<h2>SubmittedText<h2><p>Der Nationalrat anerkennt den Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915. Er ersucht den Bundesrat, von der Anerkennung durch den Nationalrat Kenntnis zu nehmen und sie auf dem üblichen diplomatischen Weg weiterzuleiten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat mehrfach in seinen Antworten auf frühere parlamentarische Vorstösse, zuletzt auf das Postulat Zisyadis 00.3245, "Völkermord in Armenien. Anerkennung durch die Schweiz", vom 6. Juni 2000, die tragischen Massendeportationen und Massaker in der Endphase des Osmanischen Reichs bedauert und verurteilt, die zum Tod einer ausserordentlich hohen Anzahl von Armeniern und Armenierinnen führten. Die Türkei streitet diese Massaker mit einer sehr hohen Zahl an Opfern nicht ab, bewertet aber die Frage der bewussten Anordnung durch die damaligen Machthaber anders als es viele Historiker und Historikerinnen tun. Für den Bundesrat ist die Bewertung dieser Frage eine Aufgabe der historischen Forschung.</p><p>Die schweizerische Aussenpolitik wirkt auf einen dauerhaften Ausgleich im Kaukasus und speziell im Verhältnis zwischen der Türkei und Armenien hin. Wesentlich ist dabei der Dialog in der Region selber. Die türkisch-armenische Frage wurde mehrmals anlässlich offizieller bilateraler Kontakte mit der Türkei aufgenommen. Dabei kamen beispielsweise die Tätigkeit der armenisch-türkischen Versöhnungskommission und Fragen des Archivzuganges für Forscher und Forscherinnen zur Diskussion. Dies in der Überzeugung, dass die Aufarbeitung dunkler Geschichtskapitel vor Ort und im wesentlichen durch die betroffenen Länder selber erfolgen muss. Die schweizerische Aussenpolitik will zur armenisch-türkischen Verständigung mittels des politischen Dialogs zwischen der Schweiz und der Türkei beitragen, der im Jahr 2000 aufgenommen wurde und auch die Menschenrechtslage zum Thema hat. Die Annahme des Postulates könnte den regelmässigen offiziellen Dialog beeinträchtigen.</p><p>Die Unterzeichnenden des Postulates wollen mit einem Zeichen der Gerechtigkeit gegenüber den Nachfahren von armenischen Opfern einen Beitrag für einen dauerhaften Frieden zwischen der Türkei und Armenien leisten. Die Annahme des Postulates könnte aber gerade das Gegenteil des angestrebten Zieles bewirken und das emotionsbeladene Verhältnis zwischen der Türkei und Armenien weiter belasten.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.