<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2020-04-03-5A_219-2020.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_219/2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 3. April 2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Kantonsspital Glarus. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Fürsorgerische Unterbringung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus, II. Kammer, vom 12. März 2020 (VG.2020.00027). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para">Am 27. Februar 2020 brachte der Chefarzt Psychiatrie des Kantonsspitals Glarus A.________ in der Klinik B.________ fürsorgerisch unter. </div> <div class="para">Die hiergegen eingereichte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus mit Entscheid vom 12. März 2020 ab. </div> <div class="para">Dagegen erhob A.________ am 18. März 2020 beim Bundesgericht mit zwei Eingaben Beschwerde; darin wendet er sich nebst der fürsorgerischen Unterbringung auch gegen eine Zwangsmedikation. Mit weiteren Eingaben vom 30. März 2020 wendet er sich gegen den Rapport des Kantonsspitals vom 27. Februar 2020 (gemeint: die ärztliche Verfügung) und damit erneut gegen die fürsorgerische Unterbringung. </div> <div class="para">Es wurden die kantonalen Akten und Vernehmlassungen einverlangt. Das Verwaltungsgericht schliesst auf Abweisung der Beschwerde, unter Verweis auf den angefochtenen Entscheid. Das Kantonsspital bzw. der einweisende Arzt hat sich nicht vernehmen lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Angefochten ist der kantonal letztinstanzliche Entscheid betreffend fürsorgerische Unterbringung; die Beschwerde in Zivilsachen ist zulässig (Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 6, <span class="artref">Art. 75 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/90" type="start"></artref>Art. 90 BGG</span><artref id="CH/173.110/75/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Der angefochtene Entscheid betrifft einzig die fürsorgerische Unterbringung. Diesbezüglich wird der Schwächezustand (seit längerem bekannte paranoide Schizophrenie) sowie das selbstgefährdende Verhalten, die Erforderlichkeit der Unterbringung und die Eignung der Klinik unter Bezugnahme auf das erstellte Gutachten umfassend dargestellt. </div> <div class="para">Die Beschwerde hat eine Begründung zu enthalten, in welcher in gedrängter Form dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>), was eine sachbezogene Auseinandersetzung mit dessen Begründung erfordert (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=17.03.2020&amp;to_date=05.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">BGE 140 III 115</a> E. 2 S. 116; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=17.03.2020&amp;to_date=05.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">142 III 364</a> E. 2.4 S. 368). </div> <div class="para">In Bezug auf die fürsorgerische Unterbringung sind diese Begründungsanforderungen nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer macht einzig geltend, die ganze fürsorgerische Unterbringung sei gesteuert und organisiert; weder leide er an Wahnvorstellungen oder ähnlichem noch bestehe Fremd- oder Eigengefährdung und er wolle sofort nach Hause. </div> <div class="para">In Bezug auf die fürsorgerische Unterbringung erweist sich die Beschwerde nach dem soeben Gesagten als offensichtlich nicht hinreichend begründet, weshalb auf sie im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG</span> nicht einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Sodann richtet sich der Beschwerdeführer gegen "monatliche Zwangsinjektionen", welche zurückzunehmen und vom Verwaltungsgericht im angefochtenen Entscheid nicht erwähnt worden seien. </div> <div class="para">Damit scheint der Beschwerdeführer Depotspritzen anzusprechen, welche kaum in Zusammenhang mit der fürsorgerischen Unterbringung und einer Zwangsmedikation im Rechtssinn stehen dürften. Soweit tatsächlich eine Zwangsmedikation stattfinden sollte, wäre diese aber durch den Chefarzt der Klinik schriftlich anzuordnen (<span class="artref">Art. 434 ZGB</span>) und die betreffende Verfügung müsste zuerst beim Verwaltungsgericht angefochten werden; erst der verwaltungsgerichtliche Entscheid könnte an das Bundesgericht weitergezogen werden (<span class="artref">Art. 75 Abs. 1 BGG</span>). Insofern ist diesbezüglich auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG</span> nicht einzutreten. </div> <div class="para">Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass sich aus den beigezogenen kantonalen Akten das Folgende ergibt: Im Behandlungsplan der Klinik vom 28. Februar 2020 ist auch die Medikation aufgeführt. Der Beschwerdeführer hat darauf handschriftlich angebracht, dass er mit dem Plan, der Diagnose und der Zwangseingabe der Medikamente nicht einverstanden sei und er sofort Rekurs erheben möchte. Die schliesslich beim Verwaltungsgericht eingereichte Beschwerde vom 28. Februar 2020 bezieht sich nur auf die fürsorgerische Unterbringung; entsprechend wurde das Beschwerdeverfahren eröffnet. Bei der Befragung durch das Verwaltungsgericht kam aber mehrmals auch die Medikation zur Sprache; der Beschwerdeführer hat dabei an keiner Stelle erwähnt, dass ihm Medikamente zwangsweise verabreicht würden, sondern viel mehr gesagt, dass er diese nehme (Protokoll S. 2) bzw. dass wenn die Ärzte sagten, er solle die Medikamente nehmen, er dies tue und sich nicht dagegen stelle (Protokoll S. 4), was auf eine freiwillige Einnahme schliessen lässt. Erst in der Beschwerde an das Bundesgericht behauptet der Beschwerdeführer das Gegenteil. Im Rahmen des Rechtsmittelzuges kann aber der Beschwerdegegenstand wie gesagt nicht ausgeweitet werden. Indes wäre, soweit es in der Zwischenzeit tatsächlich zu einer Zwangsmedikation kommen sollte, diese durch die Klinikleitung förmlich zu verfügen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Angesichts der konkreten Umstände wird auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Kantonsspital Glarus, der Klinik B.________ und dem Verwaltungsgericht des Kantons Glarus, II. Kammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 3. April 2020 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>