Verwaltungsgericht 1. Kammer WBE.2024.4 / jl / jb Art. 122 Urteil vom 2. September 2024 Besetzung Verwaltungsrichterin Schircks, Vorsitz Verwaltungsrichter Pfister Verwaltungsrichterin Pfisterer Gerichtsschreiberin Lang Beschwerde- führer A._____ vertreten durch Dr. iur. Corinne Saner, Rechtsanwältin, Römerstrasse 14, Postfach, 4601 Olten 1 Fächer gegen B._____ vertreten durch Dr. iur. Roger Baumberger, Rechtsanwalt, Bachstrasse 57, Postfach, 5001 Aarau Gegenstand Beschwerdeverfahren betreffend Auflösung des Arbeitsverhältnisses/ Nichtigkeit Nichteintretensentscheid der Schlichtungskommission für Personalfragen vom 20. November 2023 - 2 - Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: A. 1. A._____ war ab dem 1. August 2015 mit einem Pensum von insgesamt 100 % bei der B._____ als Lehrperson angestellt. Ab Juli 2021 befand er sich in Untersuchungshaft. 2. Mit Schreiben vom 29. Oktober 2021 (Erhalt gleichentags bestätigt ) und nach vorgängiger Gewährung des rechtlichen Gehörs kündigte die Anstel- lungsbehörde das Anstellungsverhältnis mit A._____ per 29. Januar 2022. B. 1. Mit Eingabe vom 21. November 2021 (Postaufgabe: 29. November 2021) verlangte A._____ bei der Anstellungsbehörde die "Abänderung der Kündigung" und die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses. 2. Am 14. Dezember 2021 teilte die Anstellungsbehörde A._____ mit, sie erachte die Kündigung als sachlich begründet und werde diese nicht abän- dern. Innerhalb von vierzehn Tagen würde er ein Zwischenzeugnis erhal - ten; das Abschlusszeugnis werde auf dieser Basis per Anstellungs ende ausgestellt. In der Folge erhielt er am 12. Januar 2022 ein Zwischenzeug- nis und am 22. Februar 2022 ein Arbeitszeugnis. 3. Mit Gesuch um Durchführung eines Schlichtungsverfahrens vom 29. Juli 2022 gelangte A._____, damals an waltlich vertreten, an die Schlich - tungskommission für Personalfragen (nachfolgend: Schlichtungskommis - sion respektive Vorinstanz) und machte geltend , die Anstellungsbehörde hätte sein Schreiben vom 21. November 2021 im Sinne eines Schlichtungs- gesuchs an die zu ständige Schlichtungskommission weiterleiten müssen. Die Schlichtungskommission eröffnete am 3. August 2022 ein Verfahren und schrieb dieses am 31. Oktober 2022 infolge Rückzugs ab. 4. Am 23. Juli 2023 teilte A._____ der Schlichtungskommission mit, er habe seinem damaligen Rechtsvertreter das Mandat ent zogen. Die Präsidentin der Schlichtungskommission in formierte A._____ mit Schrei ben vom 27. Juli 2023 über die Abschreibung des Verfahrens, seine Möglichkeit, ein neues Ge such betreffend das Arbeits zeugnis einzureichen so wie dahin- gehend, dass auf die Anträge betreffend Kündigung infolge Rechts kraft wohl nicht eingetreten werden könnte. - 3 - 5. Mit Eingabe an die Schlichtungskommission vom 27. Juli 2023 bemängelte A._____ im Wesentlichen und sinngemäss, die Kündigung sei infolge Vor- liegens einer Long Covid-Erkrankung rechtswidrig, das Kündigungsschrei- ben sei falsch und das ausgestellte Arbeitszeugnis sei un vollständig und inkorrekt. In der Folge eröffnete die Schlichtungskommission am 2. August 2023 ein neues Verfahren. Am 22. August 2023 stellte A._____ ein Gesuch um Durchführung ei nes Schlichtungsverfahrens mit den folgenden Anträgen: 1. Die rechtswidrige Kündigung vom 29. Oktober 2021 auf den 29. Januar 2022 ist nichtig und muss deshalb aberkannt werden. Eine Kündigung durch die B._____ wäre laut gesetzlichen Vorgaben frü hestens auf den 31. Juli 2022 möglich gewesen. Der mir aufgrund der zu frühen Kündigung zu Unrecht nicht ausbezahlte Halbjahreslohn von insgesamt Fr. 50'763.50 muss rückwirkend noch ausbezahlt werden. 2. Die rechts- und wahrheitswidrige Kündigung vom 29. Oktober 2021 per 29. Januar 2022 muss auf den 30. April 2022 per 31. Juli 2022 umdatiert werden. Zudem müssen die darin enthaltenen Begründungen und Ausfüh- rungen geändert werden, damit das Kündigungsschreiben gesetzes kon- form wird und der Wahrheit entspricht. 3. Das unvollständige und teilweise falsche Arbeitszeugnis vom 17. Februar 2022 muss meinem Vorschlag entsprechend angepasst werden. 6. Mit prozessleitendem Entscheid der Präsidentin der Schlichtungskommis - sion vom 12. Oktober 2023 wurde das Verfahren aufgeteilt: Die Kündigung werde aufgrund der Sach - und Rechtslage ohne die Parteien am 20. No- vember 2023 behandelt. Betref fend das Arbeitszeugnis werde zu einem späteren Zeitpunkt unter Teilnahme der Parteien mündlich verhandelt. 7. Mit "Teilentscheid Nichteintreten" vom 20. November 2023 beschloss die Schlichtungskommission, auf das "Gesuch vom 27. Juli 2023 hinsichtlich der Anträge 1 und 2" (betreffend die Kündigung) nicht einzutreten. C. 1. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2023 (Postaufgabe: 3. Januar 2024) erhob A._____ gegen den ihm frühestens am 21. November 2023 z ugestellten Entscheid der Schlichtungskommission Beschwerde beim Ver waltungs- gericht und beantragte im Wesentlichen Folgendes: - 4 - 1. Die rechtswidrige Kündigung meiner unbefristeten Anstellungen als Lehr- person an der B._____ vom 29. Oktober 2021 auf den 29. Januar 2022 ist nichtig und muss deshalb aberkannt werden. Eine Kündigung wäre aufgrund der krankheitsbedingten Sperrfrist frühestens auf den 31. Juli 2022 zulässig gewesen. Aufgrund der zur Unzeit erfolg ten Kündigung wurde mir ein Halbjahreslohn von Fr. 50'763.50 nicht aus bezahlt, was rückwirkend noch zu erfolgen hat. 2. Die rechtswidrige Kündigung vom 29. Oktober 2021 auf den 29. Januar 2022 muss den gesetzlichen Vorgaben entsprechend auf den 30. April 2022 per 31. Juli 2022 umdatiert werden. Zudem müssen die darin enthal- tenen rechts - und wahrheitswidrigen Begründungen angepasst werden, damit das Kündigungsschreiben gesetzeskonform wird und der Wahrheit entspricht. 2. Die Instruktionsrichterin wies den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 10. Januar 2024 darauf hin, dass im vorliegenden Verfahren – nach vorläu- figer Betrachtung – einzig zu prüfen sei, ob der Nichteintretensent scheid der Schlichtungskommission korrekt sei. Zudem setzte sie ihm ei ne Frist zur Leistung des Kostenvorschusses. 3. Am 19. Januar 2024 (Postaufgabe: 29. Januar 2024) stellte A._____ ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, welches mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 30. Januar 2024 bewilligt wurde. 4. Mit Eingabe vom 31. Januar 2024 verzichtete die Schlichtungskommission auf eine Stellungnahme. 5. Dr. iur. Corinne Saner, Rechtsanwältin, Olten, setzte das Verwaltungsge - richt mit Eingabe vom 5. März 2024 darüber in Kenntnis, dass sie die Inte- ressen von A._____ vertrete, und reichte ihre Vollmacht sowie ein Ar - beitsunfähigkeitszeugnis des Beschwerdeführers vom 7. Februar 2024 für den Zeitraum vom 2. Juli 2021 bis 29. Oktober 2021 ein. Zudem ersuchte sie um Zustellung der Akten, welche ihr mit instrukti onsrichterlicher Verfü- gung vom 8. März 2024 übermittelt wurden. 6. Mit Beschwerdeantwort vom 29. März 2024 liess die B._____ (nachfol- gend: Beschwerdegegnerin) die folgenden Anträge stellen: 1. Die Beschwerde sei abzuweisen, sofern überhaupt darauf eingetreten wird. - 5 - 2. Der Beschwerdeführer sei zu verpflichten, die Kosten des Beschwerdever- fahrens zu tragen. 3. Der Beschwerdeführer sei zu verpflichten, der Beschwerdegegnerin die Parteikosten in angemessener Höhe zu ersetzen. 7. Nach mehrfach erstreckter Frist liess der Beschwerdeführer am 5. Juni 2024 eine Replik einreichen und folgende Anträge stellen: 1. Der Nichteintretensentscheid der Schlichtungskommission für Personal - fragen vom 20. November 2023 betreffend Ziff. 1 und Ziff. 2 des Gesuchs vom 27. Juli 2023 sei aufzuheben. 2. Die Angelegenheit sei an die Vorinstanz zurückzuweisen. 3. U.K.u.E.F. 8. Am 11. Juni 2024 liess der Beschwerdeführer ein weiteres Arbeitsunfähig- keitszeugnis, datierend vom 29. Mai 2024 und betreffend den Zeitraum vom 30. Oktober 2021 bis 15. März 2022, einreichen. 9. Mit Duplik vom 6. Juli 2024 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Anträ - gen fest. 10. Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (vgl. § 7 Abs. 1 und 2 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG; SAR 155.200]). Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: I. 1. Das Gesetz über die Anstellung von Lehrpersonen vom 17. Dezember 2002 (GAL; SAR 411.200) regelt gemäss § 1 Abs. 1 GAL in Bezug auf das Personalrecht die Grundzüge der Rechtsverhältnisse unter anderem zwi - schen den Gemein den und den Lehrpersonen an Volksschulen ge mäss Schulgesetz vom 17. März 1981 (SchulG; SAR 401.100). Für das Anstel - lungsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegeg- - 6 - nerin kommen daher das GAL und dessen Ausführungsbestimmungen zur Anwendung. Der Rechtsschutz richtet sich nach den §§ 35 ff. GAL. 2. Das Verwaltungsgericht ist zuständig zum einen zur Beurteilung von ge - richtlichen Klagen betreffend vertragliche Streitigkeiten aus dem Anstel - lungsverhältnis und Schadenersatzforderungen der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers gegen die Lehrperson und umgekehrt (§ 36 Abs. 1 GAL), zum anderen zur Behandlung von gerichtlichen Beschwerden gegen Verfügun- gen in Personal- und Lohnfragen (§ 37 Abs. 1 GAL). Wo sich die Schlichtungskommission materiell mit einer bestimmten Strei- tigkeit auseinandersetzt, hat sie eine Empfehlung abzugeben (vgl. § 35 Abs. 2 Satz 1 GAL; Aargaui sche Gerichts - und Verwaltungs entscheide [AGVE] 2008, S. 465, Erw. I/4.1). Der separate Entscheid der Schlichtungs- kommission, ein Verfahren an die Hand zu nehmen, stellt eine Zwi schen- verfügung dar. Werden die Sachurteilsvoraussetzungen für die Abgabe ei- ner Empfehlung verneint, bildet dies einen Endentscheid. In bei den Kon- stellationen kann ohne erneuten Entscheid der Anstellungs behörde direkt ein Rechtsmittel erhoben werden (vgl. AGVE 2008, S. 465, Erw. I/4.2). Die Schlichtungskommission verneinte die Sachurteilsvoraussetzungen für die Abgabe einer Empfehlung und fällte einen Nichteintretensent scheid (Teilentscheid). Dieser Entscheid ist mittels Beschwerde direkt beim Ver - waltungsgericht anfechtbar (§ 41 Abs. 1 i.V.m. § 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechts pflege vom 4. Dezember 2007 [Ver waltungs- rechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]; vgl. AGVE 2008, S. 465, Erw. I/4.2). Das Verwaltungsgericht ist daher zuständig, den vorliegenden Rechtsstreit im Beschwerdeverfahren zu beurteilen. 3. 3.1. Gemäss § 43 Abs. 2 VRPG muss die Beschwerdeschrift einen Antrag so - wie eine Begründung enthalten; auf Beschwerden, die diesen Anforderun- gen nicht entsprechen, ist nicht einzutreten. Die beschwerdeführende Per- son muss darlegen, in welchen Punkten der vorinstanzliche Entscheid ab- geändert werden soll. Aus dem Beschwerdeantrag oder im Zusam men- hang mit der Begründung muss hin reichend erkennbar sein, was die beschwerdeführende Person will (Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2023.261 vom 27. September 2023, Erw. I/3.2 mit Hinweisen). Dazu muss sie in der Be gründung ausführen, in welchen Punkten ihrer Auffas- sung nach der an gefochtene Ent scheid Mängel aufweist. Bei Laienbe - schwerden werden an die Begründung kei ne allzu hohen An forderungen gestellt; immerhin wird aber verlangt, dass die beschwerdeführende Person darlegt, weshalb sie mit dem vorinstanzlichen Entscheid nicht einverstan- den ist und welche Erwägungen des an gefochtenen Entscheids aus wel - - 7 - chen Gründen nicht zutreffen sollen (AGVE 2009, S. 275, Erw. 3.1). Auf Laienbeschwerden ist insbesondere einzutreten, wenn Be gründung und/oder Antrag wenigstens im Ansatz vorhanden sind, bzw. wenn die an- gerufene Behörde erkennen kann, um was es der betreffenden Person geht und was sie will ( vgl. Entscheid des Verwaltungsge richts WBE.2023.97 vom 23. März 2023, Erw. I/2.2 mit Hinweis). 3.2. Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt der Erhebung seiner Beschwerde noch nicht anwaltlich vertreten. Die Anforderungen an Antrag und Begrün- dung sind somit tiefer anzusetzen als bei einer anwaltlich vertretenen Par- tei. In der (Laien-)Beschwerde vom 18. Dezember 2023 wird ausdrücklich gegen den Nichteintretensentscheid der Schlichtungskommission Be - schwerde erhoben. Aus der Begründung ergibt sich zumindest ansatzwei- se, dass der Beschwerdeführer mit der Beurteilung der Schlichtungs kom- mission, wonach die Kündigung nicht nichtig sei, nicht einverstanden ist. Daraus lässt sich zumindest sinngemäss schliessen, dass der Be schwer- deführer die Aufhebung des Nichteintretensentscheids beantragt, und aus welchen Gründen er der Auffassung ist, die Schlichtungskommission hätte sich materiell mit seinen Begehren befassen müssen. Vor die sem Hinter- grund genügt die Beschwerdeschrift – entgegen der Auffas sung der Be- schwerdegegnerin gemäss Beschwerdeantwort – den Anforderungen von § 43 Abs. 2 VRPG und es ist insofern auf die Beschwerde einzutreten. So- weit der Be schwerdeführer darüber hinaus im Beschwerde verfahren vor Verwaltungsgericht eine ma terielle Beurteilung seiner finan ziellen Forde- rungen sowie eine Änderung der Begründung der Kündigung vom 29. Ok- tober 2021 und deren Umdatierung anstrebt, ist auf seine Anträge hingegen nicht einzutreten. 4. Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die – unter Berücksichtigung des Fristenstillstands vom 18. De- zember 2023 bis 2. Januar 2024 (§ 28 Abs. 1 VRPG i.Vm. Art. 145 Abs. 1 lit. c der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]) – frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist – mit Ausnahme der Anträge, die über die Beurteilung des angefochtenen Nichteintretensentscheids hinausgehen – einzutreten. II. 1. 1.1. Angefochten ist ein Nichteintretensentscheid der Schlichtungskommission. Gegenstand des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens ist damit einzig, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Gesuch des Beschwerdeführers nicht ein- getreten ist. Trifft dies zu, hat es bei diesem Nichteintretensentscheid sein Bewenden (vgl. BGE 144 II 184, Erw. 1.1 mit Hinweisen = Pra 2018 - 8 - Nr. 142, S. 1343 f.; 135 II 38, Erw. 1.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_142/2023 vom 3. August 2023, Erw. 1.2 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 150 II 57). Ist die Vorinstanz dagegen zu Unrecht auf das Gesuch nicht eingetreten, so wäre die Sache zur materiellen Beurteilung im Sinne von § 35 Abs. 2 GAL an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2023.259 vom 22. Januar 2024, Erw. II/1). 1.2. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid im Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer sei im Zeitpunkt der Kündigung vom 29. Oktober 2021 nicht krankgeschrieben gewesen. Vielmehr gehe aus den Akten hervor, dass seit August 2021 keine Krankheitssymptome mehr bestanden hätten und er wieder gesund gewesen sei. Die Kündigung sei nicht nichtig, da kein Sperrfristtatbestand vorgelegen habe. In Bezug auf die Kündigung vom 29. Oktober 2021 sei innert der 30 -tägigen Frist nach Vertragsauflösung gemäss § 35 Abs. 1 GAL kein Schlichtungsgesuch bei der Schlichtungs - kommission eingegangen. Das Schreiben des Beschwerdeführers vom 21. November 2021 an die Anstellungsbehörde sei zwar innerhalb der An- fechtungsfrist erfolgt, es stelle jedoch keine Anfechtung der Kündigung res- pektive kein Schlichtungsgesuch dar, da er – mit Blick auf die Ausstellung des künftigen Arbeitszeugnisses – lediglich darum ersucht habe, ge wisse Formulierungen in der Kündigungsbegründung zu streichen bzw. abzuän- dern. Die Anstellungsbehörde habe das besagte Schreiben zu Recht nicht als Schlichtungsgesuch verstehen müssen; ein Grund zur Überweisung an die Schlichtungskommission habe daher nicht bestan den. Die Kündigung vom 29. Oktober 2021 sei innert der Anfechtungsfrist somit nicht angefoch- ten worden, weshalb sie in Rechtskraft erwachsen sei. Folglich werde auf die Anträge 1 und 2 seines Gesuchs nicht eingetreten. 1.3. Der Beschwerdeführer stellt sich sinngemäss auf den Standpunkt, er sei aufgrund einer gravierenden Long Covid-Erkrankung mit schwerwiegenden neurologischen Komplikationen von seinem Hausarzt ab dem 20. Mai 2021 bis zu den Sommerferien zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden. Da er im Juli 2021 in Untersuchungshaft versetzt worden sei, sei die Einholung eines weiteren Arbeitsunfähigkeitszeugnisses obsolet gewesen. Trotzdem sei am 17. August 2021 ein weiteres Arbeitsunfähigkeits zeugnis aus ge- stellt worden, wobei festgehalten worden sei, er sei "voraussichtlich" wieder arbeitsfähig, da der Arzt angenommen habe, er würde während der Haftzeit sicherlich irgendwann wieder gesund. Nach Er halt der Kündigung am 29. Oktober 2021 sei er im November 2021 in ei ner Neuroklinik und am H._____ eingehend untersucht worden. Die Ergebnisse hätten deutlich ge- zeigt, dass er im November 2021 immer noch zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Der festgestellte aus geprägte Hypometabolismus im fronto- temporalen Bereich des Gehirns sei mit starken Funktionsbeeinträchtigun- gen verbunden, die vergleichbar seien mit einer Alzheimer -Demenz-Er- - 9 - krankung im fortgeschrittenen Stadium. Erst die am 15. März 2022 durch- geführte Untersuchung habe erge ben, dass sich der Metabolis mus im Gehirn normalisiert habe. Damit sei zweifellos erstellt, dass er erst ab März 2022 wieder arbeitsfähig ge wesen wäre. Die Kündigung am 29. Oktober 2021 sei somit innerhalb der 180 -tägigen Sperrfrist erfolgt und deshalb nichtig. In seiner Replik lässt der Beschwerdeführer ergänzen, aus dem Arztzeug- nis von Prof. C._____ vom 7. Februar 2024 gehe hervor, dass er im Zeit - punkt des Kündigungsempfangs auf grund einer vor handenen Krankheit arbeitsunfähig gewesen sei. Es handle sich dabei nicht um ein Arztzeugnis mit Gefälligkeitscharakter. Der betreffende Arzt sei ein führender Spezialist im Bereich der Long Covid-Erkrankungen. Dieser habe im Gutachten vom 5. Oktober 2023 anhand der Untersuchungsergebnisse des Be schwerde- führers vom 9. November 2021 sowie vom 15. März 2022 die für das Straf- verfahren relevanten Fra gen beantwortet. Gestützt auf derart de taillierte Untersuchungen und Laborwerte sei es einem Spezialisten zweifellos mög- lich, auch fast drei Jahre später Aussagen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für den Zeitraum, den die Untersu chungsergeb- nisse abdeckten, zu täti gen. In Bezug auf das Arztzeugnis von Dr. med. D._____ vom 17. August 2021 sei fest zuhalten, dass die medizi nische Einschätzung eines Allgemeinpraktikers respektive Hausarztes wohl nicht dieselbe Aussagekraft habe wie jenes eines führenden Long Covid-Spezia- listen. Zudem habe er die Arbeitsfähig keit des Be schwerdeführers ab 9. August 2021 nicht bestätigt, sondern lediglich prognostiziert. Da ihm die Untersuchungsergebnisse von November 2021 und März 2022 nicht vorge- legen hätten, komme diesem hausärztlichen Zeugnis ohne eigentliche me- dizinische Untersuchung im Vergleich zu jenem des Spezialarztes ein deut- lich geringeres Gewicht zu. 1.4. Die Beschwerdegegnerin schliesst sich im Wesentlichen der Auffassung der Vorinstanz an, wonach die Kündigung vom 29. Oktober 2021 nicht an- gefochten worden und somit in Rechtskraft erwachsen sei. Der Beschwer- deführer sei im fraglichen Zeitraum nicht krankgeschrieben gewe sen. Der Beweiswert des Arztzeugnis ses vom 7. Februar 2024, wel ches dem Be - schwerdeführer ohne jede Begründung für die Dauer vom 2. Juli 2021 bis am 29. Oktober 2021 und damit rückwirkend auf fast drei Jahre eine Ar - beitsunfähigkeit attestiere, werde bestritten. Dessen Gefälligkeitscharakter werde nur schon daraus ersichtlich, dass es just am 29. Oktober 2021, d.h. am für den Be schwerdeführer entscheidenden Tag, ende. Als die Kündi - gung ausgesprochen worden sei, sei der Be schwerdeführer nicht arbeits- unfähig gewesen; eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht belegt. Im Arzt bericht vom 26. November 2021 werde sogar ex plizit erwähnt, seit August 2021 bestünden keine Krankheitssymptome und der Beschwerdeführer sei seit- - 10 - her wieder gesund. Eine Sperrfrist komme nicht zum Tragen und die Kün - digung sei dementsprechend nicht nichtig. In ihrer Duplik lässt die Beschwerdegegnerin ausführen, die vom Be - schwerdeführer eingereichten ärztlichen Zeugnisse vom 7. Februar 2024 und vom 29. Mai 2024 seien erst Jahre nach dem relevanten Vorfall für den entsprechenden Zeitraum beschafft worden. Es reiche nicht aus zu be - haupten, der ausstellende Professor sei ein Fachmann, zumal sich aus den Zeugnissen nicht ergebe, wie dieser zu seiner Diagnose gelange. Über - haupt werde offengelassen, wie es zur Ausstellung dieser Zeugnisse ge - kommen sei. Die eingereichten Arztzeugnisse seien völlig unbegründet. Gestützt darauf liessen sich keinerlei Rückschlüsse auf den Gesundheits- zustand am Tag der Kündigung ziehen. Dr. med. D._____, dessen Zeugnis vom Beschwerdeführer selbst vorgelegt worden sei, habe damals direkten Kontakt mit dem Beschwerdeführer gehabt und habe dessen Arbeitsfähig- keit direkt beur teilen können. Prof. C._____ sei dies bei der Ausstellung des Zeugnisses Jahre nach dem rele vanten Datum gerade nicht möglich gewesen. Die Beurteilung im relevanten Zeitpunkt im Rahmen einer direk- ten Untersuchung sei höher zu werten als ein drei Jahre nach dem relevan- ten Datum gefällter Aktenentscheid. 2. 2.1. Gemäss § 35 Abs. 1 Satz 2 GAL ist die Schlichtungskommission bei Ver - fügungen und Vertragsauflösungen innert einer Frist von 30 Tagen nach Zustellung anzurufen. Zur Rechtsnatur dieser Frist hat sich bereits das ehemalige Personalrekursgericht im Zusammenhang mit der inhaltlich gleichlautenden Bestimmung in § 37 Abs. 1 Satz 2 des Gesetzes über die Grundzüge des Personalrechts vom 16. Mai 2000 (Personalgesetz, PersG; SAR 165.100) geäussert. Demnach sind solche gesetzlichen Fristen in der Regel Verwirkungsfristen. Verwirkung bedeutet, dass ein Recht untergeht, wenn die berechtigte bzw. verpflichtete Person eine Handlung nicht inner- halb der Frist vornimmt. Sofern ein Anspruch verwirkt ist, ist das diesbe - zügliche Rechtsbegehren abzu weisen (AGVE 2012, S. 305, Erw. II/1.2.2 mit Hinweisen). Bei der 30-tägigen Frist zur Anrufung der Schlichtungskom- mission handelt es sich klarerweise um eine Verwirkungsfrist. Dafür spricht zum einen der Umstand, dass eine gesetzliche Normie rung vorliegt (§ 35 Abs. 1 GAL), und zum anderen, dass sich der Gesetzgeber mit dieser Norm an die Be schwerdefrist des Verwaltungs rechtspflegegesetzes anlehnte, welche eine Verwirkungsfrist darstellt ( vgl. AGVE 2012, S. 305, Erw. II/1.2.2 mit Hinweisen; vgl. MICHAEL MERKER, Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollverfahren nach dem aargauischen Gesetz über die Verwal- tungsrechtspflege vom 9. Juli 1968 [aVRPG], 1998, N. 6 zu § 40 aVRPG). Auf dem Gebiet des Privatrechts führt die Verwirkung zum völligen Unter - gang des Rechts, ohne dass eine sog. Na turalobligation bestehen bliebe. Die Forderung erlischt, wenn die zu ihrer Erhaltung nötige Handlung innert - 11 - der Verwirkungsfrist nicht vorgenommen wird. Die Verwirkung ist von Am- tes wegen zu berücksichtigen. Diese Prinzipien gelten grundsätzlich auch im öffentlichen Recht , wobei die Einrede der Verwirkung jedenfalls dann nicht von Amtes wegen zu beachten ist, wenn sie als rechtsmissbräuchlich bzw. unvereinbar mit dem Gebot von Treu und Glau ben erscheint (AGVE 2012, S. 305, Erw. II/1.2.3 mit Hinweis en; vgl. zum Ganzen auch Entscheid des Verwaltungsgerichts WKL.2022.4 vom 3. Juni 2024, Erw. I/6.3). 2.2. Der Beschwerdeführer hat die Kündigung vom 29. Oktober 2021 gleichen- tags persönlich entgegengenommen. Die 30-tägige Frist zur Anrufung der Schlichtungskommission lief entsprechend bis und mit 29. November 2021. Erst am 29. Juli 2022 und damit lange nach Fristablauf liess der Beschwer- deführer ein Schlich tungsgesuch bei der Schlichtungs kommission einrei- chen. Dadurch hat er die gesetzlich statuierte Frist klar nicht eingehalten. Daran ändert auch der Um stand nichts, wonach er mit Ein gabe vom 21. November 2021 (Postaufgabe: 29. November 2021) noch innerhalb der Frist direkt an die Be schwerdegegnerin gelangte. Wie die Vorinstanz zu Recht erwog, brachte der Be schwerdeführer darin mit keinem Wort zum Ausdruck, dass er mit der Kün digung an sich nicht einverstanden sei und diese anfechten wolle. Es ging ihm dabei offensicht lich nur um die Abän - derung der Kündigungsbegründung sowie um die Aus stellung eines Ar - beitszeugnisses. Es kann somit auf die zutreffenden vorinstanzlichen Aus- führungen verwiesen werden (angefochtener Entscheid, Erw. III/3b). Für die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses war ohnehin die Beschwerdegeg- nerin und nicht die Schlichtungs kommission die erste An sprechstelle, zu- mal in jenem Zeitpunkt weder ein Arbeits zeugnis noch ein Vorschlag des Beschwerdeführers für einen Zeugnistext vorlag und ein Schlich tungsver- such durch die Schlichtungskommis sion deshalb (noch) nicht angezeigt war. Für die Beschwerdegegnerin bestand folglich kein Grund, die Eingabe als Schlichtungsgesuch in Zusammenhang mit der Kündigung zu verstehen und diese an die Schlichtungskommission zu überweisen. Im vorliegenden Fall ist eine allfällige Verwirkung der Ansprüche des Be - schwerdeführers von Amtes wegen zu beachten , da nicht erkennbar ist, inwiefern deren Berücksichtigung rechtsmissbräuchlich oder treuwidrig sein sollte. Sofern die Kündigung vom 29. Oktober 2021 gültig erfolgt ist, wären die direkt an die Schlichtungskommission gerichteten Eingaben des Beschwerdeführers somit allesamt verspätet gewesen (§ 35 Abs. 1 GAL). Als Folge daraus wären die Ansprüche des Beschwerdeführers betreffend Vertragsauflösung bzw. Kündigung (u.a. Lohnforderung) materiell verwirkt und die Vorinstanz wäre diesfalls zu Recht nicht auf sein entsprechendes Gesuch eingetreten. Aufgrund dessen ist in materiell -rechtlicher Hinsicht zu prüfen, ob die Kündigung vom 29. Oktober 2021 gültig ergan gen oder (infolge laufender Sperrfrist) nichtig ist (vgl. AGVE 2012, S. 305, - 12 - Erw. II/1.2.5). Aus dem genannten Leitentscheid des ehemaligen Personal- rekursgerichts folgt nämlich im Umkehrschluss, dass im Falle einer nichti- gen Kündigung die Einhaltung der (Verwirkungs-)Frist gemäss § 37 Abs. 1 PersG nicht mehr von entscheidender Relevanz ist. Analoges muss in Be- zug auf § 35 Abs. 1 GAL gelten, da der Rechtsschutz im GAL gleich ge - regelt ist wie im PersG (Botschaft des Regierungsrats des Kantons Aargau an den Grossen Rat vom 24. Mai 2000 zum Gesetz über die Anstellung von Lehrpersonen [GAL], 00.187, S. 28; Protokoll des Grossen Rats vom 17. Dezember 2002, Art. 1072, S. 1597, Votum Egger -Wyss, Kom mis- sionspräsidentin). Insofern ist hier – entgegen der Auffassung der Be - schwerdegegnerin – unerheblich, ob der Beschwerdeführer sein ursprüng- liches Gesuch zurückgezogen und später erneut eingereicht hat. Es besteht vorliegend kein Anlass, von der dargestellten Rechtsprechung des ehemaligen Personalrekursgerichts abzuweichen, da diese eine ver- gleichbare Konstellation zum Gegenstand hatte. Art. 336c Abs. 2 OR gilt infolge des Verwei ses in § 7 Abs. 1 GAL als (subsidiäres) kantonales öf- fentliches Recht. Entsprechend ist diese Norm nach den Regeln des kan- tonalen öf fentlichen Rechts anzuwenden und auszulegen (AGVE 2016, S. 259, Erw. II/6 mit Hin weis auf Urteil des Bundesgerichts 8C_294/2011 vom 29. Dezember 2011, Erw. 3.4). Nichtigkeit bedeutet auch im kantona- len öffentlichen Recht die absolute und jederzeit zu beachtende Unwirk - samkeit des entsprechenden Rechtsakts. Eine nichtige vertragliche Erklä- rung entfaltet daher keinerlei Rechtswirkungen; sie ist von Beginn weg un- verbindlich (vgl. AGVE 2008, S. 449 f., Erw. II/2.3 und Erw. II/3; Entscheid des Verwaltungsgerichts WKL.2022.4 vom 3. Juni 2024, Erw. I/6.4). Die- sen Grundsätzen gilt es somit auch im vorliegenden Kontext und nament- lich bei der Anwendung von § 35 Abs. 1 GAL Rechnung zu tragen, zumal das GAL und das PersG, auf welches in § 47 Abs. 1 GAL verwiesen wird, keine (eigenen) Bestimmungen zur Nichtigkeit einer Kündigung enthalten. Zwar ist die in § 35 Abs. 1 GAL ge regelte (Verwirkungs-)Frist verbindlich (vgl. zur inhaltlich gleichlautenden Bestimmung in § 37 Abs. 1 PersG: Bot- schaft des Regierungsrats des Kan tons Aargau an den Grossen Rat vom 16. Februar 2000 zum Gesetz über die Grund züge des Personalrechts [Personalgesetz, PersG], 00.54, S. 19). Jedoch lässt sich § 35 Abs. 1 GAL weder entnehmen noch daraus der Schluss zie hen, dass die darin statu- ierte Frist für die Anrufung der Schlichtungskommission im Falle eines nich- tigen Rechtsakts eingehalten werden müsste . Etwas an deres ergibt sich auch nicht aus den einschlägigen Materialien. Da die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer die Beweislast für das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit trägt ( Urteil des Bundesgerichts 8C_619/2014 vom 13. April 2015, Erw. 3.2.1; Entscheid des Verwaltungs gerichts WKL.2019.18 vom 11. Ja- nuar 2021, Erw. II/4.2) und die Beweis führung mit zunehmendem Zeitab - lauf bekanntlich erschwert wird, liegt es im Interesse der betreffenden Per- son, die Nichtigkeit möglichst frühzeitig geltend zu machen. - 13 - 3. 3.1. Nachfolgend ist vorfrageweise zu prüfen, ob die von der Beschwerdegeg- nerin gegenüber dem Beschwerdeführer am 29. Oktober 2021 ausgespro- chene Kündigung des Anstellungsverhältnisses während der Sperrfrist ge- mäss § 7 Abs. 1 GAL i.V.m. Art. 336c Abs. 1 lit. b OR erfolgte und dement- sprechend nichtig ist. Nicht zu prüfen ist dagegen, ob die Kündigung auf einem sachlichen Grund beruhte, denn sollte sich die Kündigung nicht als nichtig erweisen, hätte der Beschwerdeführer seine diesbezüg lichen An- sprüche infolge Nichteinhaltens der Frist gemäss § 35 Abs. 1 GAL verwirkt (vgl. vorne Erw. 2.2). 3.2. Nach Ablauf der Probezeit darf die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis unter anderem nicht kündigen, während die Arbeitnehme- rin oder der Arbeitnehmer ohne eigenes Verschulden durch Krankheit oder durch Unfall ganz oder teilweise an der Arbeitsleistung verhindert ist, und zwar im ersten Dienstjahr während 30 Tagen, ab dem zweiten bis und mit fünftem Dienstjahr während 90 Tagen und ab dem sechsten Dienstjahr während 180 Tagen (§ 7 Abs. 1 GAL i.V.m. Art. 336c Abs. 1 lit. b OR). Bei diesen Sperrfristen handelt es sich um Kalender- und nicht um Arbeitstage (vgl. STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, Der Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319–362 OR, 7. Aufl. 2012, N. 8 zu Art. 336c OR). Sofern die Kün- digung während der Sperrfrist erfolgt, ist sie nichtig (Art. 336c Abs. 2 OR). Die Sperrfrist für den Beschwerdeführer, der sich ab August 2021 im sieb- ten Dienstjahr befand, betrug unbestrittenermassen 180 Tage. Diese Sperrfrist hätte im Falle einer ab 20. Mai 2021 durchgehend bestehenden krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit im Kündigungszeitpunkt noch an - gedauert, selbst wenn die 10-tägige krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit im März 2021 mitberücksichtigt würde. Entscheidend ist somit, ob der Be- schwerdeführer am 29. Oktober 2021 (Zugang der Kündigung) krankheits- bedingt arbeitsunfähig respektive an der Arbeitsleistung verhindert war. 3.3. Grundsätzlich liegt die Beweislast für die Arbeitsunfähigkeit auch im öffent- lich-rechtlichen Dienstverhältnis gemäss Art. 8 des Schweizerischen Zivil - gesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 210) bei den Arbeit neh- menden (siehe vorne Erw. 2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_619/2014 vom 13. April 2015, Erw. 3.2.1; Entscheid des Verwaltungs gerichts WKL.2022.4 vom 3. Juni 2024, Er w. II/3.1). Die arbeitneh mende Per son hat daher den Beweis für die Arbeitsunfähigkeit zu erbrin gen, soweit sie daraus Rechte wie z.B. Lohnfortzahlungspflicht wegen Kündigungsnichtig- keit geltend macht ( Entscheid des Verwaltungsgerichts WKL.2022.4 vom 3. Juni 2024, Erw. II/3.1; ROLAND MÜLLER, Arztzeugnisse in arbeitsrechtli- chen Streitigkeiten, in: AJP 2010, S. 169). - 14 - Einem Arztzeugnis kommt kein absoluter Beweiswert zu; das Gericht darf und muss sich über den Befund in einem ärztlichen Zeugnis hinwegsetzen, wenn sich aus den Umständen ergibt, dass die Arbeitsunfähigkeit nicht be- stand ( STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N. 12 zu Art. 324a/b OR; PORTMANN/RUDOLPH, in: Basler Kommentar, Obligatio nenrecht I, 7. Aufl. 2020, N. 25 zu Art. 324a OR; vgl. HUMBERT/LERCH, in: Fachhandbuch Ar- beitsrecht, 2018, S. 464). Ein Arztzeugnis stellt lediglich eine Parteibehaup- tung dar. Obwohl der Beweis der Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit oder Unfalls in der Regel durch ärztliches Zeugnis erbracht wird, bewirkt der An- scheinsbeweis keine Beweislastumkehr. Es bleibt eine Frage der Beweis- würdigung, ob ein Gericht darauf ab stellt. Denn mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären und wie das Ergeb nis davon zu würdigen ist, schreibt Art. 8 ZGB dem Gericht nicht vor; di ese Be stimmung schliesst selbst eine vorweggenommene Beweiswürdi gung und In dizienbeweise nicht aus. Diese Grundsätze gelangen – soweit keine davon abweichenden besonderen Regeln zu be achten sind – auch im öf fentlich-rechtlichen Dienstverhältnis zur Anwen dung (vgl. Urteil des Bun desgerichts 8C_619/2014 vom 13. April 2015, Erw. 3.2.1 mit zahl reichen Hinweisen). Nicht beweisbildend sind Arztzeug nisse, die sich al lein auf die Patienten- schilderung abstützen und ohne ei gene objektive Feststellungen abgege- ben werden oder erst einige Zeit nach dem ange gebenen Beginn der Ar - beitsunfähigkeit ausgestellt werden (REHBINDER/STÖCKLI, Berner Kommen- tar, Einleitung und Kommentar zu den Art. 319–330b OR, 2010, N. 18 zu Art. 324a OR; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N. 12 zu Art. 324a/b OR; vgl. PORTMANN/RUDOLPH, a.a.O., N. 25 zu Art. 324a OR; ADRIAN STAEHELIN, Zürcher Kommentar, Obli gationenrecht, Der Arbeits vertrag, Art. 319–330a, 4. Aufl. 2006, N. 9 zu Art. 324a OR; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 1C_64/2008 vom 14. April 2008, Erw. 3.4). Ein rückwir- kend (zeitnah) ausgestelltes Arztzeugnis ist nicht per se als ungültig zu be- trachten (vgl. Urteil des Bun desverwaltungsgerichts A -536/2019 vom 9. Dezember 2019, Erw. 3.5 mit Hinweisen). Die Ausstellung einer rückwir- kenden ärztlichen Bestätigung kann im Einzelfall gerechtfertigt sein, sofern ihr eine eingehende Untersuchung der Patientin oder des Patienten voraus- geht, die Rückwir kungsdauer eine Woche nicht über schreitet und keine sonstigen Umstände vorliegen, welche die be hauptete Arbeitsunfähigkeit fraglich erscheinen lassen (Entscheid des ehemaligen Personalrekursge - richts 2-KL.2010.14 vom 25. Oktober 2011, Erw. II/1.4.1; vgl . MÜLLER, a.a.O., S. 172). Falls mehrere sich widersprechende Arztzeugnisse von verschiedenen Ärztinnen und Ärzten vorliegen, so hat das Gericht auf das offensichtlich qualifiziertere abzustellen (PÄRLI/PETRIK, Arbeit, Krankheit, Invalidität, Ar- beits- und sozialver sicherungsrechtliche Aspekte, 2. Aufl. 2024, S. 114; STAEHELIN, a.a.O., N. 10 zu Art. 324a OR; HUMBERT/LERCH, a.a.O., S. 477; MANUEL STENGEL, Der Ver trauensarzt im privatrechtlichen Ar beitsverhält- - 15 - nis, 2014, S. 237; vgl. GEISER/MÜLLER/PÄRLI, Arbeitsrecht in der Schweiz, 5. Aufl. 2024, S. 215). Bei der Würdigung der gegenüberstehenden Zeug- nisse werden insbeson dere folgende Kriterien be rücksichtigt: Art und Weise des Zustandekommens des Zeugnisses, Qualität und Aussagekraft des Zeugnisses, spezifi sches Fachwissen der Ärz tinnen und Ärzte sowie Häufigkeit, Tiefe und Zeitnähe der persönlichen Untersuchung der betroffe- nen Person ( HUMBERT/LERCH, a.a.O., S. 478; STREIFF/VON KAENEL/ RUDOLPH, a.a.O., N. 12 zu Art. 324a/b OR; STENGEL, a.a.O., S. 237; jeweils mit Hinweisen). Liegen nach der Würdigung der vor liegenden Beweise noch Zweifel vor, können zusätzliche Zeugenaus sagen der Ärztinnen und Ärzte eingeholt werden (STENGEL, a.a.O., S. 239). Im Zweifelsfall kann das Gericht auch eine unabhängige Gutach tensperson mit der Klärung der Frage beauftragen. Lässt sich weder das eine noch das andere beweisen, trägt die beweispflichtige arbeitnehmende Person das Risiko der Beweis - losigkeit (vgl. STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N. 12 zu Art. 324a/b OR; STENGEL, a.a.O., S. 239). 3.4. Gemäss den Akten wurde dem Beschwerdeführer im Zeitraum vom 20. Mai 2021 bis und mit 8. August 2021 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit ärztlich attestiert (ärztliche Zeugnisse von Dr. med. E._____ vom 20. Mai 2021 und vom 8. Juni 2021). Der zuletzt behandelnde Arzt Dr. med. D._____ ging in seinem ärztlichen Zeugnis vom 17. August 2021 davon aus, ab dem 9. August 2021 bestehe vo raussichtlich keine Arbeits - unfähigkeit mehr. Des Weite ren stellte Prof. C._____ dem Beschwerde - führer am 7. Februar 2024 ein "Ar beitsunfähigkeitszeugnis" aus, welches dem Beschwerdeführer für den Zeit raum vom 2. Juli 2021 bis und mit 29. Oktober 2021 eine krankheits bedingte Ar beitsunfähigkeit von 100 % bescheinigt. Was den hier interes sierenden Zeitpunkt des Kündigungs zu- gangs (29. Oktober 2021) betrifft, liegt demnach lediglich das ärztliche Zeugnis von Prof. C._____ vom 7. Februar 2024 vor, welches sich explizit zur Arbeit sunfähigkeit des Beschwerde führers äussert. Das Arbeitsunfä- higkeitszeugnis desselben Arztes vom 29. Mai 2024 wurde dagegen für den danach folgenden Zeitraum (30. Oktober 2021 bis 15. März 2022) er- stellt und ist hier daher von vornherein ohne Belang. Demnach sind in Be- zug auf den hier relevanten Zeit punkt keine sich widersprechenden Arzt - zeugnisse zu beurteilen. Das ärztliche Zeugnis von Prof. C._____ vom 7. Februar 2024 wurde erst im Rahmen des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens vom mittlerweile an- waltlich vertretenen Beschwerdeführer einge reicht. Unbestritten ist, dass es auf Anfrage des Beschwerdeführers – im Hinblick auf das vorliegende Verfahren – ausgestellt wurde (Replik, S. 3 f.). Besonders augenfällig ist dabei, dass ohne weitere Erklärung sei tens des Arztes eine Arbeits un- fähigkeit für einen Zeitraum bestätigt wird, der weit über zwei Jahre vor dem Ausstellungsdatum liegt. Bereits dieser Um stand stellt die Bew eistaug- - 16 - lichkeit dieses ärztlichen Zeugnisses ernsthaft in Frage. Im Arztzeugnis selbst finden sich keine Hinweise dazu, wie es zu stande kam. Insbe - sondere geht daraus nicht hervor, ob es auf eigenen objektiven Feststellun- gen des Arztes oder lediglich auf Angaben des Beschwerdeführers basiert. Bei ei ner derart langen Rück wirkung wären zu mindest rudimentäre Aussagen dazu im Zeugnis erfor derlich gewesen. Dass der ausstellende Arzt den Beschwerdeführer im Zeitraum vom 2. Juli 2021 bis 29. Oktober 2021 persönlich untersucht hätte, ist weder dem Zeugnis noch den übrigen Akten zu entnehmen, erscheint aber auf grund der gesamten Umstände unwahrscheinlich. Auch aus dem vom betreffenden Arzt – im Rahmen des Strafverfahrens zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers – erstellten neu rologischen Kurzgut achten vom 5. Oktober 2023 (nachfol - gend: Kurzgutachten) lässt sich nicht folgern, dass je eine persönliche Un- tersuchung stattgefunden hätte, zu mal sich dieses Kurz gutachten haupt- sächlich in allgemeiner Form zu den möglichen Aus wirkungen eines stark ausgeprägten Hypometabolismus äussert. Der rechtsvertretene Beschwer- deführer macht nicht einmal geltend, er sei von Anfang Juli 2021 bis Ende Oktober 2021 bei Prof. C._____ in Behandlung gewesen und von diesem untersucht worden. Im Gegenteil führt er aus, dieser Arzt habe seine Beur- teilung auf die Untersuchungsergebnisse vom 9. November 2021 und vom 15. März 2022 gestützt (Replik, S. 3), also auf Befunde, die sich erst nach dem hier rele vanten Zeitpunkt ergaben und zudem lücken haft sind: Na - mentlich lag diesem Arzt der Bericht betreffend die ambulan te neuro lo- gische Konsultation von Dr. med. F._____, Facharzt für Neuro logie, vom 26. November 2021, nicht vor. Dementsprechend ist nicht da von auszugehen, dass im interessierenden Zeitraum eine persönliche Untersuchung durch Prof. C._____ durchgeführt wurde. Auch deshalb kann dem Arztzeugnis insbesondere mit Blick auf die lange Rückwirkungsdauer kein nennens werter Beweiswert zuerkannt werden (vgl. STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N. 12 zu Art. 324a/b OR). Dass es sich bei Prof. C._____ um einen führenden Spezialisten im Bereich der Long Covid-Erkrankungen handeln soll, ist vor diesem Hinter- grund nicht relevant. Ohne eigene Untersuchung ist es selbst einem Long Covid-Experten nicht möglich, gestützt auf erst nach dem interessierenden Zeitraum durchge führte Fremduntersuchun gen (PET/MR -Untersuchung vom 9. November 2021, Liquor -Untersuchung vom 26. November 2021) die Ar beits(un)fähigkeit des Be schwerdeführers lege artis beurteilen zu können. Das Arztzeugnis vom 7. Februar 2024 erweckt noch aus einem weiteren Grund erhebliche Zweifel an dessen Beweistauglichkeit: Die Arbeitsunfä - higkeit wurde bis und mit 29. Oktober 2021 bestätigt, also just bis zu jenem Datum, an welchem dem Beschwerdeführer die Kündigung zuging und wel- ches vorliegend von entscheidender Bedeutung ist. Weshalb der aus stel- lende Arzt die Arbeitsunfähigkeit ausgerechnet bis zum 29. Oktober 2021 - 17 - hätte terminieren sollen, lässt sich gestützt auf die Akten nicht nachvollzie- hen. Auch das – notabene erst rund zwei Jahre später verfasste – Kurzgut- achten desselben Arztes liefert keine plausible Er klärung dafür. Dies er - staunt allerdings nicht, war das Kurzgutachten doch nicht darauf ausgerich- tet, eine allfällige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers zu beurteilen. Angesichts des Umstands, dass Prof. C._____ im Zeitpunkt der Zeugnis - ausstellung Kenntnis von den Un tersuchungsergebnissen vom 9. No- vember 2021 sowie dem Laborbefund vom 26. November 2021 hatte (vgl. Kurzgutachten, S. 5 f.), welche die beste hende Ar beitsunfähigkeit nach sinngemässer Auffassung des Beschwer deführers gerade belegen wür - den, leuchtet nicht ein, weshalb er die Arbeitsunfähigkeit nur bis am 29. Ok- tober 2021 – und nicht mindestens bis am 9. November 2021 – hätte be- stätigen sollen. Die vom ausstellenden Arzt ge wählte Datierung ist daher als Indiz dafür zu werten, dass sie auf Wunsch des Beschwerdeführers er- folgte. Nicht einzusehen ist überdies, weshalb sich der Be schwerdeführer nicht früher um ein Arztzeugnis bei Prof. C._____ bemüht hat, zumal er offenbar am 26. Januar 2022 einen Anwalt mandatiert hatte, der die Relevanz einer derartigen ärztlichen Bestätigung im Falle einer im Zeitpunkt der Kündigung bestehenden krankheitsbedingten Arbeits unfähigkeit schon da mals hätte erkennen müssen. Bezeichnen derweise machte der Be schwerdeführer erst am 20. Juni 2023 gegenüber der Be schwerdegegnerin sinn gemäss respektive am 27. Juli 2023 gegen über der Schlich tungskommission gel- tend, er sei im Zeitpunkt der Kündi gung infolge Krankheit arbeits unfähig gewesen. Dieses Ver halten deutet viel mehr da rauf hin, dass im Kündi - gungszeitpunkt eben keine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit vorlag. Einiges spricht nach dem Gesagten dafür, dass es sich beim ärztli chen Zeugnis vom 7. Februar 2024 um ein Gefälligkeitszeugnis handelt. Diese Frage braucht hier indes nicht entschieden zu werden, weil ihm aufgrund der Umstände gesamthaft betrachtet ohnehin höchstens ein vernachlässig- barer Beweiswert zukommt. Insbesondere ist es mit Blick auf die erhebliche Rückwirkungsdauer ohne eine entsprechende plausible Er klärung, ohne Bezugnahme auf echtzeitliche Untersuchungsberichte und mangels eige - ner objektiver Feststellungen des betreffenden Arztes als qualifiziert man - gelhaft zu bezeichnen. Dem Beschwerdeführer gelingt es mithilfe des Arzt- zeugnisses vom 7. Februar 2024 somit nicht, eine am 29. Oktober 2021 bestehende krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit zu beweisen. Aufgrund der klaren Aktenlage drängen sich keine zusätzlichen Beweis erhebungen – wie etwa die Ein vernahme von Prof. C._____ als Zeugen – auf, weil daraus keine neuen rechts erheblichen Erkenntnisse zu erwarten wä ren. Namentlich ist nicht erkennbar, wie die kaum vorhandene Beweiskraft des ärztlichen Zeug nisses vom 7. Februar 2024 nach träglich durch allfällige Erklärungsversuche des ausstellenden Arztes noch aufgewertet werden könnte; das Zeugnis bliebe so oder anders materiell qualifiziert mangelhaft. - 18 - In antizi pierter Be weiswürdigung ist deshalb auf weitere Beweiser - hebungen zu verzichten (zur Zulässigkeit der antizipierten Beweiswürdi - gung vgl. statt vieler: BGE 141 I 60, Erw. 3.3). Dem Beschwerdeführer gelingt es auch nicht anderweitig nachzuweisen, dass er im Zeitpunkt des Kündigungszugangs krankheitsbedingt arbeitsun- fähig gewesen wäre. Entgegen seiner Ansicht lässt sich aus dem Kurzgut- achten nichts Derartiges folgern, zumal sich Prof. C._____ gerade nicht festlegte, ob die Untersuchungen vom 9. November 2021 und 15. März 2022 Rückschlüsse auf den Verlauf und den Heilungsprozess vor dem 9. November 2021 zuliessen , und ihm der neuro logische Bericht vom 26. November 2021, der auc h Fest stellungen in retro spektiver Hinsicht enthält, nicht vorlag (vgl. Kurzgutachten, S. 5). Angesichts dessen ist nicht nachvollziehbar, inwie fern es diesem Arzt über haupt hätte möglich sein sollen, Aussagen über eine allfällige, im Kündigungs zeitpunkt vorliegende Arbeitsunfähigkeit des Beschwerde führers zu treffen. A uch aus dem ärztlichen Zeugnis von Dr. med. D._____ vom 17. August 2021 kann er nichts für sich ableiten. Diesem lässt sich aber immerhin entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer in dessen ärztlicher Behandlung befand. Somit ist davon auszuge hen, das Zeugnis beruhe auf ei genen objektiven Fest - stellungen des untersuchenden Arztes, zumal der Beschwerdeführer selbst einräumt, es habe ein (persönliches) Gespräch mit dem behandelnden Arzt stattgefunden (vgl. Replik, S. 5). Zwar trifft es zu, dass der Arzt dem Be - schwerdeführer ab dem 9. August 2021 eine "vo raussichtliche Arbeitsun- fähigkeit" von 0 % bescheinigte. Aus der vermeintlich vagen Formulierung lässt sich allerdings nicht schliessen, der Beschwerdeführer sei ab jenem Zeitpunkt auch weiter hin, geschweige denn am 29. Oktober 2021, krank- heitsbedingt arbeitsunfähig gewesen, umso weniger, als der Arzt das Zeug- nis erst eine Woche nach Beginn der "voraussichtlichen" Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit ausstellte. Die Er klärungsversuche des Beschwerde - führers zum Zu standekommen dieses ärzt lichen Zeugnisses vermögen daran nichts zu ändern. Fest steht, dass die krankheitsbedingte Arbeits- unfähigkeit nur bis zum 8. August 2021 ärztlich bescheinigt wurde. Selbst der Beschwerdeführer behauptet in die sem Zusammenhang nichts ande- res. Zudem ist nicht erkennbar und wird vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht, er hätte ab dem 9. August 2021 bis zum Zugang der Kün- digung am 29. Oktober 2021 eine relevante Verschlechterung des Gesund- heitszustands erlitten. Folglich ist auch gestützt auf das ärztliche Zeug nis vom 17. August 2021 nicht nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer am 29. Oktober 2021 krankheitsbe dingt arbeitsunfähig gewesen wäre. Damit erweist sich sein Einwand, wonach das ärztliche Zeugnis eines Allgemein- praktikers eine geringere Aussagekraft habe als jene eines führenden Long Covid-Spezialisten, dem überdies die Untersu chungsergebnisse von November 2021 und März 2022 vorgelegen hätten, als unbehelflich. - 19 - Was den vom Beschwerdeführer ins Feld geführten Bericht der Klinik H._____ vom 9. November 2021 angeht, so setzt sich dieser nicht mit einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit auseinander. Vielmehr fokussierte er auf die Frage nach chronischen Hirnin farkten oder Hirnblutungen bzw. nach An - haltspunkten für eine Vaskulitis oder einen Hypometabolismus. Aus diesem Bericht vermag der Be schwerdeführer somit nichts für sich abzuleiten. Dasselbe gilt in Bezug auf den Laborb ericht zur Liquoranalyse vom 26. November 2021. In diesem Zu sammenhang ist auf den bereits erwähnten, in den Akten befind lichen, Bericht von Dr. med. F._____ zur ambulanten neurologischen Konsultation vom 26. November 2021 hinzu- weisen, der in Kenntnis der Untersuchung vom 9. November 2021 und der Ergebnisse der Liquoranalyse er stattet wurde. Der Fokus dieser Kon sul- tation lag zwar ebenfalls nicht auf der Frage nach einer all fällig bestehen- den Arbeitsun fähigkeit. Daraus ergibt sich aber , dass beim Beschwer - deführer seit August 2021 keine Krankheitssymptome mehr bestanden. Im Übrigen konnte das Vorliegen einer chronischen neurodegenerativen Er- krankung wie zum Beispiel einer frontotemporalen Demenz mithilfe der Un- tersuchung vom 15. März 2022 ausgeschlossen werden (vgl. den akten- kundigen Auszug aus dem psychia trischen Gutachten von Prof. Dr. med. G._____, S. 188). Entgegen der Behauptung des Be schwerdeführers ist somit nicht erstellt, dass sein Zustand mit demjenigen eines an Alzheimer- Demenz-Erkrankten in fortge schrittenem Stadium ver gleichbar ge wesen wäre. Nachdem es dem Beschwerdeführer nicht gelingt, eine am 29. Oktober 2021 bestehende krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit zu belegen, ist er für den Zeitpunkt des Kündigungszugangs zu 100 % als arbeitsfähig einzu- stufen. Einer Kündi gung stand insoweit nichts entgegen: Entfällt die Ar - beitsunfähigkeit, so endet auch die Sperrfrist, selbst wenn die Gesundheits- störung weiter an dauert (Entscheid des ehemaligen Personalrekurs ge- richts 2-BE.2007.6 vom 8. September 2008, Erw. II/3.3; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N. 8 zu Art. 336c OR mit Hinweis). Die Argumen- tation des Beschwerdeführers, die Kündigung sei während einer Sperrfrist ausgesprochen worden und deshalb nichtig, erweist sich folglich als nicht stichhaltig. Vor diesem Hintergrund ist nicht mehr zu prüfen, ob sich der Beschwerdeführer hier treuwidrig verhält, weil er im Rahmen des Schlich- tungsverfahrens betreffend das Arbeitszeugnis den 29. Januar 2022 als Beendigungsdatum des Anstellungsverhältnisses akzeptierte. 4. Zusammenfassend vermag der Beschwerdeführer nicht nachzuweisen, dass er am 29. Oktober 2021 krankheitsbedingt arbeitsunfähig war. Somit bestand in jenem Zeitpunkt keine Sperrfrist, die hätte beachtet werden müssen, und die Kündigung ist dementsprechend nic ht nichtig. Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer innert der 30 -tägigen Frist gemäss § 35 Abs. 1 GAL an die Schlichtungsbehörde hätte gelangen müssen, um sich - 20 - gegen die Kündigung und deren Folgen zur Wehr zu setzen, was er unter- lassen hat. Zudem bestand für die Beschwerdegegnerin kein Anlass, das Schreiben des Beschwerdeführers vom 21. November 2021 an die Schlich- tungskommission weiterzuleiten. Die Vorinstanz ist daher zu Recht auf sein erst nach Ablauf der 30-tägigen Frist eingereichtes Gesuch nicht eingetre- ten und die dagegen gerichtete Beschwerde ist folglich abzuweisen. III. 1. Die Streitwertgrenze von Fr. 30'000.00 ist im vorliegenden Fall überschrit- ten, womit auch in personalrechtlichen Verfahren vor Verwaltungs gericht Verfahrenskosten erhoben werden ( Umkehrschluss aus § 38a Abs. 1 GAL). Die Staatsgebühr in Höhe von Fr. 4'000.00 hat der unterliegende Be- schwerdeführer dem Ausgang des Verfahrens entsprechend vollständig zu tragen. Dem Beschwerdeführer wurde mit Instruktionsverfügung vom 30. Januar 2024 die unentgeltliche Rechtspflege bzw. -prozessführung bewilligt. Ent- sprechend ist der Beschwerdeführer von der Leistung von Verfahrenskos- ten befreit, muss die se jedoch nachzahlen, wenn er innerhalb von zehn Jahren nach Abschluss des Verfahrens dazu i n der Lage ist (§ 34 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 118 Abs. 1 lit. b und Art. 123 ZPO). 2. Die Verlegung der Parteikosten richtet sich nach den Bestimmungen über das Beschwerdeverfahren gemäss VRPG (§ 38a Abs. 2 GAL). Zur Anwen- dung gelangt § 32 Abs. 2 VRPG, wonach im Beschwerdeverfahren die Par- teikosten in der Regel nach Massgabe des Unterliegens und Ob siegens auf die Parteien verlegt werden. Nachdem der Beschwerdeführer vorlie - gend vollständig unterliegt, hat er der Beschwerdegegnerin – ungeachtet der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege (§ 34 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 118 Abs. 3 und Art. 122 Abs. 1 lit. d ZPO) – deren Parteikosten zu er- setzen. Die Entschädigung in vermögensrechtlichen Verwaltungssa chen bemisst sich nach dem Streitwert und beträgt in Beschwerdeverfahren Fr. 3'000.00 bis Fr. 10'000.00, wenn der Streitwert – wie im vorliegenden Fall – zwi- schen Fr. 50'000.00 und Fr. 100'000.00 liegt (§ 8a Abs. 1 lit. a Ziff. 3 des Dekrets über die Entschädigung der Anwälte vom 10. November 1987 [An- waltstarif; SAR 291.150]). Innerhalb dieses Rah mens richtet sich die Ent - schädigung nach dem mutmasslichen Aufwand der Anwältin oder des An- walts und der Bedeutung und der Schwierigkeit des Falles (§ 8a Abs. 2 An- waltstarif). In Streitsachen, die einen ausserordentlichen Aufwand verursa- chen, kann der Rahmen ge mäss § 8a Abs. 1 Anwaltstarif bei der Bemes - sung der Entschädigung um bis zu 50 % überschritten werden. Besteht zwi- schen dem Streitwert und dem In teresse der Parteien am Prozess oder - 21 - zwischen dem gemäss § 8a Abs. 1 Anwaltstarif anwendbaren Ansatz und der von der Anwältin oder vom Anwalt tatsächlich geleisteten Arbeit ein of- fenbares Missverhältnis, kann der Rahmen bei der Be messung der Ent - schädigung um bis zu 50 % unterschritten werden (§ 8b Anwaltstarif). Die Entschädigung wird als Ge samtbetrag festgesetzt. Aus lagen und Mehr - wertsteuer sind darin enthalten (§ 8c Anwaltstarif). Der Streitwert der vorliegenden Beschwerde ist im tiefen unteren Bereich des in § 8a Abs. 1 lit. a Ziff. 3 Anwaltstarif vorgesehenen Rahmens ange - siedelt. Die Bedeutung des Falls (der Streitwert liegt nur knapp über dem Minimum von Fr. 50'000.00) spricht für eine tendenziell tiefe Entschädi - gung; der mut massliche Aufwand des Rechtsvertreters der Beschwer de- gegnerin war eher unterdurchschnittlich und die Materie nicht be sonders komplex. Unter Berücksichtigung aller Faktoren wird die Partei entschädi- gung für die Vertretung der Beschwerdegegnerin vor Verwal tungsgericht auf Fr. 4'000.00 festgesetzt. Zufolge Unterliegens hat der Beschwerdefüh- rer der Beschwerdegegnerin diese Parteikosten in voller Höhe zu ersetzen. 3. Dem Beschwerdeführer wurde am 30. Januar 2024 und damit vor der Man- datierung seiner Rechtsvertreterin die unentgeltliche Rechtspflege bewil - ligt. Diese umfasste im damaligen Zeitpunkt daher lediglich die Be freiung von den Verfahrenskosten und wird im Falle einer nachfolgenden Manda - tierung einer Rechtsver tretung nicht ohne entsprechendes Gesuch auf diese ausgedehnt (vgl. ALAIN GRIFFEL, in: Kommentar zum Verwal tungs- rechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. Aufl. 2014, N. 113 zu § 16 VRG), zumal diesfalls eine Prüfung der Voraussetzungen gemäss § 34 Abs. 2 VRPG zu erfolgen hätte. Weder der Beschwerdeführer selbst noch seine Rechtsvertreterin stellte in der Folge ein Gesuch um unentgelt- liche Rechtsverbeiständung. Folglich erübrigt sich eine Prüfung, ob die Vo- raussetzungen zur Gewährung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung ge- mäss § 34 Abs. 2 VRPG erfüllt wären. Der Beschwerdeführer hat demnach infolge Unterliegens seine eigenen Parteikosten selbst zu tragen. Das Verwaltungsgericht erkennt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von Fr. 4'000.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen von Fr. 432.00, gesamthaft Fr. 4'432.00, gehen zu Lasten des Kantons. - 22 - Der in Bezug auf die Verfahrenskosten unentgeltlich prozessierende Be - schwerdeführer ist zur Nachzahlung an den Kanton Aargau verpflichtet, so- bald er dazu in der Lage ist (§ 34 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 123 ZPO). 3. Der Beschwerdeführer wird verpflichtet, der Beschwerdegegnerin die vor Verwaltungsgericht entstandenen Parteikosten in Höhe von Fr. 4'000.00 zu ersetzen. Zustellung an: den Beschwerdeführer (Vertreterin) die B._____ (Vertreter) die Schlichtungskommission für Personalfragen Mitteilung an: die Obergerichtskasse Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtli- chen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14 , angefochten werden. Die Beschwerde setzt voraus, dass der Streitwert mehr als Fr. 15'000.00 beträgt, sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt oder die Gleichstellung der Ge - schlechter betroffen ist. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie ein Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 83 ff. des Bundesgesetzes über das Bun - desgericht vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110]). Der geschätzte Streitwert beträgt Fr. 50'763.50. Rechtsmittelbelehrung für die subsidiäre Verfassungsbeschwerde Soweit keine Beschwerde nach Art. 82 f. BGG zulässig ist, kann dieser Ent- scheid wegen Verletzung von verfassungsmässigen Rechten innert 30 Ta- - 23 - gen ab Zustellung mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten wer- den. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit 2. Ja- nuar. Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie ein Ent - scheid zu ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Verfassungsrecht verletzt, mit Angabe der Beweis - mittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als Beweismittel angeru- fene Urkunden sind beizulegen (Art. 113 ff. BGG). Aarau, 2. September 2024 Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 1. Kammer Vorsitz: Gerichtsschreiberin: Schircks Lang