<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">1B_59/2008 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 10. März 2008 </div> <div class="para">I. öffentlich-rechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Féraud, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Pfäffli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Beat Gachnang, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Y.________ AG, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Reto Marbacher, </div> <div class="para">Amtsstatthalteramt Luzern-Land, Eichwilstrasse 2, </div> <div class="para">6011 Kriens, </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Zentralstrasse 28, 6002 Luzern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Strafverfahren; Klärung der Privatklägerschaft, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid vom 28. Januar 2008 des Obergerichts des Kantons Luzern, II. Kammer. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Erwägungen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Mit Vertrag vom 16./31. Oktober 2000 verkauften X.________ und A.________ sämtliche Aktien der B.________ AG an die Y.________ AG. Diese wurde damit Alleinaktionärin der B.________ AG. Am 23. Juli 2004 reichte die B.________ AG Privatstrafklage gegen X.________ ein, in welcher sie diesem Veruntreuung, Diebstahl, ungetreue Geschäftsbesorgung etc. zu ihren Ungunsten vorwarf. In der Folge eröffnete der Amtstatthalter von Luzern-Land ein Strafverfahren gegen X.________. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit Vertrag vom 11. August 2005 übertrug die Y.________ AG sämtliche Aktien der B.________ AG an C.________ und D.________. Gleichzeitig trat die B.________ AG alle Forderungen, die ihr gegenüber X.________ und der E.________ AG zustanden, an die Y.________ AG ab. Am 8. Februar 2006 erhob die Y.________ AG ebenfalls Privatstrafklage gegen X.________ und verwies zur Begründung auf die Strafklage der B.________ AG. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Das Amtsstatthalteramt Luzern-Land erkannte mit Zwischenentscheid vom 11. Oktober 2006, dass die B.________ AG im Strafpunkt zur Privatstrafklage legitimiert sei. Die dagegen erhobene Beschwerde wies letztinstanzlich das Obergericht des Kantons Luzern mit Entscheid vom 8. Februar 2007 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 16. März 2007 stellte X.________ den Antrag, es sei mittels prozessleitender Verfügung festzustellen, dass die Y.________ AG nicht berechtigt sei, im Strafverfahren gegen ihn als Privatklägerin aufzutreten. Mit Zwischenentscheid vom 18. Mai 2007 erkannte der Amtsstatthalter von Luzern-Land, dass die Y.________ AG zur Privatstrafklage legitimiert sei. Die dagegen erhobene Beschwerde wies die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern mit Entscheid vom 25. September 2007 ab. Dagegen reichte X.________ am 16. Oktober 2007 Beschwerde beim Obergericht des Kantons Luzern ein. Das Obergericht hiess mit Entscheid vom 28. Januar 2008 die Beschwerde in Bezug auf die Antragsdelikte gut, da der Strafantrag nicht rechtzeitig gestellt worden sei und wies im Übrigen die Beschwerde ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">X.________ führt gegen das Urteil - soweit seine Beschwerde gegen die Privatklägereigenschaft der Beschwerdegegnerin in Bezug auf Offizialdelikte abgewiesen wurde - mit Eingabe vom 3. März 2008 Beschwerde in Strafsachen (<span class="artref">Art. 78 ff. BGG</span>). </div> <div class="para">Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Beim vorliegend angefochtenen Entscheid des Obergerichts des Kantons Luzern handelt es sich um einen Zwischenentscheid, welcher das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer nicht abschliesst. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.1 Gegen selbständig eröffnete Zwischenentscheide, welche nicht die Zuständigkeit oder eine Frage des Ausstandes betreffen, ist die Beschwerde nur zulässig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (<span class="artref">Art. 93 Abs. 1 BGG</span>). Letztere Voraussetzung liegt vorliegend von vornherein nicht vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.2 Im Verfahren der Beschwerde in Strafsachen entspricht der Begriff des nicht wieder gutzumachenden Nachteils gemäss <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> demjenigen des früheren <span class="artref">Art. 87 Abs. 2 OG</span> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=29.02.2008&amp;to_date=19.03.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-139%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page139">BGE 133 IV 139</a> E. 4). Es bedarf daher eines Nachteils rechtlicher Natur; eine bloss tatsächliche Beeinträchtigung wie beispielsweise die Verlängerung oder Verteuerung des Verfahrens genügt nicht. Der Nachteil ist nur dann rechtlicher Natur, wenn er auch durch einen für den Beschwerdeführer günstigen Endentscheid nicht mehr behoben werden könnte (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=29.02.2008&amp;to_date=19.03.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-I-97%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page97">BGE 126 I 97</a> E. 1b mit Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.3 Nach der Praxis des Bundesgerichts zu <span class="artref">Art. 87 Abs. 2 OG</span> führt ein Entscheid, mit welchem die Untersuchungsbehörde eine Person als Partei im Prozess teilnehmen lässt, zu keinem nicht wieder gutzumachenden Nachteil für den Angeschuldigten (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=29.02.2008&amp;to_date=19.03.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-I-215%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page215">BGE 128 I 215</a> E. 2.1 mit Hinweisen). Gleiches gilt auch für die vorliegend anzuwendende Bestimmung von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=29.02.2008&amp;to_date=19.03.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-139%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page139">BGE 133 IV 139</a> E. 4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.4 Die Voraussetzungen von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 BGG</span> zur Anfechtung eines Zwischenentscheides sind somit offensichtlich nicht gegeben. Daher kann der Entscheid des Obergerichts nicht beim Bundesgericht angefochten werden. Da sich die Beschwerde als offensichtlich unzulässig erweist, kann über sie im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG</span> entschieden werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">5. </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind entsprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Amtsstatthalteramt Luzern-Land sowie der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Luzern, II. Kammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 10. März 2008 </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Féraud Pfäffli </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>