Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Oktober 2015 (715 15 120) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung infolge selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit bejaht infolge interner Differenzen zwischen Arbeitnehmer und einem Vereinsvorstand als Arbeitgeber. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschrei ber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Der 1980 geborene A.____ war vom 11. Dezember 20 12 bis Ende Dezember 2013 als Cheftrainer des Vereins B.____ tätig. In dieser Eig enschaft hatte er während sechs bis sieben Tagen pro Woche das Training sowohl der Elite als a uch der Nachwuchsmannschaft geleitet. Am 8. November 2013 wurde sein Arbeitsverhältnis du rch den Arbeitgeber per Ende Dezember 2013 schriftlich unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist aufgelöst. Gleichzeitig wurde A.____ per sofort von weiteren Verpflichtungen freigestellt. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 15. Januar 2014 meldete sich der Versicherte bei seiner Wohnsitzgemeinde zur Ar- beitsvermittlung an und erhob am 25. Januar 2014 Ansp ruch auf Arbeitslosenentschädigung ab 15. Januar 2014. Nach Abklärung der erwerblichen und betrieblichen Verhältnisse stellte die öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland (Kasse) den Versic herten mit Verfügung vom 9. April 2014 mit Wirkung ab 1. Januar 2014 für die Dauer von 31 Tagen wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit in der Anspruchsberechtigung ein. Zur Begründung machte sie geltend, dass der Arbeitgeber angegeben habe, dass zwischen dem Versich erten und dem Vorstand des B.____ unüberwindbare Differenzen und unterschiedliche Vorstellungen bestanden hätten. Der Versicherte habe lediglich betont, sehr gute Arbeit ge leistet zu haben, und dass der Vorstand des B.____ sich ihm gegenüber sehr unprofessionell verh alten habe. Aufgrund der übrigen Un- terlagen sei jedoch festzustellen, dass der Versicherte d urch sein Verhalten die Arbeitslosigkeit zumindest teilweise selbst verschuldet habe. C. Eine hiergegen erhobene Einsprache des Versicherten wies die Kasse mit Einspracheent- scheid vom 24. Februar 2015 ab. Zusammenfassend machte si e geltend, dass der Versicherte bei seiner Argumentation die Organisationsstruktur eines Vereins übersehe. Er habe gegenüber dem Vereinsvorstand und somit gegenüber seinem Arbeitg eber bewusst die Treuepflicht ver- letzt. Der Versicherte habe mehrfach die Autorität sein es Arbeitgebers untergraben und alles daran gesetzt, dass die Mitgliederversammlung des B.___ __ einen neuen Vorstand wählen würde. Er habe deshalb damit rechnen müssen, dass er sein e Stelle verlieren werde, falls die Mitgliederversammlung nicht in seinem Sinne entscheiden werde. Mit seinem Verhalten habe er die Gefahr einer Kündigung zumindest eventualvorsätzli ch in Kauf genommen. Bei der Bemes- sung der Einstellungsdauer habe die Kasse die Probleme am Arbeitsplatz verschuldensmil- dernd im Umfang von fünf Tagen berücksichtigt. D. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicher te am 24. März 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht), und beantragte sinngemäss dessen Aufhebung . Zur Begründung brachte er zu- sammenfassend vor, dass er sämtliche Anschuldigungen im Zusammenhang mit einer selbst- verschuldeten Arbeitslosigkeit von sich weise. Er habe als pr ofessionelle, engagierte und pflichtbewusste Person seine Arbeit als Cheftrainer zur vo llsten Zufriedenheit erledigt. Im ange- fochtenen Entscheid sei nicht vermerkt, dass sein ehemaliger Arbeitgeber mehrfach Lügen über seine Person verbreitet habe. Es sei ihm unterstellt wo rden, seinen arbeitsvertraglichen Pflich- ten nicht nachgekommen zu sein, obschon er sämtliche Ar beiten stets pflichtbewusst erledigt habe. Er weise darauf hin, dass die Mehrheit der Leistu ngssportler den Verein nach seiner Ent- lassung verlassen hätte, da diese mit dem Verhalten de s Vorstands und dessen Entscheidun- gen nicht einverstanden gewesen seien. Dies sei ein we iteres Indiz dafür, dass vereinsinterne Probleme existiert hätten, welche nicht auf die Person d es Beschwerdeführers abgewälzt wer- den dürften. Es sei nicht verständlich, nach welchen Krit erien die Vorinstanz evaluiert habe, ob er als Cheftrainer zu hohe Anforderungen an die Sport ler gestellt habe. Unter den gegebenen Umständen sei es absurd, ihm vorzuwerfen, dass er die Au torität des Vorstands des B.____ untergraben habe. Dieser Vorstand könne keinen leistu ngsorientierten Verein leiten, sondern habe oftmals sehr unüberlegt und unprofessionell gehandelt. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Mit Vernehmlassung vom 10. Juni 2015 schloss die Kasse a uf Abweisung der Beschwer- de. Zusammenfassend hielt sie fest, dass der Beschwerdeführ er seine Arbeitslosigkeit selbst verschuldet habe. Seine Vorbringen würden keine andere Sichtweise zulassen. Bezüglich der Höhe der Einstelltage sei darauf hinzuweisen, dass die Kasse die fallrelevanten Umstände be- reits berücksichtigt habe. Die Einstelldauer von 31 Tagen sei deshalb angemessen. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist soweit e rforderlich in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die o bligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge richt erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mi t Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obl igatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 da s Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Ver fügungserlasses die Kontrollpflicht er- füllt. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ve rfassungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kanton sgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versi- cherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachli ch und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist vor liegend, ob die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer zu Recht für die Dauer von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung einge- stellt hat. Bei einem Taggeld von Fr. 240.15 beläuft sich der Streitwert somit auf Fr. 7‘444.65. Die Angelegenheit ist deshalb präsidial zu entscheiden. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person al les Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in d er Anspruchsberechtigung verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwal- tungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits - und Verschuldensprinzip beherrscht (THOMAS NUSSBAUMER , in: Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli, Schweizerisches Bundes- verwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicher ung, Basel/Genf/München 2007, S. 2423). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicher te Person in der Anspruchsberech- tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden ist. Dieser Tatbe- stand erfasst Verhaltensweisen der versicherten Person, die kausal für den Eintritt der Arbeits- losigkeit sind und eine Verletzung der Pflicht, Arbeitsl osigkeit zu vermeiden, bedeuten. Art. 44 Abs. 1 AVIV zählt in den lit. a-d beispielha ft Tatbestände auf, die unter den Begriff der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit fallen. So liegt selb stverschuldete Arbeitslosigkeit unter anderem dann vor, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Ver- letzung arbeitsvertraglicher Pflichten, der Arbeitgebe rin Anlass zur Auflösung des Arbeitsver- hältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). Di e Einstellung in der Anspruchsberechti- gung im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt kei ne fristlose Auflösung des Arbeitsverhält- nisses aus wichtigen Gründen nach Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 Schweizerisches Obligatio- nenrecht (OR) vom 30. März 1911 voraus. Das unkorrekte Verhalten muss auch nicht unbe- dingt eine eigentliche Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten darstellen, sondern es genügt, dass die versicherte Person durch ihr sonstiges Verhalten inn erhalb und ausserhalb des Be- triebs berechtigten Anlass zur Kündigung gab (Urteil de s Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrecht liche Abteilungen] vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; Arbeitsrecht und Arbeitslosenve rsicherung [ARV] 1987 Nr. 7; 1982 Nr. 18). Dabei müssen nicht zwingend Beanstandungen in beruflicher Hinsicht vorgelegen ha- ben. Es genügt beispielsweise, dass auch charakterliche Ei genschaften im weiteren Sinne, die den Arbeitnehmer für den Betrieb als untragbar ersche inen lassen, zur Entlassung geführt ha- ben (BGE 112 V 244 f. E. 1). Selbstverschuldete Arbeit slosigkeit im Sinne der Arbeitslosenver- sicherung liegt also immer dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht ob- jektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem na ch den persönlichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt ( Urteil 8C_958/2008 vom 30. April 2009 E. 2.2 mit Hinweisen, publ. in: ARV 2009 S. 264). 