Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 26. August 2020 (810 17 163) ____________________________________________________________________ Umweltschutz, Wasser und Energie Kostenverfügung Heizölhavarie Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Stef an Schulthess, Markus Clausen, Hans Furer, Claude Jeanneret , Gerichtsschreiber Martin Michel Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Roman Felix , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Kostenverfügung Heizölhavarie (RRB Nr. 825 vom 13. Juni 2017) A. A.____ ist Eigentümer der Parzelle Nr. XX, Grundb uch (GB) Tecknau, und Geschäfts- führer der "B.____ GmbH", die als Mieterin auf dem Grundstück eine Werkstatt betreibt. Am Abend des 26. November 2015 pumpte A.____ auf der P arzelle Nr. XX in Tecknau Heizöl von einem Tank in ein 200-Liter-Stahlfass. Während des U mpumpvorgangs begab er sich zum Abendessen und während seiner Abwesenheit überlief das 200-Liter-Stahlfass. Daraufhin ver- sickerte Heizöl über den Boden des Containers, in welche m sich das Stahlfass befand, in den Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Untergrund und eine unbekannte Menge Heizöl gelangt e in den Eibach. Aufgrund des wahrge- nommenen Ölgeruchs wurde um 20:56 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Die aufgebotenen Einsatz- kräfte trafen in der Folge verschiedene Massnahmen zum Ge wässer- und Trinkwasserschutz resp. zur Behebung der Verunreinigung, unter anderem wurden Ölsperren im Bach erstellt, der Eibach von Ölrückständen gereinigt, kontaminiertes Erdre ich ausgehoben und das angefallene kontaminierte Material entsorgt. Der Einsatz dauerte bis am 1. Dezember 2015. B. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verpflichtete das Amt für Umweltschutz und Energie des Kantons Basel-Landschaft (AUE) A.____ mit V erfügung vom 20. Dezember 2016 zur Übernahme der Kosten für die ergriffenen Massnahmen in der Höhe von Fr. 105'239.75. Dieser Kostenverfügung lagen ein Aufwand für die Scha denbearbeitung des Gewässerschutz- piketts in der Höhe von Fr. 8'571.50 (48.98 Std. Piket tdienstmitarbeiter à Fr. 95.-- und Pikett- fahrzeug à Fr. 80.--), eine Abrechnung der Feuerweh r Region Gelterkinden in der Höhe von Fr. 49'401.50 sowie zehn Rechnungen von beigezogenen e xternen Dienstleistern (Tiefbau und Muldenservice, Entsorgung, Stützpunktfeuerwehr, Ölwehr etc.) in der Höhe von Fr. 47'266.75 zu Grunde. C. Eine von A.____, vertreten durch Roman Felix, Advoka t in Reinach, gegen die Kosten- verfügung erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat d es Kantons Basel-Landschaft mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 825 vom 13. Juni 2017 a b und auferlegte dem Beschwer- deführer die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.--. D. Dagegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch A dvokat Roman Felix, mit Eingabe vom 16. Juni 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Kantonsgericht), mit den Rechtsbegehren, es sei der Entscheid des Regierungsrats Nr. 825 vom 13. Juni 2017 aufzuheben und es seien die v om Beschwerdeführer als Verursa- cher zu tragenden Kosten auf Fr. 45'000.-- zu reduziere n, eventualiter sei der Entscheid des Regierungsrats aufzuheben und die Angelegenheit zur Neu beurteilung an die Vorinstanz zu- rückzuweisen, unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdegegners. E. Mit Vernehmlassung vom 30. Oktober 2017 schloss der R egierungsrat auf Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge, soweit darauf eingetreten werden könne. F. Am 25. April 2018 entschied die Kammer des Kanton sgerichts im Rahmen einer Ur- teilsberatung, den Fall auszustellen und ein Gutachten einzuholen. G. In der Folge erhielten die Parteien Gelegenheit, dem Kantonsgericht Experten vorzu- schlagen, wovon beide Parteien Gebrauch machten. Mit Verfügung vom 6. Juli 2018 setzte das Kantonsgericht den Parteien Frist für die Erhebung all fälliger Einwände gegen die von der Gegenpartei vorgeschlagenen Experten. H. Am 6. August 2018 teilte der Beschwerdeführer dem Kantonsgericht mit, dass kein Ein- wand gegen den vom Beschwerdegegner vorgeschlagenen Experten erhoben werde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht I. Mit Verfügung vom 9. Oktober 2018 ernannte das Ka ntonsgericht C.____ zum Sach- verständigen und gewährte den Parteien die Möglichkeit zur Stellungnahme zu den vorgesehe- nen Fragen an den Gutachter sowie zur Einreichung von allfälligen Ergänzungsfragen. J. Am 31. Oktober 2018 bzw. 7. Dezember 2018 reichten d ie Parteien ihre Ergänzungs- fragen ein. K. Mit Verfügung vom 30. Januar 2019 erteilte das Ka ntonsgericht dem Sachverständigen den Gutachtensauftrag mit dem ergänzten Fragenkatalog. L. Am 10. Juli 2019 reichte der Experte sein Gutacht en ein. M. Mit Eingabe vom 24. Juli 2019 nahm der Beschwerdeg egner zum Gutachten Stellung. N. Der Beschwerdeführer reichte innert peremptorisch erst reckter Frist keine Stellung- nahme zum Gutachten ein und beantragte stattdessen mit Eingabe vom 9. September 2019 die Sistierung des Verfahrens zwecks Aufnahme von Einigungsverhandlungen. O. Mit Verfügung vom 19. September 2019 sistierte das Kantonsgericht das Verfahren. P. Mit Eingabe vom 31. Januar 2020 teilte der Beschw erdeführer dem Kantonsgericht mit, die zwischen den Parteien geführten Vergleichsgespräche hätten zu keinem Ergebnis geführt. Zugleich beantragte der Beschwerdeführer, das Gutachten sei als untauglich aus dem Recht zu weisen und es sei ein neuer Sachverständiger mit der Erst ellung eines Gutachtens zu beauf- tragen, eventualiter sei der Gutachter anzuweisen, d as Gutachten zu überarbeiten. Subeven- tualiter sei eine Frist zur Einreichung von Ergänzungs- und/oder Erläuterungsfragen zum Gutachten anzusetzen. Q. Mit Verfügung vom 3. Februar 2020 hob das Kantonsg ericht die Sistierung des Verfah- rens auf. R. Mit Stellungnahme vom 31. März 2020 beantragte de r Beschwerdegegner, der Antrag des Beschwerdeführers, das Gutachten aus dem Recht zu weisen , sei abzuweisen. Hingegen spreche nichts dagegen, den Experten aufzufordern, die Ausführungen zu den Fragen 1c und 5 zu berichtigen. S. Mit Eingabe vom 3. April 2020 hielt der Beschwerd eführer an den mit Eingabe vom 31. Januar 2020 gestellten Anträgen fest. T. Mit Präsidialverfügung vom 23. April 2020 wurde de r Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Parteiverhandlung überwiesen. Zur Par teiverhandlung wurden der Gutachter C.____ und zusätzlich als Auskunftspersonen D.____ (Feuer wehr Region Gelterkinden), E.____ (Ölwehr Birsfelden) und F.____ (ABC Koordina tion Baselland) vorgeladen. Der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gutachter und die Auskunftspersonen wurden im Rahmen d er Parteiverhandlung befragt. Die Parteien hielten anlässlich der Parteiverhandlung an ihren schriftlich gestellten Anträgen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs - und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regierungs- rats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kanton sgericht zulässig. Da weder ein Aus- schlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzliche r Ausschlusstatbestand vorliegt, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilu ng der Beschwerde gegeben. Die weite- ren formellen Voraussetzungen sind ebenfalls erfüllt, sodass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 1.2 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht im vorliegenden Fall verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 2.1 Das AUE führte in seiner Verfügung vom 20. Dezembe r 2016 aus, der Beschwerdefüh- rer sei Verursacher der Heizölhavarie und die Kosten für die Massnahmen zum Schutz der Ge- wässer müssten gemäss der Gewässerschutzgesetzgebung dem Verur sacher überbunden werden. Die Kostenverfügung umfasse alle Rechnungen im Zusammenhang mit der Heizölha- varie, die auf Grund von Massnahmen basierend auf der G ewässerschutzgesetzgebung ent- standen seien. Nicht enthalten seien darin demgegenübe r die Kosten zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung, da diese gemäss der Bevölkerungsschut zgesetzgebung überbunden würden. Weil sich das Heizöl bereits vor dem Eintreffen d er Einsatzkräfte im Eibach verteilt und im Uferbereich abgelagert habe, habe die Feuerwehr über mehrere Tage Ölsperren im Bach aufrechterhalten und das Bachbett reinigen müssen. Alt ernative Lösungen – wie der frühere Einsatz eines Gully-Eis – hätten keine Verkürzung der Ein satzdauer bewirkt, weshalb eine Re- duktion der mit dem Einsatz verbundenen Kosten nicht angezeigt sei. 2.2 Der Regierungsrat bestätigte die Kostenverfügung d es AUE und führte zusammenge- fasst aus, das Vorgehen der Einsatzkräfte und die von ihn en veranlassten Massnahmen seien massvoll und zweckmässig gewesen. Die angefallenen Kosten se ien zudem nachvollziehbar ausgewiesen und nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen sei. 2.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, wegen der Neuer stellung des Bodens in der Werk- halle der ihm gehörenden Liegenschaft in Tecknau habe der ursprünglich im Gebäude stehen- de Heizöltank aus der Halle entfernt werden müssen. Er habe den Tank vorübergehend in einen vor der Halle abgestellten Container verbracht, um ihn nach der Fertigstellung der Bauar- beiten wieder in der Halle zu montieren. Die Heizung habe er währenddessen mit Hilfe eines Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 200-Liter-Stahlfasses betrieben, in das er jeweils Heizöl vom Tank umgepumpt habe. Beim Um- pumpen sei das Fass übergelaufen. 3.1 Art. 74 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 bestimmt, dass die Kosten der Vermei dung oder Beseitigung schädlicher oder lästiger Einwirkungen auf die natürliche Umwelt und den Menschen von den Verursachern zu tragen sind. Das verfassungsrechtlich verbindliche umwe ltrechtliche Verursacherprinzip (vgl. ebenso Art. 2 des Bundesgesetzes über den Umweltsc hutz [Umweltschutzgesetz, USG] vom 7. Oktober 1983) will die Kosten einer bestimmten umweltrechtlich gebotenen Massnahme denjenigen auferlegen, welche die Ursache dafür geset zt haben; es hat eine Finanzierungs- bzw. Kostenanlastungs- oder -internalisierungsfunktion. Zugleich hat es eine Lenkungsfunktion, indem es Anreize schafft, die Umweltbelastung möglichst zu reduzieren (BGE 138 II 111 E. 5.3.1, mit Hinweisen). 3.2 Gemäss Art. 54 des Gewässerschutzgesetzes (GSchG) vom 24. Januar 1991 werden die Kosten von Massnahmen, welche die Behörden zur Ab wehr einer unmittelbar drohenden Gefahr für die Gewässer sowie zur Feststellung und zur B ehebung eines Schadens treffen, dem Verursacher überbunden. Ebenso schreibt Art. 59 US G vor, dass die Kosten von Mass- nahmen, welche die Behörden zur Abwehr einer unmittel bar drohenden Einwirkung sowie zu deren Feststellung und Behebung treffen, dem Verursac her überbunden werden. Das Umwelt- schutzgesetz Basel-Landschaft (USG BL) vom 27. Februar 199 1 und das kantonale Gesetz über den Gewässerschutz (GschG BL) vom 5. Juni 2003 wiederholen in § 2 Abs. 1 USG BL und § 11 Abs. 3 GSchG BL das auf bundesrechtlicher Ebene ve rankerte Verursacherprinzip. Den kantonalen Bestimmungen kommt aber keine eigenständige Bedeutung zu (vgl. Urteil des Bun- desgerichts 2C_162/2014 vom 13. Juni 2014 E. 2.1). Be i den Feststellungskosten nach Art. 54 GSchG und Art. 59 USG geht es vor allem um technische Massnahmen zur Untersuchung einer drohenden Gewässergefährdung oder einer bereits erfolg ten Verunreinigung, wie Messungen, Probeentnahmen und Laboranalysen. Auch nachträgliche Rapporte oder Expertisen, die sich im Einzelfall als notwendig erweisen und in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Einsatz für die Gefahrenabwehr stehen, sind den Verursachern zu belaste n. Behebungskosten sind nament- lich die Kosten für die Entfernung der Schadstoffe am Ort des Ereignisses (z.B. Säuberung verschmutzter Flächen) sowie für Transport und Entsorgung des entfernten Materials (vgl. BEATRICE WAGNER PFEIFER , in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], Kommentar zum GS chG und zum Wasserbaugesetz, 2016, Art. 54 GSchG N 27 ff.). Für di e Überbindung der Kosten von Ölwehr- einsätzen auf Verursacher sind nach der bundesgerichtlic hen Rechtsprechung Art. 54 GSchG und Art. 59 USG anwendbar (vgl. Urteile des Bundesger ichts 1C_484/2018 vom 6. Februar 2020 E. 2.1 und 2C_162/2014 vom 13. Juni 2014 E. 2.1 mit Hinweisen). 4.1 Art. 59 USG und Art. 54 GSchG legen nicht näher fest, wer als Verursacher zu betrachten ist. Nach der ständigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung gelten als Verursacher im Sinne von Art. 54 GSchG und Art. 59 USG die Störe r im polizeirechtlichen Sinne, d.h. die sogenannten Verhaltens- und Zustandsstörer. Verhaltensstör er ist, wer den Schaden oder die Gefahr selbst oder durch das unter seiner Verantwortu ng erfolgte Verhalten Dritter unmittelbar verursacht hat. Als Zustandsstörer wird bezeichnet, wer über die Sache, die den ordnungswidri-Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen Zustand verursacht, rechtliche oder tatsächliche Gewa lt hat (vgl. BGE 131 II 743 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 1C_484/2018 vom 6. Februar 20 20 E. 2.2, mit Hinweisen). Unerheb- lich ist, wodurch der polizeiwidrige Zustand der Sache verursacht worden ist; entscheidend ist allein die objektive Tatsache, dass eine Störung vorlieg t und die Sache selbst unmittelbar die Gefahren- oder Schadensquelle gebildet hat. Die poli zeiliche Verantwortlichkeit setzt weder beim Verhaltens- noch beim Zustandsstörer Schuldfähigkei t oder konkretes (privat- oder straf- rechtliches) Verschulden voraus (Urteil des Bundesgerichts 1 C_146/2011 vom 29. November 2011 E. 2 mit Hinweisen). Das Gemeinwesen kann wie ein Privater kostenpflichtig werden, z.B. als Eigentümer eines Grundstücks. Auch hoheitliches Handeln kann zu einer kostenpflichtigen Störung führen, namentlich bei rechtswidriger Verletzun g der Aufsichtspflicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. Oktober 1990, in: Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwal- tungsrecht [ZBl] 92/1991 S. 212 ff.). Eine solche ist aber erst dann anzunehmen, wenn eine wesentliche Amtspflicht verletzt, eine zwingend vorgeschriebene Aufsichtsmassnahme unterlas- sen wurde oder die Einsatzkräfte ihren Ermessensspielrau m fehlerhaft oder in Missachtung allgemeiner Rechtsgrundsätze ausgeübt haben (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage, 2020, Rz. 2611). 4.2 Um eine Kostenpflicht gestützt auf das Verursacher prinzip zu begründen, ist weiter die natürliche Kausalität erforderlich. Diese reicht für sich allein aber nicht aus, um die Verursacher- eigenschaft zu begründen. Vielmehr verlangt das Verur sacherprinzip eine normative, wertende Zuordnung. Dort wo unmittelbar anwendbare Rechtsnormen den Begriff des Verursachers ohne nähere Konkretisierung verwenden (namentlich Art. 59 USG und Art. 54 GSchG), hat die Recht- sprechung für die Umschreibung des Verursacherbegriffs zur Begrenzung der Kostenpflicht das Erfordernis der Unmittelbarkeit aufgestellt (BGE 138 II 111 E. 5.3.2 und 131 II 743 E. 3.2, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 1A.178/2003 vom 27. August 2004 E. 4, in: ZBl 106/2005 S. 48; WAGNER PFEIFER , a.a.O., Art. 54 GSchG N 38 ff. und 47). Unmittelba rkeit der Verursa- chung einer Gefahr oder Störung bedeutet, dass als pol izeirechtlich erhebliche Ursachen nur solche Handlungen in Betracht kommen, die bereits selber die Grenze zur Gefahr überschritten haben; entferntere, lediglich mittelbare Verursachung en scheiden aus (vgl. BGE 143 I 147 E. 5.1; 118 Ib 407 E. 4c). Die Unmittelbarkeitstheori e weist eine Nähe zur Adäquanztheorie auf und führt in vielen Fällen zu gleichen Ergebnissen (BG E 132 II 371 E. 3.5; Urteil des Bundes- gerichts 1C_484/2018 vom 6. Februar 2020 E. 2.4; je mi t Hinweisen). Nach der Adäquanz- theorie gilt ein Ereignis dann als Ursache eines Erfolgs, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet war, einen Erfolg von der Art des ein- getretenen herbeizuführen, sodass der Eintritt dieses Erfolgs durch jenes Ereignis begünstigt erscheint (BGE 123 III 110 E. 3.a). Die Unmittelbarkei t ist aus der ex post-Sicht zu beurteilen. Bei mehreren Ursachen ist die Unmittelbarkeit der ersten Ursache nur dann zu verneinen, wenn durch das Verhalten des Zweitverursachers der adäquate Kausalzusammenhang unterbrochen wurde (vgl. WAGNER PFEIFER , a.a.O., Art. 54 GSchG N 49 ff.). 4.3 Im Falle von mehreren Verursachern haben die Behör den bei der Anordnung der Kos- tenpflicht die objektiven und subjektiven Anteile jedes einzelnen Beteiligten zu ermitteln. Dabei sind die Kosten von Schutzmassnahmen nach möglichst genauer Klärung des Hergangs auf die verschiedenen Verursacher nach analogen Grundsätzen zu ver teilen, wie sie für das Innenver-Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht hältnis im privaten Haftpflichtrecht gelten (Urteil de s Bundesgerichts 2C_1096/2016 vom 18. Mai 2018 E. 2.6, in: Archiv für Schweizerisches Abgab erecht [ASA] 87 S. 58). Der zivil- rechtliche Grundsatz der Haftungssolidarität kommt nicht z um Tragen (H ÄFELIN /M ÜLLER /U HL - MANN , a.a.O., Rz. 2629; W AGNER PFEIFER , a.a.O., Art. 54 GSchG N 43 ff.). Bei der Kostenauf- lage ist zu berücksichtigen, aus welchem Grund der Verursac her zur Mitverantwortung heran- gezogen wird (Zustands- oder Verhaltensstörer) und welch es Gewicht seiner Verursachung zukommt; dabei ist in erster Linie der schuldhafte Verha ltensstörer zu belangen und in letzter Linie der schuldlose Zustandsstörer heranzuziehen (Urteil des Bundesgerichts 2C_1096/2016 vom 18. Mai 2018 E. 2.6, in: ASA 87 S. 58; Urteil de s Bundesgerichts 1A.67/1997 vom 26. Feb- ruar 1998 E. 4d, in: Umweltrecht in der Praxis [URP] 1998/2 S. 158; BGE 102 Ib 203 E. 5c). Bei der Festsetzung der Kostenanteile steht den zuständigen B ehörden ein pflichtgemäss auszu- übendes Ermessen zu. Wo sich die potentielle Umweltgefähr dung einer Anlage ausnahmswei- se realisiert, können im Einzelfall selbst für den schuldl osen Zustandsstörer hohe Kosten ent- stehen. Als Grund für die Verantwortlichkeit des Eigentümers wird angeführt, dass er die Vortei- le seiner Sache geniesse und daher auch die mit ihr ver bundenen Nachteile selber zu tragen habe und nicht der Allgemeinheit aufbürden könne (vgl. BGE 114 Ib 44 E. 2c.aa; Urteil des Ver- waltungsgerichts Solothurn vom 26. November 2011 E. 3. a, in: Solothurnische Gerichtspraxis [SOG] 2011 Nr. 26). Dabei ist ebenfalls zu beachten, d ass er sich gegen entsprechende Schä- den versichern kann (vgl. BGE 114 Ib 44 E. 3; Urteil d es Bundesgerichts vom 7. Oktober 1981, in: ZBl 1982, S. 548). 5. Der Beschwerdeführer bestreitet in seiner Beschwerd e zu Recht nicht, dass er grund- sätzlich als Verursacher des Ereignisses kostenpflichtig i st. Er hat den Vorgang des Umpum- pens in Gang gesetzt und sich während des Umpumpens vom sp äteren Havarieort entfernt, ohne Massnahmen zu ergreifen, um ein Überlaufen zu ve rhindern. Damit erfüllt er ohne weite- res die vorgenannten Voraussetzungen als Verhaltensstöre r. Weiter ist er Eigentümer der Par- zelle Nr. XX in Tecknau, von der die Verschmutzung ausgi ng, weshalb er zugleich Zustands- störer ist. Neben ihm gibt es sodann unbestrittenermassen keine weiteren Störer. Eine Kosten- verteilung, d.h. eine Aufteilung der Gesamtkosten auf mehrere Störer bzw. Verursacher, fällt daher vorliegend ausser Betracht. 6.1 Der Beschwerdeführer bemängelt indes die vorinstan zliche Sachverhaltsfeststellung und hält den Einsatz sowie die damit verbundene Kosten auflage für unverhältnismässig. Er macht geltend, er habe nur diejenigen Kosten zu ersetz en, die für notwendige und zweckmäs- sige Massnahmen zu üblichen Preisen anfallen würden. Er anerkenne, dass es beim fraglichen Ereignis um die Behebung einer aktuellen Gefahrensitu ation gegangen sei, die ein rasches Handeln notwendig gemacht habe. Es sei auch klar, dass K osten nicht schon dann als unver- hältnismässig gelten würden, wenn sich nachträglich herau sstelle, dass die Behebung der Ge- fahr allenfalls mit geringerem Aufwand möglich gewesen wäre. Vorliegend sei es jedoch so, dass der Grossteil der Kosten bei Richtigkeit der angeord neten Massnahmen gar nicht ange- fallen wäre. Insbesondere sei zu beanstanden, dass das g ebräuchliche Gully-Ei nicht früher zum Einsatz gekommen sei. Damit hätte eine weitere Kont amination des Eibachs mit entspre- chenden Folgen bezüglich des Aufwandes vermieden werden können. Zur Klärung scheine die Einholung einer Expertise unerlässlich, zumal die Vorinst anz den Sachverhalt bereits in tech-Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht nischer Hinsicht unrichtig festgestellt habe. Daher werde beantragt, einen Experten zu benen- nen und diesen mit einer Expertise insbesondere zur Zw eckmässigkeit bzw. Richtigkeit und Angemessenheit der (nicht) angeordneten Massnahmen zu befragen. 6.2 Der Beschwerdegegner hält dem entgegen, die bei der Feuerwehr vorhandenen Dicht- kissen seien für den fraglichen Einsatz nicht geeignet ge wesen. Zudem sei es ein Fakt, dass der frühere Einsatz des Gully-Eis nicht zu einer Redukti on des Aufwands geführt hätte, weil der Eibach durch das ausgelaufene Heizöl bereits auf einer grösseren Fliessstrecke kontaminiert gewesen sei. Aus dem Einsatz des Gully-Eis lasse sich zudem n icht auf den Umfang des Ein- satzes des Feuerwehrpersonals schliessen. Die Einsatzdauer sei d urch das Ausmass der Öl- kontamination des Erdreichs bedingt gewesen. 6.3 Der in Art. 5 BV verankerte Grundsatz der Verhält nismässigkeit fordert, dass die Ver- waltungsmassnahmen zur Verwirklichung des in öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sind. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die den Privaten auferlegt w erden (vgl. BGE 145 II 70 E. 3.5; HÄFELIN /M ÜLLER /U HLMANN , a.a.O., Rz. 514). Diese allgemeinen Grundsätze gelten auch im Be- reich der Kostenauflage im Gewässerschutzrecht. Die dem P flichtigen auferlegten Kosten müs- sen zur Erreichung des angestrebten Sanierungszieles notw endig sein. Das Verhältnismässig- keitsprinzip fordert ferner, dass Zwangsmassnahmen der Behö rden nicht schärfer sein dürfen, als es der Zweck der Massnahme verlangt, und unzulässig sind , wenn auch ein geringerer Ein- griff zum Ziel führt. Der zahlungspflichtige Verursach er kann spezifizierte Angaben zu den veranschlagten Kosten verlangen und hat auch die Möglich keit, die Notwendigkeit und die An- gemessenheit der von den Behörden begründeten Kosten zu bestreiten; eine pauschale Rech- nungsstellung genügt daher nicht (vgl. Urteil des Bundes gerichts 2C_162/2014 vom 13. Juni 2014 E. 4.1; BGE 102 Ib 203 E. 6). Die Behörde darf Rechnungen Dritter nicht ungeprüft weiter belasten, vielmehr muss sie kontrollieren, ob der gelten d gemachte Betrag dem tatsächlichen Aufwand entspricht und ob die Kostenansätze im Rahmen allfälliger Tarife oder der Ansätze der entsprechenden Branche liegen (W AGNER PFEIFER , a.a.O., Art. 54 GSchG N 65). Soweit die Verhältnismässigkeit der Ersatzforderung geprüft wird, ist jedoch zu beachten, dass die Wahl der zu treffenden Massnahmen regelmässig unter zeitlichem Druck und ohne umfassende Infor- mation erfolgt. Mussten Massnahmen unter zeitlichem Dru ck kurzfristig angeordnet werden, so ist der zuständigen Behörde bei der Einschätzung der Gef ahrenlage ein Ermessensspielraum einzuräumen. Solange das Ermessen korrekt wahrgenommen wurde und die ergriffenen Vor- kehrungen vertretbar sind, darf der Einwand, eine Gef ahr habe sich (ex post) als weniger gra- vierend erwiesen als anfänglich vermutet, nicht gehört werden. Entsprechend erfolgt eine gerichtliche Kontrolle der Zweck- und Verhältnismässigke it der getroffenen Massnahmen mit einer gewissen Zurückhaltung. Erweist sich ein behördlicher Einsatz ex post als eindeutig über- mässig, so stellt dies einen Grund für eine Herabsetzung der Kostenforderung dar (Urteil des Verwaltungsgerichts Solothurn vom 6. März 2000 E. 4, 5, publ. in: SOG 2000 Nr. 26; W AGNER PFEIFER , a.a.O., Art. 54 GSchG N 24). Aus der Kostenberechn ung sind nur offensichtlich unnö- tige, leichtfertig gemachte Aufwendungen zu streichen ( BGE 102 Ib 203 E. 6; Urteil des Bun- desgerichts 2C_482/2013 vom 26. September 2013 E. 2.1; W AGNER PFEIFER , a.a.O., Art. 54 GSchG N 66). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Das AUE hat dem Betroffenen vor dem Verfügungserla ss das rechtliche Gehör ge- währt und in der Kostenverfügung korrekt die einzelnen Rechnungen (insgesamt 12) spezifisch aufgeführt. Von den einzelnen Rechnungen beanstandet der Beschwerdeführer einzig den Auf- wand Schadenbearbeitung des Gewässerschutzpiketts in der Höhe von Fr. 8'571.50, die Rech- nung der Feuerwehr Region Gelterkinden vom 16. Dezemb er 2015 in der Höhe von Fr. 49'401.50 sowie die Rechnung der G.____ AG in de r Höhe von Fr. 2'009.90. Die Kosten im Zusammenhang mit den neun weiteren Rechnungen im Umf ang von insgesamt Fr. 45'256.85 sind allesamt detailliert belegt und die Verhältnism ässigkeit dieser Kosten bzw. der getroffenen Massnahmen bestreitet der Beschwerdeführer nicht, weshal b sich diesbezüglich weitere Aus- führungen erübrigen. 7.2 Zu prüfen bleiben die drei vom Beschwerdeführer b eanstandeten Rechnungen. 7.3.1 In Bezug auf die Rechnung der Feuerwehr Region Gelterkinden beanstandet der Be- schwerdeführer zunächst, dass es mangels einer detaillier ten Rechnung nicht möglich sei, den vermeidbaren Aufwand zu beziffern. Für eine fundierte Bezifferung sei eine detailliertere Rech- nung seitens der Feuerwehr Region Gelterkinden unabdi nglich. Dies sei sowohl bei der verfü- genden Behörde als auch bei der Vorinstanz vergeblich b eantragt worden. Die Vorinstanz habe dazu ausgeführt, dass die Rechnung der Feuerwehr eine detaillierte Auflistung der durchge- führten Arbeiten, der eingesetzten Materialien, der Stundenerfassung sowie der Verpflegung der Angehörigen der Feuerwehr (AdF) während der Ein satztage enthalte. Dies sei zwar richtig. Es könne aber nicht nachvollzogen werden, welche Person zu welcher Zeit welche konkrete Aufgabe zu welchem Preis erfüllt habe. Von einer detai llierten und nachvollziehbaren Kosten- aufschlüsselung könne entgegen der Ansicht der Vorinst anz nicht ansatzweise gesprochen werden. Eine abschliessende Bezifferung könne schliesslich erst nach Vorliegen eines Gutach- tens erfolgen. 7.3.2 Das Kantonsgericht hat bei C.____ ein Gutachten eingeholt. Das Gutachten vom 10. Juli 2019 basiert auf dem Handbuch für ABC-Einsätze der Feuerwehr Koordination Schweiz (FKS), einer Begehung vor Ort, Gesprächen mit nichtbe teiligten Beobachtern/Anwohnern am Gewässer und Befragungen von D.____ und E.____. In Be zug auf die vom Beschwerdeführer kritisierte fehlende detaillierte Kostenaufschlüsselung f ührt der Gutachter aus, dass die vorlie- gende Abrechnung dem üblichen Standard entspreche und e ine noch detailliertere Kostenab- rechnung nicht "Stand der Technik" sei. Eine Aufteilu ng nach Arbeitsgattungen erscheine zudem nicht sinnvoll, weil die Tarife anhand von Entsch ädigungsreglementen, Gebührenord- nungen und Soldlisten in den Einsatzorganisationen vor handen seien. Aus den Akten ergibt sich, dass die Feuerwehr Region Gelterkinden auf Seite 2 der Rechnung vom 15. Dezember 2020 eine detaillierte Einsatzabrechnung erstellt hat , aus der sich im Einzelnen ergibt, welche Materialien bzw. Fahrzeuge zu welchem Ansatz und in wel cher Anzahl bzw. Dauer verwendet wurden. Sodann sind auf Seite 1 der Rechnung vom 15. Dezember 2020 die durchgeführten Arbeiten (z.B. acht Ölsperren erstellen in Tecknau und Gelterkinden, Bach zwischen Tecknau und Gelterkinden mit Besen reinigen [1,5 km], Schadenplatz ausleuchten, diverse Materialtrans- porte, Ölsperren betreuen, Ölbindemittel abschöpfen u nd entsorgen, Ölsaugvlies auswechseln Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht und entsorgen, Mithilfe beim Spülen der Sickerleitung , Betrieb mobiler Spaltanlage und Abpumpen Öl aus der Spaltanlage, Einbau Dichtkissen mi t Bypass in Einlauf Sickerleitung, am Schluss Ausbau aller Sperren, Reinigung Material, Werkze ug, Maschinen, Kleider etc.) und anschliessend das Total der geleisteten Arbeitsstunden ( 879 Std. à Fr. 35.--) genannt. Die De- tails der Soldkosten ergeben sich zusätzlich aus dem Anha ng 1 zur Rechnung, in welchem die Anzahl AdF pro Tag sowie die Anzahl Stunden (zusätzlich aufgeschlüsselt in Vormittag, Nach- mittag, Abend) erfasst sind. Dieser Detaillierungsgrad der Rechnung entspricht – wie der Gutachter bestätigt – dem geltenden Standard und ist o hne weiteres genügend, um eine sach- gerechte Anfechtung und Überprüfung der Rechnung zu ermöglichen. Im Übrigen bestätigt der Gutachter, dass die Verrechnung des Personalaufwands anhand der Rapporte korrekt gewesen sei und der Personalaufwand für diesen Einsatz anhan d einer Plausibilitätsrechnung als ge- rechtfertigt erscheine. Anlässlich der Parteiverhandlung rügte der Beschwerdeführer in Bezug auf die im Anhang 1 zur Rechnung ausgewiesenen Soldkos ten, dass am Montag, 30. Novem- ber 2015, unter der Spalte "Vormittag" acht AdF mit 109,5 Stunden erfasst seien, was 13,69 Stunden pro AdF entspreche und somit an einem Vormit tag nicht habe geleistet werden kön- nen. D.____ erläuterte anlässlich der Parteiverhandlung , dass sich die Spalten "Vormittag, Nachmittag und Abend" auf den jeweiligen Zeitpunkt de s Aufgebots der AdF beziehen würden und nicht auf den Zeitpunkt der geleisteten Stunden. D ies habe zur Folge, dass sämtliche von den am Vormittag aufgebotenen AdF den ganzen Tag üb er geleisteten Arbeitsstunden unter der Spalte "Vormittag" erfasst worden seien. Weil di e acht am Vormittag des 30. November 2015 aufgebotenen AdF den gesamten Tag im Einsatz gestanden seien, sei die erfasste Anzahl Stunden effektiv an diesem Tag von den acht AdF geleistet worden. Diese Erläuterung ist nach- vollziehbar und schlüssig. Der Vorwurf, es liege keine deta illierte, nachvollziehbare Kostenauf- schlüsselung erweist sich als haltlos. 7.3.3 Weiter rügt der Beschwerdeführer hinsichtlich de r Rechnung der Feuerwehr Region Gelterkinden, dass das nicht nur bei der Feuerwehr, sond ern auch in Industrie- und Gewerbe- betrieben, Tankstellen etc. gebräuchliche Gully-Ei (ein System zur schnellen Abdichtung von Strassenabläufen, Kanalrohren etc.) nicht bereits frühe r zum Einsatz gekommen sei. Mittels sofortigen Einsatzes dieses Gerätes hätte dem durch die S ickerleitung glücklicherweise ent- standenen Flaschenhals bildlich gesprochen einfach der Zap fen aufgesetzt werden und damit eine weitere Kontamination des Eibaches (mit entspreche nden Folgen bezüglich des Aufwan- des) vermieden werden können. Soweit die Vorinstanz a usführe, das Gully-Ei mit Bypass sei nur bei der Ölwehr Birsfelden vorhanden gewesen, sei i mmerhin festzuhalten, dass die Feuer- wehr Region Gelterkinden in ihrem Hilfeleistungs-Löschf ahrzeug (HLF) ein ganzes Set von Rohrdichtkissen mitführe. Entscheidend sei jedoch, dass da s zum Einsatz gekommene Dichtkissen mit Bypass bei der Ölwehr Birsfelden verfügbar gewesen wäre. Weiter seien zahl- reiche Fachleute vor Ort gewesen. Bereits am Freitag, 27. November 2015, sei von der Ölwehr Birsfelden diverses Ölwehrmaterial an den Einsatzort ge bracht worden. Das erst am Montag, 30. November 2015, zum Einsatz gekommene Gully-Ei sei offenbar erst später angefordert wor- den. Die Vorinstanz habe in einem weiteren Punkt den Sachverhalt falsch festgestellt, indem sie ausgeführt habe, durch den früheren Einsatz des Gully-E is hätte der Aufwand nicht reduziert werden können. Diese Sachverhaltsfeststellung stehe im W iderspruch zum Rapport über den Gewässerschutzpiketteinsatz SF-Nr. 5718 vom 9. Dezember 2 015. Darin sei betreffend Mon-Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht tag, 30. November 2015, 15:00 Uhr, festgehalten worde n, dass die Idee mit dem Gully-Ei ein- wandfrei funktioniere und dies eine drastische Reduktion des Aufwandes für die Feuerwehr Region Gelterkinden ermögliche. Auch wenn der Einsatz des Gully-Eis zur Bedienung des mobilen Ölabscheiders den kontinuierlichen Einsatz von AdF erfordert hätte, so stehe dies in keinem Verhältnis zu den vor der Installation erforde rlichen Einsatzkräften. Nach Installation des Gully-Eis am Montagmorgen seien bereits am Nachmitta g desselben Tages lediglich noch drei AdF während zusammengenommen sechs Stunden im Ein satz gewesen – eine massive Reduktion nur schon des personellen Aufwandes, nachdem am Morgen noch 109,5 Stunden zu verzeichnen gewesen seien. Die Überwachung hätte von ein em einzigen AdF gewährleistet werden können. Die Ausführungen der Vorinstanz, dass di e Ölsperren zufolge des bereits kurz nach der Havarie in den Eibach gelangten Heizöls über " einen gewissen Zeitraum" hätten in- stalliert bleiben müssen, sei zutreffend. Tatsächlich se ien die Ufer zu reinigen gewesen, um eine weitere Ausbreitung verhindern zu können. Allerdi ngs sei dem Rapport vom 9. Dezember 2015 unter dem Eintrag vom 27. November 2015, 18:00 Uhr, zu entnehmen, dass der grösste Teil der Reinigung des Ufers bereits am Freitag, 27. November 2015, habe abgeschlossen wer- den können. Die Aufrechterhaltung der Ölsperren über vi er weitere Tage sei nicht mehr erfor- derlich gewesen. Zur Klärung der aufgezeigten Differen zen sei ebenfalls die Einholung einer Expertise unerlässlich, zumal die Vorinstanz den Sachverha lt bereits in technischer Hinsicht falsch festgestellt habe. Dabei seien insbesondere die Fr agen zu klären, ob und allenfalls zu welchem Zeitpunkt die Installation des Gully-Eis geboten gewesen wäre und in welchem Um- fang dadurch Aufwendungen sowohl in zeitlicher wie auch personeller Hinsicht (unter Ein- schluss der Fahrzeugbenutzung sowie des Materialverbrauchs) h ätten vermieden werden kön- nen. 7.3.4 Der Beschwerdegegner hält dem in seiner Verneh mlassung entgegen, dass bei einem Ölwehreinsatz im Voraus nie klar sei, wie lange der Ein satz dauere. Es gehe zunächst darum, die Schadensursache zu ermitteln, eine Vergrösserung des Schadens zu vermeiden, und schliesslich den Schaden zu sanieren. Zur Verhinderung eine s noch grösseren Schadens an der Umwelt seien die nach dem Stand der Technik gebote nen verhältnismässigen Massnah- men ergriffen worden. Dazu habe die Einrichtung von Ö lsperren im Eibach gehört, um eine weitere Ausbreitung des bereits in den Eibach geflossen en Heizöls zu verhindern und das sich im Wasser befindliche Öl zu binden. Der Einlauf der Sicke rleitung sei mit Ölbindervlies ausge- legt worden, um das im Sickerwasser vorhandene Heizöl zu binden und damit den weiteren Eintrag des Öls in den Eibach zu unterbinden. Es sei ebenfalls klar gewesen, dass das in einem Container ausgelaufene Heizöl in den Untergrund versickert und über diesen Weg in die Sicker- leitung habe eindringen können. Folglich sei mit dem A ushub des vermuteten ölkontaminierten Bereichs noch am Donnerstag, 26. November 2015, dem Ta g der Havariemeldung, begonnen worden. Am Tag darauf sei unter anderem entschieden worden, dass der Eibach weiter von der Feuerwehr vor weiteren Heizöleinträgen zu schützen sei. Am Freitag, 27. November 2015, sei zudem festgestellt worden, dass das im Container ausgetret ene Öl auch durch den Container- boden gesickert sei. Deshalb habe der Aushub unterhalb des Containers weitergeführt werden müssen. Zu diesem Zeitpunkt sei festgestellt worden, dass möglicherweise der ganze Container entfernt werden müsse. Ebenfalls sei festgehalten worden, dass das Bachufer und die kontami- nierte Vegetation des Eibachs durch die Feuerwehr mit Besen gereinigt werden solle. Der Aus-Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht hub des Erdreichs sei am Freitag bis zum Einbruch der Dun kelheit weitergeführt worden. Am Samstag sei nach einer Inspektion des Schadensplatzes festg estellt worden, dass der Boden um den Aushub ölfrei gewesen sei. Daraufhin sei der Aushub beendet worden. Das heisse, zum diesem Zeitpunkt, am Samstag, 28. November 2015, se i man davon ausgegangen, dass der Schadenplatz saniert sei. Zugleich sei aber auch bere its festgehalten worden, dass die Öl- sperren bis am Montag durch die Feuerwehr weiterhin be treut würden. Dies weil bereits vor der Intervention des Schadensdienstes Heizöl in den Eibach g elangt sei und die Ausbreitung von abgelagertem und remobilisiertem Heizöl habe vermieden werden müssen. Entgegen der frühe- ren Einschätzung betreffend den Abschluss der Sanierung sei am Sonntag, 29. November 2015, festgestellt worden, dass die Ölbelastung des Sickerwassers beim Ausfluss in den Eibach nach wie vor gross sei. Aufgrund einer erneuten Begehu ng im Umfeld des Schadensplatzes habe nun davon ausgegangen werden müssen, dass das nach wie vor in den Sickerkanal der SBB eindringende Heizöl vom bekannten Schadenplatz sta mme. In der Folge sei entschieden worden, den Container zu entfernen und das Erdreich un terhalb des Containers auszuheben. Am Montag sei dann der Container versetzt und mit den A ushubarbeiten begonnen worden. Beim Aushub seien immer wieder grössere Mengen an Hei zöl unter dem Sickerbeton festge- stellt worden. Nach der Reinigung der Sickerleitung h abe festgestellt werden können, dass die Menge an Heizöl in der Sickerleitung selbst wesentlich geringer gewesen sei als am Vortag. Dies habe darauf schliessen lassen, dass mit dem erneuten Aushub des Erdreichs und des Sickerbetons unterhalb des Containers die Sanierung nun erfolgreich habe durchgeführt wer- den können. Dieser Befund habe sich am Dienstag, 1. Dezember 2015, bestätigt, woraufhin der Einsatz am gleichen Tag habe beendet werden können. 7.3.5 In seinem Gutachten vom 10. Juli 2019 führte der Experte auf die Frage, welche Mass- nahmen generell bei einer Ölverschmutzung mit Beeintr ächtigung eines Fliessgewässers durch eine Ortsfeuerwehr zu treffen seien, aus, dass grundsät zlich mit den vorhandenen Mitteln eine Vergrösserung des Schadens zu verhindern sei. Dazu sei di e Gefahr zu beurteilen, d.h. die Menge abzuschätzen (wie viel ist bereits ausgelaufen), zu erkennen, mit welcher Fliessge- schwindigkeit das Wasser abfliesse, und mit einer entsprech enden Vorlaufzeit eine Ölsperre einzurichten. Ziel müsse sein, eine Verteilung oder da s Einleiten in grössere Gewässer zu ver- hindern. Würden die eigenen Mittel nicht ausreichen, sei der Ölwehrstützpunkt aufzubieten (Gutachten S. 9). In Bezug auf den umstrittenen Einsat z kam der Experte zum Schluss, dass beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte vor Ort das Öl aus dem überlaufenen Tank über den Boden bereits ins Erdreich, von da in die Sickerleitung und über die Entwässerung dem Bahntrassee entlang, unter der Bahn hindurch in den Ei bach gelangt sei. Aufgrund des sehr tiefen Wasserstandes des Eibachs, der eine noch schnellere Ausbreitung verhindert habe, sei das Öl dem Ufer entlang und an den Steinen hängen g eblieben. Es hätten sich überall An- sammlungen von Öl gebildet, die einzeln und mit grossem Aufwand hätten gereinigt werden müssen. Aufgrund der Akten sei nicht exakt bekannt, wie weit der Eibach bereits verschmutzt gewesen sei. Anhand der Pläne und nach Rücksprache mit D. ____ habe eine verschmutzte Länge von rund 1'200 Metern ermittelt werden können. In Bezug auf die einzelnen von den Ein- satzkräften getroffenen Massnahmen ergibt sich aus dem Guta chten, dass zu Beginn des Ein- satzes die Ursache der Verschmutzung noch unbekannt gewesen s ei und Anwohner Ölgeruch gemeldet hätten. Daher sei zuerst eine Begehung des Ba chlaufs veranlasst und parallel dazu Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine erste Ölsperre im Gewässer aufgebaut worden. Nach Erkennung der Herkunft des Öls habe die Ortsfeuerwehr sofort beim Austritt des Öls in den Bach das austretende Wasser-/Ölge- misch aufgefangen. Mit einem Leitblech sei das Medium kan alisiert und das Öl mit Vlies aufge- saugt worden. Es seien zudem sofort Vliesmatten (Schlänge l) eingelegt, mit Brettern ein Ab- streifer/eine Staustelle errichtet und die Oberfläche mit Ölbinder eingestreut worden. Nach jeder Turbulenz durch die Schwellen im Gewässer seien erneut Ölsperren errichtet worden. Jede Sperre habe überwacht und, wenn der Binder vollgesog en gewesen sei, abgeschöpft und/oder die Vliese ausgewechselt werden müssen (Gutachten S. 9 f .). In Bezug auf die Frage der Zweckmässigkeit des Einsatzes kommt der Gutachter zum Schluss , dass die Intervention von unten Richtung Ereignis stattgefunden habe und richtig gewesen sei, weil das Öl bereits vor der Intervention des Schadensdienstes im Eibach gewesen sei. We iter ergibt sich aus dem Gutachten, dass jede Feuerwehr Bindemittel und Schläuc he zum Auffangen von Öl zur Verfü- gung habe. Sinkkastenschnellverschlüsse seien in der Regel bei einer Ortsfeuerwehr aber nicht vorhanden. Diese gehörten zur Ausrüstung von Ölwehrstütz punkten und Chemiewehren. Gully- Eier gehörten auch nicht zur Standardausrüstung von Ort sfeuerwehren. Die Feuerwehr Region Gelterkinden habe in ihrem Sortiment Vetterkissen (Dur chmesser ca. 20 und 30 cm), jedoch ohne Bypass, gehabt. Zum Vorhalt, ob ein früherer Eins atz eines Dichtkissens mit Bypass eine wesentliche Verbesserung gebracht hätte, führte der Gut achter aus, der Grund für den Einsatz eines Dichtkissens mit Bypass liege in der Trennung der Phase Wasser und der auf dem Was- ser schwimmenden Ölschicht (Phase Öl). Diese Trennung habe die Ortsfeuerwehr hervorra- gend gelöst, indem sie den Ausfluss nicht abgedichtet ha be, sondern ein Leitblech montiert, darin Vlies ausgelegt und zu einem Auffangbehälter geleitet habe. Der Auffangbehälter habe als Ölabscheider gedient, indem die Wasserphase mit einer Tauchpumpe habe abgesaugt und in einen Intermediate Bulk Container (IBC) gepumpt, dor t zwischengelagert, beruhigt und kontrol- liert via Abwasserreinigungsanlage entsorgt werden könne n. Dank dieser Einsatztechnik, die das gleiche bewirke wie ein Dichtkissen mit Bypass, sei der Zeitpunkt des Einsatzes eines Dichtkissens mit Bypass nicht ausschlaggebend gewesen und die ser hätte den Einsatz in keiner Weise verändert (Gutachten S. 7). Ergänzend füh rte der Gutachter aus, dass die ange- ordneten Massnahmen korrekt gewesen seien, betriebswirtschaftlich überlegt gehandelt worden sei, indem – etappiert – das Notwendige gemacht worde n sei. Die Schutzstufe sei richtig gewe- sen und das verfügbare Material sei korrekt eingesetzt wor den. Der Einsatz eines ganz schlies- senden Dichtkissens der Ortsfeuerwehr hätte zu einem Rücksta u und einem weiteren Verteilen des Öls unter dem Bahngleis führen können, was wieder um zum Ausbaggern des Schotter- bettes im Bahnbereich mit noch höheren Kostenfolgen hät te führen können (Gutachten S. 12). Anhand der Tatsache, dass der Aushub in zwei Teilen gema cht worden sei, zeige sich, dass kostenbewusst und verhältnismässig gehandelt worden sei (Gutachten S. 13). 7.3.6 Gegen das Gutachten vom 10. Juli 2019 bringt der Beschwerdeführer vor, dieses basiere auf einer vom Experten angenommenen Ausgangslag e, die dem sich aus den Ver- fahrensakten ergebenden Sachverhalt in zwei zentralen P unkten widerspreche. Die beiden nachweislich unrichtigen Annahmen würden dazu führen, dass auch annährend alle vom Exper- ten daraus hergeleiteten Schlussfolgerungen unbrauchbar seien. Die Expertise müsse als wert- los und beweisuntauglich qualifiziert werden. Die vom E xperten aktenwidrig angenommene Ausgangslage betreffe zwei für die Beurteilung zentra le Fragen, nämlich einerseits die Frage Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach dem Einsatzzeitpunkt des Leitblechs und andererseits diejenige nach dem Einsatzzeit- punkt des Dichtkissens mit Bypass. Der Experte sei fälschlicherw eise davon ausgegangen, dass das von ihm angeführte Leitblech bereits zu Beginn des Einsatzes am 26. November 2015 verlegt worden sei. Dieses sei aber erst vier Tage späte r, nämlich am 30. November 2015, verlegt worden. Im Rapport über den Gewässerschutz-Pikett einsatz sei unter dem Eintrag vom 30. November 2015, 18:30 Uhr, vermerkt worden, dass d anach das Gully-Ei bei der Eintritts- stelle entfernt und durch eine Metallplattenbahn erset zt werden könne. Das Leitblech sei somit erst am 30. November 2015 gegen 18:15 Uhr montiert w orden, nachdem das Gully-Ei bereits entfernt worden sei. In Bezug auf den Einsatzzeitpunkt d es Dichtkissens mit Bypass habe der Experte ausgeführt, dass die Interventionskräfte dieses Di chtkissen gar nicht früher hätten ein- setzen können, weil der Materialtransport des Ölwehrstüt zpunktes erst später gekommen sei. Zum genannten Materialtransport halte der Experte w eiter fest, dass die Alarmierung und Aus- fahrt gemäss Rapport um 11:00 Uhr am 27. November 201 5 erfolgt sei: "Es wurde ein Pack Vlies und 2 Pack Ölschlängel und das Dichtkissen gebracht". Der Experte gehe damit davon aus, dass das Dichtkissen nach Lieferung am 27. November 2015 um 11:00 Uhr eingesetzt worden sei, was dem Sachverhalt, wie er sich aus den Akt en ergebe, widerspreche. Die Instal- lation des Dichtkissens sei nicht schon am 27. November 2015 erfolgt, sondern erst am 30. No- vember 2015 irgendwann ab 11:00 Uhr, was der Beschwer degegner in seiner Beschwerde- antwort bestätigt habe. 7.3.7 Der Kritik des Beschwerdeführers am Gutachten hält der Beschwerdegegner entge- gen, es sei zwar zutreffend, dass der Experte von gewissen Annahmen ausgegangen sei, die nicht richtig seien. Aufgrund der Ausführungen im Guta chten und der Beanstandungen des Be- schwerdeführers habe er sich sowohl bei der lokal zustän digen Feuerwehr als auch bei der Ölwehr Birsfelden über den Liefertermin des Gully-Ei s erkundigt. Gemäss dem handschriftli- chen Rapport der Feuerwehr sei das Dichtkissen mit Bypass am 30. November 2015 geliefert worden. Dies führe aber nicht dazu, dass die Expertise d eshalb beweisuntauglich sei. Betroffen seien lediglich die Ausführungen zu den Fragen 1c), 1 f) und 5) und dies auch nicht integral, sondern nur in Teilen. In der Frage 1c) gehe der Exper te ausserdem mit seinen Ausführungen über das hinaus, was eigentlich gefragt gewesen sei. Es sei dort nur darum gegangen, ob bei der Feuerwehr Region Gelterkinden zum Einsatzzeitpunk t, d.h. am 26. November 2015, Sink- kastenschnellverschlüsse vorhanden gewesen seien und wenn ja welche. Der Experte habe dazu tatsachengemäss festgestellt, dass die Feuerwehr led iglich Vetterkissen ohne Bypass in ihrem Sortiment gehabt habe. Weiter sei es folgericht ig und nicht zu beanstanden, wenn der Experte in seinen Ausführungen zur Frage 5) feststelle , dass der Einsatzleiter mit den vorhan- denen Mitteln das Optimale herausholen müsse und das D ichtkissen mit Bypass nicht als Ein- satzmittel zur Verfügung gestanden sei. Die Ausführung en zu allen anderen Fragen seien von den falschen Annahmen des Gutachters nicht betroffen, weshalb die Schlussfolgerung des Beschwerdeführers, das Gutachten sei beweisuntauglich, nic ht nachvollziehbar sei. Hingegen spreche nichts dagegen, den Experten aufzufordern, die A usführungen zu den Fragen 1c) und 5) unter den tatsächlichen Voraussetzungen, sprich Lief erung des Gully-Eis am 30. November 2015, zu berichtigen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3.8 Das Kantonsgericht hat in der Folge den Gutachte r zur Parteiverhandlung vorgeladen und ergänzend befragt. Anlässlich der Parteiverhandlun g führte der Gutachter aus, aus den Einsatzbildern ergebe sich, dass in einer ersten Phase Vl ies im Sickerrohr und im Bach einge- setzt worden sei. Danach sei offenbar während der Phase, als gebaggert worden sei, ein Gully- Ei eingesetzt worden. Dies sei für ihn allerdings für die Beurteilung nicht relevant, weil das Öl damals bereits im Bach gewesen sei. In einer ersten Ei nsatzphase werde immer Vlies einge- setzt. Auch wenn viel Öl nachfliesse, werde von Vorteil Vlies verwendet. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn weniger Öl nachfliesse, würden Leitble che oder ein Dichtkissen mit Bypass eingesetzt. Das Einsatzmittel sei immer abhängig von de r Ölmenge. Der Einsatzablauf sei für ihn nachvollziehbar und korrekt. Es handle sich dabei um das Standardvorgehen. Erst wenn die Lage unter Kontrolle sei, werde normalerweise ein Byp ass eingesetzt. Vorher brauche es Sperren. Zu berücksichtigen sei vorliegend auch, dass das Öl durch eine Sickerleitung gelaufen sei. Eine Sickerleitung habe oben Löcher, durch die S ickerwasser eindringen könne. Dadurch sei die Öl-/Wassermenge nicht immer gleich. Auf die Fra ge, ob bei einem früheren Einsetzen des Bypasses Kosten hätten reduziert werden können, führte der Gutachter aus, er gehe davon aus, dass beim Überwachen der Sickerleitung ein Teil de r Kosten hätte reduziert werden können. Man hätte aber trotzdem intensiv kontrollieren müssen. In welchem Umfang die Kosten hätten reduziert werden können, könne er nicht beurte ilen. Auf Nachfrage, ob er schätzen könne, um wieviel Prozent die Kosten hätten reduziert w erden können, führte der Gutachter aus, dass dies schwierig zu sagen sei, ev. 10 bis 20 Prozent . Der Einsatz des Bypasses und dessen Überwachung hätte nach Einschätzung des Gutachters aber zu anderem Per- sonalaufwand geführt, weshalb es im Wesentlichen zu eine r Verschiebung des Aufwandes ge- kommen wäre. Der Sanierungsaufwand wäre zudem genau gleich gewesen. Insgesamt halte er den Gesamtaufwand für gleich. In Bezug auf die Frage, ob nicht von Beginn an ein Leitblech anstelle des Vlies hätte eingesetzt werden können, erklär te der Gutachter, es sei vorliegend entscheidend, dass es sich um eine Sickerleitung unter der Bahn hindurch gehandelt habe. Hier sei der Einsatz von Vlies die sinnvollere und einfachere Variante gewesen. Ein Leitblech hätte zudem den Einsatz von Vlies nicht ersetzen können. Zum Vo rhalt, dass in einem Rapport zum Einsatz des Gully-Eis vermerkt worden sei: "dadurch konnten d ie Kosten massiv reduziert werden", führte der Gutachter aus, dass er hier klar eine andere Auffassung vertrete, weil sich seiner Einschätzung nach der Gesamtaufwand nicht verände rt hätte. Diesfalls hätte man ande- ren Aufwand generiert. Es hätte die Ölwehr Birsfelde n mit weiterem Material und Pumpen an- rücken müssen. Die Feuerwehr habe fach- und sachgerecht ge handelt. Im Nachhinein könne man immer nach Optimierungen suchen. Der frühere Ein satz des Gully-Eis hätte aber in Bezug auf den Gesamtaufwand nichts verändert. Zum Vorbring en des Beschwerdeführers, dass ein früherer Einsatz des Gully-Eis zu einer früheren Entfer nung der Sperren hätten führen können, legt der Gutachter dar, dass die Sperren nicht hätten abgebaut werden können, solange der "Hotspot" noch nicht saniert gewesen sei. Entscheidend sei, dass das Öl bereits im Bach gewe- sen sei und die Ölsperren ohnehin hätten parallel erstellt und unterhalten werden müssen. 7.3.9 Soweit der Beschwerdeführer gestützt auf die St undenabrechnung der Feuerwehr gel- tend macht, die massive Reduktion des personellen Aufwandes nach der Installation des Gully- Eis ergebe sich bereits aus den am 30. November 2015 erf assten Arbeitsstunden (Vormittag 109,5 Std./Nachmittag 6 Std.), ist dieser Kritik nach dem zuvor Ausgeführten (siehe E. 7.3.2) die Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grundlage entzogen. Zudem hat der Gutachter schlüssig d argelegt, dass ein früherer Einsatz des Gully-Eis nicht zu einer relevanten Reduktion des A ufwandes geführt hätte. Die überaus aufwändigen Sicherungs- und Sanierungsmassnahmen sind sod ann einwandfrei dokumentiert. Aufgrund der Vorakten sowie in Übereinstimmung mit der gutachterlichen Einschätzung sind weiter keinerlei Anhaltspunkte ersichtlich, um das von der Einsatzleitung gewählte Vorgehen als Verletzung von anerkannten Einsatzgrundsätzen zu qualifizieren. Die Rechnung der Feuerwehr Region Gelterkinden vom 16. Dezember 2015 ist somit nicht zu beanstanden. 7.4.1 In Bezug auf die Rechnung der G.____ AG rügt de r Beschwerdeführer, dass der Ver- brauch von Aufsaugmaterial/Filtermatten im Bereich d es Eibachs während rund 3,5 Tagen auf null hätte gesenkt werden können, weshalb der Rechnun gsbetrag um mindestens 75 % zu re- duzieren sei. Das Argument der Vorinstanz, wonach sich der Aufwand der G.____ AG aus dem Materialverbrauch der Feuerwehr ergeben habe, möge zwa r zutreffen, sei aber zufolge des nicht gerechtfertigten Aufwandes der Feuerwehr ein Sch einargument. Eine abschliessende Be- zifferung könne auch hier erst nach Vorliegen eines Gutachtens erfolgen. 7.4.2 Aus dem Gutachten ergibt sich diesbezüglich, dass der Einsatz von Bindemittel bei dem damaligen Wasserstand zweckmässig gewesen sei. Gemäss Gut achter wäre, auch wenn zusätzliche Vliese eingesetzt worden wären, der Entsorgungsaufwand gleich geblieben. Das Öl werde entweder durch das Vlies oder das Bindemittel au fgesaugt. Dabei blieben der Transport und der Abholauftrag gleich. Das Verhältnis der ausgebr achten Menge Binder/Vlies stimme so- dann mit dem Gewicht gemäss der Entsorgungsrechnung der G.____ AG überein. Die Entsor- gungskosten sind somit belegt und dem Argument des Beschw erdeführers, dass diese um 75 % hätten gesenkt werden können, kann nach gutachterlicher Einschätzung nicht gefolgt wer- den. Damit sind die Voraussetzungen für die Kostenübe rwälzung gemäss Art. 59 USG und Art. 54 GSchG erfüllt. 7.5.1 Hinsichtlich der Rechnung des Gewässerschutzpiketts bri ngt der Beschwerdeführer vor, dass die Einsatzdauer hätte reduziert werden können, wenn die Abdichtung des in den Eibach führenden Entwässerungskanals früher erfolgt wäre. 7.5.2 Aus der Abrechnung des Gewässerschutzpiketts ergibt sich detailliert, zu welchen Zei- ten ein Pikettmitarbeiter und ein Pikettfahrzeug im E insatz standen. Ebenso ergeben sich daraus die abgerechneten Stundenansätze von Fr. 95.-- p ro Mitarbeiter resp. Fr. 80.-- pro Fahrzeug. Die abgerechneten Stundenansätze entsprechen dem Gebührentarif für Einsätze des Ereignisdienstes zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewässerverunreinigungen (An- hang 3 zur Kantonalen Gewässerschutzverordnung [kGSchV] vom 13. Dezember 2005) und sind somit nicht zu beanstanden. Ergänzend wird in der Abrechnung erläutert, dass am Freitag, 27. November 2015, zwecks Ablösung zwei Pikettmitarbeite r im Einsatz gewesen seien. Die Einsatzdauer des Gewässerschutzpiketts ist damit nachgewiesen und wird im Übrigen vom Be- schwerdeführer auch nicht bestritten. Soweit der Beschw erdeführer vorbringt, die Einsatzdauer hätte reduziert werden können, wenn die Abdichtung der in den Eibach führenden Sickerleitung früher erfolgt wäre, kann ihm nicht gefolgt werden. D iesbezüglich führt der Gutachter schlüssig aus, dass die Ölsperren in jedem Fall hätten eingebaut werden müssen und über Tage im Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gewässer verblieben wären. Die Rechnung des Gewässerschutzpiketts ist somit ebenfalls nicht zu beanstanden. 8. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die in der Kost enverfügung geltend gemach- ten Kosten dem tatsächlichen Aufwand und die verrechneten Kostenansätze den geltenden Ge- bührentarifen entsprechen. Zudem sind keine Gründe er sichtlich, die eine Herabsetzung der Kostenforderung rechtfertigen könnten. Insbesondere sind keine unnötigen, leichtfertig gemach- ten Aufwendungen ersichtlich, die aus der Kostenverfügun g gestrichen werden müssten. Dies führt zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerde. 9. Bei diesem Verfahrensausgang trägt der unterlegene Beschwerdeführer die Verfah- renskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 16'934.90, besteh end aus den Gerichtsgebühren in der Höhe von Fr. 2'200.-- und den Expertisekosten in der Höhe von Fr. 14'734.90 (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Parteikosten werden dem Ausgang des Verfahre ns entsprechend wettgeschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1 6'934.90 (beste- hend aus Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- und Expertise- kosten in der Höhe von Fr. 14'734.90) werden dem Beschw erdeführer auferlegt und mit den geleisteten Kostenvorschüssen in der Höhe von insgesamt Fr. 11'400.-- verrechnet. Der Beschwerdeführer hat somit noch restliche Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 5'53 4.90 zu be- zahlen. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiber