<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 0/2] </div> <div class="para">5C.260/2001/bie </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Z I V I L A B T E I L U N G ******************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">30. November 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Reeb, Präsident der II. Zivilabteilung, </div> <div class="para">Bundesrichterin Escher, Bundesrichter Meyer sowie </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Zbinden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para">Hotel Y.________ AG, Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch Fürsprecher Herbert H. Scholl, Laurenzenvorstadt 19, 5001 Aarau, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">Aargauische Gebäudeversicherungsanstalt, Bahnhofstrasse 101, Postfach, 5001 Aarau, Klägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Hürlimann, Oberstadtstrasse 7, 5400 Baden, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para">Versicherungsvertrag, </div> <div class="para">wird festgestellt und in Erwägung gezogen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.-Das Hotel Y.________ in X.________ ist Betriebsstätte der Hotel Y.________ AG. Diese ist Versicherungsnehmerin der Aargauischen Gebäudeversicherungsanstalt, welche unter anderem Brandschäden an Gebäuden versichert. Am 24. Dezember 1998 brach in der Gaststätte des vorgenannten Hotels infolge eines brennenden Weihnachtsbaumes ein Brand aus, wobei am Gebäude erheblicher Schaden entstand. Mit Urteil vom 29. August 2001 hiess das Handelsgericht des Kantons Aargau die Klage der Aargauischen Gebäudeversicherungsanstalt gegen die Hotel Y.________ AG gut und stellte fest, dass die Klägerin berechtigt sei, ihre Leistungen gegenüber der Beklagten aus dem Schadenereignis vom 24. Dezember 1998 um den Betrag von Fr. 297'649.-- zu kürzen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Beklagte hat gegen dieses Urteil Berufung beim Bundesgericht eingereicht mit dem Begehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Klägerin nicht berechtigt sei, die Leistung gegenüber der Beklagten aus dem besagten Schadenereignis zu kürzen. Es ist keine Berufungsantwort eingeholt worden. Das Handelsgericht hat keine Gegenbemerkungen eingereicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.-Nach der kantonalen Rechtsmittelbelehrung kann der angefochtene Entscheid beim Bundesgericht mit Berufung angefochten werden. Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob auf eine Berufung eingetreten werden kann (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-III-382%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page382">BGE 124 III 382</a> E. 2a S. 385, 406 E. 1a in fine S. 410). </div> <div class="para">§ 2 lit. b Ziff. 1 des kantonalen Gesetzes über die Gebäudeversicherung (Gebäudeversicherungsgesetz; GebVG; SAR 673. 100) verpflichtet die Klägerin die Schäden zu ersetzen, welche an versicherten Gebäuden durch Brand entstehen. </div> <div class="para">Streitig ist im vorliegenden Verfahren, ob die Klägerin gestützt auf § 48 lit. a GebVG die Leistung im Zusammenhang mit dem Schadenereignis vom 24. Dezember 1998 wegen grobfahrlässigen Verhaltens der Beklagten um 10% der festgelegten Schadenshöhe kürzen kann. Wie sich aus diesen Ausführungen und insbesondere aus dem angefochtenen Entscheid ergibt, werden sowohl die Leistungspflicht der Klägerin als auch die Kürzung der Leistungen wegen Grobfahrlässigkeit des Versicherungsnehmers ausschliesslich durch das kantonale öffentliche Recht geregelt. Mit ihrem Verweis auf Art. 14 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 2. April 1908 über den Versicherungsvertrag (SR 221. 229.1; VVG) erläutert die Vorinstanz lediglich, dass der in § 48 lit. a GebVG verwendete Begriff der Grobfahrlässigkeit jenem des <span class="artref">Art. 14 Abs. 2 VVG</span> entspricht; das bedeutet jedoch nicht, dass das Handelsgericht Bundesrecht angewendet hat. Bei der Klägerin handelt es sich um eine juristische Person des kantonalen öffentlichen Rechts (§ 1 GebVG). Entsprechend ist <span class="artref">Art. 14 Abs. 2 VVG</span> nicht bzw. </div> <div class="para">bloss analog anwendbar. Wegen Verletzung kantonalen Rechts, das im vorliegenden Fall ausschliesslich zur Anwendung gelangt ist, kann die Berufung nicht ergriffen werden (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/43/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/43/1" type="start"></artref>Art. 43 Abs. 1 und 2 OG</span><artref id="CH/173.110/43/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>; <span class="artref">Art. 55 Abs. 1 lit. c OG</span>). Die Beklagte ist in ihrem Vertrauen auf die Richtigkeit der Rechtsmittelbelehrung nicht zu schützen, zumal sie im Verfahren durch einen Rechtsanwalt vertreten war, der bei genügender Aufmerksamkeit durch einen Blick ins Gesetz hätte erkennen müssen, dass die Rechtsmittelbelehrung auf falschen Grundlagen beruht und somit nicht zutreffen kann (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-IA-297%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page297">BGE 117 Ia 297</a> E. 2 S. 298 f. mit Hinweisen). Auf die Berufung ist somit nicht einzutreten. </div> <div class="para">3.-Im Übrigen rügt die Beklagte auch nicht rechtsgenüglich, inwiefern das Handelsgericht Bundesrecht verletzt haben könnte (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/43/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/43/1" type="start"></artref>Art. 43 Abs. 1 und 2 OG</span><artref id="CH/173.110/43/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>; <span class="artref">Art. 55 Abs. 1 lit. c OG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-II-92%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page92">BGE 116 II 92</a> E. 2 S. 93); insbesondere behauptet sie nicht sachgerecht (<span class="artref">Art. 55 Abs. 1 lit. c OG</span>), dass die Vorinstanz ihren Entscheid zu Unrecht auf kantonales statt auf eidgenössisches Recht gestützt habe (vgl. <span class="artref">Art. 43 Abs. 2 OG</span>). Auch insoweit ist demnach auf die Berufung nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.-Schliesslich lässt sich die Eingabe auch nicht als staatsrechtliche Beschwerde entgegennehmen, zumal die Beklagte darin auch nicht rechtsgenüglich darlegt, inwiefern das Handelsgericht kantonale Bestimmungen willkürlich angewendet (<span class="artref">Art. 9 BV</span>) oder die Verfassung in anderer Weise verletzt haben könnte (<span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span>; zu den Begründungsanforderungen: <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F110-IA-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 110 Ia 1</a> E. 2a<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-60%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page60">127 I 60</a></span> E. 5a S. 70). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">5.-Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beklagte kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). Eine Parteientschädigung an die Klägerin für das bundesgerichtliche Verfahren entfällt, zumal keine Berufungsantwort eingeholt worden ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.-Auf die Berufung wird nicht eingetreten. </div> <div class="para">2.-Die Gerichtsgebühr von Fr. 6'000.-- wird der Beklagten auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.-Dieses Urteil wird den Parteien und dem Handelsgericht des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">_____________ </div> <div class="para">Lausanne, 30. November 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. Zivilabteilung </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>