<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 522/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>IV. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger; </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Berger </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 4. Mai 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">M.________, 1962, Beschwerdeführer, vertreten durch den </div> <div class="para">Verband X.________, </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle des Kantons Graubünden, Ottostrasse 24, Chur, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, Chur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Mit Verfügung vom 28. August 1998 sprach die IV- </div> <div class="para">Stelle des Kantons Graubünden dem 1962 geborenen M.________ </div> <div class="para">rückwirkend per 1. November 1997 eine ganze einfache Inva- </div> <div class="para">lidenrente nebst Kinderrente zu. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Die hiergegen erhobene Beschwerde, mit welcher </div> <div class="para">M.________ beantragen liess, die Sache sei zur Neube- </div> <div class="para">rechnung der Invalidenrente an die IV-Stelle zurückzuweisen </div> <div class="para">und es sei ihm eine Zusatzrente für seine Ehefrau zu ge- </div> <div class="para">währen, lehnte das Verwaltungsgericht des Kantons Grau- </div> <div class="para">bünden ab (Entscheid vom 18. Juni 1999). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- M.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">führen und das Rechtsbegehren stellen, es sei ihm eine </div> <div class="para">Zusatzrente für seine Ehefrau zuzusprechen. </div> <div class="para"> Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Verwaltungs- </div> <div class="para">gerichtsbeschwerde, während sich das Bundesamt für Sozial- </div> <div class="para">versicherung nicht vernehmen lässt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> D.- Nach Abschluss des ordentlichen Schriftenwechsels </div> <div class="para">hat M.________ eine Kurzstellungnahme zur Vernehmlassung </div> <div class="para">der IV-Stelle einreichen lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Die Vorinstanz hat die vorliegend massgebenden </div> <div class="para">(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des IVG </div> <div class="para">im Rahmen der 10. AHV-Revision in Verbindung mit lit. c </div> <div class="para">Abs. 1-9, lit. f Abs. 2 und lit. g Abs. 1 der Übergangsbe- </div> <div class="para">stimmungen der 10. AHV-Revision zur Änderung des AHVG) </div> <div class="para">Normen über den Anspruch auf eine Zusatzrente für den </div> <div class="para">Ehegatten (<span class="artref"><artref id="CH/831.20/34/2" type="start"></artref><artref id="CH/831.20/34/1" type="start"></artref>Art. 34 Abs. 1 und 2 IVG</span><artref id="CH/831.20/34/2" type="end"></artref><artref id="CH/831.20/2" type="end"></artref> in Verbindung mit </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 30 IVV</span>, je in der seit 1. Januar 1997 gültigen Fas- </div> <div class="para">sung) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- a) Der Sozialversicherungsprozess ist vom Unter- </div> <div class="para">suchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat das Gericht von </div> <div class="para">Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des </div> <div class="para">rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz </div> <div class="para">gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korre- </div> <div class="para">lat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-193%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page195">BGE 125 V 195</a> </div> <div class="para">Erw. 2, 122 V 158 Erw. 1a, je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Be- </div> <div class="para">schwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann </div> <div class="para">als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über- </div> <div class="para">zeugt sind (Kummer, Grundriss des Zivilprozessrechts, </div> <div class="para">4. Aufl., Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungsrecht </div> <div class="para">hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht </div> <div class="para">etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der über- </div> <div class="para">wiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich- </div> <div class="para">keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanfor- </div> <div class="para">derungen nicht. Der Richter und die Richterin haben viel- </div> <div class="para">mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von </div> <div class="para">allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlich- </div> <div class="para">ste würdigen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-193%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page195">BGE 125 V 195</a> Erw. 2, 121 V 47 Erw. 2a, 208 </div> <div class="para">Erw. 6b mit Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Streitig ist, ob der Versicherte Anspruch auf eine </div> <div class="para">Zusatzrente für seine Ehefrau hat. Zu prüfen ist dabei ins- </div> <div class="para">besondere, ob er im Sinne von <span class="artref">Art. 34 Abs. 1 IVG</span> unmittel- </div> <div class="para">bar vor seiner Arbeitsunfähigkeit eine Erwerbstätigkeit </div> <div class="para">ausübte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- a) Der Beschwerdeführer ist bei der AHV-Aus- </div> <div class="para">gleichskasse des Kantons St. Gallen für das Jahr 1996 als </div> <div class="para">Nichterwerbstätiger erfasst. In der Verwaltungsgerichts- </div> <div class="para">beschwerde behauptet er demgegenüber, vor dem Unfallereig- </div> <div class="para">nis vom 20. November 1996 als Selbstständigerwerbender </div> <div class="para">sämtliche Transportaufträge im Unternehmen seiner Ehefrau </div> <div class="para">ausgeübt zu haben. Im vorinstanzlichen Verfahren brachte er </div> <div class="para">vor, es sei vom Bestehen eines stillschweigenden Arbeits- </div> <div class="para">verhältnisses gemäss <span class="artref">Art. 320 OR</span> auszugehen. Überdies habe </div> <div class="para">ein Ehegatte, der im Gewerbe des anderen erheblich mehr </div> <div class="para">mitarbeite als sein Beitrag an den Unterhalt der Familie </div> <div class="para">verlange, gemäss <span class="artref">Art. 165 ZGB</span> Anspruch auf angemessene </div> <div class="para">Entschädigung. Der Beschwerdeführer hat es allerdings </div> <div class="para">unterlassen, zuverlässige Unterlagen beizubringen oder </div> <div class="para">glaubhafte Angaben zu machen, woraus ersichtlich gewesen </div> <div class="para">wäre, dass und allenfalls in welchem Ausmass er im rele- </div> <div class="para">vanten Zeitraum Arbeiten für das Transportunternehmen aus- </div> <div class="para">geführt hatte. Somit steht nicht mit der erforderlichen </div> <div class="para">überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass er im Sinne von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 34 Abs. 1 IVG</span> unmittelbar vor Eintritt der Arbeitsun- </div> <div class="para">fähigkeit erwerbstätig gewesen ist. Die Möglichkeit einer </div> <div class="para">Gleichstellung mit erwerbstätigen Personen entfällt, weil </div> <div class="para">er im Jahr 1996 keine Leistungen im Sinne von <span class="artref">Art. 30 IVV</span> </div> <div class="para">bezogen hat. Unter diesen Umständen verneinte die Vorin- </div> <div class="para">stanz den Anspruch auf eine Zusatzrente für die Ehefrau des </div> <div class="para">Beschwerdeführers zu Recht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Was der Versicherte dagegen vorbringt, vermag zu </div> <div class="para">keiner anderen Beurteilung zu führen. Nachdem nicht mit </div> <div class="para">überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden </div> <div class="para">kann, dass er unmittelbar vor Eintritt der Arbeitsunfähig- </div> <div class="para">keit eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat und auch im letzt- </div> <div class="para">instanzlichen Verfahren nichts zur beweismässigen Unter- </div> <div class="para">mauerung seiner Behauptungen vorgebracht wird, ist insbe- </div> <div class="para">sondere unerheblich, ob er sich als Selbstständig- oder </div> <div class="para">Unselbstständigerwerbender einstuft und ob er der Ansicht </div> <div class="para">ist, er habe einen ausserordentlichen Beitrag an den Unter- </div> <div class="para">halt der Familie im Sinne von <span class="artref">Art. 165 Abs. 1 ZGB</span> geleis- </div> <div class="para">tet. Schliesslich kann er aus dem von ihm gegen die SWICA </div> <div class="para">Gesundheitsorganisation vor dem Eidgenössischen Versiche- </div> <div class="para">rungsgericht eingeleiteten und mit Urteil vom 31. März 1999 </div> <div class="para">abgeschlossenen Verfahren betreffend Taggeldleistungen der </div> <div class="para">Krankenversicherung nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn </div> <div class="para">in Erw. 2 des genannten Urteils, auf welche er sich in der </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde stützt, wird lediglich </div> <div class="para">wiedergegeben, was er in jenem Prozess beanspruchte: " (...) </div> <div class="para">Taggeldleistungen für den Erwerbsausfall aus seiner selbst- </div> <div class="para">ständigen Erwerbstätigkeit, welche er seit dem 20. November </div> <div class="para">1996 nicht mehr ausüben kann". Damit wurde entgegen der </div> <div class="para">Auffassung des Beschwerdeführers nichts darüber gesagt, ob </div> <div class="para">er unmittelbar vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit tatsäch- </div> <div class="para">lich einer Erwerbstätigkeit nachgegangen war. Dies musste </div> <div class="para">gar nicht abschliessend beurteilt werden, weil ein Erwerbs- </div> <div class="para">ausfall nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan </div> <div class="para">werden konnte und schon aus diesem Grund ein Anspruch auf </div> <div class="para">die in jenem Prozess geforderten Krankentaggeldleistungen </div> <div class="para">verneint werden musste. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungs- </div> <div class="para"> gericht des Kantons Graubünden, der Ausgleichskasse </div> <div class="para"> des Kantons Graubünden und dem Bundesamt für Sozial- </div> <div class="para"> versicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 4. Mai 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der IV. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>