<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00189</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106915&amp;W10_KEY=4467145&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00189</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.10.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ausstandspflichten (Verlassen des Raums)<br/><br/>Keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Gemeinderat, der in den Ausstand getreten ist, seiner Aufgabe vorschnell aus sachfremden Gründen entzogen hat (E. 1a). Anderes Ergebnis, wenn der Ausstand streitig gewesen wäre (obiter dictum E. 1b). Pflicht des befangenen Behördenmitglieds, den Raum zu verlassen (E. 2). Formelle Natur der Ausstandsnormen (E. 3a). "Heilung" fragwürdig, vorliegend ohnehin ausgeschlossen. Aufhebung des vor- und erstinstanzlichen Entscheids (E. 3b). Kosten- (E. 4a) und Entschädigungsfolgen (E. 4b).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWESENHEIT">ANWESENHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: AUSSTAND">AUSSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFANGENHEIT">BEFANGENHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEHÃRDENZUSAMMENSETZUNG">BEHÃRDENZUSAMMENSETZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREUNDSCHAFT">FREUNDSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDERAT">GEMEINDERAT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEILUNG">HEILUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTABLEHNUNG">SELBSTABLEHNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV">ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 lit. I BV</span><br/><span class="ungerade">lit. I VRG</span><br/><span class="gerade">§ 17 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 17 Abs. III VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2002 Nr. 2 S. 41</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Der Gemeinderat X bewilligte B, Firma P, am 19. September 2000 nachtrÃ¤glich die ErhÃ¶hung des Firstes bei der ReiheneinfamilienhausÃ¼berbauung K-strasse. Gleichzeitig wurde auch der revidierte Ka­nalisations- und Umgebungsplan bewilligt. Die nachtrÃ¤glich er­suchte Bewilligung fÃ¼r die Erweiterung der Dachlukarnen um 20 bis 30 cm wurde jedoch ver­weigert. Aus GrÃ¼nden der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit verzichtete der Gemeinderat indes auf den Erlass einer AbbruchverfÃ¼gung bzw. auf die Verpflichtung zur Wiederherstellung des gesetzeskonformen Zustandes und auferlegte der Bau­herrschaft mittels separater VerfÃ¼gung eine Busse.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1">II. Gegen den gemeinderÃ¤tlichen Beschluss liess A fristgerecht Re­kurs bei der Baurekurskommission III einreichen mit dem Antrag, der betreffende Beschluss sei aufzuheben und die Sache zum Neuentscheid an den Gemeinderat zurÃ¼ckzuweisen. Als Eventualantrag sei der Abbruch bzw. die gesetzeskonforme Wiederherstellung der widerrechtlich erweiter­ten Dachlukarnen anzuordnen. Mit Beschluss vom 9. Mai 2001 wies die Baurekurskommis­sion III den Rekurs ab.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Gegen den Rekursentscheid erhob A am 7. Juni 2001 rechtzeitig Beschwerde beim Verwaltungsgericht und verlangte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Als Eventualantrag verlangte der BeschwerdefÃ¼hrer wiederum den Abbruch bzw. die Wiederherstellung der widerrechtlich erweiterten Dachlukarnen. Der zur Ver­nehmlassung eingeladene Gemeinderat X verzichtete auf die Einreichung einer Stellungnahme. Ebenso liess sich auch die Bauherrschaft B, Firma P, zur Beschwerde nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1">1. Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, Gemeinderat D sei befangen gewesen, da dieser den privaten Beschwerdegegner zweimal mit der Erstellung von Bauten beauftragt habe (1993/1994: Gewerbeneubau; 2000: Neubau einer Schlosser-/Me­tall­werk­statt). Ob der betreffende Gemeinderat bei der Erteilung der umstrittenen Baube­willigung mitgewirkt hat, geht aus dem Protokoll der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde nicht hervor. Im vorinstanzlichen Ver­­fahren fÃ¼hrte der Beschwerdegegner 2 aus, Gemeinderat D habe zwar an der Beratung und Abstimmung nicht teilgenommen; er sei allerdings im Raum anwesend geblieben. Der BeschwerdefÃ¼hrer erblickt darin einen Verstoss gegen die Ausstandsvorschriften.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 19. April 1999 (BV) garantiert die rich­tige Zusammensetzung der BehÃ¶rde; deren Bestellung soll nicht nach Belieben im Einzelfall erfolgen, sondern nach generell-abstrakten Normen und damit vorhersehbar sein (BGE 127 I 128, E. 3c). Tritt ein AmtstrÃ¤ger von sich aus in den Ausstand, mÃ¼ssen die Rechtsmittelinstanzen Ã¼berprÃ¼fen, ob sich dieser seiner Aufgabe vorschnell â aus sachfrem­den GrÃ¼nden â entzogen hat (analog fÃ¼r richterliche BehÃ¶rden Pra 91/2002 Nr. 144 E. 3.2). Letzteres darf gemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung indes nicht leichthin be­jaht werden. Vielmehr mÃ¼ssen konkrete Anhaltspunkte vorhanden sein, die darauf schlies­sen lassen, dass eine Amtsperson Ausstandsvorschriften dazu missbraucht, sich einer unan­genehmen Entscheidung zu entledigen (BGE 116 Ia 28, E. 2c). Einem BehÃ¶rdenmitglied ist der Ausstand verwehrt, wenn keine GrÃ¼nde fÃ¼r eine persÃ¶nliche Befangenheit im Sinn von § 5a Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) vorliegen. Befangenheit ist allerdings in erstere Linie ein innerer Zustand, an dessen Nach­weis der Na­tur der Sache nach keine Ã¼berhÃ¶hten Anforderungen gestellt werden dÃ¼rfen. Ein Beweis­verfahren Ã¼ber diese Frage ist praktisch ausgeschlossen (BGE 105 Ia 157, 165). Verlangt ein Richter selbst den Ausstand, darf er ihm auf die gewissenhafte ErklÃ¤rung hin, dass ein Ausstandsgrund vorliege, nicht verweigert werden (§ 100 Abs. 2 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976). Dies muss umso mehr fÃ¼r AngehÃ¶rige von LaienbehÃ¶rden gel­ten, von denen nicht im selben Ausmass verlangt werden kann, dass sie ihr Amt von jed­welchen Ã¤usseren und inneren EinflÃ¼ssen trennen kÃ¶nnen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Vorliegend sind keine konkreten Hinweise erkennbar, die darauf schliessen lassen wÃ¼rden, dass sich D seiner Aufgabe aus sachfremden GrÃ¼nden entledigen wollte. In seiner Eigenschaft als Bauherr hatte er den privaten Beschwerdegegner zweimal mit der Erstellung von Gewerbebauten beauftragt. Als der private Beschwerdegegner daraufhin als Partei vor dem Gemeinderat auftrat, fÃ¼hlte sich D offensichtlich nicht mehr in der Lage, noch unbefangen zu entscheiden. Dass er von sich aus in den Ausstand trat, ist nach dem Gesagten nicht schlechthin unverstÃ¤ndlich.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Anders wÃ¤re zu entscheiden gewesen, wenn der Ausstand streitig gewesen wÃ¤re. An die Ausstandspflicht fÃ¼r BehÃ¶rdenmitglieder von kleinen Landgemeinden dÃ¼rfen keine allzu strengen Anforderungen gestellt werden. Besitzt ein Gemeinderat in einem Planungsperimeter Bauland, darf er trotzdem am betreffenden Planungs- und Einspracheverfahren mitwirken (BGr, 9. Mai 1979, ZBl 80/1979, S. 488 f.). Die Selbstverwaltung der Gemeinden im Bau- und Planungswesen darf keinesfalls erschwert oder gar verunmÃ¶glicht werden (BGr, 20. Juni 2000, ZBl 103/2002, S. 36, E. 2b).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> Dieselben GrundsÃ¤tze mÃ¼ssten auch Anwendung finden, wenn ein Gemeinderats­mitglied eine Partei mit der Erstellung von Bauten beauftragt hÃ¤tte und der Ausstand strittig gewesen wÃ¤re. Aus der Tatsache allein, dass ein BehÃ¶rdenmitglied Auftraggeber<i> </i>war, kÃ¶nnte noch nicht auf Befangenheit geschlossen werden (analog fÃ¼r das VerhÃ¤ltnis von Rich­ter und Parteianwalt: Pra 89/2000 Nr. 142 E. 3b). Vielmehr mÃ¼ssten weitere Tatsachen hinzu treten, die auf eine besonders enge Beziehung schliessen lassen wÃ¼rden. Eine enge Be­ziehung wÃ¤re zu bejahen, wenn das BehÃ¶rdenmitglied gleichzeitig Beauftragter wÃ¤re, so etwa wenn der als Anwalt tÃ¤tige AmtstrÃ¤ger noch ein offenes bzw. vor kurzer Zeit abgeschlos­senes MandatsverhÃ¤ltnis zu einer Partei hÃ¤tte oder eine Dauerbeziehung bestehen wÃ¼r­de und der AmtstrÃ¤ger somit stets die Interessen des Klienten im Auge hÃ¤tte (BGE 116 Ia 485 E. 3b; BGE 124 I 121 E. 3b; Regina Kiener, Richterliche UnabhÃ¤ngigkeit, Bern 2001, S. 107). Durch seine Eigenschaft als Auftraggeber wird ein BehÃ¶rdenmitglied dagegen in aller Regel noch nicht befangen (vgl. § 5 Abs. 1 lit. c VRG e contrario). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Konnte ein BehÃ¶rdenmitglied, wie hier, die Voraussetzungen fÃ¼r den Ausstand zu Recht bejahen, fragt sich als NÃ¤chstes, ob es bei der Beratung und der Beschlussfassung im Raum anwesend sein durfte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Wenn ein AmtstrÃ¤ger in den Ausstand tritt, stellt sich fÃ¼r seine Kollegen notgedrun­gen die Frage, weshalb dieser Befangenheit bejaht hat. Die GrÃ¼nde dafÃ¼r sind vielfÃ¤ltig: En­ge persÃ¶nliche Beziehungen zu einer Partei kommen dafÃ¼r ebenso in Frage wie wirtschaftliche AbhÃ¤ngigkeits- oder KonkurrenzverhÃ¤ltnisse. Bleibt das BehÃ¶rdenmitglied im Raum anwesend, werden seine Kollegen vorsichtigerweise darauf Acht geben, Ã¼ber die be­treffende Partei ânichts Falschesâ zu sagen (sie kÃ¶nnte ja zum Beispiel mit dem BehÃ¶rden­mitglied eng befreundet sein). Die verbleibenden Mitglieder sind damit in ihrer Willensbildung und MeinungsÃ¤usserung nicht mehr frei. Deshalb hat ein befangener AmtstrÃ¤ger den Raum wÃ¤hrend der Beratung und der Abstimmung stets zu verlassen, unbesehen davon, ob er freiwillig oder erst auf Begehren hin in den Ausstand getreten ist (Benjamin Schindler, Die Befangenheit der Verwaltung, ZÃ¼rich 2002, S. 87 f.; H.R. Thalmann, Kommentar zum ZÃ¼rcher Gemeindegesetz, 3. A., ZÃ¼rich 2000, § 70 Rz. 6.3). Bleibt ein befangenes Mitglied im Raum anwesend, wird der Anspruch auf die richtige Zusammensetzung der BehÃ¶rde (Art. 29 Abs. 1 BV) verletzt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Damit stellt sich die Frage, welche Rechtsfolgen die Verletzung von Art. 29 Abs. 1 BV nach sich zieht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) In einem neueren Urteil schÃ¼tzte das Bundesgericht die Auffassung einer kantonalen BehÃ¶rde, wonach die Verletzung einer Ausstandspflicht nur dann zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids fÃ¼hre, âwenn der Mangel das Ergebnis entscheidend habe beeinflussen kÃ¶nnenâ (BGer, 20. Juni 2000, ZBl 103/2002, S. 36, E. 2c bb). Das Urteil widerspricht der konstanten bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach die Verletzung von Aus­stands­normen in jedem Fall zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids fÃ¼hrt (âformelle Naturâ: BGr, 14. Februar 1997, ZBl 99/1998, S. 289, E. 4 mit Hinweisen). An dieser Rechtsprechung ist festzuhalten; fÃ¼r eine Ãnderung fehlt es bereits an ernsthaften bzw. sach­lichen GrÃ¼nden (vgl. BGE 127 I 49, E. 3c a.E.).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Das Bundesgericht hat sodann erwogen, dass die fehlerhafte Zusammensetzung der erstinstanzlichen BehÃ¶rde allenfalls durch die korrekt besetzte RechtsmittelbehÃ¶rde âge­heiltâ werden kÃ¶nnte (BGr, 14. Februar 1997, ZBl 99/1998, S. 289, E. 4), so etwa wenn die Beeinflussung des Entscheids durch den Fehler offensichtlich ausgeschlossen erscheint (vgl. Max Imboden/RenÃ© A. Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Basel/ Frank­furt a.M. 1986, Band I, Nr. 90 B VI, S. 558). â Ob eine solche Heilung Ã¼berhaupt zu­lÃ¤ssig wÃ¤re, braucht hier nicht entschieden zu werden (ablehnend Kiener, S. 368; im Ergeb­nis auch EGMR, 26. Oktober 1984, De Cubber gegen Belgien, Serie A Nr. 86, Ziff. 33; zurÃ¼ckhaltend Alfred KÃ¶lz/Isabelle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 257; Ruth Herzog, Art. 6 EMRK und kantonale Verwaltungsrechtspflege, Bern 1995, S. 310 f.): Vorliegend beeinflusste die Anwesenheit des befangenen BehÃ¶rdenmitglieds den Entscheid des Gemeinderates zumindest potentiell. Dieser ist somit aufzuheben, ebenso jener der Vorinstanz, der diese Schlussfolgerung zu Unrecht nicht gezogen hat.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. a) Die Kosten des Rekursverfahrens sind nach dem Gesagten neu zu verlegen. Kostenpflichtig werden die nunmehr unterliegenden Beschwerdegegner (§ 13 Abs. 2 VRG). Diese haben auch die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der private Beschwerdegegner hat vor Verwaltungsgericht zwar keine AntrÃ¤ge gestellt; er gilt gleichwohl als âunterliegendâ im Sinne von § 17 Abs. 2 VRG (RB 1997 Nr. 6), womit er aufgrund von § 17 Abs. 3 VRG zur Entrichtung einer ParteientschÃ¤digung an den nunmehr obsiegenden BeschwerdefÃ¼hrer zu verpflichten ist. Die unterliegende Gemeinde wird dagegen nicht entschÃ¤digungspflichtig (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshardt/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 17 Rz. 46 ff.). Die HÃ¶he der ParteientschÃ¤digung richtet sich unter anderem nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Zeitaufwand (§ 12 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997). Als angemes­sen erweisen sich fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren zusammen Fr. 1'000.-.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid der Baurekurskommission vom </span>9. Mai 2001 sowie jener des Gemeinderats von X vom 19. September 2000 werden aufgehoben. Die Akten werden zur Neuentscheidung im Sinne der ErwÃ¤gungen an den Gemeinderat von X zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>