Lausanne, 14. Mai 2014
Medienmitteilung des Bundesgerichts
Urteil vom 14. Mai 2014 (1C_482/2012)
Neubau der Obwaldner Kantonalbank in Sarnen
Die Baubewilligung für den im historischen Zentrum von Sarnen geplanten Neubau  
der  Obwaldner  Kantonalbank  muss  neu  geprüft  werden.  Bezüglich  der  
Untergeschosse sind weitere Abklärungen zum Grundwasserschutz notwendig.  
Zudem  bedarf  der  vorgesehene  Abbruch  und  Wiederaufbau  von  Teilen  der  
Klostermauer bei der Erstellung der Parkgarage zwingend einer Begutachtung durch  
die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission.
Sarnen figuriert im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz. Die  
Obwaldner Kantonalbank plant im historischen Zentrum ein neues Bankgebäude. Die  
Untergeschosse ragen gemäss Projekt in den Grundwasserschutzbereich. Für die  
Erstellung  des  unterirdischen  Parkhauses  muss  die  Mauer  der  Klosteranlage  
St. Andreas teilweise abgebrochen und anschliessend neu aufgebaut werden. Die  
Baubewilligung für das Projekt wurde 2011 erteilt.
Die I. öffentlich-rechtliche Abteilung des Bundesgerichts heisst die Beschwerde einer  
Nachbarin in der Beratung vom Mittwoch gut und weist die Sache zur weiteren  
Behandlung und Neubeurteilung zurück ans Verwaltungsgericht des Kantons Obwalden.  
Was die Gewässerschutzbewilligung betrifft, liegen zur Frage der Durchflusskapazität  
des Grundwassers sich widersprechende Fachgutachten vor. Es sind daher weitere  
Abklärungen und allenfalls zusätzliche Massnahmen zur Verbesserung der Durchflusskapazität erforderlich. Zudem bedarf das Bauvorhaben bezüglich Klostermauer  
zwingend einer Begutachtung durch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission. Das Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz verlangt ein solches  
Gutachten, wenn bei der Erfüllung einer Bundesaufgabe ein national geschütztes Objekt  
erheblich beeinträchtigt werden kann. Das ist hier der Fall: Mit der Ausnahmebewilligung  
zum Bauen im Grundwasserschutzbereich ist eine Bundesaufgabe betroffen und Sarnen  
figuriert im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz. Eine erhebliche Beeinträchtigung des Schutzobjekts ist nicht ausgeschlossen, zumal es möglich  
erscheint, dass bei der Demontage der Klostermauer aus dem 17. Jahrhundert originale  
Bauteile in grösserem Umfang zerstört werden könnten. Lausanne, le 14 mai 2014
Communiqué aux médias du Tribunal fédéral
Arrêt du 14 mai 2014 (1C_482/2012)
Futur site de la Banque Cantonale d'Obwald à Sarnen
Le permis de construire pour le futur site de la Banque Cantonale d'Obwald, dans le  
centre historique de Sarnen, doit être réexaminé. Concernant les sous-sols, de  
nouvelles vérifications sont nécessaires par rapport à la protection des eaux  
souterraines. En ce qui concerne le démantèlement et la reconstruction de parties du  
mur du couvent, une expertise de la Commission fédérale pour la protection de la  
nature et du paysage est indispensable.
La ville de Sarnen figure dans l'inventaire fédéral des sites construits d’importance  
nationale à protéger en Suisse. La Banque Cantonale d'Obwald prévoit la construction  
d'un nouveau siège dans le centre historique. Les sous-sols, selon le projet de  
construction, vont empiéter sur la zone de protection des eaux souterraines. Pour la  
construction du parking souterrain, une partie du mur du couvent St. Andreas devra être  
démantelée puis reconstruite. L'autorisation de construire a été accordée en 2011.
Lors de son audience publique de mercredi, la I re Cour de droit public du Tribunal  
fédéral admet le recours d'une riveraine et renvoie le dossier au Tribunal administratif  
du canton d'Obwald pour réévaluation et nouvelle décision.