<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 1/2] </div> <div class="para">1P.710/2000/boh </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG </div> <div class="para">********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para">16. November 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Aemisegger, Präsident der </div> <div class="para">I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter </div> <div class="para">Aeschlimann, Bundesrichter Féraud und Gerichtsschreiberin Leuthold. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para">Urs Wiesmann, Wellhauserweg 31 F, Frauenfeld, Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">Regierungsrat des Kantons Thurgau, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para">Botschaft des Regierungsrates zur Volksabstimmung </div> <div class="para">vom 26. November 2000, hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Die Botschaft des Regierungsrates des Kantons Thurgau zur Volksabstimmung vom 26. November 2000 bezieht sich, wie auf ihrer ersten Seite angegeben ist, auf die beiden folgenden kantonalen Vorlagen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"1. Gesetz betreffend die Änderung des Einführungsgesetzes </div> <div class="para">zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch vom 3. Juli 1991 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. Beschluss des Grossen Rates über das Kreditbegehren </div> <div class="para">von 4710000 Franken für den Umbau des Kantonsschulkonvikts </div> <div class="para">Frauenfeld für das Obergericht </div> <div class="para">des Kantons Thurgau". </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Mit Eingabe vom 11. November 2000 (Postaufgabe: </div> <div class="para">13. November 2000) erhob Urs Wiesmann beim Bundesgericht "Einspruch" gegen diese Botschaft des Thurgauer Regierungsrates. </div> <div class="para">Er macht geltend, der "Text" von Ziffer 1 entspreche "nicht dem 'Kern' der Botschaft". Dieser Text sei "Juristendeutsch". </div> <div class="para">Der Laie werde irregeführt. Nach der Meinung von Urs Wiesmann sollte Ziffer 1 wie folgt lauten: "Wollen Sie als Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Kantons Thurgau die alte Ordnung aufheben und damit die Grundbuch- und Notariatskreise von heute 31 auf 20 reduzieren ?" </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- a) Mit der als "Einspruch" bezeichneten Eingabe wird dem Sinne nach eine staatsrechtliche Beschwerde betreffend die politische Stimmberechtigung der Bürger gemäss <span class="artref">Art. 85 lit. a OG</span> erhoben. </div> <div class="para">b) Die staatsrechtliche Beschwerde ist nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide zulässig (<span class="artref">Art. 86 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit der vorliegenden Beschwerde werden Mängel der Botschaft des Thurgauer Regierungsrates zur Volksabstimmung vom 26. November 2000 gerügt. Die amtlichen Botschaften gehören zu den Vorbereitungen eines Urnenganges (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=28.10.2000&amp;to_date=16.11.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F101-IA-238%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page238">BGE 101 Ia 238</a>). Nach § 81 Abs. 1 des thurgauischen Gesetzes über das Stimm- und Wahlrecht vom 15. März 1995 (StWG) können Stimmberechtigte wegen Verletzung des Stimm- und Wahlrechtes einschliesslich Rechtsverletzungen bei der Vorbereitung und Durchführung von Abstimmungen oder Wahlen Rekurs erheben. </div> <div class="para">Rekursinstanz ist bei kantonalen Abstimmungen das Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau (§ 81 Abs. 1 Satz 2 StWG in Verbindung mit § 1 Ziff. 2 der Verordnung des Regierungsrates vom 27. Juni 1995 zum Gesetz über das Stimm- und Wahlrecht). Der Beschwerdeführer kann somit die behaupteten Mängel der erwähnten Botschaft des Regierungsrates mit Rekurs beim Departement für Inneres und Volkswirtschaft vorbringen. Er muss nach <span class="artref">Art. 86 OG</span> zunächst dieses kantonale Rechtsmittel ergreifen, bevor er sich mit einer staatsrechtlichen Beschwerde an das Bundesgericht wenden kann. Auf die vorliegende Beschwerde ist daher nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der an das Bundesgericht gerichteten Eingabe (S. 2) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer offenbar Kopien seines "Einspruchs" an verschiedene Departemente, darunter das Departement für Inneres und Volkswirtschaft, versandt hat. Dies ändert nichts daran, dass das Original des "Einspruchs" vom 11. November 2000 samt Beilagen an das zur Behandlung des Rekurses zuständige Departement für Inneres und Volkswirtschaft zu überweisen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts wird bei Stimmrechtsbeschwerden auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Der "Einspruch" vom 11. November 2000 samt Beilagen wird an das Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau überwiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Regierungsrat und dem Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para">Lausanne, 16. November 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>