Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. September 2013 (725 13 158 / 213) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Prüfung des Vorliegens einer bereits aus unfallfremden Gründen bestehenden vollstän- digen Invalidität; Koordination von Leistungen der Unfallversicherung mit solchen der Krankentaggeld- bzw. Invalidenversicherung Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Michael G uex, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber i.V. Daniel Rüdin Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Roman Felix , Adv okat , Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1953 geborene A.____ verletzte sich am 27. Aug ust 2003 beim Abstieg von einer Leiter am rechten Knie und musste sich in der Folge ein em operativen Eingriff unterziehen. Nach Eingang der durch die damalige Arbeitgeberin erst atteten Unfallmeldung erbrachte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) die geset zlichen Leistungen (Heilbehand- lung, Taggelder). Ab November 2003 bestand sodann wie der eine uneingeschränkte Arbeitsfä- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht higkeit. Im Oktober 2011 liess A.____ über seinen Hausarzt jedoch einen Rückfall zum genann- ten Unfall melden, welcher sich am 31. August 2011 erei gnet habe. Mit Schreiben vom 15. Februar 2012 teilte die SUVA dem Versicherten mi t, dass zwar die Kosten der durch den Rückfall nötig gewordenen Heilbehandlung übernommen, jedoch keine Taggelder ausgerichtet würden, da die Arbeitsunfähigkeit weniger als drei Tage gedauert habe. In ihrem Schreiben vom 7. Juni 2012 hielt die SUVA ergänzend dazu fest, dass sie A.____ keine Taggeldleistungen er- bringen könne, nachdem und solange weiterhin von eine r bereits gänzlichen Arbeitsunfähigkeit aus Krankheitsgründen ausgegangen werden müsse. B. A.____ musste in der Tat bereits am 15. April 2010 aus krankheitsbedingten Gründen seine Arbeit als Servicetechniker bei der B.____ AG aufge ben. In der Folge bezog er bis ins Frühjahr 2012 Krankentaggelder. Ausserdem hat ihm die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVST) mit Verfügung vom 20. März 2013 rückwirkend eine ganze Rente für den Zeitraum vom 1. April 2011 bis 31. August 2011 zugesprochen. Hierge gen erhob A.____ jedoch am 30. April 2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Dieses Verfahren ist noch hängig. C. Da der Versicherte mit der Ablehnung des Taggeldansp ruchs nicht einverstanden war, erliess die SUVA am 25. Oktober 2012 eine Verfügung, mit welcher am ablehnenden Entscheid festgehalten wurde. Gegen diese Verfügung erhob A.___ _ am 26. November 2012 Einsprache und beantragte die Erbringung der gesetzlichen Leistun gen. Die Einsprache wurde mit Ent- scheid vom 22. April 2013 abgewiesen, wobei darin nicht nur der Anspruch auf Taggeld-, son- dern auch auf Rentenleistungen abgelehnt wurde. D. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Ro man Felix, am 17. Mai 2013 Be- schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilun g Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte er, es seien die Verf ügung vom 25. Oktober 2012 und der Ein- spracheentscheid vom 22. April 2013 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen zu erbringen; unter o/e-Kostenfolge zu Las- ten der Beschwerdegegnerin. E. Die SUVA nahm mit Eingabe vom 2. Juli 2013 zur Be schwerde Stellung und beantragte dabei deren Abweisung. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien wird - soweit notwendig - in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Befindet sich der Wohnsitz der versicher ten Person im Ausland, so ist nach Art. 58 Abs. 2 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht letzter schweizerischer Wohnsitz befand. Vorliegend befan d sich dieser in C.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltung sprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versi cherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentsche ide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Beha ndlung der vorliegenden Beschwer- de zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 17. Mai 2013 ist demnach einzutreten. 1.2.1 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsver- hältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vor- gängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellu ng genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtu ngsgegenstand. Davon zu unter- scheiden ist der Streitgegenstand, worunter das Rechtsverhältnis verstanden wird, welches - im Rahmen des durch die Verfügung bestimmten Anfechtung sgegenstandes - den auf Grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsge genstand bildet. Nach der Recht- sprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; heu te: Bundesgericht, sozial- rechtliche Abteilungen) kann das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus prozessökonomischen Gründen jedoch auf eine ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes, d.h. ausserhalb des durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage ausgedehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen Streitgegenstand derar t eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann. Eine solch e sachliche Ausdehnung des Pro- zessthemas ist indessen nur zulässig, wenn sich die Verwaltun g zu dieser Streitfrage mindes- tens in Form einer Prozesserklärung geäussert hat, und wenn die Verfahrensrechte der Be- schwerde führenden Partei, insbesondere deren Anspruch a uf rechtliches Gehör, respektiert worden sind (vgl. BGE 122 V 36 E. 2a, 130 V 140 f. E. 2.1, je mit Hinweisen). 1.2.2 Mit der Verfügung vom 25. Oktober 2012, welche Ausgangspunkt der vorliegenden Streitigkeit bildet, lehnte die SUVA ausschliesslich ei nen Anspruch des Beschwerdeführers auf Taggeldleistungen ab. Obwohl ein Anspruch auf etwaig e Rentenleistungen somit nicht Gegen- stand der angefochtenen Verfügung war, verneinte die SUVA in ihrem Einspracheentscheid vom 22. April 2013 auch einen solchen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass der Versicherte bereits vorgängig aus unfallfremden Gründen voll oder zumindest in demselben Ausmass arbeitsunfähig geworden sei. In ihrer Vernehml assung vom 2. Juli 2013 setzte sich die SUVA wiederum mit dem Anspruch des Beschwerdeführer s auf Taggeld- und Rentenleis- tungen auseinander. 1.2.3 Die Frage, ob dem Beschwerdeführer neben Taggel d- auch Rentenleistungen zu Lasten der SUVA zustehen, hängt eng mit dem Verfügungsgegenstand zusammen. Zudem haben sich sowohl der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 17. Mai 2013 als auch die SUVA zum Anspruch auf Rentenleistungen äussern können. Unter die sen Umständen erscheint es zuläs- sig, im vorliegenden Beschwerdeverfahren auch die Frage eines Rentenanspruchs zu prüfen, obwohl dieses Leistungsbegehren ursprünglich nicht Gegen stand der dem Verfahren zu Grun- de liegenden Verfügung war. Eine Rückweisung dieser spru chreifen Sache an die SUVA (ein- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zig) zum Erlass einer diesbezüglichen Verfügung käme einem formalistischen Leerlauf gleich und widerspräche dem Grundsatz der Prozessökonomie (vgl. BG E 121 V 116, 116 V 187 E. 3d). 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet somit die Frage, ob der Beschwer- deführer Anspruch auf Taggeld- sowie Rentenleistungen zu Lasten der SUVA hat. 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG An- spruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs. 1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG a m dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod des Versicherten. Art. 18 Abs. 1 UVG g ewährt der versicherten Person An- spruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unf alles zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortse tzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalid enversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus , dass zwischen dem versicher- ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Arbeitsunfähigkeit, Invalidität) ein natürlicher (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen) und ein adäquat er (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hin- weis) Kausalzusammenhang besteht. Ob zwischen einem schädi genden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusamme nhang besteht, ist eine Tatfrage, wo- rüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihr obliegenden Be- weiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkei t eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 4. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der B eurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin - ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen wei teren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicher ungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Bewe ismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5. Streitig und zunächst zu prüfen ist das Ausmass der Arb eitsunfähigkeit des Beschwer- deführers in der Zeit vor seinem unfallbedingten Rückfall. 5.1 Die SUVA ist vorliegend der Ansicht, dass der Beschwe rdeführer bereits weit vor seinem Rückfall vom Oktober 2011 (recte: August 2011) infolge Krankheit - mithin aus unfallfremden Gründen - anhaltend zur Gänze arbeitsunfähig gewesen sei. Damit übereinstimmend habe er die entsprechenden Krankentaggeldleistungen zeitlich voll ausgeschöpft. Zudem habe die Inva- lidenversicherung eine ganze Rente ab 1. April 2011, also gut ein halbes Jahr vor der Rückfall- meldung, verfügt. Nach der gesetzlichen Ordnung und der einschlägigen Rechtsprechung ent- falle demnach ein Anspruch auf Taggeld- und Rentenlei stungen zu Lasten der Unfallversiche- rung. Dagegen wendet der Beschwerdeführer im Wesentl ichen ein, dass er für den Zeitraum weit vor der Rückfallmeldung als zu 100 % arbeitsfähig zu gelten habe. 5.2 Die Parteien stützen ihre unterschiedlichen Aussagen betreffend die Arbeitsfähigkeit grösstenteils auf das polydisziplinäre Gutachten vom 22. Ju ni 2011, welches vom D.____ zu- handen der Sozialversicherungsanstalt Basel-Landschaft erst ellt worden ist. Als Gutachter fun- gierten dabei Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. F.____, FMH Kardio- logie und Allgemeine Innere Medizin, sowie Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie. Die begutachtenden Ärzte hielten als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig- keit eine - zum damaligen Zeitpunkt remittierte - rezid ivierende depressive Störung (ICD-10 F 33.4), eine koronare 1-Ast-Erkrankung sowie eine de utlich reduzierte Belastbarkeit von 47 % der Sollleistung (fahrradergometrisch) fest. Aus spezialä rztlicher kardiologischer Sicht sei der Beschwerdeführer in seinem früher ausgeübten Beruf al s Servicemonteur wahrscheinlich auf Dauer zu 100 % arbeitsunfähig, dies sicherlich seit Apr il 2010. Mittelschwere körperliche Arbei- ten seien dem Versicherten ebenfalls auf Dauer nicht me hr zumutbar. Einzig leichte körperliche Arbeiten mit rein sitzender Tätigkeit sowie Heben und Tragen von Lasten von maximal 5 Kilogramm könne der Beschwerdeführer aus rein kardiolo gischer Sicht noch ausführen. Die Prognose sei insgesamt als ungünstig anzusehen, da in Zuku nft mit kardialen Dekompensatio- nen zu rechnen sei, insbesondere da auch eine optimal e medikamentöse Therapie zu etablie- ren bis dato nicht gelungen sei. Gemäss spezialärztlicher psychiatrischer Begutachtung sei der Versicherte - aufgrund der Tendenz, mit Anpassungsstörung en oder rezidivierenden depressi- ven Störungen auf Belastungen zu reagieren - vermindert belastbar, was sich insbesondere bei Tätigkeiten unter hohem Zeitdruck und körperlicher Bela stung auswirke. Derartige Tätigkeiten seien daher ungeeignet. Eine klar strukturierte Arbeit wäre ihm allerdings möglich, wobei dann Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (mehr) angeno mmen werden könne. Da zum zwi- schenzeitlichen Verlauf nur wenig Unterlagen zur Verfüg ung stünden und auch keine anderen Angaben erhältlich seien, müsse mindestens das Datum der Begutachtung (26. Mai 2011) als Beginn dieser Arbeitsfähigkeit angenommen werden. F ür die Vergangenheit müsse hingegen ab April 2010 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausge gangen werden. Gesamtmedizinisch kamen die involvierten Ärzte letztlich zum Schluss, dass dem Versicherten ab Mai 2011 ledig- lich noch körperlich leichte überwiegend sitzende Tätigke iten ohne hohen Zeitdruck zugemutet werden könnten. Mittelschwere bis schwere körperliche Tätig keiten könnten dem Versicherten hingegen nicht mehr zugemutet werden. 5.3 Aus dem Umstand, dass die von den Gutachtern vorgenom mene Einschätzung der Ar- beitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf ein relativ eng umschriebenes Tätigkeitsprofil be- schränkt ist, lässt sich - entgegen den Ausführungen der Be schwerdegegnerin - keine vollstän- dige Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum vor dem Rück fall ableiten. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus den übrigen ins Recht gelegten medizini schen Unterlagen, da in diesen zur Ar- beitsfähigkeit des Versicherten in der Zeit vor seinem R ückfall gar nicht erst Stellung genom- men wird. Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. H.____, FMH Allgemeine Innere Me- dizin, kommt in seinem Bericht vom 16. Juni 2012 zudem zum Schluss, dass nach einer (allfäl- ligen) Sanierung der Knieproblematik eine Umschulung auf nicht körperliche Arbeiten erwogen werden sollte, da eine solche durchaus denkbar, durchführ bar und zumutbar sei. Diese Aussa- ge spricht also ebenfalls gegen eine vor dem Rückfall best ehende vollständige Arbeitsunfähig- keit. Da die subjektive Einschätzung des Beschwerdeführers für die Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit nicht relevant ist (vgl. Urteil des Kantonsger ichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 5. Juli 2012, 725 11 424/188, E. 6.2), kann schliessl ich auch nicht aufgrund der von ihm am 6. Juni 2012 gegenüber der SUVA gemachten Aussagen auf eine entsprechende vollstän- dige Arbeitunfähigkeit geschlossen werden. Dies gilt u mso mehr, als dass sich eine dahinge- hende Aussage des Versicherten aus medizinischer Sicht nicht objektivieren lässt. Mit dem Be- schwerdeführer gilt im Übrigen anzumerken, dass die von d er IVST verfügte Rente nicht unbe- fristet war. Vielmehr wurde diese bis zum 31. August 20 11 befristet, mithin genau bis zu jenem Zeitpunkt, in welchem sich der Rückfall des Versicherten manifestierte. Darüber hinaus ist die betreffende Verfügung noch nicht rechtskräftig geworden , da der Beschwerdeführer am 30. April 2013 dagegen Beschwerde erhoben hat und das entsprechende Verfahren zum jetzi- gen Zeitpunkt noch hängig ist. Somit ist aus heutiger Si cht davon auszugehen, dass der Versi- cherte in der Zeit vor seinem Rückfall nicht vollständig invalid war. 6. Mangels vollständiger Invalidität des Beschwerdefüh rers in der Zeit vor seinem Rückfall erweist sich die von der SUVA zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung - wonach kein Raum mehr für eine (zusätzliche) unfallbedingte Beeinträcht igung der Erwerbsunfähigkeit besteht, sofern ein Versicherter bereits aus unfallfremden Gründen vollständig invalid ist (vgl. Urteile des EVG vom 24. November 2006, U 97/06, E. 2.2 und vom 22 . September 2005, U 357/04, E. 2.4) - vorliegend als nicht einschlägig. Zudem bezieht sich die genannte Praxis lediglich auf Renten- leistungen der Unfallversicherer, weshalb entsprechende Taggelder von vornherein nicht davon erfasst sind. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Im Weiteren ist zu prüfen, ob ein Anspruch auf Ta ggeld- sowie Rentenleistungen zu Las- ten der Unfallversicherung infolge eines Bezugs von Kra nkentaggeldern bzw. einer Invaliden- rente (zwingend) ausscheidet. Diese Frage beschlägt das Koordinationsrecht. 7.1 Art. 1 lit. c ATSG legt fest, dass dieses Gesetz di e sozialversicherungsrechtlichen Leis- tungen aufeinander abstimmt (vgl. U ELI KIESER , Leistungskoordination im Sozialversicherungs- recht - Ein Leitfaden für die Praxis [Leistungskoordinati on], in: Jahrbuch zum Sozialversiche- rungsrecht 2013, Zürich/St. Gallen 2013, S. 220). Hier zu hat der Gesetzgeber in den Art. 63 ff. ATSG entsprechende allgemeine Koordinationsbestimmunge n erlassen. Diese befassen sich jedoch lediglich mit der intersystemischen Koordination, also mit den Leistungen verschiedener Sozialversicherer (vgl. Art. 63 Abs. 1 ATSG). Nicht erfa sst ist somit die intrasystemische Koor- dination, d.h. diejenige innerhalb eines Sozialversiche rungszweigs (z.B. die Ablösung des Tag- gelds der Unfallversicherung durch eine Rente der Unfa llversicherung). Ebenfalls nicht Rege- lungsgegenstand bildet grundsätzlich die extrasystemische Ko ordination, mithin die Koordinati- on mit Leistungen ausserhalb der Sozialversicherung, etwa mit solchen einer Privatversiche- rung (vgl. UELI KIESER , ATSG-Kommentar [ATSG-Komm.], 2. Auflage, Zürich/Ba sel/Genf 2009, N 2 ff. zu Art. 63). Die ATSG-Koordinationsbestimmung en beruhen sodann auf der Massge- blichkeit des Kongruenzprinzips (vgl. K IESER , Leistungskoordination, S. 220). Dieses besagt, dass ein Koordinationsfall dann vorliegt, wenn derselbe n Person mehrere Leistungen für die- selbe Zeitspanne ausgerichtet werden und diese Leistunge n allesamt durch das gleiche Ereig- nis ausgelöst worden sind. Das Kongruenzprinzip beinhalte t folglich vier Teilaspekte: Die per- sonelle, die sachliche, die zeitliche und die ereignisbe zogene Kongruenz. Nur das Zusammen- fallen kongruenter Leistungen kann zu einer Überentschä digung führen (vgl. G USTAVO SCARTAZZINI /M ARC HÜRZELER , Bundessozialversicherungsrecht, 4. Auflage, Basel 2012, S. 687). Diesbezüglich bestimmt Art. 69 Abs. 1 ATSG, dass das Zusammentreffen von Leistun- gen verschiedener Sozialversicherungen nicht zu einer Üb erentschädigung der berechtigten Person führen darf. Bei der Berechnung der Überentschä digung werden deshalb nur Leistun- gen gleicher Art und Zweckbestimmung berücksichtigt, die der anspruchsberechtigten Person auf Grund des schädigenden Ereignisses gewährt werden. Sind Leistungen nicht kongruent, d.h. fehlt es an der ereignisbezogenen, personellen, sa chlichen und zeitlichen Übereinstim- mung, so sind sie kumulativ zu erbringen (vgl. KIESER , ATSG-Komm., N 10 zu Art. 68). 7.2 Im Koordinationsrecht kommt bei der Rechtsanwendun g den einzelgesetzlichen Best- immungen in materieller Hinsicht die klare Priorität zu . Der Gesetzgeber regelt darin, in welcher Höhe die Leistung gewährt wird, und das ATSG-Koordina tionsrecht ändert nur in schmalen Teilbereichen etwas an dieser "Vorab-Koordination". Es finden sich in allen sozialversicherungs- rechtlichen Einzelgesetzen Normen mit koordinierender Fu nktion. Dabei kann es sich um Best- immungen handeln, welche die einzelgesetzliche Leistung mit "Vorab-Blick" auf die in der Folge vorzunehmende Koordination festlegen; häufiger handelt es sich indessen um Normen, welche eine direkte intersystemische Koordination vornehmen und dabei häufig von der ATSG- Regelung abweichen (vgl. KIESER , Leistungskoordination, S. 221). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3 Im vorliegenden Fall interessieren aus koordination srechtlicher Sicht nun die folgenden drei Kollisionen: Kranken- und UVG-Taggeld, Invalidenrente und UVG-Taggeld sowie Invaliden- rente und UVG-Rente. Diese sind nachfolgend einer näheren Prüfung zu unterziehen. 7.3.1 Bestehen aufgrund des gleichzeitigen Vorliegens von verwirklichtem Unfall- und Krank- heitsrisiko Ansprüche auf Taggelder der Unfallversicherung und der freiwilligen Krankentag- geldversicherung gemäss Art. 67 ff. des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) vom 18. März 1994, sind grundsätzlich die UVG-Taggelder voll und die Krankentaggelder zu- sätzlich geschuldet (vgl. GIAN CLAUDIO MANI , Reform des Systems der schweizerischen Sozial- versicherungen - unter besonderer Berücksichtigung der Gel dleistungen [Art. 15 ATSG], Diss. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 106). Dass die Summe de r beiden Arbeitsunfähigkeiten dabei 100 % übersteigen kann, ist an sich kein Kürzungsgrund fü r die Krankentaggeldversicherung. Vielmehr ist diesbezüglich von der Massgeblichkeit der Ü berentschädigungsgrenze von Art. 69 Abs. 2 ATSG auszugehen (vgl. U ELI KIESER , Schweizerisches Sozialversicherungsrecht [Sozi- alversicherungsrecht], Zürich/St. Gallen 2008, S. 393 f .). Die Leistungskoordination zwischen Sozialversicherung und Privatversicherung (z.B. eine Krankentaggeldversicherung gemäss dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag [VVG] vom 2. A pril 1908) folgt sodann dem un- geschriebenen Grundsatz der Subsidiarität der Privatversich erungsleistungen. Diese treten re- gelmässig ergänzend zu den Sozialversicherungsleistungen hin zu und bieten der versicherten Person eine zusätzliche Deckung. Hierbei gilt grundsätzlich , dass die Privatversicherungsleis- tungen kumulativ zu den gesetzlichen Sozialversicherungsleist ungen hinzutreten. Uneinge- schränkt muss der Kumulationsgrundsatz gelten, wo es sich um e ine Summenversicherung handelt (vgl. zum Begriff: G ERHARD STOESSEL , in: Honsell/Vogt/Schnyder/Grolimund [Hrsg.], Basler Kommentar zum Versicherungsvertragsgesetz - Nachfüh rungsband, Basel 2012, ad N 33 zu Allgemeine Einleitung). Liegt hingegen ei ne Leistung vor, welche als Schadensver- sicherungsleistung (vgl. zum Begriff: STOESSEL , a.a.O., ad N 33 zu Allgemeine Einleitung) quali- fiziert werden muss, ist es den privaten Versicherern gest attet, in ihre Allgemeinen Versiche- rungsbedingungen einschlägige Subsidiär- oder Komplem entärklauseln aufzunehmen (vgl. SCARTAZZINI /H ÜRZELER , a.a.O., S. 744 f.). Kranken- und UVG-Taggeld schlie ssen sich dem- nach nicht gegenseitig aus, sondern sind in der Regel kumulativ auszurichten. 7.3.2 Art. 68 ATSG bestimmt, dass Taggelder unter Vorb ehalt der Überentschädigung kumu- lativ zu Renten anderer Sozialversicherungen gewährt wer den. Mit dieser Bestimmung wird insbesondere zum Ausdruck gebracht, dass Taggelder und Rent en auch dann kumulativ zu erbringen sind, wenn sie auf denselben Versicherungsfa ll zurückzuführen, mithin kongruent sind. Eine Invalidenrente und ein UVG-Taggeld können so mit unter Vorbehalt einer Überent- schädigungskürzung im Sinne von Art. 69 Abs. 2 ATSG kumul iert werden, wobei der Unfallver- sicherer nachrangig leistet und sein Taggeld gegebenenf alls kürzt (vgl. SCARTAZZINI /H ÜRZELER , a.a.O., S. 725; vgl. ferner BGE 121 V 132 E. 2b). 7.3.3 Gemäss Art. 66 Abs. 1 ATSG werden schliesslich auch Renten verschiedener Sozial- versicherungen unter Vorbehalt der Überentschädigung kumu lativ gewährt. Wenn nun eine UVG-Rente mit einer solchen der Invalidenversicherung zu sammenfällt, so hat die Unfallversi- cherung nach Art. 20 Abs. 2 UVG eine sog. Komplementä rrente auszurichten. Diese entspricht Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht - in Abweichung von Art. 69 ATSG - der Differenz zwisch en 90 % des versicherten Verdienstes und der Invalidenrente, höchstens aber dem für Voll- o der Teilinvalidität vorgesehenen Betrag (vgl. SCARTAZZINI /H ÜRZELER , a.a.O., S. 715). Dass ein Anspruch auf eine UVG- und eine Invali- denrente kumulativ bestehen kann, ergibt sich zudem aus Art. 28 Abs. 3 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 bet reffend die Bestimmung des Invalidi- tätsgrades bei einer vor dem Unfall dauernd herabgese tzten Leistungsfähigkeit des Versicher- ten aufgrund einer nicht versicherten Gesundheitsschädigung. 7.4 Aus dem Gesagten geht hervor, dass der Bezug von Kran kentaggeldern bzw. einer In- validenrente nicht zum Ausschluss eines Anspruchs auf Taggeld - sowie Rentenleistungen zu Lasten der Unfallversicherung führt. Grundsätzlich ist vie lmehr von einer Kumulation der ent- sprechenden Leistungen - unter Berücksichtigung des Verbot s einer Überentschädigung - aus- zugehen. 8. Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die SUVA zu e iner fehlerhaften Sachver- haltsfeststellung gelangt und damit verbunden von falsch en Rechtsfolgen ausgegangen ist. Denn in Anbetracht der heute vorliegenden medizinischen Unterlagen war der Beschwerdefüh- rer in der Zeit vor seinem unfallbedingten Rückfall n icht vollständig invalid. Des Weiteren wurde von der Beschwerdegegnerin nicht die nötige koordinatio nsrechtliche Auseinandersetzung der in Frage stehenden Leistungen vorgenommen. Die SUVA, a n welche die Sache somit zur Prü- fung eines Leistungsanspruchs zurückzuweisen ist, hat folglich zunächst abzuklären, ob und inwieweit sich die mit dem Rückfall verbundenen Kniebesc hwerden des Versicherten auf des- sen (Rest-) Arbeitsfähigkeit auswirken. Hinsichtlich ei nes allfälligen Rentenanspruchs ist dabei insbesondere zu prüfen, ob bereits ein - gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG vorausgesetzter - medizi- nischer Endzustand vorliegt. Falls ein Leistungsanspruch zu Lasten der Unfallversicherung grundsätzlich zu bejahen ist, hat die SUVA - unter Berücksi chtigung des Kongruenzprinzips - sodann eine Leistungskoordination in intersystemischer gegeb enenfalls aber auch in extrasys- temischer Hinsicht durchzuführen. In diesem Zusammenhang g ilt jedoch zu berücksichtigen, dass die Frage ob und in welchem Umfang allfällige Un fallversicherungsleistungen mit denjeni- gen der Invalidenversicherung zu koordinieren sind, vo m Ausgang des invalidenversicherungs- rechtlichen Verfahrens vor Bundesverwaltungsgericht abhäng ig ist. Die Beschwerde ist dem- nach gutzuheissen und der Einspracheentscheid vom 22. Apr il 2013 ist aufzuheben. Die Ange- legenheit ist im Sinne der Erwägungen zu weiteren A bklärungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die SUVA zurückzuweisen. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor de m kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind somit für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerd e führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als Obsiegen im Sinne der genan nten Bestimmung gilt auch die Rückweisung der Angelegenheit an den Versicherungsträger zur weiteren Abklärung (vgl. BGE 132 V 235 E. 6.2). Da der Beschwerdeführer demnach ob siegende Partei ist, ist ihm eine Par- teientschädigung zu Lasten der SUVA zuzusprechen. Der R echtsvertreter des Beschwerdefüh- rers hat in seiner Honorarnote vom 26. Juli 2013 für das vorliegende Verfahren einen Zeitauf- wand von 7.85 Stunden geltend gemacht, was sich umfangm ässig in Anbetracht der sich stel- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen er weist. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen v on Fr. 13.--. Somit ist dem Be- schwerdeführer eine Parteientschädigung in der Höhe vo n Fr. 2'133.55 (7.85 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 13.-- zuzüglich 8 % Meh rwertsteuer) zu Lasten der SUVA zuzu- sprechen. 10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgerich t (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zust ändigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öff entlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). 10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefoch tene Einsprache- entscheid der SUVA vom 22. April 2013 aufgehoben und die Angele- genheit im Sinne der Erwägungen an die SUVA zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die SUVA hat dem Beschwerdeführer eine Parteientsc hädigung in der Höhe von Fr. 2'133.55 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwer tsteuer) zu bezahlen.