<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00067</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205831&amp;W10_KEY=13013562&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00067</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 04.05.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Denkmalschutz</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verzicht auf Unterschutzstellung durch den Gemeinderat; die Baurekurskommission trat auf den Rekurs der Nachbarn mangels Legitimation nicht ein: Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E.1). Bisherige Rechtsprechung zur Rekurs- und Beschwerdelegitimation von Nachbarn (E.2.1 und 2.2). Offen lassen der Frage, ob Nachbarn generell gegen eine Inventarentlassung rekurrieren können (E.2.3). Vorliegend ist die Rekurslegitimation der Nachbarn zu bejahen, da ihre Reiheneinfamilienhäuser zusammen mit den Gegenstand des Inventarentlassungsbeschlusses bildenden Gebäuden ein gesamthaft schützenswertes Ensemble bilden (E.2.4). Gutheissung der Beschwerde und Kostenfolge (E.3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Natur- und Heimatschutz ST: DENKMALPFLEGE">DENKMALPFLEGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENSEMBLE">ENSEMBLE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INVENTARENTLASSUNG">INVENTARENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROVOKATION">PROVOKATION</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 213 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 338a Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2006 Nr. 45 S. 12</span><br/><span class="ungerade">RB 2006 Nr. 8</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">H ersuchte am 1. Juni 2004 gestÃ¼tzt auf § 213 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) um AbklÃ¤rung der SchutzwÃ¼rdigkeit der GebÃ¤ude Vers.-Nrn. 01, 02 und 03 auf seinen GrundstÃ¼cken Kat.-Nrn. 04, 05 und 06 an der L-Strasse 07, 08 und 09. Die drei GebÃ¤ude sind im kommunalen Inventar der Objekte des Neuen Bauens (Nrn. 10, 11 und 12) aufgefÃ¼hrt. GestÃ¼tzt auf ein Gutachten von dipl. Architekt HTL J beantragten die kommunale Natur- und Denkmalschutzkommission sowie die kommunale Baukommission dem Gemeinderat X die Unterschutzstellung der drei GebÃ¤ude in nÃ¤her bezeichnetem Umfang. Der Gemeinderat beschloss am 8. Juni 2005, auf eine Unterschutzstellung zu verzichten und die GebÃ¤ude aus dem Inventar zu entlassen. </p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhoben die EigentÃ¼mer von vier der insgesamt sechs ebenfalls inventarisierten ReiheneinfamilienhÃ¤user M-Strasse 13-23 am 25. Juli 2005 Rekurs mit dem Antrag, die WohnhÃ¤user Vers.-Nrn. 01, 02 und 03 an der L-Strasse 07, 08 und 09 in noch zu bestimmendem Umfang unter Schutz zu stellen. Die Baurekurskommission II trat mit Beschluss vom 13. Dezember 2005 auf den Rekurs nicht ein, weil die Rekurrenten nach § 338a Abs. 1 PBG zur Rechtsmittelerhebung gegen die Inventarentlassung nicht legitimiert seien. </p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 7. Februar 2006 beantragten die unterlegenen Rekurrierenden dem Verwaltungsgericht, den Nichteintretensbeschluss aufzuheben und die Sache zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen; eventuell sei nebst dem vorinstanzlichen Nichteintretensbeschluss auch der Beschluss des Gemeinderats X vom 8. Juni 2005 aufzuheben, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegner. Die Baurekurskommission II ersuchte um Abweisung der Beschwerde. Den nÃ¤mlichen Hauptantrag stellten am 1. bzw. 17. MÃ¤rz 2006 der Gemeinderat X sowie der private Beschwerdegegner; je unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrenden. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach § 338a Abs. 1 PBG ist zum Rekurs und Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Ãnderung hat. Aufgrund dieser mit § 21 lit. a VRG Ã¼bereinstimmenden Vorschrift wird bei der Beschwerde von Nachbarn gegen ein Bau­vorhaben in Konkretisierung der allgemeinen Legitimationsvoraussetzungen eine hinreichend enge nachbarliche Raumbe­ziehung und ein BerÃ¼hrtsein in qualifizierten eigenen Interessen verlangt (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kom­mentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 34 ff.; Walter Hal­ler/Peter Karlen, Rechtsschutz im Raumplanungs- und Baurecht, ZÃ¼rich 1998, N. 984 ff.; RB 1995 Nr. 9). BezÃ¼glich der erforderlichen engen nachbarlichen Raumbeziehung kommt der in Metern gemessenen Distanz keine allein ausschlaggebende Bedeutung zu; massgebend ist vielmehr, auf welche Entfernung sich das streitige Bauvorhaben im Sinn des geltend gemachten Anfechtungsinteresses auszuwirken vermag (vgl. RB 2000 Nr. 9 = BEZ 2000 Nr. 53; RB 1995 Nr. 9). Ein BerÃ¼hrtsein in eigenen qualifizierten Interessen ist nach der Rechtsprechung dann gegeben, wenn der Ausgang des Verfahrens, in das sich der Nachbar einschalten will, seine InteressensphÃ¤re zu beeinflussen vermag, der Anfechtende also einen praktischen Nutzen hat bzw. einen Nachteil abwenden kann, den der angefochtene Verwaltungsakt fÃ¼r ihn zur Folge hÃ¤tte. Ein schutzwÃ¼rdiges Interesse liegt aber nicht schon vor, wenn irgendwelche negativen Folgen des Bauvorhabens mÃ¶glich und erkennbar sind, sondern nur dann, wenn die Einwirkungen so beschaffen sind, dass sie auch bei objektivierter Betrachtungsweise als Nachteil empfunden werden mÃ¼ssen; eine besondere (subjektive) Empfindlichkeit des Betroffenen verdient keinen Rechtsschutz (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 21; RB 1995 Nr. 9). Wird eine ideelle BeeintrÃ¤chtigung wie die VerÃ¤nderung des Landschafts- oder des Ortsbildes gerÃ¼gt, so muss der damit verbundene Eingriff in der Regel ein ungleich stÃ¤rkeres Ausmass annehmen als so genannte materielle BeeintrÃ¤chtigungen wie LÃ¤rm oder GerÃ¼che, damit die Legitimation bejaht werden kann (BGr, 28. MÃ¤rz 1995, ZBl 96/1995, S. 527 ff., E. 2c; BGr, 2. November 1983, ZBl 85/1984, S. 378 ff.). </p> <p class="Urteilstext">Dass die Rechtsmittelinstanz die Legitimation als Prozessvoraussetzung von Amtes wegen zu prÃ¼fen hat, entbindet den Rekurrenten nicht davon, seine Rekursberechtigung zu substanziieren. Dabei gelten differenzierte Regeln. Die nahe rÃ¤umliche Beziehung muss nicht besonders dargetan werden, wenn sie sich aus den Akten ergibt. Beruft sich der Rekurrent auf Bestimmungen, welche als nachbarschÃ¼tzend gelten, muss das schutzwÃ¼rdige Interesse (BerÃ¼hrtsein in qualifizierten eigenen Interessen) in der Regel nicht mehr besonders dargetan werden, sofern es sich bereits aus der nahen rÃ¤umlichen Beziehung und den vorgebrachten RÃ¼gen ergibt. Es muss jedoch ersichtlich sein, inwiefern die allfÃ¤llige Baubewilligung die konkreten eigenen Interessen des betreffenden Nachbarn beeintrÃ¤chtigt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 41). Die Darlegung des Sachverhalts, der die Legitimation als Prozessvoraussetzung begrÃ¼nden soll, muss bereits vor der ersten Rechtsmittelinstanz erfolgen; in einem oberen Rechtsmittelverfahren kann dies nicht nachgeholt werden.</p> <p class="Urteilstext">Wer aufgrund seiner Betroffenheit zur Beschwerde legitimiert ist, kann alle Rechts­mÃ¤ngel des angefochtenen Entscheids beanstanden; die als verletzt bezeichneten Normen brauchen mit dem tatsÃ¤chlichen oder rechtlichen Interesse, das dem Beschwerde­fÃ¼hrenden die Legitimation verschafft, nicht Ã¼bereinzustimmen. Das Rechtsschutzinteresse reicht allerdings nur so weit, als den Betreffenden im Fall des Obsiegens ein Vorteil entsteht (vgl. zum Ganzen Alfred KÃ¶lz/Isabelle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 538 f.; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 21 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die dargelegten GrundsÃ¤tze gelten auch dort, wo eine Drittperson sich gegen eine Anordnung wehren will, mit welcher ein benachbartes GrundstÃ¼ck entsprechend dem Ersuchen des EigentÃ¼mers aus dem Schutzinventar entlassen worden ist (zu den besonderen GrundsÃ¤tzen betreffend Rekurslegitimation von Natur- und HeimatschutzverbÃ¤nden nach der Sondervorschrift von § 338a Abs. 2 PBG vgl. RB 1990 Nrn. 10 und 11, 1992 Nr. 8 und 1996 Nr. 13). Dazu besteht allerdings noch keine gefestigte Rechtsprechung. NÃ¤her befasst hat sich das Verwaltungsgericht hingegen mit der Frage, inwiefern Nachbarn im Rekurs gegen eine Baubewilligung geltend machen kÃ¶nnen, der bewilligte Neu- oder Umbau sei unzulÃ¤ssig, weil dieser den Abbau eines Schutzobjektes voraussetze oder ein solches beeintrÃ¤chtige; es hat dies in BestÃ¤tigung des Grundsatzes bejaht, wonach der Nachbar, der aufgrund seiner besonderen Betroffenheit Zugang zum Rekursverfahren gefunden hat, alle MÃ¤ngel der angefochtenen VerfÃ¼gung rÃ¼gen kÃ¶nne, die im Ergebnis seine BeeintrÃ¤chtigung abzuwenden vermÃ¶chten (VGr, 22. Oktober 2003, VB.2003.00274, www.vgrzh.ch = BEZ 2004 Nr. 7).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Nach Auffassung der Baurekurskommission stellt dieses von ihr erwÃ¤hnte Urteil kein PrÃ¤judiz fÃ¼r den vorliegenden Fall dar, weil die verfÃ¼gte Inventarentlassung hier nicht mit einem Baubewilligungsverfahren verknÃ¼pft sei. Der Verzicht auf die Unterschutzstellung rÃ¤ume dem EigentÃ¼mer bloss die MÃ¶glichkeit ein, die Bauten abzubrechen und je nach geltender Bauordnung eine dichtere und hÃ¶here Ãberbauung zu realisieren. Das Anliegen der rekurrierenden Nachbarn, die Wahrscheinlichkeit einer NeuÃ¼berbauung mittels Rekurs gegen die Inventarentlassung zu mindern, sei nur ein "mittelbares" Interesse, das nicht als legitimationsbegrÃ¼ndend anerkannt werden kÃ¶nne. Ebenso wenig sei ein schutzwÃ¼rdiges Anfechtungsinteresse der Rekurrierenden bezÃ¼glich der Frage der SchutzwÃ¼rdigkeit ihrer eigenen, ebenfalls inventarisierten Liegenschaften zu erkennen, kÃ¶nne sich doch der angefochtene Entscheid auf diese GebÃ¤ude hÃ¶chstens dahin auswirken, dass auch diese aus dem Inventar entlassen wÃ¼rden, was fÃ¼r die Rekurrierenden kein Nachteil bedeute. Anders verhielte es sich allenfalls dann, wenn der Verzicht auf die Unterschutzstellung der streitbetroffenen GebÃ¤ude die Unterschutzstellung der rekurrentischen GebÃ¤ude nahe legen wÃ¼rde; ein solcher Sachverhalt liege aber hier nicht vor.</p> <p class="Urteilstext">Nach Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼hrt die Argumentation der Vorinstanz zum paradoxen Ergebnis, dass ein Nachbar den Abbruch eines schutzwÃ¼rdigen GebÃ¤udes nur dann verhindern kÃ¶nne, wenn dieses nicht inventarisiert sei. Nach Meinung der Beschwerdegegner bildet das verwaltungsgerichtliche Urteil VB.2003.00274 schon deswegen kein PrÃ¤judiz fÃ¼r den vorliegenden Sachverhalt, weil sich in jenem Fall die Betroffenheit der gegen die Baubewilligung rekurrierenden Nachbarn nicht direkt aus dem Verzicht aus der Unterschutzstellung, sondern aus dem damit koordiniert durchgefÃ¼hrten Baubewilligungsverfahren ergeben habe. Die Auffassung der Beschwerdegegner trifft zu (was indessen fÃ¼r sich genommen den vorinstanzlichen Nichteintretensbeschluss noch nicht als rechtmÃ¤ssig erscheinen lÃ¤sst). Hingegen ist der von den BeschwerdefÃ¼hrenden gerÃ¼gte Widerspruch zu relativieren: Die Rekurslegitimation von Nachbarn bezÃ¼glich der Inventarentlassung von GebÃ¤uden entfÃ¤llt nach der Argumentation der Vorinstanz nur in jenen FÃ¤llen, in denen das Verfahren betreffend Inventarentlassung nicht mit einem Baubewilligungsverfahren koordiniert werden kann, weil der EigentÃ¼mer des inventarisierten GebÃ¤udes â wie das im vorliegenden Fall zutrifft â noch gar kein Neu- oder Umbauprojekt vorgelegt hat. In der Tat kÃ¶nnten bei dieser Ausgangslage die nÃ¤mlichen Nachbarn, deren Legitimation zum Rekurs gegen die Inventarentlassung verneint wurde, in einem spÃ¤teren Baubewilligungsverfahren mit der RÃ¼ge, die Inventarentlassung sei zu Unrecht erfolgt, nicht mehr gehÃ¶rt werden, weil dies dem Zweck des Provokationsentscheides nach § 213 PBG widersprechen wÃ¼rde, auf den sich der das Provokationsbegehren stellende GrundeigentÃ¼mer verlassen kÃ¶nnen muss. Ob dies allein den Schluss rechtfertige, die Rekurslegitimation sei den BeschwerdefÃ¼hrenden zu Unrecht abgesprochen worden, kann jedoch dahingestellt bleiben, weil sich der Nichteintretensbeschluss der Vorinstanz aus einem anderen Grund als rechtswidrig erweist.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben in der Rekursschrift ihre Rechtsmittellegitimation auch und vorab damit begrÃ¼ndet, sie seien EigentÃ¼mer von ReiheneinfamilienhÃ¤usern in der ebenfalls inventarisierten Siedlung M-Strasse 13-23, welche zusammen mit den Gegenstand des Inventarentlassungsbeschlusses bildenden GebÃ¤uden L-Strasse 07, 08, 09 des privaten Beschwerdegegners ein gesamthaft schÃ¼tzenswertes Ensemble bildeten; eine Entlassung der fraglichen GebÃ¤ude aus dem Inventar mit anschliessender NeuÃ¼berbauung nach den massgebenden Vorschriften der ausnÃ¼tzungsintensiven Zone W3 2.40 wÃ¼rde den ideellen und materiellen Wert ihrer ReiheneinfamilienhÃ¤user erheblich schmÃ¤lern. Hieraus lÃ¤sst sich in der Tat eine legitimationsbegrÃ¼ndende "spezifische BeziehungsnÃ¤he" der rekurrierenden Nachbarn ableiten, sofern objektive Anhaltspunkte dafÃ¼r bestehen, dass sich die SchutzwÃ¼rdigkeit sowohl der Liegenschaften des privaten Beschwerdegegners wie auch jene der BeschwerdefÃ¼hrenden aus deren Wirkung als Ensemble ergeben kÃ¶nnte. Das trifft entgegen der Auffassung des Gemeinderates X zu: </p> <p class="Urteilstext">Dieser macht zwar in der Beschwerdeantwort geltend, es dÃ¼rfe nicht von einem schÃ¼tzenswerten Ensemble ausgegangen werden; im Inventar seien die fraglichen GebÃ¤ude als Einzelobjekte und nicht als schÃ¼tzenswertes Ensemble aufgefÃ¼hrt. Dass der beigezogene Gutachter die GebÃ¤ude des privaten Beschwerdegegners auch als Bestandteil einer "Gesamtanlage" (und insofern unter Einbezug der Liegenschaften der BeschwerdefÃ¼hrenden in der Siedlung M-Strasse 13-23) gewÃ¼rdigt habe, vermÃ¶ge hieran nichts zu Ã¤ndern; denn als fÃ¼r die Inventarentlassung zustÃ¤ndige BehÃ¶rde habe der Gemeinderat diese AusfÃ¼hrungen des Gutachters frei wÃ¼rdigen kÃ¶nnen. Mit diesem Einwand setzt der Gemeinderat allerdings die Beurteilung der Legitimationsfrage mit der materiellen PrÃ¼fung der SchutzwÃ¼rdigkeit gleich. Ausschlaggebend fÃ¼r erstere ist, ob bereits vor der Beschlussfassung des Gemeinderats aktenkundige Anhaltspunkte fÃ¼r eine Ensemblewirkung der Liegenschaften M-Strasse 13-23 einerseits und L-Strasse 07, 08 und 09 anderseits bestanden haben. Das trifft entgegen der Darstellung der Beschwerdegegner selbst dann zu, wenn nicht auf die diesbezÃ¼glichen AusfÃ¼hrungen im vor der Beschlussfassung verfassten Gutachten abgestellt wird. In den (Grundlage der seinerzeitigen Inventarisierung bildenden) InventarblÃ¤ttern wird zwar die Ensemblewirkung nicht als hauptsÃ¤chliches Merkmal hervorgehoben; doch werden bereits darin entsprechende BezÃ¼ge hergestellt: So heisst es zum 1950 erstellten Mehrfamilienhaus L-Strasse 09 (Inventarblatt 12), es handle sich um den sÃ¼dlich gelegenen "ErgÃ¤nzungsbau" der 1931 erstellten Wohnkolonie N (womit die unter Inventarblatt 24 inventarisierten ReiheneinfamilienhÃ¤user M-Strasse 13-23 gemeint sind). Sodann wird zu den HÃ¤usern Vers.-Nrn. 01 und 02 an der L-Strasse 07 un 08 (InventarblÃ¤tter Nr. 11 und 10) ausgefÃ¼hrt, auf demselben GrundstÃ¼ck, auf welchem der Vater des privaten Beschwerdegegners 1933 die ReiheneinfamilienhÃ¤user an der M-Strasse erstellt habe, habe die Mutter 1936 das Eigenheim fÃ¼r das Architektenpaar (Vers.-Nr. 01 an der L-Strasse 07) und 1950 das Atelierhaus mit Garage (Vers.-Nr. 02 an der L-Strasse 08) erstellt. Damit ergeben sich bereits aufgrund der InventarblÃ¤tter Hinweise auf ein allenfalls schutzwÃ¼rdiges Ensemble, welche zusammen mit den diesbezÃ¼glichen AusfÃ¼hrungen in der Rekursschrift auf eine legitimationsbegrÃ¼ndende Betroffenheit der Rekurrenten als EigentÃ¼mer von MehrfamilienhÃ¤usern in der Siedlung M-Strasse 13-23 schliessen lassen. </p> <p class="Urteilstext">Ob die SchutzwÃ¼rdigkeit der aus dem Inventar entlassenen GebÃ¤ude â als Einzelobjekte oder als Bestandteil eines grÃ¶sseren Ensembles â vom Gemeinderat zu Recht verneint worden sei, wird Gegenstand der materiellen Beurteilung durch die Baurekurskommission sein, an welche die Sache in Gutheissung der Beschwerde zurÃ¼ckzuweisen ist. Wie angemerkt werden kann, ist vor dieser Instanz bereits ein Rekurs des ZÃ¼rcher und des Schweizerischen Heimatschutzes gegen den Inventarentlassungsbeschluss des Gemeinderats X vom 8. Juni 2005 hÃ¤ngig.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Ãber die Kostenauflage und eine allfÃ¤llige ParteientschÃ¤digung bezÃ¼glich des ersten Rekursverfahrens wird die Vorinstanz in ihrem Neuentscheid zu befinden haben. Die Gerichtskosten sind je zur HÃ¤lfte den unterliegenden Beschwerdegegnern aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Diesen steht beim jetzigen Verfahrensausgang als Unterliegenden von vornherein keine ParteientschÃ¤digung nach § 17 Abs. 2 VRG zu. Hingegen ist der private Beschwerdegegner gestÃ¼tzt auf § 17 Abs. 3 VRG zu verpflichten, den obsiegenden BeschwerdefÃ¼hrenden eine solche EntschÃ¤digung im angemessenen Betrag von insgesamt Fr. 1'000.- zu bezahlen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Nichteintretensbeschluss der Baurekurskommission II vom 13. Dezember 2005 wird aufgehoben. Die Sache wird zur materiellen Beurteilung an die Baurekurskommission II zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'090.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den Beschwerdegegnern je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der private Beschwerdegegner wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrenden binnen dreissig Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>