<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00277</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224415&amp;W10_KEY=13045533&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00277</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 17.10.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Familiennachzug [Nachträglicher Familiennachzug der Ehefrau und zweier Kinder eines niedergelassenen Drittstaatsangehörigen] Die ordentliche Nachzugsfrist ist abgelaufen (E. 2). Im Umstand, dass die Ehefrau mit der Kinderbetreuung überfordert ist, ist kein wichtiger Grund für einen nachträglichen Familiennachzug zu erkennen, ebenso wenig im Wunsch, die Familie zu vereinigen. Auch das lange Getrenntleben spricht gegen den Nachzug (E. 3.2). Am Ergebnis ändert nichts, dass der Beschwerdeführer ein früheres Gesuch wegen der Androhung des Widerrufs seiner Niederlassungsbewilligung zurückzog, zumal auch dieses Gesuch verspätet war, ihm zum damaligen Zeitpunkt die finanziellen Mittel für den Nachzug fehlten und das Zuwarten mit der Gesuchsstellung, um die Niederlassungsbewilligung nicht zu gefährden, keinen wichtigen Grund für den verspäteten Nachzug darstellt. Der Beschwerdeführer war bereits beim ersten Gesuch anwaltlich vertreten und es bestehen keine Anzeichen dafür, dass der Rückzug desselbigen nicht seinem Willen entsprach. Revisionsgründe gegen den aus dem Rückzug folgenden Abschreibungsbeschluss werden nicht substanziiert vorgebracht und sind auch nicht ersichtlich (E. 3.3). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHTRÃGLICHER FAMILIENNACHZUG">NACHTRÃGLICHER FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WICHTIGER FAMILIÃRER GRUND">WICHTIGER FAMILIÃRER GRUND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 43 Abs. 1 AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 47 Abs. 1 AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 47 Abs. 4 AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=68223" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00277</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">17. Oktober 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Michael Spring. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA E, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Familiennachzug,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A ist ein 1979 geborener StaatsangehÃ¶riger der TÃ¼rkei. Er heiratete am 17. April 2001 in ZÃ¼rich eine Schweizerin, woraufhin ihm das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich eine wiederholt verlÃ¤ngerte Aufenthaltsbewilligung und am 3. MÃ¤rz 2006 die Niederlassungsbewilligung erteilte. Die Ehe wurde am 9. November 2006 geschieden. </p> <p class="Sachverhalt2">Bereits am 4. April 2006 hatte er seine Landsfrau B, geboren 1983, geheiratet. 2006 wurden C und 2011 D als gemeinsame Kinder geboren. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 10. Juni 2016 ersuchte er um Nachzug seiner Ehefrau und der beiden Kinder. In der Folge widerrief das Migrationsamt am 18. Dezember 2017 zufolge TÃ¤uschung Ã¼ber seine Ehe mit der Schweizerin seine Niederlassungsbewilligung und wies das Familiennachzugsgesuch ab. Die Sicherheitsdirektion hiess den dagegen erhobenen Rekurs am 18. September 2018 aufgrund des Ã¼ber 15-jÃ¤hrigen Aufenthalts von A in der Schweiz teilweise gut, hob den Widerruf der Niederlassungsbewilligung auf und wies die Sache zur erneuten Entscheidung Ã¼ber das Nachzugsgesuch an das Migrationsamt zurÃ¼ck. Am 16. August 2019 teilte das Migrationsamt A mit, dass es beabsichtige, seine Niederlassungsbewilligung zu widerrufen, da infolge RechtsÃ¤nderung nunmehr der Widerruf der Niederlassungsbewilligung auch nach Ã¼ber 15-jÃ¤hrigem Aufenthalt mÃ¶glich sei. Daraufhin zog A das Nachzugsgesuch zurÃ¼ck und das Verfahren wurde am 18. November 2019 unter Verzicht auf den Widerruf der Niederlassungsbewilligung abgeschrieben. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 22. MÃ¤rz 2023 ersuchte A erneut um den Nachzug seiner Ehefrau und der beiden Kinder. Das Migrationsamt wies die Gesuche am 14. Dezember 2023 ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den Rekurs von A hiergegen wies die Sicherheitsdirektion am 16. April 2024 ab, auferlegte ihm die Kosten und verweigerte ihm eine ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Urteilstext"><b>III.</b></p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 17. Mai 2024 beantragte A dem Verwaltungsgericht, unter EntschÃ¤digungsfolge seien seiner Ehefrau und den Kindern Aufenthaltsbewilligungen im Rahmen des Familiennachzugs zu erteilen. </p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 23. Mai 2024 auf eine Vernehmlassung, das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts auf dem Gebiet des AuslÃ¤nderrechts zustÃ¤ndig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Streitgegenstand ist die Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen zum Verbleib beim Ehegatten bzw. Vater, der Ã¼ber die Niederlassungsbewilligung verfÃ¼gt. AuslÃ¤ndische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Niedergelassenen haben Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist, sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind, sich in der am Wohnort gesprochenen Landessprache verstÃ¤ndigen kÃ¶nnen und die nachziehende Person keine ErgÃ¤nzungsleistungen bezieht oder wegen des Familiennachzugs beziehen kÃ¶nnte (Art. 43 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 [AIG], SR 142.20) Abs. 1 lit. a - e AIG). Auch der am 1. Mai 2006 geborene Sohn hat Anspruch auf Familiennachzug, obschon er inzwischen volljÃ¤hrig ist, da er zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung noch minderjÃ¤hrig war.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der Anspruch auf Familiennachzug muss gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AIG innerhalb von fÃ¼nf Jahren geltend gemacht werden. Kinder Ã¼ber zwÃ¶lf Jahren mÃ¼ssen innerhalb von zwÃ¶lf Monaten nachgezogen werden. Diese Frist beginnt nach Art. 47 Abs. 3 lit. b AIG bei FamilienangehÃ¶rigen von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern mit der Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des FamilienverhÃ¤ltnisses zu laufen. Aufgrund der Ãbergangsregelung von Art. 126 Abs. 3 AIG beginnen die Nachzugsfristen jedoch ab dem 1. Januar 2008 zu laufen, wenn die Einreise vor Inkrafttreten des AIG erfolgt oder das FamilienverhÃ¤ltnis vor diesem Zeitpunkt entstanden ist. Ein Familiennachzug ausserhalb der Fristen wird gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 4 AIG nur bewilligt, wenn wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug bestehen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die Nachzugsfristen fÃ¼r die Ehefrau und die Kinder sind damit lÃ¤ngst abgelaufen. Das Gesuch vom 22. MÃ¤rz 2023 erweist sich fÃ¼r alle Familienmitglieder als verspÃ¤tet. Ebenso war bereits jenes vom 10. Juni 2016 nicht innerhalb der Nachzugsfrist gestellt worden. Damit sind fÃ¼r die Bewilligung des verspÃ¤teten Nachzugs wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde notwendig.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Die wichtigen familiÃ¤ren GrÃ¼nde fÃ¼r den nachtrÃ¤glichen Familiennachzug sind in KonformitÃ¤t mit dem Recht auf Familienleben gemÃ¤ss Art. 8 der <span>EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (</span>SR 0.101) bzw. Art. 13 der Bundesverfassung (SR 101) auszulegen (BGE 146 I 185 E. 7.1.1 mit Hinweisen; BGr, 8. Juni 2022, 2C_571/2021, E. 7.2, und 23. Mai 2022, 2C_692/2021, E. 5.1). Der historische Gesetzgeber beabsichtigte beim Erlass von Art. 47 Abs. 4 AIG, die Integration durch einen mÃ¶glichst frÃ¼hen Nachzug der Familienmitglieder zu fÃ¶rdern, indessen nicht, die NachzugsgrÃ¼nde auf nicht vorhersehbare Ereignisse zu beschrÃ¤nken (BGr, 15. September 2022, 2C_375/2022, E. 5.1.1, auch zum Folgenden). PraxisgemÃ¤ss geht das Bundesgericht davon aus, dass eine Familie, die freiwillig jahrelang getrennt gelebt hat, dadurch ihr beschrÃ¤nktes Interesse an einem ortsgebundenen (gemeinsamen) Familienleben zum Ausdruck bringt. In einer solchen Konstellation, in der die familiÃ¤ren Beziehungen wÃ¤hrend Jahren Ã¼ber die Grenzen hinweg besuchsweise und Ã¼ber die modernen Kommunikationsmittel gelebt wurden und dies auch so weitergefÃ¼hrt werden kann, Ã¼berwiegt deshalb regelmÃ¤ssig das der ratio legis von Art. 47 Abs. 4 AIG zugrunde liegende legitime Interesse an der EinwanderungsbeschrÃ¤nkung, solange nicht objektive, nachvollziehbare GrÃ¼nde, welche von den Betroffenen zu bezeichnen und zu rechtfertigen sind, etwas anderes nahelegen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde liegen gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 4 AIG in Verbindung mit Art. 75 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit [VZAE, SR 142.201]) vor, wenn das Kindswohl nur durch einen Nachzug in die Schweiz gewahrt werden kann. Allerdings ist praxisgemÃ¤ss nicht ausschliesslich auf das Kindswohl abzustellen, sondern es bedarf einer Gesamtschau unter BerÃ¼cksichtigung aller wesentlichen Elemente (BGr, 8. MÃ¤rz 2023, 2C_380/2022, E. 4.2). Der alleinige Wunsch, die Familie zu vereinigen, stellt keinen wichtigen familiÃ¤ren Grund dar (BGE 146 I 185 E. 7.1.1). Ein wichtiger Grund liegt beispielsweise vor, wenn die weiterhin notwendige Betreuung der Kinder im Herkunftsland wegen des Todes oder der Krankheit der betreuenden Person nicht mehr gewÃ¤hrleistet ist und keine sinnvolle Alternative in der Heimat gefunden werden kann. FÃ¼r den Nachweis der fehlenden BetreuungsmÃ¶glichkeit im Heimatland bestehen gemÃ¤ss Rechtsprechung umso hÃ¶here Anforderungen, je Ã¤lter das nachzuziehende Kind ist und je grÃ¶sser die Integrationsschwierigkeiten erscheinen, die ihm in der Schweiz drohen (BGE 137 I 284, E. 2.2; BGr, 7. Februar 2023, 2C_882/2022, E. 4.2). Keinen wichtigen Grund stellt der Umstand dar, dass es dem Kindsvater nicht rechtzeitig gelungen ist, genÃ¼gende finanzielle Ressourcen fÃ¼r den Nachzug zu schaffen (BGr, 8. MÃ¤rz 2023, 2C_380/2022, E. 4.2 mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt vor, dass von einem freiwilligen Getrenntleben nicht die Rede sein kÃ¶nne. Er habe sein vormaliges Gesuch zurÃ¼ckgezogen, weil er um seine Niederlassungsbewilligung gefÃ¼rchtet habe. Er sei mit "zweifelhaften Methoden" zum RÃ¼ckzug seines Gesuchs genÃ¶tigt worden. Es sei fraglich, ob die Androhung des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung Ã¼berhaupt rechtens gewesen sei. Auch seien damals die finanziellen Mittel fÃ¼r den Nachzug nicht vorhanden gewesen. Nun hÃ¤tten sich die VerhÃ¤ltnisse geÃ¤ndert, indem er seit dem 22. Juli 2022 Ã¼ber eine Vollzeitstelle als Chauffeur verfÃ¼ge und seiner Ehefrau eine Reinigungsstelle zugesichert worden sei. Seine Ehefrau sei sodann mit der Erziehung der Kinder Ã¼berfordert, diese wÃ¼rden ihren Vater brauchen. Das Kindswohl gebiete einen Nachzug.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Diese vorgebrachten GrÃ¼nde vermÃ¶gen den verspÃ¤teten Nachzug nicht zu rechtfertigen. Der BeschwerdefÃ¼hrer lebt seit je getrennt von seiner Familie in der Schweiz. Die Ehe wurde vor 18 Jahren geschlossen. Der BeschwerdefÃ¼hrer behauptet nicht, die Beziehung zur Familie nicht auch weiterhin in der bisher gewÃ¤hlten Form Ã¼ber die rÃ¤umliche Distanz hinweg leben zu kÃ¶nnen. Es ist deshalb grundsÃ¤tzlich davon auszugehen, dass seine Ehefrau wie bisher mit den Kindern in der TÃ¼rkei bleiben und das Familienleben im selben Umfang weitergefÃ¼hrt werden kann. Die Kinder sind inzwischen 13 und 18 Jahre alt und damit nicht mehr in einem anpassungsfÃ¤higen Alter. Sie leben seit der Geburt mit ihrer Mutter zusammen, sie ist ihre Hauptbetreuungsperson. Es wird weder hinreichend behauptet noch belegt, dass sie sich nicht weiterhin angemessen um ihre Kinder kÃ¼mmert. Im Ãbrigen wÃ¼rde der blosse Umstand, dass die Ehefrau mit der Betreuung der Kinder Ã¼berfordert ist, ohnehin noch keinen wichtigen familiÃ¤ren Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AIG darstellen. Eine allgemeine Ãberforderungssituation fÃ¼hrt noch nicht dazu, dass die Betreuung nicht mehr gewÃ¤hrleistet ist. Die Betreuungssituation der Kinder hat sich damit nicht verÃ¤ndert. Allein das BedÃ¼rfnis nach dem Zusammenleben in der Schweiz mit dem Ehemann bzw. Vater stellt â wie dargelegt â keinen wichtigen Grund fÃ¼r einen verspÃ¤teten Nachzug dar. Nachdem die Kinder und die Mutter ihr ganzes Leben in der TÃ¼rkei verbracht haben, besteht eine tiefe Verwurzelung dort. Die Ãbersiedlung in die Schweiz und die Integration hier wÃ¤ren entsprechend mit grossen Schwierigkeiten verbunden. Diese UmstÃ¤nde sprechen gegen den Nachzug. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Daran Ã¤ndert auch nichts, dass der BeschwerdefÃ¼hrer sein erstes Gesuch aus dem Jahre 2016 (auch) wegen der Androhung des Widerrufs seiner Niederlassungsbewilligung wieder zurÃ¼ckzog. Zum einen war bereits jenes Gesuch ausserhalb der Nachzugsfrist gestellt worden und wichtige GrÃ¼nde im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG fÃ¼r die VerspÃ¤tung wurden nicht vorgebracht. Zum andern fehlten ihm beim ersten Gesuch unbestritten die finanziellen Mittel fÃ¼r den Nachzug. Damit wÃ¤re jenes Gesuch ohnehin abzuweisen gewesen. Dass es ihm nicht rechtzeitig gelang, den Nachzug zu finanzieren, schafft keine wichtigen GrÃ¼nde, um den noch spÃ¤teren Nachzug heute zu rechtfertigten. Weiter stellt es selbstredend keinen wichtigen Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AIG fÃ¼r einen verspÃ¤teten Nachzug dar, wenn mit einem Gesuch zugewartet wird, um die Niederlassungsbewilligung nicht zu gefÃ¤hrden. Schliesslich war der BeschwerdefÃ¼hrer beim ersten Gesuch anwaltlich vertreten und es bestehen keine Anzeichen, dass der RÃ¼ckzug des damaligen Gesuchs nicht dem Willen des BeschwerdefÃ¼hrers entsprach (vgl. Alain Griffel, in: ders. (Hrsg.), Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 3. A., ZÃ¼rich 2014, § 28 N. 22). Der Abschreibungsbeschluss vom 18. November 2019 ist in formelle Rechtskraft erwachsen, RevisionsgrÃ¼nde werden nicht substanziiert vorgebracht und sind auch nicht ersichtlich. Sodann war jenes Familiennachzugsgesuch â wie dargelegt â auch bereits verspÃ¤tet, ohne dass der BeschwerdefÃ¼hrer hierfÃ¼r legitime wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nden geltend machte, und fehlten dem BeschwerdefÃ¼hrer die finanziellen Ressourcen fÃ¼r den Nachzug. Es ist damit nicht schlÃ¼ssig, welchen Vorteil der BeschwerdefÃ¼hrer aus seiner Argumentation ableiten will. Das Gesuch vom 10. Juni 2016 war nicht erfolgsversprechend und mit dem RÃ¼ckzug ist ihm kein Nachteil erwachsen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligungen erweist sich damit als rechtmÃ¤ssig. Die Beschwerde ist abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 VRG). </p> <p class="Erwgung2">DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration.</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>