Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Juni 2012 (720 12 52) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichterin El isabeth Berger Götz, Kantonsrichter Michael Guex, Gerichtsschreiberin i.V. Eleonor Gyr Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Nicolas Roulet, Advokat gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.1288.5749.33) A. Die 1959 geborene A.____ bezieht seit September 20 02 eine halbe IV-Rente. Gegen eine bei unverändertem Gesundheitszustand abgeschlossene R entenrevision vom 7. Juli 2008 erhob A.____ Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Lan dschaft, Abteilung Sozialversiche- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsrecht (Kantonsgericht), die mit Urteil vom 11. Febr uar 2009 abgewiesen wurde. Im Mai 2010 reichte A.____ bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) ein Gesuch um Erhöhung der Invalidenrente ein. Nach Vorbescheidverfahren und per sönlicher Anhörung von A.____ am 7. Februar 2011 holte die IV-Stelle medizinische Abklär ungen und Berichte des Hausarztes Dr. med. B.____, FMH Allgemeine Medizin, und des C.__ __-Spitals, Behandlungszentrum Be- wegungsapparat, ein und liess bei Dr. med. D.____, FM H Rheumatologie und Innere Medizin, Manuelle Medizin SAMM und Dr. med. E.____, FMH Psychiat rie und Psychotherapie, ein bidis- ziplinäres, rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten erstellen. Mit Verfügung der IV-Stelle vom 13. Januar 2012 wurd e die Erhöhung der Invalidenrente abge- wiesen. Im Wesentlichen wurde ausgeführt, dass aufgrund des Gutachtens der Dres. D.____ und E.____ vom 31. Oktober 2011 keine Verschlechterung d es Gesundheitszustandes festge- stellt werden konnte. Der Invaliditätsgrad betrage nach wie vor 55%. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten du rch Dr. Nicolas Roulet, Advokat, am 13. Februar 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht. Bean tragt wird in Aufhebung der Verfü- gung vom 13. Januar 2012 eine volle Invalidenrente, eventualilter eine Rückweisung an die Vor- instanz, unter o/e-Kostenfolge. Begründet wird dies dam it, dass zu der aufgrund psychischer Probleme attestierten 50%-igen Arbeitsunfähigkeit auch physische Leiden hinzugekommen sei- en. So sei im Jahr 2009 durch das F.____-Spital eine m ediale Meniskusläsion diagnostiziert worden. Zudem habe sich aufgrund der Ausführungen des behandelnden Psychiaters, Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ergeben, dass si ch der psychische Zustand von A.____ verschlechtert habe und sie keine Ressourcen mehr verfüge, um aus eigener Kraft die somatoforme Schmerzstörung zu überwinden. Somit habe si ch zumindest aus psychiatrischer Sicht eine neue erhebliche Tatsache ergeben. Mit ergän zender Beschwerdebegründung vom 5. März 2012 wurde bemängelt, dass die Fachgutachten vo m 31. Oktober 2011 nicht separat verfasst worden seien, die einzelnen Stellungnahmen kön nten nicht zweifelsfrei einem der bei- den Verfasser zugeordnet werden. Die Fachgutachten seien nicht nachvollziehbar und es seien neue Gutachten einzuholen. C. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 6. März 2012 w urde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege mit Dr. Nicolas Roulet, Advokat, bewilligt. D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 27. März 2 012 auf Abweisung der Be- schwerde. Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien wird, so fern erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszu stand der Beschwerdeführerin ver- schlechtert hat und somit ein Grund für eine Rentenrevision vorliegt. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: S CHAFFHAUSER /S CHLAURI [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfal lversicherung entwickelten Grundsätze fin- den für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendun g (Urteil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 3.4 In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll da s Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens- stellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patien ten aussagen (M EYER -BLASER ULRICH , Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2. Auf lage, Zürich 2010, S. 353; BGE 125 V 353, BGE 122 V 162 E. 1c, 120 V 367 E. 3b). Im Hin blick auf einen möglichen Ziel- und Inte- ressenkonflikt zwischen Behandlung und Begutachtung kann - namentlich in umstrittenen Fäl- len - auch nicht unbesehen auf die Angaben des behande lnden Spezialisten abgestellt werden (Urteil des EVG vom 5. April 2004, I 814/03, E. 2.4. 2). Dies gilt allerdings nicht im Sinne einer Beweisformel, wonach Berichte behandelnder Ärzte in d er Regel von vornherein weniger Be- weiswert hätten, sondern sie sind unvoreingenommen auf ihre Beweiskraft zu prüfen. Zu beach- ten und bei der Entscheidfindung zu gewichten ist in d iesem Zusammenhang, dass Hausärzte in der Regel die einzigen Medizinalpersonen sind, die über eine Langzeitbeobachtung berichten können (L OCHER THOMAS , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 452). Sind keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich, d ie die Glaubwürdigkeit ärztlicher At- teste zu erschüttern vermögen, ist es unzulässig, die Angaben behandelnder Ärzte bei der Be- weiswürdigung unter Hinweis auf ihre Vertrauensstellun g und unter Berufung auf die fachliche Kompetenz der Ärzte beispielsweise einer Universitätskli nik ausser Acht zu lassen (L OCHER , a.a.O., S. 453). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Invalidität srenten für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditä tsgrad in einer für den Anspruch er- heblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt j ede wesentliche Änderung in den tat- sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditä tsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesund- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht heitszustandes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustan- des erheblich verändert haben (vgl. BGE 130 V 349 E. 3. 5 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines i m Wesentlichen unverändert ge- bliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Re- visionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.1 mit Hinweis). 4.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (vgl. BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 f f. E. 3.2.3). Vorliegend wurde der Be- schwerdeführerin mit Verfügung vom 6. August 2004 rückwirkend ab September 2002 eine hal- be IV-Rente zugesprochen. Nachdem die IV-Stelle im Jah r 2007 von Amtes wegen eine Über- prüfung des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin eingeleitet und die erforderlichen Abklä- rungen vorgenommen hatte, hielt sie an der halben IV -Rente mit Verfügung vom 7. Juli 2008 fest, welche durch das Kantonsgericht mit Urteil vom 11 . Februar 2009 bestätigt worden ist. Mit Gesuch der Beschwerdeführerin um Rentenerhöhung im Mai 2010 leitete die IV-Stelle eine er- neute Abklärung bezüglich einer Rentenrevision ein. Mit Verfügung vom 13. Januar 2012 wies die IV-Stelle das Erhöhungsgesuch ab. Im Lichte der vor stehend erwähnten bundesgerichtli- chen Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhält- nissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Änderung d er bis anhin ausgerichteten Rente rechtfertigt. Demnach ist der Sachverhalt, wie er im Z eitpunkt der Revisionsverfügung vom 7. Juli 2008 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpu nkt der vorliegend angefochtenen Verfü- gung vom 13. Januar 2012 zu vergleichen. 5. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesun dheitszustand der Beschwerdefüh- rerin seit der Verfügung der IV-Stelle vom 7. Juli 20 08 in einer anspruchserheblichen Weise verändert hat. Zur Beurteilung der Frage der Verände rung der tatsächlichen Verhältnisse und des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin sind die folgenden medizinischen Unterla- gen zu beachten: 6.1 Bei der Überprüfung des Gesundheitszustandes der B eschwerdeführerin im Rahmen einer von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision im August 2007 holte die IV-Stelle vorab einen Bericht des behandelnden Hausarztes, Dr. B.____, vom 24. September 2007 ein. Dr. B.____ diagnostizierte ein generalisiertes Schmerzsyn drom, Status nach Hepatitis B, Ver- dacht auf Anpassungsstörung bei psychosozialen Belastungssitua tionen und eine rezidivieren- de depressive Störung. Dr. B.____ bezeichnete den Gesun dheitszustand der Versicherten als stationär, empfahl aber die Abklärung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen. Ergän- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zend wurde bei Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psych otherapie, ein Arztbericht einge- holt. Dieser diagnostizierte eine mittelgradige, teil weise schwergradige Depression mit somati- schen Symptomen, anhaltender somatoformer Schmerzstörung u nd Kopfschmerzen, Migräne rechts. Es bestehe eine schleichende Depressionsverschlechter ung ab 2005. Zur Ergänzung der Akten wurde bei Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie un d Psychotherapie, ein psychiatri- sches Gutachten in Auftrag gegeben. Aufgrund dieses Gut achtens verfügte die IV-Stelle am 7. Juli 2008, dass keine Verschlechterung des Gesundheitszus tandes ersichtlich sei und der Invaliditätsgrad nach wie vor 55% betrage. 6.2 Dr. H.____ führte in seinem Gutachten vom 16. J uni 2008 aus, dass die Beschwerde- führerin subjektiv eine Zunahme der Beschwerden gelten d mache. Objektiv zeige sich im Ver- gleich zu 2003 keine relevante Änderung der Psychopathologie. Auch gehe nicht aus dem Arzt- bericht von Dr. G.____ vom 4. Februar 2008 hervor, wor in die Verschlimmerung des psychi- schen Zustandes bestehen solle. Somit hätten sich die Ver hältnisse bezüglich der Arbeitsfähig- keit von 50% für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, s ofern diese keine Überkopfarbeiten, repetitives Heben und körperliche Zwangshaltung beinhal ten würden, nicht verändert. Dr. H.____ diagnostizierte eine depressive Störung, gege nwärtig mittelschwere Episode mit somatischem Syndrom und ausgeprägten Somatisierungstende nzen (ICD-10 F32.11), differen- tialdiagnostisch bestehe eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). 6.3 Nach Vorbescheid vom 26. Januar 2011 und persönlicher Anhörung der Beschwerde- führerin am 7. Februar 2011 wurden von der IV-Stelle aktuelle Arztberichte des Hauarztes, Dr. B.____, sowie des C.____-Spitals, Behandlungszentru m Bewegungsapparat, eingeholt. Dr. B.____ diagnostizierte in seinem Bericht vom 22. F ebruar 2011 ein generalisiertes Schmerzsyndrom, eine Osteonekrose Talus links, mediale Meni skusläsion links und lateral rechts, Pes plano valgus et abductus beidseits, Nasenatmun gsbehinderung bei Septumdeviati- on, Muschelhypertrophie und Vavulainsuffizienz. Es bestehe e ine ungünstige Prognose bei Chronifizierung der Beschwerden. Als Einschränkung zu de r bisherigen Tätigkeit seien chroni- sche Schmerzen an der Lendenwirbelsäule und an den Füsse n gegeben, aus medizinischer Sicht sei ihr die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumut bar. Im Arztbericht des C.____-Spitals, Be- handlungszentrum Bewegungsapparat, vom 5. April 2011 we rden die Diagnosen eines Pes plano valgus et abductus beidseits und eines generalisie rten Schmerzsyndroms gestellt. Die Beschwerdeführerin klage über Schmerzen am gesamten Kö rper, im linken Knie, an beiden Schultern, Händen und Füssen. Die Schmerzursache sei nic ht auf die eher geringen pathologi- schen Befunde an den Füssen zurückzuführen. Diesbezüglich sei weiter Physiotherapie zum Tibialis posterior-Training verschrieben worden. Aufgru nd der Fussproblematik sei die Be- schwerdeführerin nicht arbeitsunfähig. Da aufgrund diese r Aktenlage nicht entschieden werden konnte, gab die IV-Stelle ein bidisziplinäres, rheumat ologisch-psychiatrisches Gutachten bei den Dres. D.____ und E.____ in Auftrag. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Dr. D.____ diagnostizierte im rheumatologischen Te ilgutachten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Ganzkörperschmerzsyndrom ohne organi sche Ursache, Pes plano valgus et abductus beidseits mit/bei Tendinopathie der Tibialis posterior-Sehne beidseits, kleine osteo- chondrale Läsion linke Talusschulter von 2x1 mm, oberfläch liche und leichte degenerative Ver- änderungen taloviculär links (MRT 18. März 2011). Rheumatologische Diagnosen ohne Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit seien eine arterielle Hypertonie; Polyarthrose mit/bei szin- tigraphisch Uptakes im Bereich einzelner Fingergelenke a ls Hinweis auf eine diskret beginnen- de Fingerpolyarthrose, radiologisch ganz diskreter Befund und beginnende Retropatellararthro- se beidseits; Status nach Re-Septumplastik, submuköse Concho tomie untere Muschel beid- seits, geschlossene funktionelle Rhinoplastik, Titan-Impla ntat Breathe-Implantat à Wengen Grösse "L", vordere Nasentamponade beidseits am 21. Oktobe r 2010; radiomorphologisch me- diale Meniscusläsion linkes Knie (MRT Knie 07/2009) ohne entsprechende Klinik; radiomorpho- logisch laterale Meniscusläsion rechtes Knie (MRT Knie 07/ 2009) ohne entsprechende Klinik. Das Achsenorgan zeige eine normale Wirbelsäulenform, die HWS sei frei beweglich mit jeweils Endphasenschmerz, BWS und LWS seien frei beweglich, jew eils mit Angabe von Endphasen- schmerz. Es würden sich keine radikulären Zeichen finden la ssen, weder an den oberen noch unteren Extremitäten, Kraft, Umfänge und Reflexbild seien symmetrisch, es gäbe eine diffuse, nicht dermatom-bezogene Hyposensibilität der rechten ob eren Extremität. Es seien keinerlei Atrophien, weder im Schulterbereich (Supra- und Infr aspinatus), noch im Ober- oder Unterarm- bereich, noch an den Ober- oder Unterschenkeln ersichtli ch. Der periphere Gelenkstatus sei unauffällig, es würden keine Synovitiden bestehen. In spektorisch würden keine Fingerpolyarth- rosezeichen bestehen, radiologisch hätten sich ganz diskrete Veränderungen mit diskreten Up- takes im Szintigramm gefunden, die Ellbogen seien fre i, die Schultern seien oben beschrieben, die Hüften seien frei, die Knie seien frei beweglic h mit jeweils Angabe von Schmerzen. Hier würden sich ein ganz diskretes retropatelläres Knirschen fin den, aber kein Erguss, keine ein- deutigen Meniscus-Zeichen, aber eine diffuse Druckdolenz, diese bestehe jedoch ubiquitär und nicht nur auf die Knie bezogen. Die OSG seien frei be weglich, die Füsse würden einen leichten Spreizfuss zeigen. Es bestehe eine diffuse Druckdolenz des g esamten Körpers, egal wo getes- tet würde. Es seien nicht nur die Fibromyalgie-definie rten Druckpunkte positiv, sondern sämtli- che ubiquitär gewählten Druckpunkte, weshalb die Diagno se Ganzkörperschmerzsyndrom und nicht Fibromyalgie laute. Die organischen Schmerzen würde n richtiggehend im Ganzkörper- schmerzsyndrom untergehen, was bedeute, dass die Beschwerd eführerin immer Schmerzen habe, so bereits in Ruhe, ubiquitär und nicht auf einzelne Regionen lokalisiert. Bezogen auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen T ätigkeit wurde festgehalten, dass die Be- schwerdeführerin auf Grund des Ganzkörperschmerzsyndroms für körperliche Schwerarbeit arbeitsunfähig sei. Auf Grund der Fussproblematik sei es sicherlich günstig, wenn sie nicht über eine Stunde am Stück laufen müsse. Sie könne nicht repetitiv Lasten über 15kg heben, stossen oder ziehen, sie könne nicht dauernd in Zwangsstellung arbeiten wie dauernd vornübergebeugt oder repetitiv nur bückend. Aus rheumatologischer Sicht sei ihr bei Berücksichtigung dieser Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einschränkungen ein Ganztagespensum zumutbar, das heisst f ür eine derartig adaptierte Tä- tigkeit sei sie zu 100% arbeitsfähig. 6.5 Im psychiatrischen Teilgutachten wurden die Diagnose n einer mittelgradigen depressi- ven Episode (ICD-10 F32.1) und einer anhaltenden somat oformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) gestellt. Zu den Funktionseinbussen sei zu sagen, dass gemäss Richtlinien der Swiss Insurance Medicine (SIM) beim Vorliegen einer mittelg radigen depressiven Episode qualitative Funktionseinbussen in der Höhe von 50% attestiert werd en könnten. Die Ermüdbarkeit, die re- duzierte Antriebskraft sowie die reduzierte psychische Belastbarkeit seien mitberücksichtigt. Die Beschwerdeführerin würde über diese Einschränkungen b erichten. Aufgrund der Tagesaktivitä- ten der Beschwerdeführerin aber auch wegen der besond eren Würdigung spezifischer objekti- ver Parameter, die sehr gut die innerpsychische Vitalität abbilden würden, könne eine mittelgra- dige depressive Störung diagnostiziert werden. Somit kön ne auch nachvollzogen werden, dass auch aus objektiver Sicht qualitative Funktionseinbussen in der Höhe von 50% auf Grund dieser mittelgradigen depressiven Episode attestiert werden könnten. Beim Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schme rzstörung müssten die Foerster- Kriterien separat gewürdigt werden. Dazu könne gesagt werden, dass eine relevante psychiatri- sche Co-Morbidität vorliege, auch chronische körperliche E rkrankungen, allerdings seien diese unspezifisch. Es sei zu einem deutlichen sozialen Rückzug ge kommen, die Schmerzen würden seit vielen Jahren bestehen und therapierefraktär scheinen . Die Beschwerdeführerin stehe in einer ambulant psychiatrischen Behandlung und werde med ikamentös behandelt. Zusammen- fassend könne gesagt werden, dass die Foerster-Kriterien grössenteils erfüllt seien, so dass die Beschwerdeführerin nicht mehr eine vollumfänglich akt ive Willensleistung zugemutet werden könne, um ihre Körperschmerzen zu überwinden. Die darau s resultierenden Funktionseinbus- sen seien jedoch bereits in denjenigen mitberücksichtigt, die sich aus der mittelgradigen de- pressiven Episode ergeben würden. Aus psychiatrischer Sicht b estehe eine 50%ige Arbeitsfä- higkeit in der bisherigen sowie in einer Verweistätigkeit. 6.6 Als Diskrepanzen zwischen der Aktenlage und der gutachte rlichen Beurteilung gaben Dr. D.____ und Dr. E.____ an, dass aus rheumatologische r Sicht neu eine Einschränkung be- züglich der Gehstrecke formuliert wurde. Diese komme jedo ch nicht zum Tragen, wenn man das von Dr. I.____ 2003 formulierte Verweisprofil verg leiche, so dass von einem gleichbleiben- den Zustand seit der ersten rheumatologischen Begutach ten auszugehen sei. Aus psychiatri- scher Sicht habe sich nichts verändert. 7.1 Die IV-Stelle stützt sich in der Verfügung vom 13 . Januar 2012 bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vollumfänglich auf das Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 31. Oktober 2011 und kommt zum Schluss, dass der Beschwerde führerin eine körperlich ange- passte Tätigkeit im Umfang von 50% weiterhin zumutbar se i. Eine IV-relevante Verschlechte- rung ihres Gesundheitszustandes gegenüber den früher erf olgten Begutachtungen sei nicht Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausgewiesen. Das Gutachten setze sich mit den Diskrepanzen zwischen der Aktenlage und den gutachterlichen Beurteilungen auseinander. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin seien nicht geeignet, die ausschlaggebende Beweiskraft der Expertise in Frage zu stellen. Was die Restar- beitsfähigkeit anbelange, würden der Beschwerdeführeri n unter Beachtung ihrer gesundheitli- chen Beeinträchtigungen immer noch ein breiter Fächer verschiedener Hilfsarbeitertätigkeiten offen stehen. 7.2 Die Beschwerdeführerin bemängelt in formeller Hi nsicht, dass die beiden Teilfachgut- achten der Dres. D.____ und E.____ nicht separat verfasst worden und gemeinsame Schlüsse aus den jeweiligen Spezialuntersuchungen gezogen worde n seien. So würden sich die einzel- nen Stellungnahmen im Gutachten nicht zweifelsfrei ein em der beiden Verfasser zuordnen las- sen. Die Ausführungen des rheumatologischen Sachverständ igen seien nicht ohne weiteres nachvollziehbar und nicht in sich schlüssig. Der rheumatolo gische Sachverständige habe keine objektive Veränderung am Gesundheitszustand erkennen können. Der Gutachter widerspreche damit seinen eigenen rheumatologischen Untersuchungen, wonach der Status des OSG beid- seits normal sein soll. Die Beschwerden an der Sehne des Sprunggelenkes hätten sich erst- mals am 18. März 2011 bildlich festhalten lassen. Es könne deshalb nicht gesagt werden, es läge ein Ganzkörpersyndrom ohne organische Ursachen vor un d es hätte keine Verschlechte- rung des Gesundheitszustandes stattgefunden. Es fehle eine entsprechende Auseinanderset- zung im rheumatologischen Gutachten sowie eine Schlussfol gerung, weshalb die festgestellten objektiven Veränderungen keine Auswirkungen auf die bisl ang festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit haben sollen. Das rheumatologische G utachten sei nicht als arte legis erstellt zu bezeichnen, weshalb ein neues Gutachten einzuholen s ei. Auch dem psychiatrischen Teil- gutachten könne nicht ohne weiteres gefolgt werden und es sei nicht in sich schlüssig. So fehle ein aktueller Bericht des seit mehreren Jahren behandeln den Psychotherapeuten. Um zuver- lässige Angaben machen zu können, wäre der Gutachter auf die Erkenntnisse der längerzeiti- gen Beobachtung angewiesen gewesen. Dem psychiatrischen Fachgutachten könne auch nicht entnommen werden, weshalb die neu diagnostizierte soma toforme Schmerzstörung keine weit- reichende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwe rdeführerin zur Folge haben soll. Auch dieses Teilgutachten sei inhaltlich mangelhaft un d es sei für diesen Bereich ein weiteres Fachgutachten einzuholen. Aufgrund der Diagnose der somatoformen Schmerzstörung und der Feststellung, dass von der Beschwerdeführerin keine voll umfängliche Willensanstrengung zur Überwindung der eigenen Schmerzen mehr verlangt werde n könne, sei ihr auch nicht zumut- bar, eine derart eingeschränkte Restarbeitsfähigkeit noch zu verwerten. 7.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist wi e bereits ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor) entscheidend, ob dieser für die streitigen Bela nge umfassend ist, auf allseitigen Unter- suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksicht igt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung d er medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleu chtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 1c). Das Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 3 1. Oktober 2011 erfüllt die recht- sprechungsgemäss erforderlichen Kriterien an ein umfassen des Administrativgutachten, wes- halb ihm voller Beweiswert zukommt. Es berücksichtigt al le geklagten Beschwerden der Be- schwerdeführerin und ist in Kenntnis einer vollständigen Anamnese verfasst worden. Sodann basiert es auf eigenen Untersuchungen und erweist sich al s schlüssig begründet und wider- spruchsfrei. Der von der Beschwerdeführerin gerügte form elle Mangel des Gutachtens, dass sich die einzelnen Stellungnahmen nicht zweifelsfrei ein em der beiden Verfasser zuroden las- sen, ist nicht nachvollziehbar. Das Gutachten ist klar ersicht lich in zwei Teilfachgutachten und einen gemeinsamen Teil aufgeteilt. Ein gemeinsamer Teil mit einer gemeinsamen Schlussfolge- rung entspricht gerade dem Sinn eines bidisziplinären G utachtens. Bezüglich des gerügten Mangels des psychiatrischen Fachgutachtens, es sei verpasst worden, einen aktuellen Bericht des behandelnden Psychiaters einzuholen, muss entgegen geh alten werden, dass den Akten ein Arztbericht von Dr. G.____ vom 4. Februar 2008 bei liegt und Dr. E.____ in seinem Teilgut- achten darauf eingeht. Zudem hält er fest, dass die Besch werdeführerin zwar bei Dr. G.____ in ambulanter Behandlung, die Therapiefrequenz jedoch äusserst tief sei (zum Zeitpunkt des Gut- achtens sei kein neuer Behandlungstermin vereinbart gew esen). Die IV-Stelle stützt sich dem- zufolge zu Recht auf das Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 31. Oktober 2011. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sind zudem nicht geeignet, das Gutachten vom 31. Oktober 2011 in Zweifel zu ziehen. Gemäss dem Gutachten ist keine IV-relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin im Vergleich zu ihrem vorherigen Zustand wäh- rend der Beurteilung zur Zeit der letzten IV-Verfügun g vom 7. Juli 2008 ersichtlich. Demzufolge hat die IV-Stelle zu Recht das Erhöhungsgesuch abgewiesen. Die Beschwerde ist abzuweisen. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Zufolge Bewilligung der unentgelt- lichen Prozessführung gehen die Kosten zu Lasten der Gerichtskasse. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbei ständung wird dem Rechtsvertreter der Be- schwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'680 .50 (inkl. Auslagen und 8% Mehr- wertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 1'680.50 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausrichtet. Gegen dieses Urteil wurde von A.____ am 04.10.2012 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_808/2012 ) erhoben.