<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2001 68 S.304</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">304</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>68</b></span> <span class="ft1"><b>Erneuerung eines Baugesuchs.</b></span><br/> <span class="ft1"><b>- Grundsätzlich kann ein abgewiesenes Baugesuch wegen fehlender</b></span><br/> <span class="ft1"><b>materieller Rechtskraft jederzeit neu gestellt werden; Grenzen des</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Rechtsmissbrauchsverbots und der Rücksicht auf die Verwaltungs-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>ökonomie (Erw. 1).</b></span><br/> <span class="ft1"><b>- Anspruch des Gesuchstellers auf materielle Beurteilung des erneuer-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>ten Baugesuchs wegen veränderter Ausgangslage bejaht (Erw. 2/b).</b></span><br/> <br/> <span class="ft2">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 17. Dezember</span><br/> <span class="ft2">2001 in Sachen B. gegen Baudepartement.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">1. Die Baubewilligung wird im Allgemeinen als Polizeibewilli-</span><br/> <span class="ft5">gung qualifiziert (Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau-</span><br/> <span class="ft5">und Umweltrecht, Band I, 3. Auflage, Zürich 1999, Rz. 509; Chris-</span><br/> <span class="ft5">tian Mäder, Das Baubewilligungsverfahren, Diss. Zürich 1991,</span><br/> <span class="ft5">Rz. 23, 430; Erich Zimmerlin, Kommentar zum Baugesetz des Kan-</span><br/> <span class="ft5">tons Aargau, 2. Auflage, Aarau 1986, § 152 N 5; AGVE 2000,</span><br/> <span class="ft5">S. 247). Auf die Erteilung einer Baubewilligung besteht ein Rechts-</span><br/> <span class="ft5">anspruch, wenn das Bauvorhaben dem massgebenden öffentlichen</span><br/> <span class="ft5">Recht, insbesondere den baurechtlichen Vorschriften entspricht (vgl.</span><br/> <span class="ft5">Zimmerlin, a.a.O., § 152 N 5; AGVE 2000, S. 247). Die Abweisung</span><br/> <span class="ft5">des Baugesuchs ist als negativer Verwaltungsakt deklarativer Natur</span><br/> <span class="ft5">und stellt fest, dass das Projekt nicht den Vorschriften entspricht</span><br/> <span class="ft5">(Zimmerlin, a.a.O., § 152 N 6; Josef Schwere, Das Baubewilligungs-</span><br/> <span class="ft5">verfahren nach aargauischem Recht, Diss. Zürich 1971, S. 127).</span><br/> <span class="ft5">Grundsätzlich kann ein Baugesuch, das nicht bewilligt wurde, jeder-</span><br/> <span class="ft5">zeit neu gestellt werden; es gibt keine (materielle) Rechtskraft eines</span><br/> <span class="ft5">negativen Verwaltungsakts (VGE III/103 vom 16. Dezember 1981 in</span><br/> <span class="ft5">Sachen G. AG, S. 6; Max Imboden/René A. Rhinow, Schweizerische</span><br/> <span class="ft5">Verwaltungsrechtsprechung, Band</span> <span class="ft5">I, 6.</span> <span class="ft5">Auflage, Basel/Frankfurt</span><br/> <span class="ft5">a. M. 1985, Nr. 42 B. I mit Hinweisen; Schwere, a.a.O., S. 127 f.).</span><br/> <span class="ft5">Die Möglichkeit, jederzeit ein neues Gesuch stellen zu können, wird</span><br/> <span class="ft5">in der Lehre unter Hinweis auf die Interessen Dritter (z.B. Nachbarn)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">305</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">am Bestand der ablehnenden Verfügung und auf das Interesse an der</span><br/> <span class="ft5">Rechtssicherheit zum Teil als fragwürdig betrachtet. Es sei deshalb</span><br/> <span class="ft5">auch beim Widerruf der Verweigerung einer Polizeierlaubnis (durch</span><br/> <span class="ft5">spätere Bewilligungserteilung) eine Interessenabwägung vorzuneh-</span><br/> <span class="ft5">men. Werde dagegen ein neues Gesuch eingereicht, dem ein neuer</span><br/> <span class="ft5">Sachverhalt oder eine neue Rechtslage zugrunde liege, so stelle sich</span><br/> <span class="ft5">die Frage des Widerrufs der Verweigerung der Polizeierlaubnis nicht,</span><br/> <span class="ft5">da sich die Rechtskraft der Verweigerung nur auf den Gegenstand</span><br/> <span class="ft5">des ersten Gesuchs erstrecke (Ulrich Häfelin/Georg Müller, Grund-</span><br/> <span class="ft5">riss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. Auflage, Zürich 1998,</span><br/> <span class="ft5">Rz. 1985 f.).</span><br/> <span class="ft5">Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts liegt die</span><br/> <span class="ft5">Grenze beim Erneuern von Baugesuchen in allgemeinen Rechts-</span><br/> <span class="ft5">grundsätzen wie dem Verbot des Rechtsmissbrauchs (vgl. § 3 Abs. 2</span><br/> <span class="ft5">VRPG) und der Rücksicht auf die Verwaltungsökonomie (erwähnter</span><br/> <span class="ft5">VGE in Sachen G. AG, S. 7; VGE III/130 vom 6. Dezember 1990 in</span><br/> <span class="ft5">Sachen H., S. 7; III/89 vom 16. September 1992 in Sachen W., S. 7).</span><br/> <span class="ft5">Ein Anspruch auf materielle Neubeurteilung besteht jedenfalls dann,</span><br/> <span class="ft5">wenn "neue", d. h. nach dem Erlass des ersten Entscheides hinzuge-</span><br/> <span class="ft5">tretene Umstände dargetan werden (erwähnter VGE in Sachen W.,</span><br/> <span class="ft5">S. 7, vgl. auch AGVE 1986, S. 165; 1977, S. 259 f.). Im erwähnten</span><br/> <span class="ft5">VGE in Sachen G. AG (S. 7) hat das Verwaltungsgericht Folgendes</span><br/> <span class="ft5">festgehalten:</span><br/> <span class="ft2">"Es muss also auf jedes Gesuch hin ein neuer Entscheid gefällt wer-</span><br/> <span class="ft2">den. Das gilt jedenfalls dann, wenn das zweite Baugesuch nicht genau</span><br/> <span class="ft2">mit dem ersten übereinstimmt. Es mag Fälle geben, wo diese Rege-</span><br/> <span class="ft2">lung missbraucht und vor allem die Nachbarn - ein typisch bau- und</span><br/> <span class="ft2">raumplanungsrechtliches Problem - durch solches Vorgehen übermäs-</span><br/> <span class="ft2">sig strapaziert werden. Dort kann unter Umständen eine andere Erledi-</span><br/> <span class="ft2">gung Platz greifen müssen."</span><br/> <span class="ft5">2. a) Der Stadtrat begründet seinen Nichteintretensentscheid</span><br/> <span class="ft5">damit, dass das neu eingereichte Baugesuch identisch sei mit dem</span><br/> <span class="ft5">abgelehnten Baugesuch. Es lägen keine neuen Erkenntnisse vor, und</span><br/> <span class="ft5">auch hinsichtlich der gesetzlichen Voraussetzungen seien keine Ver-</span><br/> <span class="ft5">änderungen zu verzeichnen, die eine Wiedererwägung rechtfertigten.</span><br/> <span class="ft5">Das erste Baugesuch sei abgewiesen worden, weil durch das Bau-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">306</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">vorhaben die Einheitlichkeit der Gesamtüberbauung gefährdet wor-</span><br/> <span class="ft5">den sei; da sich diesbezüglich im zweiten Baugesuch nichts geändert</span><br/> <span class="ft5">habe, könne nicht von einer zulässigen Erneuerung nach Ausmer-</span><br/> <span class="ft5">zung von festgestellten Mängeln gesprochen werden.</span><br/> <span class="ft5">Die Beschwerdeführer sind demgegenüber der Auffassung, das</span><br/> <span class="ft5">Nichteintreten des Stadtrats auf ihr Baugesuch stelle eine Rechtsver-</span><br/> <span class="ft5">weigerung dar. Das zweite Baugesuch sei nicht als Wiedererwä-</span><br/> <span class="ft5">gungsgesuch im Sinne eines formlosen Rechtsbehelfs eingereicht,</span><br/> <span class="ft5">sondern es sei ein neues Gesuch mit wesentlich veränderten rechtli-</span><br/> <span class="ft5">chen Rahmenbedingungen gestellt worden. Zum Einen hätten neu</span><br/> <span class="ft5">alle nötigen Zustimmungen der Nachbarn, insbesondere auch dieje-</span><br/> <span class="ft5">nigen der Einsprecher gegen das erste Baugesuch, vorgelegen, zum</span><br/> <span class="ft5">Zweiten seien auch die Plandarstellung verbessert sowie die vorher</span><br/> <span class="ft5">fehlenden Vermerke und Unterlagen vollständig eingereicht worden,</span><br/> <span class="ft5">und zum Dritten seien gegen das zweite Baugesuch keine Ein-</span><br/> <span class="ft5">sprachen mehr eingegangen. Dass die Ästhetik des Bauvorhabens im</span><br/> <span class="ft5">Gegensatz zu den genannten Punkten auch im zweiten Baugesuch</span><br/> <span class="ft5">unverändert gleich geblieben sei, könne angesichts des den Baube-</span><br/> <span class="ft5">willigungsbehörden in Einordnungsfragen immanent zukommenden</span><br/> <span class="ft5">Ermessensspielraums kaum als rechtlich zulässiger Grund für die</span><br/> <span class="ft5">Frage des Eintretens auf das zweite Baugesuch angesehen werden.</span><br/> <span class="ft5">Im Übrigen präsentiere sich - wegen der fehlenden Einsprachen - die</span><br/> <span class="ft5">Ausgangslage auch in Bezug auf die Ästhetikfrage anders.</span><br/> <span class="ft5">b) Umstritten und im Folgenden zu prüfen ist, ob ein Anspruch</span><br/> <span class="ft5">der Beschwerdeführer auf materielle Beurteilung ihres zweiten Bau-</span><br/> <span class="ft5">gesuchs besteht.</span><br/> <span class="ft5">aa) In formeller Hinsicht liegt ein neues Baugesuch vor, das</span><br/> <span class="ft5">vom Stadtrat indessen als Wiedererwägungsgesuch behandelt wurde.</span><br/> <span class="ft5">Klar erscheint zunächst, dass der Gegenstand des Baugesuchs, d.h.</span><br/> <span class="ft5">das Bauvorhaben selbst, grundsätzlich nicht verändert worden ist. In</span><br/> <span class="ft5">beiden Baugesuchen geht es um drei an die jeweilige Fassade mon-</span><br/> <span class="ft5">tierte Vordächer, bestehend aus einer Stahlkonstruktion mit Draht-</span><br/> <span class="ft5">glas, sowie um eine Glaswand. Im ersten Baugesuch betragen die</span><br/> <span class="ft5">angegebenen Masse 95 cm x 534 cm, 95 cm x 115 cm und 95 cm x</span><br/> <span class="ft5">370 cm; im zweiten Baugesuch werden 84 cm x 534 cm, 95 cm x</span><br/> <span class="ft5">115 cm und 95 cm x 454 cm angegeben. Die unterschiedlichen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">307</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Massangaben sind vorab auf die - von den Beschwerdeführern aner-</span><br/> <span class="ft5">kannte - Ungenauigkeit und mangelnde Professionalität der zuerst</span><br/> <span class="ft5">eingereichten Pläne und nicht etwa auf eine Projektänderung zurück-</span><br/> <span class="ft5">zuführen. Letzteres wird auch von den Beschwerdeführern nicht</span><br/> <span class="ft5">behauptet. Sie sehen die massgebenden Änderungen vielmehr darin,</span><br/> <span class="ft5">dass mit dem zweiten Baugesuch die Zustimmungserklärungen der</span><br/> <span class="ft5">Eigentümer der Parzellen Nrn. x, y und z beigebracht und zudem die</span><br/> <span class="ft5">mangelhaften Pläne, aufgrund derer auch die konkrete Beurteilung</span><br/> <span class="ft5">der Einordnungsfrage schwierig gewesen sei, verbessert worden</span><br/> <span class="ft5">seien. Die Vorinstanzen bestreiten die Relevanz dieser Änderungen.</span><br/> <span class="ft5">Das Fehlen der nachbarlichen Zustimmungserklärungen sei für die</span><br/> <span class="ft5">Abweisung des ersten Gesuchs gar nicht ausschlaggebend gewesen;</span><br/> <span class="ft5">ihre Beibringung hätte auch als Bedingung oder Auflage in die Bau-</span><br/> <span class="ft5">bewilligung aufgenommen werden können. Auch die eingereichten,</span><br/> <span class="ft5">etwas rudimentären Pläne seien nicht Ursache der Abweisung gewe-</span><br/> <span class="ft5">sen (Erw. a hievor).</span><br/> <span class="ft5">bb) Im Entscheid vom 15. Februar 2000, mit dem der Stadtrat</span><br/> <span class="ft5">das ursprüngliche Baugesuch abgewiesen hat, wird unter dem Titel</span><br/> <span class="ft5">"Überbaurechte" ausgeführt, das beabsichtigte Bauvorhaben erfor-</span><br/> <span class="ft5">dere Überbaurechte zu Lasten der Parzellen Nrn. x und z. Die bishe-</span><br/> <span class="ft5">rigen, zum Teil vorliegenden, Rechte seien nur für die bisherige</span><br/> <span class="ft5">Überbauung (ohne Vordächer) rechtskräftig. Unter der Überschrift</span><br/> <span class="ft5">"Einpassung/Ästhetik" wird anschliessend festgehalten, bei der sei-</span><br/> <span class="ft5">nerzeitigen Beurteilung (der Terrassensiedlung) sei eine einheitliche</span><br/> <span class="ft5">und harmonische Architektur vorausgesetzt worden. Ein mit den jetzt</span><br/> <span class="ft5">vorliegenden Vordächern projektiertes einzelnes Terrassenhaus</span><br/> <span class="ft5">(innerhalb der Überbauung) wäre nie bewilligt worden. Mit dem be-</span><br/> <span class="ft5">absichtigten Anbau der drei Vordächer werde der einheitliche Aus-</span><br/> <span class="ft5">druck der Gesamtüberbauung empfindlich gestört. Aufgrund der vor-</span><br/> <span class="ft5">genannten Argumente werde der Anbau der Vordächer abgelehnt.</span><br/> <span class="ft5">Das Entscheiddispositiv schliesslich lautet dahingehend, dass auf-</span><br/> <span class="ft5">grund der vorstehenden Erwägungen die Einsprache von W. betref-</span><br/> <span class="ft5">fend Einpassung (Ästhetik) gutgeheissen und das Baugesuch für die</span><br/> <span class="ft5">Vordächer abgelehnt werde, während auf die Einsprache von L. unter</span><br/> <span class="ft5">diesen Umständen nicht mehr eingetreten werden müsse.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">308</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Nicht aus dem Dispositiv, wohl aber aus der Entscheidbegrün-</span><br/> <span class="ft5">dung geht somit hervor, dass die für die Dächer fehlenden Überbau-</span><br/> <span class="ft5">rechte doch eine Rolle gespielt haben und für die Verweigerung der</span><br/> <span class="ft5">Baubewilligung mitentscheidend waren. Zumindest mussten und</span><br/> <span class="ft5">durften die Beschwerdeführer dies aufgrund des Wortlauts der Be-</span><br/> <span class="ft5">gründung des Entscheids annehmen. Schliesslich hatten ja auch die</span><br/> <span class="ft5">Verfasser der beiden Einsprachen zur Hauptsache den nicht gewähr-</span><br/> <span class="ft5">leisteten gesetzlichen Grenzabstand und das fehlende Näher- bzw.</span><br/> <span class="ft5">Überbaurecht thematisiert; nur W. hatte zusätzlich ästhetische Grün-</span><br/> <span class="ft5">de geltend gemacht. Insofern kann das Beibringen der Einwilligun-</span><br/> <span class="ft5">gen der Nachbarn zum Bauvorhaben nicht als bloss irrelevante Än-</span><br/> <span class="ft5">derung des neuerlichen Baugesuchs betrachtet werden, auch wenn</span><br/> <span class="ft5">das Bauprojekt selbst dabei unverändert blieb.</span><br/> <span class="ft5">Wenn die - inzwischen offenbar auch anwaltlich beratenen - Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführer davon absahen, den für sie negativen Entscheid des</span><br/> <span class="ft5">Stadtrats auf dem Beschwerdeweg weiterzuziehen, weil sie eine Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerde wegen der fehlenden Überbaurechte - wohl zu Recht - von</span><br/> <span class="ft5">Vornherein als aussichtslos erachteten und es daher vorzogen, zu-</span><br/> <span class="ft5">nächst die erforderlichen schriftlichen Zustimmungen der betroffe-</span><br/> <span class="ft5">nen Nachbarn zum Bauvorhaben einzuholen und ein neues Bauge-</span><br/> <span class="ft5">such einzureichen, so lässt sich dies - entgegen der Auffassung der</span><br/> <span class="ft5">beiden Vorinstanzen - weder als mit dem Grundsatz der Verfahrens-</span><br/> <span class="ft5">ökonomie unvereinbar noch als rechtsmissbräuchlich bezeichnen.</span><br/> <span class="ft5">Dies würde selbst dann gelten, wenn die Beschwerdeführer das ver-</span><br/> <span class="ft5">besserte Baugesuch allein deswegen eingereicht hätten, um auf dem</span><br/> <span class="ft5">Rechtsmittelweg eine Überprüfung der vom Stadtrat negativ beur-</span><br/> <span class="ft5">teilten Ästhetikfrage herbeiführen zu können. Mit einer Beschwerde</span><br/> <span class="ft5">gegen den ersten Ablehnungsbeschluss hätten sie eine solche Beur-</span><br/> <span class="ft5">teilung aus den genannten Gründen mit grösster Wahrscheinlichkeit</span><br/> <span class="ft5">nicht erreicht. Im vorliegenden Fall weist allerdings der Umstand,</span><br/> <span class="ft5">dass die Beschwerdeführer dem neuen Baugesuch nebst der Zustim-</span><br/> <span class="ft5">mung der Nachbarn auch mehrere Pläne mit verbesserter Darstel-</span><br/> <span class="ft5">lung, namentlich auch in Bezug auf die bemängelte Einordnung der</span><br/> <span class="ft5">drei Vordächer in die bestehende Terrassensiedlung beifügten, darauf</span><br/> <span class="ft5">hin, dass es ihnen primär um eine Neubeurteilung der Ästhetikfrage</span><br/> <span class="ft5">aufgrund verbesserter Plangrundlagen durch den erstinstanzlich zu-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">309</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">ständigen Stadtrat selbst (im Hinblick auf einen positiven Entscheid)</span><br/> <span class="ft5">ging und erst in zweiter Linie um die erneute Öffnung des Rechts-</span><br/> <span class="ft5">mittelwegs.</span><br/> <span class="ft5">cc) Aufgrund des Gesagten ist von einer für eine materielle Be-</span><br/> <span class="ft5">urteilung des neuen Baugesuchs in ausreichendem Masse veränder-</span><br/> <span class="ft5">ten Ausgangslage auszugehen. Es kann trotz Identität des Projekts</span><br/> <span class="ft5">klarerweise nicht gesagt werden, dass das erste und das zweite Bau-</span><br/> <span class="ft5">gesuch vollständig miteinander übereingestimmt hätten (vgl. auch</span><br/> <span class="ft5">Erw. 1 hievor); vielmehr sind u.a. auch schwerwiegende Mängel</span><br/> <span class="ft5">behoben worden, mit denen die erste Bewilligungsverweigerung mit-</span><br/> <span class="ft5">begründet worden war. Richtigerweise hätte der Stadtrat daher auf</span><br/> <span class="ft5">das Baugesuch vom 14. April 2000 eintreten und dieses materiell be-</span><br/> <span class="ft5">handeln müssen. Im vorliegenden Fall sind überdies auch keine zu</span><br/> <span class="ft5">schützenden nachbarlichen Interessen ersichtlich, die gegen eine</span><br/> <span class="ft5">erneute Behandlung des Gesuchs gesprochen hätten; vielmehr haben</span><br/> <span class="ft5">die direkt betroffenen Nachbarn - wie mehrfach ausgeführt - dem</span><br/> <span class="ft5">Bauvorhaben ausdrücklich zugestimmt.</span><br/></div> </div> </body> </html>