Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. Februar 2013 (720 12 113 / 35) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Beweisrechtliche Würdigung versicherungsinterner Arztberichte Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichterin El isabeth Berger Götz, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____, vertreten durch Dr. Peter Studer, Advokat, Neuarlesheimerst- rasse 15, Postfach 28, 4143 Dornach 1 gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1959 geborene A.____ ist als Betriebsmitarbeite r bei der X.____ AG angestellt. Bis Ende August 2012 arbeitete er in einem 100 % Pensum. Per 1. September 2012 wurde der Be- schäftigungsgrad auf 50 % reduziert (vgl. Beschwerdebeila ge 7). Mit Gesuch vom 28. März 2011 meldete er sich bei der Eidgenössischen Invalidenversi cherung (IV) unter Hinweis auf ausgeprägte Krampfadern an beiden Beinen zum Leistungsbezug an und beantragte eine Ren- te. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die gesundheitlichen und er- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht werblichen Verhältnisse ab. Nach durchgeführtem Vorbesch eidverfahren verneinte sie mit Ver- fügung vom 13. März 2012 einen Rentenanspruch bei einem ermittelten IV-Grad von 19 %. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 30. März 201 2 Beschwerde beim Kantons- gericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin machte er geltend, er sei für eine leichte, wechselbelastende Tä tigkeit maximal in einem Pensum von vier Stunden täglich arbeitsfähig. Er leide an einer schwe ren hypertensiven Herzerkrankung und einer schweren Beinproblematik. Insbesondere im linken B ein würde es zu Stauungen und Schwellungen kommen bei wiederholten Beinvenenthrombo sen. Es handle sich um ein soge- nanntes postthrombotisches Syndrom. Die Leistungsfähigke it sei durch den Kreislauf und die Herzerkrankung eingeschränkt. Die Beschwerden würden sic h bei anhaltendem Stehen und Gehen insbesondere im linken Bein verstärken. Er sei nicht in der Lage, ein vollschichtiges Pensum zu übernehmen. Mit dem heutigen Tätigkeitspensum sei er aktuell an der maximal möglichen Leistungsgrenze. C. In ihrer Vernehmlassung vom 1. Juni 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. D. In der Replik vom 27. August 2012 liess der Beschwerdef ührer, nun vertreten durch Advokat Dr. Peter Studer (vgl. Eingabe vom 8. Juni 20 12), die Aufhebung der Verfügung vom 13. März 2012 und die Zusprechung einer halben IV-Re nte, eventualiter die Rückweisung zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin beantr agen; alles unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Durchführung einer Parteiverhandlung ersucht. E. Mit Duplik vom 13. September 2012 hielt die Beschwe rdegegnerin an ihrem Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen, fest. F. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen der Besch werdeführer, sein Rechtsvertre- ter Dr. Peter Studer sowie eine Vertreterin der Beschw erdegegnerin teil. Die Parteien halten an ihren Begehren fest. Auf die Ausführungen der Parte ien und die Begründungen in den Rechts- schriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 30. März 2012 ist demnach ei nzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1). Die bis zum 31. Dezember 2002 er gangene diesbezügliche Rechtspre- chung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts ( EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) bleibt folglich weitestgeh end anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, au ch die geklagten Beschwerden be- rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeb en worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung de r medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen). So sind bei lediglich versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen strenge Anforderungen an die Be- weiswürdigung zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zw eifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellun gen, ist eine versicherungsexter- ne medizinische Begutachtung im Verfahren nach Art. 44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 135 V 465 E. 4, 122 V 157 E. 1d). 4.1 Folgende medizinische Unterlagen liegen zur Beurte ilung der Angelegenheit vor: 4.2 Dr. med. B.____, FMH Kardiologie und FMH Innere Medizin, hält in seinem Bericht vom 30. September 2008 folgende Diagnosen fest: 1. Hyp ertensive Herzkrankheit mit konzen- trischer linksventrikulärer Hypertrophie und normaler systoli scher Pumpfunktion, mit wahr- scheinlich langjähriger, aktuell noch nicht ganz optimal e ingestellter arterieller Hypertonie, er- heblicher Belastungshypertonie und mit inferiorer Rep olarisationsstörung; 2. Status nach Anstrengungsdyspnoe NYHA II im Rahmen der ausgeprägten Belastungshypertonie sowie ei- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ner heftigen Bronchitis, ergometrisch bis zu einer mittl eren Belastungsstufe keine Ischämiezei- chen auslösbar; 3. Status nach Lungenembolie in den 70- er Jahren posttraumatisch; 4. Nikoti- nabusus von kumulativ 35 pack years; 5. Adipositas; 6. massi ve, therapiebedürftige Hypercho- lesterinämie. In seiner Beurteilung hält Dr. B.____ f est, dass die Bronchitis seit kurzem thera- piert werde. Die kardiologische Untersuchung habe eine eindeutige linksventrikuläre Hypertro- phie der an sich normalen systolischen Pumpfunktion gezeigt . Hinweise für ein perikardiales Leiden und eine relevante Valvulopathie gebe es keine. 4.3 Anlässlich einer Verlaufskontrolle diagnostiziert Dr . B.____ mit Bericht vom 3. Novem- ber 2009: 1. eine hypertensive Herzkrankheit mit regre dienter linksventrikulärer Hypertrophie und normaler systolischer Pumpfunktion, Relaxationsstöru ng und gut kontrollierten Blutdruck- werten; 2. Status nach Lungenembolie in den 70-er Jah ren posttraumatisch; 3. Nikotinabusus von kumulativ 35 pack years; 4. Adipositas; 5. massive, therapi ebedürftige Hypercholesterinä- mie. Der Patient sei kardial beschwerdefrei. Erfreulich erweise zeige sich schon nach einem Jahr eine Regredienz der linksventrikulären Hypertophie mit weiterhin normaler systolischer Pumpfunktion. Neue Aspekte hätten sich keine ergeben. Auch die Ergometrie verlaufe sowohl subjektiv als auch objektiv ohne Ischämie oder Arrythmie, es z eige sich dort auch eine adäqua- te Blutdruckkontrolle unter Belastung. 4.4 Dr. med. C.____, Angiologie FMH, diagnostiziert m it Bericht vom 17. Januar 2011: 1. Stamm- und Astvarikosis der v. saph. magna bds. und der v. saph. parva links bei insuffizien- ter Mündungsklappe inguinal bds. und popliteal links, S tatus nach oberflächlicher Thrombo- phlebitis der v. saph. parva links Oktober 2010 und ak tuell postphlebitischen Veränderungen am Unterschenkel; 2. Status nach tiefer Beinvenenthrom bose links mit Lungenembolie vor ca. sieben Jahren; 3. Status nach Varizenoperation links im Spital Dornach vor ca. sechs Jahren; 4. Arterielle Hypertonie; 5. Status nach Nikotinabusus. Der Patient berichte über eine Rückbildung der schmerzhaften Verhärtung sowie Hautrötung am linken Unterschenkel unter der oralen An- tikoagulation. Er trage tagsüber regelmässig die Obersc henkelkompressionsstrümpfe der Klas- se II. Unter der Kompressionstherapie habe er keine Be inbeschwerden. Ohne Kompressions- strumpf würden Schmerzen und eine Schwellung des linken Beines auftreten. Die orale Medika- tion könne nun ausgeschlichen werden. Zur Förderung de s venösen Rückflusses und zur Pro- phylaxe einer erneuten oberflächlichen Thrombophlebiti s (OTP) und VTV müsse der Patient weiterhin tagsüber die Oberschenkelkompressionsstrümpfe tr agen. Eine operative Sanierung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht zwingend erforderlich. 4.5 Dr. med. D.____ und Dr. med. E.____, Medizinische Universitätsklinik des Kantonsspi- tals Z.____, halten in ihrem Bericht vom 13. April 20 11 zuhanden der Y.____ Versicherung, Krankentaggeldversicherer des Beschwerdeführers, fest, da ss neu ein Diabetes mellitus Typ 2 diagnostiziert werden könne. Der Patient sei vom 21. März 2011 bis 1. April 2011 zu 100 % ar- beitsunfähig gewesen. Ab dem 2. April 2011 könne der Patient wieder zu 100 % arbeiten. Unter optimaler Einstellung des Diabetes und der kardiovaskulär en Risikofaktoren bestehe eine gute Prognose. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.6 Mit Bericht vom 30. Mai 2011 hält Dr. med. F.____ , FMH Allgemeine Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, als Diagnosen mit Auswirkungen auf di e Arbeitsfähigkeit eine schwere chronisch venöse Insuffizienz Grad II links, eine hyperinten sive Kardiopathie und ein metaboli- sches Syndrom mit insulinpflichtigem Diabetes mellitus II fest. Der Patient sei als Betriebsmitar- beiter bei der X.____ AG seit dem 2. Mai 2011 zu 50 % (4 Std./Tag) arbeitsunfähig. Eine deutli- che Anstrengungsdyspnoe bei leichter und mittelschwerer Tätigkeit sowie deutliche Schmerzen und eine Schwellung des linken Beines, insbesondere des linken Unterschenkels, die bei anhal- tendem Stehen auftreten würden, schränkten die Ausübung der bisherigen Tätigkeit ein. Zudem leide der Patient unter erhöhter Ermüdbarkeit. Die bisherige Tätigkeit sei im Umfang von max. 4 Std./pro Tag zumutbar. Für eine behinderungsangepasst e Tätigkeit, die leicht und wechselbe- lastend sei, sei ein Pensum von täglich vier Stunden möglich. 4.7 Dr. med. G.____, FMH Innere Medizin, Ärztin bei d er Y.____ Versicherung, hält in ih- rem Bericht vom 1. Juli 2011 fest, dass sie mit dem Versi cherten gesprochen und ihn kurz kli- nisch untersucht habe. Er bezeichne als sein derzeitiges g esundheitliches Hauptproblem seine linksbetonten beidseitigen Beinschmerzen und habe in na chvollziehbarer Weise seine Schwie- rigkeiten beschrieben, die groteske Rezidivvarikosis am linken Bein mit Kompressionsstrümpfen anzugehen. Nach den Angaben des Versicherten müsse er i n seiner angestammten Tätigkeit überwiegend stehen und bis zu 40 kg schwere Schläuche vom Boden heben. Die schwere bis grenzwertig morbide Adipositas und die operativ sanieru ngsbedürftige Beinvarikosis links ma- che den Versicherten für seine angestammte Tätigkeit ung eeignet und damit zu 100 % arbeits- unfähig. Dagegen sei er in einer körperlich leichten, wechselbelastenden und idealerweise mit häufigem unbelasteten Umhergehen auf ebenem Gelände verbundenen manuellen Arbeit in geregeltem Tagesbetrieb vom strikt medizinischen Standpunkt aus betrachtet zu 100 % arbeits- fähig. Dafür würden auch die Freizeitaktivitäten sprechen. 4.8 Mit Bericht vom 2. November 2011 hält Dr. B.____ n ach Auflistung der bereits bekann- ten Diagnosen in der Beurteilung fest, dass es sich um ei nen Patienten mit früherer hypertensi- ver Kardiopathie mit Regredienz der linksventrikulären M uskelmasse im November 2009 hand- le. Nun zeige sich allerdings wieder ein Anstieg der lin ksventrikulären Muskelmasse. Dies sei wohl darauf zurückzuführen, dass die Zielblutdruckwerte d och vor allem systolisch nicht hätten erreicht werden können. Die linksventrikuläre Pumpfunktio n sei aber weiterhin normal und es zeige sich auch kein Klappenvitium. Daher empfehle er dem Patienten neben der bereits einge- leiteten Gewichtsreduktion eine Steigerung der antihyp ertensiven Therapie. Eine selektive echokardiografische Nachkontrolle sei in zwei Jahren vorgesehen. 4.9 Mit Bericht vom 17. November 2011 hält Dr. F.____ fest, dass sich der Gesundheitszu- stand nicht verändert habe. Es bestehe nach wie vor eine sc hwere chronisch venöse Insuffi- zienz Grad II links/postthrombotisches Syndrom des linken Beines bei Status nach tiefer Venen- thrombose links mit Lungenembolie und Status nach oberflächlicher Thrombophlebitis der Vena saphena parva links im Oktober 2010 und anhaltender Stam m- und Astvarikosis der Vena saphena magna et parva links. Im Weiteren bestehe ein metabolisches Syndrom mit im Vorder- grund stehendem Diabetes mellitus II und hypertensiver Kardiopathie mit schwerer arterieller Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hypertonie. Die Arbeitsfähigkeit in der jetzigen Täti gkeit betrage in einem Halbtagespensum vier Stunden pro Tag. 4.10 Dr. med. H.____, Facharzt für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin FMH, Regionaler ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), hält in seiner S tellungnahme vom 13. Januar 2012 fest, dass auf den Bericht von Dr. G.____ abgestellt werden kö nne. Die Arbeitsfähigkeit in der Ver- weistätigkeit betrage 100 %. Berufliche Massnahmen seien schon durchgeführt worden, der Versicherte erhalte leichtere Arbeiten. Der Zustand h abe sich gemäss Dr. F.____ nicht verän- dert, weshalb weiterhin die Einschätzung von Dr. G.___ _ und der Ärzte des Kantonsspitals Z.____ gelten würde. Eine höhere Arbeitsfähigkeit a ls die von Dr. F.____ verfügten 50 % wür- den dem Versicherten auch helfen, sein deutliches Überge wicht zur reduzieren und somit auch die diabetische Stoffwechsellage zu verbessern. Mit Berich t vom 14. Mai 2012 hält Dr. H.____ zu den vom Beschwerdeführer gemachten Einwänden fest, dass die hypertensive Herzerkran- kung seit einigen Jahren bestehe. Der Beschwerdeführer sei daher regelmässig in Kontrolle bei Dr. B.____. Bei der letzten Kontrolle habe eine nor male linksventrikuläre Pumpfunktion festge- stellt werden können. Die Hypertonie sei noch nicht opt imal eingestellt gewesen, sodass die Medikamente leicht modifiziert worden seien. Aus kardial er Sicht bestehe kein Grund für eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Bezüglich der Beinp roblematik könne das Tragen der Kom- pressionsstrümpfe die geklagten Beschwerden minimieren. Bei zu grossem Leidensdruck könn- ten diese recht einfach operiert werden. Die Beurteil ung der Arbeitsfähigkeit berücksichtige die Beinproblematik, indem eine wechselbelastende Tätigkei t mit häufigem unbelastetem Umher- gehen auf ebenem Gelände als zumutbar erachtet werde . Die eingeschränkte Leistungsfähig- keit aus kardialer Sicht sei nicht nachvollziehbar. Es sei vo r allem ein subjektives Gefühl, das aufgrund des Übergewichts zum Teil nachvollziehbar sei, aber auch diätisch beeinflusst werden könne. Aufgrund des Diabetes mellitus sollte der Versicher te nur im geregelten Tagesbetrieb eingesetzt werden. Dr. F.____ begründe nicht, weshalb er den Versicherten auch für leichte Tätigkeiten als nur zu 50 % arbeitsfähig halte. Dies se i aufgrund der medizinischen Unterlagen nicht nachvollziehbar. Gemäss dem Arztbericht des Kantonsspi tals Z.____ vom 13. April 2011, das heisst nach der Diabeteseinstellung, sei der Versichert e ab dem 2. April 2011 zu 100 % arbeitsfähig. 4.11 Dr. F.____ stellt mit ärztlichem Zeugnis vom 3. Jul i 2012 fest, dass der Patient in der bisherigen Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter bei der X .____ AG nach wie vor in einem 4 Std. Ar- beitspensum pro Tag arbeitsfähig sei. Die Befunde und die Beurteilung für die Ursache der 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit seien im IV-Abklärungsberi cht vom 30. Mai 2011 festgehalten worden. Die körperliche Leistungsfähigkeit sei im Weite ren vermindert bei hypertensiver Herzerkrankung/metabolischem Syndrom mit insulinpflichtigem Diabetes mellitus. Im Verlauf sei festzuhalten, dass der Patient in einer leichten, wechse lbelastenden Tätigkeit mindestens 50 % arbeitsfähig sei, mit der Option der schrittweisen Steigerung auf einen 80 %-igen Einsatz. Dabei seien keine Tätigkeiten auf Leitern, Gerüsten und an ge fährlichen Maschinen und keine Schichtarbeit möglich. 4.12 Mit Stellungnahme vom 11. September 2012 hält D r. H.____ fest, dass das regelmäs- sige Tragen von Kompressionsstrümpfen gemäss Dr. C.____ die Beinbeschwerden verhindere. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das ganztätige Tragen der Kompressionsstrümpfe sei nicht n ur zumutbar, sondern aus medizi- nischer Sicht zwingend notwendig. Zum Vergleich seien di e vielen schwangeren Frauen ange- führt, die auch ganztags die Kompressionsstrümpfe tragen müssten und dabei nicht klagen würden. Weiter könne der Versicherte bei ganztägiger A rbeit die Strümpfe über Mittag auszie- hen, die Beine kühlen, hoch lagern und dann die Strüm pfe wieder anziehen. Dies sei ein orga- nisatorisches und kein medizinisches Problem. Aus diesem G rund werde die Arbeitsfähigkeit von der Beinvenensituation nicht beeinflusst. Inwiefern sich die Situation verschlechtert haben solle, sei nicht klar. Er habe mit Dr. C.____ am 11. S eptember 2012 telefonisch Rücksprache genommen. Diese habe den Beschwerdeführer letztmals im Januar 2011 gesehen. Im Weiteren sehe er immer noch keine Begründung für die von Dr. F._ ___ attestierte 50 %-ige Arbeitsunfä- higkeit. Dr. F.____ wisse nichts von Nebenwirkungen und er habe den Beschwerdeführer auch nicht an Dr. C.____ überwiesen. Er habe zudem keinen Auftrag, einen Bericht zu verfassen. Dem ausführlichen Austrittsbericht der Ärzte des Kantons spitals Z.____ vom 4. April 2011 kön- ne entnommen werden, dass diese die ganze Tragweite de r Erkrankung des Beschwerdefüh- rers erkannt hätten. Die Diagnoseliste sei ausführlich und es bestehe somit kein Grund, an der Beurteilung einer 100 %-igen Arbeitsfähigkeit in ei ner alternativen Tätigkeit, die er zum damali- gen Zeitpunkt bereits inne hatte, aber nur zu 50 % aus geübt habe, zu zweifeln. Wenn der Ziel- blutdruck nicht richtig eingestellt sei, müsse die antihype rtensive Therapie angepasst werden. Dies beeinflusse nur die langfristige Prognose, nicht aber die Arbeitsfähigkeit. 4.13 Mit Bericht vom 29. Oktober 2012 hält Dr. C.____ unter Hinweis auf die bereits be- kannten Diagnosen in der Beurteilung fest, dass der P atient über beidseitige Fussschmerzen klage, begleitet von Ameisenkribbeln in den Füssen und einem Wärmegefühl. Diese Beschwer- den würden beim Gehen und Stehen nach längerer Zeit auftreten. Beim Tragen der neu ange- passten Kompressionsstrümpfe habe der Patient weniger Be schwerden, bald würden aber die Strümpfe hinunter rutschen, weshalb die Fussbeschwerden stark zunehmen würden. Zur Un- terstützung des venösen Rückflusses sei auch weiter die ko nsequente Kompressionstherapie mit den Oberschenkelkompressionsstrümpfen der Klasse II ta gsüber erforderlich. In regelmäs- sigen Abständen müssten die Strümpfe angepasst werden. S ehr wünschenswert sei eine Ge- wichtsreduktion. Sollten die Fussbeschwerden im weiteren V erlauf persistieren und/oder sich die Kompressionstherapie mit den neuen Kompressionsstrümpf en für den Patienten ebenfalls als problematisch erweisen, müsse eine operative Varikosissanierung in Betracht gezogen wer- den. Mit Arztzeugnis vom 26. Februar 2013 hält Dr. C._ ___ fest, dass der Patient berichte, er könne mit den Oberschenkelkompressionsstrümpfen der Klasse II ohne Hüftbefestigung nicht länger als einen halben Tag arbeiten. Während der kör perlichen Belastung am Arbeitsplatz würden die Strümpfe rasch teilweise bis unterhalb des Knies abrutschen und der Patient müsse wegen der Beinschmerzen und der geschwollenen Beinen die Strümpfe nach einem halben Tag abziehen, abliegen und die Beine hochlagern. Einer e rneuten Varizenoperation stehe er ver- ständlicherweise, da nach der früheren Operation wieder eine deutliche Varikosis vorliege, skeptisch gegenüber. 5.1 Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass nach Ablauf des Wartejahres im September 2011 aus medizinisch er Sicht die Ausübung einer kör- perlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit (ideale rweise mit der Möglichkeit zu häufigem Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht unbelastendem Umhergehen auf ebenem Gelände und mit einem geregelten Tagesablauf) im Umfang von 100 % zumutbar sei. 5.2 Der Beschwerdeführer leidet seit einigen Jahren a n einem schweren Venenleiden im linken Bein, das gemäss seinen Schilderungen nun auch im rechten Bein Beschwerden verur- sacht, an einer hypertensiven Herzerkrankung mit metabolische m Syndrom und einem insulin- pflichtigen Diabetes mellitus Typ II (vgl. dazu Bericht von Dr. F.____ vom 3. Juli 2012). In Bezug auf die Diagnosen besteht zwischen den Parteien Einigke it. Umstritten ist jedoch, ob sich das Venenleiden und die Herzkrankheit noch vor Verfügungserl ass verschlechtert haben. Ausser- dem haben die Parteien unterschiedliche Auffassungen d arüber, wie sich die gesundheitlichen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführe rs im angestammten Beruf bzw. in einer Verweistätigkeit auswirken und ob ihm eine 100 %-ige Erwerbstätigkeit unter ganztägigem Tragen von Kompressionsstrümpfen zugemutet werden kann. 5.3 Es ist daher im Folgenden aufgrund der bundesgerich tlichen Richtlinien zu prüfen, ob die vorhandenen medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung der vorgenannten Streitpunkte zulassen. Wie in Erwägung 3.3 und 3.4 hi ervor bereits ausgeführt, würdigt das Kantonsgericht die Beweise grundsätzlich frei. 6.1.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im Wesentlichen auf den Bericht von Dr. G.____ vom 1. Juli 2011. 6.1.2 Der Beschwerdeführer bestreitet den Beweiswert di eses Berichts. Er sei von Dr. G.____ nicht klinisch untersucht worden, sondern es habe lediglich ein Gespräch stattgefunden, bei dem er zu seinen Beschwerden, der bisherigen Behand lung und zur derzeitigen Arbeit be- fragt worden sei. Ausserdem würden im Bericht Tätigkeit en, die der Beschwerdeführer angege- ben habe, mit solchen vermischt, die dem von der Y.____ Versicherung beim Arbeitgeber direkt angeforderten Arbeitsplatzprofil entnommen worden s eien. Die Behauptung, die angestammte Tätigkeit sei ungeeignet und es bestehe diesbezüglich eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit, sei falsch. Er sei in der Lage, seine angestammte Tätigkeit zu 50 % auszuüben. Zudem weise Dr. G.____ im Zusammenhang mit der von ihr als vertretb ar angesehenen 100 %-igen Arbeits- fähigkeit bei körperlich leichter Tätigkeit auf die Frei zeitaktivitäten des Beschwerdeführers hin. Sie gebe aber nicht an, um welche es sich dabei handle. 6.1.3 Beim Bericht von Dr. G.____ handelt es sich um ei nen versicherungsinternen ärztli- chen Bericht, weshalb gemäss bundesgerichtlicher Praxis ber eits geringe Zweifel an der Be- gründetheit und Schlüssigkeit ausreichen, um dessen Beweiskr aft in Frage zu stellen (vgl. Er- wägung 3.4 hiervor). Der Bericht selbst äussert sich nicht zur Dauer und zum Umfang der Un- tersuchung. Aufgrund dessen, dass Dr. G.____ weder ein e Anamneseerhebung ausweist noch eigentliche Befunde erhoben bzw. Angaben zur klinischen U ntersuchung gemacht hat noch eigene Diagnosen stellt, kann dieser Bericht die beweisr echtlichen Anforderungen an einen Arztbericht (vgl. dazu Erwägung 3.3 hiervor) nicht erfüll en. Weiter begründet Dr. G.____ eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leicht en, wechselbelastenden Tätigkeit, indem sie auf die Freizeitaktivitäten des Beschwerdeführers hinweist . Um welche Freizeitaktivitäten es Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich dabei handelt, zeigt der Bericht nicht auf. Diesbezüg lich hat der Beschwerdeführer heute unter Beibringung der entsprechenden Belege aufgezei gt, dass er seine ausserberuflichen Tä- tigkeiten aufgegeben hat. Die Obstbäume habe er seinem Bruder verpachtet (Beschwerdebei- lage 2), die Hauswartung seines Mehrfamilienhauses werde seit dem 1. Oktober 2011 von Frau I.____ (Beschwerdebeilage 3, Hauswartsvertrag vom 24. J uni 2011) erledigt und Tiere habe er keine mehr. Weiter hat der Beschwerdeführer ausgeführt , dass aus dem Plan, zusammen mit dem Bruder ein weiteres Mehrfamilienhaus zu bauen und zu verwalten, nichts geworden sei. Der Einschätzung von Dr. G.____, dass eine 100 %-ige A rbeitsfähigkeit zumutbar sei, basiert somit teilweise auf einem falschen Sachverhalt. Da der Bericht zudem – wie oben ausgeführt – unter formalen Mängeln leidet, kann ihm für die Beu rteilung der vorliegenden Angelegenheit keine ausschlaggebende Beweiskraft zugemessen werden. 6.2.1 Die Beschwerdegegnerin stellte sodann zur Beurte ilung der Arbeitsfähigkeit des Be- schwerdeführers auf den Bericht von Dr. D.____ und Dr. E.____ vom 13. April 2011 ab. 6.2.2 Der Beschwerdeführer rügt diesbezüglich, dass sich d ie Einschätzung von Dr. D.____ und Dr. E.____, es bestehe eine 100%-ige Arbeitsfähigke it, lediglich auf die neu diagnostizierte Diabeteserkrankung und nicht auf die Arbeitsfähigkeit unter allen medizinisch relevanten Diag- nosen beziehe. Ausserdem lägen nur die Antworten der Ä rzte vor. Der entsprechende Frage- bogen sei nicht aktenkundig. 6.2.3 Es ist mit dem Beschwerdeführer dahingehend einig zu gehen, dass diesem Bericht im Lichte der formellen Beweisanforderungen ebenfalls nur eingeschränkte Beweiskraft zukommen kann. Zwar liegt unter Berücksichtigung des von Dr. B.__ __ ausgefüllten Formulars der Y.____ Versicherung vom 20. Februar 2011 (IV-Akten 22) der Fra gebogen vor, den Dr. D.____ und Dr. E.____ beantwortet haben. Entscheidend ist aus beweisrechtlicher Sicht aber, dass es an einer nachvollziehbaren Begründung der Arbeitsfähigkeit von 100 % ab 2. April 2011 fehlt. Diesbe- züglich ist insbesondere unklar, ob die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit gemeint ist oder ob es sich um eine Verweistätigkeit handelt. Ebe nso ist unklar, ob die Ärzte die Ein- schätzung aus gesamtmedizinischer Sicht abgegeben oder ob sie lediglich den Aspekt der Dia- beteserkrankung berücksichtigt haben. Selbst unter Berücksic htigung des Austrittsberichts des Kantonsspitals Z.____ vom 4. April 2011 (IV-Akte 23) ist zweifelhaft, ob der Bericht für die vor- liegende Angelegenheit umfassend ist, alle geklagten B eschwerden berücksichtigt und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist. Aus beweisrechtlicher Sicht kann daher nicht darauf abgestellt werden. 6.3.1 In Bezug auf die Beeinflussung der Arbeitsfähig keit durch die Venenproblematik nahm die Beschwerdegegnerin insbesondere auf die Beurteilun g von Dr. C.____ Bezug. Diese führe in ihrem Bericht vom 17. Januar 2011 aus, dass der Beschwe rdeführer bei regelmässigem Tra- gen der Kompressionsstrümpfe keine Beinbeschwerden habe. 6.3.2 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpun kt, dass der Bericht von Dr. C.____ nicht ausreiche, um gestützt darauf eine verbindliche Au ssage zur Arbeitsfähigkeit und Zumut- barkeit der Ausübung einer 100%-igen Verweistätigkei t zu machen. Bezüglich der Therapie- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht massnahmen empfehle die Ärztin zwar, zur Vermeidung eine r weiteren operativen Varikosissa- nierung Oberschenkelkompressionsstrümpfe der Klasse II zu tr agen. Der Bericht gebe aber keine Auskunft darüber, ob es zumutbar sei, diese Massnah me bei einer ganztägigen Berufstä- tigkeit umzusetzen. 6.3.3 Die Berichte von Dr. C.____ vom 17. Januar 201 1 und vom 29. Oktober 2012 sowie das ärztliche Zeugnis vom 26. Februar 2013 sind zwar konsis tent bezüglich des erhobenen Be- funds und der aus angiologischer Sicht gestellten Diagn osen. Da Dr. C.____ aber weder eine eigene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus angiologisch er Sicht abgibt noch zur Frage der Zumutbarkeit des Tragens der Oberschenkelkompressionsstrüm pfe während eines mehr als acht Stunden dauernden Arbeitstages Stellung nimmt, ka nn gestützt darauf nicht zuverlässig beurteilt werden, wie hoch die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf und in einer Verweistä- tigkeit ist und ob die Ausübung einer angepassten Verwe istätigkeit dem Beschwerdeführer zu 100 % zugemutet werden kann. 6.3.4 Insoweit Dr. H.____, der den Beschwerdeführer n ie persönlich untersucht hat, in seiner Stellungnahme vom 11. September 2012 zur Begründung der Zumutbarkeit einer 100 %-igen Arbeitstätigkeit ausführt, schwangere Frauen müssten auch ganztags die Kompressionsstrümp- fe tragen und jene würden dabei nicht klagen, so greif t diese Einschätzung – auch unter Be- rücksichtigung der glaubwürdigen Schilderungen des Beschwerdeführers – zu kurz. Schwange- re Frauen tragen die Kompressionsstrümpfe in der Regel zur Vorbeugung von Venenleiden. Der Beschwerdeführer hingegen, der bereits seit mehre ren Jahren unter ausgeprägten Varizen im linken Bein leidet und diese bereits zweimal operie rt hat, und dessen Venenleiden nun auch im rechten Bein seinen Anfang nimmt, kann in Bezug au f die Zumutbarkeit der Ausübung einer ganztägigen Berufstätigkeit nicht mit einer schwangeren Frau gleichgestellt werden. Die Ein- schätzung von Dr. H.____, der Beschwerdeführer könne bei ganztägiger Arbeit die Strümpfe über Mittag ausziehen, die Beine kühlen und hoch lage rn und dann die Strümpfe wieder anzie- hen, weshalb es sich lediglich um ein organisatorisches und nicht um ein medizinisches Prob- lem handle, erscheint ebenfalls als oberflächlich. Denn der Beschwerdeführer hat heute nach- vollziehbar ausgeführt, dass wenn die Kompressionsstrümpfe e inmal ausgezogen seien, diese nicht ohne weiteres nach einer einstündigen Mittagspause wieder angezogen werden könnten. Die Schwellung nehme im Verlauf des Morgens trotz der K ompressionsstrümpfe zu. Erst wenn er während drei bis vier Stunde liege und die Beine h och lagere, gehe die Schwellung wieder zurück und ein erneutes Anziehen der Kompressionsstrümpfe werde möglich. Ausserdem weite sich der Kompressionsstrumpf im Verlauf des Tages aus und h alte dem Druck nicht mehr stand, weshalb die Schmerzen trotz Kompressionsstrumpf zuneh men würden. Ob dieser Zu- stand im Rahmen der Schadenminderungspflicht bei einer 100 %-igen Arbeitstätigkeit noch hinzunehmen ist, kann weder gestützt auf die Berichte von Dr. C.____ noch auf die Ausführun- gen von Dr. H.____ beurteilt werden. 6.4 Auch der Bericht von Dr. F.____ vom 30. Mai 2011 ist bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unklar. Zum Einen attestiert er dem Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit bei der X.____ AG, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht angepasst war, eine Arbeitsun- fähigkeit von 50 %. In einer behinderungsangepassten l eichten, wechselbelastenden Tätigkeit Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht hält er jedoch ein Pensum von vier Stunden pro Tag ebenfalls für möglich. Diesbezüglich wider- sprechen sich die Einschätzungen von Dr. F.____, weshalb se ine Beurteilung aus beweisrecht- lichen Gründen ebenfalls nicht ausschlaggebend sein kann. 7. Eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und der Frage, welche Verweistätig- keiten in welchem Umfang dem Beschwerdeführer noch zu mutbar sind, ist gestützt auf die vor- liegenden medizinischen Unterlagen nicht möglich. Aufgru nd des Krankheitsbilds und der ver- schiedenen Beschwerden ist ein polydisziplinäres Gutachten z u erstellen, bei dem die einzel- nen Fachärzte den Gesundheitszustand beurteilen und ansc hliessend anlässlich einer Kon- sensbesprechung die Arbeitsfähigkeit in der angestammt en Tätigkeit beurteilen und zur Frage der Zumutbarkeit einer Verweistätigkeit Stellung nehme n. Dabei haben sich die Fachärzte ins- besondere dazu zu äussern, ob sich die Herzkrankheit und da s Venenleiden verschlechtert ha- ben. Weiter haben sie im Zusammenhang mit der Frage d er Arbeitsfähigkeit explizit einzu- schätzen, ob es dem Beschwerdeführer in Anbetracht seiner gesundheitlichen Beschwerden möglich ist, die Kompressionsstrümpfe den ganzen Tag zu tragen und unter Anwendung dieser Massnahme eine angepasste Tätigkeit zu 100 % auszuüben. Im Zusammenhang mit der von der Beschwerdegegnerin zu beurteilenden Frage, ob dem Beschwerdeführer unter dem Aspekt der Schadenminderungspflicht eine weitere Operation d es Venenleidens zumutbar ist, hat das Gutachterteam sodann die Risiken und die längerfristige n Erfolgsaussichten eines weiteren operativen Eingriffs dazulegen. Der Beschwerdeführer hat heute berechtigte Gründe vorge- bracht, weshalb eine weitere Operation für ihn keine Option darstellt. So hat er nach einer Ope- ration eine schwere Komplikation erlitten. Zudem hat er das linke Bein bereits zweimal operativ saniert, neue bzw. Rezidivvarizen haben damit aber nicht verhindert werden können. Schliess- lich hat das Gutachterteam ausserdem dazu Stellung zu n ehmen, ob es andere schadensmin- dernde Massnahmen gibt, die sich positiv auf die Arbeits fähigkeit auswirken könnten (Ge- wichtsverlust z.B.). Bezüglich der aktuellen Tätigkeit bei der X.____ AG fe hlen in den Akten Erhebungen der kon- kreten Arbeitsplatzsituation des Beschwerdeführers. Der A ssessmentbericht vom 4. Mai 2011 (IV-Akte 9) und die Angaben der Arbeitgeberin vom 12 . April 2011 (IV-Akte 7) beziehen sich noch auf den ursprünglichen Arbeitsplatz des Beschwerdefü hrers, als die stehende Tätigkeit während des Bahnwagenentladevorgangs klar im Vordergru nd stand. Wie der Beschwerdefüh- rer heute ausgeführt hat, mache er zwar noch die gleichen Tätigkeiten wie damals, jedoch seien diese heute anders gewichtet. Daher hat das begutachten de Ärzteteam unter Beizug von Be- rufsfachpersonen abzuklären, ob die heutige Arbeitsstel le bei der X.____ AG in einem 50 % Pensum in Bezug auf die Art und den Umfang der Tätig keit unter Berücksichtigung aller ge- sundheitlichen Einschränkungen aus gesamtmedizinischer Sich t die optimale ist. Dabei drängt sich in Anbetracht der Beinbeschwerden und ihren Auswir kungen auf die Arbeitsfähigkeit eine stationäre Abklärung unter echtzeitlichen Bedingungen a uf, wie sie am Arbeitsplatz des Be- schwerdeführers vorhanden sind. 8. Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdegegne rin für die Beurteilung der Erwerbsfähigkeit nicht alle notwendigen Abklärungen im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG vorge- nommen hat, die angefochtene Verfügung vom 13. März 2 012 demnach auf unzureichenden Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht medizinischen Abklärungsergebnissen beruht und deshalb au fzuheben ist. Die Vorinstanz wird angehalten, die Entwicklung des Gesundheitszustands und das Zusammenwirken der einzel- nen Diagnosen polydisziplinär und stationär unter Beizug von Berufsfachpersonen und in Be- rücksichtigung der konkreten Arbeitsplatzsituation und des Ar beitspensums des Beschwerde- führers bei der X.____ AG abzuklären (vgl. Erwägung 7 h iervor). Anschliessend hat die Be- schwerdegegnerin gestützt auf die neuen Abklärungsergebni sse die Frage der Invalidität, ins- besondere die Frage der Zumutbarkeit neu zu beurteil en und den Rentenanspruch des Be- schwerdeführers zu entscheiden. Sollte die jetzige Tätigk eit in Anforderungsprofil und Umfang einer angepassten Tätigkeit entsprechen, so ist unter Zu grundelegung des bisherigen Arbeits- verhältnisses der Einkommensvergleich zu machen. Denn für die Festsetzung des Invaliden- einkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der be ruflich-erwerblichen Situation aus- zugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besond ers stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arb eitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächli ch erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 135 V 301 E. 5.2). Es könnte daher unter diesen Voraussetzungen im vorliegenden Fall – wie vom Beschwerdeführer anlässlich der heutigen Verhan dlung vorgebracht – ein Prozentver- gleich gemacht werden. In diesem Sinne ist die Beschwerd e gutzuheissen und die Angelegen- heit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 9.1 Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungs- gerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Strei tsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielme hr im Regelfall selbst ein Ge- richtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltu ngsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürf tig hält oder wenn eine Administrativex- pertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräfti g ist. Eine Rückweisung an die IV- Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in de r notwendigen Erhebung einer bisher voll- ständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn ledi glich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 ff, E. 4.4.1 ff.). 9.2 Da die Beschwerdegegnerin nicht alle notwendigen Abklärungen zur Beurteilung der Erwerbsfähigkeit vorgenommen hat, und es nicht die Au fgabe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte medizinische und betriebl iche Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz nichts entgegen. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufe rlegt. Vorliegend ist die Beschwer- degegnerin unterliegende Partei, weshalb sie grundsät zlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten , dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO der Vorinstanz bzw. den kantonalen Behörden gemäss Verwa ltungsverfahrensgesetz vom 13. Juni 1988 keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdegegnerin trotz Unterliegens nicht für die Ver fahrenskosten aufzukommen. Es wer- den deshalb keine Verfahrenskosten erhoben. Der vom Beschw erdeführer geleistete Kosten- vorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird ihm zurückerstattet. 10.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Be schwerde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Als Obsiegen im Sinne der genannten Bestimmung gilt auch die Rückweisung der Angelegenheit an den Versicher ungsträger zur weiteren Abklärung (vgl. BGE 132 V 235 E. 6.2). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist dem Beschwerde- führer deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Dr. Peter Studer hat in seiner Honorarnote vom 22. Oktober 2012 für das vorliegende Be- schwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 11 Stunden à Fr . 230.-- geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalt s- und Rechtsfragen als angemes- sen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die in d er Honorarnote ausgewiesenen Ausla- gen von insgesamt Fr. 224.--. Hinzu kommt eine Entsch ädigung des Rechtsvertreters für die Parteiverhandlung und deren Vorbereitung im Umfang von drei Stunden, sodass insgesamt ein Zeitaufwand von 14 Stunden zuzuerkennen ist. Damit ist dem Beschwerdeführer für das vorlie- gende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in d er Höhe von Fr. 3'719.50 (14 Stun- den à Fr. 230.-- und Auslagen von Fr. 224.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Be- schwerdegegnerin zuzusprechen. 11.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgerich t (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zustä ndigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öf fentlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). 11.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vor- aussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung vom 13. März 2012 aufgehoben, und es wird die Angelegenhe it an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese, nach erfo lgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 3'719.50 (inkl. Auslagen und Mehr- wertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht