Postulat Hubacher 1009 N 24 juin 1983 und lokaler Bedeutung erfasst, viele schützenswerte Objekte vor allem im ländlichen Raum aufgedeckt, deren Erhaltung nur durch eine entsprechende Sanierung und Pflege der einzelnen Gebäudeelemente möglich ist. Hier ist der Nachholbedarf besonders gross, und viele konkrete Projekte liegen vor oder können von den Kantonen sofort eingefordert werden. Als Beispiele seien neben vielen ande- ren die zwei Ortsbilder von Ardez und Vogorno erwähnt, welche anlässlich des Internationalen Heimatschutzjahres 1975 als Muster und Modelle von Renovationen an die Hand genommen wurden, deren Fertigstellung aber bei weitem noch nicht gesichert ist. Für die Durchführung ist an ein Subventionsprogramm zu denken, das in Form von Beiträgen gezielte Impulse auslöst und allen föderativen Stufen wie auch privaten Körperschaf- ten, die sich auf den genannten Gebieten betätigen, zugute kommt. Ein einfaches Anmelde- und Entscheidungsverfah- ren soll den Zugang dazu verschaffen, wobei vorab auf bestehenden Organisationen aufzubauen ist. Zu berück- sichtigende Objekte und Institutionen, Kosten und Koordi- nation müssten noch sorgfältig untersucht werden. Die zahlreichen gezielten, sofort ausführbaren kleineren Projekte könnten auch einen Beitrag an die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit - 5000 Jugendliche, d. h. 27 Pro- zent aller Arbeitslosen, sind heute (März 1983) ohne sinn- volle Beschäftigung - leisten. Zu verweisen ist auch auf den erfolgreichen Einsatz von Winterthurer Arbeitslosen bei der Sturmholzaufbereitung im Katastrophengebiet von Andel- fingen. In diesem Sinne ersuche ich den Bundesrat, sich auch des Landschaftsschutzes und der Erhaltung unseres nationalen Patrimoniums anzunehmen und die vorhandenen Vor- schläge und Projekte in die Arbeitsbeschaffungs- und For- schungsprogramme des Bundes einzubauen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 83.301 Postulat Hubacher Berufliches Bildungswesen. Förderung Formation professionnelle. Encouragement Wortlaut des Postulates vom 31. Januar 1983 Das Verhältnis zwischen Berufsschülern und Hochschulstu- denten in der Schweiz ist 4 zu 1, das Verhältnis der Bundes- ausgaben dafür im umgekehrten Verhältnis 1 zu 3. In den letzten 20 Jahren sind die Bundesausgaben für die Hoch- schulen gegenüber denen für das berufliche Bildungswe- sen um das Dreifache angestiegen. Das führt dann dazu, dass zum Beispiel das Schweizerische Institut für Berufspä- dagogik (SIBP) im 11. Jahr nach seiner Gründung noch immer einen erheblichen Personalunterbestand hat. Die bei der Gründung geplanten 20 Stellen fielen dem Personal- stopp zum Opfer, so dass das SIBP 1983 erst 13,5 Stellen besetzen kann. Gewisse gesetzliche Aufgaben - Dokumen- tation, Forschung, Unterricht in Informatik und anderes mehr - können überhaupt nicht, andere zum Teil nur man- gelhaft gelöst werden. Der Bundesrat wird ersucht, zu prüfen und zu berichten, - wie die Bundesleistungen für das berufliche Bildungswe- sen im Interesse der Betroffenen und der Konkurrenzfähig- keit der Wirtschaft angepasst werden können; - wie für das SIBP wenigstens der 1972 geplante Personal- bestand realisiert werden soll. Texte du postulat du 31 Janvier 1983 Le rapport entre les étudiants des écoles professionnelles et ceux des hautes écoles en Suisse est de 4 à 1, alors que la proportion des dépenses fédérales correspondantes est de 1 à 3. Ces 20 dernières années, l'augmentation des dépenses en faveur des hautes écoles a été trois fois plus rapide que celle afférente aux établissements de formation professionnelle. En conséquence, on constate entre autres choses que l'Institut suisse de pédagogie pour la formation professionnelle manque toujours sérieusement de person- nel, onze ans après sa fondation. Les 20 postes prévus à ce moment ont été sacrifiés par le blocage du personnel, de sorte qu'en 1983 l'institut ne dispose que de 13 postes et demi. Certaines tâches (documentation, recherche, ensei- gnement de l'informatique, p. ex.) ne peuvent être accom- plies, tandis que d'autres ne le sont qu'en partie. Le Conseil fédéral est prié d'étudier et de préciser: - comment les subsides fédéraux pour la formation profes- sionnelle pourraient être adaptés pour satisfaire les besoins des intéressés et assurer la compétitivité de l'économie; - comment l'institut pourra à tout le moins engager l'effec- tif du personnel qui avait été prévu en 1972. Mitunterzeichner - Cosignataires: Borei, Braunschweig, Christinat, Deneys, Eggenberg-Thun, Gloor, Jaggi, Loet- scher, Mauch, Meier Werner, Nauer, Neukomm, Ott, Van- nay, Wagner, Zehnder, Ziegler-Genf (17) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Zahlen geben das Missverhältnis zwischen den Bundesaus- gaben für die Hochschulen und das berufliche Bildungswe- sen am besten wieder. Dabei sollen die Hochschulausga- ben keineswegs kritisiert oder der Anschein erweckt wer- den, sie seien zu reduzieren. Aufwendungen des Bundes für berufliches Bildungswesen und Hochschulen (in Mio. Franken): 1960 1970 1980 Steigerung 1960 bis 1980 in Prozenten Berufliches Bildungswesen 30 84 255 + 750% Hochschulen 27 330 740 +2640% Verhältnis Berufsschüler/Hochschulstudenten = 4 zu 1 Investitionen des Bundes für die beiden ETH 1971 bis 1981 und neugeschaffene Stellen an beiden Lehranstalten 1960 bis 1976: ETH Zürich EPUL Lausanne Total Investitionen 750 Mio 420 Mio. 1170 Mio. neue Stellen + 746 Stellen + 287 Stellen + 1033 Stellen Im Vergleich zu diesen (nötigen) Aufwendungen wird zum Beispiel das Schweizerische Institut für Berufspädagogik (SIBP) wesentlich bescheidener dotiert. 1983 sind 13,5 Stel- len realisiert - bei der Gründung 1972 waren 20 geplant -, das führt zu einem Missverhältnis zwischen haupt- und nebenamtlichen Lehrkräften von 1 zu 16. Leistungen des SIBP 1972 bis 1982: Erteilte eidgenössische Diplome für hauptamtliche Berufs- schullehrer: über 500; Anzahl Einführungs- und Fortbildungskurse für amtierende Lehrer: über 600 (mit über 16 000 Teilnehmern); Ausbildung von nebenamtlichen Lehrern: über 2500. Wenn der Bund beim beruflichen Bildungswesen zu sparen beginnt und das neue Berufsbildungsgesetz eher restriktiv statt extensiv anwendet, sind das Abstriche an den24. Juni 1983 1010 Postulat Bundi Zukunftsinvestitionen, die längerfristig teuer zu stehen kommen. Der weitaus grösste Teil der jungen Schweizerin- nen und Schweizer absolviert eine Berufslehre. Es geht nicht an, das berufliche Bildungswesen im Vergleich .zu den Hochschulen weiterhin zu benachteiligen. Das Beispiel SIBP ist ein Beweis für diese Behauptung. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 83.388 Postulat Ziegler-Solothurn Tierversuche. Dokumentationsstelle Postulat Ziegler-Soleure Expériences sur les animaux. Centre de documentation Wortlaut des Postulates vom 16. März 1983 Der Bundesrat wird ersucht zu prüfen, - ob nicht in Zusammenarbeit mit Universitätsinstituten und der Industrie eine zentrale Dokumentationsstelle zur Speicherung von Angaben über Zielsetzung bzw. Fragestel- lung, Methode und Ergebnis aller bewilligten Tierversuche geschaffen werden sollte, und - ob nicht die Inhaber von Bewilligungen für Tierversuche angehalten werden könnten, den zuständigen kantonalen und eidgenössischen Behörden über die Ergebnisse abge- schlossener Versuche bzw. mehrjähriger Versuchsserien jährlich Bericht zu erstatten. Texte du postulat du 16 mars 1983 Le Conseil fédéral est prié d'examiner, - s'il ne conviendrait pas de créer, en collaboration avec les instituts universitaires et l'industrie, un centre de docu- mentation chargé de répertorier les indications concernant le but poursuivi ou bien le motif, la méthode et le résultat de toutes les expériences autorisées sur les animaux, et - s'il ne serait pas possible d'obliger les titulaires d autori- sation permettant de procéder à de telles expériences, à rendre compte chaque année aux autorités fédérales ou cantonales compétentes des résultats d'expériences termi- nées ou de séries d'expériences portant sur plusieurs années. Mitunterzeichner - Cosignataires: Biderbost, Blunschy, Bundi, Butty, Cantieni, Columberg, Darbellay, Dirren, Hug- genberger, Jelmini, Kühne, Kunz, Müller-Luzern, Röthlin (14) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Erfahrung zeigt unter anderem, dass die Wiederholung identischer oder fast identischer Tierversuche bereits auf nationaler Ebene zu einer starken Vermehrung der Tierver- suche führt, was dem gesetzlichen Erfordernis der Uner- lässlichkeit widerspricht. Mit einer Dokumentationsstelle könnte vermehrte Transparenz unter den interessierten Kreisen, aber auch gegenüber der Öffentlichkeit ermöglicht werden. Eine solche Stelle wäre jedoch auf die Informatio- nen der Bewilligungsinhaber angewiesen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 83.403 Postulat Bundi Tierversuche. Tierschutzverordnung Expériences sur les animaux. Ordonnance sur la protection des animaux Wortlaut des Postulates vom 17. März 1983 Der Bundesrat wird eingeladen, den Abschnitt über die Tierversuche in der Tierschutzverordnung dringend zu revi- dieren und dem Tierschutz im Sinne des Gesetzes Nach- achtung zu verschaffen. Insbesondere sind Bestimmungen zu erlassen, welche - eine drastische Reduktion der Tierversuche zur Folge haben; - die Anwendung des LD-50-Tests mit seinem sinnlosen und grausamen Verschleiss an Tieren und des Draize-Tests für Kosmetika sofort zu verbieten; - verpflichten, den Aspekt der Schmerzen, Leiden oder Schäden, die einem Tier zugefügt werden, bei der Bewilli- gung von Tierversuchen zwingend zu berücksichtigen; - Gewähr bieten, dass die Erteilung von kantonalen Bewilli- gungen für Tierversuche anhand streng abgefasster und den Willen des Tierschutzgesetzes klar respektierender Kri- terien restriktiv gehandhabt wird. Texte du postulat du 17 mars 1983 Le Conseil fédéral est invité à réviser d'urgence, dans l'ordonnance sur la protection des animaux, le chapitre qui traite des expériences sur les animaux, et de mettre ainsi en pratique la protection accordée aux bêtes par la loi. Il convient notamment d'arrêter des dispositions qui - auront pour effet de réduire considérablement le nombre de ces essais; - interdiront avec effet immédiat l'application du test LD 50, qui implique la mort inutile et cruelle d'un grand nombre d'animaux, ainsi que celle du test Draize pour les cosméti- ques; - obligeront à prendre en considération, lors de l'octroi d'une autorisation, les douleurs et les lésions infligées à un animal lors d'une expérience; - garantiront que les autorisations cantonales pour les expériences sur les animaux soient accordées selon une procédure restrictive en vertu de dispositions sévères res- pectant fidèlement l'esprit de la loi sur la protection des ani- maux. Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Akeret, Ammann-St. Gallen, Bircher, Borei, Braunschweig, Eppen- berger-Nesslau, Ganz, Gloor, Kunz, Lang, Loetscher, Lon- get, Meier Werner, Meizoz, Merz, Muheim, Müller-Luzern, Renschler, Schmid, Vannay, Weber-Arbon, Ziegler-Solo- thurn (23) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Obwohl Tierschutzgesetz und -Verordnung seit dem I.Juli 1981 in Kraft sind, findet auf dem Gebiete der Tierversuche ein immenser Verbrauch von Tieren, zum Teil verbunden mit unerhörten Quälereien, statt. So werden nach einem Bericht von «Bilanz» 12/1982 zum Beispiel an der Universi- tät Zürich seit Jahren folgende Experimente durchgeführt: «Eine Katze wird in einem stereotaxischen Apparat mit Metallbändern, die ihr Pfoten und Rücken einschnüren, festgeschnallt; der Hals ist so fixiert, dass dem Tier keine Bewegung möglich ist. Am Kopf wird das Fell abrasiert. Mit einem Bohrer wird die Schädeldecke herausgesägt und abgetragen, dann wird die Membran, die das Gehirn bedeckt, entfernt. Kanülen, Spritzen, Sensoren werden langsam in die Kopfhöhle eingeführt. Mit Skalpellen werden Teile der Gehirnmasse abgetragen, Elektroden eingesetztSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Hubacher Berufliches Bildungswesen. Förderung Postulat Hubacher Formation professionnelle. Encouragement In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1983 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 83.301 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 24.06.1983 - 08:00 Date Data Seite 1009-1010 Page Pagina Ref. No 20 011 556 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.