JAAC67.79 Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 20. Januar 2003 [SRK 2002-069] Taxe sur la valeur ajoutée. Début de l’assujettissement. Limite de chiffre d’affaires. Déduction de l’impôt préalable. Calcul de l’impôt dû selon la méthode forfaitaire ou selon la méthode effective. Art. 17 al. 1 et art. 19 al. 1 let. a OTVA. - Conditions et début de l’assujettissement (consid. 2a). - Légalité de la pratique administrative selon laquelle l’impôt dû doit être calculé soit de manière effective soit selon les méthodes forfaitaires simplificatrices de l’AFC. La méthode forfaitaire ne viole pas le droit fédéral, d’autant que le fournisseur de prestations est libre de calculer de manière effective son chiffre d’affaires conditionnant son assujettissement (consid. 2b). - Calcul de l’impôt dû selon la méthode forfaitaire et selon la méthode effective (consid. 3). Mehrwertsteuer. Beginn der Mehrwertsteuerpflicht. Umsatzlimite. Vorsteuerabzug. Berechnung der Steuerzahllast nach der Pauschalmethode oder der effektiven Berechnung. Art. 17 Abs. 1 und Art. 19 Abs. 1 Bst. a MWSTV . - Voraussetzungen und Beginn der Mehrwertsteuerpflicht (E. 2a). - Rechtmässigkeit der Verwaltungspraxis, dergemäss die Steuerzahllast entweder effektiv oder nach der durch die ESTV vereinfachenden Pauschalmethode zu berechnen ist. Die vereinfachende Pauschalmethode verstösst nicht gegen Bundesrecht, zumal es dem Leistungserbringer unbenommen ist, die umsatzmässigen Voraussetzungen seiner Mehrwertsteuerpflicht effektiv zu berechnen (E. 2b). 1- Berechnung der Steuerzahllast nach der Pauschalmethode und gemäss effektiver Berechnung (E. 3). Imposta sul valore aggiunto. Inizio dell’assoggettamento fiscale. Limite della cifra d’affari. Deduzione dell’imposta precedente. Calcolo dell’imposta dovuta secondo il metodo forfettario o secondo il metodo effettivo. Art. 17 cpv. 1 e art. 19 cpv. 1 lett. a OIVA. - Condizioni e inizio dell’assoggettamento all’imposta sul valore aggiunto (consid. 2a). - Legalità della prassi amministrativa, secondo la quale l’imposta dovuta è calcolata in modo effettivo oppure secondo i metodi forfettari di semplificazione dell’AFC. Il metodo forfettario non viola il diritto federale, poiché il fornitore di prestazioni è libero di calcolare in modo effettivo la cifra d’affari che determina il suo assoggettamento (consid. 2b). - Calcolo dell’imposta secondo il metodo forfettario e secondo il metodo effettivo (consid. 3). ZusammenfassungdesSachverhalts: A. XbetreibteinMalergeschäftunderwurderückwirkendper1.Januar 2000gemässArt.17derVerordnungüberdieMehrwertsteuervom 22.Juni1994(MWSTV,AS 1994 1464)indemvonderEidgenössischen Steuerverwaltung,HauptabteilungMehrwertsteuer(ESTV)geführtenRegister derMehrwertsteuerpflichtigeneingetragen. Am23.April2001liessXderESTVmitteilen,erseimitderrückwirkenden EintragungindasRegisterderMehrwertsteuerpflichtigenper1.Januar2000 nichteinverstanden. ErhabedieSteuerzahllastvonFr.4’000.-erstimJahre 2000überschrittenmitderFolge,dassseineMehrwertsteuerpflichterstper 1.Januar2001beginne. B. MitEntscheidvom17.Oktober2001stelltedieESTVfest,XseizuRecht aufden1.Januar2000indasRegisterderMehrwertsteuerpflichtigen eingetragenworden. ErmüsseabdiesemZeitpunktmitderVerwaltung überseinesteuerbarenUmsätzeabrechnen. DieESTVverpflichteteX,fürdie Steuerperioden1.Quartal2000bis4.Quartal2000denBetragvonFr.6’403.- Mehrwertsteuernebst5%Verzugszinsseit15.Oktober2000(mittlererVerfall) nachzubezahlen. FernerbehieltsichdieESTVeineSteuerkontrollevor. 2GegendenEntscheidvom17.Oktober2001liessXam4.November2001 EinspracheerhebenunddenAntragstellen,derangefochteneEntscheidsei aufzuheben;seineEintragungindasRegisterderMehrwertsteuerpflichtigen habeerstper1.Januar2001zuerfolgen. C. MitEinspracheentscheidvom18.April2002wiesdieESTVdieEinsprache abundstelltefest,XseizuRechtaufden1.Januar2000indasRegisterder Mehrwertsteuerpflichtigeneingetragenworden. Gleichzeitigbestätigtedie VerwaltungdieNachforderungfürdieSteuerperioden1.Quartal2000bis 4.Quartal2000imBetragvonFr.6’403.-nebstVerzugszins. D. MitEingabevom16.Mai2002bzw. Verbesserungvom3.Juni2002lässt X(Beschwerdeführer)beiderEidgenössischenSteuerrekurskommission (SRK)BeschwerdegegendenEinspracheentscheidderESTVvom18.April 2002führenunddenAntragstellen,derangefochteneEinspracheentscheid seiaufzuheben;erseiaufden1.Januar2001indasRegisterfür Mehrwertsteuerpflichtigeeinzutragen;dieNachforderungderESTVfürdie Steuerperioden1.Quartal2000bis4.Quartal2000seizuannullieren. InihrerVernehmlassungvom5.Juli2002beantragtdieESTV,dieBeschwerde kostenpflichtigabzuweisen. AusdenErwägungen: 1.a. (Zuständigkeit;Eintretensvoraussetzungen) b. (AnwendbaresRecht;vgl. VPB65.84). DerhierzubeurteilendeSachverhalt hatsichimJahre1999zugetragen,sodassaufdievorliegendeBeschwerdedie BestimmungenderMehrwertsteuerverordnungweiterhinAnwendungfinden. 2.a. GemässArt.17Abs.1MWSTVistmehrwertsteuerpflichtig,wereinemit derErzielungvonEinnahmenverbundenegewerblicheoderberufliche Tätigkeitselbständigausübt,sofernseinemehrwertsteuerrechtlichen LeistungenimInlandjährlichFr.75’000.-übersteigen. DerfürdieFeststellung derMehrwertsteuerpflichtmassgebendeUmsatzbemisstsichbeiLieferungen undDienstleistungennachdenvereinnahmtenEntgelten(Art.17Abs.5Bst.a MWSTV).DieMehrwertsteuerpflichtbeginntgrundsätzlichnachAblauf desKalenderjahres,indemdermassgebendeUmsatzerzieltwordenist (Art.21Abs.1MWSTV).VonderMehrwertsteuerpflichtausgenommensind UnternehmermiteinemJahresumsatzbiszuFr.250’000.-,soferndernach AbzugderVorsteuerverbleibendeMehrwertsteuerbetragregelmässignicht mehralsFr.4’000.-imJahrbetragenwürde(Art.19Abs.1Bst.aMWSTV).Die VerfassungsmässigkeitdieserVorschriftenstehtausserFrageundistinder Rechtsprechungschonmehrfachbestätigtworden(EntscheidderSRKvom 3.Dezember1998,E.3,veröffentlichtin VPB63.76 S.714ff.). b. LautVerwaltungspraxisistdieSteuerzahllastentwedereffektivodernach derdurchdieESTVgeschaffenenvereinfachendenPauschalmethodezu berechnen. BeidervereinfachendenMethodeistdieMehrwertsteuerauf demsteuerbarenUmsatzdesgeprüftenJahreszudenvorgesehenenSätzenzu berechnen. DavonkanndieVorsteuerzudenanwendbarenSätzenaufdem Waren-undMaterialaufwandzuzüglich0.7%desUmsatzesfürdenübrigen Aufwand(Investitionen,BetriebsmittelundGemeinkosten)abgezogenwerden (Broschüre«SteuerpflichtbeiderMehrwertsteuer»AusgabeAugust1999 [6], Ziff.2.5-2.7). DiefraglichevereinfachendePauschalmethodezurBerechnung 3derSteuerzahllastverstösstnacheinerPrüfungdurchdieSRKnichtgegen Bundesrecht(vgl. Art.47Abs.3MWSTV),zumalesdemLeistungserbringer injedemFallunbenommenist,dieumsatzmässigenVoraussetzungen seinerMehrwertsteuerpflichteffektivzuberechnen. Dieskannder Leistungserbringerimmerdanntun,wennerzureigenenÜberzeugung gelangt,diePauschalmethodeführenichtzueinemrechtmässigenErgebnis. c. VerwendetderMehrwertsteuerpflichtigeGegenständeoder DienstleistungenfürsteuerbareAusgangsleistungen,sokannerinseiner MehrwertsteuerabrechnungdieihmvonanderenMehrwertsteuerpflichtigen mitdenAngabennachArt.28MWSTVinRechnunggestellteMehrwertsteuer fürLieferungenundDienstleistungenabziehen(Art.29Abs.1und2MWSTV). DieRechnungdesLeistungserbringersmussenthalten: seinenNamenund seineAdressesowieseineMehrwertsteuernummer;NamenundAdressedes Leistungsempfängers;DatumoderZeitraumderLeistung;Art,Gegenstandund UmfangderLeistung;dasEntgelt;dengeschuldetenMehrwertsteuerbetrag (Art.28Abs.1MWSTV). 3.a. ImvorliegendenFallwirddieNachforderungderESTVfürdie Steuerperioden1.Quartal2000bis4.Quartal2000inHöhevonFr.6’403.- zuzüglichVerzugszinsinrechnerischerunddamitintatsächlicherHinsicht nicht,sondernlediglichdemGrundsatzenachangefochten. Namentlich machtderBeschwerdeführergeltend,dieSteuerzahllastvonFr.4’000.-erst imJahre2000überschrittenzuhaben,sodassseineMehrwertsteuerpflicht per1.Januar2001gegebensei. Zubefindenistfolglichdarüber,obder Beschwerdeführerbereitsper1.Januar2000subjektivsteuerpflichtigist bzw. oberimJahre1999dieSteuerzahllastvonFr.4’000.-erreichthat. b. DerBeschwerdeführererzieltenacheigenenAngabenimJahre1999 einenmassgeblichenUmsatzvonFr.87’987.-sowieeinenWarenaufwand inHöhevonFr.12’208.-. NachderPauschalmethodeergibtsichfolgende Steuerzahllast: Steuer 87’987×7.5 107.5 Fr.6’139.- Vorsteuer -Warenaufwand: 12’208×7.5 107.5 Fr.852.- -übrige: 87’987×0.7% Fr.616.- Fr.1’468.- Steuerzahllast Fr. 4’671.- BeieinerSteuerzahllastdesBeschwerdeführersinHöhevonFr.4’671.-im Jahre1999wirderper1.Januar2000mehrwertsteuerpflichtig. MitRecht hatihndaherdieESTVmitWirkungabdiesemDatumindasRegisterder 4Mehrwertsteuerpflichtigeneingetragen. Gegendieeigentlichezahlenmässige ErmittlungdieserSteuerzahllasterhebtderBeschwerdeführerkeine Einwendungen. Erhältvielmehrentgegen,dieSteuerzahllastseieffektiv zuberechnen. DabeiergäbesicheinanderesBild. Wieessichdamitverhält, istnachfolgendzuprüfen. c.aa. DerBeschwerdeführerreichteineZusammenstellungderfürdie BerechnungderMehrwertsteuerrelevantenPositionenseinerBuchhaltung ein(«MWST-Verprobung»),mitderernachseineneigenenBerechnungenfür dasJahr1999eineSteuerzahllastvonFr.3’462.60ausweist(Mehrwertsteuer: Fr.6’666.59abzüglichVorsteueraufMaterialundDienstleistungen: Fr.1’105.93undVorsteueraufInvestitionenundübrigemBetriebsaufwand: Fr.2’098.07). DieseeffektiveBerechnungzeige,dassderBeschwerdeführerim fraglichenJahrdieSteuerzahllastvonFr.4’000.-nichtüberschreite,weshalber dersubjektivenMehrwertsteuerpflichterstabdemJahre2001unterliege. bb. MitRechthältdieESTVdafür,esseieneinzelneVorsteuerabzügedes Beschwerdeführerszukorrigieren: ZunächstweistdieRechnungderAGmbHvom1.Dezember1999anden BeschwerdeführerbezüglichKaufeinesComputerszumPreisvonFr.950.- keineMehrwertsteueraus. FolglichwarderBeschwerdeführernichtzum entsprechendenVorsteuerabzugvonFr.66.28berechtigt. Davonausgehend,beimBeschwerdeführerhandleessichumeinen Einmannbetrieb,akzeptiertdieESTVfernernicht,dassdieserzwei Geschäftsfahrzeugeausweist. BeieinemgesamtenPersonalaufwandvon Fr.3’470.59istdieAnnahmeberechtigt,eshandlesichbeimBeschwerdeführer umeinenEinmannbetrieb. SelbstwennderBeschwerdeführerdemgegenüber einenfestenMitarbeiterbeschäftigenwürde,wäredieESTVangesichts dergeringenUnternehmensgrössezurAnnahmeberechtigt,nichtzwei Fahrzeugeseienbetriebsnotwendigbzw. nichtbeidekönntengleichzeitig geschäftsmässigbegründetenAufwandgenerieren. Demnachistzwardie aufdenAufwendungenfürdenLieferwagenlastendeMehrwertsteuer abzugsberechtigt,nichtaberjenebezüglichdesPersonenwagens,ausmachend Fr.379.70(VorsteuerausServiceundReparaturenimGesamtbetragvon Fr.125.65zuzüglichVorsteuervonFr.418.24aufLeasinggebühr[Fr.5’576.16] zuzüglichVorsteuervonFr.86.97aufhälftigemBenzinaufwand[Fr.1’159.73] abzüglichVorsteuervonFr.251.16aufPrivatanteilamFahrzeugaufwand [Fr.3’348.84]aufgrundderAusscheidungdesPersonenwagensausder Geschäftssphäre). SchliesslichkorrigiertdieESTVfürdieBerechnungderSteuerzahllastzuRecht denfürdenKaufdesLieferwagensausgewiesenenVorsteuerbetraginder HöhevonFr.568.01(«MWST-Verprobung»)umFr.422.31(Fr.568.01abzüglich Fr.145.70). DennderBeschwerdeführeristzueinemVorsteuerabzug vonlediglichFr.145.70berechtigt(KaufdesFahrzeugeszumPreisvon Fr.9’713.-undausgewiesenerMehrwertsteuervonFr.728.50;20%davon sindfüreineBerechnungderSteuerzahllastgemässArt.19Abs.1Bst.a 5MWSTVabzugsberechtigt=Fr.145.70[Broschüre«Steuerpflichtbeider Mehrwertsteuer»,AusgabeAugust1999;Ziff.2.7,inVerbindungmit KreisschreibenNr.15derESTVDBST [7],vom27.September1994]). cc. NachdereffektivenMethodeberechnetergibtsichdemzufolgeeine SteuerzahllastdesBeschwerdeführersimJahre1999vonFr.4’330.88 (Fr.3’462.59[gemässDeklarationBeschwerdeführer]zuzüglichKorrekturen gemässE.bbhievorindenBeträgenvonFr.66.28,Fr.379.70undFr.422.31). AuchdanachbeginntseinesubjektiveMehrwertsteuerpflichtam1.Januar 2000. d. DerBeschwerdeführerhältfernerdafür,beiderErmittlungder SteuerzahllastseiennochdieKorrekturen«RückbuchungenDebitoren1998» (Fr.-55.81),«RückbuchungenangefangeneArbeiten1998»(Fr.-246.42)und «Debitorenper31.12.1999»(Fr.+70.81)zuberücksichtigen. Erverkenntdabei, dasssichderfürdieFeststellungderMehrwertsteuerpflichtmassgebende UmsatznachdenvereinnahmtenEntgeltenbemisst(E.2ahievor),undnicht nachoffenenDebitorenpostenoderangefangenenArbeiten. ImÜbrigen erreichtederBeschwerdeführerselbstunterBerücksichtigungdieser KorrekturenimJahre1999dieSteuerzahllastvonFr.4’000.-(sieheE.c/cc hievor). 4. DemGesagtenzufolgeistdieBeschwerdeabzuweisen. Esistfestzustellen, dassderBeschwerdeführervonderVerwaltungzuRechtaufden1.Januar 2000alsmehrwertsteuerpflichtigerklärtundindasvonderESTV geführteRegisterderMehrwertsteuerpflichtigeneingetragenwordenist. (Kostenverlegung) [6]DieDrucksachenzuraltenMWSTVsinderhältlichbeiderEidgenössischen Steuerverwaltung,HauptabteilungMehrwertsteuer,Schwarztorstrasse50, 3003BernoderperFax0313257280 [7]KreisschreibensinderhältlichbeiderEidgenössischenSteuerverwaltung HauptabteilungDirekteBundessteuer,Verrechnungssteuer,Stempelabgaben, Eigerstrasse65,3003Bernoderabrufbarunter: http://www.estv.admin.ch/ data/dvs/druck/kreis/d/kreis.htm 6Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 67.79 - Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 20. Januar 2003 [SRK 2002-069] In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2003 Année Anno Band 67 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 006 119 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.