Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 22. März 2017 (810 16 381) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Erweiterung der Beistandschaft / Verweigerung des Zugriffs auf Konti Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Beat Walther , Gerichtsschreiberin Stephanie Schlecht Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Rührbergweg 7 , 4133 Pratteln, Vorinstanz Betreff Erweiterung der Beistandschaft, Verweigerun g des Zugriffs auf Konti (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 25. November 2016) A. A.____ (geboren 1956) lebt im Hospice C.____in D .____. Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) vom 13. Mai 2015 wurde für A.____ eine Ver- tretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung erri chtet. Dem Beistand wurden folgende Aufgaben übertragen: A.____ bei der Erledigung der finanziellen Angelegenheiten zu vertreten, Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht insbesondere sein gesamtes Einkommen und Vermögen zu verw alten, wobei die Erledigung gewisser Aufgaben an den langjährigen Treuhänder von A .____ delegiert werden könne (Ziffer 2a); A.____ bei der Erledigung der administrativen An gelegenheiten zu vertreten, insbesondere auch im Verkehr mit Behörden, Ämtern, Banken, Post, ( Sozial-)Versicherungen und sonstigen Institutionen (Ziffer 2b); stets für eine geeignete Wo hnsituation bzw. Unterkunft besorgt zu sein und ihn bei allen in diesem Zusammenhang erforderliche n Handlungen zu unterstützen (Ziffer 2c). Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, A.____ leide an einer rezidivierenden depressiven Störung auf dem Hintergrund einer narzisstische n und abhängigen Persönlich- keitsstruktur und einem Alkoholabhängigkeitssyndrom mit K orsakow-Syndrom, was einem Schwächezustand im Sinne des Gesetzes entspreche. Er sei da her nicht mehr in der Lage, seine finanziellen und administrativen Angelegenheiten selbständig wahrzunehmen. B. Auf die von A.____ dagegen erhobene Beschwerde trat die Präsidentin der Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsgerichts Basel- Landschaft mit Urteil vom 26. Juni 2015 (810 15 143) nicht ein. C. Mit Schreiben vom 28. September 2016 beantragte d ie Beiständin der KESB insofern eine Erweiterung der bestehenden Beistandschaft, als A.____ der Zugriff auf seine Konti entzo- gen werden solle, da er einen stark gesteigerten Alkoho lkonsum aufweise. Er werde mehrmals pro Woche von den anderen Bewohnern eingeladen, sie in s Dorf zu begleiten, wo er ihnen und sich selber die alkoholischen Getränke finanziere. Mit di esem Verhalten gefährde er seine Ge- sundheit und riskiere ferner, seinen Platz im Hospice zu verlieren. D. Am 28. Oktober 2016 wurde A.____ telefonisch von de r KESB angehört. Er bestritt, den Bewohnern des Hospice Geld für alkoholische Getränk e gegeben zu haben. Es sei allen- falls vorgekommen, dass er einmal einem anderen Bewohner ein Bier bezahlt habe, doch habe dies auf Gegenseitigkeit beruht und er werde nicht a usgenutzt. Er sei einmal im Dorf gestürzt, was jedoch auf die gefrorene Strasse, und nicht auf ein en übermässigen Alkoholkonsum, zu- rückzuführen gewesen sei. Er trinke ab und an, aber nie zu viel. Aus diesem Grund sei die vor- gesehene Massnahme nicht erforderlich. Sollte er seinen Platz im Hospice verlieren, werde er einfach nach Hause in seine Wohnung zurückkehren (vgl. Sc hreiben der KESB zur telefoni- schen Anhörung vom 28. Oktober 2016). E. Mit Entscheid der KESB vom 25. November 2016 wurde die Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung für A.____ insofern erweitert , als ihm der Zugriff auf sein Konto bei der E.____ (Privatkonto […]) und bei der F.____ (Spa rkonto […]) sowie auf seine Konten bei der G.____ (Privatkonto […], Sparkonto […]) entzogen wu rde. Ferner wurde einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen. Zur Begr ündung wurde im Wesentlichen angeführt, dass A.____ zufolge seines übermässigen Alkohol konsums sowie mangels Abgren- zung gegenüber den anderen Bewohnern sowohl seine fin anzielle Situation als auch seinen Platz im Hospice gefährde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Dagegen erhob A.____ mit Schreiben vom 14. Dezembe r 2016 Beschwerde, welche von der KESB zuständigkeitshalber an das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht (Kantonsgericht), überwiesen wurde. G. Mit präsidialer Verfügung vom 20. Dezember 2016 wur de dem Beschwerdeführer eine Frist zur Nachbesserung der Beschwerde gewährt. Er wurde zur Einreichung des Originals bzw. einer gut lesbaren, eigenhändig unterzeichneten Kopie der Beschwerde aufgefordert. H. Am 13. Januar 2017 leitete die KESB die verbesser te Eingabe des Beschwerdeführers vom 21. Dezember 2016 ans Kantonsgericht weiter. Darin b eantragt er sinngemäss die Aufhe- bung des Entzugs seiner Vollmacht über die Konten. I. Am 1. Februar 2017 liess sich die KESB vernehmen un d schloss unter Verweis auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. J. Mit präsidialer Verfügung vom 2. Februar 2017 wurde der Fall der Kammer zur Beurtei- lung überwiesen. Gleichzeitig wurden die Akten des vor maligen Beschwerdeverfahrens 810 15 143 zum vorliegenden Verfahren beigezogen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetz buches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 kann gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Gestützt auf Art. 4 50 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltung sprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 und § 66 Abs. 1 des kantonalen Gese tzes über die Einführung des Zivilge- setzbuchs (EG ZGB) vom 16. November 2006 ist die Abteilun g Verfassungs- und Verwaltungs- recht des Kantonsgerichts für die Beurteilung der vorlieg enden Angelegenheit zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis 450e ZGB. I m Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (vgl. § 66 Abs. 2 EG ZGB). 1.2 Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich ge- schütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des a ngefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Der Beschwerdeführer als Adressat des angef ochtenen Entscheids ist ohne weiteres zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrige n Prozessvoraussetzungen gemäss Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. VPO erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.3 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der Beschwerde somit volle Kognition zu. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Die KESB errichtet eine Beistandschaft, wenn eine v olljährige Person wegen einer geistigen Behinderung, einer psychischen Störung oder ei nes ähnlichen in der Person liegen- den Schwächezustands ihre Angelegenheiten nur teilwei se oder nicht besorgen kann (Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Eine Vertretungsbeistandschaft wir d errichtet, wenn die hilfsbedürftige Per- son bestimmte Angelegenheiten nicht erledigen kann und deshalb vertreten werden muss (Art. 394 Abs. 1 ZGB). Diese Form der Beistandschaft ka nn auch gegen den Willen der hilfsbe- dürftigen Person angeordnet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_795/2014 vom 14. April 2015 E. 4.1.2). Soweit die KESB nicht eine andere An ordnung getroffen hat, schränkt diese Massnahme die Handlungsfähigkeit der betroffenen Person nicht ein (Art. 394 Abs. 2 ZGB). 2.2 Ist die hilfsbedürftige Person im Bereich der Verm ögensverwaltung zu vertreten, so ist die Vertretungsbeistandschaft gestützt auf Art. 395 ZGB entsprechend zu ergänzen, denn die Vermögensverwaltung ist nicht einer eigenständigen Beist andschaftsart zugeordnet (vgl. HELMUT HENKEL , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Z ivilgesetzbuch I, 5. Auf- lage, Basel 2014, N 1 zu Art. 395 ZGB). Vermögensverwal tung durch einen Beistand erfolgt demzufolge im Rahmen der Vertretungsbeistandschaft und ist nur dann möglich, wenn die Voraussetzungen für eine Vertretungsbeistandschaft erfüll t sind und zwar in der Weise, dass die hilfsbedürftige Person die Verwaltung ihres Vermögens i.w.S. teilweise oder ganz nicht oder nicht zweckmässig besorgen kann, ihr Wohl dadurch in relevant er Weise gefährdet ist und sie deshalb vertreten werden muss (vgl. H ENKEL , a.a.O., N 5 zu Art. 395 ZGB). Entscheidend für die Anordnung dieser Massnahme ist in erster Linie das en tsprechende Unvermögen der hilfs- bedürftigen Person, nicht die Grösse und Zusammensetz ung des Vermögens i.w.S. (vgl. HENKEL , a.a.O., N 6 zu Art. 395 ZGB). Bei Erhaltung der H andlungsfähigkeit wird die betroffene Person durch die Handlungen des Beistandes verpflichtet, behält aber eine konkurrierende Handlungsbefugnis in der Verwaltung ihrer Vermögenswer te (vgl. P HILIPPE MEIER , in: Büchler/ Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], Fam Kommentar, Erwachse nenschutzrecht, Bern 2013, N 24 zu Art. 394 ZGB). Folge davon ist, dass grundsätzlich sowohl der gesetzliche Vertreter als auch die betroffene Person z.B. Geld von der Bank abheben ka nn (vgl. C HRISTIANA FOUNTOULAKIS , in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schwei zer Privatrecht, 3. Auflage, Zürich/ Basel/Genf 2016, N 5 zu Art. 395; Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Änderung des Schweizeri- schen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht, Ki ndesrecht], Bundesblatt [BBl] 2006, S. 7047 Ziff. 2.2.3). 2.3 Soll verhindert werden, dass der urteilsfähige Ver beiständete im Rahmen seiner Paral- lelzuständigkeit auch auf vom Beistand verwaltete Vermö genswerte zugreifen kann, ist entwe- der gestützt auf Art. 394 Abs. 2 ZGB dessen Handlungsfäh igkeit entsprechend einzuschränken oder ihm gestützt auf Art. 395 Abs. 3 und 4 ZGB der Zugriff auf einzelne Vermögenswerte zu entziehen, ohne seine Handlungsfähigkeit einzuschränken, beispielsweise wenn Gefahr für das Vermögen besteht, weil die betroffene Person leicht b eeinflussbar ist. Nach Art. 395 Abs. 3 ZGB besteht die Möglichkeit, der betroffenen Person zu ihrem Schutz die faktische Verfü- gungsmöglichkeit über Vermögenswerte zu entziehen, all erdings nur unter einschränkenden Voraussetzungen (vgl. FOUNTOULAKIS , a.a.O., N 5 zu Art. 395; BBl 2006 S. 7047 Ziff. 2.2.3). Der Entzug des Zugriffs auf die Konti muss von der KESB angeordnet werden, liegt also nicht in der Kompetenz des Beistandes. Indessen ist es Aufgabe des Be istandes, der verbeiständeten Per- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht son angemessene Beträge zur freien Verfügung zu stellen (Art. 409 ZGB; HENKEL , a.a.O., N 21 zu Art. 395 ZGB). Selbst wenn der Zugriff auf sämtlich e Bankkonti entzogen wird, ist nicht aus- geschlossen, dass der Beistand der betroffenen Person ei n zusätzliches Konto für Beträge zur freien Verfügung einrichten kann (vgl. Art. 409 ZGB; HENKEL , a.a.O., N 17 zu Art. 395 ZGB). 2.4 Zweck der behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutze s ist nach Art. 388 Abs. 1 ZGB, das Wohl und den Schutz hilfsbedürftiger Pe rsonen sicherzustellen. Basis ist stets das Selbstbestimmungsrecht der betroffenen Person. Es soll soweit wie möglich erhalten und gefördert werden (Art. 388 Abs. 2 ZGB). Das Gesetz verzichtet daher weitgehend auf gesetzlich umschriebene, starre Massnahmen zum Schutz hilfsbedürftig er Menschen. In Art. 389 ZGB unterstellt der Gesetzgeber alle behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes den bei- den Maximen der Subsidiarität und der Verhältnismässigkei t. Subsidiarität (Art. 389 Abs. 1 ZGB) bedeutet, dass behördliche Massnahmen nur dann anzuordnen sind, wenn die Betreuung der hilfsbedürftigen Person auf andere Weise nicht angemessen sichergestellt ist (vgl. BBl 2006 S. 7042 Ziff. 2.2.1). Ist die gebotene Unterstützung d er hilfsbedürftigen Person anderweitig – durch die Familie, andere nahestehende Personen oder p rivate oder öffentliche Dienste – ge- währleistet, ordnet die KESB keine Massnahme an (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Der Grundsatz der Subsidiarität betrifft somit das Verhältnis der er wachsenenschutzrechtlichen Massnahmen zu – sofern zielführend – vorrangig zu verwirklichenden a lternativen Lösungen. Kommt die KESB zum Schluss, die vorhandene Unterstützung der hilf sbedürftigen Person sei nicht ausrei- chend oder von vornherein ungenügend, so muss ihre beh ördliche Massnahme verhältnismäs- sig, das heisst erforderlich und geeignet sein (Art. 389 Abs. 2 ZGB). Es gilt der Grundsatz "so viel staatliche Fürsorge wie nötig, so wenig staatlicher Eingriff wie möglich" (vgl. Urteil des Bun- desgerichts 5A_702/2013 vom 10. Dezember 2013 E. 4.3.1; BBl 2006 S. 7017 Ziff. 1.3.4 in fine). Die KESB hat dabei – wie erwähnt – nicht gese tzlich fest umschriebene, starre Massnah- men, sondern "Massnahmen nach Mass" zu treffen, also solche, die den Bedürfnissen der be- troffenen Person entsprechen (Art. 391 Abs. 1 ZGB). Un ter den verschiedenen geeigneten Va- rianten ist die zurückhaltendste zu wählen; diese muss zu dem in einem vernünftigen Verhältnis zur Einschränkung des Selbstbestimmungsrechts stehen (vgl. U rteil des Bundesgerichts 5A_795/2014 vom 14. April 2015 E. 4.2.1). Dies gilt auch für eine Erweiterung der bereits er- richteten Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung nach Art. 395 Abs. 3 ZGB. 3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, seit seinem A ufenthalt im Hospice sei er drei Mal im Dorf gewesen. Er verwahrt sich dagegen, dazu ei ngeladen worden zu sein oder jeman- dem etwas zu trinken offeriert zu haben. Von einem exze ssiven Alkoholkonsum könne keine Rede sein. Zudem halte er sich an die Regeln des Hospic e. Er sei daher mit einer Sperrung seiner Konten nicht einverstanden. 3.2 Demgegenüber hält die Vorinstanz im angefochtene n Entscheid dafür, dass der Be- schwerdeführer regelmässig von anderen Heimbewohnern ani miert worden sei, ihnen Geld für Alkohol zur Verfügung zu stellen und er selber habe auch regelmässig grosse Mengen Alkohol konsumiert. Durch das grosszügige Geldverteilen des Beschw erdeführers an andere Hospice- Bewohner seien Letztere im Besitz von deutlich mehr Ge ld für den Alkoholkonsum gewesen, wodurch grosse Probleme in der Organisation des Hospice entstanden seien, weil neben dem Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführer auch die anderen Bewohner entsprech end alkoholisiert gewesen seien. Dadurch werde die Aufrechterhaltung des Betriebes der Institution konkret gefährdet und es könne daher nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerde führer seinen Heimplatz ver- lieren könnte. Die Suche nach einer neuen geeigneten Institution würde sich als sehr schwierig erweisen, da es nur wenige Institutionen gebe, welche auf die Bedürfnisse des Beschwerdefüh- rers zugeschnitten seien. Der Beschwerdeführer zeige keine Einsicht in sein Fehlverhalten und sei daher auch nicht bereit, dieses zu ändern (vgl. Ve rnehmlassung der KESB vom 1. Februar 2017). Zudem würde der Beschwerdeführer mangels Abgre nzung gegenüber den anderen Be- wohnern des Hospice seine finanzielle Situation gefährden. 4. Einleitend kann festgehalten werden, dass vorliegend unbestritten ist, dass der Be- schwerdeführer in finanziellen Belangen auf Hilfe ange wiesen ist. Zu prüfen ist einzig, ob seine (finanziellen) Angelegenheiten im Rahmen der bestehenden Vertretungsbeistandschaft mit Ver- mögensverwaltung hinreichend zuverlässig geregelt werden können oder ob dafür weiterrei- chende Vorkehrungen im Sinne des vorinstanzlich angeordne ten Entzugs auf Zugriff seiner Konten erforderlich sind. 5. Bei der Vermögensverwaltung ist der Schutz des Verm ögens der betroffenen Person eines der Hauptziele der erwachsenenschutzrechtlichen Massn ahmen (vgl. M EIER , a.a.O., N 1 zu Art. 395 ZGB). Ihre Anordnung kann aber auch indir ekte Auswirkungen auf die Personen- sorge haben (z.B. Verfügbarkeit zusätzlicher Mittel zur V erbesserung der Lebensbedingungen dank Einsparungen oder zusätzlichen Einkünften). Vorlie gend zielt die Massnahme nicht auf den Schutz des Vermögens des Beschwerdeführers ab, sondern mit der streitgegenständlichen Kontosperre soll vielmehr sichergestellt werden, dass de r Beschwerdeführer weder für sich sel- ber noch für die Bewohner des Hospice einen übermässige n Alkoholkonsum zu finanzieren vermag und sein Obdach im Hospice nicht gefährdet. 6.1 Gemäss den Ausführungen der Bezugsperson im Hospice ha be der Beschwerdeführer über einen Zeitraum von mehreren Wochen mehr Alkohol konsumiert, als seiner Gesundheit zuträglich gewesen sei. Darüber hinaus werde er von den anderen Bewohnern des Hospice mehrmals wöchentlich eingeladen, sie nach D.____ zu beg leiten, im Wissen, dass der Be- schwerdeführer ihnen die alkoholischen Getränke finanzieren werde. Er werde von den anderen Bewohnern diesbezüglich ausgenutzt. Er leihe den übr igen Bewohnern auch Geld für Alkohol, wodurch diese ebenfalls vermehrt alkoholisiert seien. Te ilweise werde er von den anderen Be- wohnern auch unter Druck gesetzt, ihnen Alkohol zu besor gen (vgl. E-Mail der Bezugsperson an die Beiständin vom 9. September 2016). Der unbesch ränkte Zugriff auf seine Konti würde nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern auch diejeni ge der Bewohner des Hospice gefähr- den. Nach diesen Restaurantbesuchen kehre der Beschwerde führer stark alkoholisiert in die Institution zurück, sofern er den Weg noch alleine bew ältigen könne. Im März 2016 sei er von der Polizei betrunken, gehuntüchtig, mit Blut verschmie rtem Gesicht und verschmutzten Klei- dern ins Hospice zurückgebracht worden. Sein Gesundheit szustand habe sich aufgrund seines übermässigen Alkoholkonsums in den vergangenen Wochen me rklich verschlechtert, so lasse seine Gedächtnisleistung nach und die Harninkontinenz hab e sich verschlimmert. Am 13. September 2016 habe die Bezugsperson die Beiständin telefonisch darüber informiert, dass Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht beim Beschwerdeführer am Morgen eine Blutalkoholkonzen tration von 1.8 Promille gemessen worden sei (vgl. Antrag der Beiständin vom 28. September 2016). Durch das Verhalten des Be- schwerdeführers würde der gesamte Betrieb des Hospice ge stört und es könne nicht ausge- schlossen werden, dass die Institution dem Beschwerdeführer deshalb kündigen werde. 6.2 Gemäss Antrag der Beiständin auf Erweiterung der e rwachsenenschutzrechtlichen Massnahmen sei der Beschwerdeführer aufgrund des ärztlich a ttestierten Alkoholabhängig- keitssyndroms nicht in der Lage, seinen Alkoholkonsum selbst ändig einzuschränken. Ausgelöst durch seinen unkontrollierten Alkoholkonsum verschlechter e sich sein Gesundheitszustand drastisch. Zudem bestehe die Gefahr, dass der Beschwerdef ührer aufgrund der nicht eingehal- tenen Abmachungen bezüglich seines Alkoholkonsums das Hospice würde verlassen müssen. Gespräche zwischen der Bezugsperson des Hospice und dem Beschw erdeführer seien zufolge seiner fehlenden Gesprächsbereitschaft und Krankheitseinsich t erfolglos geblieben. Der freie Zugang zu seinen Konti ermögliche dem Beschwerdeführer, sich ungehindert Alkohol zu ver- schaffen. Würden ihm demgegenüber wie den anderen Bew ohnern täglich Fr. 8.-- ausbezahlt, wären die Restaurantbesuche nicht mehr möglich und e r würde seinen Platz im Hospice nicht gefährden. 6.3 Den Verfahrensakten kann entnommen werden, dass d er Beschwerdeführer an einer rezidivierenden depressiven Störung auf dem Hintergrund einer narzisstischen und abhängigen Persönlichkeitsstruktur und einem Alkoholabhängigkeitssyndro m mit Korsakow-Syndrom leidet (vgl. Entscheid der KESB vom 13. Mai 2015, S. 2). Das K orsakow-Syndrom kann eine Störung der Selbstregulation, der zielgerichteten Handlungssteue rung sowie mangelnde Kritikfähigkeit und Krankheitseinsicht zur Folge haben. Aus diesem Grund wurde für den Beschwerdeführer bereits eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwa ltung errichtet, wobei der Beistand das gesamte Einkommen und Vermögen des Beschwerdeführers zu verwalten hat (vgl. Ziff. 2.a des Entscheids der KESB vom 13. Mai 2015). Aufgrund der bestehenden Parallelzuständigkeit der errichteten Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensv erwaltung war es dem Beschwerde- führer weiterhin möglich, auf seine Vermögenswerte zuz ugreifen. Wie sich aus den überein- stimmenden Ausführungen der Bezugsperson des Hospice un d der Beiständin ergibt, bediente er sich regelmässig seiner Konti mit dem Zweck, sowohl für sich selber als auch für die Bewoh- ner des Hospice Alkohol in übermässigen Mengen zu finanzi eren. Die Darstellungen der Be- zugsperson erfolgten über einen Zeitraum von mindesten s einem halben Jahr und zeigen deut- lich, dass die bisherigen Massnahmen nicht mehr ausreichen, um den Beschwerdeführer zu schützen. Indem dem Beschwerdeführer der Zugriff auf seine Konti entzogen wird, können Res- taurantbesuche, bei welchen er gemäss den vorstehenden Ausführungen in exzessiver Weise Alkohol konsumiert, verhindert werden. Dadurch ist es ihm verwehrt, sich über die Hausordnung des Hospice zum kontrollierten Alkoholkonsum hinwegzusetze n und damit seinen Platz zu ge- fährden. Darüber hinaus kann der Beschwerdeführer von d en anderen Bewohnern nicht mehr unter Druck gesetzt werden, ihnen Geld auszuhändigen. Zu dem wird der Beschwerdeführer auch in seiner Gesundheit geschützt. Der Beschwerdeführer hat sich zum einen gegenüber der Bezugsperson des Hospice uneinsichtig gezeigt und bestr itten, selbst ungesund viel zu trinken bzw. den Alkoholkonsum der anderen Bewohner zu finanziere n (vgl. Aktennotiz der KESB vom 28. Oktober 2016). Zum anderen hat er im Gespräch vom 26. September 2016 gegenüber der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beiständin offenbar beteuert, im Restaurant jeweils ni cht mehr als ein Glas Wein zu trinken, was gemäss dem gemessenen Promillegehalt schlicht nicht zut reffen kann. Die fehlende Krankheitseinsicht und Steuerungsfähigkeit bilden ge mäss den Akten eine typische Folge der Krankheit des Beschwerdeführers. Da das Hospice den Bedür fnissen des Beschwerdeführers entspricht und es wenige für ihn tragbare Alternativen dazu gibt, gilt es den Verlust des Hos- pice-Platzes des Beschwerdeführers abzuwenden. Zwar zielt die behördlich angeordnete Mas- snahme nicht primär auf die Personensorge als solche ab, d och passen die für die Personen- vorsorge denkbaren Aufgaben, welche in der Regel zum Geg enstand einer Begleitbeistand- schaft (Art. 393 ZGB) oder einer Vertretungsbeistandsch aft im engeren Sinn (Art. 394 ZGB) gemacht werden, vorliegend nicht. Im Rahmen der besteh enden Hilfsbedürftigkeit erscheint die Kontosperre im vorliegenden Einzelfall zielführend, weil die angeordnete Massnahme dem Be- schwerdeführer voraussichtlich den weiteren Verbleib im H ospice ermöglicht und ferner seiner Gesundheit zuträglich ist, ohne aber seine Handlungsfähigkeit nach Art. 394 Abs. 2 ZGB einzu- schränken. Aufgrund des Verhältnismässigkeitsprinzips muss die Massnahme nach Art. 395 Abs. 3 ZGB einem Entzug der Handlungsfähigkeit vorgez ogen werden, wenn sich mit ihr der angestrebte Zweck erreichen lässt (MEIER , a.a.O., N 12 zu Art. 395 ZGB). Die Anordnung eine r Kontosperre rechtfertigt sich somit auch deshalb, weil sie sich im Vergleich zu einer formellen Einschränkung der Handlungsfähigkeit als weniger einschn eidend erweist (vgl. hierzu auch MEIER , a.a.O., N 13 und 25 zu Art. 395 ZGB). Es ist daher nicht zu sehen, mit welcher milderen Erfolg versprechenden Massnahme die Vorinstanz der Schutzbedürftigkeit des Beschwerdefüh- rers hätte Rechnung tragen können. Gestützt auf die vo rstehenden Erwägungen ist damit die Beschwerde abzuweisen. 7. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe Fr. 1'400.-- sind demzufolg e dem Beschwerdeführer aufzuerle- gen. Ein Parteikostenersatz fällt ausser Betracht (§ 21 Abs. 1 und 2 VPO). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin