<h2>SubmittedText<h2><p>Im Rahmen des strategischen Entwicklungsprogramms Eisenbahninfrastruktur STEP AS 2035 soll dank einer neuen Kreuzungsstelle der Halbstundentakt zwischen Ziegelbrücke und Linthal realisiert werden. Diesem Fortschritt steht jedoch ein signifikanter und inakzeptabler Angebotsabbau gegenüber, indem die Direktverbindungen aus dem Kanton Glarus nach Zürich und Rapperswil entfallen sollen.</p><p>Der Kanton Glarus hat einen Verbesserungsvorschlag eingereicht, wonach die Direktverbindung Zürich HB - Linthal mittels Flügelkonzept erhalten bleiben, der Halt in Nieder- und Oberurnen wieder halbstündlich und der Bau der Kreuzungsstelle in Luchsingen-Hätzingen erfolgen soll. Das Konzept wurde jedoch abgelehnt, obwohl es sich auf die Planungsgrundlagen der SBB bezieht. Es scheint, dass weder BAV noch SBB sich bewusst sind, dass ein gesamter Kanton seine umsteigefreien Verbindungen verlieren würde, die im Falle der Verbindung nach Rapperswil seit 1859 und im Falle der Verbindung nach Zürich seit 2004 bestehen.</p><p>Ich bitte den Bundesrat daher um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Ist sich der Bundesrat bewusst, dass der gesamte Kanton Glarus nur noch an den Knoten Ziegelbrücke angebunden wäre, aber keine einzige Direktverbindung in ein regionales (Rapperswil) oder nationales Zentrum (Zürich) mehr bestünde?</p><p>2. Betrachtet der Bundesrat es als opportun, dass der gesamte Kanton Glarus nur noch über eine Shuttleverbindung nach Ziegelbrücke an das nationale Verkehrsnetz angeschlossen ist?</p><p>3. Welche Auswirkungen würde diese Angebotsverschlechterung auf die Auslastung der Nationalstrasse N17 (Niederurnen-Glarus) haben?</p><p>4. Ist der Bundesrat bereit, das Bundesamt für Verkehr anzuweisen, im Rahmen der bevorstehenden Workshops in der Planungsregion Ostschweiz eine konkrete Lösung für die Problematik zu finden?</p><p>5. Welchen Einfluss hat der Bau der Kreuzungsstelle im Glarner Grosstal (Leuggelbach oder Luchsingen-Hätzingen) auf die Anschlüsse in Ziegelbrücke und insbesondere die Direktverbindungen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Mit Realisierung des S-Bahn-Halbstundentakts bis nach Linthal im Rahmen des Ausbauschritts 2035 wird ein Umsteigen in Ziegelbrücke gemäss der heutigen Beurteilung unausweichlich. Der Bundesrat ist sich der Nachteile dieser Lösung bewusst, verweist jedoch auf die guten Anschlussverbindungen in Ziegelbrücke. Das Angebotskonzept 2035 wurde zusammen mit den Planungsregionen erarbeitet, auch der Kanton Glarus war involviert.</p><p>3. Aufgrund der Verdichtung des Angebots, guter Umsteigeverbindungen und schneller Reisezeiten wird der öV attraktiver, was sich positiv auf ein Umsteigen auf den öV auswirken dürfte.</p><p>4. Das Bundesamt für Verkehr wird das konsolidierte Angebotskonzept 2035 wie schon länger vorgesehen zusammen mit den Planungsregionen im Rahmen von Fahrplanworkshops diskutieren und planen. Diese Arbeiten werden ergebnisoffen durchgeführt. Hier besteht die Chance, dass aufgrund von Anpassungen der Linie Zürich – Chur die vom Kanton Glarus geforderten Verbesserungen umgesetzt werden können.</p><p>5. Bereits in der Planungsphase des Ausbauschritts 2035, konkret ab dem Jahr 2015, waren die Umsteigeverbindungen in Ziegelbrücke vorgesehen. Dies ist nicht abhängig von Kreuzungsstellen im Glarner Grosstal.</p>