B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-6228/2011 U r t e i l v o m 2 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richterin Vera Marantelli (Vorsitz), Richter Claude Morvant, Richter Francesco Brentani, Gerichtsschreiber Said Huber. Parteien B._______, (…), Beschwerdeführerin, gegen Prüfungskommission Humanmedizin, Bundesamt für Gesundheit, (…), Vorinstanz. Gegenstand Eidgenössische Prüfung Humanmedizin 2011. B-6228/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Auf den 1. September 2007 trat das neue Medizinalberufegesetz vom 23. Juni 2006 (MedBG, SR 811.11) in Kraft, das u. a. im Bereich der H u- manmedizin zu einer Reform der Prüfungsordnung führte, in deren Folge das bisherige Staatsexamen im Jahre 2010 letztmals durchgeführt wurde: Während ab Herbst 2 010 die eidgenössischen Vorprüfungen in Huma n- medizin fortan durch intrauniversitäre Evaluationsverfahren ersetzt we r- den und damit in den Verantwortungsbereich der Universitäten fallen, bleibt einzig die neu strukturierte und beim Abschluss des Studiums abzu- legende eidgenössische Prüfung Humanmedizin unter Bundesaufsicht. Diese Prüfung wird gesamtschweizerisch koordiniert und einheitlich an al- len fünf medizinischen Fakultäten dezentral durchgeführt. Sie setzt sich neu aus zwei Einzelprüfungen zusammen: Einer seits aus der fachübe r- greifenden Multiple Choice -Prüfung (MC -Prüfung, bestehend aus zwei Teilprüfungen), andererseits aus der gesamtschweizerisch einheitlichen, strukturierten praktischen Prüfung ("Clinical Skills", CS-Prüfung). A.b Am 9. und am 11. August 201 1 nahm die Beschwerdeführerin in Z ü- rich an den erstmals stattfindenden beiden MC -Teilprüfungen der eidge- nössischen MC-Prüfung Humanmedizin teil. A.c Mit einem undatierten Schreiben der medizinischen Fakultät der Uni- versität Bern (Institut für Medizinische Lehr e IML, Abteilung für Asses s- ment und Evaluation AAE) wurde die Beschwerdeführerin über das R e- sultat dieser Teilprüfungen wie folgt "informell" informiert: "(…) Die Bestehensgrenze wurde durch die Prüfungskommission festgelegt auf der Grundlage der Ergebniss e zweier im Voraus durchgeführter inhaltsbasierter Standardse t- zungsverfahren. Um zu bestehen, mussten in den 259 gewerteten Fragen mindestens 139 Punkte erzielt werden (= 53.7%). Ihre Punktzahl beträgt 136. Sie haben damit die MC-Prüfung nicht bestanden. I n der Gesamtgruppe aller Teilnehmenden gehören Sie mit dieser Punktzahl leistungsmässig zum untersten Viertel (Prozentränge 1-35). (…)." A.d Mit einer am 27. Oktober 2011 der Post übergebenen Verfügung vom 21. Oktober 2011 eröffnete die Prüfungskommission Huma nmedizin der Beschwerdeführerin, dass sie die strukturierte praktische Prüfung zwar erfolgreich absolviert habe, nicht hingegen die MC -Einzelprüfung, we s- halb die eidgenössische Prüfung in Humanmedizin nicht bestanden sei. B-6228/2011 Seite 3 B. Diese Verfügung focht die Beschwe rdeführerin am 5. November 2011 beim Bundesverwaltungsgericht an. In ihrer Eingabe beantragt sie, "eine Reevaluation des Prüfungsentscheides", insbesondere ein Vergleich ihres Prüfungsheftes mit dem Antwortblatt, der bis auf die erwähnten K -Fragen kongruent ausfallen sollte. Zusätzlich verlangte die Beschwerdeführerin Einsicht in ihre Prüfungsunterlagen. In ihrer Begründung beanstandet die Beschwerdeführerin gewisse Moda- litäten der universitären Prüfungsvorbereitung und der Information . Z u- dem bemängelt sie Fehler im Prüfungsablauf sowie in der erfolgten Aus- wertung der MC-Einzelprüfung. C. C.a Auf Aufforderung des Bundesverwaltungsgerichts hin teilte die Vori n- stanz am 18. Januar 2012 mit, inwieweit und unter welchen Bedingungen der Beschwerdeführerin Akteneinsicht in die grundsätzlich nicht parteiö f- fentlichen, geheimhaltungsbedürftigen Fragenhefte zu gewähren sei. C.b Mit Zwischenverfügung vom 24. Januar 2012 gab das Bundesverwal- tungsgericht der Beschwerdeführerin Gelegenheit mitzuteilen, ob sie bei der Vorinstanz oder dem Bundesverwaltungsgericht eine entsprechend den Vorgaben der Vorinstanz definierte Einsicht in ihre Prüfungsunterl a- gen nehmen wolle. C.c Mit Schreiben vom 1. Februar 2012 teilte die Beschwerdeführerin mit, sie wolle beim Bundesverwaltungsgericht Einsicht in die Prüfungsunterla- gen nehmen. Dazu merkte sie an, ihre Beschwerde beziehe sich vor a l- lem auf die ungleichen Prüfungs - bzw. Auswertungsbedingungen, we s- halb sie Einsicht verlange. Die dafür vorgesehene Dauer von vier Stu n- den sei unnötig k urz, weshalb sie um Verlängerung der Einsichtsdauer ersuche. C.d Mit Zwischenverfügung vom 17. Februar 2012 verfügte das Bundes- verwaltungsgericht, dass der Beschwerdeführerin im Sinne rechtsgleicher Behandlung für maximal vier Stunden eingeschränkte Einsicht in die Prü- fungsunterlagen gewährt werden könne. C.e Am 1. März 2012 nahm die Beschwerdeführerin Einsicht in ihre Pr ü- fungsunterlagen entsprechend den Auflagen der Vorinstanz. B-6228/2011 Seite 4 Unmittelbar nach erfolgter Akteneinsicht teilte die Beschwerdeführerin dem Bundesverwaltungsgericht mit, sie werde innert einer Woche mittei- len, ob sie ihre Beschwerde ergänzen oder zurückziehen wolle. D. Mit Schreiben vom 7. März 2012 reichte die Beschwerdeführerin erneut ihre Eingabe vom 5. November 2011 ein und hielt unter anderem fest, sie erachte eine Reevaluation des Prüfungsentscheides für gerechtfertigt. E. Mit Vernehmlassung vom 2. April 2012 beantragt die Vorinstanz , die Be- schwerde abzuweisen. F. Mit Replik vom 21. April 2012 hält die Beschwerdeführerin an ihrer B e- schwerde fest. G. Mit Duplik vom 11. Mai 2012 hält die Vorinstanz an ihrem Antrag auf B e- schwerdeabweisung fest. H. Auf die Argumente der Verfahrensbeteiligten wird, soweit sie entschei d- wesentlich sind, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden, zu denen auch die Prüfungskommission Huma n- medizin zählt (Art. 33 Bst. d VGG i.V.m. Art. 7 der Prüfungsverordnung MedBG vom 26. November 2008 [SR 811.113.3]). Ihr angefochtener Pr ü- fungsentscheid vom 21. Oktober 2011 stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. c VwVG dar (vgl. Art. 20 Abs. 1 Prüfungsverordnung MedBG). Diese kann im Rahmen der allgemeinen Bestimmungen über B-6228/2011 Seite 5 die Bundesverwaltungsrechtspflege mit Beschwerde beim Bundesverwal- tungsgericht angefochten werden (Art. 31 und 33 Bst. d VGG i.V.m. Art. 44 ff. VwVG). 1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfa hren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Tei l- nahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders b e- rührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ä n- derung hat. Die Beschwerdeführerin ist formelle Adressatin der angefoch- tenen Verfügung und durch diese auch materiell beschwert. Sie ist de s- halb zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde legitimiert. 1.3 Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der B e- schwerdeschrift sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der K osten- vorschuss wurde fristgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übr i- gen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. 2.1 Das MedBG fördert im Interesse der öffentlichen Gesundheit die Qua- lität der universitären Ausbildung, der beruflichen Weiterbildung und der Fortbildung sowie der Berufsausübung der Fachpersonen im Bereich der Humanmedizin, der Zahnmedizin, der Chiropraktik, der Pharmazie und der Veterinärmedizin (Art. 1 Abs. 1 MedBG). Zu diesem Zw eck u m- schreibt es insbesondere die Voraussetzungen für das Erlangen eines eidgenössischen Diploms und eines eidgenössischen Weiterbildungstitels in den universitären Medizinalberufen, zu denen u.a. auch Ärztinnen und Ärzte zählen (Art. 1 Abs. 3 Bst. b MedB G i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Bst. a MedBG). 2.1.1 Als berufsspezifische Ausbildungsziele hält Art. 8 MedBG fest: "Absolventinnen und Absolventen des Studiums der Humanmedizin, der Zahnm e- dizin und der Chiropraktik: a. kennen die für die Berufsausübung relevanten grundlege nden Strukturen und Funktionsmechanismen des menschlichen Körpers von der molekularen Eb e- ne bis zum Gesamtorganismus in allen seinen Entwicklungsphasen und im g e- samten Spektrum vom gesunden bis zum kranken Zustand; b. beherrschen die Diagnose und die Behandlu ng der häufigen und der dringlich zu behandelnden Gesundheitsstörungen und Krankheiten in ihrem Berufsfeld; B-6228/2011 Seite 6 c. sind fähig, mit Arzneimitteln fach -, umweltgerecht und wirtschaftlich umzug e- hen; d. erkennen die für benachbarte Berufsfelder relevanten Krankheitsbild er und passen ihr Vorgehen den übergeordneten Problemstellungen an e. können die Befunde und deren Interpretation zusammenfassen und mitteilen; f. verstehen gesundheitliche Probleme ganzheitlich und erfassen dabei insb e- sondere die physischen, psychischen, sozial en, rechtlichen, ökonomischen, kulturellen und ökologischen Faktoren und Auswirkungen und beziehen diese in die Lösung der gesundheitlichen Probleme auf individueller und Gemei n- schaftsebene ein; g. verstehen Patientinnen und Patienten als Personen individuell und in ihrem sozialen Umfeld und gehen auf ihre Anliegen sowie auf diejenigen ihrer Ang e- hörigen ein; h. setzen sich für die menschliche Gesundheit ein, indem sie beratend tätig sind und die erforderlichen präventiven und gesundheitsfördernden Massnahmen in ihrem Berufsfeld treffen; i. respektieren die Würde und die Autonomie des Menschen, kennen die B e- gründungsweisen der Ethik, sind vertraut mit den ethischen Problemen ihres Berufsfeldes und lassen sich in ihrer beruflichen und wissenschaftlichen Täti g- keit von ethischen Grundsätzen zum Wohl der Menschen leiten." 2.1.2 Nach Art. 14 MedBG wird die universitäre Ausbildung (eines Med i- zinalberufes) mit der eidgenössischen Prüfung abgeschlossen (Abs. 1). In dieser wird abgeklärt, ob die Studierenden (a) über die fachlichen K ennt- nisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten sowie über die Verhaltensweisen und die soziale Kompetenz verfügen, die sie zur Ausübung des entspreche n- den Medizinalberufes benötigen und (b) die Voraussetzungen für die e r- forderliche Weiterbildung erfüllen (Abs. 2 Bst. a und b von Art. 14 MedBG). Der Inhalt der Prüfung, das Prüfungsverfahren sowie die Prüfungsgebü h- ren und die Entschädigungen für die Expertinnen und Experten werden vom Bundesrat nach Anhörung der Medizinalberufe kommission und der universitären Hochschulen in einem Prüfungsreglement bestimmt (Art. 13 Abs. 1 MedBG). Der Bundesrat ernennt nach Anhörung der Medizinalb e- rufekommission die für die Durchführung der Prüfungen zuständigen Pr ü- fungskommissionen und erteilt diesen die erforderlichen Aufträge (Art . 13 Abs. 2 MedBG). 2.1.3 Voraussetzungen für die Zulassung zur eidgenössischen Prüfung sind (a) eine eidgenössische oder eine eidgenössisch anerkannte Matura oder ein Studienabschluss einer kantonalen Universität, einer Eidgenö s- sischen Technischen Hochschule oder einer Fachhochschule und (b) das Absolvieren eines nach MedBG akkreditierten Studiengangs (Art. 12 Abs. 1 Bst. a und b MedBG). B-6228/2011 Seite 7 2.2 Gestützt auf die Art. 12 Abs. 3, 13 und 60 MedBG hat der Bundesrat die Prüfungsverordnung MedBG erlassen (zitiert in E. 1.1). Diese regelt (a) den Inhalt, die Form und die Bewertung der eidgenössischen Prüfung für die universitären Medizinalberufe, (b) die Aufgaben der Organe (c) das Prüfungsverfahren (d) die Prüfungsgebühren (e) die Entschädigungen für die Expertinnen und Experten (Art. 1 Prüfungsverordnung MedBG). 2.2.1 Nach Art. 2 Abs. 2 der Prüfungsverordnung MedBG findet die ei d- genössische Prüfung nach dem Absolvieren eines nach dem MedBG akk- reditierten (Art. 23 MedBG) oder anerkannten ausländischen Studie n- gangs (Art. 33 MedBG) statt. Mit ihr wird überprüft, ob die im MedBG vo r- gegebenen Ausbildungsziele erreicht sind (Art. 2 Abs. 1 Prüfungsveror d- nung MedBG). Die eidgenössische Prüfung entspricht dem Stand der Wissenschaft und internationalen Grundsätzen und Anforderungen (Art. 2 Abs. 3 Prüfung s- verordnung MedBG). 2.2.2 Nach Art. 3 Prüfungsverordnung MedBG sind Grundlage für den I n- halt der eidgenössischen Prüfung die allgemeinen und berufsspezifischen Ausbildungsziele des MedBG und die Schweizerischen Lernzielkataloge für die akkreditiert en Studiengänge der universitären Medizinalberufe (Abs. 1). Die Medizinalberufekommission (MEBEKO), Ressort Ausbi l- dung, legt auf Vorschlag der Prüfungskommissionen den Inhalt der ei d- genössischen Prüfung für jeden universitären Medizinalberuf fest (Abs. 2). 2.2.3 Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) regelt nach A n- hörung der MEBEKO, Ressort Ausbildung, die Grundsätze und Einzelhei- ten der verschiedenen Prüfungsformen (Art. 4 Abs. 1 Prüfungsverordnung MedBG). Die MEBEKO, Ressort Ausbildung, legt auf Vorsch lag der Pr ü- fungskommissionen die Prüfungsformen für jeden universitären Mediz i- nalberuf fest (Art. 4 Abs. 2 Prüfungsverordnung MedBG). 2.2.4 Nach Art. 5 Prüfungsverordnung MedBG kann die eidgenössische Prüfung aus einer oder mehreren Einzelprüfungen bestehen. Ein zelprü- fungen können Teilprüfungen enthalten (Abs. 1). Jede Einzelprüfung wird mit "bestanden" oder "nicht bestanden" bewertet (Abs. 2). Für jede Einzelprüfung legt die MEBEKO, Ressort Ausbildung, auf Vo r- schlag der Prüfungskommission fest, unter welchen Vor aussetzungen diese als bestanden gilt. Sie berücksichtigt dabei die Lernziele und die B-6228/2011 Seite 8 Lerninhalte. Die Voraussetzungen sind mittels geeignetem Verfahren konstant zu halten (Abs. 5). 2.2.5 Art. 18 Prüfungsverordnung MedBG hält zur Wiederholung einer nicht bestandenen eidgenössischen Prüfung fest, dass nur die Einzelpr ü- fungen, die als "nicht bestanden" bewertet wurden, wiederholt werden müssen (Abs. 2) und dass eine nicht bestandene eidgenössische Prüfung zweimal wiederholt werden kann (Abs. 3). 2.3 Nach Art. 1 Abs. 1 der vom EDI gestützt auf Art. 4 Abs. 1 Prüfung s- verordnung MedBG erlassenen Prüfungsformenverordnung vom 1. Juni 2011 (SR 811.113.32) müssen die Prüfung sowie deren Auswertung und Bewertung nach einem strukturierten oder standardisierten Verfahren a b- laufen. Die Prüfung ist so zu gestalten, dass sie eine ausreichende A n- zahl voneinander möglichst unabhängiger Messpunkte aufweist, die Au f- schluss geben über Lösungsstrategien, Handlungsschritte, Leistungen und Verhaltensweisen (Art. 1 Abs. 2 Prüfungsformenverordnung). 2.3.1 Fragen, Aufgaben und Stationen müssen inhaltlich, formal und sprachlich korrekt sein und mit dem Lernzielkatalog übereinstimmen (Art. 2 Prüfungsformenverordnung). 2.3.2 Die eidgenössische Prüfung ist am Prüfungsstandort abzulegen, an dem die Kandidatin ode r der Kandidat das Studium abgeschlossen hat (Art. 3 Prüfungsformenverordnung). 2.3.3 Zur Prüfungsdauer legt Art. 5 Prüfungsformenverordnung fest, dass für die schriftlichen MC - und KAF-Prüfungen die Dauer einer Einzelpr ü- fung mindestens vier Stunden und die Daue r einer Teilprüfung höchstens viereinhalb Stunden beträgt (Abs. 1), die für die Instruktion der Kandid a- tinnen und Kandidaten notwendige Zeit nicht in die Prüfungsdauer fällt (Abs. 2) und dass die MEBEKO, Ressort Ausbildung für jede Prüfung die Dauer der Prüfung und den Inhalt der Instruktionen festlegt (Abs. 3). 3. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneing e- schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständ iger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG). B-6228/2011 Seite 9 Indessen auferlegt es sich – entsprechend der festen Praxis des Bundes- gerichts, des Bundesrats und der früheren Rekurs- und Schiedskommis- sionen des Bundes – bei der Bewertung von Prüfungsleistungen eine gewisse Zurückhaltung und weicht bei Fragen, die seitens der Verwa l- tungsjustizbehörden schwer zu überprüfen sind, nicht ohne Not von der Beurteilung der erstinstanzl ichen Prüfungsorgane und Examinatoren ab (vgl. BVGE 2010/21 E. 5.1, BVGE 2008/14 E. 3.1, BVGE 2007/6 E. 3; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 75 f. Rz. 2.158). Denn der Rechtsmittelbehörde sind meistens nicht alle massgebenden Fakt o- ren der Bewertung bekannt und es ist ihr in der Regel nicht möglich, sich ein zuverlässiges Bild über die Gesamtheit der Leistungen einer b e- schwerdeführenden Person sowie der Leistungen der übrigen Kandidaten zu machen. Zudem haben Prüfungen oftmals Spezialgebiete zum G e- genstand, in denen die Rechtsmittelbehörde regelmässig über keine e i- genen Fachkenntnisse verfügt. Eine freie Überprüfung der Examensb e- wertung in materieller Hinsicht würde die Gefahr von Unge rechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüber anderen Kandidaten in sich bergen. Werden hingegen Verfahrensmängel im Prüfungsablauf oder die Ausl e- gung und Anwendung von Rechtsnormen gerügt, hat das Bundesverwa l- tungsgericht die erhobene Kritik mit umfassender Kognition zu prüfen, wobei all jene Einwände auf Verfahrensfragen Bezug nehmen, die den äusseren Ablauf der Prüfung oder das Vorgehen bei der Bewertung betreffen (vgl. BGE 106 Ia 1 E. 3c; BVGE 2008/14 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). Insbesondere übertrieben strenge Anforderungen einer Pr ü- fungsaufgabe und eine erhebliche nachträgliche Anpassung des Bewe r- tungsrasters sind als Rechtverletzung mit voller Kognition zu prüfen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -2568/2008 vom 15. September 2008 E. 2 mit Verweis auf den Beschwerdeentscheid der REKO/EVD vom 5. Dezember 1996, in: VPB 61.31 E. 3). 4. Die Beschwerdeführerin hat anlässlich der eidgenössischen Prüfung H u- manmedizin lediglich die (aus zwei Teilprüfungen bestehende) MC-Einzel- prüfung nicht bestanden, hingegen war sie in der CS -Einzelprüfung er- folgreich. Insofern liegen hier einzig die Verhältnisse im Zusammenhang mit der MC-Einzelprüfung im Streit, auf die sich die vorgebrachten Rügen zur universitären Informationspolitik, zum Niveau und zum Ablauf der fraglichen Prüfung beziehen. B-6228/2011 Seite 10 Die Beschwerdeführerin wendet sich dabei nicht gegen die erfolgte B e- wertung der von ihr abgegebenen Multiple Choice -Antworten. Vielmehr kritisiert sie einzig die angeblich nachteiligen Folgen des Wechsels zum neuen Prüfungssystem, die Prüfungsauswertung sowie den Prüfungsa b- lauf: Als Studentin italienischer Muttersprache sei sie in zweifacher Weise be- nachteiligt worden. Einerseits sei sie zum neuartigen Fragetypus bei MC- Prüfungen mangelhaft informiert worden, wobei die viel einfacheren Pro- beprüfungen auf der Website des IML nicht der neuen MC -Prüfung ent- sprochen habe (vgl. nachfolgende E. 5). Andererseits sei sie bei der Pr ü- fungsauswertung rechtsungleich behandelt worden . Kandidaten, bei d e- nen mangels Eintrag auf dem Lösungsblatt die Lösungsantworten im Auf- gabenheft berücksichtigt worden seien, hätten mehr Zeit zur Verfügung gehabt, als diejenigen, die sich – wie sie – rechtzeitig um die Übertragung aufs Lösungsblatt bemüht hätten (vgl. nachfolgende E. 6). Zudem sei d ie MC-Prüfung sehr schwierig gewesen; in kurzer Zeit seien viele an- spruchsvolle Aufgaben zu lösen gewesen (vgl. nachfolgende E. 7). Schliesslich sei die se Prüfung mangelhaft durch geführt worden, da sie bei der Abgabe ihrer Lösungsblätter einige Minuten weniger Zeit als a n- dere gehabt habe und durch ein klingelndes Mobiltelefon in ihrer Ko n- zentration gestört worden sei (vgl. nachfolgende E. 8). Gestützt auf diese Rügen, die nachfolgend im Einzelnen zu prüfen sind, fordert die Beschwerdeführerin eine "Reevaluation" ihres Prüfungserge b- nisses, was sinngemäss dahingehend zu verstehen ist, als im Ergebnis die Aufhebung und Änderung des angefochtenen, negativen Prüfung s- entscheides zu Gunsten der Beschwerdeführerin verlangt wird. 5. 5.1 Vorab bemängelt die Beschwerdeführerin, die im Zusammenhang mit dem Systemwechsel abgegebenen Informationen zur neuartigen MC- Schlussprüfung, insbesondere die entsprechenden Informationsveranstal- tungen seie n äusserst vage gewesen . Sie sei nie darauf hingewiesen worden, dass die neue MC-Prüfung im Unterschied zu den vorangega n- gen Jahren angesichts langer Prüfungsfragen unter enormem Zeitdruck stattfinden würde. Die vom Institut für medizinische Lehre der Universität Bern (IML) auf dem Internet zur Verfügung gestellten self assessment-Fragen seien kurz B-6228/2011 Seite 11 und prägnant gewesen und hätten sich in der Art und der Länge "massiv" von den tatsächlichen Prüfungsfragen unterschieden . Sie habe die self assessment-Fragen jeweils problemlos in der gegebenen Zeit beantwo r- ten können, wobei sie meist nach der Hälfte bis zwei Drittel der Zeit fertig gewesen sei. 5.2 Dem hält die Vorinstanz entgegen, die Studierenden seien durch die Universitäten rechtzeitig auf die bevorstehenden Änderungen bei den eidgenössischen Medizinalprüfungen hingewiesen worden. An allen me- dizinischen Fakultäten hätten Informationsveranstaltungen stattgefunden, in der alle Kandidaten über die Inhalte und über die Daten der neuen ei d- genössischen Prüfung in Humanmedizin informiert worden seien. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) habe auf ihrer Homepage über die neue eidgenössische Prüfung informiert. Dort seien zwei Modellfragen enthalten gewesen, die der effektiven Prüfung entsprochen hätten. Auf der Webseite des IML habe nur ein Teil der publizierten Fragen der Art und Weise der effektiv an der Prüfung gestellten Fragen entsprochen. Der Inhalt der Fragen habe jedoch den fächerübe rgreifenden Inhalt der im Examen gestellten Fragen repräsentiert und habe der Prüfung entspr o- chen. Weil nur ein Teil der auf der Webseite des IML publizierten Fragen der Art und Weise der effektiv an der Prüfung gestellten Fragen entspr o- chen habe, sei diese Problematik bei der Festlegung der Bestehensgre n- ze berücksichtigt worden. 5.2.1 Die Beschwerdeführerin übersieht in ihrer grundsätzlichen Kritik an der erfolgten Informationspolitik , dass sich angesichts der lange zurüc k- reichenden Entstehungsgeschichte der Ref orm der Medizinalberufe die ganze Umstellung auf die neuartige, fächerübergreifend konzipierte m e- dizinische Schlussprüfung schon lange im Voraus klar abzeichnete: Bereits in seiner Botschaft vom 3. Dezember 2004 zum MedBG (BBl 2005 173, nachfolgend: Bots chaft MedBG) stellte der Bundesrat die schon lange angekündigte Neuausrichtung der medizinischen Studie n- gänge an den Ausbildungszielen des MedBG als mehrjährigen Prozess vor, der längst begonnen habe und mit dem Erlass des MedBG kons e- quent und koordiniert fortschreiten müsse ( Botschaft des Bundesrates zum MedBG). Dazu verwies der Bundesrat insbesondere auf den neuen, aus den Zielen des MedBG abgeleitete n Lernzielkatalog hin, der ab dem akademischen Jahr 2003/2004 in Kraft g esetzt worden sei (a. a. O., S. 242). B-6228/2011 Seite 12 Die Forderung nach Reformen ist seit den Neunzigerjahren unbestritten (Botschaft MedBG, a. a. O., S. 194), wobei in dieser Botschaft neben dem umfassenden Reformbedarf (a. a. O., S. 194 ff.) insbesondere die Kompetenzziele der Ausbildung nach Art. 8 MedBG (vgl. E. 2.1.1) einläss- lich vorgestellt und erläutert wurden (vgl. Botschaft MedBG, a. a. O., S. 194 ff.). Recht detailliert wurde dabei die Zielrichtung der Reform u m- schrieben, wonach die Aus- und Weiterbildung der zukünftigen Medizinal- personen auf Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgerichtet sind, die für die spätere Berufsausübung und die Sicherung eines qualitativ hoch stehenden Gesundheitssystems bedeutsam sind (vgl. Botschaft MedBG, a. a. O., S. 200 f.). Insofern wurden im bundesrätlichen Entwurf zum MedBG die von Medizinalpersonen erwarteten Kenntnisse, Fähigkei- ten und Fertigkeiten im Entwurf zum MedBG in Form normativer Ziele de- finiert, die neben medizinischem Fachwissen auf soziale, ethische und wirtschaftliche Inhalte fokussieren. Im Einzelnen hielt der Bundesrat dazu fest (Botschaft MedBG, a. a. O., S. 200 f.): "Die Aus- und Weiterbildung soll damit die gesellschaftliche Komplexität und die Tatsache widerspiegeln, dass Medizinalpersonen gegenüber der Gesellschaft eine grosse Veran t- wortung tragen. Der grosse Vorteil von Zielvorgaben besteht in der Flexibilität, mit welcher neue Wissen s- inhalte ohne gesetzliche Änderungen in die Studien - und Weiterbildungsgänge integriert werden können. Die Ziele sind in ihrer Summe als Idealziele oder «Be st Practice» einer wirksamen Gesundheitsversorgung zu verstehen. Damit die normativen Ziele der Aus - und Weiterbildung nicht Gefahr laufen, beliebig interpretiert zu werden, kommt der Übe r- prüfung der Zielerreichung eine grosse Bedeutung zu. Auf individuell er Ebene erfolgt sie mittels einer eidgenössischen Schlussprüfung und einer Facharztprüfung beim Erlangen eines Weiterbildungstitels. Auf institutioneller Ebene ist die Akkreditierung aller Studien - und Weiterbildungsgänge, die zu einem eidgenössischen Tit el führen, obligatorisch. Die Ergebnisse des Akkreditierungsverfahrens werden zu einem kontinuierlichen Optimi e- rungsprozess in Lehre und Forschung beitragen und die Leistungserbringung durch die Medizinalpersonen nachhaltig verbessern." Insbesondere zur an gestrebten, stärkeren Kompetenzorientierung wurde festgehalten (Botschaft MedBG, a. a. O., S. 194 f.), dass diese eine u m- fassendere Vorbereitung auf die fachlichen, menschlichen, ethischen, technischen und ökonomischen Berufsanforderungen sowie die Ausric h- tung auf evidenzbasierte Medizin umfasse (d.h. der Einbezug wisse n- schaftlicher Studien, um die jeweils wirksamsten, effektivsten und sichers- ten therapeutischen Verfahren und diagnostischen Tests einsetzen zu B-6228/2011 Seite 13 können). Insgesamt sollten nach Auffassung des B undesrates die Ko m- petenzen durch adaptive Aus- und Weiterbildungsziele festgelegt werden und nicht durch Prüfungsfächer; ein entsprechender Lernzielkatalog sei von den Schweizerischen Medizinischen Fakultäten ausgearbeitet wo r- den. Im Sinne dieser Ziele häl t Art. 14 Abs. 2 Bst. a MedBG fest, dass mit der eidgenössischen Prüfung abgeklärt wird, ob die Studierenden über die fachlichen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten sowie über die Ve r- haltensweisen und die soziale Kompetenz verfügen, die sie zur Ausübung des entsprechenden Medizinalberufes benötigen. Der Inhalt der Schlus s- prüfung richtet sich nach dem Willen des Gesetzgebers nach den Ausbi l- dungszielen des MedBG, wobei im Unterschied zur bisherigen Regelung nicht mehr die Prüfungsfächer vorgegeben werden , sondern die zu erre i- chenden Zielkompetenzen geprüft würden (vgl. Botschaft MedBG, a. a. O., S. 212). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerde- führerin die besonders anspruchsvolle, neustrukturierte vierstündige prak- tische "Clinical Skills"-Prüfung erfolgreich bestanden hat (vgl. E. 4), in d e- ren Rahmen auf zwölf Posten praktische Aufgaben mit standardisierten Patienten (Anamnese, Status, Diagnose, Therapie, allenfalls mit schriftl i- cher oder mündlicher Berichterstattung) zu lösen wa ren. Die fachlichen Kenntnisse, Fertigkeiten, Fähigkeiten, sozialen Kompetenzen und Verhal- tensweisen der Beschwerdeführerin wurden in dieser wichtigen Einze l- prüfung praktisch geprüft. Auf Grund der Tatsache, dass sich die B e- schwerdeführerin darin bewährt hat, lässt sich immerhin schliessen, d ass sich die Beschwerdeführerin trotz der von ihr als angeblich mangelhaft gerügten Informationspolitik jedenfalls hinreichend gut auf das a n- spruchsvolle praktische Examen vorbereiten konnte, mit dessen Hilfe das in der MC-Einzelprüfung fachübergreifend und mit Fallvignetten theor e- tisch abgefragte Wissen praktisch im Anwendungsfall geprüft wird. 5.2.2 Auf Grund des soeben Festgehaltenen hätten sich die Studierenden theoretisch bereits beim Er scheinen der bundesrätlichen Botschaft zum MedBG, somit ab anfangs Dezember 2004 mit den sich abzeichnenden Änderungen bei den eidgenössischen Medizin ialprüfungen vertraut m a- chen können. B-6228/2011 Seite 14 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin hatten die Studiere n- den aber auch hinreichend Möglichkeit, sich über diese Änderungen zu informieren bzw. von ihrer Universität informieren zu lassen: Wie die Beschwerdeführerin zu Recht nicht in Abrede stellt, fand auch an der medizinischen Fakultät der Universität Zürich eine Informationsvera n- staltung statt, an der die Kandidaten wenigstens über die Inhalte und die Daten der neuen eidgenössischen Prüfung in Humanmedizin informiert wurden. Insbesondere lassen sich dem allen Studenten zugänglich ge- machten Informationsschreiben des BAG vom 10. Jan uar 2011 zur MC - Prüfung Muster von zwei Fragetypen mit Antworten entnehmen, die nach Auskunft der Vorinstanz als Modellfragen der effektiven Prüfung entspr o- chen hätten. Insbesondere im Zusammenhang mit der MC -Einzelprüfung wurde in diesem Informationsschre iben für die zwei Hauptdimensionen der Prüfung (mit Blick auf die sieben Rollen des Arztes als "medical e x- pert, communicator, health advocate, professional, scholar, collaborator, manager") prozentuale Gewichtungen der prüfungsrelevanten 21 Katego- rien festgelegt (mit prozentualem Anteil der Fragen in der Prüfung): "Dimension 1: Ausgangsprobleme ('Problems as starting points') 1 general symptoms (P1-P18) 5-9 % 2 metabolic alterations, abnormal laboratory values (P19-P33) 5-9 % 3 skin manifestations (P34-P55) 4-6 % 4 head, face, neck (P56-P67) 2-4 % 5 ear, nose, mouth, tongue, throat, voice (P68-P82) 4-6 % 6 eyes (P83-P102) 2-4 % 7 breast, chest, heart, blood pressure, pulse (P103-P127) 8-12 % 8 abdomen, stomach, bowels (P128-P148) 7-11 % 9 pelvic symptoms, urogenital problems (P149-P187) 4-6 % 10 bones, joints, back, extremities (P188-211) 8-12 % 11 newborn, child, adolescent (P212-P224) 2-5 % 12 elderly persons, aging (P225-P237) 2-5 5 13 disorders of consciousness/balance/orientation/gait/movement (P238-P245) 4-6 %, 14 mental, behavioural, and psychological problems (P246-P264) 6-10 % 15 other reasons for medical consultation/problems in medical care (P265-P272) 4-6 % 16 psychosocial and interpersonal problems (P273-P277) 1-3 % 17 problems related to population, comprehensive, others 4-8 % Dimension 2: Ärztliche Handlungen ("competencies") 1 structure, function, pathophysiology, etiology, epidemiology 6-10 % 2 diagnostic procedures 13-17 % 3 differential diagnosis, prognosis 28-32 % 4 management and treatment modalities 21-25 % B-6228/2011 Seite 15 5 preventive measures 5-9 % 6 social, legal, ethical, economical aspects 5-9 % 7 research and EBM principles 4-6 % 8 comprehensive, others 4-6 %" In diesem Zusammenhang ist auch den von der Beschwerdeführerin ei n- gereichten Beilagen zu entnehmen, dass die Kandidaten darauf aufmerk- sam gemacht wurden, dass nach der neuen Prüfungsordnung innerhalb von 4.5 Stunden 150 fächerübergreifend konzipierte Fragen zu beantwor- ten seien. Dementsprechend wurde auch die Beschwerdeführerin ber eits im Vorfeld in die Lage versetzt, die für die Beantwortung der einzelnen Fragen verfügbare Prüfungszeit rechnerisch zu ermitteln und sich en t- sprechend einzustellen. 5.2.3 Des Weiteren erlaubt auch der geltend gemachte Einwand, die Pro- beprüfung auf der Websit e des IML hätte bis auf wenige Fragen kaum Ähnlichkeit mit der MC -Prüfung gehabt, selbst wenn er zutreffen würde, keinen Schluss zu Gunsten der Beschwerdeführerin. Insbesondere lässt sich den Nutzungsbedingungen des self assessments entnehmen, dass weder die Vollständigkeit noch die Richtigkeit der enthaltenen Fragen g a- rantiert wird. Auch kommt der dort erreichten Leistung kein Voraussag e- wert auf die Prüfungsleistungen zu, zumal das self assessment zu einem beliebigen Zeitpunkt an einem beliebigen Ort absol viert werden kann und sich schon deshalb nicht mit der realen Prüfungssituation vergleichen lässt. 5.3 Vor diesem Hintergrund vermag die Beschwerdeführerin weder mit ih- rer diffus vorgebrachten Kritik zur Informationspolitik noch mit ihren Ei n- wänden zu den neuartigen Fragestellungen der im Jahre 2011 erstmals durchgeführten neuen MC -Einzelprüfung in Humanme dizin als solche durchzudringen; insbesondere wenn zusätzlich veranschlagt wird, dass die Vorinstanz die mit dem Systemübergang verbundene Ausbildungs - und Informationsproblematik bei der Festlegung der Bestehensgrenze be- rücksichtigte. 6. 6.1 Zur angeblich rechtsungleich erfolgten Prüfungsauswertung führt die Beschwerdeführerin an, zu Beginn der Prüfung sei mitgeteilt worden, dass nur Antworten auf dem Antwortb ogen bei der Auswertung berüc k- sichtigt würden. Da sie am Ende der Prüfung keine Zeit mehr gehabt h a- be, um die Antworten zu den K-Fragen vom Fragenheft auf den Antwor t-B-6228/2011 Seite 16 bogen zu übertragen, habe sie diese Fragen dort nach dem Zufallsprinzip ("wahllos") angekreuzt, obwohl sie die Fragen zuvor im Aufgabenheft g e- lesen und beantwortet hatte. Nach der Prüfung hätten ihr einige Studienkollegen berichtet, dass sie bis zur Hälfte der Antworten nicht auf den Antwortbogen hätten übertragen können. Deshalb sei sie erstaunt, dass "eben diese Prüflinge trotzdem ei- nen positiven Prüfungsentscheid erhalten" hätten. Das Dekanat der m e- dizinischen Fakultät habe ihr gegenüber bestätigt, wegen der besonderen Umstände in diesem Jahr sei ausnahmsweise bei nicht ausgefüllten An t- wortblättern auch das Aufgabenheft zur Auswertung beigezogen worden. Hätte sie das Antwortblatt wie andere Studenten "einfach leer gelassen", wäre auch bei ihr das Aufgabenheft bei der Auswertung beigezogen wo r- den, was zu einer besseren Punktzahl hätte führen k önnen. Zu bedenken sei, dass Studenten, die – wie sie – versucht hätten, das Antwortblatt wie verlangt in der gegebenen Zeit vollständig auszufüllen, weniger Zeit für die Beantwortung der Fragen und somit einen Nachteil erlitten hätten. Bei einer Prüfung, bei der pro Frage 108 Sekunden zur Verfügung stünden, seien solche Unterschiede von nur wenigen Minuten durchaus von B e- lang. Sie sei davon ausgegangen, dass nur die Antwo rten auf dem An t- wortblatt gewertet würden. Das Übertragen von 150 Fragen beanspruche rund 30 Minuten. In dieser Zeit hätte sie "ca. 16.66 Fragen" beantworten können. Hätte sie sich diese Zeit auch genommen, die 16.66 Fragen kon- zentriert gelöst und "gegen P rüfungsende aus Zeitmangel nicht wahllos angekreuzt", wäre das Prüfungsergebnis wahrscheinlich anders gew e- sen. Mit dieser Argumentation wolle sie nicht anderen Kandidaten sch a- den. Da es aber um eine Abschlussprüfung gehe, müssten alle Kandida- ten gleich behandelt werden. 6.2 Die Vorinstanz hält dem entgegen, a uf der letzten Seite jedes Pr ü- fungsheftes werde darauf hingewiesen, dass alle Fragen beantwortet werden sollten. Falsch beantwortete Fragen würden nicht mit einem Punktabzug bewertet, sondern gleich behand elt, wie nicht beantwortete Fragen. Es gehöre in der Tat zum bisherigen Standardverfahren, dass auf dem Antwortblatt nicht markierte Fragen, die jedoch im Fragenheft klar markiert seien, unverändert aus dem Fragenheft auf das Antwortblatt übertragen würden . Sollte dieses zu Gunsten der Kandidaten durchg e- führte Vorgehen vom Bundesverwaltungsgericht beanstandet werden, müsste es fallen gelassen werden. Somit würden etliche Kandidaten trotz richtiger Antworten (allerdings nur im Fragenheft) Punkte verlieren. B-6228/2011 Seite 17 6.3 6.3.1 Die Rüge der rechtsungleichen Behandlung bei der Bewertung b e- trifft die für alle Kandidaten geltenden Bewertungsmassstäbe und ist d a- her mit voller Kognition zu prüfen. 6.3.2 Der Rechtsgleichheitsgrundsatz (Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfa s- sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) verlangt, dass Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit gleich oder Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird. Die Rechtsgleichheit als Gebot sachlicher Differenzierung verbietet rechtsanwendenden Behörden, zwei tatsächlich gleiche Situationen ohne sachlichen Grund unterschiedlich und zwei tatsächlich verschiedene S i- tuationen ohne sachlichen Grund gleich zu behandeln. Dabei ist en t- scheidend, dass die zu behandelnden Sachverhalte i n Bezug auf die r e- levanten Tatsachen gleich beziehungsweise ungleich sind. Daher wird der Anspruch auf rechtsgleiche Behandlung insbesondere dann verletzt, wenn hinsichtlich einer entscheidwesentlichen Tatsache rechtliche Unte r- scheidungen getroffen werden, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder wenn Unterscheidu n- gen unterlassen werden, die aufgrund der Verhältnisse hätten getroffen werden müssen (BGE 135 V 361 E. 5.4.1; Urteil des Bundesverwaltung s- gerichts A-626/2010 vom 14. Oktober 2010 E. 7.1). 6.3.3 An sich wirft die Beschwerdeführerin im Interesse einer fairen und unter rechtsgleichen Zeitverhältnissen durchgeführten MC-Teilprüfung die berechtigte Frage auf, ob es überhaupt angehen kann, wenn zu Beginn einer MC-Prüfung die Eintragungen auf dem Auswertungsblatt (Lösungs- blatt) als allein massgeblich für die Bewertung erklärt werden, aber d a- nach im Widerspruch dazu auch auf Eintragungen im Aufgabenheft abge- stellt wird, was all diejenigen begünstigt, die dadurch für die Lösung ihrer Aufgaben mehr Zeit erhalten, als diejenigen, die in ihrer Zeitplanung auch die Übertragung der Fragen aufs Lösungsblatt berücksichtigen. Dieser problematische Aspekt der erfolgten Bewertung braucht hier j e- doch nicht vertieft diskutiert zu werden, nachdem die Durchsicht der Prü- fungsunterlagen Folgendes ergibt: 6.3.3.1 Die Beschwerdeführerin trug zwar in den Aufgabenheften der bei- den MC -Teilprüfungen, wie sie geltend macht, bei sämtlichen K -Fragen mit Bleistift die Lösungen (+/ -) ein. Indessen entspricht ihre Behauptung B-6228/2011 Seite 18 nicht den Tatsachen, dass sie die K -Fragen auf dem Antwortblatt aus Zeitmangel nach dem "Zufallsprinzip" ("wahllos") eingetragen habe. Rich- tig ist vielmehr, dass sie die Lösungen auf die Fragen K -13 bis K -16 der ersten MC-Teilprüfung auf dem Antwortblatt überhaupt nicht eintrug. Den- noch rechnete die Prüfungskommission ihr für die (auf dem Lösungsblatt nicht verzeichneten) Antworten auf die Fragen K -13 bis K -16 der ersten MC-Teilprüfung zweieinhalb Punkte an (die Frage K-13 wurde eliminiert). Damit aber kam die Beschwerdeführerin, wie alle Kandidaten, welche das Lösungsblatt unvollständig ausgefüllt hatten, selbst ebenfalls in den G e- nuss der von ihr als unzulässig beanstandeten Sonderregelung, wonach bei unvollständig ausgefülltem Lösungsblatt auf die im Aufgabenheft ei n- getragenen Lösungen abgestellt wurde. 6.3.3.2 Des Weiteren lässt sich dem Lösungsblatt der zweiten MC- Teilprüfung nicht entnehmen, dass die Besc hwerdeführerin die dort all e- samt vollständig eingetragenen Lösungen, wie sie behauptet, "wahllos" bzw. "nach dem Zufallsprinzip" eintrug. Das Gegenteil ist der Fall. Alle Eintragungen auf dem Lösungsblatt entsprechen genau den Eintragu n- gen im Aufgabenheft, was klar gegen ein zufälliges Eintragen spricht. Vor diesem Hintergrund ist dem Einwand d er Beschwerdeführerin , sie hätte eine bessere Punktzahl erreichen können, wenn sie das Antwort- blatt wie andere Studenten "einfach leer" gelassen hätte, nicht weiter nachzugehen. 7. 7.1 Des Weiteren beanstandet die Beschwerdeführerin, d ie Prüfungsfra- gen seien sehr lange gewesen und zwar bis zu einer A -4 Seite, was ihr grosse Mühe bereitet habe, da sie nicht in der Deutschschweiz aufg e- wachsen und italienischer Muttersprache se i. Dies erkläre auch die Zei t- not vieler Kandidaten. Das gegenwärtige System trage der Sprachdiversi- tät der Schweiz keine Rechnung. Soweit sie informiert sei, würden im Ausland die Prüfungen meist per Computer absolviert, weshalb die Zeit für die Übertragung auf das Antwortblatt entfalle. 7.2 Dem widerspricht die Vorinstanz. Die pro Frage zur Verfügung st e- hende Zeit habe 108 Sekunden betragen. International üblich seien 90 Sekunden. Nach eigenen Recherchen liege die international übliche Zeit für Examina von vergleichbarem Niveau bei 90 Sekunden. Mit der läng e- ren Prüfungszeit werde der Schweizerischen Sprachdiversität Rechnung B-6228/2011 Seite 19 getragen. Zudem liege die Länge der Fallvignetten unter dem internati o- nal üblichen Durchschnitt. Somit hätten die Kandidaten für die Bean twor- tung der Fragen genügend Zeit gehabt und zwar alle gleich lang. 7.3 Was den Schwierigkeitsgrad einzelner Prüfungsfragen betrifft, liegt es in der Natur einer Prüfung, dass sie sowohl leichtere als auch schwierige- re Aufgaben enthält. Von einem "offensichtlichen" Mangel aufgrund eines hohen Schwierigkeitsgrades wäre daher nur auszugehen, wenn die Schwierigkeit einer Aufgabe so unzumutbar hoch wäre, dass von einem durchschnittlichen Kandidaten nicht erwartet werden könnte, sie richtig zu lösen (BVGE 2010/21 E. 7.3.3). Vorab unbestritten ist, dass im Rahmen der neuen, hier strittigen MC - Einzelprüfung die Komplexität der Fragestellung (mit Fallvignetten) ins o- fern zugenommen hat, als in etwas weniger Zeit als im bisherigen Staatsexamen vielschichtigere, dem Lernzielkatalog stärker entsprechen- de Fragen zu beantworten waren (vgl. E. 5.3.1 f.). Im Zusammenhang mit dieser Problematik hat das Bundesverwaltungsgericht im Urteil B - 6462/2011 vom 2. Oktober 2012 (E. 7.2.3) zur selben MC -Prüfung fest- gehalten, dass sich die F estlegung des gewährten Zeitrahmens von 108 Sekunden pro MC -/KA-Frage in dem der Vorinstanz vom Gesetzgeber eingeräumten weiten Ermessen bewege (Art. 13 Abs. 1 MedBG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 Prüfungsverordnung MedBG und Art. 5 Prüfungsformenver ord- nung). Gleichzeitig hat das Bundesverwaltungsgericht die zugestandene, aber immerhin internationale Normen überschreitende Zeit für die Bean t- wortung der einzelnen MC -/KAF Fragen als eine anspruchsvolle Pr ü- fungsanlage bezeichnet, die sich jedoch weder als unhaltbar hart noch als kaum zu bewältigen erweise (Urteil B-6462/2011, a. a. O., E. 7.2.3) . Dafür spricht nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts insbeson- dere der Umstand, dass die Vorinstanz (in Zusammenarbeit mit der MEBKO) gesetzlich ermächtigt ist, für jede Einzelprüfung die Vorausset- zungen des Bestehens festzulegen (vgl. Art. 5 Abs. 5 Prüfungsveror d- nung), was zur Folge hat, dass die Vorinstanz durch die (nachträglich er- folgende) Festlegung der Bestehensgrenze – als Bewertungskorrektiv – entscheidend den Schwierigkeitsgrad einer Prüfung bestimmen kann (Ur- teil B-6462/2011, a. a. O., E. 7.4.3.1). Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Kritik erweist sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet. B-6228/2011 Seite 20 Dass die von Beschwerdeführerin zu den Prüfungsbedingungen b zw. Fragestellungen vorgebrachte Kritik von einem "Grossteil der Zürcher Studenten" in einem an die Vorinstanz verfassten Beschwerdebrief geteilt werde, vermag daran nichts zu ändern. 8. 8.1 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin als Verfahrensfehler im Pr ü- fungsablauf, ihre Prüfungsunterlagen seien nach dem Ablauf der Zeit s o- fort eingezogen worden, andere Studenten in anderen Sitzreihen hätten noch während mehrerer Minuten weiterarbeiten können. Innerhalb von sechs Minuten hätte sie bei einer Beantwortungsdauer von 108 Seku n- den pro Frage noch 3.33 Fragen lösen können, was genau der fehlenden Punktzahl zum Bestehen der Prüfung entsprechen würde. Ferner sei am zweiten Tag der MC-Prüfung ihre Konzentration für mehre- re Minuten durch das mehrmalige Klingel n eines nicht ausgeschalteten Mobiltelefons gestört worden, bis dann eine Aufsichtsperson schliesslich den "verdächtigen Rucksack" aus dem Hörsaal entfernt habe. Der Kli n- gelton sei übrigens "I'm Yours" von Jason Mraz gewesen. 8.2 Dazu hält di e Vorinstanz fest, die Standortverantwortlichen hätten zwar gewisse uneinheitliche Verhältnisse beim Einsammeln der Pr ü- fungsunterlagen bestätigt. Im Standort Zürich seien jedoch die letzten Prüfungsunterlagen nicht später als sechs Minuten nach den ersten Prü- fungsunterlagen eingesammelt worden. Diese kleine zeitlichen Differe n- zen könne daher das Resultat der Prüfung nicht in Frage stellen. Dreissig Minuten vor Ende der Prüfung sei darauf hingewiesen worden, dass sp ä- testens jetzt mit der Übertragung der Antw orten auf den "Lesebeleg" b e- gonnen werden sollte. Zum klingelnden Mobiltelefon erläutert die Vorinstanz, die Kandidaten würden beim Eintritt in das Prüfungslokal darauf hingewiesen, dass wä h- rend der Prüfung die elektronischen Geräte nicht benützt werden dü rften und vor der Prüfung ausgeschaltet und deponiert werden müssten. Die während der Prüfung anwesenden Aufsichtspersonen seien vorgängig in- struiert worden, allenfalls trotzdem klingelnde Mobiltelefone im entspr e- chenden "Behältnis" direkt und ohne Rückspr ache mit dem Eigentümer aus dem Prüfungssaal zu entfernen und erst nach dem Verstummen wi e- der in den Saal zu bringen. Die lokale Prüfungsorganisation sei nach di e- sen Vorgaben vorgegangen. Die Verantwortung, Mobiltelefone abzuschal-B-6228/2011 Seite 21 ten, liege beim Geräteeigentümer. Daher könne ein Zuwiderhandeln nicht der Prüfungsorganisation angelastet werden. Zudem waren von der e r- folgten Störung alle im selben Prüfungssaal befindlichen Kandidaten gle i- chermassen betroffen. Störungen von kurzer Dauer, die nicht im Einfluss- bereich bzw. der Verantwortung der Prüfungsorganisation lägen, dürften nicht zu einer Beschwerdegutheissung führen. Bei der Berufsausübung werde es laufend vorkommen, dass eine begonnene Arbeit aus verschi e- denen Gründen unterbrochen und dann mit grosser Konz entration wieder fortgesetzt werden müsse. Von künftigen Ärzten dürfe erwartet werden, dass sie mit derartigen Störungen adäquat umgehen können. 8.3 Zur hier angesprochenen Problematik ist vorab festzuhalten, dass Verfahrensmängel im Prüfungsablauf und Regleme ntsverletzungen nur dann als rechtserheblich zu werten sind, wenn sie in kausaler Weise das Prüfungsergebnis eines Kandidaten entscheidend beeinflussen können oder beeinflusst haben. Zu beachten ist aber, dass auch die Anerkennung eines Verfahrensfehlers n icht dazu führt, eine Prüfung als bestanden zu erklären. Denn ein gültiges Prüfungsresultat ist die Voraussetzung für die Erteilung des entsprechenden Ausweises oder Diploms. Läge ein Verfa h- rensfehler vor, der das Prüfungsergebnis ungünstig beeinflusst hat , so hätte dies daher nur zur Folge, dass einer beschwerdeführenden Person die nochmalige Ablegung der Prüfung – oder eines Teils der Prüfung – zu ermöglichen wäre (Urteil des Bundesgerichts 1P .420/2000 vom 3. Okt o- ber 2000 E. 4b; Urteil des Bundesverwaltun gsgerichts B-2568/2008 vom 15. September 2008 E. 5.1, mit weiteren Hinweisen). A priori unbegründet sind die von der Beschwerdeführerin angestellten theoretisch-hypothetischen Überlegungen, wonach sie in den sechs M i- nuten noch 3.33 Fragen hätte lösen können und damit die noch fehlende Punktzahl hätte erreichen können, die ihr ein Bestehen erlauben würden. Diese Gedanken sind reine Spekulation und lassen sich sachlich nicht belegen. Demgegenüber ist entscheidend, dass die Beschwerdeführerin in der ihr z ugemessenen Zeit am zweiten Prüfungstag alle Fragen auf das Lösungsblatt übertragen hatte, als sie ihre Prüfungsunterlagen alle n- falls sogar sechs Minuten früher als andere abgeben musste (und zwar in der Schlussphase, als eh die Übertragung der Antworten a us dem A r- beitsheft auf das Lösungsblatt abzuschliessen war und nicht etwa die B e- antwortung von Fragen im Aufgabenheft). Insofern ist unter diesen U m- ständen ein rechtserheblicher Verfahrensma ngel im Prüfungsablauf, der in kausaler Weise das strittige Prüfun gsergebnis entscheidend hätte b e- einflussen können, nicht ersichtlich (vgl. im Übrigen E. 6.3 hievor). B-6228/2011 Seite 22 9. Nach dem Gesagten vermögen im Ergebnis die Rügen der Beschwerd e- führerin nicht durchzudringen, weshalb die Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist. 10. Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin die Verfa h- renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese werden nach Art. 63 Abs. 4bis VwVG i.V.m. Art. 1 und 3 Bst. a des Reglements vom 21. Fe b- ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) auf Fr. 700.– festgesetzt und mit dem am 23. März 2011 geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 700. – ver- rechnet. Eine Parteientschädigung wird bei diesem Verfahrensausgang nicht z u- gesprochen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 11. Dieses Urteil kann nicht mit Beschwerde an das Bundesgericht weiterg e- zogen werden (Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Es ist somit endgültig. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Kosten für das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht in der Höhe von insgesamt F r. 700.– werden der Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem eingezahlten Kostenvorschuss von Fr. 700.– verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. B-6228/2011 Seite 23 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beschwerdebeilagen zurück) – die Vorinstanz (Ref-Nr. 712.0001.0000-12138; Einschreiben; Vorakten zurück) Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Vera Marantelli Said Huber Versand: 3. Oktober 2012