BRKE II Nr. 116/1994 vom 21. Juni 1994 in BEZ 1994 Nr. 19 4. Die Rekurrentin räumt zwar ein, dass die vorgeschlagene Zonenplanänd e- rung ordnungsgemäss öffentlich aufgelegt worden sei; zu den von ihr vorgebrachten, nicht berücksichtigten Einwendungen sei jedoch - entgegen der Bestimmung in § 7 Abs. 4 PBG - eine Stellungnahme seitens der Gemeindeversammlung unte rblieben. Dadurch sei der Grundsatz des rechtlichen Gehörs verle tzt worden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formellrechtlicher Natur. Seine Verle t- zung führt im allgemeinen schon für sich allein zur Aufhebung des angefochtenen Beschlusses. Die entsprechenden Rügen sind deshalb vorweg zu prüfen (vgl. dazu etwa BGE 111 la 166). 5. Anlässlich der Revision des Planungs- und Baugesetzes vom 1. September 1991 wurden die bisher in den §§ 34 f. aPBG für die Richtplanung vorgesehenen Vorschriften betreffend Planauflage, Einwendungsmöglichkeiten und Einsichtsna h- me neu in § 7 PBG zusammengefasst und zudem auf das Verfahren zur Festsetzung und Aenderung von Nutzungsplänen ausgedehnt. Hinsichtlich der von der R ekurren- tin geforderten Stellungnahme gibt diese Bestimmung allerdings nicht e rschöpfende Auskunft. Zwar wird eine solch e Stellungnahme in § 7 Abs. 4 PBG au s drücklich er- wähnt. Indessen ve rlangt § 7 Abs. 3 PBG lediglich, dass über nicht b erücksichtigte Einwendungen gesamthaft bei der Planfes tsetzung entschieden werde. Daraus lässt sich aber kein allgeme iner Anspruch auf eine detaillierte Auflistung der Gründe a b- leiten, die zu einer Nichtb eachtung der ge ltend gemachten Einwendungen geführt haben. Immerhin erfordert der Grundsatz des rechtlichen Gehörs, dass sich das für die Planfestsetzung zuständige Organ mit Einwendungen geg en die aufge legten Pläne materiell auseinandersetzt. Ge rade bei der Festsetzung kommunaler Nu t- zungspläne, die in den Zuständigkeitsbereich der Gemeindeversammlung fällt, kann jedoch schon aus Gründen der Praktikabilität nicht verlangt we rden, dass sich die Versammlung der Stimmbürger mit jeder Einwe ndung im ei nzelnen befasst. Hier muss es genügen, wenn in der W eisung zuhanden der Stimmberechtigten über die nicht berücksichtigten Einwendungen berichtet wird (vgl. dazu Haller/Karlen, Raum - planungs- und Baurecht, 2. A., Zürich 1992, N 435). 6. Besondere Umstände sind dann gegeben, wenn Einwendungen gegen eine von Dritten beantragte Änderung der Nutzungsplanung (Initiative) erhoben werden und auch der Gemeinderat diese Änderung ablehnt. In derartigen Fällen ist nicht er- forderlich, in der W eisung noch ausdrücklich auf entsprechende Einwendungen hi n- zuweisen, da vo rausgesetzt werden kann, dass sich die Gemeindeversammlung mit - 2 - den entspreche nden Fragen materiell auseinandersetzt. Dasselbe muss aber auch gelten, wenn sich der Betroffene an der Gemeindeversammlung nochmals ausdrüc k- lich zu seinem Anliegen äussert (vgl. dazu etwa BGE 111 la 164) oder die entspr e- chenden Einwendungen in anderen Voten zur Sprache kommen. Mit Eingabe vom 15. März 1993 hatte die Rekurrentin im Sinne von § 7 Abs. 2 PBG verschiedene Einwendu ngen gegen die geplante Zonenplanrevision erhoben. Sämtliche dieser Einwendungen sind ausdrücklich oder sinngemäss in der W eisung des Gemeinderates zuhanden der Stimmberechtigten aufgeführt, bzw. wurden von der Rekurrentin a nlässlich der Gemeindeversammlung noch einmal vorgetragen oder k amen in anderen Voten zur Sprache. Zwar wurde - in Abweichung von der schriftlichen Eingabe - nicht mehr ausdrücklich auf die mögliche Erschliessung des rekurrentischen Grundstü cks über die W egparzelle Kat. -Nr. X hingewiesen. Dieser Punkt ist jedoch in der - anlässlich der Gemeindeversammlung diskutierten - Frage nach der Erschliessung des strittigen Gebietes über die Y. -strasse mitenthalten. Damit ergibt sich, dass dem von der R ekurrentin geltend gemachten Anspruch auf rechtliches Gehör Genüge getan worden ist.