Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. Mai 2014 (720 14 5) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf Hilflosenentschädigung leichten Grads revisionsweise verneint. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Die ter Freiburghaus, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Michael Pletscher , Advokatur am Fischmarkt, Fischmarkt 12, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff Hilflosenentschädigung A. Die 1962 geborene A.____ leidet an einer Polymor bidität mit schwerer valvulärer Kardi- opathie. In den Jahren 1983 und 1995 musste sie zwe i Herzklappenersatzoperationen durch- führen lassen. Darüber hinaus wurde ihr 1995 ein He rzschrittmacher eingesetzt. Sie leidet aus- serdem unter Herzrhythmusstörungen und Polyarthrose n. Die gebürtige türkische Staatsange- hörige ist der deutschen Sprache nicht mächtig und kann weder lesen noch schreiben. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Verfügung vom 28. November 1997 wurde der Ver sicherten auf Gesuch und ärztli- che Stellungnahme hin rückwirkend per 1. Dezember 1996 e ine Hilflosenentschädigung leich- ten Grades zugesprochen, wobei festgehalten wurde, da ss sie seit Dezember 1995 bei der Körperpflege und bei der Fortbewegung auf Dritthilfe angewiesen sei. Auf einem am 9. Februar 2002 unterzeichneten Revisionsfragebogen erklärte die Versicherte, bei alltäglichen Verrichtun- gen nicht auf Dritthilfe angewiesen zu sein. Gleichzeitig erklärte sie, eine Hilfe im Haushalt wäre wünschbar, weil sie körperlich sehr schwach sei. Die Ausr ichtung der bisherigen Hilflosenent- schädigung wurde in der Folge bestätigt. In einem weit eren Revisionsfragebogen vom 28. Au- gust 2007 gab die Versicherte an, weder bei alltägliche n Verrichtungen auf Dritthilfe noch auf andauernde Pflege oder persönliche Überwachung ange wiesen zu sein. Überdies wurde an- gemerkt, dass Hilfe im Haushalt durch Angehörige und Fre unde geleistet werde. Der Anspruch auf Hilflosenentschädigung wurde in der Folge am 24. Oktober 2007 erneut als unverändert bestätigt. C. Im Revisionsfragebogen vom 13. November 2012 bestät igte die Versicherte erneut, we- der bei alltäglichen Verrichtungen auf Dritthilfe noch auf andauernde Pflege oder persönliche Überwachung angewiesen zu sein. Hingegen hielt sie fe st, dauernd und regelmässig auf le- benspraktische Begleitung von Drittpersonen angewiesen zu sein. Dabei merkte sie an, dass die Hilfe von Geschwistern geleistet werde. Mit Frageb ogen vom 5. Dezember 2012 bestätigte der behandelnde Arzt Dr. B.____, FMH Innere Medizin, die Richtigkeit dieser Angaben, hielt jedoch gleichzeitig fest, dass die Versicherte auf eine Da uerbetreuung durch Familienangehöri- ge beim Krankheitsmanagement und den Krankheitsfolgen angewiesen sei. D. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) veranla sste in der Folge am 17. Januar 2013 eine Abklärung vor Ort. Der entsprechende Abklärungsbericht erging am 25. Februar 2013. Ge- stützt darauf erliess die IV-Stelle einen Vorbescheid be treffend die Aufhebung der Hilflosenent- schädigung. Nach Erhebung diverser Einwände durch den R echtsvertreter der Versicherten holte die IV-Stelle einen ergänzenden Bericht betref fend die Haushaltsabklärung vom 6. Juni 2013 ein. E. Mit Verfügung vom 5. Dezember 2013 hob die IV-Stel le die Ausrichtung der Hilflo- senentschädigung per Ende Januar 2014 auf. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Erik Wassmer, Advokat, substitutionsweise wiederum vertreten durch Michael Pletscher, sinngemäss Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und ersuchte dabei um Fristerstreckung für die Beschwerdebegründung. Nachdem das Kantonsgericht diese n Antrag mit verfahrensleitender Verfügung vom 14. Januar 2014 abgewiesen hatte, reichte der Rechtsvertreter der Versicherten am 27. Januar 2014 seine Beschwerdebegründung ein, w onach die Verfügung der IV-Stelle vom 5. Dezember 2014 aufzuheben und der Beschwerdeführ erin ab Dezember 2013 rückwir- kend eine Hilflosenentschädigung der Invalidenversicherun g leichten Grades auszurichten sei. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 29. Januar 2014 wurde der Beschwerdeführerin die un- entgeltliche Rechtspflege mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 17. März 2 014 auf Abweisung der Be- schwerde. Zusammen mit der Einreichung der Honorarnote vom 7. April 2014 liess sich die Be- schwerdeführerin zur Vernehmlassung der IV-Stelle vernehm en, wobei sie an ihren bereits be- schwerdeweise gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich festhielt. Auf die Begründung der verschiedenen Standpunkte der P arteien ist – soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind vorliegend allesamt erfüllt, so dass auf die unter Berücksichtigung des Fristenstillstands fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist. 2.1 In formeller Hinsicht rügt die Versicherte eine V erletzung des rechtlichen Gehörs infolge der Nichterfüllung der Begründungspflicht und der fe hlenden Auseinandersetzung mit den im Vorbescheid vorgebrachten Einwänden durch die IV-Stelle . Die Vorinstanz vertritt in ihrer Ver- nehmlassung demgegenüber den Standpunkt, dass die Begrü ndung der angefochtenen Verfü- gung zwar knapp ausgefallen sei, die Überlegungen, w elche zur Aufhebung der bisher ausge- richteten Hilflosenentschädigung geführt hätten, jedoc h klar ersichtlich seien. Ausserdem sei nach den erhobenen Einwänden eine ergänzende Stellun gnahme betreffend die Haushaltsab- klärung eingeholt und dem Rechtsvertreter der Versicherten zugestellt worden. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liege daher nicht vor. 2.2 Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, di e erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versi cherungsträger gemäss Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil d es Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 schriftlich Verfügungen zu erlassen. D ie Verfügungen sind nach Art. 49 Abs. 3 ATSG mit einer Rechtsmittelfrist zu versehen und zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Aus einer mangelhaften Eröffnung einer Verfügung darf der betroffenen Person kein Nachteil erwachsen (Urteil de s EVG vom 17. Juni 2005, I 3/05, E. 3). Die Begründungspflicht gemäss Art. 49 Abs. 3 ATSG steht im Zusammenhang mit dem in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenosse nschaft (BV) vom 18. April 1999 statuierten Anspruch auf rechtliches G ehör. Danach muss der von einem Ent- scheid Betroffene in die Lage versetzt werden, diesen sachgerecht anfechten zu können (vgl. BGE 124 II 149). Die verfügende Behörde muss dahe r kurz ihre Überlegungen nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihre Entscheidung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen B ehauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli- chen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 102 E. 2b, 12 4 V 181 E. 1a; LORENZ KNEUBÜHLER , Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahre n, Christoph Au- er/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Zürich/St . Gallen 2008, zu Art. 35, S. 511). Die Behörde darf sich aber nicht damit begnügen, die von d er betroffenen Person vorgebrachten Einwände tatsächlich zur Kenntnis zu nehmen und zu prü fen; sie hat ihre Überlegungen der betroffenen Person gegenüber auch namhaft zu machen un d sich dabei ausdrücklich mit den Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht entscheidwesentlichen Einwänden auseinanderzusetzen od er aber zumindest die Gründe an- zugeben, weshalb sie bestimmte Gesichtspunkte nicht berü cksichtigen kann (BGE 124 V 182 E. 2b; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG ] vom 16. August 2004, U 101/04, E. 2.4). Die Begründung muss nicht zwingend in der Verfügung selbst enthalten sein; die Rechtsprechung hat als genügende Begründung auch den Verweis auf separate Schriftstü- cke, auf frühere Entscheide oder klare Angaben der Entsc heidgründe in früheren Schreiben an die Verfügungsadressatinnen oder -adressaten anerkannt (BGE 123 V 31 E. 2c und d). Die Ver- letzung der Begründungspflicht führt unabhängig davon, ob die fraglichen verfahrensrechtlichen Mängel einen Einfluss auf das Ergebnis haben, grundsät zlich zur Aufhebung des angefochte- nen Entscheides. Praxisgemäss kann eine derartige Gehörsv erletzung im Rechtsmittelverfah- ren jedoch geheilt werden, wenn das rechtliche Gehör na chträglich gewährt wurde, die Rechtsmittelinstanz über freie Kognition in Rechts- und Sachverhaltsfragen verfügt, mithin eine Ermessensüberprüfung möglich ist, und dem Betroffenen di e gleichen Mitwirkungsrechte wie vor erster Instanz zustehen (vgl. dazu BGE 127 V 437 E. 3d /aa sowie 126 V 132 E. 2b, je mit Hinweisen). Darüber hinaus ist im Sinne der Heilung e ines allfälligen Mangels - selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Gehörsanspruches - von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leer- lauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen wür de, die mit dem Interesse der betroffe- nen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der S ache nicht zu vereinbaren wäre (vgl. BGE 133 I 201 E. 2.2, 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis). 2.3 Sowohl im Vorbescheid vom 22. März 2013 als auch i n der angefochtenen Verfügung vom 5. Dezember 2013 wird die Leistungseinstellung mit d en Abklärungen der IV-Stelle vor Ort begründet, wonach die Versicherte weder regelmässige Dritthilfe in den massgebenden alltägli- chen Lebensverrichtungen noch lebenspraktische Begleitung benötige. Zudem nimmt die ange- fochtene Verfügung explizit Bezug auf die aktuelle Re vision von Amtes wegen und auf den ent- sprechenden Revisionsfragebogen vom 13. November 2012. Di ese Bezugnahme zeigt rechts- genüglich auf, inwiefern sich die für eine Ausrichtung der Hilflosenentschädigung massgeben- den Verhältnisse seit dem für die Revision massgebenden R eferenzzeitpunkt der ursprüngli- chen Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung im November 1997 geändert haben sollen. Den Erläuterungen in der angefochtenen Verfügung zufolge war es der Versicherten bzw. ihrem Rechtsvertreter somit ohne Weiteres möglich zu erkennen, welche tatsächlichen und rechtli- chen Überlegungen der IV-Stelle zur Aufhebung der Hil flosenentschädigung geführt haben. Zumal sich die Verwaltung bei der Begründung ihrer Ve rfügung auf die wesentlichen Gesichts- punkte beschränken darf, kann jedenfalls nicht vom Fehl en eines wesentlichen Aspekts in der Begründung gesprochen werden, da die für die Ausricht ung der strittigen Hilflosenentschädi- gung massgebenden Parameter in grundsätzlicher Hinsicht be zeichnet worden sind. Es kann demnach auch nicht davon gesprochen werden, dass die Be troffene nicht in der Lage gewesen wäre, die betreffende Verfügung sachgerecht anfechten zu lassen, indem sie gezwungen ge- wesen wäre, mehrere Eventualbegründungen vorzubringen (vgl. KGE SV vom 22. Juni 2008 i.S. N., in BLKGE 2008 III Nr. 51 S. 306 ff., E. .4 .3 f.). Es tritt hinzu, dass die Versicherte ihre Einwände und Argumente im Rahmen der vorliegenden Beschwerde umfassend dargestellt hat, und das Kantonsgericht die Streitsache mit voller Kognit ion überprüft. Soweit in der Vorge- hensweise der IV-Stelle eine Verletzung des rechtlichen Gehörs läge, würde diese im vorlie- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht genden Verfahren demnach ohnehin geheilt. Von einer Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz aus formellen Gründen ist daher abzusehen, zum al eine Rückweisung der Angele- genheit zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen wür- de, die letztlich auch mit dem Interesse der Versicherten an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wäre. 3. In materieller Hinsicht strittig und zu prüfen ist, o b die IV-Stelle die bisher ausgerichtete Hilflosenentschädigung leichten Grades unter Berücksichtigung der Revisionsbestimmungen zu Recht per Ende Januar 2014 aufgehoben hat. 3.1 Nach Art. 17 Abs. 2 ATSG wird – neben Rentenleistu ngen (Art. 17 Abs. 1 ATSG) – auch jede andere formell rechtskräftig zugesprochene Da uerleistung von Amtes wegen oder auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Diese Regelung ist auch auf die – eine Dauer- leistung darstellende – Hilflosentschädigung anwendbar (KIESER , a.a.O., Art. 17 N 40). Anlass zur Revision einer Hilflosenentschädigung gibt somit jede wesentliche Änderung in den tatsäch- lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Grad der Hi lflosigkeit und damit die Höhe der Hilflo- senentschädigung zu beeinflussen. Insbesondere kommt eine Revision nicht bloss bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern au ch bei einer wesentlichen Ver- änderung anderer Faktoren, in Frage (BGE 130 V 343 E . 3.5 mit Hinweisen). Wesentlich ist die Sachverhaltsänderung dann, wenn sie eine Auswirkung auf den Leistungsanspruch zeigt, wobei die Änderung des Anspruchs nicht bloss geringfügig sein darf (K IESER , a.a.O., Art. 17 N 43). Kein Revisionsgrund stellt indessen die bloss unterschiedlich e Beurteilung eines im Wesentli- chen unverändert gebliebenen Sachverhalts dar (BGE 112 V 372 E. 2b; Urteil des Bundesge- richts vom 22. Januar 2008, 8C_379/2007, E. 2). Die B eantwortung der Frage, ob eine mass- gebende Änderung eingetreten ist, setzt einen Vergleic h zweier Sachverhalte voraus. In zeitli- cher Hinsicht sind dafür der Zeitpunkt der ursprünglichen Leistungsverfügung und derjenige des Anpassungsentscheides massgeblich. Ist zwischenzeitlich eine Übe rprüfung des Anspruchs erfolgt und wurde die bisherige Verfügung dabei aber lediglich bestätigt, kommt einem solchen Entscheid keine Bedeutung zu (K IESER , a.a.O., Art. 17 N 44 in Verbindung mit N 22). Hin ter- grund bildet der Umstand, dass der zeitliche Referenzp unkt für die Prüfung einer anspruchser- heblichen Änderung die letzte der versicherten Person er öffnete rechtskräftige Verfügung dar- stellt, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver- haltsabklärung und Beweiswürdigung beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4 mit Verweis auf BGE 130 V 77 E. 3.2.3). 3.2 Der Versicherten wurde ursprünglich mit Verfügung vo m 28. November 1997 rückwir- kend ab 1. Dezember 1996 eine Hilflosenentschädigung le ichten Grades zugesprochen. Nach- dem ihr sowohl am 3. September 2002 als auch am 24. Oktober 2007 mitgeteilt worden war, dass die revisionsweise Überprüfung des IV-Grads keine leist ungsbeeinflussende Änderung ergeben habe, wurde der Anspruch auf eine Hilflosenen tschädigung leichten Grades für die Zukunft jeweils ohne erneute Abklärung der massgebenden Verhältnisse vor Ort bestätigt. Erst gestützt auf die Abklärungsergebnisse vor Ort am 17. Jan uar 2013 nahm die IV-Stelle in der Folge eine integrale Neubeurteilung der Anspruchsberechtigung vor und hob anschliessend mit Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfügung vom 5. Dezember 2013 die bisher ausgerichtete Hilflosenentschädigung revisions- weise auf. Wie die Beschwerdeführerin daher richtig fes tgehalten hat (vgl. Stellungnahme vom 7. April 2014, S. 3 a. E.), beurteilt sich die Frage , ob eine Änderung in den tatsächlichen Ver- hältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhe bung der bis anhin ausgerichteten Hilf- losenentschädigung per Ende Januar 2014 rechtfertigen, demnach durch den Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Verfügung im Nove mber 1997 (erstmalige Zusprache ei- ner Hilflosenentschädigung leichten Grades) bestanden h at, mit demjenigen im Zeitpunkt der am 5. Dezember 2013 verfügten Aufhebung der Hilflosenentschädigung. 4.1 Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Inval idenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 haben Versicherte mit Wohnsitz und gewö hnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind, Anspruch auf eine Hilflosene ntschädigung. Nach Art. 9 des Bundes- gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsr echts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist eine Person hilflos, die wegen der Beeinträch tigung der Gesundheit für alltägliche Le- bensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der p ersönlichen Überwachung bedarf. Als hilflos gilt ebenfalls eine Person, welche zu Hause lebt und wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 IVG). 4.2 Das Gesetz unterscheidet zwischen schwerer, mittelschwer er und leichter Hilflosig- keit (Art. 42 Abs. 2 IVG). Die Hilflosigkeit gilt als le icht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen L ebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist ; einer dauernden persönlichen Überwa- chung bedarf; einer durch das Gebrechen bedingten ständ igen und besonders aufwändigen Pflege bedarf; wegen einer schweren Sinnesschädigung ode r eines schweren körperlichen Ge- brechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstlei stungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann oder dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961 angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a - e IVV). 4.3 Nach ständiger Gerichtspraxis sind die folgenden sechs al ltäglichen Lebensverrichtun- gen massgebend: Ankleiden, Auskleiden; Aufstehen, Absitzen , Abliegen; Essen; Körperpflege; Verrichtung der Notdurft; Fortbewegung (im oder ausse r Haus), Kontaktaufnahme (BGE 133 V 463 E. 7.2, 127 V 97 E. 3c, 121 V 90 E. 3; Urteil des Eidgenössischen Versiche- rungsgerichts [EVG] vom 1. April 2004, I 815/03, E. 1). Weiter muss die Hilfe Dritter regelmässig und erheblich sein. Der Begriff der Erheblichkeit ist i n Relation zu setzen zum zeitlichen Auf- wand, den die Hilfsperson hat. Die Hilfe ist mithin insbesondere erheblich, wenn die versicherte Person mindestens die Teilfunktion einer einzelnen Leb ensverrichtung überhaupt nicht mehr, nur mit unzumutbarem Aufwand oder nur auf unübliche Art und Weise selbst ausüben kann oder wegen ihres psychischen Zustandes nicht vornehmen würde (Urteil des EVG vom 18. April 2002, I 660/01, E. 2b/aa mit Hinweisen; Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversiche- rungen BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2012, Rz. 8026). Die Hilfe ist regelmässig, w enn sie die versicherte Person täglich benötigt oder eventuell täglich nötig hat (KSIH Rz. 80 25; ROBERT ETTLIN , Die Hilflosigkeit als versichertes Risiko in der Sozialversicherung [Hilflosigkeit], Freiburg 1998, S. 150). Bei Lebens- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht verrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfassen, w ird nach der Rechtsprechung nicht verlangt, dass die versicherte Person bei der Mehrzahl di eser Teilfunktionen fremder Hilfe be- darf; vielmehr ist bloss erforderlich, dass sie bei einer d ieser Teilfunktionen regelmässig in er- heblicher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (BGE 121 V 91 E. 3c). In diesem Sinne ist die Hilfe beispielsweise bereits erhe blich bei Fortbewegung und Kontaktauf- nahme, wenn sich die versicherte Person im oder ausser Hau s nicht selbst fortbewegen kann oder wenn sie bei der Kontaktaufnahme Dritthilfe benö tigt. Solange durch geeignete Massnah- men bei einzelnen Lebensverrichtungen die Selbstständigkei t erhalten werden kann, liegt dies- bezüglich keine Hilflosigkeit vor (R OBERT ETTLIN , Sozialversicherungsrechtliche Aspekte bei Verlust der Selbstversorgungsfähigkeit [Selbstversorgungs fähigkeit], in: Haftpflicht und Versi- cherung [HAVE] 2003, S. 117 und Fn. 8). 4.4 Gemäss Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an leb enspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige versiche rte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbstständig wohnen kann (lit. a), für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist (lit. b) oder ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren (lit. c). Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Beglei- tung, die regelmässig und im Zusammenhang mit den in Abs. 1 erwähnten Situationen erforder- lich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretung s- und Verwaltungstätigkeiten im Rahmen vormundschaftlicher Massnahmen nach Art. 398 bis 419 des Sch weizerischen Zivilgesetzbu- ches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 (Art. 38 Abs. 3 IVV). Nach der Rechtsprechung beinhaltet die lebenspraktische Begleitung weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den sechs alltäg- lichen Lebensverrichtungen noch die Pflege oder Überwa chung. Vielmehr stellt sie ein zusätzli- ches und eigenständiges Institut der Hilfe dar (BGE 133 V 466 E. 9). Sie ist notwendig, damit der Alltag selbstständig bewältigt werden kann, und l iegt vor, wenn die versicherte Person auf Hilfe bei der Tagesstrukturierung, Unterstützung bei de r Bewältigung von Alltagssituationen oder Anleitung zur Erledigung des Haushalts angewiese n ist. Bei ausserhäuslichen Verrichtun- gen ist die lebenspraktische Begleitung notwendig, damit die versicherte Person in der Lage ist, das Haus für bestimmte notwendige Verrichtungen und Kontakte (Einkaufen, Freizeitaktivitäten, Kontakte mit Amtsstellen oder Medizinalpersonen, Coif feurbesuch, etc.) zu verlassen (KSIH Rz. 8050 f.; vgl. BGE 133 V 465 f. E. 8.2.3). Die Frage, ob eine entsprechende Hilfsbedürftigkeit besteht, ist objektiv, nach dem Zustand der versicherten Pe rson, zu beurteilen (BGE 133 V 461 E. 5 mit Hinweisen). Nicht erforderlich ist, dass die l ebenspraktische Begleitung durch fachlich qualifiziertes oder speziell geschultes Betreuungspersonal erbracht wird (KSIH Rz. 8047). 4.5 Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Beme ssung der Hilflosigkeit ist eine en- ge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen Arzt und Verwa ltung erforderlich. Der Arzt hat anzugeben, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist. Der Versicherungsträge r kann an Ort und Stelle weitere Abklärungen vornehmen (BGE 130 V 61 f. E. 6.1.1 mit H inweis). Einem Abklärungsbericht an Ort und Stelle kommt - ausgehend von den in BGE 128 V 93 f. E. 4 entwickelten Voraussetzun- gen und unter Berücksichtigung der in AHI 2000 S. 319 f. E. 2b dargelegten Grundsätze zur Zusammenarbeit zwischen dem Arzt einerseits und der Verwaltung sowie dem Gericht anderer- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht seits - voller Beweiswert zu, wenn er folgenden Anford erungen genügt: Als Berichterstatterin bzw. als Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räum- lichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Medizine r gestellten Diagnosen sich erge- benden Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten h at. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen oder deren Auswirkungen auf alltägli che Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zu lässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der die Pflege leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plau- sibel, begründet und detailliert bezüglich der einzel nen konkret in Frage stehenden alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der tatbestandsmässigen Erforder nisse der dauernden persönli- chen Überwachung und der Pflege ausfallen. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Trifft al l dies zu, besitzt der Abklärungsbericht volle Beweiskraft. Das Gericht greift, sofern der Berich t eine zuverlässige Entscheidungsgrund- lage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Erm essen der abklärenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am k onkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 62 f. E. 6.2). 5.1 Vorab ergibt sich gestützt auf die vorliegenden Akte n, dass sich der Gesundheitszu- stand der Beschwerdeführerin im massgebenden Zeitraum (vgl. oben, Erwägung 3.2 hievor) in medizinischer Hinsicht kaum verbessert hat. So ist dem Fr agebogen vom 13. November 2012 zu entnehmen, dass der Gesundheitszustand der Versicherten gleich geblieben sei (vgl. IV-Dok Nr. 23, S. 1). Diese Einschätzung deckt sich im Wesentlich en auch mit den medizinischen Ak- ten. Aus dem von Dr. B.____ am 5. Dezember 2012 unterzeichneten Revisionsformular (vgl. IV- Dok Nr. 25) gehen weitestgehend dieselben Diagnosen he rvor, wie sie bereits anlässlich der Abklärung der Hilflosigkeit am 22. Oktober 1997 erhoben worden waren (vgl. IV-Dok Nr. 27.2 S. 4). Einziger Unterschied auf diagnostischer Ebene bil det der Umstand, dass die noch in den Jahren 1997 und 2002 diagnostizierte Grand-Mal-Epilepsi e (vgl. Arztberichte vom 13. August 1997 und 20. August 2002, IV-Dok Nr. 27.5 und 2) vom behandelnden Hausarzt offensichtlich weder im aktuellen Revisionsfragebogen vom 5. Dezember 2012 (vgl. IV-Dok Nr. 25) noch in dessen ergänzendem Kurzbericht vom 11. April 2013 (vgl . IV-Dok Nr. 30) erwähnt worden ist (vgl. ebenso wenig bereits Bericht des Kantonsspitals Lie stal vom 5. Juni 2002, IV-Dok Nr. 2, S. 4 f.). Zumal weder den Einwänden der Versicherten im Vorbescheidverfahren noch ihren Eingaben im vorliegenden Beschwerdeverfahren entnommen werden kann, dass sie weiterhin auch an Epilepsie-Anfällen leiden würde, muss davon ausgegangen werden, dass darin immer- hin eine gewisse Verbesserung ihrer gesundheitlichen Verhältnisse erkannt werden kann. 5.2.1 Eine Revision gestützt auf Art. 17 ATSG kommt jed och nicht bloss bei einer wesentli- chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch be i einer wesentlichen Veränderung anderer Faktoren in Frage (vgl. oben, Erwägung 3.1 h ievor). Zu berücksichtigen sind daher auch die tatsächlichen Verhältnisse. Diesbezüglich stützte sich die IV-Stelle in ihrer ursprüngli- chen Verfügung vom 28. November 1997 bei der Prüfung d es Anspruchs auf eine Hilflosenent- schädigung auf die Angaben ihrer Abklärungsperson vor O rt, welche unter Ziffer 5 des Anmel- de- und Fragebogens für eine Hilflosenentschädigung am 7. Oktober 1997 festgehalten hatte, Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass die Versicherte für zwei alltägliche Lebensverrichtun gen Hilfe benötige (vgl. IV-Dok Nr. 27.2 S. 8). Den weiteren Angaben ist zu entnehmen, da ss die Versicherte einerseits bei den alltäglichen Lebensverrichtungen der Körperpflege (Bad en/Duschen) wegen Anfallgefahr, Atembeschwerden und Schwindel mit Sturzgefahr sowie a ndererseits bei der Fortbewegung im Freien und bei der Pflege gesellschaftlicher Kontakte in erheblicher Weise auf Dritthilfe ange- wiesen sei. Die Versicherte sei nicht stark belastbar und leide an Schwindelgefühlen und Atem- not. Die gesellschaftlichen Kontakte würden bedingt dur ch Angst und dem Risiko von Epilep- sieanfällen alle in Begleitung erfolgen. Die Hilfe werde von einer türkischen Bekannten und von den Nachbarn geleistet. Das An- und Auskleiden bedürfe keiner Dritthilfe, sei aber nur knapp möglich (vgl. IV-Dok Nr. 27.2, S. 6). Diese Angaben wur den sowohl von der Versicherten als auch vom Abklärungsdienst der IV-Stelle unterzeichnet. 5.2.2 Bezüglich der nunmehr umstrittenen Aufhebung d er Hilflosenentschädigung beruft sich die Beschwerdegegnerin in erster Linie auf den Bericht ihres Abklärungsdienstes zur Hilflosig- keit vom 25. Februar 2013 (vgl. IV-Dok Nr. 28). Daraus geht hervor, dass die Beschwerdeführe- rin keine Dritthilfe im Lebensbereich "An- und Auskleiden" benötige. Wegen der erfolgten Hüfto- peration und der dadurch eingeschränkten Beweglichkeit benötige sie dafür zwar mehr Zeit, könne sich in der Regel jedoch inklusive der Schuhe selb st an- und auskleiden. Die Versicherte leide an Lähmungserscheinungen an der linken Körperseit e, weshalb das Handling beim Zer- kleinern der Nahrung etwas mühsam sei. Dritthilfe hier für benötige sie aber nicht. Ebenfalls könne sie die Nahrung selbst zum Mund führen. In Bezug auf die Körperpflege könne sich die Versicherte selbst waschen. Das Kämmen sei praktisch nur noch mit der rechten Hand möglich, könne in der Regel aber noch selbständig wahrgenommen werden. In Bezug auf das Baden und Duschen könne sich die Versicherte, wenn der Kreislau f und der Blutdruck in Ordnung sei- en, in der Badewanne selbst duschen. Dies sei aber nicht immer der Fall, so dass sie ein- bis zweimal pro Monat jemanden um Hilfe bitten oder wart en müsse, bis die Schwester vorbei- komme und ihr beim Duschen helfe. Die Fortbewegung in der eigenen Wohnung sei ohne Ein- schränkungen selbst möglich. Auch könne sie selbständig nach draussen gehen und Spazier- gänge unternehmen. Diese könnten auch über 30 Minuten dauern, wenn sie zwischendurch die Gelegenheit habe, infolge ihrer Atembeschwerden klein ere Pausen einzulegen. Für längere Distanzen benutze sie den öffentlichen Verkehr. Auch ge he sie selbständig ins nahe gelegene Einkaufszentrum einkaufen. In Bezug auf die Pflege ge sellschaftlicher Kontakte habe sie einige Freundinnen sowie sieben, in der Nähe wohnende Geschwi ster, mit welchen sie Kontakte pfle- ge. Allerdings könne sie weder lesen noch schreiben und s ei der deutschen Sprache nicht mächtig. Eine Isolation bestehe dennoch nicht, obwohl e ine gewisse Gefährdung latent vorhan- den sei. Telefonieren sei in der Muttersprache möglich . Die Informationen über das Tagesge- schehen entnehme sie dem Fernsehen. Sie bedürfe insofer n einer dauernden medizinisch- pflegerischen Hilfe, als ihr die Nachbarin regelmässig di e Medikamente in einer Wochenbox zusammenstelle. Dies könne die Versicherte nicht zuverlässig vornehmen. Die Einnahme müs- se aber nicht kontrolliert werden. Hinsichtlich jener H ilfeleistungen, welche das selbständige Wohnen ermöglichen würden, werde die Versicherte in B ezug auf die Terminplanung von ihrer Schwester unterstützt, da sie ohne Tagesstruktur lebe und auch sehr viel vergesse. Die Schwester schreibe sich die Termine für die Versicherte auf und kontaktiere diese jeweils einen Tag vor den bevorstehenden Terminen. Aufgrund der spr achlichen Problematik sei dieser Auf- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht wand jedoch IV-fremd und könne daher nicht berücksichtig t werden. Bei der Bewältigung von Alltagssituationen werde die Versicherte von der ganzen Verwandtschaft verschiedentlich un- terstützt. Dies betreffe im Umfang von rund 20 Minuten pro Woche jeweils das Ordnen der Fi- nanzen und die finanzielle Planung, das Übersetzen und Erklären von Briefen und die Beant- wortung derselben sowie den Kontakt mit Behörden. Die Versicherte erkenne die Notwendigkeit und die Details, um den Haushalt zu organisieren. Kör perlich sei sie aber oft nicht in der Lage, die Arbeiten selbst zu erledigen. Wenn sie entsprechende Hilfe benötige, bitte sie in ihrer Ver- wandtschaft oder im Freundeskreis um Unterstützung. Das Wasc hen von Kleidern sei ihr selb- ständig möglich, das Glätten sei ihr körperlich jedoch zu anspruchsvoll. Hin und wieder koche sie sich selbst etwas, jedoch komme es immer wieder vor, dass sie Resten von ihren Verwand- ten erhalte. Bei spezielleren Arztuntersuchungen müsse jemand von der Familie als Übersetzer dabei sein, da die Versicherte kein Deutsch spreche. Klei nere Untersuchungen, beispielsweise beim Hausarzt, könne sie selbst wahrnehmen. Das Total de r erbrachten lebenspraktischen Be- gleitung belaufe sich somit auf eine Stunde pro Woche. Massgeblich für die Unterstützungsbe- dürftigkeit im Bereich der lebenspraktischen Begleitung sei die Unkenntnis der deutschen Spra- che. Dieser Umstand aber sei nicht leistungsrelevant. 5.3 Die Beschwerdeführerin lässt in genereller Hinsicht zunächst vorbringen, dem aktuel- len Abklärungsbericht vom 25. Februar 2013 komme keine Beweiskraft zu, da er die hierfür rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien nicht erf ülle. Dieser Auffassung kann nicht ge- folgt werden. Der fragliche Abklärungsbericht erfüllt a lle rechtsprechungsgemäss erforderlichen Voraussetzungen (vgl. oben, Erwägung 4.5 hievor). Unklar heiten über physische oder psychi- sche Störungen gehen angesichts der erhobenen, unbestrit tenen medizinischen Verhältnisse aus dem Abklärungsbericht keine hervor. Der Abklärungsberich t gibt die Angaben der die Pfle- ge leistenden Personen detailliert wieder; allenfall s divergierende Aussagen oder Meinungen der Versicherten bzw. der als Übersetzerin fungierenden Schwester der Versicherten sind dabei keine ersichtlich. Entgegen des vorgebrachten Einwands best ehen insbesondere auch keine Anhaltspunkte für Übersetzungsprobleme anlässlich der vor genommenen Erhebung vor Ort. Weder ist aufgrund der medizinischen Akten ersichtlich, dass die Versicherte wegen ihrer psy- chischen Verfassung nicht in der Lage gewesen wäre, die ihr gestellten Fragen zu verstehen oder zu beantworten, noch geht daraus hervor, dass die Übersetzung fehlerhaft gewesen wäre, da die jeweiligen Antworten sich den dazugehörigen Fra gen zwanglos zuordnen lassen. Der Umstand, dass gerade die eigene Schwester als Übersetzerin fungiert hat, dürfte im Gegenteil zum Vorteil der Versicherten ausgefallen sein. Diese ken nt die persönliche und gesundheitliche Lage der Beschwerdeführerin selbst am besten. Da die Ab klärungsperson mangels türkischer Sprachkenntnisse ihrerseits auf die Antworten der Schwester der Versicherten angewiesen war, kann eine entsprechende Unzulänglichkeit bei der Beantw ortung der gestellten Fragen mithin geradezu ausgeschlossen werden. Jedenfalls bestehen kein erlei Hinweise, dass die Hilfsbe- dürftigkeit bedingt durch sprachliche Defizite der Versiche rten nicht vollständig erfasst worden ist. Es muss davon ausgegangen werden, dass deren Schwe ster, welche notabene seit Jahren für die Übersetzungsbelange der Versicherten unter and erem auch bei medizinischen Fragen zur Verfügung steht, die für die Hilfsbedürftigkeit massgebenden Umstände vollständig wieder- gegeben hat. Schliesslich ist der Berichtstext plausibel a usgefallen; er gibt einen umfassenden Eindruck über die im Alltag der Versicherten bestehenden , gesundheitlichen Probleme und de- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren Bewältigung. Eigentliche Widersprüche sind entgege n der vorgebrachten Argumentation der Beschwerdeführerin keine auszumachen; insbesondere ist es auch nicht widersprüchlich, wenn die Abklärungsperson aufgrund ihrer Nähe zum kon kreten Sachverhalt diverse Felder betreffend einzelne Teilkomponenten der Hilfsbedürft igkeit im Abklärungsbericht letztlich mit „Nein“ angekreuzt hat, obschon die Versicherte diese lediglich in der Regel zu bewältigen in der Lage ist. Schon rein sachlogisch kann diesbezüglich nicht von einem erheblichen Widerspruch ausgegangen werden. Zudem ist zu berücksichtigen, dass gerade in der ermessensweisen Ein- schätzung und Abwägung der konkreten Einzelumstände – mith in auch bei deren zeitlichen Wertung – die Stärke eines aussagekräftigen Abklärungsb erichts liegt. Mangels offensichtlicher Fehleinschätzungen stellt der Abklärungsbericht damit ei ne insgesamt zuverlässige Entscheid- grundlage dar, weshalb ihm grundsätzlich volle Beweiskraft zukommt. 5.4.1 Die Beschwerdeführerin lässt rügen, die IV-Stelle verkenne ihre Hilflosigkeit im Le- bensbereich des An- und Auskleidens. Zum einen belege der Abklärungsbericht, dass sich die Versicherte lediglich in der Regel selbst an- und auskle iden könne. Ausserdem sei sie in ihrer Beweglichkeit sehr eingeschränkt und könne die täglich zu w echselnden Stützstrümpfe selbst deshalb weder selbst an- noch ausziehen. Dieser Umstand s ei weder im Abklärungsbericht noch im darauf fussenden Entscheid der Vorinstanz berücksichtigt worden. Auch wenn eine entsprechende Hilflosigkeit bereits dann vorliegt, wenn die versicherte Person ein einzelnes, unentbehrliches Kleidungsstück oder eine P rothese, worunter letztlich auch me- dizinisch benötigte Stützstrümpfe fallen, nicht selbst an - oder ausziehen kann, vermag eine blosse Erschwerung oder Verlangsamung bei der Vornahme dieser Lebensverrichtung (noch) keine Hilflosigkeit begründen (vgl. ZAK 1898 S. 213; K reisschreiben über Invalidität und Hilflo- sigkeit in der Invalidenversicherung [KSHI], Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, gültig ab 1. Januar 2013, Rz. 8013). Obschon die Anstrengung beim An- und Ausziehen von Stütz- strümpfen entgegen der Auffassung der IV-Stelle nicht mit jener von Schuhen vergleichbar ist, muss davon ausgegangen werden, dass die erst nunmehr behau ptete Hilflosigkeit im Rahmen der Abklärung vor Ort unerwähnt und deshalb unbewiesen geblieben ist. Es ist jedenfalls nicht ersichtlich, weshalb weder die Versicherte noch deren Schwe ster, welche nicht nur über die alltäglichen Probleme der Versicherten informiert, sondern damit auch hin- und wieder unmittel- bar konfrontiert sein dürfte, diesen nunmehr nachträg lich lediglich behaupteten Umstand auf Nachfrage hin nicht bereits zuvor anlässlich der Haushalts abklärung explizit erwähnt haben. Es bestehen keine Hinweise, dass die Versicherte mit der Ver richtung von Stützstrümpfen Proble- me bekundet. Die Beschwerdeführerin hat ausserdem zu ke iner Zeit ausgeführt, wer diese an- geblich notwendige Hilfe leistet. Unter diesen Umständ en aber geht es nicht an, einen grund- sätzlich beweiskräftigen Abklärungsbericht unter Hinweis au f in den Akten bisher völlig uner- wähnt gebliebene, neue Behauptungen in Frage zu stell en. Nicht anders ist hinsichtlich der üb- rigen für die An- und Auskleide notwendigen Teilverrich tungen zu entscheiden. Zum einen er- weist es sich als nachvollziehbar, dass sich die Versicherte i nfolge ihrer Bewegungseinschrän- kung – wenn auch verlangsamt – in der Regel selbst an- und ausziehen kann. Entgegen der replicando dargelegten Umstände, wonach im Bereich de r Schuhe der Ausnahmefall die Regel sei, ist die Versicherte in der Lage, ihre Schuhe mehrh eitlich selbst anzuziehen (vgl. ebenso zunächst noch Beschwerdebegründung vom 27. Januar 2014, Ziffer 25). Damit aber kann aus- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht geschlossen werden, dass die Versicherte hierfür täglich e ine Hilfestellung benötigen würde, wie dies für eine regelmässige Hilfestellung aber vorausgesetzt wäre (vgl. KSHI Rz. 8025). Dies gilt umso mehr, weil weder der Hausarzt eine entspreche nde Hilflosigkeit in diesem Bereich erwähnt (vgl. Kurzbericht vom 11. April 2013, IV-Dok Nr . 30), noch die Versicherte selbst eine entsprechende Hilfsbedürftigkeit auf dem Revisionsfragebogen vom 13. November 2012 dekla- rieren liess (vgl. IV-Dok Nr. 23, S. 2). Entgegen der i n der Beschwerdebegründung vorgebrach- ten Auffassung ist somit davon auszugehen, dass es der Versi cherten – wie bereits anlässlich der erstmaligen Anmeldung und Abklärung ihrer Hilflosi gkeit im Jahre 1997 – weiterhin, wenn auch allenfalls nur erschwert, möglich ist, sich grundsä tzlich ohne fremde Hilfe an- und abzu- ziehen (vgl. IV-Dok Nr. 27.2, S. 6). 5.4.2 Nicht anders verhält es sich im Zusammenhang mit d er Lebensverrichtung des Es- sens. Die in der Beschwerde vorgebrachten Behauptungen finden im massgebenden Abklä- rungsbericht keine Stütze. Unbestritten ist, dass die V ersicherte aufgrund ihrer linksseitigen Lähmungserscheinungen etwas Mühe insbesondere beim Zerkle inern der Nahrung hat. Eine starke Beeinträchtigung ist hingegen nicht ersichtlich. E s bestehen keine Anhaltspunkte, wo- nach die Versicherte ohne Hilfe Dritter keine normal zubereitete Nahrung zu sich nehmen könn- te, weil sie ihre Speisen alltäglich und wiederkehren d nicht zerkleinern oder nur püriert essen könnte (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 2011, 8C _728/2010, E. 2). Eine Dritthilfe, welche insbesondere das Erfordernis der Regelmässigkeit erfüllen würde, geht aus dem Abklä- rungsbericht gerade nicht hervor. Daran ist festzuhalten. 5.4.3 Im Weiteren lässt die Beschwerdeführerin rügen, die IV-Stelle verkenne ihre Hilflosig- keit im Lebensbereich der Körperpflege. Zum einen kön ne sie sich infolge ihrer Lähmungser- scheinungen nur in der Regel kämmen. Andererseits sei d as Duschen ohne Gefahr nur dann möglich, wenn sich der Blutdruck im Normbereich befinde . Dieser bewege sich mehrmals pro Woche in einem Bereich, der das selbständige Duschen ohn e Gefahr vor Stürzen verunmögli- che. Dem Abklärungsbericht ist zu entnehmen, dass das Kämmen pra ktisch nur noch mit der rech- ten Hand möglich ist. Auch wenn die Versicherte an links seitigen Lähmungserscheinungen lei- det, erweist es sich trotz dieser Beschwerden als nachvoll ziehbar, dass das Kämmen folglich rechtsseitig und damit auch regelmässig selbständig wahrgenommen werden kann. Damit kann auf das soeben Gesagte verwiesen werden (vgl. oben, Erw ägung 5.4.2 hievor). Eine Dritthilfe, welche insbesondere das Erfordernis der Regelmässigkeit erf üllen würde, ist in diesem Zu- sammenhang nicht ersichtlich. Zu Recht anerkennt die IV- Stelle sodann, dass die Versicherte zum Duschen nur dann in der Lage ist, wenn Kreislauf und Blutdruck in Ordnung sind. Da dies aber nicht immer der Fall sei, müsse sie ein bis zweim al im Monat jemanden um Hilfe bitten oder warten, bis ihre Schwester vorbeikomme und ihr dab ei helfe (vgl. Abklärungsbericht vom 25. Februar 2013). Der Beschwerdeführerin ist darin beizupflichten, dass eine derartige, indirek- te Dritthilfe bereits dann leistungsrelevant ist, wenn die versicherte Person die alltäglichen Le- bensverrichtungen funktionsmässig zwar selber vornehmen kann , bei diesen Verrichtungen jedoch persönlich wegen einer sturzbedingten Verletzungs gefahr überwacht werden muss. Da- bei genügt es, wenn die versicherte Person die Hilfe be reits eventuell täglich nötig hat. Dies ist Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht wiederum dann gegeben, wenn die fraglichen Blutdruck- oder Kreislaufkrisen zuweilen zwar nur alle zwei bis drei Tage, jedoch unvermittelt und oft a uch täglich oder täglich mehrmals erfolgen (ZAK 1986 S. 484). Genau diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall jedoch nicht er- füllt. Zum einen weisen lediglich ein- bis zweimal mon atlich auftretende Blutdruckabfälle keine genügend hohe Abfolge der geklagten Krisen auf. Zum a nderen geht aus den vor Ort erhobe- nen Aussagen der Versicherten hervor, dass diese eine all fällige Schwäche offensichtlich gut einzuschätzen in der Lage ist, andernfalls sie nicht in d er Lage wäre, mit dem Duschen vorerst zuzuwarten und zunächst ihre Schwester anzurufen. Damit aber kann weder davon gesprochen werden, die Blutdruckkrisen würden unvermittelt oder of tmals täglich oder täglich gar mehrmals erfolgen. Jedenfalls kann gestützt auf die von der Abkläru ngsperson bestätigten Angaben der Versicherten (vgl. Stellungnahme zum Abklärungsbericht vom 6. Juni 2013, IV-Dok Nr. 37) ge- rade nicht davon ausgegangen werden, dass sich ihr Blut druck mehrmals pro Woche in einem Bereich bewegen würde, der ihr das selbständige Duschen jeweils verunmöglichen würde. Ge- genteilige Anhaltspunkte in Bezug auf den Kreislauf so wie den Blutdruck der Beschwerdeführe- rin befinden sich keine in den Akten und sind damit als l etztlich unbewiesene Behauptungen zu qualifizieren. Ein allfälliger Hilfsbedarf ist vielmeh r voraussehbar und tritt gerade nicht derart unvermittelt ein, dass damit eine Verletzungsgefahr ei nhergehen würde. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass der Hausarzt der Versicherten eine gegenteilige Auffassung vertreten hat (vgl. Kurzbericht vom 11. April 2013, IV-Dok Nr. 3 0). Dieser hat die von der Versicherten in diesem Bereich abschlägig beantwortete Hilfsbedürftig keit (vgl. Revisionsfragebogen vom 13. November 2012, IV-Dok Nr. 23, S. 2) ursprünglich zunächst vielmehr als zutreffend bestätigt (vgl. ärztlicher Fragebogen vom 5. Dezember 2012, IV-Do k Nr. 25). Zumal die Versicherte den ärztlichen Diagnosen zufolge (vgl. oben, Erwägung 5.1 hi ervor) aktuell offensichtlich keine epi- leptischen Anfällen mehr hat, kann jedenfalls nicht von einer unkalkulierbaren Sturzgefahr beim Duschen gesprochen werden. Eine entsprechende Hilflosigke it im Bereich der Körperpflege muss mittlerweile demnach verneint werden. 5.4.4 Den Abklärungen des Aussendienstes der IV-Stelle sowie den Angaben zur Hilflosig- keit im Anmeldeformular und Fragebogen für eine Hilflosenentschädigung vom 7. Oktober 1997 zufolge war die Versicherte ursprünglich sowohl im Freie n als auch bei der Pflege gesellschaft- licher Kontakte bei der Fortbewegung noch in erheblic her Weise auf die Hilfe Dritter angewie- sen gewesen (vgl. IV-Dok Nr. 27.2 S. 6; ebenso Verfügu ng der IV-Stelle vom 28. November 1997, S. 2). Eine solche Hilfsbedürftigkeit geht aus den aktuellen Unterlagen indes keine mehr hervor. Bereits in den Revisionsfragebögen vom 9. Augus t 2002 und 29. August 2007 hatte die Versicherte angegeben, bei der alltäglichen Lebensverri chtung der Fortbewegung nicht mehr auf die Hilfe von Drittpersonen angewiesen zu sein ( vgl. IV-Dok Nr. 1 und 15). Daran hat sie auch anlässlich der aktuellen Revision festgehalten (vgl. Revisionsfragebogen vom 13. Novem- ber 2012, IV-Dok Nr. 23, S. 2). Ebenso wenig ergibt sich eine entsprechende Hilfsbedürftigkeit aus den aktuellen Angaben ihres Hausarztes (vgl. Kurzberich t vom 11. April 2013, IV-Dok Nr. 30). Bereits den Einwänden der Versicherten war zu entnehmen, dass sie mehrmals pro Woche ihre Schwestern mit dem öffentlichen Verkehr b esuche (vgl. Einwand vom 6. Mai 2013, IV-Dok Nr. 34, S. 3, a. E.). Diese Angaben decken sich mi t den Erhebungen im Abklärungsbe- richt vom 25. Februar 2013, wonach sie selbständig nach d raussen gehen und Spaziergänge absolvieren könne. Mit dem öffentlichen Verkehr fahre sie ins nahe gelegene Einkaufszentrum Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht einkaufen und sie pflegt gesellschaftliche Kontakte mir i hren Freundinnen sowie mit den in der Nähe wohnenden Schwestern (vgl. a.a.O., IV-Dok Nr. 28, ad Ziffer 4.1.6; ebenso Beschwer- debegründung vom 27. Januar 2014, Ziffer 33). Eine Hi lflosigkeit im Bereich gesellschaftlicher Kontakte ist mittlerweile offensichtlich zu verneinen. 5.4.5 Umstritten ist im Weiteren, ob die Beschwerdefü hrer dauernder medizinischer bzw. pflegerischer Hilfeleistung oder einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf. Sie lässt in diesem Zusammenhang vorbringen, dass eine – wenn aktue ll auch noch nicht alltägliche Über- wachung absolut notwendig sei, weil die starken Medikam ente falsch eingenommen und falsch dosiert lebensgefährlich wirken. Gleiches gelte im Zusam menhang mit einer infolge der Blut- druckabfälle latent vorhandenen Sturzgefahr. Aufgrund der schlechten psychischen Verfassung würden ausserdem die Ausflüge zu ihren Schwestern und ins Einkaufszentrum zu einer immer grösseren Gefahr verkommen. Was zunächst die medizinische oder pflegerische Hilfeleist ung in Form des Bereitstellens der einzunehmenden Medikation betrifft, kann der Argumen tation der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden. Die entsprechende Hilfeleistung muss zwar seit Januar 2012 beständig und mithin dauerhaft erbracht werden; sie bezieht sich den aktenkundigen Abklärungen vor Ort je- doch gerade nicht auf die Medikamenteneinnahme, sond ern beschränkt sich auf deren Bereit- stellung in einer Wochenbox, welche von der Nachbarin vorgenommen wird (vgl. Abklärungsbe- richt vom 25. Februar 2013, IV-Dok Nr. 28, Ziffer 4.2). Dass die Versicherte nicht oder nur unter latenter Verwechslungsgefahr in der Lage wäre, die ent sprechend zur Einnahme bereitgestell- ten Medikamente einzunehmen, ist jedoch weder behauptet noch erstellt. Den Erhebungen vor Ort zufolge muss die Einnahme gerade nicht kontrollie rt werden. Nichts anderes geht – im Wi- derspruch zu den übrigen Ausführungen in der Beschwerde begründung – aus den dargelegten Umständen der Beschwerdeführerin selbst hervor (vgl. Beschwerdebegründung vom 27. Januar 2014, Ziffer 9, S. 5). Auf Grund der medizinischen Un terlagen jedenfalls ist nicht anzunehmen, dass sich die Beschwerdeführerin in einem derart verwirr ten Geisteszustand befinden würde, dass es ihr nicht mehr möglich wäre, die tägliche Medika menteneinnahme selbst sicherzustel- len. Die Hilfestellung der Nachbarin erreicht kein A usmass, dass von einer Erfüllung der in Art. 36 Abs. 2 lit. b IVV genannten Voraussetzungen ge sprochen werden könnte. Hinsichtlich der infolge von Blutdruckabfällen latenten Sturzgefahr kann sodann auf das soeben Dargelegte verwiesen werden. Aus den vorhandenen Akten geht keine so lche Problematik im Verlaufe des Tages hervor (vgl. oben, Erwägung 5.4.3). Nichts andere s gilt in Bezug auf die in diesem Zu- sammenhang vorgebrachte Argumentation, die Versicherte sei beim Anziehen der Stützstrümp- fe auf tägliche Hilfe angewiesen (vgl. oben, Erwägung 5.4.1). Angesichts des Umstands, dass die Versicherte offensichtlich noch in der Lage ist, ausserhäus- liche Verrichtungen wie Einkäufe und Besuche bei Medizin alpersonen selbständig wahrzuneh- men sowie ausserhäusliche Kontakte ohne Dritthilfe zu p flegen (vgl. Beschwerdebegründung vom 27. Januar 2014, Ziffer 33), kann schliesslich auch ke in Bedarf für eine persönliche und insbesondere dauernde Überwachung angenommen werden. A nhand der vorhandenen Unter- lagen bestehen jedenfalls keine Anhaltspunkte, dass eine Fortbewegung in der Öffentlichkeit Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht mehr zu verantworten wäre. Die konkreten Umstände lassen demnach keine Annahme einer persönlichen Überwachungsbedürftigkeit im Sinne von Art. 36 Abs. 2 lit. b IVV zu. 5.4.6 Zu prüfen verbleibt, ob die Beschwerdeführerin auf dauernd lebenspraktische Beglei- tung angewiesen ist. Ziel der lebenspraktischen Begleit ung ist es zu verhindern, dass die versi- cherte Person schwer verwahrlost oder in ein Heim oder eine Klinik eingewiesen werden muss. Die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung d ient dazu, dass die betroffene Person den Alltag selbständig bewältigen kann. Sie liegt vor, wenn sie auf Hilfe bei der Tagesstrukturie- rung, bei der Bewältigung von Alltagssituationen (z.B. nachbarschaftliche Probleme, Fragen der Gesundheit, Ernährung und Hygiene, einfache administr ative Tätigkeiten, etc.) und bei der An- leitung zur Erledigung des Haushalts sowie dessen Überw achung oder Kontrolle angewiesen ist. Die lebenspraktische Begleitung ist dann als notwe ndig zu bezeichnen, wenn mit ihr der Gefahr vorgebeugt wird, dass sich die versicherte Person d auernd von sozialen Kontakten iso- liert und sich dadurch ihr Gesundheitszustand erheblich ve rschlechtert. Die rein hypothetische Gefahr einer Isolation von der Aussenwelt genügt hierb ei nicht; die Isolation und die damit ver- bundene Verschlechterung des Gesundheitszustandes müssen sich bei der versicherten Per- son vielmehr bereits manifestiert haben (Urteil des Bund esgerichts vom 28. April 2007, 9C_543/2007, E. 5.2.2). Die lebenspraktische Begleitu ng ist regelmässig, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt min destens 2 Stunden pro Woche benö- tigt wird (BGE 133 V 474, E. 5.2). Aus den vor Ort schlüssig erhobenen Abklärungen geht herv or, dass die Versicherte ohne Ta- gesstruktur lebt und dabei auch sehr viel vergisst. In Be zug auf administrative Belange wie das Ordnen finanzieller Angelegenheiten, das Übersetzen, E rklären und Beantworten von Briefen sowie den behördlichen Kontakt beläuft sich die von der Verwandtschaft geleistete Hilfe auf rund eine Stunde pro Woche (vgl. Abklärungsbericht vom 25. Februar 2013, IV-Dok Nr. 28, S. 6). Diese Hilfestellung erfüllt damit die für de n Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung vorausgesetzte Regelmässigkeit gerade nicht, zumal auch ni cht ersichtlich ist, dass administra- tive Belange unbesehen der gesundheitlichen Verfassung d er Versicherten grundsätzlich einen Aufwand von mehr als einer Stunde pro Woche bedinge n würden. Nichts anderes gilt für die Unterstützung der Versicherten in Bezug auf die Einhalt ung von Terminen und speziellen ärztli- chen Untersuchungen. Der diesbezügliche Mehraufwand i st auf den Analphabetismus der Ver- sicherten und deren Unkenntnis der deutschen Sprache zurüc kzuführen (vgl. so letztlich auch Beschwerdebegründung vom 27. Januar 2014, Ziffer 32 a . E.). Wie die IV-Stelle und vor ihr bereits der Abklärungsdienst vor Ort zu Recht festgeha lten haben, steht diese sprachbedingte Limitierung jedoch nicht im Zusammenhang mit den gesu ndheitlichen Einschränkungen und muss daher als nicht versicherungsrelevant bezeichnet werde n (vgl. Stellungnahme des Abklä- rungsdienstes vom 6. Juni 2013, IV-Dok Nr. 37; ebenso in Bezug auf den Anspruch auf eine IV- Rente bereits Mitteilung Beschluss vom 17. Oktober 1984, S. 2 ad Begründung, IV-Dok Nr. 27.1). Entgegen der in der Beschwerde vorgebracht en Argumentation kann auch nicht da- von gesprochen werden, die Versicherte wäre bei der Org anisation ihres Haushalts auf fremde Hilfe angewiesen. Die Beschwerdeführerin ist vielmehr i n der Lage, die Notwendigkeit und die Details der Haushaltpflege selbst zu erkennen. Soweit d ie geltend gemachte Hilfe länger als zwei Stunden pro Woche ausfällt, muss sie mithin als ni cht notwendig im Sinne des Gesetzes Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht bezeichnet werden. Insgesamt geht aus den vorliegende n Unterlagen ausserdem hervor, dass die Versicherte in der Lage ist, ihren Alltag weitgehe nd selbst zu bewältigen. Eine eigentliche Gefahr, wegen ihrer gesundheitlichen Beschwerden zu ver wahrlosen, liegt deshalb nicht vor (vgl. ebenso letztlich Beschwerdebegründung vom 27. Janu ar 2014, Ziffer 33). Dies gilt insbe- sondere auch für den Teilbereich der gesellschaftlichen K ontakte. Die Beschwerdeführerin pflegt anerkanntermassen weiterhin einen mehr oder minder regen Kontakt zu Freundinnen und Verwandten (vgl. Einwand vom 6. Mai 2013, IV-Dok Nr. 34, S. 3 a. E.; ebenso Abklärungsbe- richt vom 25. Februar 2013, IV-Dok Nr. 28, Ziffer 4.1. 6 a. E.; Stellungnahme des Abklärungs- dienstes vom 6. Juni 2013, IV-Dok Nr. 37). Gegenteilige Anhaltspunkte sind über die unbelegt gebliebenen Behauptungen in der Beschwerde weder ersichtlich noch dargetan. 5.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die tatsächl ichen Verhältnisse betreffend die Hilflosigkeit der Beschwerdeführerin seit der Zuspre chung einer leichten Hilflosenentschädi- gung am 28. November 1997 in anspruchsrelevanter Weise verändert haben. Entgegen der damals noch erhobenen Abklärungsergebnisse ist die Versich erte mittlerweile weder bei der Körperpflege noch bei ihrer Fortbewegung auf eine a nspruchsbegründende Hilfe Dritter ange- wiesen. Ebenso wenig erfüllt sie aktuell allfällig weit ere Anspruchsvoraussetzungen. Die IV- Stelle hat den Anspruch auf eine Entschädigung wegen H ilflosigkeit somit zu Recht verneint. Die seit Dezember 1996 ausgerichtete Hilflosenentschädi gung leichten Grades ist demnach revisionsweise gemäss Art. 88bis Abs. 2 IVV ab dem ersten Tag des zweiten der Zustellung der angefochtenen Verfügung vom 5. Dezember 2013 folgende n Monats, mithin ab 1. Februar 2014, aufzuheben. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis abzuweisen. 6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Be- willigung oder die Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kanto- nalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahren skosten werden nach dem Verfah- rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festge- legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bundesr echtlichen Kostenrahmens ein- heitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdefüh- rerin unterlegene Partei, weshalb ihr die Verfahrensko sten zu überbinden sind. Der Versicher- ten ist allerdings mit Verfügung vom 29. Januar 2014 d ie unentgeltliche Prozessführung bewil- ligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskost en vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 6.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 29. Januar 2014 auch die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt wo rden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Das Honorar beträgt bei unentgeltlicher Verbeistän- dung für den bis Ende 2013 erbrachten Aufwand von Anwä ltinnen und Anwälten Fr. 180.— pro Stunde (§ 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin nen und Anwälte vom 17. November 2003 [TO], in der bis 31. Dezember 2013 gültig gewesenen Fassung) und für den ab 1. Januar 2014 erbrachten Aufwand Fr. 200.— pro Stunde (§ 3 Abs. 2 T O, in der seit 1. Januar 2014 geltenden Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fassung). Für Volontärinnen und Volontäre beträgt das Honorar praxisgemäss jeweils Fr. 120.— (vgl. § 3 Abs. 3 TO). Der Rechtsvertreter de r Beschwerdeführerin hat in seiner Hono- rarnote vom 7. April 2014 für das vorliegende Verfahre n einen Zeitaufwand von insgesamt 22 Stunden und 15 Minuten geltend gemacht, wovon 19 Stun den und 30 Minuten auf die Bemü- hungen des Substituten entfallen. Dessen Aufwand erwei st sich in Anbetracht der sich stellen- den Sachverhalts- und Rechtsfragen allerdings als zu ho ch. Zu berücksichtigen ist dabei, dass bereits dessen Gesuch vom 6. Januar 2014 diverse Ausführ ungen zur Sache selbst enthalten hat, welche in der Beschwerde vom 27. Januar 2014 teilw eise wiederholt worden sind. Im Quervergleich mit ähnlich gelagerten Fällen sind die zu entgeltenden Bemühungen des Substi- tuten deshalb angemessen um vier Stunden und 30 Minute n zu kürzen und damit auf 15 Stun- den festzusetzen. Die durch Advokat Erik Wassmer geltend gemachten Aufwendungen sind antragsgemäss zu entgelten; davon wurde eine Stunde im Jahr 2013 erbracht, eine Stunde und 45 Minuten seiner Bemühungen entfallen demgegenüber auf das Jahr 2014. Als angemessen zu bezeichnen sind die Auslagen in Höhe von insgesamt Fr. 89.60. Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist deshalb ein Honorar in der Höh e von Fr. 2‘613.15 (15 Stunden à Fr. 120.-- + eine Stunde à Fr. 180.— + eine Stunde und 45 Minuten Stunden à Fr. 200.— + Auslagen von Fr. 89.60 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 2‘613.15 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht