B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-2286/2020 U r t e i l v o m 1 . J u l i 2 0 2 1 Besetzung Richterin Viktoria Helfenstein (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richterin Caroline Gehring, Gerichtsschreiberin Rahel Schöb. Parteien Dr. A._______, (Spanien), Beschwerdeführer, gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK, Vorinstanz. Gegenstand Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV); Verrechnung von paritätischen Beiträgen; Nichteintretensentscheid der SAK vom 7. April 2020. C-2286/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. Der am (…) 1951 geborene, verheiratete, in Spanien wohnhafte deutsche Staatsangehörige A._______ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwer- deführer) arbeitete in den Jahren 2004 bis 2015 mit Unterbrüchen in der Schweiz als Zahnarzt und entrichtete Beiträge als Selbständigerwerbender sowie als Arbeitgeber an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (Akten der Schweizerischen Ausgleichskasse [nachfolgend: SAK oder Vorinstanz] gemäss Aktenverzeichnis vom 7. Juli 2020 [nachfolgend: act.] 1; 4; 6 ; 10; 19 [IK-Auszüge], act. 9; 12; 17 ; 28). Der Versicherte bezieht seit dem 1. Dezember 2016 eine ordentliche Al- tersrente der schweizerischen AHV in der Höhe von Fr. 641.– pro Monat (act. 4; 8). Diese wird infolge des Wegzugs des Versicherten am 30. Juni 2017 nach Spanien durch die SAK ausbezahlt (act. 5; 29). B. B.a Mit Verfügung vom 15. Dezember 2017 hiess die SAK einen Verrech- nungsauftrag der Ausgleichskasse B._______, welcher der Versicherte als Selbständigerwerbender und Arbeitgeber angeschlossen war, vom 16. Ok- tober 2017 gut und verfügte die Rückerstattung von Fr. 42'743.80, beru- hend auf offenen Personalbeiträgen von Fr. 22'377.90 (AHV) und Fr. 8'999.40 (BVG) sowie ausstehenden persönlichen Be iträgen von Fr. 11'366.50. Der monatliche Einbehalt in der Höhe von Fr. 320.– von der Rente des Versicherten werde ab Februar 2018 durchgeführt (act. 36). B.b Mit Schreiben vom 12. Februar 2018 zuhanden der SAK brachte der Versicherte vor, das Schreiben vom 15. Dezember 2017 erst am 25. Januar 2018 durch die Post in ES-(…) zugestellt bekommen zu haben und dieses erst bei seinem Aufenthalt bis und mit 11. Februar 2018 zur Kenntnis ge- nommen zu haben. Er ersuchte die SAK um Erstreckung der dreissigtägi- gen Frist und erhob «Widerspruch» gegen die Verfügung. Es sei ihm nicht möglich, die Pauschalforderung, ausgelöst durch die B._______, nachzu- vollziehen und dazu detailliert Stellung zu nehmen. Er bitte um Detaillie- rung der Forderung, zumal er krankheitsbedingt in den Jahren 2016 und 2017 weniger als 40 % seiner Einkünfte zu versteuern gehabt habe und sich somit auch die Berechnungsgrundlage der B._______ verändert ha- ben sollte. B.c Mit Schreiben vom 17. Mai 2018 liess die Ausgleichskasse B._______ der SAK einen neuen Ren tenverrechnungsauftrag zukommen, welcher denjenigen vom 16. Oktober 2017 ersetzte und führte aus, auf Grund einer C-2286/2020 Seite 3 Gutschrift durch Anpassung des Einkommens für die Jahre 2016 und 2017 hätten die offenen persönlichen Beiträge getilgt werden können; der Versi- cherte schulde ihr offene Personalbeiträge in der Höhe von Fr. 16'316.05. Sie bat die SAK um Überweisung der Rente des Versicherten und teilte mit, eine Berechnung des Existenzminimums des Versicherten sei nicht möglich, da dieser auf ihre Anfragen per E -Mail und Post nicht reagiere n würde (act. 45). B.d Die SAK führte eine periodische Lebenskontrolle durch und forderte den Versicherten mit Schreiben vom 11. August 2018 auf, eine Bescheini- gung durch seine Gemeinde oder jede andere gesetzlich anerkannte Be- hörde beglaubigen zu lassen und innert 90 Tagen zu retournieren (act. 47, S. 2). Der Versicherte schickte die Bescheinigung zurück und gab insbe- sondere folgende Zustelladresse an: «Dr. med. dent. A._______,» (act. 47, S. 1). B.e Am 23. November 2018 verfügte die SAK die Verrechnung der ausste- henden Schuld zu Gunsten der Ausgleichskasse B._______ mit der fälli- gen Leistung von Fr. 641.– durch einen monatlichen Einbehalt von Fr. 160.–. Die Gesamtforderung der Ausgleichskasse B._______ betrage Fr. 1'568.10. Bis zur vollständigen Tilgung der nicht verjährten Schuld er- halte er nach Eintritt der Rechtskraft der Verrechnungsverfügung einen mo- natlichen Rentenbetrag von Fr. 481.– (act. 51 = 58). Die Verfügung vom 23. November 2018 wurde mit Schreiben vom 4. Dezember 2018 an den Versicherten übermittelt (act. 52 = 58). B.f Mit Schreiben vom 18. Dezember 2018 informierte die SAK den Versi- cherten, sie habe festgestellt, dass die Lebens-, Zivilstands- und Wohnsitz- bescheinigung nicht von einer Amtsstelle best ätigt worden sei. Sie setz te dem Versicherten eine Frist von 30 Tagen, anderenfalls die Auszahlung der Rente vorübergehend ein gestellt werden müsse (act. 53). Die entspre- chende Bestätigung reichte der Versicherte mit E -Mail vom 11. Januar 2019 bei der SAK ein (act. 54; 59). B.g Telefonisch erkundigte sich der Versicherte an 11. März 2019 bei der SAK, wie hoch die Schulden sei en, um wissen zu können, wie lange die Einbehalte noch dauerten. Er teilte ihr dabei mit, dass er das Einschreiben in Spanien nicht erhalten habe und bat um Zustellung einer Kopie der Ver- fügung an seine Geschäftsadresse in (…). Er arbeite noch bis zum 30. April C-2286/2020 Seite 4 2019 in der Schweiz (act. 61). Gleichentags liess die SAK dem Versicher- ten entsprechend eine Kopie der Verfügung vom 23. November 2018 an seine Adresse in (…) zukommen (act. 60). B.h Mit E-Mail vom 26. März 2019 nahm der Versicherte Bezu g auf das Schreiben der SAK vom 11. März 2019 und die beigefügte Verrechnungs- verfügung, bat um Mitteilung des Saldos der geschuldeten Beiträge bis zum 31. März 2019 und stellte die Bezahlung der restlichen Forderung in Aussicht (act. 62). Gleichentags teilte die SAK dem Versicherten per E-Mail mit, dass die restliche Forderung per 31. März 2019 Fr. 1'248.10 betrage (act. 63). Mit E-Mail vom 27. März 2019 informierte der Versicherte die SAK, dass er den Betrag von Fr. 1'248.10 zugunsten der B._______ über- wiesen habe und bat um Ausstellung der vollen AHV-Rente ab April an ihn (act. 64). Mit Schreiben vom 29. März 2019 bestätigte die SAK die entspre- chende Schuldtilgung schriftlich (act. 66). B.i Mit Schreiben vom 6. August 2019 bat die Ausgleichskasse B._______ die SAK erneut um Rentenverrechnung zur Begleichung von geschuldeten paritätischen Beiträgen in der Höhe von Fr. 42'154.85 sowie von persönli- chen Beiträgen in der Höhe von Fr. 367.– (act. 70). Mit Schreiben vom 16. September 2019 informierte die SAK den Versicherten über den Ver- rechnungsantrag der Ausgleichskasse B._______ und liess ihm eine Kopie der Abrechnung für persönliche Beiträge vom 11. Juni 2019 zukommen. Sie stellte den Erlass einer anfechtbaren Verrechnungsverfügung mit ei- nem monatlichen Einbehalt von Fr. 160.– in Aussicht und gewährte ihm eine Frist von 30 Tagen zur Stellungnahme (act. 71). B.j Mit Schreiben vom 16. September 2019 bestätigte die SAK der Aus- gleichskasse B._______, die persönlichen Beiträge des Versicherten in der Höhe von Fr. 367.– zu verrechnen. Die paritä tischen Beiträge würden je- doch nicht sofort verrechnet, da im Rentenverrechnungsauftrag keine In- formationen betreffen d die Abklärung des Ex istenzminimums enthalten seien. Sie bat um schriftliche Mitteilung des Resultats der entsprechenden Prüfung (act. 72). B.k Die SAK führte erneut eine periodische Lebenskontrolle durch und for- derte den Versicherten mit Schreiben vom 13. August 2019 auf, eine Be- scheinigung durch seine Gemeinde oder jede andere gesetzlich aner- kannte Behörde beglaubigen zu lassen und innert 90 Tagen zu retournieren (act. 74, S. 2). Der Versicherte kam der Aufforderung nach (act. 74, S. 1). C-2286/2020 Seite 5 B.l Mit Schreiben vom 7. Oktober 2019 teilte die Ausgleichskasse B._______ der SAK mit, die Beitragsausstände hätten auf dem Betrei- bungsweg nicht geltend gemacht werden können, weil der Schuldner ge- mäss Rückmeldung der spanischen Behörden an der ihr bekannten Ad- resse unbekannt sei. S ie verfüge demnach einerseits über keine gülti ge Adresse des Versicherten und, selbst wenn eine Adresse des Versicherten in Spanien verfügbar sei, sehe sich eine hinsichtlich Rentenleistungen nur innerschweizerisch tätige Ausgleichskasse kaum in der Lage, die Lebens- haltungskosten im Ausland zu ermitteln. Schliesslich lasse sich auch die Meinung vertreten, dass «die Klärung des Existenzminimums nicht vorgän- gig zur Verrechnungsverfügung erfolgende r Teil der Sachverhaltsermitt- lung nach Art. 43 ATSG » sei, sondern «die behauptete Verletzung des Existenzminimums Teil der Gewährung d es rechtlichen Gehörs nach Art. 42 ATSG und mithin Gegenstand der Einsprache» sei. Sie bat die SAK in der Folge um Rentenverrechnung ohne vorgängige Existenzminimum- berechnung oder subsidiär um Mitteilung einer gültigen Zustelladresse samt Hinweis auf die in Spanien im Rahmen der Berechnung anzuerken- nenden Ausgaben (act. 75 ; vgl. auch das identische Schreiben vom 16. Oktober 2019 [act. 79]). B.m Mit Verfügung vom 29. Oktober 2019 hiess die SAK den Verrech- nungsantrag der Ausgleichskasse B._______ gut und verfügte «die Ver- rechnung der ausstehenden Schuld [von Fr. 367.–] zu Gunsten der Aus- gleichskasse B._______ mit der fälligen Leistung von Fr. 646.– durch einen monatlichen Einbehalt von Fr. 160.–» (act. 76). B.n Mit Verfügung vom 3. Dezember 2019 hiess die SAK auch den Ver- rechnungsantrag der Ausgleichskasse B._______ betreffend die paritäti- schen Beiträge gut und verfügte «die Verrechnung der ausstehenden Schuld zu Gunsten der Ausgleichskasse B._______ mit der fälligen Leis- tung von Fr. 646.– durch einen monatlichen Einbehalt von Fr. 646.–» bei einer Gesamtforderung von Fr. 42'154.85 (act. 81). B.o Mit Schreiben vom 20. Januar 2020 teilte die SAK dem Versicherten mit, die Poststelle seiner Gemeinde habe ihr die mit eingeschriebenem Brief vom 3. Dezember 2019 versandte Verfügung mit dem Vermerk «nicht abgeholt» zurückgeschickt. Sie liess ihm die Verfügung vom 3. Dezember 2019 und den Rentenverrechnungsauftrag der Ausgleichskasse B._______ samt Verrechnungsanzeigen erneut zukommen (act. 86). C-2286/2020 Seite 6 B.p Mit Schreiben vom 29. Januar 20 20 erhob der Versicherte gegen die Verrechnungsverfügung Einsprache und beantragte deren Aufhebung. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, seit dem 21. Januar 2019 seien sämtliche Vermögenswerte und Einkünfte durch das Betreibungsamt C._______ gepfändet worden und das entsprechende Pfändungsprotokoll bescheinige, dass er keine Vermögenswerte besitze. Seiner Frau und ihm sei das Existenzminimum von Fr. 3'700.– zugerechnet worden. Da sie seit dem 1. Mai 2019 nicht mehr berufstätig seien, würden sie auch keine Ein- künfte erzielen. Somit sei der Einbehalt der monatlichen Leistungen in der Höhe von Fr. 641.– existenzvernichtend (act. 84). B.q Mit einem als «Nichteintretensverfügung» bezeichneten Entscheid vom 7. April 2020 trat die SAK auf die Einsprache des Versicherten vom 29. Januar 2020 ni cht ein. Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, die gesetzliche Einsprachefrist von 30 Tagen sei am 3. Februar 2020 abgelaufen, sie habe die Einsprache am 5. Februar 2020 erhalten (act. 90). C. Gegen diese «Nichteintretensverfügung» erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. April 2020 (Datum Poststempel) Beschwerde beim Bun- desverwaltungsgericht und beantragte sinngemäss die Aufhebung des an- gefochtenen Entscheids. Dazu führte er im Wesentlichen aus, er habe die Verfügung der SAK vom 3. Dezember 2019 nicht erhalten und es sei ihm auch keine Benachrichtigung respektive Abholungseinladung durch die spanische Post zugestellt worden. Weiter wies der Beschwerdeführer da- rauf hin, dass die Folgen für ihn und seine Frau existenziell bedrohend seien und dahe r das Nichteintreten aus formalen Gründen unverhältnis- mässig sei (Akten im Beschwerdeverfahren [nachfolgend: BVGer-act.] 1). D. Mit Vernehmlassung vom 7. Juli 2020 schloss die Vorinstanz auf Abwei- sung der Beschwerde (BVGer-act. 3). E. Mit Instruktionsverfügung vom 23. Juli 2020 wurde dem Beschwerdeführer ein Doppel der Vernehmlassung der Vorinstanz vom 7. Juli 2020 zur Kennt- nisnahme zugestellt und der Schriftenwechsel – unter Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen – geschlossen (vgl. BVGer-act. 5). F. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht am 16. November 2020 Einsicht C-2286/2020 Seite 7 in die Sendungsverfolgungen der Schweizerischen Post ( ʺTrack&Traceʺ) des Einschreibens der Vorinstanz vom 3. Dezember 2019 mit der Sen- dungsnummer RM(…)CH sowie des Einschreibens des Beschwerdefüh- rers vom 29. Januar 2020 mit der Sendungsnummer RF( …) genommen hatte, liess es gleichentags dem Beschwerdeführer und der Vorinstanz mit Instruktionsverfügung jeweils eine entsprechende Kopie zur Kenntnis- nahme zukommen (BVGer-act. 7 f. und 11). G. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nachfolgen- den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 85bis Abs. 1 AHVG (SR 831.10) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der Schweizeri- schen Ausgleichskasse. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmun- gen des ATSG (SR 830.1) auf die im ersten Teil geregelte Alters- und Hin- terlassenenversicherung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG findet das VwVG keine Anwendung auf das Verfahren in Sozialversicherungsrechtssachen, soweit das ATSG an- wendbar ist. 1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen V erfahren teilgenom- men; er ist durch den ihn betreffenden Nichteintretensentscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Anfechtung (Art. 59 ATSG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 20. April 2020 ist daher einzutre ten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 60 ATSG). C-2286/2020 Seite 8 2. Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die «Nichteintretensverfügung» (recte: Nichteintretensentscheid) vom 7. April 2020, mit welcher die Vorinstanz nicht auf die Einsprache des Beschwer- deführers vom 29. Januar 2020 eingetreten ist mit der Begründung, die Einsprache sei verspätet erfolgt. Im Streit liegt und demnach vom Bundes- verwaltungsgericht zu prüfen ist vorliegend einzig die Frage, ob die Vo- rinstanz zu Recht nicht auf die Einsprache eingetreten ist (BGE 126 II 377 E. 8d; 118 V 311 E. 2; vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, S. 30 f., Rz. 2.8). 3. 3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever- fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän- dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sowie Unangemes- senheit des Entscheides rügen (Art. 49 VwVG). 3.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts- anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an- gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2009/65 E. 2.1). 3.3 Das Sozialversicherungsverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Ge- richt von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht unei ngeschränkt. Zum einen findet er sein Korrelat in den Mitwir- kungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2; 122 V 157 E. 1a, je mit Hinweisen); zum anderen umfasst die behördliche und richterliche Abklä- rungspflicht nicht unbesehen alles, was von einer Par tei behauptet oder verlangt wird. Vielmehr bezieht sie sich nur auf den im Rahmen des streiti- gen Rechtsverhältnisses (Streitgegenstand) rechtserheblichen Sachver- halt. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitig en Anspruch so oder anders zu entscheiden ist (vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 43 und 273). In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungs- gerichte zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, C-2286/2020 Seite 9 wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Ak- ten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a mit Hinweis; Urteil des BGer 8C_843/2016 vom 8. März 2017 E. 2; zum Ganzen auch BGE 144 V 427 E. 3.2). 3.4 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in Spanien. Damit gelangen das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkom- men vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihre n Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681) und die Re- gelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), zur Anwen- dung. Soweit das FZA und die gemäss dessen Anhang II anwendbaren Rechtsakte keine einschlägige Bestimmung enthalten, ist die Regelung des Verfahrens der innerstaatlichen Rechtsordnung überlassen. Die Mo- dalitäten dürfen jedoch nicht weniger günstig sein als bei gleichartigen Ver- fahren, die das innerstaatliche Recht betreffen (Grundsatz der Gleichwer- tigkeit), und sie dürfen nicht so ausgestaltet sein, dass sie die Ausübung der durch die Gemeinschaftsrechtsordnung verliehenen Rechte praktisch unmöglich machen oder übermässig erschweren (Grundsatz der Effektivi- tät; zum Ganzen vgl. BGE 130 V 132 E. 3.1; 128 V 315 E. 1c mit Hinweisen auf Lehre und Rechtspre chung des Gerichtshofes der Europäischen Ge- meinschaften [EuGH]). 4. 4.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz mit dem angefochtenen Entscheid vom 7. April 2020 zu Recht auf die Einsprache des Beschwer- deführers vom 29. Januar 2020 nicht eingetreten ist. 4.2 Art. 29 Abs. 1 BV räumt einen Anspruch auf Behandlung von formge- recht eingereichten Eingaben ein und verbietet formelle Rechtsverweige- rung. Eine solche liegt vor, wenn eine Behörde fälschlicherweise auf eine Eingabe nicht eintritt und sie nicht regelgemäss prüft. Dies beurteilt sich nach dem anwendbaren Verfahrensrecht. 4.3 Gemäss Art. 52 Abs. 1 ATSG kann gegen Verfügungen von Sozialver- sicherungsträgern innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Ein- sprache erhoben werden, wobei schriftliche Eingaben spätestens am letz- ten Tag der Frist der Behörde einzureichen oder zu deren Handen der C-2286/2020 Seite 10 Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung zu übergeben sind ( Art. 39 Abs. 1 ATSG; vgl. auch Art. 21 Abs. 1 VwVG). Handelt es sich beim letzten Tag der Frist um einen Samstag, einen Sonntag oder einen vom Bundesrecht anerkannten Feiertag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 ATSG). Gesetzliche Fristen, die nach Tagen bestimmt sind, stehen zudem vo m 18. Dezember bis und mit 2. Januar still (Art. 38 Abs. 3 Bst. c ATSG). Bei der Einsprachefrist von Art. 52 Abs. 1 ATSG handelt es sich um eine ge- setzliche, nicht erstreckbare Frist (vgl. bspw. UELI KIESER, ATSG-Kommen- tar, 4. Aufl. 2020, Art. 52 Rz. 34 mit Hinweis auf Art. 40 Rz. 2 ff.). Die Be- weislast für die Einhaltung der Frist trägt diejenige Partei, die daraus Rechtsfolgen ableiten will (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, Art. 39 Rz. 10). 5. 5.1 Zu prüfen ist zunächst die Frage, zu welchem Zeitpunkt die E in- sprachefrist vorliegend zu laufen begonnen hat. 5.2 Verfügungen gelten als eröffnet, sobald sie ordnungsgemäss zugestellt sind und die betroffene Person davon Kenntnis nehmen kann. Dass sie davon tatsächlich Kenntnis nimmt, ist nicht e rforderlich (BGE 142 II I 599 E. 2.4.1; 122 I 139 E. 1; Urteile des BGer 2C_875/20 15 vom 2. Oktober 2015 E. 2.2.1; 2C_1126/2014 vom 20. Februar 2015 E. 2.2). 5.3 Nach Art. 38 Abs. 2 bis ATSG gilt eine Mitteilung, die nur gegen Unter- schrift des Adressaten beziehungsweise der Adressatin oder einer anderen berechtigten Person überbracht wird, spätestens am siebenten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt (vgl. auch BGE 134 V 49 E. 2; vgl. im Weiteren den inhaltlich gleichlautenden Art. 20 Abs. 2 bis VwVG). Gemäss Rechtsprechung wird die Zustellfiktion bei eingeschriebe- nen Sendungen dann ausgelöst, wenn die Abholeinladung in den Briefkas- ten des Empfängers gelegt wurde und dieser (kumulativ) eine solche Zu- stellung (mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit) erwarten musst e, was stets zutrifft, wenn er Verfahrenspartei ist (vgl. BGE 138 III 225 E. 3.1, unter Hinweis auf Art. 138 Abs. 3 Bst. a der Schweizerischen Zivilprozessord- nung vom 19. Dezember 2008 [ZPO, SR 272]: «… sofern die Person mit einer Zustellung rechnen musste .», 134 V 49 E. 4 mit Hinweisen; Urteile des BVGer A-648/2014 vom 16. Januar 2015 E. 2.2.1 m.w.H., B-4294/2014 vom 28. Juli 2015 E. 1.4 m.w.H.; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.115 f. m.H.). Diese Rechtsfolge gilt auch bei Sendungen ins Ausland (vgl. Urteil des BGer 1C_236/2016 vom 15. November 2016). C-2286/2020 Seite 11 5.4 Gemäss Rechtsprechung obliegt es grundsätzlich der Vorinstanz, den Beweis der Tatsache sowie des Zeitpunktes der Zustellung einer Verwal- tungsverfügung zu erbringen (BGE 136 V 295 E. 5.9; 124 V 400 E. 2a; 117 V 261 E. 3b und 103 V 65 E. 2a; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsver- fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Ba- sel/Genf 2013, S. 214 ff.; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, Art. 39 Rz. 10). Die Feststellung von Tatsachen, welche für die (den Fristenlauf auslö- sende) Eröffnung der Verfügung erheblich sind, erfolgt mit Blick auf die Ei- genheiten der Massenverwaltung anhand des Beweisgrades der überwie- genden Wahrscheinlichkeit (BGE 124 V 400 E. 2b; s. auch Urteil des BVGer C-6346/2008 vom 18. Mai 2010 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Dieser Be- weis kann praktisch vor allem mit einem förmlichen Zustellnachweis er- bracht werden (vgl. Urteil des BGer 9C_348/2009 vom 27. Oktober 2009 E. 2.1) und wird in der Regel durch postalischen Versand der Verfügung/Ur- teile als Gerichtsurkunde oder in anderer Weise gegen Empfangsbestäti- gung erbracht (vgl. Urteil des BGer 9C_ 753/2007 vom 29. August 2008 E. 3 mit Hinweisen). Wird für die Eröffnung einer Verfügung eine Zustel l- form gewählt, bei welcher der Eingang beim Adressaten nicht genau nach- weisbar ist, obliegt es der Behörde, den Beweis dafür zu erbringen, dass und an welchem Tag ihr Entscheid dem Adressaten zugestellt worden ist (vgl. Urteil des BGer 8C _679/2012 vom 12. Dezember 2012 mit Hinweis auf BGE 136 V 295 E. 5.9). Da ein Fehler bei der Postzustellung nicht aus- serhalb jeder Wahrscheinlichkeit liegt, genügt die Bescheinigung des Ver- sandes allein noch nicht, um das genaue Datum oder den genauen Zeit- raum der Zustellung zu beweisen. Im Zweifel ist grundsätzlich auf die Dar- stellung des Empfängers abzustellen (BGE 124 V 400 E. 2a). Wollte man in einem solchen Fall den Angaben des Empfängers die Glaubwürdigkeit absprechen, wäre hinsichtlich der Zustellungsfrage Beweislosig keit anzu- nehmen, deren Folgen die Vorinstanz zu tragen hätte (vgl. auch BGE 122 I 97 E. 3; 117 V 261 E. 3c und 114 III 51 E. 3c je mit weiteren Hinweisen; siehe auch Urteil des BGer H 170/06 vom 28. Juni 2007 E. 4.2.2). 5.5 Mit einem «Track & Trace»-Auszug wird nicht direkt bewiesen, dass die Sendung tatsächlich in den Empfangsbereich des Empfängers gelangt ist, sondern bloss, dass durch die Post ein entsprechender Eintrag in ihrem Erfassungssystem gemacht wurde. Im Sinne eines Indizes lässt sich aus diesem Eintrag darauf schliessen, dass die Sendung in den Briefkasten oder in das Postfach des Adressaten gelegt wurde (BGE 142 III 599 E. 2.2). Mangels Quittierung lässt sich dem «Track & Trace»- Auszug sodann nicht entnehmen, ob tatsächlich jemand die Sendung behändigt hat und um wen es sich dabei handelt (vgl. Urteil des BGer 2C_430/2009 vom 14. Januar C-2286/2020 Seite 12 2010 E. 2.3, in StR 65/2010 S. 396) und ob die Sendung tatsächlich zur Kenntnis genommen worden ist (vgl. BGE 142 III 599 E. 2.2). 5.6 Gemäss den Akten, des retournierten Briefumschlags sowie der Sen- dungsinformation der Schweizerischen Post erfolgte am 17. Dezember 2019 der erste erfolglose Zustellversuch de r am 6. Dezember 2019 per Einschreiben mit der Sendungsnummer RM(…)CH an den Beschwerde- führer versandten Verfügung (datiert vom 3. Dezember 2019), die schliess- lich von der spanischen Post mit dem Vermerk «Non réclamé» am 2. Ja- nuar 2020 an die SAK retourniert und dieser am 20. Januar 2020 zugestellt wurde (vgl. act. 87) . Gemäss der zuvor da rgestellten Rechtslage (vgl. E. 5.5) gilt die Verfügung seit dem 24. Dezember 2019 (sieben Tage nach dem erfolglosen Zustellversuch vom 17. Dezember 2019) als zugestellt. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass ab Begründung ei- nes Prozessrechtsverhältnisses die Parteien wä hrend der Dauer dessel- ben verpflichtet sind, sich nach Treu und Glauben zu verhalten, d.h. unter anderem dafür zu sorgen, dass ihnen behördliche Akte, welche das Ver- fahren betreffen, zug estellt werden können (vgl. BGE 138 III 225 E. 3.1; Urteil des BVGer A -648/2014 vom 16. Januar 2015 E. 2.2.1 m.H.). Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, kann jedoch vorliegend offenbleiben, ob der Beschwerdeführer überhaupt mit der Zustellung einer Verfügung der Vorinstanz rechnen musste. 6. Es stellt sich im Folgenden die Frage, ob die postalisch eingereichte Ein- sprache des Beschwerdeführers, datiert vom 29. Januar 2020, rechtzeitig erfolgt ist. 6.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei im Schreiben vom 20. Ja- nuar 2020 nicht über die möglichen Folgen einer Fristverwirkung aufgeklärt worden, wie es in der «Nichteintretensverfügung» (recte: Nichteintretens- entscheid) vom 7. April 2020 erfolgt sei. Er habe damit keine Möglichkeit gehabt, die Frist zu wahren, indem er seine Anfechtung bei einer spani- schen Behörde deponiert hätte (BVGer-act. 1). 6.2 Die Verfügung der Vorinstanz vom 3. Dezember 2019 enthielt nachfol- gende Rechtsmittelbelehrung (vgl. act. 95, S. 12; Beilage 2 zu BVGer - act. 1): C-2286/2020 Seite 13 «Rechtsmittelbelehrung Diese Verfügung kann innert 30 Tagen – diese Frist kann nicht verlängert wer- den – seit Erhalt mittels einer Einsprache bei dieser Stelle angefochten werden (Art. 52 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche- rungsrechts [ATSG]): Schweizerischen Ausgleichskasse Av. Edmond-Vaucher 18 Postfach 3100 1211 Genf 2 Schweiz Schriftliche Eingaben müssen spätestens am Tag der letzten Frist beim Ver- sicherungsträger eingereicht oder zu dessen Händen der schweizerischen bzw. ausländischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung im Ausland oder bei der ausländischen Verbin- dungsstelle, die gemäss anwendbarem Sozialversicherungsabkommen zu- ständig ist, übergeben werden (Art. 39 Abs. 1 ATSG und internationale ab- kommen). Die Einsprache kann schriftlich oder anlässlich einer persönlichen Vorsprache bei unseren Besuchsschaltern erfolgen. Die Einsprache muss unterzeichnet sein und eine kurze Begründung sowie allfällige Beweismittel enthalten. Die Verfügung sowie eine allfällige Vertretungsvollmacht müssen beigelegt wer- den (Art. 10 Verordnung über den A llgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts [ATSV]). Auf telefonische Einsprachen und Einsprachen per E-Mail oder Fax kann nicht eingetreten werden.» 6.3 Die Frist für eine schriftliche Eingabe ist gewahrt, wenn sie am letzten Tag der Frist dem Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben wird (Art. 39 Abs. 1 ATSG; vgl. auch Art. 21 Abs. 1 VwVG). Für die Fristwahrung bei postalischen Eingaben wird die Benutzung der Schweizerischen Post vorgeschrieben. Demzufolge ist die Frist – wenn die Partei einen anderen Zustelldienst als die Schweizeri- sche Post benutzt – nur eingehalten, wenn die Eingabe am letzten Tag der Frist bei der Behörde eintrifft o der der Schweizerischen Post für die Wei- terbeförderung übergeben wird. Dies gilt jedoch unter Vorbehalt abwei- chender staatsvertraglicher Bestimmungen. 6.4 Wie bereits dargelegt wurde (vgl. E. 3.4 hiervor), ist vorliegend die Ver- ordnung zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaa- ten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft Nr. 883/2004 C-2286/2020 Seite 14 anwendbar. Gemäss deren Art. 81 können Anträge, Erklärungen oder Rechtsbehelfe, die gemäss den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats in- nerhalb einer bestimmten Frist bei einer Behörde, einem Träger oder einem Gericht dieses Mitgliedstaats einzureichen sind, innerhalb der gleichen Frist bei einer entsprechenden Behörde, einem entsprechenden Träger oder einem entsprechenden Gericht eines anderen Mitg liedstaats einge- reicht werden. In diesem Fall übermitteln die in Anspruch genommenen Behörden, Träger oder Gerichte diese Anträge, Erklärungen oder Rechts- behelfe entweder unmittelbar oder durch Einschaltung der zuständigen Be- hörden der be teiligten Mitgliedstaaten unverzüglich der zuständigen Be- hörde, dem zuständigen Träger oder dem zuständigen Gericht des ersten Mitgliedstaats. Der Tag, an dem diese Anträge, Erklärungen oder Rechts- behelfe bei einer Behörde, einem Träger oder einem Gericht des zweiten Mitgliedstaats eingegangen sind, gilt als Tag des Eingangs bei der zustän- digen Behörde, dem zuständigen Träger oder dem zuständigen Gericht. In solchen Fällen ist die Aufgabe einer Beschwerde bei einer ausländischen Poststelle der Aufgabe bei einer schweizerischen Poststelle gleichzustellen (SVR 1998 IV Nr. 19; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 39 Rz. 18; vgl. auch JEAN-MAURICE FRÉSARD, Commentaire de la LTF, 2. Aufl. 2014, Art. 48 BGG Rz. 14 S. 367 ). Dem diesbezüglich beweisbelasteten Beschwerdeführer obliegt der Nachweis darüber, dass er die Einsprache- frist eingehalten hat (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, Art. 39 Rz. 8). 6.5 Die Verfügung vom 3. Dezember 2019 wurde gemäss Sendungsverfol- gung am 24. Dezember 2019 (Zustellfiktion) zugestellt und damit im Zeit- raum des Fristenstillstands vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar (vgl. E. 4.3 hiervor) . Bei der Zustellung einer Verfügung während des Fristen- stillstands nach Art. 38 ATSG gilt der erste Tag nach dem Ende des Still- stands als erster zählender Tag für die Einsprachefrist, womit der Fristen- stillstand den Eintritt des fristauslösenden Ereignisses während der Ge- richtsferien nicht hindert, sondern lediglich den Beginn des Fristenlaufs hemmt (vgl. BGE 132 II 153 E. 4.1; PATRICIA EGLI, in: Waldmann/Weissen- berger (Hrsg.), Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 22 a Rz. 11 m.w.H.). Demnach war der erste zählende Tag für die Einsprachefrist der Freitag, 3. Januar 2020, und der letzte Tag der 30-tägigen Einsprachefrist der Samstag, 1. Februar 2020. Gemäss Art. 38 Abs. 3 ATSG fällt das Ende des Fristenlaufs jedoch auf den nächstfolgenden Werktag, hier folglich auf den Montag, 3. Februar 2020 (vgl. E. 4.3 hiervor). Die schriftliche Einspra- che des Beschwerdeführers wäre damit spätestens am 3. Februar 2020 der Behörde einzureichen oder zu deren H änden der Schweizerischen C-2286/2020 Seite 15 Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver- tretung oder aber der dieser gleich gestellten Spanischen Post oder Be- hörde zu übergeben gewesen (Art. 81 VO (EG) Nr. 883/2004 i.V.m. Art. 39 Abs. 1 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 ATSG; vgl. auch Art. 21 Abs. 1 VwVG). 6.6 Aus der Sendungsverfolgung der Schweizerischen Post geht hervor, dass der Beschwerdeführer seine eingeschrieben versandte Einsprache mit Sendungsnummer RF (…) am 30. Januar 2020 der spanischen Post übergeben hat. Aufgrund des vorliegend einschlägigen sozialversiche- rungsrechtlichen Abkommens erweist sich die am 30. Januar 2020 bei der spanischen Post eingetroffene schriftliche Einsprache des Beschwerdefüh- rers als offensichtlich rechtzeitig und damit der vorliegend angefochtene Nichteintretensentscheid der Vorinstanz vom 7. April 2020 als unrechtmäs- sig. Die Vorinstanz wäre damit aufgrund der einschlägigen staatsvertragli- chen Bestimmungen und entsprechend ihrer eigenen, k orrekten Rechts- mittelbelehrung verpflichtet gewesen auf die Einsprache des Beschwerde- führers einzutreten. 6.7 Darüber hinaus geht a us der Sendungsverfolgung der Schweizeri- schen Post hervor, dass die Einsprache (Sendungsnummer RF[…]) am Montag, 3. Februar 2020, zwecks Weiterbeförderung der Schweizerischen Post übergeben wurde («Ankunft Bestimmungsland»). Da die Einsprache somit am letzten Tag der Frist in den Herrschaftsbereich der Schweizeri- schen Post gelangt ist, hat der Beschwerdeführer damit die 30-tägige ge- setzliche Frist auch in Anwendung der Bestimmung des Art. 39 ATSG ge- wahrt. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz geht aus dem Geset- zeswortlaut des Art. 39 Abs. 1 ATSG explizit hervor, dass zur Wahrung der Frist die Eingaben der Parteien gerade nicht zwingend der Behörde zuge- stellt werden müssen, sondern die Übergabe an die Schweizerische Post genügt. Vor diesem Hintergrund erweist sich die am 3. Februar 2020 bei der Schweizerischen Post eingetroffene schriftliche Einsprache de s Be- schwerdeführers ohnehin als rechtzeitig. Weitere Gründe, weshalb auf die Einsprache des Beschwerdeführers nicht einzutreten ist, werden von der Vorinstanz nicht geltend gemacht und sind denn auch nicht erkennbar. 6.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde offensicht- lich begründet ist. Der Nichteintretensentscheid der Vorinstanz vom 7. April 2020 ist aufzuheben und die Akten an die Vorinstanz zu retournieren, damit diese auf die Einsprache eintrete und sie materiell behandle. C-2286/2020 Seite 16 7. Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient- schädigung. 7.1 Das Beschwerdeverfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85 bis Abs. 2 AHVG), sodass keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 7.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obs iegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er- wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1, 2 und 4 des Reglements vom 21. Feb- ruar 2008 über die Kosten und Entschädigun gen vor dem Bundesverwal- tungsgericht [VGKE], SR 173.320.2). Da der obsiegende Beschwerdefüh- rer nicht anwaltlich vertreten ist und ihm aufgrund der Aktenlage keine not- wendigen, verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, wird ihm keine Parteientschädigung zugesprochen. Die Vorinstanz hat ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 VGKE). (Für das Urteilsdispositiv wird auf die nachfolgende Seite verwiesen.) C-2286/2020 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Nichteintretens- entscheid vom 7. April 2020 aufgehoben. Die Akten gehen zurück an die Vorinstanz, damit diese auf die Einsprache eintrete und sie materiell be- handle. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Viktoria Helfenstein Rahel Schöb Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. C-2286/2020 Seite 18 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerd e spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, so weit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Ar t. 42 BGG). Versand: