B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5810/2012 U r t e i l v o m 2 2 . M a i 2 0 1 4 Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richter Jean-Daniel Dubey, Richter Antonio Imoberdorf, Gerichtsschreiber Lorenz Noli. Parteien X._______, Beschwerdeführer, vertreten durch Y._______, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Einreiseverbot. C-5810/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer (geb. 1988 ) ist Bürger der Republi k Kosovo. Im Februar 2009 kam er für Ehevorbereitungen in die Schweiz und am 3. Ap- ril 2009 heiratete er hier eine Schweizer Bürgerin kosovarischer Herkunft. Gestützt auf diese Ehe schliessung erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton Freiburg , die in der Folge regelmässig verlängert wurde . Am 19. Dezember 2009 kam ein gemeinsamer Sohn zur Welt. B. Nachdem die Ehegatten die eheliche Gemeinschaft im November 2010 aufgegeben hatten, verweigerte das kantonale Amt für Bevölkerung und Migration in einer Verfügung vom 29. Februar 2012 die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und wies ihn aus der Schweiz weg. Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das Kanton s- gericht Freiburg mit Entscheid vom 22. Juni 2012 nicht ein , nachdem der eingeforderte Kostenvorschuss vom Beschwerdeführer nicht geleistet worden war. Ein am 23. August 2012 vom Beschwerdeführer eingereic h- tes Gesuch um Wiederherstellung der versäumten Zahlungsfrist wies das Kantonsgericht Freiburg mit Urteil vom 7. September 2012 ab. Auf eine dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht in einem Urteil vom 8. Oktober 2012 nicht ein. C. Mit Schreiben vom 7. September 2012 forderte d as Amt für Bevölkerung und Migration des Kantons Freiburg den Beschwerdeführer auf, der ge- gen ihn verfügten Wegweisung aus der Schweiz nunmehr Folge zu lei s- ten und setzte ihm zur Ausreise eine Frist bis zum 10. Oktober 2012 an. D. Am 8. Oktober 2012 verfügte das Amt für Bevölkerung und Migration des Kantons Freiburg eine Versetzung des Beschwerdefüh rers in Ausscha f- fungshaft. Die Massnahme wurde damit begründet, dass der Betroffene sich anlässlich von Vorsprachen am 11. und 24. September 2012 katego- risch geweigert habe, der Pflicht zur Ausreise Folge zu leisten, und dass er auch bis dato nichts untern ommen habe, um in sein Herkunftsland z u- rückzukehren. E. Drei Tage später, am 11. Oktober 2012 , wurde der Beschwerdeführer in sein Heimatland ausgeschafft. C-5810/2012 Seite 3 F. Nach vorgängiger Gewährung des rechtlichen Gehörs durch die kanton a- le Migrationsbehörde verhängte die Vorinstanz am 9. Oktober 2012 ein dreijähriges Einreiseverbot über den Beschwerdeführer. Sie begründete die Massnahme im Wesentlichen damit, dass der Betroffene aus der Schweiz weggewiesen worden sei und der Vollzug dieser Wegweisung durch Anordnung von Ausschaffungshaft ha be sichergestellt werden müssen. Einer allfälligen Beschwerde entzog die Vorinstanz vorsorglich die au f- schiebende Wirkung. Gleichzeitig ordnete sie die Ausschreibung der Fernhaltemassnahme im Schengener Informationssystem (SIS) an. G. Am 6. November 2012 gelangte der Beschwerdeführer mit einer Recht s- mitteleingabe an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt darin sin n- gemäss die ersatzlose Aufhebung des vorinstanzlichen Einreiseverbots. H. Vom Bundesverwaltungsgericht zur Vernehmlassung eingeladen, verzich- tete die Vorinstanz in einer Stellungnahme vom 24. Januar 2013 darauf, sich inhaltlich mit den Vorbringen des Beschwerdeführers auseinande r- zusetzen und beantragte Abweisung der Beschwerde. Die Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer am 6. Februar 2013 zur Kenntnis gebracht. I. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erw ä- gungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Verfügungen des BFM, mit denen ein Einreiseverbot im Sinne von Art. 67 des Ausländergesetzes (AuG; SR 142.20) verhängt wird, unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 112 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 31 ff. des Verwaltungsgerichtsgesetzes [VGG; SR 173.32]). 1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVG, SR 172.021), s o-C-5810/2012 Seite 4 weit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eing e- reichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Streit- sache endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes [BGG, SR 173.110]). 2. Mit Besc hwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts - erheblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrün- dung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines En t- scheides (vgl. BVGE 2013/33 E. 2 mit Hinweisen). 3. 3.1 Gemäss Art. 67 Abs. 1 AuG verfügt das BFM – unter Vorbehalt von Abs. 5 – ein Einreiseverbot gegenüber weggewiesenen Ausländerinnen und Ausländern, wenn die Wegweisung nach Art. 64 d Abs. 2 Bst. a – c sofort vollstreckt wird (Bst. a) oder die betroffene Person der Ausreisever- pflichtung nicht innert angese tzter Frist nachgekommen ist (Bst. b). G e- mäss Art. 67 Abs. 2 AuG kann das BFM ein Einreiseverbot gegenüber ausländischen Personen erlassen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder die- se gefährden (Bst. a), Sozialhilfekosten verursacht haben (Bst. b) oder in Vorbereitungs-, Ausschaffungs- oder Durchsetzungshaft genommen wo r- den sind (Bst. c). 3.2 Das Einreiseverbot wird für eine Dauer von höchstens fünf Jahren verhängt. Es kann für eine längere Dauer v erfügt werden, wenn die b e- troffene Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 AuG). Schliesslich kann die verf ü-C-5810/2012 Seite 5 gende Behörde aus humanitären oder anderen wichtigen Gründen von der Verhängung eines Einreiseverbots absehen oder ein Einreiseverbot vollständig oder vorübergehend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AuG). 4. 4.1 Die Vorinstanz begründet ihre Verfügung damit, dass der Beschwe r- deführer aus der Schweiz weggewiesen und der Vollzug dieser Wegwe i- sung durch Ausschaffungshaft habe sichergestellt werden müssen. Damit beruft sie sich auf einen der Fernhaltegründe in Art. 67 Abs. 2 Bst. c AuG. 4.2 Der Beschwerdeführer wendet in seiner Rechtsmitteleingabe sinng e- mäss ein, die Ausschaffungshaft sei in seinem Fall zu Unr echt angeord- net worden. Er habe nicht beabsichtigt, sich der Ausreiseverpflichtung zu entziehen. Vielmehr habe er de m Aufgebot der kantonalen Migrationsbe- hörde für den 8. Oktober 2012 – wie schon bei früheren Gelegenheiten – Folge geleistet. Er habe dort in erster Linie erfahren wollen, ob er nun ein Flugticket buchen müsse, oder ob er den in der Bewilligungsangelege n- heit noch ausstehenden Entscheid des Bundesgerichts in der Schweiz abwarten könne. Seine Partnerin habe am gleichen Tag beim Bundesge- richt telefonisch zur Auskunft bekommen, dass sein Verfahren dort noch hängig sei und er bei der kantonalen Migrationsbehörde um eine Verlä n- gerung der Ausreisefrist nachsuchen könne. Die zuständige Behörde sei darauf aber nicht mehr eingegangen und habe ihn – nachdem er noch kein Flugticket habe vorweisen können – in Ausschaffungshaft versetzt und die Ausreise organisiert. Dass Letztere erst am 11. Oktober 2012 und damit einen Tag nach Ablauf der ihm gesetzten Ausreisefrist erfolgt sei, darauf h abe er keinen Einfluss mehr nehmen können . Er wäre – hätte man ihn nicht in Ausschaffungshaft versetzt – durchaus noch in der Lage gewesen, in der ihm verbleibenden Zeit von zwei Tagen einen Flug in sein Heimatland zu buchen und anzutreten. Darüber habe er sich vor dem Be- sprechungstermin mit der kantonalen Migrationsbehörde vergewissert. Die Fernhaltemassnahme treffe ihn im Übrigen übermässig hart; er habe in der Schweiz einen heute dreijährigen Sohn aus erster Ehe, zu dem e i- ne enge Beziehung bestehe und ei ne Freundin, mit der er eine gemei n- same Zukunft plane. 4.3 Aus den Akten der kantonalen Migrationsbehörde ergibt sich Folge n- des: 4.3.1 Nachdem das Kantonsgericht ein Gesuch des Beschwerdeführers um Wiederherstellung der versäumten Frist m it Urteil vom 7. September C-5810/2012 Seite 6 2012 abgelehnt hatte, richtete sich die kantonale Migrationsbehörde mit einem Schreiben gleichen Datums an den Beschwerdeführer und forderte ihn dazu auf, die Schweiz nunmehr bis zum 10. Oktober 2012 zu verla s- sen. Gemäss einer Aktennotiz der kantonalen Mig rationsbehörde vom 11. September 2012 und eine m amtsinternen Schreiben vom 12. Sep- tember 2012 sprach der Beschwerdeführer dort am 11. September 2012 gemeinsam mit seiner Freundin vor und äusserte die Absicht , die Schweiz nicht verlassen zu wollen. Vielmehr wolle er seine Freundin he i- raten. Aus einer weiteren Aktennotiz zu schliessen , sprach der B e- schwerdeführer tags darauf, am 12. September 2012 erneut bei der Migrationsbehörde vor und erkundigte sich zum einen nach der Möglich- keit, Visa für Deutschland u nd Polen zu erhalten, zum anderen nach den Chancen, eine kurzfristige Aufenthaltsbewilligung zu erhalten, um bis zu seiner Scheidung und Wiederverheiratung in der Schweiz bleiben zu können. 4.3.2 Am 17. September 2012 lud die kantonale Migrationsbehörde den Beschwerdeführer zu einer Besprechung am 24. September 2012 vor. Aus einer Aktennotiz vom gleichen Tag geht hervor, dass der Beschwer - deführer dort erschienen sei und unter anderem auf ein Schreiben vom 17. September 2012 aufmerksam gemacht habe, mit dem er an das BFM und an das Bundesverwaltungsgericht gelangt sei und in dem er darum bitte, seine Situation neu zu beurteilen. Bevor er eine Antwort auf diese Interventionen habe, wolle er keine Te rmine mehr bei der kantonalen Migrationsbehörde wahrnehmen. 4.3.3 In einem Schreiben vom 24. September 2012 lud die kantonale Migrationsbehörde den Beschwerdeführer erneut vor, diesmal auf den 8. Oktober 2012. Gleichzeitig legte sie dem Beschwerdeführer nahe, vor- gängig mit der Dienststelle für Rückkehrberatung Kontakt aufzunehmen. Diese Stelle könne ihm ein Flugticket in den Kosovo reservieren. Die K o- pie einer solchen Reservation wäre zur nächsten Besprechung mitzubri n- gen. 4.3.4 Mit an den Beschwerdeführer gerichtetem Schreiben vom 25. Se p- tember bzw. mit Urteil vom 2. Oktober 2012 teilten sowohl das BFM wie auch das Bundesverwaltungsgericht ihre Unzuständigkeit mit, wobei das Bundesverwaltungsgericht die Eingabe an das Bundesgericht weiterleit e- te. Inzwischen hatte sich der Beschwerdeführer mit einer Eingabe vom 1. Oktober 2012 auch noch direkt an das Bundesgericht gewendet. C-5810/2012 Seite 7 4.3.5 Anlässlich der Besprechung des Beschwerdeführers bei der kanto - nalen Migrationsbehörde am 8. Oktober 2012 wurde eine kurze Prot o- kollnotiz erstellt, deren Unterzeichnung der Beschwerdeführer allerdings ohne Angabe von Gründen verweigerte. Gemäss dieser Notiz verneinte der Beschwerdeführer auf entsprechende Frage hin, ein Flugticket rese r- viert zu haben. Er habe sich an die Dienststelle für Rückkehrhilfe gewen- det, diese habe ihre Mithilfe aber nicht als notwendig erachtet . Im weit e- ren informierte er über die von ihm am 1. Oktober 2012 an das Bunde s- gericht versendete Beschwerde. Das sei sein letzter Versuch , ein Bleibe- recht zu erwirken ; wenn dieser nicht erfolgreich verlaufe , werde er die Schweiz verlassen. 4.3.6 Im Anschluss an die Besprechung vom 8. Oktober 2012 wurde dem Beschwerdeführer eröffnet, dass er in Ausschaffungshaft genommen werde. Die entsprechende Verfügung der kantonalen Migrationsbehörde enthält in ihrer Begründung u.a. die Feststellung, wonach der Beschwe r- deführer sich anlässlich seiner Vorsprachen am 11. und 24. September 2014 kategorisch geweigert habe, die Schweiz zu verlassen und er en t- gegen der ihm gegebenen Anweisungen bis dato nichts unte rnommen habe, um in sein Heimatland zurückkehren zu können, vielmehr am 8. Oktober 2012 nochmals bestätigt habe, das Land nicht verlassen zu wollen. 4.3.7 Mit Urteil vom 8. Oktober 2012, eröffnet am 11. Oktober 2012, trat das Bundesgericht auf das vom Beschwerdeführer eingereichte Recht s- mittel nicht ein. 4.4 Gestützt auf die zitierte Aktenlage kann nicht davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer wäre tatsächlich noch vor Ablauf der Au s- reisefrist aus eigenem Antrieb aus der Schweiz ausgereist, hätte man ihn nicht in Ausschaffungshaft genommen. Die Akten erwecken vielmehr den Eindruck, dass der Beschwerdeführer noch wenige Tage vor Ablauf der Ausreisefrist Mittel und Wege suchte, um sich der Ausreiseverpflichtung zu entziehen. Sein erklärtes Ziel war bis am Schluss, hier die Scheidung von seiner ersten Ehefrau abwarten und anschliessend die Ehe mit seiner neuen Lebenspartnerin eingehen zu können. Dass er im Nachgang zur Besprechung vom 8. Oktober 2012 bereit und noch in der Lage gewesen wäre, einen Flug zu buchen und bis zum 10. Oktober 2012 auszureisen, ist eine unbelegte Behauptung. C-5810/2012 Seite 8 4.5 Die vom Beschwerdeführer zu erwartende Kooperation erschöpfte sich nicht darin, dass er sich den Behörden zur Verfügung hielt und deren Vorladungen Folge leistete. Von ihm ko nnte erwartet werden, dass er i n- nerhalb der ihm gesetzten Ausreisefrist die notwendigen Vorbereitungen für eine Ausreise rechtzeitig treffe. Dazu gehörte auch die Beschaffung eines Reisetickets oder dessen Reservation. Dass er davon bis zu seiner letzten V orsprache am 8. Oktober 2012 nichts gewusst haben will, ist nicht glaubhaft. Es kann in diesem Zusammenhang auf das bereits e r- wähnte, von der kantonalen Migrationsbehörde am 24. September 2012 an ihn gerichtete Schreiben verwiesen werden. 4.6 Nichts Besonderes kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand ableiten, dass die Ausschaffungshaft aufgrund ihrer kurzen Dauer nicht durch eine richterliche Behörde auf ihre Rechtmässigkeit und Angeme s- senheit überprüft werden konnte. In einer solchen Situation muss gen ü- gen, dass die Administrativbehörde, die über die Verhängung einer Fer n- haltemassnahme zu befinden hat, willkürfrei annehmen kann, die Voraus- setzungen zur Anordnung von Ausschaffungshaft seien erfüllt gewesen. Davon kann vorliegend nach dem bereits Gesagten (E. 4 .3 und 4.4) aus- gegangen werden. 4.7 Im Falle des Beschwerdeführers wurde demnach mit der Versetzung in Ausschaffungshaft ein Umstand geschaffen, der die Verhängung einer Fernhaltemassnahme rechtfertigen kann (Art. 67 Abs. 2 Bst. c AuG). 5. 5.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme in richtiger Ausübung des E r- messens ergangen und angemessen ist. Der Grundsatz der Verhältni s- mässigkeit steht dabei im Vordergrund. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine wertende Abwägung vorzunehmen zwischen dem öffentlichen Int e- resse an der Massnahme einerseits und den von der Massnahme beei n- trächtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits. Die Stellung der verletzten oder gefährdeten Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die persönlichen Verhältnis se des Ver- fügungsbelasteten bilden dabei den Ausgangspunkt der Überlegungen (vgl. statt vieler HÄFELIN / MÜLLER / UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs- recht, 6. Aufl., 2010, Rz. 613 ff.). 5.2 Das öffentliche Interesse an einer befristeten Fernhaltung des B e- schwerdeführers ist schon aus objektiver, präventiv-polizeilicher Sicht von Bedeutung. Im Zusammenhang mit der Respektierung der auslände r-C-5810/2012 Seite 9 rechtlichen Ordnung kommt der Einhaltung behördlicher Anordnungen besonderes Gewicht zu. Es gilt sicherzustellen, dass Personen, deren weiterer Aufenthalt in der Schweiz nicht bzw. nicht mehr geregelt und die gestützt auf eine Wegweisung zur Ausreise verpflichtet sind, dies innert nützlicher Frist auch tatsächlich aus eigenem Antrieb tun. Das Einreise- verbot wirkt hier ein erseits generalpräventiv, indem es andere Ausländ e- rinnen und Ausländer angesichts der drohenden nachteiligen Folgen dazu anhält, sich an die einschlägige Ordnung des Gastlandes zu halten. An- dererseits ist eine spezialpräventive Wirkung der Massnahme darin zu sehen, dass sie die Betroffenen ermahnt, die für sie geltenden Regeln in Zukunft noch besser zu befolgen. 5.3 Das Verhalten des Beschwerdeführers erscheint aber auch in subje k- tiver Hinsicht nicht unproblematisch. Er hat mit verschiedensten Vorstö s- sen ganz offensichtlich bis zum Schluss versucht, die Pflicht zur Ausreise hinauszuschieben und war im Begriff, sich darüber hinwegzusetzen, musste deshalb in Ausschaffungshaft genommen und schliesslich ausg e- schafft werden. 5.4 Das öffentliche Interesse ist allerdings insofern zu relativieren, als der Beschwerdeführer sich den Behörden zur Verfügung hielt, er nicht etwa untertauchte und sich bis zu seiner Festnahme nicht illegal in der Schweiz aufhielt. Durch das rasche Eingreifen der Behörden kam es auch nicht dazu, da ss die Ausreisefrist unbeachtet ablaufen konnte; im Zei t- punkt des Ablaufs befand sich der Beschwerdeführer vielmehr schon in Ausschaffungshaft und die behördlich organisierte Ausreise stand unmi t- telbar bevor. 5.5 An privaten Interessen macht der Beschwerdeführ er vor allem die Kontakte zu seinem hier lebenden Kind und zu seiner Freundin geltend. Ein Zusammenleben mit diesen Bezugspersonen wird allerdings nicht erst durch das gegen ihn verhängte Einreiseverbot, sondern in erster L i- nie durch die weggefallene Aufen thaltsbewilligung verunmöglicht. Im Ü b- rigen unterliegt der Beschwerdeführer aufgrund seiner Nationalität für Einreisen in die Schweiz ohnehin der Visumspflicht. Es kann deshalb nicht von einem unverhältnismässigen Aufwand ausgegangen werden , wenn er in zwi ngenden Fällen nebst einem Visum auch noch eine vor ü- bergehende Suspension des Einreiseverbots (Art. 67 Abs. 5 AuG) bea n- tragen muss. Die sich aus der Fernhaltemassnahme ergebende Ei n- schränkung in der Möglichkeit gegenseitiger Besuche ist vom öffentlichen Interesse gedeckt und vom Beschwerdeführer hinzunehmen. C-5810/2012 Seite 10 5.6 Eine Abwägung der gegenläufigen öffentlichen und privaten Intere s- sen führt das Bundesverwaltungsgericht zu m Ergebnis, dass das Einre i- severbot dem Grundsatz nach zu bestätigen ist. In besonderer Berüc k- sichtigung der Überlegungen unter E. 5.4 und gestützt auf vergleichbare Fälle gelangt das Gericht allerdings zur Auffassung, dass die ausgespr o- chene Dauer von drei Jahren zu lang ist , dem öffentlichen Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers vielmehr mit einem Einreisever- bot von zwei Jahren Dauer bereits hinreichend Rechnung getragen wird. 6. Die Vorinstanz hat mit der angefochtenen Verfügung die Ausschrei bung des Einreiseverbots im SIS angeordnet. Damit werden die Wirkungen des Einreiseverbots auf das Hoheitsgebiet aller Schengen -Staaten ausg e- dehnt (vgl. Art. 5 Abs 1 Bst. d und Art. 13 Abs. 1 Schengener Grenzkodex [SGK], Abl. L 105 vom 13. April 2006, S. 1-32). Der darin liegende Eingriff in die Rechtsstellung des Beschwerdeführers ist nicht zu beanstanden, da letzterer nicht Bürger eines Mitgliedstaates der EU oder de r EFTA ist, die Bedeutung des Falles eine Ausschreibung rechtfertigt ( Art. 21 und Art. 24 der Verordnung [EG] Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informa - tionssystems der zweiten Generation [SIS II], Abl. L 381 vom 28. Dezember 2006, S. 4-23) und die Ausschreibung die übrigen Schen- gen-Staaten nicht daran hindert, dem Beschwerdeführer aus humanitären Gründen die Einreis e zu gestatten bzw. ihm ein Schengen -Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit zu erteilen (Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK sowie Art. 25 Abs. 1 Bst. a [ii] Visakodex, Abl. L 243 vom 15. September 2009). 7. Nach dem bisher Gesagten verletzt die Vorinstanz mit dem auf drei Jahre bemessenen Einreiseverbot Bundesrecht (vgl. Art. 49 VwVG). Die B e- schwerde ist teilweise gutzuheissen und das gegen den Beschwerdefü h- rer verhängte Einreiseverbot auf zwei Jahre – bis zum 8. Oktober 2014 – zu befristen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die (ermässigten) Verfahren s- kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und von dem geleisteten Kostenvorschuss in Abzug zu bringen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Feb ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, C-5810/2012 Seite 11 SR 173.320.2]). Eine Parteientschädigung ist nicht auszurichten, da de m nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer offensichtlich keine ve r- hältnismässig hohen Kosten e ntstanden sind (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 4 VGKE). (Dispositiv Seite 12) C-5810/2012 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und das von der Vorinstanz am 9. Oktober 2012 verfügte Einreiseverbot wird bis zum 8. Oktober 2014 befristet. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt und von dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000. - in Abzug gebracht. Der Restbetrag von Fr. 300.- wird zurückerstattet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Formular "Zahladresse") – die Vorinstanz (Beilage: Dossier Ref-Nr. […]) – das Amt für Bevölkerung und Migration des Kantons Freiburg (Beilage: Dossier FR […]) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Andreas Trommer Lorenz Noli Versand: