<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00351</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106476&amp;W10_KEY=4467147&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00351</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.12.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Festsetzung Strassenprojekt</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Strassenprojekt im Zusammenhang mit der Erschliessung des Installationsplatzes für den Bau des Üetlibergtunnels<br/><br/>Die Beschwerde ist vorliegend zulässig (E. 1a).<br/>Die Beschwerdeführer sind nach § 338a Abs. 2 PBG legitimiert (E. 1b).<br/>Auf Augenschein und zweiten Schriftenwechsel ist zu verzichten (E. 2).<br/>Es ist weder eine formelle UVP durchzuführen noch materielle die Umweltverträglichkeit eingehend zu prüfen (E. 3a).<br/>Die fragliche Strasse soll für alle zugelassenen Strassenfahrzeuge passierbar sein (E. 4a).<br/>Zusätzlicher Schwerverkehr ist nicht in grossem Mass zu erwarten (E. 4b).<br/>Ebenso wenig ist eine spürbare Beeinträchtigung des BLN-Objekts Reppischtal zu prognostizieren (E. 4c).<br/>Nicht von Bedeutung ist das von den Beschwerdeführern erwähnte Verkehrskonzept (E. 4d).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HAUPTSTRASSE">HAUPTSTRASSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HOCHLEISTUNGSSTRASSE">HOCHLEISTUNGSSTRASSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: IDEELLE VERBANDSBESCHWERDE">IDEELLE VERBANDSBESCHWERDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MAUSLOCH">MAUSLOCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NATUR- UND HEIMATSCHUTZ">NATUR- UND HEIMATSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Natur- und Heimatschutz ST: NATUR- UND LANDSCHAFTSSCHUTZ">NATUR- UND LANDSCHAFTSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REPPISCHTAL">REPPISCHTAL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRASSE">STRASSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRASSENPROJEKT">STRASSENPROJEKT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMWELTVERTRÃGLICHKEIT">UMWELTVERTRÃGLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMWELTVERTRÃGLICHKEITSPRÃFUNG (UVP)">UMWELTVERTRÃGLICHKEITSPRÃFUNG (UVP)</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 203 Abs. I lit. a PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 238 Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">§ 338a Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 17 lit. I, IV StrassG</span><br/><span class="gerade">Art. 9 Abs. I USG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der Kanton ZÃ¼rich beabsichtigt, die von Birmensdorf (Landikon) unter der SBB-Linie hindurch zur EinmÃ¼ndung in die Reppischtal-/Schwandenstrasse fÃ¼hrende Staats­stras­­se auszubauen. Die Strasse (Stallikonerstrasse auf dem Gemeindegebiet Birmensdorf, Landikerstrasse auf dem Gemeindegebiet Stallikon) dient unter anderem zur Erschliessung des Installationsplatzes Reppischtal (Bau des Ãetlibergtunnels) und genÃ¼gt den Anforderun­gen hinsichtlich TragfÃ¤higkeit und Geometrie nicht. Bei dieser Gelegenheit soll auch der ohnehin sanierungsbedÃ¼rftige Tunnel unter dem Bahndamm der SBB-Linie vergrÃ¶ssert und die EinmÃ¼ndung in die Reppischtal-/Schwendenstrasse neu