<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00121</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224264&amp;W10_KEY=13045537&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00121</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.08.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 05.03.2025 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Niederlassungsbewilligung / Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Widerruf der Niederlassungsbewilligung wegen Verschweigen wesentlicher Tatsachen im Bewilligungsverfahren oder Scheinehe. Der Beschwerdeführer hat während der Ehe mit einer hier niedergelassenen Landsfrau ein aussereheliches Kind gezeugt und nach der Scheidung die Kindsmutter geheiratet.] Das Migrationsamt hat den Beschwerdeführer anlässlich der Prüfung der Erteilung der Niederlassungsbewilligung ausdrücklich nach den Personalien und Adressen seiner Kinder und der Kinder seiner Ex-Ehefrau gefragt. Der Beschwerdeführer teilte dem Migrationsamt in der Folge mit, dass er keine eigenen Kinder habe. Das Verschweigen dieser Tatsachen war für den Bewilligungsentscheid wesentlich, weshalb ein Widerrufsgrund vorliegt (E. 3.1). Es liegen auch zahlreiche gewichtige Hinweise für eine Scheinehe vor. Es wäre am Beschwerdeführer gelegen, eine mindestens während drei Jahren gelebte Ehegemeinschaft nachzuweisen. Dieser Beweis ist ihm nicht einmal ansatzweise gelungen. Er erfüllt auch deshalb den Widerrufsgrund (E. 3.2). Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweist sich auch als verhältnismässig. Weil die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers rechtmässig widerrufen wurde, besteht keine Rechtsgrundlage für den Familiennachzug seiner Ehefrau und seines Sohnes (E. 4). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=67200" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00121</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">21. August 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung / </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Familiennachzug,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">A, geboren 1979, StaatsangehÃ¶riger von Serbien, reiste erstmals am 18. Mai 2008 in die Schweiz ein und stellte am nachfolgenden Tag ein Asylgesuch. Dieses wurde mit Entscheid des Bundesamts fÃ¼r Migration (BFM; heute Staatssekretariat fÃ¼r Migration [SEM]) vom 5. Januar 2009 abgewiesen. Diesen Entscheid bestÃ¤tigte das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 26. Januar 2010. Am 26. November 2010 wurde A in sein Heimatland ausgeschafft. Am 20. August 2015 reiste er erneut in die Schweiz ein, wo er gleichentags in C die in der Schweiz niedergelassene Landsfrau D, geboren 1974, heiratete. D ist geschieden und Mutter von zwei TÃ¶chtern, E und F, geboren 1998 und 2001. Am 15. September 2015 wurde A im Rahmen der Familiennachzugsbestimmungen eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Am 21. August 2020 erhielt er die Niederlassungsbewilligung.</p> <p class="Urteilstext"><span>Am 19. MÃ¤rz 2021 meldete die Einwohnerkontrolle C dem Migrationsamt, dass die Ehe von A mit D am 25. Januar 2021 geschieden worden sei. Am 7. bzw. 9. April 2021 beantworteten die Ehegatten Fragen der Vorinstanz zu den Ehe- und TrennungsverhÃ¤ltnissen und reichten u.</span><span> </span><span>a. das am 25. Januar 2021 in Serbien ergangene Scheidungsurteil ein.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 11. Januar 2022 ging bei der Vorinstanz ein anonymes Schreiben ein, gemÃ¤ss welchem A eine Scheinehe eingegangen sei, um in den Besitz der Niederlassungsbewilligung zu kommen. Er habe in Serbien seine "richtige Frau", mit welcher er ein gemeinsames Kind habe. Im Dezember 2021 habe er diese in die Schweiz geholt, jedoch nicht bei der Einwohnerkontrolle angemeldet. FÃ¼r die Scheinehe habe er D wÃ¤hrend fÃ¼nf Jahren jeden Monat Geld bezahlt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Aufgrund des mit diesem Schreiben geweckten Scheineheverdachts beauftragte das Migrationsamt die Kantonspolizei ZÃ¼rich mit diesbezÃ¼glichen Ermittlungen. Am 18. und 25. Januar 2022 fÃ¼hrte diese am Wohnort von A eine Wohnortkontrolle durch. Nachdem A dort beide Male nicht angetroffen worden war, wurden er und D per 1. Februar 2022 polizeilich vorgeladen und zu ihrer Ehe befragt. Vor der Einvernahme von A fand an seiner Adresse erneut eine Wohnortkontrolle statt. Bei dieser wurden seine damalige Partnerin und heutige Ehefrau G, geboren 1983, und der gemeinsame Sohn H, geboren 2016, angetroffen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 29. MÃ¤rz 2022 ging beim Migrationsamt ein zweites anonymes Schreiben einer weiteren Person ein, womit A erneut des Eingehens einer Scheinehe bezichtigt wurde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 27. Mai 2022 heiratete A in Serbien G. Am 5. Oktober 2022 ersuchte er um Bewilligung der Einreise seiner Ehefrau und seines Sohnes.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 26. Mai 2023 wurde G von der Schweizer Vertretung in Belgrad zu ihrer Ehe befragt.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 23. Oktober 2023 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung von </span><span>A</span><span> und wies die Gesuche seiner Ehefrau G und des gemeinsamen Sohnes H vom 5. Oktober 2022 um Erteilung von Einreisebewilligungen im Rahmen des Familiennachzugs ab. Es wies </span><span>A</span><span> aus der Schweiz und dem Schengenraum weg und setzte ihm zum Verlassen des schweizerischen Staatsgebiets und des Schengenraums eine Frist bis am 23. Januar 2024. FÃ¼r den Fall der Nichtbeachtung stellte ihm das Migrationsamt Zwangsmassnahmen in Aussicht.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 1. Februar 2024 ab und setzte <span>A eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 30. April 2024.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 5. MÃ¤rz 2024 beantragte <span>A die Aufhebung des Entscheids der </span>Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 1. Februar 2024. Es sei ihm die Niederlassungsbewilligung zu belassen und G und H<span> eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Eventualiter sei ihm </span>sowie G und H<span> eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Subeventualiter sei die Sache zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei ihm fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren eine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz verzichtete am 7. MÃ¤rz 2024 auf Vernehmlassung; das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼ber- und -unterschreitung sowie die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Die fÃ¼r die Beurteilung nÃ¶tigen Akten werden von Amtes wegen beigezogen (vgl. § 57 Abs. 1 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach Art. 43 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) haben auslÃ¤ndische Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist, sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind, sich in der am Wohnort gesprochenen Landessprache verstÃ¤ndigen kÃ¶nnen und die nachzuziehende Person keine ErgÃ¤nzungsleistungen bezieht. Nach einem ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von fÃ¼nf Jahren hat der auslÃ¤ndische Ehepartner Anspruch auf die Niederlassungsbewilligung (Art. 43 Abs. 5 AIG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Vorliegend erhielt der BeschwerdefÃ¼hrer aufgrund seiner Ehe mit der in der Schweiz niedergelassenen Landsfrau zuerst die Aufenthalts- und nach fÃ¼nf Jahren Ehe die Niederlassungsbewilligung.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b>Als eigenstÃ¤ndiges Aufenthaltsrecht erlischt eine einmal erteilte Niederlassungsbewilligung mit AuflÃ¶sung der Ehe nicht. Sie kann aber unter anderem widerrufen werden, wenn die auslÃ¤ndische Person oder ihr Vertreter im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat (Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG). Im Fall einer Scheinehe kommt dieser Widerrufsgrund ebenfalls zur Anwendung (BGr, 17. August 2018, 2C_169/2018, E. 2.1; BGr, 9. April 2018, 2C_334/2017, E. 2.1; VGr, 17. Dezember 2020, VB.2020.00559, E. 2.2; VGr, 14. Mai 2020, VB.2019.00337, E. 2.1 ff.).</p> <p class="Erwgung4"><b>2.2.1.1 </b>GemÃ¤ss bundesgerichtlicher Praxis trifft die auslÃ¤ndische Person im Bewilligungsverfahren ohne ausdrÃ¼ckliche entsprechende Befragung seitens der BehÃ¶rden keine generelle Pflicht, auf die Existenz von vor- oder ausserehelichen Kindern im Ausland hinzuweisen. Die auslÃ¤ndische Person muss die Fragen der MigrationsbehÃ¶rde jedoch wahrheitsgetreu beantworten. Falsche Angaben, welche fÃ¼r die Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung relevant sind, fÃ¼hren zum Widerruf derselben. Dabei ist nicht erforderlich, dass die Bewilligung bei richtigen oder vollstÃ¤ndigen Angaben mit Sicherheit verweigert worden wÃ¤re. Es genÃ¼gt, wenn der Anspruch auf eine Bewilligung bei Offenlegung der VerhÃ¤ltnisse ernsthaft in Frage gestellt gewesen wÃ¤re (BGE 142 II 265 E. 3.1; BGr, 9. April 2018, 2C_334/2017, E.2.2). Was das Verschweigen wesentlicher Tatsachen betrifft, muss bei der auslÃ¤ndischen Person eine TÃ¤uschungsabsicht vorliegen. Eine solche ist zu bejahen, wenn die auslÃ¤ndische Person einen falschen Anschein Ã¼ber Tatsachen erweckt hat oder aufrechterhÃ¤lt, von denen sie vernÃ¼nftigerweise wissen musste, dass sie fÃ¼r den Bewilligungsentscheid von Bedeutung sein kÃ¶nnten (BGE 135 II 1 E. 4.1). Dies ist insbesondere der Fall, wenn eine auslÃ¤ndische Person ihren Aufenthalt auf eine Ehe mit einer in der Schweiz niedergelassenen AuslÃ¤nderin stÃ¼tzt und dabei eine stabile Lebenspartnerschaft mit einer Drittperson (Parallelbeziehung) verschweigt. Dadurch tÃ¤uscht die auslÃ¤ndische Person die BehÃ¶rde Ã¼ber den wahren Charakter der Ehe, auf die sich das Anwesenheitsrecht stÃ¼tzen soll. Das Verschweigen einer Parallelbeziehung fÃ¼hrt somit zum Widerruf der Bewilligung (BGE 142 II 265 E. 3.2). Die Geburt von ausserehelichen oder vorehelichen Kindern wÃ¤hrend des Bestehens der Ehe in der Schweiz bildet ein â nicht allein â entscheidendes Indiz in diesem Zusammenhang. Neben der Zeugung gemeinsamer Kinder sind je nachdem zusÃ¤tzliche andere Hinweise dafÃ¼r erforderlich, dass tatsÃ¤chlich eine Zweitbeziehung bestand. Solche kÃ¶nnen etwa darin liegen, dass sich die Partner regelmÃ¤ssig wechselseitig besuchen, besondere wirtschaftliche Leistungen an den anderen Elternteil erbringen oder eine De-facto-Ehe in der Heimat aufrechterhalten. Entscheidend ist die qualitative Natur der Beziehung, die â parallel zur hiesigen Ehe â im Ausland gelebt wird und zeitverschoben den spÃ¤teren Familienzusammenschluss in der Schweiz bezweckt (vgl. zum Ganzen BGr, 23. Februar 2021, 2C_860/2020, E. 4.3 mit weiteren Hinweisen).</p> <p class="Erwgung4"><b>2.2.1.2 </b>FÃ¼r die Annahme, es liege eine AuslÃ¤nderrechtsehe vor bzw. der Bewilligungsanspruch werde rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht, bedarf es konkreter Hinweise dafÃ¼r, dass die Ehegatten nicht eine eigentliche Lebensgemeinschaft zu fÃ¼hren beabsichtigen, sondern die Beziehung nur aus aufenthaltsrechtlichen Ãberlegungen eingehen bzw. eingegangen sind (vgl. BGE 127 II 49 E. 5a mit Hinweisen; BGr, 17. November 2022, 2C_491/2022, E. 2.1). Ob im massgeblichen Zeitpunkt zumindest seitens eines Ehepartners die Absicht bestand, keine Ehe zu fÃ¼hren, entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und ist oft nur Ã¼ber Indizien festzustellen (vgl. BGE 135 II 1 E. 4.2; BGE 127 11 49 E. 5a; BGr, 1. Juni 2022, 2C_906/2021, E. 4.3). Solche Hinweise kÃ¶nnen Ã¤ussere Gegebenheiten, aber auch innere, psychische VorgÃ¤nge (Wille der Ehegatten) betreffen; der Rechtsmissbrauch muss offensichtlich sein (BGr, 19. Januar 2024, 2C_106/2023, E. 3.2; BGr, 17. November 2022, 2C_491/2022, E. 2.1).</p> <p class="Erwgung4">Entsprechende Indizien lassen sich nach der Rechtsprechung unter anderem darin erblicken, dass der auslÃ¤ndischen Person die Wegweisung droht, weil sie ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erhielte bzw. eine Bewilligung ohne Ehe nicht oder kaum erhÃ¤ltlich gemacht werden kÃ¶nnte. FÃ¼r das Vorliegen einer AuslÃ¤nderrechtsehe kÃ¶nnen sodann die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und die kurze Dauer der Bekanntschaft sprechen. Dasselbe gilt bei Vorliegen eines grossen Altersunterschieds oder wenn die Eheleute gar nie eine Wohngemeinschaft aufgenommen haben bzw. aufgrund unterschiedlicher Kulturkreise Schwierigkeiten bei der Kommunikation haben oder einer von ihnen eine Parallelbeziehung lebt (BGr, 17. November 2022, 2C_491/2022 E. 2.2; BGr, 6. April 2021, 2C_855/2020, E. 4.3; BGr, 21. Januar 2019, 2C_782/2018, E. 3.2.2).</p> <p class="Erwgung3">Als weitere Hinweise fÃ¼r eine Umgehungsehe sprechen die Vereinbarung einer Bezahlung fÃ¼r die Heirat sowie allgemein widersprÃ¼chliche Angaben Ã¼ber die Lebensgeschichte des Partners oder der Partnerin, Ã¼ber die Heirat oder das Eheleben und eine fehlende Eingliederung in den jeweiligen (erweiterten) Familienverband des anderen (vgl. BGr, 19. Januar 2024, 2C_106/2023, E. 3.4 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung3">Eine AuslÃ¤nderrechtsehe liegt umgekehrt nicht bereits dann vor, wenn auch auslÃ¤nderrechtliche Motive fÃ¼r den Eheschluss entscheidend waren. Erforderlich ist, dass der Wille zur FÃ¼hrung der Lebensgemeinschaft im Sinn einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, kÃ¶rperlichen und spirituellen Verbindung zumindest bei einem der Ehepartner fehlt. Verlangt ist eine Realbeziehung, die minimale Kenntnisse Ã¼ber wesentliche LebensumstÃ¤nde des Partners bzw. der Partnerin und ein gewisses solidarisches, nicht allein auf GleichgÃ¼ltigkeit beruhendes Verhalten voraussetzt. LÃ¤sst die Indizienlage keinen klaren und unzweideutigen Schluss zu, ist das Vorliegen einer Scheinehe nicht erstellt (vgl. BGr, 19. Januar 2024, 2C_106/2023, E. 3.3; BGr, 17. November 2022, 2C 491/2022, E. 2.4; BGr, 21. Januar 2019, 2C_782/2018, E. 3.2.5).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>Die VerwaltungsbehÃ¶rde trÃ¤gt die Beweislast fÃ¼r das Vorliegen einer AuslÃ¤nderrechtsehe. Dies entzieht sich oft dem direkten Beweis und ist nur durch Indizien zu erstellen (BGr, 4. April 2019, 2C_631/2018, E. 2.2). Dabei darf nicht leichthin auf eine AuslÃ¤nderrechtsehe geschlossen werden (BGr, 5. Oktober 2011, 2C_273/2011, E. 3.3). Es sind konkrete und klare Hinweise erforderlich, dass die FÃ¼hrung einer Lebensgemeinschaft nicht beabsichtigt war (VGr, 12. Mai 2016, VB.2015.00407, E. 2.3 mit Hinweisen). Spricht die Vermutung fÃ¼r eine vorhandene TÃ¤uschungsabsicht im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung bzw. haben sich die Hinweise fÃ¼r einen auslÃ¤nderrechtlichen Tatbestand so verdichtet, dass von seinem Vorliegen ausgegangen werden kann, obliegt es der zur Mitwirkung verpflichteten Person, die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen (BGr, 4. April 2019, 2C_631/2018, E. 2.3; VGr, 17. April 2019, VB.2019.00180, E. 2.4.3).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><a id="_Hlk175148340"><b>3.1 </b>Das Migrationsamt hat den BeschwerdefÃ¼hrer mit Schreiben vom 7. Juli 2020 betreffend PrÃ¼fung der Niederlassungsbewilligung ausdrÃ¼cklich nach den Personalien und Adressen seiner Kinder und der Kinder seiner Ex-Ehefrau gefragt. </a><a id="_Hlk175148378">Der BeschwerdefÃ¼hrer teilte dem Migrationsamt in der Folge mit, dass er keine eigenen Kinder habe </a>und seine Ex-Ehefrau zwei Kinder habe. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat somit anlÃ¤sslich der Erteilung der Niederlassungsbewilligung im August 2020 verschwiegen, dass er wÃ¤hrend der Ehe mit seiner in der Schweiz niedergelassenen Ehefrau ein aussereheliches Kind in seinem Heimatland gezeugt hat. Er macht geltend, es handle sich um ein MissverstÃ¤ndnis. Er sei davon ausgegangen, dass nur nach den hier lebenden eigenen Kindern mit seiner Ehefrau gefragt worden sei, was er zutreffenderweise verneint habe. Diese ErklÃ¤rung vermag jedoch nicht zu Ã¼berzeugen, war die Frage des Migrationsamt doch unmissverstÃ¤ndlich und geht aus der Antwort des BeschwerdefÃ¼hrers klar hervor, dass er die Frage auch verstanden hat, ansonsten er die Kinder der Ex-Ehefrau nicht erwÃ¤hnt hÃ¤tte. Die Tatsache, dass er wÃ¤hrend der Ehe ein Kind mit einer anderen Frau gezeugt hat, stellt einen konkreten Hinweis auf eine Parallelbeziehung zur Ehe mit seiner hier niedergelassenen Ex-Ehefrau dar, der Anlass zu nÃ¤heren AbklÃ¤rungen gegeben hÃ¤tte. Je nach Ergebnis der AbklÃ¤rungen hÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer keinen Anspruch auf eine Bewilligung gehabt; nicht erforderlich ist praxisgemÃ¤ss, dass die Bewilligung bei richtigen und vollstÃ¤ndigen Angaben notwendigerweise zu verweigern gewesen wÃ¤re (BGr, 15. Januar 2016, 2C_562/2015, E. 3.2; BGr, 2. Dezember 2011, 2C_403/2011, E. 3.3.1). <a id="_Hlk175148412">Das Verschweigen dieser Tatsachen war fÃ¼r den Bewilligungsentscheid folglich wesentlich.</a> Der BeschwerdefÃ¼hrer erfÃ¼llt damit bereits einen Widerrufsgrund. Es ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass vorliegend zudem davon auszugehen ist, dass die Ehe zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Ex-Ehefrau eine Scheinehe gewesen ist und <a id="_Hlk175148541">er auch deshalb den Widerrufsgrund erfÃ¼llt. </a></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ausfÃ¼hrlich und zutreffend ausgefÃ¼hrt hat, liegen vorliegend zahlreiche Indizien vor, die auf eine Scheinehe hindeuten: Dabei fÃ¤llt insbesondere ins Gewicht, dass der BeschwerdefÃ¼hrer als DrittstaatsangehÃ¶riger ohne berufliche Qualifikationen und nachdem sein Asylgesuch im Jahr 2010 abgewiesen worden war ohne die Heirat mit einer hier anwesenheitsberechtigten Person keine realistischen Chancen auf ein Bleiberecht hatte. Sodann entspricht der zeitliche Ablauf der Ereignisse einem bekannten Muster fÃ¼r rechtsmissbrÃ¤uchliches Verhalten: Heirat mit einer hier niedergelassenen Landsfrau nach gescheitertem Asylbegehren, Antrag auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung unmittelbar vor Ablauf der FÃ¼nfjahresfrist, Erhalt einer Niederlassungsbewilligung, Trennung von der Ex-Ehefrau kurz nach Erteilung der Niederlassungsbewilligung mit anschliessender baldiger Scheidung von dieser, Heirat mit der jetzigen Ehefrau, welche auch die Mutter des gemeinsamen, wÃ¤hrend der ersten Ehe geborenen Sohnes ist, Einreichung eines Familiennachzugsgesuches betreffend die neue Ehegattin sowie den Sohn. Als weiteres starkes Indiz fÃ¼r eine Scheinehe ist die Zeugung eines ausserehelichen Kindes zu werten. Weitere Indizien sah die Vorinstanz sodann zu Recht in den WidersprÃ¼chen der polizeilichen Befragungen der Ex-Ehegatten, in dem anonymen Schreiben, gemÃ¤ss welchem der BeschwerdefÃ¼hrer eine Scheinehe eingegangen sein soll, und den UmstÃ¤nden der Trauung (Abwesenheit von Vater und Schwester des BeschwerdefÃ¼hrers und seiner Schwiegereltern, keine Fotos von Trauung und anschliessendem Fest). Wie die Vorinstanz weiter zutreffend festhÃ¤lt, spricht fÃ¼r keine echte gelebte Beziehung, dass die Ex-Ehefrau die Geburt des ausserehelichen Kindes einfach hingenommen hat und dies kaum negative Auswirkungen auf die Beziehung gehabt haben soll, dass die Ehegatten WissenslÃ¼cken Ã¼ber einander aufwiesen (Ausbildung des BeschwerdefÃ¼hrers, sein Asylgesuch, der Name des Schwiegervaters und der Wohnort der Schwester der Ex-Ehefrau, trotz angeblich enger Beziehung) und dass gemÃ¤ss Scheidungsurteil die Scheidung zu keinerlei finanziellen Verpflichtungen fÃ¼hrte (kein Ausgleich von gemeinsam erwirtschaftetem VermÃ¶gen, keine Unterhaltszahlungen). </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b>Was der BeschwerdefÃ¼hrer dagegen vorbringt, vermag nicht zu Ã¼berzeugen: <span>Er macht geltend, dass sein Vater (seine Mutter war bereits verstorben) und die Schwiegereltern nicht an der Hochzeit anwesend gewesen seien, weil sich alle zu diesem Zeitpunkt in Serbien aufgehalten hÃ¤tten. Es ist jedoch nicht nachvollziehbar, weshalb die Ehegatten unter diesen UmstÃ¤nden die Ehe nicht in Serbien geschlossen haben, zumal sich der BeschwerdefÃ¼hrer selbst bis zum Tag der Hochzeit noch in Serbien aufgehalten hatte. Diese (unbelegte) Behauptung vermag die Abwesenheit naher Verwandter an der Hochzeit nicht Ã¼berzeugend zu erklÃ¤ren. </span>Soweit er als Beweis fÃ¼r eine echte gelebte Beziehung auf das Referenzschreiben der Trauzeugin verweist, wonach die Ehe zwischen den Ehegatten aus voller Liebe abgeschlossen worden sei, ist ihm entgegenzuhalten, dass <span>BestÃ¤tigungsschreiben aus dem persÃ¶nlichen Umfeld der Eheleute nur bedingt eine tatsÃ¤chliche Ehegemeinschaft nachzuweisen vermÃ¶gen, da das Innenleben einer Beziehung und das Vorhandensein eines Ehewillens Aussenstehenden in der Regel verborgen bleibt und auch diesen gegenÃ¼ber vorgetÃ¤uscht werden kann (vgl. z.</span><span> </span><span>B. VGr, 23. September 2015, VB.2015.00389, E. 4.5). Auch der Umstand, </span>dass er und seine Ex-Ehefrau erst ein Jahr nach deren Scheidung eine intime Beziehung begonnen und erst zwei Jahre danach geheiratet hÃ¤tten, vermag solches nicht zu belegen. Es handelt sich hierbei zudem um eine blosse Behauptung, welche mit keinerlei Beweismitteln belegt wurde. Es ist deshalb nicht nachgewiesen, dass sich die Beziehung der Ex-Ehegatten wie behauptet langsam entwickelt hat.<span> Sodann reichte der BeschwerdefÃ¼hrer einige Fotos ein, welche den Alltag des Paares und die Teilnahme an Festen dokumentieren sollen. Dabei handelt es sich jedoch um wenige Fotos, auf welchen die Ex-Ehegatten nicht als Paar erkennbar sind. Die eingereichten Fotos vermÃ¶gen keine echte und gelebte Beziehung zu belegen, weshalb ihnen kein grosser Beweiswert zukommt. Der BeschwerdefÃ¼hrer gibt an, dass nur noch die Tochter seiner Ex-Ehefrau Fotos aus jener Zeit habe und diese deshalb keinen intimen Charakter aufweisen wÃ¼rden, wie es andere Fotos tun wÃ¼rden, welche jedoch nicht mehr vorhanden seien. Weiter seien auch die Chat-VerlÃ¤ufe zwischen den Ex-Ehegatten nicht mehr vorhanden, weil beide Ex-Ehegatten ihre Handys gewechselt hÃ¤tten. Diese ErklÃ¤rung vermag indes nicht zu Ã¼berzeugen, zumal die Daten in der Regel bei einem Wechsel des Mobiltelefons ohne Weiteres auf das neue Handy Ã¼bertragen werden. Auf jeden Fall kann der BeschwerdefÃ¼hrer aus dem Fehlen von gemeinsamen Fotos und Textnachrichten nichts zu seinen Gunsten ableiten. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b><span>Aufgrund der klaren Indizienlage kÃ¶nnen insgesamt keine ernsthaften Zweifel daran bestehen, dass die Ehe des BeschwerdefÃ¼hrers allein der Aufenthaltssicherung diente. Jedenfalls <a id="_Hlk175148473">wÃ¤re es am BeschwerdefÃ¼hrer gelegen, in dieser Situation eine mindestens wÃ¤hrend drei Jahren gelebte Ehegemeinschaft nachzuweisen. Dieser Beweis ist ihm nicht einmal ansatzweise gelungen. </a>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat kaum etwas vorgebracht, was auf eine tatsÃ¤chlich gelebte Beziehung bzw. einen tatsÃ¤chlich vorhandenen Ehewillen hindeuten wÃ¼rde. DemgegenÃ¼ber stehen die gewichtigen Indizien, welche auf eine Scheinehe hindeuten. Nach dem Gesagten ist hinreichend erstellt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Ehe lediglich geschlossen hat, um in der Schweiz ein Aufenthaltsrecht zu erhalten. Auf die einzelnen WidersprÃ¼che in den Befragungen und die WissenslÃ¼cken muss deshalb nicht weiter eingegangen werden, da selbst bei Ã¼bereinstimmenden Angaben nicht von einer echten und gelebten Beziehung auszugehen wÃ¤re. Auch kann bei dieser Sachlage offenbleiben, ob der BeschwerdefÃ¼hrer mit seiner heutigen Ehefrau wÃ¤hrend der Ehe eine Parallelbeziehung gefÃ¼hrt hat. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Zu beurteilen bleibt, ob sich <a id="_Hlk175148585">der Widerruf der Niederlassungsbewilligung auch als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweist.</a> <span>Denn das Vorliegen eines Widerrufsgrunds fÃ¼hrt nicht automatisch zum Widerruf der Niederlassungsbewilligung; diese Rechtsfolge kann nur eintreten, wenn der Widerruf unter BerÃ¼cksichtigung der persÃ¶nlichen und familiÃ¤ren VerhÃ¤ltnisse der Betroffenen als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint (Art. 96 Abs. 1 AIG; VGr, 20. Mai 2021, VB.2020.00860, E. 3.1). Im Grundsatz besteht ein erhebliches Ã¶ffentliches Interesse am Widerruf jener Bewilligungen, die auf einer Scheinehe beruhen oder die durch falsche Angaben und Verschweigen von wesentlichen Tatsachen erlangt wurden (BGr, 24. Februar 2022, 2C_889/2021, E. 7.3; vgl. BGr, 6. Mai 2021, 2C_197/2021, E. 3.6).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Wie bereits die Vorinstanz richtigerweise erwog, ist der heute 45-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrer erstmals im Alter von 29 Jahren in die Schweiz eingereist und hielt sich im Rahmen des Asylverfahrens wÃ¤hrend rund zweieinhalb Jahren hier auf. Seit neun Jahren lebt er ununterbrochen in der Schweiz und ist hier erwerbstÃ¤tig. Er hat nie Sozialhilfegelder bezogen. Aus der Tatsache, dass er in der Schweiz nie Sozialhilfe bezogen hat, kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten, da dies der Ã¼blichen Erwartungshaltung an eine erfolgreiche Integration entspricht. Mit Blick auf die Dauer der Anwesenheit des BeschwerdefÃ¼hrers in der Schweiz durften gute Kenntnisse der deutschen und schweizerdeutschen Sprache ebenfalls von ihm erwartet werden. Der Aufenthalt und die damit einhergehende Integration ist jedoch zu relativieren, da der BeschwerdefÃ¼hrer<span> sich sein hiesiges Aufenthaltsrecht durch die VortÃ¤uschung einer ehelichen Beziehung erschlichen hat, und er musste seither jederzeit damit rechnen, das Land verlassen zu mÃ¼ssen. DemgegenÃ¼ber erscheint ihm eine RÃ¼ckkehr in sein Heimatland ohne Weiteres zumutbar. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat den grÃ¶ssten Teil seines Lebens dort verbracht. Seine Ehefrau und sein Kind leben in Serbien. Er hat sein Heimatland immer wieder ferienhalber besucht. </span>Er ist mit der Sprache, Kultur und den gesellschaftlichen Gegebenheiten in seinem Heimatland unbestritten noch bestens vertraut. Gesundheitliche EinschrÃ¤nkungen, welche ihn an einer RÃ¼ckkehr hindern wÃ¼rden, sind in den Akten ebenfalls nicht ersichtlich. <span>Es sollte ihm daher nicht schwerfallen, sich erneut in die dortigen VerhÃ¤ltnisse einzugliedern.</span> Das Ã¶ffentliche Interesse an der Beendigung seines Aufenthalts in der Schweiz Ã¼berwiegt gegenÃ¼ber seinen privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers erweist sich somit als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Nachdem seine Anwesenheit auf einer TÃ¤uschung der BehÃ¶rden zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist, besteht auch kein Raum fÃ¼r die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>W<a id="_Hlk175148616">eil die Niederlassungsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers rechtmÃ¤ssig widerrufen wurde, besteht keine Rechtsgrundlage fÃ¼r den Familiennachzug seiner Ehefrau und seines Sohnes.</a></p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur <a id="_Hlk175148628">Abweisung der Beschwerde.</a></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a VRG) und ihm steht weder fÃ¼r das vorliegende noch fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren eine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung1">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 zu erheben. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. <span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. <span>Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. <span>Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) <span>die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;</span><br/> c) <span>das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>