<h2>SubmittedText<h2><p>"Holz ist eine wichtige natürliche Ressource der Schweiz: Es ist ein erneuerbarer, klimaneutraler Rohstoff, der sowohl stofflich als auch energetisch einsetzbar ist. Zukünftig könnte Holz als Lieferant von Kohlenstoff auch immer bedeutender für die chemische und pharmazeutische Industrie werden." Diese Einleitung findet sich in der kürzlich vorgestellten Ressourcenpolitik Holz von Bafu, BFE und Seco. </p><p>Der Schweizer Wald wird heute nur halb so stark genutzt, wie es sein jährlicher Zuwachs erlauben würde. Die stetig steigende Überalterung der einheimischen Wälder gefährdet die Erhaltung der Schutzfunktion und der biologischen Vielfalt. Eine stärkere Nutzung des Holzes soll Abhilfe schaffen. Die mehrfachen Wirkungen des Holzes auf die CO2-Bilanz können zusätzlich helfen, die Verpflichtungen des Bundes gegenüber Kyoto einzuhalten. Es gilt daher, alle Möglichkeiten und Technologien für die Anwendung des Holzes zu nutzen.</p><p>Das vielfältige Material Holz kann als Grundstoff in folgenden Bereichen zur Anwendung kommen:</p><p>Holz als Chemierohstoff: Aus Zellulose lassen sich viele Chemikalien herstellen, für die heute noch Erdöl als Basis dient: weg von der Petrochemie, hin zur Lignochemie.</p><p>Holz als Energiestoff: Holz kann direkt verbrannt oder zuerst vergast und so verbrannt werden.</p><p>Holz als Werkstoff: Erdölderivate sind heute noch vorwiegend das Ausgangsmaterial zur Herstellung vieler Gegenstände in der Konsum- und Industriegüter-Industrie. Diese können stattdessen aus Holz hergestellt werden.</p><p>Holz als Baustoff: Für Gebäude, welche Minergie-P- oder noch strengere Auflagen bezüglich Energieverbrauch (2000-Watt-Gesellschaft) zu erfüllen haben, ist Holz ein geradezu ideales Baumaterial. Holz kommt heute zur Anwendung, wo früher nur Stahl oder Beton infrage kamen.</p><p>Unter Federführung der Empa wurde ein Forschungsvorhaben unter dem Titel "Wood Fibre 2020" entwickelt, das nebst den genannten Anwendungsgebieten auch die Bereiche Ressourcenökonomie und Lebenszyklusanalyse als Teile umfasst. Mit "Wood Fibre 2020" werden erstmals alle Fragen von der Holzproduktion bis zur vielfältigen möglichen Anwendung des nachwachsenden Rohstoffes in der Schweiz ganzheitlich angegangen. Die Aufgaben sollen Grundlagen- wie angewandte Forschung umfassen. Darum werden bei diesem breitabgestützten Forschungsprojekt viele Institutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung einbezogen. </p><p>Angesichts der grossen gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Bedeutung dieses Vorhabens für die Zukunft ist es folgerichtig, wenn das Forschungsprojekt in ein nationales Forschungsprogramm (NFP) überführt wird. Die erforderlichen Vorarbeiten laufen. In diesem Zusammenhang stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Teilt er die Meinung, dass der Rohstoff Holz in den angesprochenen Bereichen einen immer grösseren Stellenwert erhalten wird?</p><p>2. Befürwortet er die Lancierung eines umfassenden Forschungsprojektes, wie es "Wood Fibre 2020" beinhaltet?</p><p>3. Ist er bereit, wenn die erforderlichen Vorgaben erfüllt sind, diesem Forschungsvorhaben für die Überführung in ein NFP hohe Priorität einzuräumen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bedeutung der natürlichen Ressource Holz wurde in den letzten Jahren zunehmende Aufmerksamkeit geschenkt, namentlich wegen des vom Interpellanten dargelegten, vielfältigen Anwendungspotenzials. Zu den gestellten Fragen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:</p><p>1. Nach Ablauf seines Förderprogramms "Holz 21" (Laufzeit bis Ende 2008) hat der Bund unter der Federführung des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) in Abstimmung mit den relevanten Akteuren das Anschlussprogramm "Ressourcenpolitik Holz" ausgearbeitet. Dabei wurden insbesondere das Bundesamt für Energie, das Staatssekretariat für Wirtschaft, die Kantone, die Wald- und Holzwirtschaft, Holzenergie Schweiz, die eidgenössischen Forschungsanstalten (WSL, Empa), Hochschulen und Umweltverbände einbezogen. Mit der Ressourcenpolitik Holz sollen eine konsequente, aber nachhaltige Holznutzung aus einheimischen Wäldern und eine ressourceneffiziente Verwendung des Rohstoffes unterstützt werden. Zur zielgerichteten Umsetzung dieses Programms hat das Bafu in Zusammenarbeit mit den relevanten Partnern den Aktionsplan Holz ausgearbeitet. Bei dessen Umsetzung steht der ökologisch und ökonomisch sinnvolle Einsatz des Holzes im Vordergrund.</p><p>Der Bundesrat unterstützt das Programm Ressourcenpolitik Holz, welches auch einen wichtigen Beitrag für die Ziele der Strategie des Bundes "Nachhaltige Entwicklung Schweiz" leisten wird. Diese Ressourcenpolitik soll dabei insbesondere zu den in der Strategie definierten Schlüsselherausforderungen "Klimawandel", "erneuerbare Energien", "Nutzung natürlicher Ressourcen" sowie auch zu "Wirtschaft, Produktion und Konsum" (mit Schwergewicht im Massnahmenbereich "Nachhaltiges Bauen") beitragen. Das Programm Ressourcenpolitik Holz ist auf Information und Wissenstransfer fokussiert und beschränkt sich auf Aspekte der angewandten Forschung. Die unter dem Projekt "Wood Fibre 2020" laufenden Forschungsaktivitäten der Hochschulen, Fachhochschulen und eidgenössischen Forschungsanstalten können in diesem Zusammenhang wichtige Beiträge für die Umsetzungspraxis liefern.</p><p>2./3. Ein breitangelegtes Forschungsvorhaben wie "Wood Fibre 2020", das auch Grundlagenforschung beinhaltet, ist durchaus im Interesse der obenskizzierten Vorhaben. Was die Lancierung neuer nationaler Forschungsprogramme (NFP) anbelangt, so wurde im Herbst 2008 mit dem Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen für neue NFP die Prüfrunde 2008/09 gestartet. Das Auswahlverfahren ist im Gang. Gestützt auf die Ergebnisse der Evaluation und auf eine Prüfung der Machbarkeit durch den Schweizerischen Nationalfonds wird der Bundesrat voraussichtlich Ende 2009/Anfang 2010 über die Lancierung neuer NFP aus dieser Prüfrunde entscheiden. Angesichts des laufenden Verfahrens kann sich der Bundesrat zum jetzigen Zeitpunkt nicht dazu äussern.</p>  Antwort des Bundesrates.