A bteilung V E -5758/2006 {T 0/2} U rteil vom 17. A pril 2007 M itw irkung: R ichterin Teuscher, C otting-Schalch, R ichter H uber G erichtsschreiber Abbühl A ._______, alias B ._______, alias A ._______, Staatsangehörigkeit unbekannt, w ohnhaft C ._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 20. A pril 2006 i.S. A syl und W egw eisung / N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschw erdeführer seinen angeblichen H ei- m atstaat Algerien Anfang N ovem ber 2005 per Schiff und reiste via Italien am 18. D ezem ber 2005 illegal in die Schw eiz ein, w o er am selben Tag im Em pfangszen- trum Vallorbe ein Asylgesuch stellte. Am 29. D ezem ber 2005 fand im Em pfangs- zentrum C hiasso die Erstbefragung statt, und am 24. Januar 2006 erfolgte die kan- tonale Anhörung durch das Am t für M igration des Kantons D ._______. Im W esent- lichen brachte der Beschw erdeführer vor, er sei noch m inderjährig und habe bis zu seinem 4. Lebensjahr in Sierra Leone gelebt. Sein Vater sei w ährend den Kriegs- w irren gew altsam zu Tode gekom m en, w orauf seine leibliche M utter ihn nach Al- gerien gebracht habe. N achdem seine M utter nahe der G renze getötet w orden sei, sei er von einer Frau, E._______, und deren M ann, F._______, aufgenom m en w orden. D iese hätten ihn zu sich nach G ._______ geholt, einer Zeltstadt in der N ähe H ._______. Er sei nie zur Schule gegangen und habe den O rt nie verlassen dürfen. E._______ habe m it ihm Englisch gesprochen, F._______ Englisch und m anchm al Arabisch. Im Jahre 1999 sei E._______ gestorben. Zu diesem Zeitpunkt hätten seine Problem e m it F._______ begonnen. D ieser habe ihn zw ei M al zum G eschlechtsverkehr gezw ungen. Als er sich beim dritten Versuch gew ehrt habe, habe F._______ ihn m it einem M esser an H als und Bein verletzt. Er sei w egge- rannt und habe geschrien, so dass viele Leute herbeigeeilt seien. Sein N achbar, I._______, habe ihm schliesslich zur Flucht verholfen. Anfang N ovem ber 2005 habe I._______ ihn m it dem Auto nach „O tschas“ gebracht, w o er ein Schiff R ich- tung Italien bestiegen habe. Für die übrigen Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. Aufgrund der geltend ge- m achten M inderjährigkeit und der w idersprüchlichen Angaben bezüglich des G e- burtsdatum s sow ie angesichts der Tatsache, dass der Beschw erdeführer keine Identitätspapiere abgegeben hatte, w urde er am 21. D ezem ber 2005 einer radiolo- gischen Knochenaltersbestim m ung unterzogen. D iese ergab, dass der Beschw er- deführer m indestens 19 Jahre alt ist. D em Beschw erdeführer w urde dazu am 29. D ezem ber 2005 das rechtliche G ehör gew ährt. In der Folge w urde deshalb darauf verzichtet, dem Beschw erdeführer für die D auer des Verfahrens eine Vertrauens- person beizuordnen. B. D er Beschw erdeführer w urde am 3. April 2006 in Luzern m it dem Verdacht auf Ko- kainhandel von der Polizei angehalten, w obei bei ihm eine grössere Sum m e Bar- geld sichergestellt w urde. D er sichergestellte Betrag w urde gestützt auf Art. 86 Abs. 4 AsylG in Verbindung m it Art. 14 AsylV2 auf das Sicherheitskonto N r. J._______ überw iesen. C . M it Verfügung vom 20. April 2006 stellte das BFM fest, der Beschw erdeführer er- fülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie deren Vollzug an. D . M it Beschw erde vom 27. M ai 2006 (Poststem pel) beantragte der Beschw erdefüh- rer sinngem äss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung des BFM vom 20. 3 April 2006, die Anerkennung als Flüchtling und G ew ährung von Asyl, die G ew äh- rung der unentgeltlichen R echtspflege sow ie den Verzicht auf Erhebung eines Ko- stenvorschusses. Auf die Begründung w ird, sow eit für den Entscheid w esentlich, in den Erw ägungen eingegangen. E. M it Zw ischenverfügung vom 13. Juni 2006 w ies die zuständige Instruktionsrichterin der vorm als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) das G e- such um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege aufgrund der auf dem Si- cherheitskonto genügend vorhandenen M ittel ab und verzichtete antragsgem äss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. F. M it Strafverfügung des Am tsstatthalters Luzern vom 28. D ezem ber 2006 w urde der Beschw erdeführer w egen G ew alt und D rohung gegen Behörden und Beam te zu 7 Tagen G efängnis bedingt verurteilt, ausgesetzt auf eine Probezeit von 2 Jah- ren. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). Auf die am 1. Janu- ar 2007 bereits hängigen Asylverfahren sind zudem die in Kraft getretenen Bestim - m ungen der Asylgesetzänderung vom 16. D ezem ber 2005 (vgl. im Einzelnen AS 2006 4767) anw endbar (Abs. 1 der U ebergangsbestim m ungen zur Aenderung vom 16. D ezem ber 2005). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.4 Ü ber offensichtlich unbegründete Beschw erden w ird in einem vereinfachten Ver- fahren entschieden. W ie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ).4 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer poli- tischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 Im W esentlichen hielt das BFM zur Begründung seines ablehnenden Entscheids fest, die Vorbringen des Beschw erdeführers seien in w esentlichen Punkten tatsa- chenw idrig und w ürden der allgem einen Erfahrung w idersprechen. So w äre vom Beschw erdeführer - w elcher angeblich seit seinem vierten Lebensjahr in Algerien lebte - zu erw arten gew esen, dass dieser w enigstens durchschnittliche Landes- kenntnisse besitze und Arabisch spreche. Er sei jedoch nicht im stande gew esen, zu grundlegenden regions- und länderspezifischen Them en Auskunft zu geben oder auch nur einfachste Fragen und Antw orten in Arabisch zu form ulieren. Es w ürden som it keine Anhaltspunkte dafür existieren, dass der Beschw erdeführer tatsächlich die letzten dreizehn Jahre in Algerien verbracht habe. D ie diesbezüg- lichen Vorbringen seien som it unglaubhaft. D er Beschw erdeführer habe zudem im Verlaufe des Verfahrens zu w esentlichen Punkten w iederholt w idersprüchliche An- gaben gem acht. So habe er beispielsw eise anlässlich der Erstbefragung ausge- sagt, dass er in Algerien an der Küste gelebt habe, w ohingegen er im R ahm en der kantonalen Befragung zu Protokoll gegeben habe, dass sich G ._______ in der W üste befinde. D ie G laubhaftigkeit der Asylvorbringen des Beschw erdeführers w ürde überdies durch die Verletzung seiner M itw irkungspflicht beeinträchtigt. So sei der Beschw erdeführer seiner in Art. 8 Abs. 1 AsylG festgehaltenen M itw ir- kungspflicht bei der Feststellung des Sachverhalts, insbesondere bei der O ffenle- gung seiner Identität, nicht nachgekom m en. Er habe der Aufforderung nicht Folge geleistet, innerhalb der angesetzten Frist rechtsgenügliche Ausw eise einzureichen, und er habe sich auch sonst nicht vernehm en lassen. Seine Identität stehe som it nicht fest. Bezüglich der geltend gem achten M inderjährigkeit führt die Vorinstanz 5 aus, dass der Beschw erdeführer die objektive Bew eislast und dam it die Folgen der Bew eislosigkeit für die behauptete M inderjährigkeit trage. Vorliegend habe der Be- schw erdeführer seine M inderjährigkeit nicht durch Identitätspapiere nachgew iesen, und es könne ihm nicht geglaubt w erden, dass er keine solchen besessen habe und ohne Ausw eise und ohne jem als kontrolliert zu w erden von Algerien in die Schw eiz habe reisen können. Ferner habe er im Verlaufe des Verfahrens verschie- dene G eburtsdaten angegeben. D ie vom BFM veranlasste radiologische Knochen- altersanalyse vom 21. D ezem ber 2005 habe ein Alter von 19 und m ehr Jahren er- geben, w as die Zw eifel an der behaupteten M inderjährigkeit erhärtet habe. D a die M inderjährigkeit som it unbew iesen sei, w erde davon ausgegangen, dass der Be- schw erdeführer bereits bei Einreichung des Asylgesuchs volljährig gew esen sei. Insgesam t w ürden die Vorbringen des Beschw erdeführers den Anforderungen an die G laubhaftigkeit gem äss Art. 7 AsylG nicht genügen, w eshalb die Flüchtlingsei- genschaft zu verneinen sei. D ie Asylrelevanz der Vorbringen w urde nicht geprüft. 4.2 Bezüglich der behaupteten M inderjährigkeit bringt der Beschw erdeführer in seiner R echtsm itteleingabe vor, er sei am 20. N ovem ber 1988 geboren und dam it auch im Zeitpunkt des vorliegenden Beschw erdeentscheids noch m inderjährig. Ist einer unbegleiteten m inderjährigen - d.h. unter 18-jährigen (vgl. Art. 1 Bst. d der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311] i.V.m . Art. 14 ZG B; vgl. auch Art. 1 des Ü bereinkom m ens über die R ech- te des Kindes vom 20. N ovem ber 1989 [KR K, SR 0.107]) - Person kein Vorm und oder Beistand ernannt w orden und sind entsprechende vorm undschaftliche M ass- nahm en seitens der zuständigen kantonalen Behörden auch nicht innert vernünf- tiger Frist zu erw arten, so ist der urteilsfähigen, unbegleiteten und nicht vertre- tenen m inderjährigen Person für die D auer des Asylverfahrens eine rechtskundige Vertrauensperson beizuordnen, bevor die erste Anhörung zu den Asylgründen (Art. 29 AsylG bzw . Art. 36 Abs. 1 AsylG ) durchgeführt w ird (vgl. Art. 17 Abs. 3 AsylG ; Art. 7 Abs. 3 und 5 AsylV 1; Art. 12 und 22 KR K). D ie behördliche U ntersu- chungspflicht w ird im Asylverfahren durch die der asylsuchenden Person gestützt auf Art. 8 AsylG auferlegte M itw irkungspflicht eingeschränkt, w obei sie insbeson- dere auch ihre Identität offen zu legen und in der Em pfangsstelle R eisepapiere und Identitätsausw eise abzugeben hat (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. a und b AsylG ). Bei der Beurteilung der Frage, ob das angegebene Alter glaubhaft erscheint, ist im R ahm en einer G esam tw ürdigung eine Abw ägung säm tlicher Anhaltspunkte, w el- che für oder gegen die R ichtigkeit der betreffenden Altersangaben sprechen, vor- zunehm en. D abei gilt der G rundsatz der freien Bew eisw ürdigung (vgl. Art. 40 des Bundesgesetzes über den Bundeszivilprozess vom 4. D ezem ber 1947 [BZP, SR 273] i.V.m . Art. 19 Vw VG ). Liegen keine schlüssigen Identitätsdokum ente vor, fal- len m it Blick auf die Altersfeststellung als Bew eism ittel sodann Abklärungsergeb- nisse in Betracht, w elche auf "w issenschaftliche M ethoden" im Sinne von Art. 7 Abs. 1 AsylV 1 abstellen. In der Praxis des BFM handelt es sich dabei in der R egel um so genannte Knochenaltersanalysen. H insichtlich der Frage, ob eine Person das 18. Altersjahr tatsächlich bereits erreicht hat, sind aufgrund einer Knochenal- tersanalyse jedoch keine w issenschaftlich zuverlässigen Aussagen m öglich. G e- w isse R ückschlüsse auf das Alter einer asylsuchenden Person sind allenfalls auch aufgrund ihres äusseren Erscheinungsbilds m öglich (vgl. Art. 12 Bst. d Vw VG ). In-6 dessen kann aufgrund des Erscheinungsbildes das Alter m eist nur sehr grob ge- schätzt w erden. Angesichts des geringen Bew eisw ertes der beiden zuletzt ge- nannten Bew eism ittel kom m t bei der vorfragew eisen Prüfung des Alters einer ihre M inderjährigkeit behauptenden asylsuchenden Person der W ürdigung ihrer eige- nen Angaben, die sie einerseits zu ihrem Alter selbst, andererseits zur unterbliebe- nen Abgabe von Identitätspapieren m acht, in aller R egel entscheidende Bedeu- tung zu. G eben sie in der Em pfangsstelle keine Identitätspapiere ab (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG ), so haben sie zum indest vollständige und w ahrheitsgem ässe Altersangaben zu m achen. Eine Verletzung dieser Vollständigkeits- und W ahr- heitspflicht hätte in prozessualer H insicht als Verletzung der M itw irkungspflicht zu gelten. Bei der vorfragew eisen Prüfung des Alters der asylsuchenden Person in der Em pfangsstelle kann es als Indiz gew ertet w erden, das den Bew eisw ert ihrer Aussagen über das Alter reduziert, w enn sie neben nicht schlüssigen Aussagen zu den soeben genannten Punkten ganz offensichtlich unzutreffende Angaben über ihren R eisew eg m acht oder w enn ihr elem entare Kenntnisse über ihr angebliches H eim at- oder H erkunftsland fehlen. Kom m t die asylsuchende Person ihrer M itw ir- kungspflicht bei der Erhebung der Personalien in der Em pfangsstelle nicht oder nur in ungenügendem M asse nach, ist es grundsätzlich nicht zu beanstanden, w enn die Behörden vor dem Entscheid über die N otw endigkeit der Beiordnung ei- ner Vertrauensperson keine w eiteren Altersabklärungen vornehm en, sondern an- gesichts der M itw irkungsverw eigerung der betroffenen Person von der Bew eislo- sigkeit und dam it - nach der Bew eislastverteilungsregel von Art. 8 ZG B - von der U nglaubhaftigkeit der geltend gem achten M inderjährigkeit ausgehen. D ie nach- trägliche Feststellung im Beschw erdeverfahren, dass die Altersangaben der betref- fenden Person - und dam it die von ihr geltend gem achte M inderjährigkeit - als glaubhaft zu erachten sind, ihr aber vor der Anhörung zu den Asylgründen keine Vertrauensperson beigeordnet w orden ist, hätte jedoch die Kassation des vorin- stanzlichen Entscheids w egen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches G ehör und die R ückw eisung der Sache an die Vorinstanz zur Folge (vgl. zum G anzen: Entscheidungen und M itteilungen der AR K / EM AR K 2004 N r. 30 S. 208 ff. E. 5 und 6 m it H inw eisen). Vorliegend ist dem Beschw erdeführer vor seiner Anhörung durch das M igrations- am t des Kantons D ._______ vom 24. Januar 2006 keine Vertrauensperson ernannt w orden, w eil die Vorinstanz bereits zu jenem Zeitpunkt davon ausgegangen w ar, dass er entgegen seinen Behauptungen volljährig sei. Aufgrund der durchgeführten radiologischen Knochenaltersanalyse sow ie angesichts der völlig unsubstanziierten Altersangaben des Beschw erdeführers ist die Vorinstanz zu R echt von der Bew eislosigkeit und dam it U nglaubhaftigkeit der von ihm geltend gem achten M inderjährigkeit ausgegangen. So hat der Beschw erdeführer anlässlich der Em pfangszentrum sbefragung angegeben, er habe sein G eburtsdatum lediglich von seiner Ziehm utter erfahren (vgl. EZ-Prot., S. 5). Zudem hat er auch keine nachvollziehbaren G ründe für die unterbliebene Abgabe von Identitätspapieren genannt, beschränkte er sich doch diesbezüglich auf die w enig plausible Aussage, er habe nie irgendw elche Identitätspapiere gehabt oder beantragt (vgl EZ-Prot., S. 3). Als Indiz gegen die von ihm geltend gem achte M inderjährigkeit ist zudem auch die vage und realitätsfrem de Beschreibung seines R eisew egs und der U m stände seiner Ausreise - angeblich ohne irgendw elche 7 Papiere, ohne jegliche Kontrollen und ohne finanzielle M ittel - anzuführen. Besonders ins G ew icht fällt schliesslich, dass er offensichtlich tatsachenw idrige Angaben zu seinem angeblichen H erkunftsland Algerien gem acht hat. Angesichts des angeblich dort verbrachten Aufenthaltes w ären selbst von einer m inderjährigen Person substanziiertere Angaben zu erw arten. D ie Ausführungen des Beschw erdeführers anlässlich der Em pfangszentrum sbefragung vom 29. D ezem ber 2005, in deren R ahm en ihm das rechtliche G ehör zur Knochenaltersanalyse vom 21. D ezem ber 2005 gew ährt w urde, w aren schliesslich nicht geeignet die behauptete M inderjährigkeit glaubhaft zu m achen. Auch im Beschw erdeverfahren hat der Beschw erdeführer nichts vorgebracht, w as seine angebliche M inderjährigkeit glaubhaft erscheinen liesse, sondern er versucht die Angabe von unterschiedlichen G eburtsdaten dam it zu erklären, dass dies die Folge einer differenzierten Betonung anlässlich der verschiedenen Befragungen sei. D ie vom Beschw erdeführer behauptete M inderjährigkeit ist nach der Befragung im Em pfangszentrum unbew iesen geblieben und auch im w eiteren Verlauf des Asylverfahrens nicht glaubhaft gem acht w orden. Vorliegend ist deshalb nicht zu beanstanden, dass ihm keine Vertrauensperson beigeordnet w orden ist, und es liegt som it auch keine Verletzung des rechtlichen G ehörs vor. 4.3 Aus der R echtsm itteleingabe ergibt sich als R üge die Verletzung von Bundesrecht, indem zu U nrecht auf U nglaubhaftigkeit der Vorbringen geschlossen w orden sei. Eine Prüfung der vorliegenden Akten lässt das Bundesverw altungsgericht zum Schluss kom m en, dass die Vorinstanz zu R echt einen negativen Asylentscheid ge- fällt hat. Zur Begründung seines Asylgesuches bringt der Beschw erdeführer vor, er sei von seinem Ziehvater, F._______, sexuell m issbraucht w orden. D ieser habe versucht ihn um zubringen, als er sich gegen einen w eiteren sexuellen Ü bergriff ge- w ehrt habe. D abei sei er m it einem M esser an H als und Bein verletzt w orden (vgl. kant. Prot., S. 12). W ie bereits von der Vorinstanz zutreffend ausgeführt, hat auch das Bundesverw al- tungsgericht ernsthafte Zw eifel an der G laubhaftigkeit der vom Beschw erdeführer gem achten Aussagen. So m üssen beispielsw eise die Angaben betreffend seinen angeblichen W ohnort G ._______und dessen U m gebung als völlig realitätsfrem d bezeichnet w erden. Anlässlich der kantonalen Befragung sagte er aus, in der U m - gebung von H ._______ gebe es einen H ügel beziehungsw eise einen Berg, w el- cher „R ock“ genannt w erde (vgl. kant. Prot., S. 6). In W irklichkeit liegt H ._______ im K._______ und ist um ringt von m assiven G ebirgszügen. D ie Tatsache, dass der Beschw erdeführer nicht im stande w ar, Auskunft zu grundlegenden regions- oder länderspezifischen Them en Auskunft zu geben oder auch nur einfachste Fragen und Antw orten in Arabisch zu form ulieren, legen den Schluss nahe, dass er sich nicht w ie behauptet längere Zeit in dieser R egion aufgehalten hat, w om it auch den angeblich in dieser R egion von seinem Ziehvater begangenen sexuellen Ü bergrif- fen die G rundlage entzogen ist. D ie Vorbringen in der Beschw erde, er habe aus- schliesslich m it Flüchtlingskindern aus Sierra Leone verkehrt, w eshalb er kein Ara- bisch spreche, sind als nachgeschoben zu betrachten und können nicht geglaubt w erden. Zur Verm eidung von W iederholungen kann im Ü brigen auf die als zutreffend er-8 achteten, um fassenden Erw ägungen der Vorinstanz verw iesen w erden. N ach dem G esagten erübrigt es sich, auf die übrigen Vorbringen in der Beschw erde einzuge- hen, zum al sie am Ergebnis nichts zu ändern verm ögen. 4.4 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass der Beschw erdeführer keine asylrele- vante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft m achen und nicht als Flücht- ling anerkannt w erden kann. M angels erfüllter Flüchtlingseigenschaft ist ihm zu R echt das nachgesuchte Asyl nicht gew ährt w orden. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetz- lichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 5.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.5 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 5.6 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M . G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-R efoulem ents im vorlie- genden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdefüh-9 rers in seinen H eim at- oder H erkunftsstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 5.7 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer R ückkehr in seinen H ei- m at- oder H erkunftsstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G e- m äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschie- bung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m .w .H .). N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.8 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.9 Vorliegend konnte der Beschw erdeführer seine behauptete H erkunft aus Algerien nicht glaubhaft m achen, w eshalb es den Asylbehörden von vornherein nicht m ög- lich ist, im tatsächlichen H eim at- oder H erkunftsstaat Abklärungen in Bezug auf die dort herrschenden Verhältnisse vorzunehm en. Es ist ferner nicht Aufgabe der Be- hörden, im R ahm en der Zum utbarkeitsprüfung alle hypothetisch m öglichen H er- kunftsländer des Beschw erdeführers abzuklären. Vor diesem H intergrund er- scheint der Vollzug der W egw eisung nicht als unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG , und auch sonst ergeben sich keine Anhaltspunkte für eine konkrete G efährdung des Beschw erdeführers in seinem tatsächlichen H eim at- oder H er- kunftsstaat. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 5.10 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 5.11 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest-10 stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G e- sagten abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen m ittels beigelegtem Einzahlungsschein zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ) - das M igrationsam t des Kantons D ._______ D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: M arianne Teuscher M arco Abbühl Versand am :