<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00619</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223858&amp;W10_KEY=13045531&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00619</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.02.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>stationäre Massnahme gemäss Art 60 StGB</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Bedingte Entlassung aus dem Massnahmenvollzug oder Aufhebung der Massnahme: Die Massnahme wurde wegen Aussichtlosigkeit aufgehoben. Der Beschwerdeführer ist abhängig von Suchtstoffen. Er beantragt die bedingte Entlassung mit ambulanter Therapie.] Es ist im Massnahmenvollzug zwar gelungen, den Beschwerdeführer vom weiteren Delinquieren abzuhalten, jedoch konnte sein Konsum von Suchtstoffen nicht massgeblich gesenkt werden. Der Beschwerdeführer befand sich in verschiedenen Institutionen und Settings und es kam immer wieder zu Rückfällen. Die Fortführung einer Massnahme erscheint unter diesen Umständen nicht erfolgsversprechend, weshalb sie aufzuheben ist (E. 2). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=65112" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00619</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">28. Februar 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Andreas Frei, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Justizvollzug und Wiedereingliederung,</span><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend stationÃ¤re Massnahme gemÃ¤ss Art. 60 StGB,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Mit Urteil vom 28. September 2021 bestrafte das Bezirksgericht ZÃ¼rich A wegen mehrfachen Diebstahls, SachbeschÃ¤digung, Hausfriedensbruchs, geringfÃ¼giger Zechprellerei, mehrfacher, teilweise versuchter Entwendung eines Motorfahrzeuges sowie Widerhandlung gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten und einer Busse von Fr. 500.-, welche durch Haft und vorzeitigen Strafvollzug vollumfÃ¤nglich erstanden war. Ãberdies ordnete das Bezirksgericht eine stationÃ¤re Massnahme nach Art. 60 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB) an. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 23. Februar 2023 hob das Amt fÃ¼r Justizvollzug und Wiedereingliederung (JuWe) die Massnahme nach Art. 60 StGB mit Datum des Entscheids gemÃ¤ss Art. 62c Abs. 1 StGB auf, beendete die stationÃ¤re Behandlung in der Einrichtung C, per 28. Februar 2023 und stellte fest, dass die Freiheitsstrafe von neun Monaten sowie die aufgeschobenen Freiheitsstrafen durch den stationÃ¤ren Aufenthalt und die vorgÃ¤ngige Haft erstanden seien. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den gegen die VerfÃ¼gung des JuWe vom 23. Februar 2023 erhobenen Rekurs wies die Direktion der Justiz und des Innern mit VerfÃ¼gung vom 8. September 2023 ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 16. Oktober 2023 beantragte A dem Verwaltungsgericht die Aufhebung der VerfÃ¼gung der Direktion der Justiz und des Innern vom 8. September 2023. Er sei im Sinne von Art. 62 StGB bedingt aus dem Vollzug der Massnahme zu entlassen, unter Auferlegung der Weisung, sich kÃ¼nftig in ambulante therapeutische Behandlung zu begeben. In formeller Hinsicht beantragte er die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands in der Person von Rechtsanwalt B.</p> <p class="Urteilstext">Das JuWe beantragte in seiner Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2023 die Abweisung der Beschwerde; die Direktion der Justiz und des Innern beantragte am 17. November 2023 die Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf Vernehmlassung.</p> <p class="Urteilstext">Der Einzelrichter erwÃ¤gt:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¼r die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Beschwerden betreffend den Straf- und Massnahmenvollzug fallen in die einzelrichterliche ZustÃ¤ndigkeit, sofern nicht ein Fall von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung gegeben ist (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 2 und Abs. 2 VRG). Da diese Voraussetzung vorliegend nicht erfÃ¼llt ist, ist der Einzelrichter zum Entscheid berufen.</p> <p class="Erwgung2"><a id="_Hlk157512050"><b>1.2 </b>FÃ¼r die Erledigung von Rechtsmitteln in Zusammenhang mit Streitigkeiten betreffend </a>den Justizvollzug nach Straf- und Justizvollzugsgesetz vom 19. Juni 2006 (StJVG, LS 331) ist der Einzelrichter kompetent (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 2 VRG), soweit der Angelegenheit â wie hier â keine grundsÃ¤tzliche Bedeutung zukommt (§ 38b Abs. 2 VRG e contrario). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Bezirksgericht ZÃ¼rich ordnete eine Massnahme gemÃ¤ss Art. 60 StGB an. Der Beschwerdegegner hob die Massnahme gestÃ¼tzt auf Art. 62c Abs. 1 StGB (Aussichtslosigkeit der Durch- oder FortfÃ¼hrung) auf. Umstritten ist vorliegend, ob der BeschwerdefÃ¼hrer wie von ihm beantragt gemÃ¤ss Art. 62 Abs. 3 StGB bedingt aus der Massnahme, unter Anordnung einer ambulanten Behandlung wÃ¤hrend der Probezeit, zu entlassen ist. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Ist der TÃ¤ter von Suchtstoffen oder in anderer Weise abhÃ¤ngig, kann das Gericht gemÃ¤ss Art. 60 Abs. 1 StGB eine stationÃ¤re Massnahme anordnen, wenn der TÃ¤ter ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit seiner AbhÃ¤ngigkeit in Zusammenhang steht; und zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit der AbhÃ¤ngigkeit in Zusammenhang stehender Taten begegnen. Die Aufhebung einer stationÃ¤ren Massnahme endet bei einem positiven Verlauf in der Regel mit einer bedingten Entlassung und bei einem negativen Verlauf mit der Aufhebung der Massnahme.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.1 </b>Der TÃ¤ter wird aus dem stationÃ¤ren Vollzug der Massnahme bedingt entlassen, sobald sein Zustand es rechtfertigt, dass ihm Gelegenheit gegeben wird, sich in der Freiheit zu bewÃ¤hren (Art. 62 Abs. 1 StGB). Voraussetzung fÃ¼r die bedingte Entlassung ist eine gÃ¼nstige Prognose. Die Prognose ist gÃ¼nstig, wenn zu erwarten ist, dass der Betroffene keine weiteren Straftaten begehen wird, die mit der behandelten StÃ¶rung in Zusammenhang stehen (BGE 137 IV 201 E. 1.2). Der bedingt Entlassene kann verpflichtet werden, sich wÃ¤hrend der Probezeit ambulant behandeln zu lassen. Die VollzugsbehÃ¶rde kann fÃ¼r die Dauer der Probezeit BewÃ¤hrungshilfe anordnen und Weisungen erteilen (Art. 62 Abs. 3 StGB).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.2 </b><span>GemÃ¤ss Art. 62c Abs. 1 lit. a StGB wird die Massnahme aufgehoben, wenn deren Durch- oder FortfÃ¼hrung als aussichtslos erscheint. </span>Das ist dann der Fall, wenn<span> es nicht (mehr) mÃ¶glich erscheint, das Ziel zu erreichen, den TÃ¤ter zu heilen</span> oder die Behandlung doch nicht geeignet ist, weitere Delikte zu verhindern. Hier greift bereits der Grundsatz ein, dass eine Massnahme aufgehoben werden muss, wenn ihre Voraussetzungen nicht mehr erfÃ¼llt sind (Art. 56 Abs. 6 StGB; <span>BGE 11 IV 49 E. 2.3; BGE 134 IV 315 E. 3.7, BGr, 11. Oktober 2017, 6B_866/2017, E. 1.4; Trechsel Stefan/Pauen Borer Barbara in: Trechsel Stefan/Pieth Mark (Hrsg.), Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl., ZÃ¼rich/St. Gallen 2021, Art. 62c Aufhebung der Massnahme N 3; </span>Stratenwerth GÃ¼nter/Bommer Felix, Schweizerisches Strafrecht â Allgemeiner Teil II: Strafen und Massnahmen, 3. Aufl., Bern 2020, S. 319). <span>Das Scheitern einer Massnahme darf nicht leichthin angenommen werden. Vielmehr muss sich eine Massnahme als definitiv undurchfÃ¼hrbar erweisen. Eine vorÃ¼bergehende Krise des Betroffenen allein genÃ¼gt nicht (Marianne Heer in: Marcel Alexander Niggli/Hans WiprÃ¤chtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum Strafrecht I, 4. A., 2019, Art. 62c N. 18; BGE 141 IV 49 E. 2.3; BGr, 29. Dezember 2015, 6B_1001/2015, 6B_1147/2015, E. 5.2; BGr, 18. April 2011, 6B_771/2010, E. 1.1). </span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.3 </b>Die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde prÃ¼ft auf Gesuch hin oder von Amtes wegen, ob und wann der TÃ¤ter aus dem Vollzug der Massnahme bedingt zu entlassen oder die Massnahme aufzuheben ist. Sie beschliesst darÃ¼ber mindestens einmal jÃ¤hrlich. Vorher hÃ¶rt sie den Eingewiesenen an und holt einen Bericht der Leitung der Vollzugseinrichtung ein (Art. 62d Abs. 1 StGB). Bei der Frage, ob ein Insasse bedingt zu entlassen oder eine stationÃ¤re therapeutische Massnahme aufzuheben sei, kommt der VollzugsbehÃ¶rde Ermessen zu. Dessen fehlerhafte AusÃ¼bung kann im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren nur bei Vorliegen rechtsverletzender Ermessensfehler geltend gemacht werden (vgl. § 50 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a VRG; VGr, 3. August 2021, VB.202100091, E. 4.3).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.4 </b>Bei jeder strafrechtlichen Sanktion, die in verfassungsmÃ¤ssig garantierte Grundrechte eingreift, bleibt zu prÃ¼fen, ob sie dem Gebot der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit entspricht (Art. 36 Abs. 2 sowie Abs. 3 BV). Dieser Grundsatz gilt im gesamten Massnahmenrecht, sowohl bei der Anordnung von Massnahmen als auch bei den Folgeentscheidungen. Er wird im StGB konkretisiert. Art. 56 Abs. 2 StGB besagt, dass der mit einer Massnahme verbundene Eingriff in die PersÃ¶nlichkeitsrechte des TÃ¤ters im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit und Schwere weiterer Straftaten nicht unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein darf. Das VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip (Art. 5 Abs. 2 BV) gebietet, jeweils im Einzelfall das mildeste, gerade noch wirksame Mittel einzusetzen und eine Verletzung des Ãbermassverbots zu vermeiden, d.<span> </span>h. ein sachgerechtes, zumutbares VerhÃ¤ltnis von Mittel und Zweck zu wahren (vgl. Art. 56a StGB; BGr, 17. Januar 2020, 2C_1063/2019, E. 5.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer in verschiedenen Institutionen mit unterschiedlichen Settings (engeren und lockereren) nicht an die dort geltenden Regeln gehalten habe und es immer wieder zu KonsumrÃ¼ckfÃ¤llen gekommen sei. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe zunÃ¤chst in die Klinik D eingewiesen werden sollen, die Einweisung sei jedoch wegen diverser RegelverstÃ¶sse in die Klinik E erfolgt. Dort sei er einmal entwichen und habe aufgrund seines starken Suchtdrucks nach Alkohol Desinfektionsmittel eingenommen. Danach sei er in die Klinik F eingetreten, wo der Aufenthalt â abgesehen von einem Konsumvorfall mit Alkohol und Kokain â positiv verlaufen sei. Danach sei er in die Einrichtung G Ã¼bergetreten. Dort sei es zu diversen RÃ¼ckfÃ¤llen gekommen, weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r 3 Wochen in ein Timeout in der Klinik E platziert worden sei. Nach seiner RÃ¼ckkehr sei die Therapie zunÃ¤chst positiv verlaufen, allerdings sei es dann erneut vermehrt zu RÃ¼ckfÃ¤llen gekommen, wobei schliesslich ein Hausverbot habe ausgesprochen und er in Sicherheitshaft habe versetzt werden mÃ¼ssen. Die stationÃ¤re Massnahme sei in der Folge geprÃ¼ft und mit dem EinverstÃ¤ndnis des BeschwerdefÃ¼hrers in der Klinik H fortgesetzt worden. Auch in der Klinik H sei es vermehrt zu RegelverstÃ¶ssen und Konsumereignissen gekommen. Aufgrund seines unkooperativenen und destruktiven Verhaltens habe die Zusammenarbeit beendet werden mÃ¼ssen. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe sich bei der daraufhin erfolgten persÃ¶nlichen AnhÃ¶rung dahingehend geÃ¤ussert, dass ihm die Behandlung zu lange dauere und er nun genug gelernt habe, um deliktfrei zu leben. Der BeschwerdefÃ¼hrer sei in der Folge in ein offenes Setting in die Einrichtung C eingewiesen worden, um ihn auf eine bedingte Entlassung vorzubereiten. Es sei ihm gemÃ¤ss Verlaufsbericht jedoch nicht gelungen, sich an die in der Einrichtung geltenden Auflagen und Rahmenbedingungen zu halten. Bereits nach wenigen Tagen habe ihm eine schriftliche Verwarnung ausgestellt werden mÃ¼ssen. Die Suchtproblematik sei stark ausgeprÃ¤gt, sodass das offene Setting nicht geeignet sei, um ihn angemessen zu begleiten. Er habe zwar immer den Willen kundgetan, nicht mehr rÃ¼ckfÃ¤llig zu werden, jedoch sei ihm dies nicht oder nur fÃ¼r eine gewisse Zeit gelungen. Es sei deshalb lediglich von einem vordergrÃ¼ndig geÃ¤usserten Therapiewillen auszugehen. Das Ziel der Massnahme sei es, den BeschwerdefÃ¼hrer auf ein delikt- und konsumfreies Leben vorzubereiten. Die Deliktfreiheit habe zwar erreicht werden kÃ¶nnen. Die KonsumrÃ¼ckfÃ¤lligkeit habe aber nicht massgeblich gesenkt werden kÃ¶nnen, weshalb dieses Ziel nicht erreicht werden kÃ¶nne. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die WeiterfÃ¼hrung der angeordneten stationÃ¤ren Massnahme nicht mehr zielfÃ¼hrend sei. Der BeschwerdefÃ¼hrer befinde sich aufgrund der bereits erstandenen Freiheitsstrafe in Freiheit und es stehe ihm daher frei, sich selbst in eine ambulante Suchttherapie zu begeben. Die Anordnung einer bedingten Entlassung wÃ¼rde unter diesen UmstÃ¤nden einen grÃ¶sseren Eingriff in die persÃ¶nliche Freiheit darstellen, als dies die Aufhebung der Massnahme wÃ¼rde. Es seien keine milderen Massnahmen ersichtlich als die Aufhebung der angeordneten stationÃ¤ren Massnahme, da bereits unterschiedliche Settings im Rahmen der stationÃ¤ren Massnahme versucht worden seien und keinen Erfolg hÃ¤tten zeitigen kÃ¶nnen. Aufgrund der bereits erstandenen Freiheitsstrafe befinde sich der BeschwerdefÃ¼hrer in Freiheit und es stehe ihm fei, sich selbst in eine ambulante Suchttherapie zu begeben. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, dass es gemÃ¤ss der Formulierung von Art. 60 Abs. 1 StGB bei der Suchtmittelbehandlung ausschliesslich darum gehe, der Begehung hinreichend gewichtiger Delikte vorzubeugen und nicht etwaigen Ãbertretungen des BetmG. Die Vorinstanz habe in ihrer VerfÃ¼gung festgehalten, dass die Deliktfreiheit habe erreicht werden kÃ¶nnen. Damit seien die Voraussetzungen fÃ¼r Art. 60 StGB nicht mehr gegeben und die Voraussetzung von Art. 62 StGB erfÃ¼llt. Bei dieser Beurteilung komme die Anwendung von Art. 62c StGB nicht in Frage. Die Vorinstanz habe sich mit keinem Wort damit auseinandergesetzt, weshalb entgegen dem klaren Wortlaut von Art. 60 StGB das blosse Risiko von RÃ¼ckfÃ¤llen im Konsum fÃ¼r die rechtliche Beurteilung von Relevanz sein soll. Schliesslich treffe es entgegen der Feststellung der Vorinstanz nicht zu, dass die bedingte Entlassung einen grÃ¶sseren Eingriff in seine persÃ¶nliche Freiheit darstelle als die Aufhebung der angeordneten stationÃ¤ren Massnahme. Die normative Beurteilung des Verlaufs (Erfolge vs. Misserfolge) habe in vielfÃ¤ltiger Hinsicht grosse Tragweite. Im migrationsrechtlichen Verfahren sei es sehr wesentlich, ob ein Verurteilter bedingt aus einer Massnahme entlassen worden sei oder ob die Massnahme aufgehoben worden sei.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Voraussetzung fÃ¼r eine bedingte Entlassung ist, dass der betroffenen Person eine positive Legalprognose gestellt werden kann, d.<span> </span>h. aufgrund ihres Zustandes davon ausgegangen werden darf, dass sie sich in Zukunft an Normen, Regeln und Gesetze halten wird. Welcher Art dieser Zustand sein muss, wird im Gesetz nicht nÃ¤her umschrieben. Eine bedingte Entlassung ist dann gerechtfertigt, wenn das mit der AbhÃ¤ngigkeitserkrankung im Zusammenhang stehende RÃ¼ckfallrisiko ausreichend vermindert werden konnte. Das RÃ¼ckfallrisiko lÃ¤sst sich am Behandlungserfolg einschÃ¤tzen. Der Behandlungserfolg hÃ¤ngt jedoch nicht davon ab, ob die betroffene Person ganz oder teilweise geheilt ist, sondern davon, ob im Einzelfall das realistisch Erreichbare erzielt werden konnte. Bei einer drogensÃ¼chtigen Person ist nicht in jedem Fall vÃ¶llige Abstinenz zu verlangen (<span>Daniel Verasani in: Benjamin F. BrÃ¤gger [Hrsg.], Das schweizerische </span>Vollzugslexikon<span>, 2. A., Basel 2022, S. 109). Vorliegend ist es im Massnahmenvollzug zwar gelungen, den BeschwerdefÃ¼hrer vom weiteren Delinquieren abzuhalten, jedoch konnte sein Konsum von Suchtstoffen nicht massgeblich gesenkt werden. </span>Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, befand sich der BeschwerdefÃ¼hrer in verschiedenen Institutionen und Settings und es kam immer wieder zu RÃ¼ckfÃ¤llen. Zuletzt war der BeschwerdefÃ¼hrer in der Einrichtung C, wo er jedoch per Ende Februar 2023 nach erneuten RegelverstÃ¶ssen und Konsumereignissen ausgeschlossen werden musste. Wie der Beschwerdegegner in seiner VerfÃ¼gung vom 23. Februar 2023 zutreffend festhielt, wurde alles MÃ¶gliche versucht, um dem BeschwerdefÃ¼hrer eine mÃ¶glichst stabile, delikt- und drogenfreie Zukunft zu ermÃ¶glichen. Mit dem erneuten Behandlungsabbruch in der Einrichtung C sind die MÃ¶glichkeiten des Massnahmenvollzugs ausgeschÃ¶pft. Es ist davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nicht willens oder zumindest nicht fÃ¤hig ist, sich von seiner Sucht zu lÃ¶sen und sich an die in den Institutionen geltenden Regeln zu halten. Es ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass die FortfÃ¼hrung einer Massnahme unter diesen UmstÃ¤nden nicht erfolgversprechend erscheint. Wenn es <span>nicht (mehr) mÃ¶glich erscheint, das Ziel zu erreichen, den TÃ¤ter zu heilen oder ihn zu behandeln, ist die Massnahme aufzuheben. </span>Es ist den Vorinstanzen zuzustimmen, dass aufgrund der wiederholten BehandlungsabbrÃ¼chen und Institutionswechseln bei einer WeiterfÃ¼hrung der Behandlung nicht mehr mit einer weiteren Risikominderung zu rechnen ist. <span>Wenn die Vorinstanz und der Beschwerdegegner in einer Gesamtbetrachtung des Vollzugsverlaufs von der Aussichtslosigkeit der stationÃ¤ren Behandlung des BeschwerdefÃ¼hrers ausgehen, ist darin keine rechtsverletzende ErmessensausÃ¼bung zu erkennen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihm nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG). Der Beschwerdegegner hat keine solche beantragt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt wie schon fÃ¼r das Rekursverfahren auch fÃ¼r das Beschwerdeverfahren die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und RechtsverbeistÃ¤ndung gemÃ¤ss § 16 Abs. 1 und 2 VRG. Die Vorinstanz ging von der Mittellosigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers aus und erachtete dessen Rekurs bzw. Gesuch um bedingte Entlassung als nicht geradezu offensichtlich aussichtslos sowie die Notwendigkeit der anwaltlichen Vertretung als gegeben. FÃ¼r das Beschwerdeverfahren kann diesen AusfÃ¼hrungen nicht gefolgt werden. Vielmehr hat die Beschwerde im Hinblick auf die vorstehenden ErwÃ¤gungen und da der BeschwerdefÃ¼hrer im Wesentlichen seine bereits im Rekursverfahren vorgebrachten Argumente wiederholt als offensichtlich aussichtslos zu gelten. Die Gesuche des BeschwerdefÃ¼hrers um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und RechtsverbeistÃ¤ndung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren sind daher abzuweisen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'200.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 180.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'380.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. <span>Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="einzug20"><span>7. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Justizdirektion;<br/> c) das EidgenÃ¶ssische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD).</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>