B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5493/2012 U r t e i l v o m 2 5 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas; Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…), Russland, zurzeit Transitbereich des Flughafens (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung); Verfügung des BFM vom 15. Oktober 2012 / N _______. D-5493/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer – ein russi- scher Staatsangehöriger russischer Ethnie – seinen Heimatstaat am 25. September 2012 legal auf dem Luftweg von C._______ nach D._______. Am 26. September 2012 reichte er im Flughafen D._______ ein Asylgesuch ein. Gleichentags wurde ihm, mit Verfügung des BFM, die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigert und für die Dauer von max i- mal 60 Tagen der Transitbereich des Flughafens als Aufenthaltsort zug e- wiesen. A.b Am 6. Oktober 2012 fand im Flughafen D._______ die Befragung zur Person statt und am 9. Oktober 2012 wurde der Beschwerdeführer zu den Asylgründen angehört. Aus seinen Ausführungen ergibt sich im W e- sentlichen folgender Sachverhalt: Er sei Opfer v on Drohungen beziehungsweise zweier Übergriffe gewor- den, was er mittels Videoaufnahmen und Zeugen beweisen könne. Seine Probleme seien auf die Tätigkeit von E._______ (Verfahren N _______ ), einem Ex-Partner seiner Mutter, zurückzuführen. Er habe die Polizei um Hilfe gebeten, diese habe es jedoch abgelehnt, ihm zu helfen. Zudem ha- be er seine Arbeitsstelle in einem staatlichen Ministerium verlo ren und ihm zustehende Prämien nicht erhal ten, unter anderem weil er nicht an den Pro-Regierungspartei-Meetings teilgenommen beziehungsweise sich an öffentlichen Protestmeetings gegen die Wahl Putins beteiligt ha be. Im Jahr 2009 sei er von zwei ihm unbekannten Personen namentlich a n- gesprochen und angegriffen wo rden. Die ents prechenden Dokumente habe E._______ bereits anlässlich eines seiner in der Schweiz gestellten Asylgesuche eingereicht. Im Früh jahr 2012 sei es zu einem weiteren Übergriff gekom men. V ier ihm unbekannte Perso nen hätten vor dem Hauseingang auf ihn gewartet . Ein anfänglicher Wortwech sel, bei dem man ihn beim Namen gerufen und nach seinem Vater beziehungsweise dessen Business und Geschäftspartner gefragt habe, sei in eine Schläge- rei ausgeartet. Mit Hilfe seiner Nachbarn sei es gelun gen, die Männer in die Flucht zu treiben. Vierzig Minuten später seien 17 Personen verschie- dener Ethnien erschienen, welche wiederholt an die Wohnungstüre g e- schlagen hätten. Aus Angst habe man die Polizei geru fen, die aber nicht gekommen sei. Danach habe er Anzeige erstattet und zwei Zeugen e r- wähnt. Einen Anwalt habe er nie zu Rate gezogen. D-5493/2012 Seite 3 Aufgrund dieser Schwierigkeiten habe er den Familiennamen seiner Grossmutter angenommen. Als er im Anschluss an seine Ferien nach Russland zurückgekehrt sei, habe man ihm seine Arbeit gekündigt bezi e- hungsweise nahegelegt, selber zu kü ndigen. Dabei sei auch seine Tei l- nahme beziehungsweise Nichtteilnahme an den genannten Meetings thematisiert worden. Ebenso seien ihm dabei die von ihm eingereichten Beschwerden vorgehalten worden, welche er erhoben habe, weil man ihm gewisse Prämien vorenthalten habe. Ihm sei klar geworden, dass ein Zusammenhang zwischen den erlittenen Angriffen und der Tätigkeit E._______ bestehe. Dieser sei einer der wenigen russischen Spezialisten auf dem Gebiet Alkohol und Wein. Als solcher handle er mit der Hilfe von Geschäftspartnern mit qualitativ hochwertigen Weinen. In Russland we r- de viel Wein illegal produziert, die Regierung unternehme jedoch nichts dagegen. Das Hauptproblem liege wahrscheinlich da rin, dass E._______ eine Konkurrenz für gewisse Kreise darstelle, mit denen er sich angelegt habe, indem er sich in Interviews öffentlich zum Problem mit Surroga ten in Weinen geäussert habe. Mit se inen G eschäften bewege sich E._______ in einer Gr auzone. Er habe E._______ , der zwar nicht sein leiblicher Vater sei, den er aber als solchen betrachte , bei dessen Arbeit unterstützt. Wegen der geschilderten Probleme sei er schliesslich aus seiner Heimat ausgereist. A.c Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer verschiedene Dokumente zu den Akten. A.d Die Flughafenpolizei stellte zuhanden der Vorinstanz den Reisepass des Beschwerdeführers und weitere Dokumente sicher. Gemäss seinen Angaben handelt es sich dabei um Originaldokumente. La ut Bericht des (…) konnten keine objektiven Fälschungsmerkmale festgestellt werden. B. Mit Verfügung vom 15. Oktober 2012 – gleichentags im Flughafen D._______ eröffnet – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch vom 26. Se p- tember 2012 ab und ordnete die Wegweisung aus d em Transitbereich des Flughafens sowie den Wegweisungsvollzug an. D-5493/2012 Seite 4 C. Am 20. Oktober 2012 reichte der Beschwerdeführer bei der Flughafenp o- lizei D._______ gegen diese Verfügung eine vom 19. Oktober 2012 datie- rende Beschwerde ein und beantragte, es sei der En tscheid der Vori n- stanz aufzuheben und ihm Asyl zu gewähren oder jedenfalls die Flüch t- lingseigenschaft festzustellen. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, alle n- falls die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme an zuordnen. Die Begründung der Beschwerd e- schrift sei von Amtes wegen in eine Amtssprache zu übersetzen. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung e i- nes Kostenvorschusses zu verzichten. Im Weiteren stellte der Beschwe r- deführer ein Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. Auf die Beschwerdebegründung wird – soweit entscheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen. D. Am 22. Oktober 2012 überwies die Flughafenpolizei die Beschwerde per Telefax zuständigkeitshalber de m Bundesverwaltungsgericht. Gleiche n- tags ging das Original beim Gericht ein. E. Ebenfalls am 22. Oktober 2012 forderte das Bundesverwaltungsgericht die Flughafenpolizei telefonisch auf, di e Begründung der Beschwerde schnellstmöglich in eine Amtssprache des Bundes übersetzen zu lassen. F. Mit Telefaxeingabe vom 23. Oktober 2012 überwies die Flughafenpolizei dem Bundesverwaltungsgericht eine Übersetzung der Beschwerdeb e- gründung. Das Original ging am 25. Oktober 2012 ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BF M gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne D-5493/2012 Seite 5 von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt in casu nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig en t- scheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und de m BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Besch werde legitimiert ( Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Da der Beschwerde in der angefochtenen Verfügung die aufschiebende Wirkung nicht entzogen wurde, ist das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung, welches nicht näher begründet wurde, als g e- genstandslos zu betrachten. 4. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). D-5493/2012 Seite 6 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6. 6.1 Zur Begründung ihres negativen Asylentscheids führte die Vorinstanz an, es sei davon auszugehen, bei den vom Beschwerdeführer geschilder- ten Übergriffen handle es sich um Übergriffe Dritter. So habe er diesb e- züglich selber erklärt, seine Angreif er nicht zu kennen und nicht zu wi s- sen, ob dahinter Neider oder staatliche Stellen steckten. Zu seinen weit e- ren Aussagen, wonach er zwei Anzeigen eingereicht habe, welche jedoch von den Behörden nicht weiterverfolgt worden seien, sei festz uhalten, dass er keine weiteren rechtlichen Schritte eingeleitet habe. Was den Ver- lust seiner Arbeitsstelle im Landwirtschaftsministerium betreffe, sei fest- zustellen, dass er laut eigenen Angaben selber gekündigt habe. Überdies habe er zu keinem Zeitpunkt einen Anwalt beigezogen. Die von ihm ei n- gereichten Beweismittel vermöchten an der Sachlage nichts zu ändern. Dem Beschwerdeführer sei es angesichts der Umstände zuzumuten und möglich, bezüglich seiner Probleme den weiteren Rechtsweg zu b e- schreiten und sein Schutzbedür fnis allenfalls unter Beizug eines Anwalts auch bei höheren Instanzen mit Nachdruck vorzubringen. Ferner sei hi n-D-5493/2012 Seite 7 sichtlich der von ihm geltend gemachten erlittenen Proble me festzustel- len, dass er sich den lokalen Benachteiligungen mittels Inanspruchnahme einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative in nerhalb der flächenmässig grossen Russischen Föderation entziehen könne, umso mehr als er sehr gut gebildet sei. Auch aus diesen Gründen sei er nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen. Seine Vorbringen seie n nicht asylbeachtlich. Sie hielten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand, weshalb das Asylgesuch abzulehnen sei. Den Vollzug der Wegweisung erachtete die Vorinstanz als zulässig, z u- mutbar und möglich. Hinsichtlich E._______ wies sie abschliessend darauf hin, dass er in der Schweiz bereits mehrfach erfolglos um Asyl nachgesucht habe. Sein dri t- tes Asylgesuch sei aufgrund der Zweifel an seiner Glaubhaftigkeit abg e- lehnt worden, worauf er die Schweiz im April 2011 mit einer substanziel- len Rückkehrhilfe verlassen habe. 6.2 In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer insbesonde- re geltend, die Polizei sei nicht bereit gewesen, ihn zu verteidigen, obwohl er verschiedene Beweismittel eingereicht habe. Die Staatsanw altschaft beschäftige sich nicht mehr mit den Problemen der Polizei und deren Nichtstun. Es habe keine andere Stelle gegeben, an welche er sich sonst hätte wenden können. Seine Familie stehe in Gefahr, aus politischen Gründen getötet zu werden. Die Polizei stecke mit den Auftraggebern der Straftaten unter einer Decke. Eine Rückkehr ins Heimatland würde seine Situation nur verschlechtern. Ausserdem habe die Polizei Kenntnis von seiner Ausreise. Er mache sich grosse Sorgen um sein Leben. 6.3 Nach einer genauen Pr üfung der vorliegenden Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die Ausführungen in der Beschwerde nicht geeignet sind, die zutreffenden Erwägunge n des BFM zu entkräften, auf die zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen wird. 6.3.1 Wie den Aussagen des Beschwerdeführers zu entnehmen ist, will er die beiden Vorfälle zwar zur Anzeige gebracht haben , unternahm jedoch keine weiteren Schritte, als die Polizei die Sache angeblich nicht weiter verfolgte. In diesem Zusammenhang geht aus einer Übersetzung der bei der Befragung zur Person anwesenden Dolmetscherin hervor, dass die Polizei von F._______ keine Strafuntersuchung einleitete und eine Abs a-D-5493/2012 Seite 8 ge erteilte, weil sich der Beschwerdeführer keiner gerichtsmedizinischen Untersuchung unterzog und die Schwere der Verletzung nicht mediz i- nisch belegt wurde (vgl. Befragungspro tokoll vom 6. Oktober 2012, A11 S. 9). Dem Beschwerdeführer ist infolgedessen entgegenzuhalten, dass es an ihm gelegen hätte, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Zudem hätte er auch die Möglichkeit gehabt, sich nötigenfalls bei einem Anwalt rechtlichen Rat zu holen . Angesichts dessen muss seine Argumentation, in Russland sei es nicht normal, einen Anwalt zu haben (vgl. Anhörungs- protokoll vom 9. Oktober 2012, A14 S. 9) und die Staatsanwaltschaft be- schäftige sich nicht mehr mit den Problemen der Polizei und deren Nichtstun, als unbehelfliche Schutzbehaup tung qualifiziert werden . Bei dieser Sachlage kann nicht von einem fehlenden staatlichen Schutz au s- gegangen werden. Auch aus dem V orbringen, die Polizei wisse von se i- ner Ausreise, vermag der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass ihm die Ausreise über den Flughafen nicht ohn e Weiteres gelunge n wäre, hätten die B e- hörden ein ernsthaftes Interesse an seiner Person gehabt. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer, sollte er in seiner He i- matstadt irgendwelchen Behelligungen ausgesetzt sein, in einem anderen Teil Russlands eine innerstaatliche Aufenthalts alternative beanspruchen könnte. 6.3.2 Zusammenfassend ergibt sich , dass das BFM zu Recht den Schluss zog, die Vorbringen des Beschwerdeführers sei en nicht asylrele- vant. Die Feststellung, seine Vorbringen genügten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht und die daraus fo l- gende Ablehnung des Asylgesuchs erweisen sich somit insgesamt als rechtens. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Ausfü h- rungen in der Beschwerde sowie auf die als Beweismittel eingereichten Dokumente näher einzugehen, da dies zu keiner andere n Einschätzung führen würde. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsat z der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE D-5493/2012 Seite 9 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Ar t. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungs vollzugshindernissen gilt gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vorgängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu bew eisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.] Ausländerrecht, Handbücher für die Anwalt s- praxis, Band VIII, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148 S. 568). 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiter reise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 8.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freihei t aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Be handlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. D-5493/2012 Seite 10 8.2.2 Das BFM wies in seiner angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da sich die Vor- bringen des Beschwerdeführers als nicht asylrelevant erwiesen haben , kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in de n Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 8.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den A kten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Eur o- päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimat- staat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als un- zulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Auslä nderinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie i m H eimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.3.1 In Anbetracht des Umstands, wonach in Russland derzeit keine S i- tuation allgemeiner Gewalt herrscht, die sich über das ganze Staatsgebiet oder weite Teile desselben erstrecken würde, sin d keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr dorthin konkret gefährdet wäre. 8.3.2 Im Weiteren besteht kein Grund zur Annahme, der junge und soweit aktenkundig gesunde Beschwerdeführer gerate im Falle einer Rückkehr D-5493/2012 Seite 11 in seine Heimat aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation. Seine guten Englischkenntnisse, die mehrjährige Schulbildung, der Uni versitätsab- schluss als Ingenieur für Landkataster sowie seine im Landwirtschaftsmi- nisterium in F._______ gesammelte Berufserfahrung (vgl. A11 S. 4 -5) werden ihm beim Aufbau einer neuen Existenz von Nutzen sein. Ausser- dem leben seine Mutter und beide Gr ossmütter in Russland (vgl. A11 S. 6), weshalb auch vom Beste hen eines tragfähigen sozialen Bezi e- hungsnetzes auszugehen ist. Daneben sind keine weiteren persönlichen Gründe ersichtlich, aufgrund derer geschlossen werden könnte, der B e- schwerdeführer geriete im Falle der Rückkehr in eine existenzbedrohe n- de Situation. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich nach dem Gesag- ten auch als zumutbar. 8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaate s die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG, dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung ebenso als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.5 Zusammenfassend hat die Vo rinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und mög lich erachtet. Infolgedessen fällt ei- ne Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist demnach abzuweisen. 10. 10.1 Angesichts des Umstands, wonach sich die Rechtsbegehren als aussichtslos erwiesen h aben, ist das Gesuch um Gewährung der unen t- geltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 V wVG unbesehen der geltend gemachten Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen. Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird mit vorliegendem Urteil gegenstandslos. 10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt D-5493/2012 Seite 12 Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-5493/2012 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM, die Flughafenp o- lizei D._______ und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand: