Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Januar 2016 (725 15 282) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Kopfverletzung nach mehrfachem Sturz beim Skifahren; Fehlen organischer Unfallfol- gen; Leistungseinstellung mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs gemäss BGE 115 V 133 ff. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Heiner Schärrer , Advokat, Aeschenvorstadt 67, Postfach, 4010 Basel gegen Basler Versicherung AG , Aeschengraben 21, Postfach , 4002 Basel , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Die 1965 geborene A.____arbeitet seit 1998 als B .____ im Spital C.____. In dieser Ei- genschaft ist sie bei der Basler Versicherung AG (B asler) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 16. Februar 2013 ist sie beim Skifahren auf ei- ner Buckelpiste mehrfach gestürzt und hat sich dabe i drei Mal den Kopf angeschlagen. Trotz zunehmender Kopfschmerzen hat sie ihre Arbeit zunäc hst wieder im Rahmen ihres bisherigen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Pensums von 80% aufgenommen. Zwei Wochen nach ihrem Un fall wurde am 1. März 2013 ein MRI des Schädels angefertigt und dabei ein linkshemisph ärisches subakutes bis chronisches Subduralhämatom festgestellt. Dieses Hämatom wurde tags darauf mittels einer Bohrlochtrepa- nation operativ entlastet. Postoperativ bestand bis 29. April 2013 eine vollständige Arbeitsunfä- higkeit. Anschliessend nahm die Versicherte ihre Arbeit im bisherigen Umfang wieder auf. B. Aufgrund von Konzentrationsschwierigkeiten, einer erhö hten Ermüdbarkeit und anhal- tender Kopfschmerzen reduzierte die Versicherte ihre Arbe it ab Mitte Mai 2013 auf die Hälfte ihres bisherigen Pensums. Nachdem die Basler zunächst für die Heilbehandlungen der Versi- cherten aufgekommen war und im Nachgang zum erlittenen Unfall entsprechende Taggeldleis- tungen erbracht hatte, verneinte sie gestützt auf ein G utachten der D.____ mit Verfügung vom 8. Januar 2015 eine über den 30. Juni 2014 hinausgehen de Leistungspflicht mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis u nd den anhaltenden Be- schwerden der Versicherten. Eine dagegen erhobene Einsprache wies die Basler mit Entscheid vom 7. August 2015 ab. Zur Begründung machte sie im We sentlichen geltend, dass der Unfall als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren sei. Es sei maximal ein massgebliches Adäquanzkriterium in nur leichter Form erfüllt. Die Adäquanz sei deshalb zu verneinen. C. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Ad vokat Dr. H. Schärrer, mit Eingabe vom 9. September 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht de s Kantons Basel-Landschaft, Ab- teilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie bea ntragte, dass die Streitsache in Auf- hebung des angefochtenen Einspracheentscheids zur Einholu ng eines neuen Gutachtens an die Basler zurückzuweisen sei. Die Basler sei bis zum Vorlie gen des neuen Gutachtens zu ver- pflichten, weiterhin die gesetzlichen Leistungen, namen tlich Taggeldzahlungen, zu erbringen, Eventualiter sei ihr eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung zuzusprechen, alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde zusammenf assend geltend gemacht, dass die Adäquanzprüfung zu früh vorgenommen worden sei, weil ge mäss dem Gutachten der D.____ von einer fortgesetzten Therapie noch eine namhafte V erbesserung der gesundheitlichen Ver- hältnisse zu erwarten sei. Der Endzustand sei deshalb noc h nicht eingetreten. Auf das Gutach- ten der MEDAS könne aber ohnehin nicht abgestellt wer den, weil es nicht nach dem Zufalls- prinzip in Auftrag gegeben worden und deshalb formal nicht korrekt zustande gekommen sei. Ausserdem sei dem Gutachten der D.____ nicht zu entneh men, dass mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit keine organischen Unfallfolgen mehr vorläg en. Es werde lediglich angegeben, dass die psychoreaktiven Anteile überwiegen würden. Unbest ritten sei jedoch, dass anfänglich organische Unfallfolgen vorhanden gewesen seien, und d ass möglicherweise noch immer or- ganische Beschwerdeanteile weiterbestünden. Die psychiatr ische Genese der aktuellen Be- schwerden sei deshalb nicht überwiegend wahrscheinlich n achgewiesen, wofür aber die Basler beweispflichtig wäre. Im Übrigen stehe die Einschätzu ng der D.____ betreffend eine überwie- gende Wirkung psychoreaktiver Anteile im Widerspruch zu de n Einschätzungen der übrigen Ärzte. Weil die aktuellen Beschwerden organisch hinreich end erklärbar seien, sei die Basler weiterhin leistungspflichtig. Selbst wenn eine Adäquan zprüfung vorzunehmen wäre, müsste die Adäquanz bejaht werden, da die unfallbedingte Hirnop eration als besonders traumatisierendes Erlebnis einzustufen sei. Ferner seien die Dauerschmerze n unbestritten. Im Weiteren seien die Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht bis heute erforderliche Heilbehandlung und andauernde Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit weitere Umstände, die eine psychische Erkrankung fördern würden. Die erforderlichen Kriterien seien damit insgesamt erfüllt, so dass die Basler weiterhin leistungspflichtig sei. D. Die SUVA, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer -Münch, schloss mit Vernehmlas- sung vom 5. Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde. B ereits aus den übrigen medizini- schen Akten gehe hervor, dass die noch vorhandenen Beschwe rden ab Mitte Dezember 2013 nicht mehr auf den erlittenen Unfall zurückgeführt werd en könnten. Auch aus dem Gutachten der D.____ sei ersichtlich, dass die geklagten Beschwerde n für einen Zeitraum von maximal einem Jahr als unfallkausal anerkannt werden könnten. Ein e organische Genese sei nicht überwiegend wahrscheinlich. Da die weiterhin geklagten Beschwerden nicht mehr auf den frag- lichen Unfall zurückzuführen seien, bestehe auch keine unf allbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr. Damit sei auch der Endzustand erreicht. Da keines bzw. m aximal nur eines der massgebenden Adäquanzkriterien in leichter Form erfüllt sei, sei di e Adäquanz zwischen den noch geklagten Beschwerden und dem erlittenen Unfallereignis zu verneinen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) v om 20. März 1981 kann gegen Ein- spracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen ka ntonalen Versicherungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 ATSG das Versi- cherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versichert e Person zur Zeit der Beschwerde- erhebung ihren Wohnsitz hat. Dieser befindet sich vorlieg end in E.____. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspra cheentscheide der Versiche- rungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit sachlich und örtlich für die Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen fo rm- und fristgerecht eingereichte Be- schwerde somit ist einzutreten. 2. Strittig ist, ob die Basler die Erbringung ihrer Leistungen ab Ende Juni 2014 zu Recht abgelehnt hat. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behan dlung der Unfallfolgen (Heilbe- handlung). Dabei hat der Unfallversicherer die Pflegel eistungen so lange zu erbringen, als da- von eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch entsteht am dritten Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tag nach dem Unfalltag und erlischt mit der Wiedererl angung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 P rozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Inva lidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ga nze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese entspricht dem durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verur- sachten und nach zumutbarer Behandlung und Einglieder ung verbleibenden ganzen oder teil- weisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betr acht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 ATSG). 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt in erster Linie voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und den Gesundheitsbeeinträ chtigungen ein natürlicher Kausalzu- sammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ur sachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan densein der eingetretene Er- folg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit einge- treten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür- lichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unf all die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass da s schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht w eggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (B GE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitl ichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein- lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zus ammenhangs genügt für die Begrün- dung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3 Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht einm al anerkannt, entfällt sie erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ur sache des Gesundheitsschadens darstellt, der Gesundheitsschaden mit anderen Worten nur noch un d ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der krankhafte Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vo rzustandes auch ohne Un- fall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Ebenso wie der leistungsbegründende n atürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedi ngten Ursachen eines Gesundheits- schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblic hen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender ur- sächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Weil es d abei um eine anspruchsaufhe- bende Tatsache handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbe- gründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2). Der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursa- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Be- weis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorli egt oder die versicherte Person nunmehr bei voller Gesundheit ist. Entscheidend ist alle in, ob unfallbedingte Ursachen des Ge- sundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben und weggefallen sind (Urteil U 143/02 des Eidgenössischen Versicherungsgericht [EVG; seit 1. Januar 2008: Bundesgericht, Sozialrechtliche Abteilungen] vom 25. Oktober 2002, E. 3.2). 3.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Wei teren voraus, dass zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen S chaden ein adäquater Kausalzusam- menhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lau f der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von d er Art des eingetretenen herbeizufüh- ren, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Erei gnis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammen- hangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzun g zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen ein es natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen g esundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Ka usalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwicke lten Regeln vom Gericht zu beurtei- len ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 3.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfo lgen spielt die Adäquanz als recht- liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusam menhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der na- türlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, falls sie reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von or ganisch objektiv ausgewiesenen Un- fallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparati- ven bzw. bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die dabei angewandten Untersu- chungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2007 vom 7. August 2008, E.8.2 mit Hinweisen, ebenso Urteil des Bundesgerichts 8C_257/2008 vom 4. September 2008, E. 2). 3.3 Sind die geklagten Beschwerden natürlich unfallkausa l, nicht aber im umschriebenen Sinne objektiv ausgewiesen, und liegen keine organisch (hinreichend) nachweisbaren Unfallfol- geschäden mehr vor, hat eine besondere Adäquanzprüfun g zu erfolgen. Dabei ist rechtspre- chungsgemäss (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, einen äquivalenten Verletzungsmechanismus oder ein Schädel-Hirntrauma, des sen Folgen sich mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen (BGE 117 V 382 E. 4b ), erlitten, und liegt in der Folge das für diese Verletzung typische „bunte Beschwerdebild “ vor (diffuse Kopfschmerzen, Schwin- del, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensverände rung usw., BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. en twickelten und in BGE 134 V 109 ff. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht modifizierten Grundsätze zu prüfen. Liegt kein Unfall m it einem Schleudertrauma oder einer adäquanzrechtlich äquivalenten Verletzung vor, oder feh lt es nach einer solchen Verletzung an dem hierfür typischen bunten Beschwerdebild, so hat die Adäquanzbeurteilung psychischer Folgeschäden des Unfalls nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien zu erfolgen. Der Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mit einem Schleudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verletzung auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Unfall- folgen verzichtet wird (BGE 134 V 117 E. 6.2.1, 117 V 367 E. 6a in fine), währenddessen bei den übrigen Unfällen für die Beurteilung der Adäqua nz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folgen massgebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). 3.4 In der Praxis wird davon ausgegangen, dass die für ein HWS-Distorsionstrauma bzw. die für eine äquivalente Verletzung typischen Beschwerde n erfahrungsgemäss innert 24 bis 72 Stunden nach dem Unfall auftreten müssen, damit sie di esem zugerechnet werden können. Dabei reicht es zur Bejahung des natürlichen Kausalzusam menhanges aus, wenn innert weni- ger Tage nach dem Unfall vorerst Nackenbeschwerden auftreten und weitere typische, zum Bild dieser Verletzung gehörende Beschwerden erst später dia gnostiziert werden (Urteil U 412/01 des EVG vom 9. September 2002, E. 3.3). 3.5 Es ist zulässig, in einem Streit über die Zusprechung oder die Verweigerung von Leis- tungen der Unfallversicherung die Frage nach dem natür lichen Kausalzusammenhang zwi- schen dem Ereignis und den geklagten Beschwerden mit der Begründung offen zu lassen, dass ein allfälliger natürlicher Kausalzusammenhang nicht a däquat und damit nicht rechtsgenüglich erstellt ist (BGE 135 V 472 E. 5.1). Die Frage nach d em natürlichen Kausalzusammenhang kann daher in jenen Fällen dahingestellt bleiben, in welchen der für die Bejahung einer Leis- tungspflicht erforderliche adäquate Kausalzusammenhang ohnehin verneint werden muss, was vorliegend - wie aufzuzeigen sein wird – in Bezug auf die psychisch bedingten Beschwerden der Versicherten der Fall ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_182/2010 vom 2. Juli 2010, E. 3.2; SVR 1995 U 23 S. 68 E. 3c). 4.1 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinwei- sen). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungspro- zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B eweisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicher ungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei lung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist en tscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). 4.2 Von zentraler Bedeutung ist in diesem Zusammenhan g das umfangreiche Gutachten der D.____ vom 28. November 2014. 4.2.1 Gemäss dem neurologischen Teilgutachten der D.___ _ seien ein Status nach subakut bis chronischem linkshemisphärischem Subduralhämatom und ein protrahierter Beschwerde- verlauf mit wechselndem Kopfschmerz und kognitiven Störungen zu diagnostizieren. Der neuro- logischen Beurteilung ist zu entnehmen, dass die Versicherte anfangs nur geringe Kopfschmer- zen festgestellt habe. Erst im weiteren Verlauf sei es z u einer massiven Zunahme und letztlich zur Diagnosestellung gekommen. Dieser Verlauf sei für ei n chronisches Subduralhämatom ty- pisch, bei welchem es durch leichte Traumata zu einer o ft schwer zu diagnostizierenden Blu- tung komme. Darunter würden auch die erlittenen, lei chten Stürze beim Skifahren fallen. Die Versicherte habe vor der Diagnosestellung zunächst noch voll gearbeitet. Dies spreche gegen die Annahme einer relevanten intrazerebralen Schädigung, zumal die Traumata selbst als nicht relevant und mit nur geringer Symptomatik erlebt worde n seien. Fokal neurologische Defizite seien keine aufgetreten und würden auch gegenwärtig k eine bestehen. Problematisch seien vielmehr die von der Versicherten im weiteren Verlauf beklagten Kopfschmerzen gewesen, wel- che sich der aktuellen Anamnese zufolge unter Medikatio n deutlich gebessert hätten, wenn- gleich die Leistungsfähigkeit zunächst noch reduziert geb lieben und sich erst im Spätsommer 2013 deutlich verschlimmert habe. Es lasse sich eruieren, dass hierfür auch psychische Fakto- ren eine wesentliche Rolle spielen würden. Die Versiche rte gebe an, dass ein Gespräch mit ihrem Vorgesetzten im September 2013 zu einer erheblichen Verunsicherung und Angst geführt habe, den Arbeitsplatz zu verlieren. Daraufhin habe si ch zunehmend eine depressive Verfas- sung entwickelt. In einem erneuten Schädel-CT vom 15. Juli 2014 sei ein unauffälliger Befund beschrieben. Bei einem Hirntrauma im engeren Sinne wären weitergehen de Beeinträchtigungen zu erwarten ge- wesen. Die aktuell geltend gemachten Beeinträchtigungen seien alleine schon deshalb nicht als primär-hirnorganische Schädigungsfolge zu werten. Sie könnten die protrahierte Störungssymp- tomatik auf hirnorganischer Basis nicht hinreichend erklä ren. Der Druck, welches das maximal zwei Zentimeter grosse Subduralhämatom auf das Gehirn ausgeübt habe, sei angesichts der langsamen Entwicklung als nicht gehirngewebetraumatisierend zu werten. Während anhaltende Kopfschmerzen in der Phase des Subduralhämatoms ein Le itsymptom des Beschwerdebilds darstellen würden, wäre bei einem üblichen Verlauf n ach der Entlastungsoperation ein Abklin- gen der Kopfschmerzen zu erwarten gewesen, wie es sich an fangs – wenngleich bereits verzö- gert – zunächst auch darzustellen schien. Ein gewisses Mass a n Kopfschmerzen sei nach der Entlastungsoperation noch vorstellbar. Der Kopfschmerz hä tte anschliessend aber spätestens nach einem Jahr abklingen müssen. Dabei wäre eine nur noch leichtgradige Intensität zu erwar- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten gewesen, welche keine relevante Arbeitsunfähigkeit me hr hätte begründen können. Anam- nestisch falle auf, dass sich die anfangs noch plausiblen Kopfschmerzen zunächst gebessert, dann aber insbesondere nach einem stark verunsichernden M itarbeitergespräch im September 2013 verschlimmert hätten. Deutlich werde auch, dass die Versicherte durchaus glaubhaft moti- viert war zu arbeiten, jedoch mehr als 50% ihres gegenw ärtigen Pensums zu absolvieren nicht in der Lage gewesen sei. Aus rein neurologischer Persp ektive seien hierfür mit zunehmendem Zeitablauf jedoch keine organischen Unfallursachen mehr relevant gewesen. Die Folgekopf- schmerzen könnten nur anfänglich anerkannt werden. Vorra ngig hätten im weiteren Verlauf der Beschwerdeentwicklung sehr wahrscheinlich psychoreaktive Anteile dominiert. Diese hätten zur vorliegenden chronischen Beschwerdesymptomatik geführt, w as sich im psychopathologischen Erscheinungsbild widerspiegle und auch in den Akten wie derholt entsprechend dokumentiert worden sei. Demzufolge sei die Kopfschmerzproblematik auf dem Boden psychischer Faktoren als Spannungskopfschmerz zu klassifizieren, die allenfalls sek undär zu einem geringen Anteil durch einen Analgetika-Übergebrauch überlagert werde . Es sei darauf hinzuweisen, dass die neuropsychologische Testung lediglich unspezifische, nicht hirnlokale Befunde habe feststellen können. Eine organische Genese der gegenwärtigen Sympt omatik sei damit nicht mit dem hin- reichenden Wahrscheinlichkeitsgrad begründbar. Gleichwohl bleibe festzustellen, dass es der Versicherten offensichtlich nicht gelinge, aktuell eine bessere Arbeitsleistung zu erbringen. Dies gründe aber nicht mehr auf primär-neurogenen Ursachen. Aus rein neurologischer Sicht ergebe sich über die psychiatrische Einschränkung hinaus keine eigenstä ndige, zusätzlich relevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Es sei davon auszugehen, dass die Kopfschmerzen zu einem weit überwiegenden Anteil durch psychogene Mechan ismen generiert würden, wie dies bereits durch den Psychiater Dr. F.____ beschrieben worden sei. 4.2.2 Gemäss der medizinischen Beurteilung im psychiatr ischen Teilgutachten der D.____ falle eine deutlich depressive Stimmungslage auf. Die Versicherte sei latent suizidal. Es sei von einer zumindest mittelschweren bis schweren depressiven Symp tomatik auszugehen. Möglich- erweise könnten auch organische Anteile vorliegen, vorra ngig seien jedoch reaktive Folgen, wonach es zu einer Dekompensation der Selbstwertregulat ion bei einer gewissen Primärper- sönlichkeit gekommen sei. Es erscheine als sehr plausibel, dass die Alltagskompentenz der Versicherten durch die anfangs somatisch begründeten Besc hwerden destabilisiert worden sei. Letztlich sei es durch die Zurücksetzung und die Verunsicher ung nach einem Gespräch mit ih- rem Vorgesetzten bezüglich Kündigung und der Forderung nach mehr Leistung zu einer weite- ren Dekompensation gekommen. Aus dieser depressiven Sympt omatik hinaus erkläre sich auch eine veränderte zentrale Schmerzempfindlichkeit, w as das Bild eines chronischen Span- nungskopfschmerzes und teilweise sekundär auch einen Medik amenten-Übergebrauchskopf- schmerz durch den erhöhten Schmerzmittelgebrauch erkläre. In der Gesamtschau der Psycho- pathologie und ihrer Psychodynamik scheine es sehr plausibel, dass es der Versicherten aktuell nicht möglich sei, ihre interpsychischen Konflikte besser zu lösen. Aus gutachterlicher Sicht seien die im Januar 2014 von G.____, Fachpsychologin fü r Neuropsychologie FSP, festgestell- ten kognitiven Störungen im Zusammenhang mit der depr essiven Störung daher gut erklärbar. Diagnostisch sei auf dem Boden einer Anpassungsstörung be i zwischenzeitlich bald eineinhalb Jahre dauerndem Verlauf eine mittelschwer bis schwere de pressive Episode bei bestehender Persönlichkeitsakzentuierung festzustellen. Darüber hinaus bestünden psychologische Fakto- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren bei andernorts klassifizierten Krankheiten im Sinne eines chronischen Spannungskopf- schmerzes, Probleme mit Bezug auf die Berufstätigkeit be i drohendem Arbeitsplatzverlust, Un- stimmigkeiten mit Vorgesetzten sowie ein sozialer Rolle nkonflikt. Therapeutisch sei eine inten- sivierte psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung unbedingt notwendig. 4.2.3 Der Beantwortung des gutachterlichen Fragenkatal ogs ist zu entnehmen, dass die Kopf- schmerzen in somatischer Hinsicht zumindest initial für die Dauer maximal eines Jahres mit abnehmender Relevanz als unfallkausal anzuerkennen seie n. Gleichzeitig hätten sich auf der Grundlage primärpersönlicher und psychosozialer Kontextfa ktoren psychische Störungen in Form einer Anpassungsstörung und einer depressiven Episo de entwickelt, die ohne das Unfall- ereignis aber nicht eingetreten wären. Die aktuellen psychischen Gesundheitsleiden seien des- halb zumindest mittelbar und teilweise unfallkausal. D er Status quo ante und quo sine sei noch nicht erreicht. Angesichts der teilweise latenten Suizid alität bestehe in psychiatrischer und psy- chotherapeutischer Hinsicht weiterhin eine dringliche T herapiebedürftigkeit. Diese Therapie sei zwingend notwendig. Eine genaue Prognose könne nicht a bgegeben werden, da mit der Be- handlung erst vor kurzem begonnen worden sei. Eine erneute Evaluation wäre nach rund einem Jahr empfehlenswert. Es sei zu erwarten, dass durch wei tere psychiatrische Behandlungen eine wesentliche Besserung des psychischen Gesundheitszustande s eintreten werde. In psy- chischer Hinsicht sei noch kein Endzustand erreicht. 4.3 Das zitierte Gutachten der D.____ erfüllt alle rec htsprechungsgemässen Voraussetzun- gen an eine taugliche medizinische Beurteilungsgrundlage. Es weist weder formale noch inhalt- liche Mängel auf und ist – wie dies vom Bundesgericht ve rlangt wird (vgl. E. 4.1 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend. Es beruht auf allse itigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abge geben worden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sowie der B eurteilung der medizinischen Situa- tion ein. Was insbesondere die Frage der Kausalität de r weiterhin geklagten Beschwerden be- trifft, ist die Einschätzung der D.____ schliesslich auch z eitlich am aktuellsten. Diese Einschät- zung weist keine inneren Widersprüche auf und setzt sich umfassend mit den früheren Stel- lungnahmen der behandelnden Ärztinnen und Ärzte ausei nander. Das D.____-Gutachten er- klärt namentlich überzeugend, dass ein somatischer Ursprung der geklagten Schmerzen zwi- schenzeitlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgesch lossen werden kann. Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung, dass ein somatischer Beschwerdean- teil durch das D.____-Gutachten nicht restlos ausgeschlossen werde, kann die gegenwärtig noch immer geklagte Kopfschmerzsymptomatik nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlich- keit auf eine organische Genese zurückgeführt werden. Hintergrund der auf dem Boden psychi- scher Faktoren als Spannungskopfschmerzen zu qualifizieren den Beschwerden bildet vielmehr die infolge des erlittenen Unfalls deutlich herabgeset zte Resilienz der Versicherten (vgl. Bericht von Dr. F.____vom 28. Juli 2014), wie sie auch im Berich t der behandelnden Neurologin Dr. D. H.____ vom 10. Juni 2014 beschrieben wird (vgl. a.a.O., S. 2, a.E.). Auch wenn es der Versi- cherten noch immer nicht gelingt, eine höhere Arbeitsleistung zu erbringen, ist hierfür somit kei- ne primär-neurogene Ursache, sondern vielmehr die Domi nanz psychoreaktiver Anteile verant- wortlich (vgl. neurologisches Teilgutachten der D.____, S . 12). Eine organische Genese der beklagten Kopfschmerzen ist aber auch bereits deshalb ausge schlossen, weil der auf das Ge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht hirn ausgeübte Druck des diagnostizierten Subduralhämat oms als nicht gehirngewebetraumati- sierend qualifiziert worden ist. Diese Einschätzung deckt si ch insofern mit den übrigen Akten, als die im Januar 2014 durchgeführte, neuropsychologische Testung ebenfalls keine hirnlokalen Befunde ergeben hatte (vgl. neurologisches Teilgutachten der D.____, S. 13). 4.4.1 Die Beschwerdeführerin lässt gegen das Gutachten de r D.____ zunächst in formeller Hinsicht einwenden, dass die Vorinstanz ihren Begutachtung sauftrag fälschlicherweise direkt und nicht nach dem Zufallsprinzip vergeben habe. Diesem Einwand ist zu entgegnen, dass die Anforderungen an die medizinische Begutachtung, wie sie in BGE 137 V 210 für polydisziplinä- re MEDAS-Begutachtungen umschrieben worden sind, grundsätzlich auch auf mono- und bidis- ziplinäre Expertisen anwendbar sind. Dies gilt sowohl für die justiziablen Garantien als auch für die appellativen Teilgehalte. Eine Ausnahme für Begu tachtungen mit weniger als drei Fachdis- ziplinen ist allerdings hinsichtlich des Zufallsprinzips hinzunehmen (BGE 139 V 349 E. 5.4). Der vorliegende Begutachtungsauftrag an die D.____ umfasste lediglich die Disziplinen der Neuro- logie und der Psychiatrie. Es tritt hinzu, dass das Bund esgericht bisher offen gelassen hat, ob die in BGE 137 V 210 vorgesehenen Korrektive der Ver gabe von MEDAS- Begutachtungsaufträgen nach dem Zufallsprinzip auch auf das in der Unfallversicherung herr- schende System anwendbar sind (BGE 138 V 318 E. 6.1.1 S. 321). Die Basler war demnach nicht gehalten, das lediglich bidisziplinär in Auftrag gegebene Gutachten nach dem Zufallsprin- zip zu vergeben. 4.4.2 Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin gelte nd, dass die Aussage der D.____- Gutachter, wonach die psychoreaktiven Anteile gegenüber den organischen Anteilen überwie- gen würden, den Einschätzungen der übrigen Ärzte wider spreche. Es sei deshalb auch unzu- treffend, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine organischen Unfallfolgen mehr vor- lägen. Diesem Standpunkt kann nicht gefolgt werden. De m neurologischen Teilgutachten der D.____ kann entnommen werden, dass im Schädel-CT vom 1 5. Juli 2014 ein unauffälliger Be- fund erhoben worden ist. Bereits die zuvor durchgeführte n Untersuchungen haben keine bild- gebenden Befunde ergeben, wonach im Sinne des Dargel egten (vgl. oben, Erwägung 3.2 hier- vor) von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen au szugehen wäre. Dem Bericht von Dr. D. H.____ vom 11. November 2013 ist im Gegenteil zu entnehmen, dass im Schädel-CT vom 2. Juli 2013 bereits eine vollständige Resorption d er subduralen Flüssigkeitskollektion nachgewiesen war. Ein weiteres, in der Folge am 7. N ovember 2013 angefertigtes Schädel-CT ergab ebenfalls keine Hinweise auf ein Blutungsrezidiv. Gemäss den vorliegenden medizini- schen Unterlagen sind insgesamt somit keine Anhaltspunkt e für eine organisch nachweisbare Schädigung im Sinne von strukturellen Veränderungen im Bereich des Schädels ausgewiesen. Im Zeitpunkt der strittigen Leistungseinstellung lassen sich daher weder strukturelle Folgen des fraglichen Unfallereignisses objektivieren, noch können die geklagten Beschwerden einem klini- schen Substrat zugeordnet werden. 4.4.3 Daran vermag nichts zu ändern, dass die anlässlich d er neuropsychologischen Testung im Januar 2014 beobachteten Minderleistungen mit überw iegender Wahrscheinlichkeit ein Zu- sammenspiel zwischen direkten organischen Unfallfolgen, posttraumatischen Kopfschmerzen und einer reaktiven mittelgradig ausgeprägten depressiv en Symptomatik darstellen (vgl. neu- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ropsychologischer Behandlungsbericht von G.____ vom 1. M ärz 2014). Soweit die Beschwer- deführerin kritisiert, infolge des Vorliegens neuropsychol ogischer Einschränkungen sei von or- ganischen Unfallfolgen auszugehen, ist daran zu erinnern , dass eine neuropsychologische Un- tersuchung die Beurteilung der Kausalität eines Beschwe rdebilds nicht selbständig zu erklären vermag (BGE 119 V 335 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 8C_220/2013 vom 4. Juli 2013 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_137/2014 vom 5. Juni 2014 E. 5). Es tritt hinzu, dass die behan- delnde Neurologin im Juni 2014 ebenfalls keine Anhaltspunkte für eine traumatische Unfallfolge eruieren konnte. Wenn sich die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang sodann auf den Standpunkt stellt, dass die psychiatrische Genese der aktuel len Beschwerden nicht überwie- gend wahrscheinlich nachgewiesen sei, ist darauf hinzuwei sen, dass die erneut aufgetretenen Kopfschmerzen in diesem Bericht jedoch just auf die Angst der Versicherten zurückgeführt wer- den, bei der Arbeit Fehler zu machen und den Arbeitsp latz zu verlieren (vgl. Bericht von Dr. H.____ vom 10. Juni 2014). Diese Einschätzung deckt sich mit den gutachterlichen Aussagen der D.____, dass die im Zeitpunkt der strittigen Leistun gseinstellung weiterhin geklagten Be- schwerden auf der Grundlage primärpersönlicher und psycho sozialer Kontextfaktoren entstan- den und auf eine Anpassungsstörung sowie eine depressive Ep isode zurückzuführen sind. Die Einschätzung der D.____ betreffend eine vorrangige Wir kung psychoreaktiver Anteile steht deshalb keineswegs im Widerspruch zur Einschätzung der ü brigen Ärzte. Ebenso wenig kann daraus geschlossen werden, dass für die weiterhin geklagt en Kopfschmerzen organische Un- fallfolgen verantwortlich wären. Das aktuelle Schmerzgesc hehen ist mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit vielmehr auf eine psychiatrische Genese zurückzuf ühren. Nichts anderes scheint die Beschwerdeführerin selbst zu vertreten, wenn sie i n ihrer Beschwerdebegründung zusam- menfassend ausführen lässt, dass allfällige organische Besch werdeanteile nur möglicherweise weiter bestehen würden (vgl. a.a.O., S. 10). Es muss de shalb sein Bewenden damit haben, dass eine organische Genese der gegenwärtig noch geklagten Symptomatik nicht mit dem hin- reichenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichke it begründet werden kann (vgl. ebenso neurologisches Teil-Gutachten der D.____ vom 28. November 2014, S. 13). 4.5 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass bei der Ver sicherten im Zeitpunkt der Leis- tungseinstellung durch die Basler per Ende Juni 2014 kei ne strukturell objektivierbaren Folgen des Mitte Februar 2013 erlittenen Unfalls mehr vorgele gen haben. Die Ärztinnen und Ärzte konnten die weiterhin geklagten Beschwerden aufgrund d er Angaben der Versicherten zwar erheben und klinisch erfassen, hierfür jedoch weder ei n objektives Korrelat noch strukturelle Veränderungen eruieren. Die von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang geltend gemachten Beeinträchtigungen sind vielmehr funktionelle r Natur. Da keine organisch nach- weisbaren Beschwerden vorliegen, ist zu prüfen, ob das für ein Trauma der HWS bzw. für ein Schädelhirntrauma von der Rechtsprechung als typisch bezeich nete „bunte“ Beschwerdebild innert der massgebenden Latenzzeit von 24 bis 72 Stunde n aufgetreten ist (vgl. oben, Ziffer 3.3). Dies ist zu verneinen. Bei der Versicherten lagen n ach dem erlittenen Unfallereignis vom 16. Februar 2013 keine gesundheitlichen Beeinträchtigu ngen vor, die zum Beschwerdebild ge- hören, welches für ein Schleudertrauma, ein Schädelhirn trauma ohne strukturell-objektivierbare Folgen oder für einen äquivalenten Verletzungsmechanism us typisch ist. Den echtzeitlichen medizinischen Akten ist vielmehr zu entnehmen, dass die Ver sicherte im Nachgang zu ihrem Sturz vom 16. März 2013 zunächst keine Beschwerden beklag t hatte (vgl. Notfallbericht des Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Spitals C.____ vom 4. März 2013). Aktenkundig ist einzig das Auftreten progredienter, starker Kopfschmerzen erst eine Woche nach dem Unfall (vgl. Operat ionsbericht des Spitals I.____ vom 4. März 2013), die sich trotz medikamentöser Therapie nicht verbessert haben (vgl. Bericht des Spitals I.____ vom 18. März 2013). Eine anlässlich der erlittenen Stürze erlittene Amnesie ist ebenso auszuschliessen wie eine Bewusstlosigkeit (vgl. B ericht von Dr. H.____ vom 11. November 2013). Den zeitlich späteren medizinischen Unterlagen kann ergä nzend entnommen werden, dass die Versicherte nach ihren wiederholten Stürzen weiter Ski gefahren sei. Erst nach dem dritten Sturz um zirka 11 Uhr morgens habe sie leichte, eher im Hinterkopf lokalisierte, drückende Kopfschmerzen bemerkt, welche sie nicht ernst genommen ha be. Die Versicherte sei an- schliessend in ein Restaurant gegangen und habe etwas ge trunken. Übelkeit oder Schwindel seien nicht vorhanden gewesen. Am Nachmittag sowie am Folgetag sei sie ebenfalls Ski fahren gegangen. In diesem Zeitpunkt habe sie nur leichte Kop fschmerzen ohne sonstige neurologi- sche Ausfälle festgestellt. Am 19. März 2013 sei sie wied er zur Arbeit gegangen. Zu diesem Zeitpunkt sei alles noch gut gewesen. Mit Ausnahme mini mer Kopfschmerzen seien die Kon- zentration, das Gedächtnis und ihr Gleichgewicht nicht beeinträchtigt gewesen, weshalb die Versicherte die ganze Woche bis samstags weiter gearbeit et habe. Erst am Sonntag seien zu- nehmend starke Kopfschmerzen aufgetreten (vgl. D.____-Gut achten vom 28. November 2014, S. 7). Innert der rechtsprechungsgemäss massgebenden Latenzzeit w urden demnach - mit Ausnah- me der erst im Rahmen späterer Begutachtungen angegebe nen, minimen Kopfschmerzen - keine Symptome erhoben, welche dem sogenannten "bunten Beschwerdebild" entsprechen würden. Die Adäquanzbeurteilung der von der Versicherte n geklagten Beschwerden in Form der diagnostizierten chronischen Spannungskopfschmerzen bei gleichzeitig bestehender mittel- schwer bis schwerer depressiver Episode sowie einer Persönli chkeitsakzentuierung (vgl. D.____-Gutachten vom 28. November 2014, S. 23) hat deshalb nach Massgabe der Grundsätze zu erfolgen, wie sie das Bundesgericht in B GE 115 V 133 ff. entwickelt und in sei- ner Rechtsprechung seither beständig angewandt hat (BGE 123 V 98; BGE 124 V 44 E. 5c/bb und 213 E. 4b). 4.6 Die Beschwerdegegnerin hat in ihrem Einspracheentsche id vom 7. August 2015 hinge- gen die sogenannte Schleudertraumapraxis gemäss BGE 134 V 109 ff. zur Anwendung ge- bracht, welche bei der Adäquanzprüfung psychische und physi sche Komponenten gleich be- handelt. Konsequenterweise hätte die Basler deshalb au ch berücksichtigen müssen, dass in Bezug auf die psychiatrisch bedingten Beeinträchtigungen der Endzustand noch nicht eingetre- ten ist, so dass die Adäquanzprüfung noch nicht hätte vo rgenommen werden dürfen. Die Be- schwerdeführerin bringt insofern nachvollziehbar vor, dass der Fallabschluss durch die Basler zu früh erfolgt sei, weil punkto unfallkausaler psychischer Beschwerden noch kein Endzustand eingetreten sei. Dieser Argumentation ist allerdings e ntgegen zu halten, dass die Prüfung der Adäquanz des Kausalzusammenhangs bei Anwendung der Praxis zu den psychischen Unfall- folgen (BGE 115 V 133) in jenem Zeitpunkt vorzunehme n ist, in dem von der Fortsetzung der ausschliesslich auf die somatischen Leiden gerichteten ärztl ichen Behandlung keine namhafte Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes meh r erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 137 V 199 E. 2.1; Urteil des Bundesg erichts 8C_691/2013 vom 19. März 2014 E. 7.1). Bei der Frage, ob ein Endzustand einge treten ist, ist eine mögliche Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands mit anderen Worten nur i n jenen Fällen beachtlich, in denen die Schleudertraumapraxis zur Anwendung kommt. D ies aber ist im vorliegenden Fall gerade nicht der Fall (vgl. oben, Erwägung 4.5 hiervor ). Davon scheint auch die Beschwerde- führerin selbst auszugehen, wenn sie in ihrer Beschwerde ausführen lässt, dass in Bezug auf ihre psychischen Beeinträchtigungen BGE 115 V 133 zu beachten sei (vgl. Beschwerdebegrün- dung vom 9. September 2015, S. 10 f). 4.7 Nach dieser Rechtsprechung setzt die Bejahung des adäqu aten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfallereignis und einer anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwick- lung im Einzelfall voraus, dass dem Unfallereignis für die Entstehung der psychisch bedingten Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeut ung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mi t anderen Worten ernsthaft ins Ge- wicht fällt (BGE 115 V 141 E. 7 mit Hinweisen). Für d ie Beurteilung dieser Frage ist an das Un- fallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenf älligen Geschehensablauf – eine Ein- teilung der Unfälle in drei Gruppen zweckmässig erscheint: banale bzw. leichte Unfälle einer- seits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwische n liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 138 E. 6). Während bei leichten bzw. bana len Unfällen der adäquate Kausalzu- sammenhang in der Regel ohne weiteres verneint werden kann, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizi nischer Erkenntnisse davon ausge- gangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeig net ist, einen erheblichen Gesundheits- schaden zu verursachen, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Folgen bei schweren Unfällen in der Regel zu bejahen. Bei Un fällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäqua ter Kausalzusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantworten . Es sind daher weitere, objektiv er- fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall i n Zusammenhang stehen oder als di- rekte oder indirekte Folge davon erscheinen, in eine Ge samtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 140 E. 6c/aa) zu nennen: - besonders dramatische Begleitumstände oder besonde re Eindrücklichkeit des Unfalls; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verl etzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemäs- se Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; - ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; - körperliche Dauerschmerzen; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen er heblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikat ionen; - Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähi gkeit. Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die G esamtwürdigung ist nicht in jedem Fall er- forderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausal- zusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Das trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, der zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich oder sogar als Grenz- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht fall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Ander seits kann im gesamten mittleren Be- reich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonde rs ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlagge bendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werde n. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Gren zbereich zu den leichten der Unfällen zu- zuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kr iterien in gehäufter oder auffallen- der Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird. Diese Würdigung des Unfalls zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusam- menhangs. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach ande ren Ursachen zu forschen, die möglich- erweise die psychische Fehlreaktion mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 140 E. 6c/bb). 4.8 Die Schwere des Unfalles ist aufgrund des augenfäll igen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu bestimmen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). Zum erlittenen Unfallhergang steht einzig fest, dass d ie Versicherte am 16. März 2013 beim Skifahren auf einer unebenen Buckelpiste mit viel Neuschne e wiederholt gestürzt ist (vgl. Be- schrieb Unfallhergang vom 30. Mai 2013). Sie ist dreima l hingefallen und hat sich dabei jeweils den Kopf angeschlagen, wobei sie einen Helm getragen hat (vgl. Protokoll Round-Table- Besprechung vom 18. November 2013, S. 3). Bezogen auf dieses Unfallereignis lag weder eine Bewusstlosigkeit noch eine Gedächtnislücke vor (vgl. Berich t von Dr. H.____ vom 11. November 2013). Die Tatsache, dass die Versicherte zu nächst keine Beschwerden zu be- klagen hatte (vgl. Notfallbericht des Spital C.____ vom 4. März 2013), deu ten auf keinen be- sonders heftigen Aufprall des helmgeschützten Kopfes hin . Es ist deshalb von einem mittel- schweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfäll en auszugehen. Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs müssen demnach von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als massgebende Kriterien in die Ges amtwürdigung einzubeziehen sind, entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber vier dieser Kriterien gege- ben sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_295/2013 vom 25. September 2013 E. 3.3 mit Hinwei- sen). 4.8.1 Dem Unfall kann keine besondere Eindrücklichkeit b zw. Schwere zugesprochen werden. Die Versicherte war nach ihrem Sturz weder bewusstlos noch in der unmittelbaren Folge ar- beitsunfähig. Für einen dramatischen Unfallhergang li egen keine Hinweise vor. Die Versicherte war in der Lage, nach ihren wiederholten Stürzen jew eils weiter Ski zu fahren (vgl. D.____- Gutachten vom 28. November 2014, S. 7). Von dramatische n Begleitumständen besonderer Intensität kann daher nicht gesprochen werden. Es ist in diesem Zusammenhang darauf hinzu- weisen, dass sämtliche als mittelschwer zu qualifizierenden Unfälle eine gewisse Eindrücklich- keit aufweisen, sodass allein daraus noch nicht auf eine besondere Ausprägung geschlossen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1062/2009 vom 31. August 2010 E. 4.2.2). Daran ändert auch das in der Beschwerdebegründung vorge brachte subjektive Empfinden nichts, wonach durch die zwei Wochen später durchgeführ te Bohrlochtrepanation ein traumati- sches Erlebnis vorliege. Unbesehen davon, dass nicht die Begleitumstände der anschliessen- den Operation, sondern jene des unmittelbar erlitten en Unfallereignisses massgebend sind, traten anlässlich des operativen Eingriffs vom 2. März 2013 keine Komplikationen auf (vgl. Ope- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht rationsbericht des Universitätsspitals Basel vom 4. März 2 013), und die Versicherte konnte be- reits eine Woche danach in einem guten Allgemeinzustan d nach Hause entlassen werden (vgl. Bericht des Spitals I.____ vom 18. März 2013). Unt er diesen Umständen kann das Kriteri- um der besonderen Eindrücklichkeit oder der dramatischen Begleitumstände nicht als erfüllt gelten. 4.8.2 Im Weiteren kann weder von einem schwierigen Hei lungsverlauf der somatischen Unfall- folgen mit erheblichen Komplikationen noch von einer är ztlichen Fehlbehandlung, welche die somatischen Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, d ie Rede sein. Die Versicherte konnte bereits eine Woche nach der erfolgreich durchgeführten Operation in einem guten Allgemeinzu- stand nach Hause entlassen werden. Nachdem bereits im Schädel-CT vom 2. Juli 2013 eine vollständige Resorption der subduralen Flüssigkeitskollektion nachgewiesen werden konnte (vgl. Bericht von Dr. H.____, FMH Neurologie, vom 11. November 2013), ergab auch die im Januar 2014 durchgeführte, neuropsychologische Testung kei ne hirnlokalen Befunde (vgl. neu- rologisches Teilgutachten der D.____, S. 13). Auch wenn die im Nachgang zur Operation vom 2. März 2013 geklagten Kopfschmerzen für die Dauer maxim al eines Jahres als somatisch be- dingt anzuerkennen sind, müssen sie mit zunehmenden Zeitverlauf vorrangig psychischen Fak- toren zugeschrieben werden (vgl. D.____-Gutachten vom 28. November 2014, S. 24). Die Ver- letzungen der Versicherten waren objektiv betrachtet d aher weder besonders schwer noch von besonderer Art, weshalb nicht davon gesprochen werden kann, dass sie geeignet wären, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. 4.8.3 Ebenso wenig litt die Beschwerdeführerin im Ze itpunkt der Leistungseinstellung Mitte Juni 2014 noch an physisch bedingten Dauerschmerzen. Die vo n ihr weiterhin geklagten Be- schwerden sind psychischer Natur und können deshalb keine Be rücksichtigung finden (vgl. oben, Erwägung 3.3 hiervor). Eine ungewöhnlich l ange bzw. belastende Dauer der ärztli- chen Behandlung hinsichtlich der somatischen Beeinträchtigungen fällt unter diesen Umständen ebenfalls nicht in Betracht. Schliesslich kann auch nicht angenommen werden, dass das auf den Unfall zurückzuführende somatische Beschwerdebild eine lang andauernde Arbeitsunfä- higkeit zur Folge hatte. Die Beschwerdeführerin hat ihr e Arbeit bereits ab Mitte Mai 2013 im Umfang der Hälfte ihres ursprünglichen Pensums wieder a ufgenommen. Auch wenn die im Nachgang zur Operation vom 2. März 2013 geklagten Kopfsch merzen für die Dauer maximal eines Jahres als somatisch bedingt anzuerkennen sind, beru ht die Arbeitsunfähigkeit seither offenbar auf psychischen Ursachen, die bei der Adäquanzbe urteilung aber als unbeachtlich zu qualifizieren sind. 4.9 Die massgebenden unfallbezogenen Kriterien sind je denfalls weder in gehäufter noch in auffallender Weise erfüllt, was im Ergebnis zur Ve rneinung der Adäquanz des Kausalzu- sammenhangs führen muss. Dem Unfall vom 16. März 2013 komm t somit keine rechtserhebli- che Bedeutung für die von der Beschwerdeführerin über Ende Juni 2014 hinaus geklagten Be- schwerden zu. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die B eschwerdegegnerin den adä- quaten Kausalzusammenhang verneint und ihre Leistungen auf diesen Zeitpunkt hin entspre- chend eingestellt hat. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis abzuweisen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht