<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">2A.474/2005 /vje </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 10. August 2005 </div> <div class="para">II. Öffentlichrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Merkli, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Hungerbühler, Müller, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Feller. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern, Kramgasse 20, 3011 Bern, </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, Speichergasse 12, 3011 Bern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Familiennachzug, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, vom 23. Juni 2005. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Der türkische Staatsangehörige X.________, geb. ... 1964, wurde am 4. Februar 1997 gestützt auf die am 6. März 1992 geschlossene und am 28. Juli 2001 geschiedene Ehe mit einer Schweizer Bürgerin erleichtert eingebürgert. Zusammen mit einer in der Türkei lebenden Landsfrau, mit welcher er von 1987 bis November 1991 und ein zweites Mal vom Juli 1995 bis Dezember 2003 (grösstenteils während der Dauer der Ehe mit einer Schweizerin) verheiratet war, hat er vier Kinder: A.________ (geb. ... 1988), B.________ (geb. ... 1989), C.________ (geb. ... 1992) und D.________ (geb. ... 1994). Das elterliche Sorgerecht über die beiden ältesten Töchter steht X.________ zu. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Am 3. März 2004 reisten A.________ und B.________ mit einem Touristenvisum in die Schweiz ein. Am 7. Mai 2004 lehnte das Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an die beiden Töchter zwecks Verbleib bei ihrem Vater X.________ (Familiennachzugsgesuch) ab. Eine Beschwerde an die Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern blieb erfolglos. Mit Urteil vom 23. Juni 2005 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die gegen den Beschwerdeentscheid der Polizei- und Militärdirektion erhobene Beschwerde ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Am 2. August 2005 hat X.________ beim Bundesgericht eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht, womit er sinngemäss Aufhebung des Urteils des Verwaltungsgerichts sowie Erteilung der Aufenthaltsbewilligung an die beiden Töchter beantragt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden. Das Urteil, mit dessen Ausfällung das Gesuch um vorsorgliche Gestattung der Anwesenheit der Töchter des Beschwerdeführers während der Verfahrensdauer gegenstandslos wird, ergeht im vereinfachten Verfahren gemäss <span class="artref">Art. 36a OG</span> mit summarischer Begründung, im Wesentlichen unter Hinweis auf die Erwägungen des angefochtenen Urteils (vgl. <span class="artref">Art. 36a Abs. 3 OG</span>). </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer ist Schweizer Bürger. Er kann sich für den Nachzug seiner Töchter, die noch nicht 18 Jahre alt sind und zu denen eine intakte familiäre Beziehung besteht, auf <span class="artref">Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG</span> sowie auf <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> berufen. Das Verwaltungsgericht hat in E. 3 des angefochtenen Urteils umfassend und zutreffend die Kriterien dargelegt, die für den - nachträglichen - Nachzug von Kindern im Falle von getrennt lebenden Eltern massgeblich sind. Den entsprechenden Darlegungen, unter anderem hinsichtlich der Bedeutung der bisherigen Betreuungsverhältnisse, der vorrangigen Beziehungen auch zu weiteren Verwandten wie Grosseltern und Tanten sowie der diesbezüglichen Beweisanforderungen, ist nichts beizufügen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Aus den für das Bundesgericht verbindlichen tatsächlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts (vgl. <span class="artref">Art. 105 Abs. 2 OG</span>) ergibt sich, dass die beiden Töchter, die nachgezogen werden sollen, bis 1997 von ihrer Mutter, seither - bis zu ihrer Einreise in die Schweiz - von ihrer Tante betreut wurden. In seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde widerspricht der Beschwerdeführer denn auch der Darstellung des Verwaltungsgerichts nicht, dass die hauptsächliche Verantwortung für die Erziehung und Betreuung beider Töchter bei deren Mutter und Tante lag. Vielmehr begründet er sein Anliegen letztlich allein damit, dass die Töchter in der Schweiz für ihr weiteres Fortkommen viel bessere Lebensbedingungen antreffen würden als in der Türkei. Der Nachzug von Kindern aus solchen Gründen entspricht indessen gerade nicht Sinn und Zweck von <span class="artref">Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG</span>. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer hat weder aufgezeigt noch auch nur behauptet, seine Töchter seien zu ihm in die Schweiz eingereist, weil er ihre vorrangige Bezugsperson geworden sei und sich die Betreuungsverhältnisse besonders im Zeitpunkt der Einreise massgeblich verändert hätten. Schon darum verletzt vorliegend die Verweigerung des Familiennachzugs weder <span class="artref">Art. 17 Abs. 2 ANAG</span> noch <span class="artref">Art. 8 EMRK</span>. Es erübrigt sich daher zu prüfen, wie die Beziehungen der beiden ältesten Töchter zu ihren jüngeren Geschwistern sind, wie es sich mit den Betreuungsverhältnissen bei diesen verhält und aus welchen Gründen der Beschwerdeführer sich nicht auch um einen Nachzug für diese bemüht und insofern eine Trennung der Geschwister in Kauf genommen hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Polizei- und Militärdirektion und dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 10. August 2005 </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>