Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. August 2020 (720 20 78 / 200) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist vorliegend gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV zu berücksichtigen. Rückweisung zwecks Abklärungen zum Leistungsanspruch. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Felicia Käslin Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Walter P. Bargetzi, Advo- kat, Herrengrabenweg 80, 4054 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1964 geborene A.____ war zuletzt bis zum 31. Dezember 2016 als Lastwagendis- ponent in einem Vollzeitpensum tätig. Aufgrund des Ko nkurses seines Arbeitgebers verlor er diese Arbeitsstelle und bezog in der Folge Taggelder d er Arbeitslosenversicherung. Während seiner Ferien in X.____ glitt er am 15. Mai 2017 bei m Aufstehen aus und zog sich dabei eine Luxationsfraktur des oberen Sprunggelenks links zu. Nach Eingang der Unfallmeldung erbrachte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) als obligatorischer Unfallversicherer die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesetzlichen Leistungen für die Folgen dieses Ereignisse s in Form von Taggeldern und Heilbe- handlung. A.2 Am 3. November 2017 meldete sich A.____ unter Hinw eis auf die Unfallfolgen sowie auf eine seit 20 Jahren bestehende chronische Muskelentzündung an der Leiste bei der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse des Versi- cherten ab und verneinte mit Verfügung vom 20. Januar 2020 einen Rentenanspruch. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Walter P. Bargetzi, am 20. Februar 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und eine Neubeurteilung des Invaliditätsgrades durch die IV-Stelle vorzunehmen; unter o/e-Kos- tenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 6. April 2020 beantragt e die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Im Hinblick auf die Beurteilung der vorliegenden Be schwerde zog das Kantonsgericht die das Unfallereignis des Versicherten vom 15. Mai 2017 betreffenden Suva-Akten bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be- schwerde des Versicherten vom 20. Februar 2020 ist demnach einzutreten. 2. Zu prüfen ist vorliegend, ob der Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente hat und bejahendenfalls, in welchem Umfang der Anspruch besteht. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge- wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück- sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min- destens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut- bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be- ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor- den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge- mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa- rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinisch e These abstellt. Hinsichtlich des Be- weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt- linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahre ns eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs- sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exp ertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). I n Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungs- auftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass wei- terer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ä rzte zu anderslautenden Einschätzun- gen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rei n subjektiver ärztlicher Interpretation ent- springende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Beg utachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile des Bundesgerichts vom 26. Novem ber 2019, 8C_549/2019, E. 3.2 mit Hinweis, und vom 8. April 2020, 8C_60/2020, E. 3.2). 4.4 Die Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der me- dizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfüg ung. Sie setzen die für die In- validenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktion elle Leistungsfähigkeit der versi- cherten Person fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszu- üben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht IVG). Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest ( Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV]). RAD-Berichte sind versicherungsinterne Do- kumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten n icht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (vgl. BGE 135 V 254 E. 3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.1). 4.5 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer me- dizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforde- rungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings ist hinsicht- lich des Beweiswerts zu differenzieren: Stützt sich der an gefochtene Entscheid ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen – zu den en die RAD-Berichte gehören –, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen . In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergän- zende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2015, 9C_627/2015, E. 2 mit weiteren Hinweisen). 5. Bei der Würdigung des vorliegenden medizinischen Sa chverhalts sind insbesondere die folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 5.1 Mit Bericht vom 1. Juni 2017 diagnostizierten die Är zte des Spitals B.____ eine ungenü- gende Reposition nach Open Reduction and Internal Fixat ion (ORIF) einer Luxationsfraktur des oberen Sprunggelenks (OSG) links am 15. Mai 2017 in X.____, mit aktuell Spitzfussstellung und persistierender Wundsekretion, eine koronare Kardiopathie, eine arterielle Hypertonie, eine chro- nisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und einen Nikotinabusus. 5.2 In ihrer Beurteilung vom 30. Januar 2018 hielten die Ärzte des Spitals B.____ fest, dass der Versicherte weder kurz- noch langfristig als Lastwag endisponent arbeitsfähig sei. Gestützt auf die Diagnosen Status nach Stellschraubenentfernung am 4. August 2017 bei Status nach Re- Osteosynthese OSG links vom 9. Juni 2017 bei Malreposition OSG links nach ORIF einer Luxa- tionsfraktur am 15. Mai 2017 in X.____, attestierten sie dem Versicherten bis zum 31. März 2018 eine volle Arbeitsunfähigkeit. 5.3 Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 22. Fe bruar 2018 diagnostizierte Dr. med. C.____, Fachärztin für Chirurgie, eine OSG-Luxationsfraktur links am 15. Mai 2017, ei- nen Status nach ORIF in X.____, einen Status nach Meta llentfernung, eine Re-Osteosynthese des Malleolus lateralis und der Volkmann-Dreiecke, eine mediale Bandrekonstruktion bei Mal- reposition OSG links am 9. Juni 2017 und einen Status nach Stellschraubenentfernung OSG links am 4. August 2017. Dr. C.____ gab an, die angestammte Tätigkeit als Lastwagendisponent sei nicht mehr zumutbar. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erachtete sie indes eine leichte bis mit- telschwere (Gewichte bis 10kg) körperliche Tätigkeit ganzt ags, überwiegend sitzend, mit der Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Möglichkeit der Hochlagerung des linken Fusses, allerdings ohne das Besteigen von Leitern und Treppen sowie ohne Gehen auf unebenem Gelände, als zumutbar. 5.4 Der behandelnde Hausarzt, Dr. med. D.____, FMH A llgemeine Innere Medizin, gab mit Bericht vom 3. Dezember 2018 an, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die Bimalleolar- fraktur vom 15. Mai 2017 in X.____, die distale Fibula und das Volkmann-Dreieck, die missratene Osteosynthese am 15. Mai 2017 in X.____, die Re-Osteosynt hese am 9. Juni 2017, die Osteo- synthesematerial-Entfernung (OSME) der Stellschraube am 2. August 2017, die koronare Kardi- opathie mit Linksherzkatheter im März 2017 sowie die COPD bei Nikotinabusus. Zum Verlauf der attestierten Arbeitsunfähigkeit hielt Dr. D.____ fest, es liege vom 30. Mai 2017 bis zum 2. Januar 2019 eine volle Arbeitsunfähigkeit des Versicherten für die angestammte Tätigkeit als Lastwa- gendisponent vor. 5.5 Nachdem am 22. März 2019 Röntgenbilder des OSG un d des Fusses links angefertigt wurden, gaben die Ärzte des Spitals B.____ mit Bericht vom 25. März 2019 an, es liege eine vollständige knöcherne Durchbauung der osteosynthetisiert en distalen Fibulafraktur mit Abriss- fraktur des Volkmann-Dreiecks vor. Aktuell gebe es keinen A nhalt für eine posttraumatische OSG-Arthrose; das Osteosynthesematerial sei intakt und festsitzend. Beim Versicherten zeige sich klinisch ein hochgradiger Verdacht auf ein posttraumatisches Tarsaltunnelsyndrom, differen- zialdiagnostisch könne auch ein narbiges Entrapment und eine Reizung des Nervus saphenus vorliegen. Ab sofort bestehe für sitzende Bürotätigkeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. 5.6 Im Operationsbericht vom 12. Juni 2019 hielten die Ärzte des Spitals B.____ fest, bei nachgewiesenem Tarsaltunnelsyndrom habe eine Indikation zur operativen Versorgung bestan- den, zumal konservative Therapiemassnahmen fehlgeschlagen seien. Gleichentags sei bei stö- rendem Osteosynthesematerial lateralseitig die Fibulaplatte entfernt worden. 5.7 In ihrer Stellungnahme vom 23. September 2019 b eurteilte die Kreisärztin Dr. med. E.____, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, eine ganztägige, leichte bis mittelschwere (max. 15kg), wechselbelastende Tätigkeit mit überwiegendem sitzenden Anteil, allerdings ohne kauernde oder kniende Tätigkeiten und ohne das Bedienen von Pedalen, das Besteigen von Lei- tern/Gerüsten, das Gehen auf unebenem Gelände oder i n absturzgefährdeten Positionen, als zumutbar. 5.8 Die Ärzte des Spitals B.____ diagnostizierten mit Be richt vom 19. November 2019 ein posttraumatisches Tarsaltunnelsyndrom bei OSME Fibula un d Tarsaltunnelrelease links am 12. Juni 2019 bei Status nach posttraumatischem Tarsaltun nelsyndrom und einen Status nach Stellschraubenentfernung am 4. August 2017 bei Re-Osteosynthese OSG links am 9. Juni 2017 bei ORIF OSG links am 15. Mai 2017 in X.____ bei OSG Luxationsfraktur. In der Beurteilung hielten sie fest, es habe sich bis anhin keine Besserung der Beschwerden im medialen Malleo- lusbereich gezeigt, weshalb die Vorstellung in einer spezi alisierten Schmerzsprechstunde emp- fohlen werde. Dem Versicherten attestierten sie vom 15. November 2019 bis zum 15. Ja- nuar 2020 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.9 Mit Bericht vom 22. November 2019 gab die RAD-Är ztin Dr. med. F.____, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, an, mit Auswirkun g auf die Arbeitsfähigkeit liege ein Status nach OSME Fibula und Tarsaltunnelrelease links am 12. Juni 2019 bei posttraumatischem Tarsaltunnelsyndrom, ein Status nach Stellschraubenentfernung am 4. August 2017 bei Re-Os- teosynthese OSG links am 9. Juni 2017 bei ungenügender Reposition der OSG-Fraktur links bei ORIF OSG links am 15. Mai 2017 in X.____ bei OSG-Luxationsfraktur links vor. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die arterielle Hyperto nie und die anamnestische COPD bei Niko- tinabusus. Ferner stellte sie fest, in der angestammten Tätigkeit als Lastwagendisponent sei der Versicherte seit dem 15. Mai 2017 voll arbeitsunfähig. In einer leidensangepassten Verweistätig- keit bestehe allerdings eine volle Arbeitsfähigkeit, wobei ganztags nur eine leichte Tätigkeit mit überwiegendem sitzenden Anteil, ohne kauernde oder kni ende Tätigkeiten, ohne das Bedienen von Pedalen, das Besteigen von Leitern/Gerüsten sowie ohne Gehen auf unebenem Gelände oder in absturzgefährdeten Positionen zumutbar seien. Z um Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der vorgenannten Verweistätigkeit hielt sie fest, vom 15. Mai 2017 bis zum 21. Februar 2018 sei der Versicherte voll arbeitsunfähig, vom 22. Februar 2018 bis zum 11. Juni 2019 voll arbeitsfähig und vom 12. Juni 2019 bis zum 22. September 2019 wiederum voll arbeitsunfähig gewesen; seit dem 23. September 2019 bis auf Weiteres sei er voll arbeit sfähig. Schliesslich hielt Dr. F.____ fest, die aktuell noch beklagten Restbeschwerden nach Tarsalt unnelrelease links seien bezogen auf das leichte Verweisprofil ohne funktionelle Auswirkung, weshalb dem Versicherten eine dem Zu- mutbarkeitsprofil entsprechende Tätigkeit ganztags zumutbar sei. 6. Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtene n Verfügung vom 20. Januar 2020 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts auf die Ausführungen der RAD-Ärztin Dr. F.____ vom 22. November 2019 ab, welche sich ihrerse its hauptsächlich auf die Beurteilun- gen der Suva-Kreisärztinnen Dr. C.____ und Dr. E.___ _ vom 22. Februar 2018 respektive vom 23. September 2019 stützte. Die IV-Stelle ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdefüh- rer in seiner bisherigen Tätigkeit als Lastwagendisponent nicht mehr arbeitsfähig ist, in einer lei- densangepassten Tätigkeit hingegen eine volle Arbeitsf ähigkeit besteht. Diese Beurteilung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden, zumal Dr. C.____ und Dr. E.____ aufgrund ihrer Beobach- tungen und Untersuchungen die Befunde erörtern und zu schlüssigen Ergebnissen gelangen. Ebenso sind die Ausführungen von Dr. F.____ umfassend, berücksichtigen die geklagten Be- schwerden, sind in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden, leuchten in der Dar- legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurt eilung der medizinischen Situation ein und enthalten begründete Schlussfolgerungen. Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Vo- rinstanz auf die Beurteilungen von Dr. C.