Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 18. September 2018 (400 18 207) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Eheschutz; Kindesunterhalt; Berücksichtigung von Kosten für Hobbies beim Barbedarf der Kinder; Verteilung der Barunterhaltspflicht Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader; Gerichtsschreiber Basil Frey Parteien A.____, vertreten durch Advokatin Stefanie Mathys-Währer, Kasernenstrasse 22a, Postfach 569, 4410 Liestal, Ehefrau, Klägerin und Berufungsbeklagte gegen B.____, vertreten durch Advokat Roger Wirz, Advokatur am Fischmarkt, Fisch- markt 12, 4410 Liestal, Ehemann, Beklagter und Berufungskläger Gegenstand Eheschutz Berufung gegen das Urteil der Zivilkreisgerichtspräsidentin Basel- Landschaft Ost vom 7. Juni 2018 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____ und B.____ haben am 4. August 2000 in X.____, geheiratet und sind Eltern der am 15. Oktober 2001 geborenen Tochter C.____ und des am 3. Mai 2007 geborenen Sohnes D.____. Mit Urteil vom 17. November 2016 im Eheschutzverfahren 120 16 1878 I vor dem Zivi l- kreisgericht Basel-Landschaft Ost wurde den Eheg atten das Getrenntleben bewilligt und fes t- gestellt, dass sie dieses per 18. August 2016 aufgenommen haben. Weiter wurden unter and e- rem die Kinder der Ehegatten für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der Mutter g e- stellt und auf die Anordnung eines Besuchs- und Ferienrechts des Vaters verzichtet. Auf die Festsetzung eines Unterhaltsbeitrages zugunsten der Kinder wurde mangels Leistungsfähigkeit des Ehemannes ebenfalls verzichtet. B. Mit Gesuch vom 13. Februar 2018 gelangte die Ehefrau, vertreten durch Advokatin Stefa- nie Mathys-Währer, erneut an Zivilkreisgericht Basel -Landschaft Ost und führte aus, ihr sei z u- getragen worden, dass der Ehemann seit längerer Zeit wieder arbeite. Sie beantragte daher unter ausdrücklichem Vorbehalt von Mehrforderungen, der E hemann sei zu verpflichten, ihr an den Unterhalt der gemeinsamen Tochter C.____ einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 189.00 zzgl. allfällig bezogener Ausbildungszulagen und an den Unterhalt des gemeins a- men Sohnes D.____ einen solchen von CHF 708.00 zzgl. allfällig bezogener Kinderzulagen zu leisten. Weiter beantragte sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Einreichung diverser Unte r- lagen durch den Ehemann und die Einholung einer amtlichen Erkundigung bei der vermuteten Arbeitgeberin des Ehemannes. Mit Verfügung vom 14. Februar 2018 wurde der Ehemann durch das Zivilkreisgericht Basel -Landschaft Ost aufgefordert, Angaben zu seiner Einkommens - und Bedarfssituation zu machen und entsprechende Unterlagen bis zum 7. März 2018 einzureichen. Nachdem der Ehe mann dieser Aufforderung nicht nachgekommen und trotz gehöriger Vorl a- dung auch nicht zur Eheschutzverhandlung am 15. März 2018 erschienen war (anwesend war einzig die Rechtsvertreterin der Ehefrau, die Ehefrau selbst wurde vom persönlichen Ersche i- nen dispensiert), holte das Zivilkreisgericht Basel -Landschaft Ost mit Verfügung vom 15. März 2018 zwei amtliche Auskünfte ein. Einerseits sollte die vermutete Arbeitgeberin des Ehema n- nes, die E.____ AG, Auskunft darüber erteilen, ob der Ehemann mit der E.____ AG in einem Arbeitsverhältnis steht und falls ja, seit wann, in welchem Pensum und wieviel der Ehemann dabei verdient. Andererseits sollte die Bank F.____ Auskunft darüber erteilen, ob der Ehemann über Konti bei besagter Bank verfügt, und Unterlagen dazu einre ichen. Nach Eingang der en t- sprechenden Auskünfte und Unterlagen erhielt die Ehefrau mit Verfügung vom 17. April 2018 eine Frist bis zum 8. Mai 2018, um ihre Unterhaltsforderungen gegebenenfalls neu zu beziffern. Dieser Aufforderung kam die Ehefrau nach und forderte mit Eingabe vom 8. Mai 2018 rückwir- kend per 22. August 2017 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 1‘000.00 exkl. Kinder- zulage für D.____ und einen solchen von CHF 730.00 exkl. Ausbildungszulage für C.____. Mit Eingabe vom 28. Mai 2018 gelan gte der damals noch nicht anwaltlich vertretene Ehemann im Abänderungsverfahren erstmals ans Zivilkreisgericht Basel -Landschaft Ost. Er machte im W e- sentlichen geltend, dass bezüglich Kindesunterhalt bei der gemeinsamen Tochter C.____ kein Manko bestehe und das Manko beim gemeinsamen Sohn D.____ CHF 200.00 betrage. Am 7. Juni 2018 fand eine zweite Eheschutzverhandlung vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost statt, zu welcher die Ehefrau vom persönlichen Erscheinen wiederum dispensiert war und der Ehemann trotz gehöriger Vorladung nicht erschien. Nach Durchführung der Verhandlung, an welcher die Rechtsvertreterin der Ehefrau an den zuletzt gestellten Rechtsbegehren fes t- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht hielt, verpflichtete die Zivilkreisgerichtspräsidentin Basel -Landschaft Ost den Ehema nn mit U r- teil vom 7. Juni 2018, der Ehefrau mit Wirkung ab August 2017 für das Kind C.____ einen mo- natlichen und vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 445.00 und für das Kind D.____ ei- nen monatlichen und vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 850.00 zu bezahlen, und stellte fest, dass die Kinder - bzw. Ausbildungszulagen von der Ehefrau bezogen werden. Als Grundlage der Unterhaltsberechnung ging die Zivilkreisgerichtspräsidentin Basel -Landschaft Ost von einem Einkommen des Ehemannes von CHF 5‘962.95, einem Einkommen der Ehefrau von CHF 6‘418.35, einem Einkommen des Kindes C.____ von CHF 954.15 und einem Ei n- kommen des Kindes D.____ von CHF 200.00 aus. Die Gerichtskosten von CHF 1‘200.00 wur- den im Umfang von CHF 900.00 der Ehefrau und im Umfang von CHF 300.00 dem Ehemann auferlegt. Für die eigenen Parteikosten hatte jede Partei selbst aufzukommen. C. Mit Berufung vom 9. Juli 2018 gelangte der Ehemann, nunmehr vertreten durch Advokat Roger Wirz, an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, und begehrte, es sei das Urteil der Gerichtspräsidentin des Zivilkreisgerichts Basel -Landschaft Ost vom 7. Juni 2018 unter o/e-Kostenfolge dahingehend abzuändern, dass der Ehemann der Ehefrau für das Kind C.____ mit Wirkung ab August 2017 einen monatlichen u nd vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 100.00 und für das Kind D.____ mit Wirkung ab August 2017 einen monatlichen und vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 350.00 zu bezahlen habe. Der Berufungskläger macht im Wesentlichen geltend, der Barbedarf der Kinder sei durch die Vor instanz zu hoch be- rechnet und zu Unrecht vollumfänglich dem Ehemann zur Deckung zugewiesen worden. D. Die Ehefrau, wiederum vertreten durch Advokatin Stefanie Mathys-Währer, beantragte mit Berufungsantwort vom 9. August 2018 die vollumfängliche Abweisung der Berufung unter o/e - Kostenfolge zu Lasten des Berufungsklägers. E. Mit Verfügung vom 13. August 2018 wurde der Schriftenwechsel durch das Kantonsg e- richt Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, geschlossen und den Parteien in Auss icht gestellt, dass das Präsidium aufgrund der Akten entscheiden werde. Erwägungen 1. Gegen einen Endentscheid in einem Eheschutzverfahren ist die Berufung gemäss Art. 308 ZPO zulässig, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10‘000.00 beträgt. Bei wiederkehrenden Leistungen wie Unterhaltsbeiträgen gilt der Kapitalwert als Streitwert. Sind Leistungen mit ungewisser oder unbeschränkter Dauer streitig, wird auf den zwanzigfachen Betrag der einjährigen Leistung abgeste llt (Art. 92 ZPO). Der erforderliche Streitwert gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO ist somit zweifellos erreicht. Mass- nahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft unterliegen dem summarischen Verfahren (Art. 271 lit. a ZPO). Die Berufung ist daher schriftlich und begründet innert 10 Tagen seit Z u- stellung des begründeten Entscheides bzw. seit der nachträglichen Zustellung der Entschei d- begründung bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 311 Abs. 1 ZPO). Vorliegend wurde dem Ehemann bzw. d essen Rechtsvertreter die nachträgliche Begrün- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung des Urteils am 29. Juni 2018 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist ist daher durch die Postau f- gabe der Berufung am 9. Juli 2018 eingehalten. Der einverlangte Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 2‘000.00 wurde ebenfalls innert angesetzter Frist bezahlt. Da auch die übrigen Forma- lien erfüllt sind, ist auf die Berufung einzutreten. Gemäss Art. 316 ZPO kann die Rechtsmittelinstanz eine Verhandlung durchführen, aufgrund der Akten entscheiden (Art. 316 Abs. 1 ZPO) oder einen zweiten Schriftenwechsel anordnen (Art. 316 Abs. 2 ZPO). Diese Regelung stellt es ins Ermessen der Rechtsmittel instanz, das für den konkreten Fall Geeignete vorzukehren ( THOMAS STEININGER, in: DIKE -Kommentar ZPO, 2. Aufl. 2016, N 1 zu Art. 316 ZPO). Die vorliegende Sache erscheint spruchreif, so dass au f- grund der Akten zu entscheiden ist. Gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO ist das Präsidium der A b- teilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Zivilkreisgerichte, die im summarischen Verfahren ergangen sind, sachlich z u- ständig. 2. Vorliegend sind die Unterhaltsbeiträge für die gemeinsamen Kinder der Ehegatten strittig. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten erforscht das Gericht den Sachve r- halt von Amtes wegen und es entscheidet ohne Bindung an die Parteianträge, es gilt mithin der Untersuchungs- und Offizialgrundsatz (siehe Art. 296 ZPO). Nach der Bestimmung von Art. 276 Abs. 2 ZGB sorgen die Eltern gemeinsam, ein jeder E lternteil nach seinen Kräften, für den g e- bührenden Unterhalt des Kindes. Unterhalt ist zum einen in Form von Naturalunterhalt (Pflege und Erziehung) und zum anderen durch Geldzahlungen zu leisten (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Seit der am 1. Januar 2017 in Kraft g etretenen Gesetzesrevision soll der Unterhaltsbeitrag in Form von Geld neben der Abdeckung der direkten Kosten für das Kind (Barunterhalt) auch der G e- währleistung der Betreuung des Kindes durch die Eltern dienen (Betreuungsunterhalt). Der U n- terhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähi g- keit der Eltern entsprechen; dabei sind das Vermögen und die Einkünfte des Kindes zu berüc k- sichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Heben die Ehegatten den gemeinsamen Haushalt auf, so le gt das Gericht auf Begehren eines Ehegatten die Unterhaltsbeiträge an die Kinder fest (Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Die in einem solchen Eheschutzurteil festgelegten Unterhaltsbeiträge sind gemäss Art. 179 Abs. 1 ZGB auf Begehren eines Ehegatten anzupasse n, wenn sich die Ve r- hältnisse ändern. 3. Im vorliegenden Fall stellte das Zivilkreisgericht Basel -Landschaft Ost im ehemaligen Eheschutzverfahren 120 16 1878 I mit Urteil vom 17. November 2016 die Kinder der Parteien unter die Obhut der Ehefrau und sah mangel s Leistungsfähigkeit des damals arbeitslosen Ehemannes von einer Festsetzung eines Unterhaltsbeitrages zugunsten der Kinder ab. Im von der Ehefrau eingeleiteten Abänderungsverfahren ergab sich durch die amtliche Erkundigung der Vorinstanz, dass der Ehemann mittlerweile einer geregelten Arbeit nachgeht und ein rege l- mässiges Einkommen erzielt. Die Vorinstanz erkannte somit im Urteil vom 7. Juni 2018 zu Recht, dass aufgrund der geänderten Einkommensverhältnisse des Ehemannes die Vorausse t- zungen für eine Abänderung der Eheschutzmassnahme im Sinne von Art. 179 Abs. 1 ZGB vor- lagen. Dies ist im vorliegenden Berufungsverfahren denn auch nicht angefochten. Die Vorde r- richterin nahm in der Folge eine neue Unterhaltsberechnung mittels einer Gegenüberstellung der aktuell en Einkommens - und Grundbedarfszahlen vor. Beim Ehemann ermittelte die Vor - Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht instanz einen monatlichen Grundbedarf von CHF 3‘640.00 und ein monatliches Nettoeinko m- men von CHF 5‘962.95. Bei der Ehefrau wurde ein monatlicher Grundbedarf von CHF 3‘224.40 und ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 6‘418.35 festgestellt. Diese Zahlen sind plaus i- bel, entsprechen soweit ersichtlich den Akten und sind im vorliegenden Berufungsverfahren unbestritten. Es ist somit zusammen mit der Vorinstanz zu erkennen, dass aus der G egenüber- stellung von Grundbedarf und Einkommen bei dem Ehemann ein monatlicher Überschuss von CHF 2‘322.95 und bei der Ehefrau ein solcher von CHF 3‘193.95 verbleibt. Da die Ehefrau ihren eigenen Grundbedarf durch ihr eigenes Einkommen zu decken vermag, erkannte die Vorinstanz ebenfalls zu Recht und unbestrittenermassen, dass kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist. Im vorliegenden Berufungsverfahren umstritten sind jedoch die Höhe des Barbedarfs der Kinder sowie die Verteilung der Barunterhaltspflicht der Eltern, also die Frage, wer für den Barbedarf der Kinder in welchem Umfang aufzukommen hat. 4.1 Die Vorinstanz berechnete den Barbedarf des Sohnes D.____ auf CHF 1‘050.15 und den- jenigen der Tochter C.____ auf CHF 1‘400.15. Die Beträge entsprechen bis auf eine Differenz von CHF 7.50 Wohnkostenanteil je Kind der Berechnung der Ehefrau, welche diese der Vor - instanz mit Eingabe vom 8. Mai 2018 eingereicht hat. Die Bedarfszusammenstellung enthält bei beiden Kindern Kosten für Hobbies. Bei dem Sohn ist hierfür e in Betrag von CHF 100.00 und bei der Tochter ein solcher von CHF 300.00 veranschlagt. Die Vorinstanz merkte hierzu an, die Kosten für die Hobbies der Kinder seien von der Ehefrau vorgebracht und vom Ehemann nicht bestritten worden. 4.2 Der Ehemann lässt i n seiner Berufungsschrift entgegnen, sein Schreiben vom 28. Mai 2018, welches zwar eine lediglich rudimentäre, aber trotzdem genügende Berechnung des Ki n- desunterhaltes aufführe, sei als Bestreitung der Hobbykosten der Kinder zu werten. Der Eh e- schutzverhandlung vom 7. Juni 2018 sei er ferngeblieben, weil er des Deutschen nur sehr ei n- geschränkt kundig sei und daher die von der Vorinstanz am 31. Mai 2018 erlassene Dispensa- tionsverfügung zu Gunsten der Ehefrau auch auf sich bezogen habe. Ohnehin gelte aber für das vorliegende Verfahren gestützt auf Art. 272 ZPO der Untersuchungsgrundsatz. Die Vor - instanz hätte die entsprechenden Bedarfspositionen also nicht tel quel aus der von der Ber u- fungsbeklagten mit Eingabe vom 8. Mai 2018 eingereichten Berechnungstabelle ü bernehmen dürfen. Vielmehr hätte die Vorinstanz überprüfen müssen, ob diese Bedarfspositionen berec h- tigt seien. Dabei hätte die Vorinstanz in Rechnung stellen müssen, dass eine Begründung der angegebenen Freizeitkosten seitens der Berufungsbeklagten fehle. Auch Belege seien keine eingereicht worden. Zudem spreche für das tatsächliche Bestehen der entsprechenden Bedar f- spositionen, dass die Berufungsbeklagte in ihrer ersten Eingabe vom 13. Februar 2018 diese noch nicht eingesetzt habe. Schliesslich gehe auch aus dem Protokoll der Kindsanhörung vom 7. März 2018 hervor, dass die entsprechenden Bedarfspositionen real nicht bestünden. Vie l- mehr würden sich die Kosten der beiden Kinder für ihre Freizeit bzw. Hobbies im normalen Rahmen bewegen, weshalb diese in den Grundbeträgen enthalten seien. 4.3 Das vom damals noch nicht anwaltlich vertretenen Ehemann im vorinstanzlichen Verfa h- ren eingereichte Schreiben vom 28. Mai 2018 äussert sich nicht explizit zu den Eingaben der Ehefrau und ihren Unterhaltsberechnungen. Vielm ehr ist lediglich eine eigene – wie vom Beru- fungskläger selber eingeräumt, als rudimentär zu bezeichnende – Unterhaltsberechnung aufge- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht führt. Diese weist als Barbedarf einzig die Grundbeträge von CHF 600.00 je Kind aus. Ob d a- mit, wie der Berufungskläger vorbringt, eine Bestreitung eines darüber hinausgehenden Bedarfs für Hobbies vorliegt, kann an dieser Stelle offen gelassen werden. Denn die durch die Nichtb e- rücksichtigung des Schreibens von der Vorinstanz allfällig begangene Gehörsverletzung kann zum einen im Rechtsmittelverfahren geheilt werden und zum anderen ist der Sachverhalt, wie der Berufungskläger ausführt, aufgrund des vorherrschenden Untersuchungsgrundsatzes o h- nehin von Amtes wegen zu erforschen. Deshalb kann auch im vorliegenden Berufungsverfa h- ren noch beurteilt werden, ob die Kosten für die Hobbies der Kinder trotz einer allfälligen B e- streitung des Ehemannes zu Recht oder zu Unrecht in die Bedarfsberechnung aufgenommen wurden. Ebenfalls unwesentlich für den Berufungsentscheid ist daher, aus welche n Gründen der Ehemann den im vorinstanzlichen Verfahren abgehaltenen Gerichtsverhandlungen ferng e- blieben ist. Wie dem Protokoll der Kindsanhörung vom 7. März 2018 zu entnehmen ist, ist der Sohn D.____ Mitglied in einem Schwimmclub und geht zwei Mal pro Wo che am Abend ins Schwimmtraining und nimmt an Schwimmwettkämpfen teil. Neben den Mitgliedergebühren für den Schwimmclub dürften somit Fahrtkosten sowie auch erhöhte Kosten für die Verpflegung anfallen. Aufwendu n- gen von insgesamt CHF 100.00 pro Monat ersche inen unter diesem Blickwinkel als durchaus realistisch und nicht zu hoch angesetzt. Die Tochter C.____ gab anlässlich der Kindsanhörung vom 7. März 2018 an, sie habe früher Schwimmsport betrieben, seit der Lehre mache sie dies jedoch nicht mehr, da ihr die Zeit fehle bzw. sie abends zu spät zu Hause sei. Spezifische Ho b- bies konnte sie spontan nicht nennen. Vor diesem Hintergrund scheint es auf den ersten Blick durchaus so, als seien die beim Barbedarf der Tochter aufgeführten CHF 300.00 für Hobbies zu Unrecht eingesetzt. Allerdings hat die Vorinstanz den gesamten Lehrlingslohn der Tochter von monatlich CHF 704.16 als Einkommen angerechnet. Bei gehobenen Verhältnissen entspricht es jedoch der Praxis nicht den vollen Lehrlingslohn anzurechnen, sondern dem Kind einen Freibe- trag zu gewähren. Vorliegend sind die finanziellen Verhältnisse der Familie als sehr gut einz u- stufen. Wie gesehen, erwirtschaften Mutter und Vater jeweils einen namhaften Überschuss. Somit wäre es durchaus angezeigt gewesen, einen Teil des Leh rlingslohns in der Grössenor d- nung von CHF 300.00 nicht anzurechnen. Da die Vorinstanz jedoch den gesamten Lehrling s- lohn anrechnete, ist es im Ergebnis nicht zu beanstanden, wenn sie stattdessen unter dem Titel „Hobbies“ einen Betrag von CHF 300.00 zum Barbedarf der Tochter hinzuzählte. 4.4 Die Berufung ist folglich in diesem Punkt abzuweisen. Die Ermittlung des monatlichen Barbedarfs des Sohnes in der Höhe von CHF 1‘050.15 und derjenige der Tochter in der Höhe von CHF 1‘400.15 unter jeweiliger Berücksichti gung von Kosten für Hobbies erweist sich in Würdigung der gesamten Verhältnisse als gerechtfertigt. 5.1 Dem errechneten Barbedarf der Kinder stellte die Vorinstanz deren Einkommen gege n- über. Dem Sohn rechnete sie als Einkommen die monatlichen Kinderzulage n von CHF 200.00 an. Der Tochter wurden die monatliche Ausbildungszulage von CHF 250.00 sowie der monatl i- che Nettolehrlingslohn (inkl. 13. Monatslohn) von CHF 704.16 angerechnet. Die Vorinstanz e r- mittelte folglich beim Sohn ein monatliches Manko von gerund et CHF 850.00 und bei der Toch- ter ein solches von gerundet CHF 445.00. Als Nächstes setzte sich die Vorinstanz damit ause i- nander, wer von den Eltern in welchem Umfang für die Fehlbeträge der Kinder aufzukommen hat, also wie die Verteilung der Barunterhalts pflicht unter den Eltern vorzunehmen ist. Die Vor - Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht instanz erwog, die mit der Doppelbelastung durch die Kinderbetreuung und der Erwerbstätigkeit verbundenen Einschränkungen in der eigenen Lebensführung der Ehefrau sei bei der Festl e- gung der Barunterhaltspflicht angemessen Rechnung zu tragen. Die Vorinstanz sah es deshalb als gerechtfertigt an, die volle Barunterhaltspflicht dem nicht betreuenden Ehemann aufzuerl e- gen. Dieser wurde folglich verpflichtet, mit seinem monatlichen Überschuss von CHF 2‘322.95 für den gesamten monatlichen Barunterhalt von D.____ im Umfang von CHF 850.00 und von C.____ im Umfang von CHF 445.00 aufzukommen und entsprechende Unterhaltszahlungen an die obhutsberechtigte Ehefrau zu leisten. 5.2 Der Ehemann wehrt sich mit Berufung gegen di ese einseitige Verteilung der Barunte r- haltspflicht zu seinen Lasten. Er bringt vor, die finanzielle Leistungsfähigkeit der Ehefrau sei spürbar grösser als die eigene. Sofern die Kinderbetreuung als Einschränkung der Lebensfü h- rung der Berufungsbeklagten qua lifiziert werden sollte, handle es sich jedenfalls nicht um eine solche finanzieller Natur. Ein Ausgleich dieser Einschränkung der Lebensführung mittels Gel d- zahlungen, die für die Deckung des Barunterhalts der Kinder und damit für diese bestimmt se i- en, erweise sich als nicht sachgerecht. Im Übrigen sei festzuhalten, dass die Ehefrau lediglich ein Arbeitspensum von 80 % ausübe (gegenüber einem solchen von 100 % des Ehemannes), was ihr immerhin auch einen gewissen Spielraum gebe. Auch sei festzuhalten, dass die Tochter auswärts in eine Lehre gehe und auch bereits älter als 16 Jahre sei, womit zumindest für sie kein relevanter Betreuungsaufwand zu erkennen sei. Es rechtfertige sich daher, dem Ehemann maximal die Hälfte der Barunterhaltspflicht aufzuerlegen. 5.3 Das Kantonsgericht ist der Auffassung, dass es vom Prinzip her richtig ist, dass beide Eltern gemeinsam für den Barbedarf der Kinder aufkommen sollen, wenn es die finanziellen Verhältnisse erlauben bzw. wenn bei beiden Elternteilen die finanzielle Leistun gsfähigkeit hier- für gegeben ist. Grundsätzlich hat sich somit auch der allein betreuende Elternteil am Barunte r- halt der Kinder zu beteiligen, wenn er mit seinem Einkommen nach Deckung seines Grundb e- darfs einen namhaften Überschuss erzielt. Richtig ist aber auch, dass die Einschränkungen in der Lebensführung, welche mit der Doppelbelastung durch die Kinderbetreuung und Erwerbstä- tigkeit verbunden ist, bei der Verteilung der Barunterhaltspflicht angemessen Rechnung zu tr a- gen ist. Insofern kann von einer propor tionalen Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit beider Elternteile abgesehen werden. In Ausnahmefällen kann sich sogar eine gänzliche Befreiung der Barunterhaltspflicht des betreuenden und gleichzeitig erwerbstätigen Elternteils aufdrängen. Ein solcher Ausnahmefall liegt vorliegend aus folgenden Gründen vor: Zunächst ist festzustellen, dass die Ehefrau zwei Kinder betreut, wobei das jüngere Kind erst 11 -jährig ist. Indem die Ehe- frau neben der Betreuung der Kinder mit einem Pensum von 80 % einer Erwerbstätigkeit nach- geht, leistet sie mehr, als ihr nach der geltenden Gerichtspraxis zuzumuten ist. Weiter macht die Ehefrau trotz ihres hohen Arbeitspensums keine Fremdbetreuungskosten geltend. Insofern dürfte die Kinderbetreuung, insbesondere in den Schulferien d es Sohnes, mit einem grossen organisatorischen Aufwand verbunden sein. Ebenso zu berücksichtigen ist, dass mit dem Eh e- schutzurteil vom 17. November 2016 auf die Anordnung eines Besuchs - und Ferienrechts z u- gunsten des Vaters auf Wunsch der Kinder und im Sin ne des Kindeswohls verzichtet wurde. Somit leistet zum einen die Ehefrau den Naturalunterhalt für die Kinder vollständig alleine und zum anderen trägt der Ehemann keinerlei Kosten, welche anfallen würden, wenn er Woche n- enden und Ferien in einem üblichen Um fang mit den Kindern verbringen würde. Ferner erweist Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich der von der Vorinstanz veranschlagte Unterhaltsbeitrag für die beiden Kinder für den Eh e- mann insgesamt als tragbar. Der Ehemann wurde zu monatlichen Unterhaltsbeiträgen von CHF 850.00 für den Sohn und von CHF 445.00 für die Tochter, somit insgesamt zu Zahlungen von monatlich CHF 1‘295.00, verpflichtet, was einem Anteil von 21,7 % seines monatlichen Net- toeinkommens von CHF 5‘962.95 entspricht. Im Vergleich zur unter altem Recht regelmässig angewandten Prozentmethode, gemäss welcher der nicht obhutsberechtigte Elternteil von zwei Kindern 25 % seines monatlichen Nettoeinkommens zu leisten hatte, liegt der vorliegend ve r- ordnete Kindesunterhalt demzufolge tiefer. Schliesslich würde der Kindesunterhalt auc h nicht wesentlich geringer ausfallen, wenn die Barunterhaltspflicht, gemäss dem Begehren des Eh e- mannes hälftig auf die Ehegatten aufgeteilt würde. Denn in diesem Fall wäre nach Deckung der Mankos der Kinder zwingend eine Überschussverteilung vorzunehmen ( von welcher die Vor - instanz in casu abgesehen hat). Die verbleibenden Einkommensüberschüsse der Eltern wären auf die ganze Familie zu verteilen, wobei aufgrund der vorliegenden Betreuungsverhältnisse eine Verteilung von drei Vierteln zu Gunsten der Ehefrau und der Kinder und einem Viertel zu Gunsten des Ehemannes angezeigt wäre. Die Überschussbeteiligung der Kinder wäre sodann praxisgemäss zu deren Barunterhalt hinzuzurechnen. Insgesamt würde der Ehemann dadurch die beinahe gleichen Kindesunterhaltsbeiträge leisten müssen, wie die, welche die Vorinstanz im angefochtenen Urteil festgelegt hat. 5.4 Im Ergebnis erweist sich daher im vorliegenden Fall die Auferlegung der vollen Barunte r- haltspflicht zu Lasten des Ehemannes als gerechtfertigt, weshalb die Berufun g auch in diesem Punkt nicht gutzuheissen ist. 6. Aufgrund der obigen Ausführungen ist abschliessend festzustellen, dass die Berufung des Ehemannes in Bestätigung des angefochtenen Entscheids vom 7. Juni 2018 vollumfänglich abzuweisen ist. 7. Es bleibt über die Verteilung der Prozesskosten, bestehend aus den Gerichtskosten sowie der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO), des Berufungsverfahrens zu befinden. Massg e- bend für die Regelung der Kostenfolgen sind die Bestimmungen der Art. 104 ff. ZPO, die auch im B erufungsverfahren gelten, da im Gesetz für das Rechtsmittelverfahren keine speziellen Kostenvorschriften enthalten sind (vgl. BENEDIKT SEILER, Die Berufung nach ZPO, 2013, Rz. 1560). Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Pa rtei auferlegt. Von der in Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO vorgesehenen Möglichkeit die Prozesskosten in familienrechtlichen Verfahren nach richterlichem Ermessen zu verteilen, wobei unter dem G e- sichtspunkt der Billigkeit auch auf die wirtschaftliche Leistungsf ähigkeit der Parteien abgestellt werden kann, ist vorliegend abzusehen. Aus den Akten ergeht, dass der Ehemann in der Ve r- gangenheit namhafte Geldbeträge von seinen Bankkonten abgehoben hat. So liess er sich be i- spielsweise am 26. Oktober 2016 einen Betrag von CHF 70‘000.00 und am 2. März 2018 einen solchen von CHF 45‘000.00 auszahlen. Überdies verbleibt dem Ehemann mit seinem Einko m- men auch nach Berücksichtigung der Unterhaltszahlungen für die Kinder sowie unter Einb e- rechnung des nach basellandschaftlicher G erichtspraxis für die Beurteilung der Prozessarmut zu gewährenden Zuschlags von 15 % auf den Grundbetrag ein namhafter Überschuss von über CHF 800.00 pro Monat. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Ehemanns ist somit gegeben, um für die Prozesskosten aufzukommen. Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der Ber u- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht fungskläger daher die gesamten Gerichtskosten zu tragen, wobei die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren in Anwendung von § 9 Abs. 1 i.V.m § 8 Abs. 1 lit. h der kantonalen Verord- nung über di e Gebühren der Gerichte (Gebührentarif, GebT; SGS 170.31) auf pauschal CHF 2‘000.00 festzusetzen ist. Darüber hinaus hat der Berufungskläger der Berufungsbekla g- ten eine Parteientschädigung auszurichten, zumal ein diesbezüglicher Antrag gestellt wurde. Die Rechtsvertreterin der Berufungsbeklagten, Advokatin Stefanie Mathys-Währer, führt in ihrer eingereichten Honorarnote vom 9. August 2018 einen Zeitaufwand von 6 Stunden à CHF 250.00, Auslagen von CHF 14.50 sowie 7,7 % MWSt von CHF 116.60 auf, was angemes- sen ist. Der Berufungs kläger hat der Berufungsbeklagten somit eine Parteientschädigung von insgesamt CHF 1‘631.10 zu bezahlen. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 2. Die Entscheidgebühr von CHF 2‘000.00 wird dem Berufungskläger au f- erlegt. 3. Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten eine Parteientschäd i- gung von CHF 1‘631.10 (inkl. Auslagen von CHF 14.50 und 7,7 % MWSt von CHF 116.60) zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Basil Frey