18. März 1983 511 Motion Ziegler-Genf #ST# 82.904 Motion der unabhängigen und evangelischen Fraktion Vermögensabgabe Motion du groupe indépendant et évangélique Impôt sur la fortune Wortlaut der Motion vom 30. November 1982 Der Bundesrat wird aufgefordert, zur Deckung von zusätzli- chen Ausgaben für dringende Rüstungsvorhaben der Bun- desversammlung eine Vorlage über eine einmalige, pro- gressiv ausgestaltete Vermögensabgabe für natürliche Per- sonen, beginnend bei einem steuerbaren Vermögen von 200000 Franken, vorzuschlagen. Texte de la motion du 30 novembre 1982 Le Conseil fédéral est chargé, dans le but de financer d'urgentes acquisitions d'armements, de soumettre au Par- lement un projet d'impôt unique et progressif, qui sera perçu auprès des personnes physiques dont la fortune dépasse 200 000 francs. Sprecher - Porte-parole: Kloter Keine Begründung - Pas de développement Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral 1. Eine einmalige Vermögensabgabe für dringende Rüstungsvorhaben ist bisher zweimal als sogenanntes Wehropfer im Rahmen des bundesrätlichen Vollmachten- rechtes während des Zweiten Weltkrieges beschlossen worden. Ein nach dem Ersten Weltkrieg durch eine Initiative unternommener früherer Versuch auf Einführung einer pro- gressiven einmaligen Vermögensabgabe war dagegen 1922 in einer Volksabstimmung abgelehnt worden. 1.1 Das erste Wehropfer, vorgesehen im Bundesbeschluss vom 11. April 1940 über Massnahmen zur Tilgung der aus- serordentlichen Wehraufwendungen und zur Ordnung des Finanzhaushaltes des Bundes (BBI 1940 l 432), wurde mit Bundesratsbeschluss vom 19. Juli 1940 eingeführt (BRB vom 19. Juli 1940 über die Erhebung eines einmaligen Wehropfers, AS 56 1209). Wehropferpflichtig waren grund- sätzlich alle natürlichen Personen mit einem Reinvermögen von 5000 Franken und mehr; bei juristischen Personen bestand kein Mindestbetrag für die Steuerpflicht. 1.2 Angesichts der kriegsbedingten Zunahme der Staats- ausgaben entschied sich der Bundesrat in der Folge mit Bundesratsbeschluss vom 20. November 1942 zur Durch- führung eines weiteren Wehropfers (BRB vom 20. Novem- ber 1942 über die Erhebung eines neuen Wehropfers; AS 58 1093). Gegenstand des neuen Wehropfers bildete wie- derum das reine Vermögen der natürlichen und juristischen Personen. 2. Die in der Motion vorgeschlagene Vermögensabgabe lehnt sich dem Grundsatz nach weitgehend an die beiden erwähnten Wehropfer an. Abgesehen von einer Krisenlage mit Vollmachtenrecht könnte das Motionsbegehren indes- sen nur auf dem Wege einer Verfassungsänderung einge- führt werden, da der Bund seit 1959 von den natürlichen Personen keine Vermögenssteuer mehr erheben darf. Ein solcher Eingriff in das geltende Steuerrecht wäre zudem nur nach eingehender Absprache mit den Kantonen mög- lich, stünde doch eine eidgenössische Vermögensabgabe ausserhalb des heutigen Steuersystems. So anerkennens- wert Bemühungen, dem Bund Mittel zur Finanzierung von Mehrausgaben zu verschaffen, auch sind, erachtet der Bun- desrat diesen Vorschlag in nächster Zeit nicht für realisier- bar. Aber er möchte seine Verwirklichung nicht ausschlies- sen und ist deshalb bereit, die damit zusammenhängenden . Fragen näher zu prüfen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 81.470 Motion Ziegler-Genf Fleischkontrolle an der Grenze Motion Ziegler-Genève Contrôle vétérinaire à la frontière Wortlaut der Motion vom 23. September 1981 Nach den Zollerlassen ist die Einfuhr von Fleisch und Fleischwaren aus zahlreichen, vor allem südeuropäischen Ländern verboten. Jeden Monat werden an der Grenze Dutzende von Kilos beschlagnahmt und vernichtet. Pro Jahr sollen es mehrere Tonnen sein. Vor allem Gastarbeiter aus Spanien, Portugal usw. sind von der Massnahme betroffen. Nach glaubwürdigen Quellen dient die Massnahme vor allem den Interessen der schweizerischen Grossmetzge- reien, die Fleisch aus südeuropäischen Ländern einführen. Dieses Fleisch wird nach einer tierärztlichen Kontrolle von den Metzgern in Verkehr gebracht. Der Bundesrat wird eingeladen, die Zollgesetzgebung (im besonderen das Merkblatt und das Reglement vom Januar 1981) so zu ändern, dass Reisende das Fleisch, das sie ein- führen möchten, der tierärztlichen Kontrolle vorlegen kön- nen. Ist eine allgemeine tierärztliche Kontrolle an der Grenze technisch nicht durchführbar, wird er ersucht, anzuordnen, dass das eingezogene Fleisch nicht einfach vernichtet, son- dern an wohltätige Institutionen in der Schweiz verteilt wird. Texte de la motion du 23 September 1981 La législation douanière interdit l'importation de viande et de préparations de viande provenant d'un grand nombre de .pays, et notamment de pays d'Europe du sud. Chaque mois des dizaines de kilos de viandes sont saisis et détruits aux frontières. On estime à plusieurs tonnes par an les quantités de viandes saisies notamment sur des travail- leurs immigrés venant d'Espagne, du Portugal, etc. Selon des sources dignes de confiance cette mesure sert surtout les grandes boucheries de Suisse qui importent les viandes provenant des pays d'Europe du sud. Après un contrôle vétérinaire, les bouchers mettent ces viandes dans le commerce. Le Conseil fédéral est invité à modifier la législation doua- nière (plus précisément la notice informative et le règlement de janvier 1981) afin de permettre aux voyageurs de sou- mettre les viandes qu'ils désirent importer au contrôle vété- rinaire. Subsidiairement: si le Conseil fédéral juge techniquement impossible la généralisation du contrôle vétérinaire aux frontières, il est prié d'ordonner non pas la destruction pure et simple de ces viandes confisquées, mais leur distribution à des institutions de bienfaisance en Suisse. Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Ammann-Saint- Gall, Braunschweig, Duvoisin, Leuenberger, Mauch, Meier Werner, Morel, Morf, Neukomm, Ott, Reimann, Renschler, Robbiani, Rothen, Vannay (16) Schriftliche Begründung - Développement par écrit A la frontière, les prescriptions en vigueur font obligation aux douaniers de refouler ou détruire plusieurs tonnes deSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion der unabhängigen und evangelischen Fraktion Motion du groupe indépendant et évangélique Impôt sur la fortune In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1983 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 82.904 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 18.03.1983 - 08:00 Date Data Seite 511-511 Page Pagina Ref. No 20 011 316 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.