Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer I I 2021 10 Entscheid vom 22. Juli 2021 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter Dr.med. Urs Gössi, Richter MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr.med. B.________, gegen Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern, Vorinstanz, Gegenstand Unfallversicherung (Unfallkausalität; Meniskusschaden)2 Sachverhalt: A.A.________ (Jg. 1968) war seit dem 1. August 2019 bei der C.________ AG als Aussendienstverkäufer angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch unfallversichert, als er am 2. August 2019 gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 26. September 2019 beim Fussballspielen gefoult wurde und aufs Knie fiel. Geschädigt sei das rechte Knie, Innenseite Knie überdehnt (Suva-act. 1). Die Suva anerkannte das Unfallereignis und erbrachte Leistungen. Am 18. Oktober 2019 ersuchte das Spital D.________ die Suva um Kostengutsprache für einen stationären Aufenthalt ab 21. Oktober 2019 (Suva-act. 2). Am 21. Oktober 2019 erfolgte die Kniearthroskopie rechts mit (u.a.) medialer Meniskushinterhornnaht; der Beschwerdeführer konnte am 23. Oktober 2019 aus dem Spital entlassen werden (Suva-act. 18), bis 30. November 2019 war er vollständig arbeitsunfähig (Suva-act. 30). Am 17. Oktober 2019 wurde A.________ per 24. Oktober 2019 gekündigt (Suva-act. 3). Die Suva informierte noch im Oktober, zu den Versiche- rungsleistungen noch nicht abschliessend Stellung nehmen zu können; es wür- den weitere Abklärungen durchgeführt und anschliessend über die Leistungs- pflicht orientiert (Suva-act. 12 und 13). B.Mit Schreiben vom 16. Januar 2020 teilte die Suva A.________ mit, auf- grund der Beurteilung des Kreisarztes seien die noch bestehenden Kniebe- schwerden rechts nicht mehr unfallkausal; der Fall werde per 20. Oktober 2019 abgeschlossen und ein Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen abge- lehnt. Namentlich für die Operation vom 21. Oktober 2019 komme die Suva nicht auf (Suva-act. 42). Am 30. Januar 2020 gelangt der behandelnde Arzt Dr.med. B.________ (Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH und Sportmedizin) an die Suva. Er zeigte sich überzeugt, es sei von einer unfallbedingten Schädigung des rechten Kniegelenks auszugehen und die Suva sei daher zahlungspflichtig. C.Nachdem A.________ gegen die Leistungseinstellung opponierte, verfügte die Suva nach Einholung einer kreisärztlichen Beurteilung (Suva-act. 61) am 13. Mai 2020 den Fallabschluss per 20. Oktober 2019. Die medizinischen Unterlagen würden keinen sicheren oder wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 2. August 2019 und den Kniebeschwerden rechts zeigen (Su- va-act. 70). D.Am 29. Mai 2020 teilte Dr.med. B.________ der Suva sein Unverständnis betreffend Verfügung mit und verlangte eine neuerliche Prüfung (Suva-act. 76). Am 25. September 2020 erkundigte sich A.________ nach dem Verfahrens- stand, worauf die Suva mitteilte, er habe keine Einsprache erhoben; Dr.med. B.________ sei nicht einspracheberechtigt (Suva-act. 82). Am 28. September 3 2020 reichte A.________ eine Vollmacht für Dr.med. B.________ ein sowie neu- erlich dessen Eingabe vom 29. Mai 2020 (Suva-act. 83), was von der Suva als Einsprache entgegengenommen wurde (Suva-act. 85). Mit Entscheid vom 1. Fe- bruar 2021 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 89). E.Mit "Beschwerde gegen den Einsprache-Bescheid" vom 11. Februar 2021 gelangt A.________ ans Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz, da klar belegt werden könne, dass dem Meniskusriss und (!) der Innenbandruptur ein Sportun- fall zugrunde liege. Er erwarte, dass die Suva die angefallenen Kosten vollum- fänglich übernehme. Dr.med. B.________ werde ihn vollumfänglich vertreten (VG-act. 01). Mit Verfügung vom 15. Februar 2021 forderte das Gericht den Beschwerdeführer auf, seine Eingabe vom 11. Februar 2021 zu verbessern, da mit der "Beschwer- de" keinerlei Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Einspracheentscheid erfolge. Zudem müsse Dr.med. B.________ die geltend gemachte Vertretung verbindlich bestätigen. Am 18. Februar 2021 orientiert die Suva das Gericht über ein bei ihr eingegan- genes Schreiben vom 11. Februar 2021 von Dr.med. B.________, der sich mit dem Einspracheentscheid nicht einverstanden erkläre (VG-act. 04). F.Am 24. Februar 2021 gelangt der Beschwerdeführer mit einer ergänzten Eingabe ans Gericht. Mit Schreiben vom 25. Februar 2021 teilt Dr.med. B.________ dem Gericht mit, er vertrete im vorliegenden Streitfall den Beschwerdeführer (VG-act. 09). Und mit Eingabe vom selben Tag erhebt Dr.med. B.________ "Einsprache" gegen den Suva-Entscheid mit dem sinngemässen Antrag, die Suva sei leistungspflichtig. G.Mit Vernehmlassung vom 22. April 2021 beantragt die Suva, die Be- schwerde sei abzuweisen und der Einsprache-Entscheid vom 1. Februar 2021 sei zu bestätigen. Am 12. Mai 2021 nimmt Dr.med. B.________ Stellung zur Vernehmlassung, wobei an den Begehren der Beschwerde festgehalten wird. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.Die Suva anerkannte das Unfallereignis vom 2. August 2019 und erbrachte Versicherungsleistungen. Mit Verfügung vom 13. Mai 2020 stellte sie fest, die medizinischen Unterlagen würden keinen sicheren oder wahrscheinlichen Kausa- lzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 2. August 2019 und den Kniebe- schwerden rechts zeigen. Sie sei verpflichtet, den Fall per 20. Oktober 2019 ab-4 zuschliessen und den Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen abzuleh- nen. Namentlich für die Operation vom 21. Oktober 2019 könne sie nicht auf- kommen (Suva-act. 70). Mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 1. Februar 2021 bestätigte die Suva, das Vorliegen von unfallkausalen Be- schwerden und entsprechend eine Leistungspflicht für die Folgen des Unfalles vom 2. August 2019 zu Recht spätestens ab dem 21. Oktober 2019 verneint zu haben (Suva-act. 89). Demgegenüber führt der Beschwerdeführer vor Verwaltungsgericht aus, die MRI- Abklärung des rechten Kniegelenks vom 27. September 2019 habe eine mediale Seitenbandpartialruptur und eine komplexe mediale Meniskusläsion ergeben, worauf er am 21. Oktober 2019 operiert worden sei. Es sei eine Kniearthroskopie rechts mit medialer Meniskushinterhornnaht erfolgt. Dabei handle es sich um ei- ne unfallähnliche Körperschädigung, die nicht auf eine Erkrankung oder Abnüt- zung zurückzuführen sei. Gemäss Art. 6 Abs. 2 Bundesgesetz über die Unfall- versicherung (UVG; SR 832.20) vom 20. März 1981 würden auch Meniskusrisse beschrieben. Der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Suva gestützt auf Art. 6 Abs. 2 UVG zur Versicherungsleistung zu verpflichten. Strittig und zu prüfen ist damit, ob die am 21. Oktober 2019 operativ sanierte Kniegelenksverletzung rechts eine Folge des Unfalles vom 2. August 2019 dar- stellt, allenfalls eine Leistungspflicht der Suva aus unfallähnlicher Körperschädi- gung gestützt auf Art. 6 Abs. 2 UVG besteht, oder die Suva den Fall zu Recht per 20. Oktober 2019 abgeschlossen und einen darüber hinausgehenden Leistungs- anspruch verneint hat. 2.1Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgeset- zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vom 6. Oktober 2000 die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Zudem erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei unfallähnli- chen Körperschädigungen gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG (vgl. unten Erw. 2.4) und ausserdem für Schädigungen, die dem Verunfallten bei der Heilbehandlung zu- gefügt werden (Art. 6 Abs. 3 UVG). 2.2Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali-5 dität, Tod) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 134 V 109 Erw. 2.1; BGE 129 V 177 Erw. 3.1 f.). 2.2.1Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um- stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleini- ge oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge- sundheitliche Störung entfiele; m.a.W. wenn der Unfall überwiegend wahrschein- lich zumindest eine indirekte Teilursache der gesundheitlichen Beschwerden ist (BGE 142 V 435 Erw. 1; BGE 134 V 109 Erw. 2.1; Urteil BGer 8C_689/2019 vom 9.3.2020 Erw. 5.3 je mit Hinweisen). 2.2.2Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt des Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er- folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 Erw. 3.2; BGE 125 V 461 Erw. 5a, je mit Hinweisen). Dabei ist es Aufgabe des Arztes, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es der Verwaltung und im Beschwerdefall dem Gericht obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 Erw. 2). 2.3.1Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht einmal anerkannt, entfällt diese erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, der Gesundheitsschaden mit anderen Worten nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (vgl. BGE 146 V 51 Erw. 5.1 mit weiteren Hinweisen). 2.3.2Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf, die zuvor nicht be- standen haben, und ist davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein 6 (zuvor stummer) Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist (es wurde der degenerative Vorzustand vorübergehend verschlimmert), so hat der Unfall- versicherer nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen. Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden (SVR 2016 UV Nr. 18 S. 55, 8C_331/2015 Erw. 2.1.1; SVR 2010 UV Nr. 4 S. 17, 8C_181/2009 Erw. 5.4 f. mit Hinweisen; SVR 2010 UV Nr. 31 S. 125, 8C_816/2009 Erw. 4.3; Urteile BGer 8C_331/2015 vom 21.8.2015 Erw. 2.1.1; 8C_557/2015 vom 7.10.2015 Erw. 5.2 ff.; 8C_320/2013 vom 5.9.2013 Erw. 3.1). Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversi- cherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen. Steht indes aus ärztlicher Sicht fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können, so spricht die Rechtsprechung von einer rich- tunggebenden Verschlimmerung (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S. 54; Urteil BGer 8C_212/2015 vom 10.7.2015 Erw. 2.2.1 m.H.) 2.3.3Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üb- lichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tat- frage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 Erw. 5.1). Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nach- weis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesund- heitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesund- heit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheits- schadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urtei- le BGer 8C_608/2020 vom 15.12.2020 Erw. 5.2; 8C_855/2018 vom 14.3.2019 Erw. 3.1). 2.4.1Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei Knochenbrüchen, Ver- renkungen von Gelenken, Meniskusrissen, Muskelrissen, Muskelzerrungen, 7 Sehnenrissen, Bandläsionen sowie Trommelfellverletzungen, sofern diese nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Art. 6 Abs. 2 UVG). 2.4.2Liegt eine Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vor, so besteht die Rechtsvermutung, dass eine leistungspflichtige unfallähnliche Körperschädigung gegeben ist, auch wenn die Definitionsmerkmale eines Unfalls nicht erfüllt sind. Es müssen weder die Ungewöhnlichkeit, noch das äussere Ereignis (vgl. nach- folgend Erw. 2.3.4), noch die Plötzlichkeit gegeben sein, sondern lediglich das Vorliegen einer Listendiagnose (vgl. Motta et al., Das revidierte Unfallversiche- rungsgesetz ist in Kraft, in: Soziale Sicherheit 1/2017, S. 39; vgl. aber auch Hüs- ler, Erste UVG-Revision: wichtigste Änderungen und mögliche Probleme bei der Umsetzung, in: SZS 2017 S. 33 f.). Der Unfallversicherer kann sich von seiner Leistungspflicht befreien, wenn er nachweist, dass die eingetretene Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (Heinrich, 1. UVG-Revision - Entwicklung der Gesetzgebung, JaSo 2017, S. 21 f.). Der Ge- genbeweis des Unfallversicherers gilt dabei als erbracht, wenn die Listenverlet- zung zu mehr als 50% auf "Abnützung oder Erkrankung" beruht (BGE 146 V 51 Erw. 8.2.2.1 mit weiteren Hinweisen, u.a. auf Gehring, in: Kie- ser/Gehring/Bollinger [Hrsg.], KVG UVG Kommentar, Zürich 2018, UVG Art. 6 N 11). Die blosse Möglichkeit einer degenerativen oder krankhaften Schädigung genügt somit den Beweisanforderungen nicht. 2.4.3Aus der Logik der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Ent- lastungsbeweises für den Unfallversicherer folgt, dass es sich bei dem Begriffs- paar Abnützung und Erkrankung um das ergänzende Gegenstück ("Pendant") zu einem spezifischen Ereignis handeln muss (BGE 146 V 51 Erw. 8.2.3). Für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist zwar kein äusserer Faktor und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein gesteigerte Gefahrenla- ge im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 9 Abs. 2 UVV (vgl. BGE 146 V 51 Erw. 7.5) mehr vorausgesetzt. Insoweit führt grundsätzlich bereits die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 lit. a-h UVG genannte Körperschädigung vorliegt, zur Vermu- tung, es handle sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Indessen ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Not- wendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden un- fallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Kran- kenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen erinnerlichen und benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitli-8 chen Anknüpfungspunktes (Versicherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallver- sicherers; Berechnung des versicherten Verdienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) auch nach der UVG-Revision relevant (Urteil BGer 8C_819/2019 vom 26.2.2020 Erw. 5.1). Der Versicherer hat im Rahmen seiner Abklärungspflicht (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG) nach Eingang der Meldung einer Listenverletzung die Begleitumstände der Verletzung genau abzuklären. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz unter- geordneter resp. harmloser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallversicherers (Urteil BGer 8C_671/2019 vom 11.3.2020 Erw. 2.4). Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachperso- nen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum (vgl. vorstehend Erw. 2.3.3) der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksich- tigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auf- tretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallver- sicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen - mit dem Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - nachzuweisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, d.h. im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50%, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Besteht das Ursachen- spektrum einzig aus Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers er- bracht ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (vgl. BGE 146 V 51 Erw. 8.6). 2.4.4Liegt eine Meldung einer Listenverletzung vor, so hat der Unfallversicherer die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein Unfal- lereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzuführen, so ist der Unfallversicherer (aus Art. 6 Abs. 2 UVG) solange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verlet- zung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (BGE 146 V 51 Erw. 9.1). 2.4.5Liegt ein anerkanntes Unfallereignis vor, ergeben die medizinischen Beur- teilungen aber, dass die gemeldete und diagnostizierte Listenverletzung nicht auf dieses anerkannte Ereignis zurück zu führen ist, so ist der Nachweis erbracht, dass das anerkannte Unfallereignis keine auch nur geringe Teilursache der Lis-9 tenverletzung bildet. Damit ist aber gleichzeitig auch erstellt, dass diese Listen- verletzung vorwiegend, d.h. zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, soweit kein Hinweis auf ein nach dem anerkannten Unfall eingetretenes initiales Ereignis besteht, das Anlass zu Weiterungen geben könn- te. Die Vermutung der Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG ist diesfalls umgestossen und der Unfallversicherer von seiner Pflicht befreit. Mithin erübrigt sich bei fehlendem natürlichem Kausalzusammenhang zwischen einem aner- kannten Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG und einer Listenverletzung eine Prüfung der Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG, wenn kein anderes initiales Ereignis als Verletzungsursache in Frage kommt (BGE 146 V 51 Erw. 9.2; vgl. auch Urteil BGer 8C_59/2020 vom 14.4.2020 Erw. 6). 2.5Gemäss dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG normierten Untersuchungsgrundsatz hat der Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Diese Untersuchungspflicht gilt grundsätzlich auch im Gerichtsver- fahren (Art. 61 lit. c ATSG; Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Art. 43 Rz. 28). Was notwendig ist, ergibt sich zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärun- gen vorzunehmen sind, und zum anderen daraus, in welcher Tiefe dies der Fall ist. Zunächst sind die für die zu entscheidende Frage massgebenden Bereiche abzustecken und in der Folge ist der Sachverhalt abzuklären. Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge- setz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 146 V 51 Erw. 5.1). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu fol- gen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 144 V 427 Erw. 3.2; BGE 138 V 218 Erw. 6). Der Untersu- chungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast be- griffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der ver- fügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 10 427 Erw. 3.2; Urteil BGer 8C_765/2020 vom 4.3.2021 Erw. 3.2.2). Auf ein bean- tragtes Beweismittel kann ohne Verletzung des Gehörsanspruches des Versi- cherten verzichtet werden, wenn die Verwaltung oder der Richter bei pflicht- gemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht rechtserheblich oder der angebotene Beweis ver- möge keine Abklärungen herbeizuführen. In der damit verbundenen antizipierten Beweiswürdigung kann kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV erblickt werden (BGE 144 V 361 Erw. 6.5). 2.6.1Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 43 und 61 ATSG). Danach haben die beurteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Be- weismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da- nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei- lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 2.6.2Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medi- zin ist die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter wesensgemäss auf Angaben ärztlicher Fachkräfte angewiesen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas- send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be- urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 134 V 231 Erw. 5.1). Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge- gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; BGE 122 V 157 f. Erw. 1c mit Hinweisen; Weber, 'Hürden' und 'Hilfen' bei der richterlichen Würdigung von medizinischen Gutachten, JaSo 2020, S. 199). 2.6.3Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungs- gemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (Urteil BGer 8C_587/2020 vom 5.2.2021 Erw. 3.2). Ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger al- leine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar- teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Soll ein Ver-11 sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be- stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun- gen vorzunehmen (BGE 145 V 97 Erw. 8.5; BGE 139 V 225 Erw. 5.2; BGE 135 V 465 Erw. 4.4 mit Hinweisen). 2.6.4In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass die Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, weshalb den (unabhängigen) Fachärzten mehr Gewicht zu- kommt (vgl. Urteil BGer 8C_871/2008 vom 24.3.2009 Erw. 3.2 mit Hinweisen; BGE 135 V 465 Erw. 4.5; BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Dies gilt grundsätzlich nicht nur für Hausärzte (BGE 135 V 465 Erw. 4.5), sondern auch für spezialärzt- lich behandelnde Medizinalpersonen (Urteile BGer 8C_609/2017 vom 27.3.2018 Erw. 4.3.3; 8C_180/2017 vom 21.6.2017 Erw. 4.4.2). Mit Blick auf die Verschie- denheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag kann daher im Streitfall re- gelmässig nicht auf die Sicht des behandelnden (Fach-)Arztes abgestellt werden (vgl. statt vieler: Urteil BGer I 701/05 vom 5.1.2007 Erw. 2 mit Hinweisen). 2.6.5Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten ist nicht an sich unzuverläs- sig. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371 Erw. 5b). Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lü- ckenloser Befund vorliegt, und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurtei- lung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht. Aktengut- achten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehr- fach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Ausmass der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deutlich gemacht werden (BGE 125 V 352 Erw. 3b/ee; Urteile BGer 8C_608/2020 vom 15.12.2020 Erw. 5.2; 8C_523/2018 vom 5.11.2018 Erw. 5.2; 8C_540/2007 vom 27.3.2008 Erw. 3.2 mit Hinweisen). 3.Vorliegend wurde der Suva mit Bagatellunfall-Meldung vom 26. September 2019 ein Unfallereignis gemeldet: Der Beschwerdeführer wurde am 2. August 2019 beim Fussballspielen gefoult und er stürzte auf das rechte Knie (vgl. In- gress Bst. A; Suva-act. 1 und 20). Die Suva hat das Ereignis als Unfall im Sinne 12 von Art. 4 ATSG anerkannt und sie erbrachte in der Folge Versicherungsleistun- gen. Es liegt damit ein anerkanntes Unfallereignis vor. Daher stellt sich die Fra- ge, ob die gemeldeten und diagnostizierten (Listen-)Verletzungen zumindest teilweise auf dieses Unfallereignis zurück zu führen sind oder nicht. Ist dies nicht der Fall, ist gleichzeitig auch erstellt, dass diese (Listen-)Verletzungen auf Abnüt- zung oder Erkrankung zurückzuführen sind (vgl. oben Erw. 2.4.5). Ein anderes, initiales Ereignis als jenes vom 2. August 2019 benennt der Beschwerdeführer nicht. Wenn nun also das Unfallereignis vom 2. August 2019 im Mindesten eine Teilur- sache für die über den 20. Oktober 2019 anhaltenden Beschwerden darstellt, dann wird die Suva leistungspflichtig aus Art. 6 Abs. 1 UVG. Muss aber die überwiegende Wahrscheinlichkeit des Kausalzusammenhangs verneint werden, dann besteht (selbst bei Vorliegen von Listendiagnosen nach Art. 6 Abs. 2 UVG) weder eine Leistungspflicht aus Art. 6 Abs. 1 UVG noch aus Art. 6 Abs. 2 UVG, weil damit gleichzeitig auch die Vermutung der Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG umgestossen, resp. der Nachweis erbracht ist, dass die Körperschä- digung (vorwiegend) auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Insofern geht die Anrufung von Art. 6 Abs. 2 UVG durch den Beschwerdeführer fehl. 4.Was das Unfallereignis und die geklagten Folgen anbelangt, so ergibt sich aus den Akten: 4.1Am 26. September 2019 meldete die Arbeitgeberin der Suva, der Be- schwerdeführer sei beim Fussballspielen bei einem Foul aufs Knie gefallen (Su- va-act. 1). Im Fragebogen zu Sportunfällen führte der Beschwerdeführer am 30. Oktober 2019 aus, er habe sich am 2. August 2019 ca. um 21 Uhr das "Knie bei einem Zweikampf verdreht" (Suva-act. 20). Weitere Angaben zum Unfallereignis finden sich in den Akten nicht. Vor Verwal- tungsgericht trägt der Beschwerdeführer vor, es seien mehrere Zeugen anwe- send gewesen. Ihnen habe er die Art der Verletzung derart beschrieben, dass selbst einer seiner Sportkameraden eine Meniskusblessur vermutet habe. Es sei ihm nach dem Unfall nicht mehr möglich gewesen, weiterhin eine sportliche Betätigung auszuführen (VG-act. 01 und 07). Dr.med. B.________ gibt vor Ver- waltungsgericht zudem an, der Beschwerdeführer habe das Spiel nach dem Vor- fall abbrechen müssen (VG-act. 15). 4.2Am 24. September 2019 suchte der Beschwerdeführer erstmalig einen Arzt (Dr.med. B.________) auf (Suva-act. 20, 22). Dieser hielt im Arztzeugnis UVG vom 7. November 2019 fest, der Beschwerdeführer sei am 2. August 2019 beim Fussballspielen gestürzt mit massivem Kniedistorsionstrauma rechts und er klage 13 über seither anhaltende Bewegungs- und Belastungsbeschwerden (Suva-act. 22). In der Bagatellunfall-Meldung vom 26. September 2019 wird das rechte Knie als verletzter Körperteil angegeben und als Verletzung eine Überdehnung der Knie- Innenseite (Suva-act. 1). Im Fragebogen zum Sportunfall bezeichnete der Beschwerdeführer die Art der Verletzung/Beschwerden am 30. Oktober 2019 als "Stechen und Instabilität im Knie". Die Frage nach dem Zeitpunkt des erstmaligen Auftretens der Beschwer- den liess der Beschwerdeführer unbeantwortet (Suva-act. 20). 4.3Aufgrund der Erstkonsultation veranlasste Dr.med. B.________ eine MRI- Untersuchung des rechten Kniegelenks bei Indikation "Sturz, medialer Meniskus, LCM?", welche am 27. September 2019 erfolgt ist (Suva-act. 27). Dr.med. E.________ (FMH Radiologie) berichtete hierauf: Befund: lm proximalen Anteil oedematöse Verdickung des medialen Kollateralligamentes bei erhaltener Kontinuität. Vorderes und hinteres Kreuzband, lateraler Kapselban- dapparat intakt. Horizontale, in die Unterfläche einstrahlende Rissbildung im Cor- pus und im Hinterhorn des lnnenmeniskus. lm Bereich des Corpus kleines Lappen- fragment, welches über die mediale Tibiakante luxiert. Angrenzend in der medialen Tibiakante kleine intraossäre Geröllzyste. Beginnende Fibrillation der Knorpelober- fläche im medialen femorotibialen Kompartiment. Aussenmeniskus und lateraler Knorpel normal. Patella zentriert. Retropatellare Knorpeldicke normal. Oberflächliche Knorpeldefekte an der medialen Retropatella- rfacette angrenzend zur aufgefaserten und verkürzten Plica mediopatellaris. Leich- te Signalstörung der Quadrizepssehne im Ansatz zum Patellaoberpol bei lokaler Fibroostose. Hoffa-Fettkörper mit normaler Form, reizlos. Kleine Bakerzyste. Beurteilung: 1. Zerrung des medialen Kollateralligamentes im proximalen Anteil. 2. Ausgedehnte, horizontale, in die Unterfläche ziehende Rissbildung im Corpus und im Hinterhorn des lnnenmeniskus mit kleinem Lappenfragment, welches über die mediale Tibiakante luxiert und angrenzend zu einer intraossären Geröllzyste führt. 3. Oberflächliche Knorpeldefekte an der medialen Retropatellarfacette, wahr- scheinlich einem Status nach rezidivierender Plica-Einklemmung entsprechend. 4.4Am 18. Oktober 2019 ersuchte das Spital D.________ um Kostengutspra- che für einen stationären Spitalaufenthalt bei Diagnose S83 (Luxation, Verstau- chung und Zerrung des Kniegelenkes und von Bändern des Kniegelenkes; Suva- act. 2). Zur Operationsindikation ist dem Operationsbericht von Dr.med. B.________ zu entnehmen, der Beschwerdeführer habe sich beim Sturz ein komplexes Kniedis-14 torsionstrauma rechts zugezogen (Suva-act. 19). Die weitere klinische wie auch radiologische Abklärung habe eine komplexe mediale Meniskusläsion bei einer gleichzeitigen lnnenband-Teilläsion ergeben. Er stellte die Diagnose: - Kniedistorsionstrauma rechts mit komplexer medialer Meniskushinterhornläsion - Chondropathie Grad lll 2 x 2 cm Trochlea - lntraartikuläre Synovialitis mit Erguss Am 21. Oktober 2019 erfolgte die Kniearthroskopie rechts mit medialer Menis- kushinterhornnaht (Sequent Suture 7-fach), einer Synovektomie sowie Abrasio und Knorpelglättung Trochlea. Im Operationsbericht führte Dr.med. B.________ hierzu aus: […] Eingehen über ein antero-laterales Portal. Ausspülen eines intraartikulären Er- gusses. Eingehen mit der Optik und Darstellen einer deutlichen Synovialitis im Be- reich des oberen Rezessus. Über ein anteromediales Portal wird ein Shaver einge- führt und es erfolgt eine vorsichtige Synovektomie mit Blutstillung. Femoropatellär: Die Patella ist soweit unauffällig. Die Trochlea zeigt jedoch eine Chondropathie Grad ll bis lll auf einem Areal von 2 x 2 cm. Es erfolgten eine vor- sichtige Abrasion und Knorpelglättung. Mediales Kompartiment: Unauffällige Knorpelverhältnisse. Der mediale Meniskus ist von der Pars intermedia bis zum Hinterhorn komplex eingerissen. Es erfolgt ei- ne Anfrischung des medialen Meniskus und anschliessend die Naht mittels Se- quent Suture 7-fach. Zentralpfeiler: Intaktes vorderes und hinteres Kreuzband. Laterales Kompartiment: Unauffällige Gelenkverhältnisse. Daraufhin Vervollständigung der antero-medialen und antero-lateralen Synovekto- mie. Einlage einer intraartikulären Drainage und Hautnaht. Im Austrittsbericht vom 30. Oktober 2019 wurden Anamnese, Diagnose und Ope- ration vom Operationsbericht übernommen (Suva-act. 18 und 19). Dokumentiert ist ein unauffälliger Allgemeinbefund sowie als MRI-Befund Knie rechts eine komplexe mediale Meniskusläsion und LCM-Partialruptur. Der Lokalstatus Knie rechts wird wie folgt beschrieben: Leichtgradige Schwellung. FL/EX 120-0-0°. Ausgeprägt positive mediale Meniskus- Zeichen. Femoropatelläres Reiben. LCM +. Die Kreuzbänder sind intakt. Am 23. Oktober 2019 konnte der Beschwerdeführer unter Teilbelastung nach Hause entlassen werden. 4.5Im Arztzeugnis UVG vom 7. November 2019 bestätigt Dr.med. B.________ die Erstkonsultation vom 24. September 2019, nachdem der Beschwerdeführer am 2. August 2019 beim Fussballspiel gestürzt sei mit massivem Kniedistorsions- trauma rechts; seither habe er anhaltende Bewegungs- und Belastungsbe-15 schwerden. Der Allgemeinzustand sei unauffällig. Zudem führt er aus (Suva-act. 22): 4. Befund Allenfalls geringgradige Schwellung von Seiten des rechten Kniegelenkes nach- weisbar. Die F/E beträgt 120-0-0°. Deutliche positive mediale Meniskuszeichen, leichtgradiges intraartikuläres Reiben. Erstgradige Instabilität des LCM bei V.a. Partialruptur. 5. Röntgenbefund/MRI Knie rechts. Mediale Seitenbandpartialruptur und mediale Meniskusläsion 6. Diagnose Kniedistorsionstrauma rechts mit medialer Seitenbandpartialruptur und medialer Meniskusläsion. Dr.med. B.________ hält fest, die Befunde seien mit dem Unfallereignis vom 2. August 2019 vereinbar. Seit dem 21. Oktober 2019 bestehe eine 100%ige Ar- beitsunfähigkeit. 4.6Im ärztlichen Zwischenbericht vom 22. November 2019 nennt Dr.med. B.________ die Diagnose (Suva-act. 28): Komplexes Kniedistorsionstauma rechts mit medialer Meniskusläsion sowie media- ler Seitenbandpartialruptur Er verwies auf die operative Sanierung vom 21. Oktober 2019 und beschrieb den gegenwärtigen Zustand mit einer deutlichen Beschwerdebesserung; eine Teilbe- lastung werde unter physiotherapeutischer Anleitung durchgeführt. Die Arbeits- fähigkeit sei aktuell nicht gegeben. 4.7Auf die Frage, ob der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zu- sätzlichen strukturellen Läsionen geführt habe, antwortete Kreisarzt Dr.med.univ. F.________ (Praktischer Arzt; Vertrauensarzt SGV) am 13. Dezember 2019 mit ja, Kontusion/Zerrung mediales Seitenband proximal. Der am 21. Oktober 2019 operierte Schaden hingegen sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen. Bei den Knorpelschäden und multiplen Läsionen Me- niskushinterhorn handle es sich um vorbestehende degenerative Befunde (Suva- act. 35). 4.8Nachdem die Suva den Beschwerdeführer über den Fallabschluss und die Leistungsverweigerung informierte (Suva-act. 39 und 42), opponierte dieser zu- sammen mit Dr.med. B.________ (Suva-act. 40 und 55). Dr.med. B.________ schrieb der Suva am 30. Januar 2020, der Beschwerdeführer habe sich am 2. August 2019 nachweislich beim Fussballspielen im Rahmen eines Sturzes ein schweres Kniedistorsionstrauma rechts zugezogen. Die Abklärungen hätten eine komplexe mediale Meniskusläsion bei gleichzeitiger Innenbandpartialruptur er-16 geben, was zur Kniearthroskopie vom 21. Oktober 2019 mit medialer Meniskus- naht siebenfach geführt habe. Zwischenzeitlich sei er völlig beschwerdefrei. Auf- grund des MRI liesse sich im Rahmen des Unfallereignisses einerseits eine kom- plexe mediale Meniskusläsion, anderseits die Innenbandpartialruptur nachwei- sen. Beides lasse sich somit mit grösster Wahrscheinlichkeit auf das Kniedistor- sionstrauma rechts zurückführen. Die Annahme, die mediale Meniskusläsion hät- te sich auch ohne Unfall mit grosser Wahrscheinlichkeit eingestellt, sei medizi- nisch nicht stichhaltig anzunehmen und müsse mit aller Vehemenz zurückgewie- sen werden. Die Schädigung sei unfallkausal. 4.9Im Rahmen der weiteren Abklärungen unterbreitete der Kreisarzt die MRI- Bilder vom 27. September 2019 zur konsiliarischen Beurteilung Dr.med. G.________ (FMH Radiologie) (Suva-act. 59). Mit Bericht vom 27. April 2020 führte dieser aus: Regelrechte ossäre Strukturen des Kniegelenkes. lm Bereich des medialen Tibia- plateau ist ein ganz kleines subchondrales Ganglion nachzuweisen von 6 mm Durchmesser. Der mediale Meniskus zeigt einen schräg zur Unterfläche ziehenden Riss im Hinterhorn mit einem kleinen Ganglion im hinteren Kapseleck, im Corpus ist der Meniskus relativ kurz. Der laterale Meniskus stellt sich regelmässig drei- eckig dar. Das mediale Kollateralband ist condylär aufgetrieben, signalgestört im Sinne einer Zerrung/Partialruptur. Baker-Zyste. Die Patella ist zentriert. Etwas aus- gedünnter Knorpel an der medialen Patellafacette. 4.10Am 27./29. April 2020 nahm Kreisarzt Dr.med.univ. F.________ eine ärztli- che Beurteilung vor und bestätigte seine Erstbeurteilung, wonach die am 21. Ok- tober 2019 operierten Befunde ausschliesslich vorbestehend degenerativer Natur seien und nicht unfallbedingt. Ein Unfallereignis für die vorgefundenen Befunde sei problemlos wegzudenken. Er begründet dies wie folgt (Suva-act. 61): Ein Unfallereignis wird vom Versicherten erst nach Konsultation bei Herrn Dr. B.________ 55 Tage nach dem Ereignis geltend gemacht. Die Behauptung eines massiven Kniedistorsionstraumas und Sturz auf das rechte Kniegelenk in den Be- richten von Herrn Dr. B.________ lässt sich aufgrund der grossen zeitlichen La- tenz vom Ereignis und der Erstkonsultation nicht nachvollziehen. Wäre es zu ei- nem massiven Kniegelenkstrauma gekommen, so ist anzunehmen, dass der Ver- sicherte innerhalb weniger Tage einen Arzt konsultiert hätte. Im am 27.09.2019 durchgeführten MRI deutet einzig die Signalanhebung des me- dialen Seitenbandes proximal auf eine mögliche Zerrung des Kniegelenkes durch ein Valgisationstrauma hin. Es besteht eine Signalanhebung proximal am Seiten- band ohne Kontinuitätsunterbrechung. Dies kann durchaus auf eine Zerrung hin- deuten, wie dies bei einem Fussballspiel im Rahmen eines Zweikampfs nicht unüb- lich ist. Die ausgedehnte horizontale Meniskusläsion medial mit Rissbildungen sowohl an die Unter- als auch Oberfläche und Separation eines kleinen Lappenfragments 17 über die mediale Tibiakante sind typisch vorbestehender degenerativer Befunde. Die Luxation des kleinen Fragments findet sich im Bereich einer signalangehobe- nen Geröllzyste als typischer Befund einer beginnenden Arthrose. Eine kleine os- teophytäre Ausziehung findet sich auch lateral am Tibiaplateau ohne Signalanhe- bung. Abgesehen davon, dass diese Art der Meniskusläsion typisch für aussch- liesslich degenerative Befund ist, ist auch das Unfallereignis (Valgisationstrauma) nicht geeignet, eine Läsion am medialen Meniskus zu verursachen. Zudem findet sich eine degenerative Schädigung des Knorpels retropatellar medial. Die Vor- schädigungen haben offensichtlich bereits früher zu rezidivierenden vermehrten Flüssigkeitsausscheidungen im Kniegelenk geführt, da sich auch eine relevante Bakerzyste findet, welche weder vom befundenden Radiologen noch Herrn Dr. B.________ erwähnt wird. Um weitere Schäden auszuschliessen, wurden die Bil- der zur Zweitbeurteilung an das Röntgeninstitut Aarau gesandt. Bezüglich Entstehung degenerativer Meniskusschäden und deren Einteilung ist Folgendes festzuhalten: Die Einteilung degenerativer Meniskusschäden definiert drei Grade [1]. Abb. 2 ver- anschaulicht die Unterscheidung. In vorliegendem Fall liegt mit dem am 27.09.2019 vorgenommenen Kernspintomogramm der Befund einer drittgradigen Degeneration vor: Mukoid-degenerative Areale, welche sich als eine Kollektion von mukopolysaccharider chondraler Grundsubstanz in gestresstem fibrokartilaginärem Meniskusgewebe ausdehnen, erreichen die Meniskusoberfläche [1]. Die degenerativen Veränderungen des Meniskus können sich für den Betroffenen unbemerkt entwickeln und werden häufig als Nebenbefund in asymptomatischen Patienten gefunden [2,3]. Englund et al. schlossen aus einer Studie an 991 Pro- banden, dass unabhängig von Beschwerden kernspintomographisch auffällige Be- funde der Menisken in Personen mittleren und höheren Alters häufig sind ("com- mon among middle-age and elderly persons, irrespect of knee symptoms") [2]. Weber kommentiert die Arbeit von Englund et al.: "In diesem Kontext ist die vorlie- gende Studie sehr interessant, denn sie demonstriert eindrucksvoll, dass [diese kernspintomografischen Befunde, Anm. des Unterz.] [...] in der Mehrzahl asym- ptomatisch sind" [4]. Der bildmorphologisch in vorliegendem Fall sich typisch degenerativ bedingt dar- stellende kernspintomografische Befund, der gemäss Literatur häufig bis "in der Mehrzahl" keine Beschwerden auslöst, bestand somit überwiegend wahrscheinlich schon vor dem angeschuldigten Ereignis. In diesem Sinne beschreiben Rupp et al. eine Degeneration als Ursache eines Meniskusschadens als die Regel, die Verlet- zung ist die Ausnahme [5]. Zusammenfassend ist Folgendes festzustellen: Die Argumentation von Herrn Dr. B.________, dass sich die komplexe Meniskus- läsion und die Partialruptur des Ligamentum collaterale mediale mit grösster Wahrscheinlichkeit auf das geltend gemachte Distorsionstrauma zurückführen las- se, ist nicht nachvollziehbar. Der Versicherte macht am 26.09.2019, zwei Tage nach Konsultation beim Or- thopäden, Herrn Dr. B.________, ein Unfallereignis vom 02.08.2019 (55 Tage zu- vor) geltend. Bereits der zeitliche Verlauf relativiert die Schwere des von Herrn Dr. B.________ als "massiven bzw. schweren Kniegelenksdistorsionstraumas" qualifi-18 zierten Ereignisses. Wäre es tatsächlich zu einem massiven/schweren Kniege- lenkstrauma gekommen, wäre zeitnahe eine erste Arztkonsultation erfolgt. Für ein mögliches Valgisationstrauma spricht eine Signalanhebung am proximalen Anteil des medialen Seitenbandes ohne Kontinuitätsunterbrechung der Fasern. Ein Valgisationstrauma (Druckbelastung des lateralen Kompartiments und daraus re- sultierender Zugbelastung des medialen Seitenbandes bei Druckentlastung des medialen Kompartiments) ist nicht geeignet, eine Meniskusläsion zu verursachen. Abgesehen davon entspricht der Befund einer komplexen medialen Meniskusläsi- on mit degenerativer Osteophytenbildung/Geröllzyste typischen vorbestehenden degenerativen Befunden. Ein Unfallereignis als Ursache für diese Befunde ist ent- gegen der Behauptung von Dr. B.________ problemlos wegzudenken. Bemerkenswert ist zudem, dass eine Behandlung der diagnostizierten "Partialrup- tur" nicht notwendig war (eine solche wird nicht dokumentiert). Dieser Befund wird ausschliesslich in den Diagnosen nach durchgeführtem MRI angeführt wird. Die Unfallkausalität von operierten Befunden ist nach überwiegender Wahrschein- lichkeit zu beurteilen, welche im vorliegenden Fall nicht gegeben bzw. aufgrund der eindeutigen Bildgebung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszu- schliessen ist. Eine mediale Beschwerdesymptomatik ist hinreichend durch die Zerrung/Signalanhebung im Bereich des medialen Seitenbandes proximal erklärt. 4.11Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung verfügte die Suva am 13. Mai 2020 den Fallabschluss per 20. Oktober 2019. Die medizinischen Unterlagen würden keinen sicheren oder wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 2. August 2019 und den Kniebeschwerden rechts zeigen (Su- va-act. 70). 5.1Gegen den Fallabschluss opponierte Dr.med. B.________ am 29. Mai 2020, was durch die Suva später (vgl. Ingress Bst. D) als Einsprache entgegen- genommen wurde. Gemäss Dr.med. B.________ könne aus orthopädisch- chirurgischer bzw. sportmedizinischer Sicht der kreisärztlichen Beurteilung nicht gefolgt werden. Der Kreisarzt habe sich als Allgemeinmediziner zu weit aus dem Fenster gelehnt und dürfe sich folgende Begründung eines unfallbedingten Schadens gerne noch einmal zu Gemüte führen (Suva-act. 76): Herr A.________ ist nachweislich beim Fussballspielen gestürzt und hat sich hier- bei ein komplexes Kniedistorsionstrauma rechts zugezogen. Nachweislich hat er sich hierbei, im Rahmen einer MRI-Abklärung, eine mediale Seitenbandruptur so- wie eine komplexe mediale Meniskusläsion zugezogen, welche erfolgreich operiert werden konnte. Die Meniskusläsion war zudem im Bereich der Meniskusbasis und nicht in der Peripherie gelegen, so dass auch von Seiten der Meniskusläsion ein- deutig von einem traumatischen Ereignis auszugehen ist. Die Kombination einer medialen Seitenbandruptur mit einer medialen Meniskusläsion ist eindeutig als Un- fallfolge zu werten, so dass wir Sie auffordern, diesbezüglich einen geeigneten Kol- legen im Rahmen der SUVA den Fall neu beurteilen zu lassen.19 5.2Auf entsprechende Vorlage hin hielt Kreisarzt Dr.med.univ. F.________ am 19. Oktober 2020 fest, die Unfallfolgen (Kontusion/Zerrung mediales Seitenband proximal [gemäss Beurteilung vom 13.12.2019, oben Erw. 4.7]) hätten im Be- schwerdebild mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 4 bis 6 Wochen nach dem Ereignis vom 2. August 2019 keine Rolle mehr gespielt. An der kreisärztlichen Beurteilung vom April 2020 (oben Erw. 4.10) halte er fest (Suva-act. 86). 5.3Ihren Einspracheentscheid vom 1. Februar 2021 stützt die Suva auf die kreisärztliche Beurteilung vom 27./29. April 2020 ab, wonach die operierten Be- funde ausschliesslich vorbestehend degenerativer Natur und nicht unfallbedingt gewesen seien. Dr.med.univ. F.________ habe mit diesem Bericht eine umfas- sende und nachvollziehbare Begründung abgegeben und sich auch einlässlich zur anderslautenden Einschätzung von Dr.med. B.________ geäussert. Aus der Einsprache von Dr.med. B.________ würden sich keine neuen Gesichtspunkte ergeben, die er nicht schon am 30. Januar 2020 geäussert habe. Zu diesen habe der Kreisarzt Stellung genommen. Gestützt auf diese Beurteilung habe die Suva das Vorliegen von unfallkausalen Beschwerden und entsprechend eine Leistungspflicht für die Folgen des Unfalles vom 2. August 2019 zu Recht spätestens ab dem 21. Oktober 2019 verneint. Dr.med. B.________ vermöge hieran keine auch nur geringen Zweifel zu erwe- cken. Zudem sei der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach Hausärz- te mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifels- fall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen würden, weshalb ihrer Einschät- zung zum vorherein kein uneingeschränkter Beweiswert zukomme. Zudem merkt die Suva an, die durch die Verfügung direkt betroffene Krankenversicherung ha- be keine Einsprache erhoben, was als Indiz für die Richtigkeit der Verfügung in- terpretiert werden könne. 6.1Die Suva begründet den Fallabschluss per 20. Oktober 2019 und die Ab- lehnung einer darüber hinaus andauernden Leistungspflicht mit der medizini- schen Beurteilung ihres Kreisarztes, wonach die Unfallkausalität der operierten Befunde nicht überwiegend wahrscheinlich resp. aufgrund der eindeutigen Bild- gebung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen sei und eine mediale Beschwerdesymptomatik durch die Zerrung/Signalanhebung im Bereich des medialen Seitenbandes proximal hinreichend erklärt sei, wobei diese 4 bis 6 Wochen nach dem Ereignis vom 2. August 2019 überwiegend wahr- scheinlich keine Rolle mehr gespielt habe (vgl. oben Erw. 4.10 und 5.2). Es ist damit im vorliegenden Fall die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Beurtei- lungen von versicherungsinternen Ärzten zu beachten, wonach nur auf deren Feststellungen abgestellt werden kann, wenn keine auch nur geringen Zweifel an 20 deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 142 V 58 Erw. 5.1 m.w.H.; VGE I 2019 27 vom 15.10.2019 Erw. 6.1; vorstehend Erw. 2.6.3). 6.2Geringe Zweifel an einer Beurteilung versicherungsinterner Ärzte vermögen - trotz der von der Suva zitierten Erfahrungstatsache (vgl. oben Erw. 5.3) - insbe- sondere auch Berichte der behandelnden Haus- und Fachärzte zu erwecken. Denn diese Erfahrungstatsache darf nicht dahingehend (miss)verstanden wer- den, dass Berichten von behandelnden Ärzten in jedem Fall zu misstrauen ist und ihnen von vornherein ohne nähere, willkürfreie Begründung jegliche Glaub- würdigkeit abzusprechen wäre (Urteil BGer 4A_544/2017 vom 30.4.2018 Erw. 4.2). 6.3Der Beschwerdeführer selber begründet die von ihm geltend gemachte Un- fallkausalität einzig mit Verweis auf das Unfallereignis. Es könne bezeugt wer- den, dass dem Meniskusriss und der Innenbandruptur im rechten Knie ein Spor- tunfall zugrunde liege. Mehrere Zeugen könnten den Unfall bestätigen. Ein Sportkamerad, dem er die Art der Verletzung beschrieben habe, habe gar eine Meniskusblessur vermutet. Es käme daher einem riesigen Zufall gleich, wenn der Meniskusschaden nicht auf diesen Sportunfall zurückzuführen wäre. Zudem ha- be er nach dem Unfall keine sportliche Betätigung mehr ausführen können. Der Beschwerdeführer verkennt, dass das Unfallereignis seitens Suva nicht be- stritten wird. Im Gegenteil hat die Suva das Ereignis vom 2. August 2019 als Un- fall anerkannt. Strittig ist aber, ob der operierte Schaden (mediale Meniskushin- terhornnaht, Synovektomie, Abrasio und Knorpelglättung Trochlea) mit dem Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf diesen Unfall zurückzu- führen ist. Diesen Nachweis vermögen die Zeugen des Sportunfalles nicht zu er- bringen, da sie einzig das - unstrittige - Ereignis, nicht aber die Unfallfolgen und schon gar nicht die Frage der Unfallkausalität eines Befundes beurteilen können. Und selbst wenn ein Sportkamerad eine Meniskusblessur vermutete, so vermag dies die Unfallkausalität keinesfalls mit dem notwendigen Beweisgrad zu begrün- den. Von Bedeutung sind die Ausführungen des Beschwerdeführers aber insofern, als seine Antworten im Fragebogen vom 30. Oktober 2019 die Unfallmeldung vom 26. September 2019 derart konkretisierte, als es sich nicht um einen blossen Sturz auf das rechte Knie nach einem Foul handelte, sondern dass das "Knie bei einem Zweikampf verdreht" wurde (vgl. oben Erw. 4.1). So geht denn auch der Kreisarzt von einem Valgisationstrauma aus. Die dabei verursachten Schmerzen verunmöglichten sodann ein Weiterspielen und ebenso eine sportliche Betäti- gung im Anschluss an das Spiel. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer die 21 Frage nach dem Zeitpunkt des Beschwerdeeintritts offen liess, kann vor diesem Hintergrund nicht anders interpretiert werden, als dass das "Stechen und Instabi- lität im Knie" (Suva-act. 20) unmittelbar mit dem Foul und der Knieverdrehung eingesetzt haben. 6.4Weitere Details zum Unfallhergang sind nicht bekannt. So lässt sich weder die Beschreibung durch Dr.med. B.________, wonach der Beschwerdeführer ein schweres resp. massives Kniedistorsionstrauma erlitt, noch die Darstellung des Kreisarztes, es könne kein massives Kniedistorsionstrauma gewesen sein, son- dern ein für einen Zweikampf nicht unübliches einfaches Valgisationstrauma, bestätigen. Immerhin kann aber auch der Ausführung des Kreisarztes, allein die Latenz von 55 Tagen bis zum ersten Arztbesuch schliesse ein massives Kniedis- torsionstrauma aus und spreche gegen eine traumatische Meniskusverletzung, so nicht gefolgt werden. Denn unbestritten ist, dass dem Beschwerdeführer seit dem Unfall beschwerdebedingt eine sportliche Betätigung unmöglich war und Dr.med. B.________ anlässlich der Erstkonsultation ein Kniedistorsionstrauma dokumentierte und u.a. eine geringgradige Schwellung des rechten Kniegelen- kes, deutlich positive mediale Meniskuszeichen und eine erstgradige Instabilität des LCM befundet hat (vgl. oben Erw. 4.5). Auch das MRI veranlasste er nach der Erstkonsultation bei Indikation / Fragestellung 'Sturz, medialer Meniskus, LCM?'. Die Zeit von 55 Tagen bis zur Erstkonsultation spricht daher nicht gegen eine traumatische Meniskusverletzung (vgl. auch Urteil EVGer U 5/02 vom 21.10.2002 Erw. 2.3). 6.5Unbestrittenermassen zeigte das MRI vom 27. September 2019 eine Läsi- on des Innenmeniskus (Suva-act. 27 und 60). Entgegen der Darstellung von Dr.med. B.________ vermögen indes weder dieser Befund, noch die Tatsache, dass er nach dem Unfallereignis erhoben wurde, bereits den Nachweis zu er- bringen, dass auch der Meniskus durch den Unfall geschädigt worden sein muss- te. Denn eine gesundheitliche Schädigung gilt nicht schon deshalb als durch Un- fall verursacht, weil sie nach diesem aufgetreten ist (Unzulässigkeit der Beweis- regel 'post hoc ergo propter hoc', Urteil BGer 8C_758/2020 vom 14.4.2021 Erw. 5.2.3). Auch der ausdrückliche Hinweis, der Beschwerdeführer sei vor dem Unfall bezüglich des rechten Kniegelenkes beschwerdefrei gewesen und habe weder Voroperationen noch frühere Unfallereignisse aufgewiesen, vermag für sich allein die Ursächlichkeit des Unfalles nicht zu beweisen. Es ist bekannt, dass Menis- kusschäden häufig nicht symptomatisch sind, selbst Schäden vom Grad 3 nach Stoller (Thomann/Grosser/Schröter; Orthopädisch-unfallchirurgische Begutach- tung, 3. Auflage, 2020, S. 367; Samuelsson, Neuregelung der unfallähnlichen Körperschädigung, Das Beispiel des Meniskusrisses, SZS 2018 S. 335 ff., 346).22 6.6Auch wenn die Risse chronisch degenerierter Menisken, die ohne Unfall oder bei geringfügigem Trauma, bei unphysiologischen, unkoordinierten Bewe- gungen auftreten, weit häufiger sind, können Meniskusschäden unbestrittener- massen auch traumatisch bedingt sein. Typische Ursache für eine traumatische Meniskusläsion ist dabei ein Flexions-Aussenrotations- beziehungsweise Valgi- sationstrauma des Knies, das neben Bandverletzungen nicht selten eine Verlet- zung des medialen Meniskus zur Folge hat. Dabei tritt häufig ein tangentialer Längsriss, meist im hinteren Abschnitt des Innenmeniskus, auf (vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Auflage, Bern 2002, S. 1057; vgl. auch Samuelsson, a.a.O., S. 352 ff.). Traumatische Meniskusrisse tre- ten sodann in der Regel als Begleitverletzung von Bandläsionen oder Frakturen auf (vgl. Urteil Sozialversicherungsgericht BS UV.2017.56 vom 8.5.2018 mit Hin- weis auf Urteil Sozialversicherungsgericht ZH UV.2015.00118 vom 1.9.2016 Erw. 3.2.4; vgl. Samuelsson, a.a.O., S. 345, die mit Verweis auf die Literatur festhält, ein unfallbedingter Meniskusriss eines nicht (vor)verschlissenen Meniskus ohne wesentliche Begleitverletzung sei selten). Vorliegend steht fest und ist auch seitens der Suva anerkannt, dass der Unfall vom 2. August 2019 eine Verletzung des Innenbandes zur Folge hatte. Zudem beschreibt der Kreisarzt den Unfallhergang als Valgisationstrauma. Dr.med. B.________ weist denn auch darauf hin, dass die Meniskusverletzung nicht iso- liert ist, sondern mit einer Bandverletzung einherging. Zusammen mit dem Valgi- sationstrauma - das für Meniskusverletzungen als exemplarisch beschrieben wird - spricht dies damit für eine traumatische Verletzung des Meniskus. Untermauert wird dies ebenso durch die Lokalisation, ist doch von unfallbedingten Läsionen mehrheitlich und wie hier der hintere Abschnitt des Meniskus betroffen. Nicht gefolgt werden kann dem Kreisarzt somit, wenn er das Valgisationstrauma als Grund anführt, dass keine traumatische Meniskusverletzung vorliegen könne. Zu Unrecht hat er sodann festgehalten, der erstbefundende Radiologe habe die Bakerzyste nicht erwähnt. Denn im Gegenteil führte er diese in seinem Bericht explizit auf (oben Erw. 4.3). Bezüglich der degenerativen Schädigung des Knor- pels, welche der Kreisarzt als Indiz gegen die traumatische Meniskusläsion an- führt, ist festzustellen, dass der Radiologie diese mit einem Status nach rezidi- vierender Plica-Einklemmung in Verbindung setzt, mithin ein Zusammenhang mit dem Meniskus nicht besteht. Zudem ist von der Knorpelschädigung das femoro- patelläre Kompartiment betroffen; im medialen Kompartiment, wo die Meniskus- läsion lokalisiert ist, sind die Knorpelverhältnisse unauffällig (vgl. oben Erw. 4.3 und 4.4). 23 6.7Der Kreisarzt anerkennt ausdrücklich die Innenbandverletzung als Ursache der Sportverletzung vom 2. August 2019 an. Auch vermag dies seines Erachtens die geklagten Beschwerden zu begründen. Er betont indes, dass diese Verlet- zung 4 bis 6 Wochen nach dem Ereignis vom 2. August 2019 keine Rolle mehr gespielt habe. Auch Dr.med. B.________ bestätigt, dass eine isolierte Partialrup- tur des Innenbandes nach 4 bis 6 Wochen ausgeheilt ist. Vorliegend suchte der Beschwerdeführer den Arzt am 24. September 2019 auf, mithin ca. acht Wochen nach dem Unfallereignis. Grund waren seit dem Unfall anhaltende Beschwerden des rechten Kniegelenkes. Die Erstkonsultation ergab insbesondere eine geringgradige Schwellung, eindeutig positive mediale Menis- kuszeichen und eine erstgradige Instabilität des Innenbandes. Hierauf veranlass- te Dr.med. B.________ eine MRI-Untersuchung, welche den Befund bestätigte. Mithin war die Partialruptur des LCM auch nach acht Wochen noch nachweisbar und nicht abgeheilt. Dass die Beschwerden offenkundig länger als die - bei iso- lierter Partialruptur des Innenbandes anzunehmenden - 4 bis 6 Wochen dauerte, begründete Dr.med. B.________ damit, dass der Unfall nicht nur das Innenband, sondern ebenso den medialen Meniskus verletzte und erst die Kombination den prolongierten Verlauf erkläre. Hierfür spricht, dass anlässlich der Erstkonsultation ein entsprechender Befund erhoben wurde, dieser sich bildgebend bestätigte, und die Beschwerden offenkundig über sechs Wochen anhielten. 6.8Kommt hinzu, dass es für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen- hangs praxisgemäss genügt, wenn das schädigende Geschehen eine Teilursa- che bildet (vgl. oben Erw. 2.2.1). Mit Bezug zur Rechtsprechung zur unfallähnli- chen Körperschädigung gemäss dem bis zum 31. Dezember 2016 geltenden Recht stellte das Bundesgericht fest, ein degenerativer oder pathologischer Vor- zustand schliesse eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein un- fallähnliches Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert habe oder manifest werden liess (vgl. Urteil BGer 8C_483/2017 vom 3.11.2017 Erw. 6.4). Dies muss ebenso gelten, wenn ein anerkanntes Unfallereignis vor- liegt. Selbst wenn somit das rechte Knie des Beschwerdeführers, namentlich der mediale Meniskus im Hinterhorn, bereits degenerativ verändert gewesen wäre, so ist es dennoch überwiegend wahrscheinlich, dass der Sportunfall vom 2. Au- gust 2019, bei dem der Beschwerdeführer im Zweikampf ein Valgisationstrauma erlitt und sich unbestrittenermassen eine Partialruptur des Innenbandes zuzog, den Vorzustand verschlimmerte. Der Unfall ist für den operativ versorgten Scha- den zumindest eine Teilursache. 6.9Wäre gar nur davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein zuvor stummer degenerativer Vorzustand aktiviert und auch nicht teilverursacht worden 24 wäre, so hätte der Unfallversicherer bis zum Erreichen des Status quo sine vel ante Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen, und zwar selbst dann, wenn sich die Gesund- heitsschädigung bei einer Gewichtung der konkurrierenden Ursachen zum stark überwiegenden Teil als Krankheitsfolge darstellt. Dies bedeutet unter Umstän- den, dass die versicherte Person Anspruch auf einen operativen Eingriff mit ein- schliessender zweckmässigen Behandlung hat, wenn diese im Gesamtkontext gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der vorzeitigen Beseiti- gung der vom Unfall zumindest mitverursachten Schmerzen diente und nicht ge- sagt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch den Unfall bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt notwendig geworden (Urteil BGer 8C_269/2016 vom 10.8.2016 Erw. 2.4). Vorliegend ist un- bestritten, dass die Beschwerden erst mit dem Unfallereignis einsetzten und per- sistierten, so dass das rechte Knie am 21. Oktober 2019 operativ saniert werden musste. Nach der Sanierung zeigte sich ein erfreulicher Verlauf, so dass die Be- handlung bei völliger Beschwerdefreiheit am 26. November 2019 beendet wer- den konnte bei einer Arbeitsfähigkeit von 100% ab 1. Dezember 2019 (vgl. Ein- gabe Dr.med. B.________ vom 25.2.2021). Anzeichen, dass es sich beim Spor- tunfall, der immerhin auch zu einer Partialruptur des Innenbandes führte, lediglich um eine Gelegenheitsursache handelte, bestehen keine. Mithin wäre die Suva selbst dann leistungspflichtig, wenn der Unfall vom 2. August 2019 bloss zu einer Aktivierung eines stummen degenerativ geschädigten medialen Meniskus geführt hätte. Denn der Unfall war keine Gelegenheitsursache und kann nicht wegge- dacht werden, ohne dass auch die Beschwerden verschwänden; er war klare Teilursache für die Aktivierung der Beschwerden und damit der Operation vom 21. Oktober 2021, welche der vorzeitigen Beseitigung der Beschwerden diente. 6.10Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als begründet. Entgegen der kreisärztlichen Beurteilung vermag der behandelnde Arzt nachvollziehbar und schlüssig zu begründen, dass der am 21. Oktober 2019 sanierte Meniskus- schaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch den Sportunfall vom 2. Au- gust 2019 zumindest teilverursacht wurde und der status quo sine vel ante nicht spätestens am 20. Oktober 2019 eingetreten ist. Damit aber hat die Suva den Fall zu Unrecht per 20. Oktober 2019 abgeschlossen und darüber hinausgehend Leistungen verweigert. Die Verfügung vom 13. Mai 2020 und der Einspracheent- scheid vom 1. Februar 2021 sind daher aufzuheben und die Sache zur Festle- gung der Versicherungsleistungen über den 20. Oktober 2019 hinaus an die Vor- instanz zurückzuweisen.25 7.Es werden keine Kosten erhoben (Art. 61 lit. f bis ATSG). Der Beschwerde- führer ist durch Dr.med. B.________ vertreten, der nicht zur gewerbsmässigen Vertretung befugt ist. Mithin besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG i.V.m. § 15 Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRP; SRSZ 234.110] vom 6.6.1974).26 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden der Einspracheentscheid vom 1. Februar 2021 und die Verfügung vom 13. Mai 2020 aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur Festsetzung der Versicherungsleis- tungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: -den Vertreter des Beschwerdeführers (2/R) -die Vorinstanz (R, inkl. Suva-Akten) -und das Bundesamt für Gesundheit, BAG, 3003 Bern (A). Schwyz, 22. Juli 2021 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Der Gerichtsschreiber: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 11. August 2021Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer I