Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III 005.________ III 2024 167 Entscheid vom 23. Mai 2025 Besetzung Dr.iur. Jeremias Fellmann, Vizepräsident Monica Huber-Landolt, Richterin lic.iur. Karl Gasser, Richter lic.iur. Josef Mathis, Gerichtsschreiber Parteien 1.A.________, 2.B.________, Beschwerdeführerinnen, beide vertreten durch Rechtsanwalt C.________, gegen 1.Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Postfach 1260, 6431 Schwyz, 2.Amt für Raumentwicklung ARE, Bahnhofstrasse 14, Postfach 1186, 6431 Schwyz, 3.Gemeinderat Lachen, Alter Schulhausplatz 1, Postfach 263, 8853 Lachen SZ, Vorinstanzen, Gegenstand Planungs- und Baurecht (Baubewilligung Abbruch EFH und Neubau MFH)2 Sachverhalt: A.Am 31. Oktober 2023 reichten A.________ und B.________ ein Bauge- such für den Abbruch eines bestehenden Einfamilienhauses und den Neubau ei- nes Mehrfamilienhauses mit Autolift auf dem in der Wohnzone W2 gelegenen Grundstück Nr. 001.________, D.________strasse, in Lachen ein. Das Bauvor- haben wurde im Amtsblatt (…) publiziert und in der Folge öffentlich aufgelegt. In- nert der Frist von 20 Tagen gingen keine Einsprachen ein. B. Mit Kurzprotokoll der Sitzung vom 23. November 2023 (Versand: 5. De- zember 2023) teilte die Hochbaukommission der Gemeinde Lachen A.________ und B.________ mit, dass für das Bauvorhaben wegen fehlender Zonenkonfor- mität keine Bewilligung in Aussicht gestellt werden könne. Der Bauherrschaft wurde, unter gleichzeitiger Gewährung des rechtlichen Gehörs, die Einreichung einer Projektänderung empfohlen. Mit Schreiben vom 5. Dezember 2023 reichte die Bauherrschaft daraufhin eine Stellungnahme ein, mit der sie um einen Ent- scheid der Bewilligungsbehörde (Gemeinderat) ersuchte. C.Mit Schreiben vom 22. Januar 2024 schlug der Gemeinderat Lachen A.________ und B.________ vor, einen begründeten Antrag für eine Ausnahme- bewilligung im Zusammenhang mit der Zonenkonformität einzureichen. Daraufhin teilten A.________ und B.________ dem Gemeinderat Lachen mit Schreiben vom 29. Januar 2024 mit, dass sie das Baugesuch für reglements- und zonen- konform betrachten und den Gemeinderat entsprechend um Bewilligung des Baugesuchs ersuchen. D.Mit Gesamtentscheid vom 31. Januar 2024 verfügte das ARE was folgt: 1. Die kantonale Baubewilligung für das Baugesuch 44-23-125 von A.________, Lachen und B.________, Lachen wird im Sinne der Erwägungen und unter den Nebenbestimmungen der zuständige Stellen gemäss Kap. II. Ziffern 1. ff. erteilt. 2. Vorbehalten bleibt die Baubewilligung der Gemeinde Lachen. Die Gemeinde wird eingeladen, die Empfehlungen der kantonalen Stellen (Kap. II. Ziffern 3. ff.) zu prüfen und allenfalls als Auflagen in die kommunale Baubewilligung aufzunehmen. (3.-5. Gebühren; Rechtsmittelbelehrung; Zustellung). E. Mit Beschluss Nr. 69 vom 20. März 2024 (Versand: 28. März 2024) verfüg- te der Gemeinderat Lachen gestützt auf den Gesamtentscheid des ARE vom 31. Januar 2024 was folgt: 1.Bauentscheid A.________, 8853 Lachen und B.________, 8853 Lachen, wird die 3 Bewilligung für Abbruch EFH und Neubau MFH mit Autolift an der D.________strasse (Grundstück Nr. 001.________), 8853 Lachen, gemäss Baueingabe vom 31. Oktober 2023 nicht erteilt. 2.Kantonale Bewilligung Der Gesamtentscheid des Amtes für Raumentwicklung, Postfach 1186, 6431 Schwyz, vom 31. Januar 2024 ist integrierender Bestandteil. (3.-5.Gebühren und Kosten; Rechtsmittel; Zustellung). F.Gegen diesen Beschluss Nr. 69 vom 20. März 2024 erhoben A.________ und B.________ mit Eingabe vom 18. April 2024 fristgerecht Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Schwyz und stellten folgende Anträge: 1. Die angefochtene Verfügung vom 20. März 2024 (Baugesuch Nr. 44-23-125) sei aufzuheben und es sei der Beschwerdegegner anzuweisen, den Beschwerdeführerinnen die Baubewilligung für den Neubau des Mehrfamilienhauses mit Autolift zu erteilen; 2. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zugunsten der Beschwerdeführerinnen. G.Mit Schreiben vom 26. April 2024 verzichtete das ARE auf eine Vernehm- lassung, da der kantonale Gesamtentscheid vom 31. Januar 2024 in der Be- schwerdeschrift vom 18. April 2024 nicht erwähnt bzw. von den in der Verwal- tungsbeschwerde vorgebrachten Rügen nicht betroffen sei und mithin keine kan- tonalen Belange von der Verwaltungsbeschwerde betroffen seien. Der Gemein- derat Lachen beantragte mit Vernehmlassung vom 31. Mai 2024, die Beschwer- de kostenfällig abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Auf Aufforderung des Rechts- und Beschwerdedienstes des Sicherheitsdepartements vom 2. Juli 2024 reichte die Gemeinde Lachen mit Eingabe vom 17. Juli 2024 die kommunale Baubewilligung und den kantonalen Gesamtentscheid zu acht Bauprojekten ein, die A.________ und B.________ in ihrer Beschwerde als vergleichbar bezeich- net hatten. Dazu sowie zur Vernehmlassung vom 31. Mai 2024 äusserten sich A.________ und B.________ mit Stellungnahme vom 21. August 2024, mit der sie an den Anträgen gemäss Beschwerde vom 18. April 2024 festhielten. H. Mit Beschluss (RRB) Nr. 718/2024 vom 17. September 2024 entschied der Regierungsrat wie folgt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. (2.-6. Kosten; Parteientschädigungen; Zustellungen). I.Gegen diesen RRB Nr. 718/2024 (Versand: 24. September 2024) lassen A.________ und B.________ mit Eingabe vom 17. Oktober 2024 (Postaufgabe am gleichen Tag) fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erheben. Sie stellen folgende Anträge:4 1. Der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und die Sache sei an den Regierungsrat zurückzuweisen zum Entscheid im Sinne der Erwägungen sowie zur Beurteilung der bisher nicht behandelten Rügen der Beschwerdeführerinnen in der Beschwerde vom 18. April 2024 (VB 87/2024); 2. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu 8.1 % zugunsten der Beschwerdeführerinnen. J.Das Sicherheitsdepartement und der Gemeinderat Lachen beantragen mit Vernehmlassungen vom 6. November 2024 bzw. 4. Dezember 2024 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerinnen. Das ARE verzichtet mit Schreiben vom 24. Oktober 2024 auf eine Vernehmlassung, da die Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 17. Oktober 2024 allein mit Rügen begründet sei, die nicht in die Zuständigkeit des ARE fallen. Die Beschwerdeführerinnen verzichten mit Schreiben vom 20. Januar 2025 auf die Einreichung einer Replik mit der Begründung, dass die Beschwerdeantworten des Gemeinderats Lachen und des Sicherheitsdepartements des Kantons Schwyz keine Überlegungen enthalten würden, die sie mit ihren Eingaben im vor- instanzlichen Verfahren und mit ihrer Beschwerde vom 17. Oktober 2023 noch nicht richtiggestellt hätten. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Die Beschwerdeführerinnen rügen eine Verletzung ihres rechtlichen Gehörs. Dabei handelt es sich um eine Rüge formeller Natur, die vorab zu beur- teilen ist (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.2; Urteil BGer 1C_697/2021 vom 11.6.2024 E. 4). Zur Begründung machen die Beschwerdeführerinnen geltend, die Aus- führungen des Regierungsrates in Erwägung 2.4.6 des angefochtenen Beschlus- ses, wonach bei der Wohnzone 3 und der Wohngewerbezone 2 keine vergleich- baren Sachverhalte vorliegen würden, seien nicht nachvollziehbar und auch nicht begründet. Die Beschwerdeführerinnen hätten im vorinstanzlichen Verfahren auf mehrere Bauten hingewiesen, die den für die Wohnzone 3 (Reiheneinfamilien- häuser und Wohnblöcke) und die Wohngewerbezone 2 (Einfamilien- und Doppel- einfamilienhäuser) geltenden Regeln nicht entsprächen. Der Wortlaut von Art. 19 Abs. 3 des Planungs- und Baureglements der Gemeinde Lachen vom 29. Sep- tember 1995 (PBR; vom Regierungsrat mit RRB Nr. 161 vom 3.2.1998 geneh- migt) gelte auch für die Wohngewerbezonen 2 und 3. Entsprechend lägen ver- gleichbare Sachverhalte vor. Der Regierungsrat verletze mit seiner lapidaren Verweisung auf die angeblich fehlende Vergleichbarkeit die Anforderungen an 5 eine rechtsgenügliche Entscheidbegründung und damit das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerinnen (Beschwerde Rz. 18). 1.2Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die Vorbringen der betroffenen Person tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen (BGE 139 V 496 E. 5.1). Dabei ist es nicht erfor- derlich, dass sich die Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinan- dersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (BGE 142 II 49 E. 9.2; 137 II 226 E. 3.2; je mit Hinweisen). Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abge- fasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; BGE 138 IV 81 E. 2.2; Urteil BGer 2C_515/2017 vom 22.11.2017 E. 2.3.3). 1.3Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerinnen ist der Regierungsrat seiner Begründungspflicht hinreichend nachgekommen. In Bezug auf die von den Beschwerdeführerinnen genannten Vergleichsobjekte an der St. Gallerstrasse stellte der Regierungsrat fest, dass sie sich in der Wohngewerbezone 2 (WG 2) befinden. Dabei handle es sich um eine Mischzone für Wohnen und Arbeiten (vgl. Art. 20 Abs. 1 PBR), sodass kein vergleichbarer Sachverhalt vorliege. Mit diesen Ausführungen machte der Regierungsrat hinreichend deutlich, dass er dem Charakter der WG 2 als Mischzone massgebliches Gewicht beimisst für die mangelnde Vergleichbarkeit. Was die von den Beschwerdeführerinnen genannten Vergleichsobjekte in der Wohnzone W3 anbelangt, sprach ihnen der Regierungsrat die Vergleichbarkeit in sachverhaltlicher Hinsicht ebenfalls ab. Dabei ist nicht ersichtlich, inwieweit sich der Regierungsrat zur Wahrung des rechtlichen Gehörs eingehender mit diesem spezifischen Vorbringen hätte beschäftigen müssen, zumal sich die Beschwerdeführerinnen dazu im vorinstanzlichen Verfahren bloss oberflächlich äusserten. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) liegt nicht vor. 2.Fest steht, dass das von den Beschwerdeführerinnen eingereichte Bauge- such vom 31. Oktober 2023 den Abbruch eines bestehenden Einfamilienhauses sowie den Neubau eines Mehrfamilienhauses (mit fünf Kleinwohnungen [2- und 3-Zimmer] sowie Autolift) in der Wohnzone 2 (W2) umfasst. Strittig ist dagegen, ob in der Wohnzone 2 (W2) aufgrund des kommunalen Planungs- und Baure-6 glements Einfamilienhäuser bzw. Doppeleinfamilienhäuser vorgeschrieben sind und ob den Beschwerdeführerinnen die Baubewilligung durch den Gemeinde- bzw. Regierungsrat infolge mangelnder Zonenkonformität eines Mehrfamilien- hauses zu Recht verweigert wurde. 2.1Nach Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raum- planungsgesetz, RPG; SR 700) vom 22. Juni 1979 dürfen Bauten und Anlagen nur mit behördlicher Bewilligung errichtet oder geändert werden. Voraussetzung einer Bewilligung ist, dass die Bauten und Anlagen dem Zweck der Nutzungszo- ne entsprechen (Abs. 2 lit. a) und das Land erschlossen ist (Abs. 2 lit. b). Gemäss § 15 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes (PGB; SRSZ 400.100) vom 15. Mai 1987 sind die Gemeinden verpflichtet, Zonenpläne und Erschlies- sungspläne samt den dazugehörigen Vorschriften zu erlassen. Die Gemeinde scheidet im Zonenplan die erforderlichen Bau-, Landwirtschafts-, Schutz- und Gefahrenzonen aus (§ 17 Abs. 1 PBG), wobei Bauzonen gemäss § 18 Abs. 2 lit. a PBG namentlich auch Wohnzonen umfassen können. Gemäss § 21 Abs. 2 lit. a PBG muss das kommunale Baureglement unter anderem Vorschriften über die Bauweise und die Nutzungsart in den einzelnen Zonen enthalten. In diesem Sin- ne bestimmt Art. 19 Abs. 1 des Planungs- und Baureglements der Gemeinde La- chen vom 29. September 1995 (PBR; vom Regierungsrat mit RRB Nr. 161 vom 3.2.1998 genehmigt), dass die Wohnzonen für Wohnbauten bestimmt sind, wo- bei nicht störende Betriebe, wie kleine Dienstleistungs- und Ladengeschäfte, zu- gelassen sind. In Art. 19 Abs. 3 PBR wird im Weiteren festgehalten, dass in der Wohnzone 1 (W1) Einfamilienhäuser und Doppeleinfamilienhäuser, in der Wohn- zone 2 (W2) Einfamilien- und Doppeleinfamilienhäuser und in der Wohnzone 3 (W3) Reiheneinfamilienhäuser und Wohnblöcke die Regel sind. 2.2Den Schwyzer Gemeinden kommt mit Blick auf die Zonenkonformität bzw. die nähere Bestimmung und Auslegung eine gewisse Autonomie zu, zumal we- der das Bundesrecht noch das kantonale Recht Vorschriften über die in den ein- zelnen Zonen zulässige Bebauungsart der Häuser (Einfamilienhäuser, Zweifami- lienhäuser, Mehrfamilienhäuser oder dergleichen) enthalten (vgl. VGE III 2011 50 vom 31.5.2011 E. 2 m.H.). Im Verwaltungsrechtspflegeverfahren geniesst der Autonomiebereich der Gemeinden gesetzlichen Schutz, indem § 46 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRP; SRSZ 234.110) vom 6. Juni 1974 den kantonalen Behörden verwehrt, die Ermessensausübung der Bezirks- und Gemeindebehörden sowie der Organe kommunaler Zweckverbände einer Kontrolle zu unterziehen, soweit sie die Aufgaben im Rahmen ihrer Autonomie erfüllen. Die Beurteilung ist insoweit von der Autonomie geschützt, als das Resultat kein kantonales oder Bundesrecht tangiert (vgl. VGE III 2011 50 vom 7 31.5.2011 E. 2 m.H.). Der Regierungsrat hat sich insoweit bei der Überprüfung der Zonenkonformität des geplanten Mehrfamilienhauses zu Recht eine gewisse Zurückhaltung auferlegt. Auch das Verwaltungsgericht, das im Unterschied zum Regierungsrat nur einschreiten darf, wenn das Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt wurde, hat die Gemeindeautonomie zu respektieren (vgl. § 55 Abs. 1 und Abs. 3 VRP; VGE III 2011 50 E. 2). 2.3.1Der Regierungsrat führte im RRB Nr. 718/2024 vom 17. September 2024 zur bemängelten Zonenkonformität im Wesentlichen aus, Art. 19 Abs. 3 PBR halte detailliert fest, dass in der Wohnzone 2 (W2) Einfamilien- und Doppeleinfamilienhäuser und in der Wohnzone 3 (W3) Reiheneinfamilienhäuser und Wohnblöcke die Regel seien. Auf der in der Zone W2 liegenden Bauparzelle könnten somit Einfamilien- und Doppeleinfamilienhäuser erstellt werden. Unter Ein- bzw. Doppeleinfamilienhäusern seien freistehende Häuser mit einer bzw. zwei Wohneinheiten zu verstehen. Mehrfamilienhäuser würden sich von Ein- und Zweifamilienhäusern durch die Zahl der Wohnungen (mehr als deren zwei) und die Anordnung der Nebenräume unterscheiden, deren Zusammenfassen für sie charakteristisch sei. Betreffend die Frage, weshalb der kommunale Gesetzgeber in Art. 19 Abs. 3 PBR die zusätzliche Formulierung "in der Regel" gewählt habe, habe der Gemeinderat im angefochtenen Beschluss ausgeführt, dass mit dem Baureglement vom 28. Mai 1978 (aBauR) erstmals eine differenzierte Regelung in Bezug auf die verschiedenen Wohnzonen eingeführt worden sei. Damals seien fünf reine Wohnzonen (Landhauszone sowie W1 bis W4) unterschieden worden. Gemäss Art. 25 Abs. 2 aBauR seien in der Wohnzone W2 Ein- und Zweifamili- enhäuser sowie Reihenhäuser zugelassen gewesen. Diese Gebiete seien an- lässlich der Zonenplanrevision, die zwar mit einer markanten Aufzonung verbun- den gewesen sei, nicht allesamt aufgezont worden, sondern teilweise in der Zone W2 verblieben. Der Gemeinderat gehe davon aus, dass man die Formulierung "in der Regel" in Art. 19 Abs. 3 PBR gewählt habe, um die in der Zone W2 ver- bleibenden, bereits bestehenden Reihenhäuser nicht ins Unrecht zu setzen. Auch wenn eine derartige Formulierung aufgrund der Bestandesgarantie nicht notwendig gewesen wäre, erscheine die Erläuterung des Gemeinderates für den Regierungsrat nachvollziehbar. Unter Berücksichtigung seines Ermessensspiel- raums bei der Auslegung einer kommunalen Bestimmung sei es deshalb nicht zu beanstanden, dass der Gemeinderat trotz der Formulierung "in der Regel" in Art. 19 Abs. 3 PBR keine weiteren Ausnahmen zulassen wolle. Der Regierungsrat äusserte sich weiter zur Rechtserheblichkeit der von den Be- schwerdeführerinnen vorgebrachten Vergleichsobjekte, mit denen sie die Zuläs- sigkeit von Mehrfamilienhäusern in der Zone W2 auch im Rahmen von Art. 19 8 Abs. 3 PBR darlegen wollten. Darauf bzw. auf die diesbezüglichen Ausführungen sowohl des Regierungsrates als auch der Beschwerdeführerinnen ist zurückzu- kommen (vgl. unten, E. 3.3.5). 2.3.2Mit ihrer Beschwerde vom 17. Oktober 2024 machen die Beschwerdeführe- rinnen im Wesentlichen geltend, sie hätten schon immer die Auffassung vertre- ten, dass Art. 19 Abs. 3 PBR im Sinne einer Abweichung die Möglichkeit zur Er- stellung von Mehrfamilienhäusern eröffne. Um eine Ausnahmebewilligung hätten sie entgegen den Ausführungen der Vorinstanzen nie nachgesucht. Hinsichtlich der in Art. 19 Abs. 3 PBR enthaltenen Wortfolge "in der Regel" hätten die Be- schwerdeführerinnen mit Stellungnahme vom 24. August 2024 auf VGE III 2014 11 verwiesen. Darin habe das Verwaltungsgericht im Zusammenhang mit Art. 12 Abs. 2 PBR ("[Die geschlossene Bauweise] ist in den Kernzonen K1 und KR die Regel […]") festgehalten, aus dem Wortlaut könne nicht abgeleitet werden, dass die geschlossene Bauweise zwingend sei. Sowohl Art. 19 Abs. 3 PBR als auch Art. 12 Abs. 2 PBR enthielten den Begriff "in der Regel". Gleichwohl gehe der Gemeinderat davon aus, dass die Erstellung von Ein- und Doppeleinfamilienhäu- ser in der Wohnzone 2 zwingend sei. Der Regierungsrat liefere ausserdem selbst die Begründung dafür, weshalb die Auslegung des Begriffs "in der Regel" durch den Gemeinderat sachlich nicht vertretbar und deshalb willkürlich sei und ein Eingreifen der Rechtsmittelinstanz erfordere. Er halte fest, dass eine Legalisie- rung altrechtlicher Reihenhäuser in der Wohnzone 2 mit dem Erlass des PBR aufgrund der Bestandesgarantie gar nicht notwendig gewesen wäre. Bei Art. 19 Abs. 3 PBR handle es sich um eine Konkretisierung von Art. 30 Abs. 1 PBR, gemäss welchem die grundlegenden Regeln der Architektur und die Anforderun- gen an die Einfügung in die gewachsenen Ortsstrukturen einzuhalten seien. Beim vorliegenden Projekt sei dies zufolge des Beschlusses des Gemeinderats Nr. 69 vom 20. März 2024 der Fall. Es handle sich bei Art. 19 Abs. 3 PBR um ei- nen eigentlichen Einordnungsartikel, was anhand verschiedener Vergleichsobjek- te belegt werden könne (vgl. dazu unten, E. 3.2). 2.3.3Der Gemeinderat Lachen entgegnet dazu im Wesentlichen, dass der Hin- weis der Beschwerdeführerinnen auf VGE III 2014 11 bzw. auf Art. 12 Abs. 2 PBR unbehelflich sei. Die Vorschrift des Art. 12 PBR sei im kommunalen Pla- nungs- und Baureglement systematisch bei den allgemeinen Nutzungsvorschrif- ten (Ziff. 2) eingereiht. In Art. 12-14 PBR würden dabei die verschiedenen Bau- weisen erklärt, wogegen es bei den Art. 15-27b PBR und damit auch bei Art. 19 Abs. 3 PBR um die konkreten Nutzungsvorschriften der verschiedenen Zonen gehe. Das Verwaltungsgericht habe sich übrigens unlängst in einem noch nicht abgeschlossenen Fall zur Bedeutung des Art. 12 Abs. 2 PBR geäussert und 9 festgestellt bzw. bestätigt, dass es in der Kernzone 1 (K1) und in der Kernrand- zone (KR) für die geschlossene Bauweise keine Grunddienstbarkeit brauche. Es könne ausserdem aufgrund der Bewilligungspraxis seit Inkrafttreten des immer noch rechtsgültigen Planungs- und Baureglements vor bald 30 Jahren nicht ernsthaft behauptet werden, dass der Gesetzgeber auch in der Wohnzone W2 Mehrfamilienhäuser zulassen wolle. Der Beschwerdeentscheid in RRB Nr. 1367/1998 vom 11. August 1998 illustriere, dass die konsequente Bewilli- gungspraxis des Gemeinderates ausserdem auch in Rechtsmittelverfahren ge- prüft und geschützt worden sei. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführe- rinnen handle es sich bei Art. 19 Abs. 3 PBR im Weiteren nicht um einen Einord- nungsartikel, sondern um eine Nutzungsvorschrift, was sich auch aus der gesetz- lichen Systematik ergebe. In Bezug auf die durch die Beschwerdeführerinnen vorgebrachten Vergleichsobjekte sei ergänzend noch anzumerken, dass es nicht darum gehe, die Anzahl der Wohneinheiten in der Wohnzone W2 ab den Plänen oder (bei bestehenden Objekten) in der Realität ablesen zu können. Mit der An- zahl der Wohneinheiten seien noch ganz andere Effekte verbunden, etwa die Dimensionierung von Erschliessungsanlagen oder die Parkierung und das Ver- kehrsaufkommen. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass im Rahmen der ge- planten Gesamtrevision zur Ortsplanung eine textliche Ergänzung zum Art. 19 Abs. 3 PBR vorgesehen sei und in der Wohnzone W2 künftig Einfamilien- und Doppeleinfamilienhäuser mit maximal drei Wohneinheiten pro Baute zulässig sein sollen. Auch eine hängige Einzelinitiative ziele auf eine Lockerung ab. An der fehlenden Bewilligungsfähigkeit des Bauvorhabens der Beschwerdeführerin- nen werde sich allerdings selbst mit der angedachten, künftigen Nutzungsmög- lichkeit nichts ändern. Ausserdem ergäbe die vorgesehene Änderung des Baure- glements gar keinen Sinn, wenn die Ansicht der Beschwerdeführerinnen zur Be- deutung der heutigen Regelung richtig wäre. 2.3.4Mit Vernehmlassung vom 6. November 2024 stützt auch das Sicherheits- departement des Kantons Schwyz die durch den Gemeinderat vorgenommene Auslegung von Art. 19 Abs. 3 PBR und verweist dabei wiederum auf dessen Er- messensspielraum bei der Auslegung kommunaler Bestimmungen. Daran ände- re auch der Umstand nichts, dass die Formulierung "in der Regel" für die Legali- sierung der bestehenden Bauten aufgrund der ohnehin geltenden Bestandesga- rantie nicht notwendig gewesen wäre. 2.3.5Auf weitere Vorbringen der Parteien ist, soweit sie entscheiderheblich sind, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.10 3.Der Art. 19 Abs. 3 PBR bestimmt, dass "in der Wohnzone 1 (W1) […] Ein- familienhäuser und Doppeleinfamilienhäuser, in der Wohnzone 2 (W2) […] Ein- familien- und Doppeleinfamilienhäuser, in der Wohnzone 3 (W3) Reiheneinfami- lienhäuser und Wohnblöcke die Regel [sind]". Dabei steht hier nicht im Streit, dass sich die Baulandparzelle in der Zone W2 befindet und das geplante Baupro- jekt nach der Auslegung der Vorinstanzen weder als Einfamilienhaus noch als Doppeleinfamilienhaus zu qualifizieren ist. Hingegen machen die Beschwerde- führerinnen geltend, dass sich aus der Wortfolge "die Regel" in Art. 19 Abs. 3 PBR im Sinne einer Abweichung die Möglichkeit zur Erstellung von Mehrfamili- enhäusern eröffnet, ohne dass dafür eine Ausnahmebewilligung erforderlich ist. 3.1Aufgrund seiner Formulierung handelt es sich bei Art. 19 Abs. 3 PBR um einen auslegungsbedürftigen Rechtsbegriff. Dies wurde auch durch den Ge- meinderat mit der im GRB Nr. 69 vom 20. März 2024 erfolgten Auslegung von Art. 19 Abs. 3 PBR sowie durch den Regierungsrat mit dem RRB Nr. 718/2024 vom 17. September 2024 anerkannt. Ist der Wortlaut einer Norm nicht ganz klar und sind gestützt darauf verschiedene Auslegungen möglich, ist unter Berücksichtigung weiterer Auslegungselemente nach der wahren Tragweite der Norm zu suchen. Dabei zu berücksichtigen sind der Wille des Gesetzgebers, wie er sich namentlich aus den Gesetzesmaterialien ergibt (historisches Element), der Zweck der Norm und die durch diese geschützten Interessen (teleologisches Element) sowie die systematische Stellung der Norm im Gesetz und ihr Verhältnis zu anderen Gesetzesvorschriften (systematisches Element). Die einzelnen Auslegungselemente unterstehen dabei keiner feststehenden Prioritätenordnung (vgl. BGE 150 II 489 E. 3.2 m.w.H.; VGE III 2016 151/152 vom 25. April 2017 E. 7.2). 3.2Geht es wie hier um die Anwendung unbestimmter Begriffe des kommunalen Rechts, ist die betreffende Gemeinde kraft ihrer Doppelstellung als Gesetzgeberin und Rechtsanwenderin in besonderem Masse dazu berufen, den Sinngehalt des umstrittenen Begriffs zu ermitteln. Sie verfügt über sämtliche Materialien, vermag ihre Entscheidung auf eine umfassende Kenntnis der örtli- chen Verhältnisse zu stützen und ist am ehesten in der Lage, die künftige Ent- wicklung vorauszusehen. Insbesondere in Zweifelsfällen, wenn die Auslegung schwierig ist und in besonderem Masse örtliche Verhältnisse zu würdigen sind, kommt der Entscheidung der Gemeinde besonderes Gewicht zu (vgl. VGE III 2019 124 vom 23.1.2020 E. 4.1, m.w.H.). Eine vertretbare Auslegung kommunaler Bestimmun- gen durch die Gemeinde ist von den übergeordneten Behörden daher zu akzep- tieren. Dies bedeutet freilich nicht, dass die Kommunalbehörde bei der Anwen-11 dung des vom kommunalen Gesetzgeber aufgestellten und vom Regierungsrat genehmigten Rechts frei ist. Vielmehr ist sie an das kommunale Recht gebunden (Selbstbindung; vgl. VGE III 2019 124 E. 4.1; VGE III 2017 225 vom 15.5.2018 E. 2.1.3 m.w.H.). Sie hat bei der Rechtsanwendung auf die bewährten Ausle- gungsmethoden abzustellen (vgl. oben, E. 3.1), insbesondere auf den Sinn und Zweck der anzuwendenden Regelung, und muss das übergeordnete Gesetzes- recht beachten, d.h. namentlich das Rechtsgleichheitsgebot, das Verhältnismäs- sigkeitsprinzip sowie das Willkürverbot (vgl. BGE 145 I 52 E. 3.6 S. 59). 3.3.1Dem Wortlaut von Art. 19 Abs. 3 PBR nach ist die Zone W2 für Ein- und Doppeleinfamilienhäuser vorgesehen. Dem Regierungsrat ist insoweit bei- zupflichten. Ebenfalls zutreffend ist, dass die in Art. 19 Abs. 3 PBR gewählte Formulierung ("[I]n der Wohnzone 2 [W 2] sind Einfamilien- und Doppeleinfamili- enhäuser […] die Regel") keine eindeutige Klarheit über die Tragweite der Be- stimmung schafft. Unzutreffend ist aber der Standpunkt der Beschwerdeführerin- nen, wonach sich die Zonenkonformität ihres Bauprojekts bereits klar aus dem Wortlaut von Art. 19 Abs. 3 PBR ergeben soll. Die Bestimmung ist vielmehr aus- legungsbedürftig. 3.3.2Nichts anderes folgt aus dem Hinweis der Beschwerdeführerinnen auf VGE III 2014 11 E. 2.4.1. Das Verwaltungsgericht hat sich im betreffenden Urteil zur Bedeutung von Art. 12 Abs. 2 PBR geäussert. Diese Bestimmung sieht vor, dass die geschlossene Bauweise "in den Kernzonen K1 und KR die Regel [ist] und […] auch die Gassenbildung [erlaubt]". Dazu erwog das Verwaltungsgericht, aus dem Wortlaut könne nicht abgeleitet werden, dass die geschlossene Bau- weise vorgeschrieben sei (vgl. VGE III 2014 11 E. 2.4.1). Die Beschwerdeführe- rinnen ziehen daraus den Schluss, die Formulierung von Art. 19 Abs. 3 PBR könne nicht bedeuten, dass in der Zone W2 keine Mehrfamilienhäuser zugelas- sen seien. Allerdings ist Art. 12 Abs. 2 PBR im konkreten Normzusammenhang zu lesen und zu verstehen. Diesbezüglich weist die Vorinstanz zutreffend darauf hin, dass Art. 12 Abs. 2 PBR mit der Bauweise einen anderen Regelungsgegen- stand betrifft und im Unterschied zu Art. 19 PBR gesetzessystematisch bei den allgemeinen Nutzungsvorschriften eingereiht ist. Hinzu kommt, dass Art. 12 Abs. 2 PBR in einem engen systematischen Zusammenhang mit § 64 PBG steht, der kantonale Vorgaben zur geschlossenen Bauweise macht. Dass die strittige Wortfolge in Art. 12 PBR ("[ist] die Regel") und Art. 19 PBR ("sind die Regel") von der kommunalen Behörde nicht identisch ausgelegt wird, ist unter einem ge- setzessystematischen Blickwinkel sachlich begründbar. 12 3.3.3Ebenfalls zu verwerfen ist der Standpunkt der Beschwerdeführerinnen, wo- nach es sich bei Art. 19 Abs. 3 PBR um einen Einordnungsartikel handelt, der le- diglich Art. 30 Abs. 1 PBR konkretisiert. Letztere Bestimmung befindet sich im PBR in Abschnitt "III. Bau- und Anlagenordnung" unter der Überschrift "1. Orts- und Landschaftsbild". Er schreibt vor, dass die grundlegenden Regeln der Archi- tektur und die Anforderungen an die Einfügung in die gewachsenen Ortsstruktu- ren (wie Körnung, Gestaltung und Farbgebung) einzuhalten sind. Demgegenüber ist Art. 19 PBR systematisch dem Abschnitt "II. Nutzungsordnung" und der Über- schrift "Zonenplan" zugeordnet. Dies legt nahe, dass Art. 19 Abs. 3 PBR nicht bloss gestalterische Vorgaben über die zulässige Gebäudetypologie macht, son- dern (auch) den Charakter einer Nutzungsvorschrift trägt. Die Beschwerdeführe- rinnen weisen zwar zurecht darauf hin, dass Abs. 4 von Art. 19 PBR die Nut- zungsmasse für die einzelnen Wohnzonen regelt. Daraus lässt sich entgegen ih- rer Auffassung jedoch nicht der Schluss ziehen, der kommunale Gesetzgeber habe mit Art. 19 Abs. 3 PBR ausschliesslich gestalterische Zwecke verfolgt. Vielmehr legt die Gemeinde nachvollziehbar dar, die Festlegung auf Einfamilien- und Doppeleinfamilienhäuser in den Zonen W1 und W2 sei unter anderem vor dem Hintergrund zu sehen, dass sich die Anzahl der auf einem Grundstück zulässigen Wohneinheiten auf zahlreiche Aspekte auswirkt, wie z.B. die Dimen- sionierung von Erschliessungsanlagen oder die Parkierungsflächen und das Ver- kehrsaufkommen. Die Beschränkung auf Einfamilien- und Doppeleinfamilienhäu- ser als planerische Massnahme zur Wahrung des Zonencharakters und einer gu- ten Einordnung in die Siedlungsstruktur steht dabei im Dienste eines legitimen öf- fentlichen Interesses (vgl. Urteil BGer 1C_182/2010 vom 27.10.2010 E. 3.3). Daran ändert nichts, dass die Raumplanung (auch) einer haushälterischen Bo- dennutzung und der inneren Verdichtung dient (vgl. Art. 1 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 3 lit. a bis des Bundesgesetzes über die Raumplanung [Raumplanungsge- setz, RPG; SR 700] vom 22. Juni 1979). Dieses Ziel ist auf kommunaler Ebene in erster Linie im Verfahren auf Erlass der Nutzungspläne zu verfolgen und nicht durch Überdehnung bestehender Nutzungsvorschriften. Die Auslegung von Art. 19 Abs. 3 PBR durch die Vorinstanzen erweist sich somit auch unter einem teleologischen Blickwinkel als vertretbar. 3.3.4In entstehungsgeschichtlicher Hinsicht ist von Bedeutung, dass die Ge- meinde Lachen nach den unwidersprochenen Feststellungen des Regierungsrats mit dem Baureglement vom 28. Mai 1978 (aBauR) erstmals eine differenzierte Regelung für verschiedene Wohnzonen einführte. In der W2 waren dabei Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser zugelassen. Anlässlich der späte- ren Zonenplanrevision wurden markante Aufzonungen vorgenommen. Einige Gebiete mit bestehenden Reihenhäusern verblieben aber teilweise in der Zone 13 W2, die eigentlich nicht mehr für Reihenhäuser vorgesehen ist. Nach der Darstel- lung der Vorinstanz wurde in Art. 19 Abs. 3 PBR die Wortfolge "[sind] die Regel" gewählt, um die bestehenden Reihenhäuser in der (neuen) Zone W2 nicht ins Unrecht zu setzen. Wie bereits der Regierungsrat im angefochtenen Entscheid weisen die Beschwerdeführerinnen zutreffend darauf hin, dass eine solche Er- gänzung in Art. 19 Abs. 3 PBR aufgrund der Bestandesgarantie für die Reihen- häuser in der (neuen) Zone W2 eigentlich entbehrlich gewesen wäre. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerinnen ist es für das Verwaltungsgericht al- lerdings plausibel, dass es sich bei der umstrittenen Wortfolge in Art. 19 Abs. 3 PBR um eine gesetzgeberische Ungenauigkeit handelt und nicht bedeutet, dass in der Zone W2 - unter Vorbehalt der Voraussetzungen von § 73 PBG - auch Mehrfamilienhäuser zugelassen sind. Somit erweist sich der Standpunkt der Ge- meinde auch unter einem entstehungsgeschichtlichen Blickwinkel als vertretbar. 3.3.5Dies gilt auch unter Berücksichtigung der Vergleichsobjekte, die die Be- schwerdeführerinnen zur Untermauerung ihres Standpunkts vorbringen. Dabei ist vorab festzuhalten, dass keines der genannten Objekte einem Gebäude mit fünf Wohneinheiten entspricht. Die Vergleichbarkeit mit dem von ihnen geplanten Projekt ist bereits aus diesem Grund zu verneinen. Im Einzelnen ist den Be- schwerdeführerinnen sodann was folgt entgegenzuhalten: Auf dem Grundstück KTN 002.________ (E.________weg) sei eine Über- bauung mit sechs Wohneinheiten bewilligt worden. Die einzelnen Baukörper würden nicht als Doppeleinfamilienhäuser (zwei einzelne Häuser, die durch eine gemeinsame Hauswand miteinander verbunden sind und zwei separate Eingänge aufweisen) qualifizieren, sondern als Zweifamilienhäuser. Zutreffend ist, dass die Gemeinde auf dem in der Zone W2 liegenden Grund- stück KTN 002.________ am 14. Januar 2015 eine Überbauung mit sechs Wohneinheiten bewilligt hat. Wie sich aus dem angefochtenen Entscheid und im Übrigen auch aus der in der Beschwerde wiedergegebenen Fotografie er- gibt, handelt es sich dabei um drei zweigeschossige Hauptbauten, die funkti- onal jedoch als eigenständige Bauten in Erscheinung treten. Ob es sich bei den drei Gebäuden um Doppeleinfamilienhäuser (nach dem Begriffsverständnis der Beschwerdeführerinnen) oder um Zweifamilienhäuser (nach dem Begriffsverständnis der Beschwerdeführerinnen verstanden als ein Haus mit zwei Wohneinheiten, die durch einen gemeinsamen Eingang er- schlossen werden), kann das Verwaltungsgericht nicht abschliessend beurtei- len. Es ist indes auch nicht entscheiderheblich, denn nach den zutreffenden Ausführungen des Regierungsrats wahren die drei Hauptgebäude die Bau-14 typologie der Zone W2. Ausserdem macht es unter den von der Gemeinde zusätzlich für den Charakter der Zone W2 ins Feld geführten, teleologischen Gesichtspunkten (vgl. oben, E. 3.3.3) keinen Unterschied, ob die erlaubten zwei Wohneinheiten pro Hauptgebäude über einen gemeinsamen Eingang verfügen oder nicht. In Bezug auf die Grundstücke KTN 003.________ und 004.________ (F.________weg) machen die Beschwerdeführerinnen geltend, der Regie- rungsrat habe fälschlicherweise erwogen, es befänden sich zwei Doppelein- familienhäuser mit insgesamt vier Wohneinheiten darauf. Dies sei falsch. Wenn schon, handle es sich um ein Doppeleinfamilienhaus mit vier Wohn- einheiten. Da Doppeleinfamilienhäuser aber definitionsgemäss nicht mehr als zwei Wohneinheiten aufweisen könnten, handle es sich in Tat und Wahrheit um zwei Zweifamilienhäuser. Auch hier sei die Gemeinde also von Art. 19 Abs. 3 PBR abgewichen. Nach den unwidersprochenen Feststellungen des Regierungsrats wurden die Bauten auf den Grundstücken KTN 003.________ und KTN 004.________ am 22. Oktober 1976 als Doppeleinfamilienhäuser bewilligt. Im Jahr 1987 kam es ausserdem zur Bewilligung einer Dachaufstockung. Diese Bewilligungen erfolgten nicht unter Geltung des heute anwendbaren PBR. Bereits aus diesem Grund können die Beschwerdeführerinnen aus den Bauten auf den Grundstücken KTN 003.________ und KTN 004.________ nichts zu ihren Gunsten ableiten. Hinzu kommt, dass eine Qualifikation der Bauten als Zweifamilienhäuser unter teleologischen Gesichtspunkten dem Zonencharakter wie bereits erwähnt nicht widersprechen (vgl. oben, E. 3.3.3) und die Beschwerdeführerinnen die Baubewilligung für ein einzelnes Gebäu- de mit fünf Wohneinheiten verlangen. Mit Blick auf das Grundstück KTN 005.________ (G.________stasse) führen die Beschwerdeführerinnen aus, in dem betreffenden Gebäude befinde sich eine Kindertagesstätte, die als zonenkonform qualifiziert worden sei. Auch die im geplanten Gebäude vorgesehene Wohnnutzung sei zonenkonform. Der Umgang mit der Kindertagesstätte im Gebäude auf dem Grundstück KTN 005.________ zeige, dass es sich bei Art. 19 Abs. 3 PBR lediglich um einen Einordnungsartikel handle. Die Beschwerdeführerinnen gehen fehl. Die zonenkonforme Nutzung des Grundstücks KTN 005.________ lässt den Schluss nicht zu, dass das um- strittene Bauprojekt der Beschwerdeführerinnen bewilligungsfähig ist. Die Baubewilligung wurde den Beschwerdeführerinnen nicht verweigert, weil die 15 vorgesehene Wohnnutzung dem Zonenzweck widerspricht, sondern weil die (Wohn-) Nutzung im Rahmen eines Mehrfamilienhauses mit fünf Wohneinhei- ten nicht mit den Zonenvorschriften vereinbar ist. Die von den Beschwerdeführerinnen vorgebrachten Vergleichsobjekte führen demnach nicht zum Schluss, dass die Gemeinde ihr Bauprojekt in der Zone W2 hätte bewilligen müssen. 3.3.6Kein anderes Resultat ergibt sich mit Blick auf die Ausführungen der Be- schwerdeführerinnen zu den Gebäuden in der Wohnzone 3 und der Wohnge- werbezone 2. Mit ihren weitgehend unsubstantiierten Vorbringen ist weder darge- tan noch ersichtlich, dass die Gemeinde den ihr zustehenden Auslegungsspiel- raum bei Art. 19 Abs. 3 PBR überschritten hat oder eine Situation vorliegt, die in allen rechtserheblichen Aspekten vergleichbar ist. Insbesondere vermögen die Beschwerdeführerinnen die Erwägungen im angefochtenen Beschluss nicht zu entkräften, wonach das hier strittige Projekt weder mit einem Gestaltungsplange- biet mit Sonderbauvorschriften noch mit einer Zone vergleichbar ist, die für eine Mischnutzung (Wohnen und Arbeiten) bestimmt ist. 3.4Nach dem Dargelegten hat der Regierungsrat den Entscheid der Gemeinde zu Recht geschützt: Eine Auslegung von Art. 19 Abs. 3 PBR, wonach das Projekt der Beschwerdeführerinnen zur Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit fünf Wohneinheiten in der Zone W2 nicht bewilligungsfähig ist, erweist sich unter An- wendung sämtlicher Auslegungsmethoden als vertretbar. Mangels vergleichbarer Objekte können sich die Beschwerdeführerinnen auch nicht auf den Grundsatz der Gleichbehandlung bzw. einen Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht berufen. 4.1Der Regierungsrat schützte im angefochtenen Beschluss die Auffassung der Gemeinde, wonach das Bauprojekt die Vorgaben zum grossen Grenzab- stand gemäss Art. 7 Abs. 2 PBR nicht einhält. Zudem kam er mit der Gemeinde zum Schluss, dass mit Blick auf die geplante Luft/Wasser-Wärmepumpe der Nachweis für die Einhaltung des Vorsorgeprinzips fehle. Die Beschwerdeführe- rinnen sind mit dem angefochtenen Entscheid auch diesbezüglich nicht einver- standen. Die Gemeinde kam indes wie gezeigt in vertretbarer Weise zum Ergeb- nis, dass die projektierte Baute mit Art. 19 Abs. 3 PBR nicht vereinbar ist. Schon aus diesem Grund ist das Projekt nicht bewilligungsfähig und die Beschwerde abzuweisen. Ausführungen zu den weiteren Rügen der Beschwerdeführerinnen erübrigen sich.16 4.2Im angefochtenen Beschluss hat der Regierungsrat weiter geprüft, ob für das streitbetroffene Projekt eine Ausnahmebewilligung im Sinne von § 73 PBG erteilt werden könnte. Dabei kam er zum Schluss, dass die entsprechenden Vor- aussetzungen nicht erfüllt seien. Die Beschwerdeführerinnen vertreten in ihrer Beschwerde ans Verwaltungsgericht die Auffassung, dass gar kein Anwendungs- fall von § 73 PBG vorliege und verzichten entsprechend auf Ausführungen dazu, inwieweit der angefochtene Entscheid gegen § 73 PBG verstossen könnte. Dies ist auch nicht ersichtlich. 5.1Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. Die Verfahrens- kosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) von insgesamt Fr. 2'500.-- sind dem Verfahrensausgang entsprechend den Beschwerdeführe- rinnen aufzuerlegen (§ 72 Abs. 2 VRP), dies unter solidarischer Haftbarkeit. 5.2Die unterliegenden Beschwerdeführerinnen haben keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (§ 74 Abs. 1 VRP). Die Vorinstanzen sind nicht beanwaltet und haben entsprechend auch keinen Anspruch auf Parteientschädigung (§ 74 Abs. 2 VRP).17 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) von Fr. 2'500.-- werden den Beschwerdeführerinnen unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt. Sie haben am 28. Oktober 2024 einen Kostenvor- schuss von Fr. 2'500.-- bezahlt, womit die Rechnung ausgeglichen ist. 3. Parteientschädigungen sind nicht geschuldet. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau- sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und Art. 82 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 5. Zustellung an: - den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen (2/R) - den Gemeinderat Lachen (R) - den Regierungsrat des Kantons Schwyz (EB) - das Sicherheitsdepartement, Rechts- und Beschwerdedienst (EB) - und das Amt für Raumentwicklung (EB). Schwyz, 23. Mai 2025 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Der Gerichtsschreiber:18 *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 5. Juni 2025