Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. September 2021 (725 20 378 / 264) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Würdigung der Arztberichte; Bemessung des Valideneinkommens gestützt auf den Lan- desmantelvertrag für das schweizerische Bauhauptgewerbe (GAV-LMV) Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Larissa Manera, Advoka- tin, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1983 geborene A.____ erlitt am 21. Februar 2 017 einen Unfall, bei welchem er über eine Palette stolperte und sich dabei den rechten Fuss ü bertrat. Er bezog zu diesem Zeitpunkt Leistungen der Arbeitslosenversicherung und war dadurch bei der Suva obligatorisch unfallversi- chert. Die Suva anerkannte den Unfall und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Mit Verfügung vom 7. Januar 2020 verneinte die Abtei lung Versicherungsleistungen der Suva Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung mangels erheb- licher Erwerbseinbusse. Dem Versicherten wurde eine Int egritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden von 15 % zugesprochen. Eine geg en die Ablehnung des Rentenan- spruchs von A.____ erhobene Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom 31. August 2020 ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten dur ch Advokatin Larissa Manera, mit Schreiben vom 2. Oktober 2020 Beschwerde beim Kantons gericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, der angefochtene Entscheid sei vollumfänglich aufzuheben und die Sache zur Klärung d es medizinischen Sachverhalts und zur Ermittlung der Restarbeitsfähigkeit an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei ihm ab dem 1. Februar 2020 eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 10 % auszurich- ten. Ausserdem sei ihm die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren. C. Mit Verfügung vom 17. November 2020 wurde dem Besch werdeführer die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Larissa Manera als Rechtsvertreterin bewilligt. D. Die Suva beantragte mit Vernehmlassung vom 15. Dezem ber 2020, dass die Be- schwerde abgewiesen werde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Die Sachurteilsvoraussetzungen (Einhaltung von Form und Frist, ordnungsgemässe Be- vollmächtigung des Rechtsvertreters, örtliche, sachliche un d funktionelle Zuständigkeit des an- gerufenen Gerichts, Beschwerdelegitimation) sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Vorliegend ist strittig, ob der Beschwerdeführer A nspruch auf eine Invalidenrente hat. Nicht strittig ist hingegen die Höhe der gewährten Integritätsentschädigung sowie der Eintritt des Endzustandes per 31. Januar 2020. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversicherung, so- weit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nicht- berufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfall folgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilwei se arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Pro- zent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versi- cherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortset zung der ärztlichen Behandlung keine Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Inval idenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi- gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente fest- gesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt, wobei der Bundesrat für die Entstehung des An spruchs in Sonderfällen einen anderen Zeitpunkt bestimmen kann (Art. 24 Abs. 2 UVG). 3.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt vor aus, dass zwischen dem versicher- ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit , Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integri- tätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteh t (BGE 129 V 177 E. 3.1). Ursa- chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan- densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs ni cht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi- gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht wer- den kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitlich e Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Er eignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsan- wendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegen- den Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög lichkeit eines Zusammenhangs ge- nügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.2.1 Um die Leistungspflicht des Unfallversicherers bejah en zu können, muss zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nu r ein natürlicher, sondern auch ein adä- quater Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtsp rechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geei gnet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis) . Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftu ngsbegrenzung zu (BGE 129 V 177 E. 3.3 mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen e ines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechts- frage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten R egeln vom Gericht zu beurteilen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 24. August 2007, U 56/06, E. 6.2.2 am Ende; BGE 112 V 30 E. 1b). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfall folgen spielt die Adäquanz als recht- liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb). Vorliegend ist unbestritten, dass die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden unfallkausal sind. Umstritten ist jedoch, wie sich die Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. 4.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Fe ststellung des medizinischen Endzustandes und natürlicher Kausalzusammenhänge sowie der Beurteilung des Gesundheits- zustandes und der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigk eit der versicherten Person – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 157 E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gülti- gen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den All- gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B eweisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un- abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver- fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die g eklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begr ündet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellun gnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 4.2 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt- linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2 001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahre ns eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs- sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exp ertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Stützt sich der angefochtene Entscheid hingegen ausschliess- lich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen, sind an die Beweiswürdigung strenge An- forderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Ur- teil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 4.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver- trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedi- zinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4; U rteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslau- tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben F älle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bund esgerichts vom 14. Februar 2014, 8C_787/2013, E. 3.3.2, mit Hinweisen). 5. Zur Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts liegen im Wesentlichen folgende medi- zinischen Berichte vor: 5.1 Mit Bericht vom 24. Juni 2019 des Spitals B.____, Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, wird auf drei operative Eingriffe am rechten OSG verwiesen und aus or- thopädischer Sicht ausgeführt, dass trockene und reizlose Narbenverhältnisse vorliegen würden. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit zur Verbesserung de r Beschwerden wurde verneint. Es werde weiterhin die Behandlung in der Schmerztherapie empfohlen. 5.2 Im Bericht des Spitals B.____, Neurologie, vom 24. September 2019 werden Fühlstö- rungen und Schmerzen im rechten Fuss sowie ein Status nach Neurotomie des Nervus peroneus superficialis am Unterschenkel rechts angegeben. Bei dem P atienten bestehe nach diversen Operationen eine ausgeprägte Schmerzsymptomatik am Unterschenkel/Fuss rechts, wobei zum einen Schmerzen im Bereich des Sprunggelenks selber bestehen würden, zum anderen jedoch auch Schmerzen im Versorgungsgebiet des Nervus peroneus superficialis Ramus medialis rechts wie auch am distalen Unterschenkel rechts dorsolateralseit ig. Darüber hinaus bestehe eine Hypästhesie im Versorgungsgebiet des Nervus peroneus suberficialis Ramus intermedius. In der ergänzend erfolgten elektrophysiologischen Untersuchung sei kein sensibles Potenzial über dem Nervus peroneus superficialis rechts erhältlich, bei gut erhältlichen Potenzialen kontralateral, hin- weisgebend für eine Läsion des Nervens, was neuropathische Schmerzen respektive eine Hypästhesie erklären könnte. Am ehesten handle es sich hierbei um Symptome nach der Neuro- tomie des Nervus peroneus superficialis, wobei anamnestisch ein zeitlicher Zusammenhang der Schmerzen/Fühlstörungen mit operativen Eingriffen nicht eruierbar gewesen sei. Die Fühlstörun- gen am Unterschenkel rechts hätten elektrophysiologisch nicht objektiviert werden können. In der suralis-Neurografie habe sich ein unauffälliger Befund ergeben, was jedoch eine Läsion von Ner- venästen nicht ausschliesse. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Am 9. Dezember 2019 erfolgt eine kreisärztliche Un tersuchung des Versicherten durch den Kreisarzt Dr. med. C.____, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be- wegungsapparates. Dr. C.____ hält eine chronifizierte Schmerzproblematik mit neuropathischer Komponente im Bereich des rechten oberen Sprunggelen kes und rechten Unterschenkels fest. Aktuell seien deutliche neuropathische Schmerzen vorhanden. Der Versicherte werde derzeit be- züglich dieser Schmerzen mit Lyrica behandelt. Er sehe keine Möglichkeiten für weitere operative Massnahmen und rate von weiteren Infiltrationen oder I njektionen ab. Der medizinische Endzu- stand sei erreicht. Dem Versicherten seien ausschliesslich sitzende, leichte Tätigkeiten ganztägig zumutbar. Es müsse sich um eine ausschliesslich sitzende Tätigkeit handeln. Kein Besteigen von Leitern und Gerüsten, kein unebenes Gelände, keine Vibrationstätigkeiten mit dem rechten Bein, keine knienden oder kauernden Tätigkeiten. 5.4 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reicht der Besch werdeführer ein Schreiben des behandelnden Arztes, Prof. Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 24. März 2020 zu den Akten. Er führt aus, es treffe zu, dass das chronische Schmerzsyndrom, an welchem der Versicherte leide, auch mit Ruheschmerzen verbunden sei . Dies sei wahrscheinlich in seinem Bericht zu wenig zum Ausdruck gekommen. Erfahrungsgemäss se ien derartige chronische Schmerzzustände nicht mit längerem Sitzen vereinbar und würden zwischenzeitliche Bewegun- gen benötigen. Eine vollständige Arbeitsfähigkeit sehe er aus orthopädischer Sicht nicht als ge- geben. Die verbleibende Arbeitsfähigkeit für eine an gepasste Tätigkeit sei aus orthopädischer Sicht mit 50 % zu bemessen, berücksichtigend die ausgedeh nten Weichteilschädigungen inkl. Schädigung der Nerven. Diese Schädigungen würden zu einer Schwellungstendenz bei längerem Sitzen und Stehen führen, so dass Entlastung und Hochhalten des Beines notwendig sei. Hinzu komme eine durch den Unfall bedingte Schädigung des ob eren Sprunggelenkes mit einer Dys- funktion, die zu einem veränderten Gang führe und damit die Weichteile zusätzlich belaste. 5.5 Gestützt auf die Akten gelangen Prof. Dr. med. E._ ___, FMH Chirurgie, Speziell Allge- meinchirurgie und Traumatologie, und Dr. med. F.____, FMH Neurologie, beide Ärzte des Kom- petenzzentrums der Suva Versicherungsmedizin, mit Bericht vom 27. November 2020 zum Schluss, dass eine ganztägige, leichte sitzende Tätigkeit möglich sein sollte, wobei dem Versi- cherten selbstgewählte Kurzpausen zugestanden werden müssten. Weder der Unfall noch die in der Folge durchgeführten Operationen hätten zu einer ausgedehnten Weiteilschädigung geführt, wenn es auch zu einer Verletzung des Nervus peroneus super ficialis und fraglich des Nervus suralis gekommen sei. Bei der kreisärztlichen Untersuchung h abe lediglich eine leichte Rötung im Bereich des Fussrückens rechts sowie eine leichte Schwellungsproblematik des rechten Fus- ses bestanden. Das rechte obere Sprunggelenk sei nicht geschwollen gewesen. Ebenfalls hätten keine Schwellungsprobleme im Bereich des rechten Unterschenkels bestanden. Ein regelmässi- ges Hochlagern des Beines sei daher nicht erforderlich. Die Schmerzbehandlung sei nicht maxi- mal ausgebaut. Die Zumutbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erlaube nach ihrer Einschät- zung eine ganztätige, