<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00206</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106961&amp;W10_KEY=4467145&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00206</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 04.12.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung/Kanalisationsanschluss</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verweigerung der Bewilligung für eine Kleinkläranlage in der Landwirtschaftszone; Verpflichtung zum Anschluss an die öffentliche Kanalisation.<br/>Gesetzliche Grundlagen; Anschlusspflicht im Fall der Zweckmässigkeit und Zumutbarkeit (E. 2).<br/>Zweckmässigkeit ohne Vergleich mit alternativen Lösungen bejaht (E. 3).<br/>Zumutbarkeit der Anschlusskosten: Berechnung (E. 4a). Bedeutung der amtlichen Richtlinien, die ab einer bestimmten Kostenhöhe eine Abwägung vorsehen (E. 4c). Ermessensunterschreitung durch die Vorinstanz, weil sie trotz Überschreiten dieses Richtwerts das von den Beschwerdeführenden vorgelegte, angeblich weit kostengünstigere Alternativprojekt nicht in die Abwägung einbezogen hat (E. 4d).<br/>Dahinfallen der Anschlusspflicht bei Rückzug des Umbaugesuchs der Beschwerdeführenden? (E.5)<br/>Rückweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABWASSERREINIGUNG">ABWASSERREINIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANSCHLUSSKOSTEN">ANSCHLUSSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANSCHLUSSPFLICHT">ANSCHLUSSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSEN">ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: GEWÃSSERSCHUTZ">GEWÃSSERSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERESSENABWÃGUNG">INTERESSENABWÃGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KANALISATIONSANSCHLUSS">KANALISATIONSANSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KANALISATIONSANSCHLUSSPFLICHT">KANALISATIONSANSCHLUSSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KLÃRANLAGE">KLÃRANLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LANDWIRTSCHAFTSZONE">LANDWIRTSCHAFTSZONE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RICHTLINIEN">RICHTLINIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWALTUNGSVERORDNUNG">VERWALTUNGSVERORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUMUTBARKEIT">ZUMUTBARKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWECKMÃSSIGKEIT">ZWECKMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 18 aGSchG</span><br/><span class="gerade">§ 18 aGSchV</span><br/><span class="ungerade">Art. 20 EG GSchG</span><br/><span class="gerade">Art. 11 lit. II c GSchG</span><br/><span class="ungerade">Art. 12 lit. IV GSchG</span><br/><span class="gerade">Art. 12 lit. I GSchV</span><br/><span class="ungerade">§ 50 lit. II c VRG</span><br/><span class="gerade">§ 63 lit. I VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 64 lit. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2002 Nr. 87 S. 197</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A und B sind unter anderm EigentÃ¼mer des GrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 01, C gehÃ¶rt un­ter anderm das GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 in der Gegend Q (Gemeinde X). Diese Grund­stÃ¼­cke â auf denen sich auch die WohnhÃ¤user der Genannten befinden â sind der Landwirtschafts­zone zugeteilt. Mit Baugesuch vom 23. Juli 2000 ersuchte B um die Ge­nehmigung der Umnutzung einer 2½-Zimmer-Wohnung im genannten GebÃ¤ude zur Einrichtung eines BÃ¼ros sowie der Erstellung zusÃ¤tzlicher ParkplÃ¤tze. Da das GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 nicht an eine Ã¶ffentliche Kanalisation angeschlossen ist und auch keine Bewilligung fÃ¼r eine an­dere Art der Abwasserbeseitigung vorliegt, wurde vom Bauherrn ein Kanalisationsprojekt verlangt; mit Eingabe vom 4. Oktober 2000 ersuchten hierauf A und B sowie C um die Genehmigung des Neubaus einer dezentralen Abwasserreinigungsanlage fÃ¼r ihre Grund­stÃ¼cke in der Gegend Q. Mit VerfÃ¼gung vom 28. September 2001 verweigerte das Amt fÃ¼r Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) die entsprechende Bewilligung und lud den Ge­meinderat X ein, den Anschluss der Liegenschaften Kat.-Nrn. 01 und 02 an die Ã¶ffent­liche Kanalisation zu verlangen. Die Werkkommission der Gemeinde X verfÃ¼gte dies am 31. Oktober 2001. Zwecks Verfahrenskoordination wurden die beiden VerfÃ¼gung mitein­ander erÃ¶ffnet und den Gesuchstellenden ein einheitliches Rechts­mittel in der Form des Rekurses an die Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich angegeben. Die Verweigerung der Bewilligung wurde im Wesentlichen damit begrÃ¼ndet, dass der Anschluss an die Ã¶ffentliche Kanalisation zweckmÃ¤ssig und zumutbar im Sinn von Art. 11 Abs. 2 lit. c des GewÃ¤sserschutzgesetzes vom 24. Januar 1991 (GSchG, SR 814.20) sei, weshalb die von den Gesuch­stellenden ge­wÃ¼nschte Form der Abwasserbeseitigung ausser Betracht falle.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diese VerfÃ¼gungen erhoben A und B mit Schreiben vom 25. November 2001 sowie C mit Schreiben vom 26. November 2001 Rekurs an die Baudirektion. Sie forderten eine "[g]anzheitliche Betrachtung", die da­von ausgehen mÃ¼sse, dass die von ihnen be­antragte Art der Abwasserbeseitigung sachgerechter sei als der Anschluss an die Ã¶ffentliche Kanalisation. Weiter bestritten sie die Zumut­barkeit der Kosten eines Anschlusses an die Kanalisation.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 15. Mai 2002 vereinigte die Baudirektion die Rekurse und wies sie ab. Die BegrÃ¼ndung lautete im Wesentlichen, dass Art. 11 GSchG keinen Raum fÃ¼r die beantragte LÃ¶sung lasse, weil insbesondere die Zumutbarkeit des Kanalisationsanschlusses zu bejahen sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. A und B (BeschwerdefÃ¼hrende 1.1 und 1.2) sowie C (BeschwerdefÃ¼hrer 2) erho­ben gegen diese VerfÃ¼gung am 10./13. Juni 2002 "Rekurs" (recte: Beschwerde) an das Ver­waltungsgericht, worin sie die Baubewilligung fÃ¼r die von ihnen vorgeschlagene dezen­trale Abwasserreinigungsanlage beantragten. Zur BegrÃ¼ndung machten sie im Wesentlichen gelten, die von ihnen beantragte KlÃ¤ranlage sei technisch und Ã¶kologisch einer Ã¶ffent­lichen Abwasserreinigungsanlage ebenbÃ¼rtig und deutlich kostengÃ¼nstiger. Weiter bestritten sie die Zumutbarkeit der Kosten eines Kanalisationsanschlusses.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Innert je erstreckter Frist reichten das AWEL am 19. September 2002 die Beschwer­­deantwort und die Werkkommission X namens des mitbeteiligten Ge­meinderats am 25. September 2002 ihre Mitantwort ein. Die Baudirektion liess sich am 23./24. September 2002 vernehmen. Alle beantragten Abweisung der Beschwerde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die von der Vorinstanz dem Verwaltungsgericht eingereichten Akten sind nicht voll­stÃ¤ndig; jedenfalls fehlt die Rekursantwort des AWEL, und die Vernehmlassung der Werk­kommission X zum Rekurs findet sich nur in den vom Mitbeteiligten selber eingelegten Akten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Das Verwaltungsgericht ist nach §§ 19b Abs. 1, 41 und 43 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zur Behandlung der Beschwerde zustÃ¤ndig; auf das von den VerfÃ¼gungsadressaten fristgerecht eingereichte Rechtsmittel ist einzutreten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Im Gegensatz zu Art. 10 des GewÃ¤sserschutzgesetzes vom 8. Oktober 1971 (aGSchG, AS 1972, 950) sieht das geltende Recht die ÃberprÃ¼fung der Angemessenheit nicht mehr vor (Art. 67 GSchG in Verbindung mit Art. 104 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 [SR 173.110] und § 50 Abs. 3 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Die Vorinstanzen stÃ¼tzen die Ablehnung des Gesuchs zum Bau einer dezentra­len Abwasserbeseitigungsanlage und die Verpflichtung zum Anschluss an die Ã¶ffentliche Ka­nalisation auf Art. 11 Abs. 2 lit. c GSchG. Nach Art. 11 Abs. 1 GSchG muss das verschmutzte Abwasser im Bereich Ã¶ffentlicher Kanalisationen in die Kanalisation eingeleitet werden. Laut Abs. 2 derselben Bestimmung umfasst der Bereich Ã¶ffentlicher Kanalisationen die Bauzonen (lit. a), weitere Gebieten, fÃ¼r die eine Kanalisation erstellt wurde (lit. b), und weitere Gebiete, in welchen der Anschluss an die Kanalisation zweckmÃ¤ssig und zumutbar ist (lit. c). Art. 12 Abs. 1 der GewÃ¤sserschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 (GSchV, SR 814.201) definiert die ZweckmÃ¤ssigkeit und Zumutbarkeit im Sinn von Art. 11 Abs. 2 lit. c GSchG; zweckmÃ¤ssig ist demnach der Anschluss an die Ã¶ffentliche Ka­­nalisation, "wenn er sich einwandfrei und mit normalem baulichem Aufwand herstellen lÃ¤sst" (lit. a), zumutbar, "wenn die Kosten des Anschlusses diejenigen fÃ¼r vergleichbare An­­schlÃ¼sse innerhalb der Bauzone nicht wesentlich Ã¼berschreiten" (lit. b). Eine Ausnahme von der Anschlusspflicht zugunsten einer landwirtschaftlichen Verwertung sieht Art. 12 Abs. 4 GSchG unter bestimmten Voraussetzungen fÃ¼r das hÃ¤usliche Abwasser von Landwirtschaftsbetrieben mit erheblichem Rindvieh- und Schweinebestand vor. Die Regelung entspricht weitgehend der Rechtslage, die nach der Praxis unter den frÃ¼heren Art. 18 aGSchG und Art. 18 der Allgemeinen GewÃ¤sserschutzverordnung vom 19. Juni 1972 (AS 1972, 967) galt (vgl. Peter HÃ¤nni, Planungs-, Bau und besonderes Umweltschutzrecht, 4. A., Bern 2002, S. 425 f.; Peter Karlen, Neues Umweltrecht und seine Auswirkungen auf das Bauen, BR 1998, S. 39 ff., 43; Nicolas Michel, Droit public de la construction, Fribourg 1996, N. 1111 ff.). Die frÃ¼here Praxis des Bundesgerichts ist deshalb weiterhin zu be­­achten (BGr, 7. Mai 2001, 1A.1/2001, E. 2a, www.bger.ch).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Es ist unbestritten, dass die fraglichen GrundstÃ¼cke nicht in einem Gebiet im Sinn von § 11 Abs. 2 lit. b in Verbindung mit § 10 Abs. 1 lit. b GSchG liegen, fÃ¼r das eine Kanalisation erstellt wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) ZweckmÃ¤ssigkeit und Zumutbarkeit im Sinn von § 11 Abs. 2 lit. c GSchG sind nach den MassstÃ¤ben des Gesetzes zu beurteilen. Dem gesetzgeberischen Willen entspricht die generelle Anschlusspflicht (vgl. Botschaft vom 29. April 1987 zur Volksinitiative "zur Rettung unserer GewÃ¤sser" und zur Revision des Bundesgesetzes Ã¼ber den Schutz der GewÃ¤sser [Botschaft], BBl 1987 II 1061 ff., 1115), die sich auch mit der Notwendigkeit zur Finanzierung der Entsorgungsanlagen und mit der Rechtsgleichheit begrÃ¼nden lÃ¤sst. Bei der Beurteilung der ZweckmÃ¤ssigkeit ist deshalb nach der Gerichtspraxis unerheblich, ob alternative LÃ¶sungen im Vergleich mit der Anschlusspflicht ebenbÃ¼rtig oder sogar Ã¼berlegen sind (BGr, 7. Mai 2001, 1A.1/2001, E. 3a, www.bger.ch; BGE 115 Ib 28 E. 2b/aa; VGr BE, 19. Dezember 1994, BVR 1996, S. 17 E. 5a). Nicht ausgeschlossen wird dagegen, bei der PrÃ¼fung der Zumutbarkeit der Kosten die MÃ¶glichkeit alternativer LÃ¶sungen zu berÃ¼cksichtigen (vgl. BGE 115 Ib 28 E. 2b/bb; BUWAL [Hrsg.], Hinweise fÃ¼r die Abwasserbeseitigung im lÃ¤ndlichen Raum, Bern 1989, S. 15 ff.; VGr BE, 19. Februar 2002, URP 2002, S. 225 E. 2d).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Die ZweckmÃ¤ssigkeit des Kanalisationsanschlusses wird nicht grundsÃ¤tzlich, son­­dern nur im Vergleich mit der beantragten dezentralen Abwasserbeseitigungsanlage be­stritten. Auf die Bedeutung dieser alternativen MÃ¶glichkeit ist zurÃ¼ckzukommen; an dieser Stelle ist nur die ZweckmÃ¤ssigkeit des Kanalisationsanschlusses als solche zu prÃ¼fen. Der Be­schwerdegegner geht davon aus, dass eine Anschlussleitung von rund 250-300 m LÃ¤nge not­wendig ist; die Vorinstanz rechnet mit rund 330 m. Es wird nicht bestritten, dass das Ab­wasser auf der ganzen Strecke mit natÃ¼rlichem GefÃ¤lle der Ã¶f­fent­lichen Kanalisation zu­gefÃ¼hrt werden kann. Der Bau der fraglichen Anschlussleitung wÃ¼r­de keinerlei technische Probleme aufwerfen. Die ZweckmÃ¤ssigkeit des Kanalisationsanschlusses kann folglich be­jaht werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Damit stellt sich die Frage nach den Kosten des Kanalisationsanschlusses und nach deren Zumutbarkeit.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) aa) Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden eingereichte KostenschÃ¤tzung vom 4. Ap­ril 2001 beziffert die Anschlusskosten fÃ¼r die Liegenschaften der BeschwerdefÃ¼hrenden 1 (bei Beteiligung des BeschwerdefÃ¼hrers 2) auf Fr. 73'000.-, jene fÃ¼r die Liegenschaft des Be­­schwerdefÃ¼hrers 2 auf Fr. 45'000.-. Die Behauptung der BeschwerdefÃ¼hrenden, dass die "erste... Ã¼berschlÃ¤gige... KostenschÃ¤tzung" von Fr. 125'500.- realistischer sei, entbehrt der Grundlage: Nach den eigenen Angaben der BeschwerdefÃ¼hrenden wur­de die erste SchÃ¤tzung "mÃ¼ndlich am Telefon auf Grund einer KostenschÃ¤tzung aus dem Jahre 1992 ... und weiterer Angaben abgegeben". Es kann ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass die detaillierte schriftliche KostenschÃ¤tzung ge­nauer ist. Die Behauptung der BeschwerdefÃ¼hrenden, die KostenschÃ¤tzung sei unrealistisch tief, weil sie die Arbeit mit einer GrabenfrÃ¤se vorsehe, ist unzutreffend, denn gerade die Ver­wendung einer GrabenfrÃ¤se wird in der Offer­te ausdrÃ¼cklich ausgeschlossen. Im Folgen­den ist vorerst von dieser Kos­tenschÃ¤tzung aus­zugehen (vgl. aber hinten e).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Die Vorinstanz hat die geschÃ¤tzten AnschlussgebÃ¼hren von Fr. 14'000.- vom SchÃ¤tzungsbetrag abgezogen, weil diese auch fÃ¼r HausanschlÃ¼sse innerhalb der Bauzonen erbracht werden mÃ¼ssten; der Beschwerdegegner, der in seiner VerfÃ¼gung vom 28. Sep­tem­ber 2001 diesen Abzug nicht vorgenommen hatte, hat sich dieser Sichtweise nun angeschlossen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden stellen dies unter Hinweis auf die Praxis im Kanton ZÃ¼rich nicht grundsÃ¤tzlich in Frage. Der Abzug der Anschlusskosten entspricht Ziff. 4 lit. a der Richtlinien betreffend die Anschlusspflicht von Liegenschaften an die private[n] und Ã¶f­fentliche[n] Kanalisationen des (damaligen) Amts fÃ¼r GewÃ¤sserschutz und Wasserbau (AGW, heute AWEL) vom MÃ¤rz 1987 (Richtlinien; vgl. auch Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 2. A., WÃ¤denswil 2000, S. 229). Demnach sind von den Kosten von Fr. 73'000.- fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden 1 Fr. 9'000.- und von den Kosten von Fr. 45'000.- fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer 2 Fr. 5'000.- abzuziehen, womit sich die massgeblichen Kosten fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden 1 auf Fr. 64'000.- und fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer 2 auf Fr. 40'000.- belaufen. Der Abzug lÃ¤sst sich grundsÃ¤tzlich mit Art. 12 Abs. 1 lit. b GSchV vereinbaren, weil nach dieser Bestimmung auf die Mehrkosten gegenÃ¼ber An­schlÃ¼ssen in der Bauzone abzustellen ist und die Anschlusskosten auch in der Bauzone an­fallen. Beim Vergleich mit den Zahlen, die in der bundesgerichtlichen Praxis genannt werden, ist allerdings zu beachten, dass das Bundesgericht von den Gesamtkosten (inklusive AnschlussgebÃ¼hren) ausgeht (vgl. BGE 115 Ib 28 E. 2b/bb+cc S. 33; vgl. auch BUWAL, S. 17). Die mÃ¶glichen Eigenleistungen kÃ¶nnen allenfalls bei der Bewertung der Zumutbarkeit der Anschlusskosten, nicht aber bei deren Ermittlung beachtlich sein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Unbestritten ist, dass die zumutbaren Kosten im VerhÃ¤ltnis zu den Einwohnergleichwerten (EGW) errechnet werden. In Abweichung vom Vorgehen der Vorinstanz und des Beschwerdegegners in der Vernehmlassung werden im Folgenden die Kosten fÃ¼r die Be­schwerdefÃ¼hrenden 1 und den BeschwerdefÃ¼hrer 2 je einzeln berechnet (so auch die Ver­fÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 28. September 2001). Die Anzahl der EGW (8 fÃ¼r die Liegenschaft der BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 6 fÃ¼r jene des BeschwerdefÃ¼hrers 2) ist mittlerweile unumstritten. Somit ergeben sich fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden 1 Kosten von Fr. 8'000.‑/EGW und fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer 2 solche von Fr. 6'666.65/EGW. Ohne Ab­zug der Anschlusskosten lÃ¤gen die BetrÃ¤ge bei Fr. 9'125.‑/EGW und Fr. 7'500.‑/EGW.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) aa) Beim Entscheid Ã¼ber die Zumutbarkeit von Anschlusskosten handelt es sich um einen </span>Ermessensent­scheid, den das Verwaltungsgericht in Anwendung von § 50 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 lit. c VRG nur beschrÃ¤nkt Ã¼ber­prÃ¼fen kann. Die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde ist in ihrer Entscheidung jedoch nicht vÃ¶llig frei. Eine korrekte und gesetzeskonforme Ermessenshandhabung erfordert die Beurteilung und WÃ¼rdigung aller fÃ¼r den Entscheid sachlich massgebenden Gesichtspunkte. Das Ermessen muss mit anderen Worten stets pflichtgemÃ¤ss ausgeÃ¼bt werden. Die BehÃ¶rde muss insbe­sondere das Rechtsgleichheits­gebot, das VerhÃ¤ltnismÃ¤ssig­keitsprinzip und die Pflicht zur Wahrung der Ã¶ffentlichen Interessen befolgen. Ausserdem sind Sinn und Zweck der ge­setzlichen Ordnung auch bei Ermessensentscheiden zu beachten (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungs­­­recht, 4. A., ZÃ¼rich/Basel/Genf 2002, Rz. 441).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) In der Gerichtspraxis anderer Kantone werden Kosten von bis zu Fr. 7'500.‑/EGW fÃ¼r zumutbar erklÃ¤rt. Das Verwaltungsgericht Bern sieht nach seiner stÃ¤ndigen Praxis in diesem Betrag eine Obergrenze des Zumutbaren, wobei es sich um einen Richtwert handelt, der beim Vorliegen besonderer UmstÃ¤nde Ã¼ber- oder unterschritten werden kann (VGr BE, 19. Februar 2002, URP 2002, S. 225 E. 2d; 3. Mai 1999, BVR 1999, S. 456 E. 3d; 19. Dezember 1994, BVR 1996, S. 17 E. 5b/bb; vgl. auch Urs Eymann in: Peter MÃ¼nch/Peter Karlen/Thomas Geiser [Hrsg.], Beraten und Prozessieren in Bausachen, Basel/Genf/MÃ¼nchen 1998, Rz. 6.26). Das Bundesgericht hat Kosten von Fr. 6'000.- bis 6'700.‑/EGW fÃ¼r zumutbar erklÃ¤rt, ohne eine Obergrenze festzulegen (BGr, 7.</span> Mai 2001, 1A.1/2001, E. 2c, mit einem Ãberblick Ã¼ber die kantonale Praxis).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Die hier geschÃ¤tzten Kosten Ã¼bersteigen teilweise die in der kantonalen Gerichts­­praxis genannten HÃ¶chstwerte zumutbarer Anschlusskosten; das Bundesgericht hatte, soweit ersichtlich, noch nie Ã¼ber Anschlusskosten in der hier vorliegenden HÃ¶he zu entschei­­den. Damit ist die Unzumutbarkeit der fraglichen Anschlusskosten nicht erstellt, doch kÃ¶nnen diese auch nicht mehr als unbedenklich bezeichnet werden. Unter diesen UmstÃ¤nden ist genauer zu prÃ¼fen, wie der Beschwerdegegner und die Vorinstanz ihre Entscheidungs­­spielrÃ¤ume ausgenÃ¼tzt haben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ausgangspunkt der folgenden Ãberlegungen ist die Frage, welche Elemente bei der PrÃ¼fung der Zumutbarkeit der geschÃ¤tzten Kosten zu berÃ¼cksichtigen sind. Diese PrÃ¼fung ist zu unterscheiden von der Frage, ob Ausnahmen von der Anschlusspflicht auch bei Zweck­­mÃ¤ssigkeit und Zumutbarkeit zulÃ¤ssig sind. Ein solcher Fall wÃ¤re vorliegend nicht ge­­geben: Art. 18 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 3 aGschG sahen Ausnahmen von der Anschlusspflicht vor fÃ¼r AbwÃ¤sser, "die fÃ¼r die zentrale Reinigung nicht geeignet sind oder fÃ¼r die die­se aus andern wichtigen GrÃ¼nden nicht angezeigt ist", sowie fÃ¼r bestehende Bauten und Anlagen, die "aus zwingenden GrÃ¼nden nicht an die Kanalisationen angeschlossen werden" kÃ¶nnen. Diese Ausnahmebestimmungen wurden restriktiv ausgelegt und nun in Art. 12 Abs. 2-4 GschG konkretisiert (vgl. Michel, N. 1114 f., 1119 ff.). Die BeschwerdefÃ¼hrenden fallen nicht unter die Ausnahmebestimmungen von Art. 12 GSchG, insbesondere nicht un­ter dessen Abs. 4, da sie keine Landwirtschaftsbetriebe mit erheblichem Rindvieh- und Schweinebestand fÃ¼hren, worunter Betriebe mit mehr als acht DÃ¼ngergrossvieheinheiten zu verstehen sind (Art. 12 Abs. 3 und Art. 23 GSchV; Botschaft, BBl 1987 II 1116). Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden erwÃ¤hnte Vereinbarung mit einem Landwirt betreffend Verwer­tung ihrer AbwÃ¤sser Ã¤ndert hieran nichts. In welchem Ausmass die BeschwerdefÃ¼hrenden landwirtschaftlich tÃ¤tig sind, ist im Ãbrigen unerheblich. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der Beschwerdegegner hat sich bei seinem Entscheid (partiell) auf die Richtlinien des AGW vom MÃ¤rz 1987 gestÃ¼tzt. Im Folgenden sind die RechtmÃ¤ssigkeit und Verbind­lichkeit dieser Richtlinien zu prÃ¼fen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Rechtsnatur und Verbindlichkeit verwaltungsinterner Verwaltungsverordnungen, Richtlinien und dergleichen mit Aussenwirkungen sind in Praxis und Lehre umstritten (vgl. etwa Giovanni Biaggini, Die vollzugslenkende Verwaltungsverordnung: Rechtsnorm oder Faktum?, ZBl 98/1997, S. 1 ff., mit zahlreichen Hinweisen; HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 123 ff., besonders 133 f.; Alfred KÃ¶lz/Isa­belle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts­pflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 628; Pierre Tschannen/Ulrich Zimmerli/Regina Kiener, Allgemeines Verwaltungsrecht, Bern 2000, S. 63 f., 272 ff.). Aufgrund ihres Zwecks, eine einheitliche, gleichmÃ¤ssige und sachgerechte Praxis des Gesetzesvollzugs si­cher­zustellen, soll die Richtlinie grundsÃ¤tzlich von den BehÃ¶rden eingehalten werden (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 50 N. 58+60). Ein Verstoss gegen eine Richtlinie stellt jedoch nicht notwendigerweise eine Rechtsverletzung dar (KÃ¶lz/HÃ¤ner, Rz. 628; vgl. aber BGE 118 Ib 164 E. 5c). Laut der Praxis des Verwaltungsgerichts kommt Richtlinien (und Verwaltungsverordnungen) nur dann selbstÃ¤ndige Bedeutung zu, wenn ihre Missachtung zu einer Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots fÃ¼hrt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 63 f.; RB 1984 Nr. 38 E. 1, 1975 Nr. 37). Besonders Richtlinien technischer Natur wird jedoch eine prÃ¤zisierende, die Auslegung beeinflussende Wirkung zugestanden; sie sind in diesem Sinn vom Gericht mitzuberÃ¼cksichtigen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 65; vgl. auch RenÃ© Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel/Frankfurt a.M. 1990, Nr. 9 B II a; BGE 122 V 19 E. 5b/bb, 118 Ib 164 E. 4a).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Nach Ziff. 4 lit. a Richtlinien kÃ¶nnen fÃ¼r WohnhÃ¤user im Mittel Fr. 5'000.- pro Wohn- oder Schlafzimmer als zumutbare Anschlusskosten bezeichnet werden. Dieser Wert darf bei Vorliegen bestimmter, in den Richtlinien genannter UmstÃ¤nde auf maximal Fr. 10'000.- pro Zimmer erhÃ¶ht bzw. auf minimal Fr. 4'000.- pro Zimmer gesenkt werden. Be­rÃ¼cksichtigt man die Baukostenentwicklung (20-25 % zwischen 1987 und 2000; vgl. Fritzsche/BÃ¶sch, S. 229), ist heute der Mittelwert bei Fr. 6'250.- pro Zimmer, der Maximal­wert bei Fr. 12'500.- und der Minimalwert bei Fr. 5'000.- pro Zimmer anzusetzen. Die Anzahl der Zimmer entspricht (zumindest vorliegend) jener der EGW. Dies bedeutet, dass im vorliegenden Fall die geschÃ¤tzten BeitrÃ¤ge zwischen dem Mittel- und dem Maximalwert lie­gen. Weiter werden in Ziff. 4 Richtlinien verschiedene GrÃ¼nde fÃ¼r ErhÃ¶hungen und Re­duktionen des zumutbaren Betrags genannt. Unter anderm wird ausdrÃ¼cklich vorgesehen, das Vorliegen "gewÃ¤sserschutzkonforme[r] AlternativlÃ¶sungen bei fehlendem Kanalisations­anschluss" sei zu berÃ¼cksichtigen. Ziff. 5 Richtlinien fÃ¼hrt ergÃ¤nzend aus, dass "[e]rst aufgrund einer alternativ anzuordnenden Entsorgungsmassnahme ... Ã¼ber die VerhÃ¤ltnismÃ¤s­sigkeit eines Kanalisationsanschlusses entschieden werden" kÃ¶nne. In lit. B Ziff. 1 der Arbeitshilfe SE 5.0 des Beschwerdegegners vom Januar 1998 betreffend "Entsorgung von hÃ¤uslichem Abwasser ausserhalb der Bauzonen" wird nur erwÃ¤hnt, dass die zumutbaren Kosten "zurzeit rund Fr. 5000 bis 6000 pro Einwohner oder Zimmer eines Wohnhauses" betrÃ¼gen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Das Bundesrecht lÃ¤sst Raum fÃ¼r die in den Richtlinien vorgesehenen Regelungen. Ein Vergleich mit alternativen LÃ¶sungen zur Feststellung der Zumutbarkeit der Kos­ten ist zu­lÃ¤ssig: So geht etwa das BUWAL davon aus, dass "der Anschluss auch dann noch zumutbar ist, wenn im Vergleich zu einer anderen LÃ¶sung Mehrkosten in der GrÃ¶ssenordnung von 15-20 % entstehen" (BUWAL, S. 16 f.). Das Verwaltungsgericht Bern macht die Zumutbarkeit von den Kosten alternativer zulÃ¤ssiger EntsorgungsmÃ¶glichkeiten abhÃ¤ngig (VGr BE, 19. Februar 2002, URP 2002, S. 225 E. 2d; 3. Mai 1999, BVR 1999, S. 456 E. 3e). In diesem Punkt dÃ¼rfte auch die Praxis des Verwaltungsgerichts Aargau ebenso zu interpretieren sein (vgl. VGr AG, 5. September 1996, AGVE 1996, S. 290 E. 1b/dd/bbb/bbbb; 27. Januar 1988, AGVE 1988, S. 272 E. 2b/bb/ddd). Ein solches Vorgehen wird auch in der Lehre be­fÃ¼rwortet (Fritzsche/BÃ¶sch, S. 229). Der Bundesgerichtspraxis lÃ¤sst sich jedenfalls nicht ent­nehmen, dass die Zumutbarkeit der Kosten schematisch nach einem Richtwert ohne BerÃ¼cksichtigung weiterer UmstÃ¤nde zu beurteilen sei (vgl. BGE 115 Ib 28 E.2b/bb+c; in BGr, 7. Mai 2001, 1A.1/2001, www.bger.ch, wird zwar keine AbwÃ¤gung vorgenommen, doch wird deren ZulÃ¤ssigkeit auch nicht ausgeschlossen, wie sich aus dem Verweis auf die frÃ¼here Praxis in E. 2a ergibt). Die nach Ziff. 4 lit. a Richtlinien vorgesehene AbwÃ¤gung ist im Ãb­ri­gen gerade deshalb von Bedeutung, weil die als zumutbar bezeichneten Kosten im interkanto­nalen Vergleich hoch sind. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass Ziff. 4 lit. a Richtlinien dem richtig verstandenen Sinn des Gesetzes entspricht, ohne dass hier ab­schlies­send Ã¼ber die ZulÃ¤ssigkeit der oberen Kos­tengrenze befunden werden mÃ¼sste.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Weder der Beschwerdegegner noch die Vor­instanz haben die in Ziff. 4 lit. a (und Ziff. 5) Richtlinien genannten Kriterien berÃ¼cksichtigt. Der Beschwerdegegner hat die Zumutbarkeit allein deshalb bejaht, weil die geschÃ¤tzten Kosten die in den Richtlinien genann­te Obergrenze des Zumutbaren nicht Ã¼berschreiten. Die Vorinstanz hat sich mit der simp­len Feststellung begnÃ¼gt, der Betrag sei zumutbar.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Die Nichtbeachtung der Richtlinien im konkreten Fall wÃ¤re jedenfalls dann entscheidend, wenn dies einem Verstoss gegen die Rechtsgleichheit gleichkÃ¤me (vorn c/aa). Massgebend ist die Praxis des Beschwerdegegners (nicht der Gemeinde), da die Bewilligung anderer Arten der Abwasserbeseitigung als des Anschlusses an das Ã¶ffentliche Kanal­netz in seine ZustÃ¤ndigkeit fÃ¤llt (§ 20 Abs. 1 und 2 des EinfÃ¼hrungsgesetzes zum GewÃ¤sser­schutzgesetz vom 8. Dezember 1974 [EG GSchG, LS 711.1]; § 3 Abs. 1 lit. n und Abs. 2 der Verordnung Ã¼ber den GewÃ¤sserschutz vom 22. Januar 1975 [LS 711.11]; Ziff. 2.6 des Anhangs zur Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997 [LS 700.6]). Es kann den Akten nicht abschliessend entnommen werden, inwieweit der Beschwerdegeg­ner Ã¤hnliche FÃ¤lle gemÃ¤ss den Richtlinien entscheidet. HierfÃ¼r spricht immerhin, dass er sich in seiner Beschwerdeantwort ausdrÃ¼cklich und in der VerfÃ¼gung vom 28. September 2001 sinngemÃ¤ss auf die Richtlinien beruft. Zudem hat er in seinem Schreiben vom 8. Au­gust 2000 an das Bausekretariat der Gemeinde X ausdrÃ¼cklich festgehalten, dass als zumut­bare Kosten "im Mittel Fr. 6'000.-, bei beson­deren UmstÃ¤nden bis Fr. 10'000.- pro Zimmer erachtet" wÃ¼rden, womit â abgesehen von leichten betragsmÃ¤ssigen Abweichungen â die Re­gelung der Richtlinien zu­sammengefasst wird. Fraglich ist, ob es zulÃ¤ssig wÃ¤re, wenn sich der Beschwerdegegner bei der Bestimmung der Zumutbarkeit von Anschlusskosten zwar an die in den Richtlinien genannten HÃ¶chstwerte, nicht aber an die ebenfalls dort fest­gelegte Methode der AbwÃ¤gung halten wÃ¼rde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Weder die Praxis des Beschwerdegegners noch die umstrittene Frage der Verbindlichkeit der Richtlinien muss hier jedoch umfassend behandelt werden. Selbst wenn das Verwaltungsgericht den unbestimmten Rechtsbegriff "zumutbar" frei Ã¼berprÃ¼ft, so berÃ¼cksichtigt es die Regelung der Richtlinien jedenfalls als Hinweis auf eine technisch sachgerechte LÃ¶sung. Bereits diese PrÃ¼fung fÃ¼hrt hier dazu, dass der Entscheid der Vorinstanz auf­zuheben ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die hier anfallenden Kosten liegen zwar unterhalb des HÃ¶chstwertes nach Ziff. 4 lit. a Richtlinien. Sie liegen jedoch zumindest fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden 1 deutlich Ã¼ber dem Richtwert von Ziff. 4 lit. a Richtlinien (oben a/cc und c/bb); sie sind auch hÃ¶her als die BetrÃ¤ge, die bisher von der Gerichtspraxis fÃ¼r zumutbar erklÃ¤rt wurden. Nach Praxis, Lehre, Vollzugshilfe des BUWAL und eben auch nach den eigenen Richtlinien des Beschwer­degegners liegen sie damit in einem Bereich, in dem ihre Zumutbarkeit aufgrund verschiedener Kriterien detailliert zu prÃ¼fen ist; insbesondere sind die Kosten alternativer, gesetzeskonformer LÃ¶sungen in die ErwÃ¤gungen einzubeziehen. Deren Kosten werden von den BeschwerdefÃ¼hrenden auf Fr. 57'900.- geschÃ¤tzt, was von den Vorinstanzen nicht grund­sÃ¤tzlich in Abrede gestellt wird. Streitig ist zwar die HÃ¶he der Unterhaltskosten: wÃ¤hrend die BeschwerdefÃ¼hrenden davon ausgehen, dass diese "minimal" wÃ¤ren, geht der Beschwerdegegner von einem "aufwÃ¤ndigen Unterhalt" aus. Selbst wenn aber bedeutende Un­terhaltskosten zu den Kosten der alternativen LÃ¶sung hinzugerechnet werden mÃ¼ssten, so ist doch relevant, dass die Mehrkosten des Kanalisationsanschlusses ohne BerÃ¼cksichtigung dieser Unterhalts­kosten insgesamt rund 100 % betragen und damit deutlich Ã¼ber den vom BUWAL fÃ¼r zumutbar erklÃ¤rten 15-20 % liegen. Die Vorinstanzen haben ferner auch nicht beachtet, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 2 nach eigenen Angaben nur Ã¼ber ein geringes Einkommen verfÃ¼gt, was nach Ziff. 4 lit. a Richtlinien ebenfalls zu berÃ¼cksichtigen gewesen wÃ¤re (wenn es auch allenfalls nicht zur Verneinung der Anschlusspflicht, sondern nur zur GewÃ¤hrung eines staatlichen Baubeitrags fÃ¼hren mÃ¼sste). Nicht erheblich ist dagegen, dass das Bundesgericht bei der Bestimmung der zulÃ¤ssigen KostensÃ¤tze zwischen Bau­­ten von landwirtschaftlichen Betrieben einerseits und reinen WohnhÃ¤usern anderseits unterschieden hat: Dies geschah im Hinblick auf die MÃ¶glichkeit der technisch einwandfreien Entsorgung der (auch hÃ¤uslichen) AbwÃ¤sser aus Landwirtschaftsbetrieben mit der Jauche (vgl. BGE 115 Ib 28 E. 2b/bb). Die entsprechende Regelung findet sich heute in Art. 12 Abs. 4 GSchG, dessen Voraussetzungen die BeschwerdefÃ¼hrenden â wie erwÃ¤hnt â nicht erfÃ¼llen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Wenn das GewÃ¤sserschutzgesetz auch am Grundsatz der Anschlusspflicht festhÃ¤lt, so sollte doch nach dem Willen des Gesetzgebers der "differenzierte GewÃ¤sserschutz" mehr als bis anhin berÃ¼cksichtigt werden (Botschaft, BBl 1987 I 1086 f.). Die gesetzliche Regelung stellt sicher, dass das Abwasser auch ausserhalb des Bereichs Ã¶ffentlicher Kanalisationen jedenfalls entsprechend dem Stand der Technik beseitigt wird (Art. 13 Abs. 1 GSchG). Mit dem Interesse an einer ausgewogenen, gemeinschaftlichen und rechtsgleichen Finanzierung der fÃ¼r den GewÃ¤sserschutz erforderlichen Kanalisations- und Reinigungsan­lagen lÃ¤sst sich zwar begrÃ¼nden, dass die ZweckmÃ¤ssigkeit des Kanalisationsanschlusses oh­ne Vergleich mit alternativen Anlagen bejaht werden kann (BGr, 7. Mai 2001, 1A.1/2001, E. 3a, www.bger.ch; BGE 115 Ib 28 E. 2b/aa, mit weitern Hinweisen). Auch lÃ¤sst es sich rechtfertigen, bei mÃ¤ssigen Anschlusskosten selbst unter dem Blickwinkel der Zumutbarkeit der Kosten auf einen solchen Vergleich zu verzichten. Sind jedoch die geschÃ¤tzten Anschlusskosten nicht unbetrÃ¤chtlich und kÃ¶nnen die GrundeigentÃ¼mer zugleich dartun, dass eine gewÃ¤sserschutztechnisch mindestens ebenbÃ¼rtige und erheblich kostengÃ¼nstigere alternative MÃ¶glichkeit bestehe, so kÃ¶nnen die berechtigten Anliegen der Privaten nicht mit dem blossen Hinweis Ã¼bergangen werden, die Kosten erreichten einen bestimmten Pau­­schalbetrag nicht. Dies trifft besonders auch auf den vorliegenden Fall zu, in dem weder der Beschwerdegegner noch die Vorinstanz oder der Mitbeteiligte sich dazu geÃ¤us­sert haben, in welchem Ausmass die Verpflichtung der BeschwerdefÃ¼hrenden zum Kanalisationsanschluss einen Beitrag zur ausgewogenen, gemeinschaftlichen und rechtsgleichen Finanzierung der Kanalisations- und Reinigungsanlagen der Gemeinde X darstellt. Der Beschwerdegegner fÃ¼hrt zutreffend aus, nur bei einer vom Gesetzgeber nicht ge­wollten HÃ¤rte oder bei offensichtlicher UnzweckmÃ¤ssigkeit sei eine Ausnahme von der Anschluss­pflicht zulÃ¤ssig. WÃ¼rden aber Private betrÃ¤chtlich und mehr als notwen­dig belastet, ohne dass Ã¶ffentliche Interessen gefÃ¶rdert wÃ¼rden oder dem Gemeinwesen da­raus ein Vorteil erwÃ¼chse, wÃ¤re dies eben offensichtlich unzweck­mÃ¤s­sig (vgl. auch VGr BE, 3.</span> Mai 1999, BVR 1999, S. 456 E. 2c+3e)<span>. Der vom Beschwerdegegner ins Feld gefÃ¼hrte zu­sÃ¤tzliche Verwaltungsauf­wand bei einer alternativen LÃ¶sung kann im Rahmen der AbwÃ¤gung berÃ¼cksichtigt wer­den, vermag diese jedoch nicht von vornherein auszuschlies­sen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Die Vorinstanz hat demnach keine AbwÃ¤gung der massgeblichen Kriterien vorge­nommen. Indem sie die geschÃ¤tzten Kosten unter pauschalem Verweis auf die HÃ¶chstgren­­ze fÃ¼r zumutbar erklÃ¤rt hat, hat sie das ihr zustehende Ermessen in rechtsverletzender Weise unterschritten. Der angefochtene Entscheid ist deshalb aufzuheben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Der Beschwerdegegner bringt erstmals in der Beschwerdeantwort vor, der Offert­preis einer von ihm eingeholten Vergleichsofferte betrage nur rund ein Drittel der von den BeschwerdefÃ¼hrenden geschÃ¤tzten Kosten, nÃ¤mlich Fr. 39'974.80. Das Vorbringen neuer tat­sÃ¤chlicher Behauptungen im Beschwerdeverfahren ist zulÃ¤ssig (§ 52 Abs. 2 VRG analog; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 52 N. 12, § 58 N. 10). Auch die Vorinstanz bezweifelte die HÃ¶he der geschÃ¤tzten Kosten, die sie gleichwohl ihrer Entscheidung zugrunde gelegt hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach der neuen Vergleichsofferte vom 16. Juli 2002 ergÃ¤ben sich nur noch Anschluss­kos­ten von durchschnittlich Fr. 2'855.35.‑/EGW, die ohne nÃ¤here PrÃ¼fung als zumutbar bezeichnet werden kÃ¶nnten. Wie der Mitbeteiligte erwÃ¤hnt, folgen die Unterschiede zwischen den beiden Offerten teilweise daraus, dass die von den BeschwerdefÃ¼hrenden ein­gereichte SchÃ¤tzung die Kosten fÃ¼r den Einkauf in die bestehende Hausanschlussleitung, EntschÃ¤digungen fÃ¼r Durchleitungsrechte sowie die technischen Kosten fÃ¼r Projekt, Submission und Bauleitung berÃ¼cksichtigt (insgesamt Fr. 17'000.- exklusive Mehr­­wert­steuer). Deren Addition zu den Kosten der Vergleichsofferte wÃ¼rde an der Zumut­barkeit der dort geschÃ¤tzten Kosten Ã¼brigens nichts Ã¤ndern. HauptsÃ¤chlich scheinen die Mehrkos­ten in der von den BeschwerdefÃ¼hrenden eingereichten SchÃ¤tzung darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren zu sein, dass der Einsatz einer GrabenfrÃ¤se wegen der angeblich geringen Felstiefe ausgeschlossen wird (vgl. auch lit. B Ziff. 1 f. Arbeitshilfe). Ob dies zutrifft, kann nicht ab-schliessend beurteilt werden. Zwar ist festzuhalten, dass der EigentÃ¼mer des GrundstÃ¼cks, Ã¼ber welches die Anschlussleitung teilweise fÃ¼hren soll, gemÃ¤ss der Protokollnotiz des Beschwerdegegners vom 18. Juli 2002 in der fraglichen Tiefe noch keinen Fels erwartet. WÃ¤re dem so, wÃ¼rde der Einsatz einer GrabenfrÃ¤se mÃ¶glich. Anderseits weist der Mitbeteiligte darauf hin, dass die von den BeschwerdefÃ¼hrenden eingereichte Kos­tenschÃ¤tzung gemÃ¤ss einer RÃ¼ckfrage beim verantwortlichen Planungs- und Bauunterneh­men dessen "Erfahrungs­zahlen bei Bauten sÃ¤mtlicher Ã¶ffentlicher Abwassersanierungs­leitungen und bei den meisten privaten Hausanschlussanleitungen der Gemeinde X" entspreche. Dieser KostenschÃ¤tzung scheint zudem ebenfalls eine AbklÃ¤rung am Ort zugrunde zu liegen (vgl. die Kos­tenschÃ¤tzung, wo zu einem bestimmten, untergeordneten Posten eigens angefÃ¼hrt wird, der Betrag sei "geschÃ¤tzt, ohne AbklÃ¤rungen an Ort"). Die Vermutung des Beschwerdegegners, das von den BeschwerdefÃ¼hrenden angefragte Unternehmen sei mit den Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnis­sen nicht vertraut, trifft nicht zu; beide Anbietenden sind ortsansÃ¤ssig. Ohnehin kann die neue Offerte nicht berÃ¼cksichtigt werden, solange den BeschwerdefÃ¼hrenden nicht ausdrÃ¼ck­lich Gelegenheit gegeben wurde, sich zu ihr zu Ã¤ussern.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Das Vorliegen eines rechtsverletzenden Ermessensfehlers im Sinn von § 50 Abs. 2 lit. c VRG bewirkt, dass die Beschwerde insoweit gutzuheissen ist, als die VerfÃ¼gung der Vorinstanz aufzuheben ist. Da beim zu treffenden Neuentscheid Ermessen auszuÃ¼ben ist und das Verwaltungsgericht nicht Ã¼ber die hierfÃ¼r notwendige Sachkunde verfÃ¼gt, ist die Sache an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Wie sich aus der erst vor Verwaltungsgericht eingereichten Vergleichsofferte ergibt, kann zudem der Sachverhalt nicht als genÃ¼gend erstellt gelten (vgl. §§ 63 Abs. 1 und 64 Abs. 1 VRG; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 64 N. 5). Die Vorinstanz wird insbesondere folgende Vorgaben und Kriterien zu berÃ¼cksichtigen haben:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â ZunÃ¤chst ist nach AnhÃ¶rung der BeschwerdefÃ¼hrenden und gegebenenfalls nach angemessenen Beweismassnahmen in Beachtung des Grundsatzes der freien BeweiswÃ¼rdigung neu Ã¼ber die geschÃ¤tzten Anschlusskosten zu befinden. Erscheint die vom Beschwerdegegner eingeholte Vergleichsofferte als die zutreffende, kann ohne weiteres von der Zumutbarkeit der Kosten des Kanalisationsanschlusses ausgegangen werden.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â Andernfalls ist in einem zweiten Schritt das von den BeschwerdefÃ¼hrenden beantragte Projekt einer dezentralen Abwasserreinigungsanlage materiell zu prÃ¼fen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â Erweist sich eine dezentrale Abwasserreinigungsanlage als gewÃ¤sserschutzkonform und dem Kanalisationsanschluss zumindest ebenbÃ¼rtig, sind ihre Kosten den geschÃ¤tzten Kos­ten des Kanalisationsanschlusses (jeweils inklusive Unterhaltskosten) gegenÃ¼berzustellen. Soll­ten sich die Kosten des Kanalisationsanschlusses in der von den BeschwerdefÃ¼hrenden geltend gemachten HÃ¶he bewegen und die Mehrkosten gegenÃ¼ber der alternativen LÃ¶sung zugleich mindestens 15-20 % betragen, muss ihre Zumutbarkeit durch besondere GrÃ¼nde gerechtfertigt werden. In die ErwÃ¤gungen einzubeziehen sind auch die wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnisse der BeschwerdefÃ¼hrenden (unter BerÃ¼ck­sichtigung der MÃ¶glichkeit eines staatlichen Baubeitrags im Sinn von Ziff. 4 Richtlinien).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf den Beizug der nicht eingereichten Akten kann angesichts der RÃ¼ckweisung verzichtet werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. In der Beschwerdeschrift wird darauf hingewiesen, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden 1 ihr Gesuch um Bewilligung des Umbauprojekts zurÃ¼ckziehen wÃ¼rden, wenn die strit­tige Bewilligung fÃ¼r eine dezentrale Abwasserreinigungsanlage nicht erteilt werde. Der Be­schwerdegegner entgegnet, dass dies an der Pflicht der BeschwerdefÃ¼hrenden zur gewÃ¤sser­schutzkonformen Abwasserreinigung nichts Ã¤ndern wÃ¼rde (wobei aus dem Schreiben des Beschwerdegegners an die Gemeinde X vom 8. August 2000 der Hin­weis auf eine abweichende Praxis abgeleitet werden kÃ¶nnte). Die AusfÃ¼h­rungen der BeschwerdefÃ¼hrenden vermÃ¶gen nicht zu widerlegen, dass der heutige Zustand den gesetzlichen Bestimmungen nicht entspricht. Dies haben sie bei anderer Gelegenheit Ã¼brigens durchaus eingerÃ¤umt. GrundsÃ¤tzlich gilt die Pflicht zur Abwasserbeseitigung auch in Bezug auf bestehende GebÃ¤ude ausserhalb der Bauzonen (vgl. Art. 7 Abs. 1 GSchG; Eymann, Rz. 6.26; die in Art. 16 Abs. 1 aGSchG gewÃ¤hrte Ãbergangsfrist ist lÃ¤ngst abgelaufen). Es braucht hier nicht abschliessend festgehalten zu werden, unter welchen Voraussetzungen die Gemeinde oder der Beschwerdegegner eine Sanierung verfÃ¼gen kÃ¶nnen (vgl. dazu §§ 21 f. EG GSchG; lit. C Nr. 1 Arbeitshilfe). Jedenfalls hÃ¤tte der RÃ¼ckzug des Baugesuchs nicht ohne weiteres das Dahinfallen der von der Werkkommission der Gemeinde X verfÃ¼gten Anschluss­pflicht zur Folge.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Nach § 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG tragen mehrere am Verfahren Beteiligte die Kosten in der Regel entsprechend ihrem Unterliegen. Vorliegend bleibt der Verfahrensausgang offen, weshalb die Kosten je zur HÃ¤lfte den BeschwerdefÃ¼hrenden einerseits und dem Beschwerdegegner sowie dem Mitbeteiligten (vgl. RB 1995 Nr. 2) anderseits aufzuerlegen sind. Es bleibt dem BeschwerdefÃ¼hrer 1.2 selbstverstÃ¤ndlich unbenommen, gemÃ¤ss seiner AnkÃ¼ndigung den gesamten Anteil der BeschwerdefÃ¼hrenden zu Ã¼bernehmen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden 1 haften solidarisch auch fÃ¼r den Anteil des Ehe­­partners bzw. der Ehepartnerin (§ 14 VRG; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 14 N. 3). Im Ãbrigen haften alle BeschwerdefÃ¼hrenden subsidiÃ¤r fÃ¼r die Anteile der andern. Ebenso haften Be­schwerdegegner und Mitbeteiligter subsidiÃ¤r fÃ¼reinander. ParteientschÃ¤digungen wurden nicht beantragt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Dispositiv-Ziffern II und III der VerfÃ¼gung der Baudirektion vom 15. Mai 2002 werden aufgehoben und die Sache im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Bau­direk­tion zur genÃ¼genden Feststellung des Sachverhalts und zur neuen Entscheidung zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner und dem Mitbeteiligten je zu einem Viertel, unter subsidiÃ¤rer Haftung fÃ¼reinander, den BeschwerdefÃ¼hrenden 1.1 und 1.2 je zu einem Achtel, unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander, und dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 zu einem Viertel auferlegt, unter subsidiÃ¤rer Haftung aller BeschwerdefÃ¼hrender fÃ¼reinander.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>