Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 9. September 2015 (810 15 19) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiber Sandro Jaisli Parteien A. ____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Ozan Polatli , Advokat , gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligun g und Wegweisung (RRB Nr. 37 vom 13. Januar 2015) A. Nachdem der türkische Staatsangehörige A.____, g eboren 1988, am 24. November 1989 zusammen mit seinen Eltern in die Schweiz einr eiste, wurde er am 14. März 1994 vom damaligen Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) (heute: S taatssekretariat für Migration [SEM]) vor- läufig aufgenommen. Seit dem 21. Januar 1999 ist A. ____ im Besitze einer Aufenthaltsbewilli- gung. Seit seinem 14. Lebensjahr ist A.____ wiederholt negativ in Erscheinung getreten und hat regelmässig zu Klagen Anlass gegeben. Dies führte b ereits in seiner Schulzeit zu massiven Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Problemen und mündete Ende Mai 2006 im definitiven S chulausschluss. Daneben trat A.____ bereits in seiner Jugend auch strafrechtlich wegen Sachbe schädigung, mehrfachen Raubes, Nötigung, Raufhandels, mehrfacher Tätlichkeiten und mehrfachen Diebstahls wiederholt negativ in Erscheinung. Auch nach Eintritt seiner Volljährigkei t delinquierte A.____ weiter, was zu zwei Verurteilungen führte. Mit Strafbefehl des Bezirksstatth alteramtes Arlesheim vom 7. Mai 2007 wurde A.____ wegen Beschimpfung sowie Nichtbefolgens e ines polizeilichen Befehls zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagesansätzen bei einer Probezeit von 2 Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 400.-- verurteilt. Mit Urteil vom 11. No vember 2011 verurteilte das Strafgericht Basel-Landschaft (Strafgericht) A.____ wegen mehrfach en Diebstahls, mehrfachem betrügeri- schen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, mehrfacher Hehlerei, mehrfacher Sachbe- schädigung, mehrfachem Hausfriedensbruch, Raufhandels, m ehrfacher Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psycho tropen Stoffe (BetmG) vom 3. Ok- tober 1951, mehrfachem Konsum von Betäubungsmitteln sowi e wegen Nichtanzeigen eines Fundes zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 16 Monaten bei einer Probezeit von 3 Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 500.--. B. Mit Schreiben vom 6. Februar 2012 wurde A.____ vom Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM) förmlich verwarnt und es wurde ihm ausdrücklich die Wegweisung aus der Schweiz angedroht, sollte er erneut straffällig werden oder zu weiteren Klagen Anlass ge- ben. Nachdem A.____ gemäss Anzeige vom 19. August 2013 bei der Polizei Basel-Landschaft geständig war, in der Zeit von Februar 2013 bis zu seine r vorläufigen Festnahme Anfang April 2013 zwischen 1.2 und 1.6 Kilogramm Marihuana verkauft zu haben, teilte ihm das AfM mit Schreiben vom 27. Februar 2014 mit, dass es erwäge, seine Aufenthaltsbewilligung nicht mehr zu verlängern und ihn aus der Schweiz wegzuweisen. Gleichz eitig gewährte das AfM A.____ das rechtliche Gehör, welches dieser vertreten durch Ozan P olatli, Advokat, mit Schreiben vom 14. März 2014 wahrnahm. Mit Verfügung vom 9. Mai 201 4 verfügte das AfM die Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung von A.____ und ordne te dessen Wegweisung aus der Schweiz bis spätestens 30. Juni 2014 an. C. Gegen diese Verfügung erhob A.____, nach wie vor ve rtreten durch Ozan Polatli, mit Eingabe vom 22. Mai 2014 Beschwerde beim Regierungsra t des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). Mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 37 vom 13. Januar 2015 wies der Re- gierungsrat die Beschwerde vollumfänglich ab. Dieser Besch luss wurde im Wesentlichen damit begründet, dass A.____ weder gestützt auf Art. 8 Ziffer 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. Novembe r 1950 resp. Art. 13 der Bun- desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 noch gestützt auf die nationale Ausländergesetzgebung einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz abzu- leiten vermöge. Durch sein Verhalten habe A.____ den W iderrufsgrund der längerfristigen Frei- heitsstrafe von Art. 62 lit. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005 erfüllt. Aufgrund der zahlreic hen strafrechtlichen Verurteilungen sei auch der subsidiäre Widerrufsgrund im Sinne von Art. 62 lit. c AuG gegeben. Zudem wies der Regierungsrat das Gesuch von A.____ um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ab, da A.____ seine Bedürftigkeit nicht ausreichend glaubhaft habe darlegen können. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Gegen diesen Entscheid des Regierungsrats erhob A.__ __, weiterhin vertreten durch Ozan Polatli, am 26. Januar 2015 Beschwerde beim Kant onsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht) mit den Rechtsbeg ehren, es sei der RRB Nr. 37 vom 13. Januar 2015 aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführ er die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. Eventualiter sei anstelle der Nichtverlänge rung der Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung eine Verwarnung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 AuG auszusprechen. Subeventuali- ter sei der RRB Nr. 37 vom 13. Januar 2015 aufzuhebe n und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner sei dem Beschwerd eführer für das vorinstanzliche Be- schwerdeverfahren vor dem Regierungsrat die unentgeltlich e Prozessführung und Rechtsver- beiständung zu gewähren. Alles unter o/e-Kostenfolge, wobei dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Kantonsgericht die unentgeltliche Pr ozessführung und Rechtsverbeistän- dung zu gewähren seien. Zur Begründung führt der Besch werdeführer aus, dass ihm eine Rückkehr in die Türkei nicht zumutbar sei, da er bereits im Alter von eineinhalb Jahren zusam- men mit seiner Familie in die Schweiz gekommen sei und folglich faktisch sein ganzes bisheri- ges Leben und insbesondere die lebensprägenden Jahre in der Schweiz verbracht habe. Er spreche sehr gut Schweizerdeutsch und sei sowohl berufl ich als auch privat in die hiesige Ge- sellschaft integriert, sodass er auch künftig nicht von der S ozialhilfe abhängig sein werde. Im Übrigen handle es sich bei ihm nicht um jemanden, der als gefährlich oder gewalttätig einzustu- fen sei und im neuerlichen Strafverfahren betreffend Handel mit Marihuana treffe ihn nur ein geringes Verschulden. Unter diesen Umständen seien die N ichtverlängerung der Aufenthalts- bewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung nicht verhältnismässig und wür- den einen Härtefall darstellen. E. Mit Schreiben vom 11. März 2015 reichte der Beschwerd eführer ergänzende Belege zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein, welches d as Kantonsgericht mit Verfügung vom 27. März 2015 mangels Vollständigkeit der nachgereicht en Unterlagen abwies. Zudem setzte es dem Beschwerdeführer eine unerstreckbare Frist zu r Leistung des Kostenvorschus- ses. F. Am 30. März 2015 reichte der Beschwerdeführer die e rgänzende Beschwerdebegrün- dung ein und beantragte gleichzeitig wiedererwägungswe ise die Gewährung der unentgeltli- chen Rechtspflege und Verbeiständung, eventualiter die Gewährung der Zahlung des Kosten- vorschusses in Höhe von Fr. 1'800.-- in drei Raten à Fr. 6 00.-- pro Monat. Zudem reichte er eine Kopie des Strafbefehls vom 23. März 2015 der Staa tsanwaltschaft des Kantons Basel- Landschaft (Staatsanwaltschaft) ein, mit welchem die St aatsanwaltschaft den Beschwerdefüh- rer der mehrfachen Widerhandlung gegen das BetmG sowi e des mehrfachen Konsums von Betäubungsmitteln schuldig erklärt und ihn zur Leistung von gemeinnütziger Arbeit im Umfang von 72 mal 4 Stunden (total 288 Stunden) verurteilt h abe. Zudem habe die Staatsanwaltschaft auf den Widerruf der mit Urteil vom 11. November 201 1 des Strafgerichts bedingt ausgespro- chenen Strafe verzichtet. Der Beschwerdeführer führt wei ter aus, dass die Staatsanwaltschaft, welche ihn besser kenne als das AfM resp. der Regierungsra t, zur Einschätzung komme, dass er aufrichtige Reue zeige und ernsthaft dabei sei, sein Leben neu und innerhalb der Legalität zu organisieren. Deshalb könne ihm auch keine ungünstige P rognose gestellt werden. Unter Be- rücksichtigung dieser milden Strafe und der Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft keine un- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht günstige Prognose gestellt habe, könne der Beschwerde führer, der seit mehr als 25 Jahren in der Schweiz lebe, nicht in ein für ihn fremdes Land we ggewiesen werden. Er gehe somit davon aus, dass das AfM und der Regierungsrat aufgrund des Str afbefehls vom 23. März 2015 auf ihre Entscheide zurückkommen wollten. Andernfalls sei die B eschwerde gutzuheissen und die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern , eventualiter verbunden mit einer Verwarnung, subeventualiter sei die Sache zur Neubeurt eilung an die Vorinstanz zurückzuwei- sen. G. Mit Verfügung vom 8. April 2015 trat das Kantonsg ericht auf das Gesuch des Be- schwerdeführers vom 30. März 2015 um Wiedererwägung der Verfügung vom 27. März 2015 betreffend unentgeltliche Rechtspflege nicht ein und be willigte dem Beschwerdeführer die Ra- tenzahlung des Kostenvorschusses. H. In seiner Vernehmlassung vom 7. Mai 2015 beantragte der Regierungsrat, die Be- schwerde sei unter o/e-Kostenfolge abzuweisen. In Ergänzung zum RRB Nr. 37 vom 13. Januar 2015, an welchem der Regierungsrat vollumfänglich festhält, verweist er erneut auf die bundes- gerichtliche Rechtsprechung, wonach eine längerfristige Freiheitsstrafe im Sinne von Art. 62 lit. b AuG dann vorliege, wenn der Ausländer zu einer (bedingten oder unbedingten) Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt worden sei, weshalb di e vom Beschwerdeführer erwähnte "Zweijahresregel" vorliegendenfalls nicht gelte. In Bezug auf den Strafbefehl vom 23. März 2015 hält der Regierungsrat fest, dass er diesen ebenfalls de m AfM zur Prüfung zugestellt habe und dass sowohl er als auch das AfM der Auffassung seien, dass der erwähnte Strafbefehl keinen Anlass für eine Abweichung vom bereits gefassten RRB Nr. 37 vom 13. Januar 2015 begründe. Zudem könne die strafrechtliche Einschätzung der Legalp rognose, soweit sie in diesem Zu- sammenhang überhaupt zu berücksichtigen sei, nur wenig Ei nfluss auf die ausländerrechtliche Prognose haben. Im Übrigen seien die ausländerrechtli chen Behörden nicht gehalten, dem Re- sozialisierungsgedanken des Strafrechts Rechnung zu tragen. I. Mit Verfügung vom 27. Mai 2015 wurde die Beschwe rde der Kammer zur Beurteilung überwiesen. J. Mit Schreiben vom 25. Juni 2015 reichte Ozan Polat li seine Honorarnote ein. K. Auf die weiteren Vorbringen und Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Urteilserwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Ka ntonsgericht zulässig. Der Be- schwerdeführer ist als Adressat vom angefochtenen Beschluss be rührt und hat ein schutzwür- diges Interesse an dessen Aufhebung. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind und sowohl die örtliche als auch die sachliche Zustän digkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gem äss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob d ie Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegwe isung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 AuG, vgl. auch Art. 2 AuG). Die zustän dige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzl ichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Die ausländische Person hat somit grun dsätzlich keinen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflich- tungen sehen einen solchen vor (BGE 133 I 189 E. 2.3; PETER UEBERSAX , in: Peter Uebersax/ Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Auslän derrecht, 2. Aufl., Basel 2009, N 7.84 ff.). 4.2 Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass zwischen der Schweiz und der Türkei keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, we lche dem Beschwerdeführer mit sei- nem Aufenthaltsstatus einen Anspruch auf Aufenthalt in d er Schweiz einräumt. Auch die inner- staatliche Ausländerrechtsgesetzgebung gewährt dem Beschwerdeführer kein Anrecht auf Auf- enthalt. 4.3 Der Beschwerdeführer macht dagegen einen Anwesenhe itsanspruch aus dem Grund- recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens gem. Art. 8 Ziff. 1 EMRK resp. Art. 13 Abs. 1 BV geltend. Der Beschwerdegegner verneinte im angefochtenen Beschluss einen entsprechen- den grundrechtlichen Anspruch, da aus den Beziehungen zwischen Eltern und ihren volljähri- gen Kindern nur ausnahmsweise ein Bewilligungsanspruc h abgeleitet werden könne, wenn ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis bestehe. Vorliegend sei aber nicht ersichtlich, inwiefern ein solches bestehen solle. Damit sei der Schutzbereich dieses Grundrechts nicht eröffnet. 4.4.1 Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie dem inhalt lich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 BV geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienle bens können ausländische Staatsan- gehörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Au fenthalt oder Verbleib in einem anderen Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitglie- dern führt (ANDREAS ZÜND / THOMAS HUGI YAR , Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schwei- zerischen Ausländerrecht, EuGRZ 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Wie der Beschwerde- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegner grundsätzlich zutreffend festhält, ist der Anspru ch auf Familienleben auf die Kernfamilie beschränkt, welche bei erwachsenen Personen deren Ehepar tner und die eigenen Kinder um- fasst (BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1) . Indessen gehen der Europäische Ge- richtshof für Menschenrechte (EGMR) und das Bundesgericht in ihrer Rechtsprechung in Fällen von aufenthaltsbeendenden Massnahmen erwachsener Auslände r der zweiten Generation von einem kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben aus (BGE 130 II 281 E. 3.2.2; BGE 129 II 193 E. 5.4; Urteil des Bundesgerichtes 2C_445/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_480/2013 vom 24. Oktober 2013 E. 4.4.1; Urteil des EGMR M.P.E.V. et al. gegen die Schweiz [3910/2013] vom 8. Juli 2014 § 32; Urteil des EGMR Maslov gegen Österreich [1638/03] vom 23. Juni 2008 § 63). Dabei wird nicht verlangt, dass notwendi- gerweise die Bedingungen für einen allein aus dem Schutz des Privatlebens abgeleiteten Bewil- ligungsanspruch (überdurchschnittliche, besondere Integrat ion) vorliegen müssten (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_451/2009 E. 2.2). 4.4.2 Nach der Rechtsprechung fallen die sozialen Bindun gen eines Ausländers im Aufent- haltsstaat und zur Gemeinschaft, in der er lebt – insb esondere wenn er im Aufenthaltsstaat ge- boren wurde –, in den Schutzbereich des Privatlebens. Un abhängig vom Bestehen eines Fami- lienlebens wird deshalb bei im Aufenthaltsstaat gebor enen und aufgewachsenen (erwachse- nen) Ausländerinnen und Ausländern der zweiten Generat ion insbesondere dann ein Anspruch aus der kombinierten Garantie des Privat- und Familienl ebens angenommen, wenn eine auf- enthaltsbeendende Massnahme die Trennung von den hier lebenden Eltern und Geschwistern bedeutet (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts 2C_445/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 2.3; Urteil 2C_1193/2013 vom 27. Mai 2014 E. 2.2; Urteil des Bun desgerichts 2C_551/2013 vom 24. Feb- ruar 2014 E. 2.4; Urteil des EGMR Emre gegen die Schw eiz [42034/04] vom 23. Juni 2008 § 60; Urteil des EGMR Üner gegen die Niederlande [46 410/99] vom 18. Oktober 2006 § 59; MARTIN BERTSCHI /T HOMAS GÄCHTER , Der Anwesenheitsanspruch aufgrund der Garantie des Privat- und Familienlebens, ZBl 2003, S. 231). Auch e ine allfällige Delinquenz einer ausländi- schen Person lässt – bei ansonsten gegebenen Voraussetzung en – den grundrechtlichen Schutz ihrer sozialen Bindungen nicht dahinfallen. Dem deliktischen Verhalten und den übrigen Umständen ist vielmehr im Rahmen der vorzunehmenden Int eressenabwägung (Art. 96 AuG, Art. 8 Ziff. 2 EMRK) angemessen Rechnung zu tragen. 4.4.3 Da der im Alter von etwas mehr als einem Jahr in die Schweiz eingereiste und heute 27 jährige Beschwerdeführer unabhängig von seinem jew eiligen Aufenthaltsstatus faktisch zeit- lebens in der Schweiz lebte, befinden sich auch seine sozia len Bindung in der Schweiz. Ent- sprechend dem Gesagten kommt vorliegend – entgegen der A nsicht der Vorinstanz – der kom- binierte Schutzbereich von Privat- und Familienleben g emäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV zur Anwendung (vgl. auch Urteil des Kantonsge richts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 4. März 2015 [810 14 305], E. 3.6). 5.1 Selbst wenn sich der Betroffene grundsätzlich auf e inen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung berufen kann, besteht der Anspruch nach Art. 33 Abs. 3 AuG nur, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorlieg en. Auch der grundrechtliche Anspruch nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK gilt nicht absolut. Gemäss A rt. 8 Ziff. 2 EMRK darf in das durch Ziff. 1 Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht geschützte Rechtsgut eingegriffen werden, soweit der E ingriff gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlung en, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist (BGE 135 I 143 E. 2.1). 5.2 Nach Art. 62 lit. b AuG kann die Aufenthaltsbewil ligung widerrufen resp. nichtverlängert werden, wenn der Betroffene zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde oder gegen ihn eine strafrechtliche Massnahme im Sinne von Art. 64 oder 61 des Schweizerischen Strafge- setzbuches (StGB) vom 21. Dezember 1937 angeordnet wu rde. Vorausgesetzt ist ein rechts- kräftiges Urteil (SILVIA HUNZIKER , in: Martina Caroni/Thomas Gächter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG ], Bern 2010, Art. 62 N 24). Der Gesetzgeber hat darauf verzichtet, den unbestimmten Rechtsbegriff "längere Freiheitsstrafe" zu definieren. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt eine "längerfristige Freiheitsstra- fe" nach Artikel 62 lit. b AuG dann vor, wenn die Au sländerin oder der Ausländer zu einer be- dingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mehr als e inem Jahr verurteilt wurde (BGE 135 II 377 E. 4.2). 5.3.1 Eine Aufenthaltsbewilligung kann zudem nach Art. 62 lit. c AuG widerrufen resp. nicht- verlängert werden, wenn der Betroffene erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche Sicher- heit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstoss en hat oder diese gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet. Die öf fentliche Sicherheit und Ordnung bildet da- bei den Oberbegriff der polizeilichen Schutzgüter: Die öffentliche Ordnung umfasst die Gesamt- heit der umschriebenen Ordnungsvorstellungen, deren Befolgung nach der herrschenden sozia- len und ethischen Anschauung als unerlässliche Voraussetzung eines geordneten menschli- chen Zusammenlebens anzusehen ist. Die öffentliche Sicherh eit bedeutet die Unverletzlichkeit der objektiven Rechtsordnung, der Rechtsgüter der Einzeln en (Leben, Gesundheit, Freiheit, Eigentum etc.) sowie der Einrichtungen des Staates. Gem äss Art. 80 der Verordnung über Zu- lassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 liegt ein Verstoss ge- gen die öffentliche Sicherheit und Ordnung unter ande rem vor bei einer Missachtung von ge- setzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen (Abs. 1 lit. a) sowie bei mutwilliger Nicht- erfüllung der öffentlich-rechtlichen oder privatrechtli chen Verpflichtungen (Abs. 1 lit. b; S ILVIA HUNZIKER , a.a.O., Art. 62 N 36 f. mit Hinweisen). Die Aufzähl ung gemäss Art. 80 Abs. 1 VZAE ist nicht abschliessend. Selbst wenn einzelne Verstösse für sich allein noch keinen Widerruf rechtfertigen, kann deren wiederholte Begehung jedoch darauf hinweisen, dass die betreffende Person nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich an die geltende Ordnung zu halten (S ILVIA HUNZIKER , a.a.O., Art. 62 N 33). Ob ein Ausländer willens und in der Lage ist, sich in die hier geltende Ordnung einzufügen, ist anhand einer Gesamtb etrachtung seines Verhaltens zu beur- teilen (BGE 137 II 297 E. 3.3; Urteil des Bundesgerich ts 2C_846/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_160/2013 vom 15. N ovember 2013 E. 2.1.1; H UNZIKER , a.a.O., Art. 63 N 19; M ARC SPESCHA , in: Marc Spescha/Hanspeter Thür/Andreas Zünd/Peter Bolzli [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, Zürich 2012, Art. 63 AuG N 10). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.2 Während der Widerruf einer Niederlassungsbewill igung nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG einen "in schwerwiegender Weise" erfolgten Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ord- nung verlangt, setzt Art. 62 lit. c AuG lediglich einen "erheblichen oder wiederholten" Verstoss voraus. Damit setzt Art. 62 lit. c AuG vergleichsweise we niger hohe Anforderungen an einen Bewilligungswiderruf als Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG (BG E 137 II 297 E. 3.2). Zudem setzt Art. 62 lit. c AuG – im Unterschied zu Art. 62 lit. b AuG – ni cht zwingend eine strafrechtliche Verurtei- lung voraus. Somit kann ein strafbares Verhalten im Ra hmen von Art. 62 lit. c AuG unabhängig von einer Verurteilung durch ein Gericht zum Widerruf einer Bewilligung führen, sofern es un- bestritten ist oder aufgrund der Akten keine Zweifel b estehen, dass es der betroffenen Person zur Last zu legen ist. 5.4 Aus den Verfahrensakten wird ersichtlich, dass der B eschwerdeführer seit seinem 14. Lebensjahr wiederholt zu Klagen Anlass gegeben hat. Mit seiner Verurteilung durch das Strafgericht vom 21. November 2011 zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 16 Monaten hat der Beschwerdeführer den Widerrufsgrund gemäss Art. 62 lit. b AuG erfüllt (vgl. E. 5.2 hiervor). Wie aus der durch das AfM für de n Zeitraum von 24. November 1989 bis 27. Februar 2014 erstellten detaillierten Auflistung der relevanten Vorkommnisse vom 2. September 2014 hervorgeht, ist der Beschwerdeführe r auch vor und nach dem Urteil des Strafgerichts vom 21. November 2011 und trotz förmlicher Verwarnung durch das AfM negativ in Erscheinung getreten. Insbesondere hervorzuheben sind : Die Verfügung der Vormund- schaftsbehörde Birsfelden vom 26. Februar 2004 mit welch er der Beschwerdeführer wegen mehrfachen Raubes, Nötigung, Raufhandels, mehrfachen Tätlichkeiten, Diebstahls und Sach- beschädigung zu 160 Stunden Arbeitsleistungen sowie zur Teilnahme an einem Coolnesstrai- ning verpflichtet wurde; der definitive Schulausschluss i m Mai 2006; der Strafbefehl des Be- zirksstatthalteramtes Arlesheim vom 7. Mai 2007, mit welch em der Beschwerdeführer wegen Beschimpfung sowie Nichtbefolgens eines polizeilichen Be fehls zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen verurteilt wurde; die Verfügungen de s Regionalen Arbeitsvermittlungszent- rums Pratteln (RAV) vom 12. August 2011, 16. Dezember 2 011 und 2. Februar 2012 mit denen gegenüber dem Beschwerdeführer wegen fehlender Arbei tsbemühungen resp. Nichtbefolgens von Weisungen die Einstellung in der Anspruchsberechtigu ng für mehrere Tage verfügt wurde; sowie die Anzeige vom 19. August 2013 bei der Polizei B asel-Landschaft gemäss welcher der Beschwerdeführer geständig war, in der Zeit von Februa r 2013 bis zu seiner vorläufigen Fest- nahme Anfang April 2013 zwischen 1.2 und 1.6 Kilogramm Marihuana verkauft zu haben. Ge- mäss Verfügung des AfM vom 9. Mai 2014 sei der Beschwerdeführer zudem beim Betreibungs- amt Basel-Landschaft mit zwei Betreibungen in der Höhe von Fr. 12'608.58 sowie drei offenen Verlustscheinen in Höhe von Fr. 10'946.82 registriert (Stand 27. Februar 2014). Indem der Be- schwerdeführer über einen längeren Zeitraum und trotz ausländerrechtlicher Verwarnung wie- derholt und zum Teil in schwerwiegender Weise gegen di e hiesige Rechtsordnung und damit gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz verstossen hat, ist – neben Art. 62 lit. b AuG – auch der Widerrufsgrund gemäss Art. 62 li t. c AuG erfüllt. 6.1 In einem weiteren Schritt gilt es zu prüfen, ob die Nichtverlängerung der Aufenthalts- bewilligung und die damit verbundene Wegweisung (vgl . Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) gestützt auf eine umfassende Güterabwägung verhältnismässig erscheinen (Art. 96 AuG). Nach dem Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwaltungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sein. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die dem Priva- ten auferlegt werden (vgl. ULRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /FELIX UHLMANN , Allgemeines Verwal- tungsrecht, 6. Aufl., Zürich 2010, Rz. 581 ff.). Die E MRK verlangt insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen am weiteren Aufenthalt und der öffentlichen Inte- ressen an dessen Beendigung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (analoge Voraussetzungen ergeben sich aus Art. 36 BV im Hin- blick auf einen Eingriff in Art. 13 BV, vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1). Was die einzelnen Kriterien bei der Beurteilung der Zulässigkeit aufenthaltsbeendende r Massnahmen nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK betrifft, stützt sich der EGMR grundsätzlich auf die gle ichen Aspekte wie die bundesgerichtliche Praxis, und zwar: Die Art und Schwere der vom Betroffen en begangenen Straftaten, wobei be- sonders ins Gewicht fällt, ob er diese als Jugendlicher ode r als Erwachsener begangen und es sich dabei um Gewaltdelikte gehandelt hat oder nicht, d ie Dauer des Aufenthalts im Land, die seit der Tatbegehung verstrichene Zeit und das seitherig e Verhalten des Betroffenen. Zu be- achten sind sodann die sozialen, kulturellen, familiären und wirtschaftlichen Bindungen zum Aufenthaltsstaat (Grad der Integration) und zum Herkun ftsland, der gesundheitliche Zustand sowie die mit der aufenthaltsbeendenden Massnahme verbu ndene Dauer der Fernhaltung (BGE 139 I 145 E. 2.4; BGE 139 I 31 E. 2.3.3; BGE 1 35 II 377 E. 4.3 ff.; Urteil des Bundesge- richts 2C_846/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 2.3; Urtei l des EGMR Gablishvili gegen Russ- land [39428/12] vom 26. Juni 2014 § 47; Urteil des EG MR Kissiwa Koffi gegen die Schweiz [38005/07] vom 15. November 2012 § 63; Urteil des EGMR Emre gegen die Schweiz [42034/04] vom 23. Juni 2008 § 65 ff.). Keines dieser E lemente ist für sich allein ausschlagge- bend; geboten ist in jedem Fall eine Gesamtwertung ( Urteil des Bundesgerichts 2C_659/2015 vom 20. August 2015 E. 4.1). 6.2 Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung der fremdenpolizeili- chen Ziele eine geeignete Massnahme ist. Ausländer, dere n Aufenthaltszweck weggefallen ist, haben die Schweiz unter bestimmten Umständen zu verlassen . Dieses fremdenpolizeiliche Ziel kann auch nicht durch eine weniger einschneidende Massnahme erreicht werden. Die Nichtver- längerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegwei sung erweisen sich – nachdem der Be- schwerdeführer die ihm über eine längere Zeit geboten en zahlreichen Möglichkeiten und Chan- cen zur Besserung seines Verhaltens nicht genutzt hatte (insb . Verwarnungen, Errichtung einer Beistandschaft, ambulante therapeutische Massnahmen, diver se schulische und disziplinari- sche Massnahmen sowie gerichtliche Verurteilungen) – auch als erforderlich. Dies gilt umso mehr, als aus den Akten hervorgeht, dass dem Beschwerdef ührer schon im Zeitpunkt des Strafurteils vom 11. November 2011 bewusst sein musste, dass sein bis dahin geahndetes strafrechtliches Verhalten bereits ausländerrechtliche Konsequenzen haben könnte. Dies wurde ihm am 6. Februar 2012 durch das AfM in einer förmli chen ausländerrechtlichen Verwarnung nochmals ausdrücklich und unter Androhung der entsprech enden Konsequenzen mitgeteilt. Unter Berücksichtigung dieser Umstände erweist sich eine we itere Verwarnung nach Art. 96 Abs. 2 AuG nicht als zweckmässig. Schliesslich ist zu prüfen, ob der angestrebte Zweck in ei- nem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen steht, die dem Beschwerdeführer mit der Wegweisung auferlegt werden. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Als zulässiges öffentliches Interesse fällt dabei grun dsätzlich das Durchsetzen der Einwanderungspolitik in Betracht. Die Schweiz verfolgt gegenüber Ausländern ausserhalb des EU- und EFTA-Raums in Fragen der Aufenthaltsberechti gung eine restriktive Politik. Eine sol- che rechtfertigt sich im Hinblick auf ein ausgewogenes Ve rhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung gü nstiger Rahmenbedingungen für die Eingliederung der in der Schweiz bereits ansässigen Ausl änder und die Verbesserung der Ar- beitsmarktstruktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 135 I 153 E. 2.2.1; BGE 135 I 143 E. 2.2). Bei Ausländern, wel che sich wie der Beschwerdeführer nicht auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizer ischen Eidgenossenschaft ei- nerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mit gliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA) berufen können, darf im Rahmen de r Interessenabwägung abgesehen von der aktuellen Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, welche von der betroffenen Einzelperson ausgeht, namentlich auch generalpräventive n Gesichtspunkten Rechnung getra- gen werden (BGE 136 II 5 E. 4.2; BGE 130 II 176 E. 4.2 ff.; Urteil des Bundesgerichts 2C_940/2014 vom 30. Mai 2015 E. 5.3). Insbesondere da s sicherheitspolitische Interesse am Garantieren und Aufrechterhalten der öffentlichen Si cherheit und Ordnung bildet ein wichtiges öffentliches Interesse, weshalb das Bundesgericht bereits vor Inkrafttreten von Art. 121 Abs. 3-6 BV eine strenge ausländerrechtliche Praxis verfolgte, wen n hohe Rechtsgüter wie Leib und Le- ben oder die körperliche Integrität betroffen waren (BGE 139 I 16 E. 2.2.1 und zur vom Bundes- gericht verneinten Frage der unmittelbaren Anwendbar keit von Art. 121 Abs. 3 lit. a BV E. 4; Urteil des Bundesgerichts 2C_940/2014 vom 30. Mai 2015 E. 5.3). Ein wesentliches öffentliches Interesse daran, die Anwesenheit eines Ausländers zu been den, besteht auch dann, wenn sich der Betroffenen von straf- und ausländerrechtlichen Massn ahmen nicht beeindrucken lässt und damit zeigt, dass er auch künftig weder gewillt noch f ähig erscheint, sich an die hiesige Rechts- ordnung zu halten (Urteil des Bundesgerichts 2C_659/2015 vom 20. August 2015 E. 4.3). 6.4.1 Was das Verschulden des Beschwerdeführers bei den ih m vorgeworfenen Taten be- trifft, ist festzuhalten, dass es sich insbesondere bei Ta tbeständen wie Tätlichkeiten, Raub, Raufhandel, Nötigung, Verstössen gegen das BetmG und Di ebstahl einerseits um schwere Straftaten handelt, mit denen hochwertige Rechtsgüter wie Leib und Leben, Gesundheit, kör- perliche und psychische Integrität und Eigentum verletzt u nd gefährdet wurden. Andererseits stellen die wiederholte Straffälligkeit und die übrig en Verstösse gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit in ihrer Gesamtheit einen erheblichen V erstoss gegen die hiesige Rechtsord- nung dar und führen aufgrund ihrer fortgesetzten Bege hung über einen längeren Zeitraum hin- weg zudem zu einer sehr schlechten Legalprognose des Bes chwerdeführers. Durch die wie- derholte Straffälligkeit – sogar während der strafrech tlichen Probezeiten und trotz Verwarnung durch das AfM sowie trotz der mehrmaligen Beteuerung des Beschwerdeführers, ein deliktfreies Leben führen zu wollen –, das respekt- und anstandslose Verhalten gegenüber Beamten und Behörden (vgl. u.a. Strafbefehl des Bezirksstatthalteramt es Arlesheim vom 7. Mai 2007) sowie die regelmässigen Einträge im Polizeijournal manifestiert der Beschwerdeführer eine erhebliche Gleichgültigkeit und fortdauernde Uneinsichtigkeit gegen über der hiesigen Rechtsordnung und den allgemeinen Verhaltensweisen. Zudem widerspiegeln diese Vorkommnisse die Unbelehr- barkeit des Beschwerdeführers, sich den hier geltenden G epflogenheiten anzupassen. Daraus Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht resultiert ein latentes Rückfallrisiko, welches ausländerre chtlich nicht hingenommen werden muss. 6.4.2 Im Rahmen der ausländerrechtlichen Interessenabw ägung beurteilt sich das Verschul- den in erster Linie nach der Höhe der vom Strafrichter verhängten Strafe (BGE 129 II 215 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_295/2009 vom 25. Se ptember 2009 E. 5.3). Da das Straf- gericht dem Beschwerdeführer mit Urteil vom 11. November 2011 eine günstige Prognose aus- stellte, wurde die Freiheitsstrafe von 16 Monaten bedin gt ausgesprochen. Auch das Strafmass der neusten Verurteilung gemäss Strafbefehl der Staats anwaltschaft vom 23. März 2015 ist (trotz Begehung während strafrechtlicher Probezeit) verh ältnismässig mild ausgefallen, was primär darauf zurückzuführen ist, dass der Beschwerdeführer bereits nach rund einem Monat Betäubungsmittelhandel aufflog und verhaftet wurde. Im ausländerrechtlichen Verfahren kann dem Umstand, dass der Beschwerdeführer wohl eine bedeu tend höhere Menge an Betäu- bungsmitteln handelte oder gehandelt hätte, Rechnung getragen werden, ohne damit die Un- schuldsvermutung zu verletzen. Die gemäss Strafbefehl vom 23 . März 2015 tief ausgefallene Strafe reflektiert die Gefährlichkeit des Beschwerdefüh rers für die Gesellschaft im vorliegenden Fall nur unzureichend. Der Beschwerdeführer verkaufte von Anfang Februar 2013 bis 3. April 2013 insgesamt mindestens 300 bis 400 Portionen hochwertiges Marihuana und erwirtschaftete so für seinen "Chef" mindestens Fr. 15'000.-- bis Fr. 2 0'000.--. Die Staatsanwaltschaft hält wei- ter fest, dass unter diesen Umständen nicht mehr von einem Bagatellfall ausgegangen werden könne und das Verschulden des Beschwerdeführers nicht leic ht wiege. Es gilt zudem zu be- rücksichtigen, dass der Beschwerdeführer durch die wiederhol ten Verstösse gegen das BetmG die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen gefährdet hatte. Weder straf- noch ausländer- rechtliche Massnahmen haben den Beschwerdeführer nachhalt ig beeindruckt, weshalb die Ge- fahr weiterer Straffälligkeit gross ist. In diesem Sinn ist das öffentliche Interesse an seiner Wegweisung aus der Schweiz sehr gross (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 122 II 433 E. 2c). 6.4.3 Seit der letzten bekannten Tatbegehung sind ber eits mehr als zwei Jahre vergangen, was aber – unter Berücksichtigung der soeben ausgeführten Umstände – nichts an der schlech- ten Legalprognose ändert. Der Beschwerdeführer beruf t sich insbesondere auf die gute Prog- nose, die ihm die Staatsanwaltschaft attestiert habe. Zwar führt die Staatsanwaltschaft im Straf- befehl vom 23. März 2015 aus, dass sich der Beschwerdeführe r bemühe, sein Leben in legale Bahnen zu lenken und spricht diesbezüglich von positiven E ntwicklungen. Gleichzeitig hält sie aber auch fest, dass es heute deutlich zu früh sei, um v on "besonders günstigen Umständen" sprechen zu können. Hinzu kommt, dass für Legalprognosen i n fremdenpolizeilicher Hinsicht mit Blick auf das im Vordergrund stehende Interesse der ö ffentlichen Ordnung und Sicherheit ein strengerer Beurteilungsmassstab zum Tragen kommt als i m strafrechtlichen Sanktionen- recht (Urteil des Bundesgerichts 2C_1026/2011 vom 23. Jul i 2012 E. 4.2). Damit sind für die fremdenpolizeilichen Behörden die strafrechtlichen Erwäg ungen der Staatsanwaltschaft oder des Strafgerichts nicht bindend. Da sich der Beschwerdeführer nicht auf das FZA berufen kann, sind auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung zu tragen (vgl. E. 6.3 hiervor). Dabei ist dem Umstand, dass Art. 121 Abs. 3 lit. a in Verbind ung mit Abs. 4 BV den Gesetzgeber be- auftragt, Grundlagen zu schaffen, um unter anderem Pe rsonen, die wegen "Drogenhandels" rechtskräftig verurteilt wurden, das Aufenthaltsrecht unabhängig von ihrem ausländerrechtlichen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Status zu entziehen, zum heutigen Zeitpunkt jedenfalls bereits insofern Rechnung zu tragen, als der Verfassungsgeber damit – im Sinn eines Wertungsentsc heids – zum Ausdruck brachte, das öffentliche Interesse an einer Wegweisung von Persone n, die mit Drogen handelten, sei regel- mässig hoch (vgl. auch BGE 139 I 31 E. 2.3.2). Damit mu ss selbst ein geringes Restrisiko wei- terer Straffälligkeit nicht in Kauf genommen werden. Unabhängig davon ist zu berücksichtigen, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung selbst b ei einem Ausländer, der bereits hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben in der Schwe iz verbracht hat (Ausländer der zweiten Generation), fremdenpolizeiliche Massnahmen mögl ich sind; bei schweren bzw. wie- derholten Straftaten, insbesondere bei Gewalt- und Be täubungsmitteldelikten, besteht hieran ein wesentliches öffentliches Interesse (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_659/2015 vom 20. August 2015 E. 4.2; Urteil des Bun desgerichts 2C_771/2011 vom 29. März 2012 E. 2.3). 6.5.1 Der heute 27-jährige und im Jahr 1989 in die S chweiz eingereiste Beschwerdeführer hält sich seit dem Jahr 1994 ordnungsgemäss in der Schweiz a uf. Faktisch verbrachte er damit seine gesamte Kindheit und auch die lebensprägenden Jah re hier in der Schweiz, welche dadurch heute sein Heimatland darstellt, dessen Sprache er sehr gut beherrscht und in wel- chem er auch seine sozialen Bindungen aufgebaut hat. Es steht unbestrittenermassen fest, dass sich der Beschwerdeführer, dessen Eltern und Geschwist er ebenfalls in der Schweiz le- ben, auf eine lange Aufenthaltsdauer berufen kann, die zu einem gewichtigen privaten Interesse des Beschwerdeführers an einem weiteren Verbleib in der Schweiz führt. Darüber hinaus ist der Beschwerdeführer aber trotz seiner langen Aufenthalts dauer weder sozial, kulturell noch beruf- lich in die hiesige Gesellschaft integriert, noch verfügt er über ein besonderes Beziehungsnetz, das auf eine erfolgreiche Integration schliessen lassen würde. Trotz zahlreicher Versuche ist es nicht gelungen, den Beschwerdeführer gesellschaftlich zu i ntegrieren. Hinsichtlich der berufli- chen Integration ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines definitiven Schul- ausschlusses im Jahr 2006 über keine abgeschlossene Ausbild ung verfügt. Dagegen arbeitete er in verschiedenen Temporär- und Teilzeitstellen, ohne je über eine längere Zeit einer regel- mässigen Erwerbstätigkeit nachgegangen zu sein. Gemäss RRB Nr. 37 vom 13. Januar 2015 sei der Beschwerdeführer seit März 2013 arbeitslos. Unabh ängig von den tatsächlichen Anstel- lungsverhältnissen wird aus den Akten ersichtlich, dass das RAV bereits früher mehrmals Ein- stellungen in der Anspruchsberechtigung wegen fehlenden Arbeitsbemühungen resp. Nichtbe- folgens der Weisungen hat verfügen müssen (vgl. Verfügungen des RAV vom 12. August 2011, 16. Dezember 2011 und 2. Februar 2012). Durch diese Verfügungen wird der fehlende ernst- hafte Willen des Beschwerdeführers, sich nachhaltig in d en hiesigen Arbeitsmarkt zu integrie- ren, bestätigt. 6.5.2 Hinsichtlich der aktuellen Arbeitssituation des Be schwerdeführers ist festzuhalten, dass dieser – gemäss dem am 11. März 2015 eingereichten Lohna usweis – im Jahr 2014 ein Netto- einkommen von Fr. 799.-- erzielte. Der nach wie vor bei seinen Eltern wohnhafte und von die- sen unterstützte Beschwerdeführer ist zwar nicht von der Soz ialhilfe abhängig, wäre aber auf- grund seiner Einkommenssituation ohne zusätzliche Unterstü tzung nicht in der Lage, für seine Lebenshaltungskosten selbständig aufzukommen. Daran ändert auch der vom Beschwerdefüh- rer ebenfalls am 15. März 2015 eingereichte Arbeitsver trag vom 15. Januar 2015 nichts, ge- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht mäss welchem der Beschwerdeführer während 7.5 Stunden pro Woche als Reinigungsmitarbei- ter tätig ist. Bei einem Bruttostundenlohn von Fr. 18 .50 erzielt der Beschwerdeführer damit ein monatliches (Brutto)Einkommen von Fr. 555.--. Damit st eht fest, dass der Beschwerdeführer in keiner Art und Weise in den hiesigen Arbeitsmarkt integr iert ist und es aufgrund der Aktenlage sowie der angespannten und unsicheren Arbeitsmarktlage mehr als fraglich erscheint, ob eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt jemals möglich sein wi rd, zumal die Arbeitskraft des Be- schwerdeführers nicht als unentbehrlich im Sinne von Art. 18 ff. AuG qualifiziert werden kann. Der Beschwerdeführer hat somit in der Schweiz keine berufliche Perspektive. 6.6 Unter Berücksichtigung der drohenden Nachteile für den Beschwerdeführer ist unbe- stritten, dass ein Neuanfang in der Türkei mit gewissen S chwierigkeiten verbunden sein wird. Vorweg ist dagegen festzuhalten, dass der Beschwerdefüh rer der kurdischen Sprache sehr wohl mächtig ist. So gibt der Kursleiter im Kursleitu ngsbericht an die RAV-Personalabteilung vom 23. Dezember 2011 als Muttersprache des Beschwerdefüh rers Kurdisch an. Auch in der Anmeldung zur Arbeitsvermittlung vom 22. Juni 2011 ist u nter Muttersprache Kurdisch angege- ben. Schliesslich sind auch im Lebenslauf des Beschwerdeführers zuhanden des RAV Kurdisch als Muttersprache sowie mündliche Türkischkenntnisse angeg eben. Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen sind die vorinstanzlichen Erwägungen zu d en Sprachkenntnissen des Be- schwerdeführers nicht zu beanstanden. Selbst wenn der Besch werdeführer sein Heimatland lediglich von Ferienaufenthalten her kennen sollte, kommt jedenfalls relativierend hinzu, dass er eine in der Türkei wohnhafte Grossmutter hat, auf der en Unterstützung er bei seinem berufli- chen und gesellschaftlichen Neuanfang wird zählen können. Ferner ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer ledig, jung und kinderlos ist. Er befindet sich zudem bei bester Gesund- heit. Diese Eigenschaften bieten ihm beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Neustart in seinem Heimatland. Im Hinblick auf seine fehlgeschlagene Integration in der Schweiz zwingt ihn die Wegweisung zudem nicht dazu, eine stabile Lebenssitu ation in der Schweiz oder eine hier aufgebaute Existenz aufzugeben. Vielmehr steckt der Beschw erdeführer hier auch finanziell in einer schwierigen Situation, indem er beim Betreibung samt Basel-Landschaft mit zwei Betrei- bungen in der Höhe von Fr. 12'608.58 sowie drei off enen Verlustscheinen in Höhe von Fr. 10'946.82 registriert ist (Stand 27. Februar 201 4). Weitere gewichtige private Interessen, welche den genannten ausländerrechtlichen Massnahmen ent gegenstehen, sind vorliegend nicht ersichtlich. 7. In einer Gesamtbetrachtung und Gesamtwertung sämtli cher sich gegenüberstehenden Interessen überwiegen die ordnungs- und sicherheitspoli zeilichen Interessen an der Wegwei- sung die privaten Interessen des Beschwerdeführers am Ver bleib in der Schweiz. Folglich ist ebenfalls nicht zu beanstanden, dass das AfM dem Beschwer deführer die Aufenthaltsbewilli- gung auch ermessenweise nicht verlängert hat. Zudem lie gen auch die Voraussetzungen für einen Härtefall nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG (schwer wiegende persönliche Notlage, schwere Nachteile bei einer Wegweisung, ein angemessenes Legal verhalten etc.) nicht vor. Der Wider- ruf der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung er weisen sich nach dem Gesagten als ver- hältnismässig. Die Beschwerde ist somit als unbegründet abzuweisen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Das Gesuch de s Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung wurd e mit Verfügung vom 27. März 2015 abgelehnt. 8.2 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmas s auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). An- gesichts des Ausgangs des Verfahrens sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleistet en Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- zu verrechnen. Der zu viel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 8.3 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann g estützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angemesse ne Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zuge- sprochen (§ 21 Abs. 2 VPO), weshalb die Parteikosten wettzuschlagen sind. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. Der zuviel gezahl te Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdefüh rer zurücker- stattet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 2. Dezember 2015 Besch werde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 2C_1086/2015) erhoben.