B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-7219/2014 U r t e i l v o m 3 1 . M a i 2 0 1 7 Besetzung Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), Richter David Weiss, Richter Beat Weber, Gerichtsschreiberin Karin Wagner. Parteien X._______, Beschwerdeführerin, gegen SUVA, Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern, Vorinstanz. Gegenstand Arbeitssicherheit, Ausschluss einer Arbeitnehmerin von einer gefährdenden Arbeit, Einspracheentscheid der SUVA vom 14. November 2014. C-7219/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Die am 15 . April 1967 geborene schweizerische Staatsangehörige X._______ (im Folgenden: Versicherte oder Beschwerdeführerin) war ab dem (Datum) 2004 als Chefin des Reinigungsdienstes für das Spital A._______ tätig (vgl. SUVA-act. 1). Aufgrund einer Sensibilisierung auf Rei- nigungsmittel (Kontaktekzem), welche sich erstmals im August 2012 in ei- nem Hautausschlag auf der Stirn und später als multiple erythematöse Pa- peln an der Stirn und Pusteln im Bereich des Hal ses und des Dekolletés zeigte (vgl. SUVA-act. 8/1, 8/2, 14/2), und nach Hinzutreten von Atemprob- lemen (vgl. SUVA-act. 31), setzte die Versicherte die Arbeit ab dem 3. März 2014 aus und war in der Folge krankgeschrieben (vgl. SUVA-act. 5). Am 17. März 2014 (vgl. SUVA-act. 8/2) stellte die damals behandelnde Derma- tologin, Dr. med. B._______, eine polyvalente Typ IV Sensibilisierung auf Kolophonium, Paraben-Mix, tert. Butylhydrochinon, Octylgallat, Cocamido- pylbetain (recte Cocamidopropylbetain), Sani Clonet W4f und „Diven.lon- lea 300NC “ (recte Jontec 300) fest, woraufhin am 21. März 2014 ( vgl. SUVA-act. 1) eine „Schadenmeldung UVG“ an die SUVA erfolgte. B. Die SUVA (im Folgenden: auch Vorinstanz) führte am 23. Mai 2014 mit der Versicherten ein Gespräch durch (vgl. BVGer-act. 14), anlässlich welchem die Versicherte angab, sie komme während ihrer Arbeit mit den folgenden Stoffen in Kontakt: Jontec 300 , Sani Clonet W4f , R3 Glasreiniger, R7 Scheuermilch, Dismozon Pur + Dismofix 20ml, Deconex, Sc hutzhand- schuhe Safe Ultra Light und Nitrile Examination Gloves. Seit April 2014 sei sie praktisch beschwerdefrei. C. Nach Einholen von diversen medizinischen Unterlagen hielt die SUVA - Kreisärztin Dr. med. C._______ am 5. August 2014 in einer internen Stel- lungnahme an die SUVA fest ( vgl. SUVA-act. 30), aufgrund der Berufs- krankheit sei der Versicherten jede Tätigkeit zumutbar, bei welcher sie kei- nen Kontakt zu den Arbeitsmitteln Sani Clonet W4f und Jontec 300 habe. Abklärungen bei der Arbeitgeberin ergaben, dass diese keine angepasste Arbeit anbieten konnte, da im gesamten Haus d ieselben Putzmittel ver- wendet wurden und der Einsatz von Alternativprodukten aus Hygienegrün- den nicht möglich war (vg. SUVA-act. 37). Gestützt auf die Empfehlung von Dr. med. C._______ (vgl. SUVA-act. 43) anerkannte die SUVA in der Folge die Hautausschläge an Hals, Dekolleté und im Gesicht als Berufskrankheit C-7219/2014 Seite 3 und erbrachte Versicherungsleistungen in Form von Übernahme der Hei- lungskosten ( vgl. SUVA-act. 45) und richtete vom 6. März 2014 bis 30. September 2014 ordentliche Taggelder und vom 1. Oktober 2014 bis 31. Januar 2015 Übergangstaggelder aus (vgl. SUVA-act. 53, 59). Am 12. September 2014 (vgl. SUVA-act. 48) erliess die SUVA eine Nichteignungs- verfügung, mit welcher sie d ie Versicherte der arbeitsmedizinis chen Vor- sorge unterstellte und sie ab sofort als nicht geeignet für Arbeiten mit Kon- takt zu den Reinigungsmitteln Sani Clonet W4f und Jontec 300 erklärte. D. Gegen die Nichteignungsverfügung vom 12. September 2014 erhob die Versicherte am 19. September 2014 (vgl. SUVA-act. 57) Einsprache und brachte vor, sie sei nicht nur gegen die Reinigungsmi ttel Sani Clonet W4f und Jontec 300 allergisch, sondern gemäss Arzt bericht von Dres. med. C._______ und B._______ zusätzlich gegen die Stoffe Kolophonium, Pa- raben-Mix, tert. Butylhydrochinon, Octylgallat und Cocamidopropylbetain. E. Mit Einspracheentscheid vom 14. November 2014 ( vgl. SUVA-act. 68) hiess die SUVA die Einsprache der Versicherten teilweise gut und formu- lierte die Nichteignungsverfügung um, indem sie die Reinigungstätigkeit als solche und nicht mehr die beiden Reinigungsmittel Sani Clonet W4 f und Jontec 300 erwähnte. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen sinnge- mäss aus, die berufliche Kausalität für die Kontaktallergie bei der Be- schwerdeführerin habe nur für die Reinigungsmittel Sani Clonet W4f und Jontec 300 nachgewiesen werden können. Die Substanzen Kolophonium, Paraben-Mix, tert. Butylhydrochinon, Octylgallat sowie Cocamidopropylbe- tain seien Allergene, welchen die Beschwerdeführerin nicht mit übe rwie- gender Wahrscheinlichkeit im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit im Reini- gungsdienst im Spital A._______ ausgesetzt gewesen sei, vielmehr seien diese Substanzen im Privatbereich zu finden. Zudem würden im Rahmen von allergologischen Abklärungen häufig Sensibilisierungen gefunden, die nicht eine klinische Relevanz bedeuten müssten. Eine Sensibilisierung be- deute nicht zwingend, dass auch allergische Beschwerden auftreten wür- den. C-7219/2014 Seite 4 F. Gegen den Einspracheentscheid der SUVA vom 14. November 2014 erhob die Versicherte mit Eingabe vo m 11. Dezember 2014 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte (vgl. BVGer-act. 1): 1. Richtigstellung der Nichteignungsverfügung der SUVA durch Ergänzung gemäss der ärztlichen Beurteilung der SUVA vom 5. August 2014, insbe- sondere die Aufnahme von Kolophonium, Paraben-Mix, tert. Butylhydro- chinon, Octylgallat sowie Cocamidopropylbetain in die Verfügung, zusätz- lich zu Sani Clonet W4f und Jontec 300. 2. Aufnahme der Reinigungstät igkeiten in die Nichteignungsverfügung ge- mäss Einspracheentscheid und Begründung der SUVA vom 14. Novem- ber 2014. Zur Begründung brachte sie, in Ergänzung zu den in der Einsprache vor- gebrachten Argumenten, sinngemäss vor, sie sei den Allergenen entgegen der Annahme der SUVA nicht nur im Privatbereich, sondern auch im Be- rufsleben ausgesetzt gewesen, womit die Kausalität gegeben sei. G. Der mit Zwischenverfügung vom 16. Dezember 2014 eingeforderte Kos- tenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'000.- ging am 22. Dezembe r 2014 in der Gerichtskasse ein (vgl. BVGer-act. 2-4). H. Mit Vernehmlassung vom 3. März 2015 (vgl. BVGer-act. 9) beantragte die Vorinstanz, die Beschwerde sei unter Kostenfolgen zulasten der Be- schwerdeführerin abzuweisen und der Einspracheentscheid vom 14. No- vember 2014 zu bestätigen. Zur Begründung wurde in Ergänzung zu den Ausführungen im Einspracheentscheid vorgebracht, bei einer Nichteig- nungsverfügung gehe es um die Frage, ob bei der weiteren Ausübung der bisherigen Tätigkeit eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung bestehe, die einen generellen Ausschluss von dieser Tätigkeit rechtfertige. Es gehe somit um die Nichteignung für eine bestimmte Tätigkeit oder einen be- stimmten Beruf. Seit April 2014 sei die Beschwerdeführerin beschwerde- frei, weshalb auch keine weiteren Kontrollen bei Dr. med. B._______ vor- gesehen seien. Die Aufnahme der Allergene Kolophonium, Paraben -Mix, tertiärem Butylhydrochinon, Octylgallat sowie Cocamidopropylbetain in die Nichteignungsverfügung würde den Grundsatz der Verhältnismässig keit verletzen und sei unzweckmässig. C-7219/2014 Seite 5 I. Replikweise brachte die Beschwerdeführerin am 20. März 2015 vor ( vgl. BVGer-act. 11), die Verfahrenskosten seien der SUVA aufzuerlegen, da diese den Rechtsstreit zu vertreten habe, indem sie von der Beurteilung ihres Kreisarztes abgewichen sei. Die Beschwerdeführerin legte der Replik einen Bericht des Personalarztdienstes des Spitals A._______ bei. Darin wurde ausgeführt, innerhalb des Spitals sei im Bereich des Personalres- taurants eine C hance beschwerdefreie r Beschäftigung. Auch subjektiv habe die Versicherte dort bisher keine Beschwerden verspürt. J. Duplikweise erklärte die Vorinstanz am 21. April 2015 (vgl. BVGer-act. 14), die Nichteignungsverfügung betreffe lediglich Reinigungsarbeiten , hinge- gen stehe dem vorgeschlagenen Einsatz im Bereich des Personalrestau- rants (ohne Reinigungsarbeiten) nichts im Wege. K. Nachdem der Instruktionsrichter den Schriftenwechsel mit Verfügung vom 24. April 2015 ( vgl. BVGer-act. 15) abgeschlossen hatte, reic hte die Be- schwerdeführerin am 29. März 2016 (vgl. BVGer-act. 16) Fotos der aktuel- len allergischen Reaktionen und einen Verlaufsbericht von Dr. med. B._______ vom 9. März 2016 ein, worin ausgeführt wurde, die Beschwer- deführerin sei für berufliche Tätigkeiten in staubigen Räumen, bei Feucht- arbeiten oder mit Kontakt zu den Allergenen Kolophonium, Paraben -Mix, tertiärem Butylhydrochinon, Octylgallat, Cocamidopropylbetain, Sani Clo- net W4f und Jontec 300 zu 100 % arbeitsunfähig. Die Beschwerdeführerin erzählte, sie habe einen Kurs "Neubeginn im Verkauf" begonnen, diesen jedoch nach zwei Tagen einstellen müssen, da sich ihr Gesundheitszu- stand verschlechtert habe. Dies obwohl die Tätigkeit keine Rein igungsar- beiten beinhaltet habe. Sie müsse nun gegen ihre Atemprobleme Sym- bicort einnehmen. L. Zur Eingabe der Beschwerdeführerin äusserte sich die Vorinstanz am 27. April 2016 ( vgl. BVGer-act. 18) . Dabei verwies sie auf die Stellung- nahme ihrer Kreisärztin, Dr. med. C._______, vom 25. April 2016 zum Ver- laufsbericht von Dr. med. B._______ vom 9. März 2016 und hielt fest, da gemäss ihrer Kreisärztin für die Substanzen, für welche in der Epikutante- stung eine Typ IV-Sensibilisierung festgestellt worden sei, nicht vorausge- sagt werden könne, ob diese Sensibilisierung klinisch relevant sei und ob diese im beruflichen Umfeld vorkomme, sei es aufgrund des vorliegenden C-7219/2014 Seite 6 Verlaufes nicht möglich und auf das Problem der Versicherten bezogen nicht die richtige Lösung, eine Nichteignungsverfügung für all diese Sub- stanzen zu erlassen. Die Versicherte habe das Angebot einer erneuten al- lergologischen Abklärung nicht wahrnehmen wollen. Entgegen der Auffas- sung der Beschwerdeführerin sei im vorliegenden Verfahren kein allergo- logisches Gerichtsgutachten einzuholen. Denn die beantragte Erweiterung der Nichteignungsverfügung auf andere Tätigkeiten als diejenige im Reini- gungsdienst erweise sich als nicht zweckmässig. Ausserdem sei aufgrund des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes keine Erstreckung der Nichteig- nungsverfügung auf universelle, wenig spezifische Begriffe oder auf Sub- stanzen möglich, die lediglich eine untergeordnete Rolle spielen würden und nicht als hauptsächlich massgebliche Faktoren zu qualifizieren seien. M. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Anfechtungsgegenstand ist vorliegend der Einspracheentscheid vom 14. November 2014, mit welchem die SUVA die Nichteignung für Tätigkei- ten im Reinigungsdienst verfügte. 1.2 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsge- richt Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG (SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Die Schweizerische Unfallversi- cherungsanstalt (SUVA) ist eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. e VGG. Die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht ist jedoch unzu- lässig, wenn ein anderes Bundesgesetz eine kantonale Behörde als zu- ständig erklärt (Art. 32 Abs. 2 Bst. b VGG). Die sachliche Zuständigkeit zur Beurteilung von Beschwerden gegen Ver- fügungen der SUVA wird grundsätzlich durch Art. 1 Abs. 1 des Bundesge- setzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) in Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 ATSG (SR 830.1) geregelt. Demnach ist das kantonale Versicherungsgericht zuständig, wenn das Gesetz über die Unfallversicherung nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vor- sieht. Eine solche besondere Regelung der Zuständigkeit enthält Art. 109 C-7219/2014 Seite 7 UVG. Gemäss Bst. c dieser Bestimmung beurteilt das Bundesverwaltungs- gericht – in Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG – Beschwerden gegen Einspracheentscheide über Anordnungen zur Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache ist deshalb zu bejahen, richtet sich die Beschwerde doch gegen einen Einspracheentscheid über die Nichteignung. Nichteignungsverfügungen sind Massnahmen, die im Rah- men der Unfallverhütung ergehen (siehe Art. 84 Abs. 2 UVG). Das Bundes- verwaltungsgericht ist auch für den Fall der Ablehnung eines Gesuchs ei- nes Arbeitnehmenden um Erlass einer Nichteignungsverfügung zuständig (vgl. Urteil des BVGer C-3173/2006 vom 13. September 2007 E. 1.2 m.H.). 1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in den sozialversicherungsrechtlichen Verfahren die be- sonderen Bestimmungen des ATSG vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozial- versicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 Abs. 1 UVG sind die Be - stimmungen des ATSG auf die Unfallversicherung anwendbar, soweit das UVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.4 Als von einer Nichteignung direkt betroffene Arbeitnehmerin ist die Be- schwerdeführerin durch den angefochtenen Einspracheentscheid beson- ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, so dass sie beschwerdelegitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Nachdem der Verfahrenskostenvorschuss recht zeitig geleistet wurde, ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutre- ten (vgl. Art. 50 Abs. 1 VwVG, Art. 52 Abs. 1 VwVG und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG; Kognition, vgl. BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2008, Rz. 1 ff. zu Art. 49). C-7219/2014 Seite 8 1.6 Nach der Rechtsprechung hat auch eine Rechtsmittelbehörde, der volle Kognition zusteht, in Ermessensfragen einen Entscheidungsspiel- raum der Vorinstanz zu respektieren. Sie ha t eine unangemessene Ent- scheidung zu korrigieren, kann aber der Vorinstanz die Wahl unter mehre- ren angemessenen Lösungen überlassen (BGE 133 II 35 E. 3). Das Bun- desverwaltungsgericht hat daher nur den Entscheid der unteren Instanz zu überprüfen und sich ni cht an deren Stelle zu setzen (vgl. BGE 126 V 75 E. 6). Insbesondere dann, wenn die Ermessensausübung, die Anwendung unbestimmter Rechtsbegriffe oder die Sachverhaltswürdigung hochste- hende, spezialisierte technische, wissenschaftliche oder wirtschaftliche Kenntnisse erfordert, ist eine Zurückhaltung des Gerichts bei der Überprü- fung vorinstanzlicher Bewertungen angezeigt (vgl. BGE 135 II 296 E. 4.4.3, 133 II 35 E. 3, 128 V 159 E. 3b/cc). Das Bundesverwaltungsge- richt überprüft ansonsten den angefochtenen Entscheid frei, dies unter Be- rücksichtigung der vorgebrachten Rügen. Die Beschwerdeinstanz hat mit- hin nicht zu untersuchen, ob sich die angefochtene Verfügung unter schlechthin allen in Frage kommenden Aspekten als korrekt erweist, son- dern untersucht im Prinzi p nur die vorgebrachten Beanstandungen. Von den Verfahrensbeteiligten nicht aufgeworfene Rechts fragen werden nur geprüft, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 119 V 347 E. 1a; ALEXANDRA RUMO-JUNGO, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungs recht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl., Zürich 2003, S. 348). 2. 2.1 Das Gericht stellt bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 14. November 2014) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in einem en- gen Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (Urteil des BGer 9C_ 101/2007 vom 12. Juni 2007 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 118 V 200 E. 3a; Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.1). Medizinische Be- richte und Gutachten, die nach Erlass der angefochtenen Verfügung vor- gebracht werden und in einem engen Sachzusammenhang mit dem strei- tigen Leistungsanspruch stehen, sind daher zu berücksichtigen, soweit sie C-7219/2014 Seite 9 Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand zur Zeit des Verfügungserlas- ses zulassen (Urteile des BVGer C-3733/2014 vom 16. November 2015 E. 2.2, C-2263/2014 vom 26. April 2016 E. 2.1 und C-4325/2015 vom 27. Sep- tember 2016 E. 2.1). 2.2 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverha lts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglic hen Geschehensabläufen als die W ahr- scheinlichste würdigen (BGE 138 V 218 E. 6; BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwal- tungs- und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswür- digung (Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP , SR 273] in Verbindung mit Art. 19 VwVG). Da- nach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die Be- weise frei, das heisst, ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie um- fassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren be- deutet dies, dass der Sozialversicherungsrichter alle Beweismittel, unab- hängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei- lung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er- ledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be- rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei- lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun- gen des Experten begründet sind (vgl. Urteil des BVGer C -242/2011 E. 6.2.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a und 3b). Den Berichten versi- cherungsinterner Ärzte, wie SUVA -Ärzten, kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wi- derspruchsfrei sind und keine Indi zien gegen ihre Zuverlässigkeit besteht (vgl. Urteil des BVGer C-242/2011 E. 6.2.3 mit Hinweis auf BGE 122 V 157 E. 1c,). Ebenso kann auf Berichte von behandelnden Ärztinnen und Ärzten abgestellt werden, sofern keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich sin d, C-7219/2014 Seite 10 welche die Glaubwürdigkeit der Atteste zu erschüttern vermögen (vgl. statt vieler Urteil des BVGer C-4325/2015 E. 3.7.3 mit Hinweisen). 3. 3.1 Die rechtlichen Grundlagen zum Erlass einer Nichteignungsverfügung oder bedingten Eignungsverfügung und deren Auswirkungen sind im UVG, der Verordnung vom 19. Dezember 1983 über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV, SR 832.30) und der Verordnung vom 20. De- zember 1982 über die Unfallversicherung (UVV, SR 832.202) festgehalten. Zu beachten sind zudem die Bestimmungen des ATSG. 3.2 Nach Art. 84 Abs. 1 UVG können die Durchführungsorgane nach An- hören des Arbeitgebenden und der unmittelbar betroffenen Versicherten bestimmte Massnahmen zur Verhütung von Berufsunfällen und Berufs- krankheiten anordnen (erster Satz). In diesem Rahmen können die Durch- führungsorgane Versicherte, die hinsichtlich Berufsunfällen oder Berufs- krankheiten durch bestimmte Arbeiten besonders gefährdet sind, von die- sen Arbeiten ausschliessen (Art. 84 Abs. 2 erster Satz UVG). In Anwen- dung von Art. 83 Abs. 1 erster Satz UVG erliess der Bundesrat konkretisie- rende Bestimmungen in der Verordnung über die Unfallverhütung: Gemäss Art. 78 VUV kann die SUVA als einzig hierfür zuständiges Durchführungs- organ der Unfallverhütung durch Verfügung eine Arbeitnehm erin, die den Vorschriften über die arbeitsmedizinische Vorsorge untersteht, von der ge- fährdenden Arbeit ausschliessen (Nichteignung) oder ihre Beschäftigung bei dieser Arbeit unter bestimmten Bedingungen zulassen (bedingte Eig- nung). Die Arbeitgeberin erhält eine Kopie der Verfügung. Ist die Arbeitneh- merin imstande, die Arbeit ohne Bedingungen zu verrichten (Eignung), so teilt es die SUVA der Arbeitnehmerin und dem Arbeitgeber mit. Nach Abs. 2 derselben Bestimmung kann die Nichteignung nur dann verfügt werden, wenn die Arbeitnehmerin bei der weiteren Ausübung ihrer bisherigen Tä- tigkeit einer erheblichen Gefährdung ausgesetzt ist. Die Nichteignung kann befristet oder dauernd sein. Die Verfügung muss auf die Beratungs - und Entschädigungsmöglichkeiten (Art. 82, 83 und 86 VUV) verweisen. Die Erfüllung dieser gesetzlichen Voraussetzungen für den Erlass einer Nichteignungsverfügung muss generell gegeben sein. Sie ist nicht nur im Falle einer von der SUVA von Amtes wegen erlassenen und vom Versi- cherten bestrittenen Verfügung, sondern auch im Fall einer vom Arbeitneh- mer beantragten Verfügung erforderlich (vgl. Urteil der Rekurskommission UV [heute Bundesverwaltungsgericht] vom 15. Juni 2000, REKU 411/98, E. 3a). C-7219/2014 Seite 11 3.3 Es ist festzuhalten, dass das Ziel der Nichteignungsve rfügung einer- seits in der Verhütung von bis anhin noch nicht eingetretenen, künftigen Berufsunfällen oder Berufskrankheiten, sowie andererseits auch in der Ver- meidung des erneuten Auftretens oder der Verschlimmerung einer be- stimmten bereits zu Tage getretenen Berufskrankheit bzw. in der Verhütung der Wiederholung von gleichartigen Unfällen liegt (vgl. Urteil des BGer 8C.295/2012 vom 15. April 2013 E. 5). Sinn und Zweck der Nichteignungs- verfügung liegen sowohl im Schutz des Arbeitnehmenden wie auch in der Vermeidung der Entstehung von durch die Unfallversicherung abzude- ckenden Kosten. Nicht Zweck der Nichteignungsverfügung ist es a priori, Leistungen auszulösen, auch wenn ein gewisser Zusammenhang zwi- schen Nichteignung und Übergangsleistungen besteht (vgl. Ur teil des BVGer C-3173/2006 vom 13. September 2007 E. 2.4 und 4.2; siehe auch Art. 78 Abs. 2 VUV). 3.4 Der Ausschluss einer Arbeitnehmerin von bestimmten Arbeiten stellt ei- nen schweren Eingriff in die Rechtssphäre der betroffenen Person dar. An- gesichts dieser einschneidenden Massnahme ist der Entscheid darüber in Verfügungsform zu kleiden, wobei die verfassungsmässigen Schranken für Eingriffe in Freiheitsrechte zu beachten sind. Namentlich muss nebst der gesetzlichen Grundlage und des öffentlichen Interesses der Grundsatz der Verhältnismässigkeit gewahrt bleiben (Art. 36 BV, SR 101]). Art. 84 Abs. 2 UVG bildet zweifellos eine genügende gesetzliche Grundlage ; zudem be- steht ein erhebliches öffentliches Interesse am Schutz der Arbeitnehmen- den und der Versichertengemeinschaft. Es muss im Rahmen des Verhält- nismässigkeitsgrundsatzes geprüft werden, ob die Versicherte bei der wei- teren Ausübung der bisherigen Tätigkeit einer erheblichen Gefährdung ausgesetzt ist, die ihren generellen Ausschluss von eben dieser Tätigkeit zu rechtfertigen vermag, oder ob im Sinne der möglichsten Schonung ihrer Rechtssphäre das gesetzte Ziel der Verhütung von Berufskrankheiten auf weniger einschneidende Weise erreicht werden kann ( Urteil des BVGer C-3173/2006 vom 13. September 2007 E. 4.2 m.H.) 3.5 Des Weiteren gilt es zu beachten, dass der Erlass einer Nichteignungs- verfügung nicht voraussetzt, dass eine Berufskrankheit bereits besteht bzw. anerkannt ist oder diese einen bestimmten Schweregrad erreicht, da die Nichteignungsverfügung in erster Linie eine präventive Wirkung be- zweckt. Mit dem Beschluss über eine allfällige Nichteignung wird nicht über das Bestehen einer Berufskrankheit entschieden. Dies bedeutet, dass die im Bereich der Berufskrankheiten geltenden Grundsätze, insbesondere be- züglich Kausalität zwischen einer Gesundheitsschädigung und beruflichen C-7219/2014 Seite 12 Tätigkeit, nicht unbesehen auf die Frage der Nichteignung angewandt wer- den können. Bei der Nichteignung geht es um die zukünftige gesundheitli- che Entwicklung bei einer weiteren Ausübung der bisherigen Tätigkeit. Ausgehend von einer Diagnose ist die prognostische Einschätzung der Ge- fahr eines Auftretens von Berufsunfällen oder -krankheiten massgebend für die Bejahung bzw. Verneinung einer Nichteignung für eine bestimmte Tä- tigkeit oder einen bestimmten Beruf (vgl. Urteil des BVGer C -3173/2006 vom 13. September 2007 E. 5.3). 3.6 Hinsichtlich der Verhältnismässigkeit von Nichteignungsverfügungen hielt die Rekurskommission im Urteil REKU 411/98 vom 15. Juni 2000 fest, es gehe nicht darum, eine möglichst weitgefasste Allergie-Bezeichnung in eine Nichteignungsverfügung aufzunehmen. Es sei in diesem Zusammen- hang darauf hinzuweisen, dass die Frage der Nichteignung nicht direkt die Frage der Invalidität betreffe. Es gehe denn auch nicht darum , „möglichst viel“ in eine Nichteignungsverfügung aufzunehmen, sondern darum, nur das „Nötigste“ d arin aufzuführen. Auch die Tatsache, dass eine Nichteig- nungsverfügung sowohl für den Arbeitnehmer wie auch für den potentiellen Arbeitgeber möglichst klar und verständlich sein solle, müsse dabei beach- tet werden (E. 3a). Es sei nicht Zweck einer Nichteignungsverfügung, sämt- liche bei einer Versicherten medizinisch diagnostizierten Beschwerden zu erfassen. Gerade im Bereich von Hautbeschwerden seien die Anforderun- gen an Nichteignungsverfügungen hoch. Eine solche erscheine gerecht- fertigt, wenn bei einem Ekzem das Stadium einer Generalisierung mit Streubildung erreicht sei. Weitere Indizien seien beispielsweise das Auftre- ten schwerer Rückfälle verbunden mit Arbeitsunfähigkeit oder eine Ten- denz zur Bildung von Streuherden an Körperstellen ohne Allergen - oder Noxenkontakt (E. 3d). Eine festgestellte Sensibilisierung sei noch kein Be- weis dafür, dass auch eine klinisch relevante allergische Hautüberempfind- lichkeit vorliege (E. 3e). 4. 4.1 Die Vorinstanz stützte sich beim Erlass der angefochtenen Verfügung auf die folgenden medizinischen Unterlagen: – Die Beschwerdeführerin war vom 4. März 2011 bis zum 21. März 2011 sowie vom 25. März 2011 bis zum 4. April 2011 vollständig und vom 4. April 2011 bis zum 25. April 2011 zu 50 % krankgeschrieben (vgl. SUVA-act. 36/18-21). C-7219/2014 Seite 13 – Im Jahr 2012 (vgl. SUVA-act. 27) wurde die Beschwerdeführerin bei Dr. med. D._______, Fachärztin für Dermatologie FMH, vorstellig, welche eine Rosacea diagnostizierte. Der durchgeführte Pricktest war negativ. – Dr. med. E._______ und Dr. med. F._______ hielten fest, die Be- schwerdeführerin sei vom 13. März 2013 während zwei bis drei Wo- chen, d.h. bis zum 7. April 2013 vollständig arbeitsunfähig (vgl. SUVA- act. 36/14 und 15). – Dr. med. G._______ erkannte bei der Beschwerdeführerin vom 13. Februar 2012 bis 17. Februa r 2012 ( vgl. SUVA-act. 36/17), vom 26. März 2012 bis 30. März 2012 (vgl. SUVA-act. 36/16), vom 8. April 2013 bis 14. April 2013 (vgl. SUVA-act. 36/13), vom 25. November 2013 bis 9. Dezember 2013 (vgl. SUVA-act. 36/10), vom 3. Februar 2014 bis 7. Februar 2014 (vgl. SUVA-act. 36/9) und vom 11. Februar 2014 bis 16. Februar 2014 (vgl. SUVA-act. 36/8) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. – Das Spital A._______ attestierte der Beschwerdeführerin ab 18. April 2013 für fünf Tage eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (vgl. SUVA-act. 36/12). – Dr. med. H._______ schrieb die Beschwerdeführerin für den 4. Novem- ber 2013 zu 100 % wegen Krankheit arbeitsunfähig ( vgl. SUVA-act. 36/11). – Arztzeugnis des Spitals A._______ vom 18. Februar 2014 (vgl SUVA- act. 36/7): Die Beschwerdeführerin sei vom 18. Februar 2014 bis zum 21. Februar 2014 zu 100 % arbeitsunfähig. – Dem Unfallschein (vgl. SUVA-act. 51, 56, 67, 70, 80) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin von 6. März 2014 bis 28. April 2014 zu 100 % arbeitsunfähig war. – Schadenmeldung UVG vom 21. März 2014 ( vgl. SUVA-act. 1). Es be- stehe eine Sensibilisierung auf Reinigungsmittel. Die Beschwerdefüh- rerin habe die Arbeit ab 6. März 2014 ausgesetzt. – Das Spital A._______ überwies die Beschwerdeführerin an Dr. med. B._______, Fachärztin für Dermatologie FMH, welche am 17. März 2014 berichtete (vgl. SUVA-act. 8/2, 88/2), sie habe eine Epikutantes- tung durchgeführt, welche eine Typ IV-Sensibilisierung auf Kolopho-C-7219/2014 Seite 14 nium, Paraben-Mix, tert. Butylhydrochinon, Octylgallat, Cocamidopyl- betain (recte Cocamidopropylbetain), Sani Clonet W4f und „Diven.-lon- lea 300NC“ (recte Jontec 300) ergeben habe. Unter einer lokalen The- rapie mit Elidel 1 % sei eine zunehmende Befundverbesserung einge- treten. Als Diagnosen wurden Dermatitis, Follikulitis und polyvalent e Typ IV-Sensibilisierung aufgeführt. – Arztzeugnis UVG von Dr. med. B._______, Dermatologin, vom 3 1. März 2014 (vgl. SUVA-act. 7): Die Beschwerdeführerin sei erstmals am 13. November 2013 wegen zunehmenden Hautveränderungen vorstel- lig geworden. Es wurde ein e Dermati tis diagnostiziert und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit festgestellt. Es wurde eine Lokaltherapie mit Elidel durchgeführt und eine Meidung der kontaktsensibilisierenden Stoffe verordnet. Die Behandlung wurde am 27. März 2014 abge- schlossen. – Arztzeugnis des Personalarztdienstes des Spitals A._______ vom 8. April 2014 ( vgl. SUVA-act. 8/1). Die Beschwerdeführerin sei seit 6. März 2014 bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig, da eine Sensi- bilisierung auf die Arbeitsstoffe im Reinigungsdienst bestehe. – Nach Einsicht in die Akten hielt die SUVA-Ärztin, Dr. med. C._______, Arbeitsärztin und Fachärztin Allgemeine Innere Medizin FMH, am 17. April 2014 fest (vgl. SUVA-act 10), um die berufliche Kausalität der Der- matitis besser beurteilen zu können, bitte sie den Aussendienst der SUVA um Klärung der „arbeitsmedizinischen Fragen bei Abklärungen vermuteter Berufskrankheiten der Haut“ und um Einholung einer Foto- dokumentation. – Dr. med. I._______, Facharzt Arbeitsmedizin, des personalärztlichen Dienstes des Spitals A._______, wies am 12. Juni 2014 ( vgl. SUVA- act. 22) daraufhin, dass er die Beschwerdeführerin erst nach abgeheil- ten Effloreszenzen gesehen und deshalb auf eine Fotodokumentation verzichtet habe. – Dr. med. C._______ fasste am 5. August 2014 (vgl. SUVA-act. 31, 33/3, 57/3, 88/3) die Krankengeschichte zusammen und kam zum Schluss, die in der Untersuchung von Dr. med. B._______ nachgewiesene Sen- sibilisierung gegenüber den im Rahmen der beruflichen Tätigkeit von der Beschwerdeführerin verwendeten Reinigungsmitt eln sowie die C-7219/2014 Seite 15 Anamnese der Versicherten und der Krankheitsverlauf erfüllten die Vo- raussetzungen zur Anerkennung der allergischen Ekzeme als Berufs- krankheit. – Am 26. August 2014 (vgl. SUVA-act. 43, 66) stellte Dr. med. C._______ fest, am Spital A._______ habe für die Beschwerdeführerin keine Tä- tigkeit ohne den Umgang mit den Reinigungsmitteln Jontec 300 und Sani Clonet W4f gefunden werden können. Bei einer weiteren berufli- chen Exposition gegenüber den Reinigungsmitteln würde allerdings eine erhebliche Gefährdung bestehen, wie wiederholte Exazerbationen oder Chronifizierung. Aus diesen Gründen beantragte sie den Erlass einer Nichteignungsverfügung für Arbeiten mit Kontakt zu Sani Clonet W4f und Jontec 300. 4.2 4.2.1 Den Arztzeugnissen bzw. Arbeitsunfähigkeitszeugnissen (vgl. SUVA- act. 36) ist nicht zu entnehmen, aufgrund welcher Leiden die Beschwerde- führerin arbeitsunfähig geschrieben wurde, daher sind sie im vorliegenden Fall auch nicht wesentlich. 4.2.2 Die Beschwerdeführerin wurde im Jahr 2012 bei Dr. med. D._______ wegen einer Rosacea vorstellig (vgl. SUVA-act. 27). Da hieraus keine Ar- beitsunfähigkeit resultierte, sind diese Diagnose und der Bericht von Dr. med. D._______ für die vorliegende Frage der Nichteignung nicht relevant. 4.2.3 Das Resultat der Epikutantestung (vgl. SUVA-act. 8/2) wird von kei- ner Partei in Frage gestellt und da keine Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Testes ersichtlich sind, ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin an ei- ner Typ IV-Sensibilisierung auf Kolophonium, Paraben -Mix, tertiärem Butylhydrochinon, Octylgallat, Cocamido propylbetain, sowie die Reini- gungsmittel Sani Clonet W4f und Jontec 300 leidet. 4.2.4 Dr. med. B._______ erachtete die Beschwerdeführerin am 31. März 2014, das heisst nach Lokaltherapie mit Elidel und Abschluss der Behand- lung am 27. März 2014, als vollständig arbeitsfähig (SUVA-act. 7). Hinge- gen attestierte Dr. med. I._______ vom Spital A._______ nach Kenntnis der Epikutantestung der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsun- fähigkeit (SUVA-act. 8/1), da er wegen der Sensibilisierung der Beschwer- deführerin auf die Arbeitsstoffe (Reinigungsmittel) das Auftreten eines Re- zidivs bei weiterer Ausübung der Reinigungstätigkeit befürchtete. Aus dem Hinweis „Rezidivgefahr <=> NEV“ und der Tatsache, dass es sich bei Dr. C-7219/2014 Seite 16 med. I._______ um den Personalarzt des Spitals A._______ handelt, mit- hin um den Arzt der damaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin, geht hervor, dass dieses Arztzeugnis aus der Sicht der damaligen Arbeitgeberin erstellt wurde und sich auf die Reinigungstätigkeit im Spital A._______ be- zog. Dr. med. B._______ seinerseits empfahl die Meidung der kontaktsen- sibilisierenden Stoffe, womit kein Widerspruch zwischen diesen beiden Arztberichten besteht, vielmehr erachteten beide Arztpersonen eine Tätig- keit mit Kontakt zu den Reinigungsmitteln Sani Clonet W4f und Jontec 300 als nicht geeignet, was schlüssig erscheint. 4.2.5 In der ärztlichen Beurteilung vom 5. August 2014 (SUVA-act. 31) hält Dr. med. C._______ zwar fest, wie dies von der Beschwerdeführerin vor- gebracht wurde, aufgrund der Ekzeme bestehe eine 100%ige Arbeitsfähig- keit für alle Tätigkeiten ohne Kontakt mit den Reinigungsmitteln Jontec 300 und Sani Clonet W4f und den weiteren nachgewiesenen Allergenen . Je- doch beurteilte sie eine Wiedereingliederung im Reinigungsdienst im Spital A._______ als zumutbar, wenn gewährleistet werden könne, dass die Tä- tigkeit ohne Kontakt zu den erwähnten „Mitteln“ durchführbar sei. Hinsicht- lich der „Wiedereingliederung“ sprach Dr. med. C._______ demnach nur noch von den „Mitteln“ und hielt fest, unter welchen Bedingungen eine Eig- nung (bedingte Eignung) für Reinigungstätigkeiten im Spital A._______ ge- geben wäre. Zudem ist aus dem weiteren Verlauf der Abklärungen ersicht- lich, dass hier nur die beiden Reinigungsmittel gemeint sein können. So ist dem Bericht des Aussendienstes der SUVA zu entnehmen (vgl. SUVA-act. 37), dass beim Spital A._______ nachgefragt wurde, ob im ganzen Haus für die Reinigungsarbeiten dieselben Reinigungsmittel verwendet werden oder ob hinsichtlich der einzelnen Reinigungsbereiche Abgrenzungen möglich seien und ob allenfalls alternative Produkte verwendet werden könnten. Bis zu diesem Zeitpunkt ging es somit um die bedingte Eignung der Beschwerdeführerin für die Reinigungstätigkeiten im Spital A._______ und noch nicht um die Nichteignung, was in Anbetracht des Verhältnismäs- sigkeitsgrundsatzes (vgl. E. 3.4 hiervor) nicht zu beanstanden ist. Nach Kenntnis des Abklärungsergebnisses stellte die SUVA -Ärztin, Dr. med. C._______, in ihrem internen Bericht vom 26. August 2014 (SUVA - act. 43) die Nichteignung der Beschwerdeführerin für Tätigkeiten mit Kon- takt zu den Reinigungsmitteln Sani Clonet W4f und Jontec 300 fest und empfahl den Erlass einer Nichteignungsverfügung. Erst in diesem letzte n Schritt äusserte sich die SUVA -Ärztin explizit zur Nichteignung und er- wähnte nur noch die beiden Reinigungsmittel. Zu den allergenen Stoffen C-7219/2014 Seite 17 (Kolophonium, Paraben-Mix, tertiärem Butylhydrochinon, Octylgallat, Co- camidopropylbetain, Sani Clonet W4f und Jontec 300) ä usserte sie sich hingegen nicht mehr; was nicht zu beanstanden ist, da ihre Aufgabe hin- sichtlich der Nichteignungsverfügung einzig darin bestand, festzustellen, ob bei weiterer Ausrichtung der damaligen Reinigungstätigkeit im Spital A._______ eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung gegeben war, was diese aufgrund des nicht vermeidbaren Kontakts zu den Reinigungsmitteln Sani Clonet W4f und Jontec 300 bejahte und nachvollziehbar begründete. Zusammenfassend ergibt sich, dass die SUVA-Ärztin ihre Stellungahmen in Kenntnis der Anamnese und insbesondere des Resultates der beweis- kräftigen Epikutantestung abgab, die geklagten Beschwerden berücksich- tigte, den Aussendienst mit diversen Abklärungen beauftragen liess, die medizinischen Zusammenhänge nachvollziehbar darlegte und zu schlüssi- gen Folgerungen kam, womit ihnen voller Beweiswert zukommt. 5. 5.1 Nach Erlass der angefochtenen Verfügung wurden im vorliegenden Verfahren von den Parteien die folgenden medizinischen Unterlagen ein- gereicht: – Ärztlicher Verlaufsbericht vom 9. März 2016 (vgl. BVGer-act. 16/1): Dr. med. B._______ gab die medizinische Krankengeschichte betreffend die Typ IV -Sensibilisierung bis zum Verfügungszeitpunkt wieder. Zu- dem berichtete sie, dass die Patientin, nachdem sie beinahe beschwer- defrei gewesen sei, im Februar 2016 ein Praktikum (Anmerkung des Gerichts: im Verkauf) angefangen habe und in d er Folge am 1. März 2016 und 4. März 2016 wieder vorstellig geworden sei, wegen ausge- prägten erythematösen schuppigen Hautveränderungen im Gesicht und Halsbereich im Sinne einer exazerbierten Dermatitis. – Die SUVA-Ärztin, Dr. med. C._______, nahm am 25. April 2016 (BVGer act. 18/1) zum Bericht von Dr. med. B._______ vom 9. März 2016 Stel- lung. 5.2 Die von den Parte ien eingereichten neuen medizinischen Unterlagen sind vorliegend zu berücksichtigen, sofern sie Rückschlüsse auf den Ge- sundheitszustand im Verfügungszeitpunkt zulassen (vgl. E. 2.1 hiervor). 5.2.1 Gemäss Bericht von Dr. med. B._______ vom 9. März 2016 (BVGer- act. 16/1) therapierte sie das Leiden diesmal nicht nur mit Elidel, sondern auch mit Bilaxten Tabletten und Symbicort. Bilaxten Tabletten werden zur C-7219/2014 Seite 18 symptomatischen Behandlung der saisonalen allergischen Rhinokonjunk- tivitis und Urtikaria angewendet (vgl. https://compendium.ch/mpro/mnr/ 22922/html/de?Platform=Desktop, besucht am 13. April 2017), was neue Leiden betrifft und daher vorliegend hinsichtlich der Nichteignungsverfü- gung bzw. dem Einspracheentscheid nicht weiter zu beachten sind. Sym- bicort enthält die beiden Wirkstoffe Budesonid und Formoterol, welche auf verschiedene Arten auf die Atemwegserkrankung (z.B. Asthma oder an- dere entzündliche Atemwegserkrankungen) einwirken (vgl. https://com- pendium.ch/mpub/pnr/ 93069/html/de, besucht am 13. April 2017). Die Hautveränderungen an Gesicht und Hals sowie (in abgeschwächter Form) die Atembeschwerden traten auch vor dem angefochtenen Einspracheent- scheid auf, im März 2016 jedoch nicht im Zusammenhang mit Reinigungs- arbeiten, sondern bei Tätigkeiten im Verkauf. Aufgrund des Beschwerdebildes ist einleuchtend, dass Dr. med. B._______ festhielt, aufgrund der Typ IV-Sensibilisierung müsse in Zukunft der Kontakt zu den kontaktsensibilisierenden Stoffen und den bekannten Allergenen beruflich wie auch im privaten Bereich strickt gemieden werden. Da Dr. med. B._______ jedoch nicht nur Elidel und Symbicort, sondern auch Bilaxten Tabletten verordnete, was wegen einem anderen Leiden An- wendung findet, leuchtet ihre Schlussfolgerung zwar für den Zeitpunkt März 2016 ein, wonach eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bei Tätigkeiten mit den kontaktsensibilisierenden Stoffen und in staubigen Räumen oder bei Feuchtarbeiten besteht. Da jedoch weitere Symptome hinzukamen, kann daraus nicht geschlossen werden, dass bereits im Zeitpunkt der Nichteig- nungsverfügung bzw. des Einspracheentscheides eine entsprechende Nichteignung bestanden hätte. Ebenso haben sich die Atemprobleme mitt- lerweile verstärkt, so dass inzwischen die Einnahme von Symbicort not- wendig ist. Auch diesbezüglich geht aus dem Bericht nicht hervor, ob diese Beschwerden auf die Typ IV-Sensibilisierung zurückzuführen sind oder auf eine Rhinokonjunktivitis oder Urtikaria. 5.2.2 Es ist nachvollziehbar, dass die SUVA -Ärztin, Dr. med. C._______, betreffend den Zeitpunkt der Nichteignungsverfügung bzw. des Ein- spracheentscheids feststellte (vgl. BVGer -act. 18/1), aus dem Schreiben von Dr. med. B._______ vom 9. März 2016 würden sich keine neuen me- dizinischen Erkenntnisse ergeben, trat die gesundheitliche Verschlechte- rung doch erst später ein. Ebenso leuchtet ein, dass Dr. med. C._______ aus dem medizinischen Verlauf schliesst, dass die Haut der Beschwerdeführerin inzwischen eine C-7219/2014 Seite 19 sehr geringe Belastbarkeit aufweise bei Zustand nach langandauerndem Ekzem und sich ein eigengesetzlicher Verlauf der kontaktallergischen Ek- zeme eingestellt habe, wobei an den ursprünglich betroffenen Hautstellen Beschwerden auftreten würden und nicht zu unterscheiden sei, ob diese nun durch Allergene, Irritanzien oder Duftstoffe, zu denen Kreuzallergien möglich seien, verursa cht würden. Diese Verschlechterung des Gesund- heitszustandes ist jedoch erst nach dem Zeitpunkt der Nichteignungsver- fügung bzw. dem Einspracheentscheid eingetreten und somit im vorliegen- den Verfahren nicht relevant. 5.2.3 Die Beschwerdeführerin brachte sinngemäss vor, wegen der Allergie seien nicht nur Tätigkeiten im Reinigungsdienst, sondern auch andere be- rufliche Tätigkeiten für sie nicht mehr möglich, wie dies das Praktikum im Verkauf gezeigt habe . Die kontaktsensibilisierenden Stoffe würden prak- tisch bei jeder Tätigkeit vorkommen (BVGer-act. 16). Das Anliegen der Be- schwerdeführerin, die Nichteignungsverfügung bzw. den Einspracheent- scheid auf die kontaktsensibilisierenden Stoffe auszudehnen, zielen nicht auf eine Nichteignungsverfügung, sondern auf eine Prüfung der Arbeitsun- fähigkeit bzw. der Invalidität ab. Aus dem Bericht von Dr. med. B._______ vom 9. März 2016 ist eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach dem Einsprac heentscheid erkennbar (vgl. E. 5.2.1 hiervor) , die mit der Nichteignungsverfügung bzw. dem Einsprachentscheid hätte vermie- den werden sollen und nunmehr nicht mehr zu vermeiden ist. Diese Ent- wicklung ist jedoch für die vorliegende Überprüfung der Nichteignungsver- fügung bzw. des Einspracheentscheides nicht zu berücksichtigen, zumal es der Beschwerdeführerin gemäss Bericht von Dr. med. B._______ (vgl. BVGer-act. 16/1) zunächst besser ging und sich erst später eine gesund- heitliche Verschlechterung einstellte. Ob die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Allergie immer noch vermittelbar ist oder ob das Leiden zwischenzeit- lich zu einer Invalidität führte, ist im vorliegenden Verfahren jedoch nicht zu prüfen. Die Beschwerde ist in diesem Sinne als Gesuch für eine Invaliden- rente der Unfallversicherung entgegenzunehmen. Die Akten gehen an die SUVA, damit sie die notwendigen Schritte in die Wege leite. 6. 6.1 Dr. med. C._______ empfahl in ihrer Stellungnahme vom 26. August 2014, auf welche vorliegend abgestellt werden kann (vgl. E. 4.2.5 hiervor), den Erlass einer Nichteignungsverfügung für Tätigkeiten mit Kontakt zu den beiden Reinigungsmitteln Sani Clonet W4f und Jontec 300. Entspre- chend dieser Empfehlung erliess die SUVA am 12. September 2014 eine Nichteignungsverfügung mit gleichlautendem Inhalt. C-7219/2014 Seite 20 Sowohl die Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde BVGer -act. 1 S. 7) als auch die Vor instanz (vgl. Vernehmlassung BVGer -act. 9 Rn. 6.4, Ein- spracheentscheid BVGer-act. 1 Beilage 6, SUVA-act. 68 E. 3) gehen davon aus, dass die frag lichen kontaktsensibilisierenden Stoffe weit verbreitet sind, was nicht zu beanstanden ist, sind sie doch im geschäftlichen und privaten Umfeld in diversen Materialien als Inhaltsstoffe enthalten (vgl. http://www.alles-zur-allergologie.de, abgerufen am 13. April 2017 ). Da diese weitverbreiten Stoffe sowohl im privaten als auch im beruflichen Um- feld vorkommen, die Beschwerdeführerin hingegen den beiden Reini- gungsmitteln mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur im beruflichen Um- feld ausgesetzt war, bewegt sic h die SUVA innerhalb ihres Ermessens, wenn sie betreffend die Nichteignung die berufliche Relevanz nur hinsicht- lich der Allergie gegen die beiden Reinigungsmittel bejahte. Zudem geht aus dem Schreiben des Spitals A._______ vom 3. Februar 2015 – das vorliegend zu beachten ist, da es Informationen zum Gesund- heitszustand im Verfügungszeitpunkt enthält (vgl. BVGer-act. 11/1) – her- vor, dass die Beschwerdeführerin beim Aufenthalt im Personalrestaurant des Spitals A._______ keine Beschwerden verspürte. Es ist gerichtsnoto- risch, dass die weitverbreiteten kontaktsensibilisierenden Stoffe mindes- tens teilweise auch im Personalrestaurant anzutreffen sind, dennoch rea- gierte die Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt dort nicht allergisch. Daher liegt die Beurteilung der SUVA, wonach einzig die Reinigungsmittel Sani Clonet W4f und Jontec 300 eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit der Beschwerdeführerin darstellen, jedoch nicht die kontaktsensibilisieren- den Stoffe, im Rahmen ihres pflichtgemässen Ermessens. Hinzu kommt, dass die kontaktsensibilisierenden Stoffe nicht in eine Nicht- eignungsverfügung aufgenommen werden können, da sie weit verbreitet sind, womit ein überwiegender Anteil der Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt betroffen wäre. Die Aufnahme dieser kontaktsensibilisierenden Stoffe in die Nichteignungsverfügung bzw. den Einspracheentscheid würde daher ei- nem Arbeitsverbot für praktisch sämtliche Arbeiten gleichkommen, was die Beschwerdeführerin in unverhältnismässiger Weise in ihren Möglichkeiten auf dem Arbeitsma rkt einschränken würde (vgl. Urteil des BVGer C-4811/2012 vom 24. November 2014 E. 4.2, 4.3). In eine Nichteignungs- verfügung ist nur das Nötigste und nicht sämtliche medizinisch diagnosti- zierten Beschwerden zu erfassen (vgl. E. 3.6 hiervor). Eine Ausweitung auf die kontaktsensibilisierenden Stoffe erscheint zudem als nicht zweckmäs- sig, denn bei einer Nichteignungsverfügung geht es um die Nichteignung für einen bestimmten Beruf oder eine bestimmte Tätigkeit und nicht um die C-7219/2014 Seite 21 Frage der „generellen“ Arbeitsunf ähigkeit oder Invalidität (vgl. Urteil des BVGer C-3173/2006 vom 13. September 2007 E. 5.3, Urteil der Rekurs- kommission vom 15. Juni 2000, REKU 411/98 E. 3e). Die Frage der Ver- mittlungsfähigkeit, der „generellen“ Arbeitsfähigkeit und der Invalidität sind in einem anderen Verfahren von der SUVA zu prüfen (vgl. hierzu E. 5. 2.3 hiervor). Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die SUVA innerhalb ihres Ermes- sens bewegte, als sie eine Nichteignungsverfügung erliess und die Be- schwerdeführerin als nicht geeignet für Arbeiten mit Kontakt zu Sani Clonet W4f und Jontec 300 erachtete. 6.2 6.2.1 Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, dass mit dem Einspracheent- scheid die Nichteignung sverfügung ausgedehnt worden sei und verlangt die weitere Ausdehnung auf die kontaktsensibilisierenden Stoffe. 6.2.2 Hinsichtlich der Auslegung einer Verfügung hielt das Bundesgericht fest, das Dispositiv einer Verfügung müsse die Rechte und Pflichten des Adressaten in der Sache bestimmen oder – bei Feststellungsverfügungen – klarmachen, worin dessen Rechte und Pflichten bestehen würden. Die Behörde solle dabei ihre Worte so wählen, dass der Adressat nicht lange nach dem Sinn suchen müsse (BGE 132 V 74 E. 2). Bedürfe die Verfü- gungsformel gleichwohl der Auslegung, könne auf die Begründung der Ver- fügung zurückgegriffen werden (BGE 110 V 222). Das Dispositiv sei so zu deuten, wie es vom Adressaten in guten Treuen verstanden werden konnte und musste (PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allge- meines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Bern 2014, § 29 Rz. 16 mit Hinweisen). 6.2.3 In der Nichteignungsverfügung wurde die Beschwerdeführerin für „Arbeiten mit Kontakt zu Sani Clonet W4f und Jontec 300“ als nicht geeig- net erklärt und im Dispositiv des Einspracheentscheids für „Tätigkeiten im Reinigungsdienst“; i nsoweit geht das Bundesverwaltungsgericht mit der Beschwerdeführerin einig. Hingegen kann ihr nicht gefolgt werden, soweit sie vorbringt, dies sei eine Ausweitung der Nichteignungsverfügung, wurde doch mit dem Einspracheentscheid die Nichteignungsverfügung materiell geschützt und einzig mittels einer anderen Formulierung präzisiert. So wird in Dispositivziffer 1 verfügt: „Die Einsprache wird teilweise gutgeheissen im Sinne einer Umformulierung der Nichteignungsverfügung für Tätigkeiten im Reinigungsdienst.“ Aus dem Wortlaut der Dispositivziffer 1 geht klar hervor, dass lediglich eine Änderung der Nichteignungsverfügung in redaktioneller C-7219/2014 Seite 22 Hinsicht erfolgte. Weiter kam die SUVA in de n Erwägungen des Ein- spracheentscheides auf Seite 5 zum Schluss, dass der Erlass einer Nicht- eignungsverfügung nach wie vor für Arbeiten im Reinigungsdienst begrün- det und durch keine andere Massnahme in ihrer Wirksamkeit ersetzbar sei. Diese Schlussfolgerung und Dispositivziffer 1 stimmen überein. Für eine andere Auslegung bleibt kein Raum. 6.2.4 Im Spital A._______ werden in sämtlichen Räumen die Reinigungs- mittel Jontec 300 und Sani Clonet W4f verwendet und können, wie die Ab- klärungen der SUVA ergaben, nicht durc h alternative Putzmittel ersetzt werden. Da bei Reinigungstätigkeiten im Spital A._______ diese beiden Reinigungsmittel nicht gemieden werden können und es gerichtsnotorisch ist, dass diese gängigen Reinigungsmittel auch ausserhalb des Spitals A._______ für die Reinigung verwendet werden, ändert die Umformulie- rung von „Arbeiten mit Kontakt zu Sani Clonet W4f und Jontec 300“ zu „Tätigkeiten im Reinigungsdienst“ materiell nichts und ist weder willkürlich noch missbräuchlich, sondern sachgerecht. 6.2.5 Es trifft zwar zu, wie die Beschwerdeführerin sinngemäss vorbrachte, dass die SUVA auf Seite 3 des Einspracheentscheides festhielt, die beruf- liche Kausalität für die Kontaktallergie bei der Beschwerdeführerin habe nur für die Reinigungsmittel Sani Clonet W4f und Jontec 300 nachgewie- sen werden können und auf Seite 5 feststellte, für einzelne der erwähnten Substanzen bestehe eine Wahrscheinlichkeit, dass diese als Konservie- rungsmittel in Reinigungsmitteln enthalten sein könnten. Jedoch bezieht sich die Aussage auf Seite 3 auf die Frage der Berufskrankheit , denn die SUVA anerkannte die allergischen Kontaktekzeme bei Typ IV-Sensibilisie- rung gegenüber den Arbeitsmitteln Sani Clonet W4f und Jontec 300 als Berufskrankheit (SUVA-act. 30, 31, 44). Ob auch die weiteren Allergene zu einer Berufskrankheit führten, ist indes nicht relevant, denn es geht im vor- liegenden Verfahren nicht um die Frage einer Berufskrankheit, sondern ei- ner Nichteignung. 6.2.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass die SUVA mit dem Einsprache- entscheid, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, die Nichteig- nungsverfügung nicht ausweitete, sondern materiell schützte und lediglich eine redaktionelle Änderung vornahm. Im Umstand, dass die SUVA die Nichteignung nicht gemäss Antrag der Beschwerdeführerin auf die kontakt- sensibilisierenden Stoffe ausweitete, ist kein Ermessensmissbrauch zu er- kennen, vielmehr hielt sich die SUVA an ihren Ermessensspielraum. C-7219/2014 Seite 23 7. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die SUVA ihren Aussendienst mit um- fassenden Abklärungen beauftragte, den Arbeitgeber der Beschwerdefüh- rerin miteinbezog und mehrmals mit der Beschwerdeführerin Gespräche führte, anlässlich welchen sie sich mit deren Vorbringen auseinandersetzte und ihren eigenen Standpunkt darlegte. Die erforderlichen Abklärungen in medizinischer und beruflicher Hinsicht wurden sorgfältig und umfassend vorgenommen und dabei die wesentlichen Gesichtspunkte geprüft. Die SUVA hat ihr Ermessen weder unter- noch überschritten. Der Einsprache- entscheid ist daher zu schützen und die Beschwerde abzuweisen. Die Be- schwerde ist gemäss Erwägung 5.2.3 als Gesuch für eine Invalidenrente der Unfallversicherung entgegenzunehmen. Die Sache geht an die Vor - instanz, damit sie allfällige Ansprüche auf Leistungen der Unfallversiche- rung prüfe. 8. 8.1 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführe- rin die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 1‘000.- festzusetzen. Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezah- lung der Verfahrenskosten zu verwenden. 8.2 Der Beschwerdeführerin ist bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgerich t [VGKE, SR 173.320.2] e contrario). Die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, abgewiesen und die angefochtene Verfügung bestätigt. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.- werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfah- renskosten verwendet. C-7219/2014 Seite 24 3. Die Sache geht an die Vorinstanz, damit sie allfällige Ansprüche auf Leis- tungen der Unfallversicherung im Sinne von Erwägung 5.2.3 prüfe. 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. ______; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Stufetti Karin Wagner Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter- schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die Beschwerdeführerin in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: