Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 5. April 2017 (810 16 336) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts / Behördliche Platzierung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Gerichtsschreiberin Irmgard Mostert Meier Beteiligte A.____, Beschwerdeführer gegen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz C.____, Beigeladene Betreff Vorsorgliche Bestätigung der behördlichen Platzierung (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 14. November 2016) A. C.____ und A.____ sind die nicht miteinander verheirateten Eltern von D.____, gebo- ren 2013, und E.____, geboren 2016. B. Die Kinderschutzgruppe des Universitäts-Kinderspitals beider Basel (UKBB) erstattete am 22. März 2016 eine Gefährdungsmeldung an die zuständige Kindes - und Erwachsene n- schutzbehörde B.____ (KESB). Der am xx.xx.2016 geborene E.____ leide unter einem M etha- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht donentzug und einer Darmatresie, welche operativ habe versorgt werden müssen. Wie bei allen Drogenentzugsproblemen erfolge deshalb eine Gefährdungsmeldung an die zuständ ige KESB. Die Kindsmutter sei in einem Methadonprogramm, über den Konsum von stimuli erenden Sub- stanzen des Kindsvaters gebe es unterschiedliche Angaben. Aktuell seien beide Eltern a rbeits- suchend. Die Situation der Kindseltern werde in finanzieller, sozialer und partne rschaftlicher Hinsicht als labil betrachtet. Zudem gebe die Versorgung d es älteren Bruders von E.____, D.____, Anlass zur Sorge. Er werde aktuell vom Kindsvater versorgt, dessen Aggress ivität ge- genüber dem Personal des UKBB lasse an eine hohe Drucksituation denken. D.____ reagiere zunehmend aggressiv auf seine Mutter, was dies er sehr zusetze. Ob diese Aggressiv ität g e- genüber der Kindsmutter durch die Geburt des Geschwisterkinds bedingt sei, müsse a bgeklärt werden. C. Am 29. März 2016 beauftragte die KESB F.____, Sozialarbeiterin, mit der Prüfung von Kindesschutzmassnahmen und Berichterstattung. Im Abklärungsbericht vom 13. Juni 2016 empfahl F.____, E.____ vorsorglich bei einer Pflegefamilie zu platzieren, bis sich sein Zustand stabilisiert habe und die ausreichende Betreuung durch die Eltern gewährleistet erscheine. Für beide Kinder sei eine Beistandschaft zu errichten, mit dem Auftrag, die Platzierung von E.____ zu überwachen, ein Kontaktrecht mit den Eltern zu erarbeiten, die weitere Entwicklung von D.____ zu begleiten und allenfalls notwendige Massnahmen zu beantragen. Die be gonnene sozialpädagogische Familienbegleitung, mit der die Erziehungskompetenzen der Eltern gestärkt werden solle, sei für mindestens sechs Monate weiterzuführen. Die Kindsmutter sei anzu wei- sen, eine Suchtberatung und -therapie wahrzunehmen und regelmässig e Urinproben zur Ko n- trolle des Methadonprogramms bis zum Entzug abzugeben. Mit Entscheid der KESB vom 30. Juni 2016 wurde der Kindsmutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht über E.____ entzogen und dieser in einer Pflegefamilie platziert, es wurde eine Erzieh ungsbeistandschaft für ihn e r- richtet und die Familienbegleitung für sechs Monate angeordnet. D. Im Zwischenbericht vom 19. Oktober 2016 hielt F.____ fest, dass aufgrund der En t- wicklung seit dem Bericht vom 13. Juni 2016 auch für D.____ von einer erheblich en Gefähr- dung ausgegangen werden müsse. Die eingesetzte sozialpädagogische Familienhilfe könne keine ausreichende Unterstützung bieten, um die familiäre Situation in ausreichendem Masse zu stützen. Die Suchtproblematik der Kindsmutter sei manifest geworden , sie sei gemäss übe r- einstimmenden Aussagen der Familienbegleitung und des Kindsvaters nicht in der Lage, sich um D.____ zu kümmern. Am 4. Oktober 2016 habe sie zusammen mit D.____ in ein Therapie- Zentrum für Frauen und Kinder eintreten können, nachdem die Familie wegen ausstehender Mietzinszahlungen ihre Wohnung verloren habe. Für den Fall eines vorzeitigen Therapiea b- bruchs empfahl F.____ den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts sowie die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft für D.____ mit dem Auftrag, die Platzierung von D.____ zu be- gleiten. Um weitere notwendige Massnahmen rechtzeitig einleiten zu können, sei eine Zusa m- menarbeit mit dem Therapie-Zentrum notwendig. E. Nachdem am 25. Oktober 2016 die Kindsmutter und am 29. Oktober 2016 der Kind s- vater angehört worden waren, verfügte die KESB mit Entscheid vom 1. November 2016, dass die Kindsmutter angewiesen werde, zusammen mit D.____ das Therapieangebot des Therapie- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zentrums für Frauen und Kinder weiter in Anspruch zu nehmen. Eine Beendigung der Mas s- nahme solle erst erfolgen, wenn die Therapieziele erreicht seien. Eine vorzeitige oder nichta b- gesprochene Beendigung führe zur Prüfung weiterer kindesschutzrechtlicher Massnahmen, namentlich zur Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts über D.____. Für D.____ wurde eine Erziehungsbeistandschaft errichtet und F.____, Sozialarbeiterin KESB B.____, wurde zur Beiständin von D.____ ernannt. Sie erhielt die Aufträge, den Aufenthalt von D.____ im Thera- pie-Zentrum zu begleiten und der Kinde sschutzbehörde Anträge bezüglich der Erforderlichkeit weiterer kindesschutzrechtlicher Massnahmen zu stellen. Die Beiständin erhielt die Befugnis, D.____ in allen gesundheitlichen Fragestellungen zu vertreten. F. Mit superprovisorischem Entscheid vom 9. November 2016 entzog die KESB der allei- ne sorgeberechtigten Kindsmutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht über ihren Sohn D.____ und platzierte diesen in einem Kinderheim in Basel. Den Eltern wurde ein dreistündiges B e- suchsrecht an einem Tag des Wochenendes zugesprochen, wobei d ie Herausgabe nur an A.____ oder die Eltern gemeinsam erfolgen könne. Die Besuchstermine seien mit der Beistä n- din und dem Kinderheim abzusprechen. Anlass für die Massnahme war die Information der KESB durch die Beiständin am 3. November 2016, dass es am 26 . Oktober 2016 zu einem Drogenkauf durch die Kindsmutter gekommen sei und eine positiv auf Kokain getestete Uri n- probe vorliege. Da zudem bei der Kindsmutter Utensilien zum intravenösen Gebrauch von B e- täubungsmitteln gefunden worden seien, halte die Therapie-Einrichtung C.____ nicht für ausrei- chend stabil, die begonnene Therapie fortzuführen. Durch den Austritt aus dem Therapie - Zentrum werde das Kindeswohl von D.____ akut gefährdet, sodass eine Platzierung in einer Einrichtung der Jugendhilfe erfolgen müsse. G. Am 9. November 2016 wurde die Kindsmutter angehört und ihr der superprovisorische Entscheid eröffnet. Die Anhörung des Kindsvaters und der Grossmutter väterlicherseits erfolgte am 10. November 2016. H. Mit vorsorglichem Entscheid vom 14. November 2016 bestätigte die KESB den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die Platzierung von D.____ im Kinderheim. Einer allfäl- ligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. I. Gegen den Entscheid der Vor instanz vom 14. November 2016 erhob A.____ mit Ein- gabe vom 24. November 2016 Beschwerde beim Kantons gericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er stellt das Begehren, die Fremdplatzi e- rung von D.____ sei aufzuheben und D.____ bei ihm zu platzieren. Ein in der Folge gestelltes Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zog er am 6. Februar 2017 zurück. J. In ihrer Vernehmlassung vom 6. Januar 2017 beantragt die Vorinstanz, es sei die B e- schwerde abzuweisen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Nach Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Kindesschutzb e- hörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Ge- setzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Die Zuständigkeit des Kantonsgericht s bezieht sich auf sämtliche Entscheide der Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde, welche dieser auf- grund des Bundesrechts zugewiesen sind (§ 66 Abs. 3 EG ZGB e contrario). Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kanto- nalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). 1.2 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um einen Zwischenentscheid im V er- fahren betreffend vorsorgliche Kindesschutzmassnahmen. Die Zuständigkeit zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache liegt demnach gemäss § 43 Abs. 2bis lit. f des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 bei der präs i- dierenden Person (§ 66 Abs. 2 EG ZGB i.V.m. § 1 Abs. 3 lit. f VPO). Da sämtliche weiteren Pro- zessvoraussetzungen erfüllt sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3.1 Der Beschwerdeführer verlangt sinngemäss, dass der vor instanzliche Entscheid vom 14. November 2016 bezüglich der Fremdplatzierung aufzuheben und D.____ ab dem 1. Januar 2017 im Haushalt des Beschwerdeführers zu platzieren sei. 3.2 Ist das Wohl des Kindes gefährdet, so ist die Kindesschutzbehörde verpflichtet einz u- schreiten, sofern die elterliche Sorge keine Abhilfe schafft ( KURT AFFOLTER-FRINGELI/URS VOGEL, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Bern 2016, N 13 zu Art. 307 ZGB). Nach Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die Kindesschutzbehörde, wenn einer Gefährdung des Kinde s nicht anders begegnet werden kann, dieses den Eltern wegz u- nehmen und in angemessener Weise unterzubringen. Wie jede andere Kindesschutz - massnahme setzt die Fremdplatzierung eine Gefährdung des Kindeswohls voraus und muss als solche geeignet sein, diese Gefährdung zu beseitigen. Die Massnahme hat zur Folge, dass das Recht, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen, den Eltern bzw. einem Elternteil entzogen und der Kindesschutzbehörde übertragen wird, die nunmehr für die Betreuung des Kindes ve r- antwortlich ist (Urteil des Bundesgerichts 5A_335/2012 vom 21. Juni 2012 E. 3.1; AFFOLTER- FRINGELI/VOGEL, a.a.O., N 141 zu Art. 310/314b ZGB). Kriterium für die angemessene Unte r- bringung ist das Wohl des betroffenen Kindes, die Konkretisierung ergibt sich aus dessen Er- ziehungs- und Pflegebedürfnissen, ferner sind Ausbildungsbedürfnisse und Bedürfnisse nach therapeutischer Behandlung massgebend ( CHRISTOPH HÄFELI, Grundriss zum Kindes - und Er- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht wachsenenschutz, 2. Auflage, Bern 2016, N 40.42). Die Gefährdung des Kindes, d ie Anlass zum Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts gibt, muss darin liegen, dass das Kind im U m- feld der Eltern bzw. des Elternteils nicht so geschützt und gefördert wird, wie es für seine kö r- perliche, geistige und sittliche Entfaltung nötig wäre (Urteil e des Bundesgerichts 5A_875/2013 vom 10. April 2014 E. 3.1; 5A_729/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 4.1). Unerheblich ist, auf welche Ursachen die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, der Eltern oder der weiteren Umgebung liegen ( AFFOLTER- FRINGELI/VOGEL, a.a.O., N 18 zu Art. 307 ZGB). Desgleichen spielt es keine Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Gefährdung trifft. Massgebend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt der Entziehung. Alle Kindesschutzmassnahmen müssen erforderlich sein (Subsidiarität), und es ist immer die mildeste, einen Erfolg versprechende Mass nahme anzuordnen (Proportionalität); diese soll elterliche Be mühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität; vgl. BGE 136 III 353 E. 3.3). Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts ist daher nur zulässig, wenn andere Massnahmen gemäss Art. 307 und Art. 308 ZGB erfolglos geblieben sind oder von vornherein als ungenügend erscheinen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_724/2015 vom 2. Juni 2016 E. 6.3, nicht publ. in: BGE 142 I 188; Urteile des Bundesgerichts 5A_70/2016 vom 25. April 2016 E. 3.1; 5A_548/2015 vom 15. Oktober 2015 E 4.3). Verändern sich die Verhäl t- nisse, ist die Massnahme den neuen Gegebenheiten anzupassen (vgl. Art. 313 Abs. 1 ZGB). 4.1 Die Vorinstanz stellte unter Hinweis auf Abklärungen der Beiständin von D.____ fest, bedingt durch die Drogenabhängigkeit der Kindsmutter und die nicht ausreichenden Fähigkeiten des Kindsvaters, hier einen genügenden Ausgleich zu sc haffen, bestehe eine er hebliche Ver- nachlässigung von D.____. So seien dessen nicht altersgemässe Entwicklung der Motorik (Z e- hengang) sowie der Sprachentwicklung durch die abklärende Sozialarbeiterin und weitere Pe r- sonen hinreichend dokumentiert. Obwohl die Eltern bereits im Juni 2016 mehr mals auf die Auf- fälligkeiten aufmerksam gemacht und auf die Erfordernis eines Kinderarztbesuches hingewi e- sen worden seien, seien keine Konsultationen des Kinderarztes erfolgt. Nicht altersgerechte Entwicklungen in motoris chen und kommunikativen Bereichen müssten möglichst frühzeitig festgestellt und behandelt werden. Die KESB kam deshalb zum Schluss, einzig die Fremdpla t- zierung gewährleiste, dass D.____ die nötige heilpädagogische Förderung erhalte und begi n- nen könne, seine Defizite aufzuholen. 4.2 Des Weiteren wurde festgehalten, die gegenwärtige Wohnsituation der Kindseltern erscheine als sehr fraglich, nachdem die Familie wegen ausstehender Mietzinszahlungen ihre Wohnung verloren habe. Sie bewohnten momentan eine 1 -Zimmer Notwohnung, eine neue Wohnung sei bis anhin noch nicht gefunden worden. Ein Eintritt der Kindsmutter zusammen mit D.____ in eine Mutter-Kind Wohnform sei wegen der akuten Suchtproblematik von C.____ nicht möglich, da es aufgrund des Konsums von Betäubun gsmitteln wiederum zu einem Ausschluss aus der Einrichtung kommen würde. 4.3 Die KESB prüfte zudem, ob die Erteilung von Weisungen, wie regelmässige Kontrollen durch einen Kinderarzt, der Besuch eines Tagesheimes an fünf Wochentagen sowie ein erwei- terter Einsatz der sozialpädagogischen Familienbegleitung einen Aufenthalt von D.____ bei seinen Eltern ermöglichen könnte. Die seit Juni 2016 tätige sozialpädagogische Familienbegle i- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht terin habe allerdings berichtet, dass C.____ zeitweise kaum ansprechbar, oft gar nicht präsent und erschöpft sei, sie habe deshalb an ihrer Erziehungsfähigkeit nicht arbeiten können. Es sei daher zu bezweifeln, dass die Kindsmutter, selbst mit der Unterstützung der Familienbegleiterin, die Initiative aufbringen würde, D.____ regelmässig in eine Tageseinrichtung und zum Kinde r- arzt zu bringen. Der Kindsvater habe offensichtlich die massiven Defizite des Kindes nicht ve r- hindern können. So wäre es ihm in den Zeiten seiner Erwerbslosigkeit durch aus möglich gewe- sen, die Verantwortung für ei ne positive Entwicklung seines Sohnes zu übernehmen. Dies sei nicht erfolgt und D.____ sei deshalb in einem Kinderheim zu platzieren, da nur so das Kinde s- wohl in ausreichendem Masse gewährleistet werde. 5.1 Der Beschwerdeführer wendet sich nicht gegen den Entzug des Aufenthaltsbesti m- mungsrechts der allein sorgeberechtigten Kindsmutter. Hingegen sei eine Fremdplatzierung von D.____ unnötig. Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, im angefochtenen Entscheid vorwiegend die Situation des Kindsmutter als Entscheidgrundlage benützt zu haben, seine S i- tuation sowie sein familiäres Umfeld hingegen nur ungenügend und teilweise überhaupt nicht geprüft zu haben. So sei die Wohnsituation geklärt und er werde auf den 1. Januar 2017 eine neue 4-Zimmer Wohnung beziehen. Sodann verfüge er seit dem 1. Oktober 2016 wieder über ein festes Einkommen und er komme seinen Unterhaltspflichten gegenüber den Kindern nach. Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer, dass sein familiäres Umfeld weder geprüft noch in irgendeiner Form in den Entscheid miteinbezogen worden sei, obwohl mit der Grossmutter v ä- terlicherseits ein stabiles Umfeld vorhanden sei, welches auch gerne bereit sei, für das Kinde s- wohl einen Beitrag zu leisten. Aus diesen Gründen könne D.____ ab dem 1. Januar 2017 ohne Gefährdung des Kindeswohls bei ihm platziert werden. Während der Woche könne D.____ durch eine geeignete Kindertagesstätte betreut und gefördert werden, die weitere Fürsorge könne er mit der nötigen Unterstützung durch die Familie bzw. mit externer Hilfe sehr gut bewäl- tigen. 5.2 Aus den Akten ist ersichtlich, dass es aufgrund der angespannten finanziellen Situation der Kindseltern im Oktober 2016 zur Kündigung und Räumung der Familienwohnung kam (vgl. Zwischenbericht der abklärenden Sozialarbeiterin vom 19. Oktober 2016 S. 2). Entgegen den Aussagen der Eltern ist bis heute keine neue Familienwohnung gefunden worden (Ve r- nehmlassung der KESB vom 6. Januar 2017 S. 1), ihre angegebene Zustelladresse ist noch immer diejenige der 1 -Zimmer-Notwohnung. Unbestrittenermassen geht der Beschwerdeführer seit Oktober 2016 einer Beschäftigung in der Versicherungsbranche nach und verfügt über ein Einkommen, das den Unterhalt der Familie sicherstellen kann. Inwiefern die KESB in ihrem Entscheid vom 14. November 2016 die Si tuation des Beschwerdeführers bezüglich dieser Punkte ungenügend abgeklärt haben soll, erhellt sich vorliegend nicht. 5.3 Die Vor instanz hat sich im Rahmen Verfahrens zur Prüfung von Kindesschutzmas s- nahmen auch mit dem familiären Umfeld der Kindseltern b efasst. Aus einer Aktennotiz der Be i- ständin vom 21. April 2016 geht hervor, dass die Kindsmutter den Kontakt zu ihrer Mutter zwei Jahre zuvor abgebrochen hatte und keine Unterstützung von Seiten ihrer Familie besteht. Hi n- gegen bestehen regelmässige Kontakt e zur Grossmutter väterlicherseits, die in G.____ wohnt und teilzeitlich berufstätig ist (Aktennotiz der KESB vom 2. Mai 2016 S. 1). Entgegen den Vo r- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht haltungen des Beschwerdeführers wurde die Grossmutter väterlicherseits sehr wohl in die En t- scheidfindung ei nbezogen, so nahm sie am 10. November 2016 zusammen mit dem B e- schwerdeführer an der Anhörung betreffend der Prüfung von Kindesschutzmassnahmen teil. Gemäss dem Anhörungsprotokoll erklärte sie sich bereit, dem Kindsvater zu helfen und ihn al l- gemein zu unterstützen (nicht finanziell), diese Bereitschaft sei auch bei ihrem Partner vorha n- den. 5.4.1 Das Absehen von einer Fremdplatzierung bzw. die Rückplatzierung von D.____ unter Anordnung von Massnahmen zur Sicherstellung des Kindeswohls sowie dem Einbezug eine s sozialen Netzwerks setzt eine gewisse Verlässlichkeit der Beteiligten voraus. Der Beschwerde - führer bringt vor, er komme den Unterhaltspflichten gegenüber seinen Söhnen zuverlässig nach. Zudem habe er bereits mehrfach seinen Willen bekundet, mit der KES B resp. den Behör- den zusammenzuarbeiten und seinen Verpflichtungen nachzukommen. 5.4.2 Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer seinen Sohn E.____ wäh- rend dessen Aufenthalt im UKBB nur selten besucht hat und bei den Arztgesprächen nicht d a- bei war (Aktennotiz der KESB vom 2. Mai 2016 S. 1). Im E -Mail vom 21. April 2016 an die KESB führt der Beschwerdeführer aus, dass die Gefährdungsmeldung der UKBB nicht stimme. Er sei nicht arbeitslos, denn er werde bereits i m August eine Stelle bei der H. ____ antreten, finanzielle Probleme bestünden keine und D.____ in die Gefährdungsmeldung mitein zu- beziehen sei nicht richtig. Vonseiten der UKBB würde seine Familie wie Junkies behandelt, die nichts auf die Reihe bekämen, was entwürdigend und verletzend s ei. Dennoch werde er ve r- mehrt seinen Sohn im Spital besuchen, auch wenn es ihm unter den erwähnten Umständen schwer falle. Gemäss dem Abklärungsbericht vom 13. Juni 2016 war dies jedoch nicht der Fall, der Kindsvater blieb weiterhin den Gesprächen mit dem Behandlungsteam fern und bot der Kindsmutter, die ihren Sohn beinahe täglich besuchte, keine Unterstützung. Seit E.____ in einer Pflegefamilie platziert ist, besucht ihn die Kindsmutter regelmässig einmal wöchentlich, der Kindsvater besucht seinen Sohn nur gelegentlich (Zwischenbericht der abklärenden Soziala r- beiterin vom 19. Oktober 2016 S. 2). Des Weiteren ist ersichtlich, dass auch die Grosseltern väterlicherseits keinen Kontakt zu ihrem Enkel E.____ suchten. So sind für den dreieinhalbm o- natigen Aufenthalt von E.____ im UKBB keine Besuche von Verwandten verzeichnet worden (Vernehmlassung der KESB vom 6. Januar 2017 S. 2). 5.4.3 In den Akten sind Entwicklungsrückstände von D.____ dokumentiert, wie eine verz ö- gerte Sprachentwicklung, eine im Alter von über drei Jahren noch nicht erfolgte Sauberkeitse r- ziehung und Einschränkungen der Motorik. Die Eltern wurden ab Juni 2016 mehrfach aufgefo r- dert, Abklärungen bei einem Kinderarzt vornehmen zu lassen, allerdings ohne Erfolg. Der B e- schwerdeführer erklärte anlässl ich der Anhörung vom 10. November 2016, es stimme nicht, dass D.____ im Jahr 2015 das letzte Mal beim Kinderarzt gewesen sei, er könne dies anhand der Arztrechnungen beurteilen, die er alle bezahlt habe. Am 11. November 2016 teilte der b e- handelnde Kinderarzt der KESB auf eine entsprechende Anfrage hin mit, dass D.____ von ihm letztmals am 17. November 2015 behandelt worden sei. Die entsprechende Rechnung sowie die Rechnung des vorhergehenden Arztbesuchs vom 17. Februar 2015 seien noch offen. Auch die Grossmutter väterlicherseits anerkennt anlässlich der Anhörung vom 10. November 2016, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass D.____ aufgrund seiner Sprachschwierigkeiten logopädisch gefördert werden sollte. Sie wisse allerdings nur teilweise, was die Kindsmutter diesbezüglich mache. Sie wolle je doch be- tonen, dass ihr Sohn mit D.____ und dem Hund viel im Wald spazieren gegangen sei und mit ihm gespielt habe. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn sei intensiv und die Beziehung funktioniere gut. 5.4.4 Die Kindseltern hielten mehrfach fest, dass sie sich helfen lassen würden, so haben sie sich mit einer sozialpädagogischen Familienbegleitung einverstanden erklärt (Bericht der abkl ä- renden Sozialarbeiterin vom 13. Juni 2016 S. 4). Vor allem für den Beschwerdeführer ist es a u- genscheinlich wichtig, dass sie als normale Familie wahrgenommen werden, die gut für D.____ sorge (vgl. E -Mail vom 21. April 2016 an die KESB). Sie hätten zusammen ein intaktes Fam i- lienleben geführt. So habe er sich um D.____ gekümmert, ihn regelmässig in die Spielgruppe gebracht und er sei häufig mit ihm und mit dem Hund spazieren gegangen. Im Bericht der a b- klärenden Sozialarbeiterin vom 13. Juni 2016 wird dagegen festgehalten, dass die Kindseltern ihre vielfältigen existenziellen Probleme bisher beschönigt oder ganz verneint hätten . So werde nebst den finanziellen Problemen auch das wahre Ausmass der Suchterkrankung der Kind s- mutter bestritten. Dies erschwere die Hilfe und die Zusammenarbeit. Es ist zusammenfassend festzuhalten, dass die Kindseltern zwar vordergründig kooperationswil lig scheinen, eine eigen t- liche Kooperation, nur schon eine Einsicht in die vorhandenen Gefährdungen der Kinder, ist indes lediglich ansatzweise vorhanden. Unter diesen Umständen kann die Fremd platzierung von D.____ zurzeit nicht aufgehoben werden und mit milderen Massnahmen wie einer ausg e- dehnten Familienbegleitung sowie dem Besuch einer Kindertagesstätte ersetzt werden. 5.5.1 Der Beschwerdeführer beschwert sich des Weiteren, dass er separat zu betrachten sei, die Probleme der Kindsmutter bedeuteten nicht ohne weiteres auch seine Unfähigkeit , für D.____ sorgen zu können. 5.5.2 Das Gericht hat sich bezüglich der Kindeswohlgefährdung am konkreten Sachverhalt zu orientieren. Der Beschwerdeführer lebt mit der Kindsmutter zusammen in einer Notwohnung. Auch wenn die Mutter sich laut Vernehmlassung der KESB vom 6. Januar 2017 vorübergehend in einer Einrichtung für Suchtkranke aufhält, ist der gemeinsame Haushalt nicht aufgelöst wo r- den. Eine Rückplatzierung von D.____ in diesen Haushalt ist in absehbarer Zeit nicht angezeigt, zumal wie bereits dargelegt, der Beschwerdeführer nicht aufgezeigt hat, wie er die Ressou r- cendefizite der Kindsmutter kompensieren könnte. 6. Bei einer Rückplatzierung von D.____ zum Beschwerdeführer resp. zu den Kindseltern wäre seine nötige Förderung zur Aufholung seiner Entwicklungsdefizite und somit das Kinde s- wohl erheblich gefährdet. Mit milderen Massnahmen wie einer Familienbegleitung kann - wie sich gezeigt hat – der Kindeswohlgefährdung nicht ausreichend begegnet werden. Die ang e- fochtene Mass nahme erscheint als zielführend und angemessen. Gestützt auf die vorherg e- henden Erwägungen ist deshalb die Beschwerde in Bestätigung des vor instanzlichen En t- scheids abzuweisen. Die KESB wird aufgrund der künftigen Entwicklung zu bestimmen haben, ob und wann die Fremd platzierung aufzuheben ist und D.____ unter Anordnung der erforderl i- chen Massnahmen in den elterlichen Haushalt zurückkehren kann. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 800.-- sind vorliegend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zu verrech- nen. Als unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteien t- schädigung (vgl. § 21 Abs. 1 VPO). Die Parteikosten sind demzufolge wettzuschlagen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwer- deführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli Gerichtsschreiberin Irmgard Mostert Meier