<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, im Laufe der Revision des Zivildienstgesetzes eine neue Bezeichnung zu prüfen. Ziel ist, auf allen Ebenen (Politik, Medien, Öffentlichkeit) Zivilschutz und Zivildienst deutlich auseinanderzuhalten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Am 23. Juni 2010 hat der Bundesrat beschlossen, das Bundesgesetz vom 6. Oktober 1995 über den zivilen Ersatzdienst (SR 824.0) vorläufig nicht zu revidieren. Daher stellt sich die im Postulat aufgeworfene Frage einer Namensänderung für den Zivildienst momentan nicht.</p><p>In der Umgangssprache war seit je nicht von einem zivilen Ersatzdienst, sondern von Zivildienst die Rede. Dies war der Fall während der langjährigen Diskussionen um die Schaffung eines Zivildienstes in der Schweiz und gilt seit 1996 auch für die Institution, die damals geschaffen wurde. Im gesamten deutschsprachigen Gebiet ist der Begriff "Zivildienst" gebräuchlich, und die Begriffe "Zivis" (Deutschland und Schweiz) oder "Zivildiener" (Österreich) werden seit Jahrzehnten verwendet. Dass sich für den zivilen Ersatzdienst der Kurzbegriff Zivildienst eingebürgert hat, ist ein Hinweis darauf, dass er umgangssprachlich akzeptiert ist und seinen Zweck erfüllt.</p><p>Wörterbücher enthalten für den Begriff Zivildienst wortreiche Umschreibungen (z. B. "Dienst, den ein Kriegsdienstverweigerer an Stelle des Wehrdienstes leistet"), jedoch keine griffigen alternativen Kurzbezeichnungen und keine Synonyme. Es gibt keine andere Benennung des zivilen Ersatzdienstes, die nicht eine Bedeutungsänderung mit sich brächte. Daher kommt beispielsweise die Umbenennung des Zivildienstes in "Friedensdienst" nicht infrage.</p><p>Es kommt zwar hie und da vor, dass die Begriffe "Zivilschutz" und "Zivildienst" verwechselt werden. Im Sprachgebrauch entsteht dadurch jedoch kein Schaden. Für die beteiligten Institutionen liegt die Lösung des Problems, so es eines ist, nicht darin, die Bezeichnung der einen Institution infrage zu stellen, sondern darin, ein Profil aufzubauen und zu pflegen, das künftige Verwechslungen erschwert.</p><p>Es besteht mithin weder ein hinreichender Anlass, nach so langer Zeit einen Namenswechsel vorzunehmen, noch eine Alternative zur gängigen Bezeichnung "Zivildienst".</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.