B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-8489/2010 U r t e i l v o m 1. M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch, Gerichtsschreiber Jan Feichtinger. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), Serbien, alle vertreten durch Michael Pfeiffer, (…) Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 3. November 2010 / N (…). E-8489/2010 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) gemeinsam mit seinen Eltern (N (…) / E-970/2007) in den Jahren 2003 und 2004 – unter weitge- hender Ausschöpfung der zur Verfügung stehenden Rechtsmittel (B e- schwerde, Wiedererwägungsgesuch, Beschwerde gegen Wiedererw ä- gungsentscheid) – erstmals erfolglos ein Asylverfahren in der Schweiz durchlief, dass er gemeinsam mit seiner zwischenzeitlich angetrauten Ehefrau B._______ (nachfolgend: Beschwer deführerin) sowie der gemeinsamen Tochter C._______ (nachfolgend: Kind) am 4. Januar 2007 weitere Asyl- gesuche einreichte, auf welche das BFM mit Verfügung vom 2. Februar 2007 gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug anordnete, dass das Bundesverwaltungsgericht die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 9. Februar 2007 mit Urteil E -1069/2007 vom 23. Ju- li 2010 abwies, dass die Beschwerd eführenden (gemeinsam mit den Eltern des B e- schwerdeführers [E -816/2011]) mit Eingabe vom 9. August 2010 unter anderem die wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 30. Juli 2010 (recte: 2. Februar 2007) beantragten, dass das BFM das vorgenannte Wied ererwägungsgesuch – soweit die Beschwerdeführenden betreffend – mit Verfügung vom 3. November 2010 abwies, die Verfügung vom 2. Februar 2007 als rechtskräftig und vol l- streckbar erklärte und feststellte, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu, dass die Beschwerdeführenden am 9. Dezember 2010 durch ihren dama- ligen Rechtsvertreter gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltung s- gericht Beschwerde erheben und dabei in materieller Hinsicht beantragen liessen, es sei der Wiedererwägungsent scheid des BFM vom 3. Novem- ber 2010 aufzuheben, die Beschwerdeführenden seien als Flüchtlinge anzuerkennen und ihnen sei in der Schweiz Asyl zu gewähren, eventual i- ter seien sie in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht unter anderem die Aussetzung des Wegweisungsvollzugs unter entsprechender Anweisung der Vollzugsb e-E-8489/2010 Seite 3 hörden, die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) unter Verzicht auf die Erh e- bung eines Kostenvorschusses beantragt wurde, dass das Bundesverwaltungsgericht mit prozessleitender Verfügung vom 10. Dezember 2010 im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme den Vollzug der Wegweisung aussetzte, dass die zuständige Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 17. Februar 2011 das Gesuch um Aussetzung des Vollzugs der Wegwe i- sung – unter Aufhebung der Verfügung vom 10. Dezember 2010 – ab- wies, dass sie mit gleicher Verfügung die Gesuche um Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses abwies und den B e- schwerdeführenden Frist zur Bezahlung eines solchen ansetzte, dass der Kostenvorschuss am 4. März 2011 fristgerecht bezahlt wurde, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe ihres damaligen Rechtsve r- treters vom 12. Mai 2011 unter Hinweis auf zwei neu eingereichte, die (…)-beschwerden des (…) des Beschwerdeführers betreffende Bewei s- mittel beantragen liessen, in Wiedererw ägung der Dispositivziffer 1 der Zwischenverfügung vom 17. Februar 2011 sei der Vollzug der Wegwe i- sung vorläufig auszusetzen, dass das Gesuch um wiedererwägungsweise Aussetzung des Wegwe i- sungsvollzuges mit prozessleitender Verfügung vom 19. Mai 2011 abge- wiesen wurde, dass der neu mandatierte Rechtsvertreter dem Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom 27. Juli 2011 das vorliegende Vertretungsverhältnis zur Kenntnis brachte, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 5. respektive 8. August 2011 unter Hinw eis auf ein neu eingereichtes, das Kind C._______ betreffendes ärztliches Zeugnis beantragen liessen, in Wi e- dererwägung der Dispositivziffer 1 der Zwischenverfügung vom 17. Feb- ruar 2011 sei der Vollzug der Wegweisung vorläufig auszusetzen, E-8489/2010 Seite 4 dass dieses erneute Gesuch um wiedererwägungsweise Aussetzung des Wegweisungsvollzuges mit prozessleitender Verfügung vom 5. Okto- ber 2011 abgewiesen wurde, dass die Beschwerdeführenden mit neuerlicher Eingabe vom 2. respekt i- ve 5. Dezember 2011 unter Hinweis auf teilw eise bereits aktenkundige sowie zwei neu eingereichte, die volljährigen Beschwerdeführenden betreffende ärztliche Zeugnisse beantragen liessen, in Wiedererwägung der Dispositivziffer 1 der Zwischenverfügung vom 17. Februar 2011 sei der Vollzug der Wegweisung vorläufig auszusetzen, dass mit prozessleitender Verfügung vom 9. Dezember 2011 auch dieses dritte Gesuch um wiedererwägungsweise Aussetzung des Wegweisungs- vollzuges abgewiesen wurde, und zieht in Erwägung, dass gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbe halt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge gen Verfügungen nach Art. 5 VwVG beurteilt, welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden, dass darunter auch Verfügungen fallen, mit denen das BFM (vgl. Art. 33 Bst. d VGG) ein Gesuch um Wiedererwägung eines rechts kräftigen Ent- scheides betreffend den Vollzug einer nach Verweigerung des Asyls a n- geordneten Wegweisung abgewiesen hat, dass dagegen erhobene Beschwerden vom Bundesverwaltungsgericht endgültig beurteilt werden (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichts - gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor dem BFM teil genom- men haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind und sich auf ein schutz würdiges Interesse an deren Aufhebung be - ziehungsweise Änderung berufen können (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), womit sie zur Einreichung einer dagegen gerichteten Be - schwerde legitimiert sind, E-8489/2010 Seite 5 dass die Beschwerde von ihnen innert der gesetzlichen Frist von 30 Ta - gen in gültiger Form eingereicht wurde, weshalb auf diese einzutre ten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerde n in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters be ziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine sol che handelt, weshalb der Beschwe rdeentscheid nur summarisch zu be gründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif - tenwechsel verzichtet wurde, dass die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren einen gesetzlich nicht geregelten Rechtsbehelf darstellt, auf dessen Behandlung durch die ve r- fügende Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht, dass gemäss herr schender Lehre und ständiger Praxis des Bundes - gerichts jedoch aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizeri schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter be stimmten Voraussetzungen ein verfassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwä - gung abgeleitet wird (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen), dass gemäss diesem Anspruch die zuständige Behörde insbesond ere dann eine selbst getroffene Verfügung in Wie dererwägung zu ziehen hat, wenn sich der rechtserhebliche Sachver halt seit Ein tritt der Rechts kraft - am Tag nach Ablauf der nicht genutzten Rechtsmittelfrist oder durch bes- tätigendes Urteil der mit Be schwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz - in wesentlicher Weise verändert hat und mithin eine Anpassung der (feh- lerfreien) Verfügung erforder lich ist, ohne dass deren Gegenstand neu beurteilt wird, dass im vorliegenden Fall das Wiedererwägungsgesuc h einerseits mit psychischen Problemen der volljährigen Beschwerdeführenden , konkret mit dem Vorliegen einer (…) und einer (…) beim Beschwerdeführer sowie einer (…) bei der Beschwerdeführerin , dem schlechten Gesundheitsz u- stand von deren (…), der Verschlechterung der allgemeinen Sicherheit s-E-8489/2010 Seite 6 lage in Serbien sowie ihrer Zugehörigkeit zur Minderheit der (…) begrün- deten, dass in der Beschwerdeeingabe vom 9. Dezember 2010 zusätzlich soma- tische Beschwerden (…) und (…) beim Beschwerdeführer sowie (…) des Kindes C._______ geltend gemacht wurden, dass die Beschwerdebegründung – jeweils nach Abweisung der nachfo l- genden Gesuche um (wiedererwägungsweise) Aussetzung des Wegwe i- sungsvollzugs – um eine Vielzahl von zuvor ungenannten Aspekten e r- gänzt wurde, dass im weiteren V erlauf des Verfahrens namentlich vorgetragen wurde, der (…) des Beschwerdeführers habe sich einer (…) zu unterziehen (Ein- gabe vom 12. Mai 2011), das Kind C._______ benötige zwingend eine (…) Behandlung (Eingabe vom 5. Respektive 8. August 2011) und die Beschwerdeführerin sei in der Heimat Opfer einer Vergewaltigung gewo r- den, zudem leide sie an ( …) sowie (…) (Eingabe vom 2. Dezember 2011), dass das BFM den Prozessgegenstand – angesichts des ausschliesslich mit gesundheitlichen Problemen und der allgemeine n Situation im He i- matstaat begründeten Wiedererwägungsgesuchs – in der angefochtenen Verfügung auf den Vollzug der Wegweisung beschränkte, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit darin die Feststellung der Flücht- lingseigenschaft und die Gewährung von Asyl beantragt wird, dass die Beschwerdeführenden aus den gesundheitlichen Problemen der (…) nichts zu ihren Gunsten ableiten kön nen, da diese nicht Partei des vorliegenden Verfahrens sind und ihnen mit Urteil E -970/2007 vom 1. Dezember 2010 respektive E-816/2011 vom 14. Februar 2011 die G e- währung eines Aufenthaltsrechts in der Schweiz letztinstanzlich und rechtskräftig verweigert wurde, dass es sich bei den psychischen Erkrankungen der volljährigen B e- schwerdeführenden klarerweise um vorbestehen de Tatsachen handelt, welche bereits zum Zeitpunkt des ordentlichen Verfahrens bestanden, zumal den eingereichten ärztlichen Zeugnissen zu entnehmen ist, dass sie beide sich bereits seit dem Jahr (…) in Behandlung befanden (vgl. Zeugnisse vom 14. September 2010, vom 1. Dezember 2010 und vom 23. November 2011 betreffend den Beschwerdeführer sowie Zeugnisse E-8489/2010 Seite 7 vom 6. August 2010, vom 17. November 2010 und vom 14. Oktober 2011 betreffend die Beschwerdeführerin), dass deshalb festzustellen ist, dass die nunmehr v orgetragenen psychi- schen Probleme trotz ihres langjährigen Vorbestehens während des – mit Urteil vom 23. Juli 2010 abgeschlossenen und damit über drei Jahre a n- dauernden – ordentlichen Verfahrens kaum dokumentiert wurden, mit Be- zug auf die Beschwerdeführeri n gar erstmals mit Eingabe vom 9. De- zember 2010 ein Zeugnis zu den Akten gereicht wurde, dass Asyl suchende Personen verpflichtet sind, an der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts mitzuwirken (Art. 8 AsylG) und dieselben auch die Substanziierungslast (Art. 7 AsylG) tragen, es mithin an den B e- schwerdeführenden gewesen wäre, allfällige gesundheitliche Probleme bereits im Rahmen des ordentlichen Verfahrens geltend zu machen und mit entsprechenden Beweismitteln zu untermauern (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2.2), dass mit dem grundsätzlichen Bestehen von psychischen Problemen se i- tens der Beschwerdeführenden damit keine nachträglich veränderte Sachlage geltend gemacht wird, sondern vielmehr Beweismittel beig e- bracht werden, welche im ordentlichen Verfahren zu ihrem Nachteil u n- bewiesen gebliebene respektive gar nie substanziiert geltend gemachte Tatsachen belegen sollen (vgl. die weiterhin zutreffende Praxis der Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK] in Entscheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 1994 Nr. 27 E. 5c S. 199), dass die genannten Zeugnisse demnach vorwiegend im Rahmen einer revisionsrechtlichen Überprüfung des Urteils E-1069/2007 vom 23. Ju- li 2010 bedeutsam sein könnten (Art. 45 VGG i.V.m. Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG), sie einer wiedererwägun gsweisen Berücksichtigung demgege n- über grundsätzlich entzogen sind, dass indessen bereits im Rahmen einer Beurteilung prima facie festge- stellt werden kann, dass die Durchführung eines Revisionsverfahrens den Beschwerdeentscheid des Bundesverwaltungsgerichts nicht umzustürzen vermöchte, da sich die Beweismittel als in verschuldeter Weise verspätet und zudem unerheblich erweisen dürften, dass die vom Bundesverwaltungsgericht im vorliegenden Beschwerd e- verfahren vorzunehmende Prüfung primär entlang der Frage zu verlaufen hat, ob mit Bezug auf die gesundheitliche Verfassung der Beschwerd e-E-8489/2010 Seite 8 führenden seit Erlass der – die Rechtskraft der ursprünglichen Verfügung vom 2. Februar 2007 besiegelnden – Urteils vom 23. Juli 2010 eine Ände- rung einget reten ist und – bejahendenfalls – diese Änderung überdies geeignet ist, einen anderen Entscheid in der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs herbeizuführen, dass hinsichtlich der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers die mit der – einer Woche nach Ergehen des vorgenannten Urteils erfolg- ten – Gesuchseingabe vom 30. Juli 2010 eingereichten Zeugnisse, w o- nach dieser an (…) und (…) leide, als Ausgangslage herbeizuziehen sind, dass den nachfolgend eingereichten Zeugnissen im Vergleich mit jenen keine oder zumindest keine stichhaltigen Ausführungen zu einer allfäll i- gen Verschlechterung seines psychischen Zustandes zu entnehmen sind, dass etwa der Aussagegehalt des Zeugnisses von Dr. D._______, Un i- versitätsspital E._______ vom 6. Mai 2011 darauf beschränkt bleibt, dass sich der Zustand des Beschwerdeführers seit Dezember 2010 nicht e r- heblich verbessert habe (…), dass im aktuellsten Zeugnis der behandelnden Ärztin vom 29. Novem- ber 2011 weitgehend auf vorherige Berichte von Dezember 2010 und Mai 2011 Bezug genommen wird, dass zudem die behandelnde Ärztin die festgestellte Intensivierung der Symptome seit Juli 2011 in einen direkten Zusammenhang mit der dr o- henden Ausweisung stellt (…), dass nachvollziehbar und notorisch ist, wenn ein unaus weichlich bevor- stehender Wegweisungsvollzug bei den damit konfron tierten Asylbewer- bern zu einem gewissen psychischen Druck führt, diesem aber für die Frage der Zumutbarkeit des Weg weisungsvollzugs in aller Regel keine Relevanz zukommt, weil entscheid endes Kri terium bei der Zu - mutbarkeitsprüfung das v orliegend klar zu verneinende Bestehen einer konkreten Gefährdung im Heimat- respektive Herkunftsland bildet, dass die geltend gemachten somatische Beschwerden ( …) und (…) des Beschwerdeführers an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermögen, dass im Hinblick auf die Beschwerdeführerin im Rahmen des ordentlichen Verfahrens überhaupt kein ärztliches Zeugnis zu den Akten gereicht wu r-E-8489/2010 Seite 9 de und eine Akzentuierung ihrer psychischen Erkrankung offensichtlich nicht erst nach Ergehen des Urteils vom 23. Juli 2010 erfolgt ist (vgl. Zeugnis Dr. F._______, Universitätsspital E._______ vom 6. August 2010: "(…), dass die mit Eingabe vom 2. Dezember 2011 geltend gemachten (…); vgl. ärztliches Zeugnis vom 23. November 2010) offensichtlich kein Vollzugs- hindernis darstellen, dass unter Hinweis auf neu beigebrachte Zeugnisse vom 14. Okto- ber 2011 und vom 23. November 2011 neu geltend gemacht wird, die Be- schwerdeführerin sei in der Heimat Opfer einer Vergewaltigung gewo r- den, worüber sie sich erst jetzt – angesichts der drohenden Wegweisung – zu sprechen gewagt habe, dass dieses Vorbringen grundsätzlich als nachgeschobene Sachverhalt s- anpassung zu betrachten ist, zumal ein entsprechender Vorfall im Ra h- men des mehrere Jahre andauer nden Asylverfahrens mit keinem Wort erwähnt wurde, dass indes zu berücksichtigen ist, dass der Umstand, dass eine Verg e- waltigung erst im Stadium eines ausserordentlichen Verfahrens vorg e- bracht wird, sich durch Gefühle von Schuld und Scham sowie die vom Opfer entwickelten Selbstschutz-Mechanismen erklären lässt (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.1 S. 378; EMARK 2004 Nr. 1 E. 5b.dd S. 8; EMARK 2003 Nr. 17 E. 4b. S. 105 ff.), dass in einem solchen Fall, sofern der Sachverhalt aufgrund der übrigen Elemente der Akten bezog en auf das neue Vorbringen insgesamt als glaubhaft erscheint, ein Wiedererwägungsgesuch nicht allein mit der B e- gründung abgewiesen werden darf, dass dieses Vorbringen im ordentl i- chen Verfahren hätte geltend gemach t werden können (EMARK 2003 Nr. 17 E. 4a-c. S. 105 ff.), dass vorliegend – unter Hinweis auf die ausführliche Darstellung in der prozessleitenden Verfügung vom 9. Dezember 2011 – festzustellen ist, dass die Beschwerdeführenden im Rahmen des vorliegenden Wiedere r- wägungsverfahrens eine derartige Viel zahl an neuen und stetig wec h- selnden Vollzugshindernissen vorgetragen haben, dass der Eindruck en t- steht, sie versuchten eine zwangsweise Rückkehr in die Heimat mit allen Mitteln zu verhindern, E-8489/2010 Seite 10 dass vor diesem Hintergrund nicht gesagt werden kann, das nach (…) Jahren erstmals geltend gemachte Vorbringen, wonach die Beschwerd e- führerin (…) Opfer sexueller Gewalt geworden sei, erscheine insgesamt als glaubhaft, dass schliesslich auch die Zeugnisse betreffend das Kind C._______ kei- nem wiedererwägungsrechtlich r elevanten Sachverhalt zugeordnet we r- den können, da die Feststellung, wonach (…) (vgl. Zeugnis von Dr. G._______, Universitätsspital E._______, vom 28. Juli 2011), nicht gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges spricht, dass insgesamt im Wiedererwägu ngsgesuch, in der Beschwerdeein gabe und in den vorgenannten Zeugnissen nicht aufgezeigt wird, inwiefern sich die gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführenden von derjenigen bei Erlass des Urteils vom 23. Juli 2010 in einem entscheidwesentlichen Ausmass unterscheiden sollte, dass im Übrigen nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts im Rahmen der Tatbestandsvariante der medizinischen Notlage im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG nur dann auf Unzu mutbarkeit des Weg - weisungsvollzugs geschlossen werden kann, wenn eine notwendi ge me- dizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfü gung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährden den Beein trächtigung des Ge sundheitszustandes der betroffenen Per son führt, wobei als we - sentlich die allgemeine und dringende me dizinische Behandlung erachtet wird, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz abso- lut notwendig ist, dass, entsprechen die Behandlungsmöglichkeiten im Herkunftsland nicht dem medizinischen Standard in der Schweiz, dies allein noch nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs bewirkt, sondern von einer solchen erst dann auszugehen ist, wenn die ungenügende Möglichkeit der Weiterb e- handlung eine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2 S. 21, EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d S. 50 ff., EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.), dass sich die psychiatrische Versorgung in Serbien gemäss Erkenntni s- sen des Bundesverwaltungsgerichts in den letzten Jahren an wes teuro- päische Standards angenähert hat, E-8489/2010 Seite 11 dass in Serbien grundsätzlich alle psychischen Probleme mit modernen Methoden behandelt werden können und gängige Behandlungen pra k- tisch flächendeckend angeboten werden, dass Antidepressiva und Neuroleptika verfügbar sind, wenn auch nicht in der in der Schweiz bekannten Vielfalt, dass vor diesem Hintergrund davon auszugehen ist, dass die medizin i- sche Grundversorgung der Beschwerdeführenden in seiner Heimat g e- währleistet ist, dass zur in mehreren ärztlichen Zeugnissen geäusserten Befürchtung , wonach sich der Gesundheitszustand der volljährigen Beschwerdefü h- renden bei einer Rückführung nach Serbien verschlechtern werde, fes t- zuhalten ist, dass ein unausweichlich bevorstehender Wegweisungsvol l- zug bei den damit konfrontier ten Personen nicht selten zu einer nicht u n- erheblichen psychischen Belastung führen kann, dieser Belastung jedoch im Rahmen einer entsprechenden Vorbereitung Rechnung zu tragen ist, dass unter Berücksichtigung der eingereichten Arztberichte bei einer Rückführung nicht von einer konkreten Gefährdung in Form einer mediz i- nischen Notlage im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG auszugehen ist, dass es den Beschwerdeführenden im Übrigen freisteht, sich um mediz i- nische Rückkehrhilfe (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 75 der Asy l- verordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]) zu bemühen, um die benötigte medizinische Behandlung in der ersten Zeit nach der Rückkehr mit finanzieller oder materieller Unte r- stützung durch die Schweiz sicherstellen zu können, dass nach dem Gesagten nicht von einer wiedererwägungsrechtlich rel e- vanten Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerde - führenden seit Erlass des Urteils vom 23. Juli 2010 auszugehen ist, dass zur Vermeidung von Wiederholu ngen auch im Hinblick auf die al l- gemeine Lage in Serbien auf die Ausführungen im vorgenannten, das o r- dentliche Verfahren abschliessende Urteil vom 23. Juli 2010 verwiesen werden kann, zumal nicht einzusehen ist, inwieweit sich die dortige Situa- tion in den letzten zwei Monaten verändert haben sollte, dass im Hinblick auf die geübte Urteilskritik im Sinne einer Klarstellung festzuhalten ist, dass eine Wiederer wägung nicht in Betracht fällt, wenn E-8489/2010 Seite 12 lediglich eine neue Würdigung der beim früheren Entscheid berei ts b e- kannten Tatsachen herbeigeführt werden soll oder Gründe angeführt wer- den, die bereits in einem or dentlichen Beschwerdeverfahren gegen die frühere Verfügung hätten geltend gemacht werden können (vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2b S. 104), dass die mit dem Wiedererwägungsgesuch eingereichten Presseberichte an der nach wie vor gültigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsg e- richts klarerweise nichts zu ändern vermögen, dass zusammenfassend die Beschwerdefü hrenden mit ihren Vorbringen in der Gesuchseingabe und in der Beschwerde sowie mit den eingereich- ten Beweismitteln keine wiedererwägungsrechtlich relevante Sachlage in Bezug auf die Aspekte der Zumut barkeit des Weg weisungsvollzugs dar- zutun vermögen, dass das BFM nach dem Gesagten das Wiedererwägungsg esuch vom 9. August 2010 zu Recht abgewiesen hat, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechts - erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle od er u n- angemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, dass mit vorliegendem Direktentscheid der Antrag um Gewährung des Replikrechts zu all fälligen Stellungnahmen des BFM gegenstandslos wird, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens deren Kosten von Fr. 1'200. – (Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 4. März 2011 in gleicher Höhe geleisteten Ko s- tenvorschuss zu verrechnen sind. (Dispositiv nächste Seite) E-8489/2010 Seite 13 E-8489/2010 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt und mit dem am 4. März 2011 in gleicher Höhe geleisteten Kos- tenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Jan Feichtinger Versand: