<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, Lösungen zu prüfen, mit denen die Anreize bei den Franchisen der obligatorischen Krankenversicherung verbessert werden können, sodass die negativen Auswirkungen - wie der Verzicht auf notwendige Behandlungen - vermieden und allfällige Schwelleneffekte, zu denen das heutige System möglicherweise führt, verhindert werden können. Insbesondere ist der Ersatz des Systems mit wählbaren Franchisen durch einen höheren Selbstbehalt zu prüfen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die wählbaren Franchisen werden von den Versicherten sehr geschätzt. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen haben eine solche Franchise gewählt (Quelle: Statistik der obligatorischen Krankenversicherung: www.bag.admin.ch &gt; Zahlen &amp; Statistiken &gt; Krankenversicherung: Statistiken). Diese Feststellung ging auch aus der Vernehmlassung zur Vorlage des Eidgenössischen Departementes des Innern (EDI) über die Reform des Wahlfranchisensystems im Jahr 2015 hervor. Mit der Annahme der Motion Weibel 15.4222, "Richtige Anreize mit Wahlfranchisen", hat das Parlament zudem beschlossen, das heutige System mit allen Franchisestufen beizubehalten.</p><p>Die Ersetzung der wählbaren Franchisen durch einen höheren Selbstbehalt ist eine Idee, die eine vertiefte Prüfung verdienen würde. Es darf jedoch nicht sein, dass Versicherte mit hohen Kosten, das heisst Personen mit schweren oder chronischen Krankheiten, mit einer solchen Lösung mehr bezahlen müssen als im heutigen System. Die Aufhebung der Pflicht zur Bezahlung der gesamten Behandlungskosten bis zum Erreichen der Franchise und deren Ersetzung durch einen Selbstbehalt von 20 Prozent würden ausserdem wahrscheinlich zu sinkenden Einnahmen der Versicherer führen. Dieses Problem müsste man umgehen, um einen Prämienanstieg zu vermeiden.</p><p>Seit mehreren Jahren beschäftigen die Franchisen der obligatorischen Krankenversicherung das Parlament. Um dessen Fragen zu beantworten, hat der Bundesrat das Wahlfranchisensystem und insbesondere seine Auswirkungen auf das Verhalten der Versicherten bei der Inanspruchnahme von Leistungen bereits untersucht. Nach der Veröffentlichung des Berichtes vom 28. Juni 2017 "Kostenbeteiligung in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung" (zu finden unter www.bag.admin.ch &gt; Das BAG &gt; Publikationen &gt; Bundesratsberichte) wurden im Parlament jedoch mehrere Vorstösse zu diesem Thema eingereicht, was darauf hindeutet, dass die Prüfung des Wahlfranchisensystems weitergeführt werden könnte.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.