<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2020-04-08-5A_260-2020.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_260/2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 8. April 2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch </div> <div class="para">Rechtsanwältin Fernanda Pontes Clavadetscher, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. B.________, </div> <div class="para">2. C.________, </div> <div class="para">handelnd durch Kindesvertreterin D.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Stefan Blum, </div> <div class="para">3. E.________, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Kindesschutzmassnahmen, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, vom 10. März 2020 (PQ200010-O/UA). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para">A.________ und E.________ haben die Kinder B.________ (geb. 2013) und C.________ (geb. 2007). </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 28. November 2019 entzog die KESB Uster den Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Kinder und platzierte diese im Kinderheim F.________ in U.________. Gleichzeitig entzog die KESB einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung. </div> <div class="para">Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens stellte der Bezirksrat Uster mit Zwischenentscheid vom 16. Januar 2020 in Gutheissung eines entsprechenden Antrages der Mutter die aufschiebende Wirkung wieder her. </div> <div class="para">Im Gutheissung der dagegen von den vertretenen Kinder erhobenen Beschwerde hob das Obergericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 10. März 2020 den die aufschiebende Wirkung wieder herstellenden Zwischenentscheid des Bezirksrates auf. </div> <div class="para">Gegen das obergerichtliche Urteil hat die Mutter am 7. April 2020 beim Bundesgericht eine Beschwerde eingereicht. Ferner verlangt sie die aufschiebende Wirkung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Entscheide im Zusammenhang mit der aufschiebenden Wirkung stellen vorsorgliche Massnahmen im Sinn von <span class="artref">Art. 98 BGG</span> dar (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=06.04.2020&amp;to_date=25.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-II-192%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page192">BGE 134 II 192</a> E. 1.5 S. 197; Urteile 5A_665/2018 vom 18. September 2018; 5A_513/2019 vom 9. Juli 2019); bei solchen Entscheiden können gemäss <span class="artref">Art. 98 BGG</span> nur verfassungsmässige Rechte als verletzt gerügt werden, wofür das strikte Rügeprinzip gemäss <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span> gilt. Dies bedeutet, dass anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, inwiefern verfassungsmässige Rechte verletzt worden sein sollen, während auf appellatorische Ausführungen nicht eingetreten werden kann (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=06.04.2020&amp;to_date=25.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-II-244%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page244">BGE 134 II 244</a> E. 2.2 S. 246; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=06.04.2020&amp;to_date=25.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">142 III 364</a> E. 2.4 S. 368). </div> <div class="para">Gleichzeitig geht es bei der aufschiebenden Wirkung um einen Zwischenentscheid (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=06.04.2020&amp;to_date=25.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-II-192%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page192">BGE 134 II 192</a> E. 1.5 S. 197; Urteile 5A_665/2018 vom 18. September 2018; 5A_513/2019 vom 9. Juli 2019), der nur unter den besonderen Voraussetzungen von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 BGG</span> mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden kann, wobei diese in der Beschwerde darzutun sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=06.04.2020&amp;to_date=25.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-III-324%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page324">BGE 137 III 324</a> E. 1.1 S. 329; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=06.04.2020&amp;to_date=25.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-289%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page289">141 IV 289</a> E. 1.3 S. 292). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Der nicht wieder gutzumachende Nachteil kann als dargetan gelten, indem die Beschwerdeführerin geltend macht, die Kinder könnten ohne aufschiebende Wirkung über mehrere Monate nicht mehr in ihr geliebtes Zuhause zurückkehren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Hingegen mangelt es an hinreichend substanziierten Willkürrügen in der Sache selbst. Formal ruft die Beschwerdeführerin zwar eine Verletzung des Willkürverbotes an; inhaltlich bleiben die Ausführungen aber insgesamt appellatorisch, worauf im Einzelkontext sogleich zurückzukommen sein wird. </div> <div class="para">Das Obergericht hat zusammengefasst erwogen, die Voraussetzungen für den Entzug der aufschiebenden Wirkung, insbesondere die genügende Dringlichkeit, sei im Zeitpunkt der Anordnung der Fremdplatzierung durch die KESB nicht gegeben gewesen und der Zwischenentscheid des Bezirksrates insofern an sich nicht zu beanstanden. Indes seien die Kinder nunmehr bereits seit mehreren Monaten im Kinderheim. Ein Hin und Her wäre für sie, wie die Kindesvertreterin zutreffend ausführe, schädlich und es gelte dies vor dem Hintergrund des Kindeswohles zu vermeiden. Im Übrigen sei vom Bezirksrat ein zeitnaher Entscheid in der Sache zugesichert worden. </div> <div class="para">Die in der Beschwerde erhobene Behauptung, ein zeitnaher Entscheid durch den Bezirksrat sei weltfremd, bleibt appellatorisch. Ebenso wenig hat die Aussage, bei einer Fremdplatzierung und Rückkehr in den Haushalt aufgrund der aufschiebenden Wirkung sei ein Hin und Her gewissermassen sachimmanent, die Qualität einer Verfassungsrüge. Appellatorisch und an der Sache vorbei ist sodann die Aussage, der obergerichtliche Entscheid sei abwegig und absurd, wenn doch gleichzeitig anerkannt werde, dass die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung durch den Bezirksrat nicht zu beanstanden sei: Die Beschwerdeführerin übergeht in diesem Kontext, dass in sämtlichen Kinderbelangen das Kindeswohl die oberste Leitmaxime bildet und (namentlich auch vor dem Hintergrund der Offizial- und Untersuchungsmaxime) von der aktuellen Situation auszugehen ist, unabhängig davon, ob sie durch früheres rechtsverletzendes Handeln einer Behörde oder durch eigenmächtiges Handeln eines Elternteils oder sonstwie entstanden ist (vgl. Urteil 5A_397/2018 vom 16. August 2018 E. 4.1 im Zusammenhang mit einem erfolgten Wegzug). Genau dies hat das Obergericht getan; seine Kernerwägung ist, dass die Voraussetzungen für den Entzug der aufschiebenden Wirkung im Zeitpunkt des Ausgangsentscheides nicht gegeben gewesen wären, dass aber das Kindeswohl gebiete, dass sie im heutigen Zeitpunkt entzogen bleibe. Es hat dies damit begründet, dass die Kinder momentan eine ruhige und stabile Situation bräuchten, weshalb die Beschwerde ausgehend von der aktuellen Situation, wie sie nun mal vorliege, gutzuheissen und der bezirksrätliche Entscheid aufzuheben sei. Zu dieser entscheidtragenden Überlegung erfolgen letztlich keine sachgerichteten Ausführungen, jedenfalls aber keine substanziierten Willkürrügen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Zusammenfassend ergibt sich, dass auf die Beschwerde mangels hinreichend substanziierter Verfassungsrügen im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG</span> nicht einzutreten ist, womit im Übrigen der Antrag auf aufschiebende Wirkung gegenstandslos ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Vor diesem Hintergrund konnte der Beschwerde von Anfang an kein Erfolg beschieden sein, weshalb es an den materiellen Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>) und das entsprechende Gesuch abzuweisen ist. Indes rechtfertigt es sich, angesichts der konkreten Umstände auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um aufschiebende Wirkung wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 8. April 2020 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>