthaltsrechts zustÃ¤ndig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach Art. 44 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) kann auslÃ¤ndischen Ehegatten und Kindern von aufenthaltsberechtigten Personen eine Aufenthaltsbewilligung erteilt und verlÃ¤ngert werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (lit. a), eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist (lit. b), sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind (lit. c), sie sich in der am Wohnort gesprochenen Landessprache verstÃ¤ndigen kÃ¶nnen (lit. d) und die nachziehende Person keine jÃ¤hrlichen ErgÃ¤nzungsleistungen bezieht oder wegen des Familiennachzugs beziehen kÃ¶nnte (lit. e).</p> <p class="Urteilstext">Anders als die Nachzugsbestimmungen betreffend Ehegatten und Kinder von Schweizerinnen und Schweizern und Personen mit Niederlassungsbewilligung (Art. 42 bzw. 43 AIG) rÃ¤umt die vorgenannte Bestimmung keinen Nachzugsanspruch ein; die BehÃ¶rden entscheiden vielmehr nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen (BGE 137 I 284 E. 1.2 und E. 2.3.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Unter UmstÃ¤nden kann sich aber aus dem in Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) beziehungsweise Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) garantierten Schutz des Familienlebens ein Anspruch auf Familiennachzug ergeben. Eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme, die eine nahe, echte und tatsÃ¤chlich gelebte familiÃ¤re Beziehung zu in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Personen beeintrÃ¤chtigt, ohne dass es mÃ¶glich beziehungsweise zumutbar wÃ¤re, die familiÃ¤re Beziehung andernorts zu leben, berÃ¼hrt den Schutzbereich von Art. 8 Abs. 1 EMRK beziehungsweise Art. 13 Abs. 1 BV (BGE 139 I 330 E. 2.1; VGr, 13. Juli 2023, VB.2023.00152, E. 5.1, und 24. November 2022, VB.2022.00399, E. 2.1).</p> <p class="Urteilstext">Zum vom Recht auf Familienleben geschÃ¼tzten Familienkreis gehÃ¶rt in erster Linie die Kernfamilie, das heisst die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjÃ¤hrigen Kindern. Es fallen aber auch nicht rechtlich begrÃ¼ndete familiÃ¤re VerhÃ¤ltnisse in den Schutzbereich des Rechts auf Familienleben, sofern eine genÃ¼gend nahe, echte und tatsÃ¤chlich gelebte Beziehung besteht (BGE 135 I 143 E. 3.1).</p> <p class="Urteilstext">Ein gefestigtes Anwesenheitsrecht ist praxisgemÃ¤ss zu bejahen, wenn eine Person das Schweizer BÃ¼rgerrecht besitzt, ihr die Niederlassungsbewilligung gewÃ¤hrt wurde oder sie Ã¼ber eine Aufenthaltsbewilligung verfÃ¼gt, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht (BGE 144 I 266 E. 3.3). Ein gefestigtes Anwesenheitsrecht kann sich auch aus dem Schutz des Privatlebens nach Art. 8 Abs. 1 EMRK beziehungsweise Art. 13 Abs. 1 BV ergeben (BGE 130 II 281 E. 3.2.1). HierfÃ¼r bedarf es besonders intensiver, Ã¼ber eine normale Integration hinausgehender privater Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur (BGE 144 I 266 E. 3.4 mit Hinweisen). Bei der Beurteilung, ob eine aufenthaltsbeendende Massnahme den Schutzbereich des Rechts auf Privatleben nach Art. 8 Abs. 1 EMRK berÃ¼hren wÃ¼rde, kommt der bisherigen Aufenthaltsdauer eine erhebliche Bedeutung zu. Je lÃ¤nger jemand in einem bestimmten Land lebt, desto enger werden im Allgemeinen die Beziehungen sein, die er oder sie dort geknÃ¼pft hat (BGE 144 I 266 E. 3.9). Nach einer rechtmÃ¤ssigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren kann deshalb regelmÃ¤ssig davon ausgegangen werden, dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng geworden sind, dass es fÃ¼r eine Aufenthaltsbeendigung besonderer GrÃ¼nde bedarf beziehungsweise eine Wegweisung den Schutzbereich des Rechts auf Privatleben berÃ¼hrt (BGE 146 I 185 E. 5.2). In der Rechtsprechung ist zudem anerkannt, dass sich Personen ohne gefestigtes Aufenthaltsrecht, deren Anwesenheit in der Schweiz aber faktisch als RealitÃ¤t hingenommen wird beziehungsweise aus objektiven GrÃ¼nden hingenommen werden muss, unter UmstÃ¤nden ebenfalls auf das Recht auf Achtung des Familienlebens berufen kÃ¶nnen (BGE 138 I 246 E. 3.3.1; VGr, 3. MÃ¤rz 2021, VB.2020.00183, E. 5.1.3 f. â 15. Juli 2015, VB.2015.00207, E. 2.2.3).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, mit C verheiratet zu sein, und ersucht um Familiennachzug, um mit ihr und den gemeinsamen Kindern zusammenzuleben. Die Vorinstanzen verweigerten dem BeschwerdefÃ¼hrer den Familiennachzug mit der BegrÃ¼ndung, er kÃ¶nne sich nicht auf Art. 44 AIG berufen, da er mit C lediglich "nach Brauch" verheiratet sei. Die Ehe sei im Personenstandsregister des Bundes (Infostar) nicht eingetragen und der BeschwerdefÃ¼hrer habe nicht nachgewiesen, dass eine Ehe bestehe. Zudem wÃ¼rde das Einkommen von C nicht ausreichen, um den Unterhalt der gesamten Familie zu decken. Deshalb seien die Voraussetzungen fÃ¼r einen Familiennachzug gestÃ¼tzt auf Art. 44 AIG ohnehin nicht erfÃ¼llt. Da C und die gemeinsamen Kinder nicht Ã¼ber ein gefestigtes Aufenthaltsrecht verfÃ¼gen wÃ¼rden, kÃ¶nne der BeschwerdefÃ¼hrer auch keinen Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung aus dem Recht auf Familienleben nach Art. 8 EMRK ableiten.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Wie sich nachfolgend zeigt, ist der Entscheid der Vorinstanz aufzuheben und die Sache zur erneuten PrÃ¼fung an diese zurÃ¼ckzuweisen. Daher kann (vorerst) offenbleiben, ob die FamilienangehÃ¶rigen des BeschwerdefÃ¼hrers Ã¼ber ein gefestigtes Aufenthaltsrecht im Sinn der Rechtsprechung zum Recht auf Familienleben nach Art. 8 EMRK verfÃ¼gen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Da es sich bei der Ehe um eine rechtsbegrÃ¼ndende Tatsache handelt, trÃ¤gt der BeschwerdefÃ¼hrer hierfÃ¼r die Beweislast (vgl. VGr, 9. Dezember 2021, VB.2021.00430, E. 3.3). GemÃ¤ss Art. 45 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. Dezember 1987 Ã¼ber das Internationale Privatrecht (IPRG, SR 291) wird eine im Ausland gÃ¼ltig geschlossene Ehe in der Schweiz anerkannt, sofern sie nicht dem Ordre public nach Art. 27 IPRG widerspricht (vgl. VGr, 15. Februar 2024, VB.2023.00449, E. 3.2 mit Hinweis). Eine Ehe entfaltet auch ohne Eintragung im schweizerischen Personenstandsregister Rechtswirkungen. Kann eine Ehe aus nicht mit deren GÃ¼ltigkeit im Zusammenhang stehenden GrÃ¼nden nicht im schweizerischen Personenstandsregister eingetragen werden, steht dies einem Ehegattennachzug nicht entgegen (VGr, 14. MÃ¤rz 2012, VB.2012.00034, E. 4.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer und C gaben bereits anlÃ¤sslich ihrer ersten Befragung im Asylverfahren am 11. MÃ¤rz 2009 an, dass sie seit dem Jahr 2000 verheiratet seien und ihre Ehe im Jahr 2002 hÃ¤tten registrieren lassen. Der BeschwerdefÃ¼hrer reichte zudem einen mongolischen Eheschein sowie zwei AuszÃ¼ge aus dem mongolischen Eheregister ein, die bestÃ¤tigen, dass er und C am 10. Januar 2000 geheiratet haben beziehungsweise ihre Ehe am 18. Februar 2002 registrieren liessen. Mit Eingabe vom 21. Januar 2025 reichte der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼berdies ein Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 3. Oktober 2024 ein, mit dem die EintrÃ¤ge von C sowie der zwei minderjÃ¤hrigen Kinder im Zivilstandsregister beziehungsweise im Infostar bereinigt wurden. Namentlich berichtigte das Bezirksgericht Meilen den Namen von C von "G" auf "C" und ihren Zivilstand von <a id="_Hlk190771030">"</a>unbekannt" auf "verheiratet seit dem 10. Januar 2000". In den EintrÃ¤gen der Kinder berichtigte es den Nachnamen von "I" auf "J", den Namen der Mutter von "G" auf "C" und den Namen des Vaters von "H" auf "A". Dieses Urteil des Bezirksgerichts Meilen ist rechtskrÃ¤ftig.</p> <p class="Urteilstext">SpÃ¤testens seitdem der Zivilstand von C im Zivilstandsregister beziehungsweise im Infostar auf "verheiratet seit dem 10. Januar 2000" geÃ¤ndert wurde, steht fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer und C nicht bloss "nach Brauch" verheiratet sind. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat die Ehe damit rechtsgenÃ¼gend belegt. Anders als von den Vorinstanzen angenommen kann sich der BeschwerdefÃ¼hrer folglich grundsÃ¤tzlich auf Art. 44 Abs. 1 AIG berufen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers und die gemeinsamen Kinder waren in der Vergangenheit auf UnterstÃ¼tzung durch die Sozialhilfe angewiesen. Seit dem 22. August 2022 arbeitet C in einem 80%-Pensum als Pflegeassistentin und verdient Fr. 3'810.70 brutto pro Monat zuzÃ¼glich Kinderzulagen sowie weiterer Zulagen. Per Ende September 2022 konnten sie und die Kinder sich von der Sozialhilfe lÃ¶sen. </p> <p class="Urteilstext"><a id="_Hlk190687044">Der BeschwerdefÃ¼hrer reichte mehrere Schreiben des VerwaltungsratsprÃ¤sidenten der K AG ein. Darin bestÃ¤tigt dieser, dass er den BeschwerdefÃ¼hrer in einem 100%-Pensum anstellen wolle, sobald der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber eine Aufenthaltsbewilligung verfÃ¼ge. Zum Zeitpunkt des Entscheids des Beschwerdegegners lag lediglich eine Arbeitszusicherung fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer vor, die fast drei Jahre alt war. Seither hat der VerwaltungsratsprÃ¤sident der K AG jedoch mehrfach bestÃ¤tigt, den BeschwerdefÃ¼hrer nach wie vor anstellen zu wollen, und dies nachvollziehbar begrÃ¼ndet. Die aktuelle BestÃ¤tigung datiert vom 18. April 2024. Darin sichert die K AG dem BeschwerdefÃ¼hrer einen Bruttolohn von Fr. 5'000.- zu. </a><a id="_Hlk190777730">Vor diesem Hintergrund ist nicht mehr von einem kÃ¼nftigen Sozialhilfebezug auszugehen. Auch ein kÃ¼nftiger ErgÃ¤nzungsleistungsbezug droht nicht. Die Voraussetzungen von Art. 44 Abs. 1 lit. c und e AIG sind daher heute erfÃ¼llt.</a></p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an den BeschwerdefÃ¼hrer kann, wie dargelegt, nicht mehr mit der BegrÃ¼ndung verweigert werden, der BeschwerdefÃ¼hrer habe seine Ehe nicht nachgewiesen und die Familie sei kÃ¼nftig auf Sozialhilfe angewiesen. Der Entscheid der Vorinstanz erweist sich daher zum heutigen Zeitpunkt als rechtsverletzend, weshalb er aufzuheben ist. Mit den weiteren Voraussetzungen fÃ¼r einen Familiennachzug haben sich die Vorinstanzen bislang nicht auseinandergesetzt. Es rechtfertigt sich daher, die Sache zur erneuten PrÃ¼fung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. </p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>8.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Sache zur erneuten PrÃ¼fung sowie zum Neuentscheid an die Sicherheitsdirektion zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>8.2 </span></b><span>Die RÃ¼ckweisung zur erneuten Entscheidung bei offenem Ausgang ist in Bezug auf die Regelung der Nebenfolgen als Obsiegen zu behandeln, wenn die Rechtsmittelinstanz reformatorisch oder kassatorisch entscheiden kann (BGr, 28. April 2014, 2C_846/2013, E. 3.2 f. mit Hinweisen). Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind somit dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen </span>(§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Desgleichen hat dieser dem BeschwerdefÃ¼hrer eine angemessene ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).<a id="_Hlk190782563"></a></p> <p class="Erwgung2"><b>8.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ersucht um GewÃ¤hrung unentgeltlicher ProzessfÃ¼hrung und Rechtsvertretung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren.</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusÃ¤tzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde war begrÃ¼ndet, der BeschwerdefÃ¼hrer ist mittellos und die <span>Rechtsvertretung erweist sich angesichts der sich stellenden Rechtsfragen als notwendig</span>. Durch die Kostenbelastung des Beschwerdegegners wird das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung im Beschwerdeverfahren gegenstandslos. <span>Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung ist gutzuheissen und dem BeschwerdefÃ¼hrer in der Person von </span>RechtsanwÃ¤ltin B <span>eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin zu bestellen. Der in der eingereichten Honorarnote geltend gemachte Aufwand von </span>RechtsanwÃ¤ltin B <span>ist durch die Bezahlung der ParteientschÃ¤digung abgegolten (vgl. VGr, 27. Oktober 2022, VB.2022.00464, E. 6.3 â 3. MÃ¤rz 2022, VB.2021.00580, E. 4.4 â 18. Februar 2021, VB.2020.00399, E. 4.4).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>9. </b> </p> <p class="Urteilstext"><a id="_Hlk192777669">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (siehe Art. 83 lit. c Ziff. 2 e contrario und Ziff. 4 BGG).</a></p> <p class="Urteilstext"><span>Letztinstanzliche kantonale RÃ¼ckweisungsentscheide sind als Zwischenentscheide im Sinn von Art. 93 BGG zu qualifizieren (BGE 138 I 143 E. 1.2, 133 V 477 E. 4.2). Die RÃ¼ckweisung ist daher vor Bundesgericht nur direkt anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann (lit. a) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeifÃ¼hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten fÃ¼r ein weitlÃ¤ufiges Beweisverfahren ersparen wÃ¼rde (lit. b).</span></p> <p class="Einzug1"><a id="_Hlk190935706"><span>DemgemÃ¤ss erkennt die Kammer:</span></a></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid der Sicherheitsdirektion vom 25. MÃ¤rz 2024 wird aufgehoben und die Sache im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Sicherheitsdirektion zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 95.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'095.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben, dasjenige um unentgeltliche Rechtsvertretung wird gutgeheissen und ihm in der Person von RechtsanwÃ¤ltin B eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin beigegeben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, RechtsanwÃ¤ltin B fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Sie ist innert 30 Tagen ab Zustellung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>