B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1179/2010 law/joc/wif U r t e i l v o m 2 . A u g u s t 2 0 1 2 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richter Gérald Bovier; Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. Parteien A._______, geboren (…), und dessen Lebenspartnerin B._______, geboren (…), sowie deren Kinder C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), Kosovo, vertreten durch Stefan Hery, Rechtsberatungsstelle für Asyl Suchende, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Januar 2010 / N (…). D-1179/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführenden, eigenen Angaben zufolge ethnische "Ägypter" mit letztem Wohnsitz in E._______, Gemeinde F._______, Ko- sovo, reiste n am 26. Januar 2009 in die Schweiz ein, wo sie im Em p- fangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen (EVZ) am gleichen Tag um Asyl nachsuchten. Dort wurde n sie am 29. Januar 2009 summarisch zu ihren Ausreisegründen befragt. Am 9. Februar 2009 gewährte ihnen das BFM das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach Ita lien oder Österreich. Eine einlässliche Befragung zu den Asylgründen erfolgte am 16. Februar 2009. A.b Im Rahmen dieser Anhörungen brachte der Beschwerdeführer haupt- sächlich vor, er habe bis im April 2007 in G._______, Gemeinde H._______, im Elternhaus und d anach vorwiegend im Haus der Mutter der Beschwerdeführerin, mit der er seit April 2008 nach Brauch verheira- tet sei, in E._______, Gemeinde F._______, gelebt. 2008 habe er sein Studium in (…) und (…) an der Universität I._______ abgeschlossen. In- folge eines gewaltsamen Streites mit Angehörigen einer Familie alban i- scher Ethnie sei sein Vater 1999 durch Schüsse verwundet worden. Sein Vater habe damals zurückgeschossen. Im Jahre 2000 habe man ve r- sucht, das Elternhaus in Brand zu stecken. 2005 hätten Maskierte ihn ge- schlagen und bedroht. 2007 hätten Unbekannte Strohbal len vor dem E l- ternhaus angezündet. In den Jahren 2007/2008 hätten sie mehrfach tele- fonische Drohungen erhalten. Im Juli 2008 habe man einmal versucht, die Beschwerdeführerin zu ent führen. Ausserdem sei diese ständig auf dem Weg von ihrer Arbeit nach Hause belästigt worden. Im September 2008 hätten drei maskierte Personen die Beschwerdeführerin bedroht. Sie hä t- ten keine Bewegungsfreiheit gehabt, seien diskriminiert und er von den Albanern als Spion e rachtet worden, da er bei " (…)", einem Verein , der unter anderem die Förderung der Rückkehr der Ägypter zum Ziel ge habt habe, in H._______ gearbeitet habe. 2008 hätten sie Silvester bei seinen Eltern gefeiert. An jenem Abend sei das Elternhaus beschossen w orden. Aufgrund dieser Ereignisse seien sie schliesslich im Januar 2009 ausg e- reist. A.c Die Beschwerdeführerin ihrerseits erklärte im Wesentlichen, sie habe bis zur Ausreise am 22. Januar 2009 in E._______, Gemeinde F._______ sowie zwischendurch einmal für zw ei Monate im Haus des Beschwerd e- führers in J._______ gelebt. 1999 sei auf den Vater des Beschwerdefüh-D-1179/2010 Seite 3 rers geschossen worden. Anlass sei ein Streit mit einer albanischen F a- milie gewesen. Letztere habe mit Blutrache gedroht. 2007 seien der Stall und der Trak tor der Eltern des Beschwerdeführers angezündet worden. Sie sei im selben Verein wie ihr Mann tätig gewesen und habe als Beruf Friseurin gelernt. Diesen habe sie von Januar 2008 bis September 2008 ausgeübt. Mehrfach sei jedoch versucht worden, sie auf ihre m Heimweg von der Arbeit zu entführen. Drei bis vier Mal sei zudem auf das Haus ih- rer Mutter in E._______ geschossen worden. An Silvester 2008 habe man das Elternhaus des Beschwerdeführers beschossen, während sie sich dort aufgehalten hätten. B. Im Verlaufe des Verfahrens reichten die Beschwerdeführenden beim BFM eine Identitätskarte sowie ein Geburtszertifikat , ausgestellt jeweils durch die UNMIK (United Nations Interim Administration Mission in Kosovo) und lautend auf die Beschwerdeführerin B._______, eine Identitätskarte und Geburtszertifikat der UNM IK lautend auf den Beschwerdeführer A._______, einen Brief der Wirtschaftuniversität K._______ vom 28. Januar 2008, eine Aufenthaltsbewilligung für Studierende ausgestellt in L._______ am 26. März 2008 und gültig bis am 12. Januar 2009, ein Zertifikat der Universität I._______ vom 11. November 2008 den B e- schwerdeführer be treffend, einen medizinischen Bericht aus dem Jahr 1999 eine Schussverletzung den Vater des Beschwerdeführers betref- fend, einen Polizeir apport des Polizeipostens H._______ vom 18. Se p- tember 2007 sowie dazugehörige Fotos, einen Zeitungsartikel vom 12. Juli 2008, ein Schreiben der Gemeinde H._______ vom 29. Januar 2009 (hinsichtlich Probleme der Beschwerdeführenden in der Gemeinde aufgrund ihrer Ethnie), eine Bestätigung der Gemeinde H._______ vom 12. Januar 2009 (betreffend die persönlichen Verhältnisse des Beschwer- deführers), ein. C. Das BFM stellte mit a m folgenden Tag eröffneter Verfügung vom 25. Ja- nuar 2010 fest, die Beschwerdeführenden würden die Flüchtlingseige n- schaft nicht erfüllen und lehnte ihre Asylgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der We g- weisung an. D. Gegen diese Verfügung liess en die Beschwerdeführenden mittels Einga- be ihres Rechtsvertreters vom 25. Februar 2010 (Poststempel) beim Bun-D-1179/2010 Seite 4 desverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, die Verfü- gung des BFM sei bezüglich des Vollzuges der Wegweisung aufzuheben, es sei die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen; eventualiter sei die Sache für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachve r- halts an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liessen sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Koste n- vorschusses ersuchen. Der Beschwerde lagen – nebst Vertretungsvollmachten und einer Fürsor- gebestätigung – die Kopie eines Schreibens der Gemeinde H._______ vom 14. Januar 2010 (inkl. beglaubigter Übersetzung) sowie ein Bestät i- gungsschreiben der (…) vom 27. Januar 2010 (inkl. beglaubigter Übe r- setzung) bei. E. Mit Verfügung vom 10. März 2010 hiess der Instruktionsrichter des Bun- desverwaltungsgerichts das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Vorbehalt einer nachträglichen Veränderung der finan- ziellen Lage der Beschwerdeführenden gut und verzichtete auf die Erh e- bung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig lud er das BFM zur Einre i- chung einer Vernehmlassung ein. F. Mit Vernehmlassung vom 22. März 2010 beantragte das BFM die Abwe i- sung der Beschwerde. G. Mit Verfügung vom 26. März 2010 erteilte der Instruktionsrichter den B e- schwerdeführenden die Gelegenheit, innert Frist eine Replik zur Ve r- nehmlassung des BFM einzureichen. H. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 8. April 2010 reichten die B e- schwerdeführenden eine Stellungnahme zur Vernehmlassung des BFM ein. I. Am 5. Mai 2010 wurde durch den Rechtsvertreter eine Kostennote beim Bundesverwaltungsgericht ein gereicht. Ausserdem wurde ein ärztli cher D-1179/2010 Seite 5 Bericht vom 30. April 2010 des (…) die Beschwerdeführerin betreffend beigelegt. J. Am 18. November 2011 informierte der Rechtsvertreter das Bundesver- waltungsgericht über eine bevorstehende Entbindung der Beschwerd e- führerin. Deren zweites Kind, D._______, kam am 22. Dezember 2011 in der Schweiz zur Welt. Wie ihr erstes Kind, C._______, wurde D._______ vom Beschwerdeführer zivilrechtlich anerkannt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und h a- ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). D-1179/2010 Seite 6 3. Wie mit Zwischenverfügung vom 10. März 2010 festgestellt, ist die Verfü- gung des BFM, soweit sie die Fragen des Asyls und der Flüchtlingseigen- schaft betrifft (vgl. Dispositivziffern 1 und 2 der angefochtenen Verf ü- gung), mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen. Die verfügte We g- weisung als solche (vgl. Ziffer 3 des Dispositivs der vorinstanzlichen Ve r- fügung), welche die Regelfolge der Ablehnung eines Asylgesuches bildet (Art. 44 Abs. 1 AsylG), kann nur dann aufgehoben werden, wenn ein A n- spruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilli gung besteht (vgl. Entsche i- dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). Aufgrund der Akten ergibt sich nach wie vor kein solcher Anspruch. Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet daher lediglich die Frage, ob das BFM den Vollzug der Wegweisung zu Recht angeordnet hat (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG) beziehungsweise, ob entsprechend des Rechtsbegehrens infolge Unzumutbarkeit anstelle des Vollzugs der Wegweisung die vorläufige Aufnahme anzuordnen ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 4. 4.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- länderinnen und Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 4.2 Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt gemäss ständiger Praxis der glei che Beweisstandard wie bei der Flücht - lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Be - weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 S. 502, WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 4.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, al lgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor- läufige Aufnahme zu gewähren ( vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818; D-1179/2010 Seite 7 BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/52 E. 10.1 S. 756 f.). Art. 83 Abs. 4 AuG findet insbesondere Anwendung auf Personen, die nach ihrer Rückkehr einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie aus objekt i- ver Sicht wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wah r- scheinlichkeit in völlige und andauernde Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheit s- zustandes, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefer t wären (vgl. BVGE 2011/24 E. 11.1 S. 504 f., BVGE 2009/28 E. 9.3.1 S. 367). 4.4 Das BFM stellt sich in der angefochtenen Verfügung auf den Stan d- punkt, weder die politische Situation im Heimatstaat noch andere Gründe würden gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges nach Kosovo sprechen. Die Sicherheitslage in Kosovo habe sich in den vergangenen Jahren verbessert; in vielen Dörfern und Bezirken sei sie seit Jahren st a- bil. Die Verbesserungen im interethnischen Zusammenleben hätten vor allem für ethnische Ro ma, Ashkali und Ägypter positive Auswirkungen. Die Wahrscheinlichkeit einer konkreten Gefährdung alleine aufgrund der Ethnie könne für albanischsprachige Roma, Ashkali und Ägypter – mit Ausnahme einiger Dörfer bzw. Gemeinden – ausgeschlossen werden. Die Bewegungsfreiheit für diese Ethnien sei in Kosovo grundsätzlich g e- geben. Auch sei der Zugang zu den medizinischen und sozialen Strukt u- ren in aller Regel gewährleistet. Die Beschwerdeführenden würden der Minderheit der Ägypter angehören und aus H._______ respektive F._______ stammen. Der Vollzug ihrer Wegweisung sei somit zumutbar. Individuelle Gründe, die gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zuges sprechen würden, lägen nicht vor. Die Beschwerdeführenden könnten nach F._______ oder H._______ zurückkehren, wo sie bereits vor ihrer Ausreise gewohnt hätten, ihre Elternhäuser stehen und sie über ein Beziehungsnetz verfügen würden. Der Beschwerdeführer verfüge über einen Universitätsabschluss und somit über eine überdurchschnit t- lich gute Ausbildung. Das Erlang en einer ausreichenden wirtschaftlichen Lebensgrundlage sei daher ebenfalls möglich. 4.5 Diesen Erwägungen werden in der Beschwerde unter Verweis auf BVGE 2007/10 E. 5.3 ff. S. 111 f. sowie das Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts D-5780/2006 vom 15. April 2009, wonach der Vollzug der Wegweisung von Roma, Ashkali und "Ägypter" nur unter bestimmten B e- dingungen als zulässig und zu mutbar erachtet würde , als unzutreffend bezeichnet. Primär wird geltend gemacht, d as BFM habe den Unters u- chungsgrundsatz gemäss Art. 12 VwVG verletzt, da es zwingende Abkl ä- rungen vor Ort nicht vorgenommen habe. Die Beschwerdeführenden D-1179/2010 Seite 8 könnten weder nach F._______ noch nach H._______ zurückkehren. In F._______ hätten sie zuletzt zusammen mit der Mutter und dem Bru der der Beschwerdeführerin gelebt. Ihr aus Lehm gebautes Haus sei im Win- ter von den Schneemassen erdrückt wor den und seither nicht mehr b e- wohnbar. Dies werde mit Schreiben des Gemeindebüros für Minderheiten in H._______ bestätigt. Die Familienangehörigen der Beschwerdeführerin seien arbeits - und mittellos. Im Elternhaus des Beschwerdeführers in H._______ würden die Eltern, drei Brüder und zwei Schwestern leben. Lediglich der Vater habe eine Arbeitsstelle und verdiene etwa 200 Euro pro Monat. Dieser Verdienst müsse für die ganze Fa milie ausreichen. Auch er könne die Beschwerdefüh renden somit nicht unterstützen. Dazu wäre er im Übrigen auch nicht gewillt, da das Verhältnis zum Beschwe r- deführer sehr schlecht sei. Ausserdem würde das Haus nicht genügend Platz bieten, um noch drei bzw. vier weitere Personen aufzunehmen. Im Weiteren wird unter Hinweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts D -7129/2007 vom 29. Januar 2010 gerügt, das BFM lasse unbe- rücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin ein erst sechs Monate altes Kind habe. Bei ei ner Rückkehr wären sie nicht in der Lage, für dessen Wohl zu sorgen. Hinzu komme, dass sie dem BFM gegenüber von me h- reren Übergriffen berichtet hätten, die in der angefochtenen Verfügung nicht in Zweifel gezogen worden seien. Der Beschwerdeführer sei 2005 zusammengeschlagen worden. 2007 sei ein Brandanschlag auf das Grundstück in H._______ verübt worden. Unbekannte hätten 2008 ve r- sucht, die Beschwerdeführerin und ihren Lebenspartner zu entführen. Zudem seien ihre Elternhäuser beschossen worden. Die Auffassu ng in BVGE 2007/10, wonach die gesellschaftliche und politische Lage in K o- sovo auch nach der Unabhängigkeitserklärung vorerst keine massgebl i- chen Veränderungen erfahren habe, werde damit bestätigt. Die schwier i- ge Situation der ägyptischen Min derheit in Kos ovo werde auch im Urteil D-7129/2007 vom 29. Januar 2010 erfasst und unter anderem darin die enorme Arbeitslosigkeit von gegen 98% erwähnt. Trotz seines Univers i- tätsabschlusses erscheine daher unwahrscheinlich, dass der Beschwer - deführer im Heimatland eine Stelle finden würde, zumal er auch keinerlei Arbeitserfahrung vorweisen könne. Er sei zwar als Helfer der Nichtregi e- rungsorganisation (…) tätig gewesen. Gerade aber als Mitglied dieser Organisation wäre es für ihn umso schwieriger eine Anstellung zu finden. Die Beschwerdeführenden würden zudem über keine besondere Verbu n- denheit zur Volksgruppe der Albaner verfügen. Der Vollzug der Wegwe i- sung erweise sich daher als unzumutbar. Dies umso mehr, als sich der Europäische Kommissar für Menschenrechte, Thoma s Hammarberg, für D-1179/2010 Seite 9 eine generelle Unzumutbarkeit eines Wegweisungsvollzuges von Ang e- hörigen von Minderheiten nach Kosovo ausspreche. 4.6 Das BFM führt dazu in der Vernehmlassung aus, der Umstand, dass die Beschwerdeführenden ein Kleinkind hätten, ändere an der Tatsache, dass eine Rückkehr der Familie nach Kosovo zumutbar sei, nichts. Es ge- be keine Anhaltspunkte dafür, dass sie nicht in das gewachsene Umfeld zurückkehren könnten. Der Beschwerdeführer besitze eine ü berdurch- schnittliche Ausbildung. I n Kosovo hätten sie zahlreiche Verwandte. Der Beschwerdeführer habe bis anhin nie erwähnt, dass er ein schlechtes Verhältnis zu seinem Vater habe, weshalb die entsprechende Aussage bezweifelt werde. Immerhin habe er abwechselnd im Elternhaus gelebt und 2008 dort Silvester gefeiert. Die eingereichten Beweismittel würden nicht zu einem anderen Schluss führen. 4.7 In der Replik wird demgegenüber moniert, das BFM gehe auf keine der in der Beschwerde dargelegten Hindernisse, die dem Vollzug der Wegweisung entgegenstehen würden, ein. Erwägungen hinsichtlich des Wohls des Kindes würden ebenso fehlen wie eine Stellungnahme zur gel- tend gemachten fehlenden Wohnmöglichkeit oder zur Mittel- und Arbeits- losigkeit der Angehörigen. Auch auf die Übergriffe, die die Beschwerd e- führenden erlitten hätten, werde nicht eingegangen. 4.8 Mit Schreiben des Rechtsvertreters vom 5. Mai 2010 verweisen die Beschwerdeführenden zudem auf eine Erkrankung von B._______. G e- mäss dem Bericht des (…) vom 30. April 2010 litt diese in jenem Zei t- punkt an einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.2) und an Erbrechen bei psychischer Störung (ICD-10 F50.5). 4.9 4.9.1 Das Bundesverwaltungsgericht geht in der Praxis davon aus, dass der Vollzug der Wegweisung von albanischsprachigen Roma, Ashkali und Ägyptern nach Kosovo in der Regel zumutbar ist, sofern auf Grund einer Einzelfallabklärung (insbesondere durch Untersuchungen vor Ort; heute über die schweizerische Botschaft, früher via das sogenannte Verbi n- dungsbüro) feststeht, dass bestimmte Reintegrationskriterien – wie beruf- liche Ausbildung, Gesundheitszustand, Alter, ausreichende wirtschaftliche Lebensgrundlage und Beziehungsnetz in Kosovo – erfüllt sind (vgl. BVGE 2007/10 E. 5.3 ff. S. 111 ff.). D-1179/2010 Seite 10 Das Bundesverwaltungsgericht hält auch nach der Unabhängigkeitserklä- rung v on Kosovo, dessen Anerkennung durch die Schweiz sowie der Qualifikation durch den Bundesrat als "safe country" an dieser Rechtspre- chung grundsätzlich fest. Die Situation der Minderheiten hat sich seit der Unabhängigkeit nicht grundlegend verbessert. Die e thnischen Minderhei- ten werden zwar nicht kollektiv verfolgt und sind nur in Einzelfällen Opfer von schweren Gewaltakten. Von einer ernsthaften Gefahr für Leib und Le- ben allein aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit ist daher nicht zu spre- chen. Allerdings s ind die Minderheitenangehörigen im Alltag oft Opfer mannigfaltiger Formen von Diskriminierungen. Es besteht eine Diskr e- panz zwischen der Rechtslage, welche Diskriminierungen verbietet, und der Realität. Die Ägypter gehören mit den Ashkali und den Roma zu d en verletzlichsten und marginalisiertesten Minderheiten in Kosovo. Insbeson- dere in den Bereichen Erziehung, Schulbildung, Fürsorge, Gesundheit s- versorgung, Wohnen und Beschäftigung sowie bei der Registrierung we r- den sie diskriminiert, und sie ziehen es vor , bei parallelen Strukturen – falls vorhanden – Zuflucht zu suchen. Sie sind an ihrem Wohnort oft nicht registriert und verfügen oft über keine persönlichen Dokumente, was sie daran hindert, am öffentlichen Leben teilzunehmen, abzustimmen, adm i- nistrative und soziale Leistungen zu beanspruchen sowie bei einer allfälli- gen Rückkehr in den Kosovo ihr Eigentum wieder in Besitz zu nehmen. Die Lebensbedingungen der Roma, Ashkali und Ägypter sind weit prek ä- rer als jene der albanischen Mehrhe itsbevölkerung sowie der Serben in Kosovo. Sie sind Opfer tiefgreifender Diskriminierungen insbesondere beim Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und zum Arbeitsmarkt. Sie sind von der höchsten Armuts -, Arbeitslosen-, Schulabbruch- und Sterb- lichkeitsrate in Kosovo betroffen. Ihre Beschäftigungslosigkeit liegt schät- zungsgemäss – je nach Quelle – zwischen 80 bis über 90% . Auch we r- den die Angehörigen der Roma, Ashkali und Ägypter beim Zugang zu Un- terkünften, insbesondere wenn sie aus dem Ausland zurückkehren und ihr Wohneigentum wieder beziehen wollen, diskrimi niert ( vgl. Urteil E-7635/2008 vom 16. März 2012 E. 7.4, BVGE 2009/51 E. 5.7 S. 749 ff., vgl. auch: Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH), Kosovo: le rapatriement des minorités roms, ashkalies, egyptiennes, papier thématiqu e, Firoenza Kuthan, Bern, 1. März 2012, S. 12 ff.). 4.9.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung und in der Ve r- nehmlassung die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges bejaht, ohne eine Einzelfallabklärung vor Ort vorzunehmen. Auf entsprechende Abklä- rungen kann zwar verzichtet werden, wenn der für den Wegweisungsvoll- zug relevante Sachverhalt anderweitig hinreichend erstellt ist (vgl. Urteile D-1179/2010 Seite 11 E-588/2012 vom 15. Mai 2012 E. 5.2.1, E-7359/2008 vom 23. April 2012 E. 6.3.3, E-7635/2008 vom 16. März 2012 E. 7.3). Erweist sich der Sach- verhalt bezüglich der konkreten Lebensumstände nicht als genügend er- stellt, ist die vorinstanzliche Verfügung infolge Verletzung des Unters u- chungsgrundsatzes (Art. 12 VwVG) zu kassieren. 4.9.3 Das BFM stützt sich in der angefochtenen Verfügung einzig auf das von den Beschwerdeführenden dargelegte Beziehungsnetz in Form von zahlreichen in Kosovo lebenden Ve rwandten (vgl. act. A1/15 S. 4, act. A2/13 S. 3 f.) sowie die vom Beschwerdeführer im Jahr e 2008 abg e- schlossene, (…) Ausbildung als (…) und (…) (vgl. act. A1/15 S. 2 f.). In- wiefern das Beziehungsnetz in finanzieller und sozialer Hinsicht als trag- bar im Sinne einer vorhandenen Unterstützungsbereitschaft als auch Un- terstützungsfähigkeit der Verwandten zu erachten ist, wurd e durch das BFM vor Ort nicht eruiert und denn auch in der angefochtenen Verfügung nicht explizit aufgezeigt. Gezielte Fragestellungen dazu erfolgten durch das BFM weder in den Summa rbefragungen noch im Rahmen der ei n- lässlichen Anhörungen im Jahre 2009. Rein spekulativ wurde damit vom BFM im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung ein tragfähiges Bezi e- hungsnetz als gegeben erachtet und auch auf Vernehmlassu ngsstufe daran fest gehalten. Weder dem Einwand in der Beschwerde , dass der Vater des Beschwerdeführers angeblich zwar über eine Arbeit, indessen lediglich über ein Einkommen von 200 Euro im Monat verfüge, noch dem Umstand, dass nebst den Eltern noch fünf Geschwister im Elternhaus wohnen würd en, wurde Beachtung geschenk t. Auf das Argument, dass der Beschwerdeführe r trotz seiner Ausbildung aufgrund der hohen A r- beitslosenquote keine Stelle fin den könnte, wurde e benso wenig eing e- gangen, wie auf die Darstellung, dass das Elternhaus der Beschwerd e- führerin nicht mehr bewohnbar sei. Die familiären und finanziellen Ver- hältnisse sowie die Wohnsituation der Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr sind indes unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 4 AuG von zentra- ler Bedeutung. Angesichts der Einwände in der Beschwerde und der en t- sprechenden Beweismittel lässt sich allein aufgrund der diesbezüglich vorhandenen Angaben in den Akten kein aktuell zuverlässiges Bild über die Lebensumstände gewinnen, mit welchen die Beschwerdeführenden im Falle der Rückkehr in Kosovo zu rechnen hätten. Zu klären ist etwa, welcher Arbeit der Vater des Beschwerdeführers derzeit nachgeht und ob dieser allenfalls als – ehemaliger – (…) (vgl. act. A25/17 S. 14) nach wie vor über einen (…) verfügt und wie sich die allgemeinen Platzverhältnisse im elterlichen Haus aktuell präsentieren. Eine allfällige Berufstätigkeit bzw. die finanziellen Verhältnisse der volljährigen vier Geschwister (vgl. D-1179/2010 Seite 12 act. A1/15 S. 4) würde ebenso interessieren wie die Antwort auf die Fr a- ge, ob die se immer noch im Haus der Eltern leben und ob die Eltern nunmehr in der Lage und bereit wären, die heute vierköpfige Familie der Beschwerdeführenden aufzunehmen. Von Interesse wäre ebenso zu er- fahren, in welcher finanziellen und persönlichen Situation sich die Mutter und der Bruder der Beschwerdeführerin (vgl. act. A2/13 S. 3) derzeit be- finden und ob deren Wohnhaus zwischenzeitlich wieder aufgebaut wurde oder über welche Art Un terkunft diese verfügen. Auch wäre der Frage nachzugehen, ob die in F._______ verheiratete Schwester der B e- schwerdeführerin (vgl. act. A2/13 S. 3) über Kapazitäten verfügen würde, um die Beschwerdeführenden bei sich unterzubringen oder diese ander- weitig unterstützen könnte. Zu klären wäre zudem, inwiefern der B e- schwerdeführer als ausgebildeter (…) und (…) ohne Berufserfahrung im Falle einer Rückkehr über reelle Aussichten verfügte, eine entsprechende Arbeitsstelle zu finden und ob er damit zugleich in der Lage wäre, seine vierköpfige Familie zu ernähren. Ebenso wäre abzuklären, ob für die B e- schwerdeführerin als gelernte Friseu se mit Berufserfahrung (vgl. act. A2/13 S. 2) eine Möglichkeit zur weiteren Ausübung dieses Berufes b e- stünde. Dies unter der Voraussetzung einer zumindest teilweise vorhan- denen Arbeitsfähigkeit. In diesem Zusammenhang wäre zu prüfen, ob die erstmals im Verlauf des Beschwerdeverfahrens konkret geschilderten psychischen Probleme (vgl. E. 4.8), die sie laut ärztlicher Anamnese unter anderem daran hinderten, sich alleine um ihr Kind zu kümmern, weiterhin behandlungsbedürftig sind und wie es bei Bedarf mit der medizinischen Versorgung in den Gemeinden H._______ und F._______ und deren Kostentragung stünde. Auch würde sich in medizinischer Hinsicht die Frage stellen, was es mit dem sich in den Akten befindlichen Antragsfor- mular an die Invalidenversicherung auf sich hat , wonach von einer (…) mit Bezug auf C._______ gesprochen wird (vgl. act. A38/8 S. 8). 4.9.4 Nach dem Gesagten kann aktuell nicht von einem vollständig er- stellten Sachverhalt bezüglich der ve rlangten Integrationskriterie n (vgl. E. 4.9.1) ausgegangen werden. Die angefochtene Verfügung beruht somit hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs auf einem unvollständig abgeklä r- ten Sachverhalt. 4.9.5 Beschwerden gegen Verfügungen des BFM über Verweigerung des Asyls und die Wegweisung haben grundsätzlich reformatorischen und nur ausnahmsweise kassatorischen Charakter (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 61 Abs. 1 VwVG). Reformatorische Entscheidung setzt i n- dessen Entscheidreife, insbesondere eine genügende Abklärung des D-1179/2010 Seite 13 rechtserheblichen Sach verhaltes, voraus. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, soweit in Bezug auf den angeordneten Vollzug der Wegweisung beantragt wird, die Sache sei für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sach ver- halts an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Dispositivziffern 4 und 5 der Verfügung vom 25. Januar 2010 sind demnach aufzuheben und die Sa- che ist im Sinne der Erwägungen zur vollständigen Abklärung des Sac h- verhalts und zur Neubeurteilung des Wegweisungs vollzugs an das BFM zurückzuweisen. 5. 5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 5.2 Den obsiegenden Beschwerdeführenden ist zu Lasten der Vorinstanz eine Entschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen und verhält- nismässig hohen Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Seitens der Rechtsvertretung wurde am 5. Mai 2010 eine Honorarnote für die bis dahin entstandenen Aufwendungen und Auslagen eingereicht. Der bis in jenem Zeitpunkt geltend gemachte Arbeitsaufwand von 9 Stunden sowie die Auslagen von Fr. 15.– des Rechtsvertreters er- scheinen als angemessen. Der Stundenansatz von Fr. 180.– bewegt sich zudem im Rahmen von Art. 10 Abs. 2 VGKE. Die in der Kostennote vom 5. Mai 2010 separat aufgeführten zusätzlichen Auslagen von Fr. 225.– für Dolmetscherkosten sind nicht als notwendig zu erachten und mithin nicht zu vergüten. Angesichts der zahlreichen Verwandten der Beschwerdefüh- renden in der Schweiz, die sich teils bereits jahrelang hier aufhalten, dürf- ten diese über genügend Sprachkenntnisse verfügen, so dass sie den Beschwerdeführenden im Rahmen etwa von Besprechungen mit dem Rechtsvertreter hätten behilflich sein können. Der bis am 5. Mai 2010 er- folgte Aufwand belief sich somit auf Fr. 1'635.– (inkl. Auslagen). Eine wei- tere Kostennote für die restlichen Aufwendungen wurde bis dato nicht ein- gereicht. Der betreffende Aufwand ist folglich aufgrund der Akten festzule- gen (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE) und aufgrund der massgeblichen Be- messungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) auf Fr. 100. – festzusetzen. Das BFM ist folgl ich anzuweisen, den Beschwerdeführenden eine Entschädi- gung in der Höhe von insgesamt Fr. 1'735.– auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-1179/2010 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. Die Ziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung werden aufgehoben. 2. Die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vo r- instanz zurückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das BFM hat den Beschwerdeführenden für das Verfahren vor dem Bun- desverwaltungsgericht eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'735.– zu entrichten. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg Versand: