<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00147</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220296&amp;W10_KEY=13013484&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00147</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.06.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Widerruf der Aufenthaltsbewilligung wegen Sozialhilfeabhängigkeit [Die aus Palästina stammende Beschwerdeführerin ist mit einem Schweizer verheiratet und hat drei Kinder, welche über das Schweizer Bürgerrecht verfügen. Per November 2019 belief sich der Sozialhilfebezug der Familie auf rund Fr. 370'000.] Bejahung des Widerrufsgrunds des Sozialhilfebezugs (E. 2). Es besteht grundsätzlich ein erhebliches öffentliches Interesse an der Fernhaltung von Ausländerinnen und Ausländern aus der Schweiz, welche durch ihre Sozialhilfeabhängigkeit das wirtschaftliche Wohl des Landes gefährden und damit einen Widerrufsgrund gesetzt haben. Wird die Massnahme â wie hier â mit der Sozialhilfebedürftigkeit der Beschwerdeführerin begründet, ist im Rahmen der Interessenabwägung auch zu prüfen, inwieweit die Betroffene ein Verschulden daran trifft (E. 3.2). Der Beschwerdeführerin kann der Sozialhilfebezug erst ab Oktober 2017 vorgeworfen werden (E. 3.3.4). Das gewichtige Interesse der drei Töchter an einem Verbleib der Beschwerdeführerin in der Schweiz überwiegt derzeit noch die öffentlichen Interessen an deren Wegweisung. Unter diesen Umständen erweist sich die Nichtverlängerung im gegenwärtigen Zeitpunkt als unverhältnismässig (E. 3.6). Die Beschwerdeführerin ist letztmalig zu verwarnen (E. 3.7). Gutheissung UP/URB Gutheissung </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITTELLOSIGKEIT">MITTELLOSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHWEIZER KINDER">SCHWEIZER KINDER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT">SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHULDEN">VERSCHULDEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWARNUNG">VERWARNUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 63 Abs. I lit. c AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 96 AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 25 Abs. i BV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 Abs. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 Abs. II EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=47551" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00147</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">10. Juni 2020</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Corinna Bigler. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA J, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,<b> </b></span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Die aus PalÃ¤stina stammende A, geboren 1984, heiratete am 2. Januar 2012 in B, Libanon, den Schweizer BÃ¼rger C, geboren 1966. Aus der Beziehung sind die drei TÃ¶chter, D, geboren 2012, E, geboren 2013 und F, geboren 2016, hervorgegangen. Die drei TÃ¶chter besitzen alle die Schweizer StaatsbÃ¼rgerschaft. Am 16. Oktober 2012 reiste A zusammen mit der zwei Monate alten D im Rahmen eines bewilligten Familiennachzugs in die Schweiz ein und nahm bei ihrem Ehemann Wohnsitz. Am 6. November 2012 erhielt A erstmals eine Aufenthaltsbewilligung. Mit Schreiben vom 8. April 2013 wies das Migrationsamt A erstmals darauf hin, dass der Widerruf ihrer Aufenthaltsbewilligung geprÃ¼ft werde, falls sie weiterhin nicht in der Lage sein sollte, ihren Lebensunterhalt aus eigenen KrÃ¤ften und ohne Sozialhilfe zu bestreiten.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Von Januar 2015 bis Mai 2016 lebte A mit ihrem Ehemann und ihren beiden TÃ¶chtern im Ausland, von Januar bis Mai 2015 im Libanon und von Mai 2015 bis Mai 2016 in Deutschland. Nach der Wiedereinreise in die Schweiz ersuchte A am 11. Mai 2016 um VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung. Obwohl ihre Aufenthaltsbewilligung aufgrund des Auslandaufenthalts erloschen war, erklÃ¤rte sich das Migrationsamt mit Schreiben vom 28. Juli 2016 bereit, ihr gestÃ¼tzt auf die Familiennachzugsbestimmungen erneut eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Im gleichen Schreiben informierte das Migrationsamt A darÃ¼ber, dass es beabsichtige, sie zu verwarnen und gab ihr Gelegenheit, sich dazu zu Ã¤ussern. Die Aufenthaltsbewilligung von A wurde letztmals am 13. Juni 2017 mit GÃ¼ltigkeit bis am 2. Mai 2018 verlÃ¤ngert. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>A und ihre Ã¤lteste Tochter, D, mussten seit dem 1. November 2012 und die beiden jÃ¼ngeren TÃ¶chter seit deren Geburt von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden. Der Ehemann, C, bezieht seit mehreren Jahren FÃ¼rsorgeleistungen. Aufgrund der unterlassenen Abmeldung bei den sozialen Diensten der Stadt ZÃ¼rich wurde den Eheleuten anfÃ¤nglich auch wÃ¤hrend deren Landesabwesenheit weiterhin Sozialhilfe ausbezahlt. Mit Schreiben vom 7. Juni 2016 ordnete die Stellenleitung des Sozialzentrums G die RÃ¼ckzahlung der in der Zeit vom 1. Februar 2015 bis 30. April 2015 zu Unrecht bezogenen Sozialhilfegelder im Betrag von Fr. 3'528.50 an. Nach der RÃ¼ckkehr in die Schweiz wurden die FÃ¼rsorgezahlungen ab Mai 2016 wieder aufgenommen. Aufgrund des anhaltenden Sozialhilfebezugs wurde A mit VerfÃ¼gung vom 1. September 2016 verwarnt. Da die Familie nach ihrer RÃ¼ckkehr im Mai 2016 keine Wohnung fand, war sie zwischen Mai 2016 und Mai 2018 erst in einer Familienherberge und anschliessend einer Notwohnung der Stadt ZÃ¼rich untergebracht. Mit Schreiben vom 12. Juni 2017 wurde A ein zweites Mal aufgrund des andauernden Sozialhilfebezugs ermahnt. Per 19. November 2019 belief sich der von der gesamten Familie bezogene Sozialhilfebetrag auf Fr. 373'186.- wovon Fr. 112'929.- auf A entfallen. Nach GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs wies das Migrationsamt das Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung von A vom 12. April 2018 mit VerfÃ¼gung vom 25. Oktober 2018 ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Den gegen die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 25. Oktober 2018 erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich am 24. Januar 2020 ab und wies sie an, die Schweiz bis am 24. April 2020 zu verlassen. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 6. MÃ¤rz 2020 liess A (nachfolgend: die BeschwerdefÃ¼hrerin) dem Verwaltungsgericht beantragen, der Rekursentscheid der Vorinstanz sei aufzuheben. Der Beschwerdegegner sei anzuweisen, die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin zu verlÃ¤ngern. Es sei die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Vorinstanz. </p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung1"><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen, einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung und Ermessensunterschreitung, und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 42 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, in der bis Ende 2018 geltenden Fassung, damals noch AuslÃ¤ndergesetz bzw. AuG) haben auslÃ¤ndische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nach einem ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von fÃ¼nf Jahren haben die Ehegatten Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung, wenn die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt sind (Art. 42 Abs. 3 AIG). <span>Da die BeschwerdefÃ¼hrerin erst ab Mai 2016 ununterbrochen in der Schweiz lebt,</span> <span>hat sie sich noch nicht fÃ¼nf Jahre in der Schweiz aufgehalten. Die Erteilung der Niederlassungsbewilligung wurde von der BeschwerdefÃ¼hrerin zu Recht auch nicht geltend gemacht. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>GemÃ¤ss Art. 51 Abs. 1 lit. b AIG erlÃ¶schen die AnsprÃ¼che gemÃ¤ss Art. 42 AIG, wenn WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 63 AIG vorliegen. GemÃ¤ss Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG ist dies der Fall, wenn die AuslÃ¤nderin oder der AuslÃ¤nder oder eine Person, fÃ¼r die sie oder er zu sorgen hat, dauerhaft und in erheblichem Mass auf Sozialhilfe angewiesen ist. Neben den bisherigen und den aktuellen VerhÃ¤ltnissen ist auch die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf lÃ¤ngere Sicht abzuwÃ¤gen. Ein Widerruf fÃ¤llt in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle UnterstÃ¼tzungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft selber fÃ¼r ihren Lebensunterhalt sorgen wird. Ausschlaggebend ist dabei eine Prognose zur voraussichtlichen Entwicklung der finanziellen Situation unter BerÃ¼cksichtigung der realisierbaren Einkommensaussichten sÃ¤mtlicher Familienmitglieder. So sind Ehegatten im Zusammenhang mit Sozialhilfeleistungen als wirtschaftliche Einheit zu betrachten: UnterstÃ¼tzungsbeitrÃ¤ge werden fÃ¼r Ehepaare gemeinsam berechnet und ausgerichtet; umgekehrt schlÃ¤gt das Erwerbsverhalten der Ehegatten â aufgrund der ehelichen Beistandspflicht (Art. 159 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs [ZGB]) â auf den jeweils anderen Partner durch (vgl. BGr, 27. September 2019, 2C_458/2019, E. 3.2 mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.1 </b>Die Vorinstanz kam zum Schluss, die BeschwerdefÃ¼hrerin habe aufgrund des erheblichen und seit ihrer Einreise im Jahr 2012 andauernden Sozialhilfebezugs den Widerrufsgrund gemÃ¤ss Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG gesetzt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin bestreitet einen dauerhaften Sozialhilfebezug. Das Sozialamt erachte ihre Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt, nach Besuch entsprechender Integrationsmassnahmen, als in absehbarer Zukunft realistisch, weshalb nicht von einem dauerhaften Sozialhilfebezug auszugehen sei. </p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin und ihre Kinder werden seit November 2012 durchgehend von der<span class="apple-converted-space"> </span></span>Sozialhilfe <span>unterstÃ¼tzt. Die bezogenen Sozialhilfeleistungen der gesamten Familie beliefen sich zuletzt auf </span>Fr. 373'186.- <span>(Stand November 2019) und sind damit als erheblich zu bezeichnen. Die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin und ihrer Familie dauert weiterhin an.<span class="apple-converted-space"> Zur Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin und ihr Ehemann auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuss fassen kÃ¶nnen, lassen sich den Akten verschiedene Aussagen entnehmen. Im Schreiben vom 6. Juni 2016 schÃ¤tzt das Sozialzentrum G die Chancen von C auf dem Arbeitsmarkt als gering ein und den baldigen Einstieg der BeschwerdefÃ¼hrerin in den Arbeitsmarkt als nicht realistisch. Mit einer baldigen AblÃ¶sung von der Sozialhilfe kÃ¶nne zur Zeit nicht gerechnet werden. Ein Jahr spÃ¤ter, am 5. Juni 2017, Ã¤usserte sich das Sozialzentrum G bereits positiver. Das Ehepaar komme seiner Schadenminderungspflicht vollumfÃ¤nglich nach. Die BeschwerdefÃ¼hrerin sei interessiert daran, Deutsch zu lernen und mÃ¶chte in den Arbeitsprozess einsteigen. Es kÃ¶nne jedoch momentan keine genaue Prognose abgegeben werden, wann sich die Familie von der Sozialhilfe ablÃ¶sen kÃ¶nnen werde. Es kÃ¶nne jedoch davon ausgegangen werden, dass es zu einer AblÃ¶sung kommen werde, sobald sich das Ehepaar im Arbeitsintegrationsprozess befinde und die BeschwerdefÃ¼hrerin besser Deutsch spreche. Diese EinschÃ¤tzung wiederholte das Sozialzentrum G wiederum ein Jahr spÃ¤ter im Schreiben vom 8. Mai 2018. Gleichzeitig fÃ¼hrte es in diesem Schreiben aus, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin aber noch sehr wenig Deutsch spreche. Zwischen dem 20. August 2018 und 19. Februar 2019 nahm die BeschwerdefÃ¼hrerin mit einem Pensum von 50% an einem Arbeitsintegrationsprogramm der sozialen Einrichtungen der Stadt ZÃ¼rich teil. ErwerbstÃ¤tig war die BeschwerdefÃ¼hrerin hingegen seit ihrer Einreise im Jahr 2012 nicht. Ihr Ehemann arbeitete in der Schweiz ca. fÃ¼nf Jahre als Maler und drei Jahre als Lagerist. Im Mai 2012 begann er eine unbefristete Stelle mit der H GmbH. Bereits im Juli 2012 war er bloss noch im Rahmen eines weniger als drei Monate dauernden Einsatzes bei der I AG im Stundenlohn angestellt. Seither ergeben sich aus den Akten keine Hinweise auf eine ErwerbstÃ¤tigkeit. Den Akten kann jedoch entnommen werden, dass er sich im September 2012 und im Juni 2013 beim RAV zur Arbeitsvermittlung anmeldete und ab Juni 2016 an einem BasisbeschÃ¤ftigungsprogramm der Stadt ZÃ¼rich teilnahm. Ferner verfÃ¼gt weder die BeschwerdefÃ¼hrerein noch ihr Ehemann Ã¼ber eine abgeschlossene Ausbildung. Aufgrund dieser UmstÃ¤nde kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin bzw. ihre Familie in naher Zukunft von der Sozialhilfe wird lÃ¶sen kÃ¶nnen. </span></span>Der Widerrufsgrund von Art. <span>63 Abs. 1 lit. c AIG</span><span class="apple-converted-space"><span> </span></span>ist demzufolge zu bejahen. <span>Die Frage des Verschuldens an der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit ist im Rahmen der nachfolgend vorzunehmenden InteressenabwÃ¤gung zu behandeln.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b><span>Liegt ein Widerrufsgrund vor, ist zu prÃ¼fen, ob die Massnahme verhÃ¤ltnismÃ¤ssig ist. Zur Beurteilung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit sind die Schwere des Fehlverhaltens und das Verschulden der betroffenen Person, die seit dem massgeblichen Ereignis vergangene Zeit, das Verhalten der Person wÃ¤hrend dieser, der Grad ihrer Integration und die Dauer ihrer bisherigen Anwesenheit sowie die ihr durch die aufenthaltsbeendende Massnahme drohenden Nachteile zu berÃ¼cksichtigen. Dies ergibt sich aus Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) sowie Art. 96 AIG und zudem aus Art. 36 Abs. 3 BV sowie Art. 8 Ziff. 2 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskommission (EMRK), soweit sich die BeschwerdefÃ¼hrerin auf das Recht auf Familien- und Privatleben (Art. 13 Abs. 1 BV; Art. 8 Ziff. 1 EMRK) beruft (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5.2; BGr, 30. August 2018, 2C_499/2018, E. 2.3.1). Dass die Wegweisung der BeschwerdefÃ¼hrerin den Schutzbereich von Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens) berÃ¼hrt, ist vorliegend unbestritten und bedarf keiner weiteren PrÃ¼fung.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b><span>Es besteht grundsÃ¤tzlich ein erhebliches Ã¶ffentliches Interesse an der Fernhaltung von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern aus der Schweiz, welche durch ihre SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit das wirtschaftliche Wohl des Landes gefÃ¤hrden und damit einen Widerrufsgrund gesetzt haben (Art. 3 Abs. 1 AIG; vgl. BGr, 2. November 2017, 2C_260/2017, E. 3.5). Wird die Massnahme â wie hier â mit der SozialhilfebedÃ¼rftigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin begrÃ¼ndet, ist im Rahmen der InteressenabwÃ¤gung auch zu prÃ¼fen, inwieweit die Betroffene ein Verschulden daran trifft (BGr, 14. Oktober 2019, 2C_1054/2018, E 6 mit Hinweisen). </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>ZunÃ¤chst ist das Ã¶ffentliche Interesse an der Wegweisung der BeschwerdefÃ¼hrerin in der Schweiz zu prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Das Ã¶ffentliche Interesse an der NichtverlÃ¤ngerung des Aufenthalts der BeschwerdefÃ¼hrerin in der Schweiz grÃ¼ndet auf ihrer seit ihrer Einreise im August 2012 bestehenden SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit. <span>Bis im November 2019 â also innert sieben Jahren â sind ihr und ihrer Familie UnterstÃ¼tzungsleistungen von Fr. </span>373'186.-<span> ausbezahlt worden. Wie bereits erwÃ¤hnt, war die BeschwerdefÃ¼hrerin bislang nicht erwerbstÃ¤tig. Im Lichte des Dargelegten erscheint das Ã¶ffentliche Interesse an der aufenthaltsbeendenden Massnahme erheblich.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b><span>Das Ã¶ffentliche Interesse wird jedoch massgeblich durch das Verschulden an der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit beeinflusst. Vorliegend ist zu berÃ¼cksichtigen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin drei Kinder hat. Im Zeitpunkt der auslÃ¤nderrechtlichen Verwarnung vom 1. September 2016 war sie mit ihrem dritten Kind hochschwanger. Nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung des Bundesgerichts gilt, dass auch einer alleinerziehenden Mutter auslÃ¤nderrechtlich zumutbar ist, sich nach dem dritten Altersjahr des jÃ¼ngsten Kindes um Arbeit zu bemÃ¼hen (vgl. BGr, 13. Mai 2019, 2C_870/2018, E. 5.3.3; BGr, 20. MÃ¤rz 2019, 2C_730/2018, E. 5.2.1). Die Schwelle des dritten Altersjahrs wird indes vom Bundesgericht nicht als starres Kriterium verstanden (BGr, 17. Januar 2020, 2C_709/2019, E. 6.1.2). In diesem Zusammenhang ist auch zu berÃ¼cksichtigen, dass die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) seit 2017 eine ErwerbstÃ¤tigkeit oder eine Teilnahme an einer Integrationsmassnahme spÃ¤testens dann erwarten, wenn das Kind das erste Lebensjahr vollendet hat (Ziff. C.1.3 in der Fassung ab 2017 und jener ab 2020). Hier gilt zu berÃ¼cksichtigen, dass die vorliegende Konstellation mit jener einer alleinerziehenden Mutter nur bedingt vergleichbar ist, da die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrem Ehemann zusammenlebt und dieser aufgrund seiner geringen ErwerbstÃ¤tigkeit in der Lage gewesen wÃ¤re, die Kinderbetreuung zumindest zeitweise zu Ã¼bernehmen. Vor diesem Hintergrund durfte von der BeschwerdefÃ¼hrerin schon vor dem dritten Altersjahr der jÃ¼ngsten Tochter, aber wohl nicht vor deren ersten Altersjahr, erwartet werden, dass sie sich aktiv um den Eintritt in den Arbeitsmarkt bemÃ¼ht. Da ihre jÃ¼ngste Tochter im Oktober 2016 geboren wurde, war ihr eine ErwerbstÃ¤tigkeit bis im Oktober 2017 nicht zumutbar gewesen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist demzufolge von einer unverschuldeten SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit auszugehen. </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b><span>Seither wÃ¤re es ihr grundsÃ¤tzlich zumutbar gewesen, eine TeilzeiterwerbstÃ¤tigkeit aufzunehmen. Dies umso mehr, als die drei TÃ¶chter seit Oktober 2017 alle an drei Tagen in der Schule und im Hort oder in der Kita fremdbetreut werden. Hinzukommt, dass die Betreuung zumindest teilweise auch durch den Ehegatten hÃ¤tte erfolgen kÃ¶nnen. So war eine Teilnahme an einem Arbeitsintegrationsprogramm eigentlich schon fÃ¼r anfangs 2018 vorgesehen. Krankheitshalber musste der Einsatz jedoch auf August 2018 verschoben werden. Die Berichterstatterin des Integrationsprogramms stellt der BeschwerdefÃ¼hrerin ein sehr gutes Zeugnis aus. So soll ihr Arbeitseinsatz Ã¤usserst engagiert und die ArbeitsausfÃ¼hrung sehr dienstleistungsorientiert und kundenfreundlich gewesen sein. Ihre Deutschkenntnisse habe sie wÃ¤hrend des Einsatzes merklich erweitern kÃ¶nnen. Zu ihren Gunsten ist auch die Anmeldung fÃ¼r gemeinnÃ¼tzige Arbeit vom 27. MÃ¤rz 2019 zu wÃ¼rdigen. Dass aus dieser Anmeldung hervorgeht, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin in der deutschen Sprache verstÃ¤ndigen kann, zeigt auch ihre sprachlichen Fortschritte. DiesbezÃ¼glich kann den Akten entnommen werden dass die BeschwerdefÃ¼hrerin am 17./18. April 2019 im Rahmen der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit in einer Kita Probe arbeiten konnte und der Start des gemeinnÃ¼tzigen Einsatzes provisorisch auf den 29. April 2019 angesetzt wurde. Ob es zu diesem Einsatz gekommen ist, kann den Akten nicht entnommen werden und wird auch nicht geltend gemacht. Negativ ins Gewicht fÃ¤llt, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin trotz ihrer Zumutbarkeit und Motivation sich in den Arbeitsmarkt einzugliedern, keinerlei Bewerbungsschreiben oder anderweitige SuchbemÃ¼hungen vorlegt. </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.4 </b><span>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der BeschwerdefÃ¼hrerin der Sozialhilfebezug erst ab Oktober 2017 vorgeworfen werden kann. Danach sind zwar verschiedene Anhaltspunkte vorhanden, die belegen, dass sie sich um einen Einstieg in den Arbeitsmarkt bemÃ¼ht hat, SuchbemÃ¼hungen fÃ¼r eine Arbeitsstelle fehlen jedoch. Insgesamt kann ihr die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit teilweise vorgeworfen werden. Ihr Verschulden wiegt aber insbesondere aufgrund der relativ kurzen Dauer des verschuldeten Bezugs nicht schwer, was das Ã¶ffentliche Interesse an der aufenthaltsbeendenden Massnahme erheblich relativiert. Zu Gute zu halten ist der BeschwerdefÃ¼hrerin auch, dass sie soweit ersichtlich nie strafrechtlich belangt worden ist. Das Ã¶ffentliche Interesse an der Wegweisung ist damit rein finanzieller Natur, und es kommen keine sicherheitspolizeilichen Motive zum Tragen. Unter BerÃ¼cksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach untergeordnete VerstÃ¶sse gegen die Ã¶ffentliche Ordnung nicht so stark gewichtet werden sollen, dass sie die anderen Kriterien (Grad der tatsÃ¤chlichen affektiven und wirtschaftlichen IntensitÃ¤t der Beziehung zum Kind, Dauer des Aufenthalts im Land, Grad der Integration) zum Vornherein aufwiegen (BGE 140 I 145 E. 4.3 S. 150; BGr, 9. September 2015, 2C_1125/2014, E. 4.4), kann dem Sozialhilfebezug in einer Gesamtgewichtung daher nur untergeordnetes Gewicht beigemessen werden (BGr, 11. MÃ¤rz 2019, 2C_23/2018, E. 4.3.3). </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Dem Ã¶ffentlichen Interesse an der Wegweisung sind die privaten Interessen der BeschwerdefÃ¼hrerin an einem weiteren Verbleib in der Schweiz gegenÃ¼berstellen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin lebt mit Unterbruch seit rund sieben Jahren in der Schweiz. Wie aus den vorstehenden AusfÃ¼hrungen hervorgeht, ist in beruflicher und wirtschaftlicher Hinsicht von einer ungenÃ¼genden Integration auszugehen. Auch in sozialer Hinsicht konnte sie sich nicht wirklich in die hiesigen VerhÃ¤ltnisse integrieren, verfÃ¼gt sie doch gemÃ¤ss eigenen Angaben nur Ã¼ber wenige, flÃ¼chtige Kontakte beispielsweise mit den Eltern anderer Kindergartenkinder. Ihre Deutschkenntnisse konnte sie im Arbeitsintegrationsprogramm deutlich verbessern und ist nun fÃ¤hig, sich auf Deutsch auszudrÃ¼cken. Insgesamt bleibt die Integrationsleistung dennoch hinter den Erwartungen zurÃ¼ck. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Da vorliegend das Ehe- und Familienleben eines Schweizers und von drei gemeinsamen Kindern betroffen ist, welche ebenfalls Ã¼ber die schweizerische StaatsbÃ¼rgerschaft verfÃ¼gen, wobei zwei dieser Kinder in der Schweiz geboren sind, kann praxisgemÃ¤ss in der Regel nicht verlangt werden, dass die Familienmitglieder der BeschwerdefÃ¼hrerin ins Ausland folgen und dort das Familienleben verwirklichen. Die Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers greift demnach in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschÃ¼tzte Recht auf Achtung des Familienlebens ein (BGE 140 I 145 E. 3.1; 137 I 247 E. 4.1.2 und 4.2.1; 135 I 153 E. 2.2). Als Schweizer BÃ¼rger haben sie grundsÃ¤tzlich einen staatsbÃ¼rgerrechtlichen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz. Ihnen steht das Recht zu, sich an jedem Ort des Landes niederzulassen, das Land zu verlassen oder in dieses einzureisen (Art. 24 BV) und sie dÃ¼rfen nicht ausgewiesen werden (Art. 25 Abs. 1 BV; vgl. BGE 135 I 153 E. 2.2.3). Die drei zwischen vier und acht Jahre alten MÃ¤dchen haben ein offenkundiges Interesse daran, in der Schweiz zu leben, um von den hiesigen AusbildungsmÃ¶glichkeiten und Lebensbedingungen profitieren zu kÃ¶nnen. Sodann ist die Ã¤lteste Tochter, D, aufgrund ihrer Einschulung, nicht mehr in einem anpassungsfÃ¤higen Alter im engeren Sinne, da sich dieses Kriterium primÃ¤r auf Kleinkinder bezieht (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.4 und E. 6.3.6; 139 II 393 E. 5.1; 122 II 289 E. 3c). Auch bei der zweiten Tochter, E, ist zufolge der BestÃ¤tigung ihrer KindergÃ¤rtnerin bereits von einer guten Integration auszugehen. Bloss die jÃ¼ngste Tochter, F, befindet sich mit dreieinhalb Jahren noch in einem klar anpassungsfÃ¤higen Alter. Als Schweizer BÃ¼rger wÃ¤ren sie zwar spÃ¤testens ab deren VolljÃ¤hrigkeit wieder befugt, selbstÃ¤ndig in die Schweiz zurÃ¼ckzukehren. MÃ¼ssten sie die Schweiz indes jetzt verlassen, wÃ¤re bei ihrer Wiedereinreise mit Integrationsschwierigkeiten zu rechnen, was mit dem Wertentscheid des Gesetzgebers im AuslÃ¤ndergesetz, selbst die Integration von auslÃ¤ndischen StaatsangehÃ¶rigen zu fÃ¶rdern und hierfÃ¼r deren Aufenthalt im Land vorauszusetzen, kaum vertrÃ¤glich ist (BGr, 27. MÃ¤rz 2009, 2C_353/2008, E. 2.2.3). Die drei TÃ¶chter haben ein vorrangig zu berÃ¼cksichtigendes Interesse daran, kÃ¼nftig zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Vater in der Schweiz aufzuwachsen zu kÃ¶nnen (vgl. auch Art. 3 Ãbereinkommen vom 20. November 1989 Ã¼ber die Rechte des Kindes [Kinderrechtskonvention; KRK]). Da sich aus den Akten klar das Bild abzeichnet, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin die engste Bezugsperson der drei TÃ¶chter ist, wÃ¼rde die NichtverlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung dazu fÃ¼hren, dass die drei TÃ¶chter auch ausreisen mÃ¼ssten. Der diesbezÃ¼gliche Einwand der Vorinstanz, die MÃ¤dchen seien zur Ausreise nicht gezwungen, da sie auch ohne ihre Mutter mit dem Vater in der Schweiz bleiben kÃ¶nnten, trifft zwar rechtlich zu, ist aber im vorliegenden Fall realitÃ¤tsfremd und dem Wohl der drei Kinder sicherlich nicht fÃ¶rderlich. Zudem hat der Ehemann im Rahmen seiner Befragung ausgesagt, dass er der BeschwerdefÃ¼hrerin ins Ausland folgen und sie sicherlich nicht mit den Kindern alleine lassen wÃ¼rde. Es ist deshalb davon auszugehen, dass bei einer NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung auch der Ehemann die BeschwerdefÃ¼hrerin in den Libanon begleiten wÃ¼rde. Da er im Libanon geboren und aufgewachsen ist und dort als Maler auch erwerbstÃ¤tig war, wÃ¤re ihm die Ausreise grundsÃ¤tzlich zumutbar, als Schweizer BÃ¼rger kann er jedoch nicht dazu verpflichtet werden. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Zusammengefasst ergibt sich, dass aufgrund des bisherigen Sozialhilfebezugs zwar grundsÃ¤tzlich ein erhebliches Ã¶ffentliches Interesse dafÃ¼r besteht, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin die Schweiz verlÃ¤sst. Das gewichtige Interesse der drei TÃ¶chter an einem Verbleib der BeschwerdefÃ¼hrerin in der Schweiz Ã¼berwiegt jedoch derzeit noch die Ã¶ffentlichen Interessen an deren Wegweisung. Unter diesen UmstÃ¤nden erweist sich die NichtverlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung jedenfalls im gegenwÃ¤rtigen Zeitpunkt als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.7 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist letztmalig zu verwarnen (Art. 96 Abs. 2 AIG): Sie hat sich unverzÃ¼glich intensiv um ihre Integration auf dem ersten bzw. allenfalls zweiten Arbeitsmarkt zu bemÃ¼hen, um zur LoslÃ¶sung von der Sozialhilfe soweit als mÃ¶glich beizutragen, andernfalls eine Bewilligungsverweigerung erneut zu prÃ¼fen wÃ¤re. Dies ist angesichts des Alters ihrer Kinder und der vorhandenen FremdbetreuungsmÃ¶glichkeiten zumutbar. SelbstverstÃ¤ndlich sind auch die BetreuungsmÃ¶glichkeiten seitens ihres Ehemannes im Rahmen des MÃ¶glichen auszuschÃ¶pfen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass sich diese Beurteilung auf ihre aktuelle Situation bezieht. Sollte der BeschwerdefÃ¼hrerin die berufliche, sprachliche und soziale Integration nicht gelingen, wÃ¼rde nÃ¤mlich mit zunehmendem Alter ihrer TÃ¶chter die vorstehend vorgenommene InteressenabwÃ¤gung immer weniger zu ihren Gunsten ausfallen.</p> <p class="MsoNormal"><span>Die Beschwerde ist somit im Sinn dieser ErwÃ¤gungen teilweise gutzuheissen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ersucht um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und Rechtsvertretung. Nach § 16 Abs. 1 VRG ist Privaten, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, auf entsprechendes Ersuchen die Bezahlung von Verfahrenskosten und KostenvorschÃ¼ssen zu erlassen. GemÃ¤ss § 16 Abs. 2 VRG haben sie zudem Anspruch auf die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin oder eines unentgeltlichen Rechtsvertreters, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin sowie ihr Ehemann sind sozialhilfeabhÃ¤ngig und mittellos im dargelegten Sinn. Wie sich zeigt, ist ihr Begehren auch nicht offensichtlich aussichtslos. Zudem war die BeschwerdefÃ¼hrerin sie auf eine rechtskundige Vertretung angewiesen. Es ist ihr daher sowohl fÃ¼r das Beschwerde- als auch fÃ¼r das Rekursverfahren die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren und in der Person von Rechtsanwalt J ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Da aber die BeschwerdefÃ¼hrerin im vorliegenden Verfahren zu verwarnen ist, obsiegt sie nur teilweise. Ihr ist daher je ein Drittel der Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen. Die ihr aufzuerlegenden Kosten sind jedoch einstweilen zufolge GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung auf die Staats- bzw. Gerichtskasse zu nehmen. Dem Beschwerdegegner sind zwei Drittel der Kosten des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>AusgangsgemÃ¤ss ist der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine reduzierte ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). Die ParteientschÃ¤digungen sind an die dem unentgeltlichen Rechtsvertreter zu leistenden EntschÃ¤digungen anzurechnen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Im Rekursverfahren wurde die BeschwerdefÃ¼hrerin von Rechtsanwalt K vertreten. Dieser stellt fÃ¼r das Rekursverfahren Fr. 2'292.- in Rechnung (10 Stunden und 25min Ã Fr. 220.- ohne Barauslagen). In BerÃ¼cksichtigung der Anrechnung der ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- ist der unentgeltliche Rechtsbeistand K aus der Staatskasse noch mit Fr. 1'292.- zu entschÃ¤digen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>FÃ¼r das Beschwerdeverfahren werden Fr. 2'117.70 (inklusive Mehrwertsteuer) in Rechnung gestellt, wobei ein Zeitaufwand von 9.8 Stunden Ã Fr. 200.- und Barauslagen von Fr. 6.30 geltend gemacht werden. Die Kostennote ist nicht zu beanstanden. Der unentgeltliche Rechtsbeistand ist zufolge Anrechnung der anzurechnenden ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- von der Gerichtskasse im Umfang von Fr. 1'117.70 zu entschÃ¤digen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.5 </b>In Bezug auf den von der Gerichts- bzw. Staatskasse zu bezahlenden Betrag ist die BeschwerdefÃ¼hrerin gestÃ¼tzt auf § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG darauf aufmerksam zu machen, dass sie Nachzahlung leisten muss, sobald sie dazu in der Lage sind. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<span> </span></span><span>Der BeschwerdefÃ¼hrerin wird fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung gewÃ¤hrt und in der Person von Rechtsanwalt J ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>2.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird im Sinn der ErwÃ¤gungen teilweise gutgeheissen und die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 25. Oktober 2018 und der Rekursentscheid der Sicherheitsdirektion vom 24. Januar 2020 insoweit aufgehoben. Das Migrationsamt wird angewiesen, die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>3.<span> </span></span><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird verwarnt.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>4.<span> </span></span><span>Die Kosten des Rekursverfahrens in HÃ¶he von insgesamt Fr. 1'395.- werden zu 2/3 dem Beschwerdegegner und zu 1/3 der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt, jedoch einstweilen zufolge GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung auf die Staatskasse genommen. Die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerin nach § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 70.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'070.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>6. Die Gerichtskosten werden zu 2/3 dem Beschwerdegegner und zu 1/3 der BeschwerdefÃ¼hrerin, auferlegt, jedoch zufolge GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung auf die Gerichtskasse genommen. Die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerin gemÃ¤ss § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>7. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine reduzierte ParteientschÃ¤digung von jeweils Fr. 1'000.-, insgesamt Fr. 2'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen), zu bezahlen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>8. Rechtsanwalt K wird fÃ¼r das Rekursverfahren im Mehrbetrag von Fr. 1'292.- durch die Vorinstanz aus der Staatskasse entschÃ¤digt. Die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerin gemÃ¤ss § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>9. Rechtsanwalt J wird fÃ¼r das Beschwerdeverfahren im Mehrbetrag von Fr. 1'117.70 (Mehrwertsteuer inbegriffen) aus der Gerichtskasse entschÃ¤digt. Die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerin gemÃ¤ss § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>10. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde an das Bundesgericht im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>11. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>