Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 24. Juli 2018 BEK 2017 191 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Dr. iur. Urs Tschümperlin, Kantonsrichter Clara Betschart und Josef Reichlin, a.o. Gerichtsschreiberin M.A. HSG Sonia Zwirner. In Sachen A.________, Privatkläger und Beschwerdeführer, gegen Kantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, Sicherheitsstützpunkt, 8836 Bennau, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwalt B.________, sowie 1. C.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, verteidigt durch Rechtsanwalt D.________, 2. E.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, verteidigt durch Rechtsanwalt F.________,Kantonsgericht Schwyz 2 betreffend Einstellung Strafverfahren (Betrug, ungetreue Geschäftsbesorgung, etc.) (Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz vom 16. November 2017, SUB 2015 353/354);- hat die Beschwerdekammer,Kantonsgericht Schwyz 3 nachdem sich ergeben: A. Am 28. Mai 2015 erstattete A.________ (ehemaliger Angestellter und Aktionär der H.________ AG; nachfolgend: Beschwerdeführer) zusammen mit I.________ (ehemaliger Angestellter der H.________ AG) bei der Staatsan- waltschaft des Kantons Zug Strafanzeige gegen C.________ (nachfolgend: Beschwerdegegner 1) und E.________ (nachfolgend: Beschwerdegegner 2) betreffend deren Tätigkeit bei der H.________ AG (U-act. 8.1.01). Die Staats- anwaltschaft des Kantons Zug ersuchte am 8. Juni 2015 diejenige des Kan- tons Schwyz um Übernahme der Strafuntersuchung betreffend Urkundenfäl- schung, ungetreue Geschäftsbesorgung, evt. Veruntreuung und Betrug. Der vorliegende Fall weise lediglich einen minimalen Bezug zum Kanton Zug auf und das schwerste Delikt sei im Kanton Schwyz begangen worden (U-act. 13.0.01). Mit Verfügung vom 25. Juni 2015 übernahm die kantonale Staats- anwaltschaft die Strafuntersuchung (U-act. 13.1.02). B. Mit Verfügung vom 16. November 2017 stellte die kantonale Staatsan- waltschaft die Strafverfahren SUB 2015 353/354 wie folgt ein (KG-act. 1/1): 1. Das Strafverfahren gegen den Beschuldigten C.________ wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB), Erschleichung einer Falschbeurkundung (Art. 253 StGB) und ordnungswidriger Führung der Geschäftsbücher (Art. 325 StGB) wird eingestellt (Art. 319 Abs. 1 lit. a/b StPO). 2. Das Strafverfahren gegen den Beschuldigten E.________ wegen Betrug (Art. 146 StGB), ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB), Erschleichung einer Falschbeurkundung (Art. 253 StGB) und ordnungswidriger Führung der Geschäftsbücher (Art. 325 StGB) wird eingestellt (Art. 319 Abs. 1 lit. a/b StPO). 3. Die Zivilansprüche werden von Gesetzes wegen auf den Zivilweg verwiesen (Art. 320 Abs. 3 StPO). 4. Die Verfahrenskosten gehen zulasten des Staates (Art. 426 Abs. 1 StPO). 5. C.________ wird eine Entschädigung von CHF 4‘111.43 und keine Genugtuung ausgerichtet (Art. 429 StPO).Kantonsgericht Schwyz 4 6. E.________ wird eine Entschädigung von CHF 7'006.50 und keine Genugtuung ausgerichtet (Art. 429 StPO). 7. [Rechtsmittel]. 8. [Zufertigung]. C. Der Beschwerdeführer beantragte mit rechtzeitiger Beschwerde vom 11. Dezember 2017 Folgendes (KG-act. 1): 1. Es sei die Verfügung der Staatsanwaltschaft Schwyz [recte: der kantonalen Staatsanwaltschaft] vom 16. November 2017 aufzuhe- ben; 2. Es sei die Staatsanwaltschaft Schwyz [recte: die kantonale Staats- anwaltschaft] im Sinne der vorgenannten Ausführungen zu ver- pflichten, das Vorverfahren im Sinne der vorgenannten Ausführun- gen zu ergänzen und die notwendigen Zeugen zu befragen und die gebotenen Untersuchungshandlungen auszuführen; 3. Die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen und der Privatkläger sei zu entschädigen. D. Die Beschwerdegegner 1 und 2 (KG-act. 5 und 9) und die kantonale Staatsanwaltschaft (KG-act. 7) verzichteten auf eine Stellungnahme samt An- tragsstellung;- in Erwägung: 1. Die Einstellungsverfügung ist mit Beschwerde anfechtbar (Art. 322 Abs. 2 und Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO). Nach Art. 382 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen. Ein rechtlich geschütztes Interes- se liegt vor, wenn die betroffene Person durch den angefochtenen Entscheid unmittelbar in ihren Rechten betroffen, d.h. beschwert ist (Lieber, in: Do- natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafpro- zessordnung, 2. A., 2014, N 7 zu Art. 382 StPO). Die Privatklägerschaft kann unter diesen Umständen als Verfahrenspartei Beschwerde führen (Art. 382 Abs. 1 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Als Privatkläger gilt die geschädigte Kantonsgericht Schwyz 5 Person, die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivil- kläger zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). In Bezug auf das rechtlich ge- schützte Interesse kommt es darauf an, ob die Privatklägerschaft sich nur im Zivilpunkt oder nur im Strafpunkt oder in beiden Bereichen am Verfahren be- teiligt. Wenn sie sich in beiden Punkten am Verfahren beteiligt, dann kann sie den Entscheid sowohl im Schuld-, Zivil- als auch Entschädigungs- und Kos- tenpunkt anfechten (Riklin, Kommentar zur StPO, 2. A., 2014, N 2 zu Art. 382 StPO). Der Erklärung der Beteiligung am Strafverfahren gleichgestellt ist nach Art. 118 Abs. 2 StPO der Strafantrag. Der Begriff der Privatklägerschaft ist untrennbar mit dem der geschädigten Person verknüpft, d.h. der Privatkläger ist insofern geschädigt, als er durch die mutmasslichen Straftaten in seinen Rechten unmittelbar verletzt ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Er muss Träger des durch die Strafandrohung geschützten Rechtsgutes sein, gegen das sich die Straftat ihrem Begriffe nach richtet (BGE 140 IV 155, E. 3.2; Kantonsgericht Schwyz, Beschluss BEK 2011 68 vom 26. August 2011, E. 4; Lieber, a.a.O., N 1 zu Art. 118 StPO). Das für die Geschädigteneigenschaft massgebliche Merkmal der Unmittelbarkeit bezieht sich auf die Rechtsverletzung und nicht auf den dadurch verursachten Schaden (Mazzucchelli/Postizzi, in: Nigg- li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro- zessordnung und Jugendstrafprozessordnung, 2. A., 2014, N 22 zu Art. 115 StPO). Vorliegend ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer Privatkläger und zur Beschwerde legitimiert ist. a) Der Beschwerdeführer ist einer der Anzeigeerstatter (U-act. 8.1.01) und ersuchte mit Schreiben vom 9. April 2015 [recte: 9. April 2016] um Aktenein- sicht, woraufhin die kantonale Staatsanwaltschaft ihn aufforderte, näher zu begründen, inwiefern er durch die Handlungen der Beschwerdegegner direkt geschädigt worden sei (U-act. 3.1.01). Nach Prüfung der präzisierenden Ein- gabe vom 25. Mai 2016 (Posteingang: 22. Juni 2016; U-act. 8.1.29) kam die kantonale Staatsanwaltschaft am 1. Juli 2016 zum Schluss, dass er weder durch die ungetreue Geschäftsbesorgung noch durch die vorgebrachte Ur-Kantonsgericht Schwyz 6 kundenfälschung unmittelbar verletzt worden sei. Ein Tatverdacht für einen durch die Beschwerdegegner 1 und 2 begangenen Betrug i.S.v. Art. 146 StGB sei nicht gegeben, weswegen eine Beteiligung am Strafverfahren als Privat- kläger nicht möglich sei (U-act. 3.1.02). Am 8. Mai 2017 legte der nun anwalt- lich vertretene Beschwerdeführer erneut dar, weshalb er durch einen Betrug i.S.v. Art. 146 StGB seitens der Beschwerdegegner unmittelbar in seinen Rechten geschädigt worden sein soll (U-act. 3.1.05). Überdies erklärte der Beschwerdeführer am 31. Mai 2017 ausdrücklich, sich sowohl im Straf- als auch im Zivilpunkt als Privatkläger zu konstituieren (U-act. 3.1.07). Der Be- schwerdeführer legte sodann auch am 27. Juli 2016 dar, inwiefern sich die Beschwerdegegner 1 und 2 des Betruges i.S.v. Art. 146 StGB schuldig ge- macht haben sollen (U-act. 8.1.35). Die kantonale Staatsanwaltschaft erwog in der angefochtenen Verfügung vom 16. November 2017, der Beschwerdefüh- rer sei im Falle der ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) nicht unmittelbar geschädigt. Bei einer ungetreuen Geschäftsbesorgung zum Nach- teil einer Aktiengesellschaft sei nur diese und nicht deren Aktionäre direkt ge- schädigt. Für die Tatbestände der Erschleichung einer Falschbeurkundung (Art. 253 StGB) und der ordnungswidrigen Führung der Geschäftsbücher (Art. 325 StGB) seien nur in Ausnahmefällen Individualinteressen geschützt. Weil diese Voraussetzungen aber vorliegend nicht erfüllt seien, komme dem Beschwerdeführer nur bezüglich des Verdachts des Betruges eine Parteistel- lung zu (KG-act. 1/1, E. 6.1). b) Nach Art. 158 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer aufgrund des Gesetzes, eines behördlichen Auftrages oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut ist, Vermögen eines andern zu ver- walten oder eine solche Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der andere am Vermögen geschädigt wird. Dieser Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbe- sorgung dient dem Schutz von fremden Vermögen, welches über einen Ver- trauensmissbrauch angegriffen wird (BGE 140 IV 155, E. 3.3.1; Niggli, in: Nig-Kantonsgericht Schwyz 7 gli/Wiprächtiger [Hrsg.], Strafrecht II, 3. A., 2013, N 9 zu Art. 158 StGB). Im Falle einer ungetreuen Geschäftsführung zum Nachteil einer Aktiengesell- schaft kommt die Geschädigtenstellung nur dieser selbst, nicht aber deren Aktionären zu (BGE 140 IV 155, E. 3.3.1 m.w.H.; Niggli, a.a.O., N 174 zu Art. 158 StGB; Trechsel/Crameri, in: Trechsel/Pieth, Schweizerisches Straf- gesetzbuch, Praxiskommentar, 3. A., 2018, N 12 zu Art. 158 StGB ). Der Beschwerdeführer bringt sowohl in der Strafanzeige vom 28. Mai 2015 (U-act. 8.1.01) als auch im Schreiben vom 24. Juli 2016 (U-act. 8.1.18) und in der Beschwerdeschrift vom 11. Dezember 2017 (KG-act. 1) vor, die Be- schwerdegegner 1 und 2 hätten sich im Rahmen der durch die ausserordentli- che Generalversammlung der H.________ AG vom 15. März 2013 beschlos- senen Kapitalerhöhung in ihrer Funktion als Verwaltungsratsmitglieder i.S.v. Art. 158 StGB strafbar gemacht. Sie hätten aufgrund der Durchführung der Kapitalerhöhung mit Barliberierung sowie den unmittelbar anschliessenden Rückkauf der ausgegebenen Aktien von einer Gesellschaft, deren Eigentümer sie seien, ihre Pflichten verletzt und die Gesellschaft so geschädigt (KG-act. 1, S. 6; U-act. 8.1.01, S. 8 f.; U-act. 8.1.18, S. 1 f.). Des Weiteren hätten die Be- schwerdegegner 1 und 2 die zurückgekauften Aktien zwei Mitarbeitern der H.________ AG als Boni zugesprochen, obwohl eine Kapitalerhöhung zu die- sem Zeitpunkt zur Beseitigung einer etwaigen Unterbilanz und zur Deckung laufender Kosten notwendig gewesen sei (KG-act. 1, S. 7 f.; U-act. 8.1.01, S. 9; U-act. 8.1.18, S. 3 f.). Ebenfalls bringt der Beschwerdeführer vor, die Beschwerdegegner 1 und 2 hätten es an Arbeitseinsatz missen lassen und durch ihre Abwesenheit ihre Pflichten i.S.v. Art. 158 StGB verletzt (KG-act. 1, S. 9; U-act. 8.1.01, S. 11). Zudem sei ein IT-Projekt forciert worden, welches schliesslich nicht funktionsfähig gewesen sei und einzig übermässige Kosten verursacht habe (KG-act. 1, S. 9; U-act. 8.1.01, S. 11 f.). Ebenfalls hätten die Beschwerdegegner 1 und 2 einen Personalvermittler beauftragt, obwohl dies von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen sei (KG-act. 1, S. 9 f.; U-act. 8.1.01, S. 12; U-act. 3.1.014, S. 5). Ferner hätten sie erfolglos versucht, Kantonsgericht Schwyz 8 die H.________ AG zu verkaufen, ohne dass zentrale Unterlagen und Infor- mationen für die Präsentation der Gesellschaft erarbeitet worden seien. Über- dies hätten sie weder die übrigen Verwaltungsratsmitglieder noch die Mitarbei- ter über den Inhalt der Verkaufsgespräche informiert. Ein Verkauf oder eine Beteiligung hätte jedoch die Gesellschaft gerettet (KG-act. 1, S. 10; U-act. 8.1.01, S. 13 f.). Der Beschwerdeführer selbst macht somit eine unmittelbare Schädigung der Gesellschaft geltend. Aufgrund seiner Ausführungen ist nicht erkennbar, inwieweit er persönlich in seinen Rechten – namentlich seinem Eigentum – unmittelbar verletzt sein soll. Die vom Beschwerdeführer vorge- brachten Pflichtverletzungen der Beschwerdegegner beeinträchtigten das Vermögen des Beschwerdeführers als Aktionär nicht direkt, sondern vielmehr dasjenige der H.________ AG. Der Beschwerdeführer ist demzufolge nicht unmittelbar in seinen Rechten verletzt. c) Nach Art. 253 StGB wird mit Freiheitstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer durch Täuschung bewirkt, dass ein Beamter oder eine Person öffentlichen Glaubens eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet, namentlich eine falsche Unterschrift oder eine unrichtige Abschrift beglaubigt, wer eine so erschlichene Urkunde gebraucht, um einen andern über die darin beurkundete Tatsache zu täuschen. Die Tatbestände des Ur- kundenstrafrechts, mithin auch der Straftatbestand der Erschleichung einer Falschbeurkundung nach Art. 253, schützen das Vertrauen, welches im Rechtsverkehr einer Urkunde als Beweismittel entgegengebracht wird. D.h. das Rechtsgut findet sich im Schutz der Sicherheit und der Zuverlässig- keit des Rechtsverkehrs mit Urkunden als Beweismittel und des öffentlichen Vertrauens in den Urkundenbeweis (statt vieler BGE 132 IV 19, E. 8.1; Boog, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Strafrecht II, 3. A., 2013, N 5 zu Vor Art. 251 StGB m.w.H.; Trechsel/Erni, in: Trechsel/Pieth, Schweizerisches Straf- gesetzbuch, Praxiskommentar, 3. A., 2018, N 1 zu Art. 251 StGB). Die Urkundenfälschungsdelikte schützen damit in erster Linie die Allgemeinheit, daneben aber auch private Geschäftsinteressen des Einzelnen (BGer, Urteil Kantonsgericht Schwyz 9 6B_26/2012 vom 16. Februar 2012, E. 2.4 mit Verweis auf BGE 92 IV 44; Boog, a.a.O., N 6 zu Vor Art. 251 StGB m.w.H.; Trechsel/Erni, a.a.O., N 1 zu Art. 251 StGB). Eine Schädigung von Individualinteressen durch ein Urkundendelikt ist möglich, namentlich wenn es Bestandteil eines schädigenden Vermögensdelikts bildet (BGE 119 Ia 342, E. 2.b m.w.H.; BGer, Urteil 6B_26/2012 vom 16. Februar 2012, E. 2.4). Der Straftatbestand des Art. 251 StGB schützt grundsätzlich nur sekundär Individualrechtsgüter. Bei solchen Strafnormen, die nicht primär Individualrechtsgüter schützen, gelten diejenigen Personen als Geschädigte, die durch die in der Strafnorm um- schriebenen Tatbestände in ihren Rechten beeinträchtigt werden, sofern diese Beeinträchtigung unmittelbare Folge der tatbestandsmässigen Handlung ist. Werden durch Delikte, die (nur) öffentliche Rechtsgüter beeinträchtigen, priva- te Interessen auch, aber bloss mittelbar verletzt, so gilt der Betroffene nicht als Geschädigter im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO und ist entsprechend nicht beschwerdelegitimiert (BGE 138 IV 258, E. 2.3; BGer, Urteile 1C_344/2012 vom 31. Oktober 2012, E. 2.2 und 1B_389/2012 vom 10. Oktober 2012, E. 2.2.1, beide mit Verweis auf Urteil 1B_432/2011 vom 20. September 2012, E. 2.2 und 2.3). Der Beschwerdeführer macht geltend (KG-act. 1. S. 6; U-act. 8.1.01, S. 5 ff.), die Beschwerdegegner 1 und 2 hätten im Rahmen der am 15. März 2013 be- schlossenen und durchgeführten Kapitalerhöhung eine Falschbeurkundung erschlichen und sich des Art. 253 StGB schuldig gemacht. Sie hätten dem Notar im Kapitalerhöhungsbericht vom 15. März 2013 (U-act. 8.1.08, S. 8 ff.) zwar erklärt, dass das Geld aus der Kapitalerhöhung der Gesellschaft zur frei- en Verfügung stehe, dies sei aber aufgrund des sofortigen Rückkaufs durch die H.________ AG gar nicht der Fall gewesen. Dadurch hätten sie den Notar bezüglich der freien Verfügungsmacht der Gesellschaft über das Kapital getäuscht und eine Falschbeurkundung erschlichen (KG-act. 1, S. 6; U-act. 8.1.01, S. 7). Kantonsgericht Schwyz 10 Bei einer Kapitalerhöhung mit Barliberierung müssen die Einlagen in Geld bei einem dem Bankengesetz vom 8. November 1934 unterstellten Institut zur ausschliesslichen Verfügbarkeit der Gesellschaft hinterlegt werden (Art. 652c i.V.m. 633 Abs. 1 OR; U-act. 8.1.08, S. 8 ff.). Der Verwaltungsrat hat in einem schriftlichen Bericht, dem sog. Kapitalerhöhungsbericht, Rechenschaft über die korrekte Durchführung des Kapitalerhöhungsbeschlusses der Generalver- sammlung abzulegen (Art. 652e OR). Ein zugelassener Revisor prüft den Ka- pitalerhöhungsbericht und bestätigt dessen Vollständigkeit und Richtigkeit (Art. 652f Abs. 1 OR). Eine Prüfbestätigung ist indes nicht erforderlich, wenn die Einlage auf das neue Aktienkapital in Geld erfolgt, das Aktienkapital nicht zur Vornahme einer Sachübernahme erhöht wird und die Bezugsrechte nicht eingeschränkt oder aufgehoben werden (Art. 652 Abs. 2 OR). Liegen Kapi- talerhöhungsbericht und, sofern erforderlich die Prüfungsbestätigung vor, so fasst der Verwaltungsrat einen Feststellungs- und Statutenänderungsbe- schluss, in dem er in öffentlicher Urkunde die vollständige Zeichnung des Ausgabebetrags und den gültigen Vollzug der Einlagen feststellt, und die Sta- tuten der neuen Kapitalkonfiguration anpasst und die ursprünglich in die Statu- ten aufgenommene Ermächtigungszahl entsprechend herabsetzt oder ggf. streicht (vgl. Art. 652g OR; Böckli, Schweizer Aktienrecht, 4. A., 2009, § 2 Rz. 165 f.). Der Kapitalerhöhungsbericht geht nicht an die Aktionäre, sondern ist zusammen mit den Beschluss über die Feststellung und Statutenänderung dem Handelsregisteramt einzureichen (Art. 46 Abs. 2 lit. b HRegV; Böckli, a.a.O., § 2 Rz. 152; Müller/Lipp/Plüss, Der Verwaltungsrat, 4. A., 2014, S. 638). Der Aktionär kann den Kapitalerhöhungsbericht nur lesen, wenn er im Handelsregister persönlich Einsicht nimmt (Art. 930 OR i.V.m. Art. 11 HRegV), gestützt auf seine Informationsrechte Auskunft bzw. Einsicht verlangt (Art. 697 OR) oder im Rahmen einer Sonderprüfung (Art. 697a OR). Der Beschwerdeführer könnte als Aktionär der H.________ AG in Folge des von ihm umschriebenen Verhaltens i.S.v. Art. 253 StGB in seinen Aktionärs- rechten Kantonsgericht Schwyz 11 – insbesondere in seinen Informationsrechten – unmittelbar beeinträchtigt sein. Damit ein Aktionär seine Kapitalanlage beurteilen und die richtigen Ent- scheide über seine Investition bzw. Desinvestition, d. h. die Veräusserung sei- ner Aktien, treffen kann, muss er über die Gesellschaft informiert sein und einen Einblick in deren wirtschaftliche Lage haben. Eine angemessene Infor- mation bildet sodann unabdingbare Voraussetzung für die Geltendmachung seiner Mitverwaltungsrechte und besonders des Stimmrechts sowie die Grundlage für eine Kontrolle und eine eventuelle Haftbarmachung der Gesell- schaftsorgane. Die ordnungsgemässe Rechnungslegung dient nebst der Selbstinformation des Unternehmens den Kapitaleignern und bildet eine wich- tige Voraussetzung für die Ausübung verschiedener Schutzrechte durch die Gesellschafter (BGE 133 III 453, E. 7.2 m.w.H.; Böckli, a.a.O., § 12 Rz. 152 ff.). Damit der Aktionär seine Kapitalanlage genügend beurteilen und seine Mitwirkungsrechte hinreichend ausüben kann, bedarf es der Informationen über die Vermögenslage der Gesellschaft. Gestützt darauf erfolgt in einem nächsten Schritt die Entscheidung über allfällige Investitionen oder Desinvesti- tionen bzw. die Ausübung seiner Aktionärsrechte. Mit anderen Worten führt das Erschleichen einer Falschbeurkundung des Kapitalerhöhungsberichtes nur mittelbar zu einer Beeinträchtigung der Rechte des Aktionärs. Unmittelbar als Folge des tatbestandsmässigen Verhaltens resultiert eine Fehlinformation und erst in einem weiteren Schritt erfolgt eine Einschränkung der Informati- onsrechte durch eine allfällige Fehlentscheidung. Der Beschwerdeführer ist deshalb nicht unmittelbar in seinen Rechten beeinträchtigt. d) Gemäss Art. 325 StGB wird mit Busse bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig der gesetzlichen Pflicht, Geschäftsbücher ordnungsmässig zu führen, nicht nachkommt, oder wer vorsätzlich oder fahrlässig der gesetzli- chen Pflicht, Geschäftsbücher, Geschäftsbriefe und Geschäftstelegramme aufzubewahren, nicht nachkommt. Die strafrechtlich sanktionierte Pflicht zur Buchführung und Aufstellung einer Bilanz dient der Durchsetzung der Buch- führungsvorschriften aber auch der Selbstinformation des Unternehmens wie Kantonsgericht Schwyz 12 auch der Information der Kredit gewährenden Gläubigern und weiterer Betei- ligter (BGer, KassH, Urteil 6S.132/2000 vom 24. August 2000, E. 2a; Nigg- li/Hagenstein, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Strafrecht II, 3. A., 2013, N 9 zu Art. 325 StGB; von Arx, Das Buchdelikt, Die Verletzung der Buchführungs- pflicht, 1942, S. 59). Ist die Vermögenslage einer Gesellschaft nicht überblick- bar, weil keine oder eine mangelhafte Bilanz aufgestellt wurde, gefährdet dies die Vermögensinteressen der genannten Personen und unter Umständen auch die Abwicklung von Betreibungsverfahren sowie von Beweisabnahmen im Zivilprozess (BGer, KassH, Urteil 6S.132/2000 vom 24. August 2000, E. 2a mit Hinweis). Lehre und Rechtsprechung nennen als geschützte Rechtsgüter einerseits die Rechtspflege i.w.S., die Wahrung der Effektivität der Publizitäts- normen wie auch den Schutz des kaufmännischen Verkehrs und andererseits das Interesse von Aktionären und Gläubigern an einer transparenten Vermö- genslage (OGer Aargau, Urteil vom 11. Januar 2000, zit. in: BGer, KassH, Urteil 6S.132/2000 vom 24. August 2000, E. 1b; Niggli/Hagenstein, a.a.O., N 7 zu Art. 325 StGB; von Arx, a.a.O., S. 59). Geschützt werden dementspre- chend sowohl kollektive Rechtsgüter als auch Individualrechtsgüter gleicher- massen. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Beschwerdegegner 1 und 2 hätten in der Jahresrechnung eine Rückstellung nicht passiviert und sich so des ordnungs- widrigen Führens der Geschäftsbücher strafbar gemacht (U-act. 8.1.01, S. 16). Er ist als Aktionär der H.________ AG durch die von ihm umschriebe- ne Handlung i.S.v. Art. 325 StGB unmittelbar in seinen Rechten beeinträchtigt bzw. in seinem Interesse an einer transparenten Vermögenslage. Es ist ihm in Bezug auf Art. 325 StGB die Stellung als Privatkläger zu gewähren. e) Gemäss Art. 146 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsa- chen arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Kantonsgericht Schwyz 13 Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. Das geschützte Rechtsgut beim Straftatbe- stand des Betruges ist das Vermögen (Arzt, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Strafrecht II, 3. A., 2013, N 22 zu Art. 146 StGB). Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei in seinem Vermögen geschädigt wor- den, indem der Beschwerdegegner 2 ihn arglistig über das Vorhandensein eines sog. Seed Investors, das Arbeitsverhältnis und -pensum des Beschwer- degegners 1 und die Evaluation seiner proprietären quantitativen Modelle getäuscht habe. In der Folge habe er Aktien der H.________ AG gekauft und einen Arbeitsvertrag abgeschlossen (KG-act. S. 10 ff., 14 f.; U-act. 8.1.35, S. 2; U-act. 8.1.29, S. 1 f.). Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte arglistige Täuschung durch den Beschwerdegegner 2 beeinträchtigte sein Vermögen unmittelbar, daher ist ihm die Stellung als Privatkläger in Bezug auf Art. 146 StGB zu gewähren. f) Zusammenfassend ist der Beschwerdeführer mit Blick auf die Straftat- bestände von Art. 158 und Art. 253 StGB im vorliegenden Strafverfahren nicht Partei, weil er nicht unmittelbar in seinen Rechten verletzt wurde. Er ist mithin auch nicht zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Hingegen ist er in Bezug auf Art. 146 und Art. 325 StGB als Privatkläger mit einem rechtlich geschützten Interesse zu beurteilen, weil er in seinen Rechten unmittelbar betroffen ist. Auf die Beschwerde bezüglich des Vorwurfs des Betruges nach Art. 146 StGB und des ordnungswidrigen Führens von Geschäftsbüchern gemäss Art. 325 StGB ist folglich einzutreten. 2. Der Beschwerdeführer rügt, die Staatsanwaltschaft habe nebst der Ein- vernahme der Beschwerdegegner keine weiteren Beweise erhoben bzw. die gestellten Beweisanträge abgelehnt (KG-act. 1, S. 1 ff.). Erachtet die Staats- anwaltschaft die Untersuchung als vollständig, so erlässt sie einen Strafbefehl oder kündigt den Parteien mit bekanntem Wohnsitz schriftlich den bevorste-Kantonsgericht Schwyz 14 henden Abschluss an und teilt ihnen mit, ob sie Anklage erheben oder das Verfahren einstellen will. Gleichzeitig setzt sie den Parteien eine Frist, Be- weisanträge zu stellen (Art. 318 Abs. 1 StPO). Sie kann Beweisanträge nur ablehnen, wenn damit die Beweiserhebung über Tatsachen verlangt wird, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenü- gend erwiesen sind. Der Entscheid ergeht schriftlich und mit kurzer Begrün- dung. Abgelehnte Beweisanträge können im Hauptverfahren erneut gestellt werden (Art. 318 Abs. 2 StPO). Die Beschwerde ist gegen die Ablehnung von Beweisanträgen durch die Staatsanwaltschaft oder die Übertretungsstraf- behörde nicht zulässig, wenn der Antrag ohne Rechtsnachteil vor dem erstin- stanzlichen Gericht wiederholt werden kann (Art. 394 lit. b StPO). Sofern die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellt, kann die Privatklägerschaft dage- gen Beschwerde führen und geltend machen, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt worden bzw. die Voraussetzungen für die Ablehnung der von ihr gestellten Beweisanträge seien nicht erfüllt gewesen (BGer, Urteile 1B_17/2013 vom 12. Februar 2013 E. 1.1 mit Hinweisen; 6B_995/2014 vom 1. April 2015, E. 5.2). Das rechtliche Gehör ist etwa bei einer unterlassenen Parteimitteilung verletzt (Steiner, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung und Jugendstrafpro- zessordnung, 2. A., 2014, N 15 ff. zu Art. 318 StPO). Die kantonale Staatanwaltschaft zeigte am 24. August 2017 den Parteien an, dass sie das Strafverfahren einstellen will und gab den Verfahrensbeteiligten die Gelegenheit zur geplanten Verfahrenserledigung Stellung zu nehmen, Beweisanträge zu stellen und sich zu den Entschädigungs- und Genugtu- ungsansprüchen nach Art. 429 StPO zu äussern (U-act. 15.0.01; U-act. 15.0.02; U-act. 15.0.03). Der Beschwerdeführer stellte sodann mit Schreiben vom 6. September 2017 umfassende Beweisanträge (U-act. 15.0.05), welche die kantonale Staatsanwaltschaft am 8. September 2017 ablehnte. Dies, weil die Beweisanträge Tatsachen betreffen würden, die für die Strafuntersuchung unerheblich oder der Staatsanwaltschaft bereits Kantonsgericht Schwyz 15 bekannt seien. Darüber hinaus stünden sie in keinem erkennbaren Zusam- menhang mit dem vom Beschwerdeführer vorgebrachten Vorwurf des Betru- ges, zumal der Beschwerdeführer nur bezüglich dieses Teilsachverhaltes eine Parteistellung inne habe (U-act. 15.0.06). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs des Beschwerdeführers ist vorliegend nicht ersichtlich. In Anbetracht dessen, dass der Beschwerdeführer nur hinsichtlich des Betrugsvorwurfs und des ordnungswidrigen Führens der Geschäftsbücher Privatkläger ist, sind nur diejenigen Beweisanträge zu berücksichtigen, die in einem Zusammenhang mit diesen Vorwürfen stehen. Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, gilt der Sach- verhalt für den Abschluss der Untersuchung bzw. für die Einstellung des Strafverfahrens betreffend die Art. 146 und Art. 325 StGB nicht als hinrei- chend erstellt, sodass weitere Beweisabnahmen notwendig sind. 3. Die Staatsanwaltschaft verfügt die vollständige oder teilweise Einstel- lung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO), oder der Straftatbestand nicht erfüllt ist (Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO). Aus der Bestimmung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO und aus Art. 324 Abs. 1 StPO ergibt sich die Entscheidregel "im Zweifel für die Anklageerhebung" bzw. "in dubio pro duriore", ausser es erweise sich der Tatverdacht nicht (mehr) als schlüssig, bestehe klare Straflosigkeit oder fehlten offensichtlich Prozessvoraussetzungen. Nach stetiger kantonsgerichtli- cher Praxis sind Fälle anzuklagen, in welchen eine Verurteilung nicht als un- wahrscheinlich auszuschliessen ist (Kantonsgericht Schwyz, Beschlüsse BEK 2015 79 vom 28. September 2015; E. 3 mit Hinweisen; BEK 2016 185 vom 13. April 2017, E. 3). In Zweifelsfällen sachverhalts- sowie beweismässi- ger und vor allem rechtlicher Art hat eine Anklage und gerichtliche Beurteilung zu erfolgen, sofern der Fall nicht mit Strafbefehl erledigt werden kann. Eine Überweisung an das Gericht ist insbesondere dann zu verfügen, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Falls sich die Wahrscheinlichkeiten eines Freispruchs oder einer Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, Kantonsgericht Schwyz 16 eine Anklageerhebung auf. Der Grundsatz "in dubio pro reo" ist auf die Frage der Einstellung oder Anklageerhebung nicht anwendbar (Kantonsgericht Schwyz, Beschluss BEK 2014 214 vom 20. Juli 2015, E. 2; BGE 137 IV 219, E. 7.1 ff., m.w.H; 138 IV 186, E. 4.1; BGer, Urteil 6B_120/2015 vom 20. Mai 2015, E. 2.1; Landshut/Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, 2. A., 2014, N 15 f. zu Art. 319 StPO). Die Staatsanwaltschaft verfügt bei der Beurteilung der Verurteilungswahrscheinlichkeit über einen Spielraum, den das Bundesge- richt mit Zurückhaltung überprüft (BGE 138 IV 186, E. 4.1). Nach Art. 320 Abs. 1 StPO richten sich Form und allgemeiner Inhalt der Ein- stellungsverfügung nach den Art. 80 f. StPO. Gemäss Art. 80 Abs. 2 StPO ergehen Entscheide schriftlich und werden begründet. Nach Art. 81 Abs. 2 StPO enthalten Urteile und andere verfahrenserledigende Entscheide, mithin die Einstellungsverfügung als letzteres, eine Einleitung, eine Begründung, ein Dispositiv und eine Rechtsmittelbelehrung (Grädel/Heiniger, in: Nigg- li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro- zessordnung und Jugendstrafprozessordnung, 2. A., 2014, N 4 zu Art. 320 StPO). Die Begründung enthält bei anderen verfahrenserledigenden Ent- scheiden die Gründe für die vorgesehene Erledigung des Verfahrens (Art. 81 Abs. 3 lit. b StPO). Die Begründungspflicht dient u.a. dem Adressaten der Ver- fügungen, um nachvollziehen zu können, weshalb die Behörde so und nicht anders entschieden hat (Grädel/Heiniger, a.a.O., N 5 zu Art. 320 StPO; Stoh- ner, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizeri- schen Strafprozessordnung und Jugendstrafprozessordnung, 2. A., 2014, N 9 zu Art. 81 StPO). Die Anforderungen an die Begründungsdichte sind unter Berücksichtigung des konkreten Einzelfalls sowie der Interessen der Betroffe- nen festzusetzen (Stohner, a.a.O., N 11 zu Art. 81 StPO; Brüschweiler, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf- prozessordnung, 2. A., 2014, N 4 zu Art. 81 StPO). Geringere Anforderungen an die Begründungsdichte sind zu stellen, wenn keine Privatkläger vorhanden sind, welche zur Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung legitimiert sind, Kantonsgericht Schwyz 17 und auch keine anderen Personen durch die Einstellung beschwert sind, wie dies insbesondere bei einer Einziehung oder einer Belastung der beschuldig- ten Person mit den Verfahrenskosten der Fall wäre (Grädel/Heiniger, a.a.O., N 5 zu Art. 320 StPO). Je nach Bedeutung des Falls kann auch eine summa- rische Begründung ausreichen (Landshut/Bosshard, a.a.O., N 2 zu Art. 320 StPO). Die Begründung muss aber so abgefasst sein, dass wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (Brüschweiler, a.a.O., N 5 zu Art. 81 StPO). Die kantonale Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen die Beschwer- degegner 1 und 2 mit Verfügung vom 16. November 2017 ein, weil gegen die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Vorwürfe im Sinne der Art. 158, Art. 253, Art. 235 und Art. 146 StGB kein Tatverdacht erhärtet sei, der eine Anklage rechtfertigen würde (Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO) und/oder der Straf- tatbestand i.S.v. Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO nicht erfüllt sei (KG-act. 1/2, E. 7 und Dispositivziffer 1 und 2). a) Der Beschwerdeführer beschuldigt den Beschwerdegegner 2, ihn i.S.v. Art. 146 StGB in verschiedenster Hinsicht arglistig getäuscht zu haben, bevor er ein Arbeitsverhältnis mit der H.________ AG einging und Aktien dieser Ge- sellschaft kaufte (KG-act. 1, S. 10-14; U-act. 8.1.29; U-act. 3.1.05; U-act. 8.1.35). Die Täuschung i.S.v. Art. 146 StGB ist die Irreführung durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen oder das Bekräftigen eines Irrtums, sprich jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem anderen eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzurufen (Trechsel/Crameri, in: Trechsel/Pieth, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. A., 2018, N 2 zu Art. 146 StGB; Arzt, a.a.O., N 36 zu Art. 146 StGB). Täu- schungsgegenstand sind Tatsachen, d.h. Äusserungen, die dem Beweis Kantonsgericht Schwyz 18 zugänglich sind (Arzt, a.a.O., N 36 zu Art. 146 StGB). Die Täuschung muss sich auf Tatsachen der Vergangenheit oder Gegenwart beziehen. Tatsachen sind allein objektiv feststehende Geschehnisse oder Zustände. Keine Tatsa- chen sind namentlich Prognosen, Wahrsagungen und reine Werturteile (Stra- tenwerth/Jenny/Bommer, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, Straf- taten gegen Individualinteressen, 7. A., 2013, N 7 § 15; Trechsel/Crameri, a.a.O., N 6 zu Art. 146 StGB). Obwohl die Zukunft nie Tatsache sein kann, kann die Zukunftserwartung als gegenwärtige innere Tatsache täuschungsre- levant sein (Arzt, a.a.O., N 37 zu Art. 146 StGB). Arglist ist praxisgemäss ge- geben, wenn der Täter zur Täuschung eines anderen ein ganzes Lügenge- bäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient, wenn er bloss falsche Angaben macht, deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, sowie dann, wenn er den Getäuschten von der möglichen Überprüfung abhält, oder nach den Umstän- den voraussieht, dass jener die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (Straten- werth/Jenny/Bommer, a.a.O., § 15 Rz. 20). Das Merkmal der Arglist soll ver- hindern, dass leichtsinnig Vertrauensselige strafrechtlich geschützt werden (Trechsel/Crameri, a.a.O., N 10 zu Art. 146 StGB). Zwischen Täuschung und Irrtum, Irrtum und Vermögensdisposition bedarf es eines Motivationszusam- menhangs und zwischen der Vermögensverfügung und dem Schaden eines Kausalzusammenhangs (Trechsel/Crameri, a.a.O., N 29 zu Art. 146 StGB; BGer, Urteil 6B_173/2014 vom 2. Juli 2015, E. 2.3.1). Der Straftatbestand von Art. 146 StGB verlangt in subjektiver Hinsicht Vorsatz und Bereicherungsab- sicht (Arzt, a.a.O., N 193 ff. zu Art. 146 StGB). aa) Der Beschwerdeführer brachte vor, er sei vom Beschwerdegegner 2 über die Existenz eines sog. Seed Investors getäuscht worden (U-act. 8.1.01, S. 4 f.; 8.1.29, S. 1; U-act. 3.1.05, S. 2 f.; U-act. 8.1.35, S. 1 f.). Er sei davon ausgegangen, es handle sich beim Seed Investor um einen langfristigen Part- ner, der entsprechend mehrere Jahre vollinvestiert bleibe (KG-act. 1, S. 11 Kantonsgericht Schwyz 19 und 15; U-act. 8.1.01, S. 4; U-act. 8.1.35, S. 1; U-act. 3.1.014, S. 5; U-act. 3.1.05, S. 3). Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen, weil dieser Inves- tor bereits innert kürzerer Zeit teilweise wieder desinvestiert habe (KG-act. 1, S. 11 und 15; U-act. 8.1.01, S. 4; U-act. 8.1.29, S. 1). Der Beschwerdegeg- ner 2 bestreitet jeglichen Vorwurf, dass er den Beschwerdeführer über die Existenz eines Seed Investors getäuscht habe. Vielmehr sei der besagte In- vestor seiner Meinung nach ein Seed Investor gewesen (U-act. 10.1.02, Frage 36). Die Jahresberichte für die Geschäftsjahre 2012 und 2013 der H.________ AG bezeichnen zudem den besagten Investor als Seed Investor (U-act. 8.1.07; U-act. 8.1.11). Es ist somit festzustellen, dass sich die Aussa- gen des Beschwerdeführers und des Beschwerdegegners 2 widersprechen und die Akten keinen weiteren Aufschluss über die Vereinbarung des Seed Investors mit der H.________ AG geben. Der Sachverhalt ist daher nicht genügend erstellt. bb) Des Weiteren machte der Beschwerdeführer geltend, der Beschwerde- gegner 2 habe ihn zudem in Bezug auf die Evaluation seiner proprietären quantitativen Modelle getäuscht. Mit Vertrag vom 28. Februar 2011 (U-act. 8.1.10) hätten sie vereinbart, dass seine Modelle (professionell) evalu- iert würden (KG-act. 1, S. 11 f.; U-act. 3.1.014, S. 5; U-act. 8.1.29, S. 2). Der besagte Vertrag zwischen dem Beschwerdeführer und der G.________ AG (später unbenannt in H.________ AG) hält folgendes fest: „G.________ AG will consider leasing (without transfer of ownership) or acquire A.________'s [Beschwerdeführer] previously developed own models and integrating them into G.________ AG’s models“ (U-act. 8.1.10). Sowohl aus diesem Dokument als auch aus den Akten geht indes nicht hervor, dass diese Modelle (professi- onell) evaluiert werden sollten, wie dies der Beschwerdeführer geltend macht. Der Vertrag besagt einzig, dass die G.________ AG das Leasing resp. den Erwerb der Modelle in Erwägung ziehen werde, nicht aber, dass eine (profes- sionelle) Evaluation im Vorfeld erfolgen müsse. Aus der Aktenlage geht indes nicht hervor, ob die Beschwerdegegner den Kauf bzw. das Leasing der Model-Kantonsgericht Schwyz 20 le des Beschwerdeführers dem Vertrag entsprechend in Betracht gezogen haben (vgl. U-act. 10.1.02, Frage 38). Der Sachverhalt ist folglich auch dies- bezüglich nicht hinreichend erstellt, um die Einstellung des Strafverfahrens betreffend den Betrug (Art. 146 StGB) zu verfügen. cc) Der Beschwerdeführer brachte zudem vor, der Beschwerdegegner 2 habe ihn über dessen limitiertes Arbeitspensum getäuscht (U-act. 8.1.29, S. 2; U-act. 8.1.35, S. 2; U-act. 3.1.05, S. 3). Aus der Aktenlage geht nicht hervor, welche Vereinbarungen der Beschwerdegegner 2 mit der H.________ AG über das Arbeitspensum traf und wie es um das tatsächlich geleistete Pensum stand. Aus der Vereinbarung vom 28. Februar 2011 geht immerhin hervor, dass der Beschwerdegegner 2 ein Salär in gleicher Höhe beziehe wie der Be- schwerdeführer (vgl. unten, lit. dd), weshalb eine Täuschungsabsicht auch betreffend Arbeitsleistung des Beschwerdegegners 2 nicht zum Vorneherein ausgeschlossen werden kann. Der Sachverhalt ist jedenfalls nicht genügend geklärt. dd) Der Beschwerdeführer macht des Weiteren geltend, dass er bewogen durch die Angabe, der Beschwerdegegner 1 sei Mitarbeiter der H.________ AG, den Aktienkauf im Jahre 2011 getätigt und den Arbeitsvertrag unter- schrieben habe (U- act. 8.1.29, S. 1; U-act. 8.1.35, S. 2; U-act. 3.1.05, S. 3). Im Rechtsmittelverfahren bringt der Beschwerdeführer vor, der Beschwerde- gegner 2 habe ihn dahin gehend getäuscht, als der Beschwerdegegner 1 trotz gegenteiliger Angaben im Vertrag vom 28. Februar 2011 (U-act. 8.1.10) nach eigenen Angaben (U-act. 10.0.1, Frage 8) kein Salär bezogen habe (KG-act. 1, S. 10 f.). Die kantonale Staatsanwaltschaft führte zwar aus, dass der Be- schwerdegegner in der Strafanzeige einen Betrug i.S.v. Art. 146 StGB bezüg- lich des Anstellungsverhältnisses des Beschwerdegegners 1 geltend macht (KG-act. 1/1, E. 1.3.8). Es finden sich aber in der angefochtenen Verfügung keine Erwägungen, weshalb die kantonale Staatsanwaltschaft das Strafver- fahren hinsichtlich dieses Sachverhaltes i.S.v. Art. 319 lit. a/b StPO einstellte Kantonsgericht Schwyz 21 (vgl. KG-act. 1/1, E. 5 und 7). Den Anforderungen an die Begründung ist somit nicht genüge getan. ee) Aufgrund des Gesagten erweist sich der Sachverhalt bezüglich des mutmasslichen Betruges nach Art. 146 StGB nicht als derart erstellt, dass eine Einstellung verfügt werden kann. Die Beurteilung der Einstellungsgründe ist wegen der derzeitigen Aktenlage nicht möglich. Deswegen ist die Staatsan- waltschaft im Sinne der Erwägung anzuweisen, weitere Untersuchungshand- lungen – Einvernahme des Seed Investors und die entsprechenden Vereinba- rungen mit der H.________ AG, das FINMA-Dossier, die Arbeitsverträge der Beschwerdegegner 1 und 2 etc. (vgl. U-act. 15.0.05) – vorzunehmen und die Strafuntersuchung gegen die Beschwerdegegner 1 und 2 fortzuführen. Die kantonale Staatsanwaltschaft ist anzuweisen, die Einstellung des Strafverfah- rens betreffend die Täuschung über das Anstellungsverhältnis i.S.v. Art. 320 i.V.m. Art. 80 und Art. 81 StPO zu begründen und diesbezügliche Ergebnisse obiger Untersuchungen zu berücksichtigen. b) Der Beschwerdeführer brachte in der Strafanzeige vor, die Beschwerde- gegner 1 und 2 hätten sich des ordnungswidrigen Führens der Geschäfts- bücher i.S.v. Art. 325 strafbar gemacht, weil in der Jahresrechnung 2014 eine Rückstellung für eine Forderung von I.________ betreffend ausstehenden Lohn- und Bonuszahlungen in Höhe von Fr. 138‘176.10 fehle (U-act. 8.1.01, S. 16). aa) Bei Art. 325 StGB handelt es sich um ein Sonderdelikt. Täter kann nur sein, wer der Buchführungspflicht (Abs. 1) bzw. der Aufbewahrungspflicht (Abs. 2) untersteht (Niggli/Hagenstein, a.a.O., N 10 zu Art. 325 StGB; Do- natsch/Thommen/Wohlers, Strafrecht IV, Delikte gegen die Allgemeinheit, 5. A., 2017, S. 676). Die Buchführungs- und Aufbewahrungspflicht richtet sich nach Art. 957 Abs. 1 OR und ist an den Handelsregistereintrag gekoppelt (Niggli/Hagenstein, a.a.O., N 10 zu Art. 325 StGB). Eine AG unterliegt auf-Kantonsgericht Schwyz 22 grund ihrer Eintragungsbedürftigkeit den Buchführungspflichten (Art. 643 Abs. 1 OR i.V.m. Art. 957 Abs.1 Ziff. 2 OR). Nach Art. 29 StGB wird eine be- sondere Pflicht, deren Verletzung die Strafbarkeit begründet oder erhöht, und die nur der juristischen Person, der Gesellschaft oder dem Einzelunternehmen obliegt, einer natürlichen Person zugerechnet, wenn diese als Organ oder als Mitglied eines Organs einer juristischen Person handelt (Art. 29 lit. a StGB). Die Bestimmungen über die Verantwortlichkeit des Unternehmens finden kei- ne Anwendung auf Übertretungsstraftatbestände wie Art. 325 StGB (Art. 102 i.V.m. Art. 105 Abs. 1 StGB). Die Aufstellung der Gewinn- und Verlustrech- nung sowie der Bilanz obliegt dem Verwaltungsrat (Art. 716a Abs. 1 Ziff. 6 OR). Tatobjekt des Art. 325 StGB bilden die Geschäftsbücher, mithin auch die Bilanz, Erfolgsrechnung, Inventar und Anhang (Niggli/Hagenstein, a.a.O., N 23 zu Art. 325 StGB m.w.H.). Der Inhalt der Buchführungspflichten ergibt sich primär aus den Grundsätzen ordnungsgemässer Buchführung i.S.v. Art. 957 OR und der Verordnung vom 24. April 2002 über die Führung und Aufbewahrung der Geschäftsbücher (GeBüV; SR 221.431). Das tatbestands- mässige Handeln liegt mithin darin, dass der Pflichtige entweder überhaupt nicht Buch führt oder nicht in formell und/oder materiell ordnungsgemässer Weise (Donatsch/Thommen/Wohlers, a.a.O., S. 676 f.). Auf subjektiver Tatbe- standsebene fordert Art. 325 StGB Vorsatz oder Fahrlässigkeit. Wird die ord- nungsgemässe Buchführung einer Drittperson übertragen, dann kann den Buchführungspflichtigen nur ein Verschulden treffen, wenn er nicht die not- wendige Sorgfalt in der Auswahl, Instruktion und Kontrolle walten liess (BGer, KassH, Urteil 6S.132/2000 vom 24. August 2000, E. 3; Niggli/Hagenstein, a.a.O., N 70 zu Art. 325 StGB). bb) Die Bilanz als Teil der Geschäftsbücher stellt die Vermögens- und Fi- nanzierungslage des Unternehmens am Bilanzstichtag dar und gliedert sich in Aktiva und Passiva (Art. 959 Abs. 1 OR). Unter letztere fallen auch Rückstel- lungen (Art. 959a Abs. 2 Ziff. 2 lit. c OR), die zu bilden sind, wenn vergangene Ereignisse einen Mittelabfluss in künftigen Geschäftsjahren erwarten lassen Kantonsgericht Schwyz 23 (Art. 960e Abs. 2 OR). Rückstellungen unterscheiden sich von Verbindlichkei- ten i.e.S. dadurch, dass Unsicherheiten bezüglich der Eintrittswahrscheinlich- keit, der Höhe oder des Zeitpunktes des Mittelabflusses bestehen (Neu- haus/Haag, in: Honsell/Vogt/Watter [Hrsg.], Basler Kommentar zum Obligatio- nenrecht, 5. A., 2016, N 9 zu Art. 960e OR). Das Vorsichtsprinzip ist ein Be- standteil der Grundsätze ordnungsmässiger Rechnungslegung, d.h., dass ein Ereignis bei Eintrittswahrscheinlichkeit von unter 50 % nicht einfach als un- wahrscheinlich qualifiziert und auf die Bildung einer Rückstellung verzichtet werden kann. Um die Eintrittswahrscheinlichkeit angemessen zu berücksichti- gen, kann eine anteilsmässige Erfassung gerechtfertigt sein (Treuhand- Kammer, Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprüfung, Buchführung und Rechnungslegung, 2014, S. 216; Neuhaus/Haag, a.a.O., N 12 zu Art. 960e OR mit Verweis auf BGer, Urteil 4A_277/2010 vom 2. September 2010, E. 2). Erscheint der Mittelabfluss indes als unwahrscheinlich oder kann in der Höhe nicht verlässlich geschätzt werden, so hat der Anhang eine Eventualverbind- lichkeit auszuweisen, sofern diese nicht bereits aus der Bilanz oder Erfolgs- rechnung ersichtlich ist (Art. 959c Abs. 2 lit. 10 OR). Nur wenn der Mittelab- fluss höchst unwahrscheinlich ist, bedarf es keines Ausweises (Treuhand- Kammer, a.a.O., S. 214). cc) Die kantonale Staatsanwaltschaft führte in der Einstellungsverfügung vom 16. November 2017 aus, es lägen keine Anhaltspunkte vor, dass auf- grund der angeblichen Forderung von I.________ ein Mittelabfluss bei der H.________ AG wahrscheinlich war und deswegen eine Rückstellung hätte bilanziert werden müssen. Das Betreibungsbegehren (U-act. 8.1.16) vermöge zudem keinen Aufschluss über die Begründetheit der Forderung zu geben und nach Angaben des Beschuldigten 2 sei die angebliche Forderung völlig unbe- gründet gewesen (KG-act. 1/1, E. 4.1). Die H.________ AG ist als Aktiengesellschaft gemäss obigen Ausführungen buchhaltungspflichtig bzw. die Beschwerdegegner 1 und 2 sind als Verwal-Kantonsgericht Schwyz 24 tungsräte dieser Gesellschaft für die Erstellung des Geschäftsberichtes zu- ständig (Art. 716a Abs. 1 Ziff. 6 OR). Der Beschwerdegegner 2 gab in der Ein- vernahme vom 31. Mai 2017 an, dass die Forderung komplett unbegründet gewesen sei, es habe keinen Vertrag geben (U-act. 10.1.02, Frage 34). Der Beschwerdegegner 1 gab hierzu lediglich an, dass er nicht glaube, dass es zu seinen Aufgaben gehört habe, sich um die formellen Aspekte einer Rückstel- lung zu kümmern (U-act. 10.1.01, Frage 27). Die kantonale Staatsanwalt- schaft stützte sich vorwiegend auf die Aussage des Beschwerdegegners 2. Weitere Beweise, die Aufschluss über die Eintrittswahrscheinlichkeit der in Frage stehenden Forderung geben würden, wurden hingegen nicht erhoben oder berücksichtigt. Die kantonale Staatsanwaltschaft forderte z.B. den Anzei- geerstatter I.________ nicht auf, seine Forderung näher zu belegen – wie dies auch der Beschwerdeführer sinngemäss vorbringt (KG-act. 1, S. 10). Der Verweis, dass das Betreibungsbegehren keinen Aufschluss über die Begrün- detheit der Forderung gibt, lässt indes nicht den Schluss zu, dass die Forde- rung überhaupt nicht besteht. Im Rahmen ihres Untersuchungsgrundsatzes oblag es der kantonalen Staatsanwaltschaft weitere Untersuchungen anzu- stellen. Dies auch mit Blick auf eine allfällige Eventualverbindlichkeit, die im Rahmen der ordnungsgemässen Buchhaltung u.U. bei einem als unwahr- scheinlich erscheinenden Mittelabfluss im Anhang auszuweisen gewesen wä- re. Im Gesamten gesehen erweist sich der Sachverhalt nicht als derart erstellt, dass von einem nicht erfüllten Straftatbestand (Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO) oder einem nicht anklagegenügenden Tatverdacht (Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO) gesprochen werden kann. Die kantonale Staatsanwaltschaft durfte das Ver- fahren bezüglich des ordnungswidrigen Führens der Geschäftsbücher nach Art. 325 StGB nicht einstellen. Sie ist deswegen im Sinne der Erwägungen anzuweisen, weitere Untersuchungshandlungen zum Nachweis der Forderung von I.________ vorzunehmen. c) Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist, soweit auf sie eingetreten werden kann. Die angefochtene Kantonsgericht Schwyz 25 Einstellungsverfügung SUB 2015 353/354 vom 16. November 2017 ist des- halb mit Ausnahme der Verfahrenseinstellung betreffend der Erschleichung einer falschen Beurkundung (Art. 253 StGB) und der ungetreuen Geschäfts- führung (Art. 158 StGB) aufzuheben und an die kantonale Staatsanwaltschaft zur neuen Entscheidung zurückzuweisen. 4. Der Beschwerdeführer dringt mit seiner Beschwerde hinsichtlich der Einstellung des Straftatbestandes von Art. 325 und Art. 146 StGB durch. Er unterliegt mangels Parteistellung in den Strafverfahren betreffend die Art. 253 und Art. 158 StGB (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ausgangsgemäss geht die eine Hälfte der Kosten des Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdefüh- rers und die andere zulasten des Kantons (Art. 428 Abs. 4 StPO). Die vom Beschwerdeführer geleistete Sicherheit von Fr. 1‘500.00 ist ihm zur Hälfte nach definitiver Verfahrenserledigung zurückzuerstatten. Der Beschwerdefüh- rer hat gegenüber dem Staat keinen Anspruch auf Entschädigung (Kantons- gericht Schwyz, Beschlüsse BEK 2011 162 vom 20. März 2013, E. 6; BEK 2017 155 vom 19. Februar 2018, E. 4; Art. 433 Abs. 1 StPO; auch nicht gegenüber den Beschwerdegegnern mangels Bezifferung und Belegung der Forderung [vgl. KG-act. 1, S. 18], siehe Art. 433 Abs. 2 StPO);-Kantonsgericht Schwyz 26 beschlossen: 1. Die Beschwerde wird, soweit auf sie einzutreten ist, teilweise gutgeheis- sen und die angefochtene Einstellungsverfügung SUB 2015 353/354 vom 16. November 2017 wird mit Ausnahme der Verfahrenseinstellung betreffend die Art. 253 und Art. 158 StGB aufgehoben und die Angele- genheit im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Beschwerdeführer im Betrag von Fr. 750.00 auferlegt und von seiner geleisteten Sicherheit von Fr. 1‘500.00 bezogen. Der Rest (Fr. 750.00) wird ihm zurückerstat- tet. 3. Parteientschädigungen werden keine gesprochen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa- chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be- schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.Kantonsgericht Schwyz 27 5. Zufertigung an den Beschwerdeführer (1/R), Rechtsanwalt D.________ (2/R), Rechtsanwalt F.________ (2/R), die kantonale Staatsanwaltschaft (1/A), die Oberstaatsanwaltschaft (1/R), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der Beschwerdekammer Der Kantonsgerichtspräsident Die a.o. Gerichtsschreiberin Versand 26. Juli 2018 kau