<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VK.2000.00004</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105618&amp;W10_KEY=13013581&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VK.2000.00004</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.06.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Forderung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zuständigkeit zur Ausrichtung von (kommunalen) Zusatzleistungen zur Invalidenversicherung: Rückerstattungsanspruch einer irrtümlich zahlenden Gemeinde gegen eine andere Gemeinde? Grundlagen: Für Heimpensionäre sind die Zusatzleistungen von derjenigen Gemeinde zu erbringen, in der die Pensionäre vor dem Heimeintritt ihren zivilrechtlichen Wohnsitz hatten. Streitigkeiten über die örtliche Zuständigkeit zur Ausrichtung der Leistungen entscheidet die Direktion für Soziales und Sicherheit endgültig (E. 1b am Anfang). Die Direktion hat nur zu entscheiden, welche Gemeinde zu zahlen hat, nicht aber, wieviel zu zahlen ist (E. 1b am Ende). Ein Entscheid der Direktion über die Höhe einer Rückerstattung ist demnach zwar fehlerhaft, aber nicht nichtig. Die inzwischen eingetretene Rechtskraft dieses fehlerhaften Entscheids steht der Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung des Rückerstattungsanspruchs im Klageverfahren nicht entgegen, damit überhaupt ein Rechtschutz besteht (E. 1c). Irrtümlich von einer Gemeinde entrichtete Leistungen können nach den Regeln über die ungerechtfertigte Bereicherung zurückgefordert werden (E. 3 a/b), soweit dem nicht die Verjährung entgegensteht (E. 3 c). Minderheitsbegründung zur Frage der Nichtigkeit des Entscheids der Direktion und die sich daraus ergebenden Folgen. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTIGKEIT">NICHTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSKRAFT">RECHTSKRAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKERSTATTUNG">RÃCKERSTATTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT">ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNGERECHTFERTIGTE BEREICHERUNG">UNGERECHTFERTIGTE BEREICHERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSATZLEISTUNGEN (AHV/IV)">ZUSATZLEISTUNGEN (AHV/IV)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Klageverfahren ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 62 OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 67 lit. I OR</span><br/><span class="gerade">§ 81a VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 12 ZLG</span><br/><span class="gerade">§ 21 ZLG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. <b>Frau E</b>, geboren 1965, bezieht wegen geistiger Schwerstbehinderung eine Invalidenversicherungsrente (IV) und eine HilflosenentschÃ¤digung. Seit 19. Juni 1975 lebt sie in einem auswÃ¤rtigen Behindertenheim. Die Eltern hatten von Juni 1967 bis Dezember 1981 Wohnsitz in <b>C</b> und danach in <b>A</b>. Seit August 1997 wohnt der Vater in <b>F</b>. Die Mutter ist verstorben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Die Gemeinde <b>A</b> richtete von Januar 1984 bis August 1997 fÃ¼r <b>Frau E</b> Zusatzleistungen zur IV aus. Sie ging dabei von der irrtÃ¼mlichen Annahme aus, die ZustÃ¤ndigkeit knÃ¼pfe an den zivilrechtlichen Wohnsitz der Eltern bei der Gesuchs-einreichung an. Ab September 1997 stellte die Gemeinde <b>A</b> die Ausrichtung von Zusatzleistungen wegen Wohnsitzwechsels der Eltern nach <b>F</b> ein. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die FÃ¼rsorgekommission der Gemeinde <b>F</b> verweigerte am 5. November 1997 ihrerseits die Ausrichtung von Zusatzleistungen mit der BegrÃ¼ndung, der Wohnsitzwechsel der Eltern begrÃ¼nde keinen neuen Wohnsitz ihres mÃ¼ndigen Kindes; der Wohnsitz von <b>Frau E</b> bleibe daher in <b>A</b> bestehen. Die dagegen vom Vater erhobene Einsprache an den Bezirksrat Ã¼berwies dieser zustÃ¤ndigkeitshalber â d.h. gestÃ¼tzt auf § 21 Abs. 3 lit. b des Gesetzes Ã¼ber die Zusatzleistungen zur eidgenÃ¶ssischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 7. Februar 1971 (ZLG) â an die FÃ¼rsorgedirektion (heute: Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit). Diese ordnete am 27. November 1997 an, dass weiterhin die Gemeinde <b>A</b> fÃ¼r die Ausrichtung von Zusatzleistungen an <b>Frau E</b> zustÃ¤ndig bleibe. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte sie, entsprechend dem Standpunkt der Gemeinde <b>F</b>, aus, <b>Frau E</b> habe ihren zivilrechtlichen Wohnsitz in <b>A</b> trotz des Wohnsitzwechsels ihres Vaters nach <b>F</b> behalten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Am 13. Februar 1998 ersuchte der Gemeinderat <b>A</b> namens der Gemeinde die FÃ¼rsorgedirektion um wiedererwÃ¤gungsweise Aufhebung der ihr am 1. De-zember 1997 zugestellten VerfÃ¼gung vom 27. November 1997 (1); in einer neuen VerfÃ¼gung sei festzustellen, dass ab 19. Juni 1975 (Eintritt von <b>Frau E</b> in das Behindertenheim) die Gemeinde <b>C</b> zur Ausrichtung von Zusatzleistungen verpflichtet sei (2), dass die Gemeinde <b>C</b> die Zusatzleistungen, welche die Gemeinde <b>A</b> <b>Frau E</b> "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht ab 1. Dezember 1997" ausgerichtet habe, zurÃ¼ckzuerstatten habe (3) und dass die Gemeinde <b>C</b> die Zusatzleistungen, welche die Gemeinde <b>A</b> <b>Frau E</b> "vor dem 1. Dezember 1997 irrtÃ¼mlich" ausgerichtet habe zurÃ¼ckzuerstatten habe, soweit sie nicht verjÃ¤hrt seien (4).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die FÃ¼rsorgedirektion hiess dieses WiedererwÃ¤gungsgesuch am 8. September 1998 gut; sie hob die VerfÃ¼gung vom 27. November 1997 auf (1); sie stellte sodann fest, dass die Gemeinde <b>C</b> grundsÃ¤tzlich seit Juni 1975 bis November 1997 fÃ¼r die Ausrichtung von Zusatzleistungen an <b>Frau E</b> zustÃ¤ndig sei (2); die Gemeinde <b>C</b> wurde verpflichtet, die von der Gemeinde <b>A</b> vom Dezember 1992 bis und mit November 1997 an <b>Frau E</b> irrtÃ¼mlich bezahlten Zusatzleistungen ohne Verzinsung zu ersetzen (3) sowie die von der Gemeinde <b>A</b> ab Dezember 1997 an <b>Frau E</b> als Vorleistung provisorisch ausgerichteten Zusatzleistungen ohne Verzinsung zurÃ¼ckzuerstatten (4). Die Kosten des WiedererwÃ¤gungsverfahrens wurden auf die Staatskasse genommen (5). Als zulÃ¤ssiges Rechtsmittel wurde der Rekurs an den Regierungsrat bezeichnet (6). Die FÃ¼rsorgedirektion erwog im Wesentlichen, der VerfÃ¼gung vom 27. November 1997 liege "ein bedeutsamer falscher Sachverhalt zu Grunde", weshalb sie aufzuheben sei. Insbesondere sei Ã¼bersehen worden, dass die Eltern von <b>Frau E</b> 1975, d.h. im Zeitpunkt ihrer Heimeinweisung, nicht in <b>A</b>, sondern in <b>C</b> Wohnsitz gehabt hÃ¤tten, weshalb die Gemeinde <b>C</b> kraft ausdrÃ¼cklicher Regelung in § 21 Abs. 2 ZLG zur Erbringung von Zusatzleistungen Ã¶rtlich zustÃ¤ndig sei, auch wenn das entsprechende Gesuch erst Jahre spÃ¤ter in <b>A</b> gestellt worden sei. Weil der Nachforderungsanspruch nach fÃ¼nf Jahren verjÃ¤hre und die Gemeindeverwaltung <b>A</b> ihn erstmals mit Schreiben vom 5. Dezember 1997 gegenÃ¼ber der Gemeinde <b>C</b> geltend gemacht habe, sei Letztere zu verpflichten, der Gemeinde <b>A</b> die <b>Frau E</b> ab Dezember 1992 erbrachten Zusatzleistungen zurÃ¼ckzuerstatten. Mit diesem Entscheid wÃ¼rden alle RÃ¼ckforderungsansprÃ¼che der Gemeinde <b>A</b> gegenÃ¼ber <b>Frau E</b> hinfÃ¤llig. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit Rekurs vom 15. Oktober 1998 beantragte die Gemeinde <b>C</b> dem Regierungsrat, Ziffern 2 und 3 der WiedererwÃ¤gungsverfÃ¼gung der FÃ¼rsorgedirektion vom 8. Sep-tember 1998 aufzuheben. Mit VerfÃ¼gung vom 18. Dezember 1998 trat der RegierungsratsprÃ¤sident auf den Rekurs nicht ein. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte er aus, gemÃ¤ss § 21 Abs. 3 ZLG entscheide die FÃ¼rsorgedirektion Ã¼ber die dort genannten Streitigkeiten endgÃ¼ltig; der gestÃ¼tzt auf diese Bestimmung ergangene WiedererwÃ¤gungsentscheid der FÃ¼rsorgedirektion vom 8. September 1998 sei daher nicht mit Rekurs anfechtbar; daran habe auch die Revision vom 8. Juni 1997 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) nichts geÃ¤ndert. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">IV. Mit Schreiben vom 27. Januar 1999 ersuchte der Gemeinderat <b>A</b> die Gemeinde <b>C</b> gestÃ¼tzt auf den rechtskrÃ¤ftigen Entscheid der FÃ¼rsorgedirektion vom 8. September 1998 um RÃ¼ckerstattung der im Zeitraum von Dezember 1992 bis Februar 1999 an <b>Frau E</b> bezahlten Zusatzleistungen im Gesamtbetrag von Fr. 175'717.-. Die Gemeinde <b>C</b> bezahlte hierauf der Gemeinde <b>A</b> die von dieser im Zeitraum vom Dezember 1997 bis Februar 1999 an <b>Frau E</b> entrichteten BeitrÃ¤ge von insgesamt Fr. 38'240.-. Damit kam sie Dispositiv Ziffer 4 der VerfÃ¼gung der FÃ¼rsorgedirektion vom 8. September 1998 nach. Hingegen weigerte sie sich, der Gemeinde <b>A</b> entsprechend Dispositiv Ziffer 3 der genannten VerfÃ¼gung die im Zeitraum von Dezember 1992 bis November 1997 an <b>Frau E</b> entrichteten Zusatzleistungen von insgesamt Fr. 139'867.- zu ersetzen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Gemeinde <b>A</b> setzte hierauf die Forderung von Fr. 139'867.- in Betreibung. Gegen den Zahlungsbefehl vom 27. August 1999 erhob die Gemeinde <b>C</b> Rechtsvorschlag, worauf die Gemeinde <b>A</b> am 27. September 1999 um definitive RechtsÃ¶ffnung ersuchte. Der Einzelrichter des Bezirksgerichts wies das RechtsÃ¶ffnungsbegehren am 3. November 1999 ab. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte er aus, der FÃ¼rsorgedirektion komme im Bereich der Zusatzleistungen zur AHV/IV abgesehen von den begrenzten Kompetenzen gemÃ¤ss § 21 Abs. 3 ZLG keine Entscheidungsgewalt zu. § 21 Abs. 3 lit. b ZLG verleihe der FÃ¼rsorgedirektion lediglich die Kompetenz, Streitigkeiten zwischen zÃ¼rcherischen Gemeinden Ã¼ber die Ã¶rtliche und zeitliche ZustÃ¤ndigkeit zur Ausrichtung von Zusatzleistungen zu entscheiden. Hingegen habe die FÃ¼rsorgedirektion nicht darÃ¼ber zu entscheiden, ob eine Gemeinde verpflichtet sei, einer anderen Gemeinde die von dieser entrichteten Zusatzleistungen zu ersetzen. Derartige Streitigkeiten seien gemÃ¤ss § 81 lit. a VRG im Klageverfahren vor Verwaltungsgericht auszutragen. FÃ¼r den Erlass von Dispositiv Ziffern 3 und 4 der VerfÃ¼gung vom 8. September 1998 sei die FÃ¼rsorgedirektion daher nicht zustÃ¤ndig gewesen; dieser Mangel wiege schwer und sei offenkundig, weshalb die Anordnungen in Dispositiv Ziffern 3 und 4 als nichtig erschienen. Selbst bei Verneinung der Nichtigkeit wÃ¼rden die genannten Anordnungen keinen RechtsÃ¶ffnungstitel darstellen, weil die geschuldete Summe nicht beziffert werde. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">V. Mit Klageschrift vom 30. MÃ¤rz 2000 beantragte die Gemeinde <b>A</b> dem Verwaltungsgericht, es sei die Gemeinde <b>C</b> zu verpflichten, der KlÃ¤gerin Fr. 139'867.- nebst Zins von 5 % seit 27. Januar 1999 zu bezahlen; es sei zudem der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 2113 des Betreibungsamts <b>C</b> aufzuheben; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beklagten. Zur BegrÃ¼ndung der ZustÃ¤ndigkeit des Gerichts berief sie sich auf § 81 lit. a VRG. Zur BegrÃ¼ndung ihres Klagebegehrens verwies sie in erster Linie auf die WiedererwÃ¤gungsverfÃ¼gung der FÃ¼rsorgedirektion vom 8. September 1998, welche in Rechtskraft erwachsen und entgegen der Auffassung des RechtsÃ¶ffnungsrichters nicht nichtig sei. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Gemeinde <b>C</b> beantragte dem Verwaltungsgericht am 5. Juni 2000 Abweisung der Klage, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der KlÃ¤gerin. Zur BegrÃ¼ndung brachte sie in erste Linie vor, die Anordnungen in Dispositiv Ziffern 3 und 4 der VerfÃ¼gung der FÃ¼rsorgedirektion vom 8. September 1998 seien nichtig und daher unbeachtlich. Diese Anordnungen seien auch materiell rechtswidrig.</p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) GemÃ¤ss § 81 lit. a VRG beurteilt das Verwaltungsgericht als einzige Instanz im Klageverfahren vermÃ¶gensrechtliche Streitigkeiten aus Ã¶ffentlichem Recht zwischen Gemeinden oder GemeindeverbÃ¤nden, soweit ein Gesetz deren Beurteilung nicht einer anderen BehÃ¶rde Ã¼bertrÃ¤gt. Unter den letztgenannten Vorbehalt fallen auch interkommunale Streitigkeiten vermÃ¶gensrechtlicher Art, in denen einer kantonalen BehÃ¶rde kraft ausdrÃ¼cklicher Regelung VerfÃ¼gungskompetenz zukommt und gegen eine solche VerfÃ¼gung Rekurs oder Beschwerde erhoben werden kann (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Vorbem. zu §§ 41-71 N. 8; Vorbem. zu §§ 81-86 N. 7; § 81 N. 6). Das folgt daraus, dass verwaltungsgerichtliches Klageverfahren und behÃ¶rdliche VerfÃ¼gungskompetenz sich grundsÃ¤tzlich gegenseitig ausschliessen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die KlÃ¤gerin will mit der vorliegenden Klage das erreichen, was ihr die FÃ¼rsorgedirektion mit Ziffer 3 der (WiedererwÃ¤gungs-)VerfÃ¼gung vom 8. September 1998 grundsÃ¤tzlich (allerdings ohne nÃ¤here Bezifferung) zugesprochen hat, was sie aber im RechtsÃ¶ffnungsverfahren nicht durchsetzen konnte, weil der RechtsÃ¶ffnungsrichter die genannte Anordnung fÃ¼r nichtig hielt und einen RechtsÃ¶ffnungstitel zudem auch mangels Bezifferung verneinte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) GemÃ¤ss § 21 ZLG sind die Zusatzleistungen von der Gemeinde zu leisten, in welcher der Gesuchsteller seinen zivilrechtlichen Wohnsitz hat (Abs. 1). FÃ¼r Insassen von im Kanton gelegenen Anstalten und Heimen aller Art, welche ihren letzten zivilrechtlichen Wohnsitz unmittelbar vor dem Heimeintritt in einer zÃ¼rcherischen Gemeinde hatten, sind die Zusatzleistungen von dieser Gemeinde zu erbringen (Abs. 2). Die zustÃ¤ndige Direktion des Regierungsrats behandelt und entscheidet endgÃ¼ltig: im Rahmen der Kompetenzen des Kantons die aus dem Verkehr mit anderen Kantonen und insbesondere aus der interkantonalen ZustÃ¤ndigkeit im Einzelfall oder allgemein sich ergebenden Fragen (Abs. 3 lit. a); Streitigkeiten zwischen zÃ¼rcherischen Gemeinden Ã¼ber die Ã¶rtliche und zeitliche ZustÃ¤ndigkeit zur Ausrichtung von Zusatzleistungen (Abs. 3 lit. b). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Direktion entscheidet in solchen Streitigkeiten "endgÃ¼ltig", womit ein Weiterzug dieses Entscheids mittels Rekurs und/oder Beschwerde ausgeschlossen wird. In ihrem WiedererwÃ¤gungsentscheid vom 8. September 1998 ist zwar die FÃ¼rsorgedirektion davon ausgegangen, ihr Entscheid kÃ¶nne mit Rekurs weitergezogen werden, weil § 21 Abs. 3 ZLG, soweit darin der Entscheid der Direktion als "endgÃ¼ltig" bezeichnet werden, durch die Revision des VRG vom 8. Juni 1997 (§ 19a VRG) Ã¼berholt sei. Diese Auffassung ist jedoch vom RegierungsratsprÃ¤sidenten im Nichteintretensentscheid vom 18. Dezember 1998 zu Recht verworfen worden, auf dessen zutreffenden ErwÃ¤gungen hier verwiesen werden kann (act. 4/7 E. 3). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die FÃ¼rsorgedirektion hat in ihrer WiedererwÃ¤gungsverfÃ¼gung vom 8. September 1998 die Frage aufgeworfen, ob sie sich gestÃ¼tzt auf § 21 Abs. 3 lit. b ZLG im Streit zwischen den Gemeinden <b>A</b> und <b>C</b> auf die "zustÃ¤ndigkeitsrechtliche Seite" zu beschrÃ¤nken habe, im Hinblick darauf, dass Ã¼ber die "leistungsrechtliche Seite" gemÃ¤ss § 81 lit. a ZLG Klage beim Verwaltungsgericht gefÃ¼hrt werden kÃ¶nne. Sie hat sich schliesslich auch fÃ¼r die leistungsrechtliche Seite des Streites als zustÃ¤ndig erachtet, mit der BegrÃ¼ndung, eine Aufspaltung des Rechtsstreites zwischen den beiden Gemeinden wÃ¼rde zwar nicht gegen kantonales Verfahrensrecht verstossen, jedoch Ã¼bergeordnetem Bundesrecht widersprechen, welches in Art. 7 des Bundesgesetzes Ã¼ber ErgÃ¤nzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 19. MÃ¤rz 1965 (ELG) in Verbindung mit Art. 85 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes Ã¼ber die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 20. Dezember 1946 (AHVG) ein rasches und einfaches Verfahren verlange (act. 4/5 E. I.2). Der RechtsÃ¶ffnungsrichter des Bezirksgerichts ist dieser Auffassung nicht beigetreten (act. 4/11 E. 5).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Seinem Wortlaut nach beschrÃ¤nkt § 21 Abs. 3 lit. b die Kompetenz der Direktion auf den Entscheid Ã¼ber die "ZustÃ¤ndigkeit" der Gemeinden zur Ausrichtung der fraglichen Leistungen. Im vorliegenden Fall kommt wie erwÃ¤hnt die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts im Klageverfahren grundsÃ¤tzlich nach § 81 lit. a VRG in Betracht und geht es einzig um die Frage, ob diese ZustÃ¤ndigkeit durch eine VerfÃ¼gungskompetenz der Verwaltung wegbedungen werde. Dies trifft indes nicht zu, da eine am Wortlaut orientierte Auslegung von § 21 Abs. 3 lit. b ZLG ergibt, dass die Direktion zwar Streitigkeiten Ã¼ber die "ZustÃ¤ndigkeit zur Ausrichtung" von Zusatzleistungen, nicht aber solche Ã¼ber die Ausrichtung der Leistungen an sich entscheidet. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Zu prÃ¼fen bleibt, ob die von der FÃ¼rsorgedirektion beanspruchte ZustÃ¤ndigkeit zum Erlass von Dispositiv Ziffer 3 in der WiedererwÃ¤gungsverfÃ¼gung vom 8. September 1998 gleichwohl Bestand habe, weil die Anordnung in formelle Rechtskraft erwachsen ist. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das wÃ¤re jedenfalls dann zu verneinen, wenn die formelle Rechtskraft wegen Nichtigkeit der Anordnung von vornherein nicht beachtlich wÃ¤re. Entgegen der Auffassung des RechtsÃ¶ffnungsrichters des Bezirksgerichts ist der Mangel der UnzustÃ¤ndigkeit, mit dem die fragliche Anordnung der FÃ¼rsorgedirektion behaftet ist, nicht derart schwer und offensichtlich, dass deswegen auf Nichtigkeit dieser Anordnung zu schliessen wÃ¤re; das zeigt die Auslegung von § 21 Abs. 3 lit. b ZLG in der vorstehenden ErwÃ¤gung (E. 1b).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Rechtskraft von Dispositiv Ziffer 3 der WiedererwÃ¤gungsverfÃ¼gung der FÃ¼rsorgedirektion vom 8. September 1998 steht indessen der verwaltungsgerichtlichen ZustÃ¤ndigkeit gleichwohl nicht entgegen. Die formelle Rechtskraft des verwaltungsbehÃ¶rdlichen Entscheids kÃ¶nnte die gerichtliche ZustÃ¤ndigkeit nur ausschliessen, wenn er mit Rekurs an den Regierungsrat und mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weiterziehbar gewesen wÃ¤re. Dies trifft jedoch wie erwÃ¤hnt nicht zu, weil gestÃ¼tzt auf § 21 Abs. 3 ZLG getroffene Entscheide der Direktion endgÃ¼ltig sind. Es ginge nicht an, dass das Verwaltungsgericht seine ZustÃ¤ndigkeit ausschliesslich wegen der Rechtskraft eines verwaltungsbehÃ¶rdlichen Entscheids verneint, mit welchem die VerwaltungsbehÃ¶rde zu Unrecht eine ZustÃ¤ndigkeit beansprucht hat, die richtigerweise dem Verwaltungsgericht zusteht. In einem solchen Fall wÃ¤re mangels Anfechtbarkeit mit einem ordentlichen Rechtsmittel der Rechtsschutz zu stark eingeschrÃ¤nkt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Weil auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Klage einzutreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. In der Sache selbst ist das Verwaltungsgericht insoweit an die VerfÃ¼gung der FÃ¼rsorgedirektion vom 8. September 1998 gebunden, als diese kompetenzgemÃ¤ss entschieden hat (RB 1983 Nr. 70; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 1 N. 31). Dies trifft nach dem Gesagten auf Dispositiv Ziffer 2 zu, worin festgestestellt wird, dass die politische Gemeinde <b>C</b> grundsÃ¤tzlich seit Juni 1975 bis November 1997 fÃ¼r die Ausrichtung von Zusatzleistungen zur IV an <b>Frau E</b> zustÃ¤ndig ist (bzw. gewesen wÃ¤re). Selbst ohne diese Bindungswirkung ergibt sich die genannte Feststellung einerseits aus § 21 Abs. 2 ZLG und anderseits aus der unbestrittenen Tatsache, dass sich der Wohnsitz der Eltern von <b>Frau E</b> im Juni 1975 â dem Zeitpunkt ihrer Heimeinweisung â in <b>C</b> befand. Die Beklagte bestreitet dies denn auch nicht; mit ihren AusfÃ¼hrungen in Ziffer III./8 der Klageantwort wendet sie sich einzig dagegen, dass sie der Gemeinde <b>A</b> die von dieser getÃ¤tigten Aufwendungen nachtrÃ¤glich zu ersetzen habe. In der Sache selber sind sich die Parteien demnach einig darÃ¼ber, dass die von der KlÃ¤gerin seit 1984 bis November 1997 an <b>Frau E</b> ausgerichteten Zusatzleistungen zur IV richtigerweise nach § 21 Abs. 2 ZLG von der Beklagten hÃ¤tten erbracht werden mÃ¼ssen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das Verwaltungsgericht ist an die VerfÃ¼gung der FÃ¼rsorgedirektion vom 8. Septem-ber 1998 insoweit nicht gebunden, als diese kompetenzwidrig entschieden hat. Das trifft nach dem Gesagten auf Dispositiv Ziffer 3 dieser VerfÃ¼gung zu, wonach die Gemeinde <b>C</b> verpflichtet wurde, die von der Gemeinde <b>A</b> vom Dezember 1992 bis und mit November 1997 an <b>Frau E</b> irrtÃ¼mlich bezahlten Zusatzleistungen ohne Verzinsung zu ersetzen. Ob die Beklagte eine derartige Ersatzpflicht gegenÃ¼ber der KlÃ¤gerin treffe und bejahendenfalls fÃ¼r welchen Zeitraum, hat das Verwaltungsgericht in eigener Beurteilung und mit freier Kognition zu entscheiden.</p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) In Anlehnung an die privatrechtliche Regelung der ungerechtfertigten Bereicherung (Art. 62 ff. des Schweizerischen Obligationenrechts; OR) gilt auch im Ã¶ffentlichen Recht der Grundsatz, dass Zuwendungen, die aus einem nicht verwirklichten oder nachtrÃ¤glich weggefallenen Grund erfolgen, zurÃ¼ckgefordert werden kÃ¶nnen (Max Imboden/RenÃ© Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, 6. A., Band I, Basel/Frankfurt a.M. 1986, RenÃ© Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel/Frankfurt a.M. 1990, je Nr. 32 B I; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 145). Der in Art 62 Abs. 2 OR fÃ¼r das Privatrecht ausgesprochene Grundsatz gilt im Ã¶ffentlichen Recht als allgemeines Rechtsprinzip, d.h. auch dann, wenn er in der einschlÃ¤gigen Gesetzgebung nicht ausdrÃ¼cklich vorgesehen ist. Hat indessen Letztere die RÃ¼ckerstattung geordnet, so sind allein diese geschriebenen Vorschriften, die im Zweifel als abschliessend und vollstÃ¤ndig gelten, massgebend.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Indem die KlÃ¤gerin seit Januar 1984 bis November 1997 fÃ¼r <b>Frau E</b> Zusatzleistungen zur IV erbracht hat, die zu entrichten richtigerweise Sache der Beklagten gewesen wÃ¤re, ist Letztere ungerechtfertigt bereichert worden. Zwar ist die ungerechtfertigte Zuwendung der KlÃ¤gerin gegenÃ¼ber der Beklagten nur mittelbar erfolgt, nÃ¤mlich dadurch, dass die KlÃ¤gerin aus Irrtum Leistungen an einen Dritten Ã¼bernommen hat, die von der Beklagten geschuldet waren. FÃ¼r die Annahme einer ungerechtfertigten Bereicherung kommt es indessen nicht darauf an, ob die VermÃ¶gensverschiebung unmittelbar von dem einen in das andere VermÃ¶gen oder ob diese Verschiebung nur mittelbar durch eine Reihe von beteiligten VermÃ¶gen hindurch stattfand (so hinsichtlich Art. 62 OR Theo Guhl/Hans Merz/Alfred Koller, Das Schweizerische Obligationenrecht, 8. A., ZÃ¼rich 1991, S. 205; Hermann Schulin, in: Basler Kommentar, 2. A. (1996), Art. 62 N. 8 f.). Die Sozialversicherungsgesetzgebung des Bundes und des Kantons ZÃ¼rich regelt die Frage nicht ausdrÃ¼cklich, ob und inwieweit das zustÃ¤ndige Gemeinwesen dem unzustÃ¤ndigen Gemeinwesen kommunale Zusatzleistungen, die Letzteres einer BezÃ¼gerin in irrtÃ¼mlicher Annahme seiner ZustÃ¤ndigkeit erbracht hat, zu ersetzen habe. Es enthÃ¤lt lediglich fÃ¼r Ã¤hnlich gelagerte TatbestÃ¤nde Regelungen, so fÃ¼r die RÃ¼ckerstattung zu Unrecht ausgerichteter Leistungen durch den BezÃ¼ger (Art. 12 ZLG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber die ErgÃ¤nzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 15. Januar 1971, ELV, Art. 49 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959, IVG, Art. 85 der Verordnung Ã¼ber die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961, IVV, und Art. 47 AHVG) sowie fÃ¼r die Verrechnung von Nachzahlungen des Versicherers mit Vorschussleistungen Dritter (§ 12 ZLG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 2 ELV, Art. 50 Abs. 2 IVG und Art. 85bis IVV). Der KlÃ¤gerin steht daher unmittelbar gestÃ¼tzt auf den erwÃ¤hnten Rechtsgrundsatz ein Anspruch gegenÃ¼ber der Beklagten auf Ersatz der Leistungen an <b>Frau E</b> zu, die sie in der irrtÃ¼mlichen Annahme ihrer Leistungspflicht anstelle der hierfÃ¼r zustÃ¤ndigen Beklagten erbracht hat.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die AusfÃ¼hrungen der Beklagten in Ziffer III./8 der Klageantwort vermÃ¶gen an dieser Beurteilung nichts zu Ã¤ndern. Die KlÃ¤gerin befand sich entgegen der Auffassung der Beklagten bei der Ausrichtung der Zusatzleistungen an <b>Frau E</b> in einem Irrtum Ã¼ber ihre Schuldpflicht. Dass sich dieser Irrtum nicht auf den Wohnsitz der Eltern der BezÃ¼gerin, sondern auf die rechtliche Regelung als solche (§ 21 Abs. 2 ZLG) bezog, ist ebenso unerheblich wie der Umstand, dass die KlÃ¤gerin bzw. ihre FÃ¼rsorgebehÃ¶rde bei gehÃ¶riger Sorgfalt den Irrtum hÃ¤tte vermeiden kÃ¶nnen (Schulin, Art. 63 N. 4). Sodann geht die vorstehende Beurteilung, anders als die Betrachtungsweise der FÃ¼rsorgedirektion im WiedererwÃ¤gungsentscheid vom 8. September 1998, nicht davon aus, der KlÃ¤gerin stehe in dem Umfang, in dem <b>Frau E</b> gegenÃ¼ber der Beklagten die Nachzahlung der Zusatzleistungen verlangen kÃ¶nne, ein RÃ¼ckforderungsanspruch gegenÃ¼ber der BezÃ¼gerin zu. Es vermag der Beklagten daher nicht zu helfen, dass nach ihrer an sich zutreffenden Beurteilung die Voraussetzungen fÃ¼r eine RÃ¼ckerstattung nach Art. 12 ZLG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 ELV, Art. 49 IVG, Art. 85 IVV und Art. 47 AHVG nicht erfÃ¼llt wÃ¤ren, weil die materiellen Voraussetzungen fÃ¼r die GewÃ¤hrung von Zusatzleistungen bei der BezÃ¼gerin gegeben waren. Die Annahme einer ungerechtfertigen Bereicherung der Beklagten setzt im Gegenteil voraus, dass der BezÃ¼gerin weder eine RÃ¼ckerstattungsverpflichtung gegenÃ¼ber der KlÃ¤gerin noch ein Nachzahlungsanspruch gegenÃ¼ber der Beklagten zukommt. Schliesslich geht die vorstehende Beurteilung auch nicht davon aus, dass die KlÃ¤gerin die Leistungen an <b>Frau E</b> lediglich bevorschusst habe. Immerhin liegt hier ein Sachverhalt vor, der mit einer Bevorschussung vergleichbar ist.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) RÃ¼ckerstattungsforderungen aus ungerechtfertigter Bereicherung unterliegen der VerjÃ¤hrung. Im Privatrecht ist hinsichtlich Dauer und Beginn der relativen und der absoluten VerjÃ¤hrungsfrist Art. 67 Abs. 1 OR anwendbar. FÃ¼r im Ã¶ffentlichen Recht grÃ¼ndende BereicherungsansprÃ¼che kann es sich rechtfertigen, hinsichtlich Beginn und Dauer der VerjÃ¤hrungsfrist mangels ausdrÃ¼cklicher Regelung auf Normen abzustellen, die das Ã¶ffentliche Recht fÃ¼r verwandte FÃ¤lle bereit hÃ¤lt (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 245). Es fragt sich, ob hier die VerjÃ¤hrungsregelung fÃ¼r die RÃ¼ckerstattung unrechtmÃ¤ssig bezogener Renten und HilflosenentschÃ¤digungen (§ 12 ZLG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 ELV, Art. 49 IVG und Art. 47 Abs. 2 AHVG) oder jene fÃ¼r die Nachzahlung von Zusatzleistungen (§ 12 ZLG in Verbindung mit Art. 48 IVG) heranzuziehen sei. Die letztgenannte Bestimmung hat die FÃ¼rsorgedirektion angewendet, ausgehend davon, der KlÃ¤gerin stehe in dem Umfang, in dem <b>Frau E</b> gegenÃ¼ber der Beklagten die Nachzahlung der Zusatzleistungen verlangen kÃ¶nne, ein RÃ¼ckforderungsanspruch gegenÃ¼ber der BezÃ¼gerin zu (act. 4/5 E. V.1). Beide AnknÃ¼pfungen drÃ¤ngen sich jedoch nicht auf. Vielmehr rechtfertigt sich eine analoge Anwendung von Art. 67 Abs. 1 OR. Danach verjÃ¤hrt der Bereicherungsanspruch mit Ablauf eines Jahres, nachdem der Verletzte von seinem Anspruch Kenntnis erhalten hat, in jedem Fall aber mit Ablauf von zehn Jahren seit Entstehung des Anspruchs.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Irrtum der KlÃ¤gerin Ã¼ber die Leistungspflicht ist laut ihrer eigenen Darstellung erst mit der Zustellung der VerfÃ¼gung der FÃ¼rsorgedirektion vom 27. November 1997 weggefallen. Diese Darstellung ist glaubwÃ¼rdig und aufgrund der vorangehenden Verfahrensabwicklung plausibel: Auf den ablehnenden Entscheids der FÃ¼rsorgekommission <b>F</b> vom 5. November 1997 hin erhob der Vater von <b>Frau E</b> Rekurs an den Bezirksrat, welcher das Rechtsmittel zustÃ¤ndigkeitshalber der FÃ¼rsorgedirektion Ã¼berwies. Diese ist in der Folge von der massgebenden Regelung in § 21 Abs. 2 ZLG, jedoch von der irrtÃ¼mlichen Annahme ausgegangen, der Vater von <b>Frau E</b> habe bereits im Juni 1975 â dem Zeitpunkt ihrer Heimeinweisung â Wohnsitz in <b>A</b> gehabt (vgl. act. 4/3). Die KlÃ¤gerin hat ihren Anspruch gegenÃ¼ber der Beklagten erstmals mit Schreiben vom 5. Dezember 1997 geltend gemacht. Die relative VerjÃ¤hrungsfrist von einem Jahr seit Kenntnisnahme vom Anspruch ist damit gewahrt. Sie wÃ¤re es selbst dann, wenn davon ausgegangen wird, der Irrtum der KlÃ¤gerin sei bereits mit der Zustellung des ablehnenden Bescheids der FÃ¼rsorgekommission <b>F</b> vom 5. Novem-ber 1997 weggefallen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Bereicherungsanspruch der KlÃ¤gerin gegenÃ¼ber der Beklagten ist jeweils im Zeitpunkt der Ausrichtung der Zusatzleistungen an <b>Frau E</b> entstanden. Ausgehend von der absoluten VerjÃ¤hrungsfrist von zehn Jahren stÃ¼nden ihr somit ErsatzansprÃ¼che bezÃ¼glich der vom Dezember 1987 bis November 1997 ausgerichteten Leistungen zu. DemgegenÃ¼ber hat die FÃ¼rsorgedirektion in ihrer WiederwÃ¤gungsverfÃ¼gung vom 8. September 1998 â ausgehend von einer anderen Betrachtungsweise und von der fÃ¼nfjÃ¤hrigen VerjÃ¤hrungsfrist fÃ¼r Nachzahlungen gemÃ¤ss Art. 48 IVG â solche ErsatzansprÃ¼che lediglich hinsichtlich der vom Dezember 1992 bis November 1997 ausgerichteten Leistungen anerkannt. Nur diese Leistungen bzw. die entsprechenden ErsatzansprÃ¼che, die unbestrittenermassen Fr. 139'867.- betrugen (act. 4/9-4/11), hat die KlÃ¤gerin vor Verwaltungsgericht eingeklagt. Es ist ihr daher jedenfalls nicht mehr zuzusprechen (RB 1961 Nr. 32; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 85 N. 7). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Die KlÃ¤gerin verlangt Verzugszins von 5 % auf dem eingeklagten Betrag ab 27. Januar 1999. Da sie in jenem Zeitpunkt ihre Forderung gegenÃ¼ber der Beklagten erst­mals in bezifferter Form (einschliesslich der hier nicht mehr interessierenden Forderung fÃ¼r den Zeitraum von Dezember 1997 bis Februar 1999; vgl. Dispositiv Ziffer 4 der Wieder­erwÃ¤gungsverfÃ¼gung der FÃ¼rsorgedirektion vom 8. September 1998) geltend gemacht hat, ist dieses Verzugszinsbegehren ausgewiesen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. Demnach ist das Klagebegehren Nr. 1 vollumfÃ¤nglich gutzuheissen und die Be­klagte zu verpflichten, der KlÃ¤gerin Fr. 139'867.- zuzÃ¼glich Zins zu 5 % ab 27. Januar 1999 zu zahlen. Mit diesem Urteil wird ein RechtsÃ¶ffnungstitel geschaffen. Es ist deshalb auch das Klagebegehren Nr. 2 gutzuheissen und der in der Betreibung Nr. 2113 des Betrei­bungsamtes <b>C</b> seitens der Beklagten erhobene Rechtsvorschlag aufzuheben (Art. 79 Abs. 1 des Bundesgesetzes Ã¼ber Schuldbetreibung und Konkurs vom 11. April 1889).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. In Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, der KlÃ¤gerin Fr. 139'867.- zuzÃ¼glich Zins zu 5 % ab 27. Januar 1999 zu zahlen. Der in der Betreibung Nr. 2113 des Betreibungsamtes <b>C</b> seitens der Beklagten erhobene Rechtsvorschlag wird auf­gehoben.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">...</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">Abweichende Meinung einer Minderheit des Verwaltungsgerichts:</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1">Die Mehrheit findet, der rechtskrÃ¤ftige WiedererwÃ¤gungsentscheid der FÃ¼rsorgedi­rektion vom 8. September 1998 erscheine zwar nicht als (teil-)nichtig. Das erlaube dem Verwaltungsgericht aber trotzdem, auf die Klage einzutreten. Dies verstÃ¶sst gegen den von Amts wegen zu beachtenden Grundsatz, dass sich Ã¼ber eine zwar mangelhaft, aber dennoch gÃ¼ltig abgeurteilte Sache (res iudicata) nicht erneut befinden lÃ¤sst (vgl. Richard Frank et al., Kommentar zur zÃ¼rcherischen Zivilprozessordnung, 3. A., ZÃ¼rich 1997, § 191 N. 1 f.). Gleichwohl ist die Klage materiell an die Hand zu nehmen, weil der Entscheid der FÃ¼rsorgedirektion mit dem RechtsÃ¶ffnungsrichter als teilnichtig betrachtet werden muss (vgl. auch Imboden/Rhinow und Rhinow/KrÃ¤henmann, je Nr. 40 Va).</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>