Kantonsgericht von GraubündenTribunale cantonale dei GrigioniDretgira chantunala dal Grischun___________________________________________________________________________________________________ Ref.: Chur, 03. Oktober 2006 ad Schriftlich mitgeteilt am: ZB 06 22 Urteil Kantonsgerichtsausschuss Vorsitz Präsident Brunner RichterInnen Sutter-Ambühl und Tomaschett-Murer Aktuarin ad hoc Vanoni —————— In der zivilrechtlichen Beschwerde des A., Gesuchsteller und Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty, Postfach 528, Alexanderstrasse 8, 7002 Chur, gegen den Entscheid des Kreispräsidenten Thusis vom 12. September 2006, mitgeteilt am 19. September 2006, in Sachen des Beschwerdeführers, betreffend unentgeltliche Rechtspflege, wird nach Einsichtnahme in die Beschwerde vom 22. September 2006 samt mitge- reichten Akten, in die von der Vorinstanz zugestellten Verfahrensakten sowie in Er- wägung,2 - dass B. und C. am 02. August 2006 beim Kreisamt Thusis ein Gesuch um Ausweisung ihres Mieters A. stellten, - dass sich A. am 14. August 2006 dazu vernehmen liess und gleichzeitig ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung durch einen Rechtsvertreter stellte, - dass der Kreispräsident am 05. September 2006 den Amtsbefehl erliess, ohne über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege entschieden zu haben, - dass der Kreispräsident Thusis am 12. September 2006 in einer separaten Verfügung das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und anwaltliche Ver- beiständung abwies, - dass der Kreispräsident dabei feststellte, dass die finanziellen Voraussetzun- gen der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 42 Abs. 1 ZPO offensicht- lich gegeben seien, indessen die Prozessführung des Gesuchsgegners von vornherein aussichtslos erscheine, - dass A. dagegen am 22. September 2006 Beschwerde beim Kantonsgerichts- ausschuss von Graubünden einreichte mit dem Rechtsbegehren, der ange- fochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihm für das Ausweisungsver- fahren vor dem Kreispräsidenten Thusis die unentgeltliche Rechtspflege zu erteilen, - dass das Kreisamt Thusis und der Kanton Graubünden als möglicher Kosten- träger auf die Einreichung einer Vernehmlassung verzichtet haben, - dass gemäss Art. 42 ZPO eine Partei, die öffentliche Sozialhilfe bezieht oder sonst nicht in der Lage ist, neben dem notwendigen Lebensunterhalt für sich und ihre Angehörigen für die erforderlichen Prozesskosten aufzukommen, die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen ist, sofern die Prozessführung nicht offensichtlich mutwillig oder aussichtslos ist,3 - dass aus den Akten hervorgeht, das A. von der Gemeinde D. gemäss Verfü- gung vom 14. Juli 2006 zumindest bis am 30. September 2006 öffentlich un- terstützt wurde, - dass der Kreispräsident somit zurecht festgestellt hat, dass die finanziellen Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 42 Abs. 1 ZPO gegeben sind, - dass indessen die Rechtsposition von A. keineswegs aussichtslos war, da das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden mit Verfügung vom 22. Septem- ber 2006 eine gegen den Amtsbefehl gerichtete Beschwerde guthiess und den angefochtenen Amtsbefehl aufhob, - dass somit kein Grund besteht, A. für das Verfahren vor Kreisamt Thusis die unentgeltliche Rechtspflege mit Rechtsverbeiständung zu verweigern, - dass die Beschwerde somit gutzuheissen ist und die Sache an den Kreisprä- sidenten Thusis zur Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Rechts- verbeiständung zurückzuweisen ist, - dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten zu Lasten des Kantons Graubünden gehen, welcher den Beschwerdeführer aussergerichtlich ange- messen zu entschädigen hat,4 erkannt: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Entscheid aufgeho- ben und die Sache zur Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Kreisamt Thusis an den Kreispräsidenten Thusis zurückgewiesen. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens gehen zu Lasten des Kantons Graubünden, welcher den Beschwerdeführer aussergerichtlich mit Fr. 400.-- zu entschädigen hat. 3. Mitteilung an: __________ Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden Der Präsident Die Aktuarin ad hoc