Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 19. August 2014 (400 14 81) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Noven im Berufungsverfahren nach einem Säumnisentscheid; Anforderungen an die Be- rufungsbegründung Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader; Gerichtsschreiberin Karin Arber Parteien A. ____, vertreten durch Advokat Markus Trottmann, Advokatur am Rhein, Ei- sengasse 5, 4051 Basel, Klägerin und Berufungsbeklagte gegen B. ____, vertreten durch Advokat Silvan Ulrich, Postgasse 3, Postfach 619, 4147 Aesch, Beklagter und Berufungskläger Gegenstand Eheschutz Berufung gegen den Entscheid der Vizepräsidentin des Bezirksgerichts Arlesheim vom 24. Februar 2014 A. Mit Eingabe vom 9. Dezember 2013 an das Bezirksgeri cht Arlesheim stellte A.____ ein Gesuch um Eheschutzmassnahmen. Zu der Eheschutzverh andlung vom 21. Februar 2014 vor dem Bezirksgericht Arlesheim erschien der in Deutsc hland wohnhafte Ehemann nicht. Die vor- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht instanzliche Vizepräsidentin führte diese Verhandlung in Abwesenheit des Ehemanns durch. Mit Entscheid vom 24. Februar 2014 bewilligte sie den Eheg atten das Getrenntleben und stellte fest, dass sie dieses durch den Auszug des Ehemanns aus der e helichen Wohnung am 16. April 2013 aufgenommen hätten (Ziffer 1 des Dispo sitivs). Weiter verpflichtete sie den Ehe- mann zu Unterhaltsbeiträgen an die Ehefrau ab 1. De zember 2013 von CHF 3‘680.00 und ab 1. März 2014 bis 31. Dezember 2014 von CHF 4‘280.00 ( Ziffer 2 des Dispositivs). Auf die vor- instanzliche Begründung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. B. Gegen diesen Entscheid vom 24. Februar 2014 hat der i nzwischen durch Rechtsanwalt Silvan Ulrich vertretene Ehemann mit Eingabe vom 10. April 2014 an das Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, die Berufung erklärt. Er beantragte die Aufhebung des Ent- scheids vom 24. Februar 2014 und dass festzustellen sei, dass die hiesigen Gerichte in der vorliegenden Sache nicht zuständig seien. Eventualiter s ei die Sache zum neuen Entscheid an die Vorinstanz zurück zu weisen. Subeventualiter sei Ziffer 2 des angefochtenen Entscheids aufzuheben; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Ehefrau. Als Begrün- dung brachte er vor, die Ehefrau habe im Zeitpunkt de r Einreichung ihres Eheschutzgesuchs Wohnsitz in Deutschland gehabt und der Mietvertrag über die Wohnung in V.____ beginne erst am 1. März 2014. In W.____ hätten die Parteien pro f orma ein Atelier angemietet, wo jedoch niemand gewohnt habe. Daher sei das angerufene Bezirksg ericht Arlesheim nicht zuständig, weshalb der Ehemann am dortigen Verfahren nicht teil genommen und sich darauf nicht einge- lassen habe. Weiter monierte er, mit Ausnahme des angefochtenen Entscheids seien sämtliche gerichtlichen Vorladungen und Verfügungen im vorinstanzlichen Verfahren dem Ehemann nicht auf dem ordentlichen Rechtshilfeweg zugestellt worden , sondern per Post. Derartige Zustellun- gen seien im internationalen Verhältnis formell ung ültig, weshalb sie als nicht zugestellt gelten würden. Der angefochtene Entscheid sei daher unter Verletzung des rechtlichen Gehörs ergan- gen und deshalb aufzuheben. Falls der Hauptantrag ab gewiesen werden sollte, sei entspre- chend dem Eventualantrag die Sache an die Vorinstanz zur Durchführung eines ordentlichen Verfahrens unter Teilnahme des Ehemanns zurück zu weisen. Weiter brachte der Ehemann vor, der Ehefrau sei ein Einkommen von mindestens CHF 5‘ 000.00 anzurechnen. Schliesslich hat er in seiner Berufung die vorinstanzliche Unterhal tsberechnung hinsichtlich des ihm ange- rechneten Einkommens sowie betreffend Grundbedarf beider Ehegatten bestritten. Auf die wei- teren Ausführungen in der Berufung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. C. In der Berufungsantwort vom 11. Mai 2014 führte die E hefrau aus, sie habe im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung Wohnsitz und Lebensmittelpunkt in W.____ gehabt. Weiter äusserte sie sich zu ihrem Einkommen, zum Einkommen des Ehemanns u nd zu dessen Grundbedarf. Auf diese Ausführungen der Ehefrau wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Verfügung vom 14. Mai 2014 schloss die Kantonsgerich tspräsidentin den Schriften- wechsel und liess die Parteien zur Hauptverhandlung vorladen. E. Mit Eingabe vom 25. Juli 2014 teilte Rechtsanwalt Mar kus Trottmann mit, dass ihn die Berufungsbeklagte mit der anwaltlichen Interessenvertr etung betraut habe und er ersuchte für diese um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Mit Verfügung vom 28. Juli 2014 wurde Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Parteien mitgeteilt, dass über das Gesuch der Beruf ungsbeklagten um unentgeltliche Rechtspflege mit der Hauptsache entschieden werde. F. Zu der Hauptverhandlung vom 19. August 2014 vor dem Ka ntonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, erschienen beide Part eien je mit ihren Rechtsvertretern. Der Ehemann bringt als Novum vor, dass er die Scheidung in De utschland eingereicht habe und ihm dort die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden sei. Die Ehefrau reichte als Novum die Abrechnung der AHV mit dem gemeldeten Einkommen des Ehemanns ein. Beide Parteien wa- ren einverstanden, dass diese Noven zu den Akten genommen werden können. Es folgte eine informelle Parteibefragung ohne Protokollierung im H inblick auf einen Vergleich. Nachdem kei- ne Vereinbarung zustande kam, trugen die Rechtsvertreter die Plädoyers vor. Der Rechtsvertre- ter des Ehemanns hielt an den bereits in der Berufung vom 10. April 2014 aufgeführten Rechts- begehren und der dortigen Begründung fest. Der Rechts vertreter der Ehefrau beantragte die Bestätigung des angefochtenen Entscheids und die vollumfä ngliche Abweisung der Berufung; eventualiter sei in teilweiser Abänderung des vorinstanzl ichen Entscheids der Unterhaltsbeitrag von 1. Dezember 2013 bis 28. Februar 2014 auf CHF 3‘0 75.00 und von 1. März 2014 bis 31. Dezember 2014 auf CHF 2‘916.00 festzusetzen. Auf die weiteren Ausführungen wird, so- weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Erwägungen 1. Gegen Eheschutzentscheide, welche in Anwendung des summar ischen Verfahrens erge- hen (vgl. Art. 271 lit. a ZPO), kann gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 ZPO Berufung erho- ben werden, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechte rhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt. Die Berufung ist schriftlich und begründet innert zehn Tagen seit Zustel- lung des begründeten Entscheids bzw. seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegrün- dung bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 311 Abs. 1 ZPO). Im vorliegenden Fall wurde der schriftlich begründete Entscheid der Bezirksgerichtsvizepräsidentin Arlesheim vom 24. Februar 2014 dem Rechtsvertreter des Berufungsklägers am 1. April 2014 zugestellt, womit die Frist mit der Berufungseingabe vo m 10. April 2014 eingehalten ist. Die Streitwertgrenze ist ebenfalls erreicht. Gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO ist das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteil ung von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Bezirksgerichte, die im summarischen Ver fahren ergangen sind, sachlich zu- ständig. 2.1 Die Vorinstanz erwog, der Ehemann sei mit Verfügung vo m 12. Dezember 2013 zur Ehe- schutzverhandlung am 21. Februar 2014 vorgeladen worden und die Vorladung sei ihm rechts- hilfeweise durch das Amtsgericht in X.____ zugestellt wor den. Der Ehemann sei der Ehe- schutzverhandlung unentschuldigt fern geblieben. Die Ehef rau habe ausgeführt, der Ehemann habe Kenntnis von dieser Verhandlung gehabt. Aufgrund der rechtshilfeweise erfolgten Zustel- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung der Vorladung an den Ehemann könne die Eheaudi enz ordnungsgemäss durchgeführt werden, wobei gestützt auf die eingereichten Unterlag en sowie die Aussagen der Ehefrau, so- weit diese glaubwürdig erscheinen würden, abzustellen sei (Erwägungen 7 bis 11 des vo- rinstanzlichen Entscheids). 2.2 Der Ehemann macht geltend, mit Ausnahme des angefocht enen Entscheids seien ihm sämtliche gerichtlichen Vorladungen und Verfügungen im vorinstanzlichen Verfahren nicht auf dem ordentlichen Rechtshilfeweg, d.h. über das Amtsger icht X.____, zugestellt worden, son- dern per Post. Derartige Zustellungen seien im interna tionalen Verhältnis formell ungültig, wes- halb sie als nicht zugestellt gelten würden. Er habe sich aufgrund dieses Formmangels nicht auf das vorinstanzliche Verfahren einlassen müssen. Der angefoch tene Entscheid sei unter Verlet- zung seines rechtlichen Gehörs ergangen und deshalb aufzuheben. 2.3 Aus den vorinstanzlichen Akten geht hervor, dass die Vorin stanz dem Ehemann die Ver- fügung vom 10. Dezember 2013 (Frist zur Einreichung von Unterlagen) sowie die Verfügung vom 15. Januar 2014 (Nachfrist zur Einreichung von Unter lagen) jeweils mit Post (Einschreiben mit Rückschein) an dessen jeweilige Adresse in Deutschland zustellte. Dagegen stellte sie die Vorladung für die Gerichtsverhandlung vom 21. Februar 2014 rechtshilfeweise über das Amts- gericht in X.____ zu. Das Amtsgericht X.____ bestätigte so dann mit dem Zustellungszeugnis vom 2. Januar 2014, dass die Zustellung an B.____, Y.___ _strasse 410 in Z.____, am 23. De- zember 2013 durch Einwerfen der Dokumente in den zur W ohnung gehörenden Briefkasten (§ 180 der deutschen Zivilprozessordnung) erfolgt sei, d a die Übergabe des Schriftstücks an den Zustellungsempfänger persönlich nicht möglich gewese n sei. Die Vorladung an den Ehe- mann erfolgte somit über die Amtshilfe nach den Vorga ben des Haager Übereinkommens vom 15. November 1965 über die Zustellung gerichtlicher und aussergerichtlicher Schriftstücke im Ausland in Zivil- oder Handelssachen (SR 0.274.131). Der Ehemann kann somit mit seiner Be- hauptung, mit Ausnahme des Entscheids seien ihm sämtliche gerichtliche Vorladungen und Verfügungen im vorinstanzlichen Verfahren nicht auf dem ordentlichen Rechtshilfeweg zuge- stellt worden, nicht gehört werden, ist doch die Vorlad ung zur vorinstanzlichen Verhandlung aktenkundig auf dem Rechtshilfeweg zugestellt worden. D a die Vorladung an den Ehemann formell korrekt erfolgte, kann er auch nicht geltend m achen, er habe sich aufgrund des Form- mangels nicht auf das Verfahren einlassen müssen. Es wäre dem Ehemann offen gestanden, an der vorinstanzlichen Verhandlung teilzunehmen und si ch dort in der Sache zu äussern. Er kann sich nunmehr nicht auf eine Gehörsverletzung berufen, wenn er trotz korrekter Vorladung nicht zur vorinstanzlichen Verhandlung erschienen ist, zum al auf der Vorladung darauf hinge- wiesen wurde, dass bei Säumnis einer Partei das Gericht seinem Entscheid die Akten sowie die Vorbringen der anwesenden Partei zu Grunde legen kann und auch bei Säumnis der Entscheid fristauslösend eröffnet werden kann. Der Ehemann bringt nicht vor, dass er keine Kenntnis vom vorinstanzlichen Verhandlungstermin gehabt habe. Sein Ev entualantrag, die Sache sei zur Durchführung eines ordentlichen Verfahrens unter Teilnahme des Ehemanns an die Vorinstanz zurück zu weisen (Rechtsbegehren Ziffer 3), ist entspreche nd diesen Ausführungen abzuwei- sen. 3. Neue Tatsachen und Beweismittel werden gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO im Berufungsver- fahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorg ebracht werden (lit. a) und trotz zu- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht mutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebra cht werden konnten (lit. b). Die Beru- fung dient nicht dazu, die prozessualen Säumnisse einer Partei zu korrigieren oder das vor- instanzliche Verfahren zu wiederholen. Jede Partei, we lche neue Tatsachen oder Beweismittel einreicht, hat zu behaupten und zu beweisen, dass dies ohne Verzug geschieht. Will eine Partei unechte Noven einreichen, so trägt sie die Beweislast für die Zulässigkeit der Noven und muss zusätzlich darlegen und beweisen, dass sie umsichtig und sorgf ältig gehandelt hat, sie aber dennoch keine frühere Kenntnis von den neu vorgebrachten Tatsachen und Behauptungen hat- te (Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürich vom 5. Feb ruar 2014, LB140003, E. 4.1). Der Ehemann legt mit der Berufung diverse Noven ein, ohne auszuführen, weshalb es ihm nicht möglich gewesen sein soll, diese bereits bei der Vorinsta nz vorzubringen. Da der Ehemann korrekt vorgeladen wurde (siehe Erwägungen Ziffer 2 hiervor), wäre es ihm offen gestanden, an der vorinstanzlichen Verhandlung Ausführungen zum Wohnsi tz der Ehefrau sowie zum Bedarf und Einkommen der Ehegatten vorzubringen und dort en tsprechende Unterlagen vorzulegen. Seine diesbezüglichen Ausführungen und Unterlagen, welche erst im Berufungsverfahren gel- tend gemacht bzw. eingereicht wurden, können daher nich t berücksichtigt werden, zumal der Ehemann nicht vorbringt und auch nicht ersichtlich ist, d ass es ihm nicht möglich gewesen sein soll, diese Ausführungen und Unterlagen bereits bei der Vorinstanz vorzubringen. Auch wenn in Eheschutzverfahren der Sachverhalt von Amtes wegen festzuste llen ist (Art. 272 ZPO), sind im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel nur noch unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zuzulassen (BGE 138 III 625). Gemäss Art. 234 Abs. 1 ZPO berücksichtigt das erstinstanzliche Gericht bei Säumnis einer Par- tei die Eingaben, die nach Massgabe der ZPO eingereich t worden sind und es kann seinem Entscheid unter Vorbehalt von Art. 153 ZPO die Akten so wie die Vorbringen der anwesenden Partei zu Grunde legen. Nachdem der Ehemann bei der V orinstanz trotz korrekter Vorladung unentschuldigt nicht zur Verhandlung erschienen ist und im dortigen Verfahren nicht mitgewirkt hatte, stellte die Vorinstanz für ihren Entscheid in An wendung von Art. 234 Abs. 1 ZPO zu Recht auf die von der Ehefrau eingereichten Unterlagen und deren Ausführungen ab. Der vo- rinstanzliche Entscheid ist daher aufgrund der Unterlagen, wie sie der Vorinstanz vorlagen, und der von der Ehefrau an der vorinstanzlichen Verhandlun g gemachten Aussagen zu prüfen, oh- ne Berücksichtigung der vom Ehemann erst mit Berufung un d damit verspätet eingereichten Unterlagen und der erst in der Berufung erfolgten Ta tsachenbehauptungen. Auf die Darlegun- gen des Ehemanns in der Berufung ist im Lichte dieser Novenregelung einzugehen. 4.1 Die Vorinstanz führte aus, die Ehefrau habe im Zeitpun kt der Gesuchseinreichung am 9. Dezember 2013 ihren Wohnsitz in W.____ gehabt, wesh alb die örtliche und sachliche Zu- ständigkeit des Bezirksgerichts Arlesheim gegeben sei (Er wägung Ziffer 5 des angefochtenen Entscheids). 4.2 Der Ehemann macht geltend, die Ehefrau habe zum Zei tpunkt, als sie das Begehren um Eheschutz eingereicht habe, keinen Wohnsitz in der Schweiz gehabt, sondern in Deutschland in der ehemaligen Wohnung in Z.____ gewohnt. Diese Wohnung sei gekündigt gewesen, die Ehe- frau habe jedoch Widerspruch gegen die Kündigung einge legt und habe sich am dortigen Ver- fahren unter ihrer deutschen Adresse beteiligt. Der auf die Ehefrau lautende Mietvertrag über die Wohnung in V.____ beginne erst per 1. März 2014. Soweit die Ehefrau mit einer Schweizer Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Adresse im Handelsregister eingetragen gewesen sei, han dle es sich um eine bereits vor der Trennung der Parteien bestehende Zweitadresse, um fo rmell den gesetzlichen Anforderungen an den Wohnort eines Organs einer GmbH Rechnung zu trag en. In W.____ hätten die Parteien pro forma ein Atelier ohne jegliche Infrastruktur ange mietet. Das sei keine Wohnung und ge- wohnt habe dort nie jemand. Da die Ehefrau in Deutsc hland gewohnt habe, sei das Bezirksge- richt Arlesheim nicht zuständig gewesen, weshalb der Ehe mann nicht am dortigen Verfahren teilgenommen und sich auch nicht darauf eingelassen ha be. Der angefochtene Entscheid sei von einem nicht zuständigen Gericht gefällt worden und deshalb aufzuheben. 4.3 Die Ehefrau bestreitet diese Ausführungen und bringt vor, sie habe sich im Januar 2010 in Deutschland abgemeldet und im Zeitpunkt der Gesuchseinr eichung Wohnsitz und Lebensmit- telpunkt in W.____ gehabt. Die Zustellung der Gerichts akten im Mietrechtsverfahren in Deutschland sei auf Wunsch und persönlicher Absprache des d eutschen Gerichts an die Ad- resse in Z.____ erfolgt, weil auf ihrem Ausweis „keine H auptwohnung in Deutschland“ stehe, jedoch vom Gericht eine deutsche Zustelladresse gefordert worden sei. 4.4 Die örtliche Zuständigkeit ist eine Prozessvoraussetzung (A rt. 59 Abs. 2 lit. b ZPO) und von Amtes wegen zu prüfen (Art. 60 ZPO). Die Vorinstan z führte in Ziffer 5 der Entscheidbe- gründung aus, die Ehefrau habe im Zeitpunkt der Gesuchse inreichung am 9. Dezember 2013 ihren Wohnsitz in W.____ gehabt. Der Ehemann, welcher sich am vorinstanzlichen Verfahren nicht beteiligte, erhob dort die Einrede der Unzustän digkeit nicht. Die Vorinstanz konnte auf- grund der ihr vorgelegenen Dokumente ohne Weiteres d avon ausgehen, dass die Ehefrau Wohnsitz in W.____ hat. So waren die eingereichten Doku mente an die Adresse der Ehefrau in W.____ ausgestellt, wie etwa die Krankenversicherungspol ice, die Lohnabrechnungen und Lohnausweise, die Verfügung vom 26. November 2013 der Ö ffentlichen Arbeitslosenkasse, sowie das Steuererklärungsformular. Ohne Wohnsitz in der Schweiz hätte die Ehefrau weder eine Schweizerische Steuererklärung einreichen noch hät te sie sich bei der hiesigen Arbeitslo- senversicherung anmelden können. Die Vorinstanz konnte a ufgrund dieser Unterlagen vom Wohnsitz der Ehefrau in W.____ im Zeitpunkt der Gesuch seinreichung ausgehen. Es lagen keine Anhaltspunkte vor, an diesem Wohnsitz zu zweifeln, zumal der Ehemann bei der Vor- instanz nicht eingewendet hat, die Ehefrau habe Wohnsit z in Deutschland. Den Einwand, die Ehefrau habe im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung Wohnsi tz in Deutschland gehabt, hat der Ehemann erst mit der Berufung erhoben. Es handelt sich um eine neue Tatsachenbehauptung, welche gestützt auf Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht berücksichti gt werden kann (siehe Erwägung Ziffer 3 hiervor). Selbst wenn dieser Einwand berücksicht igt wird, wäre dem Ehemann nicht zu- zustimmen. Diesfalls sind nämlich auch die von der Ehefrau mit ihrer Berufungsantwort einge- reichten zusätzlichen Unterlagen betreffend ihren Wohnsi tz zu berücksichtigen, hat doch der Ehemann den Einwand der Unzuständigkeit erst im Beruf ungsverfahren vorgebracht, sodass die Ehefrau folglich erst dann Anlass hatte, diesbezügli ch weitere Unterlagen einzureichen. Diese neuen Unterlagen bestätigen die Wohnsitzverlegun g der Ehefrau von Deutschland in die Schweiz zusätzlich. So geht insbesondere aus der Aufenthaltsbewilligung hervor, dass die Ehe- frau am 13. Januar 2010 in die Schweiz einreiste. Im März 2010 wurde ihr sodann entspre- chend dem Schreiben der Motorfahrzeugkontrolle Basel-Lan dschaft vom 26. März 2010 der Schweizerische Führerschein ausgestellt. Aus der Wohnsitzbesch einigung vom 14. Februar Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2011 der Gemeinde W.____ geht hervor, dass die Ehefra u am 1. Juli 2010 nach W.____ gezo- gen ist und aus der Wegzugsmeldung dieser Gemeinde wird ersichtlich, dass sich die Ehefrau per 28. Februar 2014 in W.____ abgemeldet hat und n ach V.____ gezogen ist. Auch aus den definitiven Steuerveranlagungen 2012 und 2013 geht h ervor, dass die Ehefrau Wohnsitz in W.____ hatte. Überdies befindet sich auf ihrem deutschen Personalausweis vom 14. April 2011 unter „Anschrift/Address/Adresse“ der Vermerk „keine Haup twohnung in Deutschland“. All dies zeigt, dass die Ehefrau im Zeitpunkt der Einreichung ihr es Eheschutzgesuchs in W.____ wohn- te und angemeldet war und das Bezirksgericht Arlesheim somit örtlich zuständig war. Dass sich die Ehefrau zusammen mit dem Ehemann am Amtsgericht X. ____ gegen die vom Vermieter ausgesprochene Kündigung der Wohnung in Z.____, wel che offenbar von beiden Ehegatten gemietet wurde, wehrte und sie im dortigen Verfahren unter der Adresse in Z.____ geführt wird, stellt noch keinen Beweis für einen Wohnsitz in Z.____ d ar, zumal in der Schweiz wohnhafte Personen zusätzlich eine Wohnung im Ausland mieten können . Im Übrigen datiert der Wider- spruch der Ehefrau gegen die Kündigung der Wohnung in Z.____ vom 28. Oktober 2013 und damit ohnehin vor der Gesuchseinreichung vom 9. Dezem ber 2013 im vorliegenden Ehe- schutzverfahren und kann daher keinen Aufschluss über deren Wohnsitz per 9. Dezember 2013 geben. Von den vorgelegten Dokumenten des Mietstreits in Deutschland datiert einzig das Pro- tokoll des Amtsgerichts X.____ vom 12. März 2014 (Berufung sbeilage 5) nach dem Eheschutz- gesuch vom 9. Dezember 2013. Auch aus diesem Protokoll lässt sich jedoch nicht entnehmen, dass die Ehefrau per 9. Dezember 2013 in Z.____ gewoh nt haben soll, führte sie vor dem Amtsgericht X.____ doch aus, sie sei schon aus der Wohnung ausgezogen, ohne Angabe, wann der Auszug erfolgt sei. Aus dem Mietrechtsverfahren in Deutschland lässt sich daher nicht ableiten, dass die Ehefrau im Zeitpunkt der Gesuchseinre ichung vom 9. Dezember 2013 in Deutschland wohnte. Vielmehr ist aufgrund der genannt en zahlreichen Dokumente der Ehefrau von ihrem Wohnsitz in W.____ auszugehen. Folglich war da s Bezirksgericht Arlesheim für das Eheschutzgesuch örtlich und sachlich zuständig. Die Berufu ngsanträge des Ehemanns, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben (Rechtsbegehren Zif fer 1) und es sei festzustellen, dass die hiesigen Gerichte in der vorliegenden Sache nic ht zuständig seien (Rechtsbegehren Ziffer 2), sind daher abzuweisen. 5.1 Der Ehemann beantragt sodann subeventualiter die Auf hebung von Ziffer 2 des angefoch- tenen Entscheids. Mit diesem Begehren wehrt er sich gege n die festgelegten Unterhaltsbeiträ- ge. Allerdings versäumt er es, in der Sache einen Antrag zu stellen und im Rechtsbegehren anzugeben, wie über die Unterhaltsbeiträge zu entschei den ist. Ein Rechtsbegehren muss so bestimmt sein, dass es im Falle der Gutheissung der Klag e unverändert zum Urteil erhoben werden kann. Da die Berufung grundsätzlich ein reform atorisches Rechtsmittel ist, reicht es nicht aus, lediglich die Aufhebung des erstinstanzlichen En tscheids zu verlangen, sondern es muss ein Antrag in der Sache gestellt werden (P ETER REETZ /S TEFANIE THEILER , in: Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri- schen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 311 N 34; MARTIN H. STERCHI , in: Berner Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnun g, Band II, Bern 2012, Art. 311 N 15). Es stellt sich daher die Frage, ob das Subeventua lbegehren den verlangten Anforderun- gen genügt und auf dieses eingetreten werden kann. D ie Rechtsfolge des Nichteintretens steht jedoch unter dem Vorbehalt des überspitzten Formalismus. Daraus folgt, dass auf eine Beru- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht fung mit formell mangelhaften Rechtsbegehren ausnahmswe ise einzutreten ist, wenn sich aus der Begründung, allenfalls in Verbindung mit dem ang efochtenen Entscheid, ergibt, was der Berufungskläger in der Sache verlangt oder- im Falle von zu beziffernden Rechtsbegehren – welcher Geldbetrag zuzusprechen ist (BGE 137 III 617, E. 6.2). Der Berufungskläger führt in der Berufung aus, er könne mit seinem effektiven Einkommen seinen Bedarf nicht decken, weshalb für die Zahlung eines Unterhaltsbeitrags kein Spielra um bestehe (S. 6 der Berufung). Weiter stellt er sich auf den Standpunkt, dass die Ehefrau ihre n Bedarf mit einem eigenen Einkommen decken könne und ihr damit kein Unterhaltsanspruch zusteh e (S. 6 der Berufung). Daraus geht hervor, dass er der Meinung ist, dass gar kein Unterhaltsbeitrag festzusetzen ist. Indem aus der Berufungsbegründung hervorgeht, was der Ehemann betre ffend Unterhaltsbeitrag verlangt, ist auf das formell mangelhafte Subeventualbegehren ausnahmsweise dennoch einzutreten. 5.2 Zum Subeventualbegehren macht der Ehemann in der Be rufungsbegründung sodann unter Ziffer 6 f. Ausführungen zum Einkommen und dem Bedarf beider Ehegatten. In der Beru- fungsbegründung ist darzulegen, aus welchen Gründen d er angefochtene Entscheid falsch ist und deshalb abgeändert werden muss. Der Berufungskläger kann die Abänderung des ange- fochtenen Entscheids auf drei verschiedene Arten begründen : Er kann die Rechtsanwendung inkl. Ermessensausübung der Vorinstanz sowie deren tatsächl iche Feststellungen gemäss Art. 310 ZPO angreifen oder er kann neue Angriffs- und Verteidigungsmittel gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO ins Feld führen (BENEDIKT SEILER , Die Berufung nach ZPO, Zürich/Basel/Genf 2013, N 894 und 1233). Die ZPO legt nicht ausdrücklich fest, welchen A nforderungen die Begründung zu genügen hat. Verlangt ist im Sinne einer sog. Begründ ungslast, dass sich die Berufung führen- de Partei sachbezogen mit den Entscheidgründen des er stinstanzlichen Entscheides auseinan- dersetzt, dass sie also dem Berufungsgericht erkennbar im Wesentlichen darlegt, inwiefern von der ersten Instanz Recht falsch angewendet und welcher S achverhalt unrichtig festgestellt wor- den sein soll (vgl. Art. 310 ZPO). Der gesetzlichen Be gründungslast im Sinne einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Entscheid der ersten Instanz g enügen daher in einer Berufungs- schrift weder blosse Wiederholungen der eigenen Vorbrin gen vor erster Instanz, die von dieser bereits abgehandelt wurden, noch blosse Verweise in der Berufungsschrift auf die eigenen Sachdarstellungen vor der ersten Instanz. Ungenügend ist sodann bloss allgemeine formelhafte Kritik an den erstinstanzlichen Erwägungen, wie z.B. die se seien falsch, rechtswidrig oder will- kürlich, ohne dass zugleich dargetan wird, warum dem au s der Sicht der Berufung führenden Partei so sein soll. In der Begründung ist nicht nur d arzutun, weshalb das Verfahren so ausge- hen sollte, wie der Rechtsmittelkläger dies will. Es ist eben auch aufzuzeigen, weshalb der vor- instanzliche Entscheid fehlerhaft ist bzw. weshalb zulässige neue Tatsachen und Beweismittel einen anderen Schluss aufdrängen. Der Berufungskläger h at die von ihm kritisierten Passagen des Entscheids wie auch die Dossierunterlagen, auf die e r seine Kritik stützt, genau zu be- zeichnen. Die Rechtsmittelinstanz muss nicht nach allen den kbaren möglichen Fehler eigen- ständig forschen (REETZ /T HEILER , a.a.O., N 36 zu Art. 311; OLIVER M. KUNZ , in: Kunz/Hoffmann- Nowotny/Stauber, ZPO-Rechtsmittel Berufung und Beschwe rde, Basel 2013, N 82 ff. zu Art. 311 ZPO; I VO HUNGERBÜHLER , in: Brunner/Gasser/Schwander, Schweizerische Zivilpro - zessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, Art. N 27 ff. zu A rt. 311 ZPO). Die Ansetzung einer Nach- frist nach Ablauf der Rechtsmittelfrist beim Fehlen von Rechtsmittelanträgen oder bei ungenü- gender Begründung des Rechtsmittels ist ausgeschlossen, a ndernfalls die gesetzlich vorgese- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht hene Berufungsfrist unterlaufen werden könnte (vgl. statt vieler: BENEDIKT SEILER , Die Berufung nach ZPO, Zürich 2013, Rz. 918). Soweit der Berufungskl äger seinen Subeventualantrag mit Noven begründen will, welche gestützt auf Art. 317 Abs. 1 ZPO jedoch nicht berücksichtigt wer- den können, fehlt es an einer Rechtfertigung dieses Antr ags. Sind die Noven nicht zu berück- sichtigen, kann der Berufungskläger nämlich auch nicht au fzeigen, dass sich aufgrund dieser Noven ein anderer Schluss aufdrängt, so dass die Berufun g diesbezüglich abzuweisen ist. Will der Berufungskläger dagegen eine unrichtige Rechtsanwend ung und/oder unrichtige Feststel- lung des Sachverhalts durch die Vorinstanz rügen (Berufungsgründe nach Art. 310 ZPO), hat er sich mit den entsprechenden vorinstanzlichen Erwägungen aus einanderzusetzen, ansonsten mangels rechtsgenüglicher Begründung auf diese Rügen nicht einzutreten ist. Auf die Ausführungen des Ehemanns zu Einkommen und Bed arf beider Ehegatten, ist unter Berücksichtigung der Novenregelung (siehe Erwägung Ziff er 3 hiervor) sowie der Anforderun- gen an Berufungsbegründungen (siehe vorgehenden Absatz) nachfolgend einzugehen. 6.1 Der Ehemann macht geltend, der Ehefrau sei ein Einko mmen von mindestens CHF 5‘000.00 anzurechnen. Sie sei Steuerfachangestellte bzw. Steuerfachfrau, 45 Jahre alt, gesund, ungebunden und ohne Erziehungspflichten und d amit voll erwerbsfähig. Sie sei bis Ende August 2013 erwerbstätig gewesen und zudem bis An fang November 2013 als Ge- schäftsführerin der C.____GmbH tätig gewesen. Es besteh e kein Grund, weshalb sie jetzt kei- ner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen könne. Der Ehema nn führt in der Berufung mit keinem Wort aus, auf welche Berufungsgründe er sich diesbezüg lich stützen will. Soweit er sich auf Noven berufen will, ist festzustellen, dass er diese Be hauptungen bei der Vorinstanz nicht vor- brachte und dort insbesondere nicht geltend machte, es se i der Ehefrau ein hypothetisches Einkommen von CHF 5‘000.00 anzurechnen. Er führt auch nicht aus, weshalb ihm dies bei der Vorinstanz nicht möglich gewesen sein soll. Es handelt sich somit um Noven, welche in Anwen- dung von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht zu berücksichtigen sind (siehe Erwägung Ziffer 3 hiervor). 6.2 Falls der Ehemann dagegen mit diesen Ausführungen ei ne unrichtige Rechtsanwendung oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz geltend machen will, ist da- rauf nicht einzutreten. Die Vorinstanz führte aus, der Ehefrau sei nach eigenen Angaben per 28. August 2013 wegen zu geringer Auftragslage gekündig t worden und dass sie seither auf Stellensuche sei, wobei sich diese aufgrund des Alters und der Ausbildung der Ehefrau schwie- rig gestalten würde. Um bessere Chancen auf dem Arbeit smarkt zu haben, absolviere sie der- zeit eine Weiterbildung an der Hochschule in Luzern. Der Ehefrau sei somit kein hypothetisches Einkommen anzurechnen (Erwägungen 38-40 des vorinstanzlichen Entscheids). Die Vorinstanz ging allerdings davon aus, dass die Ehefrau bis Ende Jah r 2014 eine Arbeitsstelle antritt und hat die Unterhaltsbeiträge entsprechend auch nur bis De zember 2014 festgesetzt. Sofern der Ehemann mit seinen Ausführungen zum Einkommen der Eh efrau implizit eine unrichtige Rechtsanwendung und/oder unrichtige Feststellung des S achverhalts geltend machen will, ist seine Begründung nicht rechtsgenüglich, da er sich mit d iesen Erwägungen der Vorinstanz nicht auseinandersetzt, sondern lediglich seine Sicht d er Dinge unter Verweis auf die nicht zu- lässigen Noven darlegt, und nicht ausführt, inwiefern die vorinstanzlichen Erwägungen in Anbe- tracht der bei der Vorinstanz eingereichten Unterlagen und vorgebrachten Ausführungen falsch sein sollen. Damit kommt er seiner Begründungspflicht nicht nach, so dass auf seine Ausfüh- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungen zum Einkommen der Ehefrau nicht einzutreten i st. Selbst wenn auf diese Rügen einzu- treten wäre, könnte den Ausführungen des Ehemanns nicht gefolgt werden. Aufgrund der Aus- sagen der Ehefrau bei der Vorinstanz und der vorgeleg enen Anmeldung bei der Arbeitslosen- kasse konnte die Vorinstanz davon ausgehen, dass die Ehefra u arbeitslos ist und kein Ein- kommen generiert. Der Ehemann behauptet denn auch nic ht, die Ehefrau verdiene effektiv ei- nen Lohn oder könne problemlos eine neue Stelle finde n. Aufgrund der Ausführungen der Ehe- frau konnte die Vorinstanz auch davon ausgehen, dass sich d ie Stellensuche aufgrund ihres Alters und ihrer Ausbildung schwierig gestalten kann, h at die Ehefrau an der vorinstanzlichen Verhandlung doch plausibel ausgeführt, dass sie sich über all bewerbe, aber aufgrund ihrer Ausbildung meistens überqualifiziert sei und die pote ntiellen Arbeitgeber meinen, sie würde einen hohen Lohn verlangen. Der Vorinstanz kann dahe r keine falsche Rechtsanwendung vor- geworfen werden, wenn sie aufgrund der ihr vorgelegen en Dokumente und der Ausführungen der Ehefrau davon ausging, dass es für diese schwierig ist, eine Stelle zu finden und sie ihr, um die Chancen auf dem Stellenmarkt zu erhöhen, Zeit für die Weiterbildung einräumte wie auch eine gewisse Übergangsfrist für die Stellensuche, und f olglich der Ehefrau bis Ende Dezember 2014 kein hypothetisches Einkommen anrechnete. Die entsp rechenden Rügen des Ehemanns wären, selbst wenn auf diese einzutreten wäre, abzuweisen. 7. Der Ehemann bestreitet unter Ziffer 7 seiner Berufun gsbegründung generell die vor- instanzliche Bedarfsberechnung, soweit sie nicht als richtig anerkannt werde. Er führt aus, diese stütze sich einzig und allein auf die nicht kritisch hinte rfragten und teilweise unrichtigen Anga- ben der Ehefrau. Bei diesem Vorbringen handelt es sich um appellatorische Kritik, auf welche nicht einzutreten ist. 8. Der Ehemann führt weiter aus, sein Lohnausweis gebe nicht seine effektiven Bezüge wie- der, sondern nur den Lohn, wie er gegenüber der Sozi alversicherung deklariert worden sei. Ef- fektiv habe er im vergangenen Jahr CHF 42‘120.40 ausbezahlt erhalten. Der Geschäftsgang sei schlecht und lasse gegenwärtig nur einen Bruttolohn von monatlich CHF 4‘000.00 zu. Bei die- sen Ausführungen des Ehemannes handelt es sich ebenfalls um neue Tatsachenbehauptun- gen, welche gestützt auf Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO ni cht berücksichtigt werden können (siehe Erwägung Ziffer 3 hiervor). Die Vorinstanz hat auf den Lohnausweis 2013 des Ehemanns von CHF 74‘954.00 abgestellt und ausgeführt, das Erwerbsein kommen des Ehemanns werde sich im Jahr 2014 aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtprogn osen aller Voraussicht nach nicht ver- schlechtern (Erwägungen 36 und 37 des angefochtenen En tscheids). Weder legt der Ehemann dar, was an diesen Erwägungen falsch sein soll, noch ist eine falsche Rechtsanwendung oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinst anz ersichtlich. Der Ehemann ist da- her auch bezüglich der Ausführungen zu seinem Einkommen nicht zu hören. Dies gilt umso mehr, als der ausgestellte Lohnausweis 2013 ohnehin glau bwürdiger ist als die Behauptungen des Ehemanns, welche er mit einem selbst geführten Buchhaltungskonto beweisen will. 9. Zu seinem Bedarf macht der Ehemann geltend, er bezah le für das Logis in Deutschland monatlich 500 Euro für Kaltmiete, umgerechnet CHF 615.00. In Basel habe er eine kleine Woh- nung für CHF 700.00 in Untermiete gemietet. Weiter bezahle er Gartenmiete von 60 Euro, um- gerechnet CHF 74.00, und Miete für einen Einstellha llenplatz von 83.30 Euro, umgerechnet CHF 102.00. Weiter bezahle er monatliche Kinderalimen ten von total 514 Euro, umgerechnet Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 632.00. Die Krankenkassenprämie betrage CHF 302.30 und jene für die Zahnversicherung 100.43 Euro, umgerechnet CHF 124.00. Da er stets auf Baustellen sei, bestehe ein erhöhter Aufwand für Essen und Kleider; die diesbezüglichen E rwerbsunkosten würden monatlich CHF 400.00 betragen. Insgesamt beziffert er seinen Bedarf inklusive Grundbetrag von CHF 1‘200.00 und Steuern von CHF 300.00 auf total CHF 4‘549.00. Auch bei diesen Ausführungen und den diesbezüglich eingereichten Unterlagen des Ehemanns handelt es sich um Noven, welche gestützt auf Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO nicht berücksichtigt werden können (siehe Erwägung Ziffer 3 hiervor) und m it welchen er folglich seinen Bedarf nicht aufzeigen kann. Der Ehemann legt in der Berufung sbegründung betreffend Bedarf wiede- rum seine eigene Sicht der Dinge unter Hinweis auf di e nicht zulässigen Noven dar und holt in der Berufung die Ausführungen nach, welche er an der vorinstanzlichen Verhandlung hätte vor- bringen sollen. Soweit er sich auf Noven beruft, ist seine Berufung diesbezüglich wiederum ab- zuweisen. Er unterlässt es auch, auf die vorinstanzlichen Erwägungen einzugehen. So geht er nicht auf die Ausführungen der Vorinstanz in den Erwä gungen 25 und 26 ein, wo ausgeführt wird, es würden ihm keine Wohnkosten angerechnet, da di ese vom Unternehmen bezahlt wür- den. Vielmehr führte er lediglich aus, wie hoch seine Mietkosten für die beiden Wohnungen sei- en, ohne Ausführungen dazu, ob die Mietkosten vom Unternehmen bezahlt würden. Es mangelt wiederum an einer hinreichenden Auseinandersetzung mit dem vorinstanzlichen Entscheid und somit an einer rechtsgenüglichen Begründung, so dass auf die Ausführungen des Ehemanns betreffend seine Mietkosten, soweit es sich um Rügen im S inne von Art. 310 ZPO handeln soll- te, nicht einzutreten ist. Angesichts der Unterlagen, welche der Vorinstanz vorlagen, und den Ausführungen der Ehefrau bei der Vorinstanz, hatte d iese auch keine Veranlassung, beim Grundbedarf des Ehemanns über die Kosten für Gartenm iete, Einstellhallenplätze, Kinderali- menten und erhöhten Erwerbsunkosten zu entscheiden, h at der Ehemann im dortigen Verfah- ren durch sein Säumnis keine entsprechenden Auslagen geltend gemacht. Für die Krankenkas- senprämien hat die Vorinstanz beim Ehemann nicht tief ere Kosten eingesetzt, als dieser selber ausführt. Es ist weder ersichtlich, noch wird vom Eheman n dargelegt, inwiefern die Vorinstanz angesichts der ihr vorgelegenen Unterlagen und der Aus führungen der Ehefrau betreffend Be- darf des Ehemanns das Recht unrichtig angewendet oder d en Sachverhalt unrichtig festgestellt haben soll. 10.1 Bezüglich der vorinstanzlichen Bedarfsberechnung der E hefrau moniert der Ehemann, der zugestandene Mietzins sei vollkommen überrissen. Zuerst einm al fehle es an einer Erklärung, warum die Ehefrau ausgerechnet auf den beim Gericht v erlangten Eheschutz hin bzw. als Ar- beitslose ohne Einkommen angeblich im September 2013 ei nen Mietvertrag über einen Miet- zins von CHF 2‘280.00 unterzeichnete, wo doch bis anhin ein solcher von CHF 300.00 ausge- reicht habe. Ebensowenig sei ersichtlich, was es mit den Ausbildungskosten auf sich haben soll. Eine Zusatzausbildung könne sich die Ehefrau wohl l eisten, dies aber höchstens aus ei- nem allfälligen Überschuss. Zum Grundbedarf würden dies e Kosten nicht gehören. Dasselbe gelte für die Autokosten. Dem Vernehmen nach solle d ie Ehefrau von der Fürsorge unterstützt werden und das Auto verkauft haben. Der Ehemann berech net den Grundbedarf der Ehefrau sodann auf CHF 2‘318.00, wobei er im Unterschied zum vorinstanzlichen Entscheid für die Mie- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht te CHF 300.00 und für das U-Abo CHF 73.00 einsetzt un d keine Kosten für die Weiterbildung und das Auto berücksichtigt. 10.2 Bei diesen Ausführungen des Ehemanns handelt es sich wie der um solche, welche er bei der Vorinstanz nicht geltend machte, und somit um unzul ässige Noven. So hat der Ehemann aufgrund seines Säumnisses bei der Vorinstanz weder gel tend gemacht, die Mietkosten der Ehefrau seien überrissen, noch bestritten, dass das Auto Kompetenzcharakter habe oder dass die Weiterbildungskosten der Ehefrau zu berücksichtigen seien. 10.3 Zu den Mietkosten der Ehefrau führte die Vorinstanz a us, die Wohnkosten von CHF 2‘280.00 ab März 2014 seien aufgrund der konkreten wirtschaftlichen Situation zu hoch; die Vorinstanz rechnete der Ehefrau sodann ab März 201 4 Mietkosten von CHF 1‘500.00 an und ging davon aus, dass die Ehefrau spätestens per 1. Januar 2015 eine günstigere Wohnung beziehen könne (Erwägungen 17 bis 24 des vorinstanzliche n Entscheids). Der Ehemann führte in seiner Berufung aus, der zugestandene Mietzins sei üb errissen. Er nimmt sodann in seiner Berufung Bezug auf den Mietzins von CHF 2‘280.00, welch en auch die Vorinstanz als zu hoch erachtete, ohne auszuführen, weshalb auch der von der V orinstanz eingesetzte Mietzins von CHF 1‘500.00 zu hoch sein soll. Der Ehemann setzt sich b etreffend Mietkosten der Ehefrau wiederum nicht mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander und führt insbesondere nicht aus, weshalb die angerechneten Wohnkosten von CHF 1‘500 .00 zu hoch sein sollen. Es ist denn auch nicht ersichtlich, dass der von der Vorinstanz e ingesetzte Betrag von CHF 1‘500.00 übermässig ist. Dies gilt umso mehr, als der Ehemann selb er für sich nunmehr Mietkosten von insgesamt CHF 1‘491.00 zuzüglich Nebenkosten von CHF 100.00 geltend machen will. 10.4 Betreffend Autokosten führte die Vorinstanz aus, die Ehefrau gebe an, dass sie auf Motor- fahrzeugkosten von monatlich CHF 230.00 angewiesen sei, da sie ihr Fahrzeug für Bewerbun- gen innerhalb des Wohnkantons und in anderen Kantonen sowie für regelmässige Fahrten zur Weiterbildungsstätte in Luzern benötige. Dem Fahrzeug ko mme daher in gewisser Weise Kom- petenzcharakter zu und die monatlichen Mobilitätskosten vo n CHF 230.00 seien angemessen (Erwägungen 29 und 30 des vorinstanzlichen Entscheids). Au ch mit diesen vorinstanzlichen Erwägungen setzt sich der Ehemann in keiner Weise ausei nander und er führt nicht aus, was daran falsch sein soll, sondern bringt lapidar vor, Aut okosten würden nicht zum Grundbedarf gehören. Seine Begründung ist auch in diesem Punkt ni cht rechtsgenüglich und daher ist auf diese Rüge ebenfalls nicht einzutreten. Angesichts der Ausführungen der Ehefrau an der vor- instanzlichen Verhandlung, dass sie Mobilitätskosten für de n Besuch der Weiterbildung in Lu- zern sowie für Bewerbungen inner- und ausserhalb des Kantons habe, ist auch nicht ersichtlich, dass der Betrag hierfür von CHF 230.00 – selbst bei Be rücksichtigung der öffentlichen Ver- kehrsmittel - überhöht wäre. 10.5 Was die Berücksichtigung der Weiterbildungskosten betrif ft, führte die Vorinstanz aus, die Ehefrau mache Weiterbildungskosten von CHF 8‘350.00 f ür den CAS Lehrgang an der Hoch- schule in Luzern geltend, wobei sie davon erst CHF 600.00 geleistet habe und mit der Hoch- schule vereinbart habe, den Restbetrag ratenweise abzube zahlen. Es seien der Ehefrau damit CHF 600.00 pro Monat für die Abzahlung der entstandenen Weiterbildungskosten anzurechnen, um diese bis Ende 2014 abzahlen zu können (Erwägungen 32 und 33 des vorinstanzlichen Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheids). Diese Beträge moniert der Ehemann nicht, so ndern lediglich, dass die Kosten für die Zusatzausbildung nicht im Grundbedarf zu berücksichtigen seien, sondern die Ehefrau die- se Kosten aus dem allfälligen Überschuss bezahlen müsse. D ie vorinstanzlichen Ausführungen zu den Weiterbildungskosten sind mit deren Erwägungen zu m Einkommen der Ehefrau zu be- trachten, in welchen ausgeführt wurde, die Ehefrau se i nach eigenen Angaben auf Arbeitssu- che, wobei sich diese aufgrund ihres Alters und ihrer Au sbildung als schwierig gestalten würde. Sie absolviere derzeit eine Weiterbildung an der Hoch schule in Luzern, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben (Erwägungen 38 und 39 d es vorinstanzlichen Entscheids). Es ist nicht aussergewöhnlich, einer Ehefrau nach der Trennung eine Weiterbildung zuzugestehen, um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, und di e entsprechenden Kosten im Grund- bedarf zu berücksichtigen, bezweckt die Weiterbildung doch gerade die künftige finanzielle Ei- genständigkeit der Ehefrau. Der vorinstanzliche Entscheid ist daher auch in diesem Punkt nicht zu kritisieren, zumal der Ehemann nicht vorbrachte, die Ehefrau könne auch ohne Weiterbil- dung problemlos eine neue Stelle finden. Der Ehemann ist daher auch mit seiner Rüge, die Weiterbildungskosten der Ehefrau seien in deren Grundbedarf nicht zu berücksichtigen, nicht zu hören und der vorinstanzliche Entscheid auch in diesem Punkt zu bestätigen. 11. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Vorinst anz die Vorladung zur Eheschutzaudienz dem Ehemann rechtshilfeweise zugestellt hat und dieser korrekt zur Ver- handlung vorgeladen wurde. Die Folgen seines unentschu ldigten Fernbleibens an der vor- instanzlichen Verhandlung hat der Ehemann zu tragen. Er kann seine prozessualen Säumnisse nunmehr nicht mit der Berufung korrigieren. Die Vori nstanz war aufgrund des Wohnsitzes der Ehefrau in W.____ für das Eheschutzbegehren örtlich un d sachlich zuständig. Was die Ausfüh- rungen des Ehemanns zu Einkommen und Bedarf der Ehega tten betrifft, sowie die diesbezüg- lich eingereichten Unterlagen, handelt es sich um neue Tatsachenbehauptungen und Beweis- mittel, welche er erst im Berufungsverfahren geltend ma chte und welche gestützt auf Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO nicht berücksichtigt werden können. Da d er Ehemann zur vorinstanzlichen Verhandlung korrekt geladen wurde, hätte er die diesbezüglichen Ausführungen und Unterlagen in der vorinstanzlichen Verhandlung beibringen können. Soweit der Ehemann seine Berufungs- anträge mit diesen nicht zu berücksichtigenden Noven rechtf ertigen will, ist die Berufung abzu- weisen. Soweit er implizit eine unrichtige Rechtsanwend ung und/oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend machen will, ist auf seine Beruf ung nicht einzutreten, da er sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen nicht auseinandersetzt und nicht darlegt, aus welchen Grün- den der angefochtene Entscheid falsch ist und inwiefern die Vorinstanz das Recht falsch ange- wendet und/oder den Sachverhalt unrichtig festgestellt haben soll. Vielmehr führt der Ehemann seine Sicht der Dinge unter Verweis auf die nicht zulässi gen Noven aus, und kommt damit den Anforderungen an die Berufungsbegründung in weiten Teilen nicht rechtsgenüglich nach. Er legt nicht dar, inwiefern die Vorinstanz angesichts der ihr vorgelegenen Unterlagen und unter Berücksichtigung der Ausführungen der Ehefrau hätte en tscheiden müssen. Dass die Vor- instanz seine Argumente nicht berücksichtigen konnte, weil der Ehemann unentschuldigt nicht zur Verhandlung erschien, hat sich der Ehemann selber zuzu schreiben. Schliesslich ist der vor- instanzliche Entscheid unter Berücksichtigung der Unterlage n, welche dieser vorlagen, sowie der Ausführungen der Ehefrau an der Eheaudienz, nicht zu beanstanden. Die vorliegende Beru- fung ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 12. Die Ehefrau beantragt für das Berufungsverfahren die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspf lege wird in Art. 117 ZPO geregelt. Gemäss dieser Bestimmung hat eine Person Anspruch auf une ntgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ih r Rechtsbegehren nicht aussichtslos er- scheint. Nach der basellandschaftlichen Gerichtspraxis gilt eine Partei als mittellos im Sinne der unentgeltlichen Rechtspflege, wenn ihr gesamtes Einkommen im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs kleiner als das um 15% des Grundbetrags und die laufende Steuerbelastung erweiter- te betreibungsrechtliche Existenzminimum ist. Sofern die Mittellosigkeit aufgrund der Einkom- mensverhältnisse eines Gesuchstellers zu bejahen ist, so ist zu prüfen, ob allenfalls bestehen- des Vermögen der Bewilligung der unentgeltlichen Rech tspflege entgegensteht. Dabei ist zu beachten, dass ein gewisser Umfang an Vermögen als „Notg roschen“ beansprucht werden darf und nicht zur Prozessführung angetastet werden muss. Bei ungenügendem Einkommen wird ein Vermögen von etwa CHF 20'000.00 bis maximal CHF 25 '000.00 als noch verhältnismässig gering und deshalb einem Gesuch um unentgeltliche Rech tspflege nicht entgegenstehend be- trachtet. Die Ehefrau ist derzeit arbeitslos und wird von der Sozi alhilfe unterstützt. Die Arbeitslosenent- schädigung, welche ihr ab 1. März 2014 mit einer durch schnittlichen Monatsentschädigung von brutto CHF 2‘383.74 und einer Höchstzahl von 90 Tagge ldern ausbezahlt wurde, haben den Grundbedarf der Ehefrau nicht gedeckt und waren an die Sozialhilfebehörde abgetreten. Die Unterhaltsbeiträge wurden vom Ehemann bisher nicht bezahlt. Aufgrund der Schilderungen des Ehemanns zu seiner finanziellen Situation ist nicht da von auszugehen, dass er in Zukunft die Unterhaltsbeiträge bezahlen wird. Überdies ist seit 23 . April 2014 das Scheidungsverfahren in Deutschland hängig und daher ohnehin ungewiss, wie es sich mit den Unterhaltsbeiträgen für die Dauer des Scheidungsverfahrens verhält. Über Vermögen verfügt die Ehefrau nicht. Es sind bei ihr daher keine finanziellen Mittel ersichtlich, wel che ihr die Bezahlung von Prozesskosten ermöglichen würde, so dass ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen ist. 13.1 Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten, best ehend aus den Gerichts- kosten sowie der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO ), zu befinden. Massgebend für die Regelung der Kostenfolgen sind die Bestimmungen der Ar t. 104 ff. ZPO, die auch im Beru- fungsverfahren gelten (B ENEDIKT SEILER , Die Berufung nach ZPO, Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 1560). Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Proze sskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Ver fahrens sind die Gerichtskosten somit dem Berufungskläger aufzuerlegen. Die Gerichtsgebü hr für das zweitinstanzliche Verfah- ren ist in Anwendung von § 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 l it. h der Verordnung vom 15. November 2010 über die Gebühren der Gerichte (SGS 170.31; Geb ührentarif) entsprechend dem einver- langten Kostenvorschuss auf CHF 1‘400.00 festzulegen. Hingegen ist die Gebühr von CHF 200.00 für die Verschie bung der Gerichtsverhandlung ent- sprechend dem Verursacherprinzip der Berufungsbeklagten a ufzuerlegen, da diese um eine Terminverlegung ersuchte. Diese Kosten sind nicht von der unentgeltlichen Rechtspflege abge- deckt. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 13.2 Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten eine Pa rteientschädigung zu bezahlen. Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten hat die Hono rarnote vom 19. August 2014 einge- reicht, auf welcher ein Zeitaufwand von 12.75 Stunden ohne die kantonsgerichtliche Hauptver- handlung aufgeführt ist, wovon 1.00 Std. für Korrespo ndenzen, 0.417 Std. für Telefonate, 2.5 Std. für Besprechungen und 8.833 Std. für Akten- und Rechtsstudium. Der Aufwand für Be- sprechungen sowie Akten- und Rechtsstudium scheint prima vist a hoch, zumal der Rechtsver- treter erst nach Einreichung der Berufungsantwort manda tiert wurde und somit keine Rechts- schrift verfassen musste. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass e r am vorinstanzlichen Verfahren nicht beteiligt war und daher sowohl noch Besprechunge n mit seiner Klientin führen, wie auch alle Akten sichten musste. Weiter ist zu beachten, dass nich t nur der Unterhaltsbeitrag als sol- ches angefochten war, sondern auch die rechtshilfeweise Zu stellung sowie die örtliche Zustän- digkeit der Vorinstanz vom Berufungskläger moniert wurde n, so dass das Rechtsstudium um- fangreicher ausfiel. Der geltend gemachte Stundenauf wand ist entsprechend diesen Ausfüh- rungen angemessen. Für die kantonsgerichtliche Hauptv erhandlung inkl. Weg sind 2.75 Std. hinzuzurechnen, so dass ein Stundentotal von 15.5 Std. resultiert. Die Auslagen werden auf der Honorarnote mit CHF 76.20 beziffert (CHF 14.60 für P orti, CHF 0.60 für Telefon-/Faxgebühren und CHF 61.00 für Kopien), was angesichts der zahlreichen Unterlagen, welche für das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege noch einzureichen waren , ebenfalls als angemessen erscheint. Auf der Honorarnote ist ein Stundenansatz von CHF 200.00 aufgeführt. Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten hat dazu an der kantonsgerichtlichen Verhandlung ausgeführt, er habe die Honorarnote zum Ansatz bei unentgeltlicher Rechtspfleg e erstellt. Für die Parteientschädigung werde ein Ansatz von CHF 250.00 beantragt. Dementsprechend ist für die Parteientschädigung mit dem üblichen Stundenansatz von CHF 250.00 zu rechne n, so dass sich diese folgender- massen darstellt: 15.5 Std. à CHF 250.00 CHF 3‘875.00 Auslagen CHF 76.20 Zwischentotal CHF 3‘951.20 8% MWST CHF 316.10 Total CHF 4‘267.30 Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten folglich eine Parteientschädigung von CHF 4‘267.30 inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer zu bezahlen. 13.3 Aufgrund der Ausführungen des Berufungsklägers zu seine r finanziellen Situation anläss- lich der informellen Parteibefragung an der kantonsger ichtlichen Verhandlung, ist in Anbetracht der geschilderten Schulden davon auszugehen, dass diese Parteientschädigung beim Beru- fungskläger voraussichtlich nicht einbringlich ist. Der unen tgeltliche Rechtsbeistand der Beru- fungsbeklagten ist daher gestützt auf Art. 122 Abs. 2 Z PO vom Kanton zu entschädigen. Der Stundenansatz für unentgeltliche Verbeiständungen betr ägt CHF 200.00 (§ 3 Abs. 2 TO), so dass ein Betrag von CHF 3‘430.30 (15.5 Std. à CHF 200 .00 = CHF 3‘100.00 zuzüglich CHF 76.20 Auslagen und CHF 254.10 MWST) aus der Gerich tskasse an Rechtsanwalt Markus Trottmann ausbezahlt wird. Mit der Zahlung geht der Anspruch auf den Kanton über. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Der Berufungsbeklagten wird die unentgeltliche Rechtspf lege mit Rechtsanwalt Markus Trottmann als unentgeltlichem Rechtsb eistand bewilligt. 3. Die Entscheidgebühr des Berufungsverfahrens von CHF 1 ‘400.00 wird dem Berufungskläger auferlegt. Die Gebühr von CHF 200.00 für die Verschiebung der Verha ndlung wird der Berufungsbeklagten auferlegt. Diese Gebühr ist von der unentgeltli- chen Rechtspflege ausgenommen und von der Berufungsbe klagten zu leisten (wurde von ihr bereits bezahlt). 4. Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten eine Parteientschädi- gung von CHF 4‘267.30 (inkl. Auslagen von CHF 76.20 und MWST von CHF 316.10) zu bezahlen. Gestützt auf Art. 122 Abs. 2 ZPO wird Advokat Markus Tro ttmann ein Honorar von CHF 3‘430.30 (inklusive Auslagen von CHF 76.20 und MWST von CHF 254.10) aus der Gerichtskasse ausbezahlt. Mi t der Zahlung geht der Anspruch auf den Kanton über. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiberin Karin Arber