<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00075</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221141&amp;W10_KEY=13013476&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00075</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.03.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz GS210007</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz: Ziel der sofortigen Deeskalation einer häuslichen Gewaltsituation. Der Beschwerdeführer wehrt sich gegen polizeiliche Schutzmassnahmen, welche erst 16 Tage nach einer verbalen Auseinandersetzung mit der getrennt lebenden Ehefrau (im Beisein der Kinder) erlassen worden waren. Die Beschwerdegegnerin 1 suchte die Polizei zwar am Tag nach dem Disput auf, verzichtete dann aber in Absprache mit der Polizei auf den Erlass von Schutzmassnahmen, da sie sich für zwei Wochen in die Ferien begab. Nach ihrer Rückkehr ersuchte sie die Polizei um Schutzmassnahmen, welche diese in Form eines Kontakt- und Rayonverbots gegenüber dem Beschwerdeführer erliess und anlässlich einer Hausdurchsuchung dessen Armeewaffe sicherstellte. Aktuelles Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers, Feststellungsbegehren (E. 4). Die verbale Auseinandersetzung wurde von der Vorinstanz zu Recht als Situation psychischer Gewalt bzw. Gefährdung beurteilt. GSG-Schutzmassnahmen sind jedoch auf akute Krisensituationen ausgerichtet und zielen auf die sofortige Deeskalation von Gewaltsituationen. Sie gewähren einen sofort notwendigen, durch andere Verfahren nicht garantierbaren Schutz für gefährdete Personen. Grundsätzlich wären somit beim ersten Aufsuchen der Polizei Schutzmassnahmen angezeigt gewesen. Die Beschwerdegegnerin 1 war jedoch einverstanden, sich ohne solche in die Ferien zu begeben, wobei dem Beschwerdeführer das Feriendomizil bekannt war. Die Gefährdungssituation wurde dadurch relativiert und die Ferienabwesenheit trug zur Deeskalation bei (E. 5.1-4). Das Wissen um die Tatsache, dass der Beschwerdeführer über eine Armeewaffe verfügte, verstärkte die Gefährdungssituation durchaus. GSG-Schutzmassnahmen erfordern jedoch eine Fremdgefährdung und dienen nicht dem Selbstschutz des Gefährders (E. 5.5). Bei akuter Gefährdung der Beschwerdegegnerin 1 (und der Kinder) wäre eine Hausdurchsuchung umgehend angezeigt gewesen (E. 5.6). Dass der Beschwerdeführer über den Verbleib der Waffe zunächst eine unwahre Aussage machte, erscheint kaum als genügendes Ereignis für erstmalige Schutzmassnahmen. Eine generelle und bereits seit längerer Zeit bestehende Angst der Beschwerdegegnerin vor der Waffe ist zwar eine begründete Sorge, doch keine akute Gefährdungssituation, welche die Anordnung von Schutzmassnahmen rechtfertigte (E. 5.7). Auch ein hängiges und Konfliktpotenzial bergendes Scheidungsverfahren für sich, als auch der Entzug von Geldmitteln genügen noch nicht als Auslöser für GSG-Massnahmen (E. 5.7.2.). Der Erlass der GSG-Massnahmen erfolgte somit in einem Zeitpunkt, als die akute Gefährdungssituation bereits deeskaliert war, weshalb die Beschwerde gutzuheissen ist (E. 5.9). Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWALTSCHUTZ">GEWALTSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWALTSCHUTZGESETZ">GEWALTSCHUTZGESETZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWALTSCHUTZMASSNAHMEN">GEWALTSCHUTZMASSNAHMEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HAUSDURCHSUCHUNG">HAUSDURCHSUCHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONTAKTVERBOT">KONTAKTVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POLIZEI">POLIZEI</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT">POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RAYONVERBOT">RAYONVERBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WAFFE">WAFFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 2 GSG</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 GSG</span><br/><span class="gerade">Art. 6 GSG</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 GSG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=51750" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00075</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der Einzelrichterin</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">29. MÃ¤rz 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Cyrielle SÃ¶llner Tropeano.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. C, vertreten durch RA D, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. Kantonspolizei ZÃ¼rich, Fachstelle HÃ¤usliche Gewalt, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerinnen, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz<br/> GS210007,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A und C sind seit dem Jahr 2000 verheiratet, leben jedoch seit 2017 getrennt und das Scheidungsverfahren ist seit 2020 hÃ¤ngig. Sie haben vier gemeinsame Kinder (K, volljÃ¤hrig; E, F und G, minderjÃ¤hrig).</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Die Kantonspolizei ZÃ¼rich ordnete am 6. Januar 2021 in Anwendung des Gewaltschutzgesetzes vom 19. Juni 2006 (GSG, LS 351) zum Schutz von C und den vier Kindern ein Rayon- (gemÃ¤ss Planbeilage; Wohnort von C) und Kontaktverbot fÃ¼r die Dauer von 14 Tagen fÃ¼r A an.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Am 12. Januar 2021 ersuchte A, anwaltlich vertreten, das Zwangsmassnahmengericht des Bezirksgerichts L (fortan: Zwangsmassnahmengericht) um gerichtliche Beurteilung der polizeilich verfÃ¼gten Gewaltschutzmassnahmen und beantragte deren vollumfÃ¤ngliche Aufhebung; eventualiter die Aufhebung des Kontaktverbots gegenÃ¼ber seinen Kindern.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 13. Januar 2021 ersuchte C das Zwangsmassnahmengericht um VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen, namentlich des Rayon- und Kontaktverbots ihr gegenÃ¼ber.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Nach AnhÃ¶rung von A wies das Zwangsmassnahmengericht dessen Gesuch um Aufhebung der Schutzmassnahmen mit Urteil vom 19. Januar 2021 ab. Das Gesuch von C um VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen zu deren Gunsten wurde gutgeheissen. Demnach wurde A jeweils bis am 21. April 2021 und unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 des Strafgesetzbuchs verboten, das bezeichnete Rayon zu betreten und mit C in irgendeiner Form Kontakt aufzunehmen. Von dem Kontaktverbot ausgenommen wurden die Ã¼ber die Rechtsvertreter der Parteien nÃ¶tigen Kontakte betreffend die Scheidung sowie Begegnungen in allfÃ¤lligen Gerichtsverhandlungen. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhob A am 25. Januar 2021 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte die vollumfÃ¤ngliche Aufhebung des Urteils des Zwangsmassnahmengerichts vom 19. Januar 2021. Zudem sei die UnrechtmÃ¤ssigkeit der mit VerfÃ¼gung vom 6. Januar 2021 durch die Kantonspolizei gegen ihn angeordneten Schutzmassnahmen festzustellen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zuzÃ¼glich MWST zulasten von C.</p> <p class="Urteilstext">Die Kantonspolizei ZÃ¼rich verzichtete am 29. Januar 2021 auf die Mitbeantwortung der Beschwerde. Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete gleichen Datums ebenfalls auf eine Vernehmlassung.</p> <p class="Urteilstext">C, nunmehr ebenfalls anwaltlich vertreten, beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2. Februar 2021 die Beschwerde und die Rechtsbegehren von A seien abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten von A.</p> <p class="Urteilstext">Mit Eingabe vom 9. Februar 2021 stellte der Rechtsvertreter von A ein Fristerstreckungsgesuch bezÃ¼glich seiner Vernehmlassungsfrist zur Beschwerdeantwort bis zum 24. Februar 2021. Er begrÃ¼ndete dies damit, dass er sich bis dato in Corona-bedingter Selbstisolation befunden habe, ausserdem beruflich ins Ausland reisen mÃ¼sse und durch weitere peremptorische Fristen absorbiert sei. Ausnahmsweise aufgrund der speziellen UmstÃ¤nde und mit Blick darauf, dass sich die dadurch bewirkte VerlÃ¤ngerung nicht nachteilig zulasten der Gegenpartei auswirkte, wurde die Frist mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 10. Februar 2021 im Sinn einer Notfrist zur Einreichung einer Stellungnahme bis 24. Februar 2021 erstreckt.</p> <p class="Urteilstext">Mit Eingabe vom 24. Februar 2021 liess A Stellung nehmen und hielt an seinen in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest. </p> <p class="Urteilstext">Am 26. Februar 2021 beantragte C Einsicht in die vorinstanzlichen Akten. Am 9. MÃ¤rz 2021 liess C Stellung nehmen, wobei sie an ihren bisherigen AntrÃ¤gen festhielt.</p> <p class="Urteilstext">A verzichtete mit Eingabe vom 15. MÃ¤rz 2021 auf eine weitere Vernehmlassung, reichte jedoch noch eine Beilage ein. C liess sich hierzu nicht mehr vernehmen.</p> <p class="Urteilstext">Die Akten des Zwangsmassnahmengerichts wurden beigezogen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Einzelrichterin </span><span>erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung1">GemÃ¤ss § 11a Abs. 1 GSG ist das Verwaltungsgericht fÃ¼r die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide der Haftrichterin oder des Haftrichters in Angelegenheiten des Gewaltschutzgesetzes zustÃ¤ndig. Beschwerden im Bereich dieses Erlasses werden von der Einzelrichterin oder dem Einzelrichter behandelt, sofern sie nicht wegen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung der Kammer Ã¼berwiesen werden (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 4 und Abs. 2 in Verbindung mit § 43 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist vorliegend nicht der Fall, sodass die Einzelrichterin zum Entscheid berufen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Massnahmen, die sich auf das Gewaltschutzgesetz stÃ¼tzen, werden im Ã¶ffentlichen Interesse zum Schutz gefÃ¤hrdeter Personen und zur Entspannung einer hÃ¤uslichen Gewaltsituation angeordnet (statt vieler VGr, 12. Dezember 2019, VB.2019.00755, E. 2.1, mit Hinweis auf BGE 134 I 140 E. 2). HÃ¤usliche Gewalt liegt vor, wenn eine Person in einer bestehenden oder einer aufgelÃ¶sten familiÃ¤ren oder partnerschaftlichen Beziehung in ihrer kÃ¶rperlichen, sexuellen oder psychischen IntegritÃ¤t verletzt oder gefÃ¤hrdet wird. Dies kann durch AusÃ¼bung oder Androhung von Gewalt oder durch mehrmaliges BelÃ¤stigen, Auflauern oder Nachstellen der Fall sein (§ 2 Abs. 1 lit. a und b GSG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Unter den Begriff der hÃ¤uslichen Gewalt fallen unter anderem strafbare Handlungen wie TÃ¤tlichkeiten, KÃ¶rperverletzungen, Beschimpfungen, Drohungen, NÃ¶tigungen und SachbeschÃ¤digungen, sofern sie in der konkreten Situation geeignet sind, gefÃ¤hrdende oder verletzende Auswirkungen auf die IntegritÃ¤t einer Person zu haben (vgl. die Weisung des Regierungsrats des Kantons ZÃ¼rich vom 6. Juli 2005 zum Gewaltschutzgesetz, ABl 2005 S. 762 ff., S. 772). Als psychische Gewalt werden dabei alle Formen der emotionalen bzw. seelischen SchÃ¤digung und Verletzung einer Person, beispielsweise durch kontinuierliches und systematisches Erniedrigen, Beschimpfen, Beleidigen, EinschÃ¼chtern oder kontrollierendes Verhalten, verstanden (vgl. dazu die AusfÃ¼hrungen der Kantonspolizei ZÃ¼rich unter https://www.zh.ch/de/sicherheit-justiz/delikte-praevention/gewalt-extremismus/haeusliche-gewalt.html, besucht am 25. MÃ¤rz 2021). Psychische Gewalt kann als momentanes Geschehen in einem extremen Verhaltensakt â etwa einer verbalen Attacke â bestehen. Sie kann sich aber auch als chronisches Interaktionsmuster ausdrÃ¼cken (vgl. Nadine Ryser BÃ¼schi, FamiliÃ¤re Gewalt an Kindern, in: ZStStr 2012 Nr. 64 S. 9 ff., S. 21).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Liegt ein Fall von hÃ¤uslicher Gewalt vor, so stellt die Polizei den Sachverhalt fest und ordnet umgehend die zum Schutz der gefÃ¤hrdeten Personen notwendigen Massnahmen an (§ 3 Abs. 1 GSG). Die Schutzmassnahmen gelten wÃ¤hrend 14 Tagen ab Mitteilung an die gefÃ¤hrdende Person (§ 3 Abs. 3 Satz 1 GSG). Die gefÃ¤hrdete Person kann beim Gericht um VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen ersuchen (§ 6 Abs. 1 GSG). Dieses heisst das VerlÃ¤ngerungsgesuch gut, wenn der Fortbestand der GefÃ¤hrdung glaubhaft ist (§ 10 Abs. 1 Satz 1 GSG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Nicht selten steht in Bezug auf einen behaupteten Gewaltvorfall "Aussage gegen Aussage", sodass die Glaubhaftigkeit der Aussagen der involvierten Personen von entscheidwesentlicher Bedeutung ist. Ein Aussageverhalten gilt in der Regel dann als glaubhaft, wenn die Schilderungen mit Aussagen anderer Personen oder anderen Beweismitteln Ã¼bereinstimmen und realitÃ¤tsnah, nachvollziehbar, plausibel, detailreich, ausfÃ¼hrlich und authentisch erscheinen. Auf fehlende Glaubhaftigkeit hindeuten kÃ¶nnen demgegenÃ¼ber WidersprÃ¼che, Unstimmigkeiten in Bezug auf andere Beweismittel, nachtrÃ¤gliche Relativierungen und EingestÃ¤ndnisse sowie ein ausweichendes Antwortverhalten bzw. Antwortverweigerung (Andreas Conne/Kaspar PlÃ¼ss, Gewaltschutzmassnahmen im Kanton ZÃ¼rich, Sicherheit &amp; Recht 3/2011, S. 135).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Im Zusammenhang mit der VerlÃ¤ngerung bzw. NichtverlÃ¤ngerung von Schutzmassnahmen steht der Haftrichterin bzw. dem Haftrichter ein relativ grosser Beurteilungsspielraum zu. Zum einen kann sich diese oder dieser im Rahmen der persÃ¶nlichen AnhÃ¶rung der Parteien (vgl. § 9 Abs. 3 Satz 1 GSG) einen umfassenden Eindruck von der Situation machen, wÃ¤hrend das Verwaltungsgericht aufgrund der Akten zu entscheiden hat. Zum anderen greift Letzteres nur bei Rechtsverletzungen ein, nicht aber bei blosser Unangemessenheit (§ 50 VRG). Ferner genÃ¼gt bereits die <i>Glaubhaftmachung </i>des Fortbestands einer GefÃ¤hrdung. Es rechtfertigt sich daher eine gewisse ZurÃ¼ckhaltung bei der Beurteilung der vorinstanzlichen WÃ¼rdigung (statt vieler VGr, 3. November 2017, VB.2017.00632, E. 2.4).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>AuslÃ¶ser fÃ¼r die polizeilich angeordneten Schutzmassnahmen war eine verbale Auseinandersetzung zwischen den Parteien am Abend des 21. Dezember 2020. Der Vorfall wurde von der Beschwerdegegnerin 1 sowie dem volljÃ¤hrigen Sohn am 22. Dezember 2020 der Polizei zur Kenntnis gebracht. Erlassen wurden die Schutzmassnahmen jedoch erst am 6. Januar 2021.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Vorinstanz erwog, den Vorbringen, dass die GewaltschutzverfÃ¼gung erst 16 Tage nach dem vorgebrachten Vorfall erlassen worden sei, sei entgegenzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin 1 und der volljÃ¤hrige Sohn bereits am Tag nach der Auseinandersetzung bei der Polizei vorstellig geworden seien, man sich jedoch entschieden habe, vorerst abzuwarten, da die Beschwerdegegnerin 1 mit den Kindern wÃ¤hrend den kommenden Wochen ohnehin ferienhalber abwesend gewesen sei und damit der volljÃ¤hrige Sohn seinen Vater zuerst persÃ¶nlich Ã¼ber den Verbleib der Armeewaffe habe fragen kÃ¶nnen. Diese ErklÃ¤rung stimme mit den Akten und insbesondere mit den aktenkundigen WhatsApp-Konversationen des BeschwerdefÃ¼hrers mit dem Sohn Ã¼berein und sei deshalb als glaubhafte ErklÃ¤rung fÃ¼r die zeitliche VerzÃ¶gerung des Erlasses der Schutzmassnahmen einzustufen. Die Beschwerdegegnerin 1 beschreibe in ihren Eingaben durchaus nachvollziehbar, wie sie seit 2014 vom BeschwerdefÃ¼hrer betreffend ihrer Trennungs- bzw. Scheidungsabsichten psychisch unter Druck gesetzt werde. Die Schilderungen der Beschwerdegegnerin 1, dass der BeschwerdefÃ¼hrer ihr am 21. Dezember 2020 im Beisein der Kinder schreiend gedroht habe, dass er sie fertigmachen wÃ¼rde und sie nach der Scheidung nichts mehr haben werde, wÃ¼rden durch die Aussagen des Sohnes gestÃ¼tzt. Der Sohn habe Ã¼berdies erklÃ¤rt, sich grosse Sorgen um seine Mutter zu machen. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe zwar eingerÃ¤umt, am fraglichen Abend laut geworden zu sein, nachdem er selbst jedoch zuerst angeschrien worden sei. DarÃ¼ber hinaus stelle er eine GefÃ¤hrdung seinerseits jedoch in Abrede. Die Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdegegnerin 1 erscheine insgesamt aber glaubhafter. Aufgrund der Sicherstellung der ehemaligen Armeewaffe mitsamt Munition anlÃ¤sslich der Hausdurchsuchung beim BeschwerdefÃ¼hrer am 6. Januar 2021 und dessen nachweislich falscher ErklÃ¤rung gegenÃ¼ber seinem Sohn in Bezug auf den Verbleib dieser Waffe sei vorliegend von hÃ¤uslicher Gewalt in Form von psychischem Druck auszugehen, wodurch die Beschwerdegegnerin 1 in ihrer psychischen IntegritÃ¤t verletzt bzw. gefÃ¤hrdet worden sei. Die Schutzmassnahmen hielten somit einer gerichtlichen ÃberprÃ¼fung stand. Ebenso sei von einer GefÃ¤hrdung der psychischen IntegritÃ¤t der Kinder auszugehen, wobei jedoch die 14-tÃ¤gige Dauer in Bezug auf die Kinder verhÃ¤ltnismÃ¤ssig und gleichzeitig genÃ¼gend erscheine. Aufgrund des offensichtlichen ZerwÃ¼rfnisses der Parteien sei jedoch ein Fortbestand des Eskalationspotenzials zwischen ihnen zu bejahen, weshalb die Schutzmassnahmen gegenÃ¼ber der Beschwerdegegnerin 1 aufrechtzuerhalten seien. Da der BeschwerdefÃ¼hrer zudem angegeben habe, dass ihn die Schutzmassnahmen gegenÃ¼ber der Beschwerdegegnerin 1 auch nicht unbedingt stÃ¶rten, scheine eine Aufrechterhaltung fÃ¼r drei weitere Monate verhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, dem Vorfall vom 21. Dezember 2020 gehe unmittelbar voraus, dass er der Beschwerdegegnerin 1 vormittags mitgeteilt habe, dass er die von beiden Parteien und dem volljÃ¤hrigen Sohn unterzeichnete und bereits beim Bezirks-<br/> gericht eingereichte Scheidungsvereinbarung widerrufen habe, weil sich die Beschwerdegegnerin 1 nicht an die Abmachung gehalten habe, die Kinder nicht mehr gegen ihn zu instrumentalisieren. Obwohl die BeschwerdefÃ¼hrerin offenbar bereits am 22. Dezember 2020 bei der Polizei gewesen sei, habe sie erst am 6. Januar 2021 die Anordnung von Schutzmassnahmen beantragt. Dies zwei Tage nachdem sie festgestellt habe, dass er ihr mit Valuta vom 4. Januar 2021 nach Widerruf der Konvention anstelle der darin vereinbarten Fr. 9'500.- (einschliesslich ihres Unterhalts) nur noch Unterhalt (fÃ¼r die Kinder) in HÃ¶he von Fr. 4'500.- Ã¼berwiesen habe. Dies sei einen Tag danach gewesen, nachdem die Beschwerdegegnerin 1 vom Bezirksgericht die VerfÃ¼gung mit der Frist zur Stellungnahme zum Widerruf der Konvention erhalten habe.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b>Am Tag der Auseinandersetzung habe er die zwei kleineren Kinder bei sich gehabt; vor dem Abendessen habe die kleinere Tochter jedoch mitgeteilt, bei der Mutter Ã¼bernachten zu wollen, weshalb er mit ihr um 22.15 Uhr nach H gefahren sei, wo jedoch weder die Beschwerdegegnerin 1 noch die beiden grÃ¶sseren Kinder anzutreffen gewesen seien. Vielmehr seien diese in der Zwischenzeit zu seiner Wohnung in J gefahren, wo der dort wartende jÃ¼ngere Sohn ihnen Zutritt zur Wohnung ermÃ¶glicht habe. Bei seiner Ankunft sei ihm erÃ¶ffnet worden, «man habe zu reden». Es sei eine inszenierte Eskalation gewesen, wobei auch geplant gewesen sei, die beiden kleineren Kinder danach mitzunehmen, obwohl diese noch knapp zwei Tage bei ihm hÃ¤tten bleiben sollen. In dem an diesem Abend entstandenen verbalen Disput sei er sicher bis zu einem gewissen Grad emotional geworden und habe seine Auflagen fÃ¼r die Einhaltung der Konvention wiederholt sowie, dass deren Nichteinhaltung sowie seine angespannte finanzielle Situation ihn dazu bewogen hÃ¤tten, diese zu widerrufen. Nach zehn Minuten sei der Spuk vorbei gewesen und sie seien alle zusammen auf den Parkplatz gegangen, wo sein Lebenspartner im Auto gewartet habe, den er eigentlich habe nach Hause fahren wollen. Von Todesangst oder verÃ¤ngstigendem Verhalten habe es keine Spur gegeben, lediglich die beiden kleineren Kinder seien wegen der Situation verstÃ¶rt gewesen. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b>Die Zeit seit der Trennung im Oktober 2017 bis Ende Juni 2019 habe die Beschwerdegegnerin 1 mit den drei jÃ¼ngeren Kindern in I verbracht. WÃ¤hrend dieser Zeit habe er die Kinder regelmÃ¤ssig tageweise gesehen. Nach deren RÃ¼ckkehr sei er aus der ehelichen Liegenschaft ausgezogen. Er habe der Beschwerdegegnerin 1 bereits zu Beginn ihrer Beziehung seine HomosexualitÃ¤t mitgeteilt; im Sommer 2014 sei ausgekommen, dass er untreu gewesen sei und auch die Beschwerdegegnerin 1 habe ein aussereheliches VerhÃ¤ltnis zugegeben, worauf sich die Beziehung zwischen ihnen zunehmend schwieriger gestaltet habe. Jedoch lÃ¤gen auch andere GrÃ¼nde fÃ¼r ihr Auseinanderleben vor. Die Beschwerdegegnerin 1 sehe jedoch die Schuld einzig bei ihm und in Kombination mit dem Widerruf der Konvention sei dies die Ursache fÃ¼r deren nun gegen ihn mit Hausdurchsuchungen und Schutzmassnahmen gefÃ¼hrten Rachefeldzug. Ihm sei es ausnahmslos sachlich und ohne jede Androhung irgendwelcher Gewalt zunÃ¤chst um die Eherettung bzw. dann Gestaltung des zukÃ¼nftigen VerhÃ¤ltnisses gegangen. Vielmehr sei es die Beschwerdegegnerin 1 gewesen, welche ihn seit der Trennung mehrfach bedroht und vor den Kindern angeschrien habe. Nach Unterzeichnen der Konvention im Oktober 2020 habe sich die Situation unertrÃ¤glich verschlechtert. Er habe die vollkommen einseitige, fÃ¼r ihn wirtschaftlich Ã¼berhaupt nicht tragbare Konvention unter dem Druck unterzeichnet, den Kindern den angedrohten Scheidungskrieg zu ersparen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.4 </b>Der Beschwerdegegnerin 1 sei es gelungen, mit selektiven, einzelnen, aus zwanzig Ehejahren herausgepickten Ereignissen das Bild eines aggressiven, autoritÃ¤ren, alkoholsÃ¼chtigen, drogenabhÃ¤ngigen und gefÃ¤hrlichen Psychopathen mit Schusswaffe zu zeichnen, um sich 16 Tage nach einem inszenierten Vorfall, nach Widerruf der Konvention, reduzierter Unterhaltszahlung und gerichtlicher Aufforderung zur Stellungnahme zum Widerruf an ihm zu rÃ¤chen. Bei der sichergestellten Waffe handle es sich um die Pistole, welche er bei der Armee erhalten und seither nie mehr aus dem Holster genommen habe. Sie sei zu keiner Zeit auch nur das geringste Risiko gewesen und vom Ã¤ltesten Sohn zum ersten Mal in der WhatsApp-Konversation vom 22. Dezember 2020 angesprochen worden.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.5 </b>Der Sachverhalt sei von der Vorinstanz fehlerhaft und unvollstÃ¤ndig festgestellt worden. Die Haftrichterin verkenne, dass es hinsichtlich der behaupteten GefÃ¤hrdung keine Rolle spiele, ob die Beschwerdegegnerin 1 und die Kinder sich in der ehelichen Liegenschaft oder in der Ferienwohnung aufhielten, zumal er ja gewusst habe, dass sie Ã¼ber die Festtage dort verweilten. Zudem gebe es keinen Konnex zwischen der (Falsch-)Aussage bezÃ¼glich des Verbleibs der Armeewaffe und dem erneuten Aufsuchen des Polizeipostens durch die Beschwerdegegnerin 1 am 6. Januar 2021. An diesem Tag hÃ¤tten weder die Beschwerdegegnerin 1 noch der Sohn wissen kÃ¶nnen, dass sich die Waffe nicht beim Therapeuten, sondern nach wie vor in seinem Besitz befunden habe. Das erneute Aufsuchen der Polizei sei vielmehr als Racheaktion zu verstehen. Die haftrichterliche Feststellung, wonach er die Beschwerdegegnerin 1 unter Druck setze, sei weder mit zutreffenden Behauptungen glaubhaft gemacht noch objektiv belegt. Vielmehr sei er von der Beschwerdegegnerin 1 unter Druck gesetzt worden. Zudem sei ausser Acht gelassen worden, dass die Eheleute seit Ã¼ber drei Jahren faktisch getrennt lebten und lediglich bezÃ¼glich der Scheidungskonvention in Kontakt stÃ¼nden, womit nicht die Rede von der AusÃ¼bung psychischen Drucks auf die Beschwerdegegnerin 1 sein kÃ¶nne. Vielmehr hÃ¤tten Letztere und der Sohn gemÃ¤ss ihren Aussagen bei der Polizei am 6. Januar 2021 ihre BefÃ¼rchtungen vor seiner Reaktion geÃ¤ussert, wenn er von der Anzeige bei der Polizei erfahre. Es sei zudem die Beschwerdegegnerin 1 gewesen, welche sich illegal Zutritt zu seiner Wohnung verschafft habe. Die Interpretation von hÃ¤uslicher Gewalt, wie sie die Haftrichterin vorgenommen habe, sei von § 2 GSG nicht erfasst. Zudem fehlten objektive Anhaltspunkte, welche die Wahrscheinlichkeit der GefÃ¤hrdung belegten. Es bestehe keine GefÃ¤hrdung der psychischen IntegritÃ¤t. Er wie auch die Beschwerdegegnerin 1 fÃ¼hren bzw. fÃ¼hrten mittlerweile eine neue Beziehung.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.1 </b>Die Beschwerdegegnerin 1 bringt hiergegen vor, bezÃ¼glich der Beurteilung der polizeilichen Schutzmassnahmen, welche bis zum 21. Januar 2021 gedauert hÃ¤tten, habe der BeschwerdefÃ¼hrer bei Beschwerdeeinreichung kein aktuelles Rechtsschutzinteresse mehr, weshalb auf Ziffer 2 seines Begehrens nicht einzutreten sei. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.2 </b>Die Beschwerdegegnerin 1 fÃ¼hrt weiter aus, wÃ¤hrend des Ehelebens hÃ¤tten der BeschwerdefÃ¼hrer und sie eine mehr oder weniger traditionelle Rollenteilung gelebt, in welcher sie fÃ¼r die Betreuung der vier Kinder und er fÃ¼r die Finanzierung des Familienbedarfs zustÃ¤ndig gewesen sei. WÃ¤hrend des Zusammenlebens habe er, nachdem sie 2014 Kenntnis von seinen AffÃ¤ren mit MÃ¤nnern erhalten habe, solchen Druck auf sie ausgeÃ¼bt, dass gegenÃ¼ber den Kindern und gegen aussen das Bild des heterosexuellen Familienvaters aufrechterhalten bleibe. Er habe sich mit allen Mitteln gegen eine Trennung gewehrt. Dies sei fÃ¼r sie wÃ¤hrend Jahren eine ausweglos erscheinende Situation gewesen. Sie habe gewusst, dass sie in finanzieller Hinsicht vom BeschwerdefÃ¼hrer abhÃ¤ngig sei und es ihr nicht mÃ¶glich sein wÃ¼rde, gleichzeitig weiterhin die vier Kinder zu betreuen und zudem auch noch allein fÃ¼r deren Unterhalt aufzukommen. Zudem habe sie nicht gewollt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer ihr, den Kindern oder sich selbst etwas antue.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.3 </b>Bereits in der Zeit des Zusammenlebens hÃ¤tten sie und der Ã¤lteste Sohn gewusst, dass der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber eine MilitÃ¤rpistole mit Munition verfÃ¼ge und beides zu Hause aufbewahre. Sie hÃ¤tten diesen Umstand bedrohlich gefunden und Angst gehabt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer sich oder ihnen mit der Pistole etwas antue. Sie hÃ¤tten die Waffe verschiedentlich versteckt. Im Herbst 2017 sei es zu einer heftigen Eskalation zwischen den Parteien gekommen, woraufhin sie beschlossen habe, mit den drei jÃ¼ngeren Kindern nach I zu ziehen. WÃ¤hrend ihrer Auslandsabwesenheit sei es zu einem Zwischenfall mit SachbeschÃ¤digung und Kontrollverlust aufgrund Alkoholkonsums des BeschwerdefÃ¼hrers gekommen, wobei der Ã¤lteste Sohn auch bei der polizeilichen Einvernahme von dieser gezeigten Gewaltbereitschaft des BeschwerdefÃ¼hrers erzÃ¤hlt habe. Die verheimlichte HomosexualitÃ¤t des BeschwerdefÃ¼hrers habe das VerhÃ¤ltnis zwischen diesem und den beiden Ã¤lteren Kindern schwer belastet; die Ã¤ltere Tochter habe im Januar 2020 den Kontakt zu ihrem Vater abgebrochen. Die unwahren Angaben in den WhatsApp-Nachrichten vom 23. Dezember 2020 betreffend den Verbleib der MilitÃ¤rwaffe belasteten das VerhÃ¤ltnis zum Ã¤ltesten Sohn zusÃ¤tzlich. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.4 </b>Im Sommer 2019 sei der BeschwerdefÃ¼hrer aus der ehelichen Liegenschaft ausgezogen. Es sei jedoch zu weiteren teilweise massiven Drohungen des BeschwerdefÃ¼hrers ihr gegenÃ¼ber gekommen. Er habe ihr vorgeworfen, sie manipuliere die Kinder, sie sei schuld an der ganzen Situation und habe ein psychisches Problem. Kaum einen Monat, nachdem die beiden jÃ¼ngeren Kinder von der HomosexualitÃ¤t erfahren hÃ¤tten, habe der BeschwerdefÃ¼hrer ihnen seinen 15 Jahre jÃ¼ngeren Partner vorgestellt. Die Probleme in der Vater-Kind-Beziehung habe der BeschwerdefÃ¼hrer weiterhin in der ihr vorgeworfenen Manipulation der Kinder gesehen, weshalb er ihr gedroht habe. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.5 </b>Im Oktober 2020 hÃ¤tten sie nach langen Verhandlungen eine Scheidungskonvention unterzeichnet. Beim Abholen der Kinder sei jeweils mÃ¶glichst ein Zusammentreffen zwischen den Parteien vermieden worden und der Kontakt sei auf das absolut Notwendige beschrÃ¤nkt worden. Am Morgen des 21. Dezember 2020 habe ihr der BeschwerdefÃ¼hrer per E-Mail mitgeteilt, dass er die Konvention widerrufen habe. Dies zeige, dass er nach wie vor die Konfrontation mit ihr suche. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.6 </b>Am Abend des 21. Dezember 2020 habe die jÃ¼ngere Tochter G, welche beim BeschwerdefÃ¼hrer gewesen sei, sie angerufen und gebeten, sie abzuholen. Sie, die Beschwerdegegnerin 1, habe ihr per WhatsApp mitgeteilt, sie hole sie um 22.30 Uhr ab. Die beiden Ã¤lteren Kinder seien gemeinsam mit ihr zur Wohnung des BeschwerdefÃ¼hrers gefahren, um G abzuholen. Sie hÃ¤tten dort jedoch nur den jÃ¼ngeren Sohn F vorgefunden, welcher mitgeteilt habe, der BeschwerdefÃ¼hrer sei mit G nach H gefahren. Auf ihren Anruf hin seien diese zur Wohnung zurÃ¼ckgekehrt. Als sie mit dem BeschwerdefÃ¼hrer habe sprechen wollen, habe er aggressiv und wÃ¼tend reagiert. Er habe herumgeschrien, dass es nichts zu besprechen gÃ¤be, dass sie eine LÃ¼gnerin sei, dass er sie fertigmachen werde und dass sie nach der Scheidung nichts mehr haben werde. Er habe so laut geschrien, dass die unter ihm wohnenden Nachbarn auf den Flur gekommen seien, um zu fragen, was los sei. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe auch den Nachbarn angeschrien und es sei zu einem Gerangel gekommen. Daraufhin sei sie so rasch als mÃ¶glich mit den Kindern nach Hause gefahren, sie hÃ¤tten jedoch grosse Angst gehabt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer ihnen nachfahre und etwas antue. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie und der Ã¤lteste Sohn gewusst hÃ¤tten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber eine Armeewaffe verfÃ¼ge. Sie seien dann zu einer Freundin gegangen. Tags darauf hÃ¤tte sie grosse Angst gehabt, den BeschwerdefÃ¼hrer bei der Polizei anzuzeigen, weil sie sich nicht sicher gewesen sei, wo er die Waffe aufbewahre. Eine Hausdurchsuchung hÃ¤tte den Konflikt noch verstÃ¤rkt. WÃ¤re die Waffe nicht gefunden worden, hÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer immer noch darÃ¼ber verfÃ¼gt und ihr damit etwas antun kÃ¶nnen. Vor dieser Situation habe sie grosse Angst gehabt, sodass sie mit der Polizei zum Schluss gekommen sei, besser abzuwarten, bis sich die Situation beruhigt habe. Es sei mit der Polizei vereinbart worden, dass der Sohn beim BeschwerdefÃ¼hrer bezÃ¼glich der Waffe nachfrage und danach Ã¼ber das weitere Vorgehen entschieden werde. Sie habe bei der Befragung mehrfach ausgefÃ¼hrt, sich bedroht und in ihrer psychischen IntegritÃ¤t verletzt zu fÃ¼hlen. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe dem Sohn geantwortet, die Waffe befinde sich bei seinem Psychotherapeuten. Aufgrund dessen Reaktion bei einer Nachfrage ihrerseits sei sie davon ausgegangen, dass dieser gar keine Kenntnis davon habe. Als zusÃ¤tzlich alarmierend hÃ¤tten sie es erachtet, dass der BeschwerdefÃ¼hrer offensichtlich verschweigen habe wollen, dass sich die Waffe noch bei ihm befinde. Sie habe auch die Eltern des BeschwerdefÃ¼hrers, mit welchen sie sonst keinen Kontakt mehr gehabt hÃ¤tte, gebeten, diese mÃ¶gen ihre Waffen verstecken. Durch den geringen Unterhalt von Fr. 4'500.-, welchen der BeschwerdefÃ¼hrer seit Januar 2021 nur noch Ã¼berweise, sei sie sehr unter Druck gesetzt. Der Kontakt mit der Polizei am 4. Januar 2021 habe keinerlei Zusammenhang mit dem Scheidungsverfahren oder der UnterhaltskÃ¼rzung gehabt. Es bestehe nach wie vor ein grosses Eskalationspotenzial, wozu auch noch der Umstand fÃ¼hre, dass die Kinder den BeschwerdefÃ¼hrer seit dem Vorfall vom 21. Dezember 2020 nicht mehr gesehen hÃ¤tten.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>ZunÃ¤chst ist zu prÃ¼fen, ob der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber ein aktuelles Rechtsschutzinteresse bezÃ¼glich seines Begehrens um Feststellung der UnrechtmÃ¤ssigkeit des Erlasses der polizeilichen Schutzmassnahmen, welche unterdessen bereits abgelaufen sind, verfÃ¼gt. Die diesbezÃ¼gliche Legitimation des BeschwerdefÃ¼hrers wird von der Beschwerdegegnerin 1 bestritten. Die PrÃ¼fung der Legitimation als Eintretensvoraussetzung obliegt dem Gericht von Amtes wegen (<span>vgl. Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 49 N. 2 in Verbindung mit § 21 N. 7).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b><span>Vom Erfordernis des aktuellen Interesses kann abgesehen werden, wenn sich die aufgeworfenen Fragen jederzeit unter gleichen oder Ã¤hnlichen UmstÃ¤nden wieder stellen kÃ¶nnten, wenn kaum je rechtzeitig eine PrÃ¼fung im Einzelfall stattfinden kÃ¶nnte und wenn aufgrund der grundsÃ¤tzlichen Natur der Fragen ein hinreichendes Ã¶ffentliches Interesse an der Beantwortung besteht (BGE 128 II 156 E. 1c; VGr, 25. Juli 2016, VB.2016.00034, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen; Bertschi, Kommentar VRG, § 21 N. 24 f.). Das Verwaltungsgericht hat in einem Entscheid auch die Rechtsschutzinteressen der Gegenparteien berÃ¼cksichtigt (VGr, 21. August 2008, VB.2008.00207, E. 1.2 f.). Die Legitimation ist jedenfalls nicht gegeben, wenn nur ein Entscheid Ã¼ber eine theoretische Rechtsfrage angestrebt wird (Bertschi, § 21 N. 25).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Zwar kÃ¶nnten sich die aufgeworfenen Fragen jederzeit wieder stellen und eine rechtzeitige ÃberprÃ¼fung wÃ¤re grundsÃ¤tzlich auch mÃ¶glich. Die UmstÃ¤nde dÃ¼rften sich jedoch erheblich unterscheiden. Sodann handelt es sich nicht nur um eine theoretische Rechtsfrage, sondern den BeschwerdefÃ¼hrer persÃ¶nlich treffende UmstÃ¤nde, welche er genÃ¼gend dargelegt hat. Ebenso hat er dargelegt, dass die Feststellung der UnrechtmÃ¤ssigkeit der Schutzmassnahmen geeignet sei, seine rechtliche und tatsÃ¤chliche Situation stark zu beeinflussen. Schliesslich liegt auch aufgrund des explizit gestellten Feststellungsbegehrens des BeschwerdefÃ¼hrers eine andere Situation vor als bei nur einem Aufhebungsgesuch bei bereits abgelaufenen polizeilichen Massnahmen oder der Beurteilung einer allfÃ¤lligen VerlÃ¤ngerung. Damit ist ein aktuelles Rechtsschutzinteresse des BeschwerdefÃ¼hrers an der Beurteilung der polizeilichen Anordnung von Schutzmassnahmen in vorliegenden Fall zu bejahen und auf die Beschwerde vollstÃ¤ndig einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b><span>Die verbale Auseinandersetzung am Abend des 21. Dezember 2020 kann aufgrund der glaubhaften Schilderungen (beider Parteien) als heftig bezeichnet werden und dÃ¼rfte fÃ¼r beide Parteien sowie die Kinder eine belastende und akute Situation dargestellt haben. Die Aussagen der Beschwerdegegnerin 1 und des Ã¤ltesten Sohnes betreffend den Vorfall sind insgesamt glaubhaft und vermÃ¶gen die teils widersprechenden Aussagen des BeschwerdefÃ¼hrers, welcher jedoch einrÃ¤umte, laut und emotional geworden zu sein, hierzu zu Ã¼berwiegen. Es bestand somit ein Anlass, daraufhin die Polizei bezÃ¼glich GSG-Schutzmassnahmen aufzusuchen. Die Vorinstanz ging insofern in Bezug auf den Vorfall vom 21. Dezember 2020 zu Recht vom Bestehen einer Situation psychischer Gewalt bzw. GefÃ¤hrdung (verbaler Disput) aus.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die Schutzmassnahmen wurden von der Polizei jedoch erst 16 Tage nach der Auseinandersetzung erlassen. Es stellt sich die Frage, ob in dem Zeitpunkt noch eine derart akute GefÃ¤hrdung bestand, welche die zeitliche VerzÃ¶gerung des Erlasses der Schutzmassnahmen rechtfertigte. Denn Schutzmassnahmen nach GSG haben den Zweck, unmittelbare GefÃ¤hrdungssituationen zu entschÃ¤rfen, weshalb sie umgehend â so auch der Gesetzeswortlaut von § 3 Abs. 1 GSG â von der Polizei erlassen werden kÃ¶nnen bzw. mÃ¼ssen. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Die Schutzmassnahmen sind von ihrem Zweck her auf akute Krisensituationen ausgerichtet, in denen sofortiger Schutz der gefÃ¤hrdeten Person notwendig ist, weshalb sie unter BerÃ¼cksichtigung des herabgesetzten Beweismasses der Glaubhaftmachung um maximal drei Monate verlÃ¤ngert werden kÃ¶nnen. FÃ¼r Situationen, in welchen lÃ¤nger dauernde Massnahmen notwendig sind, stehen vordergrÃ¼ndig die Massnahmen des PersÃ¶nlichkeitsschutzes nach Art. 28b des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB) zur VerfÃ¼gung. Je nach Situation kommen auch Eheschutz- oder Kindesschutzmassnahmen sowie allenfalls strafprozessuale Zwangsmassnahmen infrage (Weisung des Regierungsrates zum Gewaltschutzgesetz, ABl 2005, 777 f.; <span>Andreas Conne/Kaspar PlÃ¼ss, Gewaltschutzmassnahmen im Kanton ZÃ¼rich, in: Sicherheit &amp; Recht 3/2011<span>, S. 130 ff.). </span>Die GSG-Schutzmassnahmen zielen auf eine Deeskalation der Gewaltsituation und dienen â im Unterschied etwa zu gewissen Ehe- oder Kindesschutzmassnahmen â nicht der (mittel- oder lÃ¤ngerfristigen) Gestaltung der Rechtsbeziehungen zwischen den betroffenen Personen. Sie gewÃ¤hren mithin einen sofort notwendigen, durch andere Verfahren nicht garantierbaren Schutz fÃ¼r gefÃ¤hrdete Personen (VGr, 10. MÃ¤rz 2015, VB.2014.00713, E. 2.2; Weisung, S. 762 ff., S. 769; Conne/PlÃ¼ss, S. 127 ff., 128).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b><span>Angesichts ihrer glaubhaften AusfÃ¼hrungen sind die Angst, Verunsicherung und Belastung der Beschwerdegegnerin 1 durchaus verstÃ¤ndlich. Nachdem der Vorfall vom 21. Dezember 2020 wie erwÃ¤hnt zu Recht als eine Situation psychischer Gewalt gewÃ¼rdigt wurde und GSG-Schutzmassnahmen gerade die sofortige Deeskalation und den Schutz der gefÃ¤hrdeten Person bezwecken, wÃ¤ren grundsÃ¤tzlich beim ersten Aufsuchen der Polizei am 22. Dezember 2020 Massnahmen nach GSG angezeigt gewesen. Dennoch wurde es in Absprache mit der Polizei als nicht dringend angezeigt befunden, sofort Schutzmassnahmen nach GSG zu erlassen. </span>Das Argument, dass sich die Beschwerdegegnerin 1 und die Kinder in der Zwischenzeit noch in die Ferien begaben, vermag im vorliegenden Fall jedoch nicht zu Ã¼berzeugen, mit Massnahmen zuzuwarten, die aufgrund einer akuten Situation sofort und nicht erst Tage spÃ¤ter angebracht gewesen wÃ¤ren. Denn es ist unbestritten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer wusste, wo die Beschwerdegegnerin 1 und die Kinder sich in den Ferien aufhielten. Eine Kontaktaufnahme wÃ¤re daher jederzeit mÃ¶glich gewesen, weshalb ein Kontaktverbot schon sofort hÃ¤tte angeordnet werden kÃ¶nnen. Zudem <span>hÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer jederzeit mit seiner Waffe am Feriendomizil auftauchen kÃ¶nnen. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Beschwerdegegnerin 1 selbst war jedoch damit einverstanden, dass sie sich zunÃ¤chst ohne GSG-Schutzmassnahmen mit den Kindern in die Ferien begebe. Sie ersuchte auch nicht um ein Rayonverbot um die Ferienwohnung oder ein Kontaktverbot unmittelbar nach der Auseinandersetzung. WÃ¤re sie durch die geltend gemachten Bedrohungen derart in Angst und Schrecken versetzt gewesen, wÃ¤re naheliegend, dass sie sich aus Schutz vor dem BeschwerdefÃ¼hrer an einen sicheren Ort hÃ¤tte begeben wollen, wie etwa ein Hotel, in ein Frauenhaus oder zu Freunden oder anderen Familienmitgliedern. Objektiv betrachtet wird die GefÃ¤hrdungssituation daher dadurch relativiert, dass sich die Beschwerdegegnerin 1 Ã¼ber zwei Wochen an einem dem BeschwerdefÃ¼hrer bekannten Ort ohne Schutzmassnahmen aufhalten wollte und konnte. Die Ferienabwesenheit der Beschwerdegegnerin 1 (mitsamt den Kindern) trug zur Deeskalation der Situation bei.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.5 </b>Das Wissen um die Tatsache, dass sich die Armeewaffe irgendwo im Besitz des BeschwerdefÃ¼hrers befand, sowie die PrÃ¤senz einer solchen Waffe an sich verstÃ¤rkten die GefÃ¤hrdungssituation durchaus. Es ist aktenkundig, dass der BeschwerdefÃ¼hrer zumindest implizit gegenÃ¼ber seinem Ã¤ltesten Sohn Ãusserungen gemacht hat, welche Drohungen bezÃ¼glich SelbstgefÃ¤hrdung beinhalteten (act. â¦, WhatsApp-Nachricht vom 22. Dezember 2020; act. â¦ Frage â¦, auf welche der Ã¤lteste Sohn angab, der BeschwerdefÃ¼hrer habe seit der Trennung indirekt mit Suizid gedroht). GSG-Schutzmassnahmen erfordern jedoch eine FremdgefÃ¤hrdung und dienen nicht dem Selbstschutz des GefÃ¤hrders. Die Gefahr bzw. die BefÃ¼rchtung, der BeschwerdefÃ¼hrer tue sich selbst mit der Waffe etwas an, stellte keine GefÃ¤hrdungssituation im Sinn des GSG dar. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.6 </b>Wenn die GefÃ¤hrdung der Beschwerdegegnerin 1 und der Kinder tatsÃ¤chlich derart akut gewesen wÃ¤re, wÃ¤re eine Hausdurchsuchung beim BeschwerdefÃ¼hrer umgehend angezeigt gewesen, da die Waffe so rasch als mÃ¶glich hÃ¤tte sichergestellt werden mÃ¼ssen. <span>Deshalb wurde vom Gesetzgeber fÃ¼r den Erlass der GSG-Massnahmen auch die Polizei als zustÃ¤ndig erklÃ¤rt. Sie kann ihren Einsatz jederzeit garantieren: nachts, an Wochenenden und Feiertagen und ist deshalb in der Lage, Schutzmassnahmen sofort zu treffen. Die Polizei muss die Situation in der Regel vor Ort festhalten und beurteilen und ist bei vorliegender GefÃ¤hrdung oder Verletzung verpflichtet, zweckmÃ¤ssige Schutzmassnahmen zu treffen, unabhÃ¤ngig vom Antrag der gefÃ¤hrdeten Person (Weisung zum GSG, S. 773 Abs. 1). <span>Die von der Beschwerdegegnerin 1 geschilderte und vom BeschwerdefÃ¼hrer auch nur teilweise bestrittene verbale Auseinandersetzung vom 21. Dezember 2020 hÃ¤tte so gesehen und unter BerÃ¼cksichtigung der geÃ¤usserten Angst der Beschwerdegegnerin 1 aufgrund des im damaligen Zeitpunkt nicht definitiv geklÃ¤rten Verbleibs der Armeewaffe eine Situation dargestellt, welche am 22. Dezember 2020 die sofortige Anordnung von Schutzmassnahmen nach GSG gerechtfertigt hÃ¤tte.</span></span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.7 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>5.7.1 </b>Einer Waffe ist keinesfalls die Bedrohung abzusprechen, welche sie schon rein aufgrund ihres Vorhandenseins, insbesondere wie vorliegend inklusive Munition, darstellt. <span>Der volljÃ¤hrige Sohn gab seinen Bedenken bezÃ¼glich der Waffe in einer â nach der Eskalation erfolgten â WhatsApp-Nachricht an den BeschwerdefÃ¼hrer Ausdruck, indem er ihn bat, ihm seine Waffe abzugeben, da sie ihm am meisten Sorgen bereite. Der BeschwerdefÃ¼hrer antwortete daraufhin, er mÃ¼sse sich deswegen keine Sorgen machen, er wÃ¼rde sicher niemandem etwas antun, hÃ¶chstens sich selbst; deshalb sei die Waffe auch beim Psychotherapeuten. </span>Diese vorliegende WhatsApp-Nachricht Ã¼ber den behaupteten â aber offenbar nichtzutreffenden â Standort der Waffe erscheint kaum als genÃ¼gendes Ereignis fÃ¼r erstmalige Schutzmassnahmen. Ansonsten wÃ¼rde jede Waffe (auch Messer o.<span> </span>Ã.) zu jedem Zeitpunkt die Anordnung von GSG-Schutzmassnahmen rechtfertigen. Zudem Ã¤usserte der BeschwerdefÃ¼hrer die unwahre Information in einer Nachricht seinem Sohn gegenÃ¼ber. Eine direkte GefÃ¤hrdung der Beschwerdegegnerin 1 war darin nicht zu erblicken. Die Nachricht wurde schliesslich bereits am Tag nach der Auseinandersetzung geschrieben und dennoch wurde von sofortigen Massnahmen abgesehen.</p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerdegegnerin 1 machte geltend, sie habe einfach immer schon Angst vor der Waffe gehabt. Dies stellt jedoch eine generelle und bereits Ã¼ber einen lÃ¤ngeren Zeitraum begrÃ¼ndete Sorge ihrerseits dar und keine akute GefÃ¤hrdungssituation, die die Anordnung von Schutzmassnahmen rechtfertigen wÃ¼rde. Hingegen hÃ¤tte der ungewisse Verbleib der Waffe, welcher eine solche Angst in der Beschwerdegegnerin 1 (und dem Ã¤ltesten Sohn in Sorge um seine Mutter) auslÃ¶ste, am 21. Dezember 2020 sofortige Schutzmassnahmen fÃ¼r sie bedingt. Denn, wie bereits erwÃ¤hnt, konnte sie sich dann nicht aufgrund der Ferienabwesenheit an einem dem BeschwerdefÃ¼hrer bekannten Ort in Sicherheit wiegen. Selbst wenn die gefÃ¤hrdende Person den Erlass von Schutzmassnahmen als Provokation auffassen kÃ¶nnte, geht der Schutz der gefÃ¤hrdeten Personen immer noch vor. </span></p> <p class="Erwgung2">Bei der polizeilichen Hausdurchsuchung habe sich der BeschwerdefÃ¼hrer gemÃ¤ss der Polizei denn auch sehr kooperativ verhalten und sogleich mitgeteilt, wo sich die Waffe befinde. Es ist erstellt, dass die Antwort des BeschwerdefÃ¼hrers in der WhatsApp-Nachricht an seinen Sohn Ã¼ber den Aufenthaltsort der Waffe nicht den Tatsachen entsprach. Wie erwÃ¤hnt wÃ¤re es angezeigt gewesen und hÃ¤tte an der Polizei gelegen, sofort â also am 22. Dezember 2020 â Massnahmen zu erlassen, welche dem Schutz der gefÃ¤hrdeten Personen dienen, bis die vorhandene Waffe gefunden ist. Allein die LÃ¼ge des BeschwerdefÃ¼hrers in der WhatsApp-Nachricht hingegen vermag noch keine GefÃ¤hrdung im Sinn des GSG darstellen.</p> <p class="Urteilstext">Der hypothetischen Annahme der Beschwerdegegnerin 1, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer anderweitig Waffen beschaffen kÃ¶nnte, ist entgegenzuhalten, dass jeder mit dem entsprechenden Willen sich jederzeit eine Waffe beschaffen kÃ¶nnte. Zudem befinden sich in nahezu jedem Haushalt andere GegenstÃ¤nde, welche ebenfalls als Waffe verwendbar wÃ¤ren. Auch bei einem blossen Waffenbesitz, seien es Schusswaffen oder Waffen jeglicher Art, bedarf es fÃ¼r GSG-Massnahmen eines konkreten Anlasses. Mit der erfolgten Einziehung der Armeewaffe ist eine unmittelbar drohende Gefahr durch diese gebannt. </p> <p class="Erwgung3"><b>5.7.2 </b><span>Anstatt umgehend (am 22. Dezember 2020) Schutzmassnahmen gemÃ¤ss GSG anzuordnen bzw. zu verlangen â zu jenem Zeitpunkt wÃ¤ren diese gerechtfertigt gewesen â entschieden die Beschwerdegegnerin 1 und die Polizei, bis zur Beruhigung der Situation abzuwarten. Es wÃ¤re jedoch gerade Sinn und Zweck von Schutzmassnahmen, eine solche Beruhigung zu bewirken. Die erst Ã¼ber zwei Wochen spÃ¤ter angeordneten GSG-Schutzmassnahmen dienten nicht mehr der Deeskalation der durch die Auseinandersetzung vom 21. Dezember 2020 aufgeheizten Stimmung und wurden somit nicht aus Anlass der Ereignisse vom 21. Dezember 2020 angeordnet. Der zeitliche Konnex bezÃ¼glich den â reduzierten â Unterhaltszahlungen, welchen der BeschwerdefÃ¼hrer noch aufwirft, muss deshalb nicht weiter beurteilt werden.</span> Finanzielle Sorgen und Ãngste, wie sie seitens der Beschwerdegegnerin 1 zweifelsohne aufkamen, nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer aus eigenem Antrieb die Unterhaltszahlungen ab Januar 2021 reduziert hatte, sind durchaus ernst zu nehmen, doch kÃ¶nnen diese fÃ¼r sich allein keine GSG-Schutzmassnahmen rechtfertigen (vgl. betreffend wirtschaftliche Gewalt: <span>Greber/Cornelia Kranich, S. 103/2)</span>. Angesichts des hier funktionierenden Sozialsystems stellen Drohungen finanzieller Art keine GefÃ¤hrdung fÃ¼r Leib und Leben dar. Dass jemandem Geldmittel entzogen werden, kann nicht mithilfe eines Kontakt- oder Rayonverbots gelÃ¶st werden.</p> <p class="Erwgung3"><span>Auch ein hÃ¤ngiges und Konfliktpotenzial bergendes Scheidungsverfahren fÃ¼r sich genÃ¼gt noch nicht als AuslÃ¶ser fÃ¼r GSG-Massnahmen. Sowohl das Scheidungsverfahren als auch die unterhaltsrechtlichen Streitigkeiten bestanden und bestehen zweifelsohne weiterhin fort und bergen, wie aus den Akten ersichtlich ist, unbestrittenermassen weiterhin Eskalationspotenzial zwischen den Parteien. Diese ungeklÃ¤rten Sachverhalte bezÃ¼glich Unterhalt und Besuchsrechte scheinen auch AuslÃ¶ser fÃ¼r die beschriebenen Spannungen zwischen den Parteien zu sein.</span> Es ist jedoch festzuhalten, dass im Rahmen des auf eine schnelle Entscheidung ausgerichteten Verfahrens gemÃ¤ss GSG, in welchem Glaubhaftmachung genÃ¼gt, keine umfassende PrÃ¼fung der gesamten ehelichen VerhÃ¤ltnisse und einer allenfalls bestehenden Problematik mit der AuflÃ¶sung der Ehe bzw. Regelung deren Nebenfolgen erfolgen kann. Des Weiteren kann ein Urteil betreffend Gewaltschutzmassnahmen nicht prÃ¤judiziell fÃ¼r das Scheidungsgericht sein, zumal diese Sachverhalte hier nicht beurteilt werden.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.7.3 </b>Obwohl bei der Hausdurchsuchung BetÃ¤ubungsmittel festgestellt wurden, wurde nicht geltend gemacht, dass die GefÃ¤hrdungssituation am 21. Dezember 2020 aufgrund eines Drogenkonsums des BeschwerdefÃ¼hrers entstand oder deshalb besonders eskalierte. Rein der Besitz von Drogen rechtfertigt noch keine GSG-Schutzmassnahmen. Der geltend gemachte Alkoholkonsum und der erst nach der Hausdurchsuchung ebenfalls geltend gemachte Drogenkonsum des BeschwerdefÃ¼hrers kÃ¶nnen zwar zur Beurteilung des Gesamtbilds hinzugezogen werden, sind aber im vorliegenden Einzelfall nicht als die AuslÃ¶ser der eskalierten Auseinandersetzung zu sehen. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer offenbar im Juni 2018 unter Ã¼bermÃ¤ssigem Alkoholeinfluss einen Autoreifen mit einem KÃ¼chenmesser zerstochen haben soll, liegt in Bezug auf den Erlass von GSG-Massnahmen zu lange zurÃ¼ck.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.8 </b>GegenÃ¼ber den Kindern lag keine direkte GefÃ¤hrdungssituation vor. Sie waren zwar bei der verbalen Eskalation zugegen (was hÃ¤tte vermieden werden kÃ¶nnen), doch nicht direkt Adressaten einer anhaltenden Gewaltsituation, welche GSG-Massnahmen erforderte. Den Kindern als der Beschwerdegegnerin 1 nahestehende Personen gegenÃ¼ber wÃ¤ren Schutzmassnahmen nur unmittelbar im Anschluss an die Eskalation vom 21. Dezember 2020 gerechtfertigt gewesen. Die Vorinstanz beurteilte die Dauer von 14 Tagen â zu Recht, ginge man davon aus, es wÃ¤ren sofort Schutzmassnahmen erlassen worden â als genÃ¼gend. Diese Deeskalationsfrist wÃ¤re eben ab auslÃ¶sendem Ereignis gelaufen und nicht erst Ã¼ber zwei Wochen spÃ¤ter. Zudem wÃ¤re fÃ¼r die Konfrontation als Reaktion auf den Widerruf der Scheidungskonvention bzw. als GesprÃ¤chstermin ein anderer Zeitpunkt zu wÃ¤hlen gewesen als der spÃ¤te Abend im Beisein der Kinder, zumal der Anlass fÃ¼r das Aufeinandertreffen der Parteien gemÃ¤ss den Akten zunÃ¤chst das Abholen der Tochter war. GemÃ¤ss der Beschwerdegegnerin 1 hÃ¤tten die beiden Ã¤lteren Kinder jedoch mitkommen wollen, damit sich alle an einen Tisch setzten und die ganze Situation bezÃ¼glich des Widerrufs der Konvention besprÃ¤chen. Sie fÃ¼hrte denn auch bei der Vorinstanz aus, die ganze Wut des BeschwerdefÃ¼hrers sei nur gegen sie gerichtet und sie denke nicht, dass er seinen Kindern etwas antun wÃ¼rde, weshalb diesen gegenÃ¼ber keine VerlÃ¤ngerung angezeigt sei. Zudem lebten die Parteien doch schon seit lÃ¤ngerer Zeit getrennt, womit die Kinder zumindest rÃ¤umlich auch eine gewisse Distanz zu den Auseinandersetzungen zwischen den Parteien haben dÃ¼rften. Es bestand somit am 6. Januar 2021 kein Anlass mehr fÃ¼r die polizeilichen Schutzmassnahmen in Bezug auf die Kinder.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.9 </b>Im Grunde genommen entspricht der Zeitpunkt der Anordnung der Schutzmassnahmen am 6. Januar 2021 im zeitlichen Ablauf bereits dem VerlÃ¤ngerungszeitpunkt. GSG-Massnahmen kÃ¶nnen nicht auf Zusehen hin und aufgrund frÃ¼herer Situationen noch zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt darauf rÃ¼ckblickend erlassen werden. Da die Anordnung der polizeilichen GSG-Schutzmassnahmen gemÃ¤ss VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin 2 vom 6. Januar 2021 somit in einem Zeitpunkt erfolgte, als die akute GefÃ¤hrdungssituation bereits deeskaliert war, erfolgte deren Anordnung gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer zu Unrecht. Demzufolge hÃ¤tte auch keine VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen erfolgen dÃ¼rfen. Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde und der Aufhebung der VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin 2 vom 6. Januar 2021 sowie der Dispositivziffern 1, 2 und 3 des vorinstanzlichen Entscheids vom 19. Januar 2021. Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens sind damit in AbÃ¤nderung von Dispositivziffer 5 des angefochtenen Entscheids der Beschwerdegegnerin 1 aufzuerlegen. </p> <p class="Urteilstext">Da die Vorinstanz der Beschwerdegegnerin 1 bei deren Obsiegen mangels erkennbar relevanter Umtriebe (sowie mangels substanziierten EntschÃ¤digungsantrags) keine UmtriebsentschÃ¤digung zusprach und sich der Aufwand des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren ungefÃ¤hr im gleichen Rahmen bewegte, zudem ursprÃ¼nglich durchaus Anlass fÃ¼r Schutzmassnahmen bestanden hÃ¤tte, ist dem BeschwerdefÃ¼hrer (trotz EntschÃ¤digungsantrags) fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b><span>Die Gerichtskosten sind ausgangsgemÃ¤ss der Beschwerdegegnerin 1 aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Angesichts ihres Unterliegens ist ihr keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b><span>Die Beschwerdegegnerin 1 ist bei diesem Verfahrensausgang grundsÃ¤tzlich gestÃ¼tzt auf das Unterliegerprinzip zu verpflichten, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu bezahlen. Das Obsiegen des BeschwerdefÃ¼hrers wird jedoch dadurch relativiert, dass der Erlass von Schutzmassnahmen unmittelbar an die Auseinandersetzung gerechtfertigt gewesen wÃ¤re und sein Obsiegen auch massgeblich daher rÃ¼hrt, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin und der Ã¤lteste Sohn mit der Polizei entschieden haben, abzuwarten. Am Rande ist zu erwÃ¤hnen, dass vieles des â in den fÃ¼r ein GSG-Verfahren eher umfangreichen Rechtsschriften â von den Parteien Vorgebrachten primÃ¤r nicht in ein auf schnelle Erledigung und Glaubhaftmachung ausgerichtetes GSG-Verfahren gehÃ¶rte. Unter BerÃ¼cksichtigung dieser UmstÃ¤nde erscheint vorliegend eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 800.- angemessen (inklusive 7,7 % Mehrwertsteuer).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Einzelrichterin</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung der Kantonspolizei ZÃ¼rich vom 6. Januar 2021 sowie die Dispositivziffern 1, 2 und 3 des Urteils des Bezirksgerichts L vom 19. Januar 2021 werden aufgehoben. Dispositivziffer 5 des genannten Urteils wird insofern abgeÃ¤ndert, als die Kosten der Gesuchstellerin auferlegt werden. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 330.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'830.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin 1 auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerdegegnerin 1 wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 800.- (inklusive 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen; zahlbar <span>innert 30 Tagen ab </span>Rechtskraft<span> des vorliegenden Urteils.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>