B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5601/2010 U r t e i l v o m 5 . F e b r u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Vito Valenti, Gerichtsschreiber Daniel Golta. Parteien Klinik A._______, Beschwerdeführerin, gegen 1. Krankenkasse KPT AG, 2. CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfall- versicherung AG, 3. ASSURA Kranken- und Unfallversicherung, 4. Association Groupe Mutuel, 5. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, 6. Kolping Krankenkasse AG, 7. SUPRA Caisse-maladie, 8. Atupri Krankenkasse, 9. SanaTop Versicherungen AG in Liquidation, alle vertreten durch Dr. Andreas Jost, Rechtsanwalt, Beschwerdegegnerinnen, Regierungsrat des Kantons Bern, Vorinstanz Gegenstand Tariffestsetzung für die stationäre Behandlung zu Lasten der OKP ab 2005; Regierungsratsbeschluss Nr. […] vom 30. Juni 2010. C-5601/2010 Seite 3 Sachverhalt: A. Mit 11 Beschlüssen (RRB) hat der Regierungsrat des Kantons Bern (im Folgenden: Regierungsrat bzw. Vorinstanz) am 20. September 2006 die Gesuche der Krankenkassen KPT Krankenkasse, der Concordia, der A s- sura assurance-maladie et accidents, der Groupe Mutuel, der Caisse Ma- ladie Hotela, der Kolping Krankenkass e AG, der Supra Caisse -Maladie und der Atupri Krankenkasse auf Festsetzung der stationären Tarife in den allgemeinen Abteilungen von 11 Privatspitälern – darunter auch die Klinik A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführerin) – abgelehnt, s o- weit sie sich a uf den Zeitraum vom 1. Januar 2005 bis zum 30. September 2006 bezogen. Gleichzeitig hat er für diese Betroffenen ab dem 1. Oktober 2006 den Tarif gemäss dem von ihm bereits genehmigten Tarifvertrag zwischen santésuisse Bern und dem Verband der Privatspitä- ler des Kantons Bern (VPSB) festgesetzt. Dagegen erhoben die Kra n- kenkassen Beschwerde beim Bundesrat und beantragten , die Sache sei in allen 11 Fällen an den Regierungsrat zurückzuweisen mit der Anwe i- sung, es seien die stationären Tarife für das Jahr 2005 j e Spital gestützt auf die noch zu ermittelnden Kosten festzusetzen. Der Bundesrat hiess die Beschwerde mit Entscheid vom 30. Januar 2008 (im Folgenden: vo r- gängiger BRE) gut und wies die Sache zur Neubeurteilung an die Vori n- stanz zurück. Diese wies er weite r an, dafür zu sorgen, dass binnen 12 Monaten ab Eröffnung seines Entscheids zwischen den betroffenen Krankenversicherern und Spitälern ein genehmigter oder festgesetzter Tarif für die Behandlung in der allgemeinen Abteilung vorliege. B. B.a Mit Schreiben vom 6. Februar 2009 teilten die Krankenversicherer der Gesundheits - und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (im Folge n- den: GEF BE) mit, dass die geführten Tarifverhandlungen gescheitert sei- en, und beantragten die unverzügliche Durchführung eines Tariffestse t- zungsverfahrens (vgl. vorinstanzlichen Ordner "Tarifverhandlungen & Festsetzung nach Bundesratsentscheid vom 30.1.2008 RRB 1032 -1041 vom 30.6.2010 Teil 1" [im Folgenden: RR5] Laschen [L] 2 f.). B.b Am 2. März 2009 forderte die GEF BE die Privatspitäler, darunter auch die Beschwerdeführerin, dazu auf, das Scheitern der Verhandlu n- gen zu bestätigen und ein Tariffestsetzungsgesuch für den Tarif ab 1. J a- nuar 2005 sowie sämtliche Berechnungsunterlagen einzureichen (in RR5/L2). C-5601/2010 Seite 4 B.c Mit Schreiben vom 12. März 2009 (in RR5/L1) beantragte die B e- schwerdeführerin die auf das Jahr 2005 limitierte Festsetzung eines Tarifs für die stationäre Behandlung zu Lasten der obligatorischen Krankenpfl e- geversicherung (im Folgenden: OKP) und ersuchte um eine Fristerstr e- ckung, um die notwendige Dokumentation betreffend das Jahr 2004 z u- sammenzustellen und eine substantiierte Begründung zu erstellen. B.d Mit Verfügung vom 25. März 2009 setzte die GEF BE fest, dass die Beschwerdeführerin bis zum 14. April 2009 Ausführungen dazu zu m a- chen habe, ob die Ve rtragsverhandlungen für einen Tarif ab dem Jahr 2005 aus ihrer Sicht gescheitert seien. Weiter sei ein Antrag für die vom Regierungsrat festzusetzende(n) Tarifhöhe(n) ab dem 1. Januar 2005 samt der Kosten - und Leistungsrechnung(en) im Sinne der Erwägungen einzureichen, in jedem Fall die Kosten - und Leistungsrechnung für das Kalenderjahr 2003 (in RR5/L1). B.e Mit Schreibe n vom 9. April 2009 stellte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen die folgenden Anträge: Das von den Krankenversicherern verlangte Tariffestsetzungsbegehren für die allgemeine Abteilung sei a b- zulehnen. Es sei für die Tariffestsetzung auf die Daten für das Jahr 2004 abzustützen. Es sei ein Tarif für die Jahre 2005 bis 2007 und ein weiterer für die Jahre 2008 bis 2009 festzusetzen. Für die Baserate 2005 sei auf die Kosten der öffen tlichen Spitäler von Fr. 11'661.- pro stationären Aus- tritt 2004 abzustellen. Eine Tariffestsetzung für die SanaTop Versicherun- gen AG sei abzulehnen. Das beantragte Tarifmodell Berner Fallpreispa u- schalen "BFP" sei mit der verlangten Tarifbasis zu genehmigen . Zugleich reichte die Beschwerdeführerin Kostendaten für die Jahre 2004 und 2007 ein und erklärte, dass sie gegen die Verfügung vom 25. März 2009 B e- schwerde an das Bundesverwaltungsgericht erheben werde. Sollte diese Beschwerde abgewiesen werden, würde sie die Zahlen für das Jahr 2003 selbstverständlich nachreichen. B.f Am 15. April 2009 erhob die Beschwerdeführerin gegen die Verfügung des Regierungsrats vom 2 5. März 2009 Beschwerde an das Bundesve r- waltungsgericht und beantragte, dass die Verfügung aufzuheben sei, für die Festsetzung des Tarifs 2005 auf die Kosten -/Leistungsrechnung für das Kalenderjahr 2004 abzustellen und deshalb auf das Einfordern der Kostendaten für das Kalenderjahr 2003 zu verzichten sei. Das Bundes- verwaltungsgericht trat auf diese Beschwerde mit Urteil C-2413/2009 vom 22. Juni 2009 nicht ein, da die Voraussetzungen für die selbständige A n-C-5601/2010 Seite 5 fechtung der Verfügung vom 25. März 2009 als Zwischenentscheid nicht erfüllt seien. B.g Mit Schreiben vom 14. August 2009 reichte die Beschwerdeführerin Unterlagen betreffend das Kalenderjahr 2003 ein und hielt an den in i h- rem Schreiben vom 9. April 2009 gestellten Begehren fest, namentlich betreffend das Abstützen auf die Daten für das Kalenderjahr 2004 (im vor- instanzlichen Ordner "Tarifverhandlungen & Festsetzung nach Bunde s- ratsentscheid vom 30.1.2008 RRB 1032 -1041 vom 30.6.2010 Teil 3 [im Folgenden: RR7] L4). B.h Am 15. Januar 2010 nahm die Eidgenössische Preisüberwachung (PUE) zum von der GEF BE in Aussicht genommenen Tarif Stellung. B.i Mit Beschluss Nr. [...] vom 30. Juni 2010 (act. 1.1 der Beschwerdeak- ten, im Folgenden: angefochtener RRB) setzte der Regierungsrat den Ta- rif für die stationäre Behandlung zu Lasten der OKP in der Klinik der Be- schwerdeführerin im Verhält nis zu den nachfolgend aufgezählten Kra n- kenversicherer für die Zeit vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2009 in Form einer Tagespauschale auf Fr. 1'138.- pro Tag (inkl. Arztleistungen) fest. Als Krankenversicherer betroffen waren neben den rubrizierten B e- schwerdegegnerinnen 1-4 und 6-8 die Caisse Maladie Hotela (im Folgen- den: Hotela; zu Beginn Beschwer degegnerin 5) und die SanaTop Versi- cherungen AG (im Folgenden: SanaTop bzw. Beschwerdegegnerin 9; zu- sammen im Folgenden: Krankenversicherer bzw. Beschwerdegegnerin- nen). Der Regierungsrat begründete die Tariffestsetzung im Wesentlichen d a- mit, dass Tarifverhandlungen gescheitert seien, dass kein Grund für eine zeitliche Beschränkung des Tarifs auf das Kalenderjahr 2005 bestehe – vorbehältlich einer allfälligen späteren Tarifvereinbarung durch die Partei- en und anschliessender Ge nehmigung derselben durch den Regierung s- rat – und dass die Berechnung sich auf das vom Bundesrat bestätigte Modell der PUE abstütze. C. C.a Gegen den Regierungsratsbeschluss Nr. [...] erhob die Beschwerde- führerin am 6. August 2010 Beschwerde an das Bundesverwaltungsg e- richt und stellte die folgenden Anträge: C-5601/2010 Seite 6 1. Die Verfügung vom 30. Juni 2010 des Regierungsrates des Kantons Bern sei aufzuheben. 2. Als Tarif für das Jahr 2005 für die B eschwerdegegner 1 -8 sei eine Baserate von Fr. 11'661. - festzusetzen. Für den Beschwerdege g- ner 9 (SanaTop) sei für das Jahr 2005 kein Tarif festzusetzen. 3. Eventualiter zu Ziffer 2 seien für das Jahr 2005 folgende Fachg e- bietspauschalen festzusetzen. Durchschnittliche Kosten pro Fall im Jahr 2004 = Basispreis Fr. 9'272.- mit folgenden Gewichtungsfaktoren: Fachgebiet Kosten– gewichtungs- faktor Allg. Chirurgie inkl. Gastroenterologie 1.0194 Gynäkologie/Geburtshilfe, Neonatologie 0.8867 Herzchirurgie 4.0770 HNO 0.5615 Innere Medizin inkl. Subdisziplinen 0.9753 Kardiologie 1.7102 Kieferchirurgie 1.1382 Neurochirurgie 1.2967 Onkologie 0.6084 Ophthalmologie 0.5910 Orthopädie 1.0247 Plastische Chirurgie 0.7273 Thorax und Gefässe 1.0503 Urologie 0.8979 4. Subeventualiter: Die Verfügung vom 30. Juni 2010 sei aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurück zu weisen zur Festsetzung eines Tarifs 2005, der die nachgewiesenen Kosten vollständig deckt. 5. Subsubeventualiter: Die Verfügung vom 30. Juni 2010 sei aufzuh e- ben und es seien je für die Jahre 2005, 2006, 2007, 2008 und 2009 folgende Fachgebietspauschalen festzusetzen: C-5601/2010 Seite 7 Bemessungsjahr Anwendungsjahr Basiswert = durchschnittliche Kosten pro Fall in der Klinik A._______ 2004 2005 9'272 2005 2006 9'705 2006 2007 9'982 2007 2008 9'862 2008 2009 9'988 Jeweils mit den unter Ziffer 3 genannten Kostengewichtungsfaktoren. 6. Subsubsubeventualiter: Die Verfügung vom 30. Juni 2010 sei aufz u- heben und die Sache an die Vorinstanz zurück zu weisen zur Fes t- setzung eines Tarifs je für die Jahre 2005, 2006, 2007, 2008 und 2009, der die nachgewiesenen Kosten vollständig deckt. 7. Alles unter Kosten - und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vori n- stanz und der Beschwerdegegner. C.b Am 30. August 2010 leistete die Besch werdeführerin den ihr vom Bundesverwaltungsgericht auferlegten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'000.-. C.c Mit Vernehmlassung vom 20. September 2010 beantragte der Regi e- rungsrat die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. C.d Mit Beschwerdeantwort vom 21 . September 2010 beantragten die Beschwerdegegnerinnen die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne – unter Kosten- und Entschädigungsfolge. C.e Am 22. Oktober 2010 nahm die PUE Stellung und stützte den vom Regierungsrat festgesetzten Tarif. C.f Am 20. Dezember 2010 nahm das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Stellung und erklärte, dass die Beschwerde im Sinne seiner Ausführu n- gen abzuweisen sei. C.g Mit Schreiben vom 20. Mai 2011 beantragte der Regierungsrat die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. C-5601/2010 Seite 8 C.h In ihren Schlussbemerkungen vom 23. Mai 2011 hielten je die Kra n- kenversicherer und die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. C.i Am 20. Juni 2011 schloss das Bundesverwaltungsgericht den Schri f- tenwechsel ab. C.j Auf Aufforderung des Bundesverwaltun gsgerichts hin nahm der Ve r- treter der Beschwerdegegnerinnen mit Eingaben vom 10., 19., 20. und 24. April 2012 zur Frage der vom umstrittenen Tarif konkret betroffenen Krankenversicherer Stellung und reichte mehrere Dokumente und zwei Vollmachten zu den Akten (vgl. act. 18-21). C.k Vom Bundesverwaltungsgericht dazu aufgefordert reichte die Vori n- stanz am 7. September 2012 Kopien von Mails der GEF und der B e- schwerdeführerin vom 9. und 10. November 2009 betreffend die Anzahl der von der Klinik der Beschwerdeführerin im Jahr 2003 effektiv betriebe- nen OKP -Betten und der entsprechenden Bettenauslastung zukommen (act. 23). D. Auf die weitere n Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit entscheidrelevant, im Rahmen der nachfolgend en Erwägun- gen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass – mit Wirkung gegenüber denselben Krankenversicherern – insgesamt für 9 Priva tspitäler gegen die reg ie- rungsrätliche Festsetzung des OKP-Tarifs für die stationäre Behandlung für die Zeit vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2009 Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht geführt wurde. Am 6. Juli 2012 fällte dieses im Verfahren C -5550/2010 ein erstes, publiziertes Urteil (BVGE 2012/18) , auf dessen Erwägungen im Folgenden mehrfach verwiesen wird. 2. Nach Art. 53 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) kann gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 47 KVG beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde geführt werden. Der angefochtene RRB Nr. [...] vom 30. Juni C-5601/2010 Seite 9 2010 wurde gestützt auf Art. 47 Abs. 1 KVG erlassen. Das Bundesverwal- tungsgericht ist deshalb zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 90a Abs. 2 KVG). 3. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach dem Bu n- desgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Beschwerdeverfahren richtet sich vorliegend in zeitlicher Hinsicht nach Art. 53 KVG in der seit dem 1. Januar 2009 ge l- tenden Fassung (vgl. BVGE 2012/18 nicht publizierte E. 2 m.w.H.). 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Tariffestsetzungsver- fahren teilgenommen, ist als primäre Adressatin durch den angefocht e- nen Regierungsratsbeschluss besonders berührt und hat insoweit an dessen Aufhebung bzw. Abänderung ein schutzwürdiges Interesse (vgl. Art. 48 VwVG). Sie ist daher zur B eschwerde legitimiert. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist, nachdem auch der Kostenvo r- schuss rechtzeitig geleistet wurde, grundsätzlich einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 4.2 4.2.1 Die Krankenversicherer ma chen geltend, dass die Beschwerdefü h- rerin im Beschwerdeverfahren entgegen Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG in u n- zulässiger Weise neue Begehren stelle bzw. sich auf neue Beweismittel und Tatsachen berufe. Im entsprechenden Umfang sei auf die Beschwe r- de daher nicht einzutreten. Die Beschwerdeführerin hält dem entgegen, dass diese Bestimmung nicht so weitgehend auszulegen sei, dass jegl i- ches Beschwerdeverfahren ausgeschlossen würde. 4.2.2 Die Neuheit eines Begehrens im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG bestimmt sich anal og der Praxis des Bundesgerichts zu Art. 99 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) nach dem Streitgegenstand. Dieser kann vor Bundesverwaltungsgericht nur noch eingeschränkt, aber nicht ausgeweitet oder geändert werden. Wu r- de die vo r Bundesverwaltungsgericht behauptete Tatsache nicht schon der Vorinstanz vorgetragen oder fand sie nicht auf anderem Wege in pr o-C-5601/2010 Seite 10 zessual zulässiger Weise Eingang in das Dossier, ist sie neu, andernfalls nicht (vgl. BVGE 2012/18 E. 3.2.2 m.w.H.). 4.3 Die Kranke nversicherer legen nicht dar, welche Beweismittel oder Tatsachen die Beschwerdeführerin neu in das Beschwerdeverfahren ei n- gebracht haben soll. Tatsächlich wurde nur eine potentiell entscheidrel e- vante neue Behauptung von der Beschwerdeführerin aufgestellt, worauf später einzugehen sein wird (vgl. unten E. 9.4.6 ). Die Einwände der Krankenversicherer stossen im Übrigen ins Leere. 4.4 Zu prüfen b leibt, inwiefern einzelne der Rechtsbegehren der B e- schwerdeführerin über den Streitgegenstand hinausgehen und neue B e- gehren im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG darstellen und deshalb darauf nicht einzutreten ist. Streitgegenstand im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist der Tarif zu Lasten der OKP für in der Zeit vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2009 in der Klinik der Beschwerdeführerin erbrachte stationäre Behan d- lungen. Die Beschwerdeführerin ist vorab dazu berechtigt, im Beschwe r- deverfahren die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und die Rückweisung zum neuen Entscheid zu beantragen sowie Anträge betref- fend die K osten- und Entschädigungsfolgen des Beschwerdeverfahrens zu stellen. Den Ausschluss einer Tariffestlegung im Verhältnis zur San a- Top hat die Beschwerdeführerin bereits in ihrem Schreiben vom 9. April 2009 explizit beantragt. Im selben Schreiben hat sie auch ausgeführt, dass sie es für absolut zwingend erachte, dass für jedes Jahr ein Tarif festgesetzt werde und es angebracht wäre, das Verfahren vorerst auf das Jahr 2005 zu beschränken. Die Begehren der Beschwerdeführerin betref- fend eine zeitliche Limitierung des Tarifs auf das Kalenderjahr 2005 bzw. auf die Festsetzung separater Tarife für die Jahre 2005, 2006, 2007, 2008 und 2009 sind somit nicht neu. Es steht der Beschwerdeführerin in Hin- blick auf Art. 53 Abs. 2 Bst. a zweiter Satz KVG auch grundsätzlich frei, Rechtsbegehren betreffend das für die Tariffestsetzung zu verwendende Tarifsystem zu stellen, namentlich das BFP-Tarifmodell und Fachgebiets- pauschalen anstelle von Tagespauschalen (vgl. BVGE 2012/18 nicht pub- lizierte E. 3.4.1 f. sowie [publizierte] E. 3.4.3). Inwiefern hierzu eine Beru- fung auf neue Tatsachen und/oder Beweismittel zulässig wäre, kann vo r- liegend offen bleiben, da das Bundesverwaltungsgericht das von der Vo r- instanz angeordnete Tagespauschalsystem schützt (vgl. unten E. 12.2). C-5601/2010 Seite 11 4.5 Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG steht dem Eintreten auf die Beschwerde und die einzelnen Beschwerdeanträge somit nicht entgegen. 5. In Bezug auf die Krankenversicherer ist festzuhalten, dass ursprünglich die vom angefochtenen RRB betroffenen 9 Krankenversicherer (vgl. oben Bst. B. i.) als Beschwerdegegnerinnen auftraten. Im Verlauf des Verfa h- rens veränderten sich die diesbezüglichen Verhältnisse allerdings, was zu folgenden Feststellungen Anlass gibt (für die Herleitung vgl. BVGE 2012/18 nicht publizierte E. 4 m.w.H .): Die ÖKK ist für das vorliegende Verfahren an die Stelle der ursprünglich als Beschwerdegegnerin 5 g e- führten Hotela getreten; sie wird durch das vorliegende Urteil entspr e- chend berechtigt und verpflichtet und anstelle der Hotela im Rubrum g e- führt. Die S UPRA, welche am Beschwerdeverfahren bereits für sich selbst als Beschwerdegegnerin 7 beteiligt war und ist, tritt für das vorli e- gende Verfahren in Bezug auf das OKP -Geschäft der SanaTop an deren Stelle als Beschwerdegegnerin. Zur grösseren Übersichtlichkeit wird die SanaTop im Rahmen dieses Urteils allerdings (weiterhin) separat als B e- schwerdegegnerin 9 behandelt und im Rubrum geführt. Dies ändert nichts daran, dass das vorliegende Urteil in Bezug auf das OKP-Geschäft der SanaTop an deren Stelle die SUPRA berechtigt und verpflichtet. 6. 6.1 Die Beschwerdeführerin kann im Rahmen des Beschwerdeverfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser heblichen Sachverhalts sowie die Unangeme s- senheit des Entscheids beanstanden (Art. 49 VwVG). 6.2 Tariffestsetzungsbeschlüsse nach Art. 47 KVG sind vom Bundesve r- waltungsgericht mit voller Kognition zu überprüfen (BVGE 2010/24 E. 5.1). Nach der Rechtsprechung stellt es keine unzulässige Kognitions- beschränkung dar, wenn das Bundesverwaltungsgericht – das nicht als Fachgericht ausgestaltet ist – nicht ohne Not von der Auffassung der Vor- instanz abweicht, soweit es um die Beurteilung technischer, wissenschaft- licher oder wirtschaftlicher Spezialfragen geht, in denen die Vorinstanz über ein besonderes Fachwissen verfügt. Im Bereich der Tariffestsetzun- gen obliegt es letztlich der Kantonsregierung bei vertragslosem Zustand den Tarif festzusetzen. Daran ändert nichts, das s sie vorgängig die PUE anzuhören und zu begründen hat, wenn sie deren Empfehlungen nicht C-5601/2010 Seite 12 folgt. Den Empfehlungen der PUE wiederum kommt ein besonderes G e- wicht zu, weil die auf Sachkunde gestützte n Stellungnahmen bundesweit einheitliche Massstäbe bei der T ariffestsetzung setzen. Das Gericht hat sich insbesondere dann eine Zurückhaltung aufzuerlegen, wenn – wie hier – der Entscheid der Vorinstanz mit den Empfehlungen der PUE übereinstimmt. Im Übrigen unterliegen die verschiedenen Stellungna h- men – auch der weiteren Verfahrensbeteiligten – der freien Beweiswürdi- gung bzw. Beurteilung durch das Bundesverwaltungsgericht (vgl. BVGE 2012/18 E. 5.3 f. m.w.H.). 6.3 Der Regierungsrat hat in casu vor der Festsetzung des umstrittenen Tarifs die PUE konsultiert und ist deren Empfehlung gefolgt. Die Tariffest- setzung durch den Regierungsrat ist somit aus der Sicht des Preisüber- wachungsgesetzes vom 20. Dezember 1985 (PüG, SR 942.20) formal nicht zu beanstanden. 6.4 In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rech ts- sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts Geltung haben. Anfechtungsgegenstand ist vorliegend der Regierungsratsbeschluss vom 30. Juni 2010 betreffend den Tarif ab 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2009. Der angefochtene Entscheid ist daher im Lichte des Art. 49 KVG, in der Fassung vom 18. März 1994 (AS 1995 1328), zu beurteilen – und zwar auch für den Zeitraum vom 1. J a- nuar bis 31. Dezember 2009 – und es ist auf die VKL in der vom 1. Jan u- ar 2005 bis Ende Deze mber 2008 gültigen Fassung abzustellen (vgl. BVGE 2012/18 nicht publizierte E. 5.6 m.w.H.). Soweit nicht anders ve r- merkt, werden demnach Art. 49 KVG und die übrigen Gesetzes- und Ver- ordnungsbestimmungen im Folgenden in den vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2009 in Kraft gestandenen Fassungen zitiert. 6.5 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung als Hauptbestandteil der sozialen Krankenversicherung (Art. 1 Abs. 1 KVG; Grundversich e- rung) übernimmt nach Art. 24 KVG die Kosten für die Leistungen gemäss den Artikeln 25 bis 31 nach Massgabe der in den Artikeln 32 bis 34 fes t- gelegten Voraussetzungen. Gemäss Art. 43 KVG erstellen die Leistung s- erbringer ihre Rech nungen nach Tarifen oder Preisen (Abs. 1). Der Tarif ist die Grund lage für die Berechnung der Vergüt ung; er kann namentlich einen Zeittarif oder einen Pauschaltarif vorsehen (Abs. 2 Bst. a und c). Tarife und Preise werden in Verträgen zwischen Versicherern und Lei s- tungserbringern (Tarifvertrag) vereinbart oder in den vom Gesetz b e- stimmten Fällen von der zuständigen Behörde festgesetzt. Dabei ist auf C-5601/2010 Seite 13 eine betriebswirtschaftliche Bemessung und eine sachgerechte Struktur der Tarife zu achten (Abs. 4). Die Vertragspartner und die zuständigen Behörden achten darauf, dass eine qualitativ hochste hende und zwec k- mässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen Kosten e r- reicht wird (Abs. 6). Parteien eines Tarifvertrages sind einzelne oder meh- rere Leistungserbringer oder deren Verbände einerseits sowie einzelne oder mehrere Versicherer oder deren Verbände anderseits (Art. 46 Abs. 1 KVG). Der Tarifvertrag bedarf der Genehmigung durch die zuständige Kantonsregierung oder, wenn er in der ganzen Schweiz gelten soll, durch den Bundesrat (Art. 46 Abs. 4 Satz 1 KVG). Kommt zwischen Leistung s- erbringern und Versicherern kein Tarifvertrag zustande, so setzt die Ka n- tonsregierung nach Anhören der Beteiligten den T arif fest (Art. 47 Abs. 1 KVG) (vgl. BVGE 2012/18 E. 5.7 m.w.H.). 6.6 Gemäss Art. 59c KVV hat die Genehmigungsbehörde zu prüfen, ob der Tarifvertrag namentlich de n folgenden Grundsätzen entspricht: Der Tarif darf höchstens die transparent ausgewiesenen Kosten der Leistung und die für eine effiziente Leistungserbringung erforderlichen Kosten d e- cken (Abs. 1 Bst. a und b). Ein Wechsel des Tarifmodells darf keine Mehrkosten verursachen (Bst. c). Die Vertragsparteien müssen die Tarife regelmässig überprüfen und anpassen, wenn die Erfüllung der Grundsä t- ze nach Abs. 1 Bst. a und b nicht mehr gewährleistet ist. Die zuständigen Behörden sind über die Resultate der Überprüfun gen zu informieren (Abs. 2). Die zuständige Behörde wendet die Abs. 1 und 2 auch bei Tarif- festsetzungen nach den Art. 43 Abs. 5, Art. 47 oder Art. 48 KVG sinng e- mäss an (Abs. 3). Da Art. 59c KVV im Wesentlichen eine Kodifizierung der bundesrätlichen Rechtsp rechung darstellt, ist es für das vorliegende Verfahren ohne Bedeutung, dass Art. 59c KVV (erst) am 1. August 2007 in Kraft getreten ist (vgl. BVGE 2012/18 E. 5.8 m.w.H.). 6.7 Die besonderen Grundsätze betreffend Tarifverträge mit Spitälern werden in Art. 49 KVG geregelt und sind auch von der Kantons regierung zu beachten, wenn diese den Tarif hoheitlich festsetzt (vgl. BVGE 2012/18 E. 5.9 m.w.H., auch für eine Zusammenfassung der besagten Grundsätze). 7. 7.1 Der Regierungsrat des Kantons Bern ist für die Festsetzung des um- strittenen Tarifs ab dem Jahr 2005 (Tarifjahr = Jahr X) vom Zahlenmaterial der Beschwerdeführerin für das Kalenderjahr 2003 (X -2 Jahre) ausg e-C-5601/2010 Seite 14 gangen. Die Beschwerdeführerin hat demgegenüber sowohl vorinstan z- lich als auch im Beschwerdeverfahren verlan gt, dass stattdessen auf das Zahlenmaterial für das Kalenderjahr 2004 (X-1) abzustützen sei. 7.2 Als Basis für die Festlegung eines OKP -Tarifs des Jahres X gelten im Normalfall grundsätzlich die ausgewiesenen Kosten des Jahres X -2, un- abhängig davon, ob der Tarif vor, während oder nach dem betroffenen Ta- rifjahr vereinbart und genehmigt bzw. hoheitlich festgesetzt wird. Au s- nahmsweise kann ein Tarif gestützt auf die Zahlen der seinem Geltung s- beginn unmittelbar vorangegangenen Rechnungsperiode, also des Ja h- res X -1, festgelegt werden, insbesondere, wenn besondere Umstände dies rechtfertigen oder alle Parteien damit einverstanden sind. Die Daten späterer Rechnungsperioden (d.h. Kosten, die in der Tarifperiode anfa l- len) können bei Tariffestlegungen grundsätzlich nicht berücksichtigt wer- den, es sei denn, es handle sich um budgetierte Mehrkosten (insbeso n- dere im Personalbereich), welche vor dem Geltungsbeginn des Tarifs rechnerisch genau ausgewiesen waren und im Tarifjahr tatsächlich anfal- len. Vorliegend hat die Beschwerdeführerin nicht substantiiert ausgeführt, weshalb in ihrem Fall ausnahmsweise von der Regel der Massgeblichkeit der Datenbasis X-2 abgewichen werden muss. Der Einwand, dass damit zu tiefe Kosten berücksichtigt würden, weil die Kosten jedes Jahr höher seien, ist dazu jedenfalls nicht geeignet. Vielmehr entspricht es dem g e- setzgeberischen Willen, durch ein Abstützen auf vorgängige Daten die Sparanstrengungen der Spitalbetrei ber zu fördern (vgl. BVGE 2012/18 E. 6.2.2 m.w.H.). 7.3 Unter diesen Umständen ist – nicht zuletzt unter Berücksichtigung des dem Regierungsrat einzuräumenden Ermessens und der Zusti m- mung der PUE zu diesem Vorgehen (vgl. oben E. 6.3) – für die Beurte i- lung des angefochtenen Tarifs ab 1. Januar 2005 auf die Zahlen für das Jahr 2003 abzustützen. 8. 8.1 Der Regierungsrat setzte im Dispositiv des angefochtenen Beschlu s- ses einen fixen Tarif "für die Zeit vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2009" fest. Er begründete die Befristung damit, dass er einerseits vom Bundesrat mit Entscheid vom 30. Januar 2 008 angewiesen worden sei, auf den 1. Januar 2005 einen Tarif festzusetzen, und dass er andererseits mit Beschluss Nr. 93 vom 27. Januar 2010 für sämtliche im Kanton Bern gelegenen Privatspitäler einen (neuen) Tarif ab dem 1. Januar 2010 fes t-C-5601/2010 Seite 15 gesetzt habe. Offen und zu regeln bleibe damit der dazwischen liegende Zeitraum – und dies nur in Bezug auf die neun vom angefochtenen RRB betroffenen Krankenversicherer. 8.2 Neben der Aufhebung des angefochtenen Regierungsratsbeschlu s- ses zielt ein Teil der Beschwerdeanträge auf die Festsetzung eines Tari- fes lediglich für das Jahr 2005 und ein anderer auf die Festsetzung von separaten Tarifen für die Jahre 2005, 2006, 2007, 2008 und 2009. Die Beschwerdeführerin begründet diese Anträge einerseits damit, dass die Parteien im Nachgang zum Bundesratsentscheid vom 30. Januar 2008 Verhandlungen aufgenommen hätten und sich einig gewesen seien, dass für jedes Jahr ein Tarif pro Spital verhandelt werde. Es sei auch sinnvoll, nur für das Jahr 2005 einen Tarif hoheitlich festzulegen un d ausgehend von den entsprechenden Eckwerten die Tarife für die Folgejahre zu ve r- einbaren. Ausserdem sei es willkürlich, einen Tarif, der auf einer veralt e- ten Datenbasis fusse, rückwirkend für mehrere Jahre festzusetzen, zumal damit eine Berücksichtigung d er ständig variierenden Faktoren, auf we l- chen der Tarif basiere, namentlich den tatsächlichen Kosten, dem B e- handlungsmix, der Behandlungsdauer und dem Mix zwischen grund - und zusatzversicherten Patientinnen und Patienten , ausgeschlossen werde. Weiter sei e s im Interesse beider Tarifpartner, jährlich zu überprüfen, ob der Tarif noch als KVG-konform zu betrachten sei. Bei einer mehrjährigen rückwirkenden Tariffestsetzung werde eine entsprechende Kontrolle und Anpassung KVG-widrig verunmöglicht. 8.3 Der Bundesrat hat in seinem vorgängigen Entscheid vom 30. Januar 2008 den Regierungsrat angewiesen, auf den 1. Januar 2005 einen Tarif zu genehmigen oder hoheitlich festzusetzen, ohne sich zur Dauer des Ta- rifs zu äussern. 8.4 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, da ss sie sich mit den Krankenversicherern dahingehend geeinigt habe, zunächst lediglich für das Jahr 2005 ein Tarif zu vereinbaren bzw. hoheitlich festsetzen zu la s- sen, wäre eine entsprechende, vom Regierungsrat nicht genehmigte Ve r- einbarung nicht verbindlich. Ob eine solche Vereinbarung zustande g e- kommen ist, braucht somit nicht geprüft zu werden (vgl. BVGE 2012/18 E. 7.2.3 m.w.H.). 8.5 Ein gestützt auf Art. 47 Abs. 1 KVG hoheitlich festgesetzter Tarif gilt grundsätzlich für die Dauer des tarifvertragslosen Zust andes und ist g e- nerell nicht zu befristen. Das Bundesrecht verpflichtet die Kantonsregi e-C-5601/2010 Seite 16 rungen nicht dazu, die Geltungsdauer der Tarife im Sinne einer Maxima l- dauer zu befristen oder jährlich neue Tarife festzusetzen, verbietet dies al- lerdings auch nicht. N icht mit dem KVG vereinbar ist es hingegen, für e i- nen OKP -Tarif eine Mindestgeltungsdauer oder eine feste Dauer vorz u- sehen. Vielmehr steht es den Tarifpartnern jederzeit frei, selbst im Ra h- men eines Beschwerdeverfahrens und auch wenn der Tarif einer (Max i- mal-)Befristung unterliegt, Verhandlungen für einen Tarifvertrag aufz u- nehmen, einen neuen Tarif zu vereinbaren und den entsprechenden Tarif- vertrag von der Kantonsregierung genehmigen zu lassen – oder beim Scheitern der Verhandlungen eine neue hoheitliche Ta riffestsetzung zu verlangen. Insbesondere steht es den Parteien auch frei, bereits für das dem betroffenen Tarifjahr folgende Tarifjahr eine neue Tarifrunde einzulei- ten. Ein auf Grund einer solchen neuen Tarifrunde vereinbarter und g e- nehmigter oder hoheitl ich festgesetzter Tarif geht dem vorgängig festg e- legten hoheitlichen Tarif vor bzw. tritt an dessen Stelle. Im Übrigen haben die Vertragsparteien und die für die Tarifgenehmigung und Tariffestse t- zung zuständigen Behörden regelmässig die KVG -Konformität des gel- tenden Tarifs zu überprüfen. Sollten die Tarifpartner bzw. die zuständigen Behörden feststellen, dass der bisherige Tarif nicht mehr KVG -konform ist, ist der Tarif entsprechend anzupassen (vgl. BVGE 2012/18 E. 7.3 f. m.w.H.). 8.6 Dementsprechend war der R egierungsrat vorliegend nicht dazu ve r- pflichtet, nur für das Jahr 2005 einen Tarif festzusetzen oder für jedes Jahr einen separaten Tarif bzw. eine neue Tarifhöhe festzusetzen. Vie l- mehr war er dazu berechtigt, für den Zeitraum ab 1. Januar 2005 einen fi- xen Tarif festzusetzen. Auch eine Maximalbefristung dieses Tarifs bis zum 31. Dezember 2009 ist zulässig. Ein Tarif, der zwingend während fünf Jahren unverändert gelten würde, würde hingegen in unzulässiger Weise die vorgeschriebene regelmässige Tarifüberprüf ung und eine allfällige KVG-konforme Tarif -Anpassung verhindern . Vorliegend hat der Regi e- rungsrat eine KVG -konforme Anpassung im Rahmen einer neuen Ve r- handlungsrunde im Dispositiv nicht ausgeschlossen. Er hat in seinen Er- wägungen sogar ausdrücklich auf die Möglichkeit neuer Tarifverhandlun- gen, einer Tarifeinigung und einer Genehmigung eines entsprechenden Tarifs durch ihn selbst hingewiesen. Dass e r nicht zugleich auf die vom KVG vorgeschriebene Möglichkeit hingewiesen hat, beim Scheitern neuer Tarifverhandlungen eine hoheitliche Tariffestsetzung beantragen zu kö n- nen, ändert nichts daran, dass auch diese Möglichkeit besteht. In diesem Sinne hat der Regierungsrat zu Recht für den Zeitraum ab 1. Januar 2005 bis maximal 31. Dezember 2009 einen einheitlich fixen Tarif festgesetzt. C-5601/2010 Seite 17 So steht es den Parteien (unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs) frei, für einen Zeitpunkt nach dem 1. Januar 2005 unter Berufung auf ve r- änderte Verhältnisse eine neue Tarifrunde einzuleiten, Vertragsverhand- lungen aufzunehmen und ei ne entsprechende Vereinbarung vom Regi e- rungsrat genehmigen zu lassen oder beim Scheitern der Verhandlungen die hoheitliche Festsetzung eines neuen Tarifs auf Grund veränderter Umstände zu beantragen. Werden hingegen keine Verhandlungen aufge- nommen bzw. kei n entsprechend neuer Tarif genehmigt oder hoheitlich festgelegt, bleibt der ab 1. Januar 2005 geltende Tarif bis zum 31. D e- zember 2009 in Kraft (vgl. zum Ganzen BVGE 2012/18 E. 7.4 f. m.w.H.). 9. 9.1 Der Regierungsrat hat den Tarif auf der Basis des Spitaltaxmo dells der Preisüberwachung berechnet (im Folgenden: Spitaltaxmodell, PUE - Modell), was er damit begründete, dass Bundesrat und PUE bei der B e- rechnung von OKP -Spitaltarifen in konstanter Praxis auf dieses Modell abgestützt hätten. Die Beschwerdeführerin rügt , dass ein Abstützen auf dieses Modell im vorliegenden Fall unzulässig sei. Mit Hilfe des PUE-Modells werden die für die Bemessung des OKP -Tarifs anrechenbaren Betriebskosten bestimmt. Dieses Modell geht von den tatsächlich für die Leistungserbringung auf gebrachten, transparent au s- gewiesenen (und belegten) Betriebskosten des stationären Spitalteils aus und bestimmt den Anteil dieser Kosten, der KVG -konform der OKP b e- lastet werden kann. Dabei werden die anrechenbaren Kosten für die meisten Positionen unter Berücksichtigung normativer Zu- und Abschläge ermittelt (vgl. BVGE 2012/18 E. 8.1 ff. m.w.H.). Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass für die Berechnung des Ta- rifs zu Lasten der OKP von den tatsächlichen für die entsprechende Lei s- tungserbringung angefallenen Kosten auszugehen ist. Sie bestreitet le- diglich die Berechnung der standardisierten be triebswirtschaftlichen Kos- ten in Bezug auf einzelne im PUE -Modell vorgesehene und vorliegend vorgenommene normative bzw. kalkulatorische "Korrekturen" und rügt, dass diese zu ungerechtfertigten Kostenkürzungen in der Höhe von 20 % der effektiven und gemäss Kostenrechnung nachgewiesenen Kosten führten, die sie nicht anderweitig decken könne. Die nachfolgende P rü- fung beschränkt sich auf die umstrittenen Punkte , während im Übrigen kein Anlass besteht, die Berechnung der standardisierten be triebs- wirtschaftlichen Kosten in Frage zu stellen. C-5601/2010 Seite 18 9.2 9.2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass der Regierungsrat zu Unrecht – statt von den effektiven – von kalkulatorischen Arzthonoraren in der Höhe von nur Fr. 1'548.- pro Austritt ausgegangen sei. 9.2.2 Der Regierungsrat begründete dieses Vorgehen damit, dass die tat- sächlichen Arzthonorarkosten in den Kostenrechnungen der Beschwerde- führerin für das Jahr 2003 nicht ausgewiesen worden seien. Er sei daher den Empfehlungen der PUE vom 12. März 2007, welche diese in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2010 bestätigt habe, gefolgt, welchen Wert die PUE wiederum dem zwischen santésuisse und dem Verband der Privatspitäler des Kantons Be rn (VPSB) abgeschlossenen Tarifvertrag vom 20. Novem ber 2004 entnommen hat (vgl. die Stellungnahme der PUE vom 15. Januar 2010 in RR7/L3). Gemäss eigenen Angaben verfügt die Beschwerdeführerin über keine In- formationen betreffend die Belegarzthonorare 2003 , da ihre Belegärzte nicht über sie abgerechnet und die Krankenversicherer die Aufteilung zwischen Grundversicherung und Zusatzversicherung vorgenommen hät- ten (vgl. d ie "Erläuterungen zu den eingereichten Daten 2003" in RR7/L4). Sie macht geltend, dass der Vergleich mit den öffentlichen Sp i- tälern zeige, dass die direkten und indirekten Arztkosten ca. Fr. 2'100.- pro Fall ausmachten, wobei ihre Belegärzte, anders als in öffentlichen Spitälern angestellte Ärzte, auch die gesamten indirekten Kosten zu tr a- gen hätten. Ausserdem sei der kalkulatorische Betrag wesentlich tiefer als eine nach TARMED berechnete Entsc hädigung, was kaum begründbar sei. Beide Einwände werden nur pau schal erhoben und nicht substant i- iert. Die Beschwerdeführerin hat denn auch in ihrer der Beschwerde bei- gelegten Tarifbestimmungstabelle den von Regierungsrat und PUE ve r- wendeten kalkulatorischen Wert für die Arzthonorare eingesetzt. 9.2.3 Unter diesen Umständen sieht das Bundesverwaltungsgericht ke i- nen Anlass dafür, in das vom Regierungsrat unter Berufung auf die B e- rechnungen der PUE ausgeübte Ermessen einzugreifen, soweit er auf die besagten kalkulatorisc hen Arzthonor are abgestützt hat (vgl. BVGE 2012/18 nicht publizierte E. 9). 9.3 9.3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass als Anlagenutzung s- kosten nicht die vom Regierungsrat eingesetzten normativen Kosten, C-5601/2010 Seite 19 sondern die höheren, tatsächlich angefallenen Kosten für die Tarifbildung zu berücksichtigen seien. 9.3.2 Unbestritten ist, dass Investitionskosten bei Privatspitälern ohne ö f- fentliche Betriebsbeiträge anrechenbar sind, soweit sie – wie vorliegend – nicht von der öffentlichen Hand nach dem Recht des zuständigen kant o- nalen oder kommunalen Gemeinwesens zu tragen sind (für die Definition von Investitionskosten im Sinne von Art. 49 Abs. 1 KVG vgl. BVGE 2012/18 E. 10.2 m.w.H.). 9.3.3 Die geltend gemachten Investitionskosten dürfen nicht unbesehen für die Tarifberechnung herangezogen werden. Vielmehr beinhaltet eine betriebswirtschaftliche Bemessung der Tarife in jedem Fall eine Wir t- schaftlichkeitsbeurteilung der Le istungserbringung (Art. 43 Abs. 4 und 6 KVG). Es ist daher für die geltend gemachten Kosten eine Angemesse n- heitsprüfung v orzunehmen, wobei rechtsprechungsgemäss das ganze Konto 44 (Aufwand für Anlagenutzung) einer Plausibilisierung anhand der normativen Investitions- und Grundstückskosten gemäss Spitaltaxmodell der Schweizerischen Vereinigung der Privatkliniken (SVPK) und der M e- dizinal-Kommission UVG (MTK) für die UVG -Patienten und -Patientinnen (SVPK/MTK-Spitaltaxmodell) zu unterziehen ist, wobei praxisgem äss die Anrechnung einer Toleranzmarge von 5% auf den normativen Anlagenu t- zungskosten erfolgt. Dieser Vorgang stellt eine behelfsmässige Plausibil i- sierung und nicht einen Benchmarking -Ansatz dar (vgl. BVGE 2012/18 E. 10.3 m.w.H). 9.3.4 Der Regierungsrat hat im a ngefochtenen Entscheid eine der bu n- desrätlichen Praxis entsprechende Angemessenheitsprüfung der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Anlagenutzungskosten vorg e- nommen. Unter Berücksichtigung der Toleranzmarge von 5 % resultieren seines Erachten s normative Anlagenutz ungskosten in der Höhe von Fr. 4'069'939.-, während die Beschwerdeführerin Anlagenutzungskosten in der Höhe von Fr. 6'213'744.- geltend macht. 9.3.5 Die Beschwerdeführerin führt aus, dass die verwendeten Normwe r- te für sie als Privatspital keine Bedeutung hätten und ausserdem veraltet seien, was zu einer ungerechtfertigten Kürzung der berücksichtigten B e- triebskosten führe. Diese Tatsache habe auch die SwissDRG AG erkannt. Deshalb sei die Wirtschaftprüfungsgesellschaft KPMG beauftragt worden, ein Modell zur korrekten Anrechnung der betrieblichen Investitionen zu erarbeiten. Verschiedene Kantone, so auch der Kanton Bern, rechnete n C-5601/2010 Seite 20 mit mindestens 12 % der Kosten (vgl. Beschwerde S. 25 f., 43). In den Verhandlungen im Zusammenhang mit SwissDRG habe sich zudem g e- zeigt, dass H+ einen noch höheren Investitionszuschlag für notwendig e r- achte (vgl. Schlussbemerkungen der Beschwerdeführerin S. 14). 9.3.6 Dem hält der Regierungsrat entgegen, dass es sich bei dem besag- ten Investitionszuschlag von 12 % um eine Annahme der GEF BE für die Zeit ab 2012 handle, um eine kalkulatorische mögliche Grösse für die T a- riffindung für den Zeitraum ab Inkrafttreten der neuen Spitalfinanzierung. Von einem Mindestwert sei diesbezüglich ausserdem nie die Rede gewe- sen (vgl. Vernehmlassung S. 7, 10). 9.3.7 Die Beschwerdeführerin verkennt, dass die in E. 9.3.3 erwähnten Normwerte auf einem von der Schweizerischen Vereinigung der Privatkl i- niken mitbegründeten Spitaltaxmodell beruhen, also sehr wohl auf Priva t- kliniken anwendbar sind und in der Rechtsprechung auch auf Privatspitä- ler angewandt wurden (vgl. BVGE 2012/18 E. 10.5 m.w.H.). Den Einwand der veralteten Normwerte erhebt die Beschwerdeführerin lediglich pa u- schal, ohne ihn genauer zu substantiieren. Insbesondere kann in Werten, wie sie in Hinblick auf die neue Spitalfinanzierung in Betracht gezogen werden, keine entsprechende Substantiierung erkannt werden. Selbst wenn der Kanton Bern teilweise einen Investitionszuschlag von 20 % ge- rechtfertigt erachten und damit rechnen würde, was vom Regierungsrat bestritten wird, wäre auch darin keine ausreichende Substantiierung zu erkennen (vgl. Beschwerde S. 40, Vernehmlassung S. 10, Schlussb e- merkungen der Beschwerdeführerin S. 14). 9.3.8 Da die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Anlagenu t- zungskosten höher sind als der plausibilisierte und um die 5 %- Toleranzmarge erhöhte Wert gemäss SVPK/MTK-Spitaltaxmodell, dessen korrekte Berechnung die Beschwerdeführerin nicht bestreitet, hat der R e- gierungsrat in Übereinstimmung mit der PUE somit zu Re cht auf den letztgenannten Wert abgestellt. 9.4 9.4.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet die Zulässigkeit der Aussche i- dung von Kosten für Lehre und Forschung, wie sie der Regierungsrat mit- tels eines normativen Abzugs von 5 % vorgenommen hat. 9.4.2 Nach Art. 49 Abs. 1 KVG sind die Kosten für Lehre und Forschung von den auf die Pauschalen anrechenbaren Kosten abzuziehen. Die D e-C-5601/2010 Seite 21 finition der Lehre und Forschung gemäss Art. 49 Abs. 1 KVG in Art. 7 VKL entspricht im Wesentlichen der bundesrätlichen Praxis wonach von einem weiten Begriff der Lehre und Forschung auszugehen ist. Ein Abzug für Lehre ist immer vorzunehmen, wenn Angestellte gemäss Pflichtenheft zumindest während eines Teils ihrer Arbeitszeit als Ausbildnerin oder Ausbildner tätig sind. Abzuziehen sind jeweils die eff ektiven Kosten für Lehre und Forschung, sofern diese bekannt sind; anderenfalls sind no r- mative Abschlagssätze anzuwenden. Sind die Kosten für Lehre und Fo r- schung nicht ausgewiesen, kommen praxisgemäss folgende, nach Sp i- talgrösse und -typ abgestufte Abzüge zur Anwendung: bei Universitätsspi- tälern 25 %, bei mittelgrossen und grossen Spitälern (über 125 Betten) 5 %, bei Spitälern mit 75 - 124 Betten 2 % und bei kleineren Spitälern 1 %. Die Pauschalabzüge für Lehre und Forschung stellen lediglich ein Korrektiv dar, welches anzuwenden ist, wenn die Spitäler ihrer Pflicht, die effektiven Kosten auszuscheiden, nicht nachgekommen sind. Daher sind an die Berechnungen der Pauschalabzüge keine sehr differenzierten A n- forderungen zu stellen. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdefüh- rerin finden vorliegend die Bestimmungen betreffend die per 1. Januar 2012 in Kraft getretene Spitalrevision keine Anwendung (vgl. oben E. 6.4) und es kann au s diesen Bestimmungen auch nichts hergeleitet werden, das die dargelegte Umschreibung der massgeblichen Kosten für Lehre und Forschung als unzutreffend erscheinen liesse (vgl. zum Ganzen BVGE 2012/18 E. 11.2 m.w.H.). 9.4.3 Vorliegend bestreitet die Beschwerdeführerin nicht, Aus- und Wei- terbildung im Sinne der bundes rätlichen Praxis und der VKL zu betreiben und die entsprechenden Kosten nicht separat ausgewiesen zu haben. Letzteres begründet sie damit, dass die (nicht universitären) Aus - und Weiterbildungskosten zu den anrechenbaren Kosten gehör ten, da damit produktive Leistungen verbunden und daher nicht auszuscheiden seien. Dabei verkennt sie, dass die auszuschliessenden Kosten nicht seitens der Personen ansetzen, welche aus - oder weitergebildet werden (Le r- nende), sondern bei den Personen, die aus - oder weiterbilden (Lehren- de). Dass dem Lernaufwand der Lernenden auch eine gewisse produkt i- ve Leistung gegenübersteht, wird von diesem Modell nicht in Frage g e- stellt. Es spielt damit auch keine Rolle, ob die aus - und weiterbildenden Personen daneben produktive Tätigkeiten i m Sinne der OKP ausüben oder nur als Aus- bzw. Weiterbildende angestellt bzw. beauftragt werden. In beiden Fällen werden die Kosten nicht von der OKP getragen (vgl. BVGE 2012/18 E. 11.3 m.w.H.). C-5601/2010 Seite 22 9.4.4 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, dass sie von Bun d und Kanton dazu aufgefordert bzw. verpflichtet werde, Ausbildung zu betreiben, und es nicht sein könne, dass sie die entsprechenden Kosten nicht auf die OKP abwälzen könne (vgl. aber unten E. 9.4.6) . Dabei ve r- kennt sie, dass vorliegend nur zu prüfen ist, ob diese Kosten von der OKP zu tragen sind, was Gesetz und Verordnung klar verneinen. Inwiefern die Beschwerdeführerin auf Grund ausserhalb der OKP liegender Besti m- mungen oder Vorgaben verpflichtet ist, Ausbildung zu betreiben und wer für die entsprechenden Kosten aufzukommen hat, ist hier nicht zu prüfen (vgl. BVGE 2012/18 E. 11.4). 9.4.5 Da die Beschwerdeführerin im Jahr 2003 effektiv 158 OKP -Betten betrieb (vgl. Erhebungsformular KTR 2003 [in RR7/L4] und E -Mail vom 10. November 2009 [act. 23]), haben der Regi erungsrat und die PUE so- mit grundsätzlich zu Recht unter dem Titel Lehre und For schung einen Abzug von 5 % vorgenommen. 9.4.6 Tatsächlich hat auch die Beschwerdeführerin in ihrer Tarifkalkulat i- on, welche sie der regierungsrätlichen Kalkulation gegenüberstellt, den- selben Abzug für Lehre und Forschung eingetragen. Sie macht allerdings geltend, dass sie vom Kanton jährlich eine sogenannte Ausbildungsen t- schädigung erhalte. Diese Vergütung – die Beschwerdeführerin setzt in ihrer Tarifkalkulation dafür Fr. 463'563.- ein – werde kostenmindernd im Bereich der Personalkosten verbucht und müsste s omit vom pauschalen Abzug von 5 % subtrahiert werden (vgl. Beschwerde S. 43-45). Diese Ausbildungsentschädigung für das Jahr 2003 hat die Beschwerd e- führerin im vorinstanzlichen Verfahren nicht geltend gemacht. Es handelt sich somit um eine neue Tatsachenbehauptung, für welche nicht erst der angefochtene Regierungsratsbeschluss Anlass gibt, weshalb sie im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a erster Satz KVG unzulässig und vorliegend nicht zu beachten ist. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die Beschwerd e- führerin diese Behauptung weder substantiiert noch belegt. Da sie die Kosten für Lehre und Forschung nicht ausgewiesen hat, ist es auch nicht möglich, die geltend gemachte konkrete Ausbildungsentschädigung g e- genüber den Pauschalabzügen abzugrenzen. Auch aus diesem Grund wäre die Ausbildungsentschädigung nicht weiter beachtlich. C-5601/2010 Seite 23 Somit hat der Regierungsrat unter dem Titel Lehre und Forschung zu Recht die gesamten 5 % abgezogen. 9.5 9.5.1 Nicht zu den anrechenbaren Kosten gehören gemäss Art. 49 Abs. 1 KVG Betriebskostenanteile aus Überkapazität. Ob in einem Spital Übe r- kapazitäten bestehen, beurteilt sich aufgrund der Betten auslastung. Da- bei wird der Auslastungsschwellenwert für Akutspitäler mit Notfallstation – wie das von der Beschwerdeführerin betriebene Spital eines ist – auf 85 % festgelegt (vgl. BVGE 2012/18 E. 12 m.w.H.). Diesem Auslastungs- schwellenwert hat der Regierungsrat im angefochtenen RRB eine effekti- ve Bettenbelegung von 80 % gegenüber gestellt. Aus der Division der An- zahl tatsächlicher Pflegetage (46'211) durch die Anzahl maximal mögl i- cher Pflegetage (57'670 [= 158 Betten x 365 Tage]) resultiert eine Betten- auslastung von 80.1 % bzw. gerundet 80 %. 9.5.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet weder den Grundsatz, dass Überkapazitäten nicht von der OKP zu finanzieren sind, noch den vom Regierungsrat angenommenen Bettenauslastungswert von 80 % für das Jahr 200 3. Die von der Beschwerdeführerin angerufenen Bettenau slas- tungswerte ab Jahre 2004 bleiben ohne Relevanz (vgl. oben E. 7.3). 9.5.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass nur zwischen der Be t- tenauslastung und den Investitionskosten ein Zusammenhang bestehe, nicht auch zwischen der Bettenauslastung und den Betriebskosten. Diese Argumentation ist nicht neu und vermag ein Abweichen von der gefesti g- ten Praxis nicht zu rechtfertigen (vgl. BVGE 2012/18 E. 12.4 m.w.H.). Zu den betroffenen Betriebskosten gehören im Übrigen – entgegen dem Da- fürhalten der Beschwerdeführer in – auch die (tarifrelevanten) Honorare der Belegärzte. 9.5.4 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass ein gestützt auf die Bettenauslastung erfolgender Abzug wegen Überkapazitäten dazu führen könne, dass selbst ein Spital, das unter den Benchmark -Werten vergleichbarer Spitäler liege, zusätzlich einer ungerechtfertigten Kürzung unterworfen werde, verkennt sie, dass das Benchmarking eine andere Stossrichtung als der Abzug von Überkapazitäten im Sinne von Art. 49 Abs. 1 KVG hat, weshalb es durchaus dazu k ommen kann und zulässig ist, dass neben dem Benchmarking zusätzlich die Überkapazitäten a n-C-5601/2010 Seite 24 hand der Bettenbelegung ermittelt und abgezogen werden (vgl. BVGE 2012/18 E. 12.4 m.w.H.). 9.5.5 Die Beschwerdeführerin ist auf die von ihr angegebene, unbestritte- ne Anzahl der effektiv betriebenen stationärer OKP-Betten zu behaften. Das allgemeine Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass stationäre Inf- rastruktur auch für teilstationäre Patienten in Anspruch genommen werde, stösst damit ins Leere. 9.5.6 Dementsprechend hat der Regierungsrat zu Recht einen Abzug für Überkapazitäten vorgenommen, dessen Berechnung von der Klinik nicht in Frage gestellt wurde. 9.6 Der Regierungsrat hat in Übereinstimmung mit der PUE wegen den (nicht separat ausgewiesenen) Mehrkosten für die Behandlu ng von z u- satzversicherten Patientinnen und Patienten einen Abzug in der Höhe von 2 % vorgenommen – unter Ausschluss der Arzthonorare für Zusatzvers i- cherte. Ausgehend vom aktenkundigen Zusatzversichertenanteil von 52 % hat er die diesbezügliche Rechtsprechu ng korrekt angewandt (vgl. BVGE 2012/18 E. 13 m.w.H.). Die grundsätzliche Zulässigkeit dieses Ab- zugs wird von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten. Da sie die Mehrkosten für die zusatzversicherten Patienten nicht transparent und nachvollziehbar separat ausgewiesen hat, bleibt es ohne Relevanz, ob die Beschwerdeführerin eine entsprechende Ausscheidung hätte belegen können (vgl. Beschwerde S. 44). 9.7 Der Regierungsrat hat unter dem Titel "gewichtete Teuerung" die an- rechenbaren Kosten um 1.08 % heraufgesetzt. Im Ergebnis anerkennt die Beschwerdeführerin diese Teuerung für das Jahr 2004 (vgl. Beschwerde S. 45 ). Mit ihrer Rüge, dass der Regierungsrat zu Unrecht lediglich die Teuerung für das Jahr 2004 und nicht auch für die Folgejahre berücksich- tigt habe, dringt sie nicht durch (vgl. BVGE 2012/18 E. 14 m.w.H.). 9.8 Im Sinne eines Zwischenresultats ist somit festzuhalten, dass der R e- gierungsrat zu Recht im angefochtenen Beschluss die umstrittenen A b- züge bzw. normativen Korrekturen vorgenommen hat, deren Berechnung nicht substantiiert bestritten wurde (vgl. auch S. 45 der Beschwerde). Er ist somit grundsätzlich zu Recht von im Rahmen der Tariffestsetzung a n- rechenbaren Kosten in der Höhe von Fr. 58'409'399.- ausgegangen. C-5601/2010 Seite 25 10. 10.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet den vom Regierungsrat fest - gesetzten Kostendeckungsgrad von 90 % im Grundsatz und beantragt eine Deckung zu 96 % bzw. 100 %. Sie begründet dies zur Hauptsache damit, dass ihre Daten völlig transparent seien und es keinen A nlass für Zweifel betreffend die dem Spital effektiv entstandenen Kosten gebe. In s- besondere habe sie anlässlich des Tariffestsetzungsverfahrens alle ve r- langten Unterlagen wie Kostenstellenrechnung, Kostenträgerrechnung und Nebenbücher wie Anlagebuchhaltung mit dem Ausweis der kalkulato- rischen Nutzungskosten vorgelegt. Weiter verfüge sie über eine Einze l- leistungserfassung und könne Einzel - und Gemeinkosten in der Koste n- stellen- und der Kostenträgerrechnung transparent ausweisen. 10.2 Die Spitäler sind gehalten, nebst der Leistungsstatistik eine B e- triebsabrechnung vorzulegen, welche die Kostenrechnung (bestehend aus der Kostenarten -, Kostenstellen - und Kostenträgerrechnung) sowie die Ermittlung des Betriebserfolges umfasst. Die Ermittlung der Kosten und die Erfass ung der Leistungen müssen gemäss den Vorgaben der VKL bzw. der darin kodifizierten Rechtsprechung erfolgen. Legt ein Spital eine gute Kostenstellenrechnung sowie eine vollständige, qualitativ gute, ausreichend detaillierte Kostenträgerrechnung (inkl. Leist ungserfassung) vor, ist die Kostentransparenz vollständig gegeben. Bei ungenügender Kostentransparenz (Intransparenz der Kostendaten) besteht die Gefahr, dass die Spitalpauschalen mehr als das gesetzlich vorgesehene Max i- mum der zulasten der OKP abrechenbar en Kosten decken. Wenn die Transparenz nicht genügt, wird ein Abzug beim Kostendeckungsgrad vor- genommen, dessen Höhe von den der Tarifberechnung im Einzelfall zu Grunde liegenden Unterlagen und deren Qualität abhängt. Der Kostende- ckungsgrad bewegt sich bei Privatspitälern, welche nicht öffentlich su b- ventioniert werden zwischen 85 % und 96 %: 85 %, wenn nur eine Kalku- lation besteht und die vorgelegten Unterlagen rudi mentär sind; 92 %, wenn eine Finanzbuchhaltung, eine Kalkulation und eine Kostenstelle n- rechnung von guter Qualität vorliegen; 96 %, wenn eine – allerdings noch nicht restlos genügende – Kostenträgerrechnung vorgelegt wird (vgl. BVGE 2012/18 E. 16.4 f. m.w.H.). 10.3 Vorliegend ist kein Grund ersichtlich, sich für die Bemessung des Kostendeckungsgrades a usserhalb dieses Rahmens zu bewegen. Zur Beurteilung des für den Kostendeckungsgrad vorzunehmenden Abzuges sind somit die Qualität und Transparenz der im vorliegenden Fall das Jahr C-5601/2010 Seite 26 2003 betreffenden und aktenkundigen Daten zu bewerten. Ausser B e- tracht fallen Daten, welche andere Jahre betreffen und/oder von der B e- schwerdeführerin nicht eingereicht wurden. Dies gilt insbesondere für al l- fällige weitere Daten betreffend das Jahr 2003, zu deren Einreichung die Beschwerdeführerin von der Vorinstanz mehrfach aufgefordert und mittels Verfügung verpflichtet wurde. Dass die Beschwerdeführerin , wie sie b e- hauptet, im vorinstanzlichen Verfahren mehr als die im Beschwerdeve r- fahren aktenkundigen Daten eingereicht hat, ist nicht ersichtlich. Für die Beurteilung der Datentr ansparenz und des daraus resultierenden Ko s- tendeckungsgrades ist somit auf die Unterlagen abzustellen, welche die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 14. August 2009 eingereicht hat. 10.4 Die Begründung des Regierungsrats und der PUE für den auf 90 % festgesetzten Kostendeckungsgrad beruht im Wesentlichen darauf, dass im vorgängigen bundesrätlichen Beschwerdeverfahren (lediglich) eine "Gesamtübersicht sowie Berichtigung / Abgrenzung von Finanzbuchha l- tung und Betriebsbuchhaltung BE" und eine Aufstellung "Betrieb sspezifi- sche Daten zur Klinik" eingereicht wurden (vgl. den vorinstanzlichen Ord- ner "Verfahrensakten zu den RRB 1734 -1744 vom 20.9.2006 sowie zum Bundesratsbeschluss vom 30.1.2008" [RR3] L15 Bl. 44 -48), und darauf, dass seither die Datentransparenz nicht verbessert worden sei (für den chronologischen Ablauf und eine detailliertere Herleitung dieser Schluss- folgerung vgl. BVGE 2012/18 E. 16.7). In den dem Gericht vorliegenden Vorakten befinden sich neben ei ner Ta- rifkalkulation (Beschwerde S. 45) die folgenden Unterlagen für das Jahr 2003: einerseits, wie schon im vorgängigen bundesrätlichen Beschwe r- deverfahren eine "Gesamtübersicht sowie Berichtigung / Abgrenzung von Finanzbuchhaltung und Betriebsbuchhaltung BE" (Kostenartenrechnung), und ein "Erhebungsformular KTR 2003 "Betriebsspezifische Daten zu r Klinik A._______"; andererseits neu eine Kostenstellenrechnung für die Hauptkostenstellenrechnung stationär, ein "Beispiel Ausscheidung ambu- lante/teilstationäre Kosten für Abteilungen mit Patienten von unterschie d- licher Aufenthaltsart" und eine Vollständigkeits- und Richtigkeitserklärung zur Rechnungslegung 2003. Die von der Beschwerdeführerin eingereic h- ten Unterlagen bewirken gegenüber dem bundesrätlichen Beschwe rde- verfahren keine relevante Verbesserung der Datentransparenz und recht- fertigen keinen Kostendeckungsgrad von über 90 %, was im Resultat auch der Stellungnahme der PUE im Beschwerdeverfahren entspricht. C-5601/2010 Seite 27 10.5 Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwer deführerin daraus, dass ihrerseits vor dem Jahr 2005 keine Differenzierung der z u- lasten der OKP und der zulasten der Zusatzversicherungen angefallenen Kosten vorgenommen, sondern diese den Krankenversicherern überla s- sen wurde, nicht s zu ihren Gunsten ablei ten kann (vgl. BVGE 2012/18 E. 16.9). 10.6 Entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin ist die Reduk- tion des Kostendeckungsgrades infolge intransparenter Datenlage in Be- zug auf alle Kosten vorzunehmen, nicht nur in Bezug auf jenen Kosten, welche nicht detailliert zugewiesen werden können (vgl. BVGE 2012/18 E. 16.10 m.w.H.). 10.7 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, ein in Bezug auf die gesamten Kosten erfolgender Intransparenzabzug stelle dort eine doppel- te Bestrafung dar, wo er sich auf Kosten beziehe, die bereits einem Pau - schalabzug gemäss Spitaltaxmodell unterzogen worden seien (wegen unzureichender Ausscheidung der Patientenkategorien bzw. der Kosten für Lehre und Forschung sowie zur Plausibilisierung von Anlagenut - zungskosten/Investitionen). Dabei verkennt die Beschwerdeführerin, dass das Vorliegen entsprechender Kosten bzw. eines bestimmten Korrektur - bedarfs zu vermuten und für deren Berücksichtigung behelfsmässig ein geschätzter Abzug vorzunehmen ist, was keine Sa nktionierung der Datenintransparenz darstellt (vgl. BVGE 2012/18 E. 16.11 m.w.H.). 10.8 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin könnte sie, selbst dann, wenn ein aussagekräftiges Benchmarking durchgeführt und für sie günstig ausfallen würde, nicht verlangen, dass deswegen von e i- nem Intransparenzabzug abgesehen werde (vgl. BVGE 2012/18 E. 16.2 m.w.H.; vgl. auch unten E. 11.2). 10.9 Die Beschwerdeführerin dringt mit ihren Rügen betreffend die Fest- setzung des Kostendeckungsgrades somit nicht durch. Der Regierungsrat hat den Kostendeckungsgrad somit zu Recht auf 90 % festgesetzt. 11. 11.1 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, dass bei Berücksich - tigung der vom Regierungsrat als anrechenbar befundenen Kosten für die Tarifbildung, die ihr für die OKP -Leistungserbringung entstehenden Ko s- ten nicht vollständig gedeckt würden. Dazu dürfe es aber nicht kommen, da sie die ungedeckten Kosten nicht auf Dritte abwälzen könne. C-5601/2010 Seite 28 11.1.1 Es ist unbestritten, dass die öffentliche Hand die Beschwerdefü h- rerin nicht unterstützt und namentlich nicht für allfällige durch den OKP - Tarif nicht gedeckte Kosten aufkommt. Soweit eine private Klinik keine Kantonsbeiträge erhält, besteht mangels Anwendb arkeit der 50 -Prozent- Regel im Sinne von Art. 49 Abs. 1 Satz 2 KVG allerdings grundsätzlich Anspruch auf eine Taxe, welche (maximal) 100 Prozent der anrechenba- ren Kosten deckt, wozu auch die die allgemeine Abteilung betreffenden Investitionskosten zu zähle n sind. Damit sieht das Gesetz bereits einen Mechanismus vor, der seitens der Kostendeckung für einen Ausgleich zwischen den öffentlich und öffentlich subventionierten und den Privatspi- tälern sorgt. Daraus, dass die Beschwerdeführerin durch die öffentliche Hand nicht unterstützt wird, lässt sich somit nicht ableiten, dass das PUE- Modell nicht auf sie angewandt werden dürfte (vgl. BVGE 2012/18 E. 17.2.2 m.w.H.). 11.1.2 Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Ansicht, steht ihr die Möglichkeit offen, ohne Verletzung des Tarifschutzes gemäss Art. 44 Abs. 1 KVG durch das Erbringen von OKP -Leistungen auf der (Halb-)Privatabteilung Mehreinkünfte zu generieren, die z.B. zur Querf i- nanzierung einer allfälligen Unterdeckung in der allgemeinen Abteilung verwendet werden können (vgl. BVGE 2012/18 E. 17.3.2 m.w.H.). Da 2003 rund 52% der Pflegetage auf Zusatzversicherte entfielen, bestand diesbezüglich ein erhebliches Potenzial. 11.1.3 Es steht der Beschwerdeführerin weiter frei, ein erhebliches z u- sätzliches Einkommen zu gen erieren, indem sie über den Leistungsu m- fang der OKP h inausgehende Leistungen erbringt , die zusätzlich zu den KVG-Tarifen in Rechnung gestellt, aber nicht von der OKP bezahlt we r- den dürfen (vgl. BVGE 2012/18 E. 17.5 m.w.H.). 11.1.4 Die Beschwerdeführerin moniert, dass es ihr aus finanziellen Gründen nicht möglich gewesen sei, zur Deckung der im stationären B e- reich entstehenden Lücken auf Einnahmen im ambulanten Bereich zu- rückzugreifen. Daraus kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten, da eine solche Quersubventionierung als KVG-widrig nicht vorgenommen werden dürfte (vgl. BVGE 2012/18 E. 17.4). 11.1.5 Ihre Behauptung, dass mit der Anwendung des vom Regierungsrat festgesetzten Tarifs ihr Konkurs vorprogrammiert sei, wird von der B e- schwerdeführerin nicht weiter substantiiert. C-5601/2010 Seite 29 11.1.6 Die Beschwerdeführerin dringt somit mit ihrer Rüge, dass der um - strittene OKP-Tarif nicht so tief festgesetzt werden dürfe, weil sie die bei dessen Anwendung nicht gedeckten Kosten nicht auf Dritte abwälzen könne, nicht durch. 11.2 Die Besch werdeführerin macht weiter geltend, der Regierungsrat hätte eine Wirtschaftlichkeitsüberprüfung mittels Benchmarking durchfüh- ren müssen. Daraus wäre ersichtlich geworden, dass die Fallkosten in den öffentlichen Spitälern des Kantons Bern erheblich höher seien als die der Beschwerdeführerin, weshalb der für diese festgesetzte Tarif zu tief ausgefallen und zu korrigieren sei. Damit verkennt sie, dass sich – ent- sprechend der altrechtlichen, vorliegend massgebenden Praxis (vgl. oben E. 6.4) – aus einem Betriebs vergleich im Sinne von Art. 49 Abs. 7 KVG kein Anspruch auf Erhöhung des Tarifs wirtschaftlich betriebener Kliniken ableiten lässt (vgl. BVGE 2012/18 E. 18 m.w.H.). 11.3 Da die Beschwerdeführerin in Bezug auf den umstrittenen Tarif nicht auf einen bestimmten Ta rif vertrauen durfte, bevor dieser rechtskräftig festgesetzt wurde, kann sie sich diesbezüglich nicht erfolgreich auf den Grundsatz von Treu und Glauben berufen (vgl. BVGE 2012/18 nicht pub- lizierte E. 19.1). 11.4 Entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdeführerin ist die Vers i- chertenstruktur der betroffenen Krankenversicherer für die Bestimmung des KVG-konformen Tarifs ohne Relevanz (vgl. BVGE 2012/18 nicht pub- lizierte E. 19.2). 12. 12.1 Die Beschwerdeführerin wehrt sich gegen die vom Regierungsrat vorgenommene Festsetzun g einer Tagespauschale. Stattdessen bea n- tragt sie primär die Anwendung des BFP-Modells und die Festsetzung ei- ner entsprechenden Baserate, sekundär die Festsetzung von Fachg e- bietspauschalen und zuletzt die Festsetzung (irgend-)eines Tarifs, der die nachgewiesenen Kosten vollständig decke. 12.2 Die Rechtsprechung räumt der Vorinstanz im Rahmen der Tariffes t- setzung ein erhebliches Ermessen ein, insbesondere auch in Bezug auf die verschiedenen Tarifgestaltungsmöglichkeiten, soweit die Zielsetzung einer qualitativ h ochstehenden und zweckmässigen gesundheitlichen Versorgung zu möglichst günstigen Kosten gewahrt bleibt. Dies gilt umso mehr, wenn die PUE die Regelung der Kantonsregierung – wie hier – C-5601/2010 Seite 30 stützt. So kann die Kantonsregierung im Rahmen der hoheitlichen Tari f- festsetzung z.B. auch ein neues Tarifmodell einführen, ohne sich dafür mit den Versicherern vorgängig ins Einvernehmen zu setzen. Eine besondere Zurückhaltung ist in Bezug auf die Aufhebung eines ganzen Tarifmodells auszuüben und eine solche lediglich im Sinne eines letzten Mittels vorzu- behalten (vgl. BVGE 2012/18 E. 21.4 m.w.H.). Tagespauschalen haben im KVG -Tarifwesen eine lange Tradition und wurden in der Rechtsprechung immer wieder bestätigt. Dass die Festset- zung von Tagespauschalen vorliegend eine qua litativ hochstehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen Ko s- ten verunmöglichen würde, ist nicht ersichtlich. Vielmehr hat das Bundes- verwaltungsgericht im parallelen Verfahren den Regierungsrat des Ka n- tons Bern in seinem Entsc heid geschützt, Tagespauschalen festzusetzen (vgl. BVGE 2012/18 E. 21.4 ff.). Selbst wenn das BFP-Modell oder Fachgebietspauschalen gegenüber ei- nem Tagespauschaltarif bestimmte Vorteile haben sollten, sind auch aus der ausführlichen Argumen tation der Beschwerdeführerin keine Gründe dafür ersichtlich, in das erhebliche Ermessen der Vorinstanz einzugreifen und – vom parallelen Präzedenzfall abweichend – einen entsprechenden Tarifsystemwechsel vorzuschreiben. 12.3 Da die Beschwerdeführerin selber erklärt, die von ihr thematisierten Probleme, die bei einer Rückabwicklung unter Anwendung unterschiedli- cher Tarifsysteme und Tarifhöhen auftreten könnten, seien nicht Gegen- stand des vorliegenden Verfahrens, ist darauf auch nicht weiter einzuge- hen. 12.4 Der Entscheid des Regierungsrates einen Tagespauschaltarif fes t- zusetzen, ist somit zu schützen. Ausgehend von anrechenbaren Kosten in der Höhe von 58'409'399. - (vgl. oben E. 9.8) und 46'211 Pflegetagen (somit Fr. 1'263.97 pro Pflegetag) und einem Kostendeckung sgrad von 90 % (somit Fr. 1'137.57) hat er die Tageschpauschale (inkl. Arztleistu n- gen) zu Recht auf Fr. 1'138.- festgesetzt. Die Beschwerde ist somit, so- weit die Beschwerdegegnerinnen 1-8 betroffen sind, abzuweisen. 13. 13.1 Da die SanaTop mindestens vor dem 21. J uni 2006 kein zugelass e- ner KVG-Krankenversicherer war und ein hoheitlicher Tarif nur gegenüber einem über die entsprechende Bewilligung verfügenden Krankenvers i-C-5601/2010 Seite 31 cherer festgesetzt werden kann, hat der Regierungsrat zu Unrecht für den Zeitraum vom 1. Januar 2005 bis zu dem Zeitpunkt, ab welchem der Sa - naTop die entsprechende Bewilligung erteilt wurde, einen OKP -Tarif zwi- schen der Beschwerdeführer in und der SanaTop festgesetzt (vgl. BVGE 2012/18 E. 22 m.w.H.). 13.2 Die Beschwerde ist daher insofern gutzuheissen, a ls der angefoc h- tene Regierungsratsratsbeschluss Nr. [...] vom 30. Juni 2010 in Bezug auf die SanaTop (Beschwerdegegnerin 9) aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit diese abkläre, ab welchem Zei t- punkt die SanaTop über eine Zulassungsbewilligung verfügte, und ab die- sem Zeitpunkt einen Tarif für die stationäre Behandlung in der Klinik der Beschwerdeführerin zu Lasten der OKP hoheitlich festsetze bzw. über die Genehmigung einer allfälligen Tarifvereinbarung befinde. 14. Zu urteilen bleibt über die Verfahrenskosten und allfällige Partei - entschädigungen. 14.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 und Abs. 3 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegen den Par- tei. Eine Rückweisung gilt praxisgemäss als Obs iegen der beschwerd e- führenden Partei (BGE 132 V 215 E. 6). Vorinstanzen werden keine Ver- fahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Unter Berücksichtigung des Umfangs und der Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessfü h- rung und finanzieller Lage de r Parteien (vgl. Art. 63 Abs. 4bis VwVG) sind die Verfa hrenskosten vorliegend auf Fr. 3'500.- festzusetzen. Entspr e- chend dem teilweisen Obsiegen bzw. Unterliegen sind davon Fr. 3'000.- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Koste n- vorschuss zu verrechnen. Der SanaTop ( Beschwerdegegnerin 9 ) sind Gerichtskosten in der Höhe Fr. 500.- aufzuerlegen. 14.2 Vor Bundesverwaltungsgericht obsiegende Parteien haben grun d- sätzlich Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erwachs e- nen notwendigen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] ). Obsiegt die Partei nur teilweise, so ist die Parteientschädigung entsprechend zu kür- zen. Die Entschädigung wird primär der unterliegenden Gegenpartei im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit auferlegt (vgl. Art. 64 Abs. 2 und 3 VwVG). Sind die Kosten verhältnismässig gering, so kann von einer Pa r-C-5601/2010 Seite 32 teientschädigung abgesehen werden. Keine Entschädigung ist geschu l- det, wenn der Vertreter oder die Vertreterin in einem Arbeitsverhältnis zur Partei steht. Da die Beschwerdeführerin keine erheblichen notwendigen Kosten geltend macht und nicht ersichtlich ist, dass solche in Bezug auf das Beschwerdeverfahren, jedenfalls soweit sie über die Arbeit von A n- gestellten der Beschwerdeführerin hinausgehen, angefallen sind, ist der Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung zuzusprechen. Den ob- siegenden anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerinnen 1 bis 8 ist un- ter angemessener Berücksichtigung des aktenkundigen Aufwands zula s- ten der Beschwerdeführerin eine reduzierte Parteientschädigung von in s- gesamt Fr. 3'700.- (inkl. Mehrwertsteuer) zuzusprechen. 15. Der vorliegende Entscheid bringt eine Änderung des angef ochtenen Be- schlusses mit sich, weshalb sich eine Veröffentlichung im offiziellen Publi- kationsorgan aufdrängt. 16. Dieses Urteil kann nicht beim Bundesgericht angefochten werden und tritt mit Eröffnung in Rechtskraft (vgl. BVGE 2009/23 E. 8 m.w.H.). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als der angefochtene Regie- rungsratsbeschluss Nr. […] vom 30. Juni 2010 in Bezug auf die SanaTop Versicherungen AG in Liquidation aufgehoben wird. In Bezug auf den zwischen d iesem Krankenversicherer und der Klinik A._______ festge- setzten Tarif wird die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erw ä- gungen und zum neuen Tarifentscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde im Sinne der Erwägungen abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführerin werden Verfahrenskosten von Fr. 3' 000.- aufer- legt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.- verrechnet. Der SanaTop ( Beschwerdegegnerin 9 ) werden Verfahrenskosten von Fr. 500.- auferlegt. Der Betrag ist innert 3 0 Tagen nach Versand des vor- liegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. C-5601/2010 Seite 33 3. Den Beschwerdegegnerinnen 1 bis 8 wird für das vorliegende Verfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'700.- zugesprochen. Die- se Entschädigung ist von der Beschwerdeführerin zu leisten. 4. Der Regierungsrat des Kantons Bern wird angewiesen, die Ziffer 1 des Dispositivs im offiziellen Publikationsorgan zu veröffentlichen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilagen: Doppel der Ein- gaben der Beschwerdegegnerinnen vom 10., 19., 20. und 24. April 2012 [je inkl. Beilagen ], Kopien des Telef ax der Vorinstanz vom 7. September 2012 und der Mails vom 9. und 10. November 2009 [act. 23]) – die Beschwerdegegnerinnen (Gerichtsurkunde; Beilage n: Einza h- lungsschein, Kopien des Telefax der Vorinstanz vom 7. September 2012 und der Mails vom 9. und 10. November 2009 [act. 23]) – die Vorinstanz (Ref -Nr. [...]; Gerichtsurkunde; Beilagen: Doppel der Eingaben der Beschwerdegegnerinnen vom 10., 19., 20. und 24. April 2012 [je inkl. Beilagen]) – das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) – die Eidgenössische Preisüberwachung (A-Post) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Beat Weber Daniel Golta Versand: