Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. Juli 2021 (720 20 357 / 199) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Erhöhung der Hilflosenentschädigung infolge des Bedarfs an Dritthilfe bei der Fortbe- wegung Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiber i.V. Benjamin Appius Parteien A.____ vertreten durch Guido Ehrler, Advok at, Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Hilflosenentschädigung A.1 Der 1992 geborene A.____ leidet seit seinem sechste n Lebensjahr an einer epiphysären Dysplasie. Deshalb sprach ihm die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) bereits in seiner Kindheit diverse Leistungen in Form von Hilfsmi tteln (ein Rollator, einen Treppenlift u.a.) sowie medizinische Massnahmen zur Behandlung dieses Geburt sgebrechens zu. Seit dem 1. Januar 2004 richtete ihm die IV-Stelle eine Hilfl osenentschädigung leichten Grades aus, die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihm in späteren Verfügungen bis zur Volljährigkeit zug esprochen wurde. Nach der Neuanmel- dung infolge Erreichen der Volljährigkeit sprach ihm die IV-Stelle mit Verfügung vom 11. Januar 2011 weiterhin eine Hilflosenentschädigung leichten G rades aufgrund des Bedarfs an Dritthilfe bei der Fortbewegung zu. Nachdem im Abklärungsbericht vom 29. Juli 2015 festgestellt worden war, dass der Versicherte in der Lebensverrichtung "Fortb ewegung" seit 1998 und beim "An- und Auskleiden" seit 2015 der Dritthilfe bedürfe sowie auf medizinische pflegerische Hilfe seit 2014 und auf lebenspraktische Begleitung seit 2015 angew iesen sei, erhöhte die IV-Stelle ab 1. Oktober 2015 die Hilflosenentschädigung auf eine so lche mittleren Grades. Infolge eines Heimeintritts ab März 2018 hob die IV-Stelle mit Ver fügung vom 23. Januar 2019 die Hilflo- senentschädigung auf, weil keine Dritthilfe mehr in de n alltäglichen Lebensverrichtungen "An- und Auskleiden" sowie "Fortbewegung" benötigt werde. Z udem sei aufgrund der aktuellen Wohnform eine lebenspraktische Begleitung nicht mehr vorausgesetzt. Diese Verfügung er- wuchs unangefochten in Rechtskraft. A.2 Anfangs März 2019 trat A.____ aus dem Heim aus und bezog mit seiner Freundin eine eigene Wohnung. Daraufhin reichte er am 30. April 2 019 erneut ein Gesuch um Hilflosenent- schädigung ein. Nach Abklärung der gesundheitlichen Ver hältnisse und Durchführung des Vor- bescheidverfahrens sprach ihm die IV-Stelle mit Verfüg ung vom 14. August 2020 eine Hilflo- senentschädigung leichten Grades mit Wirkung ab 1. März 2019 zu. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Guido Ehrler, am 17. September 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Base l-Landschaft, Abteilung Sozialver- sicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, d ie angefochtene Verfügung sei teilwei- se aufzuheben und ihm ab 1. März 2019 eine Hilflosenen tschädigung mittleren Grades zuzu- sprechen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche Verbeiständung mit Ad vokat Guido Ehrler als Rechtsvertreter. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, der Ab klärungsbericht vom 9. September 2019 bilde keine verlässliche Entscheidungsgrundlage. Vielmehr werde der Versicherte bei sämtli- chen Fahrten ausser Haus von der Mutter mittels Auto beg leitet, weshalb er auch in der Le- bensverrichtung "Fortbewegung" hilfsbedürftig sei. C. Mit Verfügung vom 22. September 2020 bewilligte d as Kantonsgericht dem Beschwer- deführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren die u nentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Guido Ehrler als Rechtsvertreter. D. Am 16. November 2020 hob die IV-Stelle mittels "V erfügung lite pendente" die ange- fochtene Verfügung vom 14. August 2020 zwecks weiterer A bklärung auf. Gleichentags bean- tragte sie in ihrer Vernehmlassung, das Beschwerdeverfah ren sei als erledigt von der Kontrolle abzuschreiben. E. Mit Eingabe vom 17. November 2020 beantragte der B eschwerdeführer, das Kantons- gericht habe in seinem Endurteil festzustellen, dass ihm für das folgende Abklärungsverfahren die Hilflosenentschädigung leichten Grades auszubezahlen sei und später nicht zurückgefordert werden dürfe. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Mit Verfügung vom 9. Dezember 2020 erwog das Kanto nsgericht im Wesentlichen, dass eine angefochtene leistungszusprechende Verfügung n icht durch die Verwaltung aufge- hoben werden könne, ansonsten die Beschwerde führende Partei möglicherweise eine ver- schlechterte Rechtsposition gewärtigen müsse. Deshalb kom me der von der Beschwerdegeg- nerin als "Verfügung lite pendente" bezeichneten Eingabe vom 16. November 2020 lediglich der Charakter eines Antrages an die Beschwerdeinstanz zu, w obei dem Beschwerdeführer Gele- genheit zum Beschwerderückzug einzuräumen sei. Gleichzeit ig forderte das Kantonsgericht den Beschwerdeführer auf, bis zum 8. Januar 2021 mitzutei len, ob er seine Beschwerde zu- rückziehe oder an dieser festhalte. G. Innert erstreckter Frist hielt der Beschwerdeführer mi t Eingabe vom 1. Februar 2021 an sämtlichen Beschwerdeanträgen fest. Zudem reichte er zwei Arztberichte ein. H. Mit Stellungnahme vom 11. März 2021 hielt die Beschw erdegegnerin an ihrem Antrag fest, dass mit Blick auf die allgemeine Lebensverrichtung " Fortbewegung" der Sachverhalt er- neut abzuklären sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen f rist- und formgerecht erhobene Be- schwerde vom 17. September 2020 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob der Beschw erdeführer Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades hat. 3.1 Gemäss Art. 42 Abs. 1 IVG haben Versicherte mit Woh nsitz und gewöhnlichem Auf- enthalt in der Schweiz, die hilflos sind, Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Nach Art. 9 ATSG ist eine Person hilflos, die wegen Beeinträchtigu ng der Gesundheit für alltägliche Le- bensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der p ersönlichen Überwachung bedarf. Das Gesetz unterscheidet zwischen schwerer, mittelschwerer und lei chter Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 2 IVG). 3.2 Als schwer gilt die Hilflosigkeit, wenn die versicher te Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies de r dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 1 der Verordnung ü ber die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Nach Art. 37 Abs. 2 IVV ist die Hilflosigkeit mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz Abgabe von Hilfsmitteln in den meisten all täglichen Lebensverrichtungen regel- mässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter ange wiesen ist (lit. a) oder in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblich er Weise auf die Hilfe Dritter ange- wiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Übe rwachung bedarf (lit. b) oder in min- destens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Beg leitung im Sinne von Art. 38 IVV ange- wiesen ist (lit. c). Dagegen gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz Ab- gabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen L ebensverrichtungen regelmässig in er- heblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a IVV) oder der dauern- den persönlichen Überwachung (Art. 37 Abs. 3 lit. b IV V) oder einer durch das Gebrechen be- dingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege be darf (Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV), wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körp erlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter g esellschaftliche Kontakte pflegen kann (Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV) oder dauernd auf lebenspr aktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV). 3.3 Nach ständiger Gerichtspraxis sind die folgenden sechs al ltäglichen Lebensverrichtun- gen massgebend: Ankleiden, Auskleiden; Aufstehen, Absitzen , Abliegen; Essen; Körperpflege; Verrichten der Notdurft; Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme (vgl. BGE 133 V 463 E. 7.2, 127 V 97 E. 3c, 121 V 90 E. 3). Weiter muss die Hilfe Dritter regel- mässig und erheblich sein. Der Begriff der Erheblichkeit ist in Relation zu setzen zum zeitlichen Aufwand, den die Hilfsperson hat. Die Hilfe ist mith in insbesondere erheblich, wenn die versi- cherte Person mindestens die Teilfunktion einer einzelne n Lebensverrichtung überhaupt nicht mehr, nur mit unzumutbarem Aufwand oder nur auf unü bliche Art und Weise selbst ausüben kann oder wegen ihres psychischen Zustandes nicht vornehmen würde (vgl. Urteil des EVG vom 18. April 2002, I 660/01, E. 2b/aa mit Hinweisen; KSIH, Rz. 8026). Die Hilfe ist regelmäs- sig, wenn sie die versicherte Person täglich benötigt ode r eventuell täglich nötig hat (R OBERT ETTLIN , Die Hilflosigkeit als versichertes Risiko in der Sozialv ersicherung [Hilflosigkeit], Frei- burg 1998, S. 150). Bei Lebensverrichtungen, welche meh rere Teilfunktionen umfassen, wird nach der Rechtsprechung nicht verlangt, dass die versich erte Person bei der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss erforderlich, dass sie bei einer dieser Teil- funktionen regelmässig in erheblicher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (vgl. BGE 121 V 91 E. 3c). In diesem Sinne ist die Hi lfe beispielsweise bereits erheblich bei Fortbewegung und Kontaktaufnahme, wenn sich die versich erte Person im oder ausser Haus nicht selbst fortbewegen kann oder wenn sie bei der Kon taktaufnahme Dritthilfe benötigt. So- lange durch geeignete Massnahmen bei einzelnen Lebensver richtungen die Selbstständigkeit erhalten werden kann, liegt diesbezüglich keine Hil flosigkeit vor (R OBERT ETTLIN , Sozialversi- cherungsrechtliche Aspekte bei Verlust der Selbstversorgungsf ähigkeit [Selbstversorgungsfä- higkeit], in: Haftpflicht und Versicherung [HAVE] 2003, S. 117 und Fn. 8). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Für die Bemessung der Hilflosigkeit der versicherten Person ist in der Regel eine Ab- klärung an Ort und Stelle (Art. 57 Abs. 1 lit. f IVG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVV) erforder- lich. Die Ergebnisse der Abklärung werden in einem Abkl ärungsbericht erfasst, wobei dieser – unter dem Aspekt der Hilflosigkeit – folgenden Anforderungen zu genügen hat: Als Berichter- statterin wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntn is der örtlichen und räumlichen Verhält- nisse sowie der aus den seitens der Medizin gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträch- tigungen und Hilfsbedürftigkeiten hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störun- gen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebe nsverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notw endig (vgl. BGE 130 V 61 E. 6.1.1). Weiter sind die Angaben der Hilfe leistend en Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht au fzuzeigen sind. Der Berichtstext muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der ein zelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Hält sich die versicherte Person in einem Heim auf, bespricht die Abklärungsperson das Ergebnis mit dem Pflegepersonal und/oder der Heimleitung (KSIH Rz. 8132). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlag e im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kom- petente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt i st als das im Beschwerdefall zu- ständige Gericht (vgl. BGE 140 V 543 E. 3.2.1, 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.2). 5. Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren un d der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollst ändige Feststellung des rechtserhebli- chen Sachverhaltes zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiese n annehmen, wenn sie von ihrem Be- stehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat die rechtsanwendende Behörde ihren Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes v orsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach- verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Verwalt ung und Gericht haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen mög lichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (vgl. BGE 138 V 221 f. E. 6 m it Hinweisen). Der Untersuchungs- grundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführ ungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügende n Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sach- verhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel grei ft allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsat zes aufgrund einer Beweiswürdi- gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest di e Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen). 6. Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführ er in der Lebensverrichtung "An- und Auskleiden" der erheblichen und regelmässigen Dritth ilfe sowie seit dem Heimaustritt der Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht lebenspraktischen Begleitung bedarf. Streitig und zu pr üfen ist, ob der Beschwerdeführer auch in der Lebensverrichtung der "Fortbewegung im Freien" auf eine erhebliche und regelmässige Dritthilfe angewiesen ist und demnach Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Gra- des ab 1. März 2019 hat. In ihrer Verfügung vom 14. A ugust 2020 verneinte die IV-Stelle eine Dritthilfe in dieser Lebensverrichtung im Wesentlichen mit der Begründung, dass es dem Be- schwerdeführer gemäss Abklärungsbericht vom 17. Juli 2019 w eiterhin möglich sei, die öffentli- chen Verkehrsmittel zu benutzen. 7.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falles liegen zah lreiche (medizinische) Unterlagen vor, die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im F olgenden sollen indes bloss diejenigen Berichte wiedergegeben werden, die sich für den vorliegenden Entscheid als zentral erweisen. 7.2.1 Gemäss dem Abklärungsbericht zur Hilflosigkeit vo m 29. Juli 2015, welcher Grundlage für die Erhöhung auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades ab 1. Oktober 2015 gebildet hatte, benötige der Versicherte für die Lebensverrichtung der Fortbewegung im Freien weiterhin seit November 1998 der Dritthilfe. So begleite die Mu tter den Versicherten auf sämtlichen aus- serhäuslichen Strecken mittels Auto. Die starken Schmerzen und die zu grosse Belastung auf die Fussgelenke würden dem Versicherte verunmöglichen, meh r als 50 Meter an Stöcken zu gehen. Die Belastung der Handgelenke verursache bereit s bei kurzen Strecken Schmerzen. Schliesslich sei es ihm nicht möglich, sich selbständig im Rollstuhl fortzubewegen. Die Handge- lenke würden dadurch stark schmerzen und er verfüge für den Antrieb des Rollstuhls nicht über die nötige Kraft. 7.2.2 Im Abklärungsbericht vom 17. August 2018, welcher zur Aufhebung der Hilflosenent- schädigung mit Verfügung vom 23. Januar 2019 führte, wird vorab festgehalten, der Versicherte halte sich nun in einem Heim in H.____ auf. Der Versich erte werde in der Regel im Freien mit- tels Auto begleitet. Er besitze keinen Führerschein. Sof ern der Versicherte keine Fahrdienste beanspruchen könne, werde er im öffentlichen Verkehr begleitet. Wenn er zur Mutter gehe, werde er von ihr abgeholt und anschliessend wieder zurück gebracht. Es wäre ihm aber mög- lich, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach I.____ zu reisen, wobei dies für ihn zu umständ- lich sei. Gestützt darauf wird eine Dritthilfe in der Lebensverrichtung der Fortbewegung verneint. 7.2.3 Dem Abklärungsbericht vom 17. Juli 2019, der Gru ndlage für die angefochtene Verfü- gung vom 14. August 2020 bildete, sind die Ausführung en des Versicherten betreffend die "Fortbewegung im Freien" zu entnehmen. Die Gehfähig keit sei von der Tagesverfassung und der Belastung des Vortages abhängig. Ohne Pause sei mithilfe der Stöcke eine Gehstrecke von maximal 200 Meter möglich, wobei der Gang sehr schwerfä llig und langsam sei. Dabei würden bereits nach wenigen Minuten der Rücken, die Beine und die Füsse zu schmerzen beginnen. Ebenso habe sich die Situation seit der Wasserbildung un d den Ödemen in den Beinen weiter verschlechtert. Im Zusammenhang mit einer allfälligen Benutzung des öffentlichen Verkehrs habe der Beschwerdeführer erklärt, er könne an guten Tagen die 220 Meter bis zur nächsten Postautohaltestelle bewältigen. Allerdings müsse er die vielbefahrene X.____ -strasse überque- ren, wenn er zur Haltestelle (Fahrtrichtung Y.____) g elangen wolle. Hierbei fehle jedoch ein Fussgängerstreifen in unmittelbarer Nähe. Deshalb könne er die Strasse aufgrund seiner ein- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht geschränkten Gehgeschwindigkeit nicht alleine überqueren . Hierzu hält die Abklärungsperson fest, die Überquerung der Strasse müsste dem Versicherten möglich sein. Schliesslich führt sie aus, die versicherte Person werde bei sämtlichen ausserhäusl ichen Terminen von der Mutter gefahren. Sowohl der Versicherte als auch seine Partner in hätten keinen Führerschein. Aus diesem Grund leiste die Mutter nahezu täglich diverse Fa hrdienste. Sofern die Mutter nicht ver- fügbar sei, organisiere sich der Versicherte ein Taxi. 7.3 Der Bericht des B.____ vom 9. Oktober 2019 listet z ahlreiche Diagnosen auf (vgl. IV- act. 491). Zudem wird eingehend über eine Adipositasa bklärung berichtet. Informationen über die Fortbewegungsfähigkeit des Versicherten lassen sich dem Bericht jedoch nicht entnehmen. 7.4 Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führt in seinem Arztbericht vom 19. Januar 2020 aus, es bestünden belastungsabhängige Schmerzen im ganzen Bewe- gungsapparat, weswegen der Versicherte in seiner Mobi lität eingeschränkt sei. Der Beschwer- deführer könne zwar wieder ohne Stöcke gehen, die Schm erzen würden jedoch die Gehfähig- keit auf rund 100 Meter begrenzen. 7.5 Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, berichtet am 26. März 2020, die Gelenkbeschwerden würden dem Beschwerdeführer verunmögli chen, selbständig ihre Arztpra- xis aufzusuchen, weshalb er auf einen Fahrdienst angewie sen sei. Aus ihrer Sicht habe der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades. 7.6 Dr. med. E.____, FMH Handchirurgie und Orthopädi sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, von der Klinik F.____ schilder t in seinem nach Verfügungszeitpunkt erstellten Bericht vom 23. Dezember 2020, an beiden Händen bestünden schwere Fehlentwick- lungen. Die Schmerzen am Metacarpal-Köpfchen (MP) II rechts hätten nochmals zugenommen, wobei mittlerweile auch am MP III links und am MP III beidseitig nunmehr Schmerzen aufträten. Dr. E.____ führt aus, die Deformierungen an den Hand gelenken sowie an den Metacarpal- Köpfchen könnten nicht aufgehalten oder beeinflusst werd en. Es sei im Gegenteil mit mehr Be- schwerden zu rechnen, wenn sich degenerative Gelenkveränderungen einstellen würden. 7.7 Ebenfalls nach Erlass der Verfügung stellt Prof. Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, im Bericht vom 19. Januar 2021 die folgenden Diagnosen: − fortgeschrittene Arthrose oberes und unters Sprunggel enk rechts, − symptomatischer Morbus Köhler II Zehe II rechts, − Status nach Implantation einer Hüfttotalprothese be idseits bei spondyloepiphysärer Dysplasie, − Fehlentwicklung der Handwurzel- und Mittelhandknochen beidseits und − Adipositas Diese Diagnosen würden die erheblich verminderte Bela stbarkeit des Skelettes erklären, die sich vor einem Jahr akzentuiert habe und seither persistie re. Deshalb könne der Versicherte aktuell nur noch wenige Schritte gehen und sei zunehmen d auf den Rollstuhl angewiesen. Die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorgesehene Magenbypass-Operation dürfte die Gesamtsitu ation möglicherweise verbessern, behebe jedoch nicht die Probleme an den Fussgelenken. Schliesslich sei eine Stockentlastung aufgrund der Fehlentwicklung an den Händen nur beschränkt möglich. 8.1 Gestützt auf den Abklärungsbericht vom 17. Juli 20 19 verneinte die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 14. August 2020 einen Anspruch auf ein e Hilflosigkeit mittleren Grades. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, der Abklä rungsdienst habe festgestellt, es sei dem Versicherten möglich, die öffentlichen Verkehrsmitt el zu benutzen. Demzufolge werde kei- ne regelmässige und erhebliche Dritthilfe in der Lebensverrichtung "Fortbewegung" benötigt. 8.2 Diesem Abklärungsbericht vom 17. Juli 2019 kommt hinsic htlich der Frage nach der Einschränkung in der Lebensverrichtung "Fortbewegung" j edoch keine ausschlaggebende Be- weiskraft zu. 8.3 Die Abklärungsperson hält zur Lebensverrichtung "Fo rtbewegung" fest, es müsse dem Versicherten möglich sein, die X.____ -strasse zu überquer en. Zudem seien die Fahrdienste der Mutter damit begründet, dass der Versicherte und seine Partnerin über keinen Führerschein verfügen würden. Diesbezüglich ist zunächst festzustellen, dass es dem Abklärungsbericht vom 17. Juli 2019 bereits an der Erfüllung der formellen Voraussetzungen mangelt. So ist fraglich, ob die Abklärungsperson ausreichende Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse hat- te. Sie begründet die selbständige Benutzung des öffentlichen Verkehrs durch den Versicherten ausschliesslich damit, dass es ihm möglich sein müsse, die X .____ -strasse zu überqueren. Dies ist auch mit Blick auf die gesundheitlichen Einschränk ungen in Frage zu stellen, zumal kein Fussgängerstreifen in unmittelbarer Nähe vorhanden ist. Selbst wenn die Strassenüber- querung möglich sein sollte, ist dem Beschwerdeführer darin zuzustimmen, dass auch die Stre- ckenbewältigung nach dem Aussteigen aus den öffentlichen Verkehrsmitteln zu berücksichtigen ist. Hierzu enthält der Bericht keine Ausführungen. Ferner trifft es nicht zu, dass die Fahrdienste seiner Mutter auf den fehlenden Führerschein zurückzuführ en sind. So lässt sich bereits dem Abklärungsbericht vom 29. Juli 2015 entnehmen, dass die Fahrdienste der Mutter in erster Linie in der gesundheitlichen Situation begründet liegen. Der Beschwerdeführer hält zu Recht fest, dass die Abklärungsperson die medizinischen Ursachen der eingeschränkten Gehfähigkeit nicht (richtig) erfasst habe. Diese hat sich unzureichend mit den vorliegenden gesundheitlichen Ein- schränkungen auseinandergesetzt; es fehlen Erläuterungen, inwiefern sich diese auf die Geh- fähigkeit des Versicherten auswirken. Des Weiteren ist wed er dem Abklärungsbericht noch der Verfügung eine Begründung zu entnehmen, weshalb die Dritthilfe in der Lebensverrichtung "Fortbewegung" verneint wird, obwohl der Abklärungsbericht vom 29. Juli 2015 eine solche seit 1998 anerkannt hatte. Soweit die Beschwerdegegnerin d en Abklärungsbericht vom 17. August 2018 als weitere Begründung beizieht, ist zu berücksichti gen, dass dieser sich nicht ohne Wei- teres auf die jetzige Situation übertragen lässt. Damals wurden der Heimaufenthalt und die dor- tigen Umstände berücksichtigt. Die Dritthilfe bei der Le bensverrichtung "Fortbewegung" wurde im Wesentlichen aufgrund dieses Heimaufenthaltes verneint. Schliesslich lassen sich der medi- zinischen Aktenlage keine Hinweise entnehmen, dass sich in der Lebensverrichtung "Fortbe- wegung" eine Verbesserung eingestellt haben soll. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.4 Die medizinische Aktenlage, namentlich der Bericht v on Dr. C.____ vom 19. Januar 2020, lässt vielmehr erkennen, dass sich die Fortbewegung sfähigkeit des Beschwerdeführers verschlechtert hat. Dies scheint auch die Beschwerdegegnerin erkannt zu haben, weshalb sie in ihrer Vernehmlassung zur Auffassung gelangt ist, dass de r Anspruch auf eine höhere Hilflo- senentschädigung nicht abschliessend beurteilt werden kön ne, sondern weitere Abklärungen angezeigt seien. Damit räumt die Beschwerdegegnerin e in, den Sachverhalt unvollständig ab- geklärt zu haben. Was die nach dem Verfügungszeitpunkt eingereichten Berichte von Prof. Dr. G.____ vom 19. Januar 2021 und Dr. E.____ vom 23. Dezember 2020 betrifft, so kann dem Beschwerdeführer jedoch insoweit nicht gefolgt wer den, dass sich allein daraus hinrei- chende Erkenntnisse zur Fortbewegungsfähigkeit im Ver fügungszeitpunkt gewinnen lassen würden. Obschon beide Berichte die Einschränkung in der Fortbewegungsfähigkeit aufzeigen, fehlen detaillierte medizinische Erläuterungen, was den zeitlichen Verlauf betrifft. Gleichwohl ist festzustellen, dass die vorgelegten Berichte insgesamt eine abnehmende Fähigkeit, sich fortzu- bewegen, aufzeigen. Die Feststellungen der behandelnde n Ärzte fügen sich nahtlos ins Ge- samtbild ein, wonach sich die Fortbewegungsfähigkeit n icht verbessert hat, sondern zuneh- mend verschlechtert. 8.5 Das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er auch b ei der Fortbewegung hilfs- bedürftig sei, steht im Einklang mit der medizinischen A ktenlage und ist mit Blick auf seine Krankengeschichte im Längsschnitt stimmig. Den Akten ist zu entnehmen, dass der Versicherte seit seinem sechsten Lebensjahr an einer epiphysären Dys plasie leidet. Wie die verschiedenen leistungszusprechenden Verfügungen belegen, führte seine eingeschränkte Fortbewegungsfä- higkeit dazu, dass bereits im Kindesalter verschiedene Hil fsmittel, medizinische Massnahmen sowie Hilflosenentschädigungen ausgerichtet wurden. Der Abklärungsbericht vom 29. Juli 2015 hält sodann ausdrücklich fest, dass der Versicherte weiter hin seit November 1998 – seit er sechs Jahre alt ist – einer regelmässigen und erheblichen Dritthilfe bei der Fortbewegung be- darf. Daran hat sich bis zum heutigen Zeitpunkt nichts g eändert. Vielmehr prognostizieren die medizinischen Fachpersonen eine abnehmende Fortbewegungsfähigkeit. 8.6 Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist gestützt auf die vorliegende Aktenlage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh- rer erheblich und regelmässig auf eine Dritthilfe bei der Fortbewegung im Freien angewiesen ist. Auf weitere medizinische Abklärungen kann verzichtet w erden. Die damit verbundene anti- zipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtl icher Rechtsprechung zulässig (vgl. BGE 144 II 427 E. 3.1.3, 141 I 60 E. 3.3). Dam it besteht Anspruch auf eine Hilflosenent- schädigung mittleren Grades. Die angefochtene Verfügun g vom 14. August 2020 ist demnach aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine Hilflosenent schädigung mittleren Grades mit Wir- kung ab 1. März 2019 zuzusprechen. Bei diesem Ergebnis ist die Beschwerde gutzuheissen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassungs - und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend i st die Beschwerdegegnerin unterlie- gende Partei, weshalb ihr die Verfahrenskosten zu überbinden sind. 9.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende besch werdeführende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter hat für das vorliegende Verfahren einen Gesamtaufwand von 18.25 Stunden ausge wiesen. Die erste Honorarnote vom 17. November 2020 führte einen Zeitaufwand von 15.92 Stunden auf. Dabei benötigte er für das Aktenstudium und das Verfassen der Beschwerde 12 Stunde n. Dieser Aufwand erweist sich im Vergleich zu ähnlich gelagerten Fällen sowie angesichts des beschränkten Aktenumfangs und der begrenzten Fragestellung als zu hoch, zumal nicht be gründet wurde, weshalb ein erhöhter Zeitaufwand anfiel. Deshalb sind die angegebenen 12 S tunden um vier auf angemessene acht zu kürzen. Nicht zu beanstanden ist die Honorarnote vom 5. März 2021 sowie die insgesamt geltend gemachten Auslagen. Mithin verbleibt ein Gesamt aufwand von 14.25 Stunden, welche zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchsch nittliche Fälle zur Anwen- dung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen sind. Dem Beschwerdeführer ist daher eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'906.29 (14.25 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) auszurichten. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügu ng der IV-Stelle Ba- sel-Landschaft vom 14. August 2020 aufgehoben und es wir d festge- stellt, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März 2019 einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades hat. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3'906.29 (inkl. Ausla gen und 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht