<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00045</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106153&amp;W10_KEY=4467148&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00045</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.06.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht ist auf eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 08.10.2001 nicht eingetreten.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nachträgliche Baubewilligung für ein Gartengerätehaus innerhalb einer Arealüberbauung<br/><br/>Keine Nichtigkeit der (verspätet) angefochtenen Baubewilligung (E. 1, 2e). Wird die Zustellung des baurechtlichen Entscheids nicht rechtzeitig verlangt, ist das Rekursrecht auch dann verwirkt, wenn der (grundsätzlich rekurslegitimierte) Nachbar im Zeitpunkt der öffentlichen Bekanntmachung noch nicht Eigentümer des Nachbargrundstücks war (E. 2b). Die Regelung der Verwirkung des Rekursrechts gemäss Art. 315 f. PBG hält vor Art. 6 EMRK stand (E. 2d).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AREALÃBERBAUUNG">AREALÃBERBAUUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GARTENHAUS">GARTENHAUS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHBAR">NACHBAR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEBENBESTIMMUNG">NEBENBESTIMMUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTIGKEIT">NICHTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSNACHFOLGE">RECHTSNACHFOLGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: RECHTSSCHUTZ">RECHTSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Verwaltungsinterne Rechtspflege ST: REKURS">REKURS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REKURSRECHT">REKURSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWIRKUNG">VERWIRKUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 6 EMRK</span><br/><span class="gerade">§ 71 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 315 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 316 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 321 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2001 Nr. 12</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A. D.1 und D.2 sind EigentÃ¼mer der zur ArealÃ¼berbauung "G" gehÃ¶renden Ein­familienhausliegenschaft Kat.Nr. 01 in X. Im Jahr 1998 erstellten sie auf ihrem Grund­stÃ¼ck eigenmÃ¤chtig ein GartengerÃ¤tehaus. In der Folge ersuchten sie um die Erteilung der nachtrÃ¤glichen baurechtlichen Bewilligung. Das (bereits realisierte) Vorhaben wurde am 18. Dezember 1998 Ã¶ffentlich bekannt gemacht. Gesuche um Zustellung des baurechtli­chen Entscheids im Sinn von § 315 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. Septem­ber 1975/1. September 1991 (PBG) wurden keine gestellt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>B. Mit Beschluss vom 19. Januar 1999 wies die Baukommission X das (nachtrÃ¤gli­che) Baugesuch ab. Gegen die Bewilligungsverweigerung liessen D.1 und D.2 an die Bau­rekurskommission II rekurrieren. In WiedererwÃ¤gung des genannten Beschlusses erteilte der Bauausschuss X die baurechtliche Bewilligung am 16. Mai 2000. Dagegen gelangten A.1 und A.2 als EigentÃ¼mer der unmittelbar an das BaugrundstÃ¼ck angrenzenden und ebenfalls zur ArealÃ¼berbauung "G" gehÃ¶renden Liegenschaft am 21. Juli 2000 an die Bau­rekurskommission II mit dem Antrag, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und das Verfahren sei an den Bauausschuss X zurÃ¼ckzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit Beschluss vom 12. Dezember 2000 trat die Baurekurskommission II auf den Rekurs nicht ein. Sie erwog zusammengefasst, dass keine Begehren um Zustellung des bau­­rechtlichen Entscheids eingereicht worden seien. Unerheblich sei, dass die Rekurrie­renden im Dezember 1998 noch nicht EigentÃ¼mer ihres damals erst in Ãberbauung begrif­fenen GrundstÃ¼cks gewesen seien. Sie mÃ¼ssten sich das Verhalten ihres RechtsvorgÃ¤ngers, der es unterlassen habe, um Zustellung des baurechtlichen Entscheids zu ersuchen, anrech­nen lassen. Das Rekursrecht sei daher verwirkt. Anders verhielte es sich nur dann, wenn dem angefochtenen Beschluss eine erneute Ã¶ffentliche Bekanntmachung des Bauvorhabens hÃ¤tte vorausgehen mÃ¼ssen. Das sei indessen nicht der Fall, weil sich der Beurteilungsge­gen­stand seit Dezember 1998 nicht verÃ¤ndert habe. Daran Ã¤ndere nichts, dass in der Bewil­ligung vom 16. Mai 2000 darauf abgestellt werde, dass sich die Ã¼berwiegende Mehrheit der GrundeigentÃ¼mer der Ãberbauung "G" verpflichtet habe, allfÃ¤llige GartenhÃ¤user gestalte­risch und volumetrisch dem Streitobjekt anzupassen. Dazu kÃ¶nnten die Rekurrierenden schon deshalb nicht verpflichtet werden, weil sie ihre Zustimmung verweigert hÃ¤tten. FÃ¼r sie stelle sich die Situation nicht wesentlich anders dar, wie wenn das GerÃ¤tehaus schon am 19. Januar 1999 bewilligt worden wÃ¤re. Auch diesfalls wÃ¤re ein Referenz­objekt geschaffen worden, das bei der Beurteilung des gestalterischen GenÃ¼gens weiterer derartiger Bauten zu berÃ¼cksichtigen wÃ¤re. Ob und mit welcher Gestaltung ein GartengerÃ¤tehaus auf dem GrundstÃ¼ck der Rekurrierenden zulÃ¤ssig sei, werde unabhÃ¤ngig vom Beschluss der Grund­eigentÃ¼mer vom 10. Februar 2000 zu beurteilen sein. Das Recht der Rekurrierenden zur Rechtsmittelerhebung ergebe sich schliesslich auch nicht daraus, dass ihnen der angefoch­tene Entscheid durch den Bauausschuss X zugestellt worden sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit rechtzeitiger Beschwerde vom 2. Februar 2001 liessen die unterlegenen Re­kurrierenden dem Verwaltungsgericht beantragen, der Entscheid der Baukommission X vom 16. Mai 2000 sei als nichtig zu erklÃ¤ren und aufzuheben. Eventuell sei der Rekurs­entscheid vom 12. Dezember 2000 aufzuheben und die Sache zur materiellen Beurteilung an die Baurekurskommission II zurÃ¼ckzuweisen. Die Baurekurskommission II beantragte am 22. Februar 2001, die Beschwerde sei abzuweisen. Mit Beschwerdeantwort vom 7./ 9. MÃ¤rz 2001 stellte die Baukommission X den Antrag, auf die Beschwerde sei nicht ein­zutreten, eventuell sei diese abzuweisen. Ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde schlos­sen D.1 und D.2 mit Beschwerdeantwort vom 11. April 2001.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden - soweit erforderlich - nachstehend wie­dergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Der Hauptantrag der BeschwerdefÃ¼hrenden geht dahin, es sei die baurechtliche Bewilligung vom 16. Mai 1999 "als nichtig zu erklÃ¤ren und aufzuheben". BegrÃ¼ndet wird der Antrag damit, dass gegenÃ¼ber der privaten Beschwerdegegnerschaft vor Erteilung die­ser Bewilligung mÃ¼ndlich die Auflage statuiert worden sei, sie habe die Zustimmung der anderen GrundeigentÃ¼mer der Ãberbauung "G" zum Baustil und den Dimen­sionen ihres GartengerÃ¤tehauses einzuholen. Da die BeschwerdefÃ¼hrenden ihre Zustim­mung verweigert hÃ¤tten, habe sich die Baukommission X "Ã¤usserst widersprÃ¼chlich verhalten". Sie habe ferner das Prinzip der Einheit der Baubewilligung verletzt, weil Nebenbestimmungen Be­standteil des baurechtlichen Entscheids bildeten und daher in Schriftform zu ergehen hÃ¤t­ten. Diese MÃ¤ngel der angefochtenen Bewilligung seien als besonders schwer zu gewich­ten, so dass entsprechend dem gestellten Antrag zu verfahren sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrenden ist nicht zu folgen. Was vor Erteilung der Baubewilligung vom 16. Mai 2000 zwischen den GrundeigentÃ¼mern der ArealÃ¼ber­bauung "G" vereinbart bzw. besprochen worden ist, bildet nicht Teil der Bauerlaubnis, dies selbst dann nicht, wenn sich die Baukommission X gegenÃ¼ber der privaten Beschwerde­gegnerschaft dahin geÃ¤ussert haben sollte, dass die (nachtrÃ¤gliche) baurechtliche Bewilli­gung nur dann erteilt werden kÃ¶nne, wenn mit den Ã¼brigen EigentÃ¼mern Ã¼ber Stil und Di­mensionen kÃ¼nftiger GartengerÃ¤tehÃ¤user eine Einigung erzielt werde. Hinzu kommt, dass eine solche Einigung ja gerade nicht erzielt worden ist, weil die BeschwerdefÃ¼hrenden ihre Zustimmung verweigert haben. Die Annahme einer Nebenbestimmung im Sinn von § 321 PBG ist im Ãbrigen schon begrifflich ausgeschlossen, wenn es wie hier an einer Baube­willigung fehlt und deren Erteilung noch offen ist. Die Baukom­mission X hat der privaten Beschwerdegegnerschaft die nachtrÃ¤gliche Bauerlaubnis erst am 16. Mai 2000 erteilt und zwar ohne Statuierung einer Nebenbestimmung, also vorbehaltlos. Die ErwÃ¤gung im bau­rechtlichen Entscheid, es kÃ¶nne hinsichtlich weiterer Gesuche "aufgrund des Mehrheitsent­scheides der MiteigentÃ¼mer davon ausgegangen werden, dass diese sich an den Stil und die Dimension desjenige(n) der Familie D halten werden", berÃ¼hrt die private Beschwerdegeg­nerschaft nicht. Die Baukommission X wird, wie die Baurekurskommission II zutreffend festgehalten hat, bei jedem kÃ¼nftigen Gesuch fÃ¼r ein GartengerÃ¤tehaus im Einzelfall zu prÃ¼fen haben, ob die Voraussetzungen von § 71 PBG erfÃ¼llt sind. Fehlt es aber an einer die private Beschwerdegegnerschaft be­las­tenden Nebenbestimmung, so ist der Behauptung, die Baukommission X habe den Grundsatz der Einheit der Baubewilligung verletzt (dazu vgl. RB 1989 Nr. 83 [= BEZ 1989 Nr. 14] mit Hinweisen), der Boden von vornherein ent­zogen. Ein Verstoss gegen diesen Grundsatz lÃ¤ge hÃ¶chstens dann vor, wenn in der bau­rechtlichen Bewilligung die Regelung einer nicht lediglich untergeordneten Frage in ein spÃ¤teres Verfahren verwiesen worden wÃ¤re. Ein solche Sachverhalt ist hier nicht gegeben. Von einem nichtigen Entscheid wegen verfahrensrechtlicher MÃ¤ngel kann mithin nicht die Rede sein. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Das Baugesuch fÃ¼r das von der privaten Beschwerdegegnerschaft eigenmÃ¤ch­tig errichtete GartengerÃ¤tehaus ist wie erwÃ¤hnt am 18. Dezember 1998 im Sinn von § 314 Abs. 1 PBG Ã¶ffentlich bekannt gemacht worden. Begehren um Zustellung des baurechtli­chen Entscheids gemÃ¤ss § 315 Abs. 1 PBG sind unbestritten keine gestellt worden, auch von Seiten der BeschwerdefÃ¼hrenden nicht. Damit ist die Baurekurskommission II zu Recht von der Verwirkung des Rekursrechts ausgegangen (§ 316 Abs. 1 PBG). Das Ver­waltungsgericht hat entschieden, dass die Regelung gemÃ¤ss §§ 315 f. PBG verfassungskon­form ist (RB 1993 Nr. 52 = BEZ 1993 Nr. 14 = ZBl 95/1994, S. 184 ff.). Daran ist festzu­halten. Die Frist gemÃ¤ss § 315 Abs. 1 PBG ist nach der verwaltungsgerichtlichen Recht­sprechung selbst dann einzuhalten, wenn die Nichtigkeit des baurechtlichen Entscheids geltend gemacht wird (VGr, 25. August 1994, VB 94/0077). An der massgeblichen Rechts­lage Ã¤ndert nichts, dass der baurechtliche Entscheid den BeschwerdefÃ¼hrenden seitens der Baukommission X zugestellt worden ist. Schliesslich ist auch nicht einzusehen, dass hier vom Grundsatz gemÃ¤ss § 315 Abs. 1 PBG deshalb abzuweichen sei, weil es um die nach­trÃ¤gliche Bewilligung fÃ¼r eine bereits erstellte Baute geht. Der Vorwurf, die Baurekurs­kommission II habe Ã¼berspitzt formalistisch entschieden, ist unbegrÃ¼ndet. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Einen anderen Entscheid vermag auch der Umstand nicht zu rechtfertigen, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden im Zeitpunkt der Ã¶ffentlichen Bekanntmachung noch nicht Ei­gentÃ¼mer ihres GrundstÃ¼cks waren. Zutreffend hat die Baurekurskommission II diesbezÃ¼g­lich erwogen, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden in die Rechtsstellung ihres RechtsvorgÃ¤ngers eingetreten sind. Hat der frÃ¼here EigentÃ¼mer auf ein Gesuch um Zustellung des baurechtli­chen Entscheids verzichtet, so mÃ¼ssen sich die Rechtsnachfolger diesen Verzicht anrech­nen lassen. Wer der frÃ¼here EigentÃ¼mer war, ist dabei ohne entscheidende Bedeutung. Es kann auch nicht auf dessen Interessen, insbesondere nicht auf seine Beziehungen zur Bau­herrschaft und seine Auffassung Ã¼ber das nachbarliche Bauvorhaben ankommen. Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden vertretene Auffassung wÃ¼rde letztlich dazu fÃ¼hren, dass jedem spÃ¤teren EigentÃ¼mer die Frist von § 315 Abs. 1 PBG neu angesetzt werden mÃ¼sste und damit auch die Rechtsmittelfrist neu zu laufen beginnen wÃ¼rde. Das ist schon aus GrÃ¼nden der Rechtssicherheit abzulehnen. Hinsichtlich des Eintritts in die Stellung des frÃ¼heren EigentÃ¼mers ist die gleiche Rechtslage gegeben wie beim Erwerb eines GrundstÃ¼cks mit einer widerrechtlich erstellten Baute. Auch dort tritt der Erwerber in die Rechtsstellung des frÃ¼heren EigentÃ¼mers ein und muss er sich in diesem Fall insbesondere dessen bÃ¶sen Glau­ben anrechnen lassen (VGr, 12. Juni 1987, BEZ 1987 Nr. 22 = ZBl 89/1988, S. 261 ff.; RenÃ© A. Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤n­zungsband, Basel und Frankfurt am Main 1990, Nr. 30 II d). Damit kann auch eine Wieder­herstellung der Rechtsmittelfrist nicht in Frage kommen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die BeschwerdefÃ¼hrenden berufen sich sodann auf den in RB 1998 Nr. 119 pu­blizierten Verwaltungsgerichtsentscheid. Danach ist die Baubewilligung Dritten mit Bezug auf sie direkt belastende Nebenbestimmungen auch dann zu erÃ¶ffnen, wenn sie kein Be­gehren im Sinn von § 315 Abs. 1 PBG gestellt haben. Aus diesem Urteil lÃ¤sst sich indessen fÃ¼r das vorliegende Verfahren nichts ableiten, weil die baurechtliche Bewilligung vom 16. Mai 2000 keine die BeschwerdefÃ¼hrenden direkt belastende Nebenbestimmung enthÃ¤lt. Eine solche Nebenbestimmung kann jedenfalls nicht in der unverbindlichen ErwÃ¤gung der Baukommission X erblickt werden, wonach "aufgrund des Mehrheitsentscheides der Mit­eigentÃ¼mer davon ausgegangen werden (kÃ¶nne), dass diese sich an den Stil und die Dimen­sion desjenige(n) der Familie D halten werden". Die Frage, ob kÃ¼nftige Gesuche fÃ¼r Gar­tengerÃ¤tehÃ¤user den Anforderungen von § 71 PBG entsprechen, muss wie dargelegt in je­dem einzelnen Fall konkret geprÃ¼ft werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Die BeschwerdefÃ¼hrenden berufen sich schliesslich auf Art. 6 Abs. 1 der Euro­pÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und machen geltend, dass diese Bestim­mung durch den Nichteintretensentscheid der Baurekurskommission II verletzt sei, weil ihnen dadurch der Zugang zu einem gerichtlichen Verfahren verwehrt werde. Dazu ist zu sagen, dass verfahrensrechtliche Bestimmungen mit Art. 6 Abs. 1 EMRK ohne weiteres vereinbar sind. Das Recht auf Zugang zu einem Gericht gilt nicht absolut, sondern darf von prozessualen Vorschriften, namentlich von Formvorschriften und Fristen abhÃ¤ngig ge­macht werden (BGE 118 Ia 282 E. 5a; Mark E. Villiger, Handbuch der EuropÃ¤ischen Men­schenrechtskonvention [EMRK], 2. A, ZÃ¼rich 1999, Rz. 431 f., 650; Ruth Herzog, Art. 6 EMRK und kantonale Verwaltungsrechtspflege, Bern 1995, S. 317). Unter diesem Ge­sichts­punkt hat das Verwaltungsgericht z.B. § 155 PBG als EMRK-konform gewÃ¼rdigt (VGr, 29. September 2000, VB.2000.00181). Allerdings mÃ¼ssen die verfahrensrechtlichen Vorschriften ein legitimes Ziel verfolgen und dÃ¼rfen sie das Recht auf Zugang zu einem Gericht nicht seiner Substanz berauben oder in unverhÃ¤ltnismÃ¤ssiger Weise einschrÃ¤nken (BGr, 16. Oktober 1998, 2P.70/1998). Unter diesem Aspekt steht hier die auf § 316 Abs. 1 PBG gestÃ¼tzte Annahme der Verwirkung des Rekursrechts nicht im Widerspruch zu Art. 6 Abs. 1 EMRK. Hinsichtlich des Zwecks von §§ 315 f. PBG ist auf das zitierte Verwal­tungs­­gerichtsurteil vom 26. MÃ¤rz 1993 zu verweisen (RB 1993 Nr. 52 = BEZ 1993 Nr. 14 = ZBl 95/1994, S. 184 ff.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Ist die Baurekurskommission II auf den Rekurs zu Recht nicht eingetreten, ist dem Verwaltungsgericht eine materiellrechtliche ÃberprÃ¼fung der streitigen baurechtlichen Bewilligung verwehrt. Auf die entsprechenden RÃ¼gen der BeschwerdefÃ¼hrenden ist daher nicht einzutreten. - Sollte der Beschwerde die Auffassung zu Grunde liegen, dass die bau­rechtliche Bewilligung vom 16. Mai 2000 aus materiellrechtlichen GrÃ¼nden nichtig sei, so wÃ¤re dieser Standpunkt klar verfehlt. Inhaltliche MÃ¤ngel haben in der Regel nur die An­fechtbarkeit der VerfÃ¼gung zur Folge. Nur in AusnahmefÃ¤llen fÃ¼hrt ein ausserordentlich schwerwiegender Mangel zur Nichtigkeit (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrecht, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 793 ff.). An einem solchen Sach­verhalt fehlt es hier offenkundig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerde erweist sich insgesamt als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>