<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00165</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204714&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00165</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 05.01.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Fahrzeugabschleppkosten</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Fahrzeugabschleppkosten; Signalisation von temporärem Parkverbot in der Blauen Zone; Verhältnismässigkeit der Ersatzvornahme.<br/><br/>Strafrechtliche Sanktionierungsmassnahmen schliessen verwaltungsrechtliche Vollstreckungsmittel nicht aus (E. 2).<br/>Art. 31 Abs. 1 der Allgemeinen Polizeiverordnung der Stadt Zürich bildet eine eigenständige gesetzliche Grundlage für die Entfernung von vorschriftswidrig parkierten Fahrzeugen dar und bildet eine hinreichende Grundlage für die Erhebung von Gebühren für die entstandenen Abschleppkosten (E. 3).<br/>Bei der Anwendung dieser Vorschrift gilt jedoch das Verhältnismässigkeitsprinzip (E. 4). Daraus ergibt sich, dass der Betroffene vorgängig telefonisch informiert werden muss und ihm unter Fristansetzung Gelegenheit zum Umparkieren seines im temporären Parkverbot stehenden Autos eingeräumt werden muss (E. 4). <br/>Gebots- und Verbotssignale verpflichten nur, wenn sie klar und ohne weiteres erkennbar sind und der Signalisationsverordnung entsprechen (E. 5.2). Im vorliegenden Fall lag eine ungenügende Signalisation des temporären Parkverbots in der Blauen Zone vor. Diese verminderte Sichtbarkeit der Verbotstafeln kann dem Beschwerdeführer bzw. der Lenkerin seines Fahrzeugs angesichts der vertrauensbildenden Bodenmarkierung und Zonentafel unter den gegebenen Umständen nicht zur Last gelegt werden (E. 5.3).<br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSCHLEPPKOSTEN">ABSCHLEPPKOSTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSATZVORNAHME">ERSATZVORNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SIGNALISATION">SIGNALISATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TEMPORÃRES PARKVERBOT">TEMPORÃRES PARKVERBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Abgaberecht ST: ÃBRIGES ABGABERECHT">ÃBRIGES ABGABERECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 31 Abs. I APV ZÃ¼rich</span><br/><span class="gerade">Art. 31 Abs. II APV ZÃ¼rich</span><br/><span class="ungerade">Art. 103 SSV</span><br/><span class="gerade">§ 31 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Am 6. Juni 2003 auferlegte das Kommissariat Verkehrspolizei der Stadtpolizei ZÃ¼rich A GebÃ¼hren von Fr. 425.- fÃ¼r das Abschleppen seines Fahrzeugs 1, weil dieses am 30. September 2002 zwischen 8.00 und 8.35 Uhr an der L-/M-Strasse in ZÃ¼rich 2 vorschriftswidrig innerhalb des signalisierten Halteverbots parkiert gewesen sei und andere Verkehrsteilnehmer behindert habe. An der relevanten Stelle war am 25. September 2002 mit Wirkung ab Montag, 30. September 2002, 6.00 Uhr ein Halteverbot fÃ¼r drei ParkplÃ¤tze der Blauen Zone signalisiert worden. Da das Fahrzeug von A die Umzugsarbeiten einer ZÃ¼gelfirma behinderte, wurde es durch den angeforderten Abschleppdienst ins Parkhaus Hohe Promenade gebracht.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen die VerfÃ¼gung des Kommissariat Verkehrspolizei der Stadtpolizei ZÃ¼rich erhob A am 14. Juli 2003 Einsprache beim Stadtrat von ZÃ¼rich, welche dieser mit Beschluss vom 24. September 2003 abwies.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 3. November 2003 rekurrierte A gegen diesen stadtrÃ¤tlichen Beschluss an das Statthalteramt des Bezirkes ZÃ¼rich. Das Statthalteramt wies den Rekurs am 27. Februar 2004 kostenpflichtig ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>IV. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Eingabe vom 5. April 2004 erhob A Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er beantragt, die angefochtene VerfÃ¼gung sei aufzuheben, unter Kostenfolge fÃ¼r die Stadt ZÃ¼rich und verlangt, dass ihm eine angemessene UmtriebsentschÃ¤digung zu zusprechen sei.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Stadtrat schliesst in seiner Vernehmlassung vom 12. Mai 2004 auf vollumfÃ¤ngliche Abweisung der Beschwerde. Das Statthalteramt des Bezirkes ZÃ¼rich verzichtete auf eine Stellungnahme. </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 30 Abs. 1 lit. b Satz 2 und § 41 des Verwaltungsrechts­pflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) funktionell und sachlich zustÃ¤ndig. Aufgrund des Streitwerts ist der Einzelrichter entscheidberufen (§ 38 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Wie die Vorinstanz zu Recht ausfÃ¼hrt, schliessen strafrechtliche Sanktionierungsmassnahmen verwaltungsrechtliche Vollstreckungsmittel nicht aus. Mit der Bestrafung eines fehlbaren Lenkers werden Ãbertretungen von Strassenverkehrsvorschriften geahndet, wÃ¤hrend das Abschleppen eines Fahrzeuges eine Vollstreckungshandlung (Ersatzvornahme) darstellt (vgl. dazu unten E. 4). Als nicht vergleichbare Sanktionen sind somit Strafe und Ersatzvornahme entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers neben einander zulÃ¤ssig (vgl. Max Imboden/RenÃ© A. Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Bd. I, 6. A.; Basel 1986, Nr. 56 B.V.b). Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet indessen einzig die verwaltungsrechtliche Frage, wer die durch das Abschleppen des Fahrzeugs entstandenen Kosten zu tragen hat. Nicht entscheidend fÃ¼r die Beurteilung der vorliegenden Sache sind die strafrechtlichen und strafprozessualen Folgen des Verhaltens des BeschwerdefÃ¼hrers bzw. seiner Lebenspartnerin. AusfÃ¼hrungen zu den diesbezÃ¼glichen Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers erÃ¼brigen sich deshalb.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer bemÃ¤ngelt zunÃ¤chst, dass die polizeiliche Verordnung des Stadtrates dem in Art. 5 und Art. 36 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 verankerten LegalitÃ¤tsprinzip nicht genÃ¼gen wÃ¼rde.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Wie das Verwaltungsgericht wiederholt erkannt hat, stellt Art. 31 Abs. 1 der Allge­meinen Polizeiverordnung der Stadt ZÃ¼rich vom 30. MÃ¤rz 1977 (APV) eine eigenstÃ¤ndige Rechtsgrundlage fÃ¼r die Entfernung vorschriftswidrig parkierter Fahrzeuge dar und bildet eine hinreichende Grundlage fÃ¼r die Erhebung von GebÃ¼hren fÃ¼r die entstandenen Abschleppkosten (RB 2002 Nr. 40; VGr, 19. November 1999, VB.1999.00300, E. 3a; VGr, 17. September 2001, VB.2001.00226, E. 2). Denn gemÃ¤ss § 74 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 und Art. 2 APV haben die stÃ¤dti­schen Polizeiorgane die Ã¶ffentliche Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten. Darunter fÃ¤llt auch die Verhinderung und allenfalls die Beseitigung polizeiwidriger ZustÃ¤nde, die darin bestehen, dass Fahrzeuge vorschriftswidrig abgestellt werden. Zur Beseitigung eines sol­chen Zustands fÃ¤llt auch das Abschleppen des Fahrzeugs in Betracht. Unmittelbare Rechts­grundlage hierfÃ¼r bildet in der Stadt ZÃ¼rich Art. 31 APV. Danach kann die Polizei "vor­schriftswidrig oder ohne vorschriftsgemÃ¤sse Kontrollschilder auf Ã¶ffentlichem Grund par­kierte Fahrzeuge ... sowie Fahrzeuge, die Ã¶ffentliche Arbeiten oder eine rechtmÃ¤ssige Be­nÃ¼tzung des Ã¶ffentlichen Grundes behindern oder gefÃ¤hrden, ... wegschaffen, wegschaffen lassen oder, sofern der EigentÃ¼mer innert nÃ¼tzlicher Frist nicht erreicht werden kann oder die Anordnungen der Polizei nicht befolgt werden, in amtliche Verwahrung nehmen" (Abs. 1). Der EigentÃ¼mer hat fÃ¼r die Wegschaffung und Unterbringung eine vom Stadtrat festzulegende GebÃ¼hr zu entrichten (Abs. 2). Mit der RechtmÃ¤ssigkeit der ÃberwÃ¤lzung der Kosten auf den EigentÃ¼mer hat sich das Verwaltungsgericht in VB.2002.00071 (= RB 2002 Nr. 40) sowie VB.2002.00448 auseinandergesetzt und ist zum Schluss gekommen, dass sich Art. 31 Abs. 2 ARV auch insofern als gesetzes- und verfassungmÃ¤ssig erweist, als nach dieser Bestimmung die AbschleppgebÃ¼hren dem EigentÃ¼mer des abgeschleppten Fahrzeugs auferlegt werden kÃ¶nnen, und zwar unabhÃ¤ngig davon, ob er den durch das Abschleppen des Fahrzeuges beseitigten rechtswidrigen Zustand als Lenker unmittelbar selber verursacht hat und hierfÃ¼r strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann. An dieser Rechtsprechung ist festzuhalten. Daraus ergibt sich, dass die AbschleppgebÃ¼hren grundsÃ¤tzlich zu Recht dem BeschwerdefÃ¼hrer als EigentÃ¼mer und Halter des abgeschleppten Fahrzeugs aufgebÃ¼rdet worden sind.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer wendet ein, dass das Abschleppen des Fahrzeuges nicht verhÃ¤ltnismÃ¤ssig gewesen sei. Vielmehr wÃ¤re die Stadtpolizei verpflichtet gewesen, ihn vorgÃ¤ngig telefonisch zum unverzÃ¼glichen Umparkieren aufzufordern. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dazu erwÃ¤gen die Vorinstanzen, dass keine Rechtspflicht der Polizei bestehe, die Fahrzeughalter vom geplanten Abschleppen in Kenntnis zu setzen. Trotzdem sei versucht worden, den BeschwerdefÃ¼hrer zuhause anzurufen. Dieser sei jedoch nicht zu erreichen gewesen. Der BeschwerdefÃ¼hrer bestreitet seine telefonische Unerreichbarkeit zum fraglichen Zeitpunkt. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Eine antizipierte Ersatzvornahme liegt vor, wenn SachverfÃ¼gung, VollstreckungsverfÃ¼gung und Vollstreckung zusammenfallen, so dass die Zwangsandrohung, die grundsÃ¤tzlich erforderlich wÃ¤re (vgl. § 31 Abs. 1 VRG), entfÃ¤llt (vgl. § 31 Abs. 3 VRG). Die antizipierte Ersatzvornahme ist zulÃ¤ssig, wenn zum Schutz von RechtsgÃ¼tern sofortiges Handeln erforderlich ist oder wenn von vornherein feststeht, dass dem Pflichtigen die rechtlichen oder tatsÃ¤chlichen Mittel fehlen, um der behÃ¶rdlichen Anordnung innert vernÃ¼nftiger Frist nachzukommen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 30 N. 21, § 31 N. 3; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 4. A., ZÃ¼rich 2002, Rz. 1162). Antizipierte Ersatzvornahmen sind somit nur unter folgenden Voraussetzungen zulÃ¤ssig, welche zudem einschrÃ¤nkend zu verstehen sind: Dringlichkeit als Rechtfertigungsgrund fÃ¼r eine antizipierte Ersatzvornahme ist nur dort zu bejahen, wo Letztere erforderlich ist, um eine schwere oder unmittelbar drohende GefÃ¤hrdung oder eine bereits eingetretene schwere StÃ¶rung von PolizeigÃ¼tern zu beseitigen, d.h. wo die Voraussetzungen fÃ¼r die Anwendung der polizeilichen Generalklausel erfÃ¼llt sind (Pierre Moor, Droit administratif, Vol. II, Bern 2002, S. 108; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 31 N. 3). In der Lehre wird zudem teilweise die Auffassung vertreten, die antizipierte Ersatzvornahme rechtfertige sich einzig bei Dringlichkeit (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 31 N. 3). Art. 31 APV lÃ¤sst das Abschleppen von Fahrzeugen nicht nur in einem derart eng abgesteckten Rahmen zu. Gleichwohl ist bei der Anwendung dieser Vorschrift das VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip zu beachten (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 30 N. 49). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Auffassung der Vorinstanzen, dass keine Rechtspflicht der Polizei bestehe, zu versuchen, den verantwortlichen Fahrzeuglenker vorerst telefonisch in Kenntnis zu setzen, dass sein Auto abgeschleppt werde bzw. ihm innerhalb enger zeitlicher Frist die Gelegenheit zum Umparkieren zu geben, Ã¼berzeugt nicht. Zwar ist bei der antizipierten Ersatzvornahme nicht rechtsnotwendig, dass der Betreffende vorgÃ¤ngig informiert wird und ihm unter Fristansetzung Gelegenheit zur selbstÃ¤ndigen ErfÃ¼llung eingerÃ¤umt wird (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 1162). Doch ergibt sich aus dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip fÃ¼r die BehÃ¶rden die Pflicht, eine Ersatzvornahme angesichts dessen, dass ein sofortiger Vollzug erheblich in die Rechtsstellung eines Individuums eingreift, erst als ultima ratio einzusetzen (vgl. Christine Ackermann Schwendener, Die klassische Ersatzvornahme als Vorstreckungsmittel des Verwaltungsrechts, ZÃ¼rich 2000, S. 150 f.). Solange durch dieses Vorgehen eine vernÃ¼nftige Frist eingehalten ist, welche die Interessen der durch das Fahrzeug behinderten oder gefÃ¤hrdeten Personen und RechtsgÃ¼ter angemessen berÃ¼cksichtigt, ist diese Variante verhÃ¤ltnismÃ¤ssiger. Bei erfolgreicher Kontaktaufnahme und schneller Reaktion des Pflichtigen kÃ¶nnen die berechtigten Anliegen der vom Auto am Umzug behinderten Person gar angemessener berÃ¼cksichtigt werden. Davon zeugt auch die Praxis der Stadtpolizei, wonach in der Regel versucht wird, den Fahrzeughalter vorgÃ¤ngig zu kontaktieren. Ob ein Abschleppen vor telefonischer Benachrichtigung des Pflichtigen in der vorliegenden Sache vor dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsgebot standhÃ¤lt, muss jedoch vorliegend nicht abschliessend beantwortet werden, da sich die Ersatzvornahme schon aus anderen GrÃ¼nden als unrechtmÃ¤ssig erweist (vgl. sogleich E. 5). Deshalb erÃ¼brigt sich auch eine KlÃ¤rung des Sachumstandes, ob am fraglichen Tag versucht wurde, den BeschwerdefÃ¼hrer telefonisch zu erreichen oder nicht.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, die temporÃ¤ren Verbotsschilder seien nicht gesetzeskonform gewesen, da die Parkverbotszone nicht genÃ¼gend klar ausgeschildert gewesen sei. Das Aufstellen von zwei Verbotstafeln parallel zur Fahrbahn, ohne dass am Eingang der Blauen Zone eine Hinweistafel vor der vorÃ¼bergehenden SignalisationsÃ¤nderung warne, sei angesichts der gegenteiligen Aussage der blauen Bodenmarkierung und der Zonentafel nicht rechtsverpflichtend gewesen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz erwÃ¤gt dazu, die strittige Signalisation sei gesetzmÃ¤ssig gewesen. Eine Abdeckung der blauen Bodenmarkierung sei in solchen FÃ¤llen nicht mÃ¶glich. Die entsprechende Zonentafel kÃ¶nne nicht abgedeckt werden, wenn wie hier nur wenige ParkplÃ¤tze des entsprechenden Strassenzuges von dem temporÃ¤ren Halteverbot betroffen seien. Deshalb sei die Signalisation durch je eine Halteverbotstafel am Anfang und am Ende der Verbotszone, welche unmittelbar neben dem Strassenrand aufgestellt worden seien, genÃ¼gend klar gewesen. Indem die Schilder parallel zur Fahrbahn aufgestellt worden seien, wÃ¼rden sie vom Licht der Fahrzeuge ohne weiteres getroffen werden, weshalb sie auch nachts gut sichtbar gewesen seien. Ausserdem hÃ¤tten zur fraglichen Zeit noch keine nÃ¤chtlichen VerhÃ¤ltnisse geherrscht.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b><span>Jede Ersatzvornahme setzt primÃ¤r voraus, dass ein polizei- und damit gesetzeswidriger Zustand besteht. GemÃ¤ss stÃ¤ndiger Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 103 der Signalisationsverordnung vom 5. September 1979 (SSV, SR 741.21) verpflichten Gebots- und Verbotssignale nur, wenn sie klar und ohne weiteres erkennbar sind und der Signalisationsverordnung entsprechen. Ein Signal muss leicht und rechtzeitig erkannt werden kÃ¶nnen, wobei der Massstab eines Fahrzeuglenkers zu Grunde zu legen ist, der dem Strassenverkehr die notwendige und von ihm vernÃ¼nftigerweise zu erwartende Aufmerksamkeit zuwendet (BGE 127 IV 229 mit weiteren Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.3 </span></b><span>Entgegen der Darstellung des Stadtrates, welcher die nicht korrekte Skizze von C, dem Inhaber der D, Ã¼bernommen hatte, ist es nicht mÃ¶glich, dass sich die mobilen Verbotstafeln auf dem an die Parkfelder angrenzenden Trottoir befanden, da es an der besagten Stelle kein Trottoir gibt. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Verbotsschilder - wie sich aus dem Abschlepprapport ergibt - in die an die ParkplÃ¤tze angrenzende Wiese vor der Liegenschaft L-Strasse 3 gestellt wurden. Auf dieser Wiese wachsen verschiedene, relativ hohe BuschgewÃ¤chse. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Lebenspartnerin des BeschwerdefÃ¼hrers stellte das Fahrzeug am 29. September 2002 um 20.15 Uhr in dem mit dem temporÃ¤ren Parkverbot (wirksam am 30. September 2002, 6.00 Uhr) belegten Parkfeld ab. Zu dieser Tageszeit war es nicht mehr hell, sondern es ist davon auszugehen, dass die DÃ¤mmerung bereits einsetzte. Zwei in Front zur Strasse am Strassenrand aufgestellte Schilder werden entgegen der Ansicht der Vorinstanzen bei den hier streitbetroffenen Parkfeldern von einem parallel dazu fahrenden Auto nicht angeleuchtet. Die Parkfelder verlaufen ebenso parallel zur Strasse, so dass die temporÃ¤re Signalisation auch wÃ¤hrend des ParkmanÃ¶vers hÃ¶chstens zufÃ¤llig vom Lichtstrahl des Fahrzeugs getroffen wird. Auch werden die Verbotstafeln nicht zwingend beim Verlassen des Fahrzeugs bemerkt, da sich das Trottoir auf der gegenÃ¼berliegenden Strassenseite befindet. Zwar hat das temporÃ¤re Parkverbot nur drei ParkplÃ¤tze erfasst, so dass die je am Anfang und am Ende des Verbotsstreifens aufgestellten Signalisationen nicht weit voneinander entfernt waren, doch ist zu berÃ¼cksichtigen, dass die M-Strasse an dieser Stelle in einer Rechtskurve auf die L-Strasse trifft, weshalb dort auch eine kleinrÃ¤umige Signalisation nicht ohne weiteres auffÃ¤llt. Aus all diesen UmstÃ¤nden ergibt sich eine verminderte Sichtbarkeit der Signalisation. Dass die Lenkerin des Fahrzeugs diese Signalisation nicht wahrgenommen hat, kann ihr angesichts der vertrauensbildenden Bodenmarkierung und Zonentafel nicht zur Last gelegt werden. Denn dem Automobilisten wird bei der Einfahrt in die Blaue Zone in der Zonentafel angezeigt, dass das Parkieren innerhalb der blauen Bodenmarkierung zulÃ¤ssig sei. Er muss deshalb nicht mit einem Halteverbot innerhalb dieser Markierung rechnen. Aufgrund dieser Vertrauensgrundlage wÃ¤ren angesichts der dargelegten Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse zusÃ¤tzliche Massnahmen geboten gewesen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Denkbar wÃ¤re in solchen Situationen, in denen die mobilen Verbotsschilder aufgrund der lokalen Gegebenheiten nicht genÃ¼gend sichtbar plaziert werden kÃ¶nnen, beispielsweise eine SignalisationsÃ¤nderung beim Eingang in die Blaue Zone. Dies erfordert entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht zwingend die Abdeckung der Hinweistafel mit der Folge, dass das Parkieren im ganzen Strassenzug verboten wÃ¼rde; mÃ¶glich ist auch das Aufstellen einer "Warntafel" mit der Aufschrift "Achtung partielle SignalisationsÃ¤nderung" am Zoneneingang neben der Zonentafel. Durch solche oder Ã¤hnliche zusÃ¤tzliche Massnahmen kann vom Verkehrsteilnehmer die nÃ¶tige Aufmerksamkeit erwartet werden, um wider Erwarten aufgestellte, nicht ohne speziellen Suchaufwand sichtbare, der Zonentafel und der Bodenmarkierung widersprechende Verbotstafeln zu beachten. Welche zusÃ¤tzlichen Signalisationsmassnahmen hier zu treffen gewesen wÃ¤ren, ist jedoch nicht weiter zu erÃ¶rtern. Die vorgenommene Signalisation genÃ¼gte jedenfalls unter den gegebenen UmstÃ¤nden nicht. Die ungenÃ¼gend sichtbaren Verbotsschilder vermochten den BeschwerdefÃ¼hrer bzw. die Lenkerin des Fahrzeugs nicht zu verpflichten. Ist somit das Abstellen des Fahrzeugs des BeschwerdefÃ¼hrers an der zur Diskussion stehenden Stelle als rechtmÃ¤ssig zu beurteilen, erweist sich die Ersatzvornahme bzw. die fÃ¼r diese Massnahme angeordnete Kostenbelastung des BeschwerdefÃ¼hrers als widerrechtlich. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen. Die VerfÃ¼gung des Kommissariats Verkehrspolizei der Stadtpolizei ZÃ¼rich vom 6. Juni 2003, der Einspracheentscheid des Stadtrates ZÃ¼rich vom 24. September 2003 sowie der Rekursentscheid des Statthalteramtes des Bezirks ZÃ¼rich vom 27. Februar 2004 sind demnach aufzuheben.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG hat derjenige die Kosten des Verfahrens zu tragen, welcher unterliegt. AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten damit der Stadt ZÃ¼rich als Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. ParteientschÃ¤digungen werden nur zugesprochen fÃ¼r den das Ã¼bliche Mass erheblich Ã¼bersteigenden Rechtsverfolgungsaufwand (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 17). Das ist in der vorliegenden Angelegenheit nicht der Fall, weshalb dem BeschwerdefÃ¼hrer keine ParteientschÃ¤digung zusteht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtene VerfÃ¼gung des Kommissariats Verkehrspolizei der Stadtpolizei ZÃ¼rich vom 6. Juni 2003, der Einspracheentscheid des Stadtrats ZÃ¼rich vom 24. September 2003 sowie der Rekursentscheid des Statthalteramts des Bezirks ZÃ¼rich vom 27. Februar 2004 werden aufgehoben.</p> <p class="Einzug2">2. Die Rekurs- und Einsprachekosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.- Zustellungskosten,<br/> Fr. 560.- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">4. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">5. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</p> <p class="Urteilstext"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>