<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00085</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106807&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00085</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.09.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 16.06.2003 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die von der Beschwerdeführerin verweigerte Baubewilligung für eine Plakatwerbestelle wurde von der Vorinstanz erteilt. Die Beschwerdeführerin verlangt die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids.<br/>Rechtsprechung zu den Bewilligungs-/Verweigerungsvoraussetzungen für Plakatanlagen. Bedeutung von Richtlinien, welche § 238 Abs. 1 PBG für Werbeanlagen konkretisieren (E. 2a).<br/>Ein Plakatierungskonzept muss so gestaltet sein, dass die konkrete Prüfung jedes einzelnen Projekts möglich bleibt; andernfalls läuft es auf vorgezogene Baubewilligungen hinaus, die für nicht vorgesehene Projekte zu (rechtsverletzenden) Ermessensunterschreitungen führen (E. 2b).<br/>Im vorliegenden Fall sprechen - neben dem hier nicht anwendbaren Plakatierungskonzept - keine Einordnungsgesichtspunkte gegen die Bewilligung der Plakatwerbestelle (E. 3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINORDNUNG">EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSUNTERSCHREITUNG">ERMESSENSUNTERSCHREITUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLAKATDICHTE">PLAKATDICHTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLAKATIERUNGSKONZEPT">PLAKATIERUNGSKONZEPT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLAKATWERBESTELLE">PLAKATWERBESTELLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WERBEDICHTE">WERBEDICHTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WERBETRÃGER">WERBETRÃGER</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 238 Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Beschluss vom 18. Juni 2001 verweigerte die Baukommission der Gemein- de X der Firma B die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r eine freistehende Plakatwerbestelle fÃ¼r wechselnde Fremdwerbung auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der K-strasse.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diesen Beschluss liess die Firma B am 26. Juli 2001 Rekurs an die Baurekurskommission II erheben und beantragen, es sei der angefochtene Be­schluss aufzuheben und der Firma B die Baubewilligung zu erteilen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Gemeinde X.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission II fÃ¼hrte am 11. Dezember 2001 einen Augenschein durch. Sie hiess den Rekurs am 29. Januar 2002 gut und wies die Baukommission der Gemeinde X an, die Baubewilligung â allenfalls unter den erforderlichen Auflagen â zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Am 8. MÃ¤rz 2002 liess die Gemeinde X (Baukommission X) Verwaltungsgerichtsbe­schwerde gegen den Entscheid der Baurekurskommission II erheben mit dem <br/> Antrag:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"In Gutheissung der Beschwerde sei der angefochtene Entscheid der Bau­rekurskommission II Nr. 0009/2002 vom 29. Januar 2002 aufzuhe­ben und damit der Beschluss der Baukommission X vom 18. Juni </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>2001 zu bestÃ¤tigen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zulas­ten der Beschwerdegegnerin, auch fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren"</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 19. MÃ¤rz 2002 ohne weitere Be­merkungen auf Abweisung der Beschwerde. Am 14. Mai 2002 erstattete die Firma B innert erstreckter Frist Beschwerdeantwort und beantragte die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf die Vorbringen der Parteien sowie die ErwÃ¤gungen der Vorinstanz wird â soweit fÃ¼r die Entscheidfindung erforderlich â in den nachfolgenden ErwÃ¤gungen Bezug genommen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Im Streit steht die Frage der Einordnung des geplanten Plakat­werbetrÃ¤gers im Sinn von § 238 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG). Die Gemeinde X ist in dieser Frage entspre­chend § 21 lit. b des Verwaltungsrechtspfle­ge­geset­zes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Beschwerde legitimiert (RB 1979 Nr. 10; Al­fred KÃ¶lz/ JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼­rich 1999, § 21 N. 67, mit Hinweisen).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin lÃ¤sst im Wesentlichen vorbringen, die Vorinstanz habe ihren abschlÃ¤gigen Entscheid zu Unrecht korrigiert, da sie sich zu Recht auf ihr Plakatierungskonzept von 1997 abgestÃ¼tzt habe und sich die Baubewilligung mit sachlichen GrÃ¼nden verweigern liess. Mit ihrem gegenteiligen Entscheid habe die Vor­instanz ohne Not in den anerkannten Beurteilungsspielraum der BeschwerdefÃ¼hrerin eingegriffen. GerÃ¼gt wird damit die unrichtige Rechtsanwendung und â sinngemÃ¤ss â eine ErmessensÃ¼berschreitung durch die Vor­instanz. Beide BeschwerdegrÃ¼nde sind im verwaltungsgerichtlichen Beschwer­­deverfahren zulÃ¤ssig (§ 50 Abs. 2 lit. a+c VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Nach stÃ¤ndiger Praxis des Verwaltungsgerichts kÃ¶nnen Reklameanlagen gestÃ¼tzt auf § 238 PBG grundsÃ¤tzlich nur dort verhindert werden, wo sie sich nicht befriedigend (bzw. gut) in die bauliche und landschaftliche Umgebung einordnen (RB 1997 Nr. 95 = BEZ 1997 Nr. 23; RB 1988 Nr. 76; VGr, 25. Januar 2001, VB.2000.00372, E. 2a; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Band I, 3. A., ZÃ¼rich 1999, N. 652). Eine auf § 238 PBG gestÃ¼tzte Bauverweigerung setzt damit einen konkreten Einordnungsmangel voraus. Reklameanlagen sind damit wie andere Bauten und Anlagen auf ihre Ãbereinstimmung mit der genannten Bestimmung zu Ã¼berprÃ¼fen. Es kommt ihnen im Rahmen von § 238 PBG grundsÃ¤tzlich keine Sonderstellung zu. Mithin kÃ¶nnen gestÃ¼tzt auf diese Bestimmung weder Reklameanlagen, die der Fremdwerbung dienen, noch solche, die eine bestimmte GrÃ¶sse Ã¼berschreiten, generell, d.h. ohne PrÃ¼fung der konkreten Einordnungs­situation, ausgeschlossen werden (VGr, 7. Dezember 2000, VB.2000.00291, E. 2b). Entsprechend hat das Verwaltungsgericht entschieden, dass eine Werbeanlage nicht allein mit dem Argu­ment der Werbedichte verweigert werden kÃ¶nne, da die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde diesfalls zu Unrecht auf den ihr zustehenden Beurteilungsspielraum verzichte, was einer rechts­verletzenden Ermessensunterschreitung gleichkÃ¤me. Dies heisse aber nicht, dass diesem Aspekt Ã¼berhaupt keine Bedeutung beigemessen werden dÃ¼rfe (VGr, 18. Dezember 1997, VB.97.00477, E. 4a, Leitsatz in RB 1997 Nr. 97). Anderseits hat das Gericht erkannt, dass fÃ¼r das Anbringen von Reklameanlagen in Kernzonen das Auf­stel­len von allge­meinen Regeln im Sinn einer gewisse Schematisierung kaum zu vermei­den sei, ja sogar er­forderlich sein kÃ¶nne (VGr, 25. Januar 2001, VB.2000.000372, E. 4d/aa).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Es fragt sich jedoch, wo die Grenze bezÃ¼glich Anzahl und Standort und damit zwischen bewilligungsfÃ¤higen Plakatwerbestellen und solchen Reklameanlagen, die ver­wei­gert werden mÃ¼ssen, zu ziehen ist. Eine derartige Grenzziehung im Rahmen einer "Ge­samt­betrachtung" fÃ¼hrt zwangslÃ¤ufig zu Bauverweigerungen fÃ¼r WerbeflÃ¤chen, welche fÃ¼r sich allein betrachtet noch toleriert werden kÃ¶nnten. Voraussetzung dafÃ¼r, dass Gesuche zur Er­rich­tung von Plakatstellen willkÃ¼rfrei Ã¼berprÃ¼ft werden kÃ¶nnen, ist aber, dass die betreffen­de Gemein­de ihre Vorstellungen im Rahmen von Richtlinien â oder zumindest in einer sol­che Richtlinien wider­spiegelnden einheitlichen Bewilligungspraxis â konkretisiert hat. Allein ein solches Vorge­hen bietet GewÃ¤hr dafÃ¼r, dass entsprechend dem Gebot der rechts­glei­chen Behandlung eine einheitliche und einer Gesamtbetrachtung verpflichtete Rechtsan­wen­dung erfolgt (VGr, 6. Juli 2000, VB.2000.00144, E. 4c).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Vorinstanz fÃ¼hrt aus, es handle sich beim "Plakatierungskonzept" der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht um Richtlinien zur Anwendung von § 238 PBG auf Reklameanlagen, sondern um eine Auflistung verschiedener Standorte auf privatem und Ã¶ffentlichem Grund, an denen PlakatwerbeflÃ¤chen bestÃ¼nden oder fÃ¼r welche PlakatwerbeflÃ¤chen "projektiert" seien. Zumindest fÃ¼r die Standorte auf Ã¶ffentlichem Grund lÃ¤gen keine Baugesuche vor. Eine derartige Reservation mÃ¶glicher Standorte fÃ¼r Plakatwerbestellen sei unzulÃ¤s­sig, weil sie auf eine Vorwegnahme von Baubewilligungen hinauslaufe. Ãberhaupt kÃ¶nne mit einem als Richtlinie zu verstehenden Plakatierungskonzept keine absolute, sondern nur eine relative Standortbestimmung vorgenommen werden. Plakaktierungskonzepte hÃ¤tten daher sinnvollerweise generelle Kriterien (AbstÃ¤nde, Anzahl, Strassentyp etc.) zu enthalten, nach denen eine Plakatwerbestelle im Einzelfall zu beurteilen ist. Zudem erfasse das Plakatierungskonzept der BeschwerdefÃ¼hrerin auch nicht den ganzen Ã¶ffentlichen und privaten Grund, denn es sei lediglich ein von der Beschwerdegegnerin erstelltes Konzept mit eingereichten Gesuchen ergÃ¤nzt worden. Auch wenn das Plakatierungskonzept zwar neue Baugesuche fÃ¼r darin nicht vorgesehene Standorte zulasse und diese Gesuche nach den auf das Konzept angewandten GrundsÃ¤tzen zu beurteilen seien, wÃ¼rden die einschlÃ¤gigen Beurteilungskriterien nicht genannt. Beim Fehlen eigentlicher Richtlinien kÃ¶nne deshalb nach der Rechtsprechung eine projektierte Plakatwerbestelle nicht allein mit dem Argument der Werbedichte verweigert werden. Weil die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrem Vorgehen "das ihr in Einordnungsfragen zustehende Ermessen klar Ã¼berschritten" habe, sei de­ren Bauabschlag aufzuheben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdegegnerin schliesst sich diesen AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz weitgehend an.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¤umt zwar ein, dass die Festlegung genereller Beurteilungs­kriterien fÃ¼r die Bewilligung von Plakatwerbestellen allenfalls in Gegenden nÃ¶tig wÃ¤re, in denen keine weiteren Standorte geprÃ¼ft worden seien. Die Vorinstanz verkenne je­doch, dass gerade an der K-strasse, welche als vielbefahrene Einfallstrasse gewissermas­sen die Visitenkarte der Gemeinde darstelle, sehr sorgfÃ¤ltig alle mÃ¶glichen Standorte geprÃ¼ft wor­den seien und aufgrund dieser PrÃ¼fung eine klare und abschliessende Wahl der Standorte getroffen worden sei. Weiter mÃ¼sse es den Gemeinden erlaubt sein, die Plakatierung in ein Konzept fÃ¼r die Gestaltung des Ã¶ffentlichen Raumes einzubinden. Dabei dÃ¼rfe ihnen â neben der Festlegung von generellen Beurteilungskriterien â auch die positive Wahl einer an­gemessenen Anzahl von Standorten an prominenten Strecken wie der K-strasse nicht verwehrt sein. Gerade an solchen fÃ¼r Werbende attraktiven Orten soll es nicht zu einer Ãberladung mit Plakatwerbestellen kommen. WÃ¤re die Wahl von konkreten Standorten bzw. der Ausschluss der Ã¼brigen Standorte nicht erlaubt, dann hÃ¤tte die Gemein­de kein brauch­bares Mittel, um die Anzahl und Dichte der Plakatstellen an einem Stras­senzug auch nur ansatzweise zu beschrÃ¤nken.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Die BeschwerdefÃ¼hrerin bestreitet insgesamt nicht, dass es sich beim Plakatierungskonzept nicht um Richtlinien im Sinne der Rechtsprechung zu § 238 Abs. 1 PBG han­delt. Sie weist jedoch darauf hin, dass die Standorte an der K-strasse aufgrund einer sorg­fÃ¤ltigen Gesamtbetrachtung ausgewÃ¤hlt worden seien. Diese sorgfÃ¤ltige ÃberprÃ¼fung schliesse die Bewilligung weiterer Standorte an der K-strasse aus.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Aus den Akten geht hervor, dass von den geplanten zwÃ¶lf Standorten an der K-stras­se bislang lediglich zwei realisiert worden sind. In der nÃ¤heren Umgebung der beantrag­ten Baute finden sich bislang keine Plakatwerbestellen. Nach dem Plakatierungskonzept kÃ¤men allerdings auf der gegenÃ¼ber liegenden Strassenseite, etwas versetzt zum be­antragten Projekt, drei Pla­katwÃ¤nde zu stehen. Dass fÃ¼r diese PlakatwÃ¤nde bereits eine Bau­bewilli­gung oder auch nur ein Baugesuch vorliegt, wird auch von der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht behauptet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Versucht man, die dem Plakatierungskonzept an der K-strasse zu Grunde liegenden Kriterien zu wÃ¼rdigen, so gelangt man zum Schluss, dass auf eine gleichmÃ¤ssige Verteilung der Plakatstellen geachtet wurde und eine zu hohe Werbedichte vermieden werden soll­te. Inwiefern diesen Kriterien bezÃ¼glich der projektierten Baute, in deren NÃ¤he sich bis­lang noch kein WerbetrÃ¤ger befindet, nicht erfÃ¼llt sein sollen, legt die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht nÃ¤her dar. Sie verweist vielmehr darauf, dass mit dieser zusÃ¤tzliche Plakatwand â nach der Realisierung aller vorgesehenen WerbetrÃ¤ger â die Werbedichte zu hoch wÃ¼rde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Da praxisgemÃ¤ss jede Plakatwerbestelle auf ihre konkrete Einordnung hin Ã¼berprÃ¼ft werden muss, sprechen bei der gegenwÃ¤rtigen Situation auch die Kriterien, die aus dem Plakatierungskonzept abgeleitet werden kÃ¶nnen, nicht gegen eine Bewilligung des Wer­betrÃ¤gers. Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass die strikte Handhabung des Plakatierungskonzepts durch die Beschwerdegegnerin auf eine Vorwegnahme von Baubewilligungen fÃ¼r Bauten hinauslaufe, fÃ¼r die zum gegenwÃ¤rtigen Zeitpunkt noch gar keine Baugesuche vorlÃ¤gen. Ein Plakatierungskonzept dÃ¼rfe mithin keine absolute, son­dern lediglich eine relative Standortbestimmung vornehmen (vgl. auch VGr, 6. Juni 2001, VB.2001.00033, E. 2). Den Kriterien, die dem Plakatierungskonzept im Bereich der K-strasse zu Grunde gelegen haben, kann etwa auch genÃ¼gt werden, indem nach der Bewil­ligung des hier zu beurteilenden Projekts ein anderes, in dessen Umgebung liegendes Projekt nicht bewilligt wird.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Bei der Anwendung der Ãsthetikvorschriften von § 238 PBG steht der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde ein besonderer Ermessensspielraum zu. LÃ¤sst sich der Entscheid der kommu­nalen BewilligungsbehÃ¶rde auf vernÃ¼nftige GrÃ¼nde stÃ¼tzen, schreitet die Rechtsmittelins­tanz auch dann nicht ein, wenn andere ebenfalls vertretbare LÃ¶sungen denkbar sind. Sie setzt in solchen FÃ¤llen ihr Ermessen nicht an die Stelle desjenigen der Ã¶rtlichen Baube­hÃ¶r­de (RB 1991 Nr. 2, 1981 Nr. 20; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 20 N. 19). Dagegen hat die Rechts­mittelinstanz dann einzugreifen, wenn die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde ihr Ermessen miss­braucht, Ã¼berschritten oder sonstwie rechtsverletzend gehandhabt hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie soeben aufgezeigt hat die BeschwerdefÃ¼hrerin durch die strikte Anwendung des Plakatierungskonzepts auf den konkreten Fall den ihr zustehenden Gestaltungsspielraum der­­massen eingeschrÃ¤nkt, dass sie an der K-strasse â neben den vorgesehenen Werbe­stellen â keine weiteren oder anderen WerbetrÃ¤ger fÃ¼r zulÃ¤ssig erachtet hat. Dies kommt einer Un­terschreitung des der BeschwerdefÃ¼hrerin zustehenden Ermessens gleich, was als Rechtsverletzung zu qualifizieren ist (RB 1997 Nr. 97; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 79, mit Hinwei­sen). Die Vorinstanz hat den abschlÃ¤gigen Entscheid der Beschwerdegegnerin damit zu Recht aufgehoben bzw. abgeÃ¤ndert. Der Vorwurf der BeschwerdefÃ¼hrerin, dass ohne Not in den ihr zustehenden Gestaltungsspielraum eingegriffen worden sei, geht deshalb fehl.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, dass sich die Verweigerung der Baubewilligung nicht nur wegen des Plakatierungskonzepts rechtfertige; die Einordnung der pro­jektierten Baute sei auch allgemein nach den gemÃ¤ss § 238 Abs. 1 PBG einschlÃ¤gigen Kri­te­rien nicht befriedigend. Die Baukommission habe ihren Bauabschlag auf vernÃ¼nftige und sachliche GrÃ¼nde abgestÃ¼tzt: Die als regionale Hauptstrasse klassierte K-strasse sei eine wichtige Ein- und Ausfallachse in die und aus der Stadt ZÃ¼rich und damit gleichzeitig auch die "Visitenkarte" der Gemeinde. Die geplante Plakatstelle sei nur fÃ¼r die von Y her kommenden Verkehrsteilnehmer sichtbar und stehe gerade an der Grenze zu Y; damit bilde sie den ersten Blickfang in der Gemeinde. Dies laufe den BemÃ¼hun­gen um eine kontrollierte und limitierte Plakatierung diametral entgegen. Diese BemÃ¼hungen, die sich auch im Plakatierungskonzept der BeschwerdefÃ¼hrerin manifestierten, wÃ¼rden untergraben, falls Ã¼ber die im Konzept vorgesehenen hinaus noch weitere Plakat­stellen be­willigt werden mÃ¼ssten. Weiter befinde sich auf der dem strittigen Standort gegenÃ¼berliegenden Seite der K-strasse ein rege benutzter Ã¶ffentlicher Park mit wunderschÃ¶­ner Anlage und grossartigem Baumbestand. Die strittige Plakatstelle wÃ¼rde in diesem Umfeld stÃ¶rend wirken. Schliesslich weist die BeschwerdefÃ¼hrerin auf einen Entscheid der Vorinstanz hin, der in einem Ã¤hnlichen Fall in der Gemeinde Y die Verhinderung des Baus von zwei Plakatstellen geschÃ¼tzt habe. Aus RechtsgleichheitsgrÃ¼nden sei in diesem Fall gleich zu entscheiden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Nach § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung fÃ¼r sich und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch fÃ¼r Materialien und Farbe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der AbwÃ¤gung, ob eine geplante Reklameanlage im Sinn von § 238 PBG so zu ge­stalten sei, dass eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird, ist eine objektive Be­trach­­tungsweise zugrunde zu legen. Dabei sind mit RÃ¼cksicht auf die Eigentumsgarantie die sich gegenÃ¼ber­stehenden Ã¶ffentlichen und privaten Interessen gegeneinander abzuwÃ¤gen. Die Bewilligung fÃ¼r einen auf privatem Grund anzubringenden PlakatwerbetrÃ¤ger darf nur verweigert wer­den, wenn Ã¼berwiegende Ã¶ffentliche Interessen dies erfordern (VGr, 18. Juni 1997, VB.1997.00002, E. 4b/aa = BEZ 1997 Nr. 23).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Soweit die beschwerdefÃ¼hrerische Argumentation erneut die Werbedichte als Kri­terium der Einordnung aufgreift, kann auf die bereits angestellten ErwÃ¤gungen verwiesen werden (vorne 2b). Lediglich dann, wenn bereits alle im Plakatierungskonzept vorgesehenen Plakatstellen verwirklicht wÃ¤ren, kÃ¶nnte unter Einordnungsgesichtspunkten allenfalls auf dieses Kriterium zurÃ¼ckgegriffen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auch das Argument, dass die K-strasse und gerade der geplante Standort fÃ¼r die aus Y kommenden Verkehrsteilnehmer gewissermassen die Funktion einer "Visitenkarte" der Gemeinde habe, verfÃ¤ngt nicht. Vor allem im Hinblick auf die nach dem Plakatierungskonzept auf der anderen Strassenseite vorgesehenen drei Plakatstellen ist nicht ersichtlich, inwiefern diesen die genannte Funktion in geringerem Ausmass zukommen soll. Auf diesen Punkt hat bereits die Vorinstanz zutreffend hingewiesen. Selbst aus dem Plakatierungskonzept der BeschwerdefÃ¼hrerin lÃ¤sst sich damit nicht ableiten, dass etwa am Ortseingang so wenig Plakatstellen wie mÃ¶glich geschaffen werden sollen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Gegen das konkrete Bauprojekt lÃ¤sst die BeschwerdefÃ¼hrerin auch anfÃ¼hren, dass es im Hinblick auf die auf der anderen Strassenseite befindliche Parkanlage stÃ¶rend wirke. Diesem Argument kann kein entscheidendes Gewicht zukommen, da ja die BeschwerdefÃ¼h­rerin in ihrem Plakatierungskonzept an der K-strasse, also in viel engerem optischem Zusammenhang mit der Parkanlage, eine Werbestelle mit drei PlakatwÃ¤nden vorsieht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Die Reklameanlage im Format B200 soll unmittelbar vor eine rund 1,5 Meter ho­he Mauer zu stehen kommen und diese etwas Ã¼berragen. Ãber der Mauer ist eine ebenso ho­he GrÃ¼nhecke sichtbar. Direkt daneben steht ein Verkehrsschild. Vor dem Bauvorhaben liegt ein Vorplatz des GebÃ¤udes K-strasse, der als Abstellplatz genutzt wird. Das zweigeschossige GebÃ¤ude an der K-strasse steht traufseitig zur K-strasse. Es hat den Charakter eines schlicht und funktional gestalteten GewerbegebÃ¤udes. Da die Plakat­stel­le auch nicht beleuchtet ist, hebt sie sich auch nicht auffÃ¤llig von der dahinter stehenden Mauer ab. Bereits die Vorinstanz hat deshalb zutreffend festgestellt, dass sich das Bauvorha­ben gestalterisch nicht unbefriedigend in diese unprÃ¤tentiÃ¶se bauliche Um­gebung einord­ne. Insofern sprechen keine GrÃ¼nde gegen das Bauvorhaben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Aus den von der Vorinstanz fÃ¼r die Gemeinde Y geschÃ¼tzten BauabschlÃ¤gen, auf die sich die BeschwerdefÃ¼hrerin zum Vergleich berufen mÃ¶chte, vermag sie ebenfalls nichts abzuleiten. In jedem Einzelfall muss die konkrete Einordnung und mÃ¼ssen die allenfalls be­stehenden Richtlinien oder die konstante Praxis einer Gemeinde berÃ¼cksich­tigt wer­den. Es lassen sich deshalb verschiedene Situationen in verschiedenen Gemein­den nicht direkt vergleichen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die rechtliche Argumentation der Vorinstanz steht im Einklang mit der verwaltungs­gerichtlichen Praxis und ist wohlbegrÃ¼ndet. Eine urteilende BehÃ¶rde ist nicht verpflich­tet, jedem Hinweis und jedem Argument einer Partei im Detail nachzugehen, wenn sich bereits auf anderer Grundlage ein fundiertes Urteil fÃ¤llen lÃ¤sst. Beim Hinweis auf den Entscheid betreffend die Gemeinde Y handelt es sich damit nicht um ein zur KlÃ¤rung der konkreten Frage taugliches Vorbringen. Entgegen der Ansicht der BeschwerdefÃ¼h­rerin hat die Vorinstanz deshalb weder das rechtliche GehÃ¶r noch die Rechtsgleichheit verletzt, indem sie nicht explizit auf den von der BeschwerdefÃ¼hrerin anlÃ¤sslich des Augen­scheins vom 11. Dezember 2001 erwÃ¤hnten Entscheid eingegangen ist (vgl. etwa Michele Albertini, Der verfassungsmÃ¤ssige Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 368).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Im Ergebnis vermag die BeschwerdefÃ¼hrerin auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren keine sachlichen GrÃ¼nde zu nennen, welche gegen die Bewilligung der geplanten Werbestelle sprechen. Die befriedigende Einordnung des Bauvorhabens ist mit der Vor­instanz zu bejahen und die Beschwerde auch unter diesem Aspekt abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der vollstÃ¤ndig unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 1 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da sich bezÃ¼glich der Qualifikation des Plakatierungskonzepts verhÃ¤ltnismÃ¤ssig schwie­rige Rechtsfragen stellten, erscheint der Beizug eines Rechtsbeistandes durch die Be­schwerde­geg­nerin als gerechtfertigt. Dieser steht eine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG). Angemessen erscheint im vorliegenden Fall eine EntschÃ¤digung von Fr. 800.-.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>