Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Februar 2021 (720 20 293 / 54) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts. Die IV-Stelle hat diesen vollständig abge- klärt. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Georg Ranert, Advokat, Schulstrasse 23, 4132 Muttenz gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1980 geborene A.____, angelernter Carrosserie -Spengler, war zuletzt vom 14. Ok- tober 2013 bis 31. Oktober 2015 bei der B.____AG als L ogistikmitarbeiter tätig. Am 31. Januar 2017 meldete er sich unter Hinweis auf psychische Beschwer den bei der Eidgenössischen In- validenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abkl ärung der erwerblichen und medi- zinischen Verhältnisse, namentlich nach Einholung eines G utachtens bei Dr. med. C.____, Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. März 2020, ermi ttelte die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) beim Versicherten einen Invalidi tätsgrad von 15 %. Gestützt auf dieses Ergebnis lehnte sie – nach durchgeführtem Vorbescheidv erfahren – mit Verfügung vom 7. Au- gust 2020 einen Anspruch von A.____ auf eine Rente ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ am 12. August 2020 Einsprache (recte: Be- schwerde) bei der IV-Stelle, welche diese am 13. August 2020 zuständigkeitshalber ans Kan- tonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsg ericht), weiterleitete. In der verbes- serten Beschwerdeeingabe vom 24. September 2020 beantr agte er, nunmehr vertreten durch Advokat Georg Ranert, in Gutheissung der Beschwerde se i die Verfügung der IV-Stelle vom 7. August 2020 aufzuheben und es sei ihm aufgrund eine s Invaliditätsgrads von 50 % rückwir- kend ab 1. Dezember 2017 eine halbe Rente auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit für weitere Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ; unter o/e-Kostenfolge. In verfah- rensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Ad- vokat Georg Ranert als Rechtsvertreter und den Beizug der IV-Akten. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass der angefochtene Entscheid auf un zureichenden medizinischen Un- terlagen beruhe und die Bemessung der Invalidität fehlerhaft sei. C. Mit Verfügung vom 30. September 2020 wurde dem Be schwerdeführer für das vorlie- gende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Georg Ranert als Rechtsvertreter bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Oktober 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel -Landschaft, so dass die örtliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist . Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset- zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung ( VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht a ls einzige gerichtliche Instanz des Kan- tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-S telle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 12. August/24. September 2020 ist demnach einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführer s. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfü gung vom 7. August 2020 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Er- werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten od er verbessern können (lit. a), die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchsch nittlich mindestens 40 % ar- beitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Al lgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindes- tens 40 % invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelrente und bei einem Invalidi- tätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Unte rvarianten des Schätzungs- oder Pro- zentvergleichs (vgl. BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausser ordentlichen Methode (vgl. BGE 128 V 29). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG ). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.4 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sin ne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychi- sche Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidi- tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung d er Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhän- gig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem wei tgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zum utbar ist, eine Arbeitsleistung zu er- bringen (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfah ren nach BGE 141 V 281 zu un- terziehen. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht st ets mit der Rechtsfrage, ob und in Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserhebli- chen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig- keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unter- lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsle istungen der versicherten Person noch zu- gemutet werden können (vgl. BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). Gemäss diesen Richtlinien ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe zialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinwei- sen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten und Ärztinnen darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese im Hi nblick auf ihre auftragsrechtliche Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des bzw. der therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes bzw. Ärztin einerseits und von Begutachtungsauf- trag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten u nd Expertinnen anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2 001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu st ellen und zum Anlass weiterer Abklä- rungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte bzw. Ärzt innen zu anderslautenden Ein- schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in de nen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte bzw. Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benenn en, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urtei l des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil de s Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt sowei t zu ermitteln, dass über den Leis- tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwie genden Wahrscheinlichkeit ent- schieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahl reiche medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folge nden sollen indessen lediglich diejeni- gen Berichte wiedergegeben werden, welche für den Entscheid zentral sind. 6.2 Der behandelnde Arzt Dr. med. D.____, FMH Psychiat rie und Psychotherapie, diagnos- tizierte am 8. Juni 2017 mit Auswirkung auf die Arbeits fähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) und einen Verdacht auf eine ko mbinierte Persönlichkeitsstörung (ICD- 10 F61.0) mit impulsiven, histrionischen, passiv-aggressiven , asthenischen und ängstlichen Anteilen. Im Gespräch zeige sich der Versicherte wach, bewusstseinsklar und orientiert. Die Auffassung, die Konzentration, die Merkfähigkeit und das Gedächtnis seien leicht reduziert. Das formale Denken sei umständlich, weitschweifig, phasenwe ise sehr dem Detail verhaftet und es bestünde eine gesteigerte Ablenkbarkeit. Das inhaltliche Denken sei auf die gegenwärtige Le- benssituation, welche als schwierig empfunden werde, fok ussiert. Hinweise auf Wahn, Sinnes- täuschungen, Zwang oder Ich-Störungen bestünden nicht. Der affektive Rapport sei nach an- fänglichen Schwierigkeiten gut herstellbar. Die Schwing ungsfähigkeit sei leicht eingeschränkt. In der Stimmung sei er deprimiert, rat- und hoffnung slos, dysphorisch und klagsam. Es bestün- den Insuffizienz- und Schuldgefühle und eine innerliche und motorische Unruhe. Die Psycho- motorik und der Abtrieb seien leicht gesteigert. Der V ersicherte berichte von einem Morgentief und von sozialem Rückzug. In Überforderungssituationen kom me es zu impulsiven Durchbrü- chen. Eine akute Suizidalität bestünde nicht. Ein Arbei tsversuch im Umfang von zunächst 50 % Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sei sinnvoll. Bei einem höheren Arbeitspensum neige de r Versicherte zur Destabilisierung. Die Prognose sei günstig. 6.3 Im Bericht vom 14. März 2018 diagnostizierte Dr. D._ ___ eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), eine andauernde Persönlichkeit sänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) und eine kombinierte Persönlichkeitsstör ung (ICD-10 F61.0) mit impulsiven, histrionischen, passiv-aggressiven, asthenischen, ängstlichen und unreifen Anteilen. Der Versi- cherte versuche das Thema seiner Traumatisierung zu verme iden, obwohl er alle seine Prob- leme darauf zurückführe. In den vergangenen Wochen se i es verstärkt zu einem sozialen Rückzug gekommen, welcher aber auch ökonomisch bedingt sei. Der Versicherte fühle sich von autoritären Vorgesetzten in seiner Freiheit und Auton omie eingeengt. Zudem sei er in Stresssi- tuationen relativ schnell überfordert und neige zur Blockierung. Diese würde sich normalerweise so auswirken, dass er sich der belastenden Situation entzieh e. In solchen Situationen sei die Leistungs- und Belastungsfähigkeit stark reduziert. Es komm e zu impulsiven Durchbrüchen, welche ansonsten nicht seinem Charakter entsprechen würden. Suizidgedanken würden bejaht, eine akute Suizidalität aber eindeutig und glaubhaft verneint. Aus heutiger Sicht sei die Progno- se ungünstig. Das angestrebte Arbeitspensum von 50 % we rde vom Versicherten in Frage ge- stellt. 6.4 Im Bericht vom 21. Oktober 2018 führte Dr. D.____ aus, dass die Therapiesitzungen auf Wunsch des Versicherten zurzeit in vier- bis sechswöchigen A bständen stattfinden würden. Die letzten Termine habe er nur in stark verkürzter Form wa hrgenommen, wobei vor allem seine finanzielle Situation thematisiert worden sei. Der Ver sicherte vermisse die finanzielle Absiche- rung und gerate auch seitens seiner Mutter zunehmend unter Druck. Deshalb leide er in letzter Zeit unter „moralischen Anfällen“. Erstaunlich sei, dass der Versicherte täglich in einem Fitness- studio trainiere und trotzdem darauf beharre, vollstän dig arbeitsunfähig zu sein. Offenbar sei er nicht in der Lage, diesen Widerspruch selbst zu erkennen. Fraglich sei, ob ein gewisses disso- ziales Verhalten eine Rolle spiele. Zudem zeige sich zunehmend ein selbstlimitierender narziss- tischer Anteil. Ansonsten bemühe sich der Versicherte w eiterhin um die Anerkennung, dass aufgrund seiner aussergewöhnlichen Situation und Leben sgeschichte eine regelmässige Ar- beitstätigkeit nicht möglich sei. Es liesse sich jede A nstrengung zur Veränderung seiner Situati- on vermissen. Der Versicherte wäre in der Lage, ein Arb eitspensum von mindestens 50 % zu realisieren. Die Prognose sei ungünstig. 6.5 Am 3. Februar 2020 hielt Dr. D.____ fest, dass si ch die Situation seit dem Bericht vom 21. Oktober 2018 weiterentwickelt bzw. verändert habe und stellte klar, dass er den Versicher- ten nicht als dissozial mit ausgeprägter Selbstlimitierun g bezeichnet habe. Zudem würde die damalige Aussage hinsichtlich der Verkürzung der Termine heute nicht mehr zutreffen. 6.6 Die IV-Stelle veranlasste bei Dr. C.____ ein psychia trisches Gutachten, welches am 6. März 2020 erstattet wurde. Darin wurden mit Auswirku ng auf die Arbeitsfähigkeit ein Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) in der Kindheit mit Restsymptomatik (ICD-10 F43.1) und akzentuierte Persönlichkeitszüge mit narzisstisch en und emotional instabilen Antei- len (ICD-10 Z73.1) diagnostiziert. Aufgrund der Angab en des Versicherten sei mit grosser Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er 6-jährig ein e PTBS erlitten habe, als sein be- trunkener Vater zuerst ihn bedrohte und hernach die Tante erschossen habe. Er sei dann bei der Mutter aufgewachsen. Er habe wenige Kontakte zu Gleichaltrigen gepflegt, schulische Schwierigkeiten gehabt und eine erste Berufslehre nach kurzer Zeit wegen häufigen Fehlzeiten abgebrochen. Ein zweiter Versuch, eine Lehre aufzunehm en, sei aus unklaren Gründen ge- scheitert. In der Folge sei der Versicherte über mehrer e Jahre nicht erwerbstätig gewesen und von seiner Mutter finanziell unterstützt worden. Später habe er dann Aushilfsarbeiten verrichtet und eine Anlehre zum Carrosseire-Spengler absolviert. N ach den Angaben des Versicherten habe die Anlehre nur dank des toleranten Lehrmeisters durchgeführt werden könne. Weiter ge- be der Versicherte an, durchaus einen Freundeskreis zu pfl egen. Zudem habe er jahrelang praktisch täglich in einem Fitnessstudio trainiert. Anso nsten verbringe er den Tag eher passiv, teilweise bei sich zuhause oder bei seiner Mutter oder mit Kollegen, mit denen er sich gerne treffe. Er lese, informiere sich und sehe fern. Er le ide unter Schlafstörungen und teilweise unter Albträumen. Manchmal würden die Erlebnisse aus der Ki ndheit hochkommen. Der Appetit sei gut. Die Stimmung sei wechselhaft, teilweise deprimie rt. Auf Stress reagiere er schnell gereizt und verlasse derartige Situationen. In der Untersuchu ng finde sich ein psychopathologisch we- nig auffälliger Explorand. Er wirke nicht depressiv, al lenfalls leicht bedrückt, sobald belastende Themen angesprochen würden. Im Affekt sei er gut modul iert und kognitiv nicht eingeschränkt. Er wirke präsent, jedoch eher auf seine Problematik fixie rt und wenig introspektiv. Es sei anzu- nehmen, dass das Gewaltereignis in der Kindheit die Persönlichkeitsentwicklung des Versicher- ten geprägt habe. Er könne aber verschiedenen Aktivitäte n nachgehen, Beziehungen und Freundschaften pflegen, regelmässig Fitness betreiben und sich um seinen Hund kümmern. Er selbst fühle sich aber nicht in der Lage, regelmässig ein er beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Der Versicherte sei über Jahre von seiner Mutter und e iner Tante finanziell unterstützt worden, sodass kein Druck bestanden habe, sich beruflich zu engagie ren und auf eigenen Beinen zu stehen. Die Stressintoleranz könne eine Folge der erlit tenen PTBS sein. Eine Persönlichkeits- änderung könne in Betracht gezogen werden. Die Diagnosekriterien für eine Persönlichkeitsstö- rung seien aber nicht erfüllt. Der Antrieb sei nicht aufgrund der Persönlichkeit beeinträchtigt und es bestünde keine auffällige Einschränkung der Impulskon trolle. Auch seien die Wahrnehmung und das Denken nicht auffällig verändert. Zudem würden sich im sozialen Bereich keine eindeu- tigen unpassenden Verhaltensweisen zeigen. Dennoch sei s ein Verhaltensmuster etwas auffäl- lig, indem er offensichtlich schnell Situationen verlasse , in denen er sich unwohl fühle und ge- reizt reagiere. Akzentuierte Persönlichkeitszüge könnten bejaht werden. Diese seien als Folge der erlittenen PTBS zu interpretieren. Zudem bestünd en affektive Schwankungen mit subde- pressivem Charakter. Die Kriterien für eine mittelgradi ge depressive Störung seien aber nicht erfüllt. Hinweise auf eine anderweitig psychisch relevant e Störung seien ebenfalls nicht ersicht- lich. Der Versicherte sei in der Lage, alltägliche Ter mine wahrzunehmen, sich weitgehend all- täglichen Routinen und Regeln anzupassen und Aufgaben zu strukturieren. Die Flexibilität, Ur- teils- und Entscheidungsfähigkeit seien ebensowenig wi e die Selbstpflege und die Verkehrsfä- higkeit eingeschränkt. Auch die Kontakt- und die Gruppen fähigkeit seien grundsätzlich vorhan- den. Hingegen seien die Selbstbehauptungs- und Durchh altefähigkeit leicht beeinträchtigt. Er sei in der Lage, auf seine Fähigkeiten und Ressourcen zu rückzugreifen. Allenfalls bestünde eine verminderte Belastbarkeit. Die psychosoziale Situation dürfte einen Grossteil des aktuellen Zustands miterklären. So sei der Versicherte bisher nicht voll in den Arbeitsprozess integriert Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gewesen. Er habe zwar eine Anlehre absolviert, sei abe r nicht in diesem Beruf tätig. Zudem sei er über Jahre durch die Mutter finanziell unterstützt w orden. Es sei denkbar, dass es ihm dadurch schwerfalle, aus diesem Kreislauf auszubrechen. E s würden ambulante Therapiemas- snahmen durchgeführt, allerdings eher etwas unregelmässig . Eine konsequente medikamentö- se Behandlung finde nicht statt und eine (teil)station äre Massnahme habe der Versicherte ab- gelehnt. Er fühle sich in der aktuellen Therapie nich t verstanden, was allerdings bei ihm auch ein grundsätzliches Problem sein dürfte. Er benötige intensivere Massnahmen, vor allem ver- haltenstherapeutischer Art. Grundsätzlich sei ihm eine klar strukturierte Tätigkeit ohne Zeitdruck möglich. Er sei aber nicht in der Lage, Verantwortung zu übernehmen und er sollte nicht unter wechselnden Arbeitsbedingungen tätig sein. Aufgrund e ines möglichen erhöhten Pausenbe- darfs und einer leichten Verlangsamung könne eine 20% ige Leistungseinschränkung ange- nommen werden. Diese bestünde wahrscheinlich mindestens seit der Aufnahme der Therapie im Dezember 2016. Der behandelnde Psychiater Dr. D.____ gehe von einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit aus, was deutlich mehr sei a ls sich der Versicherte selbst zumute. Offensichtlich gehe Dr. D.____ teilweise auf die subjek tiven Angaben des Versicherten ein, womit sich auch die Diskrepanz zu seiner Einschätzung erkläre. 7.1 Wie oben (vgl. E. 4.4 hiervor) dargelegt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen nicht vor. Das G utachten von Dr. C.____ vom 6. März 2020 erfüllt sowohl in formeller Hinsicht als a uch inhaltlich die bundesgerichtlichen An- forderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheid grundlage. Der Gutachter hatte Kenntnis von sämtlichen medizinischen Vorakten, er setzte sich in angemessener Weise mit den geäusserten Beschwerden auseinander und begründeten die Schlussfolgerungen in nach- vollziehbarer Weise. In inhaltlicher Hinsicht vermag soda nn zu überzeugen, dass den Be- schwerdeführer das traumatische Ereignis in der Kindheit bis heute prägt. Die Restsymptomatik der PTBS und die akzentuierten Persönlichkeitszüge mit narzisstischen und emotional instabi- len Anteilen beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit d es Versicherten aufgrund eines möglichen erhöhten Pausenbedarfs und einer leichten Verlangsamun g aber nur geringfügig im Umfang von 20 %. Insgesamt bestehen keine Anhaltspunkte, dass d ie klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung als wichtigste Grundlage gutachtlicher Feststellungen und Schlussfolgerungen nicht lege artis erfolgt wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2016, 9C_410/2016, E. 2.2. 1 mit Hinweis, in: SVR 2016 IV Nr. 53 S. 178). Die entsprechenden, vorstehend (vgl. E . 6.6 hiervor) wiedergegebenen Darle- gungen des Gutachters vermögen zu überzeugen, sodass darauf verwiesen werden kann. Die Tatsache, dass Dr. C.____ die erhobenen Befunde diagn ostisch anders einordnete als der be- handelnde Arzt Dr. D.____ (vgl. Berichte vom 8. Juni 201 7, 14. März 2018), der eine mittelgra- dige depressive Episode (ICD-10 F32.1), eine andauern de Persönlichkeitsänderung nach Ext- rembelastung (ICD-10 F62.0) und eine kombinierte Persö nlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) mit impulsiven, histrionischen, passiv-aggressiven, asthenischen, ängstlichen und unreifen Anteilen diagnostizierte, schmälert den Beweiswert des Gutachten s nicht. Dies umso weniger, als sich Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. C.____ mit den abweichenden Diagnosen des behand elnden Psychiaters auseinandersetz- te. Er legte plausibel dar, weshalb seiner Auffassung n ach die Kriterien für eine mittelgradige depressive Episode und eine Persönlichkeitsstörung nicht erf üllt sind. Die medizinischen Unter- lagen und die Angaben des Beschwerdeführers waren offe nbar hinreichend präzise und kohä- rent genug, um ein zuverlässiges Bild über seinen psychischen Gesundheitszustand machen zu können. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass letztlich nicht die Diagnosen, sondern die funktionellen Einschränkungen und die damit einher gehenden Auswirkungen auf das Leis- tungsvermögen der versicherten Person ausschlaggebend sind ( vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2009, 9C_617/2008, E. 4.5). 7.2.1 Was in der Beschwerde gegen das Gutachten von D r. C.____ vom 6. März 2020 vorge- bracht wird, verfängt nicht. Wenn der Beschwerdeführer unter Hinweis auf seine besondere Biographie mit Gewalterlebnis in der Kindheit, erheblichen Schul- und Ausbildungsschwierigkei- ten, Abhängigkeiten und einer mehrjährigen Arbeitsab stinenz die Beurteilung von Dr. C.____ in Frage stellt, wonach aktuell nur noch eine Restsymptomatik einer PTBS vorliege, ist ihm entge- genzuhalten, dass der Gutachter die Auswirkungen des Gewa ltereignisses auf die persönliche und berufliche Entwicklung des Beschwerdeführers seit Kindheit bis in die Adoleszenz erfasste. Zudem vermitteln die Feststellungen des gesundheitliche n Befunds und seiner funktionellen Auswirkungen ein einleuchtendes und stimmiges Bild über den Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit des Versicherten. Dr. C.____ differen zierte zwischen den subjektiv empfun- denen Beschwerden und den geltend gemachten Einschränku ngen im Alltag des Beschwerde- führers einerseits und den objektiv feststellbaren Befunden andererseits und erkannte, dass der Beschwerdeführer – trotz seiner teilweise auffälligen Verhaltensmuster, der leicht reduzierten Selbstbehauptungs- und Durchhaltefähigkeit und der ve rminderten Belastbarkeit – durchaus in der Lage war und ist, verschiedenen Aktivitäten nachzuge hen, Beziehungen soziale Kontakte zu pflegen, seinen Alltag selbstständig zu gestalten, alltägliche Funktionen und Termine wahr- zunehmen, sich weitgehend alltäglichen Routinen und Reg eln anzupassen und Aufgaben zu strukturieren, was gegen eine schwere psychische Beeinträc htigung spricht. Daran vermag die abweichende eigene Einschätzung des Beschwerdeführers ni chts zu ändern. Soweit er die Schlüssigkeit des Gutachtens mit dem Argument anzweifelt, die Dauer des Explorationsge- sprächs sei (zu) kurz gewesen, ist ihm entgegen zu halten, dass es nach konstanter bundesge- richtlicher Rechtsprechung nicht auf die Dauer der Unt ersuchung ankommt; massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig u nd im Ergebnis schlüssig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. März 2019, 8C_356/2018, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Dies ist vor- liegend entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführe rs zu bejahen. Dazu kommt, dass sich die Beurteilung des Gutachters nicht nur auf die pe rsönliche Untersuchung stützt. Dr. C.____ standen darüber hinaus auch die Berichte de s behandelnden Arztes Dr. D.____ zur Verfügung, die es ihm ermöglichten, sämtliche für die Beurteilung relevanten Aspekte – wozu im Übrigen auch der für den Versicherten belastenden frühe Tod eines nahen Freunds gehört – hinreichend zu erfassen. 7.2.2 Auch wenn im Gutachten die Prüfung der Indika toren eher knapp ausgefallen ist, setzte sich Dr. C.____ dennoch hinreichend mit der Biographie , dem beruflichen Werdegang, der so- zialen und der Familienanamnese sowie den Alltagsaktivit äten des Beschwerdeführers ausei- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht nander. Das Gutachten enthält alle erforderlichen Anga ben für die Prüfung der Frage, ob sich ein invalidisierender Gesundheitszustand anhand der Sta ndardindikatoren verifizieren lässt. Insgesamt steht die gutachterliche Einschätzung mit den objektiven Umständen in Einklang und gibt ein schlüssiges Bild zum Gesundheitszustand und der L eistungsfähigkeit des Beschwerde- führers. Soweit er die Einschätzung von Dr. C.____ in Frage stellt, wonach von einer Arbeitsfä- higkeit von 80 % auszugehen sei, ist zunächst festzustellen, dass keine fachärztlichen Berichte vorliegen, welche die Schlussfolgerung des Gutachters in Zweifel ziehen würden. Sodann ist zu beachten, dass eine Exploration von der Natur der Sac he her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet einer Gutachterperson praktisch immer einen Spielraum für verschiedene medizinische Interpretationen, was zulässig und zu respektieren ist, sofern sie – wie hier – lege artis vorgegangen ist. Der Beschwerdeführer legt nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, dass aus den Berichten des behandelnden Arztes Dr. D.____ Gesichtspunkte hervorgingen, die von Dr. C.____ nicht berücksichtigt worden wären oder de ssen Zumutbarkeitsbeurteilung als offensichtlich unzutreffend erscheinen liessen. Dazu komm t, dass das Aktivitätsniveau des Be- schwerdeführers und die niedrige Therapiefrequenz gegen eine schwere psychische Erkran- kung sprechen und das Beschwerdebild erheblich durch psychoso ziale Belastungsfaktoren (fi- nanzieller Druck, fehlende Integration in den Arbeitsp rozess) mitbestimmt ist, die aber vom so- zialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.5 und BGE 143 V 409 E. 4.5.2). Die eigene Einschätzung d es Beschwerdeführers, wonach ange- sichts seiner Beschwerden und den Bedingungen des ersten A rbeitsmarkts eine Tätigkeit im Umfang von 80 % nicht realistisch sei, findet in den vorliegenden medizinischen Unterlagen keine Stütze. Vielmehr spricht die Tatsache, dass er in d er Lage ist, alltägliche Funktionen und Termine wahrzunehmen und sich weitgehend alltäglichen Routinen und Regeln anzupassen, für eine hohe Leistungsfähigkeit in einer angepassten B erufstätigkeit. Sodann steht ihm auf- grund seines Zumutbarkeitsprofils ein zwar eingeschränktes, aber dennoch genügend weites Betätigungsfeld auf dem sogenannten ausgeglichenen A rbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG) zur Verfügung. Insgesamt liegt nichts vor, was auf eine aktenwidrige oder unzutreffende Beurteilung von Dr. C.____ schliessen lassen würde oder Zweifel an seiner Beurteilung zu be- gründen vermöchte, weshalb in antizipierter Beweiswürd igung (vgl. BGE 137 V 64 E. 5.2; 136 I 229 E. 5.3) auf zusätzliche Abklärungen verzichtet werden kann. 8. Nach dem Gesagten ist im Ergebnis nicht zu beanstande n, dass die IV-Stelle bei der gestützt auf das Gutachten von Dr. C.____ vom 6. März 2 020 davon ausgegangen ist, dass dem Beschwerdeführer angepasste Tätigkeiten zu 80 % zumutbar sind. 9. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Ver- sicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimme n. In den angefochtenen Verfü- gungen vom 7. August 2020 nahm die IV-Stelle den erf orderlichen Einkommensvergleich vor. Da der Beschwerdeführer seit Eintritt der gesundheitli chen Beeinträchtigungen keiner Erwerbs- tätigkeit mehr nachging, setzte die IV-Stelle das Invalideneinkommen zu Recht unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik fest (vgl. dazu BGE 126 V 75 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 321 E. 3b/aa). Auf diese Weise errechnete sie – auf der Basis der gutachterlich attest ierten 80 %-igen Arbeitsfähigkeit – ein zumutbares Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 54'3 03.--. Diesen Betrag stellte sie dem Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ebenfalls anhand der Tabellenlöhne der LSE ermittelt en Valideneinkommen von Fr. 64'066.-- gegenüber und gelangte so zu einem Invaliditätsgrad von 15 %. Diese Berechnung der IV- Stelle ist nicht zu beanstanden. Selbst wenn den Ausfü hrungen des Beschwerdeführers gefolgt und die Vergleichseinkommen auf der Basis des gleichen Tabellenlohns bestimmt würden, re- sultierte bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % keine rentenbegründende Invalidität. Die angefoch- tene Verfügung vom 7. August 2020, mit welcher ein Ren tenanspruch des Beschwerdeführers abgewiesen wurde, ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzu- weisen. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend unte rliegt der Beschwerdeführer, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Da dem Besch werdeführer mit Verfügung vom 30. September 2020 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden ist, werden die Verfah- renskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 10.2 Eine Parteientschädigung wird bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht zugesprochen. Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. Septem ber 2020 auch die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt w urde, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in sei- ner Honorarnote vom 17. November 2020 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 14 Stunden geltend gemacht, was in Anbetracht der sich st ellenden Sachverhalts- und Rechts- fragen nicht zu beanstanden ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der T arifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar b ei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.--. Hinzu kommen Auslagen im Betrag von insgesa mt Fr. 55.60. Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist demnach ein Honorar in der Hö he von Fr. 2'855.60 (14 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 55.60) aus der Gerichtskasse auszurichten. 10.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufm erksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwerde- führer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in Höh e von Fr. 2'855.60 (inkl. Auslagen) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht