%FILENAMEK% 1. Abteilung A1 2017 32 Kantonsrichterin lic.iur. D. Panico Peyer , Abteilungspräsidentin Kantonsrichter lic.iur. St. Szabó Kantonsrichter Dr. A. Staub Gerichtsschreiberin MLaw M. Casutt Entscheid vom 16. Dezember 2020 in Sachen A.________, vertreten durch Fürsprecher lic.iur. B.________, Kläger, gegen C.________, vertreten durch RA lic.iur. D.________, Beklagte, betreffend Scheidung der von den Parteien am tt.mm.1988 vor dem Zivilstandsamt E.________ geschlossenen Ehe Seite 2/41 Rechtsbegehren Kläger 1. Die am tt.mm.1988 in E.________ geschlossene Ehe der Parteien sei nach Art. 114 ZGB zu scheiden. 2. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung im Sinne der Begründung vorzunehmen und der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten maximal CHF 35'000.00 zur Abgeltung der gü- terrechtlichen Ansprüche innert 120 Tagen seit Rechtskraft des Scheidungs entscheids zu be- zahlen, wobei der Kläger nach Abschluss des Beweisverfahrens spezifizierte Anträge bezüg- lich Güterrecht stellen wird. 3. Die bis am 25. April 2017 geäufneten Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge der Par- teien seien nach Art. 122 ZGB je hälft ig zu teilen und auszugleichen. 4. Es sei festzustellen, dass das Guthaben gemäss Mietkautionssparkonto Nr. .________ bei der F.________AG dem Kläger zusteht und der Vermieter G.________AG sei anzuweisen, dieses Guthaben dem Kläger zur freien Verfügung fre izugeben bzw. auf ein vom Kläger zu bezeichnendes Konto zu überweisen. 5. Ziffern 2 bis 7 und 9 der Rechtsbegehehren der Duplik seien abzuweisen . 6. Unter Kosten - und Entschädigungsfolgen (inkl. 7,7 % MWST) zu Lasten der Beklagten. Beklagte 1. Die Ehe der Parteien sei gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden. 2. Es sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten einen nachehelichen Unterhalt in Höhe von CHF 4'920.00 zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, bis zum Ei ntritt der Beklagten in das gesetzliche Pensionsalter gemäss AHV -Ge- setzgebung, mindestens aber bis zum vollendeten 64. Altersjahr. 3. Der Kläger sei weiter zu verpflichten, der Beklagten für die Zeit ab Datum der Einreichung der Scheidungsklage bis zur Rec htskraft des Scheidungs entscheids einen Vorsorgeunterhalt in der Höhe von CHF 900.00 pro Monat zu bezahlen (= CHF 39'600.00), zahlbar als monatli- chen nachehelichen Unterhaltsbeitrag von CHF 660.00 zusätzlich zum Unterhalt gemäss Zif- fer 2 vorstehend, ab Rec htskraft des Scheidungs entscheids für die Dauer von fünf Jahren (60 Monate), eventualiter als kapitalisierten Unterhalt in der Höhe von CHF 39'600.00. 4. Es sei die Sicherstellung für den nachehelichen Unterhalt nach Art. 132 ZGB anzuordnen, bspw. mittels Schuldbriefen auf den klägerischen Liegenschaften in H.________ und I.________ (insb. GS BH.________, Grundbuch H.________, und GS CI.________ , Grund- buch I.________). 5. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff er 2 und 3 vorstehend seien gerichtsüblich zu indexieren. 6. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklag ten CHF 588'377.00, eventualiter CHF 518'921.00 aus Güterrecht zu bezahlen. 7. Die während der Ehe geäufneten Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge seien hälftig zu teilen und die Vorsorgeeinrichtung des Klägers sei anzuweisen, den Betrag von CHF 310'342.00 zuzüglich Zins seit 25. April 2017 auf die Vorsorgeeinrichtung der Beklagten zu überweisen. 8. Alles unter Kosten - und Entschädigungsfolgen (zzgl . MWST) zu Lasten des Klägers. Seite 3/41 Sachverhalt 1. A.________ (nachfolgend: Kläger) und C.________ (nachfolgend: Beklagte) heirateten am tt.mm.1988 vor dem Zivilstandsamt E.________. Sie haben zwei gemeinsame, bereits voll- jährige Kinder, J.________ und K.________. 2. Mit Eheschutzentscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 20. August 2015 wurde festgestellt, dass die Parteien berechtigt sind, den gemeinsamen Haushalt aufzuhe- ben und bereits seit dem tt.mm.2015 getrennt leben . Die eheliche Liege nschaft in H.________ wurde für die Dauer des Getrenntlebens dem Kläger zugewiesen und der Kläger verpflichtet, der Beklagten einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 4'800.00 zu bezah- len. Zwischen den Parteien wurde per 8. Juni 2015 die Gütertrennung angeordnet (Verfahren ES 2014 476). Der Kläger legte gegen diesen Entscheid Berufung beim Obergericht Zug ein, welche mit Urteil vom 25. November 2015 abgewiesen wurde (Verfahren Z2 2015 34). 3. Am 25. April 2017 (Datum Poststempel) reichte der Kläger gegen die Beklagte beim Kan- tonsgericht Zug die Scheidungsklage ein (act. 1). 4. Mit Entscheid der Referentin vom 1. Mai 2017 wurden die Akten des Verfahrens ES 2014 476 beigezogen (act. 4). 5. An der Einigungsverhandlung vom 24. August 2017 konnte zwischen den Parteien keine Ei- nigung über die Scheidungsfolgen herbeigeführt werden (act. 13). 6. Mit Eingabe vom 23. Oktober 2017 begründete d er Kläger seine Scheidungsklage und stellte im Wesentlichen das eingangs genannte Rechtsbegehren ( act. 18). 7. In der Klageantwort vom 12. Februar 2018 stellte d ie Beklagte im Wesentlichen das eingangs genannte Rechtsbegehren (act. 22). 8. Mit Beweisverfügung vom 6. März 2018 wurden die Parteien zur Edition diverser Dokumente aufgefordert (act. 24). 9. In der Replik vom 24. September 2018 (act. 35) und der Duplik vom 21. Januar 2019 (act. 42) hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest . 10. Der Kläger nahm mit freiwilliger Replikeingabe vom 18. Februar 2019 zur Duplik der Beklag- ten Stellung (act. 44). 11. Mit Eingaben vom 8. und 26. März sowie 9. April 2019 reichte der Kläger unaufgefordert diverse Belege ein (act. 45–46; act. 49; act. 51 ). 12. Am 12. April 2019 nahm die Beklagte zur freiwilligen Replikeingabe des Klägers vom 18. Februar 2019 Stellung (act. 52). 13. Die Referentin erliess am 16. April 2019 eine weitere Beweisverfügung, in der die Parteien zur Edition weiterer Unterlagen aufgefordert wurden . Sie ordnete eine gerichtliche Verkehrs- wertschätzung der Liegenschaft H.________, GS CH.________, GB H.________, eine Seite 4/41 gerichtliche Schätzung des marktüblichen Mi etzinses der Wohnung I.________, GS CI.________ und DI.________ , GB I.________, sowie eine gerichtliche Verkehrswertschät- zung des Personenwagens der Beklagten der Marke Peugeot an (act. 53). 14. Am 17. Juni 2019 wurden bei der L.________AG die detaillierten Kreditkartenabrechnungen des Klägers vom 8. Juni 2010 bis heute ediert (act. 65). Gleichentags stellte die Referentin eine Anfrage bei der Zentralstelle 2. Säule Sicherheitsfonds BVG über sämtliche Konten der 2. Säule des Klägers , welche mit Schreiben vom 18. Juni 2019 beantwortet wurde (act. 66– 67b). 15. Die Beklagte stellte mit Eingabe vom 14. August 2019 ein Gesuch um Leistung eines Pro- zesskostenvorschusses für das Scheidungsverfahren. In der Folge einigten sich die Parteien unter Mithilfe des Gerichtes zu r Leistung eines Prozesskostenvorschuss es durch den Kläger akonto Güterrecht in der Höhe von CHF 20'000.00 (Verfahren ES 2019 478 ). 16. Am 29. August 2019 ging die Verkehrswertschätzung von M.________ über die Liegenschaft H.________ (act. 83b) sowie am 6. Januar 2020 das Ergänzungsgutachten zu den Ergän- zungsfragen der Beklagten ein (act. 106a). 17. Am 5. September 2019 erstattete N.________ das Gutachten über den marktüblichen Miet- zins der Wohnung I.________ (act. 85b) sowie am 26. November 2019 sein Ergänzungsgut- achten zu den Ergänzungsfragen der Beklagten (act. 103a). 18. Die Parteien wurden am 2. Juni 2020 von der Referentin persönlich befragt (act. 112). 19. Mit Entscheid vom 24. Juli 2020 wurde dem Protokollberichtigungsge such des Klägers (act. 117a) im Sinne der hierfür erstellten Aktennotiz (act. 119) entsprochen (act. 120). 20. Während die Beklagte an der Hauptverhandlung vom 30. September 2020 ihre Anträge im eingangs genannten Sinn konkretisierte, hielt der Kläger an seinen Anträgen gemäss Replik und freiwilliger Replikeingabe vom 18. Februar 2019 fest (act. 122–123). Die Rechtsvertrete- rin der Beklagten reichte an der Hauptverhandlung ihre Honorarnote ein (act. 124). 21. Der Rechtsvertreter des Klägers reichte mit Ei ngabe vom 9. Oktober 2020 weitere Unterla- gen zum Bedarf des Klägers (act. 126) sowie am 28. Oktober 2020 seine Honorarnote ein (act. 130). Erwägungen 1. Beide Parteien sind Schweizer und haben ihren Wohnsitz im Kanton Zug. Gemäss Art. 23 Abs. 1 ZPO ist für eherechtliche Klagen das Gericht am Wohnsitz einer Partei zwingend zu- ständig. Das Kantonsgericht ist daher in örtlicher und gestützt auf § 27 Abs. 1 GOG und Art. 198 lit. c ZPO auch in sachlicher und funktioneller Hinsicht zur Be urteilung der vorliegen- den Scheidungsklage zuständig. 2. Vorliegend fand ein doppelter Schriftenwechsel statt. Damit ist grundsätzlich der Akten- schluss eingetreten. Sowohl der Kläger (act. 44 –46; act. 49; act. 51; act. 54; act. 94; act. 114; Seite 5/41 act. 118 act. 121; act. 126 ) als auch die Beklagte (act. 52 ; act. 57; act. 60) reichten nach Ab- schluss des Schriftenwechsel s diverse Eingaben und neue Belege ins Recht. Vorab ist fest- zuhalten, dass das Replikrecht nur die Möglichkeit beinhaltet, sich zu den Noven in den ein- gereichten Rechtsschriften der Gegenpartei zu äussern. Es dient nicht dazu, den Sachverhalt nach Aktenschluss weiter zu begründen oder zu substantiieren. Neue Tatsachen und Be- weismittel können nach Abschluss des zweiten Schriftenwechsels nur berücksi chtigt werden, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und es sich um echte Noven handelt oder sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht vorher vorgebracht werden konnten (Art. 229 Abs. 1 ZPO). Auf die einzelnen , nach Eintritt des Aktenschlusses eingereichten Vorbringen der Parteien ist nachfolgend in den entsprechenden Erwägungen einzugehen. 3. Beide Parteien beantragen übereinstimmend die Scheidung ihrer am tt.mm.1988 vor dem Zi- vilstandsamt E.________ geschlossenen Ehe. Die Ehe ist demnach antragsgemäss zu scheiden. 4. Nachfolgend ist über die Nebenfolgen der Scheidung, vorab über den nachehelichen Unter- halt zu befinden. 4.1 Während die Beklagte beantragt, der Kläger sei zu verpflichten, ihr einen nachehelichen Un- terhalt von monatlich CHF 4'920.00 zu bezahlen, bestreitet der Kläger den Anspruch der Be- klagten auf einen nachehelichen Unterhalt. 4.2 Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Unterhalt, inklusive eines an- gemessenen Vorsorgeunterhalts, selbst aufzukommen, so hat ihm der ande re Ehegatte ge- mäss Art. 125 Abs. 1 ZGB einen angemessenen nachehelichen Unterhalt zu leisten, soweit er hierzu in der Lage ist. Diese Bestimmung verdeutlicht zwei Grundsätze. Einerseits denjeni- gen der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Ehegatten, wonach j eder Ehegatte im Rahmen des Möglichen nach der Scheidung für seine eig enen Lebenshaltungskosten aufzu kommen hat (sog. "clean break"). Andererseits denjenigen der nachehelichen Solidarität, wonach die Ehegatten gemeinsam nicht nur die Konsequenzen der währe nd der Ehe gelebten Aufgaben- teilung zu tragen haben (Art. 163 Abs. 2 ZGB), sondern auch die Nachteile, welche bei einem der Ehegatten ehebedingt angefallen sind und ihn daran hindern, für den ihm gebührenden Unterhalt selbst aufzukommen. Zur Festlegung des nachehelichen Unterhalts nach Art. 125 ZGB ist in einem ersten Schritt der gebührende Unterhalt zu bestimmen, wofür die massgebenden Lebensverhältnisse der Parteien festzustellen sind. Auf welche Lebensverhältnisse abzustellen ist, bestimmt sich da- ran, ob die Ehe lebensprägend war oder nicht. Von einer Lebensprägung ist insbesondere dann auszugehen, wenn die Ehe lange, d.h. in der Regel mehr als zehn Jahre gedauert hat oder wenn aus ihr Kinder hervorgegangen sind . Bei fehlender Prägung wird an den voreh eli- chen Verhältnissen angeknüpft, während sich der gebührende Unterhalt bei lebensprägender Ehe grundsätzlich an dem in der Ehe zuletzt gelebten Standard, d.h. jenem vor Aufhebung des gemeinsamen Haushalts, bemisst (zuzüglich scheidungsbedingter Mehrkosten ), auf des- sen Fortführung bei genügenden Mitteln beide Parteien Anspruch haben, der aber gleichzei- tig auch die Obergrenze des gebührenden Unterhalts bildet . Ist angesichts der scheidungs- bedingten Mehrkosten die Fortführung des in der Ehe zuletzt gemeinsam gelebten Standards nicht möglich, so hat der Unterhaltsberechtigte Anspruch auf denselben Lebensstandard wie der Unterhaltspflichtige (BGE 137 III 102 E. 4.1 und 4.2.1.1 [= Pra 2012 Nr. 27]; 135 III 59 Seite 6/41 E. 4 und 4.1 und 132 III 593 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 5A_43/2015 vom 13. Oktober 2015 E. 3.1). Das Gesetz schreibt keine bestimmte Berechnungsmetho de für die Berechnung von Unter- haltsbeiträgen vor. Den Gerichten kommt ein weites Ermessen zu, da sich die Festset zung des nachehelichen Unterhalts allgemein einer exakten mathematischen Berechnung ent- zieht. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der jeweilige Bedarf grundsätz- lich konkret, das heisst anhand der tatsächlich getätigten Au sgaben zu ermitteln. Auf die Be- stimmung der tatsächlichen Ausgaben der Ehegatten wä hrend der Ehe kann indessen ver- zichtet und die zweistufige Methode der (erweiterten) Existenzminimumberechnung mit Über- schussverteilung angewendet werden, wenn während der Ehe die gesamten Einna hmen für den gemeinsamen Haushalt verwendet wurden, mithin die Parteien über keine Sparquote verfügten. Gleich kann auch dann vorgegangen werden, wenn die Ehegatten w ährend des Zusammenlebens zwar Ersparnisse bilden konnten, diese aber bei im Übrigen gleic hbleiben- den Verhältnissen nicht höher sind als die Mehrkosten infolge der Trennung . Der Unterhalts- schuldner, der eine Sparquote behauptet, trägt hie rfür die Behauptungs - und Beweislast (BGE 140 III 485 E. 3.3 und 3.5.2; Hausheer, Scheidungsunterhalt: Berec hnungs- und Be- messungsmethoden, in: ZSR 131/2012, S. 3 ff. und 19 ff.). 4.3 Streitigkeiten im Bereich des nachehelichen Unterhalts werden von der Verhandlungsma- xime beherrscht. Das Gericht darf sein Urteil mithin nur auf die von den Parteien im Prozess vorgebrachten Tatsachen stützen. Der Unterhaltsberechtigte trägt die Beweislast dafür, dass er den eingeklagten Betrag zur Weiterführung des währ end der Ehe gelebten Standards be- nötigt. Dazu muss er jeden einzelnen Posten des Bedar fs substantiieren, belegen und bezif- fern. Gewisse Pauschalierungen, beispielsweise beim Grundbetrag, sind jedoch unaus weich- lich (Schwenzer/Büchler, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm entar Scheidung, 3. A. 2017, Art. 125 ZGB N 107 f. mit Hinweisen). Der Richter ist in Bezug au f den nacheheli- chen Unterhaltsbeitrag nur an die formellen Parteianträge, d.h. an den insgesamt eingeklag- ten oder anerkannten Betrag (mithin an den im Rechtsbegehren eingeklagten Betrag), nicht aber an die einzelnen Einnahme - und Aufwandpositionen gebunden . Es kann somit für eine Position mehr oder für eine andere weniger zugesprochen werden, als in der Begründung verlangt oder anerkannt wird . Hingegen hat das Gericht aufgrund von Art. 150 Abs. 1 ZPO bei tatsächlichen Feststellungen nicht bestrittene Tatsac hen (z.B. die Höhe einer Bedarfspo- sition) seinem Entscheid zugrunde zu legen (Urteile des Bundesgerichts 5A_476/2012 vom 10. Juli 2012 E. 3; 5A_310/2010 vom 19. November 2010 E. 6.4.3 und 5P.481/2006 vom 19. Februar 2007 E. 4). Mit der Beweislast verknüpft sind die Behauptungs -, Substantiierungs - und Bestreitungslast. Die Behauptungslast regelt, welche Partei die rechtserheblichen Tatsachen im Prozess zu behaupten und welche Partei die nachteiligen Folgen zu tragen hat, wenn entscheidrelevante Tatsachen nicht Prozessinhalt geworden sind. Die Substantiierungslast bestimmt, wie detail- liert die rechtserheblichen Tatsachen vorzutragen sind. Die Bestreitungslast schliesslich rich- tet sich an die nicht behauptungsbelastete Partei und regelt, welche Tatsach enbehauptungen der anderen Partei als bestritten gelten. Im Bereich des nachehelichen Unterhalts und des Güterrechts gilt der Verhandlungsgrundsatz gemäss Art. 55 Abs. 1 ZPO, woraus folgt, dass die Parteien dem Gericht die Tatsachen, auf die sie ihre Begeh ren stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben haben. Art. 221 Abs. 1 lit. d ZPO schreibt vor, dass die Klage- schrift die Tatsachenbehauptungen zu enthalten hat. Nach Lehre und Rechtsprechung Seite 7/41 bedeutet das, dass die klagende Partei die rechtsbegründe nden Tatsachen darzulegen hat. Die rechtshindernden Tatsachen zu behaupten, obliegt hingegen der beklagten Partei (Be- hauptungslast) . Dabei sind die Tatsachenbehauptungen substantiiert, das heisst so präzise und detailliert vorzutragen, dass die Gegenpartei darauf antworten kann, eine rechtliche Sub- sumtion möglich ist und über die rechtserheblichen Tatsachen Beweis abgenommen werden kann. Ist eine Partei nicht in der Lage, sich vollständige Kenntnis über den Sachverhalt zu beschaffen, so genügt es, wenn sie alle wesentlichen Umstände, soweit möglich und zumut- bar, substantiiert behauptet (Substantiierungslast). Eine mangelhafte Substantii erung der Klage führt zu einem abweisenden Sachurteil. Gemä ss Art. 222 Abs. 2 ZPO hat die beklagte Partei darzulegen, welche Tatsachenbehauptungen der klagenden Partei im Einzelnen aner- kannt oder bestritten werden. Damit ist – sofern die klagende Partei ih rer Behauptungs - und Substantiierungslast nachgekommen ist – grundsätzlich ein substantiiertes Bestreiten ver- langt (Bestreitungslast). An die Substantiierung der Bestreitung dürfen nicht die gleichen An- forderungen gestellt werden wie an die Substantiierung der Behauptung. Massgebend ist die Einlässlichkeit der Sachdarstellung der behauptungsbelasteten Partei sowie die Möglichkeit und Zumutbarkeit einer substantiierten Bestreitung. Schlichtes Bestrei ten oder Bestreiten mit Nichtwissen genügt nur, wenn die be streitende Partei den behaupteten Ereignissen so fern steht, dass ihr eine Substantiierung nicht zugemutet werden kann. Eine Last zum substanti- ierten Bestreiten kann sich hingegen aus dem Umstand ergeben, dass es der behauptungs- belasteten Partei nicht mögl ich ist, den Sachverhalt mit dem eigenen Wissensstand substan- tiiert darzustellen. In einem solchen Fall ist die bestreitende Gegenpartei aus Treu und Glau- ben zur Mitwirkung bei der Sachverhaltserstellung verpflichtet (BGE 133 III 43 E. 4.3 und 127 III 365 E. 2; 115 II 1 E. 4. ; Urteile des Bundesgerichts 4C.366/2000 vom 19. Juni 2001 E. 5b/bb; 5A_710/2009 vom 22. Februar 2010 E. 2.3.1 und 4C.23/2007 vom 13. März 2007 E. 3.2; Spühler/Dolge/Gehri, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 9. A. 2010, S. 139 f.; Dolge, Anforderungen an die Substantiierung, in: Dolge [Hrsg.], Substantiieren und Beweisen, 2013, S. 20 ff.; Brönnimann, Die Behauptungs - und Substantiierungslast im schweizerischen Zivil- prozessrecht, 1989, S. 183 f. und 219 ff.; Glasl, in: Brunner/Gasser/Schw ander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. A. 2016, Art. 55 ZPO N 17 ff., 21 ff. und 23 ff.; Sut- ter-Somm/von Arx, in: Sutter -Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. A. 2016, Art. 55 ZPO N 20 ff., je mit Hinwei- sen). Tatsachen müssen in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen in einer Rechtsschrift be- hauptet werden (Art. 221 Abs. 1 lit. d und e ZPO). Die blosse Verweisung auf Aktenstüc ke ist in der Regel ungenügend . Verlangt wird nicht, dass Beilagen, die der Substantiierung dienen, zwingend integral im Volltext in die Rechtsschriften übernommen werden. Der Verweis auf eine Beilage ist aber jedenfalls dann ungenügend, wenn die Beilage für sich selbst nicht er- laubt, die geltend gemachten Pos itionen zu prüfen und gegebenenfalls substantiiert zu be- streiten, und die Beilage in den Rechtsschriften nicht hinreichend konkretisiert und erläutert wird. Werden Tatsachen in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen in einer Rechtsschrift behauptet und wir d für Einzelheiten auf eine Beilage verwiesen, ist vielmehr zu prüfen, ob die Gegenpartei und das Gericht damit die notwendigen Informationen in einer Art erhalten, die eine Übernahme in die Rechtsschriften als blossen Leerlauf erscheinen lässt, oder ob de r Verweis ungenügend ist, weil die nötigen Informationen in den Beilagen nicht eindeutig und vollständig enthalten sind oder aber daraus zusammengesucht werden müssten. Es genügt nicht, dass in den Beilagen die Informationen in irgendeiner Form vorhanden s ind. Es darf kein Interpretationsspielraum entstehen, die Beilagen müssen vielmehr selbsterklärend sein Seite 8/41 und genau die verlangten oder in den Rechtsschriften bezeich neten Informationen enthalten (BGE 144 III 519 E. 5 ff. und 136 III 322 E. 3.4.2 ; Urteile des Bundesgerichts 4A_281/2017 vom 22. Januar 2018 E. 5.3, 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 2.2 und 4A_264/2015 vom 10. August 2015 E. 4.2.2 ; Killias, Berner Kommentar, 2012, Art. 221 ZPO N 23; Willisegger, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 221 ZPO N 27 ). 4.4 Die am tt.mm.1988 geschlossene Ehe der Parteien hat bis zur tatsächlichen Trennung am tt.mm.2015 27,5 Jahre gedauert . Zudem haben die Parteien zwei gemeinsame Kinder (act. 22 Rz 6). Die Ehe ist somit lebensprägend. Die Parteien haben Anspruch auf Fortfüh- rung des zuletzt gemeinsam gelebten Standards. 4.4.1 Die Beklagte berechnet den ehelichen Standard mit der zweistufigen Methode der Existenz- minimumsberechnung mit Überschussverteilung (act. 22 Rz 38 ff.; act. 42 Rz 104 ff.). Der Kläger macht in den Rechtsschriften zur Berechnungsmethode keine Ausführungen , sondern moniert lediglich , die Beklagte könne durch ihre eigene Erwerbstätigkeit ihren Unterhaltsbe- darf selber decken (act. 18 Rz 6.2). Aufgrund der konkreten Bestreitungen des Klägers (hälf- tiger Grundbetrag und Halbierung der Wohnkosten aufgrund Zusammenwohnens mit er- werbstätiger Tochter ; keine Anrechnung von Privatauslagen wie Auto, Telefon, Werbung und Bürokosten) ist davon auszugehen, der Kläger erachte die zweistufige Methode ebenfalls als anwendbar (act. 18 Rz 6.4; act. 35 S. 16 ff.). Eine Sparquote hat der Kläger nicht rechtzeitig behauptet (vgl. dazu act. 44 S. 19). Folglich ist der Bedarf der Parteien mit der zweistufigen Methode der Existen zminimumsberechnung mit Überschussverteilung zu berechnen . 4.4.2 Bei dieser Berechnungsmethode setzt sich der Bedarf bei knappen finanziellen Verhältnissen aus dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum und bei günstigen finanziellen Verhältnis- sen aus dem familienrechtlichen Existenzminimum zusammen . Das familienrechtliche Exis- tenzminimum besteht gemäss Praxis des Kantonsgerichts Zug ausschliesslich aus dem be- treibungsrechtliche n Existenzminimum , den Prämien für die nichtobligatorische Krankenver- sicherungen (VVG) und den Steuern; nicht dazu gehören etwa Mobilität (sofern nicht berufs- bedingt) oder Kommunikation, da solche und weitere Kosten aus dem Überschuss zu bezah- len sind (vgl. Arndt, Die Sparquote, in: Fankhauser/Reusser/Schwander [Hrsg.], Brennpunkt Familienrecht, Festschrift für Thomas Geiser, 2017, S. 43 ff., 47). Vorweg ist festzuhalten, dass den Ausführungen des Klägers, wonach auf den im Eheschutz- verfahren errechneten Bedarf des Klägers abzustellen sei und – bis auf die angepassten hö- heren Krankenkassenprämien – nicht neu berechnet werden müsse (act. 18 Rz 8), nicht ge- folgt werden kann. Der Eheschutzentscheid ist nicht präjudizierend für den Scheidungsent- scheid und bindet das Scheidungsgericht nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_928/2016 vom 22. Juni 2017 E. 4.1; BGE 141 III 376 E. 3.4). Es trifft zwar zu, dass der Kläger grund- sätzlich Anspruch auf den gleichen Lebensstandard wie d ie Beklagte hat (act. 44 S. 22), die- sen hätte er jedoch in seinen Rechtsschriften im vorliegenden Scheidungsver fahren beziffern und belegen müssen . Ausgehend von den Richtlinien der Justizkommission des Obergerich- tes Zug für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. Dezem- ber 2009 (nachfolgend "Richtlinien"; BGE 140 III 337 E. 4.2.3) berechn et sich das monatliche familienrechtliche Existenzminimum der Parteien wie folgt (in CHF): Kläger Beklagte Seite 9/41 Grundbetrag 1'200.00 1'200.00 Wohnkosten (inkl. Nebenkosten) 537.00 1'900.00 Krankenversicherung (KVG und VVG) 427.20 357.25 Ungedeckte Gesundheitskosten 0.00 157.57 Berufsbedingte Mobilitätskosten 0.00 317.23 Auswärtige Verpflegung 0.00 220.00 Steuern 0.00 329.63 Vorsorgeunterhalt 0.00 468.38 Total 2'164.20 4'950.05 4.4.3 Zu den einzelnen Positionen ist Folgendes anzumerken: • Grundbetrag: Nach den Richtlinien beträgt der Grundbetrag für eine alleinstehende Per- son ohne Betreuungspflichten für unmündige Kinder CHF 1'200.00. In diesem Grundbe- trag sind die Kosten für Nahrung, Kleidung und Wäsche (einschliesslich deren Instandhal- tung), Körper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Privatversi- cherungen, Kulturelles (Telefon, Radio/TV usw.) sowie Auslagen für Beleuchtung, Koch- strom und/oder Gas etc. enthalten. Ebenfalls im Grundbetrag enthalten sind die Kosten für die Hausrats- und Haftpflichtversicherung (Urteil des Bundesgerichts 5C.53/2005 vom 31. Mai 2005 E. 5.2). Da K.________ im Dezember 2019 aus der Wohnung der Beklagten ausgezogen ist, er- übrigen sich weitere Ausführungen zur Kostenbeteiligung volljähriger Kinder (vgl. act. 112 Ziff. 54 und Ziff. 58 ). Der Beklagten ist daher der Grundbetrag für eine alleinstehende Per- son ohne Betreuungspflichten anzurechnen. • Wohnkosten: Die Miete (inkl. Nebenkosten) der Beklagten von CHF 1'900.00 im Monat ist ausgewiesen (act. 10/10; act. 112 Ziff. 52 ). Der Kläger verweist für seine Wohnkosten auf den im Eheschutzentscheid errechneten Bedarf (act. 35 S. 23) . Dem kann nicht gefolgt werden (vgl. oben E. 4.4.2). Es wäre dem anwaltlich vertretenen Kläger oblegen, in den Rechtsschriften die aktuellen Wohnkosten zu beziffern und insbesondere entsprechende Abrechnungen von Unterhalts - und Nebenkosten sowie Gebäudeversicherungsprämien der selbstbewohnten Liegenschaft einzureichen. Es ist nicht Sache der Gegenpartei oder des Gerichts, aus den eingereichten Belegen die Nebenkosten der letzten Jahre zusam- menzusuchen, ohne dass der Kläger in seinen R echtsschriften auf die entsprechenden Belege verweist. Die in der freiwilligen Replikeingabe vom 18. Februar 2019 erstmals be- zifferten Nebenkosten von CHF 684.70 pro Monat (act. 44 S. 21), die nachträglich einge- reichte Nebenkostenabrechnung der Miteigentüm ergemeinschaft (act. 44/8) sowie die im Rahmen der Hauptverhandlung erstmals bezifferten gesamten klägerischen Wohnkosten von CHF 1'850.00 pro Monat (act. 122 S. 10) sind nach Aktenschluss und damit verspätet erfolgt, zumal die Nebenkostenabrechnung für da s Jahr 2017 vom 19. Februar 2018 da- tiert und früher in den Prozess hätte eingebracht werden können. Dass der Kläger die Ne- benkostenabrechnung für das Jahr 2018 erst in der Kalenderwoche 12/2019 erhalten ha- ben soll (vgl. act. 49), ändert nichts daran, die N ebenkosten bereits im Rechtsschriften- wechsel zu behaupten und zu beziffern . Dem Kläger sind daher lediglich die von der Be- klagten anerkannten Hypothekar zinse in der Höhe von CHF 537.00 pro Monat in seinem Bedarf anzurechnen (act. 22 Rz 58). Seite 10/41 • Krankenversicherung : Die Krankenversicherungsprämien der Parteien sind ausgewiesen und belaufen sich beim Kläger ab 1. November 2020 auf CHF 242.85 (KVG) und CHF 184.35 (VVG [act. 126/1]) und bei der Beklagten auf CHF 357.25 ( KVG und VVG [act. 123/93]). • Ungedeckte Gesundheitskosten : Fallen bei einem Ehegatten regelmässig Franchise und Selbstbehalt an, sind diese im familienrechtlichen Existenzminimum zusätzlich zur Kran- kenkassenprämie zu berücksichtigen. Der Kläger hat weder in der Klage noch in der Rep- lik ungedeckte Gesundheitskosten substantiiert (act. 18 Rz 8; act. 35 S. 17) . Er verweist lediglich auf den im Eheschutz errechneten Bedarf, in welchem im Übrigen keine unge- deckten Gesundheitskosten berücksichtigt wurden (vgl. Entscheid des Einzelrichters de s Kantonsgerichts Zug ES 2014 476 vom 20. August 2015 E. 5.4 ). Dem Kläger sind daher keine ungedeckten Gesundheitskosten im Bedarf anzurechnen . Wie der Kläger richtiger- weise ausführt, beläuft sich d er maximale Anrechnungsbetrag bei Erwachsenen auf die Franchise zzgl. dem Selbstbehalt . Gesundheitskosten, die von der obligatorischen Kran- kenversicherung nicht erfasst werden, sind dem Existenzminimum hingegen nicht hinzu- zurechnen. Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums fallen bloss wünsch- bare, aber objektiv nicht notwendige Kosten für Ärzte, Therapeuten und Arzneien ausser Betracht (Six, a.a.O., N 2.109 f.; BGE 129 III 242 E. 4.3). Solche zusätzlichen Behandlun- gen sind aus dem Überschuss zu decken . Aus der von der Beklagten eingereichten De- tailaufstellung der Krankheits - und Unfallkosten für das Jahr 2015 ergibt sich, dass es sich bei den ungedeckten Kosten – mit Ausnahme eines Betrages von CHF 20.00 – um die Kostenbeteiligung der Franchise, den Selbstbehalt und den Spitalkostenbeitrag handelte, welche die Beklagte selber zu tragen hatte (act. 10/14). Die monatlichen selbst zu tragen- den Kosten betrugen im Jahr 2015 mithin CHF 157.57 (= [CHF 1'910.85 – CHF 20.00] / 12). Die Beklagte verweist für die von ihr geltend gemachten Kosten auf den in der Steu- ererklärung 2017 unter "Versicherungsprämien und Zinsen von Sparkapitalien" aufgeführ- ten Betrag von CHF 4'214.00 (act. 42/64 S. 5). Unter dem Titel "Versicherungsprämien und Zinsen von Sparkapitalien" können Prämien für Lebensversicherungen, Krankenkas- senprämien (abzüglich einer allf älligen Prämienverbilligung ), Prämien für private Unfall- versicherungen, Pr ämien für Todesfallrisikoversicherungen sowie Zinsen von Sparkapita- lien in der Steuererklärung in Abzug gebracht werden . Dabei handelt es sich nicht um die selbst zu tragende n Gesundheitskosten (vgl. Wegleitung zur Steuererklärung für natürli- che Personen des Kantons Zug, 2019, S. 38). Weitere Abrechnungen über nicht versi- cherte Gesundheitskosten hat die Beklagte nicht eingereicht. Bei der Beklagten sind da- her lediglich die im Jahr 2015 ausgewiesenen nicht versicherten Gesundheitskosten in der Höhe von CHF 157.57 pro Monat im Bedarf zu berücksichtigen. Dass bei der Beklag- ten regelmässig ungedeckte Gesundheitskosten in dieser Höhe anfallen, bestätigte sie an der Parteibefragung (vgl. act. 112 Ziff. 56). • Mobilitätskosten: Die Beklagte macht Mobilitätskosten von monatlich CHF 500.00 geltend. In der Bedarfsberechnung berücksichtigt werden können ausschliesslich berufsbedingte Mobilitätskosten. Autokosten enthalten neben den allgemeinen Kosten (Versicherung, Aussenparkplatz, Reifenkosten, Service und Reparaturen) auch die effektiv anfallenden Fahrtkosten vom Wohn - zum Arbeitsort (Wuffli, Die unentgeltliche Rechtspflege in der Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2015 , Rz 297). Die einzelnen Fahrten im Auftrag der O.________ werden vom Arbeitgeber entschädigt (act. 123/99). Die Beklagte macht vorliegend Kosten für das Fahrzeug geltend, welche ihr aufgrund des Weges von zuhause Seite 11/41 zur O.________ entstehen. Diese werden nic ht vom Arbeitgeber entschädigt. Die Be- klagte ist sowohl zur Erledigung der O.________-Aufträge als auch für die Erbringung der einzelnen Fitness -Stunden auf ein Auto angewiesen, weshalb dem Auto Kompetenzcha- rakter zukommt und die entsprechenden Kosten grun dsätzlich im Bedarf zu berücksichti- gen sind. Nach Praxis des Kantonsgerichts Zug werden rund CHF 500.00 pro Monat für Autokosten veranschlagt (so auch Entscheid des Obergerichts Zug Z2 2017 7) . Davon ist der in der Einnahmen- und Ausgabenrechnung für den G ymnastikunterricht aufgeführte Fahrzeugaufwand von durchschnittlich CHF 182.77 ([CHF 1'372.00 + CHF 2'658.90 + CHF 2'548.85] / 36 Monate ) pro Monat in Abzug zu bringen (act. 112/88 für das Jahr 2017; act. 123/98 für die Jahre 2018 und 2019) . Die berufsbedi ngten Mobilitätskosten der Beklagten sind mithin im Umfang von CHF 317.23 in ihrem Bedarf zu berücksichtigen. In- wiefern auch ein Pensionierter in der Situation des Klägers Anspruch auf Berücksichti- gung der Autokosten in seinem Bedarf haben soll, substantiiert der Kläger nicht (act. 122 S. 11), weshalb ihm keine (berufsbedingten) Mobilitätskosten im Bedarf anzurechnen sind. • Auswärtige Verpflegung : Die Beklagte muss sich aufgrund ihres Arbeitspensums bei drei verschiedenen Arbeitsstellen täglich a uswärts verpflegen, weshalb der beantragte Betrag von CHF 220.00 pro Monat für auswärtige Verpflegung im Bedarf zu berücksichtigen ist (Ziffer II.4.2 der Richtlinien) . • Steuern: Die Steuern der Beklagten für das Jahr 2019 sind ausgewiesen und be trugen CHF 1'268.25 für die direkte Bundessteuer ( act. 123/94) und CHF 2'687.30 für die Kan- tons- und Gemeindesteuern (act. 123/95). Dies entspricht einer monatlichen Steuerbelas- tung von CHF 329.63. Dem Kläger sind mangels Substantiierung keine Kosten für Steu- ern im Bedarf anzurechnen (vgl. act. 44 S. 17). • Vorsorgeunterhalt : Die Beklagte macht einen monatlichen Vorsorgeunterhalt im Betrag von CHF 435.82 geltend, da sie keine Chance habe, nach der Scheidung eine Vorsorge auf- bzw. auszubauen (act. 123 S. 4) . Der Kläger bestreitet einen Anspruch der Beklagten auf Vorsorgeunterhalt und führt aus, der Beklagten sei im Eheschutz entscheid ein Unter- haltsbeitrag zugesprochen worden, welcher ihr ohne weiteres die Äufnung von eigenen Vorsorgeguthaben ermöglicht hätte. Sie sei verpflichtet, mit einem optimalen Einsatz ihrer Erwerbsfähigkeit die eigene Vorsorge bis zum Erreichen des Pensionsalters aufzubauen. Das Vorsorgeguthaben der Parteien werde per 2017 geteilt. Nach seiner Pensionierung im Oktober 2020 sei es dem Kläger nicht mehr möglich, eine Vorsorge aufzubauen, wel- che sich von je ner der Beklagten unterscheide (act. 35 S. 24). Der gebührende Unterhalt im Sinne von Art. 125 Abs. 1 ZGB schliesst eine angemessene Altersvorsorge ein. Zu beachten ist, dass der Vorsorgeunt erhalt nicht in erster Linie der Ausgleichung bestehender Einbussen dient, sondern mögliche zukünftige Lücken (nach der Scheidung) in der Altersvorsorge schliessen soll, welche dadurch hervorgerufen wer- den, dass der Berechtigte aufgrund seiner als Folge de r Ehe eingeschränkten Erwerbstä- tigkeit oder aufgrund der Gesundheit oder des Alters in den Jahren nach der Scheidung keiner oder nur einer reduzierten Erwerbstätigkeit nachgehen wird und deshalb auch keine oder nur geringe Beiträge an die eigene Altersvors orge wird leisten können (Urteile des Bundesgerichts 5C.53/2007 vom 19. Oktober 2007 E. 5 und 5C.138/2006 vom 19. Juli 2006 E. 6). Die Festsetzung eines Betrages für den nachehelichen Seite 12/41 Vorsorgeauf bau entzieht sich einer exakten mathematischen Betrachtung, da es um die Beurteilung einer künftigen, nur beschränkt vorhersehbaren Entwicklung geht. Das Bun- desgericht hat aber festgehalten, dass der Bemessung der Altersvorsorge die für die Ehe- gatten massg ebliche Lebenshaltung zugrunde zu legen ist, welche dem gebührenden Un- terhalt ohne Vorsorgeunterhalt entspricht und sich grundsätzlich aufgrund des zuletzt ge- meinsam gelebten Standards berechnet, auch wenn dieser infolge der trennungsbeding- ten Mehrkosten n icht mehr erreicht wird. Dieser Betrag ist in ein fiktives Bruttoeinkommen umzurechnen und darauf sind Arbeitgeber - und Arbeitnehmerbeiträge der 1. und 2. Säule zu berechnen, die zusammen – erweitert um eine allfällige Steuerbelastung – den Vorsor- geunterhalt ergeben. Soweit die unterhaltsberechtigte Person diese Beiträge nicht bereits von ihrem eigenen – allenfalls hypothetischen – Einkommen entrichtet, hat sie Anspruch auf einen Beitrag des Unterhaltsschuldners, um diese Lücke in der Altersvorsorge zu schliessen (Gloor/Spycher, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 125 ZGB N 4; Schwen- zer/Büch-ler, a.a.O., Art. 125 ZGB N 10 ff. mit weiter en Hinweisen; BGE 135 III 158 ff.). Die Beklagte beziffert ihren gebührenden Bedarf (ohne Vorsorgeunterhalt) auf monatlich CHF 5'022.68 ( vgl. act. 123), was vom Kläger nicht substantiiert bestritten wird. Indem er weder zu den einzelnen Zahlen der beklagtischen Berechnung noch zur Berechnungsme- thode an sich Stellung nimmt , kommt er seine r Bestreitungslast nicht nach (vgl. act. 122 S. 11). Der gebührende Bedarf der Beklagten von monatlich CHF 5'022.68 ist daher in ein fiktives Bruttoeinkommen umzurechnen. Die BVG-Beiträge von Arbeitgeber und Arbeit- nehmer belaufen sich für die 5 7-jährige Beklagte auf 18 % des Bruttolohnes (Art. 16 BVG), die AHV/IV/EO -Beiträge auf rund 10 %. Um vom Netto- zum Bruttoeinkommen zu gelangen, ist in einem ersten Schritt das Nettoeinkommen mit 8 6 % (= 100 % abzüglich der von der Arbeitnehmerin zu leistenden Beiträge von 9 % BVG und 5 % AHV/IV/EO) einzusetzen. Daraus resultiert ein fiktives Bruttoeinkommen von CHF 5'840.33. Darauf sind die Arbeitgeber - und Arbeitnehmerbeiträge von rund 10 % AHV/IV/EO und 18 % BVG zu berechnen. Unter Berücksichtigung des BVG-Koordinationsabzug es von CHF 24'885.00 pro Jahr bzw. CHF 2'073.75 pro Monat ( Art. 8 Abs. 1 BVG in der ab 26. September 2020 gültigen Fassung) resultiert ein Vorsorgebedarf von monatlich CHF 1'262.02 (= CHF 584.03 AHV/IV/EO-Beitrag + CHF 677.98 BVG-Beitrag). Die Beklagte erwirtschaftet ein monatliches Einkommen von CHF 3'584.10 netto (vgl. un- ten E. 4.6.4). Der massgebende Bruttolohn beträgt demnach rund CHF 4'167.55 (= CHF 3'584.10 / 86 x 100) pro Monat. Unter Berücksichtigung des BVG-Koordinations - abzuges resultiert ein BVG-Beitrag von CHF 376.88 sowie AHV/IV/EO -Beiträge von CHF 416.76 pro Monat. Mit den von ihr effektiv zu leistenden Sozialabgaben von monatlich CHF 793.64 (= CHF 376.88 + CHF 416.76) vermag die Beklagte in den ihr bevorstehenden Jahren bis zum Eintritt in das ordentliche Pensionsalter CHF 468.38 (= CHF 1'262.02 – CHF 793.64) ihres errechneten Vorsorgebeitrages von CHF 1'262.02 pro Monat nicht selbst anzuspa- ren. Der Betrag von CHF 468.38 ist der Beklagten als Vorsorg eunterhalt anzurechnen. 4.4.4 Die Kosten für Kommunikation sowie Hausrat- und Haftpflichtversicherung können im fami- lienrechtlichen Existenzminimum nicht berücksichtig t werden (vgl. dazu oben E. 4.4.2). Sie sind aus dem Grundbetrag zu decken . Seite 13/41 Die Beklagte macht Weiterbildungskosten in Bezug auf den Gymnastikunterricht geltend. Wie der Kläger richtigerweise ausführt (act. 35 S. 2 1), ergibt sich aufgrund der Einnahmen - und Ausgabenrechnungen der Beklagten für den Gymnastikunterricht, dass Weiterbildungskosten bereits als Ausgabenpositionen in der Abrechnung berücksichtigt wurden (act. 112/88; act. 123/98). Da der Beklagten als Einkommen der Nettogewinn angerechnet wird (vgl. dazu unten E. 4.6.1) , sind diese Abzüge im Bedarf nicht erneut zu berücksichtigen. Im ersten Parteivortrag an der Hauptverhandlung machte die Beklagte erstmals Kosten für eine Lebensversicherung in ihrem Bedarf geltend (act. 123 S. 4). Diese Bedarfsposition wurde zu spät vorgebracht und ist im Übrigen nicht genügend s ubstantiiert, weshalb der Be- klagten keine Kosten für eine Lebensversicherung im Bedarf anzurechnen sind. Erstmals an der Hauptverhandlung machte der Kläger geltend, neben den effektiv zu bezah- lenden Hypothekarzinsen sei ihm ein Betrag von 0,86 % der von ihm an die Beklagte zu be- zahlenden güterrechtlichen Ausgleichsforderung im Bedarf anzurechnen, da er zur Bezah- lung eine weitere Hypothek aufnehmen müsse (act. 122 S. 6). Da die Höhe der güterrechtli- chen Ausgleichsforderung bereits im Rechtsschriftenwechse l abschätzbar war, beruht die geltend gemachte Bedarfsposition nicht auf neuen Tatsachen oder Beweismitteln und ist mit- hin verspätet vorgebracht. Im Übrigen ist diese Bedarfsposition ohnehin nicht genügend sub- stantiiert. 4.5 In einem nächsten Schritt ist die Leistungsfähigkeit der Parteien zu beurteilen, was die Er- mittlung der Einkommen der Parteien voraussetzt. Vorerst ist das Einkommen der Beklagten zu bestimmen. 4.6 Abzustellen ist grundsätzlich auf die aktuelle Einkommenssituation . Um auch bei selbständi- ger Erwerbstätigkeit oder Temporärarbeit ein einigermassen zuverlässiges Resultat zu errei- chen und den Einkommensschwankungen Rechnung zu tragen, ist auf das Durchschnittsein- kommen der letzten drei Jahre abzustellen, wobei besonders gute oder bes onders schlechte Geschäftsjahre unter Umständen ausser Betracht bleiben können (Six, a.a.O., N 2.136). Bei selbständiger Erwerbstätigkeit lassen sich das Entgelt aus dem Einsatz von Arbeit und die Erträge aus eigenem Vermögen oftmals nur schwer auseinan derhalten, weshalb als Ein- kommen nicht nur der tatsächlich ausbezahlte Monatslohn, sondern nach bundesgerichtli- cher Rechtsprechung auch der Geschäftsgewinn zu berücksichtigen ist (Urteil des Bundes- gerichts 5D_167/2008 vom 13. Januar 2009 E. 2). Der vom Ges chäftsinhaber erzielte Ge- winn bildet Einkommen, ungeachtet dessen, ob er dem Geschäft entnommen oder reinves- tiert wird (Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts , 13. A. 2017, N 01.33). Das Nettoeinkommen ist durch Aufrechnung derjenigen Aufwendungen und Privatbezüge zu kor- rigieren, die zur Bildung von Ersparnissen führen. Dies gilt auch dann, wenn die entspre- chenden Buchungen handelsrechtlich geboten und steuerrechtlich zulässig sind. Das gleiche gilt für offene und verdeckte Privatbezüge. Insoweit e s allerdings um Posten geht, die im fa- milienrechtlichen Existenzminimum zu berücksichtigen sind, sind sie nicht aufzurechnen, da- für aber auch nicht im Existenzminimum zu berücksichtigen (Six, a.a.O., N 2.138). 4.6.1 Aus dem Gymnastikunterricht erzielte di e Beklagte im Jahr 2017 einen Nettogewinn von CHF 5'356.40 (act. 112/88), im Jahr 2018 einen solchen von CHF 6'100.05 (act. 112/88) Seite 14/41 sowie im Jahr 2019 einen von CHF 7'667.55 (act. 123/98). Dies ergibt ein en durchschnittli- chen Jahresnettogewinn von CHF 6'374.66, entsprechend CHF 531.22 pro Monat. 4.6.2 Die Beklagte ist zudem Teilzeit für den P.________ tätig. Für die Berechnung des nacheheli- chen Unterhaltes geht die Beklagte vom Einkommen aus dem Jahr 2019 in der Höhe von CHF 5'698.00 aus (act. 123/91 ; act. 123 S. 2 ff. ). Da es sich dabei aber um eine Tätigkeit mit unregelmässigem bzw. schwankendem Einkommen handelt, ist au ch hier auf das Durch- schnittseinkommen der letzten drei Jahre abzustellen. Im Jahr 2018 verdiente die Beklagte beim P.________ ein Nettoeinkommen von CHF 4'883.80 (act. 42/58) und im Jahr 2017 ein solches von CHF 6'628.00 (act. 22/27) . Somit resultiert ein Durchschnittsjahreseinkommen der letzten drei Jahre von CHF 5'736.60 bzw. ein Monatseinkommen von durchschnittlich CHF 478.05 netto. 4.6.3 Seit dem 1. August 2020 arbeitet die Beklagte – neben dem Gymnastikunterricht und der Teilzeittätigkeit beim P.________ – bei der O.________ in einem 60 % -Erwerbspensum (act. 112/89) und generiert ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 2'376.75 (act. 123/99 ; act. 112/89 Ziff. 6). Zuzüglich Anteil 13. Monatslohn von CHF 198.06 resultiert daraus ein Monatsgehalt von netto CHF 2'574.81. Da es sich dabei um eine Festanstellung mit einem fixen Gehalt handelt, ist auf das aktuelle Einkommen abzustellen . 4.6.4 Nach dem Gesagten beläuft sich das massgebende Einkommen der Beklagten auf durch- schnittlich CHF 3'584.10 netto pro Monat inkl. Anteil 13. Monatslohn (= CHF 531.22 + CHF 478.05 + CHF 2'574.81). 4.7 Zu prüfen bleibt , ob der Beklagten ein höheres hypothetisches Einkommen anzurechnen ist. 4.7.1 Zusammengefasst stellt sich der Kläger auf den Standpunkt, der Beklagten sei ein hypotheti- sches Einkommen in der Höhe von CHF 5'000.00 netto pro Monat für eine Tätigkeit in der Gastrobranche oder im Detailh andel in einem 100% -Pensum anzurechnen. Zur Begründung bringt er vor, die Beklagte sei zu verpflichten , ihre Leistungsfähigkeit im Hinblick auf ein er- zielbares Einkommen bestmöglich einzusetzen . Sie habe keinen Anspruch darauf, eine Tä- tigkeit aus Lust und Freude auszuüben, wenn diese im Verhältnis zu einer unselbständigen Tätigkeit im Detailhandel oder Gastgewerbe weniger abwerfe . Die Tätigkeit als Fitnesstraine- rin sei als Hobbytätigkeit zu qualifizieren. Die Beklagte habe zudem nicht nachgewiesen, dass sie alles ihr Mögliche unternommen habe, um eine entsprechende 100% -Anstellung zu finden (act. 35 S. 5 ff. und S. 15 f.; act. 122 S. 4 ff. ). 4.7.2 Dem entgegnet die Beklagte , sie habe während des Zusammenlebens der Parteien, wenn überhaupt, lediglich einen Zuverdienst generiert, was nie anders geplant gewesen sei (act. 42 Rz 9). Eine Erhöhung des Erwerbspensums sei ihr heute weder möglich noch zumut- bar. Sie erhalte stets nur Stellen in einem Teilzeitpensum. Eine weitere Aufstockung des Er- werbspensums durch eine fünfte oder sechste Teilzeitstelle sei schlichtweg nicht zumutbar und organisatorisch kaum handelbar. Die Beklagte habe ihre Leistungsfähigkeit vollständig ausgeschöpft. Aufgrund ihres Alters , der langjährigen Ehe und der lan gen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sowie der fehlenden Ausbildung im Gastronomie - und Reinigungsbereich sei es ihr nicht möglich , ihr Erwerbspensum in diesem Bereich auszubauen . Zudem könne sie mit einer 100%-Erwerbstätigkeit in der Gastro - oder Reinigungs branche als ungelernte Arbeits- kraft maximal CHF 3'100.00 und nicht CHF 5'000.00 netto pro Monat verdienen. Dies zeige, Seite 15/41 dass sie mit ihrem aktuellen Einkommen über diese m 100%-Einkommen einer ungelernten Gastromitarbeiterin liege (act. 22 Rz 36 –37; act. 122 S. 7). 4.7.3 Bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit bzw. Eigenversorgungskapazität der Ehegatten ist grundsätzlich vom tatsächlich erzielten Einkommen auszugehen. Soweit dieses Einkommen nicht ausreicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, kann ein hypothetisches Einkom- men angerechnet werden, soweit dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist. Dabei han- delt es sich um zwei Voraussetzungen, die kumulativ erfüllt sein müssen. Damit ein Einkom- men überhaupt oder ein höheres Einkommen als das t atsächlich erzielte angerechnet wer- den kann, genügt es nicht, dass der betroffenen Partei weitere Anstrengungen zugemutet werden können. Vielmehr muss es auch möglich sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein entsprechendes Einkommen zu erzielen. Ob und in w elchem Umfang die Ausdehnung der Erwerbstätigkeit nach der Scheidung tatsächlich möglich und zumutbar ist, hängt von ver- schiedenen Faktoren ab. Wesentlich ist zunächst die Dauer der Ehe und die von den Par- teien während der Ehe vereinbarte Aufgabenteilung, die mit Rücksicht auf einen allfälligen Berufsunterbruch und das Alter des den Unterhalt beanspruchenden Ehegatten die Ausdeh- nung des Erwerbspensums erschweren oder verhindern können (Urteil des Bundesgerichts 5C.129/2005 vom 9. August 2005 E. 3.1 mit Hinw eisen). Die unterhaltsansprechende Person hat alle Tatsachen zu beweisen, die einer Ausdehnung oder Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit entgegenstehen und damit die finanzielle Leis- tungsfähigkeit beeinträchtigen. In Bezug auf die rechtliche Zumutbarke it sind zu einzelnen Faktoren wie dem Alter oder den noch zu leistenden Kin derbetreuungspflichten die von der Rechtsprechung entwickelten Tatsachenverm utungen zu beachten, welche die Beweisfüh- rung erleichtern. Macht demgegenüber der Unterhaltspflichtige ge ltend, sein Ehepartner könne sofort oder nach einer Umstellungsfrist ein bestimmtes Einkommen erzielen, obliegt ihm diesbezüglich die Beweislast, da es sich um anspruchshindernde Tatsachen handelt. So hat er konkret zu behaupten, welche Tätigkeiten bzw. St ellen dem Ehegatten zumutbar und reell möglich sind . Die Beweisführung wird jedoch dadurch erleichtert, dass die beweisbelas- tete Partei Lohnangaben aus allgemein zugänglichen Quellen als bekannt betrachten darf, selbst wenn das Gericht die Daten zunächst e rmitteln muss. Die für die geltend gemachte Einreihung erforderlichen Tatsachengrundlagen sind zu behaupten ( Schwenzer/Büchler, a.a.O., Art. 125 ZGB N 90 mit Hinweisen ). 4.7.4 Der Kläger stellt sich auf den Standpunkt, eine Erwerbstätigkeit in der Gastrobranche oder als Reinigungskraft sei der Beklagten zumutbar. Ihr sei es möglich, in dieser Branche in ei- nem 100%-Erwerbspensum ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 5'000.00 zu erwirt- schaften. Dem ist nicht zuzustimmen. Gemäss individuellem Lohnrech ner 2018 (Salarium), welcher sich auf die Lohnstrukturerhebungen 2018 des Bundesamtes für Statistik stützt, ver- dient eine Servicefachangestellte ohne Berufserfahrung im Alter der Beklagten im Durch- schnitt monatlich CHF 4'160.00 und eine ungelernte Reinigun gskraft CHF 4'100.00 brutto (inkl. Anteil 13. Monatslohn; vgl. www.gate.bfs.admin.ch/ salarium/public/index.html ). Die sta- tistischen Löhne gemäss Lohnbuch Schweiz 2019 fallen noch tiefer aus. Der durchschnittli- che Lohn einer ungelernten Gastromitarbeiterin wird mit CHF 3'470.00 brutto und jener eines Unterhaltsreiniger s der Stufe I mit CHF 3'421.60 brutto (ohne Anteil 13. Monatslohn) pro Mo- nat beziffert (Lohnbuch Schweiz 2019, Alle Löhne der Schweiz auf einen Blick, S. 316 und S. 443). Auf einen Nettolohn umgerechnet würde die Beklagte in einem 100% -Pensum ge- mäss statistischen Lohnangaben in der Gastro - oder Reinigungsbranche also weniger Seite 16/41 verdienen, als sie dies mit ihrer momentanen Erwerbtätigkeit tut. Entgegen den Darstellun- gen des Klägers ist auf die durchschnittlichen ausgewiesenen Löhne gemäss Statistik abzu- stellen und nicht auf die oberen Werte (act. 35 S. 7). Die Umschulung in eine andere Bran- che oder eine Weiterbildung wird vom Kläger nicht geltend gemacht und ist der Beklagten aufgrund ihres Alters auch nicht zumutbar. Der Beklagten ist es mithin nicht möglich, durch Ausdehnung ihres Erwerbspensums – in den vom Kläger geltend gemachten Branchen – ein höheres Einkommen zu generieren. Weitere Ausführungen zur Zumutbarkeit der Ausdeh- nung des Erwerbspens ums erübrigen sich daher. 4.8 Als Nächstes ist das Einkommen des Klägers zu ermitteln. 4.8.1 Am 31. Oktober 2020 wurde der Kläger pensioniert und bezieht seither eine AHV-Rente in der Höhe von CHF 2'370.00 (act. 114/1; act. 121/1 ) sowie eine BVG -Rente in der Höhe von CHF 2'047.58 (act. 118/1) pro Monat. Aus dem Win for Life-Los erhält der Kläger noch bis ins Jahr 2031 einen monatlichen Gewinn von CHF 4'000.00 netto ausbezahlt (act. 22 Rz 54; act. 35 S. 23; act. 112 Ziff. 14), welcher ebenfalls als Einko mmen anzurechnen ist. Der Klä- ger erzielt mithin ein monatliches Einkommen von netto CHF 8'417.58. Darüber sind sich die Parteien einig (vgl. act. 122 S. 1; act. 123). 4.8.2 Nicht einig sind sich die Parteien über die Höhe der anrechenbaren Mieteinnahmen aus der Vermietung der klägerischen Liegenschaft I.________. 4.8.2.1 Die Beklagte rechnet dem Kläger aus der Vermietung der Liegenschaft einen monatlichen Nettoertrag von CHF 1'695.00 an. Es sei vom Bruttoertrag gemäss gerichtlicher Schätzung ohne Nebenkosten in der Höhe von CHF 2'303.00 auszugehen. Davon seien die Bankzinsen von CHF 400.00 sowie die Verwaltungskosten von CHF 208.00 pro Monat in Abzug zu brin- gen. Weitere Nebenkosten seie n nicht zuzulassen , da diese nicht rechtzeitig behauptet und belegt worden seien (act. 123 S. 3). 4.8.2.2 Dagegen wendet der Kläger ein, der gemeinsame Sohn J.________, welcher in der klägeri- schen Wohnung in I.________ gewohnt habe, sei lange arbeitslos gewes en bzw. habe ledig- lich einen Praktikantenlohn bezogen, weshalb er gar nicht in der Lage gewesen sei, einen höheren Mietzins zu bezahlen. Es würde sich um eine kleine Wohnung handeln, für welche maximal eine Miete von CHF 1'300.00 bis CHF 1'700.00 pro Monat verlangt werden könne. Davon seien die Hypothekardarlehenskosten sowie die damit verbundene n Kosten für Grundgebühren und sonstige Eigentümerauslagen in Abzug zu bringen. Effektiv könne der Kläger also mit einer Vermietung an Dritte maximal CHF 500.00 im Monat erzielen (act. 35 S. 22). An der Hauptverhandlung erhöhte der Kläger die möglichen Nettomieteinnahmen auf CHF 900.00 bis CHF 1'000.00 pro Monat (act. 122 S. 10). 4.8.2.3 Damit ein höheres Einkommen als das tatsächlich erzielte angerechnet werden kann, genügt es nicht, dass der betroffenen Partei weitere Anstrengungen zugemutet werden können. Viel- mehr muss es auch möglich sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein höheres Einkommen zu erzielen. Zulässig ist auch die Anrechnung eines hypothetischen Vermögensertrages und mithin eines hypothetischen Einkommens aus zumutbarer und möglicher Vermietung von Wohneigentum. Seite 17/41 4.8.2.4 Der gemeinsame Sohn der Parteien, J.________, ist im August 2018 aus der Wohnung I.________ ausgezogen ( act. 35/2; act. 42 Rz 123). Gemäss Ausführungen des Klägers ist die Wohnung aktuell vermietet. Als Beleg dazu reichte d er Kläger die erste Seite eines Miet- vertrages ein, mit Mietbeginn 1. Dezember 2018 und einem Mietzins von CHF 1'945.00 pro Monat zzgl. Nebenkosten (act. 44/6). Bezeichnenderweise erschliesst sich aus der ersten Seite des Mietvertrages nicht, ob dieser tatsächlich abgeschlossen und wann er unterzeich- net worden ist, denn – wie die Beklagte ric htigerweise ausführt (act. 52 Rz 86) – fehlt die zweite Seite mit den Unterschriften der Vertragsparteien . Zudem führte der Kläger an der Parteibefragung aus, die Wohnung sei seit 1. November und nicht wie sich aus dem Mietver- trag ergibt, seit 1. Dezember 2018, vermietet (act. 112 Ziff. 13). Der gerichtliche Gutachter schätzte den möglichen Mietzins unter Berücksichtigung des derzeitigen Gebäudezustandes auf CHF 2'303.00 pro Monat (act. 85b S. 8). Dies entspricht im Übrigen auch den Darstellun- gen des Klägers an der Parteibefragung ( vgl. act. 112 Ziff. 12). Darauf ist vorliegend abzu- stellen. Die aktuellen Hypothekarzinse belaufen sich auf monatlich CHF 344.60 (act. 44/7). Der Kläger verweist zwar darauf, dass weitere , mit der Wohnung verbundene Kos ten und sonstige Eigentümerauslagen in Abzug zu bringen seien, beziffert diese aber in den Rechts- schriften nicht (vgl. act. 35 S. 22; act. 122 S. 6). Auch reichte er im Schriftenwechsel keine Nebenkostenabrechnung en der Jahre 2016 oder 2017 ein, was ihm du rchaus möglich gewe- sen wäre. Mangels rechtzeitiger Bezifferung der Nebenkosten ist daher auch nicht a uf die Nebenkostenabrechnung des Jahres 2018, welche mit der freiwilligen Replikeingabe vom 18. Februar 2019 eingereicht wurde, einzugehen. Weshalb ab 1. September 2018 ein Haus- verwaltungsvertrag abgeschlossen worden sein soll, begründet der Kläger nicht weiter. Auch reichte er diesbezüglich im Rahmen der Parteibefragung vom 2. Juni 2020 erneut lediglich die erste Seite eines Vertrages , welcher bereits seit dem 1. September 2018 gelten soll, ins Recht (act. 112/1). Mangels rechtzeitiger Substantiierung können neben den Hypothekarzin- sen sowie den von der Beklagten anerkannten Verwaltungskosten von CHF 208.00 pro Mo- nat somit keine weiteren Kosten in Abzug gebra cht werden. Es ist mithin auf den von der Be- klagten geltend gemachten Nettoertrag von monatlich CHF 1'695.00 abzustellen. Auf die Vor- bringen des Klägers, wonach dieses Einkommen den Parteien während des Zusammenle- bens nicht zur Verfügung gestanden habe, weshalb es für die Berechnung des nacheheli- chen Unterhalts nicht berücksichtigt werden dürfe (act. 44 S. 23), ist aufgrund verspäteter Vorbringen ebenfalls nicht einzugehen. Der Kläger begründet nicht, weshalb es ihm nicht möglich gewesen sein soll, dies b ereits im Rechtsschriftenwechsel zu behaupten. 4.8.2.5 Vom Kläger wird durch die Anrechnung eines höheren hypothetischen Mietertrages eine Um- stellung der Lebensverhältnisse verlangt. Ihm ist hinreichend Zeit zu lassen, die rechtlichen Vorgaben in die Tat umzusetzen. Die Dauer der Übergangsfrist bestimmt sich nach den kon- kreten Umständen des Einzelfalles (Urteile des Bundesgerichts 5A_ 59/2016 vom 1. Juni 2016 E. 3.2 und 5A_636/2013 vom 21. Februar 2014 E. 5.1 f. und 5.5). Unter diesen Um- ständen sind die Be stimmungen des Mietrechts zu berücksichtigen. Der Vermieter kann den Mietzins jederzeit auf den nächstmöglichen Kündigungstermin erhöhen. Er muss dem Mieter die Mietzinserhöhung mindestens zehn Tage vor Beginn der Kündigungsfrist auf einem vom Kanton genehmigten Formular mitteilen und begründen (Art. 269d Abs. 1 OR). Im Kanton I.________ gibt es grundsätzlich keine ortsüblichen Kündigungstermine. Ein bestehendes Mietverhältnis kann demnach jeden Monat (ausser Dezember) auf Ende einer dreimonatigen Mietdauer gekündigt werden ( Art. 266c OR). Es rechtfertigt sich daher, de m Kläger eine Übergangsfrist von vier Monaten für die Anrechnung eines höheren hypothetischen Mieter- trages anzurechnen. De m Kläger ist mithin aus der Vermietung der Wohnungen I.________ Seite 18/41 bis zum 30. April 2021 der, wie von ihm behauptete Nettomietertrag von CHF 1'000.00 (vgl. act. 122 S. 10), und ab 1. Mai 2021 ein hypothetischer Mietertrag von CHF 1'695.00 pro Monat anzurechnen. 4.8.3 Zusammengefasst ist von einem monatlichen Nettoeinkommen des Klägers ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis 30. April 2021 von gerundet CHF 9'517.60 (= CHF 8'417.58 + CHF 1'000.00) bzw. ab 1. Mai 2021 von CHF 10'112.60 (= CHF 8'417.58 + CHF 1'695.00) auszugehen. 4.9 Aufgrund der Übergangsfrist für den anrechenbaren hypothetischen Mietertrag ist die Unter- haltsberechnung in zwei Phasen aufzuteilen. Die erste Phase dauert ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis 30. April 2021. Aus der Differenz zwischen dem Gesamteinkom- men der Parteien von CHF 13'101.70 (= CHF 9'517.60 Einkommen Kläger + CHF 3'584.10 Einkommen Beklagte) und dem Gesamtbedarf der Parteien von CHF 7'114.2 5 (= CHF 2'164.20 Bedarf Kläger + CHF 4'950.05 Bedarf Beklagte) resultiert ein Überschuss von CHF 5'987.45. Das Bundesgericht hat im Zusammenhang mit der Überschussverteilung festgehalten, dass eine hälftige Teilung des Überschusses nur angezeigt ist, wen n sich zwei Einpersonenhaushalte gegenüberstehen ( BGE 126 III 8). Inwiefern die Beklagte bei der zwei- stufigen Berechnungsmethode keinen Anspruch auf einen Anteil am Überschuss haben soll, begründet der Kläger nicht (vgl. act. 35 S. 25). Vorliegend ist daher der Überschuss hälftig auf die Parteien aufzuteilen. Der geb ührende Bedarf der Beklagte n beträgt demnach CHF 7'943.75 (= CHF 4'950.0 5 Bedarf + CHF 2'993.70 Anteil Überschuss). Davon vermag die Beklagte CHF 3'584.10 durch eigenes Einkommen zu decken. Der Kläger schuldet der Beklagten ab Rechtskraft des vorliegenden Scheidungsentscheids bis 30. April 2021 einen nachehelichen Unterhalt von monatlich CHF 4'359.65. Ab 1. Mai 2021 erhöht sich das Ges amteinkommen der Parteien auf CHF 13'696.70 (= CHF 10'112.60 Einkommen Kläger + CHF 3'584.10 Einkommen Beklagte) . Bei einem un- veränderten Gesamtbedarf der Parteien von CHF 7'114.2 5 (= CHF 2'164.20 Bedarf Kläger + CHF 4'950.05 Bedarf Beklagte) resultiert ein Überschuss von CHF 6'582. 45, welcher erneut hälftig auf die Parteien aufzuteilen ist. Der gebührende Bedarf der Beklagten beträgt dem- nach CHF 8'241.25 (= CHF 4'950.0 5 Bedarf + CHF 3'291.2 0 Anteil Überschuss). Davon ver- mag die Beklagte CHF 3'584.10 durch eigenes Einkommen zu decken. Der Kläger schuldet der Beklagten ab 1. Mai 2021 e inen nachehelichen Unterhalt von mo natlich CHF 4'657.15. Dieser ist antragsgemäss bis zum Eintritt der Beklagten in das gesetzliche Pensionsalter ge- mäss AHV-Gesetzgebung, mindestens aber bis zum vollendeten 64. Altersjahr am 30. No- vember 2027, zu bezahlen. 4.10 Die Beklagte beantragt schl iesslich die rückwirkende Zusprechung eines Vorsorgeunterhalts ab Datum der Einreichung der Scheidungsklage bis zur Rechtskraft des Scheidungsent- scheids (act. 22 Rz 60). Der Zeitraum für die Teilung der Vorsorgeguthaben endet mit Einleitung des Scheidung sver- fahrens (Art. 122 ZGB). Dadurch entsteht für die Zeit des Scheidungsverfahrens eine Lücke in der Vorsorge des wirtschaftlich schwächeren Ehegatten . Denn der wirtschaftlich schwä- chere Ehegatte hat von Gesetzes wegen bis zur Einleitung des Scheidungsverf ahrens und auch nach Abschluss desselben Anspruch auf Ausgleich von ehebedingten Vorsorgenachtei- len, nicht aber für die Dauer des Scheidungsverfahrens . Dieser Vorsorgelücke ist über die Seite 19/41 Modalitäten des nachehelichen Unterhaltsbeitrages Rechnung zu tragen. So kann das Schei- dungsgericht, auch wenn die Zahlungspflicht des nachehelichen Unterhaltsbeitrages grund- sätzlich im Zeitpunkt des Eintritts der formellen Rechtskraft des Scheidungsurteils beginnt, gestützt auf Art. 126 Abs. 1 ZGB den Beginn der Unterhaltsp flicht auf den Zeitpunkt der Ein- reichung des Scheidungsbegehrens festlegen (Schwenzer/Büchler, a.a.O., Art. 126 ZGB N 14). Das heisst, der Vorsorgeunterhalt kann rückwirkend auf den Zeitpunkt der Rechtshän- gigkeit des Scheidungsverfahrens zugesprochen werde n. Ferner besteht in der überhälftigen Teilung der beruflichen Vorsorge im Scheidungsurteil eine weitere Möglichkeit zur Berück- sichtigung der Vorsorgelücke ( Jungo/Grütter , FamKommentar, a.a.O. , Art. 124b ZGB N 28). Dies widerspricht dem gesetzgeberischen Willen nicht, die Vorsorgeguthaben nach dem Stichtag nicht mehr auszugleichen. Es wird nicht die eheliche Vorsorge weiterhin geteilt, son- dern ein vorsorgebedingter Unterhaltsbedarf alternativ finanziert (Myriam Grütter, Der neue Vorsorgeausgleich im Überbl ick, FamPra.ch 2017 S.152). Die Beklagte hat daher Anspruch auf einen Vorsorgeunterhalt für die Zeit zwischen der Ein- reichung der Scheidungsklage am 25. April 2017 bis zur Rechtskraft des Scheidungsent- scheids. Was die Höhe des Vorsorgeunterhalts anbelang t, beantragt die Beklagte einen sol- chen von monatlich CHF 900.00 (vgl. Rechtsbegehren Ziff. 3). Den Vorsorgeunterhalt ab Rechtskraft des Scheidun gsentscheids beziffert sie auf CHF 435.82 (vgl. act. 123) . Grund- sätzlich ist für die Berechnung des Vorsorgeunt erhalts für die Dauer des Scheidungsverfah- rens auf die damaligen Einkommens - und Bedarfszahlen der Beklagten abzustellen, was auf- grund des unregelmässigen Einkommens und Bedarfs der Beklagten eine separate Berech- nung des Vorsorgebedarfs der Jahre 2017 bis 2021 bedingen würde. Da sich jedoch die Festsetzung eines Betrages für den Vorsorgeaufbau einer exakten mathematischen Berech- nung entzieht , ist der Einfachheit halber vo m aktuellen Einkommen der Beklagten (vgl. oben E. 4.6.4) sowie dem von ihr für die Berechnung des nachehelichen Vorsorgebedarfs geltend gemachten und nicht bestrittenen Bedarf auszugehen (vgl. oben E. 4.4.3). Die Beklagte hat daher Anspruch auf einen Vorsorgeunterhalt von monatlich gerundet CHF 468.40 rückwir- kend ab dem 25. April 2017 bis zu r Rechtskraft des vorliegenden Scheidungsentscheids. Dieser Betrag ist antragsgemäss in Raten à CHF 660.00 zu bezahlen, zahlbar erstmals am Ersten des der Rechtskraft des Scheidungsentscheids folgenden Monats. 4.11 Der Unterhaltsbeitrag ist antragsgemäss und gerichtsüblich zu indexieren und jeweils zum Voraus auf den Ersten eines Monats zu bezahlen. 5. Die Beklagte beantragt in Bezug auf die geltend gemachten nachehelichen Unterhaltsbei- träge die Sicherstellung im Sinne von Art. 132 ZGB. 5.1 Zur Begründung führt sie aus, sie habe erfahren, dass der Kläger seinen Lebensabend wo- möglich in Thailand verbringen möchte. Wie aus seinen Kontoauszügen ersichtlich sei, habe er Beziehungen nach Thailand. So habe er von 2015 bis 2018 regelmässig Geld nach Thai- land überwiesen und damit mehr als nur eine Familie unterstützt. Zudem habe er Tailändisch gelernt und Kontakt zu einer deutschen Anwaltskanzlei in Thailand gehabt. Es sei zu be- fürchten, dass die Beklagte den ihr zustehenden Unterhalt nicht erhalten w erde (act. 22 Rz 65; act. 42 Rz 154 ff. ). Die Sicherstellung könne in Form von Schuldbriefen auf der kläge- rischen Liegenschaft in H.________ erfolgen, da diese erst mit Schuldbriefen in der Höhe von CHF 800'000.00 belastet sei und einen Wert von CHF 1'170' 000.00 aufweise. Die Errich- tung eines weiteren Schuldbrief es sei folglich möglich (act. 42 Rz 160). Seite 20/41 5.2 Der Kläger bestreitet, seinen Lebensabend in Thailand oder sonst wo im Ausland verbringen zu wollen. Er habe zwar in seinen Ferien in Thailand eine Fami lie kennengelernt und dieser während einer kurzen Zeit ab und zu kleinere Unterstützungsbeiträge zukommen lassen. Diese Beziehung bestehe aber längst nicht mehr ( act. 35 S. 26; act. 122 S. 9). 5.3 Vernachlässigt die verpflichtete Person beharrlich die Erf üllung der Unterhaltspflicht oder ist anzunehmen, dass sie Anstalten zur Flucht trifft oder ihr Vermögen verschleudert oder bei- seiteschafft, so kann sie verpflichtet werden, für die künftigen Unterhaltsbeiträge angemes- sene Sicherheit zu leisten (Art. 132 Abs. 2 ZGB). Voraussetzungen für die Anordnung einer Sicherheitsleistung sind ein vollstreckbarer vorläufiger oder endgültiger Unterhaltstitel , eine ernstliche Gefährdung der Erfüllung künftiger Unterhaltsansprüche und die Fähigkeit des Schuldners, die angeordnete Sicherheit zu leisten (Schwenzer/Büchler , a.a.O., Art. 132 ZGB N 11; Fountoulakis/Breitschmid/Kamp, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 292 ZGB N 2). 5.4 Der Kläger bestätigte, eine gewisse Zeit lang Geld nach Thailand geschic kt zu haben. Ob er auch die Absicht hatte, nach seiner Pensionierung nach Thailand auszuwandern, ist nicht be- kannt. Auf seine Zukunftspläne angesprochen, führte der Kläger an der Parteibefragung aus, er habe verschiedene Länder bereist und habe sich dabei erkundigt, wie das Leben dort wäre. Aber die Untersuchungen vor Ort hätten gezeigt, dass diese Lebensstrukturen nicht zu ihm passen würden (act. 112 Ziff. 9). Es liegen mithin keine konkreten Anzeichen vor, dass der Kläger Anstalten zur Flucht nach Thailan d oder in ein anderes Land trifft oder sein Geld mittels Überweisungen beiseiteschafft . Eine ernstliche Gefährdung der Erfüllung künftiger Unterhaltsansprüche konnte die Beklagte somit nicht darlegen . Der Antrag auf Sicherstellung der nachehelichen Unterhaltsbeiträge ist daher abzuweisen. 6. Nachfolgend ist die güterrechtliche Auseinandersetzung durchzuführen. 6.1 Die Beklagte fordert vom Kläger eine güterrechtliche Ausgleichszahlung in der Höhe von CHF 588'377.00, eventualiter CHF 518'921.00 . Der Kläger geht von einem Ausgleichsan- spruch der Beklagten in der Höhe von maximal CHF 35'000.00 aus . 6.2 Hinsichtlich der güterrechtlichen Auseinandersetzung gelten die Verhandlungs - und die Dis- positionsmaxime (Art. 277 Abs. 1 ZPO; Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4.3.1). Das Gericht darf einer Partei aufgrund der Dispositionsmaxime nicht mehr und nichts anderes zusprechen, als sie verlangt, und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Nach der Verhandlungsmaxime haben die Parteien dem Gericht die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Bleiben prozessrelevante Tatsachen unbewiesen, ist n ach den allgemeinen Regeln der Beweislast zu entscheiden, d.h. es unterliegt diejenige Partei, welche die Beweislast trägt (vgl. Art. 8 ZGB). 6.3 Grundlegend für die güterrechtliche Auseinandersetzung ist der zwischen den Parteien wäh- rend der Ehe bestehende Güterstand. Beim Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung sind zwei nach Rechtsträgern getrennte Vermögen der Ehegatten zu unterscheiden, nämlich das Frauen- und das Mannesgut. Innerhalb des Vermögens des gleichen Rechtsträgers, d.h. inner- halb des Frauen- und des Mannesguts, bestehen je zwei Gütermassen, die Errungenschaft und das Eigengut. Jeder Ehegatte hat Anspruch auf sein Eigengut sowie (in der Regel) die Hälfte des Vorschlags der Errungenschaft des anderen (Art. 215 Abs. 1 ZGB). Die Seite 21/41 güterrechtliche Auseinandersetzung wird bei der Errungenschaftsbeteiligung in vier Schritten durchgeführt, indem (erstens) das Vermögen von Mann und Frau getrennt sowie der Errungenschaft oder dem Eigengut zugewiesen, (zweitens) der Vorschlag unter Berücksichtigung allfälliger Mehrwertanteile berechnet, (drittens) die Beteiligung am Vorschlag bestimmt und (viertens) die Erfüll ung der Ansprüche geregelt wird. 6.4 Massgebender Zeitpunkt für den Bestand der Vermögen ist das Datum der Auflösung des Güterstandes (Art. 2 07 Abs. 1 ZGB). Vorliegend wurde mit Entscheid vom 20. August 2015 die Gütertrennung per 8. Juni 2015 angeordnet (Verfahren ES 2014 476). Nach der Auflösung des Güterstandes beeinflussen Veränderungen im Bestand des Vermögens eines Ehegatten die güterrecht liche Auseinandersetzung grundsätzlich nicht mehr. Es kann insbesondere so- wohl hinsichtlich Aktiven als auch Passiven keine Errungenschaft mehr entstehen. Auch Er- satzanschaffungen sind nicht mehr möglich. Für den Wert der bei der Auflösung des Güter- standes vorhandenen Errungenschaft ist hingegen der Zeitpunkt der Auseinandersetzung massgebend (Art. 214 Abs. 1 ZGB), d.h. bei der Scheidungsklage der Tag der Entscheidfäl- lung. Folglich sind Wertveränderungen, die zwischen der Auflösung des Güterstandes und der güterrechtlichen Auseinandersetzung eingetreten sind, zu berücksichtigen (Steck/Fankhauser FamKommentar, a.a.O., Art. 204 ZGB N 10). Die Vermögenswerte sind zu ihrem Verkehrs wert einzusetzen (Art. 211 ZGB). Verkehrswert im Sinne des Gesetzes ist der Wert, der bei einem Verkauf auf dem freien Markt realisierbar wäre. Nach dem Zeitpunkt der Gütertrennung veräusserte Vermögenswerte bleiben – und zwar zum Wert im Zeitpunkt der Veräusserung – weiterhin für die güterrechtliche Auseinanderset- zung massgebend (BGE 135 III 241 E. 4.1 und 136 III 209 E. 5.2, 6.2.1 und 6.3.2). 6.5 Vorerst ist die Trennung von Frauen- und Mannesgut vorzunehmen. Gemäss Art. 205 ZGB nimmt bei der Auflösung des Güterstandes jeder Ehegatte seine Vermögenswerte zurück, die sich im Besitz des anderen Ehegatten befinden (Abs. 1). Steht ein Vermögenswert im Miteigen- tum und weist ein Ehegatte ein überwiegendes Interesse nach, so kann er neben den übrigen gesetzlichen Massnahmen verlangen, dass ihm dieser Vermögenswert gegen Entschädigung des anderen Ehegatten ungeteilt zugewiesen wird (Abs. 2). Die Ehegatten regeln ihre gegen- seitigen Schulden (Abs. 3). Mithin sind zunächst die Aktiven und Passiven der Ehegatten zusammenzustellen und in Mannes - und Frauenvermögen aufzuteilen (Hausheer/Geise r/ Aebi-Müller, Das Familienrecht des Schweizeri schen Zivilgesetzbuches, 5. A. 2014, N 12.153 ff.). Jeder Vermögensgegenstand ist entweder der Errungenschaft oder dem Eigen- gut zuzuweisen. Entscheidend ist dabei der engste sachliche Zusammenhang und damit i nsbe- sondere das quantitative Übergewicht der einen oder anderen Gütermasse im Zeitpunkt des Erwerbs des Vermögensgegenstandes. Bei einer nachträglichen Investition verbleibt der mitfi- nanzierte Vermögensgegenstand in der bisherigen Vermögensmasse selbst dann, wenn der Beitrag wertmässig die Leistung der anderen Masse übersteigt (Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, a.a.O., N 12.57 ff.). Auch die Schulden jedes Ehegatten sind entweder seinem Eigengut oder seiner Errungenschaft zuzuordnen. Eine Schuld belastet diejenige Vermögensmasse, mit wel- cher sie sachlich zusammenhängt, im Zweifel aber die Errungenschaft (Art. 209 Abs. 2 ZGB). 6.6 Art. 200 Abs. 3 ZGB stellt die gesetzliche Vermutung auf, dass alles Vermögen eines Ehegat- ten bis zum Beweis des Gegenteils als Errungenschaft gilt. Die Beweislastregel kommt dann zur Anwendung, wenn zwar die Berechtigung des Ehegatten an einem Vermögensgegenstand Seite 22/41 feststeht, jedoch streitig und unbewiesen ist, welcher der beiden Gütermassen der fragliche Vermögenswert zugeordnet werden muss. 7. Vorab ist das Mannesgut per 8. Juni 2015 (Anordnung Gütertrennung) auszuscheiden und gleichzeitig güterrechtlich dem Eigengut oder der Errungenschaft zuzuordnen. 7.1 Die eheliche Liegenschaft H.________ (6,5-Zimmer-Maisonettewohnung inkl. zwei Auto -Ein- stellplätze), GS BH.________, GB H.________, steht unbestrittenermassen im Alleineigen- tum des Klägers (act. 35/6). 7.1.1 Über den aktuellen Verkehrswert der ehelichen Liegenschaft H.________ wurde ein gerichtli- ches Gutachten eingeholt . Der Verkehrswert der Stockwerkeigentumseinheit inkl. Parkplätze wurde vom gerichtlichen Gutachter M.________ auf CHF 1'030'000.00 geschätzt (act. 83b). 7.1.2 Die Beklagte kritisiert das Verkehrswertgutachten aufgrund der Wahl der Bewertungsme- thode. Entgegen den Ausführungen im Gutachten von M.________ sei die Ertragswertme- thode üblicherweise bei Renditeobjekten anwendbar und nicht bei selbstbewohnte m Stock- werkeigentum. Bei der Schätzung nach dem Realwert (= Substanzwert) werde dagegen der Wert einer Liegenschaft anhand ihrer Substanz ermittelt. Der Gebäudezeitwert entspreche den Baukosten, die für die Neuerstellung eines gleichen Gebäudes im gleichen Ausbaustan- dard zum Schätzungszeitpunkt anfallen würden, abzüglich der Altersentwertung. Der Land- wert bestimme sich aufgrund der an vergleichbarer Lage und Grösse gehandelten Bauland- preise, wobei dabei auf statistische Daten zurückgegriffen werde . Die Realwertmethode werde vor allem bei der Bewertung von selbst bewohnten Einf amilienhäuser n, Ferienhäusern und Stockwerkeigentumswohnungen angewandt, da diese Kategorie von Immobilien über- wiegend dem Eigennutzen diene und der erzielbare Ertrag in Bezug auf den Verkehrswert nur eine untergeordnete oder keine Rolle spiele. Daher sei auf den Verkehrswert gemäss Gutachten von Q.________ abzustellen, welcher sich der Realwertmethode bediene und so auf einen um CHF 140'000.00 höheren Verkehrswert komme als das Gutachten von M.________. Q.________ amte zudem in vielen Fällen als Gerichtsgu tachter und sei als un- abhängiger Schätzer bekannt (act. 123 S. 6). 7.1.3 Der Kläger entgegnet, das Gutachten von Q.________ könne nicht massgebend sein, da es sich um eine Parteiexpertise handle. Der Experte habe die Liegenschaft nicht einmal besich- tigt. Es sei auf die gerichtliche Verkehrswertschätzung von M.________ abzustellen. Dieser habe auch eine Berücksichtigung der Umgebung, wie sie konkret vorliege, des Zustandes der Liegenschaft und der Wohnung vorgenommen . So sei der Gutachter auf einen Verkehrs- wert von CHF 1'030'000.00 gekommen (act. 122 S. 12). 7.1.4 Bei der Beurteilung des Gutachtens ist zu prüfen, ob es ordnungsgemäss erstellt wurde und der Aufbau und Inhalt vollständig, klar und sch lüssig ist. Dabei kommt es insbesondere da- rauf an, ob die tatsächlichen Feststellungen mit den Akten übereinstimmen und die Schluss- folgerungen gehörig und überzeugend begründet sind . Mängel sind möglichst durch Verbes- serung – auf dem Weg der Erläuterung und Ergän zung – zu beheben. Holt das Geri cht ein gerichtliches Gutachten ein, so darf es von den Erkenntnissen der sachverständigen Person nur aus triftigen Gründen abweichen. Es hat zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweis- mittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der Seite 23/41 gutachterlichen Darlegung aufdrängen (Urteile des Bundesgerichts 5A_591/2013 vom 6. No- vember 2013 E. 4 mit Hinweisen und 4A_505/2012 vom 6. Dezember 2012 E. 3.5). 7.1.5 Die Beklagte bemängelt nicht die Berechnung von M.________ an sich, sondern vielmehr die von ihm gewählte Berechnungsmethode. Zur Begründung ihrer Vorbringen reichte die Be- klagte ein Parteigutachten von Q.________ ein (act. 42/73) . Parteigutachten sind keine ei- gentlichen Beweismittel, sondern haben die Bedeutung von subs tantiiert vorgetragenen Par- teivorbringen. Entsprechend haben sie nicht den gleichen Rang wie ein vom Gericht einge- holtes Gutachten. Sie sind als Urkunden frei zu würdigen (Althaus/Bohnenblust, Der massge- bliche Wert in der güterrechtlichen Auseinandersetzung, FamPra.ch 3/2020, S. 670 ff., S. 680). Nach welchem Massstab (Bewertungsthema und Bewertungsmethode) ein Aktivum zu be- werten ist, stellt eine Rechtsfrage dar und ist daher vom Richter zu entscheiden (Althaus/ Bohnenblust, a.a.O., S. 677; Urteil des Bundesgerichts 5A_104/2012 vom 11. Mai 2012 E. 2.3.1; BGE 132 III 489 E. 2.3). Soweit die zur Anwendung gebrachten Bewertungsmetho- den als Rechtsfragen zu überprüfen sind, ist zu beurteilen , ob der Experte eine Methode ge- wählt hat, die nachvo llziehbar, plausibel, anerkannt ist, in vergleichbaren Fällen verbreitete Anwendung findet, begründetermassen besser oder mindestens ebenso bewährt ist wie an- dere Methoden und den Verhältnissen im Einzelfall Rechnung trägt (Urteil des Bundesge- richts 4C.363/2000 vom 3. April 2001 E 3.b). 7.1.6 Zur Wahl der Bewertungsmethode erklärt M.________ in seinem Gu tachten, Ertragswerte würden für alle Immobilien errechnet werden können, die auf irgendeine Art nutzbar seien und dadurch einen Ertrag abwerfen bzw. einen geldwerten Nutzen oder Vorteil erbringen würden. Sie seien ausdrücklich auch für vermietete oder selbstbewohnte Eigentumswohnun- gen oder Einfamilienhäuser anwendbar. In der Schweiz halte sich hartnäckig die Irrmeinung, selbstgenutzte Objekte wie Einfa milienhäuser und Eigentumswohnungen hätten weder Nut- zen oder Ertrag und müssten darum mit substanzorientierten Methoden wie der Realwertme- thode bewertet werden. Das sei strikte abzulehnen, da Substanzmethoden nicht marktorien- tiert seien und keine Verkehrsw erte ergeben könnten. Jede Baute, ob vermietet oder selbst- genutzt, habe einen Nutzen und erbringe einen Ertrag und könne mit einer Ertragsmethode bewertet werden. Diese Meinung werde auch vom Schweizer Immobilienschätzer Verband vertreten (act. 83b S. 2). Das Bundesgericht definiert den Verkehrswert einer Liegenschaft al s den mittleren Preis, zu dem Grundstücke gleicher oder ähnlicher Grösse, Lage und Beschaffenheit in der betreffen- den Gegend unter normalen Verhältnissen verkauft werden (BGE 103 Ia 103 E . 3a.). Dem- nach ist der Verkehrswert einer Liegenschaft ein objektivierter Wert, der sich auf das Grund- stück als solches bezieht und nicht von den besonderen persönlichen Verhältnissen des Ei- gentümers abhängt. Massgebend sind die Eigenschaften des Grundstückes und die ihm an- haftenden rechtlichen und tatsächlichen Vorteile und Lasten, die im Veräusserungsfall auf den neuen Eigentümer übergehen. Der gerichtliche Gutachter hat klar und schlüssig darge- legt, weshalb er für die Bestimmung des Verkehrswertes der s elbstbewohnten Liegenschaft H.________ auf die Ertragswert - und nicht auf die Substanzwertmethode abstellte. Dem Ex- perten sind die Grundsätze der Schätzung von Liegenschaften bekannt. Er ist in deren An- wendung geübt. Die vom Gutachter gewählte Ertragswertm ethode ist anerkannt und mindes- tens genauso bewährt wie die von Q.________ angewandte Substanzwertmethode. Seite 24/41 M.________ hat – im Gegensatz zu Q.________ – die Liegenschaft besichtigt und konnte sich so ein Bild über den aktuellen Zustand der Wohnung machen, was insbesondere Ein- fluss auf den vom Gutachter festgesetzten Mietwert der Liegenschaft hat (vgl. dazu Beant- wortung der Ergänzungsfragen act. 106 a Ziff. 5). Die Herleitung en der Berechnung en im Gutachten sind nachvollziehbar. Insgesamt kann auf die Feststellungen im Gutachten über den Verkehrswert der ehelichen Liegenschaft H.________ abgestellt werden. D ie Schlussfol- gerungen des Gutachters sind überzeugend, weshalb de r von M.________ ermittelte Ver- kehrswert der Liegenschaft H.________ von CHF 1'030'000.00 massgebend ist . 7.1.7 Die Liegenschaft ist unbestrittenermassen der Errungenschaft des Klägers zuzuordnen (act. 1/3 Ziff. 6). Eine Hypothek als Schuld stellt keinen vom Vermögensgegenstand losgelös- ten Wert dar, weshalb sie als Ganzes derjenig en Vermögensmasse zugewiesen wird, der auch die Liegenschaft angehört (Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, a.a.O., N 14.24 ff.; Steck/ Fankhauser, a.a.O., Art. 196 ZGB N 30 ff.; Urteil des Bundesgerichts 5A_763/2015 vom 21. April 2016 E. 4.2). Die Hypothek belast et mithin die Errungenschaft des Klägers. Der Ver- kehrswert der Liegenschaft beträgt CHF 1'030'000.00, wovon die Hypothek von CHF 310'000.00 (act. 35/9) abzuziehen ist. Dies ergibt einen Nettowert der Liegenschaft H.________ von CHF 720'000.00, welcher der Errungenschaft des Klägers zuzuordnen ist. 7.1.8 Der Kläger macht geltend, vom Nettowert der Liegenschaft seien schliesslich die Verkaufs- kosten (insb. Notariats -, Grundbuch- und Maklerkosten) sowie die latenten Grundstückge- winnsteuern in der Höhe von CHF 43'000.00 abzuziehen (act. 18 S. 7; act. 35 S. 28 ; act. 122 S. 2). Dem entgegnet die Beklagte, solange die Liegenschaft nicht verkauft werde, würden keine Verkaufskosten anfallen, weshalb diese in der güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht zu berücksichtigen seien . Zudem habe der Kläger die Kosten nicht genügend substanti- iert (act. 22 Rz 72; act. 42 Rz 173). Vom Bruttoverkehrswert einer Liegenschaft sind – neben der darauf lastenden Hypothek – diejenigen Lasten und Steuern abzuziehen, die bei einem tatsächlichen Verkauf des Vermö- gensgegenstandes entstünden (Handänderungsgebühren, Grundstückgewinnsteuern u.ä.) oder sich wertvermindernd auf den Vermögensgegenstand auswirken (Kaufs - oder Vorkaufs- rechte). Die latenten Lasten sin d daher grundsätzlich bei der Bewertung eines Vermögensge- genstandes als wertvermindernde Faktoren zu berücksichtigen , unabhängig davon ob die Veräusserung eines Vermögenswertes mit Sicherheit oder mit hoher Wahrscheinlichkeit ein- treten und die Last sich da mit verwirklichen wird . Ob und gegebenenfalls wann sich die Last verwirklichen könnte, ist hingegen für deren Bewertung bestimmend (BGE 125 III 50 E. 2a und E. 2bb). Naturgemäss können in quantitativer Hinsicht in aller Regel keine exakten An- gaben darüber gemacht werden, wie sich eine latente Last auf den Wert eines Vermögens- gegenstandes auswirkt. Für die tatsächlichen Grundlagen, die die wertmässige Bestimmung der latenten Lasten und nachvollziehbare Annahmen in unklaren Verhältnissen ermöglichen, darf das Gericht nach den allgemeinen Regeln substantiierte Behauptungen der Parteien verlangen (Urteil des Bundesgerichts 5C.201/2005 vom 2. März 2006 E. 2.3 und E. 3 ). Der Kläger bringt zu den latenten Grundstücksteuern vor, aufgrund des eingetretenen kon- junkturellen Mehrwehrtes de r Liegenschaft von rund CHF 600'000.00 bzw. CHF 400'000.00 sei mit Grundstückgewinnsteuern von CHF 43'000.00 zu rechnen. Diese seien zu berück- sichtigen, da die Liegenschaft früher oder später verkauft werden müsse (act. 122 S. 2). Von welcher Berechnungsgrundlage der Kläger ausgeht und wie er auf den geltend gemachten Seite 25/41 Betrag von CHF 43'000.00 kommt , ist unklar. Entgegen seiner Darstellung genügt es nicht, latente Lasten nur betragsmässig zu behaupten. Auch deren Realisierungswa hrscheinlichkeit ist näher darzulegen, insbesondere dann, wenn die güterrechtliche Auseinandersetzung – wie hier – keinen sachenrechtlichen Übergang des Eigentums bewirkt (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 5C.201/2005 vom 2. März 2006 E. 3 ). Weiter führt er aus, die Notariats- und Grundbuchkosten würden sich auf je rund CHF 2'000.00 und die Maklerkosten auf 3 % des Verkehrswertes der Liegenschaft belaufen (act. 18 Rz 9.4). Da die Beklagte diese Vorbringen bestreitet, wäre es am Kläger gelegen, die von ihm behaupteten Kosten zu belegen. Die ehe- liche Liegenschaft H.________ ist daher mit einem Nettoverkehrswert von CHF 720'000.00 in der güterrechtlichen Auseinandersetzung zu berücksichtigen. 7.2 In Bezug auf die eheliche Liegenschaft macht die Beklagte eine Hinzurechnung i.S.v. Art. 208 ZGB in der Höhe von CHF 5'751.35 für getätigte Renovationen geltend (act. 22 Rz 82; act. 123 S. 4). Der Kläger bestreitet die Vorbringen der Beklagten ( act. 35 S. 32). 7.2.1 Zur Errungens chaft hinzugerechnet werden gemäss Art. 208 ZGB unentgeltliche Zuwendun- gen, die ein Ehegatte während der letzten fünf Jahre vor Auflösung des Güterstandes ohne Zustimmung des ander en Ehegatten gemacht hat, ausgenommen sind übliche Gelegenheits- geschenke (Zi ff. 1) sowie Vermögensentäusserungen, die ein Ehegatte während der Dauer des Güterstandes vorgenommen hat, um den Beteiligungsanspruch des anderen Ehegatten zu schmälern (Ziff. 2). Zweck der Bestimmung ist, die Anwartschaft des Ehegatten auf Beteili- gung am Vorschlag des anderen zu schützen (BGE 138 III 689 E. 3.2). Derjenige, der die Hin- zurechnung zur Errungenschaft nach Art. 208 ZGB geltend macht, hat nicht nur nachzuwei- sen, dass dem ander en Ehegatten der entsprechende Vermögenswert zu einem bestimmten Zeitpunkt gehört hat, sondern auch, was damit ges chehen ist (BGE 118 II 27 E. 3). 7.2.2 Die Beklagte begründet die Hinzurechnung mit dem Umstand, dass der Kläger in der Ver- gangenheit – entgegen den Wünschen der Beklagten – nie Renovationen an der ehelich en Liegenschaft vorgenommen habe. Dass der Kläger die von der Beklagten geltend gemachten Renovationsarbeiten in der Höhe von total CHF 5'751.35 für die Aufbereitung der Holzfas- sade durch den Maler und die R.________GmbH zum Zwecke der Vermögensminderung i n Auftrag gegeben habe (act. 42 Rz 198 ff.) , vermag die Beklagte damit aber nicht darzutun . Selbst wenn die Ehegatten früher keine Renovationen an der ehelichen Liegenschaft vorge- nommen hätten, liegt es in der Natur der Sache, dass ein e im Jahr 1976 erbaute und im Jahr 2000 sanierte Wohnung von Zeit zu Zeit Sanierungsarbeiten benötigt . Dabei handelt es sich nicht um eine Vermögensentäusserun g mit dem Zweck, den Beteiligungsanspruch der Be- klagten zu schmälern . Es ist daher keine Hinzurechnung zur Errungenschaft des Klägers in der Höhe von CHF 5'751.35 vorzunehmen. 7.3 Weiter ist zwischen den Parteien s trittig, wie die aufgelaufene n Hypothekarzinse für die eheli- che Liegenschaft H.________ in der Höhe von CHF 1'612.00 güterrechtlich zu erfassen sind (act. 18 S. 10; act. 42 Rz 205 ). 7.3.1 Der Bestand der Schulden richtet sich bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung – gleich wie bei den Aktiven – nach dem Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes, mithin dem 8. Juni 2015. Folglich sind nur Verbindlichkeiten zu berücksichtigen, die in diesem Zeitpunkt bestan- den (Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kommentar, 1992 , Art. 207 ZGB N 21). Keine Beach- tung finden Vermögenswerte und Schulden, welche erst nach dem Auflösungszeitpunkt (aber Seite 26/41 noch vor der g üterrechtlichen Auseinandersetzung) in Erscheinung trete n bzw. fällig werden (Hausheer/Regina Aebi -Müller, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 204 ZGB N 4; BGE 136 III 209 E. 5.2 und 135 III 241 E. 4.1). Gegenüber diesem Grundsatz bleiben Sonderfälle vorbe- halten. Einen derartigen Sonderfall betreffen Schulden, die nach Auflösung des Güterstan- des, aber vor der güterrechtlichen Auseinandersetzung eingegangen werden, um einen Ver- mögensgegenstand der Errungenschaft zu verbessern oder zu erhalten. Sie können berück- sichtigt werden, falls der Errungenschaft ein Gegenwert zugeflossen ist. Die Voraussetzung ist nicht erfüllt, wenn die eingegangene Schuld und die verwendeten Mittel lediglich das Ent- gelt für den Gebrauch des Vermögensgegenstandes darstellen. Diesfalls bleib t es beim Grundsatz, dass der Nutzen wie auch die Kosten nach Auflösung des Güterstandes beim Ehegatten anfallen, dem der Vermögensgegenstand gehört ( BGE 136 III 209 E. 5.3). 7.3.2 Der Kläger bestreitet nicht, dass die Hypothekarzinse n im Zeitpunkt der Gütertrennung noch nicht fällig waren. Er moniert lediglich, die Fälligkeit entscheide nicht darüber, welche Schul- den in der güterrechtlichen Auseinandersetzung zu berücksichtigen seien (act. 35 S. 33). Da Hypothekarzinse nicht bezahlt we rden, um die Liegenschaft zu verbessern oder zu erhalten, sind nach Auflösung des Güterstandes fällig gewordene Hypothekarzinse nicht als Schuld en in der güterrechtlichen Auseinandersetzung zu berücksichtigen. Weil die Liegenschaft im Al- leineigentum des Kl ägers steht, hat er die nach dem Stichtag der Gütertrennung fällig gewor- denen Schulden selber zu tragen. 7.4 Die Liegenschaft I.________, GS BI.________, GB I.________, steht im Alleineigentum des Klägers (act. 29/8) und stellt unbestrittenermassen Eigengut des Klägers dar (act. 1/3 Ziff. 5 und Ziff. 7). 7.5 Die Beklagte macht eine Ersatzforderung in der Höhe von CHF 38'480.6 5 geltend, da der Kläger die Wohnung I.________ nach dem Kauf mit Errungenschaftsmitteln umgebaut habe (act. 42 Rz 164 ff.), was der Kläger bestreitet (act. 35 S. 27). 7.5.1 Im Falle von Investitionen nach Art. 209 ZGB gehören zum Beweisthema die Tatsache der Leistung an sich und der Leistung aus einer bestimmten Gütermasse sowie der tatsächliche Umfang dieser Leistung. Beweisthema im Falle von Investitionen durch Geldzahlungen ist nicht bloss der Vergleich der jeweiligen Vermögen, sondern der konkrete Zusammenhang zwischen Zahlung aus einer Vermögensmasse und getilgter Schuld der anderen Vermögens- masse, d.h. der Zahlungsfluss von d er einen in die andere Gütermasse (Bähler, Zur Führung von Prozessen über das Güterrecht, dubio 2006, Heft 5, S. 236 ff. und 242; Steck/ Fankhau- ser, a.a.O., Art. 206 ZGB N 9a; Urteile des Bundesgerichts 5A_605/2008 vom 28. Januar 2009 E. 6.5 und 5A_822/2008 vom 2. März 2009 E. 3.2 f.). In diesem Zusammenhang zu be- weisen ist, dass Mittel der Errungenschaft des Klägers in den Umbau und die Renovation der Eigengutswohnung des Klägers investiert worden sind, so dass der Errungenschaft des Klä- gers eine Ersatzfor derung gegenüber seinem Eigengut zusteht, die entweder auf den Nomi- nalwert beschränkt ist (Art. 209 Abs. 1 ZGB) oder darüber hinaus auch Anteil am Mehr - oder Minderwert des fraglichen Vermögensgegenstandes hat (Art. 8 ZGB; Art. 209 Abs. 3 ZGB; Urteile des Bundesgerichts 5A_61/2013 vom 4. Juli 2013 E. 3.3 und E. 3.4 und 5A_37/2011 vom 1. September 2011 E. 3.2) . In Bezug auf den Mehrwert anerkennt die Beklagte, dass eine Schätzung des aktuellen Verkehrswertes der Liegenschaft ihren Anteil am Mehrwert wohl übersteigen würde, weshalb nur eine Ersatzforderung der Errungenschaft im Nominal- wert zu berücksichtigen sei (act. 42 Rz 170). Seite 27/41 7.5.2 Die Wohnung I.________, GS BI.________, GB I.________, stellt Eigengut des Klägers dar (vgl. oben E. 7.4). Der Kläger hat am 30. Februar 2012 [recte: 29. Februar 2012] eine Schen- kung von S.________ über CHF 150'000.00 erhalten (act. 1/3 Ziff. 5). Das für den Erwerb der Wohnung benötigte Eigenkapital in der Höhe von CHF 116'400.00 wurde mit dieser Schenkung finanziert. Sämtliche Rechnungen für Umbauten und Renovationen der klägeri- schen Wohnung in I.________ sind daher Schulden des Eigenguts des Klägers (Art. 209 Abs. 2 ZGB). 7.5.3 Wie die Beklagte richtigerweise ausführt, bezahlte der Kläger die Rechnungen der T.________AG vom 24. Oktober 2014 über CHF 4'827.10 (act. 29/9a; act. 29/14), der U.________AG vom 9. Oktober 2014 über CHF 12'587. 17 (act. 29/9c; act. 29/14), der V.________AG vom 8. September 2014 über CHF 3'831.70 (act. 29/9d; act. 29/14), der W.________AG vom 29. Septem ber 2014 über CHF 1'442.07 (act. 29/9f ; act. 29/14) sowie jene der X.________AG vom 29. August 2014 über CHF 1'333.00 (act. 29/9d; act. 29/14) von seinem Sparkonto Nr. .________ bei der F.________AG (act. 29/9a; act. 29/9c). Dieses Konto bestand bereits vor Erhalt der Schenkung von S.________ und wurde regelmässig mit Überweisungen des Klägers von einem anderen Konto sowie einem Bonus seines Arbeitge- bers geäufnet (act. 29/11). Dieses Vermögen stellt mithin Errungenschaft des Klägers dar (vgl. dazu unten E. 7.8). Die Rechnungen der Y.________Architekten vom 23. Oktober 2015 über CHF 488.70 und vom 30. November 2016 über CHF 460.85 bezahlte der Kläger von seinem Lohnkonto 60plus, Konto-Nr. .________, bei der F.________AG (act. 29/15). Dieses Konto stellt eben- falls Errungenschaft des Klägers dar (Art. 197 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). Eine Zahlung vom Lohn- konto des Klägers an Y.________Architekten über CHF 1'552.80 mit Buchungsdatum 5. Ja- nuar 2015 ergibt sich aus dem Kontoauszug des besagten Kontos nicht (act. 29/15). Die Rechnung der Y.________Architekten vom 25. März 2014 über CHF 1'075.75 bezahlte der Kläger von seinem F.________AG Sparkonto "Steuern" Nr. .________. Auch bei diesem Vermögen handelt es sich um Errungenschaft des Klägers (vgl. dazu unten E. 7.8). Die Rechnung der Y.________Architekten vom 6. Oktober 2014 über CHF 1'068.70 beglich der Kläger von seinem Sparkonto Nr. .________ "Mietzinskonto" bei der F.________AG . Auch dabei handelt es sich um Errungenschaft des Klägers (vgl. dazu unten E. 7.6.2). 7.5.4 Mithin bezahlte der Kläger sämtliche Rechnungen im Zusammenhang mit dem Umbau der Liegenschaft in I.________ von vier verschiedenen Konten, die alle Errungenschaft des Klä- gers darstellen . An der Parteibefragung bestätigte der Kläger, dass er zwischen seinem Lohnkonto, dem Mietzinskonto und dem Sparkonto immer wieder Ausgleichzahlungen vor- nehme. Wenn er beispielsweise für eine grössere Zahlung auf dem Mietzinskonto z u wenig Geld habe, transferiere er Geld vom Sparkonto auf das Mietzinskonto (act. 112 Ziff. 78). Zu den von der Beklagten aufgeführten Umbaukosten führte der Kläger an der Parteibefragung lediglich aus, der restliche Betrag der Schenkung sei für die Finanz ierung des Umbaus der Wohnung in I.________ eingesetzt worden (act. 112 Ziff. 75). Die Umbaukosten seien durch die Schenkung von CHF 150'000.00 gedeckt gewesen, weshalb im Ehe - und Erbvertrag auch festgehalten worden sei, die gesamte Schenkung über CHF 150 '000.00 sei in die Liegen- schaft in I.________ investiert worden (act. 44 S. 26). Wohin der Restsaldo der Schenkung Seite 28/41 überwiesen wurde, erschliesst sich aus den Ausführungen der Parteien nicht. Auch hält der Ehe- und Erbvertrag lediglich fest, dass der Kläger mit der Schenkung das Grundstück in I.________ erworben hat (act. 1/3 Ziff. 7). Dass damit auch die nachfolgend vorgenommenen Renovationen und Umbauten abgedeckt wären, ergibt sich aus dem E he- und Erbvertrag nicht. Die Beklagte konnte mithin den Nachweis erbringen, dass die von ihr aufgeführten Leistungen im Zusammenhang mit der Eigengutsliegenschaft des Klägers I.________ aus der Errungenschaft des Klägers bezahlt wurden. 7.5.5 Die Zahlungen, welche nach dem Stichtag Gütertrennung am 8. Juni 2015 vom Kläger vorge- nommen wurden, sind in der güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht zu berücksichtigen. Der Errungenschaft des Klägers steht somit gemäss Art. 209 Abs. 1 ZGB eine Ersatzforde- rung gegenüber seinem Eigengut im Nominalwert der getätigten Investitionen in der Höhe von CHF 26'165.49 (= CHF 4'827.10 + CHF 12'587.17 + CHF 3'831.70 + CHF 1'442.07 + CHF 1'333.00 + CHF 1'075.75 + CHF 1'068.70) zu. 7.6 Die Beklagte macht zwei Ersatzforderungen i.S.v. Art. 209 Abs. 1 ZGB in der Höhe von CHF 3'100.00 (Notariatskosten ) sowie in der Höhe von CHF 2'400.00 ( Amortisation Hypo- thek) geltend, da der Kläger diese mit der Eigengutsliegenschaft zusammenhängenden Kos- ten aus seiner Errungenschaft bezahlt habe (act. 42 Rz 164 ff.). Der Kläger bestreitet dies (act. 18 S. 9; act. 35 S. 30). 7.6.1 Da die Liegenschaft I.________, GS BI.________, GB I.________, Eigengut des Klägers darstellt, belasten sowohl die Hypothekarschuld als auch die mit dem Erwerb zusammenhän- gende Notariatsgebühr das Eigengut des Klägers. Wurden diese Schulden durch die Errun- genschaft des Klägers beglichen, steht der Errungenschaft des Klägers gemäss Art. 209 Abs. 1 ZGB eine Ersatzforderung gegenüber seinem Eigeng ut zu. 7.6.2 Die Notariatskosten in der Höhe von CHF 3'100.00 sind unbestrittenermassen vo m Mietzins- konto Nr. .________ des Klägers bezahlt worden . Wie der Kläger richtigerweise vorbringt (act. 18 S. 9; act. 35 S. 30) , vereinbarten die Parteien im Ehe - und Erbvertrag, dass die Er- träge aus der Vermietung der Eigengutsliegenschaft des Klägers dessen Eigengut zugeord- net werden (act. 1/3 Ziff. 7). Die auf das Mietzinskonto Nr. .________ bei der F.________AG geflossenen Mie teinnahmen stellen daher grundsätzlich Eigengut des Klägers dar. Der Kauf- vertrag der Liegenschaft I.________ datiert vom 15. März 2012. Eingetragen wu rde der Er- werb der Liegenschaft am 27. August 2014 (act. 29/25). Am selben Tag überwies der Kläger den Restkaufpreis von CHF 465'600.00 sowie die Notariatsgebühr von CHF 3'170.00 – wie von ihm behauptet – vom besagten Mietzinskonto an lic.iur. Z.________ (act. 29/25). Zu die- sem Zeitpunkt war die Wohnung jedoch noch nicht vermietet, weshalb der Kläger noch kein e Mieteinnahmen generieren konnte. Wie die Beklagte richtigerweise darlegt (act. 42 Rz 187) , bestand das Mietzinskonto bereits vor der Vermietung der Liegenschaft in I.________ und wies vor Vermietungsbeginn der Wohnung am 1. Oktober 2014 einen Saldo von CHF 9'762.53 auf ( act. 29/14 Kontoauszug F.________AG Sparkonto .________ Saldo per 30. September 2014 ). Von diesem Konto zahlte der Kläger damals laufende Unterhaltskos- ten der Familie. Dieses Vermögen stellt damit Errungenschaft des Klägers dar. Mithin wurde die Notariatsgebühr nicht aus dem Eigengut sondern aus der Errungenschaft des Klägers be- zahlt, weshalb der Errungenschaft des Klägers eine Ersatzforderung i.S.v. Art. 209 Abs. 1 ZGB gegenüber seinem Eigengut in der von der Beklagten beantragten Höhe von CHF 3'100.00 zusteht. Seite 29/41 7.6.3 Anders sieht es mit Bezug auf die von der Beklagten geltend gemachten Amortisationszah- lungen der Hypothek in der Höhe von total CHF 2'400.00 aus. Die Beklagte vertritt die An- sicht, anhand der Belege über die hypothekarisch e Belastung der Liegenschaft I.________ sehe man, dass diese in den letzten Jahre n amortisiert worden sei (act. 22 Rz 68). Dem ent- gegnet der Kläger, di e Hypothek sei nicht und schon gar nicht mit Errungenschaftsmitteln amortisiert worden (act. 35 S. 279). Es wäre an der diesbezüglich beweisbelasteten Beklag- ten gelegen, nachzuweisen, von welchem Konto der Kläger wann Amortisationszahlungen für die Hypothek geleistet hat. Mit den generellen Verweisen auf die "Auszüge F.________AG Konti 2014 und 2015 in KB sowie den Hypothekarvertrag in KB " (vgl. act. 42 Rz 168) genügt die Beklagte den Substant iierungsanforderungen nicht. Der Verweis auf eine Beilage ist un- genügend, wenn die Beilage für sich selbst nicht erlaubt, die geltend gemachten Positionen zu prüfen und g egebenenfalls substantiiert zu bestreiten, und die Beilage in den Rechts- schriften nicht hinreichend konkretisiert und erläutert wird . Es ist nicht Sache des Gerichts , in den Auszügen sämtlicher F.________AG -Konten des Klägers der Jahre 2014 und 2015 nach Amortisationszahlungen der Hypothek zu suchen. Die Beklagte vermochte somit nicht darzu- legen, dass der Kläger zwei Amortisationszahlungen der Hypothek in der Gesamthöhe von CHF 2'400.00 aus der Errungenschaft bezahlte. 7.7 Mit der Beklagten ist schl iesslich festzuhalten, d ass die Hypothek , welche auf der Eigenguts- liegenschaft des Klägers lastet – entgegen den Behauptungen des Klägers (act. 35 S. 33) – nicht als Schuld der Errungenschaft des Klägers in der güterrechtlichen Auseinandersetzung zu berücksichtigen ist (act. 42 Rz 206) . 7.8 Der Kläger verfügte im Zeitpunkt Gütertrennung unbestrittenermassen über folgende Bank- konten bei der F.________AG , welche seiner Errungenschaft angehören (act. 29/19): Fiscakonto Nr. .________ CHF 13.25 Fiscakonto Nr. .________ CHF 0.80 Privatkonto 60plus "Lohn" Nr. .________ CHF 3'559.10 Sparkonto "Steuern" Nr. .________ CHF 3'148.75 Sparkonto Nr. .________ CHF 98'588.22 Mietkautionssparkonto Nr. .________ CHF 3'000.30 Sparkonto "Mietzinskonto" Nr. .________ CHF 7'170.23 Total CHF 115'480.65 7.8.1 Der Kläger weist sein Mietzinskonto Nr. .________ aufgrund der Vereinbarung der Parteien im Ehe- und Erbvertrag seinem Eigengut zu (act. 18 Rz 9.6), was die Beklagte bestreitet (act. 42 Rz 181). Wie bereits ausgeführt, bestand das Mietzinskonto bereits vor dem Erwerb der Liegenschaft in I.________ mit einem Saldo von CHF 9'762.53 (vgl. oben E. 7.6.2), weshalb das Konto der Errungenschaft des Klägers zuzuordnen ist. Per Stichtag Gütertrennung wies das Konto noch einen Saldo von CHF 7'170.23 auf. Es wäre dem Kläger oblegen, eine ent- sprechende Ersatzforderung seines Eigenguts gegenüber dem Errungenschaftskonto zu be- haupten, was er unterlassen hat. 7.8.2 Weiter macht der Kläger geltend, von seinem Vermögen sei vorab das im Ehe - und Erbver- trag ausgewiesene Erbe von AA.________ in der Höhe von CHF 15'000.00 ( act. 18 Rz 9.2) Seite 30/41 bzw. CHF 10'000.00 (act. 35 S. 29) als Eigengut abzuziehen , was die Beklagte bestreitet (act. 42 Rz 177). Gemäss Ehe- und Erbvertrag erhielt der Kläger eine Erbschaft von AA.________ über CHF 15'000.00 (act. 1/3 Ziff. 5a). Der Kläger hat es aber unterlassen, zu erläutern (und zu belegen) , auf welchem seiner Konten die Schenkung eingegangen ist und dass diese im Zeitpunkt der Gütertrennung noch vorhanden war (vgl. act. 35 S. 29). Der Klä- ger vermochte somit sein Eigengut nicht nachzuweisen , weshalb sämtliche s Vermögen auf seinen Bankkonten seiner Errungenschaft zuzuordnen ist (Art. 200 Abs. 3 ZGB). 7.8.3 Der Kläger beantragt, es sei festzustellen, dass das Guthaben auf dem Miet erkautionsspar- konto Nr. .________ dem Kläger zusteh e und der Vermieter , G.________AG, sei anzuwei- sen, dieses Guthaben dem Kläger zur freien Verfügung freizugeben bzw. auf ein von ihm zu bezeichnendes Konto zu überweisen (act. 35 S. 31). Die Beklagte fordert vom Kläger die Überweisung dieses Betrages, da er sich mit Vereinbarung vom 22. Dezember 2014 ver- pflichtet habe, ihr dieses Geld zu übertragen (act. 22 Rz 80). Die Parteien sind sich über den Verbleib der Mietkaution von CHF 3'000.00 nicht einig. Wäh- rend die Beklagte an der Parteibefragung darlegte, auf dem besagten Mietkautionskonto sei kein Saldo mehr vorhanden , ist der Kläger der Ansicht, dass das Geld immer noch auf dem Konto blockiert sei (act. 112 Ziff. 67 –68). Unabhängig davon, wem der Saldo auf dem besag- ten Mietkautions sparkonto angerechnet wird, ist der Saldo in der güterrechtlichen Auseinan- dersetzung hälftig zu teilen , da keine der Parteien substantiiert hat, dass es sich dabei um Eigengut einer Partei handeln soll (act. 35 S. 31). Insbesondere begründet die Vereinbarung der Parteien vom 22. Dezember 2014, wonach der Kläger das Mi etzinsdepot auf die Be- klagte überschreib e, kein Eigengut der Beklagten (act. 22/47). Das Mieterkautionssparkonto stellt daher Errungenschaft dar (Art. 200 Abs. 3 ZGB) . Da dieses vorliegend im Vermögen des Klägers aufgeführt wird und die G.________AG mangels Zustimmung beider Parteien das Geld nicht auszahlen konnte (vgl. act. 22/47), ist die G.________AG anzuweisen, das Mietkautionssparkonto Nr. .________ bei der F.________AG für die 2,5-Zimmer-Wohnung H.________ aufzulösen und einen allfälligen (Rest -)Saldo auf das Privatkonto Nr. .________ des Klägers bei der F.________AG zu überweisen. 7.9 Die Beklagte rechnet dem Kläger einen Anteil am Fonds der Stockwerkeigentümergemein- schaft H.________ in Höhe von CHF 9'300.25 an (act. 123 S. 4) . Wie der Kläger zurecht aus- führt (act. 122 S. 11) , ist der Anteil am Erneuerungsfonds explizit i m vom Gutachter M.________ errechneten Verkehrswert der Liegenschaft H.________ miteingerechnet (vgl. dazu act. 83b S. 22 gelbe Markierung) , weshalb der Anteil am Fonds der Stockwerkei- gentümerschaft nicht erneut im Vermögen des Klägers zu berücksichtigen ist. 7.10 Der Kläger verfügte per Stichtag Gütertrennung über zwei Fiscadepots der Säule 3a bei der F.________AG . Das Depot -Nr. .________ bestand aus 277.782 Anteilen AB.________ und 13.242 Anteilen AC.________ und das Depot -Nr. .________ aus 39.186 Anteilen AC.________ (act. 29/19). Entgegen den Darstellungen des Klägers (act. 122 S. 11 f.) ist bei Aktien und Obligationen nicht der Wert im Zeitpunkt der Gütertrennung, sondern jener im Zeitpunkt der güterrechtli- chen Auseinandersetzung massgebend (Art. 214 Abs. 1 ZGB) , d.h. bei der Scheidungsklage der Tag der Urteilsfällung (BGE 121 III 152 ff.) . Als Verkehrswert gilt bei börsenkotierten Ak- tien der Kurswert im Zeitpunkt der güterrechtlichen Auseinandersetzung (Steck/Fankhauser, Seite 31/41 a.a.O., Art. 211 ZGB N 14). Der Kurs der AB.________ (Valoren-Nr. .________) betrug am 4. Dezember 2020 CHF 264.42 pro Aktie (https://www.finan -zen.ch/fonds/ .________) und je- ner der AC.________ (Valoren-Nr. .________) CHF 149.63 pro Aktie (https://www.finan- zen.ch/fonds/ .________). Das Depot Nr. .________ der Säule 3a ist daher mit CHF 75'432.51 (= [277.782 Anteil x CHF 264.42] + [13.242 Anteile x CHF 149.63]) und das Depot - Nr. .________ mit einem Wert von CHF 5'863.40 (= 39.186 Anteile x CHF 149.63) in der gü- terrechtlichen Auseinandersetzung zu berücksichtigen . Dieses Vermögen stellt Errungen- schaft des Klä gers dar. 7.11 Die Beklagte macht eine Ersatzforderung gemäss Art. 208 ZGB von CHF 69'450.00 geltend, da der Kläger zwischen dem 31. Dezember 2014 und dem Stichtag Gütertrennung Vermö- genswerte in dieser Grössenordnung beiseitegeschafft habe (act. 22 Rz 75 ; act. 42 Rz 179 ). Dem entgegnet der Kläger, die Vorwürfe der Beklagten seien haltlos. Es fehle jegliche Grundlage für eine Aufrechnung ( act. 35 S. 29; act. 122 S. 12). 7.11.1 Zum Nachweis der Schmälerung der Errungenschaft listet die Beklagte in der Klageantwort und der Duplik sämtliche Kontostände des Klägers der Jahre 2010 bis 2017 (jeweils per 31. Dezember) sowie per 28. Februar 2018 auf und führt dazu aus, das Vermögen des Klä- gers sei bis 31. Dezember 2013 stetig gestiegen. Im Sommer 2014 habe er der Beklagten die Trennung bekannt gegeben. Von da an bis zum Zeitpunkt der Gütertrennung am 8. Juni 2015 habe sich das Vermögen des Klägers um CHF 13'604.67 für das Jahr 2014 bzw. CHF 79'101.82 für das Jahr 2015 verringert. Zwischen dem 31. Dezember 2017 und dem 28. Februar 2018 habe sich das Vermögen dann wieder um CHF 145'289.38 vergrössert (act. 22 Rz 76 ff.; act. 42 Rz 28 ff.) . Den Vermögenszuwachs von Dezember 2017 bis Feb- ruar 2018 erklärt der Kläger mit einer Schenkung seines Onkels S.________ über CHF 150'000.00 (act. 44 S. 6) und reicht als Beleg eine Zahlungseingangsbestätigung seines Sparkontos Nr. .________ bei der F.________AG über CHF 150'000.00 mit Buchungsdatum 5. Februar 2018 ein (act. 44/1). 7.11.2 Weiter, so die Beklagte, seien insbesondere die hohen Barbezüge über CHF 5'000.00 am 5. Mai 2014, über CHF 12'000.00 am 25. Juni 2014 und über CHF 10'000.00 am 3. Septem- ber 2014 auffallend, da diese mit der Bekanntgabe der Trennung zusammenfallen würden (act. 42 Rz 31). Zudem listet die Beklagte in der Duplik sämtliche Zahlungen mit Datum auf, welche zusammen den von ihr geforderten Hinzurechnungsb etrag i.S.v. Art. 208 ZGB von CHF 69'540.00 e rgeben. Für diese Zahlungen und Daueraufträge habe sie keine Erklärung , weshalb der Kläger Informationen zu den Zahlungen, insbesondere Zahlungsdetails, Zweck der Barbezüge sowie Herkunft der Bareinzahlungen zu erteilen habe (act. 42 Rz 30 f.). Be- treffend die Barbezüge- und Einzahlungen sowie Überweisungen erklärt e der Kläger in sei- ner freiwilligen Replikeingabe vom 18. Februar 2019 vier Buchungen . Die Gutschrift der AD.________Ltd . über CHF 8'500.00 vom 20. April 2010 sei aus dem Rückkauf seines Ma- zda RX 8 gekommen, die Zahlung über CHF 8'500.00 vom 27. Juni 2010 sei für Gartenum- gestaltungsarbeiten der ehelichen Liegenschaft H.________ eingesetzt worden, die Gut- schrift vom 16. August 2010 über CHF 11'000.00 rühre aus dem Verkauf seines Motorrades Harley-Davidson her und der Barbezug über CHF 3'000.00 habe er für einen beabsichtigten Motorradkauf, der nicht stattgefunden habe, getätigt, weshalb das Geld anschliessend wieder auf das Konto einbezahlt worden sei (zwei Buchungen vom 31. Januar 2011 [vgl. act. 44 S. 7 f.]). In Bezug auf die restlichen von der Beklagten aufgeführten Transaktionen wisse er nicht mehr genau, welche Zahlung oder welcher Barbezug für was eingesetzt worden sei. Er habe Seite 32/41 dieses Geld für seinen täglichen Bedarf benötigt, da er von z uhause habe ausziehen müssen und in Hotels geschlafen, sich auswärts verpflegt sowie Motorradausflüge gemacht habe. Er sei in dieser Zeit sehr viel mit Freunden unterwegs gewesen. Auch wisse die Beklagte ge- nau, dass er Daueraufträge auf seine anderen Konte n eingerichtet habe, um laufende Kosten zu decken. Zudem habe er immer wieder Autos und Motorräder gekauft , bar bezahlt und diese anschliessend wieder verkauft (act. 44 S. 7 f. ; act. 112 Ziff. 82–85). Obwohl der Kläger nicht nachweisen kann, was mit jedem einzelnen Barbezug geschehen ist, kann dem Kläger nicht der Hauptbeweis dafür auferleg t werden, dass er rechtsgenügend zu behaupten und nachzuweisen hat, was mit dem Geld geschehen ist (BGE 140 III 264 E. 2.3; Urteil des Bun- desgerichts 5A_714/2009 vom 16. Dezember 2009 E. 4.2). Dennoch kann eine Auskunftsver- weigerung zur Folge haben, dass beweiswürdigend die Behauptung des Klägers als ganz o- der teilweise falsch gilt bzw. die Angaben de r Beklagten als richtig gelten (BGE 118 II 27 E. 3a; zum Ganzen Maier, Re chtsbehelfe zur Informationsbeschaffung im Ehegüterrecht bei strittigen Scheidungen, Schweizerische Zeitschrift für Zivilprozess - und Zwangsvollstre- ckungsrecht, 2020, S. 193 ff.). Die Beklagte konnte zwar nachweisen, dass der Kläger d as Vermögen zu einem g ewissen Zeitpunkt hatte, jedoch nicht , was damit geschehen ist. Es er- scheint plausibel, dass der Kläger in der Trennungszeit höhere monatliche Ausgaben für Un- terkunft, Verpflegung und Freizeitgestaltung hatte. Zudem ergibt sich aus den Kontoauszü- gen der klägerischen Bankkonten bei der F.________AG , dass der Kläger diverse Dauerauf- träge zwischen seinen verschiedenen Konten eingerichtet hat (vgl. act. 29/10–17). 7.11.3 Nach dem Gesagten ist demnach keine Hinzurechnung zur Errungenschaft des Klägers vor- zunehmen. 7.12 Der Kläger verfügte am Stichtag über eine Lebensversicherung bei der AE.________. An- sprüche aus einer Lebensversicherung sind nach dem Rückkaufswert zu bewerten (Steck/ Fankhauser, a.a.O., Art. 211 ZGB N 15). Die Darstellung des Klägers, es handle sich bei der Lebensversicherung um eine reine Risikoversicherung, welche keinen Rückkaufswert auf- weise, überzeugt nicht, zumal der Kläger selbst eine Bestätigung der AE.________ über die Höhe des Rückkaufswertes der L ebensversicherung ins Recht legt e (act. 29/24a). Da ledig- lich der Rückkaufswert per 1. Juli 2015 bekannt ist , ist auf diesen Wert abzustellen . Die Le- bensversicherung ist mithin – wie von der Beklagten beantragt (act. 22 Rz 84; act. 123 S. 4) – mit einem Wert von CHF 21'001.00 in der Errungenschaft des Klägers in der güterrechtli- chen Auseinandersetzung zu berücksichtigen. 7.13 Zudem besass der Kläger im Zeitpunkt der Gütertrennung ein unwiderrufliches Prämienkonto Nr. .________ bei der AE.________. Die Beklagte rechnet dem Kläger einen Betrag von CHF 6'119.65 an (act. 42 Rz 182; act. 123 S. 4). Da der Saldo des Prämienkontos per Stich- tag Gütertrennung am 8. Juni 2015 trotz Editionsaufforderung (act. 24) nicht bekanntgegeben wurde, ist – wie von der Beklagte n beantragt – auf den Wert per 29. Mai 2015 von CHF 6'119.65 abzustellen (act. 29/24a). Diese r Betrag ist der Errungenschaft des Klägers zuzuordnen (Art. 200 Abs. 3 ZGB) . 7.14 Die Beklagte rechnet dem Kläger einen Betrag von CHF 13'699.0 5 für den Wert einer Uhren- sammlung an. Dieser Wert ergebe sich aus der Jahresrechnung 2012 der AF.________GmbH (act. 22 Rz 81). Der Kläger bestreitet, neben seiner persönlichen Uhr eine Uhrensammlung zu besitzen . Er habe eine Uhrensammlung der AF.________Gm bH, Seite 33/41 einer Gesellschaft seines Rechtsvertreters, verkaufen sollen, weshalb die Uhren bei ihm ein- gelagert gewesen seien (act. 122 S. 12; act. 35 S. 31). Als Beleg für den Nachweis des Eigentums an de r Uhrensammlung reicht die Beklagte di- verse Fotos der Uh rensammlung ein (act. 22/48) und verweist auf eine Zahlung über CHF 59'607.02, welche von der AF.________GmbH auf das Konto des Klägers geflossen sei. Diese Zahlung begründet der Kläger damit, er sei für seine Umtriebe wie Reisespesen und Unkosten, von B.________ bzw. der AF.________GmbH entschädigt worden (act. 122 Ziff. 69). Eine Beteiligung des Klägers an der AF.________GmbH konnte die Beklagte nicht nachweisen (act. 42 Rz 195). Diese ergibt sich im Übrigen auch nicht aus dem Handelsregis- terauszug der AF.________GmbH (vgl. act. 35/3). Selbst wenn sich die Uhrensammlung im Besitz des Klägers befunden haben sollte, wäre dies güterrechtlich irrelevant, da es sich da- bei um Dritteigentum handel t (vgl. Steck/Fankhauser, a.a.O., Art. 205 ZGB N 5; Haus- heer/Reusser/Gei-ser, a.a.O., Art. 205 ZGB N 12). Dem Kläger ist mithin keine Uhrensamm- lung in seinem Vermögen anzurechnen. 7.15 Schliesslich führt die Beklagte einen Stammanteil der B.________GmbH im Wert von CHF 1'000.00 als Errungenschaft des Klägers auf (act. 42 Rz 197; act. 123 S. 4). Als Nach- weis für das Eigentum des Stammanteils der B.________GmbH reicht die Beklagte einen Handelsregisterauszug der besagten Gesellschaft, datiert vom 21. Januar 2019 , ein (act. 42/63). Daraus ergibt sich , dass der Kläger als Gesellschafter einen Stammanteil im Wert von CHF 1'000.00 besitzt. Diesen hält er gemäss interner Vereinbarung der Gesellschafter jedoch lediglich treuhänderisch für B.________ (vgl. act. 44/4). Es mag durchaus zutreffen, dass eine treuhänderische Hal tung eines GmbH -Stammanteils in Anbetracht der heutigen Rechtslage in Bezug auf Einpersonen -GmbHs unüblich anmutet, jedoch vermochte die Be- klagte nicht darzulegen, inwiefern diese Vereinbarung zwischen den Vertragsparteien keine Gültigkeit haben soll. Der Stammanteil der B.________GmbH steht daher nicht im Eigentum des Klägers. 7.16 Auf der Passivseite macht der Kläger per Stichtag eine Schuld aus Nachzahlung von Unter- haltsbeiträgen an die Beklagte für die Periode Januar bis Juni 2015 in der Höhe von CHF 16'008.85 sowie einen Prozesskostenvorschuss in der Höhe von CHF 13'000.00 und den Kostenanteil des Klägers an den Gerichtskosten gemäss Entscheid de s Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 20. August 2015 von CHF 2'500.00 geltend (act. 18 S. 10). Die Beklagte bestreitet die Abzugsfähigkeit der Schulden, da diese erst nach Rechtskraft des Ur- teils des Obergerichts Zug vom 25. November 2015 entstanden sei en (act. 42 Rz 207 ff.) . Bei den vom Kläger geltend gemachten Schulden handelt es sich um Schulden unter den Ehegatten, auf welche nachfolgend unter E. 10 eingegangen wird. Würden die Schulden – wie vom Kläger geltend gemacht – in seiner Errungenschaft als Passiven berücksichtigt, wä- ren die entsprechenden Beträge auch bei der Beklagten als Aktiven in ihrer Errungenschaft aufzuführen. Dies würde zu einer Neutralisation führen (vgl. dazu Steck/Fankhauser, a.a.O., Art. 205 ZGB N 21). Die vom Kläger geltend gemachten Schulden sind daher – unabhängig davon, ob sie im Zeitpunkt der Gütertrennung bereits fällig waren oder nicht – nicht in der gü- terrechtlichen Auseinandersetzung zu berücksichtigen. 7.17 Anders verhält es sich grundsätzlich mit der Schuld des Klägers gegenüber seinem Rechts- vertreter für ausstehende Honorarforderungen aus dem Eheschutzverfahren (act. 35 S. 35 ). Seite 34/41 Die Beklagte bestreitet nicht, dass diese Forderung im Zeitpunkt der Gütertrennung bereits entstanden war . Sie bestreitet jedoch, dass die Schuld genügend substantiiert worden sei. Das Schreiben des Rechtsvertreters des Klägers, der ein g uter Freund sei, belege keine Schuld, sondern stelle eine reine Gefälligkeitsbestätigung dar. Bezeichnenderweise sei das Schreiben auch nicht unterzeichnet (act. 42 Rz 210 ff.). Der beklagtischen Auffassung ist zu- zustimmen. Das nicht unterzeichnete Schreib en des Rechtsvertreters des Klägers vermag die Schuld des Klägers nicht zu belegen. Insbesondere fehlen entsprechende Honorarnoten bzw. detaillierte Aufstellungen über die geleisteten Stunden und Arbeiten . Dass der Kläger mit seinem Rechtsvertreter eine Pa uschale vereinbart haben soll, ändert daran nichts. Auffal- lend ist zudem, dass das Schreiben vom 5. März 2018 datiert (act. 35/5) . Es wurde also erst rund drei Jahre nach dem Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 20. Au- gust 2015 im Verfahren ES 2014 476 ausgestellt. Die vom Kläger behauptete Schuld ist folg- lich nicht ausgewiesen und bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht zu berücksichti- gen. 7.18 Zusammengefasst bilden auf Seiten des Klägers folgende Vermögenswerte Errungensch aft: Nettowert Liegenschaft H.________ CHF 720'000.00 Ersatzforderung gem. Art. 209 Abs. 1 ZGB CHF 26'165.49 Ersatzforderung gem. Art. 209 Abs. 1 ZGB CHF 3'100.00 Bankkonten CHF 115'480.65 Fiscadepot Säule 3a Nr. .________ CHF 75'432.51 Fiscadepot Säule 3a Nr. .________ CHF 5'863.40 Lebensversicherung AE.________ CHF 21'001.00 Prämienkonto AE.________ CHF 6'119.65 Total CHF 973'162.70 8. In einem nächsten Schritt ist das Frauengut per 8. Juni 2015 zu eruieren und dem Eigengut oder der Errungenschaft zuzuordnen. 8.1 Die Beklagte verfügte im Zeitpunkt der Gütertrennung über zwei Bankkonten bei der AG.________. Das Sparkonto IBAN .________ wies per Stichtag Gütertrenn ung einen Saldo von CHF 1'905.00 und das Privatkonto IBAN .________ einen Saldo von CHF 2'472.51 auf (act. 26/53–54). Dieses Vermögen stellt Errungenschaft der Beklagten dar. Inwiefern die Be- klagte über weitere Bankkonten verfügte, vermochte der Kläger nicht darzulegen (act. 18 S. 11). 8.2 Der Kläger rechnet der Beklagte n einen Betrag von CHF 6'000.00 an, da sie im Zeitpunkt der Gütertrennung gegenüber der AH.________ über ein Mietkautionsguthaben in dieser Höhe verfügt habe (act. 18 S. 11). Da die Mietkaution aber erst am 5. Januar 2016 mithin nach dem Stichtag der Gütertrennung von der Beklagten einbezahlt wurde, ist dieser Betrag nicht in die güterrechtliche Auseinandersetzung einzubeziehen (act. 10/10; act. 22 Rz 93). 8.3 Weiter führt d er Kläger aus, die Beklagte besitze Inventar fü r den Betrieb ihres Fitnessstu- dios. Diesbezüglich beantragt der Kläger eine gerichtliche Expertise über das Geschäftsver- mögen der Beklagten (act. 35 S. 35). Da die Beklagte über kein Fitnessstudio verfügt, son- dern ihre Kurse jeweils in fremden Mieträumlich keiten lediglich mit Kleinmaterial betreibt, Seite 35/41 erübrigt sich die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens über den Wert des Anlagevermö- gens des Fitnessstudios der Beklagten . Es ist auf den von der Beklagten anerkannten Wert des Anlagevermögens v on CHF 250.00 abzustellen ( act. 42 Rz 216; act. 123 S. 4). Dieses stellt Errungenschaft der Beklagten dar. 8.4 Nach der Anordnung eine s Verkehrswertgutachtens über das Fahrzeug Peugeot 107 der Be- klagten (vgl. Ziff. 2.3 des Dispositivs des Entscheids der Referentin vom 16. April 2019 [act. 53]) verzichtete der Kläger auf die Verkehrswertschätzung und anerkannte den von der Beklagten geschätzten Fahrzeugwer t von CHF 395.00 als massgebend ( act. 60 S. 2; act. 71). Auf diesen Wert ist abzustellen. Das Fahrzeug ist mangels anderer Behauptungen der Errungenschaft der Beklagten zuzuordnen (Art. 200 Abs. 3 ZGB). 8.5 Auf der Passivseite macht die Beklagte Schulden in der Höhe von CHF 3'851.85 geltend (act. 42 Rz 217). Als Nachweis für die Schulden gegenüber AI.________ reicht die Beklagte eine von ihr er- stellte und von AI.________ unterzeichnete Aufstellung über die angeblich bestehenden Schulden und die geleisteten Rückzahlungen ins Recht (act. 10/19). Da der Kläger die Schul- den bestreitet (act. 35 S. 36), wäre es an der Beklagten gelegen, die Schulden zu belegen. Zum Nachweis, dass keine Schuld besteht, offeriert der Kläger die Befragung von AI.________ und AJ.________ als Zeugen (act. 35 S. 36). Das Gericht kan n nach Massgabe der antizipierten Beweiswürdigung von einer Berücksichtigung der angebotenen Beweise ab- sehen. Insbesondere ist die antizipierte Beweiswürdigung zulässig, wenn das Gericht auf- grund anderer, bereits abgenommener Beweise schon zu einem Ergebni s gelangt ist und da- von ausgeht, dass weitere Abklärungen am massgeblichen Ergebnis nichts mehr zu ändern vermögen (Urteil des Bundesgerichts 4C_469/2004 vom 17. Mä rz 2005 E. 1.3; BGE 122 III 223). Die Beklagte konnte weder eine Zahlungsbestätigung über das Darlehen von AI.________ noch Überweisungsbestätigung en der Bank für die von ihr geleisteten Rückzah- lungen darbringen. Mit der selbst erstellten Aufstellung vermochte die Beklagte ihre Schulden nicht rechtsgenüglich nachzuweisen . 8.6 Zusammengefasst bilden auf Seiten de r Beklagten folgende Vermögenswerte Errungen- schaft: Sparkonto IBAN .________ CHF 1'905.00 Privatkonto IBAN .________ CHF 2'472.51 Inventar Fitness CHF 250.00 Fahrzeug Peugeot 107 CHF 395.00 Total CHF 5'022.51 9. Anschliessend ist im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung der Vorschlag zu be- rechnen und die Beteiligung am Vorschlag zu bestimmen. Was vom Gesamtwert der Errun- genschaft verbleibt, bildet den Vorschlag (Art. 2 10 Abs. 1 ZGB). Jedem Ehegatten steht die Hälfte des Vorschlags des anderen zu, da vorliegend durch Ehevertrag keine andere Beteili- gung vereinbart wurde (Art. 215 Abs. 1 und Art. 216 Abs. 1 ZGB). Seite 36/41 Gestützt auf die vorstehenden Zahlen ergibt sich beim Klä ger im Urteilszeitpunkt ein Vor- schlag von CHF 973'162.70 (vgl. oben E. 7.18) und bei der Beklagten von CHF 5'022.51 (vgl. oben E. 8.6). Der güterrechtliche Anspruch der Beklagten beläuft sich mithin auf gerun- det CHF 484'070.10 (= [CHF 973'162.70 – CHF 5'022.51] / 2) 10. Als Nächstes sind die Schulden unter den Ehegatten zu regeln (Art. 205 Abs. 3 ZGB). Unter diese Bestimmung fallen alle Sach - und Geldschulden ohne Rücksicht auf ihren Rechts- grund. Zu beachten ist derweil, dass die Zusammensetzung der P assiven sich nach der Auf- lösung des Güterstandes nicht verändern kann. Schulden, die nach dem für die Auflösung massgeblichen Zeitpunkt begründet wurden , sind in der güterrechtlichen Auseinanderset- zung an sich nicht mehr zu berücksichtigen. Gleichwohl kann die Begleichung fälliger Forde- rungen gestützt auf Art. 205 Abs. 3 ZGB im Sinne einer Entflechtung der Vermögen beider Ehegatten im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung erfolgen (Hausheer/Reus - ser/Geiser, a.a.O., Art. 205 ZGB N 10 und 71 sowie Ar t. 207 ZGB N 21). 10.1 Der Kläger fordert von der Beklagten einen Betrag von insgesamt CHF 43'000.00 (act. 122 S. 2). Darin enthalten ist ein Prozesskostenvorschuss in der Höhe von CHF 20'000.00 akonto Güterrecht, welcher unbestrittenermassen vorab vom Vorschlag der Beklagten in Abzug zu bringen ist (act. 123 S. 4). 10.2 Weiter bringt der Kläger eine Akontozahlung aus Güterrecht über CHF 10'000.00 zur Ver- rechnung. Die Beklagte bestreitet, dass der Betrag als Schuld zwischen den Ehegatten zu berücksichti gen sei. Die Parteien haben sich im Rahmen der Instruktionsverhandlung vom 24. August 2017 auf eine Akontozahlung aus Güterrecht in der Höhe von CHF 10'000.00 ge- einigt (vgl. act. 13 S. 2). Dass der Kläger diese Zahlung nicht geleistet ha t, behauptet die Be- klagte nicht . Der Betrag von CHF 10'000.00 ist daher ebenfalls vom güterrechtlichen An- spruch der Beklagten in Abzug zu bringen. 10.3 Schliesslich sei der von ihm geleistete Prozesskostenvorschuss in der Höhe von CHF 13'000.00 gemäss Eheschutz entscheid vom güterrechtlichen Ausgleichsanspruch abzu- ziehen. Diesbezüglich habe das Obergericht Zug in seinem Entscheid festgehalten, über die Anrechnung der Akontozahlung werde im Rahmen des Ehescheidungsentscheids zu befin- den sein. Dem Gericht komme hier ein Erme ssen zu. Er bi tte daher das Gericht, wie bereits in den schriftlichen Eingaben festgehalten, das Ermessen fair anzuwenden (act. 122 S. 2). Die Beklagte bestreitet die Berücksichtigung des Prozesskostenvorschusses, da es sich da- bei um Ausfluss der ehelichen Unterstützungs - und Beistandspflicht gehandelt habe (act. 22 Rz 88). Mit Entscheid vom 20. August 2015 wurde der Kläger verpflichtet, CHF 13'000.00 an die Be- klagte zu bezahlen (Verfahren ES 2014 476). Es trifft zwar zu, dass der Kläger aufgrund der ehelichen Beistandspflicht verpflichtet wurde, der Beklagten einen Prozesskostenvorschuss zu leisten (vgl. dazu Leuenberger, FamKommentar , a.a.O., Art. 276 ZPO N 16). Dies bedeu- tet jedoch nicht, dass es sich b eim Prozesskostenvorschuss eines Ehegatten an d en ande- ren nicht um eine vorläufige Leistung handelt. Die definitive Regelung, welche Partei die Kos- ten tragen soll, hat im Endentscheid zu erfolgen. Der Ehegatte, der den Vorschuss leistet e, hat grundsätzlich Anspruch auf Rückerstattung des Geleisteten od er dessen Anrechnung an güterrechtliche und/oder zivilprozessuale Gegenforderungen des anderen Teils , solange der Prozesskostenvorschuss nicht unter dem Titel Unterhalt (sog. Verbrauchsunterhalt) geleistet Seite 37/41 wurde (Entscheid des Kantonsgerichts Basel -Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 28. April 2014, Verfahrens -Nr. 410 14 12 E. 3; zum Unterhalt gemäss Art. 163 ZGB vgl. Hausheer/ Reusser/Geiser, Berner Kommentar , 1999, Art. 159 ZGB N 38; Six, a.a.O., N 1.74 ). Begriff- lich handelt es sich beim Prozesskostenvorschuss um eine vorläufige Leistung. Die Anord- nung der Rückerstattung im Scheidungsentscheid ist jedenfalls dann angezeigt, wenn der Empfänger durch den materiellen Entscheid die erforderlichen finanziellen Mittel dazu erhält (Urteil des Bundesgerichts 5A_ 170/211 vom 9. Juni 2011 E. 4.4). Der Kläger leistete den Prozesskostenvorschuss nicht unter dem Titel Unterhalt . Zudem verfügt d ie Beklagte auf- grund der güterrechtlichen Ausgleichszahlung nach der Scheidung über ausrei chend finanzi- elle Mittel. Mithin steht dem Kläger ein Anspruch auf Rückerstattung des Prozesskostenvor- schusses in Höhe von CHF 13'000.00 zu. Der Betrag ist von der Ausgleichszahlung an d ie Beklagte in Abzug zu bringen. 10.4 Die vom Kläger geltend gemachte n Schulden aus Nachzahlung von Unterhaltsbeiträgen an die Beklagte für die Periode Januar bis Juni 2015 in der Höhe von CHF 16'008.85 und den Kostenanteil des Klägers an den Gerichtskosten gemäss Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 20. August 2015 von CHF 2'500.00 ( vgl. dazu oben E. 7.16) wur- den gemäss übereinstimmenden Ausführungen der Parteien in der Zwischenzeit bezahlt (act. 18 S. 10; act. 42 Rz 208). Sie sind daher nicht mehr als Schulden unter den Ehegatten im Rahmen der güterrech tlichen Auseinandersetzung zu regeln. 10.5 Nach dem Gesagten ergeben sich Schulden von total CHF 43'000.00, welche von der güter- rechtlichen Ausgleichsforderung von CHF 484'070.10 vorgängig in Abzug zu bringen sind. Der Kläger hat der Beklagte n mithin eine güterrechtliche Ausgleichsforderung von CHF 441'070.10 zu leisten. Gegen die vom Kläger beantragte Zahlungsfrist für die güter- rechtliche Ausglei chsforderung von 120 Tagen seit Rechtskraft des Scheidungsentscheids hat die Beklagte nichts eingewendet , weshalb darauf abzustellen ist. 11. Schliesslich ist über die Teilung der beruflichen Vorsorge zu befinden. 11.1 Die Parteien beantragen übereinstimmend die hälftige Teilung der Guthaben der beruflichen Vorsorge, wobei der Kläger den von der Beklagten e rrechneten Betrag bestreitet (act. 122 S. 13). 11.2 Gehört ein Ehegatte oder gehören beide Ehegatten einer Einrichtung der beruflichen Vor- sorge an und ist im Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsbegehrens bei keinem Ehegatte n ein Vorsorgefall eingetrete n, so hat jeder Ehegatte nach Art. 123 ZGB Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsgesetz vom 17. Dezember 1993 für die Ehedauer zu er- mittelnden Austrittsleistung samt Freizügigkeitsguthaben des anderen Ehegatten. Massge- blich für die Berechnung der Austrittsleistung ist der Zeitpunkt der Einleitung des Schei- dungsverfahrens, vorliegend der 25. April 2017 (act. 1). 11.3 Während der Dauer der Ehe hat der Kläger bei der AK.________ CHF 618'573.30 (Vertrags- Nr. .________) sowie CHF 2'110.60 (Vertrags-Nr. .________), also total CHF 620'683.90 an- gespart (act. 118/1–2). Die Beklagte konnte lediglich ihm Rahmen ihrer Tätigkeit bei der AL.________AG ein Vorsor- geguthaben ansparen, welches per 1. Januar 2017 CHF 2'402.50 betrug (act. 10/21; act. 133). Seite 38/41 Aufgezinst auf den Tag der Einreichung des Scheidungsbegehrens am 25. April 2017 ergibt dies ein eheliches Vorsorgeguthaben der Beklagten von CHF 2'410.07 (1 % Zins ab 1. Januar 2017 = CHF 7.57 Zins für die Zeit vom 1. Januar bis 25. April 2017). 11.4 Nach dem Grundsatz der hälftigen Teilung resultiert ein Anspruch der Beklagten von CHF 309'136.92 (= [CHF 620'683.90 – CHF 2'410.07] / 2) . Die Pensionskasse de s Klägers ist somit gerichtlich anzuweisen, gestützt auf Art. 122 ZGB i.V.m. Art. 280 ZPO den entspre- chenden Betrag zuzüglich Zins ab 25. April 2017 auf das Vorsorgekonto (Konto -Nr. .________ bei der AM.________), lautend auf C.________ (AHV-Nummer), bei der AN.________ zu überweisen. 12. Abschliessend sind die Prozesskosten zu verteilen. Die Pr ozesskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Pro- zesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). In fami- lienrechtlichen Verfahren kann das Gericht v on den Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). 12.1 Keine der Parteien obsiegt bzw. unterliegt im vorliegenden Prozess vollumfänglich. Die Be- klagte verlangt einen Unterhaltsbeitrag von monatlich CHF 4'920.00 und erhält einen solchen in Höhe von CHF 4'359.65 bis 30. April 2021 bzw. CHF 4'657.15 ab 1. Mai 2021 zugespro- chen. Der Kläger beantragt die Feststellung, dass kein nachehelicher Unterhaltsbeitrag ge- schuldet ist. Mithin obsiegt die Beklagte hinsichtlich des nachehelichen Unterhalts gross- mehrheitlich , wobei sie mit ihrem Antrag auf Sicherstellung der Unterhaltsbeiträge unterliegt. Während der Kläger der Beklagte n eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von maximal CHF 35'000.00 zugest eht, verlangt die Beklagte eine solche von CHF 588'377.00. Im Urteils- spruch wird der Kläger verpflichtet, der Beklagten aus Güterrecht CHF 441'070.10 zu bezah- len. In Bezug auf das Güterrecht obsiegt die Beklagte damit ebenfalls grossmehrheitlich . Die hälftige Teilung der beruflichen Vorsorge ist unbestritten. Der Kläger drang mit seinem An- trag auf Anweisung der G.________AG durch. Entsprechend dem Prozessausgang in den wesentlichen Streitpunkten ist es gerechtfertigt, die Prozesskosten dem Kläger zu 80 % und der Beklagten zu 20 % aufzuerlegen. 12.2 Bei der Festsetzung der Gerichtskosten ist zu beachten, dass im vorliegenden Scheidungs - prozess güterrechtliche Ansprüche von mehr als CHF 100'000.00 geltend gemacht werden, weshalb sich die Gerichtsgebühr nach dem Streitwert bemisst (§ 13 Abs. 3 KoV OG). Der Streitwert richtet sich nach den Verhältnissen im Zeitpunkt der Rechtshängigkeit der Klage. Erfolgt nachträglich eine Erweiterung der Klage, so hat dies eine Erhöhung des Streitw erts zur Folge (van de Graaf, in: Oberhammer et al., Kurzkommentar ZPO, 2. A. 2014, Art. 91 ZPO N 10). Gleichsam bestimmen sich die Kosten - und Entschädigungsfolgen bei der unbe- zifferten Forderungsklage nach dem nachträglich (höher) bezifferten, definitive n Streitwert (Dorschner, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 85 ZPO N 15 mit weiteren Hinweisen ). Bei der actio duplex richtet sich der Streitwert nach dem wertmässig höheren Begehren (Rickli, Der Streitwert im schweizerischen Zivilprozess, 2014, Rz 317). Gestützt auf die Anträge an der Hauptverhandlung ist für das Güterrecht von einem Streitwert von CHF 588'377.00 auszuge- hen. Hinzu kommt der Wert der geltend gemachten Unterhaltsleistung. Gemäss Art. 92 Abs. 1 ZPO gilt als Wert wiederkehrender Nutzungen oder Lei stungen – wozu auch Unter- haltsbeiträge gehören (vgl. § 11 Abs. 3 KoV OG) – der Kapitalwert. Die Beklagte beantragte ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids [Annahme: Ende Januar 2021] bis zum Eintritt der Seite 39/41 Beklagten in das gesetzliche Pensionsalter gemäss AHV-Gesetzgebung, mindestens aber bis zum vollendeten 64. Altersjahr am 30. November 2027 einen Unterhaltsbeitrag von CHF 4'920.00 pro Monat. Bei Addition der Unterhaltsbeiträge ist von einem Streitwert von CHF 403'440.00 (= 82 Monate x CHF 4'920.00) auszugehen. Hinzuzurechnen ist schliesslich der von der Beklagten beantrage Vorsorgeunterhalt für die Zeit von der Einleitung des Schei- dungsverfahrens bis zur Rechtskraft des Scheidungsentscheids in Höhe von CHF 39'600.00. Bei einem Streitwert von total mindest ens CHF 1'031'417.00 beträgt die ordentliche Streitge- bühr rund CHF 25'800.00 (§ 11 Abs. 1 KoV OG). 12.3 Zu den Gerichtskosten gehören auch die Kosten für die Verkehrswertschätzung der ehe li- chen Liegenschaft H.________ von CHF 4'577.00 (= CHF 3'500.00 Gutachten [ act. 83a] + CHF 1'077.00 Ergänzungsfragen [act. 106b]) und der Schätzung des marktüblichen Mietzin- ses der Wohnung I.________ von total CHF1'317.95 (= CHF 893.90 Gutachten [act. 85a] + CHF 424.05 Ergänzungsfragen [act. 103b]) sowie die Kosten für die Edition der Kreditkarten- abrechnungen in der Höhe von CHF 2'140.00 (act. 35 Dispositiv Ziff. 1.4 ). Die Gerichtskosten belaufen sich somit insgesamt auf CHF 33'834.95 und sind zu 80 % dem Kläger und zu 20 % der Beklagten aufzuerlegen. 12.4 Der Kläger hat der überwiegend obsiegenden Beklagten eine entsprechend reduzierte Par- teientschädigung zu bezahlen. Die Beklagte macht eine Entschädigung von CHF 38'811.00 (zzgl. 3 % Auslagenersatz von CHF 1'164.33 und MWST von CHF 3'078.10), ausmachend CHF 43'053.44, geltend (act. 124). Dieses Honorar ist aufgrund des notwendigen Zeitauf- wandes (§ 3 Abs. 3 AnwT) , des doppelten Schriftenwechsel mit anschliessender Hauptver- handlung (§ 5 Ziff. 2 AnwT) sowie in Anbetracht des vom Kläger geltend gemachten Hono- rars in der Hö he von CHF 57'263. 00 (inkl. Spesen und MWST [act. 130]) angemessen. Im entsprechend reduzierten Umfang von 60 % (= 80 % – 20 %) hat der Kläger der Beklagten eine Parteientschädigung von gerundet CHF 25'832.0 0 (MWST inbegriffen) zu bezahlen. Entscheid 1. Die von den Parteien am tt.mm.1988 vor dem Zivilstandsamt E.________ geschlossene Ehe wird geschieden. 2.1 Der Kläger wird gestützt auf Art. 125 ZGB verpflichtet, der Beklagten folgenden monatlichen Unterhaltsbeitr ag zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats, sofern es sich um den zukünftigen Unterhaltsbeitr ag handelt: CHF 4'359.65 ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis 30. April 2021 ; CHF 4'657.15 ab 1. Mai 2021 bis zum Eintritt der Beklagten in das gesetzliche Pensionsalter gemäss AHV-Gesetzgebung, mindestens aber bis 30. No- vember 2027 . Dieser Unterhaltsbeitr ag basiert auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundes- amtes für Statistik, Stand November 2020 = 101.0 Punkte (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Er ist jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 2022, dem Indexstand November des Vorjahres proportional anzupassen und auf ganze Franken aufzurunden. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel: Seite 40/41 Neuer Unterhaltsbeitrag = ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index 101.0 Der Unterhaltspflichtige kann diese Anpassung insoweit verweigern, als sein Einkommen nicht durch Reallohnerhöhung, Teuerungszulagen oder sonst wie der Teuerung entspre- chend erhöht wird. Er verwirkt für das fraglic he Jahr den Verweigerungsanspruch, sofern er diesen der Unterhaltsberechtigten nicht bis zum 31. Januar urkundlich nachweist. 2.2 Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten einen monatlichen Unterhalt von CHF 468.40 ab 25. April 2017 bis zur Rechtskraft des Scheidungsentscheids zu bezahlen, zahlbar erstmals am Ersten des der Rechtskraft des Scheidungsentscheids folgenden Monats. 3.1 Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten zur Abgeltung ihrer güterrechtlichen Ansprüche CHF 441'070.10 zu bezahlen, zah lbar innert 120 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungs- entscheids. 3.2 Im Übrigen wird jeder Partei zu Eigentum zugewiesen, was sich in ihrem Besitz befindet oder auf ihren Namen lautet. Damit sind die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt. 4. Die G.________AG wird angewiesen , das Mietkautionssparkonto Nr. .________ bei der F.________AG für die 2,5-Zimmer-Wohnung H.________ aufzulösen und den Saldo auf das Privatkonto 60plus "Lohn" Nr. .________, lautend auf A.________, bei der F.________AG , zu überweisen. 5. Die AK.________ wird gestützt auf Art. 122 ZGB/Art. 280 Abs. 2 ZPO angewiesen, vom Vor- sorgekonto, lautend auf A.________ (Versicherten -Nr.; Vertrags-Nr. .________), den Betrag von CHF 309'136.92 zuzüglich Zins ab dem 25. April 2017 auf das Vorsorgekonto (Konto-Nr. .________ bei der AM.________), lautend auf C.________ (AHV-Nummer), bei der AN.________ zu überweisen. 6. Im Übrigen werden die Anträge abgewiesen , soweit darauf eingetreten wird. 7. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt: CHF 25'800.00 Entscheidgebühr CHF 8'034.95 Kosten der Beweisführung CHF 33'834.95 Total Die Gerichtskosten werden dem Kläger zu 80 % (= CHF 27'067.95) und der Beklagten zu 20 % (= CHF 6'767.00) auferlegt und mit den vom Kläger geleisteten Kostenvorsch üssen von total CHF 10'500.00 (= CHF 8'000.00 + CHF 2'500.00) und den von der Beklagten geleiste- ten Kostenvorschüssen von total CHF 20'640.00 (= CHF 15'000.00 + CHF 2'140.00 + CHF 2'500.00 + CHF 1'000.00) verrechnet. Der Fehlbetrag von CHF 2'694.95 wird vom Klä- ger nachgefordert. Der Kläger hat der Beklagten den Kostenvorschuss im Umfang von CHF 13'873.00 zu ersetzen. Seite 41/41 8. Der Kläger hat der Beklagten eine Parteientschädigung von CHF 25'832.00 (MWST inbegrif- fen) zu bezahlen. 9. Gegen diesen Entscheid kann binnen 30 Tagen seit der Zustellung schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen unter Beilage des angefochtenen Entscheides Berufung beim Obergericht des Kantons Zug eingereicht werden. Gerügt werden kann die unrichtige Rechtsanwendung und/oder die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (Art. 310 ZPO). Die Berufungsschrift kann in Papierform (je ein Exemplar für das Gericht und jede Gegenpar- tei) oder elektronisch, versehen mit einer qualifizierten elektronischen Signatu r, eingereicht werden (Art. 130 Abs. 1 und 2 ZPO). 10. Mitteilung an : - Parteien - Gerichtskasse (im Dispositiv) und auszugsweise an: - AK.________ vorab zur Kenntnisnahme und nach Eintritt der Rechtskraft zum Vollzug von Ziffer 5 des Dispositivs sowie nach Eintritt der Rechtskraft auszugsweise an : - G.________AG , zum Vollzug von Ziffer 4 des Dispositivs - Direktion des Innern, Sonderzivilstandsamt Zug, Postfach 146, 6301 Zug Kantonsgericht des Kantons Zug 1. Abteilung lic.iur. D. Panico Peyer MLaw M. Casutt Kantonsrichterin Gerichtsschreiberin versandt am: cai