____, Dr. E.____ und Dr. F.____ abstellte. 6.1.1 Gemäss den von Dr. F.____ in ihrem Bericht vom 22 . November 2019 aufgeführten Ar- beitsunfähigkeitsperioden, wonach in einer leidensangep assten Tätigkeit vom 15. Mai 2017 bis zum 21. Februar 2018 eine volle, vom 22. Februar 2018 bis zum 11. Juni 2019 keine, vom 12. Juni 2019 bis zum 22. September 2019 wieder eine volle und ab dem 23. September 2019 bis auf Weiteres keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorgelegen habe, wurde der Invaliditätsgrad ermittelt. Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, es sei durch eine Expertise abzuklären, über welche Zeitspannen er arbeitsfähig gewesen sei, zumal die be handelnden Ärzte lediglich eine 50%ige Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitsfähigkeit bescheinigt hätten. Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer wäh- rend der Arbeitstrainings (berufliche Massnahmen) vom 3. Dezember 2018 bis zum 26. Mai 2019 ein stabiles Pensum von 50 % in einer sitzenden Tätigkeit erreichen konnte. Vor diesem Hinter- grund erscheint die von den behandelnden Ärzten attest ierte 50%ige Arbeitsfähigkeit einzig mit Blick auf die beruflichen Massnahmen bescheinigt worden zu sein. Dies umso mehr, als den Zeugnissen keine nähere Begründung der attestierten Arbeitsfähigkeit entnommen werden kann. Vor diesem Hintergrund ist die Beurteilung der Arbei tsfähigkeit in einer leidensangepassten Tä- tigkeit von Dr. F.____ nicht zu beanstanden. 6.1.2 Ferner bringt der Beschwerdeführer unter Hinwe is auf ein mit der Beschwerde einge- reichtes ärztliches Attest von Dr. D.____ vom 19. Februa r 2020 vor, dass er immer noch voll arbeitsunfähig sei. Diesem Einwand des Beschwerdeführe rs kann nicht gefolgt werden, zumal Dr. D.____ nicht begründet, weshalb der Versicherte – se lbst in einer leidensangepassten Ver- weistätigkeit – immer noch voll arbeitsunfähig sein sollte. So nennt er weder eine Diagnose noch legt er schlüssig bzw. nachvollziehbar dar, inwiefern der aktuelle Gesundheitszustand Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit haben könnte. Des Weite- ren ist ersichtlich, dass die im November 2019 geplante (vgl. E. 5.8 hiervor) schmerzmedizinische Behandlung noch nicht stattgefunden hat, was auf eine n geringen Leidensdruck hinweist. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass in Bezug auf Beri chte von behandelnden Ärzten der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass diese mi tunter im Hinblick auf ihre auftrags- rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. E. 4.3 hiervor). Nach dem Ausgeführten ist das ärztliche Attest von Dr. D.____ vom 19. Februar 2020 somit nicht geeignet, die versicher ungsinternen ärztlichen Beurteilungen in Zweifel zu ziehen. Ebenso liegen keine anderslauten den ärztlichen Einschätzungen vor, die gegen die Zuverlässigkeit dieser Beurteilungen sprechen . Es bestehen mithin keine Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen. 6.2 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die kreisärzt liche Untersuchung vom 22. Februar 2018, die kreisärztliche Beurteilung vom 23. September 2019 sowie die RAD- Beurteilung vom 22. November 2019 eine zuverlässige Beu rteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten zulassen. Die Beschwerdegegnerin durfte deshalb bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeits fähigkeit des Versicherten auf diese Ergebnisse abstellen. Bei dieser Sachlage ist dem Antrag des Beschwerdeführers, wonach wei- tere medizinische Abklärungen, namentlich zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit, vorzunehmen seien, nicht stattzugeben. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pflicht der Behör de zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur ü ber jene Tatsachen abzuneh- men, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtge- mässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Beweis- würdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Recht sprechung zulässig (BGE 141 I 64 E. 3.3, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Zu prüfen bleibt schliesslich, ob dem Beschwerdeführer aufgrund der Verschlechterung des Gesundheitszustandes infolge der Operation vom 12. Juni 2019 ein Anspruch auf eine Inva- lidenrente zusteht. 7.1 Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine Verschlechterung de r Erwerbsfähigkeit oder der Fä- higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Zunahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Urteil des Bundesgerichts vom 15. April 2020, 8C_124/2020, E. 3). Eine Verbesserun g der Erwerbsfähigkeit ist nach Art. 88a Abs. 1 Satz 1 IVV für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andaue rn wird (Satz 2). Das Bundesgericht wendet in der Regel den zweiten Satz dieser Vorschrift an und gewährt oder bestätigt die bishe- rige höhere Rente drei Monate über die Veränderung des Gesundheitszustandes hinaus. Auf die Einräumung einer Wartedauer bis zur Aufhebung ist nach der bundesgerichtlichen Rechtspre- chung nur in Ausnahmefällen zu verzichten (Urteil des B undesgerichts vom 30. April 2019, 8C_36/2019, E. 5 mit weiteren Hinweisen). 7.2 Die Vorinstanz scheint die für die Verschlechterun g und Verbesserung der Erwerbsfä- higkeit massgebende Karenzfrist nach Art. 88a Abs. 1 u nd 2 IVV nicht berücksichtigt zu haben, zumal der Versicherte am 12. Juni 2019 operiert worden ist und danach bis zum 22. Septem- ber 2019 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestand. Die erste rentenrelevante Änderung erfolgte somit am 12. Juni 2019, als der Versicherte aufgrund der Ope ration arbeitsunfähig war. Diese Ände- rung wäre – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – mit Ablauf der Dreimonatsfrist gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV und somit per 1. Oktober 2019 zu berücksichtigen. Die zweite rentenrele- vante Änderung erfolgte am 23. September 2019, als der Versicherte wieder voll arbeitsfähig war. Der Zeitpunkt dieser Verbesserung der Erwerbsfähigkeit wäre wiederum erst nach Ablauf der dreimonatigen Karenzfrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV und somit per 1. Januar 2020 zu berück- sichtigen. 8. Als Ergebnis ist festzuhalten, dass dem Beschwerdefüh rer vom 1. September 2019 bis zum 31. Dezember 2019 ein Anspruch auf eine volle IV-Rente zustehen könnte. Ob ein darüber hinausgehender Rentenanspruch besteht, hat die IV-Stel le im Rahmen der Abklärungen zum Leistungsanspruch zu prüfen. Bei diesem Ergebnis ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen gutzuheissen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen. 9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens - und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an den Versicherungsträger zurück, so gilt in prozessua- ler Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und der Versicherungs- träger als unterliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 f., BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen; SUSANNE BOLLIGER , Basler Kommentar zum ATSG, Rz. 79 zu Art. 61 ATSG). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes- senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb ihr die Ver- fahrenskosten aufzuerlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss zu- rückzuerstatten. 9.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens en tsprechend ist dem Beschwerde- führer deshalb eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. Mangels Einreichung ei- ner Honorarnote des Rechtsvertreters des Beschwerdeführer s werden die Parteikosten durch das Gericht festgelegt, wobei die Bemühungen zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxis- gemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen sind. Demnach ist dem Beschwerdeführer ein e Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'050.-- (vier Stunden à Fr. 250.-- und eine Auslagenpauschale von Fr. 50.--, ohne Mehr- wertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge- gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständi gkeit und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an- schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent- scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch f ür einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset- zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). 10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn ein e Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus- setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 20. Januar 2020 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und zum Erlass einer neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegne- rin zurückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden der Beschwer- degegnerin auferlegt. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 1'050.-- (inkl. Auslagen, ohne Mehrwert- steuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht