Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 17. Dezember 2015 (725 15 226) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Rückweisung der Angelegenheit an die SWICA, damit diese den rechtserheblichen Sach- verhalt von einer unabhängigen Ärzteschaft untersuchen lässt. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Jan Herrmann, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen SWICA Gesundheitsorganisation , Rechtsdienst , Römerstrasse 38 , 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. A.____ arbeitet in der Küche der B.____ und ist in dieser Eigenschaft bei der SWICA Gesundheitsorganisation (SWICA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufs- unfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung UVG der Arbeitgeberin vom 15. Juli 2014 wollte A.____ am Arbeitsort 10. Juni 2014 bei Ausübung ihr er Tätigkeit einen Essenswagen zurück- ziehen, an dessen gegenüberliegenden Ende ein ander er Mitarbeiter in die entgegengesetzte Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Richtung gezogen habe. Dabei habe es einen starken ruckar tigen Zug auf das rechte Schulter- gelenk von A.____ gegeben. Sie habe sich einen Bruch d es Schlüsselbeins rechts und eine Verrenkung der rechten Schulter zugezogen. Gemäss Angab en im Bericht der Klinik C.____ vom 30. Juli 2014 sei die Versicherte zusätzlich zu diesem Ereignis eine Woche später auf den gestreckten rechten Arm gestürzt. Die SWICA gewährte in der Folge die gesetzlichen Leistun- gen (Taggelder und Heilungskosten). Nach Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse stellte sie jedoch ihre Leistungen mit Verfügung vom 3. März 2015 rückwirkend per 1. November 2014 ein. Diesen Entscheid begründete sie damit, dass die me dizinische Beurteilung von Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ergeben habe, dass der Befund der Arthrose im Sternoklavikulargel enk rechts als krankheitsbedingt zu betrachten und nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkei t auf das Unfallereignis vom 10. Juni 2014 zurückzuführen sei. Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die SWICA mit Entscheid vom 28. Mai 2015 ab, wobei sie an den berei ts gemachten Ausführungen festhielt. Der Unfallversicherer habe die Möglichkeit, die durch Au srichtung von Heilbehandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc e t pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision einzustellen, falls kein versichertes Ereignis vorliege. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Jan Herrmann, mit Eingabe vom 29. Juni 2015 Beschwerde beim Kantonsgerich t Basel-Landschaft, Abteilung So- zialversicherungsrecht (Kantonsgericht) und beantragte dess en Aufhebung sowie die Ausrich- tung der gesetzlichen Leistungen für das Unfallereignis vom 10. Juni 2014. Eventualiter sei ein gerichtliches medizinisches Gutachten bei neutraler Stel le zur Klärung der Kausalität des be- stehenden Beschwerdebildes einzuholen; unter o/e-Kosten folgen. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass die SWICA ihren Entscheid au f unzureichende medizinische Berich- te stütze. So würden die Ausführungen des beratenden A rztes Dr. D.____ vom 7. Januar 2015 und 22. April 2015 für einen die Leistungen einstel lenden Entscheid nicht ausreichen. Zudem äussere er sich nicht widerspruchsfrei zur Frage der Kausalität. C. In ihrer Vernehmlassung vom 30. Juli 2015 beantrag te die SWICA die Abweisung der Beschwerde. Sie stellte sich auf den Standpunkt, dass die natürliche Kausalität zwischen dem Ereignis vom 10. Juni 2014 und den Beschwerden der rechten Schulter weggefallen sei. Zudem wies sie darauf hin, dass Dr. D.____ kein beratender Ar zt sei, sondern ein unabhängiger Gut- achter. Seine Ausführungen würden daher keine versicher ungsinternen Feststellung darstellen, sondern eine unabhängige Aktenbeurteilung. Weiter hie lt sie fest, dass zwischen dem Ereignis vom 10. Juni 2014, welches bei genauer Betrachtung den Unfallbegriff gar nicht erfülle und so- mit kein Unfallereignis darstelle, und den aktuellen Beschwerden betreffend Arthrose im rechten Sternoklavikulargelenk kein natürlicher Kausalzusammenhan g bestehe. Sie sei daher berech- tigt, die Leistungspflicht ex nunc et pro futuro einzust ellen. Aufgrund des Untersuchungsgrund- satzes sei im Übrigen von Amtes wegen eine Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 zu prüfen. Selbst wenn ein Unfallereignis anzunehmen wäre, sei davon auszu- gehen, dass die Arthrose im Sternoklavikulargelenk recht s nicht unfallbedingt sei bzw. mangels Kausalzusammenhangs keine Leistungspflicht bestehe. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Am 15. September 2015 liess die Beschwerdeführerin d urch ihren Rechtsvertreter die Replik einreichen. Darin machte sie unter anderem gelte nd, dass die Beschwerdegegnerin mehrfach ihre Verfahrensrechte verletzt habe, weil diese sie nicht vorgängig über die Begutach- tung durch Dr. D.____ informiert und ihr keine Gele genheit gegeben habe, Ergänzungsfragen zu stellen. Seine Berichte seien bereits aus diesen Gründen aus dem Recht zu weisen. E. Mit Duplik vom 16. Oktober 2015 hielt die SWICA an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest und bestritt die Ausführungen der Beschwerdeführerin. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 ATSG, dessen Best immungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versiche rungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung i hren Wohnsitz hat. Vorliegend befin- det sich dieser in E.____, weshalb die örtliche Zuständig keit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsger icht als Versicherungsgericht als einzi- ge gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Eins pracheentscheide der Versiche- rungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachli ch zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 12. Februar 2015 ist demnach einzutreten. 1.2 Die Beschwerdeführerin macht in verfahrensrechtlich er Hinsicht geltend, die Be- schwerdegegnerin habe mit ihrem Vorgehen in mehrfache r Hinsicht die Verfahrensrechte ge- mäss Art. 44 ATSG verletzt. Wenn Dr. D.____ kein berate nder Arzt, sondern ein unabhängiger Gutachter sei, wie dies von der Beschwerdegegnerin beto nt wird, hätte sie vorgängig über die Begutachtung informiert werden müssen. Zudem hätte die Beschwerdegegnerin ihr Gelegenheit geben müssen, Ergänzungsfragen zu stellen. Hierzu ist fes tzustellen, dass Dr. D.____ - entge- gen der Behauptung der Beschwerdegegnerin - nicht als unabhängiger Gutachter zu betrachten ist. In ihrem Schreiben vom 10. Dezember 2014 erteilt e die Beschwerdegegnerin ihm einen Auftrag, um eine Aktenbeurteilung als beratender Expertenarzt vorzunehmen. Daraus muss geschlossen werden, dass Dr. D.____ mit überwiegender W ahrscheinlichkeit im vorliegenden Zusammenhang kein unabhängiger Sachverständiger ist. Seine Ausführungen haben daher - wie nachfolgend in Erwägung 7.2 festgehalten wird - nicht denselben Beweiswert wie jene eines externen Gutachters. Unter diesen Umständen erübrigen si ch jedoch weitere Ausführungen zu den verfahrensrechtlichen Einwänden der Beschwerdeführerin (vgl. auch Art. 42 ATSG). 2. Streitig ist vorliegend, ob die Einstellung der V ersicherungsleistungen per 1. November 2014 zu Recht erfolgte. Als Erstes ist zu prüfen, ob die beiden Ereignisse - Wegziehen des Es- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht senswagens am 10. Juni 2014 und Sturz auf den rechten Arm circa eine Woche später (vgl. Angaben im Bericht von Dr. med. F.____, FMH Orth opädische Chirurgie und Traumatolo- gie des Bewegungsapparates, vom 30. Juli 2014) - Unfälle im Rechtssinn sind. 3.1 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, n icht beabsichtigte schädigende Ein- wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den me nschlichen Körper, die eine Beein- trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 3.2 Der äussere Faktor ist das zentrale Begriffscharakteristi kum eines jeden Unfallereignis- ses; er ist Gegenstück zur – den Krankheitsbegriff konstitu ierenden – inneren Ursache (BGE 134 V 76 E. 4.1.1). Der äussere Faktor ist ungewö hnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Um stände in Betracht fallen. Definitions- gemäss bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkei t nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selbst (BGE 134 V 76 E. 4.1, 129 V 404 E. 2.1, 122 V 233 E. 1, je mit Hinweisen). Ohne Belang für die Prü fung der Ungewöhnlichkeit ist, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Fo lgen nach sich gezogen hat. Aus- schlaggebend ist, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt (BGE 134 V 80 E. 4.3.1 ). Bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken (wie etwa bei Muskel- und Gele nkschmerzen, einer Lumbago oder Hernien), unterliegt der Nachweis der Ungewöhnlichkei t des äusseren Faktors besonders strengen Anforderungen. Die unmittelbare Ursache der Schädigung muss in diesen Fällen unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden. Regelmä ssig bedarf es – neben den übli- chen, dem täglichen Leben zuzuschreibenden, auf den Körp er einwirkenden Kräften – eines schadensspezifischen Zusatzgeschehens, damit ein Unfall angen ommen werden kann. Hinter- grund bildet der Umstand, dass ein Unfallereignis sich in der Regel in einer äusserlich wahr- nehmbaren Schädigung manifestiert, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlich- keit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE 13 4 V 80 E. 4.3.2.1, 99 V 138 E. 1; Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011, 8C_693/2010, E. 5.2). 3.3 Gemäss Lehre und Rechtsprechung kann der ungewöhnli che Faktor in einer unkoordi- nierten Bewegung oder in einer ausserordentlichen körp erlichen Anstrengung bestehen (BGE 130 V 117 E. 2.1, 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG] vom 13. Februar 2006, U 144/06, E. 1, Ur teil des EVG vom 13. Dezember 2002, U 65/02, E. 1.2; vgl. U ELI KIESER /H ARDY LANDOLT , Unfall-Haftung-Versicherung, Zürich/St. Gal- len 2012, N 17 ff.; T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, § 7 N 13). Bei unkoordinierten Bewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erforder- nis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung g leichsam "programmwidrig" unter- bricht oder stört. Bei einer solchen unkoordinierten Be wegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 118 E. 2.1 mit zahlreichen Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren wird vom Un tersuchungsgrundsatz be- herrscht. Das Gericht hat den rechtserheblichen Sachverha lt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien abzuklären und festzustellen (vgl. BGE 117 V 263 E. 3b). Aus der Untersuchungsmaxime folgt auch das Prinzip der freien Beweiswürdigung, wonach das Gericht an kei ne förmlichen Beweisregeln gebunden ist (Art. 61 lit. c ATSG). Das gesamte Beweismaterial ist unvoreingenommen und sorgfältig auf seine Stichhaltigkeit zu prüfen (vgl. LOCHER , a.a.O., § 68 N 3). 4.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von i hrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, S. 134 f.). Im Sozialversiche- rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge setz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforde rungen nicht. Das Gericht hat viel- mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c, jeweils mit Hinweisen). 4.3 Nach der Rechtsprechung hat die versicherte Person di e Umstände des als Unfall ge- meldeten Ereignisses glaubhaft zu machen. Zur Glaubhaft machung müssen über das konkrete Geschehen genaue und möglichst detaillierte Angaben n amhaft gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich übe r die Tatumstände ein klares Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuschätzen (vgl. B GE 114 V 305 E. 5b; Urteil des EVG vom 25. November 2004, U 209/04, E. 1.2, Urteil des EVG vom 15. September 2004, U 234/04). Unvollständige, ungenaue oder widersprüchlic he Angaben zum Geschehensablauf können die Verneinung der Leistungspflicht der Unfallve rsicherung zur Folge haben. Im Streit- fall hat das Sozialversicherungsgericht zu beurteilen, ob die einzelnen Merkmale des Unfallbe- griffs, insbesondere die Ungewöhnlichkeit des äusseren Fa ktors, gegeben sind. Hierzu hat es im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes die notwendigen Beweise zu erheben (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). Spricht der rechtserhebliche Sachverhalt ni cht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen der einzelnen Begriffsmerkmale – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, ist ein Unfall im Rechtssinne zu verneinen (Urteil des EVG vo m 23. November 2006, U 258/04, E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Bei der Beurteil ung des Unfallbegriffs kommt ihm jedoch ein nicht unerheblicher Beurteilungsspielraum zu (vgl. BGE 112 V 202 E. 1; RKUV 2003 U 485 S. 259; ALFRED MAURER , Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 168). 4.4 Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten P erson ist gemäss Rechtspre- chung den Angaben, die von der versicherten Person kurz n ach dem Unfall gemacht wurden, meist grösseres Gewicht beizumessen als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers. Der Grundsatz, wonach die spontanen "Aussa gen der ersten Stunde" in der Re- gel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Schil derungen, die bewusst oder unbe- wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlich er oder anderer Art beeinflusst sein können, stellt eine im Rahmen freier Beweiswürdig ung zu berücksichtigende Entschei- dungshilfe dar. Sie kann jedoch nur zur Anwendung gel angen, wenn von zusätzlichen Abklä- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (Urtei l des EVG vom 23. November 2006, U 258/04, E. 3.1 mit Hinweisen; vgl. auch: Urteil de s Bundesgerichts vom 22. September 2008, 8C_827/2007, E. 5.2). 5.1 Für die Beurteilung der Frage, ob mit der erfor derlichen Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass sich am 10. Juni 2014 und circa eine Woche später zwei Unfälle im Rechtssinne ereignet haben, sind im Wesentlichen folgende Unterlagen zu berücksichtigen. 5.2.1 Gemäss Bagatellunfallmeldung der Arbeitgeberin vom 15. Juli 2014 habe die Be- schwerdeführerin am 10. Juni 2014 einen Essenswagen zurückziehen wollen. Gleichzeitig habe ein weiterer Mitarbeiter am anderen Ende den Wagen in die entgegengesetzte Richtung nach links gezogen. Dadurch sei ein starker ruckartiger Zug au f das rechte Schultergelenk der Be- schwerdeführerin entstanden. 5.2.2 Am 30. Juli 2014 hielt Dr. F.____ fest, es sei b eim Wegziehen des Essenswagens zu einem reissenden Schmerz in der rechten Schulter gekommen. Etwa eine Woche später sei die Beschwerdeführerin zusätzlich auf den ausgestreckten rech ten Arm gestürzt. Seitdem würden sie ausgeprägte Schmerzen sowohl in der Bewegung als auch in Ruhestellung plagen. 5.2.3 In ihrer Einsprache vom 27. März 2015 äusserte si ch die Beschwerdeführerin dahinge- hend, dass sie am 10. Juni 2014 infolge eines Wegziehens des Essenswagens gestürzt sei. Dabei habe sie Schmerzen in der rechten Schulter verspürt, welche auch nach einer operativen Behandlung am 15. September 2014 bestehen würden. 5.3 Zunächst ist festzustellen, dass die Sachverhaltsabkläru ngen der Beschwerdegegnerin in Bezug auf die beiden Vorfälle vom Juni 2014 im vor liegenden Verfahren nicht sehr ergiebig waren. Dieses Vorgehen ist wohl darauf zurückzuführen, d ass die Beschwerdegegnerin auf- grund der beiden zeitnahen Schilderungen in der Bagat ellunfallmeldung vom 15. Juli 2014 und im Arztbericht von Dr. F.____ vom 30. Juli 2014 davon ausging, dass es sich bei den beiden Ereignissen um Unfälle im Rechtssinne handelte. Es bestan d deshalb kein Anlass für die Be- schwerdegegnerin, weitere diesbezügliche Abklärungen zu t ätigen. In Bezug auf das Wegzie- hen des Essenswagens am 10. Juni 2014 ist zunächst festzust ellen, dass die erst im Rahmen des Einspracheverfahrens vorgebrachte Sachverhaltsschilde rung der Beschwerdeführerin, sie sei dabei gestürzt, den echtzeitlichen Aussagen widersprich t und nach der Beweismaxime der Aussage der ersten Stunden (vgl. E. 4.4 vorstehend) vorli egend nicht berücksichtigt werden kann. Nichtsdestotrotz ist auch dieses Ereignis als Unfall i m Rechtssinne zu qualifizieren. Wie oben in Erwägung 3.3 ausgeführt, kann sich ein Unfall auch durch eine unkoordinierte Bewe- gung ereignen, sofern ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" unterbricht oder stört. Vorliegend wollte die Be- schwerdeführerin den von ihr gehaltenen Essenwagen ziehe n, als gleichzeitig ein Mitarbeiter denselben in die entgegengesetzte Richtung nach links zog . Dieses plötzliche, unerwartete Wegziehen des Essenswagens störte den normalen Ablauf und führte zur unkoordinierten Be- wegung. Unter diesen Umständen ist der ungewöhnliche äu ssere Faktor und damit der Unfall- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht begriff zu bejahen. Beim zweiten Unfallereignis hand elt es sich um einen Sturz auf den rechten Arm. Ein solcher Vorfall stellt zweifellos ein Unfallereignis im Rechtssinne dar (vgl. E. 3.1 f.). 5.4 Zusammenfassend ist deshalb festzustellen, dass die bei den Ereignisse vom Juni 2014 Unfälle im Rechtsinne darstellen. 6.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfa llversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per- son Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die ver- sicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses be trägt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähi gkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Be- ginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Per son. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes- tens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn v on der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustand es der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederu ngsmassnahmen der Invalidenversiche- rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fal len die Heilbehandlung und die Tag- geldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 6.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Inva- lidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ei n adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne de s natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eing etretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur glei chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahu ng des natürlichen Kausalzusam- menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allein ige oder unmittelbare Ursache gesund- heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende E reignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität de r versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werde n kann, ohne dass auch die eingetre- tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen ei- nem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen S törung ein natürlicher Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechts anwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr ob liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin- den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genü gt für die Begründung eines Leis- tungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifestiert bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit de r erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach- gewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversich erers erst, wenn der Unfall nicht die na- türliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darst ellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich n ach dem schicksalsmässigen Verlauf ei- nes krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hin- weisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingt en Ursachen eines Gesundheitsscha- dens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein übliche n Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinwei sen) nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswi rkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - an- ders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na türlicher Kausalzusammenhang gege- ben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern b eim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs mus s nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschad en mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entsche idend ist allein, ob unfallbedingte Ur- sachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verlore n haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 7.1 Wie bereits dargelegt, ist die rechtsanwendende Be hörde zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der Beurteilung des Gesundheitszusta ndes und der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bere ich der Medizin - regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. E. 2.2.1 hiervor). Das Gericht hat diese medizinisch en Unterlagen nach dem für den Sozi- alversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweisw ürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. o hne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeu tet, dass das Sozialversiche- rungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da- nach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlage n eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizini- sche These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztb erichtes ist demnach entschei- dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntn is der Vorakten (Anamnese) abge- geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Z usammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schl ussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach alleine ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum V ersicherungsträger nicht schon auf man- gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be- richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 8.1 Für die Beurteilung der Frage, ob zwischen den Unf ällen vom Juni 2014 und den dadurch verursachten Beschwerden die natürliche Kausalitä t zu bejahen ist, sind folgende me- dizinischen Unterlagen von Relevanz: 8.2.1 In der Bagatellunfall-Meldung vom 15. Juli 2014 wurde aufgeführt, die Beschwerdefüh- rerin habe am 10. Juni 2014 einen Unfall erlitten un d sich dabei am Thorax rechts das Schlüs- selbein gebrochen und die rechte Schulter verrenkt. 8.2.2 Die Erstbehandlung der Verletzung fand am 13. J uli 2014 bei Dr. med. G.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, statt. In ihrem Arztzeugnis vom 14. August 2014 diagnostizier- te sie eine SLAP- und eine Rotatorenmanschetten-Läsion rechts. Sie veranlasste in der Folge eine MRI Untersuchung bei der H.____, welche am 18. Ju li 2014 durchgeführt wurde. Dabei wurde der Verdacht auf eine kleine, im anterioren Ste ntabschnitt der Supraspinatussehne gele- gene, intratendinöse Partialruptur, aber keine transm urale Ruptur, geäussert. Weiter wurden eine AC-Gelenkarthrose, eine SLAP-Läsion und eine Ten dinopathie der langen Bizepssehne festgestellt. Das Vorliegen einer fassbaren Klavikulafraktur wurde verneint. 8.2.3 Zuhanden von Dr. G.____ nannte Dr. F.____ am 3 0. Juli 2014 als Diagnosen eine SLAP-Läsion, eine traumatisierte AC-Arthrose und eine Partialläsion der Supraspinatussehne rechts nach Trauma am 10. Juni 2014. In der Beurteilun g hielt sie fest, dass die Beschwerde- führerin sich eine SLAP-Läsion an der rechten Schulter zugezogen habe. Zudem sei es zu einer Traumatisierung des AC-Gelenks gekommen. Von einem Aushe ilen der Verletzung durch kon- servative Massnahmen sei nicht auszugehen, weshalb der Besch werdeführerin eine Arthrosko- pie mit SLAP-Repaire/Bizepstenodese, Acromioplastik und partieller AC-Gelenkresektion emp- fohlen worden sei. 8.2.4 In einer Besprechungsnotiz hielt der Vertrauensa rzt der Beschwerdegegnerin (Dr. med. I.____) am 21. August 2014 fest, dass die Folgen des Unfalls zu circa einem Drittel auf die gestellten Diagnosen zurückzuführen seien (SLAP- Läsion). Aus diesem Grund sei die Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdegegnerin für die Kosten des vorgesehenen Eingr iffs vom 15. September 2014 leis- tungspflichtig. 8.2.5 Am 15. September 2014 wurde die Beschwerdeführe rin in der Klinik C.____ durch Dr. F.____ operiert, wobei ein arthroskopisches, intraa rtikuläres Débridement der Supraspi- natussehne und eine subacromiale sowie eine AC-Gelenksde kompression rechts vorgenom- men wurden. 8.2.6 Am 13. Oktober 2014 veranlasste Dr. F.____ ein MRI der Sternoklavikulargelenke in der H.____. Im gleichentags erstellten Bericht wurden (1) ein deutliches Knochenmarködem um das rechte Sternoklavikulargelenk mit 8 mm grosser subchondr aler Zystenbildung am Sternum und ein Verdacht auf osteophytäre Appositionen an der proximalen Klavikulagelenksfläche, vereinbar mit reaktivierten degenerativen Veränderunge n, und (2) linienförmige, paraartikuläre in allen Sequenzen sichtbare Signalalterationen parall el zur klavikulären Gelenksfläche (diffe- rentialdiagnostisch: nicht dislozierte Fissur/Fraktur) festgehalten. 8.2.7 Am 7. November 2014 wurde bei der Beschwerdefüh rerin ein CT des Sternums und der Sternoklavikulargelenke beidseits durchgeführt. Dabe i wurde festgestellt, dass schwere am ehesten degenerative Veränderungen im rechten Sternokl avikulargelenk sowie auch im AC- Gelenk vorlägen, was ein eventueller Hinweis auf eine I nstabilität der rechten Klavikula sei. Die knöchernen Veränderungen circa 3 cm lateral des mediale n Endes an der rechten Klavikula würden eventuellen zystischen Insertionsdegenerationen i m Bereich des Ansatzes des kos- toklavikulären Ligaments entsprechen; eine Fissur wurde ausgeschlossen. 8.2.8 Dr. F.____ nannte in ihrem Bericht vom 10. Nove mber 2014 neben den bereits im Be- richt vom 15. September 2014 gestellten Diagnosen gestüt zt auf die Ergebnisse der MRI- Untersuchung vom 13. Oktober 2014 ein ausgeprägtes Knoc henmarködem bei hochgradigem Verdacht auf undislozierter Fissur des proximalen Klavikulaendes rechts. Die Beschwerdeführe- rin habe anlässlich der klinischen Nachkontrolle am 29. Oktober 2014 berichtet, dass sie von Seiten der Schulter praktisch beschwerdefrei sei. Sie hab e aber nach wie vor ausgeprägte Schmerzen im Bereich des Sternoklavikulargelenks rechts. D ie Befundaufnahme lautete dahin- gehend, dass die Operationsinzisionen reizlos verheilt seien. Es seien keine Rötungen, Schwel- lungen oder eine Überwärmung im Bereich der Schulter erkennbar. Die Beweglichkeit der re- chen Schulter sei aufgrund der Schmerzen im Sternoklavikulargelenk eingeschränkt. Die Schul- ter selbst sei locker und frei. Die Flexion müsse bei 140 ° und die Abduktion bei 110° schmerz- bedingt abgebrochen werden. Es fänden sich keine Druckd olenzen im Bereich der Schulter, jedoch ausgeprägte über dem proximalen Ende der Klavikula. In diesem Bereich bestünde auch eine leichte Rötung, aber aktuell keine Schwellung. In der Beurteilung führte Dr. F.____ sodann aus, dass die Beschwerdeführerin in Bezug auf die rechte Schulter tatsächlich beschwerdefrei zu sein scheine. Aufgrund des Befundes am Sternoklavikular gelenk rechts dürfe sie aber bis zur Verbesserung der Symptomatik keine Bewegungen mit dem Arm über die Schulterhöhe und möglichst keine Horizontaladduktion durchführen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2.9 Am 24. November 2014 erfolgte eine weitere Un tersuchung der Beschwerdeführerin durch Dr. F.____. In ihrem Bericht vom 3. Dezember 201 4 diagnostizierte sie einen Verdacht auf eine erosive Arthritis des Sternoklavikulargelenks rech ts bei Status nach arthroskopischem, intraartikulärem Débridement der Supraspinatussehne und eine subacromiale sowie eine AC- Gelenkdekompression rechts bei intraartikulärer Partialru ptur der Supraspinatussehne sowie einer traumatisierten AC-Gelenkarthrose rechts nach Trauma am 10. Juni 2014. Sie führte aus, dass die Beschwerdeführerin weiterhin an ausgeprägten Schmerzen im Bereich des Sternokla- vikulargelenks rechts leide, wobei diese Beschwerden tende nziell eher zunähmen und mit der Physiotherapie bisher keine Erfolge hätten erzielt werden können. Dr. F.____ deutete - auch mit Blick auf die Ergebnisse der Berichte der H.____ vom 13. Oktober 2014 und 7. November 2014 - die degenerativen Veränderungen am ehesten im Rahme n einer erosiven Arthrose/Arthritis. Zur Beurteilung überwies sie die Beschwerdeführerin einem Rheumatologen der Klinik C.____. 8.2.10 Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Schreiben vom 10. Dezember 2014 ihren bera- tenden Expertenarzt Dr. D.____ um eine Beurteilung. A m 7. Januar 2015 führte dieser aus, dass der Unfall vom 10. Juni 2014 nicht die einzige Ursache der festgestellten gesundheitlichen Störung sei; er sei bloss eine mögliche Mitursache derse lben. Auf die Frage, ob die durch den Unfall vom 10. Juni 2014 verursachte Verschlimmerung ei ner vorbestehenden Gesundheits- schädigung abgeheilt sei, führte Dr. D.____ aus, dass dr ei Monate nach dem Unfall bzw. sechs Wochen nach der Operation am 15. September 2014 der Status quo ante erreicht sei. Weiter verneinte er die Frage, dass die durch den Unfall mind estens überwiegend wahrscheinlich mit- verursachten Gesundheitsstörungen früher oder später auch ohne diesen im heutigen Ausmass aufgetreten wären. Zusammenfassend hielt Dr. D.____ fest, dass der initiale Unfall (Wegziehen des Essenswagens) nicht als Unfall zu werten sei. Auffällig sei, dass bei der Bagatellunfallmel- dung vom 15. Juli 2014 ein Thorax-Schultertrauma und ein Bruch des Schlüsselbeins angege- ben würden. Die am 18. Juli 2014 beschriebenen Läsio nen im Arthro-MRI der rechten Schulter dürften rein degenerativer Natur sein. In Bezug auf den von Dr. F.___ am 30. Juli 2014 genann- ten Sturz der Beschwerdeführerin hielt Dr. D.____ fest , dass dieser nur knapp geeignet gewe- sen sei, eine SLAP-Ruptur sowie eine traumatisierende AC-Arthrose zu verursachen sowie den Supraspinatus zu schädigen. Die von Dr. F.____ genannten Diagnosen seien aber insbesonde- re in Bezug auf die Ausführungen im Operationsbericht vom 15. September 2014 interessant, weil sich die SLAP-Läsion intraoperativ als Normvariante gezeigt habe und die Operation unnö- tig gewesen sei. Weiter führte Dr. D.____ aus, dass di e Arthrose im Sternoklavikulargelenk rechts klar unfallfremd sei und nicht auf die Unfallereignisse zurückgeführt werden könne. 8.2.11 Zuhanden von Dr. G.____ diagnostizierte Dr. me d. J.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, am 24. Februar 2015 eine Arthrose des rechten Sternoklavikulargelenks bei Status nach (1) arthroskopischem, intraartikulärem Débridement der Supraspinatussehne sowie AC-Gelenkdekompression rechts am 15. September 2014 bei intraartikulärer Partialläsion der Supraspinatussehne und traumatisierter AC-Gelenkarthro se rechts und (2) ein Stauchungs- trauma mit einem Essenswagen am 10. Juni 2014 mit ansch liessend auftretendem Schmerz im Sternoklavikulargelenk. In seiner Befunderhebung führte Dr. J.____ aus, dass eine starke Schwellung und eine Druckdolenz im Bereich des Sternoklavi kulargelenks rechts, aber keine Instabilität bestehe. Das rechte Schultergelenk sei be schwerdefrei und gut beweglich. Sämtli- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht che Fragen über eine mögliche entzündliche Rheumaerkran kung seien verneint worden. Es lägen auch keine Befunde eines SAPHO Syndroms oder eine r seronegativen Spondylarthrose vor. In der Beurteilung hielt Dr. J.____ fest, dass di e Beschwerdeführerin an einer erosiven Arthrose des rechten Sternoklavikulargelenks nach einer Tr aumatisierung am 10. Juni 2014 leide. Es lägen ausgeprägte degenerative Veränderungen des Gelenks sowie knöcherne Ver- änderungen des medialen Endes der rechten Klavikula vor. Eine zweifache SC-Infiltration mit Kortison und Lokalanästhetikum hätte keine Besserung geb racht. Im Verlauf seien im Abstand von einer Woche 3 ultraschallgestützte Infiltrationen mi t autologem konditioniertem Plasma (ACP-Therapie) vorgenommen worden. Weiter sei die kont inuierliche Einnahme von NSAR so- wie wegen der grossen subchondralen Zystenbildung zusätzlich die Therapie mit Calcitonin Nasenspray für einen Monat empfohlen worden. 8.2.12 Im Rahmen des Einspracheverfahrens ersuchte die Beschwerdegegnerin Dr. D.____ um eine Stellungnahme. Am 22. April 2015 teilte die ser mit, dass er an seinen Ausführungen vom 7. Januar 2014 festhalte. Weiter äusserte er sich zur Einsprache der Beschwerdeführerin und wies auf den Widerspruch zwischen der ursprünglichen Sachverhaltsdarstellung und dem nunmehr erwähnten Sturz vom 10. Juni 2014 hin. In Bezug auf die medizinische Situation hielt Dr. D.____ fest, dass das Sternoklavikulargelenk der Beschwe rdeführerin stark degenerativ geschädigt sei und das Zeitfenster vom angeblichen Stu rz am 10. Juni 2014 bis zum MRI am 13. Oktober 2014 zu klein sei, um den Befund zu erkläre n. Die Anamnese im Schreiben von Dr. J.____ sei falsch und die Operation sei unnötig gew esen. Initial sei nie über ein Stau- chungstrauma im Sternoklavikulargelenk geklagt worden. 9.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in ihrem Einsprache entscheid vom 28. Mai 2015 auf die Ausführungen von Dr. D.____ vom 7. Januar 2 015 und 22. April 2015. Sie kommt dabei zum Schluss, dass in Bezug auf die Schulterbeschwerden recht s der Status quo ante spätes- tens sechs Wochen nach der Operation am 15. September 20 14 erreicht worden sei, weshalb sie ab 1. November 2014 keine Leistungen mehr schulde. Betreffend die Beschwerden im Sternoklavikulargelenk rechts ging die Beschwerdegegneri n davon aus, dass diese nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit natürlich kausal zu den beiden Unfallereignissen vom Juni 2014 seien. 9.2 Dieser Auffassung kann aus nachfolgenden Gründen nic ht gefolgt werden. Da Dr. D.____ ein verwaltungsinterner Arzt ist (vgl. E. 1.2 ), sind bei der Würdigung seiner Beurtei- lungen strenge Anforderungen zu stellen. Wenn auch nu r geringe Zweifel an deren Zuverläs- sigkeit und Schlüssigkeit bestehen, sind ergänzende Abkläru ngen vorzunehmen (BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4). Solche Zweifel sind vorliegend nicht von der Hand zu weisen. Dr. D.____ führte am 7. Januar 2015 betreffend die Schulterverletzung rechts aus, dass der Unfall vom 10. Juni 2014 eine mögliche Mitursache der festgestellten gesundheitlichen Störung sei. Damit bejahte er zunächst den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den festgestellten Verletzungen in der rechten Schulter. Im gleichen Bericht liess er aber verlau- ten, dass das Ereignis vom 10. Juni 2014 gar kein Unfall im Rechtsinne sei und die im MRI vom 18. Juli 2014 beschriebenen Läsionen degenerativer Natur sein dürften. Zunächst ist festzustel- len, dass es nicht Aufgabe des beratenden Arztes ist, ein Ereignis als Unfall im Rechtssinne zu Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht qualifizieren. Zudem sind seine Aussagen nicht nur widersprüchlich, sondern weichen auch von den Angaben des Vertrauensarztes Dr. I.____ vom 21. Aug ust 2014 ab, der 1/3 der gestellten Diagnosen als Unfallfolgen bezeichnete (vgl. oben E. 8. 2.4; Beilage 15 der Beschwerdegegne- rin). Ein zusätzlicher Widerspruch ergibt sich auch aus der Antwort von Dr. D.____ auf die Fra- ge, wann der Status quo sine vel ante erreicht worden sei. Er führte diesbezüglich zunächst aus, dass dieser innert einer 3-monatigen Frist seit Unfa ll bzw. spätestens 6 Wochen nach der Operation erreicht sei. Weiter liess er jedoch verlauten , dass die durch den Unfall vom 10. Juni 2014 ausgelösten Gesundheitsstörungen ohne denselben nicht im aktuellen Ausmass bestün- den. Damit bestätigt er, dass auch im Zeitpunkt seiner Akt enbegutachtung noch Beschwerden vorhanden sind, welche durch den Unfall verursacht wurden . Der Status quo sine kann daher aber nicht drei Monate nach dem Unfall bzw. 6 Wochen nach der Operation erreicht worden sein. Dr. D.____ beschränkte sich bei dieser Argumentati on einzig auf die Betrachtungsweise, dass eine unfallbedingte Verletzung wie die vorliegen de innert einer bestimmten Zeit als abge- heilt zu gelten hat und dementsprechend weiterhin verb leibende Restbeschwerden nicht unfall- kausal sein können. Auf seine diesbezüglichen Ausführ ungen kann daher nicht abgestellt wer- den. In Bezug auf die Beschwerden im Sternoklavikulargel enk führte Dr. D.____ in seiner Stel- lungnahme vom 22. April 2015 sodann aus, dass diese degenerativ seien. Initial sei nie über ein Stauchungstrauma im Sternoklavikulargelenk geklagt worden . Diese Aussage widerspricht den echtzeitlichen Schilderungen. Der Bagatell-Unfallmeldung vom 15. Juli 2014 ist nämlich zu ent- nehmen, dass die Beschwerdeführerin einen Bruch des Schlü sselbeines erlitten habe. Zwar bezog sich diese Aussage nicht auf das Sternoklavikulargele nk, aber daraus kann immerhin geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin nach dem Unfall auch über Schmerzen im Bereich des Schlüsselbeins klagte. Da die Ausführungen von Dr. D.____ auch in dieser Hinsicht widersprüchlich und nicht nachvollziehbar sind, kann nicht darauf abgestellt werden. 9.3 Weiter ist aber zu beachten, dass auch die Berichte der behandelnden Ärzte (Dres. F.____ und J.____) widersprüchlich sind. Dr. F.__ __ bezeichnete die Beschwerden im Sternoklavikulargelenk als degenerativ (vgl. oben E. 8.2 .6- 8.2.9). Dieser Einschätzung wider- spricht Dr. J.____, indem er in seinem Bericht vom 24. Fe bruar 2015 aufgrund einer persönli- chen Untersuchung der Beschwerdeführerin eine erosive Ar throse des rechten Sternoklaviku- largelenks nach Traumatisierung am 10. Juni 2014 diagno stizierte. Er geht damit davon aus, dass die Beschwerden nicht (nur) degenerativ sind, sonder n auch durch den Unfall verursacht wurden. Da sich dieser Widerspruch auch nicht aufgrund der übrigen Akten lösen lässt, können auch diese Berichte nicht als Entscheidgrundlage dienen. 10.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt weiterer Abklärungen bedarf, da er namentlich in Bezug auf die Ursächlichkeit der geklagten Beschwer- den im Bereich des Sternoklavikulargelenks nicht genügend untersucht wurde und widersprüch- lich ist. 10.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können d ie Sozialversicherungsge- richte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streit sache zur neuen Begutachtung an die Ver- waltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgut- achten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahr en anderweitig erhobenen Sachver- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht halt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig häl t oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist (vgl. BGE 137 V 263 ff. E. 4.4.1 ff). Da die Beschwerdegegnerin nicht alle notwendigen Abklärungen zur Beurteilung der natürlichen Kau- salität vorgenommen hat und es nicht die Aufgabe der ka ntonalen Gerichte ist, im Verwaltungs- verfahren versäumte medizinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz auch unter Berücksichtigung der neuen Rechtspr echung des Bundesgerichts nichts entgegen. Demzufolge ist die Angelegenheit in Aufhebu ng des angefochtenen Einspracheent- scheids vom 28. Mai 2015 zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese hat die Beschwerdeführerin insbesondere in Bezug auf die Frage, ob die noch bestehen- den Beschwerden im Sternoklavikulargelenk natürlich kausal zu den Unfallereignissen vom Juni 2014 sind, von einer unabhängigen Ärzteschaft untersuche n zu lassen. Zudem muss festge- stellt werden, ob und wann in Bezug auf die Schulterver letzungen der Status quo sine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht worden ist. G estützt auf die Ergebnisse der Ak- tenergänzung wird die Beschwerdegegnerin über die Ans prüche der Beschwerdeführerin neu zu verfügen haben. Die Beschwerde ist in dem Sinne gutzuheissen. 11.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 11.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führ ende Person Anspruch auf Er- satz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgeset zt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und na ch der Schwierigkeit des Prozesses be- messen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts ist unter Obsiegen im Streit um eine Leis- tung in der Sozialversicherung nicht nur das materielle Obsiegen in dem Sinne zu verstehen, dass die Beschwerde führende Person die beantragte Leist ung erhält. Vielmehr genügt für den bundesrechtlichen Anspruch auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem Sinne, dass der Beschwerde führenden Person durch die Au fhebung der angefochtenen Verfü- gung und der Rückweisung der Sache an die Verwaltung z ur weiteren Abklärung und neuen Beurteilung alle Rechte im Hinblick auf eine beansprucht e Leistung gewahrt bleiben (BGE 132 V 215 E. 6.2). Nachdem die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zur medizinischen Abklä- rung im Sinne der Erwägungen an die Versicherung zurüc kzuweisen ist, hat diese der Be- schwerdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten. Ihr Rechtsvertreter wies in seiner Honorarnote vom 2. November 2015 einen Zeitaufwand von insgesamt 11.5 Stunden aus, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverh alts- und Rechtsfragen als an- gemessen erweist. Die Bemühungen sind zum in Sozialversi cherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu ent- schädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 218.--. Der Versicherten ist somit eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'340.50 (11.5 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 218.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der SWICA zuzusprechen. 12.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid her beiführen und damit einen bedeutenden Aufw and an Zeit oder Kosten für ein weit- läufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtli- chen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisun gsentscheid an den Versiche- rungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuver fügung nicht um einen Endent- scheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von A rt. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materiell e Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 12.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwi- schenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn e ine Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur un ter den in Art. 93 Abs. 1 BGG ge- nannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, en tscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefoch tene Einsprache- entscheid vom 28. Mai 2015 aufgehoben und die Angeleg enheit an die SWICA Gesundheitsorganisation zurückgewiesen, damit di ese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Leistungsan- spruch der Beschwerdeführerin neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die SWICA Gesundheitsorganisation hat der Beschwer deführerin eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 3'340.50 (inkl. Au slagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu entrichten.