B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4783/2011 U r t e i l v o m 2 9 . M a i 2 0 1 3 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiberin Regula Frey. Parteien A._______, geboren B._______, dessen Ehefrau C._______, geboren D._______, und deren Kinder E._______, geboren F._______, G._______, geboren H._______, I._______, geboren J._______, K._______, geboren L._______, Eritrea, c/o Schweizerische Vertretung in Khartum, Sudan, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 11. Juli 2011 / N _______. D-4783/2011 Seite 2 Sachverhalt A. Mit Eingabe an die Schweizerische Botschaft in Khartum (nachfolgend: die Botschaft) vom 1 7. Dezember 2010 (Eingang Botschaft: 20. Deze m- ber 2010 ) ersuchte d ie Beschwerdeführerin C._______ sinngemäss um Bewilligung der Einreise in die Schweiz und um Gewährung von Asyl. Diese Eingabe wurde von der Botschaft an das BFM weitergeleitet. B. Mit Schreiben vom 4. Februar 2011 teilte das BFM – unter Verweis auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts – der Beschwerdeführerin mit, das UNHCR registriere ungeachtet ihrer Fluchtgründe alle Eritreer, die im Su- dan Schutz suchen würden , weise sie einem Flüchtlingslager zu und sei mit den sudanesischen Behörden für die Grundversorgung besorgt, we s- halb das BFM den Verbleib im Sudan als zumutbar erachte und die Asy l- gesuche solcher Personen in der Regel ablehne. Eine summarische Pr ü- fung ihrer geltend gemachten Gründe zeige, dass die Chancen, eine B e- willigung zur Einreise in die Schweiz zu erhalten, gering seien . Falls sie dennoch am Asylgesuch festhalte, habe sie dies bis am 4. März 2011 mit- zuteilen, andernfalls das Gesuch als gegenstandslos geworden abg e- schrieben werde. C. Mit Schreiben vom 21. Februar 2011 zeigte die Beschwerdeführerin an, dass sie nach wie vor an der Fortsetzung ihres Asylbegehrens und an e i- ner Einreise in die Schweiz interessiert sei. D. Mit Schreiben vom 13. Mai 2011 teilte das BFM de r Beschwerdeführerin mit, dass es der Botschaft aus organisatorischen beziehungsweise kap a- zitätsmässigen Gründen nicht möglich sei, eine Befragung durchzufü h- ren. Aus diesem Grund wurde sie aufgefordert, zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhalts auf schriftlichem Weg Fragen zu ihrer Person, zu ihren Asylgründen und zur Situation ihres Ehemannes , zu ih- rem Aufenthalt in Eritrea und im Sudan, zu allfälligen Beziehungen zu Drittstaaten sowie zur familiären Situation zu beantworten. E. Mit Eingabe an die Botschaft vom 3. Juni 2011 (Eingang Botschaft: 6. Ju-D-4783/2011 Seite 3 ni 2011) nahm die Beschwerdeführerin zu den vom BFM ges tellten Fra- gen Stellung. F. Die Beschwerdeführenden machten in ihren Eingaben zur Hauptsache geltend, aufgrund der Wirren des Befreiungskrieges im Jahre O._______ in den Sudan geflohen zu sein. Sie hätten in Eritrea weder Militärdienst geleistet noch seien sie jemals inhaftiert gewesen. Sie hätten sich im S u- dan beim UNHCR registrieren lassen und den Flüchtlingsstatus erhalten. Sie hätten sich in einem Flüchtlingslager aufgehalten und seien nach ku r- zer Zeit nach M._______ gezogen, wo sie dank ihres Flüchtling sauswei- ses legal leben könnten. Verschiedentlich hätten sie Übergriffe von Suda- nesen auf ihre Familie, insbesondere auf ihre Kinder, erlebt. Sie hätten die Kinder, die medizinische Hilfe benötigt hätten, in Sicherheit bringen müssen. Anzeigen bei der Polizei und beim UNHCR hätten nichts bewirkt. Sie hätten zudem Verwandte, die in der Schweiz leben würden. Auf Einzelheiten der Vorbringen und die eingereichten Dokumente ist – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen einzug e- hen. G. Mit Verfügung vom 11. Juli 2011 verweigerte das BFM den Beschwerd e- führenden die Einreise in die Schweiz und lehnte ihre Asylgesuche ab. Auf die Begründung wird in den Erwägungen eingegangen. H. Mit Eingabe vom 17. August 2011 (Eingang Botschaft) erhoben die B e- schwerdeführenden gegen diese Verfügung Beschwerde. Darin hielten sie im Wesentlichen an den bisherigen Ausführungen fest. I. Mit Zwischenverfügung vom 5. September 2011 – eröffnet am 28. Se p- tember 2011 – stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, die Beschwerde weise keine Unterschrift auf, und forderte die Beschwerdeführenden – un- ter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall – zur Beschwer- deverbesserung innert sieben Tagen ab Erhalt der Zwischenverfügung auf. J. Mit Eingabe vom 17. Oktober 2011 (Eing ang Botschaft) reichten die B e- schwerdeführenden die unterzeichnete Beschwerde nach und machten D-4783/2011 Seite 4 unter Hinweis auf Schwierigkeiten auf der Suche nach einem Übersetzer – der frühere Dolmetscher für {…….}, den sie benutzt hätten, sei seit zwei Monaten unbekannten Aufenthaltes – und gesundheitliche Probleme der Beschwerdeführerin geltend, die Verbesserung habe nicht zu einem fr ü- heren Zeitpunkt eingereicht werden können. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist dahe r eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Geb iet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetze s vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Das vorliegende Verfahren ergeht gestützt auf die Übergangsb e- stimmung zur Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (in Kraft getreten am 29. September 2012), wonach für Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellt worden sind, die Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 in der bi s- herigen Fassung des Asylgesetzes Geltung haben. 1.4. Der Eröffnungszeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 11. Juli 2011 steht mangels Nachweises der Zustellung, der von der Vorinstanz zu erbringen ist, nicht fest. Aufgrund der in der Regel verzögerten Zuste l- lung in Auslandverfahren ist zu Gunsten der Beschwerdeführenden davon D-4783/2011 Seite 5 auszugehen, dass sie ihre Rechtsmitteleingabe am 17. August 2011 rechtzeitig bei der Botschaft einreichten. Die Beschwerdeführenden reichten am 17. Oktober 2011 die Beschwe r- deverbesserung nach und wiesen darauf hin, dass sie die siebentägige Frist nicht hätten einhalten können. Damit stellen sie sinng emäss ein Ge- such um Wiederherstellung einer versäumten Frist gemäss Art. 24 VwVG. Gemäss dieser Bestimmung wird eine Frist wieder hergestellt, wenn der Gesuchsteller oder sein Vertreter unverschuldeterweise abgehalten wo r- den ist, binnen Frist zu handeln, so fern unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die ve r- säumte Rechtshandlung nachgeholt wird. Das Wiederherstellungsgesuch wurde innert Frist eingereicht und die versäumte Prozesshandlung – die Nachreichung der Unterschrift – wurde gleichzeitig nachgeholt, weshalb auf das Gesuch einzutreten ist. Zugun s- ten der Beschwerdeführenden sind – unbesehen der vorgebrachten g e- sundheitlichen Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin ( N._______) – die angeführten Probleme im Sudan auf der Suche nach einem Überse t- zer in Anbetracht der kurzen gesetzlichen Verbesserungsfrist von sieben Tagen, die auch im Auslandverfahren gilt, nicht zu verkennen, weshalb ohne Präjudiz das Wiederherstellungsgesuch gutzuheissen ist. 1.5. Die Beschwerde i st aufgrund dieser Erwägungen frist- und formge- recht eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung b e- sonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Au f- hebung beziehungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.6. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen S achverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.7. Amtssprachen des Bundes sind das Deutsche, Französische und Ita- lienische (Vgl. Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]. Aus prozessökono- mischen Gründen ist vorliegend indes auf die Nachforderung einer Übe r- setzung der englischsprachigen Eingabe zu verzichten, zumal ihr sin n-D-4783/2011 Seite 6 gemässe Begehren und eine rechtsgenügliche Begründung zu entne h- men sind. 1.8. Die Abteilungen des Bund esverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 2. 2.1. Ein Asylgesuch kann gemäss A rt. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Ver - fahrens bei der Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrens fragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass mit der asylsuchenden Per son in der Regel eine Befragung durc h- geführt wird (Art. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person von der Ver tretung aufgefor dert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). 2.2. Das Bundesverwaltungsgericht hat in Aus legung dieser Bestimmun- gen in BVGE 2007/30 erkannt, dass sich die Unmög lichkeit einer Befr a- gung aus organisatorischen oder kapazitätsmässige n Gründen bei der jeweiligen Vertretung, aus faktischen Hindernis sen im betreffenden Land oder aus bei der asylsuchenden Person lie genden persönlichen Gründen ergeben kann (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.2 und 5.3). Da die Befragung der Sachverhaltserstellung s owie der Ge währung des rechtlichen Gehörs dient (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die asyl suchende Person bei gegebe- ner Unmöglichkeit einer Befragung un ter Hinweis auf ihre Mitwirkung s- pflicht in einem individualisierten Schrei ben mittels konkreter Fragen auf- zufordern, ihre Asylgründe schrift lich festzuhalten; ein standardisiertes Schreiben vermag diesen Anforderungen damit in aller Regel nicht zu g e- nügen (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.4). 2.3. Allerdings kann sich eine Befragung be ziehungsweise eine schriftli- che Sachverhaltsabklärung erübrigen, wenn der Sach verhalt bereits au f- grund des eingereichten Asylgesuchs als erstellt erscheint; der asyls u- chenden Person ist aber diesfalls immer hin im Sinne des rechtlichen G e- hörs die Gelegenheit zu geben, sich zum Verzicht auf eine Befragung und zu einem abzusehenden negativen Ent scheid zumindest schriftlich zu äussern (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.7). Schliesslich ist das Bundesamt in je -D-4783/2011 Seite 7 dem Fall gehalten, das Absehen von einer Befragung in der Ver fügung über das Asylgesuch zu begründen (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.6 sowie 5.7). 2.4. Die Beschwerdeführenden wurden von der Botschaft nicht persönlich befragt. Dieser Verzicht wurde im Schreiben des BFM vom 13. Mai 2011 damit begründet, dass die Botschaft aufgrund des begrenzten Persona l- bestandes sowie fehlender Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht mehr in der Lage sei, Befragungen von Asylsuchenden durchzuführen. 2.5. Im vorliegenden Fall ist der Verzicht auf eine persönliche Befragung der Beschwerdeführenden sachlich begründet und überzeugend. Sodann decken die im erwähnten Schreiben des Bundesamts enthaltenen Frag e- stellungen sämtliche für die Beurteilung des Asylgesuches aus dem Au s- land notwendigen Aspekte ab, namentlich die Fragen betreffend den Au f- enthalt in Eritrea, die Familienangehörigen/Verwandten in Drittstaaten, die Ereignisse, welche zur Ausreise aus Eritrea führten, und den Aufenthalt im Sudan. Sie wurden denn auch vo n den Beschwerdeführenden beant- wortet. Nach dem Gesagten ist eine Verletzung des Ansp ruchs der B e- schwerdeführenden auf rechtliches Gehör durch das erwähnte Vorgehen des Bundesamtes zu verneinen; zudem wurde damit der entscheidw e- sentliche Sachverhalt in genügender Weise und umfassend abgeklärt. 3. 3.1. Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ab - lehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft m a- chen oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG be- willigt das Bundesamt einer asylsu chenden Person die Einreise zur A b- klärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land aus- zureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Jus- tiz- und Pol izeidepartement (EJPD) Schwei zerische Vertretungen e r- mächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewil ligen, die glaubhaft m a- chen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Fre i- heit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 3.2. Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu handhaben, wobei den B e- hörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderl i- chen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Bezie-D-4783/2011 Seite 8 hungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch e i- nen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die prakt i- sche Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schut z- suche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmög- lichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Pe r- sonen, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthalt s- ort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126). 3.3. Nach Art. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich im Ausland be- findet, das Asyl verweigert we rden, wenn es ihr zugemutet werden kann, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. 3.4. Bei der Anwendung von Art. 52 Abs. 2 AsylG ist in einer Gesam t- schau zu prüfen, ob es aufgrund der ganzen Umstände geboten e r- scheint, dass es gerade die Schweiz ist , die den angesichts der best e- henden Gefährdung erforderlichen Schutz gewähren soll (vgl. Entsche i- dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 21 E. 4a S. 139). In diese Gesamtschau sind namen t- lich die bereits vorstehen d erwähnten Kriterien zu berücksichtigen (vgl. EMARK 1997 Nr. 15, insbes. E. 2f S. 131 ff.). Damit Art. 52 Abs. 2 AsylG zur Anwendung kommen kann, muss als Grundvoraussetzung eine G e- fährdung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegen. Nur dann ist es gerechtfe r- tigt, dass überhaupt die Ausschlussklausel von Art. 52 Abs. 2 AsylG a n- gewendet wird. 4. 4.1. Die Beschwerdeführenden begründeten ihr Gesuch im Wesentlichen damit, dass sie im Jahr O._______ beim UNHCR im Sudan als Flüchtli n- ge registriert worden und nach einem Aufenthalt in einem Flüchtlingslager nach M._______ gezogen seien, wo sie verschiedenen Nachteilen au s- gesetzt gewesen seien. Obwohl sie den Wohnort gewechselt hätten, se i- en sie weiteren Schwierigkeiten ausgesetzt gewesen. In das Flüchtling s- lager möchten sie nic ht zurückkehren, weil das Lager nahe an der Gre n- ze zu Eritrea liege und während der letzten Jahre einige Flüchtlinge ve r- schwunden oder entführt worden seien. 4.2. Das Bundesamt führte zur Begründung der ablehnenden Verfügung im Wesentlichen aus, laut einem Ber icht des "United States Committee D-4783/2011 Seite 9 for Refugees and Immigrants, World Refugee Survey 2009 – Sudan" vom 17. Juni 2009 befänden sich rund 165'800 eritreische Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan, weshalb vor diesem Hintergrund nicht zu ve r- kennen sei, dass di e Lage vor Ort nicht einfach sei. Dennoch bestünden keine konkreten Anhaltspunkte zur Annahme, dass ein weiterer Verbleib für die Beschwerdeführenden im Sudan nicht zumutbar oder möglich wä- re. Vom UNHCR im Sudan registrierte Flüchtlinge hätten sich in dem ih- nen zugewiesenen Flüchtlingslager aufzuhalten, wo sie die nötige Ve r- sorgung erhielten. Die Flüchtlinge im Sudan verfügten nicht über ein fre i- es Aufenthaltsrecht für das ganze Land. Es sei den Beschwerdeführe n- den zuzumuten, wieder in das ihnen zugewiesene Flüchtlingslager z u- rückzukehren, weshalb sie den zusätzlichen subsidiären Schutz der Schweiz gemäss Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht benötigten. E s sei ihnen d a- her zuzumuten, im Sudan zu verbleiben. 4.3. Die Beschwerde führenden beschränken sich in ihrer Rechtsmi t- teleingabe sinngemäss auf eine Wiederholung der bisherigen Vorbringen. Sie befürchteten weitere Übergriffe auf ihr Leben und könnten von der sudanesischen Polizei keine Hilfe erwarten. Es sei unmöglich, eine siche- re Wohnalternative zu finden, da eine solche W ohnung zu teuer wäre. Der Beschwerdeführer bleibe zuhause, um für die Sicherheit seiner Fami- lie zu sorgen. 4.4. Das Bundesverwaltungsgericht teilt die Auffassung der Vorinstanz. So ist nicht zu verkennen, dass die Lage für Menschen in sudanesischen Flüchtlingslagern schwierig ist. Dennoch kann es den Beschwerdefü h- renden zugemutet werden, sich in das ihnen zugeteilte Flüchtlingslager im Sudan zu begeben. Dies gilt ungeachtet des Umstandes, dass die dor- tigen Lebensbedingungen für Flüchtlinge anerkanntermassen zum Teil prekär sind. Auch die Ausführungen in der Beschwerde vermögen an die- ser Feststellung nichts zu ändern. Das Bundesverwaltungs gericht geht nämlich davon aus , dass die Beschwerdeführenden keine konkreten A n- haltspunkte darlegen, die den Schluss auf e in Verschleppungsrisiko zu- liessen. Mit der Rückkehr in ein Flüchtlingslager erübrigen sich allfällige Mietkosten für eine Wohnung . Mithin sind die Beschwerdeführenden auf den subsidiären Schutz der Schweiz nicht angewiesen. 4.5. Sodann ist zu prüfen, ob den Beschwerdeführenden gestützt auf die Beziehungsnähe zur Schweiz und die entsprechenden Eingliederungs - und Assimilationsmöglichkeiten die Einreise in die Schweiz zu bewilligen ist oder gestützt auf diese Kriterien der Verbleib im Sudan und die weitere D-4783/2011 Seite 10 Unterschutzstellung durch diesen Drittstaat aufrechterhalten bleiben kann. D ie Beschwerdeführe nden machten geltend, sie hätten in der Schweiz lebende Familienangehörige. Das BFM führte diesbezüglich unter Verweis auf die gesetzlich en Grund- lagen und die Rechtsprechung in der angefochtenen Verfügung aus, die Beschwerdeführenden gehörten nicht zur Kernfamilie des in der Schweiz lebenden Verwandten P ._______, weshalb eine enge Beziehung vor dem Hintergrund der vorangehenden Erwägungen z wischen ihnen und dem Verwandten nicht zu vermuten sei. Es seien zudem keine besonderen Umstände ersichtlich, die dazu führen würden, dass ausnahmsweise von einer engen Beziehung zu diesem Verwandten auszugehen sei, der zu- dem im Asylantrag vom 20. Dezember 2010 nicht erwähnt worden sei. Die Beschwerdeführenden gehen in ihrer Rechtsmitteleingabe auf diese vorinstanzlichen Erwägungen nicht ein, weshalb für das Bundesverwa l- tungsgericht keine Veranlassung besteht, diesbezüglich weitere Ausfü h- rungen zu machen. L ediglich der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass die Beschwerdeführenden in ihrer Eingabe vom 21. Februar 2011 neben P ._______ eine weitere in der Schweiz lebende Bezugsperson nannten, Q._______, die in der vorinstanzlichen Verfügung nicht erwähnt wird. Mangels konkreter Angaben zu dieser Person, insbesondere zum familiären Hintergrund, erübrigen sich weitere Erörterungen. 4.6. Zusammenfassend ist festzustellen, dass es den Beschwerde füh- renden nicht gelungen ist, Gründe darzutun, aus welchen die Zumut - barkeit ihres weiteren Aufenthalts im Sudan zu verneinen wäre. Es erüb- rigt sich bei dieser Sachlage, auf die weiteren Vorbringen und die eing e- reichten Dokumente einzugehen. Das BFM hat demnach den Beschwe r- deführenden zu Recht die Einreise in die Schweiz ve rweigert bezi e- hungsweise die Asylgesuche abgelehnt. 5. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist demnach abzuweisen. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-D-4783/2011 Seite 11 waltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt (VGKE, SR 173.320.2) ist indes auf die Erhebung von Verfahren s- kosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-4783/2011 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Das Gesuch um Wiederherstellung der Frist zur Verbesserung der B e- schwerde wird gutgeheissen. 2. Die Beschwerde wird abgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige Schweizer Vertretung. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Regula Frey Versand: