A bteilung IV D -7770/2006 spn/m al {T 0/2} U rteil vom 20. Juni 2007 M itw irkung: R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichterin Schenker Senn, R ichter Tellenbach, G erichtsschreiber M auerhofer 1. A._______, geboren _______, Serbien, 2. B._______, geboren _______, Serbien, 3. D ._______ , geboren _______, Serbien, 4. E._______, geboren _______, Serbien, 5. F._______, geboren _______, Serbien, 6. G ._______, geboren _______, Serbien, 7. H ._______, geboren _______, Serbien, 8. I._______, geboren _______, Serbien, alle vertreten durch D r. Stephane Laederich, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 7. Februar 2006 i.S. W egw eisungsvollzug / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführer – Staatsangehörige des dam aligen Jugoslaw ien aus der O rtschaft X._______ in der G em einde Y._______ in der Provinz Kosovo – reichten am 31. O ktober 1989 das erste M al ein Asylgesuch in der Schw eiz ein. D am als be- fanden sich das Ehepaar A._______ und B._______ in Begleitung der Kinder C ._______, D ._______ und E._______. W ährend ihres Aufenthalts in der Schw eiz w urden ferner die Kinder F._______ und G ._______ geboren. Im R ahm en des dam aligen Verfahrens bezeichneten sich die Beschw erdeführer als Albaner und m achten zur Begründung ihres G esuches zur H auptsache geltend, der Beschw erdeführer habe sich ab N ovem ber 1988 in einer kleinen G ruppierung politisch betätigt und im Frühjahr 1989 an m ehreren D em onstrationen für eine un- abhängige R epublik Kosovo teilgenom m en. Am 25. M ärz 1989 sei bei einer D e- m onstration sow ohl von Seiten der Polizei als auch von Seiten der D em onstranten geschossen w orden, w obei sich auch der Beschw erdeführer m it seiner Pistole an der Schiesserei beteiligt habe. In der Folge sei er w iderholt von der Polizei gesucht w orden. D a er eine lange H aftstrafe befürchtet habe, hätten die Beschw erdeführer ihre H eim at verlassen. M it Verfügung vom 31. August 1992 w ies das BFF das Asylgesuch der Beschw er- deführer aufgrund von W idersprüchen und U ngereim theiten in den Sachverhalts- schilderungen ab und ordnete deren W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den W egw eisungsvollzug an. D er Entscheid des BFF erw uchs unangefochten in R echtskraft und die zuständige kantonale Behörde teilte dem BFF am 22. D ezem ber 1992 m it, dass die Beschw er- deführer seit Septem ber 1992 verschw unden seien. B. Am 22. Septem ber 2003 ersuchte B._______ – zusam m en m it ihren Kindern E._______, F._______, G ._______ und H ._______ sow ie in Begleitung der m ittler- w eile volljährigen Tochter C ._______ – ein zw eites M al um Asyl in der Schw eiz. Anlässlich der Kurzbefragung durch das BFF vom 23. Septem ber 2003 bezeichne- ten sich B._______ und ihre Tochter E._______ als Angehörige der ethnischen M inderheit der Ashkali. D abei gaben sie an, die U nterscheidung von den Albanern sei früher kein Problem gew esen (vgl. dazu act. B1, Ziff. 4). Zur Begründung ihres G esuches m achten sie geltend, sie hätten den Kosovo verlassen, w eil im August 2003 des N achts m askierte Albaner in das H aus der Fam ilie eingedrungen seien und versucht hätten, die älteste Tochter der Fam ilie – C ._______ – zu vergew alti- gen. Zum derzeitigen Verbleib der w eiteren Fam ilienm itglieder gaben sie an, dass diese verm utlich dem nächst in die Schw eiz nachfolgen w ürden. Aufgrund der Akten sah sich das BFF veranlasst, betreffend B._______ eine Sprach- und H erkunftsanalyse (sog. "Lingua"-G utachten) in Auftrag zu geben so- w ie eine Anfrage an die Behörden der Bundesrepublik D eutschland zu richten. In seinem Bericht vom 29. Septem ber 2003 gelangte der vom BFF beauftragte 3 sprach- und länderkundige Experte gestützt auf ein G espräch m it B._______ via Bildtelefon zum Schluss, die Beschw erdeführerin sei eindeutig im Kosovo und sehr w ahrscheinlich im M ilieu der albanischsprachigen M inderheiten sozialisiert w or- den. D ie Anfrage des BFF bei den deutschen Behörden ergab, dass sich B._______ und ihre Kinder – entgegen ihren anders lautenden Angaben (vgl. act. B1, Ziff. 3, und B2, Ziff. 3) – nach ihrem ersten Aufenthalt in der Schw eiz w ährend eines Jah- res in D eutschland aufgehalten hatten; gem äss Auskunft der deutschen Behörden hatten sie am 14. Septem ber 1992 in D eutschland um Asyl ersucht; nachdem ihr Asylantrag am 21. D ezem ber 1993 abgelehnt w orden sei, seien sie in D eutschland nicht m ehr in Erscheinung getreten. Am 2. O ktober 2003 gew ährte das BFF B._______ das rechtliche G ehör zu den von den deutschen Behörden erhaltenen Angaben (im H inblick auf einen allfälligen N ichteintretensentscheid in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. c des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]). Bei dieser G elegenheit bestritt die Be- schw erdeführerin einen früheren Aufenthalt in D eutschland. Am 7. O ktober 2003 w urden B._______ und E._______ vom BFF direkt zu den G ründen für ihr Asylgesuch angehört (Art. 29 Abs. 4 AsylG ). D abei m achten sie zur H auptsache geltend, ihre Fam ilie könne nicht w eiter unter den Albanern leben. Früher hätten sie alles m iteinander geteilt und m iteinander gut zusam m engelebt. Jetzt w olle m an sie aber nicht m ehr im Land haben; seit dem Krieg w ürden sie von den Albanern ausgegrenzt. N achdem eines N achts unbekannte M änner in ihr H aus eingedrungen seien und es auf die älteste Tochter C ._______ abgesehen hätten, habe sich die Fam ilie zur Ausreise aus dem Kosovo entschlossen. C . M it Verfügung vom 8. O ktober 2003 (eröffnet am gleichen Tag) trat das BFM in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf die Asylgesuche von B._______ und ihren Kindern E._______, F._______, G ._______ und H ._______ nicht ein, verbunden m it der Anordnung der W egw eisung und des sofortigen W egw eisungs- vollzuges. Einen im R esultat gleichlautenden Entscheid erliess das BFM am gleichen Tag auch betreffend die volljährige Tochter C ._______. D . Am 16. O ktober 2003 ersuchte auch A._______ – zusam m en m it den Kindern D ._______ und I._______ – ein zw eites M al um Asyl in der Schw eiz. Anlässlich der Kurzbefragung durch das BFF vom 20. O ktober 2003 bezeichneten sich A._______ und seine Tochter D ._______ als Angehörige der ethnischen M in- derheit der Ashkali. D abei gaben sie an, bis vor dem Krieg seien sie alle Albaner gew esen. N ach dem Krieg habe sich das geändert; heute w ürden sie in ihrem D orf als M ajup und in der Stadt als Ashkali bezeichnet und hätten als R om a keine R echte m ehr (vgl. dazu act. C 2, Ziff. 4, insb. S. 3 oben). Zur Begründung ihres G e- suches m achten sie geltend, sie hätten den Kosovo verlassen, w eil im August 2003 die älteste Tochter C ._______ des N achts zu H ause von m askierte Albanern vergew altigt w orden sei, respektive w eil es zu einem Vergew altigungsversuch ge-4 kom m en sei. D ie unbekannten Albaner hätten zudem auch versucht, die Tochter D ._______ zu vergew altigen, respektive sie hätten zudem den Vater geschlagen. Aufgrund der Akten sah sich das BFF veranlasst, auch betreffend A._______ und D ._______ eine Anfrage an die Behörden der Bundesrepublik D eutschland zu rich- ten. D ie Anfrage ergab, dass auch sie sich – entgegen ihren anders lautenden An- gaben (vgl. act. C 2, Ziff. 3, und C 2, Ziff. 3) – nach ihrem ersten Aufenthalt in der Schw eiz w ährend eines Jahres in D eutschland aufgehalten hatten. Am 23. O kto- ber 2003 gew ährte das BFF (im H inblick auf einen allfälligen N ichteintretensent- scheid in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG ) A._______ und D ._______ das rechtliches G ehör. Bei dieser G elegenheit bestritten die Beschw erdeführer ei- nen früheren Aufenthalt in D eutschland. Am 28. O ktober 2003 w urden A._______ und D ._______ vom BFF direkt zu den G ründen für ihr Asylgesuch angehört (Art. 29 Abs. 4 AsylG ). D abei m achten sie zur H auptsache geltend, sie hätten ein zw eites M al in der Schw eiz um Asyl er- sucht, w eil sie als Zigeuner im Kosovo nicht in R uhe gelassen w ürden. Sobald es dunkel w erde, getraue sich keiner m ehr das H aus zu verlassen. D as Volk nenne sie heute Zigeuner, geführt w ürden sie als Ashkali, zu H ause w ürden sie aber al- banisch sprechen. Früher habe m an im m er zusam m engelebt und der einzige U n- terschied zu den Albanern sei gew esen, dass m an gegenseitig nicht geheiratet habe. H eute könnten die Kinder nicht m ehr zur Schule gehen und überall w erde m an beleidigt. Ausgereist seien sie, w eil im August 2003 m askierte albanische M änner in ihr H aus eingedrungen seien und die älteste Tochter C ._______ verge- w altigt hätten, respektive es zu einem Vergew altigungsversuch gekom m en sei und der Vater zusam m engeschlagen w orden sei. E. M it Verfügung vom 29. O ktober 2003 (eröffnet am gleichen Tag) trat das BFM in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf die Asylgsuche von A._______ und den Kindern D ._______ und I._______ nicht ein, verbunden m it der Anord- nung der W egw eisung und des sofortigen W egw eisungsvollzuges. F. G egen die sie betreffenden N ichteintretensentscheide vom 8. respektive 29. O kto- ber 2003 liessen die Beschw erdeführer und C ._______ fristgerecht bei der dam als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) Beschw erde einrei- chen. Am 18. M ärz 2005 – im Verlauf des Schriftenw echsels – hob das BFM die ange- fochtenen N ichteintretensentscheide auf und nahm die erstinstanzlichen Verfahren w ieder auf. D ie anhängig gem achten Beschw erdeverfahren w urden daraufhin von der AR K als gegenstandslos gew orden abgeschrieben (vgl. dazu Art. 57 und 58 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]). G . N achdem das BFM am 15. M ärz 2005 Abklärungen in der H eim at der Beschw er- deführer veranlasst hatte, reichte das schw eizerische Verbindungsbüro in Pristina am 13. April 2005 einen Abklärungsbericht zu den Akten (vgl. act. C 27 und C 28). 5 D arin w urde ausgeführt, die Eltern von A._______ und ein Sohn m it dessen Fa- m ilie w ürden w eiterhin in X._______ w ohnen, w o die sieben Fam ilienm itglieder über ein angenehm es H aus und ein schönes G rundstück verfügten. D ie Fam ilie lebe von der Landw irtschaft. D ie vier Brüder von A._______ lebten in der Schw eiz. Seine Schw estern seien verheiratet und lebten im Kosovo in den um liegenden D örfern. W eiter w urde im Bericht festgehalten, die M utter von B._______ lebe in Z._______ m it zw ei Söhnen und deren Fam ilien. In dieser Fam ilie habe niem and eine feste Anstellung und der Vater sei verstorben. Am 1. Juli 2005 brachte das BFM den Beschw erdeführern den w esentlichen Inhalt der Abklärungsergebnisse zur Kenntnis und gew ährte ihnen diesbezüglich das rechtliche G ehör. In Ihrer Stellungnahm e vom 14. Juli 2005 m achten die Beschw erdeführer geltend, die Beschreibungen im Abklärungsbericht seien nicht sachlich und liessen nicht er- kennen, ob das H aus und die Parzelle genügend gross seien, um w eitere Perso- nen aufzunehm en respektive zu ernähren. Andererseits liessen sich dem Bericht betreffend die geltend gem achten Fluchtgründe nichts G egenteiliges entnehm en. H . Am 7. Februar 2006 w ies das BFM die Asylgesuche der Beschw erdeführer vom 22. Septem ber 2003 und 16. O ktober 2003 ab, verbunden m it der Anordnung der W egw eisung aus der Schw eiz und des W egw eisungsvollzuges. In der Begründung seines Entscheides erkannte das BFM den geltend gem achten Ü bergriff von Seiten albanisch sprechender, unbekannter D ritter als flüchtlings- rechtlich nicht relevant. Zw ar sei es seit der Beendigung des bew affneten Konflikts zw ischen der (dam aligen) Bundesrepublik Jugoslaw ien und den M itgliedstaaten der N ATO und dem Einm arsch der KFO R -Verbände am 12. Juni 1999 zu teilw eise schw erw iegenden Ü bergriffen (von albanischer Seite) auf Angehörige der ethni- schen M inderheiten im Kosovo, nam entlich der Ashkali gekom m en. Ein system ati- sches Vorgehen zur Vertreibung der ethnischen M inderheiten sei jedoch nicht fest- gestellt w orden. D ie KFO R und die internationale Polizei der U N M IK seien, zusam - m en m it dem KPS (Kosovo Police Service), zur Schutzgew ährung in der Lage; die Polizeipräsenz sei flächendeckend und bei Ü bergriffen w erde von den Sicherheits- kräften interverniert. M ithin sei vom Schutzw illen und der w eitgehenden Schutzfä- higkeit der Sicherheitskräfte im Kosovo auszugehen. D ie Beschw erdeführer hätten diesen Schutz nicht in Anspruch genom m en, da sie den geltend gem achten Vorfall gar nicht gem eldet hätten. D en Vollzug der W egw eisung erkannte das BFM im Falle der Beschw erdeführer als zulässig, zum utbar und m öglich, w obei es – bezogen auf die Frage der Zum ut- barkeit – unter anderem auf das Abklärungsergebnis des Schw eizerischen Verbin- dungsbüros in Pristina verw ies. M it separater Verfügung, ebenfalls vom 7. Februar 2006, w ies das BFM auch das Asylgesuch der volljährigen und m ittlerw eile verheirateten Tochter C ._______ ab. D a C ._______ aufgrund ihrer H eirat m it einem in der Schw eiz niedergelassenen Ausländer über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung (B) verfügte (vgl. dazu Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]), ordnete das BFM in ihrem Fall die W egw eisung 6 und den W egw eisungsvollzug nicht an. I. G egen den Entscheid vom 7. Januar 2006 (eröffnet am 9. Februar 2006) liessen die Beschw erdeführer am 28. Februar 2006 (Poststem pel) bei der dam als zustän- digen AR K Beschw erde einreichen. Am gleichen Tag liess auch C ._______ eine Beschw erde gegen den sie betreffenden Entscheid einreichen In ihrer Eingabe beantragten die Beschw erdeführer ausdrücklich die Anordnung ei- ner vorläufigen Aufnahm e zufolge U nzulässigkeit, eventualiter U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges. Ausserdem ersuchten sie um G ew ährung der aufschie- benden W irkung der Beschw erde sow ie um Erlass der Verfahrenskosten und Be- freiung von der Kostenvorschusspflicht. In ihrer Beschw erdebegründung hielten sie vorab am Vorbringen fest, im August 2003 seien die zw ei älteren Töchter der Fam ilie von Albanern sexuell belästigt w orden. Von der Vorinstanz sei dieser Vorfall w eder geprüft w orden, noch sei un- tersucht w orden, w elches Ausm ass diese Belästigung angenom m en habe. D abei m erkten die Beschw erdeführer an, der U m stand, dass betreffend die sexuelle Be- lästigung der Töchter relativ undeutliche Aussagen gem acht w orden seien, sei kul- turell erklärbar. Tatsache sei und bleibe, dass die Ereignisse stattgefunden hätten. In diesem Zusam m enhang führten sie in ihrer Eingabe ferner aus, die w esentli- chen G ründe und Fakten für ihre Ausreise aus dem Kosovo seien w eder w ider- sprüchlich noch unklar. Ferner hielten sie dem BFM vor, dass es im vorgebrachten Fall von sexueller Belästigung – w elche vom BFM nicht bestritten w orden sei – sei- nen Entscheid sorgfältiger hätte redigieren sollen. In ihren w eiteren Ausführungen bestritten sie die Erw ägungen der Vorinstanz betreffend Schutzfähigkeit und Schutzw illen der Sicherheitskräfte im Kosovo, w obei sie eine system atische ethni- sche Säuberung der R egion geltend m achten. D en Erw ägungen des BFM zur all- gem einen Lage im Kosovo hielten sie entgegen, die Berichte verschiedener inter- nationaler O rganisationen w idersprächen den Schlüssen des BFM . R ichtig sei, dass sich die Lage der Angehörigen der ethnischen M inderheiten im Kosovo w eiter verschärft habe. D er Feststellung des BFM , die Beschw erdeführer hätten das gel- tend gem achte Ereignis vom August 2003 bei den zuständigen Behörden nicht zur Anzeige gebracht, hielten sie entgegen, dass eine solche Anzeige die Lage der Betroffenen nur verschärfen w ürde. Aus diesem G rund w ürden R om a solche Vor- fälle generell nicht bei den Behörden m elden. D a es im Ü brigen nach Ü bergriffen noch nie zu Verurteilungen gekom m en sei, könne nicht von einem Schutzw illen der Behörden gesprochen w erden. In ihrer Eingabe m achten die Beschw erdefüh- rer schliesslich geltend, die Feststellung des BFM , ihr H eim atdorf X._______ in der G em einde Y._______ liege in einer sicheren G em einde, entbehre jeglicher G rund- lage; die Vorinstanz bleibe den Bew eis schuldig. Andererseits seien die vorin- stanzlichen Abklärungen betreffend den Status der Fam ilie in ihrem H eim atdorf un- genügend, da nicht abgeklärt w orden sei, ob die Fam ilie ihr Eigentum an ihrem H aus und Land durch U rkunden hinlänglich belegen und dadurch gegen Ü bergriffe absichern könne. Vor diesem H intergrund – sow ie unter Verw eis auf verschiedene Berichte – schlossen die Beschw erdeführer auf U nzum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzuges. 7 J. M it Zw ischenverfügung der AR K vom 3. M ärz 2006 w urde festgehalten, dass die Beschw erdeführer den Ausgang des Verfahren in der Schw eiz abw arten können (Art. 42 Abs. 1 AsylG ). G leichzeitig teilte die AR K den Beschw erdeführern und C ._______ m it, dass ihre Verfahren koordiniert behandelt w ürden. M it Zw ischenverfügung der AR K vom 9. M ärz 2006 w urde festgestellt, dass sich die eingereichten Beschw erden einzig gegen den vom BFM angeordneten W eg- w eisungsvollzug richten. Vor diesem H intergrund w urde C ._______, die durch H ei- rat über ein Aufenthaltsrecht in der Schw eiz verfügt, im Falle des R ückzugs die kostenfreie Abschreibung des Verfahrens in Aussicht gestellt. Aufgrund der Be- schw erdevorbringen w urde den Beschw erdeführern ferner in anonym isierter Form die Anfrage des BFM an das schw eizerische Verbindungsbüro in Pristina vom 15. M ärz 2005 und die zugehörige Antw ort des Verbindungsbüros vom 13. April 2005 zur Kenntnis gebracht. D a den Beschw erdeführern der w esentliche Inhalt dieser Aktenstücke von der Vorintanz bereits bekannt gem acht w orden w ar, w urde keine Frist zur diesbezüglichen Stellungnahm e eingeräum t. K. M it Eingabe vom 22. M ärz 2006 zog C ._______ die Beschw erde zurück; ihr Ver- fahren w urde von der AR K am 28. M ärz 2006 abgeschrieben. In der gleichen Eingabe hielten die Beschw erdeführer nochm als fest, dass gem äss den Abklärungsergebnissen des schw eizerischen Verbindungsbüros nicht abge- klärt w orden sei, ob die Fam ilie im Besitz von Akten sei, die ihr Eigentum an ihrem H aus ausw iesen. So könne es w ohl sein, dass die Fam ilie zum verlassen ihres H auses gezw ungen w ürde. Zudem seien die w esentlichen Fragen nach der G rös- se des H auses und der Parzelle und die Frage der allgem einen Sicherheit ungenü- gend abgeklärt w orden; dam it seien w eder die Sicherheit noch die Existenz der Beschw erdeführer zur Zeit im Kosovo gew ährleistet, w eshalb eine vorläufige Auf- nahm e anzuordnen sei. In ihrer Eingabe w iesen die Beschw erdeführer im Ü brigen darauf hin, dass gem äss den von der AR K offengelegten Berichten das schw eize- rische Verbindungsbüro im M ärz 2005 in einem ersten Anlauf aus Sicherheitsgrün- den nicht in der Lage w ar, die H eim atgem einde der Beschw erdeführer zu besu- chen. L. In seiner Vernehm lassung vom 30. M ärz 2006 hielt das BFM unter Verw eis auf seine bisherigen Erw ägungen an der angefochtenen Verfügung fest und beantrag- te die Abw eisung der Beschw erde. D ie vorinstanzliche Vernehm lassung w urde den Beschw erdeführern am 3. April 2006 zur Kenntnis gebracht. 8 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht entscheidet endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen des BFM auf dem G ebiet des Asyls (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängig gew esenen R echtsm ittel. D abei gelangt das neue Ver- fahrensrecht zur Anw endung (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli- chen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erdeführer sind legitim iert, w eshalb auf die frist- und form gerecht ein- gereichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). 3. Auf Beschw erdeebene w erden keine w esentlichen neuen Sachverhaltsm om ente eingebracht. Aufgrund der Akten – sow ie der nachfolgenden Erw ägungen (vgl. E 5.2.3) – ist der entscheidrelevante Sachverhalt zudem als erstellt zu erachten. Es bedarf daher – anders als von den Beschw erdeführern geltend gem acht – keiner w eiteren Abklärungen. 4. 4.1 In der Beschw erde w ird – w ie in der Zw ischenverfügung der AR K vom 9. M ärz 2006 festgestellt – ausschliesslich der angeordnete Vollzug der W egw eisung an- gefochten. D ie Verfügung des BFM vom 7. Februar 2006 ist som it betreffend Ver- neinung der Flüchtlingseigenschaft, Ablehnung des Asylgesuchs und Anordnung der W egw eisung (vgl. Ziff. 1, 2 und 3 des D ispositivs) in R echtskraft erw achsen. G egenstand des vorliegenden Beschw erdeverfahrens bildet dem nach einzig die Frage des W egw eisungsvollzuges. 4.2 G em äss Art. 44 Abs. 2 AsylG regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Auslän- dern, w enn der Vollzug nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar ist. D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ).9 4.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K; SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 4.4 N icht zum utbar kann der Vollzug der W egw eisung insbesondere sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 4 AN AG ). Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allge- m einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie bei- spielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5. 5.1 N achdem die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft und die Abw eisung des Asyl- gesuchs unangefochten in R echtskraft erw achsen sind, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr der Beschw erdeführer in ihren H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen der Beschw erdeführer noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in ihre H eim at dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Fol- terausschusses m üssten die Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihnen im Fall einer R ückschiebung Fol- ter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. Entscheidungen und M it- teilungen der Asylrekurskom m ission/EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m .w .H .). D ie all- gem eine M enschenrechtssituation in Serbien respektive im Kosovo lässt den W eg- w eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. D ie dies- bezüglich anders lautenden Ausführungen in der Beschw erdeeingabe verm ögen dabei nicht zu überzeugen. D en Beschw erdeführern ist es nicht gelungen darzu- tun, sie seien in ihrem H eim atstaat einem ernsthaften konkreten R isiko im Sinne des "real risks" ausgesetzt gew esen. D ie Fam ilie hat offenbar bis ins Jahr 2003 re- lativ unbehelligt im Kosovo gelebt, w o sich auch zahlreiche Fam ilienangehörige nach w ie vor aufhalten. Fluchtauslösend w ar angeblich ein – recht vage geschil- derter – nächtlicher Ü berfall durch drei U nbekannte, den sie allerdings nicht zur Anzeige gebracht haben w ollen. Ihre diesbezüglichen Vorbringen, sie hätten sich 10 vor einer Anzeige gefürchtet, sind jedoch auch unter Berücksichtigung der allge- m ein schw ierigen Lage für M inderheiten im Kosovo nicht nachvollziehbar. Sodann kann gem äss Praxis der Asylbehörden eine generelle G efährdung im Sinne des "real risik" allein aufgrund der Angehörigkeit einer M inderheit ausgeschlossen w er- den. D er Vollzug der W egw eisung ist dem nach sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.2 5.2.1 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine sol- che G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allge- m einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie bei- spielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.2.2 Angesichts der jüngeren Entw icklungen im Kosovo, nam entlich einer Verbesse- rung der allgem einen Lage für Angehörige der ethnischen M inderheiten, ist zum heutigen Zeitpunkt der Vollzug der W egw eisung von albanischsprachigen R om a, Ashkali und Ägyptern in den Kosovo grundsätzlich zum utbar, sofern aufgrund einer Einzelfallabklärung (insbesondere durch U ntersuchungen vor O rt) feststeht, dass bestim m te R eintegrationskriterien – nam entlich die berufliche Ausbildung, der G e- sundheitszustand, das Alter, die Frage nach einer ausreichenden w irtschaftlichen Lebensgrundlage und das Bestehen eines Beziehungsnetzes im Kosovo – erfüllt sind (vgl. dazu EM AR K 2006 N r. 10 E. 5.4 S. 107 f.). D as BFM hat via das schw ei- zerische Verbindungsbüro in Pristina Abklärungen in der H eim at der Beschw erde- führer veranlasst. Im diesbezüglichen Bericht w ird ausgeführt, die Eltern des Be- schw erdeführers w ürden zusam m en m it deren Sohn und dessen Fam ilie im H ei- m atdorf leben. Sie w ürden ein H aus bew ohnen und über Landw irtschaftsland ver- fügen, w elches sie auch bew irtschafteten. D ie Schw estern seien alle verheiratet und w ürden m it ihren Fam ilien in den um liegenden D örfern w ohnen. Auch die M ut- ter der Beschw erdeführerin lebe zusam m en m it ihren zw ei Söhnen und deren Fa- m ilien im Kosovo. Von ihnen habe aber niem and eine feste Anstellung. 5.2.3 Aufgrund dieser Abklärungen ist zum indest in Bezug auf die Fam ilie des Be- schw erdeführers von einem grossen und ingesam t tragfähigen fam iliären Bezie- hungsnetz auszugehen. D abei ist nicht relevant, ob die Fam ilie über Besitzurkun- den für das H aus und das Landw irtschaftsland verfügt, zum al die in der Beschw er- de vorgebrachte G efahr, dass ihnen ihr Besitz allenfalls enteignet w erden könnte, doch recht hypothetisch anm utet. Zw ar handelt es sich bei den Beschw erdeführern um eine sehr grosse Fam ilie, die Kinder sind jedoch nicht m ehr klein; die jüngsten Zw illinge sind bald 14 Jahre alt und zw ei der Kinder sind bereits volljährig. D er Be- schw erdeführer kann sodann auf eine langjährige Berufserfahrung als Landw irt auf dem eigenen Betrieb und als Taxifahrer zurückgreifen. Aus den Akten geht w eiter nichts hervor, das auf gesundheitliche Schw ierigkeiten in der Fam ilie hinw eisen w ürde und einer R eintegration im H eim atstaat stehen schliesslich auch keine an- deren G ründe entgegen, zum al die Fam ilie erst seit knapp dreieinhalb Jahren in 11 der Schw eiz lebt. D ie Beschw erdeführer dürften dem nach trotz der schw ierigen Verhältnisse im H eim atstaat in der Lage sein – allenfalls m it gew isser U nterstüt- zung durch die (Schw ieger-)Brüder und einer Tochter in der Schw eiz – w ie bereits früher eine Existenzgrundlage für ihre Fam ilie zu schaffen. Es ist dem nach nicht davon auszugehen, dass sie im Falle der R ückkehr in eine existenzgefährdende Situation geraten w ürden. 5.3 Schliesslich obliegt es den Beschw erdeführern, sich bei der zuständigen Vertre- tung ihres H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 5.4 N ach den vorstehenden Erw ägungen sind die Anordnungen des BFM betreffend W egw eisung und deren Vollzug zu bestätigen. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e fällt dem nach ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten den Beschw erdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 Vw VG ). Aufgrund der Akten ist jedoch – in G utheissung des G esuches um Erlass der Verfahrenskosten im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG – von einer Kostenauflage abzusehen. (D ispositiv nächste Seite)12 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D en Beschw erdeführern w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführer, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - _______ D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: N ina Spälti G iannakitsas Lorenz M auerhofer Versand am :