<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2013-07-24-2C_658-2013.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2C_658/2013 </b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2C_660/2013 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil 24. Juli 2013</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Zünd, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Hugi Yar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>Veterinäramt des Kantons Thurgau</i>, Spannerstrasse 22, 8510 Frauenfeld, </div> <div class="para">Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau, Verwaltungsgebäude, 8510 Frauenfeld, </div> <div class="para"> <i>Departement für Finanzen und Soziales des Kantons Thurgau</i>, Schlossmühlestrasse 9, 8510 Frauenfeld. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Kaninchenhalteverbot/Erlass von Gerichtskosten, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen die Entscheide VG.2013.35 (2C_658/2013, Kaninchenhalteverbot) und VG.2013.34 (2C_660/2013, Erlass von Gerichtskosten) des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 12. Juni 2013. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Das Veterinäramt des Kantons Thurgau sprach am 13. Februar 2012 gegen X.________ ein Tierhalteverbot (Kaninchenhaltung) aus, wogegen diese erfolglos verschiedene Rechtsmittel ergriff. Das Veterinäramt führte am 25. Juni 2012 bei ihr eine Kontrolle durch, beschlagnahmte erneut verschiedene Kaninchen und auferlegte ihr die Inspektionskosten. X.________ gelangte hiergegen mit Erfolg an das Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau. Auf die von ihr gegen dessen Entscheid vom 12. Februar 2013 eingereichte Beschwerde trat das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau am 12. Juni 2013 nicht ein, da das ursprüngliche Kaninchenhalteverbot mit seinem Urteil vom 28. November 2012 in Rechtskraft erwachsen sei; in den Übrigen Punkten fehle es X.________ an einem schutzwürdigen Interesse, da sie vor dem Departement obsiegt habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Am 31. Januar 2013 ersuchte X.________ das Departement für Finanzen und Soziales des Kantons Thurgau darum, ihr die Kosten des Urteils des Verwaltungsgerichts vom 28. November 2012 in der Höhe von Fr. 500.-- zu erlassen. Das Departement lehnte dies am 18. Februar 2013 ab, wogegen X.________ an das Verwaltungsgericht gelangte, welches ihre Beschwerde am 12. Juni 2013 abwies. Zwar sehe das kantonale Recht eine entsprechende Verzichtsmöglichkeit vor (§ 5 Abs. 1 der Verordnung des Grossen Rates über die Gebühren der Strafverfolgungs- und Gerichtsbehörden vom 13. Mai 1992), nach ständiger Praxis sei ein Erlass aber nur möglich, wenn Gewähr dafür bestehe, dass der Schuldner danach schuldenfrei sei; der Erlass dürfe nicht dazu führen, dass der Staat als Einziger auf seine Forderung verzichte, während die übrigen Gläubiger an ihren Forderungen festhielten und diese ganz oder teilweise einbringen könnten. Aus diesem Grund rechtfertige sich ein Verzicht im konkreten Fall nicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> X.________ beantragt in zwei Eingaben vom 20. Juli 2013 vor Bundesgericht, die Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau aufzuheben, alle Kosten dem Staat aufzuerlegen und ihr das Halten von Kaninchen wieder zu gestatten. Für das bundesgerichtliche Verfahren sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung zu gewähren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die zwei Eingaben der Beschwerdeführerin richten sich mit praktisch identischem Wortlaut gegen zwei Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau, die rechtlich wie tatsächlich den gleichen Problembereich betreffen. Es rechtfertigt sich, die beiden Verfahren zusammenzulegen und in einem gemeinsamen Urteil zu erledigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Gemäss <span class="artref"><artref id="CH/173.110/42/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/42/1" type="start"></artref>Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref> haben Rechtsschriften die Begehren und deren Begründung zu enthalten. Es ist darin in gedrängter Form darzutun, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Nicht unmittelbar gerügt werden kann die Missachtung von kantonalem Gesetzesrecht, sondern allein die Verletzung von Bundesrecht (<span class="artref">Art. 95 BGG</span>). Beruht ein Entscheid auf kantonalem Recht, kann im Wesentlichen bloss geltend gemacht werden, dessen Anwendung verstosse gegen verfassungsmässige Rechte, wobei die entsprechenden Rügen qualifiziert zu begründen sind (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=12.07.2013&amp;to_date=31.07.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-III-513%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page513">BGE 135 III 513</a> E. 4.3 S. 521 f.<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=12.07.2013&amp;to_date=31.07.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-I-153%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page153">134 I 153</a></span> E. 4.2.2 S. 158; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=12.07.2013&amp;to_date=31.07.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-II-349%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page349">134 II 349</a> E. 3 S. 351 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=12.07.2013&amp;to_date=31.07.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-462%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page462">133 III 462</a> E. 2.3 S. 466). Die Beschwerdeführer müssen in ihrer Eingabe an das Bundesgericht dartun, <i>welche</i> verfassungsmässigen Rechte durch den angefochtenen Akt inwiefern verletzt worden sein sollen. Das Bundesgericht prüft nur rechtsgenügend vorgebrachte, klar erhobene und soweit möglich belegte Rügen; auf appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt es nicht ein (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=12.07.2013&amp;to_date=31.07.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-II-244%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page244">BGE 134 II 244</a> E. 2.2 S. 246; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=12.07.2013&amp;to_date=31.07.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-249%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page249">133 II 249</a> E. 1.4.3 S. 55; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=12.07.2013&amp;to_date=31.07.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-286%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page286">133 IV 286</a> E. 1.4). Wird eingewandt, der angefochtene Entscheid sei willkürlich, müssen die Beschwerdeführer darlegen, dass und inwiefern er - im Resultat und nicht nur in der Begründung - offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=12.07.2013&amp;to_date=31.07.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-I-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 137 I 1</a> E. 2.4 S. 5). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Die vorliegenden Eingaben genügen diesen Anforderungen nicht: Verfahrensgegenstand bildet ausschliesslich die Frage, ob das Verwaltungsgericht in Verletzung verfassungsmässiger Rechte den Entscheid des Departements geschützt hat, der Beschwerdeführerin die umstrittenen Kosten nicht zu erlassen bzw. auf ihre Beschwerde gegen den Entscheid des Departements für Inneres und Volkswirtschaft vom 12. Februar 2013 nicht einzutreten. Mit der entsprechenden Problematik bzw. den diesbezüglichen Ausführungen im angefochtenen Entscheid setzt sich die Beschwerdeführerin unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten nicht auseinander. Sie legt nicht dar, dass und inwiefern die beanstandeten kantonalen Urteile Verfassungsrecht verletzen würden. Das Verbot, Kaninchen zu halten, bildet seinerseits - was die Beschwerdeführerin verkennt - vor Bundesgericht nicht mehr Verfahrensgegenstand. Der entsprechende Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen und kann in den vorliegenden Verfahren nicht geprüft werden. Es wäre an der Beschwerdeführerin gewesen, ihn früher rechtzeitig und formgerecht anzufechten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Auf die Eingaben ist mangels einer rechtsgenügenden Begründung nicht einzutreten. Dies kann praxisgemäss ohne Weiterungen durch den Präsidenten als Einzelrichter im Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 BGG</span> geschehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Obwohl das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen ist (vgl. <span class="artref">Art. 64 BGG</span>), wird davon abgesehen, für die vorliegenden Verfahren Kosten zu erheben (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG</span>). Parteientschädigungen sind nicht geschuldet (<span class="artref">Art. 68 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Verfahren 2C_658/2013 und 2C_660/2013 werden vereinigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerden wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 24. Juli 2013 </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Zünd </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Hugi Yar </div> </div></body></html>