Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Mai 2016 (720 15 343) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Abweisung der Beschwerde. Der massgebende Versicherungsfall bzw. der leistungsaus- lösende Gesundheitsschaden ist vor Abschluss der Lehre eingetreten; durch die Diag- nose einer Mehlstauballergie war bereits im zweiten Lehrjahr eindeutig zu erkennen, dass der Beruf Bäcker/Konditor für den Beschwerdeführer ungeeignet und auf die Dauer unzumutbar ist. Der Versicherte hat weder Anspruch auf Kostenübernahme für eine Um- schulung noch für eine erstmalige berufliche Ausbildung. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff Berufliche Massnahmen A.1 Der 1988 geborene A.____ absolvierte ab 1. Augu st 2004 eine Lehre zum Bä- cker/Konditor bei der Bäckerei B.____ in X.____. Mi t Arztbericht vom 20. Dezember 2005 diag- nostizierte Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin sowie Allergologie und klinische Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Immunologie, beim Versicherten eine Mehlallergie. Ob wohl Dr. C.____ A.____ einen Lehrab- bruch empfohlen hatte, schloss dieser seine Ausbildung als Bäcker/Konditor Ende August 2007 ab. Nach Abschluss der Lehre arbeitete A.____ vom 1. Apr il 2009 bis 31. Juli 2012 als Bä- cker/Konditor bei der Konditorei D.____ AG in Y.____. Seit dem 1. August 2012 ist der Versi- cherte bei der E.____ Bäckerei und Konditorei AG in Z.____ tätig. A.2 Unter Hinweis auf eine Mehlstauballergie meldete sich A.____ am 11. Juni 2015 (Ein- gang) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen im Sinne beruflicher Massnahmen an. Nach Abklärung der erwerbli chen und gesundheitlichen Verhält- nisse sowie Durchführung des Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 9. Oktober 2015 eine Kostengutsprache für Leistungen der IV ab. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass bei m Versicherten bereits während der Lehre eine Mehlstauballergie festgestellt worden sei und er entgegen der Anweisung des Arztes die Lehre als Bäcker/Konditor fortgesetzt habe. Ausserde m habe der Versicherte während der letzten sechs Jahre ohne Unterbruch und ohne ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit auf seinem Beruf gearbeitet. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Daniel Alt ermatt, Rechtsanwalt, am 9. November 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-La ndschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 9. Oktober 2015 aufzuheben und es sei festzustellen, dass er Anspruch auf berufliche Massnahmen habe. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantra gte er, es sei ihm Frist zu gewäh- ren bis zum 10. Dezember 2015 zur Einreichung einer ergänzenden Beschwerdebegründung. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. In der Beschwerdebegründung vom 1. Dezember 2015 führte er im Wesentlichen aus, dass die Invaliditä t bei Abschluss der Ausbildung zum Bä- cker noch nicht eingetreten gewesen sei. Die Beschwerden seien während der Ausbildungszeit nur gering gewesen und hätten ihn in seiner Arbeitsfä higkeit nicht beeinträchtigt. Die Be- schwerden hätten erst in den letzten Jahren zugenommen, weshalb ihm mittlerweile eine weite- re Beschäftigung als Bäcker nicht mehr zumutbar sei. Selbst wenn der Anspruch auf eine Um- schulung abzulehnen wäre, habe er in jedem Fall Anspru ch auf die zusätzlichen Kosten einer erstmaligen beruflichen Ausbildung. C. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 10 . Februar 2016 auf Abweisung der Beschwerde. D. Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 19. April 2016 an seinen eingangs gestellten Rechtsbegehren fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete innert Frist auf die Einreichung einer Duplik. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 9. November 2015 bzw. ergänzen de Beschwerdebegründung vom 1. Dezember 2015 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf berufliche Massnah- men hat, namentlich auf die Kostenübernahme für eine Umschulung oder eine erstmalige beruf- liche Ausbildung. 3.1 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von ein er Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notw endig und geeignet sind, die Er- werbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Vorausset- zungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erf üllt sind (lit. b). Als Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All gemeinen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 gilt die voraussic htlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchti- gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundhei t verursacht, wobei sie im IV- Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder U nfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG, Art. 3 und 4 ATSG). Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbsleb ens zu berücksichtigen (Art. 8 Abs. 1bis IVG). Laut Art. 8 Abs.3 IVG bestehen die Eingliederungsmassnahmen unter anderen in Massnahmen beruflicher Art (lit. c). Zu diesen gehören d ie Berufsberatung (Art. 15 IVG), die erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), die U mschulung (Art. 17 IVG), die Arbeitsver- mittlung (Art. 18 Abs. 1 IVG), der Arbeitsversuch (Art . 18a IVG), Einarbeitungszuschüsse (Art. 18b IVG), Entschädigungen für Beitragserhöhung en (Art. 18c IVG) sowie die Kapitalhilfe (Art. 18b IVG). 3.2 Gemäss Art. 16 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzli- che Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, s ofern die Ausbildung den Fähigkei- ten des Versicherten entspricht. Als erstmalige beruflich e Ausbildung gilt die berufliche Grund- bildung nach dem Berufsbildungsgesetz vom 13. Dezember 2002 sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach - oder Hochschule und die berufliche Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätig keit in einer geschützten Werkstätte (Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IV V] vom 17. Januar 1961). Versicher- ten Personen entstehen aus der erstmaligen beruflichen A usbildung oder Weiterbildung in we- sentlichem Umfange zusätzliche Kosten, wenn ihre Aufwen dungen für die Ausbildung wegen der Invalidität jährlich um Fr. 400.-- höher sind, als sie ohne Invalidität gewesen wären (Art. 5 Abs. 2 IVV). Die zusätzlichen Kosten werden ermittelt, i ndem die Kosten der Ausbildung der invaliden Person den mutmasslichen Aufwendungen gegenübe rgestellt werden, die bei der Ausbildung einer nicht invaliden Person zur Erreichung des gleichen beruflichen Zieles notwen- dig wären. Hatte die versicherte Person vor Eintritt der Invalidität schon eine Ausbildung begon- nen oder hätte sie ohne Invalidität offensichtlich ein e weniger kostspielige Ausbildung erhalten, so bilden die Kosten dieser Ausbildung die Vergleichsgrundlage für die Berechnung der invalidi- tätsbedingten zusätzlichen Aufwendungen (Art. 5 Abs. 3 IVV). 3.3 Die versicherte Person hat nach Art. 17 Abs. 1 IVG A nspruch auf Umschulung in eine neue Erwerbstätigkeit, wenn diese infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfä- higkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann . Laut Art. 6 Abs. 1 IVV gelten als Umschulung Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Absch luss einer erstmaligen be- ruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerb stätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benö- tigen. Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grun dsätzlich die Summe der Eingliede- rungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die not wendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesen en versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln . Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie au f das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwart ende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingli ederungszweck angemessenen, notwen- digen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebene n Umständen bestmöglichen Vor- kehren. Dies deshalb, weil die Eingliederung nach dem Willen des Gesetzgebers lediglich so weit sicherzustellen ist, als dies im Einzelfall notwendi g, aber auch genügend ist (BGE 130 V 489 f. E. 4.2). Im Einzelfall kann jedoch a uch eine Ausbildung, die eine – verglichen mit der Arbeit vor Invaliditätseintritt – a nspruchsvollere Tätigkeit erlaubt, übernom- men werden, wenn Art und Ausmass der Invalidität und d eren berufliche Auswirkungen so schwerwiegend sind, dass die Arbeitsleistung nur auf diese r höheren Berufsstufe optimal ver- wertet werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2013, 9C_122/2012, E. 5.2.1 mit Hinweis; vgl. Art. 6 Abs. 1bis IVV). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Ges undheitsschadens in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch offen stehenden zumutbaren Tätigkeiten eine blei- bende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von e twa 20% erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 489 f. E. 4.2 mit Hinweisen; vgl. SVR 2006 IV Nr. 15 E. 2). 3.4 Bei der Abgrenzung der Leistungsansprüche nach Art . 16 IVG (erstmalige berufliche Ausbildung) und Art. 17 IVG (Umschulung) kommt es entscheidend darauf an, ob die versicher- te Person vor Beginn der beruflichen Massnahme bereits effektiv erwerbstätig war oder nicht. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG, ab 1 . Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) hat in BGE 110 V 263 ent schieden, dass ein ökonomisch relevan- tes Erwerbseinkommen als Voraussetzung für einen Umschulu ngsanspruch vorliegt, wenn die versicherte Person bereits während sechs Monaten drei Vier tel der minimalen einfachen or- dentlichen Invalidenrente erzielte und dieses Einkommen invaliditätsbedingt verlor (BGE 110 V 269 ff. E. 1c, d und e; Urteil des EVG vom 23. F ebruar 1999, I 328/98, in: AHI-Praxis 4/2000, S. 191). Ist dies nicht der Fall, gilt es die V oraussetzungen der erstmaligen beruflichen Ausbildung zu prüfen. Musste eine erstmalige berufliche Ausbildung wegen Invalidität abgebro- chen werden, so ist nach Art. 6 Abs. 2 IVV eine neue b erufliche Ausbildung der Umschulung gleichgestellt, wenn das während der abgebrochenen Au sbildung zuletzt erzielte Erwerbsein- kommen höher war als das Taggeld nach Art. 23 Abs. 2 IVG . Das Taggeld gemäss Art. 23 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 24 Abs. 1 IVG umfasst 30 % des Hö chstbetrages des versicherten Ta- gesverdienstes nach dem Bundesgesetz über die Unfallver sicherung (UVG) vom 20. März 1981. Massgebend ist für diese Abgrenzung das Erw erbseinkommen unmittelbar vor Eintritt des Versicherungsfalles. 3.5 Die Regelung von Art. 6 Abs. 2 IVV (vgl. E. 3.4 hi ervor) findet gemäss bundesgerichtli- cher Rechtsprechung nicht nur dann Anwendung, wenn die erstmalige berufliche Ausbildung abgebrochen wird, sondern auch in Fällen, in denen di e ungeeignete Ausbildung noch abge- schlossen wird und sogar dann, wenn nach Abschluss einer ungeeigneten Ausbildung auf dem erlernten Beruf gearbeitet wurde. Entscheidend ist, d ass im Zeitpunkt des Versicherungsfalls noch kein Lehrabschluss vorlag und die gesundheitliche Bee inträchtigung die Ausübung dieses Berufs in der Folge als ungeeignet und auf die Dauer unzumutbar erscheinen liess (BGE 121 V 186, E. 3b). 3.6 Ausgangspunkt jedes Anspruchs auf berufliche Massnahme n der Invalidenversiche- rung ist das Vorhandensein eines (drohenden) invalidisi erenden Gesundheitsschadens. Als Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG gilt wie in E. 3.1 ausgeführt die voraussichtliche bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Er- werbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krankhei t oder Unfall. Unter Erwerbsunfä- higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglied erung verbleibende ganze oder teil- weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betra cht kommenden allgemeinen Arbeits- markt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes ist die r echtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Un terlagen angewiesen, die vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufg abe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem U mfang und bezüglich welcher Tätig- keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BG E 132 V 99 f. mit weiteren Hinweisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen e ine wichtige Grundlage für die Beurtei- lung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus- geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht noch verrichtet werden können (vgl. ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Inva- liditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversi cherungsgericht alle relevanten Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entsche idend, ob der Bericht für die strei- tigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun gen beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 5. Für die Beurteilung der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers stehen die folgenden medizinischen Unterlagen zur Verfügung: 5.1 Dr. C.____ stellte am 20. Dezember 2005 beim Ver sicherten folgende Diagnose: eine Mehlallergie bei Bäckerlehrling, eine Sensibilisierung gegen Weizen- und Roggenmehl, eine atopische Disposition sowie einen Nikotinabusus. Dr. C.__ __ hielt in seinem Bericht fest, dass die Beschwerden etwa ¾ Jahre nach Beginn der Lehre be gonnen hätten. Seither leide der Be- schwerdeführer an Pruritus der Augen, Niesen, Nasenlaufe n und Husten, insbesondere bei Präsenz in der Bäckerei. Zu Asthma oder Dyspnoe-Episoden sei es bisher nicht gekommen. Dr. C.____ beurteilte aufgrund der erhobenen Diagnosen und Befunde, dass ein Berufswechsel dringend zu empfehlen sei. Eine Verstärkung der Symptomatik sei zu erwarten und die langjäh- rige Ausübung des Bäckerberufs sei im Allgemeinen nicht möglich. Zwischenzeitlich habe die Applikation von Augentropfen, Nasensprays und eines inhalativen Asthmasprays eine passage- re Besserung erreicht. Er habe mit dem Versicherten sowie dessen Mutter über die Fortsetzung der Lehre gesprochen. Da die Halbzeit der Lehre noch n icht überschritten sei, empfehle er ei- nen Lehrabbruch. Die weitere Ausbildung in einem Be ruf, welcher mittelfristig aufgegeben wer- den müsse, ergebe vermutlich keinen Sinn. Ein baldiger Berufswechsel scheine sinnvoller. 5.2 Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin u nd Pneumologie, stellte am 24. September 2015 als Diagnosen ein chronisches allergi sches Asthma bronchiale, eine chro- nische allergische Rhinokonjunktivitis sowie eine Psoriasis fe st. Dr. F.____ führte aus, dass die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden während der Lehre nur gering gewesen seien. Erst seit etwa 2-3 Jahren seien die Beschwerden ausgeprägter mit chronischem Reizhusten, Dyspn oe und chronischer Rhinokon- junktivitis mit Verlegung der Nasenatmung. Während der Arbeit werde der Versicherte weiterhin eine Feinstaubmaske verwenden. Auch wenn eine Polyallerg ie bestehe, sei seines Erachtens angesichts der nachgewiesenen Mehlallergie eine weitere Beschäftigung als Bäcker nicht mehr zumutbar. Er denke deshalb, dass eine Umschulung erforderlich sei. 5.3 Dr. med. G.____, FMH Allgemeine Innere Medizin u nd Rheumatologie, stellte dem Beschwerdeführer am 29. September 2015 ein ärztliches Z eugnis aus und hielt fest, dass ein chronisches allergisches Asthma bronchiale, eine chronisch e allergische Rhinokonjunktivitis sowie eine Polyallergie inkl. Mehlallergie bestehe. Die angestammte Tätigkeit als Bäcker würde er als nicht mehr möglich erachten. 6.1 Streitig und im Folgenden zu prüfen sind die Anspr üche des Beschwerdeführers auf eine Umschulung (Art. 17 IVG) einerseits und auf eine erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG) andererseits. Für die Abgrenzung der verschiedenen Leistungsansprüche ist entschei- dend, ob der massgebende Versicherungsfall bzw. der le istungsauslösende Gesundheitsscha- den vor oder nach Abschluss der Lehre eingetreten ist. E inen Anspruch auf Umschulung haben grundsätzlich nur Versicherte, die eine erstmalige berufl iche Ausbildung bereits abgeschlossen haben (Art. 6 Abs. 1 IVV). Unter gewissen Voraussetzung en kann sodann eine neue berufliche Ausbildung einer Umschulung gleichgestellt werden (Art. 6 Abs. 2 IVV). Der erstmaligen berufli- chen Ausbildung gleichgestellt ist schliesslich die berufli che Neuausbildung invalider Versicher- ter, die nach dem Eintritt der Invalidität eine ung eeignete und auf die Dauer unzumutbare Er- werbstätigkeit aufgenommen haben (Art. 16 Abs. 2 lit. b IVG). 6.2 Der Beschwerdeführer stellt sich in seiner Beschwerde begründung vom 1. Dezember 2015 auf den Standpunkt, dass die Invalidität bei Absc hluss der Ausbildung zum Bäcker noch nicht eingetreten gewesen sei. Die Beschwerden hätten e rst in den letzten Jahren zugenom- men, wie Dr. F.____ am 24. September 2015 festgehal ten habe. Dr. F.____ habe auch ausge- führt, dass die Beschwerden während der Lehre nur ger ing gewesen seien und er deswegen seine Ausbildung fortgesetzt habe. Der Beschwerdeführer argumentiert, es sei somit erstellt, dass der Invaliditätsfall im Sinne von Art. 17 Abs. 1 I VG zu jener Zeit noch nicht eingetreten gewesen sei. Mittlerweile hätten die Beschwerden aber ein Ausmass angenommen, dass ihm eine weitere Beschäftigung als Bäcker nicht mehr zumutbar sei. Entsprechend sehe Dr. F.____ eine Umschulung als erforderlich an. Schliesslich hält de r Beschwerdeführer fest, dass er – selbst wenn der Anspruch auf eine Umschulung abzulehnen wäre – in jedem Fall Anspruch auf die zusätzlichen Kosten einer erstmaligen beruflichen A usbildung im Sinne von Art. 16 IVG ha- be. 6.3 Demgegenüber führt die Beschwerdegegnerin in ihre r Vernehmlassung aus, der Versi- cherungsfall bzw. der Gesundheitsschaden, welcher die Ausübung des angestrebten Berufs als ungeeignet und auf die Dauer unzumutbar erscheinen lasse, sei schon während der Ausbildung zum Bäcker/Konditor aufgetreten. Der ärztliche Bericht von Dr. C.____ zeige dies eindeutig. Da sich der Versicherte daher bei Eintritt des Versicherungs falles erst im zweiten Lehrjahr befun- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht den habe und er dabei niemals das in Art. 6 Abs. 2 IV V geforderte Einkommen habe erzielen können, sei im vorliegenden Fall ein Anspruch auf Umschu lung bzw. auf eine der Umschulung gleichgestellte erstmalige berufliche Ausbildung abzule hnen. Auch der Leistungsanspruch im Rahmen einer erstmaligen beruflichen Ausbildung gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. b IVG müsse abge- lehnt werden, da nicht ersichtlich sei, dass dem Beschwerd eführer in einer für ihn geeigneten erstmaligen beruflichen Ausbildung in irgendeiner For m invaliditätsbedingte Zusatzkosten ent- stehen könnten. 6.4.1 In pflichtgemässer Würdigung der vorstehend erwäh nten (medizinischen) Verfahrens- akten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der massgebende Versicherungs- fall bzw. der leistungsauslösende Gesundheitsschaden ber eits während der Ausbildungszeit bzw. vor Abschluss der Lehre eingetreten ist. Fest steht, dass Dr. C.____ beim Beschwerdefüh- rer bereits im zweiten Lehrjahr eine Mehlstauballergie diagnostiziert und festgestellt hat, dass eine langjährige Ausübung des Bäckerberufs nicht möglich sei. Aus diesen Gründen hat Dr. C.____ auch dringend einen Lehrabbruch bzw. ein en Berufswechsel empfohlen. Der Be- schwerdeführer hat seine Ausbildung jedoch trotz der ge genteiligen Empfehlung des Arztes zu Ende geführt. Sicherlich war es für ihn schwierig zu ent scheiden, ob er die begonnene Ausbil- dung abbrechen oder abschliessen soll. Nachvollziehbar i st, dass man eine Ausbildungsstelle nicht leichtfertig aufgibt, insbesondere dann nicht, wen n einem der zu erlernende Beruf sehr entspricht. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführer s kann aber nicht gesagt werden, dass es ihm damals unzumutbar gewesen wäre, die Lehre abzubrechen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass bereits im damaligen Zeitpunkt vo rhersehbar war, dass er längerfristig nicht als Bäcker/Konditor arbeiten können wird. Unter B erücksichtigung dieser Umstände hätte der Beschwerdeführer aus objektiver Betrachtungsweise die Ausbildung zum Bäcker/Konditor aufgeben müssen. 6.4.2 An dieser Stelle ist auf einen Entscheid des Bun desgerichts vom 23. Mai 2012, 9C_90/2012, hinzuweisen, in dem es sich ebenfalls um ein en Bäcker/Konditor in Ausbildung handelte, bei welchem vor Abschluss der Lehre eine Roggen mehlallergie diagnostiziert wurde. Das Bundesgericht hielt in Übereinstimmung mit der Vor instanz und der IV-Stelle fest, dass der Versicherungsfall für die Eingliederungsmassnahmen damit vor Lehrabschluss eingetreten sei. Die Allergie habe die künftige Ausübung des erlernten Berufs als ungeeignet und auf Dauer unzumutbar erscheinen lassen. Obwohl der Versicherte die Lehre dennoch abgeschlossen ha- be, handle es sich um einen Anwendungsfall von Art. 6 A bs. 2 IVV (vgl. das Urteil des Bundes- gerichts vom 23. Mai 2012, 9C_90/2012, E. 2.1 und 3.1). Gleich verhält es sich im vorliegenden Fall. Auch hier trat der leistungsauslösende Gesundheitsschaden vor Abschluss der Ausbildung ein und der Versicherte hat seine Lehre danach trotzdem erfolgreich abgeschlossen. Der Be- schwerdeführer war sogar noch einige Jahre als Bäcker/Kondi tor tätig. Dies ändert jedoch nichts daran, dass es sich um einen Anwendungsfall von Art. 6 Abs. 2 IVV handelt, denn ge- mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung findet diese Rege lung selbst dann Anwendung, wenn nach Abschluss einer ungeeigneten Ausbildung auf dem erlernten Beruf gearbeitet wur- de. Entscheidend ist vielmehr, dass im Zeitpunkt des Versich erungsfalls noch kein Lehrab- schluss vorlag und die gesundheitliche Beeinträchtigung die Ausübung dieses Berufs in der Folge als ungeeignet und auf die Dauer unzumutbar ersc heinen liess (vgl. E. 3.5 hiervor und Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht BGE 121 V 186, E. 3b). Durch die Diagnose einer Meh lstauballergie war bereits im zweiten Lehrjahr eindeutig zu erkennen, dass der Beruf Bäcker/Ko nditor für den Beschwerdeführer un- geeignet und auf die Dauer unzumutbar ist. 6.4.3 Wie bereits erwähnt, kann eine neue berufliche A usbildung einer Umschulung gleich- gestellt werden, sofern das während der abgebrochenen Ausbildung zuletzt erzielte Erwerbs- einkommen höher war als das Taggeld nach Art. 23 Abs. 2 IVG (vgl. E 3.4 hiervor). Im vorlie- genden Fall erscheint es offensichtlich, dass der vor Eintr itt des Versicherungsfalls erzielte Lehrlingslohn nicht ein Erwerbseinkommen darstellt, welc hes höher war als das Taggeld nach Art. 23 Abs. 2 IVG. Somit kann eine neue berufliche Ausbildung des Versicherten im vorliegen- den Fall nicht gemäss Art. 6 Abs. 2 IVV einer Umschulung gleichgestellt werden (vgl. E. 3.4 und 3.5 hiervor). Unter diesen Umständen muss mit der Beschwer degegnerin festgehalten werden, dass weder ein Anspruch auf eine Umschulung noch ein An spruch auf eine der Umschulung gleichgestellte neue berufliche Ausbildung besteht. 6.4.4 Daran ändern die Ausführungen des Beschwerdefüh rers nichts. Soweit er gestützt auf den Bericht von Dr. F.____ eine wesentliche Veränderun g bzw. Verschlechterung seiner ge- sundheitlichen Situation geltend macht, ist ihm entgeg enzuhalten, dass dieser Bericht vom 24. September 2015 eine allfällig veränderte Situati on lediglich anhand seiner eigenen anam- nestischen Angaben festhält. Ausserdem wurde diese Verschlechterung bereits von Dr. C.____ am 20. Dezember 2005 klar in Aussicht gestellt. Der Besch werdeführer gibt in seinem Einwand vom 1. Oktober 2015 gegen den Vorbescheid zudem selbe r an, dass er in den letzten Jahren ausschliesslich mit allergiehemmenden Medikamenten sowie mit einer Feinstaubmaske als Bä- cker habe arbeiten können. Dies weist eindeutig darauf hin, dass der erlernte Beruf schon län- ger als vom Versicherten behauptet, ungeeignet und auf Dauer unzumutbar für ihn war. 6.5 Wenn der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine erstmalige berufliche Ausbildung nach Art. 16 IVG geltend macht, kann ihm ebenso nicht gefolgt werden. Vorliegend findet die Bestimmung gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. b IVG Anwendung, wonach die berufliche Neuausbil- dung invalider Versicherter, die nach dem Eintritt der Invalidität eine ungeeignete und auf die Dauer unzumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen haben, der erstmaligen beruflichen Ausbil- dung gleichgestellt ist. Fest steht, dass der Versicherte an einer Mehlallergie leidet und dadurch bei der Ausübung seines erlernten Berufs als Bäcker/Kondi tor eingeschränkt bzw. ihm diese Tätigkeit aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar ist . In den letzten Jahren hat der Be- schwerdeführer während der Arbeit als Bäcker/Konditor a llergiehemmende Medikamente ein- genommen und eine Feinstaubmaske getragen. Nun geht e s jedoch darum, eine neue berufli- che Ausbildung in Angriff zu nehmen. Dabei ist davon a uszugehen, dass der Versicherte eine Ausbildung in einem Betrieb bzw. in einer Branche ab solvieren wird, in der er nicht mit Mehl- staub in Berührung kommt. Unter diesen Umständen ist ni cht ersichtlich, inwiefern ihm invalidi- tätsbedingt in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen werden. Beim Anspruch auf eine erstmalige berufliche Ausbildung werden der versiche rten Person lediglich die durch die Invalidität anfallenden Mehrkosten ersetzt (vgl. E. 3.2 hiervor). Im vorliegenden Fall liegen keine solchen zusätzlichen Kosten vor, und werden vom Beschwerdefü hrer auch nicht substantiiert vorgebracht. Daraus folgt, dass der Versicherte keinen An spruch auf eine – der erstmaligen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht beruflichen Ausbildung gleichgestellte – berufliche Ne uausbildung bzw. keinen Anspruch auf Ersatz zusätzlicher Kosten hat. 6.6 Der Beschwerdeführer hat vorgebracht, es sei ihm dama ls (als er siebzehnjährig ge- wesen sei) von den jeweiligen Sachbearbeitern der IV-S telle sowie seiner Unfallversicherung erklärt worden, es stelle kein Problem dar, wenn er sich erst zu einem späteren Zeitpunkt mit seiner Allergie anmelden würde. Auf diese Aussage habe er sich die letzten Jahre verlassen. Der Beschwerdeführer beruft sich damit implizit auf den Vertrauensschutz. Diesbezüglich ist jedoch festzustellen, dass sich in den IV-Akten keinerlei Unterlagen befinden, die diesen Ein- wand unterstützen könnten. Anscheinend wurde er damal s von der IV-Stelle nicht erfasst. Da auch der Versicherte keine Dokumente eingereicht hat, welche sein Vorbringen bekräftigen, gilt dieses als reine Parteibehauptung und die diesbezügliche Beweislosigkeit geht zu seinen Las- ten. Abschliessend bleibt festzuhalten, dass der Versicherte – sofern er im damaligen Zeitpunkt seine Lehre abgebrochen hätte – auch keinen Anspruch a uf Leistungen der IV gehabt hätte. Wenn er also damals das aus objektiver Sicht Richtige bzw. Vernünftige getan und die Ausbil- dung zum Bäcker/Konditor nicht abgeschlossen hätte, wäre er nicht besser gestellt gewesen, als er es zum heutigen Zeitpunkt ist. 7. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die IV-Stelle e inen Anspruch des Beschwer- deführers sowohl auf eine Umschulung als auch auf eine erstmalige berufliche Ausbildung zu Recht abgelehnt hat. Der verfügungsweise Entscheid der IV-Stelle vom 9. Oktober 2015 ist so- mit nicht zu beanstanden und die Beschwerde des Versicherten demzufolge abzuweisen. 8. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kan- tonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahr enskosten werden nach dem Verfah- rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festge- legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bundesr echtlichen Kostenrahmens ein- heitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdefüh- rer unterlegene Partei, weshalb ihm die Verfahrenskost en zu überbinden sind. Diese werden mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. Die ausser- ordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht