TPF 2006 271 271 (Art. 102Abs.1und119Abs.1BStP) – nimmteinegewisseZeitinAn- spruch,ohnedasssichdiesdirektaufdasBeweisergebnisauswirkt.Zudem werdenbestimmteErmittlungshandlungenderBundesanwaltschaft – wie etwadieEinvernahmedesBeschuldigten – inderVoruntersuchungwieder- holt(vgl.Art.118BStP),ohnedassdavonzwingendneueErkenntnissezu erwartensind.DieVerfahrensdaueristf ürsichalleinmithinkeinKriterium bezüglichdesKonkretisierungsgradesdesTatverdachts,sondernistviel- mehrinBeziehungzudenbereitsvorgenommenenunddennoch(soweit absehbar)vorzunehmendenErmittlungs-bzw.Untersuchungshandlungen (vgl.Art.101Abs.2und113BStP)zusetzen.Es wäredaher überspannt, beiZwangsmassnahmeninjedemStadiumdesVerfahrenseineinRelation zueinemfr üherenStadiumdesgleichenodereinesvorangegangenenVer- fahrensabschnittsverdichteteVerdachtslageverlangenzuwollen(vgl.zum Ganzen TPF BB.2006.11 vom 10. Mai 2006 E. 4.1). Allenfalls kann in einer langenVerfahrensdauerabereinVerstossgegendasstrafprozessualeBe- schleunigungsgebotliegen.DieskanneineAufhebungderZwangsmass- nahme zurFolge haben (vgl. TPF BH.2005.30 vom 21. Oktober 2005 E. 5). TPF 2006271 73.AuszugausdemEntscheidderBeschwerdekammerinSachenA.gegen Bundesanwaltschaft,HaftgerichtIIIBern-Mittellandvom3.August2006 (BH.2006.18) Zuständigkeit zur Beurteilung eines Haftentlassungsgesuches; anwendbares Recht. Art. 52 Abs. 2 BStP ZurBeurteilungeinesHaftentlassungsgesuches(Art.52Abs.1BStP)beieiner vomBundesanwaltangeordnetenHaftistdereid genössische Untersuchungs- richterzust ändig(Art.52Abs.2BStP),nichtderkantonaleHaftrichter gemäss Art. 47 Abs. 2 BStP. Anwendbar sind die Bestimmungen der BStP (E. 2.1–2.2). Compétence pour examiner une requête de mise en liberté; droit applicable. Art. 52 al. 2 PPF C'estlejuged'instruction fédéral quiest compétentpour connaître d'unere- quête demiseen liberté (art.52al.1PPF)relative à une détentionordonnéeTPF 2006 271 272 parle Ministère public fédéral (art.52al.2PPF),etnonlejugedel'arrestation cantonalselonl'art.47al.2PPF.LesdispositionsdelaPPFsontapplicables (consid. 2.1–2.2). Competenza per giudicare una domanda di scarcerazione; diritto applicabile. Art. 52 cpv. 2 PP Pergiudicareunadomandadiscarcerazione(art.52cpv.1PP)nelcasodiun arrestoordinatodalprocuratoregenerale è competenteilgiudiceistruttore federale(art.52cpv.2PP),nonilgiudice dell’arresto cantonalesecondo l’art. 47 cpv. 2 PP. Sono applicabili le disposizioni della PP (consid. 2.1–2.2). UrteildesBundesgerichts1S.11/2006vom31.August2006:DieBeschwerdewurde abgewiesen.EswurdejedocheineVerletzungdesBeschleunigungsgebotsfestge- stellt. Zusammenfassung des Sachverhalts: ImStrafverfahrengegenA.undMitbeteiligtewegenVerdachtsder Förde- rungderProstitutionunddesMenschenhandels,ausgehendvoneinerkri- minellenOrganisation,reichteA.am3.April2006beiderBundesanwalt- schaft(BA)einerstesHaftentlassungsgesuchein.DieBAleitetediesesmit ihremablehnendenAntragam5.April2006andasHaftgerichtIIIBern- Mittellandweiter.DasHaftgerichtIIIBern-MittellandwiesdasGesuchmit Entscheidvom19.April2006ab.Am29.Juni2006gelangteA.erneutan dieBAundverlangte,erseiumgehendausderUntersuchungshaftzuent- lassen.DieBA übermitteltedasGesuchmitihrem abschlägigenBegehren am3.Juli2006demHaftgerichtIIIBern-Mittelland.Am12.Juli2006 entschiedwiederumdasHaftgerichtIIIBern-Mittelland,dasHaftentlas- sungsgesuch von A. werde abgewiesen. DieBeschwerdekammerstelltedieNichtigkeitdesEntscheidesdesHaftge- richtesIIIBern-Mittellandvom12.Juli2006festunderkannte,dassdas Haftentlassungsgesuchvom29.Juni2006 zuständigkeitshalberdemeidge- nössischen Untersuchungsrichter vorzulegenist.TPF 2006 271 273 Aus den Erwägungen: 2. 2.1 NachMassgabevonArt.47Abs.1BStPwirdderverhafteteBeschul- digteunverz üglichder Behörde,diedenHaftbefehlerlassenhat – vorEin- leitungderVoruntersuchungisthierzuunteranderemderBundesanwalt berechtigt(Art.45Ziff.1BStP) – zugeführtundvondieserinnert24Stun- denzurSacheeinvernommen.BestehtnachwievoreinHaftgrund,sover- anlasstderBundesanwaltunver züglichdieZuf ührungandief ürdieHaft- prüfung zuständigekantonaleGeri chtsbehördeoderden eidgenössischen UntersuchungsrichterundstelltAntragaufBest ätigung derHaft(Art.47 Abs.2BStP).Die Möglichkeit,imRahmendesBundesstrafprozesseseine kantonaleGerichtsbeh ördeanzurufen,stellteineAusnahmedar.DieseAus- nahmeregelungwurdeerstmit Änderungvom22.Dezember1998 (AS 20013308)indieBStPeingef ührtundam1.Januar2002inKraft gesetzt.MitSchaffungdieserHaftpr üfungsmöglichkeitdurcheinenkanto- nalenRichterwolltederGesetzgeberdierascheZuf ührunggarantieren (BBl 19981555).DieserscheintinsbesondereauchmitBlickaufdenUm- standsinnvoll,alsdierichterlicheBe hördenach AnhörungdesBeschuldig- teninnert48StundenseitderZuf ührungschriftlichundmitkurzerBegr ün- dung überFortsetzungoderAufhebungderUntersuchungshaftzuentschei- denhat(Art.47Abs.3und4BStP).DamitdemHaftpr üfungsverfahren dennocheinegewisseEinheitlichkeitzukommt,hatauchderkantonale HaftprüfungsrichterdieBestimmungendesBundesstrafprozessesanzuwen- den(vgl.BBl 19981554).Diesistumsomehrgeboten,alsdassdiekanto- nalenStrafprozessordnungenimVergleichzumBundesstrafprozessrecht weitere Haftgründe – wie etwa den Haftgrund derWiederholungsgefahr, der invielenKantonenvorgesehenist,indessendemBundesstrafprozessfremd ist – vorsehen können. Es wären ämlichnichtvertretbar,dassderimRah- meneinesBundesstrafverfahrensverhafteteBeschuldigtegest ütztauf Gründe inhaftiertbliebe,dieindemf ürihnanwendbarenStrafverfahren nichtgesetzlichvorgesehensind.DasGesetzsiehtalsdannweitervor,dass derverhafteteBeschuldigteohneVerzugaufdasRechtaufmerksamzu machenist,jederzeiteinHaftentlassungsgesuchnachMassgabevonArt.52 BStPeinzureichen(Art.47Abs.5BStP).NachMassgabedesGesetzestex- teskanngegendieAbweisungdesselbendurchdenUntersuchungsrichter oderdenBundesanwaltbeiderBeschwerdekammerBeschwerdegef ührt werden(Art.52Abs.2BStP).DasBundesgerichthatun längstentschieden, dass – umeinEMRK-konformesVerfahrenzugarantieren – dereinHaft- entlassungsgesuchabweisendeEntscheidnichtvonderjenigen BehördeTPF 2006 274 274 gefällt werdendarf,welchedieAnklagevorGerichtvertritt.Diesliessdas BundesgerichtzumSchlussgelangen,dassderBundesanwalt,wennersich demHaftentlassungsgesuchwidersetzenwill,dieSachedem eidgenössi- schenUntersuchungsrichterzumEntscheid überweisenmuss(vgl.Urteil desBundesgerichts1S.25/2005vom14.September2005E.1.4).Damithat dasBundesgerichtzuerkennengegeben,dassf ürdieBehandlungvonHaft- entlassungsgesucheneinzigdereid genössischeUntersuchungsrichterzu- ständig ist.EineAusnahmeregelung,wiesieaufgrundderdagebotenen DringlichkeitinArt.47Abs.2BStPvorgesehenist,findetsichf ürden Entscheid über ein Haftentlassungsgesuch nicht. 2.2 ImvorliegendenFallleitetedieBeschwerdegegnerindasHaftentlas- sungsgesuchdesBeschwerdef ührersaneinkantonalesHaftgerichtweiter, dasinAnwendungvonkantonalemStrafprozessrecht überdasGesuchbe- fand.Damithatdief ürdiesenVerfahrensschrittfunktionell unzuständige Behördeges tütztaufdiefalschegesetzlicheGrundlage überdasHaftentlas- sungsgesuch entschieden. TPF 2006274 74.AuszugausdemEntscheiddesPr äsidentenderBeschwerdekammerin SachenBundesanwaltschaftgegenA.undMitbeteiligtevom9.August 2006(TK.2006.113) Telefonüberwachung; Verwendung von Zufallsfunden. Art. 9 Abs. 1 und 2 BÜPF Alleineiner Überwachungsmassnahme (Anordnungsverfügung) alsBeschul- digteindividuell aufgeführten Personensind –unabhängig vonihrerIdentifi- kation – voneinerGenehmigung gemäss Art.9Abs.2 BÜPF ausgenommen, wennStraftatenimSinnevonArt.9Abs.1lit.aundb BÜPFinFragestehen. Für Personen,dieinder Anordnungsverfügung nichtalsBeschuldigteaufge- führt sind,isthingegenvorEinleitungweitererErmittlungen,welchesichim SinnevonArt.9Abs.2 BÜPF aufErkenntnisseausjener Überwachungs tüt- zen, umZustimmungzurVerwendung vonZufallsfundenzu ersuchen.