<h2>SubmittedText<h2><p>In den Fliessgewässern steigt die Wassertemperatur seit Jahren kontinuierlich an. Fische leiden unter dem Wärmestress, insbesondere die sensible Bachforelle wird stark dezimiert. Die Erwärmung ist auf die Klimaänderung zurückzuführen; die EPFL hat festgestellt, dass auch das Kühlwasser aus Atomkraftwerken (AKW) die Flüsse aufheizt.</p><p>- Wie hoch ist der Beitrag der AKW einzeln und insgesamt?</p><p>- Was wird unternommen, damit die Erwärmung durch die AKW reduziert wird?</p><p>- Wie sieht die Zukunft der einheimischen Fische aus?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Beitrag der einzelnen Atomkraftwerke (AKW) an die Gewässererwärmung beträgt: </p><p>- AKW Mühleberg: ab Ende 2019 nicht mehr relevant (Ausserbetriebnahme) </p><p>- AKW Gösgen (Aare): je nach Wasserführung rund 0,02 bis 0,07 Grad Celsius </p><p>- AKW Leibstadt (Rhein): rund 0,02 bis 0,03 Grad Celsius </p><p>- AKW Beznau 1 und 2 (Aare): je nach Wasserführung der Aare zwischen rund 0,2 und rund 1,7 Grad Celsius bei Volllast; bei "normalen" Abflussmengen im Sommer (Juli bis September) rund 0,4 Grad Celsius bis über 1 Grad Celsius bei Volllast. </p><p>2. Die Wärmeeinträge der beiden AKW Gösgen und Leibstadt sind insgesamt gering. Da sie primär mit Kühltürmen gekühlt werden, würde selbst eine vollständige (vorübergehende) Einstellung der Stromproduktion keine wesentliche Verminderung der eingeleiteten Wärmemenge bringen. Die beiden Reaktoren von Beznau verfügen über keine Kühlturmkühlung, die gesamte nichtverwendbare Abwärme wird an die Aare abgegeben. Hier kann durch eine (vorübergehende) Produktionsreduktion oder -einstellung in kritischen Zeiträumen der Wärmeeintrag in relevantem Mass vermindert werden. Die Abführung der Restzerfallswärme der Brennelemente muss jedoch jederzeit sichergestellt sein. Anhang 2 Ziffer 12 Absatz 3 der Gewässerschutzverordnung verlangt, dass die Wasserqualität eines Fliessgewässers durch Wassereinleitungen nicht derart verändert werden darf, dass sie für das Gedeihen der standorttypischen Lebensgemeinschaften nicht mehr genügt. Anderenfalls muss die Bewilligungsbehörde über die erforderlichen Einschränkungen bei der Einleitung des Kühlwassers befinden. </p><p>3. Fischarten wie Forellen und Äschen sind auf kühle Gewässer angewiesen. Sie sind von der Gewässererwärmung durch den Klimawandel und von der künstlichen Gewässererwärmung stark betroffen. Insbesondere im Mittelland ist mit einer weiteren Verschärfung der Bedrohungslage dieser Fischarten durch den prognostizierten Temperaturanstieg zu rechnen. Kaltwasserliebende Fischarten finden in naturnahen Gewässern kühle Grundwasseraufstösse und können in kühlere Zuflüsse ausweichen. Entsprechend wichtig ist es, die Lebensräume aufzuwerten beziehungsweise zu vernetzen. Gewässer sollten ausreichend Strukturen mit Schattenmöglichkeiten im Offenland aufweisen, und die ökologische Sanierung der Wasserkraft muss rasch umgesetzt werden.</p>