Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. März 2012 (725 11 110 / 85) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Kausalzusammenhang Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Michael G uex, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____, vertreten durch Sebastian Lorentz, R echtsanwalt, Wein- bergstrasse 29, 8006 Zürich gegen SUVA , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Der 1945 geborene A.____ war ab 1. Juli 2006 bei der B____GmbH als EDV- Systembetreuer angestellt und dadurch bei der Schweizeri schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen un d Berufskrankheiten versichert. Am 7. Februar 2007 prallte A.____ mit dem Kopf gegen e ine Glastür, wobei er sich Verletzungen am Nasenbein sowie an der linken Stirn und gemäss Bericht von Dr. med. C.____, FMH Neuro- logie, vom 13. März 2007 eine Contusio capitis mit wahrsc heinlicher Commotio cerebri zuzog. Am 9. Mai 2009 erlitt A.____ einen weiteren Unfall; er zog sich bei einem Treppensturz Prellun- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen/Verletzungen an den Rippen, am rechten Fuss, am l inken Oberarm und an der rechten Schulter zu. Die SUVA erbrachte in der Folge die gese tzlichen Leistungen (Taggelder und Be- handlungskosten). Mit Verfügung vom 11. Mai 2010 hielt sie fest, dass zwischen den Schulter- beschwerden und dem Unfall vom 9. Mai 2009 kein sichere r oder wahrscheinlicher Kausalzu- sammenhang bestehe. Hinsichtlich der Beschwerden am Fussge lenk bestünde ab 1. Juli 2009 eine 50%-ige und ab 29. Juli 2009 wiederum eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Die Behandlung sei abgeschlossen. In Bezug auf den Unfall vom 7. Februa r 2007 wurde festgehalten, dass die geltend gemachten Beschwerden in keinem adäquaten Kau salzusammenhang zum Unfaller- eignis stehen würden. In der Folge stellte die SUVA di e Versicherungsleistungen per 31. Mai 2010 ein. Die dagegen erhobene Einsprache hiess die S UVA insofern teilweise gut, als sie mit Entscheid vom 9. Februar 2011 ihre Leistungspflicht für die Schulterbeschwerden rechts aner- kannte. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwa lt Sebastian Lorenz, am 14. März 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, der Einspracheentscheid vom 9. Februar 2011 sei insofern aufzuheben, als darin die Leistungspflicht betreffend den Unfall vom 7. Feb ruar 2007 verneint werde. Für die Folgen des Unfalls vom 7. Februar 2007 seien die gesetzlichen L eistungen zuzusprechen; unter o/e- Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels. C. In ihrer Vernehmlassung vom 3. Mai 2011 schloss die S UVA, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer-Münch, auf Abweisung der Beschwerde. D. Anlässlich des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 4. Au gust 2011; Duplik vom 19. Oktober 2011) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. E. Am 25. Oktober 2011 zog das Kantonsgericht bei der I V-Stelle des Kantons Basel-Stadt (IV-Stelle) die Akten des Versicherten bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bunde sgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 AT SG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in Langenbruck, we shalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 b eurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht und einzige gerichtliche Instanz des K antons Beschwerden gegen Ein- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwal tungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, das Gegenstand der angefochtenen Verfü gung bildet, und zwar in dem Aus- mass, als die Regelung des Rechtsverhältnisses nach den Part eianträgen des Beschwerdever- fahrens noch streitig ist (vgl. F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 46). Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfe chtungsgegenstand und Streitge- genstand identisch, wenn die Verwaltungsverfügung insge samt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einen Teil des dur ch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses, gehören die nicht beanstandeten Teilaspekte des verfügungsweise festge- legten Rechtsverhältnisses zwar zum Anfechtungs-, nicht ab er zum Streitgegenstand (vgl. BGE 125 V 414 f. E. 1b). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass den Parteianträgen entspre- chend dem Verfügungsgrundsatz für die Festlegung des Streitgegenstandes vorrangige Bedeu- tung zukommt. So wie die versicherte Person sich mit ein er Verfügung durch Nichtanfechtung abfinden kann, so steht ihr auch die Befugnis zu, nur e inzelne der verfügungsweise geregelten Rechtsverhältnisse durch Beschwerde richterlich überprüfen zu lassen (vgl. BGE 118 V 313 f. E. 3b mit Hinweisen; ULRICH MEYER , Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, in: BJM 19 89 S. 25). 1.3 Gegenstand des Einspracheentscheides vom 9. Februar 2011 ist die Leistungspflicht hinsichtlich der Unfallereignisse vom 7. Februar 2007 un d 9. Mai 2009. Die Beurteilung der SUVA betreffend das Unfallereignis vom 9. Mai 2009 wu rde vom Versicherten beschwerdewei- se nicht bestritten. Damit erwuchs der Einspracheentschei d, soweit er den Unfall vom 9. Mai 2009 anbelangt, in Rechtskraft und kann im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht mehr überprüft werden. Streitgegenstand des vorliegenden B eschwerdeverfahrens bildet demnach einzig die Frage, ob der Beschwerdeführer bezüglich des Unfalls vom 7. Februar 2007 über den 31. Mai 2010 hinaus Anspruch auf Leistungen aus der obl igatorischen Unfallversicherung hat. Diesbezüglich ist auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato- rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleis- tungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Be rufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf di e zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG An spruch auf ein Taggeld. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf ei ne Invalidenrente, wenn sie infol- ge des Unfalles zu mindestens 10% invalid ist. Der Renten anspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Be sserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und a llfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem R entenbeginn fallen die Heilbe- handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer nur unter der Voraussetzung aufzu- kommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden (Krank- heit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und adäquater Kausal- zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ei ngetreten gedacht werden kann. Ent- sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des nat ürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3 Bei der Beurteilung der natürlichen Kausalität vo n Unfällen mit Beeinträchtigungen der HWS oder einem Schädel-Hirn-Trauma ist zu unterscheiden , ob der Unfall zu organisch nach- weisbaren Funktionsausfällen geführt hat oder nicht. S olange organische Befunde klar nach- weisbar sind, ist der natürliche Kausalzusammenhang zu be jahen (BGE 117 V 365). Bei einem Schleudertrauma ohne organisch nachweisbare Funktionsau sfälle ist der natürliche Kausalzu- sammenhang zwischen dem Unfall und den bestehenden Besch werden sowie der damit ver- bundenen Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. Erwerbsfäh igkeit in der Regel dann zu bejahen, wenn ein solches Trauma diagnostiziert ist und innert de r Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden seit dem Unfall (RKUV 2000 Nr. U 359, S. 29 E. 5e) die für diese Verletzung typische Beschwerdesymptomatik zumindest teilweise aufgetreten ist (BGE 117 V 382 E. 4a und E. 4b [diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Ge dächtnisstörungen, Übelkeit, De- pression, Wesensveränderung usw.]). Dasselbe gilt bei Verle tzungen im Bereich der HWS, die auf einem dem Schleudertrauma äquivalenten Verletzungsm echanismus (Kopfanprall mit Ab- knickung der HWS, Distorsionstrauma der HWS mit Kopfanpra ll, vgl. dazu RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317 E. 3; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67) od er einem Schädel-Hirn-Trauma (BGE 117 V 382 E. 4a) beruhen. 2.4 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer g esundheitlichen Störung ein na- türlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrag e, worüber die rechtsanwendende Be- hörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweis- würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen B eweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkei t eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellungen zu folgen, die von allen mögl ichen Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste gewürdigt wird (BGE 126 V 360 E. 5b). 2.5 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse ist di e rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärztinnen und Ärzte n zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweise n). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht [ATSG]) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeu tet, dass das Sozialversiche- rungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterl agen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere d arf das Gericht bei einander wider- sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erled igen, ohne das gesamte Be- weismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Bewe iswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksicht igt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung d er medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleu chtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebe nd für den Beweiswert ist grund- sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht o der Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). 3.1 Um eine Leistungspflicht des Unfallversicherers begrü nden zu können, muss zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, son- dern auch ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. N ach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahr ung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eint ritt dieses Erfolges also durch das Ereig- nis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2). Der Voraussetzung des adäqua- ten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b). Ob bei Vorli egen eines natürlichen Kausalzusam- menhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der einge tretenen gesundheitlichen Schä- digung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtser hebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Pra xis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 3.2 Die Adäquanz spielt als rechtliche Eingrenzung der si ch aus dem natürlichen Kausal- zusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv aus- gewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hi er die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, v gl. auch E. 3.3 hiervor). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind un d von der Person des Untersuchen- den und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Vo n organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, w enn die erhobenen Befunde mit appa- rativen / bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden un d die hierbei angewendeten Untersu- chungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (Urteil des B undesgerichts vom 29. Oktober 2007, U 186/06, E. 5.3). 3.3 Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nich t (hinreichend) nachweisbaren Un- fallfolgeschäden ist rechtsprechungsgemäss (BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103 mit Hinweisen) Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht wie folgt zu differenzieren: Es ist zunächst abzuklären, o b die versicherte Person beim Unfall ein HWS-Schleudertrauma, eine diesem äquivalente Verle tzung oder ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen, dass die versich erte Person eine der soeben er- wähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt wer den, ob die zum typischen Beschwerde- bild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigu ngen (vgl. dazu: BGE 119 V 335 E. 1 S. 337, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar teilweise vorlie gen, im Vergleich zur psychischen Proble- matik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung eben- falls die in BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestell- ten Grundsätze massgebend; andernfalls erfolgt die Be urteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 E. 6a und E. 4b festgelegten Kriterien (BGE 123 V 98 E. 2a S. 99 mit Hinwei- sen). Die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 ff. kommt auch dann zur Anwendung, wenn bei der versicherten Person schon vor dem Unfall psychische Beschwerden vorlagen, die durch diesen verstärkt wurden (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 327, U 273/99). Gleiches gilt, wenn die im Anschluss an den Unfall auftretenden psychischen Störungen nicht zum typischen Beschwer- debild eines HWS-Traumas gehören. Erforderlichenfalls i st vorgängig der Adäquanzbeurteilung zu prüfen, ob es sich bei den im Anschluss an den Unfall g eklagten psychischen Beeinträchti- gungen um blosse Symptome des erlittenen Traumas oder ab er um eine selbstständige (se- kundäre) Gesundheitsschädigung handelt, wobei für die Abgrenzung insbesondere Art und Pa- thogenese der Störung, das Vorliegen konkreter unfallfremder Faktoren oder der Zeitablauf von Bedeutung sind (RKUV 2001 Nr. U 412 S. 79, U 96/00). Wie das Eidgenössische Versiche- rungsgericht in RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437, U 164/0 1, schliesslich dargelegt hat, ist die Adä- quanz des Kausalzusammenhangs nur dann im Sinne von BGE 1 23 V 98 E. 2a unter dem Ge- sichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall zu beurteilen, wenn die psychische Problematik bereits unmittelbar nach dem Unfall einde utige Dominanz aufweist. Wird die Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 98 E. 2a S. 99 in eine m späteren Zeitpunkt angewendet, ist zu prüfen, ob im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen Beschwerden gesamthaft nur eine sehr unter geordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind. Nur wenn dies zutrifft, ist die Adäquanz nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts U 403/05 vom 20. Dezember 2006, E. 2.2.1). 3.4 Ob die geklagten Beschwerden noch adäquat kausale U nfallfolgen sind, hat der Unfall- versicherer beim Fallabschluss zu prüfen. Das Bundesgericht hat sich in BGE 134 V 109 E. 3 und 4 zum Zeitpunkt des Fallabschlusses geäussert. Demnach sind Heilbehandlung und Tag- geld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werd en kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integri tätsentschädigung abzuschliessen. Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkei t, soweit diese unfallbedingt beeinträch- tigt ist. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriff es "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse rung ins Gewicht fallen muss. Un- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht bedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3). Wenn eine entsprechende Verbesserung nicht erwartet werden kann, ist der Fall abzuschliessen. 4. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind fo lgende medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 4.1 Nach dem Bericht der D.____ vom 13. Februar 2007 wurde ausgeführt, dass das CT des Neurocraniums einen normalen Befund aufweise. Eine posttraumatische Blutung oder Kon- tusionsläsion sei nicht nachzuweisen. 4.2 Dr. C.____ diagnostizierte am 13. März 2007 eine C ontusio capitis am 7. Februar 2007 mit wahrscheinlicher Commotio cerebri. Die neurologisch e Untersuchung zeige einen wachen, allseits orientierten Patienten. Ein Menengismus bestünde nicht. Das Zervikalsyndrom sei mäs- sig ausgeprägt und die Hirnnerven unauffällig. Sensomotorisch würden keine Ausfälle bestehen und die Koordination sei flüssig. Seit dem Unfall lei de der Versicherte an Spannungskopf- schmerzen und einem Zervikalsyndrom. Zur Verbesserung der Spannungskomponente sei Physiotherapie verordnet worden. Der weitere Verlauf sei abzuwarten. 4.3 Der Versicherte war vom 20. Juni 2007 bis 3. August 2 007 in der Klinik E.____ hospita- lisiert. Im neuropsychologischen Bericht vom 25. Juli 2007 wurde festgehalten, dass leichte bis mittelgradige neuropsychologische Störungen nach einer leichten traumatischen Hirnverletzung (MTBI) am 7. Februar 2007 festzustellen seien. Im Vorde rgrund stünden die verminderte Um- stellfähigkeit, die eingeschränkte längerdauernde Konze ntrationsleistung und Schwächen bei der sprachlichen Informationsverarbeitung. 4.4 Im Austrittsbericht der Klinik E.____ vom 10. Augu st 2007 wurden eine MTBI, ein cer- vicocephales Schmerzsyndrom, neuropsychologische Defizite sowie ein Status nach einer Thrombophlebitis diagnostiziert. Der Versicherte habe sich während des Reha-Aufenthaltes erstaunlich gut erholt. Die Arbeitsfähigkeit betrage aktuell 50%. Bei der Rückkehr zum Arbeits- platz sei ein Coaching durch die Neuropsychologin dipl. psych. F.____ indiziert. Anderweitige ambulante Therapien seien nicht angezeigt. In circa vie r Monaten sei die Arbeitsfähigkeit zu überprüfen. 4.5 Dr. med. G.____, FMH Neurologie, bestätigte in se inem Bericht 28. Januar 2008 die Diagnose einer MTBI. Seither bestehe eine ausgeprägte vermehrte Ermüdbarkeit und eine ver- minderte Belastbarkeit als wesentliche, die Arbeitsfähi gkeit einschränkende Beeinträchtigung. Zusätzlich klage der Versicherte über kognitive Störungen mit Konzentrations- und Gedächtnis- defiziten. Eine derart ausgeprägte Fatigue nach eine m Schädel-Hirn-Trauma sei ungewöhnlich, möglicherweise sei diese zusätzlich durch eine Anpassungsstör ung mit Depression bewirkt. Es würden sich weder anhand der klinisch-neurologischen Unte rsuchung noch aufgrund der zu- sätzlich durchgeführten elektroencephalographischen Unter suchung pathologische Befunde erheben lassen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.6 Im Bericht vom 18. August 2009 hielt Dr. G.____ fe st, dass der Versicherte weiterhin an ausgeprägten kognitiven Beeinträchtigungen leide und teilweise erhebliche Fehlleistungen aufweise. Die aktuelle elektroencephalographischen Unte rsuchung sei im Vergleich zur Vorun- tersuchung unverändert. Es bestünde eine leichte unspezi fische Allgemeinveränderung bei β-Vermehrung. Ansonsten bestehe ein unauffälliger Befund. 4.7 Im Bericht der D.____ vom 20. August 2009 wurde fe stgehalten, dass die aktuellen Untersuchungen (Magnetresonanztomographie [MRT] und Magnetresonanzangiographie [MRA] des Neurocraniums) weder posttraumatische Parenchymläsione n noch ein Nachweis einer pa- thologischen Raumforderung intracerebral oder intrakraniell zeigen würden. Es bestünden indes altersentsprechend diskrete kortikale Atrophiezeichen. Ein e vaskuläre Malformation sei nicht nachzuweisen. 4.8 Die Neuropsychologin dipl. psych. F.____ führte in ihrem Verlaufbericht vom 17. De- zember 2009 aus, dass sich die Leistungsfähigkeit und das Befinden des Versicherten im letz- ten halben Jahr nicht wesentlich geändert hätten. Trot z der im MRI dokumentierten diskreten mikroangiopathischen Veränderungen sei die verminderte kognitive Leistungsfähigkeit im We- sentlichen auf den Unfall vom 7. Februar 2007 zurückzufüh ren. Die Beurteilung von Dr. G.____ sei widersprüchlich. So beschreibe er einerseits ein geg enüber der Voruntersuchung unverän- dertes EEG. Im Gegensatz zur Voruntersuchung postuliere e r nun aber keine auffälligen Vigi- lanzschwankungen mehr. Aus neuropsychologischer Sicht könne aber "die vigilanz-abhängige Einstreuung langsamer Wellenaktivität aus dem Delta-Be reich temporo-parietal beidseits" durchaus als Korrelat zu den klinisch beobachtbaren kurzzei tigen Aufmerksamkeitseinbrüchen, in welchen es dann zu punktuellen Fehlleistungen komme, aufgefasst werden. Es bestehe wei- terhin eine Arbeitsfähigkeit von 40%. Die Begleitun g könne im Verlauf des kommenden Jahres langsam ausgeschlichen werden. 4.9 Am 15. März 2010 wurde eine kreisärztliche Untersuch ung durchgeführt. Im Bericht vom 16. März 2010 führte der Kreisarzt Dr. med. H.____ , FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hinsichtlich der F olgen des Unfalls vom 7. Februar 2007 aus, dass keine strukturell objektivierbaren Unfallf olgen vorliegen würden. Rein klinisch seien - auch anlässlich des Aufenthaltes in der Klinik E._ ___ - neuropsychologische Problema- tiken attestiert worden. Diese würden aber aktuell in dieser Form nicht mehr vorliegen. Von wei- teren Behandlungsmassnahmen sei keine namhafte bzw. erheb liche Besserung des Gesund- heitszustandes zu erwarten. Der Zustand sei gemäss neurologischer Einschätzung stabil. 5.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 9. Februa r 2011 ging die SUVA gestützt auf den kreisärztlichen Bericht von Dr. H.____ vom 16. Mä rz 2010 davon aus, dass die geklag- ten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zwar teilweise o rganisch imponieren bzw. klinisch fassbar seien, organische Substrate im Sinne traumatischer struktureller Veränderungen jedoch fehlen würden. In der Folge verzichtete sie auf eine a bschliessende Beurteilung der natürlichen Kausalität mit der Begründung der ohnehin fehlenden Adäquanz. Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass die natürliche Kausalität gegeben sei und auch die Adäquanz des Kausalzusammenhanges bejaht werden müsse. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Wie die nachfolgenden Erwägungen aufzeigen, ist - selbst wenn die natürliche Kausali- tät bejaht würde - die Adäquanz des Kausalzusammenhang s zu verneinen. Die Frage, ob die im Zeitpunkt des Einspracheentscheids am 9. Februar 201 1 geklagten gesundheitlichen Beein- trächtigungen in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 7. Februar 2007 stehen, kann daher vorliegend letztlich offen ble iben. Anzumerken bleibt an dieser Stelle, dass die Argumentation "post hoc ergo propter hoc" rech tsprechungsgemäss keinen tauglichen Beweis für die Unfallkausalität der heute geklagten Be schwerden liefert (vgl. BGE 119 V 335 E. 2b/bb; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, U 290/06 E. 4.2.3). 6. Zu prüfen ist vorerst, ob der medizinische Endzustand erreicht ist. Nachdem der Kreis- arzt weitere Behandlungen nicht als notwendig erachtete , zudem auch Dr. G.____ in seinem Bericht vom 18. August 2009 festhielt, dass im Vergleich zur Voruntersuchung vom 28. Januar 2008 eine unveränderte Situation vorliege und auch d ipl. psych. F.____ in ihrem Verlaufbericht vom 17. Dezember 2009 ausführte, dass sich die Leistungsfähigkeit und das Befinden des Ver- sicherten im letzten halben Jahr nicht wesentlich geändert hätten, ist mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass von der Fortsetzung d er ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwa rten ist. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die SUVA die Adäquanzprüfung vorgenomm en hat. Das Vorliegen des me- dizinischen Endzustandes wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten. 7. Umstritten ist die Beurteilung der Adäquanz. Währe nd die SUVA die Adäquanzprüfung nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien vorgenommen hat, geht der Versicherte davon aus, es sei vorliegend die Schleudertrauma-Recht sprechung anwendbar. Welche dieser Auffassungen zutrifft, muss indes dann nicht abschliessend beurteilt werden, wenn der adäqua- te Kausalzusammenhang auch nach der Schleudertrauma-Pr axis zu verneinen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Juni 2011, 8C_100/2011, E. 3.3), was nachfolgend geprüft wird. 8.1 Für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenh angs ist - nach der Psycho- wie nach der Schleudertrauma-Praxis - an das (objektiv erfa ssbare) Unfallereignis anzuknüpfen. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtung sweise, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schwer en Unfällen erfolgt. Massgebend ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Fol- gen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet wer- den können (BGE 134 V 109 E. 10.1; BGE 115 V 133 E. 6 ff.; SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). 8.2 In Bezug auf die Schwere des Unfallereignisses ergibt sich Folgendes: Der Beschwerde- führer gibt an, beim Verlassen eines Gebäudes im Dunk eln mit dem Kopf gegen eine Glasfront geprallt zu sein, wobei er sich Verletzungen am Nasenbei n und an der linken Stirn zugezogen habe. In der Folge sei er circa 20 Minuten bewusstlos b zw. benommen gewesen. Mit Blick auf den augenfälligen Geschehensablauf ist dieses Ereignis im Rahmen der für die Adäquanzbeur- teilung vorzunehmenden Einteilung als mittelschwer zu qu alifizieren. Fraglich und zu prüfen ist Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht aber, ob es innerhalb des mittleren Bereichs einen Gr enzfall zu einem schweren Ereignis dar- stellt. Hierzu kann ein Vergleich mit anderen Unfällen dienen. Als mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen wurden beispielsweise folgende Ereignisse qualifiziert: Kollision ei- nes Lastwagens mit einem Personenwagen auf der Autobahn , worauf dieser zuerst mit der rechten, anschliessend mit der linken Tunnelwand kollidi erte und die Windschutzscheibe durch heftigen Kopfanprall barst (Urteil des Bundesgerichts v om 4. September 2008, 8C_257/2008, E. 3.3.3). Der Unfall, bei dem der Versicherte mit ei nem Personenwagen auf der Überholspur der Autobahn fuhr und bei einer Geschwindigkeit von e twa 130 km/h plötzlich ins Schleudern geriet, die Normalspur und den Pannenstreifen überque rte und mit der Böschung kollidierte, wobei sich das Fahrzeug überschlug. Der Personenwagen wu rde auf die Überholspur zurück- geschleudert und kam auf den Rädern stehend zum Stillst and. Beim Überschlagen wurde der Beifahrer aus dem Dachfenster auf die Böschung geschleu dert. Der Versicherte konnte das Fahrzeug nicht mehr eigenständig verlassen (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Februar 2009, 8C_799/2008, E. 3.2.2). Vor dem Hintergrund dieser V ergleichsfälle ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Ereignis vom 7. Februar 2007 als mittelschweren Unfall, weder mit Tendenz zu einem Schweren noch zu einem leicht en Unfall qualifizierte. Geht man von einem mittelschweren Unfall im engeren Sinne aus, m üssen für die Bejahung des adäqua- ten Kausalzusammenhanges entweder eines der relevanten A däquanzkriterien (vgl. E. 8.3 her- nach) in besonders ausgeprägter oder aber drei dieser Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5). 8.3 Das Bundesgericht hat in BGE 134 V 109 ff. die Pra xis zur Kausalitätsprüfung bei Unfall mit Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung der HWS o der Schädel-Hirn-Trauma ohne orga- nisch objektiv ausgewiesene Beschwerden in mehrfacher Hin sicht präzisiert. Am Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung bei Unfällen mit so lchen Verletzungen wird dabei zwar festgehalten. Die bewährten Grundsätze über die bei dieser Prüfung vorzunehmende Einteilung der Unfälle nach deren Schweregrad und den abhängig von der Unfallschwere gegebenenfalls erforderlichen Einbezug weiterer Kriterien in die Ad äquanzbeurteilung werden nicht geändert. Dagegen hat das Bundesgericht die adäquanzrelevanten Kri terien teilweise modifiziert. Dies betrifft zunächst das Kriterium der "ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung", das nur dann vorliegt, wenn nach dem Unfall eine fortges etzte spezifische und die versicherte Per- son belastende ärztliche Behandlung im Zeitraum bis zum Fallabschluss notwendig gewesen war. Weiter wird für die Erfüllung des Kriteriums "Da uerbeschwerden" vorausgesetzt, dass die- se erheblich sind, was aufgrund glaubhaft geltend gema chter Schmerzen und nach der Beein- trächtigung, welche die verunfallte Person im Lebensalltag erfährt, zu beurteilen ist. Hinsichtlich des Kriteriums "Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit" ist nicht die Dauer an sich, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche massgeblich , die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Zusammenfassend hat das Bundesgericht den Katalog der b isherigen adäquanzrelevanten Kri- terien (BGE 117 V 359) in BGE 134 V 109 wie folgt neu gefasst: - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un- falls; Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verle tzungen; - fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; - erhebliche Beschwerden; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen er heblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikatio nen; - erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener An strengung. 8.4.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Beglei tumstände oder besonderen Ein- drücklichkeit des Unfalles wurde vom Bundesgericht unveränd ert beibehalten (BGE 134 V 127 E. 10.2.1). Es ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. des Angstgefühls der versicherten Person ( Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1). Der Unfall war objektiv betrachtet und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass jeder mittelschwere Unfall eine gewi sse Bedeutung hat, weder von beson- derer Eindrücklichkeit noch liegen besonders dramatische Beg leitumstände vor. Demnach ver- mag der Versicherte dieses Kriterium nicht zu erfüllen. 8.4.2 Was die Schwere oder besondere Art der erlitten en Verletzungen anbelangt, hat das Bundesgericht in E. 10.2.2 des BGE 134 V 109 präzisiert, dass es zur Bejahung dieses Kriteri- ums einer besonderen Schwere der für die gegebene Ver letzung typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflu ssen können, bedarf. Solche Um- stände liegen nach den Akten nicht vor. Die Verletzungen , welche sich die Versicherte beim Unfall zuzog, sind nicht schwer oder von besonderer Art i m Sinne des entsprechenden Kriteri- ums. 8.4.3 Für das Kriterium der ärztlichen Behandlung ist neu wesentlich, ob nach dem Unfall eine fortgesetzte spezifische, die versicherte Person bel astende ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war (BGE 134 V 128 E. 10.2.3) . Dieses Kriterium ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung si nd vielmehr auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustands resp. der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Es muss, ge samthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer vorl iegen. Manualtherapeutische Mass- nahmen, die nur der Erhaltung des Zustandes dienen, är ztliche Verlaufskontrollen sowie eine medikamentöse Schmerzbekämpfung allein genügen diesen Anforderungen nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2007, U 365/05, E. 5.2 mit weiteren Hinweisen). Nach dem Unfall fanden nebst der Hospitalisation in der Klinik E.____ , ärztliche Abklärungen und Verlaufskon- trollen, Physiotherapien sowie neuropsychologische Behandlungen bei dipl. psych. F.____ statt. Eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behan dlung liegt somit - entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung - nicht vor. 8.4.4 Das Kriterium der erheblichen Beschwerden ist a ufgrund der Individualität des Schmerzempfindens subjektiv geprägt und deshalb zu objekt ivieren. Adäquanzrelevant können nur in der Zeit zwischen den fraglichen Unfällen und de m Fallabschluss ohne wesentlichen Un- terbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein, wobei sich die Erheblichkeit nach den Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht glaubhaft dargelegten Schmerzen und insbesondere der Beeinträchtigung, welche die versi- cherte Person wegen dieser Beschwerden im Lebensalltag erfährt, beurteilt (BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Zu berücksichtigen ist, dass der Beschwerdefüh rer neuropsychologische Einschrän- kungen sowie Kopfschmerzen aufweist, die zumindest teilw eise zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität geführt haben. Allerdings waren die ne uropsychologischen Einschränkungen zum Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 15. Mä rz 2010 - im Vergleich zu den An- gaben im Bericht der Klinik E.____ - nicht mehr in die ser Form vorhanden. Dies entspricht auch den im Bericht von dipl. psych. F.____ vom 17. Dezember 20 09 gemachten Ausführungen, wo- nach die neuropsychologische Begleitung im Verlauf des Ja hres 2008 langsam ausgeschlichen werden könne. Ausserdem fällt ins Gewicht, dass nach Angab en des Versicherten im Bericht der SUVA vom 30. November 2009 die Kopfschmerzen nicht andauernd gleich stark ausge- prägt sind. Insgesamt und im Quervergleich mit ähnli ch gelagerten Fällen überschreiten die Beschwerden das übliche Mass nicht derart, dass das Kriter ium in besonders markanter Weise gegeben wäre. 8.4.5 Das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, we lche die Unfallfolgen erheblich ver- schlimmert, wurde nach Lage der Akten zu Recht nicht geltend gemacht. 8.4.6 Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden – welche im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien (for tgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden) zu berücksicht igen sind – darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikatio nen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Genesung beeinträc htigt oder verzögert haben (Urteile des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_726/2007, E. 4. 3.2.6 und vom 20. Juni 2008, 8C_554/2007, E. 6.7). Solche Gründe werden vom Beschwerdeführer zu Recht nicht behauptet. 8.4.7 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist nach der bundesge- richtlichen Rechtsprechung nicht mehr die Dauer der Ar beitsunfähigkeit massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu üb erwinden die versicherte Person ernst- hafte Anstrengungen unternimmt. Konkret muss der Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung rasch möglichst optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unan- nehmlichkeiten manifestieren. Zu berücksichtigen ist in di esem Zusammenhang auch der per- sönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnah men. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfü llen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). Im vorliegenden Fall betrug der Grad der Arbeitsunfä higkeit des Beschwerdeführers nach einer ersten relativ kurzen Phase vollständiger Arbeitsunfähigke it ab dem Austritt aus der Klinik E.____ am 3. August 2007 50%. Im Bericht der SUVA vom 3. Oktober 2007 wurde festgehal- ten, dass der Versicherte damit einverstanden sei, die A rbeitsfähigkeit ab dem 1. Oktober 2007 auf 75% anzuheben. Im Schreiben der SUVA vom 15. Nov ember 2007 wurde ausgeführt, dass nach Rücksprache mit dipl. psych. F.____ eine Arbeitsfä higkeit von 75% nicht realisierbar sei und die Taggelder deshalb wiederum im Umfang von 50% ausgerichtet würden. Die Erheblich- keit der Arbeitsunfähigkeit ist unter diesen Umständen zu bejahen. Der Umstand, dass der Be- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer bereit war, seine Arbeitstätigkeit berei ts ab Oktober 2007 versuchsweise auf 75% zu steigern, zeigt, dass er ernsthafte Anstrengungen zur Überwindung der Arbeitsunfähig- keit unternommen hat. Insgesamt muss das Kriterium der er heblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen somit bejaht werden, eine - im Quervergleich mit ähnlich gela- gerten Fällen - besondere Ausprägung liegt allerdings nicht vor. 8.5 Zusammenfassend betrachtet sind vorliegendenfalls zwe i der massgeblichen Kriterien (erhebliche Beschwerden und erhebliche Arbeitsunfähigkei t trotz ausgewiesener Anstrengun- gen) erfüllt. Da keines dieser beiden Kriterien beson ders ausgeprägt ist, genügen sie nicht, um das Beschwerdebild als adäquate Unfallfolge zu qualifizi eren. Folglich muss die Adäquanz des Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 7. Fe bruar 2007 und den weiterhin bestehenden Beschwerden verneint werden. Nach dem Gesa gten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 31. Mai 2010 eingestellt und einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente und eine Inte gritätsentschädigung verneint hat. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor de m kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Ausgang des Ve rfahrens entsprechend wettzu- schlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.