A bteilung III C -1573/2007 {T 0/2} U rteil vom 11. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichterin Beutler (Vorsitz), R ichter Trom m er, R ichter Im oberdorf (Kam m erpräsident); G erichtsschreiberin Kradolfer A ._______ Beschw erdeführerin, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend R eisedokum ente für ausländische Personen B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie aus M arokko stam m ende 42-jährige Beschw erdeführerin stellte am 16. Septem ber 2004 ein Asylgesuch in der Schw eiz. M it Verfügung vom 6. O k- tober 2004 w urde dieses abgeschrieben, w eil die Beschw erdeführerin am 21. Septem ber 2004 das Aufnahm ezentrum verlassen hatte und am glei- chen Tag via Zürich Flughafen nach M arokko zurückgekehrt w ar. B. Am 11. August 2005 reiste die Beschw erdeführerin erneut in die Schw eiz ein und stellte am 17. August 2005 ein zw eites Asylgesuch. Anlässlich der Befragungen in der Em pfangsstelle und beim Kanton gab sie an, dass ihr M ann im Jahre 2003 in Syrien Problem e m it dem Staat bekom m en habe, w as bei ihr einen N ervenzusam m enbruch und D epressionen ausgelöst habe. D eshalb habe sie sich in M arokko in ärztliche Behandlung begeben. D a ihr M ann kurze Zeit später in der Schw eiz ein Asylgesuch gestellt (Ver- fahren zur Zeit in zw eiter Instanz hängig) und sie m it ihm habe zusam m en sein w ollen, sei sie im Septem ber 2004 auch in die Schw eiz gekom m en. Sie habe es jedoch in der Em pfangsstelle nicht ausgehalten und sei w egen ihrer D epression freiw illig nach M arokko zurückgekehrt. Ein Zusam m enle- ben m it ihrem M ann sei w eder in Syrien noch in M arokko m öglich. D eshalb sei sie erneut in die Schw eiz eingereist. D as Asylgesuch der Beschw erdeführerin ist nach w ie vor beim Bundesam t für M igration hängig. C . Am 9. Februar 2007 stellten die Beschw erdeführerin und ihr Ehem ann den Antrag auf Erteilung je eines Identitätsausw eises m it R ückreisevisum , um den erkrankten Schw iegervater der Beschw erdeführerin in Saudi-Arabien zu besuchen. D as G esuch des Ehem annes w urde am 19. Februar 2007 gutgeheissen. D as G esuch der Beschw erdeführerin hingegen w urde m it Verfügung vom 19. Februar 2007 abgew iesen. Zur Begründung w urde ausgeführt, die Beschw erdeführerin gelte aufgrund des hängigen Asylge- suches zw ar als schriftenlos, ein Identitätsausw eis m it R ückreisevisum könne jedoch nur bei Vorliegen einer schw eren Krankheit oder beim Tod von Fam ilienangehörigen abgegeben w erden. D er Schw iegervater gehöre nicht zum Kreis der in der Verordnung genannten Fam ilienangehörigen, w eshalb dem G esuch um Ausstellung eines Identitätsausw eises nicht stattzugeben sei. D . M it Beschw erde vom 27. Februar 2007 beantragt die Beschw erdeführerin die Aufhebung der Verfügung vom 19. Februar 2007. D ie Vorinstanz sei anzuw eisen, ihr einen Identitätsausw eises m it R ückreisevisum auszustel- len. Im W eiteren seien ihr Kostenvorschuss und Verfahrenskosten zu er- lassen. Zur Begründung bringt sie im W esentlichen vor, dass zw ar die Vor- aussetzung von Art. 5 Abs. 2 Bst. a der Verordnung über die Ausstellung von R eisedokum enten für ausländische Personen vom 27. O ktober 2004 (R D V, SR 143.5) nicht erfüllt sei (schw ere Krankheit oder Tod eines Fam ilienangehörigen), dass sie jedoch aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes nicht alleine in der Schw eiz zurückbleiben könne. Sie sei aus m edizinischen G ründen darauf angew iesen, ihren M ann begleiten zu 3 können. In diesem Kontext könne die R eise m it ihrem Ehem ann nach Saudi-Arabien durchaus als Erledigung einer w ichtigen und unaufschieb- baren höchstpersönlichen Angelegenheit im Sinne von Art. 5 Abs. 2 Bst. b R D V interpretiert w erden. D er Beschw erde beigelegt w aren zw ei Arzt- zeugnisse, ausgestellt von D r. m ed. B._______ am 26. Februar 2007 bzw . von D r. m ed. C ._______ (undatiert). E. Am 13. M ärz 2007 reichte die Beschw erdeführerin eine Bestätigung der Asyl-O rganisation Zürich ein, w onach sie "gem äss den R ichtlinien für nach Asylfürsorgeverordnung unterstützte Personen“ unterstützt w ird. F. M it Vernehm lassung vom 21. M ärz 2007 beantragt die Vorinstanz die Ab- w eisung der Beschw erde. Aus Art. 5 Abs. 2 Bst. b R D V könne die Be- schw erdeführerin nichts zu ihren G unsten ableiten. U nter w ichtigen und unaufschiebbaren höchstpersönlichen und dam it vertretungsfeindlichen Angelegenheiten seien beispielsw eise die Anm eldung eines R entenan- spruchs, der Abschluss eines Erbvertrages, das Ablegen beziehungsw eise Abnehm en einer Prüfung oder die Einvernahm e als Zeuge zu verstehen. Im Ü brigen diene die genannte Bestim m ung nicht als Auffangtatbestand für diejenigen Fälle, w elche die Voraussetzungen von Art. 5 Abs. 2 Bst. a oder c R D V nicht erfüllten. G . M it R eplik vom 17. April 2007 m acht die Beschw erdeführerin geltend, dass die Aufzählung von G ründen in Art. 5 Abs. 2 Bst. b R D V nicht abschlies- send sei; es könnten grundsätzlich w eitere Sachverhalte darunter fallen. W eiter bringt sie vor, die Vorinstanz habe keine G üterabw ägung vorge- nom m en zw ischen dem öffentlichen Interesse der Asylbehörden, die R eise nicht zu bew illigen, und ihrem privaten Interesse, der Sorge um ihre G e- sundheit. Sie m acht geltend, dass nicht das R echt auf Bew egungsfreiheit, sondern das R echt auf körperliche und geistige U nversehrtheit im Sinne von Art. 10 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenos- senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) betroffen sei. Bei der vorgese- henen R eise handle es sich som it um eine w ichtige und unaufschiebbare höchstpersönliche Angelegenheit. M it der R eplik reichte die Beschw erde- führerin ein aktualisiertes Arztzeugnis von D r. m ed. B._______, ausgestellt am 10. April 2007, zu den Akten. H . M it Verfügung vom 8. Juni 2007 w urde die Beschw erdeführerin aufgefor- dert, sich dazu zu äussern, ob sie nach w ie vor ein aktuelles Interesse am Verfahren habe, da ihrem M ann das R eisepapier m it R ückreisevisum in- zw ischen ausgestellt w orden sei und er m öglicherw eise die R eise bereits angetreten habe. M it Eingabe vom 18. Juni 2007 erklärte die Beschw erde- führerin, dass sie an der Beschw erde festhalte. Ihr M ann habe die R eise noch nicht angetreten und w erde diese im Falle einer Abw eisung der Be- schw erde aus R ücksicht auf ihren G esundheitszustand auch nicht antre- ten.4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht beurteilt gem äss Art. 31 des Verw altungs- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) Beschw erden ge- m äss Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Ver- w altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und Art. 34 VG G aufgeführten Behörden. D azu gehören Verfügungen des Bundesam tes für M igration (BFM ) betreffend Verw eigerung der Ausstellung eines Identitäts- ausw eises m it R ückreisevisum für schriftenlose Ausländer (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlas- sung der Ausländer [AN AG , SR 142.20] in Verbindung m it Art. 1 R D V). 1.2 G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht nach dem Vw VG , sofern das G esetz nichts anderes be- stim m t. 1.3 D ie Beschw erdeführerin ist als Verfügungsadressatin durch die angefoch- tene Verfügung berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). Sie ist daher zur Beschw erde legiti- m iert. Auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde ist som it ein- zutreten (Art. 49 ff. Vw VG ). 2. 2.1 G em äss Art. 5 Abs. 2 R D V w ird einer schutzbedürftigen, vorläufig aufge- nom m enen oder asylsuchenden Person unter bestim m ten, abschliessend aufgezählten Voraussetzungen ein Identitätsausw eis m it R ückreisevisum ausgestellt. D azu gehören schw ere Krankheit oder Tod von Fam ilienange- hörigen (Bst. a), die Erledigung von w ichtigen und unaufschiebbaren höchstpersönlichen Angelegenheiten (Bst. b) und grenzüberschreitende Schulausflüge (Bst. c). Als Fam ilienangehörige im Sinne von Abs. 2 Bst. a gelten Eltern, G eschw ister, Ehegatten und Kinder. D en Ehegatten gleich- gestellt sind die eingetragenen Partnerinnen und Partner sow ie die in dau- ernder eheähnlicher G em einschaft zusam m enlebenden Personen (Art. 5 Abs. 3 R D V). 2.2 D ie restriktive R egelung bezüglich der Ausstellung von R eisedokum enten an asylsuchende Personen leitet sich aus dem G rundgedanken des Ins- tituts Asyl ab, bei dem davon ausgegangen w ird, dass Personen in der Schw eiz ein Asylgesuch stellen, um hier Schutz zu finden. Sie dürfen sich in aller R egel bis zum Abschluss des Verfahrens in der Schw eiz aufhalten (Art. 42 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]), die M öglichkeit von Auslandreisen besteht jedoch grundsätzlich nicht (vgl. W ALTE R STÖ C KLI, Asyl, in: Peter U ebersax/Peter M ünch/Thom as G eiser/ M artin Arnold [H rsg.], Ausländerrecht, H andbücher für die Anw altspraxis Bd. 8, Basel 2002, R z. 8.42). Zum anderen haben sich die Asylsuchenden den Schw eizer Behörden zur Verfügung zu halten, so lange sie sich im Verfahren befinden (Art. 8 Abs. 3 AsylG ).5 3. D ie Beschw erdeführerin ersuchte um die Ausstellung eines Identitätsaus- w eises m it R ückreisevisum , um ihren M ann ins Ausland begleiten zu kön- nen, der seinen schw er kranken Vater besuchen m öchte. D ie Vorinstanz w ies dieses G esuch ab. In der angefochtenen Verfügung stellte die Vor- instanz zunächst fest, dass die Beschw erdeführerin als schriftenlos gelte, da sie sich im Asylverfahren befinde (Art. 7 Abs. 2 R D V). D er erkrankte Schw iegervater gehöre jedoch nicht zum abschliessend aufgeführten Kreis der Fam ilienangehörigen (Art. 5 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 R D V). D eshalb sei das G esuch abzuw eisen. 3.1 Es ist unbestritten, dass die Beschw erdeführerin die Voraussetzungen von Art. 5 Abs. 2 Bst. a R D V nicht erfüllt (zum Kreis der Fam ilienangehörigen vgl. das U rteil des Bundesverw altungsgerichts C -1091/2006 vom 22. M ärz 2007 S. 5 in fine). H ingegen m acht sie geltend, Art. 5 Abs. 2 Bst. b R D V sei anw endbar: D ie R eise sei für sie aufgrund der drohenden Verschlech- terung ihres G esundheitszustandes sehr w ichtig und angesichts der bew il- ligten R eise ihres M annes, w elche für April 2007 geplant sei, auch unauf- schiebbar. D urch die R eise gem einsam m it ihrem M ann könnte die Ver- schlechterung ihres G esundheitszustandes verhindert w erden, w eshalb es sich schliesslich auch um eine höchstpersönliche Angelegenheit handle. 3.2 Art. 5 Abs. 2 Bst. b R D V setzt entsprechend seinem W ortlaut voraus, dass die gesuchstellende Person im Ausland eine w ichtige und unaufschiebbare höchstpersönliche Angelegenheit zu erledigen hat, w obei die genannten Kriterien kum ulativ zu verstehen sind. U nter höchstpersönlichen und dam it vertretungsfeindlichen, w ichtigen und unaufschiebbaren Angelegenheiten sind beispielsw eise die Anm eldung eines R entenanspruchs, der Abschluss eines Erbvertrages, das Ablegen beziehungsw eise Abnehm en einer Prü- fung oder die Einvernahm e als Zeuge zu verstehen. Ihnen allen ist ge- m einsam , dass sie zw angsläufig nur im Ausland und ausserdem nur von der gesuchstellenden Person selbst erledigt oder w ahrgenom m en w erden können (vgl. U rteil des Bundesverw altungsgerichtes C -1093/2006 vom 17. Juli 2007 E. 7). In den W eisungen des BFM zu Einreise, Aufenthalt und Arbeitsm arkt w ird in Bezug auf Art. 5 Abs. 2 Bst. b R D V als w eiterer G rund für die Ausstellung von R eisedokum enten die Teilnahm e an W ahlen ge- nannt. D agegen w ürden Berufsreisen grundsätzlich nicht unter die gesetz- lich vorgesehenen Abgabegründe fallen, unter Ausnahm e allerdings von „Einzelfällen m it H ärtefallcharakter“, w o die Ausstellung eines R eisedoku- m entes im Zusam m enhang m it der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit „denkbar“ sei (vgl. w w w .bfm .adm in.ch > Them en > rechtliche G rundla- gen > W eisungen und Kreisschreiben > W eisungen und Erläuterungen: Einreise, Aufenthalt und Arbeitsm arkt, S. 251 ff., Ziff. 33, Stand M ai 2006). Auch w enn die Aufzählung der Abgabegründe im R ahm en der Auslegung unbestim m ter R echtsbegriffe, w ie sie Art. 5 Abs. 2 Bst. b R D V enthält, nur eine beispielhafte ist, w ird doch deutlich, dass die Voraussetzungen im m er an eine Tätigkeit bzw . an die Erledigung einer Angelegenheit im Ausland anknüpfen, w elche die gesuchstellende Person direkt betrifft und zw ingen- den Anlass gibt, dorthin zu reisen. Einen derartigen G rund verm ag die Be- schw erdeführerin nicht zu nennen. Sie räum t in ihrer R echtsm itteleingabe 6 denn auch ein, ihr R eisegrund w erde vom R egelungsgehalt vom Art. 5 Abs. 2 Bst. b R D V nicht erfasst. Zw eck des von ihr beantragten R eisepa- piers ist nicht, einen bestim m ten O rt im Ausland erreichen zu können, son- dern das Zusam m ensein m it ihrem M ann. In diesem Zusam m enhang m acht sie geltend, eine – auch nur vorübergehende – Trennung, verur- sacht durch die Verw eigerung des R eisedokum ents, habe eine gesund- heitliche Beeinträchtigung zur Folge. Im Sinne einer Interessenabw ägung gehe das sich aus Art. 10 Abs. 2 BV ergebende R echt auf körperliche und geistige U nversehrtheit dem öffentlichen Interesse an einer Verw eigerung des R eisedokum entes vor. 3.3 W ie die Vorinstanz in ihrer Vernehm lassung zurecht ausführte, dient die Bestim m ung von Art. 5 Abs. 2 Bst. b R D V nicht als Auffangtatbestand für alle Fälle, w elche die Voraussetzungen von Art. 5 Abs. 2 Bst. a oder c R D V nicht erfüllen (vgl. U rteil des Bundesverw altungsgerichts C -1098/ 2006 vom 14. Juni 2007 E. 3.2). O b Buchstabe b von Art. 5 Abs. 2 R D V allenfalls dann herangezogen w erden könnte, w enn ein eigentliches Ab- hängigkeitsverhältnis zu einer Person besteht, w elche die Vorausset- zungen für die Abgabe eines R eisedokum entes erfüllt (zu denken ist an die Situation eines Kleinkindes, das auch nicht vorübergehend von einer D rittperson betreut w erden kann), und insofern R aum bestünde, auf die R üge der Verletzung des R echts auf körperliche und geistige U nversehrt- heit im Sinne von Art. 10 Abs. 2 BV näher einzugehen, kann offen bleiben. W ie nachfolgend zu zeigen ist, erleidet die Beschw erdeführerin näm lich durch den U m stand, dass sie ihren Ehem ann nicht nach Saudi-Arabien begleiten kann, keine relevante Beeinträchtigung ihrer körperlichen und geistigen U nversehrtheit. 4. G em äss den eingereichten Arztzeugnissen ist die Beschw erdeführerin seit 2005 w egen Panikattacken, Angst und D epressionen regelm ässig in ärztli- cher Behandlung. Laut dem undatierten ärztlichen Zeugnis von D r. C ._______ ist sie „nicht im Stande, längere Zeit ohne Betreuungspersonen auszukom m en.“ Auch das Zeugnis von D r. B._______ vom 26. Februar 2007 hält fest, die Beschw erdeführerin könne „nicht für W ochen alleine bleiben.“ Eine Begleitung ihres Ehem annes w äre daher sinnvoll. D as aktu- alisierte Zeugnis vom 10. April 2007 spricht präzisierend von einer ängst- lichen, abhängigen Persönlichkeitsstruktur (IC D -10 [International C lassifi- cation of D eceases]: F60.6 und F60.7). Zur Behandlung der auftretenden Angstzustände und D epressionen erhält die Beschw erdeführerin Antide- pressiva (C italopram ecosol und Tem esta). W eiter w ird ausgeführt, dass sie bei spontan auftretenden Anfällen, die m eistens nur w enige M inuten dauerten, ihren behandelnden Arzt oder ihren Ehem ann, der in der Privatw irtschaft arbeite, aufsuche. Aus den vorliegenden m edizinischen Zeugnissen kann zw ar geschlossen w erden, dass die Beschw erdeführerin m it psychischen Problem en zu käm - pfen hat und m edikam entös behandelt w ird. Sie bedarf aber offensichtlich keiner dauernden Betreuung und kann sich ihren Alltag selbst gestalten. Es m ag durchaus zutreffen, dass ihr der Ehem ann – neben dem behan- delnden Arzt – eine w ichtige Stütze ist. Es ist aber nicht einzusehen, 7 w eshalb die erforderliche Betreuung nicht anderw eitig sicher gestellt w er- den könnte. Selbst w enn der Ehem ann, w ie behauptet, ihre einzige Be- zugsperson sein sollte, kann ihr zugem utet w erden, dass sie sich an ande- re (Fach-)Personen oder Institutionen w endet, sow eit sie – um die Zeit der Abw esenheit ihres Ehem annes zu überbrücken – auf U nterstützung ange- w iesen ist. In Zürich w ohnhaft, hat sie zw eifelsohne die M öglichkeit, Kon- takte zu Landsleuten zu pflegen; zudem spricht sie fliessend französisch. D azu kom m t, dass von ihrem Ehem ann erw artet w erden kann, dass er bei der Planung seiner R eise – hinsichtlich Zeitpunkt und D auer – auf den G e- sundheitszustand seiner Partnerin R ücksicht nim m t. D er Zw eck der R eise (Besuch des kranken Vaters in Saudi-Arabien) erfordert jedenfalls keine Abw esenheit w ährend W ochen bzw . längerer Zeit, w ie die ärztlichen Zeug- nisse offenbar annehm en. D am it ist davon auszugehen, dass – bei sorgfältiger Planung – die vor- übergehende Trennung der Beschw erdeführerin von ihrem Ehem ann keine gravierenden Ausw irkungen bzw . keine überm ässige Beeinträchtigung zur Folge hat. Auch w enn "verschiedene H oheitsakte, die sich durchaus auf die persönliche Lebensgestaltung ausw irken, [...] den Einzelnen zw ar sub- jektiv stören oder sein subjektives W ohlbefinden beeinträchtigen [m ögen], genügen [diese] von ihrer W irkungsintensität her aber nicht, um unter den Schutzbereich der persönlichen Freiheit gefasst zu w erden. D ie G arantie schützt folglich nicht vor jeglichem physischen oder psychischen M iss- behagen." (R EG U LA KIEN ER /W ALTE R KÄLIN , G rundrechte, Bern 2007, S. 128, m it H inw eisen). G leiches gilt für das R echt auf körperliche und geistige U nversehrtheit als Teilbereich des R echts auf persönliche Freiheit gem äss Art. 10 Abs. 2 BV. 5. Zusam m enfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz die Ausstellung eines Identitätsausw eises m it R ückeisevisum zurecht verw eigert hat. D ie angefochtene Verfügung erw eist sich dam it als rechtm ässig (Art. 49 Vw VG ). D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen. 6. In Anw endung von Art. 63 Abs. 1 in fine Vw VG in Verbindung m it Art. 6 Bst. b des R egelem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 (VG KE, SR 173.320.2) ist auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten. D am it ist das G esuch um unentgeltliche R echtspflege (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) gegenstandslos. (D ispositiv S. 8)8 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. _____) R echtsm ittelbelehrung G egen dieses U rteil kann innert dreissig Tagen seit Eröffnung beim Bundesge- richt, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 93 und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzu- fassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D ie angefochtene Verfügung und die Bew eis- m ittel sind, sow eit sie die Partei in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). D er Kam m erpräsident: D ie G erichtsschreiberin: Antonio Im oberdorf Barbara Kradolfer Versand am :