Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer Geschäfts-Nr.: UE160226- O/U/HEI Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, die Oberrichterinnen lic. iur. A. Meier und lic. iur. F. Schorta sowie Gerichtsschreiberin Dr. iur. C. Schoder Beschluss vom 18. Oktober 2016 in Sachen A._____, Beschwerdeführer gegen Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, Beschwerdegegnerin betreffend Nichtanhandnahme Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt- schaft Zürich-Limmat vom 26. Juli 2016, B-1/2015/10032026 - 2 - Erwägungen: 1. A._____ erhob mit Schreiben vom 11. Oktober 2015 (Urk. 7/1) bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat Strafanzeige gegen diverse, beim Migr a- tionsamt Zürich, bei der Flughafen -Polizei Zürich, beim Sozialamt Zürich und Kloten und bei der B._____ AG tätig e Personen. Des Weiteren erhob er Strafanzeige gegen eine in Embrach wohnhafte Familie namens C._____. Das besagte Schreiben enthielt keine Begr ündung, jedoch legte der Anzei- geerstatter ein Dokument mit dem Titel "Meine Geschichte" bei (Urk. 7/2). 2. Mit Verfügung vom 26. Juli 2016 (Urk. 5) entschied die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, keine Strafunte rsuchung an die Hand zu nehmen. Laut B e- gründung der Nichtanhandnahmeverfügung habe sich der Anzeigeerstatter auf pauschale Kritik an den Personen und Amtsstellen beschränkt. Es gebe keine ausreichend substantiierten Hinweise auf eine strafbare Handlung. Die Strafanzeige stehe vermutlich in Zusammenhang mit der Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung infolge Ehescheidung, dem daran anschlies- senden Verfahren um Zweitasyl und der Vollstreckung von Anordnungen des Migrationsamts durch die Polizei. 3. Am 26. August 2016 erhob A._____ bei der III. Strafkammer des Oberg e- richts Zürich Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung (Urk. 2). Er beantragte, dass seine "Anklage" ernst genommen werde und ein Richter die Strafanzeige gegen das Migrationsamt und die Polizei wegen achtzehn Monaten Freiheitsberaubung und unrechtmässiger Inhaftierung gestützt auf Art. 183 StGB nochmals gründlich prüfe. Ausserdem verlangt e der B e- schwerdeführer eine finanzielle Entschädigung, weil er mit dieser "Geschich- te" noch immer nicht habe abschliessen können, sein Vertrauen in den Staat verloren habe und immer wieder unter Alpträumen und schlaflosen Nächten leide. Im Juli 2013 sei ihm zu Unrecht der B -Ausweis entzogen worden, und er sei zu Unrecht weggewiesen worden. Er habe von der Schweiz keinen Schutz erhalten, obwohl er nach der Genfer Flüchtlingskonvention Anrecht auf Schutz gehabt habe. Er sei unrechtmässig inhaftiert, von den Behörden - 3 - verbal misshandelt und vor dem Publikum verleugnet worden und habe sei- ne Vollzeitstelle, das Ansehen in seiner Familie, sein soziales Umfeld und seine Würde verloren. 4. Die Staatsanwaltschaft übermittelte der hiesigen Kammer die Akten (Urk. 7), ohne zur Beschwerde Stellung zu nehmen. 5. Die Staatsanwaltschaft eröffnet unter anderem eine Strafuntersuchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Strafan- zeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht ergibt (Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO). Sie verfügt die Nichtanhandnahme, s o- bald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, das s kein Straftatbestand erfüllt ist oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind (Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). Eine Nichtanhandnahmeverfügung kann auch bei Fehlen eines hinreichenden Anfangsverdachts erlassen wer- den (BGer, Urteil 6B_897/2015 vom 7.3.16 E. 2.1). 6. Im Dokument "Meine Geschichte" (Urk. 7/2) schildert e der Beschwerdefüh- rer ausführlich, welchen Schwierigkeiten er im Zusammenhang mit der Re- gelung seines Aufenthaltsstatus in der Schweiz nach der Ehescheidung be- gegnete. Laut seinen Au sführungen sei er von der Flughafen-Polizei für vier Tage in H aft genommen worden (Urk. 7/2 S. 3) . Gemäss Akten wurde der Beschwerdeführer vom 5. Mai 2013, 16.20 Uhr, bis am 6. Mai 2013, 08.00 Uhr, wegen mutmasslicher Widerhandlung gegen das Ausländergeset z von der Stadtpolizei Zürich in Polizeihaft genommen (Urk. 7/4). Aus diesem U m- stand allein ergeben sich aber keine, auch keine minimalen Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten seitens der Behörden. Eine vom Beschwerde- führer (mangels Verletzung des Ausländergesetzes) unverschuldet ersta n- dene Haft bedeutet nicht, dass die Haftanordnung unrechtmässig gewesen war. Dies wäre nur dann der Fall gewesen, wenn die Voraussetzungen der Haftanordnung im damaligen Zeitpunkt offensichtlich nicht gegeben ge- wesen wären. Dazu äussert e sich der Beschwerdeführer aber mit keinem Wort. Zudem wäre es dem Beschwerdeführer unbenommen gewesen, ge- gen die monierten Haftanordnungen ein Rechtsmittel zu ergreifen , was er - 4 - aber offenbar unterliess . Auch in den weiteren Ausführungen im Dokument "Meine Geschichte", den übrigen Akten (Urk. 7) und der vorliegenden B e- schwerdeschrift sind keine Anhaltspunkte erkennbar, dass eine Straftat zum Nachteil des Beschwerdeführers verübt worden sein könn te, wenngleich es nachvollziehbar ist, dass der Beschwerdeführer die von ihm erlebte Zeit bis zur Anerkennung als Flüchtling im Sinne des Genfer Rechts als äusserst b e- lastend empfunden hatte und bis heute unter den Erlebnissen und Eindr ü- cken leidet. In Ermangelung eines hinr eichenden Verdachts auf eine Straftat hat d ie Staatsanwaltschaft aber zu Recht entschieden, keine Strafuntersuchung an die Hand zu nehmen. 7. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist demnach abzuweisen. Umständehalber wird auf die Erhebung einer G e- richtsgebühr verzichtet (Art. 425 StPO). Die Zusprechung von Entschädi- gungen fällt ausser Betracht. Es wird beschlossen: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an: − den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde); − die Staatsanwaltschaft Zürich -Limmat, ad B -1/2015/10032026 (gegen Empfangsbestätigung); sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an: - 5 - − die Staatsanwaltschaft Zürich -Limmat, ad B -1/2015/10032026, unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 7) (gegen Empfangsbestätigung). 5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer- den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen , vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichte s (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schrif t- lich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwer- devoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes. Zürich, 18. Oktober 2016 Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer Präsident: lic. iur. Th. Meyer Gerichtsschreiberin: Dr. iur. C. Schoder