<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 140 S.599</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">599</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>III. Besoldung</b></span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>140</b></span> <span class="ft2"><b>Lohngleichheit.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Verfahren zur gerichtlichen Überprüfung von Lohnverfügungen, die</b></span><br/> <span class="ft2"><b>vor Inkrafttreten der Rechtsschutzbestimmungen des neuen Perso-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nalrechts ergangen sind (Erw. I/2).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Richterliche</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Überprüfungsbefugnis (Erw. II/2).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Eine unterschiedliche Ausbildung kann eine unterschiedliche Ent-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>löhnung rechtfertigen (Erw. II/3).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Bejahung von sachlichen Gründen für eine ungleiche Entlöhnung</b></span><br/> <span class="ft2"><b>von Reallehrpersonen mit und ohne SEREAL-Ausbildung (Erw.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>II/4).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Verhältnismässigkeit der Lohndifferenz (Erw. II/5).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Frage offen gelassen, ob eine ungleiche Entlöhnung der auf gleicher</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Schulstufe unterrichtenden Lehrkräfte nach künftigem Besoldungs-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>recht dem Gleichbehandlungsgebot standhalten würde (Erw. II/6).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 21. Januar 2003 in Sa-</span><br/> <span class="ft4">chen W. gegen Verfügung des Vorstehers des Departements BKS vom 19. Juni</span><br/> <span class="ft4">2002 (BE.2002.50005).</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">I. 2. a) Das Personalgesetz trat auf den 1. April 2001 in Kraft;</span><br/> <span class="ft6">die massgebenden Rechtsschutzbestimmungen (§§ 37 ff. PersG) sind</span><br/> <span class="ft6">bereits auf den 1. November 2000 in Kraft gesetzt worden. Mangels</span><br/> <span class="ft6">ausdrücklicher gesetzlicher Regelung stellt sich übergangsrechtlich</span><br/> <span class="ft6">die Frage, auf welchem Weg Lohnverfügungen, die vor dem 1. No-</span><br/> <span class="ft6">vember 2000 ergingen, gerichtlich überprüfbar sind.</span><br/> <span class="ft6">b) Der umstrittene Lohn für die Schuljahre 1999/2000 und</span><br/> <span class="ft6">2000/2001 wurde seinerzeit mittels Verfügung festgesetzt. Dagegen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">600</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">konnte keine Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben werden (vgl.</span><br/> <span class="ft6">§ 52 VRPG). Stattdessen bestand bei vermögensrechtlichen Streitig-</span><br/> <span class="ft6">keiten, an denen das Gemeinwesen beteiligt war, die Möglichkeit zur</span><br/> <span class="ft6">Erhebung einer verwaltungsrechtlichen Klage beim Verwaltungsge-</span><br/> <span class="ft6">richt (§ 60 Ziff. 3 VRPG in der ursprünglichen Fassung).</span><br/> <span class="ft6">Mit Schaffung des Personalgesetzes ist § 60 Ziff. 3 VRPG revi-</span><br/> <span class="ft6">diert worden. In der geltenden Fassung dieser Bestimmung (einge-</span><br/> <span class="ft6">fügt durch § 50 Abs. 2 PersG) ist die verwaltungsrechtliche Klage an</span><br/> <span class="ft6">das Verwaltungsgericht u.a. dann unzulässig, wenn ein Spezialre-</span><br/> <span class="ft6">kursgericht zuständig ist. Eine solche Situation liegt hier vor. Bei</span><br/> <span class="ft6">Streitigkeiten über den Lohn, insbesondere bei Einreihung in die</span><br/> <span class="ft6">Lohnstufe und bei Festsetzung des Lohns und der Lohnzulagen, hat</span><br/> <span class="ft6">eine Verfügung zu ergehen, die mittels Beschwerde anfechtbar ist</span><br/> <span class="ft6">(§ 39 Abs. 1 lit. a PersG i.V.m. § 48 Abs. 1 Ziff. a und b PLV).</span><br/> <span class="ft6">Hiergegen ist zuerst ein Schlichtungsverfahren anzustrengen; dann</span><br/> <span class="ft6">stehen die verwaltungsinterne Beschwerde an den Regierungsrat</span><br/> <span class="ft6">(§ 38 Abs. 1 PersG) und anschliessend die gerichtliche Beschwerde</span><br/> <span class="ft6">an das Personalrekursgericht (§ 40 PersG) offen.</span><br/> <span class="ft6">c) aa) Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind</span><br/> <span class="ft6">neue Verfahrensvorschriften grundsätzlich sofort und uneinge-</span><br/> <span class="ft6">schränkt anzuwenden, wenn die Kontinuität des materiellen Rechts</span><br/> <span class="ft6">dadurch nicht gefährdet wird und Übergangsbestimmungen nicht</span><br/> <span class="ft6">ausdrücklich etwas anderes vorsehen (BGE 115 II 101). Ausgehend</span><br/> <span class="ft6">vom Grundsatz der sofortigen Anwendbarkeit des neuen Verfahrens-</span><br/> <span class="ft6">rechts sehen gesetzliche Übergangsbestimmungen regelmässig vor,</span><br/> <span class="ft6">dass neues Prozessrecht keine Anwendung findet auf die zum Zeit-</span><br/> <span class="ft6">punkt seines Inkrafttretens bereits bei Rechtsmittelinstanzen hängi-</span><br/> <span class="ft6">gen Verfahren. Als massgebend wird der Zeitpunkt der Eröffnung der</span><br/> <span class="ft6">anfechtbaren Verfügungen und Entscheide erachtet. Findet die Eröff-</span><br/> <span class="ft6">nung vor dem Inkrafttreten des neuen Prozessrechtes statt, so ist das</span><br/> <span class="ft6">alte, im anderen Falle das neue Recht anwendbar (AGVE 2001, S.</span><br/> <span class="ft6">519 f.; Alfred Kölz/Isabelle Häner, Verwaltungsverfahren und Ver-</span><br/> <span class="ft6">waltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zürich 1998, Rz. 79;</span><br/> <span class="ft6">Alfred Kölz, Intertemporales Verwaltungsrecht, in: ZSR 102 [1983]</span><br/> <span class="ft6">II, S. 222 ff. mit Hinweisen). Auch das Verwaltungsrechtspflegege-</span><br/> <span class="ft6">setz sieht vor, dass die bei seinem Inkrafttreten bereits angehobenen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">601</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Verfahren nach bisherigem Recht zu Ende geführt werden (§ 87 Satz</span><br/> <span class="ft6">1 VRPG) und dass sich für Verfügungen und Entscheide, die nach</span><br/> <span class="ft6">seinem Inkrafttreten eröffnet werden, die Weiterziehbarkeit und das</span><br/> <span class="ft6">Verfahren in der Rechtsmittelinstanz nach neuem Recht bestimmt</span><br/> <span class="ft6">(§ 87 Satz 2 VRPG).</span><br/> <span class="ft6">bb) Gestützt auf § 87 Satz 2 VRPG liesse sich insofern argu-</span><br/> <span class="ft6">mentieren, hinsichtlich der vor dem 1. November 2000 eröffneten</span><br/> <span class="ft6">Lohnverfügungen gelange das alte Recht zur Anwendung, das heisst,</span><br/> <span class="ft6">es sei weiterhin Klage beim Verwaltungsgericht zu erheben. Die</span><br/> <span class="ft6">Regelung von § 87 Satz 2 VRPG bezieht sich jedoch ausdrücklich</span><br/> <span class="ft6">auf "Verfügungen und Entscheide", also auf mittels <i>Beschwerde</i></span><br/> <span class="ft6">weiterziehbare Verwaltungsakte (vgl. § 38 Abs. 1 VRPG) und lässt</span><br/> <span class="ft6">sich schon deshalb nicht auf diejenigen Fälle übertragen, in denen</span><br/> <span class="ft6">Ansprüche im Zusammenhang mit Lohnverfügungen seinerzeit auf</span><br/> <span class="ft6">dem <i>Klageweg</i> durchzusetzen waren. Dies gilt umso mehr, als die</span><br/> <span class="ft6">vollständige Einführung des neuen Verfahrensrechts dadurch unter</span><br/> <span class="ft6">Umständen über Jahre verzögert würde. Selbst nach Ablauf der Ver-</span><br/> <span class="ft6">jährungsfrist könnte formellrechtlich noch Klage erhoben werden, da</span><br/> <span class="ft6">die Einrede der Verjährung materiellrechtlicher Natur ist (Alfred</span><br/> <span class="ft6">Bühler/Andreas Edelmann/Albert Killer, Kommentar zur aargaui-</span><br/> <span class="ft6">schen Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Aarau/Frankfurt a.M./Salz-</span><br/> <span class="ft6">burg 1998, § 72 N 18). Es kommt hinzu, dass sich im Zusammen-</span><br/> <span class="ft6">hang mit Lohnstreitigkeiten eine problematische Gabelung des</span><br/> <span class="ft6">Rechtswegs ergeben könnte: Sofern sich Mitarbeitende sowohl ge-</span><br/> <span class="ft6">gen den früheren als auch gegen den neuen (d.h. nach dem 1. No-</span><br/> <span class="ft6">vember 2000 festgesetzten) Lohn wehren, müssten einerseits das</span><br/> <span class="ft6">Verwaltungsgericht im Klageverfahren sowie anderseits der Regie-</span><br/> <span class="ft6">rungsrat und das Personalrekursgericht im Beschwerdeverfahren</span><br/> <span class="ft6">weitestgehend identische Fragestellungen überprüfen.</span><br/> <span class="ft6">cc) Verschiedene Nachteile ergäben sich auch dann, wenn das</span><br/> <span class="ft6">Personalrekursgericht als neu geschaffenes Fachgericht im Klagever-</span><br/> <span class="ft6">fahren zu entscheiden hätte. Diese Lösung knüpft grundsätzlich am</span><br/> <span class="ft6">bisherigen Verfahrensrecht (Klageverfahren) an, doch liesse sich</span><br/> <span class="ft6">mangels einer entsprechenden Übergangsbestimmung kaum begrün-</span><br/> <span class="ft6">den, weshalb anstelle des Verwaltungsgerichts das Personalrekursge-</span><br/> <span class="ft6">richt zuständig sein sollte. Zudem widerspräche die Geltendmachung</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">602</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">einer Lohnforderung auf dem Klageweg vor Personalrekursgericht</span><br/> <span class="ft6">dem Rechtsmittelsystem, wie es dem Personalgesetz zugrunde liegt.</span><br/> <span class="ft6">Bei Lohnstreitigkeiten kann das Personalrekursgericht nur mittels</span><br/> <span class="ft6">Beschwerde und nur nach durchgeführtem verwaltungsinternem</span><br/> <span class="ft6">Schlichtungsverfahren angerufen werden. Schliesslich ergäben sich</span><br/> <span class="ft6">auch hier die problematischen Konstellationen, dass zum einen die</span><br/> <span class="ft6">vollständige Einführung des neuen Rechts um Jahre verzögert würde</span><br/> <span class="ft6">und dass zum andern trotz identischer Fragestellung die vor dem</span><br/> <span class="ft6">1. November 2000 festgelegten Löhne auf dem Klageweg, die übri-</span><br/> <span class="ft6">gen Löhne auf dem Beschwerdeweg angefochten werden müssten.</span><br/> <span class="ft6">d) aa) Demgegenüber erweist sich mit Blick auf das neue Recht</span><br/> <span class="ft6">eine Anfechtung beim Personalrekursgericht auf dem Beschwerde-</span><br/> <span class="ft6">weg als systemgerecht. Allerdings ist in den vorliegend zur Diskus-</span><br/> <span class="ft6">sion stehenden Fällen die Beschwerdefrist gegen die ursprüngliche</span><br/> <span class="ft6">Lohnverfügung regelmässig abgelaufen. Der Beschwerdeweg gegen</span><br/> <span class="ft6">derartige Lohnverfügungen steht aus diesem Grund nicht mehr offen.</span><br/> <span class="ft6">Es fragt sich deshalb, ob den Privaten ein Anspruch auf Erlass einer</span><br/> <span class="ft6">neuen anfechtbaren Verfügung zusteht.</span><br/> <span class="ft6">bb) Ein solcher Anspruch ist in Fällen der vorliegenden Art mit</span><br/> <span class="ft6">Blick auf das gewichtige Interesse der Mitarbeitenden auf Gewäh-</span><br/> <span class="ft6">rung eines genügenden Rechtsschutzes zu bejahen. Auf Gesuch eines</span><br/> <span class="ft6">Betroffenen hin kann eine Verfügung oder ein Entscheid durch die</span><br/> <span class="ft6">erstinstanzliche Behörde in Wiedererwägung gezogen werden (§ 25</span><br/> <span class="ft6">Abs. 1 VRPG). Grundsätzlich besteht zwar kein Anspruch auf Be-</span><br/> <span class="ft6">handlung eines Wiedererwägungsgesuchs. Ausnahmsweise ergibt</span><br/> <span class="ft6">sich indessen gestützt auf Art. 29 Abs. 1 und 2 der Bundesverfassung</span><br/> <span class="ft6">vom 18. April 1999 (BV) dann ein Anspruch, wenn sich die Verhält-</span><br/> <span class="ft6">nisse seit dem ersten Entscheid wesentlich geändert haben. Dazu</span><br/> <span class="ft6">kann auch eine Änderung des objektiven Rechts zählen (Ulrich Hä-</span><br/> <span class="ft6">felin/Georg Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Auflage, Zü-</span><br/> <span class="ft6">rich/Basel/Genf 2002, Rz. 1832 f.).</span><br/> <span class="ft6">Als wesentlich erweist sich vorliegend, dass die Betroffenen im</span><br/> <span class="ft6">Zeitpunkt des Erlasses der ersten Verfügung davon ausgehen konn-</span><br/> <span class="ft6">ten, ohne die Bindung an eine Frist ihre Lohnforderung einklagen zu</span><br/> <span class="ft6">können; zu beachten war lediglich die Verjährungsfrist. Die neuen</span><br/> <span class="ft6">Regelungen des Personalgesetzes mit Statuierung neuer Verfahren</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">603</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">und Zuständigkeiten stellen insofern eine wesentliche Änderung des</span><br/> <span class="ft6">objektiven Rechts dar. Es rechtfertigt sich daher, den betroffenen</span><br/> <span class="ft6">Personen innerhalb der Verjährungsfrist einen Anspruch auf Erlass</span><br/> <span class="ft6">einer anfechtbaren Verfügung zu gewähren.</span><br/> <span class="ft6">e) Somit ergibt sich, dass der Betroffene Anspruch auf Erlass</span><br/> <span class="ft6">einer neuen Lohnverfügung hat, sofern die ursprüngliche Verfügung</span><br/> <span class="ft6">vor dem 1. November 2000 ergangen ist. Nach durchgeführtem</span><br/> <span class="ft6">Schlichtungsverfahren kann Verwaltungsbeschwerde und anschlies-</span><br/> <span class="ft6">send beim Personalrekursgericht gerichtliche Beschwerde geführt</span><br/> <span class="ft6">werden (vgl. vorne, Erw. 2/b).</span><br/> <span class="ft6">Im vorliegenden Fall konnte auf die Einreichung eines förmli-</span><br/> <span class="ft6">chen Gesuchs um Erlass einer neuen Lohnverfügung verzichtet wer-</span><br/> <span class="ft6">den, nachdem der Vorsteher des Departements BKS die zur Durch-</span><br/> <span class="ft6">führung eines Beschwerdeverfahrens erforderliche neue Verfügung</span><br/> <span class="ft6">am 19. Juni 2002 erlassen hatte.</span><br/> <span class="ft6">3. und 4. (...).</span><br/> <span class="ft6">II. 1. a) Der Beschwerdeführer macht geltend, mit der Einfüh-</span><br/> <span class="ft6">rung der SEREAL-Ausbildung hätten Reallehrpersonen mit SE-</span><br/> <span class="ft6">REAL-Patent ab Beginn des Schuljahres 1999/2000 den höheren</span><br/> <span class="ft6">Lohn eines Sekundarlehrers erhalten, während die übrigen Reallehr-</span><br/> <span class="ft6">personen den tieferen Reallehrerlohn erhielten. Diese Ungleichheit</span><br/> <span class="ft6">sei durch Revision der entsprechenden Bestimmungen beseitigt wor-</span><br/> <span class="ft6">den, weshalb der verfassungsmässige Zustand wiederhergestellt sei.</span><br/> <span class="ft6">Allerdings seien die Lehrpersonen mit einer altrechtlichen Realleh-</span><br/> <span class="ft6">rerausbildung während zweier Jahre gegenüber den Lehrkräften mit</span><br/> <span class="ft6">einer SEREAL-Ausbildung in einer tieferen Lohnklasse eingestuft</span><br/> <span class="ft6">gewesen. Insofern sei der Grundsatz "gleicher Lohn für gleiche Ar-</span><br/> <span class="ft6">beit" nicht realisiert worden. Für die Besoldung stelle das aargaui-</span><br/> <span class="ft6">sche Recht nicht auf Art und Dauer der Ausbildung ab, sondern auf</span><br/> <span class="ft6">die Schulstufe, auf welcher eine Lehrkraft unterrichte und für welche</span><br/> <span class="ft6">sie einzig die Wählbarkeitsvoraussetzungen erfüllen müsse.</span><br/> <span class="ft6">b) Im März 1999 nahm das Departement BKS eine Arbeits-</span><br/> <span class="ft6">platzbewertung für sämtliche Lehrpersonen in Angriff. Diese erfolgte</span><br/> <span class="ft6">im Wesentlichen auf der gleichen Basis wie jene in der kantonalen</span><br/> <span class="ft6">Verwaltung. Angesichts dieser laufenden Arbeitsplatzbewertung</span><br/> <span class="ft6">vertrat der Regierungsrat die Auffassung, es seien keine endgültigen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">604</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Entscheide über die Besoldung der Reallehrpersonen zu fällen und</span><br/> <span class="ft6">deshalb nur die Löhne der Reallehrkräfte mit SEREAL-Ausbildung</span><br/> <span class="ft6">anzupassen. Die Anhebung der Löhne war nach den Ausführungen</span><br/> <span class="ft6">des Regierungsrats gerechtfertigt angesichts der gleichwertigen Aus-</span><br/> <span class="ft6">bildung und der einheitlichen Diplome, die sowohl für den Unterricht</span><br/> <span class="ft6">an Sekundar- als auch an Realschulen berechtigten sowie zwecks</span><br/> <span class="ft6">Vermeidung eines Mangels an Lehrkräften für die Realschulen (Bot-</span><br/> <span class="ft6">schaft des Regierungsrats vom 2. Juni 1999 zur Änderung der</span><br/> <span class="ft6">Lehrerbesoldungsdekrete I und II, S. 2). Gemäss den Ausführungen</span><br/> <span class="ft6">des Regierungsrats wurde aus finanzpolitischen Überlegungen und</span><br/> <span class="ft6">angesichts der einschlägigen Rechtsprechung des Bundesgerichts</span><br/> <span class="ft6">darauf verzichtet, die Löhne der Reallehrpersonen mit altrechtlicher</span><br/> <span class="ft6">Ausbildung anzupassen. Die ungleiche Besoldung hätte mit der ur-</span><br/> <span class="ft6">sprünglich auf 2001 geplanten Inkraftsetzung des Gesetzes über die</span><br/> <span class="ft6">Anstellung der Lehrpersonen (GAL) korrigiert werden sollen. Nach-</span><br/> <span class="ft6">dem sich jedoch die Einführung dieses Gesetzes verzögerte - die</span><br/> <span class="ft6">Volksabstimmung ist derzeit für den 18. Mai 2003 vorgesehen - und</span><br/> <span class="ft6">nachdem der Lehrerstellenmarkt insbesondere für Reallehrkräfte</span><br/> <span class="ft6">völlig ausgetrocknet war, sah sich der Regierungsrat gezwungen,</span><br/> <span class="ft6">dem Grossen Rat eine Anhebung auch der Löhne der altrechtlich</span><br/> <span class="ft6">ausgebildeten Reallehrpersonen zu beantragen (Botschaft vom</span><br/> <span class="ft6">28. März 2001 zur Änderung der Lehrerbesoldungsdekrete I und II;</span><br/> <span class="ft6">Anpassung der Besoldung der altrechtlich ausgebildeten Reallehrper-</span><br/> <span class="ft6">sonen [Botschaft 2001], S. 1 ff.).</span><br/> <span class="ft6">In diesem Sinne führt das Departement BKS aus, die Anglei-</span><br/> <span class="ft6">chung der Löhne der Reallehrpersonen mit alter Ausbildung per</span><br/> <span class="ft6">1. August 2001 sei im Wesentlichen aus marktwirtschaftlichen Über-</span><br/> <span class="ft6">legungen erfolgt. Weil der verfassungsmässige Zustand in Bezug auf</span><br/> <span class="ft6">die Entlöhnung der Real- und der Sekundarlehrkräfte stets gewähr-</span><br/> <span class="ft6">leistet gewesen sei, habe es nie darum gehen können, diesen wieder-</span><br/> <span class="ft6">herzustellen.</span><br/> <span class="ft6">2. a) Eine Regelung verletzt den verfassungsmässigen Grund-</span><br/> <span class="ft6">satz der Rechtsgleichheit, wenn sie rechtliche Unterscheidungen</span><br/> <span class="ft6">trifft, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnis-</span><br/> <span class="ft6">sen nicht ersichtlich ist, oder Unterscheidungen unterlässt, die sich</span><br/> <span class="ft6">aufgrund der Verhältnisse aufdrängen. Die Rechtsgleichheit ist ver-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">605</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">letzt, wenn Gleiches nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich</span><br/> <span class="ft6">oder Ungleiches nicht nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich</span><br/> <span class="ft6">behandelt wird. Vorausgesetzt ist, dass sich der unbegründete Unter-</span><br/> <span class="ft6">schied oder die unbegründete Gleichstellung auf eine wesentliche</span><br/> <span class="ft6">Tatsache bezieht. Dem Gesetzgeber bleibt im Rahmen dieser Grund-</span><br/> <span class="ft6">sätze und des Willkürverbots ein weiter Spielraum der Gestaltungs-</span><br/> <span class="ft6">freiheit (BGE 123 I 7; 121 I 104). Ein grosser Ermessensspielraum</span><br/> <span class="ft6">der kantonalen Behörden besteht nach der Rechtsprechung des Bun-</span><br/> <span class="ft6">desgerichts in besonderem Mass in Organisations- und Besoldungs-</span><br/> <span class="ft6">fragen (BGE 123 I 8; 121 I 104; Christoph Meyer/Thomas Müller,</span><br/> <span class="ft6">Marktlöhne im öffentlichen Personalrecht, in: ZBl 102/2001,</span><br/> <span class="ft6">S. 249 ff., 255 ff.). Die Behörden sind innerhalb der Grenzen des</span><br/> <span class="ft6">Willkürverbots und des Rechtsgleichheitsgebots befugt, aus der</span><br/> <span class="ft6">Vielzahl denkbarer Anknüpfungspunkte die Tatbestandsmerkmale</span><br/> <span class="ft6">auszuwählen, die für die Besoldung massgebend sein sollen (BGE</span><br/> <span class="ft6">124 II 427; 123 I 8).</span><br/> <span class="ft6">b) Geschlechtsunabhängig ergibt sich das Postulat der Lohn-</span><br/> <span class="ft6">gleichheit aus Art. 8 Abs. 1 BV. Diese Bestimmung ist verletzt, wenn</span><br/> <span class="ft6">gleichwertige Arbeit ungleich entlöhnt wird (vgl. BGE 123 I 8; 121 I</span><br/> <span class="ft6">53; 118 Ia 37; 117 Ia 273). Soweit es - anders als im vorliegenden</span><br/> <span class="ft6">Fall - um gleichwertige Arbeit zwischen Mann und Frau geht, gilt</span><br/> <span class="ft6">Art. 8 Abs. 3 BV als Spezialnorm. Diese Regelung belässt dem Ge-</span><br/> <span class="ft6">setzgeber einen weniger weitgehenden Spielraum in der Gestaltungs-</span><br/> <span class="ft6">freiheit als Art. 8 Abs. 1 BV. Während für eine unterschiedliche Be-</span><br/> <span class="ft6">handlung nach Art. 8 Abs. 1 BV ein sachlicher Grund genügt, ist</span><br/> <span class="ft6">nach Art. 8 Abs. 3 BV eine unterschiedliche Behandlung von Mann</span><br/> <span class="ft6">und Frau nur noch zulässig, wenn auf dem Geschlecht beruhende</span><br/> <span class="ft6">biologische und funktionale Unterschiede eine Gleichbehandlung</span><br/> <span class="ft6">absolut ausschliessen (BGE 116 V 207 ff.; LGVE 1997 II Nr. 2; Jörg</span><br/> <span class="ft6">Paul Müller, Grundrechte in der Schweiz, 3. Auflage, Bern 1999,</span><br/> <span class="ft6">S. 458 ff.). Die Befugnis der Rechtsprechungsorgane zur Überprü-</span><br/> <span class="ft6">fung einer Regelung auf ihre Vereinbarkeit mit Art. 8 Abs. 1 BV ist</span><br/> <span class="ft6">unter diesem Blickwinkel enger als bei Art. 8 Abs. 3 BV. Der</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführer rügt zwar u.a. eine Verletzung von Art. 8 Abs. 3</span><br/> <span class="ft6">BV, doch ist offensichtlich, dass diese Spezialnorm in concreto nicht</span><br/> <span class="ft6">zur Anwendung gelangt.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">606</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Eine gewisse richterliche Zurückhaltung bei der Beurteilung</span><br/> <span class="ft6">von Besoldungsfragen ist letztlich auch deshalb angebracht, weil</span><br/> <span class="ft6">regelmässig nicht nur das Verhältnis zwischen zwei Kategorien von</span><br/> <span class="ft6">Bediensteten zur Diskussion steht, sondern immer auch das ganze</span><br/> <span class="ft6">Besoldungssystem zu berücksichtigen ist. Der Richter hat demnach</span><br/> <span class="ft6">sorgfältig darauf zu achten, dass nicht neue Ungleichheiten geschaf-</span><br/> <span class="ft6">fen werden (BGE 123 I 8; 120 Ia 333).</span><br/> <span class="ft6">3. a) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind</span><br/> <span class="ft6">Lohnunterschiede in der Regel nicht diskriminierend, die auf objek-</span><br/> <span class="ft6">tiven Gründen wie Ausbildung, Alter, Dienstalter, Qualifikation,</span><br/> <span class="ft6">Erfahrung, Aufgabenbereich oder Leistung beruhen (BGE 124 II 441</span><br/> <span class="ft6">"Solothurner Kindergärtnerinnen"). Im Bereich der Lehrerbesoldun-</span><br/> <span class="ft6">gen sind auch Kriterien wie Art und Dauer der notwendigen Ausbil-</span><br/> <span class="ft6">dung, die Art der Schule, die Zahl der Unterrichtsstunden oder die</span><br/> <span class="ft6">Klassengrösse zulässig (BGE 123 I 8 "Berner Logopädinnen"; 121 I</span><br/> <span class="ft6">53 "Schaffhauser Primarlehrer"). Unterschiede in der Ausbildung</span><br/> <span class="ft6">können berücksichtigt werden, wenn eine bessere Ausbildung für die</span><br/> <span class="ft6">Ausübung der Funktion gefordert oder doch von Nutzen ist. Dem-</span><br/> <span class="ft6">gemäss ist es zulässig, eine unterschiedliche Ausbildung lohnmässig</span><br/> <span class="ft6">zu berücksichtigen, auch wenn die ausgeübten Tätigkeiten gleich-</span><br/> <span class="ft6">wertig oder gar gleich sind (BGE 123 I 10; 118 Ia 37 f. "Solothurner</span><br/> <span class="ft6">Berufsberaterinnen"; 117 Ia 276 "Berner Arbeitslehrerinnen").</span><br/> <span class="ft6">b) In Anwendung dieser Grundsätze hat es das Bundesgericht</span><br/> <span class="ft6">beispielsweise als zulässig erachtet, Logopädinnen, die als Vorbil-</span><br/> <span class="ft6">dung eine Matura vorweisen konnten, tiefer zu besolden als ihre</span><br/> <span class="ft6">Berufskolleginnen mit einem Primarlehrerpatent, obwohl sie die</span><br/> <span class="ft6">gleiche Tätigkeit verrichteten. Die kantonale Vorinstanz hatte dazu</span><br/> <span class="ft6">ausgeführt, eine logopädische Lehrkraft mit Primarlehrerpatent ver-</span><br/> <span class="ft6">füge über ein breiteres Wissen und Verständnis für die übrigen schu-</span><br/> <span class="ft6">lischen Belange und Lerninhalte. Ihre auf die ganze Schulbildung</span><br/> <span class="ft6">bezogenen methodischen, didaktischen und pädagogischen Kennt-</span><br/> <span class="ft6">nisse liessen einen besseren Erfolg auch im Spezialgebiet und eine</span><br/> <span class="ft6">optimale Zusammenarbeit innerhalb des Lehrkörpers erwarten, und</span><br/> <span class="ft6">die Vorbildung mit Primarlehrerpatent dauere länger als die Vorbil-</span><br/> <span class="ft6">dung Matura. Diese Überlegungen erachtete das Bundesgericht als</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">607</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">objektiv und sachlich haltbar, und deshalb mit dem Gleichbehand-</span><br/> <span class="ft6">lungsgebot als vereinbar (BGE 123 I 9 f.).</span><br/> <span class="ft6">4. a) Die Ausbildung der Reallehrkräfte (und der Primarlehr-</span><br/> <span class="ft6">kräfte) erfolgte ursprünglich an der Höheren Pädagogischen Lehran-</span><br/> <span class="ft6">stalt (HPL) und dauerte vier Semester. Demgegenüber bedurfte es für</span><br/> <span class="ft6">die Lehrberechtigung an Sekundarschulen eines aargauischen Pri-</span><br/> <span class="ft6">marlehrerpatents und eines zweisemestrigen Französischstudiums.</span><br/> <span class="ft6">Mit Einführung der SEREAL-Ausbildung per 1. März 1994 wurden</span><br/> <span class="ft6">die Lehrgänge für Sekundarlehrkräfte und Reallehrkräfte zusammen-</span><br/> <span class="ft6">geführt. Deren Ausbildung findet heute während drei Jahren am Di-</span><br/> <span class="ft6">daktikum für Oberstufenlehrkräfte statt. Daran schliesst sich ein Ein-</span><br/> <span class="ft6">führungsjahr an, in welchem die Auszubildenden mit einem Pensum</span><br/> <span class="ft6">von 50 % unterrichten. Die Ausbildung umfasst auch einen</span><br/> <span class="ft6">Sprachaufenthalt sowie ein Wirtschaftspraktikum. Qualitative Unter-</span><br/> <span class="ft6">schiede zur altrechtlichen Ausbildung ergeben sich hinsichtlich des</span><br/> <span class="ft6">Erwerbs verschiedener Schlüsselqualifikationen, vor allem in den</span><br/> <span class="ft6">didaktischen Fächern. Die Absolventen der SEREAL-Ausbildung</span><br/> <span class="ft6">haben nach Darstellung des Vertreters des Departements BKS bei</span><br/> <span class="ft6">Eintritt in das Berufsleben breitere und vertiefte Kenntnisse, welche</span><br/> <span class="ft6">die altrechtlich ausgebildeten Reallehrkräfte erst nach mehreren Jah-</span><br/> <span class="ft6">ren Berufspraxis erwerben. So ist es mit einer SEREAL-Ausbildung</span><br/> <span class="ft6">neu möglich, alle Fächer, insbesondere auch Französisch, zu unter-</span><br/> <span class="ft6">richten, selbst wenn während des Lehrgangs Schwergewichte in der</span><br/> <span class="ft6">Fächerauswahl gebildet werden und im Schulalltag eine Reallehr-</span><br/> <span class="ft6">kraft angesichts des hohen Stundenpensums in der Regel nicht alle</span><br/> <span class="ft6">Fächer abzudecken vermag.</span><br/> <span class="ft6">b) Die Aussage des Beschwerdeführers, dass sich das aargaui-</span><br/> <span class="ft6">sche Lohnsystem im Bildungswesen prinzipiell auf Schulstufen be-</span><br/> <span class="ft6">ziehe, trifft in dieser allgemeinen Form nicht zu. So verweist das</span><br/> <span class="ft6">Departement BKS zu Recht nur schon auf die Entlöhnung der In-</span><br/> <span class="ft6">strumentallehrpersonen, die stark von der Ausbildung abhängt (§ 39</span><br/> <span class="ft6">Abs. 1 lit. g Ziff. 5-7 LBD I; § 11 Abs. 1 lit. g Ziff. 5-7 LBD II).</span><br/> <span class="ft6">Abgesehen davon zeigt sich aber ganz allgemein, dass das geltende</span><br/> <span class="ft6">aargauische System der Lehrerbesoldungen nicht unerheblich vom</span><br/> <span class="ft6">Kriterium der <i>Ausbildung</i> der Lehrkräfte geprägt ist. So erhalten</span><br/> <span class="ft6">etwa Lehrkräfte an Bezirksschulen u.a. deshalb einen höheren Lohn</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">608</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">als Sekundar- und Realschullehrkräfte, weil sie eine andere Ausbil-</span><br/> <span class="ft6">dung vorzuweisen haben (vgl. sodann z.B. auch § 39 Abs. 1 lit. c</span><br/> <span class="ft6">Ziff. 1 und 2 LBD I; § 11 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und 2 LBD II). Umso</span><br/> <span class="ft6">mehr rechtfertigt sich daher eine temporär unterschiedliche Entlöh-</span><br/> <span class="ft6">nung der Reallehrpersonen mit und ohne SEREAL-Ausbildung. Der</span><br/> <span class="ft6">Umstand, dass Lehrkräften, die an einer Schulstufe unterrichten, für</span><br/> <span class="ft6">die sie die nötige Ausbildung nicht besitzen, der Lohn um 5 % ge-</span><br/> <span class="ft6">kürzt wird (§ 39 Abs. 2 LBD I, § 11 Abs. 2 LBD II) zeigt entgegen</span><br/> <span class="ft6">der Ansicht des Beschwerdeführers gerade, dass gemäss geltendem</span><br/> <span class="ft6">Recht die Lehrerbesoldung zumindest nicht unerheblich auch vom</span><br/> <span class="ft6">Kriterium der Ausbildung geprägt ist.</span><br/> <span class="ft6">c) Damit ist erstellt, dass nach geltendem aargauischen Recht</span><br/> <span class="ft6">die Ausbildung ein wesentliches Kriterium für die Entlöhnung der</span><br/> <span class="ft6">Lehrkräfte bildet. Der SEREAL-Lehrgang unterscheidet sich sodann</span><br/> <span class="ft6">deutlich von der altrechtlichen Ausbildung für Reallehrkräfte. Sie</span><br/> <span class="ft6">dauert insbesondere nicht nur erheblich länger als früher und bedarf</span><br/> <span class="ft6">damit grösserer finanzieller Aufwendungen seitens der angehenden</span><br/> <span class="ft6">Lehrkräfte. Auch in qualitativer Hinsicht unterscheidet sie sich von</span><br/> <span class="ft6">der altrechtlichen Ausbildung, indem namentlich die didaktischen</span><br/> <span class="ft6">Fächer ein stärkeres Gewicht erhalten. Sie ist für die Ausübung der</span><br/> <span class="ft6">Funktion einer Reallehrkraft zweifellos nützlich und auch erforder-</span><br/> <span class="ft6">lich in dem Sinne, dass grundsätzlich keine Alternativen zum SE-</span><br/> <span class="ft6">REAL-Lehrgang angeboten werden, um den Beruf einer Reallehr-</span><br/> <span class="ft6">kraft zu ergreifen.</span><br/> <span class="ft6">Somit liegen sachliche Gründe im Sinne der angeführten Recht-</span><br/> <span class="ft6">sprechung vor, die grundsätzlich eine ungleiche Entlöhnung recht-</span><br/> <span class="ft6">fertigen. Daran vermag - bei allem Verständnis des Gerichts für das</span><br/> <span class="ft6">Anliegen des Beschwerdeführers - auch der Umstand nichts zu än-</span><br/> <span class="ft6">dern, dass bewährte Reallehrpersonen tiefer eingestuft waren als ihre</span><br/> <span class="ft6">jungen Kolleginnen und Kollegen mit Didaktikumsabschluss, ob-</span><br/> <span class="ft6">wohl sie während dieses Zeitraums teilweise auch als Praxis-Lehr-</span><br/> <span class="ft6">kräfte in der Ausbildung von SEREAL-Studierenden tätig waren. Bei</span><br/> <span class="ft6">dieser Sachlage ist ebenfalls unerheblich, dass eine altrechtlich aus-</span><br/> <span class="ft6">gebildete Reallehrperson trotz Erfüllen der Wählbarkeitsvorausset-</span><br/> <span class="ft6">zungen keine Möglichkeit hatte, für den fraglichen Zeitraum den</span><br/> <span class="ft6">Lohn einer Lehrkraft mit SEREAL-Ausbildung zu erhalten.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">609</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">d) Wohl hatte es der Regierungsrat, wie der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft6">zu Recht darauf hinweist, ursprünglich als gerechtfertigt erachtet, die</span><br/> <span class="ft6">Löhne aller Reallehrpersonen auf den Zeitpunkt der ersten Diplomie-</span><br/> <span class="ft6">rungen für das Bestehen der SEREAL-Ausbildung auf das Niveau</span><br/> <span class="ft6">der Sekundarlehrpersonen anzuheben (Botschaft des Regierungsrats</span><br/> <span class="ft6">vom 31. März 1993 zum Dekret über die Ausbildung von Lehrkräf-</span><br/> <span class="ft6">ten für die Real- und die Sekundarschule, S. 6; vgl. auch Botschaft</span><br/> <span class="ft6">2001, S. 1). Aus der entsprechenden Äusserung des Regierungsrats in</span><br/> <span class="ft6">einer Botschaft an das Parlament lassen sich indessen keine geld-</span><br/> <span class="ft6">werten Ansprüche zu Gunsten des Beschwerdeführers ableiten, zu-</span><br/> <span class="ft6">mal die Änderung der einschlägigen Lehrerbesoldungsdekrete nicht</span><br/> <span class="ft6">in der Kompetenz des Regierungsrats, sondern in derjenigen des</span><br/> <span class="ft6">Grossen Rats liegt. Eine Verletzung des verfassungsrechtlich veran-</span><br/> <span class="ft6">kerten Vertrauensschutzprinzips macht der Beschwerdeführer denn</span><br/> <span class="ft6">auch zu Recht nicht geltend.</span><br/> <span class="ft6">5. Die Zulässigkeit von Besoldungsunterschieden ist nach der</span><br/> <span class="ft6">Rechtsprechung auch eine Frage des Masses (BGE 123 I 11; 121 I</span><br/> <span class="ft6">107). So hat es das Bundesgericht in einem bereits erwähnten Ent-</span><br/> <span class="ft6">scheid als verfassungsrechtlich zulässig erachtet, Logopädinnen, die</span><br/> <span class="ft6">als Vorbildung eine Matura vorweisen konnten, rund 8-9 % tiefer zu</span><br/> <span class="ft6">besolden als ihre Kolleginnen mit einem Primarlehrerpatent. Als</span><br/> <span class="ft6">massgebend erachtete das Bundesgericht dabei sowohl die erhöhten</span><br/> <span class="ft6">Anforderungen als auch die längere Dauer der Ausbildung zur Pri-</span><br/> <span class="ft6">marlehrkraft (BGE 123 I 9 ff.).</span><br/> <span class="ft6">Die vom Beschwerdeführer bezifferten Lohnunterschiede wäh-</span><br/> <span class="ft6">rend der Schuljahre 1999/2000 und 2000/2001 werden vom Depar-</span><br/> <span class="ft6">tement BKS anerkannt. Damit lag der Lohn des Beschwerdeführers</span><br/> <span class="ft6">während dieser beider Jahre rund 6.5-7.0 % tiefer als derjenige einer</span><br/> <span class="ft6">Reallehrperson mit SEREAL-Ausbildung. Es kann daher im Licht</span><br/> <span class="ft6">der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht gesagt werden, die</span><br/> <span class="ft6">Lohndifferenz sei unverhältnismässig hoch gewesen. Dies muss</span><br/> <span class="ft6">umso mehr gelten, als die unterschiedliche Entlöhnung nur während</span><br/> <span class="ft6">einer Übergangszeit von zwei Jahren vorlag. Für eine Korrektur des</span><br/> <span class="ft6">während dieser Dauer bestehenden Lohnunterschieds durch das Per-</span><br/> <span class="ft6">sonalrekursgericht besteht demnach kein Anlass.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">610</span></div> <div class="page" id="S12"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">6. a) Das Personalrecht für Lehrpersonen und das für sie gel-</span><br/> <span class="ft6">tende Besoldungsrecht befinden sich derzeit noch in Revision. Zu</span><br/> <span class="ft6">nennen sind in diesem Zusammenhang vorab das GAL, das voraus-</span><br/> <span class="ft6">sichtlich dieses Jahr dem Volk unterbreitet wird (vgl. Erw. 1/b hie-</span><br/> <span class="ft6">vor).</span><br/> <span class="ft6">Gestützt auf das GAL soll ein "Dekret über die Löhne der Lehr-</span><br/> <span class="ft6">personen" (Lohndekret Lehrpersonen, LDLP) ergehen. Im entspre-</span><br/> <span class="ft6">chenden verwaltungsinternen Entwurf vom 28. November 2001</span><br/> <span class="ft6">(nachfolgend: E LDLG) - der Regierungsrat hat die Vorlage noch</span><br/> <span class="ft6">nicht dem Grossen Rat unterbreitet - ist vorgesehen, dass sich der</span><br/> <span class="ft6">Lohn aus einem Positionslohnanteil, einem Erfahrungsanteil und</span><br/> <span class="ft6">allfälligen Lohnzulagen zusammensetzt (§ 4 E LDLP). Der Positi-</span><br/> <span class="ft6">onslohnanteil soll für alle Funktionen aufgrund des bestehenden</span><br/> <span class="ft6">Lohngefüges, einer Marktanalyse aufgrund des Vergleichs mit Refe-</span><br/> <span class="ft6">renzkantonen und einer nach einheitlichen Kriterien vorgenommenen</span><br/> <span class="ft6">Bewertung der Arbeitsplätze im Sinne von § 5 Abs. 2 LD ermittelt</span><br/> <span class="ft6">werden (§ 5 Abs. 1 E LDLP).</span><br/> <span class="ft6">Aufgrund der verwaltungsintern vorliegenden Ergebnisse der</span><br/> <span class="ft6">Arbeitsplatzbewertung und des Marktvergleichs der Löhne werden</span><br/> <span class="ft6">im künftigen Besoldungssystem keine Unterschiede zwischen neu-</span><br/> <span class="ft6">und altrechtlich ausgebildeten Reallehrpersonen mehr bestehen (Bot-</span><br/> <span class="ft6">schaft 2001, S. 3). Offenbar gelangte man zur Überzeugung, dass der</span><br/> <span class="ft6">unterschiedlichen Ausbildung der Reallehrpersonen inskünftig nicht</span><br/> <span class="ft6">mehr dasselbe Gewicht beizumessen sei.</span><br/> <span class="ft6">b) Ist die Gleichstellung von Reallehrpersonen mit altrechtlicher</span><br/> <span class="ft6">Ausbildung und von Lehrkräften mit einer SEREAL-Ausbildung aus</span><br/> <span class="ft6">marktwirtschaftlichen Überlegungen erfolgt und hätte aus verfas-</span><br/> <span class="ft6">sungsrechtlicher Sicht darauf auch verzichtet werden können, be-</span><br/> <span class="ft6">deutet dies im Grunde genommen, dass die Gleichstellung auch wie-</span><br/> <span class="ft6">der rückgängig gemacht werden könnte. Es liegen indessen keinerlei</span><br/> <span class="ft6">Anhaltspunkte vor, dass eine derartige Massnahme tatsächlich beab-</span><br/> <span class="ft6">sichtigt wäre. Vielmehr herrscht nach Angaben des Departements</span><br/> <span class="ft6">BKS gegenwärtig noch immer Lehrermangel, und ein Marktver-</span><br/> <span class="ft6">gleich mit verschiedenen Kantonen hat offenbar gezeigt, dass der</span><br/> <span class="ft6">Kanton Aargau eher tiefe Löhne ausrichtet. Zudem erschiene eine</span><br/> <span class="ft6">erneute Lohndifferenzierung insbesondere im Hinblick auf das In-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">611</span></div> <div class="page" id="S13"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">krafttreten des GAL und dessen Folgeerlasse als fragwürdig. Ge-</span><br/> <span class="ft6">samthaft lässt sich nämlich feststellen, dass im Rahmen der Arbeits-</span><br/> <span class="ft6">platzbewertung der Ausübung einer bestimmten Funktion eine grös-</span><br/> <span class="ft6">sere (bzw. der absolvierten Ausbildung eine geringere) Bedeutung</span><br/> <span class="ft6">zugemessen wird als dies bisher der Fall war. In diesem Licht er-</span><br/> <span class="ft6">scheint zweifelhaft, ob unter dem zukünftigen Recht die umstrittene</span><br/> <span class="ft6">Lohndifferenz den Anforderungen an die Rechtsgleichheit standhal-</span><br/> <span class="ft6">ten würde; allenfalls könnte sich eine ungleiche Entlöhnung von auf</span><br/> <span class="ft6">der gleichen Schulstufe unterrichtenden Lehrkräften als verfas-</span><br/> <span class="ft6">sungswidrig erweisen.</span><br/> <span class="ft6">7. Damit liegen (bzw. lagen für den Zeitraum vom 1. August</span><br/> <span class="ft6">1999 bis 31. Juli 2001) sachliche Gründe im Sinne der angeführten</span><br/> <span class="ft6">Rechtsprechung vor, um die Reallehrpersonen mit SEREAL-Ausbil-</span><br/> <span class="ft6">dung gemäss geltendem kantonalem Besoldungsrecht im fraglichen</span><br/> <span class="ft6">Ausmass höher zu entlöhnen als ihre Kolleginnen und Kollegen mit</span><br/> <span class="ft6">altrechtlicher Ausbildung. Das geltende Recht stellt verhältnismässig</span><br/> <span class="ft6">stark auch auf die Ausbildung der Lehrkräfte ab. Demgegenüber wird</span><br/> <span class="ft6">im zukünftigen Recht angesichts der neuen Arbeitsplatzbewertung</span><br/> <span class="ft6">das Kriterium der Ausbildung voraussichtlich etwas in den</span><br/> <span class="ft6">Hintergrund treten. Während der Dauer, für die der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft6">rer eine rechtsungleiche Entlöhnung geltend macht, bestand noch</span><br/> <span class="ft6">keine neue, definitive und verbindliche Arbeitsplatzbewertung für</span><br/> <span class="ft6">Lehrpersonen. Eine Ungleichbehandlung der Löhne der altrechtlich</span><br/> <span class="ft6">und der neurechtlich ausgebildeten Reallehrpersonen lässt sich ver-</span><br/> <span class="ft6">fassungsrechtlich nicht beanstanden, da sie gestützt auf das geltende</span><br/> <span class="ft6">kantonale Recht auf sachlichen Gründen beruhte. Deshalb erübrigt</span><br/> <span class="ft6">sich die Prüfung, ob dem Beschwerdeführer bei einem Verstoss ge-</span><br/> <span class="ft6">gen Art. 8 Abs. 1 BV ein Anspruch auf Nachzahlung des Lohns zu-</span><br/> <span class="ft6">stehen würde (vgl. immerhin Urteil des Bundesgerichts 2P.463/1996</span><br/> <span class="ft6">vom 16. März 1998, zitiert in BGE 124 II 450).</span><br/></div> </div> </body> </html>