Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Juli 2017 (720 16 365 / 173) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision gestützt auf lit. a der SchlB IVG; Würdigung des medizinischen Sachver- halts; Indikatorenprüfung gemäss BGE 141 V 281 Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Marco Albrecht, Advo- kat, Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 A.___ war zuletzt bis 1994 als Betriebsmitarbei terin bei der B.____ angestellt. Am 14. Mai 2007 meldete sie sich unter Hinweis auf psychis che Beschwerden zum Leistungsbezug bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychother apie, vom 11. April 2008 sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom 3. November 2008 aufgru nd einer andauernden Persönlichkeits- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht änderung bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.80) rückwirkend ab 1. Mai 2006 bei einem IV-Grad von 82 % eine ganze IV-Rente zu. A.2 Anlässlich einer im August 2013 von Amtes wegen ein geleiteten Revision des Renten- anspruchs wurde die Versicherte erneut medizinisch begutac htet. In ihrem bidisziplinären Gut- achten vom 15. April 2014 / 29. Juni 2014 kamen Dr. me d. D.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, und Dr. med. E.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, zum Schluss, dass keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkei t gestellt werden könnten. In der Folge hob die IV-Stelle die ganze IV-Rente mit Verfügung vo m 29. September 2016 in Anwendung von lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen der am 18. März 2011 beschlossenen Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 (6. IV-Revision, ers- tes Massnahmenpaket [SchlB IVG]) nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Marco Albrecht, mit Ein- gabe vom 31. Oktober 2016 Beschwerde ans Kantonsgeric ht, Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht). Sie beantragte die Aufhebung d er angefochtenen Verfügung und die Neubeurteilung ihres Rentenanspruchs; unter o/e-Kostenf olge, wobei ihr die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Albrecht als Rechtsbeistand zu bewilligen sei. Sie machte im Wesent- lichen geltend, die angefochtene Verfügung beruhe auf unzureichenden medizinischen Unterla- gen, welche den beweisrechtlichen Anforderungen an ein Gutachten nicht genügen würden. C. Mit Verfügung vom 17. November 2016 bewilligte d as Kantongericht der Beschwerde- führerin für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Albrecht. D Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 17. Januar 2017 die Abweisung der Beschwerde im Wesentlichen mit der Begründung, dass sämt liche Voraussetzungen erfüllt sei- en, die für eine gestützt auf lit. a der SchlB IVG vorzu nehmenden Herabsetzung oder Aufhe- bung der Rente erforderlich seien. E. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 27 . März 2017 / Duplik vom 21. April 2017) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV- Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtli- che Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu be jahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist so- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschw erde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 31. Oktober 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG ). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträc htigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumu tbar oder - als alternative Vorausset- zung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind d ie ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arb eitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Ind izien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die d er Versicherten seit 1. Mai 2006 ausge- richtete ganze IV-Rente zu Recht per Ende Oktober 2016 aufgehoben hat. 6.1 Wie eingangs geschildert, erfolgte die Aufhebung der IV-Rente in Anwendung von lit. a Abs. 1 SchlB IVG. Gemäss dieser Bestimmung werden Renten, die bei pathogenetisch- ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundla- ge gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach I nkrafttreten der Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüll t, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Abs. 1 findet keine Anwendung auf Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen (Abs. 4). 6.2 Vorab ist festzustellen, dass im Falle der Beschwerde führerin keiner der vorstehend ge- nannten Ausschlussgründe nach lit. a Abs. 4 SchlB IVG gegeb en ist. Die ganze IV-Rente, wel- che nunmehr aufgehoben werden soll, wurde der Versicherten mit Verfügung vom 3. November 2008 rückwirkend ab 1. Mai 2006 zugesprochen. Laut BGE 139 V 442 ff. bildet dieser Zeitpunkt des Rentenbeginns - und nicht etwa das Verfügungsdatum - den Ausgangspunkt für die Be- rechnung der massgebenden Rentenbezugsdauer. Die heute zur Beurteilung stehende Über- prüfung dieses Rentenanspruchs leitete die IV-Stelle im August 2013 ein (vgl. im Übrigen zur Auslegung der Wendung “im Zeitpunkt, in dem die Überp rüfung eingeleitet wird“: BGE 140 V 15 ff.). Diesen Eckdaten lässt sich entnehmen, dass d ie für die Anwendung des Aus- nahmetatbestandes von lit. a Abs. 4 SchlB IVG massgebende Rentenbezugsdauer der Be- schwerdeführerin etwas mehr als 7 Jahre beträgt, sodass die Versicherte nicht in den Genuss der betreffenden Ausschlussklausel gelangt. Festzuhalten bl eibt sodann, dass auch der zweite Ausschlussgrund nicht gegeben ist, weil die 1962 geboren e Versicherte im Zeitpunkt des In- krafttretens der Änderung (1. Januar 2012) das 55. Alt ersjahr unstreitig noch nicht zurückgelegt hatte. Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die IV-S telle die Rentenüberprüfung unter dem Titel der fraglichen Schlusstitelbestimmung vorgenommen hat. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Für die Herabsetzung oder Aufhebung der Rente ge stützt auf die SchlB IVG müssen rechtsprechungsgemäss drei Voraussetzungen erfüllt sein: Die seinerzeitige Rentenzusprache muss aufgrund der Diagnose eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Be- schwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage er folgt sein. Weiter ist erforderlich, dass auch im Revisionszeitpunkt ein unklares Beschwerdebild vorliegt. Schliesslich ist im Rah- men der zwischenzeitlich ergangenen Änderung der bundesg erichtlichen Rechtsprechung in einem strukturierten Beweisverfahren das tatsächliche Leist ungsvermögen der versicherten Person ergebnisoffen und einzelfallgerecht zu bewerten (BGE 141 V 281; nachfolgende Erwä- gungen 8.4.1 ff.) und zu prüfen, ob eine Validitätse inbusse auf diese Weise - trotz des hinsicht- lich der invalidisierenden Folgen nicht objektivierbaren Beschwerdebildes - nachweisbar ist (Ur- teil des Bundesgerichts vom 23. Januar 2014, 8C_436/2013 , E. 4 mit Verweis auf BGE 139 V 568 f. E. 9.4 und 10). Da es sich bei den erwähnten P unkten, von deren Beantwortung der Be- stand laufender Renten abhängt, in erster Linie um sol che medizinischer Art handelt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforder ungen zu stellen. Wie das Bundes- gericht im Grundsatzurteil BGE 139 V 547 ff. ausdrückli ch betont hat, setzt die Anwendung der genannten SchlB IVG denn auch eine fachgerechte und umfassende Begutachtung der be- troffenen Person voraus. Namentlich muss verlangt werden , dass die Untersuchungen im Zeit- punkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblich en Fragestellung auseinanderset- zen (Urteil des Bundesgerichts vom 23.Januar 2014, 8C_43 6/2013, E. 4 mit Verweis auf BGE 139 V 568 f. E. 9.4 und 10.2). 7.2.1 Im vorliegenden Fall stützte sich die IV-Stelle i n der rentenzusprechenden Verfügung vom 3. November 2008 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes vollumfänglich auf die Ergebnisse des von ihr eingeholten psychiatrischen Gut achtens von Dr. C.____ vom 11. April 2008. Darin stellte dieser die Diagnose eine r andauernden Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.80). Dr. C.____ hielt dazu in seiner Beurteilung fest, dass die Stimmung bedrückt sei und lnteressensverlust , Freudlosigkeit, Antriebs- und Energieverminderung, Müdigkeit nach den kleinsten Anst rengungen (auch während der Unter- suchung), Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefizite, Ei nbusse des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens, stark negativ pessimistische Zukunftsp erspektiven (Perspektivlosigkeit), Hoffnungslosigkeit, Instabilität und Misstrauen festzustell en seien. Anamnestisch würden Schlafstörungen, Schmerzen in verschiedenen Körperregione n und Rückzug angegeben. Aus den geschilderten Gründen komme eine Erwerbstätigkeit in der freien Wirtschaft praktisch nicht in Frage. Die Explorandin sei als Erwerbstätige generell nicht arbeitsfähig. 7.2.2 Die vorstehenden Ausführungen machen deutlich, da ss die seinerzeitige Rentenzuspre- chung aufgrund der im Gutachten von Dr. C.____ vom 11. April 2008 gestellten Diagnose er- folgte. Das Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 15. Juni 2012, 8C_167/2012, E. 6.1 in Be- zug auf die Diagnose der andauernden Persönlichkeitsände rung bei chronischem Schmerzsyn- drom (ICD-10 F62.80) festgestellt, dass diese für sich a llein keinen invalidisierenden Gesund- heitsschaden im Rechtssinne darstellt und nach den rechtli chen Kriterien zu beurteilen ist, die auch für somatoforme Schmerzstörungen und ähnliche Lei den gelten (BGE 130 V 352; nicht publ. E. 2.3 des Urteils BGE 136 V 362, in SVR 2011 IV Nr. 34 S. 99 [9C_55/2010]). Soweit die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht seinerzeitige Rente deshalb aufgrund der Diagnose ein er andauernden Persönlichkeitsände- rung bei chronischem Schmerzsyndrom zugesprochen wurde, kom mt eine Rentenaufhebung nach Massgabe der SchlB IVG grundsätzlich in Betracht. 7.3.1 Damit ist jedoch die Frage nach der Rechtmässig keit der Rentenaufhebung im konkre- ten Fall noch nicht beantwortet. Vielmehr ist nachfol gend zu prüfen, ob auch im Revisionszeit- punkt ein unklares Beschwerdebild vorlag und wie sich dies es allenfalls auf die Erwerbsfähig- keit auswirkt. Für die Beurteilung dieser Fragen sind i m Wesentlichen folgende Unterlagen zu berücksichtigen: 7.3.2 Die IV-Stelle holte bei Dr. D.____ und Dr. E. ____ ein bidisziplinäres Gutachten ein. Dr. E.____ untersuchte die Beschwerdeführerin am 14. M ärz 2014 und kam in seinem Teilgut- achten vom 29. Juni 2014 zum Schluss, dass die Beschwerdefü hrerin aus rheumatologischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit aufweise. Ohne Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden symptomatische Spreizfüsse beidseits (ICD-10 M4), ein Status nach Kontusion des rechten Fusses am 29. Dezember 1992 ohne Anhaltspunkte für re- levante posttraumatische Läsionen oder Prellungen der Weichteile, ein myotendinotisches zer- vikothorakales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.2 und M54.6), Sc hmerzen in den Extremitäten ohne eindeutiges organisches Korrelat (ICD-10 M79.6) u nd ein Verdacht auf ein leichtgradiges Karpaltunnelsyndrom linksseitig (ICD-10 G56.0). 7.3.3 Dr. D.____ diagnostizierte in seinem Teilgutacht en vom 14. April 2014 eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (IC D-10 F45.41), welche die Ar- beitsfähigkeit aber nicht beeinflusse. In seiner Beurtei lung führte er aus, dass die Versicherte während der psychiatrischen Untersuchung einen klagsamen, weinerlichen Eindruck gemacht habe. Sie habe sich über ihr Schicksal, den aggressiven Ex-M ann, die Söhne, die mit ihr nichts zu tun haben wollten, die mangelnde finanzielle Unterstützung seitens ihres Ex-Mannes und die Tatsache, dass ihr Freund seine Ex-Frau substanziell finanzi ell unterstützen müsse, wogegen sie nichts erhalte, beklagt. Ihre Klagen habe sie mit au sgeprägter Mimik und Gestik untermalt. Sie habe sehr schnell gesprochen und sei von einer Klage zur andern gekommen, wobei sie diese mit Fotos von den Häusern in F.____ und den kran ken Eltern, die anfangs der 2000er Jahre verstorben seien, untermauert habe. Die Versicherte fühle sich aufgrund ihrer Schmerzen nicht mehr arbeitsfähig. Das Ausmass der geklagten Beschwer den und die subjektive Krank- heitsüberzeugung hätten durch die somatischen Befunde n icht hinreichend objektiviert werden können, sodass eine psychische Überlagerung angenommen wer den müsse. Es handle sich um eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychisc hen Faktoren, wobei zu er- wähnen sei, dass die Klagen über die somatischen Beschwerden sehr im Hintergrund gewesen seien. Eine weitere psychiatrische Störung könne bei der Explorandin nicht diagnostiziert wer- den. Sie sei zwar vom Leben enttäuscht und verbittert. E ine depressive Störung läge aber nicht vor. So gebe sie an, in der Regel gut schlafen zu könne n und morgens keine Mühe zu haben aufzustehen. Tagsüber pflege sie soziale Kontakte. Regel mässig sei sie mit ihrem Hund unter- wegs und mache ausgedehnte Spaziergänge. Ausführlich ha be sie darüber berichtet, dass die Menschen in F.____ offener seien und für ein Gespräch Ze it hätten sowie dass sie sich in ihrer Heimat deutlich wohler fühle. Sie habe einen gelege ntlichen Lebensverleider beklagt, wobei sie Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich aber explizit von Suizidgedanken distanziert habe. Der Appetit sei gut und das Gewicht stabil. Weiter führte Dr. D.____ aus, die Versicherte neige dazu, ihre Beschwerden dramatisch zu schildern. Die histrionische Beschwerdeschilderung sei a ber im Rahmen der Schmerzstö- rung zu sehen. Die geschilderten Alltagsaktivitäten und die häufigen Reisen in ihre Heimat sei- en mit einer depressiven Störung nicht vereinbar. Die Versicherte habe 1992 ihre berufliche Tätigkeit aufgegeben und habe dies mit somatischen Be schwerden begründet, die schon da- mals somatisch nicht hätten objektiviert werden können. Si e sei seit Jahren überzeugt davon, nicht arbeiten zu können. Diese ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung lasse sich aber weder durch die somatischen noch durch die psychiatrischen Befunde objektivieren. Somit be- stehe aus krankheitsfremden Gründen eine schlechte Progn ose. Im Rahmen seiner Zumutbar- keitsbeurteilung hielt Dr. D.____ fest, dass die chronische Schmerzstörung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Weder läge eine ausgepräg te psychiatrische Komorbidität noch eine schwere, chronische körperliche Begleiterkrankung vor. Auch lasse sich ein ausgeprägter so- zialer Rückzug nicht feststellen. Dass alle therapeutischen Bemühungen gescheitert seien, hänge wesentlich damit zusammen, dass die Explorandin aufgrund der ausgeprägten subjekti- ven Krankheitsüberzeugung wenig Motivation zeige, trotz allfälliger Restbeschwerden sich aktiv um ihre Genesung zu bemühen und sich den Belastungen d er Arbeitswelt wieder auszusetzen. Hinweise auf unbewusste Konflikte würden fehlen und ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Die körperlichen Beschwerden liessen sich durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektivieren und die geklagten Schmerzen se ien weder durch eine somatische noch durch eine psychiatrische Störung hinreichend erklärb ar. Daher sei auch nicht zu erwar- ten, dass diese durch somatisch orientierte Therapien o der durch eine psychiatrische Behand- lung wesentlich beeinflusst werden könnten. Aus psychiatrisch er Sicht könne es der Exploran- din daher zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwer den die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit n achgehen zu können. Dr. D.____ kam sodann zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin sowohl in Bezug auf die bisherigen Tä- tigkeiten als Küchengehilfin und Fabrikmitarbeiterin al s auch betreffend jede andere berufliche Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe. 7.3.4 In ihrer Konsensbesprechung hielten die Dres. D.____ und E.____ am 23. April 2014 aus bidisziplinärer Sicht fest, dass die Beschwerdeführerin weder in den bisherigen Tätigkeiten als Küchengehilfin und Fabrikmitarbeiterin noch in jede r anderen beruflichen Tätigkeit eine Ein- schränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit aufweise. 7.4 Die IV-Stelle holte auch eine Stellungnahme bei m regionalen ärztlichen Dienst (RAD) ein. Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapi e, unterzog am 15. Dezember 2015 das bidisiziplinäre Gutachten der Dres. D.____ und E._ ___ einer Indikatorenprüfung gemäss BGE 141 V 281. Sie führte aus, dass im Lichte der neu en Rechtsprechung aus medizinischer Sicht abschliessend davon ausgegangen werden könne, dass b ei der Versicherten genügend Ressourcen vorhanden seien, welche die Zumutbarkeit für e ine 100%ige Arbeitsfähigkeit be- gründen würden. 8.1 Die IV-Stelle stützte sich in ihrer Verfügung vom 29 . Juni 2016 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versich erten vollumfänglich auf das bidis- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ziplinäre Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 15. April 2014 / 29. Juni 2014 ab. Sie ging davon aus, dass die Versicherte sowohl in den bishe rigen Tätigkeiten als Küchengehilfin und Fabrikmitarbeiterin als auch in jeder anderen ber uflichen Tätigkeit nicht in der Arbeitsfähig- keit eingeschränkt sei. Daran ist nichts auszusetzen. Das bid isziplinäre Gutachten erfüllt alle rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine taugliche medizinische Beurteilungs- grundlage. Es weist weder formale noch inhaltliche Mä ngel auf und ist – wie dies vom Bundes- gericht verlangt wird (vgl. E. 4.2) – für die streiti gen Belange umfassend. Es beruht auf allseiti- gen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerde n, ist in Kenntnis der im Zeit- punkt der Exploration vorhandenen Vorakten abgegeben w orden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sowie der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Die vorinstanzliche Rentenüberprüfung entspricht somit auch in dieser Hinsicht den von der bun- desgerichtlichen Rechtsprechung formulierten Anforderun gen für die Herabsetzung oder Auf- hebung der Rente gestützt auf die SchlB IVG (vgl. E. 7.1). 8.2 Daran ändern die Ausführungen in der Beschwerde n ichts, welche sich im Übrigen nur gegen das psychiatrische Teilgutachten von Dr. D.____ richten. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, es seien die revisionsrechtlichen Voraussetzung en im Sinne von Art. 17 ATSG für die Aufhebung der Rente nicht erfüllt, weil kein e Verbesserung des Gesundheitszustandes im Vergleich zur Begutachtung durch Dr. C.____ vom 11. April 2008 erkennbar sei, verkennt sie die Bedeutung einer Rentenrevision gemäss den SchlB IVG. Bei der Überprüfung und Neubeur- teilung von laufenden Renten, welche gestützt auf eine in lit. a SchlB IVG genannten Diagnosen gesprochen wurden, stellen sich nämlich die gleichen Fr agen, wie wenn ein erstmaliges Leis- tungsgesuch zu beurteilen ist. Es geht somit darum, aus he utiger Sicht zu beurteilen, ob die Voraussetzungen für einen Rentenbezug im Zeitpunkt der Überprüfung - und nicht im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenzusprache - gegeben sind oder nich t (vgl. Urteil des Bundesgericht vom 26. Februar 2014, 9C_519/2013, E. 2). Anders als im R ahmen einer revisionsweisen Überprü- fung unter den (restriktiven) Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG fusst die hier anwend- bare Rentenüberprüfung nicht auf einem Vergleich von verschiedenen Zeiträumen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Februar 2017, 9C_688/2016, E . 3.2). Unter diesen Umständen erübrigen sich weitere Ausführungen zu den auf dieser Argumentation (Verbesserung des Ge- sundheitszustandes) begründenden Angaben in der Beschwerd e. Auch der Vorwurf der Be- schwerdeführerin, Dr. D.____ würde sich nicht mit dem Krankheitsbild auseinander setzen, geht fehl. Der Gutachter hat - wie in Erwägungen 8.1 fest gestellt - die erhobenen Befunde einleuch- tend und nachvollziehbar beurteilt und begründet. Ebenso wenig kann ihr gefolgt werden, wenn sie moniert, Dr. D.____ sei voreingenommen, sind dem G utachten doch keine entsprechenden Hinweise zu entnehmen. Die Ausführungen des behandel nden Psychiaters Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Oktober 2013 u nd 16. März 2015 ändern eben- falls nichts an den überzeugenden Ausführungen von Dr. D.____. Dr. H.____ diagnostizierte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine andauernde Pe rsönlichkeitsänderung (ICD-10 F62.8) in- folge traumatischer Erlebnisse mit totaler Familienzer rüttung (Z63.5) und fehlender familiärer Unterstützung (Z63.2). In der Folge attestierte er der Beschwerdeführerin eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von mehr als 75%. Dr. D.____ führte diesbezüglich zutreffend aus, dass die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung dann gestellt werden könne, wenn sich die betreffenden Personen in e inem Konzentrationslager befunden, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht andauernde lebensbedrohliche Situationen wie beispiel sweise Geiselnahme oder langandau- ernde Gefangenschaften erlebt hätten, Folter oder Kat astrophen ausgesetzt gewesen seien (vgl. auch: Internationale Klassifikation psychischer Stör ungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch- diagnostische Leitlinien, herausgegeben von H. Dillin g, W. Mombour und M.H. Schmidt, 8. überarbeitete Auflage, Bern 2011, S. 286 ff.). I n dieser Hinsicht macht die Beschwerdeführe- rin geltend, der Ex-Mann sei aggressiv gewesen und habe sie immer wieder geschlagen. Sie habe deshalb öfters die Polizei zuziehen müssen. Erst im Jahr 2004 habe sie sich zur Trennung entschliessen können. ln der Zwischenzeit sei die Schei dung erfolgt und sie habe mit ihm seit Jahren keinen Kontakt mehr. Auch zu den beiden Söhnen habe sie keinen Kontakt mehr. Der 1982 geborene Sohn befinde sich seit Jahren wegen ein es Raubüberfalls und wegen Drogen- handels im Gefängnis. Dieser Sohn sei früher sehr aggre ssiv gewesen, habe sie mit dem Mes- ser bedroht und sie habe Angst davor, wenn er aus dem Gefängnis entlassen werde. Der 1983 geborene Sohn lebe mit seiner Freundin zusammen und arbeite als Zolldeklarant. Auch wenn diese Erlebnisse für die Beschwerdeführerin unbestreitb ar eindrücklich und beängstigend ge- wesen sein mögen, ist dennoch festzustellen, dass sie im Zei tpunkt der Begutachtung bei Dr. D.____ nicht mehr bestanden. So lebte die Beschwer deführerin im April 2014 bereits wäh- rend 10 Jahren von ihrem gewalttätigen Ex-Mann getrennt und war seither keinen Bedrohungen und Schlägen mehr ausgesetzt. Auch die Befürchtung, der i m Gefängnis lebende Sohn könnte sie nach seiner Entlassung wieder bedrohen, vermag keine andauernde Persönlichkeitsände- rung nach Extrembelastung zu begründen, weshalb der Au ffassung von Dr. H.____ nicht ge- folgt werden kann. 8.3 Somit steht zusammenfassend fest, dass die vorinstanzlich e Rentenüberprüfung ge- stützt auf die gutachterlichen Angaben der Dres. D.____ und E.____ vom 15. April/29. Juni 2014 den von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung formu lierten Anforderungen entspricht. Zu prüfen bleibt, ob diese medizinischen Unterlagen e ine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgebenden Indikatoren gemäss der aktuellen Rechtsprechung erlauben. 8.4.1 In Bezug auf die im Zusammenhang mit BGE 141 V 281 geänderte Praxis bei der Beur- teilung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente wegen som atoformer Schmerzstörung und ver- gleichbaren psychosomatischen Leiden ist festzustellen, dass d as Gutachten von Dr. D.____ am 14. April 2014 und damit noch vor dem am 3. Juni 2 015 gefällten Leitentscheid des Bun- desgerichts erging. Eine Indikatorenprüfung konnte in zeitlicher Hinsicht daher nicht vorge- nommen werden. Mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 h at das Bundesgericht von der Recht- sprechung, wonach die somatoforme Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurtei- lung somatoformer Schmerzstörungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeitsunfähigkeit begründet (E. 6): An der Rechtspr echung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – aus- schliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitliche n Beeinträchtigung und objekti- vierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Person (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An die Stelle des bisherigen Kriterienkata- logs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und ve rgleichbaren psycho-somatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindi katoren (E. 4). Diese lassen sich in zwei Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bereiche einteilen. In einem Teil wird unter dem St ichwort "funktioneller Schweregrad" der Indi- katorenkomplex "Gesundheitsschädigung" (Ausprägung der di agnoserelevanten Befunde, Be- handlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz, K omorbiditäten), "Persönlichkeit" (Per- sönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen) und "sozialer Kontext" geklärt. Im zweiten Teil wird sodann eine Konsistenzprüfung unter Berücksichtigung der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereic hen und dem behandlungs- und ein- gliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck vorgenommen. 8.4.2 Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 I ngress). Recht und Medizin wirken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren (E. 5. 1) wie auch bei deren - rechtlich gebotenen - Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Die Aner kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge- stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfal l anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegend er Wahrscheinlichkeit nachgewie- sen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosig keit nach wie vor die materiell beweis- belastete versicherte Person zu tragen. 8.4.3 Zunächst ist festzuhalten, dass gemäss altem Verfahre nsstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist i m Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entschei- dend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhanden en Beweisgrundlagen vor Bundes- recht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die nunm ehr materiell-beweisrechtlich geän- derten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu pr üfen, ob die beigezogenen administrati- ven und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten – g egebenenfalls im Kontext mit weite- ren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteil ung im Lichte der massgeblichen Indika- toren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8). Entg egen der Auffassung der Beschwerdefüh- rerin ist eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standa rdindikatoren gestützt auf das Gut- achten der Dres. D.____ und E.____ möglich und deshalb eine weitere medizinische Abklärung nicht angezeigt. So war es der RAD-Ärztin Dr. G.____ au f der Grundlage der detaillierten und nachvollziehbaren Ausführungen im bidisziplinären Gutac hten möglich, eine nachträgliche Prü- fung der neu massgebenden Standardindikatoren vorzune hmen. Gestützt auf die konkreten Ausführungen im Bericht vom 15. Dezember 2015 vermag d ie Indikatorenprüfung der RAD- Ärztin insgesamt den bundesgerichtlichen Anforderunge n zu genügen und dem bidisziplinären Gutachten kann in einleuchtender Weise entnommen werd en, dass die Beschwerdeführerin über genügend Ressourcen verfügt, um im Umfang der g utachterlich attestierten Arbeitsfähig- keit sowohl ihren angestammten Beruf als auch eine Verweistätigkeit auszuüben. 8.4.4 Vorliegend ist eine schlüssige Prüfung der massgebe nden Standardindikatoren gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. D.____ und E. ____ möglich und eine weitere medi- zinische Abklärung dementsprechend - wie nachfolgend aufgezeigt wird - nicht angezeigt. 8.5.1 Vorab kann unter der Kategorie "funktioneller Schweregrad" betreffend den (ersten) In- dikatorenkomplex "Gesundheitsschädigung" festgestellt werden, dass diese nicht als besonders schwer einzustufen ist. Aus dem Gutachten von Dr. D.____ g eht hervor, dass dieser keine Di- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht agnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erheben konnte. Er stellte einzig eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren fes t. Die Ausprägung der diagno- serelevanten Befunde und Symptome ist denn auch bescheid en. So lebt die Beschwerdeführe- rin zusammen mit ihrem (zweiten) Ehemann und reist reg elmässig in ihre Heimat F.____. Zwar beteiligt sie sich nicht an den Hausarbeiten. Dies ist aber nicht auf einen Gesundheitsschaden zurückzuführen, sondern weil die Beschwerdeführerin dafür keine Lust hat. Sie steht jeden Morgen mühelos auf und bewältigt ihren Alltag aktiv. S o geht sie regelmässig spazieren und trifft sich mit einer Bekannten. In ihrer Heimat F.___ _ lebt sie bei ihrer Schwester und pflegt regelmässige Kontakte zu Verwandten und Bekannten. Der Alltag der Beschwerdeführerin er- scheint aufgrund dieser Schilderungen nicht beeinträchtigt. Hinweise auf Simulation und Aggra- vation sind weder dem Gutachten von Dr. D.____ noch jen em von Dr. E.____ zu entnehmen. Beide Ärzte betonten aber, dass es deutliche Diskrepanzen zwischen den subjektiven Angaben und den objektiv erhobenen Befunden gebe. 8.5.2 Als weiteren Indikator nennt das Bundesgericht den Behandlungs- und Eingliederungs- erfolg. Dabei sind Verlauf und Ausgang der bisher du rchgeführten Therapien und Eingliede- rungsversuche zu würdigen, und es ist zu prüfen, ob die therapeutischen Möglichkeiten ausge- schöpft wurden. Dies ist vorliegend zu verneinen, wobei zu berücksichtigen ist, dass Dr. D.____ zufolge aufgrund der subjektiv ausgeprägten Krankheits überzeugung keine erfolgsverspre- chenden, beruflichen Massnahmen durchführbar sind. In Bezu g auf bisherige Therapien geht daraus hervor, dass sich die Beschwerdeführerin zwar seit vie len Jahren in einer ambulanten psychiatrischen sowie psychopharmakologischen Behandlung befindet. Diese erweist sich aber als nicht notwendig, um die Arbeitsfähigkeit zu erhöh en, da sie an keiner Erkrankung leidet, welche ihre Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ein schränken würde. Auch wenn sie sich durch weiterführende psychiatrische Behandlungen kaum beei nflussen lassen dürfte, kann ins- besondere aber nicht von einem definitiven Scheitern e iner mit optimaler Kooperation der Ver- sicherten durchgeführten Therapie gesprochen werden. S o ist festzustellen, dass die Be- schwerdeführerin bisher nie in einer stationären psychiatr ischen Behandlung gestanden ist. Die therapeutischen Möglichkeiten sind somit noch nicht ausge schöpft worden. Der Umstand, dass die bisherigen therapeutischen Bemühungen nicht erfolg reicher waren, hängt vielmehr damit zusammen, dass die Versicherte auf Grund ihrer ausgeprägt en Krankheitsüberzeugung wenig Motivation zeigt, sich trotz allfälliger Restbeschwerden aktiv um ihre Genesung zu bemühen. 8.5.3 Als weiterer Indikator sind die Komorbiditäten z u würdigen. Der psychischen Komorbidi- tät ist nach der neuen Praxis keine vorrangige Bedeutung mehr einzuräumen, vielmehr sind auch körperliche Begleiterkrankungen zu würdigen. Vor liegend liegt neben der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren keine weitere psychiatrische Diag- nose vor. Ebenso wenig liegen körperliche Begleiterkran kungen vor, welche die geklagten Be- schwerden der Versicherten zu erklären vermögen. Da die Versicherte sowohl in den bisherigen Tätigkeiten als Küchengehilfin und Fabrikmitarbeiteri n als auch in jeder anderen beruflichen Arbeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufwei st, ist das Kriterium einer allfälligen Komorbidität insgesamt nicht erfüllt. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.5.4 Im zweiten, die Persönlichkeit betreffenden Indi katoren-Komplex wird nach der Persön- lichkeitsentwicklung und der Persönlichkeitsstruktur gefragt , und es sind die persönlichen Res- sourcen der Versicherten zu eruieren. Aus dem Gutachten von Dr. D.____ geht hervor, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Urteilsbildung nicht gestör t ist. Ihr Gedankengang ist formal unauf- fällig und es bestehen keine Zeichen für eine Konzentra tionsschwäche oder für eine Einengung des Denkens. Insgesamt scheinen die persönlichen Ressourcen damit nicht eingeschränkt zu sein. 8.5.5 Neben den Komplexen "Gesundheitsschädigung" und "P ersönlichkeit" bestimmt auch der soziale Kontext mit darüber, wie sich die (kausal al lein massgeblichen) Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung konkret manifestieren. Hierbei ist eine Abgrenzung der psychoso- zialen und der soziokulturellen Kriterien vorzunehmen, welche als invaliditätsfremd auch weiter- hin unbeachtlich bleiben. In diesem Zusammenhang sind allenfalls die schwierigen Familien- verhältnisse der Beschwerdeführerin zu nennen. So leidet sie unter der Entfremdung von ihren Söhnen. Dabei ist aber zu beachten, dass sie dennoch gut im sozialen Umfeld verankert ist. Sie ist (wieder) verheiratet und lebt insbesondere während ihren regelmässigen und mehrwöchigen Aufenthalten in ihrer Heimat in einer funktionierenden Familiengemeinschaft mit ihrer Schwester und deren Tochter. 8.5.6 Nachdem der "funktionelle Schweregrad" anhand de r Indikatoren geprüft worden ist, ist als nächster Schritt eine Konsistenzprüfung unter Berücksic htigung der gleichmässigen Ein- schränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Le bensbereichen und dem behand- lungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leide nsdruck vorzunehmen. Vorlie- gend steht fest, dass die Beschwerdeführerin regelmässig in Behandlung bei Dr. H.____ steht. Andere therapeutische Massnahmen nimmt sie nicht in Anspr uch. Dr. D.____ betont denn auch, dass zwischen den geltend gemachten Schmerzen und d en erhobenen Befunden eine erhebliche Diskrepanz bestünde. Aufgrund der Indikatoren ist daher insgesamt eine wesentliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit nicht plausibel. V ielmehr ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin über erhebliche Ressourcen verfügt, we lche auch im Erwerbsbereich ver- wertbar erscheinen. Damit ist die Zumutbarkeitsbeurtei lung im Teilgutachten von Dr. D.____ nachvollziehbar, welcher die Beschwerdeführerin in eine r angepassten Tätigkeit als 100% ar- beitsfähig erachtet. Unter diesen Umständen kann ent gegen den Ausführungen der Beschwer- deführerin vollumfänglich auf die Ausführungen von Dr. D.____ abgestellt werden. 9. Gestützt auf die obigen Erwägungen ergibt sich, dass das bidisziplinäre Gutachten der Dres. Dres. D.____ und E.____ vom 15. April 2014 und 29. Juni 2014 genügend Aufschluss über die massgeblichen Indikatoren gibt. Die von den G utachtern vorgenommene Zumutbar- keitsbeurteilung erweist sich auch in Würdigung der nach neuer Rechtsprechung zu berücksich- tigenden Indikatoren als überzeugend. Das fragliche Gu tachten lässt mithin eine zuverlässige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit der V ersicherten zu, weshalb in antizipierter Be- weiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hin weisen) auf allfällige zusätzliche Ab- klärungen verzichtet werden kann. Insgesamt resultiert i n medizinischer Hinsicht, dass die Be- schwerdeführerin weder in der zuletzt ausgeübten Tätigke iten als Küchenhilfe und Fabrikmitar- beiterin noch in einer adaptierten Tätigkeit eine Le istungsbeeinträchtigung aufweist. Die IV- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stelle hat daher mit Verfügung vom 29. September 20 16 die IV-Rente zu Recht aufgehoben. Die hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 10.1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Ve rfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfa hrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Der Beschwerdeführerin ist mit Verfügung vom 17. November 2016 die unentgeltliche Pro zessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 10.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist ändung (Verfügung vom 17. November 2017) ist der Rechtsvertreter für seine Bemühungen au s der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinn en und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Januar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbei- ständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter de r Beschwerdeführerin macht in seiner Honorarnote vom 5. Mai 2017 für das vorliegende Verfa hren einen Zeitaufwand von 10.83 Stunden geltend, was angemessen erscheint. Nicht zu beanst anden sind die ausgewiesenen Auslagen in Höhe von Fr. 44.50. Dem Rechtsvertreter i st deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'388.05 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 10.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 2‘388.05 aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht