<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2025-05-01-1C_202-2025.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1C_202/2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 1. Mai 2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Haag, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Kneubühler, Merz, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Dambeck. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung, Bundesrain 20, 3003 Bern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Auslieferung an Österreich, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichts, Beschwerdekammer, </div> <div class="para">vom 10. April 2025 (RR.2025.50). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Das Bundesamt für Justiz (BJ) ordnete am 12. Dezember 2024 gegen den afghanischen Staatsangehörigen A.________ gestützt auf die Ausschreibung der österreichischen Strafverfolgungsbehörden im Schengener Informationssystem (SIS) vom 9. November 2020 die provisorische Auslieferungshaft an. Am 16. Dezember 2024, mit Ergänzung vom 17. Dezember 2024, ersuchte das österreichische Bundesministerium für Justiz das BJ um Auslieferung von A.________ zwecks Verbüssung einer Reststrafe von acht Monaten. Es stützte sich dabei auf die Urteile des Landesgerichtes für Strafsachen Wien vom 17. Juni 2015, 15. September 2016 und 20. September 2018 betreffend (Vorbereitung von) Suchtgifthandel und Schlepperei. Das BJ bewilligte die Auslieferung von A.________ an Österreich mit Entscheid vom 13. März 2025. </div> <div class="para">Das Bundesstrafgericht wies die dagegen von A.________ erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 10. April 2025 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Schreiben vom 14. April 2025 und vom 15. April 2025 gelangte A.________ an das Bundesstrafgericht bzw. das BJ und verlangte sinngemäss die Aufhebung des Entscheids des Bundesstrafgerichts. Beide Schreiben wurden zuständigkeitshalber an das Bundesgericht überwiesen. </div> <div class="para">Das Bundesgericht holte bei der Vorinstanz die Akten ein. Ein Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Der angefochtene Entscheid erging auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen und betrifft die Auslieferung des Beschwerdeführers an Österreich. Insofern ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig (<span class="artref">Art. 84 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 84 Abs. 1 BGG</span> ist weiter erforderlich, dass es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt. Ein solcher liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (<span class="artref">Art. 84 Abs. 2 BGG</span>). <span class="artref">Art. 84 BGG</span> bezweckt die wirksame Begrenzung des Zugangs zum Bundesgericht im Bereich der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen. Ein besonders bedeutender Fall ist deshalb mit Zurückhaltung anzunehmen. Dem Bundesgericht steht insofern ein weiter Ermessensspielraum zu (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-IV-99%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page99">BGE 145 IV 99</a> E. 1.2 mit Hinweisen). Ein besonders bedeutender Fall kann auch bei einer Auslieferung nur ausnahmsweise angenommen werden. In der Regel stellen sich insoweit keine Rechtsfragen, die der Klärung durch das Bundesgericht bedürfen, und kommt den Fällen auch sonst keine besondere Tragweite zu (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-IV-156%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page156">BGE 134 IV 156</a> E. 1.3.4). </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span> ist in der Begründung der Rechtsschrift in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Ist eine Beschwerde nur unter der Voraussetzung zulässig, dass ein besonders bedeutender Fall im Sinne von <span class="artref">Art. 84 BGG</span> vorliegt, ist auch auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-IV-99%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page99">BGE 145 IV 99</a> E. 1.5 mit Hinweisen). </div> <div class="para">Nach <span class="artref">Art. 109 BGG</span> entscheidet die Abteilung in Dreierbesetzung über Nichteintreten auf Beschwerden, bei denen kein besonders bedeutender Fall vorliegt (Abs. 1). Der Entscheid wird summarisch begründet und es kann ganz oder teilweise auf den angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Abs. 3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Der angefochtene Entscheid umfasst insgesamt fünf Seiten und ist in zwei Sätzen als sogenannter "Dass-Entscheid" verfasst worden. Dies erschwert die Les- und Nachvollziehbarkeit erheblich. Auf diese Problematik und ihre Bedeutung im Zusammenhang mit der Gewährung des rechtlichen Gehörs (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>) und mit den Anforderungen an die Entscheideröffnung (<span class="artref">Art. 112 BGG</span>) wurde schon wiederholt hingewiesen (Urteile 7B_535/2024 vom 3. Juni 2024 E. 2.4; 8C_643/2023 vom 19. April 2024 E. 2; 1B_540/2022 vom 17. November 2022 E. 2; 1B_242/2020 vom 2. September 2020 E. 2.3; 5A_229/2020 vom 13. Juli 2020 E. 2.2; je mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall wurde keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend gemacht (vgl. <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>) und kann von einer Rückweisung im Sinne von <span class="artref">Art. 112 Abs. 3 BGG</span> abgesehen werden, da der vorinstanzliche Entscheid zwar knapp, aber trotz seiner "Dass-Form" gerade noch hinreichend verständlich und nachvollziehbar ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> In seinen Schreiben legt der Beschwerdeführer nicht dar, weshalb hier ein besonders bedeutender Fall nach <span class="artref">Art. 84 BGG</span> vorliegen soll. Wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren bringt er vor, seine Ehefrau und sein 5 1/2 Monate altes Kind lebten in der Schweiz. Würde er an Österreich ausgeliefert, wäre es ihnen aufgrund der Distanz nicht möglich, ihn zu besuchen. Die Vorinstanz hat diesbezüglich unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zutreffend erwogen, dass das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> einer Auslieferung nur ganz ausnahmsweise bei aussergewöhnlichen familiären Verhältnissen entgegenstehen könne (vgl. Urteil 1C_398/2024 vom 15. August 2024 E. 5.1 f. mit Hinweisen) und dass solche Verhältnisse aus den Schilderungen des Beschwerdeführers nicht hervorgingen. Der Beschwerdeführer nimmt darauf keinen Bezug. Dass der Fall aus einem anderen Grund besonders bedeutend wäre, ist nicht erkennbar und ergibt sich auch nicht aus seinem Vorbringen, er sei unschuldig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Nach diesen Ausführungen ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. </div> <div class="para">Unter den gegebenen Umständen rechtfertigt es sich, auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung, und dem Bundesstrafgericht, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 1. Mai 2025 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Haag </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Dambeck </div> </div></body></html>