Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Juli 2016 (720 16 19 / 170) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Auf das vorliegende Gutachten kann nicht abgestellt werden, da dieses teilweise wider- sprüchlich ist und auch eine gutachterliche Würdigu ng der Wechselwirkung zwischen dem psychiatrischen und dem somatischen Befund fehl t. Die Angelegenheit ist deshalb zur erneuten Abklärung des medizinischen Sachverhal ts an die Vorinstanz zurückzuwei- sen Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Yves Waldmann , Advokat, St. Johanns-Vorstadt 23, Postfach 1328, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1967 geborene A.____ arbeitete von August 19 95 bis Februar 2000 als Verkäuferin im Teilzeitpensum bei der X.____ AG und von April 2 000 bis Juni 2002 zu 100 % als Betriebs- mitarbeiterin in der Y.____ AG. Am 28. August 2002 meldete sie sich unter Hinweis auf Rheu- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ma in Armen und Beinen, Vergesslichkeit, Schulter- und Armschmerzen, Lust- und Freudlosig- keit bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zu m Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen, erwerblichen und hauswirtschaftlichen V erhältnisse, welche einen Invalidi- tätsgrad von 10 % ergab, wies die IV-Stelle mit Verf ügung vom 19. Oktober 2004 einen Ren- tenanspruch ab. Die dagegen erhobene Beschwerde wurd e vom Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsger icht), mit Urteil vom 23. November 2005 abgewiesen. Am 12. September 2006 meldete sich die Versicherte ern eut bei der Eidgenössischen Invali- denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. In der Anmeldu ng wurde geltend gemacht, dass sich der Gesundheitszustand wesentlich verschlechtert habe, s odass nunmehr die Vorausset- zungen für den Bezug einer IV-Rente gegeben seien. Nach Vornahme der erforderlichen Abklä- rungen wurde ein Anspruch auf eine IV-Rente gestützt a uf einen IV-Grad von 17 % von der IV- Stelle mit Verfügung vom 23. Januar 2009 abgewiesen. Im Anschluss wurde ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung geprüft. Am 15. April 2009 konnte das Dossier jedoch geschlossen werden, da A.____ eine 50%-Anstellung bei der Z.____ fand und auf die Unterstützung und Leistung der IV-Arbeitsvermittlung verzichtete. Am 23. September 2014 ging erneut ein Gesuch der Versicherten bei der Invalidenversicherung ein. A.____ gab als gesundheitliche Beschwerden chronisc he Gelenkschmerzen, Verspannun- gen und Arthrose beider Kniegelenke an. Zuletzt war A.____ als Shopangestellte vom 16. Januar 2013 bis 31. Mai 2014 in einem Pensum zwische n 20 % und 80 % angestellt gewe- sen. Das Arbeitsverhältnis wurde aufgrund der Geschäftsauf gabe gekündet. Nach Abklärung der beruflichen und gesundheitlichen Verhältnisse und nach Durchführung des Vorbescheidver- fahrens lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2. De zember 2015 einen Rentenanspruch ge- stützt auf einen IV-Grad von 12 % ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Yves Waldmann, am 22. Januar 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht. Dari n beantragte er, es sei die angefochte- ne Verfügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr ab 1. März 2015 unbefristet mindestens eine halbe Invalidenrente auszuri chten. Eventualiter sei die Angelegen- heit zur weiteren Abklärung und Neuberechnung des Rent enanspruchs an die IV-Stelle zurück- zuweisen. Der Beschwerdeführerin sei ausserdem die unentg eltliche Rechtspflege zu gewäh- ren. C. Mit Verfügung vom 26. Januar 2016 wurde der Beschw erdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mi t Advokat Dr. Yves Waldmann als Rechtsvertreter bewilligt. D. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 10. März 2016 die Abweisung der Beschwerde. E. Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 13. Apr il 2016 an ihren Rechtsbegehren in der Beschwerde fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Mit Duplik vom 11. Mai 2016 verwies die IV-Stelle au f ihre Vernehmlassung vom 10. März 2016. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 22. Januar 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Janua r 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Be einträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs bemessen, was von der Beschwerdeführerin – zu Recht – nicht bestritten wird. 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweis- würdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Forme n medizinischer Berichte und Gutach- ten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen ( vgl. die ausführlichen Zusammenstellun- gen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b un d in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ver waltungsverfahrens eingeholten Gut- achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsv erfahren sinngemäss Anwendung (Ur- teil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99 , E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfa hrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche V ertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potenti- ellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht verg essen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen läng eren Zeitraum abdeckende und umfas- sende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft we rtvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Beha ndlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsg utachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die beh andelnden Ärzte zu anderslauten- den Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf- drängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und n icht rein subjektiver ärztlicher Interpretati- on entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un- gewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 51 4/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerde führers liegen im Wesent- lichen die folgenden ärztlichen Berichte und Gutachten vor: Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Der behandelnde Arzt Dr. med. D.____, FMH Psychiatr ie und Psychotherapie, berich- tet am 9. September 2014 zuhanden der E.____ von ein em depressiv-apathischen Zustands- bild mit Körperbeschwerden, insbesondere Schmerzen in R ücken und Beinen; somatisch be- stehe offenbar eine chronische Knieschädigung. Die Pati entin sei im Gespräch differenziert, verlangsamt und ängstlich mit schlechter Konzentration. Z udem führt er eine Gehbehinderung sowie Übergewicht an. Aufgrund kognitiver Einschränkun g, Verlangsamung (und auch körperli- cher Einschränkungen) sei aktuell keine Arbeitsfähigkeit gegeben. 5.2 Aus dem Bericht des F.____, Abteilung Orthopädie u nd Traumatologie des Bewe- gungsapparates, vom 12. September 2014 ergeben sich f olgende Diagnosen: Varusgonarthro- se mit medialer Überlastung beidseits bei Status nach D irektkontusion beidseits 2012; Adiposi- tas permagna; Status nach Hashimoto-Thyreoiditis; Myofaszial es Schmerzsyndrom; Lipödem beider Beine. Zur Arbeitsfähigkeit wird nicht Stellung genommen. 5.3 Im Arztbericht von Dr. med. G.____, FMH Allgemei nmedizin, vom 17. Oktober 2014 werden zunehmend arthrotische Gelenksbeschwerden wie auch eine nach wie vor bestehende Adipositas festgehalten. Aufgrund der permanenten Schme rzen sei die Patientin in ihren tägli- chen Verrichtungen zunehmend eingeschränkt. Als neue Erkran kung sei eine Hypothyre-ose dazu gekommen. Eine erneute Evaluation betreffend IV-Rente sei gerechtfertigt. Des Weiteren hält Dr. G.____ mit Arztbericht vom 9. Dezember 2014 ein depressiv-apathisches Zustandsbild mit Körperbeschwerden, insbesondere im Rü cken und auch in den Beinen sowie eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit und Gehbehind erung, Adipositas permagna, Gonarth- rose beidseits, links stärker ausgeprägt als rechts, fest. E s bestehe eine Arbeitsunfähigkeit seit 19. März 2014. 5.4 Mit Bericht vom 7. Januar 2015 führt Dr. D.____ au s, es bestehe eine mittelgradige depressive Episode, chronisch. Zudem würden seit langem m ultiple somatische Probleme mit Stehen und Gehen vorliegen. Seit März 2014 bestehe au fgrund kognitiver Einschränkung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. 5.5 Am 16. April 2015 erstattet das H.____, sein Gutac hten zu Handen der E.____. Die Versicherte wurde mittels funktionsorientierter medizini scher Abklärung (FOMA) untersucht. Diese Abklärung umfasste ein strukturiertes Interview, ein e klinische Untersuchung, eine ange- passte Form der Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) verteilt auf zwei Tage sowie die Beurteilung der vorliegenden bildgebenden Untersuchungen und Ak- ten. Zusätzlich erfolgt am 26. Februar 2015 eine psychiat rische Beurteilung sowie eine neu- ropsychologische Abklärung. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wird festge- halten: Knieschmerzen, links mehr als rechts bei Varusgona rthrose mit medialer Überlastung. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit werden folgende aufgeführt: Adipositas permagna; Zustand nach Hashimoto-Thyreoiditis; Lipöde m Beine beidseits; Myofasziales Schmerzsyndrom; Fuss-Schmerzen beidseits bei Calcaneussporn. Die Gutachter halten fest, dass die Leistungsbereitschaft der Versicherten nicht zuverl ässig habe eingeschätzt werden können; es sei eine deutliche Selbstlimitierung vorhanden gewesen, die Konsistenz bei den Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tests sei schlecht gewesen. Infolge der Selbstlimitierun g und Inkonsistenz seien die Resultate der Belastbarkeitstests für die Beurteilungen nicht verw ertbar gewesen. Zur Arbeitsfähigkeit wird ausgeführt, die angestammte oder die zuletzt ausg eübte Tätigkeit als Shop-Angestellte sei der Versicherten medizinisch-theoretisch aufgrund der vor wiegend stehenden und gehenden Tätigkeit nur in reduziertem Umfang, d.h. 6 Stunden mit zusätzlicher Leistungsminderung durch Verlangsamung beim Gehen, Hochkommen aus kauernder und knieender Position zumutbar. Dies ergebe eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 50 %. Aus neuropsychiatrischer Sicht sei die angestammte Tätigkeit als Shop-Angestellte zu mindestens 80 - 100 % zumutbar. Eine leichte bis mittelschwere wechselpositionierte Täti gkeit, teilweise im Gehen, teilweise im Stehen, teilweise im Sitzen ohne Bewegung von schweren Lasten, ohne häufiges Treppen- oder Leitersteigen sowie ohne häufiges Hocken und Vorbeu gen sei der Versicherten medizi- nisch-theoretisch ganztags zumutbar. Neuropsychiatrisch-leis tungspsychologisch sei jede bil- dungsadäquate Tätigkeit zu 80 - 100 % zumutbar. Als m edizinisch-therapeutische Massnahme wird eine Trainingstherapie sowie Gewichtsreduktion empfohlen. 5.6 Der RAD-Arzt Dr. med. I.____, FHM Psychiatrie und P sychotherapie, nahm mit Schrei- ben vom 28. April 2015, 6. November 2015 und 2. März 2016 Stellung und hielt im Wesentli- chen fest, dass Diagnose und Beurteilung im Gutachten d er AEH plausibel, begründet und nachvollziehbar seien. 6. Mit Vernehmlassung vom 10. März 2016 hat die IV-Ste lle unter Verweis auf den Be- richt von Dr. I.____ vom 2. März 2016 zu den einzelnen vo n der Beschwerdeführerin nachfol- gend angeführten Einwänden wie folgt Stellung genommen: 6.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, dass unverständli ch sei, dass die Adipositas permagna keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben solle. Die IV-Stelle weist hier zunächst darauf hin, dass die Adipositas an sich kein Grund für eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit ist, sondern die sekund ären Folgen der Adipositas, im vorliegen- den Fall die Gonarthrose, entscheidend seien. Die Go narthrose werde im Gutachten der H.____ ausführlich beschrieben und hinsichtlich ihres Ein flusses auf die Arbeitsfähigkeit einge- schätzt, indem körperlich belastende Tätigkeiten sowie h äufiges Sitzen grundsätzlich nicht als zumutbar erachtet werden. 