Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. Mai 2018 (720 17 374 / 131) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Indikatoren und ihre Auswirkung auf die Arbeitsfähi gkeit: Eine Überprüfung und Abwei- chung von der gutachterlichen Zumutbarkeitsbeurteil ung kann nur dann zulässig sein, wenn die gutachterliche Einschätzung mit den objektiven Umständen ganz offensichtlich nicht in Einklang zu bringen ist. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Christina Mar- kiewicz Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch syndicom , Frau Néomie Nicolet, Rechtsanwältin, Monbijoustrasse 33, Postfach, 3001 Bern gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1962 geborene A.____ war seit Oktober 2000 m it einem Pensum von 100 % als Polygraf bei der B.____ AG tätig. Am 28. April 2014 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsver- hältnis, wobei A.____ bereits seit dem 14. Januar 2 014 krankheitsbedingt vollständig arbeitsun- fähig war. Am 27. Mai 2014 meldete er sich sodann w egen einer seit 1983 bestehenden rezidi- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht vierenden depressiven Störung bei der Eidgenössischen Inval idenversicherung (IV) zum Leis- tungsbezug an. Nach Abklärung der erwerblichen und med izinischen Verhältnisse, namentlich nach Einholung eines psychiatrischen Gutachtens bei Prof. Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sowie nach Durchführung von Eingliede rungsmassnahmen verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. Oktober 2017 trotz atte stierter Arbeitsunfähigkeit von 50 % ei- nen Rentenanspruch mit der Begründung, dass die thera peutischen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft seien. Somit könne nicht von einer Therapieresistenz gesprochen werden, welche gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Bedingung für die Annahme einer Invalidität sei. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwält in Néomie Nicolet, syndicom, Ge- werkschaft Medien und Kommunikation, mit Eingabe vom 7. November 2017 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Sie be antragte für ihren Mandanten die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung einer halben IV-Rente. Eventuali- ter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an di e Vorinstanz zurückzuweisen. Die Aus- sagen des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) in seinen S tellungnahmen vom 11. April 2017 und 16. August 2017 zur Therapieresistenz würden nicht mit dem tatsächlich vorliegenden Sachverhalt korrespondieren. Eine Dosiserhöhung des Medikamentes Venlafaxin wäre gemäss den erhobenen Blutwerten nicht zielführend. Eine Komb inationstherapie, ein Medikamenten- wechsel sowie eine stationäre Behandlung hätten bereit s in der Vergangenheit ohne nachhalti- ge Besserung stattgefunden. Der Versicherte sei somit bei optimal ausgerichteter Therapie ge- mäss gutachterlicher Einschätzung aufgrund einer mittelg radigen, rezidivierenden depressiven Störung seit mindestens März 2013 zu 50 % arbeitsunfähig. C. Mit Vernehmlassung vom 24. Januar 2018 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Mit Verweis auf die neue bundesgerichtlich e Rechtsprechung zur Therapieresis- tenz bei leichten bis mittelschweren depressiven Störungen (BGE 143 V 409) hielt sie fest, dass vorliegend nicht nur von einer fehlenden Therapieresi stenz auszugehen sei, sondern auch von ausreichenden Ressourcen des Beschwerdeführers, weshalb sein berufliches Leistungsvermö- gen auch aus diesem Grund nicht relevant eingeschränkt sei. D. Mit Replik vom 22. Februar 2018 wendete die Rechtsv ertreterin ein, dass Prof. Dr. C.____ in ihrem Gutachten eine Indikatorenprüfu ng vorgenommen und in Berücksichtigung der Ressourcen eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert habe. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis dürfe von der Zumutbarkeitsbeurteilung eines schl üssigen Gutachtens, in welchem die Prüfung der Standardindikatoren vorgenommen worden s ei, nicht abgewichen werden. Ferner bestehe die depressive Erkrankung nachweislich seit der Ado leszenz und sei somit nicht auf psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführen. E. Die IV-Stelle führte mit Duplik vom 26. März 2018 dagegen an, dass es zwar zutreffe, dass das Gutachten vom 17. März 2017 von Prof. Dr. C.____ eine Prüfung der Standardindika- toren beinhalte und grundsätzlich beweiskräftig sei. Die s bedeute allerdings nicht, dass die IV- Stelle an die Zumutbarkeitsbeurteilung der Gutachter in gebunden sei. Gemäss bundesgerichtli- cher Praxis sei eine rentenbegründende Invalidität nur dann anzunehmen, wenn funktionelle Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig u nd widerspruchsfrei festgestellt Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht worden seien und den versicherungsmedizinischen Vorgaben Rechnung getragen worden sei. Dies treffe auf das Gutachten von Prof. Dr. C.____ nicht zu. Ausserdem habe sich der Stellen- verlust des Beschwerdeführers bereits vor der Exazerbation der Depression abgezeichnet, so dass Ursache der Verschlechterung ein psychosozialer Faktor sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel- Landschaft, so dass die örtliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset- zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung ( VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan- tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-S telle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 7. November 2017 ist demnach einzutreten. 2. Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführ er Anspruch auf eine IV-Rente hat. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c). 2.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Den Berichten und Gut- achten versicherungsinterner Fachpersonen kommt hingegen n icht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu. Auf sie kann nicht abg estellt werden, sobald bereits geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 4. Mit psychiatrischem Gutachten vom 17. März 2017 diagnost izierte Prof. Dr. C.____ mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgra- dige Episode ohne somatische Symptome (ICD-10 F33.10). Ohne Auswirkungen auf die Ar- beitsfähigkeit nannte sie eine akzentuierte Persönlichk eit mit ängstlich-vermeidenden Zügen (ICD-10 Z73.1). Neben einer gedrückten Stimmung, eine r Antriebsverminderung und einem Interessenverlust beständen beim Versicherten ein vermind ertes Selbstwertgefühl, pessimisti- sche Zukunftsperspektiven, Schlafstörungen und Suizidgedan ken. Damit seien die Kriterien einer mittelschweren Episode erfüllt. Der Versicherte stamme aus einer psychisch belasteten Familie. Mutter und Schwester hätten unter Depressione n gelitten und Suizidversuche began- gen. Der Vater sei jähzornig und gewaltsam gewesen, was die Jugend des Versicherten ge- prägt habe. Seit 1987 sei er in psychiatrischer Behandl ung. In der Rekrutenschule sei es erst- mals zu einer psychotischen Episode gekommen. Seit Beginn seiner psychischen Probleme träten in Belastungssituationen immer wieder psychotisch e Reaktionen auf. Insgesamt sei die Beschwerdeschilderung konsistent, es gebe keine Anhaltspu nkte für Aggravation oder Simula- tion. Durch die unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen, den gestörten Schlaf und die An- triebsstörungen sowie die anhaltende depressive Verstimmung sei die Arbeitsfähigkeit massge- bend beeinträchtigt. Zum Teil seien die kognitiven De fizite auf die affektive Störung zurückzu- führen, insbesondere in den Bereichen Aufmerksamkeit, K onzentration und Flexibilität. In Stresssituationen reagiere er zudem empfindlich und sei daher reduziert belastbar und abhän- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gig von einer guten Umgebung. Es gelinge ihm zwar, sich an Regeln und Routinen anzupas- sen, jedoch falle ihm die Planung und Strukturierung vo n Aufgaben sehr schwer. Ausserdem fehle es ihm an Flexibilität und Umstellungsfähigkeit. Die Selbstbehauptungsfähigkeit sei nahe- zu nicht vorhanden und die Durchhaltefähigkeit sei beei nträchtigt. Weiter sei der Versicherte in der Gruppenfähigkeit, in der Kontaktfähigkeit zu Drit ten sowie im Bereich der spontanen Aktivi- täten eingeschränkt. Seine familiäre Situation sei bela stet durch die Betreuung des autistischen Sohnes. Unter Behandlung habe der Versicherte über Jahre einer Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt nachgehen können. An seiner letzten Stelle sei es ihm sch liesslich nicht mehr gelungen, den Anforderungen zu genügen und mit dem Druck umzugehen, w eshalb er Ende April 2014 die Kündigung erhalten habe. Nach dieser Erfahrung seien seine Ressourcen erschöpft gewesen, was sich heute an der kaum vorhandenen Resilienz und Selbst wirksamkeit objektivieren lasse. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte zu 50 % beeint rächtigt. Diese Einschätzung kor- respondiere mit den Ergebnissen der Eingliederungsmassnahmen. Abgesehen von der Zeit der stationären Behandlung vom 28. April 2014 bis 11. Jul i 2014, als der Versicherte 100 % ar- beitsunfähig gewesen sei, sei von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit seit März 2013 auszugehen. In Bezug auf die Psychopharmakotherapie bestehe schon l ange eine Behandlung mit Venlafaxin in relativ gleichbleibender Dosierung. In An betracht der Therapieresistenz sollten Spiegelkontrollen und ein Wechsel der Substanzen entsp rechend den Behandlungsleitlinien vorgenommen werden. Die bestehende Durchlässigkeit der I ch-Funktion deute auf eine gewis- se psychotische Symptomatik hin. Dieser sollte in der psychoph armakologischen Behandlung etwas mehr Rechnung getragen werden. Das Antipsychotiku m Quetiapin werde vor allem als Schlafmedikation verwendet. Ein Wechsel auf eine andere Substanz sei in Betracht zu ziehen. 5.1 Aus diesen Ausführungen zur Medikation folgerte de r RAD, dass der Versicherte noch nicht austherapiert sei. So kam Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in sei- ner Stellungnahme vom 11. April 2017 zum Schluss, dass led iglich eine relative, aber keine absolute therapieresistente Situation bestehe. Eine th erapeutische Option zur Verbesserung der depressiven Störung sei eine Dosiserhöhung des Medika ments Venlafaxin. Sollte eine Do- siserhöhung keine Remission bewirken, wäre die Wirksamkeit des Medikaments anhand eines therapeutic drug monitoring zu prüfen. Danach wäre an eine andere antidepressive Substanz oder Substanzgruppe zu denken, an eine Kombinations- respektive Augmentationsstrategie und schliesslich an eine erneute elektive vorübergehende stationäre antidepressive Behand- lung. Solange nicht alle diese Schritte hinreichend, kon sequent und mit gesicherter Compliance durchgeführt worden seien, könne nicht von einer absolut en Therapieresistenz gesprochen werden. 5.2 Am 21. Juli 2017 gab der behandelnde Psychiater, Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Auskunft über die therapeutischen Ma ssnahmen. Eine weitere Erhöhung der seit dem 2. November 2015 verabreichten Dosis Venla faxin von 150 mg würde ohne Nut- zen sein, weil die Plasmakonzentrationsbestimmung vom 8. Mai 2017 bei der genannten Dosie- rung einen Wert von 1.23 umol/l (Referenzwert: 0,36 – 1.48umol/l) ergeben habe, der bereits im oberen Referenzbereich liege. Weiter verfüge Venlafaxin im Vergleich zu alternativen modernen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Medikamenten über eine höhere anitdepressive Potenz. E s mache deshalb wenig Sinn, das Medikament zu wechseln. Auf eine Kombinationstherapie m it einem Antidepressivum sei ver- zichtet worden, weil kein entsprechender response zu erw arten gewesen sei. Die Begleitmedi- kation mit dem Neuroleptikum Quetiapin sei infolge de s Gedankenkreisens und der Insomnie installiert worden. Neben dem depressiven Syndrom bestän den eine konsistente, therapiere- fraktäre soziale Phobie und seit der Adoleszenz akzentuier te Persönlichkeitszüge. Beide Diag- nosen zeigten unter kognitiver Verhaltenstherapie keine Besserung, weshalb das konsekutive depressive Syndrom trotz evidenzbasierter Pharmakotherapie persistiere. Die Arbeitsfähigkeit sei beeinträchtigt durch eine eingeschränkte Selbstwirksamk eitserwartung und -be- hauptungsfähigkeit, eine Affektlabilität, eine vermind erte Impulskontrolle, mangelnde Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, eine Unfähigkeit zur Anpassung an Routinen und zu Spontan- Aktivitäten sowie eine verminderte Kontakt- und Gruppenf ähigkeit. Der Versicherte habe sich während seiner gesamten beruflichen Tätigkeit inklusive A usbildung "durchgebissen", wie er es zu Hause gelernt habe. 5.3 Dr. D.____ hielt am 16. August 2017 an seinen Au ssagen zur Behandlung fest und wie- derholte, dass der Versicherte aufgrund der unverändert en Medikation mit Venlafaxin hinsicht- lich der depressiven Episode nicht als austherapiert eing eschätzt werden könne. Zu versuchen seien eine Dosiserhöhung und andere Therapiearten. Dr. D.____ gestand jedoch ein, dass die Wahl der Vorgehensweise einzig in der Verantwortung des behandelnden Psychiaters liege. 6. Die IV-Stelle lehnte mit Verfügung vom 6. Oktober 2017 und mit Bezug auf die Ausfüh- rungen des RAD-Arztes Dr. D.____ vom 11. April 2017 un d 16. August 2017 einen Anspruch auf eine IV-Rente gestützt auf die damals geltende Re chtsprechung des Bundesgerichts, dass eine leichte bis mittelgradige depressive Störung nicht invalidisierend sei, wenn keine Behand- lungsresistenz vorliege (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2; U rteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 2017, 8C_222/2017, E. 5.2). Aus der geänderten Recht sprechung gemäss BGE 143 V 409 ergibt sich nun allerdings, dass eine invalidenversicherun gsrechtlich relevante psychische Ge- sundheitsschädigung nicht allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz ausge- schlossen werden darf. Denn die Behandelbarkeit eines Leidens steht dem Eintritt einer renten- begründenden Invalidität nicht absolut entgegen (BGE 1 43 V 409 E. 4.2.1, 127 V 294 E. 4c). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen sind deshalb nun ebenfalls systematisierte Indikatoren beach tlich, die es – unter Berücksichti- gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren ei nerseits und Kompensationspotentia- len (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ein- zuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). D ie Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigun g miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2). Infolge dieser neuen Rechtsprechung begrü ndete die Vorinstanz die Leistungsver- weigerung in ihrer Vernehmlassung vom 24. Januar 2018 nicht mehr ausschliesslich mit der fehlenden Therapieresistenz, sondern hauptsächlich mit de n verbleibenden Ressourcen des Beschwerdeführers. Es ist zu prüfen, wie es sich damit verhält. 7.1 Gemäss altem Verfahrensstand eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Be- weiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezi- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht fischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entsche idend, ob ein abschliessendes Ab- stellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bunde srecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8, 137 V 210 E. 6). Mithin ist in jedem Fall zu p rüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten – gegebe nenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungsreife und –dich te kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen. 7.2 Vorweg ist festzuhalten, dass das Gutachten von Prof. D r. C.____ vom 17. März 2017 sowohl in formeller Hinsicht als auch inhaltlich die bundesgerichtlichen Vorgaben an ein beweis- taugliches Gutachten erfüllt. Es weist zwar keine separate Indikatorenprüfung auf, eine schlüs- sige Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren ist jedoch ohne weiteres möglich (BGE 141 V 281 E. 8, 137 V 210 E. 6). Das Gutachten e nthält demnach alle erforderlichen An- gaben für die Prüfung der Frage, ob sich ein invalidi sierender Gesundheitszustand anhand der Standardindikatoren verifizieren lässt (vgl. Urteil des B undesgerichts vom 7. März 2018, 8C_449/2017, E. 4.2.2 und 4.3). In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass die Vorinstanz das Gutachten von Prof. Dr. C.____ hinsichtlich Standartindikatoren als beweiskräftig beurteilte. Namentlich stellte RAD-Arzt Dr. D.____ bereits in se iner Stellungnahme vom 11. April 2017 fest, dass die Gutachterin die Indikatoren erläutert und die vorhandenen Ressourcen nachvoll- ziehbar in den medizinischen Zusammenhang gestellt habe, weshalb auf ihre Beurteilung abzu- stellen sei. Diese Feststellung erweist sich in Würdigung des Gutachtens – entgegen den nach- träglich in der Vernehmlassung vorgebrachten Vorbehalten - als richtig. 7.3 Prof. Dr. C.____ legte unter Berücksichtigung der l eistungshindernden äusseren Belas- tungsfaktoren einerseits und der Kompensationspotential en andererseits die zumutbare Rest- arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft bei 50 % f est. Diese Einschätzung ist aufgrund der be- schriebenen Ressourcen nachvollziehbar und überzeugend. Es trifft zwar zu, dass der Rechts- anwender – wie die IV-Stelle vorbrachte - gemäss bund esgerichtlicher Praxis die Indikatoren und ihre Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit frei überprüfen darf. Da die Beurteilung der Arbeits- fähigkeit aber eine medizinische und keine juristische Frag e ist, kann eine Überprüfung und Abweichung von der gutachterlichen Zumutbarkeitsbeurteilung nur dann zulässig sein, wenn die gutachterliche Einschätzung mit den objektiven Umständen ganz offensichtlich nicht in Einklang zu bringen ist (vgl. BGE 141 V 281; Urteil des Bundesge richts vom 1. Dezember 2017, 8C_260/2017, E. 4.2.1 ff.), was hier nicht der Fall ist. 7.4 Unbestritten ist die fachärztlich diagnostizierte rezi divierende depressive Störung, aktuell mittelgradiger Natur ohne somatische Symptome (ICD-10 F 33.10). Die IV-Stelle stellt sich auf den Standpunkt, dass die Diagnose hauptsächlich auf psychos oziale Belastungsfaktoren zu- rückzuführen sei (Verlust der Arbeitsstelle, Betreuung des autistischen Sohnes). Dem ist entge- genzuhalten, dass der Beginn der Symptomatik bereits in der Adoleszenz liegt. Nach Austritt aus der Rekrutenschule erfolgte ein erster stationärer A ufenthalt in der Klinik F.____; lange vor der Geburt des Sohnes im Jahr 1998. Nur unter Behandlung konnte der Beschwerdeführer über Jahre einer Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt nachgehen. Die letzte schwere depressive Episode folgte dann auch nicht wie von der IV-Stelle wiedergeg eben nach Verlust der Arbeitsstelle, son- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dern bereits vorher. Als die Kündigung am 28. April 2 014 ausgesprochen wurde, war der Versi- cherte bereits seit längerem arbeitsunfähig. Erst nach Ei ntritt in die Klinik G.____ teilte die Arbeitgeberin dem Beschwerdeführer mit, dass ihm die Stelle gekündigt wer- de. Die Behauptung, die depressive Störung gründe in e rster Linie auf psychosoziale Faktoren, ist mit Blick auf die Krankengeschichte nicht stichhaltig. 7.5 Der Verlauf und der Ausgang von Therapien (und d amit Behandlungserfolg bzw. – resistenz) sind wichtige Indikatoren für die Beurteilun g des funktionellen Schweregrades einer Einschränkung sowie als Indizien für den tatsächlichen Lei densdruck von Beachtung. Der Be- schwerdeführer steht seit vielen Jahren in psychiatrischer Behandlung und hat auch stationäre Aufenthalte hinter sich. Eine Aggravation oder Simul ation konnte ohne weiteres ausgeschlos- sen werden. Stets wurde ihm eine hohe Compliance atte stiert, was nicht unwesentlich dafür war, dass die schwere depressive Episode im April 2014 zu einer mittelgradigen remittierte. Eine weitere Verbesserung des Zustands konnte trotz verschie dener Therapieansätze und ho- her Bereitschaft des Versicherten nicht erreicht werden. Die IV-Stelle folgerte aus diesem Ver- lauf richtig, dass der Schweregrad des Krankheitsgeschehe ns nicht unerheblich ist. Sie vertritt jedoch die Ansicht, dass der Versicherte nicht austherapie rt sei. Dem kann nicht gefolgt wer- den. Bereits während des stationären Aufenthaltes in der Klinik G.____ vom 28. April 2014 bis 11. Juli 2014 wurde ein Wechsel des Antidepressivums von Venlafaxin auf Wellbutrin vorge- nommen und zusätzlich Seroquel und Remeron verordnet (vgl. Bericht vom 15. Juli 2014). Die neue Medikation zeigte in der Folge aber nicht die er hoffte Wirkung, so dass auf Wunsch des Versicherten wieder das besser wirksame Venlafaxin verordnet wurde. Folglich trifft es nicht zu, dass seit Jahren ausschliesslich Venlafaxin verabreicht wurd e. Vielmehr wurden – wie der Ver- sicherte zutreffend einwenden lässt – alternative Therap ien und Kombinationstherapien ver- sucht und wieder verworfen. Eine stationäre Massnahme verb unden mit einer neuen Kombina- tionsmedikation – wie vom RAD als ultima ratio geforder t – wurde somit bereits im Jahr 2014 erfolglos versucht. All diese Massnahmen zeugen von einem b eträchtlichen Leidensdruck des Beschwerdeführers. So nahm er auch einen Therapeutenwe chsel vor. Der nun behandelnde Psychiater, Dr. E.____, begründet im Weiteren überzeuge nd, weshalb von einer höheren Do- sierung des Antidepressivums oder einer alternativen Kombinationsmedikation keine Besserung des psychischen Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Dem se tzt sich auch RAD-Arzt Dr. D.____ nicht mehr ernsthaft entgegen. Denn nur so kann seine abschiessende Feststellung im Bericht vom 16. August 2017 verstanden werden, dass die Verantwortung für die weitere Vorgehensweise allein dem behandelnden Psychiater obliege. 7.6 Eine psychiatrische Komorbidität ist – wie die IV-St elle zurecht anführt – zwar nicht ge- geben, denn eine Störung, welche nach der Rechtsprechun g als solche nicht invalidisierend sein kann, ist nicht im Rahmen der Komorbidität zu berü cksichtigen, dafür aber im Zusammen- hang mit der Persönlichkeitsdiagnostik (BGE 141 V 281 E . 4.3.1.3). Als Nebendiagose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit attestierte die Gut achterin eine akzentuierte Persönlichkeit mit ängstlich-vermeidenden Zügen (ICD-10 Z73.1). Isoli ert betrachtet, schränkt diese Diagnose die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Es sind aber Wechselw irkungen zwischen den akzentuierten Per- sönlichkeitsmerkmalen und der depressiven Störung zu beachten. Prof. Dr. C.____ weist darauf hin, dass der Versicherte - wie auch im neuropsychologischen Funktionstest bestätigt - parano- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ide, impulsive, schizoide und ängstlich-vermeidbare Züge zeige. Diese Persönlichkeitsakzentu- ierungen trügen zur Entstehung depressiver Episoden bei und möglicherweise auch zu einer sich abzeichnenden Chronifizierung der affektiven Störun g. Somit steht ausser Frage, dass die auffälligen Persönlichkeitszüge in Wechselwirkung mit de r depressiven Störung die Arbeitsfä- higkeit des Versicherten beeinflussen. 7.7 Entgegen der Auffassung der IV-Stelle gibt es fern er keine Hinweise dafür, dass die Gutachterin die verbleibenden Ressourcen des Versicherte n als zu gering einschätzte und von einer zu hohen Arbeitsunfähigkeit ausging. So spricht die Fähigkeit des Versicherten, im Haus- halt gewisse Aufgaben zu übernehmen und sich an der Bet reuung seines autistischen Sohnes zu beteiligen keineswegs gegen eine Beeinträchtigung se iner Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50 %. Im Gegenteil sprechen auch die Ergebnisse des Be lastbarkeits- und des Arbeitstrainings für die Plausibilität der gutachterlichen Zumutbarkeit sbeurteilung. So ist dem Bericht der Ein- gliederungsstätte Baselland vom 8. April 2016 zu entn ehmen, dass der Beschwerdeführer bis zum Schluss der beruflichen Massnahme bei optimaler Compl iance ein Pensum von 85 % bei einer durchschnittlichen Leistung von 55 % erreicht habe, was einer Arbeitsfähigkeit von 46,75 % entspreche. Damit ist dargelegt, dass die Resso urcen des Beschwerdeführers ausrei- chen, um eine Tätigkeit im Rahmen von 50 % zu leisten. Ein darüber hinaus gehendes Pensum würde ihn überfordern und die erreichte Balance zwischen gesundheitlicher Einschränkung und Arbeitsleistung unnötigerweise gefährden. Das intakte F amilienumfeld und die bestehenden Freundschaften sind ebenso wenig als invaliditätsausschlie ssende Faktoren zu werten. Ge- mäss Gutachten pflege der Beschwerdeführer soziale Kontakt e mit seiner Schwester und der Verwandtschaft seiner Frau. Sie sähen sich etwa 3-4 Mal im Jahr. Ausserdem habe er 2-3 Freunde, die er in Basel besuche. Insgesamt ginge er j edoch selten in Ausgang. Letztmals sei er vor zwei Jahren mit seiner Frau zu einem Konzert gegan gen. Als er jünger gewesen sei, ha- be er mehr Kontakte gehabt. Er sei aber schon immer eh er ein Einzelgänger gewesen. Zwi- schen seinem 30. und 40. Lebensjahr habe er sich noch stär ker zurückgezogen. Bei diesem bescheidenen Aktivitätsniveau kann nicht von einer massgeb enden Ressource gesprochen werden, die es dem Versicherten erlauben würde, ein hö heres Pensum zu leisten. Vielmehr korrespondieren die aufgezeigten Ressourcen vollends mit der attestierten Restarbeitsfähigkeit. 8. Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass gestützt auf da s beweiskräftige Gutachten von Prof. Dr. C.____ von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit März 2013 auszugehen ist. Ein Leistungsanspruch würde somit frühestens ab März 2014 bestehen. Da die Anmeldung zum Leistungsbezug erst im Mai 2014 erfolgt e, sind Leistungen erst ab 1. Novem- ber 2014 geschuldet (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). Dements prechend ist die Angelegenheit zur Be- rechnung des Rentenanspruchs durch Vornahme des Einkom mensvergleichs (Art. 16 ATSG) an die Vorinstanz zurückzuweisen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung vom 6. Oktober 2017 aufgehoben und festgeste llt wird, dass der Beschwerdeführer seit März 2013 50 % arbeitsunfähig ist. Die Angelegenheit wird zur Durchführung des Einkommensve rgleichs und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückgewie- sen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle hat dem Beschwerdeführer eine Part eientschädigung in der Höhe von Fr. 3'491.70 (inkl. Auslagen) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht