A bteilung II B -7445/2006 {T 0 /2 } U rteil vom 7. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter H ans U rech (Vorsitz), R ichter D avid Aschm ann, R ichter Bernard M aitre (Abteilungspräsident); G erichtsschreiber Thom as R eidy X._______, vertreten durch Schneider Feldm ann AG , Patent- und M arkenanw älte, Beethovenstrasse 49, Postfach 2792, 8022 Zürich, Beschw erdeführerin gegen Y._______, vertreten durch R echtsanw alt H ans U lrich W ürgler, M erkurstrasse 25, 8400 W interthur, Beschw erdegegnerin Eidgenössisches Institut für G eistiges Eigentum , Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Entscheid des IG E vom 19. M ai 2006 im W iderspruchsverfahren N r. 7536; w ebautor (fig.) / W EB IA TO R B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie C H -M arke 529 677 "W EBIATO R " der Beschw erdeführerin w urde für die folgenden W aren und D ienstleistungen im Schw eizerischen M arkenre- gister eingetragen: 9 G espeicherte und herunterladbare C om puterprogram m e; bespielte D atenträ- ger für C om puter. 35 Sam m eln und System atisieren von D aten in C om puterdatenbanken; W er- bung; O nline-W erbung in C om puternetzw erken. 38 Ü berm itteln von D aten über C om puternetzw erke; Verschaffen des Zugangs zu globalen C om puternetzw erken; Verschaffen des Zugriffs auf W ebsites zum H erunterladen von Inform ationen; Verschaffen des Zugriffs auf D aten- banken; O nline-Ü berm ittlung von Inform ationen. 42 Entw urf, Entw icklung, Erstellung und W artung von C om puterprogram m en; Installieren von C om puterprogram m en; D ienstleistungen eines G rafikers und eines W ebdesigners; G estaltung und U nterhalt von W ebsites für D ritte; C om puterberatungsdienste; Verm ieten von Zugriffszeit auf D atenbanken und zu C om puternetzw erken; W artung von W ebsites für D ritte, einschliess- lich deren O ptim ierung, Analyse und Ü berprüfung. B. D ie Beschw erdegegnerin erhob am 29. April 2005 vollum fänglich W ider- spruch gegen diese Eintragung. Sie stützte sich auf ihre M arke C H 517 130 "w ebautor" (fig.), w elche für folgende D ienstleistungen eingetragen ist: 38 Telekom m unikation. 42 D ienstleistungen im Bereich der W issenschaft und der Technologie, sow ie diesbezügliche Forschungs- und Entw icklungsdienstleistungen; industrielle Analysen und Forschung; Entw urf und Entw icklung von C om putern und C om puterprogram m en; R echtsberatung und -vertretung. D ie M arke hat folgendes Aussehen: C . Am 22. August 2005 nahm die Beschw erdeführerin zum W iderspruch Stel- lung. D ie Beschw erdegegnerin replizierte m it Eingabe vom 11. N ovem ber 2005. Am 22. D ezem ber 2005 reichte die Beschw erdeführerin eine D uplik ein. D . D ie Vorinstanz hiess den W iderspruch am 19. M ai 2006 teilw eise gut, näm lich bezüglich aller beanspruchten W aren der Klasse 9 sow ie aller D ienstleistungen der Klassen 38 und 42. In diesem U m fang w urde die an- gefochtene C H -M arke N r. 529 677 "W EBIATO R " w iderrufen. 3 E. M it Beschw erde vom 20. Juni 2006 an die Eidgenössische R ekurskom m is- sion für geistiges Eigentum ("R KG E") beantragte die Beschw erdeführerin: 1. D er Entscheid des IG E vom 19. M ai 2006 im W iderspruchsverfahren N r. 7536 sei aufzuheben, und die Eintragung der Schw eizer M arke N r. 529 677 sei vollum fänglich zu bestätigen. 2. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurück zuw eisen. 3. U nter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschw erdegegnerin. F. D ie Vorinstanz beantragte m it Vernehm lassung vom 13. Septem ber 2006, die Beschw erde unter Kostenfolge abzuw eisen. In der Stellungnahm e vom 18. Septem ber 2006 stellte die Beschw erde- gegnerin folgende R echtsbegehren: Es sei die Beschw erde vollum fänglich abzuw eisen und die M arke "W EBAU - TO R " (recte: W EBIATO R ) w egen Verw echslungsgefahr m it der M arke "w ebi- ator" (recte: w ebautor) nach Art. 3 Abs. 1 lit. c M SchG aus dem M arkenre- gister zu löschen. Eventualiter sei die Beschw erde vollum fänglich abzuw eisen und die M arke "W EBAU TO R " (recte: W EBIATO R ), da sie G em eingut darstellt und daher nach Art. 2 Abs. 1 lit. a M SchG m arkenschutzrechtlich nicht schutzw ürdig ist, aus dem M arkenregister zu löschen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der W iderspruchs- gegnerin und Beschw erdeführerin. G . D as Verfahren w urde m it Verfügung vom 15. N ovem ber 2006 per 1. Janu- ar 2007 an das Bundesverw altungsgericht überw iesen. H . D as Bundesverw altungsgericht teilte m it Verfügung vom 22. Januar 2007 den Spruchkörper m it. I. Auf die D urchführung einer m ündlichen und öffentlichen Verhandlung ha- ben die Beschw erdegegnerin m it Schreiben vom 25. Januar 2007 aus- drücklich und die Beschw erdeführerin stillschw eigend verzichtet. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D as Bundesverw altungsgericht ist zur Beurteilung von Beschw erden ge- gen Entscheide der Vorinstanz in W iderspruchssachen zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). D as vorliegende Verfahren w urde am 1. Januar 2007 von der R KG E übernom m en (Art. 53 Abs. 2 VG G ). D ie Beschw erde w urde in der gesetzlichen Frist von Art. 50 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem - ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) am 20. Juni 2006 eingereicht und der verlangte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet. D ie Beschw erdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und durch den Entscheid beschw ert (Art. 48 Vw VG ). Auf die Be-4 schw erde ist deshalb einzutreten. 2. Vom M arkenschutz sind Zeichen ausgeschlossen, die einer älteren M arke ähnlich und für gleiche oder gleichartige W aren oder D ienstleistungen re- gistriert sind, so dass sich daraus eine Verw echslungsgefahr ergibt (Art. 3 Abs. 1 lit. c des M arkenschutzgesetzes vom 28. August 1992 (M SchG , SR 232.11). Es ist unbestritten, dass die M arke der Beschw erdegegnerin "w ebautor", die im Jahre 2003 hinterlegt w urde, älter ist als die erst im Jahr 2004 hin- terlegte M arke der Beschw erdeführerin "W EBIATO R ". 3. Eine Verw echslungsgefahr im Sinne von Art. 3 Abs. 1 Bst. c M SchG be- steht, w enn das jüngere Zeichen die ältere M arke in ihrer U nterschei- dungsfunktion beeinträchtigt. Eine solche Beeinträchtigung ist gegeben, sobald zu befürchten ist, dass die m assgeblichen Verkehrskreise sich durch die Ähnlichkeiten der Zeichen irreführen lassen und W aren, die das eine oder das andere Zeichen tragen, dem falschen M arkeninhaber zu- rechnen, oder falls das Publikum die Zeichen zw ar auseinander zu halten verm ag, aufgrund ihrer Ähnlichkeit aber falsche Zusam m enhänge verm u- tet, insbesondere an Serienm arken denkt, die verschiedene Produktelinien des gleichen U nternehm ens oder von m ehreren, w irtschaftlich m iteinander verbundenen U nternehm en kennzeichnen (U rteil des Bundesgerichts 4C .258/2004 vom 6. O ktober 2004 E. 2.1 m it H inw eis auf BG E 127 III 160 E. 2 und 122 III 382 E. 1). Zum Begriff der Verw echslungsgefahr hat die R echtsprechung verschiede- ne Beurteilungsgrundsätze entw ickelt: 3.1 O b zw ei M arken sich hinreichend deutlich unterscheiden oder im G egenteil verw echselbar sind, ist nicht aufgrund eines abstrakten Zeichenvergleichs, sondern stets vor dem H intergrund der gesam ten U m stände zu beurteilen. D er M assstab, der an die U nterscheidbarkeit anzulegen ist, hängt einer- seits von der Ähnlichkeit der Zeichen und vom U m fang des Ähnlichkeitsbe- reichs ab, dessen Schutz der Inhaber der älteren M arke beanspruchen kann, und anderseits von den W aren und D ienstleistungen, für w elche die sich gegenüberstehenden M arken hinterlegt sind (BG E 122 III 382 E. 1 m it H inw eis auf LU C AS D AVID , Kom m entar zum Schw eizerischen Privatrecht, 2. Aufl., Basel 1999, N 14 zu Art. 3 M SchG ). 3.2 D er Schutzum fang einer M arke bestim m t sich nach ihrer Kennzeichnungs- kraft. Für schw ache M arken ist der geschützte Ähnlichkeitsbereich kleiner als für starke. Bei schw achen M arken genügen daher schon beschei- denere Abw eichungen, um eine hinreichende U nterscheidbarkeit zu schaf- fen. Als schw ach gelten insbesondere M arken, deren w esentliche Be- standteile sich eng an Sachbegriffe des allgem einen Sprachgebrauchs an-5 lehnen. Stark sind dem gegenüber M arken, die entw eder aufgrund ihres fantasiehaften G ehalts auffallen oder aber sich im Verkehr durchgesetzt haben (BG E 122 III 382 E. 2a m it H inw eisen auf D AVID , a.a.O ., N 13 zu Art. 3 M SchG und EU G EN M AR B AC H , M arkenrecht, in: Schw eizerisches Im m ateri- algüter- und W ettbew erbsrecht, Bd. III, Basel 1996, S. 113). Keinen Schutz geniessen M arken, die G em eingut sind, es sei denn, dass sie sich im Ver- kehr für die beanspruchten W aren oder D ienstleistungen durchgesetzt ha- ben (Art. 2 lit. a M SchG ). Infolgedessen besteht auch kein Schutz gegen- über einer M arke, die in kennzeichnungsschw achen Teilen m it einer älte- ren M arke übereinstim m t, aber deren prägende Elem ente nicht verw endet (D AVID , a.a.O ., N . 29 zu Art. 3 M SchG , M AR BAC H , a.a.O ., S. 114). W ird eine M arke nur in banalen, als solchen nicht unterscheidungskräftigen Bestand- teilen nachgeahm t, m üssen diese in der Beurteilung der Verw echslungsge- fahr zw ar m it berücksichtigt w erden. D och sind die prägenden Elem ente der M arke entsprechend stärker zu gew ichten (M AR BAC H , a.a.O ., S. 116, C H R ISTO PH W ILLI, M arkenschutzgesetz, Zürich 2002, R z. 133 zu Art. 3 M SchG , R KG E in sic! 1999, 276 E. 4 N atural W hite). Im W eiteren ist für die Frage der Zeichenähnlichkeit von Bedeutung, an w elche Abnehm erkreise sich die W aren richten und unter w elchen U m - ständen sie gehandelt zu w erden pflegen. Bei M assenartikeln des tägli- chen Bedarfs, w ie beispielsw eise Lebensm itteln (vgl. BG E 126 III 315 E. 6b/bb; 95 II 191 E. II. 2; 88 II 378 E. 2), ist m it einer geringeren Auf- m erksam keit und einem geringeren U nterscheidungsverm ögen der Konsu- m enten zu rechnen als bei Spezialprodukten, deren Absatzm arkt auf einen m ehr oder w eniger geschlossenen Kreis von Berufsleuten beschränkt bleibt (BG E 122 III 382 E. 3a; 117 II 321 E. 4, je m it H inw eisen). 3.3 Je näher sich die W aren und D ienstleistungen sind, für w elche die M arken registriert sind, desto grösser w ird das R isiko von Verw echslungen und desto stärker m uss sich das jüngere Zeichen vom älteren abheben, um die Verw echslungsgefahr zu bannen. Ein besonders strenger M assstab ist an- zulegen, w enn beide M arken für w eitgehend identische W aren oder D ienstleistungen bestim m t sind oder w enn es sich um M assenartikel des täglichen G ebrauchs handelt (BG E 119 II 473 E. 2c R adion/R adom at). 4. Als erstes ist som it der Schutzum fang der W iderspruchsm arke zu bestim - m en. 4.1 Ausgehend vom G esam teindruck m ass die Vorinstanz der M arke "w ebau- tor" einen durchschnittlichen Schutzum fang zu. Zw ar gehöre der M arken- bestandteil "w eb" im Zusam m enhang m it den beanspruchten D ienstlei- stungen zum G em eingut. D ie Kom bination m it dem Zeichenbestandteil "autor" bleibe jedoch interpretationsbedürftig, zum al explizit keine ty- pischen Textverfassungsdienstleitsungen der Klasse 41 beansprucht w ür- den, und w irke daher unterscheidungskräftig. Ebenfalls habe eine R echer- che im Internet keine H inw eise ergeben, w onach "autor" im IT- und Infor-6 m atikbereich als Fachbegriff verw endet w erde. D iese Auffassung w ird von der Beschw erdeführerin bestritten. Sie m acht in ihrer Beschw erde hauptsächlich geltend, die W iderspruchsm arke gehöre zum G em eingut, w eshalb ihr ein nur sehr geringer Schutzum fang zu- kom m e. D as Zeichen sei direkt beschreibend, als H inw eis auf die Funktion von Program m en, die unter der M arke entw ickelt w erden sollten. Es hand- le sich dabei um Anw endungsprogram m e, w elche die Erstellung und Bear- beitung von Text- und M ultim ediadokum enten erm öglichten und organisier- ten. D iese Softw are helfe dem Anw ender als "Autor" auf dem w eb in Er- scheinung zu treten. Zudem w ürden Verfasser von Texten bzw . M ultim e- diadokum enten, die ihre W erke via "w orld w ide w eb" verbreiten, in Fach- kreisen vielfach als "W ebautoren" bezeichnet. N ebst dem dass selbst Lehrgänge für W ebautoren angeboten w ürden, liessen sich unzählige W ebsites finden, in w elchen die Person, w elche U rheber und Verw alter der W ebsite sei, als W ebautor aufgeführt w erde. D ie Beschw erdegegnerin schliesst sich der Auffassung der Vorinstanz an, w onach der Begriff "w ebautor" ein sich aus den bekannten Begriffen "w eb" und "Autor" zusam m engesetztes Phantasiew ort m it schw am m iger Bedeu- tung sei. 4.2 D as Zeichen "w ebautor" besteht aus den Elem enten "w eb" und "autor". D er Bestandteil "W eb" hat sich dabei auch in der Schw eiz als Kurzform für den Begriff "W orld W ide W eb", also für das Internet durchgesetzt. M it sei- ner englischen, ursprünglichen Bedeutung "N etz", "G ew ebe" w ird es in der Schw eiz dagegen kaum verw endet. D er deutsche Begriff "Autor" kom m t m it der Bedeutung "Verfasser, U rheber" ebenfalls häufig vor. Sow ohl das W ort "w eb" als Kurzw ort für W orld W ide W eb als auch das W ort "Autor" (französisch: "l'auteur") sind dem D urchschnittskonsum enten in der Schw eiz bekannt. D ie Verbindung der beiden Bestandteile, die W ortkom bi- nation "w ebautor" (engl. "w ebauthor"), ist eine relativ junge W ortschöp- fung, aber im Internet ebenfalls bereits verbreitet und für durchschnittliche Abnehm er/innen von Telekom m unikations- und D atendienstleistungen ohne W eiteres verständlich. Einerseits w erden darunter Verfasser von M ultim ediadokum enten verstanden, die ihre W erke m it dem "w orld w ide w eb" verbreiten, also "Internetdokum ente" verfügbar m achen (vgl. Eintrag in der O nlineenzyklopädie "W ikipedia" unter dem Stichw ort "W ebtypogra- fie"). Andererseits können dam it Personen gem eint sein, die m it H ilfe von C ontent-M anagem ent-System en ("C M S") die Erstellung und Bearbeitung von Text- und M ultim ediadokum enten auf frem den W ebseiten anbieten. O bw ohl "w ebautor" also unterschiedliche Arten von Inhaltslieferanten im Zusam m enhang m it dem Internet bezeichnen kann, handelt es sich um ei- nen klar verständlichen Begriff und keinen Fall von m ehrdeutiger U nbe- stim m theit (vgl. die ähnlich gelagerten Fälle BG E 128 III 447 E. 1.3 und 1.6 Prem iere, BG er in sic! 2005, 650 E. 2.3 G lobalePost, sic! 2005, 279 E. 3.3 Firem aster, sic! 2004, 500 f. E. 2.2-2.3 BahnC ard).7 4.3 D iese beschreibende Bedeutung hat "w ebautor" in allen Branchen, die m it dem Internet zu tun haben, also auch für D ienstleistungen der Telekom m u- nikation, im Bereich der W issenschaft und der Technologie, diesbezügli- chen Forschungs- und Entw icklungsdienstleistungen, industriellen Analy- sen und industrieller Forschung, dem Entw urf und der Entw icklung von C om putern und C om puterprogram m en, der R echtsberatung und -vertre- tung, für w elche die W iderspruchsm arke eingetragen ist. In allen diesen Bereichen w erden D ienstleistungen in grossem U m fang auch übers Inter- net angeboten und erbracht. Es w ürde nicht angehen, den Konkurrenten eines M arkeninhabers durch die Eintragung seiner M arke den G ebrauch des zum G em eingut zählenden W orts "w ebautor", sei es als Teil eines Briefkopfs, eines Logos, eines D om änennam ens oder als Ü berschrift auf einer W ebseite im Zusam m enhang m it solchen D ienstleistungen, zu ver- bieten. 4.4 D er Schutzum fang der W iderspruchsm arke ist som it, sow eit keine Ver- kehrsdurchsetzung geltend gem acht w ird, auf ihre konkret registrierte Schreibw eise und ihre Kom bination von W ort und Bild eingeschränkt. Für den isolierten W ortbestandteil "w ebautor" verm ag die M arke dagegen kei- nen Schutz zu bieten. 5. Im Vergleich der sich gegenüberstehenden Zeichen ist dieser ursprüngli- chen Kennzeichnungsschw äche der W iderspruchsm arke R echnung zu tra- gen. 5.1 N ach der bundesgerichtlichen R echtsprechung w ird der G esam teindruck von W ortm arken in erster Linie durch den Klang und durch das Schriftbild bestim m t, w obei auch der Sinngehalt von Bedeutung sein kann. D abei prä- gen den Klang insbesondere das Silbenm ass, die Aussprachekadenz und die Aufeinanderfolge der Vokale, w ährend das Schriftbild vor allem durch die W ortlänge und durch die Eigenheiten der verw endeten Buchstaben ge- kennzeichnet w ird. D er W ortanfang bzw . W ortstam m sow ie die Endung, w enn diese bei der Aussprache betont w ird, finden in der R egel grössere Beachtung als dazw ischengeschobene und unbetonte, w eitere Silben (BG E 122 III 382 E. 5 Kam illosan m it w eiteren H inw eisen auf R echtspre- chung und Literatur). 5.2 Verm ag die W iderspruchsm arke für das W ortelem ent "w ebautor" im Zu- sam m enhang m it den beanspruchten D ienstleistungen keinen Schutz zu beanspruchen, ist ihr Schutzum fang allerdings auch im Vergleich zum W ort "W EBIATO R " verringert und verm ag sie aus einer allfälligen N ähe der angefochtenen M arke zum Begriff "w ebautor", der zum G em eingut zählt, nichts für sich abzuleiten. D a die Ähnlichkeit der zu vergleichenden M arken einzig in diesem W ortbestandteil besteht und grafische Elem ente der W iderspruchsm arke von der M arke der Beschw erdeführerin nicht über- nom m en w erden, ist das Bestehen einer Verw echslungsgefahr zu vernei-8 nen, ohne dass die Frage der G leichartigkeit der W aren und D ienstleistun- gen zw ischen den beiden M arken geprüft zu w erden braucht (D AVID , a. a. O ., N . 8 zu Art. 3 M schG ). 6. D ie Beschw erde ist aus diesen G ründen gutzuheissen, der angefochtene Entscheid ist aufzuheben und der W iderspruch ist vollum fänglich abzuw ei- sen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ird die Beschw erdegegnerin für das Beschw erdeverfahren kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 und 64 Abs. 1 Vw VG ). D er geleistete Kostenvorschuss ist der Beschw erde- führerin zurückzuerstatten. D ie Spruchgebühr des Beschw erdeverfahrens (G erichtsgebühr) ist nach U m - fang und Schw ierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanziel- ler Lage der Parteien zu bestim m en (Art. 63 Abs. 4bis Vw VG , Art. 2 Abs. 1 des R eglem ents über Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungs- gericht [VG KE, SR 173.320.2]). Im W iderspruchsbeschw erdeverfahren ist da- für das Interesse der W idersprechenden an der Löschung, beziehungsweise der W iderspruchsgegnerin am Bestand der angefochtenen M arke zu veran- schlagen. Es w ürde allerdings zu w eit führen und könnte im Verhältnis zu den geringen Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens abschreckend w irken, w enn dafür stets konkrete Aufw andsnachw eise im Einzelfall verlangt w ürden. M angels anderer streitw ertrelevanter Angaben ist der U m fang der Streitsache darum nach Erfahrungswerten auf Fr. 40'000.-- festzulegen (JO H AN N ZÜ R C H ER , D er Streitw ert im Im m aterialgüter- und W ettbew erbsprozess, sic! 2002, 505; LEO N Z M EYER , D er Streitw ert in Prozessen um Im m aterialgüterrechte und Fir- m en, sic! 2001, 559 ff., LU C AS D AVID , in: R oland von Büren / Lucas D avid [H rsg.], Schw eizerisches Im m aterialgüter- und W ettbew erbsrecht, Bd. I/2, D er R echtsschutz im Im m aterialgüterrecht, Basel 1998, S. 29 f.). 7. D ie Beschw erdegegnerin hat der Beschw erdeführerin für das erstinstanzliche und das Beschw erdeverfahren eine angem essene Parteientschädigung aus- zurichten (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D a keine H onorarnote eingereicht w urde, w ird die Entschädigung auf G rund der Akten festgesetzt (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver- w altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006, VG KE; SR 173.320.2). 8. D ieses U rteil unterliegt keiner Beschw erde an das Bundesgericht und ist da- her rechtskräftig (Art. 73 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]).9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, Ziff. 1, 2 und 4 der Verfügung des Eid- genössischen Instituts für G eistiges Eigentum vom 19. M ai 2006 (W ider- spruchsverfahren N r. 7536) w erden aufgehoben und der W iderspruch w ird vollum fänglich abgew iesen. 2. D ie G erichtsgebühr von Fr. 4'000.-- w ird der Beschw erdegegnerin aufer- legt. D er Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- w ird der Beschw erdeführerin zurückerstattet. 3. D ie Beschw erdegegnerin hat die Beschw erdeführerin für das erstinstanzli- che und das Beschw erdeverfahren m it total Fr. 3'800.-- (inkl. M W ST) zu entschädigen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (eingeschrieben, m it Beilagen) - der Beschw erdegegnerin (eingeschrieben, m it Beilagen) - der Vorinstanz (R ef-N r. W spr. 7536) (eingeschrieben, m it Beilagen) D er Abteilungspräsident: D er G erichtsschreiber: Bernard M aitre Thom as R eidy Versand am : 10. August 2007