<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00624</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220811&amp;W10_KEY=13013479&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00624</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 02.12.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung wegen Scheinehe [Die serbische Beschwerdeführerin heiratete im Oktober 2014 einen hier niedergelassenen Landsmann. Seit Februar 2018 leben sie getrennt.] Die Verwaltungsbehörde trägt die Beweislast für das Vorliegen einer Ausländerrechtsehe. Dies entzieht sich oft dem direkten Beweis und ist nur durch Indizien zu erstellen. Dabei darf nicht leichthin auf eine Ausländerrechtsehe geschlossen werden (E. 2.3). Die Auffassung der Vorinstanz, die Beschwerdeführerin sei die Ehe nur eingegangen, um das Familienleben mit ihrem ehemaligen Konkubinatspartner und den beiden Kindern in der Schweiz weiterführen zu können, greift zu kurz und lässt sich insbesondere nicht durch die Akten stützen (E. 3.4.1). Die kurze Kennenlernphase, der Altersunterschied von 14 Jahren sowie die Tatsache, dass ihr Ehemann als Sozialhilfeempfänger zur Zielgruppe von Personen gehört, die eher für eine Scheinehe bereit sind, stellen zwar Indizien für eine Scheinehe dar, vermögen diese alleine jedoch nicht zu begründen (E. 3.4.3). Es bestehen zwar gewisse Indizien für eine Scheinehe, gleichwohl ist die Beweislage nicht eindeutig und sind die Verdachtsmomente für eine Scheinehe von den Vorinstanzen zu einseitig ausgelegt worden. Eine Scheinehe kann derzeit weder klar verneint noch bejaht werden. Da eine Scheinehe grundsätzlich durch die Migrationsbehörde nachzuweisen ist und die derzeitige Indizienlage es nicht rechtfertigt, der Beschwerdeführerin den Gegenbeweis hierfür aufzuerlegen, ist die Beschwerde gutzuheissen (E. 3.5). Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISLAGE">BEWEISLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISLAST">BEWEISLAST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEGENBEWEIS">GEGENBEWEIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMISSBRAUCH">RECHTSMISSBRAUCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHEVERDACHT">SCHEINEHEVERDACHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 50 Abs. I lit. a AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 51 Abs. II AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=50214" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00624</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">2. Dezember 2020</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Corinna Bigler.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin</span></b><span>, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner</span></b><span>, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1979 und StaatsangehÃ¶rige von Serbien, reiste am 7. September 2014 in die Schweiz ein und heiratete am 31. Oktober 2014 den im Kanton ZÃ¼rich niedergelassenen serbisch-kosovarischen StaatsangehÃ¶rigen C, geboren 1965. GestÃ¼tzt auf die Familiennachzugsbestimmungen erhielt A eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, letztmals gÃ¼ltig bis am 30. Oktober 2019. Am 28. August 2018 ersuchte sie um VerlÃ¤ngerung ihrer Bewilligung. </p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b>GemÃ¤ss Eheschutzurteil des Bezirksgerichts D vom 27. Juni 2018 leben die Ehegatten seit dem 28. Februar 2018 getrennt. <span>Am 22. Januar 2019 liess das Migrationsamt von der Stadtpolizei D Kontrollen der beiden Wohnungen durchfÃ¼hren und </span>A und C<span> je getrennt voneinander zum Verdacht der Scheinehe befragen. Mit VerfÃ¼gung vom 10. Juli 2019 wies das Migrationsamt das Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung von A ab und wies sie aus der Schweiz weg. Dem Lauf der Rekursfrist und einem allfÃ¤lligen Rekurs gegen diese VerfÃ¼gung entzog das Migrationsamt die aufschiebende Wirkung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit prozessleitender Anordnung vom 19. August 2019 stellte die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion die aufschiebende Wirkung des Rekurses wieder her. Den gegen die VerfÃ¼gung vom 10. Juli 2019 erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 9. Juli 2020 ab.</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Mit Beschwerde vom 13. September 2020 beantragte A (nachfolgend: die BeschwerdefÃ¼hrerin) dem Verwaltungsgericht, der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 9. Juli 2020 sei aufzuheben und ihr sei der gesetzliche Aufenthaltstitel zuzusprechen. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und zur ergÃ¤nzenden SachverhaltsabklÃ¤rung und zum neuerlichen Entscheid an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. In prozessualer Hinsicht beantragte die BeschwerdefÃ¼hrerin, das Verfahren sei zu sistieren bis ein rechtskrÃ¤ftiger Entscheid im Strafverfahren betreffend strafbare Handlung im Sinn von Art. 118 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) vorliege.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 16. September 2020 wies der AbteilungsprÃ¤sident das Gesuch um Verfahrenssistierung ab, da die auslÃ¤nderrechtliche Bewilligungsverweigerung nicht die vorgÃ¤ngige DurchfÃ¼hrung eines Strafverfahrens betreffend strafbare Handlung im Sinn von Art. 118 Abs. 2 AIG voraussetzt. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, -Ã¼ber- und -unterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrerin wurde mit der AusgangsverfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 10. Juli 2019 die</span> Aufenthaltsbewilligung nicht<span> verlÃ¤ngert. Die NichtverlÃ¤ngerung von Aufenthaltsbewilligungen richtet sich nach dem AIG, soweit keine anderen Bestimmungen des Bundesrechts oder von der Schweiz abgeschlossene vÃ¶lkerrechtliche VertrÃ¤ge zur Anwendung kommen (Art. 2 Abs. 1 AIG). Da die BeschwerdefÃ¼hrerin am 28. August 2018 um VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung ersucht hat, ist vorliegend die bis Ende 2018 geltende Gesetzesfassung massgeblich (vgl. VGr, 19. Dezember 2018, VB.2018.00653, E. 2.1). </span>Die hier anwendbaren Bestimmungen haben jedoch keine massgeblichen materiellen Ãnderungen erfahren, sodass auf das neue Recht Bezug genommen wird.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b><span>Nach AuflÃ¶sung der Ehegemeinschaft besteht gemÃ¤ss Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG weiterhin ein Bewilligungsanspruch, wenn die in der Schweiz gelebte Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und kumulativ eine erfolgreiche Integration vorliegt (bis Ende 2018 geltende Fassung) bzw. die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt sind (seit 1. Januar 2019 gÃ¼ltige Fassung). Der entsprechende Anspruch erlischt jedoch, wenn er rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht wird, namentlich um Vorschriften des AuslÃ¤ndergesetzes und dessen AusfÃ¼hrungsbestimmungen Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen, oder WiderrufsgrÃ¼nde vorliegen (Art. 51 Abs. 2 AIG). RechtsmissbrÃ¤uchlich ist insbesondere, wenn die Ehe nur zur Aufenthaltssicherung eingegangen oder aufrechterhalten wird. Sodann kann eine Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG unter anderem widerrufen werden, wenn im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen werden. Dies gilt unter anderem fÃ¼r den Fall, dass sich nachtrÃ¤glich Indizien ergeben, welche die Ehe, auf die sich der AuslÃ¤nder fÃ¼r den Erhalt der Bewilligung berufen hat, als Scheinehe oder als bloss aus fremdenpolizeilichen GrÃ¼nden aufrechterhaltene Ehe erscheinen lassen (vgl. BGr, 22. Oktober 2012, 2C_22/2012, E. 2)</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Als Indizien fÃ¼r das Vorliegen einer Scheinehe gelten insbesondere die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung wie beispielsweise eine Heirat kurz nach dem Kennenlernen oder geringe Kenntnisse Ã¼ber den Ehegatten. Sodann kann der Umstand, dass der Ehegatte ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung hÃ¤tte erlangen kÃ¶nnen, zumindest zusammen mit weiteren Indizien auf eine Scheinehe hinweisen. Weitere Indizien sind z. B. ein erheblicher Altersunterschied zwischen den Ehepartnern oder die Vereinbarung einer Bezahlung fÃ¼r die Eheschliessung (BGr, 9. Dezember 2019, 2C_574/2019, E. 6.1; VGr, 17. April 2019, VB.2019.00180, E. 2.4.2, und 12. Mai 2016, VB.2015.00407, E. 2.3). Weiter kÃ¶nnen widersprÃ¼chliche Aussagen der Beteiligten deren GlaubwÃ¼rdigkeit herabsetzen und eine AuslÃ¤nderrechtsehe nahelegen (vgl. BGr, 6. Juli 2010, 2C_205/2010, E. 3.2; VGr, 26. August 2015, VB.2015.00325, E. 5.1). Zu berÃ¼cksichtigen sind auch die konkreten WohnverhÃ¤ltnisse, namentlich wenn die Ehegatten nicht zusammenwohnen (BGr, 9. Dezember 2019, 2C_574/2019, E. 6.1) oder eine fÃ¼r das eheliche Zusammenwohnen ungeeignete Wohnung bezogen haben wollen (BGr, 4. Juli 2002, 2A.324/2002, E. 2.2). Ein starkes Indiz fÃ¼r eine Scheinehe bilden aussereheliche Intimkontakte, zumindest wenn diese Ã¼ber vereinzelte SeitensprÃ¼nge hinausgehen und eine die eheliche Gemeinschaft konkurrenzierende Parallelbeziehung nahelegen (vgl. BGr, 24. Mai 2016, 2C_706/2015, E. 3.2, diesbezÃ¼glich auch publiziert in BGE 142 II 265 und in Praxis 106 [2017] Nr. 10).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die VerwaltungsbehÃ¶rde trÃ¤gt die Beweislast fÃ¼r das Vorliegen einer AuslÃ¤nderrechtsehe. Dies entzieht sich oft dem direkten Beweis und ist nur durch Indizien zu erstellen (BGr, 4. April 2019, 2C_631/2018, E. 2.2). Dabei darf nicht leichthin auf eine AuslÃ¤nderrechtsehe geschlossen werden (BGr, 9. Dezember 2019, 2C_574/2019, E. 6.1). Es sind konkrete und klare Hinweise erforderlich, dass die FÃ¼hrung einer Lebensgemeinschaft nicht beabsichtigt war (VGr, 12. Mai 2016, VB.2015.00407, E. 2.3, mit Hinweisen). Spricht die Vermutung fÃ¼r eine vorhandene TÃ¤uschungsabsicht im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung bzw. haben sich die Hinweise fÃ¼r einen auslÃ¤nderrechtlichen Tatbestand so verdichtet, dass von seinem Vorliegen ausgegangen werden kann, obliegt es der zur Mitwirkung verpflichteten Person, die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen (BGr, 4. April 2019, 2C_631/2018, E. 2.3; VGr, 17. April 2019, VB.2019.00180, E. 2.4.3).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin und C heirateten am 31. Oktober 2014 in D. Die BeschwerdefÃ¼hrerin arbeitet seit dem 4. Mai 2015 als Unterhaltsreinigerin bei der Firma E in F. Seit September 2018 arbeitet sie in einem Pensum von 80â100 % und verdient monatlich rund Fr. 3'700.-. C wird seit mindestens Dezember 2013 vollumfÃ¤nglich von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt. Vor seiner Ehe mit der BeschwerdefÃ¼hrerin war er bereits drei Mal geschieden und hat aus diesen Beziehungen insgesamt fÃ¼nf Kinder. Nach wie vor bestehen gegen ihn Alimentenzahlungsverpflichtungen und er hat Schulden von rund Fr. 200'000.- bis Fr. 300'000.-. Da das Einkommen der BeschwerdefÃ¼hrerin gegenÃ¼ber dem Sozialamt nicht offengelegt wurde, wurde C mit Strafbefehl des Statthalteramtes Bezirk D vom 21. November 2016 des unrechtmÃ¤ssigen Bezugs der Sozialhilfe zwischen Juni 2015 und MÃ¤rz 2016 in HÃ¶he von rund Fr. 30'000.- verurteilt. In Bezug auf die BeschwerdefÃ¼hrerin kam das Statthalteramt zum Schluss, ihr kÃ¶nne ein strafbares Verhalten nicht nachgewiesen werden, zumal sich aus den Befragungen beider Eheleute ergeben habe, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin C auf die Meldepflicht hingewiesen und ihm ihre Lohnausweise zur Weiterleitung an das Sozialamt Ã¼bergeben habe. Das Strafverfahren gegen die BeschwerdefÃ¼hrerin wurde mit VerfÃ¼gung vom 3. April 2017 eingestellt. GemÃ¤ss Eheschutzurteil des Bezirksgerichts D vom 27. Juni 2018 leben die Ehegatten seit dem 28. Februar 2018 getrennt. In der polizeilichen Befragung vom 22. Januar 2019 sagten sie beide Ã¼bereinstimmend aus, es sei zur Trennung gekommen, weil C die BeschwerdefÃ¼hrerin mit einer anderen Frau betrogen habe, was er ihr mitgeteilt habe. Beide Ehegatten machen in der Befragung zwar geltend, es allenfalls nochmals mit dem anderen versuchen zu wollen. Dass das Eheleben zwischenzeitlich wieder aufgenommen worden sei, macht die BeschwerdefÃ¼hrerin jedoch nicht geltend.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Die Vorinstanz ist zum Schluss gekommen, die Ehe zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und C sei nur zum Schein gefÃ¼hrt worden, weshalb sich die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht auf einen VerlÃ¤ngerungsanspruch gestÃ¼tzt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG berufen kÃ¶nne. Ob die BeschwerdefÃ¼hrerin auch den Widerrufsgrund der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit (Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG) erfÃ¼llt habe, prÃ¼fte die Vorinstanz nicht genauer bzw. liess diese Frage offen. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Die ErwÃ¤gungen des Beschwerdegegners sowie der Vorinstanz zum Vorliegen einer Scheinehe stÃ¼tzen sich neben den polizeilichen AbklÃ¤rungsergebnissen am Wohnort der BeschwerdefÃ¼hrerin, der Befragung von ihr und C auch auf die parallele Betrachtung der LebensumstÃ¤nde von G â dem ehemaligen Lebenspartner der BeschwerdefÃ¼hrerin â und den zwei gemeinsamen Kindern. Die BeschwerdefÃ¼hrerin lebte zwischen 1996 bis 2002 mit G im Kosovo im Konkubinat. Aus dieser Beziehung gingen die beiden Kinder H, geboren 1997, und I, geboren 1999, hervor. G, geboren 1976, reiste am 1. Mai 2002 als Asylsuchender in die Schweiz ein, wÃ¤hrend die BeschwerdefÃ¼hrerin und die beiden Kinder im Kosovo blieben. Das Asylgesuch wurde abgewiesen, G wurde jedoch vorlÃ¤ufig aufgenommen. Am 18. August 2003 heiratete er die damals im Kanton J wohnhafte K, welche im Besitz einer Niederlassungsbewilligung war und erhielt in der Folge im Kanton J eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau. Die Eheleute trennten sich im Juni 2008, worauf die Aufenthaltsbewilligung von G gestÃ¼tzt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG verlÃ¤ngert wurde. Am 15. November 2013 heiratete G die Schweizerin L. Diese Ehe wurde am 14. MÃ¤rz 2016 geschieden. Mit Gesuch vom 18. April 2011 beantragte G den Familiennachzug der beiden Kinder, H und I. Dabei machte er geltend, die BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤tte die Kinder nie betreut und sei auch nicht bereit, zukÃ¼nftig die Betreuung zu Ã¼bernehmen. Die elterliche Gewalt habe er als Vater ausgeÃ¼bt. Nachdem er in die Schweiz gekommen sei, seien die Kinder von seiner Mutter, M in N betreut worden. Die Grossmutter der Kinder kÃ¶nne sich aber aus gesundheitlichen GrÃ¼nden nicht mehr um diese kÃ¼mmern, weshalb im Kosovo nicht mehr von einer ausreichenden Betreuung ausgegangen werden kÃ¶nne.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.3 </b>Im Familiennachzugsverfahren beauftragte die Rekursabteilung die Schweizer Vertretung in Pristina vor Ort, AbklÃ¤rungen zu treffen. Zufolge des schriftlichen Berichts der Schweizer Vertretung hat diese in N, dem Wohnort der Familie G/H, eine rÃ¼stige Grossmutter angetroffen. Diese habe ausgesagt, die Kinder H und I hÃ¤tten bis im Sommer 2013 bei ihr gewohnt. Ob die BeschwerdefÃ¼hrerin zusammen mit den Kindern bei ihr gewohnt habe, wollte oder konnte sie nicht sagen. Die Mutter der BeschwerdefÃ¼hrerin, welche von der Schweizer Vertretung ebenfalls befragt wurde, habe ausgesagt, ihre Tochter habe mit ihren Kindern in N gelebt, ab und zu aber auch bei ihr. Ihre Tochter sei mit G nach Tradition, nicht jedoch zivilrechtlich, verheiratet gewesen. Ihre Tochter wÃ¼rde die Kinder vermissen und wÃ¼rde sich wahrscheinlich auch in die Schweiz begeben, falls sie dies kÃ¶nnte. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.4 </b>Sowohl die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion als auch das Verwaltungsgericht wiesen die Familiennachzugsgesuche fÃ¼r beide Kinder ab (VGr, 28. August 2014, VB.2014.00177). Das Bundesgericht hiess das Familiennachzugsgesuch betreffend I, welches innerhalb der Nachzugsfristen eingereicht wurde, gut und wies jenes betreffend H, welches nach Ablauf der Nachzugsfristen eingereicht wurde, wie die Vorinstanzen ab (BGr, 21. Januar 2016, 2C_1014/2014). H meldete sich per 10. Juli 2016 ins Ausland ab. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>GemÃ¤ss den vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen deuten vorliegend insbesondere folgende Indizien auf eine Scheinehe hin: </p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>Nachdem die beiden Kinder im Juli 2013 mit einem Besuchervisum zum Vater in die Schweiz eingereist seien, habe die BeschwerdefÃ¼hrerin unter der Trennung von den Kindern gelitten und habe sich gewÃ¼nscht, ihnen folgen zu kÃ¶nnen. Als unqualifizierte Arbeitskraft und DrittstaatsangehÃ¶rige wÃ¤re sie zu einem lÃ¤ngerfristigen Verbleib in der Schweiz nicht berechtigt gewesen. Ein Aufenthaltsanspruch sei nur mittels Heirat mit einer hier Ã¼ber einen gefestigten Aufenthalt verfÃ¼gende Person mÃ¶glich gewesen. </p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>Auch in der kurzen Kennenlernphase und dem Altersunterschied von 14 Jahren sieht die Vorinstanz Indizien fÃ¼r eine Scheinehe. Die 14 Jahre jÃ¼ngere BeschwerdefÃ¼hrerin und C hÃ¤tten sich im Februar 2014 kennengelernt, zwischen Mitte MÃ¤rz 2014 und Mitte Mai 2014 beschlossen zu heiraten und am 31. Oktober 2014 sodann geheiratet. </p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>C werde seit Dezember 2013 vollumfÃ¤nglich von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt und habe ausstehende Schulden in HÃ¶he von rund Fr. 200'000.- bis Fr. 300'000.-. Damit gehÃ¶re er zur Zielgruppe von Personen, die erfahrungsgemÃ¤ss nicht nur von heiratswilligen AuslÃ¤ndern gezielt ausgesucht, sondern aufgrund ihrer schwachen finanziellen VerhÃ¤ltnisse leichter zur Eingehung einer Scheinehe Hand bieten wÃ¼rden. </p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>Als am 21. Januar 2016 das Bundesgerichtsurteil zum Familiennachzug der beiden Kinder erging, habe die BeschwerdefÃ¼hrerin schon Ã¼ber ein Jahr im Kanton ZÃ¼rich gelebt. Vor Bundesgericht sei zwar geltend gemacht worden, die BeschwerdefÃ¼hrerin kÃ¶nne sich nicht in ihrem Heimatland um ihre Tochter kÃ¼mmern, es sei jedoch nicht offengelegt worden, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin zu diesem Zeitpunkt lÃ¤ngst im Kanton ZÃ¼rich aufgehalten habe. Da die Familie im Kosovo gemÃ¤ss BotschaftsabklÃ¤rung in guten wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnissen leben wÃ¼rde, sei der Schein einer angeblich nicht existierenden Betreuung im Heimatland kreiert worden, mit dem eigentlichen Ziel der ZusammenfÃ¼hrung der Familie in der Schweiz. </p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>Seit ihrer Trennung von C miete die BeschwerdefÃ¼hrerin eine Dreizimmerwohnung mit einem Bruttomietzins von Fr. 1'439.- und erziele gleichzeitig ein Nettoeinkommen von monatlich Fr. 3'700.-. Es sei fraglich, wozu die BeschwerdefÃ¼hrerin eine derart grosse Wohnung nur fÃ¼r sich alleine benÃ¶tige. AnlÃ¤sslich der Wohnungskontrolle vom 22. Januar 2019 sei dann auch ihre Tochter H anwesend gewesen, welche sich in einem Schlafzimmer eingerichtet habe und sich anscheinend ferienhalber bei ihrer Mutter aufgehalten haben soll. Nachdem zwischen April 2011 und Mitte 2016 in sÃ¤mtlichen auslÃ¤nderrechtlichen Verfahren vorgebracht worden sei, die BeschwerdefÃ¼hrerin wolle von ihren zwei Kindern nichts wissen, erstaune es, dass sie eine fÃ¼r wohl lÃ¤ngerfristige und wiederholte Besuche adÃ¤quate Wohnung angemietet habe und dem Anschein nach eine vertraute Beziehung zu ihrer Tochter pflege. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.1 </b>Die Vorinstanz geht davon aus, die BeschwerdefÃ¼hrerin sei die Ehe mit C nur eingegangen, um das Familienleben mit ihrem ehemaligen Konkubinatspartner G und den beiden Kindern in der Schweiz weiterfÃ¼hren zu kÃ¶nnen. Die oben aufgefÃ¼hrten Punkte unterstÃ¼tzen diese These zwar, bei nÃ¤herer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass dieser Schluss zu kurz greift und sich insbesondere nicht durch die Akten stÃ¼tzen lÃ¤sst. Wie die BeschwerdefÃ¼hrerin zu Recht vorbringt, hat der Beschwerdegegner die WeiterfÃ¼hrung ihrer ursprÃ¼nglichen Beziehung mit G nicht untersucht. Auch aus den Akten ergeben sich keinerlei Hinweise darauf, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ihre frÃ¼here Beziehung mit G wÃ¤hrend der Ehe mit C in der Schweiz weitergefÃ¼hrt hat bzw. mit diesem heute noch eine Beziehung fÃ¼hrt. Eine die Ehe mit C konkurrenzierende Parallelbeziehung hat der Beschwerdegegner damit nicht nachgewiesen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.2 </b> Dass die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrem ehemaligen Konkubinatspartner keine Beziehung mehr fÃ¼hrt, schliesst das Vorliegen einer Scheinehe grundsÃ¤tzlich noch nicht aus, wÃ¤re doch auch denkbar, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin die Ehe mit C nur eingegangen ist, um im gleichen Land wie ihre Kinder leben zu kÃ¶nnen. Davon geht der vorinstanzliche Entscheid sinngemÃ¤ss aus, indem ausgefÃ¼hrt wird, die BeschwerdefÃ¼hrerin habe unter der Trennung von ihren Kindern gelitten und sich gewÃ¼nscht, auch in der Schweiz wohnen zu kÃ¶nnen. DiesbezÃ¼glich weist die BeschwerdefÃ¼hrerin aber zu Recht darauf hin, dass sich aus der zeitlichen Abfolge ein anderes Bild ergibt. Der Beschwerdegegner wies die Familiennachzugsgesuche betreffend H und I mit VerfÃ¼gung vom 4. April 2013 ab. Das Verwaltungsgericht bestÃ¤tigte die VerfÃ¼gung mit Urteil vom 28. August 2014. Der bundesgerichtliche Entscheid, mit welchem das Familiennachzugsgesuch betreffend I letztinstanzlich gutgeheissen wurde, erging erst im Januar 2016. Im September 2014, als die BeschwerdefÃ¼hrerin in die Schweiz einreiste, um C zu heiraten, musste sie aufgrund des damaligen Stands des Verfahrens eher davon ausgehen, dass ihre Kinder keine Aufenthaltserlaubnis erhalten wÃ¼rden, was in Bezug auf H letztinstanzlich auch bestÃ¤tigt wurde. Dies hielt die BeschwerdefÃ¼hrerin aber nicht von der Heirat ab, was gegen die Argumentation spricht, sie sei die Ehe mit C nur eingegangen, um sich im gleichen Land wie ihre Kinder aufhalten zu kÃ¶nnen. Gegen diese These spricht auch der Umstand, dass die Tochter H bereits seit Juli 2016 nicht mehr in der Schweiz lebt. WÃ¤re sie einzig in die Schweiz gekommen, um in der NÃ¤he ihrer Kinder zu sein, wÃ¤re auch anzunehmen, dass sie seit ihrer Einreise zum ebenfalls hier lebenden Sohn I eine enge Beziehung pflegen wÃ¼rde. Dies legt der Beschwerdegegner nicht dar. Auch aus den Akten ergeben sich keinerlei Hinweise, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼berhaupt mit ihrem Sohn in Kontakt steht. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.3 </b>Die kurze Kennenlernphase, der Altersunterschied von 14 Jahren sowie die Tatsache, dass C als SozialhilfeempfÃ¤nger zur Zielgruppe von Personen gehÃ¶rt, die eher fÃ¼r eine Scheinehe bereit sind, stellen zwar Indizien fÃ¼r eine Scheinehe dar, vermÃ¶gen diese alleine jedoch nicht zu begrÃ¼nden. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass sich insbesondere aus dem Familiennachzugsverfahren der beiden Kinder, in welchem eine fehlende BetreuungsmÃ¶glichkeit durch die Grossmutter vorgespielt und die Anwesenheit der BeschwerdefÃ¼hrerin in der Schweiz verschwiegen wurde, klare Unstimmigkeiten ergeben. Daraus lÃ¤sst sich jedoch nicht ableiten, dass die Ehe der BeschwerdefÃ¼hrerin nur zum Schein gefÃ¼hrt wurde. Ferner ist diesbezÃ¼glich zu berÃ¼cksichtigen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin im Familiennachzugsverfahren nicht Partei war und â soweit ersichtlich â auch nicht angehÃ¶rt wurde. Dass ihr Aufenthalt in der Schweiz von ihrem ehemaligen Konkubinatspartner G im Familiennachzugsverfahren verschwiegen wurde, kann ihr folglich nicht angelastet werden. Die weiteren Indizien, auf welche die Vorinstanz ihre Argumentation der Familienvereinigung in der Schweiz stÃ¼tzt, vermÃ¶gen nicht zu Ã¼berzeugen. Dass die Tochter H bei der Wohnungskontrolle angetroffen wurde, weist zwar daraufhin, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin derzeit zur Tochter ein gutes VerhÃ¤ltnis pflegt. Es dient aber nicht als Beweis dafÃ¼r, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin einzig wegen ihren beiden Kindern in die Schweiz einreiste, zumal die Tochter Hbereits im Juli 2016 aus der Schweiz ausreiste. Auch der Umstand, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r sich alleine eine Dreizimmerwohnung mietet, stellt nur ein sehr schwaches Indiz dafÃ¼r dar. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass zwar gewisse Indizien fÃ¼r eine Scheinehe vorhanden sind. Gleichwohl ist die Beweislage nicht eindeutig und sind die Verdachtsmomente fÃ¼r eine Scheinehe von den Vorinstanzen zu einseitig ausgelegt worden. Eine Scheinehe kann derzeit weder klar verneint noch bejaht werden. Da eine Scheinehe grundsÃ¤tzlich durch die MigrationsbehÃ¶rde nachzuweisen ist und die derzeitige Indizienlage es nicht rechtfertigt, der BeschwerdefÃ¼hrerin den Gegenbeweis hierfÃ¼r aufzuerlegen, ist die Beschwerde gutzuheissen und der Beschwerdegegner anzuweisen, der BeschwerdefÃ¼hrerin die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Sollten sich inskÃ¼nftig neue Hinweise fÃ¼r eine Scheinehe ergeben, wÃ¤re eine erneute ÃberprÃ¼fung des Aufenthaltsrechts angezeigt.</p> <p class="Erwgung1">Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde. Bei diesem Verfahrensausgang erÃ¼brigt sich die PrÃ¼fung der von der BeschwerdefÃ¼hrerin geltend gemachten GehÃ¶rsverletzung sowie die von ihr beantragen BeweisantrÃ¤ge. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG) und ist dieser fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren zur Bezahlung einer angemessenen ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'500.- (inkl. MWST) zu verpflichten (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG sowie § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das vorliegende Urteil kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Andernfalls kann lediglich die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG wegen der Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte ergriffen werden. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 9. Juli 2020 und die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 10. Juli 2019 werden aufgehoben. Der Beschwerdegegner wird angewiesen, der BeschwerdefÃ¼hrerin die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. </span><span>Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'500.- (inkl. MWST), insgesamt Fr. 3'000.-, zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>