<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00344</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221603&amp;W10_KEY=13013473&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00344</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.09.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Der Aufenthalt des drittstaatsangehörigen Beschwerdeführers wurde ursprünglich im Rahmen des Ehegattennachzugs bewilligt. Nach Aufgabe der ehelichen Gemeinschaft erteilte ihm der Beschwerdegegner mit Blick auf die Beziehung zur hier anwesenheitsberechtigten minderjährigen Tochter bzw. in Anerkennung eines nachehelichen Härtefalls im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG eine Aufenthaltsbewilligung. Deren Verlängerung verweigerte er, nachdem die Tochter des Beschwerdeführers volljährig geworden war.] Der Gesetzgeber hat den nachehelichen Härtefall in Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG als eigenständige Aufenthaltsbewilligung geregelt; der ursprünglich vom Zusammenleben mit dem Schweizer oder niedergelassenen Ehegatten abgeleitete Aufenthaltsanspruch besteht mit anderen Worten nach der Trennung in gewissen Fällen verselbständigt weiter und ist im Gegensatz zu dem aus den Ehegattennachzugsbestimmungen abgeleiteten nicht zweckgebunden (E. 2.2). Das nacheheliche Aufenthaltsrecht wandelt sich auch in Fällen, in denen die Beziehung des ausländischen Ehegatten zu einem hier anwesenheitsberechtigten Kind (mit) einen Grund für die Anerkennung eines nachehelichen Härtefalls darstellte, nicht zu einem abgeleiteten und hängt deshalb auch nicht von den bzw. einzelnen Umständen ab, welche zur Anerkennung des Härtefalls führten bzw. beitrugen. Entsprechend ist der Anspruch aus Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG weder bis zur Volljährigkeit des jüngsten Kindes befristet noch lässt sich die Minderjährigkeit des jüngsten Kindes als mit der Härtefallbewilligung verbundene Bedingung auffassen (E. 2.4). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDINGUNG">BEDINGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFRISTUNG">BEFRISTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHEHELICHER HÃRTEFALL">NACHEHELICHER HÃRTEFALL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WICHTIGER GRUND">WICHTIGER GRUND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 50 Abs. I lit. b AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=53488" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00344</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">16. September 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Eva Heierle. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, dieser substituiert durch C,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung</span></b><b>,</b></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, ein am 19. Januar 1964 geborener StaatsangehÃ¶riger Albaniens, schloss am 8. September 1998 in seiner Heimat die Ehe mit einer 1976 geborenen Landsfrau. Die Ehegatten lebten fortan in Griechenland, wo ihnen 1999 ein Sohn und 2001 eine Tochter geboren wurde. Die Kinder sowie die Ehegattin, Letztere im Dezember 2012, erwarben die griechische StaatsbÃ¼rgerschaft. Im Jahr 2013 zog die Familie in die Schweiz, wo der Ehegattin zwecks unselbstÃ¤ndiger ErwerbstÃ¤tigkeit eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erteilt wurde; A und die Kinder erhielten im Rahmen des Ehegatten- bzw. Familiennachzugs ebenfalls Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA. Die Ehegatten lebten seit 2015 getrennt; die Ehe wurde mit Urteil des Berufungsgerichts Tirana/Albanien vom 13. Juli 2017 geschieden. </p> <p class="Sachverhalt2">Am 28. Januar 2019 erteilte das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich A in Anerkennung eines wichtigen persÃ¶nlichen Grunds fÃ¼r einen nachehelichen Aufenthalt bzw. gestÃ¼tzt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) eine Aufenthaltsbewilligung. Diese wurde zuletzt bis zum 16. Mai 2020 verlÃ¤ngert. Mit VerfÃ¼gung vom 15. Januar 2021 verweigerte das Migrationsamt die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung von A und setzte ihm eine Frist zum Verlassen der Schweiz bis 15. April 2021.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Sicherheitsdirektion wies einen dagegen erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 12. April 2021 ab (Dispositiv-Ziff. I), setzte A eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis 31. Juli 2021 (Dispositiv-Ziff. II), auferlegte ihm die Rekurskosten von total Fr. 1'320.- (Dispositiv-Ziff. III) und verweigerte ihm eine ParteientschÃ¤digung (Dispositiv-Ziff. IV). </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>A fÃ¼hrte am 11. Mai 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte die VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung unter EntschÃ¤digungsfolge. Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 1. Juni 2021 auf Vernehmlassung. Das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein. </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht zustÃ¤ndig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). Weil auch die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nachdem dem BeschwerdefÃ¼hrer zunÃ¤chst im Rahmen des freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Ehegattennachzugs bzw. gestÃ¼tzt auf Art. 7 lit. d und e in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (nunmehr EuropÃ¤ische Union [EU]) und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FreizÃ¼gigkeitsabkommen, FZA [SR 0.142.112.681]) eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erteilt worden war, bewilligte der Beschwerdegegner seinen (des BeschwerdefÃ¼hrers) Aufenthalt nach der Aufgabe der ehelichen Gemeinschaft gestÃ¼tzt auf das Landesrecht bzw. Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG. Ausschlaggebend fÃ¼r die Bejahung eines nachehelichen HÃ¤rtefalls sei die Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers zu seiner 2001 geborenen â und mithin bei Bewilligungserteilung noch minderjÃ¤hrigen â Tochter gewesen. Diese wurde 2019 volljÃ¤hrig. Aus Sicht der Vorinstanzen hat sich deshalb der Aufenthaltszweck des BeschwerdefÃ¼hrers erfÃ¼llt, weshalb der Widerrufsgrund des Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG erfÃ¼llt sei. Die "Befristung" seines nachehelichen HÃ¤rtefallanspruchs zugunsten der Beziehung zu hier anwesenheitsberechtigten Kindern ergebe sich aus dem Umstand, dass ein solches Recht nach Massgabe der konventionsrechtlichen Rechtsprechung von vornherein nur bis zur VolljÃ¤hrigkeit der Kinder bestehen kÃ¶nne. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Dem kann nicht gefolgt werden: Beim freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Anwesenheitsrecht des Ehegatten handelt es sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung um ein <i>abgeleitetes</i> Aufenthaltsrecht, welches dazu bestimmt ist, durch ErmÃ¶glichung des gemeinsamen Familienlebens die Wirksamkeit der FreizÃ¼gigkeit der EU-AngehÃ¶rigen sicherzustellen, und das nur so lange dauert, als das originÃ¤re Aufenthaltsrecht des EU-AngehÃ¶rigen besteht (BGE 144 II 1 E. 3.1 mit Hinweisen). Im Gegensatz dazu hat der Gesetzgeber den nachehelichen HÃ¤rtefall in Art. 50 AIG als <i>eigenstÃ¤ndige Anspruchsbewilligung</i> geregelt: Der Bewilligungsanspruch, welcher sich ursprÃ¼nglich vom Zusammenleben mit einem schweizerischen oder niedergelassenen Ehegatten bzw. der ehelichen Gemeinschaft mit einer hier gestÃ¼tzt auf das FreizÃ¼gigkeitsrecht anwesenheitsberechtigten Person (vgl. dazu BGE 144 II 1 E. 4.7) ableitete, besteht nach der Trennung in bestimmten FÃ¤llen <i>verselbstÃ¤ndigt </i>weiter, wobei fÃ¼r den spÃ¤teren Erwerb der Niederlassungsbewilligung nicht die erleichterten Bedingungen des Ehegattennachzugs, sondern die allgemeinen Regeln Platz greifen (BGE 137 II 345 E. 3.2.1). Das nacheheliche Aufenthaltsrecht ist mithin im Gegensatz zu dem aus den Ehegattennachzugsbestimmungen abgeleiteten nicht zweckgebunden.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG kÃ¶nnen namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefÃ¤hrdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AIG). Diese AufzÃ¤hlung mÃ¶glicher wichtiger GrÃ¼nde fÃ¼r einen Verbleib in der Schweiz ist nicht abschliessend (BGE 136 II 1 [= Pra 99/2010 Nr. 49] E. 5.3). Bei der Beurteilung der wichtigen persÃ¶nlichen GrÃ¼nde sind sÃ¤mtliche Aspekte des Einzelfalls mit zu berÃ¼cksichtigen (BGE 138 II 229 E. 3.1, 137 II 345 E. 3.2.1). </p> <p class="Erwgung2">Nun trifft es zu, dass sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde im Sinn des Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG auch aus einer schÃ¼tzenswerten Beziehung zu einem in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Kind ergeben kÃ¶nnen, wobei die aus Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) abzuleitenden Anforderungen zu berÃ¼cksichtigen sind (statt vieler BGr, 15. April 2021, 2C_883/2020, E. 2.4.1 mit Hinweisen, auch zum Nachstehenden). Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG und Art. 8 EMRK Ã¼berschneiden sich insoweit in ihrer Anwendung, und wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde im Sinn des Landesrechts kÃ¶nnen nicht einschrÃ¤nkender verstanden werden als allfÃ¤llige, sich aus dem Konventionsrecht ergebende AnsprÃ¼che auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung. Ebenso trifft es zu, dass sich das in Art. 8 EMRK verankerte Recht auf Achtung des Familienlebens nach stÃ¤ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung in erster Linie auf die sogenannte Kernfamilie bezieht, das heisst auf das Zusammenleben von Ehegatten oder Eltern mit ihren minderjÃ¤hrigen Kindern, wÃ¤hrend ein daraus abgeleiteter Anwesenheitsanspruch volljÃ¤hriger Kinder regelmÃ¤ssig verneint wird, es sei denn, es bestehe zwischen den FamilienangehÃ¶rigen ein besonderes AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis (vgl. BGE 145 I 227 [= Pra 109/2020 Nr. 11] E. 5.3 ff. mit zahlreichen Hinweisen). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Aus dem Dargelegten folgt aber nicht, dass in FÃ¤llen, in denen die Beziehung des auslÃ¤ndischen Ehegatten zu einem hier anwesenheitsberechtigten Kind (mit) ein Grund fÃ¼r die Anerkennung eines nachehelichen HÃ¤rtefalls ist, der aus Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG abgeleitete nacheheliche Aufenthaltsanspruch seines selbstÃ¤ndigen Charakters verlustig ginge; das nacheheliche Aufenthaltsrecht wandelt sich in solchen Konstellationen nicht zu einem abgeleiteten und hÃ¤ngt deshalb auch nicht von den bzw. einzelnen UmstÃ¤nden ab, welche zur Anerkennung des nachehelichen HÃ¤rtefalls fÃ¼hrten bzw. dazu beitrugen. Der Anspruch des auslÃ¤ndischen Ehegatten auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG ist entsprechend weder bis zum Erreichen der VolljÃ¤hrigkeit des jÃ¼ngsten Kindes befristet noch lÃ¤sst sich die MinderjÃ¤hrigkeit des jÃ¼ngsten Kindes als mit der HÃ¤rtefallbewilligung verbundene Bedingung auffassen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>GrÃ¼nde fÃ¼r ein ErlÃ¶schen des nachehelichen Aufenthaltsrechts im Sinn des Art. 51 Abs. 2 AIG bzw. eine NichtverlÃ¤ngerung der streitbetroffenen Aufenthaltsbewilligung sind weder dargetan noch ersichtlich. Folglich hat der BeschwerdefÃ¼hrer Anspruch auf VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Ob ihm auch aus dem FreizÃ¼gigkeitsabkommen, wie vorgebracht namentlich aus Art. 3 Abs. 6 und/oder Art. 24 Anhang I FZA, ein Anwesenheitsanspruch erwÃ¤chst, kann deshalb offenbleiben.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Dispositiv-Ziff. I und II des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 12. April 2021 sowie die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 15. Januar 2021 sind aufzuheben, und der Beschwerdegegner ist einzuladen, die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers zu verlÃ¤ngern. In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. III des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 12. April 2021 sind die Rekurskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Dieser ist zudem in AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. IV des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 12. April 2021 zu verpflichten, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu bezahlen. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Dem BeschwerdefÃ¼hrer ist zulasten des Beschwerdegegners eine angemessene ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Dispositiv-Ziff. I und II des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 12. April 2021 und die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 15. Januar 2021 werden aufgehoben. Der Beschwerdegegner wird eingeladen, die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span> In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. III des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 12. April 2021 werden die Kosten des Rekursverfahrens dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. IV des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 12. April 2021 wird der Beschwerdegegner verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>