Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 12. Juli 2017 (810 17 89) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Beistandschaft / Schwächezustand / Formerfordernisse für eine Laienbeschwerde Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Claude Jeanneret , Yves Thommen , Gerichtsschreiberin i.V. Daniela Spitteler Beteiligte A.____ , Beschwer deführer gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz Betreff Errichtung einer Beistandschaft und Ernennu ng der Mandatsperson (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 22. Februar 2017) A. A.____ (geb. 1931) ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er wurde im April 2016 aufgrund körperlicher gesundheitlicher Probleme in Begleitung seiner an Demenz erkrank- ten und ebenfalls körperlich eingeschränkten Ehefra u hospitalisiert. Nach dem Spitalaufenthalt war er zu schwach, um nachhause zurückkehren zu kön nen, weshalb das Ehepaar im Alters- und Pflegeheim C.____ in D.____ aufgenommen wurde. Die Hausärztin des Ehepaars, Dr. med. E.____, erstattete am 15. September 2016 e ine Gefährdungsmeldung an die Kindes- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB), da A.____ m it seiner Ehefrau nachhause zu- rückzukehren plane und sie dies aus sicherheitstechnischen un d gesundheitlichen Bedenken nicht gutheissen könne. B. Mit Entscheid vom 11. Januar 2017 errichtete die KESB für die Ehefrau eine Vertre- tungsbeistandschaft. Mit Entscheid vom 22. Februar 2017 e rrichtete sie für A.____ eine Vertre- tungsbeistandschaft mit den Aufgabenbereichen, ihn in Er ledigung der administrativen Angele- genheiten soweit nötig zu vertreten, ihn beim Erledige n aller finanziellen Angelegenheiten zu vertreten, insbesondere sein Einkommen und Vermögen sorgfältig zu verwalten, sowie stets für eine geeignete Wohnsituation besorgt zu sein. Die KES B räumte dem Beistand dabei ebenfalls die Befugnis ein, A.____ bei allen erforderlichen Han dlungen soweit nötig zu vertreten. Als Mandatsperson wurde der Sohn des Ehepaars ernannt und zur umfassenden Verwaltung aller Bankkonten ohne Mitwirkung der verbeiständeten Person er mächtigt. Zur Begründung führte die KESB im Wesentlichen aus, dass A.____ aufgrund physischer wie kognitiver Einschränkun- gen nicht mehr in der Lage sei, seine administrativen u nd finanziellen Angelegenheiten zu erle- digen sowie für eine geeignete Wohnsituation zu sorgen. C. A.____ erhob gegen die Entscheide der KESB vom 11. Januar 2017 und vom 22. Februar 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Kantonsgericht). Die undatierte, nicht unterzei chnete und wirre Beschwerdeschrift wurde am 31. März 2017 bei der Post aufgegeben und ging am 3. April 2017 beim Kantonsgericht ein. Mit Schreiben vom 5. April 2017 setzte das Kantonsgericht dem Beschwerdeführer Frist bis zum 19. April 2017 zur Verbesserung der Beschwerde. D. Mit undatierter Eingabe (Posteingang am 19. April 2017) reichte der Beschwerdeführer eine nachgebesserte Beschwerdeschrift ein. Darin beantra gt er sinngemäss, es sei die Bei- standschaft über ihn und seine Ehefrau aufzuheben. E. Die KESB liess sich am 23. Mai 2017 vernehmen und bea ntragt das Nichteintreten und eventualiter die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde; unter o/e-Kostenfolge. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzb uches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 kann gegen Entscheide einer Erwachse nenschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 de s kantonalen Gesetzes über die Ein- führung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgeri cht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Nach § 16 Abs. 2 VPO wendet das Gericht das Recht von Amtes wegen an. Es prüft insbesondere, ob die Eintretensvoraussetzungen erfüllt sin d. Diese umschreiben die Erforder- nisse, die erfüllt sein müssen, damit ein Begehren im Ve rfahren vor dem Kantonsgericht mate- riell behandelt werden kann. 2.1 In der Vernehmlassung vom 23. Mai 2017 macht die Vorinstanz zur Begründung ihres Antrags auf Nichteintreten geltend, dass die Beschwerde kein ausreichend klar umschriebenes Rechtsbegehren enthalten habe. Dies zeige sich dadurch, dass das Kantonsgericht den Be- schwerdeführer zur Einreichung einer nachgebesserten Be schwerdeschrift aufgefordert und ihm dazu eine Frist angesetzt habe. Auf die Eingabe v om 31. März 2017 sei mangels genügen- der Beschwerdeform und auf die Eingabe vom 19. April 2017 wegen Fristablaufs nicht einzutre- ten. Zur Begründung bringt die Vorinstanz vor, dass gemä ss Art. 144 Abs. 1 der Schweizer- ischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 die gese tzliche Rechtsmittelfrist von Art. 450 Abs. 3 ZGB nicht erstreckt werden könne und daru m kein Raum zur Einräumung einer Frist für eine ergänzende Beschwerdebegründung bestünde. 2.2 Die Beschwerde ist beim Gericht schriftlich und begrün det einzureichen (Art. 450 Abs. 3 ZGB). Sie muss ein klar umschriebenes Begehren und die Unterschrift der Parteien ent- halten (vgl. § 5 Abs. 1 VPO). An Laienbeschwerden dür fen in sprachlicher und formeller Hin- sicht keine allzu strengen Anforderungen gestellt werde n (vgl. Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, Bundesblatt [BBl] 2006 7001, S. 7085). Ein von einer betroffenen urteilsfähigen Person unterzeichnetes Schreiben ist hinreichend, sofern das Anfechtungsobjekt ersichtlich ist und daraus hervorgeht, welcher Antrag sinngemäss gestellt wird und warum die Person mit der getroffenen Anordnung ganz oder teilweise nicht einve rstanden ist (DANIEL STECK , in: Honsell/ Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 5. Aufl., Basel 2014, N 42 zu Art. 450 ZGB). In seiner innert Nachfrist verbesserten und unterzeichneten Eingabe beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der Entsche ide der KESB und führt begrün- dend an, dass er seine Angelegenheiten und diejenigen seiner Ehefrau selber erledigen könne. Aus der Beschwerde lässt sich folglich sowohl der Antrag als auch eine hinreichende Begrün- dung entnehmen, womit die Formerfordernisse an eine Laienbeschwerde erfüllt sind. 2.3 Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB dreissig Tage seit Mitteilung des Entscheids der KESB. Vorliegend richtet der Beschwerd eführer seine Beschwerde gegen die Entscheide der Vorinstanz vom 11. Januar 2017 und vom 22. Februar 2017. 2.3.1 Der Entscheid der Vorinstanz vom 11. Januar 2017 w urde am 21. Februar 2017 per A- Post Plus versendet und dem damaligen Rechtsvertreter de s Beschwerdeführers am 22. Februar 2017 zugestellt. Die dreissigtägige Rechtsmittelfrist lief damit am 24. März 2017 ab. Die erst am 31. März 2017 der Post übergebene Beschwer de gegen den Entscheid vom 11. Januar 2017 ist verspätet, weshalb darauf nicht eingetreten werden kann. 2.3.2 Der Entscheid vom 22. Februar 2017 wurde dem Besc hwerdeführer am 3. März 2017 per A-Post Plus zugestellt. Damit erhob der Beschwerde führer entgegen der Ansicht der Vor-Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht instanz fristgerecht Beschwerde gegen den Entscheid vom 2 2. Februar 2017. Wenn die Vor- instanz die Auffassung vertritt, die gesetzliche Beschwerdefrist könne nicht erstreckt werden, so trifft dies zwar zu, geht aber an der Sache vorbei. Im vorliegenden Fall wurde dem Beschwerde- führer nicht die Beschwerdefrist erstreckt, sondern ihm eine Nachfrist zur Verbesserung seiner Beschwerde gewährt. Die entsprechende Rechtsgrundlage ergibt sich dabei - anders als es die Vorinstanz offenbar annimmt - nicht aus der Schweizerischen Zivilprozessordnung, sondern aus dem vom Kanton für anwendbar erklärten Verwaltungsproze ssrecht (vgl. E. 1). § 5 Abs. 3 VPO sieht im Zusammenhang mit formell mangelhaften Eingaben vor, dass die präsidierende Person unklare oder unvollständige Rechtsschriften unter Ansetzun g einer kurzen Nachfrist zur Ver- besserung zurückweist. Der darin statuierte Anspruch auf Nachfristansetzung ist Ausdruck ei- nes aus dem Verbot des überspitzten Formalismus (Art. 29 d er Bundesverfassung der Schwei- zerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 1999) fliess enden allgemeinen Rechtsgrund- satzes (vgl. U LRICH HÄFELIN /GEORG MÜLLER /FELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, N 1661 ff.). Diese r Anspruch verlangt gegebenenfalls auch die Nachfristsetzung über die gesetzliche Rechtsmittelfrist hinaus (vgl. BGE 142 I 10 E. 2; BGE 120 V 413 E. 6a; Urteil des BGer 1A.80/2002 vom 18. Juni 2002 E. 3.2), wobei die erste Eingabe für die Rechtsmittelfristeinhaltung massgebend bleiben muss. 2.4 Zusammenfassend erfüllt die Beschwerde gegen den En tscheid vom 22. Februar 2017 die gesetzlichen Form- und Fristerfordernisse. Der Beschw erdeführer ist durch den Entscheid als Adressat direkt betroffen und damit zur Beschwerde berechtigt (Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). Auf die Beschwerde kann somit insoweit eingetreten werden, als sie sich gegen den vorinstanz- lichen Entscheid vom 22. Februar 2017 richtet. 3. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 4.1 Der Beschwerdeführer moniert, die Voraussetzungen für eine Beistandschaft seien nicht erfüllt, da er keinen Schwächezustand aufweisen würde. Insbesondere habe er keine Mü- he, sein Einkommen und Vermögen selbst zu verwalten (vg l. verbesserte Beschwerdeeingabe, "Beanstandung der KESB Vorschriften", S. 1 und 3). De mnach ist zu prüfen, ob die Erwachse- nenschutzmassnahme zu Recht angeordnet wurde. 4.2 Die Vorinstanz führt in der Vernehmlassung vom 23 . Mai 2017 aus, dass der Be- schwerdeführer an diversen körperlichen Erkrankungen, kog nitiven Defiziten sowie an einer dementiellen Entwicklung leide. So habe er versucht, die Kündigung des Heimplatzes am Kiosk des Heims abzugeben. Ferner habe sich der Beschwerdeführe r in der Anhörung vom 19. Oktober 2016 mit der Errichtung einer Vertretungsb eistandschaft in den Bereichen Admi- nistration, Finanzen und Wohnen einverstanden erklärt, jedoch in der Anhörung vom 14. Dezember 2016 wiederum vorgebracht, er und seine F rau würden nicht an einem Schwä- chezustand leiden, weshalb eine Vertretungsbeistandschaft nicht notwendig sei. In einem Tele- fonat vom 16. Dezember 2016 habe der Beschwerdeführer dann erneut seine Meinung geän- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dert und sich mit der Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft in den vorgenannten Bereichen einverstanden erklärt. Abschliessend weist die Vorinstanz darauf hin, dass der Beschwerdefüh- rer seinen Sohn bereits vor dem Eintritt in das Alters- und Pflegeheim selbst zur Erledigung sei- ner administrativen und finanziellen Belange bevollmäch tigt habe. Der Sohn des Beschwerde- führers erscheine überdies auch fachlich geeignet, um als Vertretungsbeistand eingesetzt zu werden und wisse zudem bereits über sämtliche Belange des Beschwerdeführers Bescheid. 5. Nach Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB errichtet die Erwa chsenenschutzbehörde eine Bei- standschaft, wenn eine volljährige Person wegen einer geistigen Behinderung, einer psy- chischen Störung oder eines ähnlichen in der Person liege nden Schwächezustands ihre Ange- legenheiten nur teilweise oder gar nicht besorgen kan n. Die Formulierung des letztgenannten Schwächezustands ermöglicht als Auffangtatbestand insbeson dere den Schutz Betagter, bei denen gleichartige Defizite wie bei Menschen mit einer geistigen Behinderung oder einer psy- chischen Störung auftreten und den Betroffenen daran h indern, seine Angelegenheiten hinrei- chend besorgen zu können (H ELMUT HENKEL , in: Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, a.a.O., N 13 zu Art. 390 ZGB). Die Schwächezustände si nd keineswegs per se mit Urteilsunfä- higkeit gleichzusetzen, weshalb die Urteilsunfähigkeit f ür die Errichtung einer Beistandschaft auch keine zwingende Voraussetzung darstellt (vgl. YVO BIDERBOST , in: Konferenz der Kantone für Kindes- und Erwachsenenschutz [Hrsg.], Praxisanleitung Erwachsenenschutzrecht, Zürich/ St. Gallen 2012, N 5.9). Liegt ein Schwächezustand vor, braucht es zusätzlich ein daraus resul- tierendes teilweises oder gänzliches Unvermögen, die eigenen Angelegenheiten hinreichend zu besorgen oder jemanden damit rechtsgenügend zu beauftr agen oder zu bevollmächtigen (HENKEL , a.a.O., N 2 zu Art. 390 ZGB; B IDERBOST , a.a.O., N 5.10). Die blosse Möglichkeit, ei- nen privaten Vertreter zu bezeichnen reicht jedoch nicht , sondern die betroffene Person muss die Fähigkeit haben, den von ihr ernannten Stellvertreter zu überwachen, zu instruieren und aus seiner Funktion zu entlassen (P HILIPPE MEIER , in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], Fam- Komm Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 24 zu Art. 390 ZGB) . Die subjektiven Voraussetzun- gen für die Anordnung einer Beistandschaft umfassen so mit einerseits das Vorliegen eines Schwächezustands sowie andererseits das Unvermögen, die eig ene Angelegenheit zu besor- gen oder die erforderlichen Vollmachten zu erteilten. Die Vertretungsbeistandschaft im Speziel- len verlangt dabei gemäss Art. 394 Abs. 1 ZGB nichts ande rs oder neues, wenn sie voraus- setzt, dass eine hilfsbedürftige Person bestimmte Angel egenheiten nicht erledigen kann und deshalb vertreten werden muss. 6.1 Nach den Angaben seiner Hausärztin leidet der Besch werdeführer an einer koronaren Herzkrankheit, einem insulinpflichtigen Diabetes mellit us Typ 2, einer schweren Niereninsuffizi- enz, einer Prostatahyperplasie und einer Anämie. Zudem zeichnen sich beim Beschwerdeführer kognitive Defizite sowie eine dementielle Entwicklung ab . Erschwerend kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer zu einer seinen Gesundheitszustand baga tellisierenden Grundhaltung ten- diert, sowie der Umstand, dass sich seine Erkrankungen nicht im Sinne von Schmerzen be- merkbar machen und er eine Verschlechterung seines Zustand s häufig erst merkt, wenn es zu spät ist. Die Ärztin erachtet den Beschwerdeführer als n icht fähig, seine Erkrankungen realis- tisch einzuschätzen und zweifelt an seiner ″Medikamentencompliance ″. Eine Rückkehr nach- hause sei aus medizinischer und gesundheitlicher Sicht nicht zu verantworten, jedenfalls Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht bräuchte der Beschwerdeführer täglich Spitex für die Me dikamentenverabreichung (vgl. Email vom 16. November 2016 von Dr. med. E.____ an die KESB). 6.2 Den Akten ist ferner zu entnehmen, dass der Beschwer deführer in Laufe des Verfah- rens wiederholt seine Meinung geändert hat, was die E rrichtung einer Beistandschaft betrifft. In der Anhörung vom 19. Oktober 2016 teilte er mit, dass er mit einer Vertretungsbeistandschaft in den Bereichen Administration, Finanzen und Wohnen ein verstanden sei (vgl. Aktennotiz zur Anhörung vom 19. Oktober 2016, S. 3). In der Anhörung vom 14. Dezember 2016 äusserte sich der Beschwerdeführer dahingehend, dass er geistig norma l sei und keinen Beistand brauche (vgl. Gesprächsprotokoll vom 14. Dezember 2016, S. 2 f. ). Schliesslich teilte der Beschwerde- führer im Telefonat vom 16. Dezember 2016 mit, dass e r und seine Frau sich entschieden hät- ten, im Alters- und Pflegeheim zu bleiben und er sein en Sohn als Beistand wolle (vgl. Aktenno- tiz vom 16. Dezember 2016). Insgesamt drängt sich damit der Schluss auf, dass der Beschwer- deführer nicht fähig ist, an einer gefassten Meinung f estzuhalten, was es einem durch den Be- schwerdeführer beauftragten Vertreter schwierig machen d ürfte, dessen Interessen sach- und sorgfaltsgemäss wahrzunehmen. Ferner befanden sich die ge samte Administration und das Wohnhaus des Beschwerdeführers im April 2016, als er sein e Kinder bevollmächtigte, während seiner Abwesenheit für alles besorgt zu sein, in eine m schlechten Zustand. Diese hätten "viele Stunden" investiert, bis alles wieder geregelt war (vgl . Gefährdungsmeldung vom 15. September 2016). Daneben versuchte der Beschwerdef ührer offenbar, ein Kündigungs- schreiben für seinen Heimaufenthalt am Kiosk des Heims ab zugeben (vgl. Gefährdungsmel- dung vom 15. September 2016). Dass der Beschwerdeführe r nicht in der Lage ist, seine admi- nistrativen Angelegenheiten selbständig zu erledigen, zeigt sich auch im vorliegenden Verfah- ren. Seine in zwei separaten Couverts verschickte, undatie rte und nicht unterschriebene Einga- be enthielt weder eine Absenderadresse noch die angefochtenen Entscheide. Es ist einzig dem Umstand, dass der Beschwerdeführer über einen nicht allt äglichen Namen verfügt und er die- sen am Rande in der Beschwerdeschrift nannte, zu verdank en, dass es dem Kantonsgericht überhaupt möglich war, ein Verfahren zu eröffnen. 6.3 Der Beschwerdeführer leidet an diversen körperlichen Erkrankungen und teilweise auch kognitiven Einschränkungen. Ins Gewicht fällt in di esem Zusammenhang insbesondere, dass der Beschwerdeführer offenbar seine körperlichen und geistigen Fähigkeiten stark über- schätzt, so gab er während den Anhörungen immer wieder zu Protokoll, dass er die Pflege sei- ner Ehefrau und den Haushalt grösstenteils selbst erled igen könne (vgl. Aktennotiz zur Anhö- rung vom 19. Oktober 2016, S. 2 und Gesprächsprotokoll vom 17. November 2016, S. 2). Fer- ner würde es einem durch ihn beauftragten Vertreter w ohl schwer fallen, die Interessen des Beschwerdeführers sorgfaltsgemäss wahrzunehmen, da der Be schwerdeführer regelmässig seine Meinung zu zentralen Fragen ändert. Insgesamt zeigt sich damit, dass beim Beschwerde- führer zwar nicht eindeutig ein Schwächezustand im Sin ne einer geistigen Behinderung oder psychischen Störung vorliegt, sich jedoch aufgrund des Ges amtbilds der Schluss aufdrängt, dass es dem Beschwerdeführer aufgrund seines körperlichen u nd geistigen Zustands nicht mehr möglich ist, um seine eigenen Angelegenheiten beso rgt zu sein oder einen allenfalls durch ihn ernannten Stellvertreter zu überwachen und zu instruieren. Inwiefern ausgerechnet die finanziellen Angelegenheiten davon ausgenommen se in sollten, erschliesst sich nicht und Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht wird vom Beschwerdeführer auch nicht ausgeführt. Damit kann festgehalten werden, dass beim Beschwerdeführer ein Schwächezustand vorliegt, aufgrun d dessen er sich nicht mehr ausrei- chend um seine Angelegenheiten kümmern kann. 7.1 Zweck der behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutze s ist nach Art. 388 Abs. 1 ZGB, das Wohl und den Schutz hilfsbedürftiger Personen sicherzustellen. Gleichzeitig sollen die Massnahmen erforderlich sowie geeignet sein un d die Selbstbestimmung der be- troffenen Person soweit wie möglich erhalten und förde rn (Art. 389 Abs. 2 ZGB; Art. 388 Abs. 2 ZGB). Die Erwachsenenschutzbehörde hat deshalb nicht ge setzlich fest umschriebene, starre Massnahmen, sondern "Massnahmen nach Mass" zu treffen, das heisst solche, die den Be- dürfnissen der betroffenen Person entsprechen (Art. 391 Abs. 1 ZGB; BGE 140 III 49 E. 4.3.1). 7.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass für den vorlieg end beschriebenen Schwäche- zustand des Beschwerdeführers die von der Vorinstanz angeo rdnete Beistandschaft mit den verfügten Aufgabenbereichen unumgänglich ist. Damit wir d der Schwächezustand des Be- schwerdeführers in geeigneter Weise aufgefangen. Davon, dass auch mildere Massnahmen zielführend sein könnten oder diese Massnahmen unverhäl tnismässig wären, kann gestützt auf die vorstehenden Ausführungen keine Rede sein. Der al s Vertretungsbeistand eingesetzte Sohn ist persönlich und fachlich geeignet. Der angefochte ne Entscheid der Vorinstanz ist dem- nach nicht zu beanstanden, was zur vollumfänglichen Ab weisung der Beschwerde führt, soweit darauf eingetreten werden kann. 8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 A bs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umf assen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Au smass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). G emäss dem Ausgang des Verfahrens ge- hen die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- zulasten des unterlegenen Beschwerde- führers und sind mit dem geleisteten Kostenvorschuss in de r Höhe von Fr. 1‘400.-- zu verrech- nen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V.