<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-06-05-2C_459-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2C_459/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 5. Juni 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Aubry Girardin, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichter Donzallaz, Bundesrichterin Ryter, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Braun. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwältin Nicole Gierer Zelezen, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Migrationsamt des Kantons Zürich, </div> <div class="para">Berninastrasse 45, 8090 Zürich, </div> <div class="para">Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, Rekursabteilung, Neumühlequai 10, </div> <div class="para">Postfach, 8090 Zürich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Verlängerung / (Wieder-) Erteilung der Aufenthaltsbewilligung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 2. Abteilung, vom 14. Juni 2023 (VB.2022.00607, VB.2022.00609). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.a.</b> Der kosovarische Staatsangehörige A.________ (geb. 1967) reiste am 19. April 1993 in die Schweiz ein, wo er am 16. Juli 1993 eine Schweizerin ehelichte und eine - später in eine Niederlassungsbewilligung umgewandelte - Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau erhielt. Die Ehe wurde am 14. Januar 2004 geschieden. Am 21. September 2015 heiratete A.________ im Kosovo die Landsfrau B.________ (nachfolgend Ehefrau), die er am 28. April 2016 in die Schweiz nachzog und welche am 6. Mai 2016 ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihrem Ehemann erhielt. Seit dem 1. Oktober 2022 lebt das Ehepaar getrennt. Am 8. November 2022 schlossen sie eine Scheidungsvereinbarung ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.b.</b> A.________ hat insgesamt fünf Kinder. Gemäss seinen eigenen Angaben leben von den erwachsenen Kindern zwei in der Schweiz (Kanton Solothurn bzw. Schwyz), eines im Kosovo und eines in Kroatien. Einzig das jüngste Kind war - zumindest im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils - noch minderjährig und lebt in der Slowakei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.c.</b> Während seiner Anwesenheit in der Schweiz wurde A.________ verschiedentlich strafrechtlich verurteilt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- 16. Juni 1993: Gefängnisstrafe von 60 Tagen wegen Veruntreuung </div> <div class="para">- 27. Februar 1997: Gefängnisstrafe von 10 Tagen und Busse von Fr. 500.-- wegen Diebstahls </div> <div class="para">- 9. Mai 2007: Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 50.-- und Busse von Fr. 600.-- wegen Fahrens trotz Aberkennung des Führerausweises </div> <div class="para">- 29. Oktober 2012: Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.-- und Busse von Fr. 300.-- wegen Hausfriedensbruchs </div> <div class="para">- 8. November 2013: Busse von Fr. 100.-- wegen Reisens ohne gültigen Fahrausweis </div> <div class="para">- 9. Dezember 2013: Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 80.-- wegen einfacher Körperverletzung </div> <div class="para">- 27. Januar 2014: Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 80.-- wegen mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne den erforderlichen Führerausweis </div> <div class="para">- 7. März 2014: Busse von Fr. 100.-- wegen Reisens ohne gültigen Fahrausweis </div> <div class="para">- 16. Januar 2017: Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 30.-- wegen Führens eines Motorfahrzeugs ohne den erforderlichen Führerausweis </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.d.</b> Die Schuldensituation von A.________ entwickelte sich wie folgt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- 6. März 2019: 69 offene Verlustscheine über Fr. 121'346.-- und eingeleitete Betreibungen / Pfändungen von Fr. 11'939.50, total ausmachend Fr. 133'285.50 </div> <div class="para">- 25. Januar 2022 und 21. März 2022: 99 offene Verlustscheine über Fr. 158'951.65 und eingeleitete Betreibungen / Pfändungen von Fr. 4'804.05, total ausmachend Fr. 163'755.70 </div> <div class="para">- 7. November 2022: 95 offene Verlustscheine über Fr. 160'426.70 und eingeleitete Betreibungen / Pfändungen von Fr. 1'409.--, total ausmachend Fr. 161'835.70 </div> <div class="para">- 16. Mai 2023: 93 offene Verlustscheine über Fr. 159'401.15 und eingeleitete Betreibungen / Pfändungen von Fr. 5'693.01, total ausmachend Fr. 165'094.16 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.e.</b> Seit dem 1. März 2022 ist A.________ in der Gastrobranche tätig - zunächst in einem 60%-Pensum, seit dem 1. Juni 2022 Vollzeit. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.a.</b> Am 15. Mai 2007 wurde A.________ wegen Straffälligkeit ausländerrechtlich verwarnt. Mit Verfügung vom 28. November 2017 wurde er wegen mutwilliger Schuldenwirtschaft erneut verwarnt und wurde ihm der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung angedroht. In der Folge verschuldete sich A.________ weiter, weshalb seine Niederlassungsbewilligung am 12. Mai 2020 zu einer auf ein Jahr befristeten Aufenthaltsbewilligung zurückgestuft und eine weitere Verlängerung an vier Bedingungen geknüpft wurde: Ausübung einer existenzsichernden Erwerbstätigkeit, lückenlose Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen, Abbau bestehender Schulden und strafloses Verhalten. Diese Verfügung blieb unangefochten und ist in Rechtskraft erwachsen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.b.</b> Am 22. November 2021 ersuchte A.________ um Verlängerung seiner bereits am 11. Mai 2021 abgelaufenen Aufenthaltsbewilligung. Seine Ehefrau stellte ihrerseits am 24. Februar 2022 ein Verlängerungsgesuch. Das Migrationsamt des Kantons Zürich wies beide Verlängerungsgesuche am 13. Mai 2022 ab. </div> <div class="para">Die dagegen erhobenen Rechtsmittel der Eheleute blieben erfolglos (Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich vom 5. September 2022; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 14. Juni 2023). Während die Ehegatten den Rekurs an die Sicherheitsdirektion noch gemeinsam erhoben hatten, reichten sie die Beschwerden beim Verwaltungsgericht infolge ihrer Trennung separat ein. Das Verwaltungsgericht hat die beiden Verfahren jedoch mit Verfügung vom 20. Oktober 2022 vereinigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und subsidiärer Verfassungsbeschwerde vom 29. August 2023 gelangt A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer) ans Bundesgericht. Er beantragt die Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils, die Gutheissung des Gesuchs um Verlängerung resp. um (Wieder-) Erteilung der Aufenthaltsbewilligung und dass das Migrationsamt angewiesen werde, seine Aufenthaltsbewilligung zu verlängern resp. wiederzuerteilen und damit von der Wegweisung abzusehen. </div> <div class="para">Mit Präsidialverfügung vom 31. August 2023 wurde der Beschwerde antragsgemäss aufschiebende Wirkung zuerkannt. </div> <div class="para">Die Vorinstanz beantragt die Abweisung der Beschwerde, soweit da-rauf einzutreten ist, und verzichtet im Übrigen - wie auch die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich - auf Vernehmlassung. Das Migrationsamt des Kantons Zürich und das Staatssekretariat für Migration (SEM) lassen sich nicht vernehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Das Bundesgericht prüft die Eintretensvoraussetzungen von Amtes wegen und mit freier Kognition (<span class="artref">Art. 29 Abs. 1 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-II-66%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page66">BGE 149 II 66</a> E. 1.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Auf dem Gebiet des Ausländerrechts ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig gegen Entscheide, welche Bewilligungen betreffen, auf die weder das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch einräumen (<span class="artref">Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG</span>). Für das Eintreten genügt es, wenn die betroffene Person in vertretbarer Weise dartun kann, dass ein potenzieller Anspruch auf die beantragte Bewilligung besteht; ob die jeweiligen Voraussetzungen tatsächlich gegeben sind, ist Gegenstand der materiellen Beurteilung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-89%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page89">BGE 147 I 89</a> E. 1.1.1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-330%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page330">139 I 330</a></span> E. 1.1). </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer macht einen Anspruch auf Verlängerung bzw. (Wieder-) Erteilung seiner Aufenthaltsbewilligung gestützt auf das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens nach <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> und <span class="artref">Art. 13 Abs. 1 BV</span> geltend. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.1.</b> Aus dem Schutz des Familienlebens kann der Beschwerdeführer keinen potenziellen Anspruch ableiten. Dazu müsste er sich auf eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung zu einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person berufen können (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-I-266%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page266">BGE 144 I 266</a> E. 3.3). Sofern nach der Trennung von seiner Ehefrau im Oktober 2022 überhaupt noch von einer gelebten Beziehung gesprochen werden kann, scheitert ein Anspruch nach <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> am bloss abgeleiteten, nicht gefestigten Aufenthaltsrecht der Ehefrau. Sodann müsste zu den erwachsenen Kindern des Beschwerdeführers ein - vorliegend weder geltend gemachtes noch ersichtliches - besonderes Abhängigkeitsverhältnis bestehen, um unter den Schutzbereich zu fallen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 144 II 1</a> E. 6.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.2.</b> Unter Berufung auf das Recht auf Privatleben kann nach einer rechtmässigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren regelmässig davon ausgegangen werden, dass die sozialen Beziehungen hier so eng geworden sind, dass es für die Aufenthaltsbeendigung besonderer Gründe bedarf; im Einzelfall kann es sich freilich anders verhalten und die Integration zu wünschen übrig lassen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-I-72%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page72">BGE 149 I 72</a> E. 2.1.2<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-I-66%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page66">149 I 66</a></span> E. 4.3<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-I-266%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page266">144 I 266</a></span> E. 3.9). </div> <div class="para">Vorliegend spricht der Aufenthalt des Beschwerdeführers von rund 30 Jahren für ein solches Aufenthaltsrecht. Allerdings bietet u.a. das Ausmass seiner Verschuldung Anlass, daran zu zweifeln, ob er dafür genügend integriert ist. Diese Frage ist umstritten, weswegen sie vorliegend nicht bereits als Eintretensvoraussetzung, sondern erst im Rahmen der materiellen Beurteilung zu prüfen ist. Ein potenzieller Aufenthaltsanspruch des Beschwerdeführers gestützt auf das Recht auf Achtung des Privatlebens ist in vertretbarer Weise dargetan. Seine Beschwerde ist insoweit zulässig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Die frist- (<span class="artref">Art. 100 Abs. 1 BGG</span>) und formgerecht (<span class="artref">Art. 42 BGG</span>) eingereichte Eingabe betrifft eine Angelegenheit des öffentlichen Rechts (<span class="artref">Art. 82 lit. a BGG</span>) und richtet sich gegen das kantonal letztinstanzliche (<span class="artref">Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG</span>), verfahrensabschliessende (<span class="artref">Art. 90 BGG</span>) Urteil eines oberen Gerichts (<span class="artref">Art. 86 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.</b> Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann nur erheben, wer die Legitimationsvoraussetzungen nach <span class="artref">Art. 89 BGG</span> erfüllt. Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils als Ganzes, obschon die Dispositivziffern 1, 3 und 5 ausschliesslich seine Ehefrau - welche ihrerseits soweit ersichtlich kein Rechtsmittel ergriffen hat - betreffen. In der Begründung präzisiert er jedoch, dass er vom angefochtenen Entscheid nur "soweit er ihn betrifft" direkt betroffen sei, woraus man schliessen darf, dass er nur den ihn betreffenden Teil anfechten will. So gibt es denn auch keine Hinweise auf ein etwaiges Vertretungsverhältnis gegenüber seiner Ehefrau. Soweit sich die Beschwerde auf die Verlängerung bzw. (Wieder-) Erteilung seiner eigenen Aufenthaltsbewilligung bezieht, ist auf sie - vorbehaltlich E. 1.5 hiernach - einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.5.</b> Unzulässig ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten in Bezug auf die ebenfalls verfügte Wegweisung (<span class="artref">Art. 83 lit. c Ziff. 4 BGG</span>). Diesbezüglich stünde dem Beschwerdeführer einzig die subsidiäre Verfassungsbeschwerde offen (<span class="artref">Art. 113 ff. BGG</span>). Im Zusammenhang mit der Wegweisung erhebt der Beschwerdeführer aber keine Rügen, die nicht bereits im Rahmen der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betreffend Verlängerung bzw. (Wieder-) Erteilung seiner Aufenthaltsbewilligung zu behandeln sind. So ist im Folgenden namentlich die Verhältnismässigkeit der Aufenthaltsbeendigung zu prüfen. Nicht einzutreten ist auf das Rechtsmittel folglich, soweit es sich dabei um eine subsidiäre Verfassungsbeschwerde gegen die Wegweisung des Beschwerdeführers handelt (<span class="artref">Art. 113 BGG</span>; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-305%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page305">BGE 137 II 305</a> E. 1.1; Urteile 2C_937/2020 vom 18. Februar 2021 E. 1.2; 2C_314/2019 vom 11. März 2020 E. 1.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann namentlich die Verletzung von Bundes- und Völkerrecht gerügt werden (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/95/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/95/a" type="start"></artref>Art. 95 lit. a und b BGG</span><artref id="CH/173.110/95/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/b" type="end"></artref>). Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>), prüft jedoch nur die geltend gemachten Rechtsverletzungen, sofern rechtliche Mängel nicht geradezu offensichtlich sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">BGE 147 I 73</a> E. 2.1). In Bezug auf die Verletzung von Grundrechten gilt eine qualifizierte Rüge- und Substanziierungspflicht (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-I-105%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page105">BGE 149 I 105</a> E. 2.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-II-44%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page44">147 II 44</a> E. 1.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-II-283%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page283">143 II 283</a> E. 1.2.2). </div> <div class="para">Es kann vorweggenommen werden, dass die Rüge des Beschwerdeführers, das Rechtsgleichheitsgebot (<span class="artref">Art. 8 BV</span>) sei verletzt, nicht rechtsgenüglich substanziiert (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>) und eine Verletzung auch nicht ersichtlich ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Eine Berichtigung oder Ergänzung der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung ist von Amtes wegen (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 BGG</span>) oder auf Rüge hin (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>) möglich. Von den tatsächlichen Grundlagen des vorinstanzlichen Urteils weicht das Bundesgericht jedoch nur ab, wenn diese offensichtlich unrichtig - sprich willkürlich - sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruhen und die Behebung des Mangels für den Verfahrensausgang zudem entscheidend sein kann (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/105/2" type="start"></artref>Art. 105 Abs. 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/97/1" type="end"></artref>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-I-160%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page160">BGE 148 I 160</a> E. 3<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">147 I 73</a></span> E. 2.2). Eine entsprechende Rüge hat der qualifizierten Rüge- und Begründungspflicht (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>) zu genügen; auf ungenügend begründete Rügen oder allgemeine appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid geht das Bundesgericht nicht ein (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-IV-356%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page356">BGE 148 IV 356</a> E. 2.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-IV-88%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page88">146 IV 88</a> E. 1.3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-264%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page264">140 III 264</a> E. 2.3). </div> <div class="para">Da der Beschwerdeführer vorliegend keine hinreichend begründeten Sachverhaltsrügen erhebt, ist nachfolgend vom vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt auszugehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen vor Bundesgericht nur soweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (<span class="artref">Art. 99 Abs. 1 BGG</span>; unechte Noven), was in der Beschwerde näher darzulegen ist (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-V-174%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page174">BGE 148 V 174</a> E. 2.2). Echte Noven sind dagegen in jedem Fall unzulässig. Folglich bleiben Tatsachen und Beweismittel unberücksichtigt, die erst nach dem angefochtenen Urteil entstanden sind und somit nicht durch dieses veranlasst worden sein können (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-V-174%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page174">BGE 148 V 174</a> E. 2.2). </div> <div class="para">Um seine direkte Betroffenheit darzulegen, reicht der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde ein Schreiben des Migrationsamts vom 27. Juni 2023 ein, worin ihm eine Ausreisefrist angesetzt wurde. Dieses Beweismittel entstand nach dem vorinstanzlichen Urteil vom 14. Juni 2023 und ist folglich als echtes Novum nicht zu berücksichtigen. Ohnehin ist das Schreiben aber nicht von Belang, wurde doch die Legitimation des Beschwerdeführers dessen ungeachtet bejaht (vgl. vorstehend E. 1.4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Vorinstanz Recht verletzt hat, indem sie dem Beschwerdeführer unter Verweis auf die erfüllten Widerrufsgründe nach <span class="artref"><artref id="CH/142.20/62/d" type="start"></artref><artref id="CH/142.20/62/1/d" type="start"></artref><artref id="CH/142.20/62/1/c" type="start"></artref>Art. 62 Abs. 1 lit. c und d AIG</span><artref id="CH/142.20/62/1/d" type="end"></artref><artref id="CH/142.20/62/d" type="end"></artref><artref id="CH/142.20/d" type="end"></artref> (SR 142.20) die Aufenthaltsbewilligung nicht wieder erteilte. In diesem Zusammenhang rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung von <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> und <span class="artref">Art. 13 Abs. 1 BV</span> (Achtung des Privatlebens) sowie von <span class="artref">Art. 96 AIG</span> (Ermessensausübung). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Gemäss <span class="artref">Art. 33 Abs. 3 AIG</span> wird die Aufenthaltsbewilligung befristet erteilt und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach <span class="artref">Art. 62 Abs. 1 AIG</span> vorliegen. Ob eine abgelaufene Bewilligung bei Nichtvorliegen von Widerrufsgründen erneuert wird, liegt demnach im Ermessen der Behörde; ein Anspruch darauf besteht nicht. Da die Verweigerung einer ausländerrechtlichen Ermessensbewilligung vor Bundesgericht nicht angefochten werden kann (<span class="artref">Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG</span>), ist nur zu prüfen, ob die Nichterneuerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers mit dem Recht auf Achtung des Privatlebens nach <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> und <span class="artref">Art. 13 Abs. 1 BV</span> vereinbar ist und sich in diesem Rahmen als verhältnismässig erweist. Dabei können die Widerrufsgründe zwar als Ausdruck des öffentlichen Interesses an der Aufenthaltsbeendigung berücksichtigt werden. Indessen kann die Aufenthaltsbeendigung einer ausländischen Person, die sich nach Landesrecht nicht auf einen Aufenthaltsanspruch in der Schweiz stützen kann, je nach den Umständen des Einzelfalls auch dann mit <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> vereinbar sein, wenn nach Landesrecht kein Widerrufsgrund gegeben wäre (Urteile 2C_319/2023 vom 23. Februar 2024 E. 4; 2C_213/2023 vom 8. Dezember 2023 E. 3; 2C_113/2023 vom 27. September 2023 E. 4; 2C_150/2022 vom 18. August 2022 E. 4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Weil der Beschwerdeführer verspätet um Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung ersucht hat, hat die Vorinstanz sein Gesuch grundsätzlich als Gesuch um Wiedererteilung behandelt. Letztlich hat sie die Frage jedoch offen gelassen und auch die Verlängerungsvoraussetzungen geprüft. Zumal sich die nachfolgende Überprüfung des vorinstanzlichen Urteils auf <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> bzw. <span class="artref">Art. 13 Abs. 1 BV</span> beschränkt, kann offen bleiben, unter welchem Titel der Bewilligungsanspruch zu prüfen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.3.</b> Grundsätzlich stellt sich zunächst die Frage, ob der Beschwerdeführer durch die Nichterneuerung der Aufenthaltsbewilligung überhaupt in seinem Recht auf Achtung des Privatlebens betroffen ist. Seine Anwesenheit in der Schweiz von rund 30 Jahren spricht grundsätzlich für eine solche Betroffenheit, wenngleich zweifelhaft ist, ob er dafür genügend integriert ist (vgl. E. 1.2.2). Diese Frage kann aber offen bleiben, wenn sich erweist, dass der Eingriff nach <span class="artref">Art. 8 Ziff. 2 EMRK</span> gerechtfertigt ist (vgl. Urteile 2C_118/2023 vom 20. Februar 2024 E. 5.1; 2C_755/2021 vom 21. September 2022 E. 6.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.4.</b> Ein Eingriff in das Recht auf Achtung des Privatlebens ist gerechtfertigt, wenn er in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist (<span class="artref">Art. 8 Ziff. 2 EMRK</span>). Die Konvention verlangt, dass die individuellen Interessen an der Erteilung bzw. am Erhalt des Anwesenheitsrechts und die öffentlichen Interessen an dessen Verweigerung sorgfältig gegeneinander abgewogen werden, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-I-266%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page266">BGE 144 I 266</a> E. 3.7<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-I-91%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page91">144 I 91</a></span> E. 4.2<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-I-21%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page21">143 I 21</a></span> E. 5.1, je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.5.</b> Bei der Interessenabwägung ist in der vorliegenden Konstellation namentlich zu berücksichtigen, ob und in welchem Ausmass dem Beschwerdeführer seine Verschuldung und die Nichteinhaltung der am 12. Mai 2020 verfügten Bedingungen vorgeworfen werden kann (nachstehend E. 4.6). Zu beachten sind überdies der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit in der Schweiz sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachteile (nachstehend E. 4.7). Keines dieser Elemente ist für sich allein ausschlaggebend; erforderlich ist eine Würdigung der gesamten Umstände im Einzelfall (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=20.05.2024&amp;to_date=08.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-II-121%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page121">BGE 139 II 121</a> E. 6.5.1; Urteile 2C_319/2023 vom 23. Februar 2024 E. 5.4; 2C_113/2023 vom 27. September 2023 E. 5.5). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.6.</b> Zunächst gilt es, das Gewicht der öffentlichen Fernhalteinteressen auszumachen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.6.1.</b> Der Beschwerdeführer ist schwer verschuldet (vgl. vorstehend E. A.d). Es ist unbestritten, dass auch seit der Rückstufung der Niederlassungs- in eine Aufenthaltsbewilligung am 12. Mai 2020 weitere Betreibungen und Verlustscheine gegen ihn hinzukamen. Der Beschwerdeführer bestreitet jedoch, dass dies mutwillig geschah; die weitere Verschuldung sei auf pandemiebedingte Schwierigkeiten zurückzuführen. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer hat zwar inzwischen eine Festanstellung in der Gastrobranche und wird seit Juli 2022 von der C.________ GmbH, einer professionellen Schuldenberaterin, unterstützt. Dennoch konnte er bis anhin seine Gesamtverschuldung nicht reduzieren - diese erreicht vielmehr einen neuen Höchststand. Seit dem Rückstufungszeitpunkt hat er 21 neue Verlustscheine im Gesamtbetrag von über Fr. 26'000.-- zu verzeichnen. Der weitere Anstieg der Schulden ist ihm denn auch ohne Weiteres vorzuwerfen: Trotz pandemiebedingter Schwierigkeiten wäre es dem Beschwerdeführer möglich gewesen, sich früher um eine Stelle und die Schuldensanierung zu bemühen - zumindest mittels eines (unter diesen Umständen umso unerlässlicheren) schriftlichen Bewerbungsdossiers. Ein solches hat der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben aber nie zusammengestellt, sondern sich ausschliesslich im Rahmen spontaner und unangekündigter Vorsprachen an potenzielle Arbeitgeber gewandt. Hinreichende Suchbemühungen hat er mit der eingereichten Aufstellung jedenfalls weder in qualitativer noch in quantitativer Hinsicht dargetan. Bei dieser Ausgangslage kann die Pandemie alsdann nicht als Schicksalsschlag gelten, welcher der Mutwilligkeit entgegenstehen würde (vgl. Urteil 2C_726/2021 vom 8. Juni 2022 E. 2.2.2), wie dies der Beschwerdeführer vorbringt. In jüngster Zeit - d.h. nach dem Ablauf der Bewilligung und unter dem zunehmenden Druck des fortschreitenden migrationsrechtlichen Verfahrens - sind zwar erste Anstrengungen zur Sanierung seiner finanziellen Situation ersichtlich, allerdings sind diese bis dato weder konstant noch effizient. Dem Beschwerdeführer kann angesichts dessen keine positive Prognose bezüglich der voraussichtlichen Entwicklung seiner finanziellen Situation gestellt werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.6.2.</b> Mit der Rückstufung wurden dem Beschwerdeführer vier Bedingungen auferlegt (vgl. vorstehend B.a). Beim Ablauf der Bewilligung erfüllte er lediglich eine davon; das straflose Verhalten. Dies bestreitet der Beschwerdeführer nicht, geht aber davon aus, dass die Frist zur Erfüllung der Bedingungen im Mai 2021 zweimal um ein Jahr verlängert worden wäre, da ihre Einhaltung coronabedingt unverhältnismässig erschwert worden sei. Dem kann, wie vorstehend festgestellt (vgl. E. 4.6.1), nicht gefolgt werden. </div> <div class="para">Ohnehin erfüllte der Beschwerdeführer auch im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils noch nicht alle Bedingungen. Neben dem straflosen Verhalten übte er zwar neuerdings auch eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit aus. Obschon er bis zum vorinstanzlichen Urteil drei Jahre (anstelle des im Rahmen der Rückstufung gewährten Jahres) Zeit hatte, um den an ihn gestellten Anforderungen nachzukommen, kann noch nicht von einem Abbau bestehender Schulden gesprochen werden (vgl. E. 4.6.1) und auch die lückenlose Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen ist zweifelhaft: Die Vorinstanz stellte - für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich (vgl. E. 2.2) - fest, dass die Zahlungen an die C.________ GmbH nicht wie im Rückzahlungsplan angedacht monatlich getätigt, sondern schon Ende 2022 wieder unterbrochen wurden, womit der Beschwerdeführer im Mai 2023 fünf Ratenzahlungen zu je Fr. 1'360.-- (total Fr. 6'800.--) im Rückstand war. Entsprechend ist es auch nicht willkürlich, dass sie die Bezahlung der Krankenkassenprämien ab Dezember 2022 (und nicht etwa, wie vom Beschwerdeführer verkannt, die fünf mit Eingabe vom 21. November 2022 ausgewiesenen Prämienzahlungen) anzweifelt - insbesondere zumal die Krankenkasse den Beschwerdeführer am 30. März 2023 erneut betrieben hat. Auch die angefallenen Anwalts- und Gerichtskosten vermögen den Rückstand der Zahlungen an die C.________ GmbH nicht zu erklären, waren diese doch im Zeitpunkt der Kundgabe des Tilgungsplans bereits absehbar. In diesem Zusammenhang gereicht ihm auch nicht zum Vorteil, dass er im bundesgerichtlichen Verfahren auf ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege verzichtet, um keine neuen Schulden zu generieren. Die Nichterfüllung der verfügten Bedingungen ist dem Beschwerdeführer demnach vorzuwerfen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.6.3.</b> Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass aufgrund der andauernden mutwilligen Verschuldung (vgl. E. 4.6.1) ein erhebliches öffentliches Interesse an der Aufenthaltsbeendigung des Beschwerdeführers besteht - insbesondere im Hinblick auf den Schutz potenzieller Gläubiger. Die Möglichkeit, dass der Schuldenabbau durch die Aufenthaltsbeendigung in Bezug auf die bestehenden Gläubiger kompromittiert werden könnte, kann angesichts dessen nicht massgeblich ins Gewicht fallen (vgl. Urteil 2C_836/2021 vom 20. September 2023 E. 6.3.3). Weder frühere Verwarnungen noch die Rückstufung vermochten beim Beschwerdeführer eine nachhaltige Verhaltensänderung zu bewirken. Dies zeigt sich auch an der Nichteinhaltung der verfügten Bedingungen (vgl. E. 4.6.2). Hinzu kommt die wiederholte Straffälligkeit, welche im Rahmen der öffentlichen Interessen grundsätzlich mitzuberücksichtigen ist, vorliegend aber kaum ins Gewicht fällt, weil die Verfehlungen gesamthaft betrachtet nicht besonders schwer wiegen und zu lange zurückliegen. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz - nicht zuletzt aufgrund der Höhe der Schulden (vgl. vorstehend A.d) - auf ein sehr hohes Fernhalteinteresse schliesst, welches sich entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers nicht in der Durchsetzung einer restriktiven Einwanderungspolitik erschöpft. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.7.</b> Diesen öffentlichen Interessen sind sodann die privaten Interessen des Beschwerdeführers gegenüberzustellen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.7.1.</b> Angesichts der rund drei Jahrzehnte (seit April 1993) dauernden Anwesenheit des Beschwerdeführers in der Schweiz, hat dieser grundsätzlich ein hohes privates Interesse am Verbleib in der Schweiz, welches jedoch aufgrund der nachfolgenden Umstände zu relativieren ist: Er kam (erst) kurz vor seinem 26. Geburtstag in die Schweiz; einen massgebenden und prägenden Teil seines Lebens hat er im Herkunftsland verbracht. Mit diesem ist er dank der wiederholten Besuche nach wie vor vertraut. Zudem unterhält er Kontakt mit zahlreichen Verwandten, welche ihm bei der Wiedereingliederung behilflich sein könnten, und verfügt im Kosovo über ein Eigenheim. Eine Rückkehr ist ihm demnach zumutbar. </div> <div class="para">Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer nach rund 30 Jahren in der Schweiz zwar in sprachlicher und sozialer Hinsicht integriert ist, angesichts des angehäuften Schuldenbergs jedoch nicht unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Auch die berufliche Integration gelang ihm erst anno 2022, mithin rund ein Jahr nach dem Bewilligungsablauf. Zu Recht verneinte die Vorinstanz angesichts dessen eine tiefgreifende Verwurzelung in der Schweiz. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.7.2.</b> Auch die familiären Interessen wiegen nicht besonders schwer: Bei einer Aufenthaltsbeendigung könnte der Beschwerdeführer die Beziehung zu seinen beiden erwachsenen, in der Schweiz lebenden Kindern zwar nicht mehr in gleicher Weise - aber besuchsweise und mittels elektronischer Kommunikationsmittel dennoch weiterhin - leben. Dafür würde der Kontakt zum im Kosovo lebenden Sohn erleichtert. Von seiner Ehefrau, welche erst 2016 in die Schweiz kam, hat er sich im Oktober 2022 getrennt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.8.</b> Insgesamt überwiegt das hohe öffentliche Fernhalteinteresse die privaten Interessen des Beschwerdeführers, womit die Bewilligungsverweigerung verhältnismässig ist. Die Vorinstanz hat mit ihrem Urteil weder Bundes- noch Völkerrecht verletzt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.1.</b> Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.2.</b> Der Beschwerdeführer trägt die Gerichtskosten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Es ist keine Parteientschädigung geschuldet (<span class="artref">Art. 68 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 2. Abteilung, und dem Staatssekretariat für Migration mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 5. Juni 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: F. Aubry Girardin </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: E. Braun </div> </div></body></html>