Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Mai 2016 (720 15 333) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Beweiswert eines externen Verwaltungsgutachtens; Verwertbarkeit der noch zumutbaren Restarbeitsfähigkeit. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch André Baur , Advokat , Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1979 geborene A.____ lebt seit 1992 in der S chweiz. Seither hat er an diversen Stellen jeweils meist für nur kurze Zeit als Hilfsa rbeiter gearbeitet. Zuletzt war er seit März 2012 als Magaziner tätig. Wegen psychischer Beschwerden hatte er sich im November 2011 ein ers- tes Mal bei der Eidgenössischen Invalidenversicheru ng (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. In der Folge hat er jedoch wieder eine volle Arbeit sfähigkeit erlangt, so dass er sich im Januar 2012 wieder abgemeldet hat. Mit Gesuch vom 27. Sept ember 2013 meldete er sich unter Hin- weis auf psychische Erkrankungen erneut zum Leistun gsbezug an. Die IV-Stelle Basel- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Landschaft (IV-Stelle) hat zur Abklärung der gesundheit lichen Verhältnisse in der Folge na- mentlich ein Gutachten bei Prof. Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie, Psychotherapie sowie Neu- rologie, und Prof. Dr. rer. nat. C.____, Leitender Psychologe, Klinik D.____, eingeholt. Mit Ver- fügungen vom 25. September 2015 und 9. Oktober 2015 sp rach sie dem Versicherten gestützt auf einen IV-Grad von 43% ab 1. März 2014 eine Viertelrente der IV zu. B. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Advokat André Baur, mit Eingabe vom 27. Oktober 2015 Beschwerde am Kantonsgericht des Kant ons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, es sei ihm in Aufhebung der ange- fochtenen Verfügungen ab April 2014 eine ganze IV-Re nte auszurichten. Eventualiter sei der medizinische Sachverhalt mittels eines Gerichtsgutachten s aus dem psychiatrischen Fachbe- reich mit einem Untergutachten zur ADHS-Erkrankung näh er abzuklären. Subeventualiter sei die Sache zur ergänzenden Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen, alles unter o/e- Kostenfolge. Die Beschwerde begründete er im Wesentliche n damit, dass die Vergabe des Gutachtensauftrags an die D.____ unter Missachtung bunde sgerichtlicher Grundsätze erfolgt sei. Das Gutachten der D.____ weise aber auch inhaltl iche Mängel auf. So sei das vom regio- nalärztlichen Dienst (RAD) geforderte Untergutachten z u den Auswirkungen einer allfälligen ADHS-Erkrankung mit der Begründung nicht erstellt word en, dass die entsprechenden Ergeb- nisse aufgrund des unveränderten psychischen Gesundheitszusta nds nach wie vor nicht aus- sagekräftig wären. Diese Begründung aber stehe im Wide rspruch zur Feststellung im Gutach- ten, dass die Depression inzwischen remittiert sei. Weiter sei festzustellen, dass das Gutachten nur von Prof. Dr. B.____, nicht aber von Prof. Dr. C. ____ unterzeichnet worden sei. Im Übrigen widerspreche die Zumutbarkeitsbeurteilung im D.____-Gutachten der Einschätzung der übrigen Fachärzte, die eine vollständige Arbeitsunfähigkeit att estieren würden. Die von den D.____ at- testierte Restarbeitsfähigkeit widerspreche ferner au ch der Feststellung, dass der Versicherte aufgrund seines aggressiven und gewalttätigen Verhalten s die Grenzen der Zumutbarkeit für einen Arbeitgeber überschreite. Aufgrund seiner Arbei tsbiographie, der jeweils nur kurzen Ar- beitsverhältnisse, der häufigen Stellenwechsel und der langen arbeitslosen Phasen sei die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit fraglich. Das V erwaltungsgutachten sei daher nicht be- weiskräftig. Die Tatsache, dass der Versicherte nicht arbeit sfähig sei, ergebe sich auch aus dem Umstand, dass er sich im September 2015 in eine stat ionäre Behandlung begeben habe. Schliesslich habe die IV-Stelle beim Einkommensvergleich zu Unrecht einen leidensbedingten Abzug vom Invalideneinkommen von lediglich 5% zugestande n. In casu rechtfertige sich der Maximalabzug von 25%. C. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 8. Januar 2016 auf Abweisung der Be- schwerde. D. Mit Replik vom 12. Februar 2016 liess der Beschwerdef ührer an seinen bereits bean- tragten Rechtsbegehren festhalten. Namentlich rügte er die nachträgliche Unterzeichnung des kritisierten Verwaltungsgutachtens durch Prof. Dr. C.___ _, ohne dass dieser den Versicherten je untersucht habe. Damit sei möglicherweise ein Straft atbestand erfüllt. Jedenfalls erscheine Prof. Dr. C.____ aufgrund dieser Gefälligkeit als befangen, so dass das Gutachten beweisrecht- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich nicht verwertbar sei. Zur Überprüfung der medizini sch-theoretischen Arbeitsfähigkeit müsse unter anderem eine berufliche Abklärung vorgenommen werden. E. Mit Eingabe vom 17. März 2016 hielt die IV-Stelle an ihrem Abweisungsantrag fest. Im Übrigen verzichtete sie auf die Einreichung einer Duplik. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschw erde ist einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle dem V ersicherten ab März 2014 zu Recht eine Viertelrente der IV ausgerichtet hat. Bei der Re ntenzusprache stützte sie sich auf das von ihr eingeholte psychiatrische Gutachten der D.____ vom 17. Dezember 2014. Darin diagnosti- zierten die Gutachter mit Einfluss auf die Arbeitsfähig keit eine kombinierte Persönlichkeitsstö- rung mit emotional instabilen-impulsiven, fraglich dissozialen, narzisstischen und selbstunsiche- ren Anteilen, eine gegenwärtig remittierte rezidivier ende depressive Störung, eine aktuell nicht zu erhebende Diagnose einer Aufmerksamkeits- und Hyper aktivitätsstörung (ADHS) im Er- wachsenenalter sowie einen dringenden Verdacht auf e ine Malcompliance. Der eigentlichen Beurteilung der Gutachter wird vorausgeschickt, dass die Explorationstiefe aufgrund der massiv erschwerten Untersuchung nur sehr gering gewesen sei. Di e aktuellen anamnestischen Anga- ben würden in wesentlichen Punkten erheblich von den ä rztlichen Dokumentationen seit dem Jahr 2010 abweichen. Diese Abweichungen würden das übl iche Mass überschreiten, so dass sich Inkonsistenzen ergeben würden. Beispielswiese fluktuie re das angegebene Verhältnis zu anderen Familienmitgliedern von harmonisch bis schwer ze rrüttet. Insgesamt entstehe der Ein- druck, dass die Katamnese durch den Exploranden im Verla uf immer schwerwiegender im Sin- ne einer völlig unkontrollierten, impulsiv-aggressiven Gr undpersönlichkeit mit stets neuen De- tails dargestellt werde. Trotz des erheblichen Ausmasses an Inkonsistenzen sei aber eine Per- sönlichkeits- und Verhaltensstörung gegeben. Erkennbar se i, dass der Explorand in seinem Leben bisher beruflich nicht habe Fuss fassen können. Er neige zu aggressivem, teils gewalttä- tigem Verhalten und handle impulshaft sowie rücksichtslos auf die eigenen Bedürfnisse fixiert. Anamnestisch liege eine rezidivierende depressive Störung vor, die aktuell als remittiert gelten müsse. Eine Komorbidität von Persönlichkeitsstörung und depressiven Episoden sei sehr häu- fig. Sie liege sehr wahrscheinlich auch beim Exploranden vor. Betreffend die ADHS-Erkrankung lasse sich keine klare gutachterliche Stellungnahme treffe n. Eine erneute Testung sei nicht als sinnvoll erachtet worden, weil keine Zustandsveränderung vorgelegen habe. Bei einer erneuten Testung hätten sich somit die gleichen Probleme ergeben . Die vorbeschriebene innerliche Un- ruhe sei auch in der Begutachtungssituation erkennbar g ewesen. Sie sei am ehesten im Rah- men der Persönlichkeitsstörung zusammen mit einer ständi gen Prüfung zu sehen, ob im Ge- spräch etwas gegen den Exploranden zuwider laufe. Die Tatsache, dass er bei unproblemati- schen Themen deutlich entspannter wirke, würde diese These stützen. Eine mittlerweile durch den behandelnden Psychiater durchgeführte pharmakologische Behand- lung des ADHS habe keine Verbesserung, sondern vielmehr eine Zustandsverschlechterung gebracht. Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne die mö gliche ADHS-Erkrankung aktuell daher nicht als prioritär bezeichnet werden. Der Explo rand selbst stelle seinen Verlauf so dar, als würde eine schwere Persönlichkeitsstörung vorliegen. Er bezeichne sich als tickende Zeit- bombe. Seine Angaben würden insofern als punktuell m anipulativ erscheinen. Denkbar sei, dass er dieses Krankheitskonzept hochhalte, um sein eigene s Fehlverhalten besser auszuhal- ten. Bemerkenswert sei im Weiteren, dass er offensichtlich in der Lage sei, im therapeutischen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kontakt durchaus derart verbindlich zu agieren, dass er aus ärztlicher Sicht immer wieder als motiviert, kooperativ und konstruktiv beschrieben werde. D abei gebe es insofern Hinweise auf eine abweichende Verhaltensweise, als er die hochdosiert e medikamentöse Behandlung zwar als wertvoll beschreibe, gleichzeitig aber mit hoher Wah rscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass er die Medikamente aktuell gar nicht einnehme. Diese „doppelte Buchführung“ weise auf bestehende Ressourcen hin. Ein wesentliches gutachterliches Problem bestehe darin, dass das Ausmass der Persönlichkeitsstörung hinsichtlich ihrer Ausw irkung auf seine Funktionalitäten aufgrund der überzogenen Symptomdarstellung nur einge schränkt beurteilt werden könne. Zu beachten sei immerhin, dass der Explorand über Jahre auf dem freien Markt berufstätig gewe- sen sei, wobei auch kurze Anstellungsverhältnisse über wenige Monate durchaus voraussetzen würden, dass basale Team- und Interaktionsfähigkeiten vorliegen würden. So habe er im Jahr 2012 eine berufsbegleitende Ausbildung zum Lagerarb eiter abschliessen und danach trotz ver- schiedener Fehlzeiten bis April 2013 fast während eines Jahres der Tätigkeit in einem Lager nachgehen können. Es sei somit davon auszugehen, dass er je nach Motivation d urchaus in der Lage sei, sich in Grenzen zu kontrollieren und auch anzupassen. Er werd e zwar auch in Zukunft ein ausgespro- chen schwieriger Mitarbeiter sein, was aber aus medizinisc her Sicht nicht einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit entspreche. Seine Persönlichkeitsstör ung habe Auswirkungen auf die Inter- aktionen am Arbeitsplatz. Unter Stress könne es rasch zu Konflikten kommen, wie dies auch bereits zahlreich dokumentiert worden sei. Aktuell sei d ie Arbeitsfähigkeit mit etwa 60% zu be- ziffern. Es werde auch künftig zu häufigen Stellenwechsel n mit konflikthaften Auseinanderset- zungen kommen. Das Risiko von Entlassungen und subjektiv er lebten Mobbingsituationen sei deutlich erhöht. Vor diesem Hintergrund sei eine erhö hte Toleranz des Arbeitgebers hilfreich. Es könne aber nicht mit einer ausreichenden Wahrscheinli chkeit bestätigt werden, dass der Explorand einem Arbeitgeber nicht zumutbar sei. Eine g ewisse Unsicherheit bleibe bei dieser Beurteilung aber bestehen. Der Explorand habe unter Beweis gestellt, dass er immer wieder zu einer ausreichenden Anpassungsfähigkeit in der Lage se i. Eine Einschränkung des Pensums auf 60% würde ihm eine Distanz ermöglichen, da anzunehm en sei, dass die Problematik bei Übermüdung vermehrt wirksam werde. Es sollte versucht we rden, Arbeitsplätze zu vermeiden, die stark konfliktbehaftet seien und komplizierte interper sonelle Interaktionen beinhalten wür- den. Ein direkter Kundenkontakt sollte minimiert werd en. Die Arbeitsfähigkeit im Umfang von 60% bestehe mindestens bereits seit 2014, wahrscheinlich bereits seit 2012 und 2013. Diese Einschätzung erfolge mit einer erheblichen Unsicherheit. Noch im Jahre 2010 sei von Dr. Zmilacher eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Ebenso habe Dr. Horlacher Ende 2011 noch eine volle Arbeitsunfähigkeit gesehen. Allerdings sei bereits wieder auf den 1. Januar 2012 die Wiederaufnahme einer vollschichtige n Tätigkeit avisiert worden. Der Explo- rand sei aus medizinischer Sicht grundsätzlich arbeitsfäh ig, wobei er gelegentlich wahrschein- lich die Grenzen der Zumutbarkeit für einen Arbeitgeb er überschreite. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 60% sei der Versuch einer Annäherung. 5.1 Das zitierte Gutachten der D.____ erfüllt die rech tsprechungsgemässen Vorausset- zungen an eine taugliche medizinische Beurteilungsgrund lage. Es weist weder formelle noch inhaltliche Mängel auf und ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 f. hiervor) - Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht für die streitigen Belange umfassend. Insbesondere berü cksichtigt es detailliert die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben wor den und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. in der Beurteilun g der medizinischen Situation ein. Auch weist es keinerlei Widersprüche auf und setzt sich mi t den bei den Akten liegenden fach- ärztlichen Einschätzungen auseinander. Es entspricht somit den von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung formulierten Anforderungen. 5.2.1 Der Beschwerdeführer lässt gegen das Gutachten de r D.____ zunächst einwenden, dass die IV-Stelle keine konsensuale Gutachterauswahl a ngestrebt und damit die bundesge- richtlichen Vorgabe zur Vergabe des Gutachterauftrags m issachtet habe. Diesem Einwand ist zu entgegnen, dass bei mono- und bidisziplinären Gutacht en kein Rechtsanspruch auf eine konsensuale Bestimmung der Gutachterstelle besteht. Woh l ist auch bei diesen Gutachten grundsätzlich konsensorientiert vorzugehen. Bei fehlend er Einigung ist die IV-Stelle jedoch be- rechtigt, den Gutachter autoritativ festzulegen, so dass a uch eine Gutachterwahl ohne vorgän- gigen Konsensversuch letztlich als verbindlich zu betrach ten ist, sofern gegen den konkreten Gutachter keine stichhaltigen Ausstands- oder Ablehnungsg ründe vorliegen (Urteil des Bun- desgerichts vom 13. Januar 2014, 8C_512/2013, E. 3.5). Im vorliegenden Fall hat sich der Be- schwerdeführer der Begutachtung durch Prof. Dr. B.___ _ und Prof. C.____ unterzogen, ohne vor, während oder unmittelbar nach seiner Exploration irgendwelche Einwände gegen die bei- den Gutachter vorzubringen. Auch im Rahmen des vorlieg enden Verfahrens werden gegen Prof. Dr. B.____ keine Ausstandsgründe geltend gemacht. 5.2.2 Mit der vorliegenden Beschwerde wird einzig Prof. Dr. C.____ als befangen abgelehnt, da er das fragliche Gutachten erst nachträglich und ohne den Versicherten persönlich unter- sucht zu haben, unterzeichnet habe. Damit verliere das G utachten seinen Beweiswert. Es trifft zwar zu, dass das der IV-Stelle eingereichte Gutachten de r D.____ vom 17. Dezember 2014 ursprünglich einzig von Prof. Dr. B.____ unterzeichnet worden war. Ebenfalls richtig ist, dass das wörtlich identische Gutachten von der Academy of Swiss Insurance (asim) der IV-Stelle noch einmal im Rahmen des Vorbescheidverfahrens am 13. März 2015 eingereicht worden ist, wobei es dieses Mal sowohl von Prof. Dr. B.____ als auch von Prof. Dr. C.____ unterzeichnet wurde. Entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen A uffassung kann aus diesem Um- stand alleine jedoch nicht darauf geschlossen werden, da ss sich Prof. Dr. C.____ inhaltlich nicht an der Begutachtung des Versicherten beteiligt hat . Zumal Prof. Dr. C.____ ohnehin auf die psychiatrische Beurteilung durch Prof. Dr. B.____ a ngewiesen war, ist zu berücksichtigen, dass Prof. Dr. C.____ im Rahmen der fraglichen Explora tion ursprünglich nur als Untergutach- ter für die noch offene ADHS-Testung vorgesehen gewes en wäre. Diese hatte jedoch den Un- tersuchungsergebnissen von Prof. Dr. C.____ zufolge bere its am 6. Februar 2014 zu keinen validen Ergebnissen geführt, weil aufgrund der psychischen Beeinträchtigungen des Versicher- ten weder die hierfür notwendigen Tests noch eine neur opsychologische Untersuchung durch- geführt werden konnten (vgl. Befundbericht der D.____ vom 6. Februar 2014, S. 4, ad Zusam- menfassende Beantwortung der Fragestellung). Wenn Prof. Dr. C.____ und Prof. Dr. B.____ im aktuellen Gutachten der D.____ hinsichtlich einer allfäl ligen ADHS-Erkrankung nunmehr aus- führen, dass auf eine erneute Testung verzichtet worden se i, weil die vormals im Befundbericht vom 6. Februar 2014 festgestellten Einschränkungen ebe nfalls in einer erneuten Untersuchung Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu erwarten gewesen wären, ist dies schlüssig (vgl. a.a.O. , S. 22 oben). Die Tatsache alleine, dass Prof. Dr. C.____ den Beschwerdeführer nicht persön lich untersucht hat, vermag den for- mellen Beweiswert des D.____-Gutachtens vom 17. Dezembe r 2014 unter diesen Umständen jedenfalls nicht zu schmälern. Die Tatsache, dass Prof. D r. C.____ das der IV-Stelle erstmals am 31. Dezember 2014 zugestellte Gutachten noch nicht un terzeichnet hatte, ist vielmehr als Formfehler zu qualifizieren, der durch seine nachträgl iche Unterzeichnung geheilt worden ist. Aufgrund der dargelegten Umstände ist jedenfalls weder ein Befangenheitsgrund noch eine allfällige strafbare Handlung von Prof. Dr. C.____ e rsichtlich. Formelle Gründe, welche gegen die Verwertbarkeit des massgebenden D.____-Gutachtens v om 17. Dezember 2014 sprechen würden, liegen damit keine vor. 5.3.1 Nebst diesen formalen Einwänden lässt der Beschwerd eführer diverse inhaltliche Mängel vorbringen. Er macht geltend, dass zu Unrecht kein Untergutachten zu den Auswirkun- gen einer allfälligen ADHS-Erkrankung eingeholt worde n sei. Die gutachterliche Begründung, dass die entsprechenden Ergebnisse aufgrund des unveränd erten psychischen Gesundheits- zustandes weiterhin nicht aussagekräftig gewesen wären, wid erspreche der Feststellung, dass die Depression in der Zwischenzeit remittiert sei. Es ist zutreffend, dass die depressive Erkran- kung des Versicherten als ursprünglicher Grund für den A bbruch der Mitte Januar 2014 durch- geführten ADHS-Untersuchung (vgl. Befundbericht der D .____ vom 6. Februar 2014) offenbar mittlerweile remittiert ist (vgl. D.____-Gutachten vom 17. Dezember 2014, ad Ziffer 3 Diagno- sen). Insofern lag im Zeitpunkt der gutachterlichen E xploration durch die D.____ in der Tat ein nur bedingt unveränderter psychischer Gesundheitszustand des Versicherten vor, der einer ADHS-Testung somit entgegengestanden wäre. Die Gutach ter der D.____ begründen den Ver- zicht auf eine solche ergänzende Testung jedoch auch mit dem Umstand, dass die Verdachts- diagnose einer allfälligen ADHS-Erkrankung aktuell nicht mehr im Vordergrund stehe, nachdem eine hierfür spezifisch vorgesehene pharmakologische Behandlung des ADHS keine Verbesse- rung, sondern vielmehr eine Zustandsverschlechterung mit sich gebracht habe (vgl. D.____- Gutachten vom 17. Dezember 2014, S. 30, Antwort ad Fr age A.). Massgebend ist zudem die gutachterliche Feststellung, dass die symptomatische, innerl iche Unruhe des Versicherten in der Begutachtungssituation zwar erkennbar gewesen ist, am ehesten jedoch im Rahmen der Persönlichkeitsstörung mit der ständigen Prüfung des Explo randen gesehen werden muss, ob sich die Situation im Gespräch gegen ihn entwickeln wür de (vgl. a.a.O., S. 22). Die Tatsache, dass der Versicherte bei unproblematischen Themen deutli ch entspannter wirkt, lässt diese gutachterliche These in der Tat als nachvollziehbar ersc heinen. Es tritt hinzu, dass die inneren Unruhezustände des Versicherten auch gemäss Bericht der P sychiatrie Baselland vom 23. No- vember 2015 im Rahmen der Persönlichkeitsstörung zu verstehen sind, und die Diagnose einer ADHS-Erkrankung gerade nicht bestätigt werden konnte (vg l. a.a.O., Separatbeilage zur Ver- nehmlassung vom 8. Januar 2016). Damit aber erweist es sich als schlüssig, dass zuvor auch die D.____-Gutachter eine mögliche ADHS-Erkrankung als nicht prioritär bezeichnet und des- halb bei ihrer Exploration vom 17. September 2015 au f deren ergänzende Abklärung verzichtet haben. Ein inhaltlicher Mangel am D.____-Gutachten liegt in diesem Zusammenhang nicht vor. 5.3.2 Der Beschwerdeführer moniert im Weiteren den Um stand, dass der D.____-Gutachter keine fremdanamnestischen Angaben bei seiner Familie o der seinen Arbeitgebern eingeholt Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe. Dazu ist anzumerken, dass aufgrund der über Jahre h inweg bestehenden medizinischen Dokumentation seiner gesundheitlichen Verfassung mitsam t eingehender Anamnese ein genü- gend klares Bild über sein Alltagsverhalten vorliegt. E s ist darauf hinzuweisen, dass es letztlich im Ermessen der Gutachter liegt, ob fremdanamnestische A ngaben als erforderlich erachtet werden. Die Gutachter aber sind offensichtlich zum Schlu ss gekommen, dass darauf verzichtet werden kann. Zumal Prof. Dr. B.____ seine Schlussfolger ungen im Rahmen eines nachträglich geführten, unangemeldeten Telefonats mit dem Exploran den noch einmal überprüfen konnte (vgl. D.____-Gutachten vom 17. Dezember 2014, S. 24) , erweist sich auch dieser Verzicht als nachvollziehbar. 5.3.3 Der Beschwerdeführer kritisiert, dass die Zumutba rkeitsbeurteilung der D.____- Gutachter ohne nachvollziehbare Begründung von der über einstimmenden Einschätzung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit durch Dr. med. E.___ _ sowie Dr. med. F.____, beide FMH Psychiatrie und Psychotherapie, abweiche. Die gutachterl iche Beurteilung von Dr. E.____ da- tiert allerdings vom 20. November 2011 und entspricht daher nicht den massgebenden Verhält- nissen in zeitlicher Hinsicht. Ausserdem ist seinem Gutacht en zu entnehmen, dass der Versi- cherte bereits ab Januar 2012 wieder arbeitsfähig sei n werde. Darüber hinaus könne eine grundsätzlich positive Prognose gestellt werden (vgl. a.a.O ., S. 6). Daraus lässt sich demnach nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers ableiten. Die zeit lich aktuellere Einschätzung von Dr. F.____ 18. April 2014 attestiert dem Versicherten seit 10. April 2013 eine vollständige Ar- beitsunfähigkeit. Auf diese Einschätzung kann jedoch ebe nfalls nicht abgestellt werden. Sie wird ganz wesentlich dadurch relativiert, dass Dr. F.____ ebenfalls festhält, dass der Versicher- te noch über erhebliche Ressourcen verfüge und die Mögli chkeit besitze, seine im Zeitverlauf erreichte psychische Stabilität erhalten zu können. Zude m bescheinigt auch Dr. F.____ eine gute Prognose (vgl. Arztbericht von Dr. F.____ vom 16 . September 2013, Antworten ad Ziffern 8 bis 10). Es tritt hinzu, dass Dr. F.____ offensichtlich st ark auch die Zumutbarkeit für einen potentiellen Arbeitgeber in seine Einschätzung miteinbezieht. Auch wenn sich dessen Argument nicht vollständig entkräften lässt, muss berücksichtigt werden , dass der Versicherte punktuell manipulative Züge aufweist und seine Aggressivität der gutachterlichen Stellungnahme der D.____ zufolge offenbar zunehmend auch als Druckmittel e insetzt (vgl. D.____-Gutachten vom 17. Dezember 2014, S. 10, 22 sowie 24). Seinem Verha lten kommt unter diesen Umständen nur beschränkt Krankheitswert zu. Obschon die Umsetzung der ihm verbleibenden Restarbeits- fähigkeit mit vermehrten Konflikten am Arbeitsplatz v erbunden sein dürfte, vermag dies seine Arbeitsfähigkeit daher nicht grundsätzlich auszuschliessen ( vgl. D.____-Gutachten vom 17. Dezember 2014, S. 30 Antwort ad Ziffer C.) 5.3.4 Der Beschwerdeführer wendet in diesem Zusammenh ang ein, dass die D.____- Gutachter ihre eigene Zumutbarkeitsbeurteilung relativieren und im Ergebnis die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in Frage stellen würden. Es t rifft zu, dass die Gutachter der D.____ eine gewisse Restunsicherheit, namentlich in Bezug auf de n genauen Umfang der verbleiben- den Restarbeitsfähigkeit, einräumen. Auch wenn der V ersicherte die Grenze der Zumutbarkeit für einen Arbeitgeber allenfalls gelegentlich überschre iten dürfte, halten die D.____-Gutachter gleichzeitig aber fest, dass sich insgesamt nicht mit ge nügender Wahrscheinlichkeit bestätigen lasse, dass der Beschwerdeführer einem Arbeitgeber unzu mutbar sei (vgl. D.____-Gutachten Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 17. Dezember 2014, S. 28 f.). Nicht unberücksichtigt gelassen werden kann in diesem Zu- sammenhang aber auch der Umstand, dass es nebst eines zu minimierenden Kundenkontakts keine qualitativen Einschränkungen aus gesundheitlichen G ründen gibt, die die Arbeitsmarkt- chancen des Versicherten zusätzlich schmälern würden. So bes teht ein weites Spektrum an theoretischen Arbeitsmöglichkeiten, die oftmals alleine bzw. ohne Teamkontakt ausgeführt wer- den. Zu denken ist beispielsweise an Reinigungs- oder U nterhaltsarbeiten. Die sachlichen und zeitlichen Limitierungen schränken die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zwar ein, las- sen sie aber nicht derart unrealistisch erscheinen, wie di es für die Annahme einer fehlenden Verwertbarkeit der ihm attestierten Restarbeitsfähigkeit vorausgesetzt wäre (Urteil des Bundes- gerichts vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 3.2). Trotz der von den Gutachtern einge- räumten Unsicherheiten sowohl in Bezug auf den Umfang der verbleibenden Restarbeitsfähig- keit von 60% als auch in Bezug auf deren grundsätzliche V erwertbarkeit ist deshalb auf die als überwiegend wahrscheinlich formulierte und sehr sorgfäl tige Einschätzung im D.____- Gutachten abzustellen. Da das Verhalten des Versicherten stark von Inkonsistenzen und Ver- deutlichungstendenzen geprägt ist, wird deshalb auch d ie vom Beschwerdeführer replicando beantragte berufliche Abklärung keine verlässlicheren Er gebnisse hervorbringen. Auf eine er- gänzende berufliche Abklärung ist deshalb in antizipiert er Beweiswürdigung zu verzichten (BGE 136 I 236 E. 5.3, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 5.3.5 Der Beschwerdeführer macht schliesslich eine neuerli che Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend. Noch vor Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügungen sei er wieder stationär behandelt worden. Die Verschlechterung des Gesundheitszustands ist durch einen entsprechenden Bericht der G.____ vom 23. Nove mber 2015 zwar belegt, Darin ist dem Versicherten eine gegenwärtig mittelgradige depressive E pisode attestiert worden. Allerdings geht daraus auch hervor, dass der Versicherte bereits am 9. Oktober 2015 wieder entlassen worden ist. Ausserdem hat der behandelnde Psychiater Mi tte Dezember 2015 bestätigt, dass der Versicherte weder depressiv sei noch in seiner angesta mmten Arbeitsfähigkeit einge- schränkt sei (vgl. Aktennotiz RAD vom 5. Januar 2016). Un ter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die Verschlechterung der gesundheitlich en Verhältnisse lediglich vor- übergehender Natur war und deshalb keine Relevanz in B ezug auf die strittige Restarbeitsfä- higkeit des Versicherten hat. 5.4 Zusammenfassend resultiert, dass die Einwendungen de s Beschwerdeführers die Be- weiskraft des D.____-Gutachtens vom 17. Dezember 2014 nich t erschüttern können. Bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts kann vollumfän glich auf dessen Ergebnisse abge- stellt werden, wonach der Beschwerdeführer in einer se inen psychischen Leiden angepassten Verweistätigkeit ohne konfliktbehaftete Arbeitsplätze un d ohne komplizierte interpersonelle In- teraktionen eine Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 60% aufweist. 6.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchti- gung. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.4 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Ver- sicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. E s kann in dieser Hinsicht auf die zwischen den Parteien unbestritten gebliebene und zutreffende Bemessung der beiden Vergleichseinkommen in den angefochtenen Verfügungen der IV-Stelle vom 25. September Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2015 verwiesen werden. Aus der Gegenüberstellung von Valideneinkommen (CHF 65‘520.—) und Invalideneinkommen (CHF 37‘449.—) resultiert für d ie Zeit ab März 2014 eine jährliche Erwerbseinbusse von CHF 28‘071.— und damit ein Invaliditä tsgrad von rund 43%. 6.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass beim Invaliden einkommen ein leidensbedingter Abzug im maximal möglichen Umfang von 25% vorzunehmen se i. Die Beschwerdegegnerin ging demgegenüber von einem Abzug in der Höhe von ledi glich 5% aus. Ursprünglich wurde mit einem Leidensabzug berücksichtigt, dass versicherte Persone n, welche in ihrer letzten Tä- tigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach E intritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur noch beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Dieser ehemals nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behin- derungsbedingten Abzug (BGE 134 V 322 E. 5.2). Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Ar t und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthal tskategorie und Beschäftigungsgrad Aus- wirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa) und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsf ähigkeit auch auf einem ausgegliche- nen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerbl ichem Erfolg verwerten kann (Urteil des Bundesgerichts vom 15. November 2010, 9C_721/2010, E. 4.2). Ohne für jedes zur An- wendung gelangende Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und gesamth aft auf maximal 25% zu be- schränken (BGE 126 V 75 E. 5b/bb). 6.3 Die IV-Stelle begründete den von ihr vorgenommen en Abzug von 5% mit dem Um- stand, dass der Beschwerdeführer nur noch eine Teilzeiterwerbstätigkeit zu 60% ausüben kann. In der Tat werden Männer mit einem Beschäftigungsgra d von maximal 89% auf allen Anforde- rungsniveaus überproportional tiefer entlöhnt im Verg leich zu Männern, die ein Vollzeitpensum ausüben. Bei einem Arbeitspensum zwischen 50% und 74% e rzielten sie im Anforderungsprofil 4 aufgerechnet auf ein Vollzeitpensum in den letzten Jahren ein durchschnittlich 9% tieferes Einkommen als Vollzeitbeschäftigte (vgl. Urteil des Bunde sgerichts vom 27. Dezember 2010, 9C_643/2010, E. 3.4). Entgegen der vom Beschwerdeführ er in seiner Beschwerdebegründung vertretenen Auffassung lässt sich im vorliegenden Fall e in darüber hinausgehender, leidensbe- dingter Abzug aber nicht begründen. Insbesondere ist zu beachten, dass eine psychisch be- dingte, verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und A rbeitskollegen nicht als eigen- ständiger, abzugsfähiger Umstand gilt (vgl. Urteil des B undesgerichts vom 16. Juli 2014, 8C_97/2014, E. 4.2 mit Hinweis auf SVR 2010 IV Nr. 2 8, E. 2.3.2). Im D.____-Gutachten vom 17. Dezember 2014 wird sodann nachvollziehbar begründe t, dass mit der psychischen Beein- trächtigung des Versicherten eine Verweistätigkeit ohne konfliktbehaftete Arbeitsplätze und oh- ne komplizierte interpersonelle Interaktionen auch weit erhin noch im Umfang von 60% zumut- bar ist, weil diese quantitative Einschränkung des Pens ums eine Distanz ohne eine Ermüdung des Exploranden ermögliche. Die psychisch bedingte Behinderung des Beschwerdeführers darf unter diesen Umständen nicht einerseits bei der zumutba ren Arbeitsfähigkeit und andererseits zusätzlich mit einem Abzug und damit doppelt berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 7. März 2014, 9C_841/2013, E. 4.6). Da eine Verwe istätigkeit in – einzig aus psychischen Gründen reduziertem Umfang – körperlich jedoch uneinge schränkt zumutbar ist, besteht keine Grundlage für einen weitergehenden Abzug wegen leid ensbedingter Einschränkung. Selbst wenn im Übrigen ein Abzug von 15% gewährt würde, wür de daraus ein IV-Grad von ebenfalls unter 50% resultieren. Damit bleibt es so oder anders ab März 2014 bei einem Anspruch auf eine Viertelrente der IV, weshalb die Beschwerde im Ergebnis abzuweisen ist. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kan- tonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahr enskosten werden nach dem Verfah- rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.— bis CHF 1’000.— festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in dene n ein durchschnittlicher Aufwand entstan- den ist, setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrah- mens einheitlich auf CHF 600.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterlegen, weshalb die Verfahrenskoste n ihm zu überbinden sind. Dem Beschwerdeführer ist allerdings mit verfahrensleitender Verfügung vom 28. Oktober 2015 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus d iesem Grund werden die Verfahrenskos- ten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 7.2 Dem Prozessausgang entsprechend sind die Parteikoste n wettzuschlagen. Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 28. Oktober 2015 a uch die unentgeltliche Verbeistän- dung bewilligt worden ist, wird sein Rechtsvertreter für seine Bemühungen aus der Gerichts- kasse zu einem praxisgemässen Honoraransatz von CHF 200.— pr o Stunde entschädigt (vgl. § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Dieser hat in seiner Honorarnote vom 10. Februar 2016 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 17 Stunden und 35 Minuten geltend ge macht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie unter Berücksichtigung des doppelt geführten Schriftenwechsels als angemessen erweist. Nicht zu beansta nden sind sodann die ausgewie- senen Auslagen von CHF 369.—. Dem Rechtsvertreter des Besch werdeführers ist demzufolge ein Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 4‘196.50 (17,583 Stunden à CHF 200.— zuzüglich Auslagen von CHF 369.— und 8% Mehrwertsteuer) aus der Ge richtskasse auszurichten. Der Beschwerdeführer wird allerdings ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organi- sation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksa m gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet werden kann, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von CHF 4‘196.50 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.