Entscheid vom 9. Juli 2012 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, Andreas J. Keller und Jean-Luc Bacher, Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia Parteien A. SA, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Richard, Beschwerdeführerin gegen BUNDESANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Finnland Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer: RR.2011.193 - 2 - Sachverhalt: A. Die zentrale Gerichtspolizei Finnlands führt im Zusammenhang mit der Ent- führung des Frachtschiffes Arctic Sea am 24. Juli 2009 auf dessen Fahrt von Finnland nach Algerien ein Strafverfahren wegen schwerer Entführung und Erpressung (act. 1.6) . Zur Unterstützung dieses Strafverfahrens g e- langten die finnischen Behörden mit Rechtshilfeersuchen vom 27. Nove m- ber 2009 an die Schweiz. Darin ersuchten sie um Herausgabe von diversen Bankunterlagen (Eröffnungsunterlagen, Vertretungsvollmachten, Sitzung s- protokolle des Verwaltungsrates der A. SA, soweit sich diese in Bankbesitz befinden würden, Detailbelege ab 2004 bis dato und aktuelle Kontosaldi) betreffend das Konto Nr. 1 der A. SA bei der Bank B. in Genf (act. 1.6). B. Mit Schreiben vom 5. Januar 2010 übertrug das Bundes amt für Justiz (nachfolgend „BJ“) das Rechtshilfeersuchen zur Prüfung und Ausführung an die Bundesanwaltschaft (Verfahrensakten Bundesanwaltschaft, A b- griff 2). Die se trat mit Eintretensverfügung vom 25. Januar 2010 auf das Rechtshilfeersuchen ein. Die Bundesanwaltschaft ordnete daraufhin mit Verfügungen vom 25. Januar und 11. März 2010 die Edition der Bankunter- lagen zur Kontobeziehung Nr. 1, lautend auf die A. SA, bei der Bank B. an. Mit Schreiben vom 1. Februar und 22. März 2010 reichte die Bank B. die angeforderten Kontounterlangen ein (Verfahrensakten Bundesanwaltschaft, Abgriff 3). C. Mit Schreiben vom 30. Mai 2011 schränkten die finnischen Behörden die beantragten Rechtshilfemassnahmen auf die Kontoeröffnungsunterlagen inklusive allfälliger Vollmachten ein und zogen in den übrigen Punkten ihr Rechtshilfeersuchen zurück ( Verfahrensakten Bundesanwaltschaft, Ab- griff 5) . D. Mit Schlussverfügung vom 4. Juli 2011 ordnete die Bundesanwaltschaft die rechtshilfeweise Herausgabe der Kontoeröffnungsunterlagen inklusive An- gaben zu Vollmachten betreffend das auf die A. SA lautende Konto Nr. 1 bei der Bank B. und brachte dabei den üblichen Spezialitätsvorbehalt an (act. 2). E. Gegen diese Schlussverfügung vom 4. Juli 2011 erhebt die A. SA mit Ein- gabe vom 4. August 2011 Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (act. 1). Sie beantragen zur Hauptsache die Aufh e- bung der angefochtenen Schlussverfü gung. Es soll festgestellt werde n, dass die Rechtshilfevoraussetzungen nicht erfüllt seien, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Eventualiter soll - 3 - festgestellt werden, dass die Rechtshilfe zu verweigern sei, weil dieser Steuerdelikte zugrunde liegen wür den. Sodann sei festzustellen, dass die Rechtshilfe auch aus dem Grund zu verweigern sei, weil die Ausführung des Ersuchens wesentliche Interessen der Schweiz beinträchtigen würde (act. 1 S. 3). Mit Schreiben vom 22. August 2011 stellt das BJ den Antrag, die B e- schwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen (act. 7). Die Beschwerdegeg- nerin beantragt mit ihrer Beschwerdeantwort vom 29. August 2011 eben- falls die kostenfällige Abweisung (act. 8 ). Mit Beschwerdereplik vom 15. September 2011 hält die Beschwerdeführerin an ihren gestellten Anträ- gen fest (act. 10). In der Folge verzichten sowohl das BJ mit Schreiben vom 22. September 2011 wie auch die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 30. September 2011 auf die Beschwerdeduplik (act. 12 und 13). Deren Eingaben wurden mit Schreiben vom 4. Oktober 2011 der Beschwerdefüh- rerin zur Kenntnis zugestellt (act. 14). Mit Schreiben vom 23. Mai 2012 e r- suchte der Referent das BJ um zusätzliche Ausk ünfte (act. 15), welche am 31. Mai 2012 erteilt wurden (act. 16, 16.1 und 16.2), un d worüber die B e- schwerdeführerin am 1. Juni 2012 in Kenntnis gesetzt wurde mit der Mö g- lichkeit einer zusätzlichen Stellungnahme (act. 17). Davon hat sie mit Ei n- gabe vom 8. Juni 2012 fristgemäss Gebrauch gemacht (act. 18). Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 1. Für die Verfahrenssprache ist im Beschwerdeverfahren die Sprache des angefochtenen Entscheids massgebend. Verwenden die Parteien eine a n- dere Amtssprache, so kann das Verfahren in dieser Sprache geführt we r- den (Art. 33 a Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 [VwVG; SR 172.021] i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Stra f- behörden des Bundes [Strafbehörde norganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]). Vorliegend ist die angefochtene Verfügung in deutscher Spra- che ergangen (act. 2). Von den Parteien hat sodann die Beschwerde geg- nerin ihre Eingaben konsequent auf Deutsch verfasst ( act. 8 und 13), wäh- renddem die Beschwerdeführerin und das BJ ihre Eingaben auf Franz ö- sisch eingereicht haben (act. 1, 7, 10 und 12 ). Unter diesen Umständen ist - 4 - der vorliegende Entscheid in Anwendung von Art. 33a Abs. 2 Satz 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG ebenfalls auf Deutsch auszufertigen. 2. 2.1 Für die akzessorische Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Finnland sind in erster Linie das Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 (EUeR, SR 0.351.1) , welchem beide Sta a- ten beigetreten sind, sowie die Bestimmungen der Art. 48 ff. des Überei n- kommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführu ngsübereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19 –62) massgebend . G e- mäss Art. 48 Abs. 2 SDÜ bleiben die zwischen den Vertragsparteien ge l- tenden weitergehenden Bestimmungen aufgrund bilateraler Abkommen unberührt. 2.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, gelangt das schweizerische Landesrecht zur Anwendung, namentlich das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Stra f- sachen (IRSG; SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSV; SR 351.11). Das inne r- staatliche Recht gilt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann, wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe s tellt (BGE 136 IV 82 E. 3.1; 129 II 462 E. 1.1 S. 464 m.w.H.). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Me n- schenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c). 3. 3.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Schlussverfügung der ausführenden Bundesbehörde, gegen welchen innert 30 Tagen ab der schriftlichen Mitteilung bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafg e- richts Beschwerde geführt werden kann (Art. 80 e Abs. 1 i.V.m. Art. 80 k IRSG; Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 des Or- ganisationsreglements für das Bundesstrafgericht vom 31. August 2010 , Fassung in Kraft seit 1. Januar 2012 [BStGerOR; SR 173.713.161]). Die Beschwerde vom 4. August 2011 gegen die Schlussverfügung vom 4. Juli 2011 wurde rechtzeitig im Sinne von Art. 80k IRSG erhoben. 3.2 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80 h lit. b IRSG). Personen, g e- gen die sich das ausländische Strafver fahren richtet, sind unter denselben Bedingungen beschwerdelegitimiert (Art. 21 Abs. 3 IRSG). - 5 - Ein schutzwürdiges Interesse liegt nicht schon dann vor, wenn jemand i r- gendeine Beziehung zum Streitobjekt zu haben behauptet. Vielmehr muss eine vom einschlägi gen Bundesrecht erfasste "spezifische Beziehungsn ä- he" dargetan sein. Eine blosse mittelbare Betroffenheit genügt hingegen nicht (BGE 137 IV 134 E. 5.2.1; 129 II 268 E. 2.3.3 S. 269; 128 II 211 E. 2.2 S. 216 f.; 127 II 104 E. 3 S. 107 ff., 198 E. 2d S. 205; 126 II 258 E. 2d S. 259; 125 II 356 E. 3b/aa S. 361 f.; 123 II 153 E. 2b S. 156, je mit Hinwe i- sen). Als persönlich und direkt betroffen (im Sinne von Art. 80 h lit. b und Art. 21 Abs. 3 IRSG) wird im Falle der Erhebung von Konteninformationen der je- weilige Kontoinhaber angesehen (Art. 9a lit. a IRSV; BGE 130 II 162 E. 1.3 S. 165; 128 II 211 E. 2.3 -2.5; TPF 2007 79 E. 1.6). Das Gleiche gilt nach der Rechtsprechung für Personen, gegen die unmittelbar Zwangsmas s- nahmen angeordnet wurden ( BGE 128 II 211 E. 2.3-2.5 S. 217 ff.; 123 II 153 E. 2b S. 157, je mit Hinweisen). In der angefochtenen Schlussverfügung wurde die Herausgabe von Ba nk- unterlagen betreffend die auf die Beschwerdeführerin lautende Kontobe- ziehung bei der Bank B. Als Inhaber in dieses Kontos ist die Beschwerde- führerin von der Herausgabe der Bankunterlagen persönlich und direkt b e- troffen im Sinne von Art. 80h lit. b IRSG i. V.m. Art. 9a lit. a IRSV. Sie ist folglich zur Beschwerde legitimiert , weshalb auf ihre fristgerecht erhobene Beschwerde einzutreten ist. 4. Zulässige Beschwerdegründe sind die Verletzung von Bundesrecht (inkl u- sive Staatsvertragsrecht), einschliesslich Übers chreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unzulässige oder offensichtlich unrichtige A n- wendung ausländischen Rechts in den Fällen nach Art. 65 IRSG i.V. mit Art. 80 i Abs. 1 IRSG. Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts überprüft zudem die Richtigkeit und die Vollständigkeit der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Angemessenheit des angefoc h- tenen Entscheides gemäss Art. 49 lit. b und c VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG (s. TPF 2007 57 E. 3.2). 5. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebu nden (Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die Rechtshilfevoraussetzungen zwar grundsätzlich mit freier Kognition, befasst sich jedoch in ständiger Rech t- sprechung nur mit Tat - und Rechtsfragen, die Streitgegenstand der B e- schwerde bilden (vgl. BGE 132 II 81 E. 1.4; 130 II 337 E. 1.4, je m.w.H.; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2007.34 vom 29. März 2007, E. 3; RR.2007.27 vom 10. April 2007, E. 2.3; s. ferner JdT 2008 IV 66 N. 331 - 6 - S. 166). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss sich die urtei- lende Instanz sodann nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich ause i- nandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es genügt, wenn die Behörde wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 16. Juli 2004, E. 5.2, mit weiteren Hinweisen). 6. 6.1 Zunächst rügt d ie Beschwerdeführerin die Verletzung des rechtlichen G e- hörs im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Die Begründung der angefochtenen Verfügung beschränke sich auf einen Absatz, welcher keine ausreichende Begründung darstelle (act. 1 S. 9 f.). Mangels einer ausführlichen Begrü n- dung sei ein logischer Bezug zwischen den zu übermittelnden Bankunte r- lagen und dem zu untersuchenden Delikt nicht zu erkennen. Ebenso habe die Beschwerdegegnerin es unterlassen, die Verhältnismässigkeit der a n- geordneten Rechtshilfemassnahme zu begründen (act. 1 S. 9 f.). 6.2 Der in Art. 29 Abs. 2 BV verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör durch eine angemessene Begründung wird im Bereich der internationalen Rechtshilfe durch Verweis in Art. 12 Abs. 1 IRSG auf Art. 35 VwVG konkre- tisiert, welche sowohl in Verfa hren vor den Bundesbehörden als auch vor kantonalen Behörden zur Anwendung gelangen (R OBERT ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 3. Aufl., Bern 2009, S. 449 f. N. 486 f. i.V.m. S. 437 f. N. 472). Das Recht auf eine begrün dete Verfügung respektive einen begründeten Entscheid bedeutet, dass die B e- gründung den Entscheid für die Partei verständlich machen und ihr erla u- ben muss, ihn zu akzeptieren oder anzufechten (P ETER POPP, Grundzüge der internationalen Rechtshilfe in Strafs achen, Basel 2001, S. 320 N. 470). Bei Abschluss des Rechtshilfeverfahrens durch eine Verfügung ist die B e- gründungspflicht auch im IRSG erwähnt (Art. 80 d). Die Behörde muss die Vorbringen des Betroffenen sorgfältig und ernsthaft prüfen und in der Entscheidfindung berücksichtigen. Die Überlegungen, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt, müssen daher wenigstens kurz genannt werden. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich diese ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem recht- lichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Die Behörde hat demnach in der Begründung ihres Entscheids diejenigen Argumente aufzu- führen, die tat sächlich ihrem Entscheid zugrunde liegen (BGE 126 I 97 E. 2b). - 7 - Das Recht angehört zu werden, ist formeller Natur. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durch die ausführende Behörde führt nicht automatisch zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung der a n- gefochtenen Verfügung. Nach der Rechtsprechung kann eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geheilt werden, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die, wie die Beschwerdekammer de s Bundesstrafgerichts, über die gleiche Übe r- prüfungsbefugnis wie die ausführende Behörde verfügt (vgl. BGE 124 II 132 E. 2d m.w.H.; TPF 2009 49 E. 4.4; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2007.50 vom 6. August 2007, E. 3.2; RR.2010.31 vom 14. April 2010, E. 5.2.2; ZIMMERMANN, a.a.O., S. 437 N. 472). 6.3 Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin äussert sich d ie ang e- fochtene Schlussverfügung zu den einzelnen Rechtshilfe voraussetzungen, namentlich zum Sachzusammenhang zwischen der finnischen Strafunte r- suchung und den zu übermittelnden Kontounterlagen sowie zur Verhält- nismässigkeit der beantrag ten Re chtshilfemassnahme (s. act. 2 S. 2 f. ). Auch wenn die Begründung sehr konzis ausgefallen ist, hat die Beschwer- degegnerin insgesamt in ihrem Entscheid in Einklang mit den vorerwähnten Anforderungen wenigstens kurz die wesentlichen Überlegungen genannt, von denen sie sich leiten liess und worauf sie sich stützte. Der Begrü n- dungspflicht wurde somit Folge geleistet, eine sachgerechte Anfechtung war möglich. Ob dies e Überlegungen zutreffend sind und inhaltlich für den Entscheid ausreichen, was vorliegend von der Beschwerdeführerin bestri t- ten wird, ist nicht eine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern betrifft den Entscheid in seinem materiellen Gehalt. Demnach liegt k eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Rüge ist folglich unbegründet. 7. 7.1 Sodann beanstandet die Beschwerdeführerin unter verschiedenen Aspe k- ten die Sachverhaltsschilderung im Rechtshilfeersuchen (act. 1 S. 6, 10 ff.): Nach Darstellung der Beschwerdef ührerin habe d ie ersuchende Behörde deren Behauptung, dass die Beschwerdeführerin irgendeinen Bezug zu „activités d’armement de navire“ habe, nicht glaubhaft ge macht (act. 1 S. 10). Es sei auch nicht ersichtlich, inwiefern die in den Büroräumlichke i- ten der C. AB gestohlenen Geschäftsunterlagen etwas über die Geschäfts- tätigkeiten der Beschwerdeführerin aussagen sollen (act. 1 S. 10). Die B e- schwerdeführerin habe eine Geschäftsbeziehung zur C. AB, sei aber eine davon getrennte Gesellschaft, die eigene Geschäft e tätige, welche von denjenigen der C. AB klar getrennt seien (act. 1 S. 10 f.). Aus den russ i-- 8 - schen Strafverfahrensakten würde sich auch keine Verbindung zwischen dem Einbruchdiebstahl in den Büroräumlichkeiten der C. AB Anfang 2009 und der Entführung im Sommer 2009 ergeben (act 1 S. 6). Die Be schwer- deführerin finde auch keine Erwähnung in den russischen Strafverfahren s- akten (act. 1 S. 6). Die Beschwerdeführerin macht unter dem Titel „Faits“ sodann geltend, dass die Autoren der Straftaten, welche auf der Ar ctic Sea begangen worden seien, in Russland bereits alle identifiziert, strafrechtlich verfolgt und verurteilt worden seien, und jene absolut keinen Bezug zur Be- schwerdeführerin ausgewiesen hätten (act. 1 S. 7). In diesem Zusammen- hang reichte sie zum einen die erste Seite einer nicht amtlich beglaubigten Kopie eines Urteils des Mos kauer Gerichts vom 7. Mai 2010 betreffend D. samt der ebenfalls nicht amtlich beglaubigten englischen Übersetzung ein (act. 1.7). Zum anderen legte sie ein auf Englisch verfasstes Schreiben vom 28. März 2011 einer Moskauer Anwaltskanzlei ein, welche E. zu seiner Interessenwahrung im russischen Strafverfahren beauftragt gehabt habe (act. 1.8 S. 1). Diesem Schreiben zufolge hätten sich im russischen Stra f- verfahren keine Bezüge zum Ei nbruchdiebstahl bei der C. AB oder zur Be- schwerdeführerin erge ben (act. 1.8 S. 2). Die Beschwerdeführerin kommt zum Schluss, die Würdigung des Sachverhalts bzw. die Begründung des Tatverdachts sei absurd, wenig haltbar mit Blick auf die Logik unter B e- rücksichtigung der Beweislage und offensichtlich willkürlich (act. 1 S. 11). 7.2 In formeller Hinsicht muss das Rechtshilfeersuchen insbesondere Angaben über den Gegenstand und den Grund des Ersuchens enthalten (Art. 14 Ziff. 1 lit. b EUeR). Daraus leitet die Pra xis ein Verbot der Bewei s- ausforschung ab; dieses richtet sich gegen Beweisaufnahmen “auf’s Ger a- tewohl“. Es dürfen keine strafprozessualen Untersuchungshandlungen zur Auffindung von Belastungsmaterial zwecks nachträglicher Begründung e i- nes Tatverdachtes (od er zur Verfolgung nicht rechtshilfefähiger Delikte) durchgeführt werden. Eine hinreichend präzise Umschreibung der Ve r- dachtsgründe soll möglichen Missbräuchen vorbeugen (Urteil des Bunde s- gerichts 1A.21/2006 vom 7. März 2006, E. 3.1 ). Zu diesem Aspekt wird im Einzelnen im Rahmen der Prüfung der Verhältnismässigkeit der beantra g- ten Rechtshilfemassnahmen einzugehen sein (s. nachfolgend Ziff. 8). Ausserdem muss das Ersuchen in Fällen wie dem vorliegenden die strafba- re Handlung bezeichnen und eine kurze Darste llung des Sachverhalts en t- halten (Art. 14 Ziff. 2 EUeR). Art. 28 Abs. 2 und 3 IRSG i. V. m. Art. 10 IRSV stellen entsprechende Anforderungen an das Rechtshilfeersuchen. Diese Angaben müssen der ersuchten Behörde allerdings nur die Prüfung erlauben, ob die doppelte Strafbarkeit gegeben ist (vgl. Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR), ob die Handlungen wegen denen um Rechtshilfe ersucht wird, nicht - 9 - politische oder fiskalische Delikte darstellen (Art. 2 lit. a EUeR) und ob der Grundsatz der Verhältnismässigkeit gewahrt wird (vgl. statt vieler Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2009.324 vom 28. Juli 2010 , E. 3.2 sowie BGE 129 II 97 E. 3.1 S. 98 m. w. H.). Die Rechtsprechung stellt an die Schilderung des Sachverhalts im Recht s- hilfeersuchen keine hohen Anforderungen. Vo n den Behörden des ers u- chenden Staates kann nicht verlangt werden, dass sie den Sachverhalt, der Gegenstand des hängigen Strafverfahrens bildet, bereits lückenlos und völ- lig widerspruchsfrei darstellen. Das wäre mit dem Sinn und Zweck des Rechtshilfeverfahrens unvereinbar, ersucht doch ein Staat einen anderen gerade deswegen um Unterstützung, damit er die bisher im Dunkeln g e- bliebenen Punkte aufgrund von Beweismitteln, die sich im ersuchten Staa t befinden, klären kann. Es reicht daher aus, wenn die Angaben im Rechts- hilfeersuchen den schweizerischen Behörden ermöglichen zu prüfen, ob ausreichend konkrete Verdachtsgründe für eine rechtshilfefähige Straftat vorliegen, ob Verweigerungsgründe gegeben sind bzw. in welchem Umfang dem Begehren allenfalls entsprochen werden muss. Entgegen der Anna h- me der Beschwerdeführerin (act. 1 S. 10 f.) kann auch nicht verlangt we r- den, dass die ersuchende Behörde die Tatvorwürfe bereits abschlie ssend mit Beweisen belegt. Der Rechtshilferichter hat weder Tat- noch Schuldfra- gen zu p rüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzune h- men, sondern ist vielmehr an die Sachdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit sie nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche so- fort entkräftet wird ( vgl. BGE 132 II 81 E. 2.1 S. 8 5 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 1A.90/2006 vom 30. August 2006, E. 2.1; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2009.324, E. 3.2; TPF 2007 150 E. 3.2.4). 7.3 Dem Rechtshilfeersuchen vom 27. November 2009 ist nachfolgende Sachverhaltsdarstellung zu entnehmen (act. 1.6): Das Frachtschiff Arctic Sea, das mit einer Holzlieferung vom finnischen Ha- fen von Pietarsaari auf der Fahrt nach dem algerischen Hafen von Bedjaa unterwegs gewesen sei, sei am 24. Juli 2009 samt den 15 russischen Be- satzungsmitgliedern in schwedischen Gewässern entführt worden. Eine Gruppe von 8 bis 12 maskierten und bewaffneten Männern soll es g e- schafft haben, auf das Frachtschiff einzudringen und dieses samt Besa t- zung in ihre Gewalt zu bringen . Das Warnsystem Ship Security Alert Sy s- tem sei ausser Kraft gesetzt worden. Die Eindringlinge hätten Vesten und Parkas mit der Aufschrift „Polizei“ getragen und vorgegeben, nach einer Drogenlieferung zu suchen . Sie sollen die Besatzung smitglieder danach gefragt und einige auch angegriffen haben. Nach ungefähr 12 Stunden sol-- 10 - len die Entführer das Frachtschiff auf einem motorisierten Schlauchboot Richtung Osten verlassen haben, nachdem sie zuvor den Besatzungsmit- gliedern mindestens zwei Mobiltelefone und einen Rettungsring wegg e- nommen hätten. Diese Entführung habe E., russischer Staatsangehöriger und Generaldirektor der Gesellschaft C. AB, welche die Arctic Sea gecha r- tert habe, am 28. Juli 2009 dem Polizeikommissariat von Helsinki geme l- det. Da sich der Vorfall auf schwedischen Gewässern zugetragen habe, sei die Anzeige von E. am 29. Juli 2009 an die schwedischen Polizeiorgane weitergeleitet worden. Diese hätten bestätigt, dass die angezeigte „Dro- genkontrolle“ auf dem Frachtschiff nicht durch schwedische Behörden durchgeführt worden sei. In der Folge habe am 2. August 2009 E. per Telefon erfahren, dass sich auf der Weiterfahrt der Arctic Sea 25 Soldaten des Frachtschiffes bemächtigt haben sollen. Für das Frachtschiff und die Ladung sei ein Lösegeld von EUR 1,5 Mio. gefordert worden. Die Person, welche di e Drohungen ausge- stossen habe, soll zu verstehen gegeben haben, dass die ganze Besa t- zung, E. und dessen Familie getötet würden, wenn das Lösegeld nicht b e- zahlt würde. Der Kontakt zum Frachtschiff sei ab dem Ärmelkanal unte r- brochen und am 4. August 2009 wie der hergestellt worden. Das Frach t- schiff habe seine Fahrt an der Ostküste der Azoren und der Kapverden vorbei Richtung Süden fortgesetzt. Es habe den Anschein gemacht, dass das Schiff die Westafrikanische Küste hätte anlaufen wollen, allerdings ha- be am 18. August 2009 die russische Flotte das Schiff angehalten und acht Verdächtige festgenommen. Gemäss den bisherigen Untersuchungen stehe zwar fest, dass der lett i- sche Staatsangehörige F. als Chef auf dem entführten Schiff agiert habe. Er werde auch verdächt igt, einen Stimmentransformator eingesetzt zu ha- ben, als er mit dem Satellitentelefon E. gedroht habe. Nach den finn ischen Behörden sei indes offensichtlich, dass F. die Entführung im Auftrage einer oder mehreren Personen ausgeführt habe, welche noch nicht identifiziert worden seien, und dass er die Komplizen zu einer Gruppe im Hinblick auf die Entführung zusammengestellt habe. Ihren Verdacht begründen die fin- nischen Behörden damit, dass die Entführung sich weder mit dem Wert der Holzlieferung noch mit dem Wert des Frachtschiffes erklären lasse. Es sei offensichtlich, dass die Entführung im Zusammenhang mit der Geschäftstä- tigkeit von E. stehe (act. 1.6 S. 4). Die finnischen Behörden weisen auf den Einbruchdiebstahl am Gesellschaftssitz der C. AB in Helsinki in der Nacht vom 7. auf den 8. Januar 2009 hin. Es sei dabei der Tresor gestohlen wor- den, welcher gemäss der Anzeige EUR 120'000.-- und Wertschriften sowie Bankunterlagen enthalten habe. Die finnischen Behörden nehmen aller-- 11 - dings an, dass im Tresor sich vor allem Geschäftsunterlagen befunden hät- ten, deren Hintergründe E. den finnischen Behörden gegenüber nicht habe offen legen wollen. Gestützt auf vertrauliche Informationen, welche der fi n- nischen Polizei zugespielt worden seien, sollen sich unter den gesto hlenen Unterlagen Dokumente befinden, welche sich auf die G eschäftsbeziehun- gen der C. AB zu der wahrscheinlich in Panama registrierten Beschwerd e- führerin und auf Geschäfte betreffend Schiffsausrüstungen, Transit -, V er- sand- und Frachtoperationen ( „activités d ’armement de navires, des opérations de transit, d’expéditions et d’affrètement“ ) beziehen würden. E. habe seine Geschäftstätigkeit in Finnland 1996 und 1997 aufgenommen und seit 2004 und 2005 eine unabhängigere Rolle eingenommen. Es könne daher angenommen werden, dass seine früheren Geschäftspartner Rivalen für ihn geworden seien und Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen entstanden sein könnten. Es bestehe daher der begründete Verdacht, dass der Diebstahl der Geschäftsu nterlagen – aufgrund der in den ge stohlenen Dokumenten enthaltenen Informationen – zur Entführung des Frachtschi f- fes geführt habe. Davon ausgehend sind d ie finnischen Behörden der Au f- fassung, dass ihnen Auskünfte über die Eigentümer, die Geschäfte, die Geschäfts- und Bankoperationen und di e Beziehung mit den Gesellscha f- ten, die sich mit Schiffsausrüstung sowie mit Transit -, Versand - und Frachtoperationen befassen, erlauben würden, den oder die Auftraggeber der Entführung zu identifizieren, auf den (wahren) Beweggrund für die En t- führung sowie auf Beweismaterial gegen die mutmasslichen Täter zu stos- sen. Mit dieser Begründung beantragen sie die Herausgabe der Kont o- eröffnungsunterlagen samt Angaben zu Vollmachten betreffend das auf die Beschwerdeführerin lautende Konto bei der Bank B. 7.4 Die Besc hwerdeführerin bestreitet zur Hauptsache den von finnischen Strafverfolgungsbehörden hergeleiteten Bezug zwischen ihr bzw. ihrer Ge- schäftstätigkeit und der Entführung des Frachtschiffes, einschliesslich der Erpressung. Ihre Bestreitungen betreffen zum eine n die Sachverhaltsdarstellung in einzelnen Punkten und zum anderen den sich darauf stützenden Tatverdacht. Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, es sei nicht ersichtlich, inwiefern bei der C. AB gestohlenen Geschäftsunterlagen etwas über ihre Geschäfts- tätigkeiten aussagen sollen, stellt sie damit freilich lediglich die diesbezügli- che Sachverhaltsschilderung im Rechtshilfeersuchen in Frage, ohne aber über diese Bestreitungen hinaus offensichtliche Lücken, Irrtümer oder W i- dersprüche aufzuzeigen, welche die Darstellung der ersuchenden Behörde sofort im Sinne der Rechtsprechung (s.o.) entkräften würden. Solche Män- gel sind auch nicht ersichtlich. Im Gegenteil liefert die Beschwerdeführerin - 12 - mit ihren Ausführungen zu den personellen und geschäftliche n Verbindun- gen zwischen ihr und der C. AB vielmehr die Argumente, welche für die Schilderung der finnischen Behörde sprechen, namentlich dass sich im Tresor der C. AB Geschäftsunterlagen betreffend die Beschwerdeführerin befunden haben sollen . So erklärt die Beschwer deführerin, s ie sei in Schiffsladung spezialisiert und arbeite regelmässig mit der C. AB zusam- men, wobei E., der Gründer und Generaldirektor der C. AB , gleichzeitig auch ihr Direktor sei (act. 1 S. 4, act. 1.5). Was das Vorbringen anb elangt, die ersuchende Behörde habe ihre Behauptung, dass die Beschwerdefü h- rerin irgendeinen Bezug zu „activités d’armement de navire“ habe, nicht glaubhaft gemacht, kann die Beschwerdeführerin auf die Erklärung der B e- schwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort verwiesen werden . Die B e- schwerdegegnerin erläutert darin zutreffend den französischen Begriff „armement“, welcher in der Schifffahrt für „Ausrüstung“ und nicht – wie von ihr selber fälschlicherweise in der Eintretensverfügung noch ang enommen – für „Bewaffnung“ verwendet wir d (act. 8 S. 1). So verstanden, stimmt die Sachverhaltsschilderung der ersuchenden Behörde mit den eigenen Ang a- ben der Beschwerdeführerin überein, wonach sie in der Schiffsladung spe- zialisiert sei (act. 1 S. 4). Die Beschwerdeführerin bezeichnet die von der ersuchenden Behörde ge- lieferte Begründung des Tatverdachts als absurd, wenig haltbar mit Blick auf die Logik unter Berücksichtigung der Beweislage und offensichtlich wil l- kürlich. Wie vorstehend unter Ziff. 7.3 wiedergegeben, nennt die ersuchen- de Behörde im Einzelnen die Indizien, weshalb sie die Drahtzieher der Ent- führung sowie der Erpressung im Bereich des Tätigkeitsgebietes der g e- schädigten Gesellschaft und der mit Letzterer kooperierenden Unterneh- men, in erster Linie der Beschwerdeführerin, vermuten. Entgegen der B e- schwerdeführerin erscheint die von der ersuchenden Behörde davon aus- gehend aufgestellte Untersuchungshypothese, wenn nicht schon als nah e- liegend, so zumindest im Grundsatz als nachvollziehbar. Darüber hinaus kann von de r ersuchenden Behörde, wie dies demgegenüber die B e- schwerdeführerin fordert, nicht verlangt werden, dass sie den Sachverhalt, der Gegenstand des hängigen Strafverfahrens bildet, bereits lückenlos und völlig widerspruchsfrei darstellen . Dies gilt vorliegend um so mehr, als die finnischen Behörden noch zu Beginn ihrer Untersuchung stehen, deren ge- nauere Zielrichtung sich erst im Verlaufe der Ermittlungen ergeben kann. Eben so wenig kann von ihnen verlangt werden , dass sie die Tatvorwürfe bzw. ihren Tatverdacht bereits abschliessen d mit Beweisen belegen (s. supra Ziff. 7.2) . Was die Beschwerdeführerin einwendet, vermag die von der ersuchenden Behörde dargelegten Verdachtsgründe weder in tatsäc h- licher Hinsicht noch in ihrer Stichhaltigkeit sofort im Sinne der Rechtspr e-- 13 - chung (s.o.) zu entkräften. Inwiefern die in Russland offenbar bereits erfolg- te Verurteilung der Personen, welche die Entführung materiell ausgeführt haben, eine weiterführende Strafuntersuchung gegen die möglichen Au f- traggeber der Entführung ausschliessen sollte, hat di e Beschwerdeführerin nicht dargelegt und geht auch nicht aus den ins Recht gelegten Unterlagen hervor. Namentlich sind dem eingereichten Urteilsauszug über das Rubrum hinaus weder Anklageschrift noch Erwägungen zum erstellten Sachverhalt noch das Urteilsdispositiv zu entnehmen (s. act. 1.7). Wie aus den nachfol- genden Erwägungen in Ziff. 8 hervorgehen wird, erlaubt die Sachverhalts- schilderung der ersuchenden Behörde entgegen der Annahme der B e- schwerdeführerin auch die Prüfung der Verhältnismässigkeit. Den nachfolgenden Erwägungen ist deshalb die vorstehend wiedergeg e- bene Sachverhaltsdarstellung gemäss dem finnischen Rechtshilfeersuchen zu Grunde zu legen. 8. 8.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die angeordnete Rechtshilfemassnahme ve r- letze das Verhältnismässigkeitsprinzip (act. 1 S. 12). Sie stellt sich auf den Standpunkt, ihr Konto weise absolut keinen Bezug mit der Entführung des Frachtschiffes der C. AB auf, wie dies auch aus dem in Russland geführten und abgeschlossenen Strafverfahren hervorg e- he (act. 1 S. 13). Das finnische Rechtshilfeersuchen stelle daher eine fishing expedition dar (act. 1 S. 13 f.). Hinzu komme, dass die finnischen Behörden ihre Rechtshilfeersuchen auf die Kontoeröffnungsunterlagen inkl. Vollmachten eingeschränkt hätten (act. 1 S. 14). Bei den 271 Seiten Bank- unterlagen, deren Übermittlung die Beschwerdegegnerin in der angefoc h- tenen Schlussverfügung angeordnet hätte, handle es sich offensichtlich nicht um die verlangten Kontoeröffnungsunterlagen inkl. Vollmachten (act. 10 S. 8). Indem die Beschwerdegegnerin die Herausgabe nicht ledig- lich dieser Bankunterlagen angeordnet hätte, habe sie das Übermassverbot verletzt (act. 1 S. 14). 8.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismä s- sigkeit zu genügen (Z IMMERMANN, a.a.O., S. 669 f. , N. 715 mit Verweisen auf die Rechtsprechung; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.64 vom 3. September 2007, E. 3.2). Die akzessorische Rechtshilfe ist nur z u- lässig, soweit sie für ein Verfahren in strafrechtlichen Angelegenheiten im Ausland erforder lich erscheint oder dem Beibringen der Beute dient (vgl. Art. 63 Abs. 1 IRSG). Die internationale Zusammenarbeit kann nur abg e- lehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolgten Straftat in - 14 - keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeign et sind, die Un- tersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vorwand für eine unzulässige Beweisausforschung (“ fishing expedition“ ; zu deren Recht s- grundlagen s. supra Ziff. 7.2) erscheint. Da der ersuchte Staat im Allgeme i- nen nicht über die Mittel verfügt, die es ihm erlauben würden, sich über die Zweckmässigkeit bestimmter Beweise im ausländischen Verfahren auszu- sprechen, hat er insoweit die Würdigung der mit der Untersuchung befas s- ten Behörde nicht durch seine eigene zu ersetzen und ist verpflic htet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu übermitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachverhalt beziehen können (sog. potentielle Erheblichkeit). Nicht zulässig ist es, den ausländischen Behörden nur diejenigen Unter lagen zu überlassen, die den im Rechtshi l- feersuchen festgestellten Sachverhalt mit Sicherheit beweisen (zum Ga n- zen BGE 122 II 367 E. 2c S. 371; 121 II 241 E. 3a S. 242 f.; Urteile des Bundesgerichts 1A.115/2000 vom 16. Juni 2000, E. 2a; 1A.182/2001 vom 26. März 2002, E. 4.2; 1A.234/2005 vom 31. Januar 2006, E. 3.2; 1A.270/2006 vom 13. März 2007, E. 3 ; Entscheide des Bundesstrafg e- richts RR.2007.24 vom 8. Mai 2007, E. 4.1; RR.2007.90 vom 26. Septe m- ber 2007, E. 7.2). Die ersuchte Rechtshilfebehörde muss dem nach nur aufzeigen , dass zwi- schen den von der Rechtshilfe betroffenen Unterlagen und dem Gege n- stand der Strafuntersuchung ein ausreichender Sachzusammenhang b e- steht und diejenigen Akten ausscheiden, bezüglich welcher die Rechtshilfe nicht zulässig ist (BGE 122 II 367 E. 2c S. 371). Es ist demgegenüber Sache des von der Rechtshilfemassnahme Betroffe- nen, klar und genau aufzuzeigen, inwiefern die zu übermittelnden Unterla- gen und Auskünfte den Rahmen des Ersuchens überschreiten oder für das ausländische Verfahren von keinerlei Interesse sein sollen (BGE 122 II 367 E. 2c S. 371 f.). Er hat die Obliegenheit, schon im Stadium der Ausführung des Ersuchens (bzw. der erstinstanzlichen Rechtshilfeverfügung) an der sachgerechten Ausscheidung beschlagnahmter Dokumente nötigenfalls mitzuwirken, allfällige Einwände gegen die Weiterleitung einzelner Akte n- stücke (bzw. Passagen daraus), welche für die Strafuntersuchung offe n- sichtlich entbehrlich sind, im Rahmen seiner Parteirechte gegenüber der ausführenden Behörde rechtzeit ig und konkret darzulegen und diese Ei n- wände auch ausreichend zu begründen. Dies gilt besonders bei einer ko m- plexen Untersuchung mit zahlreichen Akten. Die Beschwerdeinstanz forscht nicht von sich aus nach Aktenstücken, die im ausländischen Verfah- ren (mit Sicherheit) nicht erheblich sein könnten (BGE 130 II 14 E. 4.3 - 15 - S. 16; 126 II 258 E. 9b/aa S. 262; Urteile des Bundesgerichts 1A.223/2006 vom 2. April 2007, E. 4.1, sowie 1A.184/2004 vom 22. April 2005, E. 3.1). Mit Schreiben vom 5. April 2011 ist d ie Beschwerdeführerin der vorstehend erläuterten Obliegenheit nachgekommen (Verfahrensakten Bundesanwalt- schaft, Abgriff 14). 8.3 Soweit die Beschwerdeführer in zur Begründung ihrer Rüge die vorliegend massgebliche Sachverhaltsdarstellung (s. supra Ziff. 7.3) nochmals bestrei- tet und damit ihren Ausführungen einen anderen Sachverhalt zu Grunde legt, gehen ihre Einwendungen bereits im Ansatz fehl. Aus den im Rechts- hilfeersuchen angeführten Gründen vermutet die ersuchende Behörde vo r- liegend einen Zusammenhang zwischen der Entführung und der G e- schäftstätigkeit der Beschwerdeführerin , welche nach übereinstimmender Darstellung sowohl geschäftlich wie auch personell mit der geschädigten Gesellschaft verbundenen ist. Der von den finnischen Behörden verfolgte Ansatz bei der Klärung des Sachverhalts besteht erklärtermassen darin, die geschäftlichen und finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin zu durchleuchten, worunter auch deren Kontobeziehung bei der Bank B. fällt (act. 1.6 S. 4). Solch umfassende Abklärungen stellen vorliegend die einzi- ge Möglichkeit dar, um den Vorgängen rund um die Entführung und E r- pressung auf den Grund zu gehen, gerade weil deren vermutungsweise de- liktischen Hintergründe bisher unklar geblieben sind. Dieses Vorgehen er- scheint im Hinblick auf die Sc hwere der untersuchten Straftat und die Indi- zienlage als gerechtfertigt. Aufgrund der hinreichend präzis umschriebenen Verdachtsgründe kann d em Einwand, das Rechtshilfeersuchen stelle eine Fishing Expedition dar, nicht gefolgt werden. Nach dem Gesagten kann die Relevanz der Kontobeziehung der Beschwerdeführerin bzw. der betreffe n- den Kontoeröffnungsunterlagen samt Vollmachten für das finnische Stra f- verfahren vorliegend nicht ausgeschlossen werden . Der Sachzusamme n- hang zwischen der finnischen Strafuntersuchun g und den zu übermittelnden Bankunterlagen ist somit ausreichend dargetan. Was die geltend gemachte Verletzung des Übermassverbots anbelangt, so geht auch diese Rüge der Beschwerdeführerin fehl. So ordnete die Beschwer- degegnerin unter Berücksichtigung des erfolgten Teilrückzugs des Recht s- hilfeersuchens die rechtshilfeweise Herausgabe ausschliesslich der Konto- eröffnungsunterlagen inklusive Vollmachten betreffend das Konto der B e- schwerdeführerin an (s. act. 2 S. 2). Zusammenfassend steht fest, dass ei- ne Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips nicht auszumachen ist. - 16 - 9. 9.1 Mit ihren Ausführungen, im russischen Strafverfahren seien die für die En t- führung und Erpressung verantwortlichen Personen identifiziert und veru r- teilt worden (act. 1 S. 5 f.), beruft sich die Beschwerdeführerin sinngemäss auch auf das Verbot der Doppelbestrafung. 9.2 Die Schweiz hat im EUeR in Anwendung von Art. 2 lit. b EUeR einen potestativen Vorbehalt zu Gunsten der eigenen Strafverfo l- gung angebracht, wonach sie sich das Recht vorbehält, die Rechtshilfe ab- zulehnen, wenn wegen der dem Ersuchen zu Grunde liegenden Handlu n- gen gegen denselben Beschuldigten in der Schweiz ebenfalls ein Strafve r- fahren durchgeführt wird oder eine strafrechtliche Entscheidung ergangen ist, mit der diese Tat und seine Schuld materiell beurteilt worden sind. Dieser potestative Vorbehalt zu Gunsten der eigenen Strafverfolgung wur- de in Art. 5 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 und 2 IRSG wieder zu Gunsten der Rechtshil- fe abgeschwächt und auf Fälle von bereits erfolgtem Freispruch sowie Ver- fahrenseinstellung aus jeweils materiellrechtlichen Gründen, Sanktionsver- zicht oder einstweiligem Absehen von der Sanktion eingeschränkt. Im Zu- sammenhang mit in der Schweiz noch hängigen Strafverfahren kann g e- mäss Art. 66 Abs. 1 IRSG Rechtshilfe verweigert werden, wenn der Ve r- folgte sich in der Schweiz aufhält und hier wegen der Tat, auf die sich das Ersuchen bezieht, bereits ein Strafverfahren hängig ist. Gemäss Abs. 2 kann die Rechtshilfe jedoch gewährt werden, wenn sich das Verfahren im Ausland nicht nur gegen den Verfolgten richtet, der sich in der Schweiz aufhält, oder wenn die Ausführung des Ersuchens seiner Entlastung dient. Im Allgemeinen kann sich (im Rahmen von Rechtshilfeverfahren) auf den Grundsatz “ne bis in idem“ nur diejenige Person berufen, welche im ers u- chenden Staat strafrechtlich verfolgt wird (Urteil des Bundesgerichts 1A.5/2007 vom 25. Januar 2008, E. 2.4 und 3.5). Im Anwendungsbereich des EUeR kann sich auch diese Person allerdings nicht unter Berufung auf den Grundsatz “ne bis in idem“ der Gewährung von Rechtshilfe widerse t- zen, wenn die Strafsache , für welche die Schweiz um Rechtshilfe ersucht wird, bereits Gegenstand eines Strafverfahrens nicht in der Schweiz als e r- suchten Staat, sondern im ersuchenden Staat oder in einem drit ten Staat war oder ist (Urteil des Bundesgerichts 1A.142/1999 vom 30. August 1999, E. 4; s. auch ZIMMERMANN, a.a.O., S. 614). Die betreffende Person wird beim zuständigen Sachrichter die Rüge des Verbots der Doppelbestrafung erheben können (s. Urteil des Bundesgerichts 1A.142/1999 vom 30. August 1999, E. 4b). - 17 - 9.3 Im Lichte dieser Erläuterungen braucht der Einwand der Beschwerdeführe- rin in der Sache aus verschiedenen Gründen nicht geprüft zu werden . So wurde bzw. wird die Beschwerdeführerin selber gemäss eigen er Darstel- lung weder im russischen noch im finnischen Strafverfahren als Täterin strafrechtlich verfolgt und kann sich daher nach der Rechtsprechung (s.o) nicht auf den Grundsatz “ne bis in idem“ berufen. Darüber hinaus wären mit der geltend gemachten Verurteilung in Russland die vorstehend erläuterten Voraussetzungen von Art. 5 Abs. 1 lit. a IRSG (i.V.m. mit dem potestativen Vorbehalt in lit. a zu Art. 2 EUeR) für eine allfällige Verweigerung von Rechtshilfe vorliegend ohnehin nicht erfüllt. Aus dem Verbot der Doppelbe- strafung kann die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren nach dem Gesagten nichts zu ihren Gunsten ableiten, weshalb ihre sinngemäss erhobene Rüge abzuweisen ist. 10. 10.1 Gegen die Herausgabe der Beweismittel führt d ie Beschwerdeführerin schliesslich an, den finnischen Behörde gehe es vielmehr um verde ckte Steuerabklärungen (act. 1 S. 1). In Tat und Wahrheit wolle der ersuchende Staat in Besitz von gewissen Dokumenten kommen, von denen er erwarte, dass sie angebliche Steuerdelikte seitens des früher in Finnland und heute in der Schweiz ansässigen E. ans Licht bringen würden (act. 1 S. 1). Finn- land habe schon im Fall G. (s. Urteil des Bundesgerichts 1.A.161/2000 vom 15. Juni 2000) vor 15 Jahren das Spezialitätsprinzip missachtet und es sei nicht auszuschliessen, dass sich dies vorli egend wiederhole. Die Verm u- tung, dass der ersuchende Staat sich an den Spezialitätsvorbehalt halten werde, müsse umgekehrt werden (act. 1 S. 12). Nichts lasse erkennen, dass die finnischen Behörde ihre Gewohnheiten betr effend die Nichteinhal- tung des Spezialitätsvorbehalts ändern würden (act. 1 S. 12). Im Eventual- standpunkt beantragt sie die Einholung von Garantieerklärungen betreffend die Einhaltung des Spezialitätsprinzips (act. 10 S. 2). 10.2 Das Spezialitätsprinzip ist in Art. 2 EUeR geregelt. Danach kann die Rechtshilfe u.a. verweigert werden, wenn sich das Ersuchen auf strafbare Handlungen bezieht, die vom ersuchten Staat als politische, als mit solchen zusammenhängende oder als fiskalische strafbare Handlungen angesehen werden (Art. 2 lit. a EUeR). Die Schweiz hat sich in Bezug auf diese B e- stimmung insbesondere das Recht vorbehalten, Rechtshilfe auf Grund des EUeR nur unter der ausdrücklichen Bedingung zu leisten, dass die Erge b- nisse der in der Schweiz durchgeführten Erh ebungen und die in herausg e- gebenen Akten oder Schriftstücken enthaltenen Auskünfte ausschliesslich für die Aufklärung und Beurteilung derjenigen strafbaren Handlungen ve r- wendet werden dürfen, für die die Rechtshilfe bewilligt wird (Vorbehalt zu Art. 2 lit. a EUeR). Diese Regelung entspricht jener von Art. 67 Abs. 1 - 18 - i.V.m. Art. 3 IRSG ( Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.14 vom 25. April 2007, E. 5.2). 10.3 Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Schlussverfügung den üblichen Spezialitätsvorbehalt angebracht. Die Einhaltung des Spezialitäts- prinzips durch die Vertragsstaaten des EUeR wird nach dem völkerrechtl i- chen Vertrauensprinzip als selbstverständlich vorausgesetzt, ohne dass die Einholung ausdrücklicher Zusicherungen notwendig wäre (vgl. BGE 11 5 Ib 373 E. 8 S. 377; Urteil des Bundesgerichts 1A.112/2004 vom 17. Septe m- ber 2004, E. 5.2; TPF RR.2007.60 vom 25. Juli 2007 E. 3.2; RR.2007.112 vom 19. Dezember 2007 E. 5.1). 10.4 Zur Frage der Einhaltung des Spezialitätsprinzips durch die finnischen B e- hörde führt das BJ zunächst aus, dass der Fall G. (s. Urteil des Bundesge- richts 1.A.161/2000 vom 15. Juni 2000) auf das Jahr 1998 zurückgehe. So- dann weist es darauf hin, dass die Beschwerdeführerin keinen anderen Fall zu nennen vermag, in welchem Finnland das S pezialitätsprinzip nicht re s- pektiert hätte (act. 7 S. 2). Aus diesem Grund könne es sich nicht um einen notorischen Fall handeln, weshalb das völkerrechtliche Vertrauensprinzip Vorrang habe (act. 7 S. 2). 10.5 Gestützt auf Art. 49 lit. b VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG wurde das BJ mit Schreiben vom 23. Mai 2012 zur Beantwortung der Frage ersucht, ob sich seit den im fraglichen Urteil des Bundesgerichts 1A.161/2000 vom 15. Juni 2000 genannten Fällen weitere Fälle ergeben haben, in denen sich Finnland nach Wissen des BJ nicht an den üblichen Schweizer Spezial i- tätsvorbehalt gehalten hat (act. 15). In einem zweiten Punkt wurde das BJ um Auskunft ersucht, ob es nach dem Fall, der dem Urteil des Bundesg e- richts zu Grunde gelegen hat, bei weiteren Rechtshilfeg ewährungen z u- sätzliche Garantieerklärungen im Sinne von 1A.161/200 0, E. 4g) bzw. 5 einverlangt und erhalten hat (act. 15). In seinem Antwortschreiben vom 31. Mai 2012 erklärte das BJ zur ersten Frage, dass dem BJ seit dem zitierten Urteil des Bundesgerichts kein einzi- ger Fall signalisiert worden sei, in welchem Finnland das Spezialitätsprinzip nicht respektiert hätte (act. 16). Zur zweiten Frage teilte das BJ unter Beila- ge der entsprechenden Dokumente (act. 16.1 und 16.2) ausschliesslich mit, es habe mit Schreiben vom 4. August 2000 beim finnischen Justizministeri- um die Garantieerklärungen betreffend die Einhaltung des Speziali tätsprin- zips durch die finnischen Behörden angefordert und das finnische Justizmi- nisterium habe in der Folge mit Schreiben vom 11. Oktober 2000 die ange- forderten Garantieerklärungen übermittelt (act. 16). - 19 - 10.6 Bei dieser Sachlage bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass Finnland – über den mehr als ein Jahrzehnt zurückliegenden Fall G. (s. Urteil des Bundesgerichts 1.A.161/2000 vom 15. J uni 2000) hinaus – den Spezial i- tätsvorbehalt missachten und die gewonnenen Erkenntnisse etwa zur Ve r- folgung von nicht rechtshilfefähigen fiskalischen Delikten verwenden wird. Die Beschwerdeführerin bestreitet in ihrer Stellungnahme vom 8. Juni 2012 zwar, dass die damals von den finnischen Behörden gemachten Garanti e- erklärungen ausreichend seien (act. 18). Sie vermag jedoch keinen Fall nennen, in dem sich dies konkret ausgewir kt hätte (act. 18). Unter diesen Umständen rechtfertigt sich die eventualiter beant ragte Einholung au s- drücklicher Zusicherungen nicht, wie dies demgegenüber noch im Urteil des Bundesgerichts 1A.161/2000 vom 15. Juni 2000 der Fall war. A fortiori folgt daraus, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin keinen Au s- schluss der Rechtshilfe zu begründen vermögen. 11. Die Beschwerdeführerin stellt den Eventualantrag, es sei festzustellen, dass die Rechtshilfe auch aus dem Grund zu verweigern sei, weil die Au s- führung des Ersuchens wesentliche Interessen der Schweiz beinträchtigen würde (act. 1 S. 3 ). Dieser Antrag und die betreffende Rüge bleiben in der Folge unbegründet. Inwiefern die Gewährung von Rechtshilfe vorliegend wesentliche Interessen der Schweiz beinträchtigen würde, ist auch nicht ersichtlich. 12. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich alle Rügen der Beschwerdeführe- rin gegen die angeordnete Rechtshilfemassnahme als unbegründet erwe i- sen. Die Beschwerde gegen die Schlussverfügung ist demnach abzuwe i- sen. 13. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten- pflichtig (Art. 63 Ab s. 1 VwVG i. V. m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Für die Berechnung der Gerichtsgebühren gelangt gemäss Art. 63 Abs. 5 VwVG das Reglement des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschäd igungen in Bundesstrafverfahren (BSt KR; SR 173.713.162) zur Anwendung. Es rechtfertigt sich vorliegend, die G e- bühr auf Fr. 5’000.-- festzusetzen, unter Anrechnung des geleisteten Ko s- tenvorschusses in gleicher Höhe (Art. 8 Abs. 3 lit. a des Reglements). - 20 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. Bellinzona, 10. Juli 2012 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Die Vorsitzende: Die Gerichtsschreiberin: Zustellung an - Rechtsanwalt Daniel Richard - Bundesanwaltschaft - Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bu ndesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausga be von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründ e für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).