98/99 13 Strafprozessordnung. Art. 221 Ab s. 2 StPO. Bindung an die Anträge der Berufungserklärung. Obergericht, 7. Mai 1998, OG S 98 4 Aus den Erwägungen: 1. ... Gemäss Art. 221 Abs. 2 StPO muss die Berufungserklärung die Rechtsbegehren nen- nen. Gemäss Antrag 1 der Berufungserklärung soll das Urteil des Landgerichtes Uri vom 11. No- vember 1997 in Ziff. 1 und 2 bestätigt werden, hingegen sei dem Verurteilten die Rechtswohltat des bedingten Strafvollzuges mit einer Probezeit von vier Jahren zu gewähren. Anlässlich der Be- rufungsverhandlung stellte der Berufungskläger den Antrag, er sei höchstens zu einer Gefängnis- strafe von einem Monat zu verurteilen. Dieser Antrag widerspricht dem in der schriftlichen Beru- fungserklärung vom 6. März 1998 gestellten Rechtsbegehren 1. Wo das Gesetz einen formulierten Antrag fordert, kann dieser nach Ablauf der Berufungsfrist nicht mehr auf andere Teile ausgedehnt werden (Hauser/Schweri, Schweizerisches Strafprozessrecht, 3. Aufl., Basel 1997, S. 415). Der Berufungskläger, der sich auf einzelne Punkte beschränkt, ist an seine in der Berufungserklärung gemachten Anträge grundsätzlich gebunden (Bänziger/Stolz/Kobler, Kommentar zur Strafprozess- ordnung des Kantons Appenzell A.Rh., Herisau 1992, N 5 zu Art. 214). Vorbehalten bleibt bspw. eine Einschränkung der Anträge. Auf den anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung ge- stellten Antrag auf Herabsetzung der Dauer der Gefängnisstrafe wird nicht eingetreten. ...