Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. November 2021 (720 21 128 / 301) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Prüfung des Anspruchs auf Umschulung wurde von der Beschwerdegegnerin zu Un- recht verweigert, da dem Versicherten die Rechtskraft einer ersten ablehnenden Verfü- gung nicht entgegengehalten werden kann Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Thomas Locher, Advokat, Hauptstrasse 1, Postfach 425, 4242 Laufen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____, geboren 1977, schloss 1997 die Lehre als Aut omechaniker für leichte Motorwa- gen ab und arbeitet seither in seinem Beruf. Mit Gesuch vom 20. November 2017 meldete er sich unter Hinweis auf chronische Rückenschmerzen und einen operativ behandelten Bandscheiben- vorfall bei der Schweizerischen Invalidenversicherung (I V) zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) wies das Le istungsbegehren mit Verfügung vom 20. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht September 2018 ab. Sie verwies dabei auf die Angaben des Versicherten, wonach er seit Anfang April 2018 in seiner angestammten Tätigkeit beim bish erigen Arbeitgeber im gewohnten 100 % Pensum arbeiten könne und zur Zeit keine Unterstützung durch die IV benötige (IV-act. 32 und 34). Mit Email vom 26. August 2019 (IV-act. 36) und Gesuch vom 1. September 2019 (IV-act. 40) meldete sich A.____ erneut zum Leistungsbezug bei der IV an. Er legte dar, dass er im Frühjahr 2019 wiederum die Diagnose eines Bandscheibenvorfalle s erhalten habe, weshalb er die IV- Stelle darum ersuche, den Anspruch auf Umschulung neu zu beurteilen. In der Folge tätigte die IV-Stelle die üblichen Abklärungen in gesundheitlicher und erwerblicher Hinsicht und lehnte mit Verfügung vom 6. Januar 2020 den Anspruch auf Umschulung mit der Begründung ab, der Inva- liditätsgrad erreiche die erforderliche Schwelle von 20 % nicht. Für die Suche nach einer leidens- angepassten Stelle sicherte ihm die IV-Stelle weiterhin Unterstützung zu (IV-act. 65). In der Folge wurden A.____ im Rahmen einer beruflichen Massnahme zum Erhalt der Arbeitsstelle Taggelder ausgerichtet (IV-act. 70 und 82). Ziel der Massnahme war ein Einsatz an seinem Arbeitsplatz zu 50 % in der Werkstatt und zu 50 % im Büro. Da diese Ma ssnahme vom Arbeitgeber zu wenig konsequent unterstützt worden war, wurde sie mit Schreib en vom 23. September 2020 von der IV-Stelle abgebrochen (IV-act. 98). Ohne den Anspruch auf Umschulung erneut zu prüfen, stel lte die IV-Stelle A.____ mit Vorbe- scheid vom 5. Januar 2021 in Aussicht, dass bei einem err echneten Invaliditätsgrad von 16 % kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (IV-act. 115). Nachdem er dagegen Einwand er- hoben und geltend gemacht hatte, es bestehe ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, da es ohne Umschulung resp. Eingliederungsmassnahmen nicht möglich sei, dass er als Handwer- ker einen Bürojob erledige (IV-act. 119), lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. März 2021 das Leistungsbegehren ab (IV-act. 121). In der Begründung führte sie aus, dass der Einwand in Be- zug auf den Antrag auf Umschulung ins Leere gehe, da das Begehren auf Umschulung mit Ver- fügung vom 6. Januar 2020 bereits rechtskräftig abgewies en worden sei. Der im Vorbescheid errechnete Invaliditätsgrad von 16 % erweise sich als rec htens. Ein Rentenanspruch bestehe nicht. B. Mit Eingabe vom 23. April 2021 erhob A.____, vert reten durch Rechtsanwalt Thomas Locher, gegen die Verfügung vom 9. März 2021 Beschwer de beim Kantonsgericht Basel-Land- schaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte unter o/e-Kosten- folge die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Anweisung der Beschwerdegegne- rin, Eingliederungsmassnahmen, namentlich eine Umschulung, zu initiieren. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und Prüfung von Leistungsansprüchen an die Beschwer- degegnerin zurückzuweisen. Der Beschwerdeführer bringt vor, es seien ihm – gleichzeitig mit der Ablehnung der Umschulung – weitere berufliche Massnahmen für sechs Monate gewährt worden, sodass er in guten Treuen auf eine Beschwerde gegen den ablehnenden Umschulungsentscheid vom 6. Januar 2020 habe verzichten dürfen. Da es sich um Vorbereitungsmassnahmen gehan- delt habe, sei das Ziel der beruflichen Massnahmen noch nicht klar gewesen. Der Arbeitgeber habe von einem Versuch gesprochen. Gemäss dem Grundsatz "E ingliederung vor Rente" hätte die Beschwerdegegnerin deshalb vor der Prüfung der Rentenfrage zwingend nochmals die Frage Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Umschulung prüfen müssen. Daher dürfe er diesen Aspekt auch erneut rügen. Die Beschwer- degegnerin habe den diesbezüglichen Sachverhalt ungenügend abgeklärt bzw. gar nicht festge- stellt. Er sei erst 44-jährig und könne unbestrittenermassen in seinem bisherigen Beruf nicht mehr arbeiten und ohne zusätzliche berufliche Unterstützung a uch keine Bürotätigkeit ausüben. Da eine anderweitige Hilfsarbeit zumeist körperlicher Natur sei, komme nur noch eine Bürotätigkeit in Frage. Er habe sein ganzes berufliches Leben als Automechaniker gearbeitet und sei nicht am Computer ausgebildet worden. Durch eine Umschulung könn e seine Erwerbsfähigkeit erhalten oder verbessert werden, sodass die Voraussetzungen für den Umschulungsanspruch erfüllt seien. Ein Invaliditätsgrad von 20 % als Voraussetzung für eine Umschulung bilde nur eine Richt- schnur und keine starre Grenze. Darüber hinaus habe die Beschwerdegegnerin den Invaliditäts- grad auch falsch ermittelt, da sie den Invalidenlohn zu hoch veranschlagt und seine Leistungsfä- higkeit gar nicht genau habe abklären lassen. Es sei mehr als fraglich, ob er in einer Hilfstätigkeit noch zu 100 % arbeitsfähig sei. In jedem Fall hätte ihm die Beschwerdegegnerin einen leidens- bedingten Abzug von 10 % zugestehen müssen, da Einschränk ungen hinsichtlich der wechsel- belastenden Tätigkeit bestünden und eine reduzierte Leistungsfähigkeit bzw. ein vermehrter Pau- senbedarf zu berücksichtigen sei. Auch bei einer Hilfsarbeit sei er eingeschränkt, weshalb er im Vergleich zu voll leistungsfähigen Arbeitnehmern lohn mässig benachteiligt sei, was zu einer Lohneinbusse führe. Bei Berücksichtigung eines leidensbedi ngten Abzugs von 10 % resultiere ein Invaliditätsgrad von mehr als 20 % und damit ein Anspruch auf Umschulung. C. Mit Vernehmlassung vom 5. Mai 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abwei- sung der Beschwerde und verwies auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und der Verfügung vom 6. Januar 2020. Es sei zu berücksichtig en, dass die vom Regionalen ärztli- chen Dienst beider Basel (RAD) umschriebene Verweistätigkeit derjenigen einer leichten Hilfsar- beitertätigkeit entspreche. Für eine berufliche Neuorientierung bedürfe es deshalb keiner beson- deren Kenntnisse, da dem Beschwerdeführer eine Vielzahl von behinderungsangepassten Hilfs- arbeitertätigkeiten offenstehe und ihm die notwendigen Schritte zur Eingliederung überantwortet werden könnten. Daran würden auch die gescheiterten E ingliederungsbemühungen nichts än- dern. Tatsache sei, dass er in der angestammten Tätigkeit als Automechaniker weiterhin zu 50 % arbeitsfähig sei, in einer seinen Leiden angepassten Tätigkeit jedoch eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Die Einschätzungen des RAD würden durch die diversen Arztberichte der behandelnden Ärztin gestützt. Insofern erweise sich die Beurteilung des RAD als plausibel und nachvollziehbar. Der relevante medizinische Sachverhalt sei rechtsgenüglich abgeklärt worden. Gemäss bundes- gerichtlicher Rechtsprechung bilde der Umstand, dass au s medizinisch-theoretischer Sicht nur leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Wirbelsäulen zwangshaltungen, ohne wiederholtes Bücken, ohne Rumpfrotationsbewegungen, ohne Arbeiten über Kopf, ohne Arbeiten in Kälte, Nässe und Zugluft zumutbar seien, kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, weil der Tabel- lenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasse. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 hat das Kantonsgericht von Amtes wegen, d.h. unabhängig von allfälligen Parteianträgen, zu prüfen, ob auf da s Rechtsmittel eingetreten werden kann. Die Beschwerde vom 23. April 2021 wurde beim örtlich und sachlich zuständigen Kantonsgericht frist- und formgerecht erhoben. Zu prüfen ist, ob auf den A ntrag des Beschwerdeführers betreffend Umschulungsanspruch gemäss Art. 17 des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 einzutreten ist. 2.1 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur jene Rechts- verhältnisse zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung – Stellung genommen hat. In soweit bestimmt die Verfügung den be- schwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfech- tungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfü- gung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a mit Hinweisen). 2.2 Nachdem die Bemühungen um Integration am Arbeits platz in eine leidensangepasste Tätigkeit im Werkstattbüro des Arbeitgebers gescheitert waren, machte der Beschwerdeführer im Rahmen des Rentenverfahrens mit Einwand vom 5. Februar 2021 erneut den Anspruch auf Um- schulung geltend (IV-act. 119). Damit beantragte er fü r einen noch nicht beurteilten Zeitraum Leistungen, weshalb sein erneutes Umschulungsgesuch als Neuanmeldung zu betrachten ist. 2.3 Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 der Vero rdnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 legt fest, dass eine Neuanmeldung nach vorangegangener Ablehnung eines Leistungsgesuchs zu prüfen ist, wenn eine leistungsrelevante Änderung der tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft gemacht wurde. Diese Bestimmun g, die explizit für Dauerleistungen wie Rente, Hilflosenentschädigung und Assistenzbeitrag vorgesehen ist, ist gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts auch auf andere Leistungen wie die Eingliederungsmassnahmen anzuwen- den. Ziel der Rechtsprechung ist, dass sich die IV-Stellen nicht immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Leistungs- gesuchen befassen müssen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2020, 9C_287/2020, E. 1.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Demnach ist, wenn eine Eingliederungsleistung verweigert wurde, eine neue Anmeldung von der IV-Stelle nur zu prüfen, wenn die versicherte Person glaub- haft macht, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben. Tritt die IV-Stelle auf eine Neuanm eldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des rechtserheblichen Sachverhalts auch tats ächlich eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 4b). Die Praxis lässt es genügen, wenn die im Anschluss an die Verweigerungsverfügung gemachte Erfahrung in der Eingliederung trotz gleich gebliebenem Gesundheitsschaden ein neues Bild ergibt (U ELI KIESER , Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zür ich 1999, Rz. 398 mit Hinweis auf ZAK 1966 280). Stellt die IV-Stelle fest, dass seit Erlass der frühe- ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung eingetreten ist, weist sie das neue Gesuch ab. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Andernfalls hat sie zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr einen Leis- tungsanspruch zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a). 2.4 Obwohl der Beschwerdeführer in seinem Einwand vom 5. Februar 2021 fast ausschliess- lich die Umschulung thematisiert hatte, erliess die IV-Stelle diesbezüglich keine separate Mittei- lung. In der Verfügung vom 9. März 2021 griff sie die Umschulung nur am Rande auf und wies lediglich darauf hin, dass die Erwerbseinbusse des Versi cherten aufgrund seines Gesundheits- schadens unter 20 % liege, weshalb kein Umschulungsanspruch bestehe, was bereits mit Verfü- gung vom 6. Januar 2020 festgestellt worden sei. Da diese Verfügung in Rechtskraft erwachsen sei, ziele der Einwand des Versicherten in die Leere. Implizit trat die Beschwerdegegnerin damit nicht auf das Umschulungsbegehren ein, womit der Anspruch auf Umschulung Gegenstand der angefochtenen Verfügung wurde. Der Beschwerdeführer rügt nun dieses implizite Nichteintreten als unzulässig, weshalb auf die Beschwerde, auch soweit es um den Anspruch auf Umschulung geht, einzutreten ist. 3.1 Zu prüfen ist in einem ersten Schritt, ob der Besch werdeführer glaubhaft machen konnte, dass seit der leistungsablehnenden rechtskräftigen Verfügung vom 6. Januar 2020 eine wesent- liche bzw. anspruchsrelevante Änderung des Gesundheitszusta nds oder des Sachverhalts ein- getreten ist, weshalb die Beschwerdegegnerin auf das neue Begehren hätte eintreten müssen. 3.2.1 Vorab ist auf die gesetzlichen Bestimmungen hinzu weisen: 3.2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte versicherte Personen Anspruch auf Eingliederungsmassnahme n, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit , sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den An- spruch der einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliederungsmassnahmen umfassen gemäss Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG Massnahmen beruflicher A rt wie Berufsberatung (Art. 15 IVG), erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), Umschulung (Art. 17 IVG), Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 IVG) und Kapitalhilfe (Art. 18d IVG). Ausga ngspunkt jedes Anspruchs auf berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung ist das Vorhandensein eines (drohenden) invalidisieren- den Gesundheitsschadens. Als Invalidität im Sinne von Art . 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG gilt die voraussichtliche bleiben de oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebre chen, Krankheit oder Unfall. Unter Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge- sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.2.3 Die versicherte Person hat gemäss Art. 17 Abs. 1 I VG Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolg e Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbe ssert werden kann. Unter Umschulung Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist dabei rechtsprechungsgemäss grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen be- rufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geei gnet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertig- keit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau a ls solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehr en. Denn das Gesetz will die Ein- gliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2). 3.3.1 Der Sachverhalt zeigt sich wie folgt: 3.3.2 Nachdem der Beschwerdeführer im September 2019 ein neues Umschulungsgesuch gestellt hatte, gelangte die Beschwerdegegnerin nach Abklärung der erwerblichen und gesund- heitlichen Verhältnisse im Abschlussbericht der Eingliederu ngsmassnahme vom 5. November 2019 zum Ergebnis, dass das Dossier auf der IV-Berufsberatu ng geschlossen und an die IV- Arbeitsvermittlung weitergegeben werde (IV-act. 50). Gemäss den medizinischen Abklärungen sei der Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Automechaniker zu mehr als 20 % einge- schränkt. Ohne Gesundheitsschaden könne er in seinem ange stammten Beruf ein Validenein- kommen von Fr. 79'300.-- erzielen. Ohne Umschulung könne er in einer angepassten Hilfstätig- keit ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 66'453.-- erreichen. Aus dem Einkommensver- gleich resultiere eine Lohneinbusse von 16.2 %, weshalb die Anspruchsvoraussetzungen für eine Umschulung nicht erfüllt seien und das Umschulungsgesuch abgelehnt werde. Mit Vorbescheid vom 13. November 2019 eröffnete die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer, dass er kei- nen Anspruch auf eine Umschulung gemäss Art. 17 IVG habe (IV-act. 51). Gleichentags teilte sie ihm mit einem anderen Schreiben mit, dass die Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeits- vermittlung erfüllt seien und wies ihn darauf hin, da ss diese Mitteilung das Verfahren nicht ab- schliesse und allfällige weitere Leistungsansprüche noch geprüft würden (IV-act. 52). Mit Schrei- ben vom 15. November 2019 lud sie ihn zur Arbeitsvermittlung ein (IV-act. 53). Der Beschwerde- führer teilte mit Schreiben vom 12. Dezember 2019 mit , dass er mit dem Vorbescheid vom 13. November 2019 nicht einverstanden sei (IV-act. 59). In der Folge hielt die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 6. Januar 2020 an der Ablehnung des Umschulungsanspruchs fest. In medizinischer Hinsicht lagen der Verfügung vom 6. Jan uar 2020 die Beurteilungen von Dr. med. B.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa- rates FMH, RAD, vom 3. Oktober 2019 (IV-act. 47) und vo m 18. Dezember 2019 (IV-act. 62) zugrunde. In seinem Bericht vom 3. Oktober 2019 diagno stizierte Dr. B.____ mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine eingeschränkte Funktion des Achsenorgans lumbal bei chronischem Lumbovertebralsyndrom, Erstmanifestation 1999, bei linksskoliotischer Fehlhaltung der LWS, bei multisegmentalen lumbalen Diskopathien und bei Status nach Dekompression und Nucleotomie MIS rechts am 1. September 2017 ohne Schmerzverbesserung . Die Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Automechaniker betrage mehr als 20 %. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit, wobei dem Versicherten eine körperlich leichte Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht bis intermittierend mittelschwere Arbeit in spontaner Wechselbelastung unter rückengerechten Bedingungen zumutbar sei. Einseitige Belastungen seie n zu vermeiden. In seinem Bericht vom 18. Dezember 2019 bestätigte Dr. B.____ die volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und verwies für das Zumutbarkeitsprofil auf seine Ein schätzung vom 3. Oktober 2019. Dr. med. Cc.____, Stv. Oberärztin Rheumatologie der Klinik D.___ _ und behandelnde Ärztin des Be- schwerdeführers, hielt im IV-Bericht vom 5. November 20 19 (IV-act. 56) fest, dass der Patient unter Berücksichtigung seines Gesundheitsschadens in einer wechselbelastenden Tätigkeit acht Stunden pro Tag und somit bis 100 % arbeiten könne. Angesichts der bestehenden Diskopathie L4/5 sei der Beruf als Automechaniker mit 90 % gebückter Zwangshaltung längerfristig nicht mehr zumutbar, da der Eintritt einer kompletten Arbeitsunfähigkeit drohe. 3.3.3 In der leistungsablehnenden Verfügung vom 6. Ja nuar 2020 sicherte die Beschwerde- gegnerin dem Beschwerdeführer weitere Hilfe bei der Suche nach einer leidensangepassten Tä- tigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu. Dementsprechend sprach sie ihm in der Folge Taggeld- leistungen zu mit dem Ziel einer Umschulung in eine ad ministrative Büroarbeit an seiner beste- henden Arbeitsstelle. Trotz ungebrochener Motivation des Beschwerdeführers scheiterte dieses Unterfangen, einerseits wegen ungenügender Kooperation des Arbeitgebers, andererseits auch aufgrund der Coronakrise. Der Beschwerdeführer wurde d arüber informiert, dass ein allfälliger Anspruch auf eine Rente abgeklärt werde (IV-act. 90 und 91). In der Folge holte die Beschwerdegegnerin aktuelle ä rztliche Beurteilungen ein. Dr. C.____ be- stätigte in ihrem Bericht vom 10. November 2020 (IV-act. 108) die bereits bekannte Diagnose und attestierte ihrem Patienten in der angestammten Tätigkeit seit 4. Dezember 2019 eine Arbeitsfä- higkeit von 50 % mit dem Hinweis, dass längerfristig all erdings eine weitere Einschränkung zu erwarten sei und die hohe Gefahr der kompletten Arbeitsunfähigkeit drohe. Weiter wies sie darauf hin, dass ein Versuch der Umschulung auf 50 % Bürotätigkeit betriebsintern gescheitert sei. Für eine angepasste Tätigkeit attestierte Dr. C.____ eine v olle Arbeitsfähigkeit. Dr. med. E.____, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, RAD, attestierte dem Beschwerdeführer mit Bericht vom 15. Dezember 2020 (IV-act. 112) in der angestammten Tätigkeit als Automecha- niker ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 50 % und in e iner leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Zumutbar seien dem Versicherten leichte, wechselbelastende Tätig- keiten ohne Wirbelsäulen-Zwangshaltungen, ohne wiederh oltes Bücken, ohne Rumpfrotations- bewegungen, ohne Arbeiten über Kopf und ohne Arbeiten in Kälte, Nässe und Zugluft. Prognos- tisch sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit als A utomechaniker mit altersbedingtem Fortschreiten der lumbalen Degeneration weiter abnehmen werde. Aus medizinischer Sicht ma- che es daher Sinn, dass sich der Versicherte auf eine leidensangepasste Tätigkeit umorientiere. 3.4 Der vorstehende Auszug aus den Akten zeigt, dass seit Jan uar 2020 insofern eine Än- derung eintrat, als eine weitere berufliche Massnahme – die versuchte Integration an der beste- henden Arbeitsstelle – scheiterte. Eine weitere Änderung besteht darin, dass von ärztlicher Seite eine progressive Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands des Beschwerdeführers fest- gestellt wurde, verbunden mit der Prognose, dass eine weitere Beeinträchtigung der Arbeitsfä- higkeit zu erwarten sei. In quantitativer Hinsicht wur de zwar noch keine weitere Reduktion der Arbeitsfähigkeit festgestellt. In qualitativer Hinsicht verschlechterte sich die Arbeitsfähigkeit aber Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht insoweit, als gemäss bisher definiertem Anforderungsprofil noch leichte bis intermittierend mittel- schwere wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar waren, während aktuell nur noch leichte wech- selbelastende Tätigkeiten möglich sind. Neu sind auch lei chte Tätigkeiten bei Kälte, Nässe und Zugluft nicht mehr zumutbar, womit ausserdem sämtliche Tätigkeiten im Freien nun ausgeschlos- sen sind. Diese tatsächlichen Änderungen können Auswirkunge n auf die Beurteilung des An- spruchs auf Umschulung haben, da das Zumutbarkeitsprofil des Beschwerdeführers weiter ein- geschränkt wurde. Hinzu kommt, dass für den Beschwerdefüh rer im Januar 2020 kein Anlass bestand, die Verweigerung der Umschulung anzufechten, nachdem ihm die Beschwerdegegnerin in der Verfügung ihre Hilfe bei weiteren beruflichen Massnahmen, namentlich bei der Integration im ersten Arbeitsmarkt, versprochen hatte. So wurden in der Folge Unterstützung bei der Um- schulung auf teilzeitlich kaufmännische Tätigkeiten an der bestehenden Arbeitsstelle sowie Tag- gelder zugesprochen, was damals für den Beschwerdeführer die berufliche Massnahme der ers- ten Wahl war. Nachdem diese Massnahme ohne das gerings te Verschulden des Beschwerde- führers gescheitert war, stand er unvermittelt plötzlich wieder auf Feld 1. Da der Beschwerdefüh- rer glaubhaft wesentliche Änderungen des Sachverhalts ge ltend machen konnte, hätte die Be- schwerdegegnerin namentlich unter Berücksichtigung der gesetzgeberischen Vorgabe "Integra- tion vor Rente" auf die Neuanmeldung eintreten und die Frage der Umschulung und die entspre- chenden Voraussetzungen materiell prüfen müssen. Die R echtskraft der Verfügung vom 6. Ja- nuar 2020 kann dem Beschwerdeführer bei dieser Sachlage nicht entgegengehalten werden. 4.1 Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Anspruchs auf Umschulung einzig damit, dass die Erwerbseinbusse des Beschwerdeführers unter 20 % liege. 4.2 Der Umschulungsanspruch setzt grundsätzlich eine Mind esterwerbseinbusse von rund 20 % in den für die versicherte Person ohne zusätzliche Ausbildung offenstehenden, noch zu- mutbaren Erwerbstätigkeiten voraus. Bei der Erheblichkeitsschwelle von 20 % – die im Übrigen durch einen Einkommensvergleich im Sinne von Art. 16 ATSG ermittelt wird – handelt es sich um einen von der Rechtsprechung entwickelten Richtwert. Davon kann namentlich bei jungen versi- cherten Personen mit entsprechend langer verbleibender Aktivitätsdauer abgewichen werden, wenn es sich bei den ohne Umschulung zumutbaren angepassten Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfsarbeiten handelt, die im Vergleich zur erlernten Tätigkeit qualitativ nicht als annähernd gleich- wertig bezeichnet werden können (Urteile des Bundesgerichts vom 8. März 2021, 9C_623/2020, E. 2 und vom 11. Januar 2018, 8C_808/2017, E. 3 mit weiteren Hinweisen). Regelmässig beach- tet wird zudem die zu erwartende zukünftige Einkommensentwicklung in der ursprünglich gelern- ten und einer allfälligen Hilfstätigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 8. März 2021, 9C_623/2020, E. 4.2). Für die Bewertung der Gleichwertigkeit darf es daher nicht bei einer Momentaufnahme und einem Einkommensvergleich bleiben (vgl. auch Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 17. September 2019, IV.2019.00099, E. 1.2). 4.3 Der Beschwerdeführer ist heute 44 Jahre alt. Es lie gt auf der Hand, dass er ohne Um- schulung während 21 Jahren eine unqualifizierte Hilfsarbeit ausüben muss, die – verglichen mit seinem Beruf als Automechaniker – in qualitativer Hinsi cht nicht annähernd als gleichwertig be- zeichnet werden kann. Es rechtfertigt sich deshalb, vorliegend von der starren 20 % Grenze ab- zuweichen. Selbst wenn an der starren Grenze festgehalten würde, wirft die Einschränkung des Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anforderungsprofils durch Dr. E.___ die Frage nach eine m leidensbedingten Abzug und damit einem geringeren Invalideneinkommen auf, wie auch vom Beschwerdeführer geltend gemacht. 4.4.1 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage vo n statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfall s zu kürzen. Mit dem sogenannten Lei- densabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nich t erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behin- derungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem U mstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versiche rten Person wie Alter, Dauer der Be- triebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkun- gen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schät- zen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes z u begrenzen (BGE 134 V 322 E. 5.2 mit Hinweis auf BGE 126 V 75). 4.4.2 Die Beschwerdegegnerin nahm weder in der Verfüg ung vom 6. Januar 2020 noch in der vorliegend angefochtenen einen leidensbedingten Abzug vor. In der Vernehmlassung vom 5. Mai 2021 wies sie darauf hin, dass die Beschränkung auf leich te Arbeiten bei einer 100 %-igen Ar- beitsfähigkeit gemäss bundesgerichtlicher Praxis noch keinen Abzug rechtfertige. Dies mag zwar zutreffend sein. Das Bundesgericht hielt aber auch fest, dass die erforderliche Wechselbelastung der Tätigkeit als lohnsenkender Faktor berücksichtigt werden müsse (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2010, 8C_548/2010, E. 5.2.2). Im Unterschied zum Sachverhalt, der dem von der Beschwerdegegnerin zitierten Urteil des Bundesgerichts vom 8. Oktober 2019 (9C_447/2019) zugrunde lag, sind dem Beschwerdeführer zusätzlich Tätigkeiten in Kälte, Nässe und Zugluft nicht mehr zumutbar. Es ist deshalb davon auszugehen, dass er das durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht mehr erreichen kann, wesha lb die Beschwerdegegnerin den Invali- ditätsgrad nochmals neu unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs hätte berechnen müssen. Im Übrigen darf nicht übersehen werden, dass das Invalideneinkommen nur deshalb so hoch und der Invaliditätsgrad so tief ausfällt, weil der Medianlohn für Hilfsarbeiter durch die hö- heren Löhne für körperlich anstrengende Tätigkeiten angehoben wird (vgl. dazu auch GABRIELA RIEMER -KAFKA /U RBAN SCHWEGLER , Der Weg zu einem invaliditätskonformeren Tabellenlo hn, in Schweizerische Zeitschrift für Sozialversicherung und berufliche Vorsorge SZS, 6/2021, S. 288). 4.4.3 Ausgehend von den in der angefochtenen Verfügun g berechneten Vergleichseinkom- men (Valideneinkommen = Fr. 80'956.--; Invalideneinkommen = Fr. 67'766.--) genügt bereits ein leidensbedingter Abzug von 5 %, um die Erheblichkeitsschwelle von 20 % zu erreichen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegner in zu Unrecht nicht auf das erneute Umschulungsgesuch eintrat. Stattdessen hätte sie den Anspruch auf Umschulung auf- grund der seit der erstmaligen Ablehnung des Anspruchs vom 6. Januar 2020 eingetretenen ver- änderten und anspruchswirksamen Verhältnisse neu prüfen müssen. Dabei hätte sie feststellen müssen, dass die erforderliche Voraussetzung des Erreichens des Mindestinvaliditätsgrads für den Umschulungsanspruch gemäss Art. 17 IVG erfüllt ist. Ob die weiteren Voraussetzungen für die Gewährung einer Umschulung erfüllt sind, ist derzeit offen und wird von der Beschwerdegeg- nerin zu prüfen sein. Der in der angefochtenen Verfü gung abgelehnte Rentenanspruch wurde vom Beschwerdeführer, mit Ausnahme der Berechnung des Invalideneinkommens bzw. des lei- densbedingten Abzugs, nicht explizit moniert, weshalb von diesbezüglichen Weiterungen abzu- sehen ist. Die Angelegenheit ist somit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen Schritte im Hinblick auf eine Umschulung des Beschwerdeführers in die Wege lei- tet. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwer- deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung od er die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah- renskosten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegeg- nerin unterliegende Partei, weshalb ihr die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- aufzuer- legen sind. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvo rschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird ihm rückerstattet. 6.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Be- schwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 25. Mai 2021 einen Aufwand von 7,1667 Stunden à Fr. 230.-- sowie Auslagen von Fr. 6.30 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt, was angemessen ist. Die Beschwerdegegnerin hat demnach dem Beschwerdeführer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 1'782.05 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die Beschwerde- gegnerin angewiesen wird, den Anspruch des Beschwerdefü hrers auf Umschulung im Sinne der Erwägungen zu prüfen und anschli essend neu über diesen Anspruch zu verfügen. 2. Die Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 800.-- werd en der Beschwer- degegnerin auferlegt. 3. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird ihm zurückerstattet. 4. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 1'782.05 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht