Kantonsgericht Schwyz Berichtigung vom 6. März 2023 STK 2021 58 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Prof. Dr. Reto Heizmann, Kantonsrichter lic. iur. Walter Züger, Reto Fedrizzi, Bettina Krienbühl und Clara Betschart, Gerichtsschreiber lic. iur. Noah Thurnherr. In Sachen A.________, Beschuldigter und Berufungsführer, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, gegen 1. Staatsanwaltschaft, 1. Abteilung, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, Einsiedlerstrasse 55, 8836 Bennau, Anklagebehörde und Berufungsgegnerin, vertreten durch Staatsanwältin C.________, 2. D.________, Privatklägerin und Berufungsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin E.________, betreffend sexuelle Nötigung, Widerruf und Landesverweisung (Berichtigung des Urteils vom 24. November 2022);- hat die Strafkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung, dass - die Strafkammer des Kantonsgerichts mit Urteil vom 24. November 2022 insbesondere die Schadenersatzforderung von D.________ für den allfälligen zukünftigen Schaden aus dem Ereignis vom 21. Dezember 2018 auf den Zi- vilweg verwies (Dispositivziffer 1.7.b); - D.________ am 14. Februar 2023 um Berichtigung des Urteils ersuchen liess mit der Begründung, im Urteilsdispositiv des Kantonsgerichts fehle die Feststellung der grundsätzlichen Schadenersatzpflicht des Beschuldigten für die Folgen des Ereignisses vom 21. Dezember 2018 (KG-act. 26); - sich die Gegenseite dazu nicht vernehmen liess; - die Strafbehörde, die den Entscheid fällte, auf Gesuch einer Partei oder von Amtes wegen eine Erläuterung oder Berichtigung des Entscheids vor- nimmt, wenn das Dispositiv unklar, widersprüchlich oder unvollständig ist oder mit der Begründung im Widerspruch steht (Art. 83 Abs. 1 StPO); - das Gericht die Zivilklage nur dem Grundsatz nach entscheiden und sie im Übrigen auf den Zivilweg verweisen kann, wenn die vollständige Beurtei- lung unverhältnismässig aufwendig wäre (Art. 126 Abs. 3 StPO); - der Beschuldigte die von der Vorinstanz festgestellte grundsätzliche Schadenersatzpflicht für die Folgen des Ereignisses vom 21. Dezember 2018 (angef. Urteil, Dispositivziffer 7.b) anfocht (KG-act. 4, Antrag Ziffer 4); - der Grundsatzentscheid betreffend die Zivilforderung ein nachfolgendes Zivilgericht bindet (Dolge, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kom- mentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. A. 2014, Art. 126 StPO N 47), weshalb das Strafgericht im Urteilsdispositiv anzugeben hat, welche Kantonsgericht Schwyz 3 Grundsatzfragen es bereits beurteilte (Dolge, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. A. 2014, Art. 126 StPO N 48); - die Strafkammer im Urteil vom 24. November 2022 zum Schluss kam, die Voraussetzungen für eine Schadenersatzpflicht des Beschuldigten seien gegeben, die Schadenshöhe könne aber derzeit nicht beziffert werden, wes- halb bloss die grundsätzliche Haftung des Beschuldigten festzustellen und im Übrigen die Zivilforderung auf den Zivilweg zu verweisen sei (E. 5.b.dd); - die grundsätzliche Haftung des Beschuldigten in Ziffer 1.7.b des Urteils- dispositivs offensichtlich aus Versehen nicht festgestellt wurde, was ein be- richtigungsfähiger Widerspruch zur Urteilsbegründung ist, sodass das Disposi- tiv entsprechend zu berichtigen ist; - zur Berichtigung die Strafbehörde zuständig ist, die den Entscheid fällte (Stohner, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizeri- sche Strafprozessordnung, 2. A. 2014, Art. 83 StPO N 11); - der berichtigte Entscheid den Parteien zu eröffnen ist (Art. 83 Abs. 4 StPO) und die Rechtsmittelfrist betreffend die berichtigte Dispositivziffer 1.7.b des Urteils vom 24. November 2022 neu zu laufen beginnt (Stohner, in: Nigg- li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro- zessordnung, 2. A. 2014, Art. 83 StPO N 18 f.); - bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten des Berichtigungsver- fahrens auf die Kantonsgerichtskasse gehen und die Privatklägerin für den notwendigen Aufwand zu entschädigen ist, weil die Berichtigung auf ein Ver- sehen des Gerichts zurückzuführen ist (vgl. Stohner, in: Nigg- li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro- zessordnung, 2. A. 2014, Art. 83 StPO N 21);Kantonsgericht Schwyz 4 - das Honorar für Berichtigungsbegehren in Strafsachen Fr. 180.00 bis Fr. 5’000.00 beträgt (§ 13 lit. d GebTRA); - für das eine Seite umfassende Berichtigungsgesuch angesichts des offensichtlichen Versehens und des geringen Aufwands eine Entschädigung von Fr. 250.00 (inkl. Auslagen und MWST) angemessen erscheint (§ 6 Abs. 1 und 2 Abs. 1 GebTRA);- erkannt: 1. In Berichtigung des Urteils STK 2021 58 vom 24. November 2022 wird Dispositivziffer 1.7.b wie folgt geändert (Änderungen in Fettschrift): Es wird festgestellt, dass A.________ für die Folgen des Ereignisses vom 21. Dezember 2018 grundsätzlich schadenersatzpflichtig ist. Die Beurteilung der Schadenshöhe für den allfälligen zukünftigen Schaden aus dem Ereignis vom 21. Dezember 2018 wird auf den Zivil- weg verwiesen. 2. Die Privatklägerin D.________ wird für das Berichtigungsverfahren aus der Kantonsgerichtskasse mit Fr. 250.00 (inkl. Auslagen und MWST) entschädigt. 3. Die Rechtsmittelfrist betreffend die in Dispositivziffer 1.7.b des Urteils STK 2021 58 vom 24. November 2022 festgehaltene Schadenersatz- pflicht wird neu eröffnet. Dagegen und gegen die vorliegende Berichti- gung kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 78 ff. des Bundes- gerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen beim Bundesge- richt in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.Kantonsgericht Schwyz 5 4. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), Rechtsanwältin E.________ (2/R), die Staatsanwaltschaft (1/A an die 1. Abteilung und 1/R an die Amtsleitung/zentraler Dienst), die Vorinstanz (1/ü) sowie an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der Strafkammer Der Kantonsgerichtspräsident Der Gerichtsschreiber Versand 6. März 2023 kau