<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00391</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106161&amp;W10_KEY=13013579&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00391</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.06.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vergabe von Kanalspülarbeiten Besondere Kenntnisse über das zu spülende örtliche Kanalnetz sind zwar nur von untergeordneter Bedeutung, dürfen aber mit einem Gewicht von 10 % als Zuschlagskriterium berücksichtigt werden (E. 3). Bei der Bewertung des (wichtigsten) Zuschlagskriteriums "Preis" ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass gemäss Ausschreibung eine Aufwand- und keine Leistungsvergütung vorgesehen ist (E. 4). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFWANDENTSCHÃDIGUNG">AUFWANDENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLEICHBEHANDLUNG">GLEICHBEHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSVERGÃTUNG">LEISTUNGSVERGÃTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORTSKENNTNIS">ORTSKENNTNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PAUSCHALENTSCHÃDIGUNG">PAUSCHALENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PREIS">PREIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSCHLAGSKRITERIEN">ZUSCHLAGSKRITERIEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 1 lit. II b IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">Art. 16 lit. I a IVÃ¶B</span><br/><span class="ungerade">Art. 16 lit. II IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">§ 31 lit. i SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Schreiben vom 13. Oktober 2000 lud das von der Gemeinde X mit der DurchfÃ¼hrung des Submissionsverfahrens betraute IngenieurbÃ¼ro F verschiedene Unter­nehmen ein, Offerten fÃ¼r Kanalfernseh-Untersuchungen, welche der ÃberprÃ¼fung des Ka­nalzustands und der Feststellung von baulichen MÃ¤ngeln sowie der Garantieabnahme bei neuen oder sanierten Leitungen dienen, sowie fÃ¼r die zur Vorbereitung dieser Untersu­chungen nÃ¶tigen KanalspÃ¼lungen einzureichen. Die Ausschreibungsunterlagen sahen die MÃ¶glichkeit einer getrennten Vergabe der beiden Positionen "KanalspÃ¼lungen" und "Ka­nalfernsehuntersuchungen" vor, wobei in diesem Fall die FederfÃ¼hrung beim Kanalfernseh­unternehmer lÃ¤ge. Insgesamt gingen beim Bauamt X Offerten von acht Unternehmen ein, darunter jene der Firma A, welche fÃ¼r beide Positionen ein Angebot einreichte, sowie jene der Firma C, welcher nur ein Angebot fÃ¼r die KanalspÃ¼lungen unterbreitete. Am 14. No­vember 2000 entschied die Baukommission X, die KanalspÃ¼lungen zu einem Preis von Fr. 141'093.05 (exkl. MWSt.) der Firma C zu vergeben. Mit Schreiben vom 16. November 2000 wurde der Firma A erÃ¶ffnet, der Zuschlag fÃ¼r die KanalspÃ¼lungen gehe zu einem Preis von Fr. 151'675.05 (inkl. MWSt.) an die Firma C. Das Schreiben enthielt nebst einer Rechtsmittelbelehrung folgende BegrÃ¼ndung: "Vergabe gemÃ¤ss den Zuschlagskriterien Kap. 3.6 der Allgemeinen Bedingungen".</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen den Vergabeentscheid erhob die Firma A am 20. November 2000 Be­schwerde an das Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Auftrag fÃ¼r die KanalspÃ¼lung sei an sie zu vergeben. Die Gemeinde X schloss am 8. Dezember 2000 auf Abweisung der Beschwerde. Die mitbeteiligte Firma C liess sich nicht vernehmen. Mit Replik vom 12. Ja­nuar 2001 und Duplik vom 31. Januar 2001 hielten die Parteien an ihren AntrÃ¤gen fest.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss Auskunft des Bauamts X vom 30. Mai 2001 wurde der Vertrag mit der Firma C noch nicht abgeschlossen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit erforderlich, in den nachstehenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittel­bar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwer­de­verfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Ver­einbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Inter­kantonalen Vereinbarung vom 22. September 1996 (IVÃ¶B-BeitrittsG) zur Anwendung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Ein abgewiesener Anbieter ist zur Beschwerde gegen den Vergabeentscheid legi­timiert, wenn er bei deren Gutheissung eine realistische Chance hat, mit dem eigenen An­gebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wieder­holung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, in welchem er ein neues Angebot einreichen kann (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11). Vorliegend wurde in der Offertenzusammenstellung vom 6. November 2000 der Offertpreis der BeschwerdefÃ¼hrerin noch mit Fr. 153'187.50 angegeben; erst <i>nach</i> erfolgter Vergabe wurde festgestellt, dass irrtÃ¼mlicherweise der offe­rierte Rabatt und Skonto nicht abgezogen worden war. GemÃ¤ss der korrigierten Offerten­zusammenstellung vom 17. November 2000 betrÃ¤gt der massgebende Offertpreis der Be­schwerdefÃ¼hrerin nunmehr Fr. 135'111.40. Nachdem somit die BeschwerdefÃ¼hrerin ein gegenÃ¼ber dem Mitbeteiligten preislich gÃ¼nstigeres Angebot eingereicht hat, ist auf die Beschwerde ohne weiteres einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) aa) Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht unter anderem geltend, sie sei hinsichtlich des Zuschlagskriteriums <i>"Ortskenntnisse"</i> zu schlecht bewertet worden. Zwar werde aner­kannt, dass der Mitbeteiligte mÃ¶glicherweise Ã¼ber bessere Ortskenntnisse verfÃ¼ge. Ander­seits spÃ¼le sie aber in der Gemeinde X seit Ã¼ber zehn Jahren fÃ¼r private Kunden verschie­dene Kanalisationsleitungen, weshalb auch ihre Chauffeure Ã¼ber Ortskenntnisse verfÃ¼gten. Sodann wÃ¼rden seitens der Auftraggeber vor Arbeitsbeginn KanalisationsplÃ¤ne zur VerfÃ¼­gung gestellt. Ausserdem finde "in den meisten FÃ¤llen" eine vorgÃ¤ngige Begehung bzw. Besichtigung statt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin verfÃ¼ge Ã¼ber bestens ausgebildete Mitarbeiter, die problemlos PlÃ¤ne lesen, verstehen und interpretieren kÃ¶nnten. Von Bedeutung sei auch, dass nur die effektiv erbrachten SpÃ¼lleistungen vergÃ¼tet wÃ¼rden und nicht auch die allen­falls durch "Suchen" verlorene Zeit. Demzufolge seien Ortskenntnisse nur bedingt von Vorteil. Jedenfalls lasse es sich nicht rechtfertigen, dass sie bei diesem Kriterium nur fÃ¼nf von maximal zehn Punkten erhalten habe. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Die Beschwerdegegnerin hÃ¤lt dem entgegen, die mitbeteiligte Firma C sei seit 15 Jahren in der Gemeinde X tÃ¤tig und spÃ¼le das Ã¶ffentliche Kanalnetz der Gemeinde in regelmÃ¤ssigen AbstÃ¤nden. Somit sei auch dem Personal praktisch das gesamte Kanalnetz bekannt. Wichtig seien insbesondere die Kenntnisse Ã¼ber zum Teil problematische Kanal­teilstÃ¼cke, die besondere Sorgfalt beim SpÃ¼len sowie bei der Wahl der dafÃ¼r geeigneten Fahrzeuge erforderten. Allgemeine Ortskenntnisse im Zusammenhang mit gelegentlich durchgefÃ¼hrten SpÃ¼lungen von Hauskanalisationen seien nicht relevant. Ausschlaggebend seien Kenntnisse Ã¼ber Lage, Verlauf, Zustand, Erschwernisse usw. des zu spÃ¼lenden Ka­nalnetzes. Eine vorgÃ¤ngige Begehung oder Besichtigung sei gemÃ¤ss den Submissionsun­terlagen nicht vorgesehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach § 31 Abs. 1 der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 (SubmV) er­folgt der Zuschlag â sofern nicht ausnahmsweise das alleinige Kriterium des niedrigsten Preises (§ 31 Abs. 2 SubmV) zur Anwendung kommt â auf das wirtschaftlich gÃ¼nstigste Angebot. Bei der Bewertung der Angebote ist das Preis-Leis­tungs-VerhÃ¤ltnis zu beachten, wobei neben dem Preis insbesondere die folgenden Kri­te­rien berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶n­nen: QualitÃ¤t, Termine, Wirtschaftlichkeit, Betriebsko­sten, Kundendienst, Ãkologie, Zweck­mÃ¤ssigkeit, technischer Wert, Ãsthetik, KreativitÃ¤t, Lehr­lings­ausbildung, Infrastruk­tur. Die fÃ¼r eine bestimmte Beschaffung massgeblichen Zuschlags­kriterien werden von der VergabebehÃ¶rde im Hinblick auf die Besonderheiten des Auftrags festgelegt, wobei ihr ein erheblicher Beurteilungsspielraum zusteht. Allerdings ist es unzulÃ¤ssig, sachfremde Krite­rien heranzuziehen, die fÃ¼r den konkreten Auftrag ohne Bedeutung sind; dazu zÃ¤hlen ins­besondere regional-, steuer- oder strukturpolitische Ãberlegungen (Peter Gauch/Hubert StÃ¶ckli, Thesen zum neuen Vergaberecht des Bundes ‑ Vergabethesen 1999, Freiburg 1999, Ziff. 12.1). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Um die notwendige Transparenz des Ver­gabeverfahrens zu gewÃ¤hrleisten, sind die Zu­schlagskriterien den Interes­sen­ten zu Beginn des Verfahrens in den Ausschreibungsun­terlagen bekannt zu geben (§ 17 Abs. 1 lit. i SubmV), und aus der Bekanntgabe muss er­sichtlich sein, welches Gewicht den ein­zelnen Kriterien zukommt. Die relative Bedeutung der einzelnen Kriterien ist ersichtlich zu machen, indem diese zumindest in der Reihen­folge ihrer Bedeutung bekannt gege­ben werden (vgl. zum Ganzen RB 1999 Nr. 62 = BEZ 1999 Nr. 13 E. 3b = ZBl 100/1999, S. 372). Bei der Beurteilung der Angebote anhand der Zu­schlags­kri­te­rien steht der Vergabe­stelle ebenfalls ein Ermessensspielraum zur VerfÃ¼­gung, in welchen das Ver­wal­tungs­ge­richt, dem keine ÃberprÃ¼fung der Angemessenheit des Ent­scheids zusteht (Art. 16 Abs. 2 IVÃ¶B), nicht eingreift. Zu prÃ¼fen ist dagegen eine allfÃ¤l­lige Ãberschreitung oder ein Miss­brauch des Ermessens (VGr, 7. Juli 1999, BEZ 1999 Nr. 26, E. 6a). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Be­schwer­de­geg­ne­rin hat in den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen die Beurteilungs­kriterien und deren Gewichtung wie folgt festgelegt:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Preis 70 %</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>VerfÃ¼gbarkeit (Terminliche Bereitschaft) 10 %</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Referenzen (mit Offerte eingeben) 10 %</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Ortskenntnisse 10 %</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Interkantonale Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen be­zweckt unter anderem, die Gleichbehandlung aller Anbietenden zu gewÃ¤hrleisten (Art. 1 Abs. 2 lit. b IVÃ¶B). Auch gemÃ¤ss Art. 5 Abs. 1 des Binnenmarktgesetzes vom 6. Oktober 1995 (BGBM) dÃ¼rfen ortsfremde Anbietende bei einer Ã¶ffent­li­chen Beschaffung nicht be­nachteiligt werden. ZulÃ¤ssig sind ihnen gegenÃ¼ber nach Art. 3 Abs. 1 BGBM nur Be­schrÃ¤nkungen, welche gleichermassen auch fÃ¼r ortsansÃ¤ssige Perso­nen gel­ten (lit. a), zur Wahrung Ã¼berwie­gender Ã¶ffentlicher Interessen unerlÃ¤sslich sind (lit. b) und dem Grund­satz der VerhÃ¤ltnis­mÃ¤ssigkeit entspre­chen (lit. c). Im Rahmen eines Einladungsverfahrens ist eine gewisse Bevorzugung ortsansÃ¤ssiger oder regionaler Anbieter grundsÃ¤tzlich auch insofern zulÃ¤ssig, als es der VergabebehÃ¶rde erlaubt ist, fÃ¼r einen bestimmten Auftrag nur einheimische Unternehmen zur Offertstellung einzuladen. Werden aber - wie hier - auch Anbieter aus anderen Regionen und Kantonen eingeladen, ist die VergabebehÃ¶rde ihnen gegenÃ¼ber an das Gebot der Gleichbehandlung bzw. das Verbot der Diskriminierung ge­bunden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) aa) Was das streitige Kriterium der Ortskenntnisse anbetrifft, ist es nicht von vornherein ausgeschlossen, dass angesichts der Eigenart eines zu vergebenden Auftrags allfÃ¤llige Kenntnisse der Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse von Nutzen sind und diese somit als sach­lich gerechtfertigtes Vergabekriterium erscheinen (VGr AG, AGVE 1998, S. 375 E. 6c, auch zum Folgenden). Die Ortskenntnisse des Anbieters mÃ¼ssen aber durch den konkreten Auftrag sachlich gerechtfertigt sein. Dieses Kriterium birgt nÃ¤mlich die Gefahr, lediglich vorgeschoben zu werden, um die einheimischen Anbieter in binnenmarktgesetzwidriger Weise zu begÃ¼nstigen. Sodann ist es auch nicht Sinn und Zweck des Vergabeverfahrens, die bisherigen Leistungserbringer zu bevorzugen, weil sie â sofern ihnen der Zuschlag (wiederum) erteilt wird â naturgemÃ¤ss mit den Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen besser vertraut sind. Dem bisherigen Leistungserbringer dÃ¼rfen keine Vorteile gewÃ¤hrt werden, die anderen Anbietern verwehrt sind (vgl. Peter Galli/Daniel Lehmann/Peter Rechsteiner, Das Ã¶ffentli­che Beschaffungswesen in der Schweiz, ZÃ¼rich 1996, Rz. 194). Durch eine solche Bevor­zugung wÃ¼rden das Gebot der Gleichbehandlung aller Anbietenden sowie die Pflicht zu einer unparteiischen Vergabe verletzt (Art. 1 Abs. 2 lit. b IVÃ¶B; VGr, 2. November 2000, VB.2000.00136). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Vorliegend kann es angesichts des zu vergebenden Auftrags von vornherein nicht auf allgemeine Ortskenntnisse ankommen, zumal diese fÃ¼r die KanalspÃ¼lungen ohne Bedeutung sind. Dies wird auch von der Beschwerdegegnerin anerkannt (Duplik S. 2). Wie die BeschwerdefÃ¼hrerin zu Recht ausfÃ¼hrt, sind derartige allgemeine Kenntnisse auch mit Bezug auf die Anfahrtswege und die allfÃ¤llig durch "Suchen" verlorene Zeit nicht relevant, da die dafÃ¼r aufgewendete Zeit nicht vergÃ¼tet wird. Soweit die Anfahrtswege unter dem Aspekt der VerfÃ¼gbarkeit von Bedeutung sind, wurden sie bereits unter jenem Zuschlags­kriterium berÃ¼cksichtigt (vgl. Beschwerdeantwort S. 2; Duplik S. 2).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdegegnerin will indessen das Kriterium "Ortskenntnisse" nicht auf allgemeine Kenntnisse der Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse, sondern konkret auf Lage, Verlauf, Zu­stand, Erschwernisse usw. des zu spÃ¼lenden Ã¶ffentlichen Kanalisationsnetzes beziehen. Eine derartige Auslegung lÃ¤sst sich in Anbetracht der ausgeschriebenen Leistungen noch mit dem Begriff "Ortskenntnisse" vereinbaren. Indessen erscheint es fraglich, inwieweit sich das so verstandene Kriterium sachlich rechtfertigen lÃ¤sst. Einerseits ist zu beachten, dass gemÃ¤ss Devis die Verrechnung der SpÃ¼lzeiten <i>inklusive Vorbereitung</i> erfolgt. Genaue Kenntnisse des zu spÃ¼lenden Kanalnetzes sind demzufolge von Vorteil, weil sie die Vorbe­reitungszeit verkÃ¼rzen, was sich direkt auf den zu vergÃ¼tenden Aufwand niederschlÃ¤gt. Anderseits ist davon auszugehen, dass sich die in Z ansÃ¤ssige BeschwerdefÃ¼hrerin anhand von PlÃ¤nen und frÃ¼heren Untersuchungsberichten die nÃ¶tigen Kenntnisse Ã¼ber das Ã¶rtliche Kanalnetz innert nÃ¼tzlicher Frist aneignen kann. Sodann hÃ¤lt die Beschwerdegegnerin sel­ber in den Ausschreibungsunterlagen fest: "Die Anwesenheit eines mit den Ã¶rtlichen Ver­hÃ¤ltnissen vertrauten Vertreters des Auftraggebers ist von Vorteil". Damit wird von Seiten der Beschwerdegegnerin in Aussicht gestellt, einen mit dem Ã¶rtlichen Kanalnetz vertrauten Gemeindevertreter zur VerfÃ¼gung zu stellen. Zwar steht dieser Satz unter dem Titel "2.2 Fernsehuntersuchungen", doch ergibt sich aus dem Kontext, dass er sich auf sÃ¤mtliche aus­geschriebenen Arbeiten, d.h. auch auf die KanalspÃ¼lungen bezieht. Unter diesen UmstÃ¤n­den kommt dem Kriterium "Ortskenntnisse" fÃ¼r den zu vergebenden Auftrag nur eine un­tergeordnete Bedeutung zu. Da dieses Zuschlagskriterium jedoch nur mit 10 % gewichtet wurde, ist dessen Festsetzung wie auch die vorgenommene Bewertung im Ergebnis noch vertretbar.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Nachdem gemÃ¤ss den Ausschreibungsunterlagen das Zuschlagskriterium <i>"Preis"</i> ein Gewicht von 70 % hat, muss ihm bei der Bewertung der Angebote eine Ã¼berra­gende Bedeutung zukommen. Vorliegend erhielt das preislich gÃ¼nstigste Angebot der Be­schwerdefÃ¼hrerin (Fr. 135'111.40) gemÃ¤ss der korrigierten Offertenzusammenstellung diesbezÃ¼glich die Maximalpunktzahl von 70. Das Angebot des Mitbeteiligten, das mit Fr. 151'675.05 um 12.3 % Ã¼ber demjenigen der BeschwerdefÃ¼hrerin liegt, wurde mit 62 Punkten bewertet und selbst das preislich hÃ¶chste Angebot der Firma S, das mit Fr. 175'378.80 um 29.8 % teurer ist dasjenige der BeschwerdefÃ¼hrerin, erhielt noch 54 Punkte. Anhand dieser Bewertung zeigt sich, dass die VergabebehÃ¶rde dem wichtigsten Kriterium ein viel geringeres Gewicht zumass, als in der Ausschreibung angekÃ¼ndigt wurde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Hinsichtlich der konkreten Bewertung der Angebote steht zwar der VergabebehÃ¶r­de ein weiter Ermessensspielraum zu, in den das Verwaltungsgericht nicht eingreifen darf. Wie eine Bewertungsskala hinsichtlich der Angebotspreise festzulegen ist, lÃ¤sst sich auch kaum in allgemein gÃ¼ltiger Weise bestimmen, sondern hÃ¤ngt stark von den konkreten Um­stÃ¤nden des Einzelfalls ab. Insbesondere ist die VergabebehÃ¶rde nicht gehalten, bei der Bewertung des Preises stets dem preislich gÃ¼nstigsten Angebot die Bestnote und dem teu­ersten Angebot die schlechteste Note zu geben. Ein derartiger Schematismus fÃ¼hrte na­mentlich dann, wenn sÃ¤mtliche Offertpreise nahe beieinander liegen, zu Verzerrungen; ebenso kÃ¶nnten Verzerrungen entstehen, wenn ein Angebot preislich stark von den Ã¼brigen nach oben oder nach unten abweicht. Die Bewertung hat aber in sachlich haltbarer Weise zu erfolgen, ansonsten der VergabebehÃ¶rde eine Ãberschreitung oder ein Missbrauch des Ermessens anzulasten wÃ¤re. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Vorliegend ist von Bedeutung, dass gemÃ¤ss den Ausschreibungsunterlagen eine <i>AufwandvergÃ¼tung</i> und keine LeistungsvergÃ¼tung vorgesehen war. Infolgedessen hatten die Anbieter in ihren Offerten in erster Linie ihre StundenansÃ¤tze fÃ¼r verschiedene Produk­tionsmittel sowie die DeponiegebÃ¼hr je Kubikmeter Schlamm zu kalkulieren. Demgegen­Ã¼ber wÃ¼rden bei einer LeistungsvergÃ¼tung (Einheits-, Pauschal- oder Globalpreis) die vom Anbieter zu erbringenden Leistungen pauschal abgegolten; der Aufwand des Unternehmers wÃ¤re dabei ohne Bedeutung und mÃ¼sste vom Anbieter im Rahmen der Offerteingabe selber kalkuliert werden. NaturgemÃ¤ss sind die Risiken und UnwÃ¤gbarkeiten bei der Aufwand­vergÃ¼tung sehr klein und liegen demzufolge die Angebotspreise in der Regel eng beieinan­der; schon eine Preisdifferenz von 10 % - 15 % erweist sich diesfalls als relativ gross. Dem­gegenÃ¼ber wÃ¤ren die den Anbieter treffenden Unsicherheiten bei der LeistungsvergÃ¼­tung viel grÃ¶sser, was sich in entsprechend grossen Abweichungen bei den Preisen der ein­zelnen Angebote niederschlÃ¼ge. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Unter diesen UmstÃ¤nden erweist es sich - auch unter Beachtung des der Vergabe­behÃ¶rde zustehenden Ermessensspielraums - als nicht sachgerecht, den Preisunterschied von 12.3 % zwischen dem preislich gÃ¼nstigsten Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin und demjenigen des Mitbeteiligten lediglich in Form eines Unterschieds von acht Bewertungs­punkten zu berÃ¼cksichtigen. Es ist zwar nicht Sache des Verwaltungsgerichts, anstelle der VergabebehÃ¶rde eine eigene Bewertungsskala aufzustellen. Da vorliegend wie erwÃ¤hnt die zu erbringenden Leistungen nach Aufwand vergÃ¼tet werden, steht aber immerhin fest, dass ein derartiger Preisunterschied zu einer mindestens doppelt so hohen Punktedifferenz fÃ¼h­ren mÃ¼sste. Im Fall einer - vorliegend wohl zulÃ¤ssigen - linearen Punkteverteilung, bei der das preislich teuerste Angebot der Firma S 0 Punkte erhielte, wÃ¼rden dem Mitbeteiligten gar nur 41 Punkte zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) KÃ¶nnen dem Angebot des Mitbeteiligten beim Kriterium "Preis" nur rund 40-55 Punkte zugesprochen werden, so steht damit steht fest, dass das Angebot der Beschwerde­fÃ¼hrerin insgesamt die hÃ¶chste Punktzahl erreicht. Aufgrund der Bewertungsmatrix der Be­schwer­de­geg­ne­rin ist der Auftrag daher an sie und nicht an den Mitbeteiligten zu vergeben. Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwer­de.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat die Bewertung ihres Angebots auch bei den Krite­rien "VerfÃ¼gbarkeit" und "Referenzen" beanstandet. Wie es sich damit verhÃ¤lt, ist fÃ¼r den Ausgang des Verfahrens nicht mehr von Bedeutung und kann offen bleiben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Erweist sich die Beschwerde als begrÃ¼ndet und ist der Vertrag mit dem bevor­zug­ten Anbieter noch nicht abgeschlossen, so wird der angefochtene Vergabeentscheid aufgehoben. GemÃ¤ss Art. 18 IVÃ¶B kann das Ver­wal­tungs­ge­richt sodann in der Sache selbst entscheiden oder sie â allenfalls mit verbindlichen Anordnungen â an die vergebende Be­hÃ¶rde zurÃ¼ckweisen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da dem Gericht jedoch nicht bekannt ist, ob mit dem Zuschlag allenfalls Nebenbe­stimmungen oder ergÃ¤nzende vertragliche Rege­lungen â z.B. mit Bezug auf die durch das Beschwerdeverfahren verzÃ¶gerte Terminpla­nung â zu verbinden sind (vgl. dazu VGr, 17. Februar 2000, BEZ 2000 Nr. 25, E. 5b), wÃ¤re es nicht zweckmÃ¤ssig, den Zuschlag un­mittelbar mit dem Beschwerdeentscheid zu erteilen. Die Sache ist vielmehr mit einer ent­sprechenden Weisung an die Vor­in­stanz zurÃ¼ckzuwei­sen. SelbstverstÃ¤ndlich dÃ¼rfen der BeschwerdefÃ¼hrerin aber mit dem Zuschlag keine Auf­lagen gemacht werden, die von der Sache her nicht gerechtfertigt sind oder dem von der Vergabestelle bevorzugten Anbieter unter gleichen Voraussetzungen nicht auferlegt wÃ¼r­den. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Vergabeentscheid aufgeho­ben. Die Sache wird an die Gemeinde X zu­rÃ¼ckgewiesen, um den Zuschlag an die Be­schwerdefÃ¼hrerin zu erteilen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ... </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>