2.3 Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens der Inte rnationalen Arbeitsorganisation über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (Über- einkommen Nr. 168 der IAO), das für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in Kraft getreten ist, kann eine Leistung, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder Teilzeitarbeitslosigkeit oder Verdienstausfall infolge einer vorübergehenden Arbeit seinstellung ohne Unterbrechung des Beschäftigungsverhältnisses Anspruch gehabt hätte, nur gekü rzt werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vo rsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat. Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IA O ist hinreichend bestimmt und klar, um als Grundlage eines Entscheids im Einzelfall dienen zu können, und ist daher direkt anwendbar (BGE 122 V 54 ff.; Urteil des EVG C 53/00 vom 17. O ktober 2000). Aufgrund des grundsätzli- chen Primats des Völkerrechts geht Art. 20 lit. b des Übe reinkommens Nr. 168 der IAO somit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV vor. Demzufolge führt nich t jedes schuldhafte Verhalten der versicher- ten Person, das dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung de s Arbeitsverhältnisses gegeben hat, zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemä ss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG. Das vor- werfbare Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des Übere inkommens Nr. 168 der IAO vielmehr vorsätzlich erfolgt sein, wobei auch Eventualvorsatz genüg t (Urteil des EVG C 371/01 vom 4. Juni 2002 E. 2b). Eventualvorsatz ist im Zusammenha ng mit Art. 44 lit. a AVIV dann anzu- nehmen, wenn die versicherte Person vorhersehen kann o der damit rechnen muss, dass ihr Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verhalten zu einer Kündigung durch den Arbeitgeber führt (THOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). Im Rahmen von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIG darf somit bei blosser Fahrlässigkeit keine Ein- stellung in der Anspruchsberechtigung erfolgen (J ACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Zürich 1998, S. 76 f.). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verw altungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständ ige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzun ehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten erg ebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009 , 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Verweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). Die Mitwirkungspflicht kommt als allgemeiner Verfahrensgrundsatz auch im kantonalen Beschwerdeverfahren zur Anwendung und bedeutet das aktive Mitwirken der Parteien bei der Feststellung des Sachverhalts (vgl. THOMAS LOCHER , Grundriss des Sozial- versicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, S. 446 f, 489 f.; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechts- pflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 284 f.). 3.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht darf eine Tatsache erst und nur dann als bewies en annehmen, wenn sie von ihrem Be- stehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1978, S. 135). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seine n Entscheid nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (H ANS -ULRICH STAUFFER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslo- senversicherung und Insolvenzentschädigung, Zürich 1998, S . 77). Die blosse Möglichkeit ei- nes bestimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die spontanen "Aussagen der ersten Stun- de" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind al s spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicheru ngsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 47 E. 2a mit Hinweisen). 4. Strittig ist, ob der Beschwerdeführer Anlass zu seine r Kündigung gegeben und deshalb die Folgen einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit im S inne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG i. V. m. Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zu tragen hat. In sbesondere ist dabei zu prüfen, ob er das ihm vorgeworfene Fehlverhalten mindestens eventualvorsätzlich begangen hat. 4.1 Die Arbeitslosenkasse begründet die Einstellung in der Anspruchsberechtigung im We- sentlichen damit, dass der Versicherte gegenüber seinem ehemaligen Arbeitgeber nicht loyal Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gewesen sei, sondern mit seinem Verhalten die Gesamtint eressen des B.____ verletzt habe. Der Beschwerdeführer bestreite beispielsweise nicht, ohn e Rücksprache ein zusätzliches Trai- ningslager initiiert zu haben, obschon er damit bewusst gegen seinen Stellenbeschrieb verstos- sen habe. Im Weiteren habe er ebenfalls im Widerspruch zum Stellenbeschrieb nicht an der Vorstandssitzung vom 29. Oktober 2013 teilgenommen. Zudem sei das nach dem 28. Oktober 2013 und das anlässlich der ordentlichen Mitgliedervers ammlung vom 4. November 2013 von ihm an den Tag gelegte Verhalten in die Beurteilung des Fehlverhaltens mit einzubeziehen. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung sei daher ge rechtfertigt. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, dass die vereinsinternen Probl eme des B.____ nicht auf seine Per- son abgeschoben werden dürften. Die Vorinstanz ignoriere in diesem Zusammenhang, dass die Mehrheit der talentierten Sportler bzw. Leistungssportl er den Verein nach seiner Entlassung wegen des Vorstands verlassen habe. Der Vorwurf, die Aut orität des Vorstands hintergangen zu haben, sei absurd. So habe er die Sportler beispie lsweise lediglich gefragt, ob diese an ei- nem weiteren Trainingslager interessiert seien. Als enga gierter Arbeiter und professioneller Trainer sei es seine Pflicht gewesen, die Sportler da nach zu fragen, ob sie an zusätzlichen Trainingseinheiten in einem Trainingslager interessiert wären. Dies sei genau die Einstellung, die es im Leistungssport brauche. 4.2 Aus den Akten ergibt sich, dass das Arbeitsverhältnis d es Versicherte mit Kündigung des Arbeitgebers vom 29. November 2013 unter Einhaltun g der ordentlichen Kündigungsfrist per Ende Dezember 2013 aufgelöst worden ist, ohne dass daraus allfällige Gründe für die Kün- digung hervorgehen (vgl. Akt der Kasse N° 30). Als Grund der Kündigung kann dem Antrag des Versicherten auf Arbeitslosenentschädigung vom 25. Januar 2014 entnommen werden, dass der B.____ andere sportliche Visionen verfolgt habe a ls der als Cheftrainer angestellte Versi- cherte (vgl. Akten der Kasse N° 25 ff.). Dem Arbeitszeugn is des B.____ vom 31. Dezember 2014 zufolge habe sich der Versicherte durch eine grosse Leistungsbereitschaft ausgezeichnet und sei engagiert gewesen. Zu Beginn seiner Arbeitstät igkeit habe er seine Aufgaben gut erle- digt. Gegen Ende seien seine Leistungen nur teilweise g enügend ausgefallen. Unter anderem habe es ihm erhebliche Schwierigkeiten bereitet, die En tscheidungen des Vorstands zu akzep- tieren. Sein Verhalten sei nicht immer befriedigend gewesen. Der Versicherte habe sich schwer getan, Kritik konstruktiv aufzunehmen. Er habe wenig Bereitschaft zur Kooperation mit den Vor- gesetzten gezeigt (vgl. Akt der Kasse 7). In der Arbeit geberbescheinigung vom 24. März 2014 wird als Kündigungsgrund schliesslich angegeben, dass info lge unüberbrückbarer Differenzen und unterschiedlicher Vorstellungen keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit zwi- schen dem Versicherten und dem Vorstand bestanden habe (vgl. Akt der Kasse N° 156 ff.). 4.3 Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 1. April 2014 ist den Aussa- gen des Versicherten im Wesentlichen zu entnehmen, dass di e Entscheidung des Vorstands, ihn fristlos freizustellen, überraschend gewesen sei, da s ämtliche leistungsorientierte Sportler und deren Eltern von seiner professionellen Arbeitswei se, seinem Wissen sowie von seiner gu- ten Kommunikation und Organisationsfähigkeit begeister t gewesen seien. Dieser Umstand be- lege, dass er ein sehr guter Trainer und Arbeitnehmer gewesen sei. Die Eltern dieser Sportler hätten ihm auch gesagt, dass sie nicht wegen des Vorstands dem B.____ beigetreten seien, da dieser keine Ahnung habe wie man einen Verein führe. Ihm sei ohne jegliche Warnung oder Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nachricht die Entlassung übereicht worden. Einen Tag vor seiner Entlassung sei er von einem Vorstandsmitglied zu einem Gespräch eingeladen geworden . Die Frage, ob er weiterhin mit dem Verein und dessen Vorstand zusammen arbeiten möchte, habe er anlässlich dieses Tref- fens bejaht. Die Tatsache, dass er keine 24 Stunden späte r gegen seinen Willen und auch ge- gen den Willen von 20 Sportlern und deren Eltern ent lassen worden sei, sei sehr schockierend gewesen, da er beste Arbeit geleistet habe sowie hochm otiviert, pünktlich und sehr organisiert gewesen sei. Sportlich habe der Verein unter seiner Führung die besten Fortschritte seit Jahren erzielt. Der B.____ habe ihm nie eine Verwarnung ausgesprochen. Verbal sei ihm bei der Über- gabe des Kündigungsschreibens mitgeteilt worden, dass der Vorstand andere sportliche Visio- nen habe als er. Der Vorstand habe mit dieser Entlassu ng seine ganze Arbeit vernichtet. Nach seiner Entlassung habe die grosse Mehrheit der Sportler , welche von ihm trainiert worden sei- en, den Verein verlassen (vgl. Akt der Kasse N° 176 ff.). 4.4 Der Einsprache des Versicherten vom 7. Mai 2014 ist zu entnehmen, dass er sehr pro- fessionell gearbeitet und seine Aufgaben und Pflichten bestens erfüllt habe. Der Vorstand des B.____ habe ihm gegenüber nie etwas von unüberbrückba ren Differenzen mitgeteilt. Es habe einige Differenzen gegeben, weil der Vorstand Sportl ern, Eltern und ihm gegenüber Verspre- chungen geäussert habe, die vom Vorstand nicht eingehal ten worden seien. Er habe jedoch keine unüberbrückbaren Differenzen zu beklagen. Dies seien vielmehr die Aussagen des Vor- stands. Man erwarte von ihm eine Stellungnahme zu vagen Vorwürfen, welche ihm gegenüber nie geäussert worden seien. Es scheine, dass der B.____ si ch sportlich habe umorientieren wollen und dass seine exzellente Trainerarbeit nicht mehr gebraucht worden sei, da es für ei- nen Breitensportverein keinen Trainer mit seinen Qualitäten und Engagement brauche. Ausser- dem könne es durchaus sein, dass er deshalb entlassen worde n sei, damit andere Vorstands- mitglieder von seiner Stelle profitieren würden (vgl. Akt der Kasse N° 219 ff.). 4.5 Der Stellungnahme des Präsidenten des B.____ vom 30 . Oktober 2014 ist zu entneh- men, dass der Versicherte am 25. Oktober 2013 seinen Jahre sbericht an den Präsidenten ver- sandt habe. Am 28. Oktober 2013 habe er einen Tag zuvo r seine Teilnahme an der Vorstands- sitzung per Mail abgesagt, wobei er zu einigen Traktand en Stellung bezogen habe. Als einziger Kritikpunkt habe er die Organisation des Herbst-Training slagers aufgeführt, welches vom Vor- stand organisiert worden sei. Zur anstehenden Mitgliede rversammlung habe er sich jedoch nicht geäussert. Die Vorbereitung der Mitgliederversamm lung habe somit ohne ihn stattgefun- den. Dabei sei beschlossen worden, dem Versicherten eine neue Frist für die Fertigstellung seiner Arbeiten bis zum 30. November 2013 anzusetzen und bei Nichterfüllung eine Kündi- gungsandrohung auszusprechen. Dies sei ihm jedoch nicht mehr mitgeteilt worden, da sich die Ereignisse nach der Mitgliederversammlung überstürzt hätt en. Bereits zuvor hätten im Zusam- menhang mit den Forderungen des Versicherten Differenz en bestanden, wozu der Vorstand ausführlich Stellung genommen habe. Am 4. November 20 13 habe der Versicherte zusätzlich zu seinem Bericht, wie er ihn dem Vorstand am 25. Okto ber 2013 vorgelegt hatte, in der Mit- gliederversammlung die Ansicht geäussert, dass es im Vorstand Ineffizienzen gebe. Nach einer anfänglich infolge grosser Verwirrung gescheiterten Wahl der Vorstandsmitglieder habe er er- neut Stellung bezogen und ausgesagt, dass er Ineffizienzen im Vorstand erkennen würde. Wei- ter habe er gesagt, dass er und viele andere mit einigen Dingen unzufrieden seien. Er habe sich Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht daraufhin zur Verfügung gestellt, eine Aufgabe im Vo rstand zu übernehmen. Anlässlich einer anschliessenden Sitzung mit dem Versicherten am 7. Nove mber 2013 habe sich der Vorstand die Einsicht des Versicherten erhofft, dass sein Vorgehen an der Mitgliederversammlung einen Vertrauensbruch gegenüber seinem Arbeitgeber dargestell t habe. Er habe jedoch bestritten, dass er im Vorfeld der Mitgliederversammlung das Vorgeh en gegen den Vorstand abgespro- chen und einigen Mitgliedern gedroht habe, andernfal ls nicht mehr ihr Trainer zu sein. Dies sei dem Vorstand jedoch anderweitig bestätigt worden. Für den Vorstand sei nach dieser Sitzung somit keine gemeinsame Basis für eine weitere Zusammenar beit mehr vorhanden gewesen, weshalb entschieden worden sei, das Arbeitsverhältnis zu b eenden (vgl. Akt der Kasse N° 303 ff.). Auf erneute Nachfrage der Kasse vom 13. N ovember 2014 hin (vgl. Akt N° 308) liess sich der Präsident des B.____ präzisierend dahingehen d vernehmen, dass bereits am 3. September 2013 eine Teamsitzung in Form eines off enen Gesprächs stattgefunden habe. Fortlaufend seien die negativen und positiven Voten der Athleten protokolliert worden. Im an- schliessenden Gespräch, anlässlich dessen dieses Feedback der Athleten dem Versicherten mitgeteilt worden sei, seien nur die wichtigsten Punkt e davon benannt worden. Es sei explizit vermieden worden, nur negative Punkte zu nennen. Der Ve rsicherte habe im Vorfeld der Mit- gliederversammlung vom 4. November 2014 das Trainer-A thleten-Verhältnis für seine Zwecke ausgenutzt und die Sportler unter Druck gesetzt, indem er den Vorstand schlecht geredet und den Athleten mitgeteilt habe, dass er unter den gegeb enen Umständen nicht arbeiten könne. Dieser Stellungnahme ist ein undatiertes Protokoll mit dem Titel „Forderungen“ angefügt (vgl. Akt der Kasse 321). 4.6 Der undatierten Stellungnahme des Versicherten (vg l. Akt der Kasse N° 335 ff.; Ein- gang bei der Kasse am 5. Dezember 2014) ist schliesslich z u entnehmen, dass die im betref- fenden Protokoll aufgeführten Forderungen nicht die Meinung der Sportler repräsentiere. Es sei ihm im Anschluss an das entsprechende Treffen von einem Mit glied mitgeteilt worden, dass sich lediglich einige ältere, nicht leistungsorientier te Sportler sehr negativ über ihn geäussert hätten. Das entsprechende Protokoll entspreche somit nich t der Wahrheit. Den vielen positiven Aspekten sei dabei zu wenig Beachtung geschenkt worden. D er Vorstand habe mit ihm nie ein Gespräch betreffend fehlende Trainingsleistung oder unzufriedene Sportler geführt. Für die mo- tivierten Leistungssportler habe nie ein Problem bestan den. Die anschliessend einige Tage an das Protokoll durchgeführte Feedbackrunde seitens des Vorst ands sei grösstenteils positiv ge- wesen. Man habe das bevorstehende Trainingslager für di e Nachwuchssportler besprochen. Der Vorstand habe ihm mitgeteilt, dass einige Sportler mehr Aufmerksamkeit wünschten. Seine Antwort sei gewesen, dass ein Sportler, der mehrere Tra inings nicht besucht habe, auch nicht erwarten könne, dass dieser mehr Aufmerksamkeit erhalte n würde als solche, die täglich moti- viert im Training erscheinen würden. Der Vorstand habe seine Antwort akzeptiert und es sei ihm mitgeteilt worden, dass er das Training vielseitig, krea tiv und sehr motivierend gestalte. Eben- falls sei ihm mitgeteilt worden, dass der Vorstand es verst ehen würde, dass es nicht möglich sei, stets alle Mitglieder einer bestimmten Gruppe ind ividuell zu berücksichtigen. Dies habe er jedoch im Interesse des Leistungssports und der Leistungssp ortler täglich zu berücksichtigen versucht. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Die zitierten Akten zeichnen das Bild eines sportlich kompetenten Trainers. Wenn sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdebegründung au f den Standpunkt stellt, ein enga- gierter und professioneller Trainer gewesen zu sein, k ann ihm aus sportlicher Sicht jedenfalls nichts Gegenteiliges vorgeworfen werden. Den Akten ist allerdings auch zu entnehmen, dass es zwischen dem Versicherten und seinem Arbeitgeber offensichtlich bereits im Verlaufe des zwei- ten Halbjahres 2013 zu Differenzen im Zusammenhang mi t der Umsetzung der Trainings und der sportlichen Ausrichtung des Vereins gekommen war. Der Versicherte geht in seiner Stel- lungnahme gegenüber der Kasse selbst davon aus (Eingang am 5. Dezember 2014, Akt der Kasse N° 335 ff.), dass sich einige ältere, nicht leistu ngsorientierte Sportler sehr negativ über ihn geäussert hätten. Bereits in seiner Einsprache vom 7 . Mai 2014 hat er eingeräumt, dass es Differenzen zwischen ihm und dem Vorstand gegeben habe, weil sich der B.____ in sportlicher Hinsicht offenbar in Richtung eines Breitensportvereins umorientieren wollte (vgl. Akt der Kasse N° 209, letzte Seite) und er andere sportliche Visione n vertreten hatte (Akt der Kasse N° 176 ff.). Diese Darstellung deckt sich mit den Angaben seines ehemaligen Arbeitgebers, wonach der Beschwerdeführer andere sportliche Visionen als der B._ ___ verfolgt hat (vgl. Akten der Kasse N° 25 ff.). In Übereinstimmung mit den Angaben des V ersicherten, wonach der B.____ auch den Anforderungen im Breitensport gerecht werden wol lte (vgl. Einsprache des Versicherten, Akt der Kasse 209, letzte Seite), ist aufgrund der vorli egenden Akten offensichtlich, dass der Versicherte demgegenüber mehrheitlich die Interessen des Leistungssports vertreten hat (vgl. Beschwerdebegründung, S. 7; Akt der Kasse N° 335 ff.). Hierfür sprechen nicht nur seine Ausführungen, wonach für die motivierten Leistungssport ler keine Probleme bestanden hätten und er die individuellen Bedürfnisse insbesondere im Int eresse des Leistungssports bei den Leistungssportlern zu berücksichtigen versucht habe (vgl. Akt der Kasse N° 335 a. E.), sondern auch seine Auffassung, dass der Vorstand der Vereins-Philo sophie des B.____, den Leistungs- sport zu fördern, zu wider gehandelt habe und sich of tmals gegen die Leistungssportler und ihn als Cheftrainer und Leistungssportler gestellt habe (vgl . undatierte Stellungnahme des Versi- cherten, Akt der Kasse N° 394, S. 42). Als Zwischenerge bnis ist jedenfalls erstellt, dass zwi- schen dem Versicherten und seinem Arbeitgeber bereits run d ein halbes Jahr vor der Mitglie- derversammlung vom 4. November 2014 diverse Differenzen im Zusammenhang mit der sport- lichen Ausrichtung und den dem Versicherten in dieser H insicht übertragenen Aufgaben be- standen haben (vgl. ebenso Akt der Kasse N° 303 ad Fra ge 2b sowie N° 304 ad Zusammen- fassung, drittletzter Absatz). 5.2 Der Versicherte wäre verpflichtet gewesen, diese Di fferenzen intern – in Form weiter- führender Gespräche mit dem Vorstand – zu bereinigen. Stattdessen stellte er sich anlässlich der Mitgliederversammlung vom 4. November 2013 offen gegen den Vorstand, indem er nicht nur seinen eigenen Jahresbericht verlas, sondern sein V otum wiederholt mit dem Vorwurf er- gänzte, dass es Ineffizienzen im Vorstand gebe und viele Pe rsonen in diversen Punkten eben- falls unzufrieden seien. Insbesondere aber stellte er sich ohne vorgängige Absprache selbst als Vorstandsmitglied des B.____ zur Wahl (vgl. Protokoll de r Mitgliederversammlung vom 4. No- vember 2013, ad Ziffer 7.1 a. E. und 11.2, Akten der Kasse N° 292 ff.). Hintergrund seines – offenbar mit weiteren Beteiligten abgesprochenen – Vo rgehens war es dabei, den bisherigen Vorstand und somit seinen eigenen Arbeitgeber zuminde st teilweise abzuwählen (vgl. Auszug des Mails des Versicherten vom 16. November 2013, Akten der Kasse N° 4). Damit missachtete Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Versicherte aber seine arbeitsvertragliche Treue- und Loyalitätspflicht. Es ist an dieser Stel- le daran zu erinnern, dass in arbeitslosenversicherungsrecht licher Hinsicht dann von einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit auszugehen ist, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbe itsverhältnisses gegeben hat. (vgl. oben, Erwägung 2.2 hiervor). Diese Voraussetzung i st hier klarerweise gegeben. Daran ändert nichts, dass am 7. November 2013 eine Aussprache zwi schen dem Versicherten und seinem Arbeitgeber stattgefunden hat (vgl. Protokoll der Sitzung vom 7. November 2013, Akten der Kasse N° 436 ff.). Aus dem entsprechenden Protokoll geht vielmehr hervor, dass der Versi- cherte „eine Änderung im Verein“ bewirken wollte (vgl. a.a.O., Akt der Kasse N° 43). Mit seinem Verhalten, insbesondere mit seiner unangekündigten Gegenkandidatur, verstiess der Be- schwerdeführer jedenfalls klar gegen seine Treue- und Loyalitätspflicht als Arbeitnehmer, indem er nicht mit, sondern letztlich gegen die Interessen des Vorstands des B.____ arbeitete. 5.3 Der Versicherte vertritt den Standpunkt, dass er gege nüber dem Vorstand des B.____ unter den gegebenen Umständen weder treu noch loyal h abe sein können (vgl. undatierte Stel- lungnahme des Versicherten, Akt der Kasse N° 394) Bei di eser Argumentation missachtet er jedoch die Organisationsstruktur eines Vereins. Der B._ ___ als Verein ist eine juristische Per- son, die im Aussenverhältnis durch den Vorstand vertreten wird. Zumal der Vorstand des B.____ gemäss Art. 8 seiner Statuten (vgl. Akten der K asse, 286 ff.) explizit für die Anstellung seiner Trainer verantwortlich ist, oblag ihm somit auch die unmittelbare Weisungsbefugnis ge- genüber dem Versicherten. Aufgrund des Arbeitsvertrags vom 14. August 2013 (vgl. Akt der Kasse N° 302) bestand gemäss Art. 321a des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) somit eine allgemeine Treuepflicht des Beschwerdeführers. Der Beschwerdeführer hatte demnach nicht nur die berechtigten Interessen des B.____ zu wahr en, sondern sich insbesondere ge- genüber dem Vorstand loyal zu verhalten. Diese Treuepf licht ergänzte die Arbeitspflicht des Beschwerdeführers, indem sie seiner alltäglichen Arbeitsleistung einen Zweck und eine Zielrich- tung im Sinne der Wahrung der Interessen des B.____ u nd seines Vorstands verliehen hat (ULLIN STREIFF / ADRIAN VON KAENEL , Arbeitsvertrag, Zürich/Basel/Genf 2006, 6. Aufl., Pra xis- kommentar zu Art. 321a OR, N2). Das Mass an Loyalität, da s dem Beschwerdeführer als Chef- trainer abverlangt worden ist, war ausserdem deutlich grösser ist als bei einem Arbeitnehmer in untergeordneter Stellung. Zu verweisen ist in diesem Z usammenhang auf die bundesgerichtli- che Rechtsprechung, wonach beispielsweise eine Kaderang estellte, die ihren Untergebenen mitteilte, sie habe kein Vertrauen in die neue Direkt ion, ebenfalls ihre Treuepflicht verletzt hat (BGE 127 III 86). Nicht anders verhält es sich im vorliegenden Fall. Gerade als Cheftrainer wäre der Beschwerdeführer verpflichtet gewesen, die aufgrun d unterschiedlicher Auffassung im sportlichen Bereich bestehenden Differenzen intern zu ber einigen, statt diese öffentlich zur De- batte zu stellen. Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdebegründung den Vorwurf, die Autorität des Vorstands hintergangen zu haben, al s unzutreffend taxiert, kann ihm daher nicht gefolgt werden. Seine im Januar 2014 eingetretene Arbeitslosigkeit ist folglich auf ein nach den persönlichen Verhältnissen vermeidbares und letztlich auch bewusstes Verhalten zurückzu- führen. In diesem Verhalten liegt demnach ein Selbstve rschulden, welches die Voraussetzun- gen des Einstellungstatbestands von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG erfüllt. Der Vorinstanz ist deshalb darin beizupflichten, dass die Arbeitslosigkeit als selbstverschuldet anzusehen ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Zu prüfen bleibt, ob die Anzahl der Einstelltag e korrekt ermittelt worden ist. Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuld ens (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Sie be- trägt nach Art. 45 Abs. 2 AVIV 1 - 15 Tage bei leich tem Verschulden, 16 - 30 Tage bei mittel- schwerem Verschulden und 31 - 60 Tage bei schwerem Versc hulden. Innerhalb dieses Rah- mens entscheidet die Arbeitslosenkasse nach pflichtgemässem E rmessen. Das Gericht greift nur mit Zurückhaltung in das der Arbeitslosenkasse zustehend e Ermessen ein. Es setzt nicht sein Ermessen anstelle desjenigen der Arbeitslosenkasse, so lange diese von ihrem Ermessen pflichtgemäss Gebrauch gemacht hat, also allen einschlägi gen Gesichtspunkten gebührend Rechnung getragen hat. Vorliegend setzte die Beschwerde gegnerin die Dauer der Einstellung auf 31 Tage fest. Dabei berücksichtigte sie zu Gunsten des Versicherten das Verhalten des Arbeitgebers und Probleme am Arbeitsplatz (vgl. Akt d er Kasse N° 193). In der Folge legte sie die Sanktion an der unteren Grenze für ein schweres Verschulden fest. 6.2 Wie soeben dargelegt, ist dem Versicherten ein Se lbstverschulden an seiner Arbeitslo- sigkeit vorzuwerfen, indem er sich insbesondere in Missachtu ng seiner arbeitsrechtlichen Treue- und Loyalitätspflicht in einen offenen Konfli kt mit seinem Arbeitgeber begeben hat. Ent- gegen der von der Kasse vertretenen Auffassung (vgl. Vern ehmlassung vom 10. Juni 2015, ad Ziffer 7a) kann ihm sein Verhalten im Nachgang zur Kün digung vom 8. November 2013 (vgl. Mail vom 3. Dezember 2013, Akt der Kasse N° 318) aber nicht zum Vorwurf gemacht wer- den, da dieses Verhalten zur bereits zuvor erfolgten Kü ndigung nicht mehr kausal war. Ausser- dem ist zu berücksichtigen, dass ein gewisser Unmut der pro fessionellen Sportler auf das neue Konzept des Vorstands zurückzuführen war und sich der Beschwe rdeführer mit diesen Sport- lern in sportlicher Hinsicht solidarisiert hat. Wie die Vorinstanz in diesem Zusammenhang be- reits zu Recht erwogen hat, erweist es sich als nachvollziehbar, dass die seitens des Versicher- ten mehrfach geltend gemachte mangelhafte Kommunikati on zwischen Cheftrainer und den Sportlern bzw. deren Eltern auf die Einführung von ne uen Gruppen zurückzuführen war. Dabei ist nicht von der Hand zu weisen, dass es hierbei auch die Aufgabe des Vorstandes gewesen wäre, den Versicherten besser zu unterstützen, indem das neue Konzept auch seitens des Vor- stands proaktiver vertreten worden wäre. Letztlich muss de m Versicherten zu Gute kommen, dass sein ehemaliger Arbeitgeber nicht früher und energ ischer auf die Erfüllung der von ihm selbst eingeforderten Konditionen hingewirkt hat (vgl. angefochtener Einspracheentscheid vom 24. Februar 2015, S. 7 f.). Diese Umstände haben eben falls massgeblich zu Missverständnis- sen und zu den anschliessenden Differenzen zwischen dem V orstand des B.____ und dem Versicherten beigetragen. Unter Berücksichtigung der bund esgerichtlichen Rechtsprechung, wonach zwar kein entschuldbarer Grund für den Stellenverlust, wohl aber besondere Umstände im Einzelfall vorliegen (vgl. BGE 130 V 126 E. 3.2), r echtfertigt es sich daher, das Verschulden des Beschwerdeführers im unteren Bereich des mittelschwer en Verschuldens festzulegen. In Nachachtung der erwähnten Grundsätze ist die Einstellun gsdauer daher auf 16 Einstelltage zu reduzieren. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis teilweise gutzuheissen. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind beim nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird insofern teilweise gutge heissen, als in Abänderung des Einspracheentscheids der öffentlichen Arbeitslosenkasse vom 24. Februar 2015 die Einstellungsdauer von 31 Tagen auf 16 Tage her- abgesetzt wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.