<h2>SubmittedText<h2><p>Der Erfolg der Suchtprävention hängt u.a. eng mit einer zielgruppenspezifischen Ansprache und Kommunikation zusammen. In diesem Sinne kommt dem Internet eine zunehmende, in Zukunft überragende Bedeutung zu, weil es als Informations-Plattform auch interaktive Kommunikation/Dialog ermöglicht und Beratungsdienste angeboten werden können. Es lassen sich auch Therapiemodelle verwirklichen und Selbsthilfegruppen organisieren.</p><p>1. Hat das BAG entsprechende Konzepte?</p><p>2. Gibt es weltweit bereits solche Projekte? Welche Erfahrungen wurden damit gemacht? Welcher finanzielle Aufwand ist damit verbunden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Auffassung des Fragestellers, dass die zielgruppengerechte Ansprache und Kommunikation für den Erfolg der Suchtprävention entscheidend ist. Kinder und Jugendliche sind diesbezüglich keine homogene Zielgruppe. Die Prävention muss deshalb sehr differenziert gestaltet sein, an verschiedenen Orten die Jugendlichen erreichen und dazu noch den richtigen Stil finden.</p><p></p><p>Die neuen elektronischen Medien können für einen Teil der Jugendlichen auch für präventive Zwecke von Interesse sein. Dabei sollte man keine zu hohen Erwartungen haben. So konnten sich z.B. interaktive CD-ROM in der Prävention nicht durchsetzen. Internet hat zweifellos gewisse Vorzüge, da es als aktuelle Informationsdrehscheibe wie auch zum virtuellen Dialog genutzt werden kann. Allerdings kann erwartet werden, dass auch Präventionsangebote im Internet nur für einen kleineren Teil der Jugendlichen attraktiv sind. Für suchtgefährdete Jugendliche dürfte Internet von geringem Nutzen sein, weil Information oder virtueller Dialog allein ein schlechter Ersatz für Kommunikation zwischen Menschen darstellen.</p><p></p><p>1. In der Suchtprävention setzt das BAG in erster Linie auf die Durchführung landesweiter Präventionsprogramme in Gemeinden, Familie, Schulen, Jugendheimen, Sport und Jugendverbänden. Im Bereich der elektronischen Medien hat das BAG das Projekt CIAO in der Westschweiz von 1995 bis 1998 mit insgesamt Fr. 100'000.- unterstützt. Heute führt CIAO in Zusammenarbeit mit Fachstellen eine attraktive und beliebte Dialogplattform für Jugendliche (www.ciao.ch). Die Kosten von rund Fr. 100'000.- pro Jahr werden heute vom Kanton Waadt und Privaten getragen.</p><p></p><p>2. International ist für die Schweiz das EU-Projekt PREVNET von Interesse </p><p>(www.a-klinikka.fi/prevnet/euro/). An diesem Pilotprojekt beteiligen sich Finnland (Projektleitung), Schweden, NL, Spanien und UK. Das BAG ist am Netzwerk angeschlossen und erhält Informationen zum Projektverlauf. Ziel des Projektes ist es, ein Arbeitsmodell für den effizienten Einsatz der Telematik in der Prävention von Drogenproblemen zu entwickeln. Dabei sollen sowohl die Jugendlichen, ihre Eltern und Bezugspersonen wie auch die Fachleute angesprochen werden. Die ersten Ergebnisse werden an einer Konferenz in Helsinki im kommenden Herbst vorgestellt.</p><p></p><p>Das BAG verfolgt aufmerksam die Entwicklung und ist bereit, auch weiterhin die Entwicklung sinnvoller und professioneller Projekte zu unterstützen.</p>  Antwort des Bundesrates.