<h2>SubmittedText<h2><p>Mittels einer internen Ausschreibung sucht das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten auf Sommer/Herbst 2003 einen Postenchef für Atlanta. Zu den Anforderungen, die der künftige Schweizer Generalkonsul im Süden der USA beachten muss, gehört gemäss wörtlichem Ausschreibungstext das "ausnahmslose Beachten von 'political correctness' im Kontakt mit Medien und Öffentlichkeit". </p><p>In diesem Zusammenhang ersuche ich den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Was genau versteht er unter der vom künftigen Generalkonsul in Atlanta verlangten ausnahmslosen "political correctness"?</p><p>2. Inwiefern glaubt er, die neuerdings bei unseren Diplomaten vorausgesetzte "political correctness" sei der Wahrung der schweizerischen Interessen im Ausland förderlich?</p><p>3. Muss nach Ansicht des Bundesrates bei jenen Diplomaten, bei denen das "ausnahmslose Beachten von 'political correctness'" noch nicht zum Anforderungsprofil gehörte, politisch unkorrektes Verhalten befürchtet werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten publiziert die im Laufe eines Jahres frei werdenden Stellen für das versetzbare Personal in einem internen, nicht an die Öffentlichkeit gerichteten Ausschreibeverfahren. Dabei wird darauf geachtet, die wichtigsten Charakteristika der Stellenanforderungen unmissverständlich hervozuheben.</p><p>Zu den aufgeworfenen Fragen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:</p><p>1. Mit dem in Nordamerika gebräuchlichen Begriff "political correctness" wird ein Verhalten definiert, das im gesellschaftlichen Umgang den örtlichen kulturellen Gegebenheiten angemessen ist. In einzelnen Regionen der USA ist gegenüber den Medien und der Öffentlichkeit stärker als anderswo auf die Besonderheit der "political correctness" Rücksicht zu nehmen. Der Hinweis in der internen Stellenausschreibung meinte somit nicht ein Verhalten, das in deutscher oder französischer Sprache nur sehr ungenau als "politisch korrekt/politiquement correct" umschrieben wird. Er bezog sich vielmehr auf das Erfordernis, dass sich Kandidatinnen und Kandidaten für die vorgesehene Stelle durch eine hohe interkulturelle Kompetenz auszeichnen und mit den amerikanischen gesellschaftlichen Gepflogenheiten einigermassen vertraut sein müssen.</p><p>2. In der Diplomatie sind die genaue Kenntnis sowie die Beachtung der örtlichen gesellschaftlichen und kulturellen Gepflogenheiten zwingende Voraussetzungen für den Erfolg bei der Wahrung der eigenen nationalen Interessen.</p><p>3. Nein. Im Rahmen der diplomatischen Ausbildung wird auf die Schulung der interkulturellen Kompetenz grösster Wert gelegt.</p>  Antwort des Bundesrates.