<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00295</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107105&amp;W10_KEY=13013573&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00295</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.02.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 19.08.2003 teilweise gutgeheissen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verzicht auf Unterschutzstellung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Schutzwürdigkeit einer freistehenden Stallscheune, Baujahr 1939 Die Frage nach der Schutzwürdigkeit bzw. der Entlassung aus dem Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung stellt sich im Zusammenhang mit einem von der Stadt Zürich als Eigentümerin des inventarisierten Objekts gestellten Provokationsbegehren im Sinn von § 213 PBG. Bei den Schutzobjekten im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG wird nach dem Eigenwert sowie nach dem Stellen- oder Situationswert gefragt, wobei sich die Schutzwürdigkeit auch aus dem Zusammenspiel beider Komponenten ergeben kann (E. 3, 7a). Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz ist insofern zu korrigieren, als weder die westlich und östlich des Scheunengrundstücks erstellten bzw. im Bau befindlichen Neubauten noch die auf diesem Grundstück selber neben der Scheune noch mögliche Überbauung dazu führen, dass die Scheune ihre imposante Erscheinung und ihre Torwirkung (vollständig) einbüssen wird (E. 4, 7a). Für sich allein vermag der Eigenwert eine Unterschutzstellung vor allem deshalb nicht zu rechtfertigen, weil eine Weiterführung der angestammten Nutzung als Stallscheune nicht in Frage kommt; die Umnutzung wäre mit baulichen Eingriffen verbunden, die den Eigenwert deutlich vermindern würden. Auch der Situationswert ist nicht derart hoch, dass er für sich allein oder in Verbindung mit dem eher geringen Eigenwert des Objekts den Verzicht auf Unterschutzstellung als rechtsverletzned erscheinen lässt (E. 7b). Selbst wenn die Schutzwürdigkeit bejaht würde, wäre es nicht rechtsverletzend, wenn den öffentlichen Interessen am Bau neuer Wohnungen und am sparsamen Umgang mit öffentlichen Mitteln der Vorrang eingeräumt würde gegenüber der Erhaltung eines Objekts, dessen Schutzwürdigkeit mit vertretbaren Gründen so oder anders beurteilt werden kann (E. 8).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BILLIGKEIT">BILLIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Natur- und Heimatschutz ST: DENKMALPFLEGE">DENKMALPFLEGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGENWERT">EIGENWERT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERESSENABWÃGUNG">INTERESSENABWÃGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INVENTARENTLASSUNG">INVENTARENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KERNZONE">KERNZONE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENAUFLAGE">KOSTENAUFLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MINDERHEITSANTRAG">MINDERHEITSANTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROVOKATION">PROVOKATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEUNE">SCHEUNE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZOBJEKT">SCHUTZOBJEKT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZWÃRDIGKEIT">SCHUTZWÃRDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTBINDUNG">SELBSTBINDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SITUATIONSWERT">SITUATIONSWERT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TORWIRKUNG">TORWIRKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSCHUTZSTELLUNG">UNTERSCHUTZSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 138 lit. IV GVG</span><br/><span class="ungerade">§ 203 Abs. I lit. c PBG</span><br/><span class="gerade">§ 204 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 213 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 238 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 7 lit. IV VRG</span><br/><span class="gerade">§ 13 lit. II VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 27 BZO ZÃ¼rich</span><br/><span class="gerade">Art. 28 BZO ZÃ¼rich</span><br/><span class="ungerade">Art. 43 BZO ZÃ¼rich</span><br/><span class="gerade">Art. 60 lit. I BZO ZÃ¼rich</span><br/><span class="ungerade">Art. 63 BZO ZÃ¼rich</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die Stadt ZÃ¼rich ist EigentÃ¼merin der Scheune Vers.-Nr. 01 auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 in X. Auf Gesuch des Amts fÃ¼r Hochbauten verzichtete der Stadtrat von ZÃ¼rich am 10. Januar 2001 auf die definitive Unterschutzstellung dieser Liegenschaft und entliess das GebÃ¤ude aus dem Inventar der Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diesen Beschluss liess die ZÃ¼rcherische Vereinigung fÃ¼r Heimatschutz am 26. Februar 2001 Rekurs erheben. Nachdem die Baurekurskommission I am 12. Juni 2001 einen Augenschein durchgefÃ¼hrt sowie am 3. September 2001 von der Denkmalpflegekommission des Kantons ZÃ¼rich eine Stellungnahme eingeholt hatte, wies sie den Rekurs am 9. August 2002 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen den Rekursentscheid liess die ZÃ¼rcherische Vereinigung fÃ¼r Heimatschutz am 18. September 2002 Beschwerde erheben und beantragen, die vorinstanzlichen BeschlÃ¼sse vom 10. Januar 2001 und 9. August 2002 aufzuheben und den Stadtrat zur Unterschutzstellung einzuladen; die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen und der Beschwerdegegner sei zu einer ParteientschÃ¤digung an die BeschwerdefÃ¼hrerin zu verpflichten. In prozessualer Hinsicht wurde ein Augenschein beantragt. Zur BegrÃ¼ndung wurde insbesondere vorgebracht, der Rekursentscheid beruhe auf einer unrichtigen Feststellung des massgeblichen Sachverhalts. Angesichts der die Unterschutzstellung befÃ¼rwortenden Stellungnahme der Denkmalpflegekommission des Kantons ZÃ¼rich vom 14. Februar 2002, der von der Vorinstanz verkannten prÃ¤genden Wirkung fÃ¼r das Ortsbild sowie der bestehenden Kernzone hÃ¤tten die Vorinstanzen das ihnen bei Unterschutzstellungen zustehende Ermessen missbrÃ¤uchlich betÃ¤tigt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission am 10. Oktober und der Stadtrat von ZÃ¼rich am 20. November 2002 beantragten Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht fÃ¼hrte am 5. Februar 2002 in Anwesenheit der Parteien einen Augenschein mit anschliessender Schlussverhandlung durch. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist gemÃ¤ss § 338a Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) zur Beschwerde legitimiert, und auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen sind erfÃ¼llt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) </span>Die Frage nach der SchutzwÃ¼rdigkeit des GebÃ¤udes bzw. der Entlassung aus dem Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung stellt sich hier im Zusammenhang mit einem von der Stadt ZÃ¼rich als EigentÃ¼merin des inventarisierten Objekts gestellten Provokationsbegehren im Sinn von § 213 PBG. In erster Linie ist deshalb zu prÃ¼fen, ob die streitbetroffene Scheune ein Schutzobjekt im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG darstellt. Falls dies zutrifft, wird zusÃ¤tzlich zu prÃ¼fen sein, ob sich der Abbruch des Schutzobjekts mit § 204 PBG Ã¼ber die Bindung des Gemeinwesens vereinbaren lÃ¤sst (vgl. JÃ¼rg Hess, Der Denkmalschutz im ZÃ¼rcherischen Planungs- und Baugesetz, ZÃ¼rich 1986, S. 143 ff.; Robert Imholz, Die Denkmalschutz-Bestimmungen des zÃ¼rcherischen Planungs- und Baugesetzes, in: Dokumente und Informationen zur Schweizerischen Orts-, Regional- und Landesplanung [DISP] Nr. 67, Juli 1982, S. 37; RB 1985 Nr. 94, 1985 Nr. 95 E. 2 = BEZ 1986 Nr. 5). GemÃ¤ss dieser Bestimmung haben Staat und Gemeinden in ihrer TÃ¤tigkeit dafÃ¼r zu sorgen, dass Schutzobjekte geschont und, wo das Ã¶ffentliche Interesse an diesen Ã¼berwiegt, ungeschmÃ¤lert erhalten bleiben. Wie beim Entscheid Ã¼ber eine formelle Unterschutzstellung nach § 205 lit. c PBG verlangt die Anwendung von § 204 PBG eine InteressenabwÃ¤gung, welche die entscheidenden BehÃ¶rden nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen vorzunehmen haben. Gegen die Erhaltung des Schutzobjekts kann eine dem betreffenden Gemeinwesen obliegende Ã¶ffentliche Aufgabe oder das Gebot des haushÃ¤lterischen Umgangs mit Ã¶ffentlichen Mitteln sprechen (VGr, 27. September 1996, BEZ 1996 Nr. 23). Dabei ist es Sache des Gemeinwesens als EigentÃ¼mer des Schutzobjekts, konkret darzulegen, inwiefern andere Ã¶ffentliche Interessen der Erhaltung im Wege stehen (RB 1985 Nr. 94).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">b) GemÃ¤ss § 203 Abs. 1 lit. c PBG sind Schutzobjekte unter anderem Ortskerne, GebÃ¤udegruppen, GebÃ¤ude und Teile sowie ZugehÃ¶r von solchen, die als wichtige Zeugen einer politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder baukÃ¼nstlerischen Epoche erhaltenswÃ¼rdig sind oder die Landschaften oder Siedlungen wesentlich mitprÃ¤gen, samt der fÃ¼r ihre Wirkung wesentlichen Umgebung. Bei der Anwendung dieser Bestimmung hat die verfÃ¼gende BehÃ¶rde zunÃ¤chst die darin enthaltenen unbestimmten Rechtsbegriffe auszulegen und obliegt ihr als Teil der Sachverhaltsermittlung die KlÃ¤rung der denkmalpflegerischen Bedeutung des in Frage stehenden Objekts. Insofern kann und soll sie nÃ¶tigenfalls die Expertisen oder Stellungnahmen von Fachgremien einholen, wie dies hier sowohl die erstinstanzlich verfÃ¼gende BehÃ¶rde wie auch die Baurekurskommission getan haben. Anschliessend hat die BehÃ¶rde zu prÃ¼fen, ob die denkmalpflegerische Bedeutung das Objekt zum "wichtigen Zeugen" oder zu einem wesentlich prÃ¤genden Teil einer Siedlung oder Landschaft im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG macht; das Ergebnis der Sachverhaltsfeststellung â und mithin auch die Stellungnahmen von Fachleuten und -gremien â wÃ¼rdigen die rechtsanwendenden BehÃ¶rden frei (§ 7 Abs. 4 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Eine Unterschutzstellung setzt voraus, dass die rechtsanwendende BehÃ¶rde auf Grund der denkmalpflegerischen Bedeutung des betreffenden Objekts zur Ãberzeugung gelangt, bei diesem handle es sich um einen "wichtigen Zeugen". Dazu bedarf es der Auslegung dieses unbestimmten Rechtsbegriffs. Dabei geht es zwar um die Beurteilung einer Rechtsfrage (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich/Basel/Genf 2002, Rz. 448), die gemÃ¤ss § 50 Abs. 1 VRG der ÃberprÃ¼fung durch das Verwaltungsgericht zugÃ¤nglich ist. Jedoch ist zu beachten, dass der fÃ¼r die Unterschutzstellung zustÃ¤ndigen VerwaltungsbehÃ¶rde bei der Beurteilung der Frage, ob die wichtige Zeugeneigenschaft im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG gegeben sei, eine besondere Entscheidungsfreiheit im Grenzbereich zwischen Rechtsanwendung und ErmessensbetÃ¤tigung zukommt (vgl. BGE 115 Ib 131 E. 3), deren Handhabung die Rechtsmittelinstanzen nicht frei Ã¼berprÃ¼fen kÃ¶nnen (RB 1982 Nr. 37). Das Verwaltungsgericht mit seiner gemÃ¤ss § 50 VRG von vornherein eingeschrÃ¤nkten ÃberprÃ¼fungsbefugnis hat deshalb namentlich zu prÃ¼fen, ob die fÃ¼r die Unterschutzstellung zustÃ¤ndige VerwaltungsbehÃ¶rde alle wesentlichen Gesichtspunkte vollstÃ¤ndig und gewissenhaft untersucht und gewÃ¼rdigt hat (vgl. BGE 115 Ib 131 E. 3).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Die streitbetroffene Stallscheune liegt in der Kernzone X gemÃ¤ss Bau- und Zonenordnung der Stadt ZÃ¼rich vom 17. Mai 1992 (BZO). Das GebÃ¤ude liegt ausserhalb einer im Kernzonenplan bezeichneten Ã¼berbaubaren FlÃ¤che im Sinn von Art. 27 BZO. Nach den Zusatzvorschriften X (Art. 63 BZO) dÃ¼rfen im gesamten Bereich dieser Kernzone HauptgebÃ¤ude auch ausserhalb dieser FlÃ¤chen erstellt werden; die Zusatzvorschriften legen hiefÃ¼r die Grundmasse fest. X gehÃ¶rt laut Bau- und Zonenordnung zu den aus den ursprÃ¼nglichen BauerndÃ¶rfern entwickelten Dorfkernen; sie setzen sich zusammen aus den alten BauerngehÃ¶ften (16.â18. Jahrhundert) mit klarer Gliederung in Wohn- und Ãkonomieteil und einzelnen, in die LÃ¼cken gesetzten Wohn- und Gewerbebauten des 19. Jahrhunderts (Art. 60 Abs. 1 BZO). FÃ¼r rund die HÃ¤lfte der Bauten im Dorfkern von X ist Profilerhaltung im Sinn von Art. 28 BZO vorgeschrieben. Der grÃ¶ssere Teil der Bauten hat Aufnahme ins Inventar gefunden und zwei Bauten wurden unter Schutz gestellt. Die 1939 erstellte Scheune liegt dem Dorfkern sÃ¼dlich vorgelagert im freien Feld. SÃ¼dlich der Kernzone schliessen sich bis zur Stadtgrenze eine Freihaltezone, westlich eine zweigeschossige und Ã¶stlich eine dreigeschossige Wohnzone an.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Ob im Zusammenhang mit einem durch Kernzonenbestimmungen geschÃ¼tzten Ortsbild fÃ¼r ein einzelnes GebÃ¤ude Schutzmassnahmen zu treffen sind, die Ã¼ber den Schutz durch die Kernzonenbestimmungen hinausgehen, hÃ¤ngt nicht nur von der besonderen Stellung und Lage der Baute im Ortsbild ab; die Baute muss auch von ihrer besonderen Gestaltung und Erscheinung her sowie hinsichtlich der vorhandenen Bausubstanz zur prÃ¤genden Wirkung beitragen (RB 1997 Nr. 73). <span>Bei Siedlungen, die ihrerseits den Anforderungen an ein Schutzobjekt genÃ¼gen, kÃ¶nnen gestÃ¼tzt auf § 203 Abs. 1 lit. c PBG auch einzelne Teile in den Schutzbereich einbezogen werden, wenn diese zwar selber nicht geradezu den Wert eines Schutzobjekts aufweisen, aber die schutzwÃ¼rdige Siedlung wesentlich mitprÃ¤gen (BGr, 6. Mai 1998, 1P.637/1997; vgl. auch RB 1990 Nr. 71) bzw. entscheidend zu deren SchutzwÃ¼rdigkeit beitragen. Gefragt wird in solchen FÃ¤llen nach dem Eigenwert sowie nach dem Stellen- oder Situationswert der Objekte, wobei sich die SchutzwÃ¼rdigkeit auch aus dem Zusammenspiel beider Komponenten ergeben kann (vgl. RB 1997 Nr. 73).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt in erster Linie eine fehlerhafte Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz. Es treffe nicht zu, dass wegen der sich im Bau befindlichen und geplanten Neubauten im Nahbereich des Schutzobjekts dieses seine imposante Erscheinung am sÃ¼dlichen Dorfeingang einbÃ¼ssen werde. Ebenso wÃ¼rden die Neubauten die Torwirkung des Schutzobjekts am sÃ¼dlichen Dorfeingang nicht beeintrÃ¤chtigen; vielmehr dÃ¼rfte der Erinnerungswert der Stallscheune durch ihre zentrale Lage im neuen Quartier noch zunehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie sich aus den beigezogenen PlÃ¤nen der Ã¶stlich der K-strasse auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nrn. 03 und 04 entstehenden WohnÃ¼berbauung sowie den durch den Augenschein gewonnenen Erkenntnissen ergibt, trifft die Feststellung der Baurekurskommission, dass die Scheune nicht nur ihre imposante Erscheinung, sondern auch ihre Torwirkung einbÃ¼ssen werde, und dass von einem dominierenden und das Ortsbild wesentlich prÃ¤genden Merkpunkt dann nicht mehr gesprochen werden kÃ¶nne, jedenfalls in dieser Absolutheit nicht zu.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die ArealÃ¼berbauung mit sieben MehrfamilienhÃ¤usern an der L-strasse westlich der Scheune ist mittlerweile fertig gestellt. Dank der Anordnung der Bauten mit der kÃ¼rzeren Seite zur L-strasse und ihrer sorgfÃ¤ltigen Gestaltung sowie dem grossen Abstand der Scheune zur dazwischen liegenden L-strasse hat diese Ãberbauung den Situationswert der Scheune nicht wesentlich beeintrÃ¤chtigt. Zwar wird sie nun auf ihrer Westseite von Bauten umfasst, doch kann sie dank ihrer mÃ¤chtigen Kubatur, der deutlichen Entfernung zu den Neubauten und dem gegen Norden und Nordosten offen bleibenden UmgelÃ¤nde ihre dominierende Stellung bewahren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Ã<span>stlich der K-strasse entsteht auf den GrundstÃ¼cken Kat.-Nrn. 03 und 04 eine genossenschaftliche Ãberbauung mit zwei riesigen BaukÃ¶rpern. Der der Scheune nÃ¤her gelegene ist lÃ¤ngs der K-strasse angeordnet und nimmt eine LÃ¤nge von Ã¼ber 100 m ein. WÃ¤hrend die K-strasse im Bereich der SÃ¼dwestecke des BaugrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 04 auf 480 m HÃ¶he verlÃ¤uft, wird das Dach des lang gezogenen BaukÃ¶rpers im sÃ¼dlichen Teil auf 500 m HÃ¶he liegen, das heisst 20 m Ã¼ber dem Niveau der K-strasse und immer noch rund 6 m Ã¼ber demjenigen der westlich der Scheune gelegenen L-strasse. Es ist offenkundig, dass diese wuchtige Ãberbauung einen mindestens ebenso deutlichen Akzent setzen wird wie die streitbetroffene Scheune. Allerdings liegt sie rund 10 m tiefer und ist sie von der Scheune ca. 150 m entfernt, so dass sie die imposante Erscheinung der Scheune nicht beeintrÃ¤chtigen wird.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auch die Funktion der Scheune, den Eingang zur Kernzone von X zu markieren, wird durch die beiden erwÃ¤hnten Ãberbauungen nicht beeintrÃ¤chtigt. Diese werden zwar, wie dies durch den Zonenplan vorgezeichnet ist, das der Kernzone zugewiesene ScheunengrundstÃ¼ck westlich und Ã¶stlich umfassen, doch bleibt die </span>Ã<span>ffnung zur sÃ¼dlichen Freihaltezone unverstellt. Die Scheune wird deshalb trotz dieser beiden Ãberbauungen von weither einsehbar bleiben und die Verbindung zwischen unbebautem Stadtrandgebiet und lÃ¤ndlich geprÃ¤gter Kernzone markieren kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GrÃ¶ssere Gefahr droht dem Situationswert durch die Ãberbauung des noch ungenutzten Teils des ScheunengrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 02. Allerdings ist zu berÃ¼cksichtigen, dass die Stadt als EigentÃ¼merin schon gemÃ¤ss § 204 PBG bei einer Ãberbauung des RestgrundstÃ¼cks das Schutzobjekt zu schonen hÃ¤tte, was eine entsprechend sorgfÃ¤ltige Anordnung der gemÃ¤ss Art. 63 BZO noch zulÃ¤ssigen Baumasse erfordern wÃ¼rde. Sodann hÃ¤tte diese Ãberbauung laut Art. 43 BZO ohnehin den typischen Gebietscharakter zu wahren und sich gut einzuordnen. Da indessen die Akten keinen Aufschluss geben Ã¼ber die neben der Scheune auf dem GrundstÃ¼ck verbleibenden ÃberbauungsmÃ¶glichkeiten, ist eine Beurteilung der dadurch drohenden BeeintrÃ¤chtigung des Situationswerts zurzeit nur beschrÃ¤nkt mÃ¶glich. Das grosse Volumen wird der Scheune angesichts der Baumassenziffer von 22 % (Art. 63 Abs. 1 BZO) jedenfalls einen betrÃ¤chtlichen Umschwung freihalten, sodass entgegen der Auffassung der Baurekurskommission nicht von vornherein gesagt werden kann, die Scheune werde durch die Ãberbauung des RestgrundstÃ¼cks ihre das Ortsbild prÃ¤gende Wirkung verlieren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Dem angefochtenen Beschluss des Stadtrats vom 10. Januar 2001 betreffend Verzicht auf definitive Unterschutzstellung und Inventarentlassung liegen eingehende AbklÃ¤rungen der SchutzwÃ¼rdigkeit der streitbetroffenen Scheune zugrunde. Aus Anlass des Gesuchs um Inventarentlassung erstellte das Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich, ArchÃ¤ologie und Denkmalpflege, ein gut dokumentiertes Gutachten, welches die QualitÃ¤t des GebÃ¤udes als Schutzobjekt im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG bejahte. Das Gutachten bescheinigt der Scheune Seltenheits- und baukÃ¼nstlerischen Wert (S. 2), weist auf seine betrÃ¤chtliche stÃ¤dtebauliche und identitÃ¤tsstiftende Wirkung am Eingang zum alten Dorfkern von X hin (S. 2) und zeigt seine Bedeutung im Rahmen der Siedlungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Stadt (S. 2 f.) und des Quartiers K- (S. 3) auf. In der Folge besichtigte die stÃ¤dtische Kommission fÃ¼r Denkmalpflege die Scheune und beschÃ¤ftigte sich an zwei Sitzungen mit der Frage der SchutzwÃ¼rdigkeit. In der ersten Sitzung vom 3. Juli 2000 wurde die Wertung des Gutachtens als nicht in allen Punkten stringent bezeichnet; es sprÃ¤chen zwar einige Aspekte fÃ¼r die SchutzwÃ¼rdigkeit, doch fehle es an einem Quervergleich mit anderen schutzwÃ¼rdigen </span>Ã<span>konomiegebÃ¤uden aus dem 20. Jahrhundert in der Stadt ZÃ¼rich. Zweifel an der wichtigen Zeugeneigenschaft der Scheune wurden hauptsÃ¤chlich damit begrÃ¼ndet, dass vom Zeugen nicht mehr genÃ¼gend Ã¼brig bleiben kÃ¶nnte, wenn Teile der Tragkonstruktion ersetzt werden mÃ¼ssten oder zur ErmÃ¶glichung einer Umnutzung aus dem Kaltraum eine wÃ¤rmeisolierte Grossbaute entstehen wÃ¼rde; unter ortsbaulichem Aspekt sei zu bedenken, dass die Bauordnung eine weitreichende NeuÃ¼berbauung im Umfeld der Scheune zulasse. FÃ¼r die zweite Sitzung vom 6. November 2000 wurden von der zustÃ¤ndigen Fachstelle drei Objekte auf ZÃ¼rcher Stadtgebiet dokumentiert, welche mit der Scheune in X vergleichbar seien, nÃ¤mlich ein </span>Ã<span>konomiegebÃ¤ude an der O-strasse aus dem Jahr 1931, ein weiteres an der M-strasse aus dem Jahr 1921 und eine Doppelscheune an der N-strasse aus dem Jahr 1934. An der Sitzung wurde erwogen, dass alle diese Objekte keinem besonderen Baudruck ausgesetzt seien und ihr Ensemblewert noch intakt sei. In der Diskussion wurde auf den weitgehend intakten Dorfkern von X hingewiesen, zu dessen Bild die Scheune mit der nicht Ã¼berbauten Wiese gehÃ¶re. Dem wurde entgegengehalten, dass zweifelhaft sei, ob sich das angestrebte Schutzziel erreichen lasse, wenn die Scheune nicht mehr die ihr zugedachte Funktion erfÃ¼llen kÃ¶nne. Sodann wurde der Denkmalwert als solcher in Frage gestellt. Abschliessend qualifizierte die Mehrheit der Kommission die Scheune nicht als Schutzobjekt im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG, welche WÃ¼rdigung der Stadtrat im angefochtenen Beschluss vom 10. Januar 2001 Ã¼bernahm. Die Scheune habe in baukÃ¼nstlerischer, orts- und siedlungs- sowie wirtschaftsgeschichtlicher Hinsicht zwar einen gewissen Zeugencharakter, doch zeige der Vergleich mit den anderen Scheunen aus dem 20. Jahrhundert, dass ihr kein herausragender Wert zukomme. Gemessen an dieser vergleichsweise geringen Bedeutung und angesichts des erheblichen Volumens der Scheune erweise sich eine Unterschutzstellung unter Beibehaltung der bisherigen Nutzung als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Dies gelte umso mehr, wenn berÃ¼cksichtigt werde, dass der Verzicht auf die FortfÃ¼hrung der landwirtschaftlichen Nutzung den Charakter und somit das Objekt als solches stark beeintrÃ¤chtigen, wenn nicht gar zerstÃ¶ren wÃ¼rde. Die Scheune kÃ¶nnte nach einer Ãberbauung des angrenzenden Wieslands ihre Funktion als "Stadttor" an der Zufahrtsstrasse von Y kaum mehr wahrnehmen, und die Erhaltung der Scheune wÃ¼rde die geplante WohnÃ¼berbauung auf diesem GrundstÃ¼ck unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig einschrÃ¤nken.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission fÃ¼hrte am 12. Juni 2001 einen Augenschein durch und ersuchte am 3. September 2001 die Denkmalpflegekommission des Kantons ZÃ¼rich um eine Stellungnahme. Die Kommission kam in ihrem Bericht vom 14. Februar 2002 zum Schluss, dass die Scheune fÃ¼r sich und als unabdingbarer Bestandteil des Ortsteils X als wichtiger Zeuge im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG zu qualifizieren sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Die Baurekurskommission hat entgegen der Stellungnahme der kantonalen Denkmalpflegekommission den gegen den Verzicht auf Unterschutzstellung erhobenen Rekurs abgewiesen. Entgegen der Auffassung der Denkmalpflegekommission folge aus der Zuweisung des ScheunengrundstÃ¼cks zur Kernzone, der Inventarisierung des GebÃ¤udes und der Selbstbindung des Gemeinwesens nicht zwingend die Pflicht zur Erhaltung der Scheune. Dieser komme zwar unbestrittenermassen ZeugenqualitÃ¤t zu. Die zum Vergleich herbeigezogenen </span>Ã<span>konomiegebÃ¤ude an der O-, der M- und der N-strasse wÃ¼rden aber das weit weniger reichhaltig gestaltete Streitobjekt in seinem architektonischen Ausdruck deutlich Ã¼bertreffen, weshalb ihr der Beschwerdegegner im Rahmen seines Ermessens zulÃ¤ssigerweise den geforderten hervorragenden Eigenwert habe absprechen kÃ¶nnen. Sodann habe die Kommission in Bezug auf den Situationswert die in der Umgebung entstehenden Ãberbauungen zu wenig berÃ¼cksichtigt. Die Ãberlegung der Denkmalpflegekommission, dass die Bauten "im Q" beim Abbruch der Scheune ein "wesentlich grÃ¶sseres volumetrisches Gewicht" erhalten wÃ¼rden, vernachlÃ¤ssige, dass die Scheune einer NeuÃ¼berbauung Platz machen solle. Aufgrund der in naher Zukunft an die Scheune heranrÃ¼ckenden Neubauten gehe der den Ortskern umgebende GrÃ¼nraum weitgehend verloren. Damit bÃ¼sse die Scheune nicht nur ihre imposante Erscheinung, sondern auch ihre Torwirkung ein. Von einem dominierenden und das Ortsbild wesentlich mitprÃ¤genden Merkpunkt kÃ¶nne dann nicht mehr gesprochen werden. Wollte man die prÃ¤gende Wirkung der Stallscheune erhalten, wÃ¤re im Rahmen der Unterschutzstellung ein betrÃ¤chtlicher Umschwung auszuscheiden, was mit der erst 1999 festgesetzten Zonierung unvereinbar wÃ¤re. Wenn dieser Umschwung nicht schon damals mit planerischen Mitteln freigehalten worden sei, so lege dies den Schluss nahe, dass der Scheune offenbar keine besondere Bedeutung fÃ¼r das Ortsbild beigemessen worden sei. Insgesamt sei damit der Scheune auch die siedlungsprÃ¤gende Wirkung im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c abzusprechen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin wirft der Vorinstanz neben der RÃ¼ge der unrichtigen Sachverhaltsfeststellung (vorn E. 4) vor, sie habe der streitbetroffenen Scheune den hervorragenden Eigenwert unzulÃ¤ssigerweise aufgrund eines Vergleichs ihres baukÃ¼nstlerischen Werts mit den drei Referenzobjekten abgesprochen und damit verkannt, dass die Zeugen-eigenschaft der Scheune in ihrer siedlungs-, wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Bedeutung liege. Im Zusammenhang mit dem Situationswert habe die Vorinstanz abgesehen von der unrichtigen Sachverhaltsfeststellung auch verkannt, dass die Kernzone fÃ¼r X ihre Funktion zur Erhaltung des Ortsbilds nur entfalten kÃ¶nne, wenn die dieses Ortsbild prÃ¤gende Scheune erhalten bleibe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. a) Wie in ErwÃ¤gung 4 dargelegt wurde, ist die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz insofern zu korrigieren, als weder die westlich und Ã¶stlich des ScheunengrundstÃ¼cks erstellten bzw. im Bau befindlichen Neubauten noch die auf diesem GrundstÃ¼ck selber neben der Scheune noch mÃ¶gliche Ãberbauung dazu fÃ¼hren, dass die Scheune ihre imposante Erscheinung am sÃ¼dlichen Dorfeingang und ihre Torwirkung (vollstÃ¤ndig) einbÃ¼ssen wird. Mit einer gewissen BeeintrÃ¤chtigung ihrer Funktion als dominierendem und das Ortsbild prÃ¤gendem Merkpunkt wird zwar insbesondere als Folge der Ãberbauung des RestgrundstÃ¼cks zu rechnen sein; bei der im Fall einer Unterschutzstellung der Scheune aufgrund der Selbstbindung des Gemeinwesens sowie der Kernzonenbestimmungen und von § 238 Abs. 2 PBG gebotenen RÃ¼cksichtnahme bei der Gestaltung einer solchen Ãberbauung wird jedoch die historische Weiterentwicklung des bÃ¤uerlichen Ortskerns durch die am Dorfrand erstellte Scheune nachvollziehbar bleiben. Die Scheune wird weiterhin erkennbar die Verbindung zwischen dem Dorfkern und dem einst landwirtschaftlich genutzten, heute der Freihaltezone zugewiesenen Umland der Stadt herstellen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Was die rechtliche WÃ¼rdigung betrifft, so geht es nicht an, beim Entscheid Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit Eigen- und Situationswert eines Schutzobjekts nur je fÃ¼r sich allein zu berÃ¼cksichtigen; der denkmalpflegerische Wert kann sich, wie vorn in ErwÃ¤gung 3 dargelegt, auch aus dem Zusammenspiel dieser Komponenten ergeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Trotz dieser am vorinstanzlichen Entscheid anzubringenden Korrekturen erweisen sich der Verzicht auf die Unterschutzstellung und die Inventarentlassung jedoch nicht als rechtsverletzend. Insbesondere trifft es nicht zu, dass die Vorinstanz mit der BerÃ¼cksichtigung der baukÃ¼nstlerischen QualitÃ¤t der Scheune einen sachlich nicht gerechtfertigten Massstab angelegt hat. Wie sich aus den ErwÃ¤gungen des Rekursentscheids ergibt, hat die Vorinstanz die ZeugenqualitÃ¤t der Baute in baukÃ¼nstlerischer, siedlungs- und wirtschaftsgeschichtlicher Hinsicht anerkannt; hingegen hat sie zulÃ¤ssigerweise einen Vergleich mit den drei weiteren aus dem 20. Jahrhundert stammenden Stallscheunen auf StadtzÃ¼rcher Gebiet angestellt und dabei den unbestrittenermassen geringeren baukÃ¼nstlerischen Wert der Scheune in X hervorgehoben. Diese Differenzierung ist sachlich gerechtfertigt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie die sorgfÃ¤ltigen AbklÃ¤rungen der stÃ¤dtischen BehÃ¶rden und der Rekurskommission zeigen, kommt der Scheune als Schutzobjekt ein gewisser Eigenwert in sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeschichtlicher Hinsicht zu. FÃ¼r sich allein vermag er eine Unterschutzstellung der Scheune vor allem deshalb nicht zu rechtfertigen, weil eine WeiterfÃ¼hrung der angestammten Nutzung als Stallscheune mangels Bedarfs nicht in Frage kommt; die deshalb notwendige Umnutzung wÃ¤re mit baulichen Eingriffen verbunden, welche den Eigenwert deutlich vermindern wÃ¼rden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Sodann wird auch von den Vorinstanzen anerkannt, dass der Baute im Zusammenhang mit der exponierten Lage am sÃ¼dlichen Rand der durch eine Kernzone geschÃ¼tzten, durch lÃ¤ndliche Bauten geprÃ¤gten Siedlung von X ein bestimmter Situationswert zukommt. Allerdings dÃ¼rften sie die BeeintrÃ¤chtigung dieses Werts durch die in der nÃ¤heren Umgebung entstehenden Neubauten Ã¼berschÃ¤tzt haben. Jedenfalls ist dieser Situationswert aber nicht derart hoch, dass er fÃ¼r sich allein oder in Verbindung mit dem eher geringen Eigenwert des Objekts den Verzicht auf die Unterschutzstellung als rechtsverletzend erscheinen lÃ¤sst. Die Scheune und ihr freies UmgelÃ¤nde stellen zwar heute in nachvollziehbarer Weise die Verbindung her zwischen den lÃ¤ndlichen Bauten des eigentlichen Ortskerns und der am Stadtrand verbliebenen, durch die Freihaltezone gesicherten offenen Landschaft; die Umnutzung der Liegenschaft wÃ¼rde diese Funktion nicht wesentlich beeintrÃ¤chtigen. Mit dem Abbruch der Scheune und der zonengemÃ¤ssen NeuÃ¼berbauung des GrundstÃ¼cks ginge diese Verbindungs- oder Torfunktion jedenfalls verloren. Das bedeutet aber nicht, dass, wie die BeschwerdefÃ¼hrerin offenbar annimmt, das gesamte Ortsbild und damit die Funktion der dortigen Kernzone in Frage gestellt wird. Die NeuÃ¼berbauung des ScheunengrundstÃ¼cks wird gemÃ¤ss Art. 43 BZO und § 238 Abs. 2 PBG auf den Ortskern besondere RÃ¼cksicht nehmen mÃ¼ssen, und die Stadt ZÃ¼rich als EigentÃ¼merin ist auch aufgrund von § 204 Abs. 1 PBG zur Schonung des geschÃ¼tzten Ortskerns verpflichtet. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die NeuÃ¼berbauung zwar nicht die erwÃ¤hnte Verbindungsfunktion der Scheune zu ersetzen, aber einen schonenden Ãbergang zwischen dem altem Dorfkern und dem neu Ã¼berbauten Gebiet herzustellen vermag.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die WÃ¼rdigung, die Scheune sei nicht als Schutzobjekt im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG zu qualifizieren, erweist sich damit als nicht rechtsverletzend.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>8. Falls die Scheune gleichwohl als Schutzobjekt qualifiziert wÃ¼rde, wÃ¤re im Rahmen der gemÃ¤ss § 204 Abs. 1 PBG vorzunehmenden InteressenabwÃ¤gung zu prÃ¼fen, ob das Erhaltungsinteresse gegenÃ¼ber den entgegenstehenden anderen Ã¶ffentlichen Interessen zu Ã¼berwiegen vermÃ¶chte. Der Beschwerdegegner hat im angefochtenen Beschluss vom 10. Januar 2001 darauf hingewiesen, dass die Erhaltung der Scheune die geplante Realisierung einer WohnÃ¼berbauung auf diesem GrundstÃ¼ck unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig einschrÃ¤nken werde. Ohne dass weitere AbklÃ¤rungen erforderlich sind, lassen Volumen und Lage der Scheune den Schluss zu, dass diese EinschrÃ¤nkung gegen 50 % der maximal mÃ¶glichen Wohnnutzung ausmachen dÃ¼rfte; zudem wÃ¼rde eine den Charakter der Scheune schonende Umnutzung erhebliche Investitionen erfordern. Unter diesen UmstÃ¤nden wÃ¤re es jedenfalls nicht rechtsverletzend, wenn den Ã¶ffentlichen Interessen am Bau neuer Wohnungen und am sparsamen Umgang mit Ã¶ffentlichen Mitteln der Vorrang eingerÃ¤umt wÃ¼rde gegenÃ¼ber der Erhaltung eines Objekts, dessen SchutzwÃ¼rdigkeit mit vertretbaren GrÃ¼nden so oder anders beurteilt werden kann.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>9. Die Beschwerde erweist sich damit in der Hauptsache als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen; ...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">2.<span> </span><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Abweichende Meinung einer Minderheit des Verwaltungsgerichts:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Eine Minderheit des Gerichts hat gestÃ¼tzt auf § 138 Abs. 4 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976 (GVG) folgende Ansicht zu Protokoll gegeben:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die SchutzwÃ¼rdigkeit grÃ¼ndet vorliegend im Zusammenspiel von Situations- und Eigenwert der streitbezogenen Scheune. Diese hat infolge ihrer imposanten Ausmasse, ihrer Stellung am SÃ¼drand der Kernzone und ihrer â von SÃ¼den aus gesehen â erhÃ¶hten Lage eine prÃ¤gende Wirkung. Optisch wird der entstehende Eindruck zu Recht als "Torwirkung" umschrieben. FÃ¼r den sÃ¼dseits stehenden Betrachter wird der SÃ¼dteil der Kernzone X "inhaltlich und lagemÃ¤ssig" erlebbar. Diesen Eindruck vermÃ¶gen die bestehende Ãberbauung westseits und die geplante Ãberbauung auf der Ostseite nicht entscheidend zu schmÃ¤lern. Die Ãberbauung auf der Westseite erscheint wegen der Anordnung der BaukÃ¶rper, der erhÃ¶hten Lage und der Distanz zur Scheune als neuzeitliche und in sich abgeschlossene Ãberbauung. Die Ã¶stlich geplante genossenschaftliche Ãberbauung ist relativ, d.h. rund 150 m weit von der Scheune entfernt und vermag aus diesem Grund den Situationswert nicht entscheidend zu beeintrÃ¤chtigen. Eine kÃ¼nftige Ãberbauung in unmittelbarer NÃ¤he der Scheune mÃ¼sste laut § 238 Abs. 2 PBG in architektonisch-Ã¤sthetischer Hinsicht besondere RÃ¼cksicht auf die Scheune nehmen, so dass gerade keine BeeintrÃ¤chtigung der SchutzobjektsqualitÃ¤t entsteht. Dabei mÃ¼sste es die Stadt ZÃ¼rich als GrundeigentÃ¼merin auch in Kauf nehmen, dass die nach Regelbauweise zulÃ¤ssige bauliche AusnÃ¼tzung nicht voll ausgeschÃ¶pft werden kann. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Gutachten des Amtes fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich, ArchÃ¤ologie und Denkmalpflege, wie auch das Gutachten der Denkmalpflegekommission des Kantons ZÃ¼rich vom 14. Februar 2002 bescheinigen der Scheune auch eine SchutzwÃ¼rdigkeit infolge ihres Eigenwertes. Die von der Vorinstanz zum Vergleich beigezogenen OekonomiegebÃ¤ude an der O-, M- und N-strasse mÃ¶gen das streitige Objekt in ihrem "architektonischen Ausdruck Ã¼bertreffen" und "reichhaltiger gestaltet" sein; dies vermag die Zeugenschaft der streitigen Scheune in ihrer siedlungs-, wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Bedeutung fÃ¼r X aber nicht zu ersetzen. Hinzu kommt die SchutzobjektsqualitÃ¤t infolge der geschilderten Kombination von Situations- und Eigenwert.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. FÃ¼r rund die HÃ¤lfte der HÃ¤user in der Kernzone X ist die Profilerhaltung vorgeschrieben. Weiter ist der grÃ¶ssere Teil der Bauten inventarisiert und zwei Bauten wurden unter Schutz gestellt. Diese Regelungen und Massnahmen zielen in ihrer Gesamtheit auf eine weitgehende optische und sogar substanzielle Erhaltung des teilweise intakten Dorfkerns X. Diese Zielsetzung wÃ¼rde in bedeutendem Mass durch einen Abbruch der streitigen Scheune beeintrÃ¤chtigt. Die bereits heute sehr kleine Kernzone wÃ¼rde eines bedeutenden "Eckpfeilers" beraubt und der restliche Dorfkern wÃ¤re marginalisiert. Die Scheune stellt gerade wegen ihrer GrÃ¶sse eine gewisses stÃ¤dtebauliches Gegengewicht zu den Ã¶stlich und westlich erstellten bzw. geplanten Ãberbauungen dar. EntfÃ¤llt dieses Element und entsteht an Stelle der Scheune ein NeuÃ¼berbauung, so erhalten die erwÃ¤hnten NeuÃ¼berbauungen im SÃ¼dbereich der Kernzone eine Dominanz, welche die verbleibende Kernzone geradezu erdrÃ¼ckt und die Erhaltung des bÃ¤uerlichen Ortskerns "in seiner Eigenart" (§ 50 Abs. 1 PBG) illusorisch macht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Die Schutzeigenschaft wird auch nicht dadurch aufgehoben, dass die Scheune einer neuen Nutzung zugefÃ¼hrt werden mÃ¼sste. Es gibt genÃ¼gend gelungene Beispiele von zeitgemÃ¤ssen neuen Nutzungen frÃ¼herer landwirtschaftlicher OekonomiegebÃ¤ude, bei welchen der Eigenwert trotz baulicher Massnahmen ungeschmÃ¤lert erhalten blieb. Ja es kann geradezu gesagt werden, dass eine gelungene Kombination von neuzeitlicher Nutzung in ehemals landwirtschaftlich (aber auch gewerblich-industriell) genutzten GebÃ¤uden einen Reiz vermittelt, welcher von neuzeitlichen Bauten nicht auszugehen vermag. Dem Gemeinwesen stehen hierzu viel mehr MÃ¶glichkeiten (Quartiernutzungen etc.) offen als einem privaten GrundeigentÃ¼mer. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Unter diesen UmstÃ¤nden erweist sich der Verzicht auf die Unterschutzstellung und die Inventarentlassung als rechtsverletzend und die Beschwerde ist vollumfÃ¤nglich gutzuheissen.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>