Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 21. August 2019 (810 19 11) ____________________________________________________________________ Strassen und Verkehr Warnungsentzug des Führerausweises / Kollision zwischen Taxi und Fussgängerin Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Clau de Jeanneret, Markus Clausen, Hans Furer, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Stephanie Schlecht Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Martin Kaiser , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal, Beschwerdegegner Betreff Warnungsentzug des Führerausweises (RRB Nr. 26 vom 15. Januar 2019) A. A.____ lenkte am 9. Dezember 2017, um 08.05 Uhr, das Taxi BS W.____ vom X.____- Viadukt herkommend durch den Y.____ in Richtung B.____ , wobei es unmittelbar vor der Ver- zweigung Y.____/Z.____strasse zu einer Kollision zwischen seinem Fahrzeug und einer Fuss- gängerin kam. Die Fussgängerin stürzte und zog sich leichte Verletzungen (Prellungen) am Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechten Knie und Oberschenkel zu. A.____ anerkannte im Rahmen der polizeilichen Tatbe- standsaufnahme am Unfalltag, dass er eine unmittelbar vor der Verzweigung Y.____/ Z.____strasse von links nach rechts den Fussgängerstreifen überquerende Passantin zu spät gesehen habe und trotz eingeleiteter Vollbremsung in diese hineingefahren sei. Ferner räumte er ein, entgegen den Vorschriften das Einlageblatt im Fahrtenschreiber nicht eingelegt und die Kontrollkarte für Taxiführer nicht mitgeführt zu habe n (vgl. Unfallaufnahmeprotokoll der Kan- tonspolizei des Kantons Basel-Stadt vom 3. Januar 2018). B. Am 16. Februar 2018 informierte die Polizei Basel -Landschaft, Abteilung Administra- tivmassnahmen, A.____ darüber, dass sie gegen ihn ein Ad ministrativverfahren eröffnet habe, und gewährte ihm das rechtliche Gehör zum beabsichtigten Entzug des Führerausweises für drei Monate. Mit Schreiben vom 27. Februar 2018 tei lte die Polizei Basel-Landschaft, Abteilung Administrativmassnahmen, ihm mit, dass erst nach Abschluss des Strafverfahrens ein admini- strativer Entscheid (Verwarnung, Führerausweisentzug et c.) getroffen werde. Sie wies ihn gleichzeitig darauf hin, dass allfällige Verteidigung srechte (namentlich Einwendungen, Beweis- anträge, sachverhaltsrelevante Erkenntnisse) im Strafverfahren geltend zu machen seien. C. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt vom 11. April 2018 wurde A.____ wegen grober Verletzung der Verkehrsrege ln (Art. 90 Abs. 2 des Strassenver- kehrsgesetzes [SVG] vom 19. Dezember 1958) und mehrfacher Übertretung der Verordnung über die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmässigen Führe r von leichten Personentransportfahr- zeugen und schweren Personenwagen (Chauffeurverordnung ARV 2) vom 6. Mai 1981 für schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geldst rafe von 10 Tagessätzen à Fr. 180.-- sowie zu einer Busse von Fr. 840.-- verurteilt. Der Strafbefehl blieb unangefochten und erwuchs in Rechtskraft. D. Mit Schreiben vom 28. Juni 2018 gewährte die Polize i Basel-Landschaft, Abteilung Administrativmassnahmen, A.____ das rechtliche Gehör zum b eabsichtigten Entzug des Füh- rerausweises für drei Monate. Mit Eingabe vom 20. Sept ember 2018 nahm A.____, vertreten durch Dr. Martin Kaiser, Advokat in Basel, Stellung un d beantragte, es sei ihm der Führeraus- weis wegen mittelschwerer Widerhandlung nur für einen Monat zu entziehen. E. Mit Verfügung vom 29. Oktober 2018 entzog die Poli zei Basel-Landschaft, Abteilung Administrativmassnahmen, A.____ den Führerausweis wegen schwerer Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften für drei Monate. Zur Be gründung führte sie unter Verweis auf den rechtskräftigen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft de s Kantons Basel-Stadt vom 11. April 2018 aus, dass es sich beim Verursachen eines Verkehrsunfa lles mit einer Fussgängerin auf dem Fussgängerstreifen um eine schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG handle und demzufolge der Führerausweis für mindest ens drei Monate entzogen werden müsse. F. Die dagegen von A.____ am 5. November 2018 erhoben e Beschwerde wies der Re- gierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) mit Beschluss (RRB) Nr. 26 vom 15. Januar 2019 ab und ordnete an, dass A.____ seinen Führerausweis bis spätestens am Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Februar 2019 der Polizei Basel-Landschaft, Abteilung Administrativmassnahmen, zuzustellen habe. G. Dagegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch A dvokat Dr. Martin Kaiser, mit Ein- gabe vom 22. Januar 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht , Abteilung Verfassungs- und Ver- waltungsrecht (Kantonsgericht), mit den Rechtsbegehre n: 1. Es sei der RRB vom 15. Januar 2019 betreffend die Verfügung der Polizei, Abteilung Administrativmassnahmen, vom 29. Oktober 2018, aufzuheben und von einem dreimonati gen Warnungsentzug des Führeraus- weises abzusehen; 2. Es sei ein Warnungsentzug von einem Mo nat anzuordnen. Der Zeitpunkt des Entzugs sei aufgrund seiner beruflichen Angewiesenhe it als Taxifahrer zwischen ihm und der Polizei Basel-Landschaft, Abteilung Administrativmassn ahmen, einvernehmlich abzuspre- chen bzw. die Abgabefrist des Führerausweises entsprechend zu verlängern; 3. Unter o/e-Kostenfolge. Er macht im Wesentlichen geltend, dass ihm aufgrund der konkreten Umstän- de insbesondere kein qualifiziertes Verschulden, namentlich keine Rücksichtslosigkeit, angelas- tet werden könne und damit der Tatbestand der schweren Widerhandlung im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG in subjektiver Hinsicht nicht erfüllt sei. H. Am 18. Februar 2019 liess sich die Vorinstanz verneh men und schloss auf kostenfälli- ge Abweisung der Beschwerde. I. Mit Verfügung vom 3. April 2019 wurde der Fall de r Kammer zur Beurteilung im Rah- men einer Urteilsberatung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgeset zlicher Ausschlusstatbestand vorliegt, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur B eurteilung der vorliegenden Angelegen- heit gegeben. Der Beschwerdeführer als Adressat des a ngefochtenen Entscheids ist berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung od er Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können g emäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unt erschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem K antonsgericht – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Ab s. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Strittig und zu prüfen ist, ob der Entzug des Füh rerausweises für die Dauer von drei Monaten gegenüber dem Beschwerdeführer zu Recht erfolgt ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschr iften, bei denen das Ver- fahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, wird der Füh- rerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen (Art. 16 Abs. 2 SVG). Bei der Fest- setzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der Verkehr ssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unter schritten werden, ausser wenn die Strafe nach Art. 100 Ziffer 4 dritter Satz gemildert wurde (Art. 16 Abs. 3 SVG). Das Strassen- verkehrsgesetz unterscheidet zwischen der leichten, mittelsch weren und schweren Widerhand- lung gegen die Strassenverkehrsvorschriften (Art. 16a bis Art. 16c SVG). Die Art. 16 Abs. 2 und 3 sowie 16a - c SVG betreffen den sogenannten Wa rnungsentzug (vgl. HANS GIGER , Kom- mentar zum SVG, Zürich 2014, 8. Auflage, N 15 zu Art . 16 SVG). Der Warnungsentzug be- zweckt im Allgemeinen, die Betroffenen zu mehr Verantwo rtung und Sorgfalt zu erziehen und sie dadurch von weiteren Verkehrsdelikten abzuhalten (vgl. RENÉ SCHAFFHAUSER , Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III: Die Adm inistrativmassnahmen, Bern 1995, N 2236). 4.2.1 Eine leichte Widerhandlung im Sinne von Art. 1 6a Abs. 1 lit. a SVG begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Nach der Rechtsprechung müssen eine geringe Gefahr und ein leichtes Verschulden kumulativ gegeben sein (BG E 135 II 138 E. 2 mit Hinweisen). Nach einer leichten Widerhandlung wird der Führerauswe is für mindestens einen Monat entzo- gen, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Auswe is entzogen war oder eine andere Administrativmassnahme verfügt wurde (Abs. 2). Die fehl bare Person wird verwarnt, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis nicht entzogen war und keine andere Administ- rativmassnahme verfügt wurde (Abs. 3). In besonders leichte n Fällen wird auf jegliche Mass- nahme verzichtet (Abs. 4). 4.2.2 Gemäss Art. 16b SVG begeht eine mittelschwere W iderhandlung, wer durch Verlet- zung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Abs. 1 lit. a). Die mittelschwere Widerhandlung nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG stellt einen Auf- fangtatbestand dar und liegt vor, wenn nicht alle pr ivilegierenden Elemente einer leichten Wi- derhandlung nach Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG und nich t alle qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung nach Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG gegeben sind (Urteil des Bundesge- richts 6A.16/2006 vom 6. April 2006 E. 2.1.1, in: Journal des tribunaux (JdT) 2006 I S. 442; Bot- schaft vom 31. März 1999 zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes, Bundesblatt [BBl] 1999 Nr. 23, S. 4487). Nach einer mittelschweren Widerhandlung wird der Führerausweis für mindes- tens einen Monat entzogen (Abs. 2 lit. a). 4.2.3 Eine schwere Widerhandlung gemäss Art. 16c SVG be geht, wer durch grobe Verlet- zung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die S icherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Abs. 1 lit. a). Die Annahme einer schwere n Widerhandlung setzt kumulativ eine qualifizierte objektive Gefährdung und ein qualifiziertes Verschulden voraus. Ist die Gefährdung gering, aber das Verschulden hoch, oder umgekehrt die Gefährdung hoch und das Verschulden Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gering, liegt eine mittelschwere Widerhandlung vor (B Bl 1999, Nr. 23, S. 4489; C ÉDRIC MIZEL , Die Grundtatbestände der neuen Warnungsentzüge des SV G und ihre Beziehung zum Straf- recht, in: Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht [ZSt rR] 124/2006, S. 31 ff., insbesondere S. 63 f.). Nach einer schweren Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens drei Mo- nate entzogen (Abs. 2 lit. a). Eine Unterschreitung de r gesetzlichen Mindestentzugsdauer ist ausgeschlossen (Art. 16 Abs. 3 SVG, vgl. zum Ganzen Urt eile des Bundesgerichts 1C_424/2012 vom 15. Januar 2013 E. 2.1 und 1C_144/2011 vom 26. Oktober 2011 E. 3.6). 5.1 Im Bereich der Ahndung von Straftaten im Strassenv erkehr kennt das schweizerische Recht das System des Dualismus von Straf- und Administrati vverfahren: Typischerweise findet nach einer Widerhandlung gegen Strassenverkehrsvorschrifte n sowohl ein Straf- als auch ein Verwaltungsverfahren statt (BGE 137 I 363 E. 2.3; G UNHILD GODENZI /JANA HRABEK , Zur Rechtsnatur des Führerausweisentzugs zu Warnzwecken, in: S chaffhauser [Hrsg.], Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2007, St. Gallen 2007, S. 223) . Das Strafurteil vermag die Verwal- tungsbehörde grundsätzlich nicht zu binden. Allerdings ge bietet der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung, widersprüchliche Entscheide im Rahmen de s Möglichen zu vermeiden, wes- halb die Verwaltungsbehörde beim Entscheid über die Massnahme von den tatsächlichen Fest- stellungen des Strafrichters nur abweichen darf, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Ent- scheid zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt wa ren, wenn sie zusätzliche Beweise er- hebt oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendu ng auf den Sachverhalt nicht alle Rechtsfragen abgeklärt, namentlich die Verletzung bestim mter Verkehrsregeln übersehen hat. In der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts – namen tlich auch des Verschuldens – ist die Verwaltungsbehörde demgegenüber frei, ausser die rechtliche Qualifikation hängt stark von der Würdigung von Tatsachen ab, die der Strafrichter besser kennt, etwa weil er den Beschuldigten persönlich einvernommen hat (BGE 136 II 447 E. 3.1; 1 27 II 302 nicht publ. E. 3a; 124 II 103 E. 1c/aa; Urteil des Bundesgerichts 1C_424/2012 vom 15. Januar 2013 E. 2.3). Auch in diesem Zusammenhang hat sie jedoch den eingangs genannten Gru ndsatz (Vermeiden widersprüchli- cher Urteile) gebührend zu berücksichtigen. Zu beachten ist, dass das Bundesgericht von einer inhaltlichen Kongruenz der Normen ausgeht. So geht es in konstanter Rechtsprechung davon aus, dass die grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 A bs. 2 SVG einer schweren Wi- derhandlung im Sinne von Art. 16c SVG entspricht (Urte ile des Bundesgerichts 1C_87/2016 vom 13. Juni 2016 E. 2.11 und 1C_182/2014 vom 7. Oktober 2014 E. 2.2; BGE 132 II 234 E. 3). Demgegenüber werden einfache Verkehrsregelverletzungen gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG als leichte und mittelschwere Widerhandlungen im Sinne von Art. 16a und 16b SVG erfasst (BGE 135 II 138 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 1C_26 6/2014 vom 17. Februar 2015 E. 3.2; KGE VV vom 25. April 2018 [810 17 226] E. 5; KGE VV vom 27. Juli 2016 [810 15 267] E. 6.3). Die Verwaltungsbehörde weicht somit grundsätzlich nicht von den tatsächlichen Feststellungen des Strafrichters ab. Vorliegend hat die Strafbehörde aufgrund der Akten entschieden und kennt den rechtlich relevanten Sachverhalt nicht besser als d ie Verwaltungsbehörde und demzufolge könnte im Rahmen des Administrativverfahrens von dem im S trafverfahren ermittelten Sach- verhalt abgewichen werden, sofern dazu Anlass bestünde. Dies ist vorliegend aber nicht der Fall und es ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer d en Strafbefehl akzeptiert hat. Demge- genüber ist die Verwaltungsbehörde in der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts frei. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt vom 11. April 2018 wurde der Beschwerdeführer in Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG der groben Verletzung der Verkehrsregeln sowie der mehrfachen Übertretung der Chauffeurverordnung ARV 2 für schuldig befunden und zu einer bedingten Geldstrafe von 10 Tage ssätzen zu Fr. 180.-- und einer Busse von Fr. 840.-- verurteilt. Seinem Entscheid legte die S taatsanwaltschaft des Kantons Basel- Stadt zugrunde, dass der Beschwerdeführer, die Vorsicht s- und Aufmerksamkeitspflicht miss- achtend, die den Fussgängerstreifen unmittelbar vor der Verzweigung Y.____/Z.____strasse von links nach rechts überquerende Fussgängerin zu spät beme rkt habe und trotz eingeleiteter Vollbremsung in diese hineingefahren sei. Dadurch sei diese zu Fall gekommen und habe sich leichte Verletzungen (Prellungen am rechten Knie und am rechten Oberschenkel) zugezogen. Durch seine Fahrweise habe der Beschwerdeführer eine er hebliche Gefahr für die Sicherheit anderer, insbesondere der Fussgängerin, hervorgerufen bzw. in Kauf genommen. 6.1 Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG und Art. 90 Abs. 2 SVG stimmen, was die Umschreibung des schweren Falles betrifft, überein (vgl. E. 5.1 hiervor ; BGE 132 II 234 E. 3.2; Urteil des Bundes- gerichts 1C_222/2008 vom 18. November 2008 E. 2.2.2). Nach der Rechtsprechung ist Art. 90 Abs. 2 SVG objektiv erfüllt, wenn der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit abstrakt oder konkret gefährdet hat. Subjektiv erfordert der Tatbestand, dass dem Täter aufgrund ein es rücksichtslosen oder sonstwie schwerwiegend regelwidrigen Verhaltens zumindest eine g robe Fahrlässigkeit vorzuwerfen ist. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Die erh öhte abstrakte Gefährdung setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung od er Verletzung voraus (vgl. BGE 123 II 37 E. 1b; Urteile des Bundesgerichts 1C_222/2008 vom 18 . November 2008 E. 2.2.3 und 6A_80/2006 vom 24. Januar 2007 E. 3.1; G ERHARD FIOLKA , in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, N 41 zu Art. 90 SVG; G IGER , a.a.O., N 11 zu Art. 90 SVG). 6.2 Gemäss Art. 33 SVG ist den Fussgängern das Überquere n der Fahrbahn in angemes- sener Weise zu ermöglichen (Abs. 1). Der Fahrzeugführe r hat vor Fussgängerstreifen beson- ders vorsichtig zu fahren und nötigenfalls anzuhalten, um den Fussgängern den Vortritt zu las- sen, die sich schon auf dem Streifen befinden oder im Be griff sind, ihn zu betreten (Abs. 2). Nach Art. 6 Abs. 1 der Verkehrsregelverordnung (VRV) vom 13. November 1962 muss der Fahrzeugführer vor Fussgängerstreifen ohne Verkehrsregelung jedem Fussgänger oder Benüt- zer eines fahrzeugähnlichen Gerätes, der sich bereits auf dem Streifen befindet oder davor war- tet und ersichtlich die Fahrbahn überqueren will, den Vortritt gewähren. Er muss die Geschwin- digkeit rechtzeitig mässigen und nötigenfalls anhalten, damit er dieser Pflicht nachkommen kann. Bei einem Fussgänger, der nicht von der Sicherhe it einer Führerkabine profitiert und der bei einer Kollision fast zwangsläufig verletzt wird, ist e ine konkrete Gefährdung allein schon durch die Tatsache gegeben, wenn ihm der Weg abgeschnitten und er dabei leicht berührt wird, zum Beispiel als Folge eines gefährlichen Manövers, oder wenn ein Autofahrer auf schneebe- deckter Strasse bremst und die Herrschaft über das Fahrzeug verliert, das auf einen Fussgän- ger zutreibt, der sich nur dank seiner schnellen Reakti on vor einer Kollision retten kann, oder einfach als Folge einer Unaufmerksamkeit (vgl. MIZEL , a.a.O., S. 45). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Die Missachtung von Fussgängern auf Fussgängerstreifen wird bisweilen als grobe Verkehrsregelverletzung qualifiziert, sofern die Fussgänger den Fussgängerstreifen nicht über- raschend betreten haben. In der Praxis sind allerdings die meisten derartigen Entscheide nach Kollisionen mit Fussgängern ergangen (vgl. Urteil des B undesgerichts 1C_402/2009 vom 17. Februar 2010). Aus derartigen Entscheidungen, bei denen oft Art. 16c SVG im Fokus steht und es vielfach nicht um eine reine Missachtung des Vortr itts, sondern zudem um Unaufmerk- samkeit geht, dürfte mithin nicht unbesehen geschlossen werden, dass ein Fahrzeugführer, der den Vortritt eines am Fussgängerstreifen wartenden Fus sgängers missachtet, zwingend auch eine grobe Verkehrsregelverletzung begeht: Soweit al le Beteiligten hinreichend aufmerksam sind, ergibt sich aus einer solchen Missachtung des Vortri ttsrechts nicht zwingend eine erhöhte abstrakte Gefahr (vgl. FIOLKA , a.a.O., N 88 zu Art. 90 SVG und N 15 zu Art. 16c SVG). Dennoch ist zu beachten, dass die Missachtung der vorgenannten Regel n bei der Anfahrt zu einem Fussgängerstreifen eine ernstliche Gefahr für die Fussgän ger hervorruft, weil diese bei einer Kollision mit einem Auto selbst bei relativ geringer Fa hrgeschwindigkeit schwere und schwerste Verletzungen davontragen können. Bei einem unaufmer ksamen Fahren innerorts im Bereich eines Fussgängerstreifens liegt mithin die Möglichkeit ei ner konkreten Gefährdung oder gar Verletzung von Fussgängern nahe (vgl. Urteil des Bunde sgerichts 1C_490/2016 vom 10. März 2017 E. 3.5). 6.4 Anlass für den streitgegenständlichen Führerausweisen tzug bildet somit das durch den Beschwerdeführer missachtete Vortrittsrecht einer sich au f dem Fussgängerstreifen befindli- chen Passantin. Das Vortrittsrecht von Fussgängern ist von grundlegender Bedeutung. Das Übersehen der Fussgängerin auf dem Fussgängerstreifen ha t im vorliegenden Fall nicht nur zu einer konkreten Gefährdung, sondern zu einer Verletzun g eines Rechtsguts, der körperlichen Integrität der Betroffenen, geführt. Keiner weitere n Ausführungen bedarf, dass Kollisionen mit Fussgängern fatale Folgen für Leib und Leben der Unfa llbeteiligten haben könnten. Der Be- schwerdeführer hat somit wichtige Verkehrsregeln verletzt und eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer geschaffen, die sich letztlich in der Kollision mit der Fussgängerin manifes- tierte. Damit hat er die Verkehrssicherheit objektiv q ualifiziert gefährdet und die Entzugsvoraus- setzung in objektiver Hinsicht erfüllt. Fraglich ist, ob i hm auch ein qualifiziertes Verschulden vorgeworfen werden kann. 6.5 Subjektiv ist für das Vorliegen einer schweren Wider handlung nach Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG erforderlich, dass dem Täter aufgrund eines rücksicht slosen oder sonst wie schwerwie- gend regelwidrigen Verhaltens zumindest eine grobe Fa hrlässigkeit vorgeworfen werden kann (BGE 126 II 206 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts 1C_2 22/2008 vom 18. November 2008). Bei der Beurteilung spielt das Mass der in der konkreten Si tuation erforderlichen Aufmerksamkeit, aber auch die Bedeutung der verletzten Regel im Einze lfall eine wichtige Rolle (vgl. E. 6.1 hier- vor; FIOLKA , a.a.O., N 94 zu Art. 90 SVG). 6.6 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass ihm kein qualifiziertes Ver- schulden vorgeworfen werden könne. Der Unfall habe sich an einer komplexen Verkehrslage ereignet, weshalb er sein Tempo auf eine angemessene G eschwindigkeit von ca. 30 km/h re- duziert habe. Zu seinen Gunsten zu berücksichtigen sei fer ner, dass er im entscheidenden Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Moment auf die Trams konzentriert und nicht etwa ande rweitig abgelenkt gewesen sei. Er- schwerend hinzugekommen sei, dass die Fahrbahn nass gewesen sei und die Lichtverhältnisse aufgrund der Dämmerung ungünstig gewesen seien. Zudem sei nicht abgeklärt worden, ob die Fussgängerin ausgerutscht oder in Eile gewesen sei oder allenfalls ihr obliegende Pflichten ver- letzt und dadurch die Kollision mitverursacht habe. Schliesslich habe sie sich nur geringfügigste Verletzungen zugezogen. 6.7 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass es sich be i der Unfallstelle um eine komple- xe Verkehrssituation handelt, welche eine erhöhte Aufmer ksamkeit erfordert, weil eine weitere Strasse mit Vortrittsberechtigung einmündet, reger Tr amverkehr herrscht und Fussgängerstrei- fen zu beachten sind. Gemäss den Verfahrensakten präsentierte sich die Verkehrssituation zum Unfallzeitpunkt übersichtlich und in der Nähe des Fussgängerstreifens befanden sich keine wei- teren Personen. Weiter ist gestützt auf die Verfahrensa kten erstellt, dass die Fussgängerin den Fussgängerstreifen von links betreten hat und im Kollisionszeitpunkt bereits vollständig auf dem Fussgängerstreifen war, und somit nicht erst im Begriff gewesen war, den Fussgängerstreifen zu betreten, d.h. die Reaktionszeit für den Beschwerdef ührer hat sich entsprechend verlängert. Dennoch konnte er nicht rechtzeitig bremsen und es kam zur Kollision zwischen der Fussgän- gerin und seinem Taxi. Gemäss seinen eigenen Angaben h at der Beschwerdeführer die Ge- schwindigkeit vor der Kreuzung auf ca. 30 km/h reduziert und zuerst nach links geschaut, wobei sich seine Aufmerksamkeit in erster Linie auf die Trams g erichtet habe, dann nach rechts und als er wieder geradeaus geschaut habe, habe sich die F ussgängerin plötzlich vor seinem Taxi befunden (vgl. Unfallaufnahmeprotokoll vom 9. Dezember 2017). Entgegen der Mutmassung des Beschwerdeführers finden sich in den Akten keine Hinwe ise darauf, dass die Fussgängerin in Eile war oder den Fussgängerstreifen überraschend b etreten hat. Zutreffend ist zwar, dass die Fahrbahn nass war. Wenn der Beschwerdeführer darau s ableitet, dass nicht ausgeschlos- sen werden könne, dass die Fussgängerin auf dem Fussgäng erstreifen ausgerutscht sei, kann ihm jedoch nicht gefolgt werden, da weder die im Rah men der Sachverhaltsanerkennung vom Beschwerdeführer gemachten Aussagen noch die übrigen Ve rfahrensakten Anhaltspunkte, welche darauf hindeuten würden, enthalten. Demzufolge erweisen sich die vom Beschwerde- führer angeführten Behauptungen eines möglichen Mitve rschuldens der Fussgängerin als un- behelflich und entbehren – insbesondere mit Blick auf se ine Sachverhaltsanerkennung am Un- falltag – jeglicher Grundlage. Vielmehr kann dem Unf allaufnahmeprotokoll entnommen werden, dass der Beschwerdeführer sich in erster Linie auf ander e Verkehrsteilnehmer konzentriert und die Fussgängerin deshalb übersehen hat. Damit hat er d ie notwendige Aufmerksamkeit nicht angewendet und trotz eingeleiteter Vollbremsung vermo chte er die Kollision nicht mehr zu ver- hindern. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist das Missachten des Vortrittsrechts der Fussgängerin auf dem Fussgängerstreifen als schwere Wi derhandlung zu qualifizieren, wenn das Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig zum Halten geb racht werden kann und die Fussgän- gerin dadurch touchiert wird (vgl. auch B ERNHARD RÜTSCHE /DENISE WEBER , in: Niggli/Probst/ Waldmann [Hrsg.], a.a.O., N 15 zu Art. 16c SVG). Daran ändert nichts, dass die Fussgängerin nur leicht verletzt wurde. Dass zum Unfallzeitpunkt Dämmer ung herrschte, ist unbestritten, ent- lastet den Beschwerdeführer aber nicht, weil die Strasse nbeleuchtung an der Unfallstelle durchgehend ist und folglich der Dämmerzustand das schwe re Verschulden des Beschwerde- führers nicht zu verringern vermag. Der Beschwerdeführer als ortskundiger Taxifahrer kennt die Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht komplexe Verkehrssituation. Auch wenn er die Geschwindi gkeit reduziert haben mag, ist sie offensichtlich nicht angemessen gewesen, weil ihm anson sten ein rechtzeitiges Bremsen mög- lich gewesen wäre. Dass der Beschwerdeführer im Strafbefehl trotz der Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG mit 10 Tagessätzen bestraft worden ist, mag aus strafrechtlicher Sicht auf ein ge- ringes Verschulden hinweisen, ist für die Beurteilung im Administrativverfahren aber nicht mass- gebend. Mit dem Beschwerdegegner kann festgehalten werd en, dass die Einwände des Be- schwerdeführers die Bindungswirkung des Strafbefehls fü r die Administrativbehörde nicht in Frage zu stellen vermögen. Schliesslich ist er mit seinem Ei nwand, er sei davon ausgegangen, dass sich die Angelegenheit mit dem Akzeptieren des Stra fbefehls erledigt habe, nicht zu hö- ren, da er im Schreiben der Polizei Basel-Landschaft, Abteilung Administrativmassnahmen, vom 27. Februar 2018 unter Bezugnahme auf einen allfälligen administrativen Entscheid explizit darauf hingewiesen wurde, dass allfällige Verteidigun gsrechte im Strafverfahren geltend ge- macht werden müssen. Nach dem Gesagten ist nicht zu bean standen, dass die Vorinstanz das Verschulden des Beschwerdeführers als schwer qualifiziert h at und folglich von einer schweren Widerhandlung im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG ausgegangen ist. 7.1 Als nächstes ist die verfügte Dauer des Führerauswei sentzugs zu beurteilen. Der Be- schwerdeführer hat einen Entzugsgrund gesetzt, der nach Ar t. 16 Abs. 2 lit. a SVG zwingend den Entzug des Führerausweises für die Dauer von mind estens drei Monaten nach sich zieht. Art. 16 Abs. 3 SVG verlangt zum einen, dass bei der Beme ssung der Entzugsdauer die Um- stände des Einzelfalls zu berücksichtigen sind, namentlich die Gefährdung der Verkehrssicher- heit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugfüh rer sowie die berufliche Notwendig- keit, ein Motorfahrzeug zu führen. Zum anderen hält die Bestimmung fest, dass eine Unter- schreitung der gesetzlichen Mindestentzugsdauer ausgeschlossen ist (vgl. zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts 1C_424/2012 vom 15. Januar 2013 E. 2. 1; BERNHARD RÜTSCHE , in: Niggli/ Probst/Waldmann [Hrsg.], a.a.O., N 89 und 96 f. zu A rt. 16 SVG; GIGER , a.a.O., N 24 zu Art. 16 SVG). 7.2 Mit den Mindestentzugsdauern begrenzt der Gesetzge ber das Auswahlermessen der Entzugsbehörde nach unten. Demgegenüber existieren für den Warnungsentzug abgesehen von einer hier nicht interessierenden Ausnahme keine H öchstentzugsdauern. Die Behörde soll- te sich zwar bei der Bemessung der Entzugsdauer nach obe n an der Mindestentzugsdauer der nächst höheren Stufe im Kaskadensystem orientieren. Es han delt sich dabei jedoch nicht um fixe Höchstgrenzen, die nicht überschritten werden dürf en. Oberhalb der Mindestentzugsdauer kommt den Behörden bei der Bemessung der Entzugsdauer ei n beträchtliches Ermessen zu. Dieses Ermessen muss – wie jedes Verwaltungsermessen – pfl ichtgemäss, d.h. insbesondere verhältnismässig und rechtsgleich, gehandhabt werden. B ei der Festsetzung der Dauer sind gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen (vgl. E. 7.1 hier- vor). 7.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, es bestehe ein e berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu fahren. Die berufliche Notwendigkeit stellt ein Bemessungskriterium oberhalb der Mindestentzugsdauer dar. Damit wird die Massnahmee mpfindlichkeit angesprochen. Ist eine Person beruflich auf das Führen eines Motorfahrze ugs angewiesen, trifft sie ein Ausweis- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht entzug stärker als eine Person, die das Fahrzeug nur gele gentlich benötigt. Berufsmässig auf ein Motorfahrzeug angewiesene Fahrzeugführer werden daher "in der Regel" schon durch eine kürzere Entzugsdauer wirksam gewarnt und von weiteren Wid erhandlungen abgehalten (vgl. BGE 105 Ib 255, 259 E. 2b). Mit Blick auf die ab schreckende und erzieherische Zielset- zung des Warnungsentzugs sowie aus Gründen der Rechtsgle ichheit ist nur folgerichtig, dass die unterschiedliche Betroffenheit bei der Bemessung d er Entzugsdauer zu berücksichtigen ist. Die grössere Massnahmeempfindlichkeit von Personen, die be ruflich auf ein Motorfahrzeug angewiesen sind, darf indessen in keinem Fall Grund da für sein, auf eine Administrativmass- nahme zu verzichten oder auch nur die Mindestentzugsdaue r zu unterschreiten (vgl. RÜTSCHE , a.a.O., N 127 zu Art. 16 SVG). Demzufolge ist die von der Vorinstanz angeordnete Mindestent- zugsdauer von drei Monaten nicht zu beanstanden. 7.4 Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen und die An gelegenheit zwecks Festlegung einer angemessenen Frist zur Abgabe des Führerausweises an die Polizei Basel-Landschaft, Hauptabteilung Verkehrssicherheit, Administrativmassnahmen , zu überweisen, da die von der Vorinstanz festgelegte Frist zur Abgabe des Führerausweises bereits abgelaufen ist. 8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 A bs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten. Sie werden in der Regel in angemessenem A usmass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt. Gemäss dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskos- ten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem Beschwerdeführe r aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'400.-- zu verrechnen. Ausgangsgemä ss sind die Parteikosten wett- zuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Angelegenheit wird zur Festlegung einer ange messenen Frist zur Abgabe des Führerausweises an die Polizei Basel-Landschaft , Administ- rativmassnahmen, überwiesen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 10. Februar 2020 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 1C_81/2020) erhoben.