Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 7. Juni 2023 (810 23 54) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Regelung des Besuchs- und Ferienrechts / Errichtung einer Beistandschaft Besetzung Vorsitzender Niklaus Ruckstuhl, Kantonsrichterin An a Dettwiler, Kan- tonsrichter Markus Clausen, Hans Furer, Daniel Noll , Gerichtsschreibe- rin Nathalie Droeser Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Simon Berger, Advokat gegen Kindes - und Erwac hsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegnerin Betreff Regelung des Besuchs- und Ferienrechts / Erricht ung einer Beistand- schaft (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 16. Februar 2023) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. D.____ (geboren 2012) und E.____ (geboren 2016) sind die Kinder der unverheirateten Eltern C.____ und A.____. Die Kindseltern trennten sich Ende Mai 2022. Die Sorge über die Kinder üben die Kindseltern gemeinsam aus, die Obhut steht der Kindsmutter zu. B. Mit Schreiben vom 4. Juli 2022 beantragte der Kindsv ater bei der Kindes- und Erwach- senenschutzbehörde (KESB) B.____ die Regelung des Besuch srechts. Am 23. August 2022 wurde anlässlich des Gesprächs bei der KESB B.____ eine vor läufige Besuchs- und Ferienre- gelung ausgearbeitet. Diese sah vor, dass der Beschwerdefü hrer die Kinder jedes zweite Wo- chenende von Freitagnachmittag bis Sonntagabend sowie je an einem Nachmittag unter der Woche zu sich zu Besuch nahm. Da sich die eigenständige U msetzung dieser Regelung durch die Kindseltern jedoch als schwierig erwies, hielt die KESB B.____ mit E-Mail vom 1. Septem- ber 2022 diese schriftlich fest. C. Aufgrund der weiter bestehenden Kommunikationsschwier igkeiten zwischen den Kinds- eltern wurden diese mit Entscheid der KESB B.____ vom 19. September 2022 angewiesen, eine kinderorientierte Mediation in Anspruch zu nehmen. D. Am 25. November 2022 teilte der Mediator der KESB B.____ mit, dass die Kindsmutter nicht mehr in der Lage sei, weiter an der Mediation teilzunehmen. Für das weitere Vorgehen wurden zwei Varianten empfohlen: die Mediation zu bee nden, das Besuchsrecht gemäss der Vereinbarung mit der KESB B.____ vom 23. August 2022 festzulegen und eine Beistandschaft zu errichten, oder an der Mediation festzuhalten und m it der Kindsmutter ein normatives Ge- spräch zu führen. E. Der Kindsvater beantragte mit Schreiben vom 5. Dez ember 2022 die Errichtung einer Beistandschaft und die Regelung des Besuchsrechts. Er könn e nicht akzeptieren, dass ihm die Kinder immer mehr entfremdet würden. F. Nach Anhörung der beiden Kinder am 21. Dezember 20 22 sowie der Gewährung des rechtlichen Gehörs der Kindseltern am 12. Januar 2023 erliess die KESB B.____ am 16. Feb- ruar 2023 folgenden Entscheid: 1. Das Besuchs- und Ferienrecht wird für D.____ und E. ____ wie folgt geregelt: - Der Kindsvater erhält das Recht und die Pflicht, se ine Kinder D.____ und E.____ jedes zweite Wochenende von Freitagnachmittag nach der Schule bis Mo ntagmorgen zu sich auf Besuch zu nehmen. Der Kindsvater holt die Kinder am Freitagna chmittag von der Schule ab und bringt sie am Montagmorgen zur Schule. - Der Kindsvater erhält das Recht und die Pflicht, se inen Sohn D.____ jeden Dienstagnachmittag nach der Schule bis ca. 19:45 Uhr zu sich auf Besuch zu ne hmen. Der Kindsvater holt D.____ von der Schule ab und bringt ihn nach dem Training wi eder nach Hause (ohne Nachtessen). Wenn kein Training stattfindet, bringt der Kindsvate r D.____ um 19:45 Uhr nach Hause (inkl. Nachtessen). - Der Kindsvater erhält das Recht und die Pflicht, se ine Tochter E.____ jeden Mittwoch von 16:00 Uhr bis ca. 19:15/19:30 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen. Wenn der Kindsvater bis Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 14:00 Uhr von der Kindsmutter nichts hört, kann er E. ____ um 16:00 Uhr zu Hause abholen. An- sonsten würde die Kindsmutter dem Kindsvater mittei len, wo er E.____ abholen soll. Der Kinds- vater bringt E.____ nach Hause (inkl. Nachtessen). - Der Kindsvater erhält das Recht und die Pflicht, vier bis sechs Wochen Ferien pro Jahr mit seinen Kindern D.____ und E.____ zu verbringen. 2. Für D.____ und E.____ wird eine Beistandschaft na ch Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet. 3. Als Mandatsperson wird F.____ ernannt und beauft ragt: - Die Kindseltern in ihrer Sorge um ihre Kinder D.____ und E.____ mit Rat und Tat zu unterstützen und zu beraten, - das Besuchsrecht zu koordinieren und zu überwachen, - mit den Kindseltern zusammen den Zeitpunkt und die Aufteilung der Ferien festzulegen, - mit den Kindseltern zusammen die Feiertage festzule gen und bei Uneinigkeiten über die Feierta- ge alternierend zu entscheiden, - bei allfälligen Streitigkeiten betreffend Besuchs- und Ferienrecht zu entscheiden, - Ansprechperson für die Kindseltern, D.____ und E.____ sowie Fachpersonen zu sein, - der KESB B.____ so oft als notwendig, spätestens per 28. Februar 2025, ordentlich Bericht zu erstatten. […] 6. Gestützt auf Art. 450c ZGB wird einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzo- gen. […] G. Dagegen erhob der Kindsvater A.____ (nachfolgend Beschwerdeführer genannt) mit Schreiben vom 11. März 2023 Beschwerde beim Kantonsgerich t, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte die Erstellung eines neuen Betreuungs- plans, in welchem er am allgemeinen Schulalltag sowi e an der Freizeitgestaltung seiner beiden Kinder aktiv teilnehmen könne, um ihre Entwicklung posi tiv mitgestalten zu können. Auch sei die Möglichkeit einer alternierenden Obhut zu prüfen . Bis zur Erstellung dieses Plans sei fol- gende Besuchsregelung anzuwenden: Der Kindsvater holt s eine beiden Kinder jedes zweite Wochenende am Freitag von der Schule ab, verbringt da s Wochenende mit ihnen und begleitet sie am Montagmorgen zur Schule. Der Kindsvater holt se inen Sohn D.____ jeden Dienstag (zurzeit 16:15 Uhr) von der Schule ab, bringt ihn zum T raining (17:45-19:45 Uhr) und begleitet ihn Mittwochmorgen zur Schule (inklusive Übernachtung). D er Kindsvater holt seine Tochter E.____ jeden Mittwoch um 16:00 Uhr von Zuhause ab (od er die Kindsmutter teilt ihm bis 14:00 Uhr mit, wo die Tochter abzuholen ist) und begleitet sie am Donnerstagmorgen zur Schu- le (inklusive Übernachtung). Die Osterferien und Feier tage sind gemeinsam mit der Beistands- person zu koordinieren. Zur Begründung machte der Kind svater geltend, der Entscheid der KESB B.____ sei weder korrekt noch vollständig. Seine Be reitschaft und seinen Einsatz an gu- ten Lösungen und Kompromissen sowie seine ständige Gespr ächsbereitschaft seien nicht er- wähnt worden. Auch werde die Blockadehaltung und Verzögerungstaktik der Kindsmutter sowie die Beeinflussung der Kinder toleriert und nicht bewe rtet. Seine Wünsche, Vorstellungen und vorgeschlagenen Betreuungsmöglichkeiten seien nicht berücksichtigt worden. Der unter hohem Druck von der KESB B.____ anlässlich der Anhörung vom 23. August 2022 erstellte Betreu- ungsplan sei ohne sein Wissen und seiner Zustimmung im Entscheid übernommen worden. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zudem sei die Befragung der beiden Kinder nicht notw endig gewesen, und die Kinderpsycholo- gin sei von der KESB B.____ nie kontaktiert worden. V or der Trennung habe er die Betreuung der beiden Kinder zu 40% übernommen, während der Pandemie mehrfach zu 100%. H. Mit Vernehmlassungen vom 5. und 19. April 2023 schl ossen die Kindsmutter sowie die KESB B.____ auf Abweisung der Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge. I. Rechtsanwalt Simon Berger teilte am 27. April 202 3 dem Kantonsgericht mit, dass ihn der Beschwerdeführer mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt habe. J. Mit Verfügung vom 25. Mai 2023 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und mitgeteilt, dass das Urteil schriftlich eröffnet wird. Dem Beschwerdeführer wurde die unent- geltliche Rechtspflege bewilligt, das Gesuch um unentg eltliche Verbeiständung hingegen ab- gewiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) vom 10. Dezember 1907 i.V.m. § 66 Abs. 1 des kan tonalen Gesetzes über die Einfüh- rung des Zivilgesetzbuchs (EG ZGB) vom 16. November 2006 kann gegen Entscheide der KESB Beschwerde beim Kantonsgericht erhoben werden. Da s Verfahren richtet sich nach den Art. 450 ff. ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen de s kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (vgl. § 66 Abs. 2 EG ZGB). Die Beschwerde ist frist- und formgerecht erhoben wor- den (vgl. Art. 450b Abs. 1 und Art. 450 Abs. 3 ZGB). Der Beschwerdeführer ist als Kindsvater durch den angefochtenen Entscheid beschwert und damit z ur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten. 1.2 Soweit der Beschwerdeführer beantragt, die Oster- und Feiertage sollen mit der Bei- ständin koordiniert werden, wurde diesem Anliegen mit Ziff. 3 lit. d des Entscheids der KESB B.____ vom 16. Februar 2023 bereits entsprochen, so d ass auf die Beschwerde in diesem Punkt nicht eingetreten werden kann. 1.3.1 Des Weitern begehrt der Beschwerdeführer, es sei die Möglichkeit einer alternierenden Obhut zu prüfen. Vorliegend ist der Entscheid der KES B B.____ vom 16. Februar 2023 ange- fochten und bildet damit das Beschwerdeobjekt. Streitg egenstand kann somit nur sein, was bereits Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder allenfalls hätte sein sollen. Ge- genstände, über welche die erstinstanzlich verfügende Behörde nicht entschieden hat und über welche sie nicht entscheiden musste, darf die obere Instan z – abgesehen von hier nicht vorlie- genden Ausnahmefällen – nicht beurteilen, da sie son st in die funktionelle Zuständigkeit der Vorinstanz eingreifen würde. Ein Antrag, der über da s hinausgeht, was von der Vorinstanz ent- schieden wurde, oder der mit dem Gegenstand der angefochtenen Verfügung nichts zu tun hat, ist ungültig (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht VV], vom 27. April 2022 [810 21 297] E. 1.2.1 mit w eiteren Hinweisen; vgl. auch § 6 Abs. 1 VPO). 1.3.2 Gegenstand des angefochtenen Entscheids ist die R egelung des Besuchs- und Ferien- rechts sowie die Errichtung einer Beistandschaft. Die al ternierende Obhut hingegen war nicht Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens und hätte e s auch nicht sein müssen. Der Be- schwerdeführer hat im Verfahren vor der KESB B.____ n ie ausdrücklich ein solches Begehren gestellt. Die alternierende Obhut wurde lediglich am Rande thematisiert (siehe Telefonnotiz der KESB B.____ vom 5. Mai 2022; Schreiben Beschwerdeführer vom 19. August 2022 im Vorfeld der Besprechung vom 23. August 2022, an welcher jedoch die alternierende Obhut nicht thema- tisiert wurde). Damit darf das Kantonsgericht über ein e mögliche alternierende Obhut nicht ur- teilen, da sie sonst in die funktionelle Zuständigkeit der KESB B.____ eingreifen würde. Das Kantonsgericht tritt folglich auf dieses Begehren ebenfalls nicht ein. 1.3.3 Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer freisteht, einen Antrag auf alternierende Obhut bei der KESB B .____ einzureichen, wobei jedoch auf die Vernehmlassung der Vorinstanz verwiesen wird, in welche r summarisch die Voraussetzungen sowie die Erfolgsaussichten dafür zum jetzigen Zeitpunkt aufgezeigt wurden. 2. Nach Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachver halts (Ziff. 2) sowie die Unangemes- senheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kom mt bei der Beurteilung der vorliegen- den Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Angefochten und zu beurteilen ist vorliegend einzig das Besuchsrecht. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das minder- jährige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen per sönlichen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Pflichtrecht, wobei es in erste r Linie dem Interesse des Kindes dient und oberste Richtschnur für seine Ausgestaltung das Kin deswohl ist, welches anhand der kon- kreten Umstände des Einzelfalls zu beurteilen ist. Allfäl lige Interessen der Eltern haben zurück- zustehen. Bei der Festsetzung des Besuchsrechts geht es somit nicht darum, einen gerechten Interessenausgleich zwischen den Eltern zu finden, sonder n den elterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen Interesse zu regeln (vgl. zum Ganzen INGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER in: Thomas Geiser/Christiana Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1- 456 ZGB, Basel 2022, N 3 f. und 10 f. zu Art. 273 ZGB). Auf den Willen des Kindes ist entsprechend seiner Reif e Rücksicht zu nehmen. Das Kind ist zwecks Eruierung seines Willens in geeigneter Weise anzuhör en. Gemäss Bundesgericht ist die Kindesanhörung grundsätzlich ab dem vollendeten sechs ten Altersjahr geboten (vgl. CLAUDIA M. MORDASINI in: Kren Kostkiewicz/Wolf/Amstutz/Fankhauser [Hrsg.], Or ell Füssli Kommentar, Zürich 2021, N 7 zu Art. 273 ZGB mit weit eren Hinweisen). Bei Uneinigkeit betref- fend Umfang und Modalitäten des Besuchsrechts liegt es in der Kompetenz der KESB, diese Punkte autoritativ festzulegen, wobei ihr ein grosser E rmessensspielraum zukommt (vgl. Art. 275 ZGB). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Die Beziehung der Kindseltern ist vorliegend im hö chsten Grad konfliktbelastet. Den Akten kann entnommen werden, dass zwischen den Kindseltern eine angemessene Kommuni- kation nicht möglich ist. Der Kontakt zwischen den Eltern i st von Schuldzuweisungen und per- sönlichen Angriffen, insbesondere seitens des Beschwerdef ührers, geprägt. Die Kindseltern nahmen mit der KESB B.____ beinahe täglich, und teil weise auch mehrmals am Tag, per E- Mail und telefonisch Kontakt auf und waren nicht fähig , auch einfachste Fragen, wie z.B. dieje- nige der Bekleidung der Kinder während der Besuche beim Beschwerdeführer, das Bringen und Abholen der Kinder zur Anhörung durch die KESB B.___ _ usw. zu diskutieren und zu regeln. Trotz angeordneter Mediation sowie eine durch die KESB B.____ am 23. August 2022 vorläufig ausgearbeitete Besuchsrechtsregelung ist es den Kindselte rn bis anhin nicht gelungen, ge- meinsam eine langfristige Besuchsrechtsregelung zu erarbei ten. Vielmehr zeigte es sich, dass sie beide auf ihre Beziehung, persönliche Kränkung, fi nanzielle Belange usw. fixiert waren, oh- ne sich auf die Kinderbelange konzentrieren zu können . Dem Beschwerdeführer kann nicht ge- folgt werden, wenn er ausführt, er sei kompromissberei t und lösungsorientiert gewesen, wäh- rend die Kindsmutter Blockade und Verzögerung betriebe n habe. Vielmehr haben sowohl der Beschwerdeführer als auch die Kindsmutter ihren Anteil am bisherigen Misserfolg der Mediati- on. Den Kindseltern muss klar werden, dass die Mediation kinderorientiert ist und es dort darum geht, die eigenen Befindlichkeiten im Interesse und zum Wohl der Kinder hintenanzustellen. Für einen Loyalitätskonflikt des Kindes sind in erster Linie die Eltern verantwortlich, was ihnen häu- fig nicht bewusst ist. Dass die KESB B.____ bei dieser Ausgangslage das Besuchsrecht des Beschwerdeführers autoritativ festlegte ist demnach nicht zu beanstanden. 3.2 Zwischen dem Beschwerdeführer und seinen beiden Kin dern besteht eine Vertrauens- basis und die Besuchskontakte finden bereits regelmässig sta tt. Die KESB B.____ hörte am 21. Dezember 2022 die beiden Kinder D.____ und E.__ __ an. Dem Anhörungsprotokoll kann entnommen werden, dass die Befragung altersgerecht, b ehutsam und ergebnisoffen erfolgte. Dabei brachten die Kinder deutlich zum Ausdruck, die am 23. August 2022 ausgearbeitete vor- läufige Besuchsrechtsregelung beibehalten und keine wei tere Übernachtung unter der Woche beim Kindsvater zu wollen. Auf die Option, allenfalls a m Wochenende eine weitere Nacht beim Kindsvater zu schlafen, sagte D.____ aus, dass man dies ausprobieren könnte. Unzutreffend ist die Aussage des Beschwerdeführers, dass die KESB B.____ nie mit der Kinderpsychologin Kontakt gehabt habe (vgl. Aktennotiz der KESB B.____ v om 12. Januar 2023). Diese teilte auf telefonische Nachfrage hin unter anderem mit, dass die beiden Kinder nur zweimal bei ihr in der Sprechstunde gewesen seien. Es bestehe keine akute Kindswo hlgefährdung, aber der Konflikt zwischen den Kindseltern sei für die Kinder belastend. Sollte sich dies künftig nicht bessern, könne man von einer latenten Kindswohlgefährdung ausg ehen. Die KESB B.____ hat sich bei der Gestaltung respektive Festlegung des Besuchsrechts an den Willen der beiden Kinder und dem Kindswohl orientiert. Durch die aktuelle Regelung des Besuchsrechts sieht der Beschwer- deführer seine Kinder regelmässig und kann sie im Schulal ltag sowie in der Freizeit unterstüt- zen. Auch wurde – entgegen der Meinung des Beschwerdef ührers – seine Wünsche, Vorstel- lungen und vorgeschlagenen Betreuungsmöglichkeiten, sowe it mit dem Kindeswohl vereinbar, berücksichtigt. So wurde dem Wunsch des Beschwerdeführers, bis auf je eine zusätzliche Übernachtung der Kinder unter der Woche, Rechnung get ragen. Soweit er geltend macht, das Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Besuchsrecht müsse um je eine zusätzliche Übernachtung unte r der Woche erweitert werden, kann ihm nicht gefolgt werden. Die Kinder haben, wie bereits aufgezeigt, anlässlich der Anhö- rung vom 21. Dezember 2022 durch die KESB B.____ klar zum Ausdruck gebracht, keine Übernachtung während der Woche beim Kindsvater zu wünsch en. Es ist nicht ersichtlich, wes- halb sich die KESB B.____ über den Wunsch der Kinder hä tte hinwegsetzen müssen, zumal dem Recht des Beschwerdeführers auf angemessenen Kontakt mit je einem zusätzlichen Nachmittag pro Woche – nota bene über das praxisgemässe Besuchsrecht jedes zweite Wo- chenende hinaus (vgl. S CHWENZER /C OTTIER , a.a.O., N 15 zu Art. 273 ZGB) – auch ohne Über- nachtung mehr als genügend Rechnung getragen wird. De m Wunsch der Kindsmutter, von ei- nem zusätzlichen Nachmittag pro Woche je Kind abzusehen, wurde keine Rechnung getragen. Dies ist, mit Blick auf das noch junge Alter der Kinder, in welchem kürzere Kontakte in kürzeren Abständen angebracht sind (vgl. SCHWENZER /C OTTIER , a.a.O., N 14 zu Art. 273 ZGB) sowie auf den Wunsch der Kinder, die bisherige Regelung beizubeh alten, ohne weiteres nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer verkennt, dass es bei der Festsetzu ng des Besuchsrechts nicht darum geht, einen gerechten Interessenausgleich zwischen den El tern zu finden, sondern den elterli- chen Kontakt mit dem Kind in dessen Interesse zu regeln (vgl. Erwägung 3). 3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die durch die KE SB B.____ getroffene Be- suchsregelung nicht zu beanstanden ist. Sie ist geeignet und verhältnismässig, da mildere Massnahmen bereits erfolglos waren und der latenten Kin deswohlgefährdung von E.____ und D.____ nicht genügend entgegenwirken konnten. 4. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, un d ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. 5.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfah rens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist das Verfahren vor dem Kantonsge richt kostenpflichtig. Die Verfahrens- kosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten u nd werden in der Regel der un- terliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten in d er Höhe von Fr. 1’200.-- dem un- terlegenen Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Be willigung der unentgeltlichen Prozess- führung gehen die dem Beschwerdeführer auferlegten V erfahrenskosten zulasten der Gerichts- kasse. Die Parteikosten sind wettzuschlagen. 5.2 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingew iesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und gehen zufolge Bewilligung der unentgeltli- chen Prozessführung zulasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Kantonsrichter Gerichtsschreiber