<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 105/99 Hm </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>III. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Schön, Spira und Bundesrichterin Widmer; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Schäuble </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 22. März 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">S.________, 1973, Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, Binningen, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Liestal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Der 1973 geborene S.________ leidet an schweren </div> <div class="para">psychischen Störungen, aufgrund welcher er seit der Kind- </div> <div class="para">heit Leistungen der Invalidenversicherung zugesprochen er- </div> <div class="para">hielt (medizinische Massnahmen, Sonderschulmassnahmen). </div> <div class="para">Nach verschiedenen Schnupperlehren und mehreren gescheiter- </div> <div class="para">ten Arbeitsversuchen trat er im August 1992 eine vierjähri- </div> <div class="para">ge Lehre als Schreiner an, welche nach wenigen Monaten in </div> <div class="para">eine zweijährige Anlehre zum Holzbearbeiter umgewandelt </div> <div class="para">wurde. Die Invalidenversicherung übernahm diese Ausbildung. </div> <div class="para">Nach deren Abschluss berichtete die IV-Regionalstelle im </div> <div class="para">August 1994, der Versicherte habe das Ziel der Anlehre </div> <div class="para">nicht erreicht, und schlug die Prüfung der Rentenfrage vor. </div> <div class="para"> Nach Durchführung der erforderlichen Abklärungen er- </div> <div class="para">liess die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft am 28. Ju- </div> <div class="para">ni 1995 eine Verfügung, mit welcher sie dem Versicherten </div> <div class="para">gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 79 % ab 1. Juli </div> <div class="para">1995 eine ganze Invalidenrente zusprach. Am 17. Juli 1995 </div> <div class="para">verfügte sie, dass der Versicherte bereits ab 1. Februar </div> <div class="para">1992 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Vom </div> <div class="para">1. August 1993 bis 31. Juli 1994 werde die Rentenzahlung </div> <div class="para">während der beruflichen Massnahme wegen des höheren Taggel- </div> <div class="para">des jedoch unterbrochen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- S.________ reichte gegen beide Verfügungen Be- </div> <div class="para">schwerde beim Versicherungsgericht des Kantons Basel-Land- </div> <div class="para">schaft ein. Er beantragte, die Auszahlung der Invalidenren- </div> <div class="para">te sei bis auf weiteres zu sistieren und es seien zweckmäs- </div> <div class="para">sige berufliche Eingliederungsmassnahmen zu bewilligen. </div> <div class="para">Nachträglich wies er darauf hin, seit August 1994 in mehre- </div> <div class="para">ren temporären Arbeitseinsätzen erfolgreich bei verschiede- </div> <div class="para">nen Arbeitgebern tätig gewesen zu sein. </div> <div class="para"> Auf Antrag der Verwaltung verfügte das kantonale Ge- </div> <div class="para">richt am 28. September 1995 die Sistierung des Beschwerde- </div> <div class="para">verfahrens. </div> <div class="para"> Nach zusätzlichen Abklärungen erliess die IV-Stelle am </div> <div class="para">12. Dezember 1996 eine neue Verfügung, mit welcher sie die </div> <div class="para">ursprünglich gewährte ganze Invalidenrente wegen Verletzung </div> <div class="para">der Meldepflicht rückwirkend ab 1. Dezember 1994 auf eine </div> <div class="para">Viertelsrente herabsetzte, ausgehend von einem Invalidi- </div> <div class="para">tätsgrad von 41 %. </div> <div class="para"> Der Versicherte hielt in der Folge an seinem Begehren </div> <div class="para">um berufliche Eingliederungsmassnahmen fest und bestritt </div> <div class="para">das Vorliegen eines Invaliditätsgrades von 79 % für die </div> <div class="para">Zeit vom 1. Februar 1992 bis 30. November 1994. Unzutref- </div> <div class="para">fend sei auch der ab 1. Dezember 1994 festgelegte Invalidi- </div> <div class="para">tätsgrad. Später teilte er mit, er habe im Januar 1997 </div> <div class="para">einen Arbeitsvertrag abgeschlossen. Gestützt hierauf ver- </div> <div class="para">fügte die Verwaltung am 10. März 1997 die Aufhebung der </div> <div class="para">Viertelsrente per Ende April 1997. </div> <div class="para"> Mit Entscheid vom 25. März 1998 hiess das kantonale </div> <div class="para">Gericht die Beschwerde im Sinne der Erwägungen teilweise </div> <div class="para">gut. Es erwog, dass die IV-Stelle dem Versicherten zu Recht </div> <div class="para">ab 1. Februar 1992 eine ganze und mit Wirkung ab 1. Dezem- </div> <div class="para">ber 1994 eine Viertelsrente zugesprochen habe. Nicht zu </div> <div class="para">beanstanden sei ferner, dass die Verwaltung im Zeitpunkt </div> <div class="para">der ursprünglichen Rentenverfügung aufgrund der damaligen </div> <div class="para">Umstände weitere berufliche Massnahmen abgelehnt habe. Hin- </div> <div class="para">gegen könne wegen der inzwischen eingetretenen Entwicklung </div> <div class="para">künftig ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung bestehen, falls </div> <div class="para">der Versicherte nach einem allfälligen Verlust der Arbeits- </div> <div class="para">stelle aus gesundheitlichen Gründen Schwierigkeiten bei der </div> <div class="para">Suche einer neuen Erwerbsmöglichkeit haben sollte. In die- </div> <div class="para">ser Hinsicht sei den beschwerdeweise vorgebrachten Anliegen </div> <div class="para">zu entsprechen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- S.________ führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit </div> <div class="para">dem Begehren, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei </div> <div class="para">der Invaliditätsgrad von 79 % ab 1. Februar 1992 und von </div> <div class="para">41 % ab 1. Dezember 1994 zu reduzieren und neu festzuset- </div> <div class="para">zen. Sodann sei die Vorinstanz zu verpflichten, Einsicht in </div> <div class="para">die Abklärungsunterlagen zu gewähren. Eventualiter sei ihm </div> <div class="para">das Recht einzuräumen, vom Antrag auf Invalidenrente zu- </div> <div class="para">rückzutreten. Im Übrigen sei der Vorinstanz für die Ver- </div> <div class="para">schleppung des Falles und die verspätete Zustellung des </div> <div class="para">Entscheides eine Rüge zu erteilen. </div> <div class="para"> Die IV-Stelle ersucht um Aufhebung des kantonalen Ent- </div> <div class="para">scheides und Wiederherstellung ihrer Verfügung vom 12. De- </div> <div class="para">zember 1996. Das Bundesamt für Sozialversicherung verzich- </div> <div class="para">tet auf eine Stellungnahme. </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- a) Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht </div> <div class="para">eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, da ihm das kantona- </div> <div class="para">le Gericht die mit Eingabe vom 8. Januar 1997 beantragte </div> <div class="para">Einsicht in die Abklärungsunterlagen nicht gewährt habe. </div> <div class="para">Dieser Vorwurf ist nicht stichhaltig. Aus den Akten geht </div> <div class="para">hervor, dass die Eingabe umgehend an die IV-Stelle weiter- </div> <div class="para">geleitet wurde, welche sich zu jenem Zeitpunkt noch nicht </div> <div class="para">hatte vernehmen lassen und daher im Besitz der fraglichen </div> <div class="para">Unterlagen war. Weiter ergibt sich, dass die Vorinstanz dem </div> <div class="para">Versicherten eine Orientierungskopie des betreffenden </div> <div class="para">Schreibens an die Verwaltung zukommen liess. Damit ist sie </div> <div class="para">ihren im gegebenen Zusammenhang obliegenden Pflichten </div> <div class="para">rechtsgenüglich nachgekommen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Dem kantonalen Gericht wird ferner eine unzulässige </div> <div class="para">Verschleppung des Falles und die verspätete Zustellung des </div> <div class="para">Entscheides vorgeworfen. Auf diese Rüge ist mangels eines </div> <div class="para">schutzwürdigen aktuellen und praktischen Feststellungsinte- </div> <div class="para">resses nicht einzutreten (Art. 103 lit. a in Verbindung mit </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 132 OG</span>; vgl. SVR 1998 UV Nr. 11 S. 32 Erw. 5a und b </div> <div class="para">mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Lehre). Trotzdem sei </div> <div class="para">festgehalten, dass das vorinstanzliche Verfahren, welches </div> <div class="para">von der Einreichung der Beschwerde am 25. Juli 1995 bis zum </div> <div class="para">Versand des Urteils am 12. Januar 1999 rund 41 1/2 Monate </div> <div class="para">dauerte, auf Gesuch der Verwaltung hin während rund 14 1/2 </div> <div class="para">Monaten sistiert wurde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Gemäss <span class="artref">Art. 58 Abs. 1 VwVG</span> kann die Vorinstanz bis </div> <div class="para">zu ihrer Vernehmlassung an die Beschwerdeinstanz die ange- </div> <div class="para">fochtene Verfügung in Wiedererwägung ziehen. Gestützt hie- </div> <div class="para">rauf hat die IV-Stelle die ursprünglich angefochtenen Ver- </div> <div class="para">fügungen vom 28. Juni und 17. Juli 1995 am 12. Dezember </div> <div class="para">1996 in Wiedererwägung gezogen und durch eine neue Verfü- </div> <div class="para">gung ersetzt. Mit dieser sprach sie dem Versicherten ab </div> <div class="para">1. Februar 1992 eine ganze und mit Wirkung ab 1. Dezember </div> <div class="para">1994 eine Viertelsrente zu. Noch vor Erlass des kantonalen </div> <div class="para">Entscheides hob die Verwaltung am 10. März 1997 die Vier- </div> <div class="para">telsrente revisionsweise per Ende April 1997 auf. Diese </div> <div class="para">Verfügung blieb unangefochten. Der Streit beschränkt sich </div> <div class="para">somit auf die Frage des Rentenanspruchs des Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rers vom 1. Februar 1992 bis 30. April 1997. Im vorliegen- </div> <div class="para">den Verfahren nicht mehr streitig ist die Gewährung von </div> <div class="para">beruflichen Massnahmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- a) Das kantonale Gericht hat die massgeblichen Be- </div> <div class="para">stimmungen über den Invaliditätsbegriff (<span class="artref">Art. 4 Abs. 1 IVG</span>) </div> <div class="para">unter Hinweis auf die Rechtsprechung zu den geistigen Ge- </div> <div class="para">sundheitsschäden, die in gleicher Weise wie die körperli- </div> <div class="para">chen eine Invalidität zu begründen vermögen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F102-V-165%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page165">BGE 102 V 165</a>; </div> <div class="para">ZAK 1992 S. 170 Erw. 2a, 1989 S. 266 Erw. 1a), zutreffend </div> <div class="para">dargelegt. Gleiches gilt für die Ausführungen über den </div> <div class="para">Umfang des Rentenanspruchs (<span class="artref"><artref id="CH/831.20/28/1^bis" type="start"></artref><artref id="CH/831.20/28/1" type="start"></artref>Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG</span><artref id="CH/831.20/28/1^bis" type="end"></artref><artref id="CH/831.20/1^bis" type="end"></artref>), </div> <div class="para">die Bemessung des Invaliditätsgrades bei erwerbstätigen </div> <div class="para">Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (<span class="artref">Art. 28 </span></div> <div class="para">Abs. 2 IVG; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F104-V-135%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page136">BGE 104 V 136</a> Erw. 2a und b) und die Bedeutung </div> <div class="para">der ärztlichen Auskünfte im Rahmen der Invaliditätsschät- </div> <div class="para">zung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-V-133%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page134">BGE 115 V 134</a> Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 </div> <div class="para">Erw. 1). Darauf kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Beizufügen ist, dass in Fällen, in welchen der Ver- </div> <div class="para">sicherte wegen der Invalidität keine zureichenden berufli- </div> <div class="para">chen Kenntnisse erwerben konnte, das Erwerbseinkommen, das </div> <div class="para">er als Nichtinvalider erzielen könnte, den nach Alter abge- </div> <div class="para">stuften Prozentsätzen des statistischen Tabellenlohnes </div> <div class="para">gemäss <span class="artref">Art. 26 Abs. 1 IVV</span> entspricht. Unter diese Regelung </div> <div class="para">fallen Versicherte, die seit ihrer Geburt oder Kindheit </div> <div class="para">einen Gesundheitsschaden aufweisen und deshalb keine zurei- </div> <div class="para">chenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnten. Als Erwerb </div> <div class="para">von zureichenden beruflichen Kenntnissen gilt im allgemei- </div> <div class="para">nen die abgeschlossene Berufsausbildung. Dazu gehören auch </div> <div class="para">Anlehren, sofern sie auf einem besonders der Invalidität </div> <div class="para">angepassten Bildungsweg ungefähr die gleichen Kenntnisse </div> <div class="para">vermitteln wie eine eigentliche Lehre oder ordentliche Aus- </div> <div class="para">bildung und dem Versicherten praktisch die gleichen Ver- </div> <div class="para">dienstmöglichkeiten eröffnen (ZAK 1978 S. 32, 1974 S. 548). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- a) Im vorliegenden Fall gelangte die IV-Regional- </div> <div class="para">stelle nach Abschluss der Anlehre des Beschwerdeführers zum </div> <div class="para">Ergebnis, dass dieser im angelernten Beruf als Holzbearbei- </div> <div class="para">ter wie auch in anderen handwerklichen Tätigkeiten ungeeig- </div> <div class="para">net sei. Trotz Nichterreichens des Ausbildungsziels habe </div> <div class="para">sich der Lehrmeister entgegenkommenderweise indes bereit </div> <div class="para">erklärt, den Versicherten, welcher auch in intellektueller </div> <div class="para">Hinsicht wenig Voraussetzungen mit sich bringe, befristet </div> <div class="para">zu einem Monatsgehalt von Fr. 800.- in seiner Schreinerei </div> <div class="para">weiterzubeschäftigen. Der Beschwerdeführer habe das Angebot </div> <div class="para">jedoch abgelehnt (Bericht vom 17. August 1994). Hierauf </div> <div class="para">holte die Verwaltung einen Arztbericht der Kinder- und </div> <div class="para">Jugendpsychiatrischen Klinik X.________ ein, welche eine </div> <div class="para">schwere, seit der Kindheit des Beschwerdeführers bestehende </div> <div class="para">psychische Störung autistischer Symptomatik mit möglicher </div> <div class="para">hirnorganischer Komponente feststellte. Der Patient, den </div> <div class="para">sie seit 1978 kenne, sei sozial vordergründig gut ange- </div> <div class="para">passt, aber wenig belastbar. Es bestehe bei ihm ein rigides </div> <div class="para">System von Angstabwehr, das eine flexible Anpassung an un- </div> <div class="para">gewohnte Forderungen extrem erschwere oder gar ausschliesse </div> <div class="para">(Bericht vom 26. November 1994). Gestützt auf diese Beur- </div> <div class="para">teilungen erliess die IV-Stelle ihre ursprünglichen Renten- </div> <div class="para">verfügungen vom 28. Juni und 17. Juli 1995. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Im Rahmen des vorinstanzlichen Beschwerdeverfahrens </div> <div class="para">erfuhr die Verwaltung, dass der Versicherte von September </div> <div class="para">1994 bis Mai 1995 in einem Beschäftigungsprogramm für Ar- </div> <div class="para">beitslose tätig war und von Mai bis Oktober 1995 mehrere </div> <div class="para">Temporärstellen als Hilfsarbeiter versah. Gemäss Angaben </div> <div class="para">der Gemeindeverwaltung Y.________ und der Firma O.________ </div> <div class="para">erzielte er im fraglichen Zeitraum ein Erwerbseinkommen von </div> <div class="para">insgesamt Fr. 34'663.85. Aufgrund der neuen Sachlage und in </div> <div class="para">der Annahme, dass der Versicherte diese Erwerbsfähigkeit </div> <div class="para">bewahren könne, erliess die IV-Stelle am 12. Dezember 1996 </div> <div class="para">pendente lite die streitige Verfügung. Darin legte sie den </div> <div class="para">Invaliditätsgrad ab 1. Februar 1992 auf 79 % und ab 1. De- </div> <div class="para">zember 1994 auf 41 % fest. Dieser Ermittlung lag ein Ein- </div> <div class="para">kommensvergleich gemäss <span class="artref">Art. 26 Abs. 1 IVV</span> zugrunde. Dabei </div> <div class="para">stellte die Verwaltung bezüglich des Invalideneinkommens </div> <div class="para">bis August 1994 auf das damalige Lohnangebot des Lehrbe- </div> <div class="para">triebs und danach auf den vom Beschwerdeführer tatsächlich </div> <div class="para">erzielten Verdienst ab. Diesen auf ein Jahr umgerechneten </div> <div class="para">Beträgen stellte sie den für 1995 massgebenden Tabellenlohn </div> <div class="para">von Fr. 50'000.- gegenüber (AHI-Praxis 1995 S. 6). </div> <div class="para"> Das Vorgehen der Verwaltung ist aus der Sicht des Be- </div> <div class="para">schwerdeführers, der um Reduktion seines Invaliditätsgrades </div> <div class="para">ersucht, für die Zeit bis August 1994 nicht zu beanstanden, </div> <div class="para">ist doch dem Bericht der Regionalstelle vom 17. August 1994 </div> <div class="para">zu entnehmen, dass das von der Schreinerei B.________ ange- </div> <div class="para">botene Monatsgehalt von Fr. 800.- bereits eine Soziallohn- </div> <div class="para">komponente beinhaltete. Dieses nach abgeschlossener Anlehre </div> <div class="para">gemachte Lohnangebot ist zudem bereits ab 1992 als Invali- </div> <div class="para">deneinkommen berücksichtigt worden, obwohl der Beschwerde- </div> <div class="para">führer damals noch über keine beruflichen Kenntnisse und </div> <div class="para">Fertigkeiten verfügte. Die Invaliditätsbemessung der Ver- </div> <div class="para">waltung ab September 1994 ist hingegen zu berichtigen. Denn </div> <div class="para">aus den Arbeitgeberfragebögen der Gemeindeverwaltung </div> <div class="para">Y.________ und der Firma O.________ geht hervor, dass der </div> <div class="para">Versicherte den Verdienst von insgesamt Fr. 34'663.85 nicht </div> <div class="para">in 14, sondern in 12 Arbeitsmonaten erzielt hat. Aus der </div> <div class="para">Gegenüberstellung dieses Betrags und des hypothetischen </div> <div class="para">Valideneinkommens von Fr. 50'000.- ergibt sich ab September </div> <div class="para">1994 eine rentenausschliessende Erwerbseinbusse von knapp </div> <div class="para">31 %. In Anwendung der Revisionsbestimmungen von Art. 88a </div> <div class="para">Abs. 1 und 88bis Abs. 2 lit. b IVV steht dem Beschwerde- </div> <div class="para">führer ab 1. Dezember 1994 somit keine Rente mehr zu. </div> <div class="para"> 5.- Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer im Sinne </div> <div class="para">seines Eventualantrags auf die Ausrichtung der ihm für die </div> <div class="para">Zeit vom 1. Februar 1992 bis 30. November 1994 zustehenden </div> <div class="para">Invalidenrente rechtsgültig verzichten kann. Nach der </div> <div class="para">Rechtsprechung setzt die Annahme eines Verzichts den Nach- </div> <div class="para">weis eines schutzwürdigen Interesses des Versicherten vo- </div> <div class="para">raus (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-174%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page176">BGE 124 V 176</a> Erw. 3a mit Hinweis; vgl. auch Maurer, </div> <div class="para">Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, Bd. I, S. 311 </div> <div class="para">ff.). Ein solches Interesse ist zu verneinen, wenn der Ver- </div> <div class="para">sicherte zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes wesent- </div> <div class="para">lich auf die Unterstützung Dritter angewiesen ist (unveröf- </div> <div class="para">fentlichtes Urteil P. vom 22. August 1995, I 32/95). Diese </div> <div class="para">Voraussetzung ist im vorliegenden Fall erfüllt, muss doch </div> <div class="para">davon ausgegangen werden, dass in der fraglichen Zeit die </div> <div class="para">Eltern des Beschwerdeführers in nicht unerheblichem Masse </div> <div class="para">für Kost und Logis des bei ihnen wohnenden Sohnes aufkamen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne</i> </div> <div class="para"> teilweise gutgeheissen, dass der Entscheid des Ver- </div> <div class="para"> sicherungsgerichts des Kantons Basel-Landschaft vom </div> <div class="para"> 25. März 1998 und die Verfügung der IV-Stelle des </div> <div class="para"> Kantons Basel-Landschaft vom 12. Dezember 1996 inso- </div> <div class="para"> weit aufgehoben werden, als sie dem Beschwerdeführer </div> <div class="para"> einen Rentenanspruch ab 1. Dezember 1994 zusprechen. </div> <div class="para"> Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit auf </div> <div class="para"> sie einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungs-</i> </div> <div class="para"> gericht des Kantons Basel-Landschaft und dem Bundesamt </div> <div class="para"> für Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 22. März 2000 </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der III. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>