6.2 Des Weiteren bringt die Beschwerdeführerin vor, das s nicht nachvollziehbar sei, dass der Zustand nach Hashimoto-Thyreoiditis keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Dagegen führt die IV-Stelle aus, die einzige Konsequenz dieses Gesundheitsproblems sei, dass die Schilddrüsenfunktion oral mit Eloxin substituiert werden müsse und der Beschwerdeführerin die Einnahme dieses Medikaments zugemutet werden könne. 6.3 Die Beschwerdeführerin rügt ausserdem, dass die Lipöd eme keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben sollen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die IV-Stelle hält diesbezüglich unter Verweis auf d as rheumatologische Gutachten fest, dass die Gelenke – trotz extremen Lipödemen des Oberschenkels – frei beweglich seien; davon ausgenommen sei die Beweglichkeit der Patella. In Bezug auf die Knie beidseits werde im Gut- achten festgehalten: Frei beweglich; Meniskuszeichen nega tiv; vordere und hintere Schublade ohne Besonderheiten. Im Bereich des linken Kniegelen ks sei bei der Untersuchung durch End- bewegungen bei extremem Beugen ein Knirschen hörbar ge wesen. Darauf basierend sei die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet worden. 6.4 Die Stellungnahme der IV-Stelle vom 10. März 201 6 basiert – wie bereits ausgeführt – auf dem Bericht von Dr. I.____ vom 2. März 2016. Dazu g ilt es festzuhalten, dass es sich bei Dr. I.____ um einen Psychiater handelt, weshalb seine Stellungnahme zu den somatischen Fragen beweismässig zurückhaltend zu werten ist. Allerdings liegt zur somatischen Problematik gar keine medizinische Gegenmeinung zum Gutachten des H.____ vor. 7. Die Beschwerdeführerin rügt des Weiteren auch den psychiatrischen Befund des Gut- achtens des H.____ und macht geltend, die psychiatrische Be urteilung stehe im Widerspruch zu den Befunden von Dr. D.____. Das psychiatrische Teilgut achten setze sich zu wenig mit der Meinung von Dr. D.____ auseinander. Auch sei den Gutac htern einzig der Bericht von Dr. D.____ vom 9. September 2014 vorgelegen, nicht aber derjenige vom 6. Januar 2015. Die IV-Stelle entgegnet in diesem Zusammenhang, dass Dr. D.____ eine mittelgradige depres- sive Episode diagnostiziert und diese mit schlechter Konz entration und depressiv apathischem Zustand und chronischen Ängsten begründet habe. Demgegenüber sei im psychiatrischen Teil- gutachten des H.____ weder eine schlechte Konzentratio nsfähigkeit noch eine Apathie objektiv festgestellt worden, sondern viel mehr eine lebhafte Kommunikationsfähigkeit und Präsenz der Beschwerdeführerin mit einem normalen psychomotorischen Antrieb. Die IV-Stelle führt weiter aus, dass Dr. D.____ auch die von ihm festgehaltene schlecht e Konzentration nicht begründe, dies im Gegensatz zu den psychiatrischen Gutachtern des H .____, die umfangreiche psycholo- gische Testungen vorgenommen hätten. Es sei auffallend, dass Dr. D.____ bereits 2003 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit festgehalten habe, obwoh l diese auch in der Vergangenheit so nicht habe bestätigt werden können. Diesbezüglich verwei st die IV-Stelle auf ein K.____- Gutachten vom 13. Juli 2004. Zudem wird von der IV-Ste lle zum Einwand der Beschwerdefüh- rerin, der Arztbericht von Dr. D.____ vom 6. Januar 2015 habe den Gutachtern nicht vorgele- gen, ausgeführt, dass sich dieser Bericht mit demjenige n vom 9. September 2014 inhaltlich de- cke und keine neuen Aspekte beinhalte. 8. Es ist nun zu prüfen, ob auf die vorliegenden medizin ischen Unterlagen abgestellt wer- den kann bzw. ob der medizinische Sachverhalt genügend abgeklärt ist. 8.1 Das H.____-Gutachten vom 16. April 2015, auf welch es die IV-Stelle abgestellt hat, basiert auf einer „Funktionsorientierten Medizinischen A bklärung“ (FOMA), welche ein struktu- riertes Interview, eine klinische Untersuchung, eine ang epasste Form der Evaluation der ar- beitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) sowie die Beurteilung der vorliegenden bildgebenden Untersuchungen und der Akten umfasst. Auf Seite 3 des Gutachtens wird festge- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellt, dass aufgrund der Selbstlimitierung und Inkonsist enzen die Resultate des Belastungs- tests für die Beurteilungen nicht verwertbar seien. Damit fallen die von Seite 9 bis Seite 20 wie- dergegebenen Testergebnisse ausser Betracht. Des Weitere n ist aus dem Gutachten keine Aktenanamnese ersichtlich. Auch findet sich im Gutachten keine zusammenhängende Beurtei- lung des somatischen wie auch des psychiatrischen Befunds und das Gutachten vom 16. April 2015 wurde von den psychiatrischen Teilgutachtern nicht u nterschrieben. In Ziff. „6.2 Ange- passte Tätigkeit“ des Gutachtens wird medizinisch-theoreti sch – gemeint ist wohl somatisch – eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert, um dann in ei nem neuen Satz festzuhalten, dass neu- ropsychiatrisch-leistungspsychologisch jede bildungsadäquat e Tätigkeit zu 80 - 100 % zumut- bar sei. Dabei bleibt unklar, ob sich insgesamt nun le diglich eine 80%ige oder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ergibt. Eine gutachterliche Verarbei tung und Würdigung der Wechselwirkung zwischen dem psychiatrischen und dem somatischen Befund fehlt. Aus dem Gutachten ergibt sich sodann ein weiterer Wide rspruch. Die Gutachter gehen – wie bereits erwähnt – somatisch aufgrund einer Selbstlimit ierung und Inkonsistenzen davon aus, dass die Leistungstests nicht verwertbar sind und gelangen im somatischen Bereich zu einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für eine leichte bis mittel schwere Tätigkeit. Demgegenüber hält das psychiatrische Teilgutachten auf Seite 7 fest, dass eine gute Mitarbeit und Leistungsbereitschaft bestanden habe und sich keine Hinweise für simulative Tend enzen gezeigt hätten. Auch in die- sem Zusammenhang fehlt es an einer Zusammenführung d er psychiatrischen und der somati- schen Befunde bzw. an einer argumentativen Auseinandersetzung der Wechselwirkung. Aus dem psychiatrischen Teilgutachten ergibt sich auch ni cht, ob eine somatoforme Schmerz- störung diagnostiziert wurde oder nicht. Die Ausdruckswei se im Gutachten ist etwas speziell, indem eine sogenannte subaffektive bis dysthyme Zeichnung ohne Krankheitswert bei chroni- scher Schmerzproblematik festgehalten wird, die allenfa lls aufgrund psychosozialer Stressoren unter F45.4, also unter eine anhaltend somatoforme Schmerzstörung subsumiert werden kann. Da die psychosozialen Stressoren nicht näher bezeichnet we rden, ist das Gericht nicht in der Lage, diese allenfalls als invaliditätsfremd auszuscheid en. Auch hier mangelt es an einer nach- vollziehbaren Begründung. 8.2 Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die angefochtene Verfügung vom 2. Dezem- ber 2015 einige Zeit nach dem BGE 141 V 281 ff., mit welchem das Bundesgericht die neue Schmerzrechtsprechung eingeführt hat, ergangen ist. Ein e Einschränkung der Leistungsfähig- keit kann weiterhin nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist. Auch künftig wird der Rentenanspruch – in Nachachtung der verfassungs- und gesetzmässigen Vorgaben vo n Art. 8 und 29 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Rechtsgleichheit) und Art. 7 Abs. 2 ATSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeur teilung) – anhand eines normativen Prüfrasters beurteilt und es braucht medizinische Eviden z für die Feststellung, dass die Er- werbsunfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. Ind es hält das Bundesgericht an der Überwindbarkeitsvermutung nicht weiter fest und trägt damit der seit längerem namentlich aus medizinischer, aber auch aus juristischer Sicht an der bis herigen Schmerzrechtsprechung ge- äusserten Kritik Rechnung. Anstelle des bisherigen Regel/ Ausnahme-Modells tritt ein struktu- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rierter, normativer Prüfraster. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktio- nellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das ta tsächlich erreichbare Leistungsver- mögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gl eichermassen den äusseren Belas- tungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung ge tragen wird (Urteil des Bundes- gerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Die Abklärungen zum Gutachten wie auch die Erstellung des Gutachtens selbst erfolgten vor dem erwähnten Entscheid des Bundesgerichts (BGE 141 V 28 1 ff.). Die IV-Stelle hätte somit bereits vor Erlass der angefochtenen Verfügung prüfen müssen, ob das Gutachten in Überein- stimmung mit der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechun g steht. Die Prüfung insbesondere der Standardindikatoren wurde von der IV-Stelle nicht vorgenommen, auch nicht vom RAD im Rahmen seiner ausführlichen Vernehmlassung vom 2. März 2 016. Die Gutachter des H.____ wurden ebenfalls nicht mehr angefragt, so dass das Guta chten auch aufgrund der neuen Schmerzrechtsprechung in Frage zu stellen ist und als nic ht rechtsgenüglich angesehen wer- den muss. Darüber hinaus wurde das H.____-Gutachten zuhanden de r E.____ erstattet. In wieweit die Beschwerdeführerin bei der Ernennung dieser Gutachte rstelle mitbeteiligt war, kann aus den vorliegenden Akten nicht festgestellt werden, weshalb unklar ist, ob der Beschwerdeführerin die ihr zustehenden Verfahrensrechte gewährt wurden. 8.3 Anzufügen bleibt, dass die von Dr. D.____ erhoben en Befunde nur sehr summarisch beschrieben werden und die Anamnese nur wenige Zeile n umfasst. Dr. D.____ gelangt danach ohne weitere Begründung zum Ergebnis, dass psychisch und somatisch zusammen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Diese ärztliche B eurteilung von Dr. D.____ bildet weder eine umfassende noch nachvollziehbare Beurteilung des med izinischen Sachverhalts. Demzu- folge kann auch nicht auf die Beurteilung durch Dr. D.____ abgestellt werden. 9. Zusammenfassend ergibt sich, dass der medizinische Sachver halt nicht als vollständig erhoben angesehen werden kann. Die Angelegenheit ist daher an die Vorinstanz zurückzuwei- sen, damit die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt rechtsgenüglich abklärt und die Angele- genheit neu beurteilt. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen. 10. Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kan- tonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskos- ten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin unterlegene Partei, weshalb sie grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass gemäss § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO der Vorinstanz bzw. den kantonalen Behörden g emäss Verwaltungsverfahrensge- setz vom 13. Juni 1988 keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten und der geleistete Kostenvorschuss ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. 10.2 Der obsiegenden Beschwerdeführerin steht eine Par teientschädigung zu. Der einge- reichten Honorarnote vom 13. April 2016 zufolge beläuft sich der geltend gemachte Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf 9 Stunden. Dieser Aufwand erscheint angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angeme ssen. Nicht zu beanstanden sind auch die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen v on Fr. 102.--, weshalb die Beschwer- degegnerin der Beschwerdeführerin eine Parteientschädi gung in der Höhe von insgesamt Fr. 2‘540.15 (9 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Spesen i n der Höhe von Fr. 102.-- und 8 % Mehrwertsteuer) auszurichten hat. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 2. Dezember 2015 aufgeh oben und die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen s owie zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-L andschaft zu- rückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘540.15 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) auszurichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht