Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 27. März 2016 (715 16 143 / 79) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Die Beschwerdeführerin wurde zu Recht für 27 Tage i n der Anspruchsberechtigung ein- gestellt, da es ihr im Rahmen ihrer Schadenminderun gspflicht aus medizinischen Grün- den zumutbar war, bis zur Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle beim bisherigen Arbeit- geber zu bleiben; die Beschwerde wird deshalb abgewiesen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiberi n i.V. Noémie Müller Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Die 1964 geborene A.____ war vom 1. Juli 2013 bi s 31. Juli 2015 als Emp- fangsmitarbeiterin bei der B.____ AG tätig. Mit Sch reiben vom 27. Mai 2015 kündigte sie das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist per 31. Juli 2015. Sie mel- dete sich am 19. Juni 2015 beim regionalen Arbeitsv ermittlungszentrum X.____ (RAV) an und erhob am 22. Juni 2015 Anspruch auf Arbeitslosenent schädigung ab dem 1. August 2015. Mit Verfügung Nr.1735/2015 vom 1. Oktober 2015 stellte die Öffentliche Arbeitslosenkasse (Ar- beitslosenkasse) A.____ wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab dem 1. August 2015 für Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Dauer von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung ein. Gegen die Verfügung erhob A.____ mit Eingabe vom 29. Oktober 2015 Einsprache, welche v on der Einspracheinstanz des Kanto- nalen Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit Basel-L andschaft (KIGA), Abteilung Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, mit Entscheid vom 8. April 20 15 teilweise gutgeheissen wurde und die Einstelltage auf 27 Tage reduziert wurden. B. Hiergegen erhob A.____ mit Eingabe vom 3. Mai 20 15 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan tonsgericht). Sie beantragte, es sei die Sachlage erneut zu überprüfen und eventualiter seie n die Einstelltage zu reduzieren. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass die Künd igung aus gesundheitlichen Gründen erfolgt sei. Sie sei durch systematisches Mobbing seitens ih rer direkten Vorgesetzten krank geworden und hätte Medikamente nehmen müssen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 20. Juni 2016 beantrag te die Arbeitslosenkasse die Abwei- sung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheen tscheids vom 8. April 2016. Im Rahmen ihrer Abklärungen holte die Beschwerdegegnerin eine amtliche Erkundigung bei der B.____ AG ein. Sie erkundigte sich nach den geltend ge machten Mobbing-Vorwürfen und bat um sachdienliche Angaben betreffend die Beendigung des Arbeitsverhältnisses. D. Mit Eingabe vom 10. August 2016 nahm die Beschwerde führerin zum Ergebnis der amtli- chen Erkundigung der Beschwerdegegnerin Stellung und h ielt an ihren bisherigen Anträgen fest. E. Zwecks weiterer Abklärung des Sachverhalts holte das Kan tonsgericht bei Dr. med. C.____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine amtliche Erkundigung ein. Dr. C.____ antwortete mit Schreiben vom 28. September 2016 und 20. Oktober 2016, dass sie auf- grund fehlender Entbindung von der Schweigepflicht keine Auskunft geben könne. F. Mit Eingabe vom 28. Oktober 2016 teilte die Beschwe rdeführerin mit, ihre Ärztin nicht von der Schweigepflicht entbinden zu wollen, da es sich dabei um sehr persönliche und vertrauliche Angaben zu ihrer Person handeln würde. G. Die Beschwerdegegnerin hielt mit Eingabe vom 21. November 2016 an der Abweisung der Beschwerde fest und beantragte die Bestätigung des Einspracheentscheides vom 8. April 2016. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obl igatorische Arbeitslosenver- sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Jun i 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben wer-den. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol- venzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungser lasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorlie- gend kam die Beschwerdeführerin ihren Kontrollpflichten im Kanton Basel-Landschaft nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu b ejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezem- ber 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsg ericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Ver sicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG, weshalb auch die sachliche Zuständigkeit des K antonsgerichts gegeben ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Im vorliegenden Fall ist eine Einstellung in der Anspruchsberechti- gung im Umfang von 27 Tagen bei einem Taggeld von Fr . 140.-- zu beurteilen. Über die Be- schwerde ist demnach präsidial zu entscheiden. 2. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin die Beschwer deführerin infolge selbstver- schuldeter Arbeitslosigkeit zu Recht für die Dauer von 27 T agen in der Anspruchsberechtigung einstellte. 3.1 Nach Art. 17 Abs.1 AVIG muss die versicherte Person al les Zumutbare unternehmen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (Scha denminderungspflicht; BGE 114 V 285 E.3, 111 V 239 E. 2a). Kommt sie dieser Verpfl ichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse eine Einstellung in der Anspruchsberechtig ung verfügen (vgl. Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegre nzung der Versicherung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschu ldensprinzip beherrscht (THOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverw altungs- recht, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Basel 2015, Rz. 828 ff.). 3.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versichert e Person in der Anspruchsbe- rechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschul den arbeitslos ist. Eine selbstver- schuldete Arbeitslosigkeit liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem n ach den persönlichen Umständen und den persönlichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalte n der versicherten Person liegt (vgl. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ARV 1982 Nr. 4 S. 39). Dies ist unter anderem dann d er Fall, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus kündigt, ohne dass ihr ei ne andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nich t zugemutet werden konnte (vgl. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). Im Bereich der freiwilligen Stel lenaufgabe nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV fin- det die Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 17 Abs. 1 A VIG) ihre Grenze grundsätzlich im Zu- mutbarkeitsgedanken. So gilt nach Art. 16 Abs. 1 AVIG eine Arbeit unter anderem noch als zu- mutbar, wenn sie den berufs- und ortsüblichen, insbesonde re den gesamt- und normalarbeits- vertraglichen Bedingungen entspricht, den Fähigkeiten u nd dem Gesundheitszustand der ar- beitslosen Person angemessen ist und die Wiederbeschäftigung in ihrem Beruf nicht wesentlich erschwert. Das Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilunge n (vormals Eidgenössisches Versi- cherungsgericht [EVG]), hat in konstanter Praxis entsch ieden, dass bei der Frage der Zumut- barkeit bzw. Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz ein strenger Massstab anzulegen ist (vgl. BGE 124 V 234 E. 4; ARV 1986 Nr. 23 mit Hin weisen). Wenn nicht besondere Umstän- de vorliegen, darf einer versicherten Person zugemutet w erden, wenigstens so lange am Ar- beitsplatz zu verbleiben, bis sie eine neue Stelle gef unden hat (vgl. ARV 1976 Nr. 18; GERHARDS GEHARDS , Kommentar zum AVIG, Bd. I, N. 27 zu Art. 16; J AQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 116). 3.3 Der Begriff der Unzumutbarkeit ist im Lichte von Ar t. 20 lit. c des Übereinkommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation vom 21. J uni 1988 über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit (IAO-Übereinkommen ; für die Schweiz in Kraft seit dem 17. Oktober 1991) auszulegen. Staatsvertraglich wird nur das freiwillige („volontairement“) Auf- geben einer Stelle ohne triftigen Grund („sans motif légitime“) sanktioniert. Damit dürfen bei einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine überhöhten Anfor- derungen an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeit splatz gestellt werden; insbesondere sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive Beweggr ünde der versicherten Person zu berücksichtigen. Vermag die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen, kann nicht von einer freiwilligen Preisgabe de r Beschäftigung im Sinne des Überein- kommens gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009, 8C_958/2008, E. 2.2 mit Hinweisen). 3.4 Als legitimer Grund im vorgenannten Sinne gilt di e Kündigung einer Arbeitsstelle, die die Gesundheit der versicherten Person gefährdet. Gesundheitsgefährdende Arbeitsstellen sind nicht mehr zumutbar im Sinne von Art. 16 AVIG. Eine Un zumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen muss durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) belegt sein. Aus Gründen der Rechtssicherh eit darf sich die Arbeitslosenkasse nicht mit blossen Behauptungen der versicherten Person be gnügen, sondern benötigt vielmehr zweckdienliche Beweismittel, welche primär die versicherte P erson im Rahmen der ihr oblie- genden Mitwirkungspflicht bei der Abklärung des Sachver halts beizubringen hat (BGE 124 V 234 E. 4b/bb). Ärztliche Zeugnisse müssen einerseits eine Diagnose und anderseits eine aus- sagekräftige Erklärung für die Arbeitsunfähigkeit (Kausalität) enthalten. 3.5 Ein schlechtes Arbeitsklima und Meinungsverschiedenheit en mit Vorgesetzten oder Arbeitskollegen vermögen grundsätzlich keine Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeits- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht verhältnisses zu begründen (vgl. SVR 1997 ALV Nr. 105 S. 323, C 128/96). Bei Schwierig- keiten wie Auseinandersetzungen, Stresssituationen und d ergleichen ist es der versicherten Person grundsätzlich zuzumuten, ihre Stelle nicht ohne Zusicherung einer neuen Anschluss- stelle aufzugeben. So hat das Bundesgericht festgehalte n, dass belastende Verhältnisse am Arbeitsplatz eine vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhäl tnisses nicht rechtfertigen. Sie können aber allenfalls beim Verschulden berücksichtigt werden (v gl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2003, C 133/03, E. 3.2 mit Hinweisen). Auch ein den Vorstellungen der versicherten Person nicht entsprechendes Betriebsklima genügt hierzu keineswegs (vgl. ARV 1986 Nr. 24 S. 95). 4.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwa ltungsgerichtsbeschwer- deverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Da nach haben Versicherungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vol lständige Feststellung des rechts- erheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Ab klärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhalts- punkte hinreichender Anlass besteht (Urteil des Bundesger ichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Gru ndsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspfli chten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/200 9, E. 1; T HOMAS LOCHER /T HOMAS GÄCHTER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl., Bern 2 014, § 70 Rz. 3 und 20ff.). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn e einer Beweisführungspflicht begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Par- tei ausfällt, die aus dem unbewiesenen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will. 4.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfüg ende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache erst und nur dann als bewie sen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, S. 135). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid n ach dem Beweisgrad der über- wiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög lichkeit eines bestimmten Sachverhal- tes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist viel mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensa bläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b). 5.1 Im Einspracheentscheid vom 8. April 2016 verneinte di e Arbeitslosenkasse das Vor- liegen von Mobbing. Sie hält fest, dass kein Arztzeugnis v orliegen würde, aus welchem kon- krete Gründe hervorgehen würden, weshalb die Verrichtu ng der Arbeit gesundheitsgefährdend gewesen sei. Zudem sei aus den Arztzeugnissen vom 16. Juni 20 15, 2. September 2015 und vom 14. Oktober 2015 nicht ersichtlich, seit wann sich die Beschwerdeführerin in ärztlicher Be- handlung befunden hätte. Somit würden die vorliegen den ärztlichen Zeugnisse nicht den recht- lichen Anforderungen entsprechen, um einen entschuldbare n Grund zu begründen. Im Hinblick Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf die Mobbing-Vorwürfe hält sie fest, dass die Arbei tgeberin die Vorwürfe klar verneine. Die Beschwerdeführerin bringe zwar eine Reihe von abstrakten Handlungen vor, die Mobbinghand- lungen darstellen könnten, jedoch sei es ihr nicht gelu ngen, diese in Zusammenhang mit ihrer Situation am Arbeitsplatz zu setzen. Aus diesen Gründen kam die Arbeitslosenkasse zum Schluss, dass das Verbleiben an der Arbeitsstelle bis zu ei ner Anschlussstelle zumutbar gewe- sen wäre. Allerdings wurden die gesundheitlichen Probl eme und die Situation am Arbeitsplatz verschuldensmindernd berücksichtigt, weshalb die Einstelldauer auf 27 Tage reduziert wurde. 5.2 Die Beschwerdeführerin bringt in der Beschwerde vor , dass sie dem HR-Manager deutlich erklärt habe, weshalb die Zustände unzumutbar seien und bei ihr gesundheitliche Prob- leme hervorrufen würden. Zu den verneinten Mobbing-V orwürfen führt sie aus, dass sie aus- führliche und präzise Beispiele erwähnt habe, welche üb er normale Konfliktsituationen hinaus- gegangen seien, da sie systematisch gewesen seien und übe r einen längeren Zeitraum ange- dauert hätten. Dadurch sei der Verbleib an der Arbei tsstelle nicht mehr zumutbar gewesen. Zu- dem würde es nicht in der Kompetenz eines Arztes/Psychiater s liegen, dem Patienten zur Kün- digung zu raten. Aus den ärztlichen Zeugnissen gehe sehr wohl hervor, dass der Schritt zur Kündigung nachvollziehbar gewesen sei, da eine Depressi on und Schlafstörungen aufgetreten seien, welche eine Therapie und eine Medikation indizie rt hätten. Sie betont, dass die Kündi- gung nicht mit der ausbleibenden Beförderung in Zusam menhang gestanden sei, und ihr be- wusst sei, dass dies an sich kein Mobbing darstelle. Sie habe lediglich um mehr Stellenprozente gebeten, was ihr, vor der Einstellung der neuen Mitarbeiterin, zugesichert worden sei. 5.3 Die Beschwerdeführerin stand seit dem 1. Juli 201 3 bei der B.____ AG mit einem Pensum von 70% in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Mit Schreiben vom 27. Mai 2015 kündigte sie unter Einhaltung der ordentlichen Kündigu ngsfrist auf den 31. Juli 2015. Im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 22. Juni 2015 führte sie aus, dass die Kündigung aus ge- sundheitlichen Gründen erfolgt sei. Die Frage der Eins tellung in der Anspruchsberechtigung beurteilt sich demgemäss danach, ob ihr ein Verbleiben an der bisherigen Arbeitsstelle bis zum Auffinden einer neuen zumutbar gewesen wäre (vgl. E. 3.2 hiervor). 6.1 Aufgrund der vorliegenden Akten stellt sich der recht serhebliche Sachverhalt wie folgt dar: 6.2 Anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs führ te die Beschwerdeführerin aus, dass sie das Arbeitsverhältnis aufgrund Mobbings aufgelöst habe. Sie sei dadurch krank ge- worden und habe Medikamente einnehmen müssen. Die Besch werdeführerin legte zwei Arzt- zeugnisse bei. Das Arbeitsunfähigkeitszeugnis Nordwestschwe iz vom 16. Juni 2015 bestätigt eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 16. Juni bis 7. Ju li 2015. Weitere Informationen zum Ge- sundheitszustand der Beschwerdeführerin sind dem Zeugnis n icht zu entnehmen. Im zweiten Zeugnis, datiert vom 2. September 2015, führt Dr. C._ ___ aus, die Kündigung sei aus medizini- schen Gründen gut nachvollziehbar. 6.3 In ihrer Einsprache vom 29. Oktober 2015 beantrag te die Beschwerdeführerin die Auf- hebung der Verfügung Nr. 1735/2015 vom 1. Oktober 201 5. Darin machte sie geltend, dass die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ehemalige Arbeitgeberin eine neue Mitarbeiterin ang estellt habe, welche die rechte Hand ihres Chefs wurde. Diese Mitarbeiterin habe sie auf subtile Art und Weise gemobbt. Gespräche mit der ehemaligen Arbeitgeberin hätten nichts gebracht un d somit sei der einzige Weg die Kündi- gung gewesen. Eine interne Versetzung sei nicht möglich gewesen. Das Verbleiben an der Ar- beitsstelle sei unzumutbar gewesen und ihr Gesundheitszustand habe sich stark verschlechtert. Dem beigelegten Arztzeugnis sei zu entnehmen, dass die Kündigung nachvollziehbar gewesen sei. Sie habe stark an Gewicht verloren und habe Schlafst örungen gehabt, weshalb sie auch Psychopharmaka habe einnehmen müssen. Eigentlich hätte di e vorangegangene Therapie En- de Sommer abgeschlossen werden sollen und die Medikamente seien bereits seit über einem Jahr abgesetzt gewesen. Der verschlechterte Gesundheitszust and stehe im Zusammenhang mit der schrecklichen Arbeitsplatzsituation. Sie habe die Arbeit mit Herzblut ausgeübt. Nach der Kündigung habe sich der Gesundheitszustand erheblich ge bessert. Im beigelegten Arztzeugnis vom 14. Oktober 2015 bestätigt Dr. C.____, dass sich di e Beschwerdeführerin schon vor der Kündigung Ende Mai 2015 bei ihr in einer längerdaue rnden ambulanten Behandlung befunden habe und diese bis anhin fortgesetzt werde. Die aktue ll, sich bereits vor der Kündigung ab- zeichnende Verschlechterung des psychischen Zustandes (Depre ssion) stehe wohl im Zusam- menhang mit der Situation am Arbeitsplatz. 6.4 Im Rahmen des Einspracheverfahrens holte die Arbeitsl osenkasse am 24. Februar 2015 eine amtliche Erkundigung bei der Arbeitgeberi n ein. Diese erwähnte in ihrem Antwort- schreiben vom 23. März 2015, dass die Beschwerdeführerin g esagt habe, dass die Zusam- menarbeit mit der neuen Mitarbeiterin nicht ihren E rwartungen entspreche. Mobbingvorwürfe seien aber keine erhoben worden. Zudem habe sie mitgeteilt, dass sie ihr Arbeitspensum gerne erhöhen würde. Dieser Wunsch habe aber nicht berücksichti gt werden können. Einen Tag spä- ter habe die Beschwerdeführerin die Kündigung eingereicht. 6.5 Hierzu nahm die Beschwerdeführerin mit Schreiben vo m 4. April 2015 Stellung. Dabei zählte die Beschwerdeführerin eine Reihe von Handlungen auf, die ihrer Meinung nach über normale Konfliktsituationen hinausgehen würden. Ihre P erson und ihre Arbeit seien in Frage gestellt worden. Sie sei teilweise ignoriert, nicht an gehört und ihr seien Gespräche verweigert worden. Ihr seien Arbeitsaufgaben entzogen und die a nspruchsvolleren Aufgaben der neuen Mitarbeiterin zugeteilt worden. Sie habe die Stelle nicht gekündigt, weil sie ihr Arbeitspensum nicht erhöhen habe können. Sie habe nach mehr Stellenp rozenten gefragt und sei dabei über- gangen worden, indem die Arbeitgeberin eine neue Mi tarbeiterin eingestellt habe. Dies sei eine subtile Art zu vermitteln, dass man nicht erwünscht sei. Die gesundheitlichen Auswirkungen seien unter anderem Schlafstörungen, Gewichtsverlust, Ma genprobleme, Übelkeit, Kopf- schmerzen, Niedergeschlagenheit und Depression gewesen. Si e sei gemobbt worden und die Situation sei ihrem direkten Vorgesetzten und dem HR-Manager bekannt gewesen. 6.6 Mit Schreiben vom 12. September 2016 holte das Kan tonsgericht bei Dr. C.____ eine amtliche Erkundigung ein. Dr. C.____ wurde gebeten, si ch zum Behandlungsbeginn, den Diag- nosen sowie zum Krankheitsverlauf zu äussern. Weiter wur de Dr. C.____ dazu befragt, ob sich der Gesundheitszustand vor der Kündigung am 27. Mai 20 15 verschlechtert habe und ob sie aus ärztlicher Sicht und zum Schutz der Gesundheit ihrer Patientin eine Kündigung des Arbeits- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht verhältnisses befürwortet oder empfohlen habe. Schliesslic h wurde Dr. C.____ gebeten, ihre Aussage in der ärztlichen Bescheinigung vom 14. Oktober 20 15, wonach die Verschlechterung des psychischen Zustandes ,,wohl‘‘ in Zusammenhang mit der Arbeitsplatzsituation gestanden sei, genauer zu erläutern. Mit Schreiben vom 28. September 2016 und vom 20. Oktob er 2016 teilte Dr. C.____ dem Kan- tonsgericht mit, keine Auskunft geben zu können, da sie durch ihre Patientin nicht von der ärzt- lichen Schweigepflicht entbunden werde. Mit Schreiben vom 24. Oktober 2016 ersuchte das Kantonsgericht die Beschwerdeführerin darum, Dr. C.____ von der ärztlichen Schweigepflicht zwecks Abklärung der offenen Sachverhaltsumstände zu entbinden. Aufgrund der vorliegenden Zeugnisse sei keine abschliessende Beurteilung möglich, weshalb das Kantonsgericht auf die Beantwortung der an Dr. C.____ unterbreiteten Frage n angewiesen sei. Zudem wurde der Be- schwerdeführerin angekündigt, dass die strittige Angeleg enheit ansonsten aufgrund der bisher vorliegenden Aktenlage entschieden werde. In der Folge weigerte sich die Beschwerdeführerin, die Psychiaterin für die Beantwortung der sachbezogenen Fragen von der ärztlichen Schweige- pflicht zu entbinden, da es sich dabei um persönliche und vertrauliche Informationen zu ihrer Person handeln würde. Sie wies nochmals daraufhin, dass sie infolge Mobbings am Arbeits- platz in Absprache mit Dr. C.____ Medikamente habe einnehmen müssen, da sich die Situation sehr negativ auf ihren psychischen und physischen Zustand aus gewirkt habe (Vgl. Eingabe der Beschwerdeführerin vom 28. Oktober 2016). 7.1 In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob der Eintr itt der Arbeitslosigkeit auf ein Selbst- verschulden der Beschwerdeführerin zurückzuführen ist. Aufgrund der Akten steht fest, dass die Beschwerdeführerin das seit Juli 2013 bestehende Arbei tsverhältnis bei der B.____ AG mit Schreiben vom 27. Mai 2015 auf Ende Juni 2015 auflöste , ohne dass ihr zum damaligen Zeit- punkt von anderer Seite verbindlich eine neue Arbeitsstelle zugesichert gewesen wäre. 7.2 Die Beschwerdeführerin gab im Rahmen des rechtliche n Gehörs vom 4. September 2015 an, gemobbt worden zu sein. Deshalb sei auch ihr Verbleiben an der Arbeitsstelle un- zumutbar gewesen. Mobbing ist nach einer vom Bundesgerich t verwendeten Definition ein sys- tematisches, feindliches, über einen längeren Zeitraum anhaltendes Verhalten, mit dem eine Person an ihrem Arbeitsplatz isoliert, ausgegrenzt oder g ar von ihrem Arbeitsplatz entfernt wer- den soll (Urteile des Bundesgerichts vom 1. Juli 2010, 8C _826/2009, E. 4.2 und vom 17. Mai 2010, 4A_32/2010, E. 3.2 mit Hinweisen). Die Beschwerd eführerin begründete den Mobbing- Vorwurf im Wesentlichen damit, dass die Arbeitgeberin eine neue Mitarbeiterin eingestellt habe, anstatt ihr Arbeitspensum zu erhöhen. Durch die neue rechte Hand des Chefs sei sie auf subtile Art und Weise immer wieder angegriffen worden, ihr se ien Arbeitsaufgaben entzogen und der neu eingestellten Mitarbeiterin zugeteilt worden. D ie Beschwerdegegnerin macht zu Recht gel- tend, dass die höchstrichterlichen Voraussetzungen für Mob bing nicht erfüllt sind. In oben aus- geführtem Verhalten ist – angesichts der nur kurzen Zusa mmenarbeit von etwas mehr als vier Monaten – noch kein für Mobbing charakteristisches system atisches und über einen längeren Zeitraum anhaltendes Verhalten zu sehen. Die Beschwerde gegnerin bemerkt zu Recht, dass die Beschwerdeführerin kein konkretes Beispiel nenne, sond ern nur abstrakte Mobbinghand- lungen aufzähle. Zwar kann aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin darauf geschlossen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden, dass auf persönlicher Ebene zwischen ihrer direkten Vorgesetzten und ihr Spannungen bestanden. Solche Schwierigkeiten reichen aber rechts prechungsgemäss nicht aus, um den (vorläufigen) weiteren Verbleib an der Arbeitsstelle a ls unzumutbar erscheinen zu lassen (SVR 1997 ALV Nr. 105 S. 324 E. 2a mit Hinweis). 7.3.1 Es stellt sich somit die Frage, ob die von der Bes chwerdeführerin vorgebrachte Unzu- mutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz aus gesundhe itlichen Gründen durch ein eindeuti- ges ärztliches Zeugnis oder durch ein anderes geeignetes Beweismittel belegt ist. 7.3.2 Mit der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin reichte die Beschwerdeführerin drei Arbeitszeugnisse ein. Das erste, es handelt sich um ein ein faches Arbeitsunfähigkeitszeugnis Nordwestschweiz, datiert vom 16. Juni 2015. Darin hält Dr. C.____ eine 100%ige Arbeitsunfä- higkeit vom 16. Juni 2015 bis zum 7. Juli 2015 fest. Da s zweite Arztzeugnis vom 2. September 2015 reichte die Beschwerdeführerin im Rahmen des rech tlichen Gehörs ein. Dem ist zu ent- nehmen, dass die behandelnde Psychiaterin die Kündigun g nachvollziehen könne. Ein drittes Arztzeugnis vom 14. Oktober 2015 wurde durch die Beschwer deführerin mit der Einsprache eingereicht. Darin bestätigt Dr. C.____, dass die Besc hwerdeführerin bereits vor Kündigung in einer länger andauernden Behandlung gestanden habe. Den psychischen Zustand der Be- schwerdeführerin definiere sie als Depression. Mehr ist de n Arztzeugnissen nicht zu entneh- men. 7.3.3 Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt, fä llt bei der Prüfung der Unterlagen auf, dass kein Arztzeugnis vorliegt, welches die Weiterführ ung der bisherigen Stelle für die Be- schwerdeführerin unzumutbar erscheinen liesse. Die einger eichten Arztzeugnisse vermögen keinen entschuldbaren Grund zu begründen. Weder das allg emeine Zeugnis Nordwestschweiz von Dr. C.____ noch die eingeholten Berichte vom 16. Juni 2015 und vom 2. September 2015 enthalten Anhaltspunkte dafür, dass das Arbeitsverhältnis bei der B.____ AG gesundheitsschä- digend gewesen wäre. Dr. C.____ erwähnt zwar eine Depression. Es ist aber nicht erstellt, dass die gesundheitlichen Beschwerden durch die Arbeitsplatzsitu ation ausgelöst wurden, denn von der Diagnose ,,Depression‘‘ kann nicht per se auf gesundh eitsgefährdende Umstände am Ar- beitsplatz geschlossen werden. Es fehlt der Bezug zum Arb eitsverhältnis sowie eine Begrün- dung für die Unzumutbarkeit der Fortführung des Arb eitsverhältnisses. Eine ärztliche Empfeh- lung, dass aus medizinischer Sicht eine Kündigung angezeig t gewesen wäre, liegt ebenfalls nicht vor. Dr. C.____ gibt zwar an, dass sie die Kündigu ng nachvollziehen könne, nicht aber, dass sie dazu geraten habe. Im Arztzeugnis vom 14. Oktober 2 015 bestätigt Dr. C.____ so- dann, dass sich die Beschwerdeführerin schon vorher bei i hr in Behandlung befunden habe. Auch die Beschwerdeführerin gibt in ihrer Einsprache an, dass eine Therapie Ende Sommer 2014 hätte abgeschlossen werden sollen und die entspre chende Medikation bereits über ein Jahr vorher abgesetzt gewesen sei. Diese Angaben deuten darauf hin, dass die Beschwerde- führerin wohl schon vor dem Arbeitsantritt ihrer direkte n Vorgesetzten bei der B.____ AG und somit unabhängig von der Arbeitsplatzsituation mit psych ischen Beschwerden zu kämpfen hat- te. Ob die durch Dr. C.____ festgestellte Verschlechteru ng des Gesundheitszustandes somit auf die Arbeitsumstände zurückzuführen war und mit der Situation am Arbeitsplatz zusammen- hing, ist gestützt auf die knappe Angabe nicht ausreichend erwiesen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht In Ausübung der Untersuchungspflicht ersuchte das Kanton sgericht Dr. C.____ deshalb um weitere Auskünfte. In der Folge weigerte sich die Besch werdeführerin, ihre Ärztin von der ärztli- chen Schweigepflicht zu entbinden, weshalb es Dr. C.__ __ verwehrt blieb, die näheren Um- stände der Therapie zu erläutern. Damit bleiben die U mstände der Behandlung letztlich unge- klärt. Der unbewiesen gebliebene Sachverhalt wirkt sich zu Lasten der Beschwerdeführerin aus (vgl. E. 4.1 hiervor). Im Hinblick auf den strengen Massstab bei der Beurteilung der Zumutbarkeit zum Verbleib an der bisherigen Stelle kann deshalb bei der vorliegend en Sachlage nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass die Kündigung aus entschuldbaren gesundheit- lichen Gründen erfolgt ist. Die Aussagen der Beschwerde führerin alleine vermögen die Unzu- mutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz nicht rechtsgenüglich zu belegen. Die Beschwerde- führerin kann nicht darlegen, dass ein zwingender Grun d zur freiwilligen Stellenaufgabe vorge- legen hat. Der Beschwerdegegnerin ist deshalb darin be izupflichten, dass die Beschwerdefüh- rerin für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses ohne Zusicherung einer anderen Anstellung einzustehen hat. Die Einstellung in der Anspruchsberecht igung wegen selbstverschuldeter Ar- beitslosigkeit ist demnach nicht zu beanstanden. 8.1 Zu prüfen bleibt, ob die verfügte Einstelldauer von 27 Tagen angemessen ist. Sie be- trägt nach Art. 45 Abs. 2 AVIV 1 bis 15 Tage bei lei chtem Verschulden, 16 bis 30 Tage bei mit- telschwerem Verschulden und 31 bis 60 Tage bei schwerem V erschulden. Innerhalb dieses Rahmens entscheidet die Arbeitslosenkasse nach pflichtgemäss em Ermessen. Das Gericht greift nur mit Zurückhaltung in das der Arbeitslosenka sse zustehende Ermessen ein. Es setzt nicht sein Ermessen anstelle desjenigen der Arbeitslose nkasse, solange diese von ihrem Er- messen pflichtgemäss Gebrauch gemacht hat, also allen einsc hlägigen Gesichtspunkten ge- bührend Rechnung getragen hat. 8.2 Vorliegend hat die Arbeitslosenkasse das Verhalten d er Versicherten als schweres Verschulden qualifiziert, was eine Einstellungsdauer von 32-60 Tagen zur Folge hat. Innerhalb dieses Rahmens hat sie die Einstellung in der Anspruchsbe rechtigung für die Dauer von 31 Tagen verfügt. Im Rahmen des Einspracheverfahrens hat sie die Einstelltage reduziert und eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 27 Tagen verfügt. Bei der Festle- gung der Dauer der Einstellung hat sie zu Recht zu Guns ten der Beschwerdeführerin berück- sichtigt, dass Probleme am Arbeitsplatz bestanden haben und die Versicherte gewisse gesund- heitliche Beschwerden aufwies. Wie vorstehend in Erwägun g 7.3.3 dargelegt wurde, ist nicht ausreichend belegt, dass die Weiterführung der bisherig en Stelle für die Beschwerdeführerin aus gesundheitlicher Sicht bis zum Auffinden einer neuen Arbeitsstelle nicht zumutbar gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin hat ihre Stelle aufgegeb en und musste damit rechnen, nach Ab- lauf der Kündigungsfrist arbeitslos zu werden. Gemäss Art 45 Abs. 4 lit. a AVIV liegt ein schwe- res Verschulden vor, wenn die versicherte Person ohne ent schuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstell e aufgegeben hat. Insgesamt ist eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung im oberen Be reich des mittelschweren Verschuldens von 27 Tagen demnach nicht zu beanstanden. Die Arbeitslo senkasse hat ihr Ermessen in Wür- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht digung aller Umstände pflichtgemäss ausgeübt. Gegebenh eiten, die eine abweichende Ermes- sensausübung als näher liegend erscheinen lassen würden, sind jedenfalls nicht ersichtlich. 9. Aus dem Gesagten folgt, dass der angefochtene Einsp racheentscheid vom 8. April 2016 nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerdeführerin kon nte nicht darlegen, dass ihr aus ge- sundheitlichen Gründen ein Verbleib an der bisherigen Arbeitsstelle zumindest bis zur Zusiche- rung einer neuen Arbeitsstelle nicht zumutbar gewesen wä re. Die Beschwerdegegnerin hat so- dann ihr Ermessen bei der Festlegung der Einstelltage korrekt ausgeübt. Die Beschwerde er- weist sich folglich als unbegründet und ist abzuweisen. 10. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wett- zuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht