B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-919/2012/sed U r t e i l v o m 2 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiberin Yarimar-Eva Zeleznik. Parteien A._______, geboren B._______, alias C._______, geboren B._______, Syrien, vertreten durch Annelise Gerber, D._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin- Verfahren); Verfügung des BFM vom 6. Februar 2012 / N_______. D-919/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer, ein syrischer Staatsangehöriger kurdischer Volkszugehörigkeit aus E._______ (Provinz F._______), eigenen Ang a- ben zufolge seinen Herkunftsstaat Syrien am 1. Oktober 2011 verliess und über die G._______ und Italien am 9. Dezember 2011 illegal auf dem Landweg in die Schweiz gelangte, wo er gleichentags beim Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) in H._______ um Asyl nachsuchte, dass ei n Abgleich mit der Zentraleinheit Eurodac ergab, dass der B e- schwerdeführer am 30. November 2011 in I._______ (Italien) daktylosko- pisch erfasst worden war, dass das BFM am 12. Januar 2012 im Empfangs- und Verfahrenszentrum H._______ anlässlich der Kurzbefragung die Personalien des Beschwe r- deführers erhob und ihn summarisch zum Reiseweg befragte, wobei der Beschwerdeführer einleitend im Wesentlichen geltend machte, er sei mit- hilfe eines Schleppers von Syrien in die G._______ gelangt und von J._______ aus auf dem Landweg durch ihm unbekannte Länder in die Schweiz eingereist, dass dem Beschwerdeführer anlässlich einer zweiten Befragung im EVZ H._______ vom selben Tag das rechtliche Gehör zum Umstand gewährt wurde, wonach er seine Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht in grober Wei- se verletzt habe, indem er falsche Angaben zu Auslandaufenthalten, Re i- seweg und Asylgesuchen im Ausland gemacht habe, dass ihm dabei insbesondere das rechtliche Gehör zum Umstand g e- währt wurde, wonach gestützt auf den Eurodac -Treffer vom 30. Novem- ber 2011 in I._______ mutmasslich Italien für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens zuständig sei, weshalb gegebenenfalls auf sein Asylgesuch nicht eingetreten werde, dass der Beschwerdeführer angab, er und weitere Personen seien in ei- ner Yacht von der G._______ herkommend auf dem Seeweg vorerst nach K._______, zur Aufnahme und Mitführung weiterer Passagiere, befördert worden, dass sie, nachdem weitere Personen eingestiegen seien, die Flucht u n- verzüglich fortgesetzt hätten, sie einige Tage auf dem Meer getrieben sei- en und sie anschliessend von der italienischen Küstenwache verfolgt und nach Kollision mit einem Berg verhaftet worden seien, D-919/2012 Seite 3 dass anschliessend 200 von ungefähr 250 Personen auf Geheiss der ita- lienischen Polizei ihre Fingerabdrücke abgegeben hätten, dass sich unter anderem der Beschwerdeführer geweigert habe , seine Fingerabdrücke abzugeben, zumal er nicht in Italien habe bleiben wollen, dass er eine Frist ausbedungen habe, um Italien innerhalb von 24 Stu n- den verlassen zu dürfen, dass die Polizei ihn trotz der gewährten Frist am darauf folgenden Tag aufgesucht habe und überdies jede einzelne Person, welche die Finge- rabdrücke nicht habe abgeben woll en, geschlagen und zur Fingera b- druckabgabe gezwungen worden sei, dass sie in ein gefängnisähnliches Camp gebracht worden seien und ih- nen von den italienischen Behörden eine Wegweisungsverfügung ausg e- stellt worden sei, nachdem sie sich geweigert hätten, ihre Fingerabdrücke erneut abzugeben, dass er bezüglich des in Italien einge reichten Asylgesuches ausführte, er sei von italienischen Polizisten gezwungen worden, seine Fingerabdrücke abzugeben, er jedoch nicht die Absicht gehabt habe, in Italien um Asyl zu ersuchen, dass er in Bezug auf eine allfällige Zuständigkeit Italiens ausführ te, er wolle nicht nach Italien zurückkehren, da er dort kein Asyl beantragt habe, dass er eine Wegweisung nach Syrien einer Wegweisung nach Italien vorziehe, dass er bezüglich einer eventuellen Zuständigkeit K._______ ergänzte, er sei in die Schweiz gekommen, um ein Asylgesuch einzureichen , und er habe weder in Italien noch in K._______ um Asyl ersuchen wollen, dass er keine weiteren Vorbehalte gegen eine Rückkehr nach Italien oder K._______ geltend machte, dass der Beschwerdeführer mit Entscheid des BFM vom 13. Januar 2012 für den weiteren Aufenthalt während des Verfahrens dem Kanton L._______ zugewiesen wurde, dass das BFM am 20. Dezember 2011 die italienischen Behörden ge - stützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Ra-D-919/2012 Seite 4 tes vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt- staatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zu stän- dig ist (Dublin -II-VO), um Wiedera ufnahme des Beschwerdeführers er- suchte, dass Italien das Übernahmeersuchen des BFM innerhalb der festgelegten Frist - Ablauf am 4. Januar 2012 - unbeantwortet liess, dass das BFM mit Verfügung vom 6. Februar 2012 - eröffnet am 10. Feb- ruar 2012 - in Anwendung von Art 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien anordnete, festlegte, der Be- schwerdeführer habe die Schweiz - unter Androhung von Zwa ngsmitteln im Unterlassungsfall - bis spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwe r- defrist zu verlassen, den Kanton L._______ verpflichtete, die Wegwe i- sungsverfügung zu vollziehen, dem Beschwerdeführer die editionspflich- tigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus händigte und gleichzeitig fes t- hielt, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu, dass es zur Begründung anführte, der Beschwerdeführer habe sich in Ita- lien aufgehalten, was aus seinen Aussagen anlässlich der zweiten Befra- gung vom 12. Januar 2012 hervorgehe, und zugleich l iege ein Eurodac - Treffer vom 30. November 2011 in Italien vor, dass gestützt auf die einschlägigen staatsvertraglichen Bestimmungen Italien für die Durchführung der Asylverfahren zuständig sei und Italien das E rsuchen des BFM um Ü bernahme des Beschwerdeführers unbe- antwortet gelassen habe, weshalb in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO die Zuständigkeit, das Asyl- und Wegweisungsverfahren durchzuführen, am 4. Januar 2012 an Italien übergegangen sei, dass die Einwände des Beschwerdeführers an der Zuständigkeit Italiens nichts ändern würden, weshalb auf sein Asylgesuch nicht einzutreten sei, dass die Rückführung - vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder Verlängerung - bis spätestens am 4. Juli 2012 zu erfolgen habe, dass der Vollzug der Wegweisung zumutbar, technisch möglich, und prak- tisch durchführbar sei, D-919/2012 Seite 5 dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vorab per Fax vom 17. Februar 2012 gegen die Verfügung der Vorinstanz beim Bundesverwaltungsgericht Beschwer de erheben liess und in materieller Hinsicht beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei auf das Asylgesuch einzutreten und das Asylverfahren sei in der Schweiz durchzuführen, dass sowohl die Unzulässigkeit als auch die Unzumutbarkeit des We g- weisungsvollzugs nach Italien sowie nach Syrien festzustellen und info l- gedessen eine vorläufige Aufnahme anzuordnen sei, dass gegebenenfalls die Sache an das BFM zur Neubeurteilung zurüc k- zuweisen sei, dass er in prozessua ler Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ersuchte, dass auf d ie Begründung der Rechtsbegehren, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, dass das Original der Rechtsmitteleingabe am 20. Februar 2012 beim Bundesverwaltungsgericht eintraf, dass die vorinstanzlichen Akten am 27. Februar 2012 beim Bundesve r- waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM auf dem Gebiet des Asyls ent - scheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staa - tes, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), D-919/2012 Seite 6 dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG in ca- su nicht vorliegt und das Bundesverwaltungsgericht demnach endgültig entscheidet, dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinst anz teilgenom- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde l egitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde - unter Vor- behalt der nachfolgenden Erwägungen - einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 52 Abs. 1 VwVG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerdei n- stanz grundsätzlich auf die Frage beschr änkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass sich die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichteintretensen t- scheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen materiellen Pr ü- fung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu ne u- er Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (Entscheidungen und Mi t- teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass im Rahmen des Dublin -Verfahrens, bei dem es sich um ein Übe r- stellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständigen Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20), dass eine entsprechende Prüfung soweit notwendig vielmehr bereits im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2 S. 645), dass dementsprechend die Anordnung von Ersatzmassnahmen respekt i- ve die Feststellung von diesen zugrundeliegenden Vollzugshindernissen D-919/2012 Seite 7 auch nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein kann, dass deshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit darin bean- tragt wird, es sei die Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Italien festzustellen und es sei deswegen die vorläufige Aufnahme anzuordnen (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass das BFM keinen Wegweisungsvollzug nach Syrien an ordnete, wes- halb die Anträge, es sei die Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumu t- barkeit des Wegweisungsvollzugs nach Syrien festzustellen und es sei deshalb die vorläufige Aufnahme anzuordnen, eine unzulässige Erweit e- rung des Streitgegenstandes darstellen, da es vorliegend lediglich darum geht zu beurteilen, welcher Staat für die Prüfung des Asylgesuches des Beschwerdeführers zuständig ist, und somit auf die erwähnten Anträge nicht einzutreten ist, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, einschli esslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder u n- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufg e- zeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die D urchfüh- rung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 des Abkommens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Ei d- genossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (DAA, SR 0.142.392.68) i.V.m. Art. 29a Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom D-919/2012 Seite 8 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) die Pr ü- fung der staatsvertraglichen Zuständigkeit zur (materiellen) Behandlung eines Asylgesuches nach den Kriterien der Dublin-II-VO zu erfolgen hat, dass Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG im Weiteren voraussetzt, dass der staats- vertraglich zuständige Staat einer Übernahme der asylsuchenden Person zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 AsylV 1), dass sich aufgrund der Akten ergibt, dass der Beschwerdeführer am 30. November 2011 in Italien ein Asylgesuch stellte und dabei dakt y- loskopisch erfasst wurde, dass angesichts dieses Umstands und der einschlägigen Staatsverträge (Dublin-II-VO, Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnu ng [EG] Nr. 343/2003 des Rates [Dublin -DVO]) Italien als für die Durchfü h- rung des Asylverfahrens zuständig zu erachten ist, dass die italienischen Behörden das Wiederaufnahmeersuchen innert Frist nicht beantworteten, weshalb das BFM gestützt auf Art. 20 Ab s. 1 Bst. c Dublin-II-VO zu Recht annehmen durfte, Italien stimme stillschwe i- gend der Wiederaufnahme des Beschwerdeführers zu, dass der anlässlich der Befragung im EVZ vorgebrachte Einwand, er h a- be in Italien kein Asylgesuch gestellt, - wie vom BFM zu Recht festgestellt wurde - kein Hindernis für den Wegweisungsvollzug darstellt, dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleinga be unter anderem geltend macht, es sei von zahlreichen Organisationen und Fachpersonen festgestellt worden, Italien erfülle die Bedingungen des Dublin -Überein- kommens nicht, dass davon auszugehen sei, die Lage in Italien habe sich nicht verbe s- sert, sondern sei angesichts der vielen neuankommenden Flüchtlinge aus Nordafrika in Italien noch schwieriger geworden, dass bei der zur Zeit herrschenden politischen und wirtschaftlichen Situa- tion in Italien davon auszugehen sei, Asylsuchende durchliefen dort kein ordentliches Asylverfahren und könnten weder Unterstützung noch effek- tiven Schutz vor Bedrohung an Leib und Leben in ihrem Land erwarten, dass rückkehrende Asylsuchende, denen ohnehin kein Anspruch auf Wohnraum oder existenzsichernde Sozialleistung zustehe, (bestenfalls) D-919/2012 Seite 9 am Flughafen Fiumicino mit einem Zugticket ausgestattet und danach sich selbst überlassen würden, dass Dublin-Rückkehrende keine bevorzugte Behandlung geniessen wür- den, dass der Beschwerdeführer zur Untermauerung seiner Beschwerdevor- bringen diverse Artikel, Berichte und Nachricht enbeiträge zur Lage der Flüchtlinge in Italien im Rahmen des Dublin-Verfahrens heranzog, dass der Beschwerdeführer weder im Rahmen des vorinstanzli chen Ver- fahrens noch in seiner Rechtsmittelschrift die grund sätzliche Zuständig- keit Italiens explizit bestreitet, dass Italien Signatarstaat sowohl des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch der Ko n- vention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ist und keine konkreten Hinweise da - für bestehen, Italien würde sich nicht an die daraus resultie renden Ver- pflichtungen halten, dass Italien die Mindestnormen der EU für die Aufnahme von Asylsuchen- den anwendet und demzufolge Aufnahmestrukturen zur Verfügung stellt, dass die medizinische Grundversorgung in Italien grundsätzlich gewäh r- leistet ist, dass hierzu festzuhalten ist, dass Asylsuchende in Italien bei der Un ter- kunft, der Arbeit und dem Zugang zur medizinischen Infrastruktur zwar gewissen Schwierigkeiten ausgesetzt sein können, dass die italienischen Behörden seit geraumer Zeit mit einer gro ssen An- zahl von Einwanderern aus nordafrikanischen Staaten konfrontiert sind, was immer wieder zu Kapazitätsengpässen bei den Aufnahmezentren führt, dass indessen das Gericht auch in Berücksichtigung der mit den Kapa zi- tätsengpässen im Zusammenhang stehe nden schwierigen Aufenthalts - und Lebensbedingungen nicht zum Schluss gelangt, Italien verletze nach- gewiesenermassen in systematischer Weise die Richtlinie Nr. 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 (Aufnahmerichtlinie), D-919/2012 Seite 10 dass zwar das italienische Fürso rgesystem für Asylsuchende in der Kritik steht, in den Aufenthalts- und Verfahrensbedingungen für Personen, wel- che sich im Rahmen eines Asylverfahrens in Italien aufhalten, aber insge- samt kein Vollzugshindernis zu erkennen ist, dass nach Kenntnis des Bundesverwaltungsgerichts Dublin-Rückkehren- de und verletzliche Personen bezüglich Unterbringung von den ita lieni- schen Behörden bevorzugt behandelt werden, dass Italien die Aufnahmerichtlinie ohne Beanstandungen von Seiten der Europäischen Kommission umsetzt und nebst den staatlichen Strukturen zahlreiche private Hilfsorganisationen, welche Asylsuchende betreuen, existieren, dass vor diesem Hintergrund die allgemeine Kritik am italienischen Asy l- verfahren sowie das Vorbringen, es fehle an staatlicher Un terstützung, nicht zu überzeugen vermögen, dass die vom Beschwerdeführer vorgebrachten schwierigen Lebensu m- stände in Italien somit keinen Hinderungsgrund für eine Überstellung in dieses Land darstellen, dass der Beschwerdeführer auch keine anderen Gründe vorbringen konn- te, die die Zuständigkeit der Schweiz zur Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens nach sich ziehen würden beziehungsweise die der Ausreise in den Drittstaat entgegen stünden, dass für das Bundesverwaltungsgericht weder angesichts der Verhältnis- se in Italien noch zufolge der individuellen Situation des Beschwerdefüh- rers Anlass zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO besteht, dass der Beschwerdeführer weder im Rahmen des ihm gewährten rechtli- chen Gehörs noch auf Beschwerdeebene hinreichend berechtigte Vor be- halte gegen eine Rückk ehr nach Italien geltend machte , weshalb keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass er im Falle einer Rückkehr nach Italien in eine existenzielle Notlage geraten würde, dass das BFM aufgrund dieser Sachlage - entgegen der in der B e- schwerdeschrift geäusserten Ansicht - richtig folgerte, Italien habe den Beschwerdeführer zurück zu übernehmen, D-919/2012 Seite 11 dass die in der Rechtsmittelschrift aufgeführten Artikel, Berichte und Bei- träge zur Lage der Flüchtlinge und Asylbewerber in Italien von allgeme i- ner Natur sind und nicht zu einer anderen Betrachtungsweise zu führen vermögen, weshalb nicht weiter auf diese einzugehen ist, dass im Rahmen einer Gesamtabwägung aller relevant en Umstände im konkreten Einzelfall keine Gründe ersichtlich sind, die eine Wegweisung aus humanitärer Sicht im Sinne von Art. 29a Abs. 3 der AsylV 1 als unan- gemessen erscheinen lassen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-7221/2009 vom 10. Mai 2011 E. 8.2 und 8.3, mit weiteren Hinweisen), dass bei dieser Sachlage kein Anlass besteht, die Sache an das BFM zur Neubeurteilung zurückzuweisen, weshalb der diesbezügliche Antrag a b- zuweisen ist, dass zusammenfassend festzustellen ist, dass einer Überstellun g des Beschwerdeführers nach Italien weder völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz noch humanitäre Gründe entgegenstehen, weshalb die So u- veränitätsklausel (Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-VO) nicht zur Anwendung g e- langt und folglich das BFM zu Recht in Anwend ung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs.1 AsylG), vorliegend der Ka n- ton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte We g- weisung im Einklang mit den gesetzlichen Be stimmungen steht und dem- nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass - wie bereits erwähnt - im Rahmen des Dublin -Verfahrens, bei dem es sich um ein Überstellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylg e- suches zustän digen Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 A bs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 AuG, dass eine entsprechende Prüfung - soweit notwendig - vielmehr bereits im Rahmen des Dublin-Verfahrens stattfinden muss (vgl. vorstehende Er- wägungen, BVGE 2010/45 E. 10.2 S. 645), dass in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtete, D-919/2012 Seite 12 dass der Beschwerdeführer demnach nicht darzutun vermag , in wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unan gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuwei sen ist, soweit darauf einzutreten ist, dass mit vorliegendem Direktentscheid ohne vorgängige Instruktion der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Be schwerde ge- genstandslos geworden ist, dass die Beschwerde angesichts der vorstehenden Erwägungen als au s- sichtslos zu bezeichnen war, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG - unab- hängig von der Frage der Bedürftigkeit des Beschwerde führers - abzu- weisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600. - (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 üb er die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun - desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerde führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-919/2012 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Yarimar-Eva Zeleznik