2014 1 Art. 46 Abs. 3 und Art. 54 Abs. 2 EG ZGB; Art. 106 ZPO. Kostenauflage im Kindesschutzverfahren (OGE 30/2013/14 vom 18. Juli 2014) Veröffentlichung im Amtsbericht Der Kindsvater ist unabhängig davon, ob er sich am Verfahren beteiligt hat, an den Kosten vo n Kindesschutzmassnahmen und deren Aufhebung zu beteiligen. Aus den Erwägungen: 2.– a) Umstritten ist lediglich die Kostenbelastung des Beschwerde - führers im angefochtenen Beschluss. Der Beschwerdeführer macht geltend, er selber habe die Einsetzung ei nes Beistands nicht beantragt und sei dazu auch nicht befragt worden. Die Kindsmutter habe die Kosten des Beschlusses alle i- ne zu tragen, da sie die Einsetzung einer Beistandsperson verlangt habe. b) Es trifft zu, dass seinerzeit die Kindsmutter eine Besu chsbeistand- schaft beantragt hat. Die damals zuständige Vormundschaftsbehörde … führte daraufhin Abklärungen durch und kam zum Schluss, dass eine solche Be- suchsbeistandschaft namentlich wegen des gestörten Ve rhältnisses zwischen Vater und Tochter als Kindes schutzmassnahme erforde rlich sei. Der ent - sprechende Beschluss, dessen Kosten ebenfalls von Vater und Mutter zu tra- gen waren, ist nicht angefochten worden und am 12. Februar 2010 in Rechts- kraft erwachsen. Inzwischen hat sich die Weiterführung der Besuchsbe istand- schaft … als nicht mehr notwendig erwiesen, weshalb sie aufgehoben werden konnte. Die Kosten von Kindesschutzmassnahmen sind grundsätzlich von den Eltern zu tragen, wobei die Kosten des Kindesschutzverfahrens aber nach dem massgebenden Verfahrensrecht zu verteilen sind.1 Die massgebende Regelung der Verfahrenskosten für die Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde finden sich in Art. 54 EG ZGB2, wobei gemäss Art. 46 Abs. 3 EG ZGB subsidiär die Regeln der Zivilprozes s- ordnung3 anwendbar sind. Diese sieht namentlich eine Kostenverteilung nach 1 Vgl. Peter Breitschmid in: Basler Kommentar , Zivilgesetzbuch I, 4. A., Basel 2010, Art. 276 Rz. 22, S. 1499, m.w.H. 2 Gesetz über die Einführung des Schweizerischen Zivilges etzbuches vom 27. Juni 1911 (EG ZGB, SHR 210.100). 3 Schweizerische Zivilprozessord nung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO, SR 272). 2014 2 dem Unterliegerprinzip und allenfalls nach dem Verursacherprinzip vor. 4 Art. 54 Abs. 2 EG ZGB hält überdies ausdrücklich fest, dass Minderjährigen keine Kosten auferlegt werden können, wohl aber den Eltern minderjähriger Betroffener, sofern sie nicht bedürftig sind. Im Kindesschutzverfahren sind neben dem betroffenen Kind namentlich die Eltern Verfahrensbeteiligte. Die- sen können somit – soweit sie nicht bedürftig sind – je nach Ausgang oder Verfahrensverursachung Kosten auferlegt werden. Im vorliegenden Fall wur- de eine Besuchsbeistandschaft namentlich wegen des getrübten Verhältnisses zwischen Vater und Tochter eingesetzt, weshalb der Vater an den Kosten ent- sprechender Schutzmassnahmen und auch derer A ufhebung jedenfalls zu be- teiligen ist, unabhängig davon, ob er im Ve rfahren Stellung genommen hat oder nicht. Im Übrigen können aufgrund der erwähnten Grundsätze die Ver- fahrenskosten für Kindesschutzmassnahmen praxisgemäss auch unabhängig vom Ausgang des Verfahrens den Eltern zu gleichen Teilen auferlegt werden, wenn unter dem Gesichtspunkt des Kindesinteresses das Verfahren mit guten Gründen eingeleitet bzw. wieder abgeschlossen wird, wie dies vorliegend der Fall ist. 5 Dem Beschwerdeführer wurde somit zu R echt die Hälfte der Ver - fahrenskosten des angefoc htenen Beschlusses auferlegt, zumal er nicht gel- tend macht und auch nicht ersichtlich ist, dass er bedürftig wäre. 4 Vgl. Art. 106 ff. ZPO. 5 Vgl. dazu auch die Gebührenempfehlung der Zürcher KES B-Präsidien-Vereinigung vom 25. Juni 2012, Ziff. 1 E, S. 2, zur ähnlichen Kostenregelung des Kantons Zürich.