Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 19. Dezember 2017 (460 17 94) ____________________________________________________________________ Strafrecht Banden- und gewerbsmässiger Diebstahl etc. Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Helena Hess (Ref. ), Richter Peter Tobler; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabtei- lung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin A.____ , Privatklägerin gegen B.____ , vertreten durch Advokat Dr. Nicolas Roulet, Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Banden- und gewerbsmässiger Diebstahl etc. Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-L andschaft vom 3. April 2017 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachverhalt A. Mit Urteil vom 3. April 2017 erklärte die Dreierka mmer des Strafgerichts Basel-Landschaft B.____ des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, der qualifizierten Sachbeschädigung sowie des Hausfriedensbruchs schuldig und verurteil te ihn zu einer Freiheitsstrafe von 30 Mo- naten, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft vom 16. September 2016 bis zum 30. Januar 2017 sowie des vorzeitigen Strafvoll zugs seit dem 30. Januar 2017 von insge- samt 199 Tagen (Ziffer 1 des Urteilsdispositivs). I n Ziffer 2 des Urteilsdispositivs wurde festge- halten, dass die sichergestellte Trainerhosenkordel als Aktenbestandteil bei den Akten ver- bleibt. Sodann wurde die Zivilforderung der Privatk lägerin in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 StPO auf den Zivilweg verwiesen (Ziffer 3 des Urtei lsdispositivs). Die Verfahrenskosten, beste- hend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 5'708 . ‒, den Kosten des Zwangsmassnah- mengerichts von CHF 500. ‒ sowie der Gerichtsgebühr von CHF 8'000. ‒, wurden in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO dem Beurteilten auferlegt (Ziffer 4 des Urteilsdispositivs). Schliesslich wurde das Honorar des amtlichen Verteidigers, Advok at E.____, auf CHF 4'686.65 (inkl. Ausla- gen und 8% Mehrwertsteuer) festgesetzt und unter Vo rbehalt der Rückzahlungsverpflichtung des Beurteilten nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der G erichtskasse entrichtet (Ziffer 5 des Ur- teilsdispositivs). B. Gegen dieses Urteil meldete Advokat E.____ als amtl icher Verteidiger namens und im Auftrag des Beschuldigten nach Eröffnung des Urteil sdispositivs innert 10 Tagen die Berufung an. Am 9. Juni 2017 wurde die auf den 8. Juni 2017 datierte Berufungserklärung bei der Post aufgegeben. C. Ebenso meldete Advokat Dr. Nicolas Roulet mit Einga be vom 10. April 2017 namens und im Auftrag des Beschuldigten als Wahlverteidiger ge gen das obgenannte Urteil die Berufung an. Mit begründeter Berufungserklärung vom 14. Juni 2017 beantragte Advokat Dr. Nicolas Roulet, (1.) es sei das Urteil des Strafgerichts vo m 3. April 2017 teilweise aufzuheben, (2.) dementsprechend sei B.____ des Diebstahls, der qual ifizierten Sachbeschädigung sowie des Hausfriedensbruchs schuldig zu erklären und zu eine r bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 15 Monaten unter Auferlegung einer Probezeit von 2 Jahren zu verurteilen, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft vom 16. Septem ber 2016 bis zum 30. Januar 2017, sowie des vorzeitigen Strafvollzuges seit dem 30. Januar 2017, (3.) unter o/e-Kostenfolge. D. In seiner Berufungsbegründung vom 30. August 2017 h ielt Advokat Dr. Nicolas Roulet an seinen mit Berufungserklärung vom 14. Juni 2017 gestellten Rechtsbegehren fest. E. Demgegenüber beantragte die Staatsanwaltschaft Bas el-Landschaft mit Eingabe vom 14. September 2017, es sei auf die Berufung des Bes chuldigten nicht einzutreten. Eventualiter erklärte die Staatsanwaltschaft zudem Anschlussberu fung gegen das Urteil des Strafgerichts vom 3. April 2017 mit dem Rechtsbegehren, es sei de r Beschuldigte in Abänderung von Dispo- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sitiv-Ziffer 1 des vorinstanzlichen Entscheids zu e iner Freiheitsstrafe von 33 Monaten zu verur- teilen, im Übrigen sei das strafgerichtliche Urteil zu bestätigen. F. Was die wesentlichen verfahrensleitenden Verfügun gen der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts betrifft, wurde mit Verfügung vom 2 3. Juni 2017 die amtliche Verteidigung des Beschuldigten per sofort von Advokat E.____ auf Adv okat Dr. Nicolas Roulet übertragen. Mit gleicher Verfügung wurde die Eingabe von Advokat Dr . Nicolas Roulet vom 14. Juni 2017 als Berufungserklärung des Beschuldigten entgegengenomm en. Mit Verfügung vom 3. Juli 2017 wurde Advokat Dr. Nicolas Roulet eine Kopie des beg ründeten Urteils des Strafgerichts vom 3. April 2017 zugestellt. Sodann wurde mit Verfügun g vom 21. Juli 2017 festgestellt, dass die Privatklägerin weder Berufung noch Anschlussberufun g erhoben hat. Mit derselben Verfügung wurde angeordnet, dass über den Antrag der Staatsan waltschaft, es sei auf die Berufung des Beschuldigten nicht einzutreten, im Rahmen der münd lichen Berufungsverhandlung entschie- den wird. Gestützt auf diese Erkenntnis wurde die E ingabe der Staatsanwaltschaft vom 6. Juli 2017 bis auf Weiteres als Anschlussberufungserklärung entgegengenommen. Ferner wurde mit Verfügung vom 4. September 2017 festgestellt, dass die Staatsanwaltschaft auf eine ergänzen- de Begründung ihrer eventualiter erhobenen Anschlus sberufungserklärung vom 6. Juli 2017 verzichtet hat. Mit Schlussverfügung vom 18. Oktobe r 2017 wurde konstatiert, dass die Privat- klägerin auf eine Stellungnahme zur Berufungsbegrün dung des Beschuldigten vom 30. August 2017 und zur Anschlussberufungserklärung der Staats anwaltschaft vom 6. Juli 2017 verzichtet hat. Mit nämlicher Schlussverfügung wurde entschied en, in Gutheissung des Beweisantrages des Beschuldigten in seiner Berufungsbegründung vom 30. August 2017 einen aktuellen Arzt- bericht bei der Interkantonalen Strafanstalt Bostadel in Menzingen einzuholen, der sich zu allfäl- ligen gesundheitlichen Problemen des Beschuldigten, insbesondere einer allfälligen Krebser- krankung, zu äussern hat. Ebenso wurde in Gutheissu ng des Beweisantrages des Beschuldig- ten in seiner Berufungsbegründung vom 30. August 20 17 das Untersuchungsgefängnis Arles- heim ersucht, allfällig eingeholte Arztberichte übe r den Beschuldigten dem Kantonsgericht zu übermitteln. Zudem wurde in der besagten Schlussver fügung die Privatklägerin von der Teil- nahme an der Berufungsverhandlung dispensiert. In d er Folge wurde mit Verfügung vom 16. November 2017 der Bericht von Dr. med. C.____ v om 1. November 2017 den Parteien zu- gestellt (Arztbericht der Interkantonalen Strafanstalt Bostadel in Menzingen). Schliesslich wurde mit Verfügung vom 12. Dezember 2017 die Aktennotiz des Kantonsgerichts vom 7. Dezember 2017 den Parteien übermittelt, in welcher festgehalten wird, dass beim Untersuchungsgefängnis Arlesheim keine ärztlichen Berichte vorhanden sind. G. Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Kanton sgericht, Abteilung Strafrecht, er- scheinen der Beschuldigte mit seinem amtlichen Vert eidiger Advokat Dr. Nicolas Roulet, D.____ als Vertreter der Staatsanwaltschaft sowie e ine Dolmetscherin bulgarischer Sprache. Sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltsc haft halten an den bereits schriftlich ge- stellten Anträgen fest. Auf die Aussagen des zur Pe rson und zur Sache eingehend befragten Beschuldigten sowie auf die Parteivorträge des Vert eidigers und der Staatsanwaltschaft wird, soweit erforderlich, nachfolgend in den Erwägungen eingegangen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen I. F ORMELLES A. Zuständigkeit und Eintreten 1. Berufung des Beschuldigten 1.1 Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinsta nzlicher Gerichte, mit denen das Verfah- ren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (A rt. 398 Abs. 1 StPO). Das Urteil des Straf- gerichts Basel-Landschaft vom 3. April 2017 ist dem gemäss mit Berufung anfechtbar. Die Zu- ständigkeit der Dreierkammer der Abteilung Strafrec ht des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit § 15 Abs. 1 lit. a des kantonalen Einführungsgesetzes vom 12. M ärz 2009 zur Schweizerischen Strafpro- zessordnung (EG StPO; SGS 250). Die Legitimation de s Beschuldigten zur Ergreifung des Rechtsmittels wird in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungs gericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Es kann aber zugunsten d er beschuldigten Person auch nicht an- gefochtene Punkte überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 StPO). Die Kognition des Berufungs gerichts ist gemäss Art. 398 Abs. 2 StPO weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht eingeschränkt (vgl. L UZIUS EUGSTER , Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 398 N 1). Gemäs s Art. 398 Abs. 3 lit. a StPO können Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechts- verweigerung und Rechtsverzögerung, gerügt werden. Lit. b sieht die unvollständige oder un- richtige Feststellung des Sachverhalts und lit. c s chliesslich die Unangemessenheit als Beru- fungsgrund vor. Zunächst ist die Berufung dem ersti nstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anz umelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklä- rung einzureichen (Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO). 1.2 Die Staatsanwaltschaft beantragt in ihrem Hauptbe gehren, es sei auf die Berufung des Beschuldigten nicht einzutreten. Zur Begründung mac ht sie zusammengefasst geltend, der da- malige amtliche Verteidiger, Advokat E.____, habe v orliegend seine Berufungserklärung nicht innert Frist eingereicht. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts seien weder die gel- tend gemachten technischen Probleme noch ein ausser ordentlicher Arbeitsanfall ausreichende Gründe, um die säumige Partei zu entschuldigen und zu einer Wiederherstellung der Frist zu führen. Unerheblich sei sodann die Frage, ob das sc hriftlich begründete Urteil des Strafgerichts vom 3. April 2017 allenfalls auch dem Wahlverteidig er hätte zugestellt werden müssen, denn zum Zeitpunkt der Zustellung (19. Mai 2017) sei der Antrag des Wahlverteidigers vom 3. Mai Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2017 auf Übertragung der amtlichen Verteidigung auf ihn noch hängig gewesen. Der diesbe- zügliche Beschluss sei erst mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 23. Juni 2017 erfolgt. 1.3.1 Mit Eingabe vom 10. April 2017 meldete Advokat Dr . Nicolas Roulet im Namen des Be- schuldigten die Berufung an und zeigte dem Strafger icht unter Beilage einer Vollmacht seine Mandatierung als Wahlverteidiger an. Gleichzeitig v erlangte er die Zustellung einer Kopie des Protokolls der Hauptverhandlung, welche ihm von der Vorinstanz mit Verfügung vom 11. April 2017 zusammen mit einer Akten-CD übermittelt wurde. Sodann wurde der Wahlverteidiger ge- beten, bis zum 3. Mai 2017 schriftlich mitzuteilen, ob er das Mandat im Rahmen des zweitin- stanzlichen Verfahrens als privat bezahlter Wahlver teidiger ausübe. Mit Eingabe vom 3. Mai 2017 reichte Advokat Dr. Nicolas Roulet ein Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung beim Strafgericht ein, in welchem er überdies erklä rte, dass er den Beschuldigten grundsätzlich als Privatverteidiger vertrete. Bei dieser Sachlage erweist sich die Argumentation, wonach die Vorinstanz zulässigerweise und ohne weitere Nachfra ge auf den amtlichen Verteidiger Advokat E.____ als Hauptvertreter im Sinne von Art. 127 Abs . 2 StPO habe abstellen und ausschliess- lich mit diesem habe kommunizieren dürfen, als unzu treffend und überspitzt formalistisch. Viel- mehr wäre Advokat Dr. Nicolas Roulet das Urteil des Strafgerichts vom 3. April 2017 ebenfalls schriftlich zu eröffnen gewesen, zumal dieser ebenf alls die Berufungsanmeldung eingereicht hatte und ein Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung hängig war. Der Vorinstanz wäre die Möglichkeit offen gestanden, dem Beschuldigten eine Frist zur Ernennung eines Hauptver- treters zu setzen. Das Strafgericht hat es im vorli egenden Fall somit unterlassen, Advokat Dr. Nicolas Roulet das schriftlich begründete Urtei l vom 3. April 2017 ordentlich zuzustellen. Dieses wurde ihm erst mit Verfügung der strafrechtl ichen Abteilung des Kantonsgerichts vom 3. Juli 2017 übermittelt. Dies führt dazu, dass die 20-tägige Frist zur Einreichung der Beru- fungserklärung erst mit der Zustellung des vorinsta nzlichen Urteils durch die strafrechtliche Ab- teilung des Kantonsgerichts zu laufen begann und de mnach mit der bereits am 14. Juni 2017 eingereichten Berufungserklärung klarerweise eingehalten wurde. 1.3.2 Im Übrigen ist auch aus einem zweiten Grund auf d ie Berufung des Beschuldigten ein- zutreten. Das schriftlich begründete Urteil der Vor instanz wurde am 19. Mai 2017 dem früheren amtlichen Verteidiger Advokat E.____ zugestellt. Di e 20-tägige Frist zur Einreichung der Beru- fungserklärung lief demnach bis zum 8. Juni 2017 (vgl. Art. 90 Abs. 1 StPO) und gemäss Art. 91 Abs. 2 StPO hätte die Berufungserklärung spätestens an diesem Tag der Schweizerischen Post übergeben werden müssen. Die Postaufgabe erfolgte j edoch erst am 9. Juni 2017, somit einen Tag verspätet, was der frühere amtliche Verteidiger gemäss Stellungnahme vom 22. Juni 2017 damit begründete, dass die betreffende Frist zur Ei nreichung der Berufungserklärung im Out- look-Kalender korrekt, jedoch im Fristenordner fals ch eingetragen worden sei. Am 8. Juni 2017 habe mithin ein technisches Problem beim Outlook-Ka lender sowie ein ausserordentlicher Ar- beitsanfall bestanden, weshalb die Eingabe erst am 9. Juni 2017 versandt worden sei. Grund- sätzlich hat sich der Beschuldigte das Verhalten seines Anwalts anzurechnen. Diese Anrechen- barkeit des Verhaltens des Rechtsvertreters findet nach Lehre und Praxis jedoch dort ihre Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grenzen, wo der Rechtsbeistand in Fällen notwendige r oder amtlicher Verteidigung (Art. 130 und Art. 132 StPO) Fristen versäumt (vgl. D ANIELA BRÜSCHWEILER , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 94 N 4 mit Hinweisen; C HRISTOF RIEDO , Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 94 N 57; BGer 1B_250/2012 vom 31. Juli 2 012, E. 2.3). Das Verpassen der Frist zur Berufungserklärung ist als grob fahrlässig zu bezeichnen, wobei das ausschliessliche Verschul- den des Rechtsbeistandes dem Beschuldigten in casu aber nicht zugerechnet werden darf, da es sich um einen Fall der notwendigen amtlichen Ver teidigung handelt (vgl. C HRISTOF RIEDO , Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 94 N 57). Somit sind die Voraussetzungen zur Wie- derherstellung der Frist zur Einreichung einer Beru fungserklärung von Amtes wegen gemäss Art. 94 StPO gegeben, denn die Wiederherstellung de r Berufungserklärungsfrist erscheint in casu als einzige Möglichkeit, mit welcher der richterlichen Fürsorgepflicht Genüge getan werden kann. 1.3.3 Aus den dargelegten Gründen ist demnach auf die Ber ufung des Beschuldigten einzu- treten. 2. Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft 2.1 Die Anschlussberufung richtet sich sinngemäss nach Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO (vgl. Art. 401 Abs. 1 StPO; L UZIUS EUGSTER , Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 401 N 1). 2.2 Gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO kann die Staatsanwalts chaft innert 20 Tagen seit Emp- fang der Berufungserklärung einen begründeten Antra g auf Nichteintreten stellen (lit. a) sowie Anschlussberufung erklären (lit. b). Vorliegend hat die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 6. Juli 2017 rechtzeitig ihren Antrag auf Nichteintreten begründet und für den Fall des Eintretens auf die Berufung ihrerseits Anschlussberufung erhob en. Dieses Vorgehen erscheint mit Blick auf die gesetzliche Regelung von Art. 400 Abs. 3 St PO nicht nur als zulässig, sondern auch als sinnvoll, setzt doch die Erhebung der Anschlussberu fung rechtslogischerweise zunächst eine gültige Berufung voraus. Daher besteht im Rahmen eines koordiniert gestalteten Rechtsantrags ohne Weiteres die Möglichkeit, die Anschlussberufun g für den Fall des Eintretens auf die Beru- fung zu stellen. 2.3.1 Allerdings stellt sich die Frage, ob es der Staats anwaltschaft erlaubt ist, Anschlussberu- fung zu erheben und eine höhere Strafe zu beantrage n, obwohl sie mit ihren Anträgen vor Strafgericht vollumfänglich obsiegt hat. Mithin hat die Staatsanwaltschaft in casu vor der Vor- instanz eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten beantra gt, wobei sie mit diesen Begehren im Dis- positiv des strafgerichtlichen Urteils vollumfängli ch durchgedrungen ist. Da überdies keine No- ven geltend gemacht werden, erscheint der Kenntniss tand der Staatsanwaltschaft im Vergleich zur Ausgangslage vor der Vorinstanz im Berufungsverfahren als unverändert. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3.2 Im Gegensatz zur Legitimation der übrigen Parteien nach Art. 382 Abs. 1 StPO, die stets ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebun g oder Änderung eines Entscheides vor- aussetzt, ist die Staatsanwaltschaft nach Art. 381 Abs. 1 StPO grundsätzlich durch jeden un- richtigen Entscheid beschwert, wobei diesbezüglich der Nachweis keines besonderen Rechts- schutzinteresses von ihr verlangt wird (vgl. N IKLAUS SCHMID , Handbuch des schweizerischen Strafprozesses, 2. Aufl. 2013, S. 652 f. N 1455). E in Rechtsmittel der Staatsanwaltschaft er- weist sich somit prinzipiell selbst dann als zulässig, wenn – wie in casu – die Staatsanwaltschaft vor der ersten Instanz vollumfänglich obsiegt hat. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass das Verhalten der Staatsanwaltschaft in einem solch en Fall mit Blick auf den Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO) sowie auf die allgemeine Verlässlichkeit des staatli- chen Handelns durchaus gewisse Fragen aufzuwerfen v ermag. Demnach ist auf die rechtzeitig und formgerecht erhobene Anschlussberufung der Staa tsanwaltschaft – trotz der relevierten Bedenken – ebenfalls einzutreten. B. Gegenstand des Berufungsverfahrens In casu liegt sowohl eine Berufung des Beschuldigte n als auch eine eventualiter erklärte An- schlussberufung der Staatsanwaltschaft vor. Demgegenüber hat die Privatklägerin weder Beru- fung noch Anschlussberufung erhoben. Gemäss Art. 40 4 Abs. 1 StPO überprüft das Beru- fungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Aufgrund des Gegenstandes der Berufungserklärung de s Beschuldigten vom 14. Juni 2017 sowie der eventualiter ausgesprochenen Anschlussber ufungserklärung der Staatsanwaltschaft vom 6. Juli 2017 stehen vorliegend ausschliesslich die Schuldsprüche wegen banden- und ge- werbsmässigen Diebstahls sowie die ausgesprochene F reiheitsstrafe von 30 Monaten im Streit (Dispositiv-Ziffer 1). Nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens bilden dem nach die vorinstanzlichen Schuldsprü- che hinsichtlich der qualifizierten Sachbeschädigun g sowie des Hausfriedensbruchs. Ebenfalls nicht im Berufungsverfahren angefochten sind die Sa nktion der Freiheitsstrafe, der Beschlag- nahmeentscheid, die Verweisung der Schadenersatzfor derungen auf den Zivilweg in Anwen- dung von Art. 126 Abs. 2 StPO, der Kostenentscheid sowie das Honorar des amtlichen Vertei- digers (vgl. Ziffer 2–5 des angefochtenen Urteils). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht II. M ATERIELLES 1. Allgemeines Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 8 2 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des i n Frage stehenden Sachverhalts auf die Be- gründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dies er beipflichten. Hingegen ist auf neue tat- sächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzu gehen, die erst im Rechtsmittelverfahren vorgetragen werden (D ANIELA BRÜSCHWEILER , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 82 N 9). 2. Sachverhalt Der Sachverhalt gemäss Anklageschrift der Staatsanw altschaft vom 10. Februar 2017 ist im Berufungsverfahren – wie bereits bei der Vorinstanz – nicht bestritten und demnach erstellt. Zudem kann auf die präzisierenden Feststellungen de r Vorderrichter hinsichtlich des Sachver- halts verwiesen werden, welche seitens der Parteien ebenfalls unangefochten geblieben sind (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 27; Art. 82 Abs. 4 StPO). 3. Rechtliches 3.1 Bandenmässiger Diebstahl 3.1.1 Die Verteidigung wendet sich gegen den vorinstanzli chen Schuldspruch hinsichtlich des bandenmässigen Diebstahls und bringt diesbezüglich im Wesentlichen vor, die Vorinstanz habe im Zusammenhang mit der Prüfung der qualifizierten Deliktsbegehung unzulässigerweise 4 Einbruchdiebstähle in Deutschland aus dem Jahr 2010 berücksichtigt, was gegen den strafpro- zessualen Grundsatz "ne bis in idem" verstosse. Zud em seien bezüglich der Bandenmässigkeit keine minimalen Organisationsstrukturen – wie beisp ielsweise eine besondere Rollen- oder Arbeitsteilung – zu erkennen. Ferner habe für den B eschuldigten nach Begehung des Ein- bruchdiebstahls vom 29. Oktober 2015 kein Anlass mehr bestanden, um weiter zu delinquieren, da bereits ein Deliktsbetrag erzielt werden konnte, mit dem er die ihm anfallenden respektive angefallenen medizinischen Kosten ohne Weiteres habe decken können. All dies spreche dafür, dass der Beschuldigte keinen Willen gehabt habe, ei ne grössere Anzahl von Vermögensdelik- ten zu begehen. 3.1.2 Art. 139 Ziffer 3 StGB erfasst als Qualifikation des Diebstahls die Taten, die vom Mitglied einer Bande begangen werden, die sich zur fortgeset zten Verübung von Raub oder Diebstahl zusammengefunden hat. Gemäss konstanter Rechtsprech ung des Bundesgerichts ist Banden- mässigkeit anzunehmen, wenn sich mindestens zwei Tä ter mit dem ausdrücklich oder konklu- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dent geäusserten Willen zusammenfinden, inskünftig zur Verübung mehrerer selbständiger, im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmter Delikte zusammenzuwirken (BGE 132 IV 132, 137 m.w.H.). Stehlen als Mitglied einer Bande ist als besonders gefährlich zu qualifizieren, "weil der Zusammenschluss zur fortgesetzten Verübung von Raub oder Diebstahl die Täter psy- chisch und physisch stärkt" (BGE 78 IV 233, 72 IV 1 13). Durch den Zusammenschluss binden sich die Mitglieder auch an die verbrecherischen Zi ele und erschweren sich gegenseitig die Umkehr. Dabei muss der Wille der Täter auf die geme insame Verübung einer Mehrzahl von Delikten gerichtet sein. Auch das Qualifikationsmer kmal der Bande setzt gewisse Mindestan- sätze einer Organisation (etwa Rollen- oder Arbeits teilung) und eine Intensität des Zusammen- wirkens in einem Masse voraus, dass von einem stabilen Team gesprochen werden kann, auch wenn dieses allenfalls nur kurzlebig ist (BGE 124 I V 86, E. 2b und 286, E. 2a; 122 IV 265, E. 2b). 3.1.3 Zuzustimmen ist der Argumentation des Beschuldigten insoweit, als die relativ weit zu- rückliegende Vorstrafe aus Deutschland aus dem Jahr 2011, für welche der Beschuldigte be- reits verurteilt wurde, vorliegend nicht zur Begrün dung der Bandenmässigkeit herangezogen werden darf. 3.1.4 Hinsichtlich der konkreten Art und Weise des Zusamm enwirkens zwischen dem Be- schuldigten und F.____ ist aber dennoch mit der Vor instanz zu konstatieren, dass dieses gera- dezu ein Musterbeispiel einer Bande darstellt. Die beiden Mittäter sind gemeinsam am 29. Oktober 2015 mit dem Auto von Paris über Colmar als Kriminaltouristen gezielt zum freiste- henden Einfamilienhaus von A.____ nach G.____ BL ge fahren, da sie vorgängig einen Tipp hinsichtlich des Tresorinhaltes erhalten hatten. Dort angekommen haben sie in äusserst mühse- liger und aufwendiger Arbeit gemeinsam den 250 kg s chweren Tresor aus seiner Verankerung gerissen, diesen in der Folge durch das ganze Haus geschleift und in ihr Fahrzeug gehievt. Da- nach öffneten sie gemeinsam den besagten Tresor in einem Wald bei Colmar und teilten die Beute auf. Somit steht für die strafrechtliche Abte ilung des Kantonsgerichts ausser Frage, dass der Beschuldigte und F.____ ein stabiles Team bilde ten und die beiden arbeitsteilig-koordinativ zusammenwirkten. 3.1.5 Der Beschuldigte und F.____ haben zusammen lediglic h den einen Einbruch vom 29. Oktober 2015 begangen. Bezüglich des ausdrückli ch oder konkludent geäusserten Willens, inskünftig zur Verübung mehrerer selbständiger, im Einzelnen möglicherweise noch unbestimm- ter Delikte zusammenzuwirken (BGE 132 IV 132, 137 m .w.H.), hat der Beschuldigte vor Straf- gericht ausgeführt, sie hätten "mit Sicherheit [... ] in einem anderen Haus nach Geld gesucht", wenn in der Liegenschaft der Privatklägerin nicht d ie erforderlichen Geldwerte vorgefunden worden wären (vgl. Protokoll der vorinstanzlichen H auptverhandlung, S. 795, unten). Diese Aussage ist als starkes Indiz für eine Bereitschaft zur Verübung weiterer gleichgelagerter Delik- te zu werten. Anlässlich der heutigen Hauptverhandl ung vor Kantonsgericht gibt der Beschul- digte überdies zu Protokoll, F.____ habe ihm gesagt , sie würden in die Schweiz fahren und in Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ein bis zwei Häuser einbrechen (vgl. Prot. KGer S. 11). Aufgrun d dieser Depositionen des Be- schuldigten ist ein Zusammenschluss zur gemeinsamen Begehung mehrerer (im Einzelnen noch unbestimmter) Taten zu bejahen. Es bestehen de mnach keine vernünftigen Zweifel, dass der Beschuldigte als Mitglied einer Bande handelte, weswegen das Urteil der Vorinstanz hin- sichtlich dieses qualifizierenden Merkmals in Abwei sung der Berufung des Beschuldigten zu bestätigen ist. 3.2 Gewerbsmässiger Diebstahl 3.2.1 Art. 139 Ziffer 2 StGB erfasst als Qualifikation des Diebstahls die Taten, welche von ei- nem gewerbsmässig stehlenden Dieb begangen werden. Gewerbsmässigkeit ist bei berufs- mässigem Handeln des Täters gegeben. Ein solches is t anzunehmen, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die deliktische Tätigke it aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach Art eines Berufs ausübt, wobei eine quasi neben- berufliche deliktische Tätigkeit als Voraussetzung für Gewerbsmässigkeit genügen kann. We- sentlich ist, dass die erforderliche soziale Gefähr lichkeit gegeben ist (BGer 6B_1048/2009 vom 29. Juni 2010, E. 10.3). Der Täter muss sich darauf eingerichtet haben, durch deliktische Hand- lungen relativ regelmässige Einnahmen zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten zur Finanzierung seiner Lebensgestaltung darstellen . Ob dies der Fall ist, muss aufgrund der gesamten Umstände entschieden werden. Dazu gehören die Anzahl beziehungsweise die Häu- figkeit der während eines bestimmten Zeitraums bere its verübten Taten, die Entwicklung eines bestimmten Systems beziehungsweise einer bestimmten Methode, der Aufbau einer Organisa- tion, die Vornahme von Investitionen usw. (BGE 116 IV 319). 3.2.2 Die Gewerbsmässigkeit enthält demnach ein Dreifach es, nämlich das mehrfache De- linquieren, die Absicht, ein Erwerbseinkommen zu erzielen, sowie die Bereitschaft zur Verübung einer Vielzahl von Delikten der fraglichen Art (M ARCEL ALEXANDER NIGGLI /C HRISTOF RIEDO , Bas- ler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 139 N 89 ff .). Bezüglich des mehrfachen Delinquierens ist jeweils im Einzelfall zu prüfen, ob die Häufigk eit der begangenen Delikte darauf schliessen lässt, dass der Täter damit, wie die allgemeine Ums chreibung des Bundesgerichts voraussetzt, eine deliktische Tätigkeit "nach Art eines Berufes" ausübt (vgl. MARCEL ALEXANDER NIGGLI /C HRISTOF RIEDO , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 139 N 97). Es genügt eine verhältnismässig kleine Zahl von Fällen, wenn sie z eitlich "in einigem Zusammenhang stehen" und der Wille, das Verbrechen zur Verdienstquelle z u machen, aus den Umständen erkennbar ist (vgl. STEFAN TRECHSEL /D EAN CRAMERI , Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 146 N 34, mit Verweis auf BGE 71 IV 115). 3.2.3 Der Beschuldigte hat am 29. Oktober 2015 gemeinsam mit F.____ den Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildenden Einbruch in G .____ begangen. Zudem verübte er im Jahr 2010 u.a. mit demselben Mittäter in Deutschlan d vier Einbruchdiebstähle in Privatliegen- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht schaften (Tatzeitpunkt des letzten Delikts: 7. Augu st 2010; act. 37). Der zwischen den Delikten liegende Zeitraum von mehr als 5 Jahren erweist sic h allerdings in casu als deutlich zu lange, um vorliegend ein mehrfaches Delinquieren im Sinne von Art. 139 Ziffer 2 StGB anzunehmen. Diese in zeitlicher Hinsicht geringe Häufigkeit der begangenen Delikte führt somit zum Schluss, dass der Beschuldigte keine deliktische Tätigkeit " nach Art eines Berufes" ausgeübt hat. Folge- richtig ist der Beschuldigte in Gutheissung seiner Berufung in diesem Punkt vom Vorwurf des gewerbsmässigen Diebstahls freizusprechen. III. S TRAFZUMESSUNG 1.1 Zu guter Letzt ist die Strafzumessung sowohl von de r Staatsanwaltschaft als auch sei- tens des Beschuldigten angefochten. 1.2 Der Beschuldigte stellt sich zusammengefasst auf de n Standpunkt, mangels Vorliegens des Qualifikationsgrunds der Gewerbsmässigkeit sei die ausgesprochene Strafe erheblich zu reduzieren. Sodann werde ihm seitens der Vorinstanz zwar grundsätzlich ein kooperatives und geständiges Verhalten attestiert, dabei jedoch wied erum relativiert, dass er nur das zugegeben habe, was ihm vorgehalten wurde und ihm anhand von weiteren Beweismitteln ohnehin hätte nachgewiesen werden können. Dies sei unzutreffend, da er die ihm zum Vorwurf gemachte Tat von Anfang an zugestandenen habe, ohne zu wissen, w as ihm im Einzelnen zum Vorwurf ge- macht werde, weil zum Zeitpunkt der ersten Einverna hme noch kein Akteneinsichtsrecht be- standen habe. Sein frühes Geständnis sei deswegen i n casu strafmildernd zu berücksichtigen. Schliesslich sei nicht erkennbar, aus welchem Umstand die Vorinstanz folgere, dass er bestrebt gewesen sein soll, die Hauptlast der Tatschuld seinem Mittäter aufzubürden. 1.3 Demgegenüber wird seitens der Staatsanwaltschaft in ihrer Anschlussberufung eine Straferhöhung um 3 Monate auf eine Freiheitsstrafe von 33 Monaten beantragt. Sie vertritt im Wesentlichen die Ansicht, im Quervergleich zu F.___ _ erweise sich die ausgefällte Strafe ge- genüber dem Beschuldigten als zu tief bemessen. So habe das Strafgericht die Einsatzstrafe bei F.____ auf 28 Monate, beim Beschuldigten hingegen lediglich auf 24 Monate Freiheitsstrafe festgelegt. Aus den schriftlichen Begründungen des Strafgerichts sei zu schliessen, dass die Differenz von 4 Monaten einzig Folge davon sei, das s das Strafgericht F.____ – im Gegensatz zum Beschuldigten – als eigentlichen "Initiator" de r Tat betrachtete. Dies, obgleich die Vor- instanz die Behauptung des Beschuldigten, wonach F.____ generell der Chef der Bande gewe- sen sei, zu Recht in Abrede gestellt habe. Vielmehr sei denn auch entscheidend, dass beide Beschuldigten zu gleichen Teilen beim bandenmässigen Diebstahl mitgewirkt und gleichermas- sen die Absicht hatten, den konkreten Diebstahl im Einfamilienhaus der Privatklägerin in G.____ zu begehen. 2.1 Die Berufungsinstanz fällt ein neues Urteil (vgl. A rt. 408 StPO) und hat die Strafe nach ihrem eigenen Ermessen festzusetzen. Unter dem Vorb ehalt des Verbots der "reformatio in Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht peius" muss sie sich nicht daran orientieren, wie d ie erste Instanz die einzelnen Strafzumes- sungsfaktoren gewichtet (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014, E. 6.2). 2.2 Die von der Vorinstanz im Einzelnen korrekt dargele gten Zumessungskriterien (vgl. Ur- teil der Vorinstanz, S. 7 f.) werden im Folgenden gleichermassen von der strafrechtlichen Abtei- lung des Kantonsgerichts bei der Festlegung der angemessenen Strafe beachtet. 3.1 Wie sich aus den obigen Erwägungen ergibt, hat sich der Beschuldigte des bandenmäs- sigen Diebstahls, der qualifizierten Sachbeschädigu ng sowie des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht. Auszugehen ist vom bandenmässigen Diebstah l gemäss Art. 139 Ziffer 3 al. 2 StGB als schwerste Straftat, welcher mit Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen bestraft wird. Bei den Strafschärfu ngsgründen ist derjenige der Deliktsmehr- heit gemäss Art. 49 StGB zu berücksichtigen. Strafs chärfungs- oder Strafmilderungsgründe führen indessen nicht zu einer automatischen Erweit erung des Strafrahmens. Der ordentliche Strafrahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhn liche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55, E. 5.8). Dies ist vorliegend nicht der Fall, weshalb für die auszufällende Strafe vom Straf- rahmen des bandenmässigen Diebstahls auszugehen ist. 3.2.1 a) Bei der objektiven Tatschwere ist zu prüfen, wie stark das strafrechtlich geschü tzte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist. Bei Vermögensstraftaten ist entscheidend auf den Deliktsbetrag bzw. auf die Höhe der angestrebte n Bereicherung abzustellen (BGer 6B_157/2014 vom 26. Januar 2015, E. 3.2). Von Bedeutung ist auch die kriminelle Energie, wie sie durch die Tat und die Tatausführung offenbart w ird (H ANS WIPRÄCHTIGER /S TEFAN KELLER , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 47 N 90 ff.). In einem nächsten Schritt ist eine Be- wertung des (subjektiven) Verschuldens vorzunehmen. Es stellt sich somit die Frage, wie d em Täter die objektive Tatschwere tatsächlich anzurech nen ist. Dabei spielen grundsätzlich nebst der Frage einer verminderten Schuldfähigkeit (Art. 19 StGB) das Motiv und weitere subjektive Verschuldenskomponenten (zum Beispiel Art. 48 StGB) eine Rolle. Egoistische bzw. verwerfli- che Beweggründe oder ein Handeln aus eigenem Antrie b wirken verschuldenserhöhend, wäh- rend beispielsweise ein Handeln mit Eventualvorsatz (statt direktem Vorsatz), eine verminderte Schuldfähigkeit, ein unvollendeter Versuch oder die in Art. 48 StGB genannten Strafmilde- rungsgründe verschuldensmindernd zu gewichten sind (vgl. HANS MATHYS , Leitfaden Strafzu- messung, 2016, S. 181). b) Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist bei d er Einsatzstrafe des bandenmässigen Diebstahls zunächst verschuldenserhöhend zu berücks ichtigen, dass der vom Beschuldigten und seinem Mittäter erbeutete Deliktsbetrag in der Höhe von CHF 82‘000. ‒ für einen einzelnen Einbruchdiebstahl als ausserordentlich hoch einzust ufen ist. Strafmildernd fällt demgegenüber ins Gewicht, dass es bei einer einzigen Tat geblieben ist, wenngleich dies zu einem gewichtigen Teil auf den erbeuteten hohen Deliktsbetrag zurückzuführen ist. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht c) Betreffend das Tatvorgehen ist mit den Vorderric htern festzustellen, dass der Beschul- digte und sein Mittäter F.____ äusserst zielbestimm t vorgingen, indem sie den weiten Weg von Paris bis nach G.____ auf sich nahmen, nachdem sie von J.____ einen entsprechenden Tipp hinsichtlich des Tresorinhalts erhalten hatten. 3.2.2 a) Auch im Rahmen der Tatausführung legten der Beschul digte und sein Mittäter ein beachtliches Mass an Entschlossenheit und krimineller Energie an den Tag, indem sie den 250 kg schweren Tresor in mühseliger Arbeit aus der Wan d rissen und ihn in der Folge in ihr Auto schleiften, ohne dabei irgendwelche Rücksicht auf d as Interieur und das Mobiliar der Privatklä- gerin zu nehmen. Hierzu mussten sie sich zwangsläufig über eine längere Zeit im Haus der Pri- vatklägerin aufhalten, was das Risiko steigerte, da ss die Hausbewohnerin hätte zurückkehren können mit der Folge einer Konfrontation. Die genan nten Faktoren wirken sich allesamt erheb- lich verschuldenserhöhend aus. b) Der Umstand, dass der Beschuldigte als eigentli cher "Kriminaltourist" ausschliesslich deshalb in die Schweiz eingereist ist, um in diesem Land Delikte zu begehen und nach der Tat- begehung möglichst schnell und unbemerkt wieder ins Ausland zurückzukehren, gilt es eben- falls zu Lasten des Beschuldigten zu berücksichtigen, zumal er mit diesem Vorgehen seine qua- lifizierte kriminelle Energie und besondere Dreistigkeit unter Beweis stellt (vgl. KGer 460 12 256 vom 26. Februar 2013, E. 2.3.2; BGer 6B_510/2013 vom 3. März 2014, E. 4.4). c) Im Sinne einer grundsätzlichen Festlegung hält d as Kantonsgericht, Abteilung Straf- recht, dafür, dass bei der Strafzumessung im Kontext mit Einbruchdiebstählen jeweils zwingend straferhöhend veranschlagt werden muss, wenn der Be schuldigte in Wohnliegenschaften ein- dringt. Nimmt der Beschuldigte dabei eine Begegnung mit der Bewohnerschaft in Kauf, so hat sich diese verwerfliche Einstellung, welche für ein e besondere Dreistigkeit sowie eine qualifi- zierte kriminelle Energie spricht, in einem zweiten Schritt nochmals spürbar strafschärfend aus- zuwirken (KGer 460 12 108 vom 25. September 2012, E. III.3.1). Der Beschuldigte gab zu Protokoll, er habe sich vor dem Eindringen in die betreffende Liegen- schaft vergewissert, dass sich niemand im Hause bef unden habe. In der Liegenschaft sei es dunkel gewesen und er bzw. sein Mittäter F.____ hät ten geklingelt, wobei niemand geöffnet habe (vgl. Prot. KGer S. 12). Aufgrund dieser getro ffenen Massnahmen kann indessen nicht ernsthaft ausgeschlossen werden, dass die Hausbewoh ner anwesend sind. So könnten diese beispielsweise schlafen, schwerhörig sein, eine Fer nsehsendung mit entsprechender Lautstär- ke verfolgen, aus Prinzip oder infolge Unpässlichke it die Türe bewusst nicht öffnen oder sich in einem von aussen nicht einsehbaren Zimmer (z.B. Arc hivraum) aufhalten. In casu hielt sich der Beschuldigte zudem – wie bereits erwähnt – sehr lan ge Zeit (gemäss den Angaben des Be- schuldigten, von welchen "in dubio pro reo" auszuge hen ist, mindestens 40 Minuten) im Wohn- haus der Privatklägerin auf, sodass er nicht davon ausgehen konnte, dass die Privatklägerin Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht über die ganze Zeit hinweg über wegbleiben würde. D ass keine Begegnung mit Hausbewoh- nern stattfand, ist demnach nicht als eigener Verdienst des Beschuldigten, sondern lediglich als blosser Zufall zu qualifizieren. Der Beschuldigte u nd sein Mittäter brachen in ein Wohnhaus ein und nahmen dabei in einem völlig ungenügenden Ausma ss Vorkehrungen zur Vermeidung ei- ner Konfrontation mit der Bewohnerschaft vor. Entsp rechend muss in casu beim Beschuldigten das Eindringen in Wohnliegenschaften sowie – in ein em zweiten Schritt nochmals spürbar strafschärfend – die Inkaufnahme einer Begegnung mi t der Bewohnerschaft veranschlagt wer- den. d) Mit der Vorinstanz demgegenüber leicht verschu ldensmindernd zu berücksichtigen ist – entgegen der Argumentation der Staatsanwaltschaft i n der Anschlussberufungserklärung – der Umstand, dass der Beschuldigte nicht der Initiator der Tat war. Vielmehr hat F.____, nachdem er den betreffenden Tipp von H.____ erhalten hatte, das Einbruchobjekt ohne den Beschuldig- ten selbständig ausgekundschaftet. Der Beschuldigte wurde von F.____ erst zu einem späteren Zeitpunkt herangezogen und informiert, als F.____ bereits die Absicht hatte, den Plan in die Tat umzusetzen. Auch wenn F.____ gegenüber dem Beschuld igten nicht als eigentlicher Chef zu betrachten ist, so ist er doch im Vergleich zum Bes chuldigten als treibende Kraft zu sehen, wel- cher die Tat selbständig ausheckte und plante. e) Der Beschuldigte macht sodann hinsichtlich sein es Motivs geltend, er habe Geld für die Bezahlung von Arztkosten benötigt, damit er seinen Tumor und die Krankheit seiner Tochter habe behandeln lassen können. Gemäss ärztlichem Ber icht von Dr. med. C.____ vom 1. No- vember 2017 (Interkantonale Strafanstalt Bostadel) wurde der Beschuldigte am 4. Mai 2017 von Dr. med. I.____ in seiner Funktion als betreuender Arzt untersucht. Beim Beschuldigten lagen gemäss diesem Bericht, abgesehen von einer leichten Fazialisparese (Nervenlähmung), die jedoch nur noch sehr diskret sichtbar sei, keine ge sundheitlichen Einschränkungen vor. Insbe- sondere ist dem Arzt nichts von einer Krebserkranku ng bekannt. Bei dieser Sachlage besteht keine objektive Veranlassung, eine derartige schwer e Erkrankung anzunehmen, zumal diese auch aus den Akten in keinster Weise ersichtlich ist. f) In der Gesamtwürdigung ist somit das Tatversch ulden der Einstandstat – im Vergleich zu anderen denkbaren bandenmässigen Diebstählen – a ls leicht bis mittelschwer zu bewerten. 3.2.3 a) Hinsichtlich der Täterkomponente hat das Strafge richt das Vorleben und die persönli- chen Verhältnisse des Beschuldigten bis zum Urteils zeitpunkt grundsätzlich zutreffend darge- legt und gewürdigt (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 11 f.). Zu beachten gilt es, dass der Beschul- digte in der Schweiz (act. 20.1 f.; act. 27 ff.) un d in Deutschland (act. 37 ff.) mehrere, teilweise einschlägige Vorstrafen aufweist, was sich merklich straferhöhend auszuwirken hat. So wurde er am 10. Juni 2008 vom Bezirksamt Aarau wegen vers uchten Diebstahls, Missachtung der Einreisesperre, rechtswidrigen Aufenthalts, rechtsw idriger Einreise, Fahrens ohne Haftpflicht- versicherung sowie Verwendens von (Ver-)Fälschungen der Kontrollschilder zu einer bedingten Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Geldstrafe von 90 Tagessätzen sowie einer Busse von CHF 1‘500. ‒ verurteilt. Sodann sprach das Amtsgericht Saarbrücken (D) den Beschuldigten a m 24. Februar 2011 des schweren Ban- dendiebstahls in vier Fällen schuldig und verurteil te ihn zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten, bei einer Bewährungszeit von 3 Jahren. Während sich die Vorstrafe aus dem Jahr 2008 zufolge des Zeitablaufs und der Schwe re in casu nur noch in geringem Umfang zu Lasten des Beschuldigten auswirkt, führt die ein schlägige Strafe aus dem Jahre 2011 zu einer signifikanten Straferhöhung. Was ergänzend die persönlichen Verhältnisse betrifft, so gibt der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung vo r Kantonsgericht zu seiner aktuellen per- sönlichen Situation befragt im Wesentlichen zu Prot okoll, es gehe ihm gesundheitlich nicht gut. Seine rechte Kopfseite sei gelähmt und er habe eine n gutartigen Tumor. Nach seiner Entlas- sung aus dem Strafvollzug werde er in sein Heimatla nd Bulgarien zurückkehren, wobei er dort im Autoservice seines Vaters arbeiten könne (vgl. P rot. KGer S. 10). Den Akten ist zudem zu entnehmen, dass der Beschuldigte am 8. März 2017 im Gefängnis Muttenz einen Suizidversuch unternommen hat, worauf er in das Untersuchungsgefä ngnis Arlesheim verlegt wurde. Hierzu befragt gibt er vor Kantonsgericht zu Protokoll, er vermute, gewisse Geister hätten sich im Ge- fängnis befunden und ihn dazu gebracht, dies zu tun; mittlerweile fühle er sich aber wieder bes- ser (vgl. Prot. KGer S. 7 f.). Bereits im Zusammenhang mit dem Motiv des Beschuldigten wurde festgestellt, dass keine objektive Veranlassung bes teht, ein von ihm behauptetes Krebsleiden anzunehmen, worauf verwiesen werden kann (vgl. 3.2.2.e). b) Ein Geständnis kann bei der Analyse des Nachtat verhaltens zugunsten des Täters ein- bezogen werden, wenn es auf Einsicht in das begange ne Unrecht oder auf Reue schliessen lässt. Diese Praxis fusst auf der Überlegung, dass Geständnisse zur Vereinfachung und Ver- kürzung des Verfahrens sowie zur Wahrheitsfindung b eitragen können. Ein Verzicht auf Straf- minderung kann sich demgegenüber aufdrängen, wenn d as Geständnis die Strafverfolgung nicht erleichtert hat, namentlich weil der Täter nu r aufgrund einer erdrückenden Beweislage oder gar erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils geständig geworden ist (BGer 6B_737/2007 vom 14. April 2008, E. 1.2). In casu ist festzustellen, dass sich der Beschuldig te im Strafverfahren grundsätzlich kooperativ verhalten hat und geständig war. Zwar bestand weitgehend eine erdrückende Beweislage, doch der Beschuldigte hat zumindest teilweise die ihm zu m Vorwurf gemachte Tat von Anfang an zugestanden, ohne dass er zu diesem Zeitpunkt wisse n konnte, was ihm im Einzelnen zum Vorwurf gemacht wird. Somit kann das Geständnis des Beschuldigten in leichtem Umfang strafmindernd berücksichtigt werden. c) Zusammenfassend ist demnach festzustellen, dass sich die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten aufgrund seiner einschlägigen Vor strafen in erheblichem Masse straferhö- hend auswirken. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2.4 Gestützt auf diese Erwägungen ist im Hinblick auf d en bandenmässigen Diebstahl ins- gesamt von einem mittelschweren Verschulden auszuge hen, was entsprechend dem Strafrah- men mit einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten zu sanktionieren wäre. 3.2.5 Aufgrund der zum qualifizierten Diebstahl hinzutret enden Delikte, welche in einem unter zeitlichen, räumlichen und sachlichen Gesichtspunkt en unmittelbaren und engen Konnex zum bandenmässigen Diebstahl stehen, ist die Einsatzstr afe spürbar, aber nicht übermässig zu er- höhen. Hierbei gilt es hinsichtlich der qualifizier ten Sachbeschädigung zu beachten, dass der Mindestumfang eines grossen Schadens i.S.v. Art. 144 Abs. 3 StGB vorliegend mit einem ange- richteten Sachschaden von CHF 25‘000. ‒ klarerweise übertroffen wurde, sodass die objektiv e Schwere im mittleren Bereich anzusiedeln ist. Was d en Hausfriedensbruch betrifft, so gilt es zu konstatieren, dass dieser aussergewöhnlich lange an dauerte. Selbst wenn "in dubio pro reo" von den Aussagen des Beschuldigten ausgegangen wird, hielt sich dieser mindestens 40 Minu- ten im Haus der Privatklägerin auf. Bezüglich der T äterkomponenten gilt es in Abweichung zur Haupttat (vgl. 3.2.3.a) zu beachten, dass der Beschuldigte hinsichtlich der hinzutretenden Delik- te nicht vorbestraft ist. Diese sind demnach als neutral zu bewerten. Das Verschulden bezüglich der beiden hinzutretenden Delikte ist insgesamt als leicht bis mittelschwer zu beurteilen und die Einsatzstrafe um angemessene 4 Monate auf insgesamt 24 Monate zu erhöhen. 3.2.6 Was die Strafart betrifft, so kommt bei einer Straf höhe von 24 Monaten nur eine Frei- heitsstrafe in Betracht (vgl. Art. 34 Abs. 1 und Ar t. 37 Abs. 1 StGB). An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass für die Nebendelikte die Verhängu ng einer Geldstrafe aufgrund der jeweili- gen abstrakten Strafandrohung zwar möglich wäre, an gesichts der an den Tag gelegten krimi- nellen Energie des Beschuldigten, des engen zeitlic hen und inhaltlichen Zusammenhangs der einzelnen Taten untereinander sowie unter Berücksic htigung des Umstandes, wonach bei der Wahl der Sanktion in casu auf die Zweckmässigkeit, die Auswirkungen auf den Beschuldigten sowie die präventive Effizienz zu achten ist, für d as Kantonsgericht jedoch nur die Ausfällung einer Freiheitsstrafe in Frage kommt, womit im Erge bnis das Asperationsprinzip zur Bildung einer Gesamtstrafe ohne Weiteres anwendbar ist. 3.2.7 Aufgrund einer Gesamtwürdigung aller tat- und täter bezogenen Umstände und somit nach Festlegen der hypothetischen verschuldensangemessenen Strafe für das Hauptdelikt und Festlegung der Strafen für die Nebendelikte ist nach erfolgter Asperation gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB festzustellen, dass eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren als verschuldens- und tatangemes- sene Strafe erscheint. Dieses Strafmass erweist sic h nicht zuletzt auch im Quervergleich zum Mittäter F.____ als korrekt, welcher eine Freiheits strafe von 3 Jahren erhalten hat (vgl. das rechtskräftige Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 21. März 2017). Die Gewährung des teilbedingten Vollzugs kommt vorl iegend nicht in Betracht, wobei zur Be- gründung auf die zutreffenden Erwägungen der Vorins tanz verwiesen werden kann (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 27; Art. 82 Abs. 4 StPO). Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Demzufolge ist der Beschuldigte in teilweiser Guthe issung seiner Berufung und in Ab- weisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaf t in Abänderung des angefochtenen Ur- teils des bandenmässigen Diebstahls, der qualifizierten Sachbeschädigung sowie des Hausfrie- densbruchs schuldig zu sprechen und zu einer Freihe itsstrafe von 2 Jahren zu verurteilen. Hin- gegen ist der Beschuldigte von der Anklage des gewerbsmässigen Diebstahls freizusprechen. IV. K OSTEN Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Der Bes chuldigte beantragte im Berufungsverfahren hinsichtlich des Strafmasses die Verurteilung zu einer bedingten Freiheits- strafe von 15 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Ja hren. Vorliegend ist die Berufung des Be- schuldigten teilweise gutzuheissen, wobei dieser hi nsichtlich des Freispruchs von der Anklage des gewerbsmässigen Diebstahls durchdringt und die unbedingte Strafe von 30 Monaten um 6 Monate auf insgesamt 2 Jahre zu reduzieren ist. Dem gegenüber ist die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft vorliegend vollumfänglich abzuwe isen. Gemäss dem Ausgang des vorlie- genden Verfahrens sind die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 11‘000. ‒, zuzüglich Auslagen von CHF 500. ‒, somit im Umfang von CHF 5‘000. ‒ dem Beschuldigten und im Umfang von CHF 6‘500. ‒ dem Staat aufzuerlegen. Der frühere amtliche Verteidiger, Advokat E.____, h at mit Eingabe vom 22. Juni 2017 auf eine Entschädigung seiner Aufwendungen im Berufungsverfahren verzichtet. Demgegenüber ist dem aktuellen amtlichen Verteidiger des Beschuldigten, Advokat Dr. Nicolas Roulet, für seine Bemü- hungen im Berufungsverfahren eine Parteientschädigu ng aus der Gerichtskasse zu entrichten. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlun g reicht der Rechtsvertreter seine Hono- rarnote vom 18. Dezember 2017 ein, welche 19.75 Stu nden ausweist, was noch als angemes- sen erscheint. Hinzu kommen 6.5 Stunden für die kan tonsgerichtliche Hauptverhandlung (inklu- sive Weg). In Bezug auf die geltend gemachten Auslagen ist allerdings hinsichtlich der Kopiatu- ren angesichts deren Anzahl von Massenkopien auszug ehen, zumal nicht nachvollziehbar ist, inwiefern es sich dabei um Einzelkopien handeln sol l. Folglich ist der Auslagenersatz für die Kopiaturen gemäss § 15 Abs. 2 TO auf CHF –.50 pro S eite zu reduzieren. Daher ist dem amtli- chen Verteidiger Advokat Dr. Nicolas Roulet für sei ne Bemühungen im Berufungsverfahren ein Honorar von CHF 5'627.80 (inkl. Auslagen von CHF 37 7.80) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer von CHF 450.20, somit insgesamt CHF 6'078. ‒, aus der Gerichtskasse zu entrichten. Der Beschul- digte ist zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung an den Kanton im Um- fang von 40% verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landscha ft vom 3. April 2017, auszugswei- se lautend: "1. B.____ wird des banden- und gewerbsmässige n Diebstahls, der qualifizierten Sachbeschädigung sowie des Hausfried ensbruchs schuldig gesprochen und verurteilt: zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungsha ft vom 16.09.2016 bis zum 30.01.2017 sowie des vorzeitigen Strafvoll- zugs seit dem 30.01.2017 von insgesamt 199 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1, 2 und 3 al. 2 St GB, Art. 144 Abs. 1 und 3 StGB, Art. 186 StGB, Art. 40 StGB, Art. 51 StGB. 2. Die sichergestellte Trainerhosenkordel, wei ss, verbleibt als Ak- tenbestandteil bei den Akten. 3. Die Zivilforderung der Privatklägerin wird in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 StPO auf den Zivilweg verwiesen. 4. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Koste n des Vorverfah- rens von Fr. 5‘708.--, den Kosten des Zwangsmass- nahmengerichts von Fr. 500.-- und der Gerichtsgebüh r von Fr. 8‘000.--. Der Beurteilte B.____ trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO. 5. Das Honorar des amtlichen Verteidigers, E._ ___, Advokat, wird auf Fr. 4‘686.65 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertst euer) festge- setzt und unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflich tung von B.____ nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtska sse entrich- tet. B.____ ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhäl tnisse erlau- ben, gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidigung zurückzuzahlen un d der amtli- chen Verteidigung die Differenz zwischen der amtlic hen Entschä- digung und dem vollen Honorar zu erstatten (Art. 13 5 Abs. 4 lit. a Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht und lit. b StPO)." wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuld igten und in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft in der Disposi- tiv-Ziffer 1 wie folgt geändert: 1. a) B.____ wird des bandenmässigen Diebstahls, der qual ifizierten Sachbeschädigung sowie des Hausfriedensbruchs schul dig ge- sprochen und verurteilt: zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren , unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungsha ft vom 16.09.2016 bis zum 30.01.2017 sowie des vorzeitigen Strafvoll- zugs seit dem 30.01.2017 von insgesamt 199 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 und 3 al. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 und 3 StGB, Art. 186 StGB, Art. 40 StGB, Art. 51 StGB. b) B.____ wird von der Anklage des gewerbsmässigen Diebstahls freigesprochen. Im Übrigen wird das Urteil des Strafgerichts bestätigt. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger