A bteilung IV D -7566/2006 {T 0/2} U rteil vom 24. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter Fulvio H aefeli (Vorsitz), R ichterin M adeleine H irsig, R ichter R obert G alliker, G erichtsschreiberin U lrike R aem y A ._______, geboren _______, Irak, vertreten durch H errn R echtsanw alt Peter Frei, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 14. D ezem ber 2006 i. S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer am 23. Septem ber 2003 ein erstes Asylgesuch in der Schw eiz stellte, w orin er im W esentlichen geltend m achte, er sei seit dem Jahre 1999 als O ffizier bei der PU K gew esen, dass er im (...) in der N achrichten- und Inform ationsabteilung gearbeitet habe, und er sich anlässlich einer Sitzung im Februar 2002 gegen die von Am erikanern geplante Zerstörung von irakischen Fabriken, R affinerien und Brücken ausgesprochen habe und infolgedessen von einer Kom m ission verhört w orden sei, dass der Beschluss der Kom m ission dem zuständigen M inister übergeben w orden sei, w elcher entschieden habe, der Beschw erdeführer sei vom Sicherheitsdienst w eiter zu verhören, dass der Beschw erdeführer daraufhin ins G efängnis von B._______ gebracht w orden sei, von w o aus er sich am 27. August 2002 habe befreien können, dass das BFF das Asylgesuch m it Verfügung vom 22. O ktober 2004 ablehnte und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug anordnete, dass der R echtsvertreter des Beschw erdeführers am 24. N ovem ber 2004 gegen diesen Entscheid Beschw erde erhob, dass das BFM m it Entscheid vom 7. D ezem ber 2005 die W egw eisung w egen deren U nzum utbarkeit (allgem eine Sicherheitslage im Irak) w iedererw ägungsw eise aufhob und den Beschw erdeführer vorläufig in der Schw eiz aufnahm , dass der R echtsvertreter des Beschw erdeführers m it Schreiben vom 20. D ezem ber 2005 an der Beschw erde festhielt, dass die AR K die Beschw erde m it Beschluss vom 16. M ärz 2006 als durch R ückzug gegenstandslos gew orden abschrieb, nachdem der Beschw erdeführer am gleichen Tag die Beschw erde zurückgezogen hatte, w eil er freiw illig in sein H eim atland zurückkehren w ollte, dass der Beschw erdeführer am 1. M ai 2006 kontrolliert auf dem Luftw eg aus der Schw eiz ausreiste, dass der Beschw erdeführer am 21. N ovem ber 2006 ein zw eites M al um Asyl ersuchte, dass er anlässlich der Kurzbefragung vom 28. N ovem ber 2006 im Em pfangs- und Verfahrenszentrum Basel sow ie bei der direkten Anhörung durch das BFM vom 8. D ezem ber 2006 zur Begründung im W esentlichen geltend m achte, nach seiner R ückkehr in den Irak sei er bis am 7. M ai 2006 in C ._______ geblieben, dass er anschliessend in D ._______ gelebt habe, w o er zw ischen dem 18. Juni 2006 und dem 30. O ktober 2006 als Leibw ächter des (...) tätig gew esen sei, dass er dabei die Funktion eines Vorgesetzen inngehabt habe und für den Einsatz von 80 Personen im Sicherheitsbereich zuständig gew esen sei, dass er am 30. O ktober 2006 von seinem Vorgesetzten erfahren habe, gegen ihn 3 bestünde w egen der im ersten Asylverfahren geltend gem achten Schw ierigkeiten ein H aftbefehl, und m an w olle ihn heute noch festnehm en und nach E._______ bringen, dass er daraufhin D ._______ m it dem Auto verlassen habe und ohne w eitere Problem e nach C ._______ gelangt sei, dass er vor diesem H intergrund den Irak am 4. N ovem ber 2006 erneut verlassen und sich in die Schw eiz begeben habe, dass er zur Stützung seiner Vorbringen verschieden D okum ente einreichte, dass das BFM m it Verfügung vom 14. D ezem ber 2006 - eröffnet am 18. D ezem ber 2006 - in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31) auf das zw eite Asylgesuch nicht eintrat, die W egw eisung aus der Schw eiz anordnete, den Vollzug der W egw eisung infolge U nzum utbarkeit der W egw eisung jedoch zugunsten der vorläufigen Aufnahm e aufschob, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 22. D ezem ber 2006 gegen diesen Entscheid bei der dam als zuständigen Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) Beschw erde erhob, dass er darin die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung hinsichtlich der Verw eigerung der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls beantrage, dass er gleichzeitig beantragte, es sei die Vorinstanz anzuw eisen, auf die Asylgründe einzutreten und es seien dem R echtsvertreter die vom Beschw erdeführer bei der Vorinstanz eingereichten Bew eism ittel unter Ansetzung einer angem essenen Frist zur Stellungnahm e zur Einsicht zu überlassen, dass er in prozessualer H insicht die unentgeltliche R echtspflege und sow ie die unentgeltliche Verbeiständung beantragte, dass m it Zw ischenverfügung vom 29. Januar 2007 der zuständige Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) guthiess, das G esuch um unentgeltliche Verbeiständung (Art. 65 Abs. 2 Vw VG ) abw ies und den Beschw erdeführer unter H inw eis auf die Säum nisfolge aufforderte, innert Frist die in Aussicht gestellten D okum ente nachzureichen sow ie eine Stellungnahm e einzureichen, dass der Beschw erdeführer dieser Aufforderung m it Eingabe vom 6. Februar 2007 fristgerecht nachkam , dass das BFM m it Vernehm lassung vom 13. M ärz 2007 die Abw eisung der Beschw erde beantragte, dass die Vernehm lassung dem Beschw erdeführer m it Zw ischenverfügung vom 16. M ärz zur Kenntnis gebracht w urde, und er gleichzeitig die G elegenheit erhielt, bis am 2. April 2007 dazu Stellung zu nehm en, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 2. April 2007 dieser Aufforderung fristgerecht nachkam ,4 und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 Vw VG ) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Ver- w altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G ; SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]), dass das Bundesverw altungsgericht am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel übernim m t und dabei das neue Verfahrensrecht anw endet (Art. 53 Abs. 2 VG G ), dass der Beschw erdeführer legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide praxisgem äss auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it darauf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (Entscheidun- gen und M itteilungen der AR K [EM AR K ] 2004 N r. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungsgericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukom m t, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten w ird, w enn Asylsuchende in der Schw eiz be- reits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen oder ihr G esuch zurückgezogen haben oder w ährend des hängigen Asylverfahrens in den H eim at- oder H erkunftsstaat zurück- gekehrt sind, dass diese Bestim m ung jedoch keine Anw endung findet, w enn die Anhörung H inw eise auf zw ischenzeitlich eingetretene Ereignisse ergibt, die geeignet sind, die Flüchtlingsei- genschaft zu begründen oder die für die G ew ährung vorübergehenden Schutzes rele- vant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG ), dass der Beschw erdeführer unbestrittenerm assen in der Schw eiz bereits ein Asylverfah- ren erfolglos durchlaufen hat, dass im R ahm en der Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG H inw eise auf in der Zw ischenzeit eingetretene und für die Flüchtlingseigenschaft relevante Ereignisse zu prüfen sind, w obei die Anforderungen an das Bew eism ass tief anzusetzen sind (vgl. EM AR K 2005 N r. 2) und gem äss zitierter Praxis diese Prüfung auf Ereignisse be- schränkt bleibt, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, und nicht in 5 Anw endung des w eiten Verfolgungsbegriffs (vgl. dazu EM AR K 2003 N r. 18) zu erfolgen hat (vgl. EM AR K 2005 N r. 2 E. 4.5. S. 18 f.), dass hinsichtlich der zur Begründung des zw eiten Asylgesuchs geltend gem achten Vorbringen des Beschw erdeführers vorw eg auf die im Em pfangs- und Verfahrenszentrum _______ protokollierten Aussagen sow ie auf das Protokoll der direkten Anhörung durch das BFM zu verw eisen ist, dass das BFM zur Begründung seiner Verfügung in Bezug auf die geltend gem achten neuen Problem e des Beschw erdeführers ausführte, er habe bereits im ersten Asylverfahren in der Schw eiz seine Vorbringen nicht glaubhaft darlegen können, w eshalb das Bundesam t das erste Asylgesuch m it Entscheid vom 22. O ktober 2004 abgelehnt habe, schon allein aus diesem G rund seien seine Problem e nicht glaubhaft, dass der Beschw erdeführer im M ai 2006 freiw illig in jenen Teil des Iraks zurückgekehrt sei, in dem er früher verfolgt w orden sein w ill, und dieses Verhalten dem jenigen einer tatsächlich verfolgten Person nicht entspreche, dass der Beschw erdeführer, gem äss eigenen Aussagen im ersten Asylverfahren im Verteidigungsm inisterium gearbeitet haben, und im Jahre 2002 auf Entscheid des zuständigen M inisters w egen seiner kritischen H altung in Bezug auf bestim m te M assnahm en der Am erikaner m ehr als ein halbes Jahr in H aft gew esen sein w olle, bevor er aus dem G efängnis habe fliehen können, dass angesichts dieser Vorgeschichte die vom Beschw erdeführer geschilderte berufliche Karriere nach seiner R ückkehr in den Irak kaum vorstellbar sei, dass den vom Beschw erdeführer eingereichten Bew eism itteln keine Bew eiskraft zukom m e, da aufgrund verschiedener Indizien davon auszugehen sei, es handle sich dabei um Fälschungen, dass das BFM darüber hinaus in der Vernehm lassung vom 13. M ärz 2007 festhält, die auf Beschw erdeebene eingereichten Photos hätten keine Bew eiskraft, da sie nichts über die geltend gem achte Verfolgung aussagten, dass der Beschw erdeführer entgegen seinen Angaben auf Beschw erdeebene nicht nur sechs Tage in C ._______ gew esen sei, sondern er sich dort vor seiner erneuten Ausreise aus dem Irak nochm als einige Tage aufgehalten habe, und ganz abgesehen davon, es viel entscheidender sei, dass er überhaupt, und zw ar zw eim al, in jenen Teil des Iraks zurückgekehrt sei, in dem er verfolgt w orden sein w olle, dass zw ar der ins R echt gelegte Ausw eis, gem äss dem der Beschw erdeführer ein M itglied der irakischen (...) gew esen sei, Echtheitsm erkm al aufw eise, da die m eisten derartigen D okum ente jedoch erfahrungsgem äss leicht käuflich erhältlich seien, sei gem äss BFM deren Bew eisw ert gering einzustufen, dass der Beschw erdeführer in seiner R eplik ausdrücklich und grundsätzlich an seinen bisherigen Vorbringen und Standpunkten sow ie an der Authenzität des eingereichten Ausw eises festhält, dass er im Zusam m enhang m it den übrigen eingereichten D okum enten eine G ehörsverletzung geltend m acht, dass das BFM den Anspruch auf das rechtliche G ehör tatsächlich insow eit verletzt hat, als dem Beschw erdeführer vorgängig keine M öglichkeit zur Stellungnahm e eingeräum t 6 w urde, dass die Verletzung des rechtlichen G ehörs im Beschw erdeverfahren geheilt w erden kann, indem die "Anhörung" vor der oberen Instanz nachgeholt w ird, dass diese "H eilung" gem äss Praxis des Bundesgerichts dann zulässig ist, w enn die Beschw erdeinstanz m it der gleichen Ü berprüfungsbefugnis w ie die vorhergehende Instanz ausgestattet ist, die Partei um fassende Kenntnis von den w esentlichen Tatsachen erhält und w enn sich die Partei um fassend dazu äussern und ihren R echtsstandpunkt darlegen kann (BG E 122 II 285; 118 Ib 120 f. m it H inw eis; vgl. auch VPB 1997 N r. 30, E.3.1), dass im vorliegenden Verfahren dieser Verfahrensm angel geheilt w urde, indem m it Zw ischenverfügung vom 29. Januar 2007 dem Beschw erdeführer die M öglichkeit zur Stellungnahm e eingeräum t w orden ist, dass nach dem G esagten und nach Prüfung der Akten in Ü bereinstim m ung m it dem BFM festzuhalten ist, dass keine nach Abschluss des letzten Verfahrens eingetretenen Ereignisse vorliegen, w elche geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für einen vorübergehenden Schutz relevant sind, dass das BFM dem nach in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG ), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbew illigung erteilt hat und der Beschw erdeführer zudem keinen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat (vgl. EM AR K 2001 N r. 21), w eshalb die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und dem nach vom Bundesam t zu R echt angeordnet w urde, dass das Bundesam t in der angefochtenen Verfügung den Vollzug der W egw eisung aufgrund der allgem einen Sicherheitslage im Irak und unter Berücksichtigung der Aktenlage im gegenw ärtigen Zeitpunkt als nicht zum utbar erachtete und die vorläufige Aufnahm e des Beschw erdeführers nach dem Eintritt der R echtskraft des Asylentscheides anordnete, dass der Beschw erdeführer die G ew ährung der vorläufigen Aufnahm e in der Schw eiz ausdrücklich nicht anfocht, dass es dem Beschw erdeführer dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die angefochtenen Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass m it Zw ischenverfügung vom das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG gutgeheissen w urde, w eshalb dem Beschw erdeführer keine Kosten aufzuerlegen sind. (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine G erichtskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrforderung, zu den Akten N _______ - (kantonale Behörde) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Fulvio H aefeli U lrike R aem y Versand am :