Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. Februar 2016 (720 15 49 / 37) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Versicherte hat mit der Ausübung einer Vollzeittätigkeit während eines ganzen Jah- res den Beweis erbracht hat, dass sie nicht rentenbegründend in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen ist, weshalb kein Anspruch auf eine IV-Rente besteht. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichterin E lisabeth Berger Götz, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1953 geborene A.____ arbeitete seit dem 1. März 2004 als Operationsfachfrau bei der B.____. Am 19. Juni 2006 meldete sie sich unter Hinweis auf diverse Leiden (u.a. Depres- sionen, Burn-Out, chronische Schmerzen, thorakovert ebrales Schmerzsyndrom, Fibromyalgie) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10. Januar 2007 eine ganze Rente zu. In zwei von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfah- ren wurde die ganze Rente in den Jahren 2009 und 2011 bestätigt. Im Juli 2014 leitete die IV-Stelle Basel-Landschaft ( IV-Stelle) aufgrund eines Hinweises der Steuerverwaltung erneut ein Revisionsverfahren ein. Die Abklärung ergab, dass die Versicherte im Jahr 2012 als Operationsschwester bei der C.____ AG ein 100%-Pensum ausübte und ein Einkommen von Fr. 112‘744.-- erzielte. Per Januar 201 3 reduzierte A.____ das Pensum auf 50 %. Schliesslich kündigte sie die Stelle ohne Angabe von Gründen per 31. März 2013. In der Folge hob die IV-Stelle nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens die Rente der Versicher- ten mit Verfügung vom 5. Januar 2015 rückwirkend per 1. Januar 2012 auf. Sie führte aus, dass eine Verletzung der Meldepflicht vorliege, und dass sie die in dieser Zeit zu Unrecht bezogenen Leistungen mit einer separaten Verfügung zurückfordern werde. Am 19. Januar 2015 erliess die IV-Stelle eine entsprechende Rückforderungsverfügung. B. Gegen die Verfügung vom 5. Januar 2015 erhob A._ ___, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 4. Februar 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Ab- teilung Sozialversicherungsgericht (Kantonsgericht), und beantragte die Verfügung sei aufzu- heben und festzustellen, dass sie weiterhin Anspruch auf ei ne ganze Rente habe. Eventualiter wurde beantragt, es sei die Angelegenheit zur Vornahm e medizinischer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. A.____ erhob auch gegen die Rückforderungsverfügung v om 19. Januar 2015 Beschwerde am Kantonsgericht. Dieses Verfahren wurde mit Verfügung d er instruierenden Kantonsgerichtsprä- sidentin vom 9. März 2015 bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Einstellung der Invaliden- rente sistiert. C. Mit Vernehmlassung vom 25. Juni 2015 beantragte di e IV-Stelle die Abweisung der Be- schwerde. D. Am 5. Oktober 2015 wurde A.____ verfügungsweise die unentgeltliche Rechtspflege mit Daniel Altermatt als Rechtsbeistand gewährt. E. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung halten die Parteien an ihren Rechtsbegehren und wesentlichen Begründungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 4. Februar 2015 ist demnach einzutreten. 2. Vorliegend streitig und zu prüfen ist, ob die IV-St elle die bisher ausgerichtete ganze Rente zu Recht aufgehoben hat. Anfechtungsgegenstand b ildet die Rentenaufhebungsverfü- gung vom 5. Januar 2015. Das Beschwerdeverfahren gegen die Rückforderungsverfügung vom 19. Januar 2015 (Verfahren Nr. 720 15 51) wird sepa rat geführt und ist bis zum rechtskräftigen Entscheid im vorliegenden Verfahren sistiert worden. Di e mit der Rückerstattung im Zusam- menhang stehende Frage nach dem Vorliegen einer Mel depflichtverletzung gemäss Art. 77 i.V. mit Art. 88 bis Abs. 2 lit. b der Verordnung über die Invalidenversi cherung (IVV) vom 17. Januar 1961, welche für eine rückwirkende Rentenaufhebung vora usgesetzt ist, müsste darum im vor- liegenden Verfahren eigentlich nicht geprüft werden. Der vorliegende Prozess könnte sich dem- zufolge auf die Frage beschränken, ob die Revisionsvorau ssetzungen erfüllt sind. Ein Ausblick auf die Frage der Meldepflichtverletzung ist allerdings unvermeidlich (vgl. unten Ziff. 7.1), weil in der vorliegend angefochtenen Verfügung festgestellt wi rd, dass die Rente rückwirkend auf den 1. Januar 2012 aufgehoben werde. 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im Wesentlichen unveränder- ten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer ma teriellen Revision. Bloss auf einer ande- ren Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche D ifferenzen sind daher von revisions- begründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verän- dert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung d es medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urteil des B undesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Demzufolge ist vorliegend der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachverhalt zur Zeit der ursprünglichen Rentenverfügung vom 10. Januar 2007 mit der Entwick- lung bis zur streitigen Revisionsverfügung vom 5. Januar 2015 zu vergleichen. 4. Im Folgenden ist demnach als erstes zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand und – damit einhergehend – der Grad der Arbeitsfähigkeit d er Versicherten tatsächlich, wie von der IV-Stelle geltend gemacht, seit der Rentenzusprache in einer anspruchserheblichen Weise ver- bessert hat. Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes de r Beschwerdeführerin liegen im We- sentlichen folgende Unterlagen vor: 5.1 Gemäss Bericht der D.____ vom 1. Februar 2006 leid e die Versicherte unter einer re- zidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgra dige bis schwere depressive Episode bzw. einem Burn-out-Syndrom. Es würden ausserdem Proble me in der Beziehung mit dem ge- schiedenen Ehemann und akzentuierte Persönlichkeitszüge, ein thorakovertebrales Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen und ein e Retinopathie centralis serosae links bestehen. Bei Austritt aus der D.____ habe eine d eutlich gebesserte depressive Sympto- matik bestanden. Eine schrittweise Wiederaufnahme der be ruflichen Tätigkeit werde als dring- lich erachtet. 5.2 Am 14. März 2008 berichtete Dr. I.____, FMH Psychiat rie und Psychotherapie, Leiten- der Arzt der D.____, von einer erneuten Exazerbation der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode. 5.3 Die Beschwerdeführerin hat im Revisionsfragebogen vom 17. Juli 2014 angegeben, dass sich ihr Gesundheitszustand im letzten Jahr verschlimmert habe bzw. gleich geblieben sei. 5.4 Dr. med. E.____, FMH Innere Medizin Spez. Rheumat ologie, führte mit Schreiben vom 8. August 2014 auf Anfrage der IV-Stelle aus, dass er d en Fragenkatalog nicht beantworten werde, weil er seine Patientin letztmals am 12. Dezemb er 2011 beurteilt habe und somit keine aktuellen Angaben machen könne. 5.5 Gemäss Bericht des F.____ von September 2014 besteh e ein Narbenzustand der Ma- kula bei Status nach Makulapathie und die Versicherte sei darum funktionell einäugig, das heisst, es fehle das räumliche Sehen. Die Arbeitsfähigkeit sei nicht beurteilbar. 5.6 Dr. med. G.____, FMH Gynäkologie, hat am 2. Sept ember 2014 ebenfalls keine weite- ren Angaben zur Arbeitsfähigkeit gemacht. Als Diagnos en hat er eine Gastritis, Hyperventilati- on, Nierensteine und ein Hämangiom der Leber angegeben. 5.7 Der RAD-Arzt Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und P sychotherapie, berichtete am 30. September 2014, dass es wenig wahrscheinlich sei, dass sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten anhaltend und w esentlich verbessert haben könnte. Die Versicherte werde aufgrund des fehlenden räumlichen Seh ens dauerhaft nicht mehr als Opera- tionsschwester arbeiten können. Das Potenzial aus medizinischer Sicht sei begrenzt. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.8 Dr. G.____ führte mit Schreiben vom 1. Februar 2016 an den Rechtsvertreter der Be- schwerdeführerin aus, dass diese im Januar 2013 bereits Psyc hopharmaka wegen einer de- pressiven Entwicklung eingenommen habe. Die depressive Entw icklung habe bereits im Jahr 2012 durch die Überbelastung im Beruf begonnen und zu einem Burn-out geführt. Aus seiner Sicht sei die Patientin bereits im ganzen Jahr 2012 de pressiv gewesen, wobei die Arbeitsstelle wesentlich zur Erschöpfung beigetragen habe. Eigentlich hätte die Beschwerdeführerin bereits ab Mitte 2012 arbeitsunfähig geschrieben werden sollen. Allerdings habe sie stets versucht, die Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen zu erledigen. 6.1 Aufgrund der Unterlagen zu den Lohnbezügen und g emäss den Aussagen des Spitals Netz steht fest, dass die Beschwerdeführerin länger als ei n Jahr, nämlich von Januar 2012 bis 26. Januar 2013 ohne wesentliche Fehltage als Operationsschwester gearbeitet hat. Im ganzen Jahr 2012 arbeitete sie in einem 100%-Pensum und ab J anuar 2013 in einem 50%-Pensum. Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto der Ausgleichskass e hat sie einen Jahreslohn von Fr. 99‘000.-- erzielt. Im Vergleich zu den Verhält nissen bei Erlass der Rentenverfügung im Januar 2007, wo von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit b ei einer mittelschweren bis schweren depressiven Episode ausgegangen worden ist, hat sich der G esundheitszustand zwischenzeit- lich zumindest auf Januar 2012 hin ganz offensichtlich in erheblicher Weise gebessert. Anders hätte die Versicherte ihr 100%-Pensum als Operationsschwester im Jahr 2012 nicht ohne Fehl- tage und auch nicht ohne Kritik seitens des damaligen Ar beitgebers erfüllen können. Es ist of- fensichtlich, dass spätestens auf den Arbeitsantritt im Ja nuar 2012 ein erheblich verbesserter Gesundheitszustand vorgelegen hat mit einer zumindest vo rübergehend 100%igen Arbeitsfä- higkeit. Daran ändert auch das Schreiben des behandelnden Arztes Dr. G.____ vom 1. Februar 2016 zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin nichts. In diesem Schreiben beur- teilt Dr. G.____ den psychischen Gesundheitszustand der B eschwerdeführerin rückwirkend für das Jahr 2012 und hält fest, dass diese bereits ab Mitte 2012 hätte arbeitsunfähig geschrieben werden sollen. Im Arztbericht vom 2. September 2014 zu handen der IV-Stelle hatte Dr. G.____ jedoch keine psychiatrische Diagnose gestellt. Lediglich in der Anamnese erwähnte er eine de- pressive Verstimmung. Unter dem Titel „Ursache der Arbeit sunfähigkeit“ gab er an: Krankheit ab Januar 2013. Nur in der Anamnese erwähnte er ein e depressive Verstimmung. Die konkrete Frage nach einer medizinisch begründeten Arbeitsunfähig keit beantwortete er nicht. Er hielt lediglich fest, sie sei bei ihm vom 17. - 19. Januar 201 3 in Behandlung gewesen. Für die Zu- kunft empfahl er eine psychiatrische Behandlung. Aus den vo rliegenden Akten ist nicht ersicht- lich, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2012 bei Dr. G.____ oder bei einem anderen Arzt oder einer Ärztin in Behandlung gewesen wäre. Ebenso wenig ergibt sich aus den Akten eine Arbeitsunfähigkeit im Jahre 2012, im Gegenteil ging die Beschwerdeführerin während dem gan- zen Jahr 2012 ihrer Tätigkeit als Operationsschwester nach . Im Übrigen handelt es sich bei Dr. G.____ nicht um einen psychiatrischen Facharzt, sondern um einen Gynäkologen. Auf die von Dr. G.____ rückwirkend festgestellte psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2012 kann deshalb nicht abgestellt werden. Gestützt auf diese Ausführungen ist ein Revisionsgrund zu bejahen. Die IV-Stelle durfte demzu- folge eine Rentenprüfung vornehmen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Den Einwänden der Beschwerdeführerin ist insoweit beizupflichten, als nicht feststeht, ob nach dem Jahr 2012 wieder eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, welche wiederum zu einem rentenbegründenden Invali ditätsgrad geführt hat. Diesbezüglich liegen keine medizinischen Unterlagen vor, welche eine Gesamtsicht erlauben würden. Liegen Revisionsgründe vor, so hat eine neue Prüfung d er gesundheitlichen Situation zu erfol- gen. Die IV-Stelle hätte darum die Invalidität aufg rund der aktuellen Verhältnisse überprüfen müssen. Es ist der IV-Stelle insofern beizupflichten, a ls diesbezüglich nicht auf die Einschät- zung von Dr. H.____ abgestellt werden kann. Es ist offe nsichtlich, dass sich der Gesundheits- zustand der Beschwerdeführerin aktuell nicht gleich darst ellt wie bei der Rentenzusprechung. Offenbar hat damals vorwiegend die depressive Erkrankun g zur Rentenzusprache geführt. In der Folge hat sich die Versicherte aber nicht konsequent psychiatrisch therapieren lassen. Es sind deshalb keine verwertbaren Aussagen einer psychiatrisch en Fachperson vorhanden. Un- klar ist auch, inwiefern das Augenleiden aktuell die Er werbsfähigkeit beeinträchtigt. Auch dies- bezüglich sind weitere ärztliche Abklärungen notwendig. Erst nach Vorliegen dieser ärztlichen Angaben wird es möglich sein, über den Rentenanspruch zu befinden. 6.3 Fest steht aber, dass für das Jahr 2012 nicht von einer Arbeitsunfähigkeit ausgegan- gen werden kann, nachdem die Beschwerdeführerin ihr dam aliges 100%-Pensum ohne Bean- standung des Arbeitgebers hat erfüllen können. Denn au f Anfrage der IV-Stelle hin hat das C.____ am 21. Oktober 2014 angegeben, dass die Versiche rte während der Anstellung als Pflegefachfrau OPS in der Zeit vom 1. Januar 2012 und bis 31. März 2013 lediglich am 7. Mai, vom 28. bis 30. November 2012 und ab 26. Januar 2013 b is zum Austritt Ende März 2013 ar- beitsunfähig gewesen sei. Die Versicherte habe selber gekündigt und keinen Grund für die Auf- lösung des Arbeitsverhältnisses angegeben. 7. Die IV-Stelle hat mit der vorliegend angefochtene n Verfügung vom 5. Januar 2015 die Rente der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. Januar 2012 aufgehoben. 7.1 Die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfo lgt nur dann rückwirkend ab Eintritt der Änderung, wenn die unrichtige Ausrichtung der Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm zumut baren Meldepflicht nicht nachge- kommen ist (Art. 88 bis Abs. 2 lit. b IVV). Leistungsberechtigte Personen un terstehen der Melde- pflicht. Sie haben jede Änderung, die den Leistungsan spruch beeinflussen kann – vor allem Änderungen des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder E rwerbsfähigkeit oder der persönli- chen und wirtschaftlichen Verhältnisse – umgehend der IV -Stelle zu melden (Art. 77 IVV). Vorliegend hat die Beschwerdeführerin ihre erneute E rwerbstätigkeit mit vollem Pensum ab Januar 2012 der IV-Stelle nicht gemeldet, obwohl sie d azu klarerweise verpflichtet gewesen wäre. Auf diese Meldepflicht wurde sie wiederholt hin gewiesen, so unter anderem in der Ren- tenverfügung vom 10. Januar 2007 und in den zwei Mitte ilungen aus den Jahren 2009 und 2011, in welchen ihr Rentenanspruch jeweils bestätigt wo rden ist. Auch im Revisionsfragebo- gen vom 8. Juli 2014 hat sie nicht von sich aus auf ihr e zwischenzeitlich wieder erlangte Ar- beitsfähigkeit hingewiesen. Wie die Beschwerdeführeri n anlässlich der heutigen Parteiverhand- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung zudem selbst angegeben hat, sei sie auch von ihre r Tochter auf die Meldepflicht hingewie- sen worden und diese habe sogar einen entsprechenden B rief verfasst, den sie selber aber nicht abgeschickt habe. Vorfrageweise muss deshalb eine Meldepflichtverletzung kla r bejaht werden. Die rückwirkende Aufhebung der Rente ist darum nicht zu beanstanden. F ür das Jahr 2012 kann demzufolge be- reits heute abschliessend festgestellt werden, dass die Versicherte mit ihrer Vollzeittätigkeit den Beweis erbracht hat, dass sie in dieser Zeit nicht rente nbegründend in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen ist. Die Rentenaufhebung ist somit für das Jahr 2012 zu bestätigen. 7.2 Fraglich ist allerdings, ob allenfalls ab 2013 erne ut eine rentenbegründende Invalidität eingetreten ist und ob der Gesundheitszustand im Zeitp unkt der rentenaufhebenden Verfügung vom 5. Januar 2015 eine invalidisierende Auswirkung au f die Leistungsfähigkeit der Beschwer- deführerin hatte. Dies ist noch zu klären. Weil die IV- Stelle dazu keine verwertbaren Abklärun- gen getroffen hat, ist die Angelegenheit diesbezüglich an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Beschwerde ist in diesem Punkt gutzuheissen. 8. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt; gegenüber den Vorinstanzen bzw. den kantonalen Behörden werden indes grundsätzlich keine Verfahrenskosten erhoben. Vorlie- gend hat die Beschwerdeführerin nur teilweise obsiegt, wobei der Anteil des Obsiegens ange- sichts des Umfangs der Gutheissung mit der Hälfte als an gemessen zu betrachten ist. Die Ver- fahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- gehen demnach zur Hälfte – also Fr. 300.-- – zu Las- ten der Beschwerdeführerin. Im Übrigen ist zu beachten, dass der Beschwerdeführerin mit Ver- fügung vom 5. Oktober 2015 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden ist. Aus diesem Grund werden die von der Beschwerdeführerin zu tragenden Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 8.2 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwe rde führende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahren s entsprechend ist der Beschwerde- führerin deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten de r IV-Stelle zuzusprechen. Da die Be- schwerde nur teilweise gutgeheissen wurde, ist der Beschw erdeführerin nur eine reduzierte Parteientschädigung auszurichten (vgl. § 21 Abs. 1 VPO, wonach der ganz oder teilweise ob- siegenden Partei eine angemessene Parteientschädigung zugesprochen werden kann). Der Rechtsvertreter hat in seiner Honorarnote vom 17. November 2015 einen Zeitaufwand von 10,5 Stunden und Auslagen in der Höhe von Fr. 143.50 in Re chnung gestellt. Werden auch die Be- mühungen für die Parteiverhandlung angerechnet, recht fertigt es sich, von einem Aufwand von insgesamt 13 Stunden auszugehen, welcher – ebenso wie d ie Auslagen – aufgrund des ledig- lich teilweisen Obsiegens zur Hälfte von der Beschwerdege gnerin zu übernehmen ist. Dieser Aufwand von 6 Stunden und 30 Minuten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stundenansatz von Fr. 250.-- zu vergüten. Die Beschwerd egegnerin hat dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin somit eine reduzierte Parteientsch ädigung in der Höhe von Fr. 1‘832.50 (6 Stunden und 30 Minuten x Fr. 250.-- plus Auslagen in Höhe von Fr. 71.75 [Fr. 143.50 / 2] und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahle n. Die übrigen ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Da der Beschwerdeführerin mit Verf ügung vom 5. Oktober 2015 die un- entgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter b ewilligt worden ist, ist dieser für seine übrigen Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tariford- nung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. Novembe r 2003 beträgt das Honorar bei unent- geltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Dem Rechtsvertreter ist deshalb für den weite- ren Aufwand ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘481.50 (6 Stunden und 30 Minuten à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 71.75 + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 5. Januar 2015 in Bezug auf den Rentenanspruch ab Fe bruar 2013 aufgehoben und die Angelegenheit zur Abklärung des med izinischen Sachverhalts und zum Erlass einer neuen Verfügung an di e IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen. Im Übrigen wird die B eschwerde abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdefü hrerin eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'832.5 0 (inkl. Ausla- gen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g im vorliegen- den Verfahren wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdef ührerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'481.50 (inkl. Auslagen und 8 % Mehr- wertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht