<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen und in einem Bericht darzulegen, welchen Beitrag eine generelle Reduktion der Erwerbsarbeitszeit zur Erreichung der Klimaziele und für mehr soziale Gerechtigkeit leisten könnte. Er untersucht dabei insbesondere, welche Begleitmassnahmen (wie z.B. sozial abgestufter Lohnausgleich, Minimal- und Maximallohn, "Universal basic services", Anerkennung von Care-Arbeit, Besteuerung CO2-intensiver Tätigkeiten etc.) geeignet oder erforderlich wären, damit die Arbeitszeitverkürzung tatsächlich zu einer suffizienzorientierten und gerechten ökologisch-sozialen Transformation beiträgt.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Verschiedene Fragen des Postulanten werden vom Bundesrat in der Strategie nachhaltige Entwicklung 2030 (SNE 2030) behandelt, wo er die Leitlinien seiner Nachhaltigkeitspolitik festhält und die nachhaltige Entwicklung als eine wichtige Anforderung für alle Politikbereiche des Bundes verankert. Mit seiner Klimapolitik will der Bundesrat die Treibhausgasemissionen der Schweiz bis 2050 auf Nettonull reduzieren und damit einen Beitrag zur Begrenzung der globalen Erwärmung leisten. Dazu müssen die Emissionen in den verschiedenen Sektoren (Industrie, Verkehr, Gebäude, Abfall und Landwirtschaft) reduziert werden und die verbleibenden Emissionen durch Senken im In- oder Ausland ausgeglichen werden. Für eine effektive und effiziente Reduktion der Emissionen und des Ressourcenverbrauchs sind zielgerichtete Massnahmen notwendig, bspw. durch die Weiterführung und Verstärkung der Massnahmen im CO2-Gesetz (u.a. CO2-Abgabe auf Brennstoffe, Förderungen im Gebäudebereich). Seit 1990 sind die Emissionen trotz Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum zurückgegangen, was für eine zunehmende Entkopplung von Wirtschaftsentwicklung und Emissionen spricht. Das Potential zur Steigerung der Ressourceneffizienz ist weiterhin hoch, weshalb der Bundesrat aus volkswirtschaftlichen Gründen prioritär auf Effizienzmassnahmen setzt.</p><p>Wie aus den Stellungnahmen zum Postulat Meyer Mattea (19.3275) und zu den Motionen Funiciello (21.4642) und Prezioso (21.4644) hervorgeht, erachtet der Bundesrat eine Reduktion der Erwerbsarbeitszeit aus klima- oder aus sozialpolitischen Gründen nicht als zielführend. Von einer Reduktion der Arbeitszeit ist keine Reduktion des Ressourcenverbrauchs oder der Treibhausgasemissionen zu erwarten, da nicht nur während der Arbeit, sondern auch in der Freizeit Ressourcen verbraucht werden. Die durchschnittlichen normalerweise geleisteten Wochenarbeitsstunden lagen in der Schweiz mit einem Wert von 36,3 im Jahr 2021 leicht unter dem Durchschnitt der EU-Staaten mit 37,2. Vor allem aufgrund einer starken Verbreitung von Teilzeitarbeitsverhältnissen besteht in der Schweiz zudem ein grosser Spielraum bezogen auf das individuell gewünschte Arbeitsvolumen. Eine verordnete Reduktion und Umverteilung der Arbeitszeit würde massive regulatorische Eingriffe erfordern und die angestrebten Ziele doch nicht erreichen.</p><p>Eine Analyse der klima- und sozialpolitischen Auswirkungen einer Reduktion und Umverteilung der Erwerbsarbeitszeit erachtet der Bundesrat aus den genannten Gründen als nicht sinnvoll.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.