200 13 703 IV SCJ/WSA/KRK Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 6. Dezember 2013 Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Kölliker Gerichtsschreiberin Winz A.________ vertreten durch B.________ Beschwerdeführerin gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 19. Juli 2013 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2013, IV/13/703, Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1971 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer- deführerin) arbeitete zuletzt bis am 31. Mai 2010 in einem 100%-Pensum als D.________ eines E.________ (Antwortbeilage [AB] 9.1). Im August 2010 meldete sie sich aufgrund eines Rückenleidens (vgl. AB 13) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (AB 2). Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) veran- lasste in der Folge verschiedene berufliche und medizinische Abklärungen. Insbesondere holte sie die Akten des Krankentaggeldversicherers ein (AB 16.1, 16.2, 16.3, 16.4, 16.5, 16.6, 19 und 21) und gab bei den Dres. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und F.________, Fachärztin für Neurochirurgie FMH, ein bidisziplinäres Gut- achten in Auftrag. Nach Eingang der beiden Gutachten (datierend vom 19. November 2012 [AB 82] und vom 27. Februar 2012 [recte: 2013; AB 89.1 S. 2 ff.]) stellte die IVB der Versicherten mit Vorbescheid vom 19. April 2013 (AB 92) die Ausrichtung einer vom 1. Januar 2012 bis zum 31. März 2013 befristeten ganzen Rente in Aussicht. Die Versicherte, vertreten durch B.________, erklärte sich am 10. Juni 2013 mit dem vorgesehenen Entscheid nicht einverstanden. Der Sachver- halt sei ungenügend abgeklärt worden (AB 98). Mit Verfügung vom 19. Juli 2013 (AB 103) sprach die IVB der Versicherten wie angekündigt eine vom 1. Januar 2012 bis zum 31. März 2013 befristete ganze Rente zu. B. Hiergegen erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch B.________, am 19. August 2013 Beschwerde. Sie beantragt, die Verfügung vom 19. Juli 2013 sei teilweise aufzuheben und zur Neubeurteilung des Invaliditäts- grades ab dem 1. April 2013 an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Be-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2013, IV/13/703, Seite 3 gründung führt sie aus, der Sachverhalt sei unvollständig und deshalb un- richtig festgestellt worden. Insbesondere das vom Krankentaggeldversiche- rer veranlasste Gutachten von Dr. med. G.________, Facharzt für Rheu- matologie sowie Allgemeine Innere Medizin FMH, erfülle die Anforderungen an ein unabhängiges Gutachten nicht und sei zudem mit dem Mangel be- haftet, dass bei der Durchführung der Begutachtung kein Dolmetscher bei- gezogen worden sei. Gleichzeitig stellte sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Mit Beschwerdeantwort vom 20. September 2013 beantragt die Beschwer- degegnerin die Abweisung der Beschwerde. Mit prozessleitender Verfügung vom 2. Oktober 2013 hiess der Instrukti- onsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut unter Beiord- nung von B.________ als amtlicher Anwalt. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsan- waltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfah- ren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe- bung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2013, IV/13/703, Seite 4 die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 19. Juli 2013 (AB 103). Bestritten wird einzig die Befristung der Rente per Ende März 2013. Recht- sprechungsgemäss ist indessen auch die unbestrittene Rentenbezugszeit von der gerichtlichen Prüfung nicht ausgenommen (BGE 125 V 417 E. 2c). Zu prüfen ist somit der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. 1.3Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 1.4Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist - im Unterschied zur Ar- beitsunfähigkeit - nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe- reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er- werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge- glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig- keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli- chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2013, IV/13/703, Seite 5 Abs. 2 ATSG). Mit dieser ausdrücklichen Regelung sind die bisher unge- schriebenen Rechtsgrundsätze und insbesondere die Rechtsprechung zur Ausscheidung der invaliditätsfremden Faktoren und zum Zumutbarkeits- prinzip neu ausdrücklich im Gesetz festgehalten (BGE 135 V 215 E. 7.3 S. 230; Botschaft zur 5. IVG-Revision, BBl 2005 4530 ff.). 2.2Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe- reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz- lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab- lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier- telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 2.3Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein- kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 2.4Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2013, IV/13/703, Seite 6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag- gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei- nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 2.5Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 2.6Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge- hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132). Die Invali- denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge- sundheitszustandes revidierbar, sondern auch dann, wenn sich die erwerb- lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli- chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu- standes erheblich verändert haben; zudem kann auch eine Wandlung des Aufgabenbereichs einen Revisionsgrund darstellen (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; AHI 1997 S. 288 E. 2b).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2013, IV/13/703, Seite 7 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten IV- Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b). 3. 3.1Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen: 3.1.1Dr. med. G.________ untersuchte die Beschwerdeführerin am 18. Juni 2010 im Auftrag des Krankentaggeldversicherers der Beschwerde- führerin. Im Gutachten vom 22. Juni 2010 (AB 16.5) hielt er keine Diagnose mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er ein chronisches, sich generalisie- rendes Schmerzsyndrom, ein Hypermobilitätssyndrom, eine diffuse idiopa- thische skelettale Hyperostose im Status nascendi, Übergewicht sowie anamnestisch ein Reizmagen-Syndrom (AB 16.5 S. 6). Insgesamt beurteile er die von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden bezüglich Umfangs höchstens als partiell auf die objektivierbaren somatisch- pathologischen Befunde abstützbar. In einer derartigen Situation seien grundsätzlich krankheitsfremde Faktoren, ein Aggravationsverhalten im Rahmen eines Rentenbegehrens und eine psychosomatisch-psychiatrische Affektion zu diskutieren. Hinweise auf eine psychosomatische oder auf eine psychiatrische Affektion seien nicht vordergründig gewesen und in der vor- liegenden Dokumentation nicht erwähnt worden (AB 16.5 S. 11). Bezüglich der Belastbarkeit sei darauf hinzuweisen, dass sich die Beschwerdeführerin im Rahmen ihres Übergewichts körperlich belaste. Übergewicht führe per se zu einer körperlichen Belastung und erhöhe zudem das Risiko für die Entwicklung von allgemeininternistischen Komplikationen. Die Arbeitsfähig- keit sei aus somatisch-rheumatologischer Sicht für die bisher in der Schweiz ausgeübten Tätigkeiten nicht eingeschränkt. Für Haushaltsarbei- ten mit einem leicht- bis mittelgradig körperlich belastenden Arbeitsprofil könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formuliert werden (AB 16.5 S. 13).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2013, IV/13/703, Seite 8 3.1.2Am 6. Januar 2011 wurde bei der Beschwerdeführerin eine Dekom- pression L4/S1 links durchgeführt (AB 41 S. 6). Der Operateur attestierte am 8. März 2011 eine noch bis im April dauernde Arbeitsunfähigkeit von 100% (AB 41 S. 5). Im Bericht vom 30. August 2011 (AB 58 S. 5) hielt er fest, der Verlauf sei als regelrecht zu werten. Grundsätzlich dürfe die Be- schwerdeführerin nun halbtags arbeiten. 3.1.3Im Dezember 2011 wurde die Beschwerdeführerin ein weiteres Mal operiert (AB 79 S. 3). Am 3. Juli 2012 berichtete der Operateur, es bestehe ein chronisches Schmerzsyndrom, ein Zustand nach abgeheilter Laparo- tomie und ventraler Spondylodese L4/5 und L5/S1 sowie ein Zustand nach Dekompression L4/S1. Der Gesundheitszustand habe sich tendenziell ver- schlechtert. Die Beschwerdeführerin leide unter unspezifischen lumbalen Schmerzen und Schmerzen am lumbosacralen Übergang. Es bestehe kei- ne wesentliche degenerative Erkrankung, welche die Beschwerden er- klären könnte. Aktuell sei die Beschwerdeführerin 100% arbeitsunfähig (AB 71 S. 4). 3.1.4Im neurochirurgischen Gutachten vom 19. November 2012 (AB 82) diagnostizierte Dr. med. F.________ ein chronisches lumbales und lum- boischialgieformes Schmerzsyndrom beidseits mit/bei Fehlform/-haltung der Lendenwirbelsäule (LWS), degenerative LWS-Veränderungen (leicht- gradige Osteochondrose L3/4, leichtgradige Spondylarthrose), einen Status nach Dekompression L4 bis S1 links im Januar 2011 sowie einen Status nach Diskektomie und Foraminotomie L4/5 und L5/S1, interkorporeller Spondylodese L4/5 und L5/S1 im Dezember 2011. Zusammenfassend (AB 83 S. 28) könnten die von der Beschwerdeführerin berichteten Beeinträch- tigungen qualitativ wenigstens zu einem Teil, quantitativ jedoch nicht vollständig mit objektivierbaren Befunden erklärt werden. Vielmehr hätten sich im Eindruck der klinischen Untersuchung Hinweise auf eine subjektive quantitative Ausgestaltung und dysfunktionale Überzeugungen ergeben. Diesbezüglich seien im Wesentlichen eine sich im Untersuchungsgang zunehmend schmerzbeeinträchtigt präsentierende Beschwerdeführerin genannt, welche ihre Beschwerden und Einschränkungen demonstrativ darstelle. Ausserhalb der formalen Untersuchungssituation und ausserhalb der speziellen Prüfung bzw. in abgelenkten Situationen bestünden im Kon-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2013, IV/13/703, Seite 9 trast zu den demonstrierten Einschränkungen eine völlig unauffällig bzw. unbeeinträchtigt erscheinende Beweglichkeit sowie Spontanmotorik, eine symmetrische Muskeltrophik ohne Anhaltspunkte für eine längere schmerzbedingte Inaktivität oder Schonung bzw. weitgehende physische Immobilität, neuroanatomisch keinem Dermatom oder Versorgungsgebiet eines peripheren Nerven zuordenbare Gefühlsstörungen. Auch betreffend die jetzt in gleichem Mass angegebenen Beschwerden im rechten Bein hätten in sämtlichen Untersuchungen, insbesondere der bildgebenden und elektrophysiologischen Diagnostik, keine korrelierenden Befunde nachge- wiesen werden können. All dies erlaube keine lineare Übertragung der von der Beschwerdeführerin berichteten Beschwerden in eine behinderungsre- levante, die Arbeitsfähigkeit beeinflussende Störung. Der Beschwerdefüh- rerin seien körperlich leichte und zeitweise körperlich mittelschwere (der Anteil mittelschwerer Arbeit sei mit 10% begrenzt) konsequent wechselbe- lastende Tätigkeiten in einem zeitlichen Rahmen von 8.5 Stunden pro Tag an fünf Tagen der Woche bei dabei bestehender 10% bis maximal 20% verminderter Leistungsfähigkeit zumutbar. Da sich die Beschwerdeführerin nach dem operativen Eingriff im Dezember 2011 derzeit noch in der Re- konvaleszenzphase befinde, die mit maximal 12 Monaten zu veranschla- gen sei, besitze die vorgenannte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit Gültigkeit ab Januar 2013. 3.1.5Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung konnte Dr. med. C.________ keine krankheitswertige psychische Störung und keine geisti- gen und/oder psychischen Beeinträchtigungen mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit feststellen. Der aktuelle Untersuchungsbefund sei unauffällig. Eine Erkrankung aus dem Spektrum depressiver Störungen könne ausge- schlossen werden. Im Weiteren hätten sich keinerlei Hinweise auf das Vor- liegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ergeben (Gutach- ten vom 27. Februar 2012 [recte: 2013; AB 89.1 S. 2 ff.]). 3.2 3.2.1Die interdisziplinäre Begutachtung durch die Dres. F.________ und C.________ erfüllt die rechtsprechungsgemäss an solche Berichte gestell- ten Anforderungen (E. 2.4 hiervor). Die Gutachten erbringen deshalb vollen Beweis. Gestützt darauf ist erstellt, dass ab Januar 2011 (Zeitpunkt der Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2013, IV/13/703, Seite 10 1. Operation) eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit bestand. Nach Ablauf des Wartejahres im Januar 2012 bestand sodann aufgrund der 2. Operation eine volle Invalidität. Spätestens ab Januar 2013 war die Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten bis zeitweise mittelschwe- ren Arbeit während 8.5 Stunden pro Tag voll arbeitsfähig bei einer durch- schnittlichen Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 15%. 3.2.2Die Kritik der Beschwerdeführerin an den Gutachten vermag nicht zu überzeugen. Soweit die Beschwerdeführerin insbesondere geltend macht, das Gutachten von Dr. med. G.________ leide an einem Mangel, weil kein Dolmetscher hinzugezogen worden sei, ist darauf hinzuweisen, dass sie selber einen Dolmetscher abgelehnt hatte (AB 16.5 S. 2 oben). Darauf braucht indessen nicht weiter eingegangen zu werden, da das Gut- achten von Dr. med. G.________ vom 22. Juni 2010 (AB 16.5) für die Be- urteilung des Zumutbarkeitsprofils ab Januar 2013 bereits aus zeitlichen Gründen nicht massgebend sein kann. Weiter findet sich für die Befürch- tung der Beschwerdeführerin, Dr. med. F.________ habe sich durch das Gutachten von Dr. med. G.________ beeinflussen lassen, keine Stütze. Ein umfassendes Gutachten hat sich mit den früheren medizinischen Ein- schätzungen auseinanderzusetzen (vgl. E. 2.4 hiervor). Dr. med. F.________ gibt auf der von der Beschwerdeführerin genannten Seite 26 (AB 82 S. 27) lediglich den Inhalt des Gutachtens von Dr. med. G.________ wieder. Die Expertin begründet ihre anschliessende Beurtei- lung dann aber mit der von ihr vorgenommenen neurochirurgischen Unter- suchung, den Röntgenuntersuchungen und der elektrophysiologischen Untersuchung. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist es sodann nicht widersprüchlich, dass Dr. med. F.________ ein aggravieren- des Verhalten beschreibt und gleichzeitig eine relevante Beeinträchtigung attestiert. Aggravieren bedeutet eben gerade, ein bestehendes Leiden übertrieben darzustellen. Schliesslich sind auch keine Gründe ersichtlich, welche Zweifel an der von Dr. med. F.________ gestellten Prognose auf- kommen lassen würden. Es besteht damit kein Anlass für zusätzliche me- dizinische Abklärungen, weshalb der beantragten Rückweisung nicht zu entsprechen ist (antizipierte Beweiswürdigung: BGE 122 V 157 E. 1d S. 162).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2013, IV/13/703, Seite 11 3.2.3Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin ab Januar 2011 erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Nach Ablauf des Wartejahres bestand eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Seit Januar 2013 ist ihr eine körperlich leichte und zeitweise mittelschwere (An- teil mittelschwerer Arbeit: 10%) konsequent wechselbelastende Tätigkeit 8.5 Stunden pro Tag an fünf Tagen der Woche bei einer verminderten Leis- tungsfähigkeit von durchschnittlich 15% zumutbar. 3.3Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensver- gleich (vgl. E. 2.3) ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Mit Blick auf die bis 2009 in der bisherigen Tätigkeit - welche die Beschwerdeführerin krankheitsbedingt verloren hatte (AB 9.1) - erzielten Einkommen (AB 8 S. 2) ist das von der Beschwerdegegnerin angenommene, auf statistischen Löhnen basierende Valideneinkommen als eher wohlwollend zu bezeich- nen. Ab Januar 2013 besteht deshalb ein Invaliditätsgrad von maximal 15%, womit die Beschwerdegegnerin die Rente in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) zu Recht per 1. April 2013 aufgehoben hat. Die Beschwerde vom 19. August 2013 erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. 4. 4.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh- rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts- pflege (prozessleitende Verfügung vom 2. Oktober 2013) wird sie - unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG in Verbindung mit Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) - vorläufig von der Zahlungspflicht befreit.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2013, IV/13/703, Seite 12 4.2Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbin- dung mit Art. 61 lit. g ATSG). Festzusetzen bleibt indes das amtliche Hono- rar für B.________. Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo- tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif- ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert- steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei- chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG in Verbin- dung mit Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen An- wältinnen und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stundenansatz Fr. 200.--. Mit Kostennote vom 4. Oktober 2013 macht B.________ ein Honorar von Fr. 3‘118.90 (inkl. Auslagen und MWSt.) geltend, was nicht zu beanstanden ist. Das amtliche Honorar wird demnach auf Fr. 2‘174.-- (10.87 x Fr. 200.--), zuzüglich Auslagen von Fr. 170.35 und 8% Mehrwertsteuer (auf Fr. 2‘344.35) von Fr. 187.55, somit auf insgesamt Fr. 2‘531.90, festgesetzt und B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Ge- richtskasse vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht der Be- schwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraus- setzungen von Art. 123 ZPO. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2013, IV/13/703, Seite 13 Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin - unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO - jedoch von der Zahlungspflicht befreit. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die- sem Verfahren auf Fr. 3‘118.90 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge- setzt. Davon wird B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ur- teils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘531.90 festgesetzte Ent- schädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO. 5. Zu eröffnen (R): - B.________ z.H. der Beschwerdeführerin - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen - Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 3001 Bern Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.