<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2018.00789</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=219181&amp;W10_KEY=13013493&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2018.00789</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 17.04.2019</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Scheinehe Zu Recht würdigte die Vorinstanz den erheblichen Altersunterschied der Eheleute sowie die Tatsache, dass die Ehefrau (im Zeitpunkt der Heirat) als sozialhilfeabhängige und verschuldete Schweizerin der Zielgruppe angehörte, welche üblicherweise für Scheinehen ausgesucht werden, als Scheineheindizien (E. 3.1). Nicht gewürdigt wurden jedoch die Ergebnisse einer polizeilichen Wohnungskontrolle im Jahr 2017, anlässlich welcher etliche Kleidungsstücke und Dokumente beider Eheleute vorgefunden werden konnten. Die durch das Verwaltungsgericht angeordnete aktuelle Wohnungskontrolle ergab ebenfalls, dass die Eheleute zusammenleben. Zwar liegen verschiedene Indizien für eine Scheinehe vor, das Gesamtbild lässt diesen Schluss jedoch nicht zu (E. 3.2). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTHEISSUNG">GUTHEISSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSAMMENWOHNEN">ZUSAMMENWOHNEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 51 Abs. I lit. a AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=41930" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2018.00789</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">17. April 2019</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1990, heiratete am 12. Dezember 2013 in seinem Heimatland Pakistan die ursprÃ¼nglich aus Thailand stammende Schweizerin C (<i>auch:</i> D), geboren 1967. Diese war in erster Ehe mit einem Schweizer verheiratet. Danach schloss sie 1994 die Ehe mit dem Pakistani E (geboren 1959), welche zu einem unbekannten Zeitpunkt geschieden wurde. Zwischen 2007 und 2013 war sie sodann mit dem pakistanischen StaatsbÃ¼rger F, geboren 1980, verheiratet. Aus frÃ¼heren Beziehungen mit thailÃ¤ndischen StaatsangehÃ¶rigen hat C drei Kinder; das jÃ¼ngste Kind, G (geboren 2006), lebt bei seiner Mutter in der Schweiz. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 12. MÃ¤rz 2015 reiste A Ã¼ber Italien â ohne im Besitz eines Visums zu sein â zu seiner Ehefrau in die Schweiz. Als FamilienangehÃ¶riger einer Schweizerin erteilte ihm der Kanton ZÃ¼rich eine Aufenthaltsbewilligung. Aufgrund unklarer WohnverhÃ¤ltnisse wurde die Ehe A/C einer ÃberprÃ¼fung wegen Scheinehe unterzogen. Im Rahmen dieser ÃberprÃ¼fung wurde am 13. Januar 2017 eine polizeiliche Wohnortskontrolle durchgefÃ¼hrt. Nach GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs wurde die Aufenthaltsbewilligung von A mit VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 7. April 2017 nicht mehr verlÃ¤ngert und ihm eine Ausreisefrist bis 6. Juli 2017 angesetzt.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen hiergegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 8. November 2018 ab. Dabei setzte sie A eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis 8. Februar 2019.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 10. Dezember 2018 beantragte A, es seien die vorinstanzlichen Entscheide unter EntschÃ¤digungsfolge vollumfÃ¤nglich aufzuheben und es sei ihm die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Eventualiter seien die vorinstanzlichen Entscheide aufzuheben und das Verfahren zur Neubeurteilung an das Migrationsamt zurÃ¼ckzuweisen. WÃ¤hrend die Rekursabteilung auf Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen.</p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 15. Februar 2019 beauftragte das Verwaltungsgericht die Kantonspolizei ZÃ¼rich erneut, eine polizeiliche Wohnungskontrolle durchzufÃ¼hren. Am 18. MÃ¤rz 2019 erstattete die Kantonspolizei ZÃ¼rich einen entsprechenden Polizeibericht.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen, einschliesslich Ermessensmissbrauch, -Ã¼ber- und -unterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>2.1 </span></b><span>AuslÃ¤ndische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern haben nach Art. 42 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, vormals: AuslÃ¤ndergesetz [AuG]) Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Dieser Rechtsanspruch steht gemÃ¤ss Art. 51 Abs. 1 lit. a AIG unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs. Unter den Begriff des Rechtsmissbrauchs fÃ¤llt unter anderem die sogenannte Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe, welche die Ehegatten nur zur Erlangung des Aufenthaltsrechts eingehen, ohne eine echte eheliche Gemeinschaft zu beabsichtigen (BGr, 4. April 2017, 2C_1020/2016, E. 4.1), sowie die Berufung auf eine nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft bestehende Ehe (BGE 128 II 145 E. 2.2).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Ob eine Scheinehe vorliegt, entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und kann diesfalls nur durch Indizien nachgewiesen werden (BGE 130 II 113 E. 10.2; BGE 127 II 49 E. 5a). Zu diesen Indizien zÃ¤hlen unter anderem folgende UmstÃ¤nde: die Tatsache, dass die nachzuziehende Person von einer Wegweisung bedroht ist oder ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erlangen kann; das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten; die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung, so etwa eine kurze Bekanntschaft vor der Heirat oder geringe Kenntnisse eines Ehegatten Ã¼ber den anderen; die Vereinbarung einer Bezahlung fÃ¼r die Heirat (BGE 128 II 145 E. 3.1; BGr, 30. August 2018, 2C_377/2018, E. 3.1 auch zum Folgenden). <span>Zu berÃ¼cksichtigen sind auch die konkreten WohnverhÃ¤ltnisse, namentlich wenn die Ehegatten nicht zusammenwohnen oder eine fÃ¼r das eheliche Zusammenwohnen ungeeignete Wohnung bezogen haben (VGr, 20. Juni 2018, VB.2018.00070, E. 2.5).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>GrundsÃ¤tzlich obliegt es der MigrationsbehÃ¶rde, die AuslÃ¤nderrechtsehe nachzuweisen. Dass eine solche vorliegt, darf dabei nicht leichthin angenommen werden (vgl. BGE 128 II 145 E. 2.2). Die BehÃ¶rden mÃ¼ssen den Sachverhalt von Amts wegen mÃ¶glichst zuverlÃ¤ssig abklÃ¤ren; indessen wird der Untersuchungsgrundsatz durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert (vgl. Art. 90 AIG). Diese kommt naturgemÃ¤ss bei Tatsachen zum Tragen, die eine Partei besser kennt als die BehÃ¶rden und die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernÃ¼nftigem Aufwand erhoben werden kÃ¶nnen (vgl. BGE 138 II 465 E. 8.6.4). Das gilt insbesondere, wenn bereits gewichtige Hinweise fÃ¼r eine AuslÃ¤nderrechtsehe sprechen; dann wird von den Eheleuten erwartet, dass sie von sich aus UmstÃ¤nde vorbringen und belegen, um den echten Ehewillen glaubhaft zu machen (BGr, 17. MÃ¤rz 2017, 2C_936/2016, E. 2.3).</p> <p class="MsoNormal"><b><span>2.4 </span></b><span>Die Vorinstanz erblickte im vorliegenden Fall mehrere gewichtige Indizien, welche den Verdacht erhÃ¤rteten, dass die Eheleute A/C die Ehe lediglich zum Schein eingingen: So spreche insbesondere der Altersunterschied von 23 Jahren dafÃ¼r sowie die DrittstaatsangehÃ¶rigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers, welche ihm ohne Heirat einen lÃ¤ngeren Lebens- und Arbeitsaufenthalt in der Schweiz verunmÃ¶glicht hÃ¤tte, ebenso die Tatsache, dass die verschuldete und sozialhilfeabhÃ¤ngige Ehefrau der Zielgruppe von Schweizern angehÃ¶re, welche typischerweise fÃ¼r die Eingehung von Scheinehen ausgesucht wÃ¼rden. Sodann habe der BeschwerdefÃ¼hrer anlÃ¤sslich der polizeilichen Einvernahme die Aussage verweigert und so seine Mitwirkungspflicht missachtet. Die Ehefrau wiederum habe anlÃ¤sslich der Befragung widersprÃ¼chliche Aussagen gemacht und insbesondere zu ihren frÃ¼heren Ehen lÃ¼ckenhafte und ausweichende Angaben gemacht. Nachdem die Ehefrau bereits mit zwei pakistanischen MÃ¤nnern verheiratet gewesen sei, welchen sie den Aufenthalt in der Schweiz ermÃ¶glicht habe, und die Ehe mit dem BeschwerdefÃ¼hrer nur sechs Monate nach der Scheidung vom zweiten pakistanischen Ehemann geschlossen habe, sei nachvollziehbar, dass die Hochzeit in Pakistan erfolgt sei: Im Fall einer Heirat in der Schweiz wÃ¤re die Ehefrau mit diversen Fragen seitens der BehÃ¶rden konfrontiert worden, ebenso im Fall eines nach der Hochzeit ordentlich beantragten Familiennachzugs. Stattdessen hÃ¤tten die Eheleute A/C die BehÃ¶rden â ohne je einen Familiennachzug zu beantragen â vor vollendete Tatsachen gestellt. Ferner wÃ¼rden sich die im Rekursverfahren eingereichten Hochzeitsbilder als Beleg fÃ¼r eine tatsÃ¤chliche Liebesehe als untauglich erweisen, zumal entsprechende Feierlichkeiten im Kulturkreis des BeschwerdefÃ¼hrers auch bei arrangierten Ehen Ã¼blich seien. Auch fehlten Kommunikationsnachweise fÃ¼r die vor der Einreise des BeschwerdefÃ¼hrers gefÃ¼hrte Fernbeziehung. FÃ¼r die Zeit nach der Ãbersiedlung des BeschwerdefÃ¼hrers in die Schweiz seien er und seine Ehefrau weitgehend an gemeinsamen Adressen im UntermietverhÃ¤ltnis Ã¼ber Freunde oder Bekannte des BeschwerdefÃ¼hrers gemeldet gewesen, woraus sich noch kein Hinweis auf eine gelebte Ehegemeinschaft ergebe. Erst aufgrund der Meldung der jeweiligen Einwohnerdienste sei bekannt geworden, dass die Ehefrau am 16. Januar 2016 ihren Wohnsitz von H nach I verlegt habe und hernach per 3. Januar 2018 von J nach I. Im Dezember 2016 und Januar 2017 sei sie zudem in Thailand gewesen. Diese Verhaltensweise erwecke den Eindruck, die separate LebensfÃ¼hrung der beiden Ehepartner mÃ¶glichst lange vor den BehÃ¶rden geheim halten zu wollen. Was die Wohnungskontrolle vom 13. Januar 2017 anbelange, hÃ¤tten die frÃ¼heren Erfahrungen aus den vorangegangenen zwei Ehen mit pakistanischen Ehegatten und den diesbezÃ¼glich durchgefÃ¼hrten Ermittlungen wegen Scheineheverdachts den Eheleuten A/C ermÃ¶glicht, sich entsprechend vorzubereiten und ihr Verhalten anzupassen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b><i>Zu Recht</i> wÃ¼rdigte die Vorinstanz den erheblichen Altersunterschied â die Ehefrau war bei der Heirat doppelt so alt wie der Ehemann â im Sinn der etablierten Rechtsprechung als Scheineheindiz; ebenso steht fest, dass der pakistanische BeschwerdefÃ¼hrer einzig durch die Heirat mit einer Schweizerin ein Anwesenheitsrecht in der Schweiz erlangen konnte und die Ehefrau â im Zeitpunkt der Heirat â als sozialhilfeabhÃ¤ngige und verschuldete Schweizerin der Zielgruppe angehÃ¶rte, welche Ã¼blicherweise fÃ¼r Scheinehen ausgesucht wird. Auch spricht die zeitliche NÃ¤he der AuflÃ¶sung der Ehe mit dem zweiten pakistanischen Ehegatten (F) und Eingehung der Ehe mit dem dritten pakistanischen Ehegatten (A) lediglich sechs Monate spÃ¤ter fÃ¼r eine Scheinehe. Hingegen wendet sich der BeschwerdefÃ¼hrer zutreffend gegen die Mutmassungen der Vorinstanz, wonach es sich bei den vorgÃ¤ngigen Ehen von C um Scheinehen gehandelt haben kÃ¶nnte, was wiederum entsprechende RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die vorliegende Ehe zuliesse. Hier verfÃ¤llt die Vorinstanz in eine willkÃ¼rliche BeweiswÃ¼rdigung, indem sie die Melde- und WohnverhÃ¤ltnisse der Ehefrau wÃ¤hrend der Ehe mit dem zweiten pakistanischen StaatsangehÃ¶rigen heranzieht und Parallelen zur hier einzig zu beurteilenden Ehe mit dem BeschwerdefÃ¼hrer aufstellt (vgl. hierzu VGr, 15. November 2017, VB.2017.00366, E. 2.5 ff.). Einer einseitig negativen Betrachtung wurden sodann die Hochzeitsfotos unterzogen, welche die Vorinstanz als weiteres Scheineheindiz wertete. Aus den eingereichten Fotos ist ersichtlich, dass die Hochzeit im familiÃ¤ren Rahmen in Pakistan stattgefunden hat; die Eheleute trugen traditionelle Hochzeitskleidung und tauschten Ringe aus. Solche Feierlichkeiten deuten jedoch regelmÃ¤ssig auf eine echte Ehe hin (vgl. VGr, 1. Februar 2017, VB.2016.00749, E. 3.1 und BGr, 9. April 2018, 2C_334/2017, E. 3.2.3 <i>e contrario</i>). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Nicht gewÃ¼rdigt wurden sodann die Ergebnisse der am 13. Januar 2017 durchgefÃ¼hrten polizeilichen Wohnungskontrolle am K-Platz 01 in J: AnlÃ¤sslich derselben wurden etliche KleidungsstÃ¼cke beider Eheleute vorgefunden; auch im Badezimmer hÃ¤tten sich im WÃ¤schekorb Kleider von beiden Eheleuten befunden. Ferner wurden Kosmetik- und Pflegeprodukte sowie auf beide Ehegatten lautende Dokumente und Rechnungen festgestellt. Mit diesem Ergebnis der Wohnungskontrolle, welche auf eine echte Ehe schliessen lÃ¤sst, setzt sich die Vorinstanz nicht auseinander. Allerdings fÃ¤llt mit Blick auf die Wohn- und MeldeverhÃ¤ltnisse der Eheleute auf, dass diese nach kurzer Zeit des Zusammenlebens bereits am 16. Januar 2016 wieder getrennt lebten und â nach der Trennungsanfrage des Migrationsamts vom 29. Februar 2016 â die Wohnsitze per 20. April 2016 wieder zusammenfÃ¼hrten, Anfang Januar 2018 wieder trennten und Anfang April 2018 erneut zusammenfÃ¼hrten. Dabei schlossen die Eheleute primÃ¤r befristete UntermietvertrÃ¤ge mit Freunden und Familienmitgliedern ab (Untermiete der <i>Eheleute</i> an der L-Strasse 03 in H, befristet vom 11. MÃ¤rz bis 30. August 2015; Untermiete der <i>Ehefrau</i> vom 16. Januar 2016 bis 19. April 2016 an der M-Strasse 02 in J; Untermiete der <i>Eheleute </i>am K-Platz 01 in J, befristet vom 20. April bis 30. September 2016; erneute Untermiete der <i>Ehefrau</i> vom 3. Januar 2018 bis 31. MÃ¤rz 2018 an der M-Strasse 02 in I). Zur BegrÃ¼ndung der zwischenzeitlich getrennten Wohnsitze gaben die Eheleute an, sich an Weihnachten 2015 heftig gestritten zu haben, was zu einer ersten Trennung im Januar 2016 gefÃ¼hrt habe. Zudem habe die Ehefrau in I gearbeitet, und ihr Sohn sei dort im Kinderheim gewesen. Nach der AnkÃ¼ndigung des Migrationsamts, man werde die Aufenthaltsbewilligung des Ehemanns nicht verlÃ¤ngern, wenn getrennte Wohnsitze bestÃ¼nden, was wie ein Damoklesschwert Ã¼ber den Eheleuten hing, habe man sich entschieden, wieder in J zur Untermiete zusammenzuziehen. Die Eheleute geben damit selbst an, damals primÃ¤r aus auslÃ¤nderrechtlichen GrÃ¼nden die Wohnsitze wieder zusammengefÃ¼hrt zu haben. Gleichwohl bestehen sie in ihrem undatierten Schreiben an das Verwaltungsgericht darauf, damals wie heute die Ehe tatsÃ¤chlich zu leben. Um dies zu verifizieren, ordnete das Verwaltungsgericht an der von den Eheleuten angegebenen Wohnadresse mit Schreiben vom 15. Februar 2019 eine unangekÃ¼ndigte, polizeiliche Wohnungskontrolle an. Die Kantonspolizei ZÃ¼rich nahm daraufhin am 13. MÃ¤rz 2019 einen Augenschein an der N-Strasse 04 in I vor. AnlÃ¤sslich der Kontrolle konnte in der Wohnung um 7.10 Uhr die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers angetroffen werden. Diese gab an, ihr Sohn sei bereits zur Schule gegangen; ihr Ehemann sei frÃ¼hmorgens aus dem Haus, da er bei der Firma X als Servicemitarbeiter den FrÃ¼hdienst bestreite. Eine telefonische AbklÃ¤rung der Polizei bei der Personalverantwortlichen ergab, dass der BeschwerdefÃ¼hrer an diesem Tag tatsÃ¤chlich die FrÃ¼hschicht absolvierte, welche um 5.00 Uhr morgens begann. Zudem prÃ¤sentierten sich die WohnverhÃ¤ltnisse so, dass angenommen werden darf, der BeschwerdefÃ¼hrer lebe ebenfalls in diesem Haushalt: Im Schlafzimmer des BeschwerdefÃ¼hrers befanden sich im Kleiderschrank Herrenkleider, Schuhe, Schmuck usw., welche dem BeschwerdefÃ¼hrer zugeordnet werden konnten; ferner fanden sich diverse Effekten des BeschwerdefÃ¼hrers sowie Papiere und ihm gehÃ¶rende Briefe. Wohl nÃ¤chtigen die Eheleute laut Angaben der Ehefrau, welche mit ihrem Sohn in einem separaten Zimmer schlÃ¤ft, nicht im selben Zimmer. Als plausiblen Grund fÃ¼r die getrennten Zimmer gab die Ehefrau den Schichtdienst des BeschwerdefÃ¼hrers an, welcher morgens oft sehr frÃ¼h (3.00 Uhr) aufstehen mÃ¼sse. Aus dem Polizeibericht vom 18. MÃ¤rz 2019 lÃ¤sst sich folgern, dass der BeschwerdefÃ¼hrer â wie von den Eheleuten angegeben â mit C einen gemeinsamen Haushalt fÃ¼hrt. Zusammengefasst liegen zwar aufgrund der heutigen Aktenlage verschiedene Indizien fÃ¼r eine Scheinehe vor, indessen lÃ¤sst das Gesamtbild â insbesondere gestÃ¼tzt auf das Ergebnis der aktuellen Wohnungskontrolle â diesen Schluss nicht zu. Ergeben sich jedoch in Zukunft neue Indizien fÃ¼r eine Scheinehe, schliesst dies eine erneute ÃberprÃ¼fung des Aufenthaltsrechts des BeschwerdefÃ¼hrers durch das Migrationsamt nicht aus. </p> <p class="Urteilstext"><span>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Rekurs- und Beschwerdever-fahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a VRG) und hat dieser dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Verfahren eine angemessene ParteientschÃ¤-digung zu entrichten (§ 17 Abs. 2 VRG), welche mit je Fr. 1'500.- fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren festzusetzen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 8. November 2018 sowie die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 7. April 2017 werden aufgehoben. Das Migrationsamt wird angewiesen, die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren je eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inklusive), insgesamt Fr. 3'000.-, zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>