<h2>SubmittedText<h2><p>Im Verlaufe der letzten Beitragsperiode zur Wissenschaftsförderung wurden sowohl die Nationalen Forschungsprogramme (NFP) als auch die Schwerpunktprogramme der Forschung (SPP) einer ausführlichen Evaluation unterzogen. Diese Evaluationen führten zu konkreten Vorschlägen für Programmverbesserungen. Die Umsetzung dieser Massnahmen wurde von den verantwortlichen Bundesämtern und Institutionen des Forschungsmanagements inzwischen an die Hand genommen.</p><p>Darüber hinaus machten diese Evaluationen jedoch deutlich, dass die Profile dieser beiden Instrumente der Forschungsförderung sehr ähnlich sind: Bei beiden Förderungsmassnahmen handelt es sich</p><p>a. um orientierte Forschung,</p><p>b. um Programmforschung und</p><p>c. um anwendungsnahe Forschung.</p><p>Die beiden Instrumente der Forschungsförderung unterscheiden sich wesentlich nur durch ihre unterschiedlichen zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen.</p><p>Vor diesem Hintergrund stellen sich im Hinblick auf die Erarbeitung der kommenden Botschaft zur Wissenschaftsförderung (Beitragsperiode 20002003) folgende Fragen:</p><p>1. Schwerpunktsetzung bleibt ein unbestrittenes Ziel der schweizerischen Wissenschaftspolitik. Schwerpunktförderung muss in der Forschungspolitik jedoch nicht  wie bis anhin  zwangsläufig "Programmforschung" bedeuten. So diskutiert beispielsweise der SNF zurzeit intensiv neue Instrumente der Schwerpunktbildung innerhalb des Wissenschaftssystems der Schweiz im Sinne einer Weiterentwicklung der bisherigen Schwerpunktprogramme der Forschung, wobei er sich durch die langjährigen Erfahrungen der DFG leiten lässt. Es stellt sich deshalb die Frage, ob aus den Evaluationen von NFP und SPP nicht weitergehende Schlüsse gezogen und im Hinblick auf die kommende Botschaft zur Wissenschaftsförderung auch grundsätzlich neue Modelle der Schwerpunktförderung mit eindeutigeren Profilen diskutiert werden sollten.</p><p>2. Ebenso unbestritten bleibt der Anspruch der Wissenschaftspolitik, einen gewissen Anteil der Schwerpunkte der Forschungsförderung "top-down" festzulegen und damit auf konkrete Problemstellungen unseres Landes ausrichten zu können. Gleichzeitig sind jedoch auch langfristige Bottom-up-Schwerpunktbildungen innerhalb des Forschungssystems der Schweiz zu begrüssen und zu fördern.</p><p>Die heute bestehenden Instrumente der orientierten Programmforschung bieten dazu jedoch wenig Anreiz. Das vom SNF in Anlehnung an die DFG skizzierte Instrument der "Nationalen Forschungsschwerpunkte" eröffnet diesbezüglich interessante Perspektiven. Ist der Bundesrat nicht auch der Ansicht, dass solche neue Ansätze im Hinblick auf die kommende Beitragsperiode der Forschungsförderung diskutiert werden sollten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Zu den einleitenden Worten der Interpellantin möchte der Bundesrat wie folgt Stellung nehmen:</p><p>Es ist bekannt, dass die beiden Forschungsförderungsinstrumente Nationale Forschungsprogramme (NFP) und Schwerpunktprogramme (SPP) Gemeinsamkeiten aufweisen. Dazu gehören etwa die Durchführung in Form von Programmen, das Schwergewicht beim Wissens- und Technologietransfer, der unbeschränkte Zugang für Forschende oder auch der Beitrag zur Bildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Bei beiden Instrumenten handelt es sich zudem um orientierte Forschung, die sowohl Projekte aus dem Bereich der Grundlagenforschung als auch aus dem Bereich der angewandten Forschung umfassen kann. Dabei können sämtliche Forschungsgebiete in Betracht gezogen werden.</p><p>Daneben unterscheiden sich die beiden Instrumente aber in mehreren Punkten:</p><p>Mit den NFT wird die Förderung von Forschungsvorhaben angestrebt, die einen aktuellen Fragenkomplex von nationaler Bedeutung betreffen und deren wissenschaftliche Ergebnisse geeignet sind, einen Beitrag zur Lösung dringender Probleme zu liefern. Die Themenwahl der NFP erfolgt nach dem Bottom-up-Prinzip. Demnach können interessierte Kreise und die breite Öffentlichkeit Vorschläge für neue NFP einreichen. Die definitive Wahl trifft schliesslich der Bundesrat. Die NFP weisen eine durchschnittliche Forschungsdauer von fünf Jahren auf und verfügen über einen beschränkten finanziellen Rahmen.</p><p>Die SPP stärken den Forschungsplatz Schweiz in Bereichen, die für die wirtschaftliche, industrielle und gesellschaftliche Entwicklung von strategischer Bedeutung sind. Ihr Ziel ist es, den Anschluss der schweizerischen Forschung an die internationale Entwicklung in zukunftsträchtigen Bereichen zu wahren und die Bildung sowie Verstärkung von Kompetenzzentren an den Hochschulen in strategisch wichtigen Bereichen zu unterstützen. Themen und Kreditrahmen werden vom Parlament "top down" beschlossen. Der zeitliche Rahmen eines SPP bewegt sich zwischen acht und zwölf Jahren, die finanziellen Mittel sind grösser als jene eines NFP.</p><p>Insgesamt kann festgehalten werden, dass die NFP und SPP trotz Gemeinsamkeiten wichtige, sich ergänzende Forschungsförderungsinstrumente sind. Den in den entsprechenden Evaluationen aufgeführten Empfehlungen zur Verbesserung der Instrumente wurde weitgehend Rechnung getragen. Bei den NFP ist gegenwärtig die Lancierung einer neuen Serie in Vorbereitung, und bei den SPP hat die zweite Beitragsperiode erfolgreich angefangen.</p><p>Auf die beiden Fragen der Interpellantin kann zusammenfassend wie folgt eingegangen werden:</p><p>Die seit 1992 laufenden SPP weisen für die erste Beitragsperiode (1992 bis 1995) neben ausgewiesenen Stärken (z. B., 1. Förderung von strategisch bedeutsamen Forschungsbereichen, 2. Brückenschlag zwischen Grundlagenforschung und Anwendern, 3. Förderung der interdisziplinären Forschung, 4. Bildung einzelner lokaler Forschungsschwerpunkte/Kompetenzzentren, 5. Erhöhung der öffentlichen Forschungsgelder und Mobilisierung neuer Mittel aus der Privatwirtschaft usw.) auch gewisse Punkte auf, die 1997 im Hinblick auf die Botschaft zur Wissenschaftsförderung 20002003 zu überdenken sind (z. B. Fähigkeit der SPP zur Strukturveränderung, Einsatz der SPP als flexibleres Forschungsförderungsinstrument, Zuordnung der Verantwortung für die Programmdurchführung usw.). In diesem Zusammenhang wird auch die allgemeine Ausrichtung der SPP eventuell neu festzulegen sein.</p><p>Zurzeit steht ein konkreter Vorschlag des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) zur Diskussion, der die SPP in ein Programm "Nationaler Forschungsschwerpunkte" beim SNF umwandeln will. Demnach sollen die SPP in Richtung der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Sonderforschungsbereiche reformiert werden. Ziel ist es, durch die Einrichtung kleinerer Kompetenzzentren an den Hochschulen ein flexibles Förderungsinstrument zu schaffen. Der Einbezug der Institutionen und jeweiligen Kantone im Konsultationsverfahren sowie die gezielte nationale bzw. internationale Zusammenarbeit in den Wissenschaftsbereichen sollen der Stärkung der schweizerischen Forschung dienen. Nach Möglichkeit sollte auch die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Wirtschaft diese Zielsetzung erfüllen.</p><p>Der Vorschlag des SNF, der eine interessante Arbeitsgrundlage für weitere Überlegungen darstellt, wird in den kommenden Monaten in Zusammenarbeit mit allen interessierten Kreisen eingehend geprüft und weiterentwickelt.</p><p>Gestützt auf die Diskussionen und Analysen wird der Bundesrat dem Parlament 1999 im Rahmen der Botschaft zur Wissenschaftsförderung 2000-20003 einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten.</p>  Antwort des Bundesrates.