Handelsgericht des Kantons Zürich Geschäfts-Nr.: HG120180-O U Mitwirkend: Oberrichter Peter Helm, Präsident, und Oberrichterin Dr. Franziska Grob, die Handelsrichter Ivo Eltschinger, Jean-Gaspard Comtesse und Alexander Pfeifer sowie die Gerichtsschreiberin Isabelle Monferrini Urteil vom 9. Mai 2014 in Sachen 1. A._____ AG, 2. B._____ AG, Klägerinnen 1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ gegen 1. C._____, 2. D._____, 3. E._____, 4. F._____, Beklagte 1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ 3, 4 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._____ betreffend Forderung - 2 - Inhaltsverzeichnis: Sachverhalt und Verfahren: ................................................................................ 4 A. Sachverhaltsübersicht .................................................................................... 4 B. Prozessverlauf ................................................................................................ 4 Erwägungen: ........................................................................................................ 6 I. Verantwortlichkeit: ........................................................................................... 6 1. Formelles ........................................................................................................ 6 1.1. Zuständigkeit ........................................................................................... 6 1.2. Verbesserte Rechtsschriften ................................................................... 6 1.3. Vorbehalt der Nach- und Mehrklage........................................................ 7 1.4. Zulassung der klägerischen Eingabe vom 3. September 2013 ............... 7 1.5. Prozessführungsbefugnis ........................................................................ 8 1.6. Stellung der Parteien ............................................................................... 9 2. Sachverhalt .................................................................................................... 9 2.1. Unbestrittener Sachverhalt ...................................................................... 9 2.2. Parteistandpunkte ................................................................................. 11 2.2.1. Klägerinnen ........................................................................................... 11 2.2.2. Beklagte ................................................................................................ 16 2.2.2.1. Beklagter 1 und Beklagte 2 .............................................................. 16 2.2.2.2. Beklagte 3 und 4 .............................................................................. 18 2.2.3. Weitere Ausführungen .......................................................................... 19 3. Rechtliches ................................................................................................... 20 3.1. Anspruchsvoraussetzungen .................................................................. 20 3.2. Schaden und Klagerecht ....................................................................... 20 3.2.1. Schadensbegriff .................................................................................... 20 3.2.2. Schadenssubstanziierung und Schadensnachweis .............................. 21 3.2.3. Bundesgerichtliche Rechtsprechung ..................................................... 23 3.2.4. Schlussfolgerung und Anwendungsbeispiele ........................................ 26 3.3. Würdigung des behaupteten Schadens der Klägerinnen ...................... 28 3.3.1. Ausgangslage ....................................................................................... 28 3.3.2. Nichtdeponierung der Bilanz ................................................................. 30 3.3.3. Unterlassung der Buchführung ............................................................. 32 3.3.4. Ungetreue Geschäftsbesorgung ........................................................... 33 3.3.5. Nachlässigkeit in der Berufsausübung .................................................. 33 3.3.6. Verfahrensverzögerung und Falschaussagen ....................................... 34 3.3.7. "Besetzung" durch die J._____ ............................................................. 37 3.3.8. Fazit ...................................................................................................... 38 3.4. Unerlaubte Handlung ............................................................................ 39 3.4.1. Standpunkte .......................................................................................... 39 3.4.2. Widerrechtlichkeit .................................................................................. 40 3.4.3. Würdigung ............................................................................................. 41 3.5. Ausschliesslich gläubigerschützende Bestimmungen ........................... 42 3.6. Fazit ...................................................................................................... 43 4. Eventualbegehren ........................................................................................ 43 4.1. Klagerecht ............................................................................................. 43 - 3 - 4.2. Gesellschaftsschaden ........................................................................... 44 4.2.1. Standpunkte .......................................................................................... 44 4.2.2. Fortführungsschaden ............................................................................ 46 4.2.3. Würdigung ............................................................................................. 48 4.2.4. Weiterer Gesellschaftsschaden ............................................................ 55 5. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen ............................................ 58 II. Paulianische Anfechtung .............................................................................. 58 1. Übersicht über den klägerischen Eventualstandpunkt .................................. 58 2. Zuständigkeit ................................................................................................ 59 2.1. Parteistandpunkte ................................................................................. 59 2.2. Rechtliches ............................................................................................ 59 2.3. Würdigung ............................................................................................. 61 III. Kosten- und Entschädigungsfolgen ........................................................... 62 Rechtsbegehren: (act. 31 S. 2) "1. Es seien die Beklagten unter solidarischer Haftung zu verpflic h- ten, den Klägerin nen den Betrag von Fr. 252'000. – (netto), nebst 5% Schadenszins seit dem 1. Februar 2011 zu bezahlen, unter dem Vorbehalt der Nach- und Mehrklage; eventualiter sei der Beklagte C._____ aus mittelbarem Schaden zur Zahlung von brutto Fr. 400'000.–, nebst 5% Schadenszins seit dem 1. Februar 2011 zu verpflichten; 2. Unter Kosten - und Entschädigungsfolge inklusive der gesetzl i- chen Mehrwertsteuern zulasten der Beklagten (Kosten der Klag e- bewilligung Fr. 950.–)." - 4 - Sachverhalt und Verfahren: A. Sachverhaltsübersicht Die Klägerin 1 ist eine Aktienges ellschaft mit Sitz in … [Ortschaft], welche die Be- teiligung an Gesellschaften, vornehmlich an Unternehmen der Immobilienbranche und der Unterhaltungsindustrie, bezweckt (act. 5/1). Die Klägerin 2 (vormals G._____ AG) ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich. Ihr Zweck besteht vo r- wiegend im Erwerb, in der Verwaltung und der Veräusserung von Grundstücken und Vermögensanl agen aller Art (act. 5/2; act. 36). Die Klägerinnen vermieteten der H._____ GmbH (nachfolgend: "H._____") ab dem 1. Oktober 1996 Räumlich- keiten an der I._____-gasse …, … Zürich, sowie einen Parkplatz an der I._____- gasse …, … Zürich, ab dem 1. Januar 1997 . In den Geschäftsräumlichkeiten be- trieb die H._____ das Restaurant " H1._____" (act. 31 Rz. 8; 27/7-11; act. 12 Rz. 17; act. 15 S. 3). Die Beklagten waren Gesellschafter der H._____, wobei die Be- klagten 1 und 4 zusätzlich im Handelsregister als Geschäftsführer eingetragen waren (act. 39/29). Am 1. Februar 2011 wurde mit Konkurserkenntnis des Ko n- kursrichters des Bezirksgerichts Zürich über die H._____ der Konkurs eröffnet (act. 4/8). Die Klägerinnen erheben gegen die Beklagten in der Hauptsache den Vorwurf der Konkursverschleppung. Dementsprechend sind primär Ansprüche aus gesel l- schaftsrechtlicher Verantwortlichkeit Gegenstand des vorliege nden Prozesses. Die Klägerinnen machen einen direkten Schaden geltend und fordern i m Sinne einer Teilklage CHF 252'000.– (nebst Zins) von den Beklagten in deren Funktion als Gesellschafter und Geschäftsführer der H._____. Im Eventual begehren ma- chen die Klä gerinnen eine "mittelbare" Schädigung geltend und fordern vom Be- klagten 1 CHF 400'000.– (nebst Zins). Im Rahmen einer E ventualbegründung machen die Klägerinnen gegen die Beklagten sodann Ansprüche aus paulian i- scher Anfechtung in der Höhe von CHF 82'378.70 geltend (act. 31 Rz. 16). B. Prozessverlauf Die Klägerinnen reichten die Klageschrift mit Eingabe vom 13. August 2012 (D a- tum Überbringung: 14. August 2012) hierorts ein (act. 1). Mit Verfügung vom - 5 - 15. August 2012 wurde den Klägerinnen Frist angesetzt, um ei nen Vorschuss für die Gerichtskosten zu bezahlen, welchen die Klägerin 1 daraufhin fristgerecht leis- tete (Prot. S. 2; act. 8). Am 2. November 2012 erstatteten die Beklagten 3 und 4 die gemeinsame Klageantwort (act. 12). Diejenige der Beklagten 1 und 2 erfo lgte am 7. November 2012 (act. 15). Nachdem die Klägerinnen dem Gericht mit Ei n- gabe vom 23. November 2012 mitgeteilt hatt en, keine Vergleichsverhandlung zu wünschen, wurde mit Verfügung vom 26. November 2012 ein zweiter Schrifte n- wechsel angeordnet (act. 23; Prot. S. 8 ; act. 24). Nach Einsicht in die zweite Rechtsschrift (Replik) der Klägerinnen vom 14. März 2013 (act. 26) wurde den Klägerinnen mangels konkreter Zuordnung der angerufenen Beweismittel zu den entsprechenden Tatsachenbehauptungen mit Verfügung vom 21. März 2013 eine einmalige Frist angesetzt, um ihre Klageschrift vom 13. August 2012 (act. 1) und ihre zweite Rechtsschrift (Replik) vom 14. März 2013 (a ct. 26) zu verbessern (Prot. S. 10 ff.; act. 28). Am 29. April 2013 reichten die Klägerinnen eine verbes- serte Klageschrift (act. 31) und eine verbesserte zweite Rechtsschrift (Replik) ein (act. 32). Am 2. Juli 2013 reichten die Beklagten 1 und 2 sowie die Beklagten 3 und 4 jeweils ihre gemeinsamen Duplikschriften ein (act. 37; act. 40). Mit Verf ü- gung vom 11. Juli 2013 (act. 45) wurde den Klägerinnen Frist angesetzt, um sich zu allfälligen Noven in den Duplikschriften der Beklagten zu äussern. Die entspr e- chende Stellungnahme der Klägerinnen erfolgte mit Eingabe vom 3. September 2013 (Datum Überbringung : 4. September 2013; act. 47). Mit Eingabe vom 12. September 2013 (act. 50) und vom 16. September 2013 (act. 53) wiesen die Beklagten darauf hin, dass die Stellungnahme der Klägerinnen vom 3. September 2013 in unzulässiger Weise Noven enthalte. Die Beklagten 3 und 4 ersuchten das Gericht um Ansetzung einer Frist, um zu den in der Eingabe der Klägerinnen en t- haltenen Noven Stellung nehmen zu können. Die Eingaben der Beklagten wurden den Klägerinnen zugestellt (act. 51; act. 54). Mit Verfügung vom 13. September 2013 (act. 51) wurde das Gesuch der Beklagten 3 und 4 mit der Begründung a b- gewiesen, dass die Klägerinnen bereits in der Verfügung vom 11. Juli 2013 darauf hingewiesen worden seien, dass andere Äusserungen als eine Stellungnahme zu allfälligen prozessrelevanten Noven in den Duplikschriften unbeachtlich seien. Die Klägerinnen haben stillschweigend, die Beklagten ausdrücklich auf die Durchfü h-- 6 - rung einer Hauptverhandlung im Sinne von Art. 233 ZPO verzichtet (act. 56; act. 58; act. 59). Der Prozess erweist sich als spruchreif (Art. 236 Abs. 1 ZPO). Auf die einzelnen Parteivorbringen ist anschliessend nur einzugehen, soweit sie sich zur Entschei d- findung als notwendig erweisen. Erwägungen: I. Verantwortlichkeit: 1. Formelles 1.1. Zuständigkeit Für Klagen aus gesellschaftsrechtlicher Verantwortlichkeit ist das Gericht am Wohnsitz oder Sitz der beklagten Partei oder am Sitz der Gesellschaft zuständig (Art. 40 ZPO). Sämtliche Beklagten haben ihren Wohnsitz im Kanton Zürich, w o- mit die örtliche Zuständigkeit des Ha ndelsgerichts gegeben ist. Verantwortlic h- keitsklagen sind Streitigkeiten aus dem Recht der Handelsgesellschaften, we s- halb das Handelsgericht auch sachlich zuständig ist (Art. 6 Abs. 4 lit. b ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG). 1.2. Verbesserte Rechtsschriften Den Klägerinnen wurde mangels konkreter Zuordnung der angerufenen Bewei s- mittel zu den entsprechenden Tatsachenbehauptungen in Anwendung von Art. 56 ZPO und Art. 132 Abs. 1 ZPO Frist angesetzt, um ihre Klageschrift vom 13. August 2012 (act. 1) und ihre zweite Rechtsschrift (Replik) vom 14. März 2013 (act. 26) zu verbessern (Prot. S. 10 ff.; act. 28). Daraufhin reichten die Klägeri n- nen eine verbesserte Klageschrift (act. 31) und eine verbesserte zweite Recht s- schrift (Replik) ein (act. 32). Im Folgenden ist auf die i n Bezug auf die Sachda r- stellung unveränderten, hinsichtlich Beweiszuordnung verbesserten Rechtsschri f- ten abzustellen. - 7 - 1.3. Vorbehalt der Nach- und Mehrklage Gemäss Ziff. 1 des Rechtsbegehrens behalten sich die Klägerin nen Nach- und Mehrforderungen ausdrücklic h vor. Nach der Dispositionsmaxime steht es den Parteien frei, lediglich einen Teilbetrag einer grösseren Gesamtforderung geltend zu machen (vgl. auch Art. 86 ZPO). Dem Urteil über die Teilklage kommt inde s- sen grundsätzlich nur materielle Rechtskraft mit B ezug auf den eingeklagten Tei l- anspruch zu (vgl. BOPP/BESSENICH, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBER- GER, Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO), 2. Aufl. 2013, N 10 zu Art. 86 ZPO); eines Nachklagevorbehal tes bedarf es nicht. Auf die Nach - und Mehrklage ist somit nicht näher einzugehen. 1.4. Zulassung der klägerischen Eingabe vom 3. September 2013 Die Klägerinnen haben sich nach Erhalt der Duplikschriften vom 2. Juli 2013 auf ihr Recht auf Stellungnahme zu den Noven ber ufen und reichten innert der i hnen mit Verfügung vom 11. Juli 2013 angesetzten Frist die Stellungnahme vom 3. September 2013 zu den Akten (Prot. S. 16; act. 47). Die Beklagten hielten in ih- ren Eingaben vom 12. September 2013 und vom 16. September 2013 dagegen, dass die klägerische Eing abe in unzulässiger Weise etliche Noven enthalte (act. 50 und 53). Erfordern es die Verhältnisse, kann das Gericht einen zweiten Schriftenwechsel (Replik und Duplik) anordnen. Soweit die Beklagte n allerdings duplicando neue Behauptungen aufstellten, ist der Gegenpartei in Erwahrung des rechtlichen G e- hörs Gelegenheit zu bieten, hierzu Stellung zu nehmen (BGE 138 I 154 E. 2.3.3 S. 157; BGE 137 I 195 E. 2.3.1 S. 197; BGE 133 I 100 E. 4.3 -4.7 S. 102 ff.). E r- folgt nach Durchführung des zweiten Schriftenwechsel s eine Eingabe, sind – vor- behältlich der Bestimmungen nach Art. 229 ZPO – allfällige darin enthaltene neue Tatsachenbehauptungen und Beweisofferten für die Entscheidfindung unbeach t- lich. In der Stellungnahme vom 3. September 2013 nehmen die Klägerinnen zu den neuen Vorbringen der Beklagten 3 und 4 betreffend die von den Klägerinnen ge-- 8 - gen die Beklagten eingereichte Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs Stellung. Die Beklagten 3 und 4 we isen in ihrer Duplikschrift darauf hin, dass das Strafv er- fahren von der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat eingestellt und die Verfahrens- einstellung vom Obergericht des Kantons Zürich sowie vom Schweizerischen Bundesgericht bestätigt worden sei (act. 40 Rz. 13). Weiter äussern sich die Kl ä- gerinnen zur Verrechnungsforderung des B eklagten 1, welcher duplicando zah l- reiche Urkunden einreichte (act. 39/12-30; act. 47). Die Klägerinnen beschränken sich in ihren weiteren Vorbringen im Wesentlichen darauf, auf die Ausführungen in ihrer Klageschrift und Replik zu verweisen. Soweit sie dabei aber weitere Au s- führungen zum Sachverhalt mach en, zu denen sie nicht erst durch die Dupli k- schrift veranlasst wurde n, sind ihre diesbezüglichen Ausführungen nur bei Erfü l- lung der Voraussetzungen nach Art. 229 ZPO zu hören. Ob dies im Einzelnen der Fall i st, wird nachfolgend zu prüfen sein, soweit die Ausführungen für die En t- scheidfindung überhaupt von Bedeutung sind. 1.5. Prozessführungsbefugnis Die Beklagten 1 und 2 weisen in ihrer Klageantwort und in ihrer Duplikschrift d a- rauf hin, dass eine gerichtliche Gel tendmachung der abgetretenen Ansprüche im Konkurs durch die Klägerinnen bis 31. März 2012 vorgesehen worden sei. Eine Fristerstreckung sei nicht beantragt worden. Die Klägerinnen hätten nicht nac h- gewiesen, dass die Abtretung der Ansprüche nach wie vor gültig sei (act. 15 S. 2; act. 37 S. 2, S. 161). Der Klarheit halber ist zunächst festzustellen, dass die Beklagten 1 und 2 nicht die Aktivlegitimation der Klägerinnen, sondern deren Prozessführungsbefugnis in Frage stellen. Nach Art. 260 SchKG kann die Konku rsmasse dem Abtretung s- gläubiger das Prozessführungsrecht für den abgetretenen Anspruch übertragen. Der Abtretungsgläubiger wird ermächtigt, anstelle der Masse einen allfälligen Pr o- zess um den Anspruch zu führen ( AMONN/WALTHER, Grundriss des Schuldbetre i- bungs- und Konkursrechts, 9. Aufl. 2013, § 47 N 34). Formell setzt die Abtretung unter anderem eine Abtretungsverfügung der Konkursverwaltung voraus. In di e- ser wird dem Abtretungsgläubiger Frist angesetzt, binnen welcher er den A n- spruch geltend zu machen hat , und der Widerruf der Verfügung angedroht, wenn - 9 - er nicht rechtzeitig handle. Die anzusetzende Frist ist keine Verwirkungs -, so n- dern eine Ordnungsfrist. Lässt der Abtretungsgläubiger die Frist unbenützt ve r- streichen, gilt die Frist – solange die Konkursverw altung die Abtretung nicht au s- drücklich widerruft – als stillschweigend verlängert (AMONN/WALTHER, a.a.O., § 47 N 52, N 69; Urteil 5C.54/2007 vom 29. Januar 2008 E. 2.3.2). Bei einem Widerruf handelt es sich um eine rechtsaufhebende Tatsache, welche derjen ige zu bewei- sen hat, der die Tatsache vorbringt (Art. 8 ZGB). Den Klägerinnen wurden die Verantwortlichkeitsansprüche gegen die Beklagten mit Verfügung des Konkursamtes Zürich (Altstadt) vom 22. Dezember 2011 und ergänzender Verfügung vom 6. Januar 2012 abgetreten (act. 4/1-5). Darin wird festgehalten, dass sich die Konkursverwaltung die Annullierung der Abtretung für den Fall vorbehalte, dass die gerichtliche Geltendmachung nicht bis zum 31. März 2012 erfolge. Die Klageeinleitung ist am 14. August 2012 er folgt. Ein Widerruf durch die Konkursverwaltung wurde weder behauptet noch liegt ein solche r bei den Akten. Es wäre daher an den Beklagten 1 und 2 gelegen, einen allfälligen Widerruf durch die Konkursverwaltung rechtsgenügend zu behaupten und zu b e- weisen. Da sie dies nicht getan haben, ist nach dem Gesagten von einer still- schweigenden Verlängerung der Frist und somit von einer gültigen Prozessfü h- rungsbefugnis der Klägerinnen auszugehen. 1.6. Stellung der Parteien Die Klägerinnen handeln im vorliegenden Verfahren als aktive notwendige Strei t- genossen im Sinne von Art. 70 ZPO (vgl. BERTI, in: Basler Kommentar, Bunde s- gesetz über Schuldbetreibung und Konkurs II, 2. Aufl. 2010, N 57 zu Art. 260 SchKG). Die Beklagten bilden in Bezug auf die Klage aus gesellschaftsrechtl icher Verantwortlichkeit eine einfache passive Streitgenossenschaft (Art. 71 ZPO). 2. Sachverhalt 2.1. Unbestrittener Sachverhalt Die Klägerinnen vermieteten der H._____ ab dem 1. Oktober 1996 Gewerb e- räumlichkeiten für einen Restaurationsbetrieb an der I._____-gasse …, … Zürich, - 10 - sowie einen Parkplatz an der I._____-gasse …, … Zürich, ab dem 1. Januar 1997. Der Mietvertrag über die Gewerberäumlichkeiten war bis 31. Dezember 2011 befristet. Die H._____ betrieb in den Gewerberäumlichkeiten das Restaurant "H1._____". Die Beklagten waren Gesellschafter der H._____, wobei der Beklagte 1 und der Beklagte 4 im Handelsregister zusätzlich als Geschäftsführer eingetr a- gen waren (act. 12 Rz. 17, Rz. 21; act. 15 S. 3, S. 5; act. 27/7-11; act. 31 Rz. 8; act. 39/29). Der Mietzins betrug zuletzt monatlich CHF 15'800. –. Mit Schreiben vom 24. Juni 2010 ersuchte der Beklagte 4 die Verwaltung der Klägerinnen im Namen der J._____ GmbH (nachfolgend : "J._____") um Übertragung des Mie t- verhältnisses von der H._____ auf die J._____ (act. 4/6; act. 31 Rz. 8; act. 12 Rz. 26; act. 15 S. 8 f.). Am 23. Juli 2010 richtete die Verwaltung der Klägerinnen ein Schreiben an den Beklagten 4, worin sie die Zustimmung zur Übertragung des Mietvertrages auf die J._____ verweigerte (act. 4/7). Unbestritten ist, dass die H._____ ab Juli 2010 keine Mietzinsen und Nebenkosten mehr bezahlte (act. 31 Rz. 9; act. 32 Rz. 20, Rz. 42, Rz. 47, Rz. 73 f.; act. 12 Rz. 46 ff.; act. 15 S. 9). In der Folge liessen die Klägerinnen i m Zusammenhang mit den Geschäftsräumlich- keiten durch das Betreibungsamt Zürich 1 eine Retentionsurkunde aufnehme n und den Retentionsbeschlag durch die Einleitung einer Betreibung prosequier en (act. 31 Rz. 9; act. 13/11). Die Klägerinnen kündigten sodann das Mietverhältnis per 31. Oktober 2 010 wegen Zahlungsverzugs und beantragten die Ausweisung der H._____ aus dem Mietobjekt, nachdem die Räumlichkeiten nach Ablauf der Kündigungsfrist nicht geräumt worden waren (act. 31 Rz. 9, Rz. 13 a). Mit Verf ü- gung des Audienzrichteramtes des Bezirksgerichts Zürich vom 8. Dezember 2010 wurde die Ausweisung der H._____ verfügt (act. 27/5). Gegen diesen Entscheid erhob die H._____ Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zürich (act. 31 Rz. 12; act. 32 Rz. 76). In der Folge reichten die Klägerinnen gegen die Beklagten Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch s ein. Die Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat stellte das Strafverfahren mit Verfügung vom 14. März 2012 ein. Die Ver- fahrenseinstellung wurde vom Obergericht des Kantons Zürich und vom Bunde s- gericht bestätigt (act. 40 Rz. 13). Am 1. Februar 2011 wurde über die H._____ mit Konkurserkenntnis des Konkurs- richters des Bezirksgerichts Zürich der Konkurs eröffnet, nachdem die Klägeri n-- 11 - nen die sofortige Konkurseröffnung gestützt auf Art. 190 Abs. 1 Ziff. 2 SchKG be- antragt hatten (act. 31 Rz. 7, Rz. 12; act. 12 Rz. 51; act. 15 S. 11; act. 4/8). Am 22. Dezember 2011 b zw. am 6. Januar 2012 hat die Konkursverwaltung (Ko n- kursamt Zürich Altstadt) die gesetzlichen Ansprüche der Konkursmasse aus Ve r- antwortlichkeit gegen die Beklagt en an die Klägerinnen abgetreten (act. 31 Rz. 2; act. 4/1-5). Mit Nachtrag zum Kollokationsplan wurde eine Forderung des Bekla g- ten 1 für offene Rechnungen aus Weinlieferungen in der Höhe von CHF 145'142.75 in der dritten Klasse kolloziert (act. 39/14). Die Klägerinnen erheben gegen die Beklagten in der Hauptsache den Vorwurf der Konkursverschleppung. Dementsprechend sind primär Ansprüche aus gesel l- schaftsrechtlicher Verantwortlichkeit Gegenstand des vorliegenden Prozesses. Die Klägerinnen machen einen direk ten Schaden geltend und fordern im Sinne einer Teilklage CHF 252'000.– (nebst Zins) von den Beklagten in deren Funktion als Gesellschafter und Geschäftsführer der H._____. Im Eventualbegehren m a- chen die Klägerinnen eine "mittelbare" Schädigung geltend und fordern vom B e- klagten 1 CHF 400'000.– (nebst Zins). 2.2. Parteistandpunkte 2.2.1. Klägerinnen 2.2.1.1. Die Klägerinnen stellen sich im Wesentlichen auf den Standpunkt , dass ihnen im Zusammenhang mit den der H._____ vermieteten Räumlichkeiten ein di- rekter Schaden in der Höh e von CHF 251'538.20 entstanden sei. Dieser Betrag setze sich aus unbezahlt gebliebenen Mietzinsen und Nebenkosten seit 1. Juli 2010 sowie aus weiteren Kosten zusammen, welche im Zusammenhang mit den der H._____ vermieteten Mieträumlichkeiten angefallen seien. Dementsprechend hätten die Klägerinnen im Konkurs der H._____ Forderungen in der Höhe von CHF 285'550.90 kolloziert (act. 31 Rz. 11, Rz. 13). Die H._____ habe die Mietzin- sen bis zum ordentlichen Ablauf des befristeten Mietverhältnisses , also bis 31. Dezember 2011, geschuldet. Auch habe die H._____ als Mieterin der Räu m- lichkeiten für Schäden gehaftet, welche den Klägerinnen aus der unbefugten "Be- setzung" der Räumlichkeiten durch die J._____ entstanden seien. Unbeachtlich - 12 - sei daher, ob das Entgelt für diese Zeitspanne nun als Mietzins oder als Sch a- denersatz gefordert werde (act. 31 Rz. 9 f., Rz. 13a; act. 32 Rz. 10, Rz. 42 f., Rz. 47, Rz. 51, Rz. 58). Dem zufolge w erde für die Monate Juli 2010 bis Mitte Mai 2011 ein Betrag von monatlich CHF 15'800.– für ausstehende Mietzinsen gefor- dert. Ab der Zwischenvermietung der Räumlichkeiten Mitte Mai 2011 bis zum ve r- traglich vorgesehenen Ablauf des befristeten Mietverhältnis ses am 31. Dezember 2011 werde ein Minderm ietzins im Umfang von monatlich CHF 5'800.– verlangt. Im Einzelnen setze sich der direkte Schaden der Klägerinnen wie folgt zusammen (act. 31 Rz. 13): - 13 - Dieser direkte Schaden der Klägerinnen sei deshalb entstanden, weil die Beklag- ten ihrer Obliegenheit nicht nachgekommen seien, die Bilanz d er H._____ im Zeitpunkt der Überschuldung beim zuständigen Konkursrichter zu deponieren. Es sei anzunehmen, dass die H._____ bereits im Jahre 2008 überschuldet gewesen sei. Doch spätestens ab dem von den Klägerinnen willkürlich gewählten Datum Juni/Juli 20 10 sei die H._____ überschuldet und damit konkursreif gewesen (act. 32 Rz. 32, Rz. 51, Rz. 57, Rz. 62, Rz. 77). Durch die Unterlassung der B i- - 14 - lanzdeponierung hätten die Beklagten pflichtwidrig gehandelt und einen Fortfüh- rungsschaden durch Konkursverschleppung verursacht. Bei einem früheren Kon- kurs der H._____ – ohne Besetzung der Räume durch die den Beklagten zugehö- rige J._____ – hätten die Mieträumlichkeiten "viel früher" bzw. "rascher" bzw. "i n- nert weniger Wochen" neu vermietet werden können. Dadurch wäre kein Fortfüh- rungsschaden entstanden bzw. wäre den Klägerinnen kein direkter Schaden in Form von ausstehenden Mietzinsen, Nebenkosten und weiteren Kosten im Z u- sammenhang mit den Mieträumlichkeiten entstanden (act. 31 Rz. 11; act. 32 Rz. 24, Rz. 26, Rz. 64). Dieser Direktschaden sei zudem unabhängig vom Datum der Konkurseröffnung vom 1. Februar 2011 entstanden und dessen Ersatz folglich darüber hinaus geschuldet (act. 32 Rz. 58). Hätten die Beklagten die Räume nicht durch die J._____ "besetzen lassen ", wären sodann mehrere Schadensposten wie diejenigen für Schlüsselservice, Schlossauswechslung, Reinigung, R e- tentionsurkunde etc. gar nicht erst entstanden (act. 32 Rz. 64 f., Rz. 80). Indem die H._____ ab dem Zeitpunkt der Überschuldung bis zum Zeitpunkt der Konkurseröffnung am 1. Februar 2012 (recte: 2011) weiterhin vertragliche Ve r- pflichtungen aus dem Mietvertrag angehäuft habe, hätten sich zudem auch die Passiven der H._____ vermehrt. Daher werde der Fortführungsschaden als direk- ter und indirekter Schaden geltend gemacht (act. 31 Rz. 11; act. 32, Rz. 8, Rz. 15, Rz. 48 f.). Die H._____ sei auch durch die "Besetzung" der Liegenschaft durch die J._____ geschädigt worden, wodurch den Klägerinnen ein "mittelbare r und unmit- telbarer Schaden" entstanden sei (act. 31 Rz. 13a; act. 32 Rz. 29, Rz. 64, Rz. 68, Rz. 80). Für die schädigenden Handlungen der von den Beklagten beherrschten "Besetzerin" J._____ seien die Beklagten haftbar (act. 31 Rz. 8; act. 32 Rz. 27, Rz. 29). Die Beklagten hätten es ausserdem zugelassen, dass die J._____ sämt- liche Einnahmen aus dem Restaurationsbetrieb habe einsacken können, während die H._____ weiterhin Verpflichtungen angehäuft habe. Damit hätten die Beklag- ten in gesetzeswidriger Weise auf Einnahmen der H._____ verzichtet. Solches Handeln sei als ungetreue Geschäftsbesorgung respektive Gläubigerschädigung, wenn nicht gar betrügerischer Konkurs , zu qualifizieren, wofür die Beklagten ha f- ten würden (act. 32 Rz. 23 und 25). Die Beklagten hätten sich ausserdem der Un- terlassung der Buchführung verantwortlich gemacht, indem sie Verbindlichkeiten - 15 - aus dem Mietverhältnis nicht passiviert und Forderungen nicht aktiviert hätten (act. 31 Rz. 10). Ferner hätten die Beklagten das Ausweisungsverfahren verzögert, indem sie b e- hauptet hätten, dass die H._____ nicht passivlegitimiert sei . Auch hätten sie den Ausweisungsentscheid an das Obergericht des Kantons Zürich weitergezogen (vgl. act. 31 Rz. 9, Rz. 12; act. 32 Rz. 21, Rz. 76). Diese "Falschaussage" hätten die Beklagten sodann anlässlich des Konkursverfahrens und sogar noch nach der Konkurseröffnung gegenüber dem Konkursamt getätigt, wodurch sie eine sofort i- ge Siegelung der Räume erfolgreich zu verhindern versucht hätten. Aufgrund di e- ses wahrheitswidrigen, rechtsmissbräuchlichen und gesetzeswidrigen bzw. o b- struktiven Verhaltens seien die Beklagten für den daraus erwachsenen Schaden haftbar (act. 31 Rz. 12; act. 32 Rz. 21, Rz. 65). Aufgrund des im Recht der GmbH geltenden Grundsatzes der Selbstorganschaft seien alle Gesellschafter und damit alle Beklagten für die Geschäftsführung ve r- antwortlich gewesen, selbst wenn einzelne Gesellschafter faktisch die Geschäft s- führung übernommen hätten. Demzufolge würden alle Beklagten für die Nichtd e- ponierung der Bilanz , für die mangelnde Geschäftsfüh rung und Kontrolle , für die Nachlässigkeit in der Be rufsausübung und für den Schaden im Zusammenhang mit der "Besetzung" der Mieträumlichkeiten durch die J._____ solidarisch haften (act. 31 Rz. 4, Rz. 7, Rz. 13a; act. 32 Rz. 31, Rz. 36 ff., Rz. 68). 2.2.1.2. Im Eventualbegehren fordern die Klägerinnen im Sinne einer Teilklage vom Beklagten 1 CHF 400'000.– aus "mittelbarem Schaden". Zur Begründung ih- res Anspruchs führen die Klägerinnen aus, dass d ie Beklagten gemäss Kollokati- onsplan ein "ungedecktes Schuldenloch" von mindestens CHF 483'578.05 hinter- lassen hätten (act. 31 Rz. 6, Rz. 14 f.). Dieser Schaden der H._____ bestehe aus der Summe aller ungedeckten Passiva und könne noch nicht genau beziffert wer- den (act. 32 Rz. 13). Der Schaden bestehe aber nur teilweise au s dem Fortfü h- rungsschaden (act. 32 Rz. 62) . Der weitere Gesellschaftsschaden bestehe unter anderem aus öffentlich-rechtlichen Forderungen, die nun im Konkurs der H._____ rechtskräftig kolloziert worden seien . Die Beklagten seien Pensionskassenbeiträ- ge, Mehrwertsteuern und den Arbeitnehmern bereits belastete Quellensteuern für - 16 - die Jahre 2009 und 2010 schuldig geblieben. Solches "Gebaren" gelte als Mis s- wirtschaft. Auch weitere Gläubigerforderungen seien rechtskräftig kolloziert wo r- den. D ieser Schaden sei v on den Beklagten in Verletzung der Pflicht zur gen ü- genden Kapitalausstattung und durch arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung verursacht und durch Konkursverschleppung "enorm vergrössert" worden (act. 31 Rz. 14). 2.2.2. Beklagte 2.2.2.1. Beklagter 1 und Beklagte 2 Die Beklagten 1 und 2 halten dagegen, dass die Klägerinnen den Fortführung s- schaden weder rechtsgenügend substanziiert noch belegt hätten. Der Fortfü h- rungsschaden könne, entgegen der klägerischen Behauptung, nicht der Summe der im Konkurs angemeldeten Forder ungen entsprechen und daher nicht mit e i- nem blossen Hinweis auf eine Kollokation von Forderungen im Konkurs der H._____ belegt werden. Daher werde der Schaden hinsichtlich Art und Höhe b e- stritten. Dies gelte auch für den von den Klägerinnen behaupteten Dir ektschaden (act. 15 S. 6, S. 10 ff., S. 18; act. 37 S. 2, S. 150, S. 160, S. 173 f.). Die H._____ habe ihren Betrieb bereits per 31. März 2010 eingestellt, worüber die Klägerinnen mit Schreiben vom 16. April 2010 orientiert worden seien. Am 9. Juni 2010 seien die Beklagten 1 und 4 zum Betreibungs- und Konkursamt Zürich 10 geschritten, um die Bilanz der H._____ zu hinterlegen, w eil die laufenden Rec h- nungen nicht mehr hätten beglichen werden können bzw. die H._____ "in Ko n- kurs gewesen" sei (act. 15 S. 7; act. 37 S. 5). Der Beklagte 1 habe aber nicht re a- lisiert, dass es sich dabei um die falsche Instanz gehandelt habe (act. 37 S. 152). Eine Überschuldung der H._____ vor Juni 2010 werde bestritten und sei von den Klägerinnen auch nicht substan ziiert worden (act. 37 S. 4, S. 151, S. 171). Die Beklagten 1 und 2 seien sodann davon ausgegangen, dass eine Übertragung der Mieträumlichkeiten von der H._____ auf die J._____ erfolgt sei (act. 15 S. 4, S. 13). - 17 - Selbst wenn die Beklagten die Bilanz am 9. Juni 2010 beim zuständigen Richter deponiert hätten, wären die klägerischen Mietzinsforderungen entstanden und im Konkurs der H._____ zu kollozieren gewesen, weil es aufgrund des Konkursve r- fahrens zu einer massiven Verzögerung hinsichtlich einer Neuvermietung de r Mieträumlichkeiten gekommen wäre. Damit seien die Mietzinsforderungen Folge des Konkurses der H._____ an sich und nicht einer allfällig verspäteten Bilanzd e- ponierung (act. 15 S. 4, S. 11, S. 13 f., S. 17; act. 37 S. 3) . Daher b estehe kein Kausalzusammenhang zwischen den Mietzinsausfällen der Klägerinnen und einer nicht rechtzeitig erfolgten Bilanzhinterlegung durch die Beklagten 1 und 2 (act. 15 S. 13). Gleiches gelte für die von den Klägerinnen behaupteten Nebenkosten, welche die J._____ verursacht habe. Die J._____, an welcher die Beklagten 1 und 2 in keiner Weise beteiligt gewesen seien, wäre auch im Falle einer Bilanz- deponierung am 9. Juni 2010 in den Räumlichkeiten der Klägerinnen verblieben, was ebenfalls zu einer massiven Verzögerung hinsichtlich ei ner Neuvermietung geführt hätte . Daher liege höchstens eine Pflichtverletzung der "Besetzerin" J._____ und nicht der Beklagten 1 und 2 vor (act. 15 S. 11, S. 13 ff., S. 18; act. 37 S. 3, S. 150, S. 169, S. 171 ff.). Für die Zeit nach Konkurseröffnung vom 1. Februar 2011 könne ein Schaden ohnehin nicht kausal auf ein Verhalten der Beklagten 1 und 2 zurückgeführt werden (act. 15 S. 14 f.; act. 37 S. 159). Die tagfertige Buchhaltung der H._____ sei bis zum 8. Juni 2010, dem Tag vor der vermeintlichen Bilanzdeponierung, geführt worden (act. 15 S. 7; act. 37 S. 6). Bestritten werde ausserdem der Vorwurf der ungenügenden Kapitalausstattung und der Nachlässigkeit in der Berufsausübung (act. 15 S. 18). Folglich sei den Beklagten 1 und 2 kein pflichtwidriges Verhalten vorzuwerfen. Ausserdem sei die Beklagte 2 ohnehin nicht an der Geschäftsführung der H._____ beteiligt und auch nicht zeichnungsberechtigt gewesen. Dadurch fehle es in Bezug auf die Beklagte 2 an der im vorliegenden Verantwortlichkeitsprozess notwendigen Passivlegitima- tion (act. 15 S. 3). Soweit ein Fortsetzungsschaden zu bejahen wäre, was bestritten werde, erkläre der Beklagte 1 Verrechnung in der Höhe von CHF 145'142.75 für offene Ford e-- 18 - rungen aus Weinlieferungen gegenüber allfälligen Schadenersatzansprüchen der H._____ im Konkurs (act. 15 S. 6, S. 18; act. 37 S. 6 ff.). 2.2.2.2. Beklagte 3 und 4 Die Beklagten 3 und 4 wenden ein, dass sie von einer Bilanzdeponierung abg e- sehen hätten, weil die H._____ nicht überschuldet gewesen sei. Der B etrieb der H._____ sei per 31. März 2010 vollständig eingestellt worden. Als einzige Schul d- ner (recte: Gläubiger) seien die Firma K._____ AG und der Beklagte 1 ausg e- macht worden, für welche aufgrund der Einstellung der Betriebsaktivitäten kein Schaden mehr habe entstehen können. Als sich die finanzielle Situation zune h- mend verschärft habe und die H._____ die Mietzinsen nicht mehr habe bezahlen können, sei der Mietvertrag auf die J._____ übertragen worden (act. 12 Rz. 22 ff.). Eine Überschuldung im von den K lägerinnen behaupteten Zeitraum Juni/Juli 2010 habe insbesondere auch deshalb nicht vorgelegen, weil der H._____ aus dem Mietverhältnis substanzielle Entschädigungsforderungen gegen die Kläg e- rinnen im Umfang von CHF 291'005.50 zugestanden hätten, welche als Aktivposi- tion der H._____ hätten bilanzier t werden können (act. 12 Rz. 24, Rz. 33 ff., Rz. 78, Rz. 97, Rz. 101; act. 40 Rz. 34, Rz. 49 ff.). Die Klägerinnen hätten jede n- falls nicht substanziiert bzw. belegt, in welchem Zeitpunkt die H._____ in welchem Umfang überschuldet gewesen sei und eine Pflicht der Beklagten 3 und 4 zur D e- ponierung der Bilanz bestanden habe (act. 40 Rz. 19, Rz. 36, Rz. 55, Rz. 80). Eine allfällige Verletzung der Pflicht zur Deponierung der Bilanz könne ohnehin nicht zu einem direk ten Gläubigerschaden im Sinne der aktienrechtlichen Ve rant- wortlichkeit führen. Die nicht belegte Schadensberechnung der Klägerinnen, we l- che die Mietzinsen, Nebenkosten und die weiteren Kosten im Zusammenhang mit dem Mietobjekt beinhalte, entspreche jedenfa lls nicht dem Fortführungsschaden, wie er von der Gerichtspraxis bestimmt werde. Auch der Gesellschaftsschaden, welchen die Klägerinnen als "ungedecktes Schuldenloch" bezeichnen würden, sei von den Klägerinnen nicht substanziiert worden (act. 12 Rz. 47 ff., Rz. 56 ff., Rz. 62, Rz. 86, Rz. 110, Rz. 114 ff.; act. 40 Rz. 43, Rz. 45 f., Rz. 88). - 19 - Schliesslich fehle es auch an der natürlichen und adäquaten Kausalität zwischen der behaupte ten Konkursverschleppung und dem klägerischerseits geltend g e- machten Schaden. Selbst wenn die Beklagten 3 und 4 die Bilanz der H._____ im Juni/Juli 2010 deponiert hätten, wären die Mietzinsen, Nebenkosten und die we i- teren Kosten für den Schlüsselservice, "Schindler Lift", die Reinigung des Lokals, Schlösserauswechslung, Retentionsurkunde etc. unbezahlt geblieben. Selbst bei einer Räumung der Lokalität im Juni 2010 wäre eine Vermietung zum bisherigen Mietzins vor Mitte Mai 2011 nicht möglich gewesen. Die Klägerinnen hätten jeden- falls nicht dargelegt, dass sie die Mieträumlichkeiten bei einer Konkurseröffnung im Sommer 2010 vor Mitte Mai 2011 hätten weitervermieten können (act. 12 Rz. 61 ff., Rz. 111, Rz. 116; act. 40 Rz. 56, Rz. 75, Rz. 99, Rz. 103). Im Zusammenhang mit der behaupteten "Besetzung" der Mieträumlichkeiten durch die J._____ sei anzumerken, dass diese im vorliegenden Verfahren nicht beklagt sei. Ausserdem sei das von den Klägerinnen gegen die Beklagten 3 und 4 initiierte, bis vor Bundesgericht weitergezogene Strafverfahren wegen Hausfri e- densbruchs rechtskräftig eingestellt worden (act. 40 Rz. 13, Rz. 57). Der von den Klägerinnen erhobene Vorwurf, die H._____ sei unterkapitalisiert, ungenügend kapitalisiert oder illiquide gewesen, entbehre jeglicher Grundlage (act. 12 Rz. 17). Auch sei die Buchhaltung korrekt geführt wor den, indem sie tä g- lich nachgeführt worden sei. Es sei jeden Monat eine Bilanz und eine Erfolg s- rechnung mit Vorjahresvergleich erstellt worden (act. 40 Rz. 32, Rz. 47, Rz. 60, Rz. 108). Zudem sei d er Beklagte 3 nicht Geschäftsführer der H._____, nicht im Handelsregister eingetragen und nicht zeichnungsberechtigt gewesen. Damit h a- be er keine Organfunktion ausgeübt, weshalb er im vorliegenden Verantwortlich- keitsverfahren nicht passivlegitimiert sei (act. 12 Rz. 11 ff.; act. 40 Rz. 64). 2.2.3. Weitere Ausführungen Auf die weiteren Ausführungen wird nachfolgend – soweit notwendig – eingegan- gen. - 20 - 3. Rechtliches 3.1. Anspruchsvoraussetzungen Gestützt auf Art. 827 OR i.V.m. Art. 754 Abs. 1 OR haften die mit der Geschäft s- führung und der Kontrolle einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung betrauten Personen für den Schaden, den sie der Gesellschaft, den Gesellschafter n oder Gesellschaftsgläubigern durch absichtliche oder fahrlässige Verletzung ihrer Pflichten verursacht haben. Voraussetzung für die Haftung ist somit – entspre- chend den allgemeinen haftpflichtrechtlichen Grundsätzen –, dass dem A n- spruchsberechtigten ein Schaden entstanden ist, die Geschäftsführer pflichtwidrig und schuldhaft gehandelt haben und ein natürlicher und adäquater Kausalz u- sammenhang zwischen Scha den und schuldhaft pflichtwidrigem Verhalten b e- steht (Urteil 4A_127/2013 vom 22. Mai 2013 E. 3; Urteil 4A_410/2011 vom 11. Juli 2012 E. 3.1; BGE 132 III 342 E. 4.1 S. 349). Entsprechend der allgemeinen Regel des Haftpflicht rechts, zu welchem die Art. 754 ff. OR gehören, obliegt es dem Verantwortlichkeitskläger, die Elemente des Verantwortlichkeitsanspruchs, welche kumulativ erfüllt sein müssen, zu substanziieren und zu beweisen (Art. 8 ZGB; Ur- teil 4A_462/2009 vom 16. März 2010 E. 2, nicht publ. in: BGE 136 III 322). 3.2. Schaden und Klagerecht 3.2.1. Schadensbegriff Der Schaden besteht in einer Vermögenseinbusse des Geschädigten im Sinne der sog. Differenztheorie: Der Schaden entspricht der Differenz zwischen dem gegenwärtigen Vermögensstand und dem Stand, den das V ermögen ohne das schädigende Ereignis hätte , und kann in einer Verminderung der Aktiven, einer Vermehrung der Passiven oder im entgangenen Gewinn bestehen (Urteil 4A.462/2009 vom 16. März 20 10 E. 2.1; BGE 132 III 564 E. 6.2 S. 575; BGE 132 III 321 E. 2.2.1 S. 323 f.; BGE 132 III 186 E. 8.1 S. 205; BGE 129 III 331 E. 2 .1 S. 332; GAUCH/SCHLUEP, Schweizerisches Obligati onenrecht, Allgemeiner Teil, 9. Aufl. 2008, N 284 8; SUTER, Der Schaden bei der aktienrechtlichen Verantwor t- lichkeit, Diss. St. Gallen 2010, S. 110). Bei einer Vermehrung der Passiven tritt - 21 - der Schaden dabei bereits mit dem Entstehen der Ver bindlichkeit und nicht erst mit deren Erfüllung ein (BGE 116 II 441 E. 3aa S. 444 f.). 3.2.2. Schadenssubstanziierung und Schadensnachweis 3.2.2.1. Es ist Sache des klag enden Gläubigers, den tatsächlich eingetretenen sowie den betragsmässig für die Schadenersatzklage relevanten, d.h. den bei Pflichterfüllung der Organe vermeidbaren Schaden geltend zu machen und g e- sondert nachzuweisen , und zwar pro haftpflichtiges Organm itglied je einzeln. Grundsätzlich hat er den Schaden also ziffernmässig im Einzelnen zu substanziie- ren und zu beweisen (Art. 8 ZGB; Urteil 4A_462/2009 vom 16. März 2010 E. 2, nicht publ. in: BGE 136 III 322; BÖCKLI, Schweizer Aktienrecht, 4. Aufl. 2009, § 18 N 136, N 366, N 371; SUTER, a.a.O., S. 127). Für die Bestimmung des Schadens ist also nur derjenige Teil massgebend, der auf die pflichtwidrigen Handlungen bzw. Unterlassungen des betreffenden Gesellschaftsorgans zurückzuführen sind. 3.2.2.2. Die Klage des Verant wortlichkeitsklägers hat den Anforderungen von Art. 221 Abs. 1 lit. d und lit. e ZPO zu genügen. Es sind die Tatsachenbehauptun- gen und die zu den behaupteten Tatsachen zugehörigen Beweismittel in die Kla- ge aufzunehmen. Die Tatsachen können nicht nur in ih ren Grundzügen dargelegt werden, sondern müssen substanziiert (in Einzeltatsachen gegliedert) werden; sie sind so umfassend, detailliert und kla r darzulegen, dass darüber im Bestreitungs- fall Beweis abgenommen werden kann. Tatsachenbehauptungen müssen so kon- kret formuliert werden, dass ein substanziiertes Bestreiten möglich ist oder der Gegenbeweis angetreten werden kann. Die Anforderungen an die Konkretisierung der Behauptungen ergeben sich einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und an derseits aus dem prozessualen Verhalten der Gege n- partei (Urteil 4 A_410/2011 vom 11. Juli 2012 E. 6.1; WILLISEGGER, in : Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N 29 zu Art. 221 ZPO; LEUENBERGER, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO), 2. Aufl. 2013, N 43 zu Art. 221 ZPO). Die Tatsachen müssen in der Rechtsschrift selbst dargelegt bzw. behaup- tet werden. Tatsachen, die sich lediglich aus einer Beilage zu einer Rechtsschrift ergeben, sind vom Gericht – soweit die Verhandlungsmaxime das Verfahren b e-- 22 - herrscht – nicht zu beachten. Selbst mit einem allgemeinen Verweis in der Rechtsschrift auf eine Be ilage oder mit der allgemeinen Erklärung, dass eing e- reichte Akten als integrierender Bestandteil der Rechtschrift gelten, wird der B e- hauptungslast nicht genügend nachgekommen. Eine Partei kann sich also nicht mit allgemeinen Vorbringen begnügen, in der Mei nung, die Begründung ihres Prozessstandpunktes werde sich dann aus dem Beweisverfahren ergeben; denn die Durchführung eines solchen setzt entsprechende Behauptungen des Bewei s- führers voraus. Wird der Sachverhalt, auf den sich die Klage stützt, nicht vollst än- dig in den Prozess eingeführt, so ist die Gegenpartei ausserstande, alle ihr sonst möglicherweise zu Gebote stehenden Einwendungen vorzubringen (WILLISEGGER, a.a.O., N 27, N 30 zu Art. 221 ZPO; KILLIAS, in: Berner Kommentar, Zivilprozes s- ordnung, 2012, N 23 zu Art. 221 ZPO). 3.2.2.3. Art. 8 ZGB gibt der beweispflichtigen Partei dann einen Anspruch darauf, für rechtserhebliche Vorbringen zum Beweis zugelassen zu werden, wenn ihr Beweisantrag nach Form und Inhalt den Vorschriften des anwendbaren Prozes s- rechts entspricht (vgl. BGE 133 III 295 E. 7.1 S. 299 mit Hinweisen). Ein Bewei s- mittel ist nur dann als formgerecht angeboten zu betrachten, wenn sich die B e- weisofferte eindeutig der damit zu beweisenden Tatsachenbehauptung zuordnen lässt und umgekehrt. In der Regel si nd die einzelnen Beweisofferten unmittelbar im Anschluss an die Tatsachenbehauptungen aufzuführen, die damit bewiesen werden sollen. Dies ergi bt sich ohne W eiteres aus dem Wortlaut der Bestimmu n- gen von Art. 152 Abs. 1 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 lit. e ZPO (Rec ht auf Abnahme von Beweismitteln bei "Bezeichnung der einzelnen Beweismittel zu den behauptete n Tatsachen"; vgl. dazu Urteil 4A_56/2013 vom 4. Juni 2013 E. 4.4; BRÖNNIMANN, in: Berner Kommentar, Zivilprozessordnung, 2012, N 23 zu Art. 152 ZPO; KILLIAS, a.a.O. N 29 zu Art. 221 ZPO; WILLISEGGER, a.a.O., N 31 zu Art. 221 ZPO; LEUEN- BERGER, a.a.O., N 51 zu Art. 221 ZPO). Alle Tatsachen und Beweismittel sind im Grundsatz spätestens in der zweiten Rechtsschrift anzufügen. Insbesondere sind verfügbare Urkunden zu bezeichnen und sogleich als Beilage einzureichen . Die klagende Partei wird nicht mit einem Beweisauflagebeschluss aufgefordert, weit e- re Beweismittel zu nennen (WILLISEGGER, a.a.O., N 32 zu Art. 221 ZPO ; LEUEN- BERGER, a.a.O., N 52 zu Art. 221 ZPO ). Nach dem zweiten Schriftenwechsel sind - 23 - neue Tatsachen und Beweismittel nur noch im Rahmen von Art. 229 ZPO zulä s- sig. Urkunden, die ediert werden sollen, sind genau zu bezeichnen, so Art und I n- halt einer Urkunde, und von we m sie ediert werden soll . Die Edition darf sodann nicht dazu dienen, erst aus den edierten Urkunden die Grundlagen für die B e- hauptungen zu gewinnen (LEUENBERGER, a.a.O., N 53 zu Art. 221 ZPO). 3.2.3. Bundesgerichtliche Rechtsprechung 3.2.3.1. Die Klage, über die ein Ges ellschaftsgläubiger den Organen einer G e- sellschaft gegenüber verfügt, hängt von der Art des erlittenen Schadens ab (vgl. insbesondere BGE 132 III 564 E. 3.1 ff. = Pra 2007 Nr. 57 S. 378 ff.; vgl. demg e- genüber noch BGE 122 III 176, welcher Entscheid den Sch aden anhand der ta n- gierten Rechtsgrundlage der jeweiligen Schadenersatzpflicht qualifizierte). Dies- bezüglich erfolgt eine Unterscheidung in direkte und indirekte Schäden , wobei drei Konstellationen in Betracht kommen : Der einzelne Gläubiger kann durch ein Verhalten der Organe persönlich geschädigt sein, unter Ausschluss jeglichen der Gesellschaft verursachten Schadens. In diesem Fall erleidet der Gläubiger einen direkten bzw. unmittelbaren Schaden. Demgegenüber kann der Gläubiger nur i n- direkt bzw. mittelbar geschädigt sein, wenn der Gläubiger deshalb einen Schaden erleidet, weil das Organ in Verletzung seiner rechtlichen Pflichten das Vermögen der Gesellschaft geschädigt hat. Eine Beeinträchtigung des Gesellschaftsverm ö- gens tangiert über die Verringerung des Haftungssubstrates und damit die Erh ö- hung des Ausfallrisikos zwangsläufig auch den Gläubiger , weil seine Forderung auf der Passivseite der Bilanz figuriert. Der Gläubiger ist reflexweise geschädigt, wenn die Schädigung der Gesellschaft so weit geht, dass sie die Zahlungsunf ä- higkeit und dann den Konkurs der Gesellschaft nach sich zieht. Erst dann erleidet der Gläubiger einen Verlust, der einen mittelbaren Schaden darstellt . Um diesen Schaden zu qualifizieren, verwendet die Praxis in gleicher Weise die Begri ffe Re- flex-, indirekter oder mittelbarer Schaden oder Nachteil. Solange die Gesellschaft zahlungsfähig bleibt und in der Lage ist, ihren Verpflichtungen nachzukommen, bleibt der Schaden nur in ihrem Bereich (BGE 139 III 24 E. 3.1 S. 25; BGE 132 III 564 E. 3.1.2. S. 568 f. = Pra 2007 Nr. 57 S. 378 f. mit weiteren Hinweisen; Urteil 4C.142/2004 vom 4. Oktober 2004 E. 4; BGE 128 III 180 E. 2c S. 183; BÖCKLI, - 24 - a.a.O., § 18 N 364 ff.). Schliesslich kann sich die Situation ergeben, in welcher sowohl die Gesellschaf t als auch der Gesellschaftsgläubiger direkt geschädigt sind. Mit anderen Worten führt das Verhalten der Organe direkt zu einer Schäd i- gung des Vermögens der Gesellschaft und des Gesellschaftsgläubigers, ohne dass der Letzterem verursachte Schaden vom Konkurs der Gesellschaft abhängt (BGE 132 III 564 E. 3.1.3 S. 569 = Pra Nr. 57 S. 379; BGE 131 III 306 E. 3.1.2 S. 311). 3.2.3.2. Das Recht , als geschädigter Gläubiger gegen die Organe der Gesel l- schaft vorzugehen, variiert je nach den drei vorgenannten Situationen. Di e nach- folgenden Unterscheidungen werden durch die allgemeinen Regeln des Haf t- pflichtrechts bestimmt. Zu diesen gehört der Grundsatz, wonach nur der direkt Geschädigte den Ersatz seines Schadens verlangen kann, während derjenige, der aufgrund einer besonderen Beziehung mit dem direkt Geschädigten nur einen mittelbaren Schaden erleidet, über keinerlei Schadenersatzklage gegen den Schadensverursacher verfügt. Wenn das Verhalten eines Gesellschaftsorgans einem Gläubiger einen direkten Schaden verursacht, währe nd die Gesellschaft selber keinerlei Schaden erleidet, kann der geschädigte Gläubiger persönlich vorgehen und vom Verantwortlichen Schadenersatz verlangen. Der Gläubiger kann den direkten Schaden im Konkurs grundsätzlich unabhängig vom Vorgehen der Konkurs organe geltend machen. Seine Klage untersteht den gewöhnlichen Regeln der zivilrechtlichen Haftung und ist, unter der Voraussetzung, dass sie sich auf ein gültige s rechtliches Fundament stützt, keinerlei Einschränkungen unterworfen. Die von der Rechtsprech ung in Bezug auf die Möglichkeit des Gesellschafts gläubigers, persönlich gegen ein O r- gan vorzugehen, aufgestellten Einschränkungen sind nicht anwendbar . Dies gilt jedenfalls, solange kein Konkurs über die Gesellschaft eröffnet ist . Das Gleiche gilt grundsätzlich auch nach der Eröffnung des Konkurses, wenn die Gesellschaft selber keinerlei Schaden erleidet, d.h. ausschliesslich Aktionäre bzw. Gesel l- schaftsgläubiger direkt geschädigt worden sind (BGE 132 III 564 E. 3.2.1 S. 569 = Pra 2007 Nr. 57 S. 379; BGE 131 III 306 E. 3.1.2 S. 311; vgl. auch BGE 139 III 24 E. 3.1 S. 25; Urteil 4A_381/2012 vom 8. November 2012 E. 6.1; Urteil - 25 - 4C.142/2004 vom 4. Oktober 2004 E. 4; Urteil 4C.200/2002 vom 13. November 2002 E. 3, nicht publ. in: BGE 129 III 129; BGE 110 II 391 E. 1 S. 393). Soweit der Gesellschaftsgläubiger einen mittelbaren Schaden erlitten hat, ist in erster Linie die direkt geschädigte Gesellschaft legitimiert, gegenüber den veran t- wortlichen Organen Schadenersatz geltend zu machen. Dem gegenüber kann der Gesellschaftsgläubiger keine persönliche Klage erheben, um den Ersatz des Schadens zu erwirken, den er mittelbar erlitten hat. Im Konkurs wird die Ford e- rung, welche die Gesellschaft gegen das verantwortliche Organ geltend machen konnte, durch eine Forderung der Gläubigergesamtheit ersetzt. Deren Gelten d- machung steht vorrangig der Konkursverwaltung zu (vgl. Art. 757 Abs. 1 OR) . Soweit diese verzichtet, die Gesellschaftsklage einzureichen (Art. 757 Abs. 2 OR), kann ein Gesellschaftsgläubige r den Ersatz des von der Gesellschaft direkt erli t- tenen Schadens geltend machen. Er erhebt dann die Klage der Gläubigergemei n- schaft. Legitimiert ist jeder rechtskräftig kollozierte Gläubiger, ohne dass die Leg i- timation als solche nachgeprüft werden darf. F ür diese Vorgehensweise hat er sich in Anwendung von Art. 260 SchKG i.V.m. Art. 757 Abs. 3 OR die Rechte der Masse abtreten zu lassen. Er handelt dann aufgrund einer Prozes sstandschaft (BGE 132 III 564 E. 3.2.2 S. 570 = Pra 2007 Nr. 57 S. 380; BGE 132 III 342 E. 2.2 S. 345 f. ). Das Klagerecht der klagenden Gläubiger ist nicht von ihrem eigenen Ausfall abhängig, so dass jeder Gläubiger den ganzen Schaden einklagen kann (BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 348a); das ergibt sich auch indirekt aus Art. 260 Abs. 2 zweiter S atz SchKG, wonach ein Überschuss an die Masse abgeliefert werden muss. Das eventuelle Ergebnis wird vorweg dazu dienen, seine eigene (kollozie r- te) Forderung zu decken. Wenn hingegen nebst dem Gesellschaftsgläubiger auch die konkursite Gesel l- schaft direkt durch das Verhalten der Organe geschädigt ist, müssen die von der Praxis aufgestellten Regeln angewendet werden, um zu verhindern, dass die pe r- sönliche Klage des Gläubigers mit den Forderungen der Gesellschaft in Konku r- renz tritt. Nur in diesem Fall und zu r Verhinderung der Gefahr einer Konkurrenz zwischen den von der Gesellschaft oder der Konkursverwaltung und direkt durch den Gläubiger angestrengten Haftungsklagen hat die Rechtsprechung die Klag e-- 26 - befugnis des Letzteren beschränkt, um der Gesellschaftsklage eine Priorität ei n- zuräumen. Der Gläubiger kann im Konkurs der Gesellschaft nur dann auf Ersatz des direkten Schadens klagen, den er allein erlitten hat, wenn er seine Klage mit einer unerlaubten Handlung (Art. 41 OR), einer culpa in contrahendo oder einer ausschliesslich zum Schutz der Gläubiger konzipierten Bestimmung des Gesel l- schaftsrechts begründen kann (BGE 132 III 564 E. 3.2. 3 S. 570 f. = Pra 2007 Nr. 57 S. 380; BGE 131 III 306 E. 3.1.2 S. 311; BGE 122 III 176 E. 7 S. 189 f.). 3.2.4. Schlussfolgerung und Anwendungsbeispiele 3.2.4.1. Die Beantwortung der Frage, ob ein Gläubiger direkt oder nur mittelbar geschädigt ist, hängt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung also primär davon ab, welche Vermögensmasse durch das Verhalten der Organe direkt b e- troffen ist. Welcher Person diese "Direktgeschädigten" -Eigenschaft zukommt , hängt insofern mit der Frage der Pflichtverletzung zusammen, als nur derjenige Schadenersatz fordern kann, der durch die Verletzung einer besonderen Verhal- tensnorm geschädigt wird , deren Zweck im Schutze vor Schäden in der Art des eingetretenen besteht. Massgeblich ist somit, in welcher Vermögensmasse der Schaden unmit telbar eingetreten ist bzw. ob haftungsbegründende Handlungen zu einer direkten Beeinträchtigung des Vermögens des Gläubigers ode r der Ge- sellschaft geführt haben. 3.2.4.2. Beispielsweise werden Ansprüche aus direktem Gläubigerschaden g e- gen das handelnde Gesellschaftsorgan begründet, sobald diese s in Verletzung von gesetzlichen Bilanzierungsvorschriften Bilanzen gegenüber einem Kreditg e- ber verwendet hat, soweit der Kreditgeber der Gesellschaft bei Kenntnis der wa h- ren Tatsachen keinen Kredit , einen Kredit zu einem höheren Zinssatz oder nur gegen Leistung von Sicherheiten gewährt hätte. Die Gesellschaft erhält in diesem Fall neue Mittel, weshalb sie nicht geschädigt ist (BGE 110 II 391 E. 2b) S. 394 f. ; BGE 106 II 257 E. 1 f. S. 259 ff.; BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 312 und N 361 f.; GERI- CKE/WALLER, in: Basler Kom mentar, Obligationenrecht II, 4. Aufl. 2012 , N 16 zu Art. 754 OR; SUTER, a.a.O., S. 88, S. 105). - 27 - Anders verhält es sich, wenn der Gläubiger einen Schaden als Folge eines sog. Fortführungsschadens erleidet. Ein Fortführungsschaden entsteht dann, w enn die Zwischenbilanz einer zu Fortführungs- und Liquidationswerten überschuldeten Gesellschaft nicht rechtzeitig beim Gericht deponiert wird und sich die Verm ö- genssituation der Gesellschaft ab diesem hypothetischen Konkurszeitpunkt bis zum effektiven Konkurs weiter verschlechtert. Der Fortführungsschaden entsteht also durch Weiterwirtschaften der Ge sellschaft trotz eindeutig eingetretener Über- schuldung. Der Gläubiger erleidet nur deshalb einen Schaden, weil die Organe die Gesellschaft weiter ha ben verarmen lassen und sich deren Haftungssubstrat fortschreitend vermindert hat und die Forderung des Gläu bigers deshalb an Wert eingebüsst hat. Somit handelt es sich beim Fortführungsschaden seinem Wesen nach um einen klassischen mittelbaren Schaden des Gesellschaftsgläubigers (BGE 132 III 342 E. 2.3.3 S. 348; BGE 132 III 564 E. 6. 1 f. S. 575 f. = Pra 2007 Nr. 57 S. 385 f.; BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 369 ff.; SUTER, a.a.O., S. 188). Denkbar ist die Situation, in welcher ein Gläubiger bei bereits eingetretener Übe r- schuldung direkt geschädigt wird. Dies ist namentlich dann der Fall, wenn ein Neugläubiger der Gesell schaft in der Ü berschuldungsphase gestützt auf falsche oder irreführende Bilanzen oder in Verletzung einer vorvertraglichen Aufklärung s- pflicht über die bereits bestehende Überschuldung einen neuen Kredit gewährt (BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 316, N 369b ). Demgegenüber wird der Gläubiger auch dort nur mittelbar geschädigt, wo durch eine falsche oder irreführende Bilanz eine bestehende Überschuldung verdeckt wird und bestehende Gläubiger deshalb g e- schädigt werden, weil die Massnahmen nach Art. 725 OR zu spät ergriffen wer- den. Selbst dann, wenn ein Gläubiger nach eingetretener Überschuldung der Ge- sellschaft mit dieser noch Austauschverträge abschliesst , ohne dass – wie im Fall des Kreditbetrugs – ein pflichtwidriges Verhalten gegenüber de m einzelnen Gläu- biger vorliegt, erwächst diesem aus einem solchen Vertrag nur dann ein Schaden, wenn die Erfüllung seiner Forderung wegen der Überschuldung der Gesellschaft ausbleibt. Auch bei einem solchen Schaden des Gläubigers besteht somit ein B e- zug zum Vermögen der Gesells chaft, weshalb er als mittelbar zu qualifizieren ist (GERICKE/WALLER, a.a.O., N 16 zu Art. 754 OR; BGE 122 III 176 E. 7b) S. 190 f.). - 28 - Von den genannten Anwendungsbeispielen ist der Fall abzugrenzen, in welchem ein Gläubiger in seiner vermögensrechtlichen Stellung nach allgemeinem Ve r- tragsrecht beeinträchtigt ist. In erster Linie stehen dem Gläubiger Ansprüche aus Vertrag gegen die Gesellschaft zu. Dazu gehört beispielsweise Verzug in den Zinszahlungen oder bei Teil- und Vollrückzahlungen aus einem Darlehensvertrag. Dem Gesellschaftsgläubiger steht in dieser Situation die normale Klage aus Nichterfüllung des Vertrages gegen die Gesellschaft zu ( FRICK, Der unmittelbare und der mittelbare Schaden im Verantwortlichkeitsrecht der Aktiengesellsch aft, Diss. Zürich 1953, S. 94; BGE 110 II 391 E. 2 S. 39 3 f.). Auf die aktienrechtliche Verantwortlichkeit gegenüber einem Organ der Gesellschaft kann sich der Glä u- biger aber nur dann berufen, wenn in der Nichterfüllung des Vertrags zugleich ein pflichtwidriges Verhalten des Organs der Gesellschaft gegenüber dem klagenden Gläubiger liegt. Wie gesehen , bedarf es hierzu der Verletzung einer dem Organ gegenüber dem klagenden Gläubiger obliegenden Pflicht. Das Klagerecht des Gläubigers im Konkurs hängt sodann davon ab, ob sein Vermögen direkt oder reflexweise geschädigt wurde und ob die Gesellschaft durch das Organve r- halten ebenfalls geschädigt wurde. 3.3. Würdigung des behaupteten Schadens der Klägerinnen 3.3.1. Ausgangslage Die Klägerinnen machen in ihrem Hauptbegehren gegen d ie Beklagten – unter dem Vorbehalt der Mehr - und Nachklage – eine Forderung in der Höhe von CHF 252'000.– geltend. Zur Schadensbezifferung führen sie ausstehende Miet- zinsen, Nebenkosten und we itere Kosten im Umfang von insgesamt CHF 251'538.20 auf. Unbestritten ist, dass die H._____, als Mieterin der klägeri- schen Räumlichkeiten, ab 1. Juli 2010 keine Miet zinsen und Nebenkosten mehr bezahlt hat. Unstreitig ist weiter, dass die Klägerinnen mit Schreiben vom 23. Juli 2010 die Zustimmung zur Übertragung des Mietvertrages auf die J._____ verwei- gerten und in der Folge das Mietverhältnis mit der H._____ wegen Zahlungsver- zugs per Ende Oktober 2010 kündigt en. Unbestritten ist ferner, dass mit Verf ü- gung des Audienzrichteramtes des Bezirksgerichts Zürich vom 8. Dezember 2010 gegen die H._____ mangels rechtzeitiger Rückgabe der Mieträumlichkeiten die - 29 - Ausweisung aus den Mieträumlichkeiten verfügt wurde und dass den Klägerinnen im Zusammenhang mit der Räumung der Mieträumlichkeiten weitere Kosten ent- standen sind. Damit sind d ie Klägerinnen unweigerlich in ihrer vermögensrechtl i- chen Stellung im Sinne der Differenztheorie nach allgemeinem Vertragsrecht be- einträchtigt worden (vgl. Art. 253 OR, Art. 257 f. OR, Art. 257d OR, Art. 263 Abs. 4 OR). Allein darin liegt aber noch keine auf ein pflichtwidriges Verhalten der Beklagten zurückzuführende Schädigung im Sinne der vorliegend zu beurteile n- den Klage aus Verantwortlichkeit nach Art. 754 ff. OR . Gegenstand des vorlie- genden Verfahrens sind nicht Ansprüche der Klägerinnen gegen die H._____ aus allgemeinem Vertragsrecht, sondern die Beantwortung der Frage, ob die behaup- tete Vermögensbeeinträchtigung der Klägerinnen auf eine haftungsbegründende Handlung oder Unterlassung der Beklagten zurückzuführen ist. Aus der klägerischen Schadensbezeichnung im Zusammenhang mit den der H._____ vermieteten Räumlichkeiten geht nicht ohne Weiteres hervor, welchen Schaden die Klägerinnen im Sinne der vorgenannten bundesgerichtlichen Recht- sprechung zur aktienrechtlichen Verantwortlichkeit geltend machen wollen. Denn der Schaden wird wiederholt als "direkte r Schaden", "indirekter Schaden" bzw. "mittelbarer Schaden" und "Fortführungsschaden" bezeichnet (vgl. z.B. act. 31 Rz. 11: "Die gesamte Forderung der Klägerinnen aus eigenem Schaden ist For t- führungsschaden […]"; act. 32 Rz. 15: " Der Fortführungsschaden durch Konkur s- verschleppung werde als direkter und indirekter Schaden geltend gemacht."; oder act. 32 Rz. 68: "Durch die Besetzung der Liegenschaft durch die J._____ wurde nicht nur die Kridarin geschädigt, sondern damit auch die Klägerinnen mittelbar und unmittelbar."). Entsprechend monieren auch die Beklagten, dass der von den Klägerinnen behauptete, als "direkt" bezeichnete Schaden der Klägerinnen nicht einem Fortführungsschaden im Sinne der b undesgerichtlichen Rechtsprechung entsprechen könne (vgl. z.B. act. 12 Rz. 47 ff.; act. 15 S. 10 f.). Wie gesehen, können die Klägerinnen einen direkten Schaden im Konkurs der H._____ nur dann selbst ständig geltend machen, wenn ihnen " Direktgeschädig- ten"-Eigenschaft zukommt. Werfen die Klägerinnen den Beklagten demgegenüber ein Verhalten vor, welches primär das Vermögen der H._____ direkt und das - 30 - Vermögen der Klägerinnen nur reflexweise geschädigt haben soll, können die Klägerinnen nicht ihren mittelbaren Schaden, sondern nur einen allfälligen Scha- den der H._____ geltend machen. Daher gilt es im Folgenden, die klägerischen Standpunkte im Sinne der obengenannten Rechtsprechung zunächst daraufhin zu prüfen, ob die Klägerinnen den Beklagten ein pflichtwidriges Verhalten vorwerfen, welches zu einer direkten Vermögensbeeinträchtigung der Klägerinnen geführt hat, welche unabhängig von einer Schädigung bzw. Zahlungsunfähigkeit der H._____ erfolgt ist. Diesbezüglich ist vorab darauf hinzuweisen, dass die Kläg e- rinnen den Schaden auf verschiedene Sachverhalte stützen. 3.3.2. Nichtdeponierung der Bilanz Die Klägerinnen führen ihre Vermögensbeeinträchtigung – ungeachtet der Scha- densbezeichnung – hauptsächlich darauf zurück, dass die Beklagten die Bilanz der H._____ trotz eingetretener Überschuldung im Juni/Juli 2010 nicht deponiert hätten. Nach Ansicht der Klägerinnen habe d iese Unterlassung der Beklagten da- zu geführt, dass die H._____ weiterhin vertragliche Verpflichtungen angehäuft habe, ohne entsprechende Einnahmen zu erzielen, wodurch sich die Passiven der H._____ laufend vermehrt hätten. Dadurch sei auch den Klägerinnen Sch a- den entstanden (act. 31 Rz. 11; act. 32 Rz. 8, Rz. 15, Rz. 49). Wie gesehen, entsteht der Fortführungsschaden durch Weiterwirtschaften einer Gesellschaft trotz eingetretener Überschuldung. Der Gläubiger ist nur deshalb g e- schädigt, weil sich durch die verspätete Konkurseröffnung das Haftungssubstrat fortschreitend vermindert und die Forderung des Gläubigers an Wert ein gebüsst hat. Die Klägerinnen stellen sich auf den Standpunkt, dass das Verhalten der B e- klagten dazu geführt habe, dass sich die Überschuldung der H._____ ab Juni/Juli 2010 bis zur Konkurseröff nung am 1. Februar 2011 – und darüber hinaus – fort- laufend vergrössert habe und den Klägerinnen kein Schaden entstanden wäre, wenn die Beklagten die Bilanz im Juni/Juli 2010 deponiert hätten. Mit anderen Worten sehen die Klägerinnen die Ursache ihres Schadens in der Vergrösserung der Überschuldung der H._____. Sie koppeln ihren Schaden damit eindeutig an die Vermögensbeeinträchtigung der H._____ und behaupten eine reflexweise Schädigung ihres Vermögens. D ie Behauptungen der Klägerinnen betreffend den - 31 - Fortführungsschaden beziehen sich somit – entgegen der wiederholten Bezeic h- nung als direkten Schaden – auf einen klassischen mittelbaren Schaden der Klä- gerinnen. Allein der Umstand, dass im Juni 2010 aus klägerischer Sicht noch kei- ne Vermögensbeeinträchtigung der Klägerinnen vorgelegen habe, weil die Mie t- zinsen und Nebenkosten bis zu diesem Zeitpunkt unbestrittenermassen bezahlt wurden, ändert nichts an der Qualifikation ihres behaupteten Schadens als mittel- baren Schaden. Massgebend ist einzig, dass nach klägerischer Behauptung das Vermögen der Klägerinnen beeinträchtigt worden sei , weil sich die Vermögenss i- tuation der H._____ ab dem behaupteten hypothetischen bis zum effektiven Ko n- kurs weiter verschlechtert habe und deshalb die geltend gemachten Mietzinsen und Nebenkosten ausgeblieben bzw. die weiteren Kos ten erst entstanden seien und sie im Konkurs einen Ausfall erleiden würden, der höher sei, als im Zeitpunkt der hypothetischen Konkurseröffnung . Denn der im Verantwortlichkeitsrecht rel e- vante, auf Konkursverschleppung zurückzuführende Gläubigerschaden tritt nach der obengenannten Fiktion nicht bereits dann ein, wenn Forderungen der Gläub i- ger aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten nicht mehr beglichen werden . Der Forderungsausfall des Gläubigers wird erst dann zu einem Gläubigerschaden, wenn die Forderung en des Gläubigers infolge Konkurses nicht vollstän dig g e- deckt werden. Der Schaden des Gläubigers ist aber mittelbar er Art. Dahin zielt im Übrigen auch die Behauptung der Klägerinnen, sie seien zu Schaden gekommen, weil im Konkurs d er H._____ eine Dividende von n ull zu erwarten sei (act. 31 Rz. 8). Die Aussagen der Klägerinnen in Bezug auf die Nichtdeponierung der Bilanz sind daher nicht geeignet, ein selbst ständiges Klagerecht der Klägerinnen zu begrün- den. Wie gesehen, können die Klägerinnen im Falle einer mittelbaren Schädigung nur die Klage der Gesellschaft erheben und den direkten Schaden der H._____ geltend machen, der auf ein pflichtwidriges und schuldhaftes Verhalten der ein- zelnen Beklagten zurückzuführen ist. Die Klägerinnen können indessen keine persönliche Klage erheben, um den Ersatz des Schadens zu erwirken, den sie mittelbar erlitten haben. Zu prüfen bleibt daher, ob die Klägerinnen in ihren weite- ren Ausführungen eine direkte Schädigung in dem Sinne behaupten, dass sie e i- nen Schaden erlitten haben, welcher nicht reflexartig als Folge der Vergrösserung - 32 - der Überschuldung der H._____, sondern unabhängig davon , als Folge eines pflichtwidrigen Verhaltens der Beklagten den Klägerinnen gegenüber eingetreten ist. 3.3.3. Unterlassung der Buchführung Die Klägerinnen behaupten, die Beklagten hätten Forderungen gegenüber der J._____ und Verbindlichkeiten aus dem Mietverhältnis zwischen der H._____ und den Klägerinnen in der Bilanz der H._____ verbuchen müssen. Die Beklagten hät- ten es ausserdem unterlassen, Abschreibungen in Bezug auf die Mietinvestitionen vorzunehmen. Indem sie dies e Buchungsvorgänge nicht vorgenommen hätten bzw. keine "tagfertige Buchhaltung" geführt hätten , hätten sie sich der Unterlas- sung der Buchführung verantwortlich gemacht (act. 31 Rz. 10 ; act. 32 Rz. 7, Rz. 10, Rz. 56). Die Tathandlung bei der hier angesprochenen Unterlassung der Buchführung nach Art. 166 StGB besteht darin, dass der Schuldner die ihm gesetzlich obli e- gende Pflicht zur ordnungsmässigen Führung und Aufbe wahrung von Geschäfts- büchern oder zur Aufstellung einer Bilanz verletzt. Die Norm soll gewährleisten, dass der Vermögensstatus eines Unternehmens im Interesse sowohl der daran beteiligten Personen als auch der Gläubiger stets vollständig ersichtlich ist. Unklar ist, was die Klägerinnen aus diesen Ausführungen ableiten wollen. Wenn die Klägerinnen sinngemäss den Vorwurf erheben wollen, durch die Unterlassung der Buchführung sei eine bestehende Überschuldung verdeckt worden, s o zielen diese Äusserungen höchstens auf eine direkte Schädigung der H._____ und eine mittelbare Schädigung des klägerischen Vermögens. Dahin geht auch die klägeri- sche Behauptung, die Beklagten hätten bei rechtmässiger Buchführung bemerken müssen, dass die H._____ marode gewesen sei (act. 32 Rz. 11) . Eine direkte Schädigung des klägerischen Vermögens wird im Zusammenhang mit den angeb- lich unterlassenen Buchungsvorgängen weder dargelegt , noch ist eine solche er- sichtlich. - 33 - 3.3.4. Ungetreue Geschäftsbesorgung Die Behauptungen der Klägerinnen, wonach sich die Beklagten einer ungetreuen Geschäftsführung respektive Gläubigerschädigung, wenn nicht gar eines betrüge- rischen Konkurses verantwortlich gemacht hätten , indem sie es zugelassen hä t- ten, dass die J._____ alle Einnahmen habe "einsacken" können, während die H._____ selbst noch weiter hin Verpflichtungen angehäuft habe (act. 32 Rz. 23, Rz. 25), betreffen eine direkte Schädigung der H._____ und damit höchstens eine mittelbare Schädigung der Klägerinnen. D ie Klägerinnen sagen selber, dass durch diese Verhaltensweise auch die Aktiv en der H._____ vermindert worden seien (act. 31 Rz. 25). Auf eine direkte Schädigung der Klägerinnen nehmen sie aber in keiner Weise Bezug, womit die Klägerinnen auch in diesem Zus ammen- hang keine Behauptungen aufgestellt haben, die auf das Vorliegen einer unmittel- baren Vermögensschädigung ihrerseits schliessen lassen. 3.3.5. Nachlässigkeit in der Berufsausübung Auch der wiederholte klägerische Vorwurf der Nachlässigkeit in der Berufsau s- übung im Sinne vo n Art. 165 StGB durch "ungenügende Kapitalausstattung", "permanentes Wegsehen" , "Nichtwissenwollen" und "völliges Unterlassen jegl i- cher Kontrollen" des Personals (act. 32 Rz. 31, Rz. 54 f. , Rz. 66) steht nicht im Zusammenhang mit einem direk ten Schaden der Klägerinnen . Die Bestimmung regelt den Tatbestand, wonach ein Täter durch Misswirtschaft seine Überschu l- dung herbeiführt oder verschlimmert, seine Zahlungsunfähigkeit herbeiführt oder im Bewusstsein seiner Zahlungsunfähigkeit seine Vermögen slage verschlimmert. Der Gläubiger würde demnach im Falle der Misswirtschaft indirekt geschädigt, i n- dem die Gesellschaft aufgrund ihrer Zahlungsunfähigkeit nicht in der Lage ist, seine Forderung zu begleichen. Die Klägerinnen führen denn auch selbst aus, dass die Nachlässigkeit zum Zusammenbruch de r H._____ geführt habe (act. 31 Rz. 31). Geschädigt würde durch ein solches Vorgehen allenfalls die Gesamtheit der Gläubiger, nicht aber die einzelnen Klägerinnen. Damit beziehen sich die Aus- führungen höchstens a uf eine mittelbare Schädigung der Klägerinnen. Mit einer direkten Schädigung der Klägerinnen haben auch diese Ausführungen indessen nichts zu tun. - 34 - 3.3.6. Verfahrensverzögerung und Falschaussagen 3.3.6.1. Weiter stellen sich die Klägerinnen auf den Standpunkt, dass die Beklag- ten das Ausweisungsverfahren gegen die H._____ verzögert hätten, indem sie behauptet hätten, dass die H._____ nicht mehr Mieterin der fraglichen Räume gewesen sei und indem sie den Ausweisungsentscheid anschliessend an das Obergericht des Kantons Zü rich weitergezogen hätten (vgl. act. 31 Rz. 9, Rz. 12; act. 32 Rz. 21, Rz. 76). Diese "Falschaussage", nämlich die Behauptung, dass die H._____ nicht passivlegitimiert sei, hätten die Beklagten sodann auch anlässlich des Konkursverfahrens und sogar noch na ch Konkurseröffnung gegenüber dem Konkursamt getätigt. Damit hätten sie eine sofortige Siegelung der Räume erfol g- reich zu verhindern versucht. Die Inventarisierung habe erst mit Verspätung erfo l- gen können, wodurch das Konkursverfahren verzögert worden sei. Aufgrund die- ses wahrheitswidrigen, rechtsmissbräuchlichen und gesetzeswidrigen bzw. o b- struktiven Verhaltens hätten die Mieträumlichkeiten nicht zeitnah zwischenvermi e- tet werden können. Folglich seien die Beklagten für den daraus erwachsenen Schaden haftbar (act. 31 Rz. 12; act. 32 Rz. 21, Rz. 65). 3.3.6.2. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass aus den klägerischen Ausführungen nicht hervorgeht, ob sie sich auf einen direkten oder nur mittelbaren Schaden der Klägerinnen beziehen. Die Schadensqualifikation kann aber ohnehin einstweilen offen bleiben, da die Klägerinnen den behaupteten Schaden aus den angeblichen Verfahrensverzögerungen und Falschaussagen überhaupt nicht beziffer n. Die Formulierung, die Beklagten hätten für den "daraus erwachsenen Schaden " zu haften (act. 32 Rz. 21), stellt keine hinreichende Bezifferung respektive Substanzi- ierung des Schadens dar. Weitere Ausführungen zu den angeblichen Verfahren s- verzögerungen, welche auf einen Schaden Bezug nehmen, sind nicht ersichtlich. So haben die Klägerinnen ins besondere nicht dargelegt, welcher Schaden aus der angeblich verspätet erfolgten Siegelung der Räume bzw. Inventarisierung der Vermögenswerte der H._____ entstanden sei. Es ist nicht Aufgabe des Gerichts, die Schad enspositionen aus der sinngemässen Behauptung der Klägerinnen zu ermitteln, ohne Verfahrensverzögerungen bzw. Falschaussagen hätte eine Zw i- schenvermietung "zeitnah" erfolgen können (act. 32 Rz. 65). Es ist auch nicht - 35 - Aufgabe des Gerichts, die Schad enspositionen anhand der eingereichten Beila- gen selber zu ermitteln. Im Übrigen ergeben sich Bestand und Höhe eines allfäll i- gen Anspruchs aus der angeblich verspätet erfolgten Siegelung bzw. Inventarisie- rung auch nicht aus den eingereichten Beweismit teln. Es war vielmehr Sache der Klägerinnen, den tatsächlich aufgrund der behaupteten Verfahrensverzögerungen bzw. Falschaussagen eingetretenen sowie den betragsmässig für die Schadene r- satzklage relevanten Schaden darzulegen. 3.3.6.3. Lediglich der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle darauf hingewi e- sen, dass die Klägerinnen auch nicht darlegen, welches pflichtwidrige Verhalten sie den Beklagten im Zusammenhang mit den angeblichen Verfahrensverzöge- rungen bzw. Falschaussagen vorwerfen. Daher könnte diesbezüglich selbst dann nichts zugunsten der Klägerinnen abgeleitet werden, wenn von einer hinreichen- den Schadenssubstanziierung ausgegangen würde. Denn eine ungerechtfertigte Inanspruchnahme staatlicher Verfahren kann nur ausnahmsweise widerrechtlich im Sin ne von Art. 41 Abs. 1 OR sein . Grundsätzlich ist jeder Bürger befugt, für Ansprüche, die er zu besitzen meint, den behördlichen Schutz anzurufen und ins- besondere Rechtsmittel gegen einen behördlichen Entscheid zu ergreifen. Wider- rechtlichkeit kann also nicht bereits dann bejaht werden, wenn der geltend g e- machte Anspruch objekti v nicht besteht (BGE 117 II 394 E. 4 S. 398; OFTIN- GER/STARK, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Besonderer Teil, Band II/1, 1987, § 16 N 163 ff., N 206; BGE 93 II 170 E. 9 S. 183; BGE 88 II 276 E. 4 S. 280 f.; vgl. zum Missbrauch einer fo rmalen Rechtsstellung durch ungerechtfertigte Ina n- spruchnahme staatlicher Verfahren sodann SCHWENZER, Schweizerisches Obliga- tionenrecht Allgemeiner Teil , 6. Aufl. 2012, N 51.01 ff.; BGE 124 III 297 E. 5e) S. 302 f.; BGE 115 III 18 E. 3b S. 21). Es wäre da her an den Klägerinnen gelegen darzulegen, inwiefern die Beklagten prozessuale Schritte ohne sachliche Gründe vorgenommen bzw. keine eigentl i- chen Interessen verfolgt haben. Es reicht nicht aus, pauschal zu behaupten, das Vorbringen der fehlenden Passivlegitimation der H._____ sei ein "sinnloser Ei n- wand" der Beklagten gewesen (act. 32 Rz. 32). Die Kläg erinnen behaupten ins- besondere nicht, dass der einzige Zweck des prozessualen Verhaltens der B e-- 36 - klagten in der Schädigung der Klägerinnen als Verfahrenspartei gelegen habe. Die Klägerinnen weisen lediglich auf die generelle Absicht der Beklagten hin, die- se hätten noch so lange wie möglich im Mietobjekt verbleiben wollen, um die Ein- nahmen aus dem weiter betriebenen Geschäft abzukassieren und dann letztl ich auch die J._____ mit einem Schuldenberg fallieren zu lassen (act. 32 Rz. 76). Mit dieser Aussage wird zwar indirekt auf eine Schädigung der Klägerinnen Bezug genommen, aber keineswegs behauptet, der Zweck der Ergreifung eines Rechtsmittels – nicht etwa des Verbleibs im Mietobjekt an sich – habe einzig in der Schädigung der Klägerinnen bestanden. 3.3.6.4. Gleiches gilt für die angeblichen Falschaussagen, welche nur im Falle des sog. Prozessbetrugs eine unerlaubte Handlung im Sinne von Art. 41 Abs. 1 OR darstellen können. Dies ist namentlich dann der Fall, wenn eine Partei durch falsche Aussagen ein fälschlicherweise zur ihren Gunsten lautendes Urteil durch unerlaubte Mittel (arglistige Täuschung, gefälschte Beweismittel) erwirkt. Doch selbst bei bewussten Falsch aussagen einer Verfahrensbeteiligten resultieren ke i- ne Schadenersatzfolgen nach Art. 41 Abs. 1 OR, wenn gegen einen solchen Ent- scheid auf dem Rechtsmittelweg vorgegangen werden kann. Liegt ein rechtskrä f- tiges Urteil vor, so kann eine Schadenersatzklage ebe nfalls nicht in Frage ko m- men (OFTINGER/STARK, a.a.O., § 16 N 174 ff.). Die Klägerinnen haben nicht ansatzweise dargelegt, inwiefern durch die angebli- che Falschaussage der Beklagten in Bezug auf die fehlende Passivlegitimation der H._____ ein fälschlicherweise zu ihren Gunsten resultierendes Ur teil ergan- gen sei (vgl. act. 31 Rz. 12) . Die Ausweisungsverfügung erging zugunsten der Klägerinnen. A us den Ausführungen zur sofortigen Siegelung bzw. Inventarisi e- rung geht nicht hervor, ob diese Verfahrensschritte gar nicht oder lediglich verspä- tet erfolgt sind. Die Klägerinnen haben auch nicht dargelegt, inwieweit ihnen oder der H._____ daraus ein Schaden erwachsen sei. Gleiches gilt auch für die angeb- lichen Einwendungen im Konkursverfahren vor und nach Konkurseröffnung. In Bezug auf die Handlungen der Beklagten nach erfolgter Konkurseröffnung stellt sich ohnehin die Frage, ob sie aus gesellschaftsrechtlicher Verantwortlichkeit b e- langt werden können. Die Haftung als Organ nach Art. 754 OR endet in de m Zeit-- 37 - punkt, in dem gesellschaftsintern die Möglichkeit entfällt, Entscheide der Gesel l- schaft zu beeinflussen (BGE 111 II 480 E. 2a) S. 484). Nach Konkurseröffnung sind die Organe der Gesellschaft in ihrem Amt automatisch eingestellt und verli e- ren grundsätzlich die Verfügungsbefugnis über die Konkursmasse, welche auf die Gläubiger übergeht. Die Konkursverwaltung besorgt die Liquidation nach den Vorschriften des Konkursrechts (Art. 826 Abs. 2 OR i.V.m. Art. 740 Abs. 5 OR). Indem der aufgelösten Gesellschaft während der konkursamtlichen Liquidation nur noch die Rechte des gemeinen Schuldners zustehen, kommen den Organen nur noch Pflichten wie die Auskunftspflicht, die Pflicht zur Abgabe von Erkläru n- gen über die Konkurseingaben oder die allgemeine Präsenzpflichten zu. Schliesslich wurde seitens der Klägerinnen auch keine sittenwidrige Verhaltens- weise der Beklagten behauptet , welche e ine unerlaubte Handlung im Sinne von Art. 41 Abs. 2 OR darstellen würde. 3.3.7. "Besetzung" durch die J._____ Die Klägerinnen führen eine n Teil des behaupteten Schadens auf den Verbleib der J._____ in den Mieträumlichkeiten der Klägerinnen zurück (act. 32 Rz. 29, Rz. 57, Rz. 64, Rz. 68, Rz. 80). Entsprechend seien m ehrere Schadensposten, wie diejenigen für Schlüsselservice, Schlossauswechslung, Reinigung, Retentionsu r- kunde deshalb entstanden, weil die Mieträumlichkeiten durch die J._____ "be- setzt" worden seien bzw. weil die Beklagten die Mieträumlichkeiten durch die J._____ hätten "besetzen lassen" (act. 31 Rz. 13a; act. 32 Rz. 29, Rz. 64). Ob- wohl die Klägerinnen den Schaden erneut als "mittelbar" und "unmittelbar" b e- zeichnen (act. 32 Rz. 68), ist davon auszugehen, dass die Klägerinnen – zumin- dest für die soeben genannten Schadenspositionen – eine von der Zahlungsf ä- higkeit der H._____ unabhängige Beeinträchtigung des klägerischen Vermögens behaupten (vgl. act. 32 Rz. 29: "Die Besetzung war sehr wohl kausal zum Sch a- den […]."). Weiter gehen die K lägerinnen davon aus, dass durch die "Besetzung" der Mieträumlichkeiten durch die J._____ auch die H._____ geschädigt worden sei (act. 32 Rz. 68). So führen die Klägerinnen aus, dass sich die Passiven der - 38 - H._____ vermehrt hätten, weil das Mietobjekt spätestens ab Juli 2010 nicht mehr genutzt und stattdessen der J._____ überlassen worden sei. Die H._____ sei deshalb geschädigt worden, weil sie keinen Gegenwert erhalten habe . Die H._____ habe ausserdem für das Verhalten der J._____ aus dem Mietverhältnis gehaftet. Entsprechend hätten sich die Passiven der H._____ vermehrt, weil die Forderungen der Klägerinnen auf der Passivseite der Bilanz hätten verbucht wer- den müssen (act. 31 Rz.10; act. 32 Rz. 23, Rz. 25). Wie gesehen, ist das Verm ö- gen nach der Differenztheorie bereits mit dem Entstehen einer Verbindlichkeit g e- schädigt. Damit behaupten die Klägerinnen also, dass die H._____ durch dassel- be Verhalten der Beklagten direkt geschädigt worden sei, das auch die Klägeri n- nen direkt geschädigt habe. Ihren direkten Schaden können die Klägerinnen im Konkurs der H._____ nach dem Gesagten nur geltend m achen, soweit die behauptete Vertragsverletzung gleichzeitig eine unerlaubte Handlung der Beklagten nach Art. 41 OR darstellt, ei- nen Tatbestand der culpa in contrahendo erfüllt oder eine gläubigerschützende Bestimmung verletzt, welche ausschliesslich zum Zwecke des Schutzes des klä- gerischen Vermögens aufgestellt wurde (vgl. vorne Ziff. 3.2.3.2). 3.3.8. Fazit Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die klägerischen Vorwürfe der Nichtdeponierung der Bilanz, Unterlassung der Buchführung, ungetreuen G e- schäftsbesorgung und Nachlässigkeit in der Berufsausübung höchstens im Z u- sammenhang mit einer direkten Schädigung der H._____ und damit eine r bloss mittelbaren Schädigung der Klägerinnen stehen. Eine mittelbare Schädigung kön- nen die Klägerinnen – wie dargelegt wurde – nicht geltend machen . Eine direkte Schädigung der H._____ ist im Rahmen des Eventualbegehrens zu prüfen . Man- gels genügender Schadenssubstanziierung und Widerrechtlichkeit kann auch aus den behaupteten Verfahrensverzögerungen und Falschaussagen nichts zugun s- ten der Klägerinnen abgeleitet werden. Schliesslich werfen die Klägerinnen den Beklagten im Zusammenhang mit dem Verbleib der J._____ in den Mieträumlich- keiten der Klägerinnen ein pflichtwidriges Verhalten vor, welches zu einer direkten Vermögensbeeinträchtigung der Klägerinnen geführt habe. Da sie zugleich eine - 39 - direkte Schädigung der H._____ behaupten, bleibt zu prüfen, ob die K lägerinnen ihre Klage mit einer unerlaubten Handlung (Art. 41 OR) oder einer ausschliesslich zum Schutz der Gläubiger konzipierten Bestimmung des Gesellschaftsrechts b e- gründen können. 3.4. Unerlaubte Handlung 3.4.1. Standpunkte 3.4.1.1. Die Klägerinnen werfen den Beklagten im Zusammenhang mit dem Ve r- bleib der J._____ in den Mieträumlichkeiten vor, dass sie die Räumlichkeiten durch die J._____ hätten "besetzen lassen", obwohl die Klägerinnen einer Übe r- tragung der Mieträumlichkeiten nicht zugestimmt hätten. Entsprechend sei di e Übergabe der Schlüssel zum Betrieb der H._____ an die J._____ "illegal" gewe- sen, wofür die Beklagten verantwortlich seien. Die Beklagten würden für die schädigenden Handlungen der "Besetzerin" sodann haften, weil sie die G e- schäftsführung "angeblich an of fenbar kriminelle Personen" delegiert und diese nie überwacht hätten (act. 31 Rz. 8; act. 32 Rz. 27, Rz. 29). 3.4.1.2. Die Beklagten bestreiten dagegen , dass ihnen im Zusammenhang mit dem Verbleib der J._____ in den Mieträumlichkeiten ein pflichtwidriges bzw. wi- derrechtliches Verhalten vorzuwerfen sei. Die Beklagten 1 und 2 führen zudem aus, in keiner Weise an der J._____ beteiligt gewesen zu sein. Die Geschäftsfü h- rung sei nicht an die J._____ delegiert worden. Vielmehr habe dem Konzept eine Mietübertragung zugrunde gelegen, mit dem Ziel, dass die J._____ den Betrieb im eigenen Namen und auf eigene Rechnung weiterführe. Die Beklagten 3 und 4 weisen zudem darauf hin, dass das von den Klägerinnen gegen die Beklagten angestrengte Verfahren wegen Hausfriedensbruchs eingestellt worden sei, we s- halb die Klägerinnen daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten könnten. Gege n- stand des vorliegenden Verfahrens sei auch nicht die Beurteilung des Verhaltens der J._____, welche nicht beklagt sei (act. 15 S. 11, S. 13 ff.; act. 37 S. 3, S. 151, S. 160., S. 169, S. 171; act. 40 Rz. 13, Rz. 57). - 40 - 3.4.2. Widerrechtlichkeit Der Schaden aus unerlaubter Handlung im Sinne von Art. 41 Abs. 1 OR ist zu e r- setzen, wenn er widerrechtlich, kausal und verschuldet ve rursacht wurde. Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung ist eine Schadenszufügung im Sinne von Art. 41 OR widerrechtlich, wenn sie gegen eine allgemeine Pflicht verstösst, indem entweder ein absolutes Recht des Geschädigten beeinträchtigt (Erfolgsu n- recht) oder eine reine Vermögensschädigung durch Verstoss gegen eine Norm bewirkt wird, die nach ihrem Zweck vor derartigen Schäden schützen soll (BGE 119 II 127 E. 3 S. 128 f. m.w.H.; OFTINGER/STARK, a.a.O., § 16 N 43, N 94 ff.; BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 312). So gilt beispielsweise das Eigentum als absolutes Recht, dessen Verletzung grundsätzlich Widerrechtlichkeit im Sinne der Besti m- mung begründet. Ist aber das Eigentumsrecht derart beeinträchtigt, dass der E i- gentümer an der Nutzung einer in seinem Eigentum ste henden Sache gehindert wird, ohne dass die Sache beschädigt wird, liegt höchstens ein reiner Verm ö- gensschaden vor, der nur in Verletzung einer Schutznorm zu ersetzen ist ( BREHM, in: Berner Kommentar, Obligationenrecht, 3. Aufl. 2006, N 37 zu Art. 41 OR). Zur Beurteilung der Frage, ob eine solche Schutznorm vorliegt, sind der durch die Norm geschützte Personenkreis, das geschützte Rechtsgut und die durch sie zu vermeidende Gefahr zu eruieren. Schliesslich ist die Schutznorm auch vor dem Hintergrund zu prüfen , ob es der ratio legis entspricht, dass ein Verstoss Sch a- denersatzansprüche zur Folge haben soll. Solche Schutznormen finden sich vo r- wiegend im Bereich des Strafrechts , insbesondere bei den Vermögensdelikten (z.B. Art. 146 StGB). Der Tatbestand des Hausf riedensbruchs nach Art. 186 StGB schützt das Hau s- recht, d.h. die Privat - und Geheimsphäre des Wohnungsinhabers . Geschützt ist damit grundsätzlich das Hausrecht des Mieters , welches mit Einzug des Mieters beginnt und mit dem Auszug endet. Dies gilt zumindes t für den Fall , dass er die Räumlichkeiten anfänglich rechtmässig, zum Beispiel aufgrund eines Mietvertr a- ges, in Besitz genommen hat. Bleibt ein Mieter nach Ablauf des Mietvertrags in den Räumlichkeiten, so hat der Vermieter in diesen Räumen zu diesem Zeitpunkt schon rein faktisch keine Privat - und Geheimsphäre, die des strafrechtlichen - 41 - Schutzes bedürfte. Indem der Tatbestand des Hausfriedensbruchs das Rechtsgut "Geheim- und Privatsphäre " des Mieters schützt, der das Mietobjekt anfänglich rechtmässig in Besitz genommen hat , und nicht das Vermögen des Vermieters, kann in diesem Fall Art. 186 StGB auch nicht als Schutznorm qualifiziert werden, die dem Vermieter die Durchsetzung seiner zivilrechtlichen Ansprüche aus Mie t- vertrag erleichtern soll (vgl. Urteil 1B_510/2012 vom 16. November 2012 E. 2.3 mit Verweis auf BGE 112 IV 31 E. 3c S. 34). 3.4.3. Würdigung Die Klägerinnen stellen sich sinngemäss a uf den Standpunkt, die J._____ sei ge- gen den Willen der Klägerinnen im Mietobjekt verblieben, womit der Tatbestand des Hausfriedensbruchs angesprochen ist. Die angesprochene Bestimmung Art. 186 StGB schützt, wie gesehen, grundsätzlich die Geheim- und Privatsphäre der H._____ als Mieterin der Räumlichkeiten. Diese hatte die Mieträumlichkeiten unbestrittenermassen ab dem 1. Oktober 1996 gestützt auf gültige Mietverträge (act. 27/7-11) anfänglich rechtmässig in Besitz genommen. Daher hatte sie das Hausrecht auch noch nach Ablauf der Kündigungsfrist vom 31. Oktober 2010 bis zu ihrem endgültigen Auszug inne. Als Inhaberin des Hausrechts war die H._____ unter diesem Titel sodann grundsätzlich befugt, Dritte in die Mieträumlichkeiten zu lassen. Daher konnte auch di e Schlüsselübergabe an die J._____ nicht "illegal" im Sinne der genannten Bestimmung sein. Unter diesem Titel ist auch nicht zu beanstanden, dass die Beklagten gestützt auf ihre Organfunktion über die J._____ angeblich keine Kontrolle ausgeübt hatten. Dazu waren sie in der Funkti- on als Organe der H._____ aufgrund deren juristischen Unabhängigkeit von der J._____ – ungeachtet einer teilweisen personellen Übereinstimmung bei den B e- klagten 3 und 4 – im Übrigen auch nicht befugt. Die Klägerinnen können unter diesem Titel daher nichts zu ihren Gunsten ableiten. Indem der Tatbestand des Hausfriedensbruchs im Falle einer rechtmässigen Inanspruchnahme der Mieträumlichkeiten nicht das Vermögen des Vermieters schützt, kann Art. 186 StGB nicht als Schutznorm qualifizie rt werden, welche den Klägerinnen als Ve r- mieterinnen zur Durchsetzung ihrer zivilrechtlichen Ansprüche verhelfen soll . Im Übrigen ist auf die Ausführungen des Bundesgerich ts zu verweisen, welches im - 42 - genannten Urteil 1B_510/2012 vom 16. November 2012 den Ta tbestand des Hausfriedensbruchs in Bezug auf das von den Klägerinnen gegen die Beklagten angestrengte strafrechtliche Verfahren zu beurteilen hatte. Das Bundesgericht führte aus, dass es zu den normalen Geschäftsrisiken des Vermieters gehöre, wenn ein Mieter die Mietsache nach Ablauf des Mietvertrags nicht freiwillig freig e- be. Eine andere Frage ist, ob den Klägerinnen zivilrechtliche Ansprüche aus Vertrags- recht gegen die H._____ zustanden, was vorliegend aber nicht zu beurteilen ist. Das Verhalten der an der J._____ beteiligten Beklagten 3 und 4 in ihrer Funktion als Organe der J._____ gilt es vorliegend ebenso wenig zu beurteilen wie eine all- fällige Schadenersatzpflicht der J._____, weshalb sich weitere Erwägungen hie r- zu erübrigen. Weitere Verhaltensweisen der Beklagten im Zusammenhang mit dem Verbleib der J._____ in den Mieträumlichkeiten, die eine unerlaubte Handlung nach Art. 41 Abs. 1 OR darstellen könnten – wie beispielsweise eine allfällige Beschädigung der Mieträumlichkeiten –, wurden von den Klägeri nnen nicht dargelegt und sind auch nicht ersichtlich. 3.5. Ausschliesslich gläubigerschützende Bestimmungen Die Verletzung einer gläubigerschützenden Bestimmung des Aktienrechts, welche im Zusammenhang mit einer behaupteten direkten Schädigung der Klägerinnen steht, wurde seitens der Klägerinnen nicht behauptet. Die klägerischen Vorwürfe im Zusammenhang mit der Verletzung von Bestimmungen der Bilanzierung, über die Erhaltung des Grundkapitals und über die Anzeigepflichten bei Überschuldung nach Art. 725 OR stehe n im Zusammenhang mit einer behaupteten direkten Schädigung der H._____. Im Übrigen handelt es sich dabei um Be stimmungen, welche auch die Aktionäre bzw. die Gesellschaft und damit nicht ausschliesslich Gläubiger schützen (BGE 110 II 391 E. 2b) S. 395; BGE 128 III 180 E. 2c) S. 182 f.; KURER/KURER, in: Basler Kommentar Obligationenrecht II, 4. Aufl. 2012, N 2 zu Art. 675 OR; BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 305 f. ; WATTER/TRUFFER, in: AJP 1996 S. 1583 f.). - 43 - 3.6. Fazit Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Klägerinnen in ihrem Hauptbegehren ein Nebeneinander von mittelbaren und unmittelbaren Anspr ü- chen geltend machen. Erstere können d ie Klägerinnen im Konkurs der H._____ nicht gegen die Beklagten geltend machen. Ein unmittelbarer Schaden aus Ver- fahrensverzögerungen oder Falschaussagen wurde von den Klägerinnen nicht hinreichend dargelegt. Weiter ist keine Verletzung einer für die ausservertragliche Geltendmachung eines unmittelbaren Vermögensschadens als Anspruchsgrun d- lage taugliche Schutznorm ersicht lich, welche Ansprüche gegen die Beklagten im Zusammenhang mit dem Verbleib der J._____ in den Mieträumlichkeiten begrü n- den könnte. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich somit, dass die Klage aus unmittelbarer Schädigung der Klägerinnen abzuweisen ist. Auf di e Prüfung der weiteren Tatbestandsvoraussetzungen – Kausalzusammenhang und Ve r- schulden – kann daher verzichtet werden. Aufgrund der Klageabweisung mangels Substanziierung bzw. Widerrechtlichkeit erübrigt sich im Zusammenhang mit der direkten Schädigung auch die Prüfung der Passivlegitimation der Beklagten 1 bis 4. Es bleibt somit zu prüfen, ob ein von den Klägerinnen im Eventual begehren geltend gemachter Gesellschaftsschaden vor liegt, für den die Beklagten veran t- wortlich sind. 4. Eventualbegehren 4.1. Klagerecht Im Eventualbegehren machen die Klägerinnen den Schaden der H._____ geltend, wozu sie als Abtretungsgläubigerinnen, deren Forderungen rechtskräftig kolloziert wurden, legitimiert sind. Die Aktivlegitimation der K lägerinnen ist nicht zu prüfen (BGE 132 III 3 42 E. 2.3 S. 347; BGE 132 III 564 E. 3.3 S. 571 = Pra 2007 Nr. 57 S. 381). - 44 - 4.2. Gesellschaftsschaden 4.2.1. Standpunkte 4.2.1.1. In Bezug auf den direkten Schaden der H._____ legen die Klägerinnen im Eventualbegehren unter dem Titel "mittelbarer Schaden" im Wesentlichen dar, dass die H._____ ein "ungedecktes Schulde nloch" bzw. "ungedeckte Passiva " von mindestens CHF 483'578.05 hinterlassen habe. Dieser Betrag entspreche dem gesamten Schaden gemäss Kollokationsplan. Es sei davon auszugehen, dass der gesamte Schaden noch erhe blich höher sei, weil offenbar einige Ko n- kursanmeldungen gar nicht erst erfolgt seien (act. 31 Rz. 6, Rz. 14; act. 32 Rz. 13). Auch sei die nachträgliche Forderung des Beklagten 1 noch nicht im Kol- lokationsplan enthalten. Rechtskräftig kolloziert worden seien öffentlich -rechtliche Forderungen wie Pensionskassen -Beiträge für die Jahre 2009 und 2010, Meh r- wertsteuern für die Jahre 2009 und 2010 und den Arbeitnehmern bereits belastete Quellensteuern für die Jahre 2009 und 2010, welche die Beklagten schuldig g e- blieben seien. Solches "Gebaren " werde als "Misswirtschaft" bezeichnet (act. 31 Rz. 14). Im "ungedeckten Schuldenloch" seien sodann nur einzelne der rund 25 bis 30 Einzelgläubiger mit Forderungen von rund CHF 313'000. – gemäss der "Of- fen-Posten-Liste" (act. 27/3) enthalten. Dieser Schaden sei von den Beklagten un- ter Verletzung der Pflicht zur genügenden Kapitalausstattung und durch arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung verursacht worden. Der Schaden sei nicht zuletzt aber durch die nicht zum gesetzlich vorgeschriebenen Zeitpunkt erfolgte Bilanzdeponierung "enorm vergrössert" worden (act. 31 Rz. 14; act. 32 Rz. 66). Der Gesellschaftsschaden bestehe also keineswegs nur aus dem Fortführung s- schaden, wie bereits die Forderungs eingabe des Beklagten 1 belege (act. 32 Rz. 62). Die Höhe des Gesellschaftsschadens könne allerdings noch nicht ganz genau beziffert werden, weil das Konkursverfahren wegen der "Obstruktion des Beklagten 1" noch nicht habe beendet werden können. Alles, was der H._____ gehört habe, sei konkursamtlich verwertet worden. Die Klägerinnen könnten sich aber noch nicht dazu äussern, ob es aus einem Mietzinsdepot oder anderen Akt i- va der H._____ noch eine geringe Ausschüttung geben werde . Höchstwahr- scheinlich werde ein Überschuss von den Verfahrenskosten aufgezehrt werden - 45 - bzw. würden bei Gesamtaktiva von rund CHF 11'000.– kaum mehr als die Kosten des Verfah rens gedeckt werden können (act. 31 Rz. 6, Rz. 14; act. 32 Rz. 13, Rz. 30; Rz. 59, Rz. 61 f.). Es sei davon auszugehen, dass im Konkurs der H._____ keine Dividende bezahlt werde. Ganz genau werde man das "später" wissen (act. 32 Rz. 71). Beim Gesellschaftsschaden müsse nicht mehr jeder ei n- zelne Posten nochmals belegt werden, sondern hier könne man sich auf die E r- gebnisse der Inventarisierung und des Schuldenrufes beziehen (act. 32 Rz. 62). Es gehe insbesondere nicht darum, zu belegen, welche hypothetische Dividende bei einer früheren Bilanzhinterlegung zu erwarten gewesen wäre, weil für die Kl ä- gerinnen im damaligen Zeitpunkt keine offenen Forderunge n bestanden hätten . Es gehe also nicht darum, Liquidationswerte der H._____ zu bestimmen, sondern um den Fortführungsschaden, welcher jeden Monat mehr angewachsen sei, weil die Fixkosten nicht mehr bezahlt worden seien (act. 32 Rz. 23, Rz. 57). 4.2.1.2. Die Beklagten bestreiten das Vorliegen eines Gesellschaftsschadens, wie er von den Klägerinnen geltend gemacht wird . Sie wenden ein, dass die Klä- gerinnen den Gesellschaftsschaden in der Höhe von CHF 483'578.05 nicht su b- stanziiert hätten. Insbesondere könne d er im aktienrechtlichen Verantwortlic h- keitsprozess relevante Gesellschaftsschaden nicht mittels Hinweis auf die definit i- ve Kollokation der Gläubigerforderungen substanziiert werden (act. 15 S. 6, S. 16; act. 12 Rz. 56 ff. , Rz. 65). In Bezug auf den Fortführungsschaden werde klägeri- scherseits kein Vergleich zwischen einer hypothetischen und einer effektiven Konkursdividende angestellt, wie dies di e Gerichtspraxis verlange . D er Fortfüh- rungsschaden entspreche insbesondere nicht der Summe der ungedeckten Pa s- siva (act. 12 Rz. 62, Rz. 86, Rz. 110; act. 15 S. 11; act. 37 S. 150; act. 40 Rz. 43, Rz. 45 f., Rz. 88 ). Ergänzend bemängeln die Beklagten 1 und 2, dass die Kläg e- rinnen keinen Vergleich zwischen konkreten Bilanze n angestellt hätten (act. 37 S. 150). Ausserdem weisen sie darauf hin, dass öffentlich-rechtliche Forderungen zwar teilweise offen geblieben seien, den genauen Umfang aber die Klägerinnen darzulegen hätten (act. 15 S. 17). - 46 - 4.2.2. Fortführungsschaden 4.2.2.1. Besteht der Schaden – wie hier im Wesentlichen behauptet – in der Ver- grösserung der Verschuldung der Konkursitin, welche durch eine verspätete Ko n- kurserklärung entstanden ist (vgl. Art. 820 Abs. 1 OR i.V.m. Art. 725 Abs. 2 OR ), im sogenannten "Fortführungsschaden" zufolge Konkursverschleppung, so ist die tatsächlich eingetretene Überschuldung der Konkursitin mit jener zu vergleichen, die bei einem Konkurs zum früheren Zeitpunkt bestanden hätte (BGE 136 III 322 E. 3.2 S. 325; BGE 132 III 342 E. 2.3.3 S. 348; BGE 132 III 564 E. 6.2 S. 575 f.). Es gilt , den Vermögensstand der Gesellschaft bei Konkurseröffnung mit dem Vermögen zu jenem Zeitpunkt zu vergleichen, auf welchen die Organe nach klä- gerischer Behauptung die Konkurseröffnung bei pflichtgemässem Handeln hätten herbeiführen müssen (vgl. zur Differenztheorie vorne Ziff. 3.2.1). Zu diesem Zweck kann der Überschuldungsgrad einzig gestützt auf Liquidationswerte ermi t- telt werden, denn die Konkurseröffnung zieht die Auflösung der Gesellschaft nach sich (Art. 821 Abs. 1 Ziff. 3 OR; BGE 136 III 322 E. 3.2.1 S. 325 f., bestätigt in: Ur- teil 4A_60/2010 vom 3 0. Juli 2012 E. 3) und deren Liquidation nach den Regeln des Konkursrechts (Art. 826 Abs. 2 OR i.V.m. Art. 740 Abs. 5 OR ). Es ist mit a n- deren Worten die effektive Konkursdividende mit der hypothetischen zu vergle i- chen, die bei rechtzeitiger Benachrichtigun g des Richters resultiert wäre. Der Li- quidationswert ist der Wert, der bei Liquidation des Unternehmens und Einzelve r- kauf aller verkehrsfähigen Vermögensgegenstände zu erzielen wäre. Der Vermö- gensstand der Gesellschaft im Zeitpunkt der tatsächlichen Konkur seröffnung e r- rechnet sich aus der Differenz zwischen den Aktiven und Passiven, d.h. aus dem Wert der Massaaktiven abzüglich der Summe aller rechtskräftig kollozierten For- derungen (GLASL, Die kollozierte Forderung im Verantwortlichkeitsprozess, SZW 2005 S. 157 ff., S. 164; BGE 138 III 675 E. 3.2 S. 677). Auch die Feststellung des Vermögens zu Liquidationswerten im hypothetischen Zeitpunkt der Konkurseröf f- nung beruht auf einer Gegenüberstellung von Aktiven und Passiven. Die Liquidationswerte für die noch vorhandenen Aktiven im Zeitpunkt des tatsäch- lichen Konkurses werden erst nach erzieltem Erlös endgültig feststehen. Wurden noch nicht alle Aktiven veräussert, kann eine Gegenüberstellung der genauen - 47 - Zahlen des tatsächlichen Konkurses mit den geschätzten des h ypothetischen Konkurses nicht erfolgen. Es braucht jedoch für die Schadensberechnung nicht immer der Abschluss des Verkaufes aller Aktivposten abgewartet zu werden. Die Liquidationswerte im Zeitpunkt des tatsächlichen Konkurses können auch nach Art. 42 Abs. 2 OR ermittelt werden, sofern die Voraussetzungen für die richterl i- che Schadensschätzung erfüllt sind (vgl. dazu sogleich Ziff. 4.2.2.2; LUTERBA- CHER, Die Schadenminderungspflicht, SSHW Band 238, 2005, S. 112). Der Scha- den, der durch eine verzögerte Konkurseröffnung entstanden ist, kann folglich in der Weise festgestellt werden, dass der aus den Buchhaltungsunterl agen ersicht- liche Saldo im Zeitpunkt der Verletzung der Benachrichtigungspflicht mit dem (h ö- heren) Verlust im Zeitpunkt der tatsächlich erfolgten Konkurseröffnung verglichen wird. Der Nachweis des Vermögensstandes anlässlich der Konkurseröffnung kann gestützt auf das Konkursinventar und den Kollokationsplan erbracht werden. Nur der ziffernmässige Nachweis kann sich im Einzelfall als schwierig erweisen, wenn dem Kläger zuverlässige Angaben zu den Veräusserungswerten der vo r- handenen Aktiven fehlen (GLASL, a.a.O., S. 164). Nach dem Gesagten genügt es nicht, wenn der klagende Gläubiger darlegt, dass er im Konkurs der Gesellschaft einen bestimmten Forderungsausfall erlitten hat, weil diese Vermögensminderung beim Gläubiger und nicht bei der Gesellschaft eingetreten ist und daher keinen Schaden der Gesellschaft darstellt ( BÖCKLI, a.a.O., § 18 Rz. 364a; Urteil 4C.316/2003 vom 3. März 2003 E. 7.3. 1; Urteil 4C.292/2003 vom 25. Mai 2004 E. 3.3). Der ersatzpflichtige Schaden darf daher auch nicht dem Gesamtbetrag der kollozierten Forderungen im Gesellschaftsko n- kurs gleichgesetzt werden ( SUTER, a.a.O., S. 111; LUTERBACHER, a.a.O., S. 103; WEBER, Beurteilung der neueren Rechtsprechung zur Verantwortlichkeit in Unte r- nehmen, in: WEBER [Hrsg.], V erantwortlichkeit im Unternehmensrecht III, Zürich 2006, S. 158; BGE 136 III 322 E. 3.3 S. 326; BGE 132 III 342 E. 2.3.3 S. 348; a.A. BÄTTIG, Die Verantwortlichkeit der Kontrollstelle im Aktienrecht, Diss. Zürich 1976, S. 17 f.). Schliesslich kann nur der Teil des Fortführungsschadens für die Ersat z- pflicht relevant sein, der (adäquat) kausal auf die Pflichtwidrigkeit des einzelnen Organs zurückzuführen ist (BGE 136 III 322 E. 3.2.2 S. 326; BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 369a). - 48 - 4.2.2.2. Ist der Schaden a ufgrund von Schwier igkeiten ziffernmässig nicht nac h- weisbar, hat die richterliche Schadensschätzung in Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR von Amtes wegen zu erfolgen. Schwierigkeiten können sich insbesondere beim Nachweis des hypothetischen Vermögensstands im Zeitpunkt der pfli chtwid- rig unterlassenen Konkursanmeldung ergeben , weil Veräusserungswerte der Vermögenswerte in der Regel fehlen . Die richterliche Schadensschätzung zielt aber lediglich auf eine Beweiserleichterung. Dem Kläger obliegt nach wie vor die Pflicht, soweit zumutbar und möglich, alle Umstände zu behaupten und zu bewe i- sen, die für den Eintritt eines Schadens sprechen und dessen Abschätzung erla u- ben oder erleichtern. Art. 42 Abs. 2 OR befreit den Kläger somit nicht von der Dar- legungslast und der Obliegenheit, im Rahmen des Zumutbaren relevante Behaup- tungen aufzustellen und Beweisanträge zu stellen, weil Kläger das Zumutbare tun müssen, um die Schätzung zu erleichtern bzw. rat ional nachvollziehbar zu m a- chen (Urteil 4A_462/2009 vom 16. März 2010 E. 2.2, nicht publ. in : BGE 136 III 322 und E. 3.4.5 S. 328 f.; Urteil 4C.292/2003 vom 25. Mai 2004 E. 4.4.3; BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 275 ff.; Urteil 4C.160/2001 vom 18. Dezember 2001 E. 2d/bb; BGE 122 III 219 E. 3a S. 221 mit weiteren Hinweisen ; MÜLLER, Verant- wortlichkeitsansprüche der Gläubigergesamtheit: Schadenssubstanziierung, Ve r- jährung und Treuepflichtverletzung, GesKR 2010 S. 386; BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 373). 4.2.3. Würdigung 4.2.3.1. Wie dargelegt wurde, präjudiziert e ine rechtskräftige Kollokation weder die Höhe des Gesellschaftsschadens noch erübrigt sich deswegen die Schadens- substanziierung im Verantwortlichkeitsprozess. Soweit die Klägerinnen den der H._____ aufgrund nicht rechtzeitig erfolgter Bilanzdeponierung ang eblich zug e- fügten S chaden mit der Summe der nach Durchführung des Konkurs es der H._____ voraussichtlich ungedeckt bleibenden Gläubigerforderungen, mit der Summe der im Konkurs kollozierten Forderungen oder nur mit einzelnen kollozier- ten Forderungen gleichsetzen, ist nach dem Gesagten unschwer erkennbar, dass die Klägerinnen die Anforderungen an die Substanziierung des Fortführung s- schadens verfehlen. - 49 - Auch die weiteren Ausführungen der Klägerinnen genügen nicht den Anforderu n- gen an die Substanziierung des Fortführungsschadens. Denn die Klägerinnen be- schränken sich in Bezug auf die Darlegung des Fortführungsschadens darauf, darzulegen, dass sich die Passiven der H._____ durch die im angeblichen Zei t- punkt der Überschuldung im Juni/Juli 2010 nicht erfolgt e Bilanzdeponierung bis zur Konkurseröffnung aufgrund der ausstehenden Mietzinsen, Nebenkosten und weiteren im Zusammenhang mit den Mieträumlichkeiten entstandenen Kosten er- höht hätten. Damit behaupten sie implizit, dass der bilanzielle Passivposten der H._____ "Mietzinsen" im Zeitpunkt der tatsächlichen Kon kurseröffnung der von den Klägerinnen erlittenen Vermögensbeeinträchtigung in der Höhe von CHF 251'538.20 entsprochen habe. Über die weiteren Passiven im Zeitpunkt der Konkurseröffnung finden sich insoweit Hinweise, als pauschal auf die angemeld e- ten Gläubigerforderungen gemäss Kollokationsplan verwiesen wird. Unklar ist a l- lerdings, ob die Klägerinnen mit der Bezeichnung "ungedeckte Passiva gemäss Kollokationsplan" die Summe der kollozierten Forderungen od er den Umfang der nach Abzug der mutmasslichen Dividende ungedeckt bleibenden Gläubigerforde- rungen zum Ausdruck bringen wollen. Selbst wenn die Klägerinnen mit dieser Ausdrucksweise den Vermögensstand der H._____ im Zeitpunkt der tatsächlichen Konkurseröffnung geltend machen wollen, lässt sich nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Klägerinnen unterlassen es jeden- falls, Ausführungen zu den Passiven der H._____ im von ihnen behaupteten h y- pothetischen Konkurszeitpunkt Juni/Juli 2010 zu machen . Sie behaupten in die- sem Zusammenhang nur, die Klägerinnen wären bei einer Bilanzdeponierung im genannten Zeitpunkt nicht in ihrem Vermögen beeinträchtigt worden, weil die Mietzinsen bis zu diesem Zeitpunkt bezahlt wurden . Sie behaupten aber nicht, dass der H._____ im hypothetischen Konkursz eitpunkt im Zusammenhang mit den Mieträumlichkeiten keine Verbindlichkeiten entstanden wären und ihr kein Schaden im Sinne der obengenannten Differenztheor ie entstanden wäre . Die Klägerinnen machen dies im Übrigen zu Recht nicht geltend, da die Mietzinsen auch bei einer Bilanzerstellung im Juni/Juli 2010 weiterhin als Verbindlichkeiten der H._____ zu verbuchen gewesen wären , weil das Mietverhältnis in diesem Zeitpunkt noch Bestand hatte und mit Konkurseröffnung nicht ohne Weiteres be-- 50 - endet worden wäre (vgl. Art. 266h OR; Art. 959 Abs. 5 OR ). Es reicht zur Scha- denssubstanziierung auch nicht aus, darzulegen, dass ein Passivposten in der Bi- lanz der H._____ seit Juni/Juli 2010 zugenommen habe und der Schaden kleiner gewesen wäre, wenn die M ieträumlichkeiten "früher" vermietet worden wären. Angaben zu den weiteren Passiven der H._____ im hypothetischen Zeitpunkt feh- len sodann gänzlich. Solche wären aber erforderlich gewesen, zumal die Kläg e- rinnen selber behaupten, dass nicht nur der Scha den der H._____ im Zusa m- menhang mit den Mieträumlichkeiten, sondern auch ein Teil des weiteren Scha- dens der H._____ durch die nicht zum gesetzlich vorgeschriebenen früheren Zeit- punkt erfolgte Bilanzdeponierung "enorm vergrössert" worden sei (act. 31 Rz. 14; act. 32 Rz. 48). Diese Aussagen lassen aber keine Rückschlüsse auf die weiteren Passivposten der H._____ im Juni/Juli 2010 zu. Daran ändert auch der pauschale Verweis auf die von den Klägerinnen eingereichte "Offen-Posten-Liste" nichts, welche offene Kre ditoren der H._____ per 9. Februar 2011 auflistet (act. 27/3). Denn die Klägerinnen führen selber aus, dass nur einzelne der in der Liste aufg e- führten Gläubiger ihre Forderungen im Konkurs der H._____ angemeldet hätten. Dadurch wird der Behauptungslast nic ht genügend nachgekommen . Es ist nicht Aufgabe des Gerichts, aus dieser Liste selber eine Auswahl der im Konkurs a n- gemeldeten Gläubiger zu treffen und daraus Rückschlüsse auf im Zeitpunkt der hypothetischen Konkurseröffnung bestehende Passiven zu ziehen. D en Klägerin- nen wäre als Prozessstandschafterin nen der Konkursmasse durchaus zumutbar gewesen, selber eine Auflistung der Passiven – wenn auch nur zu tatsächlichen Werten und nicht zu Liquidationswerten – vorzunehmen. In Bezug auf die Aktiven der H._____ erwähnen die Klägerinnen Gesamtaktive n im Wert von rund CHF 11'000.–. Aus den klägerischen Ausführungen geht aller- dings nicht hervor, ob es sich dabei um Aktiven der H._____ im Zeitpunkt der tat- sächlichen oder der behaupteten hypothetischen Konkurseröffnun g handelt. Aus den weiteren Ausführungen der Klägerinnen hinsichtlich Aktiven der H._____, wonach bereits Vermögenswerte verwertet worden seien und allenfalls noch we i- tere Vermögenswerte wie das Mietzinsdepot oder andere Aktiven noch verwertet würden, lässt sich lediglich ableiten, dass Aktiven im Zeitpunkt der tatsächlichen und hypothetischen Konkurseröffnung vorhanden waren. Konkrete Angaben der - 51 - Klägerinnen über Art und Umfang der Aktiven im Zeitpunkt der tatsächlichen Ko n- kurseröffnung fehlen jedoch gänzlich. Solche wären erforderlich gewesen, um den von den Organen verursachten Gesellschaftsschaden festzustellen, für den die Beklagten verantwortlich gemacht werden, da hierfür jedenfalls der Stand der A k- tiven der Gesellschaft im Zeitpunkt der Konkurseröffn ung (vgl. Konkursinventar) bekannt sein müsste, weil das, was noch vorhanden ist, den Beklagten nicht als Schaden angerechnet werden kann. Schliesslich weisen auch die Klägerinnen in Bezug auf den Gesellschaftsschaden selber darauf hin, dass die Ergebnisse der Inventarisation massgebend seien, ohne allerdings entsprechende Angaben zu machen (act. 32 Rz. 62). Für die Schadenssubstan ziierung und eine richterliche Schadensschätzung müsste sodann auch der Stand der Aktiven im Zeitpunkt der hypothetischen Konkurseröffnung bekannt sein. Die Klägerinnen führen in diesem Zusammenhang nur aus, dass auch die Aktiven der H._____ durch die behaupte- te Konkursverschleppung gemindert worden seien . Dies bedeutet i m Umkeh r- schluss, dass im Zeitpunkt des hypothetischen Konkurs es nach klägerischer Auf- fassung Aktiven in höherem Umfang als im Zeitpunkt der tatsächlichen Ko n- kurseröffnung vorhanden waren (act. 32 Rz. 25). Konkrete Angaben über allfällige Aktiven im Zeitpunkt des hypothetischen Konkurses oder de n Umfang der b e- haupteten Minderung der Aktiven fehlen jedoch gänzlich. Auch die se Angaben über die Aktiven der H._____ reichen für eine rechtsgenügende Substanziierung des Fortführungsschadens und für eine entsprechende richterliche Schaden s- schätzung nicht aus. Vor diesem Hintergrund ist das klägerische Vorbringen in Bezug auf den Fortfü h- rungsschaden nicht hinreichend substanziiert , weshalb die Klage aus diesem Grund abzuweisen ist . Es wäre an den Klägerinnen ge legen, den angeblichen Fortführungsschaden zu substanziieren bzw. Darlegungen zu den Aktiv- und Pas- sivpositionen der H._____ zu machen. Auch wenn nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung unter Hinweis auf Art. 42 Abs. 2 OR detaillierte Angaben zu den Liquidationswerten im Einzelfall dann unterlassen werden können, wenn deren Darlegung den Klägerinnen mangels Verfügbarkeit nicht zugemutet werden kann, so sind die Klägerinnen keineswegs von der Darlegungslast befreit, in für sie z u- mutbarer Weise Angaben über die Vermögenssituation der H._____ zu machen, - 52 - welche eine richte rliche Schadensschätzung erst ermöglichen. Erforderlich sind insbesondere Angaben zu den wesentlichen Aktiven und Passiven der H._____ im Zeitpunkt des behaupteten hypothetischen Konkurses und der tatsächlichen Konkurseröffnung. Zur Darlegung derselben waren sie durchaus in der Lage, hä t- ten sie doch als Abtretungsgläubigerinnen auf die beim Konkursamt liegenden Gesellschaftsakten greifen können. Ausserdem legen die Klägerinnen selber dar, dass sie Einsicht in die – wenn auch ihrer Ansicht nach nicht ordnung sgemäss geführte – Buchhaltung der H._____ hatten (vgl. act. 32 Rz. 10, Rz. 50; act. 40 Rz. 39). 4.2.3.2. Schliesslich ist den Klägerinnen anzulasten, dass sie keine Urkunden eingereicht und keine Beweismittel offeriert haben, welche eine Schadensschä t- zung durch d as Gericht ermöglichen würde n. Daher wäre die Klage mangels Schadensnachweis auch dann abzuweisen, wenn der Fortführungsschaden als rechtsgenügend substanziiert erachtet wür de. Die Klägerinnen offerieren lediglich in Bezug auf das behauptete "Schuldenloch" bzw. die "ungedeckten Passiva" von mindestens CHF 483'000. – den Beizug "eines Berichtes des Konkursamtes Al t- stadt-Zürich" als Beweis (act. 32 Rz. 61, Rz. 63) . Fraglich ist, ob d iese Beweisof- ferte den Anforderungen an die formgerechte Beweisofferte zu genügen vermag, zumal die Klägerinnen nicht näher darlegen, um was für einen Bericht es sich handeln soll. Diese Frage kann jedoch offen bleiben, da der Bericht lediglich zur Behauptung offeriert wurde, dass die Summe der kollozierten Forderungen bzw. der ungedeckt bleibenden Gläubigerforderungen mindestens CHF 483'000.– be- trage, womit ein Bericht des Konkursamtes einzig diesen Betrag bestätigen oder verwerfen könnte. Für eine richterliche Schätzung des Fortführungsschadens reichte ein solcher Beleg aber nicht aus, zumal eine Bestätigung dieses Betrags lediglich ein Indiz für eine generelle Zunahme sämtlicher Passiven der H._____ darstellen würde. Daraus liesse sich aber insbesondere nicht ableiten, welche Ak- tiven in welchem Umfang im Zeitpunkt des hypothetischen Konkurses und des tatsächlichen Konkurses vorhanden waren. Gleiches gilt für den Kollokationsplan, welchen die Klägerinnen in einem allfälligen Beweisverfahren zum gegebenen Zeitpunkt edieren wollen (act. 32 Rz. 63). Aus denselben Gründen e rweist sich auch die von den Klägerinnen in ihrer Klageschrift zu diesem Sachverhalt als B e-- 53 - weis offerierte, eingereichte "Offen-Posten-Liste" (act. 27/3) als ungeeignet, allfäl- lige Rück schlüsse auf allfällige Aktiven der H._____ zu ziehen, handelt es sich dabei lediglich um ein e Auflistung von Kreditoren der H._____ per 9. Februar 2011. Die von den Klägerinnen zur Frage, wem das im Restaurationsbetrieb mit- vermietete Betriebsinventar gehört habe, offerierte Edition von Inventarlisten, b e- zieht sich nicht auf rechtserhebliche Tatsachen. So führen die Klägerinnen selber aus, die Beantwortung dieser Frage habe nichts mit der Inventarisierung im Ko n- kurs zu tun (act. 32 Rz. 72). Auf eine Edition kann daher verzichtet werden. Eine von den Klägerinnen o fferierte Expertise bezieht sich sodann nur auf den Zei t- punkt der Überschuld ung der H._____ und wurde nur für den Fall offeriert, dass das Gericht den Zeitpunkt der Überschuldung als relevant erachten sollte (act. 32 Rz. 32). Damit könnte die offerierte Expertise höchst ens den Zeitpunkt der Übe r- schuldung bestätigen bzw. festlegen, nicht aber Angaben über Art und Höhe al l- fälliger Vermögenswerte machen. Die Expertise wurde daher nicht zu der vorli e- gend rechtserheblichen Tatsache des hypothetischen Vermögensstandes der H._____ im Juni/Juli 2010 offeriert, weshalb auf eine solche verzichtet werden kann. Gleiches gilt für die offerierte Edition der Buchhaltungsunterlagen . Diese Urkunden haben die Klägerinnen nur im Zusammenhang mit der angeblich unte r- lassenen Aktivierung von Entschädigungsforderungen aus dem Mietverhältnis (vgl. act. 32 Rz. 10, Rz. 50) sowie generell, ohne jeglichen Bezug zu einer b e- haupteten Tatsache (act. 32 Rz. 75), offeriert. Damit sind auch diese Urkunden, welche die Klägerinnen als Prozessstandschafterinnen der Konkursmasse im Üb- rigen spätestens mit ihrer Replikschrift hätten einbringen können, nicht zu recht s- erheblichen Tatsachen offeriert worden, weshalb auf eine Edition derselben ver- zichtet werden kann. Schliesslich genügt auch de r generelle Hinweis, die Kläg e- rinnen würden den rechtsgenügenden Beweis auch dort erbringen, wo die Be- weisofferten in der Klage und der Replik noch nicht abschliessend genannt seien (act. 32 Rz. 3) , nicht den Anforderungen an die rechtzeitige und formgerechte Beweisofferte. Weitere Beweismittel, welche eine Schadensschätzung durch das Gericht erlauben würden, haben die Klägerinnen nicht bezeichnet. 4.2.3.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Fortführungsschaden durch die Klägerinnen nicht ausreichend sub stanziiert wurde, weshalb sich hier auch - 54 - kein Beweisthema öffnet. Überdies erweisen sich die bezeichneten Beweismittel als ungeeignet, einen Fortführungsschaden der H._____ rechtsgenügend nac h- zuweisen bzw. richterlich zu schätzen. Eine Schadensschätzung hätte beispiels- weise mithilfe von Bilanzen, des Kollokationsplanes und der Inventarliste der H._____ vorgenommen werden können. Nur gestützt darauf ist ein Vergleich zwi- schen dem Vermögensstand der H._____ im hypothetischen und im tatsächlichen Konkurszeitpunkt auf Basis von Liquidationswerten möglich. Es ist nicht Aufgabe des Gerichts, aus den genannten Beträgen einen allfälligen Gesellschaftsschaden zu ermitteln, wofür die Nennung dieser Zahlen auch gar nicht ausreichen würde. Es wäre vielmehr Sache der Klägerinnen gewesen, das Erforderliche darzulegen und den Gesellschaftsschaden zu substanziieren und gegebenenfalls bis zur H ö- he des eingeklagten Betrages von CHF 400'000.– zu beweisen. Das wäre ihnen auch durchaus möglich und zumutbar gewesen, weil sie – als Prozessführungs- befugte infolge Abtretung gemäss Art. 260 SchKG – auf die beim Konkursamt li e- genden Gesellschaftsakten hätten greifen können. So lagen insbesondere die vorliegend relevanten Buchhaltungsunterlagen beim Konkursamt Altstadt -Zürich (act. 32 Rz. 10). Die Klägerinnen sind daher ihrer Darlegungslast und der Obli e- genheit nicht nachgekommen, im Rahmen des Zumutbaren relevante Behauptu n- gen aufzustellen und Beweisanträge zu stellen. Somit ist auch Art. 42 Abs. 2 OR nicht einschlägig, der – sofern der Schaden oder die Schadenshöhe aufgrund feh- lender Veräusserungswerte ziffernmässig nicht nachweisbar ist und die exakte Berechnung sich als unzumutbar erweist – eine Schadensschätzung ermöglicht. 4.2.3.4. Im Übrigen haben d ie Beklagten 1 und 2 bereits in ihrer Klageantwort zu Recht auf die fehlende Substanziierung sowie auf die Entscheide BGE 136 III 322 und BGE 132 III 342 S. 348 und auf das Urteil des Bundesgerichts 4A_507/2007 vom 22. Februar 2008 hingewiesen (act. 15 S. 11, S. 16). Die genannten En t- scheide behandeln ausdrücklich die Berechnungs - und Substanziierungsprobl e- matik hinsichtlich des Fortführungsschadens. Da die Klägerinnen bereits von den Beklagten auf die fehlende Substanziierung hingewiesen wurden, stellt sich auch nicht die Frage, ob da s Gericht den Substanziierungshinwe is hätte erteilen müs- sen (Art. 56 ZPO). Auf die Beweisproblematik und die Anforderungen an einen formgerechten Beweisantrag wurden die Klägerinnen bereits mit Verfügung vom - 55 - 21. März 2013 (act. 28), unter Hinweis auf die einschlägige Literatur, aufmerksam gemacht. Den Klägerinnen wurde überdies Gelegenheit zur Verbesserung ihrer Klageschrift und Replik gegeben. Damit hatten die Klägerinnen spätestens in ihrer zweiten Rechtsschrift taugliche, den einzelnen Tatsachenbehauptu ngen zugeord- nete Beweismittel zu bezeichnen (Art. 221 Abs. 1 lit. e ZPO in Verbindung mit Art. 229 Abs. 1 ZPO). Die Kläger kannten folglich die Problematik ( vgl. auch act. 32 Rz. 23, Rz. 57, Rz. 64 ), so dass es damit sein Bewenden haben muss. Daran ändern auch ihre Ausführungen in der abschliessenden Stellungnahme (act. 47) nichts, die zur Substanziierung des Gesellschaftsschadens ihrerseits auf die Aussagen der Klageschrift und Replik verweisen , und wiederholen, dass es beim Gesellschaftsschaden nicht auf eine mutmassliche Dividende bei einer früheren Konkurseröffnung ankomme (vgl. insbesondere act. 47 Rz. 43). Ausse r- dem führen die Klägerinnen aus, dass im Rahmen des Konkursverfahrens Inve n- targegenstände der H._____ admassiert worden seien, woraus erhellt, dass Akti- ven vorhanden sind oder waren . Erneut fehlen aber konkrete Aussagen über Art und Umfang der Aktiven der H._____. Erneut unterlassen es die Klägerinnen zu- dem, Beweise zu offerieren, welche dem Gericht eine Schadensschätzung erla u- ben würden (vgl. act. 47 Rz. 21, Rz. 42), so dass sich auch die Frage nach einem allfälligen Novenrecht nicht stellt. 4.2.3.5. Da die Klägerinnen keine Behauptungen aufgestellt haben, die auf das Vorliegen ein es Fortführungsschadens schliessen lassen und ein solche r auch nicht nach gewiesen werden kann, kann auf die Prüfung der weiteren Tatb e- standsvoraussetzungen - Pflichtverletzung, Kausalzusammenhang und Verschu l- den - verzichtet werden. Es erübrigt sich somit auch die Prüfung, ob und in we l- chem Zeitpunkt die H._____ im Sinne von Art. 725 OR überschuldet gewesen sei. 4.2.4. Weiterer Gesellschaftsschaden 4.2.4.1. Auch den weiteren von den Klägerinnen behaupteten Gesellschafts- schaden gilt es nach der anwendbaren Formel "Stand Gesellschaftsvermögen ohne pflichtwidrige Handlung – Stand Gesellschaftsvermögen infolge der pflich t- widrigen Handlung" zu bestimmen (vgl. dazu Ziff. 3.2.1). - 56 - Die Klägerinnen unterlassen es allerdings, den weiteren Gesellschaftsschaden auch nur annähernd zu substanziieren. Sie verweisen lediglich auf die rechtskrä f- tig kollozierten öffentlich-rechtlichen Forderungen, welche angeblich auf Misswirt- schaft zurückzuführen seien, und auf weitere kollozierte Forderungen, welche auf angebliche Nachlässigkeit in der Berufsausübung und auf die Verletzung der Pflicht zur genügenden Kapitalausstattung zurückzuführen seien. Die Klägerinnen verkennen wiederum, dass der Ausfall der Gläubiger nicht mit dem Schaden der Gesellschaft gleic hgesetzt werden kann. Die Klägerinnen hätten vielmehr den Schaden darlegen müssen, welcher der H._____ und nicht den einzelnen Gläub i- gern aufgrund der behaupteten Verhaltensweisen entstanden sei . Die Klägeri n- nen legen aber in keiner Weise dar, dass sich durch die Verhaltensweise der Be- klagten die Aktiven der H._____ vermindert oder die Passiven der H._____ ver- mehrt hätten bzw. in welchem Umfang eine Vermögensbeeinträchtigung der H._____ erfolgt sei. Es reicht nicht aus, darzulegen, es sei insgesamt "ein Schul- denloch" in der Höhe von CHF 483'000. – entstanden oder etwa "Schaden verur- sacht" und hernach aufgrund der verspäteten Bilanzdeponierung "enorm vergrös- sert" worden. Weiter legen die Klägerinnen auch nicht ansatzweise dar, was sie aus den Ausführungen in Bezug auf den krankheitsbedingten Ausfall des Bekla g- ten 4 sowie Lohnbezüge desselben im Zeitraum von 2009 bis 2011 ableiten wo l- len (act. 32 Rz. 52 f.). Die angeblichen Veruntreuungen durch einen Mitarbeiter der H._____, welche nach klägerischer Auffassung auf die unterlassene Kontrolle des Personals zurückzuführen seien, erachten die Klägerinnen im Übrigen aus- drücklich als nicht kausal für den Schaden der H._____, indem sie sich auf den Standpunkt stellen, dass eine solche Tat den Betrieb der H._____ ohnehin nicht nachhaltig habe schädigen können (act. 32 Rz. 40). Die einzigen Ausführungen in Bezug auf den weiteren Gesellschaftsschaden, in welchen eine Schädigung der H._____ behauptet wird, stehen im Zusammenhang mit dem Vorwurf der ung e- treuen Geschäftsbesorgung (act. 32 Rz. 25). Die Klägerinnen unterlassen es aber erneut, den Umfang der Verminderung der Aktiven oder der Vergrösserung der Passiven der H._____ auch nur annähernd darzulegen bzw. den Schaden zu b e- ziffern. Daher kann hieraus nichts zu Lasten der Beklagten abgeleitet werden. - 57 - Weitere Ausführungen, welche auf die Schädigung der H._____ Bezug nehmen würden, sind nicht ersichtlich. 4.2.4.2. Schliesslich unterlassen es die Klägerinnen, das pflichtwidrige Verhalt en der einzelnen Beklagten darzulegen, das zum weiteren Schaden der H._____ ge- führt haben soll. Die Klägerinnen verweisen an mehreren Stellen pauschal auf angebliche Pflichtwidrigkeiten, aus denen nichts zugunsten der Klägerinnen abge- leitet werden kann. Sollten die Klägerinnen den Beklagten mit ihren pauschalen Vorwürfen, wie "solches Gebaren werde als Misswirtschaft bezeichnet" oder die Beklagten hätten sich "um das Geschäft futiert", "gesetzeswidrige Manöver und Manipulationen" durchgeführt, "Gläubiger zu m Narren gehalten", die Kasse "kreuzblöd organisiert", den "Saftladen lausig organisiert" , pflichtwidrige bzw. wi- derrechtliche Handlungen vorwerfen wollen, so vermögen diese den Anforderu n- gen an eine rechtsgenügende Substanziierung nicht zu genügen (vgl. a ct. 32 Rz. 41 f., Rz. 47, Rz. 54, Rz. 69). Die Klägerinnen unterlassen es, näher darzul e- gen, welche konkrete Pflichtverletzung der unter diesem Titel belangte Beklagte 1 begangen ha ben und welchen Einfluss die Pflichtverletzungen auf den angebl i- chen Schaden der H._____ gehabt haben soll. Unter der Herrschaft der Verhand- lungsmaxime ist es die Sache der Klägerinnen, eine Auswahl aus den als Sch a- densursache in Frage kommenden Lebenssachverhalten zu treffen und das Kl a- gefundament mit bestimmten Tatsachenbehaupt ungen auszufüllen. Sie können sich deshalb nicht darauf beschränken, behauptete Pflichtverletzungen der B e- klagten aufzuzählen, ohne jeweils das verpönte Verhalten im Einzelnen zu u m- schreiben. Weiter sind behauptete Pflichtverletzungen unbeachtlich, von den en die Klägerinnen keinen Zusammenhang zur Entstehung des Schadens der H._____ herstellen. Daher genügen auch d ie Aussagen in Bezug auf die angebl i- che Unterlassung der Buchführung und ungetreue Geschäftsbesorgung nicht den Anforderungen an die Substanziierung, weil sie sich auf die undifferenzierte Be- hauptung beschränken, dass dadurch Schaden entstanden sei. 4.2.4.3. Nachdem die Eventualklage bezüglich des weiteren Gesellschaftsscha- dens bereits an der Darlegung des Schadens der H._____ und auch der Pfl icht- widrigkeit des Beklagten 1 scheitert, ist die Eventualklage mangels Substanzii e-- 58 - rung abzuweisen. Daher kann auch in Bezug auf den weiter en Gesellschaft s- schaden auf die Prüfung der übrigen Tatbestandsvoraussetzungen – Kausalzu- sammenhang und Verschulden – verzichtet werden. Da die Klage auch unter di e- sem Titel abzuweisen ist, stellt sich vorliegend die Frage der Verrechnung mit der Forderung des Beklagten 1 nicht, weshalb sich weitere Erwägungen dazu erübr i- gen. 5. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen Die Klage ist aus mehreren Gründen abzuweisen. Der im Hauptbegehren aus g e- sellschaftsrechtlicher Verantwortlichkeit gegen die Beklagten geltend gemachte direkte Schaden der Klägerinnen konnte nicht erstellt werden. In den einzigen Ausführungen der Klägerinnen, welche auf eine direkte Schädigung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Bezug nehmen, wird auch eine gleichzeitige Schädigung der H._____ behauptet. In diesem Zusammenhang werfen die Kläge- rinnen den Beklagten Pflichtverletzungen und -versäumnisse vor, welche nicht als Verletzung einer für die ausservertragliche Geltendmachung ihres Vermögens- schadens notwendigen und tauglichen Schutznorm qualifiziert werden können. Der im Eventual begehren geltend gemachte Schaden der H._____ ist mangels genügender Substanziierung nicht erstellt. Ausserdem ergibt sich aus den offe- rierten Beweismitteln nichts, was die Behauptung der Klägerinnen stützen und ei- ne richterliche Schadensschätzung ermöglichen würde. II. Paulianische Anfechtung 1. Übersicht über den klägerischen Eventualstandpunkt Die Klägerinnen machen als Eventualbegründung Ansprüche aus paulianischer Anfechtung im Sinne von Art. 288 SchKG in der Höhe von insgesamt CHF 82'378.70 gegen die Beklagten geltend. Zur Begründung ihres Anspruch s führen die Klägerinnen im Wesentlichen aus, die Beklagten hätten sich Organdar- lehen bis zur Konkurseröffnung vollständig zurückbezahlt, obwohl sie gewusst hätten, dass die H._____ "vor dem Bankrott gestanden " habe und insbesondere nicht einmal mehr Pensi onskassenbeiträge und Quellensteuern habe bezahlen - 59 - können. Aus der Buchhaltung der H._____ ergebe sich, dass die Darlehenskon- ten per 1. Januar 2008 noch einen Betrag von CHF 41'174.90 (Beklagter 1 und Beklagte 2) sowie von CHF 41'203.80 (Beklagter 3 und 4) aufgewiesen hätten (act. 31 Ziff. 16). 2. Zuständigkeit 2.1. Parteistandpunkte Die Klägerinnen erachten das Handelsgericht als zuständig für die Beurteilung der hilfsweise geltend gemachten Ansprüche aus paulianischer Anfechtung, weil es sich dabei um im Zusamme nhang mit dem Geschäft stehende Forderungen im Sinne von Art. 15 Abs. 2 ZPO handle (act. 32 Rz. 34). Die Beklagten verneinen demgegenüber die Zuständigkeit des Handelsgerichts Zürich für die Beurteilung der genannten Anfechtungsansprüche (act. 15 S. 2; act. 40 Rz. 62). 2.2. Rechtliches Bei der örtlichen und sachlichen Zuständigkeit handelt es sich um Prozessvor - aussetzungen (Art. 59 Abs. 2 lit. b ZPO), welche von Amtes wegen zu prüfen sind (Art. 60 ZPO). Das Gericht tritt auf eine Klage nur ein, wenn es örtlich und sach- lich zuständig ist (Art. 59 Abs. 1 ZPO). Die Anfechtungsklage ist beim Richter am Wohnsitz des Beklagten einzureichen (Art. 289 SchKG). Die Kantone können nach Art. 6 Abs.1 ZPO ein Fachgericht bezeichnen, welches als einzige kantonale Instanz für handelsrechtliche Streitigkeiten sachlich zuständig ist. Nach § 44 lit. b GOG entscheidet das angerufene Handelsgericht unter anderem handelsrechtl i- che Streitigkeiten gemäss Art. 6 Abs. 2 ZPO. Eine Streitigkeit gilt nach Art. 6 Abs. 2 ZPO als handelsrechtli ch, wenn die geschäftliche Tätigkeit mindestens e i- ner Partei betroffen ist, gegen den Entscheid die Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht offen steht und die Parteien im schweizerischen Handelsregi s- ter oder in einem vergleichb aren Register eingetragen sind. Nicht ausreichend ist die Eintragung ins Handelsregister als Organ einer Gesellschaft ( RÜETSCHI, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER (Hrsg.), Kommentar zur Schweizer i- schen Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N 24 zu Art. 6 ZPO). - 60 - Die sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts kann sich auch aus Art. 6 Abs. 4 lit. b ZPO ergeben, sofern es sich um Streitigkeiten aus dem Recht der Handel s- gesellschaften handelt (§ 44 lit. b GOG). Darunter fallen sämtliche Streitigkeiten aus dem Recht der Handelsgesellschaften und Genossenschaften, die ihre Grundlage in Art. 552 OR bis Art. 926 OR haben (RÜETSCHI, a.a.O., N 36 zu Art. 6 ZPO; BERGER, a.a.O., N 46 zu Art. 6 ZPO ). Bei der paulianischen Anfechtung s- klage handelt es sich demgegenüber um betreibungsrechtliche Streitigkeiten, welche ihre Grundlage im Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz haben. Charak- teristisch für Streitigkeiten aus dem Recht der Handelsgesellschaften , wie b ei- spielsweise die Verantwortlichkeitsklage , ist, dass primär die Wahrung der Int e- ressen der Gesellschaft im Vordergrund steht. Das Schuldbetreibungsrecht möch- te hingegen primär eine Gleichbehandlung aller Gläubiger sicherstellen ( FORST- MOSER, Paulianische Anfechtung und aktienrechtliche Verantwortlichkeit, in: OER- TLE/BREITENSTEIN/WOLF/DIEM (Hrsg.), M&A Recht und Wirtschaft in der Praxis, L i- ber amicorum für Rudolf Tschäni, 2010, S. 439). Es handelt sich bei der paulian i- schen Anfechtungsklage daher nicht um e ine Streitigkeit aus dem Recht der Ha n- delsgesellschaften, womit Art. 6 Abs. 4 ZPO für die Beurteilung paulianischer An- fechtungsansprüche nicht einschlägig ist. Folglich kann sich die Zuständigkeit des Handelsgerichts auch nicht aus Art. 90 ZPO ergeben, da die klagende Partei mehrere Ansprüche gegen dieselbe Partei in einer Klage nur vereinen kann, wenn das gleiche Gericht dafür sachlich zuständig ist und die gleiche Verfahrensart gilt. Nach Art. 15 Abs. 1 ZPO ist das für eine beklagte Partei zuständige Geri cht so- dann für alle beklagten Parteien zuständig, sofern diese Zuständigkeit nicht nur auf einer Gerichtsstandsvereinbarung beruht. Diese Bestimmung bezieht sich nur auf die örtliche Zuständigkeit und kann ebenfalls keine sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts für paulianische Anfechtungsansprüche begrün den (RÜE- TSCHI, a.a.O., N 41 zu Art. 6 ZPO). Eine Zuständigkeit kann schliesslich aus pr o- zessökonomischen Überlegungen in Betracht kommen, wenn die gehäuften A n- sprüche in einem engen sachlichen Zusammenhang stehen und eine Beurteilung aus dem Bestreben nach widerspruchsfreier Urteilsfindung angezeigt ist (BERGER, a.a.O., N 31 zu Art. 6 ZPO; BGE 138 III 471 E. 4 S. 479). - 61 - 2.3. Würdigung Die Beklagten sind i n Zürich domiz iliert, weshalb d ie örtliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts gestützt auf Art. 6 Abs. 2 ZPO fällt ausser Betracht, da die B e- klagten nur als Gesellschafter bzw. Geschäftsführer ( Beklagter 1 und 4 ) der H._____ im Handelsregister eingetragen waren (act. 39/29), was zur Begründung der sachlichen Zuständigkeit des Handelsgerichts nicht ausreicht. Die Prüfung der weiteren Voraussetzungen nach Art. 6 Abs. 2 ZPO erübrigt sich daher. Die sachli- che Zuständigkeit des Handelsgerichts ist vorliegend auch in Anwendung von Art. 6 Abs. 4 ZPO zu verneinen, da die paulianische Anfechtungsklage nicht als Stre i- tigkeit aus dem Recht der Handelsgesellschaften zu qualifizieren ist. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Klägerinnen ihre Ansprüche im Rahmen einer Eventualbegründung "hilfsweise" geltend machen. Die von den Klägerinnen ins Feld geführte Bestim mung Art. 15 ZPO ist in Bezug auf die sachliche Zuständi g- keit nicht einschlägig, weil sie sich lediglich auf die örtliche Zuständigkeit bezieht. Die sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts Zürich ist schliesslich auch de s- halb zu verneinen, weil die von den Klägerinnen geltend gemachten Ansprüche aus Verantwortlichkeit und paulianischer Anfechtung im vorliegenden Fall una b- hängig voneinander beurteilt werden können. Die Ansprüche aus paulianischer Anfechtung beziehen sich auf angeblich von den Beklagten a n sich zurückbezahl- te Organdarlehen. Diese Verhaltensweise betrifft einen anderen Sachverhalt, als denjenigen, auf welchen die Klägerinnen im Rahmen der Verantwortlichkeit Be- zug nehmen. Dementsprechend stützen d ie Klägerinnen die Ansprüche aus Ve r- antwortlichkeit explizit nicht auf die Verhaltensweise betreffend die Darlehens- rückzahlungen (act. 31 Rz. 14; act. 32 Rz. 17). Da die Rückzahlung der Darlehen aus Verantwortlichkeit nicht zu beurteilen ist, besteht auch nicht die Gefahr, dass sich widersprechende Urteile ergeben könnten. Somit lässt sich die sachliche Zu- ständigkeit des Handelsgericht s für die Beurteilung der Ansprüche aus paulian i- scher Anfechtung gegen die Beklagten auch nicht mit prozessökonomischen Überlegungen begründen. Dementsprechend hat die P rüfung der Eventualb e- gründung zu unterbleiben. Insgesamt ist die Klage abzuweisen. - 62 - III. Kosten- und Entschädigungsfolgen Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Klägerinnen kosten - und en t- schädigungspflichtig (Art. 95 Abs. 1 ZPO; Art. 106 Abs. 1 i.V.m . Art. 105 ZPO) . Die Klägerinnen sind eine uneigentliche notwendige Streitgenossenschaft ( vgl. vorne Ziff. 1.6), weshalb ihnen die Prozesskosten unter solidarischer Haftung auf- zuerlegen sind. Die Höhe der Gerichtsgebühr bestimmt sich nach der Gebührenverordnung des Obergerichts (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in erster L i- nie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG). Der Streitwert bet rägt vorliegend CHF 252'000. – (Art. 91 Abs. 1 ZPO). Die Beklagten sind einfache Streitgenossen (vgl. vorne Ziff. 1.6), wobei paarweise die Beklagten 1 und 2 sowie die Beklagten 3 und 4 mit einem eigenen Rechtsvertreter prozessierten , so dass sich der Aufwand d es Gerichts insofern wohl etwas erhöhte, als sie separate Eingaben einreichte n. Andererseits gab die Urteilsfindung und die Urteilsredaktion als solch e keinen wesentlichen Mehrauf- wand, weil aufgrund der gleichen Überlegungen und Rechtsfragen zu entscheiden war. Unter Berücksichtigung von § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG ist die Gerichtsg e- bühr auf die volle Grundgebühr festzusetzen. Die Parteientschädigung ist nach der Verordnung über die Anwaltsgebühren zu bemessen (Art. 105 Abs. 2 ZPO). Grundlage ist auch hier de r Streit wert (§ 2 Abs. 1 lit. a AnwGebV). Anders als bei den Gerichtskosten gibt es grundsätzlich keine Synergien hinsichtlich der gemeinsamen Vertretung der Beklagten 1 und 2 einerseits und der Beklagten 3 und 4 andererseits , da die Interessen der Bekla g- ten nur bedingt parallel verliefen. Hingegen ist die gemeinsame Vertretung bei der Bemessung der Entschädigung insoweit zu berücksichtigen, als die Beklagten nicht einzeln eine volle Entschädigung zugute haben. Die Grundgebühr ist mit der Begründung bzw. Beantwortung der Klage verdient; für jede zusätzliche Verhan d- lung und jede weitere Rechtsschrift ist ein Zuschlag zu gewähren (§ 11 Abs. 1 und 2 AnwGebV i.V.m. § 4 Abs. 1 AnwGebV). Den nicht mehrwertsteuerpflichti- gen Beklagten ist die Parteientschädigung antragsgemäss unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von 8% zuzusprechen. - 63 - Das Gericht erkennt: 1. Die Klage wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 15'000.–. 3. Die Kosten werden den Klägerinnen unter solidarischer Haft barkeit auferlegt und aus dem von der Klägerin 1 geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 4. Die Klägerinnen werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, den Be- klagten 1, 2, 3 und 4 je eine Parteientschädigung von CHF 11'000. – zuzüglich Mehrwertsteuer von 8% zu bezahlen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien. 6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgeri cht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen B e- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Besch werde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Strei t- wert beträgt CHF 252'000.–. Zürich, 9. Mai 2014 Handelsgericht des Kantons Zürich Präsident: Peter Helm Gerichtsschreiberin: Isabelle Monferrini