Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Januar 2016 (715 15 255) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Die von der Beschwerdeführerin beantragte Ausdehnung des anrechenbaren Arbeitsaus- falles von 50% auf 100% für den Monat Mai 2015 ist aufgrund ihrer selbständigen Er- werbstätigkeit nicht angezeigt. Der Beschwerdeführer in mangelte es in diesem Zeitraum an Aufträgen für ihr Einzelunternehmen. Das Fehlen v on Aufträgen zählt jedoch zum klassischen Unternehmerrisiko und wird nicht von de r Arbeitslosenversicherung ge- deckt. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschreiberin i.V. Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen KIGA Baselland , Postfach , 4133 Pratteln 1 , Beschwerdegegnerin Betreff Vermittlungsfähigkeit A.1 A.____ war ab dem 23. August 2010 als Direktionsassi stentin bei der B.____ AG in X.____ vollzeitlich angestellt. Mit Schreiben vom 22. M ärz 2014 kündigte sie das Arbeitsver- hältnis per 31. Mai 2014. Die Versicherte meldete sich am 12. Mai 2014 beim Regionalen Ar- beitsvermittlungszentrum (RAV) in Y.____ zur Arbeitsvermittlung und zum Bezug von Arbeitslo- senentschädigung per 1. Juni 2014 an. Im Antrag auf Ar beitslosenentschädigung gab sie an, dass sie bereit und in der Lage sei, in einer Vollzeitbeschäftigung zu arbeiten. A.2 Im September 2014 startete A.____ eine selbständig e Erwerbstätigkeit im Nebener- werb mit einem Pensum von 50%. Mit Verfügung vom 29. August 2014 stellte das RAV fest, dass die Vermittlungsfähigkeit von A.____ vom 1. Juni 2014 bis 31. August 2014 im Umfang des geltend gemachten Arbeitsausfalls von 100% gegeben sei. Ab 1. September 2014 sei ihre Vermittlungsfähigkeit infolge der Aufnahme einer te ilweisen selbständigen Erwerbstätigkeit noch im Umfang von 50% als gegeben zu betrachten. A.3 Ab Februar 2015 trat A.____ eine Anstellung in einem 40%igen Pensum bei der C.____ AG in Z.____ an. Das Einkommen aus dieser Anstell ung meldete sie bei der Arbeitslo- senversicherung als Zwischenverdienst. Am 11. April 2015 t eilte die Versicherte dem RAV mit, dass das Pensum bei der C.____ AG per 1. Juni 2015 auf 80% erhöht werden könne. Ausser- dem habe sie für den Monat Mai 2015 keine Aufträge m ehr für die selbständige Erwerbstätig- keit. Sie wolle sich daher für diesen Monat wieder mit einem 100%-Pensum bei der Arbeitslo- senversicherung zur Arbeitsvermittlung – mit entsprechende m Taggeldanspruch – anmelden. Per Ende Mai 2015 wolle sie sich dann definitiv von der Arbeitslosenversicherung abmelden. A.4 Das Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arb eit (KIGA), Abteilung Ergänzende Massnahmen ALV, verfügte am 17. April 2015 auf Anfrag e des RAV, dass die Vermittlungsfä- higkeit von A.____ ab dem 1. Mai 2015 weiterhin im Hi nblick auf einen anrechenbaren Arbeits- ausfall von 50% als gegeben zu betrachten sei. Zur Beg ründung führte das KIGA im Wesentli- chen aus, dass A.____ in ihrem Schreiben vom 11. April 2015 zwar deklariere, dass sie ab dem 1. Mai 2015 keine weiteren Aufträge für ihre selbstä ndige Erwerbstätigkeit habe und sich des- halb per 1. Mai 2015 wieder zu 100% bei der Arbeitsl osenversicherung anmelden wolle. Diese Tatsache sei jedoch kaum belegbar. Ausserdem könne nicht au sgeschlossen werden, dass sie bis zum 31. Mai 2015 neue Aufträge erhalte und diese a uch ausführen werde. Zudem habe sie im Beratungsgespräch vom 15. April 2015 angegeben, da ss sie ihre selbständige Erwerbstätig- keit eventuell auch neben ihrer 80%-Anstellung ab dem 1. Juni 2015 ausführen werde. Weiter erscheine die Wahrscheinlichkeit, dass sie ab dem 1. Mai 201 5 noch eine Anstellung in einem 100%-Pensum finde, als sehr gering. Deshalb könne nich t von einer Vermittlungsfähigkeit im Umfang von 100% für nur einen Monat vom 1. bis 31. Mai 2015 ausgegangen werden. A.5 Eine gegen diese Verfügung erhobene Einsprache w urde mit Entscheid vom 26. Juni 2015 abgewiesen. Die Einspracheinstanz des KIGA führte zur Begründung im Wesentlichen aus, dass das KIGA mit Verfügung vom 17. April 2015 zu Recht die Vermittlungsfähigkeit im Hinblick auf einen anrechenbaren Arbeitsausfall von weit erhin 50% bejaht habe. Jedoch liege die Begründung nicht darin, dass die Versicherte dem Ar beitsmarkt für zu kurze Zeit zu einem Arbeitspensum von 100% zur Verfügung stehe, sondern viel mehr darin, dass das Fehlen von Aufträgen für einen bestimmten Zeitraum zum klassischen U nternehmerrisiko zähle und dieses nicht von der Arbeitslosenversicherung gedeckt werden könne. B. Gegen den Einspracheentscheid vom 26. Juni 2015 e rhob A.____ am 3. August 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteil ung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht) und beantragte sinngemäss, im Monat Mai 2015 wieder mit einem 100%-Pensum bei der Arbeitslosenversicherung zur Arbeitsvermittlung – mit entsprechendem Taggeldan- spruch – angemeldet zu sein. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass sie sich um Ersatz für ihre Kunden gekümmert habe, als sie die 80%- Anstellung angenommen habe. Bis Ende April 2015 habe sie ihre Kunden noch bedient, di e Übergabe sei dann anfangs Mai 2015 erfolgt. C. Am 21. September 2015 verzichtete das KIGA unter Hi nweis auf die Ausführungen im Einspracheentscheid auf die Abgabe einer Stellungnahme und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs.1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes ü ber die obligatorische Arbeitslo- senversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 auf die obligatori- sche Arbeitslosenversicherung anwendbar sind, kann gegen E inspracheentscheide der Versi- cherungsträger Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge richt erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 58 Abs. 1 ATSG grundsätzlich das V ersicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Besch werdeerhebung Wohnsitz hat. Diese Regelung entspricht nun allerdings für den Bereich der Arbeitslosenversicherung nicht der vor dem Inkrafttreten des ATSG geltenden Zuständigkeitsordnu ng, weshalb der Bundesrat in Art. 100 Abs. 3 AVIG ausdrücklich ermächtigt worden ist, die örtliche Zuständigkeit des kanto- nalen Versicherungsgerichts in Abweichung von Art. 58 AT SG zu regeln. Laut Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversi cherung und die Insolvenzentschädi- gung (AVIV) vom 31. August 1983 ist für die Beurteilun g von Beschwerden gegen Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das Ver sicherungsgericht desselben Kan- tons zuständig. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet ein Einspracheentscheid, den das KIGA Baselland als kantonale Amtsstelle im Sinn e von Art. 85 AVIG erlassen hat, so- dass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-L andschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentsche ide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlu ng der vorliegenden Beschwer- de zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formger echt erhobene – Beschwerde der Versi- cherten vom 3. August 2015 ist demnach einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von 10'000 Franken. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin die Vermittlungs- fähigkeit der Versicherten für den Monat Mai 2015 auf 50% festgelegt. Die Beschwerdeführerin hingegen wollte sich im besagten Zeitraum im Umfang von 100% zur Arbeitsvermittlung anmel- den. Somit ist im zu beurteilenden Fall die Höhe des Taggeldanspruches für lediglich einen Mo- nat zu beurteilen. Dieser Streitwert liegt in jedem Fall unter CHF 10'000.--, weshalb der Ent- scheid über die Beschwerde der Versicherten in die Kompe tenz der präsidierenden Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts fällt. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist die Vermit tlungsfähigkeit respektive der Umfang des anrechenbaren Arbeitsausfalles der Beschwerdeführerin für den Monat Mai 2015. 3.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nac h Art. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schwei z wohnt (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreich t hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), vermittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). 3.2 Gemäss Art. 15 Abs. 1 AVIG ist die arbeitslose Pers on vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliede- rungsmassnahmen teilzunehmen. Zur Vermittlungsfähigkeit gehört demnach nicht nur die Ar- beitsfähigkeit im objektiven Sinn, sondern subjektiv a uch die Bereitschaft, die Arbeitskraft ent- sprechend den persönlichen Verhältnissen während der übl ichen Arbeitszeit einzusetzen (BGE 125 V 58 E. 6a, 123 V 216 E. 3, je mit Hinweis; THOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversi- cherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Sozia le Sicherheit, 2. Auflage, Ba- sel/Genf/München 2007, S. 2261, Rz. 270). Die Vermittlungsfähigkeit setzt sich demzufolge aus drei Elementen zusammen; aus der Arbeitsfähigkeit und Arbeitsberechtigung als Elemente ob- jektiver Natur und aus der Vermittlungsbereitschaft als Element subjektiver Natur. Die Frage der Vermittlungsfähigkeit ist prospektiv und aufgrund einer gesamthaften Würdigung der für die An- stellungschancen im Einzelfall wesentlichen, objektiven und subjektiven Faktoren zu beurteilen. Ausser dem Umfang des für die versicherte Person in Betr acht fallenden Arbeitsmarktes ist auch die Art der gesuchten zumutbaren Arbeit von Bedeu tung (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Juli 2010, 8C_382/2010, E. 2.2). Mit den Element en der Vermittlungsfähigkeit werden schwergewichtig subjektive Eigenschaften der arbeitslosen Person erfasst. Folgerichtig beurteilt sich die Vermittlungsfähigkeit im Sinne von Art. 15 Ab s. 1 AVIG aufgrund einer individuell- konkreten Betrachtungsweise (vgl. KUPFER BUCHER , a. a. O., S. 75). 3.3 Hat eine versicherte Person auf einen bestimmten T ermin hin anderweitig disponiert, und steht sie deshalb nur noch während relativ kurzer Zeit für eine neue Beschäftigung zur Ver- fügung, gilt sie in der Regel als nicht vermittlungsfähi g (BARBARA KUPFER BUCHER , Rechtspre- chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bunde sgesetz über die obligatori- sche Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 4. Auflage, Zürich 2013, S. 70f.; SZS 1999, S. 251; Urteil des Sozialversicherungsgerichts Z ürich vom 26. November 2004, AL.2004.00457, E. 1.2). Diesfalls sind die Aussichten, zwischen der Aufgabe der alten und dem Antritt der neuen Stelle von einem dritten Arbeitge ber angestellt zu werden, verhältnismässig gering (BGE 110 V 208 E. 1 mit Hinweisen). Entscheiden d ist, ob mit einer gewissen Wahr- scheinlichkeit angenommen werden kann, dass ein Arbeitgeb er die versicherte Person für die konkret zur Verfügung stehende Zeit noch einstellen wür de (BGE 126 V 520 E. 3.a). Zu prüfen sind somit jeweils die konkreten Aussichten auf eine Anstellung auf dem für die stellensuchende Person in Betracht fallenden allgemeinen Arbeitsmarkt , unter Berücksichtigung der herrschen- den konjunkturellen Verhältnisse sowie aller übrigen Um stände (K UPFER BUCHER , a.a.O., S. 72f.; ARV 1990, S. 84f.; ARV 1991, S. 24). Steht die versicherte Person im Zeitpunkt der Anmeldung bei der ALV dem Arbeitsmarkt für mindestens d rei Monate zur Verfügung, gilt sie grundsätzlich als vermittlungsfähig. Steht sie dem Arbei tsmarkt weniger als einen Monat zur Verfügung, gilt sie als nicht vermittlungsfähig. Liegt die Verfügbarkeit zwischen einem und drei Monaten, kann die Vermittlungsfähigkeit dann bejaht werden, sofern aufgrund der Arbeits- marktsituation und der Flexibilität der versicherten Perso n eine gewisse Wahrscheinlichkeit be- steht, von einem Arbeitgeber angestellt zu werden (AVIG-Praxis 2014, B227). 3.4 Die Rechtsprechung, wonach eine versicherte Person, welche auf einen bestimmten Termin hin anderweitig disponiert hat, und deshalb nur noch während relativ kurzer Zeit für eine neue Beschäftigung zur Verfügung steht, in der Regel als nicht vermittlungsfähig gilt (vgl. E. 3.3 hiervor), darf keine versicherte Person bestrafen, die in Erfüllung ihrer Schadensminderungs- pflicht eine nicht unmittelbar freie Stelle findet, diese auch annimmt und damit das Risiko einer noch längeren Arbeitslosigkeit abwendet (BGE 123 V 217 E. 5a, B ARBARA KUPFER BUCHER , a.a.O., S. 71). Hintergrund bildet der Gedanke, dass es einer versicherte Person diesfalls nicht zuzumuten ist, im Hinblick auf einen (theoretisch zwar mög lichen, praktisch jedoch wenig wahr- scheinlichen) früheren Stellenantritt mit dem Abschluss des neuen Arbeitsvertrages zuzuwarten und dadurch das Risiko einer allenfalls noch längeren Arb eitslosigkeit auf sich zu nehmen. Un- ter diesen Voraussetzungen ist die Frage nach einer allf älligen Vermittlungsunfähigkeit wegen des bevorstehenden Antritts der neuen Stelle deshalb n icht mehr zu prüfen (BGE 110 V 207 E. 1). 3.5 Die Beschwerdeführerin hat auf den 1. Juni 2015 h in anderweitig disponiert, indem sie ihr Pensum bei der C.____ AG auf 80% erhöhen konnte. Die Frage, welche Auswirkungen die- ser Umstand auf ihre Vermittlungsfähigkeit im Monat Ma i 2015 hat, kann indessen offen gelas- sen werden. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, kann der anrechenbare Arbeitsausfall in diesem Zeitraum ohnehin nicht auf 100% ausgedehnt werden, weil das Fehlen von Aufträgen in ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit zum klassischen Untern ehmerrisiko zählt und dieses nicht von der Arbeitslosenversicherung gedeckt werden kann. 4.1 Andauernd selbständig erwerbstätige Personen sind in der Regel bereits von vornhe- rein vom Arbeitslosentaggeldanspruch ausgeschlossen (Urt eil des Bundesgerichts vom 9. Dezember 2009, 8C_662/2009, E. 5.1). Hat die versi cherte Person das letzte Arbeitneh- merverhältnis selber gekündigt mit dem Ziel sich selbständi g zu machen, wird ihre Anspruchs- berechtigung unter dem Gesichtspunkt der rechtsmissbräuc hlichen Gesetzesumgehung (vgl. dazu BGE 123 V 234) zu prüfen sein. Wenn die versi cherte Person demgegenüber erst im Verlauf der gemeldeten Arbeitslosigkeit, also während der laufenden Rahmenfrist für den Leis- tungsbezug, eine eigene Firma gegründet hat oder ist sie unfreiwillig aus einem Arbeitneh- merverhältnis ausgeschieden und hat sie sich nicht umgehend zum Bezug von Arbeitslosenent- schädigung angemeldet, sondern durch die Aufnahme ein er selbständigen Erwerbstätigkeit eine Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung zu verme iden versucht, ist es sachlich ge- rechtfertigt, den Leistungsanspruch unter dem Gesichts punkt des Aufbaus einer auf Dauer an- gelegten oder nur vorübergehenden Selbständigkeit und der Vermittlungsfähigkeit zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Dezember 2012, 8C_672 /2012, E. 2 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts vom 27. August 2009, 8C_81/2009, E. 3.3 und 3.4). 4.2 Im Lichte der ihr obliegenden Schadenminderungspfl icht ist es nicht zu beanstanden, dass sich eine arbeitslose versicherte Person mit der Mögli chkeit der Aufnahme einer selbstän- digen Erwerbstätigkeit befasst. Unterlässt sie es aber im Hinblick auf dieses Ziel, sich daneben auch in vertretbarem Umfange um eine unselbständige Erwerbstätigkeit zu bemühen, entsteht der Verdacht, dass keine unselbständige Erwerbstätigkeit mehr gesucht wird. Dabei muss der Leistungsanspruch bei der Arbeitslosenversicherung dann end en, wenn die Absicht zur Auf- nahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit so weit f ortgeschritten ist, dass die Annahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nicht oder kaum mehr m öglich ist, also die aktuellen Bestre- bungen vorwiegend in der Vorbereitung der bevorstehen den Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit liegen (Arbeitsrecht und Arbeitslosenve rsicherung [ARV] 1993/1994 N 30 S. 212). Verhält es sich so, ist die versicherte Person als vermittlungsunfähig zu betrachten (vgl. auch die Urteile H. des Bundesgerichts vom 24. Februar 2010, 8C_757/2009, E. 2.2 mit Hin- weis und S. vom 27. August 2009, 8C_81/2009, E. 3.4 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Übt eine versicherte Person während ihrer Arbeitslo sigkeit eine selbständige Erwerbs- tätigkeit aus, ist die volle Vermittlungsfähigkeit fo lglich nur solange gegeben, als die selbständi- ge Erwerbstätigkeit ausserhalb der normalen Arbeitszeit oder ausserhalb der Arbeitslosigkeit ausgeübt werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 5. D ezember 2012, 8C_672/2012, E. 2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 16. Juli 2001, C 353/00, E. 2b). O hne Bedeutung ist dabei, welche Motive (Alter, Neigung, Beurteilung der Chancen usw.) diesem persönlichen Entscheid zugrunde lagen (BGE 112 V 329 Erw. 3c; ARV 1993/94 Nr. 30 S. 216 Er w. 3b). Das an sich achtenswerte Ver- halten eines Versicherten, die Arbeitslosigkeit mit selbständiger Erwerbstätigkeit zu überwinden, ändert nichts daran, dass die Vermittlungsfähigkeit verneint werden muss, wenn die Absicht zur Aufnahme der selbständigen Arbeit so weit fortgeschritte n ist, dass die Annahme einer unselb- ständigen Tätigkeit nicht oder kaum mehr möglich ist (A RV 1996/97 Nr. 36 S. 203 Erw. 3; 1993 Nr. 30 S. 217 Erw. 3b 3. Absatz). Als selbständige Zwischenerwerbstätigkeiten kommen sodann nur vorübergehende, zeitlich beschränkte und investitionsa rme Tätigkeiten in Frage (NUSSBAUMER , S. 129, Rz. 342 mit Hinweis auf SVR 1998 AlV Nr. 10 Erw. 3). 4.4 Sinn und Zweck der Arbeitslosenversicherung ist es pr imär, bestehende Arbeitslosig- keit zu bekämpfen. Dazu gehört auch die Unterstützung zu r Förderung der selbständigen Er- werbstätigkeit gemäss Art. 71a ff. AVIG. Danach kann die Arbeitslosenversicherung unter ande- rem Versicherte, die eine dauernde selbständige Erwerbst ätigkeit aufnehmen wollen, durch die Ausrichtung von höchstens 90 Taggeldern während der Plan ungsphase eines Projektes unter- stützen (Art. 71a Abs. 1 AVIG). Demgegenüber sollen ab er keine Taggelder während der an- schliessenden Anlaufphase des Geschäfts ausgerichtet werden, denn die Arbeitslosenversiche- rung ist nicht als “Überbrückungshilfe“ bei einem Wechse l von einer unselbständigen in eine selbständige Erwerbstätigkeit konzipiert. Es ist nicht Sache der Arbeitslosenversicherung, das wirtschaftliche Risiko einer selbständig erwerbstätigen Person zu tragen; namentlich ist es nicht ihre Aufgabe, die beim Aufbau einer selbständigen Er werbstätigkeit anfänglich fehlenden Ein- nahmen zu ersetzen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. A ugust 2009, 8C_81/2009, E. 3.3; ARV 2010 Nr. 5 S. 138 ff E. 3.2; je mit weiteren Hinweisen). 5.1 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführeri n ihre Anstellung bei der B.____ AG aufgrund gesundheitlicher Probleme sowie aufgrund der Situation im Betrieb gekündet hat. Den Akten sind keinerlei Anhaltspunkte zu entnehmen, da ss sie gekündet hat, um eine selb- ständige Erwerbstätigkeit aufzubauen. Aus den Unterlagen geht hervor, dass die Versicherte im August 2014 auf die Idee kam, sich per Anfang September 2014 selbständig zu machen, zumal sie bis dahin keine neue Stelle gefunden hatte. Aus dem Handelsregister des Kantons Basel- Landschaft ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin ihr Einzelunternehmen D.____ am 5. November 2014 ins Handelsregister hat eintragen lassen . Sie ist als Inhaberin und Einzelun- terschriftsberechtigte des Einzelunternehmens eingetrage n. Die Versicherte hat demzufolge ihre eigene Firma erst im Verlauf der gemeldeten Arb eitslosigkeit, also während der laufenden Rahmenfrist für den Leistungsbezug, gegründet. Daher ist es sachlich gerechtfertigt, den Leis- tungsanspruch unter dem Gesichtspunkt des Aufbaus einer au f Dauer angelegten oder nur vo- rübergehenden Selbständigkeit und der Vermittlungsfähigkeit zu prüfen (vgl. E. 4.1 hiervor). 5.2 Im Rahmen der amtlichen Erkundigung des KIGA bejah te die Versicherte die Frage, ob sie vorhabe, die selbständige Erwerbstätigkeit auf Dauer anzugehen (vgl. ihr Antwortschreiben vom 19. August 2014). Sie führte diesbezüglich aus, da ss sie in näherer Zukunft ihren Lebens- unterhalt mit ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit fin anzieren wolle. Ausserdem gab sie an, dass sie in der Lage sei, weiterhin eine Anstellung zu suchen, aber eine 50%ige Anstellung und eine 50%ige selbständige Erwerbstätigkeit anstrebe. Mit Verfügung vom 29. August 2014 stellte das RAV daraufhin fest, dass die Vermittlungsfähigkeit d er Versicherten ab 1. September 2014 infolge der Aufnahme einer teilweisen selbständigen E rwerbstätigkeit im Umfang von 50% als gegeben zu betrachten sei. Des Weiteren ist den Akten ein ausführlicher Businessplan zu ent- nehmen, welchen die Beschwerdeführerin für ihre selbständige Erwerbstätigkeit erstellt hat. Die Beschwerdeführerin wollte ihr Einzelunternehmen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf Dauer anlegen und hat – wie sie selber in ihrer Einsp rache vom 25. April 2015 ausführt – Geld in den Aufbau der Tätigkeit investiert. Die zuständige Mitarbeiterin des RAV hat zudem im Bera- tungsverlauf am 9. Januar 2015 festgehalten, dass die Beschwerdeführerin oft angefragt werde, aus welchem Grund sie nur eine 50%ige Stelle suche, da sie noch keine Kinder habe. Einige potentielle Arbeitgeber schrecke es ausserdem ab, dass die V ersicherte selbständig erwerbstä- tig sei, weil sie Angst hätten, diese würde künden, we nn sie die selbständige Erwerbstätigkeit ausbauen könne. Trotzdem hat die Beschwerdeführerin stet s Teilzeitstellen angestrebt, um da- neben ihre Selbständigkeit weiter vorantreiben zu können . Damit steht fest, dass sie ihre Selb- ständigkeit nicht zeitlich beschränken wollte. Unter die sen Umständen kann auch nicht von ei- ner selbständigen Zwischenerwerbstätigkeit gesprochen werden (vgl. E. 4.3 hiervor). 5.3 Im Beratungsverlauf hat die zuständige Mitarbeite rin des RAV am 15. April 2015 proto- kolliert, dass die Beschwerdeführerin noch nicht wisse, ob sie ihre selbständige Erwerbstätigkeit neben der 80%igen Festanstellung bei der C.____ AG w eiterführen werde. Des Weiteren habe die Versicherte angefragt, ob sie sich für den Monat Mai 2015 bei der Arbeitslosenversicherung wieder für 100% anmelden könne, da sie keine Aufträge in der selbständigen Erwerbstätigkeit mehr habe. Mit E-Mail vom 14. April 2015 konkretisierte die Versicherte diesbezüglich, dass alle Aufträge aus der selbständigen Erwerbstätigkeit per End e April 2015 abgeschlossen würden und sie bislang noch keine neuen Aufträge habe akquirier en können. Daraus geht hervor, dass die Versicherte ihre Selbständigkeit nicht aufgeben wo llte, sondern sich lediglich aufgrund der schlechten Auftragslage für den Mai 2015 wieder im Umf ang von 100% bei der Arbeitslosen- versicherung anmeldete. Dies bestätigt sie auch in ihrer Einsprache vom 25. April 2015, wo sie angibt, ihre Selbständigkeit habe seit der Eurokrise sehr gelitten und mehrere Kunden hätten sich ihre Arbeit nicht mehr leisten können, weshalb alle Aufträge per Ende April 2015 ausliefen. Bei der schlechten Auftragslage handelt es sich jedoch um ein klassisches Unternehmerrisiko, welches eben gerade nicht von der Arbeitslosenversicherung abgedeckt ist (vgl. E. 4.4 hiervor). In der Beschwerdeschrift vom 3. August 2015 bringt die Versicherte dann erstmals vor, sie habe sich bis Ende April 2015 um ihre Kunden gekümmert, bi s sie diese anfangs Mai 2015 an eine Vertretung übergeben habe. Diese Argumentation verm ag in zweierlei Hinsicht nicht zu über- zeugen. Einerseits ist nicht nachvollziehbar, weshalb Kunden übergeben werden müssen, wenn gar keine Aufträge vorhanden sind. Andererseits ist in den Akten nirgends eine Geschäfts- oder Kundenübergabe festgehalten. Die Beschwerdeführerin i st zudem aktuell immer noch im Han- delsregister des Kantons Basel-Landschaft als alleinige I nhaberin und Einzelunterschriftsbe- rechtige der Firma D.____ eingetragen. Unter diesen U mständen kann nicht von einer Ge- schäftsaufgabe oder Geschäftsübergabe ausgegangen werden . Nach dem Ausgeführten muss überwiegend wahrscheinlich angenommen werden, dass die V ersicherte im umstrittenen Zeit- raum schlicht keine Aufträge mehr hatte. Hätte sie für den Monat Mai 2015 neue Kunden akqui- rieren können, hätte sie die Aufträge wohl auch angen ommen. Den Akten und dem Verhalten der Beschwerdeführerin kann jedenfalls nicht entnomme n werden, dass sie die selbständige Tätigkeit dauerhaft hat aufgeben wollen. 6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdefü hrerin – zumindest im Zeit- punkt des Aufbaus ihres Einzelunternehmens – eine auf D auer ausgerichtete selbständige Er- werbstätigkeit angestrebt hat. Für den Monat Mai 2015 konnte sie jedoch keine Aufträge mehr akquirieren. Es kann überwiegend wahrscheinlich angenom men werden, dass sie ihre selb- ständige Tätigkeit auch im Monat Mai 2015 im bisherige n Umfang von 50% ausgeübt hätte, wenn sie genügend Aufträge gehabt hätte. Das Fehlen von Aufträgen für einen bestimmten Zeitraum gehört zum klassischen Unternehmerrisiko und wird nicht von der Arbeitslosenversi- cherung gedeckt. Zu Gunsten der Beschwerdeführerin ist aber festzuhalten, dass ihre subjekti- ve Vermittlungsbereitschaft zweifellos als vorbildlich zu be urteilen ist. Seit ihrer Anmeldung zur Arbeitsvermittlung hat sie stets intensiv Arbeitsbemühu ngen unternommen und war bestrebt, eine Anstellung zu finden. Des Weiteren ist es an sich acht enswert, dass die Versicherte ihre Arbeitslosigkeit mit der Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit überwinden wollte. Zu- dem hat sie in der Zeit, als sie bei der Arbeitslosenve rsicherung angemeldet war, eine Weiter- bildung zur Fachfrau KMU in Angriff genommen, um ihr e Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu optimieren. Im April 2015 hat die Versicherte sodann a uch eine Festanstellung für ein 80%- Pensum mit Beginn ab 1. Juni 2015 bei der C.____ AG i n Z.____ erhalten. Daraufhin hat sie sich per Ende Mai 2015 von der Arbeitslosenversicherung abgemeldet. Dennoch hat die Be- schwerdegegnerin die Versicherte im Mai 2015 zu Recht nur im Umfang von 50% als arbeitslos betrachtet. Die von der Beschwerdeführerin beantragte Ausdehnung des anrechenbaren Ar- beitsausfalles auf 100% für den Monat Mai 2015 ist au fgrund des dargestellten Sachverhalts nicht angezeigt. Die Beschwerde ist in diesem Sinne abzuweisen. 7. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozess ausgang entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.