A bteilung IV zom /m ak D -6813/2006 {T 0/2} U rteil vom 2. Juli 2007 M itw irkung: R ichter M artin Zoller, Beat W eber, H ans Schürch G erichtsschreiberin Kathrin M angold H orni M ._______, geboren_______, Kam erun, w ohnhaft_______, vertreten durch_______ Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 7. A ugust 2003 i.S. A syl und W egw eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. a) D er Beschw erdeführer verliess seine H eim at gem äss eigenen Angaben am 23. M ärz 2003 und gelangte auf dem Luftw eg via Paris nach Italien. Von dort her sei er am 25. M ärz 2003 in einem Personenw agen unter U m gehung der G renzkontrol- le in die Schw eiz eingereist. Zu seinem am 26. M ärz 2003 in der Em pfangsstelle (heute: Em pfangszentrum ) Vallorbe gestellten Asylgesuch w urde der Beschw erde- führer dort am 31. M ärz 2003 sum m arisch befragt. Ebenfalls noch in der Em pfangsstelle Vallorbe w urde er am 3. April 2003 eingehend zu seinen Asylgrün- den angehört. Für den Aufenthalt w ährend der D auer des Asylverfahrens w urde der Beschw erdeführer dem Kanton_______ zugew iesen. D as Bundesam t verzich- tete sow ohl auf w eitere Abklärungen als auch auf eine zusätzliche Befragung des Beschw erdeführers. b) Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen gel- tend, er stam m e aus Y._______ und habe ab 1992 an der dortigen U niversität R echt studiert. N och im gleichen Jahr sei er w ährend einer Kundgebung auf dem U niversitätsgelände zusam m en m it vielen anderen Studenten festgenom m en w orden. N ach drei M onaten sei er w ieder freigelassen w orden, doch habe er sein Studium nicht m ehr fortsetzen können. Er habe daher ab 1994 beim Anw alt N ._______ in D ._______ gearbeitet. Im April 1998 hätten Polizisten versucht, ge- w altsam in die Kanzlei von "M aître N ." einzudringen. Es sei dann zu einem Streit gekom m en, in w elchen sich auch Passanten eingem ischt hätten; dabei sei auch die Frontscheibe eines Polizeifahrzeugs beschädigt w orden. Zw ei Tage nach die- sem Vorfall, am 28. April 1998, seien Polizeibeam te zu ihm - dem Beschw erdefüh- rer - nach H ause gekom m en und hätten ihn geschlagen. N ach dem plötzlichen Tod von "M aître N ." im Juni oder Juli 1998 sei er w ieder nach Y._______ gezogen. N ach einer neunm onatigen Inform atik-Ausbildung habe er im "Y._______-m égacenter" ein eigenes G eschäft eröffnet. Bis Ende 2001 habe er keinerlei Problem e m it den Behörden gehabt. Im N ovem ber 2001 sei er jedoch anlässlich der Teilnahm e an einer Kundgebung der O pposition gegen den "O bservatoire national des élections" (O N EL) festgenom m en und w ährend einer W oche in H aft gehalten w orden. Zw ischen April und Juni 2002 sei er insgesam t fünfm al anlässlich von D em onstrationen verhaftet w orden. N ach der letzten Fest- nahm e am 23. Juni 2002 sei er zw ei M onate lang in H aft gehalten und erst nach einer Intervention der "Action C hrétienne pour l'Abolition de la Torture" (AC AT) be- ziehungsw eise des M agisters T._______ w ieder freigelassen w orden. W ährend der H aft sei er w iederholt geschlagen, aber nie verhört oder einem R ichter vorge- führt w orden. Am Abend des 14. D ezem ber 2002 seien zw ei in Zivil gekleidete M änner zu ihm nach H ause gekom m en und hätten ihm seine Festnahm e erklärt. Als die beiden M änner seiner Aufforderung, sich auszuw eisen, ihre D ienststelle zu nennen und ein D okum ent, w elches seine Festnahm e rechtfertigen w ürde, nicht nachgekom - m en seien, sei es zu einem Streit gekom m en. D ie Polizei sei dann eingeschritten 3 und habe die beiden M änner m itgenom m en; später habe er erfahren, dass es sich um Leute des "G roupem ent spécial d'opérations" (G SO ) gehandelt habe. Am 26. D ezem ber 2002 habe er eine Vorladung erhalten, die er aber aus Angst vor m öglichen R epressalien nicht befolgt habe. Stattdessen habe er sich w ieder nach D ._______. Seine Schw ester habe ihn dann über die Existenz zw eier w eiterer Vorladungen inform iert und auch seine Ausreise organisiert. Seine Lebensgefährtin und seine beiden Kinder seien in Kam erun geblieben. Für den w eiteren Inhalt der Aussagen w ird auf die Protokolle bei den Akten verw ie- sen. Sow eit für den Entscheid w esentlich, w ird darauf in den Erw ägungen einge- gangen. c) Bereits anlässlich der sum m arischen Befragung in der Em pfangsstelle reichte der Beschw erdeführer drei auf den 26. D ezem ber 2002, auf den 2. Januar 2003 und auf den 10. Januar 2003 datierte Vorladungen zu den Akten. B. M it Verfügung vom 7. August 2003 - eröffnet am 8. August 2003 - lehnte das BFF das Asylgesuch m it der Begründung ab, die Vorbringen des Beschw erdeführers hielten den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht stand. D abei seien auch die drei eingereichten D okum ente - ohne auf die Frage einer allfälligen Fälschung einzugehen - als untauglich zu w erten. G leichzeitig ordnete das BFF die W egw ei- sung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz an und stellte fest, der Vollzug der W egw eisung sei zulässig, zum utbar und m öglich. C . a) D er Beschw erdeführer beantragte bei der dam als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) m it Eingabe vom 5. Septem ber 2003 (D atum Post- stem pel: 8. Septem ber 2003) die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die G ew ährung des Asyls. Eventuell sei der Vollzug der W egw eisung als unzuläs- sig, unzum utbar und unm öglich zu bezeichnen, und es sei ihm die vorläufige Auf- nahm e in der Schw eiz zu gew ähren. In prozessrechtlicher H insicht sei ihm die un- entgeltliche Prozessführung inklusive der unentgeltlichen R echtsverbeiständung zu bew illigen und es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Auf die Begründung dieser Anträge w ird, sow eit für den Entscheid w esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D . a) M it Zw ischenverfügung vom 17. Septem ber 2003 - für deren ausführliche Be- gründung auf die Akten verw iesen w ird - w ies die AR K die G esuche um G ew äh- rung der unentgeltlichen R echtspflege inklusive der unentgeltlichen R echtsverbei- ständung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses m it der Be- gründung ab, ungeachtet der Tatsache, dass die angeblich bestehende Bedürftig- keit durch keine entsprechende Bestätigung belegt w erde, sei auch das Kriterium 4 der N ichtaussichtslosigkeit nicht gegeben. Sodann w ies die AR K darauf hin, dass der Beschw erdeführer gar nicht vertreten sei; im Ü brigen läge auch keine sachliche N otw endigkeit einer anw altlichen Vertretung vor. G leichzeitig forderte die AR K den Beschw erdeführer - unter Androhung des N ichteintretens im U nterlassungsfall - auf, bis zum 2. O ktober 2003 einen Kostenvorschuss in der H öhe von Fr. 600.-- zu leisten. b) N ach der kom m entarlosen Einreichung einer am 18. Septem ber 2003 vom Frei- burgischen R oten Kreuz ausgestellten Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung hielt die AR K in einer w eiteren Zw ischenverfügung vom 24. Septem ber 2003 fest, es seien keine neuen U m stände aufgetreten, w elche ein Zurückkom m en auf die Zw ischen- verfügung vom 17. Septem ber 2003 rechtfertigen w ürden, w eshalb die dort ange- setzte Kostenvorschussfrist beziehungsw eise die angedrohte Säum nisfolge nach w ie vor G ültigkeit habe. c) Am 30. Septem ber 2003 gab der Beschw erdeführer - jew eils im O riginal und zu- sam m en m it einem Briefum schlag - eine M itgliederkarte der "Social D em ocratic Front" (SD F) für das Jahr 2003, zw ei ärztliche Zeugnisse, zw ei Bestätigungen, w o- nach er verfolgt sei, eine SD F-Liste des Jahres 1997 sow ie ein Schreiben einer der SD F-Abteilungen von D ._______ zu den Akten. d) D er Kostenvorschuss w urde am 2. O ktober 2003 geleistet. E. Am 17. M ai 2004 ging bei der AR K eine auf den 16. April 2004 datierte, an das BFF adressierte Bestätigung ein, w onach der Beschw erdeführer SD F-M itglied sei und als solches in seiner H eim at Ziel von Angriffen und Verfolgungsm assnahm en seitens der kam erunischen Polizei gew esen sei. F. a) D ie Vorinstanz schloss m it Vernehm lassung vom 7. Septem ber 2006 auf Abw ei- sung der Beschw erde, da diese keine neuen erheblichen Tatsachen oder Bew eis- m ittel enthalte, w elche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könnten. Insbesondere kom m e auch der sich bei den Akten befindenden Bestätigung kein Bew eisw ert zu, zum al die unterzeichnende Person dafür gar keine Berechtigung habe. b) D er Beschw erdeführer liess sich am 26. Septem ber 2006 durch seinen am 18. Septem ber 2006 neu bestellten R echtsvertreter zu den in der Vernehm lassung enthaltenen Feststellungen vernehm en. G leichzeitig reichte er einen dem Internet entnom m enen Artikel der SD F, zw ei - ebenfalls dem Internet entnom m ene - Be- richte von "am nesty international" betreffend die Lage in Kam erun sow ie die Kopie 5 einer Faxkopie eines auf den 22. Septem ber 2006 datierten Schreibens eines Anw altes in A._______ zu den Akten. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der vorm aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel-6 ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D er Beschw erdeführer, w elcher in der ersten Befragung in der Em pfangsstelle noch m it keinem W ort erw ähnte, M itglied der SD F zu sein, behauptete anlässlich der direkten Bundesanhörung, er habe schon seit Jahren der SD F angehört und auch eine entsprechende M itgliedschaftskarte besessen, w elche er jedoch zu H au- se gelassen habe. Als SD F-M itglied habe er unter anderem im Jahre 1997 am W ahlkam pf des Bürgerm eisterkandidaten S.E. in D ._______ teilgenom m en, Leute zusam m engerufen sow ie G etränke und T-Shirts besorgt (vgl. Protokoll direkte Bundesanhörung, A6, S. 8). Sodann berichtete er anlässlich der ersten Anhörung, am 28. April 1998 seien Polizisten zu ihm nach H ause gekom m en und hätten ihn geschlagen (vgl. Protokoll Kurzbefragung, A1, S. 4), w ährend er dann in der direk- ten Bundesbefragung behauptete, er sei nicht nur m isshandelt, sondern auch auf das Kom m issariat m itgenom m en w orden, w o er zw ei oder drei Tage lang einge- sperrt gew esen sei; nur w egen des Begräbnisses seines G rossm utter, die w egen der Ereignisse einen Schock erlitten habe und schliesslich gestorben sei, und m it der Zusicherung, die zerstörte Scheibe des Polizeifahrzeuges zu ersetzen, sei er w ieder frei gekom m en (vgl. Protokoll direkte Bundesanhörung, A6, S. 10). Ebenso m achte er in der ersten Befragung im Zusam m enhang m it der angeblichen Fest- nahm e im N ovem ber 2001 keinerlei M isshandlungen geltend, um dann anlässlich der direkten Bundesanhörung eingehend darzulegen, w ie er im U ntergeschoss des G ebäudes m it Stöcken traktiert w orden sei (vgl. Protokoll direkte Bundesanhörung, A6, S. 14). W ie die Vorinstanz in ihrer angefochtenen Verfügung zu R echt bem erkte, m uss der W ahrheitsgehalt w esentlicher Vorbringen dann als zw eifelhaft bezeichnet w er- den, w enn diese ohne zw ingenden G rund erst im späteren Verlauf des Verfahrens geltend gem acht w erden und dabei nicht lediglich eine Konkretisierung bereits dar- gelegter Ereignisse darstellen. N achdem es sich bei den erw ähnten U m ständen und Ereignissen um zentrale Punkte in den Asylvorbringen des Beschw erdeführers gehandelt hat, erscheint es in der Tat nicht nachvollziehbar, w ieso der Beschw er- deführer diese - sollten sie tatsächlich den Tatsachen entsprechen - bei der Erst- befragung in der Em pfangsstelle noch nicht zu Protokoll gegeben hatte. D ie dies- bezüglichen D arlegungen in der R echtsm itteleingabe (vgl. S. 2 ff.), er habe in der ersten Befragung nie ausdrücklich behauptet, nicht geschlagen w orden zu sein, 7 die in der direkten Bundesanhörung gem achten Ausführungen stellten vielm ehr bloss eine logische Fortsetzung seiner G eschichte und "kein neues Elem ent" dar, verm ögen nicht zu überzeugen beziehungsw eise w idersprechen klar den Tatsachen. Schliesslich sind auch die D arlegungen in der Stellungnahm e vom 5. Septem ber 2006 (Poststem pel: 8. Septem ber 2006), m it denen im W esentlichen am W ahrheitsgehalt der in der direkten Bundesanhörung gem achten Aussagen festgehalten w ird, nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung des Sachverhaltes zu führen. 4.2 D ie Zw eifel an der G laubhaftigkeit der Vorbringen w erden dadurch erhärtet, dass die Aussagen des Beschw erdeführers in w esentlichen Punkten auch der allgem ei- nen Erfahrung oder der Logik des H andelns w idersprechen. W ie in der angefoch- tenen Verfügung zu R echt bem erkt w urde, erscheint die Behauptung des Be- schw erdeführers, am 14. D ezem ber 2002 hätten ihn zw ei in Zivil gekleidete Ange- hörige des G SO festnehm en w ollen, seien dann aber selber von den zur Schlich- tung des entstandenen Streites herbeigerufenen Polizisten m itgenom m en w orden, in keiner W eise logisch. Beim G SO handelt es sich um eine Spezialeinheit der (of- fiziellen) kam erunischen Sicherheitskräfte; im Falle eines Streites um eine Fest- nahm e hätten die Polizisten w ohl kaum die G SO -Leute, sondern den Beschw erde- führer m itgenom m en. D es W eiteren ist auch nicht nachvollziehbar, w eshalb die Behörden - hätten sie tatsächlich ein Interesse an seiner Person gehabt - ihm erst zw ölf Tage später ein Vorladung geschickt und ihm so G elegenheit gegeben hät- ten, sich deren Zugriff zu entziehen, zum al - w ie das BFM auch in seiner Vernehm - lassung vom 7. Septem ber 2006 zutreffend bem erkte - einer der beiden G SO -M än- ner den beim Streit am 14. D ezem ber 2002 erlittenen Verletzungen erlegen sein soll (vgl. Protokoll direkte Bundesanhörung, A6, S. 18). 4.3 In Bezug auf die drei bereits anlässlich der sum m arischen Befragung in der Em p- fangsstelle zu den Akten gegebenen angeblichen polizeilichen Vorladungen hielt das Bundesam t fest, diese m üssten als untaugliche Bew eism ittel qualifiziert w er- den. In der Tat sind die drei fraglichen Vorladungen nicht nur bereits angesichts der vorstehend erw ähnten U ngereim theiten des Sachvortrages, sondern insbeson- dere auch aufgrund ihres Aussehens (ausgeschnittene Kopien eines Form ulars, w elche m it handschriftlichen, nicht dem Inhalt echter polizeilicher Vorladungen ent- sprechenden Einträgen und einem unklaren Stem pelabdruck versehen w urden) nicht geeignet, die Zw eifel an der G laubhaftigkeit der Vorbringen zu beseitigen, zu- m al - w ie auch in der angefochtenen Verfügung bem erkt w urde - derartige D oku- m ente auch gem äss den Erkenntnissen des Bundesverw altungsgerichts ohne W ei- teres gegen geringes Entgelt beschafft w erden können. 4.4 Schliesslich sind auch die auf Beschw erdeebene eingereichten D okum ente nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung des Sachverhaltes zu führen. H insichtlich der auf den 16. April 2004 datierten Bestätigung ist zw ar vorab festzu- halten, dass der für die Jahre 1998 bis 2006 gew ählte SD F-Sekretär tatsächlich den N am en M ._______ trägt. G em äss den Erkenntnissen des Bundes- verw altungsgerichts kann der Beitritt zur SD F jedoch auf einfachste Art, insbeson- dere auch durch blosses Ausfüllen eines Form ulars im Internet, auch aus dem Ausland erfolgen. In der Folge kann ein neues M itglied auch von entsprechenden "D ienstleistungen" w ie etw a der - gegen zusätzliches Entgelt erfolgenden - Aus-8 stellung von M itgliedschaftskarten und Bestätigungen profitieren. D en sich bei den Akten befindenden Bestätigungen und Schreiben, der SD F-Liste sow ie der M itglie- derkarte kann daher kein realer Bew eisw ert zukom m en. D ies gilt um so m ehr als - w ie vorstehend unter Ziff. 4.1 dargelegt w urde - die angeblichen Tätigkeiten für die SD F und die dam it verbundenen Verfolgungsm assnahm en anlässlich der Erstbe- fragung in der Em pfangsstelle noch m it keinem W ort erw ähnt w urden. W as im Ü b- rigen die beiden eingereichten "Attestations des poursuites" betrifft, so ist auch nicht einsehbar, zu w elchem Zw eck diese überhaupt ausgestellt w urden, zum al die erste Bestätigung am 27. Juni 2002, m ithin nur vier Tage nach der angeblichen Festnahm e und zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Beschw erdeführer in H aft be- funden haben w ill, ausgestellt w orden sein soll. In Anbetracht der gesam ten U ngereim theiten in den Aussagen des Beschw erde- führers m üssen auch die beiden auf den 18. D ezem ber 2001 und auf den 24. Au- gust 2002 datierten ärztlichen Zeugnisse als blosse G efälligkeitsschreiben qualifi- ziert w erden, zum al darin nicht in erster Linie die gesundheitlichen Problem e, son- dern die vom Beschw erdeführer geltend gem achten Verfolgungsm assnahm en dar- gelegt w erden. Schliesslich verm ögen auch die zusam m en m it der R eplik am 26. Septem ber 2006 eingereichten, dem Internet entnom m enen, sich m it der allgem einen Lage in Ka- m erun und der Situation der SD F befassenden Berichte und die Kopie einer Fax- kopie eines anw altlichen Schreibens die G laubhaftigkeit der Vorbringen nicht zu erhöhen. In Bezug auf das anw altliche Schreiben vom 22. Septem ber 2006 fällt auch auf, dass darin behauptet w ird, "M aître J._______" küm m ere sich seit dem Jahre 2001 um die rechtlichen Belange der Fam ilie des Beschw erdeführers. Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer indessen nie geltend, er oder seine Fam ilie hätten einen Anw alt gehabt; vielm ehr behauptete er, dank der Intervention der "Action C hrétienne pour l'Abolition de la Torture" (AC AT) be- ziehungsw eise des M agisters T._______s im August 2002 aus der H aft freigekom - m en zu sein (vgl. Protokoll Kurzbefragung, A1, S. 5, und Protokoll direkte Bundes- anhörung, A6, S. 17). 4.5 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorbringen des Beschw erdeführers den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht standhalten. D as Bundesam t hat daher zu R echt davon abgesehen, die Asylrelevanz des geschilderten Sachverhaltes zu prüfen. Es kann darauf verzichtet w erden, auf die übrigen - nach Ansicht des Bun- desverw altungsgerichts ebenfalls zutreffenden - Erw ägungen der Vorinstanz (etw a auf die Feststellung, der Beschw erdeführer habe im Verlaufe der Befragungen zu w esentlichen Punkten, beispielsw eise zum D atum seiner angeblichen Festnahm e in D schang, w idersprüchliche Angaben gem acht) und auf die w eiteren Ausführun- gen in der Beschw erdeschrift und in der R eplik vom 18. Septem ber 2006 (im W e- sentlichen W iederholungen des anlässlich der Befragungen geschilderten Sach- verhaltes sow ie das Festhalten am W ahrheitsgehalt desselben) näher einzugehen. D as Asylgesuch w urde vom Bundesam t zu R echt abgew iesen. 9 5. 5.1 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.2 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. Entscheide und M ittei- lungen der AR K / EM AR K 2001 N r. 21). 5.3 D as Bundesam t w ies in seiner angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung gem äss Art. 5 Abs. 1 AsylG nur Per- sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. D a es dem Beschw erdefüh- rer - w ie oben unter Ziff. 4 der Erw ägungen dargelegt - nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechlichen N on-refoule- m ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Be- schw erdeführers nach Kam erun ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Ka- m erun dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss der Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folter- ausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohten (vgl. dazu EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m .w .H .; N r. 17 S. 130 f.). M it den H inw eisen auf die auf Beschw erdeebene einge- reichten, dem Internet entnom m enen Berichte über die Situation der politischen 10 O pposition in Kam erun beziehungsw eise auf die Vorgehensw eise der R egierung insbesondere gegen führende Aktivisten der SD F w ird den erw ähnten Anforderun- gen nicht G enüge getan, zum al - w ie oben unter Ziff. 4 der Erw ägungen eingehend dargelegt w urde - die geltend gem achten Tätigkeiten für die SD F und die dam it verbundene Verfolgungssituation nicht geglaubt w erden können. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.4 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise der N icht-Erhältlichkeit einer notw endigen m edizinischen Be- handlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Aus den W ahlen vom 11. O ktober 2004 ging - insbesondere dank der Zerstritten- heit der O pposition - der seit 1982 als Präsident am tierende Paul Biya erneut als Sieger hervor. Im Vorfeld dieser W ahlen unternahm die R egierung unter Präsident Biya gew isse Anstrengungen, die M enschenrechtslage zu verbessern, die D em o- kratisierung voranzutreiben und die Korruption einzudäm m en. D iese Anstrengun- gen w urden nach dem Sieg Biyas kaum w eitergeführt beziehungsw eise zeitigten keine offenkundigen Erfolge. Auf den 22. Juli 2007 sind Parlam ents- und auch Lo- kalw ahlen angesetzt. M it einer w eitreichenden Veränderung der Parlam entssitz- verteilung w ird nicht gerechnet; aufgrund der U neinigkeit der O ppositionsparteien w ird vielm ehr davon ausgegangen, dass die R egierungspartei "R assem blem ent D ém ocratique du Peuple C am erounais" (R D PC ) ihre D om inanz noch verstärken kann. Trotz der angesprochenen D efizite kann bezüglich Kam erun - und inbeson- dere auch bezüglich der H auptstadt Y._______<, w o der Beschw erdeführer gem äss seinen Angaben herkom m t, oder bezüglich der R egion A.______, w o angeblich seine Lebensgefährtin w ohnt - nicht von Krieg, Bürgerkrieg oder von einer Situation allgem einer G ew alt, w elche für den Beschw erdeführer bei seiner R ückkehr in die H eim at eine konkrete G efährdung darstellen w ürde, gesprochen w erden. Sodann sind auch keine anderen, individuellen G ründe ersichtlich, w elche den Vollzug der W egw eisung als unzum utbar erscheinen lassen könnten. D er noch junge, sow eit aktenkundig gesunde Beschw erdeführer verfügt über eine ausge- zeichnete Schulbildung (M atura und angefangenes U niversitätsstudium sow ie In- form atikausbildung) und über m ehrjährige Berufserfahrung (in einer Anw altskanz- lei und in der Inform atikbranche). Seine Lebensgefährtin und seine beiden Kinder, seine Eltern und seine zahlreichen G eschw ister leben gem äss seinen Angaben alle noch in Kam erun und können ihm bei der R eintegration in der H eim at behilf- lich sein. U nter diesen U m ständen bestehen keine H inw eise, dass der Beschw er- deführer bei seiner R ückkehr nach Kam erun in eine konkrete, seine Existenz be- drohende Situation geraten könnte. 11 Bei dieser Sachlage kann der Vollzug der W egw eisung - entgegen der in R echts- m itteleingabe vertretenen Auffassung - auch als zum utbar bezeichnet w erden. 5.5 D ie bisherigen Bestim m ungen betreffend vorläufige Aufnahm e infolge einer schw erw iegenden persönlichen N otlage (Art. 14a Abs. 4bis AN AG i.V.m . Art. 44 Abs. 3-5 AsylG ) w urden m it der Änderung des Asylgesetzes vom 16. D ezem ber 2005 aufgehoben. G leichzeitig m it der Aufhebung der Bestim m ungen über die vor- läufige Aufnahm e im Falle einer schw erw iegenden persönlichen N otlage trat auf den 1. Januar 2007 eine neue H ärtefallregelung in Kraft. G em äss Art. 14 Abs. 2 AsylG haben neu die Kantone die M öglichkeit, bei "Vorliegen eines schw erw eigen- den persönlichen H ärtefalles" unter bestim m ten w eiteren Voraussetzungen eine Aufenthaltsbew illigung zu erteilen. Im vorliegenden Fall w ären indes bereits die zeitlichen Anforderungen für die Anw endung von Art. 14 Abs. 2 AsylG nicht gege- ben, hält sich der Beschw erdeführer doch erst seit M ärz 2003, m ithin seit w eniger als den nunm ehr erforderlichen fünf Jahren, in der Schw eiz auf. 5.6 Schliesslich ist der Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführer auch als m ög- lich im Sinne von Art. 14a Abs. 2 AN AG zu bezeichnen, da keine praktischen H in- dernisse erkennbar sind, die einer R ückkehr nach Kam erun entgegenstehen könn- ten, und er verpflichtet ist, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atlan- des um die Ausstellung gültiger R eisepapiere zu bem ühen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ). 5.7 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D as Bundesam t hat den Vollzug der W egw eisung zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Auf- nahm e ausser Betracht (vgl. Art. 14a Abs. 1-4 AN AG ) 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten in der H öhe von Fr. 600.-- (vgl. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und m it dem am 2. O ktober 2003 in gleicher H öhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. (D ispositiv nächste Seite)12 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt und m it dem in gleicher H öhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beila- gen: SD F-Ausw eis, zw ei ärztliche Bestätigungen, Schreiben der SD F, Liste der SD F, zw ei "Attestations des poursuites" und SD F-Bestätigung; über eine allfäl- lige R ückgabe der bei der Vorinstanz eingereichten Bew eism ittel befindet das BFM auf entsprechende Anfrage) - der Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N _______) - dem _______ (Beilagen: G eburtsurkunde_______ und Identitätskarte_______) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M artin Zoller Kathrin M angold H orni Versand am :