Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. April 2012 (715 11 288) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Ablehnung in der Anspruchsberechtigung; keine arbeitgeberähnliche Stellung bei Fami- lienbetrieben infolge stellvertretender Geschäftsführung Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgnaz Jer mann, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Simon Berger, Advokat, Büchelistrasse/Lindenstrasse 2, Postfach 552, 4410 Liestal gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland A. Die 1986 geborene A.____ bezog während der Rahme nfrist für den Leistungsbezug vom 31. Juli 2008 bis 30. Juli 2010 Arbeitslosenentschädi gung. Am 16. November 2010 melde- te sie sich erneut zur Arbeitsvermittlung an und stellte am 17. November 2010 Antrag auf Ar- beitslosenentschädigung ab 1. Dezember 2010. Auf dem An tragsformular vermerkte die Versi- cherte, sie sei vom 1. April 2009 bis Ende November 2010 bei der B.____ GmbH angestellt ge- wesen, die einen C.____ Shop betreibe. Ihr Arbeitsverh ältnis sei durch die Arbeitgeberin im Oktober wegen mangelnder Arbeit aufgelöst worden. B. Mit Verfügung vom 24. Januar 2011 verneinte die Ö ffentliche Arbeitslosenkasse Basel- land (Kasse) den Anspruch der Versicherten, da die Bean spruchung von Arbeitslosenentschä- digung auf eine rechtsmissbräuchliche Umgehung des Ausschlu sses von arbeitgeberähnlichen Personen vom Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung hin auslaufe. Die Versicherte habe als stellvertretende Geschäftsführerin gearbeitet und sei ab 1. Januar 2011 wiederum im Umfang Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht von 20% bei derselben Arbeitgeberin angestellt, deren Inhaberin ihre Mutter sei. Vor diesem Hintergrund bestehe jederzeit die Möglichkeit, die Ver sicherte erneut anzustellen. Diese könne die Entscheidung des Arbeitgebers mitbestimmen, weshalb ihr eine arbeitgeberähnliche Stel- lung zukomme. Eine dagegen erhobene Einsprache wies die Kasse mit Entscheid vom 23. Juni 2011 ab. C. Mit Eingabe vom 24. August 2011 erhob die Versiche rte, vertreten durch Simon Berger, Advokat, am Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, A bteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht) Beschwerde gegen den Einspracheentsc heid der Kasse vom 23. Juni 2011 und beantragte dessen Aufhebung sowie die Bejah ung der Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Januar 2011. Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass die Versicherte weder eine arbeitgeberähn liche Stellung im Betrieb ihrer Mutter inne gehabt habe, noch dass sie die Entscheidungen ihres Arbeitgebers massgeblich beeinflus- sen konnte. D. Die Kasse schloss mit Vernehmlassung vom 25. November 2011 auf Abweisung der Beschwerde. E. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 12. April 2012 hielten beide Parteien an ihren Rechtsbegehren und deren Begründung fest. Auf die Aussa gen der zur Sache einvernomme- nen Auskunftspersonen sowie auf die im Übrigen in den Rechtsschriften und anlässlich der Par- teiverhandlung vertretenen Standpunkte der Parteien i st - soweit notwendig - in den nachfol- genden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obli gatorische Arbeitslosenversiche- rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit Art. 56 des am 1. Januar 2003 in Kraft getretenen Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozial- versicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung Beschwerde erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 der Vero rdnung über die obligatorische Arbeitslo- senversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 und Art. 119 Abs. 1 AVIV die Rekursinstanz am Ort, wo die Beschwerde führende Person die Kontrollpflicht erfüllt. Nach § 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurtei lt das Kantonsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprach eentscheide der Arbeitslosen- kasse. Der Wohnsitz der Beschwerdeführerin befindet sich in X.____, weshalb das Kantonsge- richt örtlich und sachlich zuständig ist. Auf die im Übr igen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten. 1.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Abklärung des Sachverhalts hat das Gericht gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren geltenden Untersuchun gsgrundsatz von Amtes wegen vorzunehmen. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von sich aus und ohne Bindung an die Parteibegehren für die richt ige und vollständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen (vgl. T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 443 f.). Eine Einschränkung erfährt der Untersuchungsgrundsatz durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl. BGE 1 21 V 210 E. 6c). Für das gesamte Ver- waltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gi lt ferner der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht die Be- weise frei und somit ohne Bindung an förmliche Beweisre geln sowie umfassend und pflichtge- mäss zu würdigen (vgl. R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS , Öffentliches Prozess- recht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel 1996, S. 17 6 N 914 und S. 220 N 1138). Für das Beschwerdeverfahren hat dies zur Folge, dass das Sozialversicherungsgericht alle Be- weismittel - unabhängig davon, von wem sie stammen - o bjektiv zu prüfen und danach zu ent- scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlä ssige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Weiter dürfen die Verwaltun g als verfügende Instanz beziehungs- weise im Beschwerdefall das Gericht eine Tatsache nur da nn als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherun gsrecht ist der Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei sgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Vielmehr ist jener Sachverha ltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste zu w ürdigen ist (vgl. BGE 115 V 142 E. 8b). 2.1 Nach Art. 31 Abs. 1 AVIG haben Arbeitnehmer, dere n normale Arbeitszeit verkürzt oder deren Arbeit ganz eingestellt wird, unter bestimmten Voraussetzungen (vgl. lit. a-d) Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Die Einführung von Kurzar beit liegt in der unternehmerischen Dispositionsfreiheit des Arbeitgebers. Er allein bestimmt, ob, wann und für wie lange er Kurzar- beit einführen will. Weil es in der Dispositionsfreiheit des Arbeitgebers liegt, Kurzarbeit einzufüh- ren und – bei Erfüllen der einschlägigen Voraussetzunge n – den anspruchsbegründenden Sachverhalt für eine Kurzarbeitsentschädigung zu verwirkl ichen, ist er von Vornherein vom An- spruch auf Entschädigung ausgeschlossen. Dies kommt darin zu m Ausdruck, dass Art. 31 Abs. 1 AVIG ausschliesslich Arbeitnehmer als anspruchsberechtigt erklärt. Je nach Rechtsform, in der sich ein Arbeitgeber konstituiert hat, sind jedo ch auch andere Personen an dessen Dis- positionen beteiligt. Aus diesem Grunde nimmt das Gese tz auch arbeitgeberähnliche Personen vom Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung aus. Keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädi- gung haben gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG Personen, d ie in ihrer Eigenschaft als Gesell- schafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgeber s bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten. Ebenso schliesst Art. 31 Abs. 3 lit. b AVIG den im Betrieb mitarbeitenden Ehegatten des Arb eitgebers vom Anspruch auf Kurzar- beitsentschädigung aus und zwar auch dann, wenn er selb st weder eine arbeitgeberähnliche Stellung inne hat noch am Entscheid zur Einführung der Kurzarbeit beteiligt war. Der Grund liegt in der überdeckenden Interessenslage sowie der Schwierigkeit bei der Überprüfbarkeit des Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitsausfalls (vgl. zum Ganzen T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: KOLLER /M ÜLLER /R HINOW /Z IMMERLI , Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicher- heit, Basel 2007, Rz. 457 ff. mit Hinweisen). 2.2 Gemäss Wortlaut und systematischer Einreihung bezieht sich Art. 31 Abs. 3 AVIG auf Kurzarbeitsfälle. Eine analoge Bestimmung für den Fa ll der Ganzarbeitslosigkeit besteht nicht. Daraus lässt sich jedoch nicht der Schluss ziehen, dass die in Abs. 3 der Bestimmung genann- ten Personen in jedem Fall Anspruch auf Arbeitslosenentsc hädigung bei Ganzarbeitslosigkeit im Sinne von Art. 8 ff. AVIG haben. Gemäss bundesger ichtlicher Rechtsprechung haben die in Art. 31 Abs. 3 AVIG genannten Arbeitnehmer Anspruch au f Arbeitslosenentschädigung, wenn der Betrieb endgültig geschlossen wird und ihr Ausscheiden mithin definitiv ist. Entsprechendes gilt für den Fall, dass das Unternehmen zwar weiterbeste ht, der Arbeitnehmer aber mit der Kündigung endgültig auch jene Eigenschaft verliert, de retwegen er bei Kurzarbeit aufgrund von Art. 31 Abs. 3 AVIG vom Anspruch auf Kurzarbeitsentschäd igung ausgenommen wäre. Eine grundsätzlich andere Situation liegt jedoch vor, wenn der Arbeitnehmer nach seiner Entlassung eine arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb beibehä lt und dadurch die Entscheidungen des Arbeitgebers weiterhin bestimmen oder massgeblich beeinflussen kann. Zur Begründung wurde vom EVG (Eidgenössisches Versicherungsgericht, seit 1. Janua r 2007: Schweizerisches Bun- desgericht, sozialrechtliche Abteilungen) im Wesentlich en auf die für die Kurzarbeitsentschädi- gung geltenden Ausführungen verwiesen. Da der Arbeit nehmer unter diesen Umständen die unternehmerische Dispositionsfreiheit behalte, den Betrieb jederzeit zu reaktivieren und sich bei Bedarf erneut als Arbeitnehmer einzustellen bzw. einst ellen zu lassen, laufe dies auf eine rechtsmissbräuchliche Umgehung der Regelung des Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG hinaus, die ihrem Sinn nach der Missbrauchsverhütung diene. In diesem Rahme n müsse nicht nur bei Kurzar- beits- sondern auch bei Arbeitslosenentschädigung dem Um stand Rechnung getragen werden, dass der Arbeitsausfall von arbeitgeberähnlichen Person en praktisch unkontrollierbar sei (vgl. zum Ganzen BGE 123 V 237 E. 7b). 2.3 In seinem unveröffentlichten Urteil vom 26. Juli 199 9 (C 123/99) hat das EVG erwogen, dass diese Rechtsprechung analog auch für den in einer Einzelfirma mitarbeitenden Ehegatten des Arbeitgebers gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. b AVIG gelte, da ihm durch Teilnahme an der unter- nehmerischen Dispositionsfähigkeit eine arbeitgeberähnl iche Stellung zukomme. An dieser Rechtsprechung hielt das Bundesgericht fest (ARV 2005 Nr. 9 S. 130; Urteil des EVG vom 24. Dezember 2003, C 61/00, E. 1.1). Das Gericht bet onte dabei wiederholt, dass seine Recht- sprechung zur arbeitgeberähnlichen Stellung nicht nur de m ausgewiesenen Missbrauch an sich, sondern bereits dem Risiko eines solchen begegnen wolle (vgl. Urteile des Bundesge- richts vom 20. Oktober 2010, C_759/2010, E. 3.2 und vom 6. September 2010, C_647/2010, E. 4.2; Urteil des EVG vom 14. April 2003, C 92/02, E. 4). So ist im Anwendungsbereich von Art. 31 Abs. 3 AVIG nicht mehr individuell für den E inzelfall zu prüfen, ob tatsächlich eine rechtsmissbräuchliche Absicht besteht. Vielmehr reicht ber eits die Möglichkeit eines solchen Missbrauches aus, um einen Leistungsausschluss zu rechtfertige n (vgl. R EGINA JÄGGI , SZS 2004, S. 6 ff.). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Die arbeitgeberähnliche Stellung kann somit auf drei Gründen beruhen: Auf der Eigen- schaft als Gesellschafter, auf einer finanziellen Beteiligung am Betrieb oder auf der Teilhabe an der Betriebsleitung (vgl. NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 463). Was insbesondere die Teilhabe an der Betriebsleitung betrifft, fallen nicht nur die formellen Organe eines Arbeitgebers unter den Betriff des Mitglieds eines obersten, betrieblichen Gremiums. Es i st vielmehr von einem materiellen Organbegriff auszugehen, wonach jeweils im Einzelfall zu prüfen ist, welche Entscheidungsbe- fugnisse dem Betroffenen aufgrund der betrieblichen S truktur tatsächlich zukommt (vgl. BGE 122 III 227 E. 4b; 114 V 214). Massgebend ist mithin die faktische Einflussmöglichkeit im konkreten Betrieb. Die Grenze zwischen einem obersten, betrieblichen Entscheidgremium und der unteren Führungsebene lässt sich dabei nicht alleine anhand formaler Kriterien beurtei- len. Insbesondere kann etwa aus der Prokura noch nicht s Zwingendes hinsichtlich Stellung und Einflussmöglichkeit innerhalb des fraglichen Betriebs abgeleitet werden, weil damit nur die Ver- antwortlichkeiten im Aussenverhältnis betroffen werden. So ist beispielsweise ein Vizedirektor, der in organisatorischer Hinsicht als Fachspezialist oder al s Ressortchef fungiert, trotz seiner hierarchischen Stellung anspruchsberechtigt, da ihm im internen Verhältnis eine nur beschränk- te Entscheidbefugnis zukommt (vgl. BGE 120 V 527). Zu verweisen ist in diesem Zusammen- hang auch auf das Beispiel eines einzelzeichnungsberech tigten Direktors eines Geldinstituts, dem die Anspruchsberechtigung ebenfalls zuerkannt word en war, weil ihm hinsichtlich der ei- gentlichen Geschäftsführung keine Kompetenzen zugestand en worden waren und er im Kern lediglich für den Aufbau der internen Vermögensverwal tung zuständig gewesen war (vgl. Entscheid des Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 1 6. Dezember 2009, AL 2009.00053). 2.5 Zu beachten bleibt umgekehrt, dass bei kleineren Bet rieben mit wenig ausgeprägten Organisationsstrukturen unter Umständen ein massgebender Einfluss auf die Entscheidungen eines Unternehmens auch ohne formelle Zeichnungsberecht igung und ohne Handelsregister- eintrag möglich ist. In jenen Einzelfällen muss eine ta tsächliche und insbesondere immer auch massgebende Einflussnahme (vgl. Art. 31 Abs. 3 lit. c AV IG) konkret nachgewiesen werden können. So bejahte das EVG beispielsweise eine arbeitgeb erähnliche Stellung des im väterli- chen Baugeschäft mitarbeitenden Sohnes, der jeweils Off erten für Baumeisterarbeiten erstellt, Aufträge für Bankbürgschaften erteilt und auch eine K ündigung eines leitenden Mitarbeiters ausgesprochen und Arbeitgeberbescheinigungen zu Handen der zuständigen Arbeitslosenkas- se ausgestellt hatte (vgl. Urteil des EVG vom 27. August 2003, C 273/01, E. 4). Was die fakti- sche Einflussnahme einer versicherten Person betrifft, kann ein massgebender Einfluss aller- dings nicht schon alleine aufgrund der verwandtschaftli chen Verhältnisse bejaht werden. So verneinte beispielsweise das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich in seinem Urteil vom 13. August 2008 (AL 2008.00169) das Vorliegen eine r massgebenden Einflussnahme der Mutter, die ihre Stammeinlagen auf ihre beiden Söhne übertragen hatte, mit der Argumentation, dass aufgrund der konkreten Verhältnisse keine Mitbeteilig ung dargetan sei. Auch im Fall einer versicherten Person, deren Sohn Präsident des Verwaltungsr ats und Geschäftsführer war, sah das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich keinen Gr und, aufgrund verwandtschaftli- cher Verflechtungen eine arbeitgeberähnliche Stellung der Mutter anzunehmen, obschon der ihr entrichtete Monatslohn für Sekretariatsarbeiten mit Fr. 6'950.-- relativ hoch bemessen und die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anspruchstellerin phasenweise gar die einzige Lohnbezügerin gewesen war (vgl. Urteil des So- zialversicherungsgerichts Zürich vom 22. März 2010, AL 2008.00295). 3. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführer in während ihrer Tätigkeit im Betrieb ihrer Familie in Y.____ von April bis Ende November 20 10 massgebend an dessen Dispositio- nen beteiligt war und damit eine arbeitgeberähnliche Stellung innehatte, was dem Gesagten zufolge zur Ablehnung der Anspruchsberechtigung führen würde. 3.1 Gemäss Handelsregisterauszug vom 10. Februar 2011 (v gl. Akten der Kasse, Akt 206 f.) ist seit Februar 2009 eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) unter dem Namen B.____ GmbH (nachfolgend GmbH) eingetragen, deren Z weck in der Führung und im Betrieb des C.____-Shops der D.____ AG (nachfolgend AG) in Y. ____ besteht. Die Beschwerdeführe- rin selbst ist nicht im Handelsregister eingetragen; als Gesellschafterin und Vorsitzende der Geschäftsführung fungiert vielmehr deren Mutter und a ls weitere Gesellschafterin die AG. Als Geschäftsführer mit Kollektivunterschrift zu Zweien sind E._____ sowie F.____ eingetragen. E.____ ist zugleich Delegierter der AG, der seinerseits namens der AG als Verpächterin den Pachtvertrag gegenüber der GmbH mit unterzeichnet ha t und der GmbH als Verantwortlicher aller C.____-Shops der Region Z.____beratend zur Seit e steht (vgl. Protokoll der Parteiver- handlung vom 12. April 2012, S. 2). Bei der GmbH han delt es sich zweifellos um einen Famili- enbetrieb im Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über d ie Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel vom 13. März 1964 (ArG), demzufolge der Ehegatt e des Betriebsinhabers, dessen Ver- wandte in auf- und absteigender Linie und deren Ehegatten von dessen Geltung ausgenommen sind (vgl. Protokoll der Parteiverhandlung vom 12. Apr il 2012, S. 2). Die Beschwerdeführerin war vom 1. April 2009 bis Ende November 2010 bei der GmbH als Mitarbeiterin angestellt (vgl. Arbeitsverträge vom 25. Februar 2009 und vom 20. Juli 2009) und amtete als stellvertre- tende Geschäftsführerin (vgl. Arbeitgeberbestätigung d er GmbH vom 17. November 2010; ebenso Protokoll der Parteiverhandlung vom 12. April 2012, S. 3). Nachdem sie zunächst einen Verdienst von jährlich 13 Monatslöhnen à Fr. 4'200.-- erhalten hatte, erzielte sie zuletzt einen solchen von Fr. 4'675.-- pro Monat (vgl. Arbeitsverträg e vom 25. Februar 2009 sowie vom 20. Juli 2009, Arbeitgeberbestätigung der GmbH vom 17. No vember 2010). Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber erfolgte de n Angaben der GmbH zufolge mangels genügender Arbeit (vgl. Arbeitgeberbestätigung der G mbH vom 17. November 2010; Kündi- gungsschreiben der GmbH vom 20. Oktober 2010, Akten der Kasse, Akt 221). Noch während der Kündigungsfrist wurde der Beschwerdeführerin jedoch in Aussicht gestellt, per 1. Dezember 2010 zu einem reduzierten Pensum von 20% wieder für di e GmbH tätig sein zu können (vgl. Kündigungsschreiben vom 1. Oktober 2010, Akten der Kass e, Akt 221). Gestützt auf einen neuen Arbeitsvertrag war die Beschwerdeführerin per 1. Dezember 2010 sodann im Umfang von 20% wieder für die GmbH tätig (vgl. undatierte Ar beitsverträge der GmbH, Akten der Kas- se, Akt 222 f. sowie 224 f.). Während der im Handelsreg ister als Geschäftsführer eingetragene Vertreter der AG im Rahmen eines Franchisingverhältni sses mit der GmbH dieser de facto le- diglich beratend zur Seite steht und für die GmbH nach aussen hin nicht in Erscheinung tritt, ist zwischen den Parteien schliesslich unbestritten und aufgru nd der vorliegenden Akten erstellt, dass die faktische Geschäftsführung der GmbH von der Mut ter der Beschwerdeführerin an de- ren Bruder delegiert worden ist (vgl. Protokoll der Parteiverhandlung vom 12. April 2012, S. 4, 5 Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht und 6 sowie 8 f.; ebenso Aktennotiz der Kasse vom 16. Mai 2011, Akt 150 f.; Aktennotiz der Kasse ebenfalls vom 16. Mai 2011, Akt 148 f.). Dieser f ührte kraft Vollmacht seiner Mutter und Mehrheitsgesellschafterin die tatsächlichen Geschäfte der GmbH und vertritt diese sowohl im Innen- als auch im Aussenverhältnis (vgl. Protokoll der Parteiverhandlung vom 12. April 2012, S. 3 f.; vom Bruder der Beschwerdeführerin unterzeichnet e Arbeitsverträge der GmbH, Akten der Kasse Akt 222 ff.; Kündigungsschreiben der GmbH vom 2 0. Oktober 2010, Akten der Kas- se, Akt 221; ebenso Aktennotiz der Kasse vom 16. Mai 2010, Akt 150 f., S. 2). 3.2 Die Kasse stellt sich im Wesentlichen auf den Standp unkt, die Beschwerdeführerin kön- ne als ehemals stellvertretende Geschäftsführerin und T ochter der Mehrheitsgesellschafterin sowie Schwester des faktischen Geschäftsführers infolge fa miliärer Verflechtung im fraglichen Familienbetrieb der GmbH die Entscheide mit beeinfluss en. Vorab ist festzustellen, dass der persönliche Ausschlussgrund von Art. 31 Abs. 3 lit. b AVIG ausschliesslich Eheleute erfasst und grundsätzlich nicht auf verwandtschaftliche Verhältnisse wi e Sohn und Tochter oder Bruder ausgedehnt werden darf (vgl. oben, Erwägung 2.4 f.; ebenso Kreisschreiben über die Arbeitslo- senentschädigung, Januar 2007, Akten der Kasse, Akt 21 4, Rn. B24). Eine Vermengung der in Art. 31 Abs. 3 lit. b und c AVIG vom Anspruch auf Kurzar beitsentschädigung bzw. Arbeitslosen- entschädigung ausgeschlossenen Personen ist daher unstatt haft. Der Anspruch auf Arbeitslo- senentschädigung weiterer Familienmitglieder ist nur d ann abzusprechen, falls der mitarbeiten- den Tochter und Beschwerdeführerin ein massgebender Ei nfluss auf die Unternehmensent- scheidungen nachgewiesen werden kann. In casu liegen je doch keinerlei Unterlagen vor, aus denen sich ergibt, dass die Beschwerdeführerin beispielswe ise Kündigungen ausgesprochen oder anderweitig durch konkretes Verhalten die Entsche idungen ihrer Arbeitgeberin in relevan- ter Weise bestimmt oder beeinflusst hätte. Ebenso weni g sind Anhaltspunkte in den Akten vor- handen, wonach die Beschwerdeführerin im Aussenverhäl tnis allfällige Verträge unterzeichnet oder anderweitige Verbindlichkeiten für die GmbH ein gegangen wäre. Entgegen der in BGE C 273/01 geschilderten Konstellation sind mithin ke inerlei Geschäftsurkunden aktenkun- dig, wonach die Beschwerdeführerin in Vertretung ihr er Arbeitgeberin irgendwelche Verbind- lichkeiten eingegangen wäre. Es ist in Erinnerung zu ruf en, dass gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG stets eine massgebliche Mitwirkung erforderlich ist. Ein solches aktives und bestimmen- des Handeln der Beschwerdeführerin, das eine arbeitgebe rähnliche Stellung dokumentieren würde, liegt aufgrund der Akten somit gerade nicht vor. 3.3 Es bleibt zu prüfen, ob eine arbeitgeberähnliche S tellung aus dem Umstand einer stell- vertretenden Geschäftsführung abgeleitet werden kann. Obwohl die Beschwerdeführerin von der GmbH als "Mitarbeiterin" angestellt worden war (v gl. Arbeitsverträge der GmbH vom 25. Februar 2009 sowie vom 20. Juli 2009, Akten der Ka sse, Akt 226 f. und 230 f.), folgt aus ihren eigenen Aussagen, dass sie als stellvertretende Geschä ftsführerin tätig gewesen ist. Nichts anderes geht aus den Aussagen der anlässlich der P arteiverhandlung einvernommenen Auskunftspersonen hervor (vgl. Protokoll der Parteiverhan dlung vom 12. April 2012, S. 3, 4, 6) und ergibt sich bereits auch aus den Akten. Insbesondere ist der als Beilage zum Arbeitsvertrag mit der Beschwerdeführerin von der AG vorgegebenen Funkt ionsbeschreibung der GmbH vom 1. Juli 2009 zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in der Funktion als stellvertretende Geschäftsführerin tätig gewesen ist (vgl. Beilage 3 d er Beschwerdebegründung; Protokoll der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Parteiverhandlung vom 12. April 2012, S. 3). Nichts anderes ergibt sich aus der Arbeitgeberbes- tätigung der GmbH vom 17. November 2010 (vgl. Akten der Kasse, Akt 219 f.). Dieser Umstand alleine vermag jedoch keinen massgebenden E influss der Beschwerdeführerin auf die Geschicke der GmbH zu begründen. Der erwähnten Funktionsbeschreibung zufolge war die Beschwerdeführerin ihrem Bruder als Geschäftsführer unterstellt. Gemäss den überein- stimmenden und mithin schlüssigen Aussagen der einverno mmenen Auskunftspersonen bein- haltete die Tätigkeit als stellvertretende Geschäftsfüh rerin keine massgebenden oder gar weit- reichenden Entscheidungen. Dies folgt zunächst aus den Au ssagen des für die Konzeptumset- zung zuständigen Vertreters der AG, wonach die stellvertre tende Geschäftsführung letztlich bedingt durch die zwingenden Vorgaben des Arbeitsgeset zes und die langen Öffnungszeiten vorteilhafterweise durch die Beschwerdeführerin als Famil ienmitglied der Betriebsinhaberin und Schwester des faktischen Geschäftsführers wahrgenommen wu rde, deren eigene Tätigkeit je- doch nur das Tagesgeschäft betraf. Die Befugnisse und Au fgaben der Beschwerdeführerin be- schränkten sich auf Auffüllarbeiten, Warenbestellungen u nd die täglichen Kassenabrechnun- gen. Insofern unterschied sich deren Tätigkeit in finanziellen Belangen nur unwesentlich von der Verantwortung einer Kassiererin eines Detailgrosshandel s, die ihre Kasse ebenfalls in Eigen- verantwortung zu führen hat. Was insbesondere die War enbestellungen betrifft, ist zu Gunsten der Beschwerdeführerin zu beachten, dass im Rahmen des - im Übrigen ebenfalls vom Bruder der Beschwerdeführerin als faktischer Geschäftsführer un terzeichneten - Pachtvertrags mit der AG sowohl Lieferanten wie Warensortiment zwingend vorg eschrieben sind (vgl. Beschwerde- beilage 4). Ein eigentlicher Gestaltungsspielraum der Beschwerdeführerin hinsichtlich ihrer ei- genen Tätigkeiten erscheint bereits unter diesen Umständen fraglich. Ob darüber hinaus - wie die Beschwerdeführerin vorbringen lässt - von einer ei gentlichen Scheinselbständigkeit gespro- chen werden kann, ist nicht entscheidend. Massgebend ist ei nzig, dass bereits der GmbH als solcher im Rahmen des Pachtvertrags nur sehr eingeschränkt e Befugnisse zukamen, welche die Beschwerdeführerin aufgrund der internen Struktur der GmbH auch als stellvertretende Ge- schäftsführerin letztlich nicht zu beeinflussen in der Lage war. Zumal sie ihren glaubhaften Aus- sagen zufolge nicht einmal über einen Tresorschlüssel verf ügt hat, kann aus ihrem Tätigkeits- profil jedenfalls kein eigentlicher Einfluss auf die Ge schäftstätigkeit der GmbH und deren Ge- schicke abgeleitet werden. Dies manifestiert sich letztlich a uch durch den Umstand, dass sie gegenüber dem Vertreter der AG Ansprechpartnerin led iglich für das Tagesgeschäft war. Massgebende Kompetenzen in finanziellen und rechtlichen Belangen wie Budgets und Verträge wurden demgegenüber durch den faktischen Geschäftsführer und Bruder der Beschwerdefüh- rerin alleine wahrgenommen, der schliesslich auch die Personaleinsatzpläne jeweils ohne Zutun der Beschwerdeführerin erstellt hat (vgl. zum Ganzen: Protokoll der Parteiverhandlung vom 12. April 2012). Ausgehend vom materiellen Organbegr iff quasi eo ipso eine arbeitgeberähnli- che Stellung der Beschwerdeführerin abzuleiten, verbiet et sich unter diesen Umständen. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin während der Abwes enheit ihres Bruders für den rei- bungslosen Ablauf des täglichen Geschäftsablaufes zu sorgen hatte, impliziert jedenfalls keine massgebliche Einflussnahme im Sinne von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG. Dass sich die GmbH dabei nicht an die handelsregisterrechtlichen Vorgaben gehalten hat, weil der faktische Geschäftsfüh- rer nicht im Handelsregister eingetragen war, ist dabei ebenso wenig von Belang wie der Um- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht stand, dass es sich beim fraglichen Betrieb der GmbH um einen familiären Kleinbetrieb mit we- nig Personal und nur gering ausgeprägter Organisationsstruktur gehandelt hat. 3.4 Dass die Beschwerdeführerin einerseits die Tochter de r Betriebsinhaberin und Schwes- ter des faktischen Geschäftsführers der GmbH ist, reicht für die Verneinung ihres Leistungsan- spruchs gegenüber der Arbeitslosenversicherung nicht aus. D iese müsste vielmehr selbst eine arbeitgeberähnliche Stellung eingenommen haben. Auch wenn der letztlich erzielte Monatsver- dienst durchaus gerechtfertigt war, weist der hiervor de tailliert erhobene Sachverhalt zwar dar- auf hin, dass die Beschwerdeführerin im Betrieb ihrer Mutter dank der verwandschaftlichen Bande eine bevorzugte Stellung genossen hat, indem sie beispielsweise schon früh nach ihrer Anstellung einen leicht höheren als den marktüblichen Lohn bezogen haben mag (vgl. Aussage des Vertreters der AG, Protokoll der Parteiverhandlun g vom 12. April 2012, S. 3 f., ebenso Ak- tennotiz der Kasse, Akt 148). Auch wenn die Gründe hierfür durch die gesetzlichen Bestimmun- gen für Familienbetriebe bedingt sind (vgl. Aussagen d es Geschäftsführers, Protokoll der Par- teiverhandlung vom 12. April 2012, S. 7), spricht für eine bevorzugte Stellung ebenso der Um- stand, dass die Beschwerdeführerin nach ihrer Kündigung per Ende November 2010 im Um- fang von 20% wieder von der GmbH eine neue Anstellung erhalten hatte und mithin nahtlos wieder in die GmbH einsteigen konnte. Diese Vorteil e alleine weisen jedoch nicht darauf hin, dass die Beschwerdeführerin faktisch die Möglichkeit hatte , die Geschicke ihrer Arbeitgeberin massgebend mit zu beeinflussen. Dies jedoch - und nicht et wa der Genuss arbeitsvertraglicher Vorteile - ist ausschlaggebend für die Frage, ob eine arbeitgeberähnliche Stellung vorliegt (vgl. ebenso Urteil des EVG vom 13. Juni 2005, C 244/0 4, E. 2.2). Auch wenn nicht zu verken- nen ist, dass für die Kasse bei der Beurteilung von Fami lienbetrieben heikle Abgrenzungsprob- leme entstehen können, ist abschliessend noch einmal auf die gesetzlichen Vorgaben im öffent- lichen Arbeitsrecht hinzuweisen. Demnach ist der vorliegen de Familienbetrieb von Gesetzes wegen verpflichtet, seine personelle Struktur mit eigen en Familienmitgliedern sicherzustellen, um ausserhalb der gesetzlichen Arbeitszeiten überhaupt sei nen Betrieb offen halten zu können (vgl. Art. 4 ArG). Das daraus resultierende Spannungsverh ältnis zwischen arbeitsrechtlichen Bestimmungen einerseits und Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG a ndererseits vermag nichts daran zu ändern, dass einzig hinsichtlich des mitarbeitenden Ehegat ten ein gesetzlicher Leistungsaus- schluss stipuliert ist und nicht auch ein solcher für wei tere Verwandte. Dieser persönliche Aus- schlussgrund darf auch in casu nicht auf weitere verwandt schaftliche Verhältnisse ausgedehnt werden. Die Kasse verweist sodann auf die Tatsache, dass die Kündigung der Beschwerdefüh- rerin vom 20. Oktober 2010 zugleich den Vermerk enthält , diese per 1. Dezember 2010 nahtlos im Umfang von 20% wieder unter Vertrag zu nehmen (vgl . Akten der Kasse, Akt 221). Diese Weiterbeschäftigung mit beschränktem Pensum ist aber mit den rechtlichen Vorgaben des Ar- beitsgesetzes ohne weiteres erklärbar. Das Interesse des B etriebes trifft sich deshalb mit dem Interesse der Arbeitnehmerin, wenigstens in beschränktem Umfang noch für die GmbH tätig zu sein (vgl. Protokoll der Parteiverhandlung vom 12. April 2012, S. 7 unten). Die Tatsache einer erneuten Anstellung alleine begründet demnach ebens o wenig einen massgebenden Einfluss der Beschwerdeführerin auf die Geschicke der GmbH wie d ie Hintergründe, welche letztlich zur vorangehenden Kündigung geführt hatten. Nichts anderes gilt hinsichtlich der von der Kasse dargelegten Beteiligung weiterer Familienmitglieder der Beschwerdeführerin an verschiedenen Firmen. So kann aus einer Häufung des Bezugs von Arbeitsl osenentschädigung derselben Fa- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht milienmitglieder nichts für den vorliegenden Fall abg eleitet werden. Eine solche Häufung liegt vielmehr ebenfalls in der im öffentlichen Arbeitsrecht vorgeschriebenen familiären Struktur ei- nerseits und den finanziellen Vorgaben der AG gegenübe r der GmbH andererseits begründet. Was schliesslich die Eigenschaft der Beschwerdeführerin als e hemalige Gesellschafterin mit Einzelunterschrift der G.____ GmbH in Basel betrifft, ka nn daraus schon alleine deshalb nichts abgeleitet werden, weil jene Firma noch vor Beginn d es Arbeitsverhältnisses mit der hier zur Diskussion stehenden GmbH im Januar 2009 aus dem Handelsregister gelöscht und ein allfälli- ger Einfluss der Beschwerdeführerin auf jene Vorgänger firma mithin noch vor dem hier interes- sierenden Stellenantritt unmöglich geworden war. 3.5 Zusammenfassend lässt sich kein massgebender Einfluss der Beschwerdeführerin auf ihre Arbeitgeberin ableiten. Es kommt ihr somit keine arbeitgeberähnliche Stellung zu. Die Aberkennung ihrer Anspruchsberechtigung auf Arbeitslo senentschädigung gemäss Einspra- cheentscheid vom 23. Juni 2011 und vorangehender Verfü gung vom 24. Januar 2011 ist daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Angelegenheit ist zur weiteren Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen an die Kasse zurückzuweisen. 4. Es verbleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Gemäss A rt. 61 lit. g ATSG hat die obsiegen- de Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Ver- fahrens entsprechend ist der Beschwerdeführerin deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Kasse zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarno- te vom 3. Januar 2012 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 17 1/4 Stunden und Auslagen von insgesamt Fr. 748.25 ausgewie sen, was angesichts der sich stel- lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstande n ist. Zuzüglich den Bemühungen für die Teilnahme an der Parteiverhandlung im Umfan g von 2 3/4 Stunden ist der resultierende Zeitaufwand von somit 20 Stunden zu dem in Sozialversich erungsprozessen für durchschnittli- che Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Der Be- schwerdeführerin ist demnach ein Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 6'208.10 (20 Stun- den à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 748.25 und 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Be- schwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden der Einsp racheentscheid der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland vom 23. Juni 20 11 sowie deren Verfügung 155/2011 vom 24. Januar 2011 aufgeho ben und die Angelegenheit wird zur Prüfung der übrigen Anspruchsvo raussetzun- gen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland hat de r Beschwerdeführe- rin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 6'208 .10 (inkl. Ausla- gen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.