<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00160</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205918&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00160</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 15.06.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Autounterstand in der Landwirtschaftszone; Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands:<br/><br/>Kein Augenschein (E.1). Kann der Autounterstand gestützt auf Art. 24c RPG in Verbindung mit Art. 42 RPV bewilligt werden? Gesetzliche Grundlagen (E.2.1 und E.2.2). Der Autounterstand steht in einem funktionellen Zusammenhang mit der Nutzung des Wohnhauses und des Nebengebäudes. Insofern haben die Vorinstanzen die Baute mit gutem Grund als Erweiterung des bestehenden Gebäudekomplexes gewürdigt und an deren bisherigen Zustand bzw. an den bereits vorgenommenen Änderungen gemessen. Aber selbst wenn von einer eigenständigen Baute ohne Zusammenhang mit den beiden bestehenden Geäbuden auszugehen wäre, erweist sich die Überdachung nicht mehr als zulässige Änderung oder Erweiterung der bisherigen Anlage (E.2.3). Der Gemeinderat hat zu Recht die Beseitigung der widerrechtlich erstellten Baute verlangt (E.3). Kostenfolge (E.4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABBRUCHBEFEHL">ABBRUCHBEFEHL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUTOUNTERSTAND">AUTOUNTERSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: IDENTITÃT">IDENTITÃT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 341 PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 24c RPG</span><br/><span class="ungerade">Art. 42 RPV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2006 Nr. 52 S. 4</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Baudirektion, Amt fÃ¼r Raumordnung und Vermessung (ARV), verweigerte am 8. Mai 2001 die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r einen von A und B eigenmÃ¤chtig erstellten Autounterstand auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 in der Landwirtschaftszone von L und lud die Gemeinde X ein, fÃ¼r die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands zu sorgen. GestÃ¼tzt auf diese VerfÃ¼gung forderte der Gemeinderat X die Eheleute A und B am 28. Juni 2001 auf, den Autounterstand bis zum 30. September 2001 zu entfernen und den ursprÃ¼nglichen Zustand auf dem GelÃ¤nde wieder herzustellen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese beiden Entscheide erhoben A und B Rekurs an den Regierungsrat und ersuchten um nachtrÃ¤gliche Erteilung der Bewilligung, eventuell sei auf den Abbruch des Autounterstandes zu verzichten. </p> <p class="Urteilstext">Der Regierungsrat wies den Rekurs am 1. MÃ¤rz 2006 ab und lud die Gemeinde X ein, den Rekurrenten eine neue Frist zur Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands anzusetzen. Die Verfahrenskosten auferlegte er den Rekurrenten und sprach keine ParteientschÃ¤digung zu.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhoben A und B am 7. April 2006 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und erneuerten ihre RekursantrÃ¤ge, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren zulasten der Beschwerdegegnerinnen.</p> <p class="Urteilstext">Die Baudirektion liess sich am 4. Mai 2006 vernehmen und beantragte ohne weitere AusfÃ¼hrungen die Abweisung der Beschwerde. Der Gemeinderat X verzichtete am 8. Mai 2006 ausdrÃ¼cklich auf die Beantwortung der Beschwerde. Die Staatskanzlei Ã¤usserte sich am 10. Mai 2006 und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Der fÃ¼r den Beschwerdeentscheid massgebliche Sachverhalt geht aus den bei den Akten liegenden PlÃ¤nen schlÃ¼ssig hervor. Ein Augenschein des Verwaltungsgerichtes ist daher nicht notwendig. Entgegen der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrenden setzt die Anwendung von Art. 24c des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG) im vorliegenden Fall keine genauen Kenntnisse der konkreten Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse voraus.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Aus dem gleichen Grund ist auch nicht zu beanstanden, dass bereits der Regierungsrat ohne die Vornahme eines Augenscheines entschieden hat.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Strittig ist im vorliegenden Verfahren, ob die Errichtung des Autounterstandes gestÃ¼tzt auf Art. 24c RPG in Verbindung mit Art. 42 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 (RPV) bewilligt werden kann.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach Art. 24c RPG werden bestimmungsgemÃ¤ss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem Bestand grundsÃ¤tzlich geschÃ¼tzt (Abs. 1). Solche Bauten und Anlagen kÃ¶nnen erneuert, teilweise geÃ¤ndert, massvoll erweitert oder wieder aufgebaut werden, sofern sie rechtmÃ¤ssig erstellt oder geÃ¤ndert worden sind. In jedem Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vorbehalten (Abs. 2). Voraussetzung fÃ¼r die Anwendbarkeit der Bestimmung ist gemÃ¤ss Art. 41 RPV, dass die Bauten und Anlagen seinerzeit in Ãbereinstimmung mit dem materiellen Recht erstellt oder geÃ¤ndert wurden, durch die nach­trÃ¤gliche Ãnderung von Erlassen oder PlÃ¤nen jedoch zonenwidrig geworden sind. Als solche gelten in ers­ter Linie Bauten, die in Ãbereinstimmung mit dem materiellen Recht vor dem 1. Juli 1972 erstellt oder geÃ¤ndert wurden, als mit dem In-Kraft-Treten des GewÃ¤sserschutzgesetzes vom 8. Oktober 1971 (AS 1972 I 950) erstmals eine klare Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet vorgenommen wurde (vgl. BGE 129 II 396 E. 4.2.1).</p> <p class="Urteilstext">Die Parteien gehen Ã¼bereinstimmend und zu Recht davon aus, dass der strittige Autounterstand grundsÃ¤tzlich in den Anwendungsbereich von Art. 24c RPG fÃ¤llt. Dies gilt sowohl ausgehend von der gesamten Liegenschaft M mit den GrundstÃ¼cken Kat.-Nrn. 01, 02 und 03, als auch nur bezogen auf den bisherigen bekiesten Autoabstellplatz auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01, so wie er nach den unbestrittenen Angaben der BeschwerdefÃ¼hrenden schon lange vor In-Kraft-Treten des GewÃ¤sserschutzgesetzes bestanden haben soll.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Nach Art. 42 Abs. 1 RPV sind Ãnderungen an solchen Bauten und Anlagen zulÃ¤ssig, wenn deren IdentitÃ¤t einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen ZÃ¼gen gewahrt bleibt. Verbesserungen gestalterischer Art sind zulÃ¤ssig. Nach Abs. 2 der Bestimmung ist fÃ¼r die Beurteilung der IdentitÃ¤t derjenige Zustand im Zeitpunkt der Erlass- oder PlanÃ¤nderung massgebend. Ob die IdentitÃ¤t im Wesentlichen gewahrt bleibt, ist gemÃ¤ss Abs. 3 unter WÃ¼rdigung der gesamten UmstÃ¤nde zu beurteilen. Sie ist jedenfalls dann nicht mehr gewahrt, wenn entweder die zonenwidrig genutzte FlÃ¤che um mehr als 30 Prozent erweitert wird, wobei Erweiterungen innerhalb des bestehenden GebÃ¤udevolumens nur zur HÃ¤lfte angerechnet werden (lit. a), oder die zonenwidrig genutzte FlÃ¤che innerhalb oder ausserhalb des bestehenden GebÃ¤udevolumens um insgesamt mehr als 100 m<sup>2</sup> erweitert wird (lit. b). </p> <p class="Urteilstext">Der in Art. 24c Abs. 2 RPG verwendete Begriff der teilweisen Ãnderung oder massvollen Erweiterung entspricht inhaltlich dem bisherigen Art. 24 Abs. 2 aRPG und der dazu entwickelten bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Da die MÃ¶glichkeit der teilweisen Ãnderung nur einmal ausgeschÃ¶pft werden darf, sind fÃ¼r die Beurteilung der IdentitÃ¤t alle seit In-Kraft-Treten der Erlass- oder PlanÃ¤nderung vollzogenen Ãnderungen zu berÃ¼ck­sich­tigen (BGE 127 II 215 E. 3a und b mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Baudirektion und Regierungsrat verweigerten die ersuchte Bewilligung mit der BegrÃ¼ndung, der volumetrisch in Erscheinung tretende Unterstand sei eine Erweiterung der GebÃ¤ude Assek.-Nr. 04 (Wohnhaus mit Pferdestall) und Assek.-Nr. 05 (zweigeschossiges NebengebÃ¤ude inkl. Garage mit zwei AbstellplÃ¤tzen) auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02. Die NutzflÃ¤che des Wohnhauses sei 1975 bereits um 120 bis 130 m<sup>2</sup> erweitert worden, womit das bewilligungsfÃ¤hige Mass einer teilweisen Ãnderung mehr als ausgeschÃ¶pft sei. Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen dagegen vor, der Autounterstand weise einen Abstand zwischen 45 und 50 m zum Wohnhaus auf und sei ein selbststÃ¤ndiges besonderes GebÃ¤ude. Ob das bewilligungsfÃ¤hige Mass eingehalten sei, sei daher allein bezogen auf den strittigen Unterstand zu entscheiden. Die Ãberdachung der befestigten FlÃ¤che sei eine zulÃ¤ssige Ãnderung bzw. Erweiterung, der keine Ã¼berwiegenden raumplanerischen Interessen entgegenstÃ¼nden.</p> <p class="Urteilstext">Der Autounterstand soll den Besuchern der im Wohnhaus Assek.-Nr. 04 lebenden BeschwerdefÃ¼hrenden dienen. Die Baute steht damit trotz des rÃ¤umlichen Abstandes â zum Wohnhaus sind es ca. 47 m und zum NebengebÃ¤ude ca. 28 m â klar in einem funktionellen Zusammenhang mit der Nutzung der beiden bestehenden GebÃ¤ude. Insofern haben die Vorinstanzen die Baute mit gutem Grund als Erweiterung des bestehenden GebÃ¤udekomplexes gewÃ¼rdigt und an deren bisherigen Zustand bzw. an den bereits vorgenommenen Ãnderungen gemessen. Aber selbst wenn mit den BeschwerdefÃ¼hrenden von einer eigenstÃ¤ndigen Baute ohne Zusammenhang mit den beiden bestehenden GebÃ¤uden auszugehen wÃ¤re, erweist sich die Ãberdachung nicht mehr als zulÃ¤ssige Ãnderung oder Erweiterung einer bisherigen Anlage. Auch bei Einhalten der relativen und absoluten Grenzen von Art. 42 Abs. 3 RPV muss mit der teilweisen Ãnderung oder massvollen Erweiterung die IdentitÃ¤t der Baute oder Anlage gewahrt bleiben. Obwohl die bisher genutzte ParkierflÃ¤che im vorliegenden Fall keine Erweiterung erfuhr, so wurde mit dem Autounterstand doch erstmals eine eigentliche Baute errichtet, die mit einer GesamthÃ¶he von bis zu 4.87 m und einem Volumen von rund 230 m<sup>3</sup> in Erscheinung tritt. Verglichen mit einer blossen KiesflÃ¤che, wie sie vorher bestanden hat, entstand damit ein eigentlicher Neubau, der sich nicht auf die Bestandesgarantie der bisherigen Anlage berufen kann. Dementsprechend geht auch der Verwendungszweck dieser Baute wesentlich weiter als derjenige einer unÃ¼berdachten KiesflÃ¤che und eignet sich â wie der Regierungsrat zutreffend ausfÃ¼hrte â insbesondere zusÃ¤tzlich zur witterungsgeschÃ¼tzten Materiallagerung. Mit der Ãberdachung der FlÃ¤che ging daher die IdentitÃ¤t der bisherigen Anlage verloren. Die Bewilligung wurde daher zu Recht verweigert. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Nach § 341 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) hat die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde ohne RÃ¼cksicht auf Strafverfahren und Bestrafung den rechtmÃ¤ssigen Zustand herbeizufÃ¼hren. Dabei hat sie allerdings den Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit zu beachten, und zwar auch dann, wenn der Bauherr die widerrechtliche Baute bÃ¶sglÃ¤ubig erstellt hat. <span>Dieser muss aber in Kauf nehmen, dass die BehÃ¶rden aus grundsÃ¤tzlichen ErwÃ¤gungen, nÃ¤mlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmÃ¤ssigen Zustandes erhÃ¶htes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berÃ¼cksichtigen</span>. Ein Abbruchbefehl ist nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung dann unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, wenn die Abweichung vom gesetzmÃ¤ssigen Zustand gering ist und die berÃ¼hrten allgemeinen Interessen den Schaden, der dem EigentÃ¼mer durch den Abbruch entstÃ¼nde, nicht zu rechtfertigen vermÃ¶gen (BGE 111 Ib 213 E. 6b S. 224; VGr, 12. Juni 1987, ZBl 89/1988, S. 262; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Band I, 3. A., ZÃ¼rich 1999, RB 865 ff.). Weicht eine Baute jedoch erheblich von materiellen Bauvorschriften ab, so vermÃ¶gen einzig GrÃ¼nde des Vertrauensschutzes zu einem Verzicht auf die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustandes fÃ¼hren (RB 2000 Nr. 106 = BEZ 2000 Nr. 23 mit Hinweisen; Magdalena Ruoss Fierz, Massnahmen gegen illegales Bauen, ZÃ¼rich 1999, S. 154 Anm. 88 mit Beispielen aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>GestÃ¼tzt auf § 341 PBG forderte der Gemeinderat X die BeschwerdefÃ¼hrenden auf, den widerrechtlich erstellten Autounterstand bis zum 30. September 2001 zu entfernen und den ursprÃ¼nglichen Zustand auf dem GelÃ¤nde wieder herzustellen. Der Regierungsrat schÃ¼tzte die Anordnung und erwog, der Unterstand sei eine weitere gut sichtbare Baute und werde im Gegensatz zum frÃ¼heren Zustand auch dann wahrgenommen, wenn keine Fahrzeuge parkiert seien. Es handele sich damit um eine erhebliche Abweichung vom rechtmÃ¤ssigen Zustand, entsprechend gewichtig seien die Ã¶ffentlichen Interessen an dessen Wiederherstellung. Die befestigte FlÃ¤che stehe im Ãbrigen weiterhin zum Abstellen von Besucherfahrzeugen zur VerfÃ¼gung, was das entgegenstehende private Interesse als geringer erscheinen lasse. GrÃ¼nde des Vertrauensschutzes, welche zu einem Verzicht auf die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustandes fÃ¼hren kÃ¶nnten, seien nicht geltend gemacht worden und auch nicht ersichtlich.</p> <p class="Urteilstext">Auf diese zutreffenden ErwÃ¤gungen kann im Beschwerdeverfahren verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG). Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen nichts vor, was diese Beurteilung infrage stellen kÃ¶nnte. Aus dem Umstand, dass der Regierungsrat nach Eingang der Vernehmlassungen und ohne weitere Untersuchungshandlungen Ã¼ber vier Jahre benÃ¶tigte, um den Rekurs zu entscheiden, kÃ¶nnen die BeschwerdefÃ¼hrenden nichts zu ihren Gunsten ableiten. Diese Verfahrensdauer ist zwar in der Tat ungebÃ¼hrlich lange und steht in einem krassen Widerspruch zu § 27a VRG. Jedoch hat die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde im vorliegenden Fall unmittelbar nach Entdeckung der illegal aufgenommenen Bauarbeiten reagiert, den Bau eingestellt und die BeschwerdefÃ¼hrenden zur Einreichung eines Baugesuchs aufgefordert. Nach dessen erstinstanzlicher Verweigerung und nachdem die BeschwerdefÃ¼hrenden auch unverzÃ¼glich zur Beseitigung der illegal errichteten Baute aufgefordert wurden, kann die Dauer des dagegen gerichteten Rekursverfahrens kein schÃ¼tzenswertes Vertrauen in den Fortbestand der Baute mehr begrÃ¼nden oder perpetuieren. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der Gemeinderat X hat daher zu Recht die Beseitigung der widerrechtlich erstellten Baute verlangt. Um unnÃ¶tige Weiterungen zu vermeiden, ist den BeschwerdefÃ¼hrenden erneut eine Frist von zwei Monaten ab Rechtskraft des Beschwerdeentscheides anzusetzen, um den Autounterstand zu entfernen und den ursprÃ¼nglichen Zustand auf dem GelÃ¤nde wieder herzustellen. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Kosten den BeschwerdefÃ¼hrenden aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen damit von vornherein nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Den BeschwerdefÃ¼hrenden wird eine Frist von zwei Monaten ab Rechtskraft dieses Entscheides angesetzt, um den widerrechtlich erstellten Autounterstand auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 in L zu entfernen und den ursprÃ¼nglichen Zustand auf dem GelÃ¤nde wieder herzustellen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'090.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Kosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je zur HÃ¤lfte auferlegt unter solidarischer Haftung fÃ¼r die ganzen Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>