A bteilung II B -1519/2007 {T 0/2} U rte il v o m 2 1 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichterin Vera M arantelli (Vorsitz), R ichter H ans U rech, R ichterin M aria Am gw erd, G erichtsschreiber Said H uber. Interprofession du Vacherin M ont-d'O r, vertreten durch R echtsanw alt D r. iur. Peter Sutter, Beschw erdeführerin, gegen A ._______ A G , vertreten durch R echtsanw alt lic. iur. D aniel G runder, Beschw erdegegnerin, G esundheitsdepartem ent des K antons St. G allen, Vorinstanz, G eschützte U rsprungsbezeichnung (G U B). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandB -1519/2007 Sachverhalt: A . A .a Im Anschluss an eine routinem ässige Stichprobenkontrolle bei der Käserei A._______ & B._______ AG (heute: A._______ AG ) erliess das Am t für Lebensm ittelkontrolle des Kantons St. G allen (nachfol- gend: Am t für Lebensm ittelkontrolle/Erstinstanz) am 4. April 2005 ge- stützt auf den lebensm ittelhygienischen U ntersuchungsbericht N r. F4042 folgende Verfügung: "1.D ie Kennzeichnung des Försterkäses ist m it dem H inw eis «aus therm isierter M ilch» zu ergänzen. 2.D er Försterkäse verstösst im jetzigen Zeitpunkt nicht gegen Art. 17 Abs. 3 lit. c G U B/G G A-Verordnung bzgl. Vacherin M ont-d'O r. 3.D ie Kosten dieser Verfügung (Fr. 50.- adm inistrative G rundgebühr und die U n- tersuchungskosten für die beanstandeten Param eter) gehen zu Lasten der Käserei A._______, H ._______." Eine Kopie dieser Verfügung ging zur Kenntnis an die vereinsm ässig or- ganisierte Sortenorganisation "Interprofession du Vacherin M ont-d'O r", w elche die an der H erstellung des W eichkäses "Vacherin M ont d'O r AO C " beteiligten Kreise um fasst (d.h. M ilchproduzenten, Käser und Veredler). A .b Am 14. April 2005 erhob die Interprofession du Vacherin M ont- d'O r R ekurs beim G esundheitsdepartem ent des Kantons St. G allen (nachfolgend: G esundheitsdepartem ent) m it den R echtsbegehren: "1.Es sei die Verfügung des Kantonalen Am ts für Lebensm ittelkontrolle vom 4. April 2005 (U ntersuchungsnum m er F4042) aufzuheben. 2.Es sei festzustellen, dass der von der R ekursgegnerin produzierte Förster- käse gegen A rt. 17 G U B/G G A verstösst und es sei dessen w eitere Produk- tion unter Strafandrohung im U nterlassungsfall zu verbieten. 3.Eventualiter sei die Verfügung des Kantonalen Am ts für Lebensm ittelkont- rolle vom 4. April 2005 "(U ntersuchungsnum m er F4042) aufzuheben und es sei die Angelegenheit zur Vornahm e w eiterer Abklärungen an die Vorin- stanz zurückzuw eisen. U nter Kosten- und Entschädigungsfolge." S eite 2B -1519/2007 D ie Beschw erdeführerin m achte geltend, der von der A._______ AG produzierte Försterkäse verletze die geschützten R echte des AO C - zertifizierten Vacherin M ont-d'O r. Sie verfolge statutarisch das Ziel, "das Produkt und die M arke VM O zu schützen", w eshalb sie eine be- sonders nahe Beziehung zum Streitgegenstand habe. Zudem hätten eine M ehrzahl ihrer M itglieder ein schützensw ertes Interesse an der Aufhebung der Verfügung. A .c M it Entscheid vom 13. O ktober 2005 trat das G esundheitsdeparte- m ent auf den R ekurs nicht ein m it der Begründung, die R ekurrentin bzw . die von ihr vertretenen M itglieder hätten als N ichtadressaten der Verfügung kein schutzw ürdiges Interesse an einer Anfechtung, zum al eine w irtschaftspolizeiliche R egelung in Frage stehe, die Treu und G lauben im G eschäftsverkehr schütze und für säm tliche einschlägigen Erzeugnisse gelte. A .d D agegen gelangte die Interprofession du Vacherin M ont-d'O r am 27. O ktober 2005 - entsprechend der R echtsm ittelbelehrung - m it Be- schw erde ans Verw altungsgericht des Kantons St. G allen (nachfol- gend: Verw altungsgericht) und beantragte, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und festzustellen, dass der von der A._______ AG "produzierte Försterkäse gegen A rt. 17 G U B/G G A verstösst und es sei dessen w eitere Produktion unter Strafandrohung im U nterlas- sungsfall zu verbieten". B . B .a M it U rteil vom 21. M ärz 2006 bezeichnete sich das Verw altungs- gericht angesichts der landw irtschaftsrechtlichen G rundlage des ange- fochtenen Entscheides für nicht zuständig, trat auf die Beschw erde nicht ein und überw ies die Angelegenheit an die R ekurskom m ission EVD zur W eiterbehandlung, ohne m it dieser vorgängig einen M ei- nungsaustausch durchzuführen. B .b Am 8. August 2006 trat die R ekurskom m ission EVD auf diese Be- schw erde ebenfalls nicht ein, da sie den unterbreiteten Streitfall vorab dem lebensm ittelrechtlichen Täuschungsschutz zuordnete und daher w eiterhin das Verw altungsgericht für zuständig erachtete. B .c D agegen reichte die Interprofession du Vacherin M ont-d'O r am 8. Septem ber 2006 beim Bundesgericht Verw altungsgerichtsbeschw er- de ein m it den Anträgen, den Entscheid der R ekurskom m ission EVD S eite 3B -1519/2007 vom 8. August 2006 aufzuheben und diese anzuw eisen, die Beschw er- de unter Anerkennung ihrer sachlichen Zuständigkeit zu behandeln, bzw . eventualiter den Entscheid des Verw altungsgerichts aufzuheben und dieses anzuw eisen, die Beschw erde zu behandeln. C . C .a M it U rteil 2A.515/2006 vom 1. Februar 2007 hiess das Bundesge- richt die Verw altungsgerichtsbeschw erde gut, hob den angefochtenen Beschw erdeentscheid der R ekurskom m ission EVD auf und überw ies die Sache im Sinne der Erw ägungen zur Behandlung an das Bundes- verw altungsgericht. C .b D ieses übernahm m it Zw ischenverfügung vom 1. M ärz 2007 das ihm zugew iesene Beschw erdeverfahren und lud am 16. M ärz 2007 die Beschw erdegegnerin sow ie die Vorinstanz ein, sich im Lichte des er- w ähnten bundesgerichtlichen U rteils zur Beschw erde zu äussern. C .c Am 18. April 2007 verw ies die Vorinstanz auf das bisherige Ver- fahren und verzichtete auf eine Stellungnahm e. C .d M it Eingabe vom 4. M ai 2007 liess sich die Beschw erdegegnerin zur Beschw erde vernehm en m it dem Antrag auf kostenfällige Abw ei- sung der Beschw erde, sow eit darauf einzutreten sei. Am 14. bzw . am 22. M ai 2007 reichten die Beschw erdegegnerin bzw . die Beschw erde- führerin ihre Kostennoten ein. D . Auf die dargelegten und w eitere Vorbringen w ird, sow eit sie rechtser- heblich sind, in den Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. O b die Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf eine Beschw erde einzutreten ist, prüft das Bundesverw altungsgericht von Am tes w egen und m it freier Kognition (BVG E 2007/6 E. 1 S. 45 m it H inw eisen). 1.1 D er angefochtene Entscheid vom 13. O ktober 2005, in w elchem das G esundheitsdepartem ent - als innerkantonal letzte Instanz - auf den R ekurs der Beschw erdeführerin vom 14. April 2005 nicht eintrat, S eite 4B -1519/2007 stellt eine Verfügung nach A rt. 5 Abs. 1 Bst. c des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren dar (Vw VG , SR 172.021). G em äss bundesgerichtlichem Ü berw eisungsentscheid ist das Bundesverw altungsgericht für die Behandlung der vorliegenden Streitsache zuständig (vgl. U rteil des Bundesgerichts 2A.515/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.4 sow ie D ispositiv-Ziffer 1). 1.2 D ie Beschw erdeführerin ist durch den angefochtenen kantonalen N ichteintretensentscheid besonders berührt und hat som it ein als schutzw ürdig anzuerkennendes Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (A rt. 48 Abs. 1 Vw VG ). Sie ist daher zur Beschw erdeführung grundsätzlich legitim iert. 1.3 Eingabefrist und -form sind gew ahrt (A rt. 50 und A rt. 52 Abs. 1 Vw VG ), der R echtsvertreter der Beschw erdeführerin hat sich rechtsge- nüglich ausgew iesen (A rt. 11 Vw VG ) und der Kostenvorschuss ist frist- gem äss bezahlt w orden (A rt. 63 Abs. 4 Vw VG ). 1.4 Ausgangspunkt und Anfechtungsgegenstand im Beschw erdever- fahren ist die Verfügung. D ie angefochtene Verfügung bildet som it den äusseren R ahm en des m öglichen Streitgegenstandes. G egenstände, über w elche die erstinstanzlich verfügende Behörde nicht entschieden hat, darf die Beschw erdeinstanz nicht beurteilen (vgl. ALFR E D KÖ LZ/ISAB ELLE H ÄN ER , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, R z. 404). M it ihrem Entscheid vom 13. O ktober 2005 trat die Vorinstanz auf den R ekurs der Beschw erdeführerin nicht ein. Sie hat som it nicht einen Entscheid in der Sache, sondern einen form ellen Prozessentscheid getroffen. U nter diesen U m ständen kann das Bundesverw altungsge- richt nur prüfen, ob die Vorinstanz zu R echt auf den R ekurs der Be- schw erdeführerin nicht eingetreten ist. Sollte dies nicht der Fall sein, w äre der angefochtene Beschw erdeentscheid aufzuheben und die Sa- che zur m ateriellen Prüfung des R ekurses an die Vorinstanz zurückzu- w eisen (A rt. 61 Abs. 1 Vw VG ). Erw iese sich dem gegenüber der ange- fochtene N ichteintretensentscheid als rechtm ässig, so w äre die Be- schw erde abzuw eisen, sow eit darauf eingetreten w erden kann (vgl. U rteil des Bundesgerichts 2A.18/2007 vom 8. August 2007 E. 1.3; AN D R É M O SER /PETER U EBER SAX, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurs- kom m issionen, Bd. III, Basel/Frankfurt a.M . 1998, R z. 2.13 und 2.63). S eite 5B -1519/2007 1.5 Auf die Beschw erde ist daher insow eit einzutreten, als sie sich ge- gen den N ichteintretensentscheid der Vorinstanz richtet. Sow eit die Beschw erdeführerin indessen - über die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides hinausgehend - ausdrücklich eine Fest- stellungsverfügung zur ursprungsschutzrechtlichen U nzulässigkeit von Försterkäse sow ie zusätzlich den Erlass eines strafgesicherten Pro- duktionsverbotes gegenüber der Beschw erdegegnerin verlangt (vgl. unter Sachverhalt A.d), gehen ihre Anträge über den Anfechtungsge- genstand hinaus. D em nach ist auf diese Begehren nicht einzutreten. Angesichts der Tatsache, dass die soeben erw ähnten Anträge bereits vor der Vorinstanz vorgebracht w urden, sich diese jedoch im angefoch- tenen Entscheid dazu überhaupt nicht geäussert hat, könnte sich die Frage nach einer allfälligen Verletzung verfahrensrechtlicher G arantien stellen (insbes. A rt. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schw eizeri- schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101], vgl. auch: U rteil des Bundesgerichts 1P.785/1999 vom 24. Februar 2000 E. 2), die unter U m ständen von vornherein zur Aufhebung des angefochte- nen Entscheids führen m üsste. D a der angefochtene Entscheid, w ie sich zeigen w ird, auch aus anderen G ründen aufzuheben ist, kann die Frage indes offen bleiben, ob die Vorinstanz in ihrer Begründung dar- auf verzichten durfte, diese Anträge unerw ähnt zu lassen. 2. 2.1 N ach A rt. 14 Abs. 1 Bst. d des Landw irtschaftsgesetzes vom 29. April 1998 (Lw G , SR 910.1) kann der Bundesrat im Interesse der G laubw ürdigkeit und zur Förderung von Q ualität und Absatz Vorschrif- ten über die Kennzeichnung von landw irtschaftlichen Erzeugnissen und deren Verarbeitungsprodukten erlassen, die sich insbesondere aufgrund ihrer H erkunft auszeichnen. G em äss A rt. 16 Abs. 1 und 2 Lw G schafft der Bundesrat ein R egister für U rsprungsbezeichnungen (G U B) und geographische Angaben (G A) und regelt insbesondere: (a.) die Eintragungsberechtigung; (b.) die Vo- raussetzungen für die R egistrierung, insbesondere die Anforderungen an das Pflichtenheft; (c.) das Einsprache- und das R egistrierungsver- fahren; (d.) die Kontrolle. S eite 6B -1519/2007 W er N am en einer eingetragenen U rsprungsbezeichnung oder einer geografischen Angabe für gleiche oder gleichartige landw irtschaftliche Erzeugnisse oder deren Verarbeitungsprodukte verw endet, m uss das Pflichtenheft nach Abs. 2 Bst. b erfüllen (Art. 16 Abs. 6 erster Satz Lw G ). N ach A rt. 16 Abs. 7 Lw G sind eingetragene U rsprungsbezeichnungen und geographische Angaben insbesondere geschützt gegen: (a.) jede kom m erzielle Verw endung für andere Erzeugnisse, durch die der R uf geschützter Bezeichnungen ausgenutzt w ird; (b.) jede Anm assung, N achm achung oder N achahm ung. N ach A rt. 172 Abs. 1 Lw G w ird auf Antrag m it G efängnis bis zu einem Jahr oder m it Busse bis zu 100'000 Franken bestraft, w er vorsätzlich eine geschützte U rsprungsbezeichnung oder eine geschützte geogra- phische Angabe (A rt. 16) w iderrechtlich verw endet. G em äss A rt. 172 Abs. 2 Lw G w ird von Am tes w egen verfolgt, w er gew erbsm ässig han- delt, w obei die Strafe G efängnis oder Busse bis zu 200'000 Franken ist (vgl. zur U m rechnung der angedrohten Strafen: A rt. 333 Abs. 2-6 des Schw eizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. D ezem ber 1937 [StG B, SR 311.0] in der Fassung des Bundesgesetzes vom 13. D ezem ber 2002 [AS 2006 3459]). 2.2 G estützt auf A rt. 14 Abs. 1 Bst. d und A rt. 16 Lw G erliess der Bun- desrat die Verordnung vom 28. M ai 1997 über den Schutz von U r- sprungsbezeichnungen und geographischen Angaben für landw irt- schaftliche Erzeugnisse und verarbeitete landw irtschaftliche Erzeug- nisse (G U B/G G A-Verordnung, SR 910.12). 2.2.1 N ach dessen Art. 1 Abs. 1 sind U rsprungsbezeichnungen und geographische Angaben für landw irtschaftliche Erzeugnisse und verar- beitete landw irtschaftliche Erzeugnisse, die im eidgenössischen R egis- ter eingetragen sind, geschützt. Sie können nur nach den in dieser Ver- ordnung festgehaltenen Bedingungen verw endet w erden (Art. 1 Abs. 2 G U B/G G A-Verordnung). N ach A rt. 2 Abs. 1 G U B/G G A-Verordnung kann als U rsprungsbezeich- nung der N am e einer G egend oder eines O rtes eingetragen w erden, der dazu dient, ein landw irtschaftliches Erzeugnis oder ein verarbeite- tes landw irtschaftliches Erzeugnis zu bezeichnen, das: S eite 7B -1519/2007 "a.aus der entsprechenden G egend oder dem entsprechenden O rt stam m t; b.seine Q ualität oder seine Eigenschaften überw iegend oder ausschliesslich den geographischen Verhältnissen einschliesslich der natürlichen und m enschlichen Einflüsse verdankt; c.in einem begrenzten geographischen G ebiet erzeugt, verarbeitet und ver- edelt w urde." 2.2.2 A rt. 16 Abs. 1 G U B/G G A-Verordnung (m it der M arginale "Ver- w endung des Verm erks G U B oder G G A"), der im 3. Abschnitt dieser Verordnung unter dem Titel "Schutz" aufgeführt ist, lautet: "N ur eine eingetragene U rsprungsbezeichnung darf den Verm erk U rsprungs- bezeichnung (U B), geschützte U rsprungsbezeichnung (G U B) oder kontrollier- te U rsprungsbezeichnung (KU B) tragen." D er im selben Abschnitt unter der M arginale "Schutzum fang" aufge- führte A rt. 17 G U B/G G A-Verordnung sieht vor: "1 D ie direkte oder indirekte kom m erzielle Verw endung einer geschützten Be- zeichnung ist verboten: a. für vergleichbare Erzeugnisse, die das Pflichtenheft nicht erfüllen; b. für nicht vergleichbare Erzeugnisse, falls diese Verw endung den R uf der geschützten Bezeichnung verw endet. 2 Absatz 1 gilt insbesondere: a. w enn die geschützte Bezeichnung nachgeahm t w ird oder angespielt w ird; b. w enn sie übersetzt w ird; c. w enn sie zusam m en m it Ausdrücken w ie «Art», «Typ», «Verfahren», «Fas- son», «N achahm ung», «nach R ezept» oder dergleichen verw endet w ird; d. w enn die H erkunft des Erzeugnisses angegeben w ird. 3 Verboten ist ausserdem : a. jede falsche oder irreführende Angabe in der Aufm achung, auf der Verpa- ckung, in der W erbung oder in den U nterlagen des Erzeugnisses über den S eite 8B -1519/2007 w irklichen U rsprung, die H erkunft, das H erstellungsverfahren, die N atur oder die w esentlichen Eigenschaften; b. jede Verw endung eines Behältnisses oder einer Verpackung, die einen irre- führenden Eindruck über den U rsprung des Erzeugnisses m achen kann; c. jeder R ückgriff auf die besondere Form des Erzeugnisses." 2.2.3 G em äss dem im 4. Abschnitt ("Kontrolle") aufgeführten A rt. 21 Abs. 1 G U B/G G A-Verordnung vollzieht das Bundesam t für Landw irt- schaft diese Verordnung unter Vorbehalt von Absatz 2, w obei es die landw irtschaftliche G esetzgebung anw endet, falls es sich nicht um Le- bensm ittel handelt. N ach A rt. 21 Abs. 2 G U B/G G A-Verordnung vollziehen die O rgane der kantonalen Lebensm ittelkontrolle Abschnitt 3 dieser Verordnung ge- m äss der Lebensm ittelgesetzgebung. 3. W ie bereits in der Erw ägung 1.4 erw ähnt, ist nachfolgend einzig zu un- tersuchen, ob die Vorinstanz auf die Eingabe der Beschw erdeführerin zu R echt nicht eingetreten ist. D ie von den Parteien in ihren R echtsschriften einlässlich dargelegten m ateriellen Argum ente zum ursprungsschutzrechtlichen Schutzum fang von "Vacherin M ont-d'O r AO C " im Verhältnis zum "Krüm m ensw iler Försterkäse" sind daher nicht näher darzustellen oder gar zu erörtern (vgl. E. 1.5). D asselbe gilt auch bezüglich der von der Beschw erdefüh- rerin behaupteten Verletzung des rechtlichen G ehörs durch die Erstin- stanz sow ie bezüglich der dam it eng zusam m enhängenden Frage ei- ner allfälligen Parteistellung vor dieser Instanz und der dam it verbun- denen, unter U m ständen ebenfalls zu erörternden Frage, ob der Be- schw erdeführerin in Verfahren w ie dem vorliegenden angesichts beste- hender Strafbestim m ungen (vgl. A rt. 172 Lw G bzw. A rt. 48 Abs. 1 Bst. h des Lebensm ittelgesetzes vom 9. O ktober 1992 [LM G , SR 817.0]) und des dadurch offenstehenden R echtsw eges überhaupt ein Feststel- lungsinteresse zuzubilligen w äre. S eite 9B -1519/2007 3.1 3.1.1 D ie Vorinstanz führt zur hier interessierenden Legitim ationsfrage aus, die von der Erstinstanz in der D ispositiv-Ziffer 2 getroffene negative Feststellung sei im R ahm en des Vollzugs der G U B/G G A-Verordnung er- folgt; diese statuiere w eder eine besondere R olle noch bestim m te R ech- te für G ruppen, die - w ie die Beschw erdeführerin - eine geschützte U r- sprungsbezeichnung haben eintragen lassen. D a solche U rsprungsbe- zeichnungen keine M arkenrechte seien, die dem Inhaber ausschliessli- che R echte verliehen, käm en die allgem einen G rundsätze zur Prüfung der Beschw erdelegitim ation von Verbänden zur Anw endung: D ie Beschw erdeführerin verfüge über kein eigenes schutzw ürdiges Anfechtungsinteresse. Sie sei nicht Verfügungsadressatin gew esen, w eil die Erstinstanz eine lebensm ittelrechtliche Inspektion durchge- führt habe, anlässlich derer im Lichte der G U B/G G A-Verordnung auch die Konform ität von Försterkäse überpüft w orden sei. D ie statutari- schen Ziele der Beschw erdeführerin, das Produkt sow ie die "M arke Vacherin M ont-d'O r" zu schützen, w ürden ihr w eder ein rechtlich ge- schütztes Interesse noch eine tatsächliche Interessenstellung ver- schaffen, w elche durch die angefochtene Verfügung betroffen w äre. Zudem sei die Beschw erdeführerin auch keine Konkurrentin der Be- schw erdegegnerin. In einem zw eiten Schritt verneinte die Vorinstanz auch die Frage, ob die M ehrheit oder eine G rosszahl der M itglieder der Beschw erdeführe- rin selbst beschw erdelegitim iert w ären: D iesen M itgliedern (M ilchproduzenten, Fabrikanten und Veredler) stün- de - als Konkurrenten der Beschw erdegegnerin - ein R ekursrecht nur dann zu, w enn über das blosse Konkurrenzverhältnis hinaus eine be- sondere Beziehungsnähe zur Streitsache ausgew iesen w äre, die sich von jener der zahlreichen Produzenten und H ändler ähnlicher Produk- te, die dasselbe oder ähnliche Bedürfnisse befriedigen, abheben w ür- de. H ierfür bedürfe es nach der bundesgerichtlichen R echtsprechung einer spezifischen, qualifizierten Beziehungsnähe etw a durch eine spe- zielle w irtschaftsverw altungsrechtliche Zulassungs- oder Kontingentie- rungsordnung, w elcher die Konkurrenten gem einsam unterw orfen seien, w obei die gem einsam e U nterstellung unter irgendeine gesetzliche O rd- nung - etw a gesundheits- oder w irtschaftspolizeilicher N atur - nicht ge- nüge. Angesichts der im Lw G vorgesehenen Schutzregelung für ge- S eite 10B -1519/2007 schützte U rsprungsbezeichnungen bestehe eine spezielle w irtschafts- verw altungsrechtliche Zulassungsordnung. D eshalb stünden die Kon- kurrenten in Bezug auf die Verw endung der geschützten Bezeichnung (und in Bezug auf den U rsprung und die H erkunft sow ie die H erstel- lungsart von Produkten, die diese geschützte Bezeichnung tragen) in ei- ner spezifischen, qualifizierten Beziehungsnähe zum Streitgegenstand. H ier allerdings fehle diese Beziehungsnähe, zum al das Am t für Le- bensm ittelkontrolle nicht die m issbräuchliche Verw endung einer ge- schützten U rsprungsbezeichnung, sondern im Interesse des Konsu- m entenschutzes die angeblich irreführende N atur der Verw endung ei- nes Behältnisses überprüft habe. D ie Beschw erdeführerin rüge denn auch nicht die m issbräuchliche Verw endung von "Vacherin M ont-d'O r" als geschützte U rsprungs- oder H erkunftsbezeichnung, sondern einzig die H erstellung eines als "Krüm m ensw iler Försterkäse" bezeichneten Käses, der w ie Vacherin M ont-d'O r aussehe und in einem Blindtest von vielen Konsum enten für einen solchen gehalten w orden sei. D er im Ergebnis als verletzt bezeichnete A rt. 17 Abs. 3 Bst. b G U B/G G A- Verordnung verbiete die Verw endung eines Behältnisses oder einer Verpackung, w elche einen irreführenden Eindruck über den U rsprung des Erzeugnisses m achen kann. Als polizeiliche N orm schütze dieser A rtikel Treu und G lauben im G eschäftsverkehr und gelte für säm tliche verarbeiteten und unverarbeiteten landw irtschaftlichen Erzeugnisse. D ie gem einsam e U nterstellung der Parteien unter diese polizeiliche R egelung schaffe aber keine spezifische, qualifizierte Beziehungsnähe zum Streitgegenstand. H inw eise auf eine direkte oder indirekte kom m erzielle Verw endung der geschützten Bezeichnung "Vacherin M ont-d'O r" durch die Beschw er- degegnerin, w elche die Beschw erdeführerin in eine spezifische Bezie- hungsnähe zum Streitgegenstand setzen w ürden, bestünden nicht. Es sei auch nicht ersichtlich, inw iefern deren Verbandsm itglieder auf G rund der Kontrolle der Verw endung der Verpackung des Krüm m ens- w iler Försterkäses eine Beziehung zur Streitsache haben könnten, die sich von anderen Produzenten von gereiften Vollfett- bzw. R ahm käsen m it w eicher Festigkeit unterscheide. Im H inblick auf die lebensm ittelpo- lizeiliche Zulassung des Krüm m ensw iler Försterkäses bestehe keine Beziehungsnähe der Beschw erdeführerin, die sich von jener anderer Konkurrenten abhebe. S eite 11B -1519/2007 3.1.2 D ie Beschw erdeführerin hält dem entgegen, Streitgegenstand bilde die Frage, ob der von der Beschw erdegegnerin produzierte Förs- terkäse die "geschützten R echte des AO C -zertifizierten Vacherin M ont-d'O r" verletze. Angesichts ihres statutarischen Ziels, "Produkt und die M arke Vacherin M ont-d'O r zu schützen" und die Interessen ihrer M itglieder zu w ahren, habe sie eine besonders nahe Beziehung zum Streitgegenstand, w eshalb ihr eine Sonderstellung zukom m e. Eine solche kom m e zudem auch jedem ihrer M itglieder (M ilchprodu- zenten, Fabrikanten und Veredler) zu. Ferner habe sie aktiv als Partei am erstinstanzlichen Verfahren teilgenom m en. Zur Begründung ihrer eigenen Beschw erdelegitim ation führt die Be- schw erdeführerin an, der "Vacherin M ont-d'O r AO C " unterstehe einer doppelten Kontrolle zum Schutz vor N achahm ungen. Einerseits über- w ache die unabhängige Zertifizierungsstelle bei den H erstellern die Einhaltung des Pflichtenheftes, andererseits m üssten die Kantonsche- m iker die G U B/G G A-Verordnung gegenüber Konkurrenten durchset- zen, die das Pflichtenheft nicht erfüllten. Als G ruppierung auferlege sie sich zahlreiche Pflichten, w eshalb sie den Schutz beanspruche und desw egen nicht "von einem w esentlichen Teil des Kontrollsystem s aus- geschlossen" w erden könne. D ie "Schutzaufsicht der Kantonschem iker" räum e ihr eine Sonderstellung und dam it ein schützenswertes Interesse ein. Sonst liesse sich der gesetzlich vorgesehene Schutz bei ungenü- genden Kontrollen von Kantonschem ikern rechtlich nicht durchsetzen. Im Interesse ihrer M itglieder w äre sie im Ü brigen selbst dann zur An- fechtung befugt, w enn sie selber nicht als rekurslegitim iert gelten soll- te. D ies räum e auch die Vorinstanz ein, nur dass diese ihren M itglie- dern die Beziehungsnähe zum Streitgegenstand fälschlicherw eise ab- gesprochen habe. Ihre M itglieder hätten sich den Verpflichtungen der G U B/G G A-Verordnung unterw orfen und stünden deshalb in einem be- sonderen Konkurrenzverhältnis zu den H erstellern nicht zertifizierter Produkte, w elche "potenziell den Schutz der G U B/G G A-Verordnung verletzten". Insofern könne von Popularbeschw erde nicht die R ede sein. Vielm ehr belege die eingereichte "Link-U m frage" das qualifizierte Konkurrenzverhältnis zw ischen ihren M itgliedern und den Produzenten von Försterkäse. Selbst die Vorinstanz anerkenne, dass A rt. 17 Abs. 1 und 2 G U B/G G A-Verordnung eine spezielle w irtschaftsrechtliche Zu- lassungsordnung schaffe, w eshalb die Konkurrenten in Bezug auf die Verw endung der geschützten Bezeichnung in einer spezifischen, quali- fizierten Beziehungsnähe zum Streitgegenstand stünden. Indessen er- S eite 12B -1519/2007 blicke die Vorinstanz zu U nrecht im Abs. 3 von A rt. 17 G U B/G G A-Ver- ordnung eine gew öhnliche w irtschaftspolizeiliche R egelung, w elche angeblich zu keiner qualifizierten Beziehungsnähe zum Streitgegen- stand führe. D ies treffe nicht zu, da der A rt. 17 G U B/G G A-Verordnung einheitlich den selben Zw eck verfolge, näm lich den Schutz der zertifi- zierten Produkte zu definieren, um Konsum enten w ie auch H ersteller solcher Produkte vor w iderrechtlichem Verhalten zu bew ahren. 3.1.3 D ie Beschw erdegegnerin verw irft diese Ausführungen m it dem Argum ent, m angels gesetzlicher G rundlage habe die Beschw erdefüh- rerin im erstinstanzlichen Verfahren keine Parteistellung beanspruchen dürfen. Betreffend die Beschw erdelegitim ation schliesst sich die Be- schw erdegegnerin den vorinstanzlichen Ausführungen grundsätzlich an, hält indessen einschränkend fest, der ursprungsrechtliche Zertifi- zierungsschutz ziele auf die Förderung der W ettbew erbsfähigkeit von regionalen Spezialitäten, w as voraussetze, dass die entsprechenden H erkunfts- w ie auch die Q ualitätserw artungen der Konsum enten erfüllt w erden. Insofern schütze A rt. 17 G U B/G G A-Verordnung als polizeili- che R egelung das Vertrauen der Konsum enten in die H erkunft der m it "AO C -Label" versehenen Produkte. 3.2 3.2.1 D ie Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid (Ziff. II/1.b S. 2 f.) die ihr unterbreitete Streitsache insofern zutreffend um schrieben, als sie die lebensm ittelrechtlichen Beanstandungen der Erstinstanz nicht als strittig erachtete, obschon diese angesichts der beantragten Aufhe- bung der angefochtenen Verfügung fälschlicherw eise auch in Frage gestellt w aren. D em nach hat die Vorinstanz den Streitgegenstand fol- gerichtig auf die negative Feststellung der Erstinstanz eingeschränkt, w onach der Försterkäse gegenw ärtig nicht gegen A rt. 17 Abs. 3 Bst. c G U B/G G A-Verordnung verstosse (D ispositiv-Ziffer 2 der Verfügung vom 4. April 2005). D ie Zulässigkeit dieser Feststellungsverfügung an sich w ird zu R echt w eder von der Vorinstanz noch von den Parteien grundsätzlich in Fra- ge gestellt: Fällt doch nach bundesgerichtlicher R echtsprechung bei der Beurteilung des schutzw ürdigen Interessens nam entlich in Be- tracht, ob ein G esuchsteller bei Verw eigerung der nachgesuchten Feststellungsverfügung G efahr laufen w ürde, ihm nachteilige M ass- nahm en zu treffen oder günstige zu unterlassen (BG E 108 Ib 540 E. 3; S eite 13B -1519/2007 AN D R EAS KLEY, D ie Feststellungsverfügung - eine ganz gew öhnliche Ver- fügung?, in: Verfassungsstaat vor neuen H erausforderungen: Festschrift für Yvo H angartner, St. G allen 1998, S. 229 ff., insbes. S. 239 ff.). Angesichts der Behauptungen der Beschw erdeführerin ist der Be- schw erdegegnerin daher im vorliegenden Fall zum indest bezüglich der Frage ein Feststellungsinteresse zuzugestehen, ob der von ihr in Tog- genburger Bergfichte eingefasste und unter dem Kennzeichen "Krüm - m ensw iler Försterkäse" verm arktete R ahm käse gegen das lebensm it- telrechtliche Täuschungsverbot (A rt. 18 Abs. 3 LM G ) bzw . gegen das landw irtschaftsrechtlich verankerte Verbot der w iderrechtlichen Ver- w endung geschützter U rsprungsbezeichnungen (A rt. 16 Abs. 7 Lw G ) verstösst, zum al ein allfälliger Verstoss gegen den Schutzum fang der geschützten U rsprungsbezeichnung "Vacherin M ont-d'O r" strafrecht- lich sanktioniert w erden könnte (vgl. A rt. 172 Lw G bzw . A rt. 48 Abs. 1 Bst. h LM G ) und unter den Parteien der Sinn und die Tragw eite von A rt. 17 Abs. 3 Bst. b bzw. c G U B/G G A-Verordnung strittig sind, eine höchstrichterliche R echtsprechung dazu fehlt und die Lehrm einungen auseinander gehen (vgl. LO R EN Z H IR T, D er Schutz schw eizerischer H er- kunftsangaben, Bern 2003, S. 159 f.; SIM O N H O LZER , G eschützte U r- sprungsbezeichnungen [G U B] und geschützte geographische Angaben [G G A] landw irtschaftlicher Erzeugnisse: ihre Stellung im globalen, euro- päischen und schw eizerischen R echt zum Schutz geographischer H er- kunftsangaben, Bern 2005, S. 349 ff.). Für diese Sicht spricht auch ein U rteil des Bundesgerichts, das in ei- nem vergleichbaren Fall es als nicht zulässig erachtet hatte, G esuch- steller darauf zu verw eisen, durch Zuw iderhandlung ein Strafverfahren zu provozieren, w elches erst die richterliche Ü berprüfung einer von ih- nen angefochtenen Verordnungsvorschrift erm öglicht hätte (BG E 97 I 852 E. 3b; KLEY , a.a.O ., FN 28 S. 233). 3.2.2 D ie Vorinstanz hat der Beschw erdeführerin als Sortenorganisati- on m angels gesetzlicher G rundlage die Befugnis zur sogenannten "ide- ellen Verbandsbeschw erde" abgesprochen. D ies stellt die Beschw erde- führerin zu R echt nicht in Frage. D ie Vorinstanz hat auch zutreffend er- kannt, dass der Beschw erdeführerin kein eigenes schutzw ürdiges Inter- esse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Feststel- lungsverfügung zuzuerkennen ist, zum al sie nicht als Konkurrentin der Beschw erdegegnerin auftritt und sich deshalb auch die Frage einer allfäl- ligen Legitim ation zur Konkurrentenbeschw erde nicht stellen kann. H ierzu S eite 14B -1519/2007 w ird auf die überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz verw iesen. In Ü bereinstim m ung m it der bundesgerichtlichen R echtsprechung hat die Vorinstanz aber auch eingeräum t, dass die Beschw erdeführerin angesichts ihrer Statuten und der Interessenlage der M ehrheit ihrer M itglieder befugt sein könnte, in deren Interesse R ekurs zu erheben, sofern sich diese als Konkurrenten über eine spezifische, qualifizierte Beziehungsnähe ausweisen könnten - etw a durch eine spezielle w irt- schaftsverw altungsrechtliche Zulassungs- oder Kontingentierungsord- nung, w elcher sie gem einsam unterw orfen w ären (vgl. Ziffer II/2g S. 5 des angefochtenen Entscheids m it Verw eis auf BG E 123 II 376 E. 5b/aa). D ie Vorinstanz hat die einschlägige R echtsprechung des Bundesgerichts im angefochtenen Entscheid zutreffend zitiert, w es- halb auch hierzu auf deren Ausführungen verw iesen w ird. D a die M itglieder der Beschw erdeführerin - w ie die einschlägigen Ver- einsstatuten zeigen - in ihrer M ehrzahl den G U B-geschützten Vacherin M ont-d'O r herstellen bzw . veredlen, schloss die Vorinstanz folgerichtig, dass sie unter U m ständen als Konkurrenten der Beschw erdegegnerin rekurslegitim iert sein könnten, w obei diesfalls auch die Beschw erde- führerin berechtigt w äre, im eigenem N am en, aber im Interesse ihrer M itglieder R ekurs einzureichen (vgl. zur sog. "egoistischen Verbands- beschw erde": U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLER /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/G enf 2006, R z. 1787 ff. m it H in- w eisen; H O LZER , a.a.O ., S. 367). Zu R echt erkannte die Vorinstanz auch, dass geschützte U rsprungsbe- zeichnungen - entgegen der D arstellung der Beschw erdeführerin - zw ar keine (absolute R echte verm ittelnde) M arken im Sinne von A rt. 1 des M arkenschutzgesetzes vom 28. August 1992 (M SchG , SR 232.11) sind, die in A rt. 16 Lw G (i.V.m . A rt. 172 Lw G und A rt. 17 G U B/G G A- Verordnung) vorgesehene Schutzregelung für geschützte U rsprungs- bezeichnungen aber eine spezielle w irtschaftsverw altungsrechtliche Zulassungsordnung bildet, w eshalb Konkurrenten in Bezug auf die Verw endung von geschützten U rsprungsbezeichnungen in einer spezi- fischen, qualifizierten Beziehungsnähe zum Streitgegenstand stehen könnten. Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz die legitim ationsbegründende Beziehungsnähe der M itglieder der Beschw erdeführerin zum Streitge- genstand indessen verneint. D abei verw ies sie darauf, dass der Streit S eite 15B -1519/2007 einzig den lebensm ittelrechtlichen Täuschungsschutz beschlage, w eil der vom Kantonschem iker überprüfte A rt. 17 Abs. 3 G U B/G G A-Verord- nung nicht die (allenfalls unzulässige) Verw endung einer geschützten U rsprungsbezeichnung regle, sondern als polizeiliche R egelung Treu und G lauben im G eschäftsverkehr schütze (vgl. Ziff. II/2.j S. 5 f. des angefochtenen Entscheids). In diesem Sinne hielt auch die R ekurskom m ission EVD in ihrem vom Bundesgericht am 1. Februar 2007 aufgehobenen Beschw erdeent- scheid fest, dass sich die (von der Vorinstanz m ateriell nicht behandel- te) konkrete Streitfrage, ob der angeblich w ie Vacherin M ont-d'O r aus- sehende und gleich verpackte, aber als "Krüm m ensw iler Försterkäse" bezeichnete Käse einen irreführenden Eindruck über den U rsprung des Erzeugnisses m achen könne, das lebensm ittelgesetzliche G rund- anliegen betreffe, die Konsum enten vor Täuschung und dam it Treu und G lauben im G eschäftsverkehr zu schützen. Ü ber den Standpunkt der Vorinstanz hinausgehend bezeichnete die R ekurskom m ission EVD den Zw eck des ursprungsrechtlichen Kennzeichnungsschutzes nach A rt. 16 Lw G , die Erzeuger und Verarbeiter landw irtschaftlicher Produk- te vor unlauterer Konkurrenz zu schützen, lediglich als "R eflexw irkung", w eshalb sie den lebensm ittelrechtlichen Aspekt des Streites im Vorder- grund sah (unveröffentlichter Beschw erdeentscheid der R EKO /EVD JD /2006-1 vom 8. August 2006 E. 1.1.2). In der Folge schlossen sich auch das Eidgenössische Volksw irtschaftsdepartem ent sow ie das Bundesam t für Landw irtschaft im R ahm en des Beschw erdeverfahrens vor Bundesgericht der Auffassung der R ekurskom m ission EVD an (vgl. U rteil des Bundesgerichts 2A.515/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.3 [bzw. Sachverhalt C ]). D as Bundesgericht hat indessen im erw ähnten U rteil vom 1. Februar 2007 die Auffassung der R ekurskom m ission EVD verw orfen, den zu beurteilenden Streit einseitig dem "lebensm ittelpolizeirechtlichen Täu- schungsschutz" zuzuordnen und ihn dam it auf eine rein lebensm ittel- rechtliche Fragestellung zu reduzieren. Zw ar räum te das Bundesge- richt ein, dass die angerufenen N orm en der G U B/G G A-Verordnung in- direkt auch die Verbraucher schützten. In den Vordergrund stellte es aber, dass das anw endbare Landw irtschaftsgesetz unter anderem der Förderung der Q ualität und des Absatzes schw eizerischer Agrarpro- dukte diene, w eshalb "der G ebrauch und Schutz von U rsprungsbe- zeichnungen und H erkunftsangaben seine R echtsgrundlage nicht im Lebensm ittelrecht, sondern im Landw irtschaftsgesetz" finde. In diesem S eite 16B -1519/2007 Zusam m enhang hielt das Bundesgericht für das Bundesverw altungs- gericht verbindlich fest, dass es vorliegend prim är um "den Schutz der Landw irtschaft und ihr nachgelagerter Betriebe" gehe, zum al die Be- schw erdeführerin "in dieser Eigenschaft" aufgetreten sei (U rteil des Bundesgerichts 2A.515/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.2 a.E.). D am it bringt das Bundesgericht zum Audruck, dass vorliegend der landw irtschaftsrechtliche Schutz von U rsprungs- und H erkunftsbe- zeichnungen im Vordergrund steht, w elcher auf die Verbesserung der W ettbew erbsfähigkeit der Landw irtschaft ausgerichtet ist und som it im Ergebnis die Produzenten von ursprungsgeschützen landw irtschaftli- chen Erzeugnissen (bzw. landw irtschaftlichen Verarbeitungsprodukten) vor illegitim em W ettbew erb durch Erzeugnisse schützen w ill, w elche die K riterien der ursprungsschutzrechtlichen Zulassung nicht erfüllen (und dam it gleichzeitig auch gegen das lebensm ittelrechtliche Täu- schungsverbot verstossen, vgl. dazu: Botschaft vom 27. Juni 1995 zum "Agrarpaket 95", BBl 1995 IV 629, insbes. S. 666 Ziff. 52). In diesem Sinne zielen auch die Anliegen der Beschw erdeführerin im Ergebnis prim är auf den w ettbew erbsrechtlichen Schutz ihrer M itglieder vor un- lauterer Konkurrenz, w as der w ettbew erbsrechtlichen N atur des Schut- zes geographischer H erkunftsangaben entspricht (vgl. H O LZER , a.a.O ., S. 184 f.). D iese Auffassung steht letztlich auch im Einklang m it der Sicht der Vorinstanz, w onach die in A rt. 16 Lw G vorgesehene Schutz- regelung für geschützte U rsprungsbezeichnungen eine spezielle w irt- schaftsverw altungsrechtliche Zulassungsordnung darstellt, w eshalb al- len Produzenten ursprungsgeschützer landw irtschaftlicher Erzeugnis- se (bzw. landw irtschaftlicher Verarbeitungsprodukte) in Bezug auf die Verw endung geschützter U rsprungsbezeichnungen als Konkurrenten eine spezifische, qualifizierte Beziehungsnähe zu allfälligen Schutz- verletzungen zuzuerkennen ist. Som it lässt sich - entgegen der Auffassung der Vorinstanz und der Be- schw erdegegnerin - im Lichte des besagten bundesgerichtlichen U r- teils den betroffenen Produzenten ursprungsgeschützer landw irtschaft- licher Erzeugnisse (bzw. landw irtschaftlicher Verarbeitungsprodukte) ein tatsächliches Interesse nicht absprechen, w enn sie - w ie hier - die R echtm ässigkeit einer Feststellungsverfügung in Frage stellen w ollen, w elche ihre verm eintlichen Schutzrechte nach A rt. 16 Abs. 7 Lw G (i.V.m . A rt. 17 G U B/G G A-Verordnung) angeblich verletzt. D ies gilt um so m ehr, als eine solche vom Kantonschem iker ausgesprochene Fest- stellungsverfügung in einem allfälligen, gestützt auf A rt. 172 Lw G S eite 17B -1519/2007 durchgeführten Strafverfahren für den Strafrichter Verbindlichkeit be- anspruchen könnte. 3.3 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu U nrecht auf den R ekurs der Beschw erdeführerin nicht eingetreten ist. D eshalb ist die Beschw erde teilw eise begründet und gutzuheissen, so- w eit darauf einzutreten ist (vgl. E. 1.4 f.). D ie Streitsache ist im Sinne der Erw ägungen an die Vorinstanz zurückzuw eisen (Art. 61 Abs. 1 Vw VG ). D iese w ird m it Blick auf die gestellten Anträge und die geltend gem ach- ten m ateriellen Argum ente der Parteien insbesondere die Frage der G e- setzm ässigkeit von A rt. 17 Abs. 3 Bst. b und c G U B/G G A-Verordnung (vgl. die Kontroverse in der Lehre: H IR T, a.a.O ., S. 159 f.; H O LZER , a.a.O ., S. 349 ff.) sow ie auch die Frage der Zulässigkeit der anbegehrten Ver- botsverfügung vertieft zu prüfen haben. 4. 4.1 D ie Beschw erdeinstanz auferlegt die Verfahrenskosten in der R egel der unterliegenden Partei. U nterliegt diese nur teilw eise, so w erden die Verfahrenskosten erm ässigt (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). Sow eit die Be- schw erdeführerin m it ihren Begehren in der H auptsache (betreffend Feststellungsverfügung/Produktionsverbot) nicht durchdringt (vgl. E. 3.3), gilt sie als überw iegend unterliegende Partei. U nter diesen U m ständen rechtfertigt es sich, ihr die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.- zu drei Vier- teln aufzuerlegen. D iese w erden m it dem am 6. M ärz 2005 geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 6'500.- verrechnet. D er Beschw erdegegnerin, w elche m it ihrem Antrag auf Beschw erde- abw eisung nicht durchgedrungen ist, sind die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.- zu einem Viertel aufzuerlegen (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). 4.2 Einer ganz oder teilw eise obsiegenden Partei ist von Am tes w egen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erw achsene notw endige und verhältnism ässig hohe Kosten zuzusprechen (A rt. 64 Abs. 1 Vw VG i.V.m . A rt. 7 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht, VG KE, SR 173.320.2). Erhebt eine Partei Anspruch auf Parteientschädigung, hat sie dem G ericht vor dem Entscheid eine detaillierte Kostennote einzureichen (A rt. 14 Abs. 1 VG KE). S eite 18B -1519/2007 D er Vertreter der Beschw erdeführerin hat dem Bundesverw altungsgericht fünf sum m arisch begründete H onorarnoten vom 22. M ai 2007 für folgen- de Verfahren eingereicht: 1. "R ekurs beim G esundheitsdepartem ent" (Fr. 2'197.60), 2. "Verw altungsgerichtsbeschw erde vor Verw altungsge- richt" (Fr. 1'783.70), 3. "Verw altungsbeschw erde R EKO " (Fr. 624.20), 4. "Verw altungsgerichtsbeschw erde an Bundesgericht" (Fr. 2'300.70) und 5. "Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht" (Fr. 1'004.-). Sow eit sich die Beschw erdeführerin im vorliegenden Verfahren für das Verfahren vor Bundesgericht (Fr. 2'300.70) entschädigen lassen m öch- te, ist darauf hinzuw eisen, dass ihr für diesen Verfahrensabschnitt be- reits eine Parteientschädigung zu Lasten der Schw eizerischen Eidge- nossenschaft von Fr. 2'000.- rechtskräftig zugesprochen w orden ist (U rteil des Bundesgerichts 2A.515/2006 vom 1. Februar 2007 E. 4 so- w ie D ispositiv-Ziffer 3). Ebenfalls nicht in die vorliegende R echnung einzubeziehen ist der für das R ekursverfahren vor der Vorinstanz gel- tend gem achte H onoraraufw and von Fr. 2'197.60. D enn es w ird sich erst im Laufe des von der Vorinstanz w iederaufzurollenden R ekursver- fahrens (vgl. E. 3.3) zeigen, ob und allenfalls inw iew eit die Beschw er- deführerin m it ihren Begehren durchdringt und ihr insow eit für diesen Verfahrensabschnitt eine Parteientschädigung gebührt. Anrechenbar sind dem gegenüber grundsätzlich die für das Verfahren vor dem Verw altungsgericht geltend gem achten Aufw endungen von Fr. 1'783.70 und - gem äss U rteil des Bundesgerichts 2A.515/2006 vom 1. Februar 2007 (E. 4/D ispositiv-Ziffer 1) - die Aufw endungen für das Verw altungsbeschw erdeverfahren vor der R ekurskom m ission von Fr. 624.20 sow ie die Aufw endungen von Fr. 1'004.- für das vorliegende Beschw erdeverfahren. Insgesam t m acht die Beschw erdeführerin som it pauschal ein grundsätzlich anrechenbares Anw altshonorar von Fr. 3'411.90 (inkl. M W ST) geltend, ohne jedoch den zeitliche Aufw and anzugeben. D am it ist die geltend gem achte Entschädigung nicht hin- reichend ausgew iesen und der Zeitaufw and auf seine N otw endigkeit (A rt. 7 Abs. 1 VG KE) hin nicht überprüfbar. Angesichts des Streitgegenstandes (E. 1.4 f.) ist som it die hier zu sprechende Entschädigung vom Bundesverw altungsgericht auf G rund der Akten und nach freiem E rm essen auf Fr. 2'400.- (inkl. M W ST und Auslagen) festzusetzen. Entsprechend dem teilw eisen O bsiegen steht der Beschw erdeführerin som it eine um drei Viertel reduzierte Partei- entschädigung von Fr. 600.- zu, die ihr durch den Kanton St. G allen zu S eite 19B -1519/2007 entrichten ist (A rt. 64 Abs. 2 Vw VG ). D ie besonderen U m stände des vorliegenden Falles lassen es als unbillig erscheinen, die Beschw erde- gegnerin im Sinne von A rt. 64 Abs. 3 Vw VG zur Ü bernahm e der hier zu sprechenden reduzierten Parteientschädigung zu verpflichten, zu- m al sie die Folgen des prozessual fehlerhaften Verhaltens der Vorins- tanz nicht zu tragen hat. D a die Beschw erdegegnerin nicht obsiegt, ist ihr keine Parteientschä- digung zuzusprechen (A rt. 64 Abs. 1 Vw VG i.V.m . A rt. 7 VG KE). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird, sow eit darauf einzutreten ist, teilw eise gutge- heissen und der angefochtene Beschw erdeentscheid vom 13. O ktober 2005 aufgehoben. D ie Sache w ird im Sinne der Erw ägungen an das G esundheitsdepartem ent des Kantons St. G allen zurückgew iesen, da- m it es auf den R ekurs vom 14. April 2005 eintritt und diesen m ateriell behandelt. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 2'000.- w erden der Beschw erdeführerin zu drei Vierteln auferlegt, ausm achend Fr. 1'500.-, und der Beschw er- degegnerin zu einem Viertel auferlegt, ausm achend Fr. 500.-. D er von der Beschw erdeführerin zu leistenden Anteil an die Verfahrens- kosten von Fr. 1'500.- w ird - nach R echtskraft dieses U rteils - m it dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 6'500.- verrechnet, w eshalb der Beschw erdeführerin Fr. 5'000.- zurückzuerstatten sind. D ie Beschw erdegegnerin hat nach R echtskraft dieses U rteils Fr. 500.- zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D er Kanton St. G allen hat der Beschw erdeführerin eine reduzierte Par- teientschädigung von Fr. 600.- (inkl. M W ST) zu entrichten. D er Beschw erdegegnerin w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. S eite 20B -1519/2007 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Beschw erdegegnerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde) - dem Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartem ent (m it G erichtsur- kunde) und m itgeteilt: - dem Bundesam t für Landw irtschaft (einschreiben) D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: Vera M arantelli Said H uber R echtsm ittelbelehrung: G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echts- schrift hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism it- tel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. A rt. 42 BG G ). Versand: 27. Septem ber 2007 S eite 21