Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. August 2014 (720 14 49 / 186) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Unabhängigkeit der Dolmetscherin (bei ärztlicher Untersuchung/Erhebung der Anamne- se), Anwendung der gemischten Methode, Beweiswert der Haushaltsabklärung Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichterin E lisabeth Berger Götz, Kan- tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin i.V. Bettina Brodbeck Parteien A.____ Beschwerdeführerin, vertreten durch Claudia Eugster, Rechtsanwältin, Bahnhofstrasse 10, Postfach 106, 8700 Küsnacht ZH gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.9764.1945.83) A. Die 1965 geborene A.____ arbeitete von 1998 bis März 2010 im Roomservice in einem Teilzeitpensum von 70 %. Daneben war sie seit 2003 als Kinderbetreuerin im Umfang von 5% – 10% tätig (vier Stunden pro Woche). Am 18. Aug ust 2010 meldete sich A.____ bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezu g von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen, der erwerblichen und der haus wirtschaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft bei der Versicherten in Anwendung der gemischten Methode einen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invaliditätsgrad von 14 %. Mit Verfügung vom 8. Januar 2014 wies sie das Leistungsbegehren nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren ab. B. Gegen die ablehnende Verfügung erhob A.____, ver treten durch Advokatin Claudia Eugster, am 12. Februar 2014 Beschwerde beim Kantonsge richt Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragt e, es seien ihr die gesetzlichen Leis- tungen, namentlich eine Rente, zuzusprechen. Eventualit er sei die Sache an die IV-Stelle zur Einholung eines neuen Gutachtens zurückzuweisen. Subeve ntualiter sei durch das Kantonsge- richt ein entsprechendes Gutachten einzuholen. Weiter sei ein zweiter Schriftenwechsel durch- zuführen. Ausserdem stellte die Beschwerdeführerin ein G esuch um Bewilligung der unentgelt- lichen Rechtspflege, welche ihr mit Verfügung vom 21. M ai 2014 bewilligt wurde. Zur Begrün- dung brachte die Beschwerdeführerin vor, das Gutachten B.____-Zentrums vom 21. August 2012 würde den bundesgerichtlichen Anforderungen nich t standhalten. Insbesondere seien durch die Mitwirkung der Dolmetscherin die Anamnese unr ichtig erhoben und die Untersu- chungsergebnisse verfälscht worden. Weiter sei im Rahmen d er Untersuchungen zu Unrecht kein Facharzt für Innere Medizin beigezogen worden. Ausserdem bestreitet die Beschwerdefüh- rerin die Anwendung der gemischten Methode zur Bemessung des Invaliditätsgrades. C. In ihrer Vernehmlassung schloss die IV-Stelle auf Abw eisung der Beschwerde. Ein zwei- ter Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 12. Februar 2014 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist im Folgenden der Renten anspruch der Beschwerdeführerin. 2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetz es über den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussi chtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheits- beeinträchtigung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gest ellte Diagnose nach einem wissen- schaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastende psychosozia- len Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankh eitswert zukommt. Ein invalidisie- render Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, da s die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachz ugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative Voraussetzung – so- gar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165, BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 3. Strittig und zu prüfen ist die Bemessungsmethode zu r Ermittlung des Invaliditätsgrades. 3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Be stimmung des Invaliditätsgrad auf das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). 3.2 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufga benbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG d arauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen ( Betätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 3.4 Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin in der vorliegend angefochtenen Verfügung als Teilerwerbstätige eingestuft und den Invaliditätsgrad anhand der gemischten Me- thode bemessen. Bei der Festlegung der Anteile der Er werbs- und der Haushaltstätigkeit ist sie davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ohne ges undheitliche Beeinträchtigung ei- ner Erwerbstätigkeit im Umfang von 80% nachgegangen wär e. Die verbleibenden 20% der Ge- samttätigkeit seien der Haushaltsführung zuzuordnen. Die IV-Stelle stützte sich hierbei auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin anlässlich der Haus haltsabklärung vom 6. November 2012. Demgegenüber macht die Versicherte in ihrer Be schwerde geltend, sie wäre ohne ge- sundheitliche Beeinträchtigungen zu 100 % erwerbstätig, weshalb die Bemessung der Invalidi- tät nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen habe. 3.4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bunde sgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versich erten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 8. Januar 2013) entwickelt haben, wobei für d ie hypothetische Annahme einer im Ge- sundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforder lich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 3.4.2 Die IV-Stelle weist zur Begründung der von ihr g etroffenen Methodenwahl und der Fest- legung der Anteile der Erwerbstätigkeit (80 %) und der Haushalttätigkeit (20 %) darauf hin, dass die Versicherte anlässlich der Haushaltabklärung vom 6. No vember 2012 angegeben habe, sie würde ohne gesundheitliche Einschränkungen weiterhin i n ihrem 70 % Arbeitspensum im Roomservice sowie die vier Stunden pro Woche bei der Kin derbetreuung arbeiten. Wie dem "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit" entn ommen werden kann, hat die Abklä- rungsperson die entsprechende Aussage der Versicherten so protokolliert und den Fragebogen anschliessend der Versicherten mit dem ausdrücklichen Hinwe is zugestellt, das Protokoll auf Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht seine Richtigkeit hin zu überprüfen und dieses zu unter schreiben. In der Folge hat die Versi- cherte den Fragebogen am 19. November 2012 unterschrieben und an die IV-Stelle retourniert. 3.4.3 In der vorliegenden Beschwerde macht die Versiche rte diesbezüglich geltend, die proto- kollierte Aussage beruhe auf Missverständnissen und sei unko rrekt. Es verhalte sich vielmehr so, dass sie aus objektiver Sicht eine ganztägige Erwerbstät igkeit verrichten würde, da sie heu- te aufgrund der finanziellen Verhältnisse auf eine Vol lzeitarbeit angewiesen wäre. Dies wird jedoch nicht weiter begründet. Aufgrund der klaren A ussage im Formular zur Abklärung der Erwerbstätigkeit und der unterschriftlichen Bestätigung der Beschwerdeführerin – nach einer Bedenkzeit von 13 Tagen – erscheint die Be hauptung eines 100 %–Pensums im Gesundheitsfall nicht stichhaltig. Abgesehen davon wird der Einkommensbedarf gemäss Budgetberechnung der IV-Stelle auch mit dem bisherig en Pensum von 70 %, ohne Einbezug des 10 %igen Einkommens als Kinderbetreuerin, gedeckt. Ob die Versicherte, wie sie vorbringt, vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit durch Weiterbildu ngen (ABC der Reinigung im Jahr 2008 und Kunststoff- und Linoleumbeläge im 2009) bewiesen hat, dass sie beruflich vorwärts kommen will, kann offen bleiben. So oder anders sprechen die se Fortbildungen mit Blick auf ihre bisher erworbenen Kenntnisse nicht gegen eine Teilzeittätigke it. In denjenigen Bereichen, in welchen die Versicherte einsetzbar ist, ist ein Vollzeitpensum für ein berufliches Fortkommen nicht not- wendig. Der Beschwerdeführerin ist sodann insofern beizup flichten, dass nicht nach allgemei- ner Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass Mütter mit minderjährigen Kin- dern nur teilzeitlich erwerbstätig wären. Vorliegend hat die Beschwerdeführerin aber auch vor Eintritt der gesundheitlichen Einschränkungen in einem Teilzeitpensum gearbeitet. Es spricht somit auch jetzt nichts dafür, dass sie im Gesundheitsfall Vollzeit arbeiten würde. Dabei ist ins- besondere zu berücksichtigen, dass sie auch im Jahre 2006, als ihr Ehemann eine selbststän- dige Erwerbstätigkeit aufgenommen hatte, ihr Arbeitspensum nicht erhöht hat. Dies, obwohl die unternehmerische Startphase wahrscheinlich schwierig gewesen sein dürfte. 3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle zu Recht die gemischte Methode angewendet hat. Nicht zu beanstanden ist weiter die Gew ichtung der Anteile der Erwerbstätig- keit in der Höhe von 80 % und der Haushaltstätigkeit im Umfang von 20 %. 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die d urch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 51 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; heu- e: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung) bleibt fol glich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 343 E. 3.1.1). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Be schwerdeführerin im Erwerbsbereich liegen insbesondere folgende Berichte bei den Akten: 5.1 Mit Bericht vom 25. November 2005 hielt Dr. med. C.____, FMH Neurologie, fest, dass die Versicherte seit zwei Jahren unter Beschwerden im li nken Arm leide. Klinisch-neurologisch liessen sich keine sicheren pathologischen Befunde im Berei ch der oberen Extremitäten erhe- ben. Demgegenüber würden sich Myogelosen im Schultergürtel sowie eine entsprechende Ver- härtung im Nackenbereich und Zeichen einer Periarthropa thie der linken Schulter zeigen. Die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht aktuellen Beschwerden seien ihres Erachtens nach auf dies e Befunde zurückzuführen. Eine Physiotherapie wäre damit am sinnvollsten. 5.2 Am 29. Mai 2007 hielten Dr. med. D.____ und Dr. med.E.____, FMH Radiologie, fest, dass sich anlässlich des durchgeführten CTs ein altersentspr echend normaler Befund des Neurocraniums gezeigt habe. Es bestehe kein Nachweis einer pathologischen Raumforderung oder einer durchgemachten Blutung. Die ossären Strukturen seien regelrecht. 5.3 Am 6. Juni 2007 berichtete Dr. med. F.____, FMH Neurologie, die Beschwerdeführerin klage über zunehmende Müdigkeit und Erschöpfung, drückend e Kopfschmerzen, Verspannun- gen im ganzen Rücken – insbesondere im Nackenbereich – u nd die ganze linke Seite würde sie manchmal „anders spüren“. Aufgrund der Beschreibung ha ndle es sich dabei einerseits um Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Zudem bestehe eine migrä niforme Komponente. Bei den nicht dermatombezogenen Sensibilitätsstörungen der lin ken Körperseite handle es sich seines Erachtens um eine somatoforme Störung. 5.4 Am 29. März 2010 unterzog sich die Beschwerdeführeri n einem MRT der Halswirbel- säule. Dazu hielt Prof. Dr. med. F.____, FMH Radiolo gie, fest, dass eine Chondrose C5/6 mit flacher, rechts paramedianer Diskushernie mit wahrschein lich foraminaler C6-Kompression rechts unter Belastung bestehe. 5.5 Dr. med. H.____ berichtete am 5. Mai 2010, die B eschwerdeführerin sei ihm wegen ei- nes Reizsyndroms C5/C6 links und einem Zervikobrachialsyndro m rechts bei Diskushernie C5/C6 zugewiesen worden. Er führte aus, die Versicherte leide seit zirka Ende 2009 unter Schmerzen im rechten Arm und seit rund einer Woche au ch unter Schmerzen im linken Arm. Elektromyographisch fänden sich in den untersuchten Myotom en (C5-Th1, beidseits) keine Hinweise für einen Denervationsprozess. Für eine radikulär e Läsion als Ursache der geklagten Beschwerden würden sich somit keine Anhaltspunkte finden. Ein radikuläres Reizsyndrom sei damit allerdings nicht ausgeschlossen. 5.6 Am 7. Juli 2010 hielt Dr. med. I.____, FMH Neuro logie, fest, dass sich anlässlich des durchgeführten EEGs keine Hinweise auf eine zerebrale Übererregbarkeit gezeigt hätten. 5.7 Am 17. August 2010 berichtete Dr. C.____ über di e Untersuchung der Beschwerdefüh- rerin. Diese klage wie bereits anlässlich der Untersuchung im Jahre 2005 über Schmerzen im Bereich des linken Armes sowie im Nacken- und Schulter- Bereich. Elektromyographisch hätten die C6- und C7-innervierten Muskeln keine Hinweise für einen Denervierungsprozess gezeigt. Sie denke jedoch, dass bei bekannter Diskushernie C5/C6 ein radikuläres Reizsyndrom ohne neurologische Ausfälle vorliege. Im Weiteren bestehe ei n Lumbovertebralsyndrom mit Verdacht auf ein intermittierend lumboradikuläres Reizsyndrom. Diesbezüglich sei eine radiologische Ab- klärung mit Standardaufnahmen der Lendenwirbelsäule sinnvoll. 5.8 Dr. med. J.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, h ielt mit Bericht vom 30. August 2010 fest, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden Cervicobrachialgien rechts bei Dis- kushernie C5/6 sowie wiederholte Lumboischalgien links. Vom 24. März 2010 bis 30. April 2010 Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sei die Beschwerdeführerin voll arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 1. Mai 2010 bestehe eine 60 %ige Arbeitsunfähigkeit. Dabei sei der Versicherten die angestammte Tätigkeit aus medizi- nischer Sicht nicht mehr zumutbar. Für eine leichtere T ätigkeit sei sie jedoch voll arbeitsfähig. Dabei bestünden eine Tragelimite von 10 Kilogramm sow ie Einschränkungen bei Über-Kopf- Arbeiten und beim Knien. 5.9 Mit Abschlussbericht vom 19. November 2011 berichtete Frau K.____, Physio- therapeutin, über die ambulante Physiotherapie der Be schwerdeführerin. Die Versicherte leide unter einem chronifizierten zervikobrachialen Syndrom rech tsbetont. Eine deutliche Überbelas- tung der umliegenden Muskulatur durch Schonhaltung und Schmerzausweichung habe zu einer muskulären Dysbalance und Entwicklung von multiplen myofaszi alen Befunden im gesamten Nacken- und Schulterbereich sowie zu einer Beweglichkeit sverminderung der Kopfbewegung geführt. Während die Beweglichkeit der Halswirbelsäule vor der physiotherapeutischen Behand- lung stark eingeschränkt gewesen sei, könne sie den Kopf nun fast endgradig rotieren. Die myofaszialen Befunde würden auch die von der Versicherten beschrieben Schwindelsymptoma- tik gut erklären. 5.10 Am 2. Februar 2011 hielt Dr. med. L.____, FMH Radiologie, zu dem durchgeführten MRT der Lendenwirbelsäule fest, es würde insgesamt nur eine leichte generalisierte Diskopa- thie der Bandscheibe LWK 4/5 bestehen. Auch in diesem S egment bestünde jedoch keine er- kennbare Affektion nervaler Strukturen. 5.11 Dr. med. M.____, FMH Radiologie, hielt am 2. M ärz 2011 fest, dass sich anlässlich des durchgeführten MRIs der Halswirbelsäule eine deutliche degenerative Veränderung mit Chon- drose, Unkovertebralarthrose sowie Diskuspotrusionen auf Höhe C3/4 und Diskushernie auf der Höhe C5/6 gezeigt habe. 5.12 Am 1. April 2011 hielt Dr. C.____ fest, die Ver sicherte leide weiterhin unter chronischen Cervikalgien mit Schmerzausweitung in die Arme. Es seien j edoch keine radikulären Ausfälle vorhanden. 5.13 Im Zentrum B.____ wurde die Beschwerdeführerin fachärztlich in den Bereichen Allgemeinmedizin, Rheumatologie, Neurologie und Psychi atrie untersucht. Im Gutachten vom 21. August 2012 hielt Dr. med. N.____, FMH Allgemein e Innere Medizin, fest, die Versicherte spreche gut Deutsch, wobei sie (nur) bei speziellen Fragen Hilfe durch die Dolmetscherin benö- tige. Aus allgemeinmedizinscher Sicht bestehe keine Erkr ankung mit Einfluss auf die Arbeitsfä- higkeit. Bezüglich des rheumatologischen Gesundheitszustan des diagnostizierte Dr. med. O.____, FMH Rheumatologie, ein chronisches ce rvikovertebrales Syndrom mit spon- dylogener Ausstrahlung, muskulärer Dysbalance des Schulterg ürtels, cephaler Schmerzkom- ponente und degenerativen Veränderungen der Halswirb elsäule mit Diskushernie C5/6. Weiter bestünden ein chronisches thorakolumbovertebrales Syndr om sowie ein leichtes Karpaltunnel- syndrom rechts. An den peripheren Gelenken bestünden kei ne wesentlichen pathologische Veränderungen, insbesondere allseits auch keine Arthrosyno vitide. Die Versicherte sei in einer leichten Tätigkeit ohne Zwangshaltung sowie ohne Heben und Tragen von Lasten über zehn Kilogramm voll arbeitsfähig. Zum neurologischen Status diagnostizierte Dr. med. P.____, Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht FMH Neurologie, ein generalisiertes Schmerzsyndrom, wo bei die Versicherte insbesondere Nackenschmerzen angeben würde. Aus neurologischer Sicht würd en jedoch keine objektivier- baren Befunde bestehen, welche eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründe- ten. Dr. med. Q.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie , untersuchte die Beschwerdeführe- rin aus psychiatrischer Sicht. Die Exploration sei mit Hilf e einer Dolmetscherin durchgeführt worden, wobei sich die Beschwerdeführerin allerdings au ch selbst auf Deutsch ganz gut habe äussern können. Sie verfüge zwar über einen einfachen Wo rtschatz, doch würden ihre Überle- gungen von einer sicher gut durchschnittlichen Intellige nzlage zeugen. Sie äussere sich diffe- renziert, abwägend und selbstreflektierend. Als Diagnose stellte Dr. Q.____ eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Aufgrund dessen betrage die Arbeitsfähigkeit aus psychiatri- scher Sicht zirka 80 %, wobei jedoch anzunehmen sei, dass sich unter Ausschluss der sozialen Schwierigkeiten auch die psychische Störung zurückbilden u nd damit wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestehen werde. Im interdisziplinäre n Konsensus hielten die Gutachter zusam- menfassend fest, dass als Diagnosen mit Auswirkung auf di e Arbeitsfähigkeit ein chronisches cervikovertebrales Syndrom bei degenerativen Veränderunge n, insbesondere einer Diskusher- nie auf Höhe C5/6 sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung bestehen würden. Die Versicherte sei aufgrund dessen in ihrer angestammten T ätigkeit als Reinemacherin voll ar- beitsunfähig. Für eine körperlich leichte Tätigkeit vo rwiegend in Wechselhaltung bestehe aus somatischer Sicht eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit. Unt er Berücksichtigung der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung sei die Leistungsfähigkeit jed och eingeschränkt. Aufgrund des Bedürfnisses nach vermehrten Pausen und etwas mehr Erhol ung bestehe somit aus gesamt- medizinischer Sicht in einer körperlich leichten Arbeit mit Wechselhaltung eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. 6. Die IV-Stelle stütze sich in ihrer Verfügung vom 8. Januar 2014 bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit im Erwerb auf das B.____-Gutachten v om 21. August 2012. Das Gutachten basiert auf fachärztlichen Untersuchungen in den Berei chen Allgemeinmedizin, Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie. Diese sind umfassend und er klären nachvollziehbar die vorhande- nen Gesundheitsstörungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Unter Berücksich- tigung der Vorakten attestierten die Gutachter mit Ausw irkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikovertebrales Syndrom mit spondylogener Ausst rahlung beidseits, eine mus- kuläre Dysbalance des Schultergürtels, eine zephale Schme rzkomponente bei degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule mit Diskushernie C5/6 sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. 6.1 Wie in Erwägung 4.4 hiervor ausgeführt, sind den im Rahmen des Verwaltungsver- fahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte voll e Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper tise sprechen. Solche bestehen vor- liegend entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin j edoch nicht. Das B.____-Gutachten weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird – für die streitigen Belange umfassend, beruht au f allseitigen Untersuchungen und berück- sichtigt die geklagten Beschwerden. Weiter wurden die Be funde in Kenntnis der Vorakten ab- gegeben, leuchten in der Darlegung der medizinischen Z usammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein und sind in den Schlussf olgerungen überzeugend. Das Gut- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht achten genügt damit den bundesgerichtlichen Anforderun gen an die Beweistauglichkeit, so dass die IV-Stelle darauf abstellen durfte. 6.2.1 Am Beweiswert des B.____-Gutachten vermögen auch die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Einwendungen keine Zweifel erwecken. Soweit sie vorbringt, anlässlich des Gutachtens sei zu Unrecht auf den Beizug eines Facharztes für Innere Medizin verzichtet wor- den, kann ihr nicht gefolgt werden. Inwiefern ein Gu tachter mit Fachrichtung Innere Medizin weitere Aufschlüsse liefern könnte, ist nicht ersichtlich. Auch der behandelnde Facharzt für In- nere Medizin Dr. J.____ hat in seinem Arztbericht vom 30 . August 2010 keine Anhaltspunkte für ein bisher nicht berücksichtigtes Leiden geliefert. Seine Diagnose und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit deckt sich vielmehr weitgehend mit de n Befunden des Gutachtens. Auch er geht von einer Zervikobrachialgie rechts bei Diskushernie C 5/6 sowie einer Lumboschialgie aus. Für eine leichte Arbeit ohne Überkopfarbeit best ehe eine gute Prognose, während für kör- perlich schwere Arbeiten weiterhin eine volle Arbeitsunf ähigkeit bestehe. Für eine leichtere Tä- tigkeit sei die Beschwerdeführerin jedoch zu 100 % arbeitsfähig. 6.2.2 Weiter macht die Beschwerdeführerin eine seroposi tive chronische Polyarthritis bzw. ein Felty-Syndrom geltend. Hinweise darauf, dass ein Leiden übersehen worden ist, liegen jedoch nicht vor. Die Angaben der behandelnden Ärzte stimmen vielmehr im Wesentlichen mit den Befunden der B.____-Gutachter überein. Im Vordergru nd stehen übereinstimmend chronische Zervikalgien mit Schmerzausstrahlung in die Arme sowie ein zervikovertebrales und ein lumbo- vertebrales Schmerzsyndrom. 6.2.3 Die Beschwerdeführerin wendet weiter ein, dass a uf das B.____-Gutachten nicht abge- stellt werden könne, weil die Dolmetscherin eine ortho doxe sunnitische Muslimin gewesen sei. Sie selbst sei Alevitin und gehöre in ihrer Heimat zu e iner kleinen, verfolgten Gemeinschaft. Dabei seien die Aleviten eher den Schiiten zuzuordnen , wobei zwischen Sunniten und Schiiten grösste religiöse Unterschiede bestünden. Mit ihrer Übersetzung habe die Dolmetscherin – wel- che als Sunnitin eine Erzfeindin der Aleviten sei – auf die Meinung der Begutachter eingewirkt. Das Gutachten baue somit auf einer falschen Anamnese au f. Nach der Rechtsprechung ist bei psychiatrischen Begutachtungen eine Übersetzungshilfe beizuzi ehen, sofern sprachliche Schwierigkeiten bestehen und das Untersuchungsergebnis ni cht in der Muttersprache des Ex- ploranden geführt werden kann (A LFRED BÜHLER , Die Mitwirkung Dritter bei der medizinischen Begutachtung im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren, in: Jusletter 3. Septem- ber 2007, Rn. 33). Bedeutsam sind dabei nicht nur die Sprachkompetenzen, sondern insbeson- dere auch die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der übersetzenden Person. Auch Kenntnisse über kulturspezifische Besonderheiten, wie beispielsweise d as Krankheitsverständnis, spielen eine Rolle (Urteil des Bundesgerichtes vom 4. Januar 2 008, I 77/07, E. 5.1.1 f. mit Hinweisen). Die Bewertung bleibt allerdings in der ausschliesslichen Verantwortung des Gutachters (Urteil des Bundesgerichtes vom 26. Mai 2014, 9C_738/2013, E. 3.2.1). Es ist der Beschwerdeführerin insofern beizupflichten, dass insbesondere an die Unparteilich- keit der übersetzenden Person hohe Anforderungen zu ste llen sind. Im vorliegenden Fall ver- mag sie jedoch in der ganzen Untersuchung keinen einzigen Umstand zu benennen, der darauf hindeuten würde, dass ihr die Dolmetscherin – aufgrund der unterschiedlichen Glaubensrich- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht tung oder anderen, unbekannten Gründen – feindlich ge stimmt hätte sein können. Vorliegend reiste die Beschwerdeführerin im Jahr 1991 aus der Türke i in die Schweiz ein und lebte folglich zum Zeitpunkt des B.____-Gutachtens im Jahre 2012 bereits seit 21 Jahren in der Schweiz. Der Gutachter Dr. N.____ hielt sodann fest, dass die Versiche rte gut Deutsch spreche und lediglich bei speziellen Fragen auf die Hilfe der Dolmetscherin a ngewiesen sei. Auch anlässlich der psy- chiatrischen Exploration – also in dem Bereich, in dem die korrekte Verständigung am Wichtigs- ten ist – hielt Dr. Q.____ fest, dass die Exploration m it Hilfe der Übersetzerin durchgeführt wor- den sei. Die Versicherte könne sich allerdings auch selbst a uf Deutsch ganz gut äussern. Sie verfüge zwar über einen sehr einfachen deutschen Wortschatz, aber ihre Überlegungen würden auf eine sicher gut durchschnittliche Intelligenzanlage d euten. Sie äussere sich differenziert, abwägend und selbstreflektierend. Allein der Umstand, dass die Übersetzerin einer anderen Glaubensrichtung angehört, bedeutet noch nicht, dass sie voreingenommen gewesen wäre und dies sodann in einer unkorrekten Übersetzung zum Ausdruck gekommen wäre. Dabei ist insbe- sondere auch zu beachten, dass die Beschwerdeführerin nach Einschätzung der Gutachter sich auch alleine gut in Deutsch ausdrücken konnte und die Hi lfe der Dolmetscherin nur punktuell in Anspruch genommen werden musste. Es wäre der Versicherte n also aufgefallen, wenn die Übersetzung tendenziös oder gar falsch gewesen wäre. Sowe it die Beschwerdeführerin vor- bringt, die Anamnese sei durch die Übersetzung der Dolme tscherin falsch erhoben worden, übersieht sie zudem, dass den B.____-Gutachtern alle med izinischen Vorakten vorgelegen haben. Im Vergleich mit den daraus bekannten Daten un d Fakten haben sich keine Divergen- zen ergeben, sodass also in der Gutachtensituation keine U ngereimtheiten aufgefallen sind. Weiter wurde im Gutachten vermerkt, dass sich die Versiche rte an Daten exakt erinnert und präzise Antworten gegeben habe. Sie hat die Gutachter also auch – ob mit oder ohne Hilfe der Dolmetscherin – verstanden. Sie macht sodann auch gar ni cht geltend, dass sie in irgendeinem Aspekt des Gutachtens falsch verstanden worden sei. Wenn als o, wie vorliegend, keinerlei An- haltspunkte für eine falsche Übersetzungsarbeit der Dolmetscherin vorliegen, kann das Gutach- ten nicht untauglich sein, allein weil die Übersetzeri n einer anderen Glaubensrichtung angehört als die Beschwerdeführerin. 6.3 Fraglich erscheint jedoch die anlässlich des B.____-Gu tachtens aus psychiatrischer Sicht diagnostizierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der somatoformen Schmerz- störung. 6.3.1 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so a uch einer anhaltenden so- matoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine fachärztli ch (psychiatrisch) gestellte Diagno- se nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssyste m voraus (BGE 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Wie jede andere psychische Beeinträch tigung begründet indes auch eine di- agnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung al s solche noch keine Invalidität. Viel- mehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schme rzstörung oder ihre Folgen mit ei- ner zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, kö nnen den Wiedereinstieg in den Ar- beitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Perso n alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfüg t. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronisc he körperliche Begleiterkrankun- gen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverla uf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozial er Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beein flussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewäl tigung (primärer Krankheits- gewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern ein er konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz koope- rativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kr iterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Vorausset- zungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinwei- sen). 6.3.2 Diese Kriterien – auch Förster-Kriterien genann t – sind im vorliegenden Fall nicht gege- ben. Es liegt insbesondere weder eine psychische noch ein e körperliche Grunderkrankung von einer gewissen Schwere vor. Damit kann nach bundesgerich tlicher Rechtsprechung keine Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der somatoform en Schmerzstörung berücksichtigt werden. 6.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass IV-Stelle in ih rer Verfügung vom 8. Januar 2014 zu Recht auf das B.____-Gutachten abgestellt hat. Dieses genügt den höchstrichterlichen Anforderungen an die Beweistauglichkeit. Lediglich der aus psychiatrischer Sicht attestierten Arbeitsunfähigkeit von 20 % aufgrund der somatoformen Schmerzstörung kann nicht gefolgt werden. Dieser Umstand wirkt sich jedoch nicht auf die R entenfrage aus. Wie im Folgenden zu zeigen sein wird, entfällt bei der Versicherten ein Re ntenanspruch auch dann, wenn zu ihren Gunsten lediglich von einer Arbeitsfähigkeit in der Höhe von 80 % ausgegangen wird. 6.5 Lassen die vorhandenen medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu, so kann auf die von ihm eventualiter beantragte Anordnung zusätzlicher medizinischer Abklärungen ver- zichtet werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur ü ber jene Tatsachen abzuneh- men, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflicht- gemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhan denen Unterlagen ein zuverläs- siges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher R echtsprechung zulässig (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen, 124 V 94 E. 4b , 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 7. Wie bereits oben (E. 3.1) ausgeführt, ist gemäss Ar t. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. 7.1 In ihrer angestammten Tätigkeit könnte die Versicher te jährlich Fr. 43‘846.-- verdienen. Gemäss den Angaben ihres Arbeitgebers vom 13. September 2010 würde die Versicherte in Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihrem 70 %igen Pensum im Roomservice durchschnittlich Fr . 40‘662.-- verdienen (Fr. 41‘158.-- im Jahre 2008 und Fr. 40‘166.-- im Jahre 2009). Unter Berücksichtigung der Nominallohnent- wicklung im Sektor Dienstleistungen (1.1 %, 0.9 %; Erbri ngung von sonstigen Dienstleistungen) ergibt sich ein jährliches Einkommen von Fr. 41‘479.--. Als Kinderbetreuerin verdiente die Ver- sicherte gemäss den Auszügen des individuellen Kontos in den Jahren 2004 – 2009 durch- schnittlich Fr. 2‘321.-- pro Jahr. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (1.1 %, 0.9 %) ergibt sich ein Einkommen von Fr. 2‘367.--. 7.2 Gemäss den medizinischen Abklärungen sind der Beschwerd eführerin angepasste leichte Tätigkeiten zumutbar. Dabei wird – zu Gunsten d er Beschwerdeführerin – von einer Ar- beitsfähigkeit im Rahmen von 80 % ausgegangen. Dabei könnte sie ein jährliches Einkommen von Fr. 39‘716.-- erzielen. Grundlage hierfür ist die Schweizerische Lohnerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik 2010, Tabelle TA1, Anforderu ngsniveau 4, Total Frauen, Fr. 4‘225.-- monatlich, basierend auf 40 Wochenstunden. Nach Anpassun g dieses Betrages an die Nomi- nallohnentwicklung von 1.0 % und Umrechnung auf die bet riebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt sich ein jährliches Einkommen von F r. 53‘383.-- (Fr. 4‘225.-- x 1 % : 40 x 41.7 x 12). Wird das Invalideneinkommen auf der Grundl age von statistischen Durchschnitts- werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönl iche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjah re, Nationalität oder Aufenthaltskate- gorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohn höhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa) und je nach Ausprägung die versicherte Perso n deswegen die verbliebene Arbeitsfä- higkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur m it unterdurchschnittlichem erwerbli- chem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). De r Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einze lfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nicht übersteigen (BGE 126 V 75 E. 5b/bb-cc, 134 V 322 E. 5.2). Die Vorinstanz gewährte vorliegend einen le idensbedingten Abzug von 7 %, was nicht zu beanstanden ist. Unter Berücksichtigung eines zumutbaren Pensums von 80 % resultiert das vorstehend erwähnte Jahreseinkommen von Fr. 39‘716.-- (Fr. 53‘383.-- x 93 % x 80 %). 7.3 Stellt man im Einkommensvergleich das massgebliche In valideneinkommen von Fr. 39‘716.-- dem Valideneinkommen von Fr. 43‘846.- - gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 4‘130.-- was einem Invaliditätsgr ad der Versicherten von 9.4 % im Erwerbsbereich entspricht. 8. Zur Bestimmung der Einschränkung im Haushalt stützte sich die IV-Stelle auf die Haus- haltabklärung vom 22. November 2012, bei der eine Einsc hränkung von 12 % ermittelt wurde. Die Beschwerdeführerin vertritt demgegenüber die Auffassung, dass – sollte die gemischte Me- thode zur Anwendung gelangen – ihre Einschränkungen we sentlich höher seien. 8.1 Der Abklärungsbericht über die Verhältnisse im Haus halt stellt in der Regel eine geeig- nete und auch genügende Grundlage für die Invaliditä tsbemessung in diesem Tätigkeitsbereich dar. Hinsichtlich seines Beweiswertes sind – analog zur Re chtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) – verschiedene Fak toren zu berücksichtigen. Es ist we- sentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Per son verfasst wird, die Kenntnis der örtli- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen und räumlichen Verhältnisse sowie der sich aus den me dizinischen Diagnosen ergeben- den Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Per- son zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel begründet und angemessen detailliert bezüg- lich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Überei nstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der A bklärungsbericht voll beweiskräftig. Des Beizugs eines Arztes, der sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Ge- sichtswinkel der Zumutbarkeit äussert, bedarf es rechtspre chungsgemäss nur in Ausnahmefäl- len, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versich erten Person, welche sich mit den Feststellungen in einer medizinischen Expertise nicht in E inklang bringen lassen. Insbesondere kommt ärztlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit kein genereller Vorrang gegenüber den Ergebnissen einer von der Invalidenversicherung vor Ort durchgeführten Haushaltabklärung zu. Der Richter greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben um- schriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der Abkläru ngsperson nur ein, wenn klar fest- stellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (z.B. infolge von Widersprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am kon kreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil des Bundesge richts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweisen; BGE 128 V 93 E. 4). 8.2 Der Haushaltsbericht ist umfassend und berücksichtigt d ie Beschwerden der Versicher- ten sowie die medizinischen Vorakten. Die verschiedene n Aufgabenbereiche (Haushaltsfüh- rung, Ernährung, Wohnungspflege, Einkauf, Wäsche, Kin derbetreuung) wurden sorgfältig und ausführlich untersucht und gewichtet. Schadenmindernd wurde namentlich angerechnet, dass die Familie die Möglichkeit hat, regelmässig in der Pi zzeria des Ehemannes im gleichen Haus essen zu gehen. Weiter kann der Ehemann bei den Grossein käufen für das Geschäft auch die privaten Einkäufe erledigen sowie die private Wäsche mit der Berufskleidung waschen. 8.3 Die Ergebnisse der Haushaltsabklärung lassen sich nic ht beanstanden und sind auch durch die Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht in Zw eifel zu ziehen. Insbesondere macht sie denn auch nur allgemein geltend, dass in der Haushal tstätigkeit von einer höheren Ein- schränkung auszugehen sei. Konkrete Gründe, weshalb eine h öhere Einschränkung bestehen soll, vermag sie nicht zu benennen. Zusammenfassend ist fe stzuhalten, dass sich die IV-Stelle bei der Beurteilung der Einschränkungen im Haushalt zu Recht auf den Abklärungsbericht vom 22. November 2012 stützte und von einer 12 %igen Ein schränkung im Haushalt ausgegangen ist. 9. In Anwendung der gemischten Methode der Invalidität sbemessung ergibt sich demnach in Berücksichtigung der zeitlichen Beanspruchung von 80% im Erwerbsbereich und 20% im Haushaltsbereich bei einer Einschränkung im Haushaltsbe reich von 2,4 % (0,2 x 12%) und ei- ner solchen im Erwerbsbereich von 7.25 % (0,8 x 9.4%) insgesamt ein Invaliditätsgrad in der Höhe von 9.65%. Ein Anspruch auf eine Invaliditätsrente besteht folglich nicht. Die Beschwerde ist abzuweisen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.1 Abschliessend bleibt über die Kosten zu befinden. G emäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilli gung oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenp flichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah- rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahre nskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer- legt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist mit Verfügung vom 21. Mai 2014 die unent- geltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem G rund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 10.2.1 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausg ang entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin ebenfalls mit Verfügung vom 21. Mai 2014 die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt wu rde, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 beträgt das H onorar bei unentgeltlicher Verbeistän- dung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Anwältin der Beschwer deführerin hat in ihrer Honorarnote für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 640 Minuten sowie einen nachprozessualen Aufwand von 90 Minuten und Barauslagen von 3 % geltend gemacht. 10.2.2 Der vorprozessuale Aufwand von 10.7 Stunden erwe ist sich umfangmässig und in Anbe- tracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als vertretbar. Auch die Barauslagen im Umfang von 3 % lassen sich nicht beanstanden. Gemä ss bundesgerichtlicher Rechtspre- chung sind auch die nachprozessualen Bemühungen, welche in offensichtlichem Zusammen- hang mit dem Mandat stehen, von einem einheitlichen A nwaltsmandat erfasst (Urteil des Bun- desgerichts vom 26. Dezember 2012, 9C_387/2012 E.4). A uch wenn eine allenfalls etwas um- fangreichere Klientenbesprechung als entschädigungspflichtig erscheinen mag, steht dem Kan- tonsgericht mit Blick auf den bei der erstinstanzlichen B emessung der Entschädigung gegebe- nen weiten Ermessensspielraum eine gewisse Pauschalisierung zu (vgl. die Zusammenfassung der Rechtsprechung in SVR 2000 IV, Nr. 11, S. 31). Ei ne solche Pauschalisierung erscheint insbesondere unter dem Aspekt der rechtsgleichen Behandlung einer Vielzahl von Fällen sowie der Praktikabilität als unerlässlich. Dabei geht das Kantonsgericht in der Regel davon aus, dass für das Studium des kantonsgerichtlichen Urteils Bemühu ngen im Umfang einer Viertelstunde und für die anschliessende Klientenbesprechung betreffe nd die kantonsgerichtliche Urteilsmoti- vation Bemühungen im Umfang einer Dreiviertelstunde a usreichen. Diese Regel gilt jedenfalls für kantonsgerichtliche Verfahren mit durchschnittlichem Aufwand, in welchen die kantonsge- richtliche Urteilsmotivation nicht überaus kompliziert ode r umfangreich ausgefallen ist (Urteil des Kantonsgerichts Basel–Landschaft vom 31. Januar 20 13, 720 11 192, E. 3.2). Insofern er- weist sich der für das vorliegende kantonsgerichtliche Verfa hren – in welchem die kantonsge- richtliche Urteilsmotivation nicht überaus kompliziert od er umfangreich ausgefallen ist – als überhöht. Der für die nachprozessualen Bemühungen gelt end gemachte Aufwand der Rechts- vertreterin ist daher aus Gründen der Rechtsgleichheit auf eine Stunde zu reduzieren. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2.3 Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honorar vo n insgesamt Fr. 2‘603.-- für insgesamt 700 Minuten (11.7 Stunden) à Fr. 200.-- zuzüglich Ausl agen von Fr. 70.20 und 8 % Mehrwert- steuer auszurichten. 10.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘603.-- (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Gerichts- kasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht