B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2071/2014 U r t e i l v o m 1 3 . M a i 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richterin Sylvie Cossy; Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, Äthiopien, wohnhaft im Sudan, c/o Schweizer Botschaft in Khartum, Sudan, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 12. September 2013 / N (…). E-2071/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer mit an die schweizerische Botschaft in Kha r- tum (nachf olgend: Botschaft) adressierter, englischsprachiger Eingabe vom 27. Februar 2011 (Eingang Botschaft gemäss handschriftlichem Vermerk am 7. April 2011) ein nicht unterzeichnetes sinngemässes G e- such um Asylgewährung und Bewilligung der Einreise in die Schweiz be- ziehungsweise nach B._______ stellte, dass das BFM dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 3. Juli 2013 – übermittelt durch die Botschaft und vom Beschwerdeführer em p- fangen am 20. August 2013 – unter anderem mitteilte, die Botschaft sei aus Kapazitäts- und Sicherheitsgründen nicht in der Lage, Befragungen von Asylsuchenden durchzuführen, weshalb er ersucht werde, in nert 30 Tagen einen detaillierten Fragenkatalog (insb. betreffend persönliche und familiäre Angaben, Asylgründe, Aufenthalt im Sudan, Dokumente und Beweismittel) zu beantworten, dass der Beschwerdeführer den Fragenkatalog mit englischsprachiger und unterzeichneter Eingabe vom 25. August 2013 beantwortete, dass er anlässlich seines schriftlichen Asylgesuchs und seiner Eingabe vom 25. August 2013 im Wesentlichen Folgendes geltend machte, dass er in C._______/Wolkait ( heutige Region Tigray, Äthiopien) als Christ und ethnischer Amhara geboren sei und seine Mutter mit ihm im Al- ter von sieben Jahren aufgrund des Bürgerkrieges und von Vertreibungen nach Sudan geflüchtet sei, dass seine Mutter alsbald krankheitsbedingt verstorben sei und er von ei- ner sudanesischen Frau – damals Zimmergenossin im Spital vor dem Versterben seiner Mutter – nach sudanesischer Kultur und islamischer Religion aufgezogen worden sei, wobei er einen anderen Namen erhalten habe, dass er erst im Jahre 1984 – nach eigenen Recherchen – Kenntnis von seiner ta tsächlichen geografischen, ethnischen und religiösen Herkunft erhalten, daraufhin seine islamische Pflegefamilie verlassen und seither ein eigenes Leben geführt habe, wobei er als Chauffeur erwerbstätig und in Khartum wohnhaft gewesen sei und dort eine Familie (Ehefrau und […] gemeinsame Kinder) gegründet habe, mit welcher er seither zusamme n- lebe, E-2071/2014 Seite 3 dass Leute aus Wolkait prinzipiell als Feinde der von der TPLF (Tigray People’s Liberation Front) und EPRDF (Ethiopian Peoples’ Revolutionary Democratic Front) geprägten äthiopischen Regierung gälten und eine Rückkehr in sein Heimatland daher undenkbar sei, zumal seine He r- kunftsregion vollständig von den Leuten der TPLF besetzt und sein ver- storbener Vater offenbar Mitglied der oppositionellen EDU (Ethiopian De- mocratic Union) gewesen sei, dass er im Sudan vom UNHCR als Flüchtling registriert sei, dass ein weiterer Verbleib ihn nicht nur aufgrund der dortigen wirtschaftli- chen, politischen und sozialen Situation unzumutbar geworden sei, so n- dern auch , weil er nach Kenntnisnahme seiner tatsächlichen Herkunft zum Christentum übergetreten sei und deshalb Benachteiligungen durch die islamischen sudanesischen Behörden befürchte, sobald diese von seinem Glauben erfahren würden, dass er in keinem Land weitere Familienmitglieder oder Verwandte habe und auch nichts über das Schicksal seiner (…) Brüder wisse, dass er als Beweismittel eine vom sudanesischen Flüchtlingskommissa - riat am 15. Juli 2013 ausgestellte Identitätskarte mit englischer Überse t- zung zu den Akten gab, dass das BFM das Asylgesuch mit Verfügung vom 12. September 2013 – eröffnet am 19. März 2014 – ablehnte und die Einreise de s Beschwerde- führers in die Schweiz nicht bewilligte, dass das BFM in der Begründung zunächst aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers auf ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den äthi o- pischen Behörden schliesst, vorliegend aber den Asylausschlussgrund von alt Art. 52 Abs. 2 AsylG (SR 142.31) als anwendbar erachtet, weil diesem ein weiterer Verbleib im Drittstaat Sudan und eine dortige Schutz- suche möglich und zumutbar sei, dass Flüchtlinge im Sudan, welche – wie der Beschwerdeführer – vom UNHCR registriert und einem Flüchtlingslager zugeteilt worden seien, dort die nötige Versorgung und im Bedarfsfall Schutz beim UNHCR erhal- ten würden, dass die Lebenssituation de s Beschwerdeführers und der zahlreichen anderen äthiopischen Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan und sp e-E-2071/2014 Seite 4 ziell in Khartum gewiss nicht einfach sei, er aber schon über dreissig Jah- re dort lebe, einer Arbeit nachgehe, eine F amilie gegründet habe und auf die Unterstützung einer grossen äthiopischen Diaspora zählen könne, dass schliesslich keine Verwandte n oder Bezugspersonen de s Be- schwerdeführers in der Schweiz leb ten und den Akten auch keine Hi n- weise auf allfällige andere Anknüpfungspunkte zur Schweiz zu entne h- men seien, wogegen die Beziehungsnähe zum Sudan aufgrund des lang- jährigen Aufenthalts, der kulturellen Nähe und der erheblich besseren Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten dort deutlich ausgeprä g- ter sei als in der Schweiz, dass der Sachverhalt vorliegend vollständig erstellt sei, dessen Abklärung mithin die Anwesenheit des Beschwerdeführers in der Schweiz nicht e r- fordere und sich die Annahme einer unmittelbaren Gefährdung und flücht- lingsrechtlich bedeutsamen Zwangssituation für den Fall eines weiteren Verbleibs im Sudan und mithin eine Schutz bedürftigkeit im Sinne von Art. 3 AsylG nicht aufdränge, dass der Beschwerdeführer mit an die Botschaft adressierter , englisch- sprachiger Beschwerdeeingabe vom 25. März 2014 die erneute Überprü- fung der Sache sowie sinngemäss die Auf hebung der Verfügung vom 12. September 2013, die Gewährung von Asyl und die Bewilligung der Einreise in die Schweiz beantragt, dass er in der Begründung die seit dem Jahre 1976 konstant bestehende Unterdrückung, Diskriminierung, Verfolgung und Vertreibung von Angehö- rigen aller "Wolkait ethnic groups" in Äthiopien durch die TPLF bekräftigt und geltend macht, deren Angehörige seien aufgrund der engen Verbun- denheit der sudanesischen und der äthiopisch en Regierung und der Akti- vitäten von äthiopischen Geheimdienstagenten auf sudanesischem Terr i- torium der ständigen Gefahr einer Deportation zurück nach Äthiopien ausgesetzt, wo ihnen Inhaftierung und Folter drohe, dass gerade auch er aufgrund seiner "opposition activities" in den Jahren 2011 und 2013 Ziel versuchter Kidnappings durch äthiopische Agenten gewesen sei und solche weiterhin befürchte, dass aber auch sudanesische Sicherheitsorgane ihn ausdrücklich vor po- litischer Opposition gegen die äthiopische Regierung gewarnt hätten und anlässlich eines nächtlichen Besuchs an seinem Wohnort ihn und seine E-2071/2014 Seite 5 Familie in Angst und Schrecken versetzt hätten, unter gänzlicher Mis s- achtung seines UNHCR-Flüchtlingsstatus, dass er ferner auf seine soziale Isolation im Sud an durch Christen au f- merksam macht, da er dort die islamische Religion angenommen habe, dass er und seine Familie im Sudan zwar registrierte Flüchtlinge seien, jedoch keine Beziehungen mehr zu Äthiopien bestünden und gleichzeitig eine Integration in die sudanesische Gesellschaft weder möglich noch von ihnen beabsichtigt sei, weil sie keinen Anspruch auf Gleichberecht i- gung mit den sudanesischen Staatsbürgern hätten, dass er somit weder im Sudan auf unabsehbare Zeit leben noch nach Äthiopien zurückkehren kö nne, somit faktisch staatenloser Flüchtling sei und deshalb um Niederlassung in der Schweiz ersuche, dass die Beschwerde am 30. März 2014 bei der Botschaft einging , von dieser an das BFM und – mit Begleitformular des BFM, jedoch ohne Z u- stellcouvert – sodann an das Bundesverwaltungsgericht weitergeleitet wurde, wo sie am 17. April 2014 eintraf, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ff. VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, spätestens mit der unterzeichneter Eingabe vom 25. Au gust 2013 (Beantwortung Fragekatalog des BFM) auch höchstpersönlich au f- getreten ist (vgl. BVGE 2011/39) , durch die angefochtene Verfügung b e- sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren A ufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der B e- schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), E-2071/2014 Seite 6 dass die englischsprachige Beschwerde zwar nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst ist, im Auslandverfahren jedoch aus prozessök o- nomischen Gründen praxisgemäss auf die Einforderung einer Beschwe r- deverbesserung im Sinne von Art. 52 VwVG zu verzichten ist, wenn das Rechtsmittel – wie vorliegend – verständlich begründet ist, so dass ohne weiteres darüber befunden werden kann, dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver halts gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass die Möglichkeit, im Ausland ein Asylgesuch bei einer Schweizer Ver- tretung zu stellen, mit Wirkung ab dem 29. September 2012 aufgehoben worden ist, wobei für Asylgesuche, die vor dem Inkrafttreten gestellt wo r- den sind – dies ist vorliegend der Fall –, die Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 in der bish erigen Fassung des Gesetzes (alt AsylG) gelten ( Über- gangsbestimmung zur Änderung vom 28. September 2012), dass gemäss Art. 19 Abs. 1 alt AsylG ein Asylgesuch im Ausland bei einer Schweizer Vertretung gestellt werden konnte, welche es mit einem B e- richt an das BFM zu überweisen hatte (Art. 20 Abs. 1 alt AsylG), dass die Schweizer Botschaft mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchzuführen hatte und, wenn dies nicht möglich war, die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert wurd e, ihre Asy l- gründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 1 und 2 alt Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]), E-2071/2014 Seite 7 dass sich eine persönliche Befragung oder schriftliche Sachverhaltsab - klärung erübrigen konnte, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des ein- gereichten Asylgesuchs erstellt war, jedoch bei einem sich abzeichnen - den negativen Entscheid der asylsuchenden Person diesbezüglich das rechtliche Gehör zu gewähren war und das BFM den Verzicht auf eine Befragung zu begründen hatte (vgl. BVGE 2007/30 E. 5), dass das BFM vorliegend in seiner Zwischenverfügung vom 3. Juli 2013 den Verzicht auf eine Befragung begründete, den Beschwerdeführer zur Beantwortung eines detaillierten Fragenkataloges aufforderte und ihm mit Blick auf die allfällige negative Beurteilung des Asylgesuchs und der Ei n- reisebewilligung Gelegenheit bot, eine Stellungnahme abzugeben, dass das BFM somit den verfahrensrechtlichen Anforderungen insoweit Genüge getan hat, dass das BFM ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen kann, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3 und Art. 7 AsylG, Art. 52 Abs. 2 alt AsylG), dass nach Art. 3 AsylG eine Verfolgungssituation dann vorliegt, wenn die betroffene Person in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht ha t, so l- chen Nachteilen ausgesetzt zu werden, dass das BFM de m Asylsuchenden gemäss Art. 20 Abs. 2 alt AsylG die Einreise zur Abklärung des Sachverhalts bewilligt, wenn ih m nicht zu - gemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen, dass gestützt auf Art. 20 Abs. 3 alt AsylG das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen erm ächtigen kann, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe, dass für die Erteilung einer Einreisebewilligung restrik tive Voraussetzun- gen gelten, wobei den Behörden ein weiter Ermessenspielraum zukommt, E-2071/2014 Seite 8 dass neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG na- mentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schut z- gewährung durch einen anderen Staa t, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungsmöglichkeiten in der Schweiz in Betracht zu ziehen sind (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3), dass das Bundesv erwaltungsgericht gewisse Zweifel an der vorgetrag e- nen Lebensgeschichte des Beschwerdeführers hat, dass das BFM jedoch in der angefochtenen Verfügung anerkennt, dass der Beschwerdeführer in seinem Heimatland "ernstzunehmende Schwi e- rigkeiten" hatte beziehungsweise im Falle einer Rückkehr zu befürchten hätte, dass es mit umfassenden, ausgewogenen und hinlänglich auf die Praxis des Bundesverwaltungsgerichts abgestützten Erwägungen gesetzes- und praxiskonform zur Erkenntnis gelangt ist, diese Verfolgungs- bezie- hungsweise Gefährdungssituation lasse einen weiteren Verbleib im Gast- land Sudan nicht als unzumutbar erscheinen, zumal er seit drei Jahrzehn- ten dort lebe und seitens des UNHCR als Flüchtling registriert sei, dass auf die betreffenden Erwägungen gemäss Zusammenfassung oben und im Detail gemäss angefochtener Verfügung verwiesen werden kann, dass die Bekräftigung der in Äthiopien bestehenden Verfolgungs - bezie- hungsweise Gefährdungssituation angeblich aller "Wolkait ethnic groups" durch die TPLF in der Beschwerde an den vorinstanzlich gewonnenen Erkenntnissen nichts ändert, dass die Behauptung, Angehörige der "Wolkait ethnic groups" seien au f- grund der engen Verbundenheit der sudanesischen und der äthiopischen Regierung und der Aktivitäten von äthiopischen Geheimdienstagenten auf sudanesischem Territorium der ständigen Gefahr einer Deportation z u- rück nach Äthiopien ausgesetzt, wo ihnen Inhaftierung und Folter drohe , in dieser pauschalen Form offensichtlich nicht zutrifft, dass das Bundesverwaltungsgericht in konstanter Praxis das Risiko für äthiopische Flüchtlinge im Sudan, Opfer einer Deportation oder Entfü h- rung zu werden, vielmehr als sehr gering einstuft (vgl. etwa das Urteil E - 1592/2013 vom 23. Oktober 2013 E. 6.3 f. und E. 6.5) und den Akten kein spezifisches Risikoprofil des Beschwerdeführers zu entnehmen wäre, das E-2071/2014 Seite 9 an dieser grundsätzlichen Einschätzung vorliegend etwas zu ändern ve r- möchte, dass im Asylverfahren – wie im übrigen Verwaltungsverfahren – der Un- tersuchungsgrundsatz gilt, das heisst, die As ylbehörde hat den rechtse r- heblichen Sachverhalt vor ihrem Entscheid von Amtes wegen vollständig und richtig abzuklären (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG, Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG), dabei die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsu n- terlagen zu beschaffen, die relevanten Umstände abzuklären und darüber ordnungsgemäss Beweis zu führen, dass ein Gesuchsteller in formeller Hinsicht Anspruch auf Wahrung se i- nes Anspruchs auf rechtliches Gehör hat (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 und Art. 32 Abs. 1 VwVG), wob ei dieser Grundsatz unter anderem fordert, dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berüc k- sichtigt, was sich entsprechend in einer (sachgerecht anfechtbaren) En t- scheidbegründung niederzuschlagen hat (Art. 35 Abs. 1 VwVG; EMARK 2004 Nr. 38 E. 6.3 und 2006 Nr. 24 E. 5.1), dass das Gericht vorliegend eine im Verfügungszeitpunkt bestandene un- vollständige Sachverhaltsfeststellung und Verletzung des rechtlichen G e- hörs durch die Vorinstanz insoweit erkennt, als das BFM die im Zusa m- menhang mit der angeblichen Rekonversion zum Christentum im Gast- staat Sudan stehenden Befürchtungen weder im Sachverhaltsteil der a n- gefochtenen Verfügung erfasst noch im Begründungsteil gewürdig t hat, obwohl sie spätestens mit der Beantwortung des Fragenkatalogs akte n- kundig waren (vgl. Eingabe vom 25. August 2013 Bst. C Ziff. 5), dass sich insoweit eine Kassation der angefochtenen Verfügung aufdrän- gen würde und das BFM aufzufordern wäre, im wiede raufzunehmenden erstinstanzlichen Verfahren das Vorbringen sachverhaltlich zu erfassen und sodann zu prüfen, ob der B eschwerdeführer im Zusammenhang mit dieser behaupteten Rek onversion zum Christentum – einem religiösen und daher flüchtlingsrechtlich bedeutsamen Motiv – im Sudan und somit "im Land, in dem er zuletzt wohnte" einer Verfolgung ssituation im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt ist, dass eine Verfolgungssituation jedoch, um zum rechtserheblichen Sac h- verhalt zu werden, nach gewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG) und sie dann glaubhaft gemacht ist, wenn die E-2071/2014 Seite 10 Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält, wobei Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wide r- sprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass am Wahrheitsgehalt der Rekonversion zum Christentum im Suda n indessen Zweifel anzubringen sind, weil das V orbringen im Asylgesuch vom 27. Februar 2011 noch mit keinem Wort erwähnt wurde, dass unbesehen dessen der Beschwerdeführer das Sachverhaltselement mit seinen Ausführungen in der Beschwerde selber insofern implizit wie- der negiert, als er auf seine aktuelle soziale Isolation im Sudan durch die dort lebenden Christen und deren gegen seine Familie gerichteten Ostr a- zismus aufgrund des von ihm angenommenen islamischen Glaubens aufmerksam macht, dass abgesehen davon auch die Umstände, dass die Rekonversion des Beschwerdeführers den sudanesischen Behörden über Jahrzehnte bis heute unbemerkt geblieben sei und dass er den ihm in seiner Kindheit angeblich von der Pflegefamilie zugewiesenen (…) nach wie vor trägt, die Erkenntnis einer aktuellen islamischen (statt christlichen) Glaubenszuge- hörigkeit erhärten, dass damit die zwischenzeitlich im erstinstanzlichen Verfahren geltend gemachte Rekonversion des Beschwerdeführers zum Christentum retr o- spektiv aus dem Sachverhalt zu weisen und von seiner islamischen Glaubenszugehörigkeit auszugehen ist, dass gleichsam die in der Beschwerde geltend gemachten und auf suda- nesisches Territorium bezogenen "opposition activities" , Kidnappings durch äthiopische Agenten sowie Warnungen sudanesischer Sicherheits- organe vor weiterer politischer Opposition gegen die äthiopische Regi e- rung und entsprechende Einschüchterungen offensichtlich nachgesch o- ben sind, zumal sie mit keinerlei Erklärungen für das Verschweigen auf erstinstanzlicher Ebene begleitet sind, dass im Übrigen der fehlende Anspruch auf Gleichberechtigung mit den sudanesischen Staatsbürgern keine Unzumutbarkeit eines weiteren Ver - bleibs im Sudan auslöst, sondern gerade in der Natur der ausländischen Staatszugehörigkeit begründet liegt und keine Diskriminierung darstellt, E-2071/2014 Seite 11 dass es somit – und durchaus unter Mitberücksichtigung seiner nicht ei n- fachen wirtschaftlichen und sozialen Lebenssituation – dem Beschwerde- führer nicht gelungen ist, eine aktuelle Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG aufzuzeigen, welche die Bewilligung der Einreise in die Schweiz rechtfertigen würde, weshalb seine Schutzbedürftigkeit im Sinne von Art. 20 alt AsylG nicht gegeben ist, dass unbestrittenermassen keinerlei Beziehungsnähe zur Schweiz au s- zumachen ist und die Behauptung des Beschwerdeführers, seine Integra- tion in die sudanesische Gesellschaft sei weder möglich noch von ihm beabsichtigt, angesichts seiner erstinstanzlichen Schilderungen (über drei Jahrzehnte Aufenthalt im Sudan seit Kindesalter, Schulbesuche , selb- ständige Lebensführung seit dem Jugendalter, Familiengründung, lan g- jährige Berufstätigkeit) gänzlich haltlos erscheint, dass unter den gegebenen Umständen eine subsidiäre Schutzgewährung durch die Schweiz nicht erforderlich erscheint und es dem Besch werde- führer freigestellt ist, seine allfälligen Bemühungen um Einreise nach B._______ weiter zu verfolgen, dass das BFM nach dem Gesagten im Ergebnis zu Recht und mit zutre f- fender Begründung die Erteilung der Einreisebewilligung verweigert und das Asylgesuch abgelehnt hat, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens d ie Kosten de m Beschwerde- führer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 -3 des Reg- lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), aus verwal - tungsökonomischen Gründen inde ssen von einer Kostenauflage abzu - sehen ist (vgl. Art. 6 Bst. b VGKE). (Dispositiv nächste Seite) E-2071/2014 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer , das BFM und die schweizerische Vertretung in Khartum. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand: