<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-10-10-5A_676-2024.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_676/2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 10. Oktober 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Bovey, Bundesrichterin De Rossa, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Thal-Gäu/Dorneck-Thierstein, Wengimattstrasse 2, Schmelzihof, 4710 Balsthal. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Fürsorgerische Unterbringung in einem Altersheim, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 6. September 2024 (VWBES.2024.263). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Am 7. März 2024 wurde der Beschwerdeführer (geb. 1949) in der Psychiatrischen Klinik B.________ fürsorgerisch untergebracht, mit mehrmaliger Verlängerung. Am 13. August 2024 beantragte die Klinik die fürsorgerische Unterbringung in der geschlossenen Abteilung des Alters- und Pflegeheims C.________. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs anlässlich einer Instruktionsverhandlung in der Klinik ordnete die KESB Thal-Gäu/Dorneck-Thierstein mit Entscheid vom 16. August 2024 die fürsorgerische Unterbringung in der geschützten Abteilung des Alters- und Pflegeheims C.________ an. </div> <div class="para">Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn mit Urteil vom 6. September 2024 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde vom 1. Oktober 2024 verlangt der Beschwerdeführer die Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung im Altersheim, die Gewährleistung eines juristischen Beistandes und die Einholung eines Zweitgutachtens. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid über die fürsorgerische Unterbringung; die Beschwerde in Zivilsachen steht offen (<span class="artref">Art. 72 Abs. 1, <artref id="CH/173.110/75/1" type="start"></artref>Art. 75 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/90" type="start"></artref>Art. 90 BGG</span><artref id="CH/173.110/75/1" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/72/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Gerichte allgemein und insbesondere das Bundesgericht können unbekümmert um einen Schwächezustand des Beschwerdeführers keine Anwälte vermitteln; es wäre am Beschwerdeführer, einen Anwalt mit der Vertretung zu beauftragen (Urteile 5A_42/2023 vom 18. Januar 2023 E. 2; 5D_52/2023 vom 10. Mai 2023 E. 6; 5A_623/2023 vom 20. September 2023 E. 1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Der von der Vorinstanz festgestellte Sachverhalt ist für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Diesbezüglich kann nur eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung gerügt werden, für welche das strenge Rügeprinzip gilt (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/106/2" type="start"></artref>Art. 106 Abs. 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/97/1" type="end"></artref>), was bedeutet, dass das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene und belegte Rügen prüft, während es auf ungenügend substanziierte Rügen und rein appellatorische Kritik am Sachverhalt nicht eintritt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=30&amp;from_date=07.10.2024&amp;to_date=26.10.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">BGE 142 III 364</a> E. 2.4; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=30&amp;from_date=07.10.2024&amp;to_date=26.10.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-III-81%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page81">149 III 81</a> E. 1.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Vor dem Hintergrund der Sachverhaltsbindung kann das Bundesgericht weder Beweismittel abnehmen noch solche in Auftrag geben (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=30&amp;from_date=07.10.2024&amp;to_date=26.10.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-III-209%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page209">BGE 136 III 209</a> E. 6.1; zuletzt Urteile 4A_352/2024 vom 22. August 2024 E. 1.2; 4A_390/2024 vom 22. August 2024 E. 2.4). Der beim Bundesgericht gestellte Antrag auf Zweitbegutachtung ist deshalb unzulässig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Die Feststellungen gehen dahin, dass der Beschwerdeführer an einer multifaktoriellen hirnorganischen Störung nach langjährigem Alkoholmissbrauch, linksfrontalem Hirninfarkt und Subduralhämatom (organische Persönlichkeitsveränderung) und beginnender Demenz (v.a. vaskuläre Demenz) leidet; ferner besteht der Verdacht auf eine paranoide Entwicklung. Er ist nicht krankheitseinsichtig, so dass eine ambulante Massnahme kaum möglich ist. Der Gesundheitszustand verschlechtert sich und der Beschwerdeführer macht auch Suiziddrohungen. Eine grosse Gefahr geht vom fehlenden Essen und Trinken aus, soweit keine Struktur besteht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.</b> Die im Widerspruch mit den auf dem eingeholten Gutachten und der Darstellung der behandelnden Psychiaterin sowie der eigenen Wahrnehmung anlässlich der Anhörung basierenden Feststellungen im angefochtenen Entscheid stehenden Behauptungen des Beschwerdeführers, er sei durchaus in der Lage, mit Unterstützung der Beiständin weitgehend selbständig einen friedvollen Lebensabend zu verbringen, werden in appellatorischer und somit ungenügender Form vorgetragen. Er geht auch nicht auf die Feststellung ein, dass seine bisherige Lebenspartnerin die Mieterin der früheren Wohnung ist, sie aber nicht mehr mit ihm zusammenleben will, so dass er bei der Entlassung aus der Klinik gewissermassen obdachlos wäre, und dass angesichts der mangelnden Krankheitseinsicht eine ambulante Lösung bzw. ein selbständiges Leben wie früher zu Notfallsituationen führen würde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">In rechtlicher Hinsicht hat die Beschwerde eine Begründung zu enthalten, in welcher in gedrängter Form dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>), was eine sachbezogene Auseinandersetzung mit dessen Begründung erfordert (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=30&amp;from_date=07.10.2024&amp;to_date=26.10.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">BGE 140 III 115</a> E. 2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=30&amp;from_date=07.10.2024&amp;to_date=26.10.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">142 III 364</a> E. 2.4). </div> <div class="para">An der Sache vorbei geht das Vorbringen, die fürsorgerische Unterbringung in einem Altersheim würde für die Öffentlichkeit unverhältnismässige finanzielle Konsequenzen haben. Die Kostenfrage ist kein Kriterium für die fürsorgerische Unterbringung (vgl. <span class="artref">Art. 426 ZGB</span>). </div> <div class="para">Mit den gesetzlichen Voraussetzungen der fürsorgerischen Unterbringung (Schwächezustand, selbstgefährdendes Verhalten, Erforderlichkeit der Unterbringung, Eignung der Institution), welche im angefochtenen Entscheid unter Bezugnahme auf das erstellte Gutachten ausführlich behandelt werden, setzt sich der Beschwerdeführer höchstens ansatzweise auseinander, wenn er geltend macht, er habe nie Menschen verletzt und die Konsequenzen des Urteils seien für sein Leben einschneidend und unverhältnismässig. Ferner vermag sein Hinweis, er sei im Heim lediglich in der Pflegestufe 3 eingereiht worden, keine Rechtswidrigkeit der Massnahme im Sinn eines inneren Widerspruches des angefochtenen Entscheides zu begründen, denn das Obergericht hat nicht festgestellt, dass der Beschwerdeführer ein schwerer Pflegefall sei, welcher sich nicht selbst anziehen oder nicht selbst das Essen zum Mund führen könnte, sondern dass ohne klare Struktur eine Selbstverwahrlosung und bei unterbleibender Essens- und Flüssigkeitsaufnahme eine akute Gesundheitsgefährdung drohe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit auf sie eingetreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Angesichts der konkreten Umstände ist auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der KESB Thal-Gäu/ Dorneck-Thierstein und dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 10. Oktober 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>