B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-779/2013 U r t e i l v o m 2 6 . F e b r u a r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; Gerichtsschreiberin Christa Grünig. Parteien A._______, geboren (…), Nigeria, und deren Tochter B._______, geboren (…), Nigeria, beide vertreten durch Bernhard Zollinger, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführerinnen, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 6. Februar 2013 / N (…). D-779/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die aus Nigeria stammende Beschwerdeführerin A._______ eigenen Angaben zufol ge ihr Heimatland im Jahr (…) verliess und sich via C._______ nach D._______ begab, wo sie um Asyl nachsuchte und am (…) ihre Tochter B._______ gebar, mit dieser am (…) illegal in die Schweiz einreiste und am selben Tag um Asyl nachsuchte, dass die Beschwerdeführerin am 21. Mai 2012 im Empfangs- und Verfah- renszentrum (EVZ) E._______ summarisch befragt (Befragung zur Pe r- son [BzP]) und vom BFM am 23. Januar 2013 im Rahmen von Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu ihren Asylgründen angehört wurde, dass sie anlässlich der Befragungen als Grund, weshalb sie in der Schweiz um Asyl nachsuche, im Wesentlichen geltend machte, sie sei ihrer Schwester , die für sie gesorgt und mit welcher sie in F._______ zusammengelebt habe, gefolgt, da diese aufgrund der Probleme mit der Familie ihres Mannes das Land verlassen habe, dass es schwierig sei, in Nigeria zu überleben , und sie ausserdem viele Probleme habe, dass sie sich vom Jahr (…) bis (…) in D._______ aufgehalten, dort ihren Mann G._______ getroffen und die gemeinsame Tochter geboren habe, dass sie aufgrund der schlechten Lebensbedingungen, insbesondere für ihre Tochter, nicht nach D._______ zurück wolle, dass die Beschwerdeführerin keine Reise- oder Identitätspapiere abgab, dass das BFM mit Verfügung vom 6. Februar 2013 – eröffnet am 7. Feb- ruar 2013 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asy l- gesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, die Beschwerdeführerinnen aufforderte, die Schweiz bis spä- testens am 8. März 2013 zu verlassen, und die Aushändigung der edit i- onspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an sie verfügte, dass es zur Begründung dieses Entscheids im Wesentlichen ausführte, die Behauptung der Beschwerdeführerin, wonach sie nie über nigerian i- sche Identitätsdokumente verfügt oder beantragt haben soll, werde als wirklichkeitsfremd und als nicht glaubhaft erachtet, D-779/2013 Seite 3 dass die angeblich papierlos erfolgte Reise zwischen der Stadt F._______ und D._______ nicht zu überzeugen vermöge, dass die Beschwerdeführerin keinerlei Kenntnisse über die Stadt F._______ nachweisen könne und zu schliessen sei , sie sei entgegen i h- rer Behauptung weder dort geboren noch habe sie ihr gesamtes Leben in dieser Stadt verbracht, dass folglich auch ihre r geltend gemachten papierlosen Abreise aus di e- ser Ortschaft sowie der Weiterreise nach C._______ die Grundlage en t- zogen sei, dass sie sich widersprüchlich und unsubstanziiert geäussert habe, indem sie unterschiedliche Angaben zur Dauer ihres Aufenthaltes in C._______, durchquerte Ortschaften, Länder, Regionen auf ihrem Weg zwischen F._______ und C._______, Daten ihrer Aufenthalte in den einzelnen Län- dern, erfolgte Grenzkontrollen, Re isekosten und Beschreibung der Re i- seumstände zu Protokoll gegeben habe, dass die Beschwerdeführerin auch zur Schiffsreise zwischen C._______ und D._______ eine wenig detailliert ausgefall ene Schilderung abgeg e- ben habe und die Grösse, Flagge und Besatzung d es Schiffes sowie die Kontrolle beim Besteigen und Verlassen nicht genau habe beschreiben und das Datum der Abreise nicht habe nennen können, dass das behauptete fehlende Beziehungsnetz der Beschwerdeführerin in Nigeria nicht zu überzeugen vermöge, dass ke ine entschuldbaren Gründe vorliegen würden, die es der B e- schwerdeführerin verunmöglich ten, Reise - oder Identitätspapiere einz u- reichen, dass sie die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle und zusätzliche Abkl ä- rungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegwe i- sungsvollzugshindernisses aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich se i- en, dass die Kernvorbringen der Beschwerdeführerin – Geburt und Aufenthalt in der Stadt F._______, das dortig fehlende Beziehungsnetz (Tod ihrer El- tern) und die familiären Probleme der Schwester – nicht glaubhaft seien, D-779/2013 Seite 4 dass die Beschwerdeführerin mehrere Fragen zu r Stadt F._______ nicht konkret habe beantworten können, dass aufgrund der gesamten Ungereimtheiten feststehe, dass die von der Beschwerdeführerin geschilderten Vorfälle in F._______ nicht der Wah r- heit entsprechen würden, dass sie widersprüchliche Aussagen bezüglich ihrer Eltern getätigt habe, indem sie an der BzP einerseits behauptet habe, die Eltern ihres Mannes seien am (…) zu ihren Eltern in F._______ gegangen, um dort über die Modalitäten bezüglich der Heirat zu verhandeln, und andererseits zu Pro- tokoll gegeben habe, dass ihre Eltern damals bereits tot gewesen seien, wobei sie keine detaillierte n Angaben zum Ort und Zeitpunkt des Todes habe machen können, dass sie an der Anhörung bezüglich ihrer Eltern vorbrachte, dass ihre Schwester gesagt habe, ihre Eltern seien verstorben, als sie (…) Jahre alt gewesen sei, dass die Aussagen bezüglich ihrer El tern insgesamt als stereotyp, ko n- struiert und ohne Realkennzeichen wirken würden, dass die angeborene (Nennung Krankheit) ihrer Tochter kein Hinderni s- grund für eine Wegweisung darstelle, da sie gemäss der Einschätzung der behandelnden Ärzte gegenwärtig ke iner intensiven Therapie bedürfe und eine zukünftige Therapie im Bedarfsfall auch in Nigeria durchgeführt werden könne, da dort die dafür nötige Infrastruktur vorhanden sei, dass der Wegweisungsvollzug nach Nigeria sowohl zulässig und zumut- bar als auch möglich sei, dass die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter am 14. Februar 2013 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht B e- schwerde erheben liess und dabei beantragte, die Verfügung des BFM sei aufzuheben und auf das Asylgesuch sei einzut reten, eventualiter sei von der Wegweisung abzusehen, dass in prozessualer Hinsicht beantragt wurde, die Verteilung der Kosten- und Entschädigungsfolgen sei ausgangsgemäss aufzuerlegen und der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung beizugeben, D-779/2013 Seite 5 dass die vorinstanzlichen Akten am 18. Februar 2013 beim Bundesver- waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfah- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsger ichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass die Beschwerdeführerinnen am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde – un- ter Vorbehalt der nachfolgenden Erwäg ungen – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerdei n- stanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintr e- tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mat e-D-779/2013 Seite 6 riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die S a- che zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass indessen im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfahren ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nicht ein- tretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass die Beschwerde aufschiebende Wirkung ha t (vgl. Art. 55 Abs. 1 VwVG; Art. 42 AsylG) und die Vorinstanz einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung nicht entzog (vgl. Art. 55 Abs. 2 VwVG), weshalb mangels Rechtsschutzinteresses auf den Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung nicht einzutreten ist, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass auf Asylgesuche nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- und Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asyls u- chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren D-779/2013 Seite 7 Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüch t- lingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Vollzugshinderni s- ses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG), dass für den Inhalt der Beschwerdeschrift auf die Akten zu verweisen ist, dass die Beschwerdeführerin keine Reise - oder Identitätspapiere inne r- halb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuchs vorlegte und diese Unterlassung überdies unbestritten ist , womit die Grundvorausse t- zung für die Anwendbarkeit des Nichteintretenstatbestandes von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt ist (vgl. BVGE 2007/7 E. 6 S. 69 f.), dass auch keine entschuldbaren Gründe für das Nichteinreichen von D o- kumenten zu bejahen sind, dass der langjährige Aufenth alt in D._______ sowie der Reiseweg über C._______ kaum ohne eigene und echte Identitätspapiere zu bestreiten gewesen sein dürfte n, weshalb ihre Behauptung, keine Identitätspapiere zu besitzen, sich als realitätsfremd erweist , und dieser Umstand sowohl den Anschein erweckt, sie wolle nicht offenlegen, mit welchen Papieren sie in Wirklichkeit gereist sei , als auch als Hinweis dafür zu werten ist, dass sie dadurch den schweizerischen Asylbehörden ihre tatsächliche Identität zu verheimlichen versucht, dass die insgesamt substanzlosen und realitätsfremden Angaben der Be- schwerdeführerin über den fehlenden Besitz von Identitätspapieren die Haltlosigkeit ihrer diesbezüglichen Aussagen ebenso bestätigen wie die detailarmen Angaben über die Reise nach D._______ und sodann in die Schweiz, dass die Beschwerdeführererin eigenen Angaben zufolge über Identitäts- dokumente des Landes D._______ verfügte, welche sie angeblich in D._______ zurückliess, dass anzunehmen ist, das s sie die Geburt ihrer Tochter in D._______ – sofern diese in einer Klinik erfolgte – registrieren lassen musste, wes- halb sie auch für ihre Tochter über ein Ausweispapier verfügen sollte, D-779/2013 Seite 8 dass nicht ersichtlich ist, weshalb sie nicht zumindest die Identitätsdoku- mente des Landes D._______ vorlegte, dass weiter in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin über keine Kenntnisse ihrer angeblichen Heima t- stadt F._______ verfügt und daher die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen ge- nerell in Frage zu stellen ist, dass die Beschw erdeführerin der im Empfangszentrum ergangenen schriftlichen Aufforderung vom 21. Mai 2012 (vgl. Akten BFM act. B8/1) zur Papierbeschaffung innert 48 Stunden – mit Nachdruck erneuert a n- lässlich der BzP vom 21. Mai 2012 (vgl. act. B6/12) und der direkten A n- hörung vom 23. Januar 2013 (vgl. act. B22/13) – nicht nachkam und als Grund angab, nie über Identitätsdokumente verfügt oder solche beantragt und auch nicht gewusst zu haben, dass es solche gebe , und in Nigeria niemanden zu haben, der ihr bei der Beschaff ung genannter Dokumente behilflich sein könnte (vgl. act. B6/12 S. 7), dass entschuldbare Gründe im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG für das Nichteinreichen von Reise - oder Identitätspapieren unter anderem voraussetzen, dass umgehende und ernsthafte B emühungen zur Be - schaffung der Papiere unternommen werden und die Angaben zum Rei - seweg und zum Verbleib der Dokumente glaubhaft sind (vgl. BVGE 2010/2 E. 6 und 7 S. 28 ff.), dass die Beschwerdeführerin in ihrer Rechtsmitteleingabe im Wesentl i- chen ausführen lässt, über kein Beziehungsnetz in Nigeria zu verfügen , und es ihr deshalb nicht möglich sei , Passdokumente zu beschaffen, weshalb entschuldbare Gründe vorliegen würden, dass das Verhalten der Beschwerdeführerin nicht darauf schliessen lässt, sie habe si ch umgehend und ernsthaft um die Beschaffung ihrer Reise - oder Identitätspapiere bemüht, dass die Beschwerdeführerin den zuständigen Behörden bis heute kein amtliches Ausweisdokument sie und ihre Tochter betreffend abgegeben hat, dass die dürftig gehaltenen Vorbringen in der R echtsmitteleingabe eine substanziierte Auseinandersetzung mit der vorinstanzlichen Verfügung vermissen lassen und nicht geeignet sind, die Erwägungen der Vori n- stanz in Zweifel zu ziehen, D-779/2013 Seite 9 dass das BFM das Vorliegen entschuldbarer Gründ e, die es der B e- schwerdeführerin verunmöglicht hätten, den Behörden innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuches Identitätsdokumente einzureichen, zutreffend und mit hinreichender Begründung verneint hat, dass demnach zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausge- gangen ist, die Flüchtlingseigenschaft sei nicht gegeben und es bestehe aufgrund der Anhörung keine Notwendigkeit zur Vornahme von weiteren Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses, dass das Bundesverwaltungsgericht nach Prüfung der Akten die Ansicht der Vorinstanz teilt, wonach die Vorbringen der Beschwerdeführerin vage und unglaubhaft sind, und diesbezüglich auf die zutreffenden vorinstanzli- chen Erwägungen zu verweisen ist, dass in Ergänzung dazu festzuhalten ist, dass die Beschwerdeführerin zur Begründung ihrer Asylgründe lediglich ausführte, viele Probleme zu haben, keine Eltern mehr in Nigeria zu haben und mit ihrer Schwester ausgereist zu sein, da diese Probleme m it der Familie ihres Mannes g e- habt habe, dass sie jedoch in keiner Weise ausführte, was für Probleme sie habe, dass sie vielmehr zu Protokoll gab, nie Probleme mit Behörden , Polizei oder Militär gehabt zu haben, dass sich ihre Schilderungen als offenkundig asylrechtlich nicht relevant erweisen, weshalb nicht ersichtlich ist, sie bedürfe des Schutzes der Schweiz, dass weiter aus den Akten in keinerlei Weise ersichtlich ist, dass die B e- schwerdeführerin jemals im Sinne von Art. 3 AsylG verfolgt gewesen ist oder eine solche Verfolgung befürchten müsse, dass auch in der Rechtsmitteleingabe keinerlei weitere Ausführungen d a- zu gemacht wurden, dass gestützt auf die Aktenlage und die vorstehenden Erwägungen das Nichtbestehen der Flüchtli ngseigenschaft nach Art. 3 und 7 AsylG und – wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zum Vollzug der Wegwei-D-779/2013 Seite 10 sung ergibt – das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen offe n- kundig erscheinen, dass somit keine Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG notwendig erscheinen, dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerinnen nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilli - gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733; EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslä ndern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Aus länderinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass bezüglich der G eltendmachung von Wegweisungshindernissen g e- mäss ständiger Praxis der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist , und andernfalls wenig stens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 S. 502), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli - che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entge - genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge - zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie G e- fahr läuft, zur Ausreise in ei n solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), D-779/2013 Seite 11 dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass - geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweise n oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Nonrefoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhalt s- punkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die den Beschwerdeführerinnen in Nigeria droht, dass gemäss Art. 8 EMRK jede Person das Recht auf Achtung des Fami- lienlebens hat und sich unter gewissen Umständen daraus ein Anspruch auf Erteilung einer Anwesenheitsbewilligung ableiten lässt, da es Art. 8 EMRK verletzen kann, wenn eine r Ausländerin, deren Familienangehöri- ge hier weilen, die Anwesenheit in der Sch weiz untersagt und damit das Familienleben vereitelt wird (vgl. BGE 126 II 335 E. 2.1 S. 339), dass ein Familienmitglied dabei über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht (schweizerische Staatsangehörigkeit, Niederlassungs - oder Aufenthalt s- bewilligung, auf dere n Verlängerung ein Anspruch besteht) verfügen muss, dass der angeblich nach Brauch geheiratete Ehemann der Beschwerde- führerin und Vater ihrer Tochter über kein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz verfügt (vgl. Akten N (…)), und somit diese Vorauss etzung – ungeachtet der Frage, ob es sich bei einer religiösen Trauung um eine zivilrechtlich anzuerkennende Eheschliessung handelt und diese religiöse Heirat tatsächlich stattgefunden hat – vorliegend nicht erfüllt ist, dass die Beschwerdeführerin somit aus dem Umstand, dass sich der Va- ter ihrer Tochter als Asylsuchender in der Schweiz aufhält, gestützt auf Art. 8 EMRK nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag, dass der Vollzug der Wegweisung somit zulässig ist, dass sich der Vollzug für Ausländerin nen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio-D-779/2013 Seite 12 nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass in Nigeria keine Situation al lgemeiner Gewalt herrscht, weshalb der Wegweisungsvollzug dorthin nicht generell als unzumutbar zu bezeichnen ist, dass die Beschwerdeführerin vorbrachte, ihre Tochter sei krank , und sie bitte deshalb die Schweizer Behörden u m Hilfe, und in der Beschwerde ausgeführt wurde , die Krankheit der Tochter könne nur in der Schweiz behandelt werden, dass jegliche Ausführungen hierzu unterlassen wurden, und nicht ersicht- lich ist, worauf sich dieses Vorbringen stützt, dass dem eingereichten ärztlichen Bericht vom (…) zu entnehmen ist, dass die Tochter an einer angeborenen (Nennung Krankheit) leide, was eine Form der (…) sei, die vor allem in der afrikanischen Bevölkerung vorkomme, dass die Tochter aktuell keiner intensiven Therapie bedürfe, (…) bekom- me und im halbjährlichen Abstand auf der (…)-Poliklinik gesehen werde, dass diesbezüglich darauf hinzuweisen ist, dass aufgrund gesundheitl i- cher Probleme nur dann auf die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zugs geschlossen werden kann, wenn eine notwendige medizinische B e- handlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährlichen Beeinträchtigung des Gesun d- heitszustands der betroffenen Person führt , und Unzumutbarkeit jede n- falls dann noch nicht vorliegt, wenn im Heimatstaat eine ni cht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2; EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und b), dass vorliegend nicht auf eine Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne der dargestellten Rechtsprechung geschlossen werden kann, da laut ärztlichem Bericht die Tochter keiner intensiven Therapie bedarf, und davon auszugehen ist, dass sie auch in Nigeria, w o diese Krankheit ve r- breitet ist, behandelt werden kann, dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge über Schulbi l- dung und neben ihrer Muttersprache ( …) auch über (…)-Kenntnisse ver- fügt, D-779/2013 Seite 13 dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zu Recht feststellte, dass aufgrund der unglaubhaften Schilderungen bezüglich der persönl i- chen Situation davon auszugehen ist, die Beschwerdeführerin verfüge über ein familiäres und soziales Netz, welches sie und ihre Tochter im Fall der Rückkehr unterstützen kann, dass der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen ist, dass die B e- schwerde des angeblich nach Brauch getrauten Ehemannes der B e- schwerdeführerin mit Urteil desselben Datums ebenfalls abgewiesen wird (vgl. …), dass somit weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Grü n- de auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführerinne n im Falle ei- ner Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass der Vollzug der Wegweisung den Beschwerdeführerinnen in den Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste- hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen obliegt, bei der Beschaffung gülti- ger Reisepapiere mitzuwirken ( Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12 S. 513-515), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass es den Beschwerdeführerinnen demnach nicht gelungen ist darz u- tun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bu ndesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde a b- zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Ko sten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). D-779/2013 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Christa Grünig Versand: