<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 0] </div> <div class="para">1P.54/2000/err </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG </div> <div class="para">********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para">24. Februar 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Aemisegger, Präsident der </div> <div class="para">I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter Féraud, </div> <div class="para">Bundesrichter Jacot-Guillarmod und Gerichtsschreiber Sigg. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para">S.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Suter, Alte Bahnhofstrasse 7, Wohlen AG, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau, Obergericht des Kantons Aargau, 3. Strafkammer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para">Strafverfahren </div> <div class="para">(Willkürliche Beweiswürdigung), hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Das Bezirksgericht Baden sprach am 21. April 1999 S.________ des Führens eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand schuldig und bestrafte ihn mit 10 Wochen Gefängnis, unbedingt, sowie einer Busse von Fr. 1'500.--. Das Obergericht des Kantons Aargau wies mit Urteil vom 10. Dezember 1999 eine von S.________ erhobene Berufung ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 28. Januar 2000 stellt S.________ den Antrag, das Urteil des Obergerichts sei aufzuheben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Staatsanwaltschaft und das Obergericht des Kantons Aargau verzichten auf Vernehmlassung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- a) Der Beschwerdeführer rügt, das Obergericht habe die Beweise willkürlich gewürdigt und damit auch gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" verstossen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Den kantonalen Gerichten steht bei der Feststellung des Sachverhaltes und der Würdigung des Beweisergebnisses ein weiter Ermessensspielraum zu (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-IB-446%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page446">BGE 115 Ib 446</a> E. 3a S. 450; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F112-IA-369%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page369">112 Ia 369</a> E. 3). Die Beweiswürdigung ist nicht schon dann willkürlich, wenn vom Sachrichter gezogene Schlüsse nicht mit der Darstellung des Beschwerdeführers übereinstimmen. </div> <div class="para">Das Bundesgericht greift nur ein, wenn die tatsächlichen Feststellungen offensichtlich falsch sind oder auf einem offenbaren Versehen beruhen, wenn sie mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, wenn sie sich in entscheidende Widersprüche verwickeln, oder wenn Feststellungen ohne jede Beweisgrundlage getroffen werden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IA-28%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page28">BGE 118 Ia 28</a> E. 1d; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-IA-85%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page85">116 Ia 85</a> E. 2b; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F113-IA-17%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page19">113 Ia 19</a> E. 3a, je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Willkürlich ist auch eine Beweiswürdigung, welche einseitig einzelne Beweise berücksichtigt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IA-28%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page30">BGE 118 Ia 30</a> E. 1b, mit Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Auch der Grundsatz "in dubio pro reo" bedeutet bei der Feststellung des Sachverhalts und der Würdigung der Beweise nicht mehr als das verfassungsrechtliche Willkürverbot, zumal <span class="artref">Art. 6 Ziff. 2 EMRK</span> in diesem Bereich nicht weiter geht als <span class="artref">Art. 4 aBV</span> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F106-IV-85%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page88">BGE 106 IV 88</a> f., mit Hinweisen). Der Grundsatz besagt nur, dass der Richter einen Angeklagten nicht verurteilen darf, wenn bei objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses schlechthin nicht zu unterdrückende Zweifel an der Schuld des Angeklagten bestehen bleiben (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IA-31%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page31">BGE 120 Ia 31</a> E. 2, mit Hinweisen; siehe auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-327%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page327">BGE 124 I 327</a> E. 3b S. 331). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Der Beschwerdeführer wurde am 24. Mai 1998 um 23.40 Uhr als Lenker eines Personenwagens in Baden von der Polizei angehalten. Der Alcotest fiel positiv aus. Die Blutprobe ergab am 25. Mai 1998 um 00.32 Uhr eine Blutalkoholkonzentration von 0,94 bis 1,04 o/oo. Die Rückrechnung ergab eine Blutalkoholkonzentration von 0,94 bis 1,37 o/oo für die Zeit um 23.40 Uhr. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe um ca. </div> <div class="para">23.55 Uhr in dem ihm gehörenden Restaurant einen Gin-Tonic mit 4 cl Gin getrunken. Seine als Zeugin diesen Sachverhalt bestätigende ehemalige Freundin sei ebenso glaubwürdig wie der Polizeibeamte, der bestreite, dass er um jene Zeit Alkohol zu sich genommen habe. Deshalb bleibe seine Schuld zweifelhaft. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">d) Das Obergericht beurteilte die Aussagen der ehemaligen Freundin des Beschwerdeführers als weniger glaubwürdig als diejenigen des Polizeibeamten, weil sie in entscheidenden Punkten widersprüchlich seien, während die Aussagen des Polizeibeamten keine Widersprüche enthielten. Ausserdem habe der Beschwerdeführer den Polizeibeamten nicht auf seinen angeblichen Nachtrunk aufmerksam gemacht. Dieser Umstand wiege gewichtiger als allfällige Ungenauigkeiten in der Beschreibung der Räumlichkeiten, wie sie vom Polizeibeamten gegeben wurde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer beschränkt sich darauf, den Ausführungen des Obergerichts seine eigene Auffassung gegenüberzustellen. </div> <div class="para">Dies genügt nicht, um das angefochtene Urteil nicht nur in Zweifel zu ziehen, sondern darüber hinaus es als geradezu willkürlich zu widerlegen. Vielmehr begründen die Ausführungen des Beschwerdeführers keinen schlechthin nicht zu unterdrückenden Zweifel an seiner Schuld. Dass das Obergericht die Aussagen des Polizeibeamten für glaubwürdig hielt, beruht auf sachgerechten Gründen; von Willkür kann keine Rede sein. Ergänzend kann auf die überzeugende Begründung des Obergerichts verwiesen werden (<span class="artref">Art. 36a Abs. 3 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Soweit die staatsrechtliche Beschwerde überhaupt die Anforderungen an die Begründung gemäss <span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span> erfüllt, erweist sie sich als offensichtlich unbegründet. </div> <div class="para">Sie ist im vereinfachten Verfahren mit bloss summarischer Begründung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/36^a/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/36^a/1/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/36^a/1/a" type="start"></artref>Art 36a Abs. 1 lit. a und b OG</span><artref id="CH/173.110/36^a/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/36^a/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/b" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die bundesgerichtlichen Kosten sind dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (<span class="artref">Art. 159 Abs. 2 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer sowie der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Aargau, </div> <div class="para">3. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para">Lausanne, 24. Februar 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>