B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1914/2020 law/bah U r t e i l v o m 2 0 . J u l i 2 0 2 0 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo, Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel, Asyl und Integration, (…) Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 6. März 2020 / N (…). D-1914/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein Tamile mit letztem Aufenthalt in B._______ (Nordprovinz), verliess sein Heimatland eigenen Angaben gemäss am 5. September 2017 und hielt sich anschliessend in C._______ auf. Er ge- langte am 21. September 2017 in die Schweiz, wo er am folgenden Tag um Asyl nachsuchte. A.b Das SEM teilte dem Beschwerdeführer am 22. September 2017 mit, er werde in Anwendung von Art. 4 Abs. 3 der Verordnung über die Durch- führung von Testphasen zu den Beschleunigungsmassnahmen im Asylbe- reich vom 4. September 2013 (TestV, SR 142.318.1) für den Aufenthalt und das Verfahren dem Verfahrenszentrum Zürich zugewiesen. A.c Am 28. September 2017 nahm das SEM die Personalien des Be- schwerdeführers auf und befragte ihn zum Reiseweg. A.d Das SEM führte am 12. Oktober 2017 mit dem Beschwerdeführer ein persönliches Gespräch nach Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle- gung der Kriterien und Verfahren zur Best immung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu- ständig ist (Neufassung) (ABl. L 180/31 vom 29.6.2013), durch. Zu gesundheitlichen Problemen befragt, erklärte der Beschwerdeführer, er leide unter Bluthochdruck, Sodbrennen und Platzangst. Manchmal fühle er Nadelstiche in den Händen. Der damalige zugewiesene Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wies darauf hin, dass sich aus dem bis herigen Kontakt mit ihm Hinweise auf eine Traumatisierung ergeben hätten , und regte die Einholung eines medizinischen Gutachtens an. A.e Am 25. Oktober 2017 ersuchte das SEM die maltesischen Behörden gestützt auf Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO um die Rückübernah me des Be- schwerdeführers. Diese erklärten sich am 2. November 2017 dazu bereit. A.f Das SEM unterbreitete dem damaligen Rechtsvertreter am 3. Novem- ber 2017 einen Nichteintretensentscheid auf das Asylgesuch mit Wegwei- sung nach Malta zur Stellungnahme. D-1914/2020 Seite 3 A.g Der Recht svertreter reichte am 6. November 2017 seine Stellung- nahme ein. Bereits am 2. November 2017 liess er dem SEM ein Formular «medizinische Informationen» vom 25. Oktober 2017 zukommen. Ein wei- teres entsprechendes Formular vom 8. November 2017 reichte der Rechtsvertreter am 9. November 2017 nach. A.h Das SEM erklärte das Dublin -Verfahren am 13. November 2017 als beendet und verfügte die Prüfung des Asylverfahrens durch die Schweiz. A.i Am 11. Januar 2018 übermittelte der Rechtsvertreter ein weiteres For- mular «medizinische Informationen» vom 6. Januar 2018. A.j Das SEM führte mit dem Beschwerdeführer am 23. Januar 2018 die Erstbefragung durch. Dabei erklärte er unter anderem, er habe in Sri Lanka (…) gearbeitet. Nach gesundheitlichen Problemen gefragt, gab er zu Pro- tokoll, er sei gesund und habe keine Probleme. Er habe noch offene Arzt- termine; dass er unter Bluthochdruck leide, sei erst in der Schweiz entdeckt worden. In Sri Lanka habe er sich bedroht gefühlt, er habe unter Angstzu- ständen gelitten. Zu den Gründen seines Asylgesuches machte er geltend, er habe im Jahr 2002 (…) der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) (…). Diese seien (…) gekommen. Im Jahr 2012 sei er wegen diesen Hilfeleistungen von zwei Personen abgeholt und in ein Camp gebracht worden. Dort habe man ihm vorgeworfen, den LTTE geholfen zu haben. Dazu habe man von ihm Aus- künfte erhalten wollen. Man habe ihn aufgefordert, sein Hemd auszuzie- hen, und ihn brutal geschlagen. Da er versucht habe, die Schläge abzu- wehren, sei er zusätzlich verletzt worden. Als er auf dem Boden gelegen sei, habe ein Soldat ihm einen Fuss auf seinen Magenbereich gelegt und mit dem Gewehrlauf auf seine Stirn gezielt. Man habe ihm mit dem Tod gedroht und ihn eine Stunde lang geschlagen. Dann seien mehrere Solda- ten weggegangen und er sei nach einer Stunde abgeholt und aufgefordert worden, unter einen Baum zu sitzen. Er habe die ganze Nacht unter dem Baum verbracht und sei danach von einem Soldaten aufgefordert worden, ein Büchlein zu unterschreiben. Er sei freigelassen worden; man habe ihm gesagt, wenn man ihn brauche, müsse er umgehend vorbeikommen. Er sei jeden Morgen beim Camp vorbeigegangen, um das Büchlein zu unter- schreiben, und sei immer wieder schikaniert worden. Nach 15 Tagen sei er in Ruhe gelassen worden. 2015 seien zwei Personen zu ihm gekommen und hätten ihn aufgefordert, Sandsäcke zu füllen. Sie hätten 50 Säcke bei ihm deponiert und er habe den Soldaten gesagt, er könne nicht mehr als D-1914/2020 Seite 4 25 Säcke tragen. Es seien noch zwei Personen dort gewesen, die ebenfalls Säcke hätten füllen müssen. Später seien die Soldaten wiedergekommen und hätten ihn mitgenommen. Man habe ihn geschlagen und ihn aufgefor- dert, weitere 45 Säcke mit Sand zu füllen und diese zu tragen. Die Soldaten hätten ihm gesagt, er müsse die Säcke richtig füllen; einen gefüllten Sack habe er aber nicht tragen können. Ein Soldat habe ihn mit einem Schlag- stock geschlagen. Am Abend sei er aufgefordert worden, nach Hause zu gehen. Dies sei für ihn ein elender Tag gewesen. 2016 sei er erneut mitge- nommen und nach seinen K ontakten zu d en LTTE befragt worden. M an habe ihm gesagt, er lüge, und habe ihn aufgefordert, niederzuknien, worauf er mit einem Gewehrkolben geschlagen worden sei. Ein Soldat habe ihm sein Gewehr an die Stirne gehalten und gesagt, er benötige Informationen über die LTTE. Nachdem er standhaft geblieben sei und beteuert habe, er kenne keine LTTE -Leute, sei er nach einigen Stunden nach Hause ge- schickt worden. Er habe Kontakt mit einem Schlepper aufgenommen, da er sich an Leib und Leben bedroht gefühlt habe. Er habe seine Stelle auf- gegeben und sei zu seiner Ehefrau und den Kindern nach D._______ ge- zogen. Dort habe er auch Probleme gehabt. A.k Am 5. Februar 2018 hörte das SEM den Beschwerdeführer zu seinen Asylgründen an. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, er sei derzeit wegen Diabetes und Bluthochdrucks in ärztlicher Behandlung. Im Jahr 2002 sei seine Nichte von der Bewegung mitgenommen worden, seither habe man nichts mehr von ihr gehört. Seine Schwester und sein Neffe seien von der Armee mehrmals zu Befragungen mitgenommen worden. 2002 habe (…). Er habe einmal ein LTTE -Mitglied (…), wonach man ein gutes Bild von ihm gehabt habe. Da damals ein Waffenstillstand vereinbart worden sei, seien die LTTE-Leute auch in seiner Gegend unterwegs gewe- sen; er habe etwa bis 2005 (…) durchgeführt. Nachdem im Februar 2009 sein Neffe getötet worden sei, habe die Marine ihn befragt und wissen wol- len, ob dieser bei den LTTE gewesen sei. Im Juni 2012 sei er e rstmals festgenommen und zu seinen Hilfeleistungen an LTTE-Leute befragt wor- den. Im Juni 2015 sei er vom CID (Criminal Investigation Department) mit- genommen und zusammengeschlagen worden. Man habe ihm vorgewor- fen, die LTTE unterstützt zu haben. Er habe am gleichen Tag wieder gehen dürfen. Im November 2016 sei er von denselben Personen erneut abgeholt worden. Sie hätten ihm vorgeworfen, er habe Kontakte zu den LTTE, und hätten wissen wollen, wen er kenne. Sie hätten gedacht, er sei auch ein LTTE-Mitglied. Er habe ihnen gesagt, er habe lediglich (…). Am 12. Januar 2017 habe er seine Stelle gekündigt und sei nicht mehr zur Arbeit gegan- gen; gleichentags habe er sich zu seiner Frau begeben. Drei oder vier Tage D-1914/2020 Seite 5 später sei er erneut zu einer Befragung mitgenommen worden; er sei derart verängstigt gewesen, dass er zu seinem Schwager gegangen sei. Einer Aktennotiz des Befragers und einer schriftlichen Anmerkung des da- maligen Rechtsvertreters vom 6. Februar 2018 ist zu entnehmen, dass we- gen eines Software-Problems ein Grossteil des Protokolls verloren gegan- gen sei. Die Anhörung sei fortgesetzt und es sei versucht worden, die ver- lorene Erfassung des Sachverhalts mit neuen Fragen wiederherzustellen. Bei der Rückübersetzung sei bemerkt worden, dass der tatsächliche Ablauf der Befragung nicht nachvollzogen werden könne. Es sei vereinbart wor- den, dass der Sachverhalt ergänzt werden müsse. A.l Der damalige Rechtsvertreter leitete am 7. Februar 2018 ein weiteres Formular «medizinische Informationen» vom Vortag an das SEM weiter. A.m Das SEM wies den Beschwerdeführer am 9. Februar 2018 ins erwei- terte Verfahren, da das Gesuch weiterer Abklärungen bedürfe. A.n Der vormalige Rechtsvertreter teilte dem SEM am 28. Februar 2018 mit, das Mandatsverhältnis mit dem Beschwerdeführer sei beendet. A.o Im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens gab der Beschwerdefüh- rer seinen Geburtsschein, seine Identitätskarte, zwei Arbeitsbestätigungen und eine Todesbestätigung betreffend seinen Neffen zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 6. März 2020 – eröffnet am 9. März 2020 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Zugleich verfügte es seine Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. C. Mit Eingabe der rubrizierten Rechtsvertreterin vom 6. April 2020 erhob der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsge- richt Beschwerde. In dieser wird beantragt, der Entscheid der Vorinstanz sei vollumfänglich aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei Asyl zu ge- währen. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wird beantragt, dem Be- schwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren; insbe- sondere sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Die Rechtsvertreterin sei als amtliche Rechtsbeiständin beizuordnen. Es sei D-1914/2020 Seite 6 festzustellen, dass die Beschwerde aufschiebende Wirkung habe. Der Ein- gabe lagen eine Unterstützung sbestätigung vom 31. März 2020, ein Be- richt zu Sri Lanka vom Januar 2020 und eine Kostennote bei. D. Der Instruktionsrichter forderte den Beschwerdeführer mit Zwischenverfü- gung vom 29. April 2020 (der Rechtsvertretung am folgenden Tag zuge- stellt) auf, innerhalb von sieben Tagen ab Erhalt derselben eine Beschwer- deverbesserung nachzureichen, unter der Androhung, bei ungenutzter Frist werde auf die Beschwerde nicht eingetreten. E. Die Rechtsvertreterin übermittelte dem Gericht am 30. April 2020 die ein- geforderte Beschwerdeverbesserung. F. Der Instruktionsrichter hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltli- chen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Instruktionsverfügung vom 12. Mai 2020 gut, und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses. Er ordnete dem Beschwerdeführer in der Person von MLaw Cora Dubach eine amtliche Rechtsbeiständin bei. Die Akten übermittelte er zur Vernehmlassung an das SEM. G. In seiner Vernehmlassung vom 18. Mai 2020 beantragte das SEM die Ab- weisung der Beschwerde. H. Der Beschwerdeführer hielt in der Stellungnahme seiner Rechtsbeiständin vom 2. Mai 2020 (recte: 2. Juni 2020) an seinen Anträgen fest. D-1914/2020 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor. 1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); f ür das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form- gerecht eingereichte Beschwerde (aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 2. 2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 2.2 Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. d AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solc he, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). D-1914/2020 Seite 8 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werd en (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das SEM begründet seinen Entscheid damit, es erscheine unwahr- scheinlich, dass die sri -lankischen Behörden den Beschwerdeführer von einem Tag auf den anderen plötzlich wegen sieben Jahre zurückliegender Aktivitäten für die LTTE befragen und ihn anschliessend drei Jahre lang in Ruhe lassen würden, um ihn dann der LTTE-Mitgliedschaft zu bezichtigen. Es erscheine nicht nachvollziehbar, weshalb man ihn als regimefeindlich einstufen sollte, habe er doch keine politischen Aktivitäten gehabt. Nach- dem er im Juni 2015 befragt worden sei, sei er erneut im November 2016 abgeholt worden. Hät ten die Behörden ihn der LTTE -Mitgliedschaft ver- dächtigt, hätten sie nicht gezögert, ein Verfahren gegen ihn zu eröffnen. Er sei nie mehr als einen Tag lang festgehalten und nicht in den Räumlichkei- ten der Behörden befragt worden. Es entspreche nicht den Gepflogenhei- ten der sri -lankischen Behörden, Befragungen im Freien unter Bäumen durchzuführen. Der Beschwerdeführer habe gesagt, er habe Sri Lanka im August 2015 verlassen wollen. Gefragt, warum er nach dem Besuch des CID denn nicht geflohen sei, habe er geantwortet, es habe zwischen 2015 und 2017 auch ruhige Zeiten gegeben, was Zweifel daran erwecke, dass er vom CID als Staatsfeind eingestuft worden sei. Insoweit er vorgebracht habe, die Behörden hätten ihn bis zu seiner Ausreise überwacht, sei fest- zuhalten, dass er seine Heimat wohl nicht mit seinem eigenen Reisepass D-1914/2020 Seite 9 versehen auf dem Luftweg hätte verlassen können, wäre dies der Fall ge- wesen. Er habe geltend gemacht, den Pass 2016 erhalten zu haben, als der CID ihm schon auf der Spur gewesen sei, was nicht logisch sei. Wäre er tatsächlich von den sri -lankischen Behörden gesucht worden, hätte seine Ehefrau wahrscheinlich Schwierigkeiten gehabt, nachdem er ausge- reist sei, was seinen Angaben gemäss nicht der Fall gewesen sei. Die vom Beschwerdeführer geäusserte Furcht vor Verfolgung erscheine unbegrün- det. Die eingereichte Todesbestätigung bezüglich seines Neffen habe kei- nen direkten Zusammenhang mit den Asylvorbringen des Beschwerdefüh- rers. Die Befragungen, denen nach Sri Lanka zurückkehrende Bürger unterzo- gen würden, und die allfällige Eröffnung eines Verfahrens wegen illegaler Ausreise stellten keine asylrechtlich relevante Verfolgung dar. Auch Kon- trollmassnahmen und Befragungen am Herkunftsort seien grundsätzlich asylrechtlich irrelevant. Der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft ge- macht, vor seiner Ausreise asylrechtlich relevante Nachteile erlitten zu ha- ben. Vielmehr habe er noch bis 2017 in seinem Heimatland gelebt und den Akten seien keine Hinweise dafür zu entnehmen, dass er ins Visier der Behörden geraten werde. Daran ändere auch der Wahlsieg von Gotabaya Rajapaksa vom November 2019 nichts. 4.2 In der Beschwerde wird einleitend der Sachverhalt zusammengefasst und geltend gemacht, die Ehefrau des Beschwerdeführers sei nach seiner Ausreise mehrmals aufgesucht und nach ihm gefragt worden. Seine Toch- ter sei in ein Militärcamp gebracht, eine Nacht dortbehalten und nach ihm gefragt worden. Ende 2019 sei sie von der Familie nach B._______ ge- schickt worden. Es sei nicht legitim, widersprüchliche Angaben zwischen der BzP und der vertieften Anhörung derart stark zu gewichten wie es das SEM vorliegend getan habe. Dies lasse sich sowohl der Praxis des Bundesverwaltungsge- richts als auch derjenigen des Europäischen Gerichtshofs für Menschen- rechte (EGMR) entnehmen. Es sei z u berücksichtigen, dass in der Zeit nach dem Krieg sehr viele Menschen von den Behörden vorgeladen und verhört worden seien. Es könne durchaus sein, dass es drei Jahre gedau- ert habe, bis er an der Reihe gewesen sei. Auch nicht ungewöhnlich sei, dass die Behörden weitere drei Jahre gewartet hätten, bis sie ihn ein wei- teres Mal aufgeboten hätten. Es sei davon auszugehen, dass er auf dem Radar des Militärs gewesen sei, aber nicht oberste Priorität genossen habe. Die Vorfälle hätten sich vor mehreren Jahren ere ignet, weshalb die D-1914/2020 Seite 10 Erinnerung des Beschwerdeführers daran nicht mehr so klar sei. Er habe trotzdem weitere Details zu den Personen nennen können, die ihn zu den Verhören geholt hätten. Das SEM habe die von ihm detailliert beschriebene Folter ausser Acht gelassen. Er habe auch das Camp und dessen Umge- bung detailliert beschrieben. Das Argument des SEM, er habe kein politi- sches Profil, sei haltlos. Da er mehrere LTTE -Mitglieder (…), liege es auf der Hand, dass ihm von den Behörden eine LTTE-Mitgliedschaft vorgewor- fen worden sei, nachdem diese davon erfahren hätten. Er habe gesagt, es sei nicht ungewöhnlich, dass zwischen einzelnen Befragungen durch die Behörden ein längerer Zeitraum liege; anderen Personen aus seinem Dorf sei es ebenso ergangen. In den Camps be stehe meistens eine Akte, und wenn die Leitung des Camps wechsle, würden die aktenkundigen Perso- nen erneut vorgeladen. Die Eröffnung eines Verfahrens sei nicht notwen- dig, da die Befragungen meistens zum Zweck des Schikanierens der tami- lischen Bevölkerung und deren Überwachung dienten. Es entspreche der Praxis des Militärs, zu Befragende nicht länger als einen Tag festzuhalten. Während der Befragungen sei er brutal geschlagen und mit dem Tod be- droht worden, was höher zu bewerten sei, als die Dauer der Befragungen. Die von ihm sehr detailliert beschriebene Gewaltanwendung beweise, dass es sich um schwere Anschuldigungen handle, die gegen ihn erhoben wor- den seien. Der Beschwerdeführer sei nicht der Einzige gewesen, der an jenem Tag beim genannten Baum befragt und geschlagen worden sei. Er habe Schwierigkeiten gehabt, einen Schlepper zu finden, weshalb sich seine Ausreise verzögert habe. Da er weiterhin beobachtet worden sei, habe sich die Flucht verzögert. Seinem Schlepper sei es durch Verbindun- gen und Zahlung von Schmiergeld gelungen, den Pass zu beschaffen. Die meisten Tamilen reisten mit ihrem eigenen Reisepass aus. Die Ehefrau des Beschwerdeführers sei unter Druck geraten, indem sie befragt worden sei. Auch die Tochter sei während einer Nacht festgehalten wor den. Die Aus- sagen des Beschwerdeführers seien allesamt glaubhaft. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer über mehrere Jahre hinweg von den Behörden vorgeladen und gefoltert worden sei, lasse die Verfolgungs- gefahr für ihn sehr real erscheinen. Im seinem Falle seien seine Angst vor erneuter Entführung und Folterung sowie seine Todesangst klar gegeben, weshalb vom Vorliegen ernsthafter Nachteile gemäss Art. 3 AsylG auszu- gehen sei. Das Bundesverwaltungsgericht habe in seinem Entscheid E-1866/2015 bei einer Rü ckkehr von abgewiesenen Asylsuchenden risikobegründende Faktoren identifiziert, wobei als Hauptrisikofaktor eine tatsächliche oder D-1914/2020 Seite 11 vermeintliche, aktuelle oder vergangene Verbindung zu den LTTE bezeich- net worden sei. Auch die Verwandtschaft mit einem (vermeintlichen) LTTE- Mitglied, frühere Inhaftierungen durch die sri -lankischen Behörden, das Fehlen erforderlicher Identitätspapiere bei der Einreise, eine Asylgesuch- stellung im Ausland sowie Narben am Körper gälten als Risikofaktoren. Eine geltend gemachte Verbindung zu den LTTE vermöge dann eine rele- vante Furcht vor Nachteilen zu begründen, wenn der betroffenen Person ein Interesse am Wiederaufflammen des tamilischen Separatismus in Sri Lanka zugeschrieben und sie als Gefahr für die Einheit des Landes wahr- genommen werde. Der Beschwerdeführer erfülle mehrere Risikofaktoren, weil er LTTE-Soldaten (…) und bereits wegen Verdachts auf Mitgliedschaft bei den LTTE verhaftet und bedroht worden sei. Dass seine Ehefrau bis heute nach ihm befragt werde, zeige, dass das I nteresse an ihm nicht nachgelassen habe. Er habe sichtbare Narben, die ihm bei den Befragun- gen zugefügt worden seien, was ihn als Folteropfer erkennbar mache. Es lägen genügend Anhaltspunkte dafür vor, dass ihm eine asylrelevante Ver- folgung drohe. Diese Annahme sei durch den aktuellen Regierungswech- sel und die Zunahme an Repression bestätigt. Die Verfolgung sei zielge- richtet gegen ihn erfolgt und kausal für seine Ausreise gewesen. Sie fusse auf seiner ethnischen Zugehörigkeit und politischen Gesinnung. Unter Be- rücksichtigung der politischen Lage sei von einem fehlenden Schutzwillen Sri Lankas auszugehen. 4.3 Das SEM führt in der Vernehmlassung aus, eine Person, die etwas wirklich erlebt habe, müsse in der Lage sein, eine detaillierte Beschreibung davon zu geben. Gemäss Rechtsprechung vermöge eine Narbe ein Vor- bringen nicht zu beweisen, da deren Herkunft nicht mit Sicherheit bestimmt werden könne. I nsofern in der Beschwerde geltend gemacht werde, die Ehefrau und die Tochter des Beschwerdeführers seien nach seiner letzten Anhörung von den heimatlichen Behörden befragt worden, überzeuge dies nicht. Der Beschwerdeführer habe bei den Anhörungen gesagt, seine Ehe- frau sei von den Behörden nie aufgesucht worden und habe «normal» wei- tergearbeitet. Es erscheine unwahrschei nlich, dass sie nun zweieinhalb Jahre nach seiner Ausreise plötzlich belästigt werde. 5. 5.1 Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen beziehungsweise die Sache an die Vorinstanz zurückweisen . D-1914/2020 Seite 12 Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent- scheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2). 5.2 Im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes hat die Behörde von Am- tes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserhebli- chen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwendigen Unter- lagen zu beschaffen, die rechtlich relevant en Umstände abzuklären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1). 5.3 5.3.1 Der vormalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hielt in einer «Anmerkung zur Anhörung vom 6. Februar 2018» (vgl. SEM-act. A 34/1) fest, dass es aufgrund e ines Software-Problems zu Unklarheiten bei der Protokollierung gekommen sei. Bei der Überprüfung des Protokolls habe festgestellt werden müssen, dass der tatsächliche Ablauf der Anhörung nicht nachvollzogen werden könne. Darüber hinaus entsprächen die hand- schriftlichen Notizen der Rechtsvertretung der verloren gegangenen Fra- gen zu den Vorbringen nach November 2016 nicht den nachgestellten Fra- gen im Protokoll. Aufgrund dieser Umstände sei festzuhalten, dass der Sachverhalt bezüglich der Vorbringen nach November 2016 nicht vollstän- dig und korrekt erstellt sei. 5.3.2 Der befragende Fachspezialist hielt in einer ebenfalls vom 6. Februar 2018 datierenden Aktennotiz (vgl. SEM-act. A 32/2) fest, dass aufgrund ei- nes Software-Problems ein grosser Teil des Anhörungsprotokolls verloren gegangen sei. Die Anhörung sei in der Hoffnung fortgesetzt worden, das Dokument könne rekonstruiert werden. Es sei ebenfalls versucht worden, die verlorene Erfassung des Sachverhalts mit neuen Fragen wiederherzu- stellen. Bei der Rückübersetzung sei festgestellt worden, dass aufgrund des Verlusts eines Teils des Protokolls gewisse Aussagen nicht im richtigen Kontext stünden. Es sei mit dem Rechtsvertreter vereinbart worden, dass er das Protokoll nochmals gegenlese und dieses erst dann unterschreiben werde. In einem Gespräch habe der Rechtsvertreter mitgeteilt, dass er den Sachverhalt aufgrund des Datenverlustes für nicht vollständig halte. Nach einer weiteren Besprechung sei vereinbart worden, dass der Sachverhalt ergänzt werden müsse. Da die Fristen nicht eingehalten werden könnten, solle das Asylgesuch im erweiterten Verfahren weiterbehandelt werden. Dementsprechend sei ein erneuter Termin für die Nachbefragung zu dis- ponieren und nach Erstellung des Sachverhalts ein Entscheid zu verfas- sen. D-1914/2020 Seite 13 5.3.3 Angesichts der vorstehend geschilderten Ausgangslage befremdet, dass das SEM am 6. März 2020 einen Entscheid fällte, in dem die Prob- leme, die sich bei der Anhörung zu den Asylgründen vom 5. Februar 2018 ergaben, nicht thematisiert wurden. Der vormalige Rechtsvertreter und der die Befragung leitende Fachspezialist schilderten diese übereinstimmend und letzterer vereinbarte mit dem Rechtsvertreter, dass der mangelhaften Erstellung des Sachverhalts durch eine ergänzende Anhörung des Be- schwerdeführers Rechnung getragen werde. Weshalb sich das SEM nicht an diese getroffene Vereinbarung hielt, ist den Akten nicht zu entnehmen. Das Bundesverwaltungsgericht teilt nach einer Durchsicht des Protokolls der Anhörung vom 5. Februar 2018 und der Verlautbarungen des Rechts- vertreters und des die Anhörung durchführenden Fachspezialisten des SEM die Auffassung, dass es zu Unklarheiten bei der Protokollierung ge- kommen ist und der tatsächliche Ablauf der Anhörung teilweise nicht nach- vollzogen werden kann. 5.4 Aus den vorstehenden Erwägunge n ergibt sich, dass das SEM auf- grund eines nicht vollständig und damit nicht richtig festgestellten Sachver- halts entschieden hat. 6. 6.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge- richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge- stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh- ren ist (vgl. PHILIPPE WEISSENBERGER, ASTRID HIRZEL, in: Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 61 N. 16). Die in diesen Fällen fehlende Entschei- dungsreife kann grundsätzlich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomi- schen Gründen angebracht erscheint; sie muss dies aber nicht. 6.2 Im vorliegenden Fall ist die Sache an das SEM zurückzuweisen, da die Erstellung des Sachverhalts weiterer Abklärungen bedarf und diese den Rahmen des Beschwerdeverfahrens sprengen würden. Das SEM ist anzu- weisen, den Beschwerdeführer erneut anzuhören und damit den rechtser- heblichen Sachverhalt abzuklären und unter dessen Berücksichtigung neu zu entscheiden. D-1914/2020 Seite 14 7. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde insofern gutzuheissen, als die Sa- che zur Abklärung des Sachverhalts und Neubeurteilung an das SEM zu- rückzuweisen ist. Die vorinstanzliche Verfügung vom 6. März 2020 ist dem- nach aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und zur erneuten Beurteilung im Sinne der Erwägungen an das SEM zurückzu- weisen 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 9. 9.1 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegen s in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzuspr echen. Die mit In- struktionsverfügung vom 12. Mai 2020 gewährte unentgeltliche Rechtsver- beiständung erweist sich damit als gegenstandslos, weil eine öffentlich - rechtliche Entschädigung eines amtlichen Rechtsbeistandes oder einer amtlichen Rechtsbeiständin lediglich subsidiär zum Tragen kommt. 9.2 Die Rechtsvertreterin weist in der Kostennote, die sie mit der Be- schwerde einreichte, einen Aufwand von 14 Stunden und 3 0 Min. à Fr. 150.– sowie Dolmetscher-Kosten von Fr. 120.– und Barauslagen von Fr. 4.20 aus. Der veranschlagte Zeitaufwand erscheint auch in Anbetracht der Mehrsprachigkeit des Dossiers als überhöht (das Bundesverwaltungs- gericht geht von einem als a ngemessen zu erachtenden zeitli chen Auf- wand von 12 Stunden [inkl. Lektüre der vorinstanzlichen Vernehmlassung und der Abfassung der Replik] aus); die Dolmetscherkosten und die Spe- sen erscheinen angemessen. Die von der Vorinstanz auszurichtende Par- teientschädigung ist demnach auf insgesamt Fr. 1'924.– festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite) D-1914/2020 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. 2. Die Verfügung des SEM vom 6. März 2020 wird aufgehoben und die Sache wird zur rechtsgenüglichen Abklärung des Sachverhalts im Sinne der Er- wägungen und zur Neubeurteilung an das SEM zurückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1'924.– auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Walter Lang Christoph Basler Versand: