B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5641/2010 U r t e i l v o m 1 . M ä r z 2 0 1 3 Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Vito Valenti, Gerichtsschreiber Daniel Golta. Parteien B._______, Beschwerdeführerin, gegen 1. KPT Krankenkasse AG, 2. CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfall- versicherung AG, 3. ASSURA Kranken- und Unfallversicherung, 4. Association Groupe Mutuel, 5. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, 6. Kolping Krankenkasse AG, 7. SUPRA Caisse-maladie, 8. Atupri Krankenkasse, 9. SanaTop Versicherungen AG in Liquidation, alle vertreten durch Dr. Andreas Jost, Rechtsanwalt, Beschwerdegegnerinnen, Regierungsrat des Kantons Bern, Vorinstanz. Gegenstand Tariffestsetzung für die stationäre Behandlung zu Lasten der OKP ab 2005; Regierungsratsbeschluss Nr. [...] vom 30. Juni 2010. C-5641/2010 Seite 3 Sachverhalt: A. Am 2. März 2009 eröffnete die Gesundheits - und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (im Folgenden: GEF) ein Verfahren zur Festsetzung des Tarifs für die stationäre Behandlung zu Lasten der obligatorischen Kra n- kenpflegeversicherung (im Folgenden: OKP) in der A._______ (im Fo l- genden: Beschwerdeführerin) ab 1. Januar 2005 im Verhältnis zu 9 Kra n- kenversicherern. Mit Eingabe vom 14. April 2009 stellte die Beschwerd e- führerin verschiedene Anträge, machte Ausführungen in der Sache und reichte für die Jahre 2004 und 2007 diverse Daten ein, auf welche sie sich bezog. Mit Schreiben vom 14. August 2009 reichte die Beschwerd e- führerin Unterlagen betreffend das Kalenderjahr 2003 ein und hielt an den in ihrem Schreiben vom 14. April 2009 gestellten Begehren fest (im vor - instanzlichen Ordner "Tarifverhandlungen & Festsetzu ng nach Bunde s- ratsentscheid vom 30.1.2008 RRB 1032 -1041 vom 30.6.2010 Teil 3 [im Folgenden: RR7] L4). Am 11. November 2009 machte die Beschwerd e- führerin gegenüber der GEF Angaben betreffend die Anzahl tatsächlich betriebener Betten und der Belegung dieser Betten (vgl. act. 22). Am 8. März 2010 nahm die Beschwerdeführerin zu der von der Vorinstanz ei n- geholten Empfehlung der Eidgenössischen Preisüberwachung (PUE) vom 15. Januar 2010 Stellung und reichte weitere Unterlagen betreffend das Jahr 2003 zu den Akten . Mit Beschluss Nr. [...] vom 30. Juni 2010 (act. 1.1 der Beschwerdeakten, im Folgenden: angefochtener Regi e- rungsratsbeschluss bzw. RRB) setzte der Regierungsrat den Tarif für die stationäre Behandlung zu Lasten der OKP in der Klinik der Beschwerd e- führerin im Verhältnis zu den nachfolgend aufgezählten Krankenversiche- rern für die Zeit vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2009 in Form einer Tagespauschale auf Fr. 1'021.- pro Tag (inkl. Arztleistungen) fest. Als Krankenversicherer betroffen waren neben den rubr izierten Beschwerde- gegnerinnen 1-4 und 6-8 die Caisse Maladie Hotela (im Folgenden: Hote- la; zu Beginn Beschwerdegegnerin 5) und die SanaTop Versicherungen AG (im Folgenden: SanaTop bzw. Beschwerdegegnerin 9; zusammen im Folgenden: Krankenversicherer bzw. Beschwerdegegnerinnen). B. B.a Gegen den Regierungsratsbeschluss Nr. [...] erhob die Beschwerd e- führerin am 6. August 2010 Beschwerde an das Bundesverwaltungsg e- richt und stellte die folgenden Anträge: C-5641/2010 Seite 4 1. Die Verfügung vom 30. Juni 2010 des Regierungsrates des Kantons Bern sei aufzuheben. 2. Als Basistarif für das Jahr 2005 für die Beschwerdegegner 1 -8 sei der Betrag von Fr. 8'539. - gemäss Tariffestsetzungsgesuch vom 14. April 2009 pro Fall gemäss BFP -Modell festzusetzen. Für den Beschwerdegegner 9 (SanaTop) sei für das Jahr 2005 kein Tarif festzusetzen. 3. Eventualiter zu Ziffer 2 seien für das Jahr 2005 folgende Fachgebietspa u- schalen festzusetzen. Durchschnittliche Kosten pro Fall i m Jahr 2004 = Basispreis pro Austritt (Säuglinge inkl.) mit folgenden Gewichtungsfaktoren: Fr. 9'771.- Fachgebiet Kosten– gewichtungs- faktor Allg. Chirurgie inkl. Gastroenterologie 1.0194 Gynäkologie + Geburtshilfe (inkl. Säuglinge) 0.8867 Herzchirurgie 4.0770 HNO 0.5615 Kardiologie 0.9753 Kieferchirurgie 1.7102 Medizin 1.1382 Neurochirurgie 1.2967 ONKO 0.6084 Ophthalmologie 0.5910 Orthopädie 1.0247 Plastische Chirurgie 0.7273 Thorax und Gefässe 1.0503 Urologie 0.8979 4. Subeventualiter: Die Verfügung vom 30. Juni 2010 sei aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurück zu weisen zur Festsetzung eines sachg e- rechten Tarifs 2005, der die nachgewiesenen Kosten vollständig deckt. 5. Subsubeventualiter: Die Verfügung vom 30. Juni 2010 sei aufzuheben und es seien je für die Jahre 2005, 2006, 2007, 2008 und 2009 folgende Fachge- bietspauschalen festzusetzen: C-5641/2010 Seite 5 Bemessungsjahr 2004 2005 2006 2007 2008 Anwendungsjahr 2005 2006 2007 2008 2009 nachgewiesene Kosten gemäss STM 25'201'215 31'120'606 29'646'681 29'473'492 29'325'249 Arzthonorare 7'718'273 6'449'212 6'781'485 7'256'963 7'686'326 Total Kosten 32'919'488 37'569'818 36'428'166 36'730'455 37'011'575 Austritte ohne UVG, SZ und Säuglinge 3'369 3'562 3'614 3'967 4'296 Basiswert = durchschnittliche Kosten pro Fall im Be- messungsjahr 9'771 10'547 10'080 9'259 8'615 Jeweils mit den unter Ziffer 3 genannten Kostengewichtungsfaktoren. 6. Subsubsubeventualiter: Die Verfügung vom 30. Juni 2010 sei aufz u- heben und die Sache an die Vorinstanz zurück zu weisen zur Fes t- setzung eines sachgerechten Tarifs je für die Jahre 2005 , 2006, 2007, 2008 und 2009, der die nachgewiesenen Kosten vollständig deckt. 7. Alles unter Kosten - und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vori n- stanz und der Beschwerdegegner. B.b Am 17. September 2010 leistete die Beschwerdeführerin den ihr vom Bundesverwaltungsgericht auferlegten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'000.-. B.c Mit Vernehmlassung vom 20. September 2010 beantragte der Regi e- rungsrat die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. B.d Mit Beschwerdeantwort vom 21. September 2010 beantragten die Beschwerdegegnerinnen die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne – unter Kosten- und Entschädigungsfolge. B.e Am 22. Oktober 2010 nahm die PUE Stellung und stützte den vom Regierungsrat festgesetzten Tarif. B.f Am 20. Dezember 2010 nahm das B undesamt für Gesundheit (BAG) Stellung und erklärte, dass die Beschwerde im Sinne seiner Ausführu n- gen abzuweisen sei. C-5641/2010 Seite 6 B.g Mit Schreiben vom 20. Mai 2011 beantragte der Regierungsrat die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. B.h In ihren Schlussbemerkungen vom 20. Mai 2011 hielten die B e- schwerdeführerin und in ihren Schlussbemerkungen vom 23. Mai 2011 auch die Beschwerdegegnerinnen je an ihren Anträgen fest. B.i Am 20. Juni 2011 schloss das Bundesverwaltungsgericht den Schri f- tenwechsel ab. B.j Auf Aufforderung des B undesverwaltungsgerichts hin nahm der Ve r- treter der Beschwerdegegnerinnen mit Eingaben vom 10., 19., 20. und 24. April 2012 zur Frage der vom umstrittenen Tarif konkret betroffenen Krankenversicherer Stellung und reichte mehrere Dokumente und zwei Vollmachten zu den Akten (vgl. act. 17-20). B.k Vom Bundesverwaltungsgericht dazu aufgefordert reichte die Vori n- stanz am 7. September 2012 eine Kopie der E-Mail der Beschwerdefüh- rerin vom 11. November 2009 ein (vgl. oben A.). B.l Mit Schreiben vom 13. Februar 2012 inform ierte die B._______ das Bundesverwaltungsgericht dahingehend, dass im Jahr 2012 die C._______ gegründet und die A._______ in B._______ unbenannt wor- den sei. C. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit entscheidrelevant, im Rahmen der nachfolgenden Erwägu n- gen eingegangen. C-5641/2010 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Vorweg ist auf Folgendes hinzuweisen: Mit Wirkung gegenüber dense l- ben Krankenversicherern ist insgesamt für 9 Privatspitäler gegen die r e- gierungsrätliche Festsetzung des OKP -Tarifs für die stationäre Behan d- lung für die Zeit vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2009 Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht geführt worden. Am 6. Juli 2012 fällte di e- ses im Verfahren C -5550/2010 das inzwischen al s BVGE 2012/18 publi- zierte Urteil, auf dessen Erwägungen im Folgenden mehrfach verwiesen wird. Die ÖKK ist für das vorliegende Verfahren an die Stelle der ursprünglich als Beschwerdegegnerin 5 geführten Hotela getreten und wird durch das vorliegende Urtei l entsprechend berechtigt und verpflichtet und anstelle der Hotela im Rubrum geführt. Die SUPRA, die am Beschwerdeverfahren bereits für sich selbst als Beschwerdegegnerin 7 beteiligt war und ist, tritt für das vorliegende Verfahren in Bezug auf das OKP -Geschäft der Sana- Top an deren Stelle als Beschwerdegegnerin, wobei zur grösseren Übe r- sichtlichkeit die SanaTop im Rahmen dieses Urteils (weiterhin) separat als Beschwerdegegnerin 9 behandelt und im Rubrum geführt wird, was nichts daran ändert, dass das vorlie gende Urteil in Bezug auf das OKP - Geschäft der SanaTop an deren Stelle die SUPRA berechtigt und ve r- pflichtet. Gemäss dem Handelsregister des Kantons Bern (vgl. die Handelsregi s- terauszüge vom 14. Februar 2012 [act. 25 f.]) wurde die ursprünglich Be- schwerde führende A._______ (Firmennummer […]) am 27. Juni 2012 in C._______ umbenannt. Zugleich wurde ihr bisheriger Zweck "Betrieb von Kliniken nach dem Belegarzt -System" geändert und lautet neu: "Die G e- sellschaft bezweckt den Betrieb einer Holding -Gesellschaft durch direkte und indirekte Beteiligung an Kapitalgesellschaften, namentlich durch das Halten und Verwalten von Aktien und anderen Beteiligungen an Kliniken und anderen Institutionen des Gesundheitswesens sowie damit zusa m- menhängende Koordinations -, Finanz ierungs- und Managementaufg a- ben.". Ebenfalls am 27. Juni 2012 wurde die B._______ (Firmennummer […]) mittels Sacheinlage gegründet: Die A._______ (nun: C._______) übertrug Aktiven von Fr. […] und Passiven (Fremdkapital) von Fr. […] auf die B._______. Als Gegenleistung wurden 2'000 voll liberierte Namena k- tien zu nom. je Fr. 1'000.00 ausgegeben. Die B._______ bezweckt den Betrieb von Kliniken, namentlich der Klinik D._______ in E._______. In C-5641/2010 Seite 8 Bezug auf das vorliegende Verfahren ist somit die B._______, welche das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 13. Februar 2013 auf die Mutation hingewiesen hat, an die Stelle der ursprünglich als Beschwerde- führerin ge führten A._______ getreten und wird durch das vorliegende Urteil berechtigt und verpflichtet. 2. Das Bun desverwaltungsgericht ist zur Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde zuständig (vgl. Art. 47 Abs. 1, 53 Abs. 1 und Art. 90 a des Bun- desgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung [KVG, SR 832.10]). Dabei richtet sich das Beschwerdeverfahren grundsätzlich nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsve r- fahren (VwVG, SR 172.021) und nach Art. 53 KVG in der seit dem 1. Januar 2009 geltenden Fassung (vgl. BVGE 2012/18 nicht publizierte E. 2). 3. 3.1 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Tariffestsetzungsver- fahren teilgenommen, ist als primäre Adressatin durch den angefocht e- nen Regierungsratsbeschluss besonders berührt, hat insoweit an dessen Aufhebung bzw. Abänderung ein schutzwürdiges Interesse, und ist daher zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formge- recht erhobene Beschwerde ist, nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, grundsätzlich einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 3.2 3.2.1 Die Krankenversicherer machen geltend, dass die Beschwerdefü h- rerin im Beschwerdeverfahren entgegen Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG in u n- zulässiger Weise neue Begehren stelle bzw. sich auf neue Beweismittel und Tatsachen berufe und im entsprechenden Umfang auf die Beschwer- de daher nicht einzutreten sei. 3.2.2 Die Neuheit eines Begehrens im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG bestimmt sich analog der Praxis des Bundesgerichts zu Art. 99 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) nach dem Streitgegenstand, welcher vor B undesverwaltungsgericht nur noch eingeschränkt, aber nicht ausgeweitet oder geändert werden kann. Wu r- de die vor Bundesverwaltungsgericht behauptete Tatsache nicht schon der Vorinstanz vorgetragen oder fand sie nicht auf anderem Weg in pr o- zessual zulässiger Weise Eingang in das Dossier, ist sie neu, andernfalls C-5641/2010 Seite 9 nicht (vgl. BVGE 2012/18 E. 3.2.2). Allerdings kann nicht Kongruenz der Sachdarstellungen verlangt werden; vielmehr ist es mit dem Novenverbot vereinbar, wenn die Partei im vorinstanzlichen Verfahren schon einen be- stimmten Standpunkt vertreten hat und dazu im Beschwerdeverfahren l e- diglich sachbezogene Präzisierungen vornimmt (vgl. MEYER/DORMANN, Art. 99, in Bundesgerichtsgesetz [Basler Kommentar], Marcel Alexander Niggli/Peter Uebersax/Hans Wiprächtige r [Hrsg.], 2. A., Basel 2011, N 20). 3.3 Die Krankenversicherer legen nicht dar, welche unzulässigen B e- weismittel oder Tatsachen die Beschwerdeführerin neu in das Beschwe r- deverfahren eingebracht haben soll. Ob zwei von der Beschwerdeführerin im Rah men der Bes chwerde vorgebrachte Tatsachenbehauptungen im Lichte von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG unzulässig sind, ist später zu prüfen (vgl. unten E. 4.6, 4.7.2). Die Einwände der Krankenversicherer stossen im Übrigen ins Leere. 3.4 Zu den einzelnen Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin ist Fo l- gendes auszuführen: Die Beschwerdeführerin kann ohne Weiteres die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und die Rückweisung zu neuem Entscheid sowie Anträge betreffend Kosten- und Entschädigungs- folgen des Beschwerdeverfahrens stellen (vgl. BVGE 2012/18 nicht publi- zierte E. 3.4.2 sowie [publizierte]E. 3.4.3). Bereits in ihrem Schreiben vom 14. April 2009 verlangte die Beschwerdeführerin von der Vorinstanz, dass lediglich für das Jahr 2005 ein Tarif bzw. für die einzelnen Jahre ab 2005 je ein separater Tarif festzusetzen sei und führte aus, dass für die San a- Top eine rückwirkende Tariffestsetzung nicht in Frage komme. Somit sind die entsprechenden Beschwerdeanträge nicht neu und verstossen nicht gegen Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG (vgl. BVGE 2012/18 E. 3.5). Die B e- schwerdeführerin kann auch die Verwendung eines anderen als des h o- heitlich festgesetzten Tarifsystems beantragen. Die Krankenversicherer machen geltend, die Beschwerdeführerin verlange mit ihrer Beschwerde im Rahmen des Berner F allpreispauschalensystems (BFP) eine höhere Baserate als in ihrer letzten Eingabe gegenüber der Vorinstanz. Ob im gerügten Mehrumfang auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, kann o f- fen bleiben, zumal der angefochtene Beschluss (bereits) ausgehend von den gegenüber der Vorinstanz zuletzt beantragten Tarifbasisbeträgen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. unten E. 4.8). C-5641/2010 Seite 10 4. 4.1 Der vorliegende Entscheid ist in materiellrechtlicher Hinsicht im Lichte des Art. 49 KVG, in der Fassung vom 18. März 1994 (AS 1995 1328), zu beurteilen – und zwar auch für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. D e- zember 2009 – und es ist auf die VKL in der vom 1. Januar 2005 bis Ende Dezember 2008 gültigen Fassung abzustellen (vgl. BVGE 2012/18 nicht publizierte E. 5.6 m.w.H.). 4.2 Die hoheitliche Festsetzung stationärer Spitaltarife zu Lasten der OKP hat gestützt auf das Spitaltaxmodell der Preisüberwachung zu erfolgen (nachfolgend: PUE -Modell), wobei als Basis für die Festlegung eines OKP-Tarifs des Jahres X grundsätzlich die ausgewiesenen Kosten des Jahres X-2 gelten, sodass vorliegend mangels besonderer Umstände, die ein Abweichen von dieser Regel rechtfertigen würden, auf die Kosten bzw. Daten aus dem Jahr 2003 abzustützen ist (vgl. BVGE 2012/18 E. 6, 8 ff.). 4.3 Mit Hilfe d es PUE-Modells werden die für die Bemessung des OKP - Tarifs anrechenbaren Betriebskosten bestimmt. Dieses Modell geht von den tatsächlich für die Leistungserbringung aufgebrachten, transparent ausgewiesenen (und belegten) Betriebskosten des stationären Spit alteils angefallenen Kosten aus und bestimmt den Anteil dieser Kosten, der KVG-konform der OKP belastet werden kann. Dabei werden die anr e- chenbaren Kosten für die meisten Positionen unter Berücksichtigung normativer Zu- und Abschläge ermittelt (vgl. BVGE 2012/18 E. 8.1 ff.). Als Betriebskosten des stationären Spitalteils gelten die Kosten, die für die stationäre Behandlung einschliesslich Aufenthalt in einem Spital in der allgemeinen Abteilung zu Lasten der OKP anfallen (im Folgenden: OKP - Inputkosten; vgl. Art. 49 Abs. 1 KVG; BVGE 2010/62 E. 4.12, 4.12.1; BVGE 2012/18 E. 8.3). Dabei ist der Begriff der allgemeinen Abteilung funktional auszulegen und es sind für die Festsetzung der Tarife betre f- fend die stationäre Behandlung im Spital neben denjenigen Leistun gen und Kosten, die sich auf (lediglich) grundversicherte Patientinnen und Pa- tientinnen beziehen, auch diejenigen massgeblich, die sich auf zugleich grund- und zusatzversicherten Patientinnen und Patienten beziehen, die ebenfalls zu den OKP -Versicherten zu zählen sind (vgl. BVGE 2010/62 E. 4.12.2, RKUV 2004 S. 37). Darüber hinausgehende, zugunsten der Zusatzversicherten erbrachte Leistungen und deren Mehrkosten sind hin- gegen für die Bestimmung der anrechenbaren Kosten auszuscheiden (vgl. BVGE 2010/62 E. 4.12.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_383/2009 vom 9. März 2010 E. 2.2). Weiter sind die nicht stationären Leistungen, C-5641/2010 Seite 11 die zu Lasten der OKP erbracht werden, und deren Kosten (ambulante und teilstationäre Leistungen) auszuscheiden. Auch jene stationär durc h- geführten Behandlungen und Massnahmen, die ausserhalb des Anwe n- dungsbereichs des KVG erbracht werden (im Folgenden: Nicht -OKP- Leistungen; vgl. Art. 1a KVG i.V.m. Art. 24 und Art. 25 -31 KVG; RKUV 1997 S. 347), fallen ausser Betracht (vgl. Art. 49 Abs. 1 KVG und RKUV 2004 S. 37, je e contrario ). Dies betrifft insbesondere unfallbezogene Leistungen, für welche die Unfallversicherung (UV) aufkommt, und Lei s- tungen für Personen, die der Versicherungspflicht nach KVG nicht unte r- stellt sind (z.B. ausländische Touri sten) und daher selbst für die entspr e- chenden Kosten aufkommen müssen (sogenannte Selbstzahler [SZ]; vgl. Entscheid des Bundesrats vom 20. Dezember 2000 betreffend die Spita l- liste des Kantons Luzern] E. II.5.2.5.1; RKUV 2004 S. 37). Somit müssen zur Ermittlung der massgeblichen OKP -Inputkosten vorab die aufgeführ- ten übrigen Leistungen und Kosten , insbesondere betreffend Nicht -OKP- Patientinnen und -Patienten ausgeschieden werden. Auch erlaubt es erst eine entsprechende Ausscheidung, die Anzahl der tatsächlic h betrieb e- nen stationären OKP-Betten einerseits und die zu Lasten der stationären OKP-Patientinnen und -patienten erbrachten Pflegetage bzw. die Anzahl der Austritte stationärer OKP -Patientinnen und -Patienten zu bestimmen (vgl. BVGE 2012/18 E. 12). Sollte eine vollständige Ausscheidung der Nicht-OKP-Patienten nicht transparent möglich sein, ist im Rahmen des PUE-Modells in einem zweiten, späteren Schritt der verbleibenden Un- schärfe bei der Beurteilung der Datentransparenz und bei der Festse t- zung des Kostendeckungsgrades Rechnung zu tragen. 4.4 4.4.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass für die Berechnung des Tarifs für stationäre Leistungen zu Lasten der OKP von den tatsächli- chen für die entsprechende Leistungserbringung angefallenen Kosten auszugehen ist. Sie macht aber geltend, dass der Regierungsrat zu U n- recht davon abgesehen habe, die Nicht-OKP-Leistungen und deren Ko s- ten auszuscheiden. 4.4.2 Mit ihren Eingaben vom 14. August 2009 und 8. März 2010 und den zugleich eingereichten Unterlagen machte die Beschwerdeführerin für das Jahr 2003 für den Betrieb des gesamten stationären Spitalteils Ko s- ten von insgesamt Fr. 24'790'501.- (ohne Arzthonorare) geltend, wovon Fr. 850'000.- für die Erbringung von stationären Leistungen zu Lasten der Unfallversicherung/Invalidenversicherung/Militärversicherung (UV/IV/MV ; im Folgenden vereinfachend: UV) und Fr. 195'000.- zu Lasten von C-5641/2010 Seite 12 Selbstzahlern bzw. "Ausländern" (im Folgenden vereinfachend: SZ) auf- gebracht worden seien . Diese Kosten in der Höhe von insgesam t Fr. 1'045'000.- seien auszuscheiden. Zu Lasten der OKP seien für das Erbringen stationärer Leistungen somit lediglich die verbleibenden Fr. 23'745'501.-, welche zusammen mit den Arzthonoraren die massge b- lichen OKP-Inputkosten bildeten, ausschlaggebend. In den beiden Einga- ben führte die Beschwerdeführerin weiter aus, dass v on den 3'538 aus- gewiesenen stationären Austritten nur 3'260 auf OKP-Patientinnen und - Patienten entfielen, während 255 Austritte UV -Fälle und 23 Austritte SZ - Fälle betr äfen. D ie Beschwer deführerin erklärte, dass sie für die Aus- scheidung der Nicht -OKP-Fälle eine Schätzung habe vornehmen mü s- sen, da die entsprechenden Daten infolge eines Systemwechsels nicht mehr zur Verfügung ständen . Für die Schätzung stellte sie auf den Durchschnitt der Anzahl von UV- und SZ-Fällen in den Jahren 2004, 2006 und 2007 und der damit generierten Einkünfte ab. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin in der zwe i- ten Eingabe keine zusätzliche Anrechnung von Debitorenverlusten in der Höhe von Fr. 82'211.- mehr verlangt hat, weshalb darauf vorliegend nicht weiter einzugehen ist. 4.4.3 Im angefochtenen Beschluss ging der Regierungsrat (abzüglich der kalkulatorischen Arzthonorare von Fr. 5'476'824 ) von (OKP-)Inputkosten in der Höhe von Fr. 24'790'501.-, von 3'538 Austritte n und von 22'364 Pflegetagen aus. Dies entspricht den Angaben, wie sie die Beschwerd e- führerin in Bezug auf den gesamten st ationären Spitalteil deklariert hatte, umfasst also auch Leistungen und Kosten, die gemäss Angabe n der Be- schwerdeführerin für Nicht -OKP-Patientinnen und -Patienten erbracht worden waren . Der Regierungsrat war sich bewusst , dass die von ihm eingesetzten (OKP-)Inputkosten gemäss Angaben der Beschwerdeführe- rin auch Nicht-OKP-Fälle betrafen und dass die B eschwerdeführerin de- ren Ausscheidung verlangt hatte . Warum er dennoch auf diese Zahlen abstützte und keine Ausscheidung vornahm, begründete er hingegen nicht, sondern führte lediglich pauschal aus, dass er sich für die Tarifbe- rechnung (neben den dokumentierten Überlegungen der Preisüberw a- chung) auf die Angaben der Klinik abstütze (vgl. Ziffern 1.4.4, 1.7.1, 2.5.2 des angefochtenen Beschlusses). 4.4.4 In ihrer Beschwerde machte die Beschwerdeführerin (erneut) gel- tend, dass für Nicht -OKP-Fälle Fr. 1'045'000.- von den stationären B e- triebskosten abzuziehen seien und (neben den Arzthonoraren) somit von massgeblichen OKP-Inputkosten in der Höhe von Fr. 23'745'502.- auszu-C-5641/2010 Seite 13 gehen sei (vgl. insbesondere S. 39 f. der Beschwerde). Nach Abzug von 278 Nicht-OKP-Fällen sei ausserdem von lediglich 3'260 stationären OKP-Austritten auszugehen. Von den deklarierten 22'364 stationären Pflegetagen entfielen geschätzte 1'607 a uf UV -Fälle und 145 auf SZ - Fälle, die alle auszuscheiden seien (vgl. insbesondere Beschwerdebeila- ge 16). 4.4.5 Die Beschwerdegegnerinnen, die PUE und das BAG haben zur b e- antragten Ausscheidung von Nicht-OKP-Fällen nicht Stellung genommen. 4.5 In seiner Vernehmlassung erklärte der Regierungsrat erneut, dass er sich für die Tarifberechnung auf die Angaben der Beschwerdeführerin ab- gestützt habe. Wieso er auf sich auf die Zahlen der Beschwerdeführerin abgestützt hat, die auch Nicht -OKP-Fälle umfasst en und nicht auf die Zahlen, die nach entsprechender Ausscheidung lediglich OKP -Fälle b e- trafen, begründete er hingegen nicht. Er verwies diesbezüglich lediglich auf seine in Ziffer 2.5.4 des angefochtenen Beschlusses enthaltenen Aus- führungen. Diese äussern sich aber nicht zur Ausscheidung von Nicht - OKP-Fällen, sondern nur zur Datentransparenz und zum Kostend e- ckungsgrad und können erst in Bezug auf eine nach der Ausscheidung al- lenfalls verbleibende Unschärfe zum Zug kommen (vgl. oben E. 4.3). Da der Regierungsrat seinen Verzicht auf die von der Beschwerdeführerin beantragte Ausscheidung der Nicht -OKP-Fälle nicht zu rechtfertigen ve r- mag und aus den Akten keine rechtfertigenden Umstände hervorgehen, kann sein Vorgehen nicht geschützt werden. 4.6 Da die Angaben der Beschwerdeführerin betreffend die Anzahl der Nicht-OKP-Fälle nicht substantiiert bestritten wurden, sind die entspr e- chenden Fälle auszuscheiden und für die Tarifbemessung auf die lediglich die OKP-Fälle betreffenden Daten abzustützen. Demnach ist (neben den Arzthonoraren) von OKP-Inputkosten in der Höhe von Fr. 23'745'501.- und von 3'260 stationären OKP-Austritten auszugehen. Die Beschwerdeführerin führte erstmals in der Beschwerde an, wie viele der deklarierten 22'634 stationären Pflegetage auf Nicht-OKP-Fälle entfie- len bzw. dass nach Ausscheidung der Nicht -OKP-Fälle noch 20'612 bzw. 20'613 OKP-Pflegetage verbleiben (vgl. diesbezüglich die mathematisch nicht kongruente Aufteilung der Pflegetage in OKP -, UVG- und SZ-Fälle der Kostenträgerrechnung 2003 [Beschwerdebeilage 16]). Dabei handelt es sich um eine neue Tatsachenbehauptung, welche die Beschwerdefüh- rerin vor der Vorinstanz hätte vorbringen können , aber nicht vorgebracht C-5641/2010 Seite 14 hat. Allerdings hat sie im vorinstanzlichen Verfahren mehrfach geltend gemacht, dass 278 Austritte Nicht -OKP-Fällen zuzurechnen und entspr e- chende Kosten in der Höhe von Fr. 1'045'000.- auszuscheiden seien, womit auch eine entsprechende Reduktion der stationären Pflegetage einhergehen musste. Soweit die Beschwerdeführerin die Anzahl der b e- troffenen Pflegetage in der Beschwerde erstmals spezifiziert, handelt es sich dabei um eine zulässige sachbezogene Präzisierung zu einem b e- reits im vorinstanzlichen Verfahren vertretenen Standpunkt (vgl. oben E. 3.4). 4.7 4.7.1 Im Rahmen der Anwendung des PUE -Modells wirkt sich die A us- scheidung von Nicht -OKP-Fällen nicht nur auf die OKP -Inputkosten aus (und auf den darin jeweils enthalten Anteil von Personal- und Sachkosten zueinander), sondern auch auf alle der davon abhängigen normativen Zu- und Abschläge. Auch allfällige kalkulatorische Arzthonorare sind lediglich auf der Basis der OKP-Fälle zu berechnen und anzurechnen. 4.7.2 Die Ausscheidung der Nicht -OKP-Fälle hat allerdings auch Einfluss – im Rahmen des PUE -Modells – auf die Prüfung einer allfälligen Übe r- kapazität und der Berechnung des entsprechenden Abzugs. Zum einen stehen Betten, die von Nicht -OKP-Patienten in Anspruch genommen werden, nicht zugleich für eine Belegung durch OKP -Patientinnen und - Patienten zur Verfügung. Sie sind daher bei der Ermittlung der tatsächlich betriebenen stationären OKP-Betten auszuscheiden. Im Gegenzug sind für die Bettenbelegung lediglich die von stationären OKP -Patientinnen und -Patienten belegten Betten zu berücksichtigen. Ausserdem kann d ie Ausscheidung von Nicht -OKP-Fällen zu einer Verschiebung des auf (Grund- und) Zusatzversicherte entfallenden Anteils an den insgesamt erbrachten stationären OKP-Leistungen führen. 4.7.3 Vorliegend ist nicht ersichtlich und abzuklären, inwiefern die B e- schwerdeführerin in ihren Dokumenten bei der Anzahl der tatsächlich b e- triebenen Betten die Betten ausgeschieden hat, die wegen ihrer Bese t- zung durch Nicht -OKP-Patientinnen und -Patienten für OKP -Fälle nicht zur Verfügung standen (vgl. insbesondere Beilage zur Eingabe vom 14. August 2009, Anhang 2 zur Eingabe vom 8. März 2010 und E -Mail vom 11. November 2009 ). Ebenfalls unklar und abzuklären ist, wie hoch der Anteil der Zusatzversicherten an den nach der Ausscheidung verble i- benden OKP-Fällen ist. Angesichts dieses Abklärungsbedarfs betreffend die tatsächlich betriebenen OKP-Betten kann offen bleiben, ob die mit der C-5641/2010 Seite 15 Beschwerde (S. 39 f.) neu vorgebrachte Behauptung, dass an den W o- chenenden jeweils 30 Betten gesperrt gewesen bzw. nicht als OKP - Betten betrieben worden seien, im Lichte von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG als unzulässig zu taxieren ist. 4.8 Die Beschwerde ist daher insofern gutzuheissen, als der angefocht e- ne Regierungsratsbeschluss Nr. [...] vom 30. Juni 2010 in Bezug auf die Beschwerdegegnerinnen 1 -8 aufzuheben und die Sache zur Vornahme der notwendigen Abklärungen und zum neuen Entscheid über den ab 1. Januar 2005 für die stationäre Behandlung in der Klinik der Beschwe r- deführerin zu Lasten der OKP geltenden Tarif an die Vorinstanz zurüc k- zuweisen ist. 5. Zu welchem Zeitpunkt der SanaTop die Bewilligung zur Durchführung der sozialen Krankenversicherung erteilt wurde, ist aus den Akten nicht e r- sichtlich. Da sie am 21. Juni 2006 im Handelsregister eingetragen wurde, verfügte sie davor jedenfalls nicht um eine entsprechende Bewilligung. Letztere Voraussetzung ist Bedingung dafür, dass gegenüber einem Krankenversicherer überhaupt ein hoheitlicher OKP -Tarif festgesetzt wer- den kann. Also hat der Regier ungsrat zu Unrecht für den Zeitraum vom 1. Januar 2005 bis zu dem Zeitpunkt, ab welchem der SanaTop die Bewil- ligung zur Durchführung der sozialen Krankenversicherung erteilt wurde, einen OKP-Tarif zwischen der Beschwerdeführerin und der SanaTop fest- gesetzt (zum Ganzen vgl. BVGE 2012/18 E. 22). Die Beschwerde ist daher auch insofern gutzuheissen, als der angefoc h- tene Regierungsratsratsbeschluss Nr. [...] vom 30. Juni 2010 in Bezug auf die SanaTop (Beschwerdeführerin 9) aufzuheben und die Sache zur A b- klärung, ab welchem Zeitpunkt der SanaTop die erwähnte Bewilligung er- teilt wurde, und zum neuen Entscheid über den ab diesem Zeitpunkt für die stationäre Behandlung in der Klinik der Beschwerdeführerin zu Lasten der OKP geltenden Tarif an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. 6. Für die übrigen von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Rügen (massgebliche Nettobetriebskosten, vom PUE -Modell vorgesehene no r- mative Zu - und Abschläge, Benchmarking, Auswirkungen einer D e- ckungslücke betreffend die OKP -Leistungskosten, Kostendeckungsgrad, Tarifdauer und Tarifsystem sowie Treu und Glauben), welche die Vori n- stanz zu prüfen haben wird, ist auf die Rechtsprechung des Bundesve r-C-5641/2010 Seite 16 waltungsgerichts zu verweisen (vgl. namentlich BVGE 2012/18). Ergä n- zend ist darauf hinzuweisen, dass Patient enpauschalen neben Versicher- tenpauschalen zur Anwendung kommen können und das Gesetz nur für letztere eine prospektive Tariffestsetzung vorsieht (vgl. Art. 43 Abs. 3 KVG), dass dementsprechend Leistungserbringer, die – wie vorliegend die Beschwerdeführerin – mit einem Teil der Krankenversicherer die A n- wendung eines bestimmten Tarifsystems vereinbart haben, keinen A n- spruch darauf haben, dass die Anwendung dieses Tarifsystems mittels hoheitlichem Beschluss im Verhältnis zu den übrigen Krankenversich e- rern, mit welchen eine entsprechende (oder abweichende) Vereinbarung nicht getroffen wurde, vorgeschrieben wird (vgl. Art. 47 Abs. 1 i.V.m. Art. 46 Abs. 1 und 2 KVG), sodass die Beschwerdeführerin vorliegend un- ter Berufung auf eine spezielle Zusammensetzung des Ver sichertenguts der Beschwerdegegnerinnen keinen Anspruch auf Anwendung des BFP - Modells ableiten kann (vgl. auch BVGE 2012/18 nicht publizierte E. 19.2). 7. 7.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 und Abs. 3 VwVG die Verfahrenskosten in de r Regel der unterliegen den Par- tei, wobei eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der beschwe r- deführenden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6) und Vorinstanzen keine Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Unter Berüc k- sichtigung des Umfangs und der Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien (vgl. Art. 63 Abs. 4bis VwVG) sind die Verfahrenskosten vorliegend auf Fr. 3'000.- festzusetzen und den unterliegenden Beschwerdegegnerinnen aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'000.- ist dieser zurück zu erstatten. 7.2 Vor Bundesverwaltungsgericht obsiegende Parteien haben grundsätz- lich Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reg- lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] ). Von einer Pa r- teientschädigung kann abgesehen werden, wenn die Kosten verhäl tnis- mässig gering sind. Keine Entschädigung ist geschuldet, wenn der Vertre- ter oder die Vertreterin in einem Arbeitsverhältnis zur Partei steht. Da die Beschwerdeführerin keine erheblichen notwendigen Kosten geltend macht und nicht ersichtlich ist, dass so lche in Bezug auf das Beschwe r- deverfahren, jedenfalls soweit sie über die Arbeit von Angestellten der C-5641/2010 Seite 17 Beschwerdeführerin hinausgehen, angefallen sind, ist ihr trotz ihres O b- siegens keine Parteientschädigung zuzusprechen. 8. Der vorliegende Entscheid bringt e ine Änderung des angefochtenen B e- schlusses mit sich, weshalb sich eine Veröffentlichung im offiziellen Publi- kationsorgan aufdrängt. 9. Dieses Urteil kann nicht beim Bundesgericht angefochten werden und tritt mit Eröffnung in Rechtskraft (vgl. BVGE 2009/23 E. 8). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als der angefochtene Regie- rungsratsbeschluss Nr. [...] vom 30. Juni 2010 aufgehoben wird. In Bezug auf den zwischen der KPT Krankenkasse AG, der CONCORDIA Schwei- zerische Kranken - und Unfall versicherung AG, der ASSURA Kranken - und Unfallversicherung, der Association Groupe Mutuel, der ÖKK Kra n- ken- und Unfallversicherungen AG, der Kolping Krankenkasse AG, der SUPRA Caisse-maladie, und der Atupri Krankenkasse einerseits und der B._______ andererseits wird die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum neuen Tarifentscheid mit Wirkung ab 1. Januar 2005 an die Vorinstanz zurückgewiesen. In Bezug auf den zwischen der SanaTop Versicherungen AG in Liquidation einerseits und der B._______ andererseits festgesetzten Tarif wird die Sache zur weiteren Abklärung und zum neuen Tarifentscheid mit Wirkung ab dem im Sinne der Erw ä- gungen zu ermittelnden Zeitpunkt an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Den Beschwe rdegegnerinnen werden Verfahrenskosten von Fr. 3'000. - auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'000.- wird der Beschwerdefü h- rerin zurück erstattet. C-5641/2010 Seite 18 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Der Regierungsrat des Kantons Bern wird angewiesen, die Ziffer 1 des Dispositivs im offiziellen Publikationsorgan zu veröffentlichen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilagen: Rückerstattungs- formular, Doppel der Eingaben der Beschwerdegegnerinnen vom 10., 19., 20. und 24. April 2012 [je inkl. Beilagen], Kopien des Telefax de r Vorinstanz vom 7. September 2012 und der E-Mail vom 11. November 2009 inkl. Anhang [act. 22]) – die Beschwerdegegnerinnen (Gerichtsurkunde; Beilagen: E in- zahlungsschein, Kopien des Telefax der Vorinstanz vom 7. September 2012, der E-Mail vom 11. November 2009 inkl. Anhang [act. 22] und des Schreibens der Beschwerdeführerin vom 13. Februar 2013) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde; Beilagen: Doppel der Eingaben der Beschwerdegegnerinnen vom 10., 19., 20. und 24. April 2012 [je inkl. Beilagen] und des Schreibens der Beschwerdeführerin vom 13. Februar 2013) – das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) – die Eidgenössische Preisüberwachung (A-Post) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Beat Weber Daniel Golta Versand: