<h2>SubmittedText<h2><p>Die jüngsten Angriffe von Wölfen in der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben oder auf deren Gebiet, namentlich im Kanton Waadt, zeigen, dass der Wolf weiterhin durchaus präsent ist und einfach im Herbst den Herden in die Ebene gefolgt ist.</p><p>Die Anzahl der Wölfe hat sich in der Schweiz innert zwei Jahren verdoppelt. Heute gibt es 23 Rudel mit insgesamt etwa 240 Wölfen in der Schweiz. Die Frage nach dem Schutz der Herden wird sich ernsthaft stellen.</p><p>Wenn die Nutztiere nun bald wieder auf die Alp ziehen, werden die Wolfsrudel ihnen natürlich folgen und auch auf der Alp Tiere reissen.</p><p>Damit es nicht wieder für zahlreiche Tierhalterinnen und Tierhalter zu einer so inakzeptablen Situation wie 2022 kommt, ist es wichtig, Lösungsansätze zu prüfen, wie die Herden - wie in einigen Nachbarländern - möglichst gut geschützt werden können.</p><p>In Frankreich bieten einige Jagdverbände in den Departementen eine Ausbildung zum Erwerb eines spezifischen Jagdpatents für Landwirtinnen und Landwirte an. Dank dieser Ausbildung können die Tierhalterinnen und Tierhalter ihre Herden schützen, wenn sie mit Wolfsangriffen rechnen. In Österreich dürfen die Jägerinnen und Jäger Wölfe unter bestimmten Voraussetzungen abschiessen. So ist es möglich, bei den Herden rasch einzugreifen.</p><p>Inwiefern könnte der Bundesrat nach dem Vorbild einiger Nachbarländer zum besseren Schutz der Herden:</p><p>1. sicherstellen, dass die Tierhalterinnen und Tierhalter zum Schutz der Herden ausgebildet werden, indem er eine Ausbildung zum Erwerb eines spezifischen Jagdpatents für Landwirtinnen und Landwirte einführt?</p><p>2. diese Ausbildung an die kantonal für die Jagd zuständigen Stellen delegieren, um eine lokale, qualitativ hochstehende Ausbildung zu gewährleisten?</p><p>3. den Jägerinnen und Jägern die Erlaubnis geben, unter bestimmten Voraussetzungen Wölfe abzuschiessen?</p><p>Ich danke dem Bundesrat für die Beantwortung.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Gemäss dem Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSG, SR 922.0) liegen die Herdenschutzberatung, die Jagdprüfung und der Beizug von Jagdberechtigten bei Wolfsabschüssen in der Kompetenz und Verantwortung der Kantone (Art. 25 Abs. 1 JSG SR 922.0). Demnach können Landwirtinnen und Landwirte die von den Kantonen angebotene Jagdausbildung absolvieren.</p><p>Heute erhalten Bewerberinnen und Bewerber die Jagdberechtigung, wenn sie nach der Ausbildung in einer vom Kanton festgelegten Prüfung nachweisen, dass sie über die erforderlichen Kenntnisse verfügen (Art. 4 Abs. 2 JSG). Weiter können die Kantone Jagdberechtigte und Aufsichtsorgane für bewilligte Abschüsse von schadenstiftenden Wölfen beauftragen (Art. 12 Abs. 2 JSG i.V.m. Art. 9bis JSV und Art. 12 Abs. 4 JSG). Zudem verpflichtet Artikel 10ter Absatz 4 der Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (SR 922.1) die Kantone, den Herdenschutz in die landwirtschaftliche Beratung zu integrieren.</p><p>Somit verfügen die Kantone bereits heute über zahlreiche Möglichkeiten, um einen Beitrag an die Lösung der durch die stark wachsende Wolfspopulation hervorgerufenen Probleme zu leisten.</p>  Antwort des Bundesrates.