<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2019-01-28-6B_98-2019.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6B_98/2019</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 28. Januar 2019</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Denys, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Arquint Hill. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">Amt für Justizvollzug des Kantons Basel-Stadt, Straf- und Massnahmenvollzug, Spiegelgasse 6-12, 4051 Basel, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Stationäre therapeutische Massnahme (<span class="artref">Art. 59 Abs. 1 StGB</span>); Nichteintreten, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt, Dreiergericht, vom 11. September 2018 (BES.2017.142). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Der Präsident zieht in Erwägung:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Strafgericht des Kantons Basel-Stadt verurteilte X.________ am 27. Januar 2011 u.a. wegen mehrfacher qualifizierter Brandstiftung, mehrfacher versuchter qualifizierter Brandstiftung und mehrfacher Drohung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren. Es schob den Vollzug der Freiheitsstrafe zugunsten einer stationären therapeutischen Massnahme auf, welche am 12. Januar 2016 in Anwendung von <span class="artref">Art. 59 Abs. 4 StGB</span> um fünf Jahre verlängert wurde. </div> <div class="para">Am 22. November 2016 verfügte das Amt für Justizvollzug die Aufhebung der stationären therapeutischen Massnahme wegen Aussichtslosigkeit per 5. Dezember 2016. Die Verfügung erwuchs in Rechtskraft. Den am 1. Dezember 2016 gestellten Antrag auf Verwahrung hiess das Strafgericht am 12. September 2017 gut. Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt hob die Anordnung auf Verwahrung am 11. September 2018 auf und ordnete über X.________ für die Dauer von drei Jahren eine stationäre psychiatrische Behandlung gemäss <span class="artref"><artref id="CH/311.0/59/3" type="start"></artref><artref id="CH/311.0/59/1" type="start"></artref>Art. 59 Abs. 1 und 3 StGB</span><artref id="CH/311.0/59/3" type="end"></artref><artref id="CH/311.0/3" type="end"></artref> an. </div> <div class="para">Mit Beschwerde in Strafsachen beantragt das Amt für Justizvollzug, es sei der Entscheid des Appellationsgerichts vom 11. September 2018 aufzuheben und X.________ zu verwahren. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und inwieweit auf ein Rechtsmittel eingetreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid, gegen den die Beschwerde in Strafsachen offen steht (<span class="artref">Art. 78, <artref id="CH/173.110/80/1" type="start"></artref>Art. 80 Abs. 1 BGG</span><artref id="CH/173.110/78" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Der Beschwerdeführer führt zur Frage der Beschwerdelegitimation unter Verweis auf das kantonale Recht aus, er sei im vorliegenden Verfahren betreffend nachträgliche Entscheide nach <span class="artref">Art. 363 ff. StPO</span> Partei mit vollen Parteirechten und habe den Antrag auf Verwahrung sowohl vor dem Strafgericht als auch vor dem Appellationsgericht vertreten (vgl. § 38 Abs. 2 EG StPO/BS i.V.m § 3 Abs. 1 lit. d bis Strafvollzugsgesetz BS). Die Staatsanwaltschaft habe auf eine Teilnahme am Verfahren verzichtet. Die Parteirechte nach § 38 Abs. 3 EG StPO/BS hätten somit ausschliesslich ihm zugestanden. Sei ihm der Rechtsmittelweg im kantonalen Verfahren offen gestanden, könne vor Bundesgericht nichts anderes gelten. Er sei daher zur Beschwerde nach Art. 81 Abs. 1 lit. a und b Ziff. 3 BGG berechtigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.4.</b> Zur Beschwerde in Strafsachen ist berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat und ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids hat (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/81/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/81/1/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/81/1/a" type="start"></artref>Art. 81 Abs. 1 lit. a und b BGG</span><artref id="CH/173.110/81/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/81/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/b" type="end"></artref>). Der Staatsanwaltschaft steht das Beschwerderecht in Strafsachen nach Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 BGG grundsätzlich ohne Einschränkung zu (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=22.01.2019&amp;to_date=10.02.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-IV-196%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page196">BGE 142 IV 196</a> E. 1.5 S. 198 ff.; <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=22.01.2019&amp;to_date=10.02.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-IV-199%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page199">139 IV 199</a> E. 2 S. 200; <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=22.01.2019&amp;to_date=10.02.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-IV-36%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page36">134 IV 36</a> E. 1.4 S. 39 ff. mit Hinweisen). Die kantonalen Vollzugsbehörden sind von der Beschwerde demgegenüber ausgeschlossen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=22.01.2019&amp;to_date=10.02.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-51%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page51">BGE 139 I 51</a> E. 2.3 S. 53; <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=22.01.2019&amp;to_date=10.02.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-121%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page121">133 IV 121</a> E. 1.1 f. S. 123 ff.). Die Interessen "tangierter Behörden" sind von der Staatsanwaltschaft zu wahren (Urteile 6B_1203/2017 vom 1. November 2017 E. 2 mit Hinweis und 6B_664/2013 vom 16. Dezember 2013 E. 1.2; siehe zum Ganzen zur Publikation vorgesehenes Urteil 6B_691/2018 vom 19. Dezember 2018 E. 1.2). </div> <div class="para">Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer zur Erhebung der Beschwerde in Strafsachen nicht berechtigt ist. Dass er im kantonalen Verfahren Partei mit vollen Parteirechten war, er den Antrag auf Verwahrung vor den kantonalen Gerichtsinstanzen vertreten hat, die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt auf eine Verfahrensteilnahme verzichtete und die Parteirechte deshalb ausschliesslich ihm zustanden, ist für die Frage der Beschwerdelegitimation im bundesgerichtlichen Verfahren nicht erheblich. Die Ausgestaltung des kantonalen Rechts räumt kantonal legitimierten Behörden keine Befugnis ein, Strafrechtsbeschwerde nach <span class="artref">Art. 81 BGG</span> zu führen. Art. 38 EG StPO/BS gilt mit andern Worten nur für die Rechtsmittel auf kantonaler Ebene. Dass die Staatsanwaltschaft auf eine Teilnahme am kantonalen Verfahren verzichtete, führt folglich nur dazu, dass die Parteirechte im kantonalen Verfahren ausschliesslich dem Beschwerdeführer zustanden (vgl. <span class="artref">§ 38 Abs. 3 StPO</span>/BS), hat aber nicht zur Folge, dass dieser deshalb gemäss Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 BGG zur Beschwerde in Strafsachen befugt wäre. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 BGG</span> nicht einzutreten. Auf eine Kostenauflage ist zu verzichten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 4 BGG</span>). Der Beschwerdegegnerin ist keine Entschädigung zuzusprechen, da ihr im bundesgerichtlichen Verfahren keine Umtriebe entstanden sind. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, Dreiergericht, und der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 28. Januar 2019 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Denys </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill </div> </div></body></html></html>