<h2>SubmittedText<h2><p>Gemäss dem Bundesamt für Statistik haben von den Studierenden, die das Masterstudium in Medizin beginnen, lediglich zwei Prozent ihren Bachelor an einer andern Schweizer Universität erlangt. Der Bundesrat wird aufgefordert, einen Bericht vorzulegen, der die Gründe für diesen sehr tiefen Mobilitätsgrad im Medizinstudium aufzeigt. Des Weitern soll der Bericht Massnahmen aufzeigen, mit denen die Hindernisse für die Mobilität im Medizinstudium beseitigt werden könnten, damit auch die Studierenden der Medizin in den Genuss dieses Aspekts der Bologna-Reform kommen können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Medizinstudium nimmt im Bologna-Prozess eine Sonderrolle ein. Erst eine Minderheit der Bologna-Signatarstaaten hat in diesem Bereich die neue Studienstruktur mit den Stufen Bachelor, Master und Doktorat gemäss den Bologna-Prinzipien eingeführt. Die Schweiz gehört zu den Pionieren, auch wenn die Umstellung deutlich später erfolgte als in den übrigen Fächern. So führten die ersten Universitäten im akademischen Jahr 2006/07 Bachelorstudiengänge im Bereich Medizin ein, die übrigen folgten ein Jahr später. Die Masterstudiengänge wurden dann zwischen 2008/09 und 2010/11 eingeführt. </p><p>Der Bundesrat teilt das im Postulat vorgebrachte Anliegen, dass es auch den Studierenden der Medizin möglich sein sollte, von den Vorteilen der Studienmobilität zu profitieren. Allerdings erachtet er die Erstellung eines Berichts zum jetzigen Zeitpunkt aus verschiedenen Gründen als nicht opportun.</p><p>Erstens ist die Datenlage aufgrund der für den Bereich Medizin erst kürzlich erfolgten Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen für allgemeine Aussagen zu spärlich. Die im Postulat erwähnten 2 Prozent der Masterstudierenden, die ihren Bachelor an einer anderen Universität erworben haben, werden im Bologna-Barometer des Bundesamtes für Statistik nicht genannt und sind mit Vorsicht zu bewerten. Darin enthalten sind die Human-, Zahn- und Veterinärmedizin sowie die Pharmazie, einschliesslich der Pflegewissenschaften. Ausserdem gilt es zu beachten, dass noch immer ein erheblicher Teil der Studierenden nach dem bisherigen System studiert. </p><p>Zweitens bahnen sich zurzeit in der Humanmedizin verschiedene grössere Veränderungen im Ausbildungsangebot an. So plant die Università della Svizzera italiana die Einführung eines entsprechenden Masterstudiengangs. Ferner hat der Bundesrat angesichts der zunehmenden technischen Anforderungen an das medizinische Personal in seinem Leistungsauftrag 2013-2016 den ETH-Bereich beauftragt, eine Strategie zu entwickeln, um zusammen mit den kantonalen Universitäten und Spitälern im Bereich der Medizin die Ausbildung von Forschungspersonal zu verstärken. In diesem Rahmen planen die ETH Zürich und die EPFL, einer begrenzten Anzahl von Studierenden eine Passerellen-Lösung anzubieten, die nach einem Bachelorstudium in Lebenswissenschaften an einer ETH den Zutritt zu einem Medizin-Masterstudium an einer Schweizer Universität erlauben soll. Dadurch eröffnen sich neue Perspektiven für angehende Mediziner und die Mobilität zwischen Bachelor- und Masterstudium dürfte weiter zunehmen.</p><p>Drittens gilt es, die spezifische Situation in der medizinischen Ausbildung zu berücksichtigen. So erfolgt die Mobilität in der Medizin in der Regel im Rahmen der Praktika auf Masterstufe oder während der Weiterbildung (FMH). Ausserdem ist das Angebot an Studienplätzen stark eingeschränkt. Die medizinische Ausbildung liegt in der Kompetenz der Kantone. Der Bundesrat würde aber weitere Schritte begrüssen, welche diese Art von Mobilität erleichtern. Dies umso mehr, als die medizinischen Fakultäten in der Schweiz seit dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die universitären Medizinalberufe (Medizinalberufegesetz, MedBG) vom 23. Juni 2006 ihre Ausbildungsprofile schärfen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.