BRKE I Nr. 0296/2005 vom 4. November 2005 in BEZ 2006 Nr. 20 Strittig ist, ob die Abgrabungvorschrift von Art. 30b BZO der Gemeinde X auf drei Wohnhäuser an einer leichten Hanglage, deren (anrechenb are) Unterschosse in Ersetzung von Vollgeschossen erstellt werden sollen, anwendbar ist. Nach di eser Vorschrift sind Abgrabungen in flachem Gelände unzulässig; in geneigtem G elände sind beschränkte Abgrabungen erlaubt, sofern sie sich in die Terraingesta ltung der Umgebung gut einpassen. Aus den Erwägungen: 6.5. Mit den von den Gemeinden (gestützt auf die ihnen in § 293 Abs. 4 PBG eingeräumte Kompetenz) erlassenen Vorschriften mit Bezug auf die Freilegung von Untergeschossen wird zumeist bezweckt, ein überho hes Erscheinungsbild von G e- bäuden zu verhindern; überdies sollen einordnungsmässig unbefriedigende Terrai n- gestaltungen vermieden werden. Neben diesen gestalterischen Aspekten kann kommunalen Abgrabungsvorschriften auch eine nutzungsbeschränkende Funktion z ukommen. Dies dort, wo die zulässige Ausnützung mittels der Baumassenziffer g e- regelt ist und nicht gleichzeitig Geschosszahlvorschriften best ehen. Letzteres spielt vorliegend insofern keine Rolle, als in der Gemeinde X das zulässige Nutzmass mi t- tels Ausnützungsziffer geregelt und auch die Zahl der zulässigen Geschosse festg e- legt ist (Art. 18 BZO). Der Vo rschrift von Art. 30b BZO kommt daher in erster Linie oder gar ausschliesslich eine gestalterische Funktion zu. 6.6. Beim Bauvorhaben, welches Gegenstand d es von der Bauherrschaft ang e- führten Verwaltungsgerichtsentscheides VB.99.00085 vom 16. Juni 1999 bild ete, war u.a. zu beurteilen, ob die damals in Frage stehende kommunale Abgrabungsvo r- schrift auf Untergeschosse, welche ein Vollgeschoss ersetzen, anwen dbar sei. Dies wurde vom Verwaltungsgericht, wie zuvor schon von der Rekursinstanz (BRKE IV Nr. 17/1999), verneint. Zur Begründung führte das Verwaltung sgericht im W esentlichen an, dass die fragliche Norm - was sich aus der Wegle itung zur Bauordnung ergab - verhindern wolle, dass Gebäude an Hanglagen zufolge Freilegung von nicht anr e- chenbaren Untergeschossen übergeschossig erscheinen. Überdies sollten unerlau b- te Nutzungen von Untergeschossen möglichst verhindert werden. Diesbezügliche Probleme stellten sich nicht, wenn Untergeschosse an die Stelle von Vollgeschossen träten. 6.7. Im Entscheid VB.2000.00042 vom 13. April 2000 hat das Verwaltungsg e- richt - in Bestätigung des Rekursentscheides BRKE II Nr. 239/1999 - demgegenüber entschieden, dass die damals fraglich e kommunale Vorschrift, nach welcher Abgr a- bungen sowohl bei Haupt - wie auch Besonderen Gebäuden zulässig waren, «sofern - 2 - sie eine natürlich erscheinende Terraingestaltung zulassen», auch auf Unterg e- schosse anwendbar sei, welche ein Vollgeschoss ersetzen. Zu r Begründung führten das Verwaltungsgericht und die Rekursinstanz im Wesentlichen an, dass für die Fr a- ge, ob ein Untergeschoss in einer Weise freigelegt werde, dass der Gebäudea b- schnitt übermässig in Erscheinung trete und eine unnatürlich wirkende Terraing estal- tung resultiere, unerheblich sei, ob es sich um ein «echtes» (d.h. zu den zulässigen Vollgeschossen hinzukommendes) oder ein an die Stelle eines Vollgeschosses tr e- tendes Untergeschoss handle. 6.8. Die in der Publikation von Christoph Fritzsche und Pet er Bösch (Zürcher Planungs- und Baurecht, 3. A., 2003) vertretene Auffassung, wonach kommunale Abgrabungsvorschriften auf Untergeschosse, welche ein Vollgeschoss ersetzen, g e- nerell nicht anwendbar seien, erweist sich mithin als zu apodiktisch. Die sachgere ch- te Lösung dürfte darin bestehen, dass im Einzelfall zu klären ist, ob und i nwieweit die mit einer Abgrabungsvorschrift bezweckten Ziele durch die Freilegung von Unterg e- schossen, welche an die Stelle eines Vollgeschosses treten, tangiert bzw. in Frage gestellt werden. (Die BRK I kommt zum Schluss, dass die kommunale Baubehörde sich im Rahmen des ihr zustehenden Entscheidungsspielraumes gehalten hat, wenn sie beim zu beurteilenden Bauvorhaben von der Anwendbarkeit der fraglichen Vo rschrift ausgegangen ist u nd zugleich das gestalterische Genügen der Abgrabu ngen bejaht hat.)