Postulat Hafner Rudolf 1724 N 6 octobre 1989 #ST# 89.519 Postulat Fierz Institut für Ernährung Institut de l'alimentation Wortlaut des Postulates vom 21. Juni 1989 Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob in der Schweiz ein Institut einzurichten wäre, das sich mit den praktischen As- pekten der Volksernährung, der Vorbeugung von durch Fehl- ernährung verursachten Krankheiten und der Behandlung von der Ernährungstherapie zugänglichen Krankheiten be- fasst. Texte du postulat du 21 juin 1989 Le Conseil fédéral est invité à examiner s'il serait possible de créer en Suisse un institut chargé d'étudier les questions se rapportant aux aspects pratiques de l'alimentation de la popu- lation, à la prévention des maladies qui ont pour origine une mauvaise nutrition ainsi que le traitement des maladies qui peuvent être guéries par une thérapie alimentaire. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Brélaz, Diener, Meier- Glattfelden, Rebeaud, Schmid, Stocker, Thür (8) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Zwischen 1942 und 1988 ist die Zahl der Zuckerkranken in der Schweiz von ca. 5000 auf ca. 150 000 gestiegen. Bezogen auf die Bevölkerung entspricht das einer 22-fachen Steigerung, für die neben Bewegungsmangel vor allem Ueber-und Fehler- nährung angeschuldigt werden müssen. Die gleichen Fakto- ren begünstigen auch Herz- und Kreislaufkrankheiten, die bei den Hospitalisations- und Todesursachen an erster Stelle ste- hen. In der Schweiz gibt es weder ein nationales Institut für Ernäh- rung noch eine Fachorganisation, die sich mit dem gesund- heitlichen Aspekt der Ernährung beschäftigt. Die Ernährungsforschung, mit dem Ziel der Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen zur Information und Steue- rung des Essverhaltens der Konsumenten, bildet an den Hochschulen keinen systematisch gepflegten Schwerpunkt (Botschaft zum Lebensmittelgesetz, LMG vom 30. Januar 1989, Ziff. 162, S. 19, Ernährungssituation). Gemäss einem neuen Bundesgerichtsentscheid vom 3. No- vember 1988 ist Ernährungsberatung unter Kontrolle des Arz- tes bei Zuckerkrankheit eine Pflichtleistung der Krankenkas- sen. Damit gewinnt die Ernährungslehre an praktischer, aber auch wissenschaftlicher Bedeutung, der durch Auf- bzw. Aus- bau entsprechender Institutionen Rechnung getragen werden muss. Ein noch zu schaffendes (z. B. nationales, Institut für Human- ernährung könnte in einer ersten Phase als Arbeitsgruppe auf- gebaut werden, beispielsweise unter Einbezug der offenbar von der ETH zu übernehmenden Stiftung «Park im Grünen» in Rüschlikon und der seit 1980 dem Eidgenössischen Departe- ment des Innern unterstellten gemeinnützigen Stiftung für Dia- betes- und Ernährungsberatung in Bern. Besonders zu beachten wäre, dass ein solches Institut, um funktionieren zu können, über völlige wissenschaftliche Unab- hängigkeit gegenüber wirtschaftlichen und politischen Druck- versuchen verfügen muss. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 23. August 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 23 août 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.538 Postulat Hafner Rudolf Berücksichtigung der Erfahrungsmedizin in Kommissionen Commission fédérale des médicaments. Représentation des médecines parallèles Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1989 Der Bundesrat wird ersucht, im Zusammenhang mit der vorge- sehenen Umstrukturierung der Arzneimittelkommission eine zusätzliche (kleine) Arzneimittelkommission für Erfahrungs- medizin (alle Medizinformen, die in der Schulmedizin nicht enthalten sind) einzusetzen. Falls dies nicht kurzfristig realisierbar erscheint, sollte eine an- gemessene Anzahl Vertreter der Erfahrungsmedizin in die er- neuerungsbedürftige Arzneimittelkommission berufen wer- den. Diesen wären alle Aufgaben zu übergeben, die Fach- kenntnisse in der Erfahrungsmedizin erfordern. Analog wie bei der Arzneimittelkommission sollte bei der Lei- stungskommission vorgegangen werden, für welche die Kom- mission für Sozialversicherung bereits im Rahmen der Revi- sion Krankenversicherung einen entsprechenden Beschluss gefasst hat. Texte du postulat du 22 juin 1989 A l'occasion de la restructuration prévue de la Commission fédérale des médicaments, le Conseil fédéral est invité à insti- tuer une (petite) commission supplémentaire des médica- ments employés par les médecines parallèles (toutes formes de médecine qui ne font pas l'objet des études universitaires de médecine). Au cas où il ne serait pas possible d'instituer à court terme une telle commission, un nombre adéquat de représentants des médecines parallèles devrait être appelé à siéger dans la Commission fédérale des médicaments dont la composition et les tâches en particulier doivent être revues. Ces représen- tants se chargeraient de toutes les tâches exigeant des con- naissances spéciales des médecines parallèles. Par analogie, il faudrait faire de même pour la Commission des prestations pour laquelle la Commission de la sécurité sociale a déjà pris une décision dans le cadre de la révision de l'assu- rance-maladie. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Allenspach, Am- mann, Aregger, Bär, Basler, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Béguelin, Berger, Biel, Bircher, Bodenmann, Bonny, Borei, Braunschweig, Brélaz, Eremi, Brügger, Bundi, Bürgi, Büttiker, Caccia, Carobbio, Daepp, Danuser, Darbellay, David, Déglise, Dietrich, Diener, Dormann, Dünki, Eisenring, Engler, Etique, Euler, Fäh, Fankhauser, Fehr, Früh, Grendelmeier, Günter, Hafner Ursula, Haller, Hänggi, Hari, Humbel, Jaeger, Jean- prêtre, Keller, Kühne, Lanz, Ledergerber, Leuenberger-Solo- thurn, Leuenberger Moritz, Leutenegger Oberholzer, Longet, Loretan, Luder, Maeder, Matthey, Mauch Rolf, Mauch Ursula, Meier-Glattfelden, Meizoz, Mühlemann, Müller- Aargau, Nab- holz, Neuenschwander, Neukomm, Oester, Ott, Paccolat, Pe- titpierre, Portmann, Rebeaud, Rechsteiner, Reichling, Rei- mann Maximilian, Rohrbasser, Ruffy, Rutishauser, Rychen, Salvioni, Scheidegger, Schmid, Schule, Schwab, Seiler Hans- peter, Seiler Rolf, Stamm, Stappung, Steffen, Steinegger, Stocker, Stucky, Thür, Tschuppert, Uchtenhagen, Ulrich, Wan- ner, Weber-Schwyz, Weder-Basel, Wiederkehr, Wyss William, Zbinden Hans, Zölch, Züger, Zwygart (110) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die vermehrte Berücksichtigung der Erfahrungsmedizin ent- spricht einem grossen Bedürfnis in der Bevölkerung. Umfra- gen haben ergeben, dass mehr als die Hälfte der Schweizerin- nen und Schweizer Naturheilmittel beanspruchen wollen.6. Oktober 1989 N 1725 Postulat Schule Diese haben bei richtiger Anwendung eine gute Wirkung ohne schädliche Nebenwirkungen. Zudem sind sie in der Regel ko- stengünstiger als die pharmazeutischen Präparate. Die Wissenschaftsfreiheit ist ein Grundrecht gemäss Bundes- verfassung. Die Behörden wären besonders verpflichtet, die- sen Grundsatz in der Praxis anzuwenden. Wenn dies beachtet wird, so ist die heutige Zusammensetzung von Arzneimittel- kommission und Leistungskommission - die einseitig auf die Doktrin der Schulmedizin festgelegt sind - überfällig für eine Neustrukturierung. Dies hat bekanntlich die IKS (Interkanto- nale Kontrollstelle für Heilmittel) schon vor einiger Zeit erkannt und hat eine Erneuerung der Gutachterkollegien bereits ange- fangen. Unter dem Begriff «Erfahrungsmedizin» sind in diesem Zu- sammenhang jene Medizinformen zu verstehen, die sich mit langjähriger praktischer Erfahrung durch diplomierte Aerzte ausweisen können. Dies trifft zu für folgende Vereinigungen: - Schweizerische Aerztegesellschaft für Erfahrungsmedizin - Schweizerischer Verein homöopathischer Aerzte -Vereinigung anthroposophisch orientierter Aerzte in der Schweiz. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 6. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 6 septembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.549 Postulat Nussbaumer Kostenteilung für Umweltschutzmassnahmen bei nationalen Verkehrsträgern Défense de l'environnement. Répartition des frais Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1989 Ich ersuche den Bundesrat zu prüfen, ob nicht dort, wo natio- nale Verkehrsträger zweimal die gleichen Landschaften durchschneiden, die Kosten für Verhütung oder Milderung der Durchschneidungsschäden sowie die Vorkehrungen zum Schütze der Landschaft dann auf beide Verkehrsträger gleich- massig zu verteilen sind, wenn bei der Erstdurchschneidung den Belangen des Natur- und Umweltschutzes nicht oder nur ungenügend Rechnung getragen worden ist. Texte du postulat du 22 juin 1989 J'invite le Conseil fédéral à examiner s'il ne conviendrait pas de répartir à parts égales les frais engendrés par la prévention et la réduction des dommages causés par la traversée des ter- res par des voies de communication ainsi que les mesures de- vant être prises pour protéger le paysage, dans les cas où deux voies de communication nationales coupent un même paysage et que les considérations de protection de la nature et de l'environnement n'ont pas été prises en compte, ou l'ont été insuffisamment, lors de la réalisation du premier projet. Mitunterzeichner - Cosignataires: Basler, Blatter, Bonny, Bürgi, Büttiker, Daepp, David, Fehr, Hänggi, Jung, Kühne, Le- dergerber, Loretan, Luder, Pini, Ruckstuhl, Schnider, Seiler Rolf, Steinegger, Wanner, Weber-Schwyz, Widrig, Zölch - (23) Schriftliche Begründung - Développement par écrit In den Sechziger- und Siebzigerjahren wurden nationale Ver- kehrsträger oft ohne Rücksicht auf Natur und Umwelt nach rein technischen und oekonomischen Gesichtspunkten ge- baut. Die Zunahme des Verkehrs machte diese Bauwerke not- wendig, damit die stark befahrenen Ortschaften und Agglome- rationen vom Durchgangsverkehr befreit werden konnten. Viele Wälder, unberührte Geländekammern und Landschaf- ten konnten ohne grosse Schwierigkeiten entzweigeschnitten werden. Erst im vergangenen Jahrzehnt ist das Umweltbewusstsein landesweit gestiegen. Heute sind die Anforderungen an die Erbauer sehr hoch. Eingehende Umweltverträglichkeitsprü- fungen, Forderungen nach Untertunnelungen, Wilddurchläs- sen oder Vernetzung der Lebensräume für die Fauna müssen vom Zweiterbauer berücksichtigt werden, ohne dass der Er- bauer der Erstdurchschneidung die höheren Anforderungen und Kosten der Umweltmassnahmen mittragen hilft. Als gravierende Durchschneidungen der Landschaften sind abgezäunte Verkehrsträger einzustufen. Ueberall dort, wo Landschaften von besonderer Schönheit mehrfach durch- schnitten werden, werden dem Erbauer der zweiten Durch- schneidung auch die Unterlassungen des Erstverursachers angelastet. Ein Kostenausgleich drängt sich auch dann auf, wenn im Baubereich des Ersterbauers keine direkten neuen Naturschutzmassnahmen gebaut werden. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 18. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 18 septembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Präsident: Das Postulat wird von Herrn Dreher bekämpft. Die Diskussion wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Verschoben - Renvoyé #ST# 89.552 Postulat Schule Umweltbezogene Marktinformation Produits «propres». Information des consommateurs Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1989 Der Bundesrat wird eingeladen, die Einführung von Umwelt- klassen für Stoffe und Produkte zu prüfen mit dem Ziel, durch diese Information eine Marktlenkung im Sinne eines effizien- ten Umweltschutzes zu erreichen. Texte du postulat du 22 juin 1989 Le Conseil fédéral est invité à considérer l'introduction de clas- ses d'écotoxicité pour les substances et les produits, cette in- formation ayant pour objet d'influer sur le marché, de manière à encourager la protection de l'environnement. Mitunterzeichner- Cosignataires: Aliesch, Allenspach, Antille, Bremi, Büttiker, Couchepin, Eppenberger Susi, Fäh, Fischer- Seengen, Giger, Loretan, Martin, Mauch Rolf, Mühlemann, Müller-Meilen, Nabholz, Petitpierre, Spalti, Spoerry, Steineg- ger, Tschuppert, Wanner, Weber-Schwyz, Wyss Paul, Zwingli (25) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Umweltverträglichkeit von Stoffen und Produkten soll auf einfache und augenfällige Art deklariert werden, so dass der Konsument seine Kaufentscheide zugunsten umweltverträgli- cherer Produkte fällen kann. Denkbar ist ein Klassifizierungssystem ähnlich der Giftklas- sen, wobei auch eine Auszeichnung besonders umwelt- freundlicher Stoffe und Produkte möglich wäre.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Hafner Rudolf Berücksichtigung der Erfahrungsmedizin in Kommissionen Postulat Hafner Commission fédérale des médicaments. Représentation des médecines parallèles In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.538 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 06.10.1989 - 08:00 Date Data Seite 1724-1725 Page Pagina Ref. No 20 017 796 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.