<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">449</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>101 Bewilligung von Strassenreklamen im Bereich der Nationalstrassen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>1. und 2. Klasse</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Bindung des Regierungsrates an die Beurteilung durch das zustän-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>dige Bundesamt</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Regierungsrates vom 24. Juni 2009 i.S. G. AG ge-</span><br/> <span class="ft5">gen den Entscheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt/Gemeinderats</span><br/> <span class="ft5">O.</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">4. Fehlende Genehmigung durch das Bundesamt</span><br/> <span class="ft1">4.1. Gemäss Art. 99 der Signalisationsverordnung vom</span><br/> <span class="ft1">5. September 1979 (SSV) bedarf das Anbringen und Ändern von</span><br/> <span class="ft1">Strassenreklamen der Bewilligung der nach kantonalem Recht zu-</span><br/> <span class="ft1">ständigen Behörde; vor der Erteilung der Bewilligung für Strassenre-</span><br/> <span class="ft1">klamen im Bereich der Nationalstrassen 1. und 2. Klasse ist die Ge-</span><br/> <span class="ft1">nehmigung des Bundesamts einzuholen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">450</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Die Kantone sind an die bundesrechtlichen Vorschriften gebun-</span><br/> <span class="ft1">den. Das Bundesrecht geht entgegenstehendem kantonalem Recht</span><br/> <span class="ft1">vor (Art. 49 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-</span><br/> <span class="ft1">genossenschaft vom 18. April 1998). In diesem Sinn sind die Kan-</span><br/> <span class="ft1">tone beziehungsweise die kantonalen Behörden verpflichtet, bei der</span><br/> <span class="ft1">Rechtsanwendung das übergeordnete Bundesrecht zu beachten.</span><br/> <span class="ft1">Im Gegensatz zu anderen Bundesgesetzen verlangt die SSV</span><br/> <span class="ft1">zwingend eine Genehmigung und nicht nur eine Anhörung der zu-</span><br/> <span class="ft1">ständigen Bundesbehörden. Im Fall einer blossen Pflicht, die Bun-</span><br/> <span class="ft1">desbehörden anzuhören, könnten die kantonalen Behörden ohne</span><br/> <span class="ft1">weiteres entgegen dem gestellten Bundesantrag entscheiden, wobei</span><br/> <span class="ft1">die Bundesbehörden auf den ihnen in diesen Verfahren geöffneten</span><br/> <span class="ft1">kantonalen Rechtsweg verwiesen werden könnten (vgl. dazu z.B.</span><br/> <span class="ft1">Art. 18m des Eisenbahngesetzes [EBG] vom 20. Dezember 1957 für</span><br/> <span class="ft1">die kantonalen Bewilligungen der Nebenanlagen). Demgegenüber ist</span><br/> <span class="ft1">die Genehmigung bundesrechtliche Voraussetzung für die Erteilung</span><br/> <span class="ft1">einer entsprechenden kantonalen Baubewilligung. Den kantonalen</span><br/> <span class="ft1">Behörden ist es damit aufgrund des Vorrangs des Bundesrechts ver-</span><br/> <span class="ft1">sagt, ohne Genehmigung des Bundesamts für Strassen (ASTRA) eine</span><br/> <span class="ft1">Strassenreklame im Bereich der Nationalstrassen 1. und 2. Klasse zu</span><br/> <span class="ft1">bewilligen.</span><br/> <span class="ft1">Das ASTRA verweigerte die Zustimmung für einen Teil der be-</span><br/> <span class="ft1">antragten Reklamepositionen (Positionen 2 bis 4 sowie 7 bis 9 und</span><br/> <span class="ft1">ein Schild der Position 6; Schreiben des ASTRA ...). An dieser Ge-</span><br/> <span class="ft1">nehmigungsverweigerung hielt das ASTRA mit Stellungnahme vom</span><br/> <span class="ft1">1. Mai 2009 fest. Ohne einen Verstoss gegen das massgebende Bun-</span><br/> <span class="ft1">desrecht zu begehen, ist es dem Regierungsrat demnach auch im Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeverfahren verwehrt, die Beschwerde der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rerin insoweit gutzuheissen, als sie die Erteilung der Baubewilligung</span><br/> <span class="ft1">für die vom ASTRA nicht genehmigten Reklameanlagen begehrt.</span><br/> <span class="ft1">4.2. Die Beschwerdeführerin führte in ihrer Stellungnahme aus,</span><br/> <span class="ft1">dass die Rechtsweggarantie ein Verfahrensgrundrecht darstelle. Im</span><br/> <span class="ft1">Kanton sei die Rechtsweggarantie umgesetzt. Der Zugang zu einem</span><br/> <span class="ft1">Gericht sei gegeben. Der Regierungsrat habe genau gleich wie das</span><br/> <span class="ft1">Verwaltungsgericht - nota bene ein kantonales Gericht - zu ent-</span><br/> <span class="ft1">scheiden. Eine föderale Rücksichtnahme auf den Entscheid des Bun-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">451</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">desamts für Strassen ASTRA käme einer Rechtsverweigerung gleich.</span><br/> <span class="ft1">In föderaler Hinsicht spiele es keine Rolle, ob eine kantonale Regie-</span><br/> <span class="ft1">rung oder ein kantonales Gericht entscheide; es müsse ein Entscheid</span><br/> <span class="ft1">gefällt werden. Die Behauptung, erst auf Bundesebene könne die</span><br/> <span class="ft1">notwendige Genehmigung des Bundesamts für Strassen ASTRA</span><br/> <span class="ft1">überprüft werden, könne nicht stimmen.</span><br/> <span class="ft1">Dieser Ansicht kann nicht beigepflichtet werden. Der Regie-</span><br/> <span class="ft1">rungsrat ist nämlich weder Aufsichtsbehörde des ASTRA, noch</span><br/> <span class="ft1">kommt ihm von Bundesrechts wegen eine Kompetenz zu, die Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheidungen des ASTRA zu überprüfen beziehungsweise der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin an Stelle des ASTRA die notwendige Genehmi-</span><br/> <span class="ft1">gung zu erteilen. Vielmehr ist der Regierungsrat - wie dargelegt -</span><br/> <span class="ft1">ans Bundesrecht gebunden und darf deshalb eine Baubewilligung für</span><br/> <span class="ft1">Strassenreklamen im Bereich von Nationalstrassen 1. und 2. Klasse</span><br/> <span class="ft1">nur bewilligen beziehungsweise eine Beschwerde auf Erteilung der</span><br/> <span class="ft1">Baubewilligung nur gutheissen, falls die bundesrechtlich verlangte</span><br/> <span class="ft1">Genehmigung des ASTRA vorliegt (Art. 99 SSV). Der Regierungsrat</span><br/> <span class="ft1">prüft die Beschwerde mit voller Kognition; er bleibt aber an das</span><br/> <span class="ft1">Bundesrecht und den darin statuierten Genehmigungsvorbehalt ge-</span><br/> <span class="ft1">bunden. Dies mag zwar für die Beschwerdeführerin zur unbefrie-</span><br/> <span class="ft1">digenden Konsequenz führen, dass der Genehmigungsentscheid,</span><br/> <span class="ft1">obwohl vom Gemeinderat eröffnet, von den kantonalen Rechtsmittel-</span><br/> <span class="ft1">instanzen nicht geändert werden kann und damit ihre Anfechtung</span><br/> <span class="ft1">beim Regierungsrat ins Leere läuft.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>