Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. Mai 2015 (725 15 26 / 125) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung HWS-Distorsion; Prüfung der Adäquanzkriterien gemäss Rechtsprechung Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Bea t Hersberger, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiber i.V. Lukas Meyer Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Raffaella Biaggi , Advok a- tin, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Der 1960 geborene A.____ arbeitete im Zeitpunkt seines Unfalls als Bauarbeiter Kun- dendienst bei der X.____ GmbH in Eptingen und war i n dieser Eigenschaft bei der Schweizeri- schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die F olgen von Berufs- und Nichtberufsunfäl- len versichert. Gemäss Schadenmeldung UVG vom 13. D ezember 2012 geriet der Versicherte am 6. Dezember 2012 auf dem Weg von der Arbeit nach Hause mit seinem Auto in einer Kurve ins Schleudern. Das Auto drehte sich zweimal um die Hochachse, prallte gegen den Randstein und kam im Ackerland zum Stehen. Die SUVA erbrachte in der Folge die gesetzlichen Versi- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherungsleistungen (Heilbehandlung/Taggeld). Mit Verfügung vom 3. September 2014 teilte sie A.____ mit, dass sie für die Folgen des Unfalls vom 6. D ezember 2012 nur bis zum 30. September 2014 Versicherungsleistungen erbringe. Zur Begründung brachte sie vor, dass aufgrund der medizinischen Unterlagen die bis dato gekla gten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien. Das gemeldete Ereign is sei keine adäquat kausale Ursache des eingetretenen Schadens. Die gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache wies die SUVA am 15. Dezember 2014 ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Raffaella Biaggi, am 22. Januar 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der angefochtene Einsprac heentscheid vom 15. Dezember 2014 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verurteil en, die gesetzlichen Leistungen an den Beschwerdeführer zu erbringen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten anzuordnen; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung liess er im Wes entlichen vorbringen, dass der rechtser- hebliche medizinische Sachverhalt ungenügend abgeklärt wo rden sei. Zudem sei die Adä- quanzbeurteilung fehlerhaft. C. In ihrer Vernehmlassung vom 18. August 2014 schloss die Beschwerdegegnerin, vertre- ten durch Advokat Andrea Tarnutzer, auf vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in Liestal, so dass die örtl iche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. A uf die – im Übrigen frist- und form- gerecht erhobene – Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführe r über den 30. September 2014 hin- aus Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Un fallversicherung hat und ob ein poly- disziplinäres Gutachten einzuholen ist. 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu g ewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behan dlung der Unfallfolgen (Heilbe- handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfall es voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Tagge ld. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes- tens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn v on der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustand es der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederu ngsmassnahmen der Invalidenversiche- rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fal len die Heilbehandlung und die Tag- geldleistungen dahin (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). 3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt zunä chst voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und den Gesundheitsbeeinträ chtigungen ein natürlicher Kausalzu- sammenhang besteht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursache n im Sinne des natürlichen Kausal- zusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensei n der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall di e alleinige oder unmittelbare Ursa- che gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige In tegrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht w eggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderl ichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht erst , wenn der Unfall nach einiger Zeit über- haupt keine natürliche Ursache des Gesundheitsschadens meh r darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich von unfallfremden Faktoren be herrscht wird. Dies trifft dann zu, wenn entweder der krankhafte Gesundheitszustand, wie e r unmittelbar vor dem Unfall bestan- den hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi- gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfa ll früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. RKUV 1994 Nr . U 206 S. 328 E. 3b). Weil es sich da- bei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, lie gt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (vgl. RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2). Der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzusamm enhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfall- versicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesu ndheitsschaden mehr vorliegt oder die versicherte Person nunmehr bei voller Gesundhei t ist. Entscheidend ist allein, ob un- fallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2). 3.4 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer (an dauernden) gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsan- wendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfal l das Gericht – im Rahmen der ihr oblie- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrec ht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen- hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensab- läufen als die Wahrscheinlichste gewürdigt wird (BGE 126 V 360 E. 5b). 3.5. Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicher ungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und p flichtgemäss zu würdigen. Dies be- deutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismitte l, unabhängig, von wem sie stam- men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den P rozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streit igen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der einge- reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 3.6 Um eine Leistungspflicht des Unfallversicherers begrün den zu können, muss zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, son- dern auch ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. N ach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahr ung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eint ritt dieses Erfolges also durch das Ereig- nis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funkti on einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweise n). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und d er eingetretenen gesund- heitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den v on Doktrin und Praxis entwickelten Re- geln vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 3.7 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfo lgen spielt die Adäquanz als recht- liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusam menhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der na- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht türlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 112 E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). Als objektivierbar gelten Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde ledi glich auf Ergebnisse klinischer Unter- suchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, welches eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erschei nen liesse. Nach konstanter bun- desgerichtlicher Rechtsprechung kann deshalb von organisc h objektiv ausgewiesenen Unfall- folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparati- ven/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Diese Untersuchungsmethoden müs- sen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 ff. mit Hinweisen). 4.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falles sind folge nde ärztliche Berichte zu berücksich- tigen: 4.2 Gemäss dem von Dr. med. B.____, FMH Allgemeine Inn ere Medizin, am 6. Dezember 2012 ausgefüllten Dokumentationsbogen für Erstkonsultat ion nach kraniozervikalem Beschleu- nigungstrauma hat der Beschwerdeführer über sofort nac h dem Unfall eingetretene Kopf-, Na- ckenschmerzen und Schwindel sowie Hör- und Sehstörungen geklagt. Als behandlungsbedürf- tige Beschwerden vor dem Unfall wurden Rückenschmerzen a ngegeben, die vor zwei Jahren letztmals aufgetreten seien. In den Untersuchungsbefunde n seien eine klinisch eingeschränkte Beweglichkeit und Druckdolenzen im Bereich der gesamten rechten Rückenseite festgestellt worden. Als Diagnose sei in Anlehnung an die Quebec T ask Force-Klassifikation eine HWS- Distorsion "Grad II" mit Nackenbeschwerden und muskuloskel ettalen Befunden (verminderte Beweglichkeit und punktuelle Druckschmerzhaftigkeit) festzuhalten. 4.3 Dr. med. C.____, FMH Radiologie, hielt in seinem Bericht vom 11. Dezember 2012 fest, dass eine bildgebende Untersuchung der HWS eine be reits bekannte Übergangsanomalie kraniozervikal mit asymmetrischer Assimilation des Atlas an di e Schädelbasis und offenem hin- teren Atlasbogen, ohne Nachweis posttraumatischer Verän derungen und eine beginnende ossäre Einengung des Neuroforamens C 4 rechts durch eine beginnende Unkovertebralarthro- se ergeben habe. 4.4 In seinem ärztlichen Zwischenbericht vom 27. Dezember 2012 hielt Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Medizin, als Diagnose eine HWS Distorsio n fest. Zum Verlauf gab er eine langsame Besserung bei noch persistierenden Schmerzen im Nacken und lumbal an. 4.5 Dem Bericht von Dr. med. E.____, FMH Radiologie, vom 5. Februar 2013, der auf Röntgenbilder der LWS in zwei Ebenen beruht, ist zu en tnehmen, dass keine Zeichen einer posttraumatischen Veränderung und keine ossäre Läsion v orlägen. Eine leicht degenerative Veränderung der Facettengelenke der unteren LWS sei sichtbar. 4.6 Folgende Diagnosen wurden aufgrund des in der Reh a-Klinik F.____ am 2. April 2013 durchgeführten ambulanten Assessments gestellt: HWS-Distorsi on QTF II sowie ein LWS- Syndrom. Als Probleme wurden eine erhebliche Symptomausw eitung, Nacken- und LWS- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schmerzen sowie Angst und Schlafstörungen aufgeführt. Bei guter Kooperation und Leistungs- bereitschaft wäre mit einer optimalen Therapie eine erhebliche Verbesserung der Beschwerden und der Belastbarkeit zu erreichen gewesen. Aufgrund d er schlechten Leistungsbereitschaft des Versicherten sei die minimale Performance nicht erre icht worden. Auch die Erfolgschancen der Empfehlungen seien als fraglich zu erachten. 4.7 Dr. med. G.____, FMH Neurologie, hielt anlässlich der neurologischen Kontrolle vom 9. September 2013 fest, dass wegen des Unfallmechanismus von einem Distorsionstrauma der gesamten Wirbelsäule auszugehen sei. Deskriptiv liege ein hemicorporelles Schmerzsyndrom rechts vor. Eine Erklärung für die Schmerzen cervical und l umbal habe die klinische Untersu- chung nicht ergeben. Zudem bestehe eine erhebliche Diskre panz zwischen den angegebenen Beschwerden und den objektivierbaren Befunden. Hinzu kämen negative psychosoziale Belas- tungsfaktoren. Die Arbeitsfähigkeit sei aus neurologische r Sicht unfallbedingt nicht einge- schränkt. Eine objektivierbare Torsionsskoliose sei vorbestehen d und nicht durch den Unfall verursacht. 4.8 In seiner Beurteilung vom 27. September 2013 hie lt der Kreisarzt der Beschwerdegeg- nerin, Dr. med. H.____, FMH Chirurgie, fest, mittels bildgebenden Abklärungen könne beim Versicherten ausgeschlossen werden, dass er anlässlich des Unfal lereignisses strukturell ob- jektivierbare unfallbedingte Veränderungen im Bereich der HWS respektive im Bereich der LWS erlitten habe. Von einer weiteren Behandlung könne n icht mit überwiegender Wahrscheinlich- keit eine Verbesserung des Gesundheitszustandes erwartet werden. 4.9 Die behandelnden Psychologen der Rehaklinik I.___ _, Dr. phil. J.____, Leitender Psychologe und Fachpsychologe für Psychotherapie, und lic. phil. K.____, Klinische Psycholo- gin, diagnostizierten beim Versicherten eine chronische S chmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F 45.41) mit aktueller Schme rzexazerbation und zunehmender Generalisierung und Somatisierung. Hinzu komme eine dif fuse Angstsymptomatik mit sozial- phobischen Anteilen sowie Ängste, welche durch zwanghaft anmutende Gedanken ausgelöst würden. 4.10 Am 14. Januar 2015 untersuchte Dr. med. L.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, den Versicherten u nd stellte folgende Diagnosen: Selbstunfall im Winter 2012 mit myofaszialen lumbalen Schmerzen, Ileosakraler Gelenksüber- lastung rechts, subacromialem Impingement rechts, inter spinöser Schmerzsymptomatik C 6/7 sowie Überlastung der musculi scaleni rechts. 5.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid liess die Beschwer degegnerin die Frage, ob die über den 30. September 2014 hinaus anhaltend ge klagten, medizinisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden natürlich kausal durch das Unfallereignis verursacht worden sind, offen, da eine Leistungspflicht mangels adäquaten Kausa lzusammenhangs ohnehin entfalle. Dieses Vorgehen ist – sofern die adäquate Kausalität tatsächlich zu verneinen ist – grundsätz- lich nicht zu beanstanden (BGE 135 V 472 E. 5.1 mit Hinweisen). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Aus den geschilderten medizinischen Unterlagen geht hervor, dass beim Beschwerde- führer im Zeitpunkt der Leistungseinstellung keine obje ktivierbaren organischen Unfallfolgen, sondern ausschliesslich organisch nicht (hinreichend) nachwei sbare Gesundheitsbeeinträchti- gungen vorlagen. Objektivierbare strukturelle Veränderu ngen sind bildgebend nicht ausgewie- sen. Die Übergangsanomalie kraniozervikal mit asymmetrische r Assimilation des Atlas an die Schädelbasis und offenem hinterem Atlasbogen war bereit s vor dem Unfallereignis bekannt. Ebenfalls vorbestehend sind die Schmerzen in der LWS infolge eines Unfalles im Jahr 2002. 5.3.1 Liegen wie im vorliegenden Fall keine organisch ( hinreichend) nachweisbaren Unfallfol- geschäden vor, hat eine besondere Adäquanzprüfung zu e rfolgen. Dabei ist rechtsprechungs- gemäss (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS, eine n äquivalenten Verletzungsmechanis- mus oder ein Schädel-Hirntrauma, dessen Folgen sich mit jenen eines Schleudertraumas ver- gleichen lassen (BGE 117 V 382 E. 4b), erlitten und li egt in der Folge das für diese Verletzung typische bunte Beschwerdebild vor (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visu sstörungen, Reizbarkeit, Affektlabili- tät, Depression, Wesensveränderung usw., vgl. BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten (vgl. nachfolgend: E. 6.4.1) Grundsätze zu prüfen. Liegt kein Unfall mit einem Schleudertrauma oder einer adäquanzrechtlich äquivalenten Verletzung vor ode r fehlt es nach einer solchen Verlet- zung an dem hierfür typischen bunten Beschwerdebild, so hat die Adäquanzbeurteilung psychi- scher Folgeschäden des Unfalls nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien zu erfol- gen. Der Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mi t einem Schleudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verletzung auf eine Differen zierung zwischen physischen und psychi- schen Unfallfolgen verzichtet wird (BGE 134 V 117 E. 6. 2.1, 117 V 367 E. 6a in fine), während bei den übrigen Unfällen für die Beurteilung der Ad äquanz psychischer Fehlentwicklungen le- diglich das Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folgen massgebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). 5.3.2 Gestützt auf die geschilderten medizinischen Unter lagen ist erstellt, dass die Versicherte am 6. Dezember 2012 eine Distorsion der HWS erlitten h at. Da aufgrund der Akten, insbeson- dere dem Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nac h kraniozervikalem Beschleuni- gungstrauma vom 6. Dezember 2012 Beschwerden wie Kopf-, Nackenschmerzen und Schwin- del sowie Hör- und Sehstörungen echtzeitlich nachgewiese n sind, ist das Vorliegen eines typi- schen Beschwerdebildes zu bejahen. Bei dieser Sachlage hat die Beschwerdegegnerin die Adäquanzprüfung zu Recht nach den Regeln der Schleudertrauma-Praxis durchgeführt. 5.4 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhang s ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entst ehung der Arbeits- bzw. Erwerbs- unfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit an- deren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beu rteilung dieser Frage ist an das Unfaller- eignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – zwischen ba- nalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfäl len anderseits und schliesslich dem da- zwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird . Während der adäquate Kausalzu- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Wei teres bejaht und bei leichten Unfäl- len verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäq uanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht allein aufgrund des Unfallgeschehens schlüssi g beantworten. Es sind daher wei- tere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar m it dem Unfall in Zusammenhang ste- hen oder als direkte oder indirekte Folge davon erschein en, in eine Gesamtwürdigung einzube- ziehen ("adäquanzrelevante Kriterien"). Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzu- ordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kr iterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzu sammenhangs ein Kriterium oder es müssen mehrere herangezogen werden (BGE 134 V 126 E. 10.1 mit Hinweisen). 5.5 In der biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) d es AGU Zürich vom 26. März 2013 wird ausgeführt, dass der Versicherte am 6. Dezember 2012 auf der Hauptstrasse von Eptingen in Richtung Diegten/Rütiweid fuhr, die Kontrolle übe r sein Fahrzeug verlor und mit einem Hin- dernis auf der rechten Fahrbahnseite kollidierte. Dabe i erfuhr der Wagen des Beschwerdefüh- rers eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) von 10 bis 15 km/h, die haupt- sächlich im Sinne einer Verlangsamung in Querrichtung (n ach links) wirkte. Da keine Informati- onen zu den Kollisionshindernissen vorlägen und da die Endlage des Fahrzeugs nicht doku- mentiert worden sei, seien diese Angaben jedoch mit einer entsprechenden Unsicherheit behaf- tet. Angesichts der nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden (Kopf-, Nackenschmerzen und Schwindel sowie Hör- und Sehstörungen) und den angefa llenen Reparaturkosten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von einem mittelschweren Unfall ausgegangen ist. Demnach sind weitere Kriterien in die Beurteilung ei nzubeziehen, von denen für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzeln es in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder auffallen der Weise gegeben sein müssten (BGE 134 V 109 E. 10.1). 5.6.1 Das Bundesgericht hat in BGE 134 V 109 ff. die Praxis zur Kausalitätsprüfung bei Unfäl- len mit Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung der HWS oder Schädel-Hirntrauma ohne or- ganisch objektiv ausgewiesene Beschwerden in mehrfacher Hinsicht präzisiert. Am Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung bei Unfällen mit so lchen Verletzungen wird dabei zwar festgehalten. Die bewährten Grundsätze über die bei dieser Prüfung vorzunehmende Einteilung der Unfälle nach deren Schweregrad und den abhängig von der Unfallschwere gegebenenfalls erforderlichen Einbezug weiterer Kriterien in die Ad äquanzbeurteilung werden ebenfalls nicht geändert. Dagegen hat das Bundesgericht die adäquanzr elevanten Kriterien teilweise modifi- ziert. Dies betrifft zunächst das Kriterium der "ungewö hnlich langen Dauer der ärztlichen Be- handlung", das nur dann vorliegt, wenn nach dem Unfall eine fortgesetzte spezifische und die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung im Ze itraum bis zum Fallabschluss not- wendig gewesen war. Weiter wird für die Erfüllung de s Kriteriums "Dauerbeschwerden" voraus- gesetzt, dass diese erheblich sind, was aufgrund glaubha ft geltend gemachter Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Pe rson im Lebensalltag erfährt, zu beurteilen ist. Hinsichtlich des Kriteriums "Grad und Dauer der Arbe itsunfähigkeit" ist nicht die Dauer an sich, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solch e massgeblich, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zusammenfassend hat das Bundesgericht den Katalog der b isherigen adäquanzrelevanten Kri- terien (BGE 117 V 359) in BGE 134 V 109 wie folgt neu gefasst: - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verle tzungen; - fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; - erhebliche Beschwerden; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen er heblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikatio nen; - erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener An strengung. 5.6.2 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleit umstände oder besonderen Eindrück- lichkeit des Unfalles wurde vom Bundesgericht unverändert beibehalten (BGE 134 V 127 E. 10.2.1). Es ist objektiv zu beurteilen und nicht aufg rund des subjektiven Empfindens der ver- sicherten Person (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1). Im vorlie- genden Fall ist der Beschwerdeführer mit seinem Auto i n einer Kurve ins Schleudern geraten. Das Auto drehte sich zweimal um die Hochachse, touchie rte den Randstein und kam im an- grenzenden Ackerland zum Stillstand. Gemäss Triage der AGU Zürich betrug die Geschwindig- keitsveränderung des Autos 10-15 km/h oder weniger (siehe E. 5.5 hiervor). Somit ist der vor- liegend zu beurteilende Unfall objektiv betrachtet un d unter Berücksichtigung der Tatsache, dass jeder mittelschwere Unfall eine gewisse Bedeutung h at, weder von besonderer Eindrück- lichkeit noch liegen besonders dramatische Begleitumstän de vor, weshalb dieses Kriterium nicht erfüllt ist. 5.6.3 Was das Kriterium der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung anbelangt, genügt die Diagnose einer HWS-Distorsion für sich allein nicht zu dessen Bejahung. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der für das Schleudert rauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflu ssen können. Diese können bei- spielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besond eren Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 127 E. 10.2.2 mit zahlreichen Hinweisen). Im vorliegenden Fall hat sich der Be- schwerdeführer beim Unfall nebst der HWS-Distorsion kein e erheblichen Verletzungen zugezo- gen. Ebenso wenig hatte er beim Unfall eine besonder e Körperhaltung eingenommen, welche zusätzliche Komplikationen verursachte. Die Übergangsanoma lie ist vorbestehend und struktu- rell objektivierbare unfallbedingte Veränderungen konnten nicht gefunden werden. Operationen oder ähnliches waren ebenfalls nicht notwendig. Dieses K riterium ist folglich ebenfalls nicht er- füllt. 5.6.4 Für das Kriterium der belastenden ärztlichen Be handlung ist neu wesentlich, ob nach dem Unfall eine fortgesetzte spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche Behand- lung bis zum Fallabschluss notwendig war (BGE 134 V 128 E. 10.2.3). Dieses Kriterium ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung sind vielmehr auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwiewei t noch eine Besserung des Gesund- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht heitszustands resp. der Arbeitsfähigkeit zu erwarten i st. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf di e Verbesserung des Gesundheitszu- standes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer vorliegen. Bei einem Schleudertrauma der HWS gilt eine zwei- bis dreijährig e Behandlung als noch im üblichen Rahmen liegend. Manualtherapeutische Massnahmen wie Ph ysiotherapie, die insbesondere der Erhaltung des Zustandes dienen, ärztliche Abklärung en und Verlaufskontrollen sowie eine medikamentöse Schmerzbekämpfung allein genügen diesen Anforderungen nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2007, U 365/05, E. 5.2 mit weiteren Hinweisen). Dieses Kriterium ist vorliegend auch nicht erfüllt, weil mit einer im Dezember 2012 begonnenen Behandlung, welche Physiotherapie, ärztliche Verlaufskontrollen sowie eine medikamentöse Schmerzbe- handlung umfasst, weder eine ungewöhnlich lange noch au sserhalb des üblichen Rahmens liegende Behandlung darstellt. Hinzu kommt, dass der K reisarzt Dr. H.____ in seiner Beurtei- lung vom 26. September 2013 u.a. festhielt, dass mang els strukturell objektivierbarer Unfallfol- gen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Ve rbesserung des Gesundheitszustandes erwartet werden könne. 5.6.5 Was das Kriterium der erheblichen Beschwerden betr ifft, ist vorab festzuhalten, dass nur diejenigen erheblichen Beschwerden adäquanzrelevan t sein können, die in der Zeit zwi- schen dem Unfall und dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unter- bruch bestanden haben. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach Massgabe der glaubhaft geltend gemachten Schmerzen und der Beeinträchtigung, welche d ie verunfallte Person durch die Be- schwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 128 E. 10 .2.4). Der Beschwerdeführer leidet nach eigenen Angaben insbesondere an Kopf- und Nackenschmerzen, LWS-Schmerzen, Angst und Schlafstörungen. Jedoch leidet die Glaubwürdigkeit der vom Beschwerdeführer geschilder- ten Beschwerden mit Blick auf das ambulante Assessment vom 2 . April 2013 der Rehaklinik F.____, bei welchem er bei allen Tests unterdurchschnit tlich schlecht abschnitt. Es wurde vom Fachpersonal eine Diskrepanz zwischen dem Ausmass der angegebe nen Einschränkung im Fragebogen zur Selbsteinschätzung der Leistungsfähigkeit und den beobachteten funktionellen Fähigkeiten beobachtet, wobei die Selbsteinschätzung a ls erheblich zu tief angegeben wurde. Zudem wurde insgesamt eine erhebliche Symptomausweitung festgestellt. Das Schmerzverhal- ten des Beschwerdeführers (übervorsichtige Bewegungen, sta rre und abnorme Körperhaltung, häufiges Reiben des Schmerzbereiches sowie häufige verbale Schmerzäusserung) wurde als nicht adäquat beurteilt. Das Leistungsverhalten wird mit "schlecht" bewertet. Insbesondere habe sich der Beschwerdeführer auch in nicht betroffenen Ber eichen nicht bis an eine beobachtbare funktionelle Leistungsgrenze belasten lassen. Demnach ist auch dieses Kriterium vorliegend nicht erfüllt. 5.6.6 Auch das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung , welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat (BGE 134 V 129 E. 10.2.5), ist unbestrittenermassen nicht erfüllt. 5.6.7 Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung un d der geklagten Beschwerden – welche im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien (for tgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden) zu berücksicht igen sind – darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikatio nen geschlossen werden. Es bedarf Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht hierzu besonderer Gründe, welche die Genesung beeinträc htigt oder verzögert haben (Urteile des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_726/2007, E. 4. 3.2.6 und vom 20. Juni 2008, 8C_554/2007, E. 6.6). Solche Gründe liegen nicht vor. Unbestritten ist, dass die HWS- Distorsion zu ärztlichen Behandlungen geführt hat. Diese sind allgemein schwierig und langwie- rig, so auch im vorliegenden Fall. Von ausserordentliche n Umständen – wie einem ausseror- dentlich schwierigen Heilungsverlauf bzw. Verzögerungen – kann jedoch nicht gesprochen wer- den. Somit ist auch dieses Kriterium nicht erfüllt. 5.6.8 Für das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfäh igkeit trotz ausgewiesener Anstrengun- gen ist eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche ma ssgeblich, für deren Überwindung ernsthafte Anstrengungen unternommen werden. Darin li egt der Anreiz für die versicherte Per- son, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arb eitsfähig zu werden. Konkret muss der Wille der versicherten Person erkennbar sein, sich du rch aktive Mitwirkung rasch möglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern (BGE 134 V 129 E. 10.2.7). Den Akten lässt sich diesbezüglich entnehmen, dass der Beschwerdeführer die ganze Zeit über keinen Versuch in diese Richtung unternommen hat. Demnach muss auch dieses Kriterium verneint werden. 5.7 Nach dem Gesagten ist keines der massgebenden Kriteri en erfüllt, weshalb der Adä- quanzzusammenhang verneint werden muss. Folglich ist gege n die auf Ende September 2014 hin verfügte Leistungseinstellung bezüglich der Adäquanzb eurteilung nichts einzuwenden. Bei diesem Ergebnis kann, wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.1 hiervor), die Frage nach dem natürli- chen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den heute noch geklagten Beschwerden ausdrücklich offen bleiben. 6. Ebenso wenig spricht das Fehlen der in der Beschwerde schrift – eventualiter – bean- tragten gutachterlichen Expertise gegen die Zulässigkeit der verfügten Leistungseinstellung. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist eine inter- /polydisziplinäre Abklärung nach BGE 134 V 124 Erwägung 9.3 angezeigt, wenn sich bei d er Klärung des natürlichen Kausalzu- sammenhangs zwischen versichertem Unfallereignis und geklagten Beschwerden Schwierigkei- ten ergeben. Zur Prüfung einzelner Adäquanzkriterien braucht es jedoch kein solches Gutach- ten, wenn Berichte von Ärzten verschiedener in Betracht fallender Fachrichtungen vorliegen, die eine schlüssige Gesamtbeurteilung zulassen (Urteil des Bund esgerichts vom 19. März 2009, 8C_797/2008, E. 4). Die SUVA hat ihre Leistungen man gels adäquaten Kausalzusammenhan- ges zwischen den noch geklagten Beschwerden und dem Unfall ereignis vom 6. Dezember 2012 eingestellt. Die beantragte Durchführung eines Gerichtsgutachtens erübrigt sich ange- sichts dieser Begründung zur Leistungseinstellung, da insb esondere die vorliegenden medizini- schen Berichte hinsichtlich der Adäquanzkriterien eine schlüssige Gesamtbeurteilung zulassen. 7. Zusammengefasst ergibt sich, dass die Adäquanz anhand der vorliegenden medizini- schen Unterlagen schlüssig beurteilt werden kann und die Beschwerdegegnerin den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 6. Dezem ber 2012 und den vom Ver- sicherten über den 30. September 2014 hinaus geklagten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu Recht verneint hat. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Versicherungsleistungen per 30. September 2014 eingestellt hat. Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist. 8. Abschliessend bleibt über die Kosten zu befinden. Ar t. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht