<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 0] </div> <div class="para">I 652/01 Bl </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III. Kammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Borella, Bundesrichter Meyer und Kernen; Gerichtsschreiber </div> <div class="para">Schmutz </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 2. Juli 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para">IV-Stelle des Kantons Graubünden, Ottostrasse 24, 7000 Chur, Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">G.________, 1970, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwältin Karin Caviezel, Belmontstrasse 1, 7000 Chur, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, Chur </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 5. März 2001 lehnte die IV-Stelle des Kantons Graubünden den Anspruch des 1970 geborenen G.________ auf berufliche Massnahmen ab, weil auf Grund der geltend gemachten Gesundheitsbeschwerden keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege und sich deshalb auch kein Berufswechsel aufdränge. </div> <div class="para">Die hiegegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit Entscheid vom 11. September 2001 gut und wies die Sache zu vertieften Abklärungen zum Gesundheitszustand an die IV-Stelle zurück. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die IV-Stelle führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und die Verfügung vom 5. März 2001 zu bestätigen. </div> <div class="para">G.________ lässt auf Abweisung der Beschwerde schliessen, während das Bundesamt für Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung verzichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Im Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen ist die Überprüfungsbefugnis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts nicht auf die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens beschränkt, sondern sie erstreckt sich auch auf die Angemessenheit der angefochtenen Verfügung; das Gericht ist dabei nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden und kann über die Begehren der Parteien zu deren Gunsten oder Ungunsten hinausgehen (<span class="artref">Art. 132 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Die Vorinstanz hielt die IV-Stelle an, eine vertiefte und gesamtheitliche Abklärung des physischen und psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdegegners zu veranlassen und gestützt darauf die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in dessen angestammten Tätigkeiten als gelernter X.________ und angelernter Y.________ und in der Folge eine allfällig nötige Umschulung zu prüfen. Sie hat ihren Entscheid auf Grund einer umfassenden Sachverhaltswürdigung sorgfältig begründet und das Eidgenössische Versicherungsgericht hat den vorinstanzlichen Erwägungen, auf welche verwiesen wird, nichts hinzuzufügen. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden keine Einwendungen vorgebracht, die zu einer anderen Beurteilung führen könnten. So ist der dem Sinne nach gemachte Hinweis, der den Rücken behandelnde Arzt habe die Rückenproblematik hinsichtlich einer Tätigkeit als Y.________ nicht für limitierend gehalten, nicht richtig. Dr. med. S.________, Spezialarzt FMH für Chirurgie, hat in seiner Stellungnahme vom 18. November 1999 gegenüber der Militärversicherung eine solche Aussage nicht gemacht. Er hat angegeben, beim Beschwerdegegner seien seit 1995 rezidivierende Rückenschmerzen bekannt und die Beschwerden hätten 1999 seit einem Unfall zugenommen. </div> <div class="para">Die MRI-Untersuchung habe den Befund einer Chondrose L5/S1 mit kleiner Diskushernie und zusätzlich einem kleinen Riss im Anulus fibrosus dorsali ergeben, was die Zunahme der Beschwerden erklärbar mache. Laut einem anonymen Aktenvermerk der Militärversicherung soll der Arzt anlässlich einer telefonischen Rückfrage an einem nicht genannten Tage erklärt haben, dass der Beschwerdegegner "auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt durchaus vermittelbar" gewesen wäre. Aus einer solchen Aussage ohne zusätzliche Abklärungen zu schliessen, die diagnostizierten Rückenbeschwerden seien für eine Tätigkeit als Y.________ nicht limitierend, ist nicht angängig. </div> <div class="para">Auch der Hinweis auf das zeitliche Nachhinken der IKEinträge ist unbehelflich. Schon aus den bis Mitte 1997 nachgeführten Einträgen geht hervor, dass die Angaben des Beschwerdegegners in seiner Berufsanamnese mit Vorsicht zu interpretieren sind, sind doch von Mitte 1993 bis Mitte 1997 nur 7 Beitragsmonate aus Arbeitsverdienst verzeichnet (letzter Monat: November 1995). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Da die Verwaltungsgerichtsbeschwerde offensichtlich unbegründet ist, wird sie im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span> erledigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para">III. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat dem Beschwerdegegner für das Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht eine Parteientschädigung </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">von Fr. 2000.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu </div> <div class="para">bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, der Ausgleichskasse des Kantons Graubünden und dem Bundesamt für Sozialversicherung </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">zugestellt. </div> <div class="para">Luzern, 2. Juli 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der III. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>