A bteilung III C -2338/2006 {T 0/2} U rte il v o m 1 9 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichterin R uth Beutler (Vorsitz), R ichter Andreas Trom m er, R ichter Bernard Vaudan, G erichtsschreiberin Barbara H aake. A ._______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Verw eigerung der Einreisebew illigung in Bezug auf B._______ und die Kinder C ._______, D ._______ und E._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandC -2338/2006 Sachverhalt: A . Am 15. N ovem ber 2006 beantragte B._______, Staatsangehörige von Sri Lanka, für sich und ihre drei zw ischen 1993 und 1998 geborenen Kinder C ._______, D ._______ und E._______ bei der Schw eize- rischen Botschaft in C olom bo ein Visum für einen einm onatigen Be- suchsaufenthalt bei ihrem im Kanton Schaffhausen lebenden Ehe- m ann. Sie gab dabei an, ihr Ehem ann w erde sie w ährend der Be- suchsdauer finanziell unterstützen. N ach form loser Verw eigerung über- m ittelte die Vertretung das G esuch zum Entscheid an die Vorinstanz. B . N achdem die M igrationsbehörde des Kantons Schaffhausen über den G astgeber ergänzende Auskünfte – w onach laut Betreibungsregister erhebliche Schulden existierten – eingeholt und an das BFM w eiterge- leitet hatte, w ies die Vorinstanz das Einreisegesuch von B._______ m it Verfügung vom 13. D ezem ber 2006 ab. Sie begründete ihre Ablehnung dam it, dass die Ausstellung einer Einreisebew illigung unter anderem dann zu verw eigern sei, w enn die gesuchstellende Person oder ihr G astgeber nicht über genügend finanzielle M ittel verfüge, um den Lebensunterhalt in der Schw eiz zu bestreiten. Im vorliegenden Fall seien die finanziellen G arantien ungenügend. C . G egen diese Verfügung erhob der Ehem ann der G esuchstellerin, A._______, am 20. D ezem ber 2006 Beschw erde beim dam als zu- ständigen Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ). Sinngem äss beantragt er die Aufhebung der Verfügung und die E rtei- lung der gew ünschten Besuchervisa. D ie Vorinstanz gehe fehl in der Annahm e, dass er nicht in der Lage sei, seine Fam ilie finanziell zu un- terhalten. Er habe seit dem 11. N ovem ber 2005 eine Vollzeit-Arbeits- stelle als Betriebsm itarbeiter im M övenpick-H otel Zürich Airport. Aus- serdem gehe es nur um einen einm onatigen Ferienaufenthalt seiner Fam ilie. D er R echtsm itteleingabe beigelegt w ar u.a. eine G ehaltsab- rechnung für den M onat N ovem ber 2006. D . In ihrer Vernehm lassung vom 26. M ärz 2007 spricht sich die Vorinstanz unter Erläuterung der bereits genannten G ründe für die Abw eisung der Beschw erde aus. D em Auszug vom 6. D ezem ber 2006 des Betrei- S eite 2C -2338/2006 bungsam ts Stein sei zu entnehm en, dass Betreibungen, Pfändungen und Verlustscheine in H öhe von w eit über Fr. 150'000.-- offen seien. D am it seien die erforderlichen finanziellen G arantien absolut ungenü- gend. E. M it Verfügung vom 2. April 2007 w urde dem Beschw erdeführer die M öglichkeit gew ährt, zur Vernehm lassung der Vorinstanz Stellung zu nehm en. D ie hierfür gesetzte Frist liess er jedoch ungenutzt verstrei- chen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss A rt. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht unter Vorbehalt der in A rt. 32 VG G genannten Ausnahm en Beschw erden ge- gen Verfügungen nach A rt. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), w elche von einer in A rt. 33 VG G aufgeführten Behörde erlassen w urden. D arunter fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verw eigerung einer Einrei- sebew illigung (A rt. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]), w elche vom Bun- desverw altungsgericht endgültig beurteilt w erden (A rt. 83 lit. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verw altungsgerichtsge- setzes bei Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei Beschw erdediensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (vgl. A rt. 53 Abs. 2 VG G ). G em äss A rt. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bun- desverw altungsgericht nach dem Vw VG , sow eit das G esetz nichts an- deres bestim m t. 1.3 D er Beschw erdeführer ist als gastgebender Ehem ann bzw . Vater am Verfahren m itbeteiligt und daher gem äss A rt. 20 Abs. 2 AN AG zur Anfechtung der Verfügung legitim iert. Auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde ist deshalb einzutreten (A rt. 48 ff. Vw VG ). S eite 3C -2338/2006 2. 2.1 Ausländer und Ausländerinnen sind zur Anw esenheit in der Schw eiz berechtigt, w enn sie eine Aufenthalts- oder N iederlassungs- bew illigung haben oder keiner solchen bedürfen (A rt. 1a AN AG ). G e- w isse G ruppen von Ausländerinnen und Ausländern benötigen für die Einreise in die Schw eiz ein Visum (vgl. A rt. 3 ff. der Verordnung des Bundesrates vom 14. Januar 1998 über Einreise und Anm eldung von Ausländerinnen und Ausländern [VEA, SR 142.211]). 2.2 Für die E rteilung von Einreisevisa ist das BFM zuständig (A rt. 18 VEA), w elches im R ahm en der gesetzlichen Vorschriften und der Ver- träge m it dem Ausland nach freiem E rm essen entscheidet (A rt. 4 und A rt. 16 Abs. 1 AN AG , A rt. 9 Abs. 1 VEA). D ies bedeutet, dass die schw eizerische R echtsordnung w eder ein allgem eines R echt auf Ein- reise kennt, noch einen besonderen Anspruch auf E rteilung eines Vi- sum s gew ährt (vgl. PETER U EBE R SA X, Einreise und Anw esenheit, in: Pe- ter U ebersax/Peter M ünch/ Thom as G eiser/M artin Arnold [H rsg.], Aus- länderrecht, H andbücher für die Anw altspraxis Bd. VIII, Basel 2002, R z. 5.28). D em behördlichen Erm essen steht som it im Falle der E rtei- lung einer Einreisebew illigung ein w eiterer Spielraum offen als bei- spielsw eise bei der Verlängerung einer allm ählich den Vertrauens- schutz verfestigenden Anw esenheitserlaubnis. D ies gilt nam entlich für die Beurteilung von Einreisegesuchen zu Besuchsaufenthalten von bis zu drei M onaten, die bew illigungsfrei sind, aber der Visum spflicht un- terliegen (vgl. A rt. 2 Abs. 1 AN AG i.V.m . den nachstehenden Visum s- bestim m ungen). 2.3 Ein Einreisevisum w ird verw eigert, w enn die in A rt. 1 VEA aufge- führten Voraussetzungen nicht erfüllt sind (vgl. A rt. 14 Abs. 1 VEA). Insbesondere m üssen G esuchstellerinnen und G esuchsteller, die in die Schw eiz reisen m öchten, G ew ähr bieten, dass sie fristgerecht w ie- der ausreisen w erden (A rt. 1 Abs. 2 Bst. c VEA). Sie m üssen aber auch über genügend M ittel verfügen oder sich solche verschaffen kön- nen, um ihren Lebensunterhalt w ährend des Aufenthalts in der Schw eiz zu bestreiten (A rt. 1 Abs. 2 Bst. d VEA). Zum Lebensunterhalt zählt dabei nicht nur der Aufw and für Verpflegung und U nterkunft; viel- m ehr sind auch nur eventuell anfallende Krankheits-, U nfall- oder R ückschaffungskosten m it einzubeziehen. Aus diesem G rund verlan- gen die Kantone von den hier lebenden G astgebern in der R egel fi- nanzielle G arantien, die zw ischen 20'000 und 30'000 Franken liegen. S eite 4C -2338/2006 3. 3.1 D ie Vorinstanz verw eigerte der G esuchstellerin und ihren Kindern, die aufgrund ihrer N ationalität zur Einreise in die Schw eiz jew eils Pass und Visum benötigen, die Visaerteilung m it der Begründung, es seien nicht genügend finanzielle M ittel vorhanden, um den Lebensun- terhalt w ährend des geplanten Besuchs zu bestreiten. Sie hat diese Schlussfolgerung daraus abgeleitet, dass der Beschw erdeführer im Betreibungsregister m it Forderungen von über 150'000 Franken ver- zeichnet ist. 3.2 A._______ hat sich zum U m stand seiner Ü berschuldung nicht geäussert, sondern die Ansicht vertreten, dass er aufgrund seiner Erw erbstätigkeit in der Lage sei, w ährend der Besuchsdauer für den U nterhalt seiner Fam ilie aufzukom m en. Aus seiner Lohnabrechnung ergibt sich indessen, dass er – ohne Berücksichtigung des 13. M onatslohns – über ein m onatliches Bruttoeinkom m en von rund 3'200 Franken verfügt: D ieses Einkom m en dürfte es ihm jedoch nicht einm al erlauben, die elem entaren Lebenshaltungskosten seiner Angehörigen zu bestreiten. Auf jeden Fall reicht es nicht aus, um die vom W ohnkan- ton für seine G äste einverlangten finanziellen G arantien einhalten zu können; seine hohe Verschuldung dürfte ihn auch daran hindern, inso- fern neue finanzielle Verpflichtungen einzugehen. 3.3 Aus den vorinstanzlichen Akten w ird zw ar ersichtlich, dass den Fa- m ilienangehörgen des Beschw erdeführers im Jahr 2003 Besuchervisa für eine Aufenthaltsdauer von 60 Tagen ausgestellt w urden; dies ist je- doch kein Präjudiz für die Beurteilung des vorliegenden Falles. D ass die Vorinstanz seinerzeit die Schw eizer Vertretung in C olom bo zur Vi- saerteilung erm ächtigte, lässt sich dam it begründen, dass die dam ali- ge finanzielle Situation des Beschw erdeführers – der bereits dam als im Betreibungsregister verzeichnet w ar – w eitaus w eniger angespannt w ar als heute. O b von den 2003 ausgestellten Visa auch G ebrauch ge- m acht w urde, ist im Ü brigen unklar. G em äss Angaben, die der Be- schw erdeführer im R ahm en des vorliegenden Verfahrens gegenüber dem Ausländeram t Schaffhausen m achte, besuchte ihn die Fam ilie in der Zeit vom 23. Septem ber bis 12. O ktober 2003. D em gegenüber ist dem am 5. Juli 2004 beim BFM eingetroffenen Schreiben des Be- schw erdeführers zu entnehm en, dass die R eise aus zeitlichen G rün- den nicht erfolgen konnte. D ie Frage kann jedoch offen gelassen w er- den. D enn selbst w enn die Fam ilie von A._______ bereits früher S eite 5C -2338/2006 besuchsw eise in die Schw eiz gekom m en und w ieder ausgereist ist, so ergibt sich im vorliegenden Fall allenfalls eine günstige Prognose für deren fristgerechte W iederausreise; die Beurteilung der heutigen finanziellen Situation des Beschw erdeführers ist davon unabhängig. 3.4 D a die Einreisekriterien der gew ährleisteten fristgerechten W ieder- ausreise (A rt. 1 Abs. 2 Bst. c VEA) und des gesicherten Lebensunter- halts (A rt. 1 Abs. 2 Bst. d VEA) kum ulativ erfüllt sein m üssen, verbietet die hohe Verschuldung des Beschw erdeführers die E rteilung der von ihm und seinen Fam ilienangehörigen gew ünschten Einreisevisa. 4. Aus diesen D arlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Er- gebnis rechtm ässig ist (A rt. 49 Vw VG ). D ie Beschw erde ist dem zufolge abzuw eisen. 5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschw erde- führerin aufzuerlegen (vgl. A rt. 63 Abs. 1 Vw VG i.V.m . A rt. 1 und A rt. 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). D ispositiv nächste Seite S eite 6C -2338/2006 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. Sie w erden m it dem am 7. Februar 2007 geleisteten Kosten- vorschuss von Fr. 600.-- verrechnet. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (Einschreiben) - die Vorinstanz (R ef-N r. 2 017 051) D ie vorsitzende R ichterin: D ie G erichtsschreiberin: R uth Beutler Barbara H aake Versand: S eite 7