Entscheid vom 6. Juni 2014 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Cornelia Cova und Nathalie Zufferey Franciolli, Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia Parteien A., vertreten durch Rechtsanwältin Sonja Zosso, Beschwerdeführer gegen BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich Ausliefe- rung, Beschwerdegegner Gegenstand Auslieferung an Albanien Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG) B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer: RR.2013.258 RP.2013.52 - 2 - Sachverhalt: A. Interpol Tirana hat mit Meldung vom 3. November 2009 um Verhaftung des serbischen Staatsangehörigen AA., geb. xx.xx.xxxx in Kosovo, ersucht zwecks Auslieferung (act. 5.19). Die albanischen Behörden werfen ihm den versuchten Mord an B. vor, begangen am 30. August 2005 in Albanien. B. Am 13. August 2010 reiste A., geb. xx.xx.xxxx in Kosovo, als kosovarischer Staatsbürger von seinem Heimatland Kosovo aus über diverse Länder in die Schweiz ein und suchte hier um Asyl nach. Das Bundesamt für Migrati- on gewährte in der Folge A. mit Entscheid vom 14. Januar 2011 Asyl (act. 5.2). C. A. wurde am 9. September 2011 gestützt auf eine Haftanordnung des Bun- desamtes für Justiz (nachfolgend "BJ") vom 9. September 2011 im Kanton Schwyz festgenommen und in provisori sche Auslieferungshaft versetzt. A. erklärte anlässlich seiner Einvernahme, die von den albanischen Behörden unter dem Namen AA. gesuchte Person zu sein. Er teilte sodann mit, dass er mit einer Auslieferung an Albanien nicht einverstanden sei. Er sagte z u- dem aus, er sei serbischer und kosovarischer Staatsbürger (act. 5.4). Am 13. September 2011 verfügte das BJ die provisorische Haftentlassung u n- ter Auflagen (act. 5.6). D. Mit Note vom 23. September 2011 reichte die albanische Botschaft in Bern das formelle Auslieferungsersuchen betreffend A. ein (act. 5.9) . Auf eine erneute Inhaftierung von A. verzichtete das BJ einstweilen (act. 5.8). E. Mit Schreiben vom 23. September 2011 ernannte das BJ Rechtsanwalt C. zum unentgeltlichen Rechtsbeistand von A. (act. 5.8). F. Mit Note vom 13. Oktober 2011 ersuchte das BJ die Botschaft der alban i- schen Republik um Abgabe der folgenden Zusicherungen (act. 5.12): "a) La République d'Albanie s'engage à accorder à la personne extr a- dée les garanties de procédure reconnues par le Pacte international du 16 décembre 1966 relatif aux droits civils et politiques (Pacte ONU II), spécialement en ses art. 2 ch. 3, 9, 14, 16 et 26. b) Aucun tribunal d'exception ne pourra être saisi des actes délict ueux imputés à la personne réclamée. - 3 - c) La peine de mort ne sera ni requise, ni prononcée, ni appliquée à l'égard de la personne réclamée. L'obligation de droit international contractée par la République d' Albanie à cet égard rend inoppos a- ble à la personne réclamée l'art. 6 ch. 2 du Pacte ONU II. d) La personne extradée ne sera en outre soumise à aucun traitement portant atteinte à son intégrité physique et psychique (art. 7, 10 et 17 Pacte ONU II). La sit uation de la personne extradée ne pourra pas être aggravée lors de sa détention en vue du jugement ou de l'exécution de la peine, en raison de co nsidérations fondées sur ses options ou ses activités politiques, son apparten ance à un groupe social déterminé, sa race, sa religion ou sa nationalité (art. 2 lit. b de la Loi fédérale sur l' entraide interna tionale en matière pénale du 20 mars 1981, EIMP). e) Aucun acte commis par la personne extradée antérieurement à la remise et pour lequel l'extradition n'a p as été consentie ne donnera lieu à poursuite, à condamnation ou à réextradition à un Etat tiers et aucun autre motif à l'extradition n'entraînera une restriction à la l i- berté individuelle de celle-ci (art. 15 Pacte ONU II). Cette restriction tombera si, dans le délai de quarante-cinq jours suivant sa libération conditionnelle ou définitive, la personne extradée n'a pas quitté le territoire albanais, après avoir été instruite des conséquences y r e- latives et après avoir eu la possibilité de s'en aller; il en va de même si la personne extradée retourne en République d'Albanie après l'avoir quitté ou si elle y est ramenée par un Etat tiers (art. 38 al. 2 EIMP). f) Toute personne représentant la Suisse en République d'Albanie pourra rendre visite à la personne extradée, sans que les re n- contres ne fassent l'objet de mesures de contrôle. En outre, ledit re- présentant pourra s'enquérir de l'état de la procédure et assister à tous les débats judiciaires. Un exemplaire de la décision mettant fin à la procédure pénale lui sera remis. g) Les conditions de détention ne seront pas inhumaines ou dégradan- tes au sens de l'art. 3 de la Convention de sauvegarde des Droits de l'Homme et des Libertés fondamentales du 4 novembre 1950 (CEDH). La santé du prévenu sera assurée de m anière adéquate, notamment par accès à des soins médicaux suffisants." - 4 - G. Am 14. Oktober 2011 sprach sich A. anlässlich seiner Befragung zum a l- banischen Auslieferungsersuchen auch in Anwesenheit seines Rechtsve r- treters erneut gegen eine vereinfachte Ausli eferung nach Albanien aus (act. 5.13). H. Die albanische Botschaft übermittelte mit Note vom 27. Oktober 2011 dem BJ verschiedene Zusicherungen des albanischen J ustizministeriums (act. 5.14). I. Am 4. November 2011 teilte das BJ der albanischen Botschaft mit, dass die abgebebenen Zusicherungen in Bezug auf die Buchstaben f) und g) unz u- reichend seien. Namentlich sei in diesem Zusammenhang ein reiner Ve r- weis auf innerstaatliches oder internationale s Recht ungenügend. Aus di e- sem Grund ersuchte das BJ die albanisch e Botschaft um entsprechende Ergänzung der abgegebenen Zusicherungen (act. 5.15). Mit Schreiben vom 11. November 2011 liess A. durch seinen damaligen Rechtsvertreter eine Stellungnahme einreichen (act. 5.16). Mit Note vom 15. November 2011 übermittelte di e albanische Botschaft dem BJ die ergänzenden Zusicherungen des albanischen Justizminister i- ums vom 10. November 2011 (act. 5.17). Auf entsprechende Einladung des BJ liess A. mit Schreiben vom 14. Dezember 2011 seine ergänzende Stel- lungnahme einreichen (act. 5.18, 5.19). J. Mit Note vom 14. Mai 2012 teilte das BJ den albanischen Behörden mit, dass die abgegebenen Zusicherungen in Bezug auf den Buchstab en f) nach wie vor unzureichend seien. Aus diesem Grund forderte das BJ die albanischen Behörden nochmals auf, bis zum 25. Mai 2012 die folgenden Garantien in ausdrücklicher und wortgetreuer Form abzugeben (act. 5.20): "Toute personne représentant la Suisse en République d'Albanie pourra rendre visite à la personne extradée. En outre A. pourra en tout temps s'adresser au représentant suisse en Albanie. Ces ren- contres ne feront l'objet d'aucune mesure de contrôle, même visuel." Mit Noten vom 22. Mai 2012 und vom 19. November 2012 übermittelte die albanische Botschaft in Bern dem BJ die Erklärungen des albanischen Jus- tizministers mit verschiedenen Zusicherung en (act. 5.21, 5.22) . Auf en t- sprechende Einladung des BJ liess A. mit Eingabe vom 1. Februar 2013 seine ergänzende Stellungnahme einreichen (act. 5.23, 5.24). - 5 - K. Mit Note vom 3. Juni 2013 teilte das BJ der albanischen Botschaft mit, dass die abgegebenen Zusicherungen in Bezug auf den Buchstaben f) nach wie vor unzureichend seien. Das BJ ersuchte die albanische Botschaft in Bern noch einmal um die Ab gabe derjenigen wortgetreuen Zusicherungen, die es schon mit Note vom 14. Mai 2012 verlangt hatte (act. 5.26). Mit Note vom 13. Juni 2013 übermittelte die albanische Botschaft in Bern eine Erklä- rung des albanischen Justizministers mit dem folgenden Wortlaut (act. 5.29): "Toute personne, représentant la Suisse en Al banie pourra rendre visi- te à la personne extradée. Ces rencontres ne feront l'objet d'aucune mesure de contrôle, même visuel." L. Mit Schreiben vom 26. März 2013 bat das BJ das Eidgenössische Depa r- tement für Auswärtige Angelegenheiten, Direktion für Völkerrecht, (DV) um eine Einschätzung (act. 5.25). Das BJ wies die DV unter Beilage der er- wähnten Dokumente darauf hin, dass A. in früheren Jahren als Zeuge mehrmals Untersuchungshandlungen für das Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien (ICTY) unterstützt habe, unter anderem im Zusamme n- hang mit dem Kriegsverbrecherprozess gegen den früheren kosovarischen Transportminister D. A. sei zudem gestützt auf ein Rechtshilfeersuchen am 18. April 2011 von der Bundesanwaltschaft i m Zusammenhang mit einem Kriegsverbrecherprozess gegen E. und andere befragt worden. Am 20. Ok- tober 2011 habe F., ein Legal Officer der War Crime Section der EULEX , gegenüber dem Rechtsvertreter von A. bestätigt, dass dieser ein wicht iger Zeuge in einem Kriegsverbrecherprozess sei, und sich erkundigt, ob A. als Zeuge erscheinen könnte. Am 28. Januar 2013 habe F. bestätigt, dass A. im Rahmen des neu aufgenommenen Verfahrens gegen D. nach wie vor als Zeuge vorgesehen sei. A. mache geltend, er sei als ehemalig er und auch vorgesehener Zeuge massiv gefährdet und habe schon früher aus dem Umfeld von D. massive Drohungen erhalten. A. gehe davon aus, dass er bei einer Auslieferung an Albanien vor allfälligen Racheakten im G e- fängnis nicht sicher wäre. Das BJ fragte d avon ausgehend in einem ersten Punkt an, ob der DV konkrete Informationen darüber vorliegen würden, die darauf schliessen lassen würden, dass die Zeugeneigenschaft von A. im Rahmen des ehemaligen sowie des aktuellen Kriegsverbrecherprozesses eine besondere Gefährdung darstelle. In einem zweiten Punkt fragte das BJ an, ob es nach Einschätzung der DV Anlass zu zweifeln gebe, dass Al- banien in der Lage sei, die Sicherheit von A. zu gewährleisten (act. 5.25). - 6 - M. Mit Schreiben vom 5. Juni 2013 nahm die DV Stellung zu den vom BJ auf- geworfenen Fragen. Die Antwort der DV gab das BJ in einem Schreiben vom 17. Juni 2013 an den damaligen Rechtsvertreter wie folgt zusamme n- gefasst wieder (act. 5.30): "Die DV hält in ihrer Antwort vom 5. Juni 2013 fest, dass die Bereitschaft, als Zeuge in einem Kriegsverbrecherprozess auszusagen, eine gewisse Gefäh r- dung darstellen kann, und ve rweist auf den Bericht der Kommission für Rechtsfragen und Menschrechte der parlamentarischen Versammlung des Europarates vom 29. November 2010 Berichterstatter: Jean-Charles Gardetto; im Internet unter http:/assembly.coe.int., documents, working documents, D o- kument Nr. 12440 [nachfolgend "Zeugenschutz-Bericht"; Anm. Red.] ). Die DV kann nicht ausschliessen, dass sich das Wirkungsfeld kriminell er Banden k o- sovo-albanischer Herkunft bis nach Albanien erstreckt, hat aber keine konkr e- ten Hinweise darauf, dass die Zeugeneigenschaft des Verfolgten für ihn im Falle einer Auslieferung an Albanien ein besondere Gefährdung darstellen könnte, sie geht zude m davon aus, dass Albanien grundsätzlich in der Lage ist, die Sicherheit des Verfolgten zu gewährleisten." N. Zur Note der albanischen Botschaft vom 13. Juni 2013 samt Garantieerkl ä- rung, der Anfrage des BJ an die DV vom 26. März 2013 und der vom BJ zusammengefassten Antwort der DV vom 5. Juni 2013 nahm der damalige Rechtsvertreter von A. mit Schreiben vom 28. Juni 2013 Stellung. O. Mit Auslieferungsentscheid vom 30. August 2013 bewilligte das BJ die Aus- lieferung von A. an Albanien für die de m Auslieferungsersuchen vom 23. September 2011 zugrunde liegenden Straftaten. P. Mit Eingabe vom 13. September 2013 lässt A. durch seine neu mandatierte Rechtsvertreterin Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bunde s- strafgerichts erheben mit dem Hauptantrag, der Auslieferungsentscheid des BJ vom 30. August 2013 sei aufzuheben und das Auslieferungsers u- chen der albanischen Botschaft vom 16. September 2011 sei abzuweisen, unter Kosten - und Entschädigungsfolge. Eventualiter sei der Auslief e- rungsentscheid des BJ au fzuheben und es sei die Sache zu ergänzenden Sachverhaltsabklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessua- ler Hinsicht beantragt A., es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu g e- währen (RP.2013. 52, act. 1 S. 2). Die konkreten Anträge lauten darüber hinaus wie folgt (s. Übersicht in act. 11 S. 5): - 7 - Durch das Gericht einzuholende Berichte: -Bericht der UNMIK über sämtliche Kontakte des Staatsanwaltes G. mit d em Beschwerdeführer sowie über die damals gemach ten Aussagen und eing e- reichten Unterlagen und Beweismittel von A. im Rahmen der Aufarbeitung der Kriegsverbrechen -Bericht von einem unabhängigen Experten (evt. vom BJ bei Albanien einzuh o- len) über den aktuellen Stand des Strafverfahrens gegen A. -Auskunftsbericht der EULEX Kosovo über die akt uelle und künftige Zeugene i- genschaft sowie der Schutzbedürftigkeit von A. Gutachten: - Gutachten zur Überprüfung des In halts und dessen Echtheit sowie der Ident i- tät der beteiligten Personen der auf dem Memory -Stick aufgeführten Konvers a- tion - Gutachten üb er d en politischen Zusammenhang der strafbaren Handlunge n mit einer politisch strafbaren Handlung im Falle von A. unter Berücksichtigung seines Wechsels von der UCK zur FARK und sei ner Funktion als Z euge des EULEX im Rahmen von Kriegsverbrecherprozessen - Gutachten über den vergangenen und aktuellen Verlauf des Verfahrens gegen A. in Albanien in Bezug auf die Vorwürfe gegen ihn ge mäss Auslieferungsersu- chen unter genauer Über prüfung der W ahrung seiner völker - und verfassungs- rechtlich garantierten V erfahrensrechte, insbesondere seine Teilnahmerecht e am Verfahren und der Wahrung seines rechtlichen Gehörs. Mit Schreiben vom 17. Oktober 2013 reichte das BJ seine Beschwerdean t- wort ein und beantragt darin die Abweisung der Beschwerde (act. 4). Mit Schreiben vom 18. Oktober 2013 wurde A. bzw. seine Rechtsvertreterin zur Beschwerdereplik eingeladen. Diese ging mit Schreiben vom 31. Oktober 2013 ein (act. 7). Mit Schreiben vom 14. November 2013 reichte das BJ seine Beschwerdeduplik ein (act. 9), welche der Gegenseit e zur Kenntnis zugestellt wurde (act. 10). Mit Schreiben vom 13. Januar 2013 [recte: 2014] machte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine unaufgeforderte Eingabe (act. 11), welche in der Folge dem BJ zu Kenntnis zugestellt wu r- de (act. 12). Q. Auf di e weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen. - 8 - Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 1. Für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und Albanien sind primär das Europäische Auslieferung sübereinkommen vom 13. Dezem ber 1957 (EAUe; SR 0.353.1), dem beide Staaten beigetreten sind, sowie das zu diesem Übereinkommen am 15. Oktober 1975 ergangene erste Zusat z- protokoll (1. ZP; SR 0.353.11) und am 17. März 1978 ergangene zweite Zusatzprotokoll (2. ZP; SR 0.353.12) massgebend. Wo Übereinkommen und Zusatzprotokolle nichts anderes bestimmen, findet ausschliesslich das Recht des ersuchten Staates Anwendung (Art. 22 EAUe), namentlich das Bundesgesetz vom 20. Mär z 1981 über internationale Rechtshilfe in Stra f- sachen (IRSG; SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSV; SR 351.11). Das inne r- staatliche Recht gelangt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur A n- wendung, wenn dieses geringere Anforderungen an die Auslieferung stellt (BGE 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1 ; 129 II 462 E. 1.1 S. 464; 122 II 140 E. 2 S. 142). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c). 2. Gegen Auslieferungsentscheide des BJ kann innert 30 Tagen seit der E r- öffnung des Entscheids bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafg e- richts Beschwerde geführt werden (Art. 55 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 IRSG; Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes, StBOG; SR 173.71 ; Art. 19 Abs. 1 des Organ i- sationsreglements vom 31. August 2010 für das Bundesstrafgericht, BStGerOR; SR 173.713.161). Der Auslieferungsentscheid vom 30. Au gust 2013 wurde vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom 13. September 2013 angefochten. Die vorliegende Beschwerde ist demnach fristgerecht erh o- ben worden, weshalb darauf einzutreten ist. 3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden (Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die Auslieferungsvoraussetzungen grund- sätzlich mit freier Kognition. Die Beschwerdekammer befasst sich jedoch nur mit Tat- und Rechtsfragen, die Streitgegenstand der Beschwerde bilden (Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2009.2 vom 9. Juli 2009, E. 2.4; RR.2007.34 vom 29. März 2007, E.3, je m.w.H.). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss sich die urteilende In- stanz sodann nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander- setzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es g e-- 9 - nügt, wenn die Behörde wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von d e- nen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 124 II 146 E. 2a S. 149; 122 IV 8 E. 2c S. 14 f.; Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 16. Juli 2004, E. 5.2, m.w.H.). 4. 4.1 Der Beschwerdeführer rügt zunächst , dass ihm nicht sämtliche, für den Entscheid wesentlichen Aktenstücke ausgehändigt worden seien resp. Ein- sicht in dieselben gewährt worden sei , und beantragt deren Beizug . Es handle sich dabei um folgende Aktenstücke: - Schreiben vom 25. Mai 2012 des Bes chwerdegegners an das EDA b e- treffend die Einschätzung zu der Frage, ob im Auslieferungsverkehr mit Albanien die wortgetreue Zusicherung in Bezug auf den Aspekt der v i- suellen Überwachung von Gefangenenbesuchen, wie ihn das Bunde s- strafgericht in einem anderen Auslieferungsfall mit Albanien verlangt ha- be, notwendig sei, - Schreiben vom 17. Oktober 2012 des Beschwerdegegners an die schweizerische Botschaft in Tirana, die albanischen Behörden noch einmal mit der Thematik der wortgetreuen Zusicherungen zu konfro ntie- ren und - Schreiben vom 5. Juni 2013 des EDA an den Beschwerdegegner zu den Fragen des Letzteren; inklusive Zeugenschutz-Bericht. Gemäss dem Beschwerdeführer interessiere insbesondere, welche Em p- fehlungen das EDA an den Beschwerdegegner hinsichtlich der Auslief e- rung abgegeben habe . Die Empfehlungen seien sehr kurz zusammeng e- fasst vom Beschwerdegegner dargelegt worden und diese Zusammenfa s- sung sei nicht ausreichend, um den gesamten Inhalt der Ausführungen wiederzugeben (act. 1 S. 12 f.). 4.2 Dem entgegnet der Beschwerdegegner im Rahmen seiner Beschwerd e- antwort wie folgt (act. 5 S. 5): Das Schreiben vom 25. Mai 2012 enthalte einen Hinweis auf einen anderen Auslieferungsfall mit Albanien und habe s chon deshalb nicht im Rahmen der Akteneinsicht weitergegeben werden dürfen. Das Schreiben sei zudem nicht entscheidrelevant, da der Beschwerdegegner bekanntlich später die Garantien von Albanien im Hinblick auf die Überwachung der Besuche von Botschaftsvertretern habe präzisieren lassen. - 10 - Das Schreiben vom 17. Oktober 2012 an die Schweizer Botschaft in Tirana enthalte ebenfalls eine n Hinweis auf einen andere n Auslieferungsfall mit Albanien, sogar unter Nennung des Namens des entsprechenden Verfol g- ten, und habe schon deshalb nicht zur Einsicht zugestellt werden können. Das Schreiben des EDA vom 5. Juni 2013 sei vertraulich und der B e- schwerdegegner habe (daher) dieses am 17. Juni 2013 in den wesentl i- chen Punkten zuhanden des damaligen Rechtsvertreters des Beschwerd e- führers zusammengefasst. Diese Zusammenfassung ent halte im Übrigen auch die Internet -Fundstelle des vom EDA zitierten Zeugenschutz- Berichtes. Nach Darstellung des Beschwerdegegner s treffe es daher nicht zu, dass dem Beschwerdeführer entscheidwesentliche Akten vorenthalten worden seien (act. 5 S. 5). 4.3 In der Beschwerdereplik wendet der Beschwerdeführer ein, dass die B e- gründung nicht hinreichend sei mit Bezug auf die Schreiben des Beschwer- degegners, wonach diese Hinweise auf andere Auslieferungsfälle mit Alb a- nien enthalten würden, zumal Namen oder weitere vertrauliche Informatio- nen in dieser Hinsicht ohne Weiteres hätten eingeschwärzt werden können (act. 7 S. 3). Der Zeugenschutz-Bericht beschreibe sodann für Kriegsve r- brecherzeugen im Kosovo eine wesentlich grössere Gefährdung als nur ei- ne "gewisse" Gefährdung. Insofern sei die Zusammenfassung des B e- schwerdegegners, welche sehr kurz ausgefallen sei, für ihn nicht hinre i- chend überprüfbar und es könne auch nicht hinreichend Stellung dazu g e- nommen werden (act. 7 S. 3). Wesentlich sei, dass der Beschwerdegegner es unterlasse, die Begründung aufzuführen, weshalb das Schreiben des EDA im konkreten Fall von der Akteneinsicht auszuschliessen sei. In inhalt- licher Hinsicht sei davon auszugehen, dass das Schreiben äusserst fallr e- levante Beurteilungen seitens des EDA enthalte, welche dem Beschwerde- führer offen zu legen seien (act. 7 S. 3). 4.4 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV erfasst insb e- sondere die Akteneinsicht. Im Bereich der Rechtshilfe wird das Aktenei n- sichtsrecht durch die Art. 80 b IRSG sowie die Art. 26 und 27 VwVG (durch Verweis in Art. 12 Abs. 1 IRSG) definiert (Urteil des Bundesgerichts 1A.57/2007 vom 14. September 2007, E. 2.1). Gemäss Art. 80 b IRSG kön- nen die Berechtigten Einsicht in die Akten nehmen, soweit dies für die Wahrung ihrer Interessen notwendig ist. Berechtigt im Sinne von Art. 80 b Abs. 1 IRSG ist, wer Parteistellung hat, mithin, wer im Sinne von Art. 80 h lit. b IRSG beschwerdeberechtigt ist. Akteneinsicht ist zu gewähren, soweit - 11 - diese notwendig ist, um die Interessen des Berechtigten zu wahren, d.h. al- lein jene Akten sind offen zu legen, welche ihn direkt und persönlich betre f- fen. Das Akteneinsichtsrecht umfasst alle Unterlagen, welche für den En t- scheid relevant sein können (P ETER POPP, Grundzüge der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen, S. 315 N. 463). Das Akteneinsichtsrecht kann gemäss Art. 80 b Abs. 2 IRSG eingeschränkt werden im Interesse des ausländischen Strafverfahrens, zum Schutz eines wesentlichen rechtlichen Interesses, sofern der ersuchende Staat es ver- langt, wegen der Natur oder Dringlichkeit der zu treffenden Massnahmen, zum Schutze wesentlicher privater Interessen oder im Interesse eines schweizerischen Verfahrens. Gestützt auf Art. 27 Abs. 1 lit. a VwVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 IRSG darf die Einsichtnahme in die Akten sodann verweigert werden, wenn wesentliche öffentliche Interessen des Bundes oder der Kan- tone, insbesondere die innere oder äussere Sicherheit der Eidgenosse n- schaft, die Geheimhaltung erfordern. In diesem Sinne besteht ein nach Art. 27 V wVG schützenswertes Interesse daran, die Sicherheit von Info r- manten und Kontaktpersonen zu gewährleisten sowie Art und Weise der In- formationsbeschaffung der schweizerischen Behörden und ihrer Auslan d- vertretungen nicht offenzulegen (s. Entscheid des Bundesv erwaltungsge- richts E-2857/2007 vom 9. August 2007, E. 5.2; weitere Hinweise auf die Praxis in BERNHARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER, in VwVG Praxisko m- mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 27 N. 20). Soll das Akteneinsichtsrecht eingeschränkt werden, so hat die Behörde in beiden Fällen eine Interessenabwägung vorzunehmen und unter Berüc k- sichtigung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit zu prüfen, ob durch andere ad äquate, jedoch weniger eingreifende Massnahmen das Ziel ebenfalls erreicht werden kann (R OBERT ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 3. Aufl., Bern 2009, N. 477 ff., N. 479, S. 442 ff.; WALDMANN/OESCHGER, a.a.O., Art. 27 N. 27 ff.). Soweit in einem Rechtshilfeverfahren ergänzende Auskünfte für die rechtl i- che Beurteilung wesentlich sind, müssen sie von der ersuchten Behörde berücksichtigt werden; enthalten sie nicht wesentliche, aber doch nützliche Zusatzinformationen, dürfen sie jedenfalls von der ersuchten Behörde he r- angezogen werden. Voraussetzung ist allerdings, dass den Verfahrensb e- teiligten Gelegenheit gegeben wird, die Unterlagen einzusehen und dazu Stellung zu nehmen (Urteil 1A.101/2000 vom 18. Juli 2000, E. 2 u nter Ver- weis auf BGE 124 II 132 E. 2c S. 138). Wird einer Partei die Einsichtnahme in ein Aktenstück in Anwendung von Art. 27 VwVG verweigert, so darf auf - 12 - dieses zum Nachteil der Partei nur abgestellt werden, wenn ihr die Behörde von seinem für die Sache w esentlichen Inhalt mündlich oder schriftlich Kenntnis und ihr ausserdem Gelegenheit gegeben hat, sich zu äussern und Gegenbeweismittel zu bezeichnen (Art. 28 VwVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 IRSG). 4.5 Dem Beschwerdeführer ist insofern beizupflichten, dass mit Blic k auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit das Abdecken von Namen etc. unter Umständen ausreichend sein kann . Darauf ist aber nicht weiter einzug e- hen, da es sich bei den strittigen Schreiben des Beschwerdegegners um Anfragen an die betreffende n Stellen handelt. Die auf die Anfragen erfol g- ten Antworten sind auch ohne Kenntnis der Ersteren ausreichend klar und aussagekräftig. Die Anfragen an sich waren vorliegend weder direkt noch indirekt wesentlich für den angefochtenen Entscheid , weshalb die Gehörs- rüge diesbezüglich in der Sache bereits aus diesem Grund fehl geht. Soweit der Beschwerdeführer kritisiert, der Beschwerdegegner habe den Ausschluss der Akteneinsicht in dessen Schreiben vom 17. Juni 2013 (act. 5.30) nicht begründet, ist ihm entgegenzuhalten, dass er einen dahin- gehenden Einwand in der darauffolgenden Stellungnahme vom 28. Juni 2013 (s. act. 5.31 S. 4 f.) durch seinen damaligen Rechtsvertreter nicht er- heben liess. Dieser führte in der Stellungnahme vielmehr aus, dass die im Schreiben des Be schwerdegegners erwähnte Antwort der DV die bisher i- gen Einwendungen des Beschwerdeführers zu 100 % bes tätige. Der Be- schwerdeführer – so sein damaliger Rechtsvertreter weiter – berufe si ch ausdrücklich darauf, dass die DV seine Gefährdung nicht ausschliessen könne, dass sich das Wirku ngsfeld krimineller Ban den kosovo-albanischer Herkunft bis nach Alba nien erstrecke. Das Fehlen von kon kreten Hinwei- sen, dass die Zeugeneigenschaft für ihn im Falle einer Auslieferung an A l- banien eine besonder e Gefährdung darstellen könne, ändere an der B e- rechtigung seiner Einwendungen und seiner Argumentation überhaupt nichts. Abschliessend hielt der damalige Rechtsvertreter fest, dass d er ganz pauschale Hinweis der DV, es sei davon au szugehen, dass Albanien grundsätzlich in der Lage sei, die Sicherheit des Beschwerde führers zu gewährleisten, vor d em Hintergrund der aktuellen Berichterstattungen zu den Parlamentswahlen in Albanien und zum EU -Beitrittskandidaten Albani- en unverständlich sei. Jedenfalls dürfe im Zw eifelsfalle dieser Widerspruch nicht zu Ungunsten des Beschwerdeführers beurteil t werden (ac t. 5.31 S. 4). Hat der Beschwerdeführer demnach am 28. Juni 2013 in seiner spe- zifischen Stellungnahme zum zusammenfassenden Schreiben des B e- schwerdegegners weder eine Begründung hiefür vermisst noch die Richtig- keit und Vollständigkeit der Zusammenfassung durch den Beschwerdegeg- ner beanstandet noch deren Überprüfung verlangt, kann er sich Monate - 13 - später nach Erlass des Auslieferungsentscheids grundsätzlich nicht wegen Gehörsverletzung beschweren. Bei dieser Sachlage rechtfertigt sich der Beizug des Schreibens der DV und die Prüfung, ob der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer den wesentlichen Inhalt dieses Schreibens nach Massgabe von Art. 28 VwVG zur Kenntnis gebracht hat, nicht. Ausserdem fehlen in den Akten irgendwelche Anhaltspunkte, welche Zweifel an der Richtigkeit und Vollständigkeit der Zusammenfassung durch den B e- schwerdegegner begründen würden. Dass das Schreiben des EDA vertrau- liche Informationen enthält, welche aufgrund ihrer aussenpolitischen Tra g- weite wesentliche öffentliche Interessen des Bundes betreffen und daher diesbezüglich (dem Anspruch auf Akteneinsicht überwiegende) Geheimhal- tungsgründe im Sinne von Art. 27 Abs. 1 Vw VG bestehen, wurde vom d a- maligen Rechtsvertreter nicht in Frage gestellt und erscheint auch naheli e- gend. 5. 5.1 Gegen das Auslieferungsersuchen lässt der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin diverse Einwände erheben. In einem ersten Punkt bringt er vor, es werde eine massive Ungereimtheit deutlich , weil dem Ausliefe- rungsersuchen nur Dokumente beigelegt worden seien, welche die Unte r- suchung des Strafverfahrens gegen ihn belegen würden (act. 1 S. 15). 5.2 Gemäss Art. 12 Ziff. 2 lit. a EAUe sind dem Ausliefer ungsersuchen die Ur- schrift oder eine beglaubigte Abschrift eines vollstreckbaren verurteilenden Erkenntnisses, eines Haftbefehls oder jeder anderen, nach den Formvo r- schriften des ersuchenden Staates ausgestellten Urkunde mit gleicher Rechtswirkung beizufügen. 5.3 Mit dem Auslieferungsersuchen wurde das "Urteil Nr. 107 zur Festlegung der Strafmassnahme, vom 2. Juni 2007 des Gerichts Ersten Grades für Schwere Straftaten Tirana" eingereicht, welches dem Inhalt nach die A n- ordnung der Untersuchungshaft gegen den Beschwerdeführer darstellt. Das Auslieferungsersuchen entspricht somit den Anforderungen von Art. 12 Ziff. 2 lit. a EAUe. Nach dieser Bestimmung ist nicht erforderlich, dass z u- sätzlich Dokumente einzureichen sind, welche die Untersuchung gegen die Mitbeschuldigten belegen. Abgesehen davon bezweifelt der Beschwerd e- führer selber nicht, dass das Strafverfahren auch gegen diese Beschuldigte geführt wird (s. nachfolgend). Allfällige Rügen in diesem Zusammenhang gehen demnach insgesamt fehl. - 14 - 6. 6.1 Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, dass das Auslieferungsersu- chen der albanischen Behörden nicht nur zahlreiche Fehler enthalte, so n- dern dass v or allem wesentliche Fakten in Bezug auf das Strafverfahren gegen ihn in Albanien nicht Preis gegeben worden seien. Bereits das Ers u- chen sei mangelhaft und missbräuchlich. Im Einzelnen führt seine Recht s- vertreterin Folgendes aus: Zunächst werde im Ausliefe rungsersuchen fälschlicherweise mehrfach festgehalten, dass er die albanische Staatsangehörigkeit besitze (act. 1 S. 14 f.). Des Weiteren werde eine massive Ungereimtheit deutlich. So se i- en dem Auslieferungsersuchen nur Dokumente beigelegt worden, welche die Untersuchung des Strafverfahrens gegen ihn belegen würden. Es falle weiter auf, dass er im gleichen Verfahren abgeurteilt werde wie B. und des- sen Komplizen, wobei er ersteren hätte töten sollen und ja gerade desw e- gen angeklagt worden sei. Gemäss dem Urteil vom 2. Juni 2007 des Amts- gerichts sei er wegen versuchter Tötung mit Vorbedacht in Mittätersch aft, Herstellung und unerlaubten Besitzes von Militärwaffen und Militärmunition sowie Begehung von Verbrechen durch die kriminelle Organisation und die strukturierte kriminelle Gruppierung schuldig gesprochen worden. Die A n- klageschrift vom 16. Juni 2007 enthalte jedoch keineswegs die Anklage des Beschwerdeführers wegen krimineller Organisation und strukturierter krim i- neller Gruppierung. Diese und weitere wesent liche Diskrepanzen hätten vom Beschwerdegegner geklärt werden müssen (act. 1 S. 16). Es sei sodann nicht klar, wo die Tat durch den Beschwerdeführer grun d- sätzlich verübt worden sein soll, in Z. (Albanien) gemäss Beilage 2 des Auslieferungsersuchens oder Y. (Albanien) gemäss Beilage 3 des Ausliefe- rungsersuchens. Die Städte seien ca. 40 km voneinander entfernt. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass der Beschwer deführer und H. am 31. August 2005 im Hotel eingecheckt haben sollen, wenn die Tat am 30. August 2005 verübt worden sein soll. Auch hierbei handle es sich um eine offensichtliche Unklarheit, die auf wesentliche Untersuchungsmängel zurückzu führen sei (act. 1 S. 16). 6.2 In inhaltlicher Hinsicht hat das Ersuchen eine Darstellung der Handlungen zu enthalten, derentwegen um Auslieferung ersucht wird (Art. 12 Ziff. 2 lit. b EAUe). Dabei sind Zeit und Ort ihrer Begehung sowie ihre rechtliche Wür- digung unter Bezugnahme auf die anwendbaren Gesetzesbestimmungen so genau wie möglich anzugeben. Es reicht in der Regel aus, wenn die An- gaben im Auslieferungsersuchen sowie in dessen Ergänzungen und Beil a- gen es den schweizerischen Behörden ermöglichen zu prüfen, ob ausre i- chende Anhaltspunkte für eine auslieferungsfähige Straftat vorliegen, ob - 15 - Verweigerungsgründe gegeben sind bzw. für welche mutmasslichen Deli k- te dem Begehren allenfalls zu entsprechen ist. Der Rechtshilferichter muss namentlich prüfen können, ob ein politisches Delikt vorliegt und ob die V o- raussetzung der beidseitigen Strafbarkeit erfüllt ist. Es kann hingegen nic ht verlangt werden, dass die ersuchende Behörde die Tatvorwürfe bereits a b- schliessend mit Beweisen belegt. Der Rechtshilferichter hat weder Tat - noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürd i- gung vorzunehmen. Er ist vielmehr an die Sa chverhaltsdarstellung im E r- suchen gebunden, soweit sie nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche entkräftet wird (B GE 133 IV 76 E. 2.2 m.w.H.; TPF 2012 114 E. 7.3 m.w.H.). 6.3 Dem Auslieferungsersuchen und den weiteren Auslieferungsunterlagen ist folgender Sachverhaltsvorwurf zu entnehmen: Beim Gericht der ersten Instanz für schwere Straftaten in Tirana werde das Strafverfahren Nr. 35 aus dem Jahre 2005 wegen krimineller Organisation, Mord, unerlaubter Herstellung und Besitz von Waffen und Kriegsmunition etc. gegen die Angeklagten B., I., J., K., L., M., N., O., P., Q., R., S., T., BB., den Beschwerdeführer und H. fortgesetzt. Der Beschwerdeführer sei dabei der Tötung mit Vorbed acht in Mittäterschaft im Versuchsstadium g e- gen B., begangen am 30. August 2005, und der Herstellung und Besitz von Kriegswaffen und Munition angeklagt. Aus den bisherigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft für Schwere Kr i- minalität Tirana (nachfolgend "S taatsanwaltschaft Tirana") habe sich erg e- ben, dass von 1998 bis 2002 die Angeklagten B., J., K., L., I., CC. und (die ermordeten) DD., EE., FF., Mitglieder einer kriminellen Organisation gew e- sen seien, die von B. und DD. geführt gewesen sei. Später sei es zwischen den beiden Führern zu Konflikten bezüglich der Kontrolle des Rauschgif t- handels und der aus diesen Geschäften gemach ten Profite gekommen, was zur Aufspaltung der kriminellen Organisation geführt habe. Nach der Aufspaltung im Jahre 2002 habe DD. die Organisation mit den Angeklagten I., L. etc. geführt, während der Angeklagte B. den anderen Teil der Organi- sation geführt habe, deren Mitglieder die Angeklagten J., K., etc. gewesen seien. Am 26. Februar 2005 sei DD. getötet worden. I. und L., welche spä ter die Führung der Organisation übernommen haben sollen, seien davon ausg e- gangen, dass DD. von B. zusammen mit K. und J. ermordet worden sei. Aus diesem Grund hätten sich I. und L. entschieden, den Tod von DD. zu - 16 - rächen, indem sie versucht hätten, B. und seine besten Komplizen, d.h. J. und K., zu ermorden. Um ihr kriminelles Vorhaben zu erfüllen, sollen I. und L. noch O., R., Q., P. und S. als Mitglieder der Organisation aufgenommen haben, um den Mord an B. zu ermöglichen. O. habe die Profikiller R. und Q. gefunden, welche gegen eine Bezahlung von EUR 100'000.-- B. hätten töten sollen. Da R. und Q. die Strassen von Z. nicht gekannt hätten, habe sie T. aus Z. für eine Belohnung von EUR 20'000.-- gefahren. Am 5. April 2005 seien R. und Q., gefahren von T., in Z. unterwegs gewesen mit dem Ziel, B. zu ermorden. Da ein Polizist ihr Fahrzeug angehalten habe, hätten d ie Angeklagten das Fahrzeug schnell verlassen und dabei die Waffen im Auto zurück gelassen. Aus diesem Grund habe der geplante Mord nicht umgesetzt w erden kön- nen. Nach diesem ersten gescheiterten Mordversuch hätten I. zusammen mit L. und O., P. und Q. als Profimörder engagiert und ihnen eine Belohnung von EUR 150'000.-- versprochen. Q. habe über eine lange Z eit die Bewegu n- gen von B. überwacht. Nach dem Zeichen von Q. habe sich P. am 5. Mai 2005 B. genähert und ihn angeschossen. B., GG. und HH. seien dabei ver- letzt worden. Um B. auf jeden Fall zu eliminier en, hätten sich I. mit Hilfe von N. mit zwei kosovo-albanischen Profikillern, H. und dem Beschwerdeführer, in Verbin- dung gesetzt. Beide hätten gegen eine Belohnung von EUR 80'000.-- die Ermordung von B. übernommen. Um den Mord umzusetzen , hätten di e beiden Profikiller die Hilfe des ebenfalls angeklagten M. gebraucht, welcher sie orientieren und ihnen den Standort von B. zeigen würde. Sie seien nach Z. gefahren und hätten sich mit zwei P istolen bewaffnet. Die beiden ang e- klagten H. und der Beschwerdeführer hätten sich am 30. August 2005 g e- gen ca. 14.30 Uhr dem Lokal von B. in Z. genähert und hätten sich in zwei Richtungen geteilt, wobei sie Wache gehalten hätten, um auf ihn zu schies- sen und ihn zu ermorden. In dieser Zeit habe sich versehentlich der Ang e- klagte H. mit der Waffe verletzt, als er auf B. hätte schiessen sollen. Daher sei auch dieser kriminelle Plan gescheitert, da direkt nach dem Schuss die Polizei am Tatort erschienen sei. Am gleichen Tag habe die Kriminalpolizei der Stadt Z. die Fingerabdrücke des Beschwerdeführers und H. abgenom- men. Bei den Polizeieinvernahmen hätten die Be iden ihre kriminelle A b- sicht kaschiert und nicht die Wahrheit gesagt, indem sie versucht hätten, verschiedene Alibis zu finden. Nach den Ermittlungen des Jahres 2006 und der guten Zusammenarbeit mit L. hätten sich die Täter dieser Straftat he r- ausgestellt und so auch die Rolle und Tätigkeit des Beschwerd eführers. - 17 - Bezüglich der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen St raftat würden meh- rere Beweismittel vorl iegen. Der M itangeklagte L. habe mit der St aatsan- waltschaft Tirana ein Abkommen getroffen und im Einzelnen die Tat g e- schildert. 6.4 Zunächst ist festzuhalten, dass sich d er Beschwerdeführer selber in seiner Beschwerde auf einen beigelegten online-Artikel vom 16. Januar 2012 samt Überset zung stützt, wonach am 2. Dezember 2011 das Gericht für Schwere Straftaten ihn zusammen mit den Mitgliedern der "Bande von Z." zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt haben soll (act. 1 S. 17; act. 1.5). Der Beschwerdeführer bezweifelt demnach nicht, dass in Albanien das im Auslieferungsersuchen genannte Strafverfahren gegen ihn und die weite- ren genannten Personen tatsächlich geführt wird. Entgegen der Darstellung der Rechtsvertreterin ist sodann d er Umstand, dass die rivalisierenden "Bandenmitglieder", welche nicht nur Täter sondern teilwe ise auch Opfer ihrer Gegenspieler seien, gemäss den Angaben der albanischen Behörden in einem Strafverfahren beurteilt werden sollen, per se nicht weiter ausser- gewöhnlich. 6.5 Was den gegenüber dem Beschwerdeführer konkret erhobenen Sachver- haltsvorwurf anbelangt, anerkannte jener, die von den alban ischen Behör- den gesuchte Person zu sein. Vor diesem Hintergrund ist die von der ers u- chenden Behörde angegebene Staatsangehörigkeit nicht ausschlaggebend und für die Einholung ergänzender Auskünfte über die Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers best eht kein Anlass. Der Beschwerdeführer gab weiter ausdrücklich zu, am betreffenden Tag mit H., einem Kriegskamer a- den, nach Z. gebracht worden zu sein, um - wie im Ersuchen geschildert - dort B. zu töten. Es treffe auch zu, dass ihm und H. gesagt worden sei, dass sie sehr viel Geld dafür bekommen würden . Ihnen beiden sei es f i- nanziell schlecht gegangen. Er bestätigte ebenfalls, dass sich an jenem Tag H. selber verletzt habe (s. act. 5.13 S. 5 bzw. 6 ff.) . Mit anderen Wor- ten anerkannte der Beschwerdeführer den ges childerten äusseren Tata b- lauf. Soweit seine Rechtsvertreterin diesbezüglich Fehler und Ungereim t- heiten im Auslieferungsersuchen rügt, erweist sich ihre Kritik bereits im A n- satz als unbehelflich. 6.6 Der Beschwerdeführer widersetzt sich dem Sachverhaltsvorwurf insofern, als er abstreitet, dass er B. habe töten wollen. Er negiert den entsprechen- den Tatentschluss und macht im Wesentlichen Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe geltend. Im Einzelnen bringt er Folgendes vor: - 18 - Er sei zunächst nach Albanien gega ngen, um dort auf Vermittlung von II. auf einer Baustelle zu arbeiten. Dort seien dann aber bewaffnete Personen in die Wohnung eingedrungen und hätten ihnen gesagt, sie würden getötet, falls sie nicht eine Person in Z. töten würden. Diese Leute hätten ihm und H. Frist bis zum nächst en Tag gesetzt, um das zu überlegen. Sie seien nach Z. gebracht worden und hätten dort B. töten sollen. Beide hätten eine Pistole mit je 8 Schüssen erhalten. Während dieser Zeit hätten sie sich in einer Wohnung gegenüber dem Rest aurant von B. befunden. Sie beide hätten aber B. nicht töten wollen. Um aus dieser Situation wieder rausz u- kommen, habe H. auf sich selber geschossen. H. sei ins Spital eingeliefert worden. Er selber sei in der Folge von der Polizei zum Polizeiposten g e- bracht und dort einvernommen worden. Nach seiner Einvernahme sei er frei gelassen un d aufgefordert worden, in die W ohnung zurück zu gehen. Dort habe er zwei Personen gesehen, welche ihren Pistolen Schalldämpfer aufgesetzt hätten. Er sei dann aus dem Fe nster gesprungen und nach X. im Kosovo geflüchtet. Dort habe er II. zur Rede gestellt. Er habe ihn g e- fragt, was er ihm angetan habe, damit dieser ihm diese Probleme einbr o- cke. II. habe ihn auf seine Aussagen gegenüber den Unmik -Vertretern in Kosovo verwiesen. Darin habe er gegen D., JJ. und KK. wegen Krieg s- verbrechen Aussagen gemacht. Das Auslieferungsverfahren st ehe im Z u- sammenhang mit seinen A ussagen gegen diese drei Personen. D. und JJ. würden in Albanien grossen Respekt geni essen und hätten grosse G e- schäfte in Albanien. Die Idee zu seiner Liquidation stamme von JJ. II. habe gesagt, es sei geplant gewesen, dass der Beschwerdeführer Albanien nicht lebend verlassen sollte. Er habe verstanden, dass er nach Albanien g e- bracht worden sei, um B. zu töten und anschliessend selbst getötet zu wer- den. Aus diesem Grund habe er das Haus zwei Jahre nicht mehr verla s- sen. Vertreter der UC K seien bei ihm zu Hause erschi enen und hätten ihn davor gewarnt, als Zeuge vor dem Kriegsverbrecher Tribun al in Den Haag gegen die drei Personen zu erscheinen. Er habe das nicht akzeptiert (act. 5.13 S. 5 bzw. 6 ff.). 6.7 Weder vom Beschwerdeführer noch von seiner Rechtsvertreterin wird ge- mäss den vorstehenden Ausführungen bestritten, dass dem albanischen Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer und dem Auslieferungsers u- chen bei Annahme eines entsprechenden Vorsatzes eine reelle Straftat (versuchter Mord an B.) in Albanien zu Grunde liegt. Deren strafrechtliche Aufklärung ist grundsätzlich Aufgabe der zuständigen Strafverfolgungsbehörden in Albanien. Führen die albanischen Behörden in dieser Sache ein Strafverfahren gegen den betreffenden Täter und er su- chen sie um dessen Auslieferung, ist darin per se kein missbräuchliches Vorgehen zu erkennen. Ob es sich beim Beschwerdeführer um einen "Pro-- 19 - fikiller" im Einsatz für eine kriminelle Organisation handelt, wie in der A n- klageschrift aufgeführt , oder um ein Nötigungsopfer, wie von ihm selber dargestellt, ist vom zuständigen Sachgericht in Albanien zu beurteilen. Der Rechtshilferichter hat weder Tat - noch Schuldfragen zu prüfen und grun d- sätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen. Er ist vielmehr an die Sachverhaltsdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit sie nicht durch o f- fensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche entkräftet wird (vgl. supra E. 6.2). Solche Mängel hat die Rechtsvertreterin mit ihren Vorbringen , so- weit sie in der Sache überhaupt zutreffen, nicht aufge zeigt. Im Gegenteil anerkennen sowohl der Beschwerdeführer als auch seine Re chtsvertrete- rin, wie vorstehend ausgeführt, grundsätzlich den im Auslieferungsers u- chen geschilderten äusseren Tatablauf. Ebenso wenig wird bestritten, dass das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer Teil des Strafverfahrens gegen mehrere Beschuldigte wegen krimineller Organisation ist, so wie dies von den albanischen Behörden dargestellt wird. Es ist zwar richtig, dass gemäss der mit dem Auslieferungsersuchen einge- reichten Anklageschrift vom 16. Juni 2007, dem Beschwerdeführer (Ang e- klagter Nr. 17) "Tötung mit Vorbedacht in Mittäterschaft, geblieben im Ve r- suchsstadium" zum Nachteil von B. und "Unerlaubte Herstellung und Besitz von Waffen und Kriegsmunitionen" vorgeworfen wird (act. 5.9.8). Die ersu- chende Behörde erklärt demgegenüber in ihrem Auslieferungsersuchen am 15. September 2011 gestützt auf die Anordnung der Untersuchungshaft vom 1. Juni 2007, dass der Beschwerdeführer für die Begehung der Stra f- taten "versuchte Tötung mit Vorbedacht, in Mittäterschaft", "unerlaubter Besitz von Militärwaffen", " Gründung einer kriminellen Organisation" und "Begehung von Verbrechen durch die kriminelle Organisation und die struk- turierte kriminelle Gruppierung" angeklagt worden sei (act. 5.9.1). Diese Abweichung lässt sich ohne Weiteres mit dem laufenden Strafverfahren er- klären, in dessen Rahmen neue Vorwürfe hinzukommen und andere we g- fallen können. Der vorliegend massgebliche Auslieferungssachverhalt ist davon unberührt geblieben, weshalb der Beschwerdeführer in casu nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Nach de m Gesagten genügt die im Auslieferungsersuchen enthaltene Schilderung des Tatablaufs den Anforderungen des Art. 12 EAUe. Ausge- hend von der Darstellung des Sachverhaltsvorwurfs im Auslieferungssac h- verhalt sind keine Anhaltspunkte für ein konstruiertes Ausli eferungsersu- chen ersichtlich. Ebenso wenig erscheint es als mangelhaft und mis s- bräuchlich. - 20 - 7. 7.1 Unter dem Titel "politischer Zusammenhang" macht die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers einen Ausschlussgrund gemäss Art. 3 Abs. 1 des EAUe geltend. Zur Begründung führt sie gemäss eigener Zusammenfa s- sung Folgendes aus: Der Beschwerdeführer hätte aufgrund seiner Aussagen gegen Mitglieder der UCK zu einem Tötungsdelikt gezwungen werden sollen, was nicht funk- tioniert habe. Die Motivation bestehe neben d er Tatsache, dass der B e- schwerdeführer ein wichtiger Zeuge für Kriegsverbrecherprozesse sei, d a- rin, dass er als Verräter angesehen werde, welcher die Fronten und somit auch seine politische Gesinnung gewechselt habe, indem er von der UCK zur FARK gegangen sei und unter ihr gedient habe. Gerade deswegen sei er nach seiner Rückkehr mehrfach angegangen, diskriminiert und verurteilt, sogar geschlagen, angeschossen und unrechtmässig inhaftiert worden. Dadurch, dass der Beschwerdeführer die Aussagen gegen die UCK Funk- tionäre nun zu Protokoll gegeben habe, werde der Beschwerdeführer ve r- folgt - sowohl im Kosovo als auch in Albanien, wohin sich der Wirkung s- kreis der UCK ohne Weiteres erstrecke (act. 1 S. 18 ff., 20). 7.2 Gemäss Art. 1 EAUe sind die Vertragsparteien grun dsätzlich dazu ve r- pflichtet, einander Personen auszuliefern, die von den Justizbehörden des ersuchenden Staates wegen einer strafbaren Handlung verfolgt oder zur Vollstreckung einer Strafe oder einer sichernden Massnahme gesucht we r- den. Auszuliefern ist we gen Handlungen, die sowohl nach dem Recht des ersuchenden als auch nach dem des ersuchten Staates mit einer Freiheit s- strafe oder die Freiheit beschränkenden sichernden Massnahme im Höchstmass von mindestens einem Jahr oder mit einer schwereren Strafe bedroht sind (Art. 2 Ziff. 1 EAUe; Art. 35 Abs. 1 IRSG). Ist im Hoheitsgebiet des ersuchenden Staates eine Verurteilung zu einer Strafe erfolgt oder eine sichernde Massnahme angeordnet worden, so muss deren Mass minde s- tens vier Monate betragen (Art. 2 Ziff. 1 Satz 2 EAUe). 7.3 Die Auslieferung wird nicht bewilligt, wenn die strafbare Handlung, deren t- wegen sie begehrt wird, vom ersuchten Staat als eine politische oder eine mit einer solchen zusammenhängende strafbare Handlung angesehen wird (Art. 3 Ziff. 1 EAUe und Art. 3 Abs. 1 IRSG). Weder das EAUe noch das Europäische Übereinkommen zur Bekämpfung des Terrorismus vom 27. Januar 1977 (EÜBT, SR 0.353.3) definieren den Begriff des politischen Deliktes näher, weshalb die Vertragsstaaten hier über ein weites Ermessen v erfügen. In seiner Praxis unterscheidet das - 21 - Bundesgericht zwischen "absolut" politischen und "relativ" politischen Delik- ten. "Absolut" politische Delikte stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit politischen Vorgängen. Darunter fallen namentlich Straftaten, welche sich ausschliesslich gegen die soziale und politische Staatsorganisation richten, wie etwa Angriffe gegen die verfassungsmässige Ordnung, La n- des- oder Hochverrat. Ein "relativ" politisches Delikt liegt vor, wenn einer gemeinrechtlichen Straftat im konkreten Fall ein vorwiegend politischer Charakter zukommt (BGE 130 II 337 E. 3.2 mit Hinweisen). Der vorwiegend politische Charakter ergibt sich aus der politischen Natur der Umstände, Beweggründe und Ziele, die den Täter zum Handeln bestimmt haben und die in den Augen des Rechtshilferichters vorherrschend erscheinen. Das Delikt muss stets im Rahmen eines Kampfes um die Macht im Staat b e- gangen worden sein und in einem engen Zusammenhang mit dem G e- genstand dieses Kampfes stehen. Darüber hinaus müssen die f raglichen Rechtsgüterverletzungen in einem angemessenen Verhältnis zu den ang e- strebten Zielen stehen, und die auf dem Spiel stehenden politischen Int e- ressen müssen wichtig und legitim genug erscheinen, um die Tat zumi n- dest einigermassen verständlich ersche inen zu lassen (BGE 130 II 337 E. 3.2 mit Hinweisen). Bei schweren Gewaltverbrechen, namentlich T ö- tungsdelikten, wird der politische Charakter in der Regel verneint. Ausna h- men könnten allenfalls bei eigentlichen offenen Bürgerkriegsverhältnissen gegeben sein (BGE 130 II 337 E. 3.3 mit Hinweisen). 7.4 Die dem Beschwerdeführer vorgeworfene Straftat, der versuchte Mord an B., ein – gemäss Angaben des Beschwerdeführers – "berühmtes und b e- rüchtigtes Oberhaupt einer bekannten kriminellen Organisation" (act. 1 S. 19), ist an sich weder im Rahmen eines Kampfes um die Macht im Staat begangen worden, noch steht es in einem engen Zusammenhang mit dem Gegenstand dieses Kampfes. Dass die Umstände, Beweggründe und Zi e- le, die den Beschwerdeführer als Täter zum Handeln bestimmt haben, poli- tischer Natur sein sollen, ist ebenfalls nicht zu erkennen. Nach seiner eige- nen Darstellung war sein Handeln von der Angst bestimmt, selber getötet zu werden. Von seiner persönlichen Warte aus waren demnach mi t dem ihm vorgeworfenen Handeln weder direkt noch indirekt politische Ziele ve r- bunden. Der Beschwerdeführer scheint sich denn auch vielmehr darauf zu berufen, dass nicht er, sondern seine "Auftraggeber" politische Ziele verfolgt hätten, indem sie ihn zur Ermordung von B. gezwungen hätten. Das mit dem er- zwungenen Mordauftrag angeblich verbundene Ziel, den Beschwerdeführer als Belastungszeugen in Verfahren wegen Kriegsverbrechen zu elimini e- ren, weist insofern politischen Charakter auf, als die betreffenden mutmass-- 22 - lichen Kriegsverbrecher infolge fehlender belastender Zeugenaussagen straflos geblieben wären und sich damit nach wie vor in ihren jeweiligen Positionen an der Staatsmacht hätten beteiligen können. Es liegt somit ein politischer Zusammenhang mit quasi umgekehrten Vorzeichen vor. Doch selbst die fraglichen Täter vermöchten – weder im Zusammenhang mit dem Mord an B. noch mit der angeblich erzwungenen Beauftragung des B e- schwerdeführers – indes, für sich einen Ausschlussgrund gemäss Art. 3 Abs. 1 EAUe zu begründen. Wei tere Erwägungen erübrigen sich, da der Beschwerdeführer die Ziele seiner angeblichen "Auftraggeber" und deren Hintermänner offensichtlich ohnehin nicht teilt. 7.5 Nach dem Gesagten steht fest, dass das dem Beschwerdeführer vorgewor- fene Delikt, derentwegen seine Auslieferung verlangt wird, eine auslief e- rungsfähige Straftat im Sinne von Art. 2 EAUe darstellt und e in Au s- schlussgrund gemäss Art. 3 Ziff. 1 EAUe nicht vor liegt. Seine Rüge geht fehl. 8. 8.1 Wie vorstehend bereits in anderem Zusammenhang angeführt , macht die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers des Weiteren geltend, er werde sowohl im Kosovo als auch in Albanien verfolgt. Wesentlich sei, dass JJ., D. und LL. allesamt aus demselben Dorf im Koso- vo stammten. Sie hätten sowohl gute Beziehungen untereinand er als auch zu den albanischen Behörden. Die UCK habe auch nach Kriegsende die Macht im Kosovo behalten. Die ehemaligen Funktionäre seien an die Macht gelangt und hätten bis heute wesentlichen Einfluss auf die polit i- schen Entscheidungen und die gesamte Ver waltung (act. 1 S. 20) . Zu den albanischen Behörd en, insbesondere zur sozialistischen Partei Albaniens (PS) bestünden seitens JJ., D. und LL. ausgezeichnete Beziehungen, wel- che insbesondere auf dem sozialistischen Hintergrund sowohl der UCK als auch der PS beruhten. Diese Verbindung sei historisch gewachsen und die Betroffenen sähen sich als Genossen, welche zusammen hielten und sich gegenseitig unterstützten. So habe insbe sondere D. ausgezeichnete B e- ziehungen zu MM., dem Parteivorsitzenden der sozialistisc hen Partei und aktuellen Ministerpräsident Albaniens und NN., dem ehemaligen Premie r- minister Albaniens, Mitglied des albanischen Parlaments und Angehöriger der PS. Dass sich das Wirkungsfeld krimineller Banden kosovo-albanischer Herkunft bis nach Albanien erstrecke, habe im Übrigen auch der B e- schwerdegegner nicht ausschliessen können (act. 1 S. 20). - 23 - 8.2 Gemäss Art. 3 Ziff. 2 EAUe sowie Art. 2 lit. b IRSG wird die Auslieferung ebenso nicht bewilligt, wenn der ersucht e Staat ernstliche Gründe hat, a n- zunehmen, dass das Auslieferungsersuchen we gen einer nach ge meinem Recht strafbaren Handlung gestellt worden ist, um eine Person aus rass i- schen, religiösen, nationalen oder auf politischen Anschauungen beruhe n- den Erwägungen zu verfolgen oder zu bestrafen, oder dass die verfolgte Person der Gefahr einer Erschwerung ihrer Lage aus einem dieser Gründe ausgesetzt wäre. In Art. 3 Ziff. 2 EAUe wird auch d er Grundsatz des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement-Prinzips an den Verfolgerstaat gemäss Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention; SR 0.142.30) konkretisiert: Danach sind Flüchtlinge i.S.v. Art. 1A Flüchtlingskonvention von der Auslieferungsverpflichtung aus- zunehmen, soweit die Auslieferung von dem Staat verlangt wird, in dem ei- ne Gefährdung aus den in Art. 3 Ziff. 2 EAUe erwähnten Gründen droht. Vorbehältlich der Ausnahme gemäss Art. 33 Abs. 2 Flüchtlingskonvention ist demnach die Auslieferung in den Verfolgerstaat ausgeschlossen. 8.3 Um den Schutz der Bestimmungen von Art. 3 Ziff. 2 EAUe und Art. 2 lit. b IRSG beanspruchen zu können, genügt es nicht, dass die Person, deren Auslieferung verlangt wird, behauptet, aufgrund einer besonderen recht s- politischen Lage bedroht zu sein. Sie muss vielmehr in glaub hafter Weise darlegen, inwiefern ernsthafte und objektive Risiken einer verbotenen Di s- kriminierung bestehen sowie konkret aufzeigen, dass die strafrechtliche Verfolgung nur vorgeschoben und in Wirklichke it politisch motiviert ist (BGE 132 II 469 E. 2.4 S. 472 f.; 129 II 268 E. 6.3 S. 272). Hat der von der Auslieferung Betroffene ein Asylgesuch gestellt, so kann die Rechtshilfebehörde die Auslieferung nur unter dem Vorbehalt gewä h- ren, dass das Asylgesuch abgewiesen wird. Wurde dem Verfolgen bereits Asyl gewährt und wurde er damit als Flüchtling anerkannt (i.S.v. Art. 1(A) der Flüchtlingskonvention und Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG; SR 142.31]), so ist die Auslieferungsbehörde an den Entscheid der Asylbehörde gebunden und hat die Auslief erung zu verweigern (s.o. flücht- lingsrechtliches Non -Refoulement-Prinzip gemäss Art. 33 Abs. 1 des Flüchtlingsabkommens sowie Art. 59 AsylG ; zum Ganzen BGE 122 II 373 E. 3d S. 380 f.; Urteil des Bundesgerichts 1A.267/2005 vom 14. Dezember 2005, E. 3.1 ). Wurde demgegenüber das Asylgesuch bereits durch einen rechtskräftigen Entscheid abgelehnt, hält sich der Auslieferungsrichter grundsätzlich an die Sachverhaltsfeststellung des Asylverfahrens und die - 24 - Erwägungen, die zu dieser Ablehnung g eführt haben (BGE 13 2 II 469 E. 2.5 S. 473 m.w.H.). 8.4 Nach der Lehre steht der Asylstatus einer Auslieferung in einen Drittstaat nicht entgegen, sofern keine Weiterlieferung in das Herkunftsland droht (STEFAN HEIMGARTNER, Auslieferungsrecht, Diss., Zürich 2002, S. 104 f.; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 467 S. 506). Gemäss Art. 15 EAUe darf der ers u- chende Staat, ausser im Falle des Art. 14 Ziff. 1 Bst. b, den ihm Ausgeli e- ferten, der von einer anderen Vertragspartei oder einem dritten Staat w e- gen vor der Übergabe begangener strafbarer Handlungen gesucht wird, nur mit Zustimmung des ersuchten Staates der anderen Vertragspartei oder dem dritten Staat ausliefern. Gegen den Weiterlieferungsentscheid des Bundesamtes ist die Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bunde s- strafgerichts zulässig (Art. 55 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 2 IRSG). 8.5 Das Bundesamt für Migration gewährte dem Beschwerdeführer mit Verfü- gung vom 14. Januar 2011 Asyl (act. 5.2 ; s. supra lit. B ). Es kam zum Schluss, dass der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 3 Abs. 1 und 2 Asyl- gesetz die Flüchtlingseigenschaft erfülle. Gemäss Art. 3 Abs. 1 AsylG sind Flüchtlinge Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gr uppe oder wegen ihrer politischen A n- schauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Der in Rechtskraft erwachsene Asylentscheid vom 14. Januar 2011 stützt sich auf die Akten, ohne im Einzelnen die Entscheidgründe zu nennen. Die vom Beschwerd e- führer bei seiner Einreise geltend gemachten Asylgründe bezogen sich ausschliesslich auf sein Heimatland Kosovo, in dem er gemäss eigenen Angaben gleichzeitig zuletzt wohnte. Seinen damaligen Schil derungen ist nicht zu entnehmen, dass seine Gesuchsgründe auch Albanien betr äfen. Der Flüchtlingsstatus gilt demnach im Grundsatz lediglich gegenüber dem Kosovo. 8.6 Wie vorstehend angeführt, begründet der Beschwerdeführer seinen Ei n- wand, dass er nicht nur im Kosovo, sondern auch in Albanien verfolgt we r- de, im Wesentlichen mit den angeblich ausgezeichneten Beziehungen zw i- schen JJ., D. und LL. und den albanischen Behörden, insbesondere der sozialistischen Partei Albaniens PS. Es entspricht einer Tatsache, dass Al- banien sehr gute Beziehungen zum Kosovo unterhält, mit welchem es u.a. Abkommen im Bereich Rechtshilfe in Strafsachen, Auslieferung, Überstel- lung verurteilter Personen, Zusammenarbeit bei der Besteuerung und B e- kämpfung der Steuerhinterziehung abgeschloss en hat (s. Fortschrittsbe-- 25 - richt der Europäischen Kommission vom 16. Oktober 2013 über Albanien, SWD[2013] 414 final, S. 12). Entsprechend dürfte auch zwischen den j e- weiligen Entscheidträgern ein sehr gutes Einvernehmen vorliegen. Allein daraus lässt sich al lerdings nicht ableiten, dass der albanische Staat , auf den ohnehin innenpolitisch widerstreitende Kräfte wirken, sich die vom Be- schwerdeführer geltend gemachten Ziele von JJ., D. und LL. zu eigen ma- chen würde. Ebenso wenig erlaubt die besondere kulturelle, politische und geographische Nähe Albaniens zum Kosovo konkrete Rückschlüsse auf eine vergleichbare Verfolgungssituation in Albanien . Im Übrigen hat sich der albanische Staat trotz dieser Nähe nicht am Kosovo-Krieg beteiligt. Am 19. September 2008 unterz eichnete Albanien sodann ein Abkommen b e- treffend Vollstreckung von Urteilen des ICTY und stellte damit seine Haf t- einrichtungen hierfür zur Verfügung (s. entsprechende Pressemitteilung des ICTY). Mit dem allgemeinen Hinweis auf die angeblich ausgezeichne- ten Beziehungen zwischen den albanischen Behör den bzw. deren Vertr e- tern und den wegen Kriegsverbrechen angeklagten Personen hat der B e- schwerdeführer nicht glaubhaft gemacht, dass seine strafrechtliche Verfol- gung in Albanien nur vorgeschoben und in Wirklichkei t politisch motiviert sei. Die Rechtsvertreterin gibt in der Beschwerdeschrift unter dem Titel "Sachverhalt" zwar die Schilderung des Beschwerdeführers wieder, w o- nach anlässlich seiner Verhaftung nach der versuchten Ermordung von B. zwei der Auftraggeber in Polizistenuniform erschienen seien und demnach für den albanischen Staat arbeiten würden (act. 1 S. 23). In ihren rechtl i- chen Ausführungen wird dieser Umstand zur Begründung der geltend ge- machten Verfolgung des Beschwerdeführers aber nicht angeführt . Ohne genauere Angaben lässt sich die Darstellung des Beschwerdeführer s nicht auf ihre Glaubhaftigkeit hin überprüfen. Wie unter Ziff. 6.7 bereits ausge- führt, ergeben sich auch nicht aus den Auslieferungsunterlagen Anhalts- punkte für die geltend gemachte politische Verfolgung des Beschwerdefüh- rers. 8.7 Der Beschwerdeführer wendet des Weiteren ein, dass die von den alban i- schen Behörden abgegebene Garantie nicht klar ausschliesse, dass er an den Kosovo ausgeliefert werden könnte, was ebenso fa tal wäre, wie die Auslieferung nach Albanien selbst. Die Zusicherung müsse klar machen, dass die Auslieferung an einen Drittstaat unter keinen Umständen in Frage kommt, wie dies Art. 15 EAUe vorsehe (act. 1 S. 28). Die von den albanischen Behörden abgege bene Zusicherung lautet , wie vom Beschwerdegegner gefordert, wie folgt (act. 5.14): - 26 - "6. Aucun acte commis par la Personne extradée antérieurement à la remise et pour lequel l'extradition n'a pas été consenti ne donnera lieu à poursuite, à co n- damnation ou à réextradition à un Etat tiers et aucun motif [lié] à l'extradition n'entrainera une restriction à la liberté individuelle de cell e-ci. Cette restriction tombera si, dans le délai de quarante -cinque jours suivant sa libération condi- tionnelle ou définitive, la personne extradée n'a pas quitte [quitté] le territoire al- banais, après avoir être instruit des conséquences y relatives et après avoir la possibilité de s'en aller, il en va de même si la personne extradée retourne en République d'Albanie après l'a voir quitté ou si elle y est ramenée par un Etat tiers." Gemäss der abgegebenen Zusicherung wird d ie Weiterlieferung an einen Drittstaat ohne Zustimmung des Beschwerdegegners somit ausgeschlos- sen. Darunter fällt selbstredend auch der Kosovo. Davon ausgehend ist die Einholung einer spezifischen Garantie der Nicht -Auslieferung an Kosovo nicht erforderlich. Zur Frage der Wirksamkeit der vorstehenden Erklärung, d.h. ob sie eine genügende Garantie dar stellt, dass der Beschwerdeführer nicht ohne vorgängige Zustimmung durch die schweizerischen Behörden von Albanien namentlich an den Kosovo ausgeliefert wird, ist auf die nac h- folgenden Erwägungen zu verweisen (s. Ziff. 10.6 f.). Gemäss Art. 32 Ziff. 3 der Flüchtlingskonvention, welcher auch Albanien beigetreten ist, räumen zudem die vertragsschliessenden Staaten einem ausgewiesenen Flüchtling eine angemessene Frist ein, um ihm den Ve r- such zu einer rechtmässigen Einreise in ein anderes Land zu ermöglichen. Dem Beschwerdeführer steht es somit frei, nach Abschluss des Verfahrens in Albanien und Verbüssung einer allfälligen Freiheitsstrafe in das Land seiner Wahl auszureisen. Dem Beschwerdeführer ist nach Abschluss des albanischen Verfahrens die Wiedereinreise in die Schweiz aufgrund des positiven Asylentscheids möglich . Wenn der Beschwerdeführer wieder in die Schweiz einreisen möchte, sind die albanischen Behörden gestützt auf Art. 32 Ziff. 3 Flüchtlingskonvention nicht befugt, diesen an den Kosovo "auszuschaffen", was gleichzeitig einem Verstoss gegen Art. 15 EAUe bzw. die abgegebene Garantieerklärung gleichkäme. 9. 9.1 Die Rechtsvertreterin führt weiter aus, der Beschwerdeführer habe herau s- gefunden, dass er bereits verurteilt worden sei. Der Prozess habe bereits vor dem Amtsgericht in Tirana, vor einer zweiten Instanz und nun vor dritter (und letzter nationaler) Instanz in Abwesenheit des Beschwerdeführers stattgefunden, ohne dass er dazu gehörig geladen worden sei oder ihm die Möglichkeit gegeben worden sei, sich zur Sache zu äussern (act. 1 S. 17) . Abschliessend hält sie fest, dass mehrfache, klare Verstösse gegen Art. 6 - 27 - EMRK vorliegen würden, aufgrund derer die Auslieferung bereits zwingend zu verweigern sei (act. 1 S. 18) . Da bereits mehrfache Verstösse gegen Art. 6 EMRK stattgefunden hätten, werde klar, dass den Beschwerdeführer nicht ansatzweise ein faires Verfahren in Albanien erwarten werde (act. 1 S. 30). 9.2 Ersucht eine Vertragspartei eine andere Vertragspartei um Auslieferung e i- ner Person zur Vollstreckung einer Strafe oder einer sichernden Massnah- me, die gegen sie in einem Abwesenheitsurteil verhängt worden ist, so kann die ersuchte Vertragspartei die Auslieferung zu diesem Zweck able h- nen, wenn nach ihrer Auffassung in dem diesem Urteil vorangehenden Ver- fahren nicht die Mindestrechte der Ver teidigung gewahrt worden sind, die anerkanntermassen jedem einer strafbaren Handlung Beschuldigten zust e- hen (Art. 3 Ziff. 1 Satz 1 des 2. ZP). Bei der Beurteilung der Frage, ob im ausländischen Abwesenheitsverfahren die Mindestrechte der Verteidigung gewahrt worden sind, verfügen die Rechtshilfebehörden des ersuchten Staates über einen erheblichen Ermessensspielraum ( BGE 117 Ib 337 E. 5c S. 345; Urteil des Bundesgerichts 1A.261/2006 vom 9. Januar 2007, E. 3.2). Der Verfolgte hat grundsätzlich Anspruch darauf, in seiner Anw e- senheit verurteilt zu werden (Art. 6 EMRK; Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 14 des in- ternationalen Paktes vom 16. Dezember 1966 über bürgerliche und polit i- sche Rechte, UNO-Pakt II, SR 0.103.2). Nach der Rechtsprechung sind die minimalen Verteidigungsrechte des abwesenden Angeklagten im Sinne von Art. 3 des 2. ZP jedoch gewahrt und das Abwesenheitsurteil bilde t kein Hindernis für die Auslieferung, wenn dieser an der Gerichtsverhandlung durch einen frei gewählten Verteidiger vertreten wurde, der an der Ve r- handlung teilgenommen hat und Anträge stellen konnte ( BGE 129 II 56 E. 6.2 am Schluss und E. 6.3 S. 60 f.; U rteil des Bundesgerichts 1A.261/2006 vom 9. Januar 2007, E. 3.2). Gleiches gilt, wenn der in Abw e- senheit Verurteilte gegen das Abwesenheitsurteil bei einer Rechtsmi t- telinstanz, welche in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht über eine umfas- sende Kognition verfügt, ein Rechtsmittel erhoben hat und wenn in diesem Beschwerdeverfahren die Mindestrechte der Verteidigung gewahrt wurden (BGE 129 II 56 E. 6.4 S. 61 f.). Die Auslieferung wird jedoch bewilligt, wenn die ersuchende Vertragspartei eine als ausreiche nd erachtete Zusicherung abgibt, der Person, um deren Auslieferung ersucht wird, das Recht auf ein neues Gerichtsverfahren zu gewährleisten, in dem die Rechte der Verteidigung gewahrt werden (Satz 2 Art. 3 Ziff. 1 des 2. ZP; vgl. auch Art. 37 Abs. 2 IRSG). Diese Entscheidung ermächtigt die ersuchende Vertragspartei, entweder das betreffende Urteil zu vollstrecken, wenn der Verurteilte keinen Einspruch erhebt, oder andern- falls gegen den Ausgelieferten die Strafverfolgung durchzuführen (Satz 3 - 28 - Art. 3 Ziff. 1 des 2. ZP). Die Erklärung im Sinne von Art. 3 des 2. ZP muss eine Zusicherung enthalten, dass nach dem Recht des ersuchenden Sta a- tes gegen das Abwesen heitsurteil ein Rechtsbehelf in Form eines neuen Strafverfahrens vorgesehen ist sowie die Wirkung dieses R echtsbehelfs. Gibt der ersuchende Staat eine solche ausreichende Zusicherung ab, muss dem Auslieferungsersuchen, vorbehältlich anderer Auslieferungshinderni s- se, stattgegeben werden (vgl. E rläuternder Ber icht zu Art. 3 des 2. ZP, Ziff. 28, abrufbar unter http://conventions.coe.int/Treaty/FR/Reports/Html/ 098.htm). 9.3 Die albanischen Behörden haben mit Auslieferungsersuchen vom 23. Se p- tember 2011 um Auslieferung des Beschwerdeführers zwecks Strafverfol- gung und nicht, wie der Beschwerdegegner zutreffend festhält (act. 5 S. 5 f.), zwecks Strafvollstreckung ersucht. Andere Mitteilungen haben sie in der Folge nicht gemacht. Der Beschwerdeführer wendet nun ein, er sei in Albanien in seiner Abw e- senheit bereits verurteilt worden. So sei er einem albanischen Online- Artikel zufolge am 2. Dezember 2011 durch das "Gericht für Schwere Straf- taten" zu 21 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden (act. 1 S. 17; act. 1.5). Dieses Urteil sei durch das Appella tionsgericht am 2. Juni 2013 bestätigt worden (act. 1 S. 17; act. 1.6). Dagegen soll am 1. November 2012 (erneut) Rekurs (d.h. ein halbes Jahr zuvor [sic]) beim Obersten Gericht in Albanien erhoben worden sein (act. 1 S. 17; act. 1.7). Dem Beschwerdegegner ist beizupflichten (act. 5 S. 5 f.), dass d er Beschwerdeführer die betreffenden Urteile allerdings nicht eingereicht hat. Die nach seiner Darstellung auf der Plattform des Obersten Gerichts in Albanien publizierten Daten stimmen sodann nicht mit den Angab en der albanischen Online-Artikel bzw. deren Übersetzungen überein. Die eingereichten Übersetzung en erfolgten au s- serdem nicht unter der Strafdrohung von Art. 307 Abs. 1 StGB. Ungeachtet dieser Vorbehalte ist zu bedenken, dass gemäss den Ausliefe- rungsunterlagen das Strafverfahren in Albanien gegen den damals im K o- sovo wohnhaften Beschwerdeführer im Jahre 2005 eingeleitet wurde (s. act. 5.9 ff.) . Aus den Auslieferungsunterlagen geht weiter hervor, dass g e- gen ihn 2007 die Untersuchungshaft angeordnet (act. 5.9.3Ü; 5.9.4Ü) und er 2009 international zur Fahndung ausgeschrieben wurde (act. 5.1) . Die Staatsanwaltschaft Tirana hielt in ihrem Beschluss vom 4. Juni 2007 fest, dass gemäss den Berichten der Gerichtspolizei der Beschwerdeführer 2005 Albanien verlassen habe und es keine näheren Angaben über seinen Aufenthaltsort gebe, weshalb es unmöglich sei, dem Beschwerdeführer die Akten des Strafver fahrens weiterzuleiten. Sie erklärte abschliessen d, dass die Fahndung nach dem Beschwerdeführer negativ verlaufen sei und b e-- 29 - stellte OO. als dessen Verteidigerin (act. 5.9.5Ü). Weshalb der Beschwe r- deführer an seinem Wohnort im Kosovo und damit im Verfolgerstaat bis zu seiner Einreise in die Schweiz im Jahre 2010 nicht ausfindig gemacht und nach Albanien ausgeliefert w urde, lässt sich aufgrund der Akten nicht nachvollziehen. Aufgrund der Auslieferungsunterlagen steht jedenfalls fest, dass das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer bisher nicht in des- sen An wesenheit durchgeführt wurde. Gemäss Urteil vom 10. Juni 2007 stellte das Gericht Ersten Grades für Schwere Straftaten in Tirana auf A n- trag der Staatsanwaltschaft Tirana die Flucht des Beschwerdeführers fest und bestellte diesem wiederum OO. als Prozessbevollmächtigte (act. 5.9.7Ü). Der Verteidigung wurde am 14. Juni 2007 der Abschluss der Ermittlung mitgeteilt und die Möglichkeit gegeben, "sich mit den Materialien der Akte vertrau t zu machen" (act. 5.9.9Ü). Die Verteidigung erklärte dar- aufhin, die Akten gelesen zu haben, mit dem Abschluss der Ermittlungen einverstanden zu sein, und die Parteiansprüche vor dem Gericht bekannt zu machen (act. 5.9.9Ü). Ob diese Kontakt zum Beschwerdeführer hatte und hat, geht aus den weiteren Auslieferungsunterlagen nicht hervor. Mit Beschluss vom 16. Juni 2007 e rhob die Staatsanwaltschaft Tirana Anklage beim betreffenden Gericht gegen alle Beschuldigte n, auch den Beschwer- deführer (act. 5.9.8Ü). Angesichts der vor sieben Jahren erfolgten Anklageerhebung, der Tatsa- che, dass sich das Strafverfahren auch gegen andere Personen richtet, welche anwesend sind und überdies als Hauptbeschuldigte im Mittelpunkt des Strafverfahrens stehen, der Bestellung einer amtlichen Verteidigung für den Beschwerdeführer durch das erstinstanzliche Gericht und unter Einbe- zug der Onlin e-Artikel, besteht Grund zur Annahme , dass das Strafverfa h- ren nach Eingang des Auslieferungse rsuchens im Jahre 2011 vor Gericht fortgesetzt worden sein könnte. Macht der Beschwerdeführer dies unter Beilage von entsprechenden Indizien geltend, würde sich u nter den gege- benen Umständen eine Rückfrage bei der ersuchenden Behörde aufdrän- gen. Im konkreten Fall kann indes darauf verzichtet werden, e inen Bericht über den aktuellen Stand des Strafverfahrens gegen den Beschwerdefü h- rer einzuholen. So lässt sich vorliegend nicht ausschliessen, dass ein den Beschwerdeführer betreffendes Abwesenheitsurteil gefällt wurde bzw. ent- sprechende Rechtsmittelentscheide ergangen sind. Unter diesen besond e- ren Umständen rechtfertigt es sich daher ohne vorherige Abklärungen, die albanischen Behörden durch den Beschwerdegegner vorsorglich um die Abgabe einer wortgetreuen und vollständigen Erklärung im Sinne von Art. 3 Ziff. 1 2. ZP aufzufordern, wonach der Beschwerdeführer nach seiner Aus- lieferung das Recht zusteht, ein neues Str afverfahren zu beantragen , so- weit bereits seine Verurteilung erfolgt sein sollte. - 30 - 9.4 Geht die geforderte Erklärung der ersuchenden Behörde ein und k ann der Beschwerdeführer die Wiederaufnahme der allfälligen Gerichtsverfahren verlangen, welche in seiner Abwesenheit gegebenenfalls zu seiner Verur- teilung führten, braucht der Einwand, wonach in jenen Verfahren im Z u- sammenhang mit seiner Abwesenheit die Mindestrechte der Verteidigung verletzt wurden, grundsätzlich nicht im Einzelnen weiter geprüft zu werden. Zum Einwand, dass sich die albanischen Behörden an eine solche Zus i- cherung nicht halten würden, ist auf die nachfolgenden Erwägungen zu verweisen (s. Ziff. 10.6 f.). Soweit die Rechtsvertreterin des Beschwerde- führers vorbringt, aufgrund der bereits mehrfach erfolgten Verstösse gegen Art. 6 EMRK werde klar, dass ihn nicht ansatzweise ein faires Verfahren in Albanien erwarten werde, greift ihr Einwand zu kurz. Die Einholung einer Zusicherung nach Satz 2 Art. 3 Ziff. 1 d es 2. ZP ( vgl. auch Art. 37 Abs. 2 IRSG) ist gerade für die Fälle vorgesehen, in welchem im ausländischen Strafverfahren ein Abwesenheitsurteil verhängt worden ist und in dem di e- sem Urteil vorangehenden Verfahren insofern nicht die Mindestrechte der Verteidigung gewahrt worden sind. Was die weiteren Vorbringen gegen das Strafverfahren in Albanien anbelangt, ist auf die nachfolgenden Erwägu n- gen zu verweisen. 10. 10.1 Gegen seine Auslieferung wendet der Beschwerdeführer des Weiteren ein, Albanien sei gemäss Transparency International das korrupteste Land E u- ropas und eines der ärmsten. Albanien komme unter anderem aufgrund von Verstössen gegen das zwingende Völkerrecht nicht als Kandidat für e i- nen Beitritt zur EU in Frage. Die Haftbedingungen in Albanien seien nach wie vor unzumutbar, erbärmlich und menschenunwürdig, insbesondere seien die hygienischen Verhältnisse mangelhaft und die medizinische Ve r- sorgung ungenügend (act. 1 S. 24). Sodann würden nach wie vor zahlre i- che Fälle von Gewalt ausgehend von Polizeibe amten und Gefängnisperso- nal, sogenannte Sondereingreiftruppen der Einrichtungen registriert. In Ge- fängnissen und auf Polizeistationen werde gefoltert, beispielsweise um G e- ständnisse zu erhalten (act. 1 S. 24). Weiter bringt er vor, dass es eher Norm als Au snahme sei, dass man sich in Albanien nicht an die Gesetze halte (act. 1 S. 26). Es sei nicht gewährleistet, dass Häftlinge rechtzeitig anwaltliche und ärztliche Hilfe erhalten würden und es komme häufig zu e i- ner übermässig langen Dauer der Untersuchungshaft. In zahlreichen G e- fängnissen würden menschenunwürd ige Zustände herrschen. Es dürf e nicht darauf abgestellt werden, dass die Schweiz in der Vergangenheit b e- reits mehrere Personen an Albanien ausgeliefert habe. Es würde in teres- sieren, bei wie vielen Personen der Beschwerdegegner diesbezüglich Nachforschungen angestellt habe und wie viele dieser Personen sich gera-- 31 - de nach Folterungen und Misshandlungen noch getrauen würden, die Wahrheit zu sagen. Auch würde interessieren, wie viele dieser Personen überhaupt noch leben (act. 1 S. 24 - 26). Wesentlich sei, dass Albanien trotz der langjährigen Mitgliedschaft im Europarat und trotz der Ratifikation der EMRK und des UNO -Paktes II Verstösse gegen die Menschenrecht e zu verzeichnen habe und dass in Berichten festgehalten worden sei, dass immer noch gegen das Folterverbot verstossen werde und die Haftbedi n- gungen teils menschenunwürdig seien (act. 1 S. 27). Der Beschwerdefüh- rer stellt sich damit auf den Standpunkt, er könne im Falle seiner Ausliefe- rung nicht mit einem fairen Strafverfahren in Albanien rechnen und ihm würde im Haft - und Strafvollzug eine menschenunwürdi ge Behandlung, namentlich Folter drohen. In einem nächsten Punkte rügt der Beschwerdeführer, d ie Garantien seien nicht wortgetreu erfolgt und es fehle weiterhin eine Zu sicherung, dass er jederzeit von sich aus einen schweizerischen Vertreter kontaktieren könne und diesem der Kontakt zum Beschwerdeführer so lange als nötig gewährt werde. Des Weiteren fehle klarerweise die In formation darüber, in welches Gefängnis der Beschwerdeführer verbracht werden solle. Zahlreiche G e- fängnisse in Albanien würden menschenunwürdige Zustände aufweisen. Es werde auch nicht klar ausgeschlossen, dass der Beschwerdeführer an den Kosovo ausgeliefert werden könnte . Die Zusicherung müsste klar m a- chen, dass die Auslieferung an einen Drittstaat unter keinen Umstände n in Frage komme, wie dies Art. 15 EAUe vorsehe (act. 1 S. 28). Ebenfalls fehle die Zusicherung hinsichtlich eines objektiven Monitorings, welches für die Einhaltung der zugesicherten Garantien eingesetzt werden müsse (act. 1 S. 29). Diplomatische Zusicherungen sei en nicht rechtsverbindlich und da- her bei Z uwiderhandeln rechtsunwirksam. Die Person, die durch die Zus i- cherung geschützt werden so ll, habe keinerlei Rechtsbehelf, wenn die Z u- sicherungen nicht eingehalten würden (act. 1 S. 30). 10.2 Die Schweiz prüft die Auslieferungsvoraussetzungen des EAUe auch im Lichte ihrer grundrechtlichen völkerrechtlichen Verpflichtungen. Einem Er - suchen wird nicht entsprochen, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass das ausländische Verfahren den Grundsätzen der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundf reiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; SR 0.101) oder des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte vom 16. Dezember 1966 (UNO -Pakt II; SR 0.103.2) nicht entspricht oder andere schwere Mängel aufweist (Art. 2 Abs. 1 lit. a und d IRSG). Art. 2 IRSG soll verhindern, dass die Schweiz die Durchführung von Strafverfahren oder den Vollzug von Strafen unterstützt, in welchen den Personen die ihnen in einem Rechtsstaat zustehenden und insbesondere - 32 - durch die EMRK und den UNO -Pakt II umschriebenen Minimalgarantien nicht gewährt werden oder welche den internationalen Ordre public verlet - zen (BGE 130 II 217 E. 8.1 S. 227; 129 II 268 E. 6.1 A. 271, je m.w.H.). Nach internationalem Völkerrecht sind Folter und jede andere Art graus a- mer, unmenschlicher o der ernied rigender Behandlung oder Bestra fung verboten (Art. 10 Abs. 3 BV, Art. 3 EMRK, Art. 7 und 10 Ziff. 1 des in - ternationalen Paktes vom 16. Dezember 1966 über bürgerliche und politi - sche Rechte [UNO-Pakt II; SR 0.103.2]). Niemand darf in einen Staat aus- geliefert werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art grausamer und unmenschlicher Behandlung oder Bestrafung droht (Art. 25 Abs. 3 BV; BGE 133 IV 76 E. 4.1; 123 II 161 E. 6a, je m.w.H.). Die Haftbedingungen dürfen nicht unmenschlich oder erniedrige nd im Sinne von Art. 3 EMRK sein; die physische und psychische Integrität der ausgelieferten Person muss gewahrt sein (vgl. auch Art. 7, 10 und 17 des UNO -Pakts II). Die Ge- sundheit des Häftlings muss in angemessener Weise sichergestellt werden. Die Auslieferung ist abzulehnen, wenn ernstliche Gründe für die Annahme bestehen, der Auszuliefernde werde im ersuchenden Staat in einer sein Leben oder seine Gesundheit schwer gefährdenden Weise inhaftiert we r- den, was eine unmenschliche Behandlung i.S.v. Art. 3 EMR K darstellen würde (vgl. Urteil des EGMR i.S. McGlinchey gegen Vereinigtes Königreich vom 29. April 2003, Ziff. 47 -58; i.S. Mouisel gegen Frankreich vom 14. N o- vember 2002, Recueil CourEDH 2002-IX S. 191, Ziff. 36 - 48). 10.3 Bei Ländern mit bewährter Rechtssta atskultur – insbesondere jenen West- europas – bestehen regelmässig keine ernsthaften Gründe für die Annah - me, dass der Verfolgte bei einer Auslieferung dem Risiko einer Art. 3 EMRK verletzenden Behandlung ausgesetzt sein könnte. Deshalb wird hier die Auslieferung ohne Auflagen gewährt. Demgegenüber gibt es gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Fälle, in denen zwar ernsthafte Gründe für die Annahme bestehen, dass der Verfolgte im ersuchenden Staat einer menschenrechtswidrigen B e- handlung ausgesetzt sein könnte, dieses Risiko aber mittels diplomatischer Garantien behoben oder jeden falls auf ein so geringes Mass herabgesetzt werden kann, dass es als nur noch theoretisch erscheint, so dass dem Auslieferungsersuchen, unter Auf lagen, dennoch stattgegeben w erden kann. Besteht die Gefahr, dass der Verfolgte im ersuchenden Staat einer gegen Art. 3 EMRK verstossenden unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung ausgesetzt sein könnte, wird die Auslieferung in Anwendung von Art. 80p IRSG von der Abgabe ei ner förmlichen Garantieerklärung be- züglich der Einhaltung der Grund - und Menschenrechte abhängig gemacht (BGE 133 IV 76 E. 4.1 und 4.5 S. 86 ff.; 134 IV 156 E. 6.3 S. 164). Soweit - 33 - der Beschwerdeführer die Zulässigkeit und Wirksamkeit diplomatischer Ga- rantien bereits prinzipiell in Frage stellt (act. 1 S. 30 f.; s.o.), ist ihm zum ei- nen entgegen zu halten , dass die Auslieferung unter Einholung diplomat i- scher Garantien gesetzlich vorgesehen ist, und zum anderen, dass sich dieses Vorgehen im Auslieferungsverkehr bisher grundsätzlich bewährt hat (zur Zulässigkeit der Auslieferung unter Einholung diplomatischer Gara n- tien s. im Einzelnen BGE 134 IV 156, E. 6). In heiklen Konstellationen kann der ersuchende Staat im konkreten Einze l- fall auch zur Einhaltung weiterer best immter Verfahrensgarantien als B e- dingung für eine Auslieferung verpflichtet werden. Dies gilt namentlich für die Zulassung unangemeldeter Haftbesuche und die Beobachtung des Strafverfahrens durch Vertreter der Botschaft des ersuchten Staates. Ebenso denkba r sind Zusicherungen betreffend Sicherstellung der G e- sundheit der ausgelieferten Person und Zugang zu genügender medizin i- scher Versorgung, Möglichkeit der ausgelieferten Person, sich jederzeit an die diplomatische Vertretung der Schweiz zu wenden, Orientierung der dip- lomatischen Vertretung über eine allfällige Verlegung, Besuchsrecht der Angehörigen sowie das Recht uneingeschränkt und unüberwacht mit dem Wahl- oder Offizialverteidiger zu verkehren ( BGE 134 IV 156 E. 6.14.1 ff. S. 173; 133 IV 76 E. 4.5, 4.5. 1 – 4.5.4, 4.7, 4.8; Urteil des Bundesgerichts 1C_205/2007 vom 18. Dezember 2007, E. 6.3, 6.14 – 6.14.4; je m.w.H.). Eine gänzliche Verweigerung der Aus lieferung rechtfertigt sich nur au s- nahmsweise, wenn das Risiko einer men schenrechtswidrigen Behandlung auch mit diplomatischen Zusicherungen nicht auf ein Mass herabgesetzt werden kann, dass es als nur noch theore tisch erscheint (BGE 134 IV 156 E. 6.7 S. 169 f.). 10.4 Für die Beantwortung der Frage, in welche der drei vorgenannten Kateg o- rien der Einzelfall gehö rt und ob im Einzelfall eine Auslieferung nur nach Einholung einer förmlichen Garantieerklärung zuläs sig ist, ist eine Ri siko- beurteilung vorzunehmen. Zunächst ist die allgemeine menschenrechtliche Situation im ersuchenden Staat zu würdigen. Sodann – und vor allem – ist zu prüfen, ob der Verfolgte selber aufgrund der konkreten Umstände seines Falles der Gefahr einer menschenrechtswidrigen Behandlung ausgesetzt wäre. Dabei spielt insbesondere eine Rolle, ob er gegebenenfalls zu einer Personengruppe gehört, di e im ersuchenden Staat in besonderem Masse gefährdet ist (BGE 134 IV 156 E. 6.8 S. 170). 10.5 Die Schweiz hat schon mehrfach Auslieferungen an Albanien unter Einh o- lung diplomatischer Garantien bewilligt. In den durch d as Bundesgericht beurteilten Auslieferungsfällen wurde Albanien namentlich mit Blick auf die - 34 - Korruption innerhalb des Justizapparats und die Haftbedingungen in die zweite Kategorie von Staaten ein geordnet, deren Auslieferungsersuchen unter Auflagen dennoch stattgegeben werden kann (Urteile des Bundesge- richts 1A.129/2004 vom 8. Juli 2004; 1A.149/2004 vom 20. Juli 2004; 1A.267/2005 vom 14. Dezember 2005; 1A.174/2006 vom 2. Oktober 2006; für einen Überblick über die Rechtsprechung s. Entscheide des Bunde s- strafgerichts RR.2012. 10 vom 26. April 2012, E. 3; RR.2011.155 vom 6. September 2011, E. 3). Der Beschwerdegegner hielt ausdrücklich fest, dass nach seinem Kenntnisstand es nie zu Beanstandungen seitens der ausgelieferten Personen gekommen sei, wonach Albanien namentlich das Spezialitätsprinzips nicht eingehalten oder die Menschenrechte verletzt hät- te (act. 1.2 S. 7). Der Beschwerdeführer behauptet auch nicht das Gege n- teil. Ist kein Fall bekannt, in welchem sich Albanien gegenüber der Schweiz nicht an die abgegebenen Zusicherungen gehalten hätte, besteht entgegen der Argumentation des B eschwerdeführers (act. 1 S. 26) kein Anlass für Nachforschungen seitens des Beschwerdegegners . Bei dieser Ausgang s- lage besteht grundsätzlich kein ausreichender Grund, an der Vertragstreue der albanischen Behörden zu zweifeln und die bisherige Praxis im Grun d- satz in Frage zu stellen . Insbesondere kann die Rechtsvertreterin des Be- schwerdeführers aus dem Umstand, dass vorliegend die Zusicherungen nicht wortgetreu und nach mehrmaligem Nachfragen eingegangen sein sol- len (act. 1 S. 29), nichts zu dessen Gunsten ableiten. 10.6 Der Beschwerdegegner holte mit Noten vom 13. Oktober 2011, 4. Nove m- ber 2011, 14. Mai 2012 und 3. Juni 2013 bei der ersuchenden Behörde di- verse Garantien ein (s. im Einzelnen supra lit. F ff.; act. 5.12 ff.). Mit Noten vom 27. Oktober 2011, 15. November 2011, 22. Mai 2012, 19. November 2012 und 13. Juni 2013 gingen die angeforderten Zusicherungen ein (s. act. 5.14, 5.17, 5.21, 5.22 und 5.29) . Die albanischen Behörden erklär- ten mit Note vom 21. Mai 2012, dass der Beschwerdeführer "jederzeit vor dem schweizerischen Vertreter in Albanien erscheinen darf" (act. 5.21). Mit Note vom 11. Juni 2013 erklärten sie weiter, dass jede Person, ("Vertreter der Schweiz in der Republik Albanien"), den Ausgelieferten besuchen kann und dass diese Treffen nicht Gegenstand von Kontrollen sein werden, auch nicht von visuellen Kontrollen (act. 5.29). Darin ist entgegen der Behau p- tung der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers die Zusicherung entha l- ten, dass er jederzeit von sich aus einen schweizerischen Vertreter konta k- tieren kann und diese Treffen keinen Einschränkungen unterliegen. Die e r- suchende Behörde hat mit Note vom 25. Oktober 2011 (act. 5.14) zugesi- chert, die physische und psychische Integrität der ausgelieferten Person zu wahren (" La personne extradée ne sera en outre soumise à aucun traitement portant atteinte à son intégrité physique et psychique "). Sichern - 35 - die albanischen Behörden zu, die physische und psy chische Integrität des Beschwerdeführers zu wahren, ist grundsätzlich nicht massgeblich, in we l- cher Haftanstalt dies erfolgt. Eine diesbezügliche Informationspflicht b e- steht daher im Allgemeinen nicht im Voraus. Die unter supra Ziff. 8.7 wie- dergegebene Erklärung stellt eine genügende Garantie dar, dass der B e- schwerdeführer nicht ohne vorgängige Zustimmung durch die schweizer i- schen Behörden von Albanien an den Kosovo ausgeliefert wird. Wie vor- stehend erläutert, besteht kein ausreichender Grund, im Allgemeinen sowie im konkreten Fall an der Vertragstreue der albanischen Behörden zu zwe i- feln und die bisherige Praxis im Grundsatz in Frage zu stellen . Die Rechts- vertreterin bringt vor, es fehle "klarerweise die Zusicherung hinsichtlich e i- nes objektiven Monitorings , welches für die Einhaltung der zugesicherten Garantien eingesetzt werden müss te (auch wenn diese nicht ausreichend sind […])" (act. 1 S. 29). Es ist nicht klar, was mit der "Zusicherung hinsicht- lich eines objektiven Monitorings" gemeint ist. Kann gemäss den von den albanischen Behörden abgegebenen Zusicherungen jeder Vertreter der Schweiz in Albanien den Aus gelieferten ohne jegliche Kontrollen jederzeit treffen, kann der Vertreter sich über das Verfahren erkundigen sowie den Verhandlungen beiwohnen und w ird ihm am Endes des Verfahre ns eine Kopie des Urteils zugestellt (act. 5.21 5.22 und 5.29), entspricht dies einer sog. Monitoring -Garantie, welche vorliegend als ausreichend erscheint. Angesichts der Besonderheiten in der Person des auszulieferenden B e- schwerdeführers (s. nachfolgend) werden die schweizerischen Vertreter in Albanien den Fall des Beschwerdeführers mit beso nderer Aufmerksamkeit verfolgen. Es ist daher anzunehmen, dass die albanischen Behörden gera- de vor diesem Hintergrund sich besonders um di e Einhaltung der abgege- benen Zusicherungen bemühen werden. Auch unter diesem Blickwinkel be- trachtet bestehen keine Anhaltspunkte dafür, an der Vertragstreue der a l- banischen Behörden zu zweifeln und die bisherige Praxis in Frage zu ste l- len. 11. 11.1 Der Beschwerdeführer macht sodann besondere Umstände betreffend se i- ne Person geltend. Er führt aus, dass er als wichtiger Zeuge in Prozessen gegen Kriegsverbrecher gefährdet und in dieser Eigenschaft grundsätzlich auf Schutz angewiesen sei. Gemäss dem EDA könn e die Bereitschaft, als Zeuge in einem Kriegsverbrecherprozess auszusagen, ein e gewisse G e- fährdung darstellen. Diese Relativierung der Gefährdung sei nicht sonde r- lich glaubhaft, wie sich in der nahen Vergangenheit hinsichtlich andere r Zeugen in Kriegsverbr echerprozessen gezeigt habe. Die s zeige der Fall von PP. (act. 1 S. 21). Er bezweifle stark, dass sich PP. das Leben g e- nommen haben soll. Nach seiner Einreise in die Schweiz sei er selber über - 36 - Social Media konkret bedroht worden. Die Bedrohungen seien mass iv und ernst zu nehmen (act. 1 S. 21). Die Asylbehörden hätten seine Ausführu n- gen und insbesondere seine Verfolgung zumindest für glaubhaft gehalten und ihm gestützt darauf den Asylstatus erteilt. Wesentlich sei, dass die A r- me der Verfolger des Beschwerdef ührers vom Kosovo bis nach Albanien reichen würden und es für diese ein Leichtes sei, den Beschwerdeführer zu fassen, sobald er die Grenzen zu Albanien überquert habe (act. 1 S. 23). Der Zeugenschutz bleibe in Albanien ein Problem (act. 1 S. 24). 11.2 Die Auslieferung kann lediglich aus Gründen verweigert werden, welche das Auslieferungsrecht ausdrücklich vorsieht (Urteil des Bundesgerichts 1C_22/2011 vom 21. Januar 2011, E. 1.3). Weder das EAUe noch das IRSG sehen eine drohende Gefahr für den Beschwerd eführer, welche von Dritten – und nicht vom ersuchenden Staat – ausgehen könnte, als Auslie- ferungshindernis vor (vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2011.10 vom 16. Februar 2011, E. 3.2). Zwar haben sich diverse Vertragsstaaten des EAUe wie z.B. Frankreich zur Auslieferungsverpflichtung gemäss Art. 1 EAUe vorbehalten, die Auslieferung zu verweigern, wenn sich daraus au s- serordentlich schwere Folgen für die auszulieferende Person, namentlich unter Berücksichtigung deren Alters oder Gesundheitszustands, ergeben können (s. Urteil des Bundesgerichts A .189/86 vom 1. Oktober 1986, E. 2a). Ein dahingehender Vorbehalt zu Art. 1 EAUe wurde weder von A l- banien noch von der Schweiz angebracht . Das Bundesgericht bejahte im mit Urteil A.189/86 beurteilten Fall, welcher eine Auslieferung an Frankreich betraf, die konkrete Gefahr einer (Blut -)Rache. Dieser Umstand war nach den Erwägungen des Bundesgerichts allerdings noch nicht ausreichend, um die vertraglichen Auslieferungsverpflicht ungen gemäss EAUe zu mis s- achten. D er Verfolgte hätte allermindestens – so das Bundesgericht we i- ter – glaubhaft machen müssen, dass Frankreich nicht bereit gewesen w ä- re, alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um seinen Schutz während des Strafverfahrens sowie der Strafvollstreckung zu gewä hrleisten. Die zu- ständige Generalstaatsanwaltschaft hatte damals im konkreten Fall zugesi- chert, dass bereits besondere Schutzmassnahmen geplant worden seien, um den Schutz der auszulieferenden Person zu gewährleisten . Das Bun- desgericht kam zum Schluss, es bestehe kein Grund, diese erklärte Absicht einer hohen Justizbehörde eines demokratischen Staat es in Frage zu ste l- len, der nicht nur das EAUe sondern auch die EMRK ratifiziert habe (E. 2b). Auch in Auslieferungsfällen, in denen der ersuchende Staat keinen Vorbe- halt zu Art. 1 EAUe angebracht hatte, wurde jeweils geprüft, ob der B e- schwerdeführer hat darlegen können, inwieweit der ersuchende Staat nicht in der Lage sei, ihn während des Prozesses und des Vollzuges der Strafe (vor Dritten) zu schützen (Entschei de des Bundesstrafgericht s - 37 - RR.2010.271 vom 29. Dezember 2010, E. 2.2 [s. Urteil des Bundesgerichts 1C_22/2011 vom 21. Januar 2011, E. 1.3]; RR.2011.10 vom 16. Februar 2011, E. 3.2; RR.2011.183 vom 26. September 2011, E. 5.2; RR.2013.175 vom 23. Oktober 2013, E. 4.4). 11.3 Der Beschwerdeführer war zwei Jahre vor Eingang des albanischen Auslie- ferungsersuchens von seinem Heimatland Kosovo in die Schweiz eing e- reist und hatte hier um Asyl nachgesucht (act. 5.16.8). Der Beschwerdefüh- rer gab damals an, er habe Angst wegen seiner Zeugeneigenschaft in e i- nem Kriegsverbrecherprozess gegen hohe UCK -Vertreter, umgebracht zu werden, und er sei daher im Kosovo gefährdet (act. 5.16.8 S. 7). Ausge- hend von den vorstehenden Angaben des Beschwerdeführers hat das Bundesamt für Migr ation dem Beschwerdeführer mit Entscheid vom 14. Januar 2011 Asyl gewährt (act. 5.2 und 5.16.9). Diese Angaben des Beschwerdeführers decken sich grundsätzlich auch mit dem Zeugen- schutz-Bericht aus dem Jahre 2010 , wonach die Gefährdungssituation für die Zeugen in Kriegsverbrecherprozessen im Kosovo besonders akut sei. Gemäss der vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im Auslief e- rungsverfahren eingeholten E rklärung hat F., ein Legal Officer der War Crime Section der EULEX, am 20. Oktober 2011 bestätigt, dass dieser ein Zeuge in einem wichtigen Kriegsverbrecherprozess sei (act. 5.16.2). F. hat sich zudem erkundigt, ob der Beschwerdeführer als Zeuge erscheinen könne (act. 5.16.2). Am 28. Januar 2013 hat F. ebenfalls bestätigt, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des neu aufgenommenen Verfahrens gegen D. nach wie vor als Zeuge vorgesehen sei (act. 5.24.21; s. act. 5.16.12). 11.4 Der Beschwerdeführer befindet sich allerdings nicht in einem Zeuge n- schutzprogramm eines auslä ndischen Staates oder eines internationalen Strafgerichts. In der Schweiz wurde für den Beschwerdeführer bisher auch kein Zeugenschutzprogramm durchgeführt . Entgegen der Argumentation der Rechtsvertreterin äussert sich der Zeugenschutz-Bericht nicht zur G e- fährdungssituation und den Zeugenschutzmassnahmen in Albanien. Mit Schreiben vom 26. März 2013 fragte der Beschwerdegegner die DV in ei- nem ersten Punkt an, ob ihr konkrete Informationen darüber vorlä gen, die darauf schliessen lassen würden, dass die Zeugen eigenschaft des B e- schwerdeführers im Rahmen des ehemaligen sowie des aktuellen Krieg s- verbrecherprozesses eine besondere Gefährdung dar stelle. In einem zwei- ten Punkt fragte der Beschwerdegegner an, ob es nach Einschätzung der DV Anlass zu zweifeln gebe, dass Albanien in der Lage sei , die Sicherheit des Beschwerdeführers zu gewährleisten (act. 5.25). Gemäss Einschä t- zung der DV könne die Bereitschaft, als Zeuge in einem Kriegsverbreche r- prozess auszusagen, eine gewisse Gefährdung darstellen und verweist auf - 38 - den Zeugenschutz-Bericht. Die DV hält fest, sie könne nicht ausschliessen, dass sich das Wirkungsfeld krimineller Banden kosovo -albanischer He r- kunft bis nach Albanien erstreck e, sie habe aber keine konkreten Hinweise darauf, dass die Zeugeneigenschaft des Ver folgten für ihn im Falle einer Auslieferung an Albanien ein besondere Gefährdung darstellen könnte. Die DV geht abschliessend davon aus, dass Albanien grundsätzlich in der Lage sei, die Sicherheit des Verfolgten zu gewährleisten (act. 5.28, s. supra lit. M). 11.5 Nach dem Gesagten steht fest, dass vorliegend nicht ausgeschlossen wer- den kann und auch vom Beschwerdegegner nicht bestritten wird, dass für den Beschwerdeführer als Zeugen in einem Kriegsverbrecherprozess im Grundsatz eine Gefährdung durch Dritte besteht. Angesichts des auch von der DV angenommenen " Wirkungsfeld[es] krimineller Banden kosovo - albanischer Herkunft" ist in casu davon auszugehen und wird vom B e- schwerdegegner wiederum nicht bestritten, dass sich diese Gefährdung durch Dritte im Falle einer Auslieferung an Albanien grundsätzlich erhöht . Folglich liegt bei einem Haftvollzug in Albanien ohne entsprechende Schutzmassnahmen eine Gefährdung des Beschwerdeführers vor. Bei die- ser Ausgangslage besteht kein Anlass für die von der Rechtsvertreterin be- antragte Einholung von Berichten, Gutachten etc. zur Gefährdung des B e- schwerdeführers. 11.6 Diese Gefährdung des Beschwerdeführers resultiert aus seinem Aussage- verhalten in einem Strafverfahren wegen Kriegsverbrechen. Sein Verhalten ist für die justizielle Au farbeitung der Kriegsverbrechen und Wahrheitsfi n- dung in der Region des Balkans von grundlegender Bedeutung (s. Zeugen- schutzbericht, S. 1 ff.) . Es besteht da her ein öffentliches Interesse an den Zeugenaussagen des Beschwerdeführers. Der Schutz des Beschwerdefüh- rers dient der Sicherung des Strafverfolgungsanspruchs des Staats bzw. der internationalen Staatengemeinschaft . S ein Schutz vor möglicher Ve r- geltung oder Einschüchterung ist zu gewährleisten. Dies bleibt ungeachtet des gegen den Beschwerdeführer erhobe nen Vorwurfs massgeblich, er habe ver sucht, B. zu ermorden. D ie vom Beschwerdegegner eingeholte Garantieerklärung d) betreffend Wahrung der physischen und psychischen Integrität des Beschwerdeführers (s. vorstehend 10.6; lit. F) bezieht sich in erster Linie auf die unmittelbar von den Behörden ausgehende Gefährdung des Beschwerdeführers. Darin ist die Zusicherung, einer von Dritten au s- gehenden konkreten Gefährdung des Beschwerdeführers hinreichend en t- gegenzuwirken, nicht mitenthalten . D ie Erklärung der alba nischen Behö r- den, dass sie den persönlichen Schutz des grundsätzlich gefährdeten B e- schwerdeführers vor möglicher Vergeltung oder Einschüchterung durch - 39 - Dritte innerhalb des Haftvollzugs in Alba nien gewährleisten können und werden, liegt nicht vor. Der Umstand, wonach die DV davon ausgehe, dass Albanien grundsätzlich in der Lage sei, die Sicherheit des Verfolgten zu gewährleisten, vermag die entsprechende Erklärung der albanischen B e- hörden nicht zu ersetzen. Bei dieser Sachlage ist der Beschwerdegegner anzuweisen, die konkrete Zusicherung bei den albanischen Behörde einzuholen , dass sie durch g e- eignete Massnahmen de n persönlichen Schutz des gefährdeten B e- schwerdeführers vor möglicher Vergeltung oder Einschüchterung durch Dritte innerhalb des Haftvollzugs in Albanien gewährleistet werden. Der Ge- fahr, dass der Auszuliefernde im ersuchenden Staat in einer sein Leben oder seine Gesundheit schwer gefährdenden Weise durch Vergeltung oder Einschüchterung seitens Dritter inhaftiert werden werde, ist diesfalls hinrei- chend entgegengewirkt. Geben die albanischen Behörden eine solche Ga- rantieerklärung ab, ist n ach dem im Rechtshilfeverkehr zu beachtenden Grundsatz von Treu und Glauben , aber insbesondere mit Blick auf die bi s- herige Vertragstreue des ersuchenden Staates (s. supra Ziff. 10.6 f.) davon auszugehen, dass die albanischen Behörden ihrer förmlichen Garantiee r- klärung nachkommen werden (s. supra Ziff. 10.5 f.; Urteile des Bundesge- richts 1A.17/2005 vom 11. April 2005 E. 3.4; 1A.4/2005 vom 28. Februar 2005, E. 4.5). 12. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde im Sinne der E r- wägungen ( Ziff. 9 und 11 ) teilweise gutzuheissen und das Dispositiv des angefochtenen Auslieferungsentscheids entsprechend zu ergänzen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 13. 13.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei aufer- legt; unterliegt diese nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten ermä s- sigt. Keine Verfahrenskosten werden Vorinstanzen oder beschwerdefü h- renden und unterliegenden Bundesb ehörden auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Darüber hinaus kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwac h- sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG). Obsiegt die Partei nur teilweise, so ist die Parteientschädigung entsprechend zu kürzen (vgl. MICHAEL BEUSCH, in Kommentar zum Bundesgesetz über das Ver - waltungsverfahren, Auer/Müller/Schindler [Hrsg.] , Züric h/St. Gallen 2008, Art. 64 N. 9). - 40 - Die Parteients chädigung umfasst zur Hauptsache die Kosten der Vertre- tung. Die Anwaltskosten umfassen das Honorar und die notwendigen Au s- lagen. Das Honorar wird nach dem notwendigen und ausgewiesenen Zei t- aufwand der Rechtsanwältin oder des Rechtsanwalts für die Rechtsvertr e- tung bemessen (Art. 11 und 12 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafge- richts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigu n- gen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162] i.V.m. Art. 64 Abs. 5 VwVG und Art. 73 Abs. 1 lit. c StBOG). 13.2 Die Beschwerdekammer befreit eine Partei, die nicht über die erforderl i- chen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint, und beste llt dieser einen Anwalt, wenn es zur Wahrung ihrer R echte notwendig erscheint (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Die vom Bundesamt aufgrund von Art. 21 Abs. 1 IRSG gewährte amtliche Rechtsverbei - ständung gilt nicht automatisch für das Verfahren vor der Beschwerd e- kammer des Bundesstrafgerichts (Entscheid e des Bundesstrafgericht s BH.2006.6 vom 18. April 2006, E. 6.1; RR.2007.13 vom 5. März 2007, E. 5.1). 13.3 Vorliegend unterliegt der Beschwerdeführer teilweise mit seinen Beschwer- deanträgen. In diesem Umfang hätte er grundsätzlich die Gerichtsgebühren zu tragen. Indessen erscheint die Bedürftig keit des Beschwerdeführers ausgewiesen. Überdies kann die Beschwerde, nachdem der Beschwerde- führer mit seinen Anträgen zumindest in einem Punkt teilweise durchg e- drungen ist, nicht als aussichtslos beurteil t werden. Schliesslich bedarf d er Beschwerdeführer zur Wahrung seiner Rechte eines Rechtsvertreters. Aus diesen Gründen ist sein mit der Beschwerde gestelltes Gesuch um unen t- geltliche Rechtspfleg e und die Bestellung eine r Rechtsvertretung in der Person von Rechtsanw ältin Sonja Zosso gutzuheissen. Auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr ist folglich zu verzichten. 13.4 Der Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand umfasst nicht alles, was für die Wahrn ehmung der Interessen des Mandanten von Bedeutung ist. Ein verfassungsrechtlicher Anspruch besteht gemäss Art. 29 Abs. 3 BV vielmehr einzig, soweit es zur Wahrung der Rechte notwendig ist. Der B e- griff der Notwendigkeit bestimmt nicht nur den qualitativen A nspruch (die Bestellung eines Rechtsbeistands), sondern auch den quantitativen (sprich den Umfang der Vergütung). Entschädigungspflichtig sind jene Aufwe n- dungen, die in einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der Rech- te im Verfahren stehen und notwendi g und verhältnismässig sind. Nur in diesem Umfang lässt es sich rechtfertigen, die Kosten der Staatskasse oder gegebenenfalls dem Prozessgegner aufzuerlegen. Allerdings muss - 41 - das Honorar so festgesetzt werden, dass der unentgeltlichen Rechtsvertr e- tung ein H andlungsspielraum verbleibt und das Mandat wirksam ausgeübt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_130/2007 vom 11. Oktober 2007, E. 3.2.5). 13.5 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers macht einen Aufwa nd von Fr. 13'083.33 bei einem Stundenansatz von Fr . 200.-- geltend. Der geltend gemachte Arbeitsaufwand beträgt 3'925 Minuten oder 65,41 Stunden. Des Weiteren werden Auslagen in der Höhe von Fr. 398. -- aufgeführt. Unter Einbezug der MWST in der Höhe von Fr. 1'078.50 macht die Rechtsvertr e- terin ein Total von Fr. 14'559.80 geltend. Daneben wurde eine Rechnung des von Rechtsanwältin Zosso beigezogenen Übersetzer s eingereicht, in der Höhe von gesamthaft Fr. 2'097.50 (RP.2013.52, act. 4.2). Nach ihrer Darstellung sei zu beachten, dass der vorli egende Fall umfangreich und komplex sei. Es handle sich keineswegs um ein gewöhnliches Auslief e- rungsverfahren, weshalb die Ausarbeitung der Beschwerde zeit - und somit kostenintensiv sei. Zu berücksichtigen und ebenfalls zu begleichen seien zudem die Kosten für die Übersetzungen, welche drei unabdingliche B e- sprechungen mit dem Beschwerdeführer zur genauen Rekonstruktion des Sachverhalts sowie zur Besprechung des Auslieferungsentscheides der Vorinstanz sowie Dokument -Übersetzungen, welche der Beschwerde be i- gefügt wurden, betroffen hätten (act. 1 S. 37 f.). Die Beschwerdeeingabe umfasst insgesamt 40 Seiten, wovon 6 Seiten sich auf das Gesuch um unentgelt liche Prozessführung beziehen und 2 Seiten das Beilagen- bzw. Beweisverzeichnis darstellen (act. 1). Die Besc hwerde- replik besteht aus 10 Seiten, wobei 4 Seiten davon aus dem ergänzten Bei- lagenverzeichnis bestehen (act. 7). Mit Schreiben vom 13. Januar 2013 (recte: 2014) reichte Rechtsanwältin Zosso eine als Beschwerdeergänzung betitelte Eingabe ein (act. 11). Diese umfasst 7 Seiten, wovon 5 Seiten das ergänzte Beilagen- bzw. Beweisverzeichnis darstellen. Mit dieser Eingabe übermittelte Rechtsanwältin Zosso den UCK -Ausweis und den Invaliden - Ausweis des Beschwerdeführers jeweils mit Übersetzung und die ergänz te Kostennote des Übersetzers (act. 11 S. 2). Mit Schreiben vom 17. Oktober 2013 reichte Rechtsanwältin Zosso ihre Eingabe betreffen d unentgeltliche Rechtspflege im Umfang von 9 Seiten ein, wovon 3 Seiten das ergänzte Beilagen- bzw. Beweisverzeichnis darstellen ( RP.2013.52, act. 3), sowie das ausgefüllte Formular betreffend unentgeltliche Rechtspflege mit diver- sen Beilagen (RP.2013.52). Gemäss der eingereichten Honorarnote machte Rechtsanwältin Zosso e i- nen Arbeitsaufwand im Zusammenhang mit der Ausarbeitung der Be- schwerde von insgesamt 45,75 Stunden geltend. Für das Aktenstudium - 42 - und die Replik machte sie 6 Stunden Aufwand geltend. Für ihren Aufwand im Zusammenhang mit dem zugestellten UP -Formular verrechnete sie e i- nen Arbeitsaufwand von 10,3 Stunden. Für ihre Bemü hungen im Zusa m- menhang mit ihrer Beschwerdeergänzung machte sie einen Aufwand von einer Stunde geltend. Für ihre Bemühungen nach Eingang des Beschwe r- deentscheids inklusive Besprechung mit dem Beschwerdeführer macht sie einen Aufwand von zwei Stunden geltend (RP.2013.52, act. 4.2). 13.6 Für das Auslieferungsverfahren richtete der Beschwerdegegner dem dama- ligen unentgeltlichen Rechtsbeistand des Beschwerdeführers, Rechtsa n- walt C., eine Entschädigung v on Fr. 7'558. -- aus (s. act. 1.2 S. 11). Diese setzte sich aus dem geltend gemachten Arbeitsaufwand von 32,89 Stunden bei einem Stundenansatz von Fr. 200. -- zusammen (Fr. 6'578.-- zuzügl. 8 % MWST). Dazu kamen Auslagen von insge samt Fr. 454.--. Rechtsa n- walt C. reichte diverse Stellungnahmen zum albanischen Auslieferun gser- suchen ein (vom 11. November 2011 [13 Seiten, act. 5.16], vom 14. Dezember 2011 [4 Seiten, act. 5.19], vom 1. Februar 2013 [4 Seiten, act. 5.24], vom 28. Juni 2013 [5 Seiten, act. 5.31]). Gegen die Auslieferung des Beschwerdeführers brachte Rechtsanwal t C. im Auslieferungsverfahren – in den wesentlichen Punkten zusammenge- fasst – vor, Albanien sei im Falle einer Auslieferung nicht in der Lage, die Klärung der Vorwürfe gegen den Beschwerdeführer in einem rechtsstaa t- lich korrekten Verfahren zu gewährleiste n und die diplomatischen Zusich e- rungen vermöchten wirkungsvoll keine Abhilfe zu schaffen. Er verwies auf die Gefährdung des Beschwerdeführers aufgrund seiner Zeugeneige n- schaft in einem Kriegsverbrecherprozess und machte geltend, die alban i- schen Behörden kö nnten den Beschwerdeführer im Falle einer Auslief e- rung auch nicht genügend vor entspre chenden Racheakten schützen (s. act. 5.16, 5.19, 5.24, 5.31). 13.7 Werden die Stellungnahmen von Rechtsanwalt M. der Beschwerdeeingabe von Rechtsanwältin Zosso gegenüber gestellt, fällt auf, dass die zentralen Einwendungen gegen die Auslieferung bereits von Rechtsanwalt M. aufge- arbeitet und inklusive Beweisanträge von Rechtsanwältin Zosso im W e- sentlichen übernommen wurden . Die Argumentation wurde von Rechtsa n- wältin Zosso in Teilbereichen zwar variiert oder verfeinert, neu ist zur Hauptsache aber lediglich die Rüge des Abwesenheitsverfahrens. Ange- sichts dessen ist es augenscheinlich, dass der geltend gemachte Zeitau f- wand unverhältnismässig hoch ist. Aber auch der im Zusammenhang mit dem Ausfüllen des Formulars betreffend unentgeltliche Rechtspflege ge l- tend gemachte Aufwand von 10,41 Arbeitsstunden erscheint als unverhält- nismässig hoch. Dies gilt um so mehr als über 6 Seiten in der Beschwerde - 43 - bereits dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gewidmet sind sowie diverse Beilagen in diesem Zusammenhang eingereicht wurden . Insbeson- dere erscheint die in diesem Zusammenhang geltend gemachte Dauer von 2,5 Stunden für die Besprechung mit dem Beschwerdeführer unter Beizug des Dolmetschers als eindeutig unverhältnismässig. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer offenbar bereits Wochen zuvor im Rahmen des Eh e- schutzverfahrens ein Gesuch um unentgeltli che Rechtspflege gestellt (act. 1.26). Der mit ihrer letzten Eingabe, mit welcher sie den UCK-Ausweis und Invalidenausweis des Beschwerdeführers samt jeweiliger Übersetzung sowie Rechnung für die entsprechenden Übersetzungskosten einreichte, betriebene Arbeitsaufwand von einer Stunde muss zudem als klar nicht notwendig bezeichnet werden. Entsprechendes gilt auch für die dabei ge- nerierten Übersetzungskosten. Da dem Beschwerdeführer ausgehend von seinen Angaben, er habe zunächst der UCK gedient, rechtskräftig Asyl g e- währt wurde, und der Beschwerdegegner von den früheren Dienste n des Beschwerdeführers für die UCK ausgeht, kommt den von der Rechtsvertre- terin eingereichten Ausweisen in keiner Art und Weise verfahrensrechtliche Bedeutung zu. Der von ihr in diesem Zusammenhang betriebene Aufwa nd inkl. Dolmetscheraufwand ist damit nicht zu entschädigen. Die von Rechts- anwältin Zosso geführten Besprechungen mit dem Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem vorliegenden Beschwerdeverfahren dauerten in s- gesamt 5,58 Stunden. Nachdem sich die Argumentation des Beschwerde- führers seit dem Auslieferungsverfahren , in dessen Verlauf der Beschwe r- deführer sich bereits mehrere Stunden mit seinem damaligen Rechtsvertre- ter besprechen konnte (s. act. 5.16.01, 5.31.1), nicht geändert hat und neu lediglich der Einwan d des Abwesenheitsverfahrens hinzugekommen ist, fragt sich ernsthaft nach der Notwendigkeit des in diesem Zusammenhang geltend gemachten Aufwands, der als unverhältnismässig hoch erscheint. Nach dem Gesagten ist ein e substantielle Kürzung des Honorars ang e- bracht. Der geltend gemachte Aufwand ist auf 30 Stunden à Fr. 200.-- und damit auf gesamthaft Fr. 6'000.-- zu kürzen. Rechtsanwältin Zosso reichte ohne weitere Bemerkungen die zu "berüc k- sichtigende" Rechnung von QQ. in der Höhe von gesamthaft Fr. 2'097.50 für seine Übersetzungs- und Dolmetscherdienstleistungen ein (RP.2013.52, act. 4.2 ; s. auch RR.2013.258 act. 1 S. 38, act. 4 S. 6 ). Gemäss dieser Rechnung dolmetschte QQ. am 9., 17., 30. September, 10., 24. Oktober und 20. Dezember 2013 , d.h. insgesamt sec hs Mal, im Sicherheitsstüt z- punkt Biberbrugg (SBB), wo sich der Beschwerdeführer in Untersuchungs- haft befindet , insgesamt 10,5 Stunden (à Fr. 80. -- pro Stunde) lang . Ge- mäss der Honorarnote von Rechtsanwältin Zosso erfolgten aber lediglich drei Besprechungen mit dem Beschwerdeführer in Anwesenheit des Dol-- 44 - metschers, welche insgesamt 5,58 Stunden dauerten. Der Dolmetscher stellte zudem eine Spesenpauschale von gesamthaft Fr. 240.-- (6 x Fr. 40.- -) und eine Reiseentschädigung von gesamthaft Fr. 279.-- (6 x Fr. 46.50) in Rechnung. Angesichts dieser Ungereimtheiten und der fehlenden Notwe n- digkeit der geltend gemach ten Besprechungsdauer (s.o.) sind die geltend gemachten Kosten nur zu einem Teil zu entschädigen . Gemäss der Rech- nung leistete QQ. am 24. September 2013 und 1. Oktober 2013 seine Dienste in Baar, weshalb anzunehmen ist, dass es sich dabei um seine schriftlichen Übersetzungsdienstleistungen (s. act. 1.6 bis 1.8) handelt. Für die schriftlichen Übersetzungen stellte er einen Arbeitsaufwand von mehr als 7 Stunden, d.h. gesamthaft Fr. 558.50, in Rechnung, welcher in diesem Punkt insgesamt noch als angemessen anzusehen und daher anzuerken- nen ist. Nach dem Gesagten sind die im Zusammenhang mit der mündl i- chen und schriftlichen Übersetzung entstanden en Kosten im Umfang von pauschal Fr. 900.-- zu berücksichtigen. Unter Berücksichtigung aller Umstände erscheint vorliegend eine Entschä- digung von Rechtsanwältin Zosso von aufgerundet Fr. 7'8 00.-- (inkl. Fr. 480.-- 8 % MWST, Fr. 398. -- Auslagen, Fr. 900. -- Dolmetscher- und Übersetzungskosten) als angemessen. 13.8 Zufolge teilweisen Obsiegens des Beschwerdeführers ist dieser bzw. seine Rechtsvertreterin im Umfang von Fr. 2'800.-- (inkl. MWST, Auslagen, Dol- metscher- und Übersetzungskosten) durch den Beschwerdegegner zu ent- schädigen. Im Restbetrag von Fr. 5 '000.-- (inkl. MWST, Auslagen, Dolmet- scher- und Übersetzungskosten) ist Rechtsanwältin Zosso als unentgeltl i- che Rechtsvertreterin aus der Bundesstrafgerichtskasse zu entschädigen. Gelangt der Beschwerdeführer später zu hin reichenden Mitteln, so ist er verpflichtet, der Bundesstrafgerichtskasse Honorar und Kosten der Rechts- vertreterin im Umfang von Fr. 5'000.-- zu vergüten ( Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG i.V.m. Art. 65 Abs. 4 VwVG). - 45 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Die Beschwerde wird teilweise im Sinne der Erwägungen gut geheissen und im Übrigen abgewiesen. 2. Das Dispositiv des Auslieferungsentscheides des Bundesamtes für Justiz vom 30. August 2013 wird wie folgt ergänzt: Der Vollzug der Auslieferung wird von der Bedingung abhängig gemacht, dass die ersuchende Behörde die förmliche Garantieerklärung abgibt, - dass durch geeig nete Massnahmen der persönliche Schutz von A. vor möglicher Vergeltung oder Einschüchterung durch Dritte innerhalb des Haftvollzugs in Albanien gewährleistet wird; - dass A. für den Fall einer bereits ausgesprochenen oder bevorstehenden Verurteilung das Recht zugesichert wird, ein neues Gerichtsverf ahren zu verlangen, worin durch die EMRK und UNO -Pakt II garantierten Rechte gewährleistet werden. 3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Ver - beiständung wird gutgeheissen. 4. Es werden keine Gerichtsgebühren erhoben. 5. Der Beschwerd egegner hat den Beschwerdeführer bzw. dessen Rechts- vertreterin im Umfang de ssen teilweisen Obsiegens für das Verfahren vor dem Bundesstrafgericht mit Fr. 2'800.-- (inkl. MWST , Auslagen, Dolme t- scher- und Übersetzungskosten) zu entschädigen. 6. Rechtsanwältin Sonja Zosso wird für das Verfahren vor d em Bundes - strafgericht mit Fr. 5 '000.-- (inkl. MWST, Auslagen, Dolmetscher - und Über- setzungskosten) aus der Bundesstrafgerichtskasse entschädigt. Gelangt der Beschwerdeführer später zu hinreichenden Mitteln, so ist er verpflichtet, der Bundesstrafgerichtskasse den Betrag von Fr. 5'000.-- zu vergüten. Bellinzona, 10. Juni 2014 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: - 46 - Zustellung an - Rechtsanwältin Sonja Zosso - Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen ode r Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).