B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6576/2013 U r t e i l v o m 9. D e z e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A._______, geboren (…), Afghanistan, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung); Verfügung des BFM vom 18. November 2013 / N (…). D-6576/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer am 31. Oktober 2013 zusammen mit seinem Bruder B._______ ([…] bzw. […]) im Flughafen C._______ um Asyl nach- suchte, wobei er durch das Bundesamt schriftlich aufgefordert wurde, i n- nert 48 Stunden rechtsgenügliche Ausweispapiere nachzureichen, ve r- bunden mit der Androhung, im Unterlassungsfall werde auf das Asylg e- such nicht eingetreten ([…]), dass das BFM ihm gleichentags die Einreise in die Schweiz vorläufig ver - weigerte und ihm für die Dauer des weiteren Asylverfahrens bis maximal 60 Tage der Transitbereich des Flughafens C._______ als Aufenthaltsort zugewiesen wurde ([…]), dass der Beschwerdef ührer am (…) 2013 summarisch befragt wurde ([…]) und die Anhörung zu den Asylgründen durch das BFM am (…) 2013 aufgrund der vom Beschwerdeführer behaupteten Minderjährigkeit in A n- wesenheit einer Vertrauensperson (Art. 7 Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]) erfolgte ([…]), dass er dabei im Wesentlichen vorbrachte, er sei afghanischer Staatsan- gehöriger, in der Provinz D._______ geboren, minderjährig, gehöre der Ethnie der E._______ an und habe, seit er sich zu erinnern vermöge, zu- sammen mit seiner Familie in Kabul gewohnt, dass er anlässlich der Erstbefragung erklärte, Afghanistan an einem ihm nicht bekannten Datum auf dem Landweg verlassen zu haben und in der Folge während mehrerer Monate unterwegs gewesen zu sein, wobei er einmal einen Flug genommen habe , und bei der Anhörung ergänzte, zu- sammen mit einer Gruppe gereist zu sein und an einem ihm nicht b e- kannten Flughafen in F._______ einen Flug nach G._______ angetreten zu haben, von wo er nach einem Aufenthalt in die Schweiz weitergeflogen sei, dass eine Weiterreise nach H._______ geplant gewesen sei, wo ein wei- terer Bruder lebe, welcher aber von diesem Vorhaben nichts wisse, dass er zuletzt (…) besucht habe und nebenbei seinem Bruder B._______ beim (…) behilflich gewesen sei, dass seine Familie arm sei, seine Mutter an (…) leide, sein Vater umge- bracht worden und ein Bruder verschollen sei, D-6576/2013 Seite 3 dass ihm neben seiner Mutter und seinen Geschwistern einzig ein Onkel (…) bekannt sei, dass er in der Schule erfahren habe, dass viele junge Leute das Land verlassen hätten, weil sie befürchteten, dass die zur Sicherheitsunterstüt- zung stationierten ausländischen Truppen Afghanistan demnächst verlas- sen und daraufhin die Taliban wieder erstarken und erne ut Krieg führen würden, dass sich seine Mutter aus diesem Grund entschlossen habe, ihn und seinen Bruder ins Ausland zu schicken, wobei sein Onkel die Ausreise organisiert und finanziert habe, dass er eine (…) Kopie seiner "Tazkara" einreichte, derzufolge er im Jahr (…) alt war, und ihm anlässlich der Anhörung das rechtliche Gehör zu seinem Alter gewährt wurde, dass er gemäss dem bei ihm sichergestellten, aufgrund einer vom BFM veranlassten Dokumentenanalyse als gefälscht erkannten (…) Reisepass am (…) über I._______ in den Schengen-Raum einreiste und gemäss ge- sicherten Informationen der Flughafenpolizei am (…) mit der J._______ von K._______ nach L._______ reiste, von wo aus er am (…) mit der M._______ nach C._______ flog, und verschiedene weitere bei ihm s i- chergestellte Dokumente auf die Aufenthalte in F._______ und G._______ hinweisen, dass das BFM mit Verfügung vom 18. November 2013 – eröffnet am (…) 2013 – feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingse igen- schaft nicht, sein Asylgesuch ablehnte und die Wegweisung aus dem Transitbereich des Flughafens C._______ sowie den Vollzug anordnete, dass das Bundesamt zur Begründung seines Entscheids im Wesentlichen ausführte, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten in Bezug auf die angebliche Minderjährigkeit und die persönlichen Verhältnisse den Anfo r- derungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand und die Verfolgungsvo r- bringen genügten den Anford erungen an die Flüchtlingseigenschaft g e- mäss Art. 3 AsylG nicht, dass trotz seiner afghanischen Herkunft erhebliche Zweifel an seiner Identität und Biographie bestünden, zumal er betreffend seine Ange- hörigen nur dürftige Angaben gemacht habe, D-6576/2013 Seite 4 dass er keine Details zum angeblichen gewaltsamen Tod seines Vaters und der Verschollenheit eines Bruders gemacht habe, über seine Grosseltern, Onkel und Tanten , mit Ausnahme eines Onkels (…), nichts wisse, und auch über seinen in H._______ wohnhaften Bruder kaum Worte verloren habe, dass indes der Familienzusammenhalt in Afghanistan notorisch sehr stark sei, weshalb völlig unglaubhaft erscheine, dass der Beschwerde - führer nicht in der Lage sei, über seine Angehörigen zu berichten, dass es dem Beschwerdeführer gest ützt auf eine Gesamtbeurteilung der Elemente, welche für oder gegen seine Altersangaben sprechen, nicht gelungen sei, die von ihm geltend gemachte Minderjährigkeit glaubhaft zu machen oder gar zu beweisen, wobei sich seine dies be- züglichen Aussagen insges amt als unglaubhaft erweisen würden, dass er erklärt habe, (…) Jahre alt zu sein, wobei ihm seine Mutter die - ses Alter vor seiner Ausreise genannt habe, dabei indes erstaune, dass er sein Geburtsdatum kennen wolle, ohne wesentliche Angaben zu Fragen bezüglich seine r Angehörigen machen zu können, dass er zudem wesentlich älter aussehe als ein (…)jähriger Junge und sein aktuelles Alter gestützt auf die von ihm eingereichte Kopie seiner "Tazkara" (…) Jahre betrage, was sehr wohl seinem Auftreten und Aussehen entspreche, dass auf Vorhalt dieser Tatsachen seine E rklärungsversuche , wonach in Afgh anistan im Zusammenhang mit der Einschätzung einer Person nicht vom Geburtsdatum, sondern vom Alter gesprochen werde, bei der Ausstellung der "Ta zkara" das Alter le diglich eingeschätzt werde und gewisse Leute schneller alterten, während andere länger jung aus - sähen, keineswegs zu überzeugen vermöchten, dass mithin für das weitere Verfahren von seiner Volljährigkeit auszu - gehen sei, dass zudem aufgrund seiner dürftigen Angaben zu seiner persönlichen Situation entgegen seinen Angaben nicht von einer Herkunft aus einer mittellosen Familie auszugehen sei, wogegen auch der Umstand spre - che, dass er bis vor kurzem (…) besucht habe und sich eine teure Flugreise nach Europa habe leisten können, D-6576/2013 Seite 5 dass seine widersprüchlichen Berichte über den Reiseweg völlig un - glaubhaft seien, dass die Schilderung der Verfolgungsvorbringen die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, dass er keine Verfolgung geltend gemacht, sondern seinen Heimat - staat präventiv verlassen habe, weil er für den Fall des Abgangs der ausländischen Sicherheitsunterstützungstruppen einen Neubeginn des Krieges befürchte, dass ein hypothetischer Konflikt beziehungswe ise eine Situation allge - meiner Gewalt im Sinne des Asylgesetzes nicht relevant sei, dass zudem kein Anlass zur Annahme bestehe, dass sich ein erneuter Konflikt mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft in Kabul verwirklichen werde, dass schliesslich die vom Beschwerdeführer im Rahmen von Krieg er - littenen Nachteile keine Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes darstell - ten, soweit sie nicht auf der Absicht beruhten, ihn aus einem der in Art. 3 AsylG genannten Gründe zu treffen, dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, dass der Beschwerdeführer aus der Hauptstadt Kabul stamme, wohin der Wegweisungsvollzug gemäss der Praxis der schweizerischen Asylbehö r- den nicht generell unzumutbar sei, sondern unter begünstigenden U m- ständen – auch im Sinne einer zumutbaren Aufenthaltsalternative – als zumutbar erkannt werden könne, dass der Beschwerdeführer unglaubhafte Angaben zu seiner Identität und persönlichen Situation gemacht habe, weshalb es dem BFM nicht mö g- lich sei, sich in voller Kenntnis seiner tatsächlichen Situation zur Zumu t- barkeit des Wegweisungsvollzugs zu äussern, dass es sich indes beim Beschwerdeführer um einen jungen, volljährigen und gesunden Mann handle, welcher zusammen mit seinen Angehörigen in Kabul gelebt und dort (…) besucht habe, dass ein O nkel von ihm die Ausreise organisiert und finanziert habe und der Beschwerdeführer sich während der Durchreise in Europa in ve r- schiedenen Ländern, zum Teil in Hotels, aufgehalten habe, welche Um-D-6576/2013 Seite 6 stände der geltend gemachten Herkunft aus einer armen Familie wide r- sprechen würden, dass zudem davon auszugehen sei, dass er bei einer Rückkehr von se i- nem in H._______ wohnhaften Bruder unterstützt werde, dass angesichts der gesamten Umstände des Asylge suchs und der A k- tenlage der Vollzug der Wegweisung zumutbar erscheine, dass der Beschwerdeführer mit fremdsprachiger Eingabe vom 25. No- vember 2013 ( […]) an das Bundesverwaltungsgericht gelangte, dass der Instruktionsrichter die Eingabe samt Beilagen praxisgemäss in eine Amtssprache übersetzen liess , dass in der Eingabe die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und in prozessualer Hinsicht die Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde beantragt wurde, dass es s ich bei den gleichzeitig eingere ichten Beilagen um (…), sowie um Aus drucke von im Internet veröf fentlichten Berichten betreffend gewalt same Ereignisse in Kabul und Afghanistan handelt, dass darauf sowie auf die Begründung, soweit für den Entscheid we - sentlich, in den Erwägungen einge gangen wird, dass die vorinstanzlichen Akten am (…) 2013 vollständig beim Bunde s- verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung , dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfa h- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021] des BFM entscheidet, ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Aus- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 33 des Verwaltungs- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes v om 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), D-6576/2013 Seite 7 dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, d urch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass im Zusammenhang mit der fremdsprachigen Beschwerde nach der von Amtes wegen angeordneten Übersetzung auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung verzichtet werden kann, dass somit – unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen – auf die frist - und formgerecht ein gereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden kön nen (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder drei Richterinnen entscheidet (Art. 21 Abs. 1 VGG), wobei auch in diesen Fällen auf die Durchführung eines Schriften - wechsels verzichtet wer den kann (Art. 111a Abs. 1 AsylG), dass der Beschwerde von Amtes wegen aufschiebende Wirkung zu - kommt (Art. 42 AsylG) und die angefochtene Verfügung keine anders - lautende Anordnung enthält, weshalb mangels Rechtsschutzinteresse auf das entsprechende Begehr en nicht einzutreten ist, dass in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen ist, dass die Vor - instanz nicht die sofortige Ausschaffung des Beschwerdeführers ver - fügt hat, sondern dieser den Transitbereich erst am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der angefoch tenen Verfügung zu verlassen habe (vgl. Ziff. 4 des Dispositivs der Verfügung des BFM vom 18. November 2013), dass im Unterschied zum Verfahren bei Nichteintreten wegen Täuschung über die Identität in materieller Hinsicht die Beweislast für die behauptete Minderjährigkeit bei der asylsuchenden Person liegt, wobei diesbezüglich D-6576/2013 Seite 8 eine Gesamtwürdigung vorzunehmen ist (vgl. Entscheidungen und Mitte i- lungen der ehemaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 22 E. 3b S. 182 f.), dass die angeblich minderjährige Person, deren tatsächliches Alter sich mit vernünftigem Aufwand nicht ermitteln lässt, im Rahmen des Wegwe i- sungsvollzugs die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat, d.h. sich nicht auf die für Minderjährige geltenden Regelungen berufen kan n (vgl. EMARK 2001 Nr. 23 E. 6c S. 186 f.), dass diese Praxis der ARK zur Beweislast und Beweisführung bei be - haupteter Minderjährigkeit in der Folge in einem Grundsatzurteil vom 29. Oktober 2004 (vgl. EMARK 2004 Nr. 30) bestätigt worden ist und vom Bundes verwaltungsgericht weiterge führt wird, dass das BFM in Anwendung der erwähnten Praxis zu Recht von der Volljährigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen ist, und in diesem Kontext auf die nicht zu beanstandenden Ausführungen in der vorin - stanzlichen Verfüg ung verwiesen werden kann, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nati o- nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachge wiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG; vgl. zu den entsprechenden Anfo r- derungen BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3), dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und – nach Überprüfung der Akten auch aus Sicht des Bundesverw altungsgerichts – zu Recht festgestellt hat, die Ausführungen des Beschwerdeführers genügten in Bezug auf die angebliche Minderjährigkeit und die per sön- lichen Verhältnisse den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht, während die geltend gemachten Verf olgungsvorbringen den Anfor de- rungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhielten, D-6576/2013 Seite 9 dass diesbezüglich zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf die nicht zu beanstandenden Erwägungen in der angefochtenen Verfü - gung verwiesen werden kann, dass auch die Ausführungen in der Beschwerdeschrift an diese n Fest- stellung en nichts zu ändern vermögen, zumal sie sich in erster Linie auf eine Wiederholung der bisherigen Vorbringen beschränken, dass in der Beschwerde zudem geltend gemacht wird, der Vater des Be- schwerdeführers sei als Märtyrer ums Leben gekommen, die E._______ würden als N._______ in Afghanistan von den O._______ unterdrückt und die Lage in Kabul sei schwierig, da es immer wieder zu Selbstmor d- attentaten und Explosionen komme (vgl. Beschwerde), dass das Vorbringen, der Vater des Beschwerdeführers sei den Märtyrer- tod gestorben, nachgeschoben ist und sich deshalb als unglaubhaft e r- weist, zum al der Beschwerdeführer im erstinstanzlichen V erfahren d en Tod seines Vaters nicht als Verfolgungsvorbringen geltend machte, so n- dern diesbezüglich lediglich zu Protokoll gab, sein Vater sei in Kabul u m- gebracht worden, wobei ihm die Todesumstände nicht bekannt sei en, da er sich nicht daran erinnere, weil er damals noch sehr klein gewesen sei ([…]), dass dasselbe für das Vorbringen gilt, als E._______ in Kabul unterdrückt zu werden, zumal er dies im erstinstanzlichen Verfahren mit ke inem Wort erwähnte, dass in der Beschwerde nicht ausgeführt wird, inwiefern sich die geltend gemachten gewaltsamen Ereignisse in Kabul gezielt gegen den B e- schwerdeführer richteten , weshalb sie mangels Gezieltheit asylrechtlich nicht beachtlich sind, dass sich aus den eingereichten Beweismitteln mangels individuellen Be- zugs keine Verfolgung des Beschwerdeführers ergibt, weshalb dieser daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag, dass sich eine Auseinandersetzung mit den weiteren Ausführungen in der Beschwerde erübrigt, weil sich diese darin erschöpfen, die Asylvorbringen sinngemäss zu wiederholen und deren Authentizität zu bekräft igen, ohne in substanziierter Weise zur Argumentation der Vorinstanz Stellung zu nehmen, D-6576/2013 Seite 10 dass es dem Beschwerdeführer nicht gelingt, die Flüchtlingseigen - schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe - willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol - chen besteht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit weiteren Hinweisen sowie EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Ein - klang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli - chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re - gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun des- gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus - länder [AuG, SR 142.20]), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völker recht- liche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Aus -länderin oder d es Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge - zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Ar t. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker - und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu mac hen, wes - halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlings rechtlichen Non-Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. Nov ember 1950 zum D-6576/2013 Seite 11 Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die im Heimat - oder Herkunftsstaat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut - bar erweist, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaa t auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini - scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass in Bezug auf die allgemeine Lage in Afghanistan auf die vom Bu n- desverwaltungsgericht vorgenommene Einschätzung der Lage im Grund - satzurteil BVGE 2011/7 vom 16. Juni 2011 verwiesen werden kann, w o- nach in weiten Teilen von Afghanistan – ausser allenfalls in Grossstädten – eine derart schlechte Sicherheitslage und derart schwierige humanitäre Bedingungen bestünden, dass die Situation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren sei, dass von dieser allgemeinen Feststellung die Situation in der Hauptstadt Kabul zu unterscheiden sei, und angesichts des Umstandes, dass sich dort die Sicherheit slage im Verlaufe des Jahres 2010 nicht weiter ve r- schlechtert habe und die humanitäre Situation im Vergleich zu den übr i- gen Gebieten etwas weniger dramatisch sei, der Vollzug der Wegweisung nach Kabul unter Umständen als zumutbar qualifiziert werden könne, dass solche Umstände grundsätzlich namentlich dann gegeben sein könnten, wenn es sich beim Rückkehrer um einen jungen, gesunden Mann handle, dass es sich aber angesichts der bisher aufgezeigten konstanten Ve r- schlechterung der Lage über die vergangenen Jah re hinweg und der auch in Kabul schwierigen Situation von selbst verstehe, dass die bereits in EMARK 2003 Nr. 10 formulierten strengen Bedingungen in jedem Ei n- zelfall sorgfältig geprüft und erfüllt sein müssten, um einen Wegweisungs- vollzug nach Kabul als zumutbar zu qualifizieren, dass in erster Linie ein soziales Netz unabdingbar sei, das sich im Hi n- blick auf die Aufnahme und Wiedereingliederung des Rückkehres als tragfähig erweise, dass ohne Unterstützung durch Familie oder Bekannte die schwierigen Lebensverhältnisse auch in Kabul unweigerlich in eine existenzielle b e- ziehungsweise lebensbedrohende Situation führen würden (vgl. a.a.O. E. 9.9.1 f.) D-6576/2013 Seite 12 dass i n der Folge auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisung s- vollzugs in Bezug auf die Städte Herat und Ma zar-i-Sharif vom Bunde s- verwaltungsgericht in ähnlicher Weise beantwortet wurde (vgl. BVGE 2011/38 und BVGE 2011/49), dass an dieser Einschätzung die in jüngster Zeit zu verzeichnende Z u- nahme von gewaltsamen Vorfällen in Kabul nichts zu ändern vermag, dass zumindest die Mutter, die Schwester und ein Onkel (…) des B e- schwerdeführers nach wie vor in Kabul wohnhaft sind und dieser mithin dort über ein familiäres Beziehungsnetz verfügt, abgesehen davon, dass die Vorinstanz die diesbezüglichen Angaben aufgrund ihrer Dürftigkeit zu Recht in Zweifel zog, dass der Beschwerdeführer während (…) Jahre (…) besucht hat , über (…)kenntnisse verfügt und seinem Bruder B._______ beim (…) behilflich war, weshalb es ihm möglich sein sollte, sich im Falle der Rückkehr wi e- der eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen, dass der noch junge Beschwerdeführer, soweit aktenkundig, an keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet, dass er bereits im erstinstanzlichen Verfahren geltend gemacht hatte, sei- ne Mutter leide an gesundheitlich en Problemen, sei jedoch trotzdem als P ._______ erwerbstätig gewesen, dass entgegen den erneuten Beteuerungen in der Beschwerde nicht von einer Herkunft des Beschwerdeführers aus armen Verhältnissen ausz u- gehen ist, zumal es der Familie möglich war, diesem und dem Bruder B._______ eine Reise nach H._______ mit Hotelaufenthalten in Europa zu ermöglichen, dass sich nach dem Gesagten keine konkreten Angaben ergeben, au f- grund derer allenfalls geschlossen werden könnte, der Beschwerdeführer geriete im Falle der R ückkehr in seinen Heimatstaat aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation, dass daher die gemäss der Rechtsprechung erforderlichen begünstige n- den Umstände für eine Rückkehr nach Kabu l vorliegen und mithin die Zumutbarkeit des Vollzuges dorthin auch in Berücksichtigung der indiv i- duellen Situation des Beschwerdeführers zu bejahen ist, wobei die B e- schwerde von dessen Bruder B._______ mit Urteil des Bundesverwa l-D-6576/2013 Seite 13 tungsgerichts gleichen Datu ms abgewiesen wird und der Wegweisung s- vollzug zu koordinieren ist, dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in seinen Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse best e- hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), dass nach dem Gesagten de r vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig f eststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab - zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600. – (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-6576/2013 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer au f- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand: