ZMP 2017 Nr. 9 Art. 97 OR; Art. 101 OR; Art. 271 f. OR ; Art. 152 ZPO ; Art. 157 ZPO ; Art. 328 ZPO. Schadenersatzpflicht des Vermieters wegen wahrheitswidriger Begrün- dung einer Kündigung. Antizipierte Beweiswürdigung. Revision des Künd i- gungsschutzurteils als Voraussetzung für die Klage Erweist sich der als Kündigungsgrund angegebene Eigenbedarf nachträglich als unwahr, hat der Vermieter der Mieterin Schadenersatz wegen Vertragsverletzung zu leisten (MG, E. IV.1.2+3; OG, E. II.2.3.1) . Er muss sich das Versc hulden eines Familienmitglieds anrechnen lassen, für welches er Eigenbedarf geltend gemacht hat und das in seinem Namen die Kündigung veranlasst hat (MG, E. IV.2.2; OG, E. II.4.4). Dass die Mieterin das Kündigungsschutzverfahren nicht durchgefochten hat, s chliesst den Schadenersatzanspruch nicht ohne weiteres aus (MG, E. IV.1.2; OG, E. II.2+3). Für den Ersatz normativen Schadens (hier: Zeitaufwand für das Zügeln) besteht keine Rechtsgrundlage (MG, E. IV.1.3). Eine antizipierte Be- weiswürdigung braucht vom Gericht nicht explizit als solche bezeichnet zu we r- den; sie kann sich auch aus der Urteilsbegründung ergeben (OG, E. II.4). Das Bundesgericht verlangt demgegenüber für eine Schadenersatzklage, dass die Mieterin zuvor die Revision des Kündigungsschutzurteils erwirkt (BGE, E. 5.4). [Anm. d. Red.: Es liegt zwar eine Entscheidung über eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung vor. Offen bleibt aber, ob die nach dem Kündigungs- schutzurteil eingetretenen Tatsachen überhaupt von dessen Rechtskraft erfasst sind und ob sie Grundlage einer Revision hätten bilden können (Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO, zweiter Satzteil). Unklar ist zudem der Stellenwert des aussergerichtlichen Vergleichs, der letztlich Grundlage für die Beendigung des Mietverhältnisses bi l- dete und mi t welchem die Parteien nach dem Kündigungsschutzurteil neu über den Streitgegenstand verfügt hatten.] - 2 - Aus dem Urteil des Mietgerichts MG160001-L vom 16. Januar 2017 (Urteile des Obergerichts NG170006-O vom 26. September 2017 sowie des Bundesgerichts 4A_563/2017 vom 19. Februar 2019 im Anschluss; Gerichtsbesetzung: Weber; Gerichtsschreiberin Schenk-Dändliker): "I. Sachverhalt und Prozessgeschichte 1. Sachverhalt 1.1. Mit Mietvertrag vom 12. November 1996 mietete die Klägerin vom Bekla g- ten 2 und von dessen am 24. Mai 2015 verstorbene n Ehefrau T. ab dem 1. Januar 1997 eine 4 -Zimmerwohnung im 4. Stock der Liegenschaft M. - strasse (…) in Zürich. Dieser Mietvertrag war kündbar dreimonatlich zum Voraus auf Ende März / Ende Juni / Ende September und der Bruttomietzins betrug (…) nach den Angaben der Parteien an der Hauptverhandlung Fr. 1'704.– pro Monat. 1.2. Nach den unbestrittenen Feststellungen im Urteil des Mietgerichts vom 23. Oktober 2014 wurde die Liegensch aft während der Mietdauer durch die Q. - Immobilien verwaltet. Mit amtlichem Formular vom 18. Januar 2013 kündigte die Verwaltung den Mietvertrag ohne Angabe einer Begründung auf den 30. Juni 2013. Gleichentags erstellte der zuständige Verwalter (…) eine Not iz, in der er festhielt, vom Beklagten 1 [Sohn des Beklagten 2, Anm. d. Red.] telefonisch am 12. Dezember 2012 beauftragt worden zu sein, der Klägerin ohne Angabe eines Grundes auf Ende Juni 2013 zu kündigen; die Begründung "Eigenbedarf" werde auf Verlangen nachgesandt. Auf mehrmaliges Nachfragen der Klägerin gab [der Verwalter] als Kündigungsgrund Eigenbedarf an und konkretisierte dies mit dem Hinweis, der Beklagte 1 möchte die Wohnung mit seiner Familie für sich bea n- spruchen. Dies sei mit dem Familienzuwa chs im Januar 2013 und dem Arbeitsort Zürich-(…) des Beklagten 1 und seiner Partnerin P. zu begründen. Die Familie sei auf eine grössere Wohnung in der Nähe ihres Arbeitsortes angewiesen. Die Klägerin focht die Kündigung an und machte geltend, der Eigenbe darf sei vorgeschoben, es werde vielmehr beabsichtigt, die Wohnung teurer weiterz u- vermieten. Im gerichtlichen Verfahren, in welchem auch Beweisverhandlungen mit Augenschein, Parteibefragungen und Zeugeneinvernahmen durchgeführt wurden, - 3 - verneinte das Mietgericht Zürich mit Urteil vom 23. Oktober 2014 die Missbräuc h- lichkeit der Kündigung und erstreckte gleichzeitig das Mietverhältnis definitiv bis zum 30. September 2014. Zum Kündigungsgrund hielt es fest, dass sich mit Blick auf die im Vergleich zum Mietobjek t gesamthaft grosszügiger und moderner wi r- kende Wohnung der Familie des Beklagten 1 an der N.-strasse (…) in Zürich nicht jedermann für einen Umzug ins Mietobjekt entscheiden würde. Es stellte jedoch auf die Zeugenaussagen des Verwalters und vor allem des Beklagten 1 und de s- sen Lebenspartnerin ab, die angegeben hatten, sie hätten schon nach der Geburt der Tochter am (…) 2012 erfolglos nach einer grösseren Wohnung gesucht und daher die Eltern des Beklagten 1 gefragt, ob sie in die Liegenschaft an der M.- strasse (…) ziehen könnten. Das Gericht glaubte dem Beklagten 1 und P. insbe- sondere ihre Darstellung, ein Umzug sei für sie besonders wegen des beheizb a- ren Werkstattraumes an der M.-strasse (…) wünschenswert, da P. dort anders als an der N.-strasse (…) mehr Platz für ihre Atelierarbeiten haben werde und ang e- fangene Arbeiten nicht immer wieder auf - und abbauen müsse wie in der bisher i- gen Wohnung. 1.3. Am 11./14. November 2014 schlossen die Klägerin und die Vermieter einen aussergerichtlichen Vergleich, worin das Miet verhältnis in Abweichung vom e r- wähnten Urteil letztmals bis 31. März 2015 erstreckt und der Klägerin das Recht zugestanden wurde, schon zuvor mit einer Frist von 30 Tagen auf jedes Monat s- ende zu kündigen. Die Klägerin kündigte darauf das Mietverhältnis mit Schreiben vom 24. November 2014 auf Ende Dezember 2014. Mit E-Mail vom 10. Dezember 2014 fragte die Klägerin den Verwalter an, ob der Beklagte 2 und dessen Ehefrau T. noch bereit wären, sich an den Vergleich vom 11./14. November 2014 zu halten, da sie als Allergikerin in ihre neue Wo h- nung nicht einziehen könne, weil diese von Schimmelpilz befallen sei. Am 11. De- zember 2014 entsprach der Verwalter im Namen der Vermieterschaft der Bitte . Am 12. Januar 2015 erkundigte sich die Klägerin per E -Mail beim Verwalter, ob sich infolge des geplanten Erweiterungsbaus der Z.-Schule die Ausgangslage geändert habe und eine Verlängerung des Mietvertrages denkbar wäre. Die Mie t- liegenschaft stehe als einzige sich auf dem Schulareal befindliche Privatliege n-- 4 - schaft im Visier [der zuständigen Behörde] und wegen der geplanten Bauarbeiten stehe eine längerfristige Grossbaustelle direkt vor dem Haus an. Mit Antwort vom nächsten Tag wurde ihr mitgeteilt, de m Beklagten 1 sei von einem solchen Ba u- vorhaben nichts bekannt und das Mietv erhältnis könne nicht weiter verlängert werden. 1.4. Gestützt auf einen Mietvertrag vom 19. Januar 2015 konnte sich die Klägerin per 15. Februar 2015 eine neue Wohnung an der L.-strasse (…) in Zürich be- schaffen und bezog diese auf Anfang März 2015 . Das Mietverhältnis zwischen den Parteien wurde per Ende Februar 2015 beendet. 1.5. Mit Schreiben vom 20. Mai 2015 erkundigte sich die Klägerin durch ihre Rechtsvertreterin beim Beklagten 1 und P., ob es sich bei dem mittlerweile auf homegate.ch ausgeschriebenen Objekt um ihre ehemalige Woh nung an der M. - strasse (…) handle, erinnerte sie an ihre Zeugenaussagen vor Gericht und e r- suchte sie um eine Stellungnahme dazu, weshalb sich der geltend gemachte E i- genbedarf nicht realisiert habe. Mit Schreibe n vom 7. Juni 2015 bestätigten der Beklagte 1 und P., dass es sich bei dem auf homegate.ch ausgeschriebenen Ob- jekt um die ehemalige Wohnung der Klägerin handle. (…) Den Vorwurf einer fa l- schen Zeugenaussage weise man zurück. Gemäss Auskunft [der zuständigen Behörde] "von Anfang dieses Jahres" plane [diese] eine umfassende Erweiterung [der Schule auf] der Nachbarparzelle, was dem Beklagten 1 und seiner Partnerin vorher nicht bekannt gewesen sei. Sollte es zu einem Einbezug der Liegen schaft M.-strasse (…) kommen, sehe man dort wohl keine Zukunft mehr, jedenfalls s o- lange die weitere Entwicklung nicht geklärt sei. 2. Prozessgeschichte (…) Zu Beginn der Hauptverhandlung zog die Klägerin die Klage gegen den B e- klagten 1 zurück [Anm. d. Red.: in Anerkennung der fehlen den Passivlegitimation aus erb- bzw. güterrechtlichen Gründen]. (…) - 5 - IV. Materielles 1. Schadenersatzpflicht bei einer Kündigung gegen Treu und Glauben 1.1. Bei der Miete von Wohn - und Geschäftsräumen ist die Kündigung anfech t- bar, wenn sie gegen den Grundsatz von Tre u und Glauben verstösst (Art. 271 Abs. 1 OR). Eine Kündigung ist treuwidrig, wenn sie ohne objektives, ernsthaftes und schützenswertes Interesse und damit aus reiner Schikane erfolgt oder Int e- ressen der Parteien tangiert, die in einem krassen Missverhältnis zueinander ste- hen (BGE 138 III 59 E. 2.1; BGer 4A_345/2007 vom 8. Januar 2008, E. 4.2.1). Ein Eigenbedarf stellt grundsätzlich ein en legitimen Kündigungsgrund dar , vorausge- setzt er erweist sich als ernsthaft. Dies geht aus dem Gesetz deutlic h hervor, denn der Eigenbedarf wird als Vermieterinteresse bei der Bemessung einer E r- streckung des Mietverhältnisses erwähnt (Art. 272 Abs. 2 lit. d OR) und vermag bei Dringlichkeit gar eine Sperrfrist im Sinne von Art. 271a Abs. 1 lit. d und e OR zu durchbrechen (Art. 271a Abs. 3 lit. a OR; SVIT-K, Art. 271a OR N 74). Umge- kehrt ist eine Kündigung, die mit einem Eigenbedarf begründet wird, obwohl in Wahrheit ein anderer Grund zur Kündigung geführt hat, stets treuwidrig im Sinne von Art. 271 Abs. 1 OR, denn unwahre Motive sind mit den Kriterien von Treu und Glauben nicht zu vereinbaren und ein vorgeschobener Eigenbedarf kann gerade wegen des Gewichts eines realen Bedarfs vernünftigerweise nur den Zweck h a- ben, den Mieter um seine Rechte zu bringen oder diese doch zumindest erheblich zu beschneiden, insbesondere bezüglich der Erstreckungsdauer. Der geltend gemachte Kündigungsgrund muss im Zeitpunkt der Kündigung bestehen, fällt er in der Folge dahin, wird die Kündigung nicht nachträglich tre u- widrig (BGE 138 III 59 E. 2.1; BGer 4C.333/1997 vom 8. Mai 1998 E. 3b; ZK -HIGI, Art. 271 OR N 119). Dies schliesst nicht aus, dass auch Tatsachen berücksichtigt werden können, die sich später ereignet haben, um den tatsächlichen Willen im Zeitpunkt der Kündigung zu eruieren (BGer 4A_623/2010 vom 2. Feb ruar 2011 in mp 2/11 S. 135 ff.; BGer 4A_518/2010 vom 16. Dezember 2010 E. 2.4.1; BGer 4A_241/2010 vom 10. August 2010 E. 2.1.6 in mp 4/10 S. 280). - 6 - Die Ermittlung des tatsächlichen Kündigungsgrundes ist eine Tatfrage. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung obliegt grundsätzlich dem Mieter die Beweislast für die tatsächlichen Voraussetzungen einer missbräuchlichen Ve r- mieterkündigung. Mit Blick auf die Begründungspflicht nach Art. 271 Abs. 2 OR und generell die Mitwirkungsobliegenheit des Vermieters bleibt dessen Untätigkeit aber nicht folgenlos. Bleibt eine Begründung ganz aus, erläutert der Vermieter den angegebenen Grund nicht weiter oder unterlässt er die Beibringung von B e- weisen, die den Grund zumindest glaubhaft machen, kann dies zur Aufhebung der Kündigung führen (BGE 131 III 535 E. 4.3; BG er 4A_623/2010 vom 2. Februar 2011 in mp 2/11 S. 135 ff .; zur – mit Blick auf das vergleichbare E r- gebnis nicht allzu bedeutsamen – Kritik betr. Beweislastverteilung vgl. BSK OR I - WEBER, Art. 271-271a N 30). 1.2. Eine andere Frage ist, ob eine Kündigung wider Treu und Glauben zu einer Schadenersatzpflicht der kündigenden Partei führen kann. Die Lehre anerkennt dies zwar grundsätzlich, fordert aber eine gewisse Zurückhaltung. BARBEY sieht eine mögliche Anspruchsgrundlage nur in einer unerlaubten Handlung im Sinne von Art. 41 OR und gibt zu bedenken, dass ein Verstoss gegen Treu und Glauben weder einen Eingriff in absolut geschützte Rechte wie die Persönlichkeit oder das Eigentum bilde noch ei ne Verletzung einer Schutznorm. Zudem sei dem Mieter zuzumuten, die Kündigung anzufechten. Tue er dies nicht, so könne ihm auch keine finanzielle Forderung zugestanden werden, es sei denn er entdecke den wahren Kündigungsgrund erst nach Ablauf der Frist zur Anfechtung (BARBEY, Pro- tection contre les congés concernant les baux d'habitation et de locaux comme r- ciaux, Genf 1991, Art. 271 -271 a OR N 310 ff.). Dem halten andere Auto ren ent- gegen, eine Kündigung wider Treu und Glauben stelle eine Vertragsverletzung dar und könne daher durchaus gestützt auf Art. 97 OR zu einer Schadenersatz - oder Genugtuungspflicht des Kündigenden führen (LACHAT, Le bail à loyer, 4. A., Lausanne 2008, S. 761; RONCORONI, Le nouveau droit du bail à loyer: protection contre les congés, 6 e Séminaire sur le droit du bail, Neuchâtel 1990, S. 10; ZK - HIGI, Art. 271 OR N 98; Mietrecht für die Praxis/THANEI, 9. A., Zürich 2016, S. 780; BSK OR I -WEBER, Art. 271-271a N 34). LACHAT betont, dass die vertragswidrige Kündigung selbst im Falle ihrer Aufhebung zu Schadenersatzansprüchen führen - 7 - könne, etwa bezüglich Aufwendungen, die durch eine Parteientschädigung nicht gedeckt sind, oder auch bezüglich Genugtuung ( LACHAT, a.a.O., S. 761). HIGI führt als konkretes Beispiel die Aufwendungen des Mieters in Zusammenhang mit der nach Aufhebung der Kündigung nutzlos gewordenen Suche nach einem E r- satzobjekt an (ZK -HIGI, Art. 271 OR N 102). Entsprechend bejahen LACHAT wie HIGI einen Schadenersatzanspruch auch bei unterlassener Anfechtung, wenn der Mieter erst nachträglich erfährt, dass der Kündigungsgrund vorgeschoben war, oder wenn der Vermieter den Mieter von einer Anfechtung abgehalten hat (LACHAT, a.a.O.; ZK-HIGI, Art. 271 OR N 100 ff., 104). Zweifellos stellt eine Kündigung, die entgegen den mietrechtlichen Künd i- gungsschutzvorschriften erfolgt, eine Vertragsverletzung dar, so dass auch die Haftung nach Art. 97 OR grundsätzlich greift, denn wie H IGI zu recht ausführt, än- dert das zwingende Geset zesrecht im Mietrecht nichts daran, dass die Künd i- gungsschutzvorschriften zu den vertraglichen Regeln gehören, die zwischen den Parteien gelten (ZK-HIGI, Art. 271 OR N 98). Ob daneben auch das ausservertrag- liche Haftpflichtrecht zum Tragen kommt, braucht daher nicht weiter untersucht zu werden. Der Einwand in der Lehre, ein blosser Verstoss gegen Treu und Glauben richte sich nicht gegen eine Schutznorm im Sinne des Haftpflichtrechts, scheint zwar richtig. Ausservertragliche Ansprüche könnten sich immerhin a us besonde- ren Schutznormen ergeben, etwa denjenigen des UWG und den Bestimmungen über den strafrechtlichen Schutz des Mieters, insbesondere aus Art. 325 bis Abs. 2 StGB. Soweit gegen einen vertraglichen Schadenersatzanspruch des Mieters eingewendet wird, de r Verzicht auf eine Anfechtung der Kündigung bedeute z u- gleich auch eine Anerkennung derselben (ZK-HIGI, Art. 271 N 103), scheint dies in dieser Absolutheit zumindest fraglich. Im Kontext der Anfechtung von Verträgen wegen Täuschung oder Furcht sieht das Ge setz explizit vor, dass die Genehm i- gung des Vertrages den Anspruch auf Schadenersatz nicht ohne weiteres au s- schliesst (Art. 31 Abs. 3 OR). Nur wenn der Schaden durch eine Anfechtung ve r- mieden worden wäre, entfällt der Anspruch (BGE 109 Ia 10 f.). Die Ausga ngslage bei der Anfechtung der Kündigung spricht für die Anwendung der gleichen Regel, zumal sich der Mieter innert 30 Tagen für eine Anfechtung entscheiden muss und nicht innert eines Jahres. Erforderlich für einen Schadenersatzanspruch ist i m-- 8 - merhin, dass der Mieter bei der Ausgangslage, wie sie sich ihm zur Zeit des Ve r- zichts auf eine Anfechtung oder aber des Entscheides bot, begründeten Anlass hatte, um an der Klage nicht weiter festzuhalten. Darüber hinaus ist ein Schade n- ersatzanspruch auch ausgeschloss en, wenn wegen nach dem Verzicht auf ein Anfechtungsverfahren entdeckter Beweismittel eine Wiederherstellung der A n- fechtungsfrist infrage kommt (ZK -HIGI, Art. 271 OR N 98, N 105; Mietrecht für die Praxis/THANEI, a.a.O., S. 780) oder wenn eine Revision des für den Mieter negati- ven Gerichtsentscheids möglich ist (Art. 328 ff. ZPO). In beiden Fällen gilt dies jedoch nur, wenn dem Mieter die Berufung auf diese Rechte zugemutet werden kann. Dies ist insbesondere dann nicht der Fall, wenn er sich inzwischen Ersat z beschafft hat, so dass ihm durch die angesprochenen Massnahmen eine doppelte Belastung mit Mietkosten droht. Die Rechtsbehelfe erweisen sich zudem nur dann als wirksam, wenn die Mietsache inzwischen nicht schon weitervermietet ist, denn andernfalls schei tert ein erneuter Bezug am gleichrangigen Erfüllungsanspruch des neuen Mieters. 1.3. Für die weiteren Voraussetzungen einer Schadenersatzpflicht gelten die Art. 97 und 99 Abs. 3 OR mit dem dortigen Verweis auf das ausservertragliche Haftpflichtrecht. Neben der Vertragsverletzung hat der Mieter den Schaden und den natürlichen Kausalzusammenhang zu beweisen. Das Verschulden des Ve r- mieters wird hingegen vermutet (BSK OR I-WIEGAND, Art. 97 N 5 f.). Der nach Art. 97 OR geschuldete Scha denersatz zielt auf den Ausgleich des Nachteils infolge der Schlechterfüllung in Form der treuwidrigen Kündigung ab . Schaden ist dabei definiert als unfreiwillige Vermögenseinbusse des Geschädigten. Er besteht in der Differenz zwischen dem Vermögensstand der geschädigten Person mit und ohne schädigendes Ereignis. Er kann in einer Minderung der Aktiven, einer Verme h- rung der Passiven oder auch in entgangenem Gewinn bestehen. Soweit ein Nachteil nicht zu einer Vermögensminderung führt, sind die Lehre – und noch stärker die Rechtsprechung – sehr zurückhaltend und anerkennen solche E r- scheinungen nur in Ausnahmefällen als Schaden im Rechtssinne (ausführlich d a- zu GAUCH/SCHLUEP/SCHMID/EMMENEGGER, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 10. A., Zürich 2014, Rz. 2856 ff., insbes. zum K ommerzialisie- rungs- und Frustrationsschaden). Das Bundesgericht hat in Zusammenhang mit - 9 - der Verletzung von Patentrechten erklärt, dass ein Nutzungsausfall keinen Sch a- den darstellt (BGE 132 III 379 E. 3.3.2). Ersatz für nicht auf einer Vermögensmi n- derung beruhende Ausfälle wird nach der Rechtsprechung einzig für den Hau s- halt- und den Pflegeschaden gewährt (BGE 132 III 379 E. 3.3.2; vgl. BGE 127 III 403 E. 4 und BGE 126 III 392 E. 11a), wobei diese Schadensarten insofern von den klassischen abweichen, als ein Schadenersatz selbst dann geschuldet ist, wenn der geschädigten Person aus der Beeinträchtigung der Haushaltführung oder aus der Pflege keine zusätzlichen finanziellen Aufwendungen entstehen, weil Angehörige diese Aufgaben ohne Entschädigung besorgen – man spricht hier vom Ersatz normativen Schadens ( GAUCH/SCHLUEP/EMMENEGGER, a.a.O., Rz. 2854). Selbst der Ersatz entgangenen Gewinns ist an strenge Voraussetzungen geknüpft und ist nur geschuldet, wenn der Gewinn als üblich erscheint oder dem Geschädigten sonstwie sicher in Aussicht stand (BGE 132 III 379 E. 3.3.3). En t- sprechend hat es das Bundesgericht im genannten Entscheid abgelehnt, im P a- tentrecht der verletzten Person unabhängig vom Nachweis einer Vermögensmi n- derung Schaden in der Höhe des Betrags zuzuspr echen, zu welchem dem Sch ä- diger eine Lizenz zur Verwertung des Patentes gewährt worden wäre (Lizenzan a- logie). Im Falle des Schadenersatzes wegen missbräuchlicher Kündigung verhält es sich nicht anders: BARBEY betont, mangels einer dem Arbeitsrecht vergleichba- ren Regelung komme eine pauschale Entschädigung mit Strafcharakter etwa in Höhe einer bestimmten Anzahl Monatsmieten nicht infrage ( BARBEY, a.a.O., Art. 271-271a OR N 311; vgl. zu weiteren gesetzlichen Schadenspauschalen etwa Art. 42 Abs. 2 oder Art. 19 1 Abs. 3 OR). Aber auch bei Aufwendungen, die mangels Auslagen keine Vermögensminderung zur Folge haben, liegt kein Schaden im Rechtssinne vor. So kann der Mieter etwa zwar den Ersatz von Inseratekosten in Zusammenhang mit der Ersatzbeschaffung für die gek ündigte Wohnung verla n- gen, nicht aber eine Entschädigung für den Zeitaufwand bei der Durchsicht von Inseraten oder für deren Beantwortung, jedenfalls soweit damit kein Einko m- mensausfall verbunden ist (ZK -HIGI, Art. 271 OR N 102). HIGI spricht damit die Konstellation an, dass der Geschädigte Ersatz für einen Aufwand verlangt, den er sich "gar nicht anderweitig erkauft" hat (so GAUCH/SCHLUEP/EMMENEGGER, a.a.O., Rz. 2857, zum Kommerzialisierungsschaden). Keine Ersatzpflicht besteht nach der Rechtsprechung auch für den Schaden, den Dritte erleiden, es sei denn dem - 10 - Vertrag könne eine Schutzwirkung zugunsten solcher Personen entnommen we r- den (GAUCH/SCHLUEP/EMMEN-EGGER, a.a.O., Rz. 2882 ff.). Die geschädigte Person trifft eine Schadenminderungsobliegenheit (Art. 4 4 Abs. 1 i.V.m. Art. 99 Abs. 3 OR). Zudem muss sie sich Vorteile anrechnen lassen, die sie aus dem schädigenden Ereignis gezogen hat. Solche Vorteile sind alle r- dings nicht zu vermuten. Als rechtsaufhebende Tatsache oder auch "negativer Schaden" sind sie vo m Schädiger zu behaupten und zu beweisen. Ein relevanter Vorteil liegt nur vor, wenn ein innerer Zusammenhang mit dem schädigenden E r- eignis besteht (G AUCH/SCHLUEP/EMMENEGGER, a.a.O., Rz. 2914). Zudem erfolgt kein Abzug, soweit ein Mehrwert dem Geschädigten aufgezwungen wurde (BK - BREHM, Art. 42 OR N 42a): Der Hotelier, der seinem Gast kein Zimmer der verei n- barten Kategorie anbieten kann, kann beispielsweise keinen Aufpreis für das zum Ersatz angebotene Zimmer einer höheren Kategorie verlangen. 2. Würdigung im vorliegenden Fall 2.1. Im Kündigungsschutzverfahren MB130009 wurde die Kündigung der Ve r- mieterseite vom Mietgericht vorab gestützt auf die Zeugenaussagen des Bekla g- ten 1 und P.s als gültig beurteilt, welche beteuert hatten, mit dem geltend g e- machten Eigenbedarf sei es ihnen ernst. Es wurde schon darauf hingewiesen, dass das Gericht schon im damaligen Verfahren mit Blick auf die grosszügiger und moderner wirkende Wohnung an der N.-strasse (…) gewisse Zweifel am Wahrheitsgehalt der Zeugenaussagen hegte. Betrachtet man die Entwicklung seit jenem Urteil, kann es ausgeschlossen werden, dass das Gericht in Kenntnis aller heute zutage getretenen Umstände zum gleichen Ergebnis gelangt wäre. Zwar wendet der Beklagte 2 zu recht ein, dass es nach der Rech tsprechung des Bu n- desgerichts für die Frage der Gültigkeit auf die Umstände zur Zeit der Kündigung ankommt. Richtig ist auch, dass sich nach einer Eigenbedarfskündigung Verände- rungen ergeben können, die den Vermieter dazu veranlassen, die ursprünglich beabsichtigte Eigennutzung zu überdenken. Im vorliegenden Fall kann man die Sache allerdings drehen und wenden, wie man will, das Verhalten der Vermiete r- schaft bleibt ungereimt. - 11 - Zunächst wurde die ehemalige Mietwohnung noch während laufender R e- novationsarbeiten für Fr. 2'392. – brutto auf homegate.ch ausgeschrieben, mithin zu einem Mietzins, der um Fr. 650. – pro Monat höher liegen sollte als der zuletzt von der Klägerin bezahlte Bruttomietzins von Fr. 1'742. –; noch höher wäre die Differenz, wenn der zuletzt ge ltende Mietzins Fr. 1'704. – betrug, wie die Parteien an der Hauptverhandlung übereinstimmend geltend machten. Die Ausschreibung erfolgte unbefristet ("Verfügbar nach Vereinbarung"), die Vermietung dann – prak- tisch gleichzeitig mit der Einleitung des vorlie genden Verfahrens, aber erst nac h- dem sich der zu beurteilende Streit schon abgezeichnet hatte – mit Vertrag vom 12. August 2016 befristet bis zum 31. März 2017, und zwar für Fr. 2'433.– brutto. Eine Adressangabe enthielt die Ausschreibung auf homegate.ch nicht, obwohl dies für potentielle Interessenten wohl eine der wichtigsten Angaben überhaupt ist; man begnügte sich mit den verschleiernden Hinweisen "80 [xx] Zürich" und "Zentral". Von der Rechtsvertreterin der Klägerin angesprochen auf die Au s- schreibung, f ührten der Beklagte 1 und P. mit Schreiben vom 7. Juni 2015 als Hauptgrund für die geplante Drittvermietung nicht etwa die befürchteten Immiss i- onen in Zusammenhang mit den Ausbauplänen für die Z.-schule an, sondern die immer beschwerlicher gewordene Pflege des Vaters und der (kurz vor Abfassung des Schreibens verstorbenen) Mutter des Beklagten 1. Die Aufgabe habe den Beklagten 1 an seine physischen und psychischen Grenzen gebracht und die z u- sätzliche Belastung durch einen Wohnungswechsel als "Tropfen, der d as Fass zum Überlaufen bringen würde", erscheinen lassen. Unabhängig vom Umfang des geltend gemachten Pflegeaufwands fällt auf, dass dieser nach den Angaben des Beklagten 1 und P.s "seit 4 Jahren", also zurückgerechnet vom Datum des Schreibens vom 7. Juni 2015 seit 2011 angefallen sein soll, so dass der Aufwand schon im Zeitpunkt der Kündigung bestand. Verglichen mit dem Pflegeaufwand hat die Belastung durch einen im schlechtesten Fall wenige Tage in Anspruch nehmenden Wohnungswechsel jedenfalls nicht das G ewicht, um einen lange g e- hegten Wunsch nach einem Umzug in eine passendere Wohnung in Luft aufzul ö- sen, wo einem doch die angepeilte Wohnung angeblich den ersehnten Raum für bislang eher beschwerliche Atelierarbeiten bieten würde. Im Schreiben vom 7. Juni 2015 erwähnten der Beklagte 1 und P. zwar auch die geplanten Umbauarbei- ten auf der Nachbarparzelle, die einen Umzug einstweilen unzumutbar machten, - 12 - solange die Auswirkungen nicht klar seien. Die Bauarbeiten scheinen aber neben dem Pflegeaufwand als dem ange blich sprichwörtlichen Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht haben soll, keine relevante Rolle gespielt zu haben. Andernfalls liesse sich die Gleichgültigkeit nicht erklären, mit der der Beklagte 1 auf die Anfrage der Klägerin vom 12. Januar 2015 r eagierte, ob die bevorstehe n- den Arbeiten an den Bauten der Z.-schule allenfalls eine Verlängerung des Mie t- vertrages über den im Vergleich vom 11./14. November 2014 vorgesehenen End- termin Ende März 2015 hinaus möglich mache. [Der Verwalter] teilte der Klägerin in seiner Antwort vom 13. Januar 2015 mit, dem Beklagten 1 sei vom Bauvorh a- ben nichts bekannt (a.a.O.). Diese Reaktion erscheint äusserst ungewöhnlich für jemanden, der sich angeblich mit der Absicht trägt, in eine Wohnung zu zügeln, und der überraschend erfährt, dass in der Nachbarschaft eine Grossbaustelle droht. Die Vermieterschaft hatte allen Anlass, den Hinweis der Klägerin ernst zu nehmen, da ihnen spätestens seit dem Kündigungsschutzverfahren bekan nt war, dass sie als Lehrerin just an der fraglichen Z.-schule tätig ist und deshalb wohl über zuverlässige Informationen bezüglich des Bauvorhabens verfügte. Die ebe n- so gleichgültige wie kurz angebundene Antwort passt hingegen sehr gut zu j e- mandem, der vom Bauprojekt schon Kenntnis hat, den dieses aber nicht gross kümmert, weil er persönlich davon nicht betroffen ist. Zwar könnte sich die Ha l- tung des Beklagten 1 zum geltend gemachten Eigenbedarf auch erst nach der Kündigung verändert haben. Allein schon dass er dies bei der Nachfrage der Klä- gerin nicht offen gelegt hat, bildet aber ein gewichtiges Indiz für einen vorgesch o- benen Eigenbedarf zur Zeit der Kündigung. Dies passt auch zum Umstand, dass der Beklagte 1 schon bei der Kündigung nicht mit offenen Karten spielte: So gab er [dem Verwalter] unbestrittenermassen den Auftrag, die auszusprechende Kü n- digung vorerst nicht zu begründen und erst bei einer Rückfrage der Klägerin E i- genbedarf geltend zu machen. Ein solches Verhalten ist mit Blick auf den U m- stand, dass eine Begründung nach Art. 27 1 Abs. 2 OR erst auf Verlangen b e- gründet werden muss, durchaus zulässig. Es bildet aber nicht die Regel, denn wer ernst gemeinte Kündigungsgründe hat, wird diese für gewöhnlich schon im eigenen Interesse von sich aus nennen, zumal erst dies sachbezogene Ve rhand- lungen über eine allfällige Erstreckung ermöglicht, besonders wenn es um einen Eigenbedarf geht (vgl. Art. 272 Abs. 2 lit. d OR). - 13 - Geradezu unverständlich ist – wie die Klägerin zu recht geltend macht – die heutige Haltung des Beklagten 1 und P.s bezüglich des Werkstattraums, den sie im Kündigungsschutzverfahren beide als ausschlaggebend für die Kündigung b e- zeichnet hatten. Obwohl sie im Schreiben vom 7. Juni 2015 die Pläne für einen Umzug an die M.-strasse (…) nicht als definitiv gescheitert bezeichne ten, vermie- teten sie den Werkstattraum unbestrittenermassen anders als die ehemalige Wohnung der Klägerin (die zwar unbefristet ausgeschrieben, dann aber nach En t- stehung des vorliegenden Streits mit Vertrag vom 12. August 2015 nur befristet vermietet wurde ) unbefristet als Podologie-Studio. Da die M. -strasse (…) noto- risch nur rund 1,5 km von der N.-str. (…) entfernt liegt, hätte sich der für die Kü n- digung angeblich entscheidende Werkstattraum durch P. und den Beklagten 1 ohne grosse Probleme auch ohne die W ohnung im gleichen Gebäude nutzen las- sen, zumal die Betreuung der Tochter schon zur Zeit des Kündigungsschutzve r- fahrens u.a. in einer Krippe erfolgte. Die unbefristete Weitervermietung unte r- streicht daher, dass der geltend gemachte Eigenbedarf vorgeschoben war. In die gleiche Richtung weist der unbestritten gebliebene Umstand, dass der Beklagte 1 und P. sich überhaupt nicht mehr um ein Ersatzobjekt bemühen, wie die Klägerin zu recht vortragen lässt. Die Begründung, man habe sich einen sp ä- teren Umzug an die M.-strasse (…) offenhalten wollen, überzeugt schon deshalb nicht, weil ausgerechnet der als für die Kündigung entscheidend bezeichnete Werkstattraum unbefristet weitervermietet wurde. Wer sich alle Optionen offenhal- ten möchte, nimmt in einer solchen Situa tion eher den Leerstand eines Nebe n- raumes in Kauf, wenn sich denn tatsächlich kein Interessent für eine befristete Vermietung gefunden haben sollte, wie der Beklagte 2 vortragen lässt. Genügte und genügt aber die aktuelle Wohnung den Bedürfnissen des Bekla gten 1 und P.s, und zwar obwohl die private Belastung insbesondere des Beklagten 1 inzw i- schen wieder abgenommen hat, so kann der seinerzeit als Grund für die Künd i- gung vom 18. Januar 2013 behauptete Eigenbedarf nicht ernsthaft gewesen sein, geschweige denn aktuell. Unter solchen Umständen erhalten auch Indizien, die das Mietgericht beim Urteil vom 23. Oktober 2014 nicht als ausschlaggebend erachtete, ein neues G e-- 14 - wicht. So ist unbestritten, dass im Jahre 2010 schon einmal eine Eigenbedarf s- kündigung ausgesp rochen wurde, obwohl damals nicht sicher war, ob der Ki n- derwunsch des Beklagten 1 und P.s in Erfüllung gehen würde, und dass a n- schliessend die betroffene Wohnung zu einem massiv höheren Mietzins weite r- vermietet wurde. Weiter erschien es dem Mietgericht sch on im vorausgegang e- nen Verfahren als wenig plausibel, dass der Beklagte 1 und P. ihre mit einem Lift ausgestattete Wohnung angeblich gegen eine ohne einen solchen tauschen wol l- ten, obwohl ihrer (…) 2012 geborenen Tochter das Treppensteigen noch auf a b- sehbare Zeit grosse Mühe bereitet hätte. Es mag zwar richtig gewesen sein, dass die Tochter zur Zeit der Einvernahme bald einmal den Kinderwagen nicht mehr benötigt hätte, wie P. im vorausgegangenen Verfahren angab. Dafür hätten sie die Eltern aber noch während längerer Zeit die vier Etagen hoch - und hinuntertra- gen müssen, was auf die Dauer auch für gesunde Eltern recht beschwerlich ist. Damit erweist sich der geltend gemachte Eigenbedarf in Würdigung aller im Kontext des Kündigungsschutzverfahrens und nach des sen Abschluss bekannt gewordenen Umstände als vorgeschoben und nicht als nachträglich dahingefa l- len, wie der Beklagte 2 angibt. Dass die Vermieterschaft im Kündigungsschutzver- fahren einmal eine Konventionalstrafe angeboten hat, wie der Beklagte 2 auch heute geltend macht, ändert daran nichts, denn eine solche kam nicht zum Tr a- gen und wäre angesichts der inzwischen massiv erhöhten Miete auch kein gen ü- gender Anreiz für wahrheitsgemässe Angaben zum Kündigungsgrund gewesen. Eine Vertragsverletzung bei der Kündigung in Form der Angabe eines vorgesch o- benen Grundes ist damit zu bejahen. 2.2. Der Beklagte 2 wendet weiter ein, die Handlungen seines Sohnes im Z u- sammenhang mit der Kündigung des Mietvertrages und in der Zeit danach seien ihm nicht zuzurechnen. In der schri ftlichen Klageantwort vom 2. Mai 2016 räumte er allerdings ein, sein Sohn sei im Zeitpunkt der Kündigung das Bindeglied zw i- schen der Verwaltung ( …) und ihm sowie seiner Ehefrau gewesen. Unbestritten ist, dass der Beklagte 1 es war, der [den Verwalter] gemäss dessen Notiz instr u- ierte, dass der Klägerin die Wohnung gekündigt und dass eine Begründung erst auf Verlangen nachgeliefert werden sollte. Anzunehmen ist auch, dass der B e-- 15 - klagte 1 seine Eltern zumindest aktiv veranlasste, ihn zu einer entsprechenden Erklärung gegenüber dem Verwalter zu ermächtigen, denn er gab als Zeuge an, er bespreche alles, was die Liegenschaft angehe, mit seinen Eltern. Dies war im Übrigen die Antwort auf die Frage, wieso er überhaupt habe fragen müssen, z u- mal er zu Beginn der Einver nahme seine Rolle mit den Worten umschrieben ha t- te, er vertrete seine Eltern bei der Verwaltung. Wenn heute sein Vater etwas a n- deres vortragen lässt, erweist sich das als ausgesprochen unglaubhaft. Ins Bild passt, dass der Beklagte 2 zumindest einräumt, da ss er vom Beklagten 1 in se i- nen administrativen Angelegenheiten unterstützt wird und dass dieser deshalb auch am Orientierungsabend über die geplanten Bauarbeiten der Z.-schule a n- stelle des Beklagten 2 teilnahm. Ins Bild passt auch, dass etwa die E -Mail- Korrespondenz mit [der zuständigen Behörde] betr. allfällige Tauschobjekte bei einem Einbezug der Liegenschaft M.-strasse (…) ins Z.-schulbauprojekt au s- schliesslich über den Beklagten 1 lief. Damit ist klar, dass der Beklagte 1 schon zur Zeit der Kündigung ü ber eine Vollmacht seiner Eltern verfügte, um für sie Rechtshandlungen vorzunehmen. Dies zieht auch eine Wissensvertretung nach sich, so dass der Beklagte 2 sich das Wissen des Beklagten 1 um die Unwahrheit der angegeben Kündigungsgründe anrechnen lassen m uss. Selbst wenn der B e- klagte 1 nur als Hilfsperson seiner Eltern zu betrachten wäre, ergäbe sich kein anderes Resultat, denn diesfalls würde die Verschuldenszurechnung über die Hilfspersonenhaftung nach Art. 101 OR erfolgen. Dass die Eigenbedarfskündigun g durch den Beklagten 1 schuldhaft vera n- lasst wurde, bedarf keiner Erläuterung. 2.3. Der Beklagte 2 bestreitet einen Schadenersatzanspruch auch mit der B e- gründung, die Klägerin habe das Urteil des Mietgerichts vom 23. Oktober 2014 nicht angefochten, obwohl s ich dies geradezu aufgedrängt hätte, sondern habe mit der Vermieterschaft einen Erstreckungsvergleich abgeschlossen. Dabei habe die Vermieterschaft sich grosszügig gezeigt und der Klägerin gestattet, auf die bereits angezeigte Rückgabe der Sache per Ende D ezember 2014 zurückz u- kommen, als sie ihre inzwischen gemietete Wohnung wegen Schimmelpilzbefalls - 16 - nicht habe beziehen können. Die Klägerin hält dem entgegen, dass aus ihrer d a- maligen Sicht ein Weiterzug ein zu grosses Risiko gebildet habe. Die kantonale R echtsmittelinstanz kann den angefochtenen Entscheid im Rahmen eines Berufungsverfahrens in tatsächlicher wie rechtlicher Hinsicht frei überprüfen (Art. 310 ZPO). Im vorliegenden Fall kann auch nicht gesagt werden, eine Berufung gegen das mietgerichtliche U rteil wäre chancenlos gewesen, ger a- de mit Blick auf die Zweifel, die das Mietgericht aufgrund des Augenscheins in den beiden zur Diskussion stehenden Wohnungen hegte. Entscheidend ist aber, dass sich die meisten Tatsachen, die den sicheren Schluss auf den in Wahrheit nur vorgeschobenen Eigenbedarf zulassen, nach dem Auszug der Klägerin aus dem ehemaligen Mietobjekt Ende März 2015 ereigneten, insbesondere die ve r- klausulierte Ausschreibung auf homegate.ch, die unbefristete Weitervermietung des Werkstattraums und die unterlassenen Bemühungen des Beklagten 1 und P.s um anderweitigen Ersatz. Damit ist auch klar, dass die Chancen einer Berufung mit Blick auf die aus damaliger Sicht durchaus vertretbare Begründung des Mie t- gerichts nicht besonders gut waren. Selbst die bezüglich eines Schadenersatzan- spruchs des Mieters eher skeptische Lehre befürwortet einen Anspruch in Fällen der nachträglichen Entdeckung von Tatsachen, die die Unwahrheit des Künd i- gungsgrunds zu beweisen vermögen (ZK -HIGI, Art. 271 OR N 104; BARBEY, a.a.O., Art. 271-271a N 312). Wie schon erwähnt folgt aus der Analogie zu Art. 31 Abs. 3 OR das gleiche Resultat. Für die Klägerin spricht, dass sie kurz vor Unte r- zeichnung des Mietvertrags für ihre heutige Wohnung nochmals bei der Vermi e- terschaft anfragte, ob die Bauabsichten für die Z.-schule allenfalls eine Verläng e- rung des Mietverhältnis möglich machen würden. Damit hat sie auch das ihr Z u- mutbare unternommen und zugleich der Vermieterschaft die – bedenkenlos ver- tane – Chance eingeräumt, den nun eingekl agten Schaden zu vermeiden. Dass die Beklagten der Klägerin gestattet haben, auf ih re schon angezeigte vorzeitige Kündigung zurückzukommen, darf dem Beklagten 2 zwar nicht zum Nachteil g e- reichen. Allerdings hatte dieses Entgegenkommen keinen Einfluss auf d en von der Klägerin geltend gemachten Schaden und hat daher auch auf den heute zu fällenden Entscheid keinen Einfluss. Allenfalls hat das Entgegenkommen gröss e-- 17 - ren Schaden vermieden. Damit zielt auch dieser Einwand des Beklagten 2 ins Leere. Die Alternative einer Klage auf Revision war für die Klägerin nach Abschluss des Mietvertrags über ihre heutige Wohnung keine zumutbare Option, denn u n- abhängig davon, ob ein Erfüllungsanspruch überhaupt noch hätte durchgesetzt werden können, hätte die Klägerin sich dem Risiko ausgesetzt, für zwei Wohnu n- gen aufkommen zu müssen. 2.4. Dass das vertragswidrige Verhalten der Vermieterschaft in tatsächlicher Hinsicht die geltend gemachten Aufwendungen der Klägerin verursacht hat, steht nach dem Gesagten grundsätzlich ausser Zweifel . Auch der adäquate Kausalz u- sammenhang ist zu bejahen, denn die Kündigung gestützt auf den vorgeschob e- nen Eigenbedarf war nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet, die von der Klägerin geltend gemachten Aufwendungen zu verursachen oder sie doch allgemein zu begünstigen. Allerdings bestehen bei den einzelnen Positionen U n- terschiede, auf die bei den folgenden Ausführungen zum Schaden näher einz u- gehen ist. 2.5. Die einzelnen Schadenspositionen sind folgendermassen zu beurteilen: 2.5.1. Die geltend gemachten Umzugsko sten von Fr. 2'745. – sind belegt durch die Rechnung der Y.-transport GmbH vom 24. Februar 2015. Der Beklagte 2 wendet dagegen substantiiert einzig ein, wegen der bevorstehenden Grossba u- stelle hätte die Klägerin zeitnah ohnehin umziehen müssen. Dem kann nic ht ge- folgt werden, denn mit ihrer Anfrage per E-Mail vom 12. Januar 2015 hat d ie Klä- gerin deutlich zu verstehen gegeben, dass sie bereit gewesen wäre, die Baustelle in Kauf zu nehmen, wenn sie in der ehemaligen Mietwohnung hätte bleiben kö n- nen. Zudem kann der Schädiger sich generell nicht mit dem Einwand behelfen, der von ihm verursachte Schaden wäre später ohnehin entstanden. Der Beklagte 2 ist daher zu verpflichten, der Klägerin die Transportkosten zu ersetzen. 2.5.2. Was den Betrag von Fr. 2'500. – für die Endr einigung der Wohnung und das Packen betrifft, wendet der Beklagte 2 zu recht ein, dass es sich bei den E i- genleistungen der Klägerin und ihrer Freundinnen G. und I. nicht um Schaden im - 18 - Rechtssinne handelt. Um Ersatz für diese Aufwendungen zusprechen zu könn en, müsste die vorn dargelegte Rechtsprechung zum normativen Schaden, insbeso n- dere zum Haushalt- und Pflegeschaden (Ziff. IV.1.3), auf Fälle wie den vorliege n- den ausgedehnt werden. Wie erwähnt hat das Bundesgericht dies in der Verga n- genheit im Interesse ei ner angemessenen Begrenzung der Schadenersatzpflicht stets abgelehnt, und eine Änderung der Rechtsprechung zeichnet sich nicht ab. Dass der Beklagte 2 durch den Umstand, dass die Klägerin und ihre Freundinnen die entsprechenden Arbeiten geleistet haben, be sser gestellt wird, als wenn die Klägerin sich diese Leistungen bei Dritten erkauft hätte, mag aus Sicht der Kläg e- rin unbefriedigend sein, ändert aber nichts daran, dass sich ihr Vermögen bei dem von ihr gewählten Vorgehen nicht vermindert hat. Etwas ander es könnte höch s- tens für die Geschenke und Einladungen gelten, mit denen sie ihre Freundinnen für die Arbeiten belohnt hat, wie sie ausführen liess. Die entsprechenden Aufwe n- dungen hat sie jedoch weder geltend gemacht, noch belegt. Die Klage ist in di e- sem Punkt daher abzuweisen. 2.5.3. Weiter macht die Klägerin geltend, sie habe im Februar 2015 und Deze m- ber 201 4 für je einen halben Monat doppelte Mietkosten in Höhe von je einem halben Monatszins zu tragen gehabt. Zusammen genommen verlangt sie einen (abgerundeten) Betrag von Fr. 2'000.–. Zur Begründung verwies sie einerseits auf eine Mietzahlung an E. für Dezember 2014 in Höhe von Fr. 885. –, den Betrag auf den sie sich mit E. geeinigt hatte, weil sie als Allergikerin E.s von Schimmelpilz befallene Wohnung nicht hatte übernehmen können. Andererseits stützt sie sich auf die Phase zwischen dem 15. und 28. Februar 201 5, in welcher sie noch für die Miete an der M.-strasse (…), aber auch schon für diejenige für ihre jetzige Wohnung an der L.-strasse (…) aufkommen musste. Der Beklagte 2 wendet g e- gen die Doppelmiete im Dezember 2014 ein, die Klägerin hätte den Mietzins bei E. zurückverlangen müssen, da das Mietobjekt nach ihren Angaben nicht b e- wohnbar gewesen sei. Die Wohnung an der L.-strasse (…) hätte die Klägerin auch erhalten, wenn sie den Vertrag erst per 1. März 2015 abgeschlossen hätte. Beide Einwände sind nicht zu hören. Bezüglich der Wohnung E. hat die Klä- gerin nicht geltend gemacht, diese sei objektiv unbewohnbar gewesen. Vielmehr - 19 - hat sie nur ausgeführt, sie habe die Wohnung wegen einer Allergie nicht übe r- nommen. Es kann als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, dass ein Schi m- melpilzbefall zwar gesundheitsgefährdend sein kann, wenn er unbehandelt bleibt. Wird hingegen zeitnah etwas dagegen unternommen, so wird die Tauglichkeit der Mietwohnung durch den Befall nicht ausgeschlossen oder erheblich eing e- schränkt (vgl. Art. 258 Abs. 1 und 259b lit. a OR). E. musste als Vermieter nicht für die besonderen Bedürfnisse der Klägerin als Allergikerin einstehen, denn di e- se bilden einen subjektiven Umstand, während die Mangelhaftigkeit einer Miets a- che – besondere Zusicherungen vorbehalten – nach einem objektiven Massstab zu beurteilen ist. Massgebend ist, was der Mieter unter den konkreten Umständen vernünftigerweise erwarten darf (BGE 135 III 345 E. 3.2 = Pra 2009 Nr. 135). Se i- ne besonderen Bedürfn isse sind nur relevant, wenn sie zum Vertragsinhalt g e- macht wurden (BGer 4C.291/2000 v. 11.4.2001 E. 4b). Damit war der geschlo s- sene Vergleich, der auf eine Mietzinsminderung im Sinne von Art. 259d OR in Höhe von 50 % des Mietzinses hinauslief, den (im Übr igen unbestrittenen) Hinter- gründen des Vergleiches durchaus angemessen. Was die Doppelmiete in der zweiten Hälfte des Monats Februar 2015 a n- geht, erweist sich die Argumentation des Beklagten 2 als lebensfremd. Er selber macht nicht geltend, dass die Kläge rin die Kosten mutwillig verursacht hat, um hinterher Schadenersatz geltend machen zu können. Damals konnte sie gar nicht mit einer erfolgversprechenden Klage rechnen, denn die vorne diskutierten U m- stände ergaben sich wie erwähnt ganz überwiegend erst nach ihrem Auszug aus der Wohnung an der M.-strasse (…). Zur Zeit des Vertragsschlusses mit F. hatte sie daher alles Interesse, die Zusatzkosten zweier einander überlappender Mie t- verträge zu vermeiden. Dass sie sich auch tatsächlich bemüht hat, solchen u n- nützen Aufwendungen aus dem Weg zu gehen, zeigt auch ihr Verhalten im Kü n- digungsschutzverfahren. Dort kritisierte das Gericht in Zusammenhang mit dem Antrag auf Erstreckung ihre Suchbemühungen just in terminlicher Hinsicht: "Aus der Email der Vermieterin geht h ervor, dass Sie nur bereit gewesen wären, diese Wohnung ab dem 1. März 2014 zu nehmen. So finden Sie nie eine Wohnung." Darauf antwortete sie: "Ich war bis im März im Ausland, wie hätte ich das machen sollen? Den Urlaub für die Projektarbeit abbrechen? Das geht nicht, ich hätte die - 20 - Wohnung nicht drei Monate vor meiner Rückkehr nehmen können". Damit hat die Klägerin aber schon damals unter Beweis gestellt, dass sie nicht einfach geda n- kenlos Kosten zu verursachen pflegt. Dass die beiden Mietverträge sich zeit lich im geltend gemachten Umfang überschnitten, ist im Übrigen unbestritten und auch belegt. Auch diesen Betrag hat der Beklagte 2 der Klägerin daher zu erse t- zen. 2.5.4. Weiter macht die Klägerin die Kosten für Flüge von Y. nach Zürich im B e- trag von total Fr. 750.– geltend. Sie habe wegen ihres Sabbaticals in der Zeit zw i- schen Kündigung und Umzug mehrmals wegen des Verfahrens und der Wo h- nungssuche zwischen Y. und Zürich hin- und herreisen müssen und verlange den Ersatz der Kosten von drei dieser Flüge. Konkret ord net sie einen Flug der Schlichtungsverhandlung vom 21. März 2013 zu, einen weiteren der mietgerichtl i- chen Hauptverhandlung vom 17. Oktober 2013 und einen dritten einer Wo h- nungsbesichtigung. Der Beklagte 2 bestreitet einen adäquaten Kausalzusa m- menhang zur K ündigung, da die Kosten auch bei einer Ungültigerklärung der Kündigung entstanden wären. Zudem sei nicht genügend dargelegt worden, wann die Flüge genau stattgefunden hätten und aus welchem Anlass. An der Schlic h- tungsverhandlung vom 21. März 2013 habe die Klägerin nicht teilgenommen. In der Tat hat die Klägerin nur für die Flüge zur Schlichtungs - und Hauptver- handlung den genauen Zweck ihrer Reisen angegeben, für den dritten Flug aber lediglich pauschal auf die Wohnungssuche verwiesen, ohne ein konkretes Da tum zu nennen. Taugliche Belege für die Kosten insbesondere dieses Fluges hat sie weder offeriert noch eingereicht, obwohl es sie geben müsste, und sei es nur in Form von Belastungsanzeigen eines Finanzinstituts. Die Reisekosten zu einer Schlichtungs- oder Hauptverhandlung gehören sodann gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. a ZPO zu den Auslagen, die im Rahmen einer Parteientschädigung zu ersetzen wären, also gestützt auf die Vorschriften der ZPO und nicht des OR (KUKO ZPO - SCHMID, Art. 95 N 17). Dass im Schlichtungsv erfahren grundsätzlich keine En t- schädigungen zugesprochen werden (Art. 113 Abs. 1 ZPO), hätte die Klägerin nicht daran gehindert, die Kosten im mietgerichtlichen Verfahren geltend zu m a- chen (BGE 141 III 20 E. 5.3). Da es sich um Parteikosten handelt e, hätt e sie - 21 - diese allerdings nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ausschliess- lich im Rahmen einer Parteie ntschädigung geltend machen können (BGE 139 III 190 E. 4.4: "Il s'impose de préciser la jurisprudence rapportée ci -dessus relative aux rapports entre le droit de la responsabilité civile et celui de la procédure civile: une action en dommage -interêts séparée ou ultérieure est exclue de manière g é- nérale pour tous les frais qui s'incorporent aux dépens d'un procès selon l'art. 95 al. 3 CPC"). Einen Vorbehalt machte das Bundesgericht in seiner früheren Rech t- sprechung für Fälle, wo "das prozessbezogene Verhalten als solches und nicht das im Prozess zu beurteilende Ereignis eine rechtswidrige Handlung dar stellt" (BGE 117 II 394 E. 3b). In solchen Fälle n bejahte es vor Inkrafttreten der Bundes- ZPO einen vom prozessualen Entschädigungsanspruch unabhängigen zivilrech t- lichen Anspruch der betroffenen Partei. Als Beispiele nannte es Schaden au f- grund einer ungerechtfertigten vorsorglichen Massnahme oder aufgrund einer missbräuchlichen, böswilligen oder gegen Treu und Glauben verstossen den Aus- übung von Verfahrensrechten im Rahmen eines verwaltungsrechtlichen oder e i- nes zivilprozessualen Verfahrens ( BGE 117 II 394 E. 3b; vgl. BGE 113 Ia 107 E. 2e; BGE 112 II 35 E. 2). An dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht aber in BGE 139 III 190 explizit nicht mehr festgehalten. Zwar hat es die alte Praxis in E. 4.2 erwähnt. Die Präzisierung in E. 4.4 bezog es aber auch (und gerade) auf die Entschädigung für A ufwendungen wegen mutwilliger Prozessführung der Gege n- seite, denn die ZPO des Bundes regelt die Entschädigungsfolgen eines solchen Verhaltens explizit (Art. 115 ZPO) und lässt daher keinen Raum für separate zivi l- rechtliche Ansprüche, wie das Bundesgericht im genannten Entscheid betonte (E. 4.4: "L'art. 115 CPC garantit une réparation au plaideur dont l'adverse partie s'est comportée avec témérité ou mauvaise foi."). Selbst wenn dem nicht so wäre, liesse sich im vorliegenden Fall höchstens insofern von mutwilliger Prozessführung der damaligen Beklagten im Kündigungs- schutzverfahren sprechen, als der vorgeschobene Eigenbedarf das Verfahren als solches überhaupt erst ausgelöst hat. Dabei handelte es sich jedoch um das im Prozess zu beurteilende Ereignis und n icht um ein prozessuales Verschulden im Sinne der zitierten Rechtsprechung. Damit verfügt die Klägerin nicht über einen zivilrechtlichen Schadenersatzanspruch. Zulässig wäre die Geltendmachung so l-- 22 - cher Kosten einzig auf dem Wege der Revision des Urteils des Mietgerichts vom 23. Oktober 2014 unter den Voraussetzungen von Art. 328 ff. ZPO gewesen. Da sodann der Flug in Zusammenhang mit der Wohnungssuche nicht hinreichend bezeichnet und belegt wurde, ist die Klage ist in diesem Punkt abzuweisen. 2.5.5. Weiter macht d ie Klägerin Kosten von Fr. 150. – für den Beizug eines E x- perten des Mieterverbandes zur Rückgabe des Mietobjektes geltend. Unabhängig davon, wie sich die Vermieterschaft in der Vergangenheit bei Rückgaben verhielt, erweist sich die Beschaffung professionell er Hilfe bei einer Wohnungsrückgabe ohne weiteres als tunlich, denn dieser Vorgang bildet oft Anlass zu Schlichtungs - und Gerichtsverfahren und mangelnde Sorgfalt in diesem Bereich kann hohe Kos- ten nach sich ziehen. Daran dass die Zahlung nicht belegt wäre , wie der Bekla g- te 2 zunächst einwenden liess, hielt er nach dem Hinweis der Klägerin, bei Urk. 49/1 handle es sich um eine Quittung, nicht mehr fest. Damit ist der Beklagte 2 auch zu verpflichten, diese Kosten zu ersetzen, denn sie stehen in Zusamme n- hang mit dem Umzug, der durch die vertragswidrige Kündigung veranlasst wurde. 2.5.6. Gleiches gilt für die von der Klägerin geltend gemachten Kosten für die Strassensignalisation vor den Liegenschaften M.-strasse (…) und L.-strasse (…) während der Umzugsarbeiten im Betrag von je Fr. 107.–. (…). Der Beklagte 2 be- zeichnete diese Kosten als nicht nachvollziehbar bzw. als unnötig und berief sich zudem darauf, wegen der Grossbaustelle wäre ein Umzug früher oder später un- vermeidlich gewesen. Zum letzten Argument kann auf die Ausführungen betr. Zü- geltransportkosten verwiesen werden. Die Signalisation diente zudem der Sicher- heit der Strassenbenützer während des Umzugs und war daher zumindest eine nützliche Massnahme, so dass der Beklagte der Klägerin auch diese Kosten zu ersetzen hat. 2.5.7. Schliesslich verlangt die Klägerin den Ersatz für die Mietzinsdifferenz zw i- schen den beiden Wohnungen an der M.- und L.-strasse für die Dauer vom 1. März bis zum 31. August 2015 im Betrag von total Fr. 6'000. –. Unbestritten ist, dass die Differenz abgerundet Fr. 1'000. – pro Monat beträgt, denn der Mietzins an der L.-strasse beläuft sich auf Fr. 2'750. – pro Monat, der zuletzt gültige an der - 23 - M.-strasse (…) belief sich dagegen auf Fr. 1'742.– oder gar nur auf Fr. 1'704.– (so beide Parteien [an der Hauptverhandlung]). Der Beklagte 2 wandte indessen ein, die Wohnung an der L.-strasse sei we- sentlich komfortabler, besser gelegen (insbesondere ruhiger und zentraler), be s- ser ausgestattet und ausserdem neueren Datums als das ehemalige Mietobjekt. Die Klägerin sei auch nicht auf eine 4 -Zimmerwohnung angewiesen; vielmehr wä- re es ihr ohne weiteres auch zeitlich möglich und zumutbar gewesen, eine billig e- re Wohnung zu mieten. Noch im Kündigungsschutzverfahren habe sie ausgeführt, sie suche in einem Bereich bis Fr. 2'100.–. Zudem sei ihr im Kündigungsschut z- verfahren eine Wohnung im 3. OG angeboten worden, die weniger teuer gewesen wäre als ihre aktuelle Wohnung. Sie habe das Angebot aber wegen des Preises abgelehnt. Weiter habe sie sich auch auf das Inserat für ihre ehemalige Wohnung auf homegate.ch nicht gemeldet, obwohl diese Wohnung billiger zu haben gew e- sen wäre als die aktuelle. Die Klägerin bestritt einen höheren Komfort ihrer aktuellen Wohnung unter Hinweis auf einen von ihr angefertigten Wohnungsvergleich. Derselbe sei ohnehin irrelevant, denn das Obergericht habe es als notorisch bezeichnet, dass bei lan g- jährigen Mietverhältnissen ein tieferer Mietzins bezahlt werde als bei erst kürzlich abgeschlossenen. (…) Die Einwände des Beklagten in diesem Punkt sind n icht stichhaltig. Mit se i- nen Argumenten beruft er sich auf die Schade nminderungsobliegenheit der Kl ä- gerin sowie auf die Vorteilsanrechnung. Da es sich bei einem allfälligen Mehrwert der Wohnung an der L.-strasse (…) aber um einen aufgezwungenen Vorteil ha n- deln würde, wäre ein solcher nach den einleitenden Erwägungen auch dann nicht relevant, wenn er tatsächlich bestünde (vorn Ziff. IV.1.3, S. 19): Unbestreitbar eilte es der Klägerin Anfang 2015 mit einem Vertragsabschluss, nachdem [der Verwal- ter] im Namen der Vermieterschaft eine Verlängerung des Mietverhältnisses über den 31. März 2015 hinaus abgelehnt hatte. Die Klägerin begrenzt ihre Differen z- forderung zudem explizit auf eine Dauer von sechs Monaten, weil sie sich b e- wusst ist, dass sie im Rahmen der Schad enminderungsobliegenheit auch geha l- ten wäre, unter Umständen ein zweites Mal in eine wiederum günstigere Wo h-- 24 - nung umzuziehen, um sich die Chance auf die Geltendmachung weiterer Mie t- zinsdifferenzen nicht zu verbauen. Zutreffend ist auch, dass bekanntermassen neu vermietete Wohnungen wesentlich teurer sind als solche, über die ein lan g- jähriges Mietverhältnis besteht. Der von der Klägerin heute für eine 4 - Zimmerwohnung bezahlte Preis ist für Zürich nicht ungewöhnlich. Für eine Verletzung der Schadenminderungs obliegenheit ist der Beklagte 2 – im Rahmen der sozialen Untersuchungsmaxime (dazu BGE 141 III 569 E. 2.3) – im Übrigen behauptungs - und beweisbelastet. Konkret bezeichnet er nur zwei potentielle Verletzungen. Was das angeblich abgelehnte Angebot der Wohnu ng im 3. OG während des Kündigungsschutzverfahrens betrifft, hatte die Klägerin aus damaliger Sicht keinen Anlass, auf das im Vergleich zum laufenden Mietve r- trag wesentlich schlechtere Angebot einzugehen, zumal die Schlichtungsbehörde die Kündigung der Ver mieterschaft als ungültig taxiert hatte – wie man heute weiss materiell zu recht. Dass die im Kündigungsschutzverfahren angebotene Wohnung auch noch Anfang 2015 zur Verfügung gestanden hätte, behauptet auch der Beklagte 2 im Übrigen nicht. Was die Darstell ung angeht, die Klägerin habe sich nicht auf das Inserat auf homegate.ch gemeldet, widersprach der B e- klagte 2 den Angaben der Klägerin zumindest nicht explizit, im Mailverkehr zw i- schen den Parteien sei die Vermietung irgendeiner Wohnung an die Klägerin ausgeschlossen worden. Mit den heutigen Kenntnissen über die Kündigung g e- stützt auf einen vorgeschobenen Eigenbedarf war es der Klägerin unabhängig davon nicht zuzumuten, mit dem Beklagten 2 ein neues Mietverhältnis einzug e- hen. Dass die Klägerin berechtigt wa r, sich eine gleich grosse Wohnung als E r- satz zu beschaffen, ist offensichtlich. Die Pflicht zur Leistung von Schadenersatz aus Vertrag umfasst vollen Ersatz und nicht nur einen teilweisen; die Bedürfnisse der Klägerin haben den Beklagten 2 nicht zu kümmer n, denn es geht um eine Kompensation für den Bruch seiner vertraglichen Leistungspflicht. Dass die Kl ä- gerin die Möglichkeit gehabt hätte, sich vollwertigen Ersatz günstiger zu bescha f- fen, behauptet der Beklagte 2 nicht konkret. Indirekt räumt er sodann sel ber ein, dass die Klägerin sehr wohl einen Versuch unternahm, sich günstigen Ersatz zu beschaffen, denn unbestrittenermassen war sie bereit, die Wohnung von E. am - 25 - K.-weg in Zürich für Fr. 1'770. – pro Monat zu mieten, was nur am Schimmelpil z- befall der genannten Wohnung scheiterte. Damit ist auch der Teilbetrag von Fr. 6'000. – geschuldet und der Klägerin zuzusprechen. (…) VI. Strafanzeige Aus dem vorliegenden Urteil ergibt sich der Verdacht, dass sich der Beklagte 1 und P. der falschen Zeugenaussage im Sinne von Art. 307 StGB schuldig g e- macht haben, als sie anlässlich ihrer Einvernahmen vom 10. Juni 2014 behaupt e- ten, sie beabsichtigten nach der Beendigung des Mietverhältnisses mit der Kläg e- rin in deren damalige Wohnung an der M.-strasse (…) in Zürich einzuziehen. Nach Art. 302 Abs. 2 StPO i.V.m. § 167 GOG/ZH sind die Behörden des Kantons Zürich verpflichtet, strafbare Handlungen, die sie bei Ausübung ihrer Amtstätigkeit wahrnehmen, bei den Strafverfolgungsbehörden anzuzeigen. Daher ist das vorliegende Urteil samt Kopien der Akten auch der Geschäftskontrolle der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zuzustellen. (…)" Aus dem Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, NG170006- O vom 26. September 2017 (Gerichtsbesetzung: Diggelmann, Stammbach, Higi; Gerichtsschreiber Engler): "(…) - 26 - II. 1. 1.1. Mit der Berufung kann die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz sowie eine unrichtige Rechtsanwendung der Vorinstanz geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Zu letzterer gehört auch di e unrichtige Anwe n- dung des pflichtgemässen Ermessens, weshalb das Gesetz dies nicht eigens e r- wähnt. Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO sind die entsprechenden Beanstandungen von der Berufung führenden Partei in der Berufungsschrift einzeln vorzutragen und zu begrü nden (Begründungslast; vgl. dazu BGE 138 III 375 oder OGer ZH, Urteil LB110049 vom 5. März 2012, E. 1.1 und E. 1.2, je mit Verweisen). Die B e- gründung muss so ausführlich sein, dass die Berufungsinstanz sie ohne weiteres verstehen kann. Wiederholungen des b ereits vor der ersten Instanz Vorgetrag e- nen genügen den gesetzlichen Anforderungen an eine Begründung daher ebenso wenig wie allgemeine Kritik am angefochtenen Entscheid bzw. an den erstinstanz- lichen Erwägungen (vgl. auch BGE 138 III 375). Neue Tatsachen und Beweismit- tel können nur noch in den Schranken von Art. 317 ZPO vorgetragen werden, und zwar auch in Verfahren, die erstinstanzlich noch der Untersuchungsmaxime u n- terstehen (vgl. dazu auch BGE 138 III 625). Wird von der Berufung führenden Partei eine g enügende Beanstandung vorgebracht, so wendet die Berufungsinstanz das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO) und prüft sämtliche Mängel frei und uneingeschränkt – sie ist weder an die Argumente der Parteien noch an die Begründung des vorinstanzlichen Entscheides gebunden (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.1 m.w.H. sowie ZR 110/2011 Nr. 80). Bei der Begründung ihrer Entscheidung darf sie sich auf die wesentlichen Überlegungen konzentrieren, von welchen sie sich hat leiten lassen. 1.2. Der Beklagte rügt erstens, das s das Bezirksgericht die Gültigkeit der Künd i- gung nicht mehr hätte prüfen dürfen (sogleich unter Ziffer 2 nachstehend). Zwe i- tens beanstandet er, die Vorinstanz habe über die umstrittene Frage, ob der Kü n- digungsgrund vorgeschoben gewesen sei, trotz offerier ter Beweise kein Bewei s- verfahren durchgeführt, sondern zu Unrecht die Urkunden im Sinne der Klägerin - 27 - antizipiert gewürdigt, obwohl diese Urkunden keine Stütze für die Behauptung der Klägerin seien (sogleich unter Ziffer 4 nachstehend). Nicht (mehr) Gegenstand des Verfahrens sind die einzelnen Schadenpositionen. 2. 2.1. Der Beklagte wendet in grundsätzlicher Weise ein, dass einem Schadene r- satzanspruch die rechtskräftig festgestellte Gültigkeit der Kündigung im Verfahren Geschäfts Nr. MB130009 entgegenstehen würde. Die Klägerin habe sich während des gesamten dem vorliegenden Rechtsstreit vorausgegangenen mietgerichtl i- chen Kündigungsschutzverfahrens auf den Standpunkt gestellt, die Kündigung sei treuwidrig, weshalb sie konsequenterweise das ungünstige Mietgerichtsurteil am Obergericht hätte anfechten müssen. Der Verzicht auf die Berufung gegen das mietgerichtliche Urteil und der in der Folge abgeschlossene Vergleich würden e i- ne Anerkennung der Kündig ung beinhalten. Die rechtschutzversicherte Klägerin hätte das Urteil des Mietgerichts ohne Weiteres anfechten können, wenn sie g e- wollt hätte. Selbst die Vorinstanz habe ausgeführt, dass eine Berufung gegen das mietgerichtliche Urteil nicht chancenlos gewesen wäre. Die Ausführungen der Vorinstanz, wonach eine Revision des Urteils vom 23. Oktober 2014 für die Klägerin nicht zumutbar sei, weil durch die angesprochene Massnahme eine doppelte Belastung mit Mietkosten drohe, überzeuge im Übr i- gen nicht. Die Kläg erin hätte nämlich den doppelten Mietzins als Schadenersat z- anspruch gegen den Beklagten geltend machen können. Mit dem Nachmieter der streitgegenständlichen Wohnung sei sodann ein befristeter Mietvertrag abg e- schlossen worden, weshalb ein Erfüllungsanspruch entgegen den Ausführungen des Mietgerichts im Urteil vom 23. Oktober 2014 in absehbarer Zeit durchsetzbar wäre. Es gelte somit der Grundsatz, ohne Revision keine Schadenersatzklage. 2.2. Mit der Revision wird die erneute Durchführung eines abgeschlossenen Pro- zesses aufgrund eines verbesserten Sachverhaltes bezweckt. Die neuen Tats a- chen, die Anstoss zu einem Revisionsverfahren geben, müssen bei der Fällung des zu revidierenden Entscheides schon bestanden haben, weil die Revision den Zweck hat, das Urteil mit dem im Zeitpunkt seiner Fällung bestehenden, aber erst - 28 - hinterher erkannten wirklichen Sachverhalt in Einklang zu bringen. Das Mietg e- richt Zürich erklärte mit Urteil vom 23. Oktober 2014 die Kündigung vom 18. J a- nuar 2013 als nicht gegen Treu und Glauben v erstossend und damit als gültig. Eine gültige Kündigung bewirkt die Auflösung des Mietverhältnisses. Revision bedeutet erneute Anfechtbarkeit der gültigen Kündigung, so dass deren Wirku n- gen auf dem Weg einer Gestaltungsklage vernichtet werden können (BSK OR I- WEBER, 6. Aufl., Art. 271/ 271a N 1a). Die Kündigung als Willenserklärung wird nachträglich aufgehoben, und es entfallen die mit ihr beabsichtigten vertragsau f- lösende Wirkung. Das Mietverhältnis zwischen den Parteien besteht dann daher inhaltlich unver ändert weiter (ZK OR -HIGI, Art. 271 N 92). Es blieb unbestritten, dass der zur streitgegenständlichen Wohnung im 4. Obergeschoss der Liege n- schaft M.-strasse (…), Zürich, gehörende Werkstattraum unbefristet weitervermie- tet wurde. Das Mietverhältnis zwischen den Parteien kann damit von Vornherein nicht mehr inhaltlich unverändert weiter bestehen. Die erneute Überlassung der Wohnung zum althergebrachten Inhalt ist nicht mehr möglich. Ein Erfüllungsa n- spruch, um den es vorliegend gar nicht mehr gehen kann, ist d amit nicht durc h- setzbar. Die Revision als Rechtsbehelf scheidet aus. 2.3.1. Der Mieter schuldet dem Vermieter, dem er durch sein Verschulden Anlass zur vorzeitigen Aufl ösung des Mietverhältnisses gegeben hat, nach einhelliger Ansicht Ersatz des verursacht en Schadens (BGer 4A_22/2009 vom 17. März 2009, Erw. 2; BGE 127 III 548 Erw. 5 S. 552, je mit Hinweisen; BSK OR I-WEBER, a.a.O., Art. 257d N 13). Umgekehrt stellt die treuwidrige Kündigung des Vermi e- ters nach der Literatur eine Vertragsverletzung dar, die an sich einen Schadener- satzanspruch des Mieters auslösen kann (ZK OR-HIGI, Art. 271 N 98 ff.; BSK OR I-WEBER, a.a.O, Art. 271/271a N 34) Gemäss Art. 266a OR können die Parteien das unbefristete Mietverhältnis unter Einhaltung der gesetzlichen Fristen und Termine kündigen, sofern sie keine längere Frist oder keinen anderen Termin vereinbart haben. Im Grundsatz gilt d a- her, dass eine Kündigung gültig ist. Nach der Generalklausel v on Art. 271 Abs. 1 OR ist eine (gültige) Kündigung anfechtbar, wenn sie gegen d en Grundsatz von Treu und Glauben verstösst. D ie Treuwidrigkeit einer gültigen Kündigung zieht - 29 - damit nach dem Gesetzeswortlaut keine direkte Rechtsfolge nach sich: Art. 271 Abs. 1 und Art. 271a OR erklären die treuwidrige Kündigung lediglich anfechtbar (ZK OR-HIGI, Art. 271 N 88). Im Anfechtungsverfahren wird demzufolge geprüft, ob eine Kündigung im Zeitpunkt ihrer Erklärung gegen Treu und Glauben versto s- sen hat. Dazu ist festzuhalten, dass Art. 273 Abs. 1 OR – im dritten Abschnitt des Mietrechts über den "Kündigungsschutz" bei der Miete von Wohn- und Geschäfts- räumen (Art. 271 ff. OR) stehend – bestimmt, dass die Partei, die eine Kündigung anfechten will, dies innert 30 Tagen nach Empfang der Kündigung bei der Schlichtungsbehörde tun muss. Im Säumnis - oder U nterlassungsfall wird das Recht, die Kündigung wegen Treuwidrigkeit durch richterliches Gestaltungsurteil ungültig erklären bzw. aufheben zu lassen, verwirkt. Ohne Anfechtung bleibt de s- halb eine formal gültige, aber inhaltlich unkorrekte, weil treuwidrige Kündigung stets gültig. Die Unterlassung der Anfechtung ändert hingegen nichts an der Treuwidri g- keit des Verhaltens der kündigenden Partei. Die Treuwidrigkeit ist materiell - rechtliche Voraussetzung der erfolgreichen Anfechtung, nicht deren Folge. In an- deren Worten formuliert, lässt sich dem Gesetz nicht entnehmen, dass der Mieter durch Unterlassung der innert 30 Tagen einzureichenden Anfechtungsklage einen allfälligen Schadenersatzanspruch in jedem Fall verwirkt. Ein Verzicht auf die A n- fechtung einer Kündigung (und die Rückgabe des Mietobjektes) bedeutet zwar in der Regel (sinngemässe) Anerkennung der gekündigten Partei, die Kündigung sei nicht treuwidrig (ZK OR-HIGI, Art. 271 N 100). Zwingend ist dies jedoch nicht. Im Anfechtungsverfahren wird nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung geprüft, ob ernsthafte, nach den Umständen einleuchtende Gründe des Vermi e- ters oder seiner nahen Verwandten oder Verschwägerten, die Sache selbst zu beanspruchen, vorliegen. Kann der Kündigende (…) ernsthafte, räsonable G rün- de für den geltend gemachten Eigenbedarf angeben und damit im Anfechtung s- prozess den Eigenbedarf glaubhaft machen, so bleibt die Kündigung gültig. 2.3.2. Im von der Klägerin angestrengten Anfechtungsprozess, in welchem auch Beweisverhandlungen mit Auge nschein, Parteibefragungen und Zeugeneinve r- nahmen durchgeführt worden waren, verneinte das Mietgericht Zürich mit Urteil - 30 - vom 23. Oktober 2014 die Treuwidrigkeit der Kündigung. Das Mietgericht stellte für seine Beurteilung massgeblich auf die Zeugenaussagen des Sohnes des B e- klagten [urspr. Beklagter 1] und auf diejenigen von dessen Lebenspartnerin P. ab. Es hielt fest: "Insgesamt gelang es den Klägern [Vermietern], den Kündigung s- grund Eigenbedarf für ihren Sohn (…) und seine Lebenspartnerin (…) glaubhaft zu machen. Dass sich nicht jedermann auch so entscheiden würde, zumal die Wohnung an der N.-strasse (…) gesamt grosszügiger und moderner wirkt und auch kinderfreundlicher sein mag, ändert daran nichts.(…). Demgemäss konnte die Beklagte [die Mieterin] den Bewe is, dass der Kündigungsgrund Eigenbedarf vorgeschoben und die Kündigung damit missbräuchlich sei, nicht erbringen. Die Kündigung vom 18. Januar 2013 verstösst daher nicht gegen den Grundsatz von Treu und Glauben." Das Mietgericht hielt damit in Anwendung des Grundsatzes von Treu und Glauben fest, dass die Kündigungsbegründung "Eigenbedarf" glaubhaft ist. Die (heutige) Klägerin konnte – und hatte – auf die Begründung des Urteils zu ve r- trauen, wonach insgesamt kein Anlass dafür bestand, die Kündigung für un gültig zu erklären. Ein Rechtsfehler war in der Urteilsbegründung nicht auszumachen. Entgegen de m Beklagten bedeutete der Verzicht auf eine Anfechtung keine rechtsgeschäftliche Willensäusserung, die eine Anerkennung der Kündigung zum Inhalt hätte. Der Bekl agte erklärt im Übrigen nicht, weshalb eine Berufung gegen das mietgerichtliche Urteil chancenreich gewesen wäre. Die Klägerin begründete demgegenüber bereits vor Mietgericht, weshalb aus damaliger Sicht ein Weite r- zug als zu grosses Prozessrisiko angesehen wurde. Der Ausgang des (damal i- gen) mietgerichtlichen Verfahrens hing massgeblich von der Würdigung der Ze u- genaussagen ab. Der Würdigung von Zeugenaussagen ist ein Ermessen des G e- richts inhärent, weil es um Gewichtung verschiedener Wahrnehmungen und Krit e- rien geht. Es wäre vom Beklagten zu erwarten gewesen, im von der Klägerin a n- gestrengten Schadenersatzprozess nun aufzuzeigen, inwiefern das Obergericht damals zu einer anderen Gewichtung der Zeugenaussagen veranlasst gewesen wäre, so dass eine Berufung der Klägerin gegen das umsichtig ergangene mie t- gerichtliche Urteil mutmasslich erfolgversprechend gewesen wäre. - 31 - 2.4. Vom Anfechtungsverfahren ist der vorliegende Schadenersatzprozess zu unterscheiden. Es liegt in der Natur der Sache, dass bei Eigenbedarfskündi gun- gen, denen eine Erstreckung folgt, oft erst die Zukunft verlässlich zeigen kann, ob der im Zeitpunkt der Erklärung der Kündigung angegebene Kündigungsgrund e i- nen realen Hintergrund hatte oder als vorgeschoben qualifiziert werden muss. Wird der Einzugswunsch nicht in die Tat umgesetzt (und kann die mittlerweile feh- lende Eigennutzung auch nicht mit objektiv en geänderten Verhältnissen während der Erstreckungsdauer erklärt werden) wird möglicherweise das Vorschieben des geltend gemachten Eigenbedarfs erkennbar: Die Voraussetzungen für eine Scha- denersatzforderung sind dann gegeben, wenn die Treuwidrigkeit der Kündigung erst im nachhinein entdeckt wurde (ZK OR -HIGI, Art. 271 N 102, 104) . Die Tatsa- chen, die den sicher(er)en Schluss auf den nur vorgeschobenen Eigenbedarf zu- lassen, ereigneten sich nach Auszug aus der Wohnung. Im Schadenersatzpr o- zess wird demzufolge geprüft, ob das Vertrauen der Kündigungsempfängerin in eine als ernsthaft beurteilte Eigenbedarfskündigung enttäuscht wurde oder nicht. Diese Prüfung erfolgt ungeachtet dessen, ob die Kündigung angefochten wurde oder nicht, so dass der Beklagte insofern aus dem Nichtweiterzug des Mietg e- richtsurteils vom 23. Oktober 2014 nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Es bleibt das Beweisergebnis aus dem Anfechtungsprozess dasselbe; es erscheint aber durch das Verhalten des Beklagten bzw. dessen Familie nach der Künd i- gung bzw. nach Auszug der Klägerin aus der Wohnung in einem anderen Licht. Erweist sich der Kündigungsgrund im Nachhinein als vorgeschoben und damit als treuwidrig, liegt eine Vertragsverletzung im Sinne von Art. 97 OR vor. Da somit zwei verschiedene Streitfragen eines Lebenssachverhaltes zu b e- urteilen sind, kann der Beklagte der Klägerin die Einrede der abgeurteilten Sache nicht entgegenhalten; d as Urteil des Mietgerichts vom 23. Oktober 2014 bindet das Gericht im vorliegenden Prozess nicht. Auf die Klage ist einzutreten (Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO). - 32 - 3. Vor dem Hintergrund des abschlägigen mietgerichtlichen Entscheides unterzeic h- nete die Klägerin am 11./14. November 2014 (und noch während laufender Rechtsmittelfrist) den Vergleich mit dem Betreff Kündigungsschutz / Anfechtung . Inhaltlich hatte der Vergleich (allein) die Erstreckung des Mietverhältnisses zum Inhalt. Die Vereinbarung ersetzte das Ur teil des Mietgerichtes Zürich vom 23. O k- tober 2014 nicht, mit Ausnahme von dessen Ziffer 2. Diesbezüglich einigten sich Vermieter und Mieterin dahingehend, das Mietverhältnis in Abweichung vom Urteil letztmalig und definitiv bis 31. März 2015 zu erstrecken , wobei der Klägerin das Recht zugestanden wurde, vor diesem Zeitpunkt auf jedes Monatsende auszuzi e- hen. Darüber hinaus hat die Vereinbarung keine Bedeutung. Entgegen dem Beklagten kann damit in der Vereinbarung trotz Betreff Kü n- digungsschutz / Anfechtung kein (sinngemässer) Aufhebungsvertrag gesehen werden, der einem Schadenersatzanspruch entgegenstehen würde. Der Beklagte hielt fest, die Gegenseite habe ihm den Abschluss einer aussergerichtlichen Ve r- einbarung vorgeschlagen. Er bzw. der Rechtsvertreter h abe eingelenkt, weil re a- listisch gewesen sei, dass ein Weiterzug ca. sechs Monate dauern würde. Erst vor Obergericht, und damit verspätet (Art. 317 ZPO), erklärte er, es sei darum gegangen, eine mit einem möglichen Rechtsmittelverfahren einhergehende Rechtsunsicherheit zu beseitigen bzw. eine einvernehmliche Lösung anzustreben. Das bleibt daher unbeachtlich. Selbst wenn diese sinngemäss Darstellung einer Art "Saldovereinbarung" zu berücksichtigen wäre, weil sie rechtzeitig erfolgt wäre, liesse sie sich nicht mit den übrigen Akten und dem daraus gewonnen Bild in Einklang bringen. Auch der B e- klagte bestreitet nicht, dass die Klägerin den geltend gemachten Eigenbedarf i m- mer angezweifelt hat und bis zuletzt Interesse an der Weiternutzung der Wo h- nung zeigte. Der Vergleich wurde zudem vor dem Hintergrund der Erstreckung s- dauer gemäss Urteil vom 23. Oktober 2014 abgeschlossen. Das Mietverhältnis wurde mit der Kündigung vom 18. Januar 2013 grundsätzlich per 30. Juni 2013 beendet. Das Mietgericht erstreckte dann das Mietverhältnis einmalig und definitiv bis zum 30. September 2014. Die Erstreckungsfrist war aber damit im Zeitpunkt - 33 - des Urteils vom 23. Oktober 2014 bereits abgelaufen. Um Zeit für den Auszug aus der Wohnung zu gewinnen, wurde der Vergleich abgeschlossen un d das Mietver- hältnis bis 31. März 2015 erstreckt. Die Klägerin betrieb (für sich selbst) Sch a- denminderung. Im Vergleich vom 11./14. November 2014 kann daher nicht eine Art Aufhebungsvertrag gesehen werden (vgl. act. 68 S. 11 oben), der einen Schadenersatzanspruch von Vornherein ausschliessen würde. 4. 4.1. Der Beklagte macht Verletzung des Rechts auf Beweis geltend. Das Mietg e- richt habe die angebotenen Beweismittel nicht abgenommen für seine Darste l- lung, der Eigenbedarf sei erst nachträglich weggefallen, habe aber im Zeitpunkt der Kündigung sehr wohl bestanden. Zudem habe das Mietgericht auch nicht b e- gründet, weshalb es zur antizipierten Beweiswürdigung hätte berechtigt sein so l- len. 4.2. Die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessende grundsätzliche Pflicht des Gerichts zur Begründung des Entscheides bedeutet, dass dieser so begründet sein muss, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht a n- fechten kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittel - instanz sich über die Tragw eite des Entscheides ein Bild machen können. In di e- sem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von d e- nen sich das Gericht hat leiten lassen und auf welche sich der Entscheid stützt. 4.3. Der Beweisanspruch, gemäss dem der Richter rec htzeitig und formrichtig angebotene taugliche Beweismittel abnehmen muss, ist in Art. 152 Abs. 1 ZPO geregelt. Die Parteien haben indes keinen voraussetzungslosen Anspruch auf Beweisabnahme. Art. 152 Abs. 1 ZPO erwähnt ausdrücklich, dass die angebot e- nen Be weismittel tauglich sein müssen. Das Tatbestandsmerkmal der Tauglic h- keit steht in Zusammenhang mit der vorweggenommenen (oder antizipierten) B e- weiswürdigung. Das Gericht kann einen Beweismittelantrag ablehnen und von einer Beweismittelerhebung absehen, wen n es seine Überzeugung bereits aus den unbestritten gebliebenen Vorbringen der Parteien (oder anderen Beweismi t- teln) gewonnen hat und davon ausgeht, dass weitere Abklärungen am massgebl i-- 34 - chen Beweisergebnis nichts mehr zu ändern vermögen. Dazu passt Art. 157 ZPO, wonach sich das Gericht seine Überzeugung nach freier Würdigung der Beweise bildet. Es trifft zu, dass das Mietgericht nicht begründete, weshalb es trotz angeb o- tener Beweise von einem Beweisverfahren absah. Es ergibt sich aber aus dem Entscheid, dass das Mietgericht aufgrund der eigenen Vorbringen des Beklagten und den unbestrittenen Sachumständen zur Überzeugung gelangte, dass zum Zeitpunkt des Aussprechens der Kündigung kein Eigenbedarf bestanden hatte, und diese Meinung des Mietgerichts durch di e Abnahme offerierter Beweismittel nicht mehr hätte beeinflusst werden können. Die Begründung des Entscheides zeigt implizit auf, weshalb das Mietgericht den nicht abgenommenen Beweismi t- teln die Erheblichkeit absprach. Unter dem Aspekt der Wahrung des rech tlichen Gehörs ist der Entscheid des Mietgerichts damit nicht zu kritisieren. Im Einzelnen: 4.4.1. Der Beklagte lässt (eventualiter) ausführen, selbst wenn sein Sohn und dessen Partnerin bereits im Zeitpunkt des Aussprechens der Kündigung kein Int e- resse a m Einzug in die Wohnung gehabt hätten, hätte ihm dies als Vermieter nicht angelastet werden dürfe n, weil er davon nichts gewusst habe. Das Mietg e- richt begründete, weshalb dem Beklagten die Handlungen seines Sohnes im Z u- sammenhang mit der Kündigung des Miet vertrages und in der Zeit danach zuz u- rechnen seien, und sah von der offerierten persönlichen Befragung des Beklagten ab. 4.4.2. Die Frage, ob der Beklagte und seine inzwischen verstorbene Ehefrau T. Kenntnis vom streitgegenständlichen (angeblich treuwidrig en) Verhalten ihres Sohnes hatten, stellt keine rechtserhebliche Tatsache dar, über die Beweis g e- führt werden müsste. Der Beklagte muss sich das Verhalten seines Sohnes aus folgenden Gründen anrechnen lassen. Der Sohn des Beklagten führte als Zeuge im Kün digungsschutzverfahren aus, er vertrete seine Eltern bei der Verwaltung der Liegenschaft, er habe vo r- gängig das (d.h. die Vertretungstätigkeit) mit seinen Eltern besprochen und auch die Kündigung der Wohnung der Klägerin sei im Einverständnis der Eltern er folgt. - 35 - Diese Ausführungen blieben unbestritten und darauf hat das Mietgericht abg e- stellt. Richtig hat es dabei auf die Wissensvertretung hingewiesen und deren Fo l- ge, dass sich der Beklagte das Wissen seines Sohnes anrechnen lassen muss. Ebenso hat es ergänzend auf die Hilfspersonenhaftung hingewiesen. Nach Art. 101 Abs. 1 OR hat derjenige (der Beklagte), welcher die Erfüllung einer Schuldpflicht (z.B. hier die Verwaltung) oder die Ausübung eines Rechts aus einem Schuldverhältnis (hier z.B. das Kündigungsr echt) du rch eine Hilfsperson (den Sohn) vornehmen lässt, dem Vertragspartner (der Klägerin) den Schaden zu ersetzen, den die Hilfsperson in Ausübung ihrer Verrichtungen in vertragswidriger Weise verursacht. Die Haftungsbestimmung des Art. 101 OR beruht auf dem Ge- danken, wer Hilfspersonen beiziehe, um eine vertragliche Verpflichtung zu erfü l- len, der müsse sich das Verhalten und das Wissen der Hilfsperson wie sein eig e- nes anrechnen lassen. Massgebend ist somit, ob der Geschäftsherr (der Bekla g- te), wenn er die von der Hilfsperson (Sohn) begangene (angebliche) vertragsve r- letzende Handlung selber vorgenommen hätte, dafür vertraglich haften würde. Als Befreiungsmöglichkeit steht dem Beklagten im Anwendungsbereich von Art. 101 OR der Nachweis offen, dass ihm, hätte er anstelle der Hilfsperson wie die Hilf s- person gehandelt, kein Verschulden hätte vorgeworfen werden können. 4.4.3. Der Beklagte übernahm (wie auch die Klägerin) vertraglich die Pflicht, sich nicht treuwidrig zu verhalten (Art. 256, 271 OR). Dass der Bek lagte mit se i- nem Sohn für die streitgegenständliche Kündigung eine Hilfsperson zugezogen hat, ist unerheblich. Der Klägerin dürfen keine Nachteile daraus erwachsen, dass ihr Vertragspartner (der Beklagte) seine Rechte und Pflichten nicht in eigener Person erfüllte. Aus diesem Grund muss das Verhalten des Sohnes gewürdigt werden. Lässt sich erstellen, dass die Kündigung im Zeitpunkt ihrer Mitteilung gemäss Gesetz und Rechtsprechung als nur vorgeschoben anzusehen ist, muss sich der Beklagte das Verhalten und Wissen seines Sohnes wie sein eigenes a n- rechnen lassen. Eine Befreiungsmöglichkeit für den Beklagten gibt es dann nicht mehr. Eine Eigenbedarfskündigung unter solchen Vorzeichen erfolgte schuldhaft. 4.5. In Bezug auf die nicht abgenommenen Beweismittel lie gt antizipierte B e- weiswürdigung vor. Es ist im Folgenden anhand der Beanstandungen des Beklag-- 36 - ten zu prüfen, ob der Vorwurf der Verletzung des Beweisführungsanspruchs z u- trifft (…). 4.5.1. Der Beklagte macht im Berufungsverfahren geltend, aufgrund der ung e- wissen Bausituation auf dem Nachbargrundstück sei es nachvollziehbar, dass ein längerfristiger Einzug in eine Wohnung wenig Sinn mache, wenn damit zu rec h- nen sei, dass zeitnah wieder ausgezogen werden müsse. Selbst wenn das G e- bäude M.-strasse (…) im Rahmen des Umbauprojektes der Z.-Schule nicht abge- brochen werden würde, sei es für den Sohn unzumutbar, während mehreren Ja h- ren unmittelbar an einer Grossbaustelle wohnen zu müssen, dies mit einem Kleinkind. In der Stellungnahme zur Berufungsantwort der Klägerin vom 28. A u- gust 2017 bestätigt der Beklagte, es sei zwar korrekt, dass der Erweiterungsbau zwischenzeitlich aufgegeben worden sei; gemäss den aktuellen Plänen werde aber eine Totalsanierung an der die Liegenschaft ( M.-Strasse …) unmittelbar um- gebenden Z.-Schule (innen und aussen) vorgenommen. Aufgrund der anstehe n- den Grossbaustelle und der damit verbundenen Unannehmlichkeiten sei ein U m- zug des Sohnes des Beklagten mit seiner Familie verschoben und mit der Miete r- schaft der streitgegenständlichen Wohnung eine befristete Verlängerung des Mietvertrages bis zum 31. März 2018 vereinbart worden. Der Beklagte offeriert für die Behauptung einer bevorstehenden Grossbaustelle bzw. für die damit verbu n- dene Ungewissheit der Belastung nebst seinem Sohn die Zeugen (…). 4.5.2. a) Es trifft zu, dass das hier zur Anwendung gelangende vereinfachte Ver- fahren (Art. 247 Abs. 2 lit. b ZPO) gekennzeichnet ist durch geringere Anford e- rungen an Parteieingaben, regelmässig fehlende zweite Schriftenwechsel und stattdessen vorherrschende Mündlichkeit. Die richterliche Fragepflicht ist im ve r- einfachten Verfahren verstärkt. Der Richter hat eine höhere Mitwirkungspflicht als in Verfahren, die allein durch die Dispositions - und Verhandlungsmaxime b e- stimmt sind. Das Gericht hat in diesem Sinne darauf hinzuwirken, dass die Partei- en erkennbar lückenhafte oder sonst wie ungenügende Angaben zum Sachve r- halt ergänzen und die Beweismittel bezeichnen (Art. 247 Abs. 1 ZPO). Im vorli e- genden Fall haben die Parteien die relevanten Behauptungen und Beweismit tel vorbringen können. Etwas anderes wurde zu Recht nicht geltend gemacht. Den - 37 - Sachverhalt von Amtes wegen abklären muss das Gericht nicht. Es liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. b) Es erfolgte bis heute kein Bezug der Wohnung durch den Soh n des Beklag- ten und dessen Familie. 4.5.3. a) Der Eigenbedarf muss zum Zeitpunkt der Kündigung vorliegen. Ist der Eigenbedarf erst nachträglich weggefallen, so liegt – von Ausnahmen abgesehen – keine Vertragsverletzung des Vermieters vor. Traf der Eigenbe darf bereits im Zeitpunkt der Kündigungserklärung nicht zu, so ist von einer Vertragsverletzung des Vermieters auszugehen. Der Beklagte stellte sich im Prozess auf den Stan d- punkt, der Eigenbedarf sei nachträglich weggefallen. b) Der Beklagte wirft dem Mietgericht vor, der Entscheid basiere auf Unterste l- lungen und Mutmassungen. Dies trifft nicht zu. In grundsätzlicher Hinsicht kann zunächst auf die zutreffenden Erwägungen der Vorin stanz hingewiesen werden. Auch die Einwände des Beklagten im Berufungsprozess können am Ergebnis des vorinstanzlichen Urteils nichts ändern. Das Mietgericht stützte sich für seine Entscheidfindung auf Dokumente und Vorfälle, die vom Beklagten nicht in Zweifel gezogen, allerdings von ihm anders interpretiert werden. Zu vergege nwärtigen ist, dass mangels Nachprüfbarkeit des Nutzungswillens im Zeitpunkt der Kündigungserklärung, es für den Mieter erst nach seinem Auszug erkennbar wird, dass der Eigenbedarf möglicherweise nur vorgeschoben ist. Da es sich bei der Absicht des Vermiet ers, die Wohnung selbst zu nutzen, um einen inneren Vorgang handelt, liegt es in der Natur der Sache, dass neben Dokumenten, Darstellungen der Mietvertragsparteien etc. auch au f- grund von Indizien auf die Absicht des Vermieters im Zeitpunkt der Kündigung zu schliessen ist. Diese Indizien einzuordnen und zu würdigen sind keine Unterste l- lungen oder Mutmassungen des Gerichts, sondern stellt ureigene Arbeit des G e- richts im Rahmen der freien Beweiswürdigung dar. Der Beklagte offeriert Zeugen. D ie Aussagen der Zeugen, auf welche das Mietgericht in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet hatte, wären zu würdigen im Kontext der bisher gemachten Aussagen, vor allem mit den Aussagen, die der - 38 - Sohn des Beklagten und dessen Lebenspartnerin im Kündigungsschutzverfahren gemacht hatten. Ein wichtiges Kriterium bei der Würdigung von Aussagen ist stets, wie gut sie sich mit den Tatsachen vereinbaren lassen, die unzweifelhaft feststehen. Angelpunkt ist das Schreiben des Sohnes des Beklagten und dessen Partnerin vom 7. Juni 2015. Der Sohn des Beklagten und seine Lebenspartnerin P. gaben mit Schreiben vom 7. Juni 2015 auf die Frage der klägerischen Rechtsvertreterin für den Ve r- zicht auf die streitgegenständliche Wohnung an, dass sie seit 4 Jahren zusa m- men mit Familie und Extern en die Eltern (Schwiegereltern) in deren zu Hause an der J.-strasse in Zürich pflegen. Der Pflegeaufwand habe sich während des g e- nannten Zeitraumes stetig erhöht. Die Gesamtbelastung aus Pflege, Familie, B e- ruf und Projekten hätten ihn, den Sohn, immer weit er an seine physische n und psychischen Grenzen gebracht. Seine, des Sohnes, Mutter sei am 24. Mai 2015 zu Hause verstorben. Die zusätzliche Belastung durch einen Wohnungswechsel würde ihnen als Tropfen erscheinen, der das Fass zum Überlaufen bringe . Aus diesem Grund habe sich die Eigentümerschaft – gemeint ist der Beklagte – ent- schlossen, die Wohnung an der M.-strasse (…) zur Zwischenvermietung ausz u- schreiben. Ferner erklärten der Sohn des Beklagten und seine Lebenspartnerin im b e- sagten Schreiben vom 7. J uni 2017 abschliessend den Verzicht auf die Wohnung wie folgt: "Zudem möchten wir uns erlauben mitzuteilen, dass gemäss Auskunft [der zuständigen Behörde] von Anfang dieses Jahres [die Z.-Schule] eine umfas- sende Erweiterung der Nachbarparzelle plant, was u ns vorher nicht bekannt war. In diesem Zusammenhang ist seitens [der zuständigen Behörde] anscheinend ein Projekt mit Einbezug der Liegenschaft M.-strasse (...) in Planung. Sollte dieses Projekt umgesetzt werden, sehen wir für uns an der M.-strasse (...) wohl keine Zukunft mehr. Solange die weitere Entwicklung auf dem Areal der Z.-Schule und somit die Auswirkungen auf die Liegenschaft M.-strasse (...) nicht abschliessend geklärt sind, ist ein Umzug für uns als Familie einstweilen nicht zumutbar". c) Entgegen dem Beklagten findet sich hier ein Haupt- und Nebengrund für den Verzicht auf die Wohnung. Der Sohn und seine Partnerin erklären, dass der - 39 - Hauptgrund für den Verzicht auf die Wohnung die immer beschwerlicher gewo r- dene Pflege der Eltern sei. Auslösender Faktor für den Verzicht auf die Wohnung ist nach ihrer Darstellung der Pflegeaufwand ("Tropfen, der das Fass zum Übe r- laufen bringt"). Wer Eltern umsorgt und betreut, übernimmt eine anspruchsvolle und zeiti n- tensive Aufgabe und Verantwortung. Die Mutter T. starb (…) zu Hause am 24. Mai 2015, und der Sohn hat die Mutter auf ihrem Weg begleitet. Wer neben dieser schwierigen Aufgabe seinen alltäglichen Verpflichtungen nachkommen will, gerät unter Umständen an seine Grenzen. Der nun im Schadenersatzprozess erst mals behauptete Pflegeaufwand, welcher den Sohn und seine Familie im Jahre 2015 dermassen an ihre Grenzen brachte, dass sie einen Wohnungswechsel innerhalb des gleichen Stadtquartiers nicht mehr bewältigen konnten, ist aufgrund der Akten unwahrscheinlich. Die Eltern leben bzw. haben immer, zumindest was den strei t- gegenständlichen Zeitraum anbelangt, in [Zürich-…] (Postleitzahl 80 [yy]) gelebt, auf der gegenüber liegenden Seite der Stadt Zürich. Ein Umzug des Sohnes in die Wohnung an der M.-strasse (...) hätte daran nichts geändert. Die Pflege und Sorge der Eltern war damit für den Sohn immer schon mit Fahrten durch die ga n- ze Stadt verbunden. Die Pflege der Eltern dauerte zudem seit Jahren an. Bereits im Zeitpunkt der Kündigung im Januar 2013 waren die Elt ern pflegebedürftig. Im Zeitpunkt der Einvernahme des Sohnes (…) und seiner Lebenspartnerin als Ze u- gen im Kündigungsschutzverfahren im Juni 2014 waren sie bereits 3 Jahre pfl e- gebedürftig. Im Kündigungsschutzverfahren waren aber die pflegebedürftigen E l- tern kein Thema, obwohl das Familien - und Privatleben Gegenstand der Bewei s- aufnahme war. Noch für den Zeitpunkt Februar 2015 hält der Beklagte (im Ber u- fungsverfahren) fest, dass die Absicht zum Einzug in das streitgegenständliche Mietobjekt an der M.-strasse (...) vorhanden gewesen sei. 4 Monate später wird die Pflegeunterstützung als Hauptgrund für den Wohnungsverzicht angegeben. Bei dieser Aktenlage kann der Beweis der – stetig grösseren – Pflegeleistungen als neu hinzugetretene Tatsache für den nachträgliche n Wegfall des Kündigungs- grundes nicht gelingen, denn die entsprechende Behauptung vermag schlicht nicht zu überzeugen, weder unter dem Aspekt des zeitlichen Verlaufs noch nach - 40 - der allgemeinen Lebenserfahrung noch unter dem Gesichtspunkt gedanklicher Folgerichtigkeit. d) Die Formulierung im Schreiben vom 7. Juni 2015 ergibt, dass das geplante Projekt auf der Nachbarparzelle eine zusätzliche, aber untergeordnete Begrü n- dung für den Verzicht auf die Wohnung ist. Das Bauprojekt in der unmittelbaren Nachbarschaft ist entgegen dem Beklagten nicht der eigentliche Grund für den Nichtbezug der Wohnung. Die Darstellung bleibt bezüglich des Projektes auf dem Nachbargrundstück vielmehr sehr vage angesichts dessen, dass eigenen Ang a- ben des Sohnes des Beklagten zufolge di eser am 26. Januar 2015 an einer I n- formationsveranstaltung über das sehr grosse Bauvorhaben des Kantons auf der Nachbarliegenschaft teilgenommen hatte. Es wäre zu erwarten, dass ein auf dem Nachbargrundstück geplantes Bauprojekt der öffentlichen Hand von e iner derarti- gen Dimension (es ist die Rede von einem 100 Mio . Erweiterungsbau der Z.- Schule), welches am 7. Juni 2015 dem Beklagten bekannt war, sofort als das b e- zeichnet würde, was es ist: Der eigentliche (neu hinzu gekommene) Hinderung s- grund für den Wohn ungsbezug. Eine solche klare und unmissverständliche Äusserung liegt nicht vor. Das Mietgericht zog den kurzen E -Mail Verkehr von Januar 2015 zwischen der Klägerin und [dem zuständigen Verwalter der Q.-Immobilien] als Hilfstatsache bei zur Untermauerung seiner Überlegung, dass eben nicht die Bauarbeiten als dem angeblich sprichwörtlichen Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht haben soll, die entscheidende Rolle gespielt hatte n. Es ist richtig, dass keine Pflicht bestand, der Klägerin im Januar 2015 eine zusätzliche Erstreckung zu g e- währen. Das Mietgericht hat dies aber nicht erwogen, sondern diesbezüglich l e- diglich festgehalten, dass die Reaktion [des Verwalters] bzw. des Sohnes (des Beklagten) auf die Anfrage der – als Lehrerin an der Z.-Schule mutmasslich gut informierten – Klägerin vom 12. Januar 2015 äusserst ungewöhnlich sei für j e- manden, der sich angeblich mit der Absicht trägt, in eine Wohnung zu zügeln, und der überraschend erfährt, dass in der Nachbarschaft eine Grossbaustelle droht. Ein solches Verhalten, so die Vorinstanz, passe besser zu jemanden, der persö n- lich von der projektierten Grossbaustelle gar nicht betroffen sei: Die Klägerin fra g-- 41 - te im Mail vom 12. Januar 2015, ob der bevorstehende geplante 100 Mio .- Erweiterungsbau auf der Nachba rparzelle allenfalls eine Verlängerung des Mie t- vertrages über den im Vergleich vom 11./14. November 2014 vorgesehenen End- termin Ende März 2015 hinaus möglich mache. [Der Verwalter] teilte der Klägerin in seiner Antwort vom 13. Januar 2015 kurz angebunden m it, dem Beklagten 1 (dem Sohn) sei vom Bauvorhaben nichts bekannt, das Mietverhältnis könne nicht über den 31. März 2015 hinaus verlängert werden. Dass das Mietgericht bei diesen Verhältnissen davon ausging, die Bauarbe i- ten hätten neben dem Pflegeaufwand keine relevante Rolle für den Wohnung s- verzicht gespielt, ist sachlich somit durchaus vertretbar. Das Mietgericht durfte daher auf die vom Beklagten offerierten Beweise verzichten. Die entsprechende Rüge des Beklagten im Berufungsverfahren ist unbegründet. 4.5.4. a) Es ist dem Beklagten zuzustimmen, dass die Präferenzen unterschied- lich sind, was Lage und Ausstattung von Wohnungen betrifft. Allein die Tatsache, dass die M.-strasse (...) eine Altliegenschaft ist, ohne Lift und ohne Stauraum im Eingangsbereich für Fahrräder, Kinderwagen etc. , die Waschküche im Keller und nicht mehr auf der selben Etage ist, und somit nicht jede Familie sich für eine Wohnung im 4. Obergeschoss eines solchen Hauses entscheiden würde, ist vo r- liegend nicht a priori ein Indiz für v orgeschobenen Eigenbedarf. Die M.-strasse (...) ist immerhin in Familienbesitz, und es würde dem Sohn des Beklagten und seiner Familie (mutmasslich) ein Garten zur Alleinbenützung zustehen. Das Hol z- häuschen im Garten könnte u.a. als Kinderwagenabstellplatz dienen, und mit dem Estrich oberhalb der Wohnung ist Stauraum zur Verfügung gestellt. Die Miete der Wohnung im 4. Obergeschoss hätte auch die Miete eines Werkstattraums im Erdgeschoss umfasst, wobei der Werkstattraum auch separat gemietet werden kann. Der Sohn des Beklagten und seine Partnerin bezeichneten im Kündigung s- schutzverfahren den Werkstattraum, auch Atelierraum genannt, als massgebend für den Einzug in die Liegenschaft M.-strasse (...) . P., die Lebenspartnerin des Sohnes, führte einerseits das Anl iegen "Einheit von Wohnen und Arbeiten" an, indem sie erklärte, dass sie von zu Hause aus arbeiten wolle und sich an der M.- strasse die Werkstatt im selben Gebäude befinden würde; sie könne arbeiten und - 42 - oben würde das Kind schlafen. Sie führte zudem auch a n, den Werkstattraum als Arbeitsplatz für Projektarbeiten zu nutzen und dass sie dort ein eigenes Schnit t- atelier einrichten wolle. Sie mache Schnittmuster für alle Arten von Bekleidungen. Diese würde sie teilweise von Hand zeichnen und teilweise am Compu ter. Dazu brauche sie einen grossen Tisch, einen Plotter und eine Nähmaschine. Zurzeit seien alle diese Geräte bei ihren Eltern eingestellt. P. bezeichnete die Wohnung an der N.-strasse (...) , nun mit einem Kleinkind, als nicht mehr ausreichend (ebenda). Der Sohn führte aus, es gehe ihnen um den Werkstattraum im Erdg e- schoss. Mit dem Grundriss an der N.-strasse sei das Arbeiten zu Hause nicht ei n- fach, da alle Räume nahe beieinander seien. Im aktuellen Büroraum würden sie nur ruhige Arbeiten ausführen können, weshalb das Atelier an der M.-strasse (...) der Hauptgrund sei für den Wohnungswechsel. b) Das Mietgericht durfte bei den geschilderten Ausführungen den Schluss zi e- hen, die heutige Haltung der (Schwieger -)Kinder des Beklagten bezüglich des Werkstattraumes sei unverständlich. Es führte aus, da die M.-strasse (…) nur rund 1,5 km von der N.-strasse (...) entfernt liege, hätte sich der für die Kündigung angeblich entscheidende Werkstattraum durch P. und den Beklagten 1 (den Sohn des Beklagten) ohne grosse Pro bleme auch ohne die Wohnung im gleichen G e- bäude nutzen lassen, zumal die Betreuung der Tochter schon zur Zeit des Künd i- gungsschutzverfahrens u.a. in einer Krippe erfolgt sei. Die unbefristete Weite r- vermietung des Werkstattraumes unterstreiche daher, dass d er geltend gemachte Eigenbedarf vorgeschoben gewesen sei. Unbestritten ist, dass der Werkstattraum inzwischen an ein Podologie-Institut unbefristet fremdvermietet wurde. Was der Beklagte im Berufungsverfahren den Ausführungen des Mietg e- richts entgegenhält, kommt dagegen nicht an. Sein Einwand, es habe von Anfang an die Absicht bestanden, die M.-strasse (...) als Einheit von Wohnen und Arbe i- ten zu nutzen, erklärt nur, dass jetzt angesichts der Fremdvermietung des Wer k- stattraumes eine einheitliche N utzung der Liegenschaft (Wohnen /Arbeiten) unter dem gleichen Dach nicht mehr möglich ist. Nicht erklärt wird aber, weshalb nicht wenigstens der Werkstattraum gemietet worden war. Die Behauptung, die Nu t- zung eines 1.5 Kilometer entfernten Werkstattraumes sei gerade mit einem Klein-- 43 - kind und einem pflegebedürftigen Vater unzumutbar, lässt sich überhaupt nicht mit der immer wieder geschilderten Notwendigkeit des grösseren Platzbedarfs in Übereinstimmung bringen. Bei der wiedergegebenen Behauptungslage braucht es keine weitere beweismässige Abklärung. Die zu Recht erfolgten Überlegungen des Mietgerichts stützen sich auf unbestrittene Tatsachen und die eigenen Au s- führungen der beklagtischen Seite. In diesem Licht sind auch die Ausführungen des Mietgerichts zum Umstand zu sehen, dass sich der Sohn des Beklagten und seine Familie nicht um ein E r- satzobjekt bemühen. Es trifft zu, dass viele Gründe für den Verzicht eines eh e- mals beabsichtigten Wohnungswechsels denkbar sind. Im vorliegenden Kontext relativiert der (einstweilige) Verzicht auf den Wohnungswechsel aber das behau p- tete Ungenügen der Wohnung an der N.-strasse. Diese Relativierung mindert wiederum die Ernsthaftigkeit des geltend gemachten Eigenbedarfs herab, welcher mit unbedingt mehr Platz für Wohnen und Arbeiten begr ündet wurde. Dieser Z u- sammenhang brauch t keine beweismässige Abklärung , ihn darzulegen und ei n- zuordnen ist allein Sache der richterlichen Würdigung. 4.5.5. Es trifft zu, dass der Sohn des Beklagten den Meinungsumschwung erklä- ren konnte, weshalb er und P. im Jahre 2010 die zuvor wegen Eigenbedarfs g e- kündigte Wohnung im 2. Obergeschoss der Liegenschaft M.-strasse (...) dann doch nicht bezogen hatten. Die Wohnung im 2. Obergeschoss wurde in der Folge allerdings dann teurer fremdvermietet. Die Vorinstanz sieht die Umstände und Motive für diese Kündigung angesichts eines rund 4 ½ Jahre später erneut man i- fest gewordenen fehlenden Nutzungswillens an einer Wohnung in der Liege n- schaft M.-strasse (...) in einem etwas anderen Licht als noch im Kündigung s- schutzverfahren. Die Ausführungen der Vorinstanz zur im Jahre 2010 erfolgten Kündigung der Wohnung im 2. Obergeschoss wegen Eigenbedarfs sind letztlich nicht entscheidend . Sie weisen lediglich auf einen Mieterwechsel hin, der unter den gleichen Vorzeichen stand (nicht r ealisierter Eigenbedarf). Als Indiz, das das bereits aus anderen Umständen gewonnene Bild abrundet, darf der rund 4 ½ Jah- re zuvor eingetretene Meinungsumschwung immerhin beachtet werden. - 44 - 4.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorbringen des Beklag ten im Berufungsverfahren den Entscheid der Vorinstanz nicht umstossen können. Der Schluss der Vorinstanz, wonach sich der geltend gemachte Eigenbedarf in Wü r- digung aller im Kontext des Kündigungsschutzverfahrens und nach dessen A b- schluss bekannt gewordenen Umstände als vorgeschoben erweise, und nicht als nachträglich dahingefallen, ist beizupflichten. Die Berufung ist abzuweisen. Der Beklagte hat in der Berufung den vorinstanzlichen Erwägungen hinsichtlich der Beurteilung und Berechnung der einzelnen Schad enspositionen, wie erwähnt, nichts entgegengesetzt, weshalb es dabei sein Bewenden hat. (…)" Aus dem Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2019 (BGer, 4A_563/2017, zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehen (Gerichtsbesetzung: Kiss, Klett, Hohl, Niquille, May Canellas; Gerichtsschreiber Kölz): „ (…) Sachverhalt: A. D.________ (Beschwerdegegnerin) mietete mit Vertrag vom 12. November 1996 von A.A.________ (Beschwerdeführer) und dessen Ehefrau B.A.________ eine 4-Zimmer-Wohnung im 4. Stock der Liegenschaft Strasse G.________ in U.________. Mietbeginn war der 1. Januar 1997. Das Mietverhältnis war unbefris- tet und dreimonatlich zum Voraus auf Ende März, Ende Juni und Ende Septem- ber kündbar. Mit amtlichem Formular vom 18. Januar 2013 kündigten die Vermieter das Miet- verhältnis ohne Angabe einer Begründung auf den 30. Juni 2013. Auf Nachfragen von D.________ gab der Verwalter der Liegenschaft, E.________, mit Schreiben vom 29. Januar 2013 "Eigenbedarf" als Kündigungsgrund an und konkretisierte dies am 12. März 2013 mit dem Hinweis, der Sohn der Vermieter, C.A.________, wolle die Wohnung mit seiner Familie beanspruchen. - 45 - B. D.________ focht die Kündigung bei der Schlichtungsbehörde des Bezirks Zürich an. Sie machte geltend, der Eigenbedarf sei als Kündigungsgrund vorgeschoben. In Wahrheit werde beabsichtigt, die Wohnung teurer weiterzuvermieten. Anläss- lich der Schlichtungsverhandlung vom 21. März 2013 wurde keine Einigung er- zielt, weshalb die Schlichtungsbehörde den Parteien einen Urteilsvorschlag un- terbreitete. A.A.________ und B.A.________ lehnten diesen ab, worauf ihnen die Klagebewilligung erteilt wurde. Am 21. Mai 2013 reichten A.A.________ und B.A.________ Klage beim Mietgericht Zürich ein. Dieses stellte mit Urteil MB130009 vom 23. Oktober 2014 fest, dass die Kündigung nicht missbräuchlich ist (Dispositiv-Ziffer 1). Weiter erstreckte es das Mietverhältnis "einmalig und defi- nitiv" bis zum 30. September 2014 (Dispositiv-Ziffer 2). Dieses Urteil blieb unan- gefochten. Am 11./14. November 2014 schlossen die Parteien einen aussergerichtlichen Vergleich, worin das Mietverhältnis "letztmalig und definitiv" bis 31. März 2015 erstreckt und der Mieterin das Recht zugestanden wurde, schon zuvor mit einer Frist von 30 Tagen auf jedes Monatsende zu kündigen. Mit Schreiben vom 24. November 2014 kündigte D.________ das Mietverhältnis auf Ende Dezember 2014, kam darauf aber wenig später zurück. Am 12. Januar 2015 erkundigte sich die Mieterin per E-Mail bei E.________, ob sich infolge des geplanten Erweiterungsbaus der Kantonsschule V.________ die Ausgangslage geändert habe und eine Verlängerung des Mietvertrages denkbar wäre. Die Mietliegenschaft stehe als einzige Privatliegenschaft auf dem Schulare- al im Visier des Kantons, und wegen der geplanten Bauarbeiten stehe eine län- gerfristige Grossbaustelle direkt vor dem Haus an. Mit Antwort vom nächsten Tag wurde der Mieterin mitgeteilt, A.A.________ sei von einem solchen Bauvorhaben nichts bekannt und das Mietverhältnis könne nicht weiter verlängert werden. Das Mietverhältnis wurde schliesslich per Ende Februar 2015 beendet, nachdem die Mieterin eine neue Wohnung gemietet hatte. Am 24. Mai 2015 verstarb B.A.________. - 46 - C. Am 11. August 2015 machte D.________ bei der Schlichtungsbehörde Zürich eine Klage gegen C.A.________ sowie A.A.________ anhängig. Nach erfolgloser Schlichtungsverhandlung reichte sie die Klage am 31. Dezember 2015 beim Miet- gericht Zürich im vereinfachten Verfahren ein. Sie verlangt Schadenersatz in der Höhe von Fr. 14'459.-- nebst Zins, unter anderem für Umzugskosten und die Mietzinsdifferenz zwischen dem letzten Mietzins für das Mietobjekt und ihrem ak- tuellen Mietzins. Zur Begründung macht sie geltend, der Eigenbedarf der Vermie- ter sei vorgeschoben gewesen. Die Wohnung an der Strasse G.________ sei im Mai 2015 im Internet auf einem Immobilienportal zur Miete ausgeschrieben gewe- sen, und zwar zu einem Mietzins, der rund Fr. 650.-- pro Monat höher liege als der zuletzt geltende Mietzins. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 26. Oktober 2016 zog die Mieterin die Kla- ge gegen C.A.________ zurück. Mit Urteil vom 16. Januar 2017 hiess das Einzelgericht am Mietgericht die Klage teilweise gut und verurteilte A.A.________, D.________ Fr. 11'109.-- zuzüglich Zins zu bezahlen. Im übersteigenden Umfang wies es die Klage ab. Dieses Urteil focht A.A.________ beim Obergericht des Kantons Zürich an. Mit Urteil vom 26. September 2017 wies das Obergericht die Berufung ab und bestä- tigte das Urteil des Mietgerichts vom 16. Januar 2017. D. A.A.________ verlangt mit Beschwerde in Zivilsachen, das Urteil des Oberge- richts sei aufzuheben. Auf die Klage von D.________ sei nicht einzutreten, even- tualiter sei sie abzuweisen. D.________ begehrt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit überhaupt darauf einzutreten sei. Die Vorinstanz hat auf Vernehmlassung verzichtet. Die Parteien replizierten und duplizierten. Am 5. Juni 2018 reichte A.A.________ dem Bundesgericht zwei Strafurteile des Bezirksgerichts Zürich vom 25. Mai 2018 im Dispositiv ein. Darin werden C.A.________ und dessen Lebenspartnerin F.________ vom Vorwurf eines fal- schen Zeugnisses im Sinne von Art. 307 Abs. 1 StGB freigesprochen. - 47 - E. Das Bundesgericht hat am 19. Februar 2019 eine öffentliche Urteilsberatung durchgeführt. Erwägungen: 1. 1.1. Das angefochtene Urteil des Obergerichts ist ein Endentscheid (Art. 90 BGG) einer Vorinstanz im Sinne von Art. 75 BGG. Der Streitwert erreicht die gemäss Art. 74 Abs. 1 lit. a BGG in mietrechtlichen Fällen geltende Grenze von Fr. 15'000.-- nicht. Unter diesen Umständen ist die Beschwerde in Zivilsachen den- noch zulässig, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG). 1.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung dann vor, wenn ein allgemeines und dringendes Inte- resse besteht, dass eine umstrittene Frage höchstrichterlich geklärt wird, um eine einheitliche Anwendung und Auslegung des Bundesrechts herbeizuführen und damit eine erhebliche Rechtsunsicherheit auszuräumen (BGE 141 III 159 E. 1.2; 139 III 209 E. 1.2 S. 210, 182 E. 1.2 S. 185; 138 I 232 E. 2.3; 135 III 397 E. 1.2 S. 399). Die Frage muss von allgemeiner Tragweite sein (BGE 134 III 267 E. 1.2 S. 269). Eine neue Rechtsfrage kann vom Bundesgericht beurteilt werden, wenn dessen Entscheid für die Praxis wegleitend sein kann, namentlich, wenn von un- teren Instanzen viele gleichartige Fälle zu beurteilen sein werden (BGE 140 III 501 E. 1.3; 135 III 1 E. 1.3 S. 4). Der vorliegende Fall wirft die Frage auf, ob und gegebenenfalls unter welchen Voraussetzungen der Mieter eine Schadenersatzklage wegen vorgeschobenen Eigenbedarfs erheben kann, wenn er die Kündigung bereits erfolglos nach Art. 271 f. OR angefochten hat. Diese Frage hat das Bundesgericht bisher nicht be- antwortet, und es kommt ihr grundsätzliche Bedeutung im eben dargestellten Sin- ne zu (siehe im Einzelnen Erwägungen 3-5). - 48 - 1.3. Die Beschwerde in Zivilsachen ist damit zulässig, zumal auch die übrigen Eintretensvoraussetzungen gegeben sind. 2. 2.1. Mit Beschwerde in Zivilsachen können Rechtsverletzungen nach Art. 95 und 96 BGG gerügt werden. 2.2. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vo- rinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Dazu gehören sowohl die Feststel- lungen über den streitgegenständlichen Lebenssachverhalt als auch jene über den Ablauf des vor- und erstinstanzlichen Verfahrens, also die Feststellungen über den Prozesssachverhalt (BGE 140 III 16 E. 1.3.1 mit Hinweisen). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willkürlich" (BGE 140 III 115 E. 2 S. 117; 135 III 397 E. 1.5). Überdies muss die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kön- nen (Art. 97 Abs. 1 BGG). Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Die Partei, welche die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz anfechten will, muss klar und substanziiert aufzeigen, inwiefern diese Voraussetzungen erfüllt sein sollen (BGE 140 III 16 E. 1.3.1 S. 18 mit Hinweisen). Wenn sie den Sachver- halt ergänzen will, hat sie zudem mit präzisen Aktenhinweisen darzulegen, dass sie entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen prozesskonform eingebracht hat (BGE 140 III 86 E. 2 S. 90). Genügt die Kritik diesen Anforderungen nicht, können Vorbringen mit Bezug auf einen Sachverhalt, der vom angefochtenen Entscheid abweicht, nicht berück- sichtigt werden (BGE 140 III 16 E. 1.3.1 S. 18). - 49 - Somit kann nicht beachtet werden, wenn sich die Parteien in ihren Eingaben frei zu den Umständen und Absichten äussern, die ihres Erachtens zum Abschluss des Vergleichs vom 11./14. November 2014 geführt haben, ohne eine entspre- chende Sachverhaltsergänzung hinreichend zu begründen. 3. 3.1. Die ordentliche Kündigung eines Mietvertrages setzt keinen besonderen Kündigungsgrund voraus. Mieter und Vermieter sind nach Art. 266a Abs. 1 OR grundsätzlich frei, ein unbefristetes Mietverhältnis unter Einhaltung der vertragli- chen oder gesetzlichen Fristen und Termine zu beenden. Die Kündigung von Wohn- oder Geschäftsräumen ist indessen gemäss Art. 271 Abs. 1 OR anfecht- bar, wenn sie gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstösst. Als treuwid- rig gilt eine Kündigung allgemein, wenn sie ohne objektives, ernsthaftes und schützenswertes Interesse ausgesprochen wird und damit aus reiner Schikane erfolgt oder Interessen der Parteien tangiert, die in einem krassen Missverhältnis zueinander stehen (BGE 142 III 91 E. 3.2.1 S. 92; 140 III 496 E. 4.1 S. 497; 138 III 59 E. 2.1 S. 62 mit weiteren Hinweisen). Art. 271a OR zählt einzelne Gründe auf, bei deren Vorliegen die Kündigung insbesondere anfechtbar ist. Das Motiv der Kündigung ist eine Tatfrage (BGE 136 III 190 E. 2 S. 192; 115 II 484 E. 2b; je mit weiterem Hinweis). Nach der Rechtsprechung des Bundesge- richts obliegt es dem Empfänger der Kündigung, zu beweisen, dass diese aus einem verpönten oder ohne schützenswerten Grund erfolgte. Der Kündigende hat jedoch redlich zur Wahrheitsfindung beizutragen; er hat die Kündigung auf Ver- langen zu begründen (Art. 271 Abs. 2 OR) und im Bestreitungsfall alle für die Be- urteilung des Kündigungsgrunds notwendigen Unterlagen vorzulegen (BGE 138 III 59 E. 2.1 S. 62; 135 III 112 E. 4.1 S. 119; je mit weiteren Hinweisen). Eine mangelnde oder fehlerhafte Begründung kann ein Indiz dafür sein, dass ein schützenswertes Interesse an der Kündigung nicht besteht. Treuwidrigkeit wird angenommen, wenn der angegebene Kündigungsgrund vorgeschoben und der wahre Grund nicht feststellbar ist (BGE 143 III 344 E. 5.3.1 S. 345 mit Hinwei- sen). - 50 - Ob eine Kündigung gegen Treu und Glauben verstösst, beurteilt sich in Bezug auf den Zeitpunkt, in dem sie ausgesprochen wird (BGE 142 III 91 E. 3.2.1; 140 III 496 E. 4.1 S. 497). Gegenstand der Anfechtung ist damit grundsätzlich der Kün- digungsgrund zum Zeitpunkt der Kündigun g. Fällt der Grund, aus dem die Kündi- gung ausgesprochen wurde, in der Folge dahin, wird die Kündigung nicht nach- träglich treuwidrig (BGE 138 III 59 E. 2.1 S. 62; Urteile 4A_545/2013 vom 28. No- vember 2013 E. 3.2.2 und 3.2.3 mit einem Überblick über den Meinungsstand in der Literatur; Urteil 4A_454/2012 vom 10. Oktober 2012 E. 2.5). 3.2. Das Gesetz bestimmt, dass eine Kündigung, die gegen Treu und Glauben verstösst, angefochten werden kann (Art. 271 f. OR). Ist die Anfechtung erfolg- reich, bleibt das Mietverhältnis bestehen. Eine Entschädigungspflicht der Partei, die das Mietverhältnis missbräuchlich kündigt, ist demgegenüber nicht vorgese- hen, im Gegensatz zum Arbeitsrecht (siehe Art. 336a und 337c OR). Mehrere Au- toren weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass unter gewissen Umständen auch ein Schadenersatzanspruch des Mieters in Frage komme, da eine treuwidri- ge Kündigung eine Vertragsverletzung im Sinne von Art. 97 OR oder eine uner- laubte Handlung gemäss Art. 41 OR darstelle (siehe im Einzelnen BARBEY, Commentaire du droit du bail, 1991, N. 310-312 zu Art. 271-271a OR; HIGI, Zür- cher Kommentar, 4. Aufl. 1996, N. 91, 98-107 zu Art. 271 OR; je mit weiteren Hinweisen; ferner auch CONOD, in: Droit du bail à loyer et à ferme, 2. Aufl. 2016, N. 52 zu Art. 271 OR; LACHAT, Le bail à loyer, 2008, S. 761 Ziff. 7.4 f.; WEBER, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 6. Aufl. 2015, N. 34 zu Art. 271/271a OR). 3.3. Das Obergericht ging unter Berufung auf die Literatur davon aus, dass eine gegen Art. 271 OR verstossende Kündigung durch den Vermieter nach Art. 97 OR grundsätzlich einen Schadenersatzanspruch des Mieters begründen könne. Dass der Mieterin infolge der Kündigung vom 18. Januar 2013 ein Schaden ent- standen ist, war im kantonalen Berufungsverfahren nicht mehr umstritten, und ebensowenig die einzelnen Schadenspositionen. Das Obergericht prüfte einge- hend, ob der Eigenbedarf bereits zum Zeitpunkt der Kündigung nicht bestanden hatte und damit als Kündigungsgrund vorgeschoben worden war, oder ob er - 51 - nachträglich weggefallen und die Kündigung demnach rechtmässig erfolgt ist. Es gelangte "in Würdigung aller im Kontext des Kündigungsschutzverfahrens und nach dessen Abschluss bekannt gewordenen Umstände" zum Schluss, dass sich der geltend gemachte Eigenbedarf als vorgeschoben und nicht als nachträglich dahingefallen erweise. Es bejahte daher die Schadenersatzpflicht des Beschwer- deführers und wies dessen Berufung gegen das Urteil des Mietgerichts ab. 4. 4.1. Der Beschwerdeführer stellt sich wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren auf den Standpunkt, das Mietgericht hätte die Schadenersatzklage nicht gutheis- sen dürfen, nachdem es bereits die Klage der Beschwerdegegnerin auf Anfech- tung der Kündigung abgewiesen und rechtskräftig festgestellt habe, dass die Kündigung rechtmässig sei. Überdies hätten die Parteien einen aussergerichtli- chen Vergleich über den Streitgegenstand abgeschlossen. Er rügt, indem das Mietgericht "nochmals über die Frage der Gültigkeit der Kündigung (ernsthafter und aktueller Eigenbedarf) entschieden" und das Obergericht diesen Entscheid bestätigt habe, hätten sie Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO verletzt. 4.2. Das Mietgericht hatte im Anfechtungsprozess die Treuwidrigkeit der Kündi- gung vom 18. Januar 2013 nach eingehendem Beweisverfahren verneint. Im Ur- teil vom 23. Oktober 2014 stellte es massgeblich auf die Zeugenaussagen von C.A.________ und F.________ ab. Es gelangte zum Schluss, insgesamt sei es den Vermietern gelungen, den Kündigungsgrund Eigenbedarf glaubhaft zu ma- chen. Demgemäss habe die Beschwerdegegnerin den Beweis, dass der Kündi- gungsgrund vorgeschoben gewesen sei, nicht erbringen können. Die Kündigung verstosse damit nicht gegen den Grundsatz von Treu und Glauben und sei gültig. Dieses Urteil des Mietgerichts ist rechtskräftig geworden. Streitig ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren, welche Auswirkungen das Ur- teil auf die von der Beschwerdegegnerin erhobene Schadenersatzklage hat. Das Obergericht führte hierzu aus, der Schadenersatzprozess sei vom Anfechtungs- verfahren "zu unterscheiden". Es liege in der Natur der Sache, dass bei Eigenbe- darfskündigungen, denen eine Erstreckung folge, oft erst die Zukunft verlässlich - 52 - zeigen könne, ob der im Zeitpunkt der Erklärung der Kündigung angegebene Kündigungsgrund einen realen Hintergrund gehabt habe oder als vorgeschoben qualifiziert werden müsse. Werde der Einzugswunsch nicht in die Tat umgesetzt und könne die fehlende Eigennutzung auch nicht mit objektiven geänderten Ver- hältnissen während der Erstreckungsdauer erklärt werden, werde möglicherweise "das Vorschieben des geltend gemachten Eigenbedarfs erkennbar". Die Tatsa- chen, "die den sicher (er) en Schluss auf den nur vorgeschobenen Eigenbedarf zuliessen", hätten sich erst nach dem Auszug aus der Wohnung ereignet. Die Prüfung, "ob das Vertrauen der Kündigungsempfängerin in eine als ernsthaft be- urteilte Eigenbedarfskündigung enttäuscht wurde oder nicht", erfolge ungeachtet dessen, ob die Kündigung angefochten worden sei oder nicht, so dass der Be- schwerdeführer insofern aus dem Nichtweiterzug des Urteils vom 23. Oktober 2014 nichts zu seinen Gunsten ableiten könne. Weiter erwog das Obergericht, das Beweisergebnis aus dem Anfechtungsprozess bleibe "dasselbe", es erschei- ne aber durch das Verhalten des Beschwerdeführers beziehungsweise dessen Familie nach der Kündigung beziehungsweise nach Auszug der Beschwerdegeg- nerin aus der Wohnung "in einem anderen Licht". 4.3. Obsiegt der Mieter im Anfechtungsverfahren, stellt sich die Frage nach einem Schadenersatzprozess in der Regel nicht, da der Mietvertrag fortdauert und dem Mieter infolgedessen kein Schaden entsteht. Demgegenüber wird ein Verzicht auf die Anfechtung im Schrifttum zum Teil ausdrücklich als Anerkennung der Recht- mässigkeit der Kündigung verstanden, welche späteren Schadenersatzansprü- chen entgegenstehe (HIGI, a.a.O., N. 100 und 102 zu Art. 271 OR; siehe auch BARBEY, a.a.O., N. 312 zu Art. 271-271a OR mit weiteren Hinweisen). Wird die Treuwidrigkeit der Kündigung dagegen erst nach Ablauf der Anfechtungsfrist oder nach Abschluss des Kündigungsschutzverfahrens erkennbar, spricht sich die Leh- re für eine Wiederherstellung der Anfechtungsfrist respektive die Revision des Anfechtungsentscheids aus, sofern das Mietverhältnis noch nicht beendet ist (sie- he CONOD, a.a.O., N. 51 zu Art. 271 OR; HIGI, a.a.O., N. 105 zu Art. 271 OR; LACHAT, in: Commentaire Romand, Code des Obligations I, 2. Aufl. 2012, N. 11 zu Art. 271 OR; THANEI, in: Das Mietrecht für die Praxis, 9. Aufl. 2016, 780 f.; dieselbe, Die Kündigung des Mietverhältnisses bei Eigenbedarf, mp 2015, S. - 53 - 240 f.; teils mit weiteren Hinweisen; vgl. auch WEBER, a.a.O., N. 33a zu Art. 271/271a OR, hinsichtlich von nachträglich weggefallenen Kündigungsgründen). Diejenigen Autoren, welche einen Schadenersatzanspruch als Rechtsfolge einer missbräuchlichen Kündigung befürworten, beziehen sich auf den Fall, dass der Mieter die Treuwidrigkeit der Kündigung erst nachträglich entdeckt (siehe etwa BARBEY, a.a.O., N. 312 zu Art. 271-271a OR; CONOD, a.a.O., N. 52 zu Art. 271 OR; HIGI, a.a.O., N. 104 zu Art. 271 OR; LACHAT, Le bail à loyer, a.a.O., S. 732 Ziff. 3.8 und S. 761 Ziff. 7.5; THANEI, Das Mietrecht für die Praxis, a.a.O., 780 und 819). Dagegen äussern sie sich nicht zur hier interessierenden besonderen Konstellation, dass der Mieter die Kündigung angefochten hat, seine Anfech- tungsklage aber rechtskräftig abgewiesen und das Mietverhältnis in der Folge be- endet wurde. 5. 5.1. Ein formell rechtskräftiges Urteil ist in einem späteren Verfahren unter den- selben Parteien verbindlich. Diese materielle Rechtskraft hat eine positive und eine negative Wirkung. In positiver Hinsicht bindet sie das Gericht in einem späte- ren Prozess an alles, was im Urteilsdispositiv des früheren Prozesses festgestellt wurde (sogenannte Präjudizialitäts- oder Bindungswirkung). In negativer Hinsicht verbietet sie jedem späteren Gericht, auf eine Klage einzutreten, deren Streitge- genstand mit dem rechtskräftig beurteilten identisch ist, sofern der Kläger nicht ein schutzwürdiges Interesse an Wiederholung des früheren Entscheids geltend ma- chen kann (sogenannte Ausschlusswirkung). Es fehlt dann an einer Prozessvo- raussetzung (siehe Art. 59 Abs. 2 lit e ZPO). Die materielle Rechtskraft eines Ur- teils erstreckt sich nach dem Grundsatz der Präklusion auf den individualisierten Anspruch schlechthin und schliesst Angriffe auf sämtliche Tatsachen aus, die im Zeitpunkt des Urteils bereits bestanden hatten, unabhängig davon, ob sie den Parteien bekannt waren, von diesen vorgebracht oder vom Richter beweismässig als erstellt erachtet wurden (BGE 142 III 210 E. 2 und 2.1; 139 III 126 E. 3.1; je mit weiteren Hinweisen). Ausserhalb der zeitlichen Grenzen der materiellen Rechtskraft liegen dagegen rechtsbegründende oder rechtsverändernde Tatsa- chen, die im früheren Prozess nicht zu beurteilen waren, also neue erhebliche - 54 - Tatsachen, die seit dem ersten Urteil eingetreten sind und den Anspruch in der nunmehr eingeklagten Form erst entstehen liessen (BGE 140 III 278 E. 3.3 S. 282; 139 III 126 E. 3.2.1 S. 130 und 4.1; 125 III 241 E. 1d S. 246; je mit weiteren Hinweisen). Nach der Rechtsprechung kann eine Partei ein rechtskräftiges Urteil nicht dadurch in Frage stellen, dass sie in einem nachfolgenden Schadenersatzprozess behauptet, es sei durch arglistiges Verhalten der Gegenpartei zustande gekom- men. Vielmehr muss sie zuvor die Aufhebung des Urteils mittels Revision erwir- ken (BGE 139 III 126 E. 4.2; 127 III 496 E. 3b; Urteil 4A_292/2017 vom 29. Janu- ar 2018 E. 3.1 und 3.2). 5.2. Mit der Anfechtung gemäss Art. 271 f. OR verlangt die klagende Partei, dass das Gericht die Kündigung aufhebt. Es handelt sich somit um eine Gestaltungs- klage im Sinne von Art. 87 ZPO (BGE 140 III 598 E. 3.; Urteil 4A_689/2016 vom 28. August 2017 E. 4.1). Wird eine Gestaltungsklage rechtskräftig abgewiesen, hat dies nach den eben dargestellten allgemeinen Grundsätzen (Erwägung 5.1) einerseits die negative Wirkung, dass eine neue identische Gestaltungsklage nach Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO unzulässig ist (vgl. etwa BGE 122 III 279 E. 3c/bb hinsichtlich der Anfech- tungsklage gemäss Art. 691 Abs. 3 OR; siehe im Einzelnen DROESE, Res iudica- ta ius facit, 2015, S. 376 und 381-386 mit weiteren Hinweisen). In diesem Sinne ist auf eine zweite Anfechtungsklage gemäss Art. 271 f. OR nach der bundesge- richtlichen Rechtsprechung nicht einzutreten (siehe Urteil 4A_545/2013 vom 28. November 2013 E. 3.2.1 und 3.2.2). Andererseits hat das Urteil die positive Wir- kung, dass es das Gericht in einem späteren Prozess bindet. In der Literatur wird ausgeführt, die Abweisung einer Gestaltungsklage bedeute, dass "das Nichtbe- stehen eines Gestaltungsgrundes festgestellt" werde und diese Feststellung in Rechtskraft erwachse (DROESE, a.a.O., S. 376; ähnlich SOGO, Gestaltungskla- gen und Gestaltungsurteile des materiellen Rechts und ihre Auswirkungen auf das Verfahren, 2007, S. 9 f., 200 und 223 Fn. 1055). Bezogen auf die Anfech- tungsklage nach Art. 271 f. OR bedeutet dies, dass das Vorliegen des Anfech- tungsgrundes mit der Klageabweisung rechtskräftig verneint ist und diese Frage in einem späteren Prozess nicht neu beurteilt werden kann. - 55 - Die Situation ist insofern vergleichbar mit derjenigen, wenn eine Klage auf Verbot einer widerrechtlichen Handlung abgewiesen worden ist. In der Literatur wird hier- zu ausgeführt, durch die Abweisung der Unterlassungsklage sei festgestellt, dass das zu verbietende Verhalten erlaubt sei. Das Gericht sei an diese Feststellung gebunden, wenn es in einem Prozess betreffend reparatorische Ansprüche dar- über (als Vorfrage) zu entscheiden habe, ob das Verhalten zulässig sei (DROE- SE, a.a.O., S. 353-355; DANIEL SCHWANDER, Die objektive Reichweite der ma- teriellen Rechtskraft - Ausgewählte Probleme, 2002, S. 120-123). 5.3. Das Mietgericht hat in Dispositiv-Ziffer 1 seines Urteils vom 23. Oktober 2014 auf Antrag der Vermieter ausdrücklich festgestellt, "dass die Kündigung vom 18. Januar 2013 per 30. Juni 2013 nicht missbräuchlich ist". Diese Feststellung bindet das Gericht im zweiten Prozess, wenn im Rahmen einer Klage auf Schadenersatz erneut geltend gemacht wird, die Kündigung verstosse gegen Treu und Glauben. Wenn die Vorinstanz - und mit ihr die Beschwerdegegnerin - argumentiert, beim Kündigungsschutzverfahren und im Schadenersatzprozess seien "zwei verschie- dene Streitfragen eines Lebenssachverhalts" zu beurteilen, trifft dies nicht zu: Im Schadenersatzprozess ist wie bereits im Anfechtungsverfahren zu entscheiden, ob der Eigenbedarf der Vermieter im Zeitpunkt der Kündigung vorgelegen hatte oder ob dieser Kündigungsgrund vorgeschoben war (Erwägung 3.1). Das Mietge- richt hat diese Frage in seinem Urteil vom 23. Oktober 2014 beurteilt und befun- den, der Eigenbedarf sei ausgewiesen. Diese Beurteilung ist im zweiten Prozess verbindlich. Die Vorinstanz hat sich über die Rechtskraftwirkung des Urteils hin- weggesetzt, wenn es dieselbe Frage erneut beurteilte und dabei insbesondere die Beweismittel noch einmal frei würdigte, die bereits im Anfechtungsverfahren be- rücksichtigt worden waren (Erwägung 3.3). 5.4. Die Rechtskraft des Urteils vom 23. Oktober 2014, die eine Neubeurteilung der Kündigung vom 18. Januar 2013 verbietet, könnte ausschliesslich mittels for- meller Revision unter den Voraussetzungen von und im Verfahren nach Art. 328- 333 ZPO beseitigt werden. Die Vorinstanz erwog, dieser Rechtsbehelf scheide aus, da das Mietverhältnis zwischen den Parteien "nicht mehr inhaltlich unverän- dert weiter bestehen" könne und "die erneute Überlassung der Wohnung zum - 56 - althergebrachten Inhalt" nicht mehr möglich sei, ähnlich wie übrigens die Rechts- vertreterin der Beschwerdegegnerin in einer Publikation (THANEI, in: Das Miet- recht für die Praxis, a.a.O., S. 820). Zu Unrecht: Wohl setzt das Revisionsverfah- ren wie jedes Rechtsmittel voraus, dass die gesuchstellende Partei ein schutz- würdiges Interesse hat (siehe allgemein Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO). Ein solches fehlt, wenn rechtliche oder tatsächliche Gründe eine Änderung der Rechtslage, die durch das angefochtene Urteil geschaffen worden ist, ausschliessen (BGE 114 II 189 E. 2; siehe auch Urteil 4F_3/2007 vom 27. Juni 2007 E. 2.3). Die Be- schwerdegegnerin meint, ein Revisionsverfahren könne ihr nicht zugemutet wer- den, da das Kündigungsschutzverfahren im Falle einer Revision des Urteils vom 23. Oktober 2014 zwar wieder aufzunehmen, daraufhin jedoch als gegenstands- los geworden abzuschreiben wäre. Indessen muss die Gutheissung eines Revisi- onsgesuchs nicht zwingend zur Folge haben, dass das Gericht einen neuen Ent- scheid in der Sache fällt. Vielmehr ist je nach den Umständen eine andere Art der Prozesserledigung denkbar, etwa durch einen Nichteintretensentscheid (so aus- drücklich IVO SCHWANDER, in: Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO), Kommentar, Bd. II, Brunner/Gasser/ Schwander [Hrsg.], 2. Aufl. 2016, N. 11 zu Art. 333 ZPO mit Hinweis). Auch eine dahingehende Abänderung kann ein schutzwürdiges Interesse an der Revision begründen, sei es schon nur mit Blick auf die Kostenregelung des Verfahrens. 5.5. Da die Beschwerdegegnerin keine Revision des Urteils vom 23. Oktober 2014 erwirkt hat, hätte die Vorinstanz ihre Klage abweisen müssen. Die Rüge des Beschwerdeführers erweist sich bereits in diesem Punkt als begründet. Unter die- sen Umständen braucht auf die weiteren in der Beschwerde aufgeworfenen Rechtsfragen nicht eingegangen zu werden. Insbesondere muss nicht näher erör- tert werden, ob und unter welchen Voraussetzungen der Mieter allgemein dazu berechtigt ist, vom Vermieter wegen einer treuwidrigen Kündigung Schadenersatz zu verlangen. 6. Die Beschwerde ist gutzuheissen. Das angefochtene Urteil des Obergerichts ist aufzuheben, und die Klage der Beschwerdegegnerin ist in Anwendung von Art. 107 Abs. 2 BGG abzuweisen. - 57 - Die Sache ist zur Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des kanto- nalen Verfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Art. 67 und 68 Abs. 5 BGG). Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdegegnerin für das bundesge- richtliche Verfahren kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG). (…)“ Zürcher Mietrechtspraxis (ZMP): Entscheidungen des Mietgerichtes und der Schlichtungsbehör- de des Bezirkes Zürich. Ausgabe 2017, 27. Jahrgang. Herausgegeben vom Mietgericht des Bezirkes Zürich, Postfach, 8036 Zürich © Mietgericht des Bezirkes Zürich, Redaktion: MLaw P. Zumsteg, Leitende Gerichtsschreiberin; Dr. R. Weber, Mietgerichtspräsident