B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4795/2008 U r t e i l v o m 1 9 . S e p t e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, Richter Kurt Gysi, Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, Kamerun, vertreten durch Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende St. Gallen/Appenzell, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 19. Juni 2008 / N (…). E-4795/2008 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin verliess ihren Heimatstaat gemäss eigenen A n- gaben am 28. beziehungsweise 29. Oktober 2006 und gelangte am (…) Oktober 2006 (…) nach Zürich. Dabei stellte die Flughafenpolizei Zürich einen am (…) 2002 ausgestellten , das Foto der Beschwerdeführerin beinhaltenden, jedoch auf B._______, geboren (…), Kamerun, lautenden Reisepass sowie eine am (…) 2002 ausgestellte und eine auf dieselben Personalien lautende, jedoch ein fremdes Foto beinhaltende Aufenthalts- bewilligung für Frankreich sicher und unterzog diese einer Dokumente n- prüfung. Die Prüfung ergab, dass es sich beim Reisepass um eine Fä l- schung und bei der Aufenthaltsbewilligung um ei n der Beschwerdeführ e- rin rechtmässig nicht zustehendes Dokument handle. Am 30. Oktober 2006 stellte die Beschwerdeführerin bei der Flughafenpo- lizei ein Asylgesuch. Mit Verfügung gleichen Datums verweigerte das BFM vorläufig die Einrei- se der Beschwerdeführerin in die Schweiz; gleichzeitig wurde ihr eins t- weilen der Transitbereich des Flughafens Zürich als Aufenthaltsort zuge- wiesen. Am 31. Oktober 2006 wurde die Beschwerdeführerin von der Flughafen- polizei insbesondere zu Reiseweg, Personalien, Familienangehöri gen, Ausweispapieren und Asylgründen befragt. Am 1. November 2006 mandatierte die Beschwerdeführerin eine Rechts- vertretung für das Asylverfahren. Am 2. November 2006 wurde die Beschwerdeführerin im Flughafen vom BFM zu ihren Asylgründen angehört. Mit Verfügung ebenfalls vom 2. November 2006 bewilligte das BFM der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz zur Prüfung des Asylg e- suchs und wies sie dem Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ zu. B. Anlässlich der im Flughafen Zürich durchgeführten Befragung vom 31. Oktober 2006 und der Anhörung vom 2. November 2006 sowie der Kurz- befragung vom 8. November 2006 im EVZ und der Anhörung zu den E-4795/2008 Seite 3 Asylgründen vom 28. Dezember 2006 durch den Zuweisungskanton machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen Folgendes geltend: Sie stamme aus Yaounde, wo sie stets ihren Wohnsitz gehabt und die Schulen bis zum Gymnasium besucht habe und später ohne weitere B e- rufsbildung gelegentlich als Kleiderhändlerin beziehungsweise Kleinw a- renverkäuferin erwerbstätig gewesen sei. In Yaounde habe sie z usam- men mit ihrem im Jahre 2004 nach Brauch geheirateten Ehemann und ih- ren zwei gemeinsamen Kindern, das erste geboren (…) beziehungsweise (…) beziehungsweise (…) und das zweite (…), gelebt. Sie sei in ihrer Heimat nie politisch tätig gewesen, habe nie Probleme mit den Behörden gehabt und sei nie vor Gericht oder in Haft gewesen. Ihr Mann habe als Privatchauffeur eines Bankdirektors beziehungsweise höheren Banka n- gestellten gearbeitet. Letzterer sei ihr gegenüber ab und zu g rosszügig gewesen und habe ihr Geld zukommen lassen . Am 18. September 2006 habe sie Besuch vom Arbeitgeber ihres Mannes erhalten, welcher sie in der Folge in einen bewusstlosen Zustand versetzt und sie vermutlich ver- gewaltigt habe. Am 21. September 2006 habe derselbe, nunmehr mit e i- nem Messer bewaffnete Täter sie erneut besucht und vergewaltigt , wobei die Beschwerdeführerin am Bein verletzt worden sei. Beidemal habe er ihr danach unter Tötungsdrohungen untersagt, das Ereignis jemandem weiterzuerzählen oder eine Anzeige zu machen. Da sie die bei der zwei- ten Vergewaltigung erlittene Wunde nicht habe verbergen könn en, habe sie die Vergewaltigungen ihrem Mann erzählen müssen. Am folgenden Tag habe sie die Verletzung auf Anraten ihres Mannes im Spital beha n- deln lassen. Der Arzt habe ihr ein Attest ausgestellt und sie 45 Tage a r- beitsunfähig geschrieben. Gleichentags beziehungsweise einen weiteren Tag später habe sie von der Polizei beziehungsweise von ihrem Eh e- mann erfahren, dass dieser festgenommen worden sei, weil er seinen Ar- beitgeber verprügelt und letzterer desh alb die Polizei informiert habe . Seither befinde sich ihr Ehemann im Gefängnis. Sie habe in der Folge weiterhin Anrufe mit Morddrohungen ihres Peinigers erhalten und sei vier Tage nach der Festnahme ihres Mannes aus Furcht vor weiteren Beläst i- gungen und Benachteiligungen in die Ortschaft D._______ umgezogen, wobei ihr eine Cousine behilflich gewesen sei. Auf deren Drängen habe sie jedoch Kamerun Ende Oktober 2006 in Begleitung eines Schleppers beziehungsweise alleine verlassen, wobei ihre Schwester beziehung s- weise besagte Cousine die Ausreise vorbereitet und insbesondere die beiden in Zürich sichergestellten Dokumente organisiert habe. Zürich sei eigentlich als Zwischenstation für den Weiterflug nach E._______ vorge- sehen gewesen. Ihre beiden Kinder seien im Ausreisezeitpunkt bereits in E-4795/2008 Seite 4 der Obhut ihrer im Heimatland wohnhaften Mutter gewesen. Eine Anzei- geerstattung gegen den Arbeitgeber ihres Mannes habe sie übrigens nie ins Auge gefasst, weil die Polizei sowieso nie etwas unternehme und der Übeltäter vermögend sei und daher Leute bestechen könne ; bezie- hungsweise sie habe die Vergewaltigungen nach der Verhaftung ihres Mannes einmal einem Poliz eiinspektor anvertraut, der aber aus Karriere- gründen nichts weiter unternommen beziehungsweise eine Vorladung des Bankdirektors angekündigt habe, obwohl die Beschwerdeführerin e i- ne Konfrontation aus Angst habe vermeiden wollen . Vermutlich habe der Bankdirektor Leute bestochen, damit gegen ihn kein Verfahren wegen Vergewaltigung eingeleitet w orden sei. Vom Beizug eines Anwalts habe sie sich nichts versprochen. Die Familie des Mannes habe sich übrigens von ihr (Beschwerdeführerin) distanziert und schreibe ihr die Schuld für dessen dessen Inhaftierung. Mit ihrem Mann habe sie seit dessen Veru r- teilung vom (…) September 2006 zu einer Gefängn isstrafe unbekannter Länge keinen Kontakt mehr gehabt. Landesinterne Wohnsitzalternativen seien aus finanziellen Gründen und aus Angst vor weiteren Belästigungen für sie nicht in Frage gekommen. Im Falle einer Rückkehr nach Kamerun befürchte sie, vom ehemaligen Arbeitgeber ihres Mannes aufgespürt, missbraucht oder gar getötet zu werden. Auf die Frage, welche Bewandt- nis es mit einer bei ihren Effekten befin dlichen Lebensmittelausfuhrbestä- tigung und einer auf "(…)" lautenden Visitenkarte auf sich habe, sagte die Beschwerdeführerin, die Visitenkarte und de n darauf vermerkten Namen könne sie sich nicht erklären und die Sache mit den Lebensmitteln sei einfach so für sie organisiert worden. Nebst den erwähnten sichergestellten beziehungsweise bei ihren Effekten festgestellten Dokumenten gab die Beschwerdeführerin Fotos ihrer be i- den Kinder, Kopien ihrer Geburtsurkunde und ihrer Identitätskarte, Kopien eines Arztberichts und ein es Arztrezepts, je vom 22. September 2006 , betreffend die Vergewaltigung vom selben Datum sowie die Kopie eines Gerichtsdokuments vom (…) November 2006 betreffend ihren Ehemann zu den Akten . Die Originale könne sie nicht beschaffen, wei l eine Pos t- sendung teuer sei und ihre erwerbslosen Eltern in einem Dorf wohnten; auch sei die Herstellung einer Telefonverbindung schwierig. C. Das BFM stellte mit Verfügung vom 19. Juni 2008 – eröffnet am 27. Juni 2008 – fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingse igenschaft nicht und lehnte ihr Asylgesuch ab. In der Begründung qualifizierte es die geltend gemachten Vorbringen als nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 des E-4795/2008 Seite 5 Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31). Gleichzeitig verfü g- te es die Wegweisung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz. Den Vollzug der Wegweisung erkannte es als zulässig, zumutbar und möglich. Auf die detaillierte Begründung der Verfügung wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. D. Am 22. Juni 2008 gebar die Beschwerdeführerin den Sohn F._______, dessen Vaterschaft in der Folge nach einer vormundschaftsbehördlich angeordneten Abklärung einem Schweizer Bürger zugeordnet werden konnte. Im Zusammenhang mit der Registrierung der Geburt stellte das Zivilstandsamt (…) die originale Identitätskarte der Beschwerdeführerin zuhanden des BFM sicher. E. Mit Eingabe vom 18. Juli 2008 erhob en die Beschwerdeführerin und ihr Kind beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung vom 19. Juni 2008. Darin beantragt sie deren vollumfängliche Aufhebung, die Gewährung von Asyl, (sinngemäss) den Verzicht auf die Wegweisung, (eventualiter) die Anordnung der vorläufigen Aufnahme unter Feststellung der Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegwe i- sungsvollzuges s owie in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsver- fahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Begründung der Anträge und die eingereichten Beweismittel wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. F. Das Bundesverwaltungsgericht stellte mit Zwischenverfügung vom 5. A u- gust 2008 den legalen Aufenthalt der Beschwerdeführerin während des Beschwerdeverfahrens fest. Ferner hiess es das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter gleichzeitigem Verzicht auf die Er- hebung eines Kostenvorschusses gut. Mit derselben Zwischenverfügung wurde die Vorinstanz Frist gesetzt zur Vernehmlassung, unter be sonde- rem Hinweis auf die zwischenzeitlich erfolgte Geburt des Kindes. G. Mit Eingabe vom 20. August 2008 (Datum des Poststempels) ergänzte die Beschwerdeführerin ihre Beschwerde. E-4795/2008 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht überwies die Beschwerdeergänzung dem BFM zur Kenntnisnahme und erstreckte gleichzeitig die Vernehmla s- sungsfrist. H. Mit Vernehmlassung vom 29. August 2008 beantragt das BFM die Abwei- sung der Beschwerde, allenfalls deren Abschreibung betreffend die Weg- weisung und den Vollzug der Wegweisung. Mit Replik vom 1. Oktober 2008 halten die Bes chwerdeführerin und ihr Sohn – dieser wurde zwischenzeitlich am (…) 2008 in der Schweiz ei n- gebürgert – ihrerseits an den gestellten Beschwerdeanträgen fest. I. Am 19. Dezember 2009 stellte die Beschwerdeführerin bei der kanton a- len Migrationsbehörde ein Gesuch um Erteilung einer "humanitären Auf- enthaltsbewilligung". J. Mit Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Februar 2009 wurde die Beschwerde vom 18. Juli 2008, soweit das Kind F._______ betreffend, unter der Geschäftsnummer E -3392/2008 infolge Gegen - standslosigkeit (dahingefallenes schutzwürdiges Interesse an der Aufh e- bung oder Änderung der angefochtenen Verfügung nach erfolgter Einbür- gerung) abgeschrieben. K. Am 14. April 2009 ersuchte die Beschwerdeführerin die kantonale Migr a- tionsbehörde um Weiterbehandlung des am 19. Dezember 2008 gestel l- ten Gesuchs um Erteilung einer "humanitären Aufenthaltsbewilligung" neu als "Gesuch um umgekehrten Familiennac hzug" nach sinngemässer Massgabe von Art. 42 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20). Gleichzeitig bediente sie das Bundesverwaltungsgericht mit einer Orientierungskopie des Gesuchs. L. Mit Schreiben vom 7. Juli 2009 und Bestätigung vom 3. Mai 2010 teilte die kantonale Migrationsbehörde der Beschwerdeführerin mit, dass au f- grund der Hängigkeit des Asylbeschwerdeverfahrens das Gesuch um E r- teilung einer Aufenthaltsbewilligung noch nicht abschliessend gepr üft E-4795/2008 Seite 7 werden könne und daher bis zum rechtskräftigen Abschluss des Asylb e- schwerdeverfahrens sistiert werde. M. Mit Eingabe vom 15. November 2010 ersuchte die Beschwerdeführerin das BFM um Erteilung einer humanitären Aufenthaltsbewilligung, wobei sie insbesondere auf ihre schwierige familiäre, soziale und erwerbsmä s- sige Situation aufmerksam machte, welche vor allem durch die Distanzi e- rung des Schweizer Vaters von F._______ von ihr und Kind hervorgerufen werde. In seinem Antwortschreiben vom 19. November 2010 ver wies das BFM die Beschwerdeführerin auf die Zuständigkeit des Aufenthaltskantons zur Einleitung eines Verfahrens um Erteilung einer humanitären Aufenthalt s- bewilligung. N. Mittels Strafbefehl vom (…) 2011 wurde die Beschwerdeführerin wegen (…) verurteilt O. Die kantonale Zivilstandsbehörde stellte am 9. Mai 2011 im Zusammen- hang mit einem Ehevorbereitungsvorhaben eine Geburtsurkunde (b e- glaubigte Kopie), eine Ledigkeitsbescheinigung, einen Staatsangehöri g- keitsausweis und eine Wohnsitzbestätigung, drei Originale, ausgestellt am (…) 2010, sicher. P. Mit Eingabe vom 17. August 2012 reichte die Beschwerdeführerin die Honorarrechnung ihrer Rechtsvertreterin zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffen de Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher – E-4795/2008 Seite 8 vorbehältlich der Ausführungen in E. 6 unten – zuständig für die Beurte i- lung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne v on Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerd e ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druc k bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-E-4795/2008 Seite 9 geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM begründete den ablehnenden Asylentscheid damit, dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Benachteiligungen und Befürchtungen den Anforderungen von Art. 7 AsylG nicht genügten. So widerspreche es der Logik des Handelns, dass der sich seiner Schuld als Vergewaltiger bewusst gewesene Arbeitgeber ihres Ehemannes nach der Verprügelung durch letzteren die Polizei informier e und aufsuche, da er sich dadurch selber dem Risiko einer Festnah me und Befragung ausge- setzt s ehen müsste . Gleichsam unlogisch erscheine das Verhalten der Beschwerdeführerin insoweit, als sie zwar aus Angst vor Rache des Ve r- gewaltigers keine Anzeige bei der Polizei erstattet, aber dennoch den Po- lizeiposten aufgesucht habe, um di e Geschehnisse im Detail einem I n- spektor anzuvertrauen . Auch hätte sie sich angesichts dieser Furcht kaum einer ärztlichen Untersuchung unterzogen, welche die Gefahr be r- ge, dass die Vergewaltigung und der Name des Täters publik würde n. Im Weiteren erscheine es angesichts der Verhältnisse in Kamerun äusserst unüblich, dass ihr Mann wenige Tage nach seiner Verhaftung wegen der Prügelei bereits vor Gericht g ebracht und sogleich verurteilt worden sei, da ein solcher Prozess in der Regel Monate beanspruche. Ebenso e r- staune die Unwissenheit der Beschwerdeführerin betreffend das mit dem Urteil gegen ihren Mann ausgesprochene Strafmass. Ferner habe sich die Beschwerdeführerin betreffend die Konsequenzen und Auswirkungen der durch eine Anzeigeerstattung hervorgerufenen Möglichkeit einer pol i- zeilichen Vorladung des Vergewaltigers (Dahinfallen der Bedrohungsquel- le beziehungsweise Begründung einer solchen Bedrohungslage) wider- sprochen. Vielmehr hätte sie sich im Falle einer tatsächlich ereigneten Vergewaltigung mit d em Gedanken und den Auswirkungen einer Anze i- geerstattung genau auseinandersetzen müssen , und sie hätte ihre Mei- nung zu einer möglichen Vorladung des Vergewaltigers differenziert da r- legen können müssen. Die beiden eingereichten medizinischen Dok u- mente und d as Gerichtsdokument würdigte das BFM dahingehend, dass diese allesamt nur als auf ihre Echtheit kaum überprüfbare Fax -Kopien vorlägen, obwohl die Beschwerdeführerin zur Nachreichung der Originale aufgefordert worden sei. Zudem erschienen die angeblichen Um stände der Beweismittelbeschaffung – via eine im Flughafen angetroffene Pe r- son, die in der Folge zu ihren Eltern in Kamerun gegangen sei – merk-E-4795/2008 Seite 10 würdig und unlogisch, zumal ein Telefonkontakt der Beschwerdeführerin mit den Eltern naheliegender gewesen wäre. Der Inhalt des Arztberichts deute zudem auf ein unechtes Dokument hin, da es in einer fehlerhaften medizinischen Sprache verfasst sei, das dort vermerkte Datum der (zwe i- ten) Vergewaltigung nicht jenem gemäss den Aussagen der Beschwerde- führerin entspreche; auch werde im Bericht in keiner Weise auf den e i- gentlichen Grund des Spitalbesuchs (Wunde am Bein) eingegangen. Die Beweismittel bestärkten somit die bereits erkannten Glaubhaftigkeitszwei- fel. Angesichts des Erwogenen erübrige sich eine Prüfung der Asylrel e- vanz der Verfolgungsvorbringen. 4.2 In der Beschwerde und der Ergänzungseingabe beanstandet die B e- schwerdeführerin, dass das BFM gar nicht auf die geltend gemachte Ve r- folgung, insbesondere die Vergewaltigungen und Morddrohungen eing e- gangen sei und die Unglaub haftigkeitselemente primär die Verfolgung s- geschichte ihres Ehemannes statt ihre eigenen beträfen . Die vorinstanzli- chen Argumente vermöchten aber auch für sich besehen nicht zu übe r- zeugen. So sei die Unlogik im Verhalten des sich an die Polizei wende n- den Vergewaltigers nur scheinbarer Art, da letzterer eine einflussreiche gesellschaftliche und finanzielle Machtposition innehabe und über Bezie- hungen zur lokalen Polizei verfüge. Kleine Polizeibeamte seien in Kam e- run denn auch hochgradig korrupt. Ferner sei zu bedenken, dass eine Vergewaltigung im kamerunischen Kontext nicht als strafrechtlich relevan- tes Delikt, sondern als Normalität, Privatsache oder bestenfalls als Kav a- liersdelikt wahrgenommen werde und gerichtliche Erfolge von Kamerun e- rinnen nur mit aufwändi ger anwaltlicher Unterstützung und unter Weite r- zug an höhere Gerichte zustande kämen. Angesichts dessen verlören auch die weiteren Argumente des BFM bezüglich der fehlenden Logik der Polizeihandlungen, insbesondere der angeblich zu raschen Verurteilung des Ehemannes, die Überzeugungskraft. Zudem sei ihr eigenes Verha l- ten (Kontaktnahme mit Polizei und Ärzten) durch ihre individuelle Notsitu- ation und insbesondere die dringend behandlungsbedürftige Messerve r- letzung erklärbar. Dass bei der ärztlichen Untersuchu ng der Name des Vergewaltigers publik werden könnte, sei absurd. Demgegenüber e r- scheine die von ihr geltend gemachte und von der Vorinstanz nicht g e- würdigte geschlechtsspezifische Verfolgung äusserst detailliert und su b- stanziiert. Die diesbezüglichen Erzäh lungen seien spontan, strukturiert, nachvollziehbar, mit Realkennzeichen versetzt, frei von Ungereimtheiten und typischerweise durchzogen von Angst, Resignation und einem Wer t- losigkeitsgefühl. Auch die vom BFM vorgehaltenen Widersprüche übe r- zeugten nicht. Betreffend das Gespräch mit dem Polizeibeamten seien of-E-4795/2008 Seite 11 fensichtlich Verständigungs- und Kommunikationsprobleme zwischen ihr und der Befragerin aufgetreten. Letzterer sei es nicht gelungen , diese Probleme und inhaltliche Verworrenheiten zu differenzieren un d verwert- bar aufzulösen. Ihre (Beschwerdeführerin) Vorbringen seien somit glau b- haft und es dränge sich eine Neubeurteilung des Sachverhalts unter b e- sonderer Berücksichtigung der vorliegenden geschlechtsspezifischen Verfolgung sowie eine Auseinandersetzung mit der Problematik der nicht- staatlichen Verfolgung unter dem Aspekt der flüchtlingsrechtlichen B e- deutsamkeit auf. Aus ihren Aussagen gehe denn auch klar hervor, dass sie sich zwecks Schutzsuche aktiv an die Behörden gewandt habe, von diesen aber zurückgew iesen worden sei. Sie erfülle mithin die Flüch t- lingseigenschaft. Schliesslich macht sie – insbesondere im Zusamme n- hang mit weiteren Ausführungen betreffend die Wegweisung und den Vollzug der Wegweisung – in sachverhaltlicher Hinsicht auf eine Verände- rung i hrer persönlichen Situation dergestalt aufmerksam, dass sie zw i- schenzeitlich Mutter eines Sohnes mit einem die Schweizer Staatsbü r- gerschaft besitzenden Vater geworden sei, mit letzterem aber keinen Kontakt mehr pflege und mithin alleinerziehend sei. 4.3 In seiner die Abweisung der Beschwerde im Asylpunkt beantragenden Vernehmlassung verweist das Bundesamt auf seine bisherigen Stan d- punkte und Erwägungen. Insbesondere hält es an der erkannten U n- glaubhaftigkeit der geltend gemachten Vergewaltigung fest und macht diesbezüglich ergänzend auf die fehlende Substanz der geschilderten Vorbringen aufmerksam. 4.4 Replikweise hält die Beschwerdeführerin ihrerseits an ihren bisher i- gen Ausführungen fest. Den Vorwurf der mangelnden Substanz bezeic h- net sie als haltlos. Und verweist hierzu auf die mehrseitig protokollierten flüssigen Monologe . Vielmehr sei die Befragungsweise bezüglich der Vergewaltigung zu beanstanden, da diese nicht gebotenerweise trichte r- artig, immer tiefer ins Detail geführt habe. 5. 5.1 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dü r- fen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Pun k- ten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Dar- über hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig e r-E-4795/2008 Seite 12 scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vo r- bringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch da r- stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet nachschiebt, mangeln des Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der asylsuchenden Person. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn die u r- teilende Behörde von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenü ber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspek- te wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer G e- samtwürdigung, ob die Gr ünde, die für die Richtigkeit der Sachverhalt s- darstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objekt i- vierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 Abs. 1 - 3 AsylG; vgl. zum Ga n- zen Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekur s- kommission [EMARK] 1994 Nr. 5 E. 3c, EMARK 1996 Nr. 28 E. 3a, EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 und [exemplarisch für die Fortführung der Praxis durch das Bundesverwaltungsgericht] das Urteil D -859/2010 vom 10. Oktober 2011 E. 3.2). 5.2 Das BFM hat gesetzes - und praxiskonform erkannt, dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Benachteiligungen und Befürc h- tungen den Anforderungen von Art. 7 AsylG nicht genügen. Auf die betref- fenden Erwägungen kann zur Vermeidung von Wiederholungen im W e- sentlichen verwiesen we rden. Sie werden auf Beschwerdestufe nur pa r- tiell beanstandet und diese Gegenargumentation überzeugt nicht: Zwar ist der Beschwerdeführerin durchaus in ihrer Kritik zuzustimmen, wonach die in der Vernehmlassung des BFM im Sinne einer Erwägungsergä n- zung gemachte Feststellung der Substanzarmut bei der Schilderung der Vergewaltigungen zumindest in der suggerierten Pauschalität nicht g e- stützt werden kann . Tatsächlich zeugen die betreffenden Protokollpass a- gen (vgl. v.a. A38 S. 2 ff. und A41 S. 9 f.) von einem über weite Strecken ungebremsten Redefluss, der vor allem in quantitativer Hinsicht auffällt. Die von der Beschwerdeführerin behauptete qualitative Substanz in Form einer aus ihrer Sicht klaren, mit Realkennzeichen versetzten und sich frei von Ungereimtheiten präsentierenden Schilderung der Vergewaltigung ist demgegenüber für das Gericht nicht erkennbar. Eine vertieftere Würd i-E-4795/2008 Seite 13 gung des diesbezüglichen Sachverhaltsvortrags kann an dieser Stelle j e- doch unterbleiben. Die Beschwerdeführerin muss sich nämlich erhebliche und von der Vorinstanz zutreffend erkannte Unglaubhaftigkeitselemente entgegenhalten lassen, die den Wahrheitsgehalt selbst einer substanziiert geschilderten Vergewaltigung als äusserst gering erscheinen lassen muss. Diese Unglaubhaftigkeitselemente (v.a. fehlende Logik in zahlre i- chen Punkten und die Beweismittelwürdigung) vermag die Beschwerd e- führerin auf Beschwerdestufe nicht anders zu beleuchten. Die betreffe n- den Entkräftungs - und Erklärungsversuche (Fokus auf die Verfolgung s- geschichte des Ehemannes statt auf ihre eigenen, Machtposition und Be- ziehungsnetz des Vergewaltigers, verbreitete Korruption und geringer ge- sellschaftlicher Stellenwert des Vergewaltigungsstraftatbestandes in K a- merun, Notsituation, Verständigungs- und Kommunikationsprobleme, mangelhafte Befragungs weise) misslingen offensichtlich, stellen weitg e- hend Schutzbehauptungen dar oder entbehren ihrer Durchschlagskraft . Zudem ist festzuhalten, dass es sich bei den von der Vorinstanz darg e- legten Unstimmigkeiten im Sachvortrag um eine blosse, aber für die U n- glaubhaftigkeitserkenntnis durchaus zureichende Auswahl aus einer Viel- zahl von solchen handelt. Z u verweisen ist dabei nicht nur auf die ver- schiedenen, oben in Bst. B mit dem Wort "beziehungsweise" ausgedrück- ten Widersprüche, sondern ebenso auf den Umstand, dass die B e- schwerdeführerin ihrer Mitwirkungspflicht bei der Beweismittelbescha f- fung (Art. 8 Abs. 1 AsylG) bis heute nicht oder bloss höchst unzureichend nachgekommen ist, ohne hierfür plausible Erklärungen liefern zu können. Die dadurch gleichsam eingeschränkte persönliche Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin vermindert sich zusätzlich durch die augenfällig u n- substanziierten, erfahrungswidrigen und unplausiblen Reiseumstände und die Angaben zu ihren familiären Verhältnissen sowie in Anbetracht der durch die Flughafenpolizei oder die Zivilstandsbehörde sichergestel l- ten Dokumente. Aufgrund des Gesagten ist festzuhalten, dass der von de r Beschwerde- führerin präsentierte Verfolgungssachverhalt überwiegend unwahrschein- lich und damit unglaubhaft ist. Es ergibt sich, dass die Beschwerdeführ e- rin keinen unter Art. 3 AsylG subsumierbaren Verfolgungssachverhalt hat glaubhaft machen k ann. Demensprechend hat die Vorinstanz zutreffend auf eine Prüfung der flüchtlingsrechtlichen Beachtlichkeit der Verfo l- gungsvorbringen verzichtet. 5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass das BFM das Bestehen e i- ner Verfolgungssituation der Beschwerdeführe rin und mithin deren A n-E-4795/2008 Seite 14 spruch auf Zuerkennung der Flüchtlingseigensc haft zu Recht verneint hat. Dementsprechend ist die Beschwerde betreffend den Antrag auf Asylgewährung abzuweisen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 6.2 Die Besc hwerdeführerin verfügt aktuell über keine ausländerrechtl i- che Aufenthaltsbewilligung und im Zeitpunkt des Erlasses der angefoc h- tenen Verfügung verfügte sie unbestrittenermassen auch über keinen An- spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach im Verfügungszeitpunkt zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). Indessen hat sich die Sachlage zwischenzeitlich durch die Geburt des Sohnes F._______ (kurz nach Ergehen der angefochtenen Verfügung) und dessen Er halt der Schweizer Staatsbürgerschaft verändert. Die B e- schwerdeführerin macht nunmehr vor dem Bundesverwaltungsgericht ei- nen sinngemäss auf Art. 42 AuG gestützten Anspruch auf Erteilung einer ausländerrechtlichen Aufenthaltsbewilligung aufgrund des so genannten "umgekehrten Familiennachzugs" geltend und hat ein entsprechendes Gesuch bei der kantonalen Migrationsbehörde anhängig gemacht. Letzte- re erachtet sich für die Beurteilung des Ge suchs zuständig, hat aber das Bewilligungsverfahren bis zum Abschluss des Asylbeschwerdeverfahrens sistiert. Ist ein grundsätzlicher Anspruch auf Erteilung einer Aufenthalt s- bewilligung zu bejahen, fällt die konkrete Beurteilung des geltend g e- machten Anspruchs und damit der Entscheid über die Wegweisung g e- mäss dem auch vor dem Bundesverwaltungsgericht nach wie vor Gülti g- keit beanspruchenden Entscheid EMARK 2001 Nr. 21 (E. 8d) denn auch in die Zuständigkeit der fremdenpolizeilichen Behörden. Hat die asyls u- chende Person die zuständige fremdenpolizeiliche Behörde mit einem Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung befasst, hat das BFM gemäss besagtem Entscheid (vgl. dort E. 9 – 11) nach Ablehnung des E-4795/2008 Seite 15 Asylgesuchs keine Wegweisung zu verfügen beziehungsweise die B e- schwerdeinstanz hat eine vom BFM angeordnete Wegweisung aufzuhe- ben, sofern die Asylbehörde gestützt auf eine vorfrageweise Prüfung zum Schluss gelangt, dass die asylsuchende Person grundsätzlich einen A n- spruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im oben umschriebenen Sinne hat. Vorliegend wird weder seitens der Beschwerdeführerin noch seitens der Vorinstanz (vgl. Vernehmlassung) noch seitens der kanton a- len Behörde selber eine (vorab auf die bundesgerichtliche Rechtspr e- chung abgestützte) grundsätzliche Anspruchsgrundlage und Zuständig- keit des Kantons für die Bewilligungserteilung bestritten, und die kantona- le Behörde hat ihre Bereitschaft zur Prüfung des Gesuchs um Erteilung einer fremdenpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung unter dem Gesicht s- punkt des "umgekehrten Familiennachzugs" nicht nur klar signalisiert, sondern dieses Verfahren sogar sistiert, was ein formelles Eintreten vo r- aussetzt. Ob die mit der Hängigkeit des Asylbeschwerdeverfahrens b e- gründete Sistierung des betreffenden kantonalen Bewilligungs verfahrens sachgerecht ist bezie hungsweise war, entzieht sich der Überprüfungsb e- fugnis des Bundesverwaltungsgerichts. 6.3 Tatsache ist somit, dass die kantonale Behörde im Verlaufe des Asy l- beschwerdeverfahrens für die Wegweisungs - und Vollzugsfrage zustä n- dig geworden ist und sich das Bundesverwaltung sgericht mit diesen Fr a- gen nicht mehr zu befassen hat. Die vom BFM im angefochtenen En t- scheid verfügte Wegweisung und der angeordnete Wegweisungsvollzug (Ziffern 3 – 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung) sind daher in- folge dahingefallener Zuständi gkeit ersatzlos aufzuheben und die B e- schwerde ist diesbezüglich als gegenstandslos geworden abzuschreiben. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten , dass die angefochtene Verfügung hinsichtlich der Verneinung der Flüchtlingseigenschaft und der Ablehnung des Asylgesuchs (Ziffern 1 und 2 des Dispositivs der angefochtenen Ve r- fügung) Bundesrecht nicht ver letzt und den rechtserheblichen Sachve r- halt richtig und vollständig fest gestellt hat und der diesbezügliche En t- scheid angemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb d ie Beschwerde inso- weit abzuweisen ist. Hingegen sind die vom BFM verfügte Wegweisung und der angeordnete Wegweisungsvollzug (Ziffern 3 – 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung) ersatzlos aufzuheben und die Beschwerde ist diesbezüglich als gegenstandslos geworden abzuschreiben. E-4795/2008 Seite 16 8. Aufgrund der mit Zwischenverfügung vom 5. August 2008 gewährten un- entgeltlichen Rechtspflege wird auf die Erhebung von Verfahrenskosten trotz der Abwe isung der Beschwerde hinsichtlich Asyl und Flüchtlingse i- genschaft verzichtet. Anlass zur Ausrichtung einer Parteientschädigung (vgl. Art. 64 VwVG) besteht nicht, da der Zuständigkeitsübergang hinsichtlich der Wegwe i- sungsfrage vom Bundesverwaltungsgericht a uf die kantonale Behörde und damit der Entzug der Überprüfungsbefugnis des Bundesverwa l- tungsgerichts von der Beschwerdeführerin selber herbeigeführt wurde (vgl. Art. 15 i.V.m. Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] ) und im Übrigen die Beschwerde hinsichtlich Asyl und Flüchtlingseigenschaft abgewiesen wurde. (Dispositiv nächste Seite) E-4795/2008 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie sich gegen die Ziffern 1 und 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung (Nichtzuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und Verweigerung des Asyls) richtet. 2. Die Ziffern 3 – 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung (Wegwe i- sung und Vollzug der Wegweisung) werden ersatzlos aufgehoben und die Beschwerde wird insoweit als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 3. Der Beschwerdeführerin werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand: