B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abseiling IV D-2941/2021 law/rep U r t e i l v o m 12 . J u l i 2 0 2 1 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richterin Constance Leisinger; Gerichtsschreiber Philipp Reimann. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Nichteintreten auf Mehrfachgesuch); Verfügung des SEM vom 9. Juni 2021 / N (…). D-2941/2021 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus B._______, Jaffna-Distrikt (Nordprovinz) – suchte am 30. De- zember 2015 in der Schweiz um Asyl nach . Er machte im Wesentlichen geltend, er habe sich nach Abschluss der Schule im Jahr 1997 ins Vanni- Gebiet begeben, wo er an verschiedenen Orten gelebt habe. Dabei habe er für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) zunächst in einer Garage und später in einer Märtyrergedenkstätte gearbeitet. Im Jahr 2000 sei er vom Vanni-Gebiet nach Jaffna zurückgekehrt und habe dort in einem La- den gearbeitet. Als er einmal Geld des Geschäftsinhabers habe auf die Bank bringen wollen und er bei einem Militärcamp vorbeigegangen sei, hätten ihn Soldaten angehalten , ins Camp mitgenom men, dort während vier Stunden festgehalten und geschlagen. Er wisse nicht, weshalb er von den Soldaten Schläge erhalten habe. Die Soldaten hätten aber damals die Personen, die am Camp vorbeigegangen seien, üblicherweise geschlagen. Aus Angst habe ihn danach seine Familie nach C._______ geschickt, wo er sich in den Jahren 2001 bis 2014 – mit einem längeren Unterbruch, als er Ende 2010 nach D._______/Jaffna zurückgekehrt und mit seiner Frau die Ehe eingegangen sei – immer aufgehalten habe und dort einer Arbe it nachgegangen sei. In C._______ habe er regelmässig Spendengelder an LTTE-Leute entrichtet . Drei Tage nach seiner ersten Rückkehr aus C._______ respektive im September 2010 sei er von Spionen des Militärs gerufen und zu seiner langjährigen Landesabwesenheit befragt worden. Er habe seine zehnjährige Abwesenheit so begründet, dass er aus Armut be- ziehungsweise aus familiären Gründen ausgereist sei. Danach sei er nicht weiter behelligt worden. Nach seiner zweiten Rückkehr aus C._______ im Frühjahr 2014 sei er von den sri-lankischen Behörden erneut aufgrund sei- nes langjährigen Auslandaufenthalts befragt, indessen nicht weiter behel- ligt worden, nachdem er erklärt habe, zwecks finanzieller Versorgung sei- ner Familie im Ausland gearbeitet zu haben. Im selben Jahr habe ihn eine unbekannte Person mit einem Messer attackiert und an der linken Schulter verletzt. Er habe sich in der Folge im Spital verarzten lassen, jedoch auf Anraten seiner Familie auf eine Anzeige bei der Polizei verzichtet. Zwi- schen diesem Vorfall und seiner Ausreise im Dezember 2015 sei er zwi- schen dem Wohnort seiner Mutter und demjenigen seiner Ehefrau hin- und hergependelt. D-2941/2021 Seite 3 B. Mit Verfügung vom 25. Oktober 2017 stellte das SEM fest, der Beschwer- deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Eine am 27. November 2017 gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde lehnte das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-6759/2017 vom 24. Sep- tember 2020 ab. C. C.a Am 12. Mai 2021 reichte der Beschwerdeführer durch seinen Rechts- vertreter eine als "Neues Asylgesuch; Mitteilung an kantonale Behörden; sofortiger Vollzugsstopp" bezeichnete Eingabe ein, welche das SEM als Mehrfachgesuch im Sinne der Bestimmungen von Art. 111c AsylG (SR 142.31) entgegennahm. Darin machte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, die Menschenrechtslage in Sri Lanka habe sich seit dem Urteil des BVGer D -6759/2017 vom 24. September 2020 dermassen fundamental verschlechtert, dass in Bezug auf eine begründete Furcht vor einer asylre- levanten Verfolgung mittlerweile von einem Paradigmenwechsel gespro- chen werden müsse. Dies gehe sowohl aus dem von ihm selbst verfassten Länderbericht zu Sri Lanka in der Fassung vom 4. April 2021 als auch aus einem Bericht des UNO -Hochkommissariats für Menschenrechte (OH- CHR) vom 9. Februar 2021 hervor. In Letzterem würden die politischen und menschenrechtlichen Entwicklungen in Sri Lanka der letzten Jahre als be- deutend und lageverändernd eingestuft un d die Mitgliedstaaten der UNO (darunter auch die Schweiz) aufgefordert, ihre Asylpraxis in Bezug auf Sri Lanka zu überprüfen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Lageveränderung in Sri Lanka und ins- besondere des Ausbaus des Prevention of Terrorism Act (PTA) vom 12. März 2021 sei sein Mandant aufgrund seiner LTTE-Helfertätigkeit akut von einer bis zu zwei Jahre dauernden Rehabilitationshaft bedroht. Aufgrund der in den Berichten aufgezeigten Entwicklungen und seines Hochrisikoprofils habe zwingend eine neue P rüfung seines Gefährdungs- profils zu erfolgen. Als massgebliche Risikofaktoren seien seine eigenen sowie seine familiären Verbindungen zu den LTTE und seine Zugehörigkeit zur sozialen Gruppe der "Rückkehrer" zu betrachten, welche nach langer Landesabwesenheit aus einem im Sinne des tamilischen Separatismus als radikal geltenden Gebiet oder Land nach Sri Lanka zurückkehren würden. D-2941/2021 Seite 4 Mit der kürzlich erfolgten Erweiterung des PTA vom 12. März 2021 bestehe bei seiner Rückkehr nach Sri Lanka deswegen die Gefahr einer umgehen- den Verhaftung wegen Verdachts auf eine extremistische Gesinnung. Zusammenfassend ergebe sich, dass er angesichts der aktuellen Entwick- lungen in Sri Lanka, seines Hochrisikoprofils und seines langjährigen Auf- enthalts in der Schweiz zum heutigen Zeitpunkt bei einer Rückkehr nach Sri Lanka einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung ausgesetzt wäre, weshalb ihm die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewäh- ren sei. Eventualiter sei die Unzulässigkeit beziehungsweise die Unzumut- barkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihm die vorläufige Auf- nahme in der Schweiz zu gewähren. C.b Mit Eingabe vom 19. Mai 2021 beantragte der Rechtsvertreter den Ausstand des für die Behandlung des Mehrfachgesuchs zuständigen Sek- tionschefs E._______ und seiner gesamten Sektion wegen Befangenheit. D. Mit Verfügung vom 9. Juni 2021 – eröffnet am 17. Juni 2021 – wies das SEM den Antrag auf Anhörung des Beschwerdeführers ab, trat auf das Mehrfachgesuch sowie auf das Ausstandsbegehren gegen Sektionschef E._______ und dessen Mitarbeitende nicht ein, verfügte die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz unter Einschluss des Wegwei- sungsvollzugs und erhob eine Gebühr von Fr. 600.–. E. Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechts- vertreters vom 24. Juni 2021 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er bean- tragte, die Verfügung des SEM vom 9. Juni 2021 sei aufzuheben und die Sache zur korrekten Behandlung als neues Asylgesuch an das SEM zu- rückzuweisen [2]. Eventuell sei die Verfügung wegen Verletz ung der Be- gründungspflicht und unvollständiger sowie unrichtiger Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts aufzuheben und die Sache an die Vor - instanz zurückzuweisen [3]. Eventuell sei die Verfügung aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu ge- währen [4]. Eventuell sei die Verfügung aufzuheben und die Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen [5]. In ver- fahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, das Bundesverwaltungsgericht habe nach dem Eingang der vorliegenden Beschwerde unverzüglich dar- zulegen, welche Gerichtspersonen mit der Behandlung der vorliegenden Sache betraut würden. Gleichzeitig habe das Gericht bekanntzugeben, wie D-2941/2021 Seite 5 diese Gerichtspersonen ausgewählt worden seien. Falls in diese Auswahl eingegriffen worden sei, habe das Gericht die objektiven Kriterien für deren Auswahl bekanntzugeben. Dazu sei ihm Einsicht in die Datei der Software des Bundesverwaltungsgerichts zu gewähren, mit welcher diese Auswahl nach Eingang der Beschwerde kreiert worden sei und es sei offenzulegen, wer diese Auswahl getroffen habe [1]. F. Mit Schreiben vom 25. Juni 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der vorliegenden Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwer- deführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die fristge- recht und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist unter Vor- behalt der nachstehenden Ausführungen in E. 5.5 einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden ( Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. D-2941/2021 Seite 6 4. Prüfungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet ent- sprechend dem Hauptantrag [2] die Frage, ob das SEM gemäss Art. 111c Abs. 1 Satz 1 AsylG zu Recht auf das Mehrfachgesuch vom 12. Mai 2021 nicht eingetreten ist. Das Bundesverwaltungsgericht enthält sich, sofern sie den Nichteintretensentscheid als unrechtmässig erachtet, einer selbstän- digen materiellen Prüfung; es hebt die angefochtene Verfügung auf und weist die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurü ck (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 m.w.H.). Die Frage der Wegweisung und des Vollzugs der Wegweisung ist jedoch materiell zu prüfen. 5. 5.1 Der Antrag auf Bekanntgabe des Spruchkörpers wird mit Erlass des vorliegenden Urteils gegenstandslos. 5.2 Die Spruchkörperzusammensetzung wurde von einer Mitarbeiterin der Abteilung IV am 25. Juni 2021 mit Hilfe eines EDV -basierten Zuteilungs- systems generiert; Eingriffe in das Spruchkörpergenerierungssystem wur- den nicht vorgenommen. 5.3 Gemäss Art. 26 Abs. 1 VwVG haben die Partei oder ihr V ertreter An- spruch darauf, in ihrer Sache folgende Akten einzusehen: Eingaben von Parteien und Vernehmlassungen von Behörden (Bst. a), alle als Beweis- mittel dienenden Aktenstücke (Bst. b) und Niederschriften eröffneter Verfü- gungen (Bst. c). Die Software, mit welcher das Bundesverwaltungsgericht den Spruchkörper bestimmt, welcher die bei ihm eingereichten Rechtsmit- tel beurteilt, ist als solche keine das konkrete Verfahren betreffende Akte, in die Einsicht gewährt werden könnte. Der im Rechtsbegehren [1] mitent- haltene Antrag, es sei Einsicht in die Datei der Software zu gewähren, mit der die Bestimmung des Spruchkörpers vorgenommen worden sei, ist da- her abzuweisen. 5.4 In der Beschwerde wird beantragt, es sei eine Nachfrist zur Beschwer- deverbesserung anzusetzen, fa lls das Bundesverwaltungsgericht "wider Erwarten" die Rechtmässigkeit des Nichteintretensentscheids des SEM vom 9. Juni 2021 auf das Mehrfachgesuch bejahen sollte (vgl. Beschwerde S. 3, Ziff. 3). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Be- schwerde vom 24. Juni 2021 in Bezug auf den Prüfungsgegenstand des vorliegen Verfahrens eine hinlängliche Begründung enthält (vgl. E. 6). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Regelung von Art. 52 Abs. 2 D-2941/2021 Seite 7 VwVG bezweckt, eine aus Versehen oder mangels Rechtskenntnissen be- gangene Unterlassung beheben zu können (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEU- BÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.236). Solches kann in Bezug auf die Person des Rechtsvertreters im vorliegenden Beschwerdeverfahren, der a ls Anwalt seit Jahrzehnten ins- besondere auf dem Gebiet des Asyls tätig ist, nicht angenommen werden. Der Antrag ist daher abzuweisen. 5.5 Die angefochtene Verfügung enthält keine Regelung in Bezug auf die Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung. Wie erwähnt bildet Gegen- stand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens mithin einzig die Frage, ob das SEM auf das Mehrfachgesuch zu Recht nicht eingetreten ist oder nicht (vgl. E. 4 hiervor). Auf das Eventualbegehren, es die Flüchtlingseigen- schaft des Beschwerdeführers festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren [4], ist demnach nicht einzutreten. 6. 6.1 Zur Begründung des Rechtsbegehrens [2] wird geltend gemacht, das SEM sei zu Unrecht auf sein Mehrfachgesuch nicht eingetreten , weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur korrekten Be- handlung als neues Asylgesuch an das SEM zurückzuweisen sei. Das Asylgesuch vom 12. Mai 2021 sei ausführlich und detailliert begründet wor- den. Das SEM habe sich in seinem Entscheid vom 9. Juni 2021 materiell mit den darin geschilderten Gründen auseinandergesetzt ( vgl. a.a.O. S. 5 f., IV/ Ziff. 2), weshalb es sich bei der vorliegend angefochtenen Ver- fügung um eine materielle Abweisung des Asylgesuchs vom 12. Mai 2021 handle, welche innert der gesetzlichen Frist von 30 Tagen bei der zustän- digen Rechtsmittelinstanz anfechtbar sei. Trotz dieser materiellen Ausei- nandersetzung bezeichne das SEM den Entscheid vom 9. Juni 2021 als "Nichteintretensentscheid" und habe eine Beschwerdefrist von fünf Arbeits- tagen angesetzt. Dies o ffensichtlich einzig in der Absicht, die ordentliche Beschwerdefrist unrechtmässig zu verkürzen. Um auch diese unzutref- fende Frist vorsorglich zu wahren, werde innert dieser Frist die vorliegende Beschwerde eingereicht. Da es sich bei der Verfügung vom 9. Juni 2021 indessen um einen materiellen Entscheid handle und die hierfür vorgese- hene 30-tägige Beschwerdefrist erst am 19. Juli 2021 ablaufe, werde die vollständige und inhaltlich begründete Beschwerde erst auf dieses Datum hin folgen. 6.2 Zum Einwand, d as SEM sei faktisch auf das Mehrfachgesuch vom 12. Mai 2021 eingetreten, ist Folgendes festzuhalten: Das SEM stellte in D-2941/2021 Seite 8 seinem Entscheid vom 9. Juni 2021 zunächst fest, dass es sich hinsichtlich des individuellen Gefährdungsprofils des Beschwerdeführers gestützt auf die von ihm geltend gemachten Risikofaktoren – namentlich seine eigenen und seine familiären Verbindungen zu den LTTE sowie seine Zugehörigkeit zur Gruppe der "Rückkehrer" um Sachverhaltselemente beziehungsweise Vorbringen handle, die im bishe rigen ordentlichen Asylverfahren bereits rechtskräftig beurteilt worden seien und deshalb nicht mehr Gegenstand des vorliegenden Mehrfachgesuchs sein könnten. Darüber hinaus hielt das SEM fest, die im Gesuch namhaft geltend gemachten innenpolitischen Ent- wicklungen hätten, wie vom Gericht bereits im Urteil D - 6759/2017 vom 24. September 2020 E. 10.3 festgestellt, keinen konkreten beziehungs- weise individuellen Bezu g zu seiner Person aufgewiesen. Eine hinrei- chende Subsumption im Einzelfall, welche Voraussetzung für die individu- elle Prüfung einer Verfolgungsfurcht wäre, sei auch im Mehrfachgesuch vom 12. Mai 2021 nicht vorgenommen worden. Tatsächlich reicht es nicht aus, pauschal auf politische Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit o- der mögliche Zukunftsszenarien zu verweisen, um hieraus eine konkrete Verfolgungsgefahr für eine bestimmte Person ableiten zu können. Es ist demnach festzustellen, dass das Mehrfachgesuch keine genügend sub- stanziierte Begründung für das zweite Asylgesuch des Beschwerdeführers enthält und darin lediglich auf das – bereits im vorangegangenen Verfahren beurteilten – Risikoprofil des Beschwerdeführers verwiesen wird, ohne dass ein hinreichend persönlicher Bezug zwischen seiner Person und der aktuellen politischen Entwicklung in seiner H eimat hergestellt wird. Inso- fern hat sich die Vorinstanz nicht materiell mit den Vorbringen auseinan- dergesetzt, sondern dargelegt, weshalb sie die im Mehrfachgesuch als neu und rechtserheblich bezeichneten Sachverhaltselemente als nicht genü- gend substanziiert respektive auf die Person des Beschwerdeführers indi- vidualisiert erachtete, um auf dessen Gesuch eintreten zu müssen. Nach diesen Erwägungen ist die gewählte Erledigungsform nicht zu beanstan- den, zumal die Vorinstanz auf unbegründete Mehrfachgesuche ge mäss Art. 111c AsylG nicht eintreten muss (vgl. BVGE 2014/39 E. 7). 6.2 Hinsichtlich des in der Beschwerde formulierten Eventualantrags, die angefochtene Verfügung sei wegen Verletzung der Begründungspflicht und unvollständiger sowie unrichtiger Abklärung des rechtserheblichen Sach- verhalts aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen [3], ist festzuhalten, dass aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich ist, inwieweit die Vorinstanz ihre Begründungspflicht verletzt beziehungsweise eine un- vollständige oder unrichtige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts D-2941/2021 Seite 9 vorgenommen haben sollte. Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung hinrei- chend darlegt, weshalb sie das Mehrfachgesuch für unzureichend begrün- det hält (vgl. auch E. 6.2 hiervor). Die angefochtene Verfügung enthält auch – im angemessenen Rahmen der Begründung eines Nichteintretensent- scheids, in welchem gerade keine materielle Prüfung stattfinden soll – eine Darstellung des Sachverhalts, die genügend ist, um nachvollziehen zu kön- nen, weshalb das SEM d ie neu geltend gemachten Vorbringen des Be- schwerdeführers als nicht genügend individualisiert auf seine Person be- zogen erachtete, als dass es auf das Gesuch hätte eintreten müssen. Allein aus dem Umstand, dass das SEM die im Gesuch neu geltend gemachten Sachvorbringen nicht so beurteilt wie vom Beschwerdeführer gewünscht, lässt sich weder auf eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung noch auf eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, namentlich der Begründungspflicht, schliessen. Das Eventualbegehren [3] ist somit ebenfalls abzuweisen. 6.3 Demnach hat das SEM in zutreffender Weise das Erfordernis einer ausreichenden Begründung im Sinne von Art. 111c Abs. 1 AsylG als nicht erfüllt erachtet und ist zu Recht in Anwendung von Art. 13 Abs. 2 VwVG auf das Mehrfachgesuch nicht eingetreten. Die Beschwerde ist dem zufolge hinsichtlich des Hauptbegehrens [2] und des Eventualantrags [3] abzuwei- sen. 7. 7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz. Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine ausländerrechtli- che Aufenthaltsbewilligung noch über e inen Anspruch auf Erteilung einer solchen (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet. 7.2 Bezüglich der Prüfung allfälliger Wegweisungsvollzugshindernisse kann auf die Erwägungen im Urteil des BVGer D-6759/2017 vom 24. Sep- tember 2020 verwiesen werden. Darin wurde einlässlich dargelegt, wes- halb der Vollzug der Wegweisung in Bezug auf den Beschwerdeführer nach Sri Lanka zulässig, zumutbar und möglich ist (E. 12). An dieser Ein- schätzung vermögen auch die politischen Entwicklungen in Sri Lanka seit dem Urteil D-6759/2017 respektive die diesbezüglichen Ausführungen im Mehrfachgesuch vom 12. Mai 2021 nichts zu ändern. Im Übrigen ist auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung (S. 6 f.) zu verweisen. D-2941/2021 Seite 10 7.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass das SEM de n Wegweisungsvoll- zug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. Die An- ordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). Das in der Beschwerde formulierte Eventualbegehren, es sei die Unzulässigkeit oder die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen [5], ist abzuweisen. 8. Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheb lichen Sachverhalt richtig sowie voll- ständig festgestellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen , soweit auf diese einzutreten ist. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten von Fr. 1500.– (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-2941/2021 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1500.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Walter Lang Philipp Reimann Versand: