<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 89 S.321</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Direktzahlungen</span> <span class="page_no">321</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>I. Direktzahlungen</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>89</b></span> <span class="ft3"><b>Tierschutz; Vertrauensschutz bezüglich bewilligungspflichtiger Aufstal-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>lungssysteme und Stalleinrichtungen</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Die blosse Tatsache, dass serienmässig hergestellte Aufstal-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>lungssysteme und Stalleinrichtungen bewilligungspflichtig sind,</b></span><br/> <span class="ft3"><b>bildet keine hinreichende Vertrauensgrundlage für die Tierschutz-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>konformität eines von einem Privaten vorgenommenen Einbaus.</b></span><br/> <br/> <span class="ft6">Aus einem Entscheid der Landwirtschaftlichen Rekurskommission vom</span><br/> <span class="ft6">20. August 2004 in Sachen L. gegen Finanzdepartement (Abteilung Landwirt-</span><br/> <span class="ft6">schaft).</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">2.2.1.8.</span> <span class="ft8">Die Beschwerdeführer bringen weiter vor, die 1995</span><br/> <span class="ft8">eingebauten, serienmässig hergestellten Stalleinrichtungen seien ge-</span><br/> <span class="ft8">mäss Art. 5 TSchG und Art. 27 TSchV sicherlich bewilligt gewesen</span><br/> <span class="ft8">(...).</span><br/> <span class="ft8">Serienmässig hergestellte Aufstallungssysteme und Stallein-</span><br/> <span class="ft8">richtungen zum Halten von Nutztieren dürfen nur angepriesen wer-</span><br/> <span class="ft8">den, wenn sie durch eine vom Bundesrat bezeichnete Stelle bewilligt</span><br/> <span class="ft8">worden sind. Die Bewilligung setzt voraus, dass die Systeme und</span><br/> <span class="ft8">Einrichtungen den Anforderungen an eine tiergerechte Haltung ent-</span><br/> <span class="ft8">sprechen (Art. 5 Abs. 1 TSchG). Unter die Bewilligungspflicht fallen</span><br/> <span class="ft8">auch die Einrichtungen für Schweine (Art. 27 Abs. 1 TSchV), insbe-</span><br/> <span class="ft8">sondere die Bodenbeläge und Kotroste (Art. 27 Abs. 2 lit. b TSchV)</span><br/> <span class="ft8">sowie die Aufstallungssysteme (Käfige, Boxen, Stände, Ställe usw.)</span><br/> <span class="ft8">als Ganze, selbst wenn die einzelnen Bestandteile schon bewilligt</span><br/> <span class="ft8">sind (Art. 27 Abs. 3 TSchV). Der Hersteller muss bewilligte Auf-</span><br/> <span class="ft8">stallungssysteme und Stalleinrichtungen mit der Bewilligungsnum-</span><br/> <span class="ft8">mer versehen und dem Tierhalter allfällige mit der Bewilligung ver-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Landwirtschaftliche Rekurskommission</span> <span class="page_no">322</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">bundene Bedingungen und Auflagen bekannt geben (Art. 30 Abs. 1</span><br/> <span class="ft8">TSchV). Bewilligungsbehörde ist das Bundesamt für Veterinärwesen</span><br/> <span class="ft8">(Art. 28 Abs. 1 und 4 TSchV).</span><br/> <span class="ft8">Der Landwirtschaftlichen Rekurskommission ist nicht bekannt,</span><br/> <span class="ft8">ob die Einrichtungen, die im Stall der Beschwerdeführer eingebaut</span><br/> <span class="ft8">wurden, serienmässig hergestellt werden bzw. ob es sich um einen</span><br/> <span class="ft8">bewilligten Originaltyp handelt. Eine Bewilligungsnummer des Her-</span><br/> <span class="ft8">stellers wurde nicht genannt. Tatsache ist, dass die vorgefundenen</span><br/> <span class="ft8">Einrichtungen den Tierschutzvorschriften nicht entsprochen haben.</span><br/> <span class="ft8">Es ist aber davon auszugehen, dass das Bundesamt für Veterinärwe-</span><br/> <span class="ft8">sen nur tierschutzkonforme Systeme und Einrichtungen bewilligt</span><br/> <span class="ft8">(Art. 5 TSchG). Entweder wurde also eine nicht zertifizierte Ein-</span><br/> <span class="ft8">richtung eingebaut oder ein bewilligter Typus abgeändert. In beiden</span><br/> <span class="ft8">Fällen liegt die Verantwortung dafür bzw. für die Einhaltung der</span><br/> <span class="ft8">Tierschutzvorschriften bei den Beschwerdeführern. Sie können sich</span><br/> <span class="ft8">allenfalls beim Stallbauer schadlos halten, falls dieser eine Zusiche-</span><br/> <span class="ft8">rung betreffend Gesetzeskonformität der Einbauten abgegeben hat.</span><br/> <span class="ft8">Die blosse Tatsache, dass serienmässig hergestellte Aufstallungs-</span><br/> <span class="ft8">systeme und Einrichtungen bewilligungspflichtig sind, genügt nicht</span><br/> <span class="ft8">als Vertrauensgrundlage für die Tierschutzkonformität eines von ei-</span><br/> <span class="ft8">nem Privaten vorgenommenen Einbaus.</span><br/> <span class="ft8">Im Übrigen hätten sie mittels Nachmessens ohne weiteres fest-</span><br/> <span class="ft8">stellen können, dass die Kastenstände den gesetzlich vorgeschriebe-</span><br/> <span class="ft8">nen Mindestmassen nicht entsprachen. Somit fehlt es für den Ver-</span><br/> <span class="ft8">trauensschutz auch an der Voraussetzung (...), dass eine allfällige Un-</span><br/> <span class="ft8">richtigkeit nicht ohne weiteres erkennbar sein darf.</span><br/></div> </div> </body> </html>