JAAC64.82 Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 31. Januar 2000 i.S. G. AG [SRK 1999-011] Taxe sur la valeur ajoutée. Extinction de la dette fiscale par compensation avec un excédent d’impôt préalable. Etendue de l’objet du litige en procédure de recours. - Seule la décision sur réclamation de l’instance précédente peut être contestée dans le cadre de la procédure devant la Commission fédérale de recours en matière de contributions (consid. 1b). - Un contribuable ne peut pas procéder à la compensation de sa dette fiscale par un excédent d’impôt préalable contre la volonté de l’Administration fédérale des contributions (AFC), à moins qu’une norme correspondante ne l’y autorise expressément (consid. 4). - Une compensation des montants d’impôt préalable selon l’art. 29 al. 1 OTVA n’est possible qu’en relation avec la dette fiscale déclarée dans le même décompte (consid. 5a). Mehrwertsteuer. Untergang der Steuerschuld durch Verrechnung mit Vorsteuerüberschuss. Umfang des Streitgegenstandes im Beschwerdeverfahren. - Anfechtungsobjekt im Verfahren vor der Eidgenössischen Steuerrekurskommission ist einzig der vorinstanzliche Einspracheentscheid (E. 1b). - Ein Steuerpflichtiger kann einen Vorsteuerüberschuss nicht gegen den Willen der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) mit seiner Steuerschuld verrechnen, es sei denn, er werde durch eine entsprechende Norm ausdrücklich dazu ermächtigt (E. 4). - Eine Verrechnung von Vorsteuern gemäss 29 Abs. 1 MWSTV ist nur in Bezug auf die in demselben Abrechnungsformular deklarierte Steuerschuld möglich (E. 5a). 1Imposta sul valore aggiunto. Estinzione del debito fiscale attraverso compensazione con un versamento troppo elevato dell’imposta precedente. Oggetto litigioso nella procedura ricorsuale. - Oggetto litigioso nella procedura davanti alla Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni può essere solamente la decisione su reclamo dell’istanza precedente (consid. 1b). - Un contribuente non può compensare il suo debito fiscale con un versamento troppo elevato dell’imposta precedente contro la volontà dell’Amministrazione federale delle contribuzioni (AFC), a meno che non vi sia una norma che lo autorizzi esplicitamente (consid. 4). - Una compensazione di imposte precedenti secondo l’art. 29 cpv. 1 OIVA è possibile solo in relazione al debito fiscale dichiarato nello stesso formulario di calcolo (consid. 5a). A. FürdasdritteQuartal1996deklariertedieG.AGeine MehrwertsteuerschuldvonFr.28401.80undbezahltehieranmitZahlung vom19.Februar1997einenBetragvonFr.14642.15. Fürdenrestlichen BetragvonFr.13759.65erklärtesieVerrechnungmiteinemgleichhohen VorsteuerüberschussausdemviertenQuartal1996. B. MitEinspracheentscheidvom1.Dezember1998hieltdieEidgenössische Steuerverwaltung(ESTV)fest,dassdieRestforderungvonFr.13759.65nicht durchVerrechnunguntergegangensei. Vielmehrhabesiedenfraglichen Vor­steuerüberschussandieMehrwertsteuerschuldenausdemzweitenund drittenQuartal1995angerechnet. EineVerrechnungseinämlichgemäss Art.125Ziff.3desObligationenrechtsvom30.März1911(OR,SR220)gegen denWillendesGemeinwesensnichtmöglich. C. MitEingabevom31.Dezember1998führtdieG.AGgegendiesenEntscheid derESTVbeiderEidgenössischenSteuerrekurskommission(SRK)Beschwerde undstelltfolgendeAnträge: «1. Es sei der Einsprache - Entscheid vom 1. Dezember 1998 aufzuheben. 2. Es seien die Zahlungen so zu verbuchen wie wir diese angezeigt und bezahlt haben (Zuordnung auf jeden Check angezeigt) 3. Die Betreibungen sind als «Irrtümlich» zurückzuziehen. 4. Die Kosten sind uns gutzuschreiben. 5. Es soll eine neue Zins und Kostenrechnung erstellt werden. 6. Es soll an unseren Betrieb eine angemessene Entschädigung bezahlt werden. 7. Es soll ein Entschuldigungsschreiben verfasst werden das an unsere Lieferanten verschickt werden kann.» ZurBegründungträgtsievor,siehätteper31.Dezember1994ihregeleasten AutosundLastwagenentsteuertinderMeinung,diesseiinOrdnung. Auf GrundeinesBundesgerichtsentscheidshabesichdannaberherausgestellt, 2dassdieseAuffassungnichtzutreffe,sodass(fürdasJahr1995)eine SteuerschuldvonungefährFr.100000.-entstandensei. Siehabedannder ESTVeineAbzahlungsvereinbarungmitmonatlichenAbschlagszahlungen vonFr.4000.-vorgeschlagenunddieRateninderFolgeauchbezahlt. Aus einemfürsienichtnachvollziehbarenGrundhabedieESTVplötzlichdamit begonnen,dieordentlichenSteuerzahlungenfürdieBezahlungderalten Steuerschuldzuverwenden. AusdenErwägungen: 1.a. (...) b.aa. AnfechtungsobjektimVerfahrenvorderSRKbildeteinzigder vorinstanzlicheEinspracheentscheid. DerStreitgegenstanddarfimLaufe desBeschwerdeverfahrensgrundsätzlichwedererweitertnochqualitativ verändertwerden;erkannsichhöchstensverengenundumnichtstreitige Punktereduzieren,nichtaberausweiten(vgl. André Moser,inMoser/Uebersax, ProzessierenvoreidgenössischenRekurskommissionen,Basel1998,S.30f. Rz.2.13mitweiterenHinweisen;vgl. auchnichtveröffentlichteEntscheide derSRKvom20.August1999i.S.A.[SRK1998-044],E.1d,vom21.Juni1999i.S. S.[SRK1998-138],E.2aundvom19.März1999i.S.S.V.T.[SRK1998-048],E.1b). AusnahmsweisewerdenAntragsänderungenund-erweiterungen,dieim ZusammenhangmitdemStreitgegenstandstehen,ausprozessökonomischen Gründenzugelassen. Voraussetzungdafürist,dasseinerseitsein(sehr)enger BezugzumbisherigenStreitgegenstandbestehtundanderseitsdieVerwaltung imLaufedesVerfahrensGelegenheithatte,sichzudieserneuenStreitfrage zuäussern(Moser,a.a.O.,S.75Rz.2.83;vgl. auchEntscheidderSRKvom 31.Januar1996inSachenP.[SRK1995-026]E.1b,veröffentlichtin VPB61.21 S.193). VoraussetzungfüreinEintretenderBeschwerdeinstanzaufeininder BeschwerdegestelltesBegehrenistdasVorliegeneinerVerfügungder Vorinstanz,diesichausdrücklichzumGegenstand,aufdensichdas Beschwerdebegehrenbezieht,ge­äusserthat. Zudemistesnichtzulässig,den StreitgegenstandimBeschwerdeverfahrengegenüberdemRechtsverhältnis, dasGegenstanddesvorinstanzlichenVer­fahrensbildete,auszudehnen( Fritz Gygi,Bundesverwaltungsrechtspflege,2.Aufl.,Bern1983,S.44ff. undS.256). bb. ImvorliegendenFallistderEinspracheentscheidderESTVvom 1.De­zember1998derAusgangspunktdesVerfahrens. EinzigdasDispositiv diesesEin­spracheentscheidesderVerwaltungistdasAnfechtungsobjekt fürdieBeschwerdeführerin. ImDispositivhieltdieESTVfest,welchen SteuerbetragdieBeschwerdeführerinfürdasdritteQuartal1996insgesamt schuldetundwievielsiehiervonnochzuentrichtenhat. Ausserdem verurteiltesiedieBeschwerdeführerinzurZah­lungvonVerzugszins aufderverspätetgeleistetenTeilzahlungvonFr.14642.15undhobden RechtsvorschlaginderanhängiggemachtenBetreibungteilweiseauf. Soweit dieBeschwerdeführerinbeantragt,esseienfürandereQuartalealsdasdritte Quartal1996dieZahlungenineinervonihrgewünschtenFormzuverbuchen, gehtsiemitihremAntraginunzulässigerWeiseüberdasAnfechtungsobjekt hinaus,weshalbdaraufnichteingetretenwerdendarf. Ebensoausserhalbdes StreitgegenstandesliegtdasBegehren,esseieinEntschuldigungsschreibenzu verfassen,welchesdieBeschwerdeführerinanihreLieferantenverschicken könne. UnzuständigistdieSRKsodannzurBeurteilungdesAntrags,essei 3derBeschwerdeführerineineangemesseneEntschädigungzubezahlen. EinesolcheEntschädigungimSinneeinesSchadenersatzesodereiner GenugtuungwäreimVerfahrennachArt.10desBundesgesetzesüber dieVerantwortlichkeitdesBundessowieseinerBehördenmitgliederund Beamtenvom14.März1958(Verantwort­lichkeitsgesetz[VG],SR170.32)zu beurteilen,nichtjedochimRahmeneinesBeschwerdeverfahrensgegeneinen EinspracheentscheidderESTVbetreffenddieMehrwertsteuer. ImvorliegendenVerfahrenzulässigistdagegendasBegehrenumAufhebung desvorinstanzlichenEntscheids. InsoweitistaufdieBeschwerdeeinzutreten. DasVer­fahrenbestimmtsichnachdemBundesgesetzvom20.April1968über dasVerwaltungsverfahren(VwVG,SR172.021;Art.71aAbs.2VwVG),soweit nichtspezialgesetzlicheNormendesSteuerrechtsanzuwendensind. 2. (...) 3. DieBeschwerdeführerinrügtinihrerBeschwerdeinsbesonderedas VorgehenderESTV,welchedenVorsteuerüberschussausdemviertenQuartal 1996andieSteuerschuldandererQuartaleangerechnethatalsvonihrauf demZahlungscheckvom16.Februar1997angezeigt. a. DerVorsteuerabzugnachArt.29ff. derVerordnungvom22.Juni1994 überdieMehrwertsteuer(MWSTV,SR641.201)isteinwesentlichesElement derschweizerischenMehrwertsteuer,welchevonihremSystemherals Nettoallphasensteuerausgestaltetist. ErstütztsichdirektaufArt.196Ziff.14 Abs.1Bst.hderBundesverfassungvom18.April1999(BV,SR101)und ermöglichtes,dassderUnternehmernurseineneffektiven«Mehrwert» zuversteuernhat. DieBerechnungderSteuerundderVorsteuersind auseinanderzuhalten. InderPraxiserfolgtdieBerechnungderproQuartal bzw. proSemesterzubezahlendenSteuerderart,dassderSteuerpflichtige zunächstdieSteueraufseinemAusgangsumsatz(=Ausgangsumsatzsteuer) ermittelt. SodannberechneterdieVorsteuern,welcheihmvonseinen LieferantenundAuftragnehmernüberwälztwurden,undverrechnetdiese mitderSteuerforderung(vgl. Art.196Ziff.14Abs.1Bst.hBV,Art.29Abs.1 MWSTV;vgl. auchdasAbrechnungsformular,Ziff.10,14-16). Damitreduziert dieVorsteuerseineZahllastgegenüberderESTV(vgl. EntscheidderSRKvom 15.Oktober1999i.S.M.[SRK1998-071],E.4;vgl. Alois Camenzind / Niklaus Honauer,HandbuchzurneuenMehrwertsteuer,Bern1994,Rz.866ff.). ImGegensatzzurAbrechnungüberdieAusgangsumsatzsteueristder Steuerpflichtigenichtverpflichtet,quartalsweisediebeiihmangefallenen Vorsteuernzudeklarieren. Eristnichteinmalverpflichtet,seineVorsteuern überhauptgeltendzumachen(vgl. die«kann-Formulierungen»inArt.29 Abs.1und3MWSTVundauchdieWendunginArt.29Abs.6MWSTV, welchevoneinem«Anspruch»,nichtjedocheiner«Pflicht»zumAbzug spricht). Soistesihmgrundsätzlicherlaubt,überdiebeiihmangefallenen VorsteuernauchblosseinmaljährlichabzurechnenoderVorsteuern bestimmterInvestitionen,welchesichübermehrereQuartaleerstrecken, zusammenineinerAbrechnunggeltendzumachen. WillerseinesAnspruchs 4aufAnrechnungderVorsteuerindesnichtverlustiggehen,haternebst denformellenAnforderungengemässArt.29MWSTVimmerhindie VerjährungsfristengemässArt.41MWSTVzubeachten. b. DieverfassungsmässigenVorgabenenthaltenkeinepräzisierenden BestimmungenüberdieEntrichtungderSteuernbzw. dasVorgehenbeim AnfalleinesVorsteuerüberschusses. DerBundesratstütztesichsomitbeim ErlassvonArt.38,39und59MWSTVdirektaufdieGeneralermächtigung vonArt.8Abs.1derÜbergangsbestimmungenderaltenBundesverfassung vom29.Mai1874(UeBaBV,AS 1994 258)bzw. Art.196Ziff.14Abs.1Satz1 BV.DievonihmgetroffeneRegelungsiehtvor,dassderSteuerpflichtige derESTVinnert60TagennachAblaufderAbrechnungsperiodediefür diesenZeitraumgeschuldeteSteuerabzüglichdergel­tendgemachten Vorsteuerneinzahlenmuss(Art.38Abs.1MWSTV).ErgibtsichaufGrund derVerrechnungvonSteuerundVorsteuerngemässAbrechnungeinSaldozu GunstendesSteuerpflichtigen,sowirdihmdieserVorsteuerüberschussinder Regelinnert60Tagenseit EintreffenderAbrechnungausbezahlt(Art.39Abs.1 MWSTV;vgl. auchZiff.960derWegleitung1997fürMehrwertsteuerpflichtige [Wegleitung]). IndreinäherbezeichnetenFällendarfdieESTVindes dieAuszahlungeinesVorsteuerüberschussesverweigern. Nichtzur AuszahlunggelangtderÜberschusseinmaldann,wenneineBerichtigung derSelbstveranlagungergibt,dassdieAbrechnungFehlerenthielt(Art.39 Abs.3MWSTV).SodannbehältsichdieESTVeineVerrechnungdes VorsteuerüberschussesmitEinfuhrsteuerforderungenvor,selbstwenn diesenochnichtfälligsind(Art.39Abs.2MWSTV).Schliesslichkanneine AuszahlungdesÜberschussesauchdannverweigertwerden,wennerzur SteuersicherungnachArt.59Abs.1MWSTVver­wendetwird,wobeigemäss dieserBestimmungsowohleineVerrechnungdesVorsteuerüberschussesmit SchuldenausfrüherenPeriodenalsauchmiterstinZukunftzuerwartenden Schuldenmöglichist. DieseRegelungenbezüglichEntrichtungderSteuerbzw. Behandlung einesVorsteuerüberschussessindsachgerechtundliegenohneweiteres imRahmenderdemBundesrateingeräumtenKompetenzzumErlassvon AusführungsbestimmungengemässArt.8Abs.1UeBaBVbzw. Art.196 Ziff.14Abs.1Satz1BV.Insbesonderewerdendieübergeordneten, systemtragendenGrundprinzipienderMehrwertsteuer,wieetwader GrundsatzderAllgemeinheitderSteuer,derSteuerneut­ralitätsgrundsatz, dasÜberwälzbarkeitsprinzip,derGrundsatzdereinmaligenBe­steuerung oderdasBestimmungslandprinzipdadurchnichtverletzt(vgl. Urteildes Bundesgerichtsvom29.Juni1999i.S.R.[2A.186/1998und2A.187/1998/rnd], E.6a;vgl. auchMWST-Journal4/98,S.168ff.,E.6a/aaunddennicht publiziertenEntscheidderSRKvom22.Oktober1997i.S.S.[SRK1996-050], E.2c). 4. DieVerrechenbarkeitvonsichgegenüberstehendenForderungenist einallgemeiner,auchimöffentlichenRechtgeltenderRechtsgrundsatz (Ulrich Häfelin / Georg Müller ,GrundrissdesallgemeinenVerwaltungsrechts, 3.Aufl.,Zürich1998,Rz.151). Immerhinsindhierbeiverwaltungsrechtliche Sonderbestimmungenzubeachten,welchedieVerrechenbarkeitvon ForderungenzwischeneinemBürgerunddemGemeinweseneinschränken können. EinederartigeEinschränkungergibtsichausArt.125Ziff.3OR, welcherbesagt,dassgegendenWillendesGläubigersVerpflichtungen 5gegendasGemeinwesenausöffentlichemRechtnichtverrechnetwerden können. Diesbedeutet,dassesdemSchuldnereineröffentlichrechtlichen Forderungverwehrtist,demGemeinwesenalsGläubigerdieVerrechnung einesausdemZivilrechtstammendenAnspruchsentgegenzuhalten. Dem GemeinwesendagegenstehtauchineinemsolchenFalldieVerrechnungoffen (Max Imboden / René A. Rhinow ,SchweizerischeVerwaltungsrechtsprechung. BandI:AllgemeinerTeil,BaselundFrankfurta.M.1986,Nr.33BII;vgl. auchEntscheidederSRKvom15.September1999i.S.B.[SRK1999-010], E.4,undvom2.Februar1999i.S.M.[SRK1998-007],E.4). Stehensichzwei öffentlichrechtlicheForderungengegenüber,entscheidetdasöffentliche RechtüberdieVerrechenbarkeit. Art.125Ziff.3ORisthiersomitnichtdirekt anwendbar,befindetmansichdochausserhalbdesGeltungsbereichsdes Obligationenrechts. GemässherrschenderLehreundPraxiskommtjedoch derinArt.125Ziff.3ORent­haltenenRegelungderCharaktereinesauchim öffentlichenRechtgeltendenallgemeinenPrinzipszu,sodassderPrivate auchdann,wennsichzweiöffentlichrechtlicheForderungengegenüber stehen,nurverrechnenkann,wenndasGemein­wesenzustimmtodereine entsprechendeNorm(z.B.Art.29Abs.1MWSTV)ihnausdrücklichdazu ermächtigt(vgl. VPB58.18 E.27S.149;SchweizerischesZen­tralblattfürStaats- undVerwaltungsrecht[ZBl]68/1967,S.68E.2;Imboden/Rhinow,a.a.O.,Nr.33 B/III/d;Peter Gauch / Walter R. Schluep ,SchweizerischesObligationenrecht. AllgemeinerTeil. BandII,7.Aufl.,Zürich1998,Rz.3366a; Eugen Bucher, SchweizerischesObligationenrecht. AllgemeinerTeil,2.Aufl.,Zürich1988, S.442). 5. ImvorliegendenFallmachtdieBeschwerdeführeringeltend,die SteuerforderungfürdasdritteQuartal1996bereitsbezahltzuhaben, undzwareinerseitsdurchdieZahlungvonFr.14642.15vom16.Februar 1997undandererseitsdurchVerrechnungeinesVorsteuerüberschusses vonFr.13759.65ausdemviertenQuartal1996. DieESTVhältdagegen, dieZahlungvonFr.14642.15zwarerhalten,eineVerrechnungdes VorsteuerüberschussesausdemviertenQuartal1996gestütztaufArt.125 Ziff.3ORdagegenverweigertzuhaben. DerfraglicheVorsteuerüberschusssei zurTilgungvonSteuerforderungenausdemzweitenunddrittenQuartal1995 verwendetworden. a. Wiebereitsgesehen,stehtesdenSteuerpflichtigenzu,imRahmen einerSteuerabrechnungihreVorsteuernmitdenAusgangsumsatzsteuern zuverrechnen(E.3ahiervor). Indesbeziehtsichdiese-vomGrundsatz abweichende-BefugniszurVerrechnungeinerForderunggegendas GemeinwesenaufGrunddesWortlautsdereinschlägigenBestimmungen («inseinerSteuerabrechnung»;vgl. Art.196Ziff.14Abs.1Bst.hBVund Art.29Abs.1MWSTV)nuraufsolcheForderungen,welchesichausder nämlichenAbrechnungergeben. Vorsteuerüberschüssekönnendeshalb vomSteuerpflichtigennichtgegendenWillenderESTVmitanderen SteuerforderungenzurVerrechnunggebrachtwerden. Vielmehrsehen Art.39und59MWSTVausdrücklichvor,wasinsolchenFällenzugeschehen hat: EntwederhatdieESTVdieVorsteuerüberschüsseauszuzahlen(Art.39 Abs.1MWSTV)odersieverrechnetsiegemässArt.59Abs.1Bst.aMWSTVmit offenenForderungenfrühererSteuerperioden. Soferndieentsprechenden Voraussetzungenerfülltsind,darfdieESTVeinenVorsteuerüberschuss auchzurVerrechnungerstinZukunftentstehenderSteuerforderungen 6verwenden(Art.59Abs.1Bst.bMWSTV).NirgendsräumtdieMWSTV dagegendemSteuerpflichtigeneinRechtein,wonacherselbstbestimmen könnte,obeinVorsteuerüberschussausbezahltwirdodernicht,undfalls erzurVerrechnunggelangt,mitwelchenfrüherenForderungenerzu verrechnenwäre. DieMöglichkeitzurVerrechnungvonVorsteuernmit SteuerforderungengemässArt.29Abs.1MWSTVbeziehtsicheinzigauf dasInabzugbringenderVorsteuernvonderSteuer,welcheindemselben Abrechnungsformularpflichtgemässdeklariertwurde. DieBemerkung derBeschwerdeführerinaufihremZahlungscheckstelltsomitnichteine ver­bindlicheVerrechnungserklärungdar,sondernvielmehreinzigeinen AntragzumAbschlusseinesVerrechnungsvertrags(vgl. Bucher,a.a.O.,S.442). DieserAntragdurftevonderESTVindesohneweiteresabgelehntwerden undsiewargestütztaufArt.39Abs.3inVerbindungmitArt.59Abs.1Bst.a MWSTVbefugt,denVorsteuerüberschussaufeineandere,ebenfallsfällige Steuerforderunganzurechnen. b. DieBeschwerdeführerinbringtdiesbezüglichvor,fürdie MehrwertsteuerschuldenausdemJahr1995besteheeine Abzahlungsvereinbarung,gemässwelchermonatlichFr.4000.-andie offenenForderungengeleistetwürden. Esseida­hernichtrechtens,dassdie ESTVentgegendieserVereinbarungversuche,ZahlungenfürandereQuartale sowieVorsteuerüberschüsseandieseForderungenanzurechnen. Diesbezüglichmussfestgestelltwerden,dassdieESTVimRahmenihres Einspracheentscheidsvom1.Dezember1998dieirrtümlicheVerwendung derZahlungvom16.Februar1997fürSteuerschuldenausdemJahr1995 korrigiertundsienunentsprechenddemVermerkaufdemZahlungscheck andasdritteQuartal1996angerechnethat. Indesistsiewiegesehennicht verpflichtet,denVorsteuerüberschussausdemviertenQuartal1996von Fr.13759.65ebenfallsandieSteuerschuldfürdasdritteQuartal1996 anzurechnen. Vielmehrwarsie-vorbehaltlicheinerentgegenstehenden VereinbarungmitderBeschwerdeführerin-befugt,denVorsteuerüberschuss mitdenebenfallsnochoffenenForderungenausdemzweitenunddritten Quartal1995zuverrechnen. EinediesemVorgehenentgegenstehendeVereinbarungbestehtnicht. Zwar triffteszu,dassdieBeschwerdeführerinderESTVmehrmalsbeantragthat,die ForderungenausdemJahr1995mittelsAbschlagszahlungenvonmonatlich Fr.4000.-zubegleichen. Ebenfallszutreffendist,dasssiebereitsmehrere solcheTeilzahlungenvorgenommenhat. Diesändertabernichtsdaran,dass dieESTVeineAbzahlunginRatenvonmonatlichFr.4000.-nieakzeptierthat. DerdiesbezüglichersteAntragderBeschwerdeführerinerfolgtemitBriefvom 8.August1997. HieraufantwortetedieESTVmitSchreibenvom14.August 1997undteiltederBeschwerdeführerinmit,dasssiemitdemvorgeschlagenen Zahlungsplannichteinverstandensei,botindesan,dieBegleichungder SteuerschuldinzehnRatenzuFr.9000.-zuakzeptieren. MitAntwortvom 31.August1997lehntedieBeschwerdeführerindiesenZahlungsplanabund hieltanihremAntragzurAbzahlungderSchuldinmonatlichenRatenvon Fr.4000.-fest. Am17.September1997teiltedieESTVderBeschwerdeführerin mit,Zahlungsplänewürdennurdanngewährt,wennderSchuldner seinelaufendenVerpflichtungengegenüberderESTVerfülle,d.h. die AbrechnungenfristgerechteinreicheunddendortdeklariertenBetrag rechtzeitigbezahle. DieBeschwerdeführerinhabenunaberdieSteuerfür 7dasersteQuartal1997imBetragevonFr.24849.25nochnichtbeglichenund auchdiebereitsfälligeSteuerabrechnungfürdaszweiteQuartal1997noch nichteingereichtoderbezahlt. AufeinenZahlungsplanwerdeerstdannnäher eingegangen,wenndiezuvorgenanntenVoraussetzungenerfülltseien. Mit Schreibenvom1.Oktober1997bestätigtedieBeschwerdeführerindenErhalt desSchreibensvom17.Sep­tember1997,reichtedieAbrechnungfürdas zweiteQuartal1997einundsichertezu,dieAbrechnungfürdasdritteQuartal 1997fristgerechteinzureichen. AusserdemwerdedieZahlungfürdaserste Quartal1997bisam15.Oktober1997beiderESTVeintreffen. Am31.Oktober 1997fordertedieESTVdieBeschwerdeführerinerneutauf,ihrePflichtenaus demersten,zweitenunddrittenQuartal1997bisspätestensam30.November 1997wahrzunehmen,ansonsteneinZahlungsplanausgeschlossensei. MitBriefvom12.Mai1998teiltedieESTVderBeschwerdeführerinunter anderemmit,dassgemässKontoauszugdieSteuerbeträgefürdaszweite, dritteundvierteQuartal1997immernochoffenseien,weshalbman miteinerAbzahlungmittelsZahlungsplannichtmehreinverstandensei. AuchausderweiterenKorrespondenzzwischenderBeschwerdeführerin undderESTVgehtnichthervor,dasseinZahlungsplanmitdenvonder BeschwerdeführeringeltendgemachtenBedingungenvonderESTVakzeptiert wordenwäre. DerblossevorübergehendeVerzichtaufdasEinleitenvon ZwangsvollstreckungsmassnahmenkannjedenfallsnichtalsEinverständnis zumimÜbrigenmehrfachabgelehntenZahlungsplanangesehenwerden. DieESTVwardeshalbohneweiteresbefugt,denVorsteuerüberschussaus demviertenQuartal1996mitihrenSteuerforderungenausdemzweiten unddrittenQuartal1995inAnwendungvonArt.59Abs.1Bst.aMWSTVzu verrechnen. 6. (...) 8Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 64.82 - Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 31. Januar 2000 i.S. G. AG [SRK 1999-011] In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2000 Année Anno Band 64 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 004 874 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.