B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-30/2012 U r t e i l v o m 4 . S e p t e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Michael Beusch (Vorsitz), Richterin Salome Zimmermann, Richter Daniel Riedo, Gerichtsschreiber Stefano Bernasconi. Parteien A._______, …, vertreten durch … Beschwerdeführer, gegen Zollkreisdirektion Basel, Elisabethenstrasse 31, Postfach 666, 4010 Basel, handelnd durch die Oberzolldirektion (OZD), Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Zoll (Gewährung des Präferenzzollansatzes). A-30/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 2. Mai 2011 wurden mit dem Transportfahrzeug mit der Nummer […] an der Zollstelle Basel/St. Louis -Autobahn verschiedene Waren eing e- führt. Währendem zwei Sendungen an derer Deklaranten ordnungsge- mäss bei der Zollstelle angemeldet und verzollt wurden, unterblieb dies vor Verlassen des Standplatzes des Fahrzeugs für vier Sendungen […] des A._______ (Zollpflichtiger) mit Sitz in […], welche direkt dem Emp- fänger in der Schweiz ausgeliefert wurden. B. Diese Unterlassung blieb beim Zollpflichtigen nicht unbemerkt. Nach A n- gaben der Zollkreisdirektion (ZKD) Bas el habe eine Mitarbeiterin des Zollpflichtigen sich noch am 2. Mai 2011 am Schalter der Zollstelle B a- sel/St. Louis-Autobahn über das Vorgehen bei einer nachträglichen Zoll- anmeldung von "unveranlagt ausgelieferten Waren " erkundigt. Die Zol l- stelle habe ihr mitgeteilt, dass in einem solchen Fall eine Präferenzveran- lagung nicht mehr möglich sei und die Waren zum Normaltari f nachträg- lich angemeldet werden müssten. C. Ebenfalls noch gleichentags meldete der Zollpflichtige im EDV-System e- dec bei der Zollstelle Basel /St. Louis-Autobahn vier Sendungen (vier ve r- schiedene […]) zu den Normalsätzen des Zolltarifs zur Einfuhr an und er- gänzte diese Anmeldungen – laut Angaben der ZKD Basel – mit zwei am 3. Mai 2 011 am Zollschalter abgegebenen Briefen , in denen der " beson- dere[…] Sachverhalt und die Gründe für die nachträglichen Zollanme l- dungen" erklärt und um nachträgliche Verzollung ersucht wurde. Nach der Freigabe zur weiteren Verarbeitung erstellte das EDV -System die Veran- lagungsverfügungen Zoll/MWST Nr. […] und […] vom 3. Mai 2011 und […] und […] vom 4. Mai 2011. D. Mit Schreiben vom 12. Mai 2011 erhob der Zollpflichtige bei der ZKD Ba- sel Beschwerde gegen die se vier Veranlagungsverfügungen. Er bean- standete die Veranlagung zum Normaltarif und beantragte eine Veranla- gung zum Präferenz (zoll)ansatz aufgrund der schon vor der nachträgl i- chen Zollanmeldung vorhandenen Ursprungs zeugnisse. Die Z KD Basel wies die Beschwerde mit Entscheid vom 15. November 2011 ab, da eine Präferenzveranlagung nur bei einer ordnungsgemässen Zollanmeldung möglich sei. Da vorliegend die Anmeldung verspätet nachgereicht worden A-30/2012 Seite 3 und die Zollschuld somit durch Nichtanmeld ung und Entziehen der Ware entstanden sei, fehle es an der Möglichkeit der Präferenzgewährung. E. Gegen diesen Entscheid führt der Zollpflichtige (nachfolgend auch Be- schwerdeführer) mit Eingabe vom 2. Januar 2012 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt, der Entscheid der ZKD Basel vom 15. November 2011 sei aufzuheben und es seien die in Frage st e- henden Sendungen zum Präferenzzollansatz zu verzollen ; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Vorinstanz. F. Mit Vernehmlassung vom 23. März 2012 schliesst die Oberzolldirektion (OZD) auf kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Beschwerdeentscheide der Zollkreisdirektionen können gemäss Art. 31 in Verbindung mit Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden. Im Verfahren vor dieser Instanz wird die Zollverwaltung durch die OZD vertreten (Art. 116 Abs. 2 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, SR 631.0]). Das Verfahren richtet sic h nach den Vorschriften des Bu n- desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsver fahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts anderes bestimmt ( Art. 37 VGG; Art. 2 Abs. 4 VwVG). Das Bundesver waltungsgericht ist demn ach für die Beurteilung der vorliegenden Be schwerde zuständig, die im Übr i- gen frist- und formgerecht eingereicht worden ist. 1.2 Im Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der Rechtsanwendun g von Amtes wegen. Das Bundesverwaltungsgericht ist demzufo lge ver - pflichtet, auf den fest gestellten Sachverhalt die richtige Rechtsnorm, d.h. jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als den zutreffenden erachtet, und ihm jene Aus legung zu geben, von der es üb erzeugt ist ( ANDRÉ MO- SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bun - desverwaltungsgericht, Basel 2008 Rz. 1.54, unter Verweis auf BGE 119 V 349 E. 1a). Aus der Rechtsanwendung von Amtes weg en folgt, dass das Bundesverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz nicht an die rech t-A-30/2012 Seite 4 liche Begründung der Begehren gebunden ist (A rt. 62 Abs. 4 VwVG) und eine Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer von der Vorinstanz ab weichenden Begründung be stätigen kann (vgl. BVGE 2007/41 E. 2 mit Hinweisen). 1.3 Die Vorschriften des VwVG finden gemäss dessen Art. 3 Bst. e auf das Verfahren der Zollveranlagung keine Anwendung (vgl. Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts A-5612/2007 vom 1. März 2010 E. 2.1.2). Dieser Dispens wird damit begründ et, dass das Verfahren der Zollveran lagung im Interesse eines flüssigen Personen- und Warenverkehrs möglichst zü- gig und einfach abgewickelt werden soll, was nach dem ordentlichen Pro- zedere nach VwVG nicht gewährleistet ist ( PIERRE TSCHANNEN, in: Chris- toph Aue r/Markus Müller/Benjamin Schind ler [Hrsg.], Kommentar z um Bundesgesetz über das Verwaltungs verfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008, N 13 zu A rt. 3). Grundsätzlich gelten so mit die Verfahrensbesti m- mungen des Zollgesetzes, sofern dieses überhaupt solche enthält. Insbe- sondere unterliegt die Zollveranlagung den durch das Selbstdeklaration s- prinzip getragenen spezialgesetzlichen Vorschriften (Art. 21 ff. ZG), we l- che de m VwVG vorgehen (Urteil des Bundes verwaltungsgerichts A-1791/2009 vom 28. September 2009 E. 2.2.1; NADINE MAYHALL, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2009, N 38 zu Art. 3). 2. 2.1 Nach Art. 7 ZG sind Waren, die ins Zollgebiet oder aus dem Zollgebiet verbracht werden, zollpflichtig u nd müssen nach dem ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz vom 9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) veranlagt werden. Der Zollbetrag bemisst sich nach Art, Menge und Beschaffen heit der Ware im Zeitpunkt, in dem sie der Zollstelle angemel det wird (Art. 19 Abs. 1 Bst. a ZG) u nd nach den Zollansätzen und Be messungsgrund- lagen, die im Zeitpunkt de r Entstehung der Zollschuld gel ten (Art. 19 Abs. 1 Bst. b ZG). Ein - und Ausfuhrzölle werden nach dem Generaltarif festgesetzt (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. den Anhängen 1 und 2 des ZTG). Au s- nahmen vom Grundsatz der allgemeinen Zollpflicht müssen sich ergeben aus Staatsverträgen (wie beispielsweise die Präferenzverzollung von U r- sprungserzeugnissen gestützt auf internationale Abkommen), besonderen Bestimmungen von Gesetzen sowie Verordnungen des Bundesrates, die sich auf dieses Gesetz abstützen (Art. 1 Abs. 2 ZTG). A-30/2012 Seite 5 2.2 Das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft vom 22. Juli 19 72 (SR 0.632.401) bezweckt gemäss Art. 2 und 3, die Einfuhrzölle für zah l- reiche Ursprungserzeugnisse der Gemeinschaft und der Schweiz zu b e- seitigen. Gemäss Art. 11 des Abkommens l egt das Protokoll Nr. 3 vom 28. April 2004 über die Bestimmung des Begriffs " Ursprungserzeugnisse" und über die Methoden der Zusammenarbeit der Verwaltungen (Protokoll Nr. 3, SR 0.632.401.3) die Ursprungsregeln f est. Art. 16 des Protokolls Nr. 3 hält fest, dass Ursprungserzeugnisse der Gemeinschaft bei der Ei n- fuhr in die Schweiz die Begünstigungen des Abkommens erhalten, sofern eine Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 nach dem Muster in Anhang III vorgelegt wird oder in den in Art. 21 Abs. 1 genannten Fällen vom Ausfüh- rer eine Erklärung mit dem in Anhang IV des Protokolls Nr. 3 angegebe- nen Wortlaut auf einer Rechnung, einem Lieferschein oder einem and e- ren Handelspapier abgegeben wi rd (Urteil des Bundes verwaltungsge- richts A-3296/2008 vom 22. Oktober 2009 E. 2.6). Die Ursprungsnach- weise sind den Zollbehörden des Einfuhrstaates nach den do rt geltenden Verfahrensvorschriften vorzulegen (Art. 24 Protokoll Nr. 3). 2.3 2.3.1 Die Grundlage der Zoll veranlagung ist die Zollanm eldung (Art. 18 Abs. 1 ZG), welche im Schweizerischen Zollwesen eine zentrale Stellung einnimmt (BARBARA SCHMID, in: Martin Kocher/Diego Clavadetscher [Hrsg.], Handkommentar Zollgesetz, Bern 2009 [ Kommentar], Art. 18 N 1). 2.3.2 Gemäss Art. 21 Abs. 1 ZG hat der jenige, der Waren ins Zollgebiet verbringt, verbringen lässt oder sie da nach übernimmt, die Waren unve r- züglich und u nverändert der nächstgelegenen Zollstelle zuzuführen. Di e- ser Artikel legt somit den Kreis der zuführungspflichtigen Personen fest. Es sind dies – wie die bundesrätliche Verordnung p räzisierend festlegt – insbesondere der Warenführer, die mit der Zuführung beauftragte Person, der Im porteur, der Empfänger, der Versender und der Auftraggeber (Art. 75 der Zollverordnung vom 1. November 2006 [ZV, SR 631.01]). Die Zuführungspflicht besteht unabhängig von der wirtschaftlichen oder pr i- vatrechtlichen Berechtigung an der Ware. Da weder Gesetz noch Verord- nung das Verhältnis der Zuführungspflichtigen untereinander festlegen, ist davon auszugehen, dass die in Art. 21 ZG genannten Personen jede für sich zuführungspflichtig sind ( BARBARA HENZEN, Kommentar, Art. 21 N 6 und 11). Anmeldepflichtig sind neben den in Art. 21 ZG genannten zufü h- rungspflichtigen Personen auch Personen, die mit der Zollanmeldung b e-A-30/2012 Seite 6 auftragt sind (Art. 26 Bst. a und b ZG). Bei letzte ren handelt es sich pr i- mär um Speditionen oder Zolldekla ranten, die gewerbsmässig Zollanmel- dungen ausstellen (Ur teil des Bun desverwaltungsgerichts A -3296/2008 vom 22. Oktober 2009 E. 2.1; HENZEN, Kommentar, Art. 26 N 2). Die zu- führungspflichtigen und die anmeldepflichtigen Personen gehören zum Kreise der Zollschuldner gemäss Art. 70 ZG und haften als solche grun d- sätzlich solidarisch für die Entrichtung der Zollschuld (vgl. HENZEN, Kom- mentar, Art. 21 N 12 und Art. 26 N 8, ausführlich MICHAEL BEUSCH, Kom- mentar, Art. 70 N 4 ff.). 2.4 Die zuführungspflichtige Person (Art. 21 ZG) muss die der Zollstelle zugeführten Waren gestellen und summa risch anmelden (Art. 24 Abs. 1 ZG). Die Gestellung ist eine empfangsbedürftige Mitteilung an die Zol l- verwaltung, dass sich die Waren bei der Zollstelle oder an einem anderen von der Zollverwaltung zu gelassenen Ort befin den (Art. 24 Abs. 2 ZG). Die summarische Anmeldung unterscheidet sich von der Anmeldung (die auch als definitive oder ordentliche Anmeldung bezeichnet wird ; vgl. nachfolgend E. 2.5) vor allem dadurch, dass sie noch nicht alle zur Zol l- veranlagung erforderlichen Daten enthalten muss. Die Form der summ a- rischen Anmeldung kann je nach Zollstelle und Art der Abwicklung unte r- schiedlich sein. Sie kann beispielsweise mittels eines Laufzettels, Waren- ausweis/Bezugsscheins, eines internationalen T ransit- oder Transportdo- kuments oder einer Zollanmeldung erfolgen. Erst mit der Annahme der summarischen Anmeldung durch die Zollverwaltung gilt die Gestellung als abgeschlossen (vgl. HENZEN, Kommentar, Art. 24 N 8 f.). Gestellte Waren gelten als unter Gew ahrsam der Zollverwaltung stehend und dürfen erst abtransportiert werden, wenn die Zollverwaltung sie – nach der Veranla- gung – freigegeben hat (Art. 24 Abs. 3 ZG und Art. 40 Abs. 2 ZG). 2.5 Die anmeldepflichtige Person hat die der Zollstelle zugeführten, g e- stellten und summarisch angemeldeten Waren innerhalb der von der Zoll- verwaltung bestimmten Frist zur Veranlagung anzumelden und die B e- gleitdokumente einzureichen (Art. 25 Abs. 1 ZG). Als Begleitdokumente gelten Unterlagen, die für die Zollveranlagung von Bede utung sind, so u.a. Ursprungsnachweise (Art. 80 Abs. 1 ZV ; vgl. E. 2.2). In der Zolla n- meldung müssen zusätzlich zu den sonstigen vorgeschriebenen Angaben gegebenenfalls eine Zollermässigung, Zollbefreiung, Zollerleichterung, Rückerstattung oder provisorisc he Veranl agung beantragt werden (Art. 79 ZV). A-30/2012 Seite 7 Gilt eine Zollanmeldung unter diesen Umständen zollrechtlich als nicht geschehen, dann hat eine Anmeldung zur Präferenzverzollung a fortiori als nicht erfolgt zu gelten mit der Folge, dass die Ware nicht zum Präf e- renz(zoll)ansatz, sondern zum Normalansatz zu verzollen ist. So sieht der Gesetzgeber folgerichtig ausdrücklich vor, die Ware könne mit dem höchsten Zollansatz belegt werden, der nach ihrer Art anwendbar ist, wenn die Ware nicht angemeldet worden ist (Art. 19 Abs. 2 Bst. b ZG). Auch gemäss Zollverordnung ist die Ware, für die Zollermässigung oder Zollbefreiung beantragt wird, zum höchsten Zollansatz, der nach ihrer Art anwendbar ist, d efinitiv zu verzollen, falls die anmeldepflichtige Person innert Frist die erforderlichen Begleitdokumente nicht einreicht (Art. 80 Abs. 2 ZV). Die Verzollung zum Normalansatz hat schliesslich jedenfalls bereits nach dem Grundsatz der allgemeinen Zollpflic ht (E. 2.1) solange und immer dann zu gelten, als die Zollanmeldung der Ware zum ermä s- sigten oder befreiten Präferenz (zoll)ansatz nicht rechtmässig erfolgt ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -6930/2009 vom 1. Septe m- ber 2011 E. 2.5 auch zum Folgenden). Diese Rechtsfolge deckt sich mit jener aus dem dritten Titel des Zollg e- setzes (Erhebung der Zollabgaben), wonach bei unterlassener Zollanmel- dung – d.h., wenn beispielsweise die Waren ohne Gestellung, summari- sche und nachfolgend ordentliche Anmeldung die Zollgrenze passiert ha- ben und demnach nicht unter Zollkontrolle gestellt worden sind – die Zoll- schuld im Zeitpunkt entsteht, in dem die Waren über die Zollgrenze ve r- bracht (Art. 3 Abs. 4 ZG) oder zu einem anderen Zweck verwendet oder abgegeben werden (Art. 14 Abs. 4 ZG) oder ausserhalb der freien Peri o- de abgegeben werden (Art. 15 ZG), oder wenn keiner dieser Zeitpunkte festellbar ist, im Zeitpunkt, in dem die Unterlassung entdeckt wird (Art. 69 Bst. c ZG; BEUSCH, Kommentar, Art. 69 N 17 f.; vgl. auch REMO ARPAGAUS, Zollrecht, in: Koller/Müller/Tanquerel/Zimmerli [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, 2. Auflage, Basel 2007, Rz. 495 mit weiteren Hinweisen ). Mit der Entstehung der Zollschuld wird folglich auch die Verpflichtung des Zollpf lichtigen begründet, die von der Zollverwaltung zu diesem Zeitpunkt zu veranlagenden Abgaben zu b e- zahlen (Art. 68 ZG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Bst. b ZG). Eine Veranlagung zum Präferenz(zoll)ansatz kann diesfalls nicht in Betracht kommen. 2.6 In Übereinstimmung mit dem das Zollverfahren beherrschenden Pri n- zip der Selbstanmeldung obliegt der anmeldepflichtigen Person (Art. 26 ZG) die Verantwortung für die rechtmässige und richtige Deklaration ihrer grenzüberschreitenden Warenbewegungen. Das Zollgesetz überbindet A-30/2012 Seite 8 der anmeldepflichtigen Person die volle Verantwortung für die eingereich- te Anmeldung und stellt hohe Anforderungen an ihre Sorgfaltspflicht; n a- mentlich wird von ihr eine vollständige und richtige Deklaration der Ware verlangt (Botschaft vom 15. Dezember 2003 über ein neues Zollgesetz, BBl 2004 612; Urteil des Bundesgerichts 2A.566/2003 vom 9. Juni 2004 E. 2.4, noch zum – mit Art. 25 ZG nahezu identischen – Art. 31 Abs. 1 des Zollgesetzes vom 1. Oktober 1925 [aZG, BS 6 465 und nachträgliche Ä n- derungen]; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -3213/2009 vom 7. Juli 2010 E. 2.2 und A -3296/2008 vom 22. Oktober 2009 E. 2.2; SCHMID, Kommentar, Art. 18 N 3 f.). 3. 3.1 Im vorliegenden Fall wurde aus zollrechtlicher Sicht die streitbetroffe- ne Lieferung […] am 2. Mai 2011 – im Gegensatz zu den anderen beiden sich im selben Fahrzeug befindenden Sendungen – im Zeitpunkt des Passierens der Zollgrenze weder summarisch noch ordentlich angemel- det. Die Lieferung stand somit nie unter Zollgewahrsam. Erst als der B e- schwerdeführer diesen Fehler bemerkt hatte, wurde nach entsprechender Auskunft bei der zuständigen Zollstelle die Ware nachträglich elektronisch angemeldet. Dabei handelt es sich – trotz gleich aussehender Veranla- gungsverfügungen – nicht um eine ordentliche Anmeldung im Sinne von Art. 25 ZG, sondern um eine nachträgliche Deklaration zur Bestimmung der mit der Verbringung der Ware über die Zollgrenze bereits entstand e- nen Zollforderung (E. 2.5). Zollrechtlich war die Ware daher nicht (ordent- lich), geschweige denn rechtmässig zur Präferenzverzollung angemeldet worden. Der Beschwerdeführer macht denn auch – zu Recht – nicht gel- tend, er sei seiner Zuführungspflicht nachgekommen oder habe die Ware fristgerecht angemeldet (vgl. auch Schreiben des Beschwerdeführers vom 2. Mai 2011; […]). Nur der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass unter diesen Umständen auch keine Berichtigung der Zoll- anmeldung im Sinne von Art. 34 ZG – lautend auf Präferenzverzollung – erfolgen konnte, denn eine Anmeldung kann logischerweise nur da nn überhaupt berichtigt werden, wenn sie auch als erfolgt zu betrachten wä- re. Durch das Fehlen einer Anmeldung zum Präferenz (zoll)ansatz ist die Ware folglich zum Normalansatz zu verzollen (E. 2.5). 3.2 Damit bleibt, auf die übrigen Vorbringen des Beschwerdefü hrers ein- zugehen, soweit diese durch die vorstehenden Erwägungen nicht bereits ausdrücklich oder implizit entkräftet worden sind. A-30/2012 Seite 9 3.2.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Zollverwaltung trage ein Mitve r- schulden an der unterbliebenen Zollanmeldung, da sich in den Unt erla- gen der beiden korrekt erfolgten Zollanmeldungen die Ursprungsnac h- weise der streitigen Waren befunden hätten und die Zollstelle somit leicht hätte feststellen können, dass nicht alle Sendungen des Sammeltrans- ports angemeldet worden seien. Der Beschwerdeführer sei zudem in Be- zug auf die Sendungen im Zeitpunkt der Gestellung und der Abfuhr der Ware weder Warenführer noch anmeldepflichtige Person gewesen. Somit hätten die anderen Speditionsfirmen bzw. die Zollstelle den Irrtum zu ver- treten und die Zollforderung hätte dem Warenführer oder der Spedition s- firma in Rechnung gestellt werden müssen. 3.2.2 Anmeldepflichtige Personen sind u.a. die mit der Zollanmeldung beauftragten Personen, wozu auch die Spediteure zu zählen sind (E. 2.4). Die anmeldepflichtigen Personen sind Zollschuldner im Sinne von Art. 70 ZG. In den nachträglichen – vom Beschwerdeführer erstellten – Zollanmeldungen sowie in seiner Beschwerdeschrift vom 2. Ja nuar 2012 (S. 1 f.) bezeichnet sich dieser selbst als Spediteur der fraglichen Ware. Inwiefern der Beschwerdeführer somit – neben weiteren Beteiligten – schon aus diesem Grund nicht (mit-)verantwortlich für die Anmeldung gewesen sein soll, ist unklar. Jedenfalls hat die Zollstelle so oder anders rechtmässig gehandelt, wenn sie den Beschwerdeführer ebenfalls zu den Zollschuldnern gezählt hat , und durfte sie aufgrund von deren solidari- scher Haftung untereinander auch ohne weiteres auf den Beschwerd e- führer zugehen (E. 2.3.2). Die Frage, o b und gegebenenfalls in welcher Höhe zwischen dem Beschwerdeführer, den übrigen Zollpflichtigen bzw. den anderen am damaligen Verfahren Beteiligten (zivilrechtliche) Ansprü- che bestehen, ändert an der vorliegend einzig interessierenden solidar i- schen Haftung für die streitige Zollschuld nichts (vgl. Art. 70 Abs. 3 ZG) . Eine Schuldfrage ist somit bei der Bestimmung der Zollschuldner nicht zu klären. 3.2.3 Fehl geht sodann die Behauptung, die Zollstelle trage ein Mitve r- schulden. Das Zollverfahren ist vom Selbstdeklarationsprinzip bestimmt (E. 2.6). Den anmeldepflichtigen Personen wird die Verantwortung für die korrekte und vollständige Anmeldung der Ware auferlegt. Die Zollstelle kontrolliert die Zollanmeldungen denn auch meist nur summarisch und stichprobenweise. Der Umstand, dass die Ursprungsnachweise der streitbetroffenen Waren in den Unterlagen der anderen beiden Zollanmel- dungen beigelegen haben sollen – was im Übrigen mangels eines ei n- schlägigen Beweises bzw. zumindest eines entsprechenden Beweisaner-A-30/2012 Seite 10 bietens als blosse Behauptung zu gelten hat – vermag an der Verantwor- tung der anmeldepflichtigen Personen und somit des Beschwerdeführers für die ordnungsgemässe Zollanmeldung der Waren nichts zu ändern. Die Einhaltung dieses Anmelde- bzw. Veranlagungsverfahrens liegt im Ve r- antwortungsbereich des Beschwerdeführers. Er hätte sich intern so org a- nisieren müssen, dass solche Fehler hätten vermieden werden können. Diese Verantwortung kann nicht auf die Zollbehörden abgewälzt werden. 3.2.4 Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, die Veranlagung zum Normaltarif sei unverhältnismässig und verstosse gegen den Grundsatz von Treu und Glauben , da er schlechter gestellt werde, als wenn er die Ware nachträglich nicht angemeldet hätte. Die Vorinstanz habe daher den besonderen Umständen des Falles nicht gebührend Rechnung getragen. Auch wenn der Unmut des sich um Einhaltung der gesetzlichen Normen bemühenden Beschwerdeführers über den aufgrund einer ihm zuzurec h- nenden Panne zu bezahlenden Betrag betriebswirtschaftlich nachvoll- ziehbar erscheint, so ist der Beschwerdeführer doch daran zu erinnern, dass es in keiner Weise in seinem Ermessen steht, ob er eingeführte Wa- ren (nachträglich) zur Zollanmeldung bringen soll oder nicht; dazu ist er gesetzlich verpflichtet. Erinnert sei auch daran, dass bei unangemeld e- tem Verbringen von Waren über die Grenze die Bestimmungen betreffend die Zollwiderhandlungen (Art. 117 ff. ZG) ins Spiel kommen und straf- rechtliche Konsequenzen möglich sind. Von einer Schlechterstellung des Beschwerdeführers kann daher keine Rede sein. Bei der Beurteilung der Frage, welche Rechtsfolge ein Unterlassen einer Zollanmeldung von Wa- ren zum Präferenz(zoll)ansatz hat, steht der Zollbehörde im Übrigen kei- nerlei Ermessen zu. Die Abgabeforderung zum Normalansatz basiert auf klarer gesetzlicher Grundlage (E. 2.5) und es besteht kein Raum für die vom Beschwerdeführer anbegehrte Verhältnismässigkeitsprüfung. Eine Berücksichtigung "der besonderen Umstände" des Falles ist bei der Fest- setzung der Höhe Zollforderung nicht möglich . Durch das gesetzesko n- forme Vorgehen der Zollbehörden wurde nicht gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossen. 4. Mit Recht hat die Vorinstanz damit die Präferenzbehandlung der streitbe- troffenen Sendungen verweigert. Demzufolge ist die Beschwerde ab zu- weisen. Der Beschwerdeführer hat als unterliegende Partei die Verfa h- renskosten im Umfang von Fr. 3'000.-- zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie werden mit dem von ihm in gleicher Höhe geleisteten Kostenvo r-A-30/2012 Seite 11 schuss verrechnet. Eine Parteientschädigu ng ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem von ihm in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor- schuss von Fr. 3'000.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Michael Beusch Stefano Bernasconi Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: