A bteilung III C -2381/2006 {T 0 /2 } U rteil vom 27. Juli 2007 Besetzung: R ichter Alberto M euli (Abteilungspräsident), R ichter Eduard Acherm ann, R ichter Francesco Parrino, G erichtsschreiber Jean-M arc W ichser. X._______, vertreten durch R echtsanw ältin Irene Buchschacher, W alchestrasse 17, 8006 Zürich, Beschw erdeführerin, gegen Stiftung A uffangeinrichtung B VG , Zw eigstelle D eutschschw eiz, Binzstrasse 15, Postfach 2855, 8022 Zürich, vertreten durch Advokatin lic. iur. Sim one Em m el, R üm elinsplatz 14, 4001 Basel, Vorinstanz, betreffend B eitragsrechnung, Verjährung von B eitragsforderungen. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. A.a Am 16. Juli 2004 verfügte die Stiftung Auffangeinrichtung BVG (nachfol- gend: Auffangeinrichtung oder Vorinstanz) den rückw irkenden Zw angsan- schluss der X._______ (nachfolgend: Arbeitgeberin oder Be- schw erdeführerin) per 1. Januar 1985 (act. 2). D iese Verfügung erw uchs unangefochten in R echtskraft. Am 25. N ovem ber 2004 stellte die Auffang- einrichtung der Arbeitgeberin eine R echnung im G esam tbetrage von Fr. 303'364.-- zu, w elche sich aus rückständigen Beiträgen für die Jahre 1985 bis 2003 von Fr. 197'678.-- zuzüglich Zinsen von Fr. 101'828.--, Verfü- gungskosten von Fr. 525.-- sow ie ausserordentlichen Kosten von Fr. 3'333.-- zusam m ensetzte (act. B 2). N achdem die R echnung unbezahlt blieb, liess die Auffangeinrichtung die Arbeitgeberin betreiben, w orauf die- se R echtsvorschlag erhob. A.b M it Verfügung vom 16. Septem ber 2005 verpflichtete die Auffangeinrich- tung die Arbeitgeberin zur Bezahlung des in Betreibung gesetzten Be- trages von Fr. 303'364.-- zuzüglich Sollzinsen von Fr. 94.80 gem äss dem Kontoauszug per 31.12.2004 zuzüglich 6% Zins seit 1.3.2005 sow ie Ko- sten von Fr. 150.-- und erteilte sich in diesem U m fang zuzüglich der Ko- sten des Zahlungsbefehls von Fr. 200.-- definitive R echtsöffnung. D ie Ko- sten für diese Verfügung von Fr. 450.-- w urden der Arbeitgeberin auferlegt (act. B 3). B. B.a G egen die Verfügung vom 16. Septem ber 2005 erhob die Arbeitgeberin am 17. O ktober 2005 Beschw erde bei der Eidgenössischen Beschw erde- kom m ission der beruflichen Alters-, H interlassenen- und Invalidenvorsorge (nachfolgend Eidg. Beschw erdekom m ission BVG ) m it den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Angelegenheit sei an die Vorinstanz zur N eubeurteilung zurückzuw eisen, unter Kostenfolgen zu Lasten derselben. Zur Begründung m achte die Beschw erdeführerin im W e- sentlichen die Verjährung eines Teils der geltend gem achten Beiträge gel- tend. D ie Beitragsrechnung sei zudem für sie nicht überprüfbar, da Anga- ben zum AH V-pflichtigen Lohn, zum Koordinationsabzug sow ie zum Pro- zentsatz des Arbeitgeber- und des Arbeitnehm erbeitrages fehlten. Schliesslich sei auch die Verzugszinsberechnung nicht nachvollziehbar (act. B 4). B.b M it Vernehm lassung vom 9. D ezem ber 2005 beantragte die Beschw erde- gegnerin, die Beschw erde sei abzuw eisen, unter Kosten- und Entschädi- gungsfolgen. Zur Begründung w ies sie darauf hin, dass Freizügigkeitslei- stungen nicht verjährten (act. B 11). Sie reichte sodann die Beitragsord- nungen seit dem Jahre 1985 (act. 4), die Berechnungen betreffend die Verzugszinsen (act. 3 und 5) sow ie die Versicherungsausw eise der beiden Arbeitnehm enden der Beschw erdeführerin seit dem Jahre 1985 (act. 5b 3 und 5c) ein. C . C .a M it R eplik vom 16. M ärz 2006 liess die nunm ehr anw altlich vertretene Be- schw erdeführerin beantragen, es seien die Jahreslohnabrechnungen der zuständigen Ausgleichskassen beizuziehen. Sodann sei die Verzugszins- berechnung aufzuheben und so zu korrigieren, dass keine Zinseszinsen berechnet w ürden. Zur Begründung liess sie ausführen, bezüglich des AH V-pflichtigen Lohnes bestünden beispielsw eise für das Jahr 1995 D iffe- renzen zw ischen den der AH V gem eldeten Einkom m en und denjenigen, w elche die Beschw erdegegnerin in den Jahresbescheinigungen aufführe. Für den Bezug von Zinseszinsen fehle sodann eine gesetzliche G rundlage (act. B 30). C .b M it D uplik vom 12. April 2006 reichte die Beschw erdegegnerin Kopien der von der Beschw erdeführerin der Ausgleichskasse eingereichten Lohnbe- scheinigungen der Jahre 1985 bis 2005 ein und verw ies darauf, dass nebst den darin aufgeführten Löhnen im Jahre 1995 auf G rund einer Intervention der R evisionsstelle der Ausgleichskassen eine N achtragsbuchung erfolgt sei. Bezüglich Zinseszinsen verw ies sie auf Art. 104 Abs. 2 O R (act. B 32 und B 33). D . D .a In ihrer Triplik vom 26. Juli 2006 m achte die Beschw erdeführerin geltend, Art. 104 Abs. 2 O R sei vorliegend nicht anw endbar, sondern Art. 105 O R . Verzugszinsen von Zinszahlungen seien erst vom Tage der Betreibung oder der gerichtlichen Klage zu bezahlen (act. B 40). D .b In ihrer Q uadruplik liess die nunm ehr anw altlich vertretene Beschw erde- gegnerin ausführen, die in R echtskraft erw achsene Verfügung betreffend Zw angsanschluss habe ein neues R echtsverhältnis begründet, w eshalb die Verjährung der Beiträge erst m it diesem Anschluss an die Auf- fangeinrichtung zu laufen begonnen habe. D ie Beitragsforderung sei daher noch nicht verjährt. Bezüglich der Zinseszinsen gelte es zu berücksichti- gen, dass die Vorsorgeeinrichtung nach Art. 11 Abs. 2 lit. a BVV2 am Ende des Kalenderjahres dem individuellen Altersguthaben der versicherten Person den jährlichen Zins auf dem Altersguthaben nach dem Kontostand am Ende des Vorjahres gutzuschreiben habe. D en M indestzinssatz lege der Bundesrat fest. Er betrage seit dem 1. Januar 2005 m indestens 2.5 % . Im BVG -Bereich bestehe som it eine fortdauernde Zinseszinspflicht. D am it die Arbeitnehm enden keine finanziellen Einbussen betreffend ihrer künf- tigen R ente gew ärtigen m üssten, sei die Beschw erdegegnerin zur Bei- tragserhebung inklusive jährlicher Verzinsung des Altersguthabens ver- pflichtet (act. B 47). E. D en m it Zw ischenverfügung vom 21. April 2006 vom Präsidenten der Eidg. Beschw erdekom m ission BVG verlangten Kostenvorschuss in der H öhe von Fr. 2'000.-- überw ies die Beschw erdeführerin fristgerecht (act. B 34, B 36).4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). Zu den an- fechtbaren Verfügungen gehören jene der Auffangeinrichtung im Bereiche der beruflichen Vorsorge, zum al diese öffentlich-rechtliche Aufgaben des Bundes erfüllt (Art. 33 lit. h VG G ). Eine Ausnahm e, w as das Sachgebiet angeht, ist in casu nicht gegeben (Art. 32 VG G ). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D eparte- m ente hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 2. Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist der Verw altungs- akt der Auffangeinrichtung vom 16. Septem ber 2005, w elcher eine Verfü- gung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 lit. a und b und Abs. 2 Vw VG darstellt. D ie Beschw erdeführerin hat gegen die Verfügung vom 16. Septem ber 2005 frist- und form gerecht Beschw erde erhoben (Art. 50 und 52 Vw VG ). Als Adressatin ist die Beschw erdeführerin durch die Verfügung besonders berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 lit. a, b und c Vw VG ). N achdem auch der einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- rechtzeitig überw iesen w orden ist, ist auf das R echtsm ittel einzutreten. 3. D as Bundesverw altungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht ein- schliesslich der Ü berschreitung und des M issbrauchs des Erm essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach- verhaltes und die U nangem essenheit, w enn nicht eine kantonale Behörde als Beschw erdeinstanz verfügt hat (Art. 49 Vw VG ). 4. 4.1 4.1.1 N ach Art. 12 Abs. 1 BVG haben Arbeitnehm er oder ihre H interlassenen Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen, auch w enn sich der Arbeitgeber noch nicht einer Vorsorgeeinrichtung angeschlossen hat. D iese Leistungen w erden von der Auffangeinrichtung erbracht. In diesem Fall schuldet der Arbeitgeber der Auffangeinrichtung nicht nur die entsprechenden Beiträge sam t Verzugszinsen sondern auch einen Zuschlag als Schadenersatz (Art. 12 Abs. 2 BVG ). Art. 12 BVG regelt eine spezielle Situation, die darin be- steht, dass ein Versicherungsfall (Tod oder Invalidität des Arbeitnehm ers) eintritt oder das Arbeitsverhältnis aufgelöst w ird, bevor der Arbeitgeber ei- ner Vorsorgeeinrichtung angeschlossen ist (vgl. Pra 2004 N r. 137 S. 775 E. 5.1 m it H inw eisen).5 4.1.2 W ie sich aus den Akten ergibt, w ar bei einem der beiden Arbeitnehm er der Beschw erdeführerin der Versicherungsfall der Invalidität im Jahre 2000 (Präm ienbefreiung seit 17. August 1999) bzw . der Versicherungsfall des Alters im Jahre 2002 eingetreten (vgl. act. 2 und 5b). Im Zeitpunkt des Zw angsanschlusses am 16. Juli 2004 bestand dam it bereits eine gesetzli- che Leistungspflicht der Vorinstanz auf Bezahlung einer Invaliden- bzw . Al- tersrente (vgl. Pra 2006 N r. 11 S. 77 E. 4.3 m it H inw eisen). Art. 12 Abs. 2 BVG ist daher im vorliegenden Fall anw endbar. 4.2 G em äss Art. 60 Abs. 2bis BVG kann die Auffangeinrichtung zur Erfüllung ih- rer Aufgaben nach Abs. 2 lit. a (Zw angsanschluss) und b (Anschluss von Arbeitgebern auf deren Begehren) und Art. 12 Abs. 2 BVG (Beiträge, Zin- sen und Schadenersatz im Zusam m enhang m it Leistungen vor dem An- schluss) Verfügungen erlassen, w elche vollstreckbaren U rteilen im Sinne von Art. 80 des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetrei- bung und Konkurs (SchKG ) gleichgestellt sind. D ie Vorinstanz w ar daher befugt, in ihrer Verfügung nicht bloss einen Sachentscheid über die Verpflichtung der Arbeitgeberin zu einer G eldzahlung zu fällen, sondern gleichzeitig auch als R echtsöffnungsinstanz über die Aufhebung des R echtsvorschlags zu befinden (vgl. BG E 119 V 331 E. 2b m it H inw eisen). 5. D ie Beschw erdeführerin m acht zunächst eine teilw eise Verjährung der Bei- tragsforderung geltend. 5.1 N ach Art. 41 Abs. 2 BVG verjähren Forderungen auf periodische Beiträge und Leistungen nach fünf, andere nach zehn Jahren, w obei die Art. 129- 142 des O bligationenrechts (O R ; SR 220) anw endbar sind. G em äss der R echtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG ) be- gründet der zw angsw eise Anschluss an die Auffangeinrichtung ein neues R echtsverhältnis, w eshalb die Verjährung für Beiträge früherer Jahre erst im Zeitpunkt des Anschlusses beginnt (SZS 1994 S. 388ff.; U rteil des EVG vom 1. M ai 2000, B 54/99, E. 2a und 5). 5.2 Im vorliegenden Fall erfolgte der Zw angsanschluss der Beschw erdeführe- rin m it Verfügung vom 16. Juli 2004. Selbst w enn die Verjährungsfrist von fünf Jahren bereits ab dem Eintritt des Versicherungsfalles der Invalidität am 1. M ai 2000 zu laufen begonnen hätte (die R echtsprechung geht bei ei- nem Zw angsanschluss gem äss Art. 12 BVG davon aus, dass der diesbe- züglichen Verfügung nur Feststellungscharakter zukom m t vgl. BG E 130 V 526 E. 4.3 = Pra 2006 N r. 11 S. 77 E. 4.3), w ar die Verjährung der Bei- tragsforderungen am 19. April 2005, als die Vorinstanz das Betreibungsbe- gehren stellte, noch nicht eingetreten. 6. Sow eit die Beschw erdeführerin in ihrer Beschw erde beanstandet, die Bei- tragsrechnung sei für sie nicht überprüfbar, gilt festzuhalten, dass im R ah- m en des vorliegenden Beschw erdeverfahrens die Vorinstanz die Beitrags- ordnungen seit dem Jahre 1985, die Versicherungsausw eise der beiden Arbeitnehm enden der Beschw erdeführerin seit dem Jahre 1985 sow ie die Jahreslohnabrechnungen der Ausgleichskassen für die Jahre 1985 bis 2005 eingereicht hat. Auf G rund dieser Jahreslohnabrechnungen konnte die Vorinstanz insbesondere auch die Korrektheit der von der Beschw erde-6 führerin in ihrer R eplik gerügten Abw eichung vom der AH V gem eldeten Lohn im Jahre 1995 belegen. In ihrer Triplik hat denn auch die Beschw er- deführerin an ihrer Behauptung, die Berechnung der Jahresbeiträge sei fehlerhaft, nicht w eiter festgehalten bzw . diese Behauptung nach Einsicht in die Akten nicht w eiter substantiiert (vgl. SVR 1994 BVG N r. 2 S. 4 E. 3a/aa). Auch auf G rund der Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass die in der angefochtenen Verfügung rückw irkend geltend gem achten Bei- träge für die Jahre 1985 bis 2003 falsch berechnet w orden w ären. Es ist folglich davon auszugehen, dass die Beitragsforderung der Vorinstanz für die Jahre 1985 bis 2003 im U m fang von Fr. 197'678.-- korrekt ist. 7. Streitig und zu prüfen ist dam it insbesondere die Frage, ob die Vorinstanz zu R echt Verzugszinsen, insbesondere Zinseszinsen erhoben hat. 7.1 D ie Vorinstanz ist eine Vorsorgeeinrichtung im Sinne des BVG (Art. 60 Abs. 1 BVG ), w elche besondere gesetzliche Aufgaben zu erfüllen hat, so unter anderem Arbeitgeber anzuschliessen, die ihrer Pflicht zum Anschluss an eine Vorsorgeeinrichtung nicht nachkom m en (Art. 60 Abs. 2 lit. a BVG in Verbindung m it Art. 11 BVG ; vgl. JÜ R G BR Ü H W ILER , O bligato- rische berufliche Vorsorge, in: Schw eizerisches Bundesverw altungsrecht, Soziale Sicherheit, Basel 1998, S. 17 N 40). D er Zw angsanschluss eines Arbeitgebers an die Auffangeinrichtung erfolgt rückw irkend (Art. 11 Abs. 6 BVG ). D er angeschlossene Arbeitgeber hat der Auffangeinrichtung die Bei- träge für alle dem BVG unterstellten Arbeitnehm er von dem Zeitpunkt an zu entrichten, von dem an er bei einer Vorsorgeeinrichtung hätte ange- schlossen sein m üssen (Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über die Ansprüche der Auffangrichtung der beruflichen Vorsorge [SR 831.434]). D er vom Arbeitgeber geschuldete Verzugszins entspricht dabei dem jew eils von der Auffangeinrichtung für geschuldete Beiträge geforderten Zinssatz (Art. 3 Abs. 2 der Verordnung über die Ansprüche der Auffangrichtung der berufli- chen Vorsorge). 7.2 G esetzliche G rundlage für die rückw irkende Erhebung von Verzugszinsen ist som it Art. 3 Abs. 1 und 2 der Verordnung über die Ansprüche der Auf- fangeinrichtung der beruflichen Vorsorge. D iese Verordnungsbestim m ung ist zw eifellos gesetzm ässig, hält doch auch Art. 12 Abs. 2 BVG die Pflicht des Arbeitgebers zur Leistung von Verzugszinsen im Falle eines rückw ir- kenden Zw angsanschlusses ausdrücklich fest. Auch das EVG hat in seiner R echtsprechung ausgeführt, dass bei einem rückw irkenden Zw angsan- schluss für die Beitragsforderungen in Ü bereinstim m ung m it Art. 102 Abs. 2 O R keine M ahnung erforderlich ist, dam it Verzugszinsen geschuldet sind. W ürde eine M ahnung verlangt, w ürde denn auch die Auffangeinrich- tung bei der Ausübung ihrer Pflichten gem äss Art. 60 Abs. 2 lit. a BVG ei- nen Schaden erleiden, dessen Eintritt sie nicht verhindern könnte (SZS 2005 S. 488 = U rteil des EVG vom 28. M ai 2001, B 75/00, E. 4b). Eine Verzinsung der ausstehenden Beiträge w ar daher im vorliegenden Fall auch ohne vorgängige M ahnung zulässig. 7.3 7.3.1 N ach Art. 105 Abs. 3 O R dürfen von Verzugszinsen keine Verzugszinsen 7 berechnet w erden. D as Verbot von Zinseszinsen ist dispositiver N atur, d.h. es steht den Parteien frei, eine davon abw eichende Vereinbarung zu tref- fen, z.B. im R ahm en eines Kontokorrentverhältnisses (vgl. W O LFG AN G W IEG AN D , Basler Kom m entar zum Schw eizerischen Privatrecht, 3. Auflage, Basel 2003, Art. 105 N 6 m it H inw eisen; G AU C H /SC H LU EP /SC H M ID /R EY, Schw ei- zerisches O bligationenrecht, Allgem einer Teil, Band II, 8. Auflage, Zürich 2003, R z 2419). Im BVG -Bereich ist die Führung eines Präm ien-Kontokor- rents m öglich. D abei w erden Vertragszinsen im R ahm en eines Kontokor- rentes gestützt auf Art. 117 Abs. 2 O R nach der Saldoziehung und Aner- kennung des Saldos durch den Schuldner noviert. D am it verlieren sie ihren C harakter als Vertragszinsen, so dass Art. 105 Abs. 3 O R nicht zur An- w endung kom m t. 7.3.2 Aus den Akten, insbesondere aus den Anschlussbedingungen ergibt sich nicht, dass die Vorinstanz ein Präm ien-Kontokorrent führt. D am it fehlt es an einer G rundlage, um auf den ausstehenden Präm ien Zinseszinsen zu erheben. D aran ändert nichts, dass nach Art. 11 Abs. 2 lit. a der Verord- nung über die berufliche Alters-, H interlassenen- und Invalidenvorsorge vom 18. April 1984 (BVV 2) die Vorsorgeeinrichtung am Ende des Kalen- derjahres dem individuellen Alterskonto der versicherten Personen den jährlichen Zins auf dem Altersguthaben nach dem Kontostand am Ende des Vorjahres gutzuschreiben hat. D iese Bestim m ung betrifft einzig die Al- tersgutschriften und nicht die Präm ien. Aus der N ovierungspflicht der Vor- sorgeeinrichtungen im Sinne von Art. 117 Abs. 2 O R bezüglich der Alters- konten kann folglich nicht auf eine N ovierungspflicht bei den Beiträgen ge- schlossen w erden. Zw ar hat die Vorinstanz den Versicherten auch rückw ir- kend Zinseszinsen zu bezahlen, diese Zinseszinsen betreffen jedoch aus- schliesslich die Altersgutschriften, für w elche nur ein Teil der Präm ien ver- w endet w ird. Sow eit die Vorinstanz geltend m acht, durch den rückw irken- den Zw angsanschluss habe sie einen grösseren Schaden erlitten, als ihr durch die Verzugszinsen vergütet w ird, hat sie diesen Schaden zu bew ei- sen (vgl. Art. 106 Abs. 1 O R ). Ein solcher N achw eis fehlt jedoch vorlie- gend. D em entsprechend lässt sich die Verzugszinsberechnung nicht auf- recht erhalten. Vielm ehr ist die angefochtene Verfügung in diesem Punkt aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuw eisen, dam it sie die Zinsen ohne Berücksichtigung von Zinseszinsen neu berechne. 7.4 D ie Vorinstanz m acht einen Verzugszins von 6% ab 1. M ärz 2005 geltend. Aktenkundig ist, dass sie die Beschw erdeführerin am 19. April 2005 betrie- ben hat. Eine frühere M ahnung ist nicht bei den Akten. Ebenso fehlt in den Akten ein H inw eis, dass ein Verzugszinssatz von 6% vereinbart w orden w äre. G em äss Art. 104 Abs. 1 O R beträgt daher der Verzugszins auf der Beitragsforderung von Fr. 197'678.-- ab Einreichung des Betreibungsbe- gehrens 5% . Ebenso schuldet die Beschw erdeführerin für die geltend ge- m achten Verfügungskosten von Fr. 525.-- sow ie die ausserordentlichen Kosten von Fr. 3'333.-- ab dem 19. April 2005 einen Verzugszins von 5% . 8. G em äss dem Anhang zu den Anschlussbedingungen (gültig ab dem 1. Ja- nuar 2005) schuldet die Beschw erdeführerin der Vorinstanz für die Einleitung der Betreibung eine U m triebsentschädigung von Fr. 100.-- (vgl. 8 act. 2). D ie Kosten des Zahlungsbefehls von Fr. 200.-- können dagegen nicht in die R echtsöffnung m iteinbezogen w erden, da diese von der Vorinstanz als G läubigerin vorzuschiessen sind (Art. 68 Abs. 1 zw eiter Satz SchKG ) und die endgültige Belastung der Beschw erdeführerin als Schuldnerin m it Betreibungskosten vom Ausgang des Betreibungs- verfahrens abhängt (vgl. Pra 73 N r. 195). D er R echtsvorschlag w irkt ohne- hin nicht gegen die (am tlichen) Betreibungskosten, da diese von G esetzes w egen von der Schuldnerin zu tragen sind (Art. 68 Abs. 1 erster Satz SchKG ). D ie G läubigerin ist zudem berechtigt, von den Zahlungen der Schuldnerin die Betreibungskosten vorab zu erheben (Art. 68 Abs. 2 SchKG ). 9. G estützt auf die vorstehenden Erw ägungen ist die Beschw erde teilw eise gutzuheissen und die Verfügung vom 16. Septem ber 2005 aufzuheben. D ie Beschw erdeführerin ist zu verpflichten, der Vorinstanz einen Betrag von Fr. 201'536.-- zuzüglich Zins von 5% ab 19. April 2005 sow ie eine U m - triebsentschädigung von Fr. 100.-- zu bezahlen. In diesem U m fang ist der R echtsvorschlag in der Betreibung N r. 3899 des Betreibungsam tes W inkel aufzuheben und die angefochtene Verfügung zu bestätigen. Im Ü brigen ist die Sache an die Vorinstanz zurückzuw eisen, dam it sie die bis 18. April 2005 geschuldeten Verzugszinsen auf der Beitragsforderung von Fr. 197'678.-- im Sinne der Erw ägung 7.3.2 ohne Zinseszinsen neu berechne. 10. 10.1 D ieser Verfahrensausgang entspricht einem m ehrheitlichen U nterliegen der Beschw erdeführerin. G em äss Art. 63 Abs. 1 Vw VG w erden die Verfah- renskosten in der R egel der unterliegenden Partei auferlegt. Abs. 2 Satz 1 dieser Bestim m ung sieht zudem vor, dass Vorinstanzen und beschw erde- führenden und unterliegenden Bundesbehörden keine Verfahrenskosten auferlegt w erden. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten, w elche gestützt auf das R eglem ent vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungs- gericht (SR 173.320.2) zu bestim m en sind und vorliegend auf Fr. 2'000.-- festgelegt w erden, zu erm ässigen und im U m fang von Fr. 1'500.-- der Be- schw erdeführerin aufzuerlegen. D er seitens der Beschw erdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- ist ihr im U m fang von Fr. 500.-- zurück zu erstatten. 10.2 D ie Beschw erdeinstanz kann der ganz oder teilw eise obsiegenden Partei von Am tes w egen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erw ach- sene notw endige und verhältnism ässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D a die Beschw erdeführerin vorliegend nur in geringem M asse obsiegt, w ird ihr eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 500.-- zu Lasten der Vorinstanz zugesprochen. D er Letzgenannten, w elche die obligatorische Versicherung durchführt, ist gem äss der R echtsprechung, w onach Träger oder Versicherer der beruflichen Vorsorge gem äss BVG grundsätzlich keinen Anspruch auf Parteientschädigung haben (BG E 126 V 49 E. 4), keine Parteientschädigung zuzusprechen.9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde gegen die Verfügung Stiftung Auffangeinrichtung BVG vom 16. Septem ber 2005 w ird teilw eise gutgeheissen und die Verfügung aufgehoben. 2. D ie Beschw erdeführerin w ird verpflichtet, der Vorinstanz einen Betrag von Fr. 201'536.-- zuzüglich Zins von 5% ab 19. April 2005 sow ie eine U m triebsenschädigung von Fr. 100.-- zu bezahlen. In diesem U m fang w ird der R echtsvorschlag in der Betreibung N r. 3899 des Betreibungsam tes W inkel aufgehoben und die angefochtene Verfügung bestätigt. Im Ü brigen w ird die Sache an die Vorinstanz zurückgew iesen, dam it sie die bis 18. April 2005 geschuldeten Verzugszinsen auf der Beitragsforderung von Fr. 197'678.-- im Sinne der Erw ägung 7.3.2 neu berechne. 3. D ie erm ässigten Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- w erden der Beschw er- deführerin auferlegt und m it dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- verrechnet. D er Saldobetrag von Fr. 500.-- w ird ihr zurückerstattet. 4. D er Beschw erdeführerin w ird eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 500.-- zu Lasten der Vorinstanz zugesprochen. 5. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (G erichtsurkunde) - dem Bundesam t für Sozialversicherungen (G erichtsurkunde) D er Präsident: D er G erichtsschreiber: Alberto M euli Jean-M arc W ichser R echtsm ittelbelehrung G egen dieses U rteil kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschw erde in öffentlichrechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (vgl. Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BG G , SR 173.110). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ) Versand am :