<h2>SubmittedText<h2><p>Schwere Traktoren führen zur Verdichtung des bearbeiteten Bodens. Sie können auch Schäden an Naturstrassen verursachen.</p><p>Aus diesem Grund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Hat sich das Problem der Verdichtung des bearbeiteten Bodens in den letzten Jahren verschärft oder entschärft?</p><p>2. Sind Massnahmen zur Verbesserung der Situation im Gange?</p><p>3. Müssen oder mussten in der Schweiz Bodenbelüftungsmassnahmen ergriffen werden, wie dies offenbar im süddeutschen Raum der Fall ist?</p><p>4. Gibt es eine Aufstellung der Schäden an Naturstrassen durch schwere Traktoren, insbesondere durch solche mit Zwillingsrädern?</p><p>5. Kann der Bundesrat etwas über die Folgekosten der beiden Probleme sagen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Ein gesunder Boden besteht zu 50 Prozent aus Hohlräumen, so genannten Poren. Diese sind als Speicherräume für Luft und Wasser für das Pflanzenwachstum und das Bodenleben entscheidend. Durch einen unsachgemässen Einsatz schwerer Maschinen und Fahrzeuge, wie sie im Bauwesen sowie in der Wald- und Landwirtschaft verwendet werden, können Böden stark verdichtet werden. Das Problem ist bekannt. Verschiedene Projekte der land- und waldwirtschaftlichen Forschungsanstalten in Reckenholz, Tänikon und Birmensdorf befassen sich damit. Rechtlich ist die Thematik in Artikel 6 der Verordnung über Belastungen des Bodens geregelt.</p><p>1. Die erste Frage lässt sich zurzeit nicht eindeutig beantworten. Zwar werden die in der Land- und Waldwirtschaft verwendeten Zug- und Erntemaschinen gemäss Erhebungen des Bundesamtes für Statistik als Folge des zunehmenden Rationalisierungsdruckes immer schwerer. Parallel dazu verbessert sich aber die Reifentechnik. Es werden grössere und weichere Reifen eingesetzt, die den Gewichtsdruck auf eine grössere Bodenfläche verteilen und so die Bodenschäden reduzieren. Auch die Verwendung von Doppelrädern, Raupenbändern und breiten Reifen dient diesem Ziel. Darüber hinaus hat sich das Wissen der Wald-, Landwirtschafts- und Baufachleute um die Problematik der Bodenverdichtung in den letzten Jahren wesentlich verbessert.</p><p>2. Es sind durchaus Massnahmen zur Verbesserung der Situation im Gange. Neben den erwähnten Entwicklungen im technischen Bereich werden Informationsinstrumente entwickelt, die es dem Landwirt erlauben, die Verdichtungsgefährdung seiner Böden in Abhängigkeit von Gewicht und Bereifung des Fahrzeuges sowie des Bodenzustandes selbst abzuschätzen. Zudem werden neue, bodenschonendere Bewirtschaftungstechniken angewendet (z. B. Mulchsaaten, Scheibenscharsämaschinen).</p><p>Im Waldprogramm Schweiz gehört der Schutz der Waldböden zu den fünf prioritären Zielen. Für Waldeigentümer und Forstunternehmer soll ein verbindlicher Qualitätsstandard eingeführt werden, der die Waldböden gegen Verdichtung schützen soll. Bei der Holzernte sind folgende Massnahmen denkbar: Kein flächiges Befahren bei der Holznutzung, sondern in geordneten Bahnen in Feinerschliessungssystemen (z. B. auf "Rückegassen"), Verzicht auf die Holznutzung in Regenperioden auf labilen Böden, geeignete Bereifung oder Raupen an Ernte- und Rückfahrzeugen zur bestmöglichen Verteilung des Bodendruckes sowie Anpassung des Reifendruckes.</p><p>Wichtig ist auch die fachgerechte Beratung der Waldeigentümer und Forstunternehmer durch die Kantone. Dies geschieht in vielen Fällen zusammen mit der Bewilligung und Kontrolle von Holzschlägen.</p><p>Für die Bauwirtschaft stellt das Buwal Vollzugshilfen (z. B. Leitfaden Bodenschutz beim Bauen) zur Verfügung, unterstützt die Ausbildung bodenkundlicher Baubegleiter und lässt den Bodenschutz in bautechnische Fachnormen einfliessen.</p><p>3. Künstliche Bodenbelüftungen werden in der Schweiz keine durchgeführt. Unvermeidliche Verdichtungen der oberen Bodenschichten werden durch die betriebliche Bodenbearbeitung verringert. Bei Böden, die als Folge einer langen Belegung, z. B. durch Bauinstallationen, bis in tiefere Schichten verdichtet sind, wird eine Sanierung durch Tiefpflügen versucht.</p><p>4. Quantitative Untersuchungen über Schäden an Naturstrassen durch Traktoren gibt es nicht. Dies dürfte u. a. an den unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen liegen (Bund, Kantone, Gemeinden, Private). Zudem sind die Güter- und Waldstrassen in der Regel so dimensioniert und gebaut, dass auch schwere Traktoren keine Probleme verursachen. Auch auf Naturstrassen sind Traktoren mit Doppelrädern - dank der besseren Druckverteilung - vorteilhafter als solche mit Standardbereifung.</p><p>5. Die Folgekosten lassen sich nicht beziffern. Die Literatur beurteilt die Ertragseinbussen durch Bodenverdichtung widersprüchlich. Hochrechnungen sind oft spekulativ. Zudem fehlen zurzeit noch international breit abgestützte Methoden zur Messung und Bewertung von Bodenverdichtungen.</p><p>Der Bundesrat setzt deshalb auch beim physikalischen Bodenschutz auf das Vorsorgeprinzip. Bodenbewirtschaftung bzw. Umgang mit dieser wertvollen Lebensgrundlage sollen so erfolgen, dass dauerhafte Schäden gar nicht erst entstehen.</p>  Antwort des Bundesrates.