B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I Postfach CH-9023 St. Gallen Telefon +41 (0)58 705 25 02 Fax +41 (0)58 705 29 80 www.bundesverwaltungsgericht.ch Geschäfts-Nr. A-2132/2012 bac/mer/mer Z w i s c h e n v e r f ü g u n g v o m 2 5 . F e b r u a r 2 0 1 3 In der Beschwerdesache Parteien 1. Flughafen Zürich AG, Postfach, 8058 Zürich, 2. Kanton Zürich, Baudirektion, Immobilienamt, Abteilung Landerwerb, Postfach, 8090 Zürich, beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Roland Gfeller und Rechtsanwalt Dr. iur. Daniel Kunz, Gfeller Budliger Rechtsanwälte, Florastrasse 44, Postfach 1709, 8032 Zürich, Beschwerdeführende 1 und Beschwerdegegner 2, gegen A._______ und B._______, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Jordi, Lägernstrasse 2, 8302 Kloten, Beschwerdeführende 2 und Beschwerdegegner 1, und Eidgenössische Schätzungskommission, Kreis 10, Minervastrasse 99, Postfach 1821, 8032 Zürich, Vorinstanz, Gegenstand Entschädigung für Direktüberflüge ausgehend vom Betrieb des Landesflughafens Zürich-Kloten (Landeanflug Piste 28, sog. Ostanflug), A-2132/2012 Seite 2 stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: A. A._______ und B._______ erwarben 1985 Stockwerkeigentum an einer Liegenschaft in der Gemeinde Kloten. Im Oktober 2001 wurden die sog e- nannten "Ostanflüge" auf die Piste 28 des Flughafens Zürich eingeführt. Seither wird die betreffende Liegenschaft regelmässig von landenden Maschinen direkt überflogen. In der Folge gelangten A._______ und B._______ an die Flughafen Zürich AG und machten einen Anspruch auf Enteignungsentschädigung geltend. Die Eidgenössische Schätzungs- kommission Kreis 10 (nachfolgend: Vorinstanz) leitete darauf ein Enteig- nungsverfahren ein. B. Mit Schätzungsentscheid der Vorinstanz vom 15. November 2011 wurde die Flughafen Zürich AG verpflichtet, für den eingetretenen Minderwert des Stockwerkeigentums eine Enteignungsentschädigung von Fr. 117'460.– zu leisten. Das Grundbuchamt wurde angewiesen, die Ve r- teilung der Entschädigungszahlung aufzuschieben, bis ein Entscheid der Vorinstanz über die Höhe der anzurechnenden Sachleistungen (allfällige von der kantonalen Baudirektion festzulegende Massnahmen gemäss Schallschutzkonzept vBR) ergangen ist. Weiter wurde die Flughafen Z ü- rich AG verpflichtet, A._______ und B._______ für das Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 10'220.– zu bezahlen. C. Am 20. April 2012 erheben die Flughafen Zürich AG und der Kanton Z ü- rich (Beschwerdeführen de 1 und Beschwerdegegner 2; nachfolgend: Enteigner) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen den Schätzungsentscheid. Sie beantragen, die Enteignungsentschädigung sei auf höchstens Fr. 24'037.– zu reduzieren; eventuell sei die Sache zur neuen Festse tzung der Entschädigung an die Vorinstanz zurückzuwe i- sen. Die Parteientschädigung sei pauschal auf Fr. 4'000.–, eventuell Fr. 6'000.– festzusetzen. Am 23. April 2012 reichen auch A._______ und B._______ (Beschwerde- führende 2 und Beschwerdege gner 1; nachfolgend: Enteignete) eine Be- schwerde gegen den Schätzungsentscheid ein; am 8. Mai 2012 erheben sie zudem Anschlussbeschwerde zur Beschwerde der Enteigner. A-2132/2012 Seite 3 D. Mit Verfügung vom 7. Juni 2012 vereinigt der Instruktionsrichter die B e- schwerdeverfahren. E. In ihrer im Rahmen der Verfahrensinstruktion eingereichten Stellungnah- me vom 17. Oktober 2012 stellen die Enteigneten sodann folgendes Be- gehren: "Die Enteigner seien solidarisch zu verpflichten, den Enteigneten umgehend eine Abschlagszahlung in der Höhe von Fr. 28'000.– zu entrichten. Die A b- schlagszahlung sei im Umfang von Fr. 24'000.– an die Enteignungsentsch ä- digung und im Umfang von Fr. 4'000.– an die Parteientschädigung anz u- rechnen. Einer dagegen gerichteten Beschwerde sei die aufschiebende Wi r- kung zu entziehen." F. Die Enteigner äussern sich hierzu in ihrer Stellungnahme vom 6. Dezember 2012. Sie stellen folgende Anträge: "1. Sofern Abschlagszahlungen für eine allenfalls auszurichtende Entei g- nungsentschädigung angeordnet würden, seien gleichzeitig entspr e- chende Massnahmen zur Absicherung der Abschlagszahlungen zu ve r- fügen. 2. Der Antrag auf Ausrichtung von Abschlagszahlungen für allfällige Parte i- entschädigungen sei abzuweisen." G. In ihrer im Rahmen der Verfahrensinstruktion eingereichten Eingabe vom 30. Januar 2013 teilen die Enteigner zudem mit, die Schallschutzfenster der Liegenschaft der Enteigneten entsprächen den massgeblichen Vor- gaben, weshalb bei der kantonalen Baudirektion kein Verfahren zur A n- ordnung ergänzender Schallschutzmassnahmen eingeleitet worden sei . Die Enteignungsentschädigung könne – soweit im vorliegenden Verfah- ren keine weitergehenden Schallschutzmassnahmen angeordnet wü r- den – nach ihrer rechtskräftigen Festset zung ohne Aufschub ausbezahlt werden. A-2132/2012 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Nach Art. 76 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 über die Enteignung (EntG, SR 711) kann der Enteigner jederzeit verlangen, dass er zur Besitzergreifung oder zur Ausübung des Rechts schon vor der B e- zahlung der Entschädigung ermächtigt werde, wenn er nachweist, dass dem Unternehmen sonst bedeutende Nachteile entstünden. Über solche Gesuche um vorzeitige Bes itzeinweisung entscheidet der Präsident der Schätzungskommission frühestens in der Einigungsverhandlung; er zieht die Mitglieder der Schätzungskommission bei, wenn er dies für notwendig erachtet oder wenn eine Partei es verlangt (vgl. Art. 76 Abs. 2 EntG). Im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht entscheidet der Instrukt i- onsrichter über derartige Gesuche (Art. 76 Abs. 3 EntG; über Beschwe r- den gegen entsprechende Entscheide der Schätzungskommission wird hingegen in Dreierbesetzung geurteilt: vgl. Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A-6324/2009 vom 22. März 2010 E. 1.1). Die Enteignungsentschädigung ist vom Tag der Besitzergreifung an zu verzinsen; zudem ist der Enteigner auf Verlangen des Enteigneten zur vorherigen Sicherstellung einer angemessenen Summ e oder zu A b- schlagszahlungen oder zu beidem zu verhalten (vgl. Art. 76 Abs. 5 EntG). Im Verfahren vor der Schätzungskommission hat stets die Gesamtko m- mission über eine Abschlagszahlung zu entscheiden (vgl. Art. 29 Abs. 3 der Verordnung vom 24. April 1972 f ür die eidgenössischen Schätzung s- kommissionen [SR 711.1]). Im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht entscheidet nach dem bereits erwähnten Art. 76 Abs. 3 EntG in jedem Fall der Instruktionsrichter über Gesuche um vorzeitige Besitzeinweisung. Entsprechend hat er auch über eine allfällige Abschlagszahlung zu befi n- den. Der Instruktionsrichter ist somit zuständig zur Behandlung des vorliege n- den, im Verlauf des Beschwerdeverfahre ns gestellten Gesuchs um Ab- schlagszahlung. 