Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. November 2014 (720 14 136) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente, Adipositas, Beweiswert eines Gutachtens, Schadenminderungspflicht Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Tobias Rebmann Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Monica Armesto, Advo- katin, indemnis, Spalenberg 20, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1971 geborene A.____ meldete sich im Septemb er 2011 unter Hinweis auf Schlafapnoe, extreme Wassereinlagerungen, Bluthochd ruck, Migräne und Gehunfähigkeit bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leist ungsbezug an. Die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) nahm medizinische und erwerb liche Abklärungen vor und lehnte in der Folge mit Vorbescheid vom 14. März 2012 einen Rentenanspruch ab. Nachdem die Versicherte dagegen Einwände erhoben hatte, holte die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten bei der asim (Swiss Academy of Insurance Medicine) ein, wel ches am 21. November 2012 erstattet Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht wurde. Gestützt auf dieses Gutachten lehnte die IV-Stel le mit Verfügung vom 21. März 2014 - nach erneuter Durchführung eines Vorbescheidverfahrens - einen Rentenanspruch unter Hin- weis auf einen IV-Grad von 37% ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten dur ch Monica Armesto, Advokatin, am 12. Mai 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilun g Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht). Darin beantragte sie, die Verfügung vom 21. März 2014 sei aufzuheben und die Be- schwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführe rin mit Wirkung ab dem 1. März 2012 eine ganze Invalidenrente nach Massgabe eines Inval iditätsgrades von mindestens 70% auszurichten; eventualiter sei die angefochtene Verfü gung aufzuheben und die Beschwerde- gegnerin zu verpflichten, über die Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin nach Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen erneut zu entscheiden. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Durchführung einer öffentlichen Parteiverhandlung. Im Weiteren ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung so wie der unentgeltlichen Verbeiständung mit der unterzeichneten Vertreterin; unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. C. Mit Verfügung vom 13. Mai 2014 bewilligte das Kan tonsgericht der Beschwerdeführerin gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorl iegende Beschwerdeverfahren die unent- geltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbei ständung mit Advokatin Monica Armesto als Rechtsvertreterin. D. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Juli 2014 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. E. An der Parteiverhandlung vom 14. November 2014 hie lten die Parteien an ihren Anträ- gen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-Stelle vom 21. März 2014, sodass die örtliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 A bs. 1 lit. b des Gesetzes über die Ver- fassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezem ber 1993 beurteilt das Kan- tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist som it auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be- schwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der ang efochtenen Verfügung vom Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 21. März 2014 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet re chtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössisch en Versicherungsgerichts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) blei bt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 2.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (Ulrich Meyer-Bl aser, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 12 5 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI- Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 3.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwi- ckelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von be- handelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahr ungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche V ertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen ( BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Bei der Ab- schätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen wer- den. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behan delnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen. Die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkennt- nisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Beg utachtungsauftrag des amtlich be- stellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrati v- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab- weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjek- tiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutach- tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urtei l des Bundesgerichts vom 28. Januar 2013, 8C_733/2012, E. 3.2 mit Hinweisen). 4. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind im Wesentlichen die folgenden medi- zinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 4.1 Im Bericht des B.____ vom 11. Januar 2008 wurden b ei der Beschwerdeführerin eine hypertensive Kardiopathie, eine bekannte arterielle Hype rtonie, ein bekanntes obstruktives Schlafapnoesyndrom, ein hochgradiger Verdacht auf Lungenembolie, eine einfache Ovarialzys- te rechts, eine Hypermenorrhoe mit Eisenmangel sowie b eidseitige Xanthelsamen mit norma- lem Lipidstatus diagnostiziert. Dem Bericht ist zu entn ehmen, dass die Beschwerdeführerin zu Beginn ihrer Hospitalisierung angab, trotz fehlender Nahrungsaufnahme innert weniger Tage 20 kg zugenommen zu haben. 4.2 In einem weiteren Bericht des B.____, verfasst durch Prof. Dr. med. C.____, FMH Kar- diologie, am 6. April 2009, wurden bei der Beschwerd eführerin eine ausgeprägte Leistungsinto- leranz und Müdigkeit, eine arterielle Hypertonie, ein Status nach Nikotinabusus, eine Adiposi- tas, ein obstruktives Schlafapnoesyndrom, ein Verdacht auf Lungenembolie (Dezember 2007), beidseitige Xanthelsamen mit normalem Lipidstatus sowi e ein Verdacht auf Lymphödem beider Beine diagnostiziert. Die Beschwerdeführerin habe über unverändert bestehende rasche Ermü- dbarkeit geklagt. Dr. C.____ hielt unter anderem fest, dass die ausgeprägte Leistungsintoleranz Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht differentialdiagnostisch vor allem durch die Adiposita s per magna bedingt sein dürfte. Im Vor- dergrund stehe sicher eine wesentliche Gewichtsabnahme, allerdings zeige sich die Patientin diesbezüglich momentan wenig motiviert. 4.3 Mit Schreiben vom 2. April 2012 legte der Hausa rzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, im Rahmen des laufenden Vorbescheidverfahrens seinen Standpunkt dar und führte zusammenfassend aus, d ie Beschwerdeführerin sei aufgrund des deutlich verschlechterten psychischen und körperlichen Z ustandes nicht mehr arbeitsfähig, egal in welcher Tätigkeit. 4.4 In der Folge holte die IV-Stelle bei der asim ei n polydisziplinäres Gutachten ein, wel- ches am 21. November 2012 erstattet wurde. Darin wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: Ein Adipositas-Hypoventil ationssyndrom (ICD-10 E66.22) bei Adi- positas per magna mit einem BMI von 57 kg/m 2, bei mittelgradiger Diffusionsstörung unklarer Ätiologie, und Status nach möglicher Lungenembolie im Jahr 2007, ein Status nach hypertensi- ver Herzkrankheit (ICD-10 I11.9) bei Status nach kardiale r Dekompensation im Dezember 2007, aktuell bei maximal leicht eingeschränkter Pumpfun ktion des linken Ventrikels ohne si- cheren Hinweis auf relevante Einschränkung der kardialen Leistungsfähigkeit und eine rezidi- vierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.01) auf dem Boden einer Anpassungsstörung, im Jahr e 1998 nach der Trennung vom Ehemann mit Übergang in eine depressive Störung. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähig- keit wurden namentlich ein schweres obstruktives Schlafapn oesyndrom (ICD-10 G47.31), das aktuell gut behandelt sei, mit persistierendem Nikotina busus, Störungen durch Tabak (ICD-10 F17.25), eine Binge Eating Disorder (ICD-10 F50.9), gegenwärtig mit kontinuierlicher Zunahme des BMI, bestehend seit 2000, eine arterielle Hypertoni e sowie ein beinbetontes Lymphödem beidseits diagnostiziert. Für die angestammte Tätigkeit als Verkaufsmitarbeiterin bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Die Einschränkung gegenüber einem Vollpensum begründe sich durch die psychiatrische Erkrankung. Diese gehe mit einem verlangsamten Arbeitstempo, einer allgemein reduzierten Belastbarkeit und einem erhöhte n Pausenbedarf einher. Aus kardio- und pulmonologischer Sicht bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Zeitungsausträgerin auf- grund des damit verbundenen körperlich teilweise mittel schweren Belastungsprofils keine Ar- beitsfähigkeit mehr. Demgegenüber bestehe in einer kö rperlich leichten Verweistätigkeit, über- wiegend sitzend sowie gelegentlich stehend und kürzere St recken gehend, ohne erhöhten An- spruch an Vigilanz, Reaktionsfähigkeit und Schnelligkeit bei der Arbeit eine Arbeitsfähigkeit von 70%. Tätigkeiten mit häufigem Kundenkontakt sowie Arbe iten unter Stress und Zeitdruck seien als ungünstig zu beurteilen. Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten sowie Arbeiten mit erhöhter Ver- letzungsgefahr seien aufgrund der durch die Adipositas b edingten verringerten Geschicklichkeit ungeeignet. Als medizinische Massnahmen wurden eine deutl iche Gewichtsreduktion, die Auf- nahme eines körperlichen Ausdauertrainings mit dem Ziel „Verbesserung der körperlichen Leis- tungsfähigkeit“ sowie mit dem Nebenziel „Gewichtsredukt ion“, und eine psychotherapeutische Therapie in Hinblick auf die Behandlung der depressiven Störung sowie der Ess-Störung emp- fohlen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 In der angefochtenen Verfügung stützte sich die IV-S telle bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse des asim-Gutachtens vom 21. November 2012. Sie ging de mzufolge davon aus, dass der Be- schwerdeführerin die Ausübung einer körperlich leichten V erweistätigkeit, überwiegend sitzend sowie gelegentlich stehend und kürzere Strecken gehend, ohne erhöhten Anspruch an Vigilanz, Reaktionsfähigkeit und Schnelligkeit, im Umfang von 70% zumutbar sei. Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ä rzte, die aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier nicht vor. Die Untersuchungen der asim- Fachärzte erfolgten umfassend und multidisziplinär (inter nistisch, psychiatrisch, kardiologisch, pneumologisch). Dies widerspiegelt sich auch in der Ges amtbeurteilung, bei welcher von den einzelnen Fachärzten gemeinsam ein interdisziplinären Ko nsensus erarbeitet wurde. Die Gut- achter haben die Beschwerdeführerin persönlich untersu cht, sie gehen in ihren ausführlichen Berichten einlässlich auf die geklagten Beschwerden ein, sie setzen sich mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen auseinander und verm itteln so ein umfassendes Bild über deren Gesundheitszustand. Zudem nehmen sie eine schlüssige Einschätzung der Arbeitsfähig- keit vor. Als Ergebnis lässt sich deshalb festhalten, dass d as Gutachten der asim vom 21. November 2012 in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizini- schen Situation einleuchtet und begründete Schlussfolgerungen enthält. 5.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, auf das Guta chten des asim vom 21. November 2012 könne nicht abgestellt werden. Aufg rund von Unregelmässigkeiten und Ungereimtheiten komme dem Gutachten kein Beweiswert zu. 5.2.1 Im kardiologischen Untergutachten sei erwähnt, dass die geplante Spiroergometrie nicht habe durchgeführt werden können, weil das Ergomet ergerät eine Gewichtslimite von 130 kg aufweise, die Beschwerdeführerin aber 163 kg ge wogen habe. Darum seien auch keine zuverlässigen Aussagen betreffend der kardiologischen Einschränkungen möglich. 5.2.2 In diesem Zusammenhang wies Dr. med. E.____, Fa charzt für Arbeitsmedizin, des Regionalen Ärztlichen Dienstes beider Basel (RAD) in sei nem Bericht vom 1. Juli 2014 aller- dings nachvollziehbar darauf hin, dass das Belastungsprofil anhand der mobilen Spiroergomet- rie habe abgeschätzt werden können. Tatsächlich finden sich die Ergebnisse des sechs Minu- ten Gehtests mit mobiler Spiroergometrie vom 18. Juli 2012 im Anhang zum asim-Gutachten. Die Gehstrecke war auf 190 m eingeschränkt, limitieren d wirkten sich dabei klinisch eine Hy- perventilation und eine generelle Erschöpfung aufgrund der schweren Adipositas aus. Aller- dings konnte abgesehen von einer einmaligen Sättigungsmessung von 75% ein normales Sätti- gungsverhalten beobachtet werden. Kardiovaskulär war die Beschwerdeführerin nicht ausbelas- tet, gleichzeitig waren die Herzfrequenzreserven und die Atemreserven erhalten. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2.3 Die kardiologischen Fachgutachter erachteten weit erführende kardiologische Abklä- rungen nicht als angezeigt. Auch wenn sie wegen des Über gewichts der Beschwerdeführerin nicht alle Testungen durchführen konnten, waren ihnen v erlässliche Aussagen zu den Gesund- heitseinschränkungen möglich. Entgegen der Ansicht der B eschwerdeführerin kann aus dem Umstand, dass sich ihr Gewicht in der Vergangenheit weit er erhöht hat, und dass sie zeitweise sehr hohe Blutdruckwerte gemessen hat, nicht ohne weiter es eine Verschlechterung in kardio- logischer Hinsicht abgeleitet werden. 5.3 Ähnlich verhält es sich mit dem pneumologischen Teil gutachten. Auch wenn die Fahr- radergometrie aufgrund des hohen Körpergewichts nicht möglich war, konnten die Pneumolo- gen, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, aus der mobilen Spiroergometrie Werte zur Leistung unter Belastung gewinnen, welche Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit zuliessen. 5.4 Es ist zu betonen, dass unter den Gutachtern der asi m durchwegs Einigkeit darin be- stand, dass die Beschwerdeführerin erheblich in ihrer Le istungsfähigkeit eingeschränkt ist. Aus ärztlicher Sicht steht aber auch fest, dass sie sowohl kürzere als auch längere Gehstrecken, bei zwischenzeitlich einzulegenden Pausen, bewältigen kann. D ie Zurücklegung eines Arbeitswe- ges, allenfalls unter Zuhilfenahme eines öffentlichen Verkehrsmittels, ist ihr also möglich. Die IV-Stelle führt zu Recht aus, dass der Grund für den Abb ruch des Gehtests nach 190 Metern nicht an einer kardialen Ausbelastung lag, sondern dar in, dass sich die Beschwerdeführerin erschöpft fühlte. Auch Dr. E.____ bestätigte, dass es ke inen medizinischen Grund dafür gibt, warum die Beschwerdeführerin nach 190 Metern und eine r allfälligen kurzen Pause nicht hätte weitergehen können. Im Weiteren gab die Beschwerdefü hrerin an der Parteiverhandlung an, dass sie in der Lage sei, die Distanz von einigen Hundert Metern zum Supermarkt zurückzule- gen. Bewegung ist ihr nicht nur zumutbar, sondern in ih rer Gesundheitsverfassung aus medizi- nischer Sicht unbedingt nötig, wie aus den ärztlichen Ber ichten hervorgeht. Die deutliche kör- perliche Leistungsintoleranz ist übereinstimmend aus kardi aler und pneumologischer Sicht auf die Adipositas zurückzuführen. Daher kann die Beschwerdefü hrerin, den nachvollziehbaren Angaben der Experten folgend, nur noch körperlich leicht e Tätigkeiten in wechselnden Körper- positionen verrichten. Im Übrigen tragen die Gutachter der Tatsache Rechnung, dass wegen des Körpergewichts der Beschwerdeführerin praktisch jede Be tätigung zu einer schweren Tä- tigkeit wird, indem sie lediglich leichte körperliche Ar beiten in einem Pensum von 70% als zu- mutbar erachten. 5.5.1 Im Zusammenhang mit den geschwollenen Beinen wi rd in der Beschwerde vom 12. Mai 2014 Folgendes geltend gemacht: Im internistisch en Teilgutachten der asim werde festgehalten, dass die Beine der Beschwerdeführerin trot z der Kompressionsverbände stark geschwollen gewesen seien. Im Rahmen der gutachterliche n Untersuchung hätten die Gutach- ter den Verband am linken Bein abgenommen und festgest ellt, dass die Haut stark gespannt und erythematös gerötet gewesen sei. Im Gutachten werd e mehrfach das Vorliegen eines Lymphödems diskutiert und als Mitursache für die Leistungs einschränkung postuliert. An vielen Tagen sei die Beschwerdeführerin nicht einmal in der La ge aufzustehen, weil die Beine zu sehr schmerzen würden und sie sich nicht bewegen könne. Die Bei ne müssten täglich gewickelt werden, wobei die Spitex momentan nur drei Mal pro Woche zur Beschwerdeführerin komme, Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht um die Beine zu versorgen. Die Beschwerdeführerin könne sich die Beine nicht selbst wickeln und Kompressionsstrümpfe würden für sie aufgrund der Grösse des Ödems auch nicht in Frage kommen. Die überaus ausgeprägte Schwellung der Beine be wirke zudem, dass die Beschwer- deführerin trotz Bandagen keine Schuhe anziehen könne. Ein derart ausgeprägtes Lymphödem führe zu starken Schmerzen in den Beinen. Wie im Guta chten festgehalten werde, sei auch die Haut durch die massive Schwellung beeinträchtigt. Es würd en sich Spannungsblasen bilden und ohne das Wickeln der Beine würde die Haut aufplatzen. 5.5.2 An der Parteiverhandlung führte die Beschwerdef ührerin aus, dass das Wickeln der Beine keine genügende Massnahme darstelle. Sie nehme unterdessen jeweils am Morgen Me- dikamente zur Entwässerung ein, welche nach ungefähr 30 Minuten zu wirken beginnen wür- den. In der Folge müsse sie ungefähr alle zehn Minuten eine Toilette aufsuchen, was sich erst am Nachmittag wieder einstellen würde. Die Gegebenhe it, dass sie beinahe ununterbrochen Wasser lösen müsse, sei äusserst anstrengend für ihren Kör per, so dass sie sich wiederum genügend ausruhen müsse. Sie sei daher lediglich zu 30% arbeitsfähig, wobei sie jeweils erst am späteren Nachmittag zu arbeiten beginnen könne. 5.5.3 Hierzu ist festzustellen, dass die ausgeprägte Beinsc hwellung, welche von den Gut- achtern am ehesten als Lymphödem qualifiziert wird, zwei felsohne Einschränkungen mit sich bringt. Die Tatsache, dass ihre Beine täglich gewickelt w erden müssen, wirkt sich jedoch nicht zusätzlich einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit der Besc hwerdeführerin aus. Vielmehr muss sich die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Schadensmind erungspflicht so organisieren, dass sie diese Massnahmen mit Hilfe von Spitex oder Dri tten jeweils vor Arbeitsbeginn durch- führen könnte. 5.5.4 Soweit die Nebenwirkungen der Einnahme von Med ikamenten die Beschwerdeführerin dauerhaft an der Aufnahme der Erwerbsfähigkeit hinde rn, stellt sich die Frage einer anderen, besser verträglichen Medikation. Vorbehaltlich besonderer , schwerer Leiden geht es nicht an, dass die versicherte Person infolge der Behandlung ihre r Leiden ihre Arbeitsfähigkeit verliert oder weitgehend einschränkt. Hier folgt aus der Schadenminderungspflicht, dass auf eine derar- tige Behandlung zu verzichten ist bzw. eine bereits aufgenommene Behandlung abzusetzen ist. 5.5.5 Selbst wenn sich zwischenzeitlich eine Verschlechterun g des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin bzw. eine Verringerung ihrer Ar beitsfähigkeit ergeben haben sollte, wären diese im vorliegenden Beschwerdeverfahren insofern unbeachtlich, als für die gerichtli- che Beurteilung praxisgemäss die Entwicklung der gesundhei tlichen Verhältnisse einzig bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 21. März 2014 massgebend sein kann (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). 5.5.6 Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich gelten d macht, dass sie aufgrund des Lymphödems weder längere Zeit sitzen noch stehen könne, w ies die IV-Stelle zu Recht darauf hin, dass die Beschwerdeführerin sowohl während der int ernistischen als auch während der psychiatrischen Teilbegutachtung über 90 bzw. 160 Minuten ruhig sitzen konnte. Im Weiteren gab die Beschwerdeführerin im Rahmen der psychiatrischen Exploration selbst an, bis zu vier Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stunden am Computer spielen zu können. Die IV-Stelle führte in diesem Zusammenhang eben- falls richtigerweise aus, dass es der Beschwerdeführerin be i der berücksichtigten Einschrän- kung von 30% zudem möglich sei, zwischendurch aufzustehen oder sich hinzulegen. 5.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die IV-Stelle für die Beurteilung des medizi- nischen Sachverhalts wie auch in Bezug auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu Recht auf das Gutachten der asim vom 21. November 2012 abstellte. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer adaptierten leichten Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig ist. Ge- langt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung z ur Überzeugung, dass die vorhande- nen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sa chverhalts ergeben und dieser dem- nach hinreichend abgeklärt ist, kann auf weitere Abklä rungen verzichtet werden. Eine solche antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesg erichtlicher Rechtsprechung zulässig (vgl. BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6. Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 2.5 hie rvor), ist der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergle ichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfüg ung vom 21. März 2014 den erforderli- chen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie anha nd der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 53‘383.-- und des zumutbaren Invalideneinkommens von Fr. 33‘631.-- einen Invaliditätsgrad von 37% ermittelt, was letztlich nicht zu beanstanden ist und von der Beschwerdeführerin auch nicht gerügt wird. Der Einkommensvergleich ist sodann eher zu ihren Gunsten ausgefallen, hat die IV-Stelle doch b eim Invalideneinkommen auf das Anfor- derungsniveau des Arbeitsplatzes 4 (einfache und repeti tive Tätigkeiten), obwohl die Be- schwerdeführerin über eine abgeschlossene Lehre als Deta ilhändlerin verfügt und damit das Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vora usgesetzt) erfüllen würde. Wie es sich damit verhält, kann letztlich aber offen blieben, füh rt der Einkommensvergleich doch in jedem Fall zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von weniger als 40%. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle e inen Rentenanspruch der Ver- sicherten zu Recht abgelehnt hat. Die gegen die betref fende Verfügung vom 21. März 2014 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen si nd. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 13. Mai 2014 die unentge ltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 13 . Mai 2014 die unentgeltliche Verbei- ständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt worden i st, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarif ordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Januar 2 014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 7. August 2014 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 9 Stunden und 50 Minuten geltend gemacht. Für das Verfahren vor dem Kantonsgericht sind allerdings lediglich 6 Stunden und 2 0 Minuten ausgewiesen, zuzüglich ei- ner Stunde für die Parteiverhandlung vom 14. November 2014. Die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 74.90 sind ebenfalls dahingehend zu reduzieren, dass nur die Kosten für das Be- schwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht berücksichtigt w erden können. Der Rechtsvertrete- rin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘638.10 (7 Stunden und 20 Minuten à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 50.80 + 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘638.10 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde von A.____ am 12. Februar 2015 Beschwerde beim Bundesge- richt (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahrens-Nr. 9C_121/2015 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht