Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. Januar 2015 (715 14 247 / 25) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Anrechenbarer Arbeitsausfall aus einer Tätigkeit auf Abruf im Rahmen der Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen bei Eröffnung einer Folgerahmenfrist bejaht Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Roger Wirz, Advokat, Anton von Blarerweg 2, 4147 Aesch BL gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. Der 1956 geborene A.____ arbeitete vom 14. Febru ar 2012 bis 31. Juli 2014 im Res- taurant B.____ als Koch auf Abruf. Die Öffentliche Arbeitslosenkasse (Arbeitslosenkasse) rech- nete den dort erzielten Verdienst im Zwischenverdie nst ab. Infolge der abgelaufenen zweiten Rahmenfrist für den Leistungsbezug per 30. Septembe r 2013 meldete sich der Versicherte am 4. September 2013 erneut zur Arbeitsvermittlung an und beantragte am 8. Oktober 2013 bei der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitslosenkasse die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung ab 1. Oktober 2013. Mit Ver- fügung Nr. 1833/2013 vom 29. Oktober 2013 lehnte die Arbeitslosenkasse die Anspruchsbe- rechtigung des Versicherten mangels anrechenbaren Arbeitsausfalls ab. Zur Begründung führte sie aus, dass der Versicherte die Anspruchsberechtigung ni cht mehr erfülle, da er in einem un- gekündigten überjährigen Verhältnis auf Abruf stehe u nd zur Anrechnung keinen genügenden Arbeits- bzw. Verdienstausfall erlitten habe. Die dage gen erhobene Einsprache wies die Ein- spracheinstanz des Kantonalen Amtes für Industrie, Gewerb e und Arbeit (KIGA), Abteilung Öf- fentliche Arbeitslosenkasse, am 24. Juni 2014 ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durc h Advokat Roger Wirz, am 26. August 2014 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilun g Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Er beantragte, es sei in Aufhebung des a ngefochtenen Einspracheentscheids und der Verfügung vom 29. Oktober 2013 eine Folgerahmenf rist ab 1. Oktober 2013 zu eröffnen und ihm ab 1. Oktober 2013 die gesetzlichen Leistungen auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. Ausserdem sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewi lligen. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass das beim Restaurant B.____ erziel te Einkommen über den 1. Oktober 2013 hinaus als Zwischenverdienst bei der angestrebten vol lzeitlichen Erwerbstätigkeit zu be- handeln sei. In Berücksichtigung sämtlicher Umstände kön ne nicht davon ausgegangen wer- den, dass das Arbeitsverhältnis auf Abruf zur Normalität geworden sei. Aus diesem Grund stelle das daraus erzielte Einkommen weiterhin einen Zwischenver dienst dar. Der Versicherte habe nach Beginn des Arbeitsverhältnisses auf Abruf weitere Arbeitsstellen angenommen und sich während der gesamten Zeit intensiv um eine feste und volle Anstellung bemüht. Zudem zeige sich durch die vollzeitliche Festanstellung per 1. August 2014 im Restaurant C.____ in X.____, dass die Arbeitssituation auf Abruf für den Versicherten nicht zur Normalität geworden sei. C. Mit Verfügung vom 29. September 2014 bewilligte das Kantonsgericht, Abteilung Sozi- alversicherungsgericht (Kantonsgericht), dem Versicherten die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung. D. In der Vernehmlassung vom 20. November 2014 beantrag te die Arbeitslosenkasse die Abweisung der Beschwerde. Sie hielt im Wesentlichen unt er Verweis auf den angefochtenen Einspracheentscheid an ihren Ausführungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die ob ligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Jun i 1982 i.V.m. den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialve rsicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus de m Bereich der Arbeitslosenversiche- rung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erho ben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowi e Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherun g und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjen igen Kantons, in dem die versi- cherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontro llpflicht erfüllt. Vorliegend kommt der Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht in Y.____ wohnhafte Beschwerdeführer im Kanton Basel- Landschaft seinen Kontrollpflichten nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherung sträger gemäss Art. 56 ATSG, weshalb auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgeri cht gegeben ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 26. August 2014 ist daher einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Versicherte für die Zeit vom 1. Oktober 2013 bis 31. Juli 2014 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat. 2.1 Gemäss Art. 9 Abs. 1 AVIG gelten für den Leistungsb ezug und für die Beitragszeit, sofern dieses Gesetz nichts anderes vorsieht, zweijährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für d en sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 9 Abs. 2 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor die- sem Tag (Art. 9 Abs. 3 AVIG). Schliesst sich die neue Rahmenfrist für den Leistungsbezug - wie vorliegend - unmittelbar an die alte an, so entspricht die neue Rahmenfrist für die Beitragszeit der früheren Rahmenfrist für den Leistungsbezug. Die Bedeutung des Aufeinanderfolgens von Rahmenfristen liegt darin, dass eine Neuüberprüfung al ler Anspruchsvoraussetzungen stattfin- det. So hat die versicherte Person unter anderem nachz uweisen, dass sie ganz oder teilweise arbeitslos ist (Art. 8 Abs. 1 lit. a AVIG) oder einen a nrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 8 Abs. 1 lit. b AVIG; BGE 130 V 229; T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Sozi- ale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 2. Aufl. 2007, S. 221 8 Rz. 126 f.). Die Parteien sind sich einig, dass eine allfällig zu eröffnende dritte Leistungsrahmen frist am 1. Oktober 2013 beginnen wür- de. Hinsichtlich der Anspruchsvoraussetzungen ist der Versicherte der Ansicht, dass das Abruf- verhältnis beim Restaurant B.____ weiterhin im Rahmen der Schadenminderungspflicht als Zwischenverdienst anzurechnen und daher eine neue Rahmenfrist ab 1. Oktober 2013 zu eröff- nen sei. Die Arbeitslosenkasse macht demgegenüber unter anderem geltend, dass das unge- kündigte Abrufverhältnis aufgrund dessen überjährigen Dauer für den Versicherten zur Normali- tät geworden und deshalb der "Gedanke der Schadenmind erung" verloren gegangen sei. Dar- aus folge, dass während der Zeit, in welcher die versicherte Person nicht zur Arbeit aufgefordert worden sei, kein anrechenbarer Arbeitsausfall gegeben sei. 2.2.1 Gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung handelt es sich bei einem Arbeitsverhältnis auf Abruf, das nach dem Verlust einer Vollzeitstelle nicht freiwillig, sondern der Not gehorchend und um die Arbeitslosigkeit zu überbrücke n, eingegangen wurde, um eine not- gedrungene Zwischenlösung, was sich auch aus der Tatsache e rgibt, dass die versicherte Per- son bereit sein muss, diese Tätigkeit unverzüglich aufzuge ben. Eine versicherte Person tat dann mit der Aufnahme eines Abrufverhältnisses nur das, wozu sie gemäss der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht (Art. 17 AVIG) gehalten ist ( vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 24. April 2014, 8C_46/2014, E. 2.2 und vom 26. Juli 2007 , C 266/06, in: SVR 2008 AlV Nr. 3 S. 6). Die Annahme eines Arbeitsverhältnisses auf Abruf nach Ve rlust einer Vollzeitstelle ist in einem solchen Fall als Überbrückungstätigkeit zu werten (vgl. Urt eil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht] vom 10. Juni 1996, C 279/95, in: SVR 1996 Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht AlV Nr. 74 S. 227 E. 3a). Ein Arbeitsverhältnis, das zur Schadenminderung aufgenommen wur- de, wirkt sich vorerst nicht als anspruchsausschliessend aus (vgl . B97b der vom Staatssekreta- riat für Wirtschaft und Arbeit (seco) herausgegebenen AVIG-Praxis ALE). 2.2.2 Bei der Eröffnung einer ersten Rahmenfrist oder von Folgerahmenfristen stellt sich die Frage, wann ein fortdauerndes Arbeitsverhältnis auf Ab ruf den Übergangscharakter verliert und der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung infolge eines fehlenden Arbeitsausfalls verneint werden muss. In BGE 139 V 259 kam das Bundesgericht in Erwägung 5 zum Schluss, dass bei einem Arbeitsverhältnis auf Abruf, das während einer laufenden Rahmenfrist aufgenommen und auch in der folgenden Leistungsrahmenfrist als Zwischenve rdiensttätigkeit abgerechnet worden war, im Rahmen der Neuprüfung der Anspruchsvoraussetz ungen zur allfälligen Eröffnung einer weiteren Rahmenfrist angesichts der langen Dauer des Ar beitsverhältnisses nicht mehr von einer zur Schadenminderung überbrückungsweise ausgeübte n Tätigkeit gesprochen werden kann. Es verwies dabei auf B97b AVIG-Praxis ALE. Darin wi rd Folgendes festgehalten: Je län- ger ein Arbeitsverhältnis auf Abruf dauert, desto meh r ist davon auszugehen, dass die neue Arbeitssituation für die versicherte Person zur Normalit ät wird und desto mehr geht der Gedan- ke der Schadenminderung verloren. In jenem Fall betra chtete das Bundesgericht das Einkom- men aus einem Arbeitsverhältnis, bei welchem die versich erte Person im Zeitpunkt der im Rahmen der dritten zu eröffnenden Rahmenfrist erfolg ten Neuprüfung bereits über drei Jahre bei der gleichen Arbeitgeberin auf Abruf angestellt war, nicht mehr als Zwischenverdienst. 2.3.3 Im Urteil vom 24. April 2014 (8C_46/2014) stell te das Bundesgericht fest, dass die Dauer eines unregelmässigen Arbeitsverhältnisses auf Abruf ein massgebliches Indiz ist, je- doch nicht alleiniges Kriterium, um zu entscheiden, o b ein Arbeitsverhältnis auf Abruf zur Nor- malität wurde und daher letztlich kein anrechenbarer A rbeitsausfall entstand. Die Eröffnung einer Folgerahmenfrist erfolgt nicht nach völlig identischen Kriterien wie diejenige der Leistungs- rahmenfrist bei erstmaliger Beanspruchung von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung, auch wenn die gleichen Anspruchsvoraussetzungen zu erfüllen sind. Es gibt Aspekte, die in einer Folgerahmenfrist zur Verweigerung von Leistungen führe n können, aber den Bezug von Ar- beitslosenentschädigung in der ersten (oder gar zweiten) Rahmenfrist nicht ausschliessen. Die lange Dauer eines Arbeitsverhältnisses steht der Annahme e iner Überbrückungstätigkeit und der Abrechnung als Zwischenverdienst entgegen. Der Zeitab lauf verändert die Tatsachenele- mente und hat eine neue Beurteilungsgrundlage gescha ffen. Dem gesetzgeberischen Willen entsprechend ist es Ziel der Arbeitslosenversicherung, du rch die Aufnahme einer zumutbaren Festanstellung im gesuchten Pensum die Arbeitslosigkeit schnellstmöglich zu beenden. Wenn das Behelfsmässige, Vorläufige, das über die Arbeitslosigk eit hinweg helfen sollte, den vorübergehenden Charakter verliert und zur Dauerlösung wird, ist dies aus arbeitslosenversi- cherungsrechtlicher Sicht grundsätzlich systemfremd. Die Arb eitslosenversicherung würde zu einer Langzeitunterstützerin einer grundsätzlich als unzu mutbar qualifizierten Zwischenlösung, die in dieser Konstellation für Arbeitnehmer wenig A ntrieb schafft, aus der vorübergehenden Situation herauszukommen, um die fortdauernde Abhängig keit von der Arbeitslosenversiche- rung zu beenden. Eine Teilzeitstelle, die über mehrere Jahre als Dauerarbeitsverhältnis nach Bedarf des Arbeitgebers ausgeübt wird (zur grundsätzlich en Zulässigkeit von Arbeit auf Abruf: BGE 124 III 245), entspricht nicht mehr dem Schadenmin derungsgedanken und verliert den Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Charakter einer Überbrückungstätigkeit, weshalb in di eser Konstellation auch nur ein zeitlich begrenzter sozialer Schutz seitens der Arbeitslosenversi cherung gewährt wird (E. 3.3.1). Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass eine seit mehreren Jahr en ausgeübte Tätigkeit auf Ab- ruf ihren Überbrückungscharakter verloren hat. Diese Ver mutung kann jedoch durch Umstände wie etwa die Aufnahme einer weiteren Teilzeittätigkei t in Ergänzung zum bestehenden Arbeits- verhältnis auf Abruf oder der Versuch, mit der Arbeitg eberin wenigstens eine individuelle Nor- malarbeitszeit zu vereinbaren, umgestossen werden (vgl. E. 3.3.2). Das Bundesgericht stellte in jenem Fall keine solchen Umstände fest. Es ging demzufolge davon aus, dass die über 3 Jahre ausgeübte Abruftätigkeit bei einer in Frage stehenden Eröffnung einer dritten Rahmenfrist ihren Überbrückungscharakter verloren hat. 3.1 Vorliegend geht es um die Eröffnung der dritten Leistungsrahmenfrist. Die Tätigkeit auf Abruf im Restaurant B.____ nahm der Versicherte jedoch erst im Laufe der zweiten vom 1. Ok- tober 2010 bis 30. September 2012 laufenden Rahmenfr ist am 14. Februar 2012 auf (vgl. Ar- beitsvertrag vom 2. März 2012; Arbeitszeugnis vom 14. Augu st 2014). Im Zeitpunkt der per 1. Oktober 2013 verlangten Eröffnung der dritten Le istungsrahmenfrist bestand dieses Abruf- verhältnis somit ununterbrochen knapp 20 Monate. Die vor her aufgeführten Bundesgerichtsent- scheide sind vom vorliegenden Fall dahingehend zu untersche iden, dass in jenen die Abrufver- hältnisse viel länger dauerten und dadurch die daraus e rzielten Löhne sowohl während der ers- ten als auch in der zweiten Leistungsrahmenfrist als Zwisch enverdienst abgerechnet wurden. Im Hinblick auf die vom Bundesgericht formulierte Verm utung, dass es mehrerer Jahre bedarf, um den Übergangscharakter einer angenommen Abruftäti gkeit zu verneinen, ist nicht anzu- nehmen, dass 20 Monate dafür genügen; ansonsten von " mehr als einem Jahr" die Rede sein müsste. Vor allem aber liegen Umstände vor, aufgrund we lcher weiterhin von einer zur Scha- denminderung beitragenden überbrückungsweise ausgeübten Tätigkeit auszugehen ist. Aus den Akten geht hervor, dass der Versicherte während de r Dauer des Abrufverhältnisses beim Restaurant B.____ vom 14. Februar 2012 bis 31. Juli 20 14 zwei weiteren Tätigkeiten nachging. So arbeitete er bereits vor Beginn des Abrufverhältnisse s ab 1. Februar 2012 im Restaurant D.____ in einem 60%-Teilzeitpensum als Koch. Dieses Ar beitsverhältnis kündigte er am 14. April 2012 noch in der Probezeit wegen Problemen am Arbeitsplatz per 21. April 2012 (vgl. Arbeitgeberbescheinigung vom 1. Oktober 2012). Ab 1. O ktober 2012 wurde der Versicherte vom Restaurant E.____ unbefristet angestellt (vgl. Arbe itsvertrag vom 6. September 2012). In- folge vorzeitiger Kündigung des Pachtvertrages wurde dieses Arbeitsverhältnis auf den 28. Feb- ruar 2013 aufgelöst (vgl. Kündigung vom 31. Januar 2013). Er hatte jedoch die Möglichkeit, dort bis zum 22. März 2013 als Aushilfe zu arbeiten (vgl. Arbe itsvertrag vom 26. Februar 2013; Ar- beitszeugnis vom 26. März 2013). Mit dem Stellenantrit t beim Restaurant C.____ per August 2014 konnte er schliesslich das Abrufverhältnis beim Restaura nt B.____ per Ende Juli 2014 beenden. Damit wies der Versicherte nach, dass die Arb eit auf Abruf beim Restaurant B.____ stets eine notgedrungene Überbrückungsarbeit darstellte, welche er im Rahmen seiner Scha- denminderungspflicht nachging. Die verschiedenen Beschäftigungen zeigen, dass die Arbeit auf Abruf für ihn keine Dauerlösung war und er weiterhin eine unbefristete, vollzeitliche Anstellung suchte. Diese fand er schliesslich am 4. August 2014 mit de r 100%igen Festanstellung beim Restaurant C.____. Diese Auffassung steht im Einklang mi t der bundesgerichtlichen Recht- sprechung, wonach mit der Aufnahme weiterer Teilzeittä tigkeiten nebst dem bestehenden Ar- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht beitsverhältnis auf Abruf ein Umstand vorliegt, welcher die Vermutung, dass eine seit mehreren Jahren ausgeübte Tätigkeit auf Abruf ihren Überbrückung scharakter verliert, umstösst. In die- sem Sinne sieht auch B97b ALE-Praxis im Beispiel "Folge rahmenfrist" vor, dass der Anspruch wegen fehlenden Arbeitsausfalls zu verneinen ist, wen n eine versicherte Person für die Fol- gerahmenfrist lediglich Beitragszeit aus einer Abruftätigkeit ausweist und diese fortgesetzt wird. Daraus folgt e contrario, dass die Anspruchsberechtigung einer Person, welche für die Fol- gerahmenfrist Beitragszeiten aus anderen Tätigkeiten na chweisen kann, nicht abgelehnt wer- den darf. 3.2 Aufgrund dieser Ausführungen ergibt sich, dass der beim Restaurant B.____ erzielte Lohn über den 1. Oktober 2013 hinaus als Zwischenverdien st anzurechnen ist. Entgegen der Ansicht der Arbeitslosenkasse kann bei der Neuprüfung der Anspruchsvoraussetzungen im Rahmen der dritten zu eröffnenden Rahmenfrist der anrechenbare Arbeitsausfall bzw. Verdienst nicht verneint werden. Unter diesen Umständen erübrigt es sich auf die von der Arbeitslosen- kasse vertretene Auffassung näher einzugehen, wonach kei ne Anhaltspunkte bestehen, vom Grundsatz der Nichtanrechenbarkeit des Ausfalls an Arbe itszeit bei Arbeit auf Abruf (vgl. dazu B95 ff. AVIG-Praxis ALE) abzuweichen. Die Beschwerde i st daher gutzuheissen und die Ange- legenheit ist an die Arbeitslosenkasse zurückzuweisen, dami t sie die weiteren Anspruchsvo- raussetzungen ab 1. Oktober 2013 prüft und anschliessend ü ber den Arbeitslosenentschädi- gungsanspruch neu entscheidet. 4. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vor- liegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfah- rens entsprechend ist dem Versicherten deshalb eine Par teientschädigung zu Lasten der Ar- beitslosenkasse zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Versiche rten machte in seiner Hono- rarnote vom 23. Dezember 2014 für das vorliegende Besch werdeverfahren einen Zeitaufwand von 5,1667 Stunden geltend, was angemessen ist. Die Bem ühungen sind zu dem in Sozialver- sicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendun g gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote aus- gewiesenen Auslagen von Fr. 126.--. Dem Versicherten ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'531.10 (5,1667 Stunden à Fr. 250. -- zuzüglich Auslagen von Fr. 126.-- plus 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Arbeitslosenkasse zuzusprechen. 5.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zust ändigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öff entlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 5.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspra cheentscheid vom 24. Juni 2014 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Tätigkeit des Beschwerdeführers im Restaurant B.____ weiterhin im Zwischen- verdienst abzurechnen ist. Die Angelegenheit wird zur Pr üfung der weiteren Anspruchsvoraussetzungen ab 1. Oktober 2013 un d zum Erlass einer neuen Verfügung an die Öffentliche Arbeit slosenkasse Baselland zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben 3. Die Öffentliche Arbeitslosenkasse hat dem Beschwerdef ührer eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 1'531.10 (inkl. Au slagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu entrichten.