Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Juli 2016 (720 16 44 / 169) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung medizinischer Unterlagen, Abweisung der Beschwerde. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Die ter Freiburghaus, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Burim Imeri , Rechtsa n- walt , Schaffhauserstrasse 57, Postfach, 4332 Stein AG gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1965 geborene A.____ arbeitete zuletzt vom 1 . Mai 2001 bis zur Auflösung des Ar- beitsverhältnisses per 31. Mai 2005 als Giesser bei der B.____ AG. Am 16. Mai 2006 meldete sich A.____ erstmals bei der IV-Stelle Basel-Landsc haft (IV-Stelle) unter Hinweis auf multiple somatische Beschwerden zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse wies die IV-Stelle das Gesuch nach durchgeführtem Vorbescheidver- fahren mit Verfügung vom 10. Juli 2007 ab. Die dage gen erhobene Beschwerde wies das Kan- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherun gsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 30. April 2008 ab. Am 27. April 2010 meldete sich A.____ unter Hinweis au f eine Depression und Dauerschmer- zen erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an. N achdem die IV-Stelle die erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse abgeklärt hatte, lehn te sie nach durchgeführtem Vorbe- scheidverfahren mit Verfügung vom 7. Januar 2016 einen Rentenanspruch bei einem IV-Grad von 30 % ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Rechtsanwalt Burim Imeri, mit Eingabe vom 11. Februar 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er, die Ver- fügung der IV-Stelle vom 7. Januar 2016 sei aufzuheben und ihm eine Invalidenrente zuzuspre- chen. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinst anz zurückzuweisen und die Vorinstanz anzuweisen, ein aktuelles Gutachten in Auftrag zu geben ; unter o/e-Kostenfolge. Ausserdem wurde die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege beantragt. C. Das Kantonsgericht bewilligte mit Verfügung vom 17. Februar 2016 die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mi t Rechtsanwalt Burim Imeri für das vorliegende Verfahren. D. In ihrer Vernehmlassung vom 27. April 2016 schloss di e IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. E. Mit Schreiben vom 27. Mai 2016 nahm der Beschwerde führer zum RAD-Bericht vom 12. April 2016 Stellung und hielt an seinen Rechtsbegehren fest. F. Die IV-Stelle hielt mit Eingabe vom 2. Juni 2016 ebenfalls an ihrem Begehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. L aut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 11. Februar 2 016 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die IV -Stelle in der angefochtenen Verfü- gung vom 7. Januar 2016 gestützt auf den Sachverhalt, w ie er sich damals präsentiert hat, ei- nen Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumu tbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen de r gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumut bar oder – als alternative Vorausset- zung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 1 65; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgrad des Versicherten nach der allgemei- nen Methode des Einkommensvergleichs bemessen, was vom Be schwerdeführer – zu Recht – nicht bestritten wird. 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (Ulrich Meyer-Blaser , Zur Prozentgenauigkeit in der Inva- liditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], R echtsfragen der Invalidität in der Sozial- versicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweis- würdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Forme n medizinischer Berichte und Gutach- ten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen ( vgl. die ausführlichen Zusammenstellun- gen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b un d in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ver waltungsverfahrens eingeholten Gut- achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsve rfahren sinngemäss Anwendung (Ur- teil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99 , E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfa hrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche V ertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potenti- ellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht verg essen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen läng eren Zeitraum abdeckende und umfas- sende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft we rtvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Beha ndlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsg utachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die beh andelnden Ärzte zu anderslauten- den Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf- drängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und n icht rein subjektiver ärztlicher Interpretati- on entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un- gewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 51 4/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit li egt im Wesentlichen folgende medi- zinische Aktenlage vor: 5.1 Vom 10. November 2009 bis zum 12. Mai 2010 und vom 19. April bis 16. Juni 2011 befand sich der Beschwerdeführer stationär in der C.____. 5.2 Am 5. November 2010 erstattete Dr. med. D.____, O berärztin der E.____, ein psychiat- risches Gutachten zu Handen der F.____. Folgende Diagnosen wurden gestellt: Leicht- bis mit- telgradige depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung mit soma- tischem Syndrom, bestehend seit ca. 2005; Chronische Schme rzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, bestehend seit ca. 2005; Lumbospondylo genes Schmerzsyndrom. Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, dem Exploranden seien leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne länger dauernde Zwangshaltung körperlich zumutbar. Aufgrund der psychiatrischen Beur- teilung könne der Explorand derartige Tätigkeiten in einem Pensum von 60 %, entsprechend 5 Stunden pro Tag ausführen. 5.3 Dr. med. G.____, FMH Rheumatologie, hielt in se inem Bericht vom 1. Juni 2011 als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein Ga nzkörperschmerzsyndrom mit linksseitiger Betonung ohne organische Ursache mit/bei kleiner Diskuspr otrusion L5/S1 fest. Aufgrund der Schmerzschwellenstörung (Ganzkörperschmerzsyndrom) sei der Ve rsicherte für eine körperli- che Schwerarbeit nicht arbeitsfähig. Es bestehe hingege n für jegliche körperlich leichte bis mit- telschwere Tätigkeit volle Arbeitsfähigkeit, dies bezogen auf ein Ganztagespensum. 5.4 Mit Gutachten vom 10. August 2011 führte Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, als Diagnosen eine depressive Störung leichte bis mittelgradige Episode sowie die Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründe n (DD: Chronische Schmerz- störung mit somatischen und psychischen Faktoren) an. In B ezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr. H.____ unter anderem fest, dass der Beschwerdeführer durch die leichte bis mittelschwere depressive Störung vermindert belastbar sei. Er benötige allenfalls auch etwas längere Erho- lungsphasen und dürfte etwas verlangsamt sein. Es sei a nzunehmen, dass eine höchstens 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für jede Tätigkeit vorliege. 5.5 Dem Arztbericht von Dr. med. I.____, FMH Psychiatri e und Psychotherapie, vom 10. Mai 2012 lassen sich folgende Diagnosen entnehmen: rezid ivierende depressive Störung, ge- genwärtig mittelgradige depressive Episode mit somatisch en Symptomen und somatoforme Schmerzstörung. Der Beschwerdeführer sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiter von 22. November 2010 bis 15. April 2011 zu 80 % arbei tsunfähig. Durch die depressive Er- krankung sei die Belastbarkeit massiv reduziert und die Kör perschmerzen würden verstärkt wahrgenommen. 5.6 Mit nachträglich angefordertem Arztbericht vom 9. Januar 2013 nimmt Dr. med. K.____, Oberärztin C.____, Stellung zum stationären A ufenthalt des Beschwerdeführers vom 19. April bis 16. Juni 2011. Dabei hält sie folgende Diagnosen fest: Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische S ymptome, mit somatischem Syn- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht drom; Spannungskopfschmerz; Atherosklerose der Extremität enarterien; Rückenschmerzen, nicht näher bezeichnet/Lumosakralbereich; Probleme in der Beziehung zum Ehepartner. 5.7 Zur Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdef ührers hat die IV-Stelle ein bidisziplinäres Gutachten bei Dres. med. L.____, FMH Rheumatologie, und M.____, FMH Psy- chiatrie und Psychotherapie, in Auftrag gegeben, welches am 3. März 2014 eingegangen ist. 5.7.1 Dr. L.____ stellte in seinem rheumatologischen G utachten vom 20. Februar 2014 keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Das chronische multilokuläre Schmerzsyn- drom sei unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die A rbeitsfähigkeit aufgelistet, da kein organisches Korrelat für diese Beschwerden vorhanden sei u nd dies somit keinem rheumatolo- gischen Krankheitsbild entspreche. Dieses Beschwerdebild m üsse deshalb bezüglich seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit durch den psychiatr ischen Gutachter beurteilt werden. Aus rein rheumatologischer Sicht könne keine Einschränku ng der Arbeitsfähigkeit attestiert werden. 5.7.2 Im psychiatrischen Gutachten von Dr. M.____ vom 21 . Februar 2014 wurde als Diag- nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezi divierende depressive Störung mit chroni- schem Verlauf und gegenwärtig leicht- bis mittelgradige r Episode erhoben. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. M.____ aus, aufgrund de r Beschwerden vonseiten der rezidivieren- den depressiven Störung mit chronischem Verlauf und gege nwärtig leicht- bis mittelgradiger Episode lasse sich aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten wie auch in einer alternativen Tä tigkeit von 30 % begründen, dabei mit- enthalten sei eine gleichzeitig vorhandene gewisse Ver minderung der Leistungsfähigkeit. Diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe seit dem Au ftreten der Depression etwa im Jahre 2009. Während der Hospitalisation in der C.____ habe selbstredend eine 100%ige Arbeitsunfä- higkeit bestanden. Schliesslich hielt Dr. M.____ fest, da ss die Beschwerden vonseiten der Ent- wicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen keinen Einfluss auf die Arbeitsfä- higkeit hätten. 5.7.3 Gestützt auf die telefonische Konsensbesprechung zwisch en Dr. L.____ und Dr. M.____ vom 13. Februar 2014 wurde folgendes ausgefü hrt: Da sich aus rheumatologischer Sicht keine Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfä higkeit diagnostizieren lasse, könne als gemeinsame interdisziplinäre Beurteilung diejenige des psychiatrischen Gutachtens uneinge- schränkt übernommen werden. 5.8 Der behandelnde Arzt des Beschwerdeführers, Dr. med . N.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führte mit Schreiben vom 24. Februar 20 15 aus, diagnostisch handle es sich beim Beschwerdeführer um eine rezidivierende depressive S törung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom. Die aktuelle depressive Ep isode dauere seit mindestens sechs Monaten an. Es komme immer wieder zu einem Wechsel zwischen mittelgradiger und schwergradiger depressiver Episode, jedoch gebe es leider keine leichten Episoden oder Pha- sen, in denen keine depressive Symptomatik vorhanden sei. Nach wie vor bestehe beim Be- schwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrun d der Chronifizierung der depressiven Episoden. Zudem erschwere die Chronifizierung und das la ngjährige Fernbleiben vom Arbeits- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht prozess eine Wiederaufnahme der Arbeit. Um in der fre ien Wirtschaft eine leichte Tätigkeit zu finden oder auszuüben, was behinderungsangepasst sein soll te, stünden die Chance gleich Null. Mit Arztbericht vom 3. Februar 2016 führte Dr. N.____ aus, die Diagnose bleibe unverändert. Als kleine Ergänzung komme hinzu, dass die depressive Episode einen rezidivierenden Cha- rakter bekommen und sich gefestigt habe. Aus psychiatrischer und medizinischer Sicht sowie aufgrund der Chronifizierung der depressiven Störung sei der Beschwerdeführer nach wie vor 100 % arbeitsunfähig. Aus psychopathologischer Sicht sowie therapeutischer Sicht sei der Be- schwerdeführer zum jetzigen Zeitpunkt nicht einmal mehr in der Lage einer geschützten Arbeit nachzugehen. 5.9 Der RAD-Arzt pract. med. O.____ nahm am 12. April 2016 unter Berücksichtigung der geänderten bundesgerichtlichen Schmerzrechtsprechung Stellu ng. Er führte aus Dr. N.____ habe den Versicherten seit jeher zu 100 % arbeitsunfäh ig und die Depressivität als Behandler stärker ausgeprägt gesehen als der Gutachter. Dies wide rspreche der Tatsache, dass sich der Versicherte seit 2011 nicht mehr in stationärer Behandl ung befunden habe, obwohl Dr. N.____ von einer Chronifizierung und Verschlechterung der Dep ression ausgehe. Er gelangte ausser- dem zum Schluss, im Lichte der neuen Rechtsprechung könne nach Analyse der Standardindi- katoren aus medizinischer Sicht abschliessend davon ausgega ngen werden, dass beim Versi- cherten genügend Ressourcen vorliegen würden. 6.1 Vorweg bringt der Beschwerdeführer vor, das Gutacht en Dr. L.____ und Dr. M.____ vom Februar 2014 sei zu alt, als dass für den Rentenentsc heid darauf hätte abgestellt werden können. Grundsätzlich ist dazu festzuhalten, dass das Gutachten im Ze itpunkt der Verfügung rund 1 ¾ Jahre alt war, was – wie auch die IV-Stelle einräumt – gerade für psychiatrische Gutachten eher alt ist. Andererseits ist mit der Vorinstanz anzumerken, dass auf ein bereits älteres Gutachten abgestellt werden kann, wenn keine konkreten Hinweise a uf eine Veränderung des Gesund- heitszustandes vorliegen. Der Beschwerdeführer beruft sich zur Darlegung der Veränderung der Verhältnisse auf die Arztberichte des behandelnden P sychiaters Dr. N.____ vom 24. Februar 2015 und vom 3. Februar 2016. Zum letzten Bericht ist vorab anzumerken, dass er nach der angefochtenen Verfügung ergangen ist. Soweit also darin weitere Verschlechterungen des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers erwähnt werd en, können sie im vorliegen- den Verfahren nicht berücksichtigt werden. Im Bericht vom 24. Februar 2015 diagnostiziert Dr. N._ ___ eine rezidivierende depressive Stö- rung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatische m Syndrom. Dabei komme es immer wieder zu einem Wechsel zwischen mittelgradiger und schwergradiger depressiver Episode. Es gebe aber leider keine leichten Phasen, in denen keine depressive Symptomatik vorhanden sei. Es bestehe nach wie vor eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Damit wird aber keine Verände- rung des Gesundheitszustands seit der Begutachtung durch D r. M.____ geltend gemacht, son- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dern es wird der gleiche Sachverhalt anders beurteilt. Die Vorinstanz hat sich deshalb zu Recht nicht veranlasst gesehen, aufgrund des Zeitablaufs eine neue Begutachtung anzuordnen. 6.2 Der Beschwerdeführer moniert des Weiteren, dass die Beurteilung von Dr. M.____ inhaltlich im Widerspruch zu anderen medizinischen Befu nden stehe. So verweist der Be- schwerdeführer auf den Austrittsbericht der C.____ vom 4. August 2011, wo eine rezidivierende depressive Störung gegenwärtig schwere Episode ohne psycho tische Symptome genannt wer- de. Ausserdem habe im Rahmen der stationären Aufenthal te vom 10. November 2009 bis 12. Mai 2010 und vom 19. April bis 16. Juni 2011 in d er C.____ eine Beschwerdeevaluierung stattgefunden, weshalb die Behauptung von Dr. M.____, man habe damals praktisch aus- schliesslich auf die subjektiv geklagten Beschwerden abgeste llt, unzutreffend sei. Im Übrigen sei auch dem Gutachten der E.____ eine Arbeitsfähigk eit von nur 60 % zu entnehmen. Schliesslich seien auch die Berichte des behandelnden Arzt es Dr. N.____ nicht gewürdigt wor- den. 6.3 Vorweg kann festgehalten werden, dass das Gutachten von Dr. M.____ grundsätzlich den Anforderungen an medizinische Gutachten genügt. Der Gutachter setzt sich mit anderslau- tenden medizinischen Berichten auseinander und erklärt allfällige Diskrepanzen. In diesem Zu- sammenhang ist festzuhalten, dass nicht alle medizinischen Berichte von der Einschätzung des Gutachters abweichen. Hinzuweisen ist diesbezüglich auf die Verlaufsbegutachtung von Dr. H.____ vom 10. August 2011. Auch im Gutachten der E.____ wurde eine Arbeitsfähigkeit von 60 % attestiert. Anzumerken ist auch, dass die vom Beschwerdeführer angerufenen Berich- te – abgesehen von denjenigen von Dr. N.____ – ihrer seits bereits älter sind und teilweise deut- lich vor dem Gutachten von Dr. M.____ datieren. Auch de r nachträglich erstellte Bericht der C.____ vom 9. Januar 2013 bezieht sich auf deutlich früh ere Behandlungen im Zeitraum April bis Juni 2011. Dem Beschwerdeführer ist zwar darin zuzust immen, dass damals – entgegen dem Gutachten von Dr. M.____ – nicht nur auf die subj ektiven Angaben des Beschwerdefüh- rers abgestellt wurde, ansonsten wohl nicht zwei länger e stationäre Aufenthalte erfolgt wären. Dies alleine fällt aber vorliegend nicht ins Gewicht. Zur Diskrepanz gegenüber Dr. N.____ ist festzuhalten, da ss dieser sich im Bericht vom 24. Februar 2015 nicht mit den gutachterlichen Feststellu ngen auseinandersetzt. Dabei fällt auf, dass unabhängig vom Vorliegen einer mittel- oder schwe rgradigen Phase durchgehend von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen wird. Zudem führt Dr. N.____ aus, dass selbst in einer leichten Phase keine depressive Symptomatik vorha nden wäre, was nicht schlüssig erscheint. An dieser Stelle ist zudem auf die Rechtsprechu ng des Bundesgerichts hinzuweisen, wonach der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte mitu nter eher zu Gunsten ihrer Pati- entinnen und Patienten aussagen, Rechnung zu tragen ist (vgl. oben Ziff. 4.3). Tatsache ist, dass sich die medizinischen Einschätzungen hi nsichtlich der Diagnose einer re- zidivierenden depressiven Störung über die letzten Jahre decken. Unterschiede ergeben sich hinsichtlich des Schweregrades der jeweiligen Phase. Dab ei besteht das Problem, dass diese Phasen sich abwechseln können, weshalb eine gewisse Unsicher heit bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bleibt. Klar ist aber, dass eine mittelgradige Phase keine vollständige Arbeitsun- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht fähigkeit begründen kann. Nachvollziehbar ist auch, dass D r. M.____ aufgrund seiner geschil- derten Untersuchung zu einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Störung gelangt. Bei dieser Sachlage ist die von ihm ermittelte Arbeitsunfähigkei t von 30 % nachvollziehbar. Die Beurtei- lung von Dr. N.____ erscheint auch insofern zweifelhaft , als dieser im jüngsten Bericht vom 3. Februar 2016 als Ergänzung aufführt, dass die depressive Entwicklung einen rezidivierenden Charakter bekommen habe. Dies erstaunt, hat er doch di ese Diagnose bereits früher in Über- einstimmung mit dem Gutachter und anderen medizinischen Berichten gestellt. Auch die als neu geschilderten Zukunftsängste und Aggressionen sind be reits in früheren Berichten festge- halten worden. 6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Vorinstan z zu Recht auf das Gutach- ten von Dr. M.____ abgestützt hat. 7. Der Beschwerdeführer bringt des Weiteren vor, da ss gestützt auf die neuste bundesge- richtliche Rechtsprechung eine Zusatzbeurteilung nach den Standardindikatoren angezeigt sei, weshalb eine neue Begutachtung in Auftrag zu geben sei. Mit Bericht vom 12. April 2016 nahm pract. med. O.____ unter Berücksichtigung der geänderten Schmerzrechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 141 V 281 ff .) Stellung. Dabei gelangte er zum Schluss, im Lichte der neuen Rechtsprechung könne nach Analyse der Standardindikato- ren aus medizinischer Sicht abschliessend davon ausgegangen w erden, dass beim Versicher- ten genügend Ressourcen vorliegen würden. Die Beurteilu ng der Arbeitsfähigkeit von Dr. M.____ sei sogar sehr wohlwollend ausgefallen und aus heutiger Sicht würde im Grunde genommen keine Arbeitsunfähigkeit vorliegen. Die Beurteilung von pract. med. O.____ geht wohl – soweit er von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgeht – zu weit; jedoch ist ihm darin zuzustimmen, dass beim Beschwerdeführer genügend Ressourcen vorliegen und er deshalb nicht über die von Dr. M.____ festgestellte Arbeitsunfä- higkeit eingeschränkt ist. Im Übrigen ist fraglich, ob vo rliegend die neue Schmerzrechtspre- chung überhaupt anwendbar ist, da keine somatoforme Schm erzstörung oder ähnliches mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert wurde. 8. Gestützt auf die obigen Ausführungen ergibt sich, d ass dem Beschwerdeführer aus medizinisch-theoretischer Sicht die Ausübung einer leide nsangepassten Tätigkeit im Umfang von 70 % zumutbar ist. 9.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Wie bereits oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hier vor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invalidi- tätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invali- deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen , das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). De r Einkommensvergleich hat in der Re- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht gel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergeste llt werden. Aus der Einkommensdiffe- renz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemein e Methode des Einkommensver- gleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 9.2 Der Beschwerdeführer bringt in Bezug auf die Bere chnung des IV-Grades lediglich vor, dass die IV-Stelle zu Unrecht keinen leidensbedingten Abzug vorgenommen habe. Diesbezüglich ist mit der IV-Stelle davon auszugehen, da ss bei Zumutbarkeit von leichten und mittelschweren Arbeiten bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein zusätzlicher leidensbeding- ter Abzug gerechtfertigt ist. Dies, weil der Tabellen lohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten um fasst (Urteile des Bundesgerichts vom 17. September 2013, 9C_150/2013, E. 4.1; vom 30. Mai 2011, 9C_187/2011, E. 4.2.1). Im Übri- gen würde selbst bei Gewährung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % kein rentenbegrün- dender IV-Grad resultieren. Der Beschwerdeführer macht zu Recht keine weiteren Ei nwendungen gegen den von der Vor- instanz vorgenommenen Einkommensvergleich geltend, wesha lb darauf abgestellt werden kann. 10. Zusammenfassend ergibt sich, dass die IV-Stelle zu Re cht einen Anspruch des Be- schwerdeführers auf eine IV-Rente abgelehnt hat, wesha lb die vorliegende Beschwerde abzu- weisen ist. 11. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfah ren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmen s einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 17. Februar 2016 die unentgeltlich e Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 11.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 17. F ebruar 2016 auch die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt wo rden ist, ist dieser für seine Bemühun- gen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die An- wältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbei- ständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Hono- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht rarnote vom 27. Juni 2016 für das vorliegende Beschwer deverfahren einen Zeitaufwand von 7 Stunden 35 Minuten geltend gemacht, was sich umfangmä ssig in Anbetracht der sich stellen- den Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist . Nicht zu beanstanden sind so- dann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 85.50. Dem Rech tsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘730.35 (7 Stunden 35 Minuten à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr.85.50 + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 11.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘730.35 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht