B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5089/2015 law/fes U r t e i l v o m 3 0. M a i 2 0 1 8 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richterin Andrea Berger-Fehr, Richter Daniele Cattaneo, Gerichtsschreiberin Sarah Ferreyra. Parteien A._______, geboren am (…, B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), Türkei, alle vertreten durch lic. iur. Semsettin Bastimar, Rechtsberatung & - Vertretung, Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl; Verfügung des SEM vom 23. Juli 2015 / N (…). D-5089/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Ehemann beziehungsweise Vater, D._______, und der älteste Sohn beziehungsweise Bruder, E._______ (N […]), der Beschwerdeführenden suchten bereits am 3. September 2007 respektive 28. September 2011 in der Schweiz um Asyl nach. Ihre Asylgesuche wurden vom damaligen Bun- desamt für Migration (BFM; heute SEM) mit Verfügungen vom 21. Septem- ber 2011 respektive 13. März 2012 abgelehnt. Die dagegen erhobenen Be- schwerden lehnte das Bundesverwaltungsgericht mit den Urteilen D- 5595/2011 (D._______) und D-1972/2012 (E._______) vom 13. Februar 2013 ab. B. Die Beschwerdeführerin, eine türkische Staatsangehörige kurdischer Eth- nie aus F._______ (G._______) verliess ihren Heimatstaat mit ihren beiden damals minderjährigen Kindern C._______ und B._______ sowie dem voll- jährigen Sohn, H._______ (N […]; Verfahren D-5125/2015), gemäss Aus- reisestempel im Reisepass am 16. Februar 2013 auf dem Luftweg von I._______ nach Griechenland. Am 18. Februar 2013 reisten sie mit einem vom Schlepper organisierten Visum in die Schweiz ein und begaben sich zu ihrem Ehemann beziehungsweise Vater und ihrem ältesten Sohn bezie- hungsweise Bruder. Am 4. März 2013 suchten die Beschwerdeführerin und ihre Kinder im Empfangs-und Verfahrenszentrum J._______ um Asyl nach. C. Am 12. März 2013 erhob das BFM die Personalien der Beschwerdeführe- rin und von H._______ und befragte sie beide zum Reiseweg und summa- risch zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes. Am 26. März 2013 hörte das BFM die Beschwerdeführe rin und den (…)-jährigen H._______ zu ihren Asylgründen an. Die Beschwerdeführerin machte zur Begründung ihres Asylgesuches im Wesentlichen geltend, sie sei wegen ihre s Ehemanns vom Militär unter Druck gesetzt und bedroht worden. Die Repressionen hätten im Jahr 1993 angefangen, als in ihrem Haus ihr Schwager, der Mitglied der PKK (Partiya Karkerên Kurdistanê, Arbeiterpartei Kurdistans) gewesen sei, sowie zwei Kämpfer der Guerilla durch das Militär getötet worden seien. Ihr Ehemann sei anschliessend 14 Monate in Untersuchungshaft gewesen. Er sei da- nach für die HADEP (Halkin Demokrasi Partisi; demokratische Volkspartei) und deren Nachfolgeparteien politisch tätig gewesen und in deren Vorstand gewesen. 1999 sei er in den Gemeinderat von F._______ gewählt worden; D-5089/2015 Seite 3 fünf Jahre später sei er als stellvertretender Gemeindepräsident wiederge- wählt worden. 2006 habe er aus gesundheitlichen Gründen seine Vor- standstätigkeit aufgeben müssen. Im Zusammenhang mit seinen politi- schen Aktivitäten sei er von den Behörden im Zeitraum von 1995 bis zu seiner Ausreise 2007 ungefähr zehn Mal für kurze Zeit festgenommen wor- den, und habe deshalb einmal einen Herzschlag erlitten. Im Mai 2007 habe er zusammen mit Freunden einen Hungerstreik zugunsten von Abdullah Öcalan organisiert, dessen Teilnehmer mit wenigen Ausnahmen später alle festgenommen worden sei en. Aus Furcht vor einer weiteren Festnahme habe er die Türkei verlassen und in der Schweiz um Asyl nachgesucht. Im ersten Jahr nach seiner Ausreise sei es zu fünf Hausdurchsuchungen ge- kommen. Danach hätten die Belästigungen aufgehört. Am 10. September 2012 habe das Militär erneut das Haus durchsucht und nach dem Verbleib des Ehemannes gefragt. Er sei in einen Vorfall in I._______ verwickelt ge- wesen. Ihr sei an diesem Tag nichts passiert, aber ihr Sohn H._______ sei an diesem Tag und zu einem späteren Zeitpunkt bedroht worden. Sie hät- ten sich deshalb nach I._______ zu einem Verwandten begeben und seien ungefähr 20 Tage später aus der Türkei ausgereist. Der minderjährige Beschwerdeführer H._______ machte ebenfalls gel- tend, dass es wegen seine s Vaters zu Hausdurchsuchungen gekommen sei und sie wegen der am 10. September 2012 stattgefundenen Haus- durchsuchung ausgereist seien. D. Am 9. April 2013 reichten der Ehemann beziehungsweise Vater und sein Sohn E._______ beim BFM handelnd durch ihren damaligen Rechtsver- treter ein zweites Asylgesuch ein. Zur Begründung mach ten sie geltend, der Ehemann beziehungsweise Vater werde wegen eines in der Nacht vom (…) 2012 in I._______/L._______ verübten Bombenanschlags auf eine Fi- liale der Lebensmittelladenkette (…) als Täter behördlich gesucht. Seine Angehörigen hätten deshalb die Türkei verlassen, um in der Schweiz Asyl nachzusuchen. Sie hätten zur Klärung der Sachlage den Rechtsanwalt M._______, beauftragt. Dieser habe ein Schreiben verfasst, welches fest- halte, dass die Staatsanwaltschaft gegen den Ehemann beziehungsweise Vater eine Strafuntersuchung wegen einer schweren Straftat führe, deren Ausgang noch offen sei. Zudem habe der Anwalt ein Dossier aus dem po- lizeilichen Ermittlungsverfahren übersandt, welches samt auszugsweiser Übersetzung eingereicht werde. Diese Unterlagen würden den Bombenan- schlag, dessen Beweissicherung, eine telefonische Denunziation des Ehe- mannes beziehungsweise Vaters bei der Polizei durch einen N._______ D-5089/2015 Seite 4 und den daraufhin erlassenen Suchbefehl bestätigen . Die Originale wür- den nachgereicht, sobald sie sich in der Schweiz befänden. Sie würden aber schon als Kopie einen seriösen Eindruck hinterlassen und den An- schein von amtlichen Originaldokumenten erwecken. Der Ehemann bezie- hungsweise Vater wisse nicht mit Sicherheit, weshalb er wegen einer Straf- tat gesucht werde, die während seines Aufenthalts in der Schweiz in der Türkei verübt worden sei. Er vermute, dass es sich um einen Komplott der türkischen Sicherheitskräfte handle, welcher mit seinen exilpolitischen Ak- tivitäten in der Schweiz zu tun haben könnte. Er betätige sich seit mehreren Jahren an kurdischen Hochzeiten mit grossem Erfolg als Spendensammler für den (…). Diese Organisation sei in der Türkei als Unterstü tzerin der PKK verboten und gelte als terroristisch. Er sei in den Kreisen der kurdisch- türkischen Bewegung weit herum bekannt. Diese sei im letzten Jahr von einem Agenten des türkischen Nachrichtendienstes MIT namens O._______ bis zu dessen Enttarnung aus gespäht worden. Aufgrund der Bekanntheit des Ehemannes beziehungsweise Vaters habe die kurdische Tageszeitung (…) am (…) über dessen Wegweisung aus der Schweiz be- richtet. Aus den dargelegten Gründen könnten die Familie P ._______ und ihr erwachsener Sohn E._______ nicht gefahrlos in die Türkei zurückkeh- ren. E. Mit Verfügung vom 11. April 2013 lehnte das BFM die Asylgesuche der Be- schwerdeführenden vom 4. März 2013 ab, verfügte die Wegweisung und ordnete deren Vollzug an. F. Mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-2684/2013 vom 19. Juni 2013 wurde die dagegen erhobene Beschwerde vom 10. Mai 2013 abgewiesen. G. Am 4. Juli 2013 stellten die Beschwerdeführenden und der volljährige Sohn H._______ handelnd durch ihren damaligen Rechtsvertreter beim BFM sinngemäss ein zweites Asylgesuch. Sie machten geltend, dass das Bun- desverwaltungsgericht mit den Urteilen D-2684/2013 und D-2686/2013 von 19. Juni 2013 ihre Beschwerden gegen die Verfügungen des SEM betref- fend ihre ersten Asylgesuche abgewiesen habe. Das zweite Asylges uch des Vaters beziehungsweise Ehemannes sowie des älteren Sohnes E._______ sei jedoch noch beim BFM hängig. Da sie neue behördliche Behelligungen befürchten würden, falls sie in die Türkei zurückkehren müssten, ersuchten sie die Ausreisefrist gestützt auf Art. 44 Abs. 1 AsylG D-5089/2015 Seite 5 aufzuschieben, bis ein rechtskräftiger Wegweisungsentscheid betreffen d den Ehemann beziehungsweise Vater und E._______ vorliege. H. Das BFM hörte am 23. Juli 2014 die beiden volljährigen Söhne H._______ und E._______ sowie am 24. Juli 2014 die Beschwerdeführerin, ihren Ehe- mann und den Sohn B._______ ein zweites Mal an. Die Beschwerdeführerin machte zur Begründung ihres Mehrfachgesuches im Wesentlichen die gleichen Vorbringen geltend, welche sie bereit s im ersten Asylgesuch vorgebracht hat te. Neu erwähnte sie , ihr Ehemann werde in der Türkei wegen eines Ermittlungsverfahrens im Zusammenhang mit einem angeblich von ihm in I._______ verübten Bombenanschlag auf einen Supermarkt gesucht. Ein Unbekannter habe ihren Ehemann zu Un- recht bei der türkischen Polizei angezeigt. Es müsse sich um einen Kom- plott der türkischen Behörden gegen ihren Ehemann handeln. Zudem sei ihr Ehemann hier in der Schweiz politisch aktiv und würde sich für das in der Türkei verbotene kurdische Hilfswerk (…) betätigen. Sie besuche einen kurdischen Verein in Q._______ und habe an einer 1. Mai-Demonstration und an Demonstrationen zugunsten ihres Führers Abdullah Öcalan teilge- nommen. B._______ führte zur Begründung seines Mehrfachgesuches aus, er sei in der Schweiz im Verein (…) im Bereich (…) tätig. Er nehme neben der Teil- nahme an kulturellen Anlässen auch an politischen Demonstrationen teil , sammle Unterschriften und verteile beispielsweise Flugblätter. I. Mit Schreiben vom 29. Mai 2015 machten die Beschwerdeführenden durch den rubrizierten Rechtsvertreter geltend, sie würden aus einer Familie stammen, die in ihrer Wohnregion als PKK-Anhänger gelte. Die politischen Aktivitäten für prokurdische Parteien und die Haft des Ehemannes bezi e- hungsweise Vaters seien von der Vorinstanz auch nicht bestritten worden, wie die Tatsache, dass er aus einer politisch aktiven Familie stamme. Er habe damals die Türkei verlassen müssen, weil er angesichts seines Ge- sundheitszustands und wegen des früher im Gefängnis erlittenen Medika- mentenentzugs die Angst gehabt habe, eine erneute Haft nicht mehr über- leben zu können. Seine n Asylvorbringen und denjenigen seiner Ehefrau und Kinder seien aber wegen fehlenden Kausalzusam menhangs und In- tensität der Verfolgung die Asylrelevanz abgesprochen worden. Nun werde er aber wegen eines nicht von ihm verübten Bombenanschlags gesucht. D-5089/2015 Seite 6 Inzwischen seien auch der Schwager der Beschwerdeführerin mit seiner Frau, R._______ und S._______ (N […]) in die Schweiz geflüchtet. Weil er weiterhin für den (…) tätig sei, befürchte er bei einer Rückkehr in die Türkei verhaftet zu werden. Da er bereits in den Jahren 1993 bis 2007 mehrmals gefoltert worden sei, sei dieses subjektive Empfinden begründet und daher asylrelevant. Die Situation schwer kranker Gefangener in den t ürkischen Gefängnissen sei prekär. Auch für seine Ehefrau und Kinder – darunter auch die volljährigen Söhne – bestehe für den Fall einer Rückkehr die Ge- fahr einer Reflexverfolgung. J. Die Beschwerdeführenden reichten mit Eingabe vom 10. Juli 2015 den Mit- arbeiterausweis des (…) bezüglich des Ehemannes beziehungsweise Va- ter ein. K. Mit Verfügung vom 23. Juli 2015 stellte das SEM fest, der Ehemann bezie- hungsweise Vater erfülle die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG (SR 142.31), lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegwei- sung, schob deren Vollzug wegen Unzulässigkeit auf und ordnete die vor- läufige Aufnahme an. Diese Verfügung wuchs unangefochten in Rechts- kraft. L. Bezüglich die Beschwerdeführenden stellte das SEM mit Verfügung vom 23. Juli 201 5 fest, sie würden die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG nicht erfüllen. Sie würden gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG als Flüchtlinge anerkannt . Ihre Asylgesuche lehnte es ab, verfügte die Wegweisung, schob deren Vollzug jedoch wegen Unzulässigkeit zu- gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. M. Mit Eingabe vom 21. August 2015 liessen die Beschwerdeführenden, han- delnd durch ihren Rechtsvertreter, gegen diesen Entscheid beim Bundes- verwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, es sei die ange- fochtene Verfügung in den Dispositivziffern 1, 3, und 4 aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihnen Asyl zu gewähren. Eventuell seien sie als originäre Flüchtlinge vorläufig aufzunehmen. In verfahrens- rechtlicher Hinsicht liessen sie zudem beantragen, es sei die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 110a AsylG unter Beiordnung des Rechtsvertreters als D-5089/2015 Seite 7 Rechtsbeistand zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschus- ses zu verzichten. Zudem beantragten sie, es seien die Dossiers von den Schwägern beziehungsweise Onkel T._______ (N […]) und R._______ so- wie dessen Ehefrau S._______ (N […]) beizuziehen. Mit der Beschwerde reichten die Beschwerdeführenden ein Anwaltsschrei- ben vom 28. Juni 2014 betreffend das Verfahren von S._______ inklusive Übersetzung, Auszüge von verschiedenen Internetseiten und eine Fürsor- gebestätigung vom 18. August 2015 ein. N. Mit Verfügung vom 7. September 2015 lehnte der damalige Instruktions- richter des Bundesverwaltungsgerichts den Antrag auf Beiziehung der Asyldossiers der Verwandten der Beschwerdeführenden sowie das Ge- such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Recht sver- beiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG i.V.m. Art. 110a Abs. 2 AsylG ab und erhob einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– mit der Androhung, bei Nichtbezahlen werde auf die Beschwerde nicht eingetre- ten. O. Die Beschwerdeführenden beantragten mit Eingabe vom 10. September 2015, der Instruktionsrichter Fulvio Haefeli habe in den Ausstand zu treten, und in Aufhebung der Zwischenverfügung vom 7. September 2015 die Ge- suche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsver- beiständung seien gutzuheissen. P. Das Bundesverwaltungsgericht wies das Ausstandsbegehren mit Urteil D-5637/2015 vom 13. Oktober 2015 ab und überwies die Akten zur Weiter- führung des Verfahrens D -5089/2015 dem Instruktionsrichter Fulvio Haefeli. Q. Der Instruktionsrichter hielt mit Verfügung vom 16. Oktober 2015 fest, dass sich aufgrund des Umstands, wonach das SEM den Schwager R._______ und dessen Familie mit Verfügung vom 8. September 2015 als Flüchtlinge anerkannt und ihnen in der Schweiz Asyl gewährt habe, eine Wiedererwä- gung der Zwischenverfügung vom 7. September 2015 rechtfertige . Er hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge-D-5089/2015 Seite 8 mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gut. Das Gesuch um Gewährung der unentgelt- lichen Rechtsvertretung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 110a Abs. 2 AsylG wies er ab. Gleichzeitig gab er dem SEM die Gelegenheit, eine Vernehmlassung zur Beschwerde vom 21. August 2015 einzureichen. R. Am 9. November 2015 reichte das SEM eine Vernehmlassung ein. S. Am 25. November 2015 reichten die Be schwerdeführenden handelnd durch ihren Rechtsvertreter eine Replik ein. Der Replik legten sie einen Bericht von Amnesty International (AI) aus dem Jahr 2015 zur Türkei und Auszüge von verschiedenen Internetseiten bei. T. Mit Eingabe vom 22. Februar 2017 machten die Beschwerdeführenden auf den am 21. Juli 2016 in der Türkei verhängten Ausnahmezustand aufmerk- sam. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs gericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. D-5089/2015 Seite 9 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Das Verfahren der Beschwerdeführenden wird mit demjenigen ihres Soh- nes beziehungsweise Bruders, H._______ (D-5125/2015), koordiniert be- handelt. 4. Die Dossiers der Schwäger beziehungsweise Onkel T._______ (N […]) und R._______ sowie dessen Ehefrau S._______ (N […]) und das Dossier des ältesten Sohnes beziehungsweise Bruders E._______ (N […]) wurden vom Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung des vorliegenden Ver- fahrens beigezogen. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5.3 Die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu - chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat , beziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr D-5089/2015 Seite 10 gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Hei- matstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind bezie- hungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Auf- grund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Aner- kennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die be- troffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 7; 2008/12 E. 7.2.6.2; 2008/4 E. 5.2). Aus- gangspunkt für die Beurteilun g der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begrün- deten Furcht vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylent- scheids ist jedoch im Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der Verfol- gungsfurcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zuguns- ten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 6. 6.1 Das SEM lehnte das Asylgesuch mit der Begründung ab, die Vorflucht- gründe der Beschwerdeführenden seien in der Verfügung vom 11. April 2013 für nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG und auch nicht als rele- vant im Sinne von Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG erachtet worden. Diese Ein- schätzung ihrer Asylgründe durch das SEM sei vom Bundesverwaltungs- gericht mit Urteil D-2686/2013 vom 19. Juni 2013 bestätigt worden. Die Beschwerdeführenden würden geltend machen, dass ihnen und ihren minderjährigen Kindern bei einer Rückkehr in die Türkei wegen der Verfol- gungslage ihres Ehemannes beziehungsweise Vaters durch ein Ermitt- lungsverfahren im Zusammenhang mit einem Bombena nschlag auf ein Einkaufszentrum in I._______ eine asylrelevante Reflexverfolgung drohe. Hinzu komme noch ein Zeitungsartikel in (…) vom (…) 2013 mit Verweisen auf die exilpolitischen Aktivitäten ihres Ehemannes beziehungsweise Va- ters für das in der Türkei wegen seiner PKK-Nähe verbotene Hilfswerk (…), das ebenfalls Anlass für eine asylrelevante Reflexverfolgung gebe. Den Er- kenntnissen des SEM zufolge gebe es in der Türkei keine Sippenhaft. Eine Reflexverfolgung von gesuchten Personen, denen terroristische Aktivitäten angelastet würden, sei jedoch trotzdem nicht auszuschliessen. Den Er- kenntnissen des SEM zufolge nähmen aber solche Massnahmen de r tür- kischen Behörden und Sicherheitskräfte in der Regel kein asylrelevantes Ausmass an. Dies gelte umso mehr für Angehörige, die selbst nicht vorbe- lastet seien wie die Beschwerdeführerin und ihr Sohn B._______. Diese D-5089/2015 Seite 11 Einschätzung werde dadurch bestätigt , dass die von ihnen geltend ge- machten angeblichen Reflexverfolgungsmassnahmen wegen ihres Ehe- mannes beziehungsweise Vaters im Rahmen ihrer Vorfluchtgründe vom SEM als nicht glaubhaft beziehungsweise aufgrund der fehlenden Intensi- tät als nicht asylbeachtlich im Sinne von Art. 3 AsylG eingestuft worden seien. Zudem würden beide geltend machen, in der Schweiz exilpolitisch aktiv zu sein. Die von ihnen geschilderten Aktivitäten – kulturelle Aktivitä- ten, Teilnahme an Demonstrationen – entsprächen jedoch aufgrund ihrer Art und Intensität nicht den Anforderungen an eine exponierte exilpolitische Tätigkeit, welche eine begründete Furcht vor einer asylrelevanten Verfol- gung bei einer Rückkehr in die Türkei würde auslösen können. Diese Vor- bringen seien deshalb nicht asylrelevant. Die Beschwerdeführerin und ihre Kinder C._______ und B._______ würden deshalb die Flüchtlingseigen- schaft gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG nicht erfüllen. 6.2 In der Beschwerde wird hingegen geltend gemacht, der Sachverhalt sei ungenügend und unvollständig festgestellt und die Begründungspflicht sei verletzt worden. Zudem sei der rechtserhebliche Sachverhalt von der Vorinstanz falsch und zu Ungunsten der Beschwerdeführenden gewürdigt worden, indem sie bei der Beurteilung der geltend gemachten Reflexver- folgung die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft des Sohnes E._______ und der anderen Verwandten, wie diejenige des Schwagers, T._______ sowie R._______ und dessen Ehefrau S._______ nicht berück- sichtigt und in die Verfügung miteinbezogen habe. Die Beschwerdeführen- den würden die Feststellung der Vorinstanz , dass ihre Vorfluchtgründe nicht glaubhaft und auch nicht asylrelevant seien, nicht bestreiten. Sie wür- den aber neu geltend machen, dass es Gründe gebe, um diese Feststel- lung zu revidieren. Die Familie P ._______ werde seit Anfang neunziger Jahre stets Repressalien des türkischen Staates ausgesetzt. So sei nicht nur der Ehemann beziehungsweise Vater, sondern auch d essen Brüder T._______ und R._______ von den türkischen Behörden verfolgt worden, weshalb sie mit ihren Familien aufgrund der unrecht erfolgten ständigen Behelligungen, Repressalien, mehrmalige n Verhaftungen, Befragungen und Anklagen sowie erlittenen Misshandlungen und Folter die Türkei hät- ten verlassen und in der Schweiz Schutz suchen m üssen. Diese erlittene Vorverfolgung ermögliche es auch die subjektive Furcht der Beschwerde- führenden vor zukünftiger Verfolgung zu verstehen. Daher seien die Vor- fluchtgründe der Beschwerdeführenden bei der Beurteilung der von ihnen vorgebrachten Reflexverfolgung von grosser Bedeutung, weshalb sie im Gegensatz zur Annahme der Vorinstanz bei der Prüfung der geltend ge- machten Reflexverfolgung weiterhin berücksichtigt werden müs sten. Wie D-5089/2015 Seite 12 die Vorinstanz selber nicht ausgeschlossen habe und auch durch die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts bestätigt werde, bestün- den in der Türkei staatliche Repressalien gegen Familienangehörige von politischen Aktivisten, die als sogenann te Reflexverfolgung flüchtlings- rechtlich erheblich im Sinne von Art. 3 AsylG sein könne ( vgl. Urteile des BVGer D-5254/2012 vom 23. Januar 2013 E. 5.2.2 und D-5595/2011 vom 13. Februar 2013 E. 5.6.3). Nach dieser Rechtsprechung sei die Wahr- scheinlichkeit, Opfer einer Reflexverfolgung zu werden, vor allem dann ge- geben, wenn nach einem flüchtigen Familienmitglied gefahndet werde und die Behörde Anlass zur Vermutung habe, dass jemand mit der gesuchten Person in engem Kontakt stehe. Weiter erhöhe sich diese Wahrscheinlich- keit gemäss erwähnter Rechtsprechung dann, wenn ein nicht unbedeuten- des politisches Engagement der reflexverfolgten Person für illegale politi- sche Organisationen hinzukomme. Feststellen liesse sich immerhin, dass oftmals diejenigen Personen von einer Reflexverfolgung bedroht seien, die sich offen für politisch aktive Verwandte einsetzen würden. Hinter einer Re- flexverfolgung könne aber auch nur die Absicht liegen, die gesamte Familie für Taten eines Familienmitglieds zu bestrafen, in der Vermutung, dessen politische Ansichten und Ziele würden von den engeren Angehörigen ge- teilt, beziehungsweise mit dem Zweck, sie so einzuschüchtern, dass sie sich von oppositionellen kurdischen Gruppierungen fernhielten. Wie die Beschwerdeführenden vorgebracht hätte n, würden sie zu einer als PKK nahestehenden bekannten Familie gehören. Ein Bruder des Ehemannes und Vaters sei durch die türkischen Sicherheitskräfte im Oktober 1993 ge- tötet und er selber für zwei Jahre inhaftiert worden. Er und seine Brüder und die Ehefr au des einen Bruders seien aktive Mitglieder der prokurdi- schen Parteien wie HADEP oder der Nachfolgeparteien in der Heimatge- meinde der Beschwerdeführenden, weshalb sie stets der Repressalien der türkischen Behörden ausgesetzt gewesen seien. Aufgrund der erwähnten und teils belegten Repressalien hätten die Beschwerdeführenden als auch die Verwandten schliesslich die Türkei verlassen müssen. Somit seien die Beschwerdeführenden bereits vor ihrer Ausreise den Verfolgungsmass- nahmen des türkischen Staates ausgese tzt gewesen, weshalb sie objek- tive Gründe für eine ausgeprägte subjektive Furcht vor erneuter Verfolgung hätten. Nun werde der Ehemann beziehungsweise Vater der Beschwerde- führenden in der Türkei wegen eines nicht von ihm ausgeübten Anschlages offiziell gesucht. Zudem sei en er und der Sohn beziehungsweise Bruder E._______ seit ihrer Ankunft in der Schweiz exilpolitisch tätig, weshalb sie von der Vorinstanz als Flüchtlinge anerkannt und vorläufig aufgenommen worden seien. Auch die erwähnten Verwandten seien i n der Schweiz wie vorher politisch aktiv, indem sie sich für die kurdischen Vereine (…) oder D-5089/2015 Seite 13 (…) einsetzen und an regimekritischen Aktionen und Demonstrationen teil- nehmen würden. S._______ führe zum Beispiel seit März 2015 ihre politi- schen Tätigkeiten als Co-Vorsitzende der (…) in U._______ fort. Aufgrund dieser exilpolitischen Tätigkeiten seien die Familienmitglieder der Familie P ._______ in den Kreisen der kurdisch -türkischen Oppositionsbewegung weitherum bekannt, was auch dem türkischen Geheimdienst nicht entgan- gen sei, da dieser weiterhin die exilpolitischen Tätigkeiten der türkischen Staatsangehörigen streng beobachte, wie im Fall von O._______. Die exil- politischen Tätigkeiten seien von der Vorinstanz nicht bestritten worden. Deshalb sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch aufgrund ihrer exilpoliti- schen Tätigkeiten in den Blick des türkischen Geheimdienstes geraten sein könnten, und aus diesem Grund die Gefahr, bei der Rückreise in die Türkei verhaftet, verhört und dabei misshandelt zu werden, sehr hoc h. Wie das Oberverwaltungsgericht Rheinland -Pfalz in seinem Urteil vom 21. März 2014 festgestellt habe, würden insbesondere ehemalige PKK-Mitglieder in den Blick türkisch er Sicherheitsbehörden geraten und müssten bei einer Rückkehr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit mit asylrelevanten Übergrif- fen rechnen. Bei der Einreise in die Türkei habe sich jedermann, gleich welcher Volkszugehörigkeit, einer Personenkontrolle zu unterziehen. Sei eine Person in das Fahndungsregister eingetragen oder sei gegen sie ein Ermittlungsverfahren anhängig, werde sie in Polizeigewahrsam genom- men. Sei ein Strafverfahren anhängig, werde der Betroffene festgenom- men und der Staatsanwaltschaft überstellt. Für exponierte Mitglieder oder solche, von denen sich die Sicherheitskräfte Info rmationen über die PKK erhoffen würden, bestehe die Gefahr der Folter beziehungsweise Miss- handlung. Der seit März 2013 zwischen der PKK und der Türkei stillschwei- gend vereinbarte Waffenstillstand sei nach dem Anschlag mit 32 Toten in der türkischen Stadt Suruc vom 20. Juli 2015 und den daraufhin erfolgten Luftangriffen der türkischen Armee gegen die PKK-Stellungen in den Kan- dil-Bergen im Nordirak aufgekündigt worden. Seither eskaliere die Gewalt, und kurdische Aktivistinnen und Aktivisten würden verhaftet. Die von den Beschwerdeführenden geltend gemachten Befürchtungen den Reflexver- folgungsmassnahmen des türkischen Staates ausgesetzt zu werden, müsse daher vor dem Hintergrund dieser neuen Entwicklung gewürdigt werden, welche die Gefahr der oben beschriebenen Übergriffe erhöhe. So- mit sei die von den Beschwerdeführenden geltend gemachte Reflexverfol- gung auch objektiv begründet, weshalb ihre Flüchtlingseigenschaft anzu- erkennen und ihnen Asyl zu gewähren sei. 6.3 In der Vernehmlassung führte das SEM aus, es ergebe sich für die Be- schwerdeführenden auch aufgrund der aktuellen Aktenlage kein politisches D-5089/2015 Seite 14 Profil, aus dem sie eine ausreichend begründete Furcht vor einer zukünfti- gen asylrelevanten Verfolgung ableiten könnten. Die gleiche Einschätzung gelte für die von den Beschwerdeführenden vorgebrachte Furcht vor einer Reflexverfolgung aufgrund des familiären Umfeldes. 6.4 In der Replik machten die Beschwerdeführenden im Wesentlichen gel- tend, wie aus Berichten von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen (NGO’s) und Nachrichten aus deutschsprachigen Internetseiten zu entneh- men sei, habe sich die Sicherheits- und Menschenrechtslage in der Türkei im Jahr e 2015 insbesondere im Südosten der Türkei dramatisch ver- schlechtert. Die Auseinandersetzungen zwischen der PKK und den türki- schen Sicherheitskräften hätten sich zugespitzt und es würden jeden Tag nicht nur Kämpfer der PKK oder türkischen Soldaten oder Polizisten ge- genseitig getötet, sondern auch zahlreiche Zivilsten. Im Zeitraum zwischen 7. Juni und 9. November 2015 seien insgesamt 5‘713 politische Aktivistin- nen und Aktivisten von türkischen Sicherheitskräften festgenommen wor- den. Die Lage im Südosten und Osten der Türkei sei durch eine Situation allgemeiner Gewalt gekennzeichnet. Inzwischen seien nicht nur der als Flüchtling anerkannte Ehemann beziehungsweise Vater, sowie die Söhne beziehungsweise Brüder, E._______, H._______, sondern auch andere Verwandte, wie R._______ und dessen Frau S._______ bei verschiedenen kurdischen Vereinen in der Schweiz politisch stark engagiert, weshalb sie mittlerweile von der Vorinstanz als Flüchtlinge anerkannt und ihnen Asyl gewährt worden sei. Da die demokratischen Gesellschaftszentren der Kurdinnen und Kurden in Europa und die Jugendorganisationen (…) von den türkischen Behörden als illegal und terroristisch bezeichnet sowie als Tochter- beziehungsweise Nebenorganisation der PKK wahrgenommen und daher streng beobachtet und jede Bewegung dieser Organisationen aufgenommen, erfasst, ausgewertet und anschliessend der Informations- stelle nach I._______ übermittelt würden, bestehe für den Fall einer Rück- kehr der Beschwerdeführenden in die Türkei eine erhöhte Gefahr am Flug- hafen angehalten, einer genauen Prüfung unterzogen und dabei verhaftet zu werden, was auch von der Vo rinstanz bestätigt werde. Die Gefahr, bei der Einreise in die Türkei die Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden auf sich zu ziehen, vergrössere sich auch aufgrund ihres langjährigen Ausland- aufenthaltes und noch ausstehenden Militärdienstes des Sohnes B._______ zusätzlich. Somit sei ihre Furcht vor einer zukünftigen Verfol- gung begründet. D-5089/2015 Seite 15 7. 7.1 In der Beschwerde wird gerügt, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unvollständig festgestellt und die Begründungspflicht verletzt, indem sie die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft von Verwandten unberücksichtigt gelassen habe. 7.2 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verfügende Behörde die Vorbringen der Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und e rnsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Ferner soll die Abfassung der Begründung den Betroffenen ermöglichen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten, was nur der Fall ist, wenn sich sowohl die Betroffenen als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können, wobei sich die verfügende Behörde allerdings nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständl i- chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken kann. Die Begründungsdichte richtet sich dabei nach dem Verfügungsge- genstand, den Verfahrensumständen und den Interessen des Betroffenen, wobei bei schwerwiegenden Eingriffen in die rechtlich geschützten Interes- sen des Betroffenen – und um solche geht es bei der Frage des Wegwei- sungsvollzugs – eine sorgfältige Begründung verlangt wird (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2). 7.3 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung vom 23. Juli 2015 fest- gehalten, dass der Ehemann beziehungsweise Vater der Beschwerdefüh- renden mit Verfügung vom gleichen Tag als Flüchtling vorläufig aufgenom- men wurde. Hinsichtlich der im Rahmen des ersten Asylgesuchs geltend gemachten Vorbringen hat es alsdann auf seine Verfügung vom 11. April 2013 verwiesen, in welcher eine Reflexverfolgung der Beschwerdeführen- den im Zusammenhang mit den Asylvorbringen des Ehemannes bezie- hungsweise Vaters und des ältesten Sohnes beziehungsweise Bruders un- ter Hinweis au f ihre in den Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts D-1595/2011 ( D._______) beziehungsweise D -1972/2012 ( E._______) vom 13. Februar 2013 abgewiesenen Beschwerden verneint wurde, da diese selber keine Reflexverfolgung aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer politisch oppositionellen Familie zu befürchten hätten (vgl. Verfügung vom 11. April 2013 Ziff. I. 4). Sodann machten die Beschwerdeführenden weder bei der Erstbefragung noch bei den beiden Anhörungen geltend, dass s ie D-5089/2015 Seite 16 aufgrund der exilpolitischen Tätigkeiten des ältesten Sohnes beziehungs- weise Bruders oder aufgrund des Schwagers T._______ eine Reflexverfol- gung zu befürchten hätten. Im Übrigen waren d ie Asylverfahren von R._______ und S._______ zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung am 23. Juli 2015 noch nicht entschieden, weshalb das SEM den Umstand, dass diese Flüchtlinge sind, noch gar nicht berücksichtigen konnte. Eine unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts lässt sich demnach ebenso wenig feststellen wie eine Verletzung der Begründungs- pflicht beziehungsweise des rechtlichen Gehörs. 8. 8.1 Die Beschwerdeführenden machen geltend, aufgrund der Ve rfolgung des Ehemannes beziehungsweise Vaters und den exilpolitischen Tätigkei- ten ihrer Verwandten würden sie sich vor einer Reflexverfolgung durch die türkischen Behörden fürchten. 8.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in konstanter Praxis davon aus, dass in der Türkei staatliche Repressalien gegen Familienangehörige von politischen Aktivisten angewandt werden, die als sogenannte Reflexverfol- gung flüchtlingsrechtlich erheblich im Sinne von Art. 3 AsylG sein können. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Reflexverfolgung zu werden, ist nach der Praxis des Gerichts vor allem dann gegeben, wenn nach einem flüch- tigen Familienmitglied gefahndet wird und die Behörde Anlass zur Vermu- tung hat, dass jemand mit der gesuchten Person in engem Kontakt steht. Diese Wahrscheinlichkeit erhöht sich, wenn ein nicht unbedeutendes poli- tisches Engagement der reflexverfolgten Person für illegale politische Or- ganisationen hinzukommt beziehungsweise ihr seitens der Behörden un- terstellt wird (vgl. beispielsweise die Urteile des BVGer D-4411/2013 vom 8. September 2014 E. 5.1 und D-5254/2012 vom 23. Januar 2013 E. 5.2.2 m.w.H.). 8.3 Vorweg ist fes tzuhalten, dass die Reflexverfolgung, welche auf den Vorfluchtgründen des Ehemannes beziehungsweise Vaters und des ältes- ten Sohnes beziehungsweise Bruders sowie der Zugehörigkeit zu einer po- litisch oppositionellen Familie beruhe, vom SEM mit Verfügung vom 11. Ap- ril 2013 bereits verneint und dessen Beurteilung vom Bundesverwaltungs- gericht im Urteil D-2686/2013 vom 19. Juni 2013 bestätigt worden ist. Es gilt somit nur noch zu prüfen, ob die Beschwerdeführenden aufgrund der vom Ehmann beziehungsweise Vater im zweiten Asylgesuch geltend ge- machten Vorbringen – Ermittlungsverfahrens gegen ihn im Zusammen-D-5089/2015 Seite 17 hang mit einem Bombenanschlag, einem Zeitungsbericht in der (…) betref- fend seine exilpolitischen Tätigkeiten und seine Aktivitäten für die Organi- sation (…) – und der exilpolitischen Tätigkeiten der Verwandten sowie der Asylgewährung von R._______ und S._______ eine Reflexverfolgung zu befürchten hätten. 8.4 Aufgrund der Aktenlage steht fest, dass gegen den Ehemann bezie- hungsweise Vater ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit einem Bombenschlag in I._______ vom (…) eröffnet worden ist. Das SEM ging jedoch in der Verfügung vom 23. Juli 2015 davon aus, dass dieser nicht nur zu Unrecht von einem Unbekannten als Verursacher des Bombenan- schlags bezichtigt worden ist, sondern dass seine angeblich durch einen gewissen N._______ bei der türkischen Polizei erfolgte Denunziation mit grosser Wahrscheinlichkeit entweder durch ihn selbst oder auf seine Ver- anlassung hin erfolgt ist. Diesen Verdacht stützte das SEM auf die Überle- gung, dass sich der besagte Bombenanschlag in I._______ bereits im (…) ereignet habe, der Telefonanruf des Mannes, der sich als N._______ aus- gegeben habe, jedoch erst anfangs März 2013 eingegangen sei. Etwa zwei Wochen zuvor habe das Bundesverwaltungsgericht seine Beschwerde ge- gen den negativen Asylentscheid abgewiesen. Es deute daher einiges da- raufhin, dass er nach dem negativen Ausgang seines Asylverfahrens in der Schweiz, versucht habe, neue Asylgründe zu schaffen. Dieser Verdacht der Inszenierung und Selbstbelastung werde dadurch erhärtet, dass „zufällig“ ebenfalls im März 2013 in der Zeitschrift (…) ein Artikel über ihn erschienen sei, der von seiner Gefährdung durch eine drohende Ausschaffung aus der Schweiz spreche und ihn als Unterstützer der verbotenen (…) und der PKK darstelle. Das Wissen über den Ausgang seines Asylverfahrens könne je- doch fast nur aus seinem Umfeld an den Verfasser des Zeitungsartikels gelangt sein. Diese Verfügung wurde vom Ehemann beziehungsweise Va- ter nicht angefochten. Gemäss den diesbezüglichen Feststellungen des SEM hätte es dieser in der Hand, bei den türkischen Behörden entlastende Beweise bezüglich des gegen seine Person lau fenden Verfahrens einzu- reichen, wenn die Beschwerdeführenden wegen des Ermittlungsverfah- rens gegen den Ehemann beziehungsweise Vater selbst Repressalien aus- gesetzt wären. Zudem verfügt er in der Türkei über einen Rechtsanwalt , der ihm dabei behilflich sein könnte, sich strafrechtlich zu entlasten . Auf- grund des Zeitungsartikels und dem politischen Engagement als Spenden- sammler für die verbotene (…) des Ehemannes beziehungsweise Vaters ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden nicht mit asylrele- vanten Repressalien zu rechnen haben. Der Ehemann beziehungsweise D-5089/2015 Seite 18 Vater war bereits vor seiner Ausreise während Jahren politisch für die HA- DEP und deren Nachfolgeparteien engagiert, was zu keiner asylrelevanten Verfolgung seiner Angehörigen geführt hatte. Es ist deshalb nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden aufgrund eines einzelnen Zeitschriftartikels und dem Engagement des Ehemannes beziehungsweise Vaters als Spendensammler nun bei einer allfälligen Rückkehr eine asylre- levante Verfolgung zu befürchten hätten. Auch die exilpolitischen Tätigkei- ten der Verwandten sowie die Anerkennung von R._______ und S._______ als Flüchtlinge dürfte n nicht zu einer anderen Einschätzung führen. So ist aus den beigezogenen Akten bekannt, dass die Verwandten wie der Ehemann beziehungsweise Vater während Jahren in der Türkei politisch aktiv waren und sogar in mehrere Strafverfahren verwickelt gewe- sen sind, was jedoch nie zu einer Reflexverfolgung der Beschwerdeführen- den in der Türkei führte. Es ist deshalb nicht davon auszugehen, dass we- der die exilpolitischen Tätigkeiten der Verwandten oder die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft des Schwagers und seiner Familie in der Schweiz bei einer allfälligen Rückkehr zu einer Reflexverfolgung de r Be- schwerdeführenden führen würden. Hinzu kommt, dass sich die Beschwer- deführenden selber weder in der Türkei noch in der Schweiz in bedeuten- dem Ausmass politisch engagiert haben (siehe nachfolgende Erwägun- gen). Vor diesem Hintergrund ist nicht davon ausz ugehen, dass sich die Beschwerdeführenden bei einer allfälligen Rückkehr vor einer asylrelevan- ten Reflexverfolgung durch die türkischen Behörden aufgrund ihrer poli- tisch aktiven Familienangehörigen und Verwandten fürchten müssen. 9. 9.1 Mit Eventualantrag machen die Beschwerdeführenden geltend, auf- grund ihrer exilpolitischen Tätigkeiten seien sie als originäre Flüchtlinge vorläufig aufzunehmen . Die Beschwerdeführerin besuche einen kurdi- schen Verein in Q._______, würde an 1. Mai-Demonstrationen teilnehmen und sich an Demonstrationen zugunsten von Abdullah Öcalan beteiligen. B._______ sei im Verein (…) im Bereich (…) tätig, nehme an kulturellen Anlässen und politischen Demonstrationen teil und verteile beispielsweise Flugblätter und Broschüren. 9.2 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – insbesondere durch politische Exil- aktivitäten – eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, sich so- mit auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe (Art. 54 AsylG) beruft, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn der Hei-D-5089/2015 Seite 19 mat oder Herkunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von den Aktivi- täten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt würde (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1; 2009/28 E. 7.1). 9.3 Es kann davon ausgegangen werden, dass die Aktivitäten kurdischer Exilorganisationen oder einzelner Exponenten eines gewissen Formats von regimetreuen Bürgern oder im Ausland lebenden Behördenvertretern der Türkei beobachtet werden. Dieser Umstand reicht i ndessen gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts für sich allein genommen nicht aus, um eine tatsächliche Gefährdung im Falle der Rückkehr in die Türkei als wahrscheinlich erscheinen zu lassen. Vielmehr müssten konkrete Anhalts- punkte – nicht nur die abstrakte oder rein theoretische Möglichkeit – dafür vorliegen, dass ein exilpolitisch aktiver Staatsangehöriger der Türkei tat- sächlich das Interesse der heimatlichen Behörden auf sich gezogen hat respektive als regimefeindliche Person namentlich identifizier t und regis- triert wurde. Dabei ist davon auszugehen, dass sich die türkischen Behör- den auf die Erfassung von Personen konzentrieren, die über die massen- typischen und niedrigprofilierten Erscheinungsformen exilpolitischer Pro- teste hinaus Funktionen wahrgeno mmen und/oder Aktivitäten entwickelt haben, die die Person aus der Masse der Unzufriedenen herausheben und als ernsthaften und gefährlichen Regimegegner erscheinen lassen. Mass- gebend ist dabei nicht primär das Hervortreten im Sinne einer optischen Erkennbarkeit und Individualisierbarkeit, sondern eine öffentliche Exponie- rung, die aufgrund der Persönlichkeit des Asylsuchenden, der Form des Auftritts und des Inhalts der in der Öffentlichkeit abgegebenen Erklärungen den Eindruck erweckt, dass der Asylsuchende zu einer Gefahr für den Be- stand des türkischen Regimes wird (vgl. beispielsweise die Urteile des BVGer E-2314/2009 vom 23. September 2011 E. 7.3; D-528/2007 vom 2. Juli 2010 E. 4.2.1; D-7747/2008 vom 4. Dezember 2009 E. 4.2). 9.4 Aus den bisherigen Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerdefüh- renden vor der Ausreise aus der Türkei über kein Profil verfügten, aufgrund dessen sie selber ein namhaftes Interesse der türkischen Sicherheitskräfte auf sich gezogen haben. Nach der Ausreise aus der Türkei haben sich die Beschwerdeführenden auch nicht derart exponiert, dass sie ins Visier der türkischen Behörden geraten sein dürften. Es ist davon auszugehen, dass an den Demonstrationen viele andere Teilnehmer gewesen sind . Auch machten sie nichts geltend, dass sie aus der Menge hervorgehoben hätte (vgl. Akte C10/8 F39 ff. und C9/9 F32 ff.) . Der Verein (…) ist europaweit D-5089/2015 Seite 20 verbreitet und besteht aus verschiedenen nationalen und regionalen Grup- pen von Jugendlichen, die wiederum in verschiedene Arbeitsbereiche un- terteilt sind. Angesichts der weiten Verbreitung des Vereins führt eine Tä- tigkeit im (…)bereich von (…) in Q._______ nicht zu einer exponierten Stel- lung. Das SEM hat deshalb zu Recht festgestellt, dass ihre exilpolitischen Tätigkeiten keine begründete Furcht vor einer asylrelevanten Verfolgung bei einer Rückkehr in die Türkei auslösen könnten. Zudem sind sie weder auf einer Fahndungsliste erwähnt, noch ist ein Ermittlungsverfahren gegen die Beschwerdeführenden hängig und sie sind auch keine ehemaligen PKK-Mitglieder, weshalb nicht davon auszugehen ist, sie werden bei der Rückkehr am Flughafen in Polizeigewahrsam genommen. Auch das Stel- len eines Asylgesuches in der Schweiz vermag unter diesen Umständen nicht zur Annahme zu führen, dass sie bei einer allfälligen Rückkehr in ihr Heimatland mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich re- levante oder menschenr echtswidrige Behandlung zu befürchten hätte. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der angespannten Sicherheitslage in der Türkei, welche sich namentlich für oppositionell tätige Personen und allgemein für die Kurden in der letzten Zeit deutlich verschlechtert hat (vgl. dazu das Urteil des BVGer E-5347/2014 vom 16. November 2016 E. 5.6.2). 10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden keine asylrelevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachweisen oder zu- mindest glaubhaft machen konnten und nicht als Flüchtlinge anerkannt werden können. Das SEM hat somit zu Recht die originäre Flüchtlingsei- genschaft der Beschwerdeführenden verneint und ihre Asylgesuche abge- lehnt. 11. 11.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 11.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrecht- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). D-5089/2015 Seite 21 12. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 13. Nachdem das Gesuch der Beschwerdeführenden um Gewährung der un- entgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwi- schenverfügung vom 16. Oktober 2015 gutgeheissen wurde, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite) D-5089/2015 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän- dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Sarah Ferreyra Versand: