<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00172</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106797&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00172</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 02.09.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Baubewilligung für einen Umbau in der Kernzone<br/><br/>Allgemeine Erwägungen zur Nachbarlegitimation (Schlüsseltheorie; E. 1b). Gefährdet ein Bauprojekt ein inventarisiertes Objekt, so hat das Gemeinwesen vorab einen Schutzentscheid zu treffen (E. 1c). Die Auslegung von kommunalem Recht durch die Gemeindebehörden ist von den Rechtsmittelinstanzen nur mit Zurückhaltung zu überprüfen (E. 2b/aa). Begriff der "Anbaute" (E. 2b/bb). Ausnahme von der Pflicht zur Beibehaltung von Gebäudeprofil und Erscheinungsbild aus Gründen der Wohnhygiene (E. 3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANBAU">ANBAU</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Natur- und Heimatschutz ST: DENKMALPFLEGE">DENKMALPFLEGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSCHEINUNGSBILD">ERSCHEINUNGSBILD</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FLACHDACH">FLACHDACH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEBÃUDEHÃHE">GEBÃUDEHÃHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEBÃUDEPROFIL">GEBÃUDEPROFIL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INVENTAR">INVENTAR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KERNZONE">KERNZONE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHBARLEGITIMATION">NACHBARLEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHLÃSSELTHEORIE">SCHLÃSSELTHEORIE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TERRASSE">TERRASSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERBANDSBESCHWERDE">VERBANDSBESCHWERDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNHYGIENE">WOHNHYGIENE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 203 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 205 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 209 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 211 Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">§ 238 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 304 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 338a PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Am 3. September 2001 erteilte die BaubehÃ¶rde X C die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Erstellung einer Terrasse Ã¼ber dem westseitigen Anbau des Wohnhauses Vers.Nr. 01 auf dem GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 02 an der L-gasse in X. Das GrundstÃ¼ck liegt ge­mÃ¤ss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde X vom 26. Juni 1996 (BZO) in der Kernzone "M" und ist mit einem zweigeschossigen (aufgrund des Niveauunterschieds jedoch auf der Westseite dreigeschossig in Erscheinung tretenden) Wohnhaus mit Giebeldach sowie einem rund fÃ¼nf Meter breiten, zweigeschossigen Anbau auf der Westseite Ã¼berstellt. WÃ¤hrend der First des Hauptdachs in Richtung Nord-SÃ¼d verlÃ¤uft, ist derjenige der Anbaute in Richtung West-Ost ausgerichtet. Das gesam­te GebÃ¤ude ist inventarisiert und im Kernzonen­plan schwarz umrandet; dies hat zur Fol­ge, dass GebÃ¤udeprofil und Erscheinungsbild beizubehalten sind. GemÃ¤ss Bauvorhaben ist die Entfernung des Giebeldachs des Anbaus und die Errichtung ein Flachdach an dessen Stelle geplant, wobei das Flachdach zugleich als begehbare, vom Obergeschoss des HauptgebÃ¤udes zugÃ¤ngliche Terrasse dienen soll. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen den Beschluss der BaubehÃ¶rde X vom 3. September 2001 liess A am 18. Ok­tober 2001 fristgerecht Rekurs an die Baurekurskommission II erheben und beantragen, die angefochtene Baubewilligung sei unter Kosten- und Ent­schÃ¤digungsfolgen zulas­ten des privaten Rekursgegners vollumfÃ¤nglich aufzuheben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach DurchfÃ¼hrung eines Referentenaugenscheins wies die Baurekurskommission II das Rechtsmittel am 16. April 2002 ab und bestÃ¤tigte den Beschluss der BaubehÃ¶rde X im beurteilten Umfang. Sie erwog zusammengefasst, nach der kommunalen Bau- und Zonenordnung seien fÃ¼r Anbauten und Besondere GebÃ¤ude gemÃ¤ss § 49 Abs. 3 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975/1. September 1991 (PBG) SatteldÃ¤cher nicht zwingend erforderlich. Ausschlaggebend fÃ¼r den Begriff der Anbaute sei die Ã¤ussere Erscheinung. Der GebÃ¤udeteil sollte trotz seiner Verbindung zum HauptgebÃ¤ude eine gewisse SelbststÃ¤ndigkeit aufweisen, die sich insbesondere in vom HauptgebÃ¤ude klar zu un­terscheidenden Dimensionen ausdrÃ¼cke. Die Anbaute soll einen eigenstÃ¤ndigen und kleineren Grundriss aufweisen als das HauptgebÃ¤ude. Ebenso kÃ¶nne diese EigenstÃ¤ndigkeit durch eine vom HauptgebÃ¤ude verschiedene HÃ¶he der Anbaute zum Ausdruck kommen. In jedem Fall aber sollte die Anbaute vom HauptgebÃ¤ude weggedacht werden kÃ¶nnen, ohne dass die­­ses (mit Ausnahme der Fassade) beeintrÃ¤chtigt wÃ¼rde. Vorliegend kÃ¶nne der streitbetrof­­fene GebÃ¤udeteil trotz seiner Nutzung als Teil der Hauptwohnungen nicht als HauptgebÃ¤ude betrachtet werden, weshalb er gemÃ¤ss Art. 7 Abs. 1 BZO von der Pflicht einer Bede­ckung mit einem Giebeldach befreit und demzufolge ein Flachdach erlaubt sei. Sodann sei gestÃ¼tzt auf Art. 3 Abs. 1 BZO eine Abweichung vom bisherigen GebÃ¤udeprofil und Erschei­nungsbild zulÃ¤ssig, da sie aus wohnhygienischen GrÃ¼nden erfolge. Schliesslich lasse sich auch unter dem Aspekt der Ãsthetik kein stichhaltiges Argument finden, das unter dem strengen Massstab von § 238 Abs. 2 PBG gegen das Bauvorhaben spreche.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 17. Mai 2002 liess A dem Verwaltungs­gericht beantragen, der angefochtene Rekursentscheid vom 16. April 2002 sei aufzuheben und die Bewilligung fÃ¼r das streitige Vorhaben, jedenfalls fÃ¼r die Einrichtung einer begehbaren Terrasse, sei zu verweigern, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des privaten Beschwerdegeg­ners. Die Baurekurskommission II beantragte am 11. Juni 2002 Abweisung der Beschwerde. C liess am 19. Juni 2002 ebenfalls die Ab­weisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerde­fÃ¼hrers beantragen. Den nÃ¤mlichen An­trag stellte gleichentags die BaubehÃ¶rde X, welche im Ãbrigen auf die Beschwerdeantwort des privaten Beschwerdegegners verwies.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die weiteren ErwÃ¤gungen gemÃ¤ss angefochtenem Rekursentscheid sowie die AusfÃ¼hrungen der Parteien und der Baurekurskommission II in den Rechtsschriften werden â so­­weit erforderlich ­­â nachstehend wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer lÃ¤sst zunÃ¤chst eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs rÃ¼gen. In der Rekursschrift vom 18. Oktober 2001 wie auch anlÃ¤sslich des Augenscheins sei argumentiert worden, die Einrichtung eines Flachdachs bei der anerkanntermassen inventarisierten Bauliegenschaft sei mit dem Schutzzweck der Inventarisierung nicht vereinbar. Hierauf sei die Vorinstanz mit keinem Wort eingegangen, was zwingend zur Aufhebung des Rekursentscheids und RÃ¼ckweisung an die Vorinstanz fÃ¼hren mÃ¼sse.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission hÃ¤lt hierzu in ihrer Vernehmlassung vom 11. Juni 2002 fest, die RÃ¼gen betreffend die Inventarwidrigkeit seien nicht zu hÃ¶ren. Der BeschwerdefÃ¼hrer sei als Nachbar ausschliesslich zur Wahrnehmung seiner eigenen privaten Interessen be­­fugt; es sei ihm verwehrt, sich auf dem Rechtsmittelweg fÃ¼r die im Ã¶ffentlichen Interesse liegende Erhaltung von Schutzobjekten, denen der Abbruch oder eine VerÃ¤nderung drohe, einzusetzen. Derartige RÃ¼gen seien nach der klaren legitimationsrechtlichen Ordnung von § 338a PBG den VerbÃ¤nden vorbehalten. - Der private Beschwerdegegner lÃ¤sst ausfÃ¼hren, die vom BeschwerdefÃ¼hrer im Rekurs aufgeworfene Frage der SchutzwÃ¼rdigkeit und Substanzerhaltung des umzubauenden GebÃ¤udes habe auf den Entscheid keinerlei Einfluss ge­habt, weshalb die Rekurskommission nicht verpflichtet gewesen sei, sich darÃ¼ber zu Ã¤us­sern. Sodann kÃ¶nnten Nachbarn, selbst wenn ihr GrundstÃ¼ck direkt neben einem Schutz­­objekt liege, weder einen Entscheid Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit eines Objekts erwirken, noch hÃ¤tten sie Anspruch darauf, dass ein bestimmtes GebÃ¤ude oder eine bestimmte Ortsbildgestaltung erhalten bleibe. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Wer auf Grund seines Rechtsschutzinteresses Zugang zum Verfahren findet, hat Anspruch darauf, dass die gel­tend gemachten Rechtsverletzungen Ã¼berprÃ¼ft werden (Fran­Ã§ois Ruckstuhl, Der Rechtsschutz im zÃ¼rcherischen Planungs- und Baurecht, ZBl 86/1985, S. 296 f., auch zum Folgenden). Daraus folgt, dass nicht fÃ¼r jede RÃ¼­ge einzeln geprÃ¼ft wer­den muss, ob der Nachbar zu deren Erhe­bung legitimiert sei. Die Rechtsmittelbefugnis rich­­tet sich mit anderen Worten nach den ge­stellten AntrÃ¤gen und nicht nach den einzelnen RÃ¼gen (RB 1980 Nr. 7; VGr, 18. Juni 1997, VB.95.00022). Die Legitimationsvoraussetzung des BerÃ¼hrtseins in eigenen qualifizierten Interessen ist dann gegeben, wenn der Ausgang des Verfahrens, in das sich der Nachbar ein­schalten will, seine InteressensphÃ¤re zu be­einflussen vermag, der Anfechtende also einen prak­tischen Nutzen hat bzw. einen Nach­teil abwenden kann, den der angefochtene Verwal­tungsakt fÃ¼r ihn zur Folge hÃ¤tte. Diese Le­­gitimationsvoraussetzung ist aber nicht schon dann erfÃ¼llt, wenn ir­gend­welche negativen Folgen des Bauvorhabens mÃ¶glich und erkennbar sind. Ein schutz­wÃ¼r­diges Anfechtungsin­teresse hat der Einsprecher nur dann, wenn die Auswirkun­gen auf seine Liegenschaft nach Art und IntensitÃ¤t so beschaffen sind, dass sie auch bei objek­ti­vier­ter Betrachtungsweise als Nachteil empfunden werden mÃ¼ssen (RB 1995 Nr. 9 mit Zi­ta­ten). Die Grenze der Zulassung ist die Eignung des Verfahrens, dem Anfechtenden den an­ge­streb­ten Erfolg zu brin­gen. Das Rechtsschutzinteresse fehlt z.B. dort, wo von vornherein fest­steht, dass die Gut­heissung von Rekurs oder Beschwerde die BeeintrÃ¤chtigung nicht vom Re­kur­renten oder BeschwerdefÃ¼hrer abzuwenden vermag (RB 1980 Nr. 7). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist durch das Bauvorhaben in eigenen Interessen offensichtlich mehr berÃ¼hrt als Dritte oder die Allgemeinheit. Damit aber war und ist er im Sinn der zitierten Rechtsprechung be­fugt, sich auf alle Argumente und RechtssÃ¤tze zu berufen, welche im Ergebnis zur Gutheis­sung seines Be­schwer­de­antrags fÃ¼hren kÃ¶nnen, ohne dass fÃ¼r jede RÃ¼ge einzeln geprÃ¼ft werden mÃ¼sste, ob die Rechtsmittelbefugnis gegeben sei. Insoweit ist dem BeschwerdefÃ¼hrer bei­zu­pflichten und kann der Baurekurskommission II nicht gefolgt werden. Deren Auffassung ist mit der dargelegten Rechtsprechung nicht vereinbar und lÃ¤sst sich auch nicht auf den Wortlaut von § 338a Abs. 2 PBG abstÃ¼tzen. GemÃ¤ss dieser Bestimmung sind zum Rekurs und zur Beschwerde gegen Anordnungen und Erlasse, soweit sie sich auf den III. Titel oder § 238 Abs. 2 PBG stÃ¼tzen, sowie gegen Bewilligungen fÃ¼r Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen "auch" (nÃ¤her bezeichnete) Vereinigungen berechtigt. Damit wird impliziert, dass daneben selbstverstÃ¤ndlich auch die nach § 338a Abs. 1 rechtsmittellegitimierten Privaten zu derartigen Rekursen und Beschwerden berechtigt sind (vgl. auch VGr, </span>17. Februar 2000, VB.1999.00128, E. 1c)<span>. Die Ansicht der Baurekurskommission II, wonach in FÃ¤llen wie dem vorliegenden allein VerbÃ¤nde sich fÃ¼r die im Ã¶ffentlichen Interesse liegende Erhaltung von Schutzobjekten einsetzen dÃ¼rften, wÃ¤h­­rend Private sich auf die Wahrnehmung von ihren privaten Interessen zu beschrÃ¤nken hÃ¤tten, findet keine StÃ¼tze im Gesetz. Sie widerspricht den oben beschriebenen GrundsÃ¤tzen und ist im Ãbrigen auch unzweckmÃ¤ssig, zumal sich Ã¶ffentliche und private Interessen ohnehin nicht streng voneinander trennen lassen. Ãffentliche und private Interessen sind vielmehr weit ineinander verzahnt und lassen sich nicht einfach entgegensetzen oder gar ge­­geneinander ausspielen. Beim Ã¶ffentlichen Interesse handelt es sich letztlich um autorita­tiv verdichtete Individualinteressen (RenÃ© Rhinow, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Wandel, in: Festschrift fÃ¼r Kurt Eichenberger, Basel 1982, S. 665 f.; Alfred KÃ¶lz, Die Vertretung des Ã¶ffentlichen Interesses in der Verwaltungsrechtspflege, ZBl 86/1985, S. 54). Die RÃ¼ge, das Bauvorhaben verstosse gegen den mit der Inventari­sa­tion erklÃ¤rten Schutzzweck, wÃ¤re ­somit geeignet, die im Rekurs­verfahren be­an­tragte Aufhebung der Baubewilligung zu begrÃ¼nden, und die Baurekurskommission II hÃ¤tte sich damit auseinander setzen mÃ¼ssen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) aa) GemÃ¤ss § 203 Abs. 2 PBG erstellen die fÃ¼r Schutzmassnahmen zustÃ¤ndigen Be­­hÃ¶rden Inventare. Diese sollen eine Bestandesaufnahme der in Betracht fallenden Schutz­objekte ermÃ¶glichen. Die Erstellung der Inventare bzw. die Inventaraufnahme als solche be­wirkt (noch) keinen Schutz (RB 1990 Nr. 72; vgl. auch Antrag des Regierungsrats vom 11. Ok­tober 1989 [an den Kantonsrat] zur Ãnderung des Planungs- und Baugesetzes, Abl 1989, S. 1757 [zur Aufhebung von § 209 Abs. 1 PBG]). Das Inventar entfaltet erst bei der formellen ErÃ¶ffnung der Inventaraufnahme an den GrundeigentÃ¼mer (§ 209 Abs. 2 PBG) diesem gegenÃ¼ber Rechtswirkungen. Erst die schriftliche Mitteilung an den GrundeigentÃ¼mer Ã¼ber die Aufnahme seines GrundstÃ¼cks ins Inventar bewirkt nach § 209 Abs. 2 PBG eine vorsorgliche Schutzmassnahme, nÃ¤mlich ein zeitlich beschrÃ¤nktes VerÃ¤nderungsverbot. Dieses fÃ¤llt dahin, wenn nicht innert Jahresfrist seit der schriftlichen Mitteilung eine dauernde Anordnung getroffen wird (§ 209 Abs. 3 PBG). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vorliegend wurde die streitbetroffene Liegenschaft als Wohnhaus des 18./19. Jahrhunderts unter der Nummer 3.11 in das Inventar der kommunalen Schutzobjekte der Gemeinde X aufgenommen. Unter dem Titel "Gesamteindruck" wird es als "gut erhaltenes, mar­kantes GebÃ¤ude der HÃ¤usergruppe L-gasse" beschrieben. Hinsichtlich des Schutzzwecks wird ausgefÃ¼hrt, "die Ã¤ussere, ursprÃ¼ngliche Substanz des GebÃ¤udes" sei zu erhalten. Eine formelle ErÃ¶ffnung des Inventars ist - soweit aus den Akten ersichtlich - bisher nicht erfolgt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Soll ein inventarisiertes Objekt dauernd geschÃ¼tzt werden, bedarf es der Umsetzung in verbindliche Schutzmassnahmen. Das Inventar begrÃ¼ndet die Vermutung der Schutz­wÃ¼rdigkeit der verzeichneten Objekte und die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde ist verpflichtet, sich mit dieser Vermutung auseinanderzusetzen. Diese Auseinandersetzung erfolgt beim Entscheid darÃ¼ber, ob eine dauernde Schutzmassnahme anzuordnen sei. Dabei kann dieser Entscheid entweder in einer definitiven Unterschutzstellung, womit die durch das Inventar begrÃ¼ndete Vermutung in eine definitive Schutzmassnahme umgesetzt wird, oder in einer Entlassung aus dem Inventar bestehen. Der dauernde Schutz von Objekten des Natur- und Heimatschutzes erfolgt kraft § 205 PBG durch Massnahmen des Planungsrechts (lit. a), durch Verordnung (lit. b), VerfÃ¼gung (lit. c) oder Vertrag (lit. d). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vorliegend wurde zwar im Sinn der dargestellten Ordnung die im kommunalen Inventar verzeichnete streitbetroffene Baute bereits gemÃ¤ss altBZO vom 3. April 1985 als schwarz umrandetes GebÃ¤ude von der Kernzone erfasst (die geltende BZO vom 26. Juni 1996 brachte insofern keine Ãnderung) und damit eine dauernde Schutzmassnahme des Pla­nungsrechts im Sinn von § 205 lit. a PBG erlassen. Diese Massnahme beschlÃ¤gt indessen allein ortsbildschÃ¼tzerische Belange. Mit planungsrechtlichen Schutzmassnahmen kann nÃ¤mlich von vornherein nur das Ã¤ussere Erscheinungsbild und nicht auch die Substanz von erhaltenswerten Bauten geschÃ¼tzt werden. Letzteres wÃ¤re durch Massnahmen im Sinn von § 205 lit. c und d sicherzustellen. Ein Entscheid darÃ¼ber, ob das streitbetroffene GebÃ¤ude auch in seiner Bausubstanz zu erhalten sei, wurde bislang nicht getroffen. </span></p> <p class="Einzug1"><i><span> </span></i></p> <p class="Einzug1"><span>cc) GefÃ¤hrdet ein Bauprojekt ein inventarisiertes Objekt, so hat das Gemeinwesen vorab einen Schutzentscheid zu treffen, d.h. Schutzmassnahmen anzuordnen oder ganz oder teilweise darauf zu verzichten (RB 1991 Nr. 60 [Leitsatz] = BEZ 1991 Nr. 23 = ZBl 92/1991, S. 495, E. 4b/bb; VGr, 17. Februar 2000, VB.1999.00128, E. 2c). Nur wenn eine GefÃ¤hrdung eines inventarisierten Ob­jekts durch ein Bauvorhaben von vornherein aus­geschlossen werden kann, besteht fÃ¼r das Gemeinwesen keine Veranlassung, Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit und den Schutzumfang des Inventarobjekts zu entscheiden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der streitbetroffene Anbau wird im Inventar unter dem Titel "Geschichtliches" als "seeseitiger Wohnhausanbau" aus dem Jahr 1907 erwÃ¤hnt. Die BaubehÃ¶rde X sieht gemÃ¤ss den ErwÃ¤gungen in der Baubewilligung vom 3. September 2001 deshalb keine Ge­fÃ¤hrdung des im Inventar ausformulierten Schutzzwecks, weil sie den Anbau nicht zur ursprÃ¼nglichen Bausubstanz zÃ¤hlt. Diese Ansicht wurde vom BeschwerdefÃ¼hrer bereits in der Rekurs­schrift vom 18. Oktober 2001 (S. 8) bestritten. TatsÃ¤chlich spricht einiges dafÃ¼r, den mittlerweile 95-jÃ¤hrigen Anbau ebenfalls zur ursprÃ¼nglichen Bausubstanz zu zÃ¤hlen, was da­zu fÃ¼hrte, dass das Umbauvorhaben einen klaren Eingriff in den Schutzzweck darstellte. Weil der streitbetroffene GebÃ¤udeteil direkt an das HauptgebÃ¤ude angebaut ist, hat sodann ein Umbau des ersteren zwingend auch einen Eingriff in die Substanz des letzteren zur Fol­ge, weshalb selbst dann, wenn der Anbau nicht zur ursprÃ¼nglichen Substanz zu zÃ¤hlen wÃ¤re, eine GefÃ¤hrdung des Schutzwecks jedenfalls nicht auszuschliessen ist. Die Erteilung der Baubewilligung ist somit zwingend von einem vorgÃ¤ngigen Entscheid Ã¼ber allfÃ¤llige Schutz­­massnahmen abhÃ¤ngig. Daran mangelt es hier.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) ZustÃ¤ndig fÃ¼r den Erlass von Schutzmassnahmen fÃ¼r Objekte von kommunaler Be­deutung ist nach § 211 Abs. 2 PBG der Gemeinderat. Die BaubehÃ¶rde ist somit nicht be­fugt, im Rahmen eines Baubewilligungs­verfahrens vorfrageweise einen materiellen Schutz­entscheid zu treffen bzw. auf definitive Schutzmassnahmen zu verzichten. BeeintrÃ¤chtigt ein Bauvorhaben ein inventarisiertes Objekt, so ist entweder das Bau­bewilligungsverfahren zu sistieren, bis der Schutzentscheid des Gemeinderats X vorliegt, oder aber es sind die bei­den Verfahren koordiniert zu entscheiden (VGr, 17. Februar 2000, VB.1999.00128, E. 2c). Nur wenn eine BeeintrÃ¤chtigung des inventarisierten Objekts ausgeschlossen werden kÃ¶nnte, dÃ¼rfte die BaubehÃ¶rde direkt die Baubewilligung erteilen. Dies ist indessen wie dargelegt vorliegend nicht der Fall. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zusammenfassend ergibt sich, dass der fÃ¼r Schutzmassnahmen zustÃ¤ndige Gemeinde­rat verpflichtet gewesen wÃ¤re, vor­gÃ¤ngig oder koordiniert mit der Erteilung der Baubewilligung durch die BaubehÃ¶rde Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit und den Schutzumfang der in­ventarisierten Liegenschaft L-gasse einen Entscheid zu treffen. Dieser Entscheid kann im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht nicht nachgeholt werden. Unter den gegebenen UmstÃ¤nden ist die Streitsache an die BaubehÃ¶rde zurÃ¼ckzuweisen, damit diese einen Schutzentscheid des Gemeinderats einholt. GestÃ¼tzt darauf hat die BaubehÃ¶rde das Bauvorhaben hernach erneut zu beurteilen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤lt sodann an seiner bereits im Rekursverfahren vorge­brachten Ansicht fest, wonach es sich beim fraglichen GebÃ¤udeteil nicht um einen Anbau gemÃ¤ss Art. 7 Abs. 1 BZO, sondern um die Fortsetzung des HauptgebÃ¤udes handle. Demzu­folge sei ein Flachdach unzulÃ¤ssig. Der streitbetroffene GebÃ¤udeteil werde als Teil des HauptgebÃ¤udes wahrgenommen und sei auf beiden Geschossen funktional mit diesem verbunden. Erst nach Realisierung des Bauvorhabens wÃ¼rde er sich klar vom Ã¼brigen GebÃ¤ude abgrenzen lassen. â Der private Beschwerdegegner hÃ¤lt demgegenÃ¼ber die ErwÃ¤gungen im angefochtenen Rekursentscheid und die Qualifikation des streitbetroffenen GebÃ¤udeteils als Anbaute fÃ¼r zutreffend. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GemÃ¤ss Art. 7 Abs. 1 BZO haben HauptgebÃ¤ude allseitig vorspringende SatteldÃ¤­cher mit beidseitig gleicher Neigung von mindestens 35° aufzuweisen. FÃ¼r Anbauten und Besondere GebÃ¤ude nach § 49 Abs. 3 PBG kÃ¶nnen Pult- oder SatteldÃ¤cher verlangt wer­den. WÃ¤hrend somit HauptgebÃ¤ude von Rechts wegen stets mit einem Satteldach zu versehen sind, besteht hinsichtlich Anbauten lediglich die - vorliegend nicht wahrgenommene - MÃ¶glichkeit der BehÃ¶rde, eine bestimmte Dachform (Pult- oder Satteldach) zu ver­langen. Das geplante Flachdach ist demzufolge nur dann zulÃ¤ssig, wenn der streitbetroffene GebÃ¤udeteil als "Anbaute" zu qualifizieren ist. Eine Qualifikation als "Besonderes GebÃ¤ude" fÃ¤llt von vornherein ausser Betracht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Bei Art. 7 Abs. 1 BZO handelt es sich um kompetenzgemÃ¤ss erlassenes Gemein­­­derecht. Auch werden die Begriffe "HauptgebÃ¤ude" und "Anbaute" im Planungs- und Baugesetz nicht definiert; sie stellen mithin dem kommunalen Recht angehÃ¶rende unbestim­mte Rechtsbegriffe dar. Deren Auslegung durch die GemeindebehÃ¶rde ist von den kantonalen Rechtsmittelinstanzen nur mit ZurÃ¼ckhaltung zu Ã¼berprÃ¼fen. Stellen sich bei der Anwendung von kommunalem Recht Auslegungsfragen, so ist deren Beantwortung durch die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde zu schÃ¼tzen, sofern sie sich auf rechtlich vertretbare GrÃ¼nde stÃ¼tzen kann. Die Rechtsmittelinstanzen dÃ¼rfen dann ihre allenfalls abweichende Sinngebung nicht an die Stelle derjenigen der kommunalen BehÃ¶rden setzen (RB 1981 Nr. 20; 1984 Nr. 111; VGr, 2. MÃ¤rz 1988, BEZ 1988 Nr. 36 E. 1; VGr, 19. Mai 1988, BEZ 1988 Nr. 14 E. 1h). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Das Verwaltungsgericht hat sodann wiederholt festgehalten, dass die bestimmen­­den Merkmale einer "Anbaute" allein in der Ã¤usseren Erscheinung und im rÃ¤umlichen VerhÃ¤ltnis zum HauptgebÃ¤ude liegen (RB 1968 Nr. 47; 1984 Nr. 111). Schon ein verwaltungsgerichtlicher Entscheid vom 4. April 1962 (VB 38/1961) enthÃ¤lt die ErwÃ¤gung, dass der Begriff der An- und Nebenbaute weit zu ziehen sei, jedoch dÃ¼rfe nicht ein Teil des Haupt­gebÃ¤udes willkÃ¼rlich als An- oder Nebenbaute erklÃ¤rt werden. Dabei seien die ÃbergÃ¤nge selbstverstÃ¤ndlich fliessend. Abzustellen ist demzufolge auf die von aussen wahrnehm­bare Erscheinung des fraglichen GebÃ¤udeteils, wohingegen eine funktionelle SelbststÃ¤ndigkeit nicht erforderlich ist (vgl. RB 1984 Nr. 111). Es steht der Qualifikation als "An­baute" somit nicht entgegen, wenn der fragliche GebÃ¤udeteil funktional mit dem Haupt­­gebÃ¤ude verbunden ist und wie dieses ebenfalls Wohnzwecken dient. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Bei dieser Sach- und Rechtslage haben die BaubehÃ¶rde X und die Baurekurs­kommission II den streitbetroffenen GebÃ¤udeteil zurecht als Anbaute im Sinn von Art. 7 Abs. 1 BZO gewÃ¼rdigt. Insoweit kann auf die zutreffenden ErwÃ¤gungen der Vorinstanz verwiesen werden (§ 70 i.V. mit § 28 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 [VRG]). Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt nichts vor, was diese Qualifikation umzustÃ¼rzen vermag. Insbesondere Ã¤ndert der Umstand, dass der streitbetroffene GebÃ¤udeteil nach Realisierung des Bauvorhabens mÃ¶glicherweise noch deutlicher als Anbau in Erscheinung tritt, nichts daran, dass der rechtwinklig von der Hauptfassade abstehende GebÃ¤udeteil aufgrund seiner gegenÃ¼ber dem HauptgebÃ¤ude geringeren HÃ¶he und Breite sowie der versetzen Geschosse schon heute deutlich als Anbau wahrnehmbar ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer beruft sich ferner auf Art. 3 Abs. 1 BZO. Diese Bestim­mung sieht vor, dass die im Kernzonenplan schwarz umrandeten GebÃ¤ude nur unter Beibehaltung des bisherigen GebÃ¤udeprofils und Erscheinungsbildes umgebaut oder ersetzt werden dÃ¼rfen. Vorbehalten bleiben Schutzmassnahmen durch besondere Anordnungen. Abwei­chungen kÃ¶nnen bewilligt oder angeordnet werden, wenn dies im Interesse des Ortsbildschutzes, der Verkehrssicherheit oder der Hygiene liegt. WÃ¤hrend die Vorinstanz und der private Beschwerdegegner das Bauvorhaben unter Hinweis auf den Ausnahmegrund der Wohnhygiene fÃ¼r zulÃ¤ssig erachten, geht es nach Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers beim Bauvorhaben gar nicht in erster Linie um die Verbesserung der Wohnhygiene, sondern um die Einrichtung einer Terrasse auf dem geplanten Flachdach; der Umbau erfolge wohl aus rein finanziellen GrÃ¼nden, da sich eine Wohnung mit ansprechend grosser Terrasse leichter und teurer vermieten lasse. Die bisherige RaumhÃ¶he von rund 1,9 bis 2 m liege fÃ¼r alte bzw. schÃ¼tzenswerte Liegenschaften im Bereich des Ãblichen und sei hinzunehmen, zumal bei dem geplanten Umbau auch allfÃ¤llige im Schutzinventar erwÃ¤hnte Wand- und DeckentÃ¤­ferungen zerstÃ¶rt wÃ¼rden. Falls man gleichwohl eine wohnhygienisch motivierte Anhebung der RaumhÃ¶he zulassen wolle, mÃ¼sse dies zwecks Schonung des heutigen Erscheinungsbilds durch eine Anhebung des heutigen Satteldachs geschehen. Selbst wenn das Dach aus wohnhygienischen GrÃ¼nden um 30 bis 40 cm angehoben werden mÃ¼sste, so kÃ¶nnte nach wie vor ein SchrÃ¤gdach vorgesehen werden, allenfalls ein solches mit einem geringeren Neigungswinkel. Auch dies wÃ¤re noch eine weit mildere Ãnderung der Bausubstanz ohne grÃ¶sseren Eingriff in das Ã¤ussere Erscheinungsbild und deshalb von der BaubehÃ¶rde zwingend anzuordnen gewesen. Sofern man gleichwohl die Errichtung eines Flachdachs zulassen wollte, sei zumindest der Verzicht auf die Einrichtung einer Terrasse anzuordnen, zumal diese offensichtlich nicht aus wohnhygienischen GrÃ¼nden geplant sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) aa) § 304 Abs. 1 PBG sieht fÃ¼r zum Aufenthalt von Menschen bestimmte RÃ¤ume, ausser solchen in EinfamilienhÃ¤usern und bei vergleichbaren Wohnungsarten, eine lich­­te MindesthÃ¶he von 2,4 m vor; in Kernzonen genÃ¼gen 2,3 m. Diese MindesthÃ¶hen werden heute deutlich unterschritten. Nach den Ã¼bereinstimmenden Parteiangaben betrÃ¤gt die HÃ¶he in dem anlÃ¤sslich des Augenscheins inspizierten Wohnraum unter dem Dach des An­baus rund 1,9 â 2 m bzw. 1,92 m. Unter diesen UmstÃ¤nden ist der Vorinstanz ohne weiteres zu folgen, die eine wohnhygienisch motivierte Verbesserung des heutigen Zustands als "deutlich angesagt" bezeichnete. Mit dem Umbau soll gemÃ¤ss den bei den Akten liegenden PlÃ¤nen im Erdgeschoss (d.h. im Wohnraum unter dem Dach des Anbaus) neu eine RaumhÃ¶­he von ca. 2,4 m und somit eine wohnhygienisch befriedigende Situation erreicht werden. GestÃ¼tzt auf den Ausnahmegrund der Hygiene ist demzufolge ein Abweichen des bisherigen GebÃ¤udeprofils und Erscheinungsbilds erlaubt, obwohl das streitbetrof­fene GebÃ¤ude im Kernzonenplan schwarz umrandet ist (Art. 3 Abs. 1 BZO). Kann sich aber der Bauherr auf diesen Ausnahmegrund berufen, so schadet es nicht, wenn er (wie vom BeschwerdefÃ¼hrer behauptet) mÃ¶glicherweise neben der Verbesserung der Wohnhygie­ne noch weitere Zwecke verfolgt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Ist ein Ausnahmegrund zur Abweichung vom bisherigen GebÃ¤udeprofil und Erscheinungsbild gegeben, so hat sich der Bauherr nach Sinn und Zweck von Art. 3 Abs. 1 BZO gleichwohl so weit als mÃ¶glich an der bisherigen Form und Kubatur zu orientieren. Die Vorinstanz fÃ¼hrte hierzu aus, eine Verbesserung des Zustands sei durch eine blosse An­­hebung des heutigen SchrÃ¤gdachs um 40 cm aufgrund der Anordnung der Fenster im ob­eren Stockwerk nicht realisierbar; ein Flachdach biete hier die beste, wenn auch nicht einzige LÃ¶sung. Der BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤lt demgegenÃ¼ber daran fest, dass die erwÃ¤hnte Verbesserung der Wohnhygiene - wenn Ã¼berhaupt - allein durch eine Anhebung des heutigen Giebeldachs erfolgen dÃ¼rfe; allenfalls sei eine geringere Dachneigung anzuordnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>ZunÃ¤chst ist festzuhalten, dass entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers dem pri­vaten Beschwerdegegner nicht zuzumuten ist, das heutige SchrÃ¤gdach um bloss 20 cm anzuheben. Ein derartiger Umbau wÃ¼rde bei nur geringfÃ¼gig kleineren Investitionen im Hin­blick auf § 304 Abs. 1 PBG zu weiterhin wohnhygienisch ungenÃ¼genden Resultaten fÃ¼hren; anstelle der gebotenen 2,3 m wÃ¼rde eine lichte RaumhÃ¶he von bloss rund 2,1 â 2,2 m erreicht. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgefÃ¼hrt hat, mÃ¼sste das heutige Giebeldach um ca. 40 cm angehoben werden. Ein derartiger Eingriff kÃ¤me indessen nicht nur in Konflikt mit den im oberen Stock des HauptgebÃ¤udes platzierten Fenstern, sondern es wÃ¼r­den auch die heutigen harmonischen Proportionen zwischen HauptgebÃ¤ude und Anbaute ver­wischt. WÃ¤hrend mit dem geplanten Flachdach die Baumasse des Anbaus ungefÃ¤hr beibehalten wird, wÃ¼rde dieser bei einer Anhebung des Giebeldachs um 40 cm um ca. 8,6 m<sup>3</sup> (21,5 m<sup>2</sup> x 0.4 m) vergrÃ¶ssert. Auch ein flacheres SchrÃ¤gdach fÃ¼hrte zu einer deutlich wahr­­nehmbaren VergrÃ¶sserung der Baumasse und hÃ¤tte ausserdem zur Folge, dass sich die Dachneigung, welche schon heute deutlich unter der in der Kernzone Ã¼blichen Mindestneigung von 35° liegt (vgl. Art. 7 Abs. 1 BZO) zusÃ¤tzlich verringern wÃ¼rde. Unter diesen Um­stÃ¤nden fÃ¼hrte eine Anhebung des heutigen Giebeldachs zu einem mindestens ebenso gros­sen Eingriff in das bisherige Erscheinungsbild, wie es bei dem geplanten Flachdach der Fall ist. Zusammengefasst hÃ¤lt das Bauprojekt vor Art. 3 Abs. 1 BZO stand. Sodann ist die gewÃ¤hlte LÃ¶sung mit Flachdach und Terrasse auch unter dem As­pekt der Einordnung und den strengen Anforderungen von § 238 Abs. 2 PBG nicht zu beanstanden, tritt doch das historische HauptgebÃ¤ude nach dem Umbau noch deutlicher in Er­scheinung. Im Ãbrigen kann auch diesbezÃ¼glich auf die zutreffenden AusfÃ¼hrungen der Vor­instanz verwiesen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt im Sinn eines Eventualantrags, die Einrichtung einer begehbaren Terrasse sei zu verweigern. Dieser Antrag wurde zwar erstmals mit der Beschwerde gestellt, doch erweist er sich als zulÃ¤ssig, da er als Minus des bereits im Rekurs­verfahren gestellten und im Beschwerdeverfahren bekrÃ¤ftigten Hauptbegehrens erscheint (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 52 N. 5). Gleichwohl ist fraglich, ob der BeschwerdefÃ¼hrer mit der BegrÃ¼ndung zu seinem Eventualbegehren Ã¼berhaupt zu hÃ¶ren ist, zumal im Bereich des Bauprozessrechts die ZulÃ¤ssigkeit einer neuen rechtlichen BegrÃ¼ndung durch das RÃ¼geprinzip stark eingeschrÃ¤nkt wird und § 52 Abs. 2 VRG das Vor­­bringen neuer tatsÃ¤chlicher Behauptungen weitgehend ausschliesst (vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/ RÃ¶hl, § 50 N. 4 ff., § 52 N. 4). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wollte man die Vorbringen zum Eventualbegehren zulassen, wÃ¤re darauf hinzuweisen, dass sich der private Beschwerdegegner wie bereits erwÃ¤hnt auch dann auf den Ausnah­­megrund der Wohnhygiene berufen kann, wenn er daneben noch weitere Zwecke verfol­gen sollte. Erweist sich ein Flachdach als zulÃ¤ssig, kann dem privaten Bauherrn auch nicht verboten werden, dieses als begehbare Terrasse auszugestalten, zumal dadurch die Kubatur nicht (zusÃ¤tzlich) beeintrÃ¤chtigt wird. Der BeschwerdefÃ¼hrer verkennt, dass die in Art. 3 Abs. 1 BZO erwÃ¤hnte Pflicht zur Beibehaltung von GebÃ¤udeprofil und Erscheinungs­­bild kein absolutes VerÃ¤nderungsverbot beinhaltet. Weder durch das TerrassengelÃ¤nder noch durch die Umwandlung/VergrÃ¶sserung eines Fensters zur TerrassentÃ¼r Ã¤ndert sich das GebÃ¤udeprofil oder die bauliche Erscheinung. </span>Bei der begehbaren Terrasse han­delt es sich um eine zugÃ¤ngliche und Ã¼berhÃ¶hte Stelle im Sinn von § 20 der Beson­de­ren Bauverordnung I vom 6. Mai 1981, die so zu sichern ist, "dass keine Absturzgefahr, ins­besondere fÃ¼r Kinder, besteht". Ein SicherungsgelÃ¤nder fÃ¤llt unter den Begriff der AusrÃ¼stungen im Sinn von § 4 der Allgemeinen Bauverordnung vom 22. Juni 1977. Das GelÃ¤nder <span>ist zwar optisch wahrnehmbar, </span>er­weckt aber - insbesondere bei einer offenen Ausgestaltung - nicht den Eindruck einer zusÃ¤tzlichen ErhÃ¶hung der Anbaute. AnzufÃ¼­gen ist, dass allgemein auch auf Flach- oder ZinnendÃ¤chern von HauptgebÃ¤uden offene Si­che­rungsgelÃ¤nder bewil­ligt werden, ohne dass sie an die erlaubte GebÃ¤udehÃ¶he anzu­rech­nen wÃ¤ren (vgl. VGr, 17. Juni 1998, VB.98.00088, E. 2b/bb). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auch insoweit erweist sich die angefochtene Baubewilligung jedenfalls nicht als rechtsverletzend. LÃ¤rm-, Geruchs und Einsichtsimmissionen, die mit dem Rekurs noch be­anstandet wurden, werden in der Beschwerdeschrift nicht mehr gerÃ¼gt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der Entscheid der Baurekurskommission II vom 16. April 2002 aufzuheben, soweit damit auf den Rekurs stillschweigend nicht eingetreten wurde. Die Sache ist zu neuer Entscheidung im Sinn der ErwÃ¤gungen an die BaubehÃ¶rde X zurÃ¼ckzuweisen. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid der Baurekurskommis­sion II vom 16. April 2002 wird aufgehoben, soweit damit (stillschweigend) auf den Rekurs nicht eingetreten wurde. Die Akten werden zu neuer Entscheidung im Sinn der ErwÃ¤gungen an die BaubehÃ¶rde X zurÃ¼ck­gewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>