Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. März 2012 (720 11 318 / 66) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente (Überprüfung der Anspruchsberechtigung bei umstrittenem medizinischen Sachverhalt) Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichterin El isabeth Berger Götz, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Elisabeth Joller Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Javier Ferreiro, Advokat, Gerbergasse 1, 4001 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1951 geborene A.____ war seit 1979 bei der B. ____ AG in X.____ als angelernter Schleifer tätig. Am 15. Dezember 1997 erlitt A.____ einen Verkehrsunfall, bei welchem er sich Verletzungen an der rechten Schulter zuzog. Am 9. Feb ruar 2002 stürzte A.____ von einer Lei- ter und zog sich dabei eine Luxation des bereits lädiert en rechten Schultergelenks und eine Kopfkontusion zu. Die Arbeitgeberin löste das Arbeitsverh ältnis auf Ende Juni 2003 auf, wobei der letzte effektive Arbeitstag der 28. Januar 2003 wa r. Am 22. September 2003 meldete sich A.____ unter Hinweis auf unfallbedingte Schulterprobl eme bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Die Schweizerische U nfallversicherungsanstalt (SUVA) er- brachte für beide Unfälle Leistungen und sprach A.____ mit Verfügung vom 30. November 2004 Seite 2 für die verbleibenden Unfallfolgen ab dem 1. Mai 20 04 eine Invalidenrente entsprechend einem Invaliditätsgrad von 21% zu. Eine hiergegen erhobene Beschwerde mit dem Begehren, es sei ihm eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 61% auszurichten, wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 28. September 2005 ab. Mit Schreiben vom 30 . November 2005 beantragte A.____ bei der SUVA, die mit Verfügung vom 30. November 200 4 festgesetzte Invalidenrente sei in Revision zu ziehen und es sei ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Mit Verfügung vom 9. Mai 2006 lehnte die SUVA dieses Revisionsbegehren ab , was durch den Einspracheent- scheid der SUVA vom 26. Oktober 2006 und das Urteil de s Kantonsgerichts vom 27. Juli 2007 bestätigt wurde. Die IV-Stelle sprach A.____ ihrerseit s mit Verfügung vom 21. März 2005 eine befristete ganze Invalidenrente vom 9. Oktober 2003 bis zu m 31. März 2004 zu; ab dem 11. Dezember 2003 betrage der Invaliditätsgrad weniger als 40%, weshalb weitergehende Ren- tenansprüche abgelehnt wurden. Hiergegen erhob A.__ __, vertreten durch Daniel Borter, Rechtsanwalt in Liestal, am 2. Mai 2005 Einsprache. Nach dem das Einspracheverfahren zu- nächst bis zur Erledigung des Verfahrens gegen die SUVA sistiert wurde, holte die IV-Stelle ein bidisziplinäres Gutachten bei Dr. med. C.____, Fachar zt FMH für Rheumatologie, sowie Dr. med. D.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychot herapie, ein. Am 19. August 2008 schrieb die IV-Stelle das Einspracheverfahren zufolge R ückzugs der Einsprache als gegens- tandslos ab. Mit Schreiben vom 19. Juli 2010 meldete der Hausarzt des Versicherten der IV- Stelle, dass sich der Gesundheitszustand von A.____ verschlechtert habe. Am 23. August 2010 meldete sich A.____ unter Hinweis auf krankheits- und u nfallbedingte Probleme an der rechten und neu auch an der linken Schulter erneut bei der IV- Stelle zum Leistungsbezug an. Nachdem sie weitere medizinische Berichte eingeholt und das Vorbe scheidverfahren durchgeführt hatte, lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 25. Juli 2011 einen Rentenanspruch des Versicherten unter Hinweis auf einen Invaliditätsgrad von 28% ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Javier Fer reiro, Advokat in Basel, am 14. September 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht. Er beantragte unter o/e Kostenfolge, es sei die Verfügung vom 25. Juli 2011 aufzuheben und ihm mindestens eine Dreiviertelsrente zuzusprechen; eventualiter sei die Angelegenheit zur Ein holung eines fachärztlichen Gutach- tens an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zur Begründung führ te der Rechtsvertreter aus, es sei unbestrittenermassen eine erhebliche gesundheitliche Ver schlechterung eingetreten. Neben den Beschwerden an der rechten Schulter seien neue Be schwerden am linken Knie und eine Tendinitis der Supraspinatussehne mit Partialruptur sow ie eine hypertrophe AC- Gelenksarthrose links aufgetreten. Trotz entsprechender Aufforderung habe die IV-Stelle kein fachärztliches Gutachten eingeholt. Stattdessen stelle sie auf die Einschätzung von Dr. med. E.____ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) ab, wona ch eine leichte wechselbelastende Tätigkeit zu sechs Stunden am Tag zumutbar sei. Diese Einschätzung finde in den vorhande- nen medizinischen Akten keine Stütze. Vielmehr sei die Be urteilung des behandelnden Arztes Dr. med. F.____, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, massgebend. Er gehe von einer maxima- len Arbeitsfähigkeit von 50% aus. Sollte das Gericht dieser Einschätzung nicht folgen, so sei ein fachärztliches Gutachten einzuholen. Um den Instanzenzug nicht zu verkürzen, sei die Streitsa- che an die IV-Stelle zurückzuweisen. Schliesslich sei dem Beschwerdeführer ein leidensbeding- ter Abzug von 25% zu gewähren. Seite 3 C. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 28. Dezember 2011 auf Abweisung der Beschwerde. Die Einschätzung des RAD beruhe auf der Kenntnis der Vorakten, sei schlüs- sig begründet und nachvollziehbar. Dem Einwand des Besch werdeführers, wonach ein neues fachärztliches Gutachten eingeholt werden müsse, könne ni cht gefolgt werden. Die medizi- nische Situation betreffend rechter Schulter, Lendenwi rbelsäule und psychiatrischem Gesund- heitszustand sei durch das Gutachten der Dres. C.____ und D.____ umfassend abgeklärt wor- den. Zu den neu aufgetretenen Beschwerden am rechten Knie und an der linken Schulter liege keine gutachterliche Einschätzung vor; die medizinische A ktenlage habe es dem RAD jedoch erlaubt, die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist demnach einzutreten. 2.1 Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bun desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 d ie voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Kran kheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- Seite 4 nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfal lversicherung entwickelten Grundsätze fin- den für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendun g (Urteil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 3.4 In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll da s Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens- stellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patien ten aussagen (M EYER -BLASER ULRICH , Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2. Auf lage, Zürich 2010, S. 353; BGE 125 V 353, BGE 122 V 162 E. 1c, 120 V 367 E. 3b). Im Hin blick auf einen möglichen Ziel- und Inte- ressenkonflikt zwischen Behandlung und Begutachtung kann - namentlich in umstrittenen Fäl- len - auch nicht unbesehen auf die Angaben des behande lnden Spezialisten abgestellt werden (Urteil des EVG vom 5. April 2004, I 814/03, E. 2.4. 2). Dies gilt allerdings nicht im Sinne einer Beweisformel, wonach Berichte behandelnder Ärzte in d er Regel von vornherein weniger Be- weiswert hätten, sondern sie sind unvoreingenommen auf ihre Beweiskraft zu prüfen. Zu beach- ten und bei der Entscheidfindung zu gewichten ist in d iesem Zusammenhang, dass Hausärzte in der Regel die einzigen Medizinalpersonen sind, die über eine Langzeitbeobachtung berichten Seite 5 können (L OCHER THOMAS , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 452). Sind keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich, d ie die Glaubwürdigkeit ärztlicher At- teste zu erschüttern vermögen, ist es unzulässig, die Angaben behandelnder Ärzte bei der Be- weiswürdigung unter Hinweis auf ihre Vertrauensstellun g und unter Berufung auf die fachliche Kompetenz der Ärzte beispielsweise einer Universitätskli nik ausser Acht zu lassen (L OCHER , a.a.O., S. 453). 4. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind di e folgenden medizinischen Unterla- gen zu berücksichtigen: 4.1 Die SUVA stützte sich in ihrer Verfügung vom 30. November 2004 auf den kreisärztli- chen Untersuchungsbericht von Dr. med. G.____, Facharzt F MH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 11. Deze mber 2003. Dieser diagnostizierte beim Beschwerdeführer einen Status nach Schulterkontusion rechts mit dorsaler Labrumpatho- logie, eine AC-Gelenksluxation Tossy II bis III an der re chten Schulter, einen Status nach AC- Gelenksbandplastik rechts und temporärer K-Drahtfixation, einen Status nach Metallentfernung an der rechten Schulter sowie einen Verdacht auf eine p osttraumatische intermittierende Ple- xusneuropathie rechts. Bei der Untersuchung zeige sich e in nahezu identischer Zustand im Vergleich zur kreisärztlichen Untersuchung vom 17. April 2003. Die zunehmend neuralgisch werdenden Beschwerden liessen sich hinsichtlich ihrer neurologischen Ausgestaltung am ehes- ten einer Mitbeteiligung von Plexusfasern zuordnen. In Bezug auf die artikuläre Situation an der rechten Schulter seien die objektiven und subjektiven Be funde konkordant. Der Gebrauch des rechten Armes sei aufgrund der Bewegungs- und Belastungseinschränkung ausgehend von der rechten Schulter deutlich eingeschränkt. Unterhalb der Horizontalen sei die Beweglichkeit nur noch zu zwei Drittel möglich. Oberhalb der Horizontal en seien keine Bewegungen mehr mög- lich. Es sei zu einer "frozen shoulder" gekommen und es sei ein Endzustand eingetreten. Auf- grund der verbleibenden Unfallrestfolgen seien dem Ver sicherten ausschliesslich noch leichte Tätigkeiten unterhalb der Horizontalen zumutbar. Nicht mehr zumutbar seien Tätigkeiten in den oberen Graden zur Horizontalen und oberhalb der Hori zontalen. Ebenfalls nicht mehr zumutbar seien mittelschwere und schwere Arbeiten, Tätigkeiten in Gefahrenbereichen sowie Tätigkeiten, welche einen forcierten Armeinsatz rechts notwendig mach ten. Ebenfalls sei von Zeit- und Stückakkord abzusehen. Unter diesen Prämissen kämen beispie lsweise Kontroll- und Überwachungsfunktionen, leichte Produktions- oder M ontagetätigkeiten ohne Zeitdruck, leichte Archiv- oder Magazinertätigkeiten sowie Portie rdienste und administrative Tätigkeiten in Frage. Diese Tätigkeiten seien unter Berücksichtigung de r genannten Einschränkungen ganz- tags zumutbar. 4.2 Im Rahmen des Einspracheverfahrens zur Verfügung vo m 21. März 2005 holte die IV- Stelle ein bidisziplinäres Gutachten bei den Dres. C.__ __ und D.____ ein. Das Gutachten wur- de am 16. April 2008 erstellt. 4.2.1 Dr. C.____ diagnostizierte im rheumatologischen F achgutachten eine Periarthropathia humero-scapularis (PHS) rechts bei Status nach Schultertr aumatisierung am 15. Dezember 1997, Status nach AC-Gelenksluxation Tossy II bis III am 9. Februar 2002, Status nach AC- Gelenksplastik rechts mit temporärer Kirschnerdraht-Fixation am 10. Oktober 2002, Status nach Metallentfernung an der rechten Schulter am 5. Dezembe r 2002, einer im Arthro-MRI vom Seite 6 9. Juli 2003 sichtbaren Tendinose der Supraspinatussehne und beginnenden Omarthrose sowie aktuellen Zeichen einer Schonung mit Atrophie der Inf ra- und Supraspinatusportion rechts bei symmetrischen Kraftverhältnissen betreffend Ober- und Unt erarme beidseits und beginnender Omarthrose. Als rheumatologische Diagnosen ohne Auswirkung en auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr. C.____ ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei freier LWS-Beweglichkeit und mit einer Insertionstendinose über der Spina iliaca posterior superior rechts. Der Versicher- te klage über Schmerzen in der Schulter rechts, welche bi s in den rechten Arm auf Ellbogenhö- he ausstrahlen würden, sowie lumbale Beschwerden mit A usstrahlung bis ins rechte Knie. Auf- grund der Beweglichkeit der Schulter könne eine wesent liche Frozen Shoulder eigentlich aus- geschlossen werden. Zu erwähnen sei, dass sich eine leich te Atrophie der Supra- und Infraspi- natusportionen rechts zeige, dies als Hinweis, dass die rech te Schulter nicht voll eingesetzt werde. Es seien also Schonungszeichen vorhanden. Im Gege nsatz dazu fände sich an den Ober- und Unterarmen eine kräftig ausgebildete, athle tische Muskulatur. Eindeutige radikuläre Zeichen seien nicht vorhanden. Die verminderte Kraft fü r Aussen- und Innenrotation, Bizeps und Trizeps könne keiner neurogenen Läsion zugeschrieben werden, da keinerlei Verschmäch- tigung der Muskulatur vorhanden sei; der Mindereinsatz w erde vielmehr kompensatorisch ge- sehen, zum Teil wahrscheinlich auch schmerzbedingt. Die Halsw irbelsäulenbeweglichkeit sei frei, die Brustwirbelsäulenbeweglichkeit leicht eingesc hränkt, aber ohne Schmerzen, die Len- denwirbelsäule sei frei beweglich. Bei der Palpation e rgäben sich Druckdolenzen über der Spi- na iliaca posterior superior rechts entsprechend Insertio nstendinosen. An den unteren Extremi- täten seien Kraft, Sensibilität und Reflexe unauffäll ig. Aufgrund der Schulterproblematik rechts könne der Beschwerdeführer nicht heben, stossen oder zie hen über 7.5 kg und er könne nicht über Schulterhöhe mit der rechten oberen Extremität arbeiten. Ideal sei es, wenn der Versicher- te mit dem rechten Arm nicht über Tischhöhe arbeiten mü sse. Für eine Tätigkeit, welche diese Einschränkungen berücksichtige, bestehe eine ganztägige A rbeitsfähigkeit. Diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit habe Gültigkeit seit dem 10. Dezem ber 2003, also ab dem Zeitpunkt der SUVA-Kreisarztuntersuchung, bei der ein Endzustand festgestellt worden sei. 4.2.2 Dr. D.____ diagnostizierte im psychiatrischen Fachg utachten eine Dysthymie, welche keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe. Bis au f eine subdepressive Grundstimmung bestünden keinerlei Auffälligkeiten im Psychostatus. Demgegenüber beschreibe der Versicherte Phasen, in denen seine Grundstimmung gedrückter sei und er emotional labiler, schneller reiz- bar, auch manchmal aufbrausend sei. Auch in diesen bed rückten Phasen würden indessen "harte Zeichen" für eine Depression fehlen. Bei der ge nauen Analyse der Angaben des Versi- cherten und insbesondere deren Gegenüberstellung zum fast blanden Psychostatus würden sich keine Anhaltspunkte ergeben, welche eine regelrech te depressive Störung begründen könnten. Hingegen entsprächen die vom Beschwerdeführer geschilderten Stimmungsschwan- kungen sowie die phasenweise gedrückte Grundstimmung sehr gut den Kriterien für eine Dysthymie gemäss ICD-10. Hinweise für andere psychiatrische D iagnoseentitäten würden feh- len. So bestünden beim Versicherten keine eigentlichen Symptome einer Angststörung. Es fehl- ten auch Hinweise auf eine Ausgestaltung der somatischen Beschwerden. Somit könne aus psychiatrischer Sicht lediglich eine Dysthymie diagnostiziert werden, welche nicht zu relevanten Einbussen der Funktionsfähigkeit beziehungsweise der inner psychischen Ressourcen führe. Der Versicherte sei aus psychiatrischer Sicht also vollständi g arbeitsfähig; eine Arbeitsunfähig- keit aus psychiatrischer Sicht habe nie bestanden. Seite 7 4.3 Nach der Neuanmeldung des Beschwerdeführers gingen b ei der IV-Stelle weitere ärzt- liche Berichte ein. 4.3.1 Am 5. März 2010 berichteten Dr. H.____ und Dr. I.____ über die Hospitalisation des Beschwerdeführers in der Orthopädischen Klinik des Kanton sspitals Liestal. Sie diagnostizier- ten eine Fasziitis der Schulter links durch Staphylococcu s aureus nach Infiltration der Schulter am 15. Februar 2010. Am 19. Februar 2010 sei eine d iagnostische Arthroskopie und Fasziek- tomie an der linken Schulter erfolgt. Am 5. März 2010 habe der Beschwerdeführer in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden können. 4.3.2 Am 9. Juli 2010 berichteten Dr. H.____ und Dr. J.____ von der Orthopädischen Klinik des Kantonsspitals Liestal über die MRI-Untersuchung vo m 15. Juni 2010. Sie diagnostizierten eine Tendinitis der Supraspinatussehne bei aktivierter h ypertropher AC-Gelenksarthrose und Partialruptur der Supraspinatussehne links bei Status na ch einer Fasziitis an der Schulter links (Staph. aureus) nach Infiltration am 25. Februar 2010 (recte: 15. Februar 2010). Das MRI habe eine Tendinose/ Tendinitis der Supraspinatussehne bei a ktivierter hypertropher AC- Gelenksarthrose gezeigt. Es bestehe ein Einriss im Bereich des hinteren Rotatorenmanschette- nintervalls mit Risseinstrahlungen im Sinne einer tendin ösen Partialruptur des Supraspinatus. Bei der aktuellen Problematik einer AC-Gelenksarthrose mit Impingement der Supraspinatus- sehne und lokaler Tendinitis empfehle sich eine operative Revision mittels AC-Gelenksresektion und subakromialer Dekompression sowie Naht der Sehne. Der Versicherte sei diesbezüglich aber zurückhaltend. Der Gesamtbeschwerdekomplex entspreche aktuell eher der degenerati- ven Veränderung am AC-Gelenk und sei nicht auf die Fasziitis und die entsprechenden Kompli- kationen zurückzuführen. 4.3.3 Am 20. Oktober 2010 diagnostizierte Dr. F.____ i n seinem Bericht zuhanden der IV- Stelle einen Status nach hinterer Luxation/ Subluxati on der rechten Schulter am 15. Dezember 1997, einen Status nach AC-Luxation rechts am 9. Februa r 2002 mit Bandplastik am 10. Okto- ber 2010, einen Status nach einer Fasziitis an der linken Schulter nach Steroidinfiltration im Februar 2010, eine AC-Arthrose links, eine chronische L umbalgie sowie eine mässige Depres- sion, behandelt fraglich seit 2004. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien Restbe- schwerden nach Entrapment des Nervus cutaneus dorsalis inte rmedius links. Bei der rechten Schulter handle es sich um einen Endzustand, altersgemäss k önne es allenfalls zu einer Ver- schlechterung kommen. Bezüglich der linken Schulter könne gemäss dem Kantonsspital Liestal unter konservativer Therapie noch eine Besserung erwarte t werden, vorgeschlagen sei aller- dings eine Operation, welche der Versicherte jedoch able hne. Er sei im Gebrauch beider Arme eingeschränkt und habe ausserdem immer wieder akute Rü cken- und Kreuzschmerzen sowie eine mässige Depression. Er sei oft antriebslos, bei manu ellen Arbeiten sei er stark einge- schränkt wegen Schulterschmerzen beidseits; zeitweise sei auc h das Stehen, Gehen und Sit- zen stark schmerzhaft eingeschränkt. Die Beschwerdeintensität sei wechselnd; von der Ortho- pädischen Klinik des Kantonsspitals Liestal sei noch keine A rbeitsfähigkeit festgelegt worden. Durch eine Operation des AC-Gelenks lasse sich die Gebrauch sfähigkeit des linken Armes möglicherweise steigern. 4.3.4 Am 7. März 2011 nahm Dr. E.____ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Ar- beitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer Verweistäti gkeit Stellung. Er hielt fest, die Prob- Seite 8 lematik der rechten Schulter und der Lendenwirbelsäule sowie die psychiatrische Situation sei durch das Gutachten der Dres. C.____ und D.____ umfassend abgeklärt worden. Seitdem habe sich diesbezüglich keine Änderung der Situation ergebe n. Neu aufgetreten sei die Problematik an der linken Schulter. Hier sei nach einer Infiltrat ion ein Infekt entstanden, welcher im Februar 2010 zu einem operativen Eingriff geführt habe. Posto perativ sei eine Antibiotika-Therapie durchgeführt worden. Bildgebend bestehe an dieser Schul ter eine Teilruptur einer Sehne der Rotatorenmanschette und eine Arthrose des Acromio-Clavicular-Gelenks. Dem Versicherten sei zu einer Operation geraten worden, was dieser jedoch a blehne. Vor dem Hintergrund des Schulterinfekts sei diese Ablehnung nachvollziehbar. Ergonomisch sei der Versicherte für leich- te, wechselbelastende Tätigkeiten auf Tischhöhe arbeit sfähig. Stossende, ziehende, hebende oder Über-Kopf-Arbeiten seien nicht mehr zumutbar. Weg en der bestehenden Schmerzen der Schultern und der Lendenwirbelsäule sei von einer Arbe itsfähigkeit von sechs Stunden bei ganztägiger Präsenz aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs auszugehen. 4.3.5 Dr. H.____ und Dr. J.____ von der Orthopädischen Klinik des Kantonsspitals Liestal berichteten am 6. Januar 2011 erneut über den Gesundhe itszustand des Versicherten. Sie nannten die gleichen Diagnosen wie schon in ihrem Berich t vom 9. Juli 2010. Eine Wiederein- gliederung in den Beruf als Schleifer sei bei beidseit igen Schulterbeschwerden unmöglich. Es werde daher eine Umschulung in einen anderen Beruf empfohlen. 4.3.6 Im Bericht vom 28. Februar 2011 diagnostizierte Dr. K.____ von der Orthopädischen Klinik des Kantonsspitals Liestal ein Knochenmarksödem im lateralen Femurcondylus. Der Ver- sicherte sei wegen seit drei Monaten bestehenden Knie schmerzen rechts lateral zugewiesen worden. Eine konventionell-radiologische Untersuchung h abe mit Ausnahme einer leichten Chondrocalcinose lateral keine pathologischen Befunde ergeben. Eine MRI-Untersuchung vom Unispital Basel vom 9. Februar 2011 zeige ein ausgepräg tes Knochenmarksödem im lateralen Femurcondylus, möglicherweise einer avasculären Knochennekrose oder einer transienten Os- teoporose entsprechend. Die Ursache des ausgeprägten Kn ochenmarksödems sei unklar. Ein Trauma sei nicht erinnerlich, und es bestehe keine aus geprägte Valgusfehlstellung des Beins. Insgesamt beschreibe der Versicherte regrediente Beschwerden, so dass zugewartet werde. 4.3.7 Der neue Hausarzt des Versicherten, Dr. med. L._ ___, Facharzt FMH für Allgemein- medizin, berichtete am 12. Mai 2011 zuhanden des Rechtsv ertreters über den Gesundheitszu- stand des Beschwerdeführers. Er diagnostizierte eine ei ngeschränkte Schulterfunktion links bei Tendinitis der Supraspinatussehne mit Partialruptur und hypertropher Gelenksarthrose, rezidi- vierende Exazerbationen von Schulterschmerzen rechts und eine eingeschränkte Beweglichkeit der rechten Schulter bei Status nach AC-Gelenksluxation Tossy II bis III der rechten Schulter am 9. Dezember 2002 sowie persistierende Knieschmerzen rechts bei Knochenmarksödem des lateralen Femurcondylus unklarer Ätiologie. Die Festleg ung einer definitiven Arbeitsfähigkeit im Gesamtkontext der linken und der rechten Schulter sowie des rechten Knies sei sehr schwierig und sei aktenkonsiliarisch kaum zu klären. Vermutlich müsse der Grad der Arbeitsunfähigkeit in einem Fachgutachten geklärt werden. Aufgrund der Besch werden sei kürzlich noch eine Beur- teilung in der Orthopädischen Klinik des Kantonsspitals Liestal erfolgt, der Bericht sei noch aus- stehend. Wahrscheinlich bestehe in einer leidensangepa ssten Tätigkeit kein volles Rendement mehr. Aufgrund der Diagnosen betreffend die linke un d die rechte Schulter erscheine die Ar- beitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit über sechs Stunden eher zu hoch gegriffen. Seite 9 4.3.8 Nachdem der Beschwerdeführer im Rahmen des Vorbe scheidverfahrens Einwände gegen die medizinische Beurteilung von Dr. E.____ vorge bracht hatte, hielt dieser mit Bericht vom 18. Mai 2011 fest, die vorgebrachten Argumente seien nicht stichhaltig und unzutreffend. Die Knieproblematik führe bei abnehmenden Beschwerden nicht zu einer zusätzlichen Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit. Dr. L.____ sei zuzustimme n, wenn er ein volles Rendement verneine und eine Arbeitsleistung über sechs Stunden als zu hoch gegriffen sehe. In seiner Ein- schätzung habe er eine Einschränkung des Rendements formuliert und auf sechs Stunden zeit- liche Leistung begrenzt. 5.1 Die IV-Stelle stellte in ihrer Verfügung vom 25. Juli 2011 bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustands des Beschwerdeführers vollumfänglich auf die RAD-Stellungnahmen von Dr. E.____ vom 7. März 2011 sowie vom 18. Mai 2011 ab. Der Beschwerdeführer wandte da- gegen ein, die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den RAD, wonach dem Beschwerdefüh- rer eine Arbeitsfähigkeit von sechs Stunden pro Tag bei ganztägiger Präsenz in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne stossende, ziehende, h ebende oder Überkopf-Arbeiten zu- mutbar sei, finde in den vorhandenen medizinischen Beric hten keine Stütze. Eine entsprechen- de Einschätzung finde sich nur im Gutachten der Dres. C._ ___ und D.____; dieses Gutachten könne indessen schon aufgrund seines Alters nicht Grundlag e für die Ablehnung des Renten- begehrens des Beschwerdeführers bilden. In den entscheidrelevanten Berichten sei eine solche Einschätzung nicht vorhanden. Die Berichte des Kantonsspi tals Liestal würden sich nicht über eine zumutbare Verweistätigkeit äussern; Dr. F.____ be stätige aufgrund seiner dekadenlangen Behandlung des Beschwerdeführers eine maximale Arbeitsfä higkeit von 50% in leidensange- passten Tätigkeiten mit eingeschränktem Rendement. Dr. L.____ sei seinerseits der Auffas- sung, dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nur auf grund eines Fachgutachtens erfolgen könne. Der RAD setze sich nicht mit der Beurteilung der behandelnden Ärzte auseinander, sondern nehme die nicht mehr aktuelle Beurteilung der Dres. C.____ und C.____ als Bemes- sungsgrundlage. Wie der RAD zu seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit komme, werde auch nicht näher begründet. Somit sei die Beurteilung des R AD nicht schlüssig und unvollständig, weshalb ihr kein Beweiswert zukomme. Massgebend sei daher einzig die Beurteilung in Bezug auf die Restarbeitskraft von Dr. F.____, wonach eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50% beste- he. 5.2 Die IV-Stelle hielt dem in ihrer Vernehmlassung v om 28. Dezember 2011 entgegen, die Einschätzung des RAD beruhe auf der Kenntnis der Vorakt en, sei schlüssig begründet und nachvollziehbar. Sie entspreche der damaligen Einschätzun g der SUVA betreffend die rechte Schulter. Der RAD weiche zugunsten des Beschwerdeführer s von der Einschätzung Dr. C.____'s ab, indem er die Gewichtslimite von 7.5 kg nicht mehr nenne. Zudem sei eine adaptierte Verweistätigkeit auf 6 Stunden pro Tag be schränkt worden. Die Formulierung Dr. L.____'s weise darauf hin, dass auch er eine Arbe itsfähigkeit im vom RAD zugemuteten Rahmen durchaus für möglich halte. Bezüglich des rechte n Knies habe der RAD keine Hinwei- se auf einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erkennen können. Insgesamt erweise sich die Be- urteilung des RAD in Berücksichtigung der geklagten Besch werden als umfassend und schlüs- sig, womit ihr voller Beweiswert zukomme. Seite 10 5.3 Zu den Berichten des RAD vom 17. März 2011 sowie vom 18. Mai 2011 ist zunächst festzuhalten, dass es sich dabei um versicherungsinterne Beur teilungen handelt. Auch die Be- richte versicherungsinterner Ärzte haben nach bundesgerich tlicher Rechtsprechung Beweis- wert, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrü ndet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 353 E. 3b/ee; MÜLLER URS , Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, Ber n 2010, Rn 1726; vgl. auch E. 3.2). Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachli- chen Qualifikationen verfügen (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2009, 9C_323/200 9, E. 4.3.1). Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versicherte Per son vom RAD selbst unter- sucht wird; das Absehen von eigenen Untersuchungen an sic h ist noch kein Grund, eine RAD- Stellungnahme in Frage zu stellen. Dies gilt insbesonde re, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalt s geht und die direkte ärztliche Be- fassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2009, 9C_323/2009, E. 4.3.1). Werden diese Anforderungen erfüllt, kommt verwaltungs- internen Stellungnahmen ein vergleichbarer Beweiswert zu wie verwaltungsexternen Gutachten (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2009, 9C_323/20 09, E. 4.3.2). Einschränkend hält das Bundesgericht fest, dass eine versicherungsinterne Beurteilu ng keine volle Beweiskraft mehr hat, wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigke it und Schlüssigkeit der ärztlichen An- gaben bestehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Ju li 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit Verweis auf BGE 122 V 157 E. 1d). 5.4 Vorliegend steht der medizinische Sachverhalt im Hi nblick auf die Diagnosen betref- fend die rechte und die linke Schulter fest. Die von den medizinischen Fachpersonen gestellten Diagnosen sind weitgehend deckungsgleich. Aus den Akten geht jedoch hervor, dass sich die behandelnden Ärzte nicht zur Arbeitsfähigkeit des Beschw erdeführers in einer Verweistätigkeit äusserten. Fest steht lediglich, dass dem Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit als Schleifer nicht mehr zumutbar ist. Dies geht schon aus der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im rheumatologischen Gutachten von Dr. C.____ hervor und w urde von der Orthopädischen Klinik des Kantonsspitals Liestal im Bericht vom 6. Januar 2011 explizit festgehalten. Dr. L.____ äus- serte in seinem Schreiben vom 12. Mai 2011 die Meinung, dass sich die Frage nach der defini- tiven Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aktenkonsil iarisch nicht beantworten lasse und nur durch ein fachärztliches Gutachten zu klären sei. Die Tatsache, dass sich die behandelnden Ärzte nicht zu einer Verweistätigkeit zu äussern vermögen, weckt Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beurteilung durch den RAD. Zudem findet die Knie problematik des Versicherten keine Be- rücksichtigung im Bericht des RAD, dies mit der Begründung , die Beschwerden seien regre- dient und hätten keine zusätzlichen einschränkenden Auswir kungen auf die Arbeitsfähigkeit. Diese Annahme wird in den Akten indessen nicht belegt. Zwar schilderte der Versicherte ge- genüber Dr. K.____ im Februar 2011 abnehmende Beschwe rden; Dr. L.____ diagnostizierte in seinem Bericht vom 12. Mai 2011 jedoch persistierende Kn ieschmerzen. Ob die Kniebeschwer- den des Versicherten weiterhin bestehen und wie sie sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, wurde vom RAD somit nicht geklärt. Schliesslich ist zu erw ähnen, dass es sich bei Dr. E.____ um einen Facharzt in Allgemeinmedizin und nicht um eine n Orthopäden oder Rheumatologen handelt und er somit nicht über die fachärztliche Qual ifikation zur Beurteilung der Beschwerden des Versicherten verfügt. Insgesamt bestehen daher erheb liche Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beurteilung durch den RAD, so dass ihr keine volle Beweiskraft mehr zukommt. Aufgrund des komplexen Beschwerdebildes im Gesamtkontext der rechten und der linken Schulter sowie Seite 11 des rechten Knies drängt sich zur Beurteilung der Arbei tsfähigkeit des Beschwerdeführers die Einholung eines rheumatologischen Verlaufsgutachtens auf . Obwohl die Erkrankungen am Be- wegungsapparat im Vordergrund stehen und der Versichert e in seiner Beschwerde vom 14. September 2011 keine psychischen Beschwerden mehr geltend machte, ist der Vollständig- keit halber jedoch auch die psychiatrische Problematik ern eut abzuklären, zumal Dr. F.____ noch in seinem Bericht vom 20. Oktober 2010 die Diagnose einer Depression mässigen Grades stellte. Da sie mit der Krankheitsgeschichte des Beschwerde führers bereits vertraut sind, er- scheint es zweckmässig, die Dres. C.____ und D.____ mit der bidisziplinären Begutachtung in den Fachrichtungen Rheumatologie und Psychiatrie zu beauftragen. 6.1 Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung könn en die Sozialversicherungs- gerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Strei tsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielme hr im Regelfall selbst ein Ge- richtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltu ngsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürf tig hält oder wenn eine Administrativex- pertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräfti g ist. Eine Rückweisung an die IV- Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in de r notwendigen Erhebung einer bisher voll- ständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn ledi glich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 ff, E. 4.4.1 ff.). 6.2 Vorliegend hat der Beschwerdeführer beantragt, d ass zur Vermeidung des Verlusts einer Instanz die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen sei, sofern nicht ohnehin eine Gutheis- sung seiner Beschwerde erfolge. Diesem Antrag kann entsp rochen werden. Indem das Bun- desgericht die kantonalen Sozialversicherungsgerichte in die Pflicht nimmt, bei abklärungsbe- dürftigen Fragen selbst Gerichtsgutachten einzuholen, be zweckt es einen Paradigmenwechsel bei der Sachverhaltsabklärung im Hinblick auf die Waffen gleichheit im Prozess sowie auf die Straffung des Gesamtverfahrens (BGE 137 V 210 ff, E. 4 .4.1.2, 4.4.1.3). Eine Rückweisung an die IV-Stelle ist jedoch auch weiterhin möglich. Da de r medizinische Sachverhalt abklärungsbe- dürftig ist und der Beschwerdeführer dies ausdrücklich bea ntragt, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz somit nichts entgegen. 7. Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vo m 25. Juli 2011 aufzuheben und die Angelegenheit ist zur erneuten Abklärung an di e IV-Stelle zurückzuweisen. Diese wird ein bidisziplinäres Verlaufsgutachten einzuholen haben, wobei es aus Sicht des Kantonsge- richts zweckmässig erscheint, wiederum die Dres. C.____ und D .____ damit zu beauftragen. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird die IV-Stelle über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu zu befinden haben. Die vorlie gende Beschwerde ist in diesem Sin- ne gutzuheissen. 8.1 Nach Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei ten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer legt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb sie grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten aufer- Seite 12 legt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die IV-S telle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. 8.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Als Obsiegen im Sinne der genannten Bestimmung gilt grundsätzlich auch die Rückweisung der Angelegenheit an den Versicherungsträger zur weite- ren Abklärung (BGE 137 V 61 f. E. 2.1, 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist dem Beschwerdeführer deshalb eine Parteientschädigung zu Las- ten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Hono- rarnote vom 24. Januar 2012 für das vorliegende Verfahr en einen Zeitaufwand von 11.27 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig al s angemessen erweist. Die Bemü- hungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgem äss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.- - zu entschädigen. Nicht zu bean- standen sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesene n Auslagen von Fr. 181.50. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung i n der Höhe von Fr. 3'240 (inkl. Ausla- gen und 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 9. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 9 3 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 13 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die Verfügung vom 25. Juli 2011 aufgehoben und die Sache zur erneute n Abklärung im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle Basel-Land schaft zurück- gewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3'240.-- (inkl. Ausl agen und 8% MwSt.) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht