<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Gedenkt der Bundesrat, sich auf internationaler Ebene für die Schaffung einheitlicher Vorschriften für CO2-Zertifikate einzusetzen, insbesondere im Rahmen der Weiterführung der Diskussionen zu den Umsetzungsrichtlinien nach Artikel 6.4 ("Rulebook") des Pariser Übereinkommens?<br>2. Wie gedenkt der Bundesrat, den Markt für die freiwillige CO2-Kompensation zu regulieren?<br>3. Was hält der Bundesrat von der Schaffung einer nationalen Aufsichtskommission, die für die Analyse der Umweltintegrität von CO2-Zertifikaten zuständig ist?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Zu 1) Die Schweiz ist aktives Mitglied der Verhandlungen zur Schaffung und Umsetzung eines multilateralen Mechanismus zur Auslandkompensation (Artikel 6.4 des Klimaübereinkommens von Paris). Sie setzt sich dabei nicht nur für die Umweltintegrität der Projekte unter diesem Artikel ein, sondern auch für deren soziale Nachhaltigkeit (Menschenrechte).Weiter leistet die Schweiz Vorarbeiten auf bilateralem Weg (Artikel 6.2 des Klimaübereinkommens von Paris). In Zusammenarbeit mit über 10 Ländern werden dort die ersten Kompensationsprojekte geprüft und quasi-Standards für solche Projekte gesetzt. Dabei wird darauf geachtet, die Entwicklungen unter Artikel 6.4 soweit bekannt zu berücksichtigen. Zudem wird darauf geachtet, Anforderungen an Projekte dahingehend festzulegen, dass die ökologische und soziale Integrität gestärkt wird.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Zu 2) Der Ständerat hat im Zuge der Beratungen der Revision des CO</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">2</span><span style="font-family:Arial">-Gesetzes für die Zeit nach 2024 (22.061) eine Regelung im Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (SR 241) ergänzt. Unternehmen müssen demgemäss künftig objektive und überprüfbare Grundlagen zur Verfügung stellen, wenn sie ihr Unternehmen oder ein Produkt als klima- oder CO</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">2</span><span style="font-family:Arial">-neutral bezeichnen möchten. Damit stärkt der Ständerat den Konsumentenschutz, was aus Sicht des Bundesrates sinnvoll ist.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Zu 3) Für den verpflichtenden CO</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">2</span><span style="font-family:Arial">-Markt sowie für Zertifikate, die unter dem Pariser Klimaübereinkommen generiert werden, hat das Bundesamt für Umwelt bereits eine Aufsichtspflicht. Alle sogenannten Internationally Transferred Mitigation Outcomes (ITMO), die in der Schweiz ausgestellt werden, müssen den Anforderungen der CO</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">2</span><span style="font-family:Arial">-Verordnung (Art. 5-11; SR 641.711) genügen. Dies unabhängig davon, ob sie für den verpflichtenden CO</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">2</span><span style="font-family:Arial">-Markt der Kompensationspflicht oder für die Verwendung im freiwilligen CO</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">2</span><span style="font-family:Arial">-Markt ausgestellt werden. Aus diesem Grund sind zum Beispiel Waldprojekte im Ausland nicht als ITMO in der Schweiz zugelassen. Für eine Ausweitung der Aufsichtspflicht auf andere Standards (GoldStandard, Verra, etc.) fehlt die gesetzliche Grundlage. Der Bundesrat strebt derzeit keine solche Grundlage an. </span><a name="_cmntref2"></a><a name="_cmntref1"></a><a href="#_cmnt1" style="text-decoration:none"><span style="font-family:Arial; font-size:8pt">[LNB1]</span></a><span style="-aw-comment-end:_cmntref2"></span><a href="#_cmnt2" style="text-decoration:none"><span style="font-family:Arial; font-size:8pt">[TJGU2]</span></a></p></div>