B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5355/2019 U r t e i l v o m 3 0 . J u l i 2 0 2 1 Besetzung Richterin Contessina Theis (Vorsitz), Richterin Mia Fuchs, Richter Simon Thurnheer, Gerichtsschreiberin Kathrin Rohrer. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin, und substituiert durch Lea Keller, Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 12. September 2019 / N (…). D-5355/2019 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin – eine eritreische Staatsangehörige, der Eth- nie der (…) zugehörig – reiste am (…) 2017 im Rahmen des Relocation - Programms von Italien in die Schweiz ein und ersuchte gleichentags im damaligen Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nach. A.b Das SEM befragte sie am 20. April 2017 zu ihrer Person, zum Reise- weg und summarisch zu ihren Gesuchsgründen (Befragung zur Person [BzP]). Am 24. November 2017 wurde sie einlässlich zu ihren Asylgründen angehört. Anlässlich der Befragungen brachte die Beschwerdeführerin vor, sie sei in C._______ (Zoba D._______) geboren und habe bis zu ihrer Ausreise zu- sammen mit ihren Eltern und ihren Geschwistern dort gelebt. Sie habe die (…) Klasse im Jahr 2013 abgeschlossen und als (…) gearbeitet. Während der BzP führte sie zur Begründung ihres Asylgesuchs aus, sie sei aus ih- rem Heimatland geflüchtet, weil sie keinen Militärdienst habe leisten wollen und in Eritrea keine Rechte habe. In der Anhörung machte sie hierzu gel- tend, ein Sicherheitsbeamter habe sie immer wieder bedrängt und ihr damit gedroht, dass er sie nach E._______ ins militärische Ausbildungszentrum schicken werde, falls sie ihn nicht heirate. Im (…) oder im (…) 2014 habe er sie auf einer (…), bei welcher sie als (…) engagiert worden sei, aufge- sucht, ihr wahrheitswidrig illegale Arbeit vorgeworfen und zusammen mit anderen Sicherheitsleuten ihre (…) beschlagnahmt. Diese Aktion habe er bewusst geplant, um sie einzuschüchtern und zur Heirat zu bewegen. In der Folge habe sie sich zu Hause bei ihren Eltern versteckt und das Haus kaum mehr verlassen. Nachdem der Sicherheitsbeamte ihren Vater noch- mals aufgesucht und sich bei diesem erkundigt habe, ob sie ihn nun hei- rate, und eine einmonatige Frist angesetzt habe, sei sie, um sich der Heirat respektive dem Einzug in den Militärdienst zu entziehen, im (…) 2014 nach F._______ geflohen, wo sie sich bei ihrer Fluchthelferin versteckt habe. Am (…) 2014 sei sie schliesslich im zweiten Anlauf in den Sudan geflüchtet , wo sie am (…) 2015 G._______ in H._______ religiös geheiratet habe. Im (…) 2016 sei sie ohne ihren Ehemann weitergereist und via Ägypten nach Italien gelangt. Dort habe sie ihren Freund, I._______, kennengelernt, mit welchem sie ein gemeinsames Kind erwartet habe. Im (…) 2017 sei sie schliesslich in die Schweiz gelangt. Während des Asylverfahrens brach die Beschwerdeführerin ihre Schwangerschaft ab. D-5355/2019 Seite 3 A.c Im Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens reichte sie zum Nachweis ihrer Identität Fotokopien der Identitätskarten ihrer Eltern zu den Akten. B. Mit am 14. September 2019 eröffneter Verfügung vom 12. Septem- ber 2019 stellte das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flücht- lingseigenschaft nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung. C. Gegen dies Verfügung erhob die Beschwerdeführerin – handelnd durch die rubrizierte Rechtsvertretung – mit Eingabe vom 10. Oktober 2019 Be- schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte dabei, die Auf- hebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Gewährung von Asyl unter An- erkennung der Flüchtlingseigenschaft, eventualiter die vorläufige Auf- nahme und subeventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Aussetzung des Wegweisungsvollzugs bis zum Entscheid sowie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Der Beschwerde lagen als Beilagen eine Vollmacht vom 18. Septem- ber 2019, eine Substit utionsvollmacht vom 20. August 2019, eine Kopie der angefochtenen Verfügung, die Protokolle der BzP und der Anhörung sowie eine Fotokopie der Unterstützungsbestätigung der (…) vom 23. Sep- tember 2019 bei. D. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreib en vom 15. Okto- ber 2019 den Eingang der Beschwerde. E. Mit Zwischenverfügung vom 20. November 2019 wurde festgehalten, dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukomme und die Beschwerde- führerin den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürfe. Wei- ter hiess die Instruktionsrichterin das Gesuch um unentgeltliche Prozess- führung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig gab sie der Vorinstanz Gelegenheit zur Einreichung einer Ver- nehmlassung. D-5355/2019 Seite 4 F. In ihrer Vernehmlassung vom 27. November 2019 verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen der angefochtenen Verfügung und verzichtete ansons- ten auf eine Stellungnahme. Die Vernehmlassung wurde de r Beschwerdeführerin am 28. Novem- ber 2019 zur Kenntnisnahme zugestellt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101; SR 142.31); für das vorliegende Verfahren gilt das bishe- rige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be- schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher z ur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). D-5355/2019 Seite 5 3. 3.1 Die Beschwerdeführerin erhob (teilweise sinngemäss) formelle Rügen, die vorab zu behandeln sind, da deren Gutheissung geeignet wäre, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 3.2 3.2.1 Die Beschwerdeführerin monierte zunächst, nicht Tigrinya, sondern Arabisch sei ihre Muttersprache. Da sie den Begriff M uttersprache nicht richtig verstanden habe, habe sie dies anlässlich der BzP entsprechend falsch zu Protokoll gegeben. Durch die mangelnden Sprachkenntnisse und die dadurch verursachte fehlende Präzision könnten denn auch die von der Vorinstanz angeprangerten Widersprüche aufgelöst werden. 3.2.2 Die Muttersprache der Beschwerdeführerin ist gemäss den Angaben auf dem Personalienblatt im Empfangs - und Verfahrenszentrum Tigrinya (vgl. SEM-Akte A/1). Auch während der BzP gab sie zu Protokoll, dass Tigrinya ihre Muttersprache sei (vgl. SEM-Akte A/7, Ziff. 1.17.01). In der Anhörung erklärte sie sodann, ihre Eltern hätten sich miteinander auf Ara- bisch und Tigrinya unterhalten (vgl. SEM-Akte A/39, F51). Damit ist davon auszugehen, dass Tigrinya – entgegen den Vorbringen auf Beschwerde- ebene – nicht ihre Zweitsprache ist. Als sie zu Beginn der BzP danach ge- fragt wurde, ob sie die Dolmetscherin, welche die Befragung auf Tigrinya übersetzte, verstehe, bestätigte sie dies vorbehaltlos (vgl. SEM-Akten A/7, Bst. h). Die Frage, ob sie die ihr ausgehändigten Merkblätter gelesen und verstanden oder auf eine andere Art zur Kenntnis genommen habe, ver- neinte sie dagegen. In der Folge erklärte sie, sie könne auf Tigrinya weder schreiben noch lesen, dies könne sie nur auf Arabisch und Englisch. In der Folge wurden ihr die Merkblätter zusätzlich auch noch auf Arabisch ausge- händigt, wobei ihr genügend Zeit eingeräumt wurde, diese durchzulesen (vgl. SEM-Akte A/7, Bst. e). Am Schluss der Erstbefragung en wurde sie nochmals gefragt, ob sie die Übersetzerinnen verstanden habe, was sie wiederum bejahte (vgl. SEM-Akten A/7, Ziff. 9.02). Anlässlich der Anhö- rung wurde sie dann erneut am Anfang danach gefragt, ob sie die Dolmet- scherin verstehe, was sie ausdrüc klich bejahte (vgl. SEM-Akte A/39, F1). Nach Durchsicht der Befragungsprotokolle ergeben sich ferner keine Hin- weise auf Verständigungsschwierigkeiten zwischen der Beschwerdeführe- rin und den Übersetzerinnen. Zwar ist den Protokollen zu entnehmen, dass vereinzelte Fragen nochmals gestellt wurden (vgl. SEM-Akten A/7, Ziff. 1.14 sowie 7.02 und A/39, F84). Aus den entsprechenden Protokoll- stellen geht jedoch hervor, dass sie die Fragen nach deren Wiederholen entsprechend beantworten konnte. Es ist mithin nicht er sichtlich, dass sie D-5355/2019 Seite 6 die Fragen wegen Verständigungsschwierigkeiten mit der jeweiligen Dol- metscherin nicht verstanden hat . Bezeichnenderweise sah sich auch die während der Anhörung anwesende Hilfswerksvertretung (HWV) nicht zu Beobachtungen, Anmerkungen oder Einwänden in Bezug auf allfällige sprachliche Probleme veranlasst (vgl. SEM-Akte A/39, Unterschriftenblatt der HWV gemäss Art. 30 Abs. 4 AsylG). Schliesslich bestätigte sie nach den Rückübersetzungen jeweils unterschriftlich, dass die Protokolle der BzP und der Anhörung vollständig und korrekt seien und ihren Ausführun- gen entsprechen würden (vgl. SEM-Akten A/7, S. 9 und A/39, S. 17). 3.2.3 Vor diesem Hintergrund vermag die Beschwerdeführerin nicht darzu- tun, dass die ihr vorgehaltenen Unstimmigkeiten in den Anga ben auf sprachliche Schwierigkeiten zurückzuführen sind. Im Übrigen hat eine asyl- suchende Person keinen Anspruch, nur in ihrer Muttersprache angehört zu werden. Es besteht lediglich ein Anspruch darauf, sich in einer Sprache zu äussern, die von der asylsuc henden Person beherrscht wird. Wird eine asylsuchende Person nicht in ihrer Muttersprache angehört, ist dies jedoch im Rahmen der Beweiswürdigung und insbesondere der Glaubhaftigkeits- prüfung entsprechend zu berücksichtigen (vgl. Urteil des BVGer D-4509/2017 vom 28. Oktober 2019 E. 2.2). Die Rüge, die Befragung habe in einer für die Beschwerdeführerin unverständlichen Sprache stattgefun- den, erweist sich somit als unbegründet. Es besteht damit kein Zweifel an der Verwertbarkeit der Inhalte der Befragungsproto kolle und das SEM durfte auf die protokollierten Aussagen abstellen. Die Beschwerdeführerin muss sich folglich auf ihre Aussagen an der BzP und der Anhörung sowie daraus allenfalls resultierende Unstimmigkeiten behaften lassen. 3.3 3.3.1 Des Weiteren wurde in der Beschwerde gerügt , dass die Inter- viewperson in der Bundesanhörung ein Mitarbeiter des SEM gewesen sei. Angesichts der Tatsache, dass es der Beschwerdeführerin schwergefallen sei, über ihre Probleme mit dem Sicherheitsbeamten zu sprechen, hätte ein Wechsel zu einer Befragerin , wodurch die Vertrauensbasis gestärkt worden wäre, erfolgen sollen. 3.3.2 Gemäss Art. 17 Abs. 2 AsylG in Verbindung mit Art. 6 der Asylver- ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1; SR 142.311) wird die asylsu- chende Person von einer Person gleichen Geschlechts befragt, wenn kon- krete Hinweise auf geschlechtsspezifische Verfolgung vorliegen. Ge- schlechtsspezifisch ist die Verfolgung dann, wenn sie in der Form sexueller Gewalt stattfindet oder die sexuelle Identität des Opfers treffen soll D-5355/2019 Seite 7 (vgl. hierzu BVGE 2015/42 E. 5.2, unter Hinweis auf Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 2 E. 5a c). Das Geschlecht soll nach Möglichkeit auch bei der Auswahl der weiteren anwesenden Personen berücksichtigt werden. Art. 6 AsylV 1 – der bei Frauen und Männern gleichermassen Anwendung findet – ist eine Ausgestaltung des rechtlichen Gehörs, mithin eine Schutzvorschrift, deren Zweck es ist, dass asylsuchende Personen ihre Vorbringen ange- messen vortragen, das heisst, erlittene Übergriffe möglichst frei und unbe- einträchtigt von Schamgefühlen schildern können. Gleichzeitig dient sie dazu, die Richtigkeit der Sachverhaltsabklärung zu gewährleisten. Da diese Schutzvorschrift nicht bloss ein Recht der asylsuchenden Person be- inhaltet, eine solche Befragung zu verlangen, sondern die Behörde dazu verpflichtet, in der vorgesehenen Weise vorzugehen, sobald entspre- chende Hinweise vorliegen, ist sie von Amtes wegen anzuwenden. Ein Ver- zicht der betroffenen asylsuchenden Person auf die Befragung durch eine Person gleichen Geschlechts respektive im Rahmen eines gleichge- schlechtlichen Teams kann nur dann angenommen werden, wenn er aus- drücklich erklärt wird (vgl. BVGE 2015/42; vgl. in diesem Sinne auch Urteil des BVGer D-6857/2016 vom 15. Februar 2018 E. 4.1 m.w.H.). 3.3.3 Vorliegend bestanden aufgrund der Vorbringen der Beschwerdefüh- rerin anlässlich der BzP keine Indizien, welche als „konkrete Hinweise auf geschlechtsspezifische Verfolgung“ im soeben umschriebenen Sinne zu beachten gewesen wären. Insofern ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz für die Anhörung kein geschlechtsspezifisches Team organisiert hatte. Alsdann gaben auch die Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren Erlebnissen anlässlich der Anhörung weder Anlass zu weiteren Abklärun- gen noch zu einer Anhörung durch ein reines Frauenteam. So finden sich in ihren Aussagen insbesondere keine konkreten Hinweise auf ge- schlechtsspezifische Gewalt. Überdies erweckte sie nicht den Eindruck, sie habe Mühe, über irgendetwas zu sprechen. Lediglich als sie auf ihre Ehe und ihren Scheidungswunsch angesprochen wurde, wobei sie auf ihre aus- sereheliche Beziehung zu sprechen kam, äusserte sie den Wunsch nicht mehr weiter darüber erzählen zu müssen (vgl. SEM-Akte A/39, F 156). Da- mit liegt keine Verletzung von Art. 17 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 6 AsylV 1 vor. Der Umstand, dass das S EM keine ergänzende Anhörung durchgeführt hat, ist demzufolge nicht zu bemängeln.D-5355/2019 Seite 8 3.4 3.4.1 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die Vorinstanz sei ihren Verpflichtungen im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes nicht nachge- kommen, indem sie sich inhaltlich nicht genügend substantiiert mit der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG auseinandergesetzt habe und ihre Aussagen im Gesamten als unglaubhaft abgetan habe. Ihre Vorbrin- gen seien durchaus glaubwürdig und die angeprangerten Widersprüche könnten in einem persönlichen Gespräch schlüssig aufgeklärt werden res- pektive hätten mittels einiger weniger Nachfragen bei der Anhörung zu den Asylgründen oder allenfalls einer weiteren Anhörung abgeklärt werden können. 3.4.2 Das SEM hat – entgegen der in der Beschwerde vertretenen An- sicht – die wesentlichen Sachverhaltselemente in der angefochtenen Ver- fügung erfasst, sich in den Erwägungen hinreichend mit den Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der BzP und Anhörung auseinandergesetzt und nachvollziehbar begründet, weshalb die Vorbringen nicht glaubhaft seien beziehungsweise sie die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Dabei durfte sie sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und musste namentlich nicht näher auf die Beweismittel eingehen . Vorliegend ergeben sich keine Hinweise darauf, dass der rechtserhebliche Sachver- halt nicht genügend erstellt wurde und weitere Abklärungen der Vorinstanz nötig gewesen wären. Dass das SEM den Sachverhalt nicht im Sinne der Beschwerdeführerin eingeschätzt hat, ist eine Frage der materiellen Wür- digung. 3.5 Angesichts dieser Sachlage erweisen sich die erhobenen formellen Rügen als unbegründet, womit keine Veranlassung besteht, die angefoch- tene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der entsprechende (Subeventual-) Antrag ist daher abzuweisen. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozia len Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, d es Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen D-5355/2019 Seite 9 unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungs- gericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Da- rauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 m.w.H.). 4.3 Wer sich darauf beruft, dass durch seine Ausreise aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat oder wegen seines Verhaltens nach der Ausreise eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht subjektive Nach- fluchtgründe geltend (Art. 54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe begrün- den zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen je- doch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, die subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). 5. 5.1 In ihrer abweisenden Verfügung kam die Vorinstanz zum Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderungen an die Glaub- haftmachung gemäss Art. 7 AsylG sowie denjenigen an die Asylrelevanz gemäss Art. 3 AsylG nicht genügen würden. Unter dem Aspekt der Glaubhaftigkeit führte sie z ur Begründung aus, die erstmals bei der Bundesanhörung geltend gemachten Nachstellungen des Sicherheitsbeamten seien sowohl widersprüchlich als auch nachgescho- ben ausgefallen und daher nicht glaubhaft. Weiter würden ihre Angaben zu ihrer Wohnsituation vor ihrer Ausreise, dem Zeitpunkt der Flucht in den Su- dan sowie deren zeitliche Dauer Unstimmigkeiten enthalten. Aufgrund die- ser Widersprüche und Ungereimtheiten würden erste Zweifel an der be- haupteten Verfolgung und der ill egalen Ausreise aus Eritrea aufkommen. Ihre wenig detailliert ausgefallenen Aussagen zu den angeblichen Übergrif-D-5355/2019 Seite 10 fen, denen sie seitens des eritreischen Sicherheitsbeamten ausgesetzt ge- wesen sei, sowie der Planung, Organisation und Durchführung ihrer illega- len Ausreise aus Eritrea würden die Zweifel an der Glaubhaftigkeit ihre r Vorbringen weiter verstärken. Alsdann gehe weder aus ihren Aussagen noch den Akten hervor, dass sie persönlich ein militärisches Aufgebot er- halten habe. Auch ein anderer behördlicher Kontakt im Zusammenhang mit dem Nationaldienst sei nicht aktenkundig oder glaubhaft gemacht worden. Infolgedessen würden keine substantiierten und glaubhaften Gründe für eine Einberufung in den Nationaldienst in Eritrea vorliegen. Ferner würden ihre Darstellungen in mehrerer Hinsicht wirklichkeitsfremd erscheinen. So wäre einer dem Nationaldienst unterstehenden und Verfolgungsmassnah- men der eritreischen Behörden ausgesetzten Person die Ausübung ihrer Erwerbstätigkeit wohl kaum möglich gewesen. Befremd end erscheine auch, dass sie nie für den Nationaldienst aufgeboten worden sei, obwohl sie die Schule im Alter von (…) Jahren abgebrochen habe. Unter diesen Umständen könne nicht ausgeschlossen werden, dass s ie vom National- dienst suspendiert oder daraus entlassen worden sei oder ihn bereits or- dentlich abgeschlossen habe. Insgesamt sei davon auszugehen, dass die geltend gemachten Vorfälle in Eritrea (die Nachstellungen seitens eines eritreischen Sicherheitsbeamten und dessen Androhung, sie in den Natio- naldienst zu schicken, sowie die Verfolgung wegen mutmasslich illegal er- folgter Ausreise) nicht der Wahrheit entsprechen und somit nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG seien. Soweit die Beschwerdeführerin geltend gemacht habe, Eritrea (…) 2014 illegal verlassen zu haben, sei festzuhalten, dass alleine die geltend ge- machte illegale Ausreise gemäss Koordinationsurteil (publiziert als Refe- renzurteil) des Bundesverwaltungsgerichts D -7898/2015 vom 30. Ja- nuar 2017 keine begründete Furcht vor einer zukünftigen asylr elevanten (recte: flüchtlingsrechtlich relevanten) Verfolgung zu begründen vermöge. Aufgrund der Ungereimtheiten sei diese ohnehin als unglaubhaft zu erach- ten. Andere Anknüpfungspunkte, welche sie in den Augen des eritreischen Regimes als missliebige Perso n erscheinen lassen könnten, seien nicht ersichtlich. Namentlich habe sie keine individuelle Verfolgung im Zusam- menhang mit dem Nationaldie nst glaubhaft nachweisen können, obwohl sie im Ausreisezeitpunkt bereits (…) Jahre alt gewesen sei. Demzufolge erfülle die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass ihr Asylgesuch abzulehnen sei. D-5355/2019 Seite 11 Hinsichtlich allfälliger Wegweisungsvollzugshindernisse führte die Vorinstanz unter anderem aus, es ergäben sich aus den Akten keine An- haltspunkte, dass der Beschwerdeführerin mit hinreichender Wahrschein- lichkeit bei der Rückkehr nach Eritrea eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Die Prüfung, ob ein tatsächliches und un- mittelbares Risiko einer Verletzung von Art. 4 EMRK bestehe, sei aufgrund der unglaubhaften Angaben nicht möglich; es könne deswegen auch nicht von einer tatsächlichen und unmittelbaren Gefahr einer Einberufung in den eritreischen Nationaldienst ausgegangen werden. Vielmehr seien aufgrund der unglaubhaften Angaben viele Möglichkeiten offen, die vom SEM nicht abschliessend geklärt werden könnten. Allerdings stehe selbst eine glaub- haft gemachte drohende Einberufung in den Nationaldienst aufgrund der bundesverwaltungsrechtlichen Rechtsprechung der Zulässigkeit des Weg- weisungsvollzugs nach Eritrea nicht entgegen. Ausserdem seien weder all- gemeine noch individuelle Gründe ersichtlich, die den Wegweisungsvoll- zug als unzumutbar erscheinen liessen. 5.2 Die Beschwerdeführerin entgegnete in ihrer Re chtsmitteleingabe be- treffend ihre Asylgründe , dass der Ansicht der Vorinstanz, wonach ihre Schilderungen zu ihrem letzten Wohnort in Eritrea und ihrer Ausreise, ins- besondere dem genauen Datum und der Reisedauer, widersprüchlich aus- gefallen seien, nicht gefolgt werden könne. Bei genauerer Betrachtung ih- rer Aussagen könnten diese angeblichen Unstimmigkeiten ohne Weiteres mit logischer Auslegung aufgelöst respektive mit fehlender Präzision in- folge mangelnder Sprachkenntnis se begründet werden. Die von ihr ge- machten Angaben zu den Ereignissen seien durchwegs kongruent, nach- vollziehbar und stimmig. Soweit ihr die Vorinstanz sodann vorwerfe, sie habe in der BzP auf konkrete Nachfrage jegliche individuellen Probleme mit den eritreischen Behörden bestritten, führte sie aus, sie habe die Frage so verstanden, als dass nach allfälligen verwaltungstechnischen Proble- men gefragt worden sei. Da sie sich immer korrekt und konform verhalten habe, habe sie dies verneint und nicht an ihre Probleme, welche ihr der Sicherheitsbeamte bereitet habe, gedacht. Auch die Frage, ob sie mit Dritt- personen in Eritrea Probleme gehabt habe, habe sie verneint, da der Si- cherheitsbeamte für sie nicht in die Rubrik "Drittpersonen" gehöre. Des Weiteren könne auch der vorinstanzlichen Argumentation, wonach sie die Übergriffe durch den Sicherheitsbeamten sowie ihre Ausreise nur knapp und wenig detailliert vorgetragen habe, nicht gefolgt werden. Das SEM habe sich darauf beschränkt, ihre Aussagen auf inhaltliche Besonderheiten zu prüfen u nd habe keinen Strukturvergleich vorgenommen. Dabei habe D-5355/2019 Seite 12 sie faktenbasiert und effizient, aber dennoch mit der nötigen Detailgenau- igkeit über ihre Asylvorbringen sowie Nebensächlichkeiten berichtet, wobei sich ihre Aussagen qualitativ nicht unterscheiden w ürden. Indem die Vorinstanz des Weiteren vorbringe, es sei unverständlich, dass der Sicher- heitsbeamte sie nicht einfach zu Hause aufgesucht und in den National- dienst geschickt habe, widerspreche sich diese selber, denn der Sicher- heitsbeamte habe sie nicht ausliefern, sondern primär heiraten wollen. Als- dann sei sie ihrer Arbeit gerade deshalb im Geheimen nachgegangen, weil sie sich vor dem Einzug in den Nationaldienst und den Verfolgungsmass- nahmen der Behörden gefürchtet habe. Insofern als es für das SEM be- fremdend sei, dass die Beschwerdeführerin nie in den Nationaldienst ein- berufen worden sei, führte sie aus, sie habe die neunte Klasse erst im Alter von (…) Jahren absolviert. Ihr Schülerausweis habe sie dann weiter bis zu dessen Ablaufdatum im (…) 2014 vor einem Einzug nach E._______ ge- schützt. Anschliessend habe sie in ständiger Angst, bei einer Razzia auf- gegriffen und dabei in den Militärdienst mitgenommen zu werden, gelebt, wobei sie das Haus nur noch verschleiert und spät abends verlassen habe. Die letzten zwei Monate vor ihrer Ausreise im (…) 2015 habe sie sich dann bei ihrer späteren Fluchthelferin versteckt. Wo die Vorinstanz in dieser Zeit- periode Raum sehe, in welchem sie den Militärdienst hätte absolvieren können, sei nicht ersichtlich. Im Übrigen se i der Militärdienst in Eritrea in der Regel ohnehin unbefristet. In einer Gesamtwürdigung seien ihre Vor- bringen übereinstimmend und nachvollziehbar dargelegt worden. Sie habe die ständige Angst davor, bei einer Razzia in den Militärdienst eingezogen zu werden, nachdem sie die Schule früher abgebrochen habe , sowie die dort stattfindenden Vorgänge detailliert und glaubhaft geschildert. Weiter habe sie die Situation mit dem Sicherheitsbeamten, welcher sie vor die Wahl einer Zwangsheirat oder den Militärdienst gestellt habe, aufschluss- reich erörtert. Auch habe sie Gegebenheiten, die in Eritrea tatsächlich so vorkommen und sich deshalb auch bei ihr selbst so ereignet haben dürften, dargelegt. Demzufolge könne nicht von einer fehlenden Glaubhaftigkeit der Aussagen gesprochen werden. Die Dienstverweigerung oder Desertion vom eritreischen Nationaldienst führe aufgrund der unverhältnismässigen Bestrafung nach der Rechtspre- chung des Bundesverwaltungsgerichts zur Anerkennung der Flüchtlingsei- genschaft. Aufgrund ihrer Ausreise und der damit verbundenen Flucht vor dem Militärdienst habe sich die Beschwerdeführer in gegen das Regime gewendet, weshalb sie an Leib und Leben gefährdet sei. Ihre Furcht vor Verfolgung, Folter und Inhaftierung bei einer Rückkehr nach Eritrea sei be-D-5355/2019 Seite 13 gründet, zumal Eritrea weiterhin als einer der schlimmsten Unrechtsstaa- ten der Welt gelte. Die anstehenden Sanktionen sowie der Einzug in den als Zwangsarbeit zu qualifizierenden Nationaldienst verbunden mit der feh- lenden Rechtsstaatlichkeit und den alltä glichen gewalttätigen Übergriffen würden eine Gefährdung des Leibes, des Lebens und der Freiheit darstel- len und eine Ausweisung nach Eritrea stelle demgemäss einen Verstoss gegen Art. 3 AsylG dar. Sollte das Gericht an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerde- führerin bezüglich der Desertion dennoch zweifeln, sei darauf hinzuweisen, dass sich das Koordinationsurteil des Bundesverwaltungsgerichts D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 auf einen Bericht des SEM «Focus Erit- rea» vom 22. Juni 2016 stütze, in welc hem darauf hingewiesen werde, dass keine Rechtssicherheit bestehe und es nicht allen eritreischen Staats- angehörigen möglich sei, nach Bereinigung ihres Verhältnisses mit dem Staat nach Eritrea zurückzukehren. Die Situation in Eritrea sei unberechen- bar und unsicher. Es sei eine absolut willkürliche und übersteigerte Bestra- fung bei einer Rückkehr nach Eritrea zu erwarten, bei Personen, die noch keine militärische Ausbildung absolviert hätten. Es seien zu wenig doku- mentierte Informationen über die Situation nach einer Rückkehr nach Erit- rea vorhanden, um eine solche vorzuschlagen. Mit sehr grosser Wahr- scheinlichkeit sei davon auszugehen, dass ihr bei einer Rückkehr nicht nur umgehend der Einzug in den Nationaldienst, sondern auch eine politisch motivierte Sanktionierung auf unbestimmte Zeit und ohne rechtsstaatliches Verfahren drohe. Die schweizerische Asylpraxis sei – auch im Vergleich zu anderen europäischen Staaten – in Bezug auf Eritrea äusserst restriktiv und streng, so dass diese Praxis als politisch motiviert erscheine und den völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz widerspreche. Die Be- schwerdeführerin sei jedenfalls als Flüchtling anzuerkennen und ihr sei Asyl zu gewähren. In Bezug auf die Wegweisung wurde ausgeführt, dass eine solche bereits von vornherein als unzumutbar und unzulässig zu qualifizieren sei. Auf- grund ihrer illegalen Ausreise aus Eritrea habe sie sich aus Sicht der erit- reischen Behörden der Dienstverweigerung schuldig gemacht und werde somit als Feindin des Regimes betrachtet. Auch wegen ihres Alters würden ihr bei einer Rückkehr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der umgehende Einzug in den Nationaldienst sowie Sanktionen drohen, was entgegen der Rechtsprechung des Bundesverwal tungsgerichts eine Ver- letzung des Folterverbots nach Art. 3 EMRK und des Verbots der Zwangs-D-5355/2019 Seite 14 arbeit nach Art. 4 EMRK darstelle. Zudem sei aufgrund der prekären Situ- ation im Heimatland sowie der drohenden Zwangsrekrutierung und Sank- tionen, welche allen Rückkehrenden drohten, die Unzumutbarkeit zu beja- hen. Einer Zwangsrekrutierung werde sie sich nicht entziehen können. Von einer Reintegration in die heimatliche Gesellschaft oder gar Wirtschaft könne daher keine Rede sein. 6. 6.1 Nach eingehender Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungs- gericht – in Übereinstimmung mit dem SEM – zum Schluss, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 und Art. 7 AsylG glaubhaft zu machen. Die Entgegnungen in der Beschwerdeeingabe sind nicht geeignet, zu einer anderen Beurtei- lung zu gelangen. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vorab voll- umfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. dort, E. II sowie die Zusammenfassung der entsprechenden Ausführungen in E. 5.1 des vorliegenden Urteils). In Ergänzung und Präzi- sierung ist Folgendes festzuhalten: 6.2 6.2.1 Vorab ist anzumerken, dass die Ausführungen der Beschwerdeführe- rin insgesamt sehr allgemein und unsubstantiiert ausgefallen sind, womit kein klares Bild der Er eignisse entstand. Die freie Erzählung ihrer Flucht- gründe beschränkte sich sowohl anlässlich der BzP als auch der Anhörung lediglich auf wenige Sätze (vgl. SEM-Akten A/7, Ziff. 7.01 und A/39, F53). Auf Beschwerdeebene wird diesbezüglich vorgebracht, sie habe durchge- hend faktenbasiert und effizient, aber dennoch mit der nötigen Detailge- nauigkeit über den Kernbereich der Asylvorbringen aber auch Nebensäch- lichkeiten berichtet. Die Beschwerdeführerin hat zwar auf jegliche Fragen kurz und knapp geantwortet, was mithin ihr Antwortstil sein dürfte, dennoch erwecken ihre Schilderungen, die – entgegen ihren Vorbringen auf Be- schwerdeebene – kaum Details oder Realitätskennzeichen enthalten, nicht den Eindruck, als hätte sie von eigenen Erlebnissen berichtet. 6.2.2 Die Beschwerdeführerin vermochte nicht glaubhaft darzulegen, wie es ihr gelungen sein soll, die ab dem 18. Lebensjahr bestehende National- dienstpflicht bis zu ihrer Ausreise, welche erst im Alter von (…) Jahren er- folgt sein soll, zu umgehen, zumal sie geltend machte, es habe wiederholt Razzien gegeben, um insbesondere Mädchen fürs Militär zu rekrutieren , und weshalb es nicht möglich gewesen sei , das Haus zu verlassen oder einer Arbeit nachzugehen, ohne mitgenommen zu werden (vgl. SEM-D-5355/2019 Seite 15 Akte A/39, F53). In der BzP machte sie hierzu geltend, sie sei nie in den Militärdienst einberufen worden, weil sie Glück gehabt habe (vgl. SEM- Akte A/7, Ziff. 1.17.05). Auch auf die entsprechende Nachfrage in der An- hörung, weshalb sie im Vergleich zu anderen Schülerinnen und Schülern nach Erreichung der Volljährigkeit nicht bereits vor Abschluss der Schule in den Militärdienst eingezogen worden sei, gab sie als Erklärung lediglich zu Protokoll, sie seien nicht mitgenommen worden (vgl. SEM-Akte A/39, F41). Des Weiteren erscheint es angesichts einer möglichen Rekrutierung in den Militärdienst oder die Einziehung in den Nationaldienst nicht nach- vollziehbar, weshalb sie 2013 die heimatlichen Behörd en aufsuchte, um sich eine Identitätskarte ausstellen zu lassen (vgl. SEM-Akte A/7, Ziff. 4.03). Wie die Vorinstanz richtigerweise feststellte, widerspricht es zu- dem der allgemeinen Erfahrung und Logik des Handelns, dass die Be- schwerdeführerin – trotz der drohenden Einziehung in den Nationaldienst – dennoch als (…) arbeitete. Diesbezüglich machte sie geltend, sie sei, nach- dem sie die Schule verfrüht beendet habe, bis ihr Schülerausweis schliess- lich im (…) 2014 abgelaufen sei, abends problemlos ihrer Arbeit als (…) nachgegangen (vgl. SEM-Akte A/39, F55 f.). Erst nach Ablauf ihres Schü- lerausweises habe sie ab (…) 2014 nicht mehr arbeiten und das Haus nur noch verschleiert verlassen können (vgl. SEM-Akte A/39, F84). 6.2.3 In der einlässlichen Anhörung gelingt es der Beschwerdeführerin dann auch nicht, den von ihr neu vorgebrachten Sachverhalt glaubhaft zu machen; dieser ist weitestgehend unsubstantiiert ausgefallen und wirkt ins- gesamt konstruiert. Sie brachte auf entsprechende Nachfragen vor, der Si- cherheitsbeamte sei ein Nachbar gewesen, welcher sich ab 2013 für sie interessiert habe. Er habe sie, als sie noch zur Schule gegangen sei , je- weils abgefangen und immer wieder zu ihr gesagt, dass er sie wolle. Da sie ihm nicht wirklich viel Aufmerksamkeit geschenkt und auch ihr Vater sie ihm verweigert habe, habe er angefangen Probleme zu machen. Sie habe in der Folge nirgends mehr hingehen können, da er draussen auf sie ge- wartet habe (vgl. SEM-Akte A/39, F74–76). Konkretere Angaben zu diesen Nachstellungen machte sie nicht. Soweit sie geltend machte, dass der Si- cherheitsbeamte sie habe heiraten wollen und ihrem Vater gar angedroht habe, sie ansonsten nach E._______ zu schicken (vgl. SEM-Akte A/39, F64 und F80 f.), wirken ihre Aussagen unpersönlich und weitgehend emo- tionslos, was angesichts einer angeblich erzwungenen Heirat erstaunt. Als- dann habe der Sicherheitsmann im (…) oder (…) 2014 zusammen mit an- deren Sicherheitsbeamten an einer (…), bei welcher sie als (…) engagiert worden sei, ihr Equipment beschlagnahmt (vgl. SEM-Akte A/39, F64). Wo- her er gewusst haben soll, an welchem Ort und zu welchem Zeitpunkt die D-5355/2019 Seite 16 (…) stattfand, konnte sie dabei nicht plausibel erklären (vgl. SEM- Akte A/39, F65). Auch weshalb er ihre (…)-Ausrüstung nicht bei ihr zu Hause hätte an sich neh men können, vermag sie nicht überzeugend zu begründen (vgl. SEM-Akte A/39, F78 f.). Ferner ist ihr Verhalten nach dem geltend gemachten Vorfall an der (…) nicht nachvollziehbar. Gemäss eige- nen Angaben sei sie erst im (…) 2014 nach F._______ gegangen, obwohl sie damit rechnen musste, dass der Sicherheitsbeamte sie als Nachbar jederzeit bei sich zu Hause problemlos hätte auffinden können. 6.2.4 Ferner machte die Beschwerdeführerin unterschiedliche Angaben zu den Gründen, welche sie 2014 zu einer Ausreise aus Eritre a veranlasst haben sollen. So brachte sie die Behelligungen durch den Sicherheitsbe- amten, welche im Zentrum ihres Asylgesuchs stehen, erstmals im Rahmen der Anhörung vor. Obwohl sie an der BzP nach ihren Fluchtgründen gefragt wurde, erwähnte sie diese Vork ommnisse damals nicht ansatzweise. Als sie an der BzP gefragt wurde, ob sie in Eritrea je Probleme mit den staatli- chen Behörden hatte, verneinte sie dies zudem ausdrücklich (vgl. SEM- Akte A/7, Ziff. 7.02). Auch wenn es ihr – wie in der Beschwerde vorge- bracht – schwergefallen sein sollte, darüber zu berichten, ist dennoch da- von auszugehen, dass die Aussagen in den Kernpunkten ohne erhebliche Widersprüche und weitgehend übereinstimmend ausfallen. Selbst in Anbe- tracht der kurzen Dauer der BzP ist nicht nachvol lziehbar, dass sie den Auslöser ihrer Ausreise und die in der Anhörung als hauptsächliches Prob- lem genannten Behelligungen mit dem Sicherheitsbeamten und die daraus ergebenden Konsequenzen mit keinem Wort anführte. Die Erklärungsver- suche auf Beschwerdeebene, weshalb sie diese Vorfälle mit dem Sicher- heitsbeamten nicht vorbrachte und Nachfragen betreffend allfällige Prob- leme mit Behörden oder Dritten verneinte, vermögen die Ungereimtheiten ebenfalls nicht zu entkräften. Entsprechend sind die erst an der Anhörung vorgebrachten Fluchtgründe, welche augenscheinlich von ihren Sachver- haltsangaben in der BzP abweichen und diese nicht bloss konkretisieren, als nachgeschoben einzustufen. 6.2.5 Des Weiteren sind die Aussagen der Beschwerdeführerin in den Be- fragungen teilweise widerspruchsbehaftet, wodurch weitere Zweifel an ih- ren Asylvorbringen aufkommen. So machte sie anlässlich der BzP geltend, sie sei nach der neunten Klasse nicht mehr weiter zur Schule gegangen, um nicht nach E._______ gehen zu müssen (vgl. SEM-Akte A/7, Ziff. 1.17.05). Demgegenüber führte sie in der Anhörung als Grund für die vorzeitige Beendigung der Schule an, dass sie nachher in die Abend- schule, welche sie selber hätte finanzieren müssen, hätte gehen müssen D-5355/2019 Seite 17 (vgl. SEM-Akte A/39, F42). Weiter erklärte sie in der Erstbefragung bis am (…) 2014 bei ihren Eltern in C._______ gewohnt zu haben (vgl. SEM- Akte A/7, Ziff. 2.01 f.), wohingegen sie in der Anhörung vorbrachte, ab (…) 2014 bis (…) 2014 bei der Verwandten des Schwagers ihrer Schwes- ter in F._______ untergekommen zu sein (vgl. SEM-Akte A/39, F90–93). Ihre diesbezügliche Argumentation in der Beschwerde, wonach sie in F._______ keinen neuen Wohnort begründet habe und ihren dortigen Auf- enthalt deshalb nicht angegeben habe , vermag angesichts dessen, dass sie nicht nur nach ihrem letzten offiziellen Wohnort ("ultimo domicilio uffici- ale"), sondern auch ihrer letzten Adresse ("ultimo indirizzo") in Eritrea ge- fragt wurde, nicht zu überzeugen (vgl. SEM-Akte A/7, Ziff. 2.01 und 2.02). Soweit sie ihren ersten misslungenen Ausreiseversuch in der BzP ver- schwieg, ist ihr zuzustimmen, dass sie nicht nach der Anzahl ihrer Flucht- versuche gefragt wurde. Dennoch erstaunt, dass sie weder die geschei- terte erste Grenzüberquerung noch die Verwandte des Verlobten ihrer jün- geren Schwester, welche ihr zur Flucht verholfen haben soll, erwähnte. Im Übrigen fielen ihre Darstellungen zum ersten Ausreiseversuch – entgegen ihrer in der Beschwerde vertretenen A nsicht – auch anlässlich der Anhö- rung nur wenig plausibel und weitestgehend unsubstantiiert aus (vgl. SEM- Akte A/39, F100–F103). Der vom SEM in der angefochtenen Verfügung festgestellte Widerspruch betreffend das genaue Ausreisedatum ist dage- gen zu relativieren. Zwar gab sie anlässlich der Anhörun g an einer Stelle zu Protokoll im (…) 2014 ausgereist zu sein (vgl. SEM-Akte A/39, F55). Demgegenüber machte sie zu Beginn der Befragung auf explizite Nach- frage geltend, am (…) 2014 ausgereist zu sein (vgl. SEM-Akte A/39, F11) und erläuterte damit übereinstimmend im weiteren Verlauf wiederholt Erit- rea im (…) 2014 verlassen zu haben (vgl. SEM-Akte A/39, F70, F86 und F93). Andererseits bestehen, wie von der Vorinstanz richtigerweise festge- stellt wurde, weitere Unstimmigkeiten bezüglich der Dauer der Reise von C._______ nach H._______, welche sie auf Beschwerdeebene nicht plau- sibel aufzulösen vermag. 6.2.6 Übereinstimmend ist schliesslich mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin die Planung, Organisation und Durchführung ihrer illegal erfolgten Ausreise aus Eritrea nur vage, oberflächlich und ste- reotyp geschildert hat (vgl. SEM-Akten A/7, Ziff. 5.01 f. und A/39, F99 – 116). Zudem ergeben sich aus ihren Aussagen Unstimmigkeiten. So brachte sie in der BzP vor, sie sei mit zwei Freundinnen in den Sudan ge- reist (vgl. SEM-Akte A/7, Ziff. 5.01), wohingegen sie in der Anhörung vor- brachte, die Verwandte des Verlobten ihrer Schwester habe sie aus Eritrea in den Sudan geführt (vgl. SEM-Akte A/39, F 99). Vor dem Hintergrund, D-5355/2019 Seite 18 dass es sich bei der Flucht um ein prägendes und einschneidendes Ereig- nis handelt, hätten von ihr diesbezüglich detaillierte und übereinstimmende Schilderungen erwartet werden dürfen. 6.2.7 Der Beschwerdeführerin ist es somit zusammenfassend nicht gelun- gen, eine im Zeitpunkt ihrer Ausreise aus ih rem Heimatstaat bestehende asylbeachtliche Verfolgungssituation glaubhaft darzutun. Wie bereits fest- gehalten, gab sie zu Protokoll, sie sei weder als Schülerin noch nach ihrem Schulabbruch in den Militärdienst eingezogen oder aufgefordert worden, ins Militärcamp nach E._______ zu gehen (vgl. SEM-Akten A/7, Ziff. 7.02 und A/39, F82 f.). Es ist deshalb festzustellen, dass sie bei ihrer Ausreise im (…) 2014 keine konkreten Kontakte zu den eritreischen Militärbehörden im Zusammenhang mit einer Rekrutierung in den National Service im Sinne der Rechtsprechung (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize- rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 3 E. 4.7 und 4.10) ge- habt hat. Es ist daher auch nicht davon auszugehen, dass sie wegen Re- gimefeindlichkeit (Refraktion) ins Visier der eritreischen Behörden geraten ist, weshalb eine diesbezüglich begründete Furcht vor einer flüchtlings- rechtlich relevanten Bestrafung zu verneinen ist. In der Beschwerdeein- gabe wird dem nichts Stichhaltiges entgegengehalten und es wurden keine Beweismittel eingereicht, die an dieser Einschätzung etwas zu ändern ver- möchten. 6.3 6.3.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin wegen ihrer illegalen Ausreise aus Eritrea – mithin wegen subjektiver Nachfluchtgründe – bei ei- ner Rückkehr dorthin befürchten müsste, ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. 6.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht ging bis im Januar 2017 davon aus, dass eine illegale Ausreise aus Eritrea als subjektiver Nachfluchtgrund an- zusehen war, weil illegal Ausgereiste bei einer Rückkehr nach Eritrea mit erheblichen Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG rechnen mussten (vgl. Urteil des BVGer D-3892/2008 vom 6. April 2010 E. 5.3.3). Diese Rechtsprechung ist in der Folge jedoch aufgegeben worden. Im Referenz- urteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 kam das Bundesverwaltungsge- richt nach einer eingehenden quellengestützten Lageanalyse ( vgl. a.a.O., E. 4.6–4.11) zum Schluss, dass die bisherige Praxis, wonach eine illegale Ausreise per se zur Flüchtlingseigenschaft führte , nicht mehr aufrecht- erhalten werden könne (vgl. a.a.O., E. 5.1). Es sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass einer Person einzig aufgrund D-5355/2019 Seite 19 ihrer illegalen Ausreise aus Eritrea eine asylrelevante Verfolgung drohe (vgl. a.a.O., E. 5.1). Nicht asylrelevant sei auch die Möglichkeit, dass je- mand nach der Rückkehr in den Nationaldienst eingezogen werde; ob eine drohende Einziehung in den Nationaldienst unter dem Blickwinkel von Art. 3 und 4 EMRK relevant sein könnte, betreffe die Frage der Zulässigkeit bzw. Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Für die Begründung der Flüchtlingseigenschaft im eritreischen Kontext bedürfe es neben der illega- len Ausreise zusätzlicher Anknüpfungspunkte, welche zu einer Verschär- fung des Profils und dadurc h zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten V er- folgungsgefahr führen könnten (vgl. a.a.O., E. 5.2). 6.3.3 Die Frage der Glaubhaftigkeit der von der Beschwerdeführerin gel- tend gemachten illegalen Ausreise aus Eritrea kann – aufgrund der mit Ur- teil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 geänderten Praxis – letztlich offen- bleiben, womit sich eine nähergehende Auseinandersetzung mit den Vor- bringen zur illegalen Ausreise erübrigt. Liegen nämlich keine zusätzlichen Anknüpfungspunkte vor, welche die asylsuchende Person in den A ugen der eritreischen Behörden als missliebige Person erscheinen lassen, ver- mag die illegale Ausreise per se die Flüchtlingseigenschaft nicht zu begrün- den. Das Vorliegen solcher Faktoren ist im Falle de r Beschwerdeführerin zu verneinen, wobei zunächst auf die Ausführungen zur Glaubhaftigkeit der Vorfluchtgründe verwiesen werden kann, wonach sie zum Zeitpunkt ihrer Ausreise keine bestehende oder drohende asylrechtlich relevante Gefähr- dung nachweisen oder glaubhaft machen konnte (vgl. die obigen Ausfüh- rungen in E. 6.2). So gab sie bei der BzP an, in ihrer Heimat bis zur Aus- reise mit Behörden keine Probleme ge habt zu haben (vgl. SEM-Akte A/7, Ziff. 7.02). Zudem sind keine Hinweise ersichtlich, wonach ihre Familie in- folge ihrer Ausreise irgendwelche Probleme gehabt habe. Im Übrigen hal- ten sich zwar auch zwei Brüder und eine Schwester der Beschwerdeführe- rin in der Schweiz auf, daraus ergibt sich jedoch kein ernsthaftes Alleinstel- lungsmerkmal, welches sie von anderen eritreischen Asylsuchenden kon- kret unterscheiden würde. Die blosse Möglichkeit einer künftigen Rekrutie- rung für den Nationaldienst, die aufgrund des Alters der Beschwerdeführe- rin nicht ausgeschlossen werden kann, ist – wie soeben ausgeführt – flüchtlingsrechtlich nicht relevant. Sodann sind aus den Akte n auch keine anderen zusätzlichen Anknüpfungspunkte, welche sie in den Augen der eritreischen Behörden mit hinreichender Wahrscheinlichkeit als missliebige Person erscheinen lassen beziehungsweise zu einer Schärfung ihres Pro- fils und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr führen könnten, ersichtlich. D-5355/2019 Seite 20 6.3.4 Soweit in der Beschwerde Kritik an der Praxis des Bundesverwal- tungsgerichts geübt wird, ist diese zur Kenntnis zu nehmen. Diese Ausfüh- rungen vermögen die gefestigte und koordinierte Rechtsprechung jedoch nicht in Frage zu stellen. 6.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass sowohl das Vorliegen von Vor- fluchtgründen im Sinne von Art. 3 AsylG als auch von subjektiven Nach- fluchtgründen gemäss Art. 54 AsylG zu verneinen ist. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, da sie an der vorgenommenen Würdigung des Sachverhalts nichts zu än- dern vermögen. Das SEM hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Be- schwerdeführerin verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug d er Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausl än- der und über die Integration [AIG; SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; d as heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).D-5355/2019 Seite 21 8.2 8.2.1 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied- rigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Art. 4 EMRK beinhal- tet die Verbote der Sklaverei und Leibeigensch aft (Abs. 1) sowie der Zwangs- oder Pflichtarbeit (Abs. 2 und 3). 8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- raufhin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft er füllen. Da es der Be- schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das flüchtlingsrecht- liche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG im vor- liegenden Verfahren keine Anwendung finden. Ihre Rückschaffung in den Heimatstaat ist demnach rechtmässig. Die Zulässigkeit des Vollzugs beur- teilt sich im Weiteren nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrecht- lichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 FoK; Art. 3 und 4 EMRK). 8.2.3 Aufgrund des heutigen Alters der Beschwerdeführerin kann ein allfäl- liger Einzug in den Nationaldienst bei ihrer Rückkehr nicht ausgeschlossen werden (vgl. zur eritreischen Musterungspraxis auch das Referenzurteil des BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 13.2–13.4 [als Referenz- urteil publiziert]). Die Frage kann aber mit Verweis auf die nachfolgenden Erwägungen offenbleiben. D-5355/2019 Seite 22 8.2.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Grundsatzurteil BVGE 2018 VI/4 vom 10. Juli 2018 die Frage der Zulässigkeit des W eg- weisungsvollzugs bei drohender Einziehung in den eritreischen National- dienst unter den Aspekten des Zwangsarbeitsverbots (Art. 4 Abs. 2 EMRK), des Folterverbots und der unmenschlichen und erniedri- genden Behandlung (Art. 3 EMRK) geklärt. Nach eingehender Quellen- analyse kam es zum Schluss, die Bedingungen im Nationaldienst seien grundsätzlich als Zwangsarbeit im Sinn von Art. 4 Abs. 2 EMRK zu qualifi- zieren; durch die Einziehung in den eritreischen Nationaldienst bestünde gleichwohl nicht das ernsthafte Risiko einer schwerwiegenden Verletzung von Art. 4 Abs. 2 EMRK. Zudem sei nicht erstellt, dass die berichteten Misshandlungen und sexuellen Übergriffe derart systematisch stattfänden, dass jede Nationaldienstleistende und jeder Nationaldienstleistende dem ernsthaften Risiko ausgesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden (vgl. BVGE 2018 IV/4 E. 6.1, insbesondere E. 6.1.5). Weiter verneinte es das ernsthafte Risiko einer Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle einer Ein- ziehung in den eritreischen Nationaldienst (vgl. BVGE 2018 IV/4 E. 6.1.6), da keine hinreichenden Belege dafür existierten, wonach Misshandlungen und sexuelle Übergriffe im Nationaldienst derart flächendeckend stattfin- den würden, so dass jede Dienstleistende und jeder Dienstleistende dem ernsthaften Risiko ausgesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden. 8.2.3.2 Weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den vorliegenden Akten ergeben sich – selbst bei einem Einzug in den Natio- naldienst – Anhaltspunkte für die Annahme, sie müsste bei ein er freiwilli- gen Rückkehr in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotene Strafe oder Behandlung befürchten. Auch die problematische allgemeine Menschenrechtssituation in Eritrea lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt praxisge- mäss nicht als unzulässig erscheinen. 8.2.4 Weitere Gründe für die Annahme der Unzulässigkeit des Wegwei- sungsvollzugs ergeben sich weder aus den Akten noch aus der Beschwer- deschrift. Der Vollzug der Wegweisung des Beschw erdeführers erweist sich damit – sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Best- immungen – als zulässig. 8.2.5 Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesverwaltungs- gericht die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzuges – aufgrund des Feh- lens eines Rückübernahmeabkommens zwischen der Schweiz und Erit- rea – lediglich für freiwillige Rückkehrer beurteilte und die Zulässigkeit D-5355/2019 Seite 23 zwangsweiser Rückführungen ausdrücklich offenliess (vgl. BVGE 2018 VI/4 E. 6.1.7). 8.3 8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.3.2 Im bereits zitierten Grundsatzentscheid BVGE 2018 IV/4 kam das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die drohende Einziehung in den Nationaldienst nicht zur Unzumutba rkeit des Wegweisungsvollzugs führe (a.a.O., E. 6.2.3–6.2.5). Eine allfällige Einziehung des Beschwerde- führers in den Nationaldienst bei einer (freiwilligen) Rückkehr nach Eritrea führt damit nicht zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Gemäss aktueller Rechtsprechung kann in Eritrea nicht von einem Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungsweise ei- ner generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausgegangen werden. In jüngster Zeit haben sich die Lebensbedingungen in einigen Be- reichen verbessert. Zwar ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor schwie- rig; die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssituation, der Zu- gang zu Wasser und zur Bildung haben sich aber stabilisiert. Der Krieg ist seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder religiöse Konflikte sind nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind an dieser Stelle auch die umfang- reichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil der Bevöl- kerung profitiere. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage des Lan- des muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenzbedrohung ausgegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen. Anders als noch unter der früheren Rechtsprechung sind begünstigende individuelle Faktoren nicht mehr zwingende Voraussetzung für die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzurteil des BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 16 f.). 8.3.3 Die Vorinstanz führte betreffend Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll- zugs aus, die B eschwerdeführerin sei jung und gesund. Sie habe die Schule neun Jahre lang besucht und anschliessend als (…) gearbeitet. In C._______, wo sie vor ihrer definitiven Ausreise gelebt habe, würden sich D-5355/2019 Seite 24 ihre Eltern sowie mehrere ihrer volljährigen Geschwister aufhalten, mit de- nen sie weiterhin in telefonischem Kontakt stehe. Weiter würden auch meh- rere Onkel und Tanten dort leben. Die wirtschaftliche Situation ihrer Familie habe sie als gut bezeichnet. Da die Familie drei Kinder ins Ausland habe schicken und für deren Reisekosten aufkommen können, sei davon auszu- gehen, dass ihre Familie über ein für eritreische Verhältnisse überdurch- schnittliches Einkommen und Vermögen verfüge. Aus den Akten würden sich demnach keine individuellen Gründe ergeben, welche ihren Wegwei- sungsvollzug nach Eritrea als unzumutbar erscheinen liessen. 8.3.4 Die Beschwerdeführerin hielt dem entgegen , in Eritrea würden nur noch ihre Eltern und einer ihrer Brüder leben. Entgegen der Annahme der Vorinstanz könne sie nicht auf finanzielle Unterstützung hoffen, die Reise- kosten ihrer Flucht seien denn auch nich t von ihren Eltern, sondern von ihrer Schwester, welche damals bereits in der Schweiz gelebt habe, über- nommen worden. Bei einer Rückkehr habe sie keine Möglichkeit die abge- brochene Schulbildung wiederaufzunehmen, da ab einem gewissen Alter die kostenpflichtige Abendschule die Schule ersetze und ihr die nötigen Mittel dazu fehlen würden. Ihre einzige Möglichkeit diese zu finanzieren, wäre, weiterhin im Geheimen ihrer Tätigkeit als (…) nachzugehen und der ständigen Angst und dem Risiko der Entdeckung ausgeset zt zu sein. Da die (…) jedoch jeweils abends stattfinden würden, müsse sie, um die Abendschule finanzieren zu können, im Unterricht fehlen, was offensicht- lich widersprüchlich sei. Damit sei sie bei einer Rückkehr nicht in der Lage ihren Lebensunterhalt und ihre Wohnsituation im Heimatstaat zu sichern. In persönlicher Hinsicht sei zudem festzuhalten, dass sie eine äusserst hilfsbereite, freundliche und zuvorkommende Frau sei, die bereits über ein gutes Netzwerk in der Schweiz verfüge, fleissig Deutsch lerne und auch sonst sehr darum bemüht sei, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Sie besuche die (…) Berufsvorbereitungsschule und habe bereits einen Aus- bildungsplatz als (…) gefunden. 8.3.5 In casu ist übereinstimmend mit der Vorinstanz festzustellen, dass sich im Fall der Beschwerdeführerin aus den Akten keine individuellen Gründe ergeben, welche einen Wegweisungsvollzug nach Eritrea als un- zumutbar erscheinen liessen. Sie verfügt unbestrittenermassen über Ver- wandte in ihrem Heimatland (Eltern, Bruder sowie Onkel und Tanten). Vor ihrer Ausreise lebte sie bei ihren Eltern, zu welchen sie wieder zurückkeh- ren kann. Entsprechend kann die Wohnsituation als gesichert angesehen werden. Weiter verfügt sie über mehrjährige Arbeitserfahrung als (…). Ihre Familie ist ihren eigenen Angaben zufolge finanziell gut situiert (vgl. SEM-D-5355/2019 Seite 25 Akten A/39, F22). Es kann somit davon ausgegangen werden, dass sie bei ihrer Rückkehr – trotz der mehrjährigen Landesabwesenheit – auf ein trag- fähiges familiäres Beziehungsnetz zurückgreifen kann, welches sie bei ih- rer Wiedereingliederung unterstützen kann . Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. Der Vollständigkeit halber ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuwei- sen, dass die vorgebrachten Integrationsbemühungen der Beschwerdefüh- rerin in der Schweiz zwar zu begrüssen, bei der Frage der Zumutbarkeit jedoch nicht massgeblich sind. Die Beurteilung einer Härtefallsituation in- folge fortgeschrittener Integration im Sinne von Art. 14 Abs. 2 Bst. c AsylG fällt in die Zus tändigkeit der jeweiligen kantonalen Migrationsbehörden (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.3), weshalb nicht näher darauf einzugehen ist. 8.3.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung so- wohl allgemein als auch in individueller Hinsicht als zumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG. 8.4 Zwar ist darauf hinzuweisen, dass derzeit die zwangsweise Rückfüh- rung abgewiesener Asylsuchender nach Eritrea generell nicht möglich ist. Die Möglichkeit der freiwilligen Rückkehr steht jedoch praxisgemäss der Feststellung der U nmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs entgegen. Es obliegt daher der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und BVGE 2008/34 E. 12). Der Voll- zug der Wegweisung ist folglich auch als möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AIG). 8.5 Schliesslich ist festzuhalten, dass die aktuelle Lage im Zusammenhang mit der Coronavirus -Pandemie (COVID-19) grundsätzlich nicht geeignet ist, die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs in Frage zu stellen. Bei der Coronavirus-Pandemie handelt es sich, soweit derzeit feststellbar, al- lenfalls um ein temporäres Vollzugshindernis. Es obliegt somit den kanto- nalen Behörden, der Entwicklung der Situation bei der Wahl des Zeitpunkts des Vollzugs in angemessener Weise Rechnung zu tragen (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer D-139/2020 vom 19. Juni 2020 E. 9.6 m.w.H.). 8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). D-5355/2019 Seite 26 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde- führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem mit Zwischenverfü- gung vom 20. November 2019 das Gesuch um Gewährung der unentgelt- lichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen worden ist und weiterhin von ihrer Bedürftigkeit auszugehen ist, sind ihr keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. (Dispositiv nächste Seite) D-5355/2019 Seite 27 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Contessina Theis Kathrin Rohrer Versand: