B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-101/2012/wif U r t e i l v o m 1 5 . A u g u s t 2 0 1 3 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Hans Schürch, Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren (…), Kosovo, vertreten durch Christian Hoffs, Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende St. Gallen / Appen- zell, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 6. Dezember 2011 / N (…). D-101/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte – gemeinsam mit seinen Eltern und drei Geschwistern (Beschwerdeverfahren […]) – am 8. September 2008 in der Schweiz um Asyl nach, nachdem er am 3. Juli 2008 bereits in B._______ ein Asylgesuch gestellt hatte. A.a Im Rahmen der Erstbefragung im Empfangs - und Verfahrenszentrum C._______ vom 16. September 2008, ergänzt am 30. September 2008, und der Anhörung nach Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM vom 8. April 2009 machte er im Wesentlichen geltend, er habe am (…) Schüsse gehört, nachdem sein Vater mit dem Auto vom heimi schen Hof in D._______ weggefahren sei. Als er zum Tatort gerannt sei, habe er seinen Vater mit stark blutenden Schusswunden vorgefunden. Der Vater habe ihm erklärt, er sei von zwei Angehörigen der Familie P . angegriffen worden, und habe in Notwehr den einen getötet und den anderen verletzt. Er (der Beschwerdeführer) habe seinen Vater daraufhin ins Krankenhaus gefahren. Als sie dort angelangt seien, sei er von der Polizei verhaftet und seine blutverschmierten Kleider beschlagnahmt worden. Nachdem die Analyse gezeigt habe, dass es sich bei den Flecken auf seinen Kleidern um das Blut seines Vaters gehandelt habe, sei er a m 23. November 2007 aus der Haft entlassen worden. Da die Familie P . Blutrache geschworen habe, sei seine Familie unter Pol i- zeischutz gestanden. Die Familie P . gehöre einem Clan an, der Leute überfalle. Vor dem Vorfall vom 2. (...) 2007 habe seine Familie indes kei- ne Probleme mit der Familie P . gehabt. Im Oktober 2007 sei seine Familie nach E._______ umgezogen. Die Familie P . habe sie jedoch auch dort aufgespürt. Sie hätten die Polizei verständigt, wenn sich Mitglieder der Familie P . ihrem Haus genähert hätten, und d ie Polizei sei jeweils umge- hend gekommen. Er habe in dem den Vorfall vom (...) betreffenden Straf- verfahren mehrmals als Zeuge vor dem Gericht in E._______ ausgesagt. Da er damals im Auto des Vaters gesessen habe, sei er zwar ebenfalls angeklagt, indessen freigesprochen worden. Sein Vater sei zu einer b e- dingten Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden, der überlebende Angreifer zu drei Jahren. Zwei Wochen nach Bekanntgabe des Urteils und der gleichzeitigen Haftentlassung seines Vaters seien sie aus Kosovo ausgereist. Obwohl ihr Ziel die Schweiz gewesen sei, habe der Schlepper sie nach B._______ gebracht. Da sie sich dort jedoch nicht sicher gefühlt hätten, seien sie am 5. September 2008 nach Kosovo zurückgekehrt, in- des bereits am 6. September 2008 wieder ausgereist; dieses Mal in Rich-D-101/2012 Seite 3 tung Schweiz. Hier verfüge er mit seinem älteren (…), zwei (…) und einer (…) über nahe Verwandte. A.b Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle bei den Akten verwiesen (vgl. vorinstanzliche Akten A1, A14 und A31). B. Mit Verfügung vom 10. August 2009 trat das BFM in An wendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und ordnete dess en Wegweisung nach B._______ sowie den Wegweisungsvollzug an. C. C.a Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das Bu n- desverwaltungsgericht mit Urteil vom 29. Dezember 2009 gut, soweit es darauf eintrat. Die Verfügung vom 10. August 2009 wurde aufgehoben und die Akten zur Neubeurteilung an das BFM zurückgewiesen. C.b Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, die Ausnahmebe- stimmung von Art. 34 Abs. 3 Bst. a AsylG, wonach Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG keine Anwendung findet, wenn Personen, zu denen di e asylsu- chende Person enge Bezie hungen hat, oder nahe Angehörige in der Schweiz leben, sei vorliegend erfüllt (älterer […] des Beschwerdeführers, zwei […] und eine […] in der Schweiz wohnhaft). Das BFM sei deshalb zu Unrecht auf das Asylgesuch nicht eingetreten. D. D.a Am 7. April 2011 und 26. August 2011 ersuchte das BFM die schwe i- zerische Vertretung in Pristina um Abklärungen . Der entsprechende Bo t- schaftsbericht datiert vom 13. Mai 2011 respektive 18. Oktober 2011. E. Mit Schreiben vom 24. Oktober 2011 informierte das BFM den B e- schwerdeführer über die getätigten Abklärungen. Da die entsprechenden Dokumente Angaben enthal ten würden, deren Geheimhaltung zur Ve r- meidung einer missbräuchlichen Weiterverbreitung im wesentlichen ö f- fentlichen Interesse liege (Art. 27 Abs. 1 Bst. a des Verwaltungsverfah- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) könnten ihm die Schreiben nicht als solche offengelegt werden. Ihm werde jedoch der wesentliche Inhalt zur Kenntnis gebracht. Demnach sei seine Familie bereits vor dem Vorfall vom (...) mit der Familie P ., deren Mitglieder nicht als Kriminelle bekannt gewesen seien, zerstritten gewesen . Seiner Fami-D-101/2012 Seite 4 lie sei nach der Schiesserei während rund fünfzehn Tagen Polizeischutz zugesprochen worden. Die Onkel väterlicherseits seien nac h wie vor in D._______ wohnhaft und schienen keine n Behelligungen seitens der Familie P . ausgesetzt zu sein. Den dem Botschaftsbericht beiliegenden Gerichtsakten (Urteile des Amtsgerichts in E._______ und des Obersten Gerichtshofs Kosovos) sei zudem zu entnehmen, dass der Beschwer - deführer zwei Tage vor dem Vorfall vom (...) die Söhne der Familie P . mit einem Revolver bedroht habe. Der Beschwerdeführer sei zudem am (...) von Anfang an zugegen gewesen und wegen Bei hilfe zu Mord angeklagt worden, das Geric ht habe aber befunden, dass er in Notwehr gehandelt habe. Der Vater des Beschwerdeführers sei de s Mordes für schuldig e r- klärt und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der überlebende Sohn der Familie P . sei wegen versuchten Mordes zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Das BFM räumte dem Beschwerdefüh- rer die Gelegenheit ein, sich dazu bis zum 14. November 2011 schriftlich zu äussern. E.a Mit Schreiben vom 11. November 2011 reichte der Beschwerdeführer seine Stellungnahme an. Er räumte ein, dass es vor der bewaffneten Aus- einandersetzung vom (...) im Rahmen eines Autorennens zu einem Streit zwischen den Söhnen der beiden Familien gekommen sei, wobei damals beide Seiten unbewaffnet gewesen seien. Im Weiteren be mängelte er, dass ih m nur eingeschränkte Akteneinsicht gewährt werde. Es sei nicht ersichtlich, aus welchen überwiegenden Geheimhaltungsgründen ihm der genaue Wortlaut der Botschaftsanfragen und -antworten vorenthalten werde. Zur Aussage, die Familie P . sei nicht als kriminell bekannt, könne er nicht Stellung nehmen, da für ihn nicht ersichtlich sei, ob diesbezüglich offizielle Stellen angefragt oder Privatpersonen kontaktiert worden seien. Auch die Aussage, wonach die Brüder seines Vaters in D._______ wohn- haft seien und keinen Behelligungen ausgesetzt zu sein schienen, könne er nicht kommentieren. Er ersuche um Wiedergabe der genauen Bo t- schaftsanfragen und -antworten, allenfalls unter teilweiser Abdeckung ge- heimzuhaltender Angaben. Schliesslich gebe er bekannt, dass er geden- ke, eine Schweizerin zu heiraten. D as Ehevorbereitungsverfahren werde nächstens eingeleitet. F. F.a Mit Verfügung vom 6. Dezember 2011 – eröffnet am 9. Dezember 2011 – stellte das BFM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingsei- genschaft nicht erfülle. Es lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die D-101/2012 Seite 5 Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den We g- weisungsvollzug an. F.b Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen an die Glau b- haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flüchtlingseige n- schaft gemäss Art. 3 AsylG stand. Die Angaben des Beschwerdeführers, wonach er vor dem (...) nie Probleme mit der Familie P . gehabt habe und erst nach der Schiesserei zum Tat ort gekommen sei, würden den Er- kenntnissen aus dem Botschaftsbericht und dem Gerichtsu rteil vom (…) derart widersprechen, dass seine Vorbrin gen zum Vor fall vom (...) nicht geglaubt werden könnten . Zudem habe der Beschwerdeführer keinen konkreten Vorfall schildern können, an dem sich Mitglieder der verfeind e- ten Familie an sein Haus herangeschlichen oder seine Fami lie sonst be- helligt hätten. Die Vorbringen hielten deshalb den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht st and. Aber selbst wenn von deren G laubhaftigkeit ausgegangen würde , wäre die Flüchtlingseige n- schaft gemäss Art. 3 AsylG nicht erfül lt, da vom Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch den Heimatstaat auszugehen sei. Der kosova- rische Staat sei grundsä tzlich schutzfähig und -willig und es stehe eine funktionierende Schutzinfrastruktur zur Verfügung. Dem Botschaftsbericht sei denn auch zu entnehmen, dass der Familie des Beschwerdeführers nach der Tat Polizeischutz zugestanden worden sei. Zudem sei die Pol i- zei laut den Aussagen des Beschwerdeführers jedes Mal gekom men, wenn sie diese gerufen hätten. So habe er denn auch nach der Haftent- lassung am (…) bis zur Ausreise in E._______ leben können, ohne einer direkten Konfrontation mit der verfeindeten Familie ausgesetzt word en zu sein. Auch das Gerichtsurteil zeuge von einem effizienten Rechts - und Justizsystem; die Straftat sei untersucht und die Täter geahndet und ve r- urteilt worden. Zudem lebten zwei Onkel des Beschwerdeführers weite r- hin in D._______, ohne von der Familie P . behelligt zu werden , was bei einer begründeten Furcht vor einer Blutrache kaum der Fall sein dürfte . Der Beschwerdeführer erfülle damit die Flüchtlingseigenschaft nicht. Das Asylgesuch sei entsprechend abzulehnen und die Wegweisung anzuor d- nen. Der Wegweisungsvollzug sei zulässig, zumutbar und möglich. G. Am 12. Dezember 2011 heiratete der Beschwerdeführer eine schweizer i- sche Staatsangehörige. H. D-101/2012 Seite 6 H.a Mit Eingabe vom 6. Januar 2012 erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. De- zember 2011, worin um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und um Rückweisung an das BFM zur Fortsetzung des Asylverfah rens sowie um Neubeurteilung des Wegweisungspunkts ersucht wurde. In verfa h- rensrechtlicher Hinsicht wu rde zudem um vollumfängliche Akteneinsicht sowie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvo r- schusses ersucht. H.b Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ge l- tend, das BFM habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, i n- dem es ihm im Schreiben vom 24. Oktober 2011 nur den wesentlichen In- halt der B otschaftsanfragen und -berichte zur Kenntnis gebracht habe, ohne ihm vollumfängl iche Einsicht in diese Doku mente zu gewähren. Er habe dies bereits in seiner Stellungnahme an das BFM vom 11. Novem- ber 2011 gerügt. Er halte es für unerlässlich, dass ihm der genaue Wor t- laut dieser Dokumente offengelegt werde, da er erst dann zur angebl i- chen Zerstrittenheit mit der Familie P ., der Aussage, dass diese nicht als kriminell bekannt gewesen sei, und zu fehlenden Behelligunge n seiner Onkel Stellung nehmen könne. In seiner Stellungnahme vom 11. Novem- ber 2011 habe er zudem bereits darauf hingewiesen, dass er demnächst eine Schweizerin heiraten werde. Da a ufgrund der am 12. Dezember 2011 erfolgten Heirat grundsätzlich ein Anspruch auf Erteilung einer Au f- enthaltsbewilligung bestehe, sei der Entscheid über die Wegweisung nun- mehr nicht mehr im Kompetenzbereich des BFM, sondern in die Zustän- digkeit der kantonalen Be hörden übergegangen. Die Sache sei deshalb zur Fortsetzung des Asylverfahrens im Asylpunkt und zur Neubeurteilung im Wegweisungspunkt an das BFM zurückzuweisen. I. Mit Zwischenverfügung vom 12. Februar 2012 stellte der Instruktionsrich- ter fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. Gleichzeitig wies er die Gesuche um Gewä h- rung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses mangels Be- dürftigkeit des Beschwerdeführers ab und forderte diesen auf, bis zum 27. Januar 2012 einen Kostenvorsc huss von Fr. 600.– zu bezahlen, a n- sonsten auf die Beschwerde nicht eing etreten werde. Zudem forderte er den Beschwerdeführer auf, innert gleicher Frist mitzuteilen, ob er nach der am 12. Dezember 2011 erfolgten Heirat bei den zuständigen kantona-D-101/2012 Seite 7 len Behörden bereits ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewill i- gung eingereicht habe. J. Am 21. Januar 2012 wurde der Kostenvorschuss geleistet. K. Mit Eingabe vom 25. Januar 2012 reichte der Beschwerdeführer eine K o- pie der ihm am 10. Januar 2012 erteilten Aufenthaltsbewilligung B ein. L. Angesichts dessen, dass die verfügte Wegweisung und der angeordnete Wegweisungsvollzug aufgrund der dem Beschwerdefüh rer erteilten Auf- enthaltsbewilligung als dahin gefallen zu betrachten sind, forderte der I n- struktionsrichter den Beschwerdeführer m it Zwischenverfü gung vom 2. Februar 2012 auf, bis zum 17. Februar 2012 mitzuteilen, ob er die Be- schwerde zurückziehe oder an dieser festhalte, wobei bei ungenutztem Fristablauf vom Festhalten an den Beschwerdebegehren ausgegangen werde. M. Am 8. Februar 2012 erklärte der Beschwerdeführer die Aufrechterhaltung der Beschwerde. N. In seiner Vernehmlassung vom 21. Februar 2012 beantragte das BFM die Abweisung der Beschwerde. Diese enthalte keine neuen erheblichen Tat- sachen oder Beweismittel, die eine Änderung seines Standpunkts rech t- fertigen könnten. Hinsichtlich der geltend gemachten Verletzung des rechtlichen Gehörs werde auf den Quellen - und Persönlichkeitsschutz hingewiesen, demzufolge Quellen und Daten von Informanten nicht offen- gelegt werden könnten. Dem Beschwerdefüh rer sei jedoch a m 24. Okto- ber 2011 der wesentliche Inhalt der Botschaftsabklärun gen zur Kenntnis gebracht worden. Zudem seien sein em Rechtsvertreter im Rah men der Asylgesuche der Eltern und zeitgleich zum an den Beschwerdeführer g e- richteten rechtlichen Gehör vom 24. Oktober 2011 die Gerichtsakten zu- gestellt worden. D-101/2012 Seite 8 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgeri chtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [ BGG, SR 173.110]). 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders ber ührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Der Beschwerdeführer monierte, die Vorinstanz habe seinen A n- spruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem ihm keine vollumfängliche Einsicht in die Botschaftsanfragen und -berichte gewährt worden sei. Die- se verfahrensrechtliche Rüge ist vorab zu prüfen, da sie allenfalls geei g- net wäre, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 und EMARK 1994 Nr. 1; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 233, m.w.H., S. 287 und 297; A LFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsver- fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bu ndes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, m.w.H.). D-101/2012 Seite 9 3.2 Gemäss Art. 26 Abs. 1 VwVG hat die Partei Anspruch auf Einsicht in die Verfahrensakten. Darunter sind sämtliche Aktenstücke zu verstehen, die für die Behörde entscheidrelevant sind oder sein könnten (vgl. etwa BVGE 2008/14 E. 6.2.1). Die Einsichtnahme in die Akten kann gestützt auf einen der in Art. 27 Abs. 1 VwVG genannten Gründe verweige rt wer- den. Wird einer Partei die Einsichtnahme in ein Aktenstück verweigert, so darf auf dieses zu ihrem Nachteil nur abgestellt werden, wenn ihr die B e- hörde von dem für die Sache wesentlichen Inhalt mündlich oder schriftlich Kenntnis gegeben und ihr die G elegenheit eingeräumt hat, sich dazu zu äussern und Gegenbeweismittel zu bezeichnen (Art. 28 VwVG). 3.3 Vorliegend informierte das BFM den Beschwerdeführer in der Zw i- schenverfügung vom 24. Oktober 2011 über die in seinem Auftrag durch die schweizerische Vertretung in Pristina getätigten Abklärungen. Die ent- sprechende Anfrage und den Botschaftsbericht stufte das BFM gestützt auf Art. 27 Abs. 1 Bst. a VwVG als nicht zur Edition vorgesehen ein, da die betreffenden Dokumente Angaben enthalten würden, deren Gehei m- haltung zur Vermeidung einer missbräuchlichen Weiterverbreitung im we- sentlichen öffentlichen Interesse liege. Indes legt e es dem Beschwerde- führer den wesentlichen Inhalt der betreffenden Dokumente offen und setzte ihm im Sinne von Art. 28 VwVG eine Frist zur Stellungnahme und Bezeichnung allfälliger Gegenbeweismittel . Zeitgleich stellte das BFM dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im Rahmen des Beschwer- deverfahrens der Eltern und Geschwister ([…]) das mit den Botschaftsab- klärungen beschaffte Urteil des Amtsgerichts E._______ vom (…) zu. 3.4 Das Vorgehen des BFM ist nicht zu beanstanden. Die Akten der Bot- schaftsabklärungen geben Aufschluss über die konkrete Zusammenarbeit der schweizerischen Behörden und enthalten teilweise Ang aben über die Arbeitsweise der Botschaft, und es besteht in casu ein überwiegendes öf- fentliches Interesse an der Geheimhaltung dieser Aktenstücke. Hinsich t- lich des Einwands des Beschwerdeführers, er könne nur bei Kenntnis des genauen Wortlauts der Dokumente zur angeblichen Zerstrittenheit mit der Familie P ., zur Aussage, dass diese nicht als kriminell bekannt gewesen sei, und zu fehlenden Behelligungen der in D._______ wohnhaften Brü- der seines Vaters Stellung nehmen, ist auf den Quellen - und Persönlich- keitsschutz zu verweisen, wonach Quellen und Daten von Informanten nicht offengelegt werden können. Im Übrigen ergeben sich die fraglichen Sachverhalte mehrheitlich aus den dem Rechtsvertreter des Beschwerde- führers im Beschwerdeverfah ren (…) zugestellten kosov arischen G e- richtsakten, die dem Beschwerdeführer und seiner Familie wohl auch an-D-101/2012 Seite 10 derweitig bereits bekannt gewesen sein dürften. Das BFM hat die Ergeb- nisse der Botschaftsabklärungen in seiner Zusammenfassung vom 24. Oktober 2011 korrekt und grösstenteils fast wörtlich wiedergegeben, so dass eine Anfechtung der vorinstanzlichen Verfügung und eine Ausein- andersetzung mit den entsprechenden Erwägungen für den Beschwerde- führer ohne Einschränkung möglich war. 3.5 Die Rüge der Beschwerdeführers, das BFM habe formell es Recht verletzt, greift somit nicht. Die Vorinstanz hat dem Anspruch des B e- schwerdeführers auf Akteneinsicht und rechtliches Gehör Genüge getan, weshalb der Antrag um Rückweisung der Sache an das BFM zur Neub e- urteilung abzuweisen ist. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer be- stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, so l- chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder F reiheit sowie Mas s- nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG ist die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheids, wobei erli t- tene Verfolgung oder be gründete Furcht vor Verfolgung im Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimatland ein Hinweis auf weiterbestehende Gefäh r- dung sein kann (vgl. BVGE 2008/4 Nr. 5.4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüch lich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Entscheidend ist, ob eine Gesamtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachver haltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwiegen oder nicht (vgl. EMARK 2004 Nr. 1 E. 5 S. 4 ff.) D-101/2012 Seite 11 5. Das BFM erachtete die geltend gemachten Ausreisegründe des B e- schwerdeführers sowohl als den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG als auch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht genügend. Dieser Einschätzung ist im Ergebnis beizupflichten. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vorab auf die nicht zu beanstandenden Ausführungen in der angefochtenen Verfü gung verwiesen werden. Den Rechtsmitteleingaben sind keine stichhaltigen Entgegnungen zu entnehmen, die geeignet wären, eine Änderung der an- gefochtenen Verfügung hinsichtlich der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls herbeizuführen. 5.1 Das BFM hat zutreffend festgestellt, dass die Angaben des Beschwer- deführers zum Vorfall vom (...) in wesentlichen Punkten – angebliche Ab- wesenheit des Beschwerdeführers bei der Auseinandersetzung bezie- hungsweise erst späteres Hinzukommen zum Tatort, keinerlei vorgängige Probleme mit der Fami lie P ., Verurteilung des Vaters zu einer be dingten Freiheitsstrafe – den aktenkundigen kosovarischen Gerichtsakten wide r- sprechen. Aus diesen ergibt sich vielmehr, dass der Beschwerdeführer ebenfalls am Tatort zugegen war und angeklagt, indes freigesprochen wurde, die beiden Familien bereits seit langem zer stritten sind (der letzte Konflikt zwischen dem Beschwerdeführer und den Söhnen M. und K. der Familie P . habe nur zwei Tage vor dem [...] stattgefunden) und der Vater des Beschwerdeführers wegen "Mordes in psychischem Affekt" und "Verwendung unerlaubter Waffen" zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden ist. Der überlebende Sohn M. der Fam i- lie P ., von dem der Angriff auf den Beschwerdeführer und dessen Vater am (...) ausgegangen sei, wurde wegen "schweren Mordversuchs" und "Verwendung unerlaubter Waffen" zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Die tatsachenwidrigen Angaben des Beschwerdeführers erwe- cken den Anschein, er habe das Heimatland mit seiner Familie kurz nach der Verurteilung des Vaters zu einer unbedingten fünfjährigen Freiheits- strafe am (…) (Asylgesuchstellung in B._______ am […]) primär verla s- sen, damit sich der Vater der drohenden Vollstreckung der ausgespr o- chenen Haftstra fe entziehen könne. Hinsichtlich der geltend gemachten Angst vor Blutrache lässt sich den Botschaftsabklärungen und den akte n- kundigen kosovarischen Gerichtsakten entnehmen, dass die Familie des Beschwerdeführers direkt nach dem Vorfall vom (...) während rund fün f- zehn Tagen unter Polizeischutz stan d. Ob der Beschwerdeführer (und seine Familie) jedoch im Zeitpunkt der Ausreise aus Kosovo Ende Juni 2008 – rund eineinhalb Jahre nach dem Tat tag ([ ...]) beziehungsweise D-101/2012 Seite 12 rund neun Monate nach dem Wegzug aus D._______ und der mit dem Urteil des Amtsgerichts E._______ vom (…) gerichtlich festgestellten Ver- antwortlichkeit des Sohnes M. der Familie P . als Angreifer und damit Aus- löser der für sei nen Bruder K. tödlich endenden Auseinandersetzung – konkreten Drohungen seitens der Familie P . ausgesetzt wa r respektive dies im heutigen Zeitpunkt noch wäre, erscheint angesichts der vom BFM zutreffend aufgezeigten Unsubstanziiertheit der Angaben des Beschwer- deführers zu den angeblichen Behelligungen nach dem Wegzug aus D._______ (vgl. A1 S. 6, A31 S. 9 F 99), der dem Kanun widersprechen- den Angabe, dass auch den weiblichen Familienmitgliedern Blutrache gedroht habe (vgl. A31 S. 9 F97), und dem Ergebnis der Botschaftsabklä- rungen, wo nach die Onkel väterlicherseits des Beschwerdeführers von der Familie P. unbehelligt in D._______ leben, zweifelhaft. Eine abschlies- sende Beurteilung kann indes aufgrund der fehlenden Asylrelevanz der Vorbringen (vgl. hierzu die nachfolgenden Ausführungen) offen bleiben. 5.2 Ungeachtet der Frage der Glaubhaf tigkeit der betreffenden Vorbri n- gen des Beschwerdeführers, vermögen diese keine Asylrelevanz zu b e- gründen. Das Flüchtlingsrecht ist subsidiär ausgestaltet, d. h. der Schutz eines Drittstaates kann nur dann in Anspruch genommen werden, wenn der Heimatstaat der betroffenen Person keinen Schutz vor Behelligungen und Drohungen seitens Privatpersonen bieten kann oder will. Eine Verfol- gung durch nichtstaatliche Akteure kann somit nur flüchtlingsrechtlich r e- levant sein, wenn es der betroffenen Person nicht möglich ist, davor im Heimatstaat adäquaten Schutz zu finden. Der Schutz ist dann als ausre i- chend zu qualifizieren, wenn die betroffene Person effektiv Zugang zu e i- ner funktionierenden Infrastruktur hat und ihr deren Inanspruchnahme zumutbar ist, wobei von einem Staat nicht erwartet werden kann, dass er jederzeit präventiv in alle Lebensbereiche seiner Bürger eingreifen kann (vgl. EMARK 2006 Nr. 18). Der Bundesrat hat Kosovo zu einem verfolgungssicheren Staat (sog. "s a- fe country") erklärt (Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG), in welchem nach seinen Feststellungen grundsätzlich Sicherheit vor Verfolgung besteht, d. h. in dem asylrelevante staatliche Verfolgung nicht stattfindet und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet ist. Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts gehen die zuständigen kosovarischen Behör- den denn auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten konsequent gegen Bedr o- hungen und Übergriffe durch Privatpersonen vor und es kann damit s o- wohl vom Schutzwillen als auch von der weitgehenden Schutzfä higkeit der kosovarischen Sicherheitsbehörden ausgegangen werden. Dies gilt D-101/2012 Seite 13 auch für eine allenfalls bestehende Bedrohung durch Blutrache. Dem Be- schwerdeführer und seiner Familie wurde denn auch nach der Tat vom (...) Polizeischutz zugestanden und gemäss s einen Angaben sei die Poli- zei auch jedes Mal umgehend gekommen, wenn sie sich danach hilfes u- chend an diese gewandt hätten. Dies zeigt nicht nur den Schutzwillen der kosovarischen Behörden, sondern auch, dass dem Beschwerdeführer die staatliche Schutzinfrastruktur zugänglich ist, deren Inanspruchnahme ihm auch weiterhin zumutbar ist, zumal keinerlei Hinweise vorliegen, dass die kosovarischen Behörden nicht fähig oder wil lens wären, ihm künftig bei Bedarf Schutz vor Übergriffen seitens der Familie P . zu gewähren und zu diesem Zweck konkrete geeignete Massnahmen zu treffen. 5.3 Der Beschwerdeführer erfüllt damit die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht. Das Bundesamt hat das Asylgesuch zu Recht abg e- lehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Ist die asylsuchende Person indes im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung, wird die Wegweisung nicht verfügt (Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt nach der am 12. Dezember 2011 e r- folgten Heirat mit einer Schweizerin grundsätzlich über einen Anspruch auf Erteilung einer auslände rrechtlichen Aufenthaltsbewilligung (Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer vom 16. Dezember 2005 [AuG, SR 142.20]), wobei die konkrete Beurteilung des (grundsätzlichen) Anspruchs und damit der Entscheid über die We g- weisung in die Zuständigkeit der ausländerrechtlichen Behörden fällt. Dem Beschwerdeführer wurde mittlerweile eine entsprechende Aufen t- haltsbewilligung erteilt, so dass die Beschwerde betreffend die Fragen der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs gegenstandslos geworden und entsprechend abzuschreiben ist (vgl. BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, mit Verweis auf EMARK 2001 Nr. 21). 7. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten insoweit als gegenstandslos g e- worden abzuschreiben, als sie die Fragen der Wegweisung und des Weg- weisungsvollzugs betrifft. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. D-101/2012 Seite 14 8. 8.1 Die unterliegende Partei hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. Un- terliegt sie nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Bei Gegenstandslosigkeit des Verfahrens werden die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt, deren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat; ist das Verfahren ohne Zutun der Parteien gegenstandslos geworden, werden die Kosten auf Grund der Sachlage vor dem Eintri tt des Erledigungsgrunds festgelegt (Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 8.2 Die Heirat des Beschwerdeführers mit einer Schweizerin ist nicht als ein die Gegenstandslosigkeit bewirkendes Verhalten im Sinne der g e- nannten Bestimmung zu werten. Hinsichtlich der Frage der Kostenauflage sind deshalb die Erfolgschancen der Beschwerde vor der Heirat zu ermi t- teln. Die diesbezügliche Überprüfung der Akten ergibt, da ss die Wegwei- sung als gesetzliche Regelfolge der Asylverweigerung zu bestätigen g e- wesen wäre (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Auch der angeordnete Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers, der einen (…) sowie Arbeitserfah- rung als (…) und (…) vorweisen kann (vgl. A1 S. 2), wäre zu bestätigen gewesen, zumal er gemeinsam mit seinen Eltern und Geschwistern, d e- ren Beschwerde mit Urteil gleichen Datums ebenfalls abge wiesen wird (vgl. hierzu die entsprechenden Erwägungen im Beschwerdeurteil […] [E. 7]), in sein Heimatland, wo auch noch weitere Verwan dte leben (vgl. A1 S. 3), zurückkehren könnte. Die Beschwerde hätte damit vor der He i- rat auch hinsichtlich der Fragen der Wegweisung und des Wegweisung s- vollzugs keine Chancen auf Erfolg gehabt. Es wäre deshal b vom vollum- fänglichen Unterliegen des Beschwerdeführers auszugehen gewe sen. Ihm sind damit die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.– aufzuerle- gen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Diese sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und mit diesem zu verrechnen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung zuzusprechen. (Dispositiv nächste Seite) D-101/2012 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben, so- weit sie die Fragen der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs b e- trifft. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer au f- erlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Susanne Burgherr Versand: