<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00130</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224174&amp;W10_KEY=13045540&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00130</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.07.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Strafantritt</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vollzug von 30 Tagen Freiheitsstrafe und 64 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe (Sachverhalt E. I.A). Der Beschwerdeführer begründete sein Gesuch um Aufschub des Strafvollzugs mit Schmerzen in der Wirbelsäule und in der Hüfte sowie mit Schwindelanfällen (E. 3.1). Die blosse Möglichkeit, dass Leben oder Gesundheit der verurteilten Person gefährdet sein könnten, genügt indes nicht für einen Strafaufschub auf lange Zeit. Der Beschwerdeführer legte nicht dar, worin eine gesundheitliche Gefährdung überhaupt bestehen sollte. Ohnehin würde auch die Notwendigkeit einer vorübergehenden Einweisung in ein Spital oder in eine Rehabilitationsklinik während des Strafvollzugs für sich gesehen noch keine totale Haft- bzw. Straferstehungsfähigkeit begründen (E. 4.2.1). Nachdem der Beschwerdeführer eine dringende Operationsindikation weder substanziiert behauptet noch belegt hat, braucht eine Operation sowie anschliessende Rekonvaleszenzzeit nicht abgewartet zu werden und ist ein sofortiger Haftantritt nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils unabhängig von der Art und Schwere der begangenen Taten und der Dauer der Strafe von insgesamt 94 Tagen verhältnismässig (E. 4.2.3). Für die Anordnung einer klinischen Beurteilung bestand und besteht kein Anlass (E. 4.2.4). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESUNDHEITLICHE PROBLEME">GESUNDHEITLICHE PROBLEME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HAFTERSTEHUNGSFÃHIGKEIT">HAFTERSTEHUNGSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFANTRITT">STRAFANTRITT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFAUFSCHUB">STRAFAUFSCHUB</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFERSTEHUNGSFÃHIGKEIT">STRAFERSTEHUNGSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 48 Abs. II JVV</span><br/><span class="gerade">§ 48 Abs. III JVV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=66934" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00130</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">8. Juli 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Franz Kessler Coendet, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Samuel Boller.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Justizvollzug und Wiedereingliederung, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Strafantritt,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1961, wurde mit Strafbefehlen der Staatsanwaltschaften Winterthur/Unterland und ZÃ¼rich-Sihl vom 25. MÃ¤rz, 14. Juni und 3. Oktober 2022 jeweils wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs insgesamt zu einer Freiheitsstrafe von 30 Tagen, zu Geldstrafen von insgesamt 60 TagessÃ¤tzen und zu Bussen mit Ersatzfreiheitsstrafen von insgesamt 4 Tagen verurteilt. A bezahlte in der Folge die Geldstrafen und Bussen nicht. Mit Vollzugsbefehl vom 9. Juni 2023 lud Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons ZÃ¼rich (fortan: das JuWe) A per Dienstag, 5. September 2023, 9:00 Uhr ins Vollzugszentrum C in D zum Strafantritt vor. Gleichentags verfÃ¼gte das JuWe den gemeinsamen Vollzug aller obgenannten Strafen von insgesamt 30 Tagen Freiheitsstrafe und 64 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 10. Juli 2023 stellte A ein Gesuch um Aufschub des Strafantrittstermins aus gesundheitlichen GrÃ¼nden auf das Jahr 2024 und um Bezahlung in Raten. Mit VerfÃ¼gung vom 24. Juli 2023 wies das JuWe das Gesuch ab und hielt am angesetzten Strafantrittstermin vom 5. September 2023 betreffend die insgesamt 30 Tage Freiheitsstrafe sowie 64 Tage Ersatzfreiheitstrafe fest.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Daraufhin erhob A mit Eingabe vom 24. August 2023 Rekurs bei der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich (fortan: Justizdirektion) und beantragte die Aufhebung der angefochtenen VerfÃ¼gung unter Festsetzung des Strafantrittstermins ab dem 1. Februar 2024. Ausserdem beantragte er die AbklÃ¤rung seiner HafterstehungsfÃ¤higkeit. Mit VerfÃ¼gung vom 13. Dezember 2023 wies die Justizdirektion den Rekurs ab, wies das JuWe an, A erneut zum Strafantritt vorzuladen und auferlegte ihm die Verfahrenskosten in HÃ¶he von Fr. 710.-. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">In der Folge gelangte A mit Beschwerde vom 8. MÃ¤rz 2024 an das Verwaltungsgericht. Er beantragte, die angefochtene VerfÃ¼gung des JuWe sei aufzuheben und der Strafantrittstermin auf den 1. Oktober 2024 festzusetzen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zulasten der Staatskasse. Die Justizdirektion ersuchte am 14. MÃ¤rz 2024 unter Verzicht auf eine Vernehmlassung um Abweisung der Beschwerde. Das JuWe beantragte mit Beschwerdeantwort vom 9. April 2024 ebenfalls die Abweisung der Beschwerde. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG; LS 175.2) fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Der Fall ist vom Einzelrichter zu entscheiden, weil er den Justizvollzug betrifft (§ 38b Abs. 1 lit. d VRG) und ihm keine grundsÃ¤tzliche Bedeutung im Sinn von § 38b Abs. 2 VRG zukommt.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 372 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0) vollziehen die Kantone die von ihren Strafgerichten ausgefÃ¤llten Urteile (Abs. 1) sowie die von PolizeibehÃ¶rden und anderen zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden erlassenen Strafentscheide (Abs. 2). Die VollzugsbehÃ¶rde erlÃ¤sst zum Vollzug der Strafen einen Vollzugsbefehl (Art. 439 Abs. 2 der Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 [StPO; SR 312.0]).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Das JuWe legt nach § 48 Abs. 2 </span>der Justizvollzugsverordnung vom 6. Dezember 2006 (JVV; LS 331.1) <span>den Strafantrittstermin so fest, </span>dass der verurteilten Person eine angemessene Zeit fÃ¼r die erforderliche Regelung beruflicher und privater Angelegenheiten verbleibt. Es kann nach § 48 Abs. 3 JVV auf Gesuch der verurteilten Person den Strafantritt auf einen spÃ¤teren Termin verschieben, wenn dadurch erhebliche Gesundheitsrisiken oder andere erhebliche, nicht wiedergutzumachende Nachteile vermieden werden (lit. a) und weder der Vollzug der Strafe infrage gestellt wird <span>noch erhÃ¶hte Risiken fÃ¼r Dritte entstehen (lit. b). </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung schrÃ¤nken das Ã¶ffentliche Interesse am Vollzug rechtskrÃ¤ftig verhÃ¤ngter Strafen und der Gleichheitsgrundsatz den Ermessensspielraum der kantonalen VollzugsbehÃ¶rde hinsichtlich eines lÃ¤ngeren Aufschubs des Strafvollzugs erheblich ein. Dieser zieht fÃ¼r die betroffene Person in der Regel immer eine schwere Belastung nach sich, wobei die individuelle Strafempfindlichkeit von den jeweiligen persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnissen abhÃ¤ngt. Eine rechtskrÃ¤ftig verhÃ¤ngte Sanktion ist die gesetzliche Folge der Straftat und kann im Vollzugsverfahren als solche nicht mehr gerÃ¼gt werden, auch wenn sie fÃ¼r den Verurteilten zu einer gewissen HÃ¤rte fÃ¼hrt, etwa wenn sie mit gesundheitlichen Belastungen oder Nachteilen verbunden ist (BGr, 30. Mai 2024, 7B_322/2024, E. 4.5; VGr, 5. Mai 2022, VB.2022.00129, E. 2.2; 19. April 2018, VB.2018.00154, E. 2.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Die Verschiebung des Vollzugs einer rechtskrÃ¤ftigen Strafe kommt denn auch nur in AusnahmefÃ¤llen infrage. Die blosse MÃ¶glichkeit, dass Leben oder Gesundheit der verurteilten Person gefÃ¤hrdet sein kÃ¶nnten, genÃ¼gt nicht fÃ¼r einen Strafaufschub auf unbestimmte Zeit. Verlangt wird, dass mit betrÃ¤chtlicher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen ist, der Strafvollzug gefÃ¤hrde deren Leben oder Gesundheit. Selbst in diesem Fall ist aber noch eine AbwÃ¤gung zwischen privaten und Ã¶ffentlichen Interessen vorzunehmen, wobei neben den medizinischen Gesichtspunkten auch die Art und Schwere der begangenen Tat und die Dauer der Strafe zu berÃ¼cksichtigen sind (BGr, 30. Mai 2024, 7B_322/2024, E. 4.5; BGr, 6. Februar 2017, 6B_1343/2016, E. 1.2; VGr, 13. September 2021, VB.2021.00491, E. 2.2.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Pflege und Heilung eines kranken Strafgefangenen haben gemÃ¤ss Lehre und Praxis grundsÃ¤tzlich im Rahmen eines â nÃ¶tigenfalls modifizierten â Strafvollzugs zu erfolgen. Nur falls die erforderlichen medizinischen Massnahmen im GefÃ¤ngnis oder einer alternativen Vollzugseinrichtung undurchfÃ¼hrbar sind bzw. eine Ã¤rztliche Behandlung im Spital bzw. in der medizinischen Abteilung einer Vollzugseinrichtung wirkungslos oder unmÃ¶glich ist, kommt ein Strafaufschub infrage. Schweren somatischen oder psychischen Beschwerden und AuffÃ¤lligkeiten kann nÃ¶tigenfalls auch durch die Unterbringung in einer vom Normalvollzug abweichenden Spezialabteilung Rechnung getragen werden. Nur wenn dies nach EinschÃ¤tzung des fÃ¼r die Eintrittsmusterung verantwortlichen Ã¤rztlichen Personals nicht ausreicht, um den regulÃ¤ren Vollzug durchzufÃ¼hren, liegt grundsÃ¤tzlich ein (Normal-)Vollzugshindernis und somit eine HafterstehungsunfÃ¤higkeit vor. Selbst dann besteht aber immer noch die MÃ¶glichkeit eines modifizierten Vollzugs gemÃ¤ss Art. 80 StGB bzw. einer Einweisung in eine "andere geeignete Einrichtung" (im Sinne von Art. 80 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StGB), worunter, neben SpitÃ¤lern und medizinischen Rehabilitationseinrichtungen aller Art, auch Heime fÃ¼r Behinderte, Invalide oder Betagte in Frage kommen kÃ¶nnen. <span>Erst wenn die verurteilte Person aus gesundheitlichen GrÃ¼nden weder in der Vollzugseinrichtung noch im modifizierten Vollzug in der Lage ist, den Freiheitsentzug zu erstehen, spricht man von StraferstehungsunfÃ¤higkeit</span>. Von totaler Haft- bzw. StraferstehungsfÃ¤higkeit wird in der Regel nur in den schwerwiegendsten FÃ¤llen ausgegangen (BGr, 30. Mai 2024, 7B_322/2024, E. 4.3 und 4.4; VGr, 23. Februar 2017, VB.2016.00712, E. 4.1). Dementsprechend darf von der MÃ¶glichkeit des Strafaufschubs auf unbestimmte Zeit nur mit grÃ¶sster ZurÃ¼ckhaltung Gebrauch gemacht werden (vgl. BGr, 6. Februar 2017, 6B_1343/2016, E. 1.4; VGr, 13. September 2021, VB.2021.00491, E. 2.2.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer begrÃ¼ndete sein Gesuch um Aufschub des Strafvollzugs mit Schmerzen in der WirbelsÃ¤ule und in der HÃ¼fte, wobei eine Operation auf ihn zukommen kÃ¶nne. In der Rekursschrift machte er zudem SchwindelanfÃ¤lle geltend und reichte die nachstehenden Arztberichte ein.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.1 </b>Prof. Dr. med. E, Facharzt fÃ¼r OrthopÃ¤dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte in seinem Bericht Ã¼ber die Operation vom 19. November 2021 als Diagnosen eine therapieresistente Lumboischalgie links bei in der Magnetresonanztomographie (MRI) der LendenwirbelsÃ¤ule (LWS) vom 2. Februar 2021 degenerativer Lumbalskoliose mit Hypertrophie des Ligamentum flavums und Neuroforaminaeinengung zwischen dem 3. und 5. Lendenwirbel (L3/5) links. Der Eingriff habe eine Hemilaminektomie L3/4, eine Foraminotomie, eine Dekompression und Neurolyse L3/5 links sowie eine intraoperative HÃ¶henkontrolle mittels RÃ¶ntgenbildverstÃ¤rker (BV) umfasst. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.2 </b>Prof. Dr. med. F, Facharzt fÃ¼r OrthopÃ¤dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte in seinem Bericht vom 12. Juli 2023 als Diagnosen eine Varus Gonarthrose rechts sowie eine mehrsegmentale Degeneration der LWS, Status nach wiederholten lumbalen Infiltrationen mit Ropivacain/Kenacort, zuletzt am 12. Juli 2023 L2/3 und L3/4 beidseitig. Neben den WirbelsÃ¤ulenleiden beklage der BeschwerdefÃ¼hrer Knieschmerzen rechts bei Varus Gonarthrose. Ein RÃ¶ntgenbild sei am 2. Mai 2023 angefertigt worden. FÃ¼r eine prothetische Versorgung sei es auch fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer wohl zu frÃ¼h, eventuell wÃ¤re eine Infiltration mittels Eigenblut eine gute Option.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.3 </b>Dr. med. G, FachÃ¤rztin fÃ¼r Radiologie, hielt in ihrem Bericht zum MRI des SchÃ¤dels mit Kontrastmittel (KM) inklusive MR-Angiographie Hals und Hirnarterien vom 8. August 2023 folgende Klinik fest: "Ungerichtete Schwindelepisoden seit zirka 14 Tagen; ansonsten keine fokal-neurologischen Ausfallerscheinungen bei persistierendem Nikotinabusus und unbehandelter arterieller Hypertonie; chronisches lumboradikulÃ¤res Schmerzsydnrom mit Diskushernien und Spinalkanalstenose. IschÃ¤mie? GefÃ¤ssstenosen?" Die Beurteilung prÃ¤sentiere sich wie folgt: ''Kein Nachweis einer frischen oder subakuten IschÃ¤mie; mÃ¤ssiggradig ausgeprÃ¤gte periventrikulÃ¤r betonte vaskulÃ¤re Leukenzephalopathie supratentoriell (Stadium Fazekas 2); im Seitenvergleich kaliberschwÃ¤chere Carotis interna rechts im gesamten zervikalen Verlauf, ohne Zeichen einer hÃ¶hergradigen Abgangsstenose; kurzstreckiger Verschluss der Carotis externa rechts am Abgang; hypoplastische Arteria vertebralis rechts, in die Arteria inferior posterior cerebelli (PICA) endend; kein Verschluss oder relevante Stenose der grossen basalen Hirnarterien.'' </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Im Rahmen der Rekursvernehmlassung liess der Beschwerdegegner eine HafterstehungsfÃ¤higkeitsbeurteilung vornehmen, welche von pract. med. H, Vollzugszentrum C, am 5. September 2023 erstattet wurde. Diese kam zum Schluss, die medizinische Behandlung des BeschwerdefÃ¼hrers kÃ¶nne in der Haft problemlos fortgesetzt werden. Medizinische Betreuung kÃ¶nne durch das Personal des Gesundheitsdienstes durchgefÃ¼hrt werden. WÃ¶chentlich finde ebenfalls eine Ã¤rztliche sowie psychiatrische Visite statt. Die BeschÃ¤ftigung in der Vollzugsanstalt kÃ¶nne entsprechend seiner kognitiven und kÃ¶rperlichen LeistungsfÃ¤higkeit angepasst werden. GemÃ¤ss den vorliegenden Dokumenten sei demnach eine HaftfÃ¤higkeit gegeben, wobei die Beurteilung ausschliesslich aktenanamnestisch erfolgt sei. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die Vorinstanz erwog, gemÃ¤ss EinschÃ¤tzung durch die GefÃ¤ngnisÃ¤rztin, welche sich bei ihrer HafterstehungsfÃ¤higkeitsbeurteilung unter BerÃ¼cksichtigung der vorgebrachten Diagnosen ersichtlich auf die dem Rekurs beigelegten Akten gestÃ¼tzt habe, sei eine HaftfÃ¤higkeit gegeben. GestÃ¼tzt auf diese EinschÃ¤tzung bestehe keine betrÃ¤chtliche Wahrscheinlichkeit, dass beim Vollzug der Strafe mit einer GefÃ¤hrdung des Lebens oder der Gesundheit des BeschwerdefÃ¼hrers zu rechnen sei. Das Ã¶ffentliche Interesse an der raschen Durchsetzung des Strafanspruchs wiege daher schwerer als das private Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers an der Verschiebung des Strafantritts. Im Ãbrigen habe der BeschwerdefÃ¼hrer trotz entsprechendem Angebot kein Gesuch um StrafverbÃ¼ssung in einer alternativen Vollzugsform (gemeinnÃ¼tzige Arbeit, Electronic Monitoring oder Halbgefangenschaft) gestellt. Ob eine allfÃ¤llige Modifizierung des Vollzugs innerhalb der Strafanstalt notwendig sein werde, sei im Rahmen der Eintrittsuntersuchung abzuklÃ¤ren. Dabei sei zu beachten, dass die medizinische und psychiatrische Versorgung in allen Haftanstalten gewÃ¤hrleistet sei und zwar gleichwertig wie ausserhalb des Strafvollzugs. Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer vorbringe, es stehe eine weitere Operation inklusive Rekonvaleszenzzeit anfangs 2024 bevor, ergebe sich dies aus den Akten nicht. Seine diesbezÃ¼gliche Behauptung habe er nicht genÃ¼gend substanziiert. Ohnehin sei bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustands oder bei Auftreten von akuten Beschwerden eine Einweisung in ein Spital jederzeit mÃ¶glich. Ausserdem liessen sich Arzttermine und/oder Operationen auch wÃ¤hrend des Vollzugs beispielsweise im Rahmen von Sachurlauben wahrnehmen. Den eingereichten Unterlagen, auf welche sich die GefÃ¤ngnisÃ¤rztin zur Beurteilung der bejahten HaftfÃ¤higkeit gestÃ¼tzt habe, liessen sich keine nachvollziehbaren GrÃ¼nde entnehmen, weshalb eine HafterstehungsunfÃ¤higkeit vorliegen sollte. Auf die beantragte zusÃ¤tzliche AbklÃ¤rung der HafterstehungsfÃ¤higkeit in Form einer klinischen Beurteilung sei daher zu verzichten und es sei am Strafantritt festzuhalten. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Ob Haft- bzw. StraferstehungsfÃ¤higkeit vorliegt oder nicht, ist eine Rechtsfrage und kein Ã¤rztlich-medizinischer Befund. Diese wird aufgrund einer RechtsgÃ¼terabwÃ¤gung von medizinischen Faktoren einerseits und dem Straf-, Behandlungs- sowie Sicherheitsanspruch des Staates andererseits durch die VollzugsbehÃ¶rde geprÃ¼ft (BGr, 30. Mai 2024, 7B_322/2024, E. 4.3). </p> <p class="Erwgung2"><span>Die Vorinstanzen bejahten in schlÃ¼ssiger Weise die HafterstehungsfÃ¤higkeit des BeschwerdefÃ¼hrers. Dieser bringt nichts vor, was die RechtmÃ¤ssigkeit der VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 24. Juli 2023 bzw. des angefochtenen Rekursentscheids vom 13. Dezember 2023 infrage stellen wÃ¼rde.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.1 </b>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer unsubstanziiert geltend macht, es sei weder lebensnah noch realistisch, dass sich seine Symptome in Haft nicht noch verstÃ¤rkten, ist er darauf hinzuweisen, dass die blosse MÃ¶glichkeit, dass Leben oder Gesundheit der verurteilten Person gefÃ¤hrdet sein kÃ¶nnten, nicht genÃ¼gt fÃ¼r einen Strafaufschub auf lange Zeit (oben, E. 2.4). Sein Argument, wonach er sich dem Vollzug nicht verschliesse, sondern einen Termin setzen lassen wolle, der keine gesundheitliche GefÃ¤hrdung impliziere, ist nicht zu hÃ¶ren, nachdem er nicht darlegte, worin eine solche GefÃ¤hrdung Ã¼berhaupt bestehen sollte. Weder wurde der behauptete Eingriff an der WirbelsÃ¤ule im April/Mai 2024 in einem der eingereichten Arztberichte erwÃ¤hnt noch wurde bis zum heutigen Tag vom anwaltlich vertretenen BeschwerdefÃ¼hrer ein Beleg dafÃ¼r eingereicht, dass dieser Eingriff unterdessen stattgefunden hÃ¤tte. Ohnehin wÃ¼rde auch die Notwendigkeit einer vorÃ¼bergehenden Einweisung in ein Spital oder eine Rehabilitationsklinik wÃ¤hrend des Strafvollzugs fÃ¼r sich gesehen noch keine totale Haft- bzw. StraferstehungsfÃ¤higkeit begrÃ¼nden (oben, E. 2.5). AllfÃ¤llige erforderliche AbklÃ¤rungen bei den behandelnden Ãrzten kann der BeschwerdefÃ¼hrer sodann ohne Weiteres im Rahmen von Sachurlauben wahrnehmen, worauf die Vorinstanz und der Beschwerdegegner zu Recht hinwiesen (oben, E. 3.3).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.2 </b>Entgegen dem Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers ist es nicht gerichtsnotorisch, dass in den Vollzugsanstalten Ã¤rztliche Hilfe schleppend und verzÃ¶gert erfolge, zumal keine stÃ¤ndige Ã¤rztliche Versorgung angeboten werde. Insbesondere ist nicht ersichtlich, inwiefern er diese Behauptung auf den Zeitungsartikel im "20 Minuten" vom 8. Februar 2024 Ã¼ber das Vollzugszentrum C stÃ¼tzen mÃ¶chte, welcher sich hauptsÃ¤chlich um angeblichen dortigen Drogenschmuggel drehte und lediglich beilÃ¤ufig vage festhielt, es werde generell bei Medikamenten "scheinbar willkÃ¼rlich entschieden, ob diese ausgehÃ¤ndigt werden". </p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.3 </b>Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer eine dringende Operationsindikation weder substanziiert behauptet noch belegt hat (vgl. oben, E. 2.5), braucht eine Operation sowie anschliessende Rekonvaleszenzzeit nicht abgewartet zu werden und ist ein sofortiger Haftantritt nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils entgegen dem BeschwerdefÃ¼hrer unabhÃ¤ngig von der Art und Schwere der begangenen Taten und der Dauer der Strafe von insgesamt 94 Tagen verhÃ¤ltnismÃ¤ssig (vgl. oben, E. 2.4).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.4 </b>Nach dem Gesagten machte der BeschwerdefÃ¼hrer keine nachvollziehbaren AusfÃ¼hrungen dazu, weshalb an seiner HafterstehungsfÃ¤higkeit zu zweifeln sei. Die Ã¤rztlich dokumentierten RÃ¼cken- und Kniebeschwerden sowie die im Sommer 2023 aufgetretenen Schwindelepisoden (oben, E. 3.1) vermÃ¶gen solche Zweifel ebenfalls nicht zu wecken. Unter diesen UmstÃ¤nden und angesichts der nachvollziehbaren Aktenbeurteilung durch die GefÃ¤ngnisÃ¤rztin des Vollzugszentrums C (oben, E. 3.2) ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf weitere medizinische AbklÃ¤rungen verzichtet hat (vgl. BGr, 21. Dezember 2010, 1B_399/2010, E. 4.3; VGr, 23. Februar 2017, VB.2016.00712, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Auch im vorliegenden Verfahren besteht dementsprechend kein Anlass fÃ¼r die beantragte Anordnung einer klinischen Beurteilung. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Nach dem Gesagten sind keine GrÃ¼nde fÃ¼r die ausnahmsweise GewÃ¤hrung des beantragten Strafaufschubs ersichtlich. Die Beschwerde ist daher abzuweisen</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung1"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung wurde vom BeschwerdefÃ¼hrer nicht beantragt und stÃ¼nde ihm angesichts des Verfahrensausgangs auch nicht zu.</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. </span><span> Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.-- ; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Direktion der Justiz und des Innern;<br/> e) das EidgenÃ¶ssische Justiz- und Polizeidepartement.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>