Interpellation du groupe radical-démocratique 1996 N 8 octobre 1993 Schweiz, die sich einer selbständigen Erwerbstätigkeit zuwen- den wollen, kann die Arbeitslosenversicherung in der Phase der Ausarbeitung des Projektes bis 60 Taggelder ausrichten. Während dieser Zeitspanne sind diese Versicherten von der Kontrollpflicht befreit und brauchen nicht vermittlungsfähig zu sein. Erklärung des Interpellanten: nicht befriedigt Déclaration de l'interpellateur: non satisfait #ST# 93.3267 Interpellation der freisinnig-demokratischen Fraktion Marktwirtschaftliche Erneuerung Interpellation du groupe radical-démocratique Renouvellement de l'économie de marché Wortlaut der Interpellation vom 2. Juni 1993 Die schweizerische Volkswirtschaft durchläuft eine schwierige Phase. Investitionen gehen in einem beunruhigenden Aus- mass zurück, mit allen negativen Auswirkungen auf die Be- schäftigungslage und das Steueraufkommen. Vertrauensför- dernde Massnahmen für den Standort Schweiz und eine Stär- kung der Konkurrenzfähigkeit sind vordringlich. Unabhängig vom Ausgang der EWR-Abstimmung war immer klar, dass zur Erreichung dieser Ziele ein innenpolitischer Handlungsbedarf besteht Bereits am 20. Januar 1993 hat der Bundesrat, gestützt auf umfangreiche Vorarbeiten unter Fe- derführung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdeparte- mentes, ein erstes sogenanntes Revitalisierungsprogramm angekündigt und dem Parlament mit Botschaft vom 24. Fe- bruar 1993 eine programmatische Uebersicht vorgestellt Die einzelnen Schritte waren mit inhaltlichen und zeitlichen Vorga- ben für deren Realisierung begleitet DerUmsetzungsprozess jedoch scheint zumindest gemäss Eindruck in der Oeffentlich- keit zu stagnieren. Es ist aber unerlässlich, dass den Worten Taten folgen. Dem Wirtschaftsstandort Schweiz muss drin- gend das Vertrauen gegeben werden, dass nach der EWR- Abstimmung die Massnahmen, für die wir alleine zuständig sind, rasch verwirklicht werden. Die bilateralen Gespräche mit der EG zur Verbesserung des europaweiten Marktzutrittes sind zumindest so lange blockiert, als der EWR-Vertrag ohne Schweiz nicht in Rechtskraft erwachsen ist Um so dringender ist es, dass wir jene wettbewerbsstärkenden Massnahmen treffen, über die wir alleine entscheiden können. Gestützt auf diese Ausgangslage bitten wir den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen: 1. Teilt der Bundesrat die Meinung, dass nach dem Nein des Schweizervolkes zum EWR-Vertrag die aus eigener Kraft zu lö- senden Hausaufgaben zur Stärkung der Konkurrenzfähigkeit noch wichtiger geworden sind? 2. Ist der Bundesrat bereit, den Anfang dieses Jahres bekannt- gegebenen Zeitplan für das erste Paket gesetzgeberischer Massnahmen schwergewichtig im Bereich Kartellrecht, Bin- nenmarktgesetz, Beschleunigung der Verfahren und Arbeits- markt einzuhalten? 3. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass nicht nur der Bun- desrat und seine Verwaltung in diesen Zeitplan eingebunden werden müssen, sondern auch alle anderen Beteiligten, so die Adressaten der Vernehmlassung, die vorberatenden par- lamentarischen Kommissionen und schliesslich das Parlament? 4. Bei der Vorbereitung des EWR-Vertrages hat sich die ge- bündelte Behandlung der notwendigen Vorlagen als sehr wirksam erwiesen. Ohne dieses Vorgehen wäre das Parla- ment nicht in der Lage gewesen, die grosse Arbeit zeitgerecht zu bewältigen. Könnte der Bundesrat beim dringend notwen- digen internen Revisionspaket das gleiche Vorgehen unter- stützen, indem zur Behandlung des ersten Revitalisierungspa- ketes im Verlaufe des Jahres 1994 spezielle Sessionstage zu reservieren sind, damit die geplanten Massnahmen ab 1. Ja- nuar 1995 in Kraft gesetzt werden können? 5. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass eine rasche ge- samthafte Inkraftsetzung der notwendigen marktwirtschaftli- chen Erneuerung den Wirtschaftsstandort Schweiz nachhalti- ger stärkt als eine schrittweise Inkraftsetzung von Einzelmass- nahmen? Texte de l'interpellation du 2 juin 1993 L'économie suisse traverse une phase difficile. Les investisse- ments reculent de manière inquiétante, avec tous les effets né- gatifs que cela entraîne sur l'emploi et sur les rentrées fiscales. Il faut de toute urgence prendre des mesures propres à stimu- ler la confiance envers la place économique Suisse et à renfor- cer la capacité concurrentielle de notre économie. Indépendamment de l'issue du scrutin sur l'EEE, il a toujours été évident que, pour atteindre cet objectif, il était nécessaire d'agir sur le plan de la politique intérieure. Le 20 janvier 1993 déjà, le Conseil fédéral, se fondant sur d'importants travaux préliminaires dirigés par le Département fédéral de l'économie publique, avait annoncé un premier programme dit de régéné- ration; il avait ensuite présenté au Parlement dans son mes- sage du 24 février 1993 un aperçu de ce programme. Le contenu et le calendrier des différentes étapes de la réalisation étaient indiqués. Mais le processus de réalisation semble, du moins dans l'opinion publique, subir une certaine stagnation. Or il est impératif de passer aux actes. La place économique suisse a besoin d'un regain de confiance: elle doit avoir la cer- titude que les mesures envisagées après le scrutin sur l'EEE et qui sont de notre seule compétence seront réalisées rapide- ment Les négociations bilatérales avec la CE en vue d'amélio- rer l'accès de la Suisse au marché européen sont bloquées, du moins tant que l'Accord EEE n'est pas entré en force, en l'absence de la Suisse. Il est d'autant plus urgent pour nous de prendre les mesures que nous pouvons arrêter en toute auto- nomie pour renforcer notre compétitivité. Au vu de cette situation, nous prions le Conseil fédéral de ré- pondre aux questions suivantes: 1. Le Conseil fédéral estime-t-il lui aussi qu'après le refus par le peuple suisse de l'Accord EEE, il est devenu encore plus im- portant d'entreprendre ce que nous pouvons accomplir par nos propres forces sur le plan interne en vue de renforcer notre compétitivité? 2. Le gouvernement est-il prêt à respecter le calendrier indiqué au début de l'année pour la première série de mesures législa- tives, en mettant le poids sur le droit des cartels, la loi sur le marché intérieur, l'accélération de la procédure et le marché du travail? 3. Le Conseil fédéral pense-t-il lui aussi qu'il convient de lier à ce calendrier non seulement le gouvernement et son adminis- tration, mais encore toutes les parties concernées, à savoir les organes consultés, les commissions parlementaires chargées des travaux préparatoires et enfin le Parlement lui-même? 4. Lors des travaux préliminaires relatifs à l'Accord EEE, il s'est révélé très efficace de grouper certains objets pour les traiter. Sans travailler ainsi, le Parlement ne serait pas parvenu à ter- miner ce grand travail dans les délais. Le Conseil fédéral se- rait-il disposé à favoriser une procédure analogue pour le trai- tement de la série d'objets dont la révision est urgente sur le plan interne, des journées spéciales de session étant réser- vées au traitement des premières mesures de régénération dans le courant de l'année 1994, afin que les mesures propo- sées puissent entrer en application le 1 er janvier 1995? 5. Le Conseil fédéral estime-t-il qu'une rapide mise en vigueur de l'ensemble des mesures nécessaires pour relancer l'éco- nomie de marché sur la place suisse aurait un effet plus mar- qué qu'une mise en vigueur progressive?8. Oktober 1993 N 1997 Interpellation der freisinnig-demokratischen Fraktion Sprecherin-Porte-parole: Spoerry Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort. Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 1. September 1993 Die Investitionen unterliegen im Konjunkturverlauf grösseren Schwankungen als die übrigen Komponenten des Sozialpro- duktes. Diese Feststellung fand im bisherigen Verlauf der Re- zession eine erneute Bestätigung. Immerhin ist der Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen weniger gravierend ausgefallen als in früheren Rezessionen. Es wäre deshalb falsch, vor dem Hintergrund aktueller Daten die Schweiz als Standort unter- nehmerischer Investitionen voreilig abzuschreiben. Dennoch ist festzustellen, dass sich die Rahmenbedingungen für unser Land verschlechtert haben. Darüber hinaus haben die beiden Tatsachen - das EWR-Nein vom letzten Dezember sowie die insgesamt schlechte Weltkonjunktur - den Bundesrat veran- lasst, der Beseitigung hausgemachter Faktoren, welche sich nachteilig auf die Investitionstätigkeit in unserem Lande aus- wirken, eine hohe Priorität zuzuweisen. Der Bundesrat hat in seiner Botschaft vom 24. Februar 1993 dargelegt, wie er das Revitalisierungsprogramm umzusetzen gedenkt Er hat ein gesetzgeberisches Programm vorgelegt und die Termine genannt. Der gesetzgeberische Prozess ver- läuft in der Schweiz jedoch zeitaufwendiger als in anderen Staaten. Wenn der Bundesrat aufgefordert wird, den Worten Taten folgen zu lassen, wird oft der Umstand übersehen, dass es in aller Regel nicht in der Kompetenz des Bundesrates liegt, gesetzliche Erlasse in Kraft zu setzen, damit die darin enthalte- nen Massnahmen Wirkung erzeugen. Der aktuelle Stand der Umsetzungsarbeiten lässt sich - zu- sammengefasst - wie folgt beschreiben: Das erste Massnah- menpaket enthält bereits 21 gesetzgeberische Aufträge. In zwölf Fällen konnte der Zeitplan eingehalten werden; in sechs dieser Fälle hat der Bundesrat die entsprechenden Ent- scheide sogar schon gefällt. Eigentliche Verzögerungen zeichnen sich bloss in vier Be- reichen ab (Liberalisierungen bei der Einfuhr von Textilien sowie der Ausfuhr von Schrott, Revision der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung, Aufhebung des Pulver- monopols). Bei den verbleibenden fünf Bereichen ist dieser Vergleich in- sofern erschwert, als der Bundesrat die zeitlichen Vorgaben weniger präzis definieren konnte, weil entweder die den ei- gentlichen Massnahmen vorangehenden Abklärungen noch im Gange sind oder Verhandlungen mit anderen Staaten erfor- derlich sind, bevor unsere eigenen Erlasse angepasst werden können (Ausländerpolitik). Zu dieser dritten Gruppe gehören ferner zwei Bereiche, bei denen vornehmlich die Kantone an- gesprochen sind (öffentliches Beschaffungswesen, Verfah- rensbeschleunigung). Was die fünf gestellten Fragen der Interpellation im einzelnen betrifft, kann der Bundesrat die beiden ersten vorbehaltlos mit Ja beantworten. Bei der dritten Frage liegt es nicht am Bun- desrat, den eidgenössischen Räten verbindliche Termine vor- zuschreiben. Der Bundesrat wird indessen alles daransetzen, dass in seinem Kompetenzbereich keine zeitlichen Verzöge- rungen auftreten. So hat er am 30. Juni 1993 die interdéparte- mentale Arbeitsgruppe beauftragt, ihm bis im Herbst umfas- send über den Stand der Umsetzung Bericht zu erstatten. Was die Beantwortung der Fragen vier und fünf anbelangt, kann sich der Bundesrat erst in Kenntnis der Ergebnisse der Vernehmlassung in zeitlicher und materieller Hinsicht festle- gen, ob er seine Anträge zur marktwirtschaftlichen Erneue- rung dem Parlament in gebündelter Form - beispielsweise nach inhaltlich verwandten Themen gruppiert - zuleiten und sie nach erfolgter parlamentarischer Beratung möglichst ge- samthaft auf einen bestimmten Termin in Kraft setzen kann. Wir pflichten den Interpellanten bei, dass eine zügige Bera- tung im Parlament und eine möglichst umfassende Inkraftset- zung der Massnahmen auf einen bestimmten Termin zweifels- ohne eine nachhaltige Wirkung im Sinne der Festigung des Vertrauens in- und ausländischer Investoren in den Wirt- schaftsstandort Schweiz zu entfalten vermöchten. Rapport écrit du Conseil fédéral du 1er septembre 1993 Dans révolution conjoncturelle, les investissements sont sou- mis à des fluctuations plus fortes que les autres composantes du produit national. Cette constatation est confirmée par le dé- roulement de la récession actuelle. Le recul des investisse- ments d'équipement a toutefois été moins important que lors des précédentes récessions. Il serait donc erroné de se baser sur les données actuelles pour dire que la Suisse est condam- née en tant que place d'investissement pour les entreprises. Cependant, on constate une détérioration de nos conditions- cadres. En outre, le refus de l'EEE du 6 décembre 1992 et la conjoncture mondiale globalement défavorable ont incité le Conseil fédéral à donner la priorité à la suppression de fac- teurs endogènes qui nuisent aux investissements dans notre pays. Le Conseil fédéral a expliqué dans son message du 24 fé- vrier 1993 la manière dont il entendait mettre en pratique son programme de régénération. Il a présenté un programme législatif et fixé des délais. L'état actuel des travaux d'exécution peut se résumer de la manière suivante: le premier paquet de mesures comprend déjà 21 mandats législatifs. Le calendrier prévu a pu être res- pecté dans douze cas; les décisions nécessaires ont été pri- ses par le Conseil fédéral dans six de ces domaines. Les retards enregistrés ne se dessinent que dans quatre do- maines (libéralisation des importations de produits textiles et des exportations de déchets, révision de l'ordonnance sur l'examen de compatibilité écologique, la suppression du mo- nopole des poudres). Dans les cinq domaines restants, le calendrier n'a pu être éta- bli avec autant de précision par le Conseil fédéral parce que les examens préliminaires sont encore en cours de réalisation ou que des négociations internationales doivent encore être menées à bien avant que nos propres goulots d'étranglement puissent être surmontés (politique des étrangers). Ce troi- sième groupe comprend surtout deux domaines concernant en premier lieu les cantons (marchés publics, accélération des procédures). En ce qui concerne les cinq questions posées, le Conseil fédé- ral peut répondre sans réserves par l'affirmative aux deux pre- mières qui lui sont posées. Pour ce qui est de la troisième question, il n'incombe pas au Conseil fédéral d'imposer des délais aux Chambres fédérales. Le Conseil fédéral s'appli- quera néanmoins à éviter tout retard dans le domaine de sa compétence. Il a ainsi chargé le 30 juin 1993 un groupe de tra- vail interdépartemental de lui fournir d'ici à l'automne prochain un rapport sur l'état de la mise en pratique. Pour répondre aux questions quatre et cinq, le Conseil fédéral ne pourra décider qu'après avoir pris connaissance des résul- tats de la procédure de consultation s'il adressera au Parle- ment ses propositions de régénération de l'économie de mar- ché sous forme modulée - par exemple selon des sujets à contenus apparentés - et pourra, après traitement par le Parle- ment, les mettre en vigueur de manière aussi globale que pos- sible à une date déterminée. Il ne fait pas de doute qu'un traitement parlementaire accéléré et une mise en vigueur des mesures aussi rapide que possible renforceraient la confiance des investisseurs suisses et étran- gers dans la place économique suisse. Erklärung der Interpellanten: teilweise befriedigt Déclaration des interpellateurs: partiellement satisfaitsSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation der freisinnig-demokratischen Fraktion Marktwirtschaftliche Erneuerung Interpellation du groupe radical-démocratique Renouvellement de l'économie de marché In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3267 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 08.10.1993 - 08:00 Date Data Seite 1996-1997 Page Pagina Ref. No 20 023 273 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.