gestaltet werden. Ein erstes Vorprojekt des Tiefbauamtes von 1998 wurde auf Wunsch der GemeinderÃ¤te Birmensdorf und Stallikon Ã¼berarbeitet. Das Ã¼berarbeitete Projekt wurde im April 1999 an einer Orientierungsversammlung im Sinn von § 13 des Strassengesetzes vom 27. September 1981 (StrassG) der Ãffentlichkeit vorgestellt und vom 10. September bis 9. Oktober 1999 Ã¶ffent­lich aufgelegt. Gegen das Projekt gingen zahlreiche Einsprachen, unter anderem des ZÃ¼rcher Heimatschutzes, ein, worauf das Vorhaben nochmals Ã¼berarbeitet wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschluss vom 12. September 2001 (RRB 1383/2001) setzte der Regierungsrat das Projekt fÃ¼r die Erstellung einer neuen SBB-UnterfÃ¼hrung an der Stallikonerstrasse S-7, eines Verkehrskreisels bei der Verzweigung Landiker-/Reppischtal-/Schwandenstrasse S‑1/1/5, eines Rad-/Gehwegs entlang der Landiker-/Stallikoner-/Reppischtalstrasse S-1/7/1 (regionaler Radweg S-42), eines Gehwegs entlang der Schwandenstrasse S-5 sowie fÃ¼r die Erneuerung der Fahrbahnen der Stallikonerstrasse S-7 in den Gebieten MÃ¼limatt und Lang­acher, der Landikerstrasse S-1 im Gebiet Grossacher und der Schwandenstrasse S-5 im Ge­biet Diebis, Gemeinden Birmensdorf und Stallikon, gemÃ¤ss den bei den Akten liegenden PlÃ¤nen fest (Disp.-Ziff. I). Dem Begehren sÃ¤mtlicher Einsprecher, auf eine Ã¼ber­mÃ¤ssige Verbreiterung der SBB-UnterfÃ¼hrung zu verzichten, wurde durch das auf einen 4 m breiten Fahrstreifen samt 3,5 m breitem Rad-/Gehweg eingeschrÃ¤nkte Projekt entsprochen. Den weiteren Einsprachen mit vornehmlich naturschÃ¼tzerischen und denkmalpflegerischen Begehren wurde durch Massnahmen im Sinn der ErwÃ¤gungen entsprochen (Disp.-Ziff. II). Im Weiteren bewilligte der Regierungsrat den erforderlichen Kredit von Fr. 5,1 Mio. und regel­te das weitere Vorgehen, insbesondere um BeitrÃ¤ge Dritter (SBB, Bundesamt fÃ¼r Stras­sen, AnstÃ¶sser) erhÃ¤ltlich zu machen (Disp.-Ziff. III â X).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diesen Beschluss erhob der ZÃ¼rcher Heimatschutz fÃ¼r sich und namens des Schweizer Heimatschutzes am 26. Oktober 2001 Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Er beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids, die Beibehaltung des bestehenden Tunnels der SBB-UnterfÃ¼hrung (mit einer ErgÃ¤nzung durch einen Tunnel fÃ¼r FussgÃ¤nger und Velofahrer), evtl. die Belassung der DurchfahrtshÃ¶he der SBB-Unter­fÃ¼h­rung auf 3,5 m, subevtl. deren Wiederherstellung nach Abschluss der Bauarbeiten fÃ¼r die N20 in Landikon, sowie die DurchfÃ¼hrung einer UmweltvertrÃ¤glichkeitsprÃ¼fung und/oder anderer Untersuchungen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Tiefbauamt beantragte fÃ¼r den Regierungsrat am 3. Dezember 2001, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, evtl. sie sei abzuweisen. Ausserdem ersuchte es darum, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung ganz oder zumindest bezÃ¼glich der nicht angefochtenen Punkte zu entziehen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Gegen kantonale Strassenprojekte kann gemÃ¤ss § 17 Abs. 1 StrassG innert der Auflagefrist von 30 Tagen (§ 16 StrassG) Einsprache erhoben werden. Ãber die Einspra­chen wird mit der Projektfestsetzung entschieden; dieser Entscheid ist nach den Vorschriften Ã¼ber die Verwaltungsrechtspflege weiterziehbar (§ 17 Abs. 4 StrassG). GemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) unterliegt die Projektfestsetzung durch den Regierungsrat daher der Beschwerde an das Verwaltungsgericht.</span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Laut § 338a Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) sind gesamtkantonal tÃ¤tige Vereinigungen, die sich seit wenigstens zehn Jahren im Kanton statutengemÃ¤ss dem Natur- und Heimatschutz oder verwandten, rein ideellen Zielen widmen, zu Rekurs und Beschwerde berechtigt gegen Anordnungen und Erlasse, soweit sie sich auf den III. Titel oder § 238 Abs. 2 PBG stÃ¼tzen, sowie gegen Bewilligungen fÃ¼r Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen. Die gleichen Organisationen sind im Weiteren befugt, Ã¼berkommunale GestaltungsplÃ¤ne ausserhalb der Bauzonen anzufechten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie im Zusammenhang mit Rekursen gegen die Erteilung von Baubewilligungen und die Verweigerung besonderer Schutzmassnahmen entschieden worden ist, setzt zwar die Rekurslegitimation der ideellen VerbÃ¤nde nicht voraus, dass sich die angefochtene Anordnung auf den III. Titel bzw. auf § 238 Abs. 2 PBG stÃ¼tzt, sondern sind sie grundsÃ¤tzlich auch mit Rekurs und Beschwerde gegen Anordnungen zuzulassen, die sich auf die genann­ten Bestimmungen stÃ¼tzen sollten; dabei genÃ¼gt aber eine diesbezÃ¼gliche blosse Behauptung nicht, sondern mÃ¼ssen nÃ¤her kon­kretisierte Anhaltspunkte fÃ¼r das Vorliegen eines Schutzobjektes gegeben sein (RB 1990 Nr. 10; RB 1990 Nr. 11 = BEZ 1990 Nr. 11; RB 1991 Nr. 3 und 9 = ZBl 92/1991, S. 495 = BEZ 1991 Nr. 23; RB 1997 Nr. 2).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrer begrÃ¼nden ihre Beschwerde im Wesentlichen damit, dass die geplante Sanierung des Tunnels durch den Bahndamm einen Ã¼bermÃ¤ssigen Verkehrszuwachs, insbesondere einen Anstieg des Schwerverkehrs, im Reppischtal mit sich bringe. Da­durch entstehe ein Widerspruch zur Aufnahme der Albiskette und des Reppischtales ins Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) und zur kantonalen Festsetzung als Landschaftsentwicklungsgebiet. Die BeschwerdefÃ¼hrer behaupten damit einen Eingriff in ein ausgewiesenes Schutzobjekt im Sinn von § 203 lit. a PBG, weshalb ihre Legitimation zu bejahen ist. Ob tatsÃ¤chlich ein Eingriff vorliegt, ist nicht mehr Eintretensfrage, sondern Gegenstand der materiellen Beurteilung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Auf die im Ãbrigen formrichtig und rechtzeitig eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Das Verfahren ist spruchreif, weshalb auf einen Augenschein und einen zweiten Schriftenwechsel ebenso wie auf zusÃ¤tzliche Untersuchungshandlungen verzichtet werden kann. Da hiermit rasch in der Sache selbst entschieden wird, erÃ¼brigt sich auch ein Beschluss Ã¼ber den Entzug der aufschiebenden Wirkung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die BeschwerdefÃ¼hrer verlangen eine materielle PrÃ¼fung der UmweltvertrÃ¤glichkeit. Offenbar gehen auch sie davon aus, dass keine Pflicht besteht, eine formelle UmweltvertrÃ¤glichkeitsprÃ¼fung (UVP) im Sinn von Art. 9 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG) durchzufÃ¼hren. In der Tat ist eine UVP-Pflicht zu verneinen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss Art. 9 Abs. 1 USG bezeichnet der Bundesrat die der UVP unterste­henden Anlagen. Der Bundesrat ist diesem Auftrag in der Verordnung Ã¼ber die UmweltvertrÃ¤glichkeitsprÃ¼fung vom 19. Oktober 1988 (UVPV) nachgekommen. Nach Art. 1 UVPV unterliegen Projekte fÃ¼r neue Anlagen, die im Anhang der Verordnung aufgefÃ¼hrt sind, der UVP. Ziff. 11.3 Anhang UVPV unterstellt "andere Hochleistungs- und Hauptverkehrsstras­sen" (die keine Nationalstrassen oder mit Bundeshilfe ausgebaute Hauptstrassen sind) der UVP. Art. 2 Abs. 1 UVPV schreibt die PrÃ¼fung vor fÃ¼r Ãnderungen bestehender Anlagen, die im Anhang aufgefÃ¼hrt sind, wenn die Ãnderung wesentliche Umbauten, Erweiterungen oder BetriebsÃ¤nderungen betrifft (lit. a) und wenn Ã¼ber die Ãnderung im Verfahren ent­schie­den wird, das gemÃ¤ss Art. 5 UVPV bei neuen Anlagen fÃ¼r die PrÃ¼fung massgeblich ist (lit. b). Zudem unterliegen Ãnderungen bestehender Anlagen, die nicht im Verordnungsanhang aufgefÃ¼hrt sind, der UVP, wenn die Anlage nach der Ãnderung einer Anlage im Anhang entspricht (Abs. 2 lit. a) und Ã¼ber die Ãnderung im Verfahren entschieden wird, das bei neuen Anlagen fÃ¼r die PrÃ¼fung massgeblich ist (lit. b). Ziffer 11.3 des Anhangs der kantonalen EinfÃ¼hrungsverordnung Ã¼ber die UVP vom 16. April 1997 bezeichnet das stras­senrechtliche Genehmigungsverfahren vor dem Regierungsrat als massgebliches Verfahren im Sinn von Art. 5 UVPV. Dieses Verfahren ist vorliegend zum Zug gekommen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die fragliche Strasse ist im regionalen Richtplan als Staatsstrasse eingetragen. Sie soll nach dem Ausbau eine Fahrbahnbreite von grundsÃ¤tzlich 6,0 m, teilweise 6,5 m aufweisen. Die Reduktion auf die Breite von 6,0 m ist ein Ergebnis des Einspracheverfahrens. Im Bereich der BahnunterfÃ¼hrung betrÃ¤gt die Fahrbahnbreite nur 4,0 m. Es ist offensichtlich, dass diese Strasse keine mit Bundeshilfe ausgebaute Hauptstrasse oder eine andere Hochleistungsstrasse darstellt. Sie ist aber mit der vorgesehenen Dimensionierung auch keine Hauptverkehrsstrasse (vgl. hierzu VGr, 29. MÃ¤rz 2001, BEZ 2001 Nr. 22 E. 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ist somit keine Pflicht gegeben, eine formelle UVP durchzufÃ¼hren, so besteht jedenfalls vorliegend auch kein Anlass, eine eingehende materielle PrÃ¼fung der UmweltvertrÃ¤glichkeit ausserhalb des eigentlichen UVP-Verfahrens durchzufÃ¼hren. Strassen sind gemÃ¤ss den in § 14 StrassG genannten ProjektierungsgrundsÃ¤tzen zu projektieren. Danach sind Strassen entsprechend ihrer Bedeutung und Zweckbestimmung nach den jeweiligen Erkenntnissen der Bau- und Verkehrstechnik zu projektieren. Dabei ist unter anderem auf die bestmÃ¶gliche Einordnung in die bauliche und landschaftliche Umgebung zu achten und sind die Belange des Umweltschutzes zu berÃ¼cksichtigen. Es versteht sich, dass die Stras­sen­projekte die konkreten Vorschriften des eidgenÃ¶ssischen Umweltschutzrechts einzuhal­ten haben, auch wenn keine formelle UVP durchzufÃ¼hren ist. Nachfolgend ist im Licht der AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrer zu prÃ¼fen, ob das Projekt diesbezÃ¼glich MÃ¤ngel aufweist. Die BeschwerdefÃ¼hrer kÃ¶nnen sich ihrer Pflicht, ihre Beschwerde ausreichend zu be­grÃ¼nden (§ 54 VRG) jedoch nicht dadurch entziehen, dass sie unsubstanziiert weitreichende Vermutungen Ã¼ber mÃ¶gliche Auswirkungen anstellen und diesbezÃ¼gliche AbklÃ¤rungen verlangen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Am Rande sei bemerkt, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrer wegen der fehlenden UVP-Pflicht auch nicht auf die Beschwerdelegitimation nach Art. 55 USG berufen kÃ¶nnen. Ob die Legitimation gemÃ¤ss Art. 12 des Natur- und Heimatschutzgesetzes vom 1. Juli 1966 gegeben ist, erscheint insofern zweifelhaft, als unklar ist, ob der Kanton â der wegen der Ver­bindung zum Nationalstrassenbau immerhin einen Drittel der voraussichtlichen Kosten vom Bund zurÃ¼ckerstattet erhÃ¤lt â mit dem angefochtenen Strassenprojekt eine Bundesaufgabe erfÃ¼llt. Diese Frage kann hier aber unbeantwortet bleiben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Der Tunnel unter dem SBB-Bahndamm bei Landikon ist wegen seiner Schmal­heit und der geringen HÃ¶he von 3,5 m als "Mausloch" bekannt. Das ursprÃ¼ngliche Vorprojekt des Tiefbauamtes wollte den Durchlass auf 11 m verbreitern. Das bewilligte Pro­jekt sieht eine Gesamtbreite von 8,5 m und eine lichte HÃ¶he von 4,5 m vor. Der Regierungsrat weist in der Beschwerdeantwort zu Recht darauf hin, dass die Stallikonerstrasse S‑7 Teil des regionalen Strassenverkehrsnetzes ist und als Ã¶ffentliche Strasse fÃ¼r alle gesetzlich zugelassenen Fahrzeuge befahrbar sein sollte. Motorwagen dÃ¼rfen nach Art. 94 Abs. 3 der Verordnung Ã¼ber die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge vom 19. Juni 1995 bis zu 4,00 m hoch sein. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass der Kanton anlÃ¤sslich der ohnehin erforderlichen Sanierung des Bauwerks eine normenkonforme lichte HÃ¶he vorsieht, damit der Durchgang fÃ¼r alle zugelassenen Fahrzeuge benutzbar wird.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>FÃ¼r eine ErhÃ¶hung des Lichtraumprofils spricht weiter der Umstand, dass die Durch­fahrt schon bisher von Lastwagen durchfahren wird, wobei es wegen der ungenÃ¼genden HÃ¶he immer wieder zu BerÃ¼hrungen mit BeschÃ¤digungen am Bauwerk und an den Fahr­zeugen kommt. Dies spricht vor allem auch gegen den Eventualantrag der BeschwerdefÃ¼hrer, die ErhÃ¶hung des Lichtraumprofils allenfalls nur vorÃ¼bergehend, fÃ¼r die Zeit der Bauarbeiten am Ãetlibergtunnel, vorzunehmen und hernach wieder rÃ¼ckgÃ¤ngig zu machen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrer behaupten bzw. befÃ¼rchten, dass die Erweiterung des NadelÃ¶hrs bei der BahnunterfÃ¼hrung zusÃ¤tzlichen Verkehr ins Reppischtal bringen und damit das BLN-Objekt Albiskette und Reppischtal durch Immissionen beeintrÃ¤chtigen wÃ¼rde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Es mag durchaus zutreffen, dass Lastwagen dank der MÃ¶glichkeit, die BahnunterfÃ¼hrung ohne Gefahr zu passieren, diese Strecke neu benÃ¼tzen werden. Die BeschwerdefÃ¼hrer legen indessen keine hinreichenden Indizien dafÃ¼r vor, weshalb Schwerverkehr in grÃ¶sserem Ausmass Ã¼berhaupt ins Reppischtal sollte fahren wollen. Die AttraktivitÃ¤tssteigerung hÃ¤lt sich im Ãbrigen in Grenzen, da die UnterfÃ¼hrung weiterhin nur einspurig befahrbar sein wird. Der Baustellenverkehr zum Installationsplatz Reppischtal stammt zum Ã¼berwiegenden Teil aus dem Raum Limmattal/Birmensdorf und wird auf jeden Fall stattfinden. Kann er die sanierte Strasse benÃ¼tzen, entfÃ¤llt die Notwendigkeit, via Ringlikon oder via Wettswil/Stallikon zuzufahren, was aus Umweltschutzsicht einen Vorteil darstellt. LÃ¤ngerfristig betrachtet, wird die Autobahn N4/N20 die Hauptstrasse durch das Knonaueramt entlasten. Gerade fÃ¼r den Schwerverkehr wird deren BenÃ¼tzung wesentlich attraktiver sein als die Fahrt durch das Reppischtal.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Strasse, deren Sanierung angefochten ist, liegt vollstÃ¤ndig ausserhalb des Perimeters des BLN-Objektes Nr. 1306. Hingegen verlÃ¤uft die Reppischtalstrasse weiter sÃ¼dlich innerhalb dieses Naturschutzobjektes. Dessen Bedeutung wird auf dem Objektblatt wie folgt umschrieben: "Markante Molassekette des Albis zwischen den engen TÃ¤lern der Sihl und der Reppisch. Junger Taleinschnitt der Reppisch mit aktiver Morphogenese. Bemerkenswerte AufschlÃ¼sse der oberen SÃ¼sswassermolasse, ... Durch Bergsturz gestauter TÃ¼rlersee. Naturnahe und natÃ¼rliche WÃ¤lder ... Fauna mit breitem Artenspektrum. Beliebtes Wandergebiet."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Selbst wenn der Schwerverkehr wegen der projektierten Strassenverbesserung im Reppischtal etwas zunehmen sollte, so bestehen doch keinerlei Anzeichen dafÃ¼r, dass diese Zunahme Ausmasse annehmen kÃ¶nnte, welche den Wert des BLN-Objektes Nr. 1306 als Naturdenkmal und Erholungsraum spÃ¼rbar beeintrÃ¤chtigen wÃ¼rden. Dies lÃ¤sst sich aus den zuvor genannten GrÃ¼nden auch ohne die von den BeschwerdefÃ¼hrern verlangten Untersuchungen mit hinreichender Sicherheit feststellen. Dass auch eine geringe Verkehrszunahme bereits einen Widerspruch zur Bedeutung des BLN-Objektes Nr. 1306 erzeugt, lÃ¤sst sich im Licht der zitierten Beschreibung nicht behaupten. Ebensowenig ist ein Widerspruch zu Vorschriften Ã¼ber den LÃ¤rmschutz oder die Luftreinhaltung zu erwarten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Zu keinem anderen Ergebnis fÃ¼hrt der Hinweis der BeschwerdefÃ¼hrer auf Konzepte zur Entlastung Ã¼berlasteter RÃ¤ume von Verkehr. Die AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrer hierzu sind so unbestimmt, dass darÃ¼ber an sich wegen mangelnder Substanziierung auch stillschweigend hinweggegangen werden kÃ¶nnte. Der Beschwerdegegner weist aber darauf hin, dass die BeschwerdefÃ¼hrer mit ihrer Einwendung vermutlich das vom Regierungsrat am 18. Juli 2001 beschlossene Gesamtkonzept und den Projektierungskredit fÃ¼r das integrierte Verkehrsmanagement (IVM) meinen (RRB 1092/2001). Dieses Konzept befasst sich mit der Steuerung des Verkehrs in den Agglomerationen ZÃ¼rich und Winterthur sowie in weiteren verkehrsÃ¼berlasteten RÃ¤umen, vor allem durch eine Verkehrsmengensteuerung auf Autobahnen und Autostrassen. Eine Entlastung von Hauptverkehrsstras­sen durch eine Mehrbelastung des untergeordneten Strassennetzes ist nicht Element dieses Konzeptes. Der Einwand der BeschwerdefÃ¼hrer ist daher unberechtigt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoNormal"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>