A bteilung IV D -4533/2007 {T 0/2} U rteil vom 13. Juli 2007 M itw irkung: R ichter W alter Lang, R ichter Fulvio H aefeli, R ichterin C laudia C otting- Schalch G erichtsschreiberin Iringo H ockley A ._______, geboren (...), Indien, (...), Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 22. Juni 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung / N (...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer, ein indischer Sikh aus Z._______, D istrikt Y._______, eige- nen Angaben zufolge sein H eim atland am 16. M ärz 2005 beziehungsw eise 2004 oder 2005 verliess und im Septem ber 2006 nach Frankreich gelangte, dass er sich illegal in der N ähe von Paris aufgehalten habe und am 14. M ai 2007 m it seinem Kollegen K.R . in die Schw eiz eingereist sei, dass er am 15. M ai 2007 von der Kantonspolizei Basel-Stadt festgenom m en w urde und nach vorgängiger G ew ährung des rechtlichen G ehörs am 16. M ai 2007 aus der Schw eiz w eggew iesen und w egen G efahr des U ntertauchens in Ausschaffungshaft gesetzt w ur- de, dass der Beschw erdeführer nach Eröffnung der W egw eisung anlässlich der Einvernah- m e vom 16. M ai 2007 ein Asylgesuch stellte, dass das Verw altungsgericht des Kantons Basel-Stadt m it U rteil vom 18. M ai 2007 die R echtm ässigkeit und Angem essenheit der angeordneten dreim onatigen Ausschaffungs- haft bestätigte, dass der Beschw erdeführer im R ahm en der kantonalen Befragung vom 12. Juni 2007 im W esentlichen geltend m achte, sein Vater und Bruder seien 1983 in X._______ um gebracht w orden, dass die D orfbew ohner sein H aus 1984 angezündet und ihn als Sikh derm assen beläs- tigt und bedroht hätten, dass er sich gezw ungen gesehen habe, seinen G rundbesitz zu verkaufen, seine Frau und Kinder zu seinen Schw iegereltern zu schicken und Indien zu verlassen, dass er ferner unter R ückenschm erzen leide, dass das BFM m it am 28. Juni 2007 eröffneter Verfügung vom 22. Juni 2007 in Anw en- dung von Art. 34 AsylG auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eintrat, des- sen W egw eisung aus der Schw eiz verfügte und deren Vollzug anordnete, dass die Vorinstanz ihre N ichteintretensverfügung nam entlich dam it begründete, dass der Bundesrat m it Beschluss vom 18. M ärz 1991 Indien als verfolgungssicheren Staat (safe country) im Sinne vom Art. 34 AsylG bezeichnet habe, w eshalb auf das Asylge- such des Beschw erdeführers m angels H inw eisen auf eine Verfolgung nicht einzutreten sei, dass die W egw eisung die R egelfolge eines N ichteintretensentscheides darstelle und der W egw eisungsvollzug m angels gegenteiliger Anhaltspunkte zulässig, zum utbar und m ög- lich sei, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 30. Juni 2007 (Poststem pel vom 2. Juli 2007) gegen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde erhob und vorbrachte, sein Leben sei in Indien in G efahr und er sei auf eine Behandlung seiner R ückenschm erzen angew iesen, 3 und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG ; SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG ; SR 142.31] i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G ; SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]) , dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundes- recht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass der Beschw erdeführer zur Einreichung der Beschw erde legitim iert ist und die Be- schw erde fristgerecht eingereicht w urde (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 Vw VG ), dass dagegen die Beschw erde nicht in einer schw eizerischen Am tssprache abgefasst w urde und daher grundsätzlich zur Ü bersetzung zurückgew iesen w erden m üsste (vgl. Art. 70 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]) i.V.m . Art. 8 Abs. 2 AsylG ), dass indessen aus prozessökonom ischen G ründen darauf verzichtet w erden kann, da der in Englisch verfassten Eingabe sinngem äss Beschw erdebegehren m it entsprechen- der Begründung entnom m en und darüber aufgrund der Aktenlage ohne W eiteres ent- schieden w erden kann, dass daher auf die Beschw erde einzutreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz bei N ichteintretensentschei- den gem äss Art. 34 AslyG darauf beschränkt ist, im Fall der Begründetheit des R echts- m ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen, dass daher die Flüchtlingseigenschaft und Asylgew ährung nicht G egenstand des vorlie- genden Verfahrens sind, hinsichtlich der angeordneten W egw eisung und deren Vollzu- ges dem Bundesverw altungsgericht jedoch volle Kognition zukom m t, da diese Punkte von der Vorinstanz bereits m ateriell geprüft w orden sind, dass das Bundesverw altungsgericht über offensichtlich unbegründete Beschw erden in einem vereinfachten Verfahren entscheidet und die vorliegende Beschw erde, w ie nach- folgend aufgezeigt, offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w ird und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ), dass das BFM den vorliegend angefochtenen N ichteintretensentscheid auf der G rundla- ge von Art. 34 AsylG getroffen hat, dass gem äss Absatz 2 dieser Bestim m ung auf G esuche oder Beschw erden von Asylsu- chenden aus verfolgungssicheren Staaten nicht eingetreten w ird, ausser es gebe H in- w eise auf eine Verfolgung,4 dass gem äss Art. 34 Abs. 1 AsylG der Bundesrat Staaten bezeichnen kann, in w elchen nach seinen Feststellungen Sicherheit vor Verfolgung besteht (safe countries), w obei er entsprechende Beschlüsse periodisch überprüft, dass der Bundesrat Indien m it Beschluss vom 18. M ärz 1991 als verfolgungssicheren Staat bezeichnet hat und seither im R ahm en der periodischen Prüfung nicht auf diese Einschätzung zurückgekom m en ist, dass som it vorliegend die form elle Bedingung für den Erlass eines N ichteintretensent- scheides auf der G rundlage von Art. 34 AsylG erfüllt ist, dass gem äss Praxis der Begriff der Verfolgung in Art. 34 Abs. 2 AsylG w ie in Art. 18, Art. 23 Abs. 3 und Art. 33 Abs. 3 Bst. b AsylG w eit zu verstehen ist (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2004 N r. 35 E. 4.3. S. 247), dass jener so genannte w eite Verfolgungsbegriff über die ernsthaften N achteile im Sinne von Art. 3 AsylG hinaus reicht und auch W egw eisungshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 14a des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG ; SR 142.20), insbesondere eine von Art. 3 der Konvention vom 4. N o- vem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) oder Art. 3 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge (FK; SR 0.142.30) erfasste m enschenrechtsw idrige Behandlung einschliesst, dass der in diesem Sinne w eit gefasste Begriff der Verfolgung einschränkend insow eit zu präzisieren ist, als darunter nicht säm tliche W egw eisungsvollzugshindernisse fallen, sondern nur solche erlittene oder befürchtete N achteile, w elche von M enschenhand zu- gefügt w erden (vgl. EM AR K 2004 N r. 35 E. 4.3., S. 247; N r. 5 E. 4c.aa S. 35 f.; 2003 N r. 18 E. 4 und 5 S. 111 ff.), dass auch bei einem Asylsuchenden aus einem verfolgungssicheren Staat auf das Asylgesuch einzutreten ist und das Erfüllen der Flüchtlingseigenschaft geprüft w erden m uss, sobald in den Akten H inw eise auf Verfolgung zu verzeichnen sind, deren U nglaubhaftigkeit nicht schon auf den ersten Blick erkannt w erden kann (EM AR K 2005 N r. 2 E. 4.3. S. 16 f.; 2004 N r. 35 E. 4.3. S. 247 f.; N r. 5 E. 4c.bb S. 36;), dass das BFM zutreffend und m it hinreichender Begründung das Vorliegen von H inw ei- sen auf eine Verfolgung verneint hat, dass zw ischen der angeblichen Erm ordung des Vaters und Bruders des Beschw erdefüh- rers im Jahr 1983 sow ie der Brandstiftung im darauf folgenden Jahr und der Ausreise im Jahr 2004 beziehungsw eise 2005 rund 20 Jahre verstrichen sind, dass diese Vorbringen dem nach nicht als fluchtauslösend zu erachten sind, dass der Beschw erdeführer ferner zu Protokoll gab, m it Ausnahm e der W eigerung der Polizei, seine dam alige Anzeige entgegenzunehm en, keinerlei Problem e m it den indi- schen Behörden zu haben (A2/11 und 12), dass sich dem nach die vorinstanzlichen Erw ägungen als zutreffend erw eisen und daher vollum fänglich auf die nicht zu beanstandende Schlussfolgerung des BFM in der ange- fochtenen Verfügung verw iesen w erden kann, w onach der Beschw erdeführer die Ver- m utung fehlender Verfolgung nicht zu w iderlegen verm ochte, dass m it den äusserst knapp und allgem ein gehaltenen Ausführungen in der R echtsm it-5 teleingabe der vorinstanzlichen Argum entation nichts Substanzielles entgegengesetzt w ird, dass nach dem G esagten keine H inw eise auf eine Verfolgung des Beschw erdeführers vorliegen und die Vorinstanz dem nach zu R echt gestützt auf Art. 34 AsylG auf sein Asyl- gesuch nicht eingetreten ist, dass, befindet sich die Asyl suchende Person nicht im Besitz einer frem denpolizeilichen Aufenthaltsbew illigung und kann sie auch nicht einen Anspruch auf eine solche geltend m achen, die Anordnung einer W egw eisung die gesetzliche R egelfolge des N ichteintre- tens auf ein Asylgesuch ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG , Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; EM AR K 2001 N r. 21), dass der Beschw erdeführer w eder über eine derartige Bew illigung verfügt noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen geltend m achen kann, w eshalb die von der Vorin- stanz ausgesprochene W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht, dass zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entgegen- stehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Vollzugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Bestim m ungen des AN AG über die vorläufige Aufnah- m e zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ), dass der Vollzug der W egw eisung in Beachtung der m assgeblichen völker- und landes- rechtlichen Bestim m ungen als zulässig und zum utbar zu bezeichnen ist, da die Feststel- lung, dass keine H inw eise auf Verfolgung vorliegen, bereits im pliziert, dass dem Be- schw erdeführer keine m enschenrechtsw idrige Behandlung droht und auch eine G efähr- dung aufgrund der allgem einen Lage in Indien oder seiner individuellen Situation ausge- schlossen w erden kann, dass der Beschw erdeführer in seinem H eim atland im W eiteren über ein soziales Bezie- hungsnetz (Ehefrau, Kinder und Schw iegereltern) verfügt, dass die angeblichen, nicht näher belegten R ückenschm erzen des Beschw erdeführers offensichtlich nicht geeignet sind, die U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges zu begründen, zum al sie angesichts seiner Vorbringen, er habe vor, nur noch 2-3 M onate zu arbeiten, bevor er beabsichtige, sich desw egen im Spital behandeln zu lassen (A2/14), als nicht gravierend einzustufen sind, dass er sich darüber hinaus in seinem H eim atland ohne W eiteres einer angem essenen Behandlung unterziehen kann, dass sich aufgrund der Akten schliesslich keine H inw eise auf das Vorliegen technischer Vollzugshindernisse ergeben, w eshalb der Vollzug auch als m öglich erscheint (Art. 14a Abs. 2 AN AG ), dass bei dieser Sachlage die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e des Beschw erdefüh- rers in der Schw eiz ausser Betracht fällt, und der vom BFM verfügte Vollzug der W eg- w eisung aus der Schw eiz in Einklang m it den m assgeblichen gesetzlichen Bestim m un- gen steht, dass nach dem G esagten die angefochtene Verfügung, da diese w eder Bundesrecht verletzt noch unangem essen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt von der Vorin-6 stanz richtig und vollständig festgestellt w urde (vgl. Art. 106 AsylG ), zu bestätigen und die Beschw erde daher abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE; SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer durch Verm ittlung (...) (Beilage: Einzahlungsschein) - (...) (vorab per Telefax), m it der Bitte, dem Beschw erdeführer das U rteil gegen Em pfangsbestätigung auszuhändigen und diese dem Bundesverw altungsgericht zu retournieren - die Vorinstanz (R ef.-N r. N (...); vorab per Telefax) - (...) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: W alter Lang Iringo H ockley Versand am :