<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2018.00108</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=218222&amp;W10_KEY=13013499&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2018.00108</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.05.2018</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilferecht: Übernahme der Kosten einer Notunterbringung. Verwaltungsverordnungen können keine von der gesetzlichen Ordnung abweichenden Bestimmungen vorsehen; sie müssen sich direkt auf das Gesetz und die ausführenden Erlasse abstützen können. Das Verwaltungsgericht ist nicht an die Verwaltungsverordnung gebunden; Prüfmassstab bildet allein das in der Sache anwendbare Gesetz (E. 3.3). Wohnkosten gehören zur materiellen Grundsicherung und sind im sozialhilferechtlichen Unterstützungsbudget zu berücksichtigen. Anzurechnen ist der aktuelle Wohnungsmietzins, bis zu einer definierten Obergrenze, vorliegend Fr. 1'100.-. Der obdachlose Beschwerdeführer übernachtete aufgrund gesundheitlicher Probleme ein paar Tage in einem Hotel. Seine dadurch entstandenen Wohnkosten blieben deutlich unter der Obergrenze von Fr. 1'100.-. Diese Kosten hätte die Beschwerdegegnerin auch zu übernehmen, wenn der Beschwerdeführer in einem normalen Mietverhältnis gelebt hätte und die Kosten als Miete angefallen wären. Die von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagenen Wohngelegenheiten hätten dem Beschwerdeführer ausserdem auch nicht kostenlos zur Verfügung gestanden. Zudem verlangte der Beschwerdeführer auch nicht die Übernahme der Kosten für seinen Hotelaufenthalt für einen ganzen Monat. Da der Beschwerdeführer die gesetzte Obergrenze für Wohnkosten von Fr. 1'100.- pro Monat mit seinem Hotelaufenthalt nicht überschritten bzw. sogar weit unterschritten hat, sind diese grundsätzlich vollständig zu übernehmen (E. 3.4). Das nachträglich eingereichte Gesuch des Beschwerdeführers kann ihm nicht entgegengehalten werden (E. 3.4.4). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESUCHSZEITPUNKT">GESUCHSZEITPUNKT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTUNTERKUNFT">NOTUNTERKUNFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SKOS-RICHTLINIEN">SKOS-RICHTLINIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWALTUNGSVERORDNUNG">VERWALTUNGSVERORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNKOSTEN">WOHNKOSTEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 17 Abs. I SHV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=38011" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2018.00108</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">24. Mai 2018</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Rudolf Bodmer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Nicole BÃ¼rgin.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Stadt ZÃ¼rich, vertreten durch das Sozialdepartement, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Sozialhilfe,</b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"><span>hat sich ergeben: </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A wird seit August 2015 von den Sozialen Diensten der Stadt ZÃ¼rich erneut mit wirtschaftlicher Hilfe unterstÃ¼tzt. Seit Mitte MÃ¤rz 2016 war er obdachlos. Vom 29. MÃ¤rz 2017 bis zum 8. April 2017 Ã¼bernachtete A im Hotel B. Mit Entscheid vom 12. April 2017 lehnte die zustÃ¤ndige Sozialarbeiterin die Ãbernahme der Kosten der Ãbernachtungen von Fr. 738.- ab. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Dagegen erhob A Einsprache bei der Sonderfall- und Einsprachekommission der SozialbehÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich (SEK) und beantragte die Aufhebung des Entscheids. Die SEK wies die Einsprache mit Entscheid vom 29. Juni 2017 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">A rekurrierte gegen diesen Entscheid am 31. August 2017 beim Bezirksrat ZÃ¼rich und beantragte sinngemÃ¤ss die Aufhebung des Entscheids der SEK sowie die Ãbernahme der Hotelkosten. Mit Beschluss vom 1. Februar 2018 wies der Bezirksrat ZÃ¼rich den Rekurs ab. Verfahrenskosten wurden keine erhoben. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hierauf gelangte A mit Beschwerde vom 21. Februar 2018 an das Verwaltungsgericht. Er beantragte sinngemÃ¤ss, der Beschluss des Bezirksrats ZÃ¼rich sei aufzuheben, und die Kosten fÃ¼r die HotelÃ¼bernachtungen seien durch die Sozialen Dienste zu Ã¼bernehmen. Mit Eingabe vom 27. Februar 2018 verwies der Bezirksrat auf die BegrÃ¼ndung des angefochtenen Entscheids und verzichtete im Ãbrigen auf eine Vernehmlassung. Die SozialbehÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich beantragte die vollumfÃ¤ngliche Abweisung der Beschwerde und verwies zur BegrÃ¼ndung auf die ErwÃ¤gungen im Entscheid der SozialbehÃ¶rde vom 29. Juni 2017 sowie auf den Beschluss des Bezirksrats vom 1. Februar 2018. Mit Eingabe vom 27. MÃ¤rz 2018 reichte A weitere Unterlagen ein und ergÃ¤nzte mit Nachtrag vom 5. April 2018 seine Beschwerde, beide Male mit dem Antrag, diese gutzuheissen. Mit Eingabe vom 18. April 2018 verzichtete die SozialbehÃ¶rde auf eine weitere Stellungnahme. Der Bezirksrat Ã¤usserte sich nicht mehr. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes des Kantons ZÃ¼rich vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Der Streitwert betrÃ¤gt weniger als Fr. 20'000.-, weshalb die ZustÃ¤ndigkeit des Einzelrichters gegeben ist (§ 38b Abs. 1 lit. c VRG). Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer gab in seiner Beschwerdeschrift an, er stelle "Antrag auf Beschwerde gegen den Beschluss des Bezirksrates vom 1. Februar 2018". Aus dem Antrag einer Beschwerde muss ersichtlich sein, inwiefern das Dispositiv des angefochtenen Entscheids abzuÃ¤ndern ist. Die Praxis des Verwaltungsgerichts ist jedoch in Bezug auf die Formulierung von AntrÃ¤gen â allerdings vornehmlich bei juristischen Laien â nicht allzu streng. Es ist ausreichend, wenn aus dem Zusammenhang und unter Beizug der BegrÃ¼ndung zumindest sinngemÃ¤ss klar wird, was beantragt wird (Alain Griffel, in: Alain Griffel [Hrsg.]., Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [Kommentar VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 23 N. 12 und 16 sowie § 54 N. 1). Aus dem Zusammenhang sowie der Beschwerde ist ersichtlich, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids und damit die Ãbernahme der Kosten fÃ¼r die HotelÃ¼bernachtungen vom 29. MÃ¤rz 2017 bis 8. April 2017 durch die Beschwerdegegnerin beantragen wollte. Die Anforderungen an den Antrag sind deshalb als erfÃ¼llt zu betrachten. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) hat Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe, wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner FamilienangehÃ¶rigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann. Die wirtschaftliche Hilfe soll das soziale Existenzminimum gewÃ¤hrleisten, das neben den Ã¼blichen Aufwendungen fÃ¼r den Lebensunterhalt auch individuelle BedÃ¼rfnisse angemessen berÃ¼cksichtigt. Grundlage fÃ¼r die Bemessung bilden gemÃ¤ss § 17 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 (SHV) die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien), wobei begrÃ¼ndete Abweichungen im Einzelfall vorbehalten bleiben.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer war seit MÃ¤rz 2016 obdachlos. Aufgrund gesundheitlicher Probleme Ã¼bernachtete er zwischen dem 29. MÃ¤rz 2017 und dem 8. April 2017 zusammen mit seinem Hund im Hotel B. Anschliessend beantragte er bei der SozialbehÃ¶rde die Ãbernahme der Ãbernachtungskosten in der HÃ¶he von Fr. 738.-. Zwischen den Parteien ist strittig, ob der BeschwerdefÃ¼hrer die vorhandenen sozialen Einrichtungen der Stadt ZÃ¼rich begrÃ¼ndet nicht nutzte. GemÃ¤ss Handlungsanweisung der Sozialen Dienste vom 26. Juli 2010 kÃ¶nnen Notunterbringungen in Hotels und Pensionen wÃ¤hrend einer befristeten Zeit nur dann erfolgen, wenn die vorhandenen sozialen Einrichtungen der Stadt ZÃ¼rich begrÃ¼ndet nicht genutzt werden kÃ¶nnen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Bei der genannten Handlungsanweisung handelt es sich um eine Verwaltungsverordnung. Verwaltungsverordnungen sind generelle Dienstanweisungen einer BehÃ¶rde an ihre untergeordneten BehÃ¶rden oder FunktionÃ¤re. Sie sollen eine einheitliche, rechtsgleiche und sachrichtige Praxis des Gesetzesvollzugs sicherstellen (VGr, 6. November 2013, VB.2013.00638, E. 6.2; 18. September 2013, VB.2013.00138, E. 5.1; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. A., ZÃ¼rich/St. Gallen 2016, Rz. 81 ff.). Verwaltungsverordnungen kÃ¶nnen â da sie durch VerwaltungsbehÃ¶rden und nicht durch den formellen Gesetzgeber erlassen werden â keine von der gesetzlichen Ordnung abweichenden Bestimmungen vorsehen; sie mÃ¼ssen sich direkt auf das Gesetz und die ausfÃ¼hrenden Erlasse abstÃ¼tzen kÃ¶nnen (VGr, 18. September 2013, VB.2013.00138, E. 5.1; 7. Dezember 2011, VB.2011.00379, E. 5.2.1; RenÃ© Wiederkehr/Paul Richli, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Bd. I, Bern 2012, Rz. 460 und Rz. 489). Anders als die verwaltungsinternen BehÃ¶rden sind Gerichte nicht an Verwaltungsverordnungen gebunden. PrÃ¼fmassstab bildet fÃ¼r sie allein das in der Sache anwendbare Gesetz (VGr, 2. Oktober 2013, VB.2013.00472, E. 5.3.4; Wiederkehr/Richli, Rz. 498 mit weiteren Hinweisen). Das bedeutet allerdings nicht, dass Verwaltungsverordnungen fÃ¼r die Gerichte unbeachtlich sind. Vielmehr soll das Gericht bei seiner Entscheidfindung Verwaltungsverordnungen mitberÃ¼cksichtigen, sofern diese eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen (VGr, 2. Dezember 2015, SB.2015.00086, E. 2.2.4; Wiederkehr/Richli, Rz. 499 f.; Felix Uhlmann/Iris Binder, Verwaltungsverordnungen in der Rechtsetzung: Gedanken Ã¼ber Pechmarie, LeGes 2009/2, S. 151 ff., 157, je mit Hinweisen).</p> <p class="Urteilstext">Die ÃberprÃ¼fung der Ãbernahme der Hotelkosten richtet sich demgemÃ¤ss in erster Linie nach den SKOS-Richtlinien, denen im Kanton ZÃ¼rich kraft der Verweisung in § 17 Abs. 1 SHV normativer Charakter zukommt (VGr, 23. Juni 2016, VB.2015.00797, E. 5.1)</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.1 </b>Wohnkosten gehÃ¶ren zur materiellen Grundsicherung und sind im sozialhilferechtlichen UnterstÃ¼tzungsbudget entsprechend zu berÃ¼cksichtigen (vgl. SKOS-Richtlinien Kap. B.1). Anzurechnen ist der aktuelle Wohnungsmietzins, soweit dieser im ortsÃ¼blichen Rahmen liegt. Zum sozialhilferechtlichen Unterkunftsbedarf kÃ¶nnen all jene RÃ¤umlichkeiten gezÃ¤hlt werden, welche das elementare UnterkunftsbedÃ¼rfnis befriedigen. Dieses wird primÃ¤r durch selbstgenutztes Wohneigentum oder Mietwohnungen abgedeckt. Aber auch das Wohnen im Wohnwagen oder im Hotel kann das UnterkunftsbedÃ¼rfnis sicherstellen (Guido Wizent, Die sozialhilferechtliche BedÃ¼rftigkeit, ZÃ¼rich 2014, S. 304 mit weiteren Hinweisen). Von Sozialhilfe beziehenden Personen wird erwartet, dass sie in gÃ¼nstigem Wohnraum leben. Angesichts des regional unterschiedlichen Mietzinsniveaus empfiehlt die SKOS, regional oder kommunal ausgerichtete Obergrenzen fÃ¼r die Wohnkosten verschieden grosser Haushalte festzulegen. Bis zur definierten Obergrenze sind die Kosten zu Ã¼bernehmen (SKOS-Richtlinien Kap. B.3). Die Einhaltung dieser Wohnkostenmaxima dient primÃ¤r der Gleichbehandlung aller Personen, die Sozialhilfe empfangen; ferner sollen die Hilfesuchenden â aufgrund relativ tief angesetzter Maximalzinsen â motiviert werden, finanzielle UnabhÃ¤ngigkeit zu erlangen (VGr, 2. Juni 2014, VB.2014.00220, E. 2.3). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.2 </b>Die Richtlinie fÃ¼r die Bemessung der Logiskosten im UnterstÃ¼tzungsbudget vom 10. September 2015 der Stadt ZÃ¼rich sieht pro Monat eine maximale Gesamtmiete fÃ¼r einen Einpersonenhaushalt von Fr. 1'100.- vor (dazu VGr, 8. Januar 2018, VB.2017.00594, E. 2.3). FÃ¼r den Monat MÃ¤rz 2017 machte der BeschwerdefÃ¼hrer Unterbringungskosten von Fr. 192.- und fÃ¼r den Monat April 2017 von Fr. 546.- geltend. Die Wohnkosten sind sowohl fÃ¼r den Monat MÃ¤rz als auch den Monat April deutlich tiefer als die von der Stadt ZÃ¼rich vorgegebene Obergrenze von Fr. 1'100.- pro Monat. Die SKOS-Richtlinien sehen vor, dass Wohnkosten bis zur definierten Obergrenze zu Ã¼bernehmen sind (Kap. B.3). Sind die aktuellen Wohnkosten tiefer als diese Obergrenze, sind sie somit nur in diesem Umfang zu Ã¼bernehmen. Es besteht kein genereller Anspruch auf die Ãbernahme der Mietkosten im Umfang des monatlichen Maximums, wenn dieses tatsÃ¤chlich unterschritten wird.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.3 </b> Die Handlungsanweisung, dass Notunterbringungen in Hotels und Pensionen wÃ¤hrend einer befristeten Zeit nur dann erfolgen, wenn die vorhandenen sozialen Einrichtungen der Stadt ZÃ¼rich begrÃ¼ndet nicht genutzt werden kÃ¶nnen, vermag nichts am grundsÃ¤tzlichen Charakter der Ãbernachtungskosten des BeschwerdefÃ¼hrers als Wohnkosten und damit Teil der materiellen Grundsicherung zu Ã¤ndern. Die Ablehnung der Ãbernahme der Wohnkosten aufgrund der nicht genutzten zumutbaren Einrichtungen des Kantons kÃ¶nnte deshalb nur fÃ¼r diejenigen Kosten gelten, welche die Obergrenze von Fr. 1'100.- pro Monat Ã¼berschreiten, was etwa der Fall gewesen wÃ¤re, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer einen ganzen Monat im Hotel logiert hÃ¤tte. Bis zum Betrag von Fr. 1'100.- pro Monat muss die Beschwerdegegnerin gemÃ¤ss Richtlinie der Stadt ZÃ¼rich die Wohnkosten des Beschwerdegegners demnach zulassen. Diese hÃ¤tte sie auch zu tragen, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend dem besagten Zeitpunkt in einem normalen MietverhÃ¤ltnis gelebt hÃ¤tte und die Kosten von Fr. 192.- sowie von Fr. 546.- als Miete angefallen wÃ¤ren. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die von der Beschwerdegegnerin dem BeschwerdefÃ¼hrer vorgeschlagenen Wohngelegenheiten auch nicht kostenlos zur VerfÃ¼gung gestanden hÃ¤tten. Zudem verlangte der BeschwerdefÃ¼hrer nicht die Ãbernahme der Kosten fÃ¼r seinen Hotelaufenthalt fÃ¼r einen ganzen Monat.<i> </i>Da der BeschwerdefÃ¼hrer damit die von der Stadt ZÃ¼rich gesetzte Obergrenze fÃ¼r Wohnkosten von Fr. 1'100.- nicht Ã¼berschritten hat, sind diese grundsÃ¤tzlich vollstÃ¤ndig zu Ã¼bernehmen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.4 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer hatte das Gesuch um Ãbernahme der Hotelkosten nicht vorgÃ¤ngig abgegeben. Bei situationsbedingten Leistungen hat die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde bei verspÃ¤teten oder nachtrÃ¤glich eingereichten Gesuchen die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse zu ermitteln und zu prÃ¼fen, ob eine situationsbedingte Leistung infrage steht, auf deren Ãbernahme die gesuchstellende Person einen Anspruch besitzt (VGr, 17. Dezember 2012, VB.2012.00658, E. 4.3). Im vorliegenden Fall sind die Unterbringungskosten des BeschwerdefÃ¼hrers aufgrund der speziellen UmstÃ¤nde vergleichbar mit situationsbedingten Leistungen situativ angefallen. Da die effektiven Wohnkosten bis zu einer kommunal oder regional definierten Obergrenze als Teil der materiellen Grundsicherung zu Ã¼bernehmen sind (vgl. E 3.4.1), hat der BeschwerdefÃ¼hrer einen Anspruch auf Ãbernahme seiner unter dieser Obergrenze liegenden Wohnkosten. Das nachtrÃ¤gliche Gesuch kann ihm somit in analoger Anwendung der Rechtsprechung zu situationsbedingten Leistungen nicht entgegengehalten werden. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Ob der BeschwerdefÃ¼hrer die von der Stadt ZÃ¼rich angebotenen NotunterkÃ¼nfte zu Recht abgewiesen hat, kann vorliegend offenbleiben, da die Beschwerde aus obgenannten GrÃ¼nden gutzuheissen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Verfahrenskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). ParteientschÃ¤digungen wurden keine beantragt. </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Entscheide der Sozialen Dienste der Stadt ZÃ¼rich vom 12. April 2017 und der Sonderfall- und Einsprachekommission vom 29. Juni 2017 sowie der Beschluss des Bezirksrats ZÃ¼rich vom 1. Februar 2018 werden aufgehoben. Die Beschwerdegegnerin wird angewiesen, die Ãbernachtungskosten des BeschwerdefÃ¼hrers im Sinn der ErwÃ¤gungen zu Ã¼bernehmen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 120.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 620.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>