200 20 426 IV FUR/SHE/MAJ/STA Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 10. September 2020 Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Loosli Gerichtsschreiber Schnyder A.________ vertreten durch Rechtsanwalt B.________ Beschwerdeführerin gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 5. Mai 2020 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1984 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) meldete sich im Oktober 2014 unter Hinweis auf ein Schädel-Hirntrauma bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeila- ge [AB] 2). Im Rahmen der erwerblichen und medizinischen Abklärungen liess die IVB u.a. ein neuropsychologisches Gutachten vom 27. Oktober 2016 (AB 93.1), ein bidisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Neu- rologie und Psychiatrie vom 3. bzw. 18. Januar 2018 (AB 117.2 f.) inkl. Konsensbeurteilung vom 25. Januar 2018 (AB 117.1) sowie ein weiteres psychiatrisches Gutachten vom 17. April 2019 (AB 183.2) einholen und ver- anlasste eine Abklärung vor Ort vom 7. Dezember 2018 (vgl. Abklärungs- berichte Haushalt/Erwerb vom 16 Januar 2019 [AB 164] und vom 7. Juni 2019 [AB 189]). Mit Vorbescheid vom 21. Juni 2019 (AB 190) stellte die IVB in Aussicht, in Anwendung der gemischten Methode (70% Erwerb, 30% Haushalt) und bei Invaliditätsgraden von 22% vom 13. August 2015 bis zum 31. Dezember 2017 und von 37% ab dem 1. Januar 2018 einen Ren- tenanspruch zu verneinen. Dagegen erhob die Versicherte Einwände und stellte zudem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Verwaltungs- verfahren (AB 200). Nach Einholen von Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 4. September 2019 (AB 203), des psychia- trischen Gutachters vom 4. November 2019 (AB 208) und des Bereichs Abklärungen vom 13. Dezember 2019 (AB 211) hielt die IVB mit neuem Vorbescheid vom 16. Januar 2020 (AB 212) an ihrem bisherigen Entscheid fest, wogegen die Versicherte abermals Einwände erheben liess (AB 215). Nach Einholen von Stellungnahmen des RAD vom 3. April 2020 (AB 218) und des Bereichs Abklärungen vom 27. April 2020 (AB 220) verfügte die IVB am 5. Mai 2020 (AB 221) dem Vorbescheid entsprechend. Bereits mit Verfügung vom 26. November 2019 (AB 210) verneinte sie einen Anspruch der Versicherten auf unentgeltliche Rechtspflege im Verwaltungsverfahren. Diese Verfügung blieb unangefochten.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 3 B. Gegen die Verfügung vom 5. Mai 2020 (AB 221) liess die Versicherte – ver- treten durch Rechtsanwalt B.________ – am 4. Juni 2020 Beschwerde er- heben. Sie beantragt, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihr ab dem 13. August 2015 mindestens eine Dreiviertelsrente zuzuspre- chen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese weitere medizinische Abklärungen (inklusive einer erneuten Haus- haltsabklärung und einem erneuten bidisziplinären Gutachten) durchführe. Gleichentags liess die Beschwerdeführerin ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Einsetzung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Rechtsbeistand stellen. Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2020 schliesst die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver- waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok- tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge- geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 4 Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs- rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer- de einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 5. Mai 2020 (AB 221). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und dabei insbesondere, ob der rechtserhebliche Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern- de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs- unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs- möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits- markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits- unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs- möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche- nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 2.2Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so- wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 5 fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti- gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Per- son auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Gemäss höchstrich- terlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesund- heitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429). 2.3Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe- reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wie- der herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min- destens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier- telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 2.4 2.4.1Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs- tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 6 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs- tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat- tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali- ditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293). 2.4.2Am 1. Januar 2018 traten die Bestimmungen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) zum neuen Berechnungsmodell bei der gemischten Methode in Kraft (Änderung vom 1. Dezember 2017 [AS 2017 7581]): Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 27 bis Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig- keit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Das Erwerbseinkommen, das die versi- cherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, wird dabei auf ein Vollpensum hochgerechnet. Die prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand des Beschäfti- gungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27 bis Abs. 3 IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale An- teil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Ver- gleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV). Das neue Berechnungsmodell gilt ab Inkrafttreten der entsprechenden Ver- ordnungsregelung, d.h. ab 1. Januar 2018. Für alle erstmaligen Rentenan- meldungen, welche vor dem 1. Juli 2017 erfolgt sind, wird der Rentenan- spruch abgestuft bis 31. Dezember 2017 nach dem alten Berechnungsmo-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 7 dell und per 1. Januar 2018 nach dem neuen Berechnungsmodell festge- legt (IV-Rundschreiben Nr. 372 des Bundesamts für Sozialversicherungen [BSV] vom 9. Januar 2018; abrufbar unter: www.bsv.admin.ch). 2.5Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 3. 3.1Zum Gesundheitszustand sowie zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgen- de entnehmen: 3.1.1In neuropsychologischen Gutachten vom 27. Oktober 2016 (AB 93.1) wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine eingeschränkte kognitive Leistungsfähigkeit multidimensionaler Ursache, vom Schweregrad her von einer Lernbehinderung bis zu einer leichten geistigen Behinderung reichend, diagnostiziert (S. 20 Ziff. 1.). Es sei von ausgeprägten Wechsel- wirkungen der kognitiven, psychischen und somatischen Beeinträchtigun- gen auszugehen (Ziff. 3). Aufgrund der kognitiven Beeinträchtigungen sei mit einem sehr deutlich erschwerten unmittelbaren Aufnehmen von münd- lich vorgegebenen Sprachinformationen beispielsweise bei Gesprächen, Telefonanrufen oder Vorträgen zu rechnen. Weiter liege ein deutlich er- schwertes Lernen und dauerhaftes Speichern von Sprachinformationen vor, was beispielsweise zu einem deutlich erhöhten Lernaufwand in mündli- chen Unterrichtssituationen und aus schriftlichem Material führe. Die einge- schränkten Rechenfähigkeiten führten zu einer schnellen Überforderung bei diesbezüglich anspruchsvollen Aufgabenstellungen. Wegen der einge-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 8 schränkten Deutschkenntnisse seien die mündliche und schriftliche Aus- drucksfähigkeit und das Aufnehmen und Verstehen von Sprachinformatio- nen erschwert, was sich nachteilig auf die kommunikativen Fertigkeiten auswirke. Bei neuartigen und kognitiv anspruchsvollen Aufgabenstellungen sei mit einer schnellen Überforderung, einer erhöhten Fehlertendenz und einer Verlangsamung zu rechnen. Die Leistungsfähigkeit bei Aufgabenstel- lungen mit höherer Anforderung an die Visuokonstruktion sei vermindert, beispielsweise bei gestalterischen Aufgaben. Es sei mit einer generellen Verlangsamung bei Aufgaben zu rechnen (S. 18 Ziff. 2). Bei der verminder- ten kognitiven Leistungsfähigkeit spielten u.a. die Fremdsprachigkeit wie auch ein niedriges Bildungsniveau eine einschränkende Rolle. Eine genaue Abgrenzung von invaliditätsfremden und nicht invaliditätsfremden Faktoren sei aus neuropsychologischer Sicht nicht möglich (Ziff. 3). Aus rein neuro- psychologischer / kognitiver Sicht sei in der bisherigen, kurzzeitig ausge- führten Tätigkeit als ... von einer Einschränkung der qualitativen Leistungs- fähigkeit und der Produktivität von schätzungsweise 40% auszugehen. In der Tätigkeit als Hausfrau und Mutter sei aus rein neuropsychologischer Sicht von einer qualitativen Einschränkung bzw. verminderten Produktivität von ca. 30% auszugehen. Dazu komme noch eine Einschränkung der zeit- lichen Zumutbarkeit in der Tätigkeit als ... aufgrund der erhöhten Ermüd- barkeit bzw. verminderten Belastbarkeit, zu welcher auch psychische und somatische Faktoren beitragen dürften. Diese zeitliche Einschränkung in der früheren Tätigkeit als ... dürfte aktuell mindestens 50% betragen; dies- bezüglich sollten auch Beurteilungen aus psychiatrischer und neurologi- scher Sicht berücksichtigt werden (S. 23 Ziff. 1). Aus neuropsychologischer Sicht seien Tätigkeiten mit höheren Anforderungen an Sprache, das Ge- dächtnis, das Denken und die Verarbeitungsgeschwindigkeit nicht geeig- net. Geeignet seien einfache praktische Hilfstätigkeiten, beispielsweise im Bereich Haus- und Umgebungspflege, Körperpflege, Industriearbeit oder Lebensmittelherstellung. In einer optimal angepassten Verweistätigkeit sei eine bessere qualitative Leistungsfähigkeit erreichbar als in der bisherigen Arbeit als ... . Die zeitliche Zumutbarkeit in einer angepassten Tätigkeit soll- te in der Praxis bestimmt werden (Ziff. 2). 3.1.2In der bidisziplinären Konsensbeurteilung von PD Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurolo-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 9 gie, und Dr. med. H.________, Facharzt für Neurologie, vom 25. Januar 2018 (AB 117.1) wurde aus neurologischer Sicht eine posttraumatische, symptomatische Epilepsie mit fokal-generierten, sekundär generalisierten epileptischen Anfällen, im Anschluss an ein Schädel-Hirntrauma im Rah- men eines Verkehrsunfalls am 9. August 2014 mit schmalem Subduralhä- matom rechts, sowie Kontusionsblutungen rechts-temporal und -parietal sowie chronische Kopfschmerzen, anamnestisch seit dem Schädel- Hirntrauma vom 9. August 2014, phänotypisch mit Kopfschmerzattacken, welche einer Migräne ähneln, diagnostiziert. Aus psychiatrischer Sicht wur- den eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.1), möglicherwei- se auch im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33.1) sowie ein mindestens hochgradiger Verdacht auf eine (reaktivierte) posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) festgehalten, die Aus- wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten (S. 2). Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit – auch im zeitlichen Verlauf – bestünden aus neurologischer Sicht seit dem erstmaligen generalisierten epileptischen Anfall am 14. August 2014 folgende qualitative Einschränkungen: Aufgrund der posttraumatischen Epilepsie sei die Versicherte an gefährlichen Ma- schinen nicht mehr einsetzbar. Sie dürfe nicht ständig an Arbeitsplätzen mit Sturzgefahr (auf Leitern und Gerüsten) eingesetzt werden. Auch die Tä- tigkeit als ... sei bis auf Weiteres nicht zumutbar. Darüber hinaus dürfe sie nicht alleine Schutzbefohlene beaufsichtigen. Eine quantitative Einschrän- kung der Leistungs- bzw. der Arbeitsfähigkeit ergebe sich aus der post- traumatischen Epilepsie nicht. Bezüglich der Kopfschmerzen sei festzuhal- ten, dass die genaue Ätiopathogenese unsicher bleibe. Der Schilderung sei zu entnehmen, dass eine erhebliche Wechselwirkung mit der allgemeinen seelischen Labilität zu beobachten sei. Die Versicherte beschreibe eine Zunahme von Kopfschmerzen bei kognitiven Anstrengungen wie dem Le- sen, andererseits weniger bei Anstrengungen wie dem Schreiben des Ta- gebuchs bzw. ihrer Biographie. Darüber hinaus beschreibe sie eine deutli- che Zunahme unter Stress und Belastung bzw. Überforderung. Insofern bestehe hier eine deutliche Überlagerung mit der allgemeinen seelischen Situation, weswegen die Leistungs- bzw. Arbeitsfähigkeit nur gesamthaft zu beurteilen sei, da sich die einzelnen Faktoren nicht mit wissenschaftlicher Genauigkeit getrennt voneinander analysieren liessen. Soweit aus der Ver-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 10 sicherungsakte retrospektiv erkennbar, bestehe diese belastende Kopf- schmerzsituation ebenfalls seit August 2014. Psychiatrisch sei festzustel- len, dass die Explorandin während erster tagesklinischer Behandlungen im Jahre 2009 im Rahmen einer Belastungssituation vorübergehend arbeits- unfähig gewesen sei. In den Folgejahren sei sie arbeitsfähig und offenbar stabil gewesen. Im Jahr nach dem Verkehrsunfall (sprich 2015) sei eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% bescheinigt worden, welche im Zusammenhang mit einer mittelgradig depressiven Episode und einem Erschöpfungssyndrom stünde. Eine Einschränkung der beruflichen Leis- tungsfähigkeit als ... mit 40% sei in einem Gutachten Ende 2016 attestiert worden. Weitere Arbeitsunfähigkeiten ergäben sich im Zusammenhang mit der neu gestellten Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (S. 2 f.). Aus interdisziplinärer Sicht könne sowohl die Weiterbildung als ... oder auch eine vergleichbare bzw. die angestammte Tätigkeit im D.________ als ... aktuell mit einem Pensum von 50% wieder aufgenommen werden. Mit letzterer Arbeit erscheine die Explorandin inhaltlich eher unterfordert. Vorausgesetzt, die laufende Psychotherapie könne intensiviert werden und zeige einen therapeutischen Effekt, wovon nach klinischer Erfahrung im vorliegenden Fall mangels weiterer negativer Wirkfaktoren ausgegangen werden könne, sei auch das Erreichen eines 70%-igen Pensums wieder möglich. Vorausgesetzt, dass die psychotherapeutischen Massnahmen sowie die Kopfschmerztherapieoptionen befriedigend wirkten, sollte im Ver- lauf (nach etwa sechs Monaten der Eingewöhnung) auch ein 100%-iges Pensum erreicht werden können. In Abhängigkeit von der Therapiewirk- samkeit sollte dabei eine Leistungsfähigkeit von mindestens 80% erreich- bar sein. Eine Wiedereingliederung könne ab dem Zeitpunkt der Begutach- tung mit einem Pensum von 50% und einer Leistung von 70% begonnen werden. Die Steigerung des Pensums und der Leistung sei vom Gesamt- verlauf abhängig und könne nicht sicher prognostiziert werden. Insgesamt sei die Prognose aber eher günstig (S. 3 f.). 3.1.3Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten vom 17. April 2019 (AB 183.2) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine komplexe posttraumati-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 11 sche Belastungsstörung (ICD-10 F43.8) mit einer posttraumatischen Belas- tungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie einer emotional-instabilen Persönlich- keitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31) und eine rezidivierende depressive Störung, aktuell teilremittiert leichtgradige Episode (ICD-10 F33.0 [S. 25 Ziff. 6.1]). Aufgrund der psychiatrischen Störungen bestünden leichte bis mässige Funktionseinschränkungen (S. 31 Ziff. 7.4). In der bis- herigen Tätigkeit in der ... sei die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen, vor allem was die Anforderungen an die Flexibilität, Umstellungs-, Widerstands- und Durchhalte- sowie Selbstbehauptungsfähigkeit anbetrifft, erschwert. Auch im zwischenmenschlichen Umgang, der Fähigkeit zur sozi- alen Interaktion, die bei einer solchen ...-tätigkeit zum unerlässlichen An- forderungsprofil zähle, sei die Versicherte durch die emotionale Instabilität erheblich eingeschränkt. Die Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit im Bereich der ... betrage etwa 30%, d.h. etwa zwei bis drei Stunden täglich. Im genannten zeitlichen Rahmen bestehe eine Einschränkung mit vermin- derter Leistungsfähigkeit bezüglich anhaltender psychischer Belastbarkeit, Flexibilität in wechselnden Leistungsanforderungen, einer dann reduzierten Konzentration und vermehrtem Schon- und Ruhebedürfnis, insbesondere bei komplexen Arbeitsanforderungen, etwa im Kontakt mit ..., als auch wechselnden Arbeitszeiten oder Teams. Eine sehr strukturierte, gleichmäs- sige Arbeitssituation wäre sehr unterstützend, um die reduzierte Arbeits- fähigkeit überhaupt zu ermöglichen und bestmöglich zu stabilisieren. Um nicht das Risiko eines erneuten Scheiterns zu verstärken, seien darum vor- gängig Massnahmen (engmaschiges Coaching, idealerweise vorangehend ein Praktikum in einem diesbezüglichen Betrieb, falls möglich in einem ge- schützten Arbeitsumfeld; S. 33 Ziff. 8.2.1) zu empfehlen. Die Gesamtar- beitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, bezogen auf ein 100%-Pensum, betrage infolge der psychiatrisch begründeten Einschränkungen 30%. Die- se Einschätzung gelte etwa ab Ende 2018. Aufgrund der weitgehenden Konsistenz zu den Voreinschätzungen und den realen Erfahrungen sowohl bei den kurzzeitigen Anstellungen 2015 als auch des Belastungs- und Ar- beitstrainings 2016 und 2018 sei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in etwa gleicher Höhe seit spätestens Herbst 2015 anzunehmen, wobei zu- mindest für das Jahr 2016 eher eine noch geringere kontinuierliche Arbeits- fähigkeit vermutet werden könne. Diese Frage lasse sich retrospektiv aller- dings nicht verlässlich beurteilen (S. 31 f. Ziff. 8.1). Wie dargelegt, erschei-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 12 ne eine berufliche Integration im zuletzt ausgeübten Beruf als ... nur mit einer geringen Arbeitsfähigkeit möglich und sei darum dauerhaft nur be- dingt erfolgsversprechend. Die Versicherte würde gerne wieder mit Men- schen zusammenarbeiten, erkenne aber selbst, dass die damit einherge- henden sozialen Interaktionen doch auch eher erneut überfordernd sein würden. Zugleich verfüge sie über berufliche Erfahrung und Wissen sowie eine – wenn auch nicht eidgenössisch anerkannte – Ausbildung zur ..., für die sie sich selbst zu etwa 50% arbeitsfähig halte. Die grundsätzlich offene, freundliche Art der Versicherten und das vorhandene Mass an Bereitschaft zu einer schrittweisen beruflichen Reintegration seien hier potentielle Res- sourcen für ein Teilzeitpensum. Um einen solchen Schritt zu begleiten, sei- en die genannten Massnahmen zu empfehlen. Vorbehaltlich der dabei ge- machten Erfahrungen könne aber eine Arbeitsfähigkeit von 50% potenziell durchaus zeitnah (in drei bis sechs Monaten) erreichbar sein. Wenn diese Empfehlungen eingehalten würden, sei in einer solchen Tätigkeit eine ma- ximale Präsenz von vier bis fünf Stunden täglich, ohne Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, möglich (S. 33 Ziff. 8.2). Auch eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 60 oder 70% sei potenziell möglich, allerdings eher erst in einem mehrjährigen Verlauf zu erwarten. Bezüglich des zeitlichen Ver- laufs der Entwicklung der Arbeitsfähigkeit würden die diesbezüglichen Feststellungen zum angestammten Beruf gelten (S. 33 f. Ziff. 8.2 f.). 3.1.4Anlässlich des ersten Vorbescheidverfahrens holte die IVB bei Dr. med. F.________ vom RAD eine Stellungnahme vom 3. September 2019 (AB 203) ein. Darin führte dieser aus, das Gutachten von Dr. med. E.________ vom 17. April 2019 (AB 183.2) entspreche den Qualitätsleitli- nien der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) und sowohl die Herleitung der Diagnosen als auch die daraus re- sultierenden Fähigkeitsbeeinträchtigungen sowie die Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 50% seien grundsätzlich nachvollziehbar. Die gutachterlichen Aussagen seien so zu verstehen, dass auf unbestimmte Zeit eine Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer angepassten Tätigkeit von 50% vorliege. 3.1.5Der psychiatrische Gutachter Dr. med. E.________ führte in der Stellungnahme vom 4. November 2019 (AB 208) aus, die von ihm be-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 13 schriebene Tendenz zu einer leichten Dissimulation, mit der psychologi- schen Funktion der Schamabwehr vor dem eigenen Schutzkonzept von Schwäche, könne sich grundsätzlich und insbesondere in allen Situationen zeigen, in denen kognitive Bewertungsprozesse in einer sozialen Interakti- on stattfänden. Also auch in einer fachlichen Abklärung durch eine aussen- stehende Person, wie dies bei der Haushaltsabklärung erfolgt sei. Diese Tendenz lasse sich aber im Grad ihrer Ausprägung nicht bestimmen. Auch führe diese Tendenz nicht dazu, dass die zu erfragenden Sachverhalte grundsätzlich nicht sachgerecht, unwahr oder falsch beurteilt werden könn- ten. Gerade die Haushaltsabklärung vor Ort, in der Wohnung der Versi- cherten, beinhalte eine wesentliche zusätzliche Quelle der Objektivität da- hingehend, dass allfällige Divergenzen in der Schilderung der Versicherten direkt abgeglichen werden könnten durch die konkrete Inspektion des Haushaltes durch die Abklärungsperson vor Ort. Diesbezüglich seien gemäss dem Haushaltsabklärungsbericht keine solchen Divergenzen auf- getreten, sodass in eben genau diesem Bereich davon ausgegangen wer- den könne, dass die Objektivität nicht durch die leichte Tendenz zur Dissi- mulation der Versicherten beeinträchtigt worden sei und die Abklärung die reale Leistungsfähigkeit zur Haushaltsführung mit einer Einschränkung von 0% wiedergebe. 3.1.6Dr. med. F.________ führte in der RAD-Stellungnahme vom 3. April 2020 (AB 2018) aus, die gemachten Ausführungen des psychiatrischen Gutachters im Rahmen seiner Stellungnahme hinsichtlich der Dissimulati- onstendenzen der Versicherten seien nachvollziehbar. Es würden keine neuen medizinischen Befundberichte erbracht, die die Ausführungen im Rahmen der Einsprache der Versicherten aus medizinischen Gründen nicht nachvollziehbar erscheinen liessen. Es sei an der gutachterlich festgestell- ten Arbeitsfähigkeit vom 17. April 2020 festzuhalten. 3.2Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un- abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi- dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 14 ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati- on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag- gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei- nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In- halt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.3Die Beschwerdegegnerin stützt sich in ihrem Entscheid im Wesentli- chen auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. E.________ vom 17. April 2019 (AB 183.2) sowie dessen ergänzende Stellungnahme vom 4. November 2019 (AB 208; AB 221 i.V.m. AB 189 S. 6 f. Ziff. 5). Das Gutach- ten wie auch die Stellungnahme erfüllen die Voraussetzungen der Recht- sprechung an Expertisen (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringen vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden ge- troffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind für die streitigen Belange umfassend und die gezo- genen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollzieh- bar und einleuchtend begründet. Auch werden die gutachterlichen Feststel- lungen von RAD-Arzt Dr. med. F.________ in den Aktenbeurteilungen vom 4. September 2019 (AB 203) und 3. April 2020 (AB 218) bestätigt. Der Sachverhalt wurde ausreichend abgeklärt und die medizinischen Akten ergeben ein lückenloses Bild. Dem psychiatrischen Gutachten inkl. dessen ergänzenden Stellungnahme vom 4. November 2019 kommt damit voller Beweiswert zu und es ist in der Folge darauf abzustellen. Was die Be-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 15 schwerdeführerin dagegen vorbringt, ändert daran – wie nachfolgend dar- gelegt wird – nichts. Die Beschwerdegegnerin hat zwar mit Schreiben vom 17. Februar 2018 (AB 162) den bidisziplinären Gutachtern Ergänzungsfragen gestellt (Erläu- terungsfragen bezüglich Verlauf der Arbeitsunfähigkeit wie auch des Zu- mutbarkeitsprofils für angepasste Tätigkeiten seit dem Unfall vom 9. August 2014, AB 162), kam jedoch im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 16. Januar 2019 (AB 164) zum Schluss, dass weitere Abklärungen notwendig seien und beauftragte in der Folge Dr. med. E.________ mit der erneuten Begutachtung der Beschwerdeführerin. Über das Vorgehen wurde diese bzw. deren Rechtsanwalt informiert und ihnen wurde das rechtliche Gehör gewährt (vgl. Schreiben vom 28. Januar 2019 [AB 168]). Von der Möglich- keit, gegen das in Aussicht gestellte Vorgehen begründete Einwände zu erheben bzw. eine erneute neurologische Begutachtung zu verlangen, wurde kein Gebrauch gemacht (vgl. Schreiben vom 5. Februar 2019 [AB 176]) und die diesbezüglichen Vorbringen (Beschwerde S. 13 f. Ziff. 4 ff.) erweisen sich als unbegründet. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, im bidisziplinären Gutachten vom 25 Januar 2018 (AB 117.1) habe auch mindestens eine neurologische Diagnose Auswirkung auf die Arbeitsfähig- keit (Beschwerde S. 14 Ziff. 4), ist ihr entgegenzuhalten, dass aus neurolo- gischer Sicht lediglich Tätigkeiten an gefährlichen Maschinen ständiges Arbeiten auf Leitern und Gerüsten oder an anderen Arbeitsplätzen mit Sturzgefahr, wie auch die Arbeit als ... nicht in Frage kommen. Weitere Einschränkungen ergaben sich aus neurologischer Sicht nicht (AB 117.2 S. 25 f.), weshalb die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zur Recht zeitlich- und leistungsmässig als vollständig arbeitsfähig eingestuft wurde, kann doch auf den insoweit überzeugenden neurologischen Teil des bidisziplinären Gutachtens abgestellt werden. Diesbezüglich ist auch zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der psychiatri- schen Exploration im März 2019 gegenüber Dr. med. E.________ angab, seit 2017 anfallsfrei zu sein (AB 183.2 S. 20). Entsprechend wirkt sich die Epilepsie nicht wesentlich auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit aus und es erübrigen sich weitere Abklärungen, wie die Beschwerdegegnerin richti- gerweise darlegt (vgl. Beschwerdeantwort S. 2 f. Ziff. 5). Gleich verhält es sich in Bezug auf die geklagten Kopfschmerzen (AB 117.1 S. 2; 183.2 S. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 16 15 Ziff. 3.2), weswegen die Beschwerdeführerin lediglich einmal im Jahr den behandelnden Neurologen aufsucht (AB 183.2 S. 21). Somit ist zumin- dest fraglich, wie hoch der diesbezügliche Leidensdruck ist. Damit ist auch der Vorwurf der Beschwerdeführerin, das Zusammenwirken von neurologi- schen und psychiatrischen Faktoren werde ausser Acht gelassen (Be- schwerde S. 14 Ziff. 5), widerlegt. Es mag zwar durchaus zutreffen, dass in der bidisziplinären Konsensbeurteilung vom 25. Januar 2018 (AB 117.1) festgehalten wurde, dass die neurologischen und psychiatrischen Ein- schränkungen nicht losgelöst voneinander betrachtet werden können, da erhebliche Wechselwirkungen vorlägen. Nichts desto trotz wurde in ein und derselben Konsensbeurteilung explizit darauf hingewiesen, dass aus neu- rologischem Blickwinkel keine quantitativen Einschränkungen der Arbeits- fähigkeit resultieren würden, sondern lediglich deren qualitative (S. 2), wel- che hier berücksichtigt werden. Im Übrigen hatte Dr. med. E.________ beim Verfassen seines Gutachtens Kenntnis des bidisziplinären Gutach- tens, so dass die dort beschriebenen Diagnosen und deren Auswirkungen in seiner Beurteilung Berücksichtigung fanden. Zudem lassen sich in dem zur Bemessung des Invalideneinkommens herangezogenen Kompetenzni- veau (Kompetenzniveau 1, Totalwert der Tabelle TA1_tirage_skill_level, Frauen, nach den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2014 und 2016 [vgl. E. 5.4.2 und 5.5.2 hier- nach]) genügend Tätigkeiten finden, welche die aus neurologischer Sicht resultierenden qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit berück- sichtigen würden, falls solche denn überhaupt noch vorhanden sein sollten. Die Rüge der Beschwerdeführerin, dass Dr. med. E.________ eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit davon abhängig gemacht habe, dass vorgängig verschiedene Begleitmassnahmen durchgeführt wer- den (vgl. Beschwerde S. 15 Ziff. 7), schlägt ebenfalls fehl. So spricht der Gutachter diesbezüglich lediglich eine Empfehlung aus (vgl. AB 183.2 S. 32 f. Ziff. 8.12 und 8.2.1). Auch die Berichte zum Belastbarkeits- (AB 147) bzw. Aufbautraining (AB 151), die in der Abklärungsstelle G.________ ab- solviert wurden bzw. hätte absolviert werden sollen, widersprechen den Einschätzungen des Gutachters nicht. Der per 18. September 2019 erfolgte Abbruch des Aufbautrainings (vgl. AB 151 S. 2) zeigt lediglich auf, dass die Erhöhung des Pensums von 50% auf 80% nicht so schnell wie gewünscht erfolgen konnte (und hier allein eine Restarbeitsfähigkeit von 50% berück-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 17 sichtigt wird; E. 5.4.2 hiernach). Diesbezüglich spricht Dr. med. E.________ ausdrücklich davon, dass eine Steigerung des Pensums potenziell zwar möglich, aber erst in einem mehrjährigen Verlauf zu erwarten ist (AB 183.2 S. 34 Ziff. 8.3.1; vgl. auch Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. F.________ vom 4. September 2019 [AB 203 S. 3]). Im Übrigen wurde auch die Arbeitsmotivation der Beschwerdeführerin während dem Aufbau- training als schwankend wahrgenommen (vgl. AB 151 S. 3). Selbst die Be- schwerdeführerin betonte in ihrer subjektiven Einschätzung betreffend Auf- bautraining, dass eine Tätigkeit im Pensum von 50-60% (ohne den Druck zur Leistungssteigerung) gegangen wäre (AB 152/2). 3.4Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt hinreichend abgeklärt und es kann in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) auf diesbezüglich weitere Erhebungen verzich- tet werden. Demnach ist gestützt auf das psychiatrische Gutachten vom 17. April 2019 (AB 183.2) erstellt, dass in einer angepassten Tätigkeit seit Herbst 2015 eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50% besteht. In die- ser optimal angepassten Tätigkeit sollten komplexere Arbeitsanforderungen und der Kontakt mit ... wie auch wechselnde Arbeitszeiten oder Teams vermieden werden (S. 32 f. Ziff. 8.1.2 i.V.m. 8.2.1). Auch sind die neurolo- gischen Einschränkungen (Arbeiten an gefährlichen Maschinen, ständiges Arbeiten auf Leitern und Gerüsten oder an anderen Arbeitsplätzen mit Sturzgefahr, Tätigkeit als ...; AB 117.2 S. 25 f.) zu berücksichtigen und be- reits im Zumutbarkeitsprofil sowie der Arbeits- und Leistungseinschränkung enthalten. Angesichts des Ergebnisses eines rentenausschliessenden Inva- liditätsgrades (vgl. E. 7 hiernach) erübrigen sich Weiterungen zum invalidi- sierenden Charakter des psychischen Gesundheitsschadens im Sinne ei- ner Indikatorenprüfung wie sie die Beschwerdegegnerin nach BGE 141 V 281 vorgenommen hat (vgl. Beschwerdeantwort S. 3 f. Ziff. 6). Der Vollständigkeit halber ist aber darauf hinzuweisen, dass sich aufgrund der vorgenommen Indikatorenprüfung tatsächlich fragen könnte, ob überhaupt ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor- liegt. Die Frage kann jedoch offen gelassen werden, denn die Berücksichti- gung einer 50%-igen Einschränkung durch die Beschwerdegegnerin fällt sicherlich nicht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin aus. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 18 4. Was den Status anbelangt (Ausmass der Erwerbstätigkeit im Gesundheits- fall), nahm die Beschwerdegegnerin an, die Beschwerdeführerin wäre im hypothetischen Gesundheitsfall zu 70% erwerbstätig und zu 30% im Aufga- benbereich Haushalt tätig (AB 221 S. 2). Mit Blick auf den beruflichen Wer- degang (AB 189 S. 4 Ziff. 3) und die damit korrelierenden Aussagen der Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsfachperson (AB 189 S. 5 Ziff. 3.4) besteht kein Anlass, vom ermittelten Status abzuweichen. Infol- gedessen ist der Invaliditätsgrad anhand der gemischten Methode (vgl. E. 2.4 hiervor), im Erwerbsbereich mittels eines Einkommensvergleichs (vgl. E. 5 hiernach) und im Aufgabenbereich mittels eines Betätigungsvergleichs (vgl. E. 6 hiernach), zu bestimmen. 5. Im Erwerbsbereich ergibt sich was folgt: 5.1Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti- genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass- ten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der tatsäch- lichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierba- re Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom BFS herausgege- benen LSE abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbe- messung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abge- stellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des Eidgenössi- schen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 19 5.2Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BFS herausge- gebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheit- lich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend ein- setzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtli- chen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufent- haltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamt- haft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu be- grenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge- sichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E.2.2). 5.3Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe- ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). Frühestmöglicher Rentenbeginn wäre unter der Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG und der IV-Anmeldung vom Oktober 2014 (AB 2 S. 6 Ziff. 11) April 2015. Jedoch ist eine Arbeitsunfähigkeit erst ab dem August 2014 (vgl. u.a. AB 1 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 20 S. 3 Ziff. 4.4, 117.1/2) erstellt, weshalb das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG erst im August 2015 abgelaufen ist. Damit besteht frühestens seit August 2015 Anspruch auf eine Rente, weshalb auf diesen Zeitpunkt hin der Einkommensvergleich durchzuführen ist. Der IV-Grad ist bis zum 31. Dezember 2017 nach dem alten und per 1. Januar 2018 nach dem neuen Berechnungsmodell festzulegen (vgl. E. 2.4.2 hiervor). 5.4Zu ermitteln ist zunächst die Einschränkung im Erwerbsbereich für die Zeit von August 2015 bis Dezember 2017. 5.4.1Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen anhand von Tabellenlöhnen ermittelt, was nicht zu beanstanden ist und von der Be- schwerdeführerin zu Recht nicht kritisiert wird. Anhand der massgebenden LSE 2014 ergibt dies einen Betrag von Fr. 39'765.95 (Fr. 4'545.-- [LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Frauen, Ziff. 86-88, Gesundheits- und Sozialwesen, Kompetenzniveau 1] x 12 Monate / 40 Wochenstunden x 41.5 Wochenstunden [BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit {BUA} nach Wirt- schaftsabteilungen, 2014, Ziff. 86-88, Gesundheits- und Sozialwesen] / 101.4 x 101.8 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, Ziff. 86 - 88, Index 2014 bzw. 2015] x 70%). 5.4.2Das Invalideneinkommen ist ebenfalls gestützt auf die Tabellenlöh- ne der LSE zu bestimmen, verwertet die Beschwerdeführerin doch ihre Restarbeitsfähigkeit nicht (vgl. E. 5.2 hiervor). Dieses ist unter Berücksichti- gung der mindestens 50%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit (vgl. E. 3.4 hiervor) anhand der LSE 2014 per August 2015 auf Fr. 27'026.30 (Fr. 4'300.-- [LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Frauen, Total, Kompe- tenzniveau 1] x 12 Monate / 40 Wochenstunden x 41.7 Wochenstunden [BFS, BUA nach Wirtschaftsabteilungen, Total] / 103.6 x 104.1 BFS, Tabel- le T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, Total, Index 2014 bzw. 2015] x 50% [vgl. E. 3.4 hiervor]) festzusetzen. Entgegen der Ansicht der Beschwerde- führerin (vgl. Beschwerde S. 16 f. Ziff. 13) ist vorliegend nicht auf den Wert der LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Frauen, Ziff. 96 (sonstige persönliche Dienstleistungen), abzustellen, auch wenn Dr. med. E.________ in seinem Gutachten die Tätigkeit als ... ohne eidgenössischen Fähigkeitsausweis als Verweistätigkeit heranzieht (vgl. AB 183.2 S. 33 Ziff. 8.2.1), schliesst das Zumutbarkeitsprofil anderweitige Tätigkeiten im Kom-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 21 petenzbereich 1 doch nicht aus (vgl. E. 3.4 hiervor). Vielmehr würde in der Tätigkeit als ... die verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft, bestehen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt doch eine Vielzahl von Stellen, welche dem Zumutbarkeitsprofil der Beschwerde- führerin ebenfalls entsprechen und wo sie ein höheres Einkommen erzielen würde. Daher wäre es ihr möglich und zumutbar, eine besser bezahlte Stel- le zu finden (vgl. SVR 2018 IV Nr. 24 S. 79 E. 6.1; zur Zumutbarkeit eines Berufswechsels: SVR 2018 IV Nr. 61 S. 197 E. 4.2, 2017 UV Nr. 45 S. 156 E. 3.3.1). Ein Abzug vom Tabellenlohn ist vorliegend – entgegen der An- sicht der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 16 Ziff. 11) – nicht vor- zunehmen, da die behinderungsbedingten Einschränkungen im Rahmen der verminderten Arbeitsfähigkeit und im Zumutbarkeitsprofil bereits berücksichtigt sind (AB 183.2 S. 33 Ziff. 8.2). Zudem wirkt sich eine fehlen- de berufliche Ausbildung in einer Tätigkeit im Kompetenzniveau 1 in keiner einen Abzug rechtfertigenden Weise aus (Entscheid des BGer vom 10. September 2019, 8C_314/2019, E. 6.2). Weiter begründen die invaliditäts- fremden Gesichtspunkte (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltska- tegorie, Beschäftigungsgrad) vorliegend per se keinen Abzug vom Tabel- lenlohn, zumal sich auch bei der Festsetzung des – ebenfalls statistisch erhobenen – Valideneinkommens zu berücksichtigen wären (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass es sich beim Umstand, dass sich die Be- schwerdeführerin um ihren minderjährigen Sohn kümmert (Beschwerde S. 16 Ziff. 11), um einen invaliditätsfremden Faktor handelt, der bereits beim Status (70% Erwerbstätigkeit, 30% Haushalt) berücksichtigt wurde und daher nicht noch einmal als Abzugsgrund berücksichtigt werden kann. 5.4.3Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resul- tiert per August 2015 eine ungewichtete Einschränkung von maximal 32.03% ([Fr. 39'765.95 {vgl. E. 5.4.1 hiervor} - Fr. 27'026.30 {vgl. E. 5.4.2 hiervor}] / Fr. 39'765.95 x 100) bzw. unter Berücksichtigung des Status eine solche von 22.42% (32.03% x 0.7 [vgl. E. 4 hiervor]). 5.5Weiter ist unter Anwendung des neuen Berechnungsmodells (vgl. E. 2.4.2 hiervor) die Einschränkung im Erwerbsbereich für die Zeit ab Januar 2018 zu ermitteln.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 22 5.5.1Wie in E. 5.4.1 hiervor dargelegt, ist das Valideneinkommen auf Ba- sis der Daten der schweizerischen LSE zu ermitteln. Dies ergibt ein – auf- gerechnet auf ein Vollzeitpensum (vgl. E. 2.4.2 hiervor) – massgebendes Valideneinkommen von Fr. 58'195.95 (Fr. 4'636.-- [LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Frauen, Ziff. 86-88, Gesundheits- und Sozialwesen, Kompetenzniveau 1] x 12 Monate / 40 Wochenstunden x 41.6 Wochen- stunden [BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit {BUA} nach Wirtschaftsabteilun- gen, 2016, Ziff. 86-88, Gesundheits- und Sozialwesen] / 102.5 x 103.1 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, Ziff. 86-88, Index 2016 bzw. 2018]). 5.5.2Das gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE zu bestimmende Invali- deneinkommen (vgl. E. 5.4.2 hiervor) ist unter Berücksichtigung der min- destens 50%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit anhand der LSE 2016 per Januar 2018 auf Fr. 27'524.50 (Fr. 4'363.-- [LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Frauen, Total, Kompetenzniveau 1] x 12 Monate / 40 Wochenstunden x 41.7 Wochenstunden [BFS, BUA nach Wirtschaftsab- teilungen, Total] / 105.0 x 105.9 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, Total, Index 2016 bzw. 2018] x 50% [E. 3.4 hiervor]) festzusetzen. Auch hier rechtfertigt sich ein Abzug vom Tabellenlohn – entgegen der An- sicht der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 16 Ziff. 11) – aus den bereits erwähnten Gründen (vgl. E. 5.4.2 hiervor) nicht. 5.5.3Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resul- tiert per Januar 2018 eine ungewichtete Einschränkung von höchstens 52.7% ([Fr. 58'195.95 {vgl. E. 5.5.1 hiervor} - Fr. 27'524.50 {vgl. E. 5.5.2 hiervor}] / Fr. 58'195.95 x 100) bzw. unter Berücksichtigung des Status eine solche von 36.89% (52.7% x 0.7 [vgl. E. 4 hiervor]). 6. Weiter ist im Folgenden die Einschränkung im Aufgabenbereich zu ermit- teln. 6.1Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 23 qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli- chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge- benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga- ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei- nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein- schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab- klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein- schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2). 6.2Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 7.Juni 2019 (AB 189) und die Stellungnahmen vom 13. Dezember 2019 (AB 211) und vom 27. April 2020 (AB 220) erfüllen die Anforderungen der Rechtsprechung (vgl. E. 6.1 hiervor) und überzeugen. Die Feststellungen der fachkundigen Ab- klärungsperson basieren auf eigen, vor Ort und in Anwesenheit der Be- schwerdeführerin durchgeführten Erhebungen und berücksichtigen die be- stehenden gesundheitlichen Einschränkungen (AB 189 S. 2 f. Ziff. 1.1 f. und S. 6 Ziff. 5.1). Der Abklärungsbericht ist zudem hinsichtlich der Ge- wichtung der Tätigkeitsbereiche genügend detailliert und den Einschrän- kungen sowie den Angaben der Beschwerdeführerin wurde angemessen Rechnung getragen (vgl. S. 8 ff. Ziff. 7.2). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, es sei unverständlich, weshalb die Betreuung ihres 10- jährigen Sohnes lediglich mit 20% gewichtet worden sei (Beschwerde S. 16 Ziff. 10), ist darauf hinzuweisen, dass die Einschränkung in diesem Bereich 0% beträgt, so dass selbst eine höhere Gewichtung keine Veränderung herbeiführen würde (vgl. AB 189 S. 10), worauf in der Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 27. April 2020 (AB 220) zu Recht hingewiesen wird (S. 3). Auch die von Dr. med. E.________ beschriebene Tendenz zur leichten Dissimulation, mit der psychologischen Funktion der Schamabwehr (AB 183.2 S. 30 Ziff. 7.3), führt – entgegen der Ansicht der Beschwerdefüh- rerin (vgl. Beschwerde S. 15 f. Ziff. 8 und 10) – nicht dazu, dass dem Ab-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 24 klärungsbericht vom 7. Juni 2019 ein verminderter Beweiswert zukommt. Denn Dr. med. E.________ führt in seiner Stellungnahme vom 4. Novem- ber 2019 (AB 208) ausdrücklich aus, dass gerade die Haushaltsabklärung vor Ort eine wesentliche zusätzliche Quelle der Objektivität beinhalte, da allfällige Divergenzen in der Schilderung der Beschwerdeführerin durch die konkrete Inspektion des Haushaltes durch die Abklärungsperson direkt abgeglichen werden können. Da es zu keinen solchen Divergenzen ge- kommen sei, könne eben genau in diesem Bereich davon ausgegangen werden, dass die Objektivität nicht durch die leichte Tendenz zur Dissimu- lation beeinträchtigt worden sei und die Haushaltsabklärung damit die reale Leistungsfähigkeit wiedergebe. Zum selben Schluss gelangt der Bereich Abklärungen auch in seiner Stellungnahme vom 13. Dezember 2019 (AB 211 S. 4). Es besteht somit kein Anlass, in das Ermessen der Verwaltung einzugreifen. Auf die Ergebnisse der Haushaltsabklärung ist deshalb be- weisrechtlich abzustellen. Damit ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin im Bereich Haushalt zu 0% eingeschränkt ist (AB 189 S. 10), was einer gewichteten Einschränkung von ebenfalls 0% entspricht (0% x 0.3 [vgl. E. 4 hiervor]). 7 Nach dem Dargelegten resultiert bei einem Status von 70% Erwerb und 30% Haushalt (vgl. E. 4 hiervor) in Anwendung der gemischten Methode (vgl. E. 2.4.1 hiervor) für die Zeit von August 2015 bis Dezember 2017, un- ter Berücksichtigung einer erwerblichen Einschränkung von 22.42% (vgl. E. 5.4.3 hiervor) und einer Einschränkung im Aufgabenbereich von 0% (vgl. E. 6.2 hiervor), ein rentenausschliessender IV-Grad von gerundet maximal 22%. Für die Zeit ab Januar 2018 ergibt sich unter Berücksichtigung einer erwerblichen Einschränkung von 36.89% (vgl. E. 5.5.3 hiervor) und einer Einschränkung im Aufgabengebiet von 0% (vgl. E. 6.2 hiervor) ein ebenfalls rentenausschliessender IV-Grad von gerundet höchstens 37%. Damit ist die angefochtene Verfügung vom 5. Mai 2020 (AB 221) nicht zu beanstan- den und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 25 8. 8.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. Vorliegend sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festzusetzen und – unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 8.3 hiernach) – der unterliegenden Beschwerdeführerin zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 8.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr- schluss]). 8.3Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. 8.3.1Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts- begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun- gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti- gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). 8.3.2Im vorliegenden Fall war das Verfahren nicht als von vornherein aussichtslos zu bezeichnen. Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist angesichts ihrer Sozialhilfebedürftigkeit ausgewiesen (Akten der Beschwer- deführerin, Beschwerdebeilage [BB] 1). Weiter war eine anwaltliche Verbei- ständung geboten, so dass der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren ist unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt. 8.4Dementsprechend ist die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozess-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 26 ordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten zu befreien. 8.5Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl- tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert- steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei- chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der amtli- chen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stunden- ansatz Fr. 200.--. Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 17. August 2020 (in den Gerichtsakten) ist diesem nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 2'796.20 (Aufwand von 12.66 Stunden à Fr. 200.-- zuzüg- lich Auslagen von Fr. 64.30 sowie Mehrwertsteuer von Fr. 199.90 [7.7% auf Fr. 2'596.30]) auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin nach Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 113 VRPG. Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 27 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach- zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit. 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die- sem Verfahren auf Fr. 2'796.20 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge- setzt. Dieser Betrag wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO. 6. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen - Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 3001 Bern Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 28 Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.