<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00408</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107073&amp;W10_KEY=4467145&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00408</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 26.02.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung wegen gefestigter gleichgeschlechtlicher Beziehung.<br/>Die zweieinhalbjährige, enge und vertraglich abgesicherte Partnerschaft der Beschwerdeführer fällt unter den Schutz des Privatlebens (E. 1). Die privaten Interessen am Zusammenleben in der Schweiz überwiegen das öffentliche Interesse an der Beschränkung der Einwanderung (E. 2).<br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEZIEHUNGSDAUER">BEZIEHUNGSDAUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEFESTIGTE BEZIEHUNG">GEFESTIGTE BEZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLEICHGESCHLECHTLICHKEIT">GLEICHGESCHLECHTLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HOMOSEXUELL">HOMOSEXUELL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEBENSPARTNER">LEBENSPARTNER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTNERSCHAFTSVERTRAG">PARTNERSCHAFTSVERTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATLEBEN">PRIVATLEBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Garantien der EMRK ST: ÃBRIGE GARANTIEN DER EMRK">ÃBRIGE GARANTIEN DER EMRK</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 4 ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 lit. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 100 lit. I b 3 OG</span><br/><span class="gerade">§ 43 lit. I h VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 43 lit. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2003 Nr. 27 S. 76</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. AnlÃ¤sslich eines Ferienaufenthalts im Juli 2000 in X, USA, lernte der Schweizer A, geboren am 9. Juni 1959, den US-amerikanischen StaatsbÃ¼rger B, geboren am 28. Ok­tober 1961, kennen, aus welcher Bekanntschaft sich eine Liebesbeziehung entwickelte. Im MÃ¤rz 2001 reiste A erneut nach X und die beiden beschlossen, in der Schweiz zusammenwohnen und eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft fÃ¼hren zu wollen. Ein paar Wochen spÃ¤ter reiste B nach ZÃ¼rich, wo er die Kinder und Ã¼brigen Familienmitglieder von A kennen lernte. Nach zwei Wochen kehrte B in die USA zurÃ¼ck, um die fÃ¼r den geplanten Umzug in die Schweiz erforderlichen Angelegenheiten zu regeln.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 9. Juni 2001 stellte A bei der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich ein Gesuch um Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r seinen Partner. Am 18. Juni 2001 reiste B wieder in die Schweiz ein. WÃ¤hrend das Gesuch bei der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicher­heit hÃ¤ngig war, bereisten A und B verschiedene LÃ¤nder in Europa. Unter anderem be­suchten sie zusammen mit dem Sohn von A dessen Vater in Y und weitere Fami­lien­mitglieder. Am 10. August 2001 wurde das Gesuch um Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r B vom Migrationsamt negativ entschieden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Der gegen den Entscheid der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit vom 10. Au­gust 2001 von A und B erhobene Rekurs wurde mit Beschluss des Regierungsrats des Kantons ZÃ¼rich vom 6. November 2002 abgewiesen. BegrÃ¼n­det wurde der Entscheid unter an­de­rem damit, dass sich die Betreffenden im Zeitpunkt des Gesuchs um Erteilung der Auf­ent­haltsbewilligung knapp ein Jahr gekannt hÃ¤tten. Nach einer derart kurzen Zeit kÃ¶nne nicht von einer engen persÃ¶nlichen Beziehung ausgegangen werden. Selbst wenn man auf die aktuellen VerhÃ¤ltnisse abstellen wollte, so wÃ¼rden sich die Rekurrenten erst seit rund zweieinhalb Jahren kennen. Eine gefestigte gleichgeschlecht­liche Partnerschaft sei nicht nachgewiesen, zumal zwischen ihnen trotz abgeschlossenen Partnerschaftsvertrages keine erbrechtlichen Beziehungen und auch keine BegÃ¼nstigungen im Hinblick auf die Altersvor­sorge begrÃ¼ndet worden seien.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht vom 9. Dezember 2002 beantragten A (BeschwerdefÃ¼hrer 1) und B (BeschwerdefÃ¼hrer 2) die Aufhebung des Beschlusses des Re­gierungsrats vom 6. November 2002 und eine Anweisung an das Migrationsamt, B die Aufenthaltsbewilligung zu ertei­len und einen entsprechenden positiven Antrag beim Bundes­amt fÃ¼r AuslÃ¤nderfragen (BFA) zu stellen. Eventualiter sei das Migrationsamt anzuweisen, B eine Kurzaufenthalterbewilligung zwecks Vorbereitung der Registrierung auszustel­len. Im Sinn einer vorsorglichen Massnahme sei das Migrationsamt weiter anzuweisen, B den Aufenthalt in der Schweiz wÃ¤hrend des Verfahrens bis zum Vorliegen eines rechtskrÃ¤f­ti­gen Entscheides zu gestatten. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 16. Januar 2003 wurde festgehal­ten, dass Entfernungsmassnahmen gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 bis zum Entscheid des Verwaltungsgerichts in der Hauptsache zu unterbleiben hÃ¤tten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Schreiben vom 18. Dezember 2002 hatte die Staatskanzlei des Kantons ZÃ¼rich namens des Regierungsrats beantragt, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit verzichtete auf eine Beschwerdeantwort.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpo­lizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist der Fall bei Entscheiden betreffend Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen, auf deren Erteilung die auslÃ¤ndische Person einen bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezem­ber 1943).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Einen bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch auf Erteilung einer fremdenpolizei­lichen Bewilligung hat eine Person mit auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶rigkeit dann, wenn ihr ein solcher gestÃ¼tzt auf eine Sondernorm des Landes- oder Staatsvertragsrechts eingerÃ¤umt wird (BGE 128 II 145 E. 1.1.1 mit Hinweisen). In allen anderen FÃ¤llen entscheiden die zu­stÃ¤ndigen BehÃ¶rden Ã¼ber die Bewilligung des Aufenthalts im Rahmen der gesetzlichen Vor­schriften und der VertrÃ¤ge mit dem Ausland nach freiem Ermessen (Art. 4 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 [ANAG]). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrer berufen sich auf das Grundrecht der persÃ¶nlichen Freiheit und die Garantie des Privatlebens gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) bzw. Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) in Verbindung mit dem Diskriminierungsverbot von Art. 8 Abs. 2 BV und leiten daraus einen Anspruch des BeschwerdefÃ¼hrers 2 auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seinem Lebenspartner, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1, ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Vorinstanz wertete das VerhÃ¤ltnis der BeschwerdefÃ¼hrer als zu wenig gefestigt, um daraus einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Beschwerde­­fÃ¼hrer 2 gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV ableiten zu kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Wegen der UnmÃ¶glichkeit, durch Heirat einen Anspruch nach Art. 7 Abs. 1 oder Art. 17 Abs. 2 ANAG zu begrÃ¼nden, kann sich die um eine Bewilligung ersuchende auslÃ¤n­­dische Person, welche eine gefestigte gleichgeschlechtliche Beziehung zu einer in der Schweiz lebenden Person mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht unterhÃ¤lt, auf den Schutz des Privatlebens berufen (BGE 126 II 425 E. 4c). Bei der Verweigerung einer erstmaligen Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ist von einem Eingriff in das Privatleben nur dann auszugehen, wenn sie eine BeeintrÃ¤chtigung von einer gewissen Schwere bedeutet, was eine qualifizierte Partnerschaft voraussetzt. Wie hinsichtlich des Familienlebens im Sinn von Art. 8 Abs. 1 EMRK (BGE 122 II 1 E. 1e, 109 Ib 183 E. 2a+b) muss eine nahe, echte und tatsÃ¤chlich gelebte Beziehung bestehen. Um eine gefestigte Beziehung annehmen zu kÃ¶nnen, spielt gemÃ¤ss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Dauer der Beziehung bzw. des gemeinsamen Haushalts eine ausschlaggebende Rolle. Daneben ist die In­­tensitÃ¤t der Partnerschaft aufgrund zusÃ¤tzlicher Faktoren â wie etwa der Art und des Umfangs einer vertraglichen Ãbernahme gegenseitiger FÃ¼rsorgepflichten, des Integrationswillens und der IntegrationsfÃ¤higkeit bzw. der Akzeptanz in den jeweiligen Familien und im Bekannten- bzw. Freundeskreis der Betroffenen â zu belegen (BGE 126 II 425 E. 4c/bb). Da bei einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft jegliches Ã¤usserliche PrÃ¼fungsmerkmal wie die nahe Verwandtschaft oder eine Ehe fehlt, sind bei der PrÃ¼fung der Eintretensvoraus­setzungen entsprechend hÃ¶here Anforderungen an die Darlegung einer unter den Schutz des Privatlebens fallenden Beziehung zu stellen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Vorliegend begrÃ¼ndete die Vorinstanz den negativen Entscheid unter anderem damit, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrer noch nicht lange kennen wÃ¼rden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei der Frage der Beziehungsdauer und auch der Dauer einer gemeinsamen Haushalt­fÃ¼hrung ist nicht auf einen <i>bestimmten</i> Mindestzeitrahmen abzustellen. Die IntensitÃ¤t der Partnerschaft kann aufgrund zusÃ¤tzlicher Faktoren, wie beispielsweise des Abschlusses eines Partnerschaftsvertrages, belegt werden. Entsprechend ist in der neuen Fassung der Wei­­sung des BFA betreffend die Aufenthaltsbewilligung gleichgeschlechtlicher Partnerinnen und Partner (BFA, Weisungen und ErlÃ¤uterungen Ã¼ber Einreise, Aufenthalt und Arbeits­­markt [ANAG-Weisungen], 2. A., Bern, Februar 2003, Nr. 557, www.auslaender.ch) auf die Festlegung einer Mindestdauer fÃ¼r die Beziehung verzichtet worden (gemÃ¤ss der bis­­herigen Fassung wurde fÃ¼r die Annahme eines gefestigten VerhÃ¤ltnisses unter anderem eine Beziehungsdauer von in der Regel mindestens vier Jahren vorausgesetzt). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im vorliegenden Fall sind neue, bis zum Urteilszeitpunkt eingetretene Tatsachen zu be­rÃ¼cksichtigen (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungs­­rechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 52 N. 16 f.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Weil der Zeitfaktor aus den dargelegten GrÃ¼nden flexibel zu handhaben ist, kann nicht die Schlussfolgerung gezogen werden, schon aufgrund der kurzen Beziehungsdauer sei auf die Beschwerde nicht einzutreten. Abgesehen davon ist eine seit Juli 2000 dauernde Bekanntschaftszeit nicht mehr als kurz zu qualifizieren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Die Vorinstanz erachtete zwar eine gewisse Integration der BeschwerdefÃ¼hrer in den jeweiligen Familien des Partners als erwiesen. Ebenso ging sie davon aus, der BeschwerdefÃ¼hrer 2 sei willens und fÃ¤hig, noch bestehende Integrationsprobleme zu Ã¼berwinden. Dennoch hielt sie eine gefestigte gleichgeschlechtliche Partnerschaft fÃ¼r nicht erwiesen, da zwischen den BeschwerdefÃ¼hrern im Partnerschaftsvertrag keine erbrechtlichen Be­ziehungen und auch keine BegÃ¼nstigungen im Hinblick auf die Altersvorsorge begrÃ¼ndet worden seien.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrer haben am 12. September 2001 einen umfassenden Partnerschaftsvertrag abgeschlossen, gemÃ¤ss welchem sie sich gegenseitig zu Respekt, Treue und Beistand verpflichtet haben. Unter anderem sind Bestimmungen enthalten fÃ¼r den Fall, dass einer der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼rsorgeabhÃ¤ngig werden sollte. Eine umfassende und stark an das neue Scheidungsrecht angelehnte Regelung hat auch das Vorgehen bei einer allfÃ¤lligen Trennung erfahren, wobei selbst die MÃ¶glichkeit einer Rente analog dem nach­ehelichen Unterhalt Eingang gefunden hat. Der Vertrag ist gekennzeichnet von der grundsÃ¤tzlichen Gleichstellung der Partner, sowohl was die finanziellen Belange als auch was die Ã¼brigen Besorgungen des Haushalts angeht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Weiteren haben die BeschwerdefÃ¼hrer am 15. November 2002 eine "Gegenseiti­ge VerpflichtungserklÃ¤rung" zwecks spÃ¤terer Eintragung gemÃ¤ss dem noch nicht in Kraft ge­tretenen Gesetz Ã¼ber die Registrierung gleichgeschlechtlicher Paare vom 21. Januar 2002 Ã¶ffentlich beurkunden lassen. In diesem Zusammenhang wurden die BeschwerdefÃ¼hrer aus­­drÃ¼cklich darauf hingewiesen, dass sich ihre vermÃ¶gensrechtlichen VerhÃ¤ltnisse gemÃ¤ss heute geltender Lehre und Rechtsprechung nach dem Recht der einfachen Gesellschaft im Sinn von Art. 530 ff. des Obligationenrechts richten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Angesichts der nun schon seit Ã¼ber zweieinhalb Jahren dauernden Beziehung der Be­schwerdefÃ¼hrer sowie des Partnerschaftsvertrages und der Gegenseitigen Verpflichtungs­­erklÃ¤rung ist davon auszugehen, dass zwischen den Betreffenden eine gefestigte Beziehung besteht, welche in den Schutzbereich des Privatlebens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV fÃ¤llt. Der Umstand, dass keine erbrechtlichen Regelungen und keine gegenseitige BegÃ¼nstigung im Hinblick auf die Altersvorsorge getroffen worden oder ersichtlich sind, vermag an dieser Sachlage nichts zu Ã¤ndern. Die vermÃ¶gensrechtlichen VerhÃ¤ltnisse der BeschwerdefÃ¼hrer fallen grundsÃ¤tzlich ohnehin unter die Regelung der einfachen Gesellschaft, was ihnen spÃ¤testens mit Unterzeichnung der Gegenseitigen VerpflichtungserklÃ¤rung bewusst geworden ist und womit sie sich auch einverstanden erklÃ¤rt haben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vorliegend ist schon aufgrund der Ã¤usseren VorgÃ¤nge â die BeschwerdefÃ¼hrer woh­nen zusammen; der BeschwerdefÃ¼hrer 2 hat die USA verlassen, um beim BeschwerdefÃ¼hrer 1 leben zu kÃ¶nnen; es liegen ein Partnerschaftsvertrag und eine Gegenseitige Verpflich­tungserklÃ¤rung vor; im Dezember 2001 wurde im Beisein von Freunden und Verwandten eine Zeremonie abgehalten â von einer unter den Schutzbereich des Privatlebens fallenden Beziehung der Betreffenden auszugehen. Dass dieses VerhÃ¤ltnis auf einer tragfÃ¤higen emo­tionalen Basis beruht, braucht hier nicht weiter erÃ¶rtert zu werden. Lediglich der VollstÃ¤ndig­­keit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Ã¤rztlich bezeugten ZusammenbrÃ¼che des Be­­schwerdefÃ¼hrers 1 nach Erhalt der negativen Entscheide der Beschwerdegegnerin bzw. der Vorinstanz die enge gefÃ¼hlsmÃ¤ssige Beziehung der BeschwerdefÃ¼hrer umso mehr belegen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Aus den dargelegten GrÃ¼nden ist daher auf die Beschwerde grundsÃ¤tzlich einzutreten. Ausgenommen bleibt allerdings das Begehren, das Migrationsamt (bzw. die Beschwer­degegnerin) sei anzuweisen, einen positiven Antrag beim BFA zu stellen. Sowohl wegen des Verbots einer Ausdehnung des Streitgegenstands als auch wegen des Fehlens einer entsprechenden Kompetenz des Verwaltungsgerichts kann dieses Begehren nicht an die Hand genommen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Nach Art. 8 Abs. 2 EMRK ist ein Eingriff in das nach Abs. 1 geschÃ¼tzte Rechtsgut statthaft, soweit er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft fÃ¼r die nationale Sicherheit, die Ã¶ffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung oder zur Verhin­derung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Die Konvention verlangt also eine umfassende AbwÃ¤gung der sich gegenÃ¼berstehenden privaten Interessen an der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung und den Ã¶ffentlichen Interessen an deren Verweigerung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer 2 stÃ¼tzt sich auf die gesetzliche Ordnung, namentlich auf Art. 4 in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 ANAG, und verfÃ¼gt somit Ã¼ber eine hinreichende gesetzliche Grundlage (kritisch Alberto Achermann/Martina Caroni, Homosexuelle und heterosexuelle Konkubinatspaare im schwei­­zerischen AuslÃ¤nderrecht, SZIER 2001, S. 125 ff., 134 ff.; Yvo Hangartner, Bemerkungen [zu BGE 126 II 425], AJP 2001, S. 361 ff., 363 f.). Sie ist sodann bei Vorliegen eines Ã¶ffentlichen Interesses grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig: Art. 8 EMRK verbietet nicht, die Einwanderung und den Zugang zum Staatsgebiet zu regeln und an gewisse Bedingungen zu knÃ¼p­fen; er vermittelt kein absolutes Recht auf Einreise. Die im vorliegenden Zusammenhang zu beurteilende ZulassungsbeschrÃ¤nkung dient dem Schutz des Landes vor Ãberfrem­dung sowie der Erhaltung des Gleichgewichts auf dem inlÃ¤ndischen Arbeitsmarkt. Es sollen ein ausgewogenes VerhÃ¤ltnis zwischen dem Bestand der schweizerischen und dem der auslÃ¤ndischen WohnbevÃ¶lkerung aufrecht erhalten, gÃ¼nstige Rahmenbedingungen fÃ¼r die Eingliederung der hier wohnenden und arbeitenden AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder geschaf­fen sowie die Arbeits­marktstruktur verbessert und fÃ¼r eine mÃ¶glichst ausgeglichene BeschÃ¤ftigung gesorgt werden (vgl. BGE 126 II 425 E. 5b). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei der PrÃ¼fung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit einer Fernhaltung ist zu berÃ¼cksichtigen, dass das Kriterium der Ãberfremdung hier in zahlenmÃ¤ssiger Hinsicht nicht ins Gewicht fÃ¤llt. Ein Familiennachzug durch den BeschwerdefÃ¼hrer 2 ist auszuschliessen. Dagegen ist insbesondere zu beachten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 zwei hier lebende Kinder hat, wovon eines noch minderjÃ¤hrig ist. Zu diesen pflegt er eine enge persÃ¶nliche Beziehung und er unterstÃ¼tzt sie finanziell. Ausserdem ist er Inhaber eines existenzsichernden und erfolgreichen Computerunternehmens. Im Weiteren liegen keine Anzeichen dafÃ¼r vor, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer 2 den hiesigen VerhÃ¤ltnissen nicht anpassen wÃ¼rde. Aufgrund der ge­genseitigen Verpflichtung der BeschwerdefÃ¼hrer, fÃ¼reinander zu sorgen, besteht auch keine Gefahr, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 2 der Ã¶ffentlichen Hand zur Last fallen wÃ¼rde. Insgesamt Ã¼berwiegen die privaten Interessen der BeschwerdefÃ¼hrer, ihre Beziehung gemeinsam in der Schweiz leben zu kÃ¶nnen, gegenÃ¼ber den allgemeinen Ã¶ffentlichen Interessen an der BeschrÃ¤nkung der Einwanderung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Aufgrund dieser AbwÃ¤gung verletzt der angefochtene Entscheid den Anspruch auf Schutz des Privatlebens und ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit auf sie einzutreten ist. Das Eventualbegehren um Erteilung einer Kurzaufenthalterbewilligung wird damit gegenstandslos.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Die VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 10. August 2001 und der Beschluss des Regierungsrats vom 6. November 2002 werden aufgehoben. Die Beschwerdegegnerin wird eingeladen, dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 im Sinn der ErwÃ¤gungen eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>... </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>