B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4402/2011 U r t e i l v o m 2 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), Richter Hans Schürch, Richter Daniele Cattaneo, Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. Parteien A._______, geboren am(…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 7. Juli 2011 / N _______. D-4402/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer Sri Lanka am 3. Oktober 2010 auf dem Luftweg und gelangte über ihm unbekannte Länder am 7. Dezember 2010 illegal in die Schweiz, wo er noch am sel - ben Tag ein Asylgesuch stellte. B. Am 13. Dezember 2010 fand im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel die Befragungen zur Person ( Kurzbefragung) statt. Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, er sei tamilischer Ethnie und stamme aus B._______ (C._______, Jaffna-Disktrikt). Am 30. Juni 2011 fand die direkte Anhörung des Beschwerdeführers zu seinen Asylgründen statt (Anhörung). C. Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei zus ammen mit einem Kollegen am 24. August 2010 von der Polizei angehalten und mitgenommen worden, als sie sich auf dem Rückweg von einer Beerdigung befunden hätten. In deren Lager sei er verhört und geschlagen worden, weil sie ihm vorg e- worfen hätten, Anhänger der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LT TE) transportiert und auf andere Weise unterstützt zu haben. In der Folge sei er noch vier - bis fünfmal im Lager der Armee verhört worden, wobei er jeweils einen oder mehrere Tage festgehalten worden sei. Das letzte Mal sei er gar fünf oder sechs Tage von den Soldaten festgehalten worden. Um diesen Behelligungen zu entgehen, habe er beschlossen, sein e Hei- mat zu verlassen. D. Mit Verfügung vom 7. Juli 2011 – eröffnet am 9. Juli 2011 – lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, ordnete dessen We g- weisung aus der Schweiz an und erachtete den Vollzug als zulässig, z u- mutbar und möglich. Zur Begründung wurde unter anderem ausgeführt, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) AsylG nicht stand, so dass deren Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. D.a Der Beschwerdeführer habe im Verlauf des Asylverfahrens wider - sprüchlich ausgesagt. So habe er bei der Kurzbefragung ausgesagt, an- lässlich der Beerdi gung hätten sie die Asche des Verstorbenen in einen Teich hinter dem Tempel geschüttet, deshalb sei seine Kleidung nass ge-D-4402/2011 Seite 3 wesen. Dies habe zur Festnahme geführt. Bei der Anhörung hingegen habe er angegeben, sie hätten die Asche ins Meer geschüttet (vgl. Akten der Vorinstanz A12/8 S. 3). Ferner habe anlässlich der Kurzbefragung zu Protokoll gegeben, da er wegen der Beerdigung nasse Kleider getragen habe, habe ihm die Polizei bei der Festnahme vorgeworfen, Anhänger der LTTE über das Meer transportiert zu h aben (vgl. A1/10 S. 5). Bei der An- hörung habe er hingegen behauptet, man habe ihm vorgeworfen, Mitgli e- der der LTTE mit dem Motorrad befördert zu haben (vgl. A12/8 S. 4). Auf- grund dieser Widersprüche bezüglich des angeblichen Grundes seiner Festnahme würden Zweifel am Wahrheitsgehalt der Vorbringen des B e- schwerdeführers auftauchen. Diese Zweifel würden, wie nachfolgend dar- gelegt werde, bezeichnenderweise durch widersprüchliche Aussagen zu den behaupteten Behelligungen erhärtet. Anlässlich der Kurzbefragung habe der Beschwerdeführer nämlich angege ben, er sei einen Tag lang festgehalten worden, als er das erste Mal ins Militä rlager mitgenommen worden sei (v gl. A1/10 S. 5), währendem er bei der Anhörung im Wider- spruch dazu erklärt habe, er sei zwei bis drei Ta ge festgehalten worden (vgl. A12/8 S. 3). Ferner wolle er gemäss seinen Aussagen bei der Kurz- befragung abgesehen von der ersten Mitnahme, zweimal zu Hause von Soldaten mitgenommen worden sein. Die anderen Male hätten ihn Dritte informiert, dass er sich im Militärlager melden müsse (vgl. A1/10 S.5). Bei der Anhörung habe er hingegen zu Protokoll gegeben, er sei häufig b e- reits anlässlich der Entlassung aus dem Camp aufgefordert worden, sich wieder zu melden (vgl. A12/8 S. 3 f.). Weiter habe er bei der Kurzbefra- gung angegeben, am 10. September 2010 sei er letztmals im Militärlager festgehalten worden (vgl. A1/10 S. 5). Bei der Anhörung habe er hing e- gen behauptet, dies habe sich letztmals zwei Tage bevor er sein Dorf am 1. Oktober 2010 verlassen habe, ereignet ( vgl. A12/8 S. 4). Diese Wide r- sprüche bezüglich zentraler Punkte in seinen Vorbringen habe der B e- schwerdeführer auch auf entsprechende Vorbehalte hin nicht aufzul ösen vermocht (vgl. A12/8 S. 5). D eshalb könne nicht geglaubt werden, das s sich das von ihm Behauptete tatsächlich ereignet habe. E. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 8. August 2011 focht der Be - schwerdeführer die Verfügung des BFM beim Bundesverwaltungsgericht mit folgenden Rechtsbegehren an: Es sei ihm vollständige Einsicht in die gesamten Asyl- und Vollzugsakten zu gewähren. Insbesondere sei ihm Einsicht in den vom BFM zitierten Dienstreisebericht des BFM vom Herbst 2010 sowie allfällige weitere verwendete Länderinformationen zu gewähren. Diesbezüglich sei dem Beschwerdeführer eine angemessene D-4402/2011 Seite 4 Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen. Es sei die Verfügung des BFM vom 7. Juli 2011 wegen Verletzung formellen Rechts aufzuheben und es sei die Sache zur Neubeurteilung an das BFM z u- rückzuweisen. Eventuell sie die Verfügung des BFM vom 7. Juli 2011 auf- zuheben und es sei die Sache zur Feststellung des vollständi gen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Eventuell sei die Verfügung des BFM vom 7. Juli 2011 aufzuheben und es sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerd e- führers festzustellen. Es sei ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. Even- tuell sei die Verfügung des BFM vom 7. Juli 2011 betreffend die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs aufzuheben und es sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges festzustellen. Es sei dem Rechtsvertreter des Be- schwerdeführers vor der Gutheissung der Beschwerde eine angemess e- ne Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote zur Bestimmung der Parteientschädigung anzusetzen. Mit der Beschwerdeschrift wurden als Beweismittel unter anderem die angefochtene Verfügung in Kopie, drei Ausdrucke von Google -Maps sowie insgesamt 21 Berichterstattu n- gen von Medien und verschiedenen Organisationen sowie weitere Dok u- mente in Bezug auf die politische und menschenrechtliche Situation in Sri Lanka übermittelt. Auf die Begründung der Beschwe rde und den Inhalt der eingereichten Beweismittel wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. F. Am 11. August 2011 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein - gang der Beschwerde. G. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 2 8. November 2011 ergänzte der Beschwerdeführer die Art. 7, 8 und 20 der Beschwerde vom 8. August 2011. Dabei legte er eine Kostennote in s Recht sowie zwei Referen z- schreiben in Kopie und übermittelte 11 weitere Dokumente in Bezug auf die politische und menschenrechtliche Situation in Sri Lanka. Auf die en t- sprechenden Ausführungen und den Inhalt der einge reichten Beweismit- tel wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eing e- gangen. H. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 1 0. Juli 2012 wurde dem Beschwerdeführer die Gelegenheit eingeräumt, sich bis am 25. Juli 2012 zum vorinstanzlichen Länderbericht zu Sri Lanka ve r-D-4402/2011 Seite 5 nehmen zu lassen. Über die in der Beschwerdeschrift gestellten Anträge werde zu einem späteren Zeitpunkt befunden. I. I.a Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 25. Juli 2012 nahm der Be- schwerdeführer zum Dienstreisebericht des BFM Stellung. Dabei verwies er im Wesentlichen auf seine diesbezüglichen Ausführungen in einem an- deren ähnlichen Verfahren und legte die entspr echende Stellungnahme ins Recht. Zudem reichte er 12 weitere Dokumente zur politischen und menschenrechtlichen Situation in Sri Lanka ein. Bezüglich seines bereits in der Beschwerdeschrift geltend gemachten Vorbringen, wonach er nach seiner Reise in die Sc hweiz dreimal von der Armee bei seinen Eltern g e- sucht worden sei, und diese dabei zu Schaden gekommen seien legte er ein sri -lankisches Arztzeugnis und eine ärztliche Spitalüberweisung ins Recht und stellte weitere Beweismittel in Aussicht. Auf die Ausführ ungen in der Eingabe und den Inhalt der eingereichten Beweismittel wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. I.b Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 8. August 2012 reichte der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den geltend gemachten Verlet- zungen seiner Eltern zwei Kopien einer "Diagnosis Card" eine Kopfverlet- zung betreffend, eine Kopie [einer Spitalüberweisung] und ein Arztzeugnis (…) im Original ins Recht. Dazu legte er vier Fotografien seiner Narben in Kopie zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgeric ht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s-D-4402/2011 Seite 6 lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des A sylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Vorab werden in der Beschwerde formelle Rügen erhoben. Die Vorin - stanz habe das Akteneinsichtsrecht sowie weitere Teile des rechtlichen Gehörs verletzt. 4. 4.1 Der Anspruch der Beschwerdepartei auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos senschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 29 VwVG) umfasst verschiedene Teilgehalte, die als Mitwirkungsrechte und Informationsansprüche au s- gestaltet sind. Zu nennen ist unter anderem das Recht auf Einsicht in die Verfahrensakten (Art. 26-28 VwVG), das der betroffenen Person ermögl i- chen soll, die Grundlagen eines sie betreffenden Entscheids zu kontrollie- ren und gegebenenfalls wirksam und sachbezogen Stellung zu beziehen (vgl. etwa MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 255, m.w.N.; STEPHAN C. BRUNNER, in: Christoph Auer/Markus D-4402/2011 Seite 7 Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, Zürich/ St. Gallen 2008, Art. 26, N 2; ALFRED KÖLZ/ ISABELLE HÄNER, Verwal- tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 295; BERNHARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Z ü- rich/ Basel/Genf 2009, Art. 26, N 4 ff., 32 f.). Demnach ist d en Parteien grundsätzlich Einsicht in die Akten zu ge währen, und dieses Recht darf nur aus nahmsweise verweigert werden. Unter die als Beweismittel di e- nenden Aktenstücke im Sinne von Art. 26 Abs. 1 Bst. b VwVG fallen in s- besondere die im konkreten Fall tatsä chlich als Beweismittel herangez o- genen Aktenstücke sowie ausserdem alle Unterlagen, welche grundsät z- lich geeignet sind, in einem konkreten Verfahren als Beweismittel zu di e- nen (dazu BGE 132 V 387 E. 3.2 S. 389, 121 I 225 E. 2a S. 227, 119 Ib 12 E. 6b S. 20; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1994 Nr. 1 E. 3a; vgl. zudem WALD- MANN/OESCHGER, a.a.O., Art. 26, N 58). Des Weiteren ist im vorliegenden Zusammenhang auf die Begründungspflicht hinzuweisen. Die Begrü n- dung eines Entscheids soll der betroffenen Person die Tatsachen und Rechtsnormen zur Kenntnis bringen, die für die entscheidende Behörde massgeblich waren. Damit soll der Adressat des Entscheids ausserdem in die Lage versetzt werden, den Entscheid sachgerecht anzufechten (vgl. FELIX UHLMANN/ ALEXANDRA SCHWANK, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 35, N 10, 17). 4.2 In der angefochtenen Verfügung ist kein ausdrücklicher Hinweis auf einen konkreten Dienstreisebericht enthalten. Indessen ist unbestritten, dass das Bundesamt im September 2010 eine Dienstreise nach Sri La n- ka durchführte, um Erkenntnisse zur dortigen Lage nach dem Ende des Bürgerkriegs sowie zur Frage zu gewinnen, ob und inwiefern sich die Zumutbarkeit einer allfälligen Rückkehr sri-lankischer Asylsuchender in ih- ren Heimatstaat verändert habe. In der angefochtenen Verfügung ist zu - dem von "Erkenntnissen" des BFM die Rede, wobei in diesem Zusa m- menhang auf die erwähnte Dienstreise sowie die UNHCR-Richtlinien vom 5. Juli 2010 hingewiesen wird. Es werden keine anderweitigen Quellen genannt. Somit ist objektiv davon auszugehen, dass die Erkenntnisse des Bundesamts, welche zur Begründung einer Praxisänderung in Bezug auf die Beurteilung der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Sri Lanka hera ngezogen werden, unter anderem auf die Dienstreise vom Herbst 2010 zurückgehen. Mit anderen Worten stützt sich die angefoc h- tene Verfügung in entscheidwesentlicher Weise auf die Informat ionen, D-4402/2011 Seite 8 welche auf grund der Reise einer Delegation des BFM nach Sri Lank a gewonnen wurden. 4.3 Ungeachtet dessen, ob in der angefochtenen Verfügung ein konkreter Bericht zur fraglichen Dienstreise und mithin ein spezifisches Aktenstück genannt wird oder ob nur auf die Dienstreise an sich verwiesen wird, ist festzustellen, dass das aus dem verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör resultierende Recht des Beschwerdeführers auf Info r- mation über die wesentlichen Entscheidgrundlagen im vorliegenden Fall nicht ausreichend gewahrt worden ist. Indem sich das BFM in der ange - fochtenen Verfügung argumentativ wesentlich auf die Erkenntnisse der Dienstreise nach Sri Lanka vom Herbst 2010 gestützt hat, wäre es je - denfalls unter dem Gesichtspunkt der Begründungspflicht gehalten gewe- sen, dem Beschwerdeführer diese Erkenntnisse mit angeme ssener Transparenz offenzulegen. Eine knappe Wiedergabe lediglich der wic h- tigsten aus der Dienstreise gezogenen Schlüsse, wie mit der angefocht e- nen Verfügung geschehen, wird dem Informationsanspruch des B e- schwerdeführers nicht gerecht. Der Anspruch des Beschwerdeführers auf Einsicht in die Ergebnisse der Dienstreise setzt vielmehr voraus, dass ihm diese zumindest in Form einer schriftlichen Zusammenfassung z u- gänglich gemacht werden. Dabei hat diese Zusammenfassung alle w e- sentlichen Aspekte wiederzugeben, we lche für die aufgrund der Diens t- reise getroffenen Einschätzungen von konkreter Bedeutung sind. 4.4 Das BFM hat sich auf den Dienstreisebericht des BFM vom Septe m- ber 2010 in der angefochtenen Verfügung gestützt (siehe Erwägung E. 3.2 vorstehend), nähere diesbez ügliche Ausführungen jedoch unte r- lassen. Bei dieser Sachlage ist festzustellen, dass das BFM den A n- spruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt hat. Dieser Anspruch ist sodann formeller Natur, weshalb seine Verletzung grun d- sätzlich ohne weit eres - das heisst ungeachtet der materiellen Auswi r- kungen - zur Aufhebung des daraufhin ergangenen Entscheides führt (vgl. BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371 mit we i- teren Hinweisen, BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332). Ausgehend von einer entsprechenden Praxis des Bundesgerichts hat allerdings die Rechtspr e- chung aus prozessökonomischen Gründen Leitlinien für eine Heilung von Gehörsverletzungen auf Beschwerdeebene entwickelt, nach welchen sich eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der S a- che an die Vorinstanz erübrigt, wenn das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerdei n- stanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Ta t-D-4402/2011 Seite 9 bestand und Rechtsanwendung zukommt (vgl. BGE 133 I 201 und BGE 132 V 387), und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerd e- instanz mit ve rtretbarem Aufwand hergestellt werden kann (vgl. EMARK 1994 Nr. 1 E. 6b S. 15 ff. und EMARK 2004 Nr. 38 E. 7.1 S. 265; vom BVGer bestätigt in BVGE 2007/30 E. 8.2, im gleichen Sinne BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332, wobei gemäss diesem Entscheid eine Heilung die Ausnahme bleiben soll). 4.5 Das Bundesverwaltungsgericht hat das BFM im Rahmen eines and e- ren hängigen Verfahrens , bei welchem der gleiche Rechtsvertreter tätig war, mit Schreiben vom 29. November 2011 angewiesen, die Ergebnisse der Dienstreise nach Sri Lanka vom September 2010 schriftlich zusa m- menzufassen und dem Bundesverwaltungsgericht zu übermitteln. Da r- aufhin übermittelte das BFM mit Schreiben vom 22. Dezember 2011 die verlangte Zusammenfassung der Ergebnisse der Dienstreise nach Sri Lanka vom September 2010. 4.6 Mit Zwischenverfügung vom 10. Juli 2012 wurde dem Beschwerd e- führer eine Kopie der erwähnten Zusammenfassung übermittelt. Gleic h- zeitig wurde ihm die Gelegenheit gegeben, dazu bis am 25. Juli 2012, ei- ne Stellungnahme einzureichen. Mit Eingabe n vom 25. Juli 2012 sowie vom 8. August 2012 liess er sich diesbezüglich vernehmen. Angesichts der dem Beschwerdeführer gewährten Gelegenheit zur Stellungnahme kann der vorliegende Verfahrensmangel als geheilt erachtet werden (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f.). . 5. Mit der Beschwerdeschrift und den weiteren Eingaben im Verlauf des Be- schwerdeverfahrens werden weitere Verfahrensmängel gerügt, die sich insbesondere auf die Erhebung des Sachverhalts durch die Vorinstanz beziehen. Soweit diese im Zusammenhang mit den Erg ebnissen der Dienstreise des BFM vom September 2010 stehen, ist darauf nicht mehr einzutreten (vgl. die vorstehenden Ausführungen unter 4.). Auf die übr i- gen Rügen und die damit verbundenen prozessualen Anträge wird nac h- folgend eingegangen. 6. 6.1 Der Beschwerdeführer machte unter anderem geltend, er sei mit e i- nem Bekannten zur Bestattungszeremonie von dessen verstorbener Grossmutter unterwegs gewesen, als sie auf dem Rückweg von der A r- mee verhaftet und hernach getrennt worden seien (vgl. die vorstehenden D-4402/2011 Seite 10 Ausführungen unter C.) . Der Beschwerdeführer habe keine Kenntnisse über das weitere Schicksal seine s Bekannten, bei den Verhören sei ihm jedoch gesagt worden, sein Bekannter habe alles zugegeben. Dieses Sachverhaltselement sei bei der Beurteilung des vorliegenden Falles von rechtserheblicher Bedeutun g, das BFM habe es jedoch unterlassen, diesbezüglich weitere Abklärungen zu tätigen. Dies rechtfertige die Au f- hebung und Rückweisung des angefochtenen Entscheides an die Vori n- stanz. Der Beschwerdeführer versuche derzeit, seinen Bekannten ausfi n- dig zu mache n. In diesem Zusammenhang werde auch die Möglichkeit zur Einreichung dieser Beweismittel beziehungsweise eine entspreche n- de Frist beantragt. Da der Beschwerdeführer bei der Anhörung vom 30. Juni 2011 zu seinen Asylgründen zu keinem Zeitpunkt gefragt worden sei, ob in Sri Lanka seit seiner Ausreise im Herbst 2010 eine erneute Suche nach ihm stattgefunden habe, müsse die Feststellung des Sachverhalts durch das BFM auch in diesem Punkt als mangelhaft und unrichtig b e- zeichnet werden. Auch aus diesem Grund rechtfertige sich die Aufhebung und Rückweisung der angefochtenen Verfügung. Des weiteren habe es das BFM unterlassen mittels entsprechender Recherchen die Lage des Tempels in D._______ und die vom Beschwerdeführer beschriebene Route von seinem Wohnort dorthin zu eruieren sowie die örtlichen und re- ligiösen Gegebenheiten anlässlich einer hinduistischen Trauerzeremonie in Betracht zu ziehen. Ebenso wenig habe es die Vorbringen des B e- schwerdeführers vor dem Hintergrund aktueller und relevanter Länderi n- formationen über Sri Lanka geprüft. 6.2 Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 37 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP , SR 273) verpflichtet die Behörde nicht, alles und jedes, was wünschbar wäre, abzuklären. Bei der Auswahl der Beweismittel berücksichtigt sie vielmehr deren Tauglichkeit und B e- weiskraft (vgl. KÖLZ/ HÄNER, a.a.O., Rz. 276). Zusätzliche Abklärungen sind insofern nur dann vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der Parte i- vorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunk te Anlass besteht. Von beantragten Beweisvorkehren kann abgesehen we r- den, wenn der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, nicht rechtse r- heblich ist, wenn bereits Feststehendes bewiesen werden soll, wenn von vornherein gewiss ist, dass der angebotene B eweis keine wesentlich neuen Erkenntnisse zu vermitteln vermag oder wenn die Behörde den Sachverhalt aufgrund eigener Sachkunde ausreichend würdigen kann (vgl. KÖLZ/HÄNER a.a.O., Rz. 319 und 320; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162 mit Hinweis). Gelangt die Behörde bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, der zu beweisende Sachverhalt sei nicht rechtserhe b-D-4402/2011 Seite 11 lich oder der angebotene Beweis nicht geeignet, weitere Abklärungen herbeizuführen, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. 6.3 Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass zusätzliche Abkläru n- gen im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht zu neuen sachdienlichen Erkenntnissen führen könnten beziehungsweise auch im vorinstanzlichen Verfahren nicht entscheiderheblich gewesen wären: In antizi pierter B e- weiswürdigung ist festzustellen, dass eine ergänzende, vertiefte Sac h- verhaltsfeststellung bei der Beurteilung des vorliegenden Verfahrens nicht zu einem anderen Entscheid führen könnte, da die Vorbringen des B e- schwerdeführers zum einen offensichtlich unglaubhaft sind (siehe nac h- folgend E. 8.) und sich seit dem Länderbericht der Vorinstanz die Lage in Sri Lanka nicht grundlegend geändert hat . Im Weiteren findet die Unte r- suchungspflicht der Asylbehörden ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der Beschwerde führenden Partei (Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG). Es wäre demnach in der Ve r- antwortung des Beschwerdeführers gelegen, bereits im vorinstanzlichen Verfahren nähere Ausführung über die Lage des Tempels in D._______, die Gepflogenheiten anlässlich einer hinduistischen Bestattungszerem o- nie sowie seiner aktuellen Gefährdungslage in Sri Lanka zu machen. Ebenso wäre es an ihm gewesen, sich umgehend nach dem Verbleib seines Kollegen zu erkundigen und die entsprechenden Personen in se i- ner Heimat zu kontaktieren, und die entsprechenden Ergebnisse dieser Abklärungen unverzüglich den Schweizer Asylbehörden mitzuteilen, was indes nicht geschehen ist. Das BFM hat deshalb zu Recht auf weitere Abklärungen verzichtet. Die entsprechenden Beweisanträge werden demnach abgewiesen. 7. 7.1 Der Beschwerdeführer machte geltend, m it der angefochtenen Verfü- gung habe das BFM auch die Begründungspflicht verletzt. Die pauschale und minimalistische Ausführung des BFM, wonach sich die allgemeine Sicherheitslage und die Lebensbedingungen in Sri Lanka gebessert hä t- ten, seien nichts weiter als eine unbelegte und nicht übe rprüfbare Partei- behauptung und unter dem Gesichtspunkt der Begründungspflicht völlig ungenügend. 7.2 Die beiden Teilgehalte des rechtlichen Gehörs legen der Behör de die Pflicht auf, die Vorbringen eines Gesuchstellers einerseits nicht nur en t- gegen zu nehmen, sondern diese auch wirklich zu hören, sorgfältig zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen – was ge -D-4402/2011 Seite 12 wissermassen das Kernstück des rechtlichen Gehörs ausmacht (vgl. JÖRG PAUL MÜLLER, Grundrechte in der Schweiz, 3. Aufl., Bern 1999, S. 523; BGE 123 I 31 E. 2c) –, und andererseits dem Gesuchsteller g e- genüber im Rahmen einer Verfügung mitzuteilen, wie so der Entscheid so und nicht anders ausgefallen ist, beziehungsweise warum seinen Anträ - gen nicht stattgegeben wird. Die Begründung soll mithin die ernsthafte Prüfung der Vorbringen widerspiegeln und es dem Be troffenen ermögli- chen, den Entscheid gegebenenfalls sachge recht anfechten zu können, was nur mögli ch ist, wenn sich sowohl der Be troffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragwei te des Ent scheids ein Bild machen können (vgl. BGE 129 I 232 E. 3.2; EMARK 2006 Nr. 24 E. 5.1. S. 256). Die erforderliche Begründungsdichte richtet sich dabei im Einzelfall nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen und den Intere s- sen des Bet roffenen. Je grösser der Spielraum, welcher der Behörde i n- folge Ermessen und unbestimmter Rechtsbegriffe eingeräumt ist, und je stärker ein Entscheid in die individuellen Rechte des Betroffenen eingreift, desto höhere Anforderungen sind an die Begründung einer Verfügung zu stellen. Auch wenn sich die verfügende Behörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand aus - einandersetzen muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichts punkte beschränken darf (vgl. BGE 1 26 I 97 E. 2b), hat sie wenigstens kurz die Überlegungen zu nennen, von welchen sie sich leiten liess und auf we l- che sich ihr Entscheid stützt (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2 mit Hinweisen). Diesen Anforderungen hat das BFM mit den ausführlichen Erwägungen im angefochtenen Entscheid Genüge getan. Der Umstand, dass das BFM eine andere Schlussfolgerung zog als der Beschwerdeführer, stellt somit weder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs noch eine Ermessen s- überschreitung dar, weshalb die entsprechenden Rügen nicht gehört werden können. 8. 8.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). D-4402/2011 Seite 13 8.2 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise solche mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, sofern ihr die Nachteile gezielt und aufgrund bestimmter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG auf- gezählter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind respektive zugefügt zu werden drohen. Begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, Letztere hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit b e- achtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlich- keit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Es müssen demnach hinre i- chende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur Flucht hervorrufen würden. Die erlittene Verfo l- gung oder die begründete Furcht vor zukünftige r Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise aus dem Heimat - oder Her- kunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein. Zudem muss feststehen, dass die von einer Verfolgung bedrohte Person über k eine innerstaatliche Fluchtalternative verfügt (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7.1. ff. S. 193 f. und dort zitierte Urteile). 8.3 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie g e- nügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein, der inneren Logik entbehren oder den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss der Gesuchsteller persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn er wichtige Tatsachen unterdrückt oder b e- wusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründe t nachschiebt oder die nötige Mitwirkung am Verfahren verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des G e- suchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, welche für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 AsylG; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.; zu den Anforderungen an das Glaubhaftm a- chen der Vorbringen: vgl. statt vieler BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). D-4402/2011 Seite 14 8.4 Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer den Wortlaut sämt- licher Protokolle mit seiner Unterschrift bestätigt hat und sich deshalb seine Aussagen entgegenhalten lassen muss, zumal er die übersetze n- den Personen anlässlich der Befragungen "gut" (vgl. A 1/10 S. 8) bezi e- hungsweise "sehr gut" verstanden haben will ( A 12/8 S. 1). Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass den Aussagen einer asyls u- chenden Person im Empfangszentrum zu den Asylgründen angesichts des summarischen Charakters der Befragung für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit zwar nur ein beschränkter Bewei swert zukommt (vgl. EMARK 2005 Nr. 7 E. 6.2.1 S. 66 und die dort zitierte, weiterhin gü l- tige Praxis). Widersprüche dürfen nur dann herangezogen werden, wenn klare Aussagen im Empfangszentrum in wesentlichen Punkten der Asy l- begründung von den späteren Aussagen in der Anhörung beim Kanton oder beim BFM diametral abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, welche später als zentrale Asylgründe genannt we r- den, nicht bereits bei der Befragung im Empfangszentrum zumindest an- satzweise erwähnt werden. 9. 9.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – festzustellen, dass die Asylvorbringen des B e- schwerdeführers überwiegend mit Unglaubhaftigkeitselementen behaftet sind. Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung zu Recht ausgeführt, dass sich der Beschwerdeführer nicht nur bezüglich der geltend gemac h- ten Gründe der Festnahme vom 24. August 2010, sondern auch bezü g- lich der Umstände der geltend gemachten Festnahme sowie der weiteren Behelligungen, widersprüchlich äusserte, und er weder widerspruchsfrei schildern konnte, an welchem Ort die Asche des Verstorbenen verstreut worden sein soll, noch wie er die Anhänger der LTTE transportiert haben will (vgl. die vorstehende n Ausführungen unter D.). An dieser Einschä t- zung vermögen auch die Vorbringen auf Beschwerdeebene nichts zu ä n- dern. Für das Bundesverwaltungsgericht besteht somit nach Überprüfung der Akten keine Veranlassung, die Erwägungen des Bundesamtes zu b e- anstanden. Bei dieser Sachlage kann zur Vermeidung von Wiederholu n- gen auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen we r- den. 9.2 Bei dieser Sachlage kann auch seine auf Beschwerdeebene erhobe- ne Behauptung nicht geglaubt werden, wonach er nach seiner Reise i n die Schweiz dreimal von der Armee bei seinen Eltern gesucht worden sei, D-4402/2011 Seite 15 wobei die Armeeangehörigen seine Eltern angegriffen hätten und diese sich in ärztliche Behandlung hätten begeben müssen. Daran vermögen auch die in diesem Zusammenhang eingereichten Arztzeugnisse in Kopie und im Original nichts zu ändern . Da die vom Beschwerdeführer gegen ihn gerichtete behauptete Verfolgung den Anforderungen an die Glau b- haftigkeit nicht genügt, kann darauf verzichtet werden, die Asylrelevanz dieser Vorbringen zu prüfen, zumal die Ursachen der in den Arztzeugnis- sen angeführten Verletzungen nicht mit Bestimmtheit eruiert werden kö n- nen. 9.3 Soweit in der Beschwerde geltend gemacht wird, der Beschwerdefüh- rer müsse bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit asylbeachtlicher Verfol - gung rechnen, zumal er von den sri -lankischen Behörden verdächtigt worden sei, Mitglieder der LTTE transportiert zu haben , ist darauf hinz u- weisen, dass er die diesbezüglich geltend gemachten Behelligungen nicht glaubhaft darlegen konnte . Der Beschwerdefüh rer hat anlässlich der Kurzbefragung geltend gemacht, er habe Sri Lanka legal über den Flu g- hafen Colombo verlassen können. Dies macht deutlich, dass sich keine konkreten Verdachtsmomente gegen den Beschwerdeführer ergeben h a- ben, da eine Ausreise über den Flughafen Colombo (…), dem einzigen in- ternationalen Flughafen Sri Lankas, im sri-lankischen Kontext gegen eine asylrelevante Verfolgung spricht. Auch die Tatsache, dass er in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht hat und er sich hier seit Dezember 2010 aufhält, vermag seine Verfolgung bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht wahrscheinlich zu machen, da aus den Verfahrensakten keinerlei Anhaltspunkte hervorgehen, die darauf schlies sen liessen, dass er wä h- rend seines Aufenthalts in der Schweiz nahe Kontakte zu den LTTE u n- terhalten hat. Auch der Umstand, dass der Be schwerdeführer verschie- dene Narben hat, lässt ihn bei einer Rückkehr in sein Heimatland nicht als gefährdet erscheinen, zumal diese nicht eindeutig auf ihren Ursprung schliessen lassen . Entgegen der Behauptung in der Rechtsmittelschrift gehört der Beschwerdeführer somit keiner der in BVGE 2011/24 definie r- ten Risikogruppe an, weshalb er in Sri Lanka auch aus diesem Grund keine asylrelevante Verfolgung zu befürchten hat. 9.4 Zusammenfassend ist somit f estzustellen, dass es dem Be - schwerdeführer nicht gelungen ist, nachzuweisen oder glaubhaft zu ma - chen, dass er in der Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG e r- litten hat oder solche bei der Ausreise zu befürchten hatte oder im Falle einer Rückkeh r nach Sri Lanka befürchten müsste. Er erfüllt somit die Voraussetzungen zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht, wes-D-4402/2011 Seite 16 halb die Vorinstanz sein Asylbegehren zu Recht abgelehnt hat. Es erüb - rigt sich deshalb, auf die weiteren Vorbringen in der Recht smitteleingabe sowie auf die weiteren Eingaben und auf die eingereichten Beweismittel im Einzelnen weiter einzugehen, da sie an obiger Erkenntnis nichts zu ändern vermögen. 10. 10.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 10.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol - chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit Hinweisen). 11. 11.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge - mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgeri chts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigs - tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Ueber - sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg .], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 11.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen ( Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 D-4402/2011 Seite 17 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft v om 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein - kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schu tz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigen- der Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 11.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prin zip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb liche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 11.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh- rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK widrige Behan d- lung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. NA. v. United Kin g- dom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008 P .K. v. Den- mark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Der Gerichtshof unterstreicht, dass nicht in genereller Weise davon D-4402/2011 Seite 18 auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung; eine entsprechende Risikoe inschätzung müsse vielmehr verschiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be- fragung ein Interes se. Nachdem der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht hat, dass er befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heima t- land die Aufmerksamkeit der sri -lankischen Behörden in einem flüch t- lingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch ke i- ne Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine me n- schenrechtswidrige Behandlung im Heimatland drohen. Auch die allg e- meine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvol l- zug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (v gl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). An dieser Einschätzung ändern auch die diesbezügl i- chen Vorbringen des Beschwerdefüh rers in der Beschwerdeschrift sowie die dort zitierten Berichte nichts, weshalb es sich erübrigt, weiter darauf einzugehen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 11.5 11.5.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund vo n Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 11.5.2 Im bereits erwähnten Grundsatzurteil BVGE 2011/24 vom 27. Oktober 2011 hat das Bundesverwaltungsgericht eine aktuelle Anal y- se der allgemeinen, heute herrschenden Sicherheits - und politischen La- ge in Sri Lanka vorgenommen und di e in BVGE 2008/2 publizierte Weg- weisungsvollzugspraxis teilweise abgeändert. Da nach hat sich seit dem Ende des bewaffneten Konflikts zwischen der sri -lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 die allgemeine Lage in Sri Lanka erheblich ve r- bessert (vgl. BVGE a.a.O. E. 13.1). Die Lage in der Nordprovinz ist indes gebietsweise sehr unterschiedlich. So herrscht in den Gebieten, die b e- reits seit längerer Zeit unter Regierungskontrolle stehen, das heisst in den Distrikten Jaffna und in den südlichen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar (mit anderen Worten: die Nordprovinz unter Ausschluss des s o- genannten "Vanni-Gebietes") keine Situation allgemeiner Gewalt. Zudem ist die dortige politische Lage nicht dermassen angespannt, dass eine D-4402/2011 Seite 19 Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste. A n- gesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber beim Wegweisungsvollzug in dieses Gebiet eine sorgfältige, zur ückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutba r- keitskriterien auf. Nebst der allgemeinen Zumutbarkeit (u.a. sozio - ökonomische und medizinische Aspekte, Kindeswohl etc.) ist dabei auch dem zeitlichen Element gebührend Rechnung zu tragen. Für Personen, die aus der Nordprovinz stammen und dieses Gebiet erst nach Beend i- gung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, ist der Wegwe i- sungsvollzug (zurück) in dieses Gebiet als grundsätzlich zumutbar zu b e- urteilen, wenn davon ausgegangen werden kann, dass die betreffende Person auf die gleiche oder gleichwertige Lebens- und Wohnsituation zu- rückgreifen kann, die im Zeitpunkt der Ausreise geherrscht hat und dem Wegweisungsvollzug zurück dorthin nichts im Wege steht. Liegt der letzte Aufenthalt der betreffenden P erson in der Nordprovinz indessen längere Zeit zurück (vor Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009) oder gehen konkrete Umstände aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die L e- bensumstände seit der Ausreise massgeblich verändert haben können, sind die ak tuell vorliegenden Lebens - und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären und auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges hin zu überprüfen. In diesem Zusammenhang erscheinen namentlich die Exi s- tenz eines tragfähi gen Beziehungsnetzes und die konkreten Mögli chkei- ten der Siche rung des Existenzminimums und der Wohnsituation als massgebliche Faktoren. Falls solche begünstigenden Faktoren in der Nordprovinz nicht vorliegen, ist die Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im übrigen Staatsgeb iet, namentlich im Grossraum Colombo zu prüfen (vgl. BVGE a.a.O. E. 13.2.1). 11.5.3 Gestützt auf diese Beurteilung der allgemeinen, heute herrschen - den Sicherheits- und politischen Lage in Sri Lanka sowie nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht in Übereinstimmung mit dem BFM zum Schluss, dass der Wegweisungsvollzug des Beschwerd e- führers im heutigen Zeitpunkt zumutbar ist. An dieser Einschätzung ve r- mögen auch die von ihm in der Rechtsmittelschrift zitierten Berichte b e- züglich der Situation in Sri Lanka nichts zu ändern, da sie überwiegend vor dem Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts publiziert wu r- den. Es erübrigt sich daher, darauf weiter einzugehen. Gemäss den Akten wohnte der Beschwerdeführer bis zu seiner Ausreise im Oktober 201 0 zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester in B._______, C._______, (E._______), ausserhalb des Vanni-Gebiets, (vgl. A1/10 S. 1; A12/8 S. 2). Auf Beschwerdeebene wurde geltend gemacht, dass die E l-D-4402/2011 Seite 20 tern des Beschwerdeführers mittlerweile in F._______ B._______ leben würden. Unter diesen Umständen ist – entgegen den Aussagen des B e- schwerdeführers – davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr über ein tragfähiges soziales Netz verfügt , da seine Familie noch immer im Raum B._______ lebt. Seine Eltern werd en den jungen Beschwerdefü h- rer zumindest vorübergehend aufnehmen und allenfalls bei der Arbeitssu- che unterstützen können. Auch werden im vorliegenden Verfahren keiner- lei Beweis für die fehlende Möglichkeit der Eltern, den Beschwerdeführer bei sich aufnehme n, beigebracht. Dieser verfügt über eine elfjährige Schulbildung ( vgl. A 1/10 S. 2) und fand vor seiner Ausreise sein Au s- kommen als Besitzer eines Traktors, mit welchem er verschiedene Arbe i- ten ausgeführt hat (vgl. a.a.O.) . Bei der Reintegration wird er im Bedarfs- fall auf die (finanzielle) Unterstützung seiner nahen Verwandten zählen können, die in Sri Lanka (seine Eltern, seine Schwester sowie sein Onkel, welcher seine Ausreise organisiert hat [vgl. A1/10 S. 3 und A12/8 S. 3]), in der Schweiz (sein Bruder G._______ [vgl. A1/10 S. 3) und in Frankreich (seine Brüder H._______ und I._______ [a.a.O]) leben. Die Rückkehrhilfe der Schweiz wird ihm den Wiedereinstieg in Sri Lanka ebenfalls erleic h- tern (vgl. Art. 62 ff. der Asylverordnung 2 über Finanzierungsfragen vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312). Schliesslich ist darauf hinzuwe i- sen, dass bloss soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, nicht genügen, um eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustel- len (vgl. BVGE 20 08/34 E. 11.2.2). Entgegen den Vorbringen des akten- mässig gesunden Beschwerdeführers in der Rechtsmittelschrift ist somit nicht anzunehmen, dass er bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat in eine existenzielle Notlage geraten wird. Der Vollzug der Wegweisung e r- weist sich damit sowohl in genereller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 11.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 11.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). D-4402/2011 Seite 21 12. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be - schwerde i st nach dem Gesagten abzuweisen und e s besteht kein A n- lass, die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. 13. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be - schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aufgru nd des sich aus dem im Beschwerdeverfahren produzierten Aktenumfang ergebe n- den erhöhten Aufwands sind diese auf insgesamt Fr. 900.– festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge richt [VGKE, SR 173.320.2]). Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zum vorinstanzlichen Länderbericht vom 22. Dezember 2011 zu Sri Lanka nicht schon durch die Vorinstanz, sondern erst durch die nac h- trägliche Gewährung der Akteneinsicht sowie die Möglichkeit einer Ste l- lungnahme durch den Beschwerdeführer geheilt . Es erscheint daher g e- rechtfertigt, die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 6 Bst. b VGKE zu ermässigen (vgl. dazu ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEU- BÜHLER, Prozessieren v or dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 212, Rz. 4.60). Eine Reduktion der Verfahrenskosten auf Fr. 600. – er- scheint angemessen. 14. Unter Hinweis auf Ziff. 4 des Dispositivs bzw. Ziff. 10.3 der Erwägungen des Urteils D-3747/2011 vom 13. Juli 2012 ist festzustellen, dass mit der in jenem Verfahren zugesprochenen Parteientschädigung in allen weit e- ren Verfahren, in welchen Rechtsanwalt Gabriel Püntener ebenfalls als Rechtsvertreter fungiert und in welchen der gleiche prozessuale Antrag auf Einsicht in die Ergebnisse der Dienstreise des BFM nach Sri Lanka vom September 2010 gestellt wurde oder künftig gestellt werden wird, der anteilsmässige Aufwand für die rechtliche Vertretung bezüglich dieses An- trags als abgegolten zu erachten ist. Im vorliegenden Verfah ren ist de m- nach keine Parteientschädigung auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-4402/2011 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zustän - dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Ulrike Raemy Versand: