<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00234</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206042&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00234</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.08.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verweigerung der Bewilligung zur dauernden Hinausschiebung der Schliessungszeit bis 04.00 Uhr</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Dauernde Hinausschiebung der Schliessungsstunde: Die beschwerdeführende Gemeinde wurde von der Volkswirtschaftsdirektion dazu angehalten, die Bewilligung zur dauernden Hinausschiebung der Schliessungsstunde des beschwerdegegnerischen Lokals am Freitag und Samstag jeweils bis 4 Uhr zu erteilen (vorerst befristet für ein Jahr). Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe dadurch in das ihr zustehende Ermessen und damit in ihre Autonomie eingegriffen.<br/><br/>Zuständigkeit; Gegenstandslosigkeit des Antrags auf vorsorgliche Massnahmen (E. 1). Zur Beschwerdelegitimation: Frage offen gelassen (E. 2). Die kommunale Behörde hat im Rahmen von § 16 Abs. 1 GastgewerbeG kein Rechtsfolgeermessen. Auf die Erteilung der Bewilligung zur dauernden Hinausschiebung der Schliessungsstunde besteht ein bedingter Anspruch. Das Vorliegen von Tatbestandsermessen ist jedoch zu bejahen (E. 3). Die Beschwerdegegnerin hat die Voraussetzungen nach § 16 Abs. 1 GastgewerbeG klarerweise erfüllt (Zonenkonformität/Lärmschutz). Der vorinstanzliche Entscheid ist deshalb nicht zu beanstanden (E. 4). Zum Rechtsmittel (E. 5). Kosten- und Entschädigungsfolgen (E. 6).<br/>Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUTONOMIE">AUTONOMIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDINGTER ANSPRUCH">BEDINGTER ANSPRUCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDÃRFNIS">BEDÃRFNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDÃRFNISPRÃFUNG">BEDÃRFNISPRÃFUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: BERUFS- UND GEWERBERECHT">BERUFS- UND GEWERBERECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESCHWERDELEGITIMATION">BESCHWERDELEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWILLIGUNG">BEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DAUERND">DAUERND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSEN">ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEBESCHWERDE">GEMEINDEBESCHWERDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HINAUSSCHIEBUNG">HINAUSSCHIEBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRMSCHUTZ">LÃRMSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION DER GEMEINDE">LEGITIMATION DER GEMEINDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PFLICHTGEMÃSSES ERMESSEN">PFLICHTGEMÃSSES ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSFOLGEERMESSEN">RECHTSFOLGEERMESSEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMITTEL">RECHTSMITTEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHLIESSUNGSSTUNDE">SCHLIESSUNGSSTUNDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TATBESTANDSERMESSEN">TATBESTANDSERMESSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WILLKÃRVERBOT">WILLKÃRVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZONENKONFORMITÃT">ZONENKONFORMITÃT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 16 Abs. I GastgewerbeG</span><br/><span class="gerade">§ 16 Abs. II GastgewerbeG</span><br/><span class="ungerade">Art. 98a Abs. 1 OG</span><br/><span class="gerade">Art. 98a Abs. 3 OG</span><br/><span class="ungerade">Art. 103 lit. a OG</span><br/><span class="gerade">Art. 57 USG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Firma B ersuchte fÃ¼r ihren Betrieb D an der F-strasse in X um dauernde VerlÃ¤ngerung der Schliessungsstunde, und zwar jeweils donnerstags und sonntags bis 02.00 Uhr sowie freitags und samstags bis 04.00 Uhr. Der Gemeinderat X bewilligte mit Beschluss vom 8. Februar 2006 fÃ¼r die Dauer eines Jahres die dauernde VerlÃ¤ngerung der Schliessungsstunde von Donnerstag bis Sonntag jeweils bis um 02.00 Uhr.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Dagegen rekurrierte die Firma B und beantragte, die Schliessungsstunde freitags und samstags auf 04.00 Uhr festzulegen. Die Volkswirtschaftsdirektion hiess das Rechtsmittel mit Entscheid vom 25. April 2006 gut.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Hiergegen liess der Gemeinderat X am 24./23. Mai 2006 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und die Aufhebung des Entscheides der Volkswirtschaftsdirektion sowie die BestÃ¤tigung der "kommunalen Bewilligung" beantragen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. Die Volkswirtschaftsdirektion beantragte in ihrer Vernehmlassung, die Beschwerde unter den "Ã¼blichen" Kostenfolgen abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die Firma B liess in ihrer Beschwerdeantwort vom 29. Juni 2006 beantragen, auf die Beschwerde nicht einzutreten, eventualiter sie abzuweisen, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. Zudem verlangte sie, im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die Gemeinde X anzuweisen, wÃ¤hrend der Dauer des Beschwerdeverfahrens die Hinausschiebung der Schliessungszeit bis 04.00 Uhr an Frei­tagen und Samstagen sofort zu bewilligen. Die Gemeinde X liess mit Eingabe vom 14. Juli 2006 Abweisung des Antrags um Erlass vorsorglicher Massnahmen beantragen.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen letztinstanzliche Anordnungen von VerwaltungsbehÃ¶rden, soweit die Gesetzgebung keine abweichende ZustÃ¤ndigkeit vorsieht oder eine Anordnung als endgÃ¼ltig bezeichnet (§ 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Da im Bereich der zu beurteilenden Streitsache kein Ausnahmetatbestand nach den §§ 42 f. VRG vorliegt, fÃ¤llt sie in die Entscheidungs­kompetenz des Verwaltungsgerichts.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Die vorliegende Angelegenheit erweist sich als spruchreif, weshalb ein Entscheid in der Sache zu fÃ¤llen ist. Der von der BeschwerdefÃ¼hrerin gestellte Antrag auf Erlass vorsorglicher Massnahmen wird dadurch gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 57 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG) kann die Gemeinde die Rechtsmittel des eidgenÃ¶ssischen und des kantonalen Rechts ergreifen, sofern sie durch eine VerfÃ¼gung berÃ¼hrt wird und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an der Aufhebung oder Ãnderung hat. Diese Bestimmung geht nicht Ã¼ber die allgemeine Regelung in Art. 103 lit. a des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 (OG) hinaus (vgl. Theo Loretan in: Kommentar zum Umwelt­schutz­gesetz, 2002, Art. 57 N. 1 und 13). Soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulÃ¤ssig ist, haben letzte kantonale Instanzen die Beschwerdelegitimation mindestens im selben Umfang zu gewÃ¤hren wie fÃ¼r die Verwaltungsgerichtsbeschwerde vor Bundesgericht (Art. 98a Abs. 1 und 3 OG). </p> <p class="Erwgung2">Nach der Bundesgerichtspraxis kann ein Gemeinwesen zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde legitimiert sein, wenn es durch die fragliche VerfÃ¼gung in seinen hoheitlichen Befugnissen und Aufgaben berÃ¼hrt wird. Die Gemeinden sind zur Anfechtung der Bewilligung fÃ¼r ein mit Immissionen verbundenes Werk unter anderem befugt, wenn sie als Gebietskorporationen Ã¶ffentliche Anliegen wie den LÃ¤rmschutz der Einwohner zu vertreten haben und insofern durch die LÃ¤rmeinwirkungen in hoheitlichen Befugnissen betroffen werden (BGE 124 II 293 E. 3b, mit Hinweisen). <span>Die Beschwerdelegitimation einer Gemeinde ist somit grundsÃ¤tzlich zu bejahen, wenn in den Wirkungskreis der Gemeinde fallende Ã¶ffentliche lokale Anliegen geltend gemacht werden (VGr, 23. Januar 2002, VB.2001.00408, E. 1b/aa, www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin beanstandet die StÃ¶rung der Nachtruhe durch die Beschwerdegegnerin und beruft sich damit auf eine Verletzung umweltrechtlicher Vorschriften. <span>Bei der LokalitÃ¤t der Beschwerdegegnerin handelt es sich um eine ortsfeste Anlage im Sinn von Art. 7 Abs. 7 USG und von Art. 2 Abs. 1 der LÃ¤rmschutz-Verordnung vom 15. Dezem­ber 1986 (LSV), in der ein gewerbliches Unternehmen betrieben wird, das den bundesrechtlichen Bestimmungen Ã¼ber den LÃ¤rmschutz unterliegt. Ein Gastgewerbe­lokal muss den Anforderungen von Art. 25 USG und Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV genÃ¼gen, das heisst der Betrieb muss ein Immissionsniveau einhalten, bei welchem nach richterlicher Beurteilung hÃ¶chstens geringfÃ¼gige StÃ¶rungen auftreten. Der Beurteilung sind alle LÃ¤rmemissionen zu Grunde zu legen, die dem Restaurationsbetrieb zuzurechnen sind. Das sind neben den GerÃ¤uschen, die im Lokal erzeugt werden, auch die SekundÃ¤remissionen, das heisst GerÃ¤usche, die durch die bestimmungsgemÃ¤sse Nutzung der Anlage ausserhalb des GebÃ¤udes entstehen, namentlich der von den Besuchern beim Betreten oder Verlassen des Lokals verursachte LÃ¤rm. Auch der StrassenverkehrslÃ¤rm kann bei der Frage nach den Betriebszeiten eines Restaurationslokals ins Gewicht fallen (VGr, 20. April 2005, VB.2005.00014, E. 3.3, www.vgrzh.ch, mit Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Da die Beschwerde in materieller Hinsicht abzuweisen ist (vgl. nachstehend), braucht nicht abschliessend geklÃ¤rt zu werden, ob die Beschwerdelegitimation schon von Bundesrechts wegen zu bejahen ist. Es kann zudem offen bleiben, wie die Legitimation nach kantonalem Recht zu beurteilen wÃ¤re. Ebenso wenig ist zu prÃ¼fen, ob auf die Beschwerde einzutreten gewesen wÃ¤re, wenn sich die BeschwerdefÃ¼hrerin ausschliesslich auf die Gemeindeautonomie berufen hÃ¤tte (vgl. dazu VGr, 20. April 2005, VB.2005.00014, E. 3.4, www.vgrzh.ch, mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrerin behauptet, einen qualifizierten Ermessens- und Entscheidungsspielraum zu haben bei der Frage, bis wann die Schliessungsstunde hinausgeschoben werden kÃ¶nne. Alles andere wÃ¼rde einer blossen Meldepflicht gleichkommen, was vom Gesetzgeber nicht gewollt sei. Nach Ansicht der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin lÃ¤sst das Gastgewerbegesetz bezÃ¼glich der Hinausschiebung der Schliessungsstunde keinen Raum fÃ¼r gemeindeeigenes Ermessen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die GemeindebehÃ¶rde ist zustÃ¤ndig fÃ¼r die Erteilung und den Entzug von Patenten und Bewilligungen sowie den Vollzug des Gastgewerbegesetzes (§ 5 des Gastgewerbegesetzes vom 1. Dezember 1996 [GastgewerbeG, LS 935.11]). Nach § 16 Abs. 1 GastgewerbeG werden dauernde Ausnahmen von der Schliessungszeit bewilligt, wenn die Nachtruhe und die Ã¶ffentliche Ordnung nicht beeintrÃ¤chtigt werden; vorbehalten bleiben EinschrÃ¤nkungen nach dem Planungs-, Bau- und Umweltschutzrecht. VorÃ¼bergehende Ausnahmen werden nach den Ã¶rtlichen BedÃ¼rfnissen der Gemeinde bewilligt (Abs. 2). </p> <p class="Erwgung2">GemÃ¤ss Weisungen und Richtlinien zum Gastgewerbegesetz der â bis Ende 1997 fÃ¼r das Gastwirtschaftswesen zustÃ¤ndigen â Direktion der Finanzen vom 17. Juli 1997 muss die Bewilligung zur dauernden Hinausschiebung der Schliessungsstunde gemÃ¤ss § 16 Gast­gewerbeG erteilt werden, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung erfÃ¼llt sind (ZonenkonformitÃ¤t/LÃ¤rmschutz). Die Bewilligung kann nicht von einem BedÃ¼rfnis abhÃ¤ngig gemacht werden (lit. C Ziff. 13, ABl 1997, S. 974, 976). Bei berechtigten Zweifeln, ob die Nachtruhe der Anwohner gewÃ¤hrleistet werden kann, kann die Bewilligung fÃ¼r einen befristeten Versuch erteilt werden (§ 9 Abs. 2 der Verordnung zum Gastgewerbegesetz vom 16. Juli 1997 [GastgewerbeV, LS 935.12]; lit. C Ziff. 13 der Weisungen und Richtlinien, ABl 1997, S. 974, 976).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die kommunale BehÃ¶rde hat im Rahmen von § 16 Abs. 1 GastgewerbeG nach dem Gesagten weder Entschliessungs- noch Auswahlermessen; in Bezug auf die Rechtsfolgen kommt ihr kein Ermessen zu, da ein bedingter Anspruch besteht und bei ErfÃ¼llen der Voraussetzungen (ZonenkonformitÃ¤t/LÃ¤rmschutz) die Bewilligung zu erteilen ist (vgl. dazu Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich etc. 2002, Rz. 431 ff., auch zum Folgenden). In FÃ¤llen von § 16 Abs. 2 GastgewerbeG ("vorÃ¼ber­gehende Ausnahmen werden nach den <i>Ã¶rtlichen BedÃ¼rfnissen</i> der Gemeinde bewilligt") mag es sich allenfalls anders verhalten, was in diesem Verfahren aber nicht zu prÃ¼fen ist. </p> <p class="Erwgung2">Hingegen ist ein gewisser Entscheidungsspielraum der Gemeinde zu bejahen bei der Frage, ob die Voraussetzungen von § 16 Abs. 1 GastgewerbeG gegeben sind oder nicht (Tatbestandsermessen). Die ErmessensbetÃ¤tigung muss allerdings in jedem Fall pflichtgemÃ¤ss sein; sie darf insbesondere nicht von sachfremden Motiven geleitet werden oder Ã¼berhaupt unmotiviert sein. Die ErmessensausÃ¼bung hat sich an den allgemeinen RechtsgrundsÃ¤tzen, den verwaltungsrechtlichen Grundprinzipien und den verfassungsrechtlichen Schranken zu orientieren. Als solche gelten insbesondere das WillkÃ¼rverbot, das Verbot der rechts­ungleichen Behandlung, das Gebot von Treu und Glauben sowie der Grundsatz der Notwendigkeit und der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit staatlicher Massnahmen (vgl. HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 441).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Es ist somit zu prÃ¼fen, ob die Beschwerdegegnerin die Voraussetzungen von § 16 Abs. 1 GastgewerbeG erfÃ¼llt hat:</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der beschwerdegegnerische Betrieb liegt unbestrittenermassen in der Industriezone. In einer Distanz von weniger als 500 Meter befinden sich lediglich wenige Wohnungen. Industriezonen sind in erster Linie fÃ¼r die Ansiedlung industrieller und gewerblicher Betriebe der raumintensiven und immissionsreichen Produktion, der GÃ¼tergrossverteilung, der Lagerhaltung und des Transports bestimmt (§ 56 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, 3. A., ZÃ¼rich 1999, N. 287). Wie die Vorinstanz zu Recht feststellt, eignet sich der gewÃ¤hlte Standort fÃ¼r den beschwerdegegnerischen Betrieb gut und erweist sich als zonenkonform (§ 28 Abs. 1 Satz 2 VRG; act. 4 E. 5a und b, auch zum Folgenden). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der Vorinstanz ist auch zuzustimmen, was die behauptete NachtruhestÃ¶rung der Anwohner bzw. die BeeintrÃ¤chtigung der Ã¶ffentlichen Ordnung anbelangt: Zwar ist der massgebliche Sachverhalt nach § 7 Abs. 1 VRG von Amtes wegen abzuklÃ¤ren. Im Rechtsmittelverfahren wird der Untersuchungsgrundsatz jedoch durch das RÃ¼ge- und BegrÃ¼ndungserfordernis eingeschrÃ¤nkt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 5 und 11). Es fehlen jegliche Hinweise auf LÃ¤rmbelÃ¤stigung der Anwohner durch das Lokal der Beschwerdegegnerin. Die von der BeschwerdefÃ¼hrerin ins Recht gelegten Beanstandungen Dritter betreffen zum einen die Anfrage einer Konkurrenzfirma um (vorÃ¼bergehende) Hinausschiebung der Schliessungszeit, die fÃ¼r das vorliegende Verfahren nicht von Relevanz ist. Zum anderen geht es um angebliche Verschmutzungen bzw. BeschÃ¤digungen einer dem Betrieb der Beschwerdegegnerin benachbarten Liegenschaft. Die betreffende Firma wehrt sich dabei aber nicht in erster Linie gegen den Betrieb des beschwerdegegnerischen Lokals, sondern gegen eine weitere Firma ("G"). Die BeschwerdefÃ¼hrerin kann auch aus diesen Beanstandungen nichts zu ihren Gunsten ableiten, denn es macht fÃ¼r die BeeintrÃ¤chtigung der Ã¶ffentlichen Ordnung im Sinne der behaupteten Vorkommnisse keinen wesentlichen Unterschied, ob die Schliessungszeit eines Lokals an zwei NÃ¤chten pro Woche bis 02.00 Uhr oder bis 04.00 Uhr hinausgeschoben wird. Die Verweigerung der verlÃ¤ngerten Hinausschiebung der Schliessungsstunde erscheint auch unter BerÃ¼cksichtigung des Tatbestandsermessens der Gemeinde als unzulÃ¤ssig und insbesondere mit dem WillkÃ¼rverbot nicht vereinbar. Die BeschwerdefÃ¼hrerin lÃ¤sst sich von sachfremden Motiven leiten, wenn sie gemÃ¤ss ihrer Praxis regelmÃ¤ssig Hinausschiebungen der Schliessungszeit nur bis 02.00 Uhr bewilligt, ohne die â einzig relevanten â gesetzlichen Voraussetzungen (ZonenkonformitÃ¤t/LÃ¤rmschutz) in jedem Einzelfall zu prÃ¼fen. Im vorliegenden Fall ist zudem zu berÃ¼cksichtigen, dass die Bewilligung vorerst auf ein Jahr befristet ist. In dieser Zeitspanne wird sich weisen, ob aus der Anwohnerschaft substantiierte Beanstandungen wegen LÃ¤rms bzw. der StÃ¶rung der Ã¶ffentlichen Ordnung durch den Betrieb der Beschwerdegegnerin erfolgen oder nicht.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die Voraussetzungen fÃ¼r die Bewilligung einer dauernden Ausnahme von der Schliessungszeit gemÃ¤ss § 16 Abs. 1 GastgewerbeG klarerweise erfÃ¼llt hat und die von der Beschwerdegegnerin anbegehrte Bewilligung zu erteilen war. </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde ist somit abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss den vorstehenden ErwÃ¤gungen (oben 2) ist davon auszugehen, dass die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht gegeben ist. Es ist jedoch grundsÃ¤tzlich Sache der (anwaltlich vertretenen) Parteien abzuschÃ¤tzen, ob sie zur Erhebung der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde legitimiert sind und wie jene von der staatsrechtlichen Beschwerde abzugrenzen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Ausserdem hat sie der Beschwerdegegnerin eine angemessene ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das vorliegende Verfahren zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird verpflichtet, der Beschwerdegegnerin fÃ¼r das Verfahren vor Verwaltungsgericht eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung anâ¦..</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>