Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 4. November 2019 (460 2019 88) ____________________________________________________________________ Strafrecht Qualifizierte Sachbeschädigung etc. Besetzung Vizepräsident Stephan Gass, Richter Markus Mattle (Ref.), Richterin Helena Hess; Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin A.____ , Privatkläger STWEG B.____ , Privatklägerin gegen C.____ , vertreten durch Advokatin Martina Horni, Steinenschanze 6, 4051 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Qualifizierte Sachbeschädigung etc. Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 26. November 2018 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vo m 26. November 2018 wurde C.____ der qualifizierten Sachbeschädigung und des Haus friedensbruchs schuldig gesprochen und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 210 Tagessätzen à Fr. 90.--, bei einer Probe- zeit von 2 Jahren, verurteilt (Ziff. 1). Das bei C.___ _ am 29. Oktober 2014 (act. 201) beschlag- nahmte Sackmesser, schwarz (Pos. A 1.4; G 51‘592) werde in Anwendung von Art. 69 StGB eingezogen und vernichtet (Ziff. 2a). Die strafrechtli che Beschlagnahme der bei C.____ am 29. Oktober 2014 (act. 201 f.) beschlagnahmten Waffen u nd Munition: Schrotflinte NX-27 in Stoffetui (Pos. A 1.7; G 51‘594); Schrotflinte, Dril ling mit Zielfernrohr und schwarzem Stoffetui (Pos. A 1.8; G 51’595); 2 Gewehrmunition 8x57mm JRS (P os. A 1.9; G 51’596); 1 Schrotmuni- tion cal. 12 (Pos. A 1.10; G 51‘597); werde aufgeho ben. Über eine allfällige Rückgabe ent- scheide (als gemäss Waffengesetz zuständige Behörde) die Polizei Basel-Landschaft (Ziff. 2b). Die bei C.____ am 29. Oktober 2014 (act. 201 f.) besch lagnahmten Gegenstände: 1 Jagdmes- ser mit Holzgriff und Lederetui (Pos. A 1.1; G 51‘589); 2 Jagdmesser im Doppeletui (Pos. A 1.2; G 51’587); Sackmesser im Lederetui, rot (Pos. A 1.3; G 51’591); 2 Gertel (Pos. 1.5; G 51‘581); Teppichmesser, gelb (Pos. A 1.6; G 51‘582); Paar weisse Handschuhe (Pos. A 1.12; G); Jagd- messer mit Kunststoffgriff und braunem Lederetui (Pos. A 1.11; G 51’586); Sackmesser ohne Etui, rot (Pos. A 1.13; G 51’585); Sackmesser mit Holzgr iff ohne Etui (A 1.14; G 51‘583); Pelle- rine TA2, Schweizer Armee (Pos. A 1.15; G 51‘599); w ürden C.____ nach Rechtskraft unter Aufhebung der Beschlagnahme gestützt auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO zurückgegeben (Ziff. 2c). Die von A.____ eingereichten Materialien Muster Flachdach (G 48‘183); Dachgranulat (G 43‘001); würden mit dem ausdrücklichen Einverständnis von A.____ nach der Rechtskraft des Urteils vernichtet (Ziff. 2d). Das Muster des Flachda chs Atelierhaus und die seitens des Beurteilten eingereichte DVD würden als Aktenbestandtei l bei den Akten verbleiben (Ziff. 2e). Der Beurteilte wurde ferner dazu verurteilt, der STW EG B.____ Fr. 27‘817.15 zu bezahlen (Ziff. 3). Schliesslich wurden die Verfahrenskosten, bestehend a us den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 7‘378.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 1‘000. --, in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO dem Beschuldigten auferlegt (Ziff. 4). B. C.____ meldete mit Schreiben vom 3. Dezember 2018 Ber ufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 26. November 2018 an. Am 26. März 2019 ging das schriftlich be- gründete Urteil bei Advokatin Martina Horni ein. Mit tels Einschreiben an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend Kantonsgericht) vom 15. April 2019 reichte C.____ (nachfolgend Berufungskläger), vertreten durch A dvokatin Martina Horni, seine Beru- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht fungserklärung ein und begehrte, es sei die Berufung g utzuheissen und der Berufungskläger in Abänderung des Urteils des Strafgerichtspräsidiums vom 26 . November 2018 vom Vorwurf der qualifizierten Sachbeschädigung und des Hausfriedensbr uchs vollumfänglich freizusprechen (Ziff. 1). Weiter sei in Abänderung des Urteils die B eschlagnahme des beim Berufungskläger am 29. Oktober 2014 beschlagnahmten Sackmessers, schwarz, Pos . A 1.4, aufzuheben (Ziff. 2). Ferner sei in Abänderung des besagten Urtei ls die Zivilforderung der STWEG B.____ in Höhe von Fr. 27'817.15 abzuweisen (Ziff. 3). Schliesslich seien in Abänderung des Urteils die Verfahrenskosten gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO e co ntrario vollumfänglich zu Lasten des Staates zu verlegen und es sei dem Berufungskläger gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO die geltend gemachte Parteientschädigung in Höhe von Fr. 3' 701.15 zuzusprechen (Ziff. 4); dies alles unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 5). Des Weiteren st ellte der Berufungskläger folgenden Be- weisantrag: Es sei beim Forensischen Institut X.____ ein ergänzendes Gutachten gemäss nachfolgender Fragestellung einzuholen: a) Ist das Fests tellmesser der Marke Wenger mit 6 Klingen und einer schwarzen Griffschale mit dem Logo "S chweizerkreuz", Grösse 125x30x19 mm auch ursächlich für die anlässlich der kriminaltechni schen Untersuchung auf dem Flach- dach festgestellte Eindruckspur in der Holzschalung? b) Wie werden die Erkenntnisse aus dem Bericht der Forensik der Polizei Basel-Landschaft vom 27 . Oktober 2014, wonach es sich auf- grund der Schnitt- und Einstichspuren in der Sarnafilfolie sowie der Eindruckspuren in der Holz- schalung beim verwendeten Tatwerkzeug um ein Stich- od er Schneidwerkzeug mit einer min- destens 12 cm langen und mindestens 3 cm breiten, spitz zu laufenden Klinge mit einem länge- ren Griffstück, die Rede ist von einem bis zu 200 cm lange n Griffstück mit einer ca. 30 cm lan- gen Metallklinge, handeln muss, z.B. Saufeder oder Bajonett, gutachterlich bewertet? C. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft (nachfolgend St aatsanwaltschaft) erklärte mit Eingabe vom 30. April 2019 Anschlussberufung und beant ragte, die Berufung des Beschuldig- ten sei vollumfänglich abzuweisen (Ziff. 1). In Guthe issung der Anschlussberufung der Staats- anwaltschaft sei der Beschuldigte in Abänderung von Ziff . 1 des Urteils des Strafgerichtspräsi- diums vom 26. November 2018 zu einer bedingt vollziehba ren Freiheitsstrafe von 12 Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren zu verurteilen. Im Ü brigen sei das besagte Urteil vollumfäng- lich zu bestätigen (Ziff. 2); dies unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Berufungsklägers (Ziff. 3). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Die Privatkläger A.____ sowie die STWEG B.____, vertre ten durch D.____, reichten am 2. Mai 2019 eine Stellungnahme ein und beantragten, auf die Berufung sei nicht einzutreten (gemeint wohl: die Berufung sei abzuweisen). E. Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 4. Juni 2019 auf eine ergänzende Begründung der Anschlussberufungserklärung. F. Der Berufungskläger reichte am 5. Juli 2019 die Berufun gsbegründung ein und hielt an seinen in der Berufungserklärung gestellten Rechtsbegehren fest. G. Auch die Privatkläger hielten in ihrer Stellungnahme vom 3. August 2019 an ihrem ein- gangs gestellten Antrag fest. H. Die Staatsanwaltschaft reichte mit Eingabe vom 5. Augu st 2019 eine Berufungsantwort auf die Berufungsbegründung ein und hielt an ihrem Antrag, wonach die Berufung des Beschul- digten abzuweisen sei, fest. I. Mit Eingabe vom 3. September 2019 beantragte der Be rufungskläger die vollumfängli- che Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft unter o/e-Kostenfolge. J. Mit Verfügung vom 5. September 2019 schloss das verfah rensleitende Präsidium des Kantonsgerichts den Schriftenwechsel und wies den Beweisan trag des Beschuldigten gemäss seiner Berufungserklärung vom 15. April 2019, wonach be im Forensischen Institut X.____ ein ergänzendes Gutachten einzuholen sei, unter Hinweis auf Art. 139 Abs. 2 StPO und Art. 389 StPO ab. Erwägungen I. Formelles 1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerisch en Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rech tsverletzungen, die unvollstän- dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefoch tenen Punkten umfassend überprüfen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsger icht innert 20 Tagen seit der Zustel- lung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufun gserklärung einzureichen. Die Anschluss- berufung richtet sich gemäss Art. 401 Abs. 1 StPO sinngem äss nach Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO. Somit ist die schriftliche Anschlussberufung inne rt 20 Tagen seit Zustellung der Beru- fungserklärung der Gegenpartei bei der Rechts-mittelinstanz einzureichen. 2. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichtspräsidium s vom 26. November 2018 ange- fochten, welches ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt . Mit Eingaben vom 3. Dezember 2018 (Berufungsanmeldung) resp. vom 15. April 2019 ( Berufungserklärung) hat der Berufungs- kläger die Rechtsmittelfrist gewahrt und ist seiner Erkl ärungspflicht nachgekommen. Die Staatsanwaltschaft hat mit Eingabe vom 30. April 2019 frist- und formgerecht Anschlussberu- fung erhoben. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des K antonsgerichts als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung und Anschlu ssberufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Ein führungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). Es zeigt sich somit, dass die Berufung des Beschuldigten sowi e die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft sämtliche Formalien erfüllen, weshalb auf diese einzutreten ist. II. Materielles 1. Allgemeines 1.1 Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urte il nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Aufgrund der seitens de r Parteien eingereichten Rechtsschrif- ten sowie der anlässlich der Berufungsverhandlung geha ltenen Parteivorträge zeigt sich, dass die Schuldsprüche wegen qualifizierter Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs, die Be- schlagnahme des beim Berufungskläger am 29. Oktober 2014 beschlagnahmten Sackmessers, schwarz, Pos. A 1.4, die Zivilforderung der STWEG B.___ _ in der Höhe von Fr. 27'817.15, die Strafzumessung sowie die Kosten vor Strafgericht Gegenstand des vorliegenden Berufungsver- fahrens bilden. Demgegenüber sind die Entscheide des St rafgerichtspräsidiums in Bezug auf das übrige Beschlagnahmegut und die Vernichtung der vom Privatkläger eingereichten Materia- lien unangefochten geblieben, weshalb diese Punkte nich t Gegenstand des vorliegenden Ver- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht fahrens sind. Diese Punkte des vorinstanzlichen Urteils si nd in Rechtskraft erwachsen (vgl. Art. 437 Abs. 1 lit. a und Art. 437 Abs. 2 StPO). 1.2 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urtei- lende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon- nenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft se in Urteil unabhängig von der Anzahl der Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprec hen, und ohne Rücksicht auf die Art des Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Bew eise. Massgebend ist allein deren Stichhaltigkeit (C HRISTOF RIEDO /G ERHARD FIOLKA /M ARCEL ALEXANDER NIGGLI , Strafprozess- recht, 2011, Rz. 234; T HOMAS HOFER , Basler Kommentar StPO, 2. Auflage 2014, Art. 10 N 41 ff.). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechun g ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenre chte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verankerten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Bes chuldigte unschuldig ist. Als Beweis- würdigungsregel besagt dieser Grundsatz, dass sich der St rafrichter nicht von der Existenz ei- nes für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überze ugt erklären darf, wenn bei objekti- ver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhal t so verwirklicht hat. Die Beweiswür- digungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um er- hebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 87, E. 2a ; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Dem Sachgericht steht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132, E. 4.2; BGE 129 IV 6, E. 6.1). 2. Beweisanträge 2.1 Mit Verfügung vom 5. September 2019 wies das verfahre nsleitende Präsidium des Kan- tonsgerichts den Beweisantrag des Beschuldigten gemäss s einer Berufungserklärung vom 15. April 2019, wonach beim Forensischen Institut X.____ ein ergänzendes Gutachten einzuho- len sei, unter Hinweis auf Art. 139 Abs. 2 StPO und A rt. 389 StPO ab. Denselben Beweisantrag Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellt der Beschuldigte im Rahmen der Berufungsverhandlung. Die Staatsanwaltschaft beantragt dessen Abweisung. Das Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzli- chen Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 Abs. 1 StPO). Somit dient das Berufungs- verfahren vor dem Kantonsgericht grundsätzlich nicht der Wiederholung des Beweisverfahrens, mithin erhebt die Berufungsinstanz zusätzliche Beweise n ur mit Zurückhaltung (VIKTOR LIEBER , Zürcher Kommentar StPO, 2. Auflage 2014, Art. 389 N 1). Beweisabnahmen des erstinstanzli- chen Gerichts werden gemäss Art. 389 Abs. 2 StPO nur wi ederholt, wenn Beweisvorschiften verletzt worden sind (lit. a), die Beweiserhebungen unv ollständig waren (lit. b) oder die Akten über die Beweiserhebungen unzuverlässig erscheinen (lit. c). Die Rechtsmittelinstanz erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 389 Abs. 3 StPO). Die Parteien besitzen keinen uneingeschränkten Anspruch auf Gutheissung ihrer Anträge. Gemäss Art. 6 EMRK besteht nur ein Anspruch auf Berücksichtigung solcher Beweise, welche nach dem pflichtgemässen richterlichen Ermessen ent scheidungserheblich bzw. für die Wahrheitsfindung beachtlich sein könnten. Dementsprechen d können gemäss Art. 139 Abs. 2 StPO Beweisanträge abgelehnt werden, wenn damit die Beweiserhebung über Tatsachen ver- langt wird, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind. Das zweitinstanzliche Verfahren dient nicht der Wiederholung des Beweisverfah- rens, vielmehr kommt der Beweisabnahme durch die Rechtsm ittelinstanz Ausnahmecharakter zu (vgl. N IKLAUS SCHMID /D ANIEL JOSITSCH , Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskom- mentar, 3. Auflage, Zürich/St. Gallen 2018, Art. 389 N 7), weshalb das Kantonsgericht zusätzli- che Beweise per se nur mit Zurückhaltung erhebt. In con creto ist keine Veranlassung ersicht- lich, von diesem Grundsatz abzuweichen. Zum einen ist das Gutachten "Werkzeugspurenuntersuchung " des Forensischen Instituts X.____ vom 22. August 2016 (Akten S. 305 ff.) in seinen Ausführungen und Schlussfolgerungen nachvollziehbar und klar. Zum anderen ist nicht ersichtlich, welch weitergehende Erkenntnis ein zusätzliches Gutachten zum Bericht der Forensik der Polizei Basel-Landschaft vom 27. Oktober 2014 bringen könnte. Überdies kommt einem Bericht bet reffend die Meinung der Polizei am Tatort ohnehin kein erhöhter Wahrheitsgehalt zu. Fol gerichtig wird der Beweisantrag des Be- schuldigten auch von der Dreierkammer des Kantonsgerichts unter Hinweis auf Art. 139 Abs. 2 und Art. 389 StPO abgewiesen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Des Weiteren stellt der Beschuldigte anlässlich der Beru fungsverhandlung den Beweis- antrag, wonach er einen USB Stick mit zwei Videos vom Ta tort einreichen möchte. Die Staats- anwaltschaft weist darauf hin, dass sie diese Videos nicht ke nne, weshalb sie diesbezüglich keinen Antrag stellen könne. Die Dreierkammer des Kant onsgerichts hat entschieden, die bei- den Videos anlässlich der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung mit den Parteien zu sich- ten und den USB Stick danach zu den Akten zu nehmen. 3. Vorbringen der Parteien 3.1 In der Anklageschrift an das Präsidium des Strafgerichts vom 14. Mai 2018 (S1 ff.) wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten folgenden Sach verhalt vor: "Zwischen dem 2. Au- gust 2014, 02:00 Uhr und dem 15. August 2014, 14:20 U hr begab sich der Beschuldigte von seinem Wohnort (…) zur benachbarten, damals von der Fa milie A.____ bewohnten Liegen- schaft an der (…). Unrechtmässig und gegen den Willen von A.____ – der in der erwähnten Zeitspanne mit seiner Familie in den Ferien weilte – überwand der Beschuldigte eine Beton- stützmauer, welche als Abgrenzung zwischen den Grundstücken der Liegenschaften dient, be- trat den Garten der Familie A.____ und begab sich zu deren Haus. Mutmasslich mit Hilfe einer mitgeführten Leiter gelangte der Beschuldigte an der Gebäuderückseite auf das Flachdach der Stockwerkeigentümerschaft B.____, wo er mit einem mitgef ührten Feststellmesser der Marke Wenger, schwarze Griffschale mit Logo "Schweizerkreuz", wissentlich und willentlich an mehre- ren Stellen in das Schutzvlies bzw. in die Dichtungsfolie des Flachdachs stach bzw. schnitt. An den beschädigten Stellen drang in der Folge Regenwasse r in die Dachkonstruktion, lief im Be- reich des Kinderzimmers der Familie A.____ in die Fassad enkonstruktion bis in die darunterlie- gende Autoeinstellhalle der Stockwerkeigentümergemeinscha ft B.____. Der Beschuldigte ver- ursachte zum Nachteil der Familie A.____ bzw. der Stockwe rkeigentümergemeinschaft B.____ einen Gesamtschaden in der Höhe von CHF 30'196.60." D as Strafgerichtspräsidium hat den Sachverhalt gemäss Anklageschrift als erstellt erachtet un d im Urteil vom 26. November 2018 festgehalten, dass die objektive Sachlage keinen andere n Schluss zulasse, als dass der Be- schuldigte sich für den ihm in der Anklage vorgehaltenen Sachverhalt zu verantworten habe. 3.2 Der Beschuldigte bringt in seiner Berufungsbegründun g vom 5. Juli 2019 im Wesentli- chen vor, während des Verfahrens habe nicht nachgewiesen werden können, dass die Erdan- haftungen an der Leiter mit der Bodenprobe des Grun dstückes des Privatklägers übereinstim- men. Es würden objektive Beweise fehlen, welche die Leiter des Beschuldigten ohne begründe- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht te Zweifel am Tatort platzieren könnten. Selbst der Pr ivatkläger habe in einer Email an den Un- tersuchungsbeauftragten seine Verwunderung ausgedrückt und nachgefragt, weshalb die Leiter nicht auf Spuren überprüft worden sei. Es sei eine Ta tsache, dass die Leiter von der Strasse her frei einsehbar und jedem beliebigen Dritten fre i zugänglich sei. Es sei ein Leichtes, diese unbefugt zu behändigen und zweckzuentfremden. Weiter mach e es schlichtweg keinen Sinn, dass der Beschuldigte die Leiter durch den ganzen Schopf getragen haben soll, um diese dann über die Grenzmauer zu hieven und auf das Grundstück des Privatklägers zu schleppen. Die Kratzspuren auf der Mauer würden deshalb bestimmt nicht von der Leiter herrühren. Die Spu- ren im Gras, welche zur Mauer und zum Grundstück des Be schuldigten führten, seien erst zwei Tage nach der Anzeigeerstattung gefunden worden und kö nnten auch vom Privatkläger selbst oder von irgendjemandem, welcher zwischenzeitlich dort durchgegangen sei, herrühren. Ferner stütze sich das Urteil der Vorinstanz einzig auf die Bilder der Isolationsschicht auf dem Dach ab. Die Isolationsschicht auf den Abbildungen möge zwar weich aussehen, allerdings könnten die Polizisten vor Ort deren Widerstandskraft deutlich besser einschätzen. Aus diesem Grund sei nicht einzig auf den Eindruck des Bildes abzustellen, sond ern mindestens im gleichen Masse auf die Aussagen der Polizisten, welche persönlich am Tat ort zugegen gewesen seien und die Klinge von 9 cm als zu kurz eingeschätzt hätten. Die Waffe könne auf keinen Fall für alle Stiche verwendet worden sein. Sogar der Privatkläger statuiere in einer Email an den Untersuchungs- beauftragten, dass sein Cutter Messer bei der Musterentn ahme nach drei Schnitten stumpf ge- wesen sei und nicht mehr gehauen habe. Schliesslich habe a uch die Vorinstanz festgehalten, dass nicht zweifelsfrei erstellt werden könne, wo sich das Tatwerkzeug im August 2014 befun- den habe. Die Sicherstellung lasse jedoch darauf schliess en, dass sich das Messer zum Tat- zeitpunkt in der abgeschlossenen Werkstatt befunden habe. Dies sei höchst spekulativ. Die Tat sei im August 2014 und die Hausdurchsuchung im Oktober 20 14 gewesen. Zum angeblichen Motiv hält der Beschuldigte fest, dass er zwar im April 2014 vom Strafgericht wegen einfacher Körperverletzung zum Nachteil von E.____ und Drohung z um Nachteil des Privatklägers verur- teilt worden sei. Im März 2015 sei er aber vom Kanton sgericht bereits wieder freigesprochen worden. Demnach sei die Berufung zum Tatzeitpunkt ni cht "abgelehnt", sondern pendent und der Ausgang des Verfahrens noch offen gewesen. Im Wiss en um das laufende Verfahren eine Sachbeschädigung zu begehen, wäre schlicht und einfach d umm und schon deswegen völlig abwegig gewesen. Insgesamt sei die Version der Vorinsta nz bei der vorhandenen Beweislage im Grunde nur eine von vielen. Der Staatsanwaltschaft gelinge es in casu nicht, die Schuld des Berufungsklägers zu beweisen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Die Staatsanwaltschaft führt in ihrer Berufungsantwort vom 5. August 2019 im Wesentli- chen aus, dass es durchaus Sinn mache, mit der Leiter ein en umständlichen Weg zu wählen, da sich der Beschuldigte nur auf diese Weise heimlich Zut ritt zum Grundstück der Familie des Privatklägers habe verschaffen können. Auch die mutmasslich e Anstellstelle der Leiter beim Flachdach sei vom Beschuldigten überlegt ausgewählt worden, zumal dort ein Zierbaum Schutz vor fremden Blicken gewährt habe. Des Weiteren habe sich das Forensische Institut X.____ im Unterschied zur Forensik der Polizei Basel-Landschaft mit dem Spurenvergleich befasst bzw. Tatspuren mit diversen Werkzeugspuren verglichen und ein Gutachten erstellt. Zum Motiv des Beschuldigten führt die Staatsanwaltschaft aus, dass der Beschuldigte Zugang zur Einstellhalle der Stockwerkeigentümergemeinschaft gehabt habe und so a nhand der Fahrzeuge jederzeit habe überprüfen können, ob die Familie des Privatkläger s ferienabwesend gewesen sei. Aus- serdem sei das Verhältnis zwischen dem Beschuldigten und der Familie des Privatklägers nicht das beste gewesen. So sei der Beschuldigte nur wenige Monate vor der Sachbeschädigung mit Urteil des Strafgerichts vom 23. April 2014 wegen Dr ohung zum Nachteil des Privatklägers ver- urteilt worden. Schliesslich sei der Versuch, die Verantw ortung für die Sachbeschädigung auf einen anderen Nachbarn, namentlich E.____, zu schieben, überhaupt nicht überzeugend, wenn man bedenke, dass diesem wegen des eingedrungenen Wassers als Mitglied der Stockwerkei- gentümergemeinschaft selbst ein Schaden in vierstelliger Höhe entstanden sei. 3.4 Die Privatkläger machen in ihrer Antwort auf die Berufungsbegründung mit Eingabe vom 3. August 2019 geltend, dass die Familie des Privatkläg ers ihren Sohn am Samstag zu einem Sportturnier in Zürich begleitet habe und deshalb de n ganzen Tag nicht zuhause gewesen sei. Deshalb seien die Spuren zum Nachbargrundstück erst am Sonntag festgestellt worden. Ferner habe der Privatkläger seine Leiter nie dort aufgestellt , wo an der Flachdachkante die Spuren gefunden worden seien. Weiter würden die Kratzspuren a uf der Mauer quer über die ganze Breite der Mauerkrone verlaufen. Wenn die Kratzspuren durch Herunterhieven von Gegenstän- den entstanden wären, könnten sie sich nicht waagrecht über die ganze Breite der Mauerkrone erstrecken. Zudem seien die Spuren offensichtlich durch e inen metallischen Gegenstand ent- standen. Ausserdem sei die von der Gegenpartei angezwe ifelte Beschädigung der Holzkon- struktion durch das beschlagnahmte Messer durchaus möglich. Das Granulat werde bei Seite geschoben, wenn man mit einem stumpfen Gegenstand ode r mit einem gestreckten Finger da- gegen drücke, also könne auch ein Messergriff ohne grossen Widerstand in die Granulatschicht eindringen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Tatsächliches 4.1 Der Privatkläger hat am 15. August 2014 Anzeige bei de r Polizei Basel-Landschaft er- stattet, da in seinem Flachdach mehrere mutwillig verur sachte Beschädigungen vorhanden sei- en. Gemäss dem Rapport der Polizei Basel-Landschaft vom 9 . Januar 2015 (Akten S. 357 ff.) habe der Privatkläger im Zimmer seiner Tochter eine Besc hädigung festgestellt, als er aus den Ferien zurückgekehrt sei. Bei der Kontrolle des Daches ha be er bemerkt, dass es diverse Ver- letzungen der Begrünung auf dem Dach gehabt habe, wor aufhin er die Begrünung stellenweise entfernt habe. Unter der Begrünung habe er den beschädigten Filz vorgefunden und bei genau- erer Betrachtung diverse Löcher in der Folie feststell en können. Am 17. August 2014 habe der Privatkläger die Liegenschaft nochmals untersucht. Er hab e dabei Abdrücke im Gras, Schleif- spuren auf einer Mauer und Spuren an der Fassade festg estellt. Er habe daraufhin erneut die Polizei alarmiert. Durch die ausgerückte Patrouille se i die Situation angeschaut und die Fo- rensik zur Spurensicherung aufgeboten worden. Da die Spu ren auf das Grundstück der Nach- barschaft geführt hätten, sei Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft genommen worden. Diese habe die Durchsuchung der Scheune des Beschuldigten be willigt. Dort seien an einer Leiter Anhaftungen, welche vom Tatort stammen könnten, gefun den und sichergestellt worden. Zu- dem seien durch die Forensik Vergleichsproben aus dem Gar ten und vom Dach des Privatklä- gers genommen worden. 4.2 Im Bericht der Forensik der Polizei Basel-Landschaft vom 2 7. Oktober 2014 (Akten S. 211 ff.) ist zusammenfassend festgehalten worden, d ass die kriminaltechnischen Untersu- chungen darauf schliessen liessen, dass eine unbekannte Täterschaft die Beschädigungen auf dem Flachdach mutwillig verursacht habe. Aufgrund der Schnitt- resp. Einstichspuren in der Sarnafilfolie sowie der Eindruckspuren in der Holzschalu ng handle es sich beim verwendeten Tatwerkzeug um ein Stich- oder Schneidwerkzeug mit einer mindestens 12 cm langen und min- destens 3 cm breiten, spitz zulaufenden Klinge. Um den Widerstand der Erdschicht, des Schutzvlieses, der Abdichtungsfolie und der Isolation übe rwinden zu können, dürfte das Werk- zeug neben einer starken Klinge über ein längeres Griff stück verfügen. Solche Eigenschaften würden z.B. einer Saufeder oder einem Bajonett ents prechen. Die Täterschaft müsse mit einer Leiter auf das Flachdach gelangt sein. Auf einem ande ren Weg sei das Dach nicht besteigbar. Aufgrund der festgestellten Kratzspuren an der Flachda chkante auf der Gebäuderückseite so- wie der Erdanhaftungen am Fussteil der untersuchten Au szugsleiter dürfte die Täterschaft die Leiter an dieser Stelle, im Rasenbereich neben dem Zi erbaum, angestellt haben. Aufgrund der Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Länge könnte die untersuchte Leiter von der Täterschaft für die Tatbegehung verwendet wor- den sein. Unter dem Abschnitt "Verschiedenes" ist festge halten worden, dass die gesicherten Mikrospuren an der Leiter resp. an der Flachdachkante b is dato noch nicht untersucht und ver- glichen worden seien. Die gesicherten Erdmaterialprob en vom Flachdach und des Rasenbe- reichs als Vergleichsmaterial sowie das an der Leiter ent nommene Erdmaterial könnten durch die Dienststelle nicht untersucht werden. Ein solcher U ntersuchungsauftrag müsste an ein ent- sprechendes Fachinstitut resp. -labor gerichtet werden. 4.3 Im Gutachten "Werkzeugspurenuntersuchung" des Forensischen Instituts X.____ vom 22. August 2016 (Akten S. 305 ff.) ist im Sinne einer Schlussfolgerung festgehalten worden, dass die Anzahl und Qualität der Übereinstimmungen der Schartenspuren mit individualisieren- den Merkmalen so hoch sei, dass es ausserordentlich stark für die Hypothese spreche, wonach die Dichtungsfolie mit dem beim Beschuldigten sichergest ellten Messer beschädigt worden sei. Dass hingegen diese individualisierenden Merkmale zufäll ig durch ein ihnen unbekanntes Mes- ser entstanden seien, schlössen sie aus. Die hiermit err eichte Wertungsstufe sei somit die höchstmögliche in der intern vorgegebenen 7-stufigen We rtungsskala. Bei der Beantwortung der Fragen ist festgehalten worden, dass die Schnitt- resp. Stichbeschädigungen in den sicher- gestellten Dichtungsfolien mit grösstmöglicher Sicherhei t vom Messer stammen würden. Am beim Beschuldigten sichergestellten Messer, welches mit gr össtmöglicher Sicherheit das Flachdach beschädigt habe, habe visuell vegetatives Materi al festgestellt werden können. Die- ses könnte von der Vegetationsschicht des beschädigten Flachdaches stammen. 5. Beweiswürdigung 5.1 Im vorliegenden Fall ist einzig rechtsgenüglich nachgewie sen, dass das am 29. Oktober 2014 in der Werkstatt des Beschuldigten sichergestellte Sa ckmesser der Marke Wenger als Tatwerkzeug verwendet worden sein muss. Dies ergibt sich aus dem Gutachten "Werkzeugspu- renuntersuchung" des Forensischen Instituts X.____ vom 22. August 2016, wonach die Schnitt- resp. Stichbeschädigungen in den sichergestellten Dichtun gsfolien mit grösstmöglicher Sicher- heit vom beim Beschuldigten sichergestellten Messer stamm en würden (vgl. E. 4.3 hiervor). Dieser Umstand begründet tatsächlich einen erheblichen Tatverdacht gegen den Beschuldig- ten, wobei alleine damit keineswegs erwiesen ist, dass der Beschuldigte mit dem besagten Messer mittels Leiter auf das Flachdach des Privatklägers ge stiegen ist und die Flachdachab- deckung beschädigt hat. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vielmehr kann nicht ausgeschlossen werden, dass das besagte Messer von einer anderen Per- son verwendet worden ist. Die Vorinstanz hat in ihrem Ur teil vom 26. November 2018 in Bezug auf den Aufbewahrungsort des Messers zum Tatzeitpunkt selbe r Folgendes ausgeführt: "Wo sich das Tatwerkzeug im August 2014 befunden hat, kann nachträglich nicht zweifelsfrei erstellt werden, wobei die Sicherstellung am 29. Oktober 2014 e her darauf schliessen lässt, dass es sich auch im Tatzeitpunkt in der abgeschlossenen Werkstatt befunden hat. Schlussendlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Sackmesser zum Tatzeit punkt im August 2014 – wie vom Beschuldigten behauptet – in den Jagdkleidern im Schopf und nicht in der abgeschlos- senen Werkstatt befunden hat." (vgl. Urteil des Strafg erichtspräsidiums vom 26. November 2018, E. 2.2, A., d), db)). Zwischen der Tat im August 2014 und der Hausdurchsuchung am 29. Oktober 2014 sind mehrere Wochen verstrichen, weshal b davon ausgegangen werden muss, dass das Messer in diesem Zeitraum nicht stets am selben Ort gelagert gewesen ist. Es kommt hinzu, dass der Beschuldigte sowohl vor Strafgericht als auch vor Kantonsgericht glaub- haft ausgesagt hat, dass das Messer im Zeitpunkt der Hausdur chsuchung vom 29. Oktober 2014 lediglich deshalb im unverschlossenen Waffenschrank in der Werkstatt gewesen sei, weil er am Wochenende vom 25./26. Oktober 2014 anstelle die ses Jagdmessers ein kurz zuvor neu erworbenes Aufbruchmesser zur Herbstjagd mitgeführt ha be (S. 5 Protokoll Hauptverhandlung vor Strafgericht vom 26. November 2018, S. S75; S. 4 Protokoll der Berufungsverhandlung vom 4. November 2019). Wie dem soeben zitierten Ausschnitt a us dem vorinstanzlichen Urteil zu entnehmen ist, hat auch der Vorderrichter nicht ausschli essen können, dass das Sackmesser zur Tatzeit allenfalls offen in den Jagdkleidern des Besc huldigten in dessen Schopf gewesen ist. Der Schopf des Beschuldigten, dessen Jagdkleidung un d damit auch das sich allenfalls da- rin befindliche Tatwerkzeug könnten demzufolge im Tatze itraum für jedermann frei zugänglich gewesen sein. Nachgewiesen ist folglich auch nicht, wer d as Messer zur Tatbegehung benutzt hat. An dieser Stelle ist ausserdem darauf hinzuweisen, dass der Privatkläger in der Email vom 14. Dezember 2016 an den Untersuchungsbeauftragten a usgeführt hat, wenn dieses Messer für die Tat gebraucht worden sei, habe es danach bestimm t nicht mehr funktioniert, denn er selbst habe für die Entnahme der Muster ein Cutter Messe r gebraucht, welches nach drei Schnitten nicht mehr "gehauen" habe, da das Vlies verset zt mit dem Sand resp. Granulat das Messer unheimlich stumpf gemacht habe (Akten S. 473). Der Beschuldigte leitet daraus ab, dass nicht sämtliche Beschädigungen auf dem Flachdach vom sichergestellten Sackmesser der Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Marke Wenger herrühren könnten. Wie bereits erwähnt, ergibt sich aus dem Gutachten des Forensischen Instituts X.____, dass das beim Beschuldigten sichergestellte Sackmesser der Marke Wenger für die vorliegend zu beurteilende Tat ve rwendet worden ist. Hingegen sagt das Gutachten nichts über die Funktionsfähigkeit des Tatwe rkzeugs nach der Tat oder über die Frage, wie viele Schnitte mit einem solchen Messer in da s Flachdach getätigt worden sein kön- nen, aus. Auf diese Fragestellungen muss jedoch vorliege nd nicht näher eingegangen werden. Gestützt auf das Gutachten ist rechtsgenüglich erstellt, dass das besagte Messer als Tatwerk- zeug verwendet worden ist. 5.2 Nicht nachgewiesen ist hingegen, dass die Leiter des Beschu ldigten zur Begehung der Tat gedient hat. Diesbezüglich ist zu konstatieren, dass b loss festgestellt worden ist, dass die an der Leiter entdeckten Erdanhaftungen vom Tatort stammen könnten. Das Erdmaterial an der Leiter hat nicht mit dem Tatort in Verbindung gebrach t werden können. Im Bericht der Forensik der Polizei Basel-Landschaft vom 27. Oktober 2014 ist di esbezüglich unter dem Abschnitt "Ver- schiedenes" ausgeführt worden, dass die gesicherten Mikrospu ren an der Leiter resp. an der Flachdachkante bis heute noch nicht untersucht und verglich en worden seien. Die gesicherten Erdmaterialproben vom Flachdach und des Rasenbereichs als Vergleichsmaterial sowie das an der Leiter entnommene Erdmaterial könnten durch die Dienststelle nicht untersucht werden. Ein solcher Untersuchungsauftrag müsste an ein entsprechendes F achinstitut resp. -labor gerichtet werden (vgl. E. 4.2 hiervor). Mit dem Beschuldigten i st ausserdem festzuhalten, dass sogar der Privatkläger mit Email vom 14. Dezember 2016 folgende Frage an den Untersuchungsbeauf- tragten gerichtet hat: "Wieso wurde die Leiter nicht auf Spuren geprüft?" (Akten S. 473). Gleich verhält es sich ferner auch mit den Spuren im Gra s. Diese sind zum einen erst am 17. August 2014 und somit zwei Tage nach der Anzeigeer stattung durch den Privatkläger ent- deckt worden. Zum anderen ist nicht erstellt, dass die Ab drücke überhaupt von der Täterschaft stammen. Im Polizeirapport ist lediglich festgehalten worden, dass die Spuren auf das Grund- stück der Nachbarschaft geführt hätten (vgl. E. 4.1 hier vor). Die Spuren sind nicht vermessen worden, weshalb auch dort keine Hinweise auf den Besch uldigten resp. dessen Leiter vorlie- gen. Es ist weder nachgewiesen, dass die Leiter des Beschul digten überhaupt zur Begehung der Tat eingesetzt worden ist, noch, wer die Leiter gegebenenfalls verwendet hat. Es ist demzu- folge nicht angebracht, über die Leiter des Beschuldig ten zum Tatverdacht gegen diesen zu gelangen. Es kommt hinzu, dass sich auch die Leiter zum Ta tzeitpunkt im offenen Schopf des Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschuldigten befunden hat, weshalb diese – genau wie das Tatmesser – für jedermann zu- gänglich gewesen ist. Die Leiter ist höchstens ein Indiz für die Täterschaft des Beschuldigten. Dasselbe gilt schliesslich auch für die auf der Mauer und der Fassade gefundenen Kratz- bzw. Schleifspuren. Auf der Mauer konnten keine Metallteil e festgestellt werden. Es ist fraglich, ob überhaupt eine Metallleiter für den Vorfall verwende t worden ist. Auch hier fehlen objektive Be- weise, die zum Beschuldigten als Täter führen. 5.3 Ebenfalls nicht überzeugend ist die Schlussfolgerung de r Vorinstanz, wonach der Be- schuldige zur Tatzeit ein Motiv gehabt habe, weil er be reits in einer Rechtsstreitigkeit mit dem Privatkläger gestanden sei. Dazu ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zwar vom Strafgericht am 23. April 2014 der einfachen Körperverletzung zum Nachteil von E.____ sowie der Drohung zum Nachteil von A.____ schuldig gesprochen worden ist. Dieses erstinstanzliche Urteil hat der Beschuldigte jedoch angefochten. Das Berufungsverfahren war zum Tatzeitpunkt im August 2014 beim Kantonsgericht hängig. Das Kantonsgericht ha t den Beschuldigten schliesslich mit Urteil vom 9. März 2015 freigesprochen. Vor diesem Hinte rgrund wäre es äusserst kontrapro- duktiv und unsinnig gewesen, wenn der Beschuldigte zu dies er Zeit eine Straftat gegen den Privatkläger ausgeübt hätte. Naheliegender wäre ein s olches Motiv nach einer rechtskräftigen Verurteilung. 5.4 Bei der soeben dargelegten objektiven Sachlage kann – entgegen den Ausführungen der Vorinstanz – nicht davon gesprochen werden, dass kei n anderer Schluss möglich ist, als dass der Beschuldigte die Tat begangen hat. Rechtsgenü glich erstellt ist einzig, dass das Sackmesser des Beschuldigten als Tatwerkzeug gedient hat. Ab gesehen davon beruhen die Anklage und der erstinstanzliche Schuldspruch lediglich auf Mutmassungen und Indizien, wobei keineswegs eine geschlossene Indizienkette gegen den Beschuldi gten vorliegt. Es ist zwar nicht von der Hand zu weisen, dass der Beschuldigte als Be sitzer des Tatwerkzeuges als Täter am ehesten in Frage kommt und die Wahrscheinlichkeit ein er Dritt-Täterschaft relativ gering ist. Dennoch kann eine solche nicht ausgeschlossen werden. Das Strafgerichtspräsidium hat diesbezüglich im angefocht enen Urteil Folgendes ausgeführt: "Für die Schilderung des Beschuldigten betreffend ein e unbekannte Täterschaft fehlen jedoch jegliche Hinweise, insbesondere ein Motiv oder ein Verda cht bezüglich einer Person mit einer solchen Schädigungsabsicht. Auch die Umstände der Tatbegehung sprechen gegen eine ande- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht re Täterschaft als jene des Beschuldigten, erscheint doch nicht nachvollziehbar, weshalb sich eine nicht mit den örtlichen Verhältnissen vertraute Pe rson – angesichts der Gefahr der Entde- ckung – in den Holzschuppen des Beschuldigten begeben sol lte, dort das Tatwerkzeug (ein- schliesslich Leiter) entwenden und danach wieder in den Jagdkleidern des Beschuldigten ver- sorgen sollte. Selbst der Beschuldigte kann hierzu nur den Verdacht vorbringen, dass ihm je- mand diese Tat habe anhängen wollen. Doch auch hierfü r gibt es keinerlei Hinweise." Der Vor- derrichter hat zwar zu Recht festgehalten, dass sich die T äterschaft wohl mit den örtlichen Ver- hältnissen am Tatort ausgekannt haben muss. Er hat dabei jedoch ausser Acht gelassen, dass eine andere Täterschaft aus dem Umfeld des Beschuldigte n in Frage kommen könnte, welche auch mit den örtlichen Verhältnissen vertraut ist. Ausse rdem gilt es festzuhalten, dass es ge- mäss Art. 6 StPO die Aufgabe der Polizei und der Staat sanwaltschaft ist, eine Straftat zu unter- suchen und die Täterschaft zu eruieren. Es kann nicht ang ehen, dass der Beschuldigte einen anderen Verdächtigen präsentieren muss, um sich selber zu entlasten. Vielmehr ist es die Auf- gabe der Strafverfolgungsbehörden, den Beschuldigten zu belasten resp. dessen Täterschaft rechtsgenüglich nachzuweisen. Dies ist im vorliegenden Fall nicht gelungen. 5.5 Aus dem Gesagten folgt, dass bei objektiver Betrachtung des vorliegenden Falles erheb- liche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob si ch der dem Beschuldigten vorgewor- fene Sachverhalt tatsächlich so wie in der Anklageschrift beschrieben verwirklicht hat. Mithin wird bei dieser Ausgangslage das für einen Schuldspruch erforderliche Beweismass der mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit nicht erreicht, weswegen es in Anwendung des strafprozessualen Grundsatzes "in dubio pro reo" nicht als hinreichend erstellt erscheint, dass der Beschuldigte die ihm angelastete Tat begangen hat. In Gutheissung der Berufung des Be- schuldigten und in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft ist das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 26. November 2018 demnach vo llumfänglich aufzuheben und der Beschuldigte vom Vorwurf der qualifizierten Sachbeschäd igung und des Hausfriedensbruchs freizusprechen. 6. Beschlagnahme Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist die Beschla gnahme des beim Berufungskläger am 29. Oktober 2014 beschlagnahmten Sackmessers, schwarz, Po s. A 1.4, aufzuheben. Das besagte Sackmesser sowie sämtliche beschlagnahmten Gegens tände sind dem Berufungsklä- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht ger zurückzugeben (Art. 267 Abs. 1 und 3 StPO). Die Beru fung des Beschuldigten ist somit auch in diesem Punkt gutzuheissen. 7. Zivilforderung Gemäss Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO entscheidet das Geri cht über die anhängig gemachte Zivil- klage, wenn es die beschuldigte Person freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist. Da der Beschuldigte mit vorliegendem Urteil freizusprechen ist , ist die Zivilforderung der Stockwerkei- gentümergemeinschaft B.____ in der Höhe von Fr. 27'81 7.15 abzuweisen. Demnach ist die Berufung des Beschuldigten in diesem Punkt ebenso gutzuheissen. 8. Verfahrenskosten vor Strafgericht Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO gehen die Verfahrenskosten dann zu Lasten der beschuldigten Person, wenn sie verurteilt wird. Wie zuvor dargelegt, ist der Beschuldigte nunmehr vollumfäng- lich freizusprechen. Dies hat zur Folge, dass auch die e rstinstanzlichen Kosten dem Staat auf- zuerlegen sind. Demnach gehen die Verfahrenskosten der Vorinstanz, bestehend aus den Kos- ten des Vorverfahrens von Fr. 7‘378.-- und der Gericht sgebühr von Fr. 1‘000.--, zu Lasten des Staates. Die Kosten der Wahlverteidigerin von C.____, Advokatin Martina Horni, in Höhe von Fr. 3'701.15 (inklusive Auslagen und 7,7% Mehrwertsteuer ) gehen in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO ebenso zu Lasten des Staates. III. Kosten vor Kantonsgericht Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die K osten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend de m Ausgang des vorliegenden Verfahrens werden die ordentlichen Kosten des Berufung sverfahrens in der Höhe von Fr. 4'600.--, beinhaltend eine Gebühr von Fr. 4'500 .-- sowie Auslagen von Fr. 100.--, zu Lasten des Staates verlegt. Schliesslich wird dem Beschuldigten wiederum nach Art. 42 9 Abs. 1 lit. a StPO auch für das kantonsgerichtliche Verfahren eine Parteientschädigung z u Lasten des Staates ausgerichtet. Diese Entschädigung richtet sich grundsätzlich nach der Hon orarnote seiner Rechtsvertreterin vom 4. November 2019, mit welcher diese einen Aufwand im Umfang von insgesamt 27.95 Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stunden sowie Auslagen von Fr. 199.90 geltend macht. Der aus Sicht des Kantonsgerichts zu hoch angesetzte Aufwand für das Aktenstudium, die Vor bereitung sowie die Ausarbeitung der Berufungsbegründung von insgesamt 17.5 Stunden (Auf wendungen vom 29. November 2018 bis zum 8. August 2019) ist um die Hälfte, mithin um 8. 75 Stunden, zu kürzen. Dies insbeson- dere vor dem Hintergrund, dass Advokatin Martina Horni den Beschuldigten bereits im erstin- stanzlichen Verfahren verteidigt hat und sich daher fü r das Berufungsverfahren nicht in einen neuen Fall hat einarbeiten müssen. Nach Abzug dieser 8 .75 Stunden resultiert ein anrechenba- rer Aufwand von insgesamt 19.2 Stunden zu jeweils Fr. 2 50.--. Dazu kommen die geltend ge- machten Auslagen in der Höhe von Fr. 199.90. Der Verte idigerin des Beschuldigten, Advokatin Martina Horni, ist für das Berufungsverfahren eine red uzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'999.90 (inkl. Auslagen) zuzüglich 7,7% Mehrwer tsteuer (Fr. 385.--), somit insgesamt Fr. 5'384.90, aus der Gerichtskasse zu entrichten. Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Land schaft vom 26. November 2018, auszugsweise lautend: "1. a) C.____ wird der qualifizierten Sachbeschädigung und des Haus- friedensbruchs schuldig gesprochen und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 210 Ta gessätzen zu je Fr. 90.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, in Anwendung von Art. 144 Abs. 1 und Abs. 3 StGB, Ar t. 186 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB sowie Art. 49 Abs. 1 StGB. 2. a) Das bei C.____ am 29. Oktober 2014 (act. 201) beschlagnahmte Sackmesser, schwarz (Pos. A 1.4; G 51‘592) wird in Anwend ung von Art. 69 StGB eingezogen und vernichtet. b) Die strafrechtliche Beschlagnahme der bei C.____ a m 29. Oktober 2014 (act. 201 f.) beschlagnahmten Waffen u nd Mu- nition: - Schrotflinte NX-27 in Stoffetui (Pos. A 1.7; G 51‘5 94); - Schrotflinte, drilling mit Zielfernrohr und schwarzem Stoffetui (Pos. A 1.8; G 51’595); - 2 Gewehrmunition 8x57mm JRS (Pos. A 1.9; G 51’596) ; - 1 Schrotmunition cal. 12 (Pos. A 1.10; G 51‘597); wird aufgehoben. Über eine allfällige Rückgabe entsch eidet (als gemäss Waffengesetz zuständige Behörde) die Polizei Ba sel- Landschaft. c) Die bei C.____ am 29. Oktober 2014 (act. 201 f.) beschlagnahm- ten Gegenstände: - 1 Jagdmesser mit Holzgriff und Lederetui (Pos. A 1. 1; G 51‘589); - 2 Jagdmesser m Doppeletui (Pos. A 1.2; G 51’587); - Sackmesser im Lederetui, rot (Pos. A 1.3; G 51’591); - 2 Gertel (Pos. 1.5; G 51‘581); - Teppichmesser, gelb (Pos. A 1.6; G 51‘582); Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht - Paar weisse Handschuhe (Pos. A 1.12; G ); - Jagdmesser mit Kunststoffgriff und braunem Lederetui (Pos. A 1.11; G 51’586); - Sackmesser ohne Etui, rot (Pos. A 1.13; G 51’585); - Sackmesser mit Holzgriff ohne Etui (A 1.14; G 51‘583) ; - Pellerine TA2, Schweizer Armee (Pos. A 1.15; G 51‘ 599) werden nach Rechtskraft unter Aufhebung der Beschlagnah me gestützt auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO C.____ zu rückge- geben. Dem Beurteilten wird nach der Rechtskraft des Urteils vo m Fund- und Verwertungsdienst, Oristalstrasse 100, 4410 Liestal - unter Androhung der Verwertung oder Vernichtung der Gegenstände im Unterlassungsfalle - eine Frist gesetzt, um die Gegenstä nde dort abzuholen. d) Die von A.____ eingereichten Materialien - Muster Flachdach (G 48‘183); - Dachgranulat (G 43‘001; werden mit dem ausdrücklichen Einverständnis von A.____ nach der Rechtskraft des Urteils vernichtet. e) Das Muster des Flachdachs Atelierhaus und die seit ens des Be- urteilten eingereichte DVD verbleiben als Aktenbestand teil bei den Akten. 3. Der Beurteilte wird dazu verurteilt, der STWEG B.____ Fr. 27‘817.15 zu bezahlen. 4. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des V orverfah- rens von Fr. 7‘378.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 1‘000.--. Der Beurteilte trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO. Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil ver- langt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtliche Gebühr auf Fr. 500.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT)." Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht wird in Gutheissung der Berufung des Beschuldigten und in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft vollumfänglich aufgehoben und durch folgendes Urteil ersetzt : 1. C.____ wird vom Vorwurf der qualifizierten Sa chbeschädigung und des Hausfriedensbruchs freigesprochen . 2. Sämtliche beschlagnahmten Gegenstände werden de m Beru- fungskläger zurückgegeben. 3. Die Verfahrenskosten der Vorinstanz, bestehend a us den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 7‘378.-- und der Gerichtsgebü hr von Fr. 1‘000.--, gehen zu Lasten des Staates. Die Kosten der Wahlverteidigerin von C.____, Advokatin Martina Horni, in Höhe von Fr. 3'701.15 (inklusive Auslagen un d 7,7% Mehrwertsteuer) gehen in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO zu Lasten des Staates. II. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4'600.-- , beinhaltend eine Ge- bühr von Fr. 4'500.-- sowie Auslagen von Fr. 100.--, g ehen zu Lasten des Staates. Der Verteidigerin des Beschuldigten, Advokatin Martin a Horni, wird für das Berufungsverfahren eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'999.90 (inkl. Auslagen) zuzüglich 7,7% Mehrwertst euer (Fr. 385.--), somit insgesamt Fr. 5'384.90, aus der Gerichtskasse entrichtet. Vizepräsident Stephan Gass Gerichtsschreiberin Olivia Reber Dieser Entscheid ist rechtskräftig.