<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00360</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204567&amp;W10_KEY=4467140&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00360</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.11.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht ist auf eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 04.05.2005 nicht eingetreten.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufenthaltsbewilligung<br/>Im Anwendungsbereich von Art. 14 AsylG kann ein Verfahren um Erteilung einer fremdenpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung nur eingeleitet werden, wenn ein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht.<br/>Zusammenfassung der Rechtsprechung zum Anspruch auf Anwesenheit gestützt auf Art. 8 EMRK (Achtung des Privat- und Familienlebens). <br/>Auf die Achtung des Familienlebens kann sich grundsätzlich nur berufen, wer über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfügt (E. 2).<br/>Vom Erfodernis einer überdurchschnittlichen, besonderen Integration, wonach gegebenenfalls aus dem Recht auf Achtung des Privatlebens ein solches auf Anwesenheit abgeleitet werden kann, kann nur in spezifischen Ausnahmefällen abgesehen werden (E. 3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENLEBEN">FAMILIENLEBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATLEBENSSCHUTZ">PRIVATLEBENSSCHUTZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 14 AsylG</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A, geboren 1972, und ihr Sohn B, geboren 1998, beide tÃ¼rkische StaatsangehÃ¶rige, reisten am 5. Juni 2002 in die Schweiz ein und ersuchten tags darauf um Asyl. Das Bundesamt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge wies sie dem Kanton Luzern zu.</p> <p class="Urteilstext">2002 heiratete A in ZÃ¼rich den aus dem gleichen Heimatdorf stammenden TÃ¼rken D, geboren 1978. Dieser kam im Kindesalter in die Schweiz und wurde nach Abschluss des Asylverfahrens vorlÃ¤ufig aufgenommen. Seit dem 19. Dezember 1995 besitzt er eine Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich, welche letztmals am 12. Dezember 2003 bis zum 30. November 2004 verlÃ¤ngert wurde. </p> <p class="Urteilstext">Zwei Tage nach der Hochzeit zog A das Asylgesuch fÃ¼r sich und ihren Sohn zurÃ¼ck und ersuchte am 19. Juli 2002 fÃ¼r sie beide um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann bzw. bei der Mutter. Mit VerfÃ¼gung vom 12. August 2002 trat die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich auf dieses Gesuch nicht ein.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Regierungsrat schÃ¼tzte auf Rekurs hin mit Beschluss vom 30. Juni 2004 diese VerfÃ¼gung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen liessen A und B am 14. September 2004 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben und beantragen, es sei die VerfÃ¼gung des Regierungsrates vom 30. Juni 2004 vollumfÃ¤nglich aufzuheben und die Sache zur materiellen PrÃ¼fung zurÃ¼ckzuweisen, alles unter gesetzlicher Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge.</p> <p class="Urteilstext">Die Staatskanzlei beantragte namens des Regierungsrats, die Beschwerde abzuweisen; die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit verzichtete stillschweigend darauf, die Beschwerde zu beantworten.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpoli­zei nur zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Das ist der Fall bei Entscheiden betreffend Aufenthalts- und Niederlassungsbe­wil­li­gungen, auf deren Erteilung die auslÃ¤ndische Person einen bundes- oder vÃ¶lkerrecht­lichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflege­gesetzes vom 16. De­zem­ber 1943).</span></p> <p class="Urteilstext">Der Regierungsrat hat als Vorinstanz gewaltet. Schon darum gilt es die Beschwerde kraft § 38 VRG in Dreierbesetzung zu erledigen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 14 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG) kann vom Zeit­punkt der Einreichung eines Asylgesuchs bis zur Ausreise nach seiner rechtskrÃ¤ftigen Ab­lehnung oder bis zur Anordnung einer Ersatzmassnahme bei nicht durchfÃ¼hrbarem Vollzug kein Verfahren um Erteilung einer fremdenpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung eingeleitet werden, wenn kein Anspruch auf die Erteilung einer solchen Bewilligung besteht. Das Asylgesuch der BeschwerdefÃ¼hrenden wurde nach dessen RÃ¼ckzug vom Bundesamt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge als gegenstandslos abgeschrieben. Am 16. August 2002, also unmittelbar, nachdem die Beschwerdegegnerin auf das Gesuch um Aufenthaltsbewilligung nicht eingetreten war (vorn I), ersuchten die BeschwerdefÃ¼hrenden das Bundesamt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge um Wiederaufnahme des Asylverfahrens. Jenes lehnte das Gesuch ab, und eine dagegen erhobene Beschwerde wies die Schweizerische Asylrekurskommission mit Urteil vom 15. Oktober 2002 endgÃ¼ltig ab.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>FÃ¼r die Frage der ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ist indessen hier Art. 14 Abs. 1 AsylG nicht entscheidend, da diese Bestimmung es der kantonalen Fremdenpolizei nur verwehrt, auf Gesuche um Aufenthaltsbewilligung einzutreten, die in freiem Ermessen zu erteilen sind. Besteht hingegen ein Anspruch auf Bewilligungserteilung, ist dies unabhÃ¤ngig vom Asylverfahren zu prÃ¼fen. Das gilt im Ãbrigen auch dann, wenn wÃ¤hrend eines hÃ¤ngigen Verfahrens um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ein Asylgesuch eingereicht wird, da Art. 14 Abs. 2 AsylG, wonach in einem solchen Fall das fremdenpolizeiliche Verfahren gegenstandslos wird, bei Geltendmachung eines Aufenthaltsanspruchs nicht greift. GemÃ¤ss Botschaft zur Revision des Asylgesetzes bezieht sich der Vorbehalt des Anspruchs auf Erteilung einer Aufenthaltsbe­willigung auch auf Abs. 2 des Artikels (BBl 1996 II 48; so schon BBl 1990 II 624 zu Art. 12f des Asylgesetzes vom 5. Oktober 1979).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) hat ein Ehegatte eines AuslÃ¤nders, der im Besitz der Niederlassungsbewilligung ist, Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen wohnen. D, der Ehegatte von BeschwerdefÃ¼hrerin 1, besitzt lediglich eine befristete Aufenthaltsbewilligung, sodass Art. 17 Abs. 2 ANAG nicht Platz greift. Ein Rechtsanspruch auf Familiennachzug lÃ¤sst sich zudem aus Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) bzw. Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) ableiten; dies allerdings nur unter bestimmten von der Rechtsprechung entwickelten Voraussetzungen. Ob ein solcher Anspruch grundsÃ¤tzlich besteht, ist unter der Eintretensfrage zu prÃ¼fen. Erst wenn dies zu bejahen ist, muss die weitere Frage, ob sich dieser Anspruch im zu beurteilenden Fall auch durchzusetzen vermag, unter materiellrechtlichen Gesichtspunkten beantwortet werden (BGE 122 II 289 E. 1d).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Auf Art. 8 EMRK im Zusammenhang mit der Achtung des Familienlebens kann sich grundsÃ¤tzlich nur berufen, wer Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfÃ¼gt. Nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung des Bundesgerichts setzt die Annahme eines gefestigten Anwesenheitsrechts wenigstens einen festen Rechtsanspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung voraus (BGE 130 II 281 E. 3.1, 126 II 377 E. 2b/aa, 125 II 633 E. 2e, 122 II 1 E. 1e â je mit Hinweisen). Der Ehegatte der BeschwerdefÃ¼hrerin verfÃ¼gt indessen lediglich Ã¼ber eine befristete Aufenthaltsbewilligung. Auf deren VerlÃ¤ngerung besteht kein Anspruch; sie liegt im freien Ermessen der FremdenpolizeibehÃ¶rden (vgl. Art. 4 ANAG). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Das Bundesgericht hat sich mit der im Schrifttum kritisierten BeschrÃ¤nkung der Anrufbarkeit von Art. 8 EMRK auf FÃ¤lle gefestigter Anwesenheit gerade jÃ¼ngst in BGE 130 II 281 E. 3.1 auseinandergesetzt und an seiner Rechtsprechung festgehalten. Nach Auffassung des Bundesgerichts genÃ¼gt es zur BegrÃ¼ndung eines Anspruchs somit nicht, dass das Familienleben berÃ¼hrt sei. Wer selber keinen Anspruch auf lÃ¤ngere Anwesenheit in der Schweiz habe, vermÃ¶ge einen solchen daher auch nicht einem Dritten zu verschaffen, selbst wenn eine gelebte Beziehung zur Diskussion stehe. Das Verwaltungsgericht sieht keinen Anlass, diese abermals bestÃ¤tigte Rechtsprechung in Frage zu stellen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>DarÃ¼ber hinaus kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ein Anspruch auf Anwesenheit auch aus dem Schutz der Achtung des Privatlebens (Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV) abgeleitet werden. Darauf berufen sich die BeschwerdefÃ¼hrenden: Der Ehegatte der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 verfÃ¼ge Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht, da er als ZwÃ¶lfjÃ¤hriger in die Schweiz gekommen sei, zum heutigen Zeitpunkt mehr als die HÃ¤lfte seines Lebens, mithin 14 Jahre, in der Schweiz verbracht und einen Teil der Schulen hier besucht habe. Auch seien alle seine nÃ¤chsten FamilienangehÃ¶rigen hier wohnhaft und bestÃ¼nden keine Beziehungen zu seinem Heimatland mehr. Schliesslich sei er auch beruflich sehr gut integriert. Es bestehe demnach â da die lange Anwesenheit zu einem verdichteten persÃ¶nlichen und sozialen Netz, einer besonders ausgeprÃ¤gten Verwurzelung in der Schweiz gefÃ¼hrt habe â ein aus Art. 8 EMRK abgeleiteter Anwesenheitsanspruch des Ehegatten der BeschwerdefÃ¼hrerin 1, sodass auf das Gesuch um Aufenthaltsbewilligung einzutreten sei.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Das Bundesgericht hat festgehalten, es kÃ¤me hÃ¶chstens dann in Betracht, aus dem Recht auf Achtung des Privatlebens geradezu ein solches auf Anwesenheit abzuleiten, wenn besonders intensive private Beziehungen in Frage stÃ¼nden, was nur ganz ausnahmsweise zutreffe (BGE 120 Ib 16 E. 3b). Auch bei sehr langen Aufenthalten in der Schweiz hat die Praxis bisher die BegrÃ¼ndung eines Bewilligungsanspruchs verneint, falls keine das Ã¼bliche Mass Ã¼bersteigenden privaten Beziehungen vorlÃ¤gen (BGE 126 II 377 E. 2c/aa, mit Hinweis auf einen unverÃ¶ffentlichten Entscheid vom 3. November 1994 [16 Jahre]; BGr, 29. Januar 2002, 2A.471/2001, E. 2b [15 Jahre], sowie 4. Dezember 2002, 2A.578/2002, E. 2.2 [13 Jahre], beides unter www.bger.ch; VGr, 23. Januar 2002, VB.2001.00318, E. 5b, www.vgrzh.ch [19 Jahre, wobei der BeschwerdefÃ¼hrer kaum Ã¼ber soziale Beziehungen verfÃ¼gte]; RB 2002 Nr. 30 E. 2b Abs. 2 [10 bzw. 15 Jahre]; vgl. auch BGr, 20. Januar 2004, 2A.27/2004, E. 2.2.2, www.bger.ch; Minh Nguyen, Droit public des Ã©trangers, Bern 2003, S. 293; kritisch zur hoch angesetzten Anwesenheitsdauer etwa Marc Spescha, Handbuch zum AuslÃ¤nderrecht, Bern etc. 1999, S. 197; Peter Uebersax in: Peter Uebersax et al. [Hrsg.], AuslÃ¤nderrecht, Basel etc. 2002, Rz. 5.159).</span></p> <p class="Urteilstext">Auch dazu hat das Bundesgericht im bereits erwÃ¤hnten, kÃ¼rzlich ergangenen Leitentscheid Stellung genommen (BGE 130 II 281): Die Rechtsprechung, wonach sich ein Anwesenheitsrecht aus dem Schutz des Privatlebens ergeben kÃ¶nne, wenn besonders intensive, Ã¼ber eine normale Integration hinausgehende private Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. entsprechende vertiefte soziale Beziehungen zum ausserfamiliÃ¤ren bzw. ausserhÃ¤uslichen Bereich vorlÃ¤gen, sei in erster Linie zu FÃ¤llen entwickelt worden, in denen bei der InteressenabwÃ¤gung die familiÃ¤ren Beziehungen zum Ehegatten oder zu Kindern keine eigenstÃ¤ndige Rolle (mehr) spielten, da die ganze Familie gehalten gewesen sei, die Schweiz zu verlassen, oder allein noch gestÃ¼tzt auf das Privatleben die Erneuerung einer Bewilligung zur Diskussion gestanden habe. Differenziert zu behandeln seien indessen Situationen, in denen von einem kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben auszugehen sei (a.a.O., E. 3.2.1 f.); zudem kÃ¶nne bei einer Anwesenheitsberechtigung, die Ã¼ber viele Jahre hinweg verlÃ¤ngert worden sei und zu einem Dauerstatus gefÃ¼hrt habe, nicht ausgeschlossen werden, dass dem Betroffenen ein "faktisches" Anwesenheitsrecht zukommen kÃ¶nnte, welches ihm erlauben wÃ¼rde, die fÃ¼r den Nachzug erforderlichen gesetzlichen Voraussetzungen zu erfÃ¼llen (BGE 126 II 335 E. 2b/cc). In solchen spezifischen AusnahmefÃ¤llen mÃ¼ssen nicht notwendigerweise die Bedingungen fÃ¼r einen allein aus dem Schutz des Privatlebens abgeleiteten Bewilligungsanspruch vorliegen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Ein solch spezifischer Ausnahmefall, in dem von einem kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben auszugehen ist, lÃ¤sst sich fÃ¼r den Ehegatten der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 nicht annehmen: ZunÃ¤chst belegen weder die Akten noch die Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrenden eine das Normale Ã¼bersteigende Integration. Dass sich der Ehegatte seit 14 Jahren in der Schweiz aufhalte, einen Teil der Schulen hier besucht habe und beruflich als Hilfsarbeiter Ã¼ber die E AG temporÃ¤re ArbeitseinsÃ¤tze tÃ¤tige, reicht hierfÃ¼r nicht aus.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Vom Erfordernis einer Ã¼berdurchschnittlichen, besonderen Integration kann vorliegend aber nicht abgesehen werden, da sich die familiÃ¤re Situation der Betroffenen in keiner Weise mit dem PrÃ¤zedenzfall in BGE 130 II 281 vergleichen lÃ¤sst. Dort ging es um eine Person, die sich seit Ã¼ber 20 Jahren in der Schweiz aufhielt und um Nachzug des Ehepartners und der zwei gemeinsamen, in der Schweiz geborenen Kinder ersuchte, wobei das Paar bereits seit zwÃ¶lf Jahren verheiratet war und das Familienleben schwergewichtig in der Schweiz gepflegt wurde. In Kenntnis dieser familiÃ¤ren Lage wurde die Aufenthaltsbewilligung der um Familiennachzug ersuchenden Person verlÃ¤ngert, was einem faktischen Dauerstatus entsprach, der im Hinblick auf den Familiennachzug einem gesicherten Anwesenheitsrecht gleichzusetzen war (a.a.O., E. 3.3). Entsprechendes liegt hier nicht vor, im Gegenteil: Das familiÃ¤re VerhÃ¤ltnis zwischen BeschwerdefÃ¼hrerin 1 und ihrem Ehegatten entstand erst kurz nach deren Einreise in die Schweiz. Auch wird weder behauptet noch belegt, dass BeschwerdefÃ¼hrer 2 ihr gemeinsames, vorehelich erzeugtes Kind sei. Schliesslich ist das zwischenzeitlich wohl mehr als zwei Jahre dauernde Zusammenleben nicht von (massgebendem) Gewicht.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die GesamtwÃ¼rdigung der Situation ergibt kein Anwesenheitsrecht des Ehegatten in der Schweiz. Ein solches kann weder aus der Achtung des Privatlebens abgeleitet werden noch liegt ein spezifischer Ausnahmefall im Sinne der jÃ¼ngsten Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 130 II 281) vor. Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben somit auch gestÃ¼tzt auf Art. 8 EMRK keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung.</span></p> <p class="Urteilstext">Nach all dem ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Es kann daher offen bleiben, ob sie fristgerecht erhoben worden sei.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Verfahrenskosten den BeschwerdefÃ¼hrenden, unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander, je hÃ¤lftig aufzuerlegen und besteht kein Anspruch auf ParteientschÃ¤digung (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 und § 14 VRG, vgl. dazu Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Mar­tin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 14 N. 3; § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Indem die Kammer keinen Anwesenheitsanspruch angenommen hat, hat sie bereits die Frage verneint, ob sich eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erheben lasse. Die Verletzung eines behaupteten Anspruchs mÃ¼sste trotzdem im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde moniert werden (BGE 127 II 161 E. 1b; siehe ferner E. 3b hinsichtlich der RÃ¼ge, der vorangegangene kantonale Sachentscheid habe Verfahrensgarantien missachtet).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'560.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je zur HÃ¤lfte auferlegt, unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Im Sinn der ErwÃ¤gungen kann gegen diesen Beschluss innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>