2. An sich muss es ein Grundeigentümer nicht dulden, dass durch direkte Überflüge in den Luftraum seines Grundstücks eingegriffen wird. Weiter kann er sich unabhängig von einem direkten Überflug gegen übermäss i- ge Im missionen aus der Nachbarschaft zur Wehr setzen . Die entspre- chenden Abwehrrechte des Privatrechts kommen indessen nicht mehr A-2132/2012 Seite 5 zum Tragen, wenn die Einwirkungen vom bestimmungsgemässen Gebrauch eines öffentlichen Flugplatzes herrühren (vgl. dazu BGE 129 II 72 [=Pra. 2003 Nr. 137] E. 2.2 bis 2.4 mit Hinweisen). Die sich daraus er- gebende Lage ist für die betroffenen Eigentümer gleichbedeutend mit der zwangsweisen Errichtung einer Grunddienstbarkeit, welche die Pflicht zur Duldung der Einwirkungen zum Inhalt hat . Ein solches Recht erwirbt der Enteigner nach Art. 91 Abs. 1 EntG erst durch die Bezahlung der Entei g- nungsentschädigung. Eine Verfügung betreffend vorzeitige Besitzeinwe i- sung könnte gemäss Art. 76 Abs. 2 EntG frühestens zum Zeitpunkt der Einigungsverhandlung er gehen. Was die Einwirkungen betrifft, die vom Betrieb eines öffentlichen Werks in der Nachbarschaft herrühren , so sind diese in aller Regel aber bereits vorhanden, wenn die entsprechenden Enteignungsverfahren eingeleitet werden. Die Inbesitznahme des Rechts, das Gegenstand der Enteignung bildet, erfolgt damit unabhängig von e i- ner formellen Verfügung. Diese "faktische Inbesitznahme" ist einer vorzei- tigen Besitz ergreifung im Sinne von Art. 76 Abs. 1 EntG gleichzusetzen (vgl. dazu BGE 121 II 350 E. 5e mit Hinweisen). Entsprechend ist die Re- gelung von Art. 76 Abs. 5 EntG betreffend Abschlagszahlung in solchen Fällen anwendbar, obschon zu keinem Zeitpunkt eine (formelle) vorzeitige Besitzeinweisung erfolgt. 3. Die Enteigneten beantragen, die Abschlagszahlun g sei im Umfang von Fr. 4'000.– an die Parteientschädigung anzurechnen. Eine Abschlagszah- lung im Sinne von Art. 76 Abs. 5 EntG kann jedoch einzig für die in Abs. 1 erwähnte "Entschädigung" verlangt werden, bei der es sich um die En t- eignungsentschädigung handelt. Auch die Systematik des Enteignung s- gesetzes und die Botschaft des Bundesrats zum Enteignungsgesetz (vgl. Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung zum Entwurfe ei- nes Bundesgesetzes über die Enteignung vom 21. Juni 1926, BBl 1926 II 1, S. 74) bestätigen das. Soweit eine an die Parteientschädigung anz u- rechnende Abschlagszahlung gefordert wird, ist das Gesuch der Entei g- neten damit abzuweisen. 4. Zu prüfen bleibt, ob den Enteigneten eine Abschlagszahlung für die Ent- eignungsentschädigung zuzusprechen ist. 4.1. Anders als eine Sicherstellung dient eine Abschlagszahlung nicht in erster Linie der Sicherung des Entschädigungsanspruchs, sondern vor al- lem auch der Überbrückung von Liquiditätsengpässen, die dem Enteigne-A-2132/2012 Seite 6 ten drohen, wenn ihm einerseits das enteig nete Recht vorzeitig entzogen wird, er aber andererseits noch bis zum Vollzug der Enteignung die auf dem Grundstück haftenden Lasten (Grundsteuern, Zinsen usw.) weiter zu tragen hat, ausserdem vielleicht Ersatz beschaffen und umziehen sollte. Die Höhe der Abschlagszahlung hat sich aus dieser Zweckbestimmung zu ergeben und orientiert sich daher nicht zwingend an den Kriterien von Art. 19 EntG (vgl. HEINZ HESS / HEINRICH WEIBEL, Das Enteignungsrecht des Bundes, Band I, Bern 1986, Art. 76 Rz. 23 mit Hinweis). Im Übrigen wird der Schaden, der aus der vorzeitigen Besitzeinweisung bzw. dem damit verbundenen Nutzungsverlust resultiert, grundsätzlich durch die Zinsen ersetzt, die nach Art. 76 Abs. 5 EntG ab Besitzergreifung auf der endgültigen Enteignungsentschädigung zu bezahlen sind (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 1E.7/2001 vom 13. Februar 2002 E. 3.2 mit Hinweis). 4.2. Vorliegend ist selbst genutztes Wohneigentum von den Überflügen betroffen: Geht durch die Besitzergreifung die Ruhe verloren und wird der Eigentümer beim Wohnen durch Immissionen gestört, so wird der bish e- rige Nutzen des Grundstücks in qualitativer Hinsicht eingeschränkt. Diese qualitative Beeinträchtigung der Nutzung mindert den Gegenwert der g e- tätigten Investitionen, was vorliegend eine Entschädig ungspflicht auslöst (vgl. dazu BGE 134 II 49 E. 21). Hingegen werden allein durch die Besitz- ergreifung keine Liquiditätsprobleme auf Se iten des Enteigneten eintr e- ten. Dieser erzielt durch die Nutzung des Grundstücks keinen Ertrag, der ihm entgehen könnte . Auch ist er nicht gezwungen umzuziehen oder E r- satz zu beschaffen. Grundsätzlich reicht es daher aus, der vorzeitigen Nutzungseinbusse durch die Verzinsung der endgültigen Entschädigung Rechnung zu tragen . Zwar kann nicht von Vornherein ausgeschlossen werden, dass es in einem konkreten Einzelfall aufgrund besonderer U m- stände dennoch zu Liquiditätsproblemen kommt. In der Regel wird sich eine Abschlagszahlung in der vorliegenden Fallkonstellation aber nicht aufdrängen. 4.3. Die Enteigneten machen denn auch keine k onkreten Liquiditätseng- pässe geltend. Sie stellen sich indessen auf den Standpunkt, insoweit die Enteignungsentschädigung von den Enteignern anerkannt werde, sei nicht ersichtlich, was gegen eine Abschlagszahlung spreche. Entgegen den Ausführungen der Enteigneten anerkennen die Enteigner in ihrer B e- schwerde jedoch nicht einen Entschädigungsbetrag von Fr. 24'000.–, sondern beantragen, die Entschädigung sei höchstens auf diesen Betrag festzusetzen. Immerhin aber führen die Enteigner in ihrer Stellungnahme vom 6. Dezember 2012 aus, gegen eine Abschlagszahlung sei grundsätz-A-2132/2012 Seite 7 lich nichts einzuwenden und der verlangte Betrag von Fr. 24'000.– à con- to Enteignungsentschädigung sei in Ordnung. Sie machen allerdings gel- tend, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Abschlagszahlung die endgültige Enteignungsentschädigung übersteige, weshalb eine allfäl- lige Rückforderung abgesichert werden müsse, z.B. mit einer Bürgschaft oder Bankgarantie. Eine Grundlage, solche "Absicherungsmassnahmen" anzuordnen, ist jedoch nicht ersichtlich. Somit kann festgehalten werden, dass die Enteigneten keine Liquidität s- engpässe darlegen und die Enteigner nicht vorbehaltslos in eine A b- schlagszahlung einwilligen. Aufgrund der langen Dauer des bisherigen Verfahrens und aufgrund der Tatsache, dass sich ein gewisser (wenn auch weiter) Rahmen für die endgültige Entschädigung aufgrund des Entscheids der Vorinstanz und der Beschwerden der Parteien durchaus herauskristallisiert hat, ist es indes gerechtfertigt, den Enteign eten den- noch das Minimum als Abschlagszahlung zuzusprechen, d as die Flugha- fen Zürich AG aus heutiger Sicht in jedem Fall zu bezahlen haben wird . Dies insbesondere deshalb, weil durch eine vorsichtige Festlegung di e- ses Betrags eine mögliche Rückforderung pr aktisch ausgeschlossen werden kann, womit den betreffenden Bedenken der Enteigner Rechnung getragen ist. Vorliegend kann davon ausgegangen werden, dass die Enteigner zumi n- dest die Hälfte des von ihnen "höchstens" anerkannten Betrags von Fr. 24'000.– als Enteignungsentschädigung zu entrichten haben werden. 4.4. Den Enteigneten ist damit eine Abschlagszahlung von Fr. 12'000.– zuzusprechen. 5. Die Enteigneten beantragen, die Flughafen Zürich AG und der Kanton Zü- rich seien solidarisch zur Leistung der Abschlagszahlung zu verpflichten. Seit 1. Juni 2001 ist indessen die Flughafen Zürich AG Inhaberin der Be- triebskonzession für den Flughafen Zürich, womit ihr gemäss Art. 36a Abs. 4 des Luftfahrtgesetzes vom 21. Dezember 1948 (LFG, SR 748.0) das Enteignungsrecht zusteht. H insichtlich der Ostanflüge, die erst nach Erteilung der Konzession eingeführt wurden, ist daher allein die Flugha- fen Zürich AG zur Leistung enteignungsrechtlicher Entschädigungen ve r- pflichtet. Die Abschlagszahlung ist somit von der Flughafen Zürich AG zu leisten. A-2132/2012 Seite 8 6. Die vorliegend zuzusprechende Abschlagszahlung unterliegt d em Vertei- lungsverfahren und ist zuhanden der Enteigneten ans Grundbuchamt zu bezahlen (Art. 76 Abs. 5 Satz 2 i.V.m. Art. 89 Abs. 1 EntG ; vgl. dazu HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 76 Rz. 24). Damit, dass im Rahmen des vorliegenden Verfahren s Sachleistungen angeordnet werden, ist nicht zu rechnen. Da die Verteilung der endgült i- gen Enteignungsentschädigung gemäss den Enteignern somit nicht auf- zuschieben sein wird, kann auch die Verteilung der Abs chlagszahlung ohne Aufschub erfolgen. 7. Die Vorinstanz hat (in Vorwegnahme und analoger Anwendung des heuti- gen Art. 93 Abs. 3 EntG) verfügt, das Grundbuchamt habe nach Eingang der Enteignungsentschädigung eine Anmerkung mit dem Wortlaut "erfolg- te Entschädigung für direkte Überflüge ausgehend vom Flughafen Zürich" im Grundbuch vorzunehmen . Dies wird von keiner der Par teien bea n- standet. Nach Auffassung der Enteigner ist auch eine Abschlagszahlung auf entsprechende Weise im Grundbuch anzumerken. 7.1. Mit einer Entsc hädigung für direkten Überflug (bzw. einer Immiss i- onsentschädigung) soll der Minderwert eines Grundstücks ein für alle Mal ausgeglichen werden; von mehreren aufeinanderfolgenden Eigentümern eines Grundstücks kann daher nur einer eine solche Entschädigung b e- anspruchen (vgl. BGE 129 II 72 E. 2.8). Durch die Anmerkung der Immis- sionsentschädigung (bzw. analog der Entschädigung für direkten Übe r- flug) im Grundbuch soll vermieden werden, dass spätere, über die Abge l- tung nicht orientierte Eigentümer zur Annahme verleitet werden, einen ei- genen Anspruch auf Entschädigung geltend machen zu können (vgl. Bo t- schaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Register - Schuldbrief und weitere Änderungen im Sachenrecht], BBl 2007 5283, S. 5343 f.). Was nun die Abschl agszahlung betrifft, geht es den Enteignern darum, die Gefahr einer Doppelzahlung abzuwenden: Bei einem Verkauf des Grundstücks noch im Laufe des Verfahrens ist es unter Umständen mög- lich, die Überflugs- bzw. Immissionsentschädigung dem bisherigen Eigen- tümer zuzusprechen; dies insbesondere dann, wenn sich dieser das Recht auf die Entschädigung im Kaufvertrag vorbehalten hat (vgl. dazu BGE 131 II 137 [=Pra. 2006 Nr. 3] E. 3.1.5 und Urteil des Bundesgerichts A-2132/2012 Seite 9 1E.8/2000 vom 12. Dezember 2002 E. 2.1 mit Hinwe is). Grundsätzlich steht die Enteignungsentschädigung jedoch dem neuen Eigentümer zu ; dieser tritt anstelle des Bisherigen in das Verfahren ein (vgl. HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 16 Rz. 17). Es ist damit denkbar, dass die En t- schädigung einem neuen Eigentümer zusteht, jedoch bereits eine A b- schlagszahlung an den alten Eigentümer geleistet worden ist. 7.2. Es besteht indessen keine Möglichkeit, eine Abschlagszahlung im Grundbuch anzumerken, denn Art. 93 Abs. 3 EntG bietet dafür keine Grundlage: Nachdem die "gültige En trichtung der Entschädigung" nach Absatz 1 des Artikels identisch mit der in Art. 91 EntG umschriebenen Entschädigungsleistung ist (vgl. HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 93 Rz. 3), kann es sich auch bei der "Entschädigung" nach Absatz 3 nicht um eine A b- schlagszahlung handeln, sondern nur um die eigentliche Enteignungsent- schädigung. Würde die Enteignungsentschädigung einem neuen Eigentümer zust e- hen, könnte dies zwar im Verhältnis zwischen neuem und altem Eigent ü- mer zu Problemen führen. Prima vista ist indessen nich t davon auszuge- hen, dass der neue Eigentümer den bereits als Abschlagszahlung gelei s- teten Betrag erneut vom Enteigner fordern könnte. Denn bei einem Pa r- teiwechsel hat die neue Partei das Verfahren grundsätzlich so aufzune h- men, wie sie es vorfindet; der Str eitgegenstand bleibt derselbe (vgl. ISA- BELLE HÄNER, Die Beteiligten im Verwaltungsverfahren und Verwaltung s- prozess, Zürich 2000, Rz. 378). 7.3. Eine Anmerkung der Abschlagszahlung im Grundbuch ist daher nicht anzuordnen. 8. Zusammenfassend ist den Enteigneten ein e an die Enteignungsentsch ä- digung anzurechnende Abschlagszahlung von Fr. 12'000.– zuzusprechen. Im Übrigen ist das Gesuch um Abschlagszahlung abzuweisen. Die Flug- hafen Zürich AG ist zu verpflichten, den genannten Betrag zuhanden der Enteigneten ans Grundbuchamt zu bezahlen, und dieses ist einzuladen, das Verteilungsverfahren durchzuführen . Der Klarheit halber ist das Grundbuchamt darauf hinzuweisen, dass die Vertei lung der Abschlag s- zahlung nicht aufzuschieben ist. A-2132/2012 Seite 10 9. Einer allfälligen Beschwerde gegen den vorliegenden Entscheid kommt von Gesetzes wegen keine aufschiebende Wirkung zu (vgl. Art. 87 Abs. 2 EntG i.V.m. Art. 103 Abs. 1 und 2 des Bundesgerichtsgesetzes vo m 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Der Antrag der Enteigneten, die au f- schiebende Wirkung sei zu entziehen, ist deshalb gegenstandslos. Über eine allfällige Erteilung der aufschiebenden Wirkung würde im bundesge- richtlichen Verfahren entschieden (vgl. Art. 103 Abs. 3 BGG). 10. Über die Kosten dieses Zwischenentscheids sowie eine allfällige Parte i- entschädigung wird im Entscheid über die Hauptsache zu befinden sein. Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Das Gesuch der Beschwerdeführenden 2 und Beschwerd egegner 1 um Abschlagszahlung wird teilweise gutgeheissen. Den Beschwerdeführe n- den 2 und Beschwerdegegnern 1 wird für den Minderwert aus Direktüber- flügen der Stockwerkeinheit Nr. 3, (…), Kloten ( GR-Bl. […]) eine an die Enteignungsentschädigung anzurechnende Abschlagszahlung von Fr. 12'000.– zugesprochen. Soweit weitergehend, wird das Gesuch um Abschlagszahlung abgewiesen. 2. Die Flughafen Zürich AG wird verpflichtet, den Betrag von Fr. 12'000.– gemäss vorstehender Ziffer 1 innert 30 Tagen nach Eröffnung dieses Ent- scheids zuhanden der Beschwerdeführenden 2 und Beschwerdegegner 1 ans Grundbuchamt Bassersdorf zu bezahlen. 3. Das Grundbuchamt Bassersdorf wird eingeladen, nach Eingang der Ab- schlagszahlung das Verteilu ngsverfahren durchzuführen. Das Verte i- lungsverfahren ist nicht aufzuschieben bis ein Entscheid der Schätzungs- kommission über die Höhe der auf die Entschädigung anzurechnenden Sachleistungen ergangen ist. 4. Über die Kosten dieses Entscheids sowie eine allfällige Parteientschädi- gung wird zusammen mit der Hauptsache entschieden. A-2132/2012 Seite 11 5. Diese Verfügung geht an: – die Beschwerdeführenden 1 und Beschwerdegegner 2 (Einschreiben mit Rückschein) – die Beschwerdeführenden 2 und Beschwerdegegner 1 (Einschreiben mit Rückschein) – das Grundbuchamt Bassersdorf ( Rubrum und Dispositiv ; E inschrei- ben) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) Der Instruktionsrichter: Der Gerichtsschreiber: Christoph Bandli Andreas Meier Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefoch- tene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdefü h- rer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: