<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">90</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>20</b></span> <span class="ft2"><b>Art. 142 ZGB; Art. 22 Abs. 2 und Art. 25a FZG; Art. 30c Abs. 6 BVG</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Bei der Teilung der Freizügigkeitsleistungen im Anschluss an die Ehe-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>scheidung sind während der Ehe getätigte WEF-Vorbezüge der jeweiligen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Austrittsleistung per Scheidungsdatum hinzuzurechnen. Sachenrechtliche</b></span><br/> <span class="ft2"><b>und güterrechtliche Fragen im Zusammenhang mit einer durch Vorbezug</b></span><br/> <span class="ft2"><b>finanzierten Liegenschaft sind vom Scheidungsgericht zu beurteilen.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 3. Kammer, vom 16. Juni</span><br/> <span class="ft3">2009 in Sachen S.C. gegen F.I. (VKL.2007.74).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3.4.</span><br/> <span class="ft1">Die Klägerin bestreitet die vom Gericht errechneten, zur Tei-</span><br/> <span class="ft1">lung zu bringenden Vorsorgeguthaben der Parteien nicht, machte</span><br/> <span class="ft1">aber geltend, ihr WEF-Vorbezug von Fr. 50`000.-- bleibe bei dieser</span><br/> <span class="ft1">Art der Teilung unberücksichtigt. Der Betrag von Fr. 50`000.-- sei ihr</span><br/> <span class="ft1">daher zusätzlich aus dem Vorsorgevermögen des Beklagten zu über-</span><br/> <span class="ft1">tragen.</span><br/> <span class="ft1">Hiezu ist anzuführen, dass der im Juli 2001 getätigte WEF-Vor-</span><br/> <span class="ft1">bezug der Klägerin in Höhe von nominal Fr. 50`000.-- nicht unbe-</span><br/> <span class="ft1">rücksichtigt geblieben ist, sondern - wie auch der WEF-Vorbezug des</span><br/> <span class="ft1">Beklagten vom September 2001 in Höhe von Fr. 71`547.-- - der</span><br/> <span class="ft1">jeweiligen Austrittsleistung per Scheidungsdatum hinzugerechnet</span><br/> <span class="ft1">wurde, da ein Vorbezug aus Wohneigentum als Freizügigkeitsleis-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">91</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">tung gilt und entsprechend ebenfalls nach Art. 22 Abs. 2 FZG zu tei-</span><br/> <span class="ft1">len ist (vgl. 30c Abs. 6 BVG und Art. 331e Abs. 6 OR; BGE 132 V</span><br/> <span class="ft1">344 Erw. 3.1, 128 V 235 Erw. 3). Auf diese vorsorgerechtlichen As-</span><br/> <span class="ft1">pekte der Teilung der Austrittsleistung beschränkt sich die sachliche</span><br/> <span class="ft1">Zuständigkeit des Sozialversicherungsgerichts. Die sich im Rahmen</span><br/> <span class="ft1">des Ehescheidungsverfahrens im Zusammenhang mit einer durch</span><br/> <span class="ft1">einen Vorbezug finanzierten ehelichen Liegenschaft stellenden Fra-</span><br/> <span class="ft1">gen, wie beispielsweise in güterrechtlicher oder sachenrechtlicher</span><br/> <span class="ft1">Hinsicht, hat das Scheidungsgericht zu beurteilen. Eine sachliche Zu-</span><br/> <span class="ft1">ständigkeit des Sozialversicherungsgerichts für die Beurteilung sol-</span><br/> <span class="ft1">cher Fragen ergibt sich weder aus Art. 25a FZG noch aus Art. 142</span><br/> <span class="ft1">ZGB (BGE 132 V 344 Erw. 3.1). Welcher der Parteien die Liegen-</span><br/> <span class="ft1">schaft in O. zugeteilt wurde, mit welchen güterrechtlichen Auswir-</span><br/> <span class="ft1">kungen und ob zu Recht, kann vom Versicherungsgericht im vorlie-</span><br/> <span class="ft1">genden Verfahren nicht mehr überprüft werden. Auch ob allenfalls</span><br/> <span class="ft1">eine Ausgleichszahlung des Beklagten an die Klägerin für den von</span><br/> <span class="ft1">ihr in die Liegenschaft investierten WEF-Vorbezug von Fr. 50`000.--</span><br/> <span class="ft1">angeordnet wurde bzw. hätte angeordnet werden müssen, ist eine</span><br/> <span class="ft1">Frage des Güterrechts und nicht der Teilung der Freizügigkeitsgutha-</span><br/> <span class="ft1">ben und gehört damit nicht in die Zuständigkeit des Versicherungs-</span><br/> <span class="ft1">gerichts. Eine zum Teilungsanspruch von Fr. XX zusätzliche Zahlung</span><br/> <span class="ft1">des Beklagten von Fr. 50`000.-- an die Klägerin kann daher nicht</span><br/> <span class="ft1">angeordnet werden.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>