<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00199</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204803&amp;W10_KEY=13013567&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00199</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.01.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausnahmebewilligung nach Art. 22 RPG</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Unbefriedigende Einordnung von schachbrettartig angeordneten Lichtplatten eines sich in der Landwirtschaftszone befindlichen Ökonomiegebäudes: Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E.1). Die Baudirektion befand, dass die über die ganze Dachfläche verstreute Anordnung der Lichtplatten störend in Erscheinung trete. Es entspreche konstanter Praxis, eine Dachflächengestaltung in der hier vorgenommenen Art nicht zu bewilligen (E.2.1). Der Regierungsrat bestätigte den Entscheid der Baudirektion (E.2.2). Der Beschwerdeführer wendet ein, dass die Anordnung der Lichtplatten nicht störend in Erscheinung trete (E.2.3). Die Gemeinde stellt die von der Baudirektion geltend gemachte Praxis infrage (E.2.4). Das Verwaltungsgericht darf den Entscheid seiner Vorinstanzen nur bei Rechtsverletzung aufheben (E.3.1). Die vom Beschwerdeführer gewählte Anordnung der Lichtplatten darf nur verweigert werden, wenn sie sich nach den konkreten Umständen nicht befriedigend in die bauliche Umgebung einordnet. Mit dem alleinigen Verweis auf eine von ihr geübte Praxis verzichtete die Baudirektion zu Unrecht auf die Ausübung des ihr zustehenden Ermessens, was eine rechtsverletzende Ermessensunterschreitung darstellt, welcher Mangels jedoch vom Regierungsrat im Rekursverfahren geheilt worden ist (E.3.2). Im Übrigen wurde die geltend gemachte Praxis trotz entsprechender gerichtlicher Aufforderung nicht belegt (E.3.3). Aufgrund der gegebenen Umstände lässt sich die Beurteilung der Vorinstanzen nicht halten; diese haben die Anforderungen an eine befriedigenden Gesamtwirkung überspannt, was rechtsverletzend ist (E.3.4). Gutheissung der Beschwerde (E.4). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃSTHETIKVORSCHRIFT">ÃSTHETIKVORSCHRIFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHFENSTER">DACHFENSTER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINORDNUNG">EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSUNTERSCHREITUNG">ERMESSENSUNTERSCHREITUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESAMTWIRKUNG">GESAMTWIRKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 238 Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2005 Nr. 20 S. 16</span><br/><span class="ungerade">RB 2005 Nr. 68 S. 167</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Gemeinderat X erteilte A am 12. Mai 1999 unter Bedingungen und Auflagen die baurechtliche Bewilligung zum Neubau eines ÃkonomiegebÃ¤udes auf dem in der Landwirtschaftszone gelegenen GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 1 in S. Gleichentags erÃ¶ffnete ihm der Gemeinderat unter anderem die VerfÃ¼gung der Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich vom 30. April 1999, wonach das Bauvorhaben keiner Ausnahmebewilligung nach Art. 24 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG) bedÃ¼rfe. Die Baudirektion erwog, dass der Bedarf fÃ¼r den Neubau des ÃkonomiegebÃ¤udes ausgewiesen sei. Der Gestaltung und dem Standort des ÃkonomiegebÃ¤udes sowie der Hochsilos sei die nÃ¶tige Beachtung geschenkt worden, sodass eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wÃ¼rde. Das Vorhaben entspreche dem Zweck der Nutzungszone, sei somit zonengemÃ¤ss im Sinne von Art. 22 Abs. 2 RPG. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Entgegen den ursprÃ¼nglich bewilligten PlÃ¤nen brachte A auf der sÃ¼dwestlichen DachflÃ¤che des mit einem Satteldach versehenen ÃkonomiegebÃ¤udes in zwei Reihen schachbrettartig je sieben Lichtplatten an. Die einzelnen Lichtplatten weisen eine rechteckige FlÃ¤che von 0,9 m x 1,7 m auf. Die oberen sieben Lichtplatten befinden sich einen Meter unterhalb des Firstes, die unteren sieben Lichtplatten liegen 1,7 m Ã¼ber der Traufe. Nachdem der Gemeinderat X diese Abweichung festgestellt hatte, ersuchte er A am 29. September 2000, ein Ãnderungsgesuch und den Bedarfsnachweis fÃ¼r die Belichtung einzureichen. Die fÃ¼r die Beurteilung der ProjektÃ¤nderung erforderlichen Planunterlagen reichte A am 17. Juli 2001 ein. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baudirektion erteilte dem geÃ¤nderten Projekt am 28. August 2001 die Bewilligung nach Art. 22 RPG (Disp.-Ziff. I) unter dem Vorbehalt, dass die Anordnung der Lichtplatten in Gruppen von zwei oder drei StÃ¼cken auf eine Reihe im unteren Drittel der DachflÃ¤che zu konzentrieren sei (Disp.-Ziff. II). Sie erwog, die Ã¼ber die ganze sÃ¼dwestliche DachflÃ¤che verstreute Anordnung der Lichtplatten trete stÃ¶rend in Erscheinung; damit werde keine befriedigende Gesamtwirkung im Sinn von § 238 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) erreicht. Die Anordnung der Lichtplatten sei auf eine Reihe zu konzentrieren, vorzugsweise im unteren Drittel der DachflÃ¤che. Durch eine gruppenweise Anordnung mit jeweils zwei oder drei Lichtplatten lasse sich ein gegliedertes Erscheinungsbild erreichen. Im Ãbrigen entspreche das Vorhaben dem Zweck der Nutzungszone, sei somit zonengemÃ¤ss im Sinne von Art. 22 Abs. 2 und Art. 16a Abs. 1 RPG. Der Gemeinderat X erÃ¶ffnete A am 19. Dezember 2001 den Entscheid der Baudirektion und erteilte der ProjektÃ¤nderung sinngemÃ¤ss die baupolizeiliche Bewilligung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>A erhob gegen den Entscheid der Baudirektion am 14. Januar 2002 Rekurs beim Regierungsrat und beantragte sinngemÃ¤ss die Aufhebung von Disp.-Ziff. II der VerfÃ¼gung vom 28. August 2001. Der Regierungsrat wies den Rekurs am 17. MÃ¤rz 2004 ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden war (Disp.-Ziff. I), und forderte den Rekurrenten auf, der BaubehÃ¶rde X innert dreier Monate ab Rechtskraft dieses Beschlusses einen Plan betreffend die Neuanordnung der Lichtplatten gemÃ¤ss Disp.-Ziff. II der VerfÃ¼gung der Baudirektion einzureichen und diese innert sechs Monaten zu entfernen, ansonst sie durch die Gemeinde X durch eine kostenpflichtige Ersatzvornahme beseitigen zu lassen seien und der Rekurrent beim Statthalteramt gestÃ¼tzt auf § 340 PBG in Verbindung mit Art. 292 des Strafgesetzbuches zu verzeigen sei (Disp.-Ziff. II). Die Kosten, bestehend aus einer StaatsgebÃ¼hr von Fr. 1'500.- sowie den AusfertigungsgebÃ¼hren von Fr. 314.-, wurden dem Rekurrenten auferlegt (Disp.-Ziff. III).</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Hiergegen gelangte A am 26. April 2004 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Er beantragte die Aufhebung von Disp.-Ziff. II der VerfÃ¼gung der Baudirektion vom 28. August 2001 sowie des regierungsrÃ¤tlichen Entscheids; ferner ersuchte er um Reduktion der ihm auferlegten GebÃ¼hren von Fr. 1'814.-.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baudirektion liess sich nicht vernehmen. Die Staatskanzlei beantragte namens des Regierungsrats am 7. Mai 2004 die Abweisung der Beschwerde. Der Gemeinderat X beantragte in seiner Vernehmlassung vom 19. Mai 2004</span><span>, dass die Praxis der Baudirektion im Sinn der Rechtsgleichheit und der Rechtssicherheit zu Ã¼berprÃ¼fen sei.</span><span> Er wies unter Beilage entsprechender Fotografien darauf hin,</span><span> dass bei ÃkonomiegebÃ¤uden in den Nachbargemeinden U, V sowie W Lichtplatten in gleicher oder zumindest Ã¤hnlicher Anordnung auf den DÃ¤chern angebracht seien.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 29. Juni 2004 wurde der Baudirektion, Amt fÃ¼r Raumordnung und Vermessung (ARV), Frist angesetzt, um zur Frage Stellung zu nehmen, weshalb in den Nachbargemeinden U, V sowie W entgegen konstanter Praxis davon abgesehen wurde anzuweisen, dass Lichtplatten nur im unteren Drittel der DachflÃ¤che angeordnet werden dÃ¼rfen. Bei SÃ¤umnis wÃ¼rde Verzicht auf Stellungnahme angenommen. Das ARV beantragte eine Fristerstreckung bis zum 20. August 2004, welche am 22. Juli 2004 bewilligt wurde. In der Folge liess sich das ARV nicht mehr vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der Beschwerde zustÃ¤ndig. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist als Adressat des angefochtenen Entscheids ohne weiteres zur Beschwerdeerhebung legitimiert (§ 338a Abs. 1 PBG). Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im vorliegenden Verfahren geht es um die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht die VerfÃ¼gung der Baudirektion bestÃ¤tigte, in welcher dem BeschwerdefÃ¼hrer gestÃ¼tzt auf § 238 Abs. 1 PBG auferlegt wurde, die Lichtplatten in Gruppen von zwei oder drei StÃ¼cken auf eine Reihe im unteren Drittel der DachflÃ¤che zu konzentrieren. GemÃ¤ss dieser Bestimmung sind Bauten, Anlagen und Umschwung fÃ¼r sich allein sowie in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch fÃ¼r Materialien und Farben.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Die Baudirektion hat in ihrer VerfÃ¼gung vom 28. August 2001 die ungenÃ¼gende Einordnung bzw. die Anweisung betreffend Neugestaltung der auf der sÃ¼dwestlichen DachflÃ¤che angebrachten Lichtplatten einzig mit der Feststellung begrÃ¼ndet, die Ã¼ber die ganze DachflÃ¤che verstreute Anordnung der Lichtplatten trete stÃ¶rend in Erscheinung. Wie sich aus den vorliegenden Akten ergibt, ist die Direktion bzw. das ARV bereits damals von dem ausgegangen, was sie spÃ¤ter im Rekursverfahren vor Regierungsrat nachgebracht hat, nÃ¤mlich dass es konstanter Praxis entspreche, eine DachflÃ¤chengestaltung in der hier vorgenommenen Art nicht zu bewilligen und eine Gestaltung wie mit der hier getroffenen Anweisung zu verlangen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Der Regierungsrat ist dieser Beurteilung gefolgt: Bei der Anwendung von § 238 Abs. 1 PBG auf Bauten ausserhalb der Bauzonen sei zu beachten, dass ausserhalb des Baugebietes die Landschaft in der Regel besonders empfindlich auf bauliche Eingriffe sei, weshalb in diesem Bereich grundsÃ¤tzlich an die Einordnung besonders hohe Anforderungen gestellt werden mÃ¼ssten. Ferner sei in Betracht zu ziehen, dass durch die Gestaltung der DÃ¤cher und das Bedachungsmaterial das Landschaftsbild ausserhalb der Bauzonen sehr stark geprÃ¤gt werde und dass Lichtplatten auf dem Dach dabei eines jener Elemente darstellten, die das Gesicht und die typische IdentitÃ¤t der Baute vermitteln wÃ¼rde. Anderseits sei aber auch zu berÃ¼cksichtigen, dass bei landwirtschaftlichen Grossbauten im Nichtbaugebiet Gesichtspunkte der FunktionalitÃ¤t stÃ¤rker im Vordergrund stehen wÃ¼rden und daher auch bezÃ¼glich Ãsthetik andere MassstÃ¤be angelegt werden mÃ¼ssten, wenn dies aus GrÃ¼nden der zweckmÃ¤ssigen Nutzung der Baute oder Anlage als geboten erscheine (E. 6). Die Auflage, dass Lichtplatten bei ÃkonomiegebÃ¤uden in einer Reihe, vorzugsweise im unteren Drittel der DachflÃ¤che, zu konzentrieren seien, entspreche stÃ¤ndiger Praxis der Baudirektion. Sie habe ihren Grund darin, dass damit eine funktionale Anpassung der DÃ¤cher von neuen landwirtschaftlichen Grossbauten an die bei Ãkonomiebauten in der Landwirtschaftszone herkÃ¶mmliche Art der Bedachung erreicht werden kÃ¶nne. Bei dieser Auflage gehe es entgegen der Ansicht des Rekurrenten nicht um eine "momentane architektonische Modeerscheinung", sondern um einen zurÃ¼ckhaltenden Einsatz von Lichtplatten, der sich an der Ã¼berlieferten Erscheinungsweise der DÃ¤cher von landwirtschaftlichen Bauten orientiere (E. 7a). Beim ÃkonomiegebÃ¤ude des Rekurrenten handle es sich um eine sehr grosse Baute an gut einsehbarer, exponierter Lage am Dorfrand von S. Die bei diesem GebÃ¤ude gewÃ¤hlte schachbrettartige Anordnung der Lichtplatten, die in zwei Reihen gleichmÃ¤ssig Ã¼ber die gesamte DachflÃ¤che verteilt sei, stehe in einem klaren Gegensatz zur herkÃ¶mmlichen Erscheinungsweise der DÃ¤cher von landwirtschaftlichen Ãkonomiebauten im Kanton ZÃ¼rich. Sie sei auffÃ¤llig und wirke angesichts der vielen Durchbrechungen der DachflÃ¤che trotz der regelmÃ¤ssigen Anordnung der Lichtplatten unruhig. Entgegen der Ansicht des Rekurrenten kÃ¶nne daher mit der von ihm vorgenommenen Verteilung der Lichtplatten auf der gesamten sÃ¼dwestlichen DachflÃ¤che keine befriedigende Gesamtwirkung im Sinne von § 238 Abs. 1 PBG erreicht werden (E. 7b). Mit der umstrittenen Auflage gehe keine schwer wiegende BeeintrÃ¤chtigung der NutzungsmÃ¶glichkeiten des ÃkonomiegebÃ¤udes einher. Die in der oberen Reihe angebrachten Lichtplatten, die der langjÃ¤hrigen Praxis der Baudirektion diametral entgegenstehen wÃ¼rden, seien aus betrieblichen GrÃ¼nden nicht zwingend erforderlich. Gegen die Neuanordnung der Lichtplatten wÃ¼rden ferner auch keine tierschÃ¼tzerischen GrÃ¼nde sprechen (E. 7c). Die Zulassung der vom Rekurrenten gewÃ¤hlten Anordnung der Lichtplatten kÃ¶nne nicht zuletzt auch deshalb nicht verantwortet werden, weil sie prÃ¤judizielle Wirkung fÃ¼r eine unbestimmte Vielzahl Ã¤hnlicher Vorhaben hÃ¤tte und eine derartige bauliche Entwicklung im Lichte des AusgefÃ¼hrten in hohem Mass als unerwÃ¼nscht zu werten wÃ¤re. Die privaten Interessen an der Bewilligung des bereits fertig gestellten Daches hÃ¤tten aus diesen GrÃ¼nden hinter den Ã¶ffentlichen Interessen an einer guten Einordnung der strittigen Baute in die bauliche und landschaftliche Umgebung zurÃ¼ckzutreten (E. 7d). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer wendet ein, dass die Anordnung der Lichtplatten in zwei Reihen von den Bewohnern der Gemeinde nicht als stÃ¶rend empfunden werde. SinngemÃ¤ss macht er weiter geltend, dass etwa 20 ÃkonomiegebÃ¤ude vorhanden seien, bei welchen die Lichtplatten auf den DÃ¤chern in gleicher Weise angeordnet worden seien. Darin erkenne er eine rechts­ungleiche Behandlung. Im Ãbrigen widersprÃ¤chen die AusfÃ¼hrungen des Regierungsrats den Bestrebungen des Tierschutzes.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Der Gemeinderat X stellt wie erwÃ¤hnt die von der Baudirektion geltend gemachte Praxis, wonach Lichtplatten vorzugsweise im unteren Drittel der DachflÃ¤che anzubringen seien, ebenfalls infrage. Er habe aufgrund des Rekursentscheides andere ÃkonomiegebÃ¤ude, welche zum Teil in ihrer GrÃ¶sse demjenigen des BeschwerdefÃ¼hrers entsprÃ¤chen, angesehen und dabei festgestellt, dass in den Nachbargemeinden U, V sowie W Lichtplatten in gleicher oder zumindest Ã¤hnlicher Anordnung auf den DÃ¤chern montiert worden seien. Diese GebÃ¤ude befÃ¤nden sich ebenfalls in der Landwirtschaftszone und seien durch die Baudirektion genehmigt worden.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Bei der Anwendung der Ãsthetikvorschrift von § 238 PBG steht der BaubewilligungsbehÃ¶rde ein besonderer Ermessensspielraum zu. Trotz der ihr grundsÃ¤tzlich zukommenden Ermessenskontrolle (§ 20 VRG) Ã¼berprÃ¼ft die RekursbehÃ¶rde den Entscheid der BewilligungsbehÃ¶rde nur mit ZurÃ¼ckhaltung; lÃ¤sst sich deren Entscheid auf vernÃ¼nftige GrÃ¼nde stÃ¼tzen, schreitet die Rekursinstanz auch dann nicht ein, wenn andere ebenfalls vertretbare LÃ¶sungen denkbar sind (RB 1991 Nr. 2). Diese zurÃ¼ckhaltende Handhabung der Ermessenskontrolle ist allerdings auf die Respektierung der Gemeindeautonomie im ordentlichen Baubewilligungsverfahren zugeschnitten, also auf Bewilligungsentscheide der kommunalen BehÃ¶rde (vgl. RB 1981 Nr. 20). Sie ist aber auch dann beachtlich, wenn die Baudirektion im Rahmen der wegen der Lage des Bauprojekts ausserhalb der Bauzone erforderlichen kantonalen Bewilligung (vgl. Anhang zur Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997, Ziff. 1.2.1) den diesbezÃ¼glichen Entscheid vorweggenommen hat, wie dies hier die Direktion in ihrer VerfÃ¼gung vom 28. August 2001 getan hat. Das Verwaltungsgericht ist â als zweite Rechtsmittelinstanz â von vornherein auf Rechtskontrolle beschrÃ¤nkt (§ 50 Abs. 2 VRG). Es darf den Entscheid seiner Vorinstanzen nur aufheben, wenn diese ihr Ermessen missbraucht, Ã¼berschritten oder sonst wie rechtsverletzend gehandhabt haben. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>GestÃ¼tzt auf § 238 Abs. 1 PBG darf die vom BeschwerdefÃ¼hrer gewÃ¤hlte Anordnung der Lichtplatten nur verweigert werden, wenn sie sich nach den <i>konkreten</i> UmstÃ¤nden nicht befriedigend in die bauliche Umgebung einordnet (vgl. RB 1997 Nr. 95). Wenn die Baudirektion die Bewilligung fÃ¼r die vom BeschwerdefÃ¼hrer gewÃ¤hlte Anordnung der Lichtplatten allein unter Hinweis auf eine von ihr geÃ¼bte Praxis verweigert hat, verzichtete sie zu Unrecht auf die AusÃ¼bung des ihr zustehenden Ermessens bei der konkreten PrÃ¼fung des Baubewilligungsgesuchs. Dies stellte eine rechtsverletzende Ermessensunterschreitung dar. Bei der Anwendung von § 238 Abs. 1 PBG kann zwar eine bestehende Praxis, welche auf eine einheitliche und rechtsgleiche Ã¤sthetische Beurteilung vergleichbarer Vorhaben ausgerichtet ist, durchaus ein taugliches und wichtiges Beurteilungselement bilden (bezÃ¼glich der hier geltend gemachten "Praxis" vgl. allerdings sogleich nachstehende E. 3.3). Der blosse Hinweis auf eine diesbezÃ¼gliche Praxis vermag indessen eine einzelfallbezogene konkrete Beurteilung nicht zu ersetzen. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der Regierungsrat hat diesen der erstinstanzlichen Beurteilung durch die Baudirektion anhaftenden Mangel (Ermessensunterschreitung) zwar geheilt, indem der Rekursentscheid neben dem Hinweis auf die angebliche feste Praxis (Rekursentscheid E. 7a) auch fallbezogene ErwÃ¤gungen zur fraglichen Einordnung des streitbetroffenen ÃkonomiegebÃ¤udes enthÃ¤lt (Rekursentscheid E. 7b und 7c). Dem Regierungsrat ist auch darin zuzustimmen, dass die Frage der Einordnung sich aufgrund der vorliegenden Akten beurteilen lÃ¤sst, sodass er ohne GehÃ¶rsverweigerung von der DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins absehen durfte.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Wie vorab festzuhalten ist, kann auf die Argumentation beider Vorinstanzen, es entspreche ihrer konstanter Praxis, eine DachflÃ¤chengestaltung in der hier vorgenommenen Art nicht zu bewilligen und eine Gestaltung wie mit der hier getroffenen Anweisung zu verlangen, nicht abgestellt werden. Es ist zu bezweifeln, dass die behauptete Praxis Ã¼berhaupt besteht, ist sie doch weder im Rekurs- noch im jetzigen Beschwerdeverfahren dokumentiert worden; dies, obwohl die Baudirektion vom Verwaltungsgericht ausdrÃ¼cklich aufgefordert worden ist, zu den vom Gemeinderat X belegten Beispielen, die eine solche Praxis widerlegen, Stellung zu nehmen. Angesichts dessen, dass die Baudirektion trotz dieser Aufforderung stillschweigend auf eine Stellungnahme verzichtet hat, darf sogar davon ausgegangen werden, dass eine solche Praxis nicht besteht. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Wie sich aus den vorliegenden Akten ergibt, handelt es sich beim ÃkonomiegebÃ¤ude des BeschwerdefÃ¼hrers um eine sehr grosse Baute an gut einsehbarer, exponierter Lage am Dorfrand. Dass die gewÃ¤hlte Anordnung der Lichtplatten (in zwei Reihen gleichmÃ¤ssig Ã¼ber die gesamte sÃ¼dwestliche DachflÃ¤che verteilt) in einem gewissen Gegensatz zur herkÃ¶mmlichen Erscheinungsweise der DÃ¤cher von landwirtschaftlichen ÃkonomiegebÃ¤uden steht, trifft zwar zu, genÃ¼gt aber nicht, um eine befriedigende Gesamtwirkung zu verneinen. Das Dach weist einen durchgehenden Neigungswinkel von 23 Grad auf. Bei einer DachhÃ¶he von etwa 7 m ist nicht ersichtlich, weshalb die obere Lichtplattenreihe gegenÃ¼ber der unteren Lichtplattenreihe stÃ¶render in Erscheinung tritt. Namentlich lÃ¤sst sich entgegen der Auffassung des Regierungsrats nicht sagen, angesichts der vielen Durchbrechungen wirke die DachflÃ¤che trotz der regelmÃ¤ssigen Anordnung der Lichtplatten unruhig. Es kommt hinzu, dass die Lichtplatten wegen der WitterungseinflÃ¼sse im Laufe der Jahre zunehmend weniger wahrnehmbar sein werden. Zu berÃ¼cksichtigen ist sodann, dass die gewÃ¤hlte Anordnung der Lichtplatten, wie der BeschwerdefÃ¼hrer plausibel geltend macht, im Interesse einer tiergerechten Haltung liegt. Wie in der Stellungnahme des VeterinÃ¤ramts ZÃ¼rich vom 10. Januar 2002 hierzu ausgefÃ¼hrt wird, wÃ¤re eine Reduktion der Lichtplatten aus der Sicht der Tiergerechtheit sehr zu bedauern. Desgleichen Ã¤ussert sich der ZÃ¼rcher Tierschutz in seiner Stellungnahme vom 18. Januar 2002 dahin, dass die Tierhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers im streitbetroffenen StallgebÃ¤ude vorbildlich sei, was nicht zuletzt dadurch ermÃ¶glicht werde, dass die Tiere auch bei trÃ¼bem Wetter von grosszÃ¼gigen LichtverhÃ¤ltnissen im Stall profitieren kÃ¶nnten. Auch das ARV bestreitet in seinem Mitbericht vom 1. MÃ¤rz 2002 nicht, dass die auf der oberen Linie angeordneten Lichtplatten aus rein praktischen GrÃ¼nden Sinn machen, indem sie der Belichtung des Futterganges bzw. des Abladetenns dienen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Aufgrund dieser UmstÃ¤nde sowie der gebotenen InteressenabwÃ¤gung lÃ¤sst sich die Beurteilung durch die Vorinstanzen â auch unter Wahrung des ihnen zustehenden Beurteilungs- und Ermessensspielraums â nicht halten; sie lÃ¤uft darauf hinaus, dass an das Erfordernis einer befriedigenden Gesamtwirkung im Sinn von § 238 Abs. 1 PBG Ã¼berspannte Anforderungen gestellt werden (vgl. RB 2000 Nr. 87 = BEZ 2000 Nr. 37), was rechtsverletzend ist. Die vom Regierungsrat geÃ¤usserte BefÃ¼rchtung, die Zulassung der streitbetroffenen Dachgestaltung wÃ¼rde sich fÃ¼r zahlreiche weitere Vorhaben mit Ã¤hnlicher Gestaltung prÃ¤judiziell auswirken und so zu einer mit Blick auf die herkÃ¶mmlichen ScheunedÃ¤cher unerwÃ¼nschten baulichen Entwicklung fÃ¼hren, wÃ¼rde allenfalls dann zu Gunsten der von ihm geschÃ¼tzten Ãnderungsauflage ins Gewicht fallen, wenn diese Haltung in der bisherigen Bewilligungspraxis konsequent eingenommen worden wÃ¤re. Davon kann nach dem Gesagten (vgl. E. 3.3) nicht ausgegangen werden.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen. Disp.-Ziff. II der VerfÃ¼gung der Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich vom 28. August 2001 sowie der Beschluss des Regierungsrats vom 17. MÃ¤rz 2004 sind aufzuheben. Bei diesem Verfahrensausgang sind sowohl die Rekurs- wie auch die Gerichtskosten der Baudirektion aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Disp.-Ziff. II der VerfÃ¼gung der Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich vom 28. August 2001 und der Beschluss des Regierungsrats vom 17. MÃ¤rz 2004 werden aufgehoben. </p> <p class="Einzug2">2. Die Rekurskosten werden der Beschwerdegegnerin 1 auferlegt.</p> <p class="Einzug2">3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 150.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'150.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">4. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin 1 auferlegt.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>