200 16 989 UV ACT/SCC/JOK/SEE Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 18. Januar 2017 Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Grütter Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero A.________ vertreten durch Rechtsanwalt B.________ Beschwerdeführer gegen Suva Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern Beschwerdegegnerin betreffend Einspracheentscheid vom 15. September 2016 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2017, UV/16/989, Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1975 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war über seine Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan- stalt ( Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie gegen Berufskrankheiten versichert. Am 29. März 2016 liess er melden, dass am 20. März 2016 beim Verrücken des Gartentisches die Bizepssehne seines linken Armes abgerissen sei (Akten der Suva [act. II 1]). Nach Abklärungen (insb. act. II 12 und 14) lehn- te die Suva mit Schreiben vom 13. Mai 2016 (act. II 15) die Ausrichtung von Leistungen ab, da sich weder ein Unfall im Sinne des Gesetzes ereignet habe, noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege. Dies wurde am 19. Juli 2016 (act. II 25) entsprechend verfügt. Die dagegen erhobene Ein- sprache (act. II 28; vgl. auch act. II 33) wies die Suva mit Entscheid vom 15. September 2016 (act. II 36) ab. B. Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 14. Oktober 2016 Beschwerde und beantragt, der Einspracheentscheid vom 15. September 2016 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass er für das Ereignis vom 20. März 2016 rückwirkend Anspruch auf Versiche- rungsleistungen habe. Mit Beschwerdeantwort vom 16. November 2016 schliesst die Beschwer- degegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2017, UV/16/989, Seite 3 Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 15. September 2016 (act. II 36). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Un- fallversicherung. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. Am 1. Januar 2017 sind die Änderungen vom 25. September 2015 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2017, UV/16/989, Seite 4 vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]) in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbe- stimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG; zum Übergangsrecht bei unfallähnlichen Körperschädigungen vgl. E. 3.2.1 hier- nach). 2.1Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi- cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 2.1.1Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objek- tiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweili- gen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Das Merkmal des Ungewöhnli- chen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkun- gen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht als Ursache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund somit allein im Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslö- sung des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; Unfall setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhn- lich ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 V 72 E. 4.1 S. 76 und E. 4.1.1 S. 77). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Unge- wöhnlichkeit ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegen- de, unerwartete Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün- den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 S. 79).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2017, UV/16/989, Seite 5 2.1.2Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung ledig- lich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der unge- wöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Verände- rung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Pro- grammwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 S. 118; SVR 2011 UV Nr. 11 S. 40 E. 5.2). Dies trifft beispielsweise dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV 2004 U 502 S. 183 E. 4.1, 1999 U 345 S. 422 E. 2b). 2.2Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind vom Leis- tungsansprecher oder der Leistungsansprecherin glaubhaft zu machen. Wird dieser Forderung nicht nachgekommen, indem unvollständige, unge- naue oder widersprüchliche Angaben gemacht werden, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, be- steht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfall- begriffs erfüllt sind (BGE 116 V 136 E. 4b S. 140, 114 V 298 E. 5b S. 305; RKUV 2003 U 485 S. 259 E. 5). Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte Anforde- rungen an den Beweis verbunden; der Sachverhalt muss also nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Es genügt, dass für den geltend gemach- ten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsdarstellung nicht erstellen lassen. Grundsätzlich unterliegt das Glaubhaftmachen weni- ger strengen Anforderungen als im Zivilprozessrecht. Dort muss – im Ge- gensatz zum vollen Beweis – das Gericht von der Richtigkeit der behaupte-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2017, UV/16/989, Seite 6 ten Sachdarstellung immerhin überzeugt sein, wenn auch nicht vollständig und unter Ausschluss jeden Zweifels (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). 2.3Im Sozialversicherungsrecht gilt die Beweismaxime, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbe- fangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 E. 8c S. 143; RKUV 2004 U 515 S. 420 E. 1.2). 3. 3.1Zunächst ist zu prüfen, ob das Ereignis vom 20. März 2016 (act. II 1) den Unfallbegriff erfüllt. 3.1.1In der Unfallmeldung wurde als Unfallbeschreibung allein "Verrü- cken des Gartentisches" angegeben (act. II 1), während im Bericht des Spitals C.________ vom 24. März 2016 berichtet wurde, der Beschwerde- führer "habe einen Küchentisch herangezogen" (act. II 9). Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin hin führte der Beschwerdeführer mit Formularbe- richt vom 22. April 2016 aus: "Zügeln eines Tisches, plötzliches und unvor- hergesehenes, lautes Geräusch im linken Arm gefolgt von starken Schmer- zen. Totalabriss des Bizeps am Unterarm" (act. II 12 Ziff. 1). Die Frage, ob sich etwas Besonderes ("Ausgleiten, Sturz, Anschlagen, usw.") ereignet habe, wurde verneint (act. II 12 Ziff. 3). Auf eine erneute Anfrage der Be- schwerdegegnerin erklärte der Beschwerdeführer weiter, er habe den Tisch  mit einem Gewicht von 39 kg  mit seiner Frau verrückt, wobei der Tisch nicht ganz angehoben, sondern nur um 90° gedreht worden sei (undatier- tes Schreiben [act. II 14]). Gestützt auf diese Beschreibungen des Ereig- nisses ist ein ungewöhnlicher äusserer Faktor (E. 2.1.1) offensichtlich aus- geschlossen. Ebenso fehlt es an einem programmwidrigen Element, wel- ches den Ablauf der Bewegung gestört hätte (E. 2.1.2). Die Voraussetzun- gen des Unfallbegriffs sind deshalb nicht erfüllt. 3.1.2Die Rechtsprechung erachtete den für den Unfallbegriff vorausge- setzten ungewöhnlichen äusseren Faktor bisweilen als erfüllt, wenn beim Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2017, UV/16/989, Seite 7 Heben oder Verschieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftauf- wand zu einer Schädigung geführt hat. Dies galt namentlich dann, wenn zu diesem Kraftaufwand besondere sinnfällige Umstände hinzutraten, wie et- wa beim Klavierbauer, welcher einen 500 Kilogramm schweren wegrollen- den Flügel aufhalten musste, nachdem er ihn zusammen mit einem Mitar- beiter von zwei Böcken heruntergehoben hatte, beim Versicherten, welcher eine schwere Schachtröhre halten wollte, die auf der nassen, leicht geneig- ten Unterlage ins Rutschen geraten war und eine Telefonleitung zu be- schädigen drohte, und dabei selbst ausglitt, oder bei der Gemeindekran- kenschwester, die einen schwergewichtigen Patienten beim Transfer vom Bett in den Rollstuhl vor dem unvermuteten Sturz bewahrte. Hingegen hat das Eidgenössische Versicherungsgericht (seit 1. Januar 2007: I. und II. sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit als nicht erfüllt erachtet beim Umlagern eines 100 bis 120 Kilogramm schweren Patienten durch einen Hilfspfleger allein, beim Transport einer 200 Kilogramm schweren Glasscheibe zu zweit sowie beim Heben eines 100 Kilogramm schweren Radiators und einer 85 Kilogramm schweren Steinplatte (Entscheid des Bundesgerichts vom 19. August 2015, 8C_245/2015, E. 5). Es wurden vorliegend weder in der Unfallmeldung (act. II 1) noch im For- mularbericht vom 22. April 2016 (act. II 12 Ziff. 1) noch im undatierten Schreiben des Beschwerdeführers (act. II 14) besonders sinnfällige Um- stände zur Kraftanstrengung beschrieben. Mit Blick auf die Rechtsprechung kann das Verschieben eines 39 kg schweren Tisches für sich gesehen nicht als aussergewöhnlicher Kraftaufwand qualifiziert werden. In der Folge ist der Unfallbegriff auch insoweit zu verneinen. 3.1.3Nichts an diesem Ergebnis ändern die später erfolgten Angaben des Beschwerdeführers zum Ereignis vom 20. März 2016: Nachdem er die leistungsablehnende Verfügung vom 19. Juli 2016 (act. II 25) erhalten hat- te, wandte er sich am 22. Juli 2016 mit einer E-Mail an die Beschwerde- gegnerin und erklärte, es habe eine äussere Einwirkung vorgelegen, näm- lich der "Versatz sprich Absatz auf den Gartenplatten in Zusammenwirken mit der Krafteinwirkung und dem Gewicht des Tisches" (act. II 26). Diese Version wurde in der Einsprache insoweit präzisiert, als "sich der zu zü-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2017, UV/16/989, Seite 8 gelnde Gartentisch beim Verschieben auf den Gartenplatten unerwartet mit den Tischbeinen in den vorstehenden Gartenplatten verhakt" habe, was einen unerwarteten und programmwidrigen Ruck zur Folge gehabt habe (act. II 28 S. 2 Ziff. 2c). Gemäss dieser Version wäre der Unfallbegriff allen- falls erfüllt, jedoch ist bereits der entsprechende Sachverhalt nicht erstellt. Wären die Ereignisse in dieser Art und Weise abgelaufen, hätte der Be- schwerdeführer schon im Formularbericht vom 22. April 2016 (act. II 12) oder spätestens im etwas später versandten undatierten Schreiben (act. II 14) ausgeführt, die Tischbeine hätten sich mit den uneben verlegten Gartenplatten verhakt und beim Überwinden der dadurch entstandenen Spannung sei die Sehne gerissen, handelte es sich doch um einen offen- sichtlichen Vorgang: Es mag zwar alltäglich sein, dass Gartenplatten un- eben verlegt sind (vgl. E-Mail vom 22. Juli 2016 [act. II 26 S. 1] sowie Be- schwerde [S. 5 Ziff. 4]), jedoch ist es nicht alltäglich, dass beim Drehen eines Tisches ein Tischbein an diese Gartenplatten stösst, was einen Kraftaufwand erfordert, welcher in der Folge zu einem  deutlich hörbaren ("lautes Geräusch" gemäss Formular vom 22. April 2016 [act. II 12 Ziff. 1]) und schmerzhaften  Sehnenriss führt. Beweismässig ist deshalb auf die Aussage der ersten Stunde abzustellen (E. 2.3 hiervor) und der Unfallbe- griff zu verneinen. Daran ändert auch der Bericht des Spitals C.________ vom 15. August 2016 (act. II 34) nichts. Darin hält der zuständige Oberarzt fest, dass der Abriss der distalen Bizepssehne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folge des vom Beschwerdeführer beschriebenen Mechanismus sei. Spon- tane Rupturen kämen nur im höheren Alter bei degenerativ veränderten Sehnen vor, was hier klar nicht vorliege. Typischerweise reisse die Bizeps- sehne durch eine zunehmende Kraft, wenn eine Last gehalten werde (Bo- denplatte). Dabei werde oft ein Knallen beim Reissen der Sehne verspürt. Vor dem Ereignis sei der Beschwerdeführer beschwerdefrei gewesen und habe belastende Tätigkeiten problemlos ausführen können. Auch Vorope- rationen oder Verletzungen hätten nicht bestanden. Zusammen mit den intraoperativen Befunden einer frischen Ruptur sei eine vorbestehende Schädigung der distalen Bizepssehne am linken Unterarm sehr unwahr- scheinlich. Der Arzt äussert sich im Bericht nicht über den Ereignisablauf; auch wenn der vom Beschwerdeführer geschilderte Sachverhalt nach Mei-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2017, UV/16/989, Seite 9 nung des Mediziners durchaus geeignet ist, den Sehnenriss zu verursa- chen, ändert dies nichts daran, dass hier kein ungewöhnlicher äusserer Faktor erstellt ist. 3.2Zu prüfen ist weiter, ob eine unfallähnliche Körperschädigung erfolgt ist. 3.2.1Die Unfallversicherer haben auch Versicherungsleistungen für die in der Verordnung abschliessend aufgezählten unfallähnlichen Körperschädi- gungen zu übernehmen, sofern diese nicht eindeutig auf Erkrankung oder Degeneration zurückzuführen sind (aArt. 6 Abs. 2 UVG in der bis 31. De- zember 2016 gültig gewesenen Fassung; aArt. 9 Abs. 2 lit. a - h UVV, gültig gewesen bis 31. Dezember 2016). Dabei müssen sämtliche Begriffsmerk- male eines Unfalles mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit erfüllt sein. Be- sondere Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzung eines äusseren Er- eignisses zu, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv fest- stellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466 E. 2.2 S. 467). Für die Bejahung eines äusseren auf den menschlichen Körper schädigend einwirkenden Faktors ist stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele sportliche Betätigungen zutreffen kann. Der äussere Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial ist sodann auch zu bejahen, wenn die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiolo- gisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Kör- pers, insbesondere seiner Gliedmassen, gleichkommt (BGE 129 V 466 E. 4.2.2 S. 470; SVR 2014 UV Nr. 29 S. 98 E. 2.2.3, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 5.2). Die Änderung des UVG vom 25. September 2015 sieht in Art. 6 Abs. 2 neu vor, dass der Unfallversicherer Leistungen bei Sehnenrissen (und weiteren Körperschädigungen) erbringt, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (AS 2016 4376). Damit ist der bisher vorausgesetzte äussere Faktor (der hier verneint wird [E. 3.1 hiervor]) für die Entstehung des Anspruchs aus unfallähnlicher Körperschädigung nicht mehr notwendig (vgl. KILIAN RITLER, Die unfallähnliche Körperschädigung, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2017, UV/16/989, Seite 10 in Ueli Kieser/Hardy Landolt [Hrsg.], Unfall? Novembertagung 2015 zum Sozialversicherungsrecht, St. Gallen 2016, S. 103 ff., S. 133). Auf den hier zu beurteilenden Fall findet diese, am 1. Januar 2017 in Kraft getretene (AS 2016 4388), Gesetzesrevision jedoch keine Anwendung, da sich das zu beurteilende Ereignis vorher ereignet hat. Denn vorbehältlich besonde- rer übergangsrechtlicher Regelungen  welche für die unfallähnliche Kör- perschädigung fehlen (vgl. AS 2016 4387 f. sowie E. 2 hiervor)  sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führen- den Tatbestandes Geltung haben (BGE 140 V 41 E. 6.3.1 S. 44, 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220). Andernfalls bestünde eine Vorwirkung des neuen Rechts. 3.2.2Der Beschwerdeführer erlitt eine Totalruptur der distalen Bizeps- sehne am linken Ellbogen (act. II 10). Bei einem Sehnenriss handelt es sich zwar um eine in der Verordnung abschliessend aufgeführte Körperschädi- gung (aArt. 9 Abs. 2 lit. f UVV). Hier fehlt es jedoch an einem äusseren Faktor, da das Hängenbleiben des Tischbeins an den uneben verlegten Gartenplatten nicht erstellt ist (E. 3.1 hiervor). Dem Drehen eines Tisches von 39 kg (act. II 14)  sei es allein oder zu zweit (vgl. die entsprechende [neue] Version in der Beschwerde [S. 4 Ziff. 2], wonach das Drehen in zwei Phasen geschehen sei)  wohnt kein gesteigertes Gefährdungspotential inne und es führt auch nicht zu einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers (E. 3.2.1 hiervor). Schliesslich führt das Drehen des Tisches nicht zu körpereigenen Trau- men. In der Folge ist auch keine unfallähnliche Körperschädigung erstellt. 3.3Der angefochtene Einspracheentscheid der Suva vom 15. Septem- ber 2016 (act. II 36) erweist sich damit als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 4. 4.1Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2017, UV/16/989, Seite 11 4.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be- schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr- schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien- tschädigung zugesprochen. 3. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers - Suva - Bundesamt für Gesundheit Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.