A bteilung V E -6411/2006 scr/dau/ruo {T 0/2} U rteil vom 16. Juli 2007 M itw irkung: R ichterin Schenker Senn, R ichter Lang, Badoud G erichtsschreiber D avid A ._______, Sri Lanka, vertreten durch B._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 21. M ai 2003 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschw erdeführer seinen H eim atstaat am 15. April 2000 und gelangte am 2. M ai 2000 von Italien herkom m end illegal in die Schw eiz. G leichentags stellte er ein Asylgesuch. D ieses begründete er anlässlich der Kurzbefragung vom 5. M ai 2000 in der Em pfangsstelle (heute: Em pfangszent- rum ) in Basel und der gleichenorts durchgeführten D irektanhörung vom 11. M ai 2000 durch das Bundesam t im W esentlichen w ie folgt: Er sei ethnischer Singhalese, stam m e aus dem an der Südküste gelegenen D ik- w ella und habe stets dort gelebt. N eben und nach der Schule habe er jew eils auf dem elterlichen Bauernhof geholfen, bis er m angels anderw eitiger zusätzlicher Er- w erbsm öglichkeiten einen zw ölfjährigen D ienstleistungsvertrag als Berufssoldat m it der srilankischen Arm ee unterzeichnet habe und am 5. Januar 1999 freiw illig eingerückt sei. Er sei einfacher Soldat gew esen und stets im Süden der Insel, in der N ähe seines W ohnortes stationiert gew esen. Im Juni 1999 sei er aus einem dreitägigen U rlaub nicht m ehr in den M ilitärdienst zurückgekehrt, da er aufgrund von H inw eisen seinen Einsatz im um käm pften N orden des Landes befürchtet habe; er sei näm lich gegen den Krieg und gegen das Töten. D esertionen seien zu jener Zeit häufig gew esen, da viele D ienstleistende aus den selben w irtschaftli- chen Bew eggründen w ie er in die Arm ee eingetreten seien. Er sei zunächst einen M onat zu H ause geblieben, in der Folge jedoch von Arm ee und Polizei gesucht w orden, w eshalb er sich nunm ehr bei Freunden und Verw andten und insbesonde- re die letzten vier bis fünf M onate bei seiner C ousine in C olom bo versteckt gehal- ten habe. Sein Elternhaus sei durchsucht und seine Eltern eingeschüchtert w or- den. Er selber habe angesichts der vielen Kontrollposten keine Bew egungsfreiheit gehabt und keine Arbeit finden können. Aus diesen G ründen habe er sein H eim at- land zehn M onate nach seiner D esertion m it H ilfe eines Agenten auf dem Luftw eg in R ichtung Europa verlassen. Er habe im Ü brigen nie Problem e m it den Behörden gehabt. In politischer H insicht sei er inaktiver Sym pathisant der U N P (U nited N ational Party) gew esen, aus w elchem U m stand ihm keinerlei Problem e erw ach- sen seien. Für den w eiteren Inhalt der Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. D er Be- schw erdeführer gab als Bew eism ittel seine Identitätskarte und eine beglaubigte Kopie seines G eburtsscheines zu den Akten; einen R eisepass habe er nie beses- sen und sein M ilitärausw eis sei bei der Arm ee geblieben. Am 11. Juni 2001 w urde ferner der srilankische Führerausw eis des Beschw erdeführers in der Schw eiz be- hördlich sichergestellt. B. M it Verfügung vom 21. M ai 2003 lehnte das dam als zuständige BFF das Asylbe- gehren ab und ordnete gleichzeitig die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz an. D ie Vorinstanz begründete ihre Verfügung dam it, dass die Schil- derungen des Beschw erdeführers den Anforderungen von Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) an die Flüchtlingseigenschaft nicht genüg-3 ten; der Vollzug der W egw eisung sei zulässig, zum utbar und m öglich. Auf die de- taillierte Begründung w ird, sow eit w esentlich, in den nachstehenden Erw ägungen eingegangen. C . M it Beschw erdeeingabe vom 19. Juni 2003 an die Schw eizerische Asylrekurskom - m ission (AR K) beantragt der Beschw erdeführer sinngem äss die G ew ährung von Asyl, den Verzicht auf die W egw eisung sow ie eventualiter die Anordnung der vor- läufigen Aufnahm e. Auf die Begründung und die eingereichten Bew eism ittel w ird, sow eit w esentlich, in den Erw ägungen eingegangen. D . Am 6. Februar 2006 w urde das BFM zur Vernehm lassung im H inblick auf das all- fällige Vorliegen einer schw erw iegenden persönlichen N otlage nach Art. 44 Abs. 3- 5 aAsylG eingeladen. D ie zuständige kantonale Behörde beantragte in einem zuhanden des BFM ver- fassten Bericht vom 20. M ärz 2006 die G ew ährung der vorläufigen Aufnahm e infol- ge Vorliegens einer schw erw iegenden persönlichen N otlage. D as Bundesam t beantragte in seiner Vernehm lassung vom 15. Juni 2006 die Ab- w eisung der Beschw erde beziehungsw eise den Vollzug der W egw eisung. In der Begründung verneinte es in Abw eichung zur Einschätzung der kantonalen Behör- de das Vorliegen einer schw erw iegenden persönlichen N otlage nach Art. 44 Abs. 3-5 aAsylG . M it R eplik vom 11. Juli 2006 bekräftigte der Beschw erdeführer seinerseits das Vor- liegen einer schw erw iegenden persönlichen N otlage. Auf den Inhalt des Schriftenw echsels w ird, sow eit w esentlich, in den nachfolgen- den Erw ägungen eingegangen; im Ü brigen w ird auf die Akten verw iesen. E. M it standardisiertem Schreiben der AR K vom N ovem ber 2006 w urde der Be- schw erdeführer auf den U m stand aufm erksam gem acht, dass das Bundesverw al- tungsgericht die AR K per 1. Januar 2007 ersetze und dannzum al für die W eiterfüh- rung des Verfahrens zuständig sei. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. 4 D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, per 1. Januar 2007 die Beurteilung der vorm als bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Asylentscheid dam it, dass die Schil- derungen des Beschw erdeführers den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die Flüchtlingseigenschaft nicht genügten. Sri Lanka kenne keine allgem eine W ehr- pflicht. D er Beschw erdeführer habe sich durch die Vertragsunterzeichnung selber und freiw illig in die geltend gem achte Situation gebracht und insbesondere die strafrechtlichen Konsequenzen im Falle einer D esertion ausdrücklich anerkannt. D ie W ahrscheinlichkeit einer strafrechtlichen Verfolgung sei in Anbetracht der re- gelm ässigen Am nestieangebote für D eserteure in Sri Lanka sehr gering. Ein den- noch eingeleitetes Verfahren w äre zudem rechtsstaatlich legitim und das Straf- m ass m it drei Jahren nicht extrem hoch. Eine Bestrafung sei vorliegend auch 5 unrealistisch angesichts des grossen M angels an freiw illigen M ilitärangehörigen, der sehr hohen Zahl an D eserteuren und der Eigenschaft des Beschw erdeführers als einfacher Soldat m it bloss sechsm onatiger D ienstzeit. D ie Befürchtungen des Beschw erdeführers seien som it w eder realistisch noch flüchtlingsrechtlich relevant. D er Beschw erdeführer bekräftigt in seiner Beschw erde die bestehende M öglich- keit, in Sri Lanka aufgrund seiner D esertion zur R echenschaft gezogen zu w erden. D ie w eiteren Ausführungen und Bew eism ittel betreffen Aspekte der D urchführbar- keit des W egw eisungsvollzuges und w erden daher system atisch in jenem Zusam - m enhang erörtert und gew ürdigt (vgl. unten E. 5.3). 4.2 D ie Vorinstanz hat in um fassenden Erw ägungen gesetzes- und praxiskonform er- kannt, dass die Schilderungen des Beschw erdeführers den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht genügen. Zur Ver- m eidung von W iederholungen kann auf die vorstehende zusam m engefasste Be- gründung des Bundesam tes verw iesen w erden. D er Beschw erdeführer beanstan- det die vorinstanzliche Argum entationslinie in keinem Punkt, sondern beschränkt sich in seiner R ekursschrift auf die Bekräftigung der sachverhaltlich geltend ge- m achten Furcht vor m öglichen Konsequenzen infolge seiner (behaupteten) D eser- tion. D ie Beschw erde ist som it ungeeignet, eine unter dem Aspekt von Art. 3 AsylG andere Sichtw eise zu begründen. Vielm ehr ist m it der Vorinstanz davon auszuge- hen, dass der Beschw erdeführer von einer der Am nestien für D ienstverw eigerer profitieren kann, die in Sri Lanka in unregelm ässigen Abständen von w enigen Jah- ren ausgesprochen w erden. D as in Sri Lanka vorgesehene Strafm ass von m axim al drei Jahren für D esertion w ird zudem in der m ilitärstrafrechtlichen Praxis vor allem bei einfachen Soldaten m eist w eit unterschritten. Zusam m enfassend sind beim Be- schw erdeführer w eder ein flüchtlingsrechtlich bedeutsam es M otiv noch irgendw el- che M alus begründenden Individualkennzeichen festzustellen, die ihn als Sonde- ropfer bei der Behandlung als D ienstverw eigerer darstellen könnten. 4.3 Bei dieser Sachlage und in W ürdigung der gesam ten U m stände und Vorbringen des Beschw erdeführers ist zusam m enfassend festzustellen, dass dieser die Vor- aussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt. D ie Vor- instanz hat daher das Asylgesuch zu R echt abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. Entscheidungen und M it-6 teilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2001 N r. 21). 5.3 5.3.1 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. N ach 44 Abs. 3 ff. aAsylG i.V.m . konnte, sofern vier Jahre nach Einreichen des Asylgesuchs noch kein rechtskräftiger Entscheid ergangen ist, in Fällen einer schw erw iegenden persönlichen N otlage eine vorläufige Aufnahm e angeordnet w erden. D abei w aren insbesondere die Integration in der Schw eiz, die fam iliären Verhältnisse und die schulische Situation der Kinder zu berücksichtigen. D ie Be- stim m ung ist seit dem 1. Januar 2007 nicht m ehr in Kraft. 5.3.2 D ie Vorinstanz begründete den angeordneten W egw eisungsvollzug im W esentli- chen w ie folgt: M angels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft finde der G rundsatz der N ichtrückschiebung gem äss Art. 5 Abs. 1 AsylG keine Anw endung und aus den Akten ergäben sich keine Anhaltspunkte für eine im H eim atstaat drohende m enschenrechtsw idrige Behandlung im Sinne von Art. 3 EM R K. Sodann sprächen w eder die im H eim atstaat herrschende allgem eine Situation noch andere G ründe gegen die Zum utbarkeit der R ückführung nach Sri Lanka. So habe im Jahre 2002 ein Friedensprozess eingesetzt, der – trotz einiger Zw ischenfälle – seither zu einer Entspannung im ganzen Land geführt habe. Ausserdem sei der Vollzug der W eg- w eisung technisch m öglich und praktisch durchführbar. D er Beschw erdeführer m acht in seiner Beschw erde vom 19. Juni 2003 geltend, ein Vollzug der W egw eisung w ürde es ihm verunm öglichen, seine gesundheitlich an- geschlagene M utter w eiter m it seinem in der Schw eiz erarbeiteten Verdienst zu unterstützen; diese Situation w ürde ihn in einen "unerträglichen psychischen Stress" versetzen. Zudem seien seine Anstellungs- und Erw erbsaussichten in Sri Lanka als gering einzustufen, w ogegen er in der Schw eiz die M öglichkeit habe, Berufserfahrung in verschiedenen Bereichen zu sam m eln, die ihm später in der H eim at zu N utzen kom m en könnte. Als Bew eism ittel gab der Beschw erdeführer 7 ein U nterstützungsschreiben seines dam aligen Arbeitgebers, einem R estaurationsbetrieb, zu den Akten, in w elchem der W unsch nach dessen W eiterbeschäftigung geäussert w ird. In der Eingabe vom 11. Juli 2006 – dort anlässlich der R eplik im Zusam m enhang m it der Frage des Vorliegens einer schw erw iegenden persönlichen N otlage nach Art. 44 Abs. 3 aAsylG – m acht der Beschw erdeführer darauf aufm erksam , dass er aus einer G egend stam m e, die vom Tsunam i im Jahre 2004 schw er betroffen w orden sei; seither sei seine berufliche Zukunft in Sri Lanka ohne Perspektiven. 5.3.3 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen. D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Be- schw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw er- deführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer R ückführung nach Sri Lanka m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G e- m äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschie- bung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m .w .H .). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den W egw eisungsvollzug für den Beschw erdeführer zum heutigen Zeitpunkt m angels gegenteiliger Anhaltspunkte nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völker- rechtlichen Bestim m ungen zulässig. Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund individueller G efahrenm om en- te, w ie beispielsw eise das Fehlen einer notw endigen m edizinischen Behandlungs- m öglichkeit, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Vorliegend ist die vorinstanzliche Erkenntnis der Zum utbarkeit eines W egw ei- sungsvollzuges des 30-jährigen Beschw erdeführers zu bestätigen. D ie in der Schw eiz erw orbene Berufserfahrung (auf dem Bau und im G astgew erbe) w ird dem Beschw erdeführer beim W iederaufbau einer Existenz in seinem H eim atland zugute kom m en. H insichtlich der Lage in Sri Lanka ist festzuhalten, dass der vom Bun- desam t skizzierte politische und hum anitäre Befriedungs- beziehungsw eise Ent- spannungsprozess in den letzten rund zw ei Jahren ins Stocken geraten, ohne dass indessen heute von einer flächendeckend herrschenden Situation allgem ei- ner G ew alt gesprochen w erden m uss. D ie Situation in Sri Lanka w ird in einem U r-8 teil der AR K vom Jahre 2006 (vgl. EM AR K 2006 N r. 6 S. 60 Ziff. 6.5.) dahingehend beschrieben, „… dass sich zw ar die Achtung der M enschenrechte durch die politi- sche Entw icklung im Vergleich zu der Zeit vor den Friedensverhandlungen deutlich verbessert hat und sich für die Zivilbevölkerung w esentliche Erleichterungen erge- ben haben. D ennoch m üssen sich beide Konfliktsparteien nach w ie vor schw ere M enschenrechtsverletzungen vorw erfen lassen. Auch häufen sich gerade in jünge- rer Zeit Berichte über G ew alttaten, die R ekrutierung von Kindersoldaten und - in den vom Tsunam i betroffenen G ebieten - eine desolate Situation im hum anitären Bereich. N ach Schätzungen des U N H C R sind gut die H älfte der zirka 730'000 durch den Krieg innerstaatlich vertriebenen M enschen an ihren angestam m ten W ohnort zurückgekehrt (vgl. U N H C R , Sri Lanka, G lobal R eport 2004, S. 378). D er Tsunam i hat aber neu gegen 550'000 M enschen gezw ungen, ihre H eim atregion zu verlassen (vgl. Shenton, SFH , a.a.O ., S. 9). Vor diesem H intergrund erscheint es derzeit aufgrund der w eiterhin unsicheren Entw icklung der Friedensgespräche so- w ie der schlechten Sicherheitslage nicht angebracht, die Praxis der AR K - w elcher sich das Bundesverw altungsgericht anschliesst - w onach die R ückschaffung abge- w iesener Asylbew erber und -bew erberinnen aus Sri Lanka in die im N orden der In- sel gelegenen G ebiete Killinochchi, M annar, Vavuniya, M ullaitivu und Jaffna unzu- m utbar ist, zu ändern. Auch der schw ierigen Situation im O sten des Landes und im gesam ten vom Tsunam i betroffenen Küstengebiet m uss im Einzelfall gebührend R echnung getragen w erden. D agegen stuft die Kom m ission eine R ückführung in die übrigen Provinzen - insbesondere in den G rossraum C olom bo - w eiterhin grundsätzlich als zum utbar ein. Zw ar hat sich auch hier, nach anfänglichen Ver- besserungen, die hum anitäre und politische Situation aufgrund der Tsunam i-Ver- triebenen, der jüngsten G ew alttaten und der Polarisierung der Politik w ieder ver- schärft; von der generellen U nzum utbarkeit einer Ansiedlung in diesem G ebiet ist jedoch dennoch nicht auszugehen“. An dieser Einschätzung ist auch im Lichte der jüngsten Entw icklungen in Sri Lanka, jedenfalls für Angehörige der singhalesi- schen Ethnie, die nicht aus dem um käm pften G ebiet stam m en, w eiterhin festzuhal- ten. D er Beschw erdeführer stam m t zw ar aus einem vom Tsunam i betroffenen G e- biet. D ie durch die Katastrophe angerichteten Schäden konnten indessen im Ver- laufe der vergangenen drei Jahre m it internationaler H ilfe zum indest teilw eise be- hoben w erden und die hum anitären Ausw irkungen haben sich w esentlich ent- schärft. In individueller H insicht ist ferner festzuhalten, dass der Beschw erdeführer in seiner H eim at über ein soziales Beziehungsnetz verfügt und zuletzt vier bis fünf M onate in C olom bo bei Verw andten w ohnhaft w ar. W eiter kann er sich auf eine so- lide Schulbidung (bis C ollege-Stufe) sow ie auf Berufserfahrungen in verschiede- nen Branchen (Landw irtschaft, G astronom ie, M etzgerei, Baugew erbe) abstützen. D er U m stand, dass der Beschw erdeführer nach seiner R ückkehr gegebenenfalls w ieder in die srilankische Arm ee integriert und zur Erfüllung seines Vertrages an- gehalten w ird, verm ag an der Zum utbarkeit keine Änderung zu bew irken, da er den betreffenden Vertrag aus freiem W illen und nach Abw ägung der relevanten Ent- scheidgrundlagen eingegangen ist (vgl. insb. actum A4 S. 5 f.). U nerheblich bei der Beurteilung der Zum utbarkeit ist die Situation der angeblich gesundheitlich an- geschlagenen M utter des Beschw erdeführers. D ie M utter ist nicht Partei des vor- liegenden Verfahrens und ihre angeschlagene gesundheitliche Situation spräche allenfalls gar für eine R ückkehr des Beschw erdeführers. Sow eit im Ü brigen auf die Schw eiz bezogene Integrationsaspekte geltend gem acht 9 w erden, sind diese seit dem W egfall der betreffenden Bestim m ung (Ausserkraftsetzung von Art. 44 Abs. 3 ff. aAsylG per 1. Januar 2007) für sich besehen im heutigen Zeitpunkt nicht m ehr von Bedeutung. Sow eit sie dennoch eine reziproke W irkung auf die Zum utbarkeitsfrage haben, sind sie im Vergleich zum bisher Erw ogenen von m inderem G ew icht. So kann aus einer langjährigen Anw esenheit und einer dadurch bedingten Integration in der Schw eiz nicht ohne w eiteres auf eine Entw urzelung aus den heim atstaatlichen Verhältnissen geschlossen w erden, zum al der Beschw erdeführer die überw iegende Zeit seines Lebens und insbesondere seine persönlichkeitsbildende Jugendzeit in Sri Lanka verbracht hat. N icht Prüfungsgegenstand ist im Ü brigen die Frage, ob der Beschw erdeführer die Voraussetzungen von Art. 14 Abs. 2 AsylG (in Kraft seit 1. Januar 2007) zur Annahm e eines schw erw iegenden persönlichen H ärtefalles und m ithin zur Erteilung einer allfälligen frem denpolizeilichen Aufenthaltsbew illigung erfüllt. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 5.4 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen und die Vorinstanz hat den Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Be- tracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE]). (D ispositiv nächste Seite)10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N _______) - den M igrationsdienst des Kantons C ._______ D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: R egula Schenker Senn U rs D avid Versand am :