A bteilung V E -6056/2006 {T 0/2} U rteil vom 4. A pril 2007 M itw irkung: R ichter König, R ichterin Luterbacher, R ichter M onnet G erichtsschreiberin Steiner A._______ Senegal, vertreten durch B._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 14. A ugust 2006 i.S. A syl und W egw eisung / N ._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er eigenen Angaben zufolge m inderjährige Beschw erdeführer, ein eth- nischer C ._______ aus D ._______, E._______, verliess sein H eim atland am 1. April 2006 und reiste am 12. Juni 2006 illegal in die Schw eiz ein, w o er gleichentags im Em pfangszentrum in F._______ um Asyl nachsuchte. D ie sum m arische Befragung fand dort am 16. Juni 2006 statt. Am 4. Juli 2006 führte das BFM eine ergänzende Anhörung bezüglich des Alters des Beschw erdeführers und am 17. Juli 2006 eine direkte Bundesanhörung - im Beisein der dem Beschw erdeführer infolge seiner M inderjährigkeit zugeteilten Vertrauensperson - durch (vgl. Art. 29 Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]). B. Anlässlich der beiden Befragungen m achte der Beschw erdeführer im W e- sentlichen geltend, er habe zusam m en m it seiner M utter gelebt und sich um das Vieh geküm m ert. Sein Vater habe sich den R ebellen angeschlos- sen, um für die U nabhängigkeit von E._______ zu käm pfen. Er sei bei den Käm pfen um gekom m en, als der Beschw erdeführer zehn Jahre alt ge- w esen sei. Sieben Jahre später hätten sich die R ebellen an den Sohn des G efallenen erinnert, da dieser seine N achfolge hätte antreten sollen. D er Beschw erdeführer sei von sechs R ebellen in der W üste, w o er seine Tiere habe w eiden lassen, aufgesucht und aufgefordert w orden, sich ihnen an- zuschliessen. D a der Beschw erdeführer dies nicht gew ollt habe, habe er um eine Frist gebeten, um die Tiere zurückführen zu können. Er habe sei- ner M utter von der Begegnung m it den R ebellen erzählt; sie habe ihn auf- gefordert, das Land zu verlassen. C . M it Verfügung vom 14. August 2006 - eröffnet am 15. August 2006 - w ies das BFM w egen U nglaubhaftigkeit der Vorbringen das Asylgesuch des Be- schw erdeführers ab und ordnete die W egw eisung sow ie den W egw ei- sungsvollzug an. D ie Verfügung erw uchs vorerst unangefochten in R echts- kraft. D . Am 14. August 2006 w urde der Beschw erdeführer dem Kanton G ._______ zugeteilt. E. M it Eingabe vom 5. O ktober 2006 liess der Beschw erdeführer durch sei- nen R echtsvertreter bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K, seit dem 1. Januar 2007 Bundesverw altungsgericht) ein G esuch um W ie- derherstellung der Beschw erdefrist und gleichzeitig eine Beschw erde ge- gen den negativen Entscheid der Vorinstanz vom 14. August 2006 einrei- chen. Er ersuchte um Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und G e- w ährung von Asyl; eventualiter sei die W egw eisung nicht zu vollziehen und dem Beschw erdeführer die vorläufige Aufnahm e in der Schw eiz zu gew äh- ren. In prozessualer H insicht ersuchte der Beschw erdeführer um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. F. M it Entscheid der AR K vom 3. N ovem ber 2006 w urde das G esuch um W iederherstellung der Beschw erdefrist gutgeheissen und festgestellt, die 3 Beschw erde vom 5. O ktober 2006 sei rechtzeitig. G . M it Zw ischenverfügung vom 8. N ovem ber 2006 verzichtete der zuständige Instruktionsrichter der AR K auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. H . D as BFM hielt in seiner Vernehm lassung vom 17. N ovem ber 2006 an sei- nen Erw ägungen fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanz gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesen Bereichen endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bun- desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht, der Beschw erdefüh- rer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Be- schw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlin- gen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernstaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Be-4 hörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gege- ben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz führt in ihrem ablehnenden Entscheid im W esentlichen aus, die Vorbringen des Beschw erdeführers w ürden den Anforderungen an die G laubhaftigkeit gem äss Art. 7 AsylG nicht stand halten. D as BFM gehe da- von aus, dass der Beschw erdeführer nicht w ie geltend gem acht aus E._______ stam m e und auch nicht in der Landw irtschaft tätig gew esen sei. Er könne w eder fundierte geographische Kenntnisse vorw eisen, noch ver- m öchten seine Kenntnisse über die Land- und Viehw irtschaft zu überzeu- gen. Sein W issen um den Kam pf für die U nabhängigkeit von E._______ beschränke sich m ehr oder w eniger auf den N am en des Anführers. D ieser U m stand erstaune, zum al der Beschw erdeführer geltend m ache, sein Va- ter sei als R ebell gestorben und w erde als grosser Käm pfer verehrt. D ie vom Beschw erdeführer geschilderte zw angsw eise R ekrutierung m üsse als realitätsfrem d beurteilt w erden. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich sechs bis zehn R ebellen sieben Jahre nach dem Tode des Vaters plötzlich auf die Suche nach dessen Sohn m achen w ürden. Selbst einen m ehrere Stunden dauernden Fussm arsch in die W üste sollten sie auf sich genom - m en haben, um vom G esuchten w ieder w eggeschickt zu w erden. U nter einem solch aufw endigen R ekrutierungssystem für einen einzigen m ög- lichen Käm pfer w äre eine R ebellion w ohl nie zu Stande gekom m en. Som it sei nicht davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer aus den genann- ten G ründen verfolgt sei. Ausserdem erachtet die Vorinstanz den Vollzug der W egw eisung des m inderjährigen Beschw erdeführers als zulässig, zu- m utbar und m öglich. 4.2 In der Beschw erde w ird dem im W esentlichen entgegen gehalten, von einem siebzehnjährigen, aus ärm lichen Verhältnissen stam m enden Jungen könne nicht erw artet w erden, dass er über tiefgründige geographische Kenntnisse verfüge, zum al davon auszugehen sei, dass er in seinem ju- gendlichen Alter w ohl selten über die eigenen Landesgrenzen hinaus-ge- kom m en sei, w eil ihm dazu schlicht und einfach das G eld gefehlt habe. W as die Beurteilung der Kenntnisse in der Land- und Viehw irtschaft anbe- lange, sei insbesondere den U m ständen in seinem H erkunftsland Beach- tung zu schenken, die nicht im G eringsten m it den schw eizerischen Ver- hältnissen verglichen w erden könnten. Es sei davon auszugehen, dass sich der Beschw erdeführer die landw irtschaftlichen Kenntnisse selber habe aneignen m üssen, da er seinen Vater schon im Alter von zehn Jah- ren verloren habe. D ass der Beschw erdeführer, w ie in der vorinstanzlichen Begründung aufgeführt, w enig über den Kam pf für die U nabhängigkeit von E._______ w isse, m öge w ohl auch daran liegen, dass sein eigener Vater in diesen Käm pfen sein Leben verloren habe und er sich davor hüten m öchte, dass ihm dasselbe w iederfahren könnte. D er Tod eines geliebten Elternteils sei w ohl stets m it psychischen Strapazen der zurückgebliebe-5 nen Kinder verbunden und m üsse zuerst verarbeitet w erden. Aus dieser Perspektive sei verständlich, dass der Beschw erdeführer, gerade w eil sein Vater in den Käm pfen um gekom m en sei, nichts m it den R ebellen zu tun haben m öchte und sich gegen eine Zw angsrekrutierung zur W ehr gesetzt habe. D ie Vorinstanz habe es pflichtw idrig unterlassen, die Asylrelevanz der Vorbringen des Beschw erdeführeres zu prüfen. Ausserdem sei der W egw eisungsvollzug w eder zulässig noch zum utbar, zum al der Beschw er- deführer im Falle einer R ückkehr dam it rechnen m üsse, zw angsrekrutiert zu w erden und m it grosser W ahrscheinlichkeit im Kam pf um zukom m en. 4.3 N ach Auffassung des Bundesverw altungsgerichts ist in Ü bereinstim m ung m it der Einschätzung der Vorinstanz festzuhalten, dass die Ausführungen des Beschw erdeführers zu den angeblichen Behelligungen durch die R e- bellen unglaubhaft erscheinen. D ie Schilderungen des Beschw erdeführers sind w idersprüchlich, enthalten kaum R ealitätskennzeichen, sind detailarm und realitätsfrem d und verm ögen som it nicht den Eindruck von tatsächlich Erlebtem oder Befürchtetem zu erw ecken. Seine kurzen, etw as unbeholfen anm utenden Antw orten auf die ihm gestellten Fragen lassen sich - entge- gen der in der Beschw erde vertretenen Auffassung - nicht ausschliesslich m it seiner M inderjährigkeit, der dam it zusam m enhängenden U nerfahren- heit und seiner sozialen H erkunft erklären. Vielm ehr ist grundsätzlich da- von auszugehen, dass eine Person tatsächlich gem achte Erfahrungen un- abhängig von Alter, Bildung, H erkunft und Lebenserfahrung realistisch und glaubhaft w iedergeben kann. Beispielsw eise hat der Beschw erdeführer an- lässlich der sum m arischen Anhörung ausgesagt, die R ebellen hätten ihm - nachdem sie ihn aufgesucht hätten - ein paar Tage Zeit gelassen, um sich ihnen anzuschliessen, und hätten ihm gesagt, sie w ürden ihn im D orf w ie- der aufsuchen. Anlässlich der direkten Bundesanhörung gab er diesbezüg- lich indessen zu Protokoll, die R ebellen hätten ihn aufgefordert, zuerst die Tiere nach H ause zu bringen und ihm gesagt, sie w ürden in der W üste auf ihn w arten. Angesichts der einschneidenden Konsequenzen, die der Be- such und die Forderung der R ebellen für den Beschw erdeführer gehabt hätte, w äre zu erw arten, dass er sich genau daran erinnert, w as die R e- bellen von ihm verlangten. Bezüglich w eiterer U nglaubhaftigkeitsm erkm ale in den Vorbringen des Beschw erdeführers kann auf die zutreffenden und hier zu bestätigenden Erw ägungen der vorinstanzlichen Verfügung verw ie- sen w erden. Entgegen der in der Beschw erde vertretenen Auffassung ist som it im U m stand, dass es die Vorinstanz unterlassen hat, die Asylrele- vanz der Vorbringen des Beschw erdeführers zu prüfen, keine Pflichtw idrig- keit zu erkennen. 4.4 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. Zusam m enfassend folgt, dass der Beschw erdeführer kei- ne asylrechtlich relevante Verfolgung gem äss Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen kann. D ie Vorinstanz hat das Asylgesuch des Be- schw erdeführers dem nach zu R echt abgelehnt.6 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichti- gen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). 5.2 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufent- haltsbew illigung noch hat er einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echts angeordnet (vgl. Art. 44 Abs. 1 AsylG ; Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asyl- rekurskom m ission, EM AR K 2001 N r. 21). 6. Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG ; SR 142.20]). 6.1 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D ritt- staat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.2 W ie den vorstehenden Erw ägungen entnom m en w erden kann, ist es dem Beschw erdeführer nicht gelungen, eine flüchtlingsrechtlich relevante Ver- folgung glaubhaft zu m achen. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussa- gen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass ihm für den Fall einer Ausschaffung nach Senegal dort m it beacht- licher W ahrscheinlichkeit eine nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbote- ne Strafe oder Behandlung drohen w ürde. G em äss Praxis des Europä- ischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Fol- terausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr nach- w eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Fol- ter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, N r. 17 S. 130 f., sow ie 1996 N r. 18 S. 182 ff. m it w eiteren H inw eisen). D ies ist vorliegend nicht der Fall. D ie allgem eine M enschen- rechtssituation in Senegal lässt den W egw eisungsvollzug nicht unzulässig erscheinen. 6.3 D er Beschw erdeführer w urde nach eigenen Aussagen am (...) geboren. N ach dem m assgebenden schw eizerischen R echt (vgl. EM AR K 1994 N r. 11 E. 4d S. 92) ist der Beschw erdeführer zum heutigen Zeitpunkt som it noch m inderjährig, w eil er noch nicht achtzehn Jahre alt ist. Folglich unterliegt der Beschw erdeführer grundsätzlich den N orm en der Konvention der Vereinten N ationen über die R echte der Kinder vom 20. N ovem ber 1989 (Kinderrechtskonvention, KR K; AS 1998 2055). Art. 22 Abs. 2 KR K zielt darauf ab, durch M itw irkung der Vertragsstaaten bei der Inform ations-7 beschaffung die Fam ilienzusam m enführung zu fördern. Art. 22 KR K be- schlägt indes nur m inderjährige Asylsuchende und Flüchtlinge, nicht aber ausländische Kinder, deren Asylgesuch w ie in casu abgew iesen w orden ist. Som it besteht keine völkerrechtliche Verpflichtung, im Vorfeld des Voll- zugs der W egw eisung eines im Asylverfahren abgew iesenen Kindes Ab- klärungen über den Aufenthaltsort seiner Angehörigen vorzunehm en (vgl. EM AR K 1998 N r. 13 E. 5d.aa S. 96 f.). D as Kindesw ohl gem äss Art. 3 KR K m uss jedoch im R ahm en der Zum utbarkeitsprüfung von Art. 14a Abs. 4 AN AG als gew ichtiger Aspekt m itberücksichtigt w erden (vgl. EM AR K 1998 N r. 13 E. 5e.aa S. 98 f.). D er Vollzug der W egw eisung erw eist sich nach dem G esagten als zuläs- sig. 6.4 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efähr- dung darstellt. Eine solche kann angesichts der im H eim atland herr- schenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente angenom m en w erden. Eine Situation, w elche den Beschw erdeführer als "G ew alt- oder de-facto- Flüchtling" qualifizieren w ürde, lässt sich aufgrund der heutigen Situation in Senegal nicht in genereller Form bejahen. D em nach ist es dem Be- schw erdeführer aufgrund der vorgehenden Erw ägungen zum utbar, sich in Senegal niederzulassen. Auch sprechen keine individuellen U nzum utbar- keitsgründe gegen eine R ückkehr, zum al es sich beim Beschw erdeführer um einen sow eit aktenkundig gesunden jungen M ann handelt. Eigenen An- gaben zufolge hält sich die M utter des Beschw erdeführers in D ._______, E._______ auf. Bei einer R ückkehr hätte der Beschw erdeführer som it die M öglichkeit, sich zu seiner M utter, die sicherlich über ein ausgedehntes soziales Beziehungsnetz verfügt, zu begeben und w äre som it nicht auf sich alleine gestellt. Ausserdem w äre es dem Beschw erdeführer auch zu- zum uten, sich an einem anderen O rt seines H eim atlandes niederzulassen, erreicht er doch [in Kürze]œ seine Volljährigkeit. Ausserdem hat er sein bisheriges Leben in Senegal verbracht, ist m it der M entalität und Kultur seines H eim atlandes vertraut, w eshalb eine R eintegration ohne grössere Problem e m öglich sein sollte und davon auszugehen ist, dass der Be- schw erdeführer auch selber über ein Beziehungsnetz in seiner H eim at ver- fügt. N ach dem G esagten kann der Vollzug der W egw eisung durch R ückschaf- fung des Beschw erdeführers nach Senegal nicht als unzum utbar erachtet w erden. 6.5 Sodann obliegt es dem Beschw erdeführer, die für die R ückschaffung not- w endigen R eisedokum ente bei der zuständigen Vertretung des H eim at- landes zu beschaffen, w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m ög- lich zu bezeichnen ist.8 6.6 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestäti- gen. D as BFM hat den Vollzug der W egw eisung zu R echt als zulässig, zu- m utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (vgl. Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Beschw erdeverfahrens sind die Kosten in der H öhe von Fr. 600.-- dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erde- führer auferlegt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem R echtsvertreter des Beschw erdeführers (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - der Vorinstanz (R ef-N r. N ._______) - dem H ._______ des Kantons G ._______ D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M arkus König Karin Steiner Versand am :