16. Dezember 1988 N 1923 Postulat Haller #ST# 88.589 Postulat Neukomm Behindertentransporte. Subventionierung Transports d'infirmes. Nouveau régime de subventionnement Wortlaut des Postulates vom 21. September 1988 Der Bundesrat wird ersucht zu prüfen, a) ob nicht generell auf dem Weg der Anerkennung der Behindertentransporte nach AH V-Verordnung Leistungen des Bundes gesprochen werden könnten (also auch für behinderte Betagte), b) und ob nicht ferner die Dialyse- und Tagesspital-/Tages- heimfahrten generell den IV-Subventionsbestimmungen unterstellt werden könnten. Dies um so mehr, als von Seiten Krankenversicherung - die EL macht eine erfreuliche Aus- nahme-keine Pflichtleistungen an medizinisch begründete Transporte für Behinderte erbracht werden. Texte du postulat du 21 septembre 1988 Le Conseil fédéral est invité à examiner les deux points suivants: a) en vertu du règlement sur l'assurance-vieillesse et survi- vants (RAVS), la Confédération ne pourrait-elle pas générali- ser l'octroi des prestations destinées à développer les trans- ports pour invalides (et par là-même pour les personnes âgées handicapées)? b) ne serait-il pas possible, en outre, de faire en sorte que les transports de personnes sous dialyse et les transports vers les hôpitaux ou les centres de jou r tombent sous le coup des dispositions sur les subventions aux institutions d'aide aux invalides? Et cela d'autant plus que l'assurance-maladie, exception faite de prestations complémentaires à l'AVS/AI, ne couvre pas obligatoirement les transports d'invalides au lieu de traitement médical. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bäumlin Richard, Béguelin, Bodenmann, Borei, Braunschweig, Bundi, Carobbio, Danuser, Eggenberg-Thun, Euler, Fank- hauser, Haller, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz, Ledergerber, Leuenberger-Solothurn, Longet, Mauch Ursula, Morf, Pitte- loud, Reimann Fritz, Ruffy, Stappung, Uchtenhagen, Ulrich (27) Schriftliche Begründung - Développement par écrit In den letzten Jahren hat das Transportangebot für Behin- derte in verschiedenen Gemeinden erfreulicherweise zuge- nommen und dem zunehmenden Mobilitätsbedarf behinder- ter Menschen'Rechnung getragen. Wesentlich dazu beige- tragen hat die Schaffung einer Rechtsgrundlage für die Subventionierung von Behindertentransportdiensten auf Bundesebene im Jahre 1984. Seither wurden 64 Prozent der anrechenbaren Kosten vom Bund übernommen; in den Rest teilen sich Kanton und Gemeinde bzw. der Behinderte im Sinne eines Selbstbehaltes. Nach den bundesrechtlichen Subventionsvorschriften wer- den solche Fahrten als subventionsberechtigt anerkannt, die dazu dienen, die sozialen Kontaktmöglichkeiten im Frei- zeitbereich zu verbessern (sogenannte Freizeitfahrten). Diese Beschränkung soll Doppelsubventionierungen verhin- dern. Allerdings sind bestimmte Fahrtkategorien wie Fahr- ten zu Dialyse- und Tagesspitälern nicht erfasst, was für die Betroffenen zu gewichtigen Nachteilen führen kann. Von dieser verbilligten Fahrmöglichkeit können solche Personen Gebrauch machen, die wegen ihrer.Behinderung (in der Regel eine schwere Körperbehinderung) die öffentlichen Verkehrsmittel nicht benutzen können. An diese Subventionsbestimmungen des Bundes haben sich grundsätzlich auch diverse Kantone in ihren Regelun- gen angelehnt. Aufgrund der praktischen Notwendigkeiten ging der Kanton Bern sogar einen Schritt weiter und bezog auch behinderte Betagte in die Subventionsberechtigung ein. Bis zu 40 Prozent aller subventionsberechtigten Fahrten fallen auf diese Personenkategorie. Von Seiten des sozialen Bedürfnisses hat sich diese Erweiterung des Angebotes eindeutig bewährt. Hingegen können diese Fahrten über die bestehenden IV-rechtlichen Bestimmungen, von Ausnah- men abgesehen (wo schon bisher IV-Leistungen bestan- den), nicht anerkannt werden, was.erhebliche finanzielle Einbussen bzw. Subventionserhöhungen der Gemeinde zur Folge hat. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 14. November 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 14 novembre 1988 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 88.591 Postulat Haller AHV-Revision. Simulationssystem Révision de l'AVS. Modèle de Simulation Wortlaut des Postulates vom 21. September 1988 Demnächst kommt die politische Ausmarchung der 10. AHV-Revision in ihr entscheidendes Stadium. Die heute bekannten Vorstellungen sind in ihren Annahmen und Kon- sequenzen unterschiedlich exakt und nicht in allem leicht nachvollziehbar. Wie immer bei Entscheidungen von derarti- ger Tragweite kommt der Verlässlichkeit von Berechnungen grosse Bedeutung zu. Es ist deshalb einerseits wichtig, dass alle vorgestellten Modelle rein rechnerisch miteinander ver- glichen werden können. Andererseits ist es erwünscht, in der politischen Beratung neu auftauchende Möglichkeiten zur Ausgestaltung der AHV rasch und solid berechnen zu können, um ihre Auswirkungen zu ermitteln. Beides setzt ein EDV-Programm voraus, das meines Wissens heute der Bundesverwaltung nicht zur Verfügung steht. Im Interesse einer offenen Auseinandersetzung über Möglichkeiten und Grenzen der 10. AHV-Revision ist ein solches Rechen- und Simulationssystem unverzüglich zu schaffen oder dem Bun- desamt für Sozialversicherung als auch den Parlaments- diensten sowie weiteren interessierten Institutionen verfüg- bar zu machen. Das System soll einer bestehenden Einrich- tung mit verwandtem Zweck angegliedert sein. Texte du postulat du 21 septembre 1988 Nous allons bientôt en arriver à l'étape décisive des discus- sions politiques au sujet de la 10ème révision de l'AVS. Les hypothèses posées pour chacune des solutions envisagées à l'heure actuelle ainsi que les conséquences attendues ne sont pas toutes très précises et ne découlent pas, pour certaines, de raisonnements facilement compréhensibles. L'essentiel, lorsque l'on est appelé à prendre des décisions aussi lourdes de conséquences est de pouvoir disposer de calculs fiables. Il est donc important d'une part que tous les modèles proposés soient mathématiquement comparables entre eux et d'autre part que les solutions nouvelles suggé- rées au fil des débats politiques puissent rapidement faire l'objet de calculs précis et fiables. Tout cela ne peut toute- fois pas se faire sans un logiciel approprié. Or, l'administra-Postulat Ruffy 1924 N 16decemDre 1988 tion fédérale ne dispose pas, à ma connaissance, d'un tel programme. L'acquisition d'un système de calcul et de simulation est par conséquent urgente si l'on veut que les participants aux débats sur les solutions proposées dans le cadre de la 10ème révision de l'AVS et sur leurs limites puissent discuter en toute connaissance de cause. Au cas où le Conseil fédéral ne souhaiterait pas faire l'acquisition d'un tel programme, il serait bon qu'il veille au moins à ce que l'Office fédéral des assurances sociales, les services du Parlement ainsi que les autres institutions intéressées aient accès à un système de ce type qui soit connecté à une installation existante ayant une fonction analogue. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bäumlin Richard, Béguelin, Borei, Braunschweig, Bundi, Carobbio, Danuser, Eggenberg-Thun, Euler, Fankhauser, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz, Ledergerber, Leuenberger Moritz, Longet, Matthey, Mauch Ursula, Morf, Neukomm, Pitteloud, Rei- mann Fritz, Ruffy, Stappung, Uchtenhagen, Ulrich, Züger (28) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 9. November 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 9 novembre 1988 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 88.747 Postulat Ruffy Phenylketonurie. Uebernahme der Diätkosten durch die IV Phénylcétonurïe. Prise en charge par l'Ai des frais alimentaires supplémentaires Wortlaut des Postulates vom 5. Oktober 1988 Von Kindern, die an der Fölling-Krankheit leiden, hat man bis vor kurzem nicht gesprochen. Man hat sie isoliert, an den Rand gedrängt. Gottseidank sind es nur wenige (gegen- wärtig rund achtzig Fälle in der Schweiz). Die Störung des Aminosäurestoff-Wechsels durch diese Krankheit ist beim heutigen Stand der Medizin noch immer nicht heilbar. Aber den Aerzten, u. a. Prof. Bickel, ist es dank eingehender Forschungen gelungen, eine sehr strenge Diät zu entwickeln, mit der die Auswirkungen dieser Krankheit vermieden werden können. Es kann aber nur mit äusserster Disziplin vermieden werden, dass durch diese Krankheit ein Kind nicht in der Entwicklung stehen bleibt oder dass es zu schweren neurologischen Störungen oder zu Hautläsionen kommt. Die Eltern der von der Fölling-Krankheit befallenen Kinder haben bei der Erziehung grosse Schwierigkeiten zu über- winden, beispielsweise bei der strikten Einhaltung der Diät, wobei sie zahlreiche Verbote durchsetzen müssen. Bedeu- tende Anstrengungen müssen auch aufgewendet werden, damit ihre Kinder in das normale Leben der ändern Kinder integriert werden. Nun sollte man eigentlich erwarten, dass bei solchen Lebenslagen unsere Gesellschaft über die Mithilfe von Ver- sicherungen an den Mühen und zusätzlichen Aufwendun- gen der Familien teilnimmt, die diese Krankheit ertragen müssen. Das ist der Fall in Italien, das ist auch der Fall in Frankreich, aber in der Schweiz ist es nicht so. Hier wird nur ein einziges Grundnahrungsmittei, eine speziell dafür in den Handel gebrachte Milch mit dem Namen P.K.U. bezahlt. In den Augen der Aerzte ist es nötig, will man die Folgen der Krankheit erfolgreich bekämpfen, den kranken Kindern eine abwechslungsreiche Ernährung zu bieten. Dem stehen aber in unserem Land grosse Hindernisse entgegen. Da der Markt im Inland zu klein ist, werden bei uns solche Nah- rungsmittel nicht produziert. Die Apotheken und Lebensmit- telgeschäfte nehmen bei dem schwachen Absatz, und weih die Versicherungen die Kosten nicht übernehmen, das Risiko nicht oder nur sehr selten auf sich, diese speziellen Produkte zu verkaufen. So sind die Eltern kranker Kinder gezwungen, die Nahrungsprodukte zu hohen Kosten aus Frankreich, Italien, England, Dänemark und Deutschland selbst einzuführen. Neben der Zeit, die es braucht, um die Nahrungsmittel bei jeder Mahlzeit genau abzumessen, müssen die Eltern noch zusätzlich die Ausgaben für die Diätprodukte auf üich neh- men. Diese liegen bei rund 500 Franken pro Monat. Es ist offensichtlich, dass derartige zusätzliche Kosten Familien mit mittlerem oder bescheidenerem Einkommen F'robleme stellen können. Nach einer Untersuchung an der pädiatrischen Klinik von Zürich ist erwiesen, dass, wenn man sich mit P.K.U. und Kartoffeln begnügt, die Ernährung für ein Kind mit der Fölling-Krankheit nicht teurer zu stehen kommt als die Ernährung für ein normales Kind. Die Aerzte aber, die solche kranken Kinder betreuen, sind einhellig der Ansicht, dass eine abwechslungsreiche Ernährung mit Teigwaren, Bis- kuits, Zwieback aus speziellem Teig stark dazu beiträgt, die Auswirkungen der Krankheit einzudämmen. Tatsächlich hat man vor nicht allzu langer Zeit festgestellt, dass die Spezial- diät zur Bekämpfung der Fölling-Krankheit das gan;je Leben lang eingehalten werden muss. Folglich ist die Verwendung von proteinarmen Spezialnahrungsmitteln (Teigwaren, Bis- kuits, Brotmehl) eine wichtige Ergänzung, die die Diät erträglich macht. Aufgrund dieser Ausführungen bitte ich den Bunclesrat zu prüfen, ob die Kosten für die zusätzlichen Nahrungsmittel für Kinder, die an der Fölling-Krankheit leiden, nicht von der IV übernommen werden können. Texte du postulat du 5 octobre 1988 Jusqu'il y a peu, on ne parlait pas des enfants phénylcétonu- riques. Les enfants atteints de cette maladie heureusement peu nombreux (actuellement une huitantaine de cas en Suisse) étaient isolés, marginalisés. L'affectation métabolique congénitale que représente cette maladie n'est toujours pas curable au stade actuel des recherches médicales. Cependant, grâce à des investiga- tions poussées, les médecins, dont le professeur Bickel, sont parvenus à mettre au point des régimes alimentaires très stricts qui permettent de prévenir les effets de cette maladie. Seule une très grande discipline perme" d'éviter que la maladie n'évolue vers une arriération mentale majeure, des troubles neurologiques graves et des lésions cutanées diverses. Les parents d'enfants atteints de la phénylcétonurie ont à affronter tout au long de l'éducation de ces derniers de grandes difficultés comme le contrôle des régimes stricts impliquant de nombreux interdits et des efforts très impor- tants pour assurer une intégration aux activités régulières des autres enfants. Devant de telles situations, on devrait s'attendre à ce que notre société participe par le biais des assurances aux peines et contributions supplémentaires fournies par les familles de ceux qui sont frappés par cette maladif'. C'est le cas en Italie, c'est le cas en France, ça n'est pas le cas en Suisse excepté le payement d'un seul aliment de base, un lait spécial commercialisé entre autres sous le nom P.K.U. Or, l'offre d'une alimentation variée de ces enfants malades, nécessaire aux yeux des médecins pour contrer avec succès les effets de la maladie, rencontre dans notre pays de gros obstacles. Le marché intérieur étant trop petit, la fabrication d'aliments indigènes est inexistante. Devant les faiblesSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Haller AHV-Revision. Simulationssystem Postulat Haller Révision de l'AVS. Modèle de Simulation In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1988 Année Anno Band IV Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 88.591 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 16.12.1988 - 08:00 Date Data Seite 1923-1924 Page Pagina Ref. No 20 016 962 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.