<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 10 S.55</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Zivilprozessrecht</span> <span class="page_no">55</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>10</b></span> <span class="ft1"><b>§ 209 Abs. 2 ZPO; Art. 367 Abs. 2 OR.</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Vorsorgliche Beweisabnahme. Indem die Beweissicherung gemäss</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Art. 367 Abs. 2 OR nach der aargauischen Zivilprozessordnung in das</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Beweissicherungsverfahren gemäss §§ 209 ff. ZPO gewiesen wird und</b></span><br/> <span class="ft1"><b>dadurch die Gegenpartei und allfällige Dritte als Streithelfer in das Ver-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>fahren miteinbezogen werden und Gelegenheit erhalten, sich zur Person</b></span><br/> <span class="ft1"><b>des Experten und zum Gesuch zu äussern, und der Gerichtspräsident da-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>nach über allfällige solche Einwendungen entscheidet, wird kein Bundes-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>recht vereitelt.</b></span><br/> <br/> <span class="ft2">Aus dem Entscheid des Obergerichts, 4. Zivilkammer, vom 28. Januar 2004</span><br/> <span class="ft2">in Sachen R. AG.</span><br/> <br/> <span class="ft3"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft4">1. b) Im aargauischen Zivilprozessrecht ist die Beweissicherung</span><br/> <span class="ft4">gemäss Art. 367 Abs. 2 OR ausdrücklich in das Beweissicherungs-</span><br/> <span class="ft4">verfahren gemäss § 209 ff. ZPO gewiesen. Gemäss § 209 Abs. 2</span><br/> <span class="ft4">ZPO ist eine vorsorgliche Beweisabnahme voraussetzungslos zu-</span><br/> <span class="ft4">lässig.</span><br/> <span class="ft4">Mit der kantonalrechtlichen Lösung wird das bundesrechtlich</span><br/> <span class="ft4">geregelte Institut von Art. 367 Abs. 2 OR nicht beeinträchtigt. In die-</span><br/> <span class="ft4">sem geht es gemäss dem Gesetzestext um die Gewährleistung der</span><br/> <span class="ft4">amtlichen Prüfung des Werkes und der Beurkundung des Befundes.</span><br/> <span class="ft4">Das Bundesrecht gebietet also, dass sichergestellt ist, dass auf Ge-</span><br/> <span class="ft4">such einer Partei des Werkvertrags ein Sachverständiger bestimmt</span><br/> <span class="ft4">wird und dieser ein Gutachten abgibt, welches beurkundet wird.</span><br/> <span class="ft4">Wenn nach aargauischem Prozessrecht die andere Vertragspartei in</span><br/> <span class="ft4">das Verfahren einbezogen und ihr Gelegenheit gegeben wird, sich zur</span><br/> <span class="ft4">Person des Experten und zum Gesuch zu äussern, und der Gerichts-</span><br/> <span class="ft4">präsident über allfällige solche Einwendungen befindet (§ 213 ZPO),</span><br/> <span class="ft4">wird damit das Bundesrecht nicht vereitelt. Das Gleiche gilt selbstre-</span><br/> <span class="ft4">dend auch, wenn weitere Beteiligte, auf die allenfalls in einem späte-</span><br/> <span class="ft4">ren Prozess Regress genommen würde, einbezogen werden. Auch</span><br/> <span class="ft4">damit bleibt der bundesrechtlich zu gewährleistende Anspruch auf</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">56</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">voraussetzungslose Beweissicherung erhalten. Der Einbezug der</span><br/> <span class="ft4">Gegenpartei und allfällig weiterer Beteiligter dient auch der Rechts-</span><br/> <span class="ft4">verwirklichung, indem die Auswahl des Sachverständigen und die zu</span><br/> <span class="ft4">beantwortenden Fragen unter Mitwirkung aller Betroffener erfolgt.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>