B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1465/2014 U r t e i l v o m 2 5 . M ä r z 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Daniel Willisegger; Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), Kongo (Kinshasa), (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Februar 2014 / N (…). D-1465/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, eigenen Angaben gemäss ein M ukongo mit letztem Wohnsitz in B._______ , gab an, seine Heimat am 21. Mai 2013 verlassen zu haben. Er gelangte am 10. Juni 2013 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. A.b Bei der Befragung zur Person (BzP), die am 24. Juni 2013 im Em p- fangs- und Verfahrenszentrum Altstätten durchgeführt wurde, und der An- hörung zu den Asylgründen vom 22. Juli 2013 machte der Beschwerde- führer im Wesentlichen geltend, er sei am (…) in C._______ (D._______) geboren worden. Nachdem seine Eltern verstorben seien , als e r zwei Jahre alt gewesen sei, sei er von einem Freund seines Vaters (Papa E._______) aufgenommen und nach B._______ gebracht worden, wo er bis zu seiner Ausreise gelebt habe. Papa E._______ sei im Jahr 2011 verstorben; dana ch sei er von dessen Bruder, Papa F._______, aufg e- nommen worden. Während dieser auf einer Geschäftsreise gewesen sei, seien am 20. Mai 2013 drei Soldaten und drei Personen in Zivil in ihre Wohnung eingedrungen und hätten diese durchsucht. Sie hätten eine Waffe und in seinem Zimmer CD's un d Videos über Massaker in Nord - Kivu und Sitzungen von Oppositionsparteien gefunden. Man habe ihn und den Sohn von Papa G._______, H._______, beschuldigt, Mitglied er der Rebellengruppe M23 zu sein. H._______ und er seien geschlagen, g e- fesselt und in ein Zeltlager gebracht worden, von wo aus ihnen die Flucht gelungen sei. Sie seien jedoch verfolgt und H._______ sei angeschossen worden. Er habe ihn zurücklassen müssen und sei zu einem Freund von Papa G._______ gegangen, der ihm gesagt habe, dieser sei nach Kon go Brazzaville geflohen. Am 21. Mai 2013 sei er nach Kongo Brazzaville g e- reist und habe sich mit Pa pa G._______ getroffen. Dieser habe ihm g e- sagt, er g ehöre den Rebellen an. Da Papa G._______ und er von den Behörden gesucht worden seien und sie sich in Kon go Brazzaville nicht sicher gefühlt hätten, hätten sie gemeinsam weiterreisen wollen. Papa G._______ sei aber bei der Passkontrolle am Flughafen festgenommen worden. Der Beschwerdeführer gab eine Geburtsurkunde und einen Schülerausweis zu den Akten. A.c Bereits am 17. Juni 2013 führte ein vom BFM beauftragter Arzt beim Beschwerdeführer mittels Handröntgen eine Knochenaltersbestimmung durch. Das BFM gewährte ihm am 9. Dezember 2013 das rechtliche G e-D-1465/2014 Seite 3 hör zum Ergebnis und der Beschwerdeführer reichte am 13. Dezembe r 2013 eine Stellungnahme ein. B. Mit am folgenden Tag eröffneter Verfügung vom 25. Februar 2014 stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Zugleich verfügte es seine Wegwe i- sung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. C. Der Beschwerdeführer beantragte mit Eingabe an das Bundesverwa l- tungsgericht vom 19. März 2014 die Aufhebung der angefochtenen Ve r- fügung. Die Flüchtlingseigenschaft sei festzustellen und es sei ihm Asyl zu gewähren. Eve ntualiter sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Eventualiter sei die Sache zur materiellen Prüfung an die Vorinstanz z u- rückzuweisen. Es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ve r- zichten und die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Der B e- schwerde lag eine Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit des Beschwe r- deführers vom 14. März 2014 bei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. D-1465/2014 Seite 4 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formg erecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.3 Nicht einzutreten ist indessen auf den nicht weiter begründeten Even- tualantrag, die Sache sei zur materiellen Prüfung an die Vorin stanz zu- rückzuweisen, da das BFM die Vorbringen des Beschwerdeführers einer materiellen Prüfung unterzogen hat. 2. 2.1 Gemäss Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 14. Dezember 2012 des Asylgesetzes gilt für die im Zeitpunkt des Inkraf t- tretens der Änderung vom 14. Dezember 2012 dieses Gesetzes hängigen Verfahren mit Ausnahme der Absätze 2–4 das neue Recht. 2.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vo r- liegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summ a- risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentl ich die G e-D-1465/2014 Seite 5 fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträgli chen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 5.1.1 Das BFM begründete seinen Entscheid damit, dass der Beschwe r- deführer keine rechtsgenüglichen Dokumente, die die behauptete Minder- jährigkeit belegen könnten, eingereicht habe. Es sei davon auszugehen, dass die Eintragungen in den eingereichten Dokumenten nicht verlässlich seien, da er selbst gesagt habe, es sei bei deren Ausstellung zu Unr e- gelmässigkeiten gekommen. Die Geburtsurkunde sei in B._______ und nicht in seinem Geburtsort ausgestellt worden. Er habe bei der BzP g e- sagt, Papa E._______ habe die Dokumente ausstellen lassen. Die G e- burtsurkunde sei im August 2012 und der Schülerausweis im November 2012 ausgestellt worden, er habe aber gesagt, P apa E._______ sei im Jahr 2011 verstorben. Aufgrund der Ungereimtheiten sei an seinen Anga- ben zu Herkunft und Alter zu zweifeln. Die Knochenaltersbestimmung h a- be ergeben, dass er mindestens 19 Jahre alt sei und seine Schwester, die sich auch in der Schweiz befinde, habe in ihrem Asylverfahren ang e- geben, er sei am (…) geboren worden. Aufgrund der Aktenlage sei davon auszugehen, dass er die Asylbehörden mit falschen Altersangaben zu täuschen versuche. Die von ihm geltend gemachte Minderjährigkeit und die Herkunft aus D._______ könnten demnach nicht geglaubt werden. 5.1.2 Die Vorbringen des Beschwerdeführers zur Verfolgung basierten auf Zufälligkeiten. Papa F._______ habe sich auf einer Geschäftsreise b e- funden, als man ihn habe festnehmen wollen. Seine Aussagen, wesh alb er trotz Flucht seine Dokumente habe abgeben können, erschienen ko n- struiert. So habe er diese angeblich kurz vor seiner Festnahme bei einem Kollegen vergessen. Gerade am Tag, als er diese habe abholen wollen, sei er festgenommen worden. Zudem erscheine die geschilderte Flucht realitätsfremd. Er habe geltend gemacht, zusammen mit H._______ in ei-D-1465/2014 Seite 6 nem Zelt festgehalten worden zu sein. Nach einigen Stunden hätten sie sich zur Flucht entschlossen. Obwohl es sich um ein Armeecamp geha n- delt habe, hätten sie sic h vom Zelt entfernen können und seien erst auf der Flucht verfolgt worden. Es erscheine auch realitätsfremd, dass Papa G._______ auf dem Flughafen festgenommen worden sei, er jedoch problemlos habe ausreisen können, obwohl er auch gesucht worden sei. 5.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Art und Weise, wie er die eingereichten Dokumente erhalten habe, werde im Entscheid zu viel Gewicht beigemessen. Tatsache sei, dass Papa G._______ die Geburts- urkunde für ihn im Jahr 2012 besorgt habe. Er habe genaue Angaben zu seiner Festnahme und zu seiner Flucht gemacht. Dass er bei der Pas s- kontrolle im Gegensatz zu Papa G._______ nicht festgenommen worden sei, liege daran, dass er eine n gefälschten Pass gehabt habe, weshalb man nicht bemerkt habe, um wen es sich be i ihm handle. Er habe in se i- ner Heimat niemanden mehr, zu dem er gehen könne. Seine einzige n a- he Angehörige sei die in der Schweiz lebende Schwester. Er würde sich in der Schweiz gerne eine Existenz aufbauen. Hinsichtlich der Unklarheit über sein Alter, we ise er darauf hin, dass das von seiner Schwester a n- gegebene Geburts jahr (…) nicht ihn, sondern seinen älteren Bruder, I._______, betreffe. Er bitte darum, dass die Unklarheit bezüglich seines Alters im Anhörungsprotokoll seiner Schwester überprüft werde. 6. 6.1 Einleitend ist festzuhalten, dass die Identität des Beschwerdeführers nicht feststeht, da er bis heute keine rechtsgenüglichen Reise- oder Iden- titätspapiere ( vgl. Art. 1 a Bst. b und c der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311] ) eingereicht hat. Seine Angaben zu Geburtsdatum und zum Lebenslauf sind – wie nachfolgend aufgezeigt wird – ungereimt und widersprüchlich. Angesichts dieser Ausgangslage ist hinsichtlich der Angabe des Beschwerdeführers, bei der in der Schweiz lebenden J._______ (N (…)) handle es sich um seine Schwe s- ter, ein Vorbehalt anzubringen. 6.2 Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung hat das BFM den Ungereimtheiten zu der vom Beschwerdeführer behaupteten Minde r- jährigkeit keine übermässige Bedeutung beigemessen. 6.2.1 Der Beschwerdeführer gab an, er sei am (…) in K._______ geboren worden (vgl. act. A7/15 S. 3), während der eingereichten Geburtsurkunde zu entnehmen ist, er sei an diesem Datum in B._______ geboren worden. D-1465/2014 Seite 7 Er sagte aus, die von ihm eingereichten Dokumente (Geburtsurkunde, Schülerausweis) seien von Papa E._______ besorgt worden (vgl. act. A7/15 S. 3); da die Dokumente im August beziehungsweise November 2012 ausgestellt wurden, Papa E._______ aber im Jahr 2011 verstorben sein soll (vgl. act. A7/15 S. 6), ist diese Aussage nicht glaubhaft. Bei der Erklärung in der Beschwerde, Papa F._______ habe ihm die Geburtskur- kunde im Jahr 2012 besorgt, handelt es sich um eine nachträgliche A n- passung an den Sachverhalt . Unter den vorliegend geltend gemachten Umständen darf erwartet werden, dass jemand, der sich Dokumente b e- sorgen lässt, weiss, wer dies getan hat. Zudem erklärte der Beschwerd e- führer, er habe sich im August 2012 eine neue Geburtsurkunde ausstellen lassen, weil sie die Adresse geändert hätten (vgl. act. A7/15 S. 11); bei der BzP erklärte er indessen ebenso, er habe von 2011 bis zu seiner Aus- reise am 21. Mai 2013 an derselben Adresse gewohnt (vgl. act. A7/15 S. 5). 6.2.2 Der Beschwerdeführer sagte aus, er sei zwei Jahre alt gewesen, als seine Eltern verstorben seien. E r sei von Papa E._______ nach B._______ mitgenommen worden, wo er zwölf Jahre lang die Schule b e- sucht habe. Im Alter von fünf Jahren habe er die Primarschule begonnen, im Mai 2013 habe er den Schulbesuch wegen seinen Problemen aufg e- ben müssen. Er habe drei Geschwister, wisse aber nicht, wo sie sich auf- hielten. Er habe sie nach seiner Reise nach B._______ nie mehr gesehen (vgl. Protokoll der BzP). Die Schwester des Beschwerdeführers gab bei ihrer ersten Befragung vom 23. Juli 2001 an, si e habe bis am 17. Jul i 2001 in K._______ gelebt. Seit ihre Eltern im Jahr 1995 verstorben seien, habe sie zusammen mit ihren Brüdern bei einem Pastor gelebt (vgl. N (…), act. A1/8 S. 1). Bei der Anhörung zu den Asylgründen gab sie an, ihr Bruder L._______ sei am (…) geboren wo rden, ihr Bruder M._______ am (…). Sie wiederholte, dass ihre Eltern 1995 verstorben seien und sagte, sie habe ihre G e- schwister letztmals am 17. Juli 2001 gesehen, bevor sie ihre Heimat ve r- lassen habe (vgl. N (…), act. A9/23 S. 2 f. und S. 22). Der vom Beschwerdeführer beantragte Vergleich der Aussagen seiner Schwester mit den seinigen ergibt somit weitere offensichtliche Ung e- reimtheiten. Er gab an, im Jahr (…) geboren zu sein, während si e über- einstimmend sagte, ihre gemeinsamen Eltern seien bereits 1995 verstor- ben. Er behauptete im Alter von zwei Jah ren nach B._______ gebracht worden zu sein (was gemäss seinen Angaben somit 1998, nach den A n-D-1465/2014 Seite 8 gaben seiner Schwester 1994 gewesen wäre), während sie angab, ihn im Juli 2001 letztmals in K._______ gesehen zu ha ben. Er machte geltend, er sei kurz nach dem Tod seiner Eltern von Papa E._______ mitgenom- men und aufgezogen worden, während sie schilderte, ihre Geschwister und sie hätten mehrere Jahre lang bei einem Pastor in K._______ gelebt. Insofern der Beschwerdeführer behauptet, seine Schwester habe das Geburtsjahr (…) in Bezug auf seinen Bruder I._______ genannt, ist fes t- zuhalten, dass seine Schwester unmissverständlich angab, ihr Bruder L._______ (also der Beschwerdeführer; Anmerkung des Gerichts) sei am (…) geboren worden. Des Weiteren nannte sie einen Bruder namens M._______ – und nicht I._______ – der am (…) geboren worden sei. Die Schwester des Beschwerdeführers hatte anlässlich ihrer Befragungen im Jahr 2001 keinerlei Veranlassung, zu m Todeszeitpunkt ihrer Eltern, zu ihrem und ihrer Geschwister Aufenthalt nach deren Tod und zu den G e- burtsdaten ihrer Geschwister unwahre Angaben zu machen. Der B e- schwerdeführer hingegen hätte versucht sein können, sich als Minderjä h- riger auszugeben, um vo n den Verfahrensgarantien für Minderjährige zu profitieren und einen Wegweisungsvollzug zu erschweren. 6.2.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer angesichts der zahlreichen Ungereimtheiten und Widersprüche in seinen Aussagen sowie den W idersprüchen zu den Angaben seiner Schwester weder gelungen ist, seine Minderjährigkeit glaubhaft zu machen noch, seine Lebensgeschichte überzeugend zu schildern. Aufgrund der gesam- ten Aktenlage erscheint die Schlussfolgerung im Bericht zur Knochena l- tersbestimmung des Beschwerdeführers vom 17. Juni 2013, das chron o- logische Alter betrage 19 Jahre oder mehr, vorliegend als zutreffend. 6.3 Der Beschwerdeführer machte geltend, er habe aufgrund der Aktivitä- ten von Papa G._______ für die Rebellen Schwierigkeiten gehabt. Da die Angaben des Beschwerdeführers, er sei im Alter von zwei Jahren vom Bruder von Papa G._______ nach B._______ mitgenommen worden, sich als unglaubhaft erwiesen haben, sind erhebliche Zweifel an der von ihm vorgebrachten Verfolgungsgeschichte anzub ringen. Diese werde durch voneinander abweichende Aussagen des Beschwerdeführers b e- stärkt. So sagte er bei der BzP , seine Hände seien bei der Festnahme mit einem schwarzen Tuch zusammengebunden worden (vgl. act. A7/15 S. 9). Bei der Anhörung gab er indesse n an, er sei mit Handschellen gefe s- selt worden (vgl. act. A11/12 S. 7). Bei der BzP brachte er vor, sie hätten D-1465/2014 Seite 9 nach ein paar Stunden aus dem Zelt, in dem sie festgehalten worden se i- en, fliehen können. Nach einigen Metern habe er festgestellt, dass sie verfolgt würden; er habe Schüsse gehört und H._______ sei zu Boden gefallen (vgl. act. A7/15 S.10). Bei der Anhörung gab er an, H._______ habe ihm vorgeschlagen, sie sollten fliehen und er – der Beschwerdefüh- rer – habe plötzlich den Moment dazu gesehen. Sie seien ziellos gefl o- hen, er habe gehört wie sie verfolgt worden seien; dann habe er Schüsse gehört, und H._______ sei am Boden gelegen und habe geblutet (vgl. act. A11/12 S. 3). Sie seien in der Abenddämmerung geflohen (vgl. act. A11/12 S. 5). Als sie am Ort, wo sie festgehalten worden seien, ang e- kommen seien, sei es schon Abend gewesen , sie seien lange im Zelt geblieben (vgl. act. A11/12 S. 6). Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer widersprüchliche Ang a- ben dazu machte, womit seine Hände bei der Festnahme gefesselt wor- den seien, machte er auch zur angeblichen Flucht ungereimte Angaben. So gab er einerseits an, es sei Abend gewesen, als sie am Ort eingetrof- fen seien, wo sie in ein Zelt gebracht worden seien, anderseits behaupt e- te er, sie seien einige Stunde n beziehungsweise lange im Zelt gewesen, bevor sie geflohen seien, was nicht mit seiner Angabe, die Flucht habe sich in der Abenddämmerung – sie seien noch am gleichen Tag geflohen – zugetragen, übereinstimmen kann. Einerseits sagte er, er habe bereits nach einigen Metern Flucht festgestellt, dass sie verfolgt würden, ande r- seits gab er an, sie seien ziellos geflüchtet und er habe in der Ferne So l- daten reden gehört. Hätte er bereits nach einigen Metern Flucht bemerkt, dass sie verfolgt würden, wären ihnen die Soldaten auf den Fersen g e- wesen und er hätte sie wohl kaum in der Ferne sprechen hören können. Schliesslich vermag nicht zu überzeugen, dass der Beschwerdeführer und H._______ nicht gefesselt in einem Zelt zurückgelassen worden wä- ren, aus dem ihnen so einfach wie geschildert die Flucht hätte gelingen können, falls sie von den Behörden tatsächlich als Rebellen eingestuft worden wären. Der Beschwerdeführer gab weder an, dass der Ort, an dem sie festgehalten worden seien, umzäunt gewesen sei, noch dass sie bewacht worden seien. 6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers in Anbetracht der gesamten Aktenlage als übe r- wiegend unglaubhaft erscheinen, weshalb es ihm nicht gelungen ist, Gründe nach Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft sind demnach nicht erfüllt. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in D-1465/2014 Seite 10 der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, d a sie an der Würdigung des vorliegenden Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht und mit zutreffe n- der Begründung abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berüc k- sichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmung en über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flü chtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n-D-1465/2014 Seite 11 kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ern iedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegende n Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Kongo (Kinshasa) ist demnach unter dem A s- pekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung nach Kongo (Kinshasa) dort mit beachtlicher Wahrscheinlic h- keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder B e- handlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen G e- richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti- Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien , Urteil vom 28. Februar 2008, Beschw erde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist ihm unter Hinweis auf die Erwägungen zum Asy l- punkt nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation i n Kongo (Kinshasa) lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie i m Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. D-1465/2014 Seite 12 8.4.1 In Kongo (Kinshasa) herrscht keine landesweite Bürgerkriegssitu a- tion und keine Situation allgemeiner Gewalt. Gleichwohl gilt die Rückkehr von Personen aus diesem Staat gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nur als zumutbar, wenn sich der letzte Wohn- sitz der betroffenen Person in der Hauptstadt Kinshasa oder einer and e- ren, über einen Flughafen verfügenden Stadt im Westen des Land es be- fand, oder wenn die Person in einer dieser Städte über ein gefestigtes Beziehungsnetz verfügt. Trotz Vorliegens dieser Kriterien erscheint der Vollzug der Wegweisung jedoch nach Prüfung und Abwägung der indiv i- duellen Umstände in aller Regel insbesonde re auch dann als nicht z u- mutbar, wenn eine zurückzuführende Person (kleine) Kinder in ihrer B e- gleitung hat, für mehrere Kinder verantwortlich ist, sich bereits in fortg e- schrittenem Alter oder in einem schlechten gesundheitlichen Zustand b e- findet. Ebenso er achtet das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung einer alleinstehenden, über kein soziales oder familiäres Netz verfügenden Frau als grundsätzlich unzumutbar (vgl. statt vieler das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -874/2013 vom 25. Septe mber 2013 E. 5.3 mit weiteren Hinweisen). 8.4.2 Die individuellen Wegweisungshindernisse sind zwar grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen. Diese Untersuchungspflicht findet jedoch nach Treu und Glauben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der be - schwerdeführenden Person, welche insbesondere die Pflicht umfasst, sich an der Feststellung des Sachverhalts zu beteiligen beziehungsweise mitzuwirken (Art. 8 AsylG); sie trägt im Übrigen auch die Substanziie - rungslast (Art. 7 AsylG). Es kann nicht Sache der Asylbehörd en sein, nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen. Vorliegend ist es den Asylbehörden nicht möglich, sich in voller Kenntnis der tatsächlichen persönlichen und familiären Verhältnisse de s Beschwerdeführers zur Zu- mutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung zu äussern, da ihm insbesonde- re nicht geglaubt werden kann, dass er in B._______, wo er sich mehrere Jahre lang aufgehalten habe und zur Schule gegangen sei, über kein B e- ziehungsnetz mehr verfügt. 8.4.3 Der Beschwerdeführer machte geltend, er habe vor sei ner Ausreise im Jahr 2013 viele Jahre in B._______ gelebt. Angesichts dieses Vorbrin- gens ist davon auszugehen, dass er dort weiterhin zumindest über ein tragfähiges Beziehungsnetz im weiteren Sinne verfügt. Angesichts seiner unglaubhaften Angaben zum Leben slauf steht nicht fest, über welche Schulbildung und berufliche Erfahrung er verfügt, es ist angesichts des Umstandes, dass er mehrere Jahre älter als von ihm angegeben ist, d a-D-1465/2014 Seite 13 von auszugehen, dass er über eine abgeschlossene Schulbildung und Berufserfahrung verfügt. Es müsste ihm demnach möglich sein, sich in seinem Heimatland eine Existenz aufzubauen . Den Akten können keine Anhaltspunkte dafür entnommen werden, dass er unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet. 8.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als z ulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen S achverhalt richtig sowie vollständig feststellt ( Art. 106 Abs. 1 AsylG ). Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). 10.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist unbesehen der ausgewiesenen Fürsorgea b- hängigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen, da sich die Beschwerde als aussichtslos darstellte. 10.3 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses wird durch den vorliegenden direkten Entscheid in der Hauptsache gegenstandslos. D-1465/2014 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Hans Schürch Christoph Basler Versand: