Interpellation Stappung 1002 N 20 juin 1986 der Rückkehrer auswirken. Kein Staat ist jedoch verpflichtet, im Zusammenhang mit der Rückkehr von Flüchtlingen oder abgelehnten Asylbewerbern gegenüber einer anderen Regierung Garantien abzugeben. Eine Wegweisungsverfü- gung kann deshalb nicht vom Vorliegen einer Sicherheits- garantie abhängig gemacht werden. Wird von einer Regie- rung eine solche Garantie angeboten, dann bildet diese - sofern sie als glaubwürdig erachtet wird - ein wertvolles Kriterium bei der Beurteilung der Zumutbarkeit einer Rück- weisung. Der Bundesrat bemüht sich, durch verstärkte Kon- takte zu den Behörden der Herkunftsländer auf der Basis von deren Kooperationsbereitschaft, durch solche Ver- einbarungen und Zusicherungen die Voraussetzungen für eine sichere Rückkehr zu schaffen. 5. Der Bundesrat betrachtet die Anstrengungen, durch den Einsatz der Entwicklungszusammenarbeit, der humanitären Hilfe und der Menschenrechtspolitk die Lebensbedingun- gen in aktuellen und potentiellen Herkunftsländern positiv zu beeinflussen, als die zentralen aussenpolitischen Mass- nahmen im Flüchtlingsbereich. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion 57 Stimmen Dagegen 0 Stimmen Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt. #ST# 85.417 Interpellation der LdU/EVP-Fraktion Massnahmen im Wald. Weiteres Vorgehen Interpellation du groupe Adl/PEP Mesures en faveur de la forêt. Projets Wortlaut der Interpellation vom 22. März 1985 Unter dem Titel «Massnahmen im Wald» sind vom National- und Ständerat die Motionen 83.911 und 83.925 sowie auch ad 84.088 eine Motion der Kommission überwiesen worden. Der Bundesrat wird aufgefordert, Bericht zu erstatten, wie er den Zeitraum für die Realisierung der einzelnen Massnah- men vorsieht und wie diese Massnahmen konkret aussehen sollen. Texte de l'interpellation du 22 mars 1985 Sous le titre «Mesures en faveur de la forêt», les motions 83.911 et 83.925 ont été transmises par le Conseil national et le Conseil des Etats, de même qu'une motion de la commis- sion ad 84.088. Le Conseil fédéral est prié d'informer les Chambres sur le calendrier qu'il prévoit pour la mise en oeuvre de chacune des mesures et de faire savoir quelles seront concrètement les mesures prévues? Sprecher- Porte-parole: Günter Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 14. August 1985 Rapport écrit du Conseil fédéral du 14 août 1985 1. 83.911 Geschädigte Wälder. Sofortmassnahmen Es wurde lediglich Ziffer 2 als Motion überwiesen. Durch diese Ziffer wird der Bundesrat eingeladen, die Ausrichtung von Beiträgen zur raschen Sanierung geschädigter Wälder und zur Stabilisierung erosionsbedrohter Steilhänge zu ermöglichen, allenfalls nach vorheriger Gesetzes- oder Ver- fassungsänderung. Der Bundesrat ist grundsätzlich bereit, das geltende Bei- tragsrecht so grosszügig wie möglich zu interpretieren und hiefür, unter Vorbehalt der Zustimmung des eidgenössi- schen Parlamentes, genügend Mittel zur Verfügung zu stel- len (vergleiche auch die Stellungnahme des Bundesrates vom 3.12.1984 zur Motion 84.436 Pflege der Gebirgswälder). Weitergehende Forderungen werden im Rahmen der laufen- den Revision des eidgenössischen Forstrechtes geprüft. Diese Revision ist in den Regierungsrichtlinien für die Legis- laturperiode 1983 bis 1987 als Geschäft zweiter Priorität vorgesehen, d. h. diese Vorlage soll bis Ende 1987 im eidge- nössischen Parlament anhängig gemacht werden. Am 22. Mai 1985 hat der Bundesrat das Eidgenössische Depar- tement des Innern beauftragt, bis Ende März 1986 einen Gesetzesentwurf vorzulegen. Dadurch soll die Forstgesetz- revision beschleunigt werden. 2. Motion 83.925 Waldschäden. Massnahmen für die Wald- und Holzwirtschaft Es wurden die Ziffern 2.2. (Impulsprogramm Holz) und 3 (Vorbereitung von Massnahmen im Hinblick auf denkbare Schadenfälle) als Motion überwiesen. Mit Botschaft vom 1. Mai 1985 zu einem Impulsprogramm Holz hat der Bundesrat Ziffer 2 erfüllt. Die Vorbereitung gemäss Ziffer 3 wurde an die Hand genom- men. Bereits liegt ein Handbuch zur Bewältigung von Wald- schäden vor. In Zusammenarbeit mit der Kantonsoberför- sterkonferenz befasst sich eine Arbeitsgruppe mit den The- men «Holzmarkt, Holzpreis, Holzabsatz». Ein Expertenauf- trag über Instrumente zur Bewältigung möglicher Schaden- fälle ist in Ausarbeitung. International erfolgt die Zusam- menarbeit im Rahmen der Expertengruppe «Holzanfall- Waldsterben» des Holzkomitees der FAO/ECE. 3. Ad 84.088 Motion der nationalrätliche Kommission «Gesundheit und Umwelt» (Bericht «Waldsterben») Eine bessere Kostendeckung für die notwendige Bewirt- schaftung des Waldes kann weder über eine grosszügige Interpretation der forstlichen Subventionsnormen noch über eine Erhöhung des Forstbudgets erreicht werden. Diese Zielsetzung bedarf eingehender Abklärungen, die im Rahmen der zur Zeit laufenden Arbeiten für ein neues Forst- gesetz vorgenommen werden. Dasselbe gilt für die Mitfinan- zierung der hiefür nötigen Massnahmen durch die Verursa- cher der Luftverschmutzung. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion 43 Stimmen Dagegen 6 Stimmen Präsident: Die Fraktion ist von der Antwort des Bundesrates teilweise befriedigt. #ST# 86.342 Interpellation Stappung EIR/SIN. Bewachungsauftrag Institut de recherches en matière de réacteurs et Institut de recherches nucléaires. Mandat de surveillance Wortlaut der Interpellation vom 12. März 1986 Offenbar aus Gründen der Personalplafonierung erteilten das EIR sowie das SIN, beides Annexanstalten der ETH, der Firma FRUROS AG, 8048 Zürich, einen Bewachungsauftrag für die Anlagen in Würenlingen bzw. in Villigen. Die FRUROS AG missachtet eine ganze Reihe arbeitsver-20. Juni 1986 N 1003 Interpellation Stappung tragsrechtlicher und arbeitsgesetzlicher Bestimmungen, so unter anderem - Anordnung von Ueberzeitarbeit ohne behördliche Bewilli- gung bis zu 1500 Stunden pro Wächter in 12 Monaten; - Gesetzliche Ueberzeitzuschläge und Fahrtauslagen wur- den nach Intervention der Gewerkschaft nur zum Teil nach- bezahlt; -Nichteinhaltung der gesetzlichen Ruhezeiten; - Immer verspätete Lohnzahlung; -Neben 12stündigen regelmässigen Nachtdiensten beim EIR und SIN werden die Wächter zu zusätzlichen Kontroll- gängen bei NAGRA-Bohrstellen in der Frei- und Ruhezeit verpflichtet. Für die Bewachungsaufgaben beim EIR und SIN werden zum Teil bereits im AHV-Alter stehende Wächter eingesetzt. Der dort zeitweise im Einsatz stehende älteste FRUROS- Wächter ist 73 Jahre alt. Ich ersuche den Bundesrat um Auskunft: I.Wie die FRUROS zu diesem Bundesauftrag gekommen ist. 2. Ob vor der Auftragserteilung für solche, der Sicherheit von wichtigen Anlagen dienenden Aufgaben über die Bewa- chungsfirma Erkundigungen eingeholt wurden. 3. Warum ist die Frage, ob die FRUROS einen Gesamtar- beitsvertrag führt oder mindestens die branchenüblichen und arbeitsrechtlichen Lohn- und Anstellungsbedingungen einhält, von den zuständigen Stellen vernachlässigt worden? 4. Ist der Bundesrat bereit, den der FRUROS erteilten Auf- trag zu überprüfen und allenfalls aufzulösen? 5. Ist der Bundesrat bereit, sich dafür einzusetzen, dass im Falle eines Auftragsentzugs die im Erwerbsalter stehenden heutigen FRUROS-Wächter zur Bewachung in eigener Regie eingesetzt oder von der nachfolgenden Bewachungs- gesellschaft übernommen werden? Texte de l'interpellation du 12 mars 1986 II est manifeste que c'est pour des raisons liées au plafonne- ment de l'effectif du personnel qu'aussi bien l'Institut fédéral de recherches en matière de réacteurs (IFR) que l'Institut suisse de recherches nucléaires (SIN), tous deux rattachés à l'EPF, ont confié à la maison FRUROS SA, 8048 Zurich, un mandat de surveillance pour leurs installations de Wurenlin- gen et de Villigen. La FRUROS SA enfreint toute une série de dispositions de contrats collectifs et du droit du travail, comme par exem- ple: - en ordonnant, sans autorisation officielle, des heures sup- plémentaires allant jusqu'à 1500 heures par garde en 12 mois; - en ne payant, après coup et sur l'intervention du syndicat, qu'une partie des suppléments dus pour ces heures et des frais de déplacement; -en ne respectant pas les heures de repos prévues par la loi; - en versant les salaires toujours en retard; - en obligeant les gardes à effectuer - en plus d'un service de nuit régulier de 12 heures à l'IFR et au SIN - des rondes supplémentaires pour surveiller les forages de la CEDRA, et cela pendant leur temps de congé et de repos. Une partie des gardes engagés pour cette tâche de surveil- lance à l'IFR et au SIN ont déjà atteint l'âge de l'AVS. Le plus âgé des gardes de FRUROS que l'on a vu là-bas avait 73 ans. Etant donné ce qui précède, je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes: 1. Comment la FRUROS a-t-elle obtenu ce mandat de la Confédération? 2. A-t-on pris des renseignements sur cette entreprise de surveillance avant de lui confier la tâche de veiller à la sécurité d'installations importantes? 3. Pourquoi les services compétents ont-ils négligé d'exami- ner si la FRUROS était liée par un contrat collectif ou respectait au moins les conditions de salaires et d'engage- ment usuelles dans la branche en question ainsi que les dispositions du droit du travail? 4. Le Conseil fédéral est-il disposé à réexaminer le mandat confié à la FRUROS et, le cas échéant, à le résilier? 5. Est-il prêt à prendre des mesures afin que, si le mandat était retiré, les gardes actuels de la FRUROS qui sont en âge de travailler soient engagés par les instituts en question pour assumer des tâches de surveillance ou alors que ce personnel soit repris par la société de surveillance qui suc- cédera à l'actuelle? Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 21. Mai 1986 Rapport écrit du Conseil fédéral du 21 mai 1986 1. Aufgrund der schweizerischen Atomgesetzgebung ist das Eidgenössische Institut für Reaktorforschung (EIR) ver- pflichtet, für die Sicherung seiner Anlagen zu sorgen. Daher hat vor über 20 Jahren das EIR in Koordination mit dem Schweizerischen Institut für Nuklearforschung (SIN) auf- grund von Konkurrenzofferten der FRUROS AG den Bewa- chungsauftrag erteilt. Dieses Mandat wird jährlich erneuert und die Aufgaben den jeweiligen Gegebenheiten angepasst. 2. Die für die nukleare Sicherung zuständige Sektion Nukle- artechnologie und Sicherung beim Bundesamt für Energie- wirtschaft hat 1981 über die Eignung dieser Firma Erkundi- gungen eingezogen und dem EIR mitgeteilt, dass diesbe- züglich keine Bedenken bestehen. Zudem sind auf Anre- gung des EIR anfangs Jahr die am EIR eingesetzten FRU- ROS-Mitarbeiter zur Erhöhung der Sicherheit extern fach- lich geschult worden. 3. und 4. Die Wächter der FRUROS AG stehen nicht in einem öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnis zum Bund, sondern in einem privatrechtlichen zur Firma FRUROS AG. Unsere Erkundigungen haben ergeben, dass bezüglich allfälliger Verletzungen von Vorschriften des Arbeitsrechtes auf Ver- anlassung des Föderativverbandes des Personals öffentli- cher Verwaltungen und Betriebe (VPOD) Abklärungen beim zuständigen Arbeitsinspektorat des Kantons Zürich im Gange sind. Sollten sich dabei die vorgebrachten Vorwürfe bestätigen, wäre eine Auflösung des Mandats mit der Firma FRUROS AG zu prüfen. 5. Zurzeit werden am EIR als Folge der Hayek-Optimierungs- studie im Bereich Administration/Infrastruktur Etatsstellen abgebaut. Diesen Rationalisierungsbestrebungen würde die Uebernahme von Bewachungsarbeiten durch den Bund, welche von einer privaten Organisation zufriedenstellend und kostengünstig ausgeführt werden, zuwiderlaufen. Im Falle der Auflösung des Vertrages mit der FRUROS AG kann das EIR versuchen, die Uebernahme der bisherigen FRU- ROS-Wächter zur Vertragsbedingung mit einer anderen Bewachungsfirma zu erheben, jedoch kann es weder der FRUROS AG die Entlassung ihrer Nachtwächter vorschrei- ben noch damit deren Weiterbeschäftigung auf lange Sicht absichern. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen 40 Stimmen 5 Stimmen Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates nicht befriedigt.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Stappung EIR/SIN. Bewachungsauftrag Interpellation Stappung Institut de recherches en matière de réacteurs et Institut de recherches nucléaires. Mandat de surveillance In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1986 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.342 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 20.06.1986 - 08:00 Date Data Seite 1002-1003 Page Pagina Ref. No 20 014 469 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.