B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-1041/2011 U r t e i l v om 2 0 . N o v e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Ronald Flury (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richterin Eva Schneeberger, Gerichtsschreiber Alexander Schaer. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenrente. B-1041/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der am (…) geborene A._______ (Beschwerdeführer) war von (…) bis (…) im Tunnelbau tätig. Zwischen (…) und (…) war der Beschwerde- führer mit Unterbrüchen in der Schweiz erwerbstätig und entrichtete in dieser Zeit Beiträge an die obligatorische Alters -, Hinterlassenen- und In- validenversicherung (IV act. […]). A.b Am 18. November 2002 stellte der Beschwerdeführer ein erstes G e- such um Ausrichtung einer Invalidenrente (IV act. […]), auf das mit Verfü- gung vom 15. April 2004 nicht eingetreten wurde (IV act. […]). Am 17. Februar 2006 folgte ei n zweites Gesuch (IV act. […]), das am 9. Oktober 2006 durch Bestätigung der Rückzugserklärung als gegen s- tandslos geworden erledigt wurde (IV act. […]). A.c Mit Gesuch vom 4 . August 2009 (eingegangen bei der IV -Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA [Vorinstanz] am 18. August 2009) bea n- tragte der Beschwerdeführer ein drittes Mal die Ausrichtung einer Inval i- denrente (IV act. […]). A.d Mit Verfügung vom 2. Februar 2011 wies die Vorinstanz das Lei s- tungsbegehren ab (IV act. […]). Zur Begründung führte sie aus, dass aus den Akten hervorgehe, dass keine ausreichende durchschnittliche A r- beitsunfähigkeit während eines Jahres vorliege. Trotz der Gesundheit s- beeinträchtigung sei eine dem Gesundheitszustand angepasste gewin n- bringende Tätigkeit noch immer in rentenaussc hliessender Weise zumut- bar. Daher liege keine Invalidität vor, die einen Rentenanspruch zu b e- gründen vermöge. Für ihren Entscheid konnte sich die Vorinstanz gemäss den Verfahrens- akten auf folgende Berichte stützen: – Ärztliches Gesamtgutachten von Gesamtguta chter Dr. B._______, (…), vom (…) (IV act. […]) – Bericht von Dr. C._______, (…), vom (…) (IV act. […]) – Bericht (…) vom (…) (IV act. […]) – Bericht von Dr. D._______, (…), vom (…) (IV act. […]) B-1041/2011 Seite 3 – Ärztlicher Entlassungsbericht der (…) vom (…) (IV act. […]) – Bericht von Dr. E._______ vom (…) (IV act. […]) – Bericht über die pulmologische Untersuchung von Dr. F._______, (…), vom (…) (IV act. […]) – Bericht von Dr. E._______ vom (…) (IV act. […]) – Bericht von Dr. G._______ vom (…) (IV act. […]) – Bericht von Dr. H._______ vom (…) (IV act. […]) – Bericht von Dr. H._______ vom (…) (IV act. […]) – Bericht von Dr. H._______ vom (…) (IV act. […]) – Ärztliches Gesamtgutachten inkl. ärztlichem Bericht von Gesamtgut- achterin Dr. I._______, (…), vom (…) (IV act. […]) bzw. – Stellungnahme de s Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) Rhone vom (…) (IV act. […]) – Bericht von Dr. J._______ vom (…) (IV act. […]) – Gutachten von Dr. K._______ vom (…) (IV act. […]) – Schlussbericht des RAD Rhone vom (…) (IV act. […]) B. Mit Beschwerde vom 10 . Februar 2011 gelangte der Beschwerdeführer an das Bundesverwaltungsgericht und beantragt sinngemäss die Aufh e- bung der vorinstanzlichen Verfügung sowie die Zusprechung einer gan- zen Rente ab Datum der Antragstellung. Zur Begründung führt der Beschwerdeführer zusammengefasst aus, dass er aufgrund seiner Beschwerden nicht mehr in der Lage sei, einer ger e- gelten Tätigkeit nachzugehen. Insbesondere sei seine Arbeitsfähigkeit in physischer Hinsicht stark beeinträchtigt, so dass es ihm nicht mehr mö g- lich sei, längere Zeit ohne Wechsel der Körperhaltung zu arbeiten bzw. B-1041/2011 Seite 4 Überkopfarbeiten zu verrichten. Ferner sei er in psychischer Hinsicht nicht mehr belastbar, keinem Zeitdruck mehr gewachsen und ermüde sehr rasch. C. Mit Vernehmlassung vom 10. Mai 2011 beantragt die Vori nstanz die A b- weisung der Beschwerde. Sie führt dabei aus, dass gemäss dem Gutach- ten v on Dr. K._______ vom (…) in psychiatrischer Hinsicht kein Leiden vorliege, das eine Arbeitsunfähigkeit verursache. Durch die körperlichen Beschwerden wiederum habe aufgrund der Lungenembolie nur vorübe r- gehend von Januar bis April (…) eine Arbeitsunfähigkeit bestanden. Dementsprechend seien die Voraussetzungen für das Entstehen eines Rentenanspruchs nicht erfüllt. Schliesslich habe der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Besch werde keine neuen medizinischen Beweismittel vorgelegt, welche eine seit dem Zeitpunkt der Begutachtungen eingetr e- tene Verschlimmerung der Beschwerden nachweisen und damit Anlass zu einer geänderten Beurteilung geben würden. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltung s- gericht vom 17. Juni 2005 (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) i.V.m. Art. 33 lit. d VGG und Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen der IV - Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (Vorinstanz). Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesver waltungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 172.021) soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 lit. dbis VwVG bleiben in sozialversi cherungsrechtlichen Verfahren die besonderen B e- stimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozia l- versicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. Nach B-1041/2011 Seite 5 Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenve r- sicherung (Art. 1a-26bis und 28-70 IVG) anwendbar, soweit da s IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3 Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änd e- rung, sodass er im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert ist. Die Beschwerdefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der B e- schwerdeschrift wurden gewahrt (vgl. Art. 60 ATSG sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG), der Kostenvorschuss fristgemäss geleistet (vgl. Art. 63 Abs. 4 VwVG) und auch die übrigen Sachurteil svoraussetzungen liegen vor. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur Anwendung gelangen. 2.1 Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln finden in fo r- mellrechtlicher Hinsicht mangels anderslautender Übergangsbestimmu n- gen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zei t- punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben ( vgl. BGE 130 V 1 E. 3.2). Des Weiteren beurteilt sich die Sache materiellrechtlich nach den- jenigen Rechtssätzen, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führe n- den Tatbestandes Geltung hatten (vgl. BGE 130 V 329). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). Damit finden grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erlass der ange- fochtenen Verfügung vom 2. Februar 2011 in Kraft standen (d.h. insbe- sondere das IVG und ATSG in i hrer jeweiligen Fassung vom 1. Januar 2011); weiter aber auch solche Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt b e- reits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung eines alle n- falls früher entstandenen Rentenanspruchs von Belang sind. Für die rich- terliche Beurteilung sind schliesslich nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses der angefochtenen Verfügung massgebend ( vgl. BGE 132 V 368 E. 6.1). 2.2 Der Beschwerdeführer ist (…) Staatsangehöriger und somit Staat s- angehöriger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union, so dass vo r- liegend die folgenden Erlasse anwendbar sind: Das am B-1041/2011 Seite 6 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderers eits über die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 (nachfolgend: Freizügigkeitsabkomm en bzw. FZA, SR 0.142.112.681) sowie dessen Anhang II (beide in ihrer jeweiligen Fas- sung vom 1. Juni 2009), die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu - und abwandern (nachfolgend: Veror d- nung Nr. 1408/71; AS 2004 121; in Kraft bis 31. März 2012 ) sowie die Verordnung (EWG) Nr. 574/72 des Rates vom 21. März 1972 über die Durchführung der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 (nachfolgend: Veror d- nung Nr. 574/72; AS 2005 3909; in Kraft bis 31. März 2012), (vgl. Art. 80a IVG). Das Freizügigkeitsabkommen setzt die verschiedenen bis dahin geltenden bilateralen Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidg e- nossenschaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union insoweit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). Die neuen, ab dem 1. April 2012 in den Beziehungen zwischen der Schweiz und den EU -Mitgliedstaaten geltenden EU -Verordnungen Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), welche die Verordnungen Nr. 1408/71 und Nr. 574/72 ersetzen, und der – seit demselben Datum in Kraft stehende – revidierte Anhang II zum Freizügigkeitsabkommen sind vorliegend noch nicht anwendbar. Soweit das Freizügigkeitsabkommen und dabei insbesondere dessen Anhang II, der die Ko ordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit r e- gelt (vgl. Art. 8 FZA), und dessen Ausführungserlasse keine abweiche n- den Bestimmungen vorsehen, ist mangels einer einschlägigen gemei n- schaftsrechtlichen bzw. abkommensrechtlichen Regelung die Ausgesta l- tung des Verfahrens sowie die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen einer schweizerischen Invalidenrente grundsätzlich Sache der innerstaa t- lichen Rechtsordnung (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4). Daraus folgt, dass die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht den L eistungsanspruch des Beschwerdeführers gemäss Art. 3 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1408/71 grundsätzlich nach den für schweizerische Staatsangehörige geltenden Regeln zu beurteilen haben. B-1041/2011 Seite 7 3. 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf ei- ne Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabe n- bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), und die z u- sätzlich während eines Jahres ohne wesen tlichen Unterbruch durc h- schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (vgl. Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindeste ns 40 % invalid (vgl. Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem Inv aliditätsgrad von mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente, bei einem Invalidität s- grad von mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem solchen von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Renten, die einem Inva liditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, werden jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (vgl. Art . 13 ATSG) in der Schweiz haben (vgl. Art. 29 Abs. 4 erster Satz IVG), was laut Rechtsprechung eine b e- sondere Anspruchsvoraussetzung d arstellt (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schwei- zer Bürger und Staatsangehörige der EU, denen bereits ab einem In vali- ditätsgrad ab 40 % eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie in einem Mi t- gliedstaat der EU Wohnsitz haben, was vorliegend der Fall ist. 3.3 3.3.1 Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG ist die Invalidität die voraussichtlich ble i- bende oder längere Zeit dauernde ganze od er teilweise Erwerbsunfähig- keit, die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Der Begriff "Invalidität" ist demnach nicht nach med i- zinischen Kriterien definiert, sondern nach der Unfähigkeit, Erwerbsei n- kommen zu erzielen (vgl. BGE 102 V 165) oder sich im bisherigen Aufga- benbereich zu betätigen. Dabei sind die Erwerbs- bzw. Arbeitsmöglichkei- ten nicht nur im angestammten Beruf bzw. in der bisherigen Tätigkeit, sondern auch in zumutbaren Verweisungstätigkeiten zu prüfen. Der Ver- sicherte hat sich somit eine zumutbare Arbeitsmöglichkeit anrechnen zu lassen ( leidensangepasste Verweisungstätigkeit ; ZAK 1986 S. 204 f.), wobei es unerheblich ist, ob er seine Restarbeitsfähigkeit tatsächlich ve r- wertet oder nicht. Ebenso ist ein nichterwerbstätiger oder teilweise e r-B-1041/2011 Seite 8 werbstätiger Versicherter aufgrund des im gesamten Sozialversich e- rungsrecht geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht geha l- ten, im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren Verhaltensweisen zu entwickeln, welche die Auswirkungen seiner Behinderung im ihn betre f- fenden Aufgabenbereich reduzieren (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hi n- weisen). 3.3.2 Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der E r- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen A r- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Art. 7 Abs. 2 ATSG hält dabei fest, dass für die Beurteilung des Vorliegens einer E rwerbsunfähigkeit ausschliess- lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen sind. Eine Erwerbsunfähigkeit liege zudem nur vor, wenn sie aus objekt i- ver Sicht nicht überwindbar sei. 3.3.3 Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperl i- chen und geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Be- ruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 3.4 3.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die bei ihm angefochtenen Verfügungen und Entscheide grundsätzlich mit uneingeschränkter Kogn i- tion, d.h. unter anderem auch au f eine allfällig unrichtige oder unvollstä n- dige Feststellung des Sachverhalts hin (vgl. Art. 49 VwVG). Unabhängig davon kommt der Vorinstanz ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. Ins- besondere dann, wenn die Sachverhaltswürdigung hoch stehende, sp e- zialisierte technische, wissenschaftliche oder medizinische Kenntnisse er- fordert, ist eine Zurückhaltung des Bundesverwaltungsgerichts bei der Überprüfung vorinstanzlicher Bewertungen angezeigt (vgl. BVGE 2007/27 E. 3.1 mit Hinweisen). So ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) um den Invaliditätsgrad bemessen zu können auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Pe r- son arbeits unfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine B-1041/2011 Seite 9 wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits - leistungen der versicherten Person no ch zugemutet werden können (vgl. BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen, BGE 115 V 133 E. 2). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz keine Bindung an Feststellungen und Entsche i- de ausländischer Versicherungsträger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und Anspru chsbeginn besteht. Vielmehr unterstehen auch aus dem Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürdigung durch das Gericht (Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts B-1160/2012 vom 4. Februar 2013 E. 2.2 mit Hinweisen). 3.4.2 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, s o- fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei s- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mö g- lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richte r und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhalt s- darstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen). 3.4.3 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen B eweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah- ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 40 des Bunde s- gesetzes über den Bundeszivilprozess vom 4. Dezember 1947 [SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG). Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b mit Hinwei- sen). Berichte der behandelnden Ärzte sind aufgrund deren auf tragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den allgemein prakti zierenden Hausarzt wie für den be handelnden Spe- zialarzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen). Bei der Abschätzung des Beweiswerts dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht ve r- gessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom b e- handelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornhe- rein unbeachtlich einzustufen. Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be gründet sowie B-1041/2011 Seite 10 in sich widerspruchsfrei sind und kei ne Indizien gegen ihre Zuverlässi g- keit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstel- lungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vie l- mehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilic h- keit der Beurteilung objektiv als be gründet erscheinen las sen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Es ist denn auch nicht zulässig, ein Administrativ - oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen un d zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslaute n- den Einschätzungen gelangen (vgl. Urteil des Bundesgeric hts 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). 3.4.4 Für den Beweiswert eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen b e- ruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der m e- dizinischen Zusammenhänge und Situation einle uchtet, und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft des Bewei s- mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegeb e- nen Stellungnahme als Bericht od er Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Schliesslich ist hinsichtlich des Beweiswertes seiner Aussagen die fachliche Qualifikation eines Arztes von erheblicher Bedeutung (vgl. Urtei- le des Bundesgerichts I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.3 sowie I 362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1, jeweils mit Hinweisen). 4. Im vorliegenden Fall beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung sowie die Zusprechung einer ganzen Rente ab Datum der Antragstellung , da er weder in phy sischer noch in psychischer Hinsicht in der Lage sei, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. 4.1 Wie aus den Akten sowie der Vernehmlassung der Vorinstanz ersicht- lich, beruhte die Abweisung des Leistungsbegehrens auf der Stellun g- nahme bzw. dem Schlussbe richt des RAD Rhone vom (…) bzw. (…) (IV act. […] u. […]). Hinsichtlich der psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers kam der RAD Rhone in der Stellungnahme vom (…) (IV act. […]) zum Schluss, dass die ihm vorliegenden Angaben ungenügend seien und be-B-1041/2011 Seite 11 antragte daher ein psychiatrisches Gutachten in der Schweiz. Die diesbe- zügliche vertrauensärztliche Untersuchung wur de am (…) durch Dr. K._______, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, durch- geführt. Dessen Bericht (IV act. […]) datiert vom (…) und stellt – zusam- men mit den anderen medizinischen Akten (vgl. Sachverhalt A.d) – die Basis dar für den Sch lussbericht des RAD Rhone vom (…). Im Rahmen dieses Schlussberichtes führte der RAD Rhone als Hauptdiagnose die (…) erlittene Lungenembolie (ICD-Code: I26.9) sowie ein Erschöpfung s- syndrom mit somatisiertem Verstimmungszustand (ICD-Code: F32.9) auf. Die Nebendiagnosen (ohne Auswirkung auf die Arbei tsfähigkeit) umfa s- sen neben der bereits erwähnten Lungenembolie die Verletzung des rechten Auges (Bulbusprothese) nach einem Sprengstoffunfall (…) sowie einer Peronäuslähmung links zwischen (…) und (…) auch Tinnitus, L e- bersteatose, Refluxösophagitis und eine Dysthymie (ICD-Code: F34.1). Hinsichtlich der A rbeitsunfähigkeit als Tunnelpolier wird im Bericht eine 100%-ige zwischen Januar und dem (…). April (…) festgestellt, ab dem (…). April (…) sei jedoch die Arbeitsfähigkeit wieder gänzlich gegeben. Letzteres gelte auch für Tätigkeiten im Haushalt bzw. angep asste Tätig- keiten, wobei in diesem Zusammenhang jedoch funktionelle Einschrä n- kungen bei schweren und/oder gefährlichen Arbeiten sowie dem Führen von Lastkraftwagen bzw. im gewerblichen Personentransport zu berüc k- sichtigen seien. 4.2 Der in Art. 12 VwVG sta tuierte Untersuchungsgrundsatz verpflichtet eine Behörde unter anderem, den rechterheblichen Sachverhalt von A m- tes wegen und somit aus eigener Initiative festzustellen ( Beweisfüh- rungspflicht; vgl. PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER, in: Ber n- hard Waldma nn/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 12 N. 20). Diesbezüglich ist u nter Berücksichtigung der dem Gericht vorliegenden Akten festzustellen, dass die Vorinstanz hins ichtlich der Frage der Arbeits fähigkeit des Beschwer- deführers in dessen angestammter Tätigkeit als Tunnelpolier ihrer B e- weisführungspflicht nur unzureichend nachgekommen ist. So geht die Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdeführer seit dem (…). April (…) in seiner angestammten Tätigkeit als Tunnelpolier wieder gänzlich arbeitsfähig ist. Dies obwohl sie bzw. der RAD -Schlussbericht gleichzeitig ausführt, dass hinsichtlich Verweistätigkeiten unter anderem funktionelle Einschränkungen bei schweren und/oder gef ährlichen Arbei- ten zu berücksichtigen seien. Nach allgemeinem Sprach - und Berufsver-B-1041/2011 Seite 12 ständnis erscheint es naheliegend, auch die Tätigkeit als Tunnelpolier als schwere und/oder gefährliche Tätigkeit einzustufen. So ist denn auch in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass die (…) in (…) als letz- ter Arbeitgeber des Beschwerdeführers dessen Tätigkeit als "schwer" und "speziell ungünstig (Stress, Lärm, Kälte, Dämpfe)" ei ngestuft hat (vgl. IV act. […]). Auch das Gesamtgutachten von Dr. I._______, Ärztin für A llge- meinmedizin, (…), vom (…) (IV act. […]; nachfolgend: Gesamtgutachten), der einzige Bericht, der sich neben demjenigen des RAD Rhone zur Fr a- ge der aktuellen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äussert, sieht unter anderem ganzheitliche funktionelle E inschränkungen bei mittlerer und schwerer körperlicher Belastung sowie mittelschweren und schweren Hebe- und Trageleistungen und – in beschränktem Ausmasse – bei Tä- tigkeiten im Freien bzw. unter starker Lärmeinwirkung vor. Sie erachtet denn auch die Tätigkeit als Tunnelpolier als nicht mehr zumutbar. Vor diesem Hintergrund erscheinen Zweifel angebracht, ob die Festste l- lung der Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer seit dem (…). April (…) in seiner angestammten Tätigkeit als Tunnelpolier wieder gänzlich a r- beitsfähig ist, zutrifft. Die Vorinstanz hätte zumindest zusätzliche Abklä- rungen dahingehend treffen müssen, welche Arbeiten das jeweilige B e- rufsbild und der Berufsalltag umfasst, um die allgemeine Vermutung, dass es sich beim Beruf des Tunnelpoliers um eine schwere und/oder gefährli- che Tätigkeit handelt, umzustossen. Diesbezüglich sind jedoch keine A n- gaben aus den dem Gericht vorliegenden Akten und dabei insbesondere auch nicht aus dem RAD -Schlussbericht ersichtlich. Die Beschwerde ist demzufolge in dem Sinn e gutzuheissen, dass die Streitsache zur ergä n- zenden Sachverhaltsabklärung, zur anschliessenden Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit (sowie allfälligem Einkommensvergleich) und neuem Ent- scheid an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle auch noch darauf hingewiesen, dass es die Vorin- stanz im vorliegenden Verfahren auch versäumt hat darzulegen, welche Arten von Verweisungstätigkeiten dem Beschwerdeführer ihrer An sicht nach weiterhin zumutbar gewesen wären. 5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz hinsichtlich der Frage der Arbeitsunfähigkeit ihrer Beweisführungspflicht nur unzure i- chend nachgekommen ist. Die Beschwerde ist demzufolge gutzuheissen, die Verfügung vom 2. Februar 2011 aufzuheben sowie die Streitsache zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung, zu r anschliessenden Neubeurtei-B-1041/2011 Seite 13 lung der Arbeitsfähigkeit (sowie allfälligem Einkommensvergleich) und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. 6. Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der R e- gel der unterliegenden Partei, wobei Vorinstanzen keine Verfahrensko s- ten aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Der Beschwerde- führer hatte nur einen geringen Aufwand und war nich t anwaltlich vertr e- ten, weshalb ihm keine Parteientschädigung zuzu sprechen ist (Art. 7 Abs. 4 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Der vom Beschwerdeführer geleistet e Kostenvorschuss von Fr. 400.- wird ihm nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden U r- teils zurückerstattet. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als dass die angefochtene Verfügung vom 2. Februar 2011 aufgehoben und die Streitsache im Sinne der Erwägungen zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung, zur anschlie s- senden Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit (sowie allfälligem Einko m- mensvergleich) und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückgewi e- sen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt und keine Parteientschäd i- gung zugesprochen. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Koste n- vorschuss von Fr. 400.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur- teils zurückerstattet. B-1041/2011 Seite 14 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein; Beilage: Rückerstattungsformular) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Ronald Flury Alexander Schaer B-1041/2011 Seite 15 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die U n- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 21. November 2013