<h2>SubmittedText<h2><p>Die Wasserkraft leidet stark unter den international tiefen Strompreisen, dem Stromüberschuss und dem Import von "dreckigem" Billigstrom. Innerhalb der erneuerbaren Energien hat sie (noch) ungleich lange Spiesse mit den stark subventionierten neuen erneuerbaren Energien.</p><p>Mit der vollständigen Strommarktöffnung für über 4 Millionen Haushalte ab 2018 wird die Wasserkraft zusätzlich unter Druck geraten.</p><p>Kann sich der Bundesrat einen vorläufigen Aufschub der zweiten Etappe der Strommarktöffnung vorstellen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Stromversorgungsgesetz sieht eine Öffnung des Strommarktes in zwei Schritten vor. Bereits heute haben Endverbraucher mit einem Jahresverbrauch ab 100 Megawattstunden elektrischer Energie freien Zugang zum Strommarkt und können ihren Lieferanten frei wählen. Alle anderen Endverbraucher haben dagegen keine Wahlmöglichkeit. Damit werden Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen benachteiligt. Laut Eidgenössischer Elektrizitätskommission (November 2015) umfasst die Gruppe der Grossverbraucher im Jahr 2016 rund 31 000 Endverbraucher. Diese konsumieren rund die Hälfte der in der Schweiz genutzten Elektrizität. Aufgrund der tiefen Strompreise an den internationalen Börsen wechseln immer mehr Grossverbraucher von der Grundversorgung in den freien Markt. 2016 werden 56 Prozent der Grossverbraucher am freien Markt sein.</p><p>Mit einer Verschiebung der vollständigen Marktöffnung könnten Elektrizitätsversorger den Strom länger zu Gestehungskosten anstatt zu tieferen Marktpreisen an ihre Endkonsumenten in der Grundversorgung verkaufen. Ohne Folgen ist eine Verschiebung der Marktöffnung jedoch für Lieferanten, welche keine Kunden in der Grundversorgung beliefern und den Strom zu Marktpreisen verkaufen. Eine vollständige Marktöffnung per 2018 ist aus heutiger Sicht unwahrscheinlich. Dies auch, weil die vollständige Marktöffnung eine Voraussetzung für das Stromabkommen mit der EU darstellt und der Bundesrat die weiteren Schritte in Abhängigkeit von den Entwicklungen der Verhandlungen mit der EU festlegen wird.</p>