<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00036</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204917&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00036</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.03.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilfe: Leistungskürzung infolge Weigerung jedes Arbeitsangebot anzunehmen:<br/><br/>Zuständigkeit der Einzelrichterin (E.1). Wirtschaftliche Hilfe kann mit der Weisung verbunden werden, eine zumutbare Arbeit aufzunehmen. Bei Missachtung dieser Weisung kann die wirtschaftliche Leistung gekürzt werden (E.3.1). Die formellen Voraussetzungen für eine Leistungskürzung sind erfüllt (E.3.2). Die Weisung, jede ihm angebotene Arbeit anzunehmen, ist zumutbar (E.3.3). Zu prüfen ist, ob sich die Kürzung der Sozialhilfeleistungen im Rahmen des Verhältnismässigkeitsprinzips bewegt. Die Streichung von situationsbedingten Leistungen und des Grundbedarfs II erweist sich als verhältnismässig (E.3.4.1). Hingegen erweist sich die Kürzung des Grundbedarfs I um 15 % im vorliegenden Fall als unverhältnismässig (E.3.4.2). Teilweise Gutheissung der Beschwerde und Kostenfolge (E.4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRUNDBEDARF II">GRUNDBEDARF II</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSKÃRZUNG">LEISTUNGSKÃRZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEISUNG">WEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 21 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 24 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 23 lit. d SHV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A ist gelernter Autolackierer und wurde nach diversen Anstellungen in diesem Beruf arbeitslos. Nachdem sein Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung erloschen war, beschloss die SozialbehÃ¶rde X am 13. MÃ¤rz 2000, ihn ab 1. Februar 2000 wirtschaftlich zu unterstÃ¼tzen (Disp.-Ziff. 1). Dieser UnterstÃ¼tzungsanspruch belief sich zuletzt auf Fr. 2'081.35 (Grundbedarf I: Fr. 1'030.-; Grundbedarf II: Fr. 46.-; Wohnungsmiete: Fr. 847.-; obligatorische Krankenkasse: Fr. 150.45; Versicherung gemÃ¤ss VVG: Fr. 7.90). Die SozialbehÃ¶rde beschloss ebenfalls, dass sich A intensiv um eine Anstellung bemÃ¼hen mÃ¼sse. Er sei dabei verpflichtet, jede ihm angebotene Arbeit â auch ausserhalb der bisherigen TÃ¤tigkeiten â sofort anzunehmen (Disp.-Ziff. 2). Er werde angewiesen, diese Auflagen vollumfÃ¤nglich zu erfÃ¼llen. Das Nichteinhalten von Auflagen und Weisungen der Sozialhilfeorgane fÃ¼hre zwangslÃ¤ufig zu KÃ¼rzungen im Rahmen der SKOS-Richtlinien (Richtlinien der schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe in der Fassung vom Dezember 2002) (Disp.-Ziff. 3).</p> <p class="Urteilstext">Mit der BegrÃ¼ndung, dass A Auflagen und Weisungen der Sozialhilfeorgane bzw. von beauftragten Dritten trotz mehrerer mÃ¼ndlichen und schriftlichen Mahnungen sowie Androhungen von Sanktionen seitens des Sozialamts nicht eingehalten habe, beschloss die SozialbehÃ¶rde X am 4. Oktober 2004, ihm den Grundbedarf I um 15 % zu kÃ¼rzen und den Grundbedarf II zu streichen und zwar vorlÃ¤ufig fÃ¼r die Dauer von sechs Monaten. Ebenfalls strich sie ihm die Versicherung gemÃ¤ss VVG (Disp.-Ziff. 1). Weiter wurde er angewiesen, die Auflage, sich intensiv um Arbeit zu bemÃ¼hen und eine zumutbare Stelle anzunehmen, vollumfÃ¤nglich zu erfÃ¼llen (Disp.-Ziff. 2).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhob A Rekurs an den Bezirksrat Y und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und die Anmeldung beim <span>"Stellennetz". Der Bezirksrat wies das Rechtsmittel am </span>19. Januar 2005 ohne Kostenfolge ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A gelangte am 20. Januar 2005 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht und erneuerte seine vor Bezirksrat gestellten AntrÃ¤ge. </p> <p class="Urteilstext"><span>Der Bezirksrat Y und die Gemeinde X beantragen Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Einzelrichterin</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde in einer sozialhilferechtlichen Angelegenheit ge­mÃ¤ss § 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) funktionell und sachlich zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Be­schwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids. In der Hauptsache wehrt er sich gegen die KÃ¼rzung des Grundbedarfs I, die Streichung des Grundbedarfs II und der Versicherung gemÃ¤ss VVG in der HÃ¶he von insgesamt Fr. 208.40 monatlich. Da die KÃ¼rzung fÃ¼r vorlÃ¤ufig sechs Monate erfolgt, betrÃ¤gt der Streitwert Fr. 1'250.40, weshalb vorliegend die Einzelrichterin zustÃ¤ndig ist (§ 38 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz wies den Antrag des BeschwerdefÃ¼hrers, wonach die SozialbehÃ¶rde ihn bei der Organisation "Stellennetz" anmelden solle, ab. Hierzu ist zu bemerken, dass Gegenstand des Rekursverfahrens nur sein kann, was auch Gegenstand der erstinstanzlichen VerfÃ¼gung war bzw. nach richtiger Gesetzesauslegung hÃ¤tte sein sollen. GegenstÃ¤nde, Ã¼ber welche die erste Instanz zu Recht nicht entschieden hat, fallen nicht in den Kompetenzbereich der RekursbehÃ¶rden; sonst wÃ¼rde in die funktionelle ZustÃ¤ndigkeit der erstinstanzlich verfÃ¼genden BehÃ¶rde eingegriffen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 86). Da die Anmeldung zur Organisation "Stellennetz" nicht Gegenstand der erstinstanzlichen VerfÃ¼gung war, hÃ¤tte der Bezirksrat darauf gar nicht eintreten dÃ¼rfen, weshalb die gegen den diesbezÃ¼glichen Entscheid des Bezirksrats erhobene Beschwerde im Ergebnis abzuweisen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner FamilienangehÃ¶rigen nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann, hat nach § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe. Diese soll das soziale Existenzminimum gewÃ¤hrleisten, das neben den Ã¼blichen Aufwendungen fÃ¼r den Lebensunterhalt auch individuelle BedÃ¼rfnisse angemessen berÃ¼cksichtigt (§ 15 Abs. 1 SHG). Grundlage der Bemessung bilden gemÃ¤ss § 17 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 (SHV) die SKOS-Richtlinien, wobei Abweichungen im Einzelfall vorbehalten sind. Nach den genannten Richtlinien setzt sich das individuelle UnterstÃ¼tzungsbudget aus der materiellen Grundsicherung, bestehend aus Grundbedarf I und II fÃ¼r den Lebensunterhalt, den Wohnungskosten und der medizinischen Grundversorgung einerseits und aus situationsbedingten Leistungen anderseits zusammen (SKOS-Richtlinien, Kap. A.6).</p> <p class="Urteilstext">Die wirtschaftliche Hilfe darf mit Auflagen und Weisungen verbunden werden, die sich auf die richtige Verwendung der BeitrÃ¤ge beziehen oder geeignet sind, die Lage des HilfeempfÃ¤ngers zu verbessern (§ 21 SHG). Insbesondere kann die wirtschaftliche Hilfe mit der Weisung verbunden werden, eine zumutbare Arbeit aufzunehmen (§ 23 lit. d SHV). Wenn der Hilfesuchende Anordnungen der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde nicht befolgt, insbesondere Auflagen und Weisungen missachtet, und er zudem auf die MÃ¶glichkeit einer LeistungskÃ¼rzung schriftlich hingewiesen worden ist, kÃ¶nnen die Leistungen gekÃ¼rzt werden. Ein solcher Hinweis kann mit der Anordnung der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde verbunden werden (§ 24 SHG).</p> <p class="Urteilstext">Bei der KÃ¼rzung von Sozialhilfeleistungen ist unter anderem zu prÃ¼fen, ob die Weisung der SozialhilfebehÃ¶rde zumutbar war; die betroffene Person vorgÃ¤ngig klar informiert und verwarnt worden war, sodass sie sich der Konsequenzen ihres Handelns bewusst war; die KÃ¼rzung in einem angemessenen VerhÃ¤ltnis zum Fehlverhalten bzw. Verschulden steht; die betroffene Person durch eine Ãnderung ihres Verhaltens selbst dafÃ¼r sorgen kann, dass der Anlass fÃ¼r die KÃ¼rzung wegfÃ¤llt und diese deshalb zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt aufgehoben werden kann (SKOS-Richtlinien, Kap. A.8.2). ZulÃ¤ssig ist das Streichen von situationsbedingten Leistungen; das Streichen des Grundbedarfs II, erstmalig fÃ¼r die Dauer von maximal zwÃ¶lf Monaten, wobei diese Massnahme jeweils nach einer grÃ¼ndlichen ÃberprÃ¼fung um maximal weitere zwÃ¶lf Monate verlÃ¤ngert werden kann; die KÃ¼rzung des Grundbedarfs I um maximal 15 % fÃ¼r die Dauer von bis zu sechs Monaten, sofern qualifizierte KÃ¼rzungsgrÃ¼nde vorliegen (grobe Pflichtverletzung, unrechtmÃ¤ssiger Leistungsbezug in besonders gravierenden oder wiederholten FÃ¤llen). Unter Beachtung des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsgrundsatzes kÃ¶nnen diese KÃ¼rzungen abgestuft oder kombiniert vorgenommen werden (SKOS-Richtlinien, Kap. A.8.3).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Dem BeschwerdefÃ¼hrer wurde mit Beschluss vom 13. MÃ¤rz 2000 die Weisung erteilt, sich intensiv um eine Anstellung zu bemÃ¼hen und jede ihm angebotene Arbeit sofort anzunehmen. Bei Verletzung dieser Weisung habe er mit einer KÃ¼rzung seines UnterstÃ¼tzungsanspruchs zu rechnen. Damit sind die formellen Voraussetzungen fÃ¼r eine LeistungskÃ¼rzung gemÃ¤ss § 24 SHG erfÃ¼llt. In der Folge wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer der Grundbedarf II von Februar bis Mai 2001 schon einmal gestrichen. Am 4. August 2004 drohte ihm das Sozialamt erneut die KÃ¼rzung der UnterstÃ¼tzungsleistungen an, sofern er sich nicht fÃ¼r das Einsatzprogramm bei der Stiftung B anmelde und dort einen Termin fÃ¼r ein AufnahmegesprÃ¤ch wahrnehme. Am 10. August 2004 forderte das Sozialamt den BeschwerdefÃ¼hrer nochmals auf, seine Anmeldung fÃ¼r das Einsatzprogramm vorbeizubringen, ansonsten ihm der Grundbedarf II umgehend gestrichen werde. Dieser Aufforderung kam der BeschwerdefÃ¼hrer in der Folge nach. Am 26. August 2004 fand zwischen Frau C von der Stiftung B und dem BeschwerdefÃ¼hrer ein AufnahmegesprÃ¤ch statt. An diesem GesprÃ¤ch zeigte er Interesse an einem Einsatz in einem Brockenhaus und lehnte den Einsatz in einer KÃ¼che ab. Der Einsatz im Brockenhaus kam in der Folge nicht zu Stande. Am 17. September 2004 erhielt der BeschwerdefÃ¼hrer die Gelegenheit, sich beim Leiter der GÃ¤rtnerei der Psychiatrischen UniversitÃ¤tsklinik D fÃ¼r eine Arbeitsstelle vorzustellen, bei welcher er Traktoren mechanisch reparieren und deren Service durchfÃ¼hren sollte. Auch dieses Stellenangebot lehnte er am 20. September 2004 ab.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die Weisung, jede ihm angebotene Arbeit anzunehmen, ist zumutbar, sofern es sich bei den angebotenen ArbeitseinsÃ¤tzen selbst um zumutbare Arbeiten handelt. Sowohl bei der KÃ¼chenarbeit als auch beim Angebot der Klinik D handelte es sich um zumutbare ArbeitseinsÃ¤tze. Mit dem Einwand, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer vorgenommen hatte, seit seinem MilitÃ¤rdienst nie mehr in einer KÃ¼che zu arbeiten, hat er in keiner Weise dargetan, weshalb es sich beim Arbeitseinsatz in der KÃ¼che um eine unzumutbare Arbeit handelt. Das Gleiche gilt auch fÃ¼r das Angebot der Klinik D: Die vom BeschwerdefÃ¼hrer verlangten Reparaturarbeiten waren zumutbar. Entgegen seiner BefÃ¼rchtung hÃ¤tte er keine Pflegeaufgaben Ã¼bernehmen mÃ¼ssen. </p> <p class="Urteilstext">Dem BeschwerdefÃ¼hrer war ebenfalls bewusst, dass er mit einer KÃ¼rzung seiner UnterstÃ¼tzungsbeitrÃ¤ge rechnen musste. Zwar liegt der Beschluss der SozialbehÃ¶rde vom 13. MÃ¤rz 2000 schon Ã¼ber vier Jahre zurÃ¼ck. Aber aufgrund der Schreiben vom 4. und 10. August 2004 war ihm wieder in Erinnerung gerufen worden, dass er bei Missachtung von Weisungen jederzeit mit einer KÃ¼rzung seiner UnterstÃ¼tzungsleistungen zu rechnen hat. </p> <p class="Urteilstext">Schliesslich hat es der BeschwerdefÃ¼hrer durch die Annahme des nÃ¤chsten Arbeitsangebots jederzeit in der Hand, dass die SozialbehÃ¶rde die KÃ¼rzung rÃ¼ckgÃ¤ngig macht.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Genauer zu prÃ¼fen ist jedoch, ob sich die KÃ¼rzung der Sozialhilfeleistungen im Rahmen des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzips bewegt. Das Ausmass der KÃ¼rzung muss aufgrund der gesamten per­sÃ¶nlichen und sachlichen UmstÃ¤nde angemessen und zudem geeignet und erforderlich sein, um die nicht befolgte Anordnung durchzusetzen oder allenfalls zu ersetzen. Insbesondere soll die KÃ¼rzung in einem angemessenen VerhÃ¤ltnis zum Fehlverhalten und zum Verschulden der betroffenen Person stehen (VGr, 4. Juni 2002, VB.2002.00102, E. 5a).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.1 </b>Nicht zu beanstanden ist die Streichung der BeitrÃ¤ge an die Versicherung gemÃ¤ss VVG. Es handelt sich dabei um situationsbedingte Leistungen, bei deren Ausrichtung der SozialbehÃ¶rde ohnehin ein grosses Ermessen zusteht. Ebenfalls erweist sich die Streichung des Grundbedarfs II fÃ¼r sechs Monate als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Diese Massnahme erhÃ¶ht den Druck auf den BeschwerdefÃ¼hrer, endlich ein Arbeitsangebot anzunehmen, und ist damit geeignet, die Anordnung der SozialbehÃ¶rde durchzusetzen. Ausserdem musste der BeschwerdefÃ¼hrer aufgrund der Schreiben vom 4. und 10. August 2004 damit rechnen, dass die SozialbehÃ¶rde bei einem unkooperativen Verhalten eine Streichung des Grundbedarfs II in ErwÃ¤gung zieht. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.2 </b>Hingegen erweist sich die KÃ¼rzung des Grundbedarfs I um 15 % als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Dieser entspricht dem Minimum, das zu einer auf die Dauer angelegten menschenwÃ¼rdigen Existenz in der Schweiz nÃ¶tig ist und darf deshalb nur in begrÃ¼ndeten AusnahmefÃ¤llen und zeitlich befristet unterschritten werden (SKOS-Richtlinien, Kap. B.2.2). Aus den vorliegenden Akten ergibt sich, dass man mit dem BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend mehreren Jahren eher nachsichtig umging. Ab 1. April 2004 begann die SozialbehÃ¶rde die Anforderungen an den BeschwerdefÃ¼hrer markant zu erhÃ¶hen. In der Folge wurde ihm mit Schreiben vom 4. und 10. August 2004 nach langer Zeit wieder einmal eine KÃ¼rzung der UnterstÃ¼tzungsleistungen angedroht. Dadurch, dass der BeschwerdefÃ¼hrer zwei Arbeitsangebote ausgeschlagen hatte, musste er mit einer Umsetzung der angedrohten LeistungskÃ¼rzung rechnen. Beim Umfang der LeistungskÃ¼rzung ist jedoch zu berÃ¼cksichtigen, dass das zweimalige Ausschlagen eines Arbeitsangebots im vorliegenden konkreten Fall noch nicht die IntensitÃ¤t einer groben Pflichtverletzung erreicht. Einerseits ging man in der Vergangenheit mit dem BeschwerdefÃ¼hrer eher nachsichtig um, andererseits erweckte die SozialbehÃ¶rde mit ihrem Schreiben vom 10. August 2004 den Eindruck, dass der BeschwerdefÃ¼hrer, falls es zu einer LeistungskÃ¼rzung komme, nur mit der Streichung des Grundbedarfs II zu rechnen habe. Damit erweist sich die KÃ¼rzung des Grundbedarfs I um 15 % zum jetzigen Zeitpunkt als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist aber darauf aufmerksam zu machen, dass er, sollte er â nachdem ihm nun der Grundbedarf II gestrichen wurde â weiterhin die ihm angebotenen Arbeitsstellen ablehnen, seine Pflichten grob verletzt, was es der SozialbehÃ¶rde erlauben wÃ¼rde, bei der ÃberprÃ¼fung der jetzigen Massnahme (Streichung des Grundbedarfs II fÃ¼r sechs Monate) zusÃ¤tzlich die KÃ¼rzung des Grundbedarfs I anzuordnen. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten den Parteien je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Einzelrichterin</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die angefochtenen Entscheide werden aufgehoben, soweit eine KÃ¼rzung des Grundbedarfs I angeordnet bzw. bestÃ¤tigt wurde. Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 560.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>