<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00097</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204514&amp;W10_KEY=4467140&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00097</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 30.09.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 18.05.2005 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung als Arzt</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Entzug der Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung als Arzt<br/><br/>Nachdem dem Beschwerdeführer bereits aufgrund eines früheren Verfahrens die Bewilligung zur selbständigen Ausübung des Arztberufs auf die Behandlung von weiblichen Patienten beschränkt wurde, begutachtete er verschiedene männliche Mitglieder einer Sterbehilfeorganisation mit der Begründung, dass es sich dabei nicht um eine ärztliche, sondern um eine humanitäre Tätigkeit handle, welche ihm erlaubt sei. Die Begutachtung von sterbewilligen, schwerkranken Menschen, d.h. die Konsultation der Krankengeschichte, die Untersuchung der betreffenden Person, Abklärungen bezüglich verbleibenden Sinn machenden Therapien sowie die allfällige Ausstellung eines Rezeptes mit der lethalen Dosis Natrium-Pentobarital, ist als ärztliche Tätigkeit zu qualifizieren (E. 3).<br/>Indem der Beschwerdeführer trotz Hinweis von Seiten des Kantonsarztes gegen das Verbot der Behandlung männlicher Patienten verstossen hat und sich weiterhin uneinsichtig zeigt, wird ihm mangels Vertrauenswürdigkeit die Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung als Arzt in vollem Umfang entzogen (E. 4).<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARZT">ARZT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃRZTLICHE TÃTIGKEIT">ÃRZTLICHE TÃTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Gesundheit ST: BERUFSAUSÃBUNG">BERUFSAUSÃBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUFSVERBOT">BERUFSVERBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DIGNITAS">DIGNITAS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MEDIKAMENTE">MEDIKAMENTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRAXISBEWILLIGUNG">PRAXISBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STERBEHILFE">STERBEHILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUIZID">SUIZID</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSWÃRDIGKEIT">VERTRAUENSWÃRDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 7 Abs. I aGesundheitsG</span><br/><span class="gerade">§ 7 Abs. I lit. a aGesundheitsG</span><br/><span class="ungerade">§ 7 Abs. III aGesundheitsG</span><br/><span class="gerade">§ 8 aGesundheitsG</span><br/><span class="ungerade">§ 9 Abs. I aGesundheitsG</span><br/><span class="gerade">§ 12 aGesundheitsG</span><br/><span class="ungerade">§ 12 Abs. I aGesundheitsG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>Mit Entscheid der 3. Kammer des Verwaltungsgerichts des Kantons ZÃ¼rich vom 11. Juli 2002 wurde die Bewilligung des Kinderarztes A, geboren am 28. November 1936, zur AusÃ¼bung der selbststÃ¤ndigen Ã¤rztlichen BerufstÃ¤tigkeit dahin gehend eingeschrÃ¤nkt, dass er in seiner Praxis ausschliesslich Patientinnen behandeln durfte. Die Behandlung von Patienten mÃ¤nnlichen Geschlechts ohne Altersbegrenzung und die Teilnahme am Notfalldienst (â¦) wurde ihm verboten (VB.2002.00135). Das Bundesgericht wies eine von A dagegen gerichtete staatsrechtliche Beschwerde mit Urteil vom 20. November 2002 ab, soweit es darauf eintrat. Im Herbst 2003 hat er seine Praxis in X verkauft.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span> Am 30. Januar 2004 ersuchte die Staatsanwaltschaft des Kantons ZÃ¼rich die Gesundheitsdirektion darum, die nÃ¶tigen Schritte gegen A einzuleiten, nachdem dieser trotz des Verbots der Behandlung von mÃ¤nnlichen Patienten den 1925 geborenen "E.P." im Rahmen seiner TÃ¤tigkeit fÃ¼r die Sterbehilfe-Organisation "B" untersucht, einen Bericht Ã¼ber ihn verfasst und ihm ein Rezept Ã¼ber eine tÃ¶dliche Dosis des BetÃ¤ubungsmittels NAP (Natrium-Pentobarbital) ausgestellt hatte. Der Kantonsarzt wies A im Schreiben vom 3. Februar 2004 auf das bestehende Verbot der Behandlung mÃ¤nnlicher Patienten hin und darauf, dass er mit der Untersuchung und Beurteilung von "E.P." gegen dieses Verbot verstossen habe. Da A mit diesem Verhalten die VertrauenswÃ¼rdigkeit fÃ¼r die noch gÃ¼ltige BerufsausÃ¼bungsbewilligung infrage gestellt habe, werde deren Entzug geprÃ¼ft, wozu ihm Frist zur Stellungnahme eingerÃ¤umt wurde. Am 12. Februar 2004 erstattete A seine Stellungnahme, worin er im Wesentlichen bestritt, dass es sich bei der TÃ¤tigkeit fÃ¼r "B" um eine Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit handle. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 20. Februar 2004 verwarnte die Gesundheitsdirektion A, nachdem sie einen Verstoss gegen das Verbot der Behandlung mÃ¤nnlicher Patienten im Zusammenhang mit dem Tod von "E.P." festgestellt hatte, und drohte ihm den Entzug der BerufsausÃ¼bungsbewilligung fÃ¼r den Fall eines erneuten Verstosses an. Gegen die VerfÃ¼gung vom 20. Februar 2004 erhob A am 25. Februar 2004 Beschwerde an das Verwaltungsgericht (Verfahren VB.2004.00097). Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 5. MÃ¤rz 2004 wies das Verwaltungsgericht</span><span> die mit der Beschwerde gestellten Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und Anordnung einer vorsorglichen Massnahme ab.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>C. </span></b><span>Mit Schreiben vom 14. April 2004 warf die Gesundheitsdirektion A vor, am 17. Februar 2004 einen weiteren mÃ¤nnlichen Patienten ("D.L.") untersucht, rezeptiert und ihm ein Zeugnis ausgestellt zu haben, womit die notwendige VertrauenswÃ¼rdigkeit zur weiteren BerufsausÃ¼bung nicht mehr gegeben sei. A erhielt Gelegenheit, sich zum beabsichtigten Entzug der Praxisbewilligung zu Ã¤ussern, was er mit Eingabe vom 21. April 2004 tat und worin er wiederum bestritt, dass seine TÃ¤tigkeit fÃ¼r die Organisation "B" eine Ã¤rztliche sei. Unter Hinweis auf diesen ihm vorgeworfenen erneuten Verstoss gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 11. Juli 2002 verlangte A am 22. April 2004, in Erwartung des Entscheids Ã¼ber den Entzug der Praxisbewilligung, beim Verwaltungsgericht die Sistierung des Beschwerdeverfahrens. Dieses wurde mit VerfÃ¼gung vom 30. April 2004 bis auf weiteres, vorlÃ¤ufig bis 30. Juni 2004, sistiert. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 26. Mai 2004 entzog die Gesundheitsdirektion A die Bewilligung zur selbststÃ¤ndigen Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit vollstÃ¤ndig und endgÃ¼ltig und lehnte die beantragte Erweiterung der Praxisbewilligung auf die Behandlung mÃ¤nnlicher Patienten, die in der Schweiz den begleiteten Freitod durch die Organisation "B" wÃ¼nschten, ab. Einer allfÃ¤lligen Beschwerde an das Verwaltungsgericht und dem Lauf der Beschwerdefrist entzog sie die aufschiebende Wirkung. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>Am 14. Juni 2004 liess A vor Verwaltungsgericht das Gesuch um Erlass einer superprovisorischen VerfÃ¼gung stellen und im Wesentlichen verlangen, es sei ihm provisorisch zu gestatten, gewisse, auf je einer Liste aufgefÃ¼hrte weibliche Personen seiner Privatpraxis sowie der Organisation "B" weiterzubehandeln. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 17. Juni 2004 wurde das Verfahren VB.2004.00264 mit dem Verfahren VB.2004.00097 vereinigt, die mit VerfÃ¼gung vom 30. April 2004 angeordnete Sistierung des Verfahrens aufgehoben und das Gesuch um Erlass einer superprovisorischen Anordnung zur Behandlung der aufgefÃ¼hrten Personen abgewiesen (. 15 Prot. S. 2 ff.; die Akten des Verfahrens VB.2004.00264 wurden in das Verfahren VB.2004.00097 Ã¼bernommen). </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>A hatte bereits im Zusammenhang mit dem Gesuch um Erlass einer superprovisorischen Anordnung in Aussicht gestellt, mit der Beschwerde gegen die VerfÃ¼gung vom 26. Mai 2004 die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung zu verlangen. In der Beschwerdeschrift vom 2. Juli 2004 tat er dies wie angekÃ¼ndigt und stellte zudem die folgenden AntrÃ¤ge:</span></p> <p class="Einzug2">" 2. Die angefochtene VerfÃ¼gung sei aufzuheben.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Es sei dem BeschwerdefÃ¼hrer in AbÃ¤nderung von Ziff. 1 des Dispositivs des Urteils des Verwaltungsgerichts vom 11. Juli 2002 die Praxisbewilligung in der Weise zu erweitern, dass ihm gestattet ist, Personen, die um einen begleiteten Suizid durch B ersuchen, zuhanden von B zu begutachten und dazu, sofern er dafÃ¼r die Voraussetzungen als erfÃ¼llt betrachtet, ein Rezept Ã¼ber eine letale Dosis Natrium-Pentobarbital auszustellen."</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> Unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen."</p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit VerfÃ¼gung des PrÃ¤sidenten der 3. Abteilung vom 12. Juli 2004 wurde das Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen und der Beschwerde-gegnerin eine Frist von 10 Tagen angesetzt, um die Beschwerdeantwort einzulegen. Die Beschwerdeantwort der Gesundheitsdirektion ging am 30. August 2004 am Gericht ein.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Zur Behandlung von Beschwerden in Streitigkeiten betreffend Ã¤rztliche Praxisbewilligungen ist das Verwaltungsgericht nach § 41 in Verbindung mit § 19a Abs. 2 Ziff. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) grundsÃ¤tzlich sachlich und funktionell zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Nach § 7 Abs. 1 lit. a des Gesundheitsgesetzes vom 4. November 1962 (GesundheitsG) ist eine Bewilligung der Direktion des Gesundheitswesens erforderlich, um gegen Entgelt oder berufsmÃ¤ssig Krankheiten, Verletzungen oder sonstige gesund­heitliche StÃ¶rungen festzustellen und zu behandeln oder Ã¼berhaupt medizinische Verrichtungen vorzunehmen. Nach § 1 lit. a+d der Ãrzteverordnung vom 6. Mai 1998 (ÃrzteV) bedÃ¼rfen einer Bewilligung der Gesundheitsdirektion zur selbstÃ¤ndigen TÃ¤tig­keit die Ãrztinnen und Ãrzte mit privater Praxis und alle anderen Ãrztinnen und Ãrzte, die Kranke untersuchen oder behandeln, ohne dabei im Namen einer praxisberechtigten Person tÃ¤tig zu sein. Die Bewilligung zur selbstÃ¤ndigen BerufsausÃ¼bung wird bis zum Ablauf des 70. Altersjahrs erteilt und kann fÃ¼r jeweils drei Jahre erneuert werden, sofern die Voraussetzungen nach § 8 GesundheitsG fortbestehen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Nach § 8 Abs. 1 und § 16 Abs. 1 GesundheitsG erteilt die Direktion des Gesundheitswesens die Bewilligung, wenn der Gesuchsteller das eidgenÃ¶ssische Arztdiplom besitzt, die durch dieses Gesetz verlangten Anforderungen erfÃ¼llt, vertrauenswÃ¼rdig ist und nicht an einem geistigen oder kÃ¶rperlichen Gebrechen leidet, das ihn zur BerufsausÃ¼bung offensichtlich unfÃ¤hig macht. Die in § 8 Abs. 1 GesundheitsG erwÃ¤hnte VertrauenswÃ¼rdigkeit besteht nicht nur im VerhÃ¤ltnis zwischen Arzt und Patient, sondern auch zwischen Arzt und BehÃ¶rde. Dieses Vertrauens erweist sich ein Arzt dann als wÃ¼rdig, wenn von ihm aufgrund seiner bisherigen BerufstÃ¤tigkeit und LebensfÃ¼hrung erwartet werden darf, dass er bei der selbststÃ¤ndigen AusÃ¼bung seines Berufs alle notwendige Sorgfalt anwenden wird (§ 12 Abs. 1 GesundheitsG). Dabei hat der Arzt grundsÃ¤tzlich fÃ¼r jede Pflichtverletzung einzustehen (BGE 120 II 248 E. 2c). Daneben muss die BehÃ¶rde die Gewissheit haben, dass sich der praktizierende Arzt an die Gesundheitsgesetzgebung und an ihre Entscheide, insbesondere auch an diejenigen der AufsichtsbehÃ¶rde, hÃ¤lt (§ 7 Abs. 3 GesundheitsG). Nach § 9 Abs. 1 GesundheitsG kann die Gesundheitsdirektion die Bewilligung entziehen, wenn deren Voraussetzungen nicht mehr vorhanden sind oder wenn den BehÃ¶rden nachtrÃ¤glich Tatsachen zur Kenntnis gelangen, auf Grund derer die Bewilligung hÃ¤tte verweigert werden mÃ¼ssen. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Bereits in der Stellungnahme vom 21. April 2004 zum Schreiben des Kantonsarztes vom 14. April 2004 hatte der BeschwerdefÃ¼hrer bestritten, dass seine TÃ¤tigkeit fÃ¼r die Organisation "B" eine Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit darstelle und unter die Vorschriften der Gesundheitsgesetzgebung falle. Als Konsequenz daraus ergebe sich die fehlende ZustÃ¤ndigkeit der kantonalen AufsichtsbehÃ¶rde Ã¼ber die Ãrzte fÃ¼r seine TÃ¤tigkeit. In der VerfÃ¼gung vom 26. Mai 2004 hielt die Gesundheitsdirektion an ihrer Beurteilung fest, dass die TÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers als Ã¤rztliche zu betrachten sei. Der BeschwerdefÃ¼hrer seinerseits hielt in seiner Beschwerdeschrift die Einrede der UnzustÃ¤ndigkeit aufrecht. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Im Schreiben vom 21. April 2004 gestand der BeschwerdefÃ¼hrer zu, den britischen StaatsangehÃ¶rigen "D.L.", geboren 8. Februar 1943, in Anwesenheit von dessen Schwester und eines Freundes am 17. Februar 2004 in der Wohnung von "B" gesehen und gesprochen zu haben. "D.L." litt an einer amyotrophen Lateralsklerose, war vollstÃ¤ndig pflegebedÃ¼rftig und hatte eine rasche Verschlechterung seines Gesundheitszustands festgestellt. Der BeschwerdefÃ¼hrer stellte ihm anlÃ¤sslich dieses GesprÃ¤chs das Rezept Ã¼ber eine tÃ¶dliche Dosis Natrium-Pentobarbital aus. Zuvor â seit Oktober 2003 â hatte er die Krankengeschichte von "D.L." beigezogen und studiert, ebenso einen Bericht der Klinik in England. BezÃ¼glich "D.L." hielt er fest, dass die Prognose des Leidens ungÃ¼nstig (infaust) sei und der Leidensweg mit optimaler Pflege nur noch verzÃ¶gert wÃ¼rde. ZusÃ¤tzlich war im Fall "D.L." offenbar deswegen Eile geboten, weil ihm wegen seines sich verschlechternden Zustandes die Vornahme eines Suizides kÃ¶rperlich nicht mehr hÃ¤tte mÃ¶glich sein kÃ¶nnen, weshalb bei der amyotrophen Lateralsklerose der Tod durch Ersticken gedroht hÃ¤tte.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>BezÃ¼glich "E.P." liess der BeschwerdefÃ¼hrer in der Eingabe vom 12. Februar 2004 ausfÃ¼hren, dass er auch dessen Unterlagen eingehend studiert habe. Im GesprÃ¤ch mit "E.P." habe er sich Ã¼berzeugt, dass die medizinischen Unterlagen, welche er zuvor studiert habe, mit dem Bild, das ihm "E.P." geboten habe, und mit den AusfÃ¼hrungen, die er wÃ¤hrend des GesprÃ¤chs gemacht habe, Ã¼bereinstimmten. Sodann habe er feststellen kÃ¶nnen, dass keinerlei Sinn machende Therapien mehr zur VerfÃ¼gung stehen wÃ¼rden. In der Folge habe er zuhanden von "B" seine Feststellungen schriftlich niedergelegt. In diesem Bericht schloss der BeschwerdefÃ¼hrer bezÃ¼glich "E.P." auf eine "desperate und progrediente Situation", die sich aus dem vom konsultierten Neurologen definierten und extrem seltenen Krankheitsbild ergebe und keinen Zweifel Ã¼ber die Indikation einer Sterbebegleitung auf Wunsch des Patienten Ã¼brig lasse. Die Berichte Ã¼ber "E.P." und "D.L." enthalten somit eine eingehende medizinische Analyse Ã¼ber deren letztlich hoffnungslosen Zustand. Der BeschwerdefÃ¼hrer umschrieb seine TÃ¤tigkeit fÃ¼r "B" allgemein so, dass sein heutiges "Patientengut" schwerst kranke Personen umfasse, die an verschiedensten Krebskrankheiten mit Metastasierungen, multipler Sklerose, amyotropher Lateralsklerose und meist auch unter sehr schweren Behinderungen litten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Wie das Verwaltungsgericht bereits in der PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 5. MÃ¤rz 2004 ausgefÃ¼hrt hatte, muss die TÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r die Organisation "B" als Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit im Sinne der Gesundheitsgesetzgebung betrachtet werden. Die TÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers in Zusammenhang mit dem Tod von "E.P.", aber auch von "D.L.", fÃ¤llt klarerweise in seinen Wirkungsbereich als Arzt. Die von ihm in jenen FÃ¤llen vorgenommene Medikation eines tÃ¶dlich wirkenden BetÃ¤ubungsmittels (Natrium-Pentobarbital) setzt eine nach den Regeln der Kunst vorgenommene Untersuchung und eine ebensolche Diagnose voraus. Dies entspricht auch Art. 26 des Heilmittelgesetzes vom 15. Dezember 2000, wonach bei der Verschreibung und Abgabe von Arzneimitteln die anerkannten Regeln der medizini­schen und pharmazeutischen Wissenschaften eingehalten werden mÃ¼ssen (Abs. 1) sowie ein Arzneimittel nur verschrieben werden darf, wenn der Gesundheitszustand des Konsumenten bzw. Patienten bekannt ist (Abs. 2); ebenso wie Art. 11 des BetÃ¤ubungsmittelgesetzes vom 3. Oktober 1951, wonach Ãrzte verpflichtet sind, BetÃ¤ubungsmittel nur in dem Umfange zu verordnen, wie dies nach den anerkannten Regeln der medizinischen Wissenschaften notwendig ist (VGr, 15. Juli 1999, VB.1999.00145, E. 6c). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Dass die TÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers als Ã¤rztliche BerufsausÃ¼bung zu verstehen ist, ergibt sich sodann auch aus dem kantonalen Recht. Wie erwÃ¤hnt, ist eine Bewilligung der Direktion des Gesundheitswesens erforderlich, um gegen Entgelt oder berufsmÃ¤ssig Krankheiten, Verletzungen oder sonstige gesundheitliche StÃ¶rungen fest­zustellen und zu behandeln oder Ã¼berhaupt medizinische Verrichtungen vorzunehmen. Daraus erhellt, dass bereits die Untersuchung des Patienten und die Feststellung einer Krankheit, Verletzung oder sonstigen gesundheitlichen StÃ¶rung als Ã¤rztliche TÃ¤tigkeiten aufzufassen sind. Nicht zwingend fÃ¼r die AusÃ¼bung der Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit ist demnach, dass derselbe Arzt, der den Patienten untersucht und die Krankheit, Verletzung oder gesundheitliche StÃ¶rung feststellt, diese auch â im engen Sinn von § 7 Abs. 1 lit. a GesundheitsG â behandeln muss. Feststellung und Behandlung in § 7 Abs. 1 lit. a GesundheitsG sind nicht kumulativ zu verstehen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>Aus dem eben AusgefÃ¼hrten ergibt sich, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer, um eine Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit zu verneinen, nicht darauf berufen kann, im Vorfeld nur medizin­ische Akten zu Ã¼berprÃ¼fen und mit den Sterbewilligen bloss ein GesprÃ¤ch zu fÃ¼hren. Er selbst studiert die Akten des Sterbewilligen, prÃ¼ft im persÃ¶nlichen GesprÃ¤ch deren Erscheinungsbild auf Ãbereinstimmung mit der Diagnose in den Akten und sucht allfÃ¤llige Sinn machende Therapien. Dieses Wirken ist mithin als medizinische Untersuchung einzustufen. Es liegt keine "bloss formellen PrÃ¼fung" der Unterlagen vor. Die TÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers ist vielmehr vergleichbar mit derjenigen eines Konsiliararztes, indem er die bestehende Diagnose Ã¼berprÃ¼ft und sich ein eigenes Bild Ã¼ber den Zustand des sterbewilligen "B"-Mitglieds macht. Ein Laie ohne Ã¤rztliche Ausbildung ist dazu nicht fÃ¤hig. Zudem lÃ¤sst der BeschwerdefÃ¼hrer, wenn ihm die Unterlagen zuwenig aussagekrÃ¤ftig erscheinen, entweder durch "B" zusÃ¤tzliche Ã¤rztliche Dokumente einfordern oder er setzt sich mit den behandelnden Ãrzten oder auch mit dem Patienten in Verbindung (wie im Fall "D.L."). Auch dies wÃ¤re ohne grÃ¼ndliche medizinische Kenntnisse in sachdienlicher Weise nicht mÃ¶glich. Zu Recht spricht der BeschwerdefÃ¼hrer selbst von einer "gutachterlichen Ãusserung" gegenÃ¼ber "B". Der BeschwerdefÃ¼hrer muss sodann zu einem eigenen Entscheid finden, indem er dem "B"-Mitglied die Ausstellung eines Rezeptes grundsÃ¤tzlich zusagt und damit "B" das "provisorische grÃ¼ne Licht" erteilt. Das kann er aber seriÃ¶serweise erst tun, nachdem er die schwere Krankheit, Verletzung oder sonstige StÃ¶rung, fÃ¼r die es keine Sinn machende Therapie mehr gibt, <i>festgestellt</i> hat. Darin liegt seine Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit, und so spricht auch der BeschwerdefÃ¼hrer von seinem "Patientengut" und davon, dass er "diese Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit" im Interesse Schwerstkranker auch gegenÃ¼ber Personen mÃ¤nnlichen Geschlechts ausÃ¼ben wolle. Nach dem GesprÃ¤ch mit dem "B"-Mitglied erteilt er dann die definitive Zusage des Rezeptes mit tÃ¶dlicher Dosis an Natrium-Pentobarbital bzw. stellt er dieses Rezept aus, womit seine TÃ¤tigkeit fÃ¼r "B" im Einzelfall in der Regel beendet ist. Das schliesst nicht aus, dass der BeschwerdefÃ¼hrer aufgrund der ÃberprÃ¼fung der Akten einmal zum Schluss gelangen kÃ¶nnte, es sei die Indikation fÃ¼r die Sterbebegleitung nicht gegeben und eine Sinn machende Behandlung wÃ¤re noch mÃ¶glich (vgl. dazu das Beispiel von "W.K.", geboren 1944, wo der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼berdies seine Erfahrung im Bereich der Knochenmark-Transplantation betonte). Es ist mithin nicht ausgeschlos­sen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seine Kompetenzen auch zur Heilung und Linderung einsetzt. Im Jahresbericht 2002 der "B" wird dazu ausgefÃ¼hrt, die mitwirkenden Ãrzte wÃ¼rden "immer zuerst Anstrengungen unternehmen, Hilfe suchenden Menschen zum Leben hin zu helfen, auch wenn anfÃ¤nglich die Lage hoffnungslos" aussehe, was gerade der typischen Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit entspricht. Dazu gehÃ¶rt auch, dass nur Ãrzte mit Praxisbewilligung aufgrund eines eidgenÃ¶ssischen (oder eidgenÃ¶ssisch anerkannten) Arztdiploms Rezepte fÃ¼r Medikamente ausstellen dÃ¼rfen. Die Bestreitung einer Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit fÃ¼r "B" erscheint demzufolge auch unter diesen Gesichtspunkten als nicht Ã¼berzeugend.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.6 </span></b><span>Somit muss die TÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers klarerweise als Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit im Sinne der Gesundheitsgesetzgebung betrachtet werden, weshalb die UnzustÃ¤ndigkeits-einrede zu verwerfen ist. Dem steht auch die Ansicht der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW), die Beihilfe zum Suizid nicht als Teil der Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit versteht, nicht entgegen. Zumal die Akademie in dieser Absolutheit nicht lÃ¤nger an dieser Aussage festhÃ¤lt (vgl. Georg Bosshard/Walter BÃ¤r, Sterbeassistenz und die Rolle des Arztes, AJP 2002, S. 413 mit Hinweis), was sich entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers auch aus ihrer medizinisch-ethischen Richtlinie zur Betreuung von Patienten am Lebensende ergibt. Die dort umschriebene Beihilfe zum Suizid verlangt gewisse Mindestanforderungen, deren ErfÃ¼llung nur ein Arzt Ã¼berprÃ¼fen kann (vgl. Bosshard/BÃ¤r, S. 412). Es braucht vorliegend aber nicht geprÃ¼ft zu werden, ob die TÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r die Organisation "B" als aktive oder passive Beihilfe zum Suizid zu betrachten ist, solange feststeht, dass es sich â wie oben bereits dargelegt â bei den vorliegend umstrittenen Handlungen des BeschwerdefÃ¼hrers in jedem Fall um eine Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit handelt. Im Ãbrigen verstrickt sich der BeschwerdefÃ¼hrer in WidersprÃ¼che, wenn er sich einerseits auf die Formulierung der Richtlinien der SAMW beruft und sich andererseits auf den Standpunkt stellt, dass er bei seinem Wirken fÃ¼r "B" keine Ã¤rztliche Verrichtungen unternommen habe. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerdegegnerin begrÃ¼ndete den Entzug der Praxisbewilligung zusammengefasst wegen mangelnder VertrauenswÃ¼rdigkeit. Sie beanstandete im angefochtenen Entscheid insbe­sondere, dass der BeschwerdefÃ¼hrer dem Patienten "D.L." am 17. Februar 2004 das Rezept Ã¼ber die tÃ¶dliche Dosis Natrium-Pentobarbital ausgestellt habe, obwohl ihm am 3. Februar 2004 von ihr klar gemacht worden sei, dass er schon mit der Ausstellung des Rezeptes an "E.P." die Grenzen des Erlaubten Ã¼berschritten habe. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Mit der genannten Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit im Falle der Verstorbenen "E.P." und "D.L." (wie auch mit der Ausstellung gleichartiger Rezepte an andere Personen mÃ¤nnlichen Geschlechts) hat der BeschwerdefÃ¼hrer demnach gegen das Verbot der Behandlung mÃ¤nnlicher Patienten verstossen, wie es fÃ¼r ihn aufgrund des verwaltungs-gerichtlichen Urteils vom 11. Juli 2002 gilt. Er hat damit den Rahmen der ihm bewilligten Ã¤rztlichen Verrichtungen Ã¼berschritten. Darin liegt nach erfolgtem Hinweis des Kantonsarztes ein nicht mehr hinzunehmender Verstoss gegen die Ã¶ffentlichen Interessen des Patientenschutzes und der Rechtssicherheit, insbesondere angesichts seiner frÃ¼heren Verfehlungen, welche zum Urteil des Verwaltungsgerichts vom 11. Juli 2002 gefÃ¼hrt haben. Dabei lÃ¤sst der verwaltungsgerichtliche Entscheid entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers keinen Spielraum offen. Es wurde ihm darin verboten, Patienten mÃ¤nnlichen Geschlechts ohne Altersbegrenzung zu behandeln, und das Verwaltungsgericht hat ausdrÃ¼cklich auf eine differenzierende Abgrenzung verzichtet. Das Bundesgericht fÃ¼hrte im Urteil vom 20. November 2002 dazu aus, das vom Verwaltungs-gericht erlassene Verbot, Patienten mÃ¤nnli­chen Geschlechts unabhÃ¤ngig von ihrem Alter behandeln zu dÃ¼rfen, erweise sich als im Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen Interesse begrÃ¼ndet und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig (vgl. E. 4.3 des genannten Bundesgerichtsentscheides). Daraus ergibt sich, dass weder fÃ¼r die Behandlung mÃ¤nnlicher Patienten noch fÃ¼r eine Erweiterung der Praxisbewilligung Raum besteht, auch nicht in Form der bisherigen TÃ¤tigkeit fÃ¼r die Organisation "B".</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt dagegen zunÃ¤chst vor, er habe bereits am 12. Februar 2004 auf das Schreiben des Kantonsarztes reagiert, worin dieser seine TÃ¤tigkeit fÃ¼r "E.P." als Verstoss gegen das Verbot, mÃ¤nnliche Patienten zu behandeln, bezeichnet habe. In seiner Stellungnahme habe er dargelegt, dass darin keine Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit liege und der Kantonsarzt nicht zustÃ¤ndig sei. Vom Kantonsarzt sei darauf keine unmittelbare Stellungnahme erfolgt, sodass er (der BeschwerdefÃ¼hrer) am 17. Februar 2004 das gutachterliche GesprÃ¤ch mit "D.L." gefÃ¼hrt und ihm das Rezept ausgestellt habe.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.2.1 </span></b><span>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer vorbringt, dass weil der Kantonsarzt ihm gegenÃ¼ber bis vor dem 17. Februar 2004 nicht reagiert habe, kÃ¶nne ihm kein Vorwurf daraus gemacht werden, dass er als Gutachter fÃ¼r "B" weiterhin auch zugunsten mÃ¤nnlicher Patienten tÃ¤tig war, ist ihm nicht zu folgen. Zum einen war dem BeschwerdefÃ¼hrer gerichtlich verboten, mÃ¤nnliche Patienten zu behandeln und zum andern wusste der BeschwerdefÃ¼hrer unbestrittenermassen schon vor dem 17. Februar 2004, dass seine TÃ¤tigkeit fÃ¼r "B" aufgrund des Falles "E.P." als Ã¤rztliche eingestuft werde. Unter diesen UmstÃ¤nden ging es nicht an, der BehÃ¶rde eine kurze Reaktionsfrist zur Aussprechung eines formellen Verbotes anzusetzen, bei deren Nichteinhaltung der eigene Standpunkt als akzeptiert und rechtmÃ¤ssig vorausgesetzt wird. Vielmehr hÃ¤tte er die Reaktion der BehÃ¶rde abwarten mÃ¼ssen, bevor er seine TÃ¤tigkeit fÃ¼r "B" weiterfÃ¼hrte. Der 12. Februar 2004 (Datum der Stellungnahme des BeschwerdefÃ¼hrers) war Ã¼berdies ein Donnerstag. Das heisst, dass selbst wenn die Gesundheitsdirektion dieses Schreiben am 13. Februar 2004 erhalten hÃ¤tte, wÃ¤re es wegen des dazwischen liegenden Wochenendes kaum mehr mÃ¶glich gewesen, eine VerfÃ¼gung zu erlassen und diese vor dem 17. Februar 2004 dem BeschwerdefÃ¼hrer zuzustellen. Die vom BeschwerdefÃ¼hrer ohnehin zu Unrecht gesetzte Frist war mithin gar nicht einzuhalten. Entsprechend kann er sich in keiner Weise darauf berufen.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.2.2 </span></b><span>Unbehelflich ist das Argument des BeschwerdefÃ¼hrers, er habe bereits frÃ¼her den Termin mit "D.L." auf den 17. Februar 2004 vereinbart und mangels einer Reaktion des Kantonsarztes das GesprÃ¤ch mit "D.L." auch durchgefÃ¼hrt und das Rezept ausgestellt. Dies kann sein Verhalten nicht rechtfertigen. Der Vertrag zwischen Arzt und Patient ist ein Auftrag (BGE 120 II 248 E. 2c), der nach Art. 404 Abs. 1 des Obligationenrechts grundsÃ¤tzlich jederzeit widerrufen werden kann. Entgegen der Beschwerde ist die Niederlegung des Auftrags "zur Unzeit" nicht unzulÃ¤ssig, sondern sie fÃ¼hrt allenfalls lediglich zum Ersatz des daraus entstandenen Schadens (Art. 404 Abs. 2 OR). Selbst wenn der Gesundheitszustand von "D.L." keinen weiteren zeitlichen Aufschub, insbesondere im Hinblick auf die Einnahme des tÃ¶dlich wirkenden Medikamentes zugelassen hÃ¤tte, was so nicht geltend gemacht wird, hÃ¤tte fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer die MÃ¶glichkeit bestanden, einen anderen Arzt von "B" fÃ¼r das GesprÃ¤ch mit "D.L." und zur Ausstellung des Rezeptes beizuziehen. Es war daher nicht zwingend notwendig, dass der BeschwerdefÃ¼hrer den Termin vom 17. Februar 2004 persÃ¶nlich einhielt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers besteht die in § 8 Abs. 1 GesundheitsG erwÃ¤hnte VertrauenswÃ¼rdigkeit nicht nur im VerhÃ¤ltnis zwischen Arzt und Patient, sondern auch zwischen Arzt und BehÃ¶rde. Dieses Vertrauens erweist sich ein Arzt dann als wÃ¼rdig, wenn von ihm aufgrund seiner bisherigen BerufstÃ¤tigkeit und LebensfÃ¼hrung erwartet werden darf, dass er bei der selbststÃ¤ndigen AusÃ¼bung seines Berufs alle not-wendige Sorgfalt anwenden wird (§ 12 Abs. 1 GesundheitsG). Wer, wie der Beschwerde-fÃ¼hrer, mÃ¤nnliche Patienten fÃ¼r die Organisation "B" auf ihren Gesundheitszustand hin begutachtet, insbesondere auch darauf hin, ob noch die MÃ¶glichkeit einer Sinn machenden Therapie besteht, ihnen Rezepte ausstellt und damit eine Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit ausÃ¼bt, obwohl er das nicht darf, tÃ¤uscht Ã¼ber seine Kompetenzen. Damit verletzt er das Ã¶ffentliche Interesse daran, dass Ãrzte nur in dem Umfang tÃ¤tig werden, in dem sie Ã¼ber eine Bewilligung verfÃ¼gen. Der â hier mÃ¤nnliche â Patient hat Anspruch darauf, von einem Arzt begutachtet zu werden, der anders als der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber eine entsprechende Bewilligung verfÃ¼gt, umso mehr, als es bei der Begutachtung um Fragen von erheblicher Tragweite geht. Ob vom BeschwerdefÃ¼hrer gegenÃ¼ber den Ã¤lteren Patienten im Hinblick auf seine strafrechtliche Verurteilung eine Gefahr ausgehe oder nicht und ob das Verwaltungsgericht in seinem damaligen Entscheid weit Ã¼ber das Notwendige hinausgegangen sei, ist nicht zuletzt angesichts des Bundesgerichtsentscheids vom 20. November 2002 nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Weder dieser noch der Verwaltungsgerichtsentscheid vom 11. Juli 2002 lassen â wie erÃ¶rtert - bezÃ¼glich des dem BeschwerdefÃ¼hrer erlaubten Patientengutes einen Interpretationsspielraum offen. Daneben muss die BehÃ¶rde die Gewissheit haben, dass sich der praktizierende Arzt an die Gesundheits­gesetzgebung und an ihre Entscheide, insbesondere auch an diejenigen der AufsichtsbehÃ¶rde hÃ¤lt (§ 7 Abs. 3 GesundheitsG). Gegen beides hat der Beschwerde­fÃ¼hrer verstossen. Damit ist aber auch das Vertrauen der BehÃ¶rde in die Ã¤rztliche TÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers nachhaltig gestÃ¶rt. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.4 </span></b><span>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt, dass das Verwaltungsgericht ihm nur die "Behandlung" von mÃ¤nnlichen Patienten, nicht aber die "Feststellung" von Krankheiten, Verletzungen oder sonstigen gesundheitlichen StÃ¶rungen untersagt habe, handelt es sich um Wortklauberei. Aus dem Zusammenhang des Urteils des Verwaltungsgerichts vom 11. Juli 2002 erhellt, dass sich das Wort "behandeln" nicht auf den engen Wortlaut des § 7 Abs. 1 lit. a GesundheitsG in Abgrenzung zu "feststellen" beschrÃ¤nkt, sondern damit gesagt wird, es sei dem BeschwerdefÃ¼hrer untersagt, sich im Rahmen seiner Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit um Patienten mÃ¤nnlichen Geschlechts Ã¼berhaupt zu kÃ¼mmern, was das Bundesgericht ebenso verstand.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.5 </span></b><span>Wie die Vorinstanz zutreffend erwog und sich aus dem Gesagten ergibt, besteht keine GewÃ¤hr dafÃ¼r, dass der BeschwerdefÃ¼hrer das Verbot, mÃ¤nnliche Patienten zu begutachten oder zu behandeln, einhalten wÃ¼rde. Dies umso weniger, als er seine TÃ¤tigkeit fÃ¼r "B" nach wie vor als nicht Ã¤rztliche bezeichnet. Auch insofern fehlt es an der vom Gesetz vorausgesetzten VertrauenswÃ¼rdigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers, weshalb es gerechtfertigt ist, ihm die Praxisbewilligung umfassend, mithin auch fÃ¼r die Behandlung weiblicher Patientinnen, zu entziehen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.6 </span></b><span>Zu prÃ¼fen bleibt die Angemessenheit der Massnahme, welche das Verwaltungs­gericht ohne EinschrÃ¤nkung Ã¼berprÃ¼fen darf (§ 50 Abs. 3 VRG). Im Urteil vom 20. November 2002 (E. 4.4 in fine) hatte das Bundesgericht den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 11. Juli 2002 unter Hinweis auf die Verfehlungen des BeschwerdefÃ¼hrers als "eher grosszÃ¼gig" bezeichnet. Der BeschwerdefÃ¼hrer war offenbar nicht in der Lage, das ihm eher wohlgesinnte, auf das absolut Notwendige beschrÃ¤nkte Urteil des Verwaltungsgerichts vom 11. Juli 2002 zu akzeptieren. Soweit er noch heute seine TÃ¤tigkeit fÃ¼r die Organisation "B" als nicht Ã¤rztliche bezeichnet, wird er zu Recht als uneinsichtig bezeichnet. Sein Verhalten lÃ¤sst daher keine andere MÃ¶glichkeit offen, als den vollstÃ¤ndigen Praxisentzug auszusprechen, was das Ende seiner Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit bewirken wird. Eine andere geeignete (mildere) Massnahme fÃ¤llt nach dem bisherigen Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers nicht in Betracht, um die bestehenden Ã¶ffentlichen Interessen sicherzustellen. DemgegenÃ¼ber stehen die privaten Interessen des BeschwerdefÃ¼hrers an einer weiteren Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit zurÃ¼ck. Der Entzug der Praxisbewilligung erweist sich daher als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Es erÃ¼brigt sich damit, auf den Antrag des BeschwerdefÃ¼hrers einzugehen, wonach seine Praxisbewilligung im Bereich seiner TÃ¤tigkeit fÃ¼r "B" auf Patienten ungeachtet ihres Geschlechts auszudehnen sei.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach alldem ist in Abweisung der Beschwerden VB.2004.00264 der am 26. Mai 2004 verfÃ¼gte Entzug der Bewilligung zur selbstÃ¤ndigen Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit zu bestÃ¤tigen. Bei dieser Sach- und Rechtslage kann das Beschwerdeverfahren VB.2004.0097 betreffend der am 20. Februar 2004 erfolgten Verwarnung und Androhung des Bewilligungsentzuges als gegenstandslos abgeschrieben werden.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Demnach ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen, soweit sie nicht gegen­standslos geworden ist. Die teilweise Gegenstandslosigkeit hat ebenfalls der Beschwerde-fÃ¼hrer zu vertreten, der das zweite Beschwerdeverfahren dadurch verursachte, dass er trotz dem am 3. Februar 2004 erfolgten Hinweis auf den Verstoss gegen das Verbot, mÃ¤nnliche Patienten zu behandeln, am 17. Februar 2004 "D.L." fÃ¼r "B" begutachtete. Entsprechend hat der BeschwerdefÃ¼hrer die Kosten des Verfahrens zu tragen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG), wobei seine jeweils abschlÃ¤gig beschiedenen prozessualen AntrÃ¤ge zusÃ¤tzlich kostenmÃ¤ssig zu berÃ¼cksichtigen sind. Eine EntschÃ¤digung steht dem BeschwerdefÃ¼hrer unter diesen UmstÃ¤nden nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG). Unter BerÃ¼cksichtigung, dass die Beantwortung von Beschwerden in der vorliegenden Art zum Kerngehalt der TÃ¤tigkeit der Beschwerdegegnerin gehÃ¶rt und sich der von ihr betriebene Aufwand im vorliegenden Verfahren als gering erwies, ist ihr keine EntschÃ¤digung zuzusprechen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 19).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht als gegenstandslos abgeschrieben wird.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 140.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'640.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Es werden keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Mitteilungen an:</p> <p class="Einzug2"> a) die Parteien;<br/> b) den Regierungsrat.<br/> <br/> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>