2. Oktober 1989 N 1559 Interpellation Stappung. Menschenrechtspolitik aura lieu les 16 et 17 octobre à San José en présence de délégués étrangers aux deux parties. Nous sommes d'avis que c'est un point positif; nous continuerons de demander les résultats de l'enquête en cours et nous n'abandonnons pas cette affaire. Je voudrais encore souligner que nous n'avons pas pour notre part le droit d'enquêter dans un pays étranger, ce qui constitue une difficulté. Frau Fetz: Herr Bundesrat, Sie haben mir jetzt Auskunft gege- ben, wie die Untersuchung weitergeht. Ich habe Sie aber noch konkret nach den Kosten gefragt. Stimmt es wirklich, dass den Eltern von Jürg Weis eine Rechnung für Kosten gestellt wor- den ist, die nicht den Transport von Jürg Weis betroffen haben, sondern den Transport für Aufklärungsarbeiten? Sind Sie des weiteren bereit, Kosten zu übernehmen, die durch private Re- cherchen entstanden sind? Es ist ja eine ganze Delegation hingegangen, es wurde verschiedenes gemacht. Darauf möchte ich noch eine Antwort. M. Felber, conseiller fédéral: Aussi tragique que cela puisse paraître, et en dépit l'étude que nous pouvons toujours encore refaire des difficultés relatives à ces faits, nous avons à rapa- trier, toutes les années, plusieurs ressortissants suisses décédés, assassinées. Nous facturons selon les frais, plus bas que la réalité. Dans le cas précis, je ne connais pas exacte- ment le montant facturé; je m'engage simplement à vérifier ce qui a été fait. En ce qui concerne les frais des délégations, nous avions préalablement informé que nous ne pouvions pas les payer. Nous avons nos propres frais que nous facturons; nous avons aidé, dans la mesure du possible, la délégation qui s'est ren- due sur place mais nous avons d'entrée de cause annoncé que nous ne pouvions pas participer à ces frais. #ST# 88.586 Interpellation Stappung Menschenrechtspolitik gegenüber der Türkei Respect des droits de l'homme en Turquie Siehe Jahrgang 1988, Seite 1963-Voir année 1988, page 1963 Diskussion - Discussion Stappung: Vorweg danke ich dem Bundesrat.für seine Ant- wort. Zum damaligen Zeitpunt, das heisst im November 1988, konnte der Bundesrat noch nicht genau wissen, wie es um die Menschenrechte in der Türkei tatsächlich bestellt ist, weil der Bericht von Amnesty International darüber erst im Januar 1989 veröffentlicht worden ist. Seine diplomatischen Informations- kanäle sind in dieser Hinsicht offensichtlich nicht leistungsfä- hig genug. Das ist kein Vorwurf, sondern lediglich eine Fest- stellung, die dazu zwingt, derartige Antworten des Bundes- rates kritisch zu hinterfragen. Der Bericht von Amnesty International von 73 Seiten Umfang zeigt nun aber, in welch erschreckendem Ausmass die Men- schenrechte in der Türkei geschunden werden. Er zeigt auch, welcher Zynismus hinter der eilfertigen Unterzeichnung inter- nationaler Abkommen zum Schütze der Menschenrechte sei- tens der Türkei steckt. Kein anderer europäischer Staat in un- serer Zeit - und für mich geht Europa von Irland im Westen bis zum Ural im Osten -foltert derart systematisch in Militär- und Zivilgefängnissen. Kein anderer europäischer Staat tritt damit das Völkerrecht dermassen mit Füssen wie die Türkei. Amne- sty International übertreibt keineswegs, wenn sie ihren Bericht mit dem Untertitel «Brutale und systematische Verletzung von Menschenrechten» versehen. Der Bericht weist nach, dass in den acht Jahren nach dem Militärputsch vom 12. September 1980 etwa 250 000 türkische Bürger zu politischen Gefange- nen gemacht worden sind; die meisten von ihnen wurden ge- foltert. Er weist nach, dass Tausende von ihnen lediglich we- gen gewaltloser politischer oder religiöser Tätigkeit einge- sperrt worden sind. Mehr als 60 000 politische Gefangene wur- den in unfairen Gerichtsverhandlungen verurteilt. Mehr als 700 Todesurteile wurden verhängt; von den Todeskandidaten ha- ben 200 keinerlei Appellationsmöglichkeiten mehr. 50 Todes- urteile sind zwischen Oktober 1980 und Oktober 1984 voll- streckt worden. Mehr als 200 Todesfälle haben sich in Gefan- genschaft ereignet, von denen viele auf Folterungen zurück- zuführen sind. Wir haben Anlass genug, uns aufgrund des Berichtes zu fra- gen, ob die Türkei überhaupt als europäischer Staat betrach- tet werden kann. Das in diesem Bericht deutlich werdende Wertsystem führt uns deutlich vor Augen, dass dieses Land mit den Auffassungen seiner Bewohner über Recht und Un- recht - und sie bestimmen letztlich die Gesetze - zeitlich eher dem dunklen Mittelalter, religiös eindeutig dem Islam - und dort eher der fundamentalistischen Richtung -, ideologisch eher einem totalitären System angehört. Es ist damit weit von den geistigen Werten Europas entfernt. In der Türkei schreibt das Vereinsrecht vor, dass nur aner- kannte politische Parteien politische Aeusserungen von sich geben dürfen. Verletzungen werden dagegen mit einem bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft. Das Versammlungsgesetz schränkt das Recht auf Versammlungen und Demonstratio- nen so ein, dassdiese Rechte jeden praktischen Nutzen verlie- ren. Die sogenannte gütliche Einigung im Falle der Staatenklage vor der Europäischen Menschenrechtskommission gegen die Türkei hat - im Gegensatz zur Auffassung des Bundesrates - zu keiner Verbesserung der Menschenrechtssituation in der Türkei geführt. Es gibt viel eher Anzeichen dafür, dass jene gütliche Einigung auf Irreführung und Nötigung seitens der türkischen Regierung zurückzuführen ist. Die Schweiz hat hier die Aufgabe, die Glaubhaftigkeit der europäischen Menschen- rechtspolitik zu bewahren. Es ist deshalb nachdrücklich die Einreichung einer neuerlichen Staatenklage gegen die Türkei zu fordern, wenn wir uns an den Folterungen in diesem angeb- lich europäischen Land nicht mitschuldig machen wollen. Das ist auch der Grund, Herr Bundesrat, weshalb ich mich von der Antwort nur teilweise befriedigt erklären kann. M. Felber, conseiller fédéral: C'est encore un dossier qui est resté un peu en suspens. La réponse date de l'an passé et nous en discustons aujourd'hui. Nous avons déjà, dans la même voie, répondu à une demande du même type de Mme Bäumlin Ursula, concernant précisément les droits de l'homme en Turquie et une plainte de la Suisse à Strasbourg. Nous pouvons encore préciser que le Conseil fédéral a déjà eu l'occasion d'exprimer sa préoccupation à ce sujet. Nous espérons que l'entrée en action du Comité contre la tor- ture, les demandes répétées du Comité international de la Croix-Rouge (visites de prisonniers), l'introduction de plaintes individuelles auprès de la Cour de Strasbourg, au nom de la Convention européenne des droits de l'homme - plaintes indi- viduelles acceptées par la Turquie - vont susciter un certain élan à l'intérieur même de ce pays et que le gouvernement sera ainsi appelé à prendre ses responsabilités. Nous avons dit que, pour l'instant, nous pensions qu'il était mieux d'attendre les premiers résultats de ces procédures avant de faire une nouvelle intervention. Toutefois, nous affir- mons - et nous le répétons ici - que nous n'excluons pas, si ces procédures n'aboutissent pas à une amélioration de la si- tuation, de réexaminer la question que l'on nous a déjà posée plusieurs fois, c'est-à-dire de faire usage nous-mêmes des mécanismes que nous connaissons, y compris ceux de de la CSCE contre la Turquie.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Stappung Menschenrechtspolitik gegenüber der Türkei Interpellation Stappung Respect des droits de l'homme en Turquie In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 10 Séance Seduta Geschäftsnummer 88.586 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 02.10.1989 - 14:30 Date Data Seite 1559-1559 Page Pagina Ref. No 20 017 748 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.