B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1812/2014 U r t e i l v o m 2 3 . A p r i l 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Daniel Willisegger, mit Zustimmung von Richter Martin Zoller; Gerichtsschreiber David Wenger. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 29. Januar 2014 / N (…). E-1812/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Eingabe vom 24. September 2009 an die Schweizerische Botschaft in Colombo suchte der Beschwerdeführer um Asyl in der Schweiz nach. Im Gesuch und anlässlich der Befragung durch die Botschaft am 22. Februar 2010 führte er im Wesentlichen aus, er sei im J ahre 1999 von Mitgliedern der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) – unter Androhung der Zwangsrekrutierung seiner zwei Brüder – gezwungen worden, bei einem elektrischen Transformer eine Bombe zu legen. Dabei sei er von der Poli- zei verhaftet, verhört un d massiv misshandelt worden. Man habe ihn a n- schliessend inhaftiert und seine Familie sei von der Armee bedroht wo r- den. Im Jahr 2003 sei der Bruder des Beschwerdeführers von Unbekannten entführt worden und er gelte seitdem als vermisst. Im Jahre 2005 sei der Beschwerdeführer vom High Court in Colombo schuldig g e- sprochen und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Am 18. Se p- tember 2009 sei er aufgrund der Bemühungen seines Anwaltes freigela s- sen worden. Nach seiner Freilassung sei er von Unbekannten bei se inen Eltern aufgesucht worden. Die unbekannten Personen hätten seine Eltern bedroht und den Vater verprügelt. Er habe sein Elternhaus deshalb ve r- lassen und im Januar 2010 über die Vermittlung des (…) in einem Eisen- warenladen in B._______ eine Stelle erhalten. Er wohne auch im besa g- ten Laden und seine Frau besuche ihn dort regelmässig. Die Unbekannten hätten sein Elternhaus auch nach seiner Flucht wiederholt aufgesucht und sich nach ihm erkundigt. B. Mit Verfügung vom 29. Januar 2014 – durch die Schweizerisch e Bo t- schaft in Colombo am 13. Februar 2014 eröffnet – bewilligte das Bundes- amt für Migration ( BFM) dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz nicht und lehnte das Asylgesuch ab. C. Mit Eingabe vom 14. März 2014 (mutmasslich) reichte der Beschwerd e- führer über die Schweizerische Botschaft in Colombo beim Bundesve r- waltungsgericht Beschwerde ein und beantragte sinngemäss, die Verf ü- gung der Vorinstanz vom 29. Januar 2014 sei aufzuheben. E-1812/2014 Seite 3 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]; Art. 105 des Asyl- gesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]). Der Besc hwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die form - und fristgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 52 Abs. 1 VwVG und Art. 108 Abs. 1 AsylG) ist einzutreten. 2. 2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht und die unrich- tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 3. Gemäss der Übergangsbestimmung zur Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (in Kraft getreten am 29. September 2012) gelten für Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellt worden sind, die Artikel 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG in der bisherigen Fassung. 4. In der Rechtsmitteleingabe wird beantrag t, infolge Abwesenheit des Be- schwerdeführers sei ihm eine Frist von zusätzlichen zwei Wochen zur Einreichung einer detaillierten Beschwerde einzuräumen. Die Beschwer- defrist von Art. 108 Abs. 1 AsylG ist eine gesetzliche Frist und kann nicht erstreckt werden, weshalb dieser Antrag um Fristerstreckung abzuweisen ist. Soweit der Beschwerdeführer in einem weiteren prozessualen Antrag E-1812/2014 Seite 4 zusätzliche Details zu seinem Fall nachliefern will, ist dieser Antrag zu wenig spezifiziert und somit abzuweisen. Aus der R echtsmitteleingabe geht im Übrigen hinreichend hervor, dass der Beschwerdeführer mit den vorinstanzlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung nicht ei n- verstanden ist. 5. 5.1 Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 Abs. 1 aAsylG im Ausland bei einer Schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem B e- richt an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 aAsylG). 5.2 Gemäss Art. 20 Abs. 2 aAsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchen - den die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zu - gemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Nach Absatz 3 der Bestimmung kann das Eidgenössische Justiz - und Polizeidepartement (EJPD) Schweizer i- sche Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilli- gen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG be- stehe. 5.3 Beim Entscheid für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten r e- striktive Voraussetzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessen s- spielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Mö g- lichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Bezi e- hungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3). 6. 6.1 Die Vorinstanz stellt in der angefochtenen Verfügung fest, dass es zur Erteilung einer Einreisebewilligung einer mit überwiegender Wahrschei n- lichkeit anzunehmenden akuten Gefährdung des Beschwerdeführers be- dürfe. Bei einer objektiven Betrachtungsweise erweise sich dessen Furcht vor einer zukünftigen Verfolgung jedoch als nicht begründet im Sinne des Asylgesetzes. Allein aufgrund des Gefängnisaufenthaltes könne nicht darauf geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer zum heutigen Zeitpunkt von asylrelevanter Verfolgung bedroh t sei. Eine allfällige Be o-E-1812/2014 Seite 5 bachtung durch die srilankischen Behörden auch nach seiner Freilassung könne zwar nicht ausgeschlossen werden, sei aber im Zusammenhang mit den allgemeinen Massnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus der LTTE durch die Behörden zu sehen und könne aufgrund mangelnder I n- tensität nicht als Verfolgung gelten. Im Übrigen habe sich die aktuelle S i- tuation in Sri Lanka massgeblich verändert. Der Krieg sei im Mai 2009 mit der Niederlage der LTTE zu Ende gegangen. Die Behörden würden zwar nach wie vor Führungspersonen und Kämpfer der LTTE suchen. Da der Beschwerdeführer aber eigenen Angaben zufolge nie Mitglied der LTTE gewesen sei und sich auch sonst nicht politisch engagiert habe, sei nicht davon auszugehen, dass die Behörden immer noch ein Verfolgung sinte- resse an seiner Person hätten. 6.2 Der Beschwerdeführer bringt in der Rechtsmitteleingabe nichts vor, das geeignet wäre, eine Bundesrechtsverletzung oder eine fehlerhafte Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz aufzuzeigen. Solches ist auch nicht e rsichtlich. Soweit der Beschwerdeführer in der Rechtsmi t- teleingabe auf die Verfol gungen in seiner Heimatstadt verweist und b e- gründete Furcht geltend macht , ist ihm mit der Vorinstanz zu entgegnen, dass er seit seinem Wegzug nach B._______ im Januar 2010 keinen Be- helligungen mehr ausgesetzt ist u nd deshalb den Schutz der Schweiz nicht benötigt. 6.3 Damit ist festzustellen, dass dem Beschwerdeführer ein weiterer Ve r- bleib in Sri Lanka zumutbar und er auf den Schutz der Schweiz nicht a n- gewiesen ist. Die Vorinstanz hat demnach dem Beschwerdeführer zu Recht die Einreise in die Schweiz nicht bewilligt und das Asylgesuch a b- gelehnt. E-1812/2014 Seite 6 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600. – grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Aus verwaltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) E-1812/2014 Seite 7 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die schweize- rische Botschaft in Colombo. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Daniel Willisegger David Wenger Versand: