Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 12. Dezember 2021 (810 21 123) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Markus Clau- sen, Hans Furer, Daniel Ivanov, Claude Jeanneret , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal, Be- schwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung (RRB N r. 650 vom 11. Mai 2021) A. A.____, Staatsangehöriger von Gambia, geboren am X X.XX.1964, reiste am 27. Mai 2002 in die Schweiz ein, wo er um Asyl nachsuchte. Am 4. März 2003 wurde er als Flüchtling anerkannt, und es wurde ihm Asyl gewährt. A.____ war vor mals Armeesprecher in Gambia und später Regionalgouverneur. Am 5. Juni 2003 folgten ih m seine Ehefrau, B.____, geboren am XX.XX.1973, und die fünf gemeinsamen Kinder (geboren in den Jahren 1990, 1993, 1995, 1997 und 2001) in die Schweiz. Seit der Einreise in die S chweiz kamen alsdann fünf weitere gemein- same Kinder (geboren in den Jahren 2004, 2007, 2010 [Zwillinge] und 2013) zur Welt. Alle Mit- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht glieder der Familie von A.____ verfügen seit dem Jahr 2007 über Niederlassungsbewilligungen. Die Familie ist seit ihrer Einreise in die Schweiz auf Sozialhilfe angewiesen. B. A.____ erklärte gegenüber der Sozialhilfebehörde L iestal unter anderem im August 2017, dass er aufgrund der Veränderung der politischen Situation in Gambia beabsichtige, in sein Heimatland zurückzukehren. Seine Familie werde in der Schweiz verbleiben. Gegenüber dem Amt für Migration und Bürgerrecht (AFMB) räumte er am 23. Juli 2018 ein, dass er einen gambischen Reisepass besitze und wiederholt nach Gambia gereist sei. Er beabsichtige, in sein Heimatland zurückzukehren sowie Rückkehrhilfe geltend zu machen. Das AFMB wies A.____ darauf hin, dass er als Flüchtling nicht in sein Heimatland reisen könne und er dem Staatssekretariat für Migration (SEM) schriftlich mitteilen solle, dass er auf die Flüchtlingseigen- schaft verzichte. Das SEM widerrief mit Verfügung vom 14. März 2019 das Asyl von A.____ und aberkannte dessen Flüchtlingseigenschaft. C. Mit Schreiben vom 24. Mai 2019 meldete sich A.____ bei der Sozialhilfebehörde C.____ ab. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Familie von A.___ in C.____ Unterstützungsleistungen in der Höhe von rund Fr. 1'400'000.-- bezogen. Da die Eh egatten das Getrenntleben per 1. Juni 2019 aufnahmen, meldete die Einwohnerkontrolle C.____ A.____ per 31. Mai 2019 nach unbe- kannt ab. Seine Familie gab damals an, dass er nach Gamb ia zurückgekehrt sei. Mit Urteil vom 8. August 2019 bewilligte das Zivilkreisgericht D.____ ( Zivilkreisgericht) den Ehegatten A.____ und B.____ das Getrenntleben. Es wurde festgestellt, dass diese das Getrenntleben durch den Auszug von A.____ aus der ehelichen Wohnung seit dem 1 . Juni 2019 aufgenommen hätten. B.____ erhielt die Obhut über die gemeinsamen fünf m inderjährigen Kinder. Die Wohnung in C.____ wurde ihr zur alleinigen Nutzung zugewiesen. A. ____ erhielt das Recht, die Kinder zu besuchen oder zu Besuch zu sich zu nehmen. Über die Modali täten des Besuchs- und Ferien- rechts sollten sich die Ehegatten direkt verständigen. Da s Urteil wurde A.____ per Publikation im Amtsblatt des Kantons Basel-Landschaft Nr. XX vom XX. XX.2019 eröffnet. Zu einem unbe- kannten Zeitpunkt vor dem 10. Dezember 2019 reiste A.__ __ wieder in die Schweiz ein. Laut dem AFMB ist sein genauer Wohnsitz seither unbekannt, se ine Postanschrift lautet jedoch wei- terhin D.____weg XX, C.____, wo seine Familie nach wie vor lebt. A.____ nimmt über diese Adresse seine Post in Empfang. D. Mit Schreiben vom 11. Dezember 2019 stellte das AFM B A.____ den Widerruf der Nie- derlassungsbewilligung wegen Sozialhilfeabhängigkeit und allenfalls wegen mehr als sechsmo- natigen Aufenthalts im Ausland in Aussicht und gewährt e ihm das rechtliche Gehör. Es forderte ihn auf, eine Reihe von Fragen zu beantworten sowie d en Pass zur Einsichtnahme einzu- reichen. A.____ nahm dazu mit Schreiben vom 5. Januar 20 20 Stellung, beantwortete aber we- der die Fragen, noch gewährte er Einsicht in seinen Reisepass. Mit Schreiben vom 8. Januar 2020 forderte das AFMB A.____ erneut auf, die Fragen zu beantworten sowie Einsicht in den Reisepass zu gewähren. Dieses Schreiben wurde von der Post mit dem Vermerk "nicht abge- holt" an das AFMB retourniert. E. Gemäss dem Aktenbericht vom 28. Januar 2020 gab A.__ __ anlässlich der Rückkehrbe- ratung vom gleichen Tag die Absicht kund, nach Gambia zurückzukehren, um auf einem Land- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht stück seines verstorbenen Vaters eine Hühnerfarm zu errichte n. Sein Vorhaben begründete er damit, dass er Platz machen wolle für jene, die schut zbedürftig seien; ferner habe er Heimweh und er sehe keine Perspektive mehr in der Schweiz. Auf diese Weise könne er die Sozialhilfe entlasten. Seine Ehefrau und seine Kinder würden in der Schweiz bleiben. Er wolle dennoch nach Gambia zurückkehren. Er könne sich durchaus vorstellen, in Gambia Fuss zu fassen. Am 8. Juni 2020 fand zwischen A.____ und dem AFMB eine w eitere Rückkehrberatung statt. Das AFMB teilte ihm erneut mit, dass die Gemeinde C.____ Fr. 5'000.-- und die Flugkosten organi- sieren würde, sofern er die Schweiz definitiv verlassen sollte. A.____ erwiderte, die Schweiz - wie er schon mehrfach zum Ausdruck gebracht habe - definitiv verlassen zu wollen. Da er kein Einkommen habe, sei seine Ausreise an die finanzielle U nterstützung gekoppelt. So sei er froh, wenn zusätzlich zu den Fr. 5'000.-- und den Flugkosten z. B. der Transport seiner Möbel nach Gambia mit dem Betrag von Fr. 2'000.-- finanziert wü rde. Angesprochen auf ein mögliches Ein- reiseverbot entgegnete er, dass er nicht ausreisen werde , sofern gegen ihn ein Einreiseverbot erlassen bzw. beantragt werden sollte. Er wolle seine K inder jährlich während eines Monats besuchen können. Das AFMB machte ihn darauf aufmerksam, d ass für die Ausstellung eines Besuchervisums die Schweizer-Vertretung in Dakar zuständig sei. A.____ erklärte, dass er am D.____weg XX in C.____ angemeldet sei und er sich von dort nie abgemeldet habe. Derzeit wohne er bei einem Kollegen in F.____. Er erhalte d ie Post, welche ihm an seine Adresse in C.____ geschickt werde. Mit Schreiben vom 9. Juni 2020 an A.____ fasste das AFMB das Rückkehrgespräch vom Vortag zusammen. Zudem teilte es ihm mit, dass die finanzielle Unter- stützung voraussetze, dass er dem AFMB schriftlich bestätige, die Schweiz definitiv zu verlas- sen. Mit E-Mail vom 16. Juni 2020 teilte A.____ dem A FMB mit, dass er mit den im Schreiben vom 9. Juni 2020 festgehaltenen Modalitäten einverstan den sei. Mit E-Mail vom 6. Juli 2020 an A.____ bestätigte das AFMB, dass es kein Einreiseverbot beantragen werde, sofern er die Schweiz definitiv verlasse. Nach weiterer Korrespondenz erklärte das AFMB mit E-Mail vom 27. Juli 2020, dass es auf die Informationen von A.____ warte, wann die Operation seiner Ehe- frau stattfinde. Des Weiteren wurde in diesem E-Mail ausgeführt, dass - wie A.____ bereits tele- fonisch mitgeteilt worden sei - eine schriftliche Bestätigung erforderlich sei, dass er die Schweiz verlasse. Demzufolge werde A.____ gebeten, das entspreche nde Schreiben unterzeichnet zu- rückzusenden. Bis zum jetzigen Zeitpunkt hat A.____ dem A FMB keine solche schriftliche Be- stätigung zukommen lassen. F. Mit Schreiben vom 24. August·2020 teilte das AFMB A.____ im Rahmen der erneuten Gewährung des rechtlichen Gehörs mit, dass man einen Widerruf seiner Niederlassungsbewilli- gung erwäge. Unter ausdrücklichem Hinweis auf seine Mitwi rkungspflicht wurde er dazu aufge- fordert, die im Schreiben enthaltenen Fragen bis zum 7. September 2020 zu beantworten. Soll- te er die Fragen nicht beantworten, werde seine Wegw eisung ohne Weiteres verfügt. Im Schreiben vom 7. September 2020 führte A.____ aus, da ss er, da er gemäss schweizerischem Justizsystem seine Unschuld nicht beweisen müsse, keinen Grund se he, die vom AFMB ge- stellten Fragen zu beantworten. Im Übrigen sei die angedrohte Massnahme rechtlich unbegrün- det. Zudem wies er das AFMB darauf hin, dass er sich seit dem 31. März 2019 von der Sozial- hilfe C.____ abgemeldet habe. Mit Schreiben vom 16. Oktober 2020 teilte A.____ dem AFMB mit, dass er auf eine Verfügung warte. Er habe entschi eden, in sein Heimatland Gambia zu- rückzukehren, weshalb er keine Genehmigung brauche, um weiterhin in der Schweiz zu leben. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Da er jedoch Kinder habe, die er zurücklasse, halte er es für richtig, dass er diesen von Zeit zu Zeit einen Besuch abstatten könne. G. Mit Schreiben vom 18. November 2020 beantwortete der Beistand der minderjährigen Kinder von A.____ dem AFMB eine Reihe von Fragen hi nsichtlich deren Beziehung zum Vater und beschrieb das Verhältnis zwischen dem Kindsvater und seinen Kindern als gut. H. Mit Verfügung vom 3. Dezember 2020 widerrief das AF MB die Niederlassungsbewilli- gung von A.____ und setzte die Ausreisefrist auf den 1 5. Januar 2021 fest. Zur Begründung führte das AFMB den ordentlichen Widerrufsgrund der S ozialhilfeabhängigkeit an. Ferner gebe es Hinweise darauf, dass er sich länger als sechs Monate im Ausland aufgehalten habe, womit die Niederlassungsbewilligung erlösche. Ob die Nieder lassungsbewilligung jedoch erloschen sei, könne offengelassen werden, da der Widerrufsgrund aufgrund der Sozialhilfeabhängigkeit gegeben sei. Der Entzug der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung seien, selbst wenn davon ausgegangen werde, dass sich A.____ auf Art. 8 Abs. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK] vom 4. November 1950 berufen könne, verhältnismässig, da sein Verschulden an der Sozialh ilfeabhängigkeit gross sei, seine berufliche Integration als gescheitert zu bezeichnen sei , die persönliche Beziehung zu seinen Kindern·weiterhin auf unterschiedliche Weise gepflegt werden könne und ihm eine Rückkehr ins Heimatland keine Nachteile bereite. Die öffentlichen Interessen am Widerruf der Niederlas- sungsbewilligung überwögen die privaten Interessen. Au ch ermessensweise sei nicht auf den Widerruf der Niederlassungsbewilligung zu verzichten. Zudem liege auch kein Härtefall vor. I. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Eingaben vom 10. Dezember 2020 (Anmel- dung) und vom 13. Januar 2021 (einlässliche Begründung) beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) Beschwerde. Er beantr agte sinngemäss, die Verfügung des AFMB vom 3. Dezember 2020 sei aufzuheben. Zur Begründ ung führt er sinngemäss aus, dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht mit dem Grund der Sozialhilfeabhängigkeit begründet werden könne, da er sich schon länger von der Sozialhilfe abgemeldet habe. Zudem sei die Niederlassungsbewilligung nicht erloschen, da er sich nie länger als sechs Monate im Ausland aufgehalten habe. Im Übrigen sei der Widerruf der Niederlassungsbewilligung aufgrund seines langen Aufenthalts in der Schweiz (19 Jahre), seines reinen Straf- und Betreibungsregis- terauszugs und der Beziehung zu seinen in der Schweiz lebe nden neun Kindern unverhältnis- mässig. J. Der Regierungsrat wies die Beschwerde mit Beschluss (RRB ) Nr. 2021-650 vom 11. Mai 2021 ab und verfügte, dass A.____ die Schweiz spätestens 30 Tage nach Eintritt der Rechts- kraft des RRB zu verlassen habe. Des Weiteren wurden ihm Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- auferlegt. Der Regierungsrat kam zum Schlus s, dass sich A.____ auf den durch die Niederlassungsbewilligung gewährten Rechtsanspruch auf Aufenthalt in der Schweiz sowie auf das Grundrecht auf Achtung des Familienlebens berufen könne. Es sei jedoch der Widerrufs- grund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [AIG] vom 16. Dezember 2005 erfüllt, da der Beschwerdeführer seit der Einreise in der Schweiz immer sozialhilfeabhängig gewesen sei und nicht damit zu rechnen sei, Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass er in der Schweiz jemals einer Erwerbstätigkeit nac hgehen werde, so dass von einer dau- erhaften und erheblichen Sozialhilfeabhängigkeit auszu gehen sei. Der Widerruf der Niederlas- sungsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung seien überdies verhältnismässig. K. A.____ reichte am 18. Mai 2021 gegen den RRB beim Kantonsgericht, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde ein und beantragte Frist zur Einreichung einer begründeten Beschwerde. Da der Eing abe ein klar umschriebenes Begehren fehlte, setzte das Gericht dem Beschwerdeführer eine Na chfrist zur Einreichung einer verbes- serten Beschwerdeeingabe. In seiner Eingabe vom 14. J uni 2021 führte der Beschwerdeführer sinngemäss aus, nicht in der Schweiz leben zu wollen. Er wünsche aber, jederzeit in die Schweiz einreisen zu können, um physisch mit seinen Kind ern in Kontakt treten zu können. Er wolle als Vater das Recht haben, seine Kinder von Zeit zu Zeit besuchen zu können. Es könne nicht sein, dass ein dauerhaftes Einreiseverbot, wie die s vom AFMB vorgeschlagen worden sei und von der Vorinstanz unterstützt werde, ausgesprochen werde. Ausserdem äusserte er sein Befremden darüber, dass ihm während seiner Sozialhilfe abhängigkeit die Niederlassung nicht entzogen worden sei, ihm diese jedoch ein halbes Jahr nach seiner Abmeldung von der Sozial- hilfe entzogen werden solle. Zudem wehrte er sich gegen die Auferlegung der Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- durch den Regierungsrat. Innert gewährter Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusse s reichte der Beschwerdeführer am 14. Juli 2021 ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein. Der Regierungsrat beantragte in seiner Vernehmlassung v om 1. Juli 2021 die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. Er führte unter and erem aus, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers auf der falschen Annahme basieren würd en, dass das AFMB ein dauerhaf- tes Einreiseverbot in die Schweiz verfüge und der Regie rungsrat sich einem solchen ange- schlossen habe. Des Weiteren sei die Intensität der Bezie hung, welche der Beschwerdeführer zu seinen Kindern pflege, zu relativieren, da er die S chweiz zu verlassen wünsche, um in Gam- bia ein neues Leben zu beginnen. Der Beschwerdeführer trage somit von sich aus zur Tren- nung der Familie bei, womit nicht isoliert auf die Trennungsfolgen des RRB abzustellen sei. Ins- gesamt verfolge der Beschwerdeführer das Ziel, die N iederlassungsbewilligung aufrechtzuer- halten, um künftig frei in die Schweiz einreisen zu können. Die Aufrechterhaltung der Niederlas- sungsbewilligung aus diesen Gründen sei nicht im Sinne des Gesetzes. Mit Verfügung vom 16. Juli 2021 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und es wurde verfügt, dass das Gesuch um unentgeltliche Prozessf ührung zusammen mit der Haupt- sache entschieden werde. Das Kantonsgericht entgegnete dem Beschwerdeführer auf seine Eingabe vom 5. August 2021, dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukomme. Die Ei ngabe des Beschwerdeführers vom 11. August 2021, mit welcher er um "eine vorüberge hende Wiederherstellung seiner Rechtsstellung" bat, nahm das Kantonsgericht zu den Akten. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regierungs- rates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kanto nsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzli cher Ausschlusstatbestand vor- liegt, ist die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerich ts gegeben. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefoch tene Verfügung oder den angefochte- nen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat. Der Beschwerdeführer will die Schweiz verlassen, wü nscht aber jederzeit in die Schweiz einreisen zu können, um seine Kinder zu besuchen. Er hat sich dahingehend geäussert, dass er die Schweiz nicht verlassen wolle, wenn ein Einrei severbot erlassen werde. Wird die Nieder- lassungsbewilligung des Beschwerdeführers widerrufen, so kann er einerseits nicht mehr in der Schweiz leben und andererseits auch nicht ohne Weitere s in die Schweiz einreisen, sondern muss jeweils ein Touristenvisum beantragen, mit welchem e r sich auch nur während einer ge- wissen Zeit in der Schweiz aufhalten kann. Vor allem abe r deuten die Akten darauf hin, dass dem Beschwerdeführer gegenüber mitgeteilt worden war , dass nach dem Widerruf seiner Nie- derlassungsbewilligung und seiner Ausreise aus der Schw eiz allenfalls ein Einreiseverbot ver- fügt werde, womit er seine Kinder in der Schweiz nicht mehr besuchen könnte. Kann sich der Beschwerdeführer erfolgreich gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung wehren, kann auch kein allfälliges Einreiseverbot verfügt werden. Der Beschwerdeführer ist damit durch die Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Da auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetre- ten werden. 2.1. Die Kognition des Kantonsgerichts beschränkt sich g emäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälli ger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob die Vorinstanz ein allfälliges Erm essen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob diese den Sachverhal t unrichtig oder unvollständig festge- stellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen im vorliegen- den Fall verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 2.2. Da es sich um einen klaren Fall handelt, wird vor liegend im Zirkulationsverfahren ent- schieden (§ 1 Abs. 4 VPO). 3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und desse n Wegweisung aus der Schweiz rechtmässig sind. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 AIG [bis 31. Dezember 2018 und soweit im Folgenden die altrechtliche Fassung massgeblich ist: AuG]). Einen Rechtsanspruch auf die Erteil ung einer Niederlassungsbewilli- gung hat die ausländische Person grundsätzlich nicht, es se i denn, das AIG oder völkerrechtli- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht che Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 185 E. 2. 3; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel, 2009, Rz. 7.84 ff.). 4.2 Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass zwi schen der Schweiz und Gambia keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, welche dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumen würde. 4.3 Gemäss Art. 34 Abs. 1 AIG verleiht die Niederlassun gsbewilligung einen zeitlich unbe- fristeten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz. 4.4. Der Beschwerdeführer kann sich zudem - wie der Re gierungsrat in seiner E. 3.5 aus- führt - auf das Recht auf Achtung des Familienlebens n ach Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen und da- raus ebenfalls einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz ableiten. Es ist somit von einem grundsätzlichen Anspruch des Beschwerdeführers auf Aufenthalt in der Schweiz auszugehen. 4.5. Indes gelten weder der gesetzliche Anspruch auf Au fenthalt nach Art. 34 Abs. 1 AIG noch der grundrechtliche Anspruch nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK absolut. Bei Vorliegen eines Wider- rufsgrundes nach Art. 63 AIG kann die Niederlassungsbewilligung entzogen werden. Ein Wider- rufsgrund liegt unter anderem vor, wenn die Ausländeri n oder der Ausländer oder eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat, dauerhaft und in erheblichem Mass auf Sozialhilfe angewiesen ist (Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG). Auch nach Art. 8 Zif f. 2 EMRK kann unter bestimmten Vorausset- zungen in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Rechtsgut eingegriffen werden. 5.1. Zu prüfen ist, ob der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG vorliegt. Beim Widerruf der Niederlassungsbewilligung eines Ausländers wegen Bed ürftigkeit geht es in erster Linie darum, eine zusätzliche künftige Belastung der öffentlich en Wohlfahrt zu vermeiden. Ob dieses Ziel erreicht werden kann, ist kaum je mit Sicherhei t zu ermitteln. Es muss daher die wahr- scheinliche Entwicklung der finanziellen Situation der au sländischen Person berücksichtigt wer- den. Nach der Rechtsprechung ist eine andauernde konkrete Gefahr einer Sozialhilfeabhängig- keit erforderlich; Hypothesen und pauschalierte Gründe genügen hierzu nicht (vgl. Urteile des BGer 2C_42/2011 vom 23. August 2012 E. 5.4; 2C_685/2 010 vom 30. Mai 2011 E. 2.3.1 und E. 2.3.2). Neben den bisherigen und den aktuellen V erhältnissen ist auch die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf längere Sicht in die Beurte ilung miteinzubeziehen. Ein Widerruf fällt in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle Unterst ützungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft selbe r für ihren Lebensunterhalt sorgen wird (Urteil des BGer 2C_98/2018 vom 7. November 2018 E. 4.1 m.w.H.). Nach der Rechtsprechung kann bereits ein Betrag von Fr. 50'000.-- als erheblich gelten (Urteil des BGer 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.1.3; im Urteil des BGer 2C _458/2019 vom 27. September 2019 E. 3.3 wurde der dort bezogene Betrag von Fr. 280'000 .-- als erheblich bezeichnet). Für die Qualifikation einer Sozialhilfeabhängigkeit als daue rhaft ist nicht so sehr von Bedeutung, ob gegenwärtig eine Sozialhilfeabhängigkeit besteht. Ent scheidend ist vielmehr, ob die Abhängig- keit zurückblickend einige Zeit andauerte und ob die Bef ürchtung berechtigt ist, dass auch für die weitere Zukunft Unterstützung geleistet werden m uss (Urteil des BGer 2C_795/2008 vom 25. Februar 2009 E. 4.3). Massgeblich ist immer eine P rognose zur voraussichtlichen Entwick- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung der finanziellen Situation in Berücksichtigung der Einkommensaussichten sämtlicher Fami- lienmitglieder (MARC SPESCHA , in: Kommentar Migrationsrecht, 5. Auflage, Zürich 2 019, Rz 19 zu Art. 63 AIG; Urteil des BGer 2C_458/2019 vom 27. September 2019 E. 3.2). 5.2. Die Hintergründe, warum eine Person sozialhilfeab hängig wurde, müssen beim Wider- rufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit in den Entscheid miteinbezogen werden (Urteil des BGer 2C_1058/2013 vom 11. September 2014 E. 2.5). Ob und inwieweit den Beschwerdeführer ein Verschulden an der Sozialhilfebedürftigkeit trifft, bildet nicht eine Frage der Erfüllung des Wider- rufsgrundes, sondern eine der Verhältnismässigkeitsprüfung (vgl. Urteil des BGer 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.2 m.w.H.). Bei der Verhäl tnismässigkeitsprüfung ist nach Bun- desgericht zu prüfen, ob der Sozialhilfebezug als verschu ldet oder vorwerfbar erscheint, weil sich der Bezüger weigert, eine Erwerbstätigkeit aufzune hmen, obwohl ihm dies möglich und zumutbar wäre. Liegen Gründe für den Sozialhilfebezug vor, die gemäss Art. 58a Abs. 2 AIG bei der Integrationsbeurteilung keinen Vorwurf rechtfe rtigen, namentlich gesundheitliche Beein- trächtigungen, Erwerbsarmut und Wahrnehmung von Betreuungsaufgaben, so ist gemäss Marc Spescha/Peter Bolzli/Fanny de Weck/Valerio Priuli der Wid erruf der Aufenthaltsbewilligung grundsätzlich nicht gerechtfertigt. Das Bundesgericht schein t in seiner bisherigen Rechtspre- chung an die Bejahung der Sozialhilfeabhängigkeit als Widerrufsgrund allerdings weniger strenge Anforderungen zu stellen (M ARC SPESCHA /P ETER BOLZLI /F ANNY DE WECK /V ALERIO PRIULI , Handbuch zum Migrationsrecht, 4. Aufl., Zürich 2020, S. 329 f.; MARC SPESCHA , a.a.O., Rz 19 zu Art. 63 AIG). 5.3. Der Beschwerdeführer und seine Familie sind seit i hrer Einreise in die Schweiz im Jahr 2003 auf Sozialhilfe angewiesen und haben bis zum 11. Dezember 2019 Unterstützungsleis- tungen in der Höhe von rund Fr. 1'450'000.-- bezogen . Der Beschwerdeführer ist seit 2003 kei- ner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. Die Sozialhil feabhängigkeit hat somit über eine äus- serst lange Dauer bestanden und ist erheblich. Der Besch werdeführer macht nun geltend, er habe sich am 24. Mai 2019 von der Sozialhilfe abgemeldet und sei nicht mehr sozialhilfeabhän- gig. Es ist nicht klar, wovon der Beschwerdeführer seit seiner Abmeldung lebt. Wie dem Antrag an die Sozialhilfebehörde vom 9. August 2017 zu entne hmen ist, sieht der Beschwerdeführer für seine berufliche Zukunft in der Schweiz keine Pe rspektive. Gemäss der Situationsanalyse vom 28. Juni 2019 habe sich der Beschwerdeführer nicht ernsthaft im ersten Arbeitsmarkt integ- rieren wollen. Der zuständige Sozialarbeiter habe jew eils aus den Aussagen des Beschwerde- führers herausgehört, dass es seiner Meinung nach für ih n in der Schweiz keinen geeigneten Arbeitsplatz gebe, da er sowohl in Gambia als auch in G.____ eine Militärkarriere gemacht ha- be und eine "normale" Arbeit nicht in Frage komme. D ie Tatsache, dass der Beschwerdeführer selber keine beruflichen Perspektiven in der Schweiz sieht und er zurzeit kein Einkommen hat, legt die Gefahr nahe, dass der Beschwerdeführer - sol lte er in der Schweiz bleiben - wieder sozialhilfeabhängig wird. Wie der Regierungsrat in sein em Beschluss ausführt, scheint die Ge- fahr einer Sozialhilfeabhängigkeit selbst bei Berücksichti gung der realisierbaren Einkommens- aussichten sämtlicher Familienmitglieder stets noch eine andauernde und konkrete zu sein, da von der insgesamt zehnköpfigen Familie von A.___ bloss dr ei Mitglieder erwerbstätig sind, wel- che sich jedoch primär selbst versorgen müssen. Zudem leb en zwei dieser erwerbstätigen Fa- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht milienmitglieder nicht mehr im mütterlichen Haushalt . Der Widerrufsgrund der dauernden und erheblichen Sozialhilfeabhängigkeit ist somit gegeben. 6. Soweit der Beschwerdeführer im Verlaufe des Verfahr ens die Vorwürfe erhebt, dass die eine Behörde, z.B. die Sozialhilfebehörde, dem AFMB h inter seinem Rücken ihn betreffende Informationen weitergegen habe, und er sich über die ihm unter anderem im Schreiben vom 8. Januar 2020 erneut gestellten Fragen beklagt, ist festzuhalten, dass nach Art. 90 AIG sowohl der Ausländer als an Verfahren wie dem Widerruf der N iederlassungsbewilligung beteiligte Drit- te verpflichtet sind, an der Sachverhaltsfeststellung mitzuwirken und damit Fragen über Arbeits- bemühungen, Auslandreisen, finanzielle Verhältnisse etc. zu beantworten. Des Weiteren statu- iert Art. 97 AIG, dass die mit dem Vollzug des AIG bet rauten Behörden sich gegenseitig in der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen. Sie erteilen d ie benötigten Auskünfte und gewähren auf Verlangen Einsicht in amtliche Akten (Abs. 1). Andere B ehörden des Bundes, der Kantone und der Gemeinden sind verpflichtet, die für den Vollzug di eses Gesetzes notwendigen Daten und Informationen auf Verlangen den Behörden nach Abs. 1 bekannt zu geben (Abs. 2). In gewis- sen Fällen sind andere Behörden sogar verpflichtet, dem AFMB gewisse Ereignisse zu melden (Abs. 3). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers i st dem AFMB nicht vorzuwerfen, dass es den Beschwerdeführer zur Beantwortung der geste llten Fragen aufgefordert hat und das AFMB z.B. von der Sozialhilfebehörde Informationen erhalten hat. 7. Der Beschwerdeführer moniert zudem, dass er nicht sechs Monate in Gambia verweilt habe, weshalb die Niederlassungsbewilligung nicht erl oschen sei. Gemäss Art. 61 Abs. 2 AIG erlischt die Niederlassungsbewilligung nach sechs Monaten , wenn der Ausländer die Schweiz, ohne sich abzumelden, verlässt. Das AFMB erklärt in seiner Verfügung, es bestehe der Ver- dacht, dass der Beschwerdeführer von Ende Mai bis anfang s Dezember 2019 die Schweiz ver- lassen habe. Es liess aber offen, ob dieser Widerrufsgrund erfüllt sei, da der Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit klar erfüllt sei. Der Regierung srat führte aus, dass die Informationen nicht ausreichen würden, um auf einen Erlöschungsgrund gemäss Art. 61 Abs. 2 AIG zu erken- nen. Damit kann festgehalten werden, dass entgegen de r Auffassung des Beschwerdeführers weder das AFMB noch der Regierungsrat den Widerruf de r Niederlassungsbewilligung auf Art. 61 Abs. 2 AIG stützten. 8.1. Als Nächstes ist zu prüfen, ob vorliegend ein Eing riff in das Recht auf Achtung des Fami- lienlebens zulässig ist. Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK ( sowie dem inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei dgenossenschaft [BV] vom 18. April 1999) geschützten Recht auf Achtung des Privat - und Familienlebens können auslän- dische Staatsangehörige in besonderen Fällen ebenfalls einen Anspruch auf Aufenthalt oder Verbleib in einem anderen Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitgliedern führt (vgl. A NDREAS ZÜND /T HOMAS HUGI YAR , Aufenthaltsbe- endende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht, Euro päische Grundrechte- Zeitschrift [EuGRZ] 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Der jeweilige Anspruch nach Art. 8 EMRK gilt - unabhängig davon, welcher Aspekt von Art. 8 Ziff. 1 EMRK betroffen ist (Familien- oder Privatleben bzw. ein daraus kombinierter Schutzbere ich) - nicht absolut (Urteil des BGer 2C_786/2018 vom 27. Mai 2019 E. 3.3.1). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2. Art. 8 EMRK verschafft keinen Anspruch auf Einrei se und Aufenthalt oder auf einen Aufenthaltstitel. Er hindert Konventionsstaaten nicht d aran, die Anwesenheit auf ihrem Staats- gebiet zu regeln und den Aufenthalt ausländischer Person en unter Beachtung überwiegender Interessen des Familien- und Privatlebens gegebenenfall s auch wieder zu beenden. Dennoch kann das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK verankerte Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens berührt sein, wenn einer ausländischen Person mit in de r Schweiz aufenthaltsberechtigten Fa- milienangehörigen das Zusammenleben verunmöglicht wird . Der Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 8 Abs. 1 EMRK g ilt nicht absolut, sondern kann recht- mässig eingeschränkt werden, wenn dies gesetzlich vorgesehe n ist, einem legitimen Zweck entspricht und zu dessen Realisierung in einer demokrat ischen Gesellschaft notwendig er- scheint (Art. 8 Ziff. 2 EMRK). Danach ist ein Eingriff statthaft, soweit er einen Akt bildet, der sich in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale S icherheit, für die öffentliche Ruhe und Ordnung, für das wirtschaftliche Wohl des Landes und zur Verhinderung von strafbaren Hand- lungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer als nötig erweist (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung V erfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 30. Oktober 2019 [810 19 12] E. 5.1). Die Ko nvention verlangt, dass die individuellen Interessen an der Erteilung bzw. am Erhalt des Anwese nheitsrechts und die öffentlichen Inte- ressen an dessen Verweigerung sorgfältig gegeneinander abgewogen werden (vgl. BGE 135 I 153 E. 2.2.1; Urteil des BGer 2C_27/2016 vom 17. November 2016 E. 5.1). Das öffentliche Inte- resse überwiegt, wenn die Massnahme durch ein "herausragendes soziales Bedürfnis" gerecht- fertigt und in Bezug auf das rechtmässig verfolgte Ziel verhältnismässig erscheint bzw. einer "fairen" Interessenabwägung entspricht. Im Rahmen der Prüfung der Eingriffsvoraussetzungen sind je nach der Ursache des Eingriffs verschiedene Elemen te zu beachten. Dazu gehören u.a. die Art und Schwere der den Eingriff auslösenden Ursa che, die Aufenthaltsdauer des Betroffe- nen im Land, der seit der den Eingriff auslösenden U rsache vergangene Zeitraum, das Verhal- ten des Ausländers während diesem, die sozialen, kultu rellen und familiären Bindungen zum Aufnahmestaat und zum Herkunftsland, der Gesundheitszust and, die mit der aufenthaltsbeen- denden Massnahme verbundene Dauer der Fernhaltung sow ie allgemein die der Betroffenen und ihrer Familie drohenden Nachteile bei einer Ausre ise in die Heimat oder in einen Drittstaat (BGE 135 II 377 E. 4.3; in Bezug auf die Sozialhilfe abhängigkeit vgl. Urteil des BGer 2C_13/2018 vom 16. November 2018 E. 3.3). Keines die ser Elemente ist für sich allein aus- schlaggebend; erforderlich ist eine Würdigung der gesamt en Umstände im Einzelfall (KGE VV vom 9. Dezember 2020 [810 20 150] E. 10.5; Urteil des BGer 2C_786/2018 vom 27. Mai 2019 E. 3.3.3). Wie die Vorinstanz ausführt, kann sich der Beschwerdeführer auf Art. 8 Abs. 1 EMRK berufen. Zu prüfen ist, ob vorliegend der Eingriff einer Interessenabwägung standhält (BGE 144 I 266 E. 3.8). 9.1. Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung un d die damit verbundene Wegweisung sind nur zulässig, wenn sie sich auch als verhältnismässig er weisen (Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 96 Abs. 1 AIG). Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwaltungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegende n Ziels geeignet und notwendig sein. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftig en Verhältnis zu den Belastungen stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 514 ff.). Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung sind die bekannten Kriterien wie Dauer der Anwesenheit, persön- liche Beziehungen zur Schweiz, berufliche Situation, Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, persön- liches Verhalten sowie Integrationsgrad zu berücksichtige n (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3; Urteil des BGer 2C_705/2013 vom 11. November 2013 E. 3.2). Au fgrund seiner Beziehung zu seinen Kindern ergibt sich die Notwendigkeit einer Interessenab wägung beim Beschwerdeführer dar- über hinaus aus Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.2; Urteil des BGer 2C_773/2019 vom 5. Dezember 2019 E. 3.3). Im Rahmen der Interessenabwägung sind na- mentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Inte gration bzw. die Dauer der bisheri- gen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu be- rücksichtigen (vgl. Urteile des BGer 2C_797/2019 vom 20. F ebruar 2020 E. 5.1; 2C_17/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 2.4; BGE 135 II 377 E. 4.3). 9.2. Das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederl assungsbewilligung des Beschwerde- führers ist durch das Vorliegen eines gesetzlichen Wider rufsgrunds (Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG) ausgewiesen. Dieses kann nur durch entsprechend gewich tige private Interessen aufgewogen werden, d.h. wenn aussergewöhnlich schwerwiegende Umstä nde gegen eine Aufenthaltsbeen- digung sprechen würden (Urteile des BGer 2C_797/2019 vom 20. Februar 2020 E. 5.2; 2C_401/2017 vom 26. März 2018 E. 5.2). 9.3. Ein gewichtiges privates Interesse am Verbleib de s Beschwerdeführers in der Schweiz ergibt sich aus der langen Anwesenheitsdauer. Er ist im Mai 2002 im Alter von 38 Jahren in die Schweiz eingereist und hält sich somit bereits seit übe r 19 Jahren hier auf. Vor diesem Hinter- grund stellt der Widerruf der Niederlassungsbewillig ung eine besondere Härte dar. Auch hat das Bundesgericht in einem neueren Urteil festgehalt en, dass nach einer rechtmässigen Auf- enthaltsdauer von rund zehn Jahren regelmässig davon au sgegangen werden könne, dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng geworden seien , dass es für eine Aufenthaltsbe- endigung besonderer Gründe bedarf; im Einzelfall kann es sich jedoch anders verhalten und die Integration zu wünschen übrig lassen (BGE 144 I 266 E. 3.9). Angesichts der konkreten Um- stände drängt sich der Schluss auf, dass die Länge der Auf enthaltsdauer des Beschwerdefüh- rers in keiner Weise mit seiner wirtschaftlichen Integr ation korreliert. Gegen eine gelungene Integration spricht, dass die Familie von A.____ seit ihrer Einreise im Jahr 2003 auf Sozialhilfe angewiesen ist und bis zum 11. Dezember 2019 Unterstü tzungsleistungen in der Höhe von Fr. 1'447'677.-- bezogen hat. Vor allem fällt ins Ge wicht, dass der Beschwerdeführer seit 2003 keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen ist. Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerde- führer einzig in den Jahren 2002 und 2003 im Stundenlohn erwerbstätig gewesen ist. Obwohl er in der Folge immer wieder zu Beschäftigungs- und Inte grationsprogrammen verpflichtet wurde, ist es nicht gelungen, ihn in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst war nicht immer einfach. Gemäss einem B ericht vom 28. Juni 2019 des Sozi- aldiensts C.____ habe der Beschwerdeführer nie ernsthaft versucht, sich in der hiesigen Ge- sellschaft oder den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Er habe gemäss Bericht immer durchbli- cken lassen, dass es für ihn als ehemaligen Militärangeh örigen in der Schweiz keinen geeigne- ten Arbeitsplatz gebe und eine "normale" Arbeitsstell e für ihn nicht in Frage komme. In Anbe- tracht dieser Umstände ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht die von ihm zu Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht erwartenden Bemühungen unternommen hat, um seine Sozi alhilfeabhängigkeit und die der Familie zumindest zu reduzieren. Zu Gute ist dem Beschw erdeführer zu halten, dass er die deutsche Sprache beherrscht. Jedoch bestärkt der Umstand, dass es ihm trotz guter Sprach- kenntnisse nicht gelungen ist, sich im ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, die Schlussfolgerung, dass der Beschwerdeführer seine mangelnde wirtschaftliche Integration massgeblich selbst verschuldet hat. Den Beschwerdeführer trifft damit ein e rhebliches Verschulden an seiner So- zialhilfeabhängigkeit. 9.4.1. Hinsichtlich der familiären Verhältnisse des Beschw erdeführers ist festzuhalten, dass neun seiner zehn Kinder in der Schweiz leben und fünf davon minderjährig sind. Der Be- schwerdeführer ist gemäss Urteil des Zivilkreisgerichts vom 8. August 2019 mit seinem Auszug aus der ehelichen Wohnung am 1. Juni 2019 von seiner E hefrau getrennt. Die Ehefrau erhielt die Obhut über die gemeinsamen fünf minderjährigen Kinder. Der Beschwerdeführer erhielt das Recht, die Kinder zu besuchen oder zu Besuch zu sich zu ne hmen. Über die Modalitäten des Besuchs- und Ferienrechts sollten sich die Ehegatten dire kt verständigen. Auf die Festlegung von Unterhaltsbeiträgen wurde mangels Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers verzichtet. Der Beschwerdeführer ist weder sorge- noch obhutsberechtigt und lebt nicht mit seinen minder- jährigen Kindern zusammen. 9.4.2. Der Regierungsrat macht in seiner Vernehmlassun g an das Kantonsgericht geltend, dass die vom Beschwerdeführer gewünschte Intensität der familiären Beziehung, nämlich die Möglichkeit, die Kinder in der Schweiz zu besuchen, der Massstab sein müsse, um die Verhält- nismässigkeit der Massnahme zu prüfen. Der Wunsch des Beschwe rdeführers werde aber durch den angefochtenen RRB gewahrt, da es ihm stets noc h möglich sein werde, via Touris- tenvisum seine Familie in der Schweiz jährlich bis zu dre i Monate zu besuchen. Ferner sei die Intensität der Beziehung, welche der Beschwerdeführer zu seinen Kindern pflege, in gewisser Weise zu relativieren: Es sei stets noch der Wunsch des Besch werdeführers, die Schweiz zu verlassen, um in Gambia ein neues Leben anzufangen. Der Beschwerdeführer trage somit von sich aus zur Trennung der Familie bei. Es dürfe somit nicht isoliert auf die Trennungsfolgen des RRB vom 11. Mai 2021 abgestellt werden. Diesem Umstand sei im RRB Nr. 650 vom 11. Mai 2021 Rechnung getragen worden. Zudem führe der Beschw erdeführer aus, dass seine Kinder es vorziehen würden, bei ihrer Mutter zu leben, und er diese Entscheidung akzeptiere. Dass der Beschwerdeführer seine Zukunft in Gambia und nicht in der Schweiz plane, komme auch dadurch zum Ausdruck, dass er dem Kantonsgericht den Ant rag stelle, es sei ihm ein «Mehr- facheinreise-Reisevisum für einen längeren Zeitraum [ . .. ] [auszustellen]». Insgesamt verfolge der Beschwerdeführer das Ziel, die Niederlassungsbewil ligung aufrechtzuerhalten, um künftig frei in die Schweiz einreisen zu können. Die Aufrechterh altung der Niederlassungsbewilligung aus diesen Gründen sei nicht im Sinne des Gesetzes. 9.4.3. Bei der im Hinblick auf die Bewilligungsertei lung nach Art. 8 EMRK erforderlichen Inte- ressenabwägung fällt das Interesse des um Bewilligung er suchenden Ausländers namentlich dann ins Gewicht, wenn er mit der in der Schweiz anwese nheitsberechtigten Person zusam- menlebt. Was das Verhältnis von Eltern zu ihren Kinder n betrifft, gilt dies im Falle getrenntle- bender Eltern für denjenigen Elternteil, dem das Sor gerecht zusteht. Nach der bundesgerichtli- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Rechtsprechung zu Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV kann der nicht sorge- bzw. hauptsächlich betreuungsberechtigte ausländische Elternteil die familiäre Beziehung mit seinem Kind in der Regel nur in beschränktem Rahmen leben, nä mlich durch die Ausübung des ihm eingeräumten Rechts auf angemessenen persönlichen Verkehr und den damit verbundenen Betreuungsanteilen (Art. 273 Abs. 1 des Schweizerischen Z ivilgesetzbuches [ZGB] vom 10. Dezember 1907 [Besuchsrecht]). Hierfür ist nicht unbedingt erforderlich, dass er sich dauer- haft im selben Land aufhält wie das Kind und dort übe r ein Anwesenheitsrecht verfügt (BGE 143 I 21 E. 5.3; Urteile des BGer 2C_231/2019 vom 23. Mai 2019 E. 3.2.1 f.; 2C_881/2018 vom 14. Dezember 2018 E. 4.2.2). Unter dem Gesichtswinkel d es Schutzes des Anspruchs auf Fa- milienleben genügt es nach den Umständen, dass der Kon takt zum Kind im Rahmen von Kurz- aufenthalten, Ferienbesuchen oder über die modernen K ommunikationsmittel vom Ausland her wahrgenommen werden kann; gegebenenfalls sind die zivilr echtlichen Modalitäten hierfür den ausländerrechtlichen Vorgaben anzupassen (Urteil des BG er 2C_797/2019 vom 20. Februar 2020 E. 5.4.2 m.w.H.). Ein weiter gehender Anspruch kann bestehen, wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung z u den Kindern besteht, diese Bezie- hung wegen der Distanz zum Heimatland des Ausländers pr aktisch nicht aufrechterhalten wer- den könnte und das bisherige Verhalten des Ausländers in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat ("tadelloses Verhalten", BGE 120 I b 1 E. 3c ff.; Urteile des BGer 2C_171/2009 vom 3. August 2009 E. 2.2; 2C_72/2010 vo m 11. Juni 2010 E. 2.3; auch ein un- verschuldetes Versäumnis bezüglich der mangelnden wirtschaf tlich engen Beziehung ist als mangelnde wirtschaftlich enge Beziehung zu qualifizieren, vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2009 vom 27. April 2010 E. 4). Die gefordert e besondere Intensität der affektiven Be- ziehung kann in der Regel nur dann bejaht werden, we nn ein grosszügig ausgestaltetes Be- suchsrecht eingeräumt ist und dieses kontinuierlich, spont an und reibungslos ausgeübt wird (KGE VV vom 5. Dezember 2012 [810 12 192] E. 4.5; Ur teil des BGer 2C_799/2010 vom 20. Februar 2011 E. 3.3.1 m.w.H.). 9.4.4. Wie aus den Akten und dem regierungsrätlichen En tscheid hervorgeht, kann in affekti- ver Hinsicht durchaus von einer engen Eltern-Kind-Beziehu ng zwischen dem Vater und seinen Kindern gesprochen werden. Im Schreiben vom 18. Nove mber 2020 an das AFMB beschrieb der Beistand der minderjährigen Kinder des Beschwerdef ührers das Verhältnis zwischen dem Kindsvater und seinen Kindern als gut. Die Kinder wür den sich freuen, wenn sie ihren Vater sehen würden oder mit ihm telefonisch Kontakt hätten. W ie oft telefonisch kommuniziert werde, wisse er aber nicht. Es finde aber auf jeden Fall ein K ontakt statt, wenn der Vater in der Schweiz oder in Gambia sei. Wenn der Kindsvater in de r Schweiz sei, beteilige er sich an der Erziehung und Organisation des Alltags und biete eine Entlastung für die Kindsmutter. Damit kann in affektiver Hinsicht durchaus von einer engen Elte rn-Kind-Beziehung zwischen dem Va- ter und seinen Kindern gesprochen werden. Bei der Int eressenabwägung negativ ins Gewicht fällt jedoch, dass der Beschwerdeführer mangels Leistungs fähigkeit nicht zur Bezahlung von Unterhaltszahlungen verpflichtet wurde. Damit trägt er zur finanziellen Unterstützung der Kinder nichts bei. Folglich liegt in wirtschaftlicher Hinsicht ke ine enge Eltern-Kind-Beziehung vor. Zu- dem kann aufgrund der jahrelang andauernden und erhe blichen Sozialhilfeabhängigkeit auch nicht von einem tadellosen Verhalten gesprochen werden (vgl. dazu Urteile des BGer Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2C_730/2018 vom 20. März 2019 E. 3.2.3; 2C_635/2016 vom 17. März 2017 E. 2.3.2 e contra- rio). 9.4.5. Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass der Beschwer deführer selber den Wunsch hegt, in Gambia zu leben. Gemäss dem Antrag an die So zialhilfe vom 9. August 2017 hat sich die Familie mit diesem Wunsch intensiv auseinandergesetzt und die Ehefrau und die Kinder haben entschieden, in der Schweiz zu bleiben. Der Besc hwerdeführer respektiert diesen Wunsch. Er ist in den letzten paar Jahren mehrmals in Gambia gewesen (vgl. z.B. Antrag an die Sozialhilfebehörde vom 9. August 2017, Aktenbericht des AFMB vom 28. Januar 2020), da er dort eine Hühnerfarm auf dem Grundstück seines Vaters er richten und beruflich Fuss fassen will. In den Zeiten, in denen er in Gambia war, hat er den Kontakt mit den Kindern unter ande- rem telefonisch aufrechterhalten. Zudem hat er sie in d er Schweiz besucht. Bei der Interessen- abwägung fällt damit wesentlich ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer die Trennung von den Kindern bereits durch seinen Wunsch, in Gambia zu leben , und durch seine mehrmaligen län- geren Reisen dorthin herbeigeführt hat und nicht erst der Widerruf der Niederlassungsbewilli- gung zur Trennung der Familie führt. 9.4.6. Wie auch die Beschwerde an das Kantonsgericht ze igt, will der Beschwerdeführer die Schweiz verlassen. Er möchte jedoch seine Kinder besuchen können und wehrt sich primär gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung, we il er befürchtet, dass gegen ihn ein Ein- reiseverbot verhängt wird, sobald er die Schweiz verlässt. Dass ein Einreiseverbot zwischen dem AFMB und dem Beschwerdeführer thematisiert wurde, zeigen u.a. der Aktenbericht des AFMB vom 8. Juni 2020 und das E-Mail des AMFB vom 6. Jul i 2020, worin dieses dem Be- schwerdeführer Folgendes mitteilt: "Wie ich Ihnen heute mitgeteilt habe, wird das Amt für Migra- tion und Integration kein Einreiseverbot beantragen, wenn Sie die Schweiz definitiv verlassen." Auch der Regierungsrat erklärt in seiner Vernehmlassung vom 1. Juli 2021 an das Kantonsge- richt, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers auf der falschen Annahme basieren wür- den, dass das AFMB ein dauerhaftes Einreiseverbot in d ie Schweiz verfüge und der Regie- rungsrat sich einem solchen in seinem Beschluss angeschlossen habe. Diese Ausführungen zeigen, dass nicht vorgesehen ist, gegen den Beschwerdefü hrer ein Einreiseverbot zu verhän- gen. Somit kann er auch nach dem Widerruf der Niederl assungsbewilligung seine Kinder im Rahmen von touristischen Aufenthalten weiterhin in der Schweiz besuchen. Des Weiteren kann er den Kontakt mit den Kindern mittels moderner Kommu nikationsmittel weiterführen, so wie er das während seiner Aufenthalte in Gambia schon in den Jahren ab 2017 gemacht hat. 10. Der Beschwerdeführer hat den Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG erfüllt. Er will die Schwe iz verlassen und ein Leben in Gambia führen. Die Trennung von seinen Kindern ist für den Beschwerdef ührer und für die Kinder schwierig. Diese Trennung ist jedoch nicht die Folge des vorliegen d strittigen Widerrufs der Niederlas- sungsbewilligung und der Wegweisung, sondern des Wunsches d es Beschwerdeführers in Gambia wirtschaftlich Fuss zu fassen und der Tatsache, dass e r sich in den letzten Jahren schon mehrmals auch über längere Zeit bereits in Gamb ia aufgehalten hat. Im Schreiben vom 5. August 2021 erklärt der Beschwerdeführer dem Kanton sgericht, dass in Gambia in den Mo- naten September und Oktober 2021 Wahlen stattfinden w ürden und er hoffe, als Kandidat für Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Parlament antreten zu können. Dass er in seinem Heim atland noch verwurzelt ist, zeigen sein Wunsch, dort zu leben, und seine Zukunftspläne. Auch in seinem Schreiben vom 5. August 2021 nimmt der Beschwerdeführer wiederum Bezug auf se ine "endgültige Wiederansiedlung in Gambia". Ausserdem reiste er spätestens ab 2017 mehrmals nach Gambia und verbrachte zu- mindest einmal vermutungsweise ununterbrochen bis zu fü nf Monate dort. Ferner ist der Be- schwerdeführer in Gambia als Redner an einer Konferenz der Kommission für Wahrheit, Ver- söhnung und Wiedergutmachung aufgetreten. Der Beschwerd eführer lebt zwar schon seit über 19 Jahren in der Schweiz, jedoch ist aufgrund der Akten w eder eine besondere wirtschaftliche noch soziale Verbundenheit mit der Schweiz auszumachen. Des Weiteren ist der Beschwerde- führer erst mit 38 Jahren in die Schweiz gekommen, kenn t somit sein Land, die dortigen Ge- pflogenheiten und die Sprache. Die Rückkehr in sein He imatland ist damit zumutbar und vom Beschwerdeführer erwünscht. Die Trennung von den Kinde rn wird primär durch den Wunsch des Beschwerdeführers, in Gambia zu leben, herbeigeführ t und nicht durch den Entzug der Niederlassungsbewilligung. 11. Aus den obigen Ausführungen ergibt sich, dass das ö ffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung die privaten Interessen des Beschwerdeführers, welcher nicht in der Schweiz leben will, an einem Nichtwiderruf der Niederlassungsbewilligung überwiegen und der Widerru f der Niederlassungsbewilligung weder Bundes- noch Konventionsrecht verletzt. Zudem kann, wie der Regierungsrat in seiner E. 5.1 ausführt, vorliegend eine Verwarnung des Beschwerdefü hrers nicht als geeignete mildere Massnahme betrachtet werden. 12. Der Regierungsrat kommt in seinem Beschluss in der Erwägung 5.4 zum Schluss, dass die Niederlassungsbewilligung auch nicht ermessensweise zu belassen ist. Diese Ausfüh- rungen sind nicht zu beanstanden. Auch liegt, wie der Regierungsrat in der Erwägung 6 aus- führt, kein Härtefall vor. 13. Der Beschwerdeführer wehrt sich des Weiteren gegen die Auferlegung der Verfah- renskosten für das Verfahren vor dem Regierungsrat in der Höhe von Fr. 500.--. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist jedoch auch der Kostenentscheid des Regierungsrats, mit welchem dem Beschwerdeführer Fr. 500.-- auferlegt wurden, nicht zu beanstanden. 14. Aufgrund der obigen Ausführungen ist die Beschwer de vollumfänglich abzuweisen. Damit hat der Beschwerdeführer die Schweiz spätestens 30 Tage nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides zu verlassen. 15.1. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfa hrens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflicht ig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Die Verfahrenskos- ten in der Höhe von insgesamt Fr. 1'200.-- sind demzu folge dem unterliegenden Beschwerde- führer aufzuerlegen. Die Parteikosten sind gemäss § 21 Abs. 1 VPO wettzuschlagen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 15.2. Der Beschwerdeführer reichte beim Kantonsgericht ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein. Gemäss § 22 VPO wird eine Partei au f ihr Begehren von der Bezahlung der Verfahrenskosten und der Kosten von Beweismassnahmen befre it, sofern ihr die nötigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offensichtlich als aussich tslos erscheint. Gemäss Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hat der Beschwerdeführer k ein Einkommen. Er ist von der Sozial- hilfe Basel-Landschaft abgemeldet. Bei der Sozialhilf e F.____ ist er nicht angemeldet. Ein nachgewiesenes Erwerbseinkommen hat der Beschwerdeführe r nicht. Damit fehlen ihm die nötigen Mittel gemäss § 22 VPO. In Anbetracht, dass der Beschwerdeführer die Niederlas- sungsbewilligung besitzt, schon seit 19 Jahren in der Schweiz lebt, seine Kinder in der Schweiz leben und er sich von der Sozialhilfe abgemeldet hat, ist die Beschwerde nicht als offensichtlich aussichtslos zu bezeichnen, weshalb die unentgeltliche Re chtspflege zu bewilligen ist. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung sind di e Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- somit der Gerichtskasse zu überbinden. 15.3. Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Dem Beschwerdeführer wird für das vorliegende Ver fahren die unent- geltliche Prozessführung bewilligt. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin Auf die gegen diesen Entscheid am 13. Januar 2022 erhobene Beschwerde ist das Bundesge- richt mit Urteil vom 8. Februar 2022 (Verfahrensnummer 2C_40/2022) nicht eingetreten.