Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 16. März 2022 (810 21 245) ___________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Staatssteuer 2017 / Liegenschaftsunterhalt Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Clau de Jeanneret, Markus Clausen, Hans Furer , Kantonsrichterin Susanne Afheldt, Ge- richtsschreiberin Julia Kempfert Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Thomas Winkler, Advokat gegen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel -Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Beschwerdegegner Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft , Rechtsdienst, Beschwerdegegnerin Einwohnergemeinde B.____ , Beigeladene Betreff Staatssteuer 2017 (Urteil des Steuer- und Enteignungsgerichts des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Steuergericht, vom 4. Juni 2021) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____ deklarierte in der Steuererklärung vom 4. A pril 2019 für die Staatssteuer 2017 Liegenschaftsunterhaltskosten für Liegenschaften innerha lb des Kantons Basel-Landschaft in der Höhe von Fr. 113'828.-- und ein steuerbares Einkommen in der Höhe von Fr. 132'534.--. B. Die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (S teuerverwaltung) kürzte mit Veranlagungsverfügung vom 27. Juni 2019 die steuerli ch abzugsfähigen Liegenschaftskosten auf Fr. 4'704.-- und setzte das steuerbare Einkommen au f Fr. 259'608.-- fest. Zur Begründung verwies die Steuerverwaltung auf die Details zur Veran lagungsverfügung und führte aus, dass sich in den Steuerakten lediglich eine Aufstellung über die effektiven Liegenschaftsunterhalts- kosten mit ungenauen Angaben über die Ausführungsart befinde. A.____ wurde weiter darauf hingewiesen, dass er mittels Einsprache den effektiven Li egenschaftsunterhalt nochmals bean- tragen könne, wobei sämtliche Rechnungen beigefügt wer den müssten. Zudem müsse die Gleichwertigkeit des Ersatzes mit Vorher-Nachher-Fotos nachgewiesen werden. Vorerst wür- den nur die pauschalen Liegenschaftsunterhaltskosten anerkannt. C. Mit Eingabe vom 26. Juli 2019 erhob A.____, nach folgend vertreten durch C.____, Treuhandbüro C.____ AG, Einsprache bei der Steuerver waltung. Er beantragte, dass der Lie- genschaftsunterhaltsabzug gemäss Deklaration mit Fr. 113 '828.-- zuzulassen sei. Es seien noch weitere aufgetauchte Liegenschaftsunterhaltsrechnun gen im Umfang von Fr. 18'761.90 mit 80% zum Abzug zuzulassen. Zur Begründung wurde im W esentlichen ausgeführt, dass mit einem Anteil von 20% den wertvermehrenden Arbeiten u nd den nicht abzugsfähigen Kosten entsprechend Rechnung getragen werde. Demzufolge seien die weiteren Rechnungen mit 80% zu berücksichtigen und sei der Liegenschaftsunterhalt gemäss Steuererklärung zu veranlagen. D. Die Steuerverwaltung hiess die Einsprache mit Entschei d vom 1. Dezember 2020 teil- weise gut. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgeb racht, dass es sich bei den eingefal- lenen Mauern, Stützmauern und dem Ersatz des Teerbelag s auf dem Vorplatz hauptsächlich um Verbesserungen und nicht um Ersatz oder eine Wiederh erstellung handle. Einige zusätzli- che Zufahrtswege, Vorplätze, Sitzplätze, Mauern sowie de r Teich seien neu erstellt worden. Sofern keine genaue Zuordnung der Kosten möglich sei und keine sachgerechte Aufteilung durch A.____ erstellt werde, rechtfertige es sich, eine p auschale Quote als Unterhalt zu qualifi- zieren. Ermessensweise werde ein Anteil in der Höhe von Fr. 32'210.-- (1/5 von Fr. 161'046.85) als steuerlich abzugsfähiger Liegenschaftsunterhalt (Ante il Umgebung, Zufahrt, Mauern, Ob- jektschutzmassnahmen) anerkannt. E. Gegen den Entscheid der Steuerverwaltung erhob A._ ___ mit Eingabe vom 4. Januar 2021 Rekurs beim Steuer- und Enteignungsgericht, Abtei lung Steuergericht (Steuergericht). Er beantragte, dass der Liegenschaftsunterhaltsabzug gemäss der detaillierten Aufstellung in der Höhe von Fr. 128'086.95 zum Abzug zugelassen werde. F. Das Steuergericht wies den Rekurs von A.____ mit Ent scheid vom 4. Juni 2021 ab. A.____ wurden die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- auferlegt und der Antrag auf eine Parteientschädigung wurde abgewiesen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Mit Eingabe vom 27. August 2021 erhob A.____, nach folgend vertreten durch Thomas Winkler, Advokat, Beschwerde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, es sei das Urteil des Steuergerichts vom 4. Juni 2021 betreffend Staatssteuer 2017 (510 21 3) a ufzuheben und es sei dem Beschwerde- führer betreffend die Steuerperiode 2017 der Abzug d es Liegenschaftsunterhalts im Kanton Basel-Landschaft im Umfang von Fr. 125'381.70 zu gewäh ren (Ziffer 1). Es sei das Urteil des Steuergerichts vom 4. Juni 2021 betreffend direkte Bund essteuer 2017 (510 21 1) aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer betreffend die Steuerpe riode 2017 der Abzug des Liegen- schaftsunterhalts im Kanton Basel-Landschaft im Umfang von Fr. 125'381.70 zu gewähren (Zif- fer 2). Unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde beantragt, es seien sämt- liche Akten und Veranlagungsunterlagen der Vorinstanz so wie die Unterlagen der Steuerver- waltung betreffend die Staatssteuer 2017 und die direkte Bundessteuer 2017 von Amtes wegen beizuziehen. Ferner seien die beiden Beschwerden in einem Verfahren zu behandeln. H. Mit Eingabe vom 15. September 2021 liess sich die Steuerverwaltung vernehmen und schloss auf Abweisung der Beschwerde. Im Wesentlichen wurd e geltend gemacht, dass die eingereichten Rechnungen für das Steuerjahr 2017 hau ptsächlich die Zufahrt, den Umbau des Vorplatzes, Umgebungsarbeiten und den Weidestall betre ffen würden. Die Fotos der Umge- bungsarbeiten liessen den Schluss zu, dass offensichtlich meh r gemacht bzw. verändert wor- den sei als bloss eine Instandstellung der bisherigen Su bstanz. Zudem würden diverse einge- reichte Unterlagen Fragen aufwerfen. I. Das Steuergericht liess sich mit Eingabe vom 28. Septe mber 2021 vernehmen und schloss auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wurde im Wesentlichen auf die Aus- führungen im angefochtenen Entscheid verwiesen. Die Einwohnergemeinde B.____ liess sich innert Frist nicht vernehmen. J. Mit Verfügung vom 18. Oktober 2021 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und festgehalten, dass die Verfahren Nr. 8 10 21 245 und Nr. 810 21 246 zusam- men behandelt werden. K. Mit Eingabe vom 9. November 2021 nahm der Beschwerd eführer Stellung zu den Ver- nehmlassungen der Steuerverwaltung und des Steuergerichts. Darin führte er aus, dass die von der Steuerverwaltung kritisierten eingereichten Beschwerd ebeilagen Positionen betreffen wür- den, welche insgesamt Fr. 1'720.-- ausmachen und somit nicht gross ins Gewicht fallen würden. Zur Veranschaulichung der instabilen Hanglage reichte d er Beschwerdeführer zudem zwei Vi- deos auf USB Datenträgern ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 131 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- un d Gemeindesteuern (StG) vom 7. Februar 1974 können Entscheide des Steuergerichts mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht angefochten werden. Da sämtliche f ormellen Voraussetzungen gemäss § Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 131 StG und den §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verf assungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 erfüllt sind, kann auf die vorliegende Be- schwerde eingetreten werden. 1.2 Mit der Beschwerde in Steuersachen können alle Män gel des angefochtenen Ent- scheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden (§ 45 Abs. 2 VPO). 2. Vorliegend ist zu prüfen, ob die streitgegenständ lichen Umbaukosten im Steuerjahr 2017 als Unterhaltskosten und damit als einkommenssteue rlich abzugsfähig zu qualifizieren sind oder ob es sich um nicht abzugsfähige Anlagekosten handelt. 3.1 Gemäss § 29 Abs. 1 lit. e StG können die notwendige n Kosten für die Verwaltung des Vermögens, dazu bei Liegenschaften die Aufwendungen f ür den Unterhalt, von den steuer- baren Einkünften abgezogen werden. § 29 Abs. 2 StG sie ht bei Liegenschaften im Privatver- mögen vor, dass die Unterhaltskosten, die Kosten der Insta ndstellung von neu erworbenen Lie- genschaften, die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch Dritte abgezogen werden können. Der Steuerpflichtige kann für solche Lieg enschaften für jede Steuerperiode anstelle der tatsächlichen Kosten und Prämien einen Pauschalabzug geltend machen (vgl. auch Art. 32 Abs. 2 erster Satz des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer [DBG] vom 14. Dezember 1990). Nach § 6 des Dekrets zum Steuergesetz vom 19. Februar 2009 gelten als Aufwendungen für den Unterhalt von Liegenschaften ins besondere die Reparatur- und Erneue- rungskosten (lit. a); die Prämien für Sachversicherungen, soweit sie sich auf das Gebäude oder seine Umgebung beziehen (Brand-, Haushaftpflicht-, Wasse rschaden-, Glasschadenversiche- rung usw., lit. b) und die Verwaltungskosten (lit. c). 3.2 Nach der Rechtsprechung stellen Aufwendungen dann abzugsfähige Unterhaltskosten dar, wenn sie dazu dienen, eine Liegenschaft in ihrem Wert beziehungsweise im bisherigen Zustand zu erhalten oder sie in den Zustand zu versetzen , in dem sie sich bereits einmal be- funden hat (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 6. Juni 2018 [810 17 316] E. 4.2; Urteil des Bunde sgerichts 2C_153/2014 vom 4. Septem- ber 2014 E. 3.3; PETER LOCHER , Kommentar zum DBG, I. Teil, Art. 1 - 48 DBG, 3. Aufl age, Ba- sel 2019, N 26 zu Art. 32). Bei Sanierungen oder bei m Ersatz bestehender Anlagen ist nicht erforderlich, dass die ersetzte und die neue Anlage id entisch sind; entscheidend ist, dass beide die gleiche Funktion erfüllen. Ist der Ersatz qualitati v besser, wird allerdings der wertvermeh- rende Anteil nicht als Unterhalt zum Abzug zugelassen (U rteil des Bundesgerichts 2C_57/2008 vom 11. Dezember 2008 E. 2.5; Urteil des Verwaltungsger ichts Bern vom 20. Januar 2015, in: Der Steuerentscheid [StE] 2015 B 25.6 Nr. 66 E. 2.2). 3.3 Von den Unterhaltskosten zu unterscheiden sind Aufwen dungen, welche zur Wertver- mehrung eines Grundstücks führen. Wertvermehrende Aufwen dungen sind nicht bei der Ein- kommenssteuer, aber auf der Ebene der Grundstücksgewinnst euer abzugsfähig (vgl. Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der dire kten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG] vom 14. Dezember 1990; F ELIX RICHNER /WALTER FREI /S TEFAN KAUFMANN /H ANS ULRICH MEUTER , Handkommentar zum DBG, 3. Auflage, Zürich 2016, N 4 4 zu Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 32). Nicht abziehbar sind somit die Aufwendungen für die Anschaffung und die Verbesse- rung von Vermögensgegenständen (§ 29 Abs. 3 StG; vgl. auch Art. 34 lit. d DBG). 3.4 Während Unterhaltskosten der Erhaltung bereits vor handener Werte dienen, werden mit wertvermehrenden Aufwendungen zusätzliche neue Wer te geschaffen. Die Abgrenzung zwischen Werterhaltung und Wertvermehrung erfolgt nach objektiv-technischen Kriterien. Ver- gleichsmassstab bildet dabei nicht der Wert des Grundstücks in sgesamt, sondern derjenige der konkret instand gehaltenen oder ersetzten Installation ( vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_558/2016 vom 24. Oktober 2017 E. 2.3.2, 2A.151/1990 vom 16. Januar 1991 E. 2a, in: ASA 60 S. 347). Wer den Nachweis zu erbringen hat, ob es sich um Instandhaltungs- oder In- standstellungsmassnahmen handelt, bestimmt sich nach der i m Steuerrecht generell geltenden Grundregel zur Beweislastverteilung, wonach die Steuer behörde die Beweislast für die steuer- begründenden und die steuererhöhenden Tatsachen trägt und der steuerpflichtigen Person für steueraufhebende oder -mindernde Tatsachen die Beweisla st obliegt. Zudem sind die steuer- mindernden Tatsachen nicht nur zu behaupten, sondern au ch zu belegen (vgl. KGE VV vom 10. Juni 2018 [810 17 193] E. 3.6; BGE 140 II 248 E. 3.5; Urteil des Bundesgerichts 2C_180/2011 vom 22. September 2011 E. 3.3). Die Unt erscheidung zwischen werterhaltenden und -vermehrenden Kosten kann im Einzelfall insbesonder e dann schwierig sein, wenn die ge- tätigten Aufwendungen einen Mischcharakter haben. Umfasst eine Aufwendung sowohl einen werterhaltenden als auch einen wertvermehrenden Ant eil (was häufig bei Umbauten an beste- henden Gebäuden der Fall ist), ist die Aufwendung im Umfang des werterhaltenden Anteils zum Abzug zugelassen, während der wertvermehrende Anteil nicht abzugsberechtigt ist. Dann ist eine proportionale Aufteilung vorzunehmen und die Ant eile sind zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_ 558/2016 vom 24. Oktober 2017 E. 2.6, 2C_674/2014 vom 11. Februar 2015 E. 4.2, in: ASA 83 S. 614, F ELIX RICHNER /W ALTER FREI /S TEFAN KAUFMANN /T OBIAS F. ROHNER , Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 4. Auflage, Zürich 2021, N 49 zu § 30). 4.1 Die Vorinstanz führt aus, dass aus den Rechnungen ni cht ersichtlich sei, welche Arbei- ten konkret ausgeführt worden seien. Es fehle an deta illierten Baubeschrieben und Arbeitsrap- porten, welche erkennen liessen, in welcher Art und Weise die Gebäudeteile instandgesetzt worden seien. Mittels der eingereichten Rechnungen un d der zur Übersicht dienenden Tabelle könne somit einzig nachvollzogen werden, welchem Objekt d ie betreffende Arbeit oder das be- treffende Material zugeführt worden sei. Hingegen sei nicht ersichtlich, ob und inwieweit die Positionen einen werterhaltenden Beitrag zugunsten d er Liegenschaft geleistet hätten. Bei um- fangreichen Vorhaben mit Mischcharakter wie im vorliegend en Fall würden bauliche Massnah- men oder Anschaffungen nicht als Ganzes entweder dem Lie genschaftsunterhalt oder den wertvermehrenden Aufwendungen zugeordnet. In solchen F ällen sei eine proportionale Auftei- lung vorzunehmen, wobei die Anteile zu schätzen seien. Die von der Steuerverwaltung vorge- nommene Schätzung des werterhaltenden Liegenschaftsunterhalts sei nicht zu beanstanden. 4.2 Der Beschwerdeführer bringt dagegen im Wesentliche n vor, dass entgegen den Aus- führungen der Vorinstanzen ein überwiegender Anteil d er getätigten baulichen Massnahmen werterhaltender Natur sei und deshalb eine exakte Zuo rdnung der Rechnungen von unterge- ordneter Relevanz sei. Der Gesamtumfang aller getätig ten Arbeiten sei in einem so hohen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ausmass werterhaltend, dass an der Schätzung eines bloss 20%-igen Anteils nicht festgehalten werden könne. Die Beweiswürdigung dürfe im konkreten Fall nicht bloss wegen der fehlenden Standortbezeichnung in den Rechnungen abgelehnt werd en und müsse auch dem normalen Steuerpflichtigen zumutbar sein. 4.3. Mit der vorliegenden Beschwerde beantragt der Besch werdeführer für die Steuerperio- de 2017 einen Abzug für Liegenschaftsunterhalt in der Höhe von Fr. 125'381.70. In diesem Zu- sammenhang reicht der Beschwerdeführer im kantonsgerich tlichen Verfahren eine neue Auf- stellung der geltend gemachten Aufwendungen (Beschwerde beilage Nr. 6, Tabelle) ein, aus welcher hervorgeht, welche Leistung von wem für welchen Gebäudeteil (Weidestall, Einfahrt, Innenbereich, Bauleitung und Architektur sowie Sonstiges) zu welchem Preis erbracht wurde. 4.4.1 Der Tabelle sind die folgenden baulichen Massnahm en am Weidestall zu entnehmen: Instandstellung durch die Firma D.____ für gesamthaft Fr. 34'888.75; Baumaterial von der E.____ AG, der F.____ GmbH und dem G.____ in der Hö he von Fr. 3'419.05; Massaufnahmen durch H.____ AG für Fr. 856.45; Bruchsteine von der I.____ AG für Fr. 6'406.60; Mörtel/Zement von der J.____ AG, der K.____ SA, von der L.____ AG und von M.____ in der Höhe von Fr. 1'729.55; Steinbruch der N.____ AG in der Höhe vo n Fr. 4'291.45 und Bodenfliese für Fr. 1'850.60 von der L.____ AG. Zu den Arbeiten am Weidestall macht der Beschwerdeführer geltend, dass im Jahr 2017 die beschädigten Mauern des W eidestalls und die umgebende Schutzmauer repariert und erneuert worden seien. Die Beschädigungen stünden vor dem Hin- tergrund des steilen Hanges auf der Südseite, welcher au f die Bauinstallation drücke. Bei die- sen Reparatur- und Erneuerungskosten handle es sich um we rterhaltende Aufwendungen. Zu- dem stabilisiere die Reparatur der Mauer letztlich nicht nur den Weidestall, sondern auch den Hang, unter welchem sich eine Strasse befinde. Nach der neuen Version der Aufstellung der Unterhaltskosten gelte der Grossteil der Arbeiten am We idestall als werterhaltend und diese Kosten seien zum Abzug zuzulassen. 4.4.2 Der liegenschaftliche Wert des Weidestalls ist in der Gebäudeversicherung und damit im Eigenmietwert enthalten (vgl. Jahresrechnung der B asellandschaftlichen Gebäudeversiche- rung vom 24. Februar 2017), weshalb Unterhaltsarbeit en an diesem grundsätzlich abzugsbe- rechtigt sind (vgl. KGE VV vom 22. Januar 2014 [810 13 265] E. 5.5 ff., BGE 133 II 287 E. 2.1 ff., in: Pra 97 [2008] Nr. 62). Auf den eingereichten Fotos (Beschwerdebeilagen Nr. 7 und Nr. 8) ist erkennbar, dass der Weidestall am Hang errichtet wurd e und die hangseitige Steinmauer beschädigt und eingestürzt war. Die Bauarbeiten an der Steinmauer des Weidestalls sind in den eingereichten Beschwerdebeilagen ebenfalls mit Fotogr afien dokumentiert. Gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers in der Aufstellung der U nterhaltskosten (Beschwerdebeilage Nr. 6) und die eingereichten Rechnungen sowie die Fot os ist hinreichend erstellt, dass die Steinmauer des Weidestalls erhalten und instand gestellt wurde, weshalb diese Aufwendungen grundsätzlich als werterhaltend zu gelten haben. Hingeg en wird vom Beschwerdeführer nicht dargelegt, wie der Weidestall nach dem Umbau ausgese hen hat und ob dieser wieder als sol- cher zweckmässig nutzbar ist. Das eingereichte Orthofoto (Be schwerdebeilage Nr. 7) zeigt den Weidestall nur aus der Distanz von oben, was keine Rückschl üsse auf den heutigen Zustand und die aktuelle Nutzung zulässt. Aufgrund der ungenüge nden Dokumentation durch den Be- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer, insbesondere des Zustands nach dem Umba u, lässt sich nicht genau sagen, welche Arbeiten zu einer Wertvermehrung geführt habe n und wie hoch der werterhaltende An- teil ist. Es ist hingegen davon auszugehen, dass diverse A ufwendungen, namentlich im Zu- sammenhang mit der eingestürzten Steinmauer, werterhal tend sind und diese rund die Hälfte der aufgeführten Arbeiten am Weidestall ausmachen. 4.5.1 In Bezug auf die baulichen Massnahmen im Bereich der Zufahrt/Einfahrt (X.____weg 6, Vorder- und Hinterbereich) lassen sich der Tabelle die folgenden Positionen entnehmen: Muldenservice Altbelag Einfahrt von der O.____ AG für Fr. 939.60; Splitt für die Einfahrt von der I.____ AG für Fr. 1'983.15; Betonrecycling durch die I .____ AG für Fr. 2'174.50; Miete für eine Rüttelplatte der P.____ AG in der Höhe von Fr. 78.8 5; Quarzsand von der Q.____ AG für Fr. 1'527.10 und von der L.____ AG Bodenplatten in der Höhe von Fr. 24'401.-- sowie Bordstei- ne in der Höhe von Fr. 1'348.95. Der Beschwerdeführer macht hierzu geltend, dass die Zufahrt zum Vorderbereich des Hauses und zur Autoeinstellhalle im hinteren Bereich des Hauses vor der Ausführung der baulichen Massnahmen im Jahre 2017 asphaltiert gewesen sei. Diese As- phaltierung sei in einem schlechten Zustand gewesen und habe nicht viel zur Stabilisierung des Wohnhauses (X.____weg 6) beigetragen. Die kreisförmige Steinschutzmauer sei im Jahr 2017 noch mittels Betonfüllung stabilisiert worden. Einige Arbeiten seien an den westseitigen Wän- den des Hauses entlang ausgeführt worden, da diese im unteren Bereich beschädigt gewesen seien. Zudem sei eine Drainage aussen am Gebäudefunda ment vorgenommen worden. Ent- lang des Baches an der südlichen Hausmauer sei die beschäd igte Wasserschutzmauer repa- riert und der Boden mit Betonrecycling stabilisiert worden. 4.5.2 Aus den Beschwerdebeilagen ist ersichtlich, dass die Zufahrt zum Vorderbereich des Hauses und zur Autoeinstellhalle vor der Renovation ge teert und der Asphalt teilweise über- wachsen sowie an einigen Stellen beschädigt war. Weite r sind die Arbeiten in der Einfahrt und das Einfügen der Verbundsteine durch die eingereichte n Fotos und die aufgelisteten Rechnun- gen dokumentiert (vgl. Beschwerdebeilage Nr. 10). Der Ersatz dieser Einfahrt durch Verbund- steine ist somit sowohl werterhaltend als auch, wie der B eschwerdeführer selber zugesteht, durch die bessere Qualität des Belags wertvermehrend u nd damit nicht vollumfänglich abzugs- fähig (vgl. L OCHER , a.a.O., N 27 zu Art. 32; R ICHNER /F REI /K AUFMANN /ROHNER , a.a.O., N 48 zu § 30; Merkblatt zu Liegenschaftsunterhalt, Energiespar massnahmen, Umwelt- und Lärm- schutzmassnahmen, Denkmalpflege der Steuerverwaltung Bas el-Landschaft, Stand 1. Januar 2022 [Merkblatt], S.16, Ziffer 8.1.5). Die weiteren aufgeführten Reparaturen sowie die Drainage und die Stabilisierung der westlichen Hauswand und der Schutzmauer am Bach sind zwar durch die eingereichten Fotos teilweise dokumentiert. In Bezug auf diese geltend gemachten Aufwendungen werden in der Tabelle unter der Rubrik "Weidestall" hingegen lediglich Kosten für Beton für eine Stützmauer (Einfahrtsthema) in de r Höhe von Fr. 3'508.95 ausgewiesen. Un- klar bleibt, welche Stützmauer damit gemeint ist, und w eitere Positionen bzw. Rechnungen las- sen sich weder der Renovation der Hauswand noch der Drainage oder der Schutzmauer genau zuordnen. Folglich sind diese Positionen durch den Beschw erdeführer nicht ausreichend belegt und der Anteil der werterhaltenden Arbeiten lässt sich daraus nicht bestimmen. Erstellt ist je- doch, dass die Aufwendungen in Bezug auf die Erneueru ng des Asphalts einen grossen Teil Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Leistungen ausmachen, weshalb davon auszugehen ist, dass rund die Hälfte der Arbeiten im Bereich Zufahrt/Einfahrt als werterhaltend anzusehen ist. 4.6.1 In der eingereichten Tabelle werden zum Innen bereich (X.____weg 6) die folgenden Leistungen aufgelistet: Schleifarbeiten durch die Schrei nerei Werkstatt R.____ für Fr. 480.60; Spitzarbeiten und Plattenarbeiten durch S.____ in d er Höhe von Fr. 2'000.--; Holzbauarbeiten der T.____ für Fr. 2'029.05; diverse Liegenschaftsarbeiten (Ersatz Kellertreppe) durch T.____ in der Höhe von Fr. 1'797.50; Zargen für Zimmertüren i n der Höhe von Fr. 213.90; Plot farbig für Fr. 106.25 von der U.____ AG und von der V.____ AG eine Enthärtungsanlage für Fr. 862.40; die Instandstellung Zuleitung in der Höhe von Fr. 1'68 1.70; die Instandstellung Wärmepumpe für Fr. 1'872.20 sowie Anschlussarbeiten in der Höhe von Fr. 411.35. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass im Innenbereich des Wohnhauses die defekte Kellertreppe sowie die eben- falls defekte Treppe beim Hauseingang ersetzt worden sei en. Die weiteren geltend gemachten Positionen im Innenbereich werden vom Beschwerdeführe r explizit als wertvermehrend dekla- riert. 4.6.2 Die Reparatur sowie der gleichwertige Ersatz eine r Treppe ist grundsätzlich als werter- haltende Investition anzusehen (vgl. R ICHNER /F REI /K AUFMANN /R OHNER , a.a.O., N 57 zu § 30; Merkblatt, S. 11, Ziffer 3.2). Der Umbau beider Trep pen wird vom Beschwerdeführer durch Fo- tos vom Zustand nach dem Umbau und Rechnungen dargeleg t (vgl. Beschwerdebeilagen Nr. 14, Nr. 15 und Nr. 19). Den Akten sind hingegen ke ine Fotografien und Belege zu entneh- men, welche aufzeigen, wie die Aufgänge beim Keller und beim Hauseingang baulich ausge- stattet waren und ob es sich beim jeweiligen Umbau um einen gleichwertigen Ersatz oder um eine komplette Umgestaltung der beiden Aufgänge hand elt. Insofern lässt sich auch in Bezug auf die geltend gemachten Aufwendungen bei den Trepp en nicht genau beurteilen, wie hoch der werterhaltende Anteil ausfällt. Es ist jedoch da von auszugehen, dass sich an beiden Orten bereits vorher Aufgänge befunden haben und es sich bei den Treppenbauten zu einem grossen Teil um Ersatzbauten handelt. Aus diesem Grund ist rund die Hälfte der dargestellten Aufwen- dungen im Innenbereich als werterhaltend zu qualifizieren. 4.7 Für die Umgebungsarbeiten macht der Beschwerdefüh rer gestützt auf die neue Auf- stellung der Unterhaltskosten wertvermehrende Aufwendun gen in der Höhe von Fr. 19'259.-- geltend. Für werterhaltende Arbeiten wird kein Abzug geltend gemacht (vgl. Beschwerdebeilage Nr. 6). Die Ausgaben für die Gebäudeversicherung sind im geltend gemachten Umfang abzugs- fähig (vgl. § 29 Abs. 2 StG und Art. 32 Abs. 2 DBG). 4.8 Der Beschwerdeführer macht ferner Kosten für Archi tekturleistungen in der Höhe von Fr. 4'200.-- und für die Bauleitung im Umfang von F r. 34'560.-- geltend. Dazu führt er aus, dass sich die Bauleitungs- und Architekturleistungen nicht au f die einzelnen Bereiche aufteilen lies- sen. Ein Grossteil der gesamten baulichen Aufwendunge n sei jedoch werterhaltend gewesen, weshalb die Kosten für diese übergeordneten Leistungen zu 80% dem werterhaltenden Anteil zuzurechnen seien. Die Aufwendungen für Bauleitungs- un d Architekturleistungen sind grund- sätzlich im selben Umfang wie die werterhaltenden Massnah men anteilsmässig zu gewähren (vgl. Entscheid der Steuerrekurskommission III Zürich vom 1 8. September 2003, publiziert in: Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Steuerrevue [StR] 59 [2004] S. 294; Merkblatt, S. 19 Ziffer 10.3). Der Umfang des werterhalten- den Anteils der gesamten geltend gemachten Aufwendungen ist im Folgenden zu bestimmen. 4.9 Die vorstehenden Erwägungen und der angefochtene Entscheid haben deutlich ge- macht, dass es sich bei den geltend gemachten Aufwendung en des Beschwerdeführers um solche mit werterhaltenden und -vermehrenden Anteilen handelt, was vom Beschwerdeführer grundsätzlich nicht bestritten wird. In diesen Fällen ist , wie die Vorinstanzen dies bereits getan haben, eine proportionale Aufteilung vorzunehmen und die Anteile sind zu schätzen (vgl. E. 3.4 hiervor). Wie sich den vorstehenden Erwägungen entnehmen lässt, kann der im kantonsgericht- lichen Verfahren neu eingereichten Tabelle (Beschwerd ebeilage Nr. 6) zumindest grösstenteils entnommen werden, welche Arbeitsgattungen welchem Geb äude bzw. Gebäudeteil zuzurech- nen sind, was wiederum eine etwas genauere Zuordnung der einzelnen Anteile ermöglicht. Die- se Zuordnung hat vorliegend ergeben, dass beim überwie genden Teil der dargestellten Baube- reiche rund die Hälfte der Aufwendungen als werterhal tend zu bezeichnen ist. Aus diesem Grund ist nicht, wie vom Beschwerdeführer beantragt, v on gesamthaft 80% werterhaltender Leistungen auszugehen und es rechtfertigt sich vielmehr, auch rund die Hälfte der gesamten Aufwendungen als werterhaltend anzusehen und zum Abzug zuzulassen. 5. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen und die vol le Kognition des Kantonsge- richts (vgl. E. 1.2 hiervor) ist entgegen dem angefochte nen Entscheid davon auszugehen, dass nicht nur 20%, sondern rund 50%, d.h. Fr. 80'523.40, der geltend gemachten Aufwendungen in der Höhe von Fr. 161'046.85 als werterhaltend und da mit als abzugsfähig anzusehen sind. Die Beschwerde ist demzufolge teilweise gutzuheissen und die Angelegenheit zur Neuveranlagung an die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft zurückzuweisen. 6. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahren s zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpf lichtig. Die Verfahrenskosten umfas- sen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 V PO). Als möglicher Grundsatz, wel- cher ein Abweichen von der Kostenverlegung nach dem Pro zessausgang rechtfertigt, gilt nach der Rechtsprechung das Verursacherprinzip (vgl. KGE VV vo m 7. Juli 2021 [810 20 277] E. 8.1 f.; KGE VV vom 12. August 2020 [810 20 27] E. 7.2; K GE VV vom 6. November 2019 [810 19 96] E. 6; KGE VV vom 22. Oktober 2008 [810 07 422] E. 7.2.2). Der Beschwerdeführer bzw. die Firma Y.____ AG haben den Umbau in B.____ zumindest teilweise geleitet und mit einem Ar- chitekten zusammengearbeitet (vgl. Schreiben der Steuer verwaltung des Kantons Basel-Stadt vom 16. Oktober 2019, Rechnung der Y.____ AG vom 1. De zember 2017 und Rechnung für Architekturleistungen der Z.____ GmbH vom 30. April 20 17), weshalb es dem Beschwerdefüh- rer von Anfang an möglich gewesen wäre, genaue Pläne des Umbaus und Arbeitsbeschriebe sowie eine detaillierte Aufstellung der Rechnungen ei nzureichen. Vorliegend rechtfertigt es sich somit, dem teilweise obsiegenden Beschwerdeführer die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- aufzuerlegen. Diese sind mit dem geleiste ten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'000.-- zu verrechnen. Aus demselben Grund rechtf ertigt es sich, die Parteikosten wettzu- schlagen (§ 21 Abs. 3 VPO). Da der vorliegende Verfahr ensausgang überwiegend aus der im kantonsgerichtlichen Verfahren vom Beschwerdeführer erstm als eingereichten Aufstellung der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unterhaltskosten (Beschwerdebeilage Nr. 6) resultiert, wird auf eine Rückweisung der Angele- genheit zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens verzichtet. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Steuer- und Enteignungsgerichts des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Steu- ergericht, vom 4. Juni 2021 wird aufgehoben und die A ngelegenheit wird im Sinne der Erwägungen an die Steuerverwaltung des Kantons Basel- Landschaft zurückgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 2'000.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin