TPF 2005 79 79 aprescinderedaimezziadisposizionedelsuoassistito.Terminatoilproce- dimento,l ’imputatochedisponessedisufficientirisorsesar à tenutoarim- borsarelostatodell ’anticipoversatoalpropriodifensore.Sarebbepure ipotizzabilechelaConfederazioneprelevil ’indennizzoversatoaldifensore d’ufficiodirettamentedagliimportieventualmenteconfiscatiall ’imputato qualemembrodiun ’organizzazionecriminale,nellamisuraincuiquesti valoridevonoesseredevolutiallostato(bastipensarealproventodeltraffi- co di stupefacenti). TPF 200579 21.AuszugausdemEntscheidderBeschwerdekammerinSachenA.gegen Bundesanwaltschaft vom 22. Februar2005(BB.2004.63) Nichtfolgegebung; Beschwerdelegitimation; Opfereigenschaft; Kostenauferle- gung. Art. 100 Abs. 3, 4 und 5, 105 bis Abs. 2, 245, 246bis Abs. 2 lit. b BStP, Art. 2 OHG DieNichter öffnungeinesStrafverfahrenskannvoneinemAnzeigernurange- fochtenwerden,wenn dieserzugleichOpfer im Sinne von Art. 2 OHG ist (E. 1). Der Beschwerdeführer istaufgrundseinerfehlendenOpfereigenschaftnicht legitimiert, die Verfügung der Nichtfolgegebung an zufechten (E. 3). Gegendie Kostenverfügung derBundesanwaltschaftistderBetroffenezur Beschwerdelegitimiert (E. 6). DasAbweichenvoneiner vernünftigen Strafanzeigeistso ausgeprägt, dasssich einNichtfolgegebungs-EntscheidzumVorneherein aufdrängte. DieserUm- stand rechtfertigt eine Kostenüberbindung (E. 7). Ordonnance de refus de suivre; qualité pour recourir; qualité de victime; mise à charge des frais. Art. 100 al. 3, 4 et 5, 105 bis al. 2, 245, 246bis al. 2 let. b PPF, art. 2 LAVI Lerefus d’ouvrir une procédurepénale nepeutfaire l’objetd’une plainteque si celle-ci est déposée par une victime au sens de l’art. 2 LAVI (consid. 1). N’ayant manifestementpas qualité devictime,lerecourant n’est pas fondéà contester l’ordonnance de refus de suivre (consid. 3). TPF 2005 79 80 Ilest,enrevanche,admis à recourircontrela décision du Ministère publicdela Confédération concernant les frais (consid. 6). S’agissantd’une plaintequinesaurait être qualifiée deraisonnable,uneor- donnancederefusdesuivre s’imposaitd’emblée, circonstancequijustifiela mise à charge des frais de procédure (consid. 7). Decisione di non dare seguito; legittimazione ricorsuale; qualità di vittima; addos- samento delle spese. Art. 100 cpv. 3, 4 e 5, 105 bis cpv. 2, 245, 246bis cpv. 2 lett. b PP, art. 2 LAV Lamancataaperturadiunprocedimentopenale può essereimpugnatadaun denuncianteunicamenteseegli è nelcontempovittimaaisensi dell’art. 2LAV (consid. 1). Vistochenonpossiedela qualità divittima,ilreclamantenon è legittimatoa impugnare la decisione di non dare seguito (consid. 3). L’interessatoè legittimatoainterporrereclamocontroladecisionesullespese adottata dal Ministero pubblico della Confederazione (consid. 6). Ladifferenzarispettoaunadenunciapenaleragionevole è talmentepronuncia- tacheunadecisionedinondareseguitosiimponevafin dall’inizio.Questa circostanzag iustifica l’addossamento delle spese (consid. 7). UrteildesBundesgerichts1S.17/2005vom23.Mai2005:AufdieBeschwerdewurde nicht eingetreten. Zusammenfassung des Sachverhalts: A.reichteinnerhalbdeserstenHalbjahres2004beiderBundesanwaltschaft (BA)3StrafanzeigengegenzahlreicheobersteB ehördenmitgliederein.Den erstenbeidenStrafanzeigenhatdieBAvorerstdurcheinfachesSchreiben, dannauchmitzweiformellenVerf ügungen keineFolgegegeben.Derdrit- tenStrafanzeigegabdieBAerneutmiteinerformellenVerf ügung keine Folge.DieletztgenannteVerf ügungenthieltaucheineKostenauflagemit Rechtsmittelbelehrungb ezüglichderselben, währendhinsichtlichderNicht- folgegebunginallengenanntenVerf ügungen ausdrücklichdaraufhingewie- senwurde,dassinAnwendungvonArt.100Abs.5BStPnurdasOpferim SinnevonArt.2OHG,nichtaberderAnzeigeerstatterzurBeschwerde befugtsei.MitzweiEingabenerhobA.gegendiebeidenerstenVerf ügun- genderBABeschwerdenmitdiversenAntr ägen.GegendieletzteVerf ü-TPF 2005 79 81 gungerhobermitEingabevom1.November2004ebenfallsBeschwerde. Erbehauptet,erseiOpferimSinnevonArt.100Abs.5BStPunddeshalb verfahrens-undbeschwerdelegitimiert.ImplizitgehtausAntragundBe- gründung derdrittenBeschwerdeauchhervor,dasserdieAufhebungder Kostenauflagebeantragt.Am17.September( bezüglichderzweiersten Beschwerden)bzw.12.November2004( bezüglichderdrittenBeschwerde) stellteA.dasGesuchumunentgeltlicheRechtspflegeundRechtsver- beiständung.DaertrotzAufforderungkeinebrauchbarenUnterlagen über seinefinanziellenVerh ältnisseeinreichte,tratdieBeschwerdekammerauf dieerstenbeidenGesuchemitEntscheidvom17.November2004(alt BK_A105+106/04)nichtein.Anderaufden15.Februar2005angesetzten Referentenaudienz blieb A. säumig. DieBeschwerdekammervereinigteausprozess ökonomischenGr ünden die dreiBeschwerdeverfahrenundbehandeltesieineinemgemeinsamenEnt- scheid.SiewiesdieBeschwerdenab,soweitsiedaraufeintrat.Aufdas Gesuchvom12.November2004umGew ährungderunentgeltlichen Rechtspflege und unentgeltlichenRechtsverbeiständung tratsie nichtein. Aus den Erwägungen: 1. Gemäss Art.100Abs.3BStPverf ügt derBundesanwalt,dassderAnzei- gekeineFolgegegebenwird,sofernkeinAnlasszurEinleitungeinesEr- mittlungsverfahrensbesteht.Art.100Abs.4BStPverpflichtetdenBundes- anwaltdazu,denAnzeigerdavonzubenachrichtigen,fallsjenerbekanntist. EinesolcheBenachrichtigungistwederform-nochinhaltsgebunden,zumal demAnzeigerkeinRechtsmittelzusteht(B ÄNZIGER/LEIMGRUBER,Dasneue EngagementdesBundesinderStrafverfolgung,Bern2001,Art.100BStP N.236f.).Esmussihrlediglichentnommenwerden können, dasskeine ErmittlungengegendenAngezeigteneingeleitetwerden.ZurBeweisbarkeit derBenachrichtigungistdieSchriftlichkeitmiteingeschriebenemBrief wohlratsam.DasOpferimSinnevonArt.100Abs.5BStPhatdemgegen- überdasRechtzurBeschwerde.IhmistdieVerf ügung derNichtfolgege- bungderAnzeigezuer öffnen,d.h.esistihmdasDispositivderVerf ügung sowieeineBegr ündung zuzustellenundesisteineRechtsmittelbelehrung beizufügen. 3. ImvorliegendenFallergabensichf ürdieBeschwerdegegnerinkeinerlei Anhaltspunkte,wonachessichbeimBeschwerdef ührerumeinOpferimTPF 2005 79 82 SinnevonArt.2desOHGhandeln könnte, dasseralsodurchdieangebli- chenStraftateninseiner körperlichen,sexuellenoderpsychischenIntegrit ät unmittelbarbeeintr ächtigtwordensei.SolcheswurdevomBeschwerdef üh- rerauchniekonkretbehauptet.InderBeschwerdeschriftbehaupteterzwar dieunmittelbare SchädigungderpsychischenIntegrit ätundofferiertseine eigenepsychiatrischeBegutachtungalsBeweis.EinenkonkretenHinweis odergarBeweisf ürdenZusammenhangzwischenderpsychischenSch ädi- gungunddenangeblichenStraftatenbleibterjedochschuldigundeinsol- cheristausdenAktenauchnichtersichtlich.Gem äss bundesgerichtlicher RechtsprechungfallenAmtsmissbrauchund Begünstigungnichtunterdas OHG(vgl.BGE120Ia157,163E.2daa;UrteildesBundesgerichts 1 P. 399/2003vom10.September2003;BotschaftzumOpferhilfegesetz vom25.April1990,BBl1990II977).Gleichesmussauchf ürungetreue Amtsführung(Art.314StGB)gelten.DiegeltendgemachteBeschimpfung (Art.177StGB),begangendadurch,dassderStaatsanwaltdesBundesdie MöglichkeitinBetrachtgezogenhabe,dassderBeschwerdef ührerTatbe- weisundTatverdachtnichtzuunterscheidenwisse,istimRahmendesvor- liegendenBeschwerdeverfahrensschoninsofernohneBedeutung,alsein gültigerStrafantragniegestelltwurde.DieBeschwerdekammerludden BeschwerdeführervergeblichzueinerReferentenaudienzein,welchedie- semunteranderemdieGelegenheitgegebenh ätte,seineOpferquali tät zu substantiieren.DieOpfereigenschaftimSinnedesOHGistinkeinerWeise dargetan. (… ) 6. AusdemGesagtenergibtsich,dassderBeschwerdef ührernur bezüglich derKostenverf ügung zurBeschwerdeandasBundesstrafgerichtlegitimiert ist. 7. ImEntlastungsprogramm2003wolltederGesetzgeberbe züglich Kosten- tragungspflichtdemVerursacherprinzipvermehrtRechnungtragen(Bot- schaftvom2.Juli2003;BBl20035615ff.).Damitbegr ündete erauchdie Kostentragungspflichtdesarglistigenodergrobfahr lässigenAnzeigers (BBl 20035745f.).DieKriterien „arglistig“ und „grobfahrlässig“ sindim GesetzselberundindenMaterialiennichtn äherdefiniertund bedürfen daherderAuslegungdurchdenRichter. „EinVerfahrendurchArglistver- anlassen“ kanndabeinichtdasselbebedeutenwiebeiderfalschenAnschul- digungimSinnevonArt.303Ziff.1Abs.2StGB.Art.303StGBregeltim Hauptfall(Ziff.1Abs.1)dieausdr ücklicheschriftlicheoderm ündliche falscheAnzeige.DieserFallwirddurchdieGeneralklauselvonAbs.2,derTPF 2005 79 83 arglistigenindirektenVeranstaltungen,er gänzt.DiebewusstunwahreAn- schuldigungeinesNichtschuldigengiltdamitbereitspersealsarglistig, wohingegendasMerkmalderArglistbeiblossaverbalenAnschuldigungen zusätzlichvorliegenmuss(BGE85IV80,81f.E.1; S TRATENWERTH, SchweizerischesStrafrechtBesondererTeilII:StraftatengegenGemeinin- teressen,5. Aufl., § 53N.8und16). Bezüglich Kostentragungspflichtmeint derBegriffderarglistigenAnzeigedem gegenübersowohleineexplizite mündliche oderschriftliche,inihremGehaltarglistigfalsche,d.h.nichtauf denerstenBlickalsfalscherkennbareAnzeige,wieaucheineaverbale AnschuldigungmittelsbesondererMachenschaftenoderqualifizierter Lüge. ImZusammenhangmitdemzweitenFallder MöglichkeitenderKosten- überbindung, nämlichdem „grobfahrlässigenVeranlasseneinesVerfah- rens“, stelltsichdieFrage,welchesMassanSorgfaltdemStrafanzeigerbei der AbklärungseinesVerdachtszugemutetwerdendarf.Dabeiistbeider KostenauflageaufdenAnzeigerZur ückhaltungzu üben, dennderStaathat einInteressedaran,dassstrafbareHandlungenauchdurchPrivatezurAn- zeigegebrachtwerden(S CHAUB,KommentarzumStrafverfahrendesKan- tonsBern,Bern1992,Art.200N.5).Grobfahr lässig handeltnachdersinn- gemäss auchf ürdie ÜberbindungderKostenaufdenAnzeigergeltenden Regelung überdiezivilrechtlicheHaftung(BGE116Ia162,175),wer unwahreAngabenmacht, übertreibtoderinelementarerWeiseNotwendi- gesverschweigt,sodassf ürjedenver ständigenMenschendieIrref ührung derUntersu chungsbehördeoffensichtlichwird(SOG1997,S.38,N.17 E. 2;GVP1991,Nr.57).ImvorliegendenFallistdasAbweichenvoneiner vernünftigenStrafanzeigesoausgepr ägt, dasssicheinNichtfolgegebungs- EntscheidderBeschwerdegegnerinzumVornehereinoffensichtlichauf- drängte.DieserUmstandrechtfertigtdieangefochteneKost enüberbindung imGrundsatz.