<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 0/2] </div> <div class="para">2A.562/2001/ran </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG *********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">19. Dezember 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Wurzburger, Präsident </div> <div class="para">der II. öffentlichrechtlichen Abteilung, Hungerbühler, </div> <div class="para">Merkli und Gerichtsschreiber Hugi Yar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para">A.________, geb. 1966, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Marco Mona, Langstrasse 4, Zürich, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">Regierungsrat des Kantons Zürich, Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 2. Kammer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para">Ausweisung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">wird festgestellt und in Erwägung gezogen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Der Regierungsrat des Kantons Zürich wies am 6. Juni 2001 den aus Chile stammenden, hier über eine Niederlassungsbewilligung verfügenden A.________ für zehn Jahre aus der Schweiz aus (<span class="artref">Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG</span>; SR 142. 20). </div> <div class="para">Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich bestätigte diesen Entscheid auf Beschwerde hin am 24. Oktober 2001. Hiergegen gelangte A.________ am 14. Dezember 2001 mit dem Antrag an das Bundesgericht, dieses Urteil und den angefochtenen Ausweisungsbeschluss aufzuheben; eventuell sei die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und kann ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span> erledigt werden: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">a) Der Beschwerdeführer wurde seit 1988 in der Schweiz wiederholt und in zusehends schwerwiegenderer Weise straffällig. Am 18. Oktober 1988 wurde er wegen Betäubungsmitteldelikten mit einer Busse von Fr. 300.--, am 7. Februar 1990 wegen wiederholter schwerer und fortgesetzter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz mit 24 Monaten Gefängnis und am 19. Dezember 1995 wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und anderer Delikte mit neuneinhalb Jahren Zuchthaus bestraft. Ausländerrechtlich erschwerend fällt ins Gewicht, dass er seine letzte Tat (acht gezielte Schüsse auf einen vermuteten Liebhaber seiner Frau), für die das Obergericht von einem erheblichen bis schweren strafrechtlichen Verschulden ausging, noch während der Probezeit beging und er sich auch durch eine erste fremdenpolizeiliche Verwarnung im Juni 1990 nicht von weiteren Delikten hatte abhalten lassen. Die </div> <div class="para">Resozialisierungschancen erweisen sich unter diesen Umständen als zweifelhaft, und die Rückfallsgefahr erscheint nicht unerheblich. </div> <div class="para">Aufgrund der Höhe der verhängten Freiheitsstrafen und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer sich weder durch seine wiederholten Verurteilungen noch durch seine bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug von weiteren Straftaten hat abhalten lassen, besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an seiner Fernhaltung (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=7&amp;from_date=02.12.2001&amp;to_date=21.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-521%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page521">BGE 125 II 521</a> E. 2 u. </div> <div class="para">4a/bb). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Der Beschwerdeführer befindet sich zwar nunmehr seit rund 24 Jahren in der Schweiz, doch verbrachte er hiervon deren sieben - was immerhin der Hälfte der Zeit seines Erwachsenenalters zwischen 18 und 35 Jahren entspricht - in Untersuchungshaft bzw. im Strafvollzug. Über all diese Jahre hinweg war er hier weder beruflich noch persönlich integriert. </div> <div class="para">Auch wenn seine Mutter, seine Schwester und seine Stiefgeschwister in der Schweiz leben, ist ihm eine Rückkehr nach Chile zumutbar, nachdem er hier keine Wurzeln geschlagen hat, was sich neben seiner wiederholten Straffälligkeit und seinen bloss temporären Arbeitseinsätzen etwa auch daraus ergibt, dass er noch 1994 erklärte, in erster Linie Spanisch zu sprechen und nur gebrochen Deutsch. Die familiären Beziehungen des heute 35-jährigen, geschiedenen und kinderlosen Beschwerdeführers beschränken sich auf solche ausserhalb der Kernfamilie, ohne dass ein Abhängigkeitsverhältnis bestünde oder diese bisher eine stabilisierende Wirkung auf ihn gehabt hätten. Was er vorbringt, ist nicht geeignet, die Feststellung des Verwaltungsgerichts, die entsprechenden Beziehungen seien nicht besonders eng, als offensichtlich unrichtig oder unvollständig erscheinen zu lassen (vgl. <span class="artref">Art. 105 Abs. 2 OG</span>). </div> <div class="para">Aus fremdenpolizeilicher Sicht stellt der Resozialisierungsgedanke, was der Beschwerdeführer verkennt, nur einen unter mehreren zu berücksichtigenden Faktoren dar; im Vordergrund </div> <div class="para">steht das Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, weshalb bei der Prognose strengere Massstäbe angesetzt und einem Wohlverhalten in Un- oder Halbfreiheit geringere Bedeutung beigemessen werden dürfen als ihm Rahmen des Strafvollzugsrechts (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=7&amp;from_date=02.12.2001&amp;to_date=21.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-IB-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 114 Ib 1</a> E. 3b S. 4/5). Dass der Beschwerdeführer in der Haft zu keiner Kritik Anlass gab, ist ausländerrechtlich nicht (allein) entscheidend (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=7&amp;from_date=02.12.2001&amp;to_date=21.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-105%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page105">BGE 125 II 105</a> E. 2c S. 109 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=7&amp;from_date=02.12.2001&amp;to_date=21.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-IB-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">114 Ib 1</a> E. 3b S. 4 f.); ebenso wenig vermag seine bedingte Entlassung wesentlich ins Gewicht zu fallen, bildet diese im schweizerischen Strafvollzugssystem doch die Regel (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=7&amp;from_date=02.12.2001&amp;to_date=21.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-IV-193%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page193">BGE 124 IV 193</a> ff.). Schliesslich ist auch bei einem Ausländer der zweiten Generation eine Ausweisung bei Gewalt-, Sexual- und schweren Betäubungsmitteldelikten möglich (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=7&amp;from_date=02.12.2001&amp;to_date=21.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-521%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page521">BGE 125 II 521</a> E. 2b S. 523 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=7&amp;from_date=02.12.2001&amp;to_date=21.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-II-433%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page433">122 II 433</a> E. 2c S. 436 f.), weshalb der Einwand, er sei wie ein solcher zu behandeln, am Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern vermag. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Das Verwaltungsgericht durfte somit rechtsfehlerfrei das öffentliche Interesse an der Ausweisung des Beschwerdeführers höher gewichten als sein privates, hier bleiben zu können. Für alles Weitere kann auf seine zutreffenden Ausführungen verwiesen werden (<span class="artref">Art. 36a Abs. 3 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Der unterliegende Beschwerdeführer hat die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 153 und <artref id="CH/173.110/153^a" type="start"></artref>Art. 153a OG</span><artref id="CH/173.110/153" type="end"></artref>); Parteientschädigungen sind nicht geschuldet (<span class="artref">Art. 159 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Regierungsrat und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich (2. Kammer) sowie dem Bundesamt für Ausländerfragen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para">Lausanne, 19. Dezember 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>