<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00256</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203833&amp;W10_KEY=4467142&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00256</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.12.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Lärmschutzwände entlang einer Autobahn<br/><br/>Eignungskriterien:<br/>Unklare Umschreibung. Widersprüchliches Verhalten der Vergabebehörde bei der Auswertung, indem sie dem Angebot der Beschwerdeführerinnen in ihrer internen Beurteilung zwar die Eignung absprach, es anschliessend aber dennoch anhand der Zuschlagskriterien beurteilte (E. 2.2).<br/><br/>Preisgestaltung (Vergütungsmodus):<br/>Ein Pauschal- bzw. Globalpreisangebot als Variante zum geforderten Angebot nach Einheitspreisen ist bei fehlender Vergleichbarkeit mit einem Einheitspreisangebot und angesichts von Missbrauchsmöglichkeiten nicht zu berücksichtigen (E. 3.1-3.5).<br/>Unzulässige nachträgliche Änderung des Gesamtpreisangebots bei Mengenkorrekturen im Leistungsverzeichnis. Bei einem Gesamtpreisvertrag wird die geschuldete Vergütung unabhängig von einer nachträglichen Abrechnung über die Menge festgelegt; mit Bezug auf die Mengenangeben erhalten daher die Pläne den Vorrang vor dem Leistungsverzeichnis, und der Unternehmer trägt das Mengenrisiko (E. 3.7).<br/><br/>Versuchte Täuschung der Vergabebehörde:<br/>Ausnützung von Mängeln des Leistungsverzeichnisses durch Verschieben von mengenabhängigem Aufwand in eine sachfremde Festpreisposition. Ausschluss des Angebots (E. 4). Gutheissung (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABGEBOT">ABGEBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃNDERUNG DES ANGEBOTS">ÃNDERUNG DES ANGEBOTS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSS EINES ANBIETERS">AUSSCHLUSS EINES ANBIETERS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHREIBUNG">AUSSCHREIBUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHREIBUNGSUNTERLAGEN">AUSSCHREIBUNGSUNTERLAGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUTOBAHN">AUTOBAHN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGNUNGSKRITERIEN">EIGNUNGSKRITERIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINHEITSPREIS">EINHEITSPREIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINHEITSPREISOFFERTE">EINHEITSPREISOFFERTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FESTPREIS">FESTPREIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLOBALPREISANGEBOT">GLOBALPREISANGEBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRMSCHUTZWAND">LÃRMSCHUTZWAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSVERZEICHNIS">LEISTUNGSVERZEICHNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MARKTABSCHOTTUNG">MARKTABSCHOTTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MENGENÃNDERUNG">MENGENÃNDERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MENGENANGABE">MENGENANGABE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PAUSCHALANGEBOT">PAUSCHALANGEBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PAUSCHALPREIS">PAUSCHALPREIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLÃNE">PLÃNE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PREISÃNDERUNG">PREISÃNDERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REFERENZ">REFERENZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REGIEARBEIT">REGIEARBEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TÃUSCHUNG">TÃUSCHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERGLEICHBARKEIT">VERGLEICHBARKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERGÃTUNGSMODUS">VERGÃTUNGSMODUS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art./§ 39 Abs. I SIA 118</span><br/><span class="gerade">Art./§ 40 SIA 118</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 41 SIA 118</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2004 Nr. 16</span><br/><span class="ungerade">RB 2003 Nr. 58</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Mit einer Ausschreibung vom 14. MÃ¤rz 2003 erÃ¶ffnete die Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich eine Submission im offenen Verfahren fÃ¼r den Bau von LÃ¤rmschutzwÃ¤nden an der Nationalstrasse N 1. Innert Frist reichten sieben Anbieterinnen ihre Offerten ein, darunter die G AG, die neben einem Angebot von Fr. 16'351'234.15, welches auf dem Leistungsverzeichnis der Ausschreibungsunterlagen beruhte, als Variante ein Globalpreisangebot von Fr. 14'505'000.- einreichte. </p> <p class="Urteilstext">Nachdem eine Anbieterin die BehÃ¶rde darauf hingewiesen hatte, dass das Leistungsverzeichnis nicht mit den PlÃ¤nen Ã¼bereinstimme, wurde den Anbieterinnen am 19. Mai 2003 eine korrigierte Fassung des betreffenden Abschnitts des Leistungsverzeichnisses zugestellt mit der Aufforderung, die Preise ihres Angebots im Hinblick auf die reduzierten Mengen zu bestÃ¤tigen. Die G AG nahm anlÃ¤sslich der BestÃ¤tigung ihres Angebots Ã¼berdies eine Korrektur der Festpreisposition Baustelleneinrichtungen vor, worauf sich ihr regulÃ¤res Angebot auf Fr. 11'944'792.08 belief; ferner reichte sie ein an die geringeren Mengen angepasstes Globalangebot von Fr. <span>10'970'000.-</span> ein. </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschluss vom 9. Juli 2003 erteilte der Regierungsrat der G AG gestÃ¼tzt auf ihr revidiertes Globalangebot den Zuschlag. Der Entscheid wurde den nicht berÃ¼cksichtigten Anbieterinnen mit Schreiben der Baudirektion vom 17. Juli 2003 erÃ¶ffnet. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 28. Juli 2003 erhoben die B AG und die C AG, die als Arbeitsgemeinschaft an der Submission teilgenommen hatten und deren Angebot sich nach der Korrektur des Leistungsverzeichnisses auf insgesamt Fr. 11'029'365.45 belief, beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Entscheid des Regierungsrats. Sie beantragten, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und der Zuschlag ihnen zu erteilen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegegners. Eventualiter beantragten sie, die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen, und subeventualiter, das Vergabeverfahren sei neu durchzufÃ¼hren. Gleichzeitig ersuchten sie darum, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Zur BegrÃ¼ndung brachten sie in erster Linie vor, dass das revidierte Globalangebot der G AG nicht hÃ¤tte zugelassen werden dÃ¼rfen. </p> <p class="Urteilstext">Die kantonale Baudirektion stellte in ihrer Beschwerdeantwort vom 25. August 2003 Antrag auf Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrerinnen. Zum Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung nahm sie ablehnend Stellung.</p> <p class="Urteilstext">Mit Replik vom 29. September 2003 und Duplik vom 17. Oktober 2003 hielten die Parteien an ihren AntrÃ¤gen fest. </p> <p class="Urteilstext">Die mitbeteiligte G AG ersuchte am 15. August 2003 um Akteneinsicht, verzichtete jedoch in der Folge auf eigene Stellungnahmen zur Beschwerde (Schreiben vom 22. August und 17. Oktober 2003). </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gungen vom 29. August und 24. Oktober 2003 wurde der Beschwerde zunÃ¤chst vorlÃ¤ufig und alsdann definitiv die aufschiebende Wirkung erteilt. </p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext">Die 1. Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 22. September 1996 zur Anwendung. </p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Der Beschwerdegegner macht mit der Beschwerdeantwort geltend, dass die BeschwerdefÃ¼hrerinnen aus dem Verfahren hÃ¤tten ausgeschlossen werden mÃ¼ssen, weil sie die Eignungskriterien nicht erfÃ¼llt hÃ¤tten. Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen sind dagegen der Auffassung, dass sie die Eignungskriterien ohne weiteres erfÃ¼llen. Ãberdies habe der Beschwerdegegner bis zur Erhebung ihrer Beschwerde an das Verwaltungsgericht nie Zweifel an ihrer Eignung geÃ¤ussert; das nachtrÃ¤glich vorgebrachte Argument der fehlenden Eignung sei daher nur als Vorwand zu betrachten. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>In den Ausschreibungsunterlagen hatte der Beschwerdegegner unter anderem die folgenden Eignungskriterien festgelegt:</span></p> <p class="EinzugZitat"> "Nachweis der Erfahrung (Hauptunternehmer sowie SchlÃ¼sselpersonal gemÃ¤ss Angaben unter NPK 102.911 und 912):</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> Realisierung bzw. Mitarbeit an vergleichbaren Objekten in den vergangenen 5 Jahren."</p> <p class="Urteilstext">In der Bewertungsmatrix der Eignungs- und Zuschlagskriterien umschrieb er diese Anforderungen wie folgt: </p> <p class="Urteilstext">"- Erfahrung der Unternehmung mit vergleichbaren Objekten in den vergangenen 5 Jahren</p> <p class="EinzugZitat">- Erfahrung des SchlÃ¼sselpersonals mit vergleichbaren Objekten in den vergangenen 5 Jahren"</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen nannten im Technischen Bericht ihres Angebots als Referenzen unter anderem LÃ¤rmschutzbauten an der A1 bei X, welche die B AG in der Zeit vom Juni 1996 bis MÃ¤rz 1997 ausgefÃ¼hrt hatte (Technische Leitung, Fundation und Betonbauten), sowie die Instandsetzung von LÃ¤rmschutzwÃ¤nden an der A2/A8, die von der C AG im Jahr 2000 ausgefÃ¼hrt wurde. Von diesen Objekten lag das umfangreichere und wohl auch anspruchsvollere der B AG zum Zeitpunkt der Offerteingabe rund sechs Jahre zurÃ¼ck und damit ausserhalb des vom Beschwerdegegner vorgegebenen Zeitrahmens von fÃ¼nf Jahren. Der Beschwerdegegner hat dieser geringfÃ¼gigen Ãberschreitung seiner zeitlichen Vorgaben aber offenbar kein grosses Gewicht beigemessen und macht nicht geltend, dass die Referenz schon aus diesem Grund nicht zu berÃ¼cksichtigen sei. Er ist jedoch der Auffassung, dass die beiden Referenzen keine vergleichbaren Objekte betrÃ¤fen, da bei den vorliegend geplanten LÃ¤rmschutzwÃ¤nden eine andere Bauweise zur Anwendung gelange. Die hier vorgesehene Konstruktion durchsichtiger WÃ¤nde mit Acrylglas- und Aluminiumelementen erfordere besondere Erfahrung, die mit dem Bau anderer Arten von LÃ¤rmschutzwÃ¤nden nicht erworben werden kÃ¶nne. Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen bestreiten, dass die vorgesehene Bauweise ungewÃ¶hnliche Anforderungen mit sich bringe; nach ihrem DafÃ¼rhalten sind vor allem die Fundierungen der LÃ¤rmschutzwÃ¤nde anspruchsvoll, und in dieser Hinsicht seien sie besser qualifiziert als die Mitbewerberinnen. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Der vergebenden BehÃ¶rde steht beim Festlegen der Anforderungen, die an eine be­stimmte Beschaffung gestellt werden, ein erheblicher Beurteilungsspielraum zur VerfÃ¼gung (RB 2001 Nr. 47 E. 2c; RB 1999 Nr. 69 = BEZ 1999 Nr. 15 E. 4b). Dasselbe gilt auch bei der Beurteilung der Angebote im Hinblick auf diese Anforderungen. Dabei ist zwar, wie die BeschwerdefÃ¼hrerinnen zu Recht ausfÃ¼hren, nach MÃ¶glichkeit zu vermeiden, dass derartige Anforderungen eine Abschottung des Marktes gegenÃ¼ber weniger speziali­sierten Betrieben bewirken (vgl. auch die GrundsÃ¤tze zur Bekanntgabe der technischen Spezifikationen nach § 18 der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997), und es dÃ¼rfen aus diesem Grund keine unnÃ¶tig hohen Anforderungen gestellt werden, die angesichts des Gegenstands der Vergabe nicht gerechtfertigt sind. Vorliegend war jedoch der Beschwerdegegner, wenn er der Meinung war, dass nur Unternehmungen mit Erfahrung im Bau gleichartiger LÃ¤rmschutzwÃ¤nde fÃ¼r die Vergabe in Frage kÃ¤men, zu einer entsprechenden Festlegung befugt. Auch zeigt der Offertvergleich, dass von fÃ¼nf Anbieterinnen vier das fragliche Kriterium erfÃ¼llten, so dass die Gefahr einer Marktabschottung jedenfalls nicht als Ã¼beraus gross erscheint. </span></p> <p class="Urteilstext">Der Beschwerdegegner hat indessen bei der Bekanntgabe der Eignungskriterien in den Ausschreibungsunterlagen nicht verdeutlicht, dass unter vergleichbaren Objekten nur LÃ¤rmschutzwÃ¤nde zu verstehen seien, bei denen eine Aluminium-Plexiglas-Konstruktion verwendet wurde. Auch verhielt er sich bei der Auswertung der Angebote in dieser Frage widersprÃ¼chlich, indem er dem Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerinnen in seiner internen Beurteilung zwar die Eignung absprach, es anschliessend aber dennoch anhand der Zuschlagskriterien beurteilte. WidersprÃ¼chlich ist ebenso, dass er den Beschwerde­fÃ¼hrerinnen beim Kriterium QualitÃ¤t der Unterlagen einen Abzug von zwei Punkten machte, den er in der Beschwerdeantwort mit der fehlenden Eignung begrÃ¼ndet; wenn er die BeschwerdefÃ¼hrerinnen aber tatsÃ¤chlich fÃ¼r ungeeignet gehalten hÃ¤tte, hÃ¤tte er sich nicht mit einem so geringen Abzug begnÃ¼gen dÃ¼rfen. </p> <p class="Urteilstext">Der Ausschluss eines Anbieters muss nicht zwingend mit separatem Entscheid vorweg bekannt gegeben werden, sondern kann noch im Rahmen des Endentscheids erfolgen (RB 2000 Nr. 70 E. 6c = BEZ 2000 Nr. 25). Notwendig ist jedoch, dass der Ausschluss aufgrund einer einwandfreien Beurteilung der Eignung erfolgt. Dabei war vorliegend â insbesondere in Anbetracht der ungenauen Umschreibung der Anforderungen in den Ausschreibungsunterlagen und des entsprechend erhÃ¶hten Beurteilungsspielraums des Beschwerdegegners â das von diesem wÃ¤hrend des Verfahrens an den Tag gelegte Verhalten von wesentlicher Bedeutung. Angesichts der dargestellten UmstÃ¤nde lag der Entscheid des Beschwerdegegners, die BeschwerdefÃ¼hrerinnen von vornherein vom Verfahren auszuschliessen, nicht mehr im Rahmen des ihm zustehenden Ermessens. Der Ausschluss der BeschwerdefÃ¼hrerinnen erweist sich damit als unzulÃ¤ssig, und deren Angebot ist in die Bewertung anhand der Zuschlagskriterien einzubeziehen. </p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Grundlage der Offerten war das vom Beschwerdegegner mit den Ausschreibungsunterlagen abgegebene Leistungsverzeichnis. Aufgrund desselben hatten die Anbieterinnen die Mehrzahl der Leistungen nach Einheitspreisen zu offerieren, das heisst als Preise fÃ¼r Leistungseinheiten, die in den Positionen des Verzeichnisses aufgefÃ¼hrt sind. Die erwartete Menge der Einheiten gemÃ¤ss Leistungsverzeichnis ist dabei nicht verbindlich, sondern die geschuldete VergÃ¼tung ergibt sich erst aus der Abrechnung Ã¼ber die ausgefÃ¼hrte Menge (Art. 39 Abs. 1 der SIA-Norm 118, Allgemeine Bedingungen fÃ¼r Bauarbeiten, Ausgabe 1977/1991; vgl. Peter Gauch, Der Werkvertrag, 4. A., ZÃ¼rich 1996, N. 915 ff.; Rainer Schumacher, Die VergÃ¼tung im Bauwerkvertrag, Freiburg 1998, N. 44 f., 160 f.). Einige Positionen des Leistungsverzeichnisses waren nicht als Einheitspreise, sondern nach Aufwand (Regiearbeiten) bzw. als Festpreise zu offerieren. </span></p> <p class="Urteilstext">In einem Werkvertrag nach Einheitspreisen wird in der Regel vereinbart, innerhalb welcher Bandbreite von Ãber- bzw. Unterschreitung der erwarteten Mengen die Einheitspreise gÃ¼ltig bleiben, so z.B. gemÃ¤ss Art. 86 Abs. 1 der SIA-Norm 118 bis zu Abweichungen von 20 % nach oben oder unten. Vorliegend legten die Ausschreibungsunterlagen des Beschwerdegegners jedoch fest, dass entgegen der Regel der SIA-Norm 118 bei verÃ¤nderten Mengen ungeachtet der GrÃ¶sse der VerÃ¤nderung keine PreisÃ¤nderungen geltend gemacht werden kÃ¶nnen. Ferner behielt sich der Beschwerdegegner vor, einzelne Positionen und Bauteile ganz wegzulassen, ohne dass der Unternehmer Nachforderungen stellen kÃ¶nne. </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen reichten ein Angebot ein, das sich insgesamt auf netto Fr. 15'141'724.05 belief bzw. nach Abzug eines doppelt aufgefÃ¼hrten Betrags fÃ¼r Regiearbeiten von brutto Fr. 800'000.- auf Fr. 14'331'883.45. Die Mitbeteiligte reichte ein Angebot gemÃ¤ss Leistungsverzeichnis Ã¼ber insgesamt netto Fr. 16'351'234.15 ein und zusÃ¤tzlich als Variante ein Globalpreisangebot von Fr. 14'505'000.-; das Globalangebot entspricht nach Art. 40 der SIA-Norm 118 einem Pauschalangebot mit Teuerungsvorbehalt. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>AnlÃ¤sslich der Offerteingabe wies eine dritte Anbieterin den Beschwerdegegner darauf hin, dass die im Leistungsverzeichnis genannten Mengen nicht mit den PlÃ¤nen Ã¼bereinstimmten. Bei der ÃberprÃ¼fung stellten die Fachleute des Beschwerdegegners fest, dass im Kapitel LÃ¤rmschutz bei den Positionen Glas- und Aluminiumelemente deutlich zu hohe Mengen eingesetzt waren. Die vom Beschwerdegegner beauftragte I AG stellte daher mit Schreiben vom 19. Mai 2003 allen Anbieterinnen den entsprechend korrigierten Abschnitt des Leistungsverzeichnisses zu und forderte sie auf, die Preise ihrer Offerten zu bestÃ¤tigen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen bestÃ¤tigten die GÃ¼ltigkeit ihrer Einheitspreise mit Schreiben vom 28. Mai 2003 unter Hinweis auf die Besonderen Bestimmungen der Ausschreibungs­unterlagen, nach welchen auch bei grÃ¶sseren MengenÃ¤nderungen keine PreisÃ¤nderung </span>geltend gemacht werden kann. Aufgrund der reduzierten Mengen belief sich ihr Angebot gemÃ¤ss der Zusammenstellung des Beschwerdegegners neu auf netto Fr. 11'029'365.45. </p> <p class="Urteilstext">Die Mitbeteiligte reichte am 28. Mai 2003 den mit unverÃ¤nderten Preisen versehenen Abschnitt des korrigierten Leistungsverzeichnisses ein und bestÃ¤tigte damit grundsÃ¤tzlich ebenfalls die offerierten Einheitspreise. Mit Schreiben vom gleichen Datum wies sie jedoch darauf hin, dass sie in ihrem ursprÃ¼nglichen Angebot die effektiven Einheitspreise der Aluminiumelemente und AcrylglÃ¤ser "aus GrÃ¼nden der Materialbeschaffung und den damit zusammenhÃ¤ngenden Gestehungskonditionen" aufgesplittet habe. So habe sie die Materialkosten der AcrylglÃ¤ser mit 90 % und die der Aluminiumelemente mit 60 % (das heisst bei der allgemeinen Baustelleneinrichtung) eingerechnet. Von der MengenÃ¤nderung seien daher zwar die Einheitspreise im Kapitel 188 LÃ¤rmschutzwÃ¤nde nicht berÃ¼hrt, doch ergebe sich bei der Baustelleneinrichtung eine massive Reduktion. Aus der Beilage zum genannten Schreiben geht hervor, dass der Gesamtbetrag fÃ¼r das Kapitel Baustelleneinrichtung von ursprÃ¼nglich brutto Fr. 4'297'204.- auf Fr. 2'460'282.-, also um einen Betrag von Fr. 1'836'922.-, reduziert wurde. Zusammen mit der Reduktion im Kapitel LÃ¤rmschutzwÃ¤nde, dessen Gesamtbetrag aufgrund der geÃ¤nderten Mengenangaben von ursprÃ¼nglich brutto Fr. 6'772'206.- auf Fr. 4'430'346.- zurÃ¼ckging, belief sich damit die neue Offerte der Mitbeteiligten auf netto Fr. 11'944'792.08. Ãberdies machte sie mit dem <span>Schreiben vom 28. Mai 2003 ein revidiertes Globalangebot, welches nun auf Fr. 10'970'000.- lautete. </span></p> <p class="Urteilstext">Der Beschwerdegegner liess das revidierte Globalangebot der Mitbeteiligten, welches im Preisvergleich als gÃ¼nstigstes erschien, zu und erteilte ihr gestÃ¼tzt darauf den Zuschlag. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Das Vergabeverfahren muss gestÃ¼tzt auf die Ausschreibung und die Angebote zu einem eindeutigen Ergebnis fÃ¼hren, das den Abschluss des Vertrags ohne wesentliche ErgÃ¤nzungen ermÃ¶glicht. Gegenstand und Umfang des Auftrags sind daher in der Aus­schreibung bzw. den an die Interessenten abgegebenen Unterlagen klar zu umschreiben, und die Offerten der Anbieter mÃ¼ssen ebenso deutlich auf die ausgeschriebene Leistung Bezug nehmen (RB 1998 Nr. 69 = BEZ 1999 Nr. 12 = ZBl 101/2000, S. 255 E. 2c; vgl. Peter Galli/AndrÃ© Moser/Elisabeth Lang, Praxis des Ã¶ffentlichen Beschaffungsrechts, ZÃ¼rich/Basel/Genf 2003, N. 193). </span></p> <p class="Urteilstext">Das Erfordernis einer klaren Bezugnahme auf die Ausschreibung bzw. die zugehÃ¶rigen Unterlagen gilt auch fÃ¼r den VergÃ¼tungsmodus (vgl. VGr, 8. Oktober 2003, VB.2003.00091, E. 2, www.vgrzh.ch; 9. Juli 2003, VB.2003.00024, E. 2c und 3c, www.vgrzh.ch; VGr LU, LGVE 2001 II Nr. 12). Die Preisbestimmung erfolgt bei verschiedenen VergÃ¼tungsarten nach anderen GrundsÃ¤tzen, und Angebote verschiedener Preisarten sind daher nicht oder hÃ¶chstens bedingt miteinander vergleichbar. Weicht etwa die im Leistungsverzeichnis zu den einzelnen Leistungen angenommene Menge von der fÃ¼r die geschuldete VergÃ¼tung massgeblichen tatsÃ¤chlichen Menge ab, so kann ein hÃ¶heres Einheitspreisangebot preislich gÃ¼nstiger sein als ein tieferes Pauschalangebot; umgekehrt kann ein hÃ¶herer Pauschalpreis gÃ¼nstiger sein als ein Angebot mit Einheitspreisen und zusÃ¤tzlich separat zu entschÃ¤digenden Regiearbeiten. Diese Unterschiede kÃ¶nnen unter UmstÃ¤nden auch dazu missbraucht werden, den Ã¶ffentlichen Auftraggeber absichtlich zu benachteiligen. </p> <p class="Urteilstext">Ob ein von den Ausschreibungsunterlagen abweichender VergÃ¼tungsmodus als Variante angeboten werden kann, insbesondere ein Pauschalpreis zusÃ¤tzlich zu einem Grundangebot nach Einheitspreisen, ist daher in Rechtsprechung und Lehre umstritten (bejahend: EidgenÃ¶ssische Rekurskommission fÃ¼r das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen, 7. November 1997, VPB 62/1998 Nr. 32 II E. 3a, S. 267 f. = Baurecht 4/1998, S. 126 Nr. 335 E. 5; Peter Rechsteiner, Kurzbeitrag in: Baurecht 2/2001, S. 60, unter Hinweis auf die deutsche Lehre; unentschieden: Peter Gauch, Urteilsanmerkung, Baurecht 4/1998, S. 126 Nrn. 334â336 E. 4; dagegen Peter Gauch/Hubert StÃ¶ckli, Thesen zum neuen Vergaberecht des Bundes<br/> â Vergabethesen 1999, Freiburg 1999, Ziff. 19.l). Das Verwaltungsgericht hat die Frage in zwei Entscheiden offen gelassen (VGr, 23. Januar 2003, VB.2002.00195, E. 4a, www.vgrzh.ch; 12. September 2001, VB.2001.00105, E. 4). In einem Fall, in welchem die BehÃ¶rde das als Variante eingereichte Pauschalangebot ausgeschlossen hatte, wurde deren Entscheid mit Blick auf die fehlende Vergleichbarkeit der Angebote geschÃ¼tzt (VGr, 8. Oktober 2003, VB.2003.00091, E. 2, www.vgrzh.ch). Anderseits wurde eine von der BehÃ¶rde <i>verlangte</i> Pauschalpreisofferte ohne weiteres zugelassen (VGr, 9. Juli 2003, VB.2003.00024, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Die angesprochenen Schwierigkeiten zeigen sich im vorliegenden Fall Ã¼beraus deutlich. Wie aus den nachtrÃ¤glichen Korrekturen ersichtlich ist, waren im Kapitel LÃ¤rmschutzwÃ¤nde des Leistungsverzeichnisses die ursprÃ¼nglichen Mengenangaben der Alumi­nium- und Acrylglaselemente im Mittel rund doppelt so hoch als erforderlich. Nach den Angaben des Beschwerdegegners in der Beschwerdeantwort reduzierten sich die FlÃ¤chen der Aluminiumelemente um 51 %, jene der Acrylglaselemente um 49 %. BetragsmÃ¤ssig belief sich die Summe des betroffenen Abschnitts des Leistungsverzeichnisses im ursprÃ¼nglichen Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerinnen auf Fr. 6'886'462.50, im revidierten Angebot noch auf Fr. 3'624'074.50. Die Reduktion betrug somit brutto Fr. 3'262'388.-. </span></p> <p class="Urteilstext">Bei der Mitbeteiligten betrug die Gesamtsumme des Kapitels LÃ¤rmschutzwÃ¤nde (nicht nur der Aluminium- und Acrylglaselemente) ursprÃ¼nglich Fr. 6'772'206.-, im revidierten Angebot noch Fr. 4'430'346.-. Zu berÃ¼cksichtigen ist Ã¼berdies der im Kapitel Baustelleneinrichtung enthaltene Teilbetrag, der nach den Angaben der Mitbeteiligten Materialkosten der LÃ¤rmschutzelemente enthÃ¤lt und den sie daher im revidierten Angebot um Fr. 1'836'922.- reduzierte. Insgesamt ermÃ¤ssigten sich damit die Bruttokosten der LÃ¤rmschutzwÃ¤nde aufgrund der reduzierten Mengen um Fr. 4'178'782.- (Fr. 2'341'860.- im Kapitel LÃ¤rmschutzwÃ¤nde plus Fr. 1'836'922.- im Kapitel Baustelleneinrichtung). </p> <p class="Urteilstext">Die fehlerhaften Mengenangaben betrafen einen grossen Teil der Aluminium- und Acrylglaselemente im Kapitel LÃ¤rmschutzwÃ¤nde, doch fielen die nachtrÃ¤glichen Reduktionen je nach Position sehr unterschiedlich aus. Manche Reduktionen betrugen 10 % bis 50 %, einige auch deutlich mehr. In einzelnen Positionen ergeben sich hohe DifferenzbetrÃ¤ge, wie die folgenden Beispiele aus dem bereinigten Leistungsverzeichnis der Mitbeteiligten zeigen: </p> <p class="EinzugZitat"> Menge alt Menge neu Differenzbetrag</p> <p class="EinzugZitat"> Pos. 333.003 4000 1300 Fr. 432'000.-</p> <p class="EinzugZitat"> Pos. 333.009 4100 1700 Fr. 388'800.-</p> <p class="EinzugZitat"> Pos. 345.005 1700 750 Fr. 347'700.-</p> <p class="Urteilstext">Dass in den Ausschreibungsunterlagen ein Leistungsverzeichnis mit derart fehlerhaften Mengenangaben verwendet wurde, ist schwer verstÃ¤ndlich. Die MissbrauchsmÃ¶glich­keiten, die sich aus den frappanten Differenzen ergaben, sind offensichtlich. So hÃ¤tte die Mitbeteiligte, wenn ihr der Auftrag auf der Grundlage ihres Globalangebots von Fr. 14'505'000.- erteilt worden wÃ¤re, nach den fÃ¼r Globalpreise geltenden Regeln, die grundsÃ¤tzlich keine Anpassung infolge von MengenÃ¤nderungen vorsehen (hinten, E. 3.7), einen um rund Fr. 2'560'000.- hÃ¶heren Betrag verlangen kÃ¶nnen, als ihrem eigenen revidierten Angebot nach Einheitspreisen entsprach. Weitere MissbrauchsmÃ¶glichkeiten bestanden ferner bei der Kalkulation der Einheitspreise (vgl. hinten, E. 4). </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>Diese Ergebnisse zeigen, dass ein Global- bzw. Pauschalpreisangebot sich unter derartigen Voraussetzungen nicht sachgerecht mit einem Einheitspreisangebot vergleichen lÃ¤sst und daher im Vergabeverfahren nicht berÃ¼cksichtigt werden kann. Daran Ã¤ndert auch der Umstand nichts, dass das Leistungsverzeichnis inzwischen korrigiert wurde, denn kleinere Abweichungen von den vorgesehenen Mengen sind bei Projekten dieser Art schwer vermeidbar. Im Ãbrigen war auch die nachtrÃ¤gliche Anpassung des Globalpreis­angebots un­zulÃ¤ssig (hinten, E. 3.7).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ob</span><span> ein Gesamtpreisangebot als Variante zu einem Angebot nach Einheitspreisen unter bestimmten Voraussetzungen dennoch zulÃ¤ssig sein kann, braucht hier nicht generell entschieden zu werden. </span>Auf jeden Fall kann die vergebende BehÃ¶rde von vornherein ausdrÃ¼cklich bekannt machen, dass ein Pauschal- bzw. Globalpreisangebot anstelle oder neben dem Angebot gemÃ¤ss Leistungsverzeichnis eingereicht werden darf. Bei diesem Vorgehen hat sie auch die MÃ¶glichkeit, die notwendigen Rahmenbedingungen (z.B. mit Bezug auf die Verrechnung von Regiearbeiten) festzulegen, um die Vergleichbarkeit der Angebote zu gewÃ¤hrleisten.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.6 </span></b><span>Mit der Duplik hat der Beschwerdegegner Ã¼berdies vorgebracht, dass aus den PlÃ¤nen, die den Anbieterinnen bei der Ausarbeitung ihres Angebots zur VerfÃ¼gung standen, keine Mengenangaben zuverlÃ¤ssig hÃ¤tten eruiert werden kÃ¶nnen. Die PlÃ¤ne hÃ¤tten nur informativen Charakter Ã¼ber die ausgeschriebenen Arbeiten gemÃ¤ss dem massgebenden Leistungsverzeichnis besessen (Duplik, Ziff. 18). Falls dem so war, kam ein Gesamtpreisangebot schon aus diesem Grund nicht in Frage, denn es ist nicht ersichtlich, auf welche Grundlage das Angebot sich dann hÃ¤tte beziehen kÃ¶nnen und nach welchen GrundsÃ¤tzen die Abrechnung der geschuldeten VergÃ¼tung erfolgt wÃ¤re. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.7 </span></b><span>Selbst wenn ein Gesamtpreisangebot vorliegend in Frage gekommen wÃ¤re, hÃ¤tte der Beschwerdegegner die nachtrÃ¤gliche Ãnderung des angebotenen Globalpreises durch die Mitbeteiligte nicht zulassen dÃ¼rfen. Bei einem Gesamtpreisvertrag (Pauschalpreis oder Globalpreis) wird die geschuldete VergÃ¼tung unabhÃ¤ngig von einer nachtrÃ¤glichen Abrechnung Ã¼ber die Menge festgelegt (Art. 40 und 41 der SIA-Norm 118); mit Bezug auf Mengenangaben erhalten daher die PlÃ¤ne den Vorrang vor dem Leistungsverzeichnis, und der Unternehmer trÃ¤gt das Mengenrisiko (vgl. Peter Gauch, Kommentar zur SIA-Norm 118, Art. 38â156, ZÃ¼rich 1992, Art. 40 N. 10; Schumacher, N. 121). Eine nachtrÃ¤gliche Ãnderung der Mengenangaben des Leistungsverzeichnisses bedeutet folglich auch keine Ãnderung des Leistungsinhalts, die wie eine BestellungsÃ¤nderung zu behandeln wÃ¤re; die vom Unternehmer zu erbringende Leistung (das zu erstellende Bauwerk) ergibt sich vielmehr aus den ProjektplÃ¤nen und bleibt unverÃ¤ndert. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ob diese Regeln in einem Fall wie dem vorliegenden, in welchem der Bauherr ein in hohem Mass fehlerhaftes Leistungsverzeichnis abgibt und dieses im Nachhinein korrigieren muss, unbeschrÃ¤nkt Geltung behalten, kann dahingestellt bleiben. Hier war zusÃ¤tzlich zu berÃ¼cksichtigen, dass die Mitbeteiligte die Mangelhaftigkeit des Leistungsverzeichnisses offensichtlich bereits zum Zeitpunkt ihres ersten Angebots erkannt hatte (hinten, E. 4), was gegen das Zulassen einer Anpassung spricht. Ãberdies vermÃ¶gen die von ihr vorgebrachten GrÃ¼nde der Korrekturen und die vom Beschwerdegegner an­gestellte Ã¼berschlagsmÃ¤ssige ÃberprÃ¼fung (Beschwerdeantwort) nicht zu gewÃ¤hrleisten, dass bei der Anpassung des Globalangebots keine Ã¼ber die Mengenkorrektur hinausgehende Preisreduktion vorgenommen wurde. Die nachtrÃ¤gliche Ãnderung war daher schon aus diesen GrÃ¼nden unzulÃ¤ssig. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Einwand des Beschwerdegegners, dass die abgegebenen PlÃ¤ne nicht zuverlÃ¤ssig gewesen seien, kann nicht zugunsten der AbÃ¤nderbarkeit eines Globalangebots herangezogen werden, weil unter diesen UmstÃ¤nden von vornherein kein solches mÃ¶glich war (vorn, E. 3.6). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.8 </span></b><span>Nachdem die Globalpreisangebote der Mitbeteiligten nicht zugelassen werden kÃ¶nnen, erweist sich aufgrund der vom Beschwerdegegner vorgenommenen Auswertung der Zuschlagskriterien die Offerte der BeschwerdefÃ¼hrerinnen als wirtschaftlich gÃ¼nstigstes aller verbleibenden Angebote (Offertvergleich). Der angefochtene Entscheid ist daher aufzuheben und die Sache an den Regierungsrat zurÃ¼ckzuweisen, um den Zuschlag an die BeschwerdefÃ¼hrerinnen zu erteilen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die weiteren von den BeschwerdefÃ¼hrerinnen erhobenen RÃ¼gen brauchen unter diesen UmstÃ¤nden nicht geprÃ¼ft zu werden. Immerhin ist anzumerken, dass der von ihnen angebotene Skonto im Zusammenhang mit einem speziellen Zahlungsplan, der von den Zahlungs­modalitÃ¤ten der Ausschreibungsunterlagen abweicht, beim Vergleich der Angebote zu Recht nicht berÃ¼cksichtigt wurde (vgl. VGr, </span>24. September 2003, VB.2003.00207, E. 1, www.vgrzh.ch)<span>. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Festzuhalten ist schliesslich, dass im vorliegenden Fall auch das regulÃ¤re, auf Einheitspreisen gemÃ¤ss Leistungsverzeichnis basierende Angebot der Mitbeteiligten nicht zuzulassen wÃ¤re. Wie die Mitbeteiligte selber darlegt, hat sie die Einheitspreise der Aluminium- und Acrylglaselemente im Kapitel LÃ¤rmschutzwÃ¤nde tief gehalten, indem sie einen grossen Teil der auf diese Positionen entfallenden Materialkosten ins Kapitel Baustelleneinrichtung Ã¼bertrug. Die auf diese Weise aus dem Kapitel LÃ¤rmschutzwÃ¤nde "entfernten" Materialkosten belaufen sich nach den Angaben der Mitbeteiligten fÃ¼r die nachtrÃ¤glich weggefallenen Mengen auf Fr. 1'836'922.-, denn um diesen Betrag wollte sie die Position Baustelleneinrichtung mit der erwÃ¤hnten BegrÃ¼ndung reduzieren (vorn, E. 3.2). Eine analoge Verlagerung von Materialkosten muss Ã¼berdies gemÃ¤ss ihren Angaben auch bei den noch verbleibenden Mengen vorliegen, so dass sich der Gesamtbetrag der Verlagerung auf rund das Doppelte belaufen dÃ¼rfte. TatsÃ¤chlich sind die von der Mitbeteiligten offerierten Einheitspreise bei den Aluminium- und Acrylglaselementen fast durchwegs deutlich tiefer â teils um mehr als die HÃ¤lfte â als jene der BeschwerdefÃ¼hrerinnen, obschon diese das insgesamt gÃ¼nstigere Angebot eingereicht hatten. DafÃ¼r wies die Position Baustelleneinrichtung bei der Mitbeteiligten ursprÃ¼nglich einen Betrag von Fr. 4'152'545.- auf, wÃ¤hrend dieselbe Position bei den BeschwerdefÃ¼hrerinnen nur Fr. 674'475.- betrÃ¤gt. Nach den Angaben der Mitbeteiligten erreichte die Verlagerung von Materialkosten ins Kapitel Baustelleneinrichtung bei den AcrylglÃ¤sern 90 % und bei den Aluminiumelementen 60 %. </p> <p class="Urteilstext"><span>Dieses Vorgehen </span>hÃ¤tte <span>bei einem Zuschlag auf das ursprÃ¼ngliche, </span>auf Einheitspreisen gemÃ¤ss Leistungsverzeichnis basierende Angebot der Mitbeteiligten <span>dazu gefÃ¼hrt, dass die Mengenreduktion </span>bei den Aluminium- und Acrylglaselementen <span>sich </span>entsprechend geringer auf die Schlussabrechnung ausgewirkt hÃ¤tte. Denn indem die Einheitspreise kÃ¼nstlich tief gehalten wurden, wurden die betreffenden Positionen von den MengenÃ¤nderungen weniger betroffen. Anderseits wÃ¤re der in das Kapitel Baustelleneinrichtung verschobene Teil der Materialkosten trotz der Mengenreduktion voll zu zahlen gewesen, da es sich bei der betreffenden Position um einen Festpreis handelt, der von der MengenÃ¤nderung nicht berÃ¼hrt wird. Der derart verschobene Materialwert der nachtrÃ¤glich weggefallenen Mengen, der nach den eigenen Angaben der Mitbeteiligten Fr. 1'836'922.- betrug, hÃ¤tte somit in Rechnung gestellt werden kÃ¶nnen, ohne dass bei ihr entsprechende Kosten angefallen wÃ¤ren. </p> <p class="Urteilstext">Ein derart gestaltetes Angebot widerspricht dem Prinzip einer Preisvereinbarung nach Einheitspreisen, bei welcher davon ausgegangen wird, dass sich MengenÃ¤nderungen in entsprechenden PreisÃ¤nderungen niederschlagen. Zwar ist die Kalkulation der Angebotspreise Sache des anbietenden Unternehmers, und die Art und Weise, wie er seinen Aufwand in Einheitspreise umrechnet, steht ihm grundsÃ¤tzlich frei. Vorliegend diente die Verschiebung von Kostenteilen aus den Einheitspreisen in eine Festpreisposition aber offensichtlich einzig dem Zweck, die Fehler des Leistungsverzeichnisses zu Lasten des Auftraggebers auszunÃ¼tzen. Ein anderer Sinn des gewÃ¤hlten Vorgehens ist nicht erkennbar; die von der Mitbeteiligten vorgebrachte BegrÃ¼ndung, die effektiven Einheits­preise seien "in Anbetracht des sehr hohen Materialbedarfes â¦ aus GrÃ¼nden der Materialbeschaffung und den damit zusammenhÃ¤ngenden Gestehungskonditionen" aufge­teilt worden, ist nicht nachvollziehbar, und im Kapitel Baustelleneinrichtung sind derartige Kostenteile von vornherein sachfremd (zur Umschreibung der Baustelleneinrichtung vgl. Art. 123 der SIA-Norm 118; Peter Gauch/Duri Prader in: Peter Gauch [Hrsg.], Kommentar zur SIA-Norm 118, ZÃ¼rich 1992, Art. 123). </p> <p class="Urteilstext">Unter diesen UmstÃ¤nden durfte schon das ursprÃ¼ngliche Angebot, dessen Preisbildung den Beschwerdegegner bei einer Mengenreduktion benachteiligte, nicht zugelassen werden. Ebenso wenig war die nachtrÃ¤gliche Ãnderung zulÃ¤ssig, soweit sie Ã¼ber die Mengen­reduktion bei den Aluminium- und Acrylglaselementen hinausging und auch die Position Baustelleneinrichtung umfasste. Denn insoweit lief sie auf ein unerlaubtes Abgebot hinaus. </p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">DemgemÃ¤ss ist die Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene Entscheid des Regierungsrats aufzuheben. Die Sache ist an den Regierungsrat zwecks Vergabe an die BeschwerdefÃ¼hrerinnen zurÃ¼ckzuweisen. </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss wird der Beschwerdegegner kostenpflichtig (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Er hat die BeschwerdefÃ¼hrerinnen ausserdem fÃ¼r ihre Umtriebe im Beschwerdeverfahren angemessen zu entschÃ¤digen (§ 17 Abs. 2 lit. a und b VRG).</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet <span>die 1. Kammer</span>:</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid des Regierungsrats vom 9. Juli 2003 aufgehoben. Die Sache wird an den Regierungsrat zur Vergabe an die BeschwerdefÃ¼hrerinnen zurÃ¼ckgewiesen. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 15'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 210.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 15'210.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrerinnen eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 5'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu entrichten, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext">5. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>