Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. August 2014 (720 14 40 / 204) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision, posttraumatische Belastungsstörung Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , vertreten durch Ana Dettwiler , Advokatin , Fischmarkt 12 , 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Die 1970 geborene A.____ meldete sich am 21. Se ptember 2007 bei der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leis tungen an. In der Folge klärte die IV- Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) die gesundheitl ichen und erwerblichen Verhältnisse ab und ermittelte bei der Versicherten einen IV-Grad von 91%. Gestützt auf dieses Abklärungsergebnis Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprach sie A.____ mit Verfügung vom 16. Juni 2009 ab 1. September 2009 eine ganze Rente zu. A.2 Mit Schreiben vom 2. Mai 2012 leitete die IV-Ste lle eine Revision der Rente ein. Nach- dem sie die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältn isse abgeklärt hatte, ermittelte sie bei A.____ einen IV-Grad von nunmehr noch 50%, worauf si e die laufende ganze Rente der Versi- cherten nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit V erfügung vom 7. Januar 2014 per 1. März 2014 auf eine halbe Rente herabsetzte. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Ana Dettwiler, am 5. Februar 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicher ungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in Aufhebung der Verfügung vom 7. Januar 2014 sei ihr ab 1. März 2014 weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei eine u nabhängige medizinische polydiszipli- näre Begutachtung in Auftrag zu geben und hernach ü ber ihren Leistungsanspruch erneut zu entscheiden; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrecht licher Hinsicht beantragte sie die Bewilli- gung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Advokatin D ettwiler als unentgeltliche Rechtsvertre- terin. Die Beschwerde begründete sie im Wesentlichen d amit, dass die IV-Stelle das Sachlich- keits- und Neutralitätsgebot verletzt habe und der von i hr beauftragte psychiatrische Gutachter voreingenommen gewesen sei. Zudem beruhe die Verfügu ng auf unzureichenden medizini- schen Unterlagen. Es sei davon auszugehen, dass sie weiterh in vollständig arbeitsunfähig sei. Allenfalls sei bei der Bemessung des Invalideneinkommens ein Abzug vom Tabellenlohn von 25% vorzunehmen. C. Mit Verfügung vom 21. Februar 2014 wurde der Beschw erdeführerin für das vorliegen- de Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Ad- vokatin Dettwiler als unentgeltliche Rechtsvertreterin bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 23. April 2014 schloss di e IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. E. Auf Antrag der Beschwerdeführerin vom 6. Mai 2014 ordnete der instruierende Präsi- dent des Kantonsgerichts mit Verfügung vom 8. Mai 2014 e ine Parteiverhandlung unter Beizug eines Dolmetschers für die bosnische Sprache an. F. An der heutigen Parteiverhandlung nahmen die Besc hwerdeführerin mit ihrer Rechts- vertreterin sowie ein Vertreter der IV-Stelle teil. Die Parteien hielten an ihren Rechtsbegehren fest. Die Verhandlung fand unter Anwesenheit einer Do lmetscherin für Bosnisch statt. Auf die während der Verhandlung gemachten Vorbringen wird – soweit notwendig – in den nachfolgen- den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 5. Februar 2014 ist einzutre ten. 2.1 Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochte nen Verfügung vom 7. Januar 2014 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs gemäss die zeitliche Grenze der richter- lichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzu- setzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentliche n Änderung des Gesundheitszustan- des, der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich bleib enden Gesundheitszustandes (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen) revidierbar. Bei den Renten der Invalidenversicherung ist grundsätzlich jede Änderung des Sachverhalts, die zu ein er Über- oder Unterschreitung eines Schwellenschwertes (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG) führt, als erheblich zu betrachten (BGE 133 V 545 f. E.6 und 7; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 165). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 200 E. 4b; SVR 2004 IV Nr. 17 S. 53). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebe nen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisio nsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Novembe r 2008, 9C_562/2008, E. 2.1 mit Hinweis). 3.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Vorliegend hat die IV-Stelle der Beschwerdeführer in mit Verfügung vom 16. Juni 2009 rückwirkend ab 1. September 2008 eine ganze Rente zuges prochen. Im Mai 2012 leitete sie von Amtes wegen eine Überprüfung des Rentenanspruchs der Versicherten ein, nahm weitere Abklärungen vor und teilte ihr mit Verfügung vom 7. Jan uar 2014 mit, dass sie bei einem IV- Grad von nunmehr noch 50% Anspruch auf eine halbe Rent e habe. Demnach beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältn issen eingetreten ist, die eine revisions- weise Herabsetzung der bis anhin ausgerichteten ganzen Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 16. Juni 2009 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorlie gend angefochtenen Verfügung vom 7. Januar 2014. 4. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundh eitszustand und - damit einher- gehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versichert en tatsächlich, wie von der IV-Stelle gel- tend gemacht, seit der Rentenzusprache in einer anspruchserheblichen Weise verbessert hat. 5.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Ve rsicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilu ngen) bleibt folglich weitestgehend an- wendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des EVG mit dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Fo rmen medizinischer Berichte und Gut- achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstel- lungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ve rwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversiche- rung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltu ngsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 5.5 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körper- liche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Ar t. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen gute n Willens, die verbleibende Leistungs- fähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Ford erbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 102 V 165; AHI-Praxis 2001 S. 22 8 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 5.6 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialver sicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV- Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lan- ge, bis über die für die Beurteilung des streitigen An spruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind im Wesentlichen die folgenden medi- zinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 6.1 In ihrer Rentenverfügung vom 16. Juni 2009 stützte sich die IV-Stelle bei der Beurtei- lung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf das Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. August 2008. D emnach wurden eine posttrau- matische Belastungsstörung (ICD-10 F 43.1) und ein Verd acht auf eine mindestens leichte In- telligenzminderung (ICD-10 F70) mit Hinweisen auf ein e Entwicklungsverzögerung aufgrund emotionaler Deprivation in der Kindheit, deutlich au tistische Züge und eine Störung des Sozial- verhaltens diagnostiziert. Es zeige sich eine unscharf orien tierte, deutlich verlangsamte, be- griffsstutzige, zum Teil blockierte Versicherte, die mit der Untersuchungssituation sichtlich über- fordert gewesen sei. Im formalen Gedankengang habe sie sich eine erheblich verlangsamt, as- soziationsarm und unflexibel gezeigt. Hinsichtlich posttrau matischer Symptome seien intrusive Erlebnisinhalte wahrscheinlich, Übererregungssymptome hätten sich nicht objektivieren lassen. Hinweise auf eine emotionale Taubheit seien in der U ntersuchung feststellbar, wobei differenti- aldiagnostisch autistische Wesenszüge im Rahmen der Intel ligenzminderung nicht wirklich ab- grenzbar gewesen seien. Die Grundstimmung sei gedrückt, flach und kaum modellierbar. Der Antrieb sei deutlich vermindert. Teilweise habe die V ersicherte einen versteinerten, abwesen- den und eingekapselten Eindruck hinterlassen. Hinweise für eine willentliche Herbeiführung oder massive Verdeutlichung psychischer oder körperlicher Stö rungen im Sinne einer Aggrava- tion oder Simulation würden sich nicht zeigen. In psychisch geistiger Hinsicht bestehe eine deutliche Beeinträchtigung der psychophysischen und psychosozial en Leistungsfähigkeit der Versicherten. Aus psychiatrischer Sicht sei unter den Bedingu ngen der freien Wirtschaft ab 5. September 2007 keine Arbeitstätigkeit mehr zumutba r. Dagegen sei eine Tätigkeit in einem ruhigen, gut strukturierten, nicht monotonen Arbeitsum feld in unterstützender Atmosphäre (ge- schützter Arbeitsplatz) vollumfänglich möglich. 6.2 Am 9. Februar 2009 hielt Dr. B.____ ergänzend fe st, dass das traumatisierende Ereig- nis in der Zerstörung des elterlichen Hauses und im Miterleben, wie der Bruder des Ehemannes umgebracht worden sei. Auch seien die Kinder einer Tante im Krieg ums Leben gekommen und sie habe Vergewaltigungsszenen mitbekommen. Diese Ereignisse seien in den Jahren 1992 bis 1994 passiert. Eine zeitliche Festlegung, wann die Stör ung aufgetreten sei, sei rückblickend kaum möglich. Die Versicherte sei nicht in der Lage, de taillierte Angaben zu machen. Es sei davon auszugehen, dass bei der Versicherten die posttraum atische Belastungsstörung subsyn- dromal vorhanden gewesen sei und es im Zuge einer Überf orderung am Arbeitsplatz im Herbst 2007 zu einem Ausbruch und einer Dekompensation der B ewältigungsstrategien der Versicher- ten gekommen sei. 6.3 Im Rahmen der im Mai 2012 eingeleiteten Revisionsv erfahren stellte der behandelnde Arzt Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, im Bericht vom 4. Juni 2012 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine frühkindliche Entwicklungsstörung und eventuell eine begrenzte Intelligenz, eine posttraumatische Belastun gsstörung im Zusammenhang mit Erleb- nissen aus dem Bosnienkrieg in den Jahren 1992 bis 1994 ( ICD-10 F43.1) und eine andauern- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht de Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung (ICD-10 F6 2.0) fest. Die Versicherte sei seit September 2007 vollständig arbeitsunfähig. 6.4 Am 24. Juli 2012 hielt Dr. med. D.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel fest, d ass die Beurteilung von Dr. B.____ dis- krepant sei und möglicherweise eine Fehlbeurteilung de s psychischen Gesundheitszustandes der Versicherten vorliege. 6.5 Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. E.____, FMH Neurologie, und Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Ausarbeitung eines bidisziplinären Gutachtens, welches am 9. resp. 10. November 2012 erstattet wurde . Aus neurologischer Sicht diagnosti- zierte Dr. E.____ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf eine leichte Intelli- genzminderung. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden Spannungskopfschmer- zen. Aus rein neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähig keit nicht eingeschränkt. In psychiatri- scher Hinsicht stellte Dr. F.____ mit Einfluss auf die Arb eitsfähigkeit eine generalisierte Angst- störung (ICD-10 F41.1) und eine leichte Intelligenzminderung (ICD-10 F70) fest. In der aktuellen Untersuchungssituation habe die Versicherte vor allem zu B eginn einen ausgeprägt ängstli- chen, zurückhaltenden, unsicheren und gespannten Eindruck h interlassen. Erst im Verlauf des Gesprächs habe sie sich zusehends entspannt. Es sei davon auszugehen, dass die Versicherte an einer mittelgradigen generalisierten Angststörung leide. Seit der Einnahme von Cipralex soll es bezüglich der Ängste und der bedrückten Stimmung zu ei ner gewissen Verbesserung ge- kommen sein. Im Vergleich zu den Befunden im Gutachte n von Dr. B.____ vom 16. August 2008 lasse sich insofern eine Verbesserung des Gesundheit szustandes erkennen, als die Ex- plorandin nicht während der gesamten Untersuchung einen zurückhaltenden und passiven, wortkargen sowie unbeholfenen Eindruck hinterlassen habe. Die Versicherte habe auf mehrma- liges gezieltes Befragen angegeben, dass sie weder Vergew altigungen gesehen noch unmittel- bar mitbekommen habe, wie der Bruder ihres ehemaligen Ehemannes getötet worden sei. Wei- ter habe sie angegeben, dass alle ihre Cousinen noch le ben würden und dass keine von Ihnen im Krieg umgekommen sei. Die Versicherte habe auch kein e Erinnerungen an Gräueltaten. Sie könne ohne äusserliche sichtbare psychovegetative Mitbetei ligung über den Krieg in Bosnien sprechen. Es liessen sich bei ihr weder eine Schreckhaftigk eit noch eine Hypervigilanz erken- nen. Die heute von der Versicherten im Zusammenhang mi t dem Bosnienkrieg gemachten An- gaben stünden im Widerspruch zu denjenigen, wie sie im Gutachten von Dr. B.____ vom 16. August 2008 beschrieben worden seien. Aufgrund der aktuellen Untersuchung sei davon auszugehen, dass sich die Diagnose einer posttraumatische n Belastungsstörung wegen des Fehlens von Intrusionen, Arousalphänomenen sowie eines Vermeidungsverhaltens nicht stellen lasse. Die generalisierte Angststörung und die leichte In telligenzminderung würden sich gegen- seitig verstärken. Nach dem Mini-ICF-APP-Ratingbogen se ien vielen Fähigkeiten der Exploran- din als eingeschränkt zu beurteilen. Die Entscheidungs- u nd Urteilsfähigkeit sei aufgrund der leichten Intelligenzminderung ebenfalls begrenzt. Die V ersicherte könne sich aber an Regeln und Routinen halten. Insgesamt sei aus psychiatrischer sowi e gesamtmedizinischer Sicht von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% auszug ehen, wobei keine Verminderung der Leistungsfähigkeit bestehe. Zumutbar seien aber nur ei nfachste Hilfstätigkeiten. Im Vergleich zur Beurteilung von Dr. B.____ im Jahr 2008 habe sich eine Verbesserung der Angstsymptoma- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tik und der damit verbundenen depressiven Symptome eing estellt. Aufgrund der aktuellen Un- tersuchungsbefunde könne aber entgegen der Beurteilun g von Dr. B.____ und des behandeln- den Psychiaters Dr. C.____ keine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert werden. 6.6 Am 6. Februar 2013 hielt Dr. C.____ im Wesentlich en fest, dass die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit im Gutachten von Dr. F.____ vom 9. November 2012 fragwürdig und nicht nachvollziehbar sei. So habe der Gutachter etwa das Gutachten von Dr. B.____ unrichtig umgedeutet und die Ergebnisse der Hilflosigkeitsabklärung nicht berück- sichtigt. Weiter habe er bei der Versicherten ein üblich es verbales und kognitives Verständnis suggeriert, sei bei der Exploration des Traumas zu ein er „falschen Wahrheit“ gelangt und habe die Diagnose einer Depression nicht gestellt. Dr. C._ ___ diagnostizierte eine leichte Intelli- genzminderung (ICD-10 F70), eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1), eine andauern- de Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) und eine chronische, unvoll- ständig behandelbare Depression (ICD-10 F32). Er hielt fest, dass die Versicherte weiterhin vollständig arbeitsunfähig sei. 6.7 Am 8. Juni 2013 nahm Dr. F.____ zu den Einwände n von Dr. C.____ vom 6. Februar 2013 Stellung. Es sei weder nachvollziehbar noch begrü ndet, wie Dr. C.____ zu seinem Ein- druck einer Suggestion gelangt sei. Weiter habe er das Kommunikationsverhalten der Versi- cherten ausführlich beschrieben und auch auf eine zeitwei se festzustellende Auffassungsstö- rung in der Untersuchung hingewiesen. Er habe diese Befunde in einen diagnostischen Kontext im Rahmen einer leichten Intelligenzminderung gebracht. Demgegenüber sei Dr. C.____ in sei- nen früheren Berichten lediglich von einer eventuell b egrenzten Intelligenz ausgegangen. Erst in seinem Bericht vom 6. Februar 2013 habe er erstmals e ine leichte Intelligenzminderung di- agnostiziert, was nicht nachvollziehbar sei. Zwar habe die Versicherte anlässlich der Explorati- on über depressive Symptome geklagt, die Kriterien für die Diagnose einer depressiven Episo- de seien allerdings nicht erfüllt. So liessen sich anam nestisch keine andauernd bedrückt- traurige Stimmung, Energie-, Freud- oder Lustlosigkei t nachweisen. Von einem Übersehen ei- ner Diagnose könne nicht gesprochen werden. Anzumerken sei, dass der behandelnde Psychi- ater in den Berichten der Jahre 2008 und 2012 keine D epression festgestellt habe. Die im Be- richt vom 6. Februar 2013 gestellte Diagnose einer mitt elgradigen chronischen Depression ha- be er nicht begründet. Weiter sei festzuhalten, dass die Versicherte bei der Untersuchung an- gegeben habe, keine Gräueltaten des Krieges direkt gehö rt oder gesehen zu haben. Auch kön- ne bei der Versicherten nicht von einer generellen Absp altung oder Isolation des Affektes ge- sprochen werden. Weshalb Dr. C.____ – entgegen seinen f rüheren Berichten – neu eine gene- ralisierte Angststörung diagnostiziert, werde von ihm n icht weiter begründet. Weiter seien auch die Kriterien einer andauernden Persönlichkeitsstörung nicht als erfüllt zu betrachten. Insbe- sondere lasse sich keine feindliche Haltung der Exploran din der Welt gegenüber erkennen. Die Einwände von Dr. C.____ seien insgesamt nicht überzeugend. 7.1 Wie oben (vgl. E. 5.4 hiervor) ausgeführt, ist hi nsichtlich des Beweiswertes eines Arzt- berichtes entscheidend, ob der Bericht für die streitig en Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchte t und ob die Schlussfolgerungen der Ex- pertin oder des Experten begründet sind. Das bidisziplin äre Gutachten der Dres. E.____ und F.____ vom 9. resp. 10. November 2012 beruht auf eing ehenden Untersuchungen der Versi- cherten und berücksichtigt die übrigen bei den Akten li egenden medizinischen Berichte. Zudem gingen die Gutachter auf die Beschwerden der Versicherte n ein und vermitteln ein hinreichen- des Bild über deren Gesundheitszustand. Es wird deutlich, dass sich insbesondere der bei der Berentung im Vordergrund stehende psychische Gesundheitszus tand erheblich verbessert hat. So konnte Dr. F.____ aktuell eine Verbesserung der Ang stsymptomatik und der damit verbun- denen depressiven Symptome feststellen. Nicht bestätigt we rden konnte die von Dr. B.____ und dem behandelnden Psychiater Dr. C.____ diagnostizier te posttraumatische Belastungsstö- rung. Der begutachtende Psychiater Dr. F.____ kam in Würdigung der anamnestischen Anga- ben, der Untersuchungsbefunde, Beobachtungen der stati onären Abklärung, der Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten zum überzeugenden Schluss, dass der Versi- cherten im Begutachtungszeitpunkt eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkei- ten zumutbar ist. Insgesamt erweisen sich die fachärztlichen Beurteilungen im bidisziplinären Gutachten der Dres. E.____ und F.____ sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusam- menhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Folger ungen als überzeugend. Es ist da- her nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit darauf abgestellt hat. 7.2 Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführ erin nichts zu ändern. Zwar ist es in aller Regel sachgerecht und kann den Aufschlusswert einer Verlaufsbegutachtung erhöhen, wenn die gesundheitliche Entwicklung von dem mit dem Fa ll schon vertrauten medizinischen Vorgutachter abgeklärt und beurteilt wird. Bestehen ab er – wie im vorliegenden Fall – begrün- dete Zweifel an der Schlüssigkeit des früheren Gutachte ns, rechtfertigt sich, einen bisher nicht- involvierter Facharzt mit der Verlaufsbegutachtung zu beauftragen. Das Vorgehen der IV-Stelle, von einer Verlaufsbegutachtung bei Dr. B.____ abzuseh en, ist demnach nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin hält weiter fest, dass die Ausf ührungen im Bericht des RAD-Arztes Dr. D.____ vom 24. Juli 2012, wonach die Beurteilung i m Gutachten von Dr. B.____ 9. Februar 2009 diskrepant sei und möglicherweise eine Fehlbeurteil ung des psychischen Gesundheitszu- standes vorliege, geeignet gewesen sei, den Gutachter Dr . F.____ zu ihren Lasten zu beein- flussen. Zunächst gehört es zur Aufgabe eines RAD-Arztes, si ch mit den medizinischen Unter- lagen kritisch auseinanderzusetzen. Konkrete Anhaltspunkt e für eine Beeinflussung des begut- achtenden Facharztes Dr. F.____ zu Lasten der Versicherten sind keine ersichtlich und werden von der Beschwerdeführerin auch nicht konkret benennt. E ntgegen der Ansicht der Beschwer- deführerin geht Dr. F.____ im Gutachten vom 10. Novem ber 2012 und in seiner Stellungnahme vom 8. Juni 2013 ausführlich auf die abweichenden Beur teilungen von Dr. B.____ und Dr. C.____ ein und legt überzeugend dar, dass insbesond ere keine posttraumatische Belas- tungsstörung vorliegt, was nachvollziehbar ist. So sagte di e Beschwerdeführerin auch an der Parteiverhandlung glaubhaft aus, keine Gräueltaten de s Krieges direkt gehört oder gesehen zu haben. Abgesehen davon, dass rechtsprechungsgemäss der Erf ahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick a uf ihre auftragsrechtliche Vertrauens- stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patie ntinnen und Patienten aussagen, benennt Dr. C.____ in seinem Bericht vom 6. Februar 2013 kein e Aspekte, die im Rahmen der Begut- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht achtung durch Dr. F.____ unerkannt oder ungewürdigt g eblieben wären. Demnach vermögen seine Ausführungen die ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens von Dr. F.____ nicht in Zweifel zu ziehen. Die Beschwerdeführerin vermag denn au ch keine weiteren medizinischen Unterlagen zu benennen, die Zweifel an der Beurteilu ng der medizinischen Experten Dres. E.____ und F.____ wecken würden. Auch die Tatsach e, dass die Beschwerdeführerin eine Hilflosenentschädigung bezieht, vermag an der Schl üssigkeit des bidisziplinären Gutach- tens nichts zu ändern. Insgesamt lassen das Gutachten de r Dres. E.____ und F.____ vom 10. November 2012 und die Stellungnahme von Dr. F.__ __ vom 8. Juni 2013 eine zuverlässige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit der V ersicherten zu, weshalb in antizipierter Be- weiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreiche n Hinweisen) auf die von der Be- schwerdeführerin beantragte zusätzliche Abklärung verzichtet werden kann. 7.3 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzustellen, dass die Beschwerdegegne- rin bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und de r Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh- rerin zu Recht auf das zuverlässige Gutachten der Dres. E.____ und F.____vom 9. bzw. 10. November 2012 abgestellt hat und in der Folge da von auszugehen ist, dass der Beschwer- deführerin zufolge Verbesserung des Gesundheitszustandes sp ätestens im Zeitpunkt der Be- gutachtung wiederum eine Arbeit im Umfang von 50% zumu tbar ist. Werden die beiden Sach- verhalte, welche im Jahr 2009 zur Berentung und im Jahr 2014 zur Herabsetzung der Rente geführt haben, verglichen, so erweist sich, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde- führerin seit der ursprünglichen Rentenzusprechung massge blich verbessert hat und die Vo- raussetzungen für eine Revision (Art. 17 ATSG) der Leistungen demnach erfüllt sind. 8. Zu prüfen bleibt, wie sich der nunmehr verbesserte Ge sundheitszustand der Be- schwerdeführerin in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, ihre Restarbeitsfähigkeit lasse sich auf dem ausge glichenen Arbeitsmarkt nicht verwer- ten, ist ihr entgegenzuhalten, dass gemäss dem massgebenden Gutachten der Dres. E.____ und F.____ vom 9. resp. 10. November 2012 – unter Ber ücksichtigung der Beschwerden und Einschränkungen der Beschwerdeführerin – eine Restarbeit sfähigkeit in angepassten Tätigkei- ten von 50% besteht. Eine Verminderung der Leistungsf ähigkeit wurde dabei nicht feststellt. Demnach kann die Versicherte einfachste Hilfstätigkeiten im Umfang von 50% durchführen. Da darüber hinaus keine weiteren Umstände resp. gesundheitl ichen Beeinträchtigungen bestehen, welche die Verwertung der verbleibenden Restarbeitsfäh igkeit auf dem ausgeglichenen Ar- beitsmarkt erschweren würden, ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin trotz ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach wie vor ein breiter Fächer verschiedenster Tätigkei- ten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehen. U nter diesen Umständen ist nicht von realitätsfremden und in diesem Sinne unmöglichen od er unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten auszugehen. So geht es beim als ausgeglichen unterstellt en Arbeitsmarkt denn nicht um reale, geschweige denn offene Stellen, sondern um (gesundhei tlich zumutbare) Beschäftigungsmög- lichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von seiner Struktur her, jedoch abstrahiert von den konjunk- turellen Verhältnissen, umfasst (Urteil des EVG vom 16. Juli 2003, I 758/02). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1 Die von der IV-Stelle vorgenommene Bemessung der Vergleichseinkommen hat die Beschwerdeführerin zu Recht nicht bestritten. Sie bem ängelte aber, dass ihr kein leidensbe- dingter Abzug gewährt wurde. 9.2 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens anhand lohnstatistischer Angaben sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid BGE 1 26 V 75 ff. hat das EVG sei- ne Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn b ereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dien stjahre, Nationalität/ Aufenthaltska- tegorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgem ässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn un ter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf ins gesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Ein Abzug soll aber nicht auto matisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die ver sicherte Person wegen eines oder mehrerer der genannten Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterli che Behörde ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu beurtei len, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im E inklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetätigung der Vorinstanz eingegriffen werden, muss sich die richterliche Behörde demnach auf Gegebenheiten abstützen können, die eine abwei- chende Ermessensausübung als näher liegend erscheinen lass en (BGE 126 V 81 E. 6 mit Hin- weis, Entscheid des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 9.3 Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin i st nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf einen Abzug vom Tabellenlohn ver zichtet hat. Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinisch en Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitli- che Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des lei densbedingten Abzugs einflies- sen dürfen. Mit den ausgewiesenen Leistungseinschränkungen in angepassten Tätigkeiten sind mit dem psychiatrischen Leiden im Zusammenhang stehenden Einschränkungen bereits voll- ständig berücksichtigt. Zudem gilt eine psychisch bedingte verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen nicht als eigenständige r abzugsfähiger Umstand (Urteil des Bundesgericht vom 4. September 2013, 9C_226/2013, E. 4.2.2). Fehlende Dienstjahre an einer neuen (leidensangepassten) Arbeitsstelle führen deshalb n icht zu einem Abzug, weil diesem Kriterium im vorliegenden Rahmen des Anforderungsnivea us 4 (einfache und repetitive Tätig- keiten) im privaten Sektor keine grosse Bedeutung zukommt (BGE 126 V 75 E. 5a/cc). Ebenso wenig ist aus Gründen des Lebensalters der im Verfügung szeitpunkt rund 44-jährigen Versi- cherten ein Abzug angebracht. Da auch eine Teilzeittäti gkeit bei Arbeitsplätzen auf dem nied- rigsten Anforderungsniveau bei Frauen rechtsprechungsgemäss keinen Anlass für einen Abzug bietet (Urteil des Bundesgericht vom 4. Februar 2014, 9C_199/2013, E. 3.4.2), bestehen nach dem Gesagten keine Anhaltspunkte, wonach die Beschwerdef ührerin wegen ihrer Beeinträchti- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt das durchschnittli che Lohnniveau einer gesunden Hilfsarbeiterin nicht erreichen könnte. Nicht anzurechnen sind ferner die fremde Nationalität und das damit verbundene sprachliche Defizit der Beschwerdefüh rerin. Diese letztgenannten Ele- mente sind durch die Wahl des Anforderungsniveaus 4 bereits angemessen berücksichtigt bzw. wirken sich in diesem Anforderungsniveau nicht (zusätzlich) lohnmindernd aus. Die Invaliditäts- bemessung der Beschwerdegegnerin ist nach dem Ausgeführ ten nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist damit abzuweisen. 10. Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Ve rfügung vom 7. Januar 2014 nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erhobene Beschwerde ist als unbegründet abzuweisen. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu überbinde n sind. Der Versicherten ist nun aller- dings mit Verfügung vom 21. Februar 2014 die unentge ltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 11.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da der Versicherten die unentgeltliche Verbeistän dung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt worden ist, ist diese für ihre Bemühungen aus der Geri chtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwä lte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Januar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honora r bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin der Beschw erdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 21. August 2014 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 15 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stelle nden Sachverhalts- und Rechts- fragen als angemessen erweist. Unter Hinzurechnung von 2 Stunden für die Parteiverhandlung resultiert ein Aufwand von insgesamt 17 Stunden. Nicht zu beanstanden sind sodann die aus- gewiesenen Auslagen von Fr. 110.--. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘790.80 (17 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Au slagen von Fr. 110.-- + 8% Mehrwert- steuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 11.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltliche Rechtspflege wird der Rechts- vertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘790.80 (inkl. Auslagen und 8% MwSt.) aus der Ger ichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht