Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 9. November 2016 (810 2016 29) ___________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Stefan Schulthess, Gerichtsschreiberin i.V. Claudia Caderas Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Simon Berger , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal, Beschwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligun g und Wegweisung (RRB Nr. 24 vom 12. Januar 2016) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Der 1987 geborene türkische Staatsangehörige A.____ lebte zwischen 1998 und 2005 – zusammen mit seinen Eltern und Geschwistern – in Deutsc hland, wo er in B.____ die Schule besuchte. Im September 2005 wurde er aufgrund der Ab weisung seines Asylantrages – zu- sammen mit seinem Vater und seinen Geschwistern – in die Türkei ausgeschafft. B. Am 9. Januar 2007 reiste A.____ in die Schweiz ein, wo er am 11. Januar 2007 einen Asylantrag stellte. Mit Verfügung vom 1. März 2007 stellte das damalige Bundesamt für Migrati- on (BFM, heute: Staatssekretariat für Migration [SEM]) fest, dass A.____ die Flüchtlingseigen- schaft nach Art. 3 Abs. 1 und 2 des Asylgesetzes (AsylG) vom 26. Juni 1998 nicht erfülle. Den- noch wurde ihm Familienasyl gewährt, weil bereits sein er Mutter und seinen minderjährigen Geschwistern Asyl gewährt worden war. Das Amt für Migrat ion des Kantons Basel-Landschaft (AfM) stellte A.____ daraufhin eine Aufenthaltsbewilligung aus. C. In der Folge arbeitete A.____ sporadisch als Hilfsmo nteur bei Gerüstbau-Firmen. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 14. Januar 2011 wurde er der mehr- fachen Tätlichkeit, der mehrfachen teilweise versuchten Nötigung und der mehrfachen Wider- handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig erklärt und zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- sowie zu einer Busse von Fr. 800.-- verurteilt. Ausserdem wurde ihm die Weisung erteilt, das Lernprogramm gege n häusliche Gewalt der Interventions- stelle Basel-Landschaft zu absolvieren. D. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaf t vom 26. Mai 2011 wurde A.____ – als Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 14. Januar 2011 – wegen mehrfachen (teilweise versuchten) Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie wegen Raufhandels zu einer bedingten Geldstrafe von 20 0 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- verur- teilt. E. Aufgrund der strafrechtlichen Verurteilungen sowie wegen Betreibungen in der Höhe von Fr. 55‘968.90 und Verlustscheinen in der Höhe von F r. 5‘969.65 wurde A.____ am 1. Februar 2012 durch das AfM ausländerrechtlich verwarnt. Man erwarte von ihm, dass er nicht mehr straffällig werde, seine Schulden nach Möglichkeit zurückzahle und keine neuen Schulden generiere. F. Vom 29. September 2012 bis zum 23. Januar 2013 sass A.____ in Untersuchungshaft. Mit Strafbefehl vom 19. Dezember 2013 verurteilte ihn die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft schliesslich wegen mehrfacher versuchter Nötigung sowie mehr facher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und wegen Betäubungsmittelk onsums zu einer bedingten Geld- strafe von 120 Tagessätzen zu je Fr. 70.-- sowie zu einer Busse von Fr. 300.--. G. Mit Schreiben vom 11. August 2014 gelangte das AfM an A.____ und gewährte ihm das rechtliche Gehör im Hinblick auf eine allfällige Wegweisung aus der Schweiz. Dabei wies es ihn unter anderem auf seine nicht unerhebliche Sozialhilfeabhängigkeit hin. Überdies machte es A.____ darauf aufmerksam, dass er seit dem 8. Januar 201 4 nicht mehr im Besitze eines gülti- gen Ausländerausweises sei und er sich für eine Verlänger ung seiner Aufenthaltsbewilligung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht zwingend bei einer Gemeinde im Kanton Basel-Landschaft anmelden und Wohnsitz nehmen müsse. H. Am 6. Oktober 2014 verfügte das AfM den Widerruf de s Asyls und die Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung von A.____ und wies d iesen spätestens per 6. November 2014 aus der Schweiz weg. Zur Begründung wurde im Wesentli chen ausgeführt, dass A.____ mit seinem Verhalten den Widerrufsgrund des schwerwiegende n Verstosses gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Auslän- derinnen und Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005 gesetzt habe. I. Gegen diese Verfügung führte A.____, vertreten du rch Simon Berger, Advokat in Liestal, mit Eingabe vom 30. Oktober 2014 Beschwerde beim Regierungsrat und begründete diese mit Eingabe vom 23. Dezember 2014. Er beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Belassung bzw. Verlängerung seiner A ufenthaltsbewilligung sowie die Ge- währung der unentgeltlichen Rechtspflege; dies jeweils unter o/e-Kostenfolge. J. Der instruierende Rechtsdienst von Regierungsrat und L andrat sistierte in der Folge das Beschwerdeverfahren mit Verfügung vom 19. März 2015, um den Ausgang eines am Straf- gericht Basel-Landschaft hängigen Strafverfahrens gegen A.____ abzuwarten. K. Mit Urteil vom 2. Juli 2015 erklärte das Strafgericht Basel-Landschaft A.____ der einfa- chen Körperverletzung, der fahrlässigen einfachen Körpe rverletzung, der Sachentziehung, des Hausfriedensbruchs, der Zechprellerei, der Widerhandl ung gegen das Waffengesetz sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelg esetz schuldig und verurteilte ihn zu einer unbedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je Fr . 10.-- sowie zu einer Busse von Fr. 300.--. Gegen dieses Urteil ging die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft in Berufung. L. Am 3. November 2015 hob der instruierende Rechtsdi enst von Regierungsrat und Landrat die Sistierung des Verfahrens auf. M. Mit Regierungsratsbeschluss vom 12. Januar 2016 (RRB Nr . 24) wies der Regierungs- rat die Beschwerde ab. Er ging aufgrund des negativen Legalverhaltens von A.____ von einem schwerwiegenden Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG aus. N. Fristgerecht erhob A.____, weiterhin vertreten dur ch Simon Berger, Advokat in Liestal, mit Eingabe vom 25. Januar 2016 Beschwerde gegen den RRB Nr. 24 vom 12. Januar 2016 beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteil ung Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Kantonsgericht). Mit Eingabe vom 29. März 2016 beantragt er die vollumfängliche Aufhe- bung des RRB Nr. 24 vom 12. Januar 2016 und die Verlä ngerung bzw. Belassung der Aufent- haltsbewilligung sowie ein Absehen vom Widerruf des Asyl s. Eventualiter sei die Angelegenheit zur neuen Entscheidung im Sinne der Erwägungen an das A fM zurückzuweisen; dies jeweils unter o/e-Kostenfolge. Zudem beantragte er die unent geltliche Rechtspflege mit dem Unter- zeichnenden als Rechtsvertreter. Zur Begründung wird im W esentlichen ausgeführt, dass die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht unverhältnismässig seien. Die politische Lage in der Tür kei sei zurzeit alles andere als sicher, weshalb eine Rückkehr des Beschwerdeführers in sein Heimatland unzumutbar sei. O. Am 26. April 2016 liess sich der Regierungsrat vernehm en. Er beantragt die Abwei- sung der Beschwerde. P. Mit Verfügung vom 2. Mai 2016 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwie- sen. Zugleich wurde dem Beschwerdeführer für das vorlieg ende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. Q. Mit Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abt eilung Strafrecht, vom 3. Mai 2016 wurde die Berufung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft gegen das Urteil vom 2. Juli 2015 teilweise gutgeheissen und der Beschwerdeführer wurde zusätzlich der mehrfachen Tätlichkeit schuldig erklärt und verurteilt. Dieses Urteil ist in Rechtskraft erwachsen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Der Beschwe rdeführer ist Adressat des ange- fochtenen Entscheides und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist. Da sämtliche übrigen fo rmellen Voraussetzungen erfüllt sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsg erichtlichen Beschwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a u nd b VPO darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsve rletzungen zu überprüfen bzw. zu prü- fen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Weite- ren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist de m Kantonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und die damit einhergehende Wegwei- sung zu Recht erfolgten. 3.2 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der S chweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besit zt oder wenn sie nach dem Gesetz kei- ner solchen bedarf (Art. 10 und 11 AuG). Die zuständi ge kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzl ichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilu ng einer Aufenthaltsbewilligung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Ver- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflichtungen sehen dies vor (vgl. Botschaft des Bundesrates vom 8. März 2002 zum Bundesge- setz über die Ausländerinnen und Ausländer [Botschaft AuG ], Bundesblatt [BBl] 2002, S. 3725; BGE 135 II 1 E. 1.1; BGE 133 I 185 E. 2.3; ROSA MARIA LOSADA , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausl änder [Ausländergesetz, AuG], Bern 2010, N 6 zu Art. 3 AuG). Gemäss Art. 3 Abs. 2 AuG wir d Ausländerinnen und Ausländern der Aufenthalt in der Schweiz bewilligt, wenn völkerrechtl iche Verpflichtungen, humanitäre Gründe oder die Vereinigung der Familie es erfordern. 3.3 Zunächst ist festzuhalten, dass zwischen der Schweiz und d er Türkischen Republik keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, welche dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumen würde. 3.4.1 Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Sch utze der Menschenrechte und Grund- freiheiten [Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK] vo m 4. November 1950 sowie in Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei dgenossenschaft [BV] vom 17. Juni 2005 geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens können ausländi- sche Staatsangehörige in besonderen Fällen einen Anspr uch auf Aufenthalt oder Verbleib in einem anderen Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitgliedern führt (BGE 135 I 153 E. 2.1). A rt. 13 BV entspricht dabei der Garantie von Art. 8 EMRK und gewährt im Bereich des Ausländerrechts keine zusätzlichen Ansprüche (BGE 126 II 425 E. 4c/bb; BGE 129 II 215 E. 4.2). De r Schutzbereich von Art. 8 EMRK be- schränkt sich nicht nur auf die Kernfamilie, sondern erfasst auch die Beziehungen zwischen allen nahen Verwandten, die in der Familie eine wese ntliche Rolle spielen können. Allerdings genügen nicht alle familiären Beziehungen, um einen Anspruch auf ein Anwesenheitsrecht ent- stehen zu lassen. Geht es um Personen, die nicht der eige ntlichen Kernfamilie zuzurechnen sind, setzt eine schützenswerte familiäre Beziehung voraus , dass der um die fremdenpolizeili- che Bewilligung ersuchende Ausländer von den hier Anwesen heitsberechtigten abhängig ist, wobei es entscheidend auf den Grad der Eigenständigkei t bzw. seine Fähigkeit, selbständig zu leben, ankommt (BGE 120 Ib 257 E. 1a m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2A.36/2002 vom 14. Mai 2002 E. 3.3). Wie die Vorinstanz zutreffen d feststellte, ist der Beschwerdeführer nicht verheiratet und hat keine Kinder. Weder zu seine r Mutter noch zu seinen Geschwistern, welche in der Schweiz leben, besteht ein Abhängigkeitsverhältnis. Eine Berufung auf das Recht auf Familienleben nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV bleibt dem Beschwerdeführer daher verwehrt. 3.4.2 Gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK kann aus dem Recht auf Schutz des Privatlebens unter besonderen Umständen ein Recht auf Verbleib abgeleite t werden. Nach der Rechtsprechung bedarf es hierfür indessen besonders intensiver, über eine normale Integration hinausgehender privater Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher N atur bzw. entsprechender vertiefter so- zialer Beziehungen zum ausserfamiliären bzw. ausserhäusliche n Bereich (BGE 130 II 281 E. 3.2.1). Der Beschwerdeführer ist weder beruflich int egriert noch bestehen Anhaltspunkte für besonders intensive soziale Bindungen. Überdies verstiess er während mehreren Jahren wie- derholt gegen die hiesige Rechtsordnung (BGer 2C_935/ 2014 vom 11. Mai 2015 E. 2.2). Dar- aus ist zu schliessen, dass er sich nur sehr schlecht in der Schw eiz integriert hat. Folglich kann Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht er sich nicht auf den Schutzbereich des Rechts auf Achtung des Privatlebens nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen. 4. Auch gestützt auf die Bestimmungen des AuG vermag der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz abzuleiten, wie in den nachfolgenden Erwägungen auf- zuzeigen sein wird. 4.1 Der Beschwerdeführer reiste im Januar 2007 zusamme n mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in die Schweiz ein, wo er gestützt auf seine – von seiner Mutter abgeleiteten – Stellung als Asylant eine Aufenthaltsbewilligung erhiel t. Gemäss Art. 2 Abs. 2 Satz 2 AsylG schliesst das Asyl das Recht auf Anwesenheit in der Schweiz e in. Mit Verfügung vom 1. März 2007 stellte das damalige Bundesamt für Migration (BF M, heute: Staatssekretariat für Migration [SEM]) fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseig enschaft nach Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG nicht erfülle. Jedoch wurde ihm Familienasyl gewährt, da zuvor bereits seiner Mutter und seinen (damals) minderjährigen Geschwistern Asyl gewährt worden war. Dies erfolgte gestützt auf den 2007 noch in Kraft stehenden Art. 51 Abs. 2 A sylG, wonach andere nahe Angehörige von in der Schweiz lebenden Flüchtlingen in das Famili enasyl eingeschlossen werden konnten, wenn besondere Gründe für die Familienvereinigung sprachen. 4.2 Gemäss Art. 58 AsylG richtet sich die Rechtsstellung d er Flüchtlinge in der Schweiz nach dem für Ausländerinnen und Ausländer geltenden R echt, soweit nicht besondere Bestim- mungen, namentlich des AsylG und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge, anwendbar sind. Das Asyl kann unter an derem widerrufen werden, wenn Flüchtlinge die innere oder äussere Sicherheit der Schwe iz verletzt haben, gefährden oder be- sonders verwerfliche strafbare Handlungen begangen habe n (Art. 63 Abs. 2 AsylG). Auch kann das Asyl gemäss Art. 64 Abs. 1 lit. d AsylG erlöschen, wenn die Weg- oder Ausweisung vollzo- gen worden ist. Dabei geht das Erlöschen des Asyls dem Wide rruf vor, wie dies in Art. 43 Abs. 1 der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen (AsylV 1) vom 11. August 1999 vorgesehen ist. Diese Bestimmungen wurden erlassen, um ein zweifac hes Verfahren, einerseits vor dem Bundesamt und anderseits bei den kantonalen Ausländerbe hörden, zu vermeiden. Soweit das AuG die Nichtverlängerung oder den Widerruf eines Aufe nthaltstitels, gefolgt von der Wegwei- sung vorsieht, kann das Verfahren zur Wegweisung bezüglich der Auswirkungen auf das Asyl nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Ausweisung g leichgesetzt werden. Damit ist der Rechtsmittelweg der asylberechtigten Person garantiert, indem der Entscheid betreffend Wider- ruf oder Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung in einem Verfahren vor kantonalen Be- hörden erfolgt, das bis vor das Bundesgericht gezogen wer den kann (Art. 83 lit. c Ziff. 2 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG] vom 17. Juni 2005). Ein vorgängiges zusätzliches Verfahren betreffend das entzoge ne bzw. widerrufene Asylrecht vor Bundesverwaltungsgericht würde das Verfahren bloss umstän dlicher machen und unnötig ver- längern. Somit können die kantonalen Behörden entsche iden, den Aufenthaltstitel einer asylbe- rechtigten Person zu widerrufen oder nicht mehr zu ver längern, um sodann die Wegweisung zu verfügen und zu vollziehen, ohne dass das Asyl vorgängig wi derrufen wurde (BGE 139 II 65 E. 4.4 = Pra 102 [2013] Nr. 43). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3.1 Die Weg- oder Ausweisung von Flüchtlingen richte t sich gemäss Art. 65 AsylG nach Art. 64 AuG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 lit. b und Art. 6 8 AuG. Demnach dürfen asylberechtigte Perso- nen nur ausgewiesen werden, wenn sie in schwerwiegende r Weise gegen die öffentliche Si- cherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland ve rstossen haben oder diese gefährden oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährden. Die "öffentliche Sicherheit und Ordnung" bildet den Oberbegriff der polizeilichen Schutzgüter: Die öffentliche Ordnung umfasst die Ge- samtheit der ungeschriebenen Ordnungsvorstellungen, dere n Befolgung nach der herrschen- den sozialen und ethischen Anschauung als unerlässliche V oraussetzung eines geordneten menschlichen Zusammenlebens anzusehen ist. Die öffentli che Sicherheit bedeutet die Unver- letzlichkeit der objektiven Rechtsordnung, der Rechtsgüter der Einzelnen (Leben, Gesundheit, Freiheit, Eigentum, usw.) sowie der Einrichtungen des Staates. Eine Verletzung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist somit namentlich gegeben bei erheblichen oder wiederholten Verstössen gegen gesetzliche Vorschriften oder behördlich e Verfügungen sowie bei Nichterfül- lung der öffentlich-rechtlichen (bspw. Steuern, Kranken kassenprämien) oder privatrechtlichen Verpflichtungen (bspw. Mietzinse, Prämien privater Versicherungen; vgl. Art. 80 Abs. 1 lit. a und b der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwer bstätigkeit [VZAE] vom 24. Oktober 2007). 4.3.2 Im Gegensatz zum Widerruf einer Aufenthaltsbewi lligung gemäss Art. 62 lit. c AuG, welcher voraussetzt, dass die Ausländerin oder der Ausländer "erheblich oder wiederholt" ge- gen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen ha t, setzt der Widerruf der Niederlas- sungsbewilligung bzw. vorliegend die Wegweisung eines Asylb erechtigten nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG voraus, dass ein solcher Verstoss "in schwerwi egender Weise" erfolgt ist. Damit wer- den vergleichsweise erhöhte Anforderungen an einen Bewi lligungswiderruf gestellt, was sich eindeutig aus dem französischen Wortlaut der genannten Bestimmungen ergibt. Während Art. 62 lit. c AuG von einem Verstoss "de manière grave ou rép étée" spricht, wird in Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG die qualifizierte Formulierung "de manièr e très grave" verwendet (BGE 137 II 297 E. 3.2). Zur Abgrenzung zwischen Art. 62 lit. c und Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG ist in erster Linie auf den Stellenwert des beeinträchtigten Rechtsgutes abzust ellen. Die Praxis geht bei Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG von der Erfüllung der qualifizierten For mulierung aus, wenn die ausländische Per- son mit ihrem Handeln besonders hochwertige Rechtsgüter wie namentlich die körperliche, psychische und sexuelle Integrität eines Menschen verletzt o der in Gefahr gebracht hat. Indes können auch vergleichsweise weniger gravierende Pflichtver letzungen als "schwerwiegend" im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG bezeichnet werden (BGE 137 II 237 E. 3.3). Namentlich kann auch eine Summierung von Verstössen, die für sich genomme n für einen Widerruf nicht ausrei- chen würden, einen Bewilligungsentzug rechtfertigen. D iesfalls ist nicht die Schwere der ver- hängten Strafen, sondern die Vielzahl der Delikte en tscheidend. Ein Widerruf der Niederlas- sungsbewilligung soll auch dann möglich sein, wenn sich ei ne ausländische Person von straf- rechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken lässt und damit zeigt, dass sie auch zukünftig we- der gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten (vgl. Botschaft des Bundesrates vom 8. März 2002 zum Bundesgesetz über die Ausländerinne n und Ausländer, BBl 2002 3709, 3809 f.). Ob eine Ausländerin oder ein Ausländer will ens und in der Lage ist, sich in die hier geltende Ordnung einzufügen, ist anhand einer Gesamtbe trachtung ihres bzw. seines Verhal- tens zu beurteilen (BGE 137 II 297 E. 3.3; BGer 2C_1 60/2013 vom 15. November 2013 Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 2.1.1; vgl. auch A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, N 8.29 ; S ILVIA HUNZIKER , in: Caroni/Gächter/ Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N 19 zu Art. 63 AuG; MARC SPESCHA , in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka [Hrsg.], Kommen- tar Migrationsrecht, 4. Aufl., Zürich 2015, N 10 zu Art. 63 AuG). 4.4 Seit seiner Einreise in die Schweiz 2007 trat der Beschwerdeführer folgendermassen strafrechtlich in Erscheinung: − Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vo m 14. Januar 2011: Verurteilung zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tage ssätzen zu je Fr. 30.-- sowie zu einer Busse von Fr. 800.-- wegen mehrfachen Tätlichkei ten, mehrfacher teilweise ver- suchter Nötigung und mehrfacher Widerhandlung gegen da s Betäubungsmittelgesetz. Er- teilung einer Weisung, das Lernprogramm gegen häusliche Gewalt der Interventionsstelle Basel-Landschaft zu absolvieren − Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vo m 26. Mai 2011: Verurteilung zu einer bedingten Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- wegen mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfa- chen Hausfriedensbruchs sowie wegen Raufhandels. Dies al s Zusatzstrafe zum Strafbe- fehl vom 14. Januar 2011 − Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vo m 19. Dezember 2013: Verurteilung zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Ta gessätzen zu je Fr. 70.-- sowie zu einer Busse von Fr. 300.-- wegen mehrfacher versuchter Nötigung sowie mehrfacher Wi- derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und Betäubungsmittelkonsums − Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 3. Mai 2 016: Verurteilung zu einer unbedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je Fr. 10.-- sowie zu einer Busse von Fr. 500.-- wegen einfacher Körperverl etzung, fahrlässiger einfacher Körperverletzung, mehrfacher Tätlichkeiten, Sachentzieh ung, Sachbeschädigung, Haus- friedensbruchs, Zechprellerei, Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 4.5 Auch wenn für sich betrachtet die einzelnen Verfeh lungen jeweils nicht schwer genug wiegen, um einen Widerrufsgrund im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG anzunehmen, ist fest- zustellen, dass der Beschwerdeführer während Jahren immer wieder in nicht unerheblicher Weise gegen die Rechtsordnung verstiess. Auch die Summi erung von Verstössen kann einen Bewilligungsentzug bzw. eine Nichtverlängerung der Aufe nthaltsbewilligung rechtfertigen (BGer 2C_865/2015 vom 1. Oktober 2015 E. 2.2.2). Hervorzuheb en sind vorliegend insbesondere die immer wiederkehrenden Verletzungen des hochwertigen R echtsgutes der körperlichen und psychischen Integrität. Sämtliche Verurteilungen des Beschwerdeführers wurden sodann in den letzten fünf Jahren ausgesprochen und hinsichtlich der V erletzung der körperlichen Integrität ist – wie die Vorinstanz zutreffend darlegte – ein Anstieg der Intensität der verübten Delikte festzu- stellen ("von Tätlichkeiten zu Raufhandel und einfache r Körperverletzung", RRB Nr. 24 vom 12. Januar 2016, E. 5e, S. 8). Zudem verletzte der Be schwerdeführer mehrfach auch andere Rechtsgüter (insbesondere fremdes Eigentum) und zeigte i nsofern eine regelrechte Unbelehr- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht barkeit, als er sich weder durch die ausgesprochenen Stra fen noch durch die ausländerrechtli- che Verwarnung des AfM vom 1. Februar 2012 von der Bege hung weiterer Delikte abhalten liess. 4.6 Das negative Verhalten des Beschwerdeführers spiegelt sich überdies in dessen Schuldenwirtschaft wider. Gemäss Auszug aus dem Betreibung sregister vom 27. Oktober 2016 sind unter der neuen Wohnadresse des Beschwerdeführers in Augst bereits drei Betreibungen mit einem Gesamtbetrag von Fr. 12‘381.05 registriert . Damit sind beim Beschwerdeführer ge- samthaft bisher 21 Betreibungen von über Fr. 70‘000.- - und 11 Verlustscheine von knapp Fr. 60‘000.-- zu verzeichnen. Offenbar ist es dem Beschwerdeführer seit der ersten Verwarnung vom 1. Februar 2012 nicht gelungen, seine Schulden zu begrenzen, geschweige denn zu redu- zieren. Vielmehr häufte er weiterhin Schulden an und kümmerte sich nicht um eine Schulden- sanierung (BGer 2C_345/2011 vom 3. Oktober 2011 E. 2. 2). Angesichts dieses wiederholten und seit längerer Zeit andauernden Fehlverhaltens des Beschwerdeführers ist davon auszuge- hen, dass er seine Schulden mutwillig generiert hat. Fo lglich ist dem Beschwerdeführer die mutwillige Nichterfüllung öffentlich-rechtlicher und privatrechtlicher Verpflichtungen im Sinne von Art. 80 Abs. 1 lit. b VZAE vorzuwerfen. 4.7 Nach dem Gesagten sind die Vorinstanzen namentlich a ufgrund der wiederholten Straffälligkeit des Beschwerdeführers sowie des Ranges der verletzten Rechtsgüter zu Recht von einem schwerwiegenden Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG ausgegangen. Folglich lie gt ein Widerrufsgrund vor, welcher auch zur Wegweisung einer asylberechtigten Person genügt. Di es wird seitens des Beschwerdefüh- rers auch nicht bestritten, welcher in seiner Beschwerd eschrift vom 29. März 2016 lediglich die Unverhältnismässigkeit der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz geltend macht. 5. Der Entscheid darüber, ob eine Bewilligung gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG tat- sächlich nicht verlängert werden soll, liegt im Ermessen der zuständigen Behörde. Dazu bedarf es eines Ermessensentscheids, welcher nach den allgemeinen Grundsätzen pflichtgemäss und unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls zu tref fen ist (vgl. A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländer recht – Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Stra frecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, 2. Auflage, Basel 2009, N 8.44). Im Rahmen i hrer Ermessensausübung haben die Behörden gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen Interessen, die persönlichen Verhältnisse des Betroffenen, den Grad seiner Integration, die Sch were der begangenen Delikte und seines Verschuldens, den seit der Tat vergangenen Zeitraum und das Verhalten des Betroffenen wäh- rend diesem zu berücksichtigen. Im angefochtenen Entschei d hat der Regierungsrat, welchem volle Kognition im Bereich der Ermessensprüfung zukommt, d iese Kriterien ausführlich geprüft, unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des Einzelfall es beurteilt und seinen Entscheid nachvollziehbar begründet. Somit hat sich der Regierung srat mit den in Frage stehenden Inte- ressen auseinandergesetzt und sein Ermessen pflichtgemäss au sgeübt. Eine Überschreitung, Unterschreitung oder ein Missbrauch des Ermessens sind nicht erkennbar. Eine weitergehende inhaltliche Angemessenheitskontrolle ist dem Kantonsger icht nicht gestattet (E. 2). Es ist dem- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht zufolge nicht zu beanstanden, dass es der Regierungsrat abgelehnt hat, dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung ermessensweise zu verlängern. 6.1 In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen, o b die Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung des Beschwerdeführers verhältnis- mässig im Sinne von Art. 5 Abs. 2 BV sind. Bei der Verhä ltnismässigkeitsprüfung sind nament- lich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen An- wesenheit sowie die dem Betroffenen drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3). 6.2 Wie die Vorinstanz in ihren Erwägungen zutreffend darlegte, wurde der Beschwerde- führer zwar nie zu einer empfindlichen Strafe verurte ilt, weshalb sich das jeweilige Tatverschul- den als nicht sehr gravierend präsentiert. Dessen ungea chtet ist festzustellen, dass der Be- schwerdeführer mehrfach besonders hochwertige Rechtsgüter – wie die körperliche und psy- chische Integrität – verletzt und gefährdet hat. Der Be schwerdeführer hat sodann während der Probezeit sämtlicher Vorstrafen delinquiert, was auf ei ne erhebliche Uneinsichtigkeit schliessen lässt. Aus der Gesamtheit des bisherigen Verhaltens des Be schwerdeführers ergibt sich, dass dieser offensichtlich weder gewillt noch in der Lage ist, die hiesige Rechtsordnung zu respektie- ren. Angesichts der wiederholten und fortgesetzten Straf fälligkeit des Beschwerdeführers be- steht ein beachtliches öffentliches Interesse an der verfügten ausländerrechtlichen Massnahme. 6.3 Der Beschwerdeführer ist in Anbetracht seines langjä hrigen Aufenthaltes in der Schweiz auch abgesehen von seiner Straffälligkeit schlecht integriert. Die wirtschaftliche In- tegration ist angesichts der längeren Sozialhilfeabhängigkeit, der Schulden sowie der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit geraumer Zeit keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, nicht gegeben. Auch im heutigen Zeitpunkt bestehen keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer ein Ein- kommen erwirtschaftet. Aufgrund der weitgehend ausgebli ebenen Arbeitsbemühungen ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in absehbar er Zeit eine Anstellung wahrneh- men und seine Eigenversorgung nachhaltig steigern wird. Dem Beschwerdeführer ist es folglich während seiner mittlerweile knapp zehnjährigen Anwese nheit in der Schweiz nicht gelungen, sich beruflich zu integrieren. Seine Versuche, auf dem Arbeitsmarkt Fuss zu fassen, sind mehr- fach gescheitert. Die soziale Integration des Beschwerde führers ist auch insofern nicht als ge- lungen zu bezeichnen, als er sich nach wie vor regelmässig in der Drogenszene aufhält, von welcher er sich bisher nicht ablösen konnte. 6.4 Der Beschwerdeführer verbrachte den ersten Teil seine r Kindheit in der Türkei und lebte zwischen 1998 und 2005 – zusammen mit seinen Elter n und Geschwistern – in Deutsch- land, wo er in B.____ die Schule besuchte. Im Septem ber 2005 wurde er aufgrund der Abwei- sung seines Asylantrages – zusammen mit seinem Vater und sein en Geschwistern – in die Tür- kei ausgeschafft, bis er am 9. Januar 2007 in die Schweiz einreiste, wo er einen Asylantrag stellte. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Beschwerd eführer heute keinen grossen Bezug mehr zu seiner Heimat, der Türkei, aufweist. Zwa r spricht er die beiden Landessprachen Türkisch und Kurdisch und es leben noch einige seiner Verw andten in der Türkei. Eine Rück- kehr in die Türkei würde den Beschwerdeführer dennoch zweifelsohne vor grosse Herausforde- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungen stellen. Allerdings ist ihm eine solche als jun ger und gesunder Mann, der überdies auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar ist, nicht per se unzumutbar. Der generelle Verweis auf die politi- sche Lage in der Türkei stellt sodann keinen Grund dar, welcher eine Rückreise des Beschwer- deführers als unzumutbar erscheinen liesse. Der Beschwerd eführer hat in seiner Beschwerde- schrift vom 29. März 2016 im Übrigen in keiner Weise dar gelegt, inwiefern er in der Türkei tat- sächlich politisch besonders gefährdet wäre. Bereits das d amalige Bundesamt für Migration hat ihm denn auch mit Verfügung vom 1. März 2007 im Rahm en des Asylverfahrens die Flücht- lingseigenschaft ausdrücklich abgesprochen. In Würdigung all dieser Umstände ist es dem ledi- gen und kinderlosen Beschwerdeführer zuzumuten, in seine Heimat zurückzukehren. 6.5 Aufgrund des negativen persönlichen Verhaltens des Beschwerdeführers sowie na- mentlich dessen Straffälligkeit überwiegen die öffentlichen Interessen an einer Wegweisung des Beschwerdeführers gegenüber dessen privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegwei- sung aus der Schweiz sind somit auch unter dem Gesichtspun kt der Verhältnismässigkeit nicht zu beanstanden. 6.6 Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen erweist sich die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz als rechtmässig. Demzufolge hat der Beschwerdeführer die Sch weiz spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu verlassen. 7.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das verwaltungs- gerichtliche Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpfl ichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden nach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer legt. Vorliegend sind die Verfah- renskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- dem Beschwerdefü hrer aufzuerlegen. Zufolge Bewilli- gung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Ver fahrenskosten zulasten der Gerichts- kasse. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge B ewilligung der unentgeltlichen Ver- beiständung wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführ ers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘549.05 (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 7.2 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingew iesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in de r Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der une ntgeltlichen Pro- zessführung und Verbeiständung gehen die Verfahrenskosten zu Las- ten der Gerichtskasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Be willigung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung wir d dem Rechts- vertreter des Beschwerdeführers ein Honorar von Fr. 1‘54 9.05 (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 6. Januar 2017 Beschwe rde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_14/2017) erhoben.