<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 482/99 Hm </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>I. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Schön, Bundesrichte- </div> <div class="para">rin Widmer, Bundesrichter Meyer und Ferrari; Gerichts- </div> <div class="para">schreiber Maillard </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 9. Mai 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Zug, Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.________, 1958, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechts- </div> <div class="para">anwalt H.________, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Zug </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Der 1958 geborene A.________ kam 1990 als Saison- </div> <div class="para">nier in die Schweiz und arbeitete ab dem 2. Juli 1990 als </div> <div class="para">Kranführer bei der Firma X________. Am 23. Mai 1991 erlitt </div> <div class="para">er bei einem Arbeitsunfall eine Patella-Mehrfragmentefrak- </div> <div class="para">tur links, welche operativ angegangen werden musste. Seit- </div> <div class="para">dem übt er keine Tätigkeit mehr aus. Am 15. Juni 1992 mel- </div> <div class="para">dete sich A.________ u.a. wegen der Knieverletzung links </div> <div class="para">und Rückenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum </div> <div class="para">Leistungsbezug an. Die Verwaltung holte nebst einer Aus- </div> <div class="para">kunft der ehemaligen Arbeitgeberin vom 24. August 1992 </div> <div class="para">einen Arztbericht des Dr. R.________ vom 26. Februar 1993 </div> <div class="para">ein und zog die Akten aus dem Verfahren mit der Schweize- </div> <div class="para">rischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) bei, wobei aus </div> <div class="para">letzteren ersichtlich ist, dass der Versicherte im Verlaufe </div> <div class="para">des Jahres 1992 die Aufenthaltsbewilligung B (Jahresaufent- </div> <div class="para">halter) erhalten hat. Zudem veranlasste sie eine polydiszi- </div> <div class="para">plinäre Untersuchung bei der Medizinischen Abklärungsstelle </div> <div class="para">(MEDAS; Gutachten vom 15. Oktober 1993). Gestützt darauf </div> <div class="para">sprach die IV-Stelle Zug dem Versicherten mit Verfügung vom </div> <div class="para">11. April 1994 für die Zeit vom 1. Mai 1992 bis 31. Oktober </div> <div class="para">1993 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100 % eine ganze </div> <div class="para">Invalidenrente und ab 1. November 1993 auf der Basis einer </div> <div class="para">Erwerbseinbusse von 55 % eine halbe Invalidenrente zu. </div> <div class="para"> Am 24. Oktober 1996 leitete die IV-Stelle eine Über- </div> <div class="para">prüfung des Rentenanspruchs ein, in deren Folge der Haus- </div> <div class="para">arzt Dr. C.________ am 13. Dezember 1996 Bericht erstattete </div> <div class="para">und A.________ anfangs Dezember 1997 erneut bei der MEDAS </div> <div class="para">begutachtet wurde (Expertise vom 26. Januar 1998). Mit Ver- </div> <div class="para">fügung vom 8. Juni 1998 bestätigte die IV-Stelle bei einer </div> <div class="para">Erwerbseinbusse von 62 % die Ausrichtung einer halben Inva- </div> <div class="para">lidenrente. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- In Gutheissung der dagegen eingereichten Beschwer- </div> <div class="para">de erkannte das Verwaltungsgericht des Kantons Zug dem Ver- </div> <div class="para">sicherten auf der Grundlage eines Invaliditätsgrades von </div> <div class="para">70 % eine ganze Invalidenrente ab 1. Januar 1998 zu (Ent- </div> <div class="para">scheid vom 11. Juni 1999). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Die IV-Stelle führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">mit dem Begehren, der kantonale Entscheid sei aufzuheben. </div> <div class="para"> A.________ lässt beantragen, die Verwaltungsgericht- </div> <div class="para">sbeschwerde sei abzuweisen; eventuell sei die Sache zur </div> <div class="para">beruflichen Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen. </div> <div class="para">Ferner wird um unentgeltliche Verbeiständung ersucht. Das </div> <div class="para">kantonale Gericht schliesst auf Abweisung der Verwaltungs- </div> <div class="para">gerichtsbeschwerde. Das Bundesamt für Sozialversicherung </div> <div class="para">lässt sich nicht vernehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- a) Nach <span class="artref">Art. 28 Abs. 1 IVG</span> hat der Versicherte </div> <div class="para">Anspruch auf eine ganze Rente, wenn er mindestens zu </div> <div class="para">66 2/3 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zu 50 % </div> <div class="para">oder auf eine Viertelsrente, wenn er mindestens zu 40 % </div> <div class="para">invalid ist; in Härtefällen hat der Versicherte nach </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 28 Abs. 1bis IVG</span> bereits bei einem Invaliditätsgrad </div> <div class="para">von mindestens 40 % Anspruch auf eine halbe Rente. </div> <div class="para"> Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditäts- </div> <div class="para">grad auf Grund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. </div> <div class="para">Dazu wird das Erwerbseinkommen, das der Versicherte nach </div> <div class="para">Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger </div> <div class="para">Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit </div> <div class="para">bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in </div> <div class="para">Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das er erzielen </div> <div class="para">könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre (<span class="artref">Art. 28 Abs. 2 </span></div> <div class="para">IVG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise </div> <div class="para">zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkom- </div> <div class="para">men ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander </div> <div class="para">gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommens- </div> <div class="para">differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit </div> <div class="para">die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau </div> <div class="para">ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Ein- </div> <div class="para">zelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonne- </div> <div class="para">nen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen (allgemeine </div> <div class="para">Methode des Einkommensvergleichs; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F104-V-135%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page136">BGE 104 V 136</a> Erw. 2a </div> <div class="para">und b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Ändert sich der Grad der Invalidität eines Renten- </div> <div class="para">bezügers in einer für den Anspruch erheblichen Weise, so </div> <div class="para">ist gemäss <span class="artref">Art. 41 IVG</span> die Rente für die Zukunft entspre- </div> <div class="para">chend zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben. Anlass zur </div> <div class="para">Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat- </div> <div class="para">sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invalidi- </div> <div class="para">tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob </div> <div class="para">eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch </div> <div class="para">Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ur- </div> <div class="para">sprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen </div> <div class="para">zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F109-V-262%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page265">BGE 109 V 265</a> </div> <div class="para">Erw. 4a, 106 V 87 Erw. 1a, 105 V 30; siehe auch BGE 112 V </div> <div class="para">372 Erw. 2b und 390 Erw. 1b). </div> <div class="para"> Nach der Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht </div> <div class="para">nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheits- </div> <div class="para">zustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die </div> <div class="para">erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen </div> <div class="para">Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 113 V </div> <div class="para">275 Erw. 1a mit Hinweisen; siehe auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F112-V-371%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page372">BGE 112 V 372</a> Erw. 2b </div> <div class="para">und 390 Erw. 1b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- a) Die gesundheitlichen Verhältnisse, wie sie im </div> <div class="para">Zeitpunkt des Erlasses der Rentenverfügung vom 11. April </div> <div class="para">1994 bestanden haben, sind mit jenen zur Zeit der streiti- </div> <div class="para">gen Revisionsverfügung vom 8. Juni 1998 zu vergleichen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Im Gutachten der MEDAS vom 15. Oktober 1993 wurden </div> <div class="para">- mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit - in </div> <div class="para">der Hauptsache ein chronischer Schmerzzustand des linken </div> <div class="para">Knies und ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit Piri- </div> <div class="para">formissyndrom links (rheumatologisches Konsilium) sowie </div> <div class="para">eine posttraumatische Anpassungsstörung mit Fehlverarbei- </div> <div class="para">tung des Unfalltraumas (psychiatrisches Konsilium) diagnos- </div> <div class="para">tiziert. Gleichzeitig wurde die Arbeitsunfähigkeit in der </div> <div class="para">angestammten Tätigkeit als Kranführer auf 100 % und als </div> <div class="para">Bauarbeiter oder in jeder anderen körperlich leichten bis </div> <div class="para">mittelschweren, wechselbelastenden Beschäftigung auf 50 % </div> <div class="para">geschätzt. Das zweite MEDAS-Gutachten vom 26. Januar 1998 </div> <div class="para">ergab neu - mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren </div> <div class="para">Arbeitsfähigkeit - eine Periarthropathia genus rechts late- </div> <div class="para">ral bei Status nach Entfernung eines Meniskusganglions </div> <div class="para">lateral und Teilmeniskektomie im Jahre 1995. Zudem waren </div> <div class="para">seit der MEDAS-Begutachtung im Jahre 1993 neu bewegungs- </div> <div class="para">abhängige Schulterschmerzen rechts aufgetreten, wobei es </div> <div class="para">sich klinisch um eine Periarthropathia humeroscapularis </div> <div class="para">rechts handelt. Im Übrigen hatte sich der Gesundheits- </div> <div class="para">zustand nicht erheblich verändert. Dementsprechend wurde </div> <div class="para">die Arbeitsunfähigkeit als Kranführer und Bauhandlanger auf </div> <div class="para">100 % und für eine körperlich leichte, wechselbelastende, </div> <div class="para">vermehrt sitzende Arbeit ohne wiederholte Tätigkeiten über </div> <div class="para">dem Kopfniveau auf 50 % beziffert. </div> <div class="para"> Aus diesen Ausführungen erhellt, dass sich der Gesund- </div> <div class="para">heitszustand in der hier massgebenden Vergleichsperiode in </div> <div class="para">dem Sinne verändert hat, dass der Grad der Arbeitsunfähig- </div> <div class="para">keit wohl gleich geblieben ist. Dagegen ist in den funktio- </div> <div class="para">nellen Auswirkungen des Gesundheitsschadens insofern eine </div> <div class="para">Änderung eingetreten, als dem Beschwerdegegner nurmehr eine </div> <div class="para">leichte, wechselbelastende, vermehrt sitzende Arbeit ohne </div> <div class="para">wiederholte Tätigkeiten über dem Kopfniveau zumutbar ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Zu prüfen ist, ob in der für die Beurteilung des </div> <div class="para">vorliegenden Falles massgebenden Zeitspanne von April 1994 </div> <div class="para">bis Juni 1998 auf Grund der zusätzlich attestierten Ein- </div> <div class="para">schränkungen in erwerblicher Hinsicht eine rentenrelevante </div> <div class="para">Änderung eingetreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Es ist unbestritten, dass das vom Versicherten ohne </div> <div class="para">Invalidität erzielbare Einkommen (Valideneinkommen) im </div> <div class="para">Jahre 1992 Fr. 56'376.- betrug, dies bei 45 Wochenstunden. </div> <div class="para">Angepasst an die Nominallohnentwicklung im Baugewerbe (vgl. </div> <div class="para">Die Volkswirtschaft, 1996 Heft 12, Anhang S. 13, Tabelle B </div> <div class="para">4.4, und 1999 Heft 12, Anhang S. 28, Tabelle B10.2) ergibt </div> <div class="para">sich im Jahre 1998 ein Valideneinkommen von Fr. 60'727.55. </div> <div class="para">Das Umrechnen auf 40 Wochenstunden, wie es das kantonale </div> <div class="para">Gericht vorgenommen hat, geht nicht an. Denn als Validen- </div> <div class="para">einkommen ist grundsätzlich das gesamte Erwerbseinkommen zu </div> <div class="para">berücksichtigen (vgl. ZAK 1980 S. 592 Erw. 3a; RKUV 1989 </div> <div class="para">Nr. U 69 S. 181 Erw. 2c), was hier umso mehr Gültigkeit </div> <div class="para">hat, als die in der Firma X________ geleisteten 45 </div> <div class="para">Wochenstunden die normale Arbeitszeit bilden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) aa) Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschä- </div> <div class="para">digung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens </div> <div class="para">(Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerb- </div> <div class="para">lichen Situation auszugehen, in welcher der Versicherte </div> <div class="para">konkret steht. Übt er nach Eintritt der Invalidität eine </div> <div class="para">Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders sta- </div> <div class="para">bile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, </div> <div class="para">dass er die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer </div> <div class="para">Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeits- </div> <div class="para">leistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, </div> <div class="para">gilt grundsätzlich der von ihm tatsächlich erzielte Ver- </div> <div class="para">dienst als Invalidenlohn (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-8%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page18">BGE 117 V 18</a> Eerw. 2c/aa; RKUV </div> <div class="para">1991 Nr. U 130 S. 272 Erw. 4a, je mit Hinweisen; nicht </div> <div class="para">publizierte Erw. 6b des in AHI 1998 S. 179 auszugsweise </div> <div class="para">veröffentlichten Urteils W. vom 31. Oktober 1997, I </div> <div class="para">207/97). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbsein- </div> <div class="para">kommen gegeben, namentlich weil der Versicherte nach Ein- </div> <div class="para">tritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine </div> <div class="para">ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen </div> <div class="para">hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne bei- </div> <div class="para">gezogen werden (ZAK 1991 S. 321 Erw. 3c, 1989 S. 458 </div> <div class="para">Erw. 3b; Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen </div> <div class="para">Unfallversicherung, Diss. Freiburg 1995, S. 215). </div> <div class="para"> Wie in <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-321%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page322">BGE 124 V 322</a> Erw. 3b/aa dargelegt, stellte das </div> <div class="para">Eidgenössische Versicherungsgericht zu diesem Zweck jeweils </div> <div class="para">auf die Oktoberlohnerhebung des Bundesamtes für Industrie, </div> <div class="para">Gewerbe und Arbeit (seit 1. Januar 1998: Bundesamt für </div> <div class="para">Wirtschaft und Arbeit, seit 1. Juli 1999: Staatssekretariat </div> <div class="para">für Wirtschaft) ab. Diese Publikation ist indessen letzt- </div> <div class="para">mals für 1993 herausgegeben und im Jahre 1994 von der vom </div> <div class="para">Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen </div> <div class="para">Lohnstrukturerhebung (LSE) abgelöst worden, welche im Zwei- </div> <div class="para">jahresrhythmus erscheint. Für den Verwendungszweck des Ein- </div> <div class="para">kommensvergleichs ist dabei auf die im Anhang enthaltene </div> <div class="para">Statistik der Lohnsätze, d.h. der standardisierten Brutto- </div> <div class="para">löhne (Tabellengruppe A) abzustellen, wobei jeweils vom so </div> <div class="para">genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der </div> <div class="para">Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berück- </div> <div class="para">sichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wo- </div> <div class="para">chenstunden zu Grunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist </div> <div class="para">als die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit seit </div> <div class="para">1993 von wöchentlich 41,9 Stunden (Die Volkswirtschaft, </div> <div class="para">1999 Heft 12, Anhang S. 27, Tabelle B9.2). </div> <div class="para"> Dazu kommt, dass die Tabellenlöhne Berufe mit unter- </div> <div class="para">schiedlichem Anforderungsniveau beinhalten, wobei der Lohn </div> <div class="para">mit steigendem Anforderungsniveau deutlich zunimmt: Das </div> <div class="para">erste - und oberste - Anforderungsniveau umfasst höchst </div> <div class="para">anspruchsvolle und schwierigste Arbeiten. Das zweite bein- </div> <div class="para">haltet die Verrichtung selbstständiger und qualifizierter </div> <div class="para">Arbeiten. Beim dritten Anforderungsniveau sind Berufs- und </div> <div class="para">Fachkenntnisse vorausgesetzt und unter das vierte - und </div> <div class="para">niedrigste - Anforderungsniveau fallen einfache und repe- </div> <div class="para">titive Tätigkeiten (LSE 1994 S. 25 f.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Die Vorinstanz nahm vom Tabellenlohn (Fr. 4294.- </div> <div class="para">gemäss LSE 1996 S. 17, Anforderungsniveau 4, Männer) vorab </div> <div class="para">einen leidensbedingten Abzug von 25 % vor. Damit wollte sie </div> <div class="para">dem Umstand Rechnung tragen, dass der Beschwerdegegner </div> <div class="para">wegen seiner physischen Einschränkungen (vermehrt sitzend </div> <div class="para">zu verrichtende Arbeit, keine wiederholte Tätigkeit über </div> <div class="para">Kopfniveau) das durchschnittliche Lohnniveau nicht </div> <div class="para">erreiche. Zusätzlich gewährte sie unter dem Titel der </div> <div class="para">Teilzeitarbeit einen weiteren Abzug von 5 %, weil </div> <div class="para">Teilzeitbeschäftigte überproportional weniger verdienen </div> <div class="para">würden als Vollzeitangestellte. Weitere 10 % liess sie </div> <div class="para">schliesslich zum Abzug zu, da Jahresaufenthalter wie der </div> <div class="para">Versicherte unterdurchschnittlich entlöhnt würden. </div> <div class="para"> Die IV-Stelle wendet sich gegen die Annahme eines im </div> <div class="para">Vergleich zum statistischen Tabellenlohn um mehr als einen </div> <div class="para">Viertel verminderten Invalideneinkommens und sieht keinen </div> <div class="para">Anlass für Abzüge aus Gründen des Beschäftigungsgrades </div> <div class="para">(Teilzeit) und der Aufenthaltskategorie (Jahresaufenthal- </div> <div class="para">ter). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 5.- a) aa) Das Eidgenössische Versicherungsgericht </div> <div class="para">anerkannte zuerst, dass Versicherte, die in ihrer letzten </div> <div class="para">Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach </div> <div class="para">Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbei- </div> <div class="para">ten nur beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das ent- </div> <div class="para">sprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsar- </div> <div class="para">beiter nicht erreichen, weshalb es den Tabellenlohn um 25 % </div> <div class="para">herabsetzte (nicht publizierte Erw. 4b des Urteils BGE 114 </div> <div class="para">V 310). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) In der Folge stellte es fest, dass sich die gegen- </div> <div class="para">über Durchschnittswerten zu erwartende Reduktion des Lohn- </div> <div class="para">ansatzes bei gesundheitlich beeinträchtigten Versicherten, </div> <div class="para">die - im Rahmen leichter Hilfsarbeitertätigkeiten - nicht </div> <div class="para">mehr voll leistungsfähig sind, unabhängig von der früher </div> <div class="para">ausgeübten Tätigkeit grundsätzlich gleich präsentiert </div> <div class="para">(nicht veröffentlichtes Urteil O. vom 27. März 1996, </div> <div class="para">I 38/96; vgl. statt vieler auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-321%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page323">BGE 124 V 323</a> Erw. 3b/bb; </div> <div class="para">AHI 1999 S. 180 Erw. 3b). Damit entwickelte sich der ur- </div> <div class="para">sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug zu </div> <div class="para">einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, welcher </div> <div class="para">sowohl bei Versicherten, die vollzeitig eine ihrem Leiden </div> <div class="para">angepasste Arbeit ausüben, als auch bei bloss teilzeitig </div> <div class="para">einsetzbaren Versicherten erfolgt (AHI 1999 S. 181 ERw. 3b; </div> <div class="para">RKUV 1999 Nr. U 343 S. 414 Erw. 4b/cc, je mit Hinweis auf </div> <div class="para">ZAK 1989 S. 458 Erw. 3b). Gleichzeitig betonte das </div> <div class="para">Eidgenössische Versicherungsgericht, dass der Abzug von </div> <div class="para">25 % nicht generell und in jedem Fall zur Anwendung komme. </div> <div class="para">Im Gegenteil sei anhand der gesamten Umstände des konkreten </div> <div class="para">Einzelfalles zu prüfen, ob und in welchem Ausmass das </div> <div class="para">hypothetische Einkommen als Invalider gekürzt werden müsse. </div> <div class="para">Dabei sei auch ein Abzug von weniger als 25 % denkbar (AHI </div> <div class="para">1999 S. 181 Erw. 3b, 1998 S. 177 Erw. 3a; RKUV 1999 Nr. U </div> <div class="para">343 S. 414 Erw. 4b/cc, 1998 Nr. U 304 S. 373 Erw. 3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> cc) Sodann trug die Rechtsprechung dem Umstand Rech- </div> <div class="para">nung, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale </div> <div class="para">einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebs- </div> <div class="para">zugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie </div> <div class="para">Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben kön- </div> <div class="para">nen. Denn die in den LSE erstmals vorgenommene Quantifizie- </div> <div class="para">rung dieser Merkmale zeigt auf, dass die Höhe des Lohnes </div> <div class="para">auch durch sie mitbestimmt wird (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-321%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page323">BGE 124 V 323</a> Erw. 3b/aa). </div> <div class="para"> So hat das Eidgenössische Versicherungsgericht bei- </div> <div class="para">spielsweise in dem in AHI 1999 S. 237 veröffentlichten </div> <div class="para">Urteil Z. vom 28. Juli 1999, I 377/98, einen Abzug wegen </div> <div class="para">des fortgeschrittenen Alters des Versicherten - im Zeit- </div> <div class="para">punkt des Verfügungserlasses 53-jährig - verneint, da mit </div> <div class="para">zunehmendem Alter die Lohnzuwachskurve zwar flacher verlau- </div> <div class="para">fe, der Faktor Alter sich aber nicht lohnsenkend auswirke </div> <div class="para">(AHI 1999 S. 242 Erw. 4c). Dagegen hielt es im in AHI 1999 </div> <div class="para">S. 177 publizierten Urteil N. vom 24. März 1999 (I 593/98) </div> <div class="para">fest, dass eine versicherte Person nach dem gesundheitlich </div> <div class="para">bedingten Verlust der bisherigen Stelle in einer angepass- </div> <div class="para">ten Tätigkeit insofern keinen allgemeinen Durchschnittslohn </div> <div class="para">erhalten könne, als dass der ihr offen stehende Arbeits- </div> <div class="para">markt lediglich derjenige für Personen sei, welche in einem </div> <div class="para">Betrieb neu anfangen (AHI 1999 S. 181 Erw. 3b). Zugleich </div> <div class="para">wies es aber darauf hin, dass die Bedeutung der Dienstjahre </div> <div class="para">im privaten Sektor abnehme, je niedriger das </div> <div class="para">Anforderungsprofil sei (AHI 1999 S. 181 Erw. 3b und 243 </div> <div class="para">Erw. 4c). Ausserdem beachtete es, dass nicht immer </div> <div class="para">sämtliche Ausländer weniger Einkommen erzielen als der </div> <div class="para">Totalwert aller Schweizer und Ausländer; vielmehr können </div> <div class="para">sich je nach Aufenthaltskategorie und Anforderungsniveau </div> <div class="para">weit gehende Unterschiede ergeben, insbesondere bei </div> <div class="para">Inhabern einer Niederlassungsbewilligung der Kategorie C, </div> <div class="para">bei welchen der Durchschnittslohn für einfache und </div> <div class="para">repetitive Tätigkeiten darüber liegen kann (nicht </div> <div class="para">veröffentlichte Urteile B. vom 30. August 1999, I 193/99, </div> <div class="para">P. vom 30. März 1999, I 140/97, B. vom 19. März 1999, </div> <div class="para">U 214/98, und N. vom 6. Oktober 1998, I 39/98). Schliess- </div> <div class="para">lich wurde berücksichtigt, dass Teilzeitangestellte nicht </div> <div class="para">zwingend weniger als Vollzeittätige verdienen, zum Beispiel </div> <div class="para">in Beschäftigungsbereichen, in denen Teilzeitarbeit Nischen </div> <div class="para">auszufüllen vermag, die arbeitgeberseits stark nachgefragt </div> <div class="para">und dementsprechend entlöhnt werden (nicht veröffentlichte </div> <div class="para">Urteile S. vom 28. September 1999, I 18/99, und R. vom </div> <div class="para">5. Juli 1999, U 314/98). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) aa) Die vom Eidgenössischen Versicherungsgericht </div> <div class="para">herausgebildete Rechtsprechung, den mit Blick auf die Be- </div> <div class="para">hinderung gewährten Abzug nicht schematisch, sondern in </div> <div class="para">Berücksichtigung der gesamten Umstände des Einzelfalles </div> <div class="para">vorzunehmen, hat den Zweck, ausgehend von statistischen </div> <div class="para">Werten ein Invalideneinkommen zu ermitteln, welches der im </div> <div class="para">Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der noch mög- </div> <div class="para">lichen Verrichtungen im Rahmen der (Rest-) Arbeitsfähigkeit </div> <div class="para">am besten entspricht. Dieser Gesichtspunkt verdient auch </div> <div class="para">hinsichtlich der übrigen in Betracht fallenden einkommens- </div> <div class="para">beeinflussenden Merkmale, des Lebensalters, der Anzahl </div> <div class="para">Dienstjahre, der Nationalität/Aufenthaltskategorie und des </div> <div class="para">Beschäftigungsgrades (vgl. Erw. 5a/cc), den Vorzug. Ein </div> <div class="para">Abzug soll auch diesbezüglich nicht automatisch, sondern </div> <div class="para">dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür be- </div> <div class="para">stehen, dass der Versicherte wegen eines oder mehrerer die- </div> <div class="para">ser Merkmale seine gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeits- </div> <div class="para">fähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter- </div> <div class="para">durchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Es rechtfertigt sich aber nicht, für jedes zur </div> <div class="para">Anwendung gelangende Merkmal separat quantifizierte Abzüge </div> <div class="para">vorzunehmen und diese zusammenzuzählen, da damit Wechsel- </div> <div class="para">wirkungen ausgeblendet werden. So bestimmt sich beispiels- </div> <div class="para">weise der Anfangslohn in einer neuen Firma in der Regel </div> <div class="para">nicht isoliert nach der Anzahl Dienstjahre, sondern u.a. </div> <div class="para">auch auf Grund der mitgebrachten Berufserfahrungen. Ganz </div> <div class="para">allgemein ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invali- </div> <div class="para">deneinkommen (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienst- </div> <div class="para">jahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäf- </div> <div class="para">tigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall </div> <div class="para">nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen (vgl. </div> <div class="para">AHI 1999 S. 181 Erw. 3b und S. 243 Erw. 4c, 1998 S. 292 </div> <div class="para">Erw. 3b; nicht veröffentlichtes Urteil T. vom 28. April </div> <div class="para">1999, I 446/98). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> cc) Letztlich ist der Abzug vom statistischen Lohn </div> <div class="para">unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden </div> <div class="para">Merkmale auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> dd) In diesem Zusammenhang ist der Verwaltung und - im </div> <div class="para">Beschwerdefall - dem Richter das verfassungsrechtliche </div> <div class="para">Gebot der Begründungspflicht (<span class="artref">Art. 8 Abs. 1 BV</span>) in Erinne- </div> <div class="para">rung zu rufen. Nach der Rechtsprechung zu <span class="artref">Art. 4 Abs. 1 aBV</span> </div> <div class="para">soll diese verhindern, dass sich die Behörde von unsachli- </div> <div class="para">chen Motiven leiten lässt, und dem Betroffenen ermöglichen, </div> <div class="para">die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies </div> <div class="para">ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittel- </div> <div class="para">instanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild </div> <div class="para">machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die </div> <div class="para">Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat </div> <div class="para">leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. </div> <div class="para">Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich </div> <div class="para">mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen </div> <div class="para">Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf </div> <div class="para">die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschrän- </div> <div class="para">ken (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-180%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page181">BGE 124 V 181</a> Erw. 1a mit Hinweisen). </div> <div class="para"> Bezüglich der hier interessierenden Thematik hat die </div> <div class="para">Verwaltung kurz zu begründen, warum sie einen Abzug vom </div> <div class="para">Tabellenlohn gewährt, insbesondere welche Merkmale sie bei </div> <div class="para">ihrer gesamthaften Schätzung berücksichtigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 6.- Das kantonale Gericht hat einen Abzug von insge- </div> <div class="para">samt 40 % zugelassen. Wie ausgeführt, stellt der gesamthaft </div> <div class="para">vorzunehmende Abzug eine Schätzung dar. Bei deren Überprü- </div> <div class="para">fung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende </div> <div class="para">richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vor- </div> <div class="para">instanz setzt. Bei der Unangemessenheit (<span class="artref">Art. 132 lit. a </span></div> <div class="para">OG) geht es um die Frage, ob der zu überprüfende Entscheid, </div> <div class="para">den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Ein- </div> <div class="para">klang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkre- </div> <div class="para">ten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders </div> <div class="para">hätte ausfallen sollen. Allerdings darf das Sozialversiche- </div> <div class="para">rungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an </div> <div class="para">die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich </div> <div class="para">somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine </div> <div class="para">abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen </div> <div class="para">lassen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-V-150%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page152">BGE 123 V 152</a> Erw. 2 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> Diese Voraussetzung ist hier erfüllt, übersteigt doch </div> <div class="para">der vom kantonalen Gericht gemachte Abzug von 40 % bereits </div> <div class="para">erheblich den maximal zulässigen Abzug von 25 %. Überdies </div> <div class="para">liegt er, wie noch zu zeigen sein wird, beträchtlich über </div> <div class="para">dem vom Gericht nachfolgend als angemessen bezeichneten </div> <div class="para">Abzug. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 7.-a) Die Vorinstanz ist ohne nähere Begründung davon </div> <div class="para">ausgegangen, dass der Beschwerdegegner nach Eintritt des </div> <div class="para">Gesundheitsschadens nurmehr eine Tätigkeit mit Anforde- </div> <div class="para">rungsniveau 4 ausüben kann. Man kann sich fragen, ob ange- </div> <div class="para">sichts seiner schulischen und beruflichen Ausbildung (Mit- </div> <div class="para">telschule, Verkehrstechniker) und unter Berücksichtigung </div> <div class="para">der physischen Einschränkungen nicht eine Beschäftigung mit </div> <div class="para">Anforderungsniveau 3 angenommen werden könnte. Da es sich </div> <div class="para">jedoch um einen Grenzfall handelt, kann dem kantonalen </div> <div class="para">Gericht hierin gefolgt werden. </div> <div class="para"> Gemäss Tabelle A 1 der LSE 1996 belief sich der Zent- </div> <div class="para">ralwert für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben </div> <div class="para">(Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männer im privaten </div> <div class="para">Sektor (bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) </div> <div class="para">im Jahre 1996 auf monatlich Fr. 4294.-. Auf der Basis von </div> <div class="para">41,9 Wochenstunden und in Berücksichtigung des Nominallohn- </div> <div class="para">indexes für Männer von 1996 bis 1998 (Die Volkswirtschaft, </div> <div class="para">1999 Heft 12, Anhang S. 28, Tabelle B10.3) ergibt sich im </div> <div class="para">Jahre 1998 ein Gehalt von monatlich Fr. 4550.10 oder </div> <div class="para">Fr. 54'601.20 für das ganze Jahr (Fr. 4550.10 x 12). Da der </div> <div class="para">Versicherte nur zu 50 % arbeitsfähig ist (vgl. Erw. 2b), </div> <div class="para">ist dieser Betrag hier zu halbieren, was Fr. 27'300.60 aus- </div> <div class="para">macht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Nach dem Gesagten hängt die Frage, ob und in wel- </div> <div class="para">chem Ausmass der statistische Lohn von Fr. 27'300.60 zu </div> <div class="para">korrigieren ist, von den gesamten persönlichen und beruf- </div> <div class="para">lichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab. Der Be- </div> <div class="para">schwerdegegner kann gemäss MEDAS-Gutachten vom 26. Januar </div> <div class="para">1998 nur für leichte, wechselbelastende, vermehrt sitzend </div> <div class="para">zu verrichtende Arbeiten ohne wiederholte Tätigkeiten über </div> <div class="para">dem Kopfniveau eingesetzt werden, so dass er auf dem </div> <div class="para">Arbeitsmarkt in Konkurrenz mit einem Mitbewerber ohne </div> <div class="para">physische Einschränkungen benachteiligt ist, was sich auf </div> <div class="para">das Lohnniveau auswirkt. Kaum ins Gewicht fällt hier das </div> <div class="para">streitige Merkmal des Beschäftigungsgrades, zumal </div> <div class="para">Teilzeitarbeit "hauptsächlich eine weibliche </div> <div class="para">Beschäftigungsform" bildet (LSE 1996 S. 14; vgl. auch 1994 </div> <div class="para">S. 30) und somit vor allem die Verdienstmöglichkeiten von </div> <div class="para">Frauen durch eine Teilzeitarbeit reduziert werden. Dafür, </div> <div class="para">dass der Versicherte wegen seiner ausländischen </div> <div class="para">Nationalität und dem Status als Jahresaufenthalter auf dem </div> <div class="para">Arbeitsmarkt eine Lohneinbusse hinnehmen müsste, sind keine </div> <div class="para">Anhaltspunkte ersichtlich, entsprach doch sein Einkommen </div> <div class="para">vor Eintritt der Invalidität durchaus branchenüblichen </div> <div class="para">Ansätzen, die auch für Schweizer Geltung hatten (vgl. RKUV </div> <div class="para">1993 Nr. U 168 S. 104 Erw. 5b; ZAK 1989 S. 458 Erw. 3b). Im </div> <div class="para">vorliegenden Fall trägt eine Herabsetzung um insgesamt 15 % </div> <div class="para">diesen Tatsachen angemessen Rechnung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Bei einem Abzug von 15 % resultiert ein Invaliden- </div> <div class="para">einkommen von Fr. 23'205.50 (Fr. 27'300.60 x 0,85) und - im </div> <div class="para">Vergleich mit dem Valideneinkommen von Fr. 60'727.55 (Erw. </div> <div class="para">3a) - demzufolge ein Invaliditätsgrad von rund 62 %. Damit </div> <div class="para">besteht nach wie vor Anspruch auf eine halbe Invali- </div> <div class="para">denrente. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 8.- Auf den Eventualantrag des Beschwerdegegners, die </div> <div class="para">Sache sei zur beruflichen Abklärung an die IV-Stelle zu- </div> <div class="para">rückzuweisen, ist nicht einzutreten. Da er selber den vor- </div> <div class="para">instanzlichen Entscheid vom 11. Juni 1999 nicht mit Verwal- </div> <div class="para">tungsgerichtsbeschwerde angefochten hat, kann er in der </div> <div class="para">Vernehmlassung keine selbständigen Begehren im Sinne eines </div> <div class="para">Antrages mehr stellen, die über den durch die Verwaltungs- </div> <div class="para">gerichtsbeschwerde der IV-Stelle bestimmten Streitgegen- </div> <div class="para">stand (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-242%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page244">BGE 122 V 244</a> Erw. 2a, 117 V 295 Erw. 2a, 112 V 99 </div> <div class="para">Erw. 1a, 110 V 51 Erw. 3c mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 </div> <div class="para">V 36 Erw. 2a) hinausgehen, zumal die Voraussetzungen für </div> <div class="para">eine Verfahrensausdehnung (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-34%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page36">BGE 122 V 36</a> Erw. 2a mit </div> <div class="para">Hinweisen) eindeutig nicht gegeben sind. Denn das verwal- </div> <div class="para">tungsgerichtliche Beschwerdeverfahren kennt - von hier </div> <div class="para">nicht bestehenden spezialgesetzlichen Ausnahmen abgesehen - </div> <div class="para">das Institut der Anschlussbeschwerde nicht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-153%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page155">BGE 124 V 155</a> </div> <div class="para">Erw. 1 mit Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 9.- Das Verfahren ist kostenlos (<span class="artref">Art. 134 OG</span>). Die </div> <div class="para">seitens des Versicherten beantragte unentgeltliche Verbei- </div> <div class="para">ständung kann gewährt werden (Art. 152 in Verbindung mit </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 135 OG</span>), da die Bedürftigkeit aktenkundig ist und die </div> <div class="para">Vertretung geboten war (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-301%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page309">BGE 124 V 309</a> Erw. 6; AHI 1999 </div> <div class="para">S. 85 Erw. 3). Es wird indessen ausdrücklich auf <span class="artref">Art. 152 </span></div> <div class="para">Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die begünstigte Partei </div> <div class="para">der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie </div> <div class="para">später dazu im Stande ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird</i> </div> <div class="para"> der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug </div> <div class="para"> vom 11. Juni 1999 aufgehoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>II. Auf den Antrag des Beschwerdegegners betreffend beruf-</i> </div> <div class="para"> liche Abklärungen wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>III. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>IV. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung</i> </div> <div class="para"> wird Rechtsanwalt H.________ für das Verfahren vor dem </div> <div class="para"> Eidgenössischen Versicherungsgericht aus der Gerichts- </div> <div class="para"> kasse eine Entschädigung (einschliesslich Mehrwert- </div> <div class="para"> steuer) von Fr. 2000.- ausgerichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>V. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug wird über eine</i> </div> <div class="para"> Neuverteilung der Parteikosten für das kantonale Ver- </div> <div class="para"> fahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen </div> <div class="para"> Prozesses zu befinden haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>VI. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsge-</i> </div> <div class="para"> richt des Kantons Zug, der Ausgleichskasse des Schwei- </div> <div class="para"> zerischen Baumeisterverbandes und dem Bundesamt für </div> <div class="para"> Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 9. Mai 2000 </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der I. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>