Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 17. September 2013 (400 13 166) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Erklärung der Berufung eventuell Beschwerde - mit einer Eingabe kann nur ein Rechtmit- tel erhoben werden Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader; Gerichtsschreiberin Karin Arber Parteien A. ____, vertreten durch Advokat Dr. Dieter Völlmin, Kirchplatz 16, Postfach 916, 4132 Muttenz 1, Kläger und Berufungsbeklagter gegen B. ____, vertreten durch Advokat Dr. Dieter M. Troxler, Advokatur zum Wasser- turm, Wasserturmplatz 2, 4410 Liestal, Beklagter und Berufungskläger Gegenstand Nachbarrecht Berufung ev. Beschwerde gegen die Verfügung des Bezirksgerichtsprä- sidenten Liestal vom 12. Juni 2013 A. Mit Klage vom 15. Oktober 2012 hat A.____ gegen B.___ _ am Bezirksgericht Liestal eine Prosekutionsklage (Verfahren Nr. 140 12 1062) eingerei cht mit dem Antrag, der Beklagte sei, unter Androhung einer Bussenverfügung im Sinne von Art . 292 StGB im Falle des Ungehor- sams, anzuweisen, sofort sämtliche Massnahmen zu treffen um sicher zu stellen, dass von Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht dessen Liegenschaft keine Feuchtigkeit mehr in die Liegenschaft des Klägers eindringen könne. Der Beklagte beantragte mit Eingabe vom 22. Februar 2 013 unter anderem, es sei der Prozess auf die Frage zu beschränken, ob sich der Beklagte auf d ie Klage materiell einzulassen habe. Mit Stellungnahme vom 21. Mai 2013 beantragte der B eklagte unter anderem sodann, die im Verfahren Nr. 170 11 1091 verfügte Massnahme sei sofort aufzuheben und das Verfahren Nr. 140 12 1062 sei durch Nichteintretensentscheid zu erledi gen. Er führte aus, sowohl die Mass- nahme wie auch der Hauptprozess seien ohne entsprechend e aktive Sachlegitimation eingelei- tet worden. Die aktive Sachlegitimation sei nach neu em Prozessrecht prozessvernichtende Prozessvoraussetzung mit der Konsequenz, dass die Prosekuti onsklage an einem nicht heilba- ren Eintretensfehler leide. Der Bezirksgerichtspräsident wies mit Verfügung vom 12. Juni 2013 die Verfahrensanträge des Beklagten ab und setzte ihm Frist zur Einreichung der Klageantwort. Auf die Begründung der Vorinstanz wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. B. Mit Eingabe vom 20. Juni 2013 an das Kantonsgericht Ba sel-Landschaft, Abteilung Zivil- recht, erklärte der Beklagte (im Nachfolgenden Beklagter oder Berufungskläger genannt) gegen die Verfügung vom 12. Juni 2013 Berufung eventuell B eschwerde mit den folgenden Rechtsbe- gehren: "1. Die Verfügung des BG Liestal, datierend vom 12.6.2 013, sei aufzuheben und in Gut- heissung der Beschwerde das Verfahren 140 12 1062 durch Nichteintretensentscheid zu erledigen. 2. Eventuell sei die Verfügung vom 12.6.2013 im Sinne kantonsgerichtlicher Erwägungen aufzuheben und die Sache zur vollständigen Beurteilun g der Fragen der notwendigen Prozessvoraussetzungen an die erste Instanz zurückzuweisen. 3. Es sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren, sofern die heutige Rechtschrift nicht als Berufung behandelt werden sollte. 4. Unter o/e-Kostenfolge." Der Berufungskläger führte unter "Formelles" aus, gemäss Rechtsmittelbelehrung der Vorin- stanz solle eine prozessleitende Verfügung vorliegen. Das erstinstanzliche Dispositiv sei aller- dings allein und für sich nicht schlüssig. Es gehe nicht her vor, welcher Rechtsnatur die ange- fochtene Verfügung sei. Er selber vertrete die Auffassu ng, es liege ein Zwischenentscheid ge- mäss Art. 237 ZPO vor. Die Vorinstanz hätte seine Anträge gemäss Eingabe vom 21. Mai 2013 materiell behandeln müssen bzw. sie habe diese verworfen . Bei entsprechend abweichender oberinstanzlicher Beurteilung der betreffenden Rechtsfr agen werde sofort ein Endentscheid herbeigeführt. Die Vorinstanz hätte sich mit den Fragen der Prozessvoraussetzungen gemäss Art. 59 ZPO befassen müssen. Falls bloss eine beschwerdefä hige prozessleitende Verfügung vorliege, sei die Beschwer zu bejahen. Der Berufungskläg er ging weiter auf die Unterschiede zwischen Berufung und Beschwerde ein und führte aus, wo Unterschiede bestehen würden, werde er sich an die strengeren Rügevoraussetzungen der Beschwerde halten. Unter dem Titel "Materielles" führte er auf S. 14 aus, der Instruktionsr ichter des Bezirksgerichts Liestal habe sich ausschliesslich mit den materiellen Aspekten der Akti vlegitimation befasst und die Rechts- fragen der formell-rechtlichen Bedeutung nicht behand elt, so dass eine Rechtsverweigerung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorliege. Die Vorinstanz habe nicht begründet, weshalb sie nicht auf die prozessrechtlichen Einwände eingegangen sei. Daher liege auch eine Verl etzung des rechtlichen Gehörs wegen unvollständiger Begründung vor. Der Berufungskläger m achte weitere Ausführungen zu Pro- zessvoraussetzungen, schutzwürdigem Interesse, Aktivlegitimati on und Heilung von Rechts- verweigerungen und Gehörsverletzungen. Auf die weiter gehenden Ausführungen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. C. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 2. Juli 2013 wu rde dem Rechtsmittel die auf- schiebende Wirkung erteilt. D. Mit Beschwerdeantwort (ev. Stellungnahme zur Berufung) vom 13. August 2013 beantrag- te der Berufungsbeklagte, die Rechtsbegehren vom 20. Juni 2013 seien abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne; unter o/e-Kostenfolg e. Auf die Begründung wird, soweit er- forderlich, in den Erwägungen eingegangen. E. Mit Verfügung vom 15. August 2013 schloss die Kantons gerichtspräsidentin den Schrif- tenwechsel und ordnete den Entscheid aufgrund der Akten an. Erwägungen 1. Der Berufungskläger betitelte seine Eingabe vom 20. Jun i 2013 mit "Berufung eventuell Beschwerde". Es stellt sich vorab die Frage, ob der Beru fungskläger die Berufung eventuell die Beschwerde erklären kann. 1.1 Eine Partei kann nicht mit einer Eingabe mehrere Rech tsmittel erheben und vom Gericht verlangen, dass es die verschiedenen Rechtsmittel durchprüft. Das Gericht muss klaren verfah- rensrechtlichen Verhältnissen gegenübergestellt werden (BGE 134 III 332, E. 2.2). Dies ist nicht gegeben, wenn nicht klar ist, welches Rechtsmittel erho ben wird und nach welchen Regeln das Rechtsmittelverfahren abzulaufen hat. Die Beschwerde un terscheidet sich von der Berufung insbesondere bei den Anfechtungsgründen (Art. 320 und 310 ZPO), der aufschiebenden Wir- kung (Art. 325 und 315 ZPO), dem Novenverbot (Art. 326 und Art. 317 ZPO) und der Möglich- keit der Ergreifung des Anschlussrechtsmittels (Art. 323 un d 313 ZPO). Auch die Fristen für die Erhebung des jeweiligen Rechtsmittels sowie der Einreic hung der Berufungsantwort und der Beschwerdeantwort sind nicht identisch. So beträgt bei Vorliegen eines Zwischenentscheids, welcher nicht im summarischen Verfahren erging, die B erufungsfrist 30 Tage (Art. 311 ZPO) und bei Vorliegen einer prozessleitenden Verfügung die Beschwerdefrist 10 Tage (Art. 321 Abs. 2 ZPO). Für die entsprechende Stellungnahme der Gege npartei gilt jeweils die gleiche Frist. Das vom Berufungskläger gewählte Vorgehen schafft bereit s Unklarheit bei der Frage, ob dem Rechtsmittel aufschiebende Wirkung ex lege zukommt oder nicht. Entsprechend sah sich der Berufungskläger auch gezwungen, sein Rechtsbegehren Ziffer 3 zu stellen. Als weitere Schwie- rigkeit erweist sich die der Gegenpartei für die Stellungnahme zu setzende Frist. So müsste das Gericht vorab entscheiden, ob eine Berufung oder eine Beschwerde vorliegt, um zu eruieren, ob für die Stellungnahme eine Frist von 30 Tagen oder von 10 Tagen zu setzen ist. Es kann nicht angehen, dass das Gericht bereits vorab darüber entscheide n muss, um überhaupt entspre- chend instruieren zu können. Der Gegenseite ist es zudem unzumutbar, eine Stellungnahme auf ein Rechtsmittel einzureichen, ohne Klarheit darüb er zu haben, ob es sich um eine Beru- fung oder eine Beschwerde handelt, ob neue Tatsachen und Beweismittel unter den Vorausset- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig oder gestützt auf A rt. 326 ZPO ausgeschlossen sind und ob sie eine Anschlussberufung erklären kann oder eben nicht, weil es sich um eine Be- schwerde handelt. Indem die Erklärung der Berufung eventuell der Beschwerde die dargelegten erheblichen Unklarheiten schafft, ist dieses Vorgehen nich t zulässig. Vielmehr muss sich eine Partei entscheiden, welches Rechtsmittel sie einreichen wi ll, damit klare verfahrensrechtliche Verhältnisse vorliegen. Wenn der Berufungskläger unsich er war, hätte er die Möglichkeit ge- habt, mit zwei verschiedenen Eingaben je eine Berufung und eine Beschwerde einzureichen und für das eine Verfahren einen Sistierungsantrag zu stellen, bis über das andere Verfahren entschieden ist. Das Gericht hätte sodann zwei Verfahren eröffnet und in jedem wären die ver- fahrensrechtlichen Verhältnisse klar gewesen. Auch für d ie Gegenpartei wäre beim aufgezeig- ten Vorgehen eindeutig gewesen, ob sich ihre Stellun gnahme auf eine Berufung oder eine Be- schwerde zu beziehen hat. Je nach Ausgang des ersten Verfa hrens hätte der Berufungskläger am anderen Rechtsmittel festhalten oder dieses zurück zie hen können. Dieses aufgezeigte Vorgehen ist durchaus bekannt und zumutbar. Auch ist di e dadurch geschaffene Klarheit einer allfälligen Prozessökonomie vor der zweiten Instanz eindeutig vorzuziehen. 1.2 Weiter ist zu berücksichtigen, dass Rechtsmittel grundsätzlich bedingungsfeindlich sind, weshalb auf bedingt erhobene Rechtsmittel nicht einzutr eten ist (O LIVER M. KUNZ , in: Kunz/Hoffmann-Nowotny/Stauber, ZPO-Rechtsmittel Berufung und Beschwerde, Kommentar zu den Art. 308-327a ZPO, Basel 2013, Vor Art. 308 ff. , N 78; P ETER REETZ , in: Thomas Sutter- Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], K ommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, V orbemerkungen zu den Art. 308-318, N 49;). Der Berufungskläger erklärte mit seiner Eingabe vom 20. Juni 2013 die Berufung, da seines Erachtens ein Zwischenentscheid vorliegen soll. Die Beschwerde erhob er nur eventuell für den Fall, dass lediglich eine prozessleitende Verfüg ung vorliegen soll. Die Beschwerde er- klärt er somit unter der Bedingung, dass kein Zwischenen tscheid vorliegt. Da Rechtsmittel be- dingungsfeindlich sind, ist dieses Vorgehen auch aus diesem Grund nicht zulässig. 1.3 Gegen die Zulässigkeit des vom Berufungskläger gewählten Vorgehens spricht zudem die restriktive Zulassung der Konversion von Rechtsmitteln. Das Kantonsgericht nimmt die Kon- version von Rechtsmitteln nicht grosszügig vor, sondern lässt diese nur ausnahmsweise zu (siehe die im Internet publizieren Entscheide des Kanto nsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, vom 31. Januar 2012 im Verfahren Nr. 410 11 320 und vom 30. April 2013 im Verfah- ren Nr. 410 13 58). Das vom Berufungskläger gewählte Vo rgehen stellt eine Umgehung dieser restriktiven Zulassung der Konversion dar und ist auch aus diesem Grund nicht zuzulassen. 1.4 Entsprechend diesen Erwägungen können mit einer Eing abe nicht zwei verschiedene Rechtsmittel erklärt werden oder eventualiter ein ander es Rechtsmittel. Das mit der Eingabe des Berufungsklägers vom 20. Juni 2013 gewählte Vorgehen mit der Erklärung der Berufung eventuell der Beschwerde ist daher nicht zulässig. Auf d as eventualiter erhobene Rechtsmittel ist somit gar nicht einzutreten. 2. Es stellt sich nunmehr die Frage, ob die Eingabe vom 20. Juni 2013 als Berufung oder als Beschwerde zu behandeln ist. Der Berufungskläger betitelte seine Eingabe als "Berufung even- tuell Beschwerde" und ist der Auffassung, es liege ein Zwischenentscheid gemäss Art. 237 ZPO vor. Als Hauptbegehren beantragt er sodann in Ziffer 1 seiner Rechtsbegehren, das vorinstanz- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht liche Verfahren sei durch Nichteintretensentscheid zu erledigen. Der Berufungskläger brachte in seiner Eingabe vom 20. Juni 2013 klar zum Ausdruck, dass sein es Erachtens ein berufungsfä- higer Zwischenentscheid vorliege. Entsprechend betitelte e r seine Eingabe als Berufung even- tuell Beschwerde. Seine Eingabe ist somit dahingehend zu verstehen, dass es sich in erster Linie um eine Berufung handelt und nur eventuell um eine Beschwerde, im Falle dass die Rechtsmittelinstanz in der angefochtenen Verfügung vom 12. Juni 2013 keinen Zwischenent- scheid erblicken sollte. Dass in der Eingabe vom 20. Juni 2013 durchgehend von Beschwerde- führer und Beschwerdegegner gesprochen wird und im R echtsbegehren Ziffer 1 die Gutheis- sung der Beschwerde beantragt wird, vermag daran nichts zu ändern. Der Beklagte hat sich für seine Eingabe auf eine Bezeichnung festgelegt ohne dar zulegen, weshalb er von Beschwerde- führer, Beschwerdegegner und Beschwerde spricht, obwoh l er der Meinung ist, dass ein beru- fungsfähiges Anfechtungsobjekt vorliegt. Vermutlich h at er sich für die Bezeichnungen auf die Rechtsmittelbelehrung der Vorinstanz abgestützt, welche d ie Beschwerde als Rechtsmittel auf- führte. Wie bereits erwähnt kann die gewählte Bezeich nung jedoch nichts daran ändern, dass aufgrund des Titels und des Inhalts die Eingabe vom 20. Juni 2013 als Berufung zu betrachten und entsprechend auch als solche zu behandeln ist. Folg lich ist auf die eventuell erklärte Be- schwerde nicht einzutreten (es kann auf die Ausführungen unter Erwägung Ziff. 1.1 bis 1.4 hier- vor verwiesen werden, wo erläutert wird, weshalb nicht zwei Rechtsmittel erhoben werden kön- nen bzw. weshalb nicht eventualiter ein anderes Rechtsmittel erklärt werden kann). 3. Da die Eingabe als Berufung zu behandeln ist, sind die Eintretensvoraussetzungen für die Berufung zu prüfen. 3.1 Gemäss Art. 308 Abs. 1 ZPO sind erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide (lit. a) und erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen (lit. b) mit Berufung anfechtbar. Vorliegend ist zu klären, ob es sich bei der angefochtene n Verfügung vom 12. Juni 2013 um einen Zwischenentscheid handelt. Die Vorinstanz behande lte in der genannten Verfügung die Eingaben des Beklagten vom 22. Februar 2013 und vom 21 . Mai 2013. Mit Eingabe vom 22. Februar 2013 beantrage er unter anderem, es sei ihm die Frist zur vollständigen Beantwor- tung der Klage abzunehmen und das Prozessthema sei auf d ie Frage zu beschränken, ob sich der Beklagte auf die Klage materiell einzulassen habe. Mit Eingabe vom 21. Mai 2013 verlangte er unter anderem sodann, die im Verfahren 170 11 10 91 verfügte Massnahme sei sofort aufzu- heben sowie das Verfahren 140 12 1062 durch Nichteintr etensentscheid zu erledigen. In den Erwägungen der Verfügung vom 12. Juni 2013 führte der Bezirksgerichtspräsident unter Ziffer 1 aus, der Beklagte begründe seinen Antrag auf Beschränku ng des Prozessthemas mit der Tat- sache, dass die Aktivlegitimation des Klägers sowohl im Massn ahmeverfahren 170 11 1091 als auch im Prosekutionsverfahren 140 12 1062 nicht gegebe n sei. In Erwägung Ziffer 2 folgen so- dann rechtliche Ausführungen allgemeiner Art zu Art. 125 ZPO. In Erwägung Ziffer 3 wird aus- geführt, aktivlegitimiert sei, wer materieller Rechtsin haber sei und dass die Frage der Aktivlegi- timation nicht zu den Prozessvoraussetzungen gehöre, so ndern eine Frage des materiellen Rechts sei. In Erwägung Ziffer 4 wird erwähnt, der Be klagte mache geltend, dass durch das Gesamteigentum des Klägers mit C.____ eine notwendige Streitgenossenschaft vorliege und die Eigentumsrechte nur gemeinsam durchgesetzt werden kö nnten. In Erwägung Ziffer 5 wer- den die Ausführungen des Klägers zur Aktivlegitimation zusammengefasst. In Erwägung Ziffer 6 führte der Gerichtspräsident im Wesentlichen aus, die Aktivlegitimation sei eine Voraussetzung Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht für das materiell-rechtliche Bestehen eines Anspruchs und keine Prozessvoraussetzung im Sinne von Art. 59 Abs. 1 ZPO. Deshalb sei die Aktivlegitimation im Rahmen der materiellen Prü- fung des Anspruchs zu behandeln. Die fehlende Sachlegi timation führe zur Abweisung der Kla- ge. Die Aktivlegitimation müsse nicht bereits im Zeitpun kt der Klageerhebung vorliegen, son- dern erst im Zeitpunkt des Sachurteils. Wie der Kläger nachgewiesen habe, sei er nun Alleinei- gentümer der Liegenschaft. Es bestehe somit eine hohe W ahrscheinlichkeit, dass das Gericht im Rahmen der Anspruchsprüfung im Urteilszeitpunkt die Aktivlegitimation als gegeben erach- ten könnte. Für den Entscheid über eine Beschränkung d es Prozessstoffes seien neben diesen Überlegungen zur Aktivlegitimation auch der Zweck der V ereinfachung des Prozesses sowie das Beschleunigungsgebot zu beachten. Das Verfahren würde mit einer Beschränkung des Prozessstoffes nicht wesentlich vereinfacht, sondern es wür de komplizierter und unnötig in die Länge gezogen. In Erwägung Ziffer 7 wird sodann auf d ie Anträge betreffend das Massnahme- verfahren 170 11 1091 eingegangen. Im Dispositiv wird ve rfügt, die Verfahrensanträge des Be- klagten würden abgewiesen und dem Beklagten peremptori sch Frist bis 12. Juli 2013 zur Ein- reichung der Klageantwort gesetzt. 3.2 Bereits aus dem Dispositiv geht hervor, dass es sich um keine n Zwischenentscheid handeln kann. Der Präsident hat die Verfahrensanträge des Beklagten abgewiesen. Der Antrag auf Nichteintreten stellt keinen Verfahrensantrag dar, sondern einen Antrag, wie über die Klage zu entscheiden ist, so dass dieser Antrag gar nicht Gegenst and des Dispositivs, welches sich eben nur auf Verfahrensanträge bezieht, sein kann. Mit dem Abweisen der Verfahrensanträge ist somit in der Sache selber noch nichts entschieden, wede r über das Eintreten oder Nichtein- treten noch die Aktivlegitimation. In Erwägung Ziffe r 6 wird ausgeführt, dass das Verfahren mit einer Beschränkung des Prozessstoffes nicht wesentlich verei nfacht, sondern komplizierter und unnötig in die Länge gezogen würde. Auch daraus wird d eutlich, dass der Gerichtspräsident den Antrag auf eine Beschränkung des Prozessstoffes - welc her einen Verfahrensantrag dar- stellt - ablehnte. Dies korrespondiert mit der Formulierung im Dispositiv. Indem der Gerichtsprä- sident den Prozessstoff nicht beschränkte, hatte er auch kei nerlei Veranlassung, sich bereits über Prozessvoraussetzungen bzw. das Eintreten/Nichteintreten zu äussern. Diese Fragen sind dem Endentscheid vorbehalten. Somit liegt auch keine Ver letzung des rechtlichen Gehörs vor, indem die Verfügung keine Erwägungen zu den Prozessvorau ssetzungen enthält. Über die Ak- tivlegitimation wurde noch nicht entschieden. Die Ausfü hrungen über die Aktivlegitimation er- folgten lediglich prima facie für die Prüfung des Verf ahrensantrags auf Beschränkung des Pro- zessthemas. So steht denn in Erwägung Ziff. 6 Folgende s: "Es besteht somit eine hohe Wahr- scheinlichkeit, dass das Gericht im Rahmen der Anspruchsprüfung im Urteilszeitpunkt die Aktiv- legitimation als gegeben erachten könnte". Wie aus de n vorinstanzlichen Akten bzw. dem Dos- siertitelblatt hervorgeht, ist bei der Vorinstanz die Be urteilung durch die Dreierkammer vorgese- hen. Hätte der vorinstanzliche Gerichtspräsident das Verf ahren auf die Frage der Aktivlegitima- tion bzw. das Eintreten beschränken wollen, hätte er d ie entsprechende Einschränkung im Sin- ne von Art. 125 lit. a ZPO verfügt und den Fall zur B eantwortung dieser Fragen an die Dreier- kammer überwiesen. Auch daraus geht hervor, dass es sich b ei der angefochtenen Verfügung um keinen Zwischenentscheid handeln kann. Vielmehr wur de mit der Verfügung vom 12. Juni 2013 lediglich der mit Eingabe des Beklagten vom 22. F ebruar 2013 gestellte Antrag auf Be- schränkung des Prozessthemas abgewiesen. Dass im Dispositiv von Verfahrensanträgen in der Mehrzahl gesprochen wird, hängt damit zusammen, dass sich die Verfügung auch auf die An- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht träge betreffend Sistierung - welche ebenfalls Verfahr ensanträge darstellen und in den Erwä- gungen abgehandelt werden - bezog und nicht etwa auf Eintretensfragen. Weder aus dem Dispositiv noch aus den Erwägungen der Verfügung vom 12 . Juni 2013 noch im Gesamtzu- sammenhang geht in irgendeiner Weise hervor, dass über das Eintreten oder Nichteintreten bereits entschieden wurde. Es ist daher nicht nachvollziehbar, wie sich der Berufungskläger auf den Standpunkt stellen kann, es liege ein Zwischenentschei d vor. Da die Verfügung vom 12. Juni 2013 lediglich eine verfahrensleitende Verfüg ung betreffend Verfahrensanträgen dar- stellt - nämlich die Abweisung der Beschränkung des Verf ahrens auf einzelne Fragen oder auf einzelne Rechtsbegehren - ist sie nicht mit Berufung an fechtbar. Auf die Berufung ist daher nicht einzutreten. 3.3 Da offensichtlich kein berufungsfähiges Anfechtungsobj ekt vorliegt, ist das Präsidium des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, gestützt auf § 7 Abs. 4 EG ZPO für den Nichteintretensentscheid zuständig. Die präsidiale Z uständigkeit für die eventuell erklärte Beschwerde ergibt sich aus § 5 Abs. 1 lit. b EG ZPO. 4. Es stellt sich die Frage, ob die eingereichte Berufung als Beschwerde entgegengenom- men werden kann. Das Kantonsgericht nimmt die Konversio n eines Rechtsmittels nicht gross- zügig vor, sondern lässt diese nur ausnahmsweise zu. Solche Ausnahmen können etwa bei Vorliegen einer falschen Rechtsmittelbelehrung bestehen , oder wenn unklar ist, welches Rechtsmittel einzureichen ist, oder bei lediglich falscher Bezeichnung (siehe die im Internet publizieren Entscheide des Kantonsgerichts Basel-Landsc haft, Abteilung Zivilrecht, vom 31. Januar 2012 im Verfahren Nr. 410 11 320 und vom 3 0. April 2013 im Verfahren Nr. 410 13 58). Wie bereits unter Erwägung Ziffer 3 hiervor au sführlich erläutert, stellt die Verfügung vom 12. Juni 2013 eindeutig eine verfahrensleitende Verfü gung dar, so dass nicht unklar war, wel- ches Rechtsmittel einzureichen ist. Überdies war auch die R echtsmittelbelehrung der Vorin- stanz korrekt. Somit besteht kein Anlass, die eingereicht e Berufung mittels Konversion als Be- schwerde zu behandeln. 5. Selbst wenn die Beschwerde separat eingereicht worden wäre oder die Eingabe vom 20. Juni 2013 als Beschwerde zu behandeln wäre, könnte a uf diese nicht eingetreten werden. Die angefochtene prozessleitende Verfügung der Vorinsta nz ist nur anfechtbar, wenn durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (A rt. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO). Hierfür ist der Rechtsmittelkläger beweispflichtig, sofern die Gefahr n icht von vornherein offenkundig ist (MARTIN H. STERCHI , in: Berner Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessor dnung, Bern 2012, Art. 319 N 15). Der Berufungskläger führt diesbe züglich aus, das Kantonsgericht lasse tatsächliche Nachteile genügen und zähle dazu auch den Umstand, dass die angefochtene Ver- fügung eine Verlängerung und Verteuerung des Verfahr ens zur Folge habe. Wenn die Verfü- gung durch das Kantonsgericht nicht bestätigt würde, end e das Verfahren 140 12 1062 vorzei- tig, ohne langwieriges Behauptungs- und Urteilsverfahr en. Der Beklagte habe daher ein Inte- resse, dass der vorliegende Hauptprozess vorzeitig beendet werde. Der Berufungskläger hat nicht ausgeführt, weshalb von einem langwierigen Behau ptungs- und Urteilsverfahren auszu- gehen ist. Ein solches ist auch nicht offenkundig. Die Vo rinstanz geht entsprechend ihren Er- wägungen demgegenüber sogar davon aus, dass mit einer Beschränkung des Prozessstoffes das Verfahren nicht wesentlich vereinfacht würde, sonder n dass es vielmehr komplizierter und unnötig in die Länge gezogen würde. Andere nicht lei cht wiedergutzumachende Nachteile sind Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ebenfalls nicht ersichtlich, zumal über die Prozessvoraussetzu ngen und die Aktivlegitimation vom Bezirksgericht noch zu urteilen ist und der entsprechen de Entscheid dannzumal angefoch- ten werden kann. Es ist nicht ersichtlich und wird nicht dargelegt, weshalb dem Berufungskläger nicht zumutbar sein sollte, den Endentscheid in der Sache abzuwarten. Mangels Drohens eines nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils wäre auch auf eine Beschwerde nicht einzutreten. Der Beschwerde wäre überdies auch materiell kein Erfol g beschieden. Sowohl bei der Be- schränkung des Prozesses auf einzelne Fragen oder einzelne Rechtsbegehren nach Art. 125 lit. a ZPO wie auch bei Art. 237 ZPO betreffend Zwi schenentscheid handelt es sich um Kann- Bestimmungen. Es steht daher im Ermessen des Gerichts, ob es den Prozess beschränken und einen Zwischenentscheid fällen will. Der Berufungskläger hat nicht dargelegt, inwiefern die Vor- instanz in Willkür verfallen sein soll, indem es den Proz ess nicht beschränkt und folglich auch keinen Zwischenentscheid zur Frage des Eintretens oder der Aktivlegitimation gefällt hat. 6. Es bleibt über die Verteilung der Prozesskosten, bestehend aus den Gerichtskosten sowie der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO) zu entsche iden. Aus den vorstehenden Erwä- gungen erhellt, dass der Berufungskläger unterliegt. En tsprechend diesem Ausgang des Ver- fahrens sind ihm die Prozesskosten aufzuerlegen. Die Ent scheidgebühr ist in Anwendung von § 9 Abs. 2 der Verordnung vom 15. November 2010 über die Gebühren der Gerichte (SGS 170.31; Gebührentarif) auf pauschal CHF 1'200.00 festz ulegen. Der Berufungskläger hat dem Berufungsbeklagten sodann eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen. Die Berech- nung des Honorars hat nach dem Zeitaufwand zu erfolge n (§ 2 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003; SGS 17 8.112). Der Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten hat keine Honorarnote eingereicht. In Anwendung von § 18 Abs. 1 TO wird die Parteientschädigung vom Gericht nach Ermessen festgese tzt. Die Beschwerdeantwort war zwar nicht sehr lange, jedoch war die Rechtsmitteleinga be vom 20. Juni 2013 insgesamt 24 Seiten umfassend und musste vorab studiert werden, wa s einen gewissen Zeitaufwand er- fordert. Das Kantonsgericht erachtet einen Aufwand für den Rechtsanwalt Dr. Dieter Völlmin von insgesamt 6 Stunden à CHF 250.00 als angemessen. Die Auslagen werden auf CHF 30.00 geschätzt. Der Berufungskläger hat dem Berufungsbeklagte n somit eine Parteientschädigung von CHF 1'652.40 (6 x CHF 250.-- = CHF 1'500.-- zuzügli ch CHF 30.-- Auslagen sowie 8% MWST auf CHF 1'530.-- ausmachend CHF 122.40) zu bezahlen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten. 2. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 3. Die Entscheidgebühr des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, in der Höhe von CHF 1'200.00 wird dem Beru fungskläger au f- erlegt. Der Berufungskläger hat dem Berufungsbeklagten eine Pa rteientschäd i- gung von CHF 1'652.40 (inkl. Spesen von CHF 30.00 und CHF 122.40 MWST) zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiberin Karin Arber