B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4582/2018 U r t e i l v o m 2 6 . N o v e m b e r 2 0 2 0 Besetzung Richterin Roswitha Petry (Vorsitz), Richterin Mia Fuchs, Richterin Christa Luterbacher, Gerichtsschreiberin Regina Seraina Goll. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), alle Eritrea, alle vertreten durch MLaw Céline Benz-Desrochers, Bündner Beratungsstelle für Asylsuchende, (…), Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 16. Juli 2018 / N (…). E-4582/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden suchten am (…) Juli 2016 in der Schweiz um Asyl nach. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom (…) und der Anhörung vom (…) machten sie im Wesentlichen Folgendes geltend: Sie (die Beschwerdeführerin) sei in F._______ geboren und habe mit ihrem ersten Ehemann und ihren zwei (…) in G._______ gelebt. Nach der Schei- dung von ihrem Mann im Jahr (…) sei sie diversen Erwerbstätigkeiten nachgegangen, bis sie im Jahr (…) nach H._______ gezogen sei, wo sie im Jahr (…) ihren jetzigen Ehemann geheiratet und mit ihm zwei (…) ge- zeugt habe. Ihr Ehemann sei im Rahmen des Nationaldienstes Fahrer bei einer militärischen Einheit gewesen. Im Jahr (…) sei er für ein Jahr inhaf- tiert gewesen und habe nach seiner Freilassung wieder Dienst geleistet. Zu ihrem Ehemann pflege sie keinen Kontakt, gehe aber davon aus, er sei weiterhin als Fahrer in Eritrea tätig. Ihr (…) sei seit dem Jahr (…) gesund- heitlich in schlechter Verfassung. Die erforderlichen Medikamente für sein (…) habe sie aus I._______ organisieren müssen. Weil sie eine (…) be- herbergt habe, welche später beim Versuch der illegalen Ausreise erwischt worden sei, sei sie im (…) verhaftet worden. Dabei habe sie die älteren Kinder bei den Nachbarn/ Grosseltern lassen und ihre zwei kleinen (…) ins Gefängnis mitnehmen müssen. Sie sei einen Monat in der Polizeistation und einen Monat beim Geheimdienst inhaftiert gewesen, wobei sie beim Geheimdienst nach zwei Wochen Aufenthalt in Folge von Misshandlungen für zwei Wochen habe hospitalisiert werden müssen. Schliess lich sei sie gegen eine Bürgschaft von 15'000 Nakfa entlassen worden. In H._______ sei ihre Hütte, welche sie auf einem nicht offiziellen Grund- stück gebaut habe, im Jahr (…) abgebrannt. Auf diesem Grundstück habe sie nach dem Brand ein Haus ohne Erlaubnis bauen lassen. Kurz vor Fer- tigstellung des Hauses im (…) hätten Soldaten das Haus abgerissen. Mit übriggebliebenen Backsteinen habe sie eine Hütte gebaut und sei dort mit ihren Kindern bis zur Ausreise im (…) verblieben. Weil sie so verbittert ge- wesen sei, sei sie schliesslich mit ihren vier Kindern mit Hilfe von Schlep- pern von H._______ über I._______ und J._______ illegal nach K._______ gereist. Ihre vier Stiefkinder hätten über einen anderen Weg ausreisen wollen, seien jedoch abgefangen und verhaftet worden. Ihr Ehe- mann, welcher ihnen habe nachreisen wollen, habe sich deshalb gegen die Ausreise entschieden. E-4582/2018 Seite 3 Als Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin ihre Identitätskarte, ihren Eheschein und die Taufscheine der Kinder (alle im Original), eine Kopie der Scheidungsurkunde sowie – auf Anforderung – drei ärztliche Berichte zu den geltend gemachten gesundheitlichen Problemen des Beschwerdefüh- rers B._______ datiert auf den (…), den (…), den (…) und den (…) ein. B. Mit Verfügung vom 16. Juli 2018 verneinte d ie Vorinstanz die Flüchtlings- eigenschaft der Beschwerdeführe nden und lehnte ihr Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete sie ihre Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an. C. Mit Beschwerde vom 10. August 2018 an das Bundesverwaltungsgericht beantragten die Beschwerdeführenden, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl zu gewäh- ren. Eventualiter sei infolge der Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft wegen Unzulässigkeit des Wegwei sungsvollzugs die vorläufige Auf nahme als Flüchtlinge anzuordnen. Subeventualiter sei die Unzulässigkeit und Unzu- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Auf- nahme zu gewähren. Subsubeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um unentgeltliche Rechtspflege un- ter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie Beiordnung der Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin. D. Am 13. August 2018 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein- gang der Beschwerde und hielt fest, die Beschwerdeführenden dürften den Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten. E. Mit Schreiben vom 8. August 2018 (eingegangen am 17. August 2018) be- stätigte das Amt für Migration und Zivilrecht L._______, dass die Be- schwerdeführenden für die Bereiche Lebensunterhalt, medizinische Grundversorgung und Unterkunft vom Amt unterstützt werden. F. Mit Zwischenverfügung vom 20. August 2018 hiess die damals zuständige Instruktionsrichterin die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Pro- zessführung und Rechtsverbeiständung gut und setzte die rubrizierte E-4582/2018 Seite 4 Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin der Besch werdeführen- den ein. G. Mit Beschwerdeergänzung vom 4. September 2018 unterrichteten die Be- schwerdeführenden über den aktuellen gesundheitlichen Zustand des Be- schwerdeführers B._______. H. Mit Schreiben vom 2. Juli 2020 und 4. August 2020 wandten sich Bekannte der Beschwerdeführenden mit Unterstützungsschreiben an das Bundes- verwaltungsgericht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); f ür das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge- setzesartikel (Art. 83 Abs. 1 – 4) ist unverändert vom AuG ins AIG über- nommen worden. 1.3 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.4 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). E-4582/2018 Seite 5 1.5 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken ; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). E-4582/2018 Seite 6 5. 5.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids führte die Vorinstanz aus, die Vorbrin gen der Beschwer deführerin seien oberflächlich, wider- sprüchlich und unplausibel ausgefallen und deuteten auf einen konstruier- ten Sachverhalt hin. Zu den Widersprüchen bringt sie vor, die Beschwer- deführerin habe sich bezüglich des Haftgrundes ihres Mannes im Jahr (…) widersprochen. In der BzP habe sie die Desertion ihres Mannes und in der Anhörung den unerlaubten Transport von Händlerware als Haftgrund vor- gebracht. Des Weiteren habe sie betreffend den Aufenthalt der Kinder wäh- rend ihrer Inhaftierung in der BzP behauptet, sie seien von den Nachbarin- nen betreut worden. In der Anhörung habe sie hingegen angegeben, ihre zwei kleinen (…) bei sich im Gefängnis gehabt zu haben. Zudem könne die familiäre und Wohnsituation in H._______ aufgrund bewusster Falschaus- sagen nicht gänzlich erstellt werden, da B._______ in der Anhörung – an- ders als sie − ausgesagt habe, seine Stiefbrüder hätten nicht bei ihnen ge- lebt. Auch die Vorbringen zum Abriss und Neubau der Behausung seien betreffend die Verwendung eines Bulldozers und die Wiederverwendung der Backsteine widersprüchlich. So habe sie zunächst die Verwendung ei- nes Bulldozers verneint und später bejaht, wobei sie die Backsteine sofort eingesammelt habe. Anschliessend habe sie geschildert, die Soldaten hät- ten nur den oberen Teil des Hauses zers tört und seien dann weitergezo- gen, sodass sie die Backsteine habe sammeln können, bevor sie zurück- gekommen seien und diese hätten zerstören können. Schliesslich habe sie betreffend die Haftzeit ihre Schilderungen oftmals revidiert. Beispielsweise habe sie zunächst behauptet, sie habe nie hinausgehen dürfen, später je- doch erklärt, sie habe die Zelle f ür die Notdurft verlassen können. Zudem habe sie die Aussage, wonach sie einen Monat beim Geheimdienst inhaf- tiert gewesen sei, revidiert und angegeben, sie habe nur zwei Wochen in der Zelle verbracht und sei dann zwei Wochen lang hospitalisiert worden. Das Vorgehen des Geheimdienstes, sie während zweier Wochen unbe- wacht in einem Spital zurückzulassen, sei fragwürdig. Zudem würden sich ihre Schilderungen, wonach s ie in einer Einzelzelle festgehal ten worden sei und als Häftling Zugang zu medizinischer Versorgung gehabt habe, nicht mit den Inhalten öffentlich zugänglicher Quellen zu allgemeinen Haft- bedingungen in Eritrea decken. Überdies scheine es fraglich, weshalb sie die Hütte an Ort und Stelle habe bauen lassen, wo der Abriss des Hauses stattgefunden habe, nur um wenige Monate später dennoch auszureisen. Des Weiteren scheine das Vorgehen der Behörden, wonach sie von Haus zu Haus ziehen und bloss den obersten Stock abreissen würden, bevor sie allenfalls zurückkehren würden, wenig lebensnah. Folglich seien zentrale Punkte ihrer Vorbringen widersprüchlich, unplausibel und würden auf einen E-4582/2018 Seite 7 konstruierten Sachverhalt deuten. Dabei seien sowohl die Schilderungen zum Abriss des Hauses als auch zur Haft unpersönlich, vage und auswei- chend ausgefallen und hätten nur wenige Realkennzeichen aufgewiesen. Die Vorbringen wü rden somit den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten. Allein aufgrund der illegalen Ausreise sei nicht mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass sie sich mit Sanktionen ihres Hei- matstaates konfrontiert sehen würde, die ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG darstellen würden. Andere Anknüpfungspunkte, welche die Beschwerdeführerin in den Augen des eritreischen Regimes als miss- liebige Person erscheinen lassen könnten, seien nicht ersichtlich. 5.2 Die Beschwerdeführerin entgegnet in ihrer Beschwerdeschrift, sie habe sich nicht widersprochen, sondern ihre Vorbringen präzisiert. Als sie be- hauptet habe, die Nachbarn hätten die Kinder betreut, habe sie damit ge- meint, sie hätten ihr versteckt Milch für die Kinder gegeben, und dies auch so in der Anhörung präzisiert. Auch den genauen Aufenthalt der Kinder und Stiefkinder während ihrer Haftzeit habe sie präzisiert. Die Haftbedingungen habe sie ausführlich, präzis e und wiederholt geschildert. Zudem sei es nicht erstaunlich, dass sie während der Haft medizinisch versorgt worden sei, da ihr Zustand lebensgefährlich gewesen sei. Dieses Vorgehen bestä- tige selbst die v om SEM zitierte Quelle. Da sie Eritrea illegal verlassen habe und den Behörden bekannt sei, könne eine zukünftige Inhaftierung bei einer Rückkehr nicht ausgeschlossen werden. Betreffend die Aussagen von B._______, wonach seine Stiefbrüder nicht bei ihnen gelebt hätten, sei auf die BzP hinzuweisen . Darin habe er bezüglich seines Stiefbruders «L._______» gesagt, dass er jetzt bei seiner Tante lebe und zuvor bei ihnen gelebt habe. Er habe sich aufgrund seines Alters im Asylzentrum von anderen beeinflussen lassen, welche gesagt hätten, es sei besser , seine vier Stiefbrüder nicht zu erwähnen. Ferner sei der Hausabriss nicht wider- sprüchlich, sondern glaubhaft dargelegt. Die Zerstörung des Hauses und der Wiederaufbau der Hütte hätten sich über mehrere Tage abgespielt. Sie habe präzisiert, die Soldaten hätten mit dem Bulldozer nur das oberste Stockwerk zerstört und seien dann weiter gezogen. Danach habe sie zer- störte, aber noch brauchbare Backsteine retten können und damit eine Hütte gebaut. Diese Backsteine habe sie drei Tage nach dem Abriss abge- holt, was sie mit «sofort» gemeint habe, und das Haus danach selbst ab- gerissen. Sie habe auch präzisiert, dass das Haus von den Soldaten ganz abgerissen worden wäre, wenn sie es nicht gemac ht hätte. Bei ihren Vor-E-4582/2018 Seite 8 bringen handle es sich um eine präzise Beschreibung, welche von (…) be- stätigt worden sei. Es sei nachvollziehbar, dass sie verbittert gewesen sei und sich entschlossen habe, auszureisen. Mit insgesamt acht Kindern sei es nicht einfach, das Land illegal zu verlassen, weshalb sie erst im (…) Eritrea habe verlassen können. Die illegale Ausreise sei folglich flüchtlings- relevant, da es verschiedene Faktoren gebe, die sie in den Augen der erit- reischen Behörden als missliebige Person erscheinen liessen. 6. 6.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet  im Ge- gensatz zum strikten Beweis  ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der Gesuchstellerin. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesent- liche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschick- sals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im Wesent- lichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vor- kommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlitte- nen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei- chende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüch- lichen, gesteigerten oder nachgeschobene n Vorbringen. Bei der Beurtei- lung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Ele- mente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub- stantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen die Gesuchstellerin sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen (vgl. BVGE 2015/3 E.6.5.1 und Urteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 6.2 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet die Vorbringen der Beschwer- deführerin angesichts zahlreicher Realkennzeichen insgesamt als über- wiegend glaubhaft gemacht. Nachfolgend wird auf die von der Vorinstanz angeführten Unglaubhaftigkeitselemente und die von der Beschwerdefüh- rerin diesbezüglich entgegneten Argumente beziehungsweise Aussagen eingegangen. 6.2.1 Der Einschätzung der Vorinstanz, wonach die Aussagen der Be- schwerdeführerin zur vorgebrachten Haft nicht substanziiert ausgefallen seien, kann nicht gefolgt werden. So sind sowohl ihre Erzählungen zu den E-4582/2018 Seite 9 Umständen, die zur Haft geführt hätten, als auch zu den Haftbedingungen kohärent, plausibel und weisen mehrere Realkennzeichen auf. Die Be- schwerdeführerin erzählt nachvollziehbar, wie es zu der Beherbergung der (…) gekommen sei (A22 F89 – F90). Ausserdem beschreibt sie, wie sie ihre zwei (…) in der Haftzeit ernährt habe (A22 F101, F120). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz revidiert die Beschwerdeführerin ihre Aussagen, wonach sie nicht habe rausgehen dürfen , nicht. Auf die Frage, ob sie die Zelle verlassen durfte, um zum Beispiel in einem Innenhof zu verbleiben, antwortet sie, nur die Kinder seien nach draussen gebracht worden, um frische Luft zu schnappen (A22 F110 - F111). Später fragt der SEM-Mitar- beiter erneut, ob sie die Zelle «auch nicht für ganz kurze Zeit» habe ver- lassen dürfen (A22 F113), worauf die Beschwerdeführerin entgegnet, sie habe die Notdurft in Begleitung bei einem Fluss verrichten müssen. Dazu habe sie zwei Mal täglich die Zelle verlassen dürfen (A22 F113 - F114). Bei diesen Fragen der Vorinstanz handelt es sich um zwei unterschiedliche Fragen. Folglich kann der Beschwerdeführerin nicht entgegengehalten werden, dass sie diese unterschiedlich beantwortet habe. Es handelt sich daher nicht um eine Revidierung ihrer Aussagen, sondern um eine Präzi- sion derselben. Die Beschwerdeführerin berichtet glaubhaft von den schwierigen Haftbedingungen, wie zum Beispiel von der Zelle (A22 F116 – 119), vom Verhalten der Polizisten (A22 F101, F109-110, F 112, F123) und von den Schwierigkeiten mit ihren Kindern (A22 F120). Beim Geheimdienst seien die Bedingungen zwar schlimmer, jedoch sei für sie der Aufenthalt im Polizeiposten am Schlimmsten gewesen, da sie da einen ganzen Monat lang eingesperrt gewesen sei. Zudem seien die Mitarbeiter beim Geheim- dienst nicht so streng gewesen, weil sie aufgrund ihres schlechten Gesund- heitszustandes Mitleid mit ihr gehabt hätten (A22 F124). Insgesamt sind die Schilderungen zu der Haft mit vielen Realkennzeichen versehe n, so zum Beispiel die Aussagen, sie hätten beim Geheimdienst Ziegen gezüch- tet (A22 F101), die Kinder hätten rausgehen dürfen (A22 F111), es habe Sprichwörter an der Wand gehabt (A22 F119). Schliesslich sind ihre Schil- derungen bezüglich ihres Aufenthalts in einer Einzelzelle und im Spital ent- gegen der Auffassung der Vorinstanz mit den Inhalten der öffentlich zu- gänglichen Quellen zu den allgemeinen Haftbedingungen in Eritrea verein- bar (vgl. beispielsweise UN Human Rights Council, Report of the detailed findings of the Commission of Inquiry on Human Rights in Eritrea (A/HRC/29/CRP .1), 05.06.2015, http://www.ohchr.org/Documents/HRBo- dies/HRCouncil/CoIEritrea/A_HRC_29_CRP-1.pdf, abgerufen am 27.11.2020). Zudem ist anzumerken, dass die Beschwerdeführerin nicht behauptet hat, sie sei nicht bewacht worden, sondern dass sie gegen Kau- tion entlassen wurde, weil man keine Wächter nur für sie habe aufstellen E-4582/2018 Seite 10 können. Die Vorinstanz hat es hier versäumt , nachzufragen, wie das für den zweiwöchigen Spitalaufenthalt gelöst wurde, was der Beschwerdefüh- rerin nicht entgegengehalten werden kann. Folglich sind die Schilderungen zu der Haft als glaubhaft zu er achten. Daran vermag der Widerspruch zu dem Aufenthalt ihrer Kinder während der Haft nichts zu ändern, zumal ihm in der Gesamtbetrachtung keine grosse Bedeutung zukommt. Demzufolge überwiegen in der Gesamtbeurteilung die Gründe, welche für die Richtig- keit der vorgebrachten S achverhaltsdarstellung sprechen, wenn auch Zweifel tatsächlich bestehen bleiben. 6.2.2 Der Vorwurf des SEM, die Beschwerdeführerin habe zu dem Abriss und dem Neubau ihrer Behausung widersprüchliche Angaben gemacht, er- weist sich auf den ersten Blick zwar als berechtigt. Bei genauerer Lektüre der entsprechenden Protokollstelle n ergibt sich jedoch ein kohärenter, nachvollziehbarer Verlauf der Geschehnisse. Betreffend die Verwendung des Bulldozers ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin nicht explizit behauptet, der Bulldozer sei nicht z um Einsatz gekommen. Vielmehr legt sie dar, dass die Soldaten bei den bereits abgerissenen Häusern nochmals mit einem Bulldozer vorbeigegangen sind, um dann die restlichen Back- steine zu zerstören (A22 F132). Demzufolge bestätigt die Beschwerdefüh- rerin ihre Vorbringen. Zudem enthalten ihre Aussagen lebensnahe Einzel- heiten, wie zum Beispiel der Zustand des Wellblechs nach dem Abriss des Hauses und seine Weiterverwendung für die Tiere (A22 F145) oder der Zustand der Backsteine (A22 F153) . Auch die Hoffnungslosigkeit der Be- schwerdeführerin nach dem Abriss wirkt authentisch (A22 F142, F143, F157). Ausserdem ist anzumerken, dass gemäss den Aussagen der Be- schwerdeführerin der Bau von Hütten − im Gegensatz zum Bau von Häu- sern − von den Behörden toleriert worden sei (A22 F45 und F131). In An- betracht dessen ist es nachvollziehbar, dass sie nach dem Hausabriss am gleichen Ort die Hütte gebaut hat. Weshalb das Vorgehen der Soldaten beim Abriss der Häuser wenig lebensnah sein soll, wird von der Vorinstanz nicht begründet und ist auch nicht ersichtlich. 6.2.3 Es ist der Vorinstanz zwar zuzustimmen, dass sich die Beschwerde- führerin betreffend den Grund der Inhaftierung des Ehemannes im Jahre (…) widersprochen hat. D ie Haft des Ehemannes ist für ihre Vorbringen jedoch nicht wesentlich und ändert nichts an der Glaubhaftigkeit der Haft der Beschwerdeführerin und des Abrisses des Hauses. Dasselbe gilt für die Wohnsituation der Stiefkinder . Im Übrigen war B._______ zum Zeit- punkt der Anhörung noch sehr jung, was bei der Beurteilung der Glaubhaf- tigkeit seiner Vorbringen zu berücksichtigen ist. E-4582/2018 Seite 11 6.2.4 Im Sinne einer Gesamtbetrachtung kann sich das Gericht den Erwä- gungen der Vorinstanz, wonach die Haft der Beschwerdeführerin und der Hausabriss unglaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG seien, nicht anschlies- sen. Generell wurden die Vorbringen – wenn auch Zweifel bestehen blei- ben − kongruent und nachvollziehbar dargetan. Die Gründe, welche für die Glaubhaftigkeit der vorgebrachten Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen daher, so dass vom eingangs geschilderten Sachverhalt (Bst. A) auszugehen ist. 6.3 Es ist in der Folge der Frage nachzugehen, ob die Verhaftung und die Enteignung der Beschwerdeführerin eine asylbeachtliche Verfolgung dar- stellen. 6.4 Vorab ist festzustellen, dass die geltend gemachte Haft zwar als glaub- haft erachtet wird. Die Beschwerdeführerin wurde jedoch aus der Haft ent- lassen, weshalb die staatliche Verfolgung als abgeschlossen gilt. Des Wei- teren ergeben sich aus der Anhörung keine weiteren staatlichen Behelli- gungen im Zeitraum zwischen ihrer Entlassung und dem Abriss ihres Hau- ses, welche auf eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG schliessen las- sen. Schliesslich war die Inhaftierung nicht kausal für die Ausreise. Einer- seits hat sich die Beschwerdeführerin erst ein Jahr nach ihrer Entlassung entschieden, Eritrea zu verlassen, und anderseits war der Auslöser für die Ausreise der Beschwerdeführenden der Abriss ihres Hauses und nicht ihre Inhaftierung. Es handelt sich beim Abriss des Hauses allerdings nicht um einen ernsthaften Nachteil, der sich auf ein Verfolgungsmotiv im Sinne von Art. 3 AsylG stützt. Schliesslich ist anzumerken, dass der Bau des Hauses ohne Baubewilligung durchgeführt wurde, weshalb der Abriss ohnehin als rechtskonform zu gelten vermag . Es ist daher nicht davon auszugehen, dass sie zum Zeitpunkt ihrer Ausreise einer asylrelevanten Verfolgungsge- fahr ausgesetzt gewesen war. Das SEM hat demzufolge zu Recht das Asyl- gesuch der Beschwerdeführerin abgelehnt und die Wegweisung angeord- net (Art. 44 AsylG). 6.5 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat  etwa durch ein illegales Verlassen des Landes oder exilpolitische Betätigungen  eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht sogenannte subjektive Nachflucht - gründe im Sinne von Art. 54 AsylG geltend. Diese begründen die Flücht- lingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls. Stattdessen werden Personen, welche E-4582/2018 Seite 12 subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). 6.5.1 Zur illegalen Ausreise der Beschwerdeführerin ist festzuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht im Referenzurteil D-7898/2015 vom 30. Ja- nuar 2017 nach einer eingehenden quellengestützten Lageanalyse (E. 4.64.11) zum Schluss kam, dass die bisherige Praxis, wonach eine illegale Ausreise per se zur Flüchtlingseigenschaft führte, nicht mehr auf- rechterhalten werden könne (E. 5.1). Es sei nicht mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass einer Person einzig aufgrund ihrer illegalen Ausreise aus Eritrea eine asylrelevante Verfolgung drohe. Für die Begründung der Flüchtlingseigenschaft im eritreischen Kontext bedürfe es neben der illegalen Ausreise zusätzlicher Anknüpfungspunkte, welche zu einer Verschärfung des Profils und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich re- levanten Verfolgungsgefahr führen könnten (E. 5.1 f.). 6.5.2 Die angefochtene Verfügung erweist sich in diesem Punkt als unzu- treffend. Die Glaubhaftigkeit der illegalen Ausreise wurde von der Vo- rinstanz nicht bestr itten und gilt a ufgrund der stimmigen und hinreichend substanziierten Aussagen als gegeben. Wie in Erwägung 6.2 ausgeführt, ist es ebenfalls glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin unter dem Vorwurf, die (…) beim Versuch der illegalen Ausreise unterstützt zu haben, inhaftiert worden ist. Es ist anzunehmen, dass ihre bereits erfolgte (und abgeschlos- sene) Verfolgung durch die illegale Ausreise eine Aktualisierung erfährt, weshalb darin ein zusätzlicher Anknüpfungspunkt zu erkennen ist, welcher zusammen mit der illegalen Ausreise der Beschwerdeführerin zur Beja- hung einer aktuellen Verfolgungsgefahr und folglich auch zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft zu führen hat. 7. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde betreffend die Flüchtlingseigen- schaft und den Wegweisungsvollzug gutzuheissen, die Dispositivziffern 1, 3 und 4 der angefochtenen Verfüg ung des SEM vom 16. Juli 2018 sind aufzuheben und die Beschwerdeführenden als Flüchtlinge zu anerkennen. Das SEM ist anzuweisen, sie vorläufig aufzunehmen (Art. 83 Abs. 8 AIG). Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. E-4582/2018 Seite 13 8. 8.1 Die Kosten d es Beschwerdeverfahrens und die Parteientschädigung sind grundsätzlich nach dem Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen auf- zuerlegen beziehungsweise zuzusprechen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Be- schwerdeführenden sind bezüglich ihrer Anträge auf Feststellung der Asyl- gewährung und der Aufhebung der Wegweisung unterlegen. Bezüglich der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Anordnung des Wegwei- sungsvollzugs haben sie obsiegt. Praxisgemäss bedeutet dies ein Obsie- gen zu zwei Dritteln, weshalb die Verfahrenskosten grundsätzlich zu einem Drittel den Beschwerdeführenden aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 8.2 Nachdem in der Zwischenverfügung vom 20. August 2018 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurde, ist von einer teilweisen Kostenauflage abzusehen. 8.3 Soweit die Beschwerdeführenden  zu zwei Dritteln  obsiegen, ist ihnen zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung (Art. 64 VwVG; Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) zuzusprechen. Der ausgewiesene Zeitaufwand im Beschwerdeverfahren von 12 Stunden erscheint überhöht und wird auf 8 Stunden gekürzt. Der veranschlagte Stundensatz von Fr. 20 0. bewegt sich im gemäss Art. 10 Abs. 2 VGKE vorgesehenen Rahmen und die Pauschale für die Auslagen in der Höhe von Fr. 20.– erscheint angemessen. Das SEM ist demnach anzuweisen, den Beschwerdeführenden eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'080.– auszurichten 8.4 Nachdem die rubrizierte Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeistän- din beigeordnet worden ist (vgl. Art. 110a Abs. 1 AsylG), ist ihr für ihren Aufwand betreffend den abzuweisenden Teil der Beschwerde ein amtliches Honorar zu entrichten, so weit dieser sachlich notwendig war (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Das Gericht geht praxisgemäss bei nicht -an- waltlichen Vertreterinnen und Vertreter von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE), wobei nur der notwendige Aufwand zu entschädigen ist (vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Der Rechtsvertreterin ist folglich – analog zur Berechnung der Parteient- schädigung – zulasten der Gerichtskasse ein amtliches Honorar in Höhe von gerundet Fr. 407.- zu entrichten. E-4582/2018 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird betreffend die Flüchtlingseigenschaft und den Weg- weisungsvollzug (Dispositivziffern 1, 4 und 5 der angefochtenen Verfü- gung) gutgeheissen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Beschwerdeführenden werden als Flüchtling e anerkannt. Das SEM wird angewiesen, sie vorläufig aufzunehmen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1080.– auszurichten. 5. Der rubrizierten Rechtsvertreterin wird für ihren Aufwand als amtliche Rechtsbeiständin ein Honorar von Fr. 407.– zulasten der Gerichtskasse ausgerichtet. 6. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Roswitha Petry Regina Seraina Goll Versand: