Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. Juni 2017 (720 16 295 / 169) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Aufgrund der weitgehend unauffälligen Psychopathologie und der Tatsache, dass es den Gutachtern wegen des Verhaltens des Versicherten nicht möglich war, eine allfällig vor- handene Leistungsunfähigkeit zu eruieren, kann keine rentenbegründende Invalidität angenommen werden. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch André Baur , Advokat , Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1954 geborene A.____, gelernter Automechanik er, war zuletzt beim Personalver- leihbetrieb B.____AG als Bauarbeiter angestellt. Am 25. Januar 2011 meldete er sich bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. N achdem die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) die gesundheitlichen und erwerblichen V erhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte sie Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen IV-Grad von 3%. Gestützt auf dieses Ergebnis wies si e einen Anspruch von A.____ auf eine Rente nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 19. Juli 2016 ab. B. Hiergegen erhob A.____ am 14. September 2016 Bes chwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsgericht (Kantonsgericht). Er beantragte, in Gutheissung der Be- schwerde sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und e s sei ihm ab 1. März 2012 eine ganze Rente zuzusprechen. In verfahrensrechtlicher Hinsic ht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Zur Begründung führte er sinngemäss aus, dass der angefochte- ne Entscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. C. Am 11. November 2016 zeigte Advokat André Baur an , dass er den Beschwerdeführer vertrete. D. In ihrer Vernehmlassung vom 14. November 2016 schloss d ie IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. E. Mit Verfügung vom 23. November 2016 wurde dem Be schwerdeführer für das vorlie- gende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Baur als Rechtsvertreter bewilligt. F. Mit Replik vom 30. Januar 2017 beantragte der Beschw erdeführer, es sei ein gerichtli- ches Obergutachten aus dem Fachbereich Psychiatrie einzuh olen. Eventualiter sei die Be- schwerdegegnerin zu verurteilen, ihm rückwirkend ab 1. Au gust 2011 eine ganze Rente auszu- richten und diese ab 1. August 2013 mit 5% pro Jahr zu verzinsen. In verfahrensrechtlicher Hin- sicht beantragte er eine angemessene Parteientschädigung . Zur Begründung hielt er im We- sentlichen fest, dass das Gutachten der Rehaklinik C.____ unter Missachtung der vom Bun- desgericht entwickelten Grundsätze erstellt worden sei u nd auch inhaltlich die Anforderungen an ein beweiskräftiges medizinisches Gutachten nicht erfülle. G. Die IV-Stelle hielt in ihrer Duplik vom 3. April 2017 am Antrag auf Abweisung der Be- schwerde fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 14. September 2016 ist einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Be schwerdeführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefocht enen Verfügung vom 19. Juli 2016 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs gemäss die zeitliche Grenze der richter- lichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähig- keit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, g eistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglied erung verbleibende ganze oder teil- weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betra cht kommenden allgemeinen Arbeits- markt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurte ilung des Vorliegens einer Erwerbsun- fähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die F olgen der gesundheitlichen Beein- trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfäh igkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind d ie ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsve rfahren sinngemäss Anwendung (Ur- teil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 9. August 2000, I 437/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Re chnung tragen, dass diese mitunter Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellu ng in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih- rer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach- )Arztes einerseits und von Begutach- tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät zungen gelangen. Vorbehalten blei- ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpr etation entspringende – Aspekte benen- nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un gewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 4.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternati- ve Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV- Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lan- ge, bis über die für die Beurteilung des streitigen An spruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6. Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sind im W esentlichen die folgenden medizini- schen Unterlagen zu berücksichtigen: 6.1 Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung D.____ e rstattete Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten über den Ve rsicherten. Am 2. Januar 2011 di- agnostizierte er eine leichte depressive Episode (ICD-10 F 32.1) und einen Status nach wahn- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht hafter Störung (Vergiftungswahn). Die Beurteilung de s derzeitigen psychischen Zustandes des Versicherten sei ausgesprochen schwierig, da die Kooperati on beeinträchtigt sei. Es sei nicht möglich zu unterscheiden, ob der Explorand nicht mitar beiten könne oder wolle. Die Affektivität sei schwankend, er wirke missmutig, dysphorisch, habe aber k eine Insuffizienzgefühle. Fremd- anamnestisch sei er zu Hause aggressiv und spreche mit sich selbst. Es sei durchaus möglich, dass sich beim Versicherten eine schleichende psychotische Erkranku ng manifestiere oder ein dementieller Prozess vorliege. Andererseits sei er sehr schnell in der Auffassung, korrigiere auch zwischendurch die Übersetzerin und weise eine leic ht manipulierende Wesensart auf. Nach fremdanamnestischen Angaben des langjährig behande lnden Arztes Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sei die Symptomatik de s Versicherten nicht willentlich gesteuert. Es müsse deshalb davon ausgegangen werden, da ss beim Exploranden ein Vergif- tungswahn und eine schleichend verlaufende paranoide Erkr ankung vorliege. Eine Ursache dafür festzulegen sei ihm nicht möglich. Derzeit bestün de bis auf weiteres eine vollständige Ar- beitsunfähigkeit. Da die Psychopathologie noch nicht ge klärt sei, seien eine Hospitalisation und eine stationäre Beobachtung in Erwägung zu ziehen. Zu dem sei eine neuropsychologische Ab- klärung indiziert. 6.2 Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit einem Gutachten. Am 27. September 2011 diagnostizierte er einen Verdacht auf eine mittelgra- dige depressive Episode (ICD-10 F32.1) und auf eine p aranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0). Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei nicht mögl ich. In Bezug auf die kognitive Leistungsfä- higkeit würden deutliche Inkonsistenzen bestehen und die M otivation sei fraglich. Dies würden auch die Ergebnisse der Abklärungen mit Symptomvalidieru ng zeigen. Der behandelnde Arzt Dr. F.____ halte die psychotische Symptomatik für glaubh aft. Zur genaueren Diagnostik und Abklärung der Arbeitsfähigkeit erscheine eine stationäre Abklärung des Versicherten sinnvoll. 6.3 Am 1. Februar 2013 diagnostizierte Dr. F.____ ei ne seit März 2011 bestehende parano- ide Schizophrenie mit spätem Beginn (ICD-10 F20.0) un d eine rezidivierende depressive Stö- rung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33. 2). Der Versicherte habe wiederkehrend akustische und optische Halluzinationen sowie Vergiftungsi deen. Der Einsatz verschiedener Medikamente (Olanzapin, Aripiprazol und Seroquel) habe keine Verbesserung der Symptomatik gebracht. Gegenwärtig würden wöchentliche ambulante psy chotherapeutische Gespräche ge- führt und eine neuroleptische Medikation verabreicht. Es bestünde eine vollständige Arbeitsun- fähigkeit. 6.4 Am 15. August 2013 hielt Dr. F.____ fest, dass sich die Symptomatik chronifiziert habe. Es bestünden nach wie vor in dem Sinne akustische Halluzina tionen, als der Versicherte frem- de Leute sehe, die ihn begleiten und auffordern würd en, Dinge zu machen, die er in der Regel auf keinen Fall tun würde. Die Entwicklung spreche für eine chronisch paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0) mit immer weiter bestehendem Residuum. Trotz verschiedensten neurolepti- schen Medikamenten sei es zu keiner Besserung der Symptomatik gekommen. 6.5 Der Beschwerdeführer wurde im Auftrag der IV-Stel le vom 22. bis 26. September 2014 in der Rehaklinik C.____ stationär abgeklärt. Nach eigen en Untersuchungen, Laboranalysen, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht neuropsychologischen Abklärungen und Fremdanamnesen hie lten Dr. med. H.____, FMH Psy- chiatrie und Psychotherapie, und der Psychologe lic. phil. I.____ am 5. August 2015 fest, dass sich die von Dr. G.____ beschriebenen Inkonsistenzen in der aktuellen Begutachtung in we- sentlich verstärktem Ausmass gezeigt hätten. Die Angaben des Versicherten zur psychischen Symptomatik seien sehr vage geblieben. Auf Nachfrage hin sei er ausgewichen, teilweise mit ausgeprägten Danebenantworten. Bei Insistieren habe d er Versicherte das Gespräch abbre- chen wollen. Die Angaben zu den optischen Halluzinatio nen seien nicht konsistent. Konkrete Hinweise auf ein Wahnerleben im Zusammenhang mit den angegebenen Sinnestäuschungen würden sich nicht finden. Die Angaben zum Vergiftungswa hn würden sich darin erschöpfen, dass seine Frau jünger sei als er. Eine objektivierbare B egleitsymptomatik, wie sie bei lang an- dauernden und behandlungsresistenten Schizophrenien zu e rwarten wäre, fehle gänzlich. So seien keine formalen Denkstörungen mit Inkohärenzen, Z erfahrenheit und Neologismen oder affektive Störungen wie Parathymie festzustellen. Auffäl lig sei, dass der Versicherte keine Ne- gativsymptomatik, wie etwa Affektverflachung, Apathie, A nhedonie, Kontaktunfähigkeit oder Aufmerksamkeitsstörungen zeige, was nach so langer Erkrankungsdauer zu erwarten gewesen wäre. In seinem Verhalten habe sich der Versicherte wed er in den Therapien noch auf der Ab- teilung noch in den Untersuchungen auffällig gezeigt . Zwar gebe er an, bei den Stimmen auch Befehle zu hören, was bei einer Schizophrenie typisch sei . Atypisch sei indes, dass die Stim- men einfach mit ihm reden und ihm Fragen stellen wür den. Häufige Versuche, tiefer zu explo- rieren, hätten aufgrund des Verhaltens des Versicherten zu keinen Ergebnissen geführt. Auch die Angaben der Partnerin des Beschwerdeführers, wonac h er nachts herumlaufe, sich nicht selbstständig waschen, rasieren und die Zähne putzen könne und zeitweise inkontinent sei, viel rede und aggressiv sei, würden im Widerspruch stehen zum beobachteten Funktionsniveau während dem Aufenthalt in der Klinik, wo er sich völli g selbstständig bewegt und keinerlei Auf- fälligkeiten oder Einschränkungen in seinem Verhalten gezeigt habe. Diese klinisch erhobenen Befunde würden durch die Ergebnisse der neuropsychologi schen Untersuchungen bestätigt. Der Versicherte habe in drei von fünf durchgeführten Validierungstests sehr auffällige Ergebnis- se erzielt. Zudem seien die kognitiven Leistungstests über wiegend sehr tief ausgefallen und hätten Inkonsistenzen aufgewiesen. Das erhobene Leistungsp rofil sei in keiner Weise mit den Diagnosen vereinbar. Insgesamt sei mit an Sicherheit gr enzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die vom Exploranden präsentierten kog nitiven Einschränkungen nicht valide und nicht authentisch seien. Aufgrund der Ergebnisse der standardisierten Symptomvalidierung müsse mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein e vorgetäuschte neuropsychologi- sche Störung angenommen werden. Das Ergebnis der Symptom validierung könne auch nicht mit einem psychotischen Zustand erklärt werden, da beim V ersicherten durchgängig ein geord- netes Gespräch möglich gewesen sei und er sich während de m Aufenthalt in der Klinik unauf- fällig präsentiert habe. Das Funktionsniveau, die obje ktiv weitgehend unauffällige Psychopatho- logie und die vom Versicherten angegebene Phänomenolo gie der Symptomatik sprächen ge- gen eine schwere wahnhafte resp. psychotisch depressive St örung. Authentisch und erklärbar sei indes der Schmerz im Zusammenhang mit der Trennung von seiner ersten Familie. Dieser sei aber ohne Krankheitswert. In Anbetracht der offenb ar regelmässigen Einnahme von Psychopharmaka sei zwar nicht ausgeschlossen, dass eine leich tere, die Leistungsfähigkeit jedoch nicht oder nur in leichtem Ausmass beeinträchtigende psychische Symptomatik vorliege. Auffällig sei aber, dass sich trotz hoher Medikamentendo sierung weder im Längs- noch im Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Querschnitt eine Verbesserung der produktiv-psychotischen Symptomatik eingestellt habe. Da eine nicht-authentische Beschwerde- resp. Leistungspräsentation vorliege, könne das Ausmass einer möglichen authentischen Symptomatik resp. die Leistungsfähigkeit nicht beurteilt werden. 6.6 Am 23. Mai 2016 hielt Dr. F.____ fest, dass der Ve rsicherte seit März 2011 an einer pa- ranoiden Schizophrenie mit spätem Beginn (ICD-10 F20. 0) und einer rezidivierenden depressi- ven Störung, gegenwärtig mittel- bis schwergradige Episode (ICD-10 F33.2/F33.3) leide. Zudem bestünde ein Status nach posttraumatischer Belastungsstörun g (ICD-10 F43.1). Er behandle den Versicherten seit 1999. Seit Februar 2013 würden wöchentliche psychiatrisch- psychotherapeutische Gespräche durchgeführt. In Krisensituat ionen würden zwei Konsultatio- nen pro Woche stattfinden. Die aktuelle paranoide Sch izophrenie habe schleichend begonnen und sei in den Anfängen schnell und erfolgreich mit dem Neuroleptikum Olanzapin behandelt worden. Die diagnostischen Kriterien für eine Schizophr enie seien erfüllt. So weise der Versi- cherte einen Beeinflussungs-, Kontroll- und Beziehungswa hn im Sinne eines Eifersuchts- und Vergiftungswahns sowie Gedankeneingebung und kommentie rende resp. dialogisierende Stimmen auf. Ausserdem seien täglich optische und akustisc he Halluzinationen vorhanden. Hinzu kämen Zerfahrenheit, Apathie, inadäquate Affekt e sowie drohende und befehlende Stimmen. Der Versicherte habe die schweren psychotischen S ymptome während längerer Zeit gut unterdrücken können. Er habe Angst vor Stigmatisier ung. Die Diagnose der posttraumati- schen Belastungsstörung habe aktuell keine Relevanz. Der Ve rsicherte sei vollständig arbeits- unfähig. Im Gutachten der Rehaklinik C.____ vom 8. Mai 2015 seien die Darstellung der Akten und die ausführliche Beschreibung weitgehend von den Vo rgutachtern Dr. E.____ und Dr. G.____ übernommen worden. Nach ICD-10 könnten bei einer paranoiden Schizophrenie optische und akustische Halluzinationen durchaus gleichze itig vorhanden sein. Das Gutachten der Rehaklinik C.____ vom 5. August 2015 sei unsorgfälti g verfasst und der Versicherte sei nicht ernst genommen worden. So sei nicht berücksichtigt w orden, dass der Versicherte eine dementielle Mutter und einen psychisch kranken Onkel geha bt habe. Die im Gutachten vom Versicherten beschriebene Symptomatik würden die Kriterie n für eine paranoide Schizophrenie erfüllen. Nach Auffassung des Versicherten habe ihn der Gutachter um jeden Preis als Lügner und Simulanten darstellen wollen. Tatsächlich sei das G utachten tendenziös, einseitig und es entspreche nicht dem objektiven klinischen Bild des Versic herten. Die Ergebnisse der neu- ropsychologischen Testung seien wohl aus sprachlichen Grün den nicht verwertbar. Insgesamt sei das Gutachten weder schlüssig noch nachvollziehbar. Vielme hr sei von einer Fehlbeurtei- lung auszugehen. 7.1 Die IV-Stelle ging gestützt auf das Gutachten der R ehaklinik C.____ vom 5. August 2015 davon aus, dass der Versicherte keine relevante Einschrän kung der Arbeitsfähigkeit aufweise. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Vorliegend sind keine Gründe ersichtli ch, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse im Gutachten der Rehaklinik C.____ vom 5. Aug ust 2015 in Frage zu stellen oder Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhalten, da ss das Gutachten die rechtspre- chungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteil ungsgrundlage in jeder Hin- sicht erfüllt. So weist es weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bun- desgericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) – umfa ssend und beruht auf allseitigen Untersu- chungen. So wurde der Versicherte anlässlich des fünftägig en stationären Aufenthalts einge- hend psychiatrisch exploriert. Hinzu kommen neuropsychologisc he Untersuchungen sowie fremdanamnestische Angaben von Pflegepersonal und der P artnerin des Beschwerdeführers. Sodann weist das Gutachten keine Widersprüche auf und es setzt sich mit der Krankenge- schichte und den bei den Akten liegenden (abweichenden) fachärztlichen Einschätzungen aus- einander. Die entsprechenden, vorstehend (vgl. E. 6.5 hiervor) wiedergegebenen Darlegungen des Gutachters Dr. H.____ vermögen zu überzeugen, sodass darauf verwiesen werden kann. 7.2 Soweit der Beschwerdeführer einwendet, bei der Ve rgabe des Gutachtensauftrags an die Rehaklinik C.____ seien seine Gehörs- und Partizipat ionsrechte „ausgehebelt“ worden, kann ihm nicht gefolgt werden. Das Bundesamt für Sozial versicherungen (BSV) hat in seinem Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI, gültig ab dem 1. Januar 2010) festgehalten, wie bei der Auftragsvergabe für eine Begutachtung vorzugehen ist. An die- se Weisungen hat sich die Vorinstanz gehalten. So wurde der Beschwerdeführer nach der Lage der Akten am 9. Oktober 2013 über die bevorstehende Ab klärung in der Rehaklinik C.____ ori- entiert und es wurde ihm der Fragekatalog zugestellt. Gleichzeitig wurde er darauf hingewiesen, dass ihm die Möglichkeit zusteht, Zusatzfragen zu stellen. Zudem wurden ihm mit Schreiben vom 20. August 2014 – unter Beilage des Schreibens der Rehaklinik C.____ vom 19. August 2014 – die Namen und das jeweilige Fachgebiet der mi t dem Gutachten zu beauftragten Perso- nen bekanntgegeben und ihm eine Frist von 10 Tagen e ingeräumt, um Einwände gegenüber der Institution oder die Gutachter zu erheben. Inwie fern bei diesem Vorgehen die Gehörs- und Partizipationsrechte „faktisch ausgehebelt“ worden seien , wie dies der Beschwerdeführer gel- tend macht, ist nicht nachvollziehbar. Namentlich nennt er weder auf den konkreten Fall bezo- gene Ausstandsgründe noch legt er substantiiert dar, inw iefern die in BGE 137 V 210 aufge- stellten Regeln, welche bei der Vergabe von Gutachten e inzuhalten sind, tatsächlich verletzt worden sind. Der diesbezügliche Einwand des Versicherten ist daher nicht stichhaltig. 7.3.1 Auch die inhaltliche Kritik des Beschwerdeführers am Gutachten ist nicht geeignet, des- sen ausschlaggebenden Beweiswert in Frage zu stellen. Zu nächst zielt die Rüge ins Leere, wonach Dr. H.____ keine objektive Untersuchung vorgenommen und es darauf ausgelegt habe, Inkonsistenzen und Widersprüchlichkeiten in Bezug auf das Verhalten des Versicherten, die Diagnose und die Beurteilung von Dr. F.____ aufzuzeig en, um die Beurteilungen der Dres. E.____ und G.____ zu bestätigen. Vielmehr ist f estzustellen, dass sich Dr. H.____ diffe- renziert mit den eigenen Beobachtungen und den Einschätzungen von Dr. F.____ auseinander- setzte und ausführlich begründete, weshalb er die vom Beschwerdeführer geschilderte Symp- tomatik als nicht authentisch erachtet. Hinweise darauf, dass es dem Gutachter nicht ernsthaft daran gelegen hat, die Symptomatik und das Krankheitsb ild des Beschwerdeführers zu erfor- schen, sind jedenfalls nicht ersichtlich. Zudem beinhaltet das Gutachten keine Äusserungen unsachlicher Art, die objektiv Zweifel an der Unvoreing enommenheit des Gutachters wecken würden. Wenn der Beschwerdeführer einwendet, der Guta chter habe sich mit der von Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. F.____ diagnostizierten schwer- bis mittelgradigen Depression nicht hinreichend auseinan- dergesetzt, ist darauf hinzuweisen, dass die Testresultate des MADRS (Montgomery-Asperg Depression Rating Scale) aufgrund der vagen Angaben d es Versicherten nicht ausgewertet werden konnten. Aufgrund des beobachteten Funktionsniveaus des Beschwerdeführers und der angegebenen Phänomenologie der Symptomatik erachtete der Gutachter aber das Vorliegen einer namhaften Störung aus dem depressiven Formenkreis als nicht erstellt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers überzeugt auch die Beurteilu ng des Gutachters, wonach mit hoher Wahrscheinlichkeit der Bestand einer paranoiden S chizophrenie zu verneinen sei, legte er doch detailliert dar, weshalb die von ihm geschild erten Symptome mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit nicht authentisch und mit dieser nicht vere inbar sind. Seine aufgrund der klinisch erhobenen Befunde und dem Verhalten des Beschwerdeführers während dem Aufenthalt in der Klinik gewonnenen Erkenntnisse werden denn auch durch die Ergebnisse der neuropsychologi- schen Validierungstests bestätigt, wonach mit überwiegend er Wahrscheinlichkeit auf ein nicht authentisches Verhalten des Versicherten zu schliessen sei. Auf die Kritik des Versicherten an den Beschwerdevalidierungstests muss letztlich nicht weite r eingegangen werden, weil Dr. H.____ aufgrund der klinisch erhobenen Befunde auc h ohne die Testergebnisse nicht zu einem anderen Ergebnis gelangt wäre. Da die Tests im B eisein einer Dolmetscherin durchge- führt wurden, ist im Übrigen nicht davon auszugehen, da ss der Testung sprachliche Hindernis- se entgegenstanden. Hinweise auf sprachliche Verständigung sschwierigkeiten ergeben sich aus den Testberichten jedenfalls nicht. Wenn vorgebacht wird, dass die Erkrankung nach aus- sen kaum wahrgenommen werde, da der Beschwerdeführer aus Angst vor Stigmatisierung sei- ne Symptome verberge, ist demgegenüber darauf hinzuwei sen, dass das Gutachten ausführli- che Angaben des Versicherten über seine Symptome enthält. Insgesamt erscheinen die Unter- suchungsergebnisse aus der stationären Abklärung schlüssig un d sie lassen keine Widersprü- che erkennen. 7.3.2 Soweit sich der Beschwerdeführer auf die Berichte des behandelnden Arztes Dr. F.____ beruft, fällt zunächst auf, dass dieser widersprüchliche An gaben zur Wirksamkeit der verab- reichten Medikation macht: Während er in den Berichten vom 1. Februar 2013 und 15. August 2013 ausführte, dass verschiedene neuroleptische Medikamen te nicht zu einer Besserung der Symptomatik geführt hätten, hielt er demgegenüber im Bericht vom 23. Mai 2016 fest, dass die paranoide Schizophrenie in den Anfängen schnell und e rfolgreich mit dem Neuroleptikum Olan- zapin habe behandelt werden können. Diese Widersprüchli chkeit lässt Zweifel an der Beurtei- lung von Dr. F.____ aufkommen. Ausserdem ist zu berücksicht igen, dass die Berichte der be- handelnden Ärzte nach der Rechtsprechung aufgrund der auftragsrechtlichen Vertrauensstel- lung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (vg l. E. 4.3 hiervor). Die unterschiedliche Beurteilung ergibt sich aus der Divergenz zwischen Behandlu ngs- und Abklärungsauftrag. Da- her kann es nicht angehen, eine medizinische Administrat ivexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgäng ig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil vom 4. März 2013, 9C_794/2012, E. 4.2 mit Hinweisen). Dies gilt vorliegend umso mehr, als Dr. F.__ __ in seinen Berichten vom 1. Februar 2013, 15. August 2013 und 23. Mai 2016 keine Aspekte benennt, die im Rahmen der Begutach- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Insg esamt vermögen die Einwände des Beschwerdeführers das Gutachten der Rehaklinik C.____ nicht in Frage zu stellen. 7.4 Da das Gutachten der Rehaklinik C.____ vom 5. August 2015 nachvollziehbar von einer vorgetäuschten neuropsychologischen Störung ausgeht, durft e die Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 137 V 64 E. 5.2; 136 I 229 E. 5 .3) – ohne gegen den Untersuchungs- grundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) zu verstossen – auf weit ere medizinische Abklärungen ver- zichten, weil davon keine entscheidrelevanten neuen Erk enntnisse zu erwarten waren (vgl. Ur- teil des Bundesgerichts vom 17. August 2015, 8C_209/2015 E. 6.3.2). Mit Blick auf die im Gut- achten beschriebene objektiv weitgehend unauffällige Psyc hopathologie und der Tatsache, dass es den Gutachtern wegen des Verhaltens des Versich erten während der Begutachtung nicht möglich war, eine allfällig vorhandene Arbeits- u nd Leistungsunfähigkeit zu eruieren, kann rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.1f.) ke ine rentenbegründende Invalidität angenommen werden. Die von der Vorinstanz verfügte Re ntenablehnung ist demnach nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde daher abzuweisen. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlege n sind. Da ihm mit Verfügung vom 23. November 2016 die unentgeltliche Prozessführung b ewilligt wurde, gehen die Verfahrens- kosten vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer ebenfalls mit Verfügung vom 23. November 2016 die unentgelt- liche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewill igt wurde, ist dieser für seine Bemühun- gen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die An- wältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbei- ständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Hono- rarnote vom 30. Januar 2017 für das vorliegende Verfah ren einen Zeitaufwand von 14,66 Stun- den und Auslagen von Fr. 115.30 geltend gemacht, was u mfangmässig angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘292.50 (14,66 Stu nden à Fr. 200.-- und Auslagen von Fr. 115.30 zuzüglich Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufme rksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘292.50 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichts- kasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht