<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: GB.2003.00005</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203780&amp;W10_KEY=13013571&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>GB.2003.00005</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.10.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Hinterziehungsbusse 1993-1999</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verurteilung wegen fahrlässiger Steuerhinterziehung infolge Nichtdeklaration der von der ehemaligen Arbeitgeberin bezahlten Krankenkassenprämien (Rentner).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSKUNFT">AUSKUNFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DEKLARATIONSPFLICHT">DEKLARATIONSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAHRLÃSSIG">FAHRLÃSSIG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRINGE BENEFITS">FRINGE BENEFITS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KRANKENKASSENPRÃMIEN">KRANKENKASSENPRÃMIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PENSIONIERUNG">PENSIONIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RENTENAUSWEIS">RENTENAUSWEIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RENTNER">RENTNER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SORGFALT">SORGFALT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERHINTERZIEHUNG">STEUERHINTERZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Nach- und Strafsteuern ST: STRAFSTEUER">STRAFSTEUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBRIGE EINKÃNFTE">ÃBRIGE EINKÃNFTE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 188 aStG</span><br/><span class="gerade">§ 235 StG</span><br/><span class="ungerade">Art. 18 Abs. III StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 48 Abs. II StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der 1918 geborene, mit B verheiratete A wurde nach langjÃ¤hriger Mitarbeit bei der Firma C 1978 pensioniert. Neben der eigentlichen Pension entrichtete die Firma C ihrem ehemaligen Arbeitnehmer â wie wÃ¤hrend dessen aktiver ErwerbstÃ¤tigkeit â BeitrÃ¤ge an Versicherungen, vorliegend KrankenkassenprÃ¤mien. Diese wurden vom Pflichtigen in den jeweiligen SteuererklÃ¤rungen nicht deklariert und waren auch auf den entsprechenden Bescheinigungen der Firma C ersichtlich. Der Pflichtige wurde, gestÃ¼tzt auf seine Deklaration, gemeinsam mit seiner Ehefrau fÃ¼r die Steuerjahre 1993 bis und mit 1999 rechtskrÃ¤ftig eingeschÃ¤tzt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Aufgrund eines Systemwechsels ab dem Kalenderjahr 2000 Ã¤nderte die Firma C den "Lohnausweis" der pensionierten Mitarbeiter und wies neu die BeitrÃ¤ge an Versicherungen aus. Daraus ergab sich die begrÃ¼ndete Annahme, dass bereits in den Vorjahren derartige BeitrÃ¤ge bezahlt wurden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. GestÃ¼tzt hierauf erÃ¶ffnete die Abteilung Spezialdienste des kantonalen Steueramts am 22. Januar 2003 ein Nachsteuerverfahren gegen die Eheleute A und B; das Steuerstrafverfahren wurde lediglich gegen A erÃ¶ffnet. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 6. Mai 2003 auferlegte das kantonale Steueramt den Eheleuten A und B fÃ¼r die Steuerperioden 1993 - 1999 Nachsteuern (einschliesslich Zins) im Betrag von Fr. 9'439.60. Sodann bestrafte das kantonale Steueramt A wegen fahrlÃ¤ssiger Steuerhinterziehung mit einer Busse von Fr. 2'795.20.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. A stellte am 18. Juni 2003 fristgerecht das Begehren um gerichtliche Beurteilung des Strafbescheids, worauf die Akten am 9. Juli 2003 dem Verwaltungsgericht Ã¼berwiesen wurden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>AnlÃ¤sslich der mÃ¼ndlichen Hauptverhandlung vom 1. Oktober 2003 wurde der Angeklagte zu seiner Person und zur Sache befragt und erhielt Gelegenheit, zur neu eingereich­ten Aktennotiz eines GesprÃ¤chs zwischen Vertretern des Steueramts und Prof. Dr. Andreas Donatsch, Professor fÃ¼r Strafrecht an der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich, Stellung zu nehmen. Der Einzelrichter gab in der Folge eine vorlÃ¤ufige Beurteilung der Streitsache ab und erÃ¶ff­nete dem Angeklagten die MÃ¶glichkeit, das Begehren um gerichtliche Beurteilung des Straf­bescheids innerhalb einer Frist von 10 Tagen zurÃ¼ckzuziehen. Mit Eingabe vom 4. Ok­tober 2003 erklÃ¤rte der Angeschuldigte, am Begehren festhalten zu wollen und nahm zudem zum Protokoll der Besprechung von Vertretern des Steueramts und Prof. Dr. Donatsch Stellung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. GemÃ¤ss § 269 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) erfolgt die Beurteilung von SteuerstraftatbestÃ¤nden, die vor dem Inkrafttreten des genannten Gesetzes er­fÃ¼llt wurden, nach altem Recht, sofern nicht das neue Recht eine fÃ¼r den Steuerpflichtigen gÃ¼nstigere LÃ¶sung bringt. Die Steuerjahre 1993 bis 1998 werden daher unter Vorbehalt der lex mitior nach dem Steuergesetz vom 8. Juli 1951 (aStG) beurteilt, wÃ¤hrend fÃ¼r das Steuerjahr 1999 ohnehin das neue Recht gilt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Der Angeklagte ist gestÃ¤ndig, in den Steuerjahren 1993 - 1999 Fr. 32'188.- der Besteuerung entzogen zu haben. Er hat die Grundlagen der Berechnung der Nachsteuer im vorinstanzlichen Verfahren letztlich so anerkannt und diese auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren nicht anfechten lassen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Hingegen bestreitet er, sich im Sinn von § 188 Abs. 1 aStG bzw. § 235 Abs. 1 StG der Steuerhinterziehung schuldig gemacht zu haben, da es an jeglichem Verschulden mangle.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Ist durch Verschulden des Steuerpflichtigen eine EinschÃ¤tzung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskrÃ¤ftige EinschÃ¤tzung ungenÃ¼gend bzw. unvollstÃ¤ndig vorgenommen worden, so wird dem Steuerpflichtigen laut § 188 Abs. 1 aStG wegen Steuerhinterziehung eine Strafsteuer auferlegt bzw. der Steuerpflichtige wird gestÃ¼tzt auf § 235 Abs. 1 StG mit einer Busse bestraft. Der objektive Tatbestand dieses Delikts fÃ¤llt mit den Voraussetzungen der Nachsteuererhebung zusammen (RB ORK 1952 Nr. 65; RB 1990 Nr. 50; vgl. auch Roman Sieber in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, 2. A., Basel/Genf/MÃ¼nchen 2002, Art. 56 StHG N. 6). Dabei ist vorsÃ¤tzliche wie fahrlÃ¤ssige Tatbegehung strafbar (fÃ¼r das alte Recht: BGr, 16.12.1991, 2P.365/1991, 2P365/1989, 2P.122/1990; August Reimann/Ferdinand Zuppinger/Erwin SchÃ¤rrer, Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, 4. Band, Bern 1966, § 188 N. 17 und 24 ff; fÃ¼r das neue Recht: § 235 Abs. 1 al. 1 StG). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand der Steuerhinterziehung, dass der Steuerpflichtige vorsÃ¤tzlich oder fahrlÃ¤ssig eine VerkÃ¼rzung des gesetzlichen Steueranspruchs bewirkt hat (Art. 333 Abs. 3 des Strafgesetzbuchs [StGB] in Verbindung mit §§ 2 und 3 des kantonalen Straf- und Vollzugsgesetzes vom 30. Juni 1974).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>VorsÃ¤tzlich begeht der Steuerpflichtige die Steuerhinterziehung, wenn er sie mit Wissen und Willen bewirkt (Art. 18 Abs. 2 StGB). Nach stÃ¤ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. statt vieler: BGE 99 IV 57 E. 1b, S. 60) fÃ¤llt darunter nicht nur die direkt vorsÃ¤tzliche, sondern auch die eventualvorsÃ¤tzliche Tatbegehung, welche vorliegt, wenn der TÃ¤ter den als mÃ¶glich vorausgesehenen Erfolg fÃ¼r den Fall seines Eintritts billigt, sich mit ihm abfindet oder ihn in Kauf nimmt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>FahrlÃ¤ssig handelt der Steuerpflichtige, wenn er die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht RÃ¼cksicht genommen hat. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Steuerpflichtige die Vorsicht nicht beobachtet, zu der er nach den UmstÃ¤nden und nach seinen persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnissen verpflichtet ist (Art. 18 Abs. 3 StGB).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Zu Recht wirft die AnklagebehÃ¶rde dem Angeklagten kein vorsÃ¤tzliches Handeln vor â Hinweise auf ein solches Verhalten lassen sich den Akten nicht entnehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Hingegen musste sich der Angeklagte bei Anwendung einer ihm durchaus zumutbaren Sorgfalt bewusst sein, dass er die streitbetroffenen PrÃ¤mien, welche ihm von seiner vor­maligen Arbeitgeberin auch unter dem Status eines Pensionierten weiter zugeflossen sind, hÃ¤tte deklarieren mÃ¼ssen. Auch wenn ihm tatsÃ¤chlich zugute zu halten ist, dass die Firma C ihn offensichtlich Ã¼ber den Umstand nicht oder falsch informierte, wie diese Leistungen zu besteuern seien, hÃ¤tte dem Pflichtigen bei der ihm durchaus zuzumutenden Sorgfalt im Zusammenhang mit der ErfÃ¼llung seiner Deklarationspflicht auffallen mÃ¼ssen, dass diese PrÃ¤mien zu deklarieren sind. ZunÃ¤chst kann sich â wie das kantonale Steueramt bereits zutreffend dargelegt hat â der Angeklagte nicht darauf berufen, dass der "Lohnausweis" unvollstÃ¤ndig war. Es muss â insbesondere angesichts der grossen und Ã¶ffentlich ge­fÃ¼hrten Diskussionen um die KrankenkassenprÃ¤mien â dem Angeklagten einerseits bewusst gewesen sein, dass er selbst keine derartige Lebenshaltungskosten trug, andererseits die "Lohnausweise" keine derartige Zahlungen enthielten. Gleich wie beim Beizug eines Steuervertreters, der grundsÃ¤tzlich nichts an der steuerstrafrechtlichen Verantwortung des Steuerpflichtigen Ã¤ndert, darf sich der Steuerpflichtige nicht auf eine â allenfalls eben falsche â Auskunft seines Arbeitgebers im Zusammenhang mit der Besteuerung von derartigen Leistungen verlassen. Dass diese Auskunft bzw. die NichterwÃ¤hnung der fraglichen KrankenkassenprÃ¤mien in den Einkommensnachweisen der Firma C zumindest ungewÃ¶hn­lich war, muss auch fÃ¼r den Pflichtigen auf der Hand gelegen haben. Immerhin hat er ein Jus-Studium absolviert und sich wÃ¤hrend seiner TÃ¤tigkeit bei der Firma C vor allem mit Steuerfragen beschÃ¤ftigt. Auch wenn der Angeklagte vor allem auslÃ¤ndische Tochtergesellschaften in Steuerfragen betreut hat, ist ihm damit die SteuererklÃ¤rung an sich und auch die grundsÃ¤tzliche Konzeption des Steuerrechts im Kanton ZÃ¼rich jedenfalls bekannter und vertrauter gewesen, als einem durchschnittlichen Steuerpflichtigen ohne juristische Ausbildung und ohne praktische TÃ¤tigkeit im internationalen Steuerrecht. Angesichts der gebotenen hohen Sorgfalt bei der ErfÃ¼llung der Deklarationspflicht hÃ¤tte der Angeklagte bei Anwendung minimalster Sorgfalt den Schluss ziehen mÃ¼ssen, eine RÃ¼ckfrage beim Steueramt zur KlÃ¤rung der Rechtslage sei nÃ¶tig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Pflichtige ist im Rahmen seiner Deklaration ausdrÃ¼cklich nach "Ã¼brigen EinkÃ¼nften" gefragt worden. Nachdem dem Pflichtigen â wiederum im Licht der ihm zuzumu­tenden Sorgfalt â bewusst sein musste, dass die Firma C doch erhebliche Leistungen â im Einzelnen direkt ersichtlich aus den jeweiligen Policen der Krankenkasse E â im Zusammenhang mit der Krankenversicherung fÃ¼r ihn erbrachte, hÃ¤tte der Pflichtige bei den "Ã¼brigen EinkÃ¼nften" die Zahlung der PrÃ¤mien nennen mÃ¼ssen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Indem er dies nicht tat, handelte er entgegen seiner Auffassung in pflichtwidriger Unsorgfalt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Angeklagte ist daher der fahrlÃ¤ssigen Steuerhinterziehung im Sinn von § 188 Abs. 1 aStG bzw. § 235 Abs. 1 StG schuldig zu sprechen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Die Busse ("Strafsteuer") als Strafe fÃ¼r die Steuerhinterziehung entspricht in der Regel dem einfachen Betrag der Nachsteuer, d.h. der hinterzogenen Steuer. Liegen besondere VerhÃ¤ltnisse vor, so kann die Busse gemÃ¤ss § 188 Abs. 2 aStG bis auf einen Viertel bzw. auf einen Drittel (§ 235 Abs. 2 StG) ermÃ¤ssigt oder bis auf den dreifachen Betrag der hinterzogenen Steuer erhÃ¶ht werden. Bei einer unbestrittenen Nachsteuer von Fr. 8'386.75 erstreckt sich somit der auf den Angeklagten anwendbare Strafrahmen von Fr. 2'377.10 bis Fr. 25'160.25. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Innerhalb des Strafrahmens ist der Betrag der Busse unter BerÃ¼cksichtigung der BeweggrÃ¼nde, des Vorlebens und der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse des Schuldigen â und zwar ohne Bindung an das in § 188 Abs. 2 Satz 1 aStG bzw. Art. 235 Abs. 2 StG vorgesehene "Regelmass" (vgl. RB 1983 Nr. 73 = ZBl 84/1983, S. 326 = ZR 82 Nr. 79) â so zu bestimmen, dass dieser durch die VermÃ¶genseinbusse die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 48 Ziff. 2 Abs. 1 und Art. 63 StGB). FÃ¼r die VerhÃ¤ltnisse des TÃ¤ters sind namentlich sein Einkommen und sein VermÃ¶gen, sein Familienstand und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine Gesundheit von Bedeutung (Art. 48 Ziff. 2 Abs. 2 StGB).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das Verschulden des Angeklagten wiegt gering. Er hat sich im Wesentlichen auf die Auskunft der Firma C verlassen und â deren Rat folgend und entsprechend den von ihr erstellten Dokumenten â die Deklaration ohne die ihm zugeflossenen KrankenkassenprÃ¤mi­en vorgenommen. Dennoch hat er die unvollstÃ¤ndige Deklaration wegen mangelnder Sorgfalt im Zusammenhang mit der kritiklosen Ãbernahme dieser ungewÃ¶hnlichen AuskÃ¼nfte bzw. Dokumente zu verantworten. Hinsichtlich der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse des Angeklag­ten kann auf die vorstehenden AusfÃ¼hrungen (E. 3a/bb) verwiesen werden. Weiter strafmindernd ist das GestÃ¤ndnis des Angeklagten, sein korrektes Verhalten im Verfahren und sein guter Eindruck in der Hauptverhandlung zu wÃ¼rdigen. All diesen UmstÃ¤nden hat die Vorinstanz durch Festsetzung der Busse am unteren Rand des Strafrahmens hinreichend Rechnung getragen. Die von ihr vorgesehene Busse ist daher zu bestÃ¤tigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Verfahrenskosten dem Verurteilten aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 257 StG). Nicht erfÃ¼llt sind die Voraussetzungen fÃ¼r die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Verbindung mit § 152 und § 257 StG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. A wird der Hinterziehung von Fr. 8'386.75 Staats- und allgemeinen Gemeindesteuern der Steuerjahre 1993 - 1999 im Sinn von § 188 Abs. 1 aStG bzw. 235 Abs. 1 StG schuldig gesprochen und mit einer Busse (Strafsteuer) von Fr. 2'795.20 bestraft.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kostenauflage des kantonalen Steueramts wird bestÃ¤tigt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf<br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'560.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem Verurteilten auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>6. â¦</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>