B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-8444/2010 U r t e i l v o m 2 7 . A u g u s t 2 0 1 2 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richter Walter Stöckli, Richter François Badoud, Gerichtsschreiberin Jeannine Scherrer-Bänziger. Parteien A._______, geboren (…), Russland, vertreten durch lic. iur. Semsettin Bastimar, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 11. November 2010 / N (…). E-8444/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge hielt sich der Beschwerdeführer bis am 10. März 2010 in (…) auf, reiste dann nach Moskau, verliess in der Folge sein Heimatland auf dem Landweg und gelangte am (…) in die Schweiz, wo er gleichentags im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreu z- lingen um Asyl nachsuchte. Am 1. April 2010 wurde er summarisch b e- fragt und am 13. April 2010 zu seinen Asylgründen angehört. Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer geltend, er stamme aus (…). Er habe im Jahre 2008 seine Ausbildung (…) am (…) in (…) abge- schlossen, was ihn zum (...) befähige, jedoch sei er arbeitslos und noch nie erwerbstätig gewesen. Im (…) 2009 sei er erstmals von russischen Sicherheitskräften festgenommen und nach einem Verhör zu seiner Iden- tität wieder freigelassen worden. Im (…) 2009 sei er von unbekannten Männern in ein Militärfahrzeug gezerrt und mit einem über den Kopf g e- stülpten Sack in einen Raum gebracht worden. Dort habe man ihn zu m Aufenthaltsort seines Onkels mütterlicherseits, B._______, verhört, we l- cher ebenso wie dessen zwei Brüder nach Deutschland ausgereist sei. Die Probleme seiner Onkel wie auch seine eigenen hätten mit ihrer ver- wandtschaftlichen Verbindung zu einem im Jahre (…) getöteten Rebellen und (…) der Separatisten mit Nachnamen C._______ zu tun, welcher ein naher Verwandter seiner Mutter und seiner beiden Onkel gewesen sei . Während des Verhörs vom (…) 2009 sei er bis zur Bewusstlosigkeit ge- schlagen, getreten und anschliessend auf eine Müllkippe in der Nähe des Stadtzentrums geworfen worden. Tags darauf habe er sich nach (…) be- geben, wo er mehrere Monate gelebt habe. Weil er seine in Tschetsch e- nien verbliebene Familie sehr vermisst habe, sei er am (…) mit dem Auto zurück nach (…) gefahren. Unterwegs sei er nahe des (…) in (…) von vier Männern in Militäruniform zum Anhalten gezwungen worden. Diese hätten ihn mit einem Schlag zu Boden geworfen, ihm einen Sack über den Kopf gestülpt, Handschellen angelegt und ihn an einen ihm unb e- kannten Ort in den Bergen gebracht. Dort sei er während drei Tagen ve r- hört worden, wobei er immer wieder gefragt worden sei, wo sich das Waf- fenarsenal seines Onkels B._______ befinde. Bei den Verhören sei er mit Strom, einem Schlagstock und Fusstritten bis zur Bewusstlosigkeit gefo l- tert worden. Man habe ihn jeweils für eine halbe Stunde allein gelassen und dann die Misshandlungen fortgesetzt. Er habe während der drei Tage nur Wasser zum Trinken, aber nichts zu Essen bekommen. Als die Mä n- ner gemerkt hätten, dass er vom Waffenarsenal seines Onkels tatsächlich E-8444/2010 Seite 3 nichts wisse, hätten sie ihm das Versprechen abgenommen, niemandem vom Erlebten zu erzählen und sie künftig über die Leute in seinem Qua r- tier zu informieren. Danach hätten sie ihn mit dem über den Kopf gestülp- ten Sack, welchen er die drei Tage ununterbrochen habe tragen müssen, an einem Ort nahe der inguschetischen Grenze freigelassen. Er sei bis zum nächsten bewohnten Haus gegangen, von wo aus er seine Mutter habe anrufen können, welche ih n am nächsten Tag abgeholt und nach Hause gebracht habe. Weil sie ihn als vermisst gemeldet habe, sei er von der örtlichen Polizei zu einem Gespräch vorgeladen worden. Zunächst habe er versucht, seine Entführung zu leugnen, was ihm aber nicht g e- glaubt worden sei. Als die Polizisten die Spuren seiner Misshandlungen entdeckt und ihm für den Fall, dass er nicht die Wahrheit erzähle, ihrer- seits Stromfolterung angedroht hätten, habe er sich gezwungen gesehen, die Entführung zuzugeben. Daraufhin hätten ihn die Po lizisten gerichts- medizinisch untersuchen lassen. Seine Mutter habe einen Privatarzt e n- gagiert, weil ihr der Aufenthalt in einem Krankenhaus zu unsicher e r- schienen sei. Als es ihm nach zehn Tagen besser gegangen sei, habe ihn seine Mutter nach (…) gebracht, wo er eineinhalb Monate gelebt habe. Seine Mutter habe währenddessen neue Papiere und die Reise nach Moskau organisiert, wohin er sich mit ihr am 10. März 2010 begeben und wo er sich bis zur Ausreise in die Schweiz einige Tage später aufgehalten habe. B. Der Beschwerdeführer reichte folgende Beweismittel ein: - anlässlich der summarischen Befragung vom 1. April 2010 : Ident i- tätskarte (ausgestellt am (…)), Führerausweis (ausgestellt am (…)); - anlässlich der Anhörung vom 13. April 2010 : Handy mit gespeicher- ten Fotografien von Oberarmen und Händen; - am 6. Mai 2010: Unterlagen zur gerichtsmedizinischen Untersuchung vom (…) (in Kopie); - am 19. Mai 2010: Vorladung für eine behördliche Anhörung am (…) im Heimatland (Faxkopie). C. Gemäss einer LINGUA -Analyse (w issenschaftliche Herkunftsanalyse) vom 20. Mai 2010 ist der Beschwerdeführer eindeutig in (…) in Tsche- tschenien sozialisiert worden. E-8444/2010 Seite 4 D. Mit Verfügung vom 11. November 2010 stellte das BFM fest, der B e- schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaften nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. E. Mit Beschwerde vom 8. Dezember 2010 an das Bundesverwaltungsg e- richt liess der Beschwerdeführer durch seinen vormaligen Rechtsvertreter in materieller Hins icht beantragen, der Entscheid des BFM vom 11. N o- vember 2010 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei Asyl zu g e- währen oder jedenfalls die Flüchtlingseigenschaft festzustellen. Eventuali- ter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit des Vollz ugs der Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen . In prozessualer Hinsicht beantragte er, die eingereichten Beweismit - tel – insbesondere die Polizeivorladung, die Arztberichte und die Fotos – seien dem Rechtsvertreter zur Einsicht zu geben und es sei auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Pr o- zessführung zu gewähren. F. Mit Zwischenverfügung vom 20. Dezember 2010 stellte der Instruktion s- richter fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausga ng des Rechtsmitte l- verfahrens in der Schweiz abwarten, hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter Vorbehalt der Nachreichung e i- ner Fürsorgebestätigung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses. Die anlässlich des erstinstanzlichen Asylverfahrens ei n- gereichten Beweismittel wurden (mit Aus nahme des Handys) dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in Kopie zugestellt. G. Mit Schreiben vom 22. Dezember 2010 reichte der Beschwerdeführe r in- nert Frist die eingeforderte Fürsorgebestätigung nach. H. Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 13. Januar 2011 an seinen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung vollumfänglich fest und b e- antragte die Abweisung der Beschwerde. Das Gericht gab dem Beschwerdeführe r von der Stellungnahme der Vor- instanz am 17. Januar 2011 Kenntnis. E-8444/2010 Seite 5 I. Mit Eingabe vom 22. März 2012 machte der Beschwerdeführer durch sei- nen neu mandatierten Rechtsvertreter weitere Vorbringen geltend und reichte die Verfügung des BFM betreffend seine n Onkel C._______ (N (…)) zu den Akten. J. Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 10. April 2012 an seinen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung vollumfänglich fest und b e- antragte die Abweisung der Beschwerde. Das Gericht brachte dem Beschwerdeführer die Stellungnahme der Vo r- instanz am 11. April 2012 zur Kenntnis. K. Mit Eingabe vom 20. April 2012 reichte der Beschwerdeführer folgende Dokumente ein: - (gemäss Angabe des Beschwerdeführers ) "Originale der Polizeivo r- ladung und des ärztlichen Berichts" (nicht übersetzt); - belgischer Personalausweis von D._______, gültig (…) bis (…) (Farbkopie); - unbefristete Niederlassungserlaubnis von E._______ vom (…), aus- gestellt von STV Köln (Farbkopie); - Zahlungsempfangsbestätigung ("Attestation de paiement") für di e Familie F._______ der "caisse d' allocations familiales du Bas -Rhin" vom (…) (in Kopie). L. Mit Eingabe vom 2. Mai 2012 reichte der Beschwerdeführer weitere Un- terlagen ein: - (gemäss Angabe des Beschwerdeführers ) "Vorladungen für den B e- schwerdeführer und seine Mutter" (in Kopie, mit deutscher Überse t- zung der Vorladung des Beschwerdeführers). M. Mit Vernehmlassung vom 3. Mai 2012 beantragte das BFM die Abwe i- sung der Beschwerde. E-8444/2010 Seite 6 N. Der Instruktionsrichter lud den Beschwerdeführer am 8. Mai 2012 zur Stellungnahme ein, welche – datierend vom 15. Mai 2012 – unter Beilage der Originale der polizeilichen Vorladungen vom (…) und (…) sowie des Empfangsscheins "ARCHIVE DOC" (in Kopie) am 16. Mai 2012 beim Ge- richt einging. O. Am 30. Mai 2012 vom Instruktionsrichter zur Vern ehmlassung eingel a- den, hielt das BFM in seiner Stellungnahme vom 11. Juni 2012 an der beantragten Abweisung der Beschwerde fest. Das Gericht brachte dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung der Vor- instanz am 13. Juni 2012 zur Kenntnis. P. Mit Eingabe vom 20. Juni 2012 nahm der Beschwerdeführer zur Ve r- nehmlassung der Vorinstanz vom 11. Juni 2012 Stellung. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung sgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch v orliegend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgese t- zes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). E-8444/2010 Seite 7 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Inte resse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die u nrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM lehnte d as Asylgesuch ab, weil die Vor bringen des B e- schwerdeführers den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht genügen würden. 4.2 Zur Begründung führte die Vorinstanz im Einzelnen aus, die Vorbrin- gen seien durch zahlreiche Widersprüche und Ungereimtheiten sowie nachgeschobene Aussagen gekennzeichnet, namentlich betreffend die Ausreise seines von den Behörden gesuchten Onkels B._______, die E-8444/2010 Seite 8 Dauer seiner ersten Festnahme im (…) 2009, den Grund seiner Anw e- senheit im (…) unmittelbar vor dem Vorfall vom (…) 2009, den Zeitpunkt zur Aufforderung der ihm Unbekannten zum Stillschweigen und zur Z u- sammenarbeit mit diesen anlässlich des Vorfalls vom (…) 2010, die An- zahl der Anhörungen auf dem Polizeiposten, die Beobachtungen seines Freundes bezüglich eines mehrmals seine Wohnstrasse durchfahrenden Autos mit getönten Scheiben und die Forderung der Entführer zu- zugeben, dass er selbst ein Rebell sei. Hinzu komme, dass die Vorbri n- gen des Beschwerdeführers in wesentlichen Punkten der allgemeinen Er- fahrung und de r Logik des Handelns widersprechen würden . So könne nicht nachvollzogen werden, weshalb der Beschwerdeführer im (…) 2010 trotz der angeblich erlittenen Misshandlungen aus seiner sicheren Unte r- kunft in (…) freiwillig nach (…) zurückgekehrt sei. Ebenso reali tätsfremd sei das Verhalten seiner angeblichen Entführer, ihn bloss gegen ein v a- ges Versprechen freizulassen, obwohl sie ihn seinen Aussagen zufolge unbedingt als Rebellen hätten präsentieren wollen und in den Verhören vor die Wahl zwischen Gefängnis oder Tod gestellt hätten. Ferner würden die unkomplizierte Ausstellung seines Inlandpasses (…) und seine prob- lemlose Ausreise nach Moskau im März 2010 gegen die vom Beschwe r- deführer behauptete Beteiligung staatliche r Organe an seiner Verfolgung sprechen. Auch m ute es seltsam an, dass der Beschwerdeführer den Familiennamen eines guten Bekannten, in dessen Begleitung er bei se i- ner Verhaftung im (…) 2010 angeblich gewesen sei, nicht mit Sicherheit kenne. Zudem seien seine Aussagen zum Reiseweg in die Schweiz bloss vage, weshalb der Eindruck entstehe, er versuche über den wirklichen Aufenthaltsort vor seiner Einreise in die Schweiz zu täuschen. Aufgrund der Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen könnten die eingereichten K o- pien einer Polizeivorladung und der Arztberichte an der Einschätzung des BFM nichts ändern. Eine Verfälschung der den Fotokopien zugrunde li e- genden Originale sei leicht zu bewerkstelligen und die Beweiskraft der eingereichten Dokumente daher nur gering. Hinzu komme, dass Dok u- mente in dieser Form jeder zeit und von jedermann hergestellt oder käu f- lich erworben werden könnten und ihnen ausserdem ein unmittelbarer Bezug zu den dargelegten Verfolgungshandlungen nicht zu entnehmen sei. Dies gelte auch für die auf dem Handy des Beschwerdeführers g e- speicherten Fotografien, auf welchen die Person des Beschwerdeführers nicht zu identifizieren sei. 4.3 In der Rechtsmitteleingabe hält der Beschwerdeführer an der Glau b- haftigkeit seiner Vorbringen fest und verweist auf den ihrer Eingabe be i- gelegten Bericht über die Anhörung der dannzumal anwesenden Vertrete-E-8444/2010 Seite 9 rin des Hilfswerks Caritas, wonach keine Zweifel am Wahrheitsgehalt der Fluchtgeschichte bestünden. In der Glaubhaftigkeitsanalyse der Vori n- stanz würden die Aussagen des Beschwerdeführers oft inte rpretiert, ver- dreht oder gar falsch in die Verfügung aufgenommen. Die summarische Befragung bezwecke nicht die Abklärung der Flüchtlingseigenschaft. Dem Beschwerdeführer sei dort zwar praxisgemäss Gelegenheit gegeben worden, sich zu den Asylgründen zu äuss ern, aber er sei unter Verweis auf die spätere Anhörung dreimal aufgefordert worden, sich kurz zu fa s- sen. Auf dem betreffenden Unterschriftenblatt sei entsprechend vermerkt, dass er bei der Befragung durch die Empfangsstelle nicht alles habe an- bringen können. Bei der Anhörung sei dem Beschwerdeführer allerdings keine Gelegenheit mehr gegeben worden, seine Fluchtgeschichte in freier Erzählung zu schildern. Er sei nur noch punktuell und gestützt auf das Protokoll der summarischen Befragung angehört worden. We il die Anhö- rung folglich auf der summarischen Befragung basiere, könnten diese einander nicht gegenübergestellt werden. Der Beschwerdeführer beanstandet weiter, dass den Beweismitteln ohne Begründung die Echtheit abgesprochen worden sei. Die glaubhaft darg e- stellten Verfolgungsausführungen seien asylrelevant. Aufgrund der polit i- schen Situation im Nordkaukasus und in Tschetschenien sei ihm mindes- tens die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren. 4.4 Das BFM verwies in seiner ersten Vernehmlassung vom 13. Januar 2011 ohne weitere Ausführungen auf seine Erwägungen in der angefoc h- tenen Verfügung, an denen es vollumfänglich festhielt. 4.5 In seiner weiteren Eingabe vom 22. März 2012 bringt der Beschwer- deführer – soweit es sich nicht um Wiederholungen handelt – vor, er habe anlässlich der Bundesanhörung angegeben, drei Onkel seien vor ihm ins Ausland geflüchtet. Inzwischen habe er mit diesen Kontakt aufnehmen und ihre Aufenthaltsorte in Erfahrung bringen können. Seine beiden O n- kel E._______ und D._______ seien in Deutschland und in Belgien mit t- lerweile als Flüchtlinge anerkannt und / oder vorläufig aufgenommen. Der dritte Onkel, B._______, dessen Aufenthaltsort ihm im Zeitpunkt der An- hörungen nicht bekannt gewesen sei, befinde sich im Moment als vorlä u- fig aufgenommener Ausländer in der Schweiz. Ferner lebe seine verheira- tete Schwester im Moment in Frankreich und nicht mehr in Russland. Er sei ein erstes Mal im (…) 2009, dann ein zweites Mal im (…) 2009 und ein letztes Mal im (…) 2010 von tschetschenischen Sicherheitskräften E-8444/2010 Seite 10 festgenommen und entführt worden, wobei er jedes Mal gefoltert und misshandelt worden sei. Der Grund dieser Festnahmen und Entführu n- gen sei seine Verwandtschaft mit einem im Jahr (…) getöteten Komman- danten der islamistischen Rebellen. We il sein Vater im zweiten tsch e- tschenischen Krieg getötet worden sei , seine Onkel gegen die Russen gekämpft hätten und er und seine Onkel wegen ihrer verwandtschaftl i- chen Bindungen zum (…) "(…)" G._______ von russischen und tsch e- tschenischen Behörden verdäc htigt und verfolgt worden seien, bestehe für ihn auch in Zukunft eine reale und erhöhte Gefahr, wieder Ziel der tschetschenischen Sicherheitskräfte und des russischen Geheimdienstes zu werden. Als Reflexverfolgter habe er bis zu seiner Flucht verschiedene Eingriffe in seine Rechtsgüter (Freiheit und körperliche und psychische Unversehrtheit) dulden müssen. Daher sei für ihn ein Verbleiben in Tsche- tschenien nicht mehr möglich gewesen. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung bestehe keine Situation der allgemeinen Gewalt in Tschetschenien und daher sei eine Rückkehr von abgewiesenen tschetschenischen Asylgesuchstellern in der Regel z u- mutbar. Dies gelte aber nicht für alle abgewiesenen Asylbewerber, die der Kategorie von Personen angehören würden, welchen aus anderen Grün- den weiterhin Menschenrechtsverletzungen drohen würden. Betreffend die Situation von Angehörigen ehemaliger bekannter Widerstandskämpfer in Tschetschenien gebe es zahlreiche Berichte von verschiedene n Men- schenrechtsorganisationen. Selbst Präsid ent Ramsan Kadyrow habe im Jahre 2010 erklärt, dass Familien von Aufständischen Bestrafungen zu erwarten hätten, bis diese sich stellen würden. Es habe zwar keine dire k- ten Anweisungen an Sicherheitskräfte gegeben, die Häuser von Familien von Rebellen zu ze rstören, aber derartige Aussagen würden die Siche r- heitskräfte zu gesetzeswidrigen Taten ermutigen. Neben der verwandtschaftlichen Nähe (seine Onkel und der ehemalige Rebellenführer G._______) müsse auch der Tatsache Rechnung getr a- gen werden, dass auch sei n Vater während des zweiten tschetschen i- schen Krieges getötet worden sei. Diese beiden Tatsachen würden für ihn das Risiko, bei seiner Rückkehr wieder ins Visier der Sicherheitskräfte zu geraten, erhöhen. Dazu komme sein Asylgesuch, weswegen ihn die B e- hörden als Überläufer betrachten würden. Unter diesen Umständen wäre eine Rückkehr nach Tschetschenien für den Beschwerdeführer weder zu- lässig noch zumutbar, weshalb die vorläufige Aufnahme anzuordnen sei. E-8444/2010 Seite 11 Die Unzumutbarkeit gelte auch für andere Teile der Ru ssischen Föderati- on. Erstens gehe d as Verfolgungsrisiko von staatlichen Behörden aus und sei damit sowohl in Tschetschenien als auch in anderen nordkaukasi- schen Republiken sowie im gesamten Gebiet der Russischen Föderation gegeben. Zweitens könne sich eine Person, die dem Risiko der Verfo l- gung durch Staatsbeamte oder Personen, die im Einverständnis mit di e- sen handeln würden, ausgesetzt sei, nach den Erkenntnissen von Men- schenorganisationen nicht auf einen wirklich effektiven und dauerhaften Schutz in andere n Teilen der Russischen Föderation als in ihrer He r- kunftsregion verlassen. Ferner hätten tschetschenische Volkszugehörige im Gegensatz zu russischen Volkszugehörigen besondere Schwierigke i- ten, sich auf dem übrigen Gebiet der Russischen Föderation niederzul as- sen. Dies gelte umso mehr, wenn die abgewiesenen tschetschenischen Asylbewerber in den erwähnten Teilen der Russischen Föderation über kein tragfähiges, insbesondere familiäres Beziehungsnetz und hinre i- chende finanzielle Mittel verfügen würden. Er habe ausserhalb Tschetscheniens ausser seiner Mutter und zwei Tan- ten, welche in (…) leben würden, niemanden in der Russischen Föderat i- on. Somit sei eine Rückkehr nach Russland für ihn auch unzumutbar, weshalb er vorläufig aufzunehmen sei. 4.6 Das BFM hielt in seiner zweiten Vernehmlassung vom 10. April 2012 fest, soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeergänzung die vorläufige Aufnahme seines "Onkels (…)" und dessen Familie in der Schweiz erwähne, weise es darauf hin, dass dessen Asylgesuch im Asy l- punkt rechtskräftig abgelehnt worden sei. Die vorläufige Aufnahme dieser Familie in der Schweiz sei aus rein medizinischen und familiären Grü n- den erfolgt. Daraus ergäben sich keine Hinweise auf eine Verfolgung des Beschwerdeführers. Vielmehr sei aufgrund seiner durchwegs unglaubhaf- ten Aussagen davon auszugehen, dass er versucht habe, seine eigene, erfundene Verfolgungsgeschichte mit derjenigen seines Onkels zu verm i- schen, um daraus eine Reflexverfolgung seiner Person zu konstruieren. 4.7 Dazu führte der Besc hwerdeführer an, nach Angaben seiner Mutter habe er eine (neue) polizeiliche Vorladung bekommen. Seine Mutter sei von der Polizei nochmals über seinen Aufenthaltsort befragt worden. Da sie nicht gewollt habe, dass er alles mitbekomme, was in Tschetschenien geschehe, habe sie von dieser Befragung und der erwähnten polizeil i- chen Vorladung zunächst nichts erzählt. E-8444/2010 Seite 12 Die Vorinstanz klammere bei ihren Vorbringen die Tatsache bewusst aus, dass sich der Onkel nicht gegen den ablehnenden Entscheid gewehrt ha- be. Die rechtskräftige Ablehnung dessen Asylgesuchs im Asylpunkt b e- deute nicht, dass der Onkel tatsächlich nicht verfolgt worden sei, nur h a- be ihm die Vorinstanz keinen Glauben geschenkt, und er habe sich dage- gen nicht gewehrt oder keine Möglichkeit gehabt, um sic h gehörig zu wehren. Wie aus den eingereichten Belegen ersichtlich sei, befänden sich alle drei Onkel im Ausland. Der Grund ihrer Flucht liege darin, dass sie nahe Ve r- wandte von "(…)" G._______ gewesen seien und auch selber gegen die Russen gekämpft oder den Rebellen geholfen hätten. Als einzigen Grund für seine Verfolgung habe auch der Beschwerdeführer seine Verwand t- schaft angegeben. Seine Verfolgung sei durch die eingereichten Unterl a- gen bewiesen. Wenn die Vorinstanz behaupte, dass die eingereichten Dokumente von jedermann hergestellt oder käuflich erworben werden und aus diesem Grund eine sehr geringe Beweiskraft hätten, solle sie mittels der ihr zur Verfügung stehende n Möglichkeiten wie Botschaftsab- klärungen oder wissenschaftliche Expertise auch beweisen, dass die ein- gereichten Unterlagen tatsächlich verfälscht oder gekauft seien. Da sich die Vorinstanz nur mit allgemeinen Behauptungen begnüge, solle den eingereichten Unterlagen volle Beweiskraft zugemessen werden. 4.8 In seiner dritten Vernehmlassung vom 3. Mai 2012 hielt das BFM fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht standhalten. Daran könnten die nachträglich eing e- reichten Beweismittel nichts ändern. Entgegen den Ausführungen des Rechtsvertreters handle es sich bei diesen nämlich nicht um Originald o- kumente, sondern um blosse Kopien. Ausserdem sei darunter keine Pol i- zeivorladung ersichtlich. Die vom Rechtsvertreter in diesem Zusamme n- hang genannte Beilage 1 enthalte keine Polizeivorladung, sondern ledig- lich einen gerichtsmedizinischen Bericht und einen entsprechenden Au f- trag der Polizei an den Chef des gerichtsmedizinischen Büros, wobei sich allerdings die Frage aufdränge, wie der Beschwerdeführer b eziehungs- weise seine Mutter unter den von i hm behaupteten Umständen in den Besitz dieser internen Dokumente gekommen seien. Bereits vor diesem Hintergrund müsse die Authentizität dieser Schriftstücke bezweifelt we r- den, welche indessen selbst bei Annahme ihrer Echtheit die geltend g e- machte Reflexverfolgung ebenso wenig überzeugend erscheinen lassen würden wie der Aufenthalt seiner angeblichen Verwandten in verschied e- nen westeuropäischen Ländern. E-8444/2010 Seite 13 Ferner sei darauf hinzuweisen, dass allein die vermeintliche Verwand t- schaft des Beschwerdeführers mit eine r von den tschetschenischen B e- hörden angeblich gesuchten Person keine hinreichende Begründung für die Furcht vor einer künftigen Verfolgung im Sinne einer Reflexverfolgung zu liefern imstande wäre, zumal das Asylgesuch dieser Person abgelehnt worden sei und sie auf eine ihr durchaus offenstehende Beschwerdemög- lichkeit verzichtet habe. 4.9 Der Beschwerdeführer brachte dazu vor, die Vorinstanz habe zu Recht festgestellt, dass sich unter den mit der Eingabe vom 20. April 2012 eingereichten Beweismitteln keine polizeiliche Vorladung befunden habe. Die erwähnte polizeiliche Vorladung sei aber schon beim EVZ Kreuzlingen eingereicht worden. Daher sei der Rechtsvertreter davon ausgegangen, dass sich auch die polizeiliche Vorladung unter den neu eingereichten Beweismitteln befinde. Wie er bei seiner ersten Befragung sehr detailliert angegeben habe, habe ihn seine Mutter nach seiner Entführung auf dem Polizeiposten als ve r- misst gemeldet. Daher sei er nach seiner Entführung auf dem Polizeipo s- ten über seine Entführung befragt worden, wobei er am Schluss von se i- ner Entführung und von ihm erlebten Folterungen habe erzählen müssen. Was er damals auf dem Polizeiposten erzählt habe, sei protokolliert wo r- den und am Schluss sei er von der Polizei zur gerichtsmedizinischen U n- tersuchung geschickt worden. Der als Beweis eingereichte polizeiliche Auftrag an den Chef des gerichtsmedizinischen Büros und der aufgrund dieses Auftrages entstandene Arztbericht seien seiner Mutter in Kopie vom zuständigen Polizeivorsteher nach einigen Tagen übergeben worden mit dem Zweck, dass sie gegen diejenigen Leute, welche ihn entführt und misshandelt hätten, etwas in der Hand habe, um sie zur Rechenschaft zu ziehen. Der ihn befragende Polizeivorsteher sei nämlich der Meinung ge- wesen, dass seine Entfü hrung ein unerlaubter und unrechtmässiger Akt gewesen sei und deshalb die Leute, die ihn entführt und misshandelt hä t- ten, bestraft werden müssten. Ferner würden die im medizinischen Bericht festgestellten Verletzungen mit seinen Angaben im polizeilichen B ericht vollständig übereinstimmen und den in seinem Handy gespeicherten Bildern entsprechen. Weiter bringe er nichts Neues vor oder schiebe keine neuen Ereignisse nach. Anstatt sich mit dem Inhalt dieser Beweise zu befassen oder seine Schi l- derungen und Aus sagen mit dem Inhalt dieser Beweise zu vergleichen, begnüge sich die Vorinstanz mit der blossen Behauptung, die Authentiz i-E-8444/2010 Seite 14 tät dieser Schriftstücke sei nicht sichergestellt. Somit verletze sie auch ihre Pflicht, die für das Verfahren erforderlichen Sachve rhaltsunterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzuklären und darüber ordnungsgemäss Beweis zu führen. Betreffend die Echtheit der eing e- reichten Unterlagen könne sie zum Beispiel eine wissenschaftliche Exper- tise in Auftrag geben oder ein e Botschaftsabklärung durchführen lassen. Er komme seiner Mitwirkungspflicht vollständig nach. Die Untersuchung, welche aufgrund seiner Entführung von der lokalen tschetschenischen Polizei eingeleitet worden sei, dauere immer noch. Weil sich seine Mutter mit einer Einstellung nicht einverstanden erklärt habe, sei die Untersuchung noch nicht eingestellt worden. Da er von der lokalen Polizei weder gesucht noch beschuldigt werde, habe weder er noch seine Mutter mit der lokalen Polizei ein Problem. Die Leute, die ihn entführt und misshandelt hätten, würden den lokalen Polizeiorganen nicht angehören. Seiner Vermutung nach gehörten sie zu den "Kadyrow -Leu- ten". Er habe drei Onkel im Ausland, deren Ausweiskopien er eingereicht habe. Von ihnen habe er bei seinen beiden Anhörungen ausführlich erzählt, weil er ihretwegen entführt und misshandelt worden sei. Obwohl dies durch die eingereichten Beweismittel und die der Vorinstanz zur Verfügung ste- henden Dokumente wie Asylakten des Onkels B._______ bewiesen sei, spreche die Vorinstanz von einer "angeblichen Verwandtschaft". Diese den Tatsachen widersprechende Behauptung erwecke den Eindruck, dass das BFM aus diesem oder jenem Grund, aber sicherlich nicht aus rechtlichen Gründen, nicht bereit und gewillt sei, ihm Glauben zu schen- ken. 4.10 Das BFM hielt in seiner vierten Vernehmlassung vom 11. Juni 2012 fest, in der anlässlich der Erstbefragung abgegebenen Kopie einer Vorl a- dung sei weder das Ausstellungsdatum ersichtlich noch sei ein Vorl a- dungsgrund angegeben. Auch in den beiden anderen im Beschwerdever- fahren eingereichten Vorladungen sei das Ausstellungsdatum nicht ang e- geben. Zudem würden diese beiden mit einer unleserlichen Unterschrift und einem unvollständigen Stempel versehenen Vorladungen äusserlich praktisch identisch aussehen, obwohl sie angesichts des jeweils angeg e- benen Erscheinungsdatums kaum zum gleichen Zeitpunkt ausgestellt worden seien. Des Weiteren falle auf, dass die Mutter des Beschwerd e- führers in ihrer Eigenschaft als Zeugin nach fast zweijähriger Verfahr ens- dauer ausgerechnet auf einen Sonntag den (…) bestellt worden sei. Be i-E-8444/2010 Seite 15 den Vorladungen sei zudem zu entnehmen, dass sowohl der Beschwe r- deführer als auch seine Mutter bloss als Zeugen vorgeladen worden se i- en. Angesichts dieser Ungereimtheiten sei davon aus zugehen, dass es sich bei den eingereichten Vorladungen um Blankoformulare fragwürdiger Herkunft handle, welche von einer unbefugten Person handschriftlich ausgefüllt worden seien. Durch derart zweifelhafte Vorladungen würden bereits festgestellte erheblic he Zweifel an den geschilderten Erlebnissen respektive an der daraus angeblich resultierenden Bedrohungssituation weiter erhärtet. 4.11 Der Beschwerdeführer führte dazu aus, er und seine Mutter seien durch die Polizeivorladungen, welche von ihm als Beweis für seine En t- führung und Folterung eingereicht worden seien, nur als Zeugen benannt und auch in dieser Eigenschaft eingeladen worden. Somit sei nirgendwo und niemals behauptet worden, dass er von der Polizei gesucht oder als verdächtige Person eingeladen worden sei. Die eingereichten Vorladungen seien nur die Hälfte eines ganzen Blattes. Die Polizei in Tschetschenien benütze solche Formulare und gebe jeweils nur die eine Hälfte des ganzen Formulars ab. Wenn die betroffene Person bei der Polizei erscheine und die erhaltene Hälfte zeige, werde dies in die andere Hälfte eingetragen und dann dem Betroffenen ausgehändigt. Er habe keine Ahnung, warum in diesen Vorladungen weder das Ausste l- lungsdatum noch ein Vorladungsgrund ersichtlich oder angegeben sei. Er wisse auch nicht, warum man seine Mutter ausgerechnet auf einen Sonn- tag bestellt habe. Er gehe aber davon aus, dass sich die das Dokument ausstellende Person verschrieben habe, da in Tschetschenien auch samstags gearbeitet werde. Vielleicht habe man seine Mut ter auf Sam s- tag, den (…) bestellt, aber aus Versehen falsch eingetragen. Er habe weder bei seinen Anhörungen noch in den Rechtsschriften ge l- tend gemacht, das er wegen eigenen politischen oder anderweitigen Handlungen oder wegen politischer Gesinnung verfolgt worden sei oder werde. Er habe nur geltend gemacht, dass er ein Reflexverfolgter sei. Daher würden die von der Vorinstanz als zweifelhaft betrachteten Vorl a- dungen und die darin enthaltenen Ungereimtheiten seine Verfolgungsg e- schichte und deren Grün de nicht unglaubhaft machen, zumal er ausser den erwähnten polizeilichen Vorladungen auch andere Beweise eing e- reicht habe, deren Echtheit und Richtigkeit von der Vorinstanz auch nicht bestritten worden sei. E-8444/2010 Seite 16 5. 5.1 Zunächst ist zu prüfen, ob die vorgetragen en Fluchtumstände, die zum Entschluss der Ausreise aus dem Heimatstaat geführt haben, g e- samthaft als glaubhaft gemacht zu erachten sind. Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allg e- meinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asylsuche n- de Person persönlich g laubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strik- ten Beweis – ein reduziertes Beweismass und l ässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen de s Beschwerdefüh- rers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das G e- richt von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nich t alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaf t- machung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbri n- gen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentl i- che und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhalt s- darstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung spr e- chen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Entscheide und Mitteilungen der vormaligen Schweizeri- schen Asylrekurskommission [EMARK] 1994 Nr. 5 E. 3c S. 43 f.; EMARK 1996 Nr. 28 E. 3a S. 270; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1. S. 190 f.). An den genannten Kriterien ist nach wie vor festzuhalten, zumal die Rechtslage diesbezüglich keine Änderung erfahren hat. 5.2 Für den Beschwerdeführer steht die Verfolgung in seinem Heima t- staat im Zusammenhang mit der Verfolgungssituation seines Onkels müt- terlicherseits, B._______. Dieser sei ebenso wie zwei weitere Onkel von den Behörden in Verbindung gebracht worden mit einem nahen Verwand- ten gleichen Nachnamens, G._______(vgl. Akten BFM A19/4 F26; in der summarischen Befragung benannt als H._______ (vgl. A1/5 Ziff. 15) und bezeichnet als "Grosscousin" seines On kels ( vgl. A1/5 Ziff. 1 5) bezie-E-8444/2010 Seite 17 hungsweise als "Cousin" seines Onkels ( vgl. A9/4 F26)). G._______ sei Rebell und (…) gewesen, welcher gegen die Behörden der Republik Tschetschenien gekämpft habe und im Jahre (…) getötet worden sei . Sein Onkel sei deswegen von den Sicherheitskräften mehrm als abgeholt und erst nach Bezahlen eines Lösegelds wieder freige lassen worden, worauf dieser im Jahr 2008 das Heimatland verlassen habe. Es kann aufgrund der politischen Lage im Nordkaukasus nicht ausge- schlossen werden, dass Sicherheitskräfte Verwandte und Bekannte mut- masslicher Rebellen für deren Taten verantwortlic h machen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -969/2007 vom 15. April 2011 E. 6.3.1.1). Angesichts dessen, dass G._______ angeblich ein allgemein bekannter Rebell war, ist eine Verfolgung des Beschwerdeführers auf- grund de ssen Verwandtschaft zu diesem oder auch zu seinem Onkel B._______ daher nicht rundweg auszuschliessen. Vor diesem behaupt e- ten Hintergrund ist jedoch nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerd e- führer keinerlei persönliche Angaben zu G._______ machen konnte und sich seine Kenntnisse über diesen auf blosse Internetrecherchen be- schränken (vgl. A9/12 F88) , wobei die behaupteten Internetangaben zu G._______ bezeichnenderweise nicht aktenkundig gemacht worden sind und eine Google -Suchanfrage weder zu " G._______" noch zu "H._______" irgendwelche Ergebnisse liefert (abgerufen am 21.08.2012). Ebenso wenig ist erklärbar, dass er über die Verfolgung seines Onkels B._______ keine näheren Angaben zu machen vermag, obwohl dieser den Beschwerdeführer und seine Mutter eigenen Angaben zufolge bis zur Abreise aus Tschetschenien häufig besucht habe (vgl. A9/3 F19). Es darf vor dem Hintergrund der behaupteten Verfolgung der drei Onkel erwartet werden, dass der Beschwerdeführer deren Verfolgungssituation in Tsche- tschenien detailliert und mit Realitätskennzeichen hätte schildern können. Der Erklärungsversuch des Beschwerdeführers, der Onkel habe ihnen seine Probleme nicht anvertraut, wahrscheinlich habe er ihn da nicht h i- neinziehen oder trauma tisieren wollen (vgl. A9/4 F29), vermag nicht zu überzeugen. Bei der behaupteten Familienkonstellation hätten die Onkel und die Mutter des Beschwerdeführers allen Grund gehabt , diesen vol l- umfänglich über die Gefahr einer Verfolgung aufzuklären. Eine Aufklärung wäre allerspätestens nach den ersten Anzeichen einer eigenen Verfol- gung zu erwarten gewesen. 5.3 An den vorstehend genannten Zweifeln vermögen die Aufenthaltstitel von B._______ (alias C._______, vgl. act. 9 Beilage 1) , D._______ und E._______ beziehungsweise die Zahlungsempfangsbestätigung für die E-8444/2010 Seite 18 Familie F._______ nichts zu ändern. Insbesondere liegen dem Gericht , abgesehen von B._______, keine Kenntnisse über deren Aufenthalt s- gründe in Belgien, Deutschland beziehungsweise Frankreich vor. 5.4 Hinsichtlich B._______ hält die Vorinstanz zu Recht fest, dass dessen Aslygesuch im Asylpunkt rechtskräftig abgelehnt worden ist und die vo r- läufige Aufnahme jener Familie in der Schweiz aus rein medizinischen und familiären Gründen erfolgt ist, so dass der Beschwerdeführer daraus keine Rückschlüsse auf sein Asylverfahren ziehen kann. Die vom Gericht beigezogenen BFM -Akten betreffend B._______ be- gründen im Übrigen weitere Zweifel an den Vorbringen des Beschwerd e- führers. So gab B._______ anlässlich der Anhörung vom 22. September 2009 an, er habe zu seiner Mutter und zu seiner Schwester I._______ (Angabe des Bundesverwaltungsgerichts: die Mutter des Beschwerdefüh- rers, in A1/12 S. 1 " J._______" genannt) telefonischen Kontakt, letztmals tags zuvor am 21. Sept ember 2009. Auf Anfrage hin, wie es seiner Schwester persönlich gehe, antwortete B._______, es gehe ihr schlecht. Ihr Mann sei von den Russen ermordet worden. Sie sei allein mit zwei Kindern (vgl. N (…), Akten BFM A45/14 S. 4 F23). A ngesichts der vom Beschwerdeführer behaupteten Festnahmen und Misshandlungen vom Februar 2009 und Mai 2009 wäre zu erwarten, dass dessen Mutter ihrem Bruder davon erzählt oder jedenfalls Hinweise auf die schwierige Situat i- on des Beschwerdeführers gemacht hätte, zumal diese angeblich eng mit jener von B._______ zusammenhängt. Dass sie dies nicht getan hat b e- ziehungsweise B._______ trotz mehrfachem Kontakt zur Mutter des B e- schwerdeführers (vgl. auch N (…), A45/14 S. 3 F11) keinerlei Angaben zu einer Gefährdung des Beschwerdeführers in Tschetschenien vorgebracht hat, obwohl ihm dies im eigenen Asylverfahren von Nutzen gewesen wä- re, begründet erhebliche Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdefü h- rers und bekr äftigt die Vermutung des BFM, dass der Beschwerdeführer versucht hat, seine eigene, erfundene Verfolgungsgeschichte mit derjen i- gen seines Onkels zu vermischen, um daraus eine Reflexverfolgung zu konstruieren. 5.5. 5.5.1 Das BFM hält dem Beschwerdeführer zahlreiche Widersprüche und Ungereimtheiten vor. Auf Beschwerdeebene bringt dieser vor , es handle sich dabei nicht um diametral voneinander abweichende Angaben, we l- che seine Glaubwürdigkeit in Frage stellen würden, sondern um Abwe i- chungen in den Aussagen, wi e sie immer vorkommen könnten. Das Ge-E-8444/2010 Seite 19 richt teilt diese Auffassung nicht. Zwar mögen einzelne Unterschiede in den Aussagen sprachlich bedingt sein. Dies gilt namentlich für die B e- gründung des Beschwerdeführers, weshalb er unmittelbar vor dem Vorfall im Mai 2009 an der Bushaltestelle beim (…) gewartet habe (vgl. [Sum- marbefragung] A1/6 Ziff. 15: Absolvieren einer "Prüfung", [Bundesanhö- rung] A9/5 F37: Besuch eines "Kurses") oder für die Bezeichnung seiner Beziehung zur Person K._______, bei welcher er mehrere Monate in (…) gelebt hat (vgl. [Summarbefragung] A1/7 Ziff. 15: eine "Verwandte", [Bun- desanhörung]: A9/8 F61 ff. eine "Bekannte" der Mutter). Die anderen Di- vergenzen in den Aussagen sind jedoch nicht erklärbar und lassen die Vorbringen des Beschwerdeführers insgesamt als widersprüchlich, ko n- struiert und nicht selbst erlebt erscheinen. 5.5.2 Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer vor, widersprüchliche Angaben zur Dauer der ersten Festnahme vom (…) 2009 gemacht zu haben. Bei der Ers tbefragung habe er gesagt, er sei nach bloss zwei Stunden wieder freigelassen worden (vgl. A1/5 Ziff. 15). Aus seiner Aus- sage anlässlich der direkten Bundesanhörung ergebe sich jedoch eine wesentlich längere Dauer. Der Beschwerdeführer gab dort auf die Frage, wann er festgenommen worden sei, zu Protokoll (vgl. A9/5 F34 - F36): "Das war am Nachmittag - eher am späten Nachmittag. Um diese Zeit war ich immer mit meinen Kumpels unterwegs. (...) Ich wurde am selben Tag, am späten Abend, freigelassen." Mit die ser Aussage umschreibt der Beschwerdeführer einen Zeitraum von mehreren Stunden. Damit handelt es sich entgegen der Auffassung in der Rechtsmitteleingabe nicht um e i- ne kleine Abweichung, was umso weniger verständlich ist, als es sich um die erste Festnahme des Beschwerdeführers handel n soll und deshalb davon auszugegangen werden darf, dass er sich an diese genau zu eri n- nern vermag. 5.5.3 Das BFM kommt in seinem angefochtenen Entscheid weiter zum Schluss, der Beschwerdeführer habe unterschiedliche Angaben zum Zeit- punkt der Aufforderung zum Stillschweigen und zur künftiger Zusammen- arbeit mit den ihm unbekannten Personen gemacht. Anlässlich der Sum- marbefragung hat er angegeben, die Entführer hätten ihn erst mit dem Auto weggebracht und freigelassen, nachdem e r ihrem Vorschlag zug e- stimmt habe, niemandem vom Verhör zu erzählen und sie über die Leute in seinem Quartier zu informieren ( vgl. A1/7 Ziff. 15). Es ist tatsächlich nicht nachvollziehbar und kann auch nicht mit gelegentlichen Schwieri g- keiten von Folteropfern bezüglich chronologischer Abläufe erklärt werden, dass der Beschwerdeführer in der Bundesanhörung nicht mehr das Zu-E-8444/2010 Seite 20 geständnis als zentralen Grund für das Wegbringen vom Folterort anführ- te und stattdessen de n Ablauf so dar stellte, dass die Entführer ihm erst bei der Freilassung (nachdem er bereits mit dem Auto weggebracht wo r- den und ausgestiegen sei) gedroht hätten, seine Familie zu vernichten, sollte er sich nicht an das verlangte Stillschweigen und die geforderte Zu- sammenarbeit halten (vgl. A9/7 F56). 5.5.4 Das BFM hält dem Beschwerdeführer vor, er habe in der Summa r- befragung nur eine einzige Anhörung auf dem Polizeiposten erwähnt (A1/7 Ziff. 15), bei der Bundesanhörung habe er jedoch gesagt, er habe nach seiner Entführung im Januar 2010 mehrmals auf dem Polizeiposten erscheinen müssen. Gegenüber der Rechtsmittelinstanz wird entgegnet, der Beschwerdeführer habe in der Bundesanhörung lediglich a ngegeben: "... und zweitens musste ich mehrmals auf den Polizeiposten und in die Gerichtsmedizin." (vgl. A9/6 F44). Daraus könne nicht der Schluss gez o- gen werden, er habe mehrere Anhörungen gehabt, da nicht geklärt wo r- den sei, weshalb er mehrmals auf den P olizeiposten gehen musste. Di e- se Argumentation erscheint reichlich überspitzt, zumal auch in der Rechtsmitteleingabe keine weitere Erklärung für das mehrmalige E r- scheinen auf dem Polizeiposten abgegeben wird. Der Aussage des B e- schwerdeführers in der Bundesanhörung ist jedenfalls klar zu entnehmen, dass er nach der Entführung mehr als einmal den Polizeiposten aufsuc h- te - das von der Vorinstanz in diesem Zusammenhang gebrauchte Wort "erscheinen" ist zutreffend. Weiter ist der Aussage zu entnehmen, dass das Erscheinen auf dem Polizeiposten auf Aufforderung hin statt fand und somit nicht freiwillig war. Vor diesem Hintergrund ist es von untergeordne- ter Bedeutung, ob sich der Beschwerdeführer auf dem Polizeiposten fo r- mell einer "Anhörung" unterziehen musste oder o b seine geforderte A n- wesenheit einen anderen Grund hatte. Nicht verständlich ist jedenfalls, dass der Beschwerdeführer in der Summarbefragung nur von einem ei n- zigen Kontakt mit dem Polizeiposten gesprochen hat. 5.5.5 Dem Beschwerdeführer wird vom Bundesamt auch vorgehalten, er habe bei der Summarbefragung die Beobachtungen seines Freundes u n- erwähnt gelassen, wonach ein Fahrzeug mit getönten Scheiben meh r- mals täglich durch seine Wohnstrasse gefahren sei (vgl. A9/10 F77). In der Rechtsmitteleingabe wird dem e ntgegengehalten, er sei bei der Ers t- befragung mehrmals aufgefordert worden, nicht ins Detail zu gehen, das Protokoll sei un vollständig. Diese Entgegnung vermag indessen das Nachschieben der Beobachtungen des Freundes nicht zu erklären, hat der Beschwerdefü hrer anlässlich der Erstbefragung doch ausdrücklich E-8444/2010 Seite 21 bestätigt, dass er alle Ausreisegründe genannt habe ( vgl. A1/7 Ziff. 15). Gleiches gilt für den Vorwurf der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe erst bei der Bundesanhörung ausgesagt, er sei aufgefordert worden, zu- zugeben, dass er selber ein Rebell sei ( vgl. A9/7 F54). Entgegen der An- sicht in der Beschwerde darf erwartet werden, dass eine gefolterte Pe r- son die zentralen Forderungen ihrer Entführer und damit die Ursache der Folterungen auf entsprechende , ausdrückliche Nachfrage vollständig wiedergibt. 5.6 5.6.1 Nach Auffassung des BFM widersprechen die Vorbringen des Be- schwerdeführers in wesentlichen Punkten der allgemeinen Erfahrung und der Logik des Handelns. So könne nicht nachvollzogen werden, dass er im Januar 2010 aus seiner sicheren Unterkunft in (…) nach (…) zurück- gekehrt sei, nur um dort seine Familie zu besuchen. Dieser Auffassung ist beizupflichten. Die Rückkehr widerspricht jeglicher Vernunft, sofern davon ausgegangen wird, er habe eine gezielt gegen ihn gerichtete Verfolgung im geltend gemachten , gravierenden Ausmass befürchten müssen. Auf Beschwerdeebene wird die Rückkehr bezeichnenderweise denn auch damit begründet, der Beschwerdeführer habe sich aufgrund der verstr i- chenen Zeit und des auf nach den Feiertagen verschobenen Zeitpunktes "einigermassen sicher" gefühlt. Diese Erklärung macht deutlich, dass er nicht davon ausgegangen ist, er sei individuell und über ein grössere Teile der Bevölkerung in Tschetschenien hinaus gehendes Mass gefährdet. 5.6.2 Beizupflichten ist der Vorinstanz auch bezüglich der Feststellung, das Verhalten der Entführer, den Beschwerdeführer gegen ein bloss va- ges Versprechen freizulassen, sei vor dem behaupteten Hintergrund, di e- se hätten dem Präsidenten oder der Regierung unbedingt einen Rebellen präsentieren wollen und den Beschwerdeführer vor die Wahl zwischen Gefängnis oder Tod gestellt (vgl. A9/7 F56, A9/10 F76), als realitätsfremd einzustufen. 5.6.3 Das Gericht teilt endlich die Auffassung des BFM, dass die unko m- plizierte Ausstellung des Inlandpasses des Beschwerdeführers am (…) und dessen problemlose Ausreise nach Moskau im März 2010, während der er sogar eine Ausweiskontrolle passierte (vgl. A1/9 Ziff. 16), gegen die Beteiligung staatlicher Organe an der Verfolgung spricht. Der Erklärung s- versuch in der Rechtsmitteleingabe, er habe hinsichtlich der Täterschaft lediglich spekuliert, ist unbehelflic h und lässt gegenteils weitere Zweifel an der behaupteten asylrelevanten Verfolgung aufkommen. Es wide r-E-8444/2010 Seite 22 spricht der inneren Logik einer gezielten Verfolgung, wenn der Beschwer- deführer nach der dritten Festnahme und den angeblich damit einherge- henden, massiv en Folterungen nach wie vor die Täterschaft und damit letztlich auch die Ursache der Verfolgung nicht mit Sicherheit angeben kann. Nachdem der Beschwerdeführer einen anderen Nachnamen als sein e Onkel trägt, gemäss seinen Angaben selbst politisch nie tätig gewesen ist und keine Lösegeldforderungen gestellt worden sind, können für die b e- hauptete Verfolgung kaum bewaffnete Gruppierungen in Frage kommen. Eine andere Täterschaft als die von staatlichen Organen wird vom B e- schwerdeführer in den Rechtsmitteleingaben auch nicht mehr behauptet. 5.7 Aufgrund vorstehender Erwägungen ergibt sich, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers in wesentlichen Punkten von Unstimmigkeiten gekennzeichnet sind und in vielen Teilen nicht nachvollziehbar ersche i- nen. Insgesamt sind seine Vorbringen daher als nicht glaubhaft zu bewer- ten. 5.8 Zu einem anderen Schluss führen auch die vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen nicht. Die Vorinstanz hat zu Recht betont, dass es sich bei den (nicht übersetz- ten) Unte rlagen zur gerichtsmedizinischen Untersuchung vom Januar 2010 und der Faxkopie für eine Vorladung am (…) in seinem Heimatland lediglich um Kopien handelt, welche nicht fälschungssicher sind. In der Rechtsmitteleingabe wird gerügt, das BFM könne nicht sämtl ichen D o- kumenten aus Tschetschenien die Beweiskraft absprechen, ohne eine angemessene Analyse vorzunehmen. Unter Verweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -2114/2007 wird eine Dokumentenanalyse bei der Schweizerischen Botschaft in Moskau geford ert. Bei dieser Rüge wird verkannt, dass im erwähnten Urteil das entsprechende Arztzeugnis im Original und nicht bloss in Kopie eingereicht worden ist. Asylsuchende werden nicht aufgrund des in einem Verwaltungsverfahren zur Anwe n- dung kommenden Untersuchungsprinzips von ihrer Mitwirkungspflicht be- freit, sondern sind grundsätzlich verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken (Art. 8 Abs. 1 AsylG). Im vorliegenden Fall konnte vom Beschwerdeführer deshalb erwartet werden, dass er sich um die Einreichung der Originale bemüht. Nachdem er dies ohne Erklärung nicht getan hat, ist die Vorinstanz in ihrer Beurteilung zu stützen. Dies gilt E-8444/2010 Seite 23 umso mehr, als der polizeilichen Vorladungskopie weder ein Ausste l- lungsdatum noch ein Vorladungsgrund zu entnehmen ist. Das Bundesverwaltungsgericht teilt weiter die Auffassung der Vorinstanz, dass angesichts der Ungereimtheiten hinsichtlich der beiden im B e- schwerdeverfahren eingereichten Vorladungen (fehlendes Ausstellung s- datum, unleserliche Unterschrift, unvollständiger Stempel, praktisch iden- tisch aussehende Vorladungen trotz vermutungsweise verschiedenem Ausstellungsdatum, Vorladung der Mutter auf einen Sonntag ) davon aus- zugehen ist, dass es sich bei den eingereichten Vorladungen um Blank o- formulare fragwürdiger Herkunft handelt, welche unbefugterweise han d- schriftlich ausgefüllt worden sind. Der Einwand des Beschwerdeführers, die eingereichten Vorladungen seien nur die Hälfte eines ganzen Blattes, die andere Hälfte erhalte die betroffene Person jeweils dann, wenn sie bei der Polizei erscheine, wird durch die vorinstanzlich eingereichte polizeil i- che Vorladung auf den (…) widerlegt. Jene Vorladung wurde (in Kopie) vollständig und mit ganzem Stempel eingereicht, obwohl der Beschwe r- deführer ihr nach eigenem Bekunden ebenfalls nicht Folge leisten konnte. 5.9 Die auf dem Handy des Beschwerdeführers abgespeicherten Fot o- grafien entbehren ebenfalls jeglicher Beweiskraft. Einmal sind auf den Fo- tos nur Verletzungen von Körperteilen ohne Erkennbarkeit des Beschwer- deführers ersichtlich. Selbst wenn die abgebildeten Hände mittels weit e- rer Abklärungen dem Beschwerdeführer zugeordnet werden könnten, so lassen sich anhand der Verletzungsspuren keine Rückschlüsse auf deren Ursache ziehen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Rötun- gen an den Handgelenken anders als durch Folterung entstanden sind. Selbst eine Nachstellung der Spuren kann nicht ausgeschlossen werden. Die Fotografien vermögen denn auch die Zweifel des Gerichts an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers in keiner Weise zu beseitigen. 5.10 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass der Beschwerde- führer keine Gründe nach Art. 3 AsylG glaubhaft machen oder nachwe i- sen kann. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Ausfü h- rungen in der Beschwerde und der Eingaben vom 22. März 2012, 20. April 2012, 2. Mai 2012, 15. Mai 2012 und 20. Juni 2012 einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ändern können . Die Vorinstanz hat das Asy l- gesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht abgelehnt. E-8444/2010 Seite 24 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruc h auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendm achung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte B e- weis mögl ich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Au s- länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Le ben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, E-8444/2010 Seite 25 unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefäh r- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrück schiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Russland beziehungsweise Tschetschenien ist demnach unter dem A s- pekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste er eine kon- krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Men schenrechtssituation in Russland lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulä s- sig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung s o- wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zu- lässig. 7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.5 Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts herrscht in Tschetschenien keine Situation allgemeiner Gewalt mehr, weshalb de r E-8444/2010 Seite 26 Wegweisungsvollzug abgewiesener tschetschenischer Asylsuchender grundsätzlich zumutbar ist (vgl. BVGE 2009/52). Nachdem es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist glaubhaft darzu - legen, dass er als Familienmitglied einer aufständischen Person verfolgt beziehungsweise Reflexverfolgter ist, kann der Beschwerdeführer nicht einer Kategorie von Personen zu geordnet werden, welche weiterhin kon - kret gefährdet sein könnten (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.2.3 , 10.3), mithin ist die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs auch insoweit zu bejahen. Weiter ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bis zu seiner Ausreise in Russland gelebt hat und mit diesem Land und seiner Tradition verwur - zelt ist, was auch di e LINGUA-Analyse bestätigt hat. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers leben jedenfalls seine Mutter und mehrere ver- heiratete Tanten nach wie vor in Russland, namentlich in (…), woher der Beschwerdeführer stammt. Dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Empfangsschein (act. 18 Beilage 1) ist sodann zu entnehmen, dass ein "L._______" (Wohnsitz der Mutter des Beschwerdeführers) den Versand verschiedener für den Beschwerdeführer bestimmter Dokumente in Russland aufgegeben hat, so dass anzunehmen ist, dass weitere, nicht genannte Verwandte des Beschwerdeführers dort leben. Damit verfügt er in Russland über ein soziales Beziehungsnetz, auf welches er insbesondere in einer Anfangsphase zurückgreifen kann. Auch wenn Personen tschetschenischer Ethnie im Vergleich zu ander en intern Vertriebenen in Rus sland eher das Augenmerk der Be hörden auf sich ziehen, ihnen deshalb mit einer gewissen Wahr scheinlichkeit entsprechende Schwierigkeiten erwachsen und sie Personenkontrollen, Schikanen und Diskriminierungen ausgesetzt sein können, sind diese Umstände jedoch nicht als konkrete Gefährdung im Sinne der zu beachtenden rechtlichen Bestimmungen zu werten. Der Beschwerdefüh- rer ist gut ausgebildet; er besitzt einen Studienabschluss des (…) in (…), welcher ihn als (…) befähigt. Ferner verfüg t er über ausgezeichnete Russischkenntnisse. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr nach Russland eine eigene Existenz aufbauen kann. Auch wenn die Arbeitssituation dort schwierig ist, ist nicht von vornherein auszuschliessen, dass er nach einer Rückkehr eine Anstellung finden wird. Jedenfalls stellen blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten nach der weiterhin zutreffenden und gültigen Rechtsprechung der ARK auch für das Bundesverwaltungs gericht keine existenzbedrohende Situation dar, welche den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erscheinen liesse (vgl. EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1 S. E-8444/2010 Seite 27 215). Schliesslich liegen gemäss den Akten auch keine gesundheitlichen Probleme vor, welche eine Rück kehr in den Heimatstaat als unzumutbar erschienen lassen würden. Nach dem Gesagten erw eist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 7.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückke hr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513-515), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.7 Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vo r- läufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Mit Zwischenverfügung vom 20. Dezember 2010 hat der Instruktionsric h- ter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gu t- geheissen. Demnach sind dem Beschwerdeführer keine Verfahrensko s- ten aufzuerlegen. (Dispositiv nächste Seite) E-8444/2010 Seite 28 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer , das BFM und das M.______. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Jeannine Scherrer-Bänziger Versand: