B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4810/2012 U r t e i l v o m 2 5 . S e p t e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas; Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Wiedererwägung); Verfügung des BFM vom 17. August 2012 / N _______. D-4810/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Verfügung vom 15. März 2010 stellte das BFM fest, der Beschwerd e- führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte dessen Asylgesuch vom 14. Oktober 2009 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Das Bundesver waltungsgericht wies eine dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil D-2604/2010 vom 3. Feb- ruar 2012 ab, woraufhin die Verfügung in Rechtskraft erwuchs. B. Mit Eingabe vom 8. August 2012 liess der Beschwerdeführer beim BFM um Fests tellung der Unzulässigkeit, eventuell der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ersuchen. Zur Begründung wurde insbesondere geltend gemacht, aufgrund des b e- legten Reichtums seiner wohlhabenden Familie sei der Beschwerdeführer einer erhöhten Entführungsgefahr ausgesetzt. Da er diesen Umstand bis- lang nicht vorgebracht habe, sei weder ein neues Asylgesuch noch ein Revisionsgesuch möglich, so dass nur die Unzulässigkeit respektive die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festgestellt werden könne. Ausserdem wurde auf verschiedene sich nach dem Urteil vom 3. Februar 2012 ereigne te Geschehnisse hingewiesen, welche für nach Sri Lanka zurückkehrende abgewiesene Asylsuchende eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Me n- schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) zur Folge hätten. C. Mit Verfügung vom 17. August 2012 – eröffnet am 24. August 2012 – wies das BFM das Wiedererwägungsgesuch vom 8. August 2012 ab, soweit es darauf eintrat, stellte fest, der negative Asylentscheid vom 15. März 2010 sei rechtskräftig und vollstreckbar, erhob eine Gebühr von Fr. 600.-, hielt fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu und lehnte die Anträge auf Ansetzung einer Anhörung sowie Ver zicht auf Vollzugshandlungen ab. C.a Das BFM führte im Wesentlichen aus, das vorliegende Gesuch werde erstens damit begründet, dass der rechtserhebliche Sachverhalt bezü g- lich der Entführungsgefahr aufgrund des Reichtums der Familie des B e- schwerdeführers nie abgeklärt worden sei. Damit werde keine nachträ g- lich veränderte Sachlage vorgebracht, sondern es würden hauptsächlich Gründe im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a des Verwaltungsverfahrensg e-D-4810/2012 Seite 3 setzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) dargelegt. Soweit nämlich eine nachträglich veränderte Sachlage behauptet werde, müsse für die vorgebrachten Tatsachen verlangt werden, dass sie erst nach der Beendigung des früheren (ordentlichen) Verfahrens oder nach dem Zei t- punkt, in welchem damals Tatsachen noch hätten vorgebracht werden können, entstanden seien. Die vorliegenden Gründe wie auch die diesbe- züglich eingereichten Dokumente, welche den Wohlstand der Familie des Beschwerdeführers belegten, hätten indessen allesamt bereits zum Zei t- punkt der Beurteilung durch das Bundesverwaltungsgerichts bestanden. Es würden keine Gründe angeführt, die im Rahmen eines Wiedererw ä- gungsverfahrens oder erneuten Asylverfahrens zu beurteilen wären. Das Bundesverwaltungsgericht habe im U rteil vom 12. Juli 2011 (recte: 3. Februar 2012) bereits letztinstanzlich über die Zulässigkeit und Zumut- barkeit der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Sri Lanka en t- schieden. Die Ereignisse, welche zu einer Änderung des entscheidrel e- vanten Sachverhaltes geführt hätten , seien alle vor dem Urteil vom 3. Februar 2012 bekannt gewesen. Vorliegend werde die urs prüngliche Fehlerhaftigkeit jenes Urteils gerügt, weshalb es sich bei d er erwähnten Entführungsgefahr um keine wesentliche Veränderung der Sachlage, die ein Wiedererwägungsgesuch begründen könnte, handle. Ebenso wenig stellten die Vorbringen nachträglich v eränderte Sachlagen im Sinne des Wiedererwägungsrechts dar. Auf die entsprechenden Vorbringen sei des- halb in Anwendung von Art. 9 Abs. 2 VwVG mangels Zuständigkeit nicht einzutreten. C.b Zweitens werde das Gesuch damit begründet, dass der Vollzug der Wegweisung ins Heimatland des Beschwerdeführers aufgrund der dort vorherrschenden, geg enwärtigen Lage weder zulässig noch zumutbar sei. Diesbezüglich sei darauf zu verweisen, dass sich bereits das Bu n- desverwaltungsgericht mit Urteil vom 3. Februar 2012 mit allfälli gen Wegweisungshindernissen auseinandergesetzt habe. Es werde sinng e- mäss die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung im We g- weisungspunkt an eine nachträglich eingetretene Veränderung der Sac h- lage geltend gemacht, weshalb zu prüfen bleibe, ob se ither Ereignisse eingetreten seien, die eine veränderte Sachlage begründen könnten. D a- zu sei festzuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Grundsatzur- teil BVGE 2011/24 den Vollzug der Wegweisung für Personen aus Sri Lanka für grundsätzlich zulässig, zumutbar und möglich erachte. Obwohl die Ausführungen des Beschwerdeführers bezüglich der Situation in se i- nem Heimatland in gewissen Punkten durchaus zuträfen, geriete nicht j e- de rückkehrende Person in eine existenzbedrohende Lage. In der Eing a-D-4810/2012 Seite 4 be vom 8. August 2012 würden weder Gründe geltend gemacht noch mit- tels entsprechender Dokumente belegt, inwieweit sich die Situation in Sri Lanka seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 3. Februar 2012 für den Beschwerdeführer verändert haben solle . Da in ke iner Wei- se darauf eingegangen werde, wie der Beschwerdeführer von der geltend gemachten veränderten Sachlage persönlich betroffen sein solle, sei eine unterschiedliche Würdigung der Frage der Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nicht gere chtfertigt. Auch das Bundesverwa l- tungsgericht halte in seiner aktuellen Rechtsprechung den Vollzug der Wegweisung für grundsätzlich zul ässig und zumutbar (vgl. Urteil D-4817/2011 vom 7. August 2012). Das Wiederwägungsgesuch sei daher in diesem Punkt abzulehnen. D. Mit Eingabe vom 14. September 2012 liess der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und dabei beantragen, die angefochtene Verfügung s ei aufzuheben und die Sache zur Abklärung des vollständigen und ri chtigen rechtserhebl i- chen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückz u- weisen. Eventualiter sei die Verfü gung aufzuheben und das BFM anzu- weisen, auf das Wiedererwägungsgesuch vollumfänglich ein zutreten und die Unzulässigkeit, eventuell die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zugs festzustellen. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, eventuell die U n- zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und das BFM a n- zuweisen, den Beschwerdeführer in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. Ihm sei im Sin ne einer vorsorglichen Massnahme zu gestatten, den B e- schwerdeentscheid in der vorliegenden Sache in der Schweiz abzuwarten und die zuständige kantonale Behörde sei anzuweisen, vorläufig keine Vollzugshandlungen vorzunehmen. Auf die Beschwerdebegründung wird – soweit entscheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen. E. Mit Zwischenverfügung vom 17. September 2012 setzte der zuständige Instruktionsrichter gestützt auf Art. 56 VwVG den Vollzug der Wegwe i- sung per sofort aus, bis das Bundesverwaltungsgericht de finitiv über die Aussetzung des Vollzugs befinde. D-4810/2012 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal tungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsg esetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt in casu nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf hebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legi timiert (Art. 108 Abs. 1 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). D-4810/2012 Seite 6 Gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfü h- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. Das Ersuchen um Mitteilung (vor dem Entscheid), welcher Bundesverwal- tungsrichter oder welche Bundesverwaltungsrichterin und welcher G e- richtsschreiber oder welche Gerichtsschreiberin mit der Instruktion im vor- liegenden Verfahren betraut ist und welche Richter an einem Entscheid weiter mitwirken werden, wird unter Hinweis auf das dem Rechtsvertreter bereits bekannte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-7798/2010 vom 22. November 2010 E. 4 abgewiesen. 5. Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht g e- regelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die verfügende B e- hörde grundsätzlich kein Anspruch besteht. Gemäss he rrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts wird jedoch aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Voraussetzungen ein verfassung s- mässiger Anspruch auf Wiedererwägung abgeleitet (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 S. 137 f. mit weiteren Hinweisen). Danach ist auf ein Wiedererw ä- gungsgesuch einzutreten, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde an gerufenen Rechtsmittelinstanz in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist. Sodann können auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererw ä- gung begründen, sofern sie sich auf eine in materielle Rechtskraft e r- wachsene Verfügung beziehen, die entweder unangefochten geblieben oder deren Beschwerdeverfahren mit einem formellen Prozessurteil a b- geschlossen worden ist. Ein solchermassen als qualifizi ertes Wiedere r- wägungsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel ist grundsätzlich nach den Regeln des Revisionsverfahrens zu behandeln (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 17 E. 2.a S. 103 f. mit weiteren Hinweisen). 6. Das BFM hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf Behandlung des Wiedererwägungsgesuchs nicht in Abrede gestellt und ist auf das Gesuch – mit Ausnahme der im Zusammenhang mit der Entführungsgefahr ge l- tend gemachten Vorbringen – eingetreten. Diesbezüglich kann auf die als D-4810/2012 Seite 7 zutreffend zu erachtenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden (vgl. a.a.O., Erwägungen S. 2 ff.). Angesichts dessen, dass sich das Wiedererwägungsgesuch beziehungsweise die vorliegende Beschwerde ausschliesslich gegen den Vollzug der Wegweisung richten, hat das Bundesverwaltungsgericht in casu einzig zu prüfen, ob seit Rechtskraft der ursprünglichen vorinstanzlichen Verfügun g vom 15. März 2010 eine massgebende Veränderung der Sachlage besteht, die hinsicht- lich des angeordneten Wegweisungsvollzugs zu einem anderen Ergebnis führen könnte. 7. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen ü ber die vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 8 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 8. 8.1 Auf Beschwerdeebene wird zunächst in formeller Hinsicht gerügt, das BFM habe sich in der angefochtenen Verfügung zu den beantragten Sachverhaltsabklärungen im Zusammenhang mit dem Deportationsstopp in Grossbritannien nicht geäussert. Indem es diese zwingend notwend i- gen Abklärungen unterlassen habe, sei der rechtserhebliche Sachver halt nur unvollständig und unrichtig abgeklärt worden. Das Bundesamt habe das Recht des Beschwerdeführers auf Prüfu ng seiner Parteivorbringen und Anträge sowie die Begründungspflicht verletzt. Darüber hinaus lässt der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend ma- chen, die von Human Rights Watch und anderen Organisationen aktuell dokumentierten Fälle belegten im Gegensatz zur bisherigen Rechtspr e- chung des Bundesverwaltungsgerichts klar, dass auch zwangsrückg e- schaffte TamilInnen, welche nur ein "low profile" oder überhaupt kein Risi- koprofil aufwiesen, Opfer von Art. 3 EMRK zuwiderlaufenden Behandlu n- gen geworden seien. Aus diesem Umstand ergebe sich, dass auch der Beschwerdeführer gefährdet sei. Hinzu komme, dass seine Vergange n- heit und der Reichtum seiner Familie ihm ein zusätzliches Risikoprofil ver- leihen würden. Daher sei zum heutigen Zeitpunkt die Unzulässigkeit, eventuell die Unzumutbarkeit festzustellen. Sollte das Bundesverwa l- tungsgericht der Ansicht sein, dass die Frage der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs aufgrund des neu vorgebrachten Reichtums in e i-D-4810/2012 Seite 8 nem Revisionsverfahren zu prüfen sei, werde um Ansetzung einer Frist ersucht, innert welcher die Revisionsvoraussetzungen dargelegt werden könnten. 8.2 8.2.1 Wie in den folgenden Erwägungen aufgezeigt wird, besteht seit Er- lass der vorinstanzlichen Verfügung vom 15. März 2010 keine zu einem Bleiberecht in der Schweiz führende, wesentlich veränderte Sachlage. Angesichts dessen liegt entgegen der in der Beschwerde vertretenen Einschätzung keine Verletzung des re chtlichen Gehörs vor, so dass sich die Rüge der unvollständigen und unrichtigen Sachverhaltsabklärung s o- wie diejenige der Verletzung des Rechts auf Prüfung der Parteivorbringen und Beweisanträge als unbegründet erweisen. Eine Aufhebung der Ve r- fügung fällt demnach ausser Betracht. Es liegt auch keine Verletzung der Begründungspflicht vor, da sich das Bundesamt in der angefochtenen Verfügung mit allen entscheidrelevanten Vorbringen des Beschwerdefü h- rers auseinandergesetzt hat und darüber hinaus umfassend dargelegt hat, weshalb das Wiedererwägungsgesuch hinsichtlich der im Zusa m- menhang mit der Situation in Sri Lanka geltend gemachten Vorbringen abgelehnt werde und in Bezug auf die geschilderte Entführungsgefahr darauf nicht eingetreten wer de. Der Antrag, die an gefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache zur Abklärung des vollständigen und ric h- tigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, wird infolgedessen abgewiesen. 8.2.2 8.2.2.1 Bei Wahrunterstellung des im vorliegenden Wiedererwägungsver- fahren geltend gemachten Reichtums der Familie des Beschwerdeführers und der sich daraus für ihn ergebenden Entführungsgefahr ist darauf hi n- zuweisen, dass dieser Umstand, wie auch die Vorinstanz in der angefoch- tenen Verfügung zu Recht feststellte, bereits im Zeitpunkt des Urteils vom 3. Februar 2012 bestanden hat. Demnach handelt es sich hierbei um kei- ne seit jenem Urteil wesentlich veränderte Sachlage, welche wiedererwä- gungsrechtlich zu berücksichtigen wäre. Infolgedessen ergibt sich, dass die Vori nstanz diesbezüglich berechtigterweise auf das Wiedererw ä- gungsgesuch nicht eingetreten ist (vgl. dazu ausführlich Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts D -2433/2012 vom 18. Juni 2012). Den auf B e- schwerdeebene in diesem Zusammenhang gemachten Aus führungen ist somit jegliche Grundlage entzogen, weshalb es sich erübrigt , darauf nä- her einzugehen. Damit wird das Eventualbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das BFM anzuweisen, auf das Wiedere r-D-4810/2012 Seite 9 wägungsgesuch vollumfänglich einzutreten und die Unzulässigkeit, even- tuell die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvo llzugs festzustellen, abge- wiesen. Hinsichtlich des Gesuchs um Ansetzung e iner Frist zur Darlegung der Revisionsvoraussetzungen ist zu erwähnen, dass ein einmal abgeschlo s- senes Verfahren vom Bundesverwaltungsgericht nur auf Gesuch hin so- wie in zeitlich begrenztem Rahmen (vgl. 124 BGG) neu eröffnet wird. Eine im vorliegenden Wiedererwägungsverfahren revisionsrechtliche Überprü- fung der mit dem geltend gemachten Reichtum zusammenhängen den Vorbringen wäre eine unzulässige Erweiterung des Streitgegenstan des. Denn d er Streitgegenstand (in casu die Verfügung des BFM) kann sich höchstens verengen und um nicht mehr streitige Punkte r eduzieren, nicht aber ausweiten (vgl. ANDRÉ MOSER, in: Christoph Auer/Markus Mü l- ler/Benjamin Schindler [Hrsg.], VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfah ren, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 52 N 3 m.H.a. BGE 131 II 200 E. 3.2; Urteile des Bundesverw altungsgerichts A-1536/2006 und A-1537/2006 vom 16. Juni 2008 E. 1.4.1). Neue Begeh- ren sind unzulässig, wobei als neu solche Anträge zu verstehen sind, die nicht Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens waren. In Bezug auf die Anfechtung einer erstinstanzlichen Verfügung bedeutet dies, dass sich der Streitgege nstand innerhalb der Regelungsmaterie des Beschwerd e- objekts halten muss ( vgl. RENÉ RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS/DANIELA THURNHERR/DENISE BRÜHL-MOSER, Öffentliches Prozes s- recht, Grundlagen und Bundesrechtspflege, 2. Aufl., Basel 2010, Rz. 1611 S. 4 35). Nach dem Gesagten ergibt sich, dass das entsprechende Ge- such um Fristansetzung abzuweisen ist, zumal in den bisherigen Eing a- ben ein Wille zur Revision ausdrücklich in Abrede gestellt worden ist. 8.2.2.2 Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesverwa l- tungsgericht die Verfügung des BFM vom 15. März 2010 sowohl im Asy l- punkt als auch hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs vollumfänglich be - stätigte (vgl. Urteil D-2604/2010 vom 3. Februar 2012). So wurde in jenem Urteil insbesondere festgehalten, den Akten seien kei- ne glaubhaften Anhaltspunk te dafür zu entnehmen, dass der Beschwe r- deführer seitens der sri -lankischen Be hörden im heutigen Zeitpunkt als oppositionell aktiv wahrgenommen würde oder sonst einer Risikogruppe zugehörig erklärt werden müsste. Er ha be nie geltend gemacht, bede u- tend für die LTTE tätig gewesen zu sein und selbst die angebliche Ve r- netzung des Bruders mit der LTTE (Kontakte zu einem Abgeordneten, der D-4810/2012 Seite 10 bereits im Jahre 2006 ermordet worden war) könne nicht als besonders wichtig qualifiziert werden. Es erweise sich daher auch als unglaubhaft, dass ein Cousin der Regierung gegenüber über die Tätigkeit des B e- schwerdeführers bei der LTTE, die ja im Wesentlichen aus einem eintäg i- gen Trainingskurs bestanden haben solle, Auskunft gegeben habe und dies für die Regierung von Interesse sein solle. Eine heutige Gefährdung erweise sich somit als nicht wahrschein lich (vgl. a.a.O., E. 6.2.). Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, sei s eine Rüc k- kehr nach Sri Lanka unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. We- der die dortige allgemeine Menschenrechts situation noch indivi duelle Faktoren liessen den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzulässig erscheinen. Angesichts der neusten Lagebeurteilung ersche i- ne der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers selbst nach (…), wo er noch über verschiedene familiäre Anknüpfungspunkte verfüge, wieder zumutbar. Auch in (…) habe er die Möglichkeit, sich niederzulas- sen, zumal er vor seiner Ausreise längere Zeit dort gelebt habe und dort auch über familiäre Anknüpfungspunkte verfüge. Nach dem Gesagten sei der Wegweisungsvollzug auch zumutbar (vgl. a.a.O., E. 9.2.2. ff.). Obwohl die im Wiedererwägungsgesuch vom 8. August 2012 und in der vorliegenden Beschwerde erwähnten, sich nach dem Urteil vom 3. Fe b- ruar 2012 ereigneten Vorfälle nicht angezweifelt werden, ist nicht ersich t- lich, inwiefern dadurch in Bezug auf den Beschwerdeführer seit dem rechtskräftigen Abschluss des ord entlichen Asylverfahrens eine ent- scheidrelevant veränderte Sachlage eingetreten sein sollte. Die im vorlie- genden Wiedererwägungsverfahren geltend gemachten Vorbrin gen sind nicht geeignet, ein asylrechtlich relevantes Risikoprofil zu belegen, umso weniger als das Bundesverwaltungsgericht nicht davon ausging, der B e- schwerdeführer sei im Zeitpunkt der Ausreise von den sri -lankischen Si- cherheitsbehörden landesweit gesucht worden oder habe in naher Z u- kunft eine Verfolgung zu befürchten (vgl. a.a.O., E. 7.). An d ieser Ei n- schätzung vermag das Argument des Beschwerdeführers, seine Verga n- genheit und der Reichtum seiner Familie würden ihm ein zusätzliches R i- sikoprofil verleihen, nichts zu ändern. Dem Vollzug der Weg weisung ste- hen aufgrund der gegenwärtigen Aktenl age keine Hindernisse entgegen, weshalb der mit Zwischenverfügung vom 17. September 2012 angeor d- nete Vollzugsstopp aufzuheben ist. 8.2.3 Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzustellen , dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist , Gründe darzutun, weshalb die D-4810/2012 Seite 11 in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 15. März 2010 in Wiedererwä- gung gezogen werden sollte . Infolgedessen hat das BFM das Gesuch vom 8 . August 2012 zu Recht abge lehnt, soweit es darauf eintrat. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, seitens des Bundesverwaltungsgerichts in Bezug auf den in Grossbritannien angeordneten Deportati onsstopp Sachverhaltsabklärungen zu treff en und die dortigen Entwicklungen ab- zuwarten, so dass der entsprechende Antrag abgewiesen wird. Desglei- chen kann darauf verzichtet werden, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde einzugehen, da dies zu keiner anderen Betrachtungsweise führen würde. 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1'200.- festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-4810/2012 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der mit Zwischenverfügung vom 17. September 2012 angeordnete Vol l- zugsstopp wird aufgehoben. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand: