<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00320</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205097&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00320</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.06.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Immissionen (Kirchenglockengeläut)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verschiebung des Frühgeläuts, Verzicht auf Zeitverkündung durch Kirchenglocken in der Nacht. Die im Auftrag des Gemeinderats durchgeführten Lärmmessungen ergaben in der Nähe der Schallquelle Werte zwischen 61 und 82 dB(A). Diese geben genügend Anhaltspunkte dafür, dass nachts und frühmorgens eine übermässige Lärmbelastung vorliegt, weshalb der Gemeinderat gemäss Art. 36 Abs. 1 LSV ein Lärmgutachten hätte erstellen lassen müssen (E. 3). Auf das Lärmgutachten könnte nur dann verzichtet werden, wenn die gemessenen Pegelwerte von bis zu 82 dB(A) in der näheren Umgebung der Kirche von vornherein zulässig wären. Dies lässt sich entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerschaft nicht aus dem Resultat einer Umfrage ableiten, wonach sich die Mehrheit der in der Nähe der Kirche wohnhaften Bevölkerung durch das Glockengeläut nicht gestört fühlt. Aus den Lärmbestimmungen der kommunalen Polizeiverordnung ergibt sich eine Nachtruhe von 22.00 bis 07.00 Uhr, woran auch die Ausnahmebestimmung für das Kirchengeläut nichts ändert. Das Frühgeläut um 05.30 Uhr sowie die Stundenschläge während der Nacht sind deshalb als Nachtlärm zu beurteilen. Aufgrund der vorliegenden Messwerte ist bei empfindlichen Räumen in Kirchennähe insbesondere während des Frühgeläuts mit erheblichen Störungen zu rechnen. Auf den Beizug des Lärmgutachtens kann nicht verzichtet werden (E. 4). Rückweisung an die Gemeindeexekutive (E. 5). Teilweise Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRÃHGELÃUT">FRÃHGELÃUT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLOCKENSCHALL">GLOCKENSCHALL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KIRCHENGLOCKEN">KIRCHENGLOCKEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRMGUTACHTEN">LÃRMGUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRMIMMISSION">LÃRMIMMISSION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRMMESSUNG">LÃRMMESSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: LÃRMSCHUTZ">LÃRMSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POLIZEIVERORDNUNG">POLIZEIVERORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIESENDANGEN">WIESENDANGEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 36 Abs. I LSV</span><br/><span class="ungerade">Art. 40 Abs. III LSV</span><br/><span class="gerade">Art. 15 USG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2004 Nr. 30 S. 23</span><br/><span class="gerade">BEZ 2005 Nr. 32</span><br/><span class="ungerade">RB 2005 Nr. 78</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 3. Oktober 2002 beklagte sich A beim Gemeinderat Wiesendangen wegen der LÃ¤rmimmissionen durch die Glocken der evangelisch-reformierten Kirche und forderte ihn auf, das FrÃ¼hgelÃ¤ut von 05.30 auf 07.00 Uhr bzw. an den Wochenenden auf 08.00 Uhr zu verschieben sowie zwischen 22.00 und 07.00 Uhr das GelÃ¤ut (gemeint war offenbar der Stundenschlag) Ã¼berhaupt zu unterbinden; Ã¼berdies sei zu prÃ¼fen, ob durch das Auswechseln der EisenklÃ¶ppel der Glockenklang verbessert werden kÃ¶nne.</p> <p class="Urteilstext">In der Folge beschloss der Gemeinderat Wiesendangen am 14. April 2003, dass die (von der Kirchenpflege erlassene) LÃ¤utordnung der Kirche Wiesendangen vom 18. Dezember 1990 nicht geÃ¤ndert werden solle, dass die Polizeiverordnung der Gemeinde Wiesendangen dahin geÃ¤ndert werde, dass die Bestimmung Ã¼ber den GewerbelÃ¤rm auf das KirchengelÃ¤ute keine Anwendung finde und dass die LÃ¤rmbeschwerde von A abgewiesen werde. Letzteres wurde diesem am 17. April 2003 mitgeteilt zusammen mit dem Hinweis, dass die EisenklÃ¶ppel der Glocken bereits vor einigen Jahren mit hohen Kosten ausgetauscht worden seien.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den von A am 15. Mai 2003 gegen diesen Beschluss erhobenen Rekurs wies die Baurekurskommission IV am 16. Juli 2004 nach einem Referentenaugenschein ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 12. August 2004 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, unter vollstÃ¤ndiger bzw. teilweiser Aufhebung der angefochtenen Entscheide das FrÃ¼hgelÃ¤ut der evangelisch-reformierten Kirche Wiesendangen von Montag bis Freitag von 05.30 auf 07.00 Uhr zu verschieben bzw. an Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen auf 08.00 Uhr; zudem sei zwischen 22.00 und 07.00 Uhr auf den Stundenschlag zu verzichten. Die Beschwerdegegnerschaft sei zur Bezahlung der Verfahrenskosten und einer ParteientschÃ¤digung an den BeschwerdefÃ¼hrer zu verpflichten.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz schloss am 31. August 2004 ohne weitere Bemerkungen auf Abweisung der Beschwerde. Der Gemeinderat beantragte am 20. Oktober 2004, die Beschwerde sei unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die Kirchgemeinde liess sich nicht vernehmen.</p> <p class="Urteilstext">Am 29. MÃ¤rz 2005 wurde das Verfahren im Hinblick auf die Beschwerde VB. 2004.00240 gegen das KirchenglockengelÃ¤ut in Gossau, zu welchem bei der EidgenÃ¶ssischen MaterialprÃ¼fungs- und Forschungsanstalt (EMPA) ein LÃ¤rmgutachten eingeholt worden war, bis zu deren Erledigung sistiert.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der Beschwerde gegen einen Entscheid der Baurekurskommission IV zustÃ¤ndig.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Das Haus des BeschwerdefÃ¼hrers liegt vom Turm der Kirche Wiesendangen 250 m entfernt. Nach einer vom Gemeinderat veranlassten Messung erzeugt das FrÃ¼hgelÃ¤ut mit der Glocke 3 beim Haus des BeschwerdefÃ¼hrers eine Schallbelastung von 65 dB(A). Das ist ein Wert, der grundsÃ¤tzlich BeeintrÃ¤chtigungen des Wohlbefindens bewirken kann; so dadurch, dass bei voll geÃ¶ffneten Fenstern Aufwachreaktionen mÃ¶glich sind oder dass zu deren Verhinderung die Fenster ganz oder teilweise geschlossen werden mÃ¼ssen (vgl. VGr, 27. April 2005, VB.2004.00240 <i>[Gossau]</i>, www.vgrzh.ch). Damit befindet sich die Wohnliegenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers in einem Umkreis der Kirche, in welchem die Anwohnerschaft durch das GlockengelÃ¤ut in besonderer Weise betroffen ist. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist deshalb gemÃ¤ss § 21 lit. a VRG bzw. § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) jedenfalls zur RÃ¼ge befugt, das FrÃ¼hgelÃ¤ut bedeute eine unzulÃ¤ssige LÃ¤rmbelastung. Da gemÃ¤ss Art. 8 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG) die Einwirkungen einer Anlage auch gesamthaft und nach ihrem Zusammenwirken zu beurteilen sind, bezieht sich seine Legitimation auch auf den Stundenschlag, obwohl dieser erfahrungsgemÃ¤ss bedeutend leiser ist und fÃ¼r sich allein die Legitimation des BeschwerdefÃ¼hrers mÃ¶glicherweise nicht zu begrÃ¼nden vermÃ¶chte.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Nachdem das Verfahren VB.2004.00240 betreffend das KirchenglockengelÃ¤ut in Gossau mit Entscheid vom 27. April 2005 abgeschlossen wurde, ist das vorliegende Verfahren wieder aufzunehmen.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Bundesgericht hat sich soweit ersichtlich bisher in zwei FÃ¤llen mit als stÃ¶rend empfundenem, kirchlichem GlockengelÃ¤ut befasst. In BGE 126 II 366 (= URP 2000, S. 795) schÃ¼tzte es einen Entscheid des ZÃ¼rcher Verwaltungsgerichts vom 29. Januar 1999, welcher den Zeitpunkt des FrÃ¼hgelÃ¤uts in Bubikon betraf. In einem weiteren Urteil vom 13. Mai 2003 (URP 2003, S. 685) befasste es sich mit dem FrÃ¼hgelÃ¤ut der ParitÃ¤tischen Kirche von Thal (SG). Nach dieser (im Folgenden zusammengefasst wiederzugebenden) Rechtsprechung des Bundesgerichts kann kirchliches GlockengelÃ¤ut, auch soweit es Teil der ReligionsausÃ¼bung darstellt und unter dem Schutz der Glaubens- und Gewissensfreiheit steht (Art. 15 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV]), zum Schutz der Ã¶ffentlichen Ruhe gewissen EinschrÃ¤nkungen unterworfen werden; insbesondere ist die Umweltschutzgesetzgebung grundsÃ¤tzlich auch auf KirchengelÃ¤ut anwendbar. Die GlockengelÃ¤ute von Kirchen stellen Anlagen im Sinn von Art. 7 Abs. 7 USG und Art. 2 Abs. 1 der LÃ¤rmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV) dar. Soweit sie, wie hier dasjenige der reformierten Kirche in Wiesendangen, bereits vor dem Inkrafttreten des Umweltschutzgesetzes bestanden haben, unterstehen GelÃ¤ute nicht den Vorschriften fÃ¼r Neuanlagen, sondern es ist gemÃ¤ss Art. 16 Abs. 1 USG eine Sanierung anzuordnen, wenn sie den Vorschriften des Umweltschutzgesetzes nicht genÃ¼gen. Auch fÃ¼r Kirchenglocken gilt ferner das Vorsorgeprinzip (Art. 11 Abs. 2 USG), und die Emissionsbegrenzungen (Art. 12 USG) sind zu verschÃ¤rfen, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter BerÃ¼cksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schÃ¤dlich oder lÃ¤stig werden (Art. 11 Abs. 3 USG). Schutzmassnahmen nach Art. 12 Abs. 2 USG sind dabei nicht erst zu treffen, wenn die Umweltbelastung schÃ¤dlich oder lÃ¤stig wird, sondern es mÃ¼ssen gestÃ¼tzt auf das Vorsorgeprinzip schon sÃ¤mtliche unnÃ¶tigen Emissionen vermieden werden. Das ist allerdings nicht so zu verstehen, dass jeder im strengen Sinn nicht nÃ¶tige LÃ¤rm untersagt werden mÃ¼sste. Es gibt keinen absoluten Anspruch auf Ruhe; vielmehr sind geringfÃ¼gige, nicht erhebliche StÃ¶rungen hinzunehmen. DarÃ¼ber hinaus ist im vorliegenden Zusammenhang zu beachten, dass die LÃ¤rmschutzvorschriften auf GerÃ¤usche zugeschnitten sind, die als unerwÃ¼nschte Nebenwirkungen einer bestimmten TÃ¤tigkeit auftreten. Daneben gibt es aber GerÃ¤usche, welche den eigentlichen Zweck einer bestimmten TÃ¤tigkeit ausmachen, so die Musik beim Spielen von Instrumenten oder eben der Klang beim LÃ¤uten der Glocken. Solche LÃ¤rmemissionen kÃ¶nnen nicht vÃ¶llig vermieden und in der Regel auch nicht in der LautstÃ¤rke wesentlich reduziert werden, ohne dass zugleich der Zweck der sie verursachenden TÃ¤tigkeit vereitelt wÃ¼rde. Derartige LÃ¤rmemissionen als unnÃ¶tig und unzulÃ¤ssig zu qualifizieren, wÃ¼rde implizieren, die betreffende TÃ¤tigkeit generell als unnÃ¶tig zu betrachten. Solche TÃ¤tigkeiten werden zwar aufgrund des Umweltschutzgesetzes beurteilt, aber zugleich unter BerÃ¼cksichtigung des Interesses an der LÃ¤rm verursachenden TÃ¤tigkeit nicht vÃ¶llig verboten, sondern bloss einschrÃ¤nkenden Massnahmen unterworfen. Da eine Reduktion der SchallintensitÃ¤t meist den mit der betreffenden TÃ¤tigkeit verfolgten Zweck vereiteln wÃ¼rde, bestehen die emissionsbeschrÃ¤nkenden Massnahmen in der Regel nicht in einer Reduktion des Schallpegels, sondern in einer EinschrÃ¤nkung der Betriebszeiten. Dabei ist eine InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen zwischen dem RuhebedÃ¼rfnis der BevÃ¶lkerung und dem Interesse an der lÃ¤rmverursachenden TÃ¤tigkeit. Da fÃ¼r die Beurteilung solcher GerÃ¤usche keine vom Bundesrat festgelegten Belastungsgrenzwerte (AnhÃ¤nge 3â8 LSV) bestehen, mÃ¼ssen die LÃ¤rmimmissionen im Einzelfall nach den Kriterien der Art. 15, 19 und 23 USG bewertet werden (Art. 40 Abs. 3 LSV). Zu beachten sind insbesondere der Charakter des LÃ¤rms, Zeitpunkt, Dauer und HÃ¤ufigkeit seines Auftretens sowie die LÃ¤rmempfindlichkeit bzw. LÃ¤rmvorbelastung der betroffenen Zone. Dabei ist nicht auf das subjektive LÃ¤rmempfinden einzelner Personen abzustellen, sondern eine objektivierte Betrachtung unter BerÃ¼cksichtigung von Personen mit erhÃ¶hter Empfindlichkeit (Art. 13 Abs. 2 USG) vorzunehmen. Den Ã¶rtlichen BehÃ¶rden ist ein gewisser Beurteilungsspielraum zuzugestehen, soweit es sich um AnlÃ¤sse mit lokaler AusprÃ¤gung oder Tradition handelt.</p> <p class="Urteilstext">Zu berÃ¼cksichtigen ist sodann, dass die LÃ¤rmimmissionen des GlockengelÃ¤uts von einer Kirche ausgehen und nicht von einem Unternehmen, das nach marktwirtschaftlichen Prinzipien, das heisst gewinnorientiert, betrieben wird. Insofern kann das in Art. 11 Abs. 2 USG fÃ¼r die ZulÃ¤ssigkeit von vorsorglichen Massnahmen genannte Kriterium der wirtschaftlichen Tragbarkeit nicht angewendet werden, sondern wird durch eine VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung ersetzt (BGE 127 II 306 E. 8 S. 318 = URP 2001, S. 1075; 124 II 517 E. 5a S. 522; AndrÃ© Schrade/Theo Loretan in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 1998, Art. 11 N. 35a).</p> <p class="Urteilstext">ZusÃ¤tzlich ist zu prÃ¼fen, inwieweit das GelÃ¤ut kultischen Zwecken dient und damit eine unter dem Schutz von Art. 15 BV stehende religiÃ¶se Handlung darstellt. Als solche darf es gemÃ¤ss Art. 36 Abs. 2 und 3 BV durch staatliches Handeln nur solchen EinschrÃ¤nkungen unterworfen werden, die zum Schutz Ã¶ffentlicher Interessen oder von Grundrechten Dritter gerechtfertigt und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sind. Dabei sind die gegenlÃ¤ufigen privaten und Ã¶ffentlichen Interessen nicht nur abstrakt, sondern anhand konkreter UmstÃ¤nde objektiv zu wÃ¼rdigen. Massnahmen, welche die DurchfÃ¼hrung einer religiÃ¶sen Handlung als solche verunmÃ¶glichen oder wesentlich erschweren, kÃ¶nnen deshalb nur angeordnet werden, wenn Ã¶ffentliche Interessen oder Rechte Dritter konkret beeintrÃ¤chtigt oder bedroht werden, aber nicht schon vorsorglich in dem Sinn, dass abstrakt eine BeeintrÃ¤chtigung erfolgen kÃ¶nnte (vgl. BGr, 19. MÃ¤rz 2003, URP 2003, S. 353, E. 3.3).</p> <p class="Urteilstext">Nicht unter dem Schutz der Kultusfreiheit stehen das GelÃ¤ut zu weltlichen Zwecken, wie beispielsweise das LÃ¤uten der Glocken an nationalen Feiertagen oder zur Einberufung der Gemeindeversammlung und die ZeitverkÃ¼ndung durch das Schlagen der Kirchenglocken. Aber auch das FrÃ¼hlÃ¤uten gehÃ¶rt wie das Mittag- und AbendlÃ¤uten zum so genannten bÃ¼rgerlichen LÃ¤uten, das anders als das GelÃ¤ut vor und nach Gottesdiensten, Beerdigungen, Hochzeiten und anderen kirchlichen Handlungen, nicht Bestandteil des kirchlichen Kultus bildet (OGr, 27. April 1998, ZR 99/2000 Nr. 1 [vom BGr bestÃ¤tigt am 30. Juni 1998]; OGr, 8. Juli 1968, SJZ 64/1968 Nr. 179) und deshalb nicht unter dem Schutz der Kultusfreiheit steht.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach Art. 36 Abs. 1 LSV muss die VollzugsbehÃ¶rde die AussenlÃ¤rmimmissionen einer ortsfesten Anlage ermitteln bzw. ermitteln lassen, wenn sie Grund zur Annahme hat, dass die massgebenden Belastungsgrenzwerte Ã¼berschritten sind. Diese Bestimmung ist nicht nur auf die Errichtung neuer, sondern auch auf die Sanierung bestehender Anlagen anwendbar (BGE 115 Ib 446 E. 3a und d). Bei Anlagen, fÃ¼r welche keine Grenzwerte bestehen, gilt der Grundsatz sinngemÃ¤ss (<a id="OLE_LINK1">BGE 115 Ib 446 E. 3b</a>; Robert Wolf in: Kommentar USG, 2000, Art. 25 N. 95).</p> <p class="Urteilstext">Bei der Frage, ob Grund fÃ¼r die Annahme einer GrenzwertÃ¼berschreitung besteht, steht der BehÃ¶rde ein gewisses Ermessen zu. An die Wahrscheinlichkeit einer Ãberschreitung dÃ¼rfen jedoch keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden. Nach dem Sinn der Vorschrift ist die Ermittlung erforderlich, wenn erhebliche Anhaltspunkte fÃ¼r eine Ã¼bermÃ¤ssige LÃ¤rmbelastung sprechen (vgl. BGE 115 Ib 446 E. 3a; BGr, 2. September 2002, URP 2002, S. 685, E. 2.4).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Bestehen wie hier fÃ¼r die Emissionen von Kirchenglocken keine vom Bundesrat festgelegten Belastungsgrenzwerte, so gelten bei der gemÃ¤ss Art. 40 Abs. 3 LSV gebotenen Bewertung im Einzelfall die Kriterien, welche gemÃ¤ss Art. 15 USG bei der Festlegung von Immissionsgrenzwerten massgeblich sind. Es ist deshalb auch im Einzelfall das Mass an Immissionen zu bestimmen, welches auf lÃ¤rmempfindliche GebÃ¤ude in der Umgebung der Anlage einwirken darf. Daraus ergibt sich der Massstab fÃ¼r die Begrenzung der Emissionen der lÃ¤rmerzeugenden Anlage (Christoph ZÃ¤ch/Robert Wolf in: Kommentar USG, 2000, Art. 15 N. 13). Entscheidend fÃ¼r die ZulÃ¤ssigkeit der vom KirchengelÃ¤ut erzeugten Emissionen ist deshalb die Immissionsbelastung bei den RÃ¤umen mit empfindlicher Nutzung in der NÃ¤he der Anlage; auf die LÃ¤rmbelastung beim GrundstÃ¼ck des BeschwerdefÃ¼hrers kommt es nur im Zusammenhang mit seiner Legitimation, das heisst insoweit an, als sie intensiv genug sein muss, um bei objektiver Betrachtung ihre Minderung oder Beseitigung als praktischen Nutzen erscheinen zu lassen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Nachdem sich der BeschwerdefÃ¼hrer und ein weiterer Einwohner Ã¼ber den Glockenschlag beklagt hatten, veranlasste der Gemeinderat Wiesendangen im April 2003 Schallmessungen bei den Liegenschaften dieser beiden Einwohner sowie an zwÃ¶lf weiteren Standorten im Dorfkern von Wiesendangen, an welchen schon im Juni 1996 Messungen vorgenommen worden waren. Dabei wurde bei der Liegenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers beim LÃ¤uten der Glocke 3, mit der das FrÃ¼hgelÃ¤ut erklingt, ein Wert von 65 dB(A) gemessen. An den Ã¼brigen Standorten, welche nÃ¤her bei der Schallquelle liegen, wurden Werte zwischen 61 und 82 dB(A) ermittelt.</p> <p class="Erwgung2">Auch wenn aus dem Messbericht nicht ersichtlich ist, wie diese Messungen genau vorgenommen wurden, geben sie doch genÃ¼gend Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass mindestens im nÃ¤heren Umkreis der Kirche, wo sich in der dortigen Kernzone offenkundig auch lÃ¤rmempfindliche RÃ¤ume befinden, nachts und in den frÃ¼hen Morgenstunden eine Ã¼bermÃ¤ssige LÃ¤rmbelastung vorliegen kÃ¶nnte. Bei Maximalpegeln von Ã¼ber 80 dB(A) im Aussenbereich besteht eine erhebliche Wahrscheinlichkeit von Aufwachreaktionen auch dann, wenn diese Werte bei gekipptem Fenster am Ohr der schlafenden Person um 15 dB(A) zu reduzieren sind (vgl. VB.2004.00240 <i>[Gossau]</i>). Der Gemeinderat als VollzugsbehÃ¶rde hÃ¤tte deshalb gemÃ¤ss Art. 36 Abs. 1 LSV die LÃ¤rmbelastung durch das GlockengelÃ¤ut durch ein LÃ¤rmgutachten ermitteln lassen mÃ¼ssen. Die bisherigen Messungen, die offenbar an verschiedenen Standorten im Freien gemacht wurden und keinen Aufschluss Ã¼ber die genaue Lage der am stÃ¤rksten betroffenen lÃ¤rmempfindlichen RÃ¤ume geben, lassen zwar eine vorlÃ¤ufige PrÃ¼fung der LÃ¤rmbelastung zu, die ausreicht, um die Legitimation des Einsprechers zu beurteilen und die Wahrscheinlichkeit Ã¼bermÃ¤ssiger Immissionen abzuschÃ¤tzen, sie genÃ¼gen aber den an eine Ermittlung im Sinn von Art. 36 Abs. 1 LSV gestellten Anforderungen nicht (Wolf, Art. 25 N. 95).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Einholung eines LÃ¤rmgutachtens kÃ¶nnte unterbleiben, wenn Immissionen durch GlockengelÃ¤ut im Bereich der in der Umgebung der Kirche ermittelten Pegelwerte von bis zu 82 dB(A) von vornherein zulÃ¤ssig wÃ¤ren. Die Beschwerdegegnerschaft und mit ihnen die Vorinstanz leiten dies daraus ab, dass sich laut einer demoskopischen Umfrage in Wiesendangen nur ein kleiner Teil der BevÃ¶lkerung vom GlockengelÃ¤ut gestÃ¶rt fÃ¼hlt. Sie machen in diesem Zusammenhang geltend, dass die Grenzwerte der LÃ¤rmschutz-Verordnung so festgelegt worden seien, dass sich der prozentuale Anteil der Personen, die sich trotz Beachtung der Grenzwerte gestÃ¶rt fÃ¼hlten, mÃ¶glichst gering bleibe, wobei sich der Prozentsatz fÃ¼r die Empfindlichkeitsstufen II und III zumeist im Bereich von 20 bis 30 % gehalten habe. Von der in der NÃ¤he der Kirche wohnenden BevÃ¶lkerung fÃ¼hlten sich laut Umfrage jedoch 85 % Ã¼berhaupt nicht gestÃ¶rt.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die StÃ¶rwirkung des LÃ¤rms hÃ¤ngt unter anderem von der aktuellen und beabsichtigten TÃ¤tigkeit der Betroffenen ab; in der Nacht, wenn der grÃ¶ssere Teil der BevÃ¶lkerung ruht oder schlÃ¤ft, stÃ¶rt LÃ¤rm bei gleichem Pegel stÃ¤rker als tagsÃ¼ber. Dem trÃ¤gt die LÃ¤rmschutz-Verordnung dadurch Rechnung, dass sie fÃ¼r die Nacht und den Tag unterschiedliche Immissionsgrenzwerte festsetzt, wobei die Grenze zwischen Nacht und Tag beim StrassenverkehrslÃ¤rm und beim EisenbahnlÃ¤rm um 06.00 Uhr und beim GewerbelÃ¤rm sowie Ã¤hnlichen LÃ¤rmarten um 07.00 Uhr gezogen wurde. Auch fÃ¼r LÃ¤rmarten, fÃ¼r welche keine Immissionsgrenzwerte bestehen, ist bei der Beurteilung im Einzelfall der tageszeitlich unterschiedlichen Empfindlichkeit Rechnung zu tragen, wobei fÃ¼r die Bestimmung von Beginn und Ende der Nachtruhe auf die Regelungen in der kommunalen Polizeiverordnung zurÃ¼ckgegriffen werden kann. Die Polizeiverordnung der Gemeinde Wiesendangen vom 2. Dezember 1991 (PolizeiV) untersagt das Singen, Musizieren und Tonwiedergaben im Freien sowie in Zelten und Fahrnisbauten von 22.00 bis 07.00 Uhr (Art. 50 Abs. 1 PolizeiV) sowie den GewerbelÃ¤rm von 19.00 bis 07.00 Uhr (Art. 42 Abs. 6 PolizeiV). Damit geht die Polizeiverordnung von einer Nachtruhe bis 07.00 Uhr aus, was auch der Umschreibung der "pÃ©riode de sommeil" gemÃ¤ss einer Richtlinie von LÃ¤rmschutzfachstellen der Westschweizer Kantone entspricht (Cercle bruit, Direktive vom 10. MÃ¤rz 1999, abgedruckt in RDAF 2000, S. 21 ff.; vgl. VGr VD, 23. Juli 1999, URP 1999, S. 731, E. 2c; dazu Anne-Christine Favre, <span>Le bruit des Ã©tablissements publics</span>, <span>RDAF 2000,</span> S. 1 ff., 9, 14 f.).</p> <p class="Urteilstext">Mit Ãnderung vom 14. April 2003 hat der Gemeinderat die Polizeiverordnung dahin gehend prÃ¤zisiert, dass die Bestimmung betreffend LÃ¤rm von Gewerbe, Industrie und anderen Unternehmungen "auf das KirchengelÃ¤ute keine Anwendung" fÃ¤nde (Art. 42 Abs. 7 PolizeiV). Dieser Umstand vermag jedoch am dargelegten Ergebnis nichts zu Ã¤ndern. Auch die bisherige Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ging nicht davon aus, dass lÃ¤rmpolizeiliche Vorschriften der Gemeinden unmittelbar auf den Schall von Kirchenglocken anwendbar seien. Diese wurden lediglich analog herangezogen, um die in der betreffenden Gemeinde massgebliche Dauer der Nachtruhe zu bestimmen (RB 1995 Nr. 93 = URP 1996, S. 668 <i>[Buchs]</i>; VGr, 29. Januar 1999, VB.98.00310 <i>[Bubikon]</i>, E. 2b/cc; VGr, 24. Oktober 2001, VB.2001.00167, <i>[Wangen-BrÃ¼ttisellen]</i>, E. 2c/aa, www.vgrzh.ch). Wenn die Polizeiverordnung von Wiesendangen nun festhÃ¤lt, dass die Bestimmungen bezÃ¼glich GewerbelÃ¤rm nicht auf das KirchengelÃ¤ut anwendbar sind, bestÃ¤tigt sie damit nur die schon vorher bestehende Rechtslage.</p> <p class="Erwgung2"><span class="UrteilstextChar"><b>4.3 </b></span>Das FrÃ¼hgelÃ¤ut um 05.30 Uhr ist deshalb ebenso wie die StundenschlÃ¤ge zwischen 22.00 und 07.00 Uhr als NachtlÃ¤rm zu beurteilen. Mit diesem hat sich die LÃ¤rmwirkungsforschung bisher vor allem im Zusammenhang mit dem FluglÃ¤rm befasst, wobei die Forschungsergebnisse teilweise widersprÃ¼chlich sind und sich daraus keine direkt in der Praxis verwendbaren Grenzwerte ableiten lassen (vgl. VB.2004.00240 <i>[Gossau]</i>, E. 5.1, auch zum Folgenden). So sind bei intermittierenden GerÃ¤uschen verschiedene physiologische Wirkungen bei Maximalpegeln von 45 bis 55 dB(A) am Ohr der schlafenden Person festgestellt worden. In den WHO-Guidelines werden als niedrigste Pegel, bei denen die Gesundheit beeintrÃ¤chtigt werden kann (critical health effect) fÃ¼r intermittierende GerÃ¤usche ein Maximalpegel von 45 dB(A) in Kombination mit einem Mittelungspegel Leq von 30 dB(A) genannt; um empfindliche Personen zu schÃ¼tzen, sind sogar tiefere Schwellen vorzuziehen (Birgitta Berglund, Thomas Lindvall, Dietrich H. Schwela, Guidelines for Community Noise, World Health Organisation, Genf 2002; http://whqlibdoc.who.int/hq/ 1999/a68672.pdf). Mark Brink <span class="UrteilstextChar">erwÃ¤hnt fÃ¼r FluglÃ¤rm als prÃ¤ventivmedizinische Schutzziele einen Mittelungspegel Leq von maximal 36 dB(A) und einen Maximalpegel von weniger als 50 bis 55 dB(A) fÃ¼r ein einzelnes Ereignis </span>(SchlafqualitÃ¤t und FluglÃ¤rm in den Nachtrandstunden: Methodik und erste Ergebnisse einer Feldstudie im Umkreis des ZÃ¼rcher Flughafens, Manuskript zu Talk â Akustisches <span class="UrteilstextChar">Kolloquium vom 28. Januar 2004 an der ETH ZÃ¼rich; <span>http://www.isi.ee.ethz.ch/education/lectures/ak1/ak1_link/kolloquium_brink_2004.pdf)</span>. Wie der vom Verwaltungsgericht im Verfahren VB.2004.00240 beigezogene Gutachter der EMPA ausfÃ¼hrte, hat als Grundlage fÃ¼r die Festsetzung der Nachtgrenzwerte in der LÃ¤rmschutzverordnung eine kritische Schwelle des Maximalpegels von 60 dB(A) am Ohr der schlafenden Person gedient, wobei durch die Wahl eines 1h-Mittelungspegels die Anzahl der Ereignisse ebenfalls in die Beurteilung einbezogen wurde. In BGE </span>126 II 366 (= URP 2000, S. 795) <span class="UrteilstextChar">betreffend das FrÃ¼hgelÃ¤ut in <i>Bubikon</i> wird sodann eine Stellungnahme des Bundesamts fÃ¼r Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) vom 15. Oktober 1999 wiedergegeben, wonach gemÃ¤ss Untersuchungen der SUVA in 50 m Entfernung von einem mittelhohen Kirchturm bei mittelgrossen Kirchenglocken am Ohr des Betroffenen im Innern eines GebÃ¤udes (bei gekipptem Fenster zur BelÃ¼ftung des Zimmers) ein Schalldruckpegel von mehr als 60 dB(A) entstehe; bei einem solchen Schalldruckpegel sei nachts mit Aufwachreaktionen zu rechnen, sodass von einer erheblichen StÃ¶rung im Sinn von Art. 15 USG gesprochen werden mÃ¼sse.</span></p> <p class="Urteilstext">GestÃ¼tzt auf diese Erkenntnisse von LÃ¤rmwirkungsforschung und Praxis hat das Verwaltungsgericht im (noch nicht rechtskrÃ¤ftigen) Entscheid vom 27. April 2005 (VB.2004.00240 <i>[Gossau]</i>) Maximalpegel von 46 bis 54 dB(A) am Ohr der schlafenden Person bei spaltweise geÃ¶ffnetem Fenster nicht als erhebliche StÃ¶rung des Wohlbefindens gewÃ¼rdigt und deshalb eine Beschwerde, welche den Verzicht auf den nÃ¤chtlichen Stundenschlag der evangelisch-reformierten Kirche Gossau verlangte, abgewiesen. Es hat in diesem Zusammenhang aber erwogen (E. 7), dass bei geringerer Entfernung als der in jenem Verfahren aktenkundigen von 200 m zwischen LÃ¤rmquelle und empfindlichen RÃ¤umen mit deutlich hÃ¶heren Werten gerechnet werden mÃ¼sste, was auch unter BerÃ¼cksichtigung des der Ã¶rtlichen BehÃ¶rde zustehenden Beurteilungsspielraums den Rahmen des Vertretbaren fÃ¼r StÃ¶rungen wÃ¤hrend der Nachtzeit sprengen wÃ¼rde.</p> <p class="Urteilstext">Aufgrund des in Wiesendangen bisher (soweit ersichtlich im Freien) gemessenen Maximalwerts von 82 dB(A) ist bei empfindlichen RÃ¤umen in KirchennÃ¤he bei gekipptem Fenster am Ohr der schlafenden Person mit einem Wert von etwa 67 dB(A) zu rechnen. Zudem ist durchaus denkbar, dass eine korrekt durchgefÃ¼hrte Messung (vgl. dazu nachstehende E. 5) hÃ¶here Werte ergibt. Es kann deshalb nicht von vornherein ausgeschlossen werden, dass zumindest das (gegenÃ¼ber dem Stundenschlag erfahrungsgemÃ¤ss deutlich lautere) FrÃ¼hgelÃ¤ut wÃ¤hrend der Nachtzeit, das heisst vor 07.00 Uhr, den Rahmen des ZulÃ¤ssigen sprengt, wie dies das Verwaltungsgericht bereits in den FÃ¤llen <i>Buchs</i> (RB 1995 Nr. 93 = URP 1996, S. 668) und <i>Wangen-BrÃ¼ttisellen</i> (VGr, 24. Oktober 2001, VB.2001.00167, www.vgrzh.ch) entschieden hat. Dass sich laut Umfrage eine Mehrheit vom GlockengelÃ¤ut nicht gestÃ¶rt fÃ¼hlt, kann daran nichts Ã¤ndern. Dem Schutz der Nachtruhe kommt hohe Bedeutung zu, weshalb eine erhebliche StÃ¶rung auch dann anzunehmen ist, wenn sie nur wenige betrifft. Auf den Beizug eines LÃ¤rmgutachtens kann deshalb nicht verzichtet werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">GemÃ¤ss § 64 Abs. 1 VRG kann das Verwaltungsgericht eine Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurÃ¼ckweisen, und zwar unter anderem insbesondere dann, wenn der Tatbestand ungenÃ¼gend festgestellt wurde. Diese Voraussetzung ist hier erfÃ¼llt; die Angelegenheit ist zweckmÃ¤ssigerweise an den Gemeinderat Wiesendangen zurÃ¼ckzuweisen, der entweder ein LÃ¤rmgutachten von der Kirchgemeinde als Betreiberin der Anlage einverlangen oder eine solches auf Kosten der Kirchgemeinde in Auftrag geben kann (VB.2004.00240 <i>[Gossau]</i>, E. 8).</p> <p class="Urteilstext">Wie bereits ausgefÃ¼hrt wurde, werden die Messungen bei den in der Umgebung der Kirche stehenden GebÃ¤uden mit empfindlichen RÃ¤umen vorzunehmen sein. Dabei hat die Messung grundsÃ¤tzlich in der Mitte des geÃ¶ffneten Fensters zu erfolgen; bei einer automatischen Aufzeichnung, wie sie die EMPA im Auftrag des Verwaltungsgerichts im Verfahren VB.2004.00240 betreffend die Kirche Gossau wÃ¤hrend etwas mehr als einer Woche vornahm, kann das Mikrofon auch auf die Scheibe des Fensters eines lÃ¤rmempfindlichen Raums aufgeklebt und der auf diese Weise gemessene Pegel entsprechend umgerechnet werden (BUWAL, Mitteilung zur LÃ¤rmschutz-Verordnung [LSV] Nr. 7 [1995]: Methode zur Ermittlung der AussenlÃ¤rm-Immissionen bei geschlossenem Fenster).</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">DemgemÃ¤ss sind in teilweiser Gutheissung der Beschwerde der Rekursentscheid vom 16. Juli 2004 sowie der Gemeinderatsbeschluss vom 14. April 2003 aufzuheben und die Akten zu weiterer Untersuchung und neuer Entscheidung an den Gemeinderat Wiesendangen zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang rechtfertigt es sich, die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens zur HÃ¤lfte dem BeschwerdefÃ¼hrer und zu je einem Viertel der Beschwerdegegnerin Nr. 1 und dem Beschwerdegegner Nr. 2 aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 VRG). ParteientschÃ¤digungen sind bei diesem Verfahrensausgang keiner Partei zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</p> <p class="Urteilstext">Das Verfahren wird wieder aufgenommen;</p> <p class="Zwischentitel">und entscheidet:</p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden der Rekursentscheid vom 16. Juli 2004 sowie der Gemeinderatsbeschluss vom 14. April 2003 aufgehoben und die Akten zu weiterer Untersuchung und neuer Entscheidung an den Gemeinderat Wiesendangen zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'090.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. <span>Die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens werden </span>zur HÃ¤lfte dem BeschwerdefÃ¼hrer und zu je einem Viertel der Beschwerdegegnerin Nr. 1 und dem Beschwerdegegner Nr. 2 auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>