<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/html4/loose.dtd"> <html lang="en"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Entscheid: IV.2009.00911</title> <link href="/c050018/svg/findexweb.nsf/favicon.ico" rel="SHORTCUT ICON"/> <link href="/xsp/.ibmxspres/dojoroot-1.9.7/dijit/themes/tundra/tundra.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> <link href="/xsp/.ibmxspres/dojoroot-1.9.7/ibm/domino/widget/layout/css/domino-default.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> <link href="/domjava/xsp/theme/webstandard/xsp.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> <link href="/domjava/xsp/theme/webstandard/xspLTR.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> <link href="/domjava/xsp/theme/webstandard/xspFF.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> <link href="/c050018/svg/findexweb.nsf/svger.scss" media="screen" rel="stylesheet" type="text/css"/> <link href="/c050018/svg/findexweb.nsf/svger_print.scss" media="print" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body class="xspView tundra"> <form action="/c050018/svg/findexweb.nsf/urteil.xsp?uid=UWEE-9AR684" class="xspForm" enctype="multipart/form-data" id="view:_id1" method="post"> <header><div class="container-main noprint"><div class="container-header"><img alt="" class="xspImage" id="view:_id1:_id2:image1" src="/c050018/svg/findexweb.nsf/logo.png"/><div class="container-header-slogan show-for-medium"><h6>Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</h6></div></div></div></header><div class="container"> <div class="inner-container1 wrap clearfix"> <section class="vacancy"><div class="grid-container container-main"> <div class="grid-x grid-margin-x grid-margin-y container-form"> <div class="cell small-9 noprint"> <span>Entscheid: IV.2009.00911<span class="xspTextComputedField"></span></span></div> <div class="cell small-3 noprint"> <a href="#" id="view:_id1:lnkPrint">Drucken</a><a href="#" id="view:_id1:lnkBack">Zurück</a></div> <div class="cell small-12"> <div id="view:_id1:inputRichText1"><div class="domino-par--indent"><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="3"><b>IV.2009.00911</b></font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="3"><b> </b></font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="5">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="5">des Kantons Zürich</font><br/> <font face="Arial Unicode MS" size="3">I. Kammer</font><br/> <font face="Arial Unicode MS" size="3">Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende</font> <p><font face="Arial Unicode MS" size="3">Sozialversicherungsrichter Spitz</font></p> <p><font face="Arial Unicode MS" size="3">Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter</font></p> <p><font face="Arial Unicode MS" size="3">Gerichtsschreiberin von Streng</font></p> <br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"><b>Urteil vom 30. Mai 2011</b></font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">in Sachen</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="3">X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">Beschwerdeführer</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">vertreten durch Rechtsanwältin Stéphanie Schwarz</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">Sigg Schwarz Advokatur</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">Theaterstrasse 3, Postfach 2336, 8401 Winterthur</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="3">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font> <p><font face="Arial Unicode MS" size="3"> </font></p> <p><font face="Arial Unicode MS" size="3"> </font></p> <p><font face="Arial Unicode MS" size="3"> </font></p> <p><font face="Arial Unicode MS" size="3"> </font></p> <p><font face="Arial Unicode MS" size="3"> </font></p> <p><font face="Arial Unicode MS" size="3"> </font></p> <p><font face="Arial Unicode MS" size="3"> </font></p> <p><font face="Arial Unicode MS" size="3"> </font></p> <br/> <font face="RotisSerif" size="3">Unter Hinweis darauf, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass der 1966 geborene X.___ am Usher-Syndrom (erbliche Hör-Sehbehinderung) leidet (Urk. 8/35), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass er sich deshalb am 5. Dezember 2000 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 8/1),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ihm mit Verfügung vom 9. Oktober 2002 eine Entschädigung für eine Hilflosigkeit leichten Grades (infolge schwerer Hörsehbehinderung) ab 1. August 2001 zusprach (Urk. 8/79, vgl. Urk. 8/63, Urk. 8/68), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die IV-Stelle ihm ausserdem verschiedene Hilfsmittel (u.a. Hörgeräte beidseits) gewährte und ihm seit November 2002 eine ganze Invalidenrente ausrichtet (Urk. 8/41, Urk. 8/90),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die IV-Stelle mit Mitteilung vom 15. April 2008 den Anspruch des Versicherten auf die bisherige Ausrichtung der Hilflosentschädigung revisionsweise bestätigte (Urk. 8/121, vgl. Urk. 8/120), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass der Versicherte mit Revisionsbegehren vom 9. Februar 2009 um Erhöhung der Hilflosentschädigung ersuchte (Urk. 8/130, vgl. Urk. 8/143), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass er dabei geltend machte, seine Hörsehbehinderung habe erheblich zugenommen und inzwischen einen Schweregrad erreicht, der praktisch einer Taubblindheit gleich komme, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass ihm deshalb gestützt auf die Verwaltungspraxis, wonach Taubblinde und Taube mit hochgradiger Sehbehinderung als schwer hilflos gelten würden, ein Anspruch auf eine Entschädigung wegen schwerer Hilflosigkeit zustehe, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. Juli 2009, nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren, das Begehren um Erhöhung der Hilflosenentschädigung abwies (Urk. 2, Urk. 8/139, Urk. 8/143),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass sie in der Begründung festhielt, aus medizinischer Sicht sei der Versicherte zwar blind und hochgradig schwerhörig, jedoch nicht taub und damit nicht taubblind, womit die Voraussetzungen zur Anwendung der angerufenen Verwaltungspraxis nicht erfüllt seien,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass er am 14. September 2009 dagegen Beschwerde erheben liess mit dem Antrag, es sei ihm eine Entschädigung für eine Hilflosigkeit schweren Grades gestützt auf die erwähnte Verwaltungspraxis auszurichten, eventualiter eine solche für eine Hilflosigkeit mittleren Grades, subeventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und zum neuen Entscheid an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1, Urk. 15), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die IV-Stelle in der Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2009 auf Abweisung der Beschwerde schloss (Urk. 7), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass der Beschwerdeführer in der Replik vom 22. Dezember 2009 an seinem Standpunkt festhielt und die IV-Stelle am 7. Januar 2010 auf eine Duplik verzichtete (Urk. 15, Urk. 18), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">in Erwägung,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die IV-Stelle die gesetzlichen Bestimmungen über die Hilflosenentschädigung richtig wiedergegeben hat und darauf verwiesen wird (Urk. 2), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass, wie die IV-Stelle im Zusammenhang mit der Hilflosenentschädigung für eine Hilflosigkeit schweren Grades angeführt hat, nach der Verwaltungspraxis bzw. gemäss Randziffer 8056 des vom Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit (KSIH) Taubblinde und Taube mit hochgradiger Sehschwäche als schwer hilflos gelten, und hinsichtlich des Hilflosigkeitsgrades deshalb keine Abklärungen vorzunehmen sind, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass weiter festzuhalten ist, dass laut Art. 17 Abs. 1 und Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV), wenn sich der Grad der Hilflosigkeit in erheblicher Weise ändert, die Hilflosen-entschädigung von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben wird, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass Anlass zur Revision einer Hilflosenentschädigung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen gibt, die geeignet ist, den Grad der Hilflosigkeit und damit den Anspruch auf Hilflosenentschädigung zu beeinflussen, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Hilflosigkeitsgrades grundsätzlich die letzte rechtskräftige Verfügung ist, welche auf einer materiellen Prüfung des Leistungsanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung beruht (BGE 133 V 108 Erw. 5.4), dass der Erlass einer Verfügung jedoch dann verzichtbar ist, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74</font><font face="RotisSerif" size="3"><sup>ter</sup></font><font face="RotisSerif" size="3"> lit. f IVV) und die bisherige Invalidenrente oder Hilflosenentschädigung daher weiter ausgerichtet wird,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die entsprechende Mitteilung in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen ist, falls keine Verfügung verlangt wird (Art. 74</font><font face="RotisSerif" size="3"><sup>quater</sup></font><font face="RotisSerif" size="3"> IVV),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die Heranziehung einer solchen Mitteilung als Vergleichsbasis auch keine umfassende Abklärung inklusive Einkommensvergleich voraussetzt, sondern nur - aber immerhin -, dass die Mitteilung auf denjenigen Abklärungen beruht, welche mit Blick auf die möglicherweise veränderten Tatsachen notwendig sind,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass somit offensichtlich unveränderte Elemente und Voraussetzungen der Invalidität oder Hilflosigkeit nicht bei jeder Überprüfung der Dauerleistung erneut abgeklärt und im betreffenden Verwaltungsakt explizit abgehandelt worden sein müssen, damit dieser als zeitlicher Ausgangspunkt für die vergleichende Prüfung herangezogen werden kann (Urteile des Bundesgerichtes vom 10. September 2010 und vom 15. Oktober 2010, 9C_771/2009 und 9C_586/2010, je Erw. 2.2, mit Hinweisen),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass im Rahmen des mit Mitteilung vom 15. April 2008 abgeschlossenen Verfahrens Abklärungen stattgefunden haben (Urk. 8/116-121), sich jedoch die Frage stellt, ob dabei tatsächlich diejenigen getroffen worden sind, welche mit Blick auf die möglicherweise veränderten Tatsachen notwendig waren,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die IV-Stelle sowohl von Dr. med. T.___, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (Urk. 8/117), als auch von Dr. med. G.___, Fachärztin für Augenheilkunde (Urk. 8/118), Berichte eingeholt hat, demjenigen von Dr. T.___ aber keine Ergebnisse über eine neue, aktuelle Gehörprüfung zugrundelagen, sondern diejenigen vom 26. Januar 2001 und vom 5. Dezember 2005 (Urk. 8/117/3), wobei erstere als Grundlage für die erstmalige Zusprache von Hilflosenentschädigung gedient hatte,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass Dr. T.___ nur - aber immerhin - vage darauf hinwies, die 2002 angepassten IdO-Geräte dürften der Schwerhörigkeit nicht mehr gewachsen sein und sollten mittelfristig ersetzt werden, und er zudem ausdrücklich klarstellte, die letzte Konsultation am 28. Dezember 2007 sei nicht wegen der erwähnten Schwerhörigkeit erfolgt (Urk. 8/117/4, insbesondere Ziff. 4 und 7),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass auch der augenärztliche Bericht von Dr. G.___ vom 14. Februar 2008 keine näheren Angaben über spezifische Untersuchungen respektive Tests und deren Ergebnisse enthielt (Urk. 8/118/1), und dieser ferner auf einer ebenfalls schon relativ weit zurückliegenden Konsultation vom 27. September 2007 beruhte (Urk. 8/118/1 Ziff. 1),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass sich die IV-Stelle offenbar vor allem darüber ins Bild setzen lassen wollte, ob sich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ergeben habe, und infolgedessen die Mitteilung vom 15. April 2008 erliess, mit welcher sie die bestehende Hilflosenentschädigung bestätigte, ohne den Sachverhalt näher abzuklären,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass der Gesundheitszustand denn auch in Bezug auf eine mögliche Verbesserung - ohne spezifische Testergebnisse - ausreichend abgeklärt war, nicht aber mit Blick auf eine allfällige Verschlechterung, denn hiezu fehlten neue, aktuelle Untersuchungen in Bezug auf die konkrete Entwicklung von Hör- und Sehvermögen des Versicherten,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass damit die Mitteilung vom 15. April 2008 nicht als zeitlicher Ausgangspunkt für die vergleichende Prüfung herangezogen werden kann, weil im Hinblick auf diese Mitteilung keine Abklärungen getroffen worden sind, welche mit Blick auf den möglicherweise zu einer höheren Hilflosenentschädigung führenden Gesundheitszustand notwendig gewesen wären,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass demnach zu prüfen ist, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der ursprünglichen Verfügung vom 9. Oktober 2002 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 10. Juli 2009 in einem Ausmass verschlechtert haben, welches eine revisionsweise Erhöhung der Hilflosenentschädigung rechtfertigt, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die IV-Stelle in der Verfügung vom 9. Oktober 2002 eine leichte Hilflosigkeit gemäss Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV bejahte, da der Beschwerdeführer infolge schwerer Hörsehbehinderung bei der Pflege von gesellschaftlichen Kontakten hilfsbedürftig sei (Urk. 8/79, vgl. Urk. 8/63), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass der Verfügung im Wesentlichen der Bericht von Dr. G.___ vom 16. November 2001 und der Bericht von Dr. T.___ vom 29. Januar 2001 zugrundelagen (Urk. 8/35, Urk. 8/8), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass Dr. G.___ im Bericht vom 15. November 2001 als Diagnose ein Usher-Syndrom mit Schwerhörigkeit, drastischer Gesichtsfeldeinschränkung, elektroretino-graphisch nicht mehr ableitbaren Signalen nannte und festhielt, gemäss Gesichtsfeldmessung vom 31. Juli 2001 sei das Gesichtsfeld beidseits auf ca. 25 Grad eingeschränkt (Urk. 8/35), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass dem Bericht von Dr. T.___ vom 29. Januar 2001 (betr. Erstversorgung mit Hörgeräten) zu entnehmen ist, dass die am 26. Januar 2001 durchgeführte audiometrische Untersuchung eine ausgeprägte Schwerhörigkeit ergeben hatte (Urk. 8/8/2), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass, wie dem Bericht bzw. dem Sprachaudiogramm (vom 26. Januar 2001) zu entnehmen ist, mit einsilbigen Wörtern bei der Lautstärke von 75 Dezibel rechts und links ein Diskriminationsverlust von 60 %, bei der Lautstärke von 90 Dezibel rechts und links ein Diskriminiationsverlust von ca. 30 % und bei der Lautstärke von 105 Dezibel rechts bzw. links ein Diskriminationsverlust von 20 % bzw. 15 % ermittelt worden war (Urk. 8/8/5), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 10. Juli 2009 die Voraussetzungen gemäss Rz 8056 KSIH als nicht erfüllt erachtete, da der Beschwerdeführer nach den medizinischen Akten zwar blind sei, aber nicht an einer Taubheit leide (Urk. 2), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass der angefochtenen Verfügung der Bericht von Dr. G.___ vom 28. November 2008 sowie der Bericht von Dr. med. C.___, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde vom 19. Dezember 2008 und der Bericht vom 29. Januar 2009 (ergänzt durch die Berichte vom 6. April und 6. Mai 2009) zugrundelagen, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass Dr. G.___ im genannten Bericht festhielt, gemäss der gleichentags erfolgten Gesichtsfeldmessung betrage die Einschränkung des Gesichtsfelds beidseits ca. 10 % (Urk. 8/130/3-6), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass dem Bericht von Dr. C.___ vom 19. Dezember 2008 (betr. Folgeversorgung mit Hörgeräten) zu entnehmen ist, dass aufgrund der gleichentags durchgeführten audiometrischen Untersuchung eine hochgradige Schwerhörigkeit festgestellt wurde (Urk. 8/129), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass, wie dem Bericht bzw. dem Sprachaudiogramm (vom 19. Dezember 2008) zu entnehmen ist, mit einsilbigen Wörtern bei der Lautstärke von 75 Dezibel rechts und links ein Diskriminationsverlust von 100 % ermittelt wurde, bei der Lautstärke von 90 Dezibel rechts bzw. links ein Diskriminationsverlust von 65 % bzw. 70 %, bei der Lautstärke von 105 Dezibel rechts bzw. links ein Diskriminationsverlust von 100 % bzw. 40 % (Urk. 8/129/4 f.), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass Dr. C.___ im Bericht vom 29. Januar 2009 (ergänzt durch die Berichte vom 6. April und 6. Mai 2009) ausführte, es bestehe eine hochgradige Schwerhörigkeit, die sich v.a. in einer massiven Beeinträchtigung des Diskriminationsvermögens zeige, wie dies aus dem Sprachaudiogramm hervorgehe, im Vergleich zur früheren Beurteilung 2001 sei es denn auch zu einer massiven Verschlechterung des Diskriminationsvermögens gekommen (Urk. 8/130/7 f., Urk. 8/134-135), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass Dr. C.___ weiter ausführte, in einem ruhigen Raum wäre eine Verständigung durch Lippenlesen wahrscheinlich noch gut möglich, was aber bei der gleichzeitig vorliegenden starken Sehbehinderung auch wegfalle, bei Störlärm (Alltagsgeräusche) sei eine Verständigung praktisch nicht mehr möglich, auch mit der modernsten Hörgerätetechnologie sei eine befriedigende Rehabilitation bei gleichzeitig massiver Sehbehinderung nicht zu erwarten, auch wenn dadurch die Lebensqualität sicher verbessert werde (Urk. 8/130/7), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass aufgrund der medizinischen Akten mithin feststeht, dass sich die Hörsehbehinderung des Beschwerdeführers seit der ursprünglichen Verfügung vom 9. Oktober 2002 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 10. Juli 2009 deutlich verschlechtert hat und insbesondere beim Gehör eine massive Verschlechterung im Diskriminationsvermögen zu verzeichnen ist, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass zu prüfen bleibt, ob die Hörsehbehinderung des Beschwerdeführers heute bzw. im massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 10. Juli 2009 ein Ausmass bzw. einen Schweregrad erreicht hat, der praktisch einer Taubblindheit gleichkommt und die Voraussetzungen gemäss Rz 8056 KSIH damit erfüllt sind, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass der Beschwerdeführer hier insbesondere unter Berufung auf die Aussagen der Beratungsstelle für Hörsehbehinderte und Taubblinde in den Schreiben vom 9. Februar und 8. Juni 2009 geltend machte, aufgrund seiner Hörsehbehinderung befinde er sich im Alltag in der gleichen Situation wie ein Taubblinder (Urk. 15 S. 6), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die Beratungsstelle für Hörsehbehinderte und Taubblinde in diesen Schreiben anführte, die starke Ausprägung der doppelten Sinnesbehinderung habe für den Beschwerdeführer im Alltag, bei der Lebensbewältigung sowie in der Mobilität und Kommunikation schwerwiegende Folgen und sei mit massiven Einschränkungen verbunden, so könne er Tätigkeiten im Haus und ausserhalb des Hauses fast nur noch mit Begleitung ausführen, an unbekannte Orte begebe er sich nur noch in Begleitung, auch in der Wohnung sei die Mobilität stark eingeschränkt, so stosse er häufig Gegenstände um, übersehe Gläser etc., aufgrund der Schwerhörigkeit kämen nun schwerwiegende Kommunikationsprobleme hinzu und verschlimmerten die Situation zusätzlich, einem Dialog zu folgen bereite ihm - trotz Hörgeräten - auch in einem ruhigen Raum ausserordentliche Schwierigkeiten und sei schon bei geringen Nebengeräuschen ausgeschlossen, der Beschwerdeführer finde sich mithin in einer Vielzahl alltäglicher Situationen als praktisch gehörlos, also als taubblind wieder (Urk. 8/130/1 f., Urk. 8/143), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass beim Beschwerdeführer - so hielt die Beratungsstelle für Hörsehbehinderte und Taubblinde abschliessend fest - trotz optimaler Hilfsmittel eine akustische Verständigung und somit Kommunikation nicht mehr möglich sei, wie Dr. C.___ dies in seinem Bericht vom 29. Januar 2009 genau bestätigt habe, weshalb unter diesen Umständen die Hörsehbehinderung einer Taubblindheit gleichgesetzt werden müsse (Urk. 8/143), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die IV-Stelle, wie der Beschwerdeführer im weiteren zutreffend geltend machte, zur Frage, ob die Hörsehbehinderung des Beschwerdeführers praktisch die gleichen Auswirkungen habe wie eine Taubblindheit, nicht Stellung genommen hat, die Frage mithin nicht abgeklärt und insbesondere keine ärztliche Stellungnahme hierzu eingeholt hat, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass aufgrund der Angaben von Dr. C.___ und der Aussagen der Beratungsstelle für Hörsehbehinderte und Taubblinde nun aber hinreichend Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Hörsehbehinderung des Beschwerdeführers möglicherweise im Alltag einer Taubblindheit gleichkommt und die Voraussetzungen gemäss Rz 8056 KSIH damit erfüllt wären, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die Sache deshalb an die IV-Stelle zurückzuweisen ist, damit sie eine fachärztliche Stellungnahme zur Frage einhole, ob die Hörsehbehinderung des Beschwerdeführers praktisch einer Taubblindheit gleichgesetzt werden kann und damit die Voraussetzungen gemäss Rz 8056 KSIH erfüllt sind, und zudem, soweit erforderlich, eine Abklärung vor Ort durchführe und hernach über den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine revisionsweise Erhöhung der Hilflosenentschädigung neu befinde, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten von Fr. 800.-- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass der Beschwerdeführer gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers am 24. Juni 2010 eine Zusammenstellung ihres Aufwandes eingereicht und diesen mit 9 Stunden 45 Minuten sowie einem Spesentotal von Fr. 72.19 beziffert hat (Urk. 20),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">dass dieser Aufwand angemessen erscheint, womit dem Beschwerdeführer - unter Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 200.-- - eine Entschädigung zu Lasten der unterliegenden Beschwerdegegnerin von [(9,75 x Fr. 200.-- + Fr. 72.20) + 8 % MWSt =] Fr. 2'184.-- zuzusprechen ist,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"><b>erkennt das Gericht:</b></font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung vom 10. Juli 2009 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit sie nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Anspruch des Beschwerdeführers auf revisionsweise Erhöhung der Hilflosenentschädigung neu befinde. </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">2. Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozess-entschädigung von Fr. 2’184.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">4. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- Rechtsanwältin Stéphanie Schwarz</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- Bundesamt für Sozialversicherungen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">sowie an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">5. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><font face="RotisSansSerif" size="3"><b>30 Tagen</b></font><font face="RotisSansSerif" size="3"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font><br/> <font face="Arial" size="1"><b> </b></font></div></div></div> </div> </div> </section></div> </div> <input id="view:_id1__VUID" name="$$viewid" type="hidden" value="!cmh6otohh3qirn5p2252rpgd5!"/> <input name="$$xspsubmitid" type="hidden"/> <input name="$$xspexecid" type="hidden"/> <input name="$$xspsubmitvalue" type="hidden"/> <input name="$$xspsubmitscroll" type="hidden"/> <input name="view:_id1" type="hidden" value="view:_id1"/></form> </body> </html>