<h2>SubmittedText<h2><p>1. Ist sich der Bundesrat dessen bewusst, dass es auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt zu wenig Informatiker und auf dem Ausbildungsmarkt zu wenig Informatiklehrstellen hat?</p><p>2. Ist der Bundesrat bereit, mit dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), in Zusammenarbeit mit den kantonalen Berufsbildungsämtern und der Wirtschaft, Ausbildungslehrgänge für Informatiker auf der Sekundarstufe II zu fördern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat am 18. Februar 1998 eine Strategie für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz verabschiedet. Sie wird getragen von vier zentralen Grundsätzen: "Zugang für alle", "Befähigung aller", "Freiheit in der Ausgestaltung" und "Akzeptanz". Für die Umsetzung werden neun prioritäre Aktionsfelder bezeichnet, für welche die zuständigen Departemente bis im August 1998 Aktionspläne zu erarbeiten haben. An erster Stelle steht eine Aus- und Weiterbildungsoffensive. Die ständige Aus- und Weiterbildung auf allen Bildungsstufen ist nach Auffassung des Bundesrates ein Grundpfeiler für die Informationsgesellschaft. In enger Zusammenarbeit haben demnach Bund, Kantone und Wirtschaft für die erforderlichen Bildungsmassnahmen zu sorgen.</p><p>Zwar verfügt unser Land über exzellente Computer- und Kommunikationsinfrastrukturen. Als herausragende Informatikkonsumenten sind wir materiell bestens für den Weg in die Informationsgesellschaft gerüstet. Darin auch als wettbewerbsfähige Anbieter mit Informatikprodukten und -dienstleistungen aufzutreten, ist mehr als eine grosse Chance! Sie wahrzunehmen, erfordert jedoch starke Anstrengungen. Denn das Kompetenzportfolio der Schweizer Informatik- bzw. Softwareszene ist zu schwach.</p><p>Mit einem Aktionsprogramm, das im Rahmen der Botschaft Bildung, Forschung, Technologie, BFT 2000-2003, vorgelegt wird, sollen die Schwächen angegangen werden. Thematischer Fokus dieses Programms ist Informatik, Telematik, Multimedia.</p><p>Es ist dem Bundesrat bekannt, dass in der Informatikbranche ein Mangel an qualifizierten Personen besteht. Obwohl ein reichhaltiges Ausbildungsangebot (Universitäten, ETH, Fachhochschulen, höhere Fachschulen, Technikerschulen, Berufs- und höhere Fachprüfungen, Nachdiplomstudien an verschiedenen Institutionen usw.) besteht, melden sich zuwenig Bewerber mit Projekterfahrung sowie Absolventen mit einer höheren Ausbildung in Informatik und Organisation auf die Stellenangebote.</p><p>Das BBT lässt zurzeit näher abklären, auf welchem Qualifikationsniveau der Mangel an Bewerbern am stärksten ausgeprägt ist, und wird dementsprechende Anpassungen in seinen Ausbildungsvorschriften für die höhere Berufsbildung vornehmen.</p><p>In bezug auf die beiden Einzelfragen hält der Bundesrat fest:</p><p>1. Die Nachfrage Jugendlicher nach Ausbildungsplätzen im Informatikbereich ist wesentlich höher als das Angebot an geeigneten Lehrstellen.</p><p>Der Bund setzt deshalb gemeinsam mit den Kantonen alles daran, die Wirtschaft von der Notwendigkeit der Schaffung neuer Lehrstellen im Informatikbereich zu überzeugen.</p><p>2. Zudem sucht das BBT zusammen mit seinen Partnern, aus Mitteln des Lehrstellenbeschlusses für Schulabgänger einjährige schulische - gegebenenfalls durch Betriebspraktika ergänzte - Vollzeitausbildungen in Informatik einzurichten. Es ist vorzusehen, dass erfolgreiche Absolventen dieser Lehrgänge in das 2. Lehrjahr von Informatikberufen eintreten können. Den erfolgreichen Absolventen von Informatiklehrgängen wäre zusätzlich über die Berufsmaturität der Eintritt in die Fachhochschulen zu ermöglichen, um auch von dieser Seite her bereits jetzt dem sich abzeichnenden Mangel von Informatikern mit Hochschulabschluss zu begegnen.</p>  Antwort des Bundesrates.