A bteilung V E -2252/2007 hub/jap {T 0/2} U rteil vom 3. A pril 2007 M itw irkung: R ichter H uber, Schürch, M onnet G erichtsschreiber Jaggi X._______, geboren_______, Afghanistan, vertreten durch Y._______, G esuchsteller gegen B undesverw altungsgericht, Postfach, 3000 Bern 14, betreffend U rteil vom 20. Februar 2007 i.S. Vollzug der W egw eisung (R evision) / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er G esuchsteller ersuchte am 14. D ezem ber 2004 in der Schw eiz um Asyl. M it Verfügung vom 24. Februar 2006 stellte das Bundesam t für M igration (BFM ) fest, der G esuchsteller erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylge- such ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung aus der Schw eiz und deren Voll- zug an. B. M it U rteil vom 20. Februar 2007 hiess das Bundesverw altungsgericht die Vollzugs- beschw erde des G esuchstellers vom 23. M ärz 2006 gut, hob die Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung vom 24. Februar 2006 auf und w ies das BFM an, den G esuchsteller w egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs vorläufig auf- zunehm en. Verfahrenskosten w urden keine auferlegt (Ziff. 3 des U rteilsdisposi- tivs), und das BFM w urde angew iesen, dem G esuchsteller für das R echtsm ittelver- fahren eine Parteientschädigung von Fr. 750.-- zu entrichten (Ziff. 4 des U rteilsdis- positivs). C . M it Eingabe vom 12. M ärz 2007 ersucht der G esuchsteller durch Y._______ um Erläuterung der Berechnungsgrundlage für die vom BFM zu entrichtende Parteientschädigung von Fr. 750.--. Zur Stützung der Vorbringen reicht er eine Kopie der Kostennote (R echnung) vom 22. Juni 2006 und einen Auszug aus dem U rteil vom 20. Februar 2007 zu den Akten. Zur Begründung m acht er im W esent- lichen geltend, aufgrund der Erw ägung in Ziff. 8.2 des U rteils vom 20. Februar 2007 m üsse davon ausgegangen w erden, dass zum indest ein R echnungsfehler vorliege. Aus besagter Ziffer gehe hervor, dass das Bundesverw altungsgericht ge- stützt auf Art. 8 Abs. 2 der Verordnung über Kosten und Entschädigungen im Ver- w altungsverfahren vom 10. Septem ber 1969 (KostenV, SR 172.041.0) den zeit- lichen Aufw and für das Beschw erdeverfahren als zu hoch erachtet und diesen auf insgesam t sieben Stunden gekürzt habe. D er Stundenansatz sei auf Fr. 100.-- festgesetzt und verfügt w orden, dass folglich eine Parteientschädigung von Fr. 750.-- zu entrichten sei. G em äss Art. 9 Abs. 1 Bst. c des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem - ber 2006 (VG KE, SR 173.320.2) um fassten die Kosten der Vertretung nebst H ono- rar und Auslagen auch den Ersatz der M ehrw ertsteuer. Bei einem Aufw and von sieben Stunden und Auslagen von Fr. 50.-- m üsse unter Berücksichtigung der M ehrw ertsteuer ein Betrag von Fr. 806.50 und nicht von Fr. 750.-- resultieren. Zu- dem stelle sich die Frage, auf w elche Bestim m ung sich der Stundenansatz von Fr. 100.-- für H onorare von R echtsvertretern ohne Anw altspatent stütze. Laut Art. 10 Abs. 2 VG KE betrage der Stundenansatz exklusive M ehrw ertsteuer für nichtanw altliche Vertreter und Vertreterinnen m indestens Fr. 100.-- und höchstens Fr. 300.--.3 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D ie Eingabe vom 12. M ärz 2007 trägt den Titel "Erläuterungsbegehren zum U rteil vom 20. Februar 2007......" und stützt sich auf Art. 48 des Verw altungsgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32] i.V.m . Art. 129 des Bundesgerichts- gesetzes vom 17. Juni 2005 (BG G , SR 173.110). Indessen ist der Eingabe ein R e- visionsgesuch gestützt auf Art. 121 Bst. d BG G (versehentliche N ichtberücksichti- gung von in den Akten liegenden erheblichen Tatsachen durch das G ericht) zu entnehm en, zum al das D ispositiv des U rteils vom 20. Februar 2007 w eder unklar, unvollständig oder zw eideutig ist noch seine Bestim m ungen untereinander oder m it der U rteilsbegründung im W iderspruch stehen; das D ispositiv enthält insbeson- dere und entgegen den Ausführungen in der Eingabe auch keine R edaktions- oder R echnungsfehler. D ie Eingabe ist folglich als R evisionsgesuch entgegenzuneh- m en. 1.2 D as Bundesverw altungsgericht ist für die Beurteilung von R evisionsgesuchen ge- gen seine U rteile zuständig. G em äss Art. 45 VG G gelten für die R evision von Ent- scheiden des Bundesverw altungsgerichts die Artikel 121 - 128 BG G sinngem äss. Auf Inhalt, Form , Verbesserung und Ergänzung des R evisionsgesuchs findet Art. 67 Abs. 3 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 [Vw VG , SR 172.021] Anw endung. 1.3 D er G esuchsteller hat ein schutzw ürdiges Interesse an der Änderung des U rteils vom 20. Februar 2007 und ist daher zur Einreichung des R evisionsgesuchs legiti- m iert (Art. 48 Abs. 1 Bst. c Vw VG in analogiam ; vgl. auch U . Beerli-Bonorand, D ie ausserordentlichen R echtsm ittel des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 65 ff.). 1.4 D ie R echtzeitigkeit des R evisionsbegehrens ergibt sich aus den Akten; auf das im Ü brigen frist- und form gerecht eingereichte R evisionsgesuch ist einzutreten (vgl. Art. 124 BG G und Art. 47 VG G i.Vm . Art. 67 Abs. 3 Vw VG ) 2. 2.1 M it dem ausserordentlichen R echtsm ittel der R evision w ird die U nabänderlichkeit und M assgeblichkeit eines rechtskräftigen Beschw erdeentscheides angefochten, im H inblick darauf, dass die R echtskraft beseitigt w ird und über die Sache neu ent- schieden w erden kann (vgl. F. G ygi, Bundesverw altungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 229 f.). 2.2 G em äss Art. 121 Bst. d BG G kann die R evision eines Entscheides verlangt w er- den, w enn das G ericht in den Akten liegende erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht berücksichtigt hat. Erheblich im Sinne von Art. 121 Bst. d BG G sind Tatsa- chen dann, w enn sie geeignet sind, zu einem anderen, für die gesuchstellende Partei günstigeren Ergebnis zu führen.4 3. 3.1 Vorliegend ergibt eine Prüfung der Kostennote vom 22. Juni 2006, dass aufgrund der Kostenaufstellung - in der R ubrik M ehrw ertsteuer sind keine Beträge ausge- w iesen, die w ie sonst üblich zum H onorar und zu den Spesen aufgeschlagen w er- den - fälschlicherw eise der Schluss gezogen w erden kann, dass keine M ehrw ert- steuer geschuldet ist. Bei genauerer Betrachtung w ird indessen klar, dass Y._______ m ehrw ertsteuerpflichtig ist, und der Totalbetrag der R echnung inklu- sive M ehrw ertsteuer veranschlagt w urde. D as Bundesverw altungsgericht hat die erhebliche Tatsache, dass Y._______ m ehrw ertsteuerpflichtig ist, aus Versehen nicht berücksichtigt und die Kosten nach Art. 9 Abs. 1 VG KE ohne Be- rücksichtigung der M ehrw ertsteuer lediglich auf der G rundlage des zeitlichen Auf- w ands, des Stundenansatzes und der Auslagen festgelegt. D er R evisionstatbe- stand von Art. 121 Bst. d BG G ist som it erfüllt. 3.2 Bei dieser Sachlage ist das R evisionsgesuch gutzuheissen. D ie Ziffer 4 des D ispo- sitivs des U rteils des Bundesverw altungsgerichts vom 20. Februar 2007 ist aufzu- heben und nach N euberechnung der Parteientschädigung (Fr. 750.-- zuzüglich der M ehrw ertsteuer von 7,6 Prozent ergibt einen Betrag von Fr. 807.--) durch folgende Form ulierung zu ersetzen: "4. D as BFM hat dem Beschw erdeführer für das R echtsm ittelverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 807.-- (inkl. Auslagen und M ehrw ertsteuer) zu entrichten." 4. D ie in der Eingabe vom 12. M ärz 2007 aufgew orfene Frage, auf w elche Bestim - m ung sich der Stundenansatz von Fr. 100.-- für H onorare von R echtsvertretern ohne Anw altspatent stütze, kann m it dem H inw eis auf Art. 10 Abs. 2 VG KE beant- w ortet w erden. Laut dieser Bestim m ung beträgt der Stundenansatz für nichtanw alt- liche Vertreter und Vertreterinnen m indestens 100 und höchstens 300 Franken. Bis zur Klärung verschiedener noch offener Fragen w erden im Bundesverw altungsge- richt in der R egel die bisherigen Ansätze angew endet. 5. 5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 68 Abs. 2 i.V.m . Art 63 Abs. 3 Vw VG ). 5.2 D ie R evisionsinstanz (das Bundesverw altungsgericht) kann der ganz obsiegenden Partei von Am tes w egen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erw ach- sene notw endige und verhältnism ässig hohe Kosten zusprechen (Art. 68 Abs. 1 i.V.m . Art. 64 Abs. 1 Vw VG und Art. 7 Abs. 1 VG KE). D er zu entschädigende Auf- w and lässt sich ohne w eiteres abschätzen; auf das Einholen einer Kostennote w ird deshalb verzichtet (Art. 14 Abs. 2 VG KE). In Anw endung von Art. 8 - 13 VG KE w ird die Parteientschädigung auf Fr. 200.-- (inkl. Auslagen und M ehrw ertsteuer) festgesetzt.5 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D as R evisionsgesuch w ird gutgeheissen. 2. D ie Ziffer 4 des D ispositivs des U rteils des Bundesverw altungsgerichts vom 20. Februar 2007 (C ._______) w ird aufgehoben und durch folgende Form ulierung ersetzt: "4. D as BFM hat dem Beschw erdeführer für das R echtsm ittelverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 807.-- (inkl. Auslagen und M ehrw ertsteuer) zu entrichten." 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D as Bundesverw altungsgericht entrichtet dem G esuchsteller eine Parteientschädi- gung von Fr. 200.-- (inkl. Auslagen und M ehrw ertsteuer). 5. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin des G esuchstellers (eingeschrieben; Beilage: Form ular Zahladresse zum Ausfüllen und R etournieren) - das BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung (R ef.-N r. N _______; Kopie) - A._______ des Kantons B._______(Kopie) D er Instruktionsrichter: D er G erichtsschreiber: Bruno H uber Peter Jaggi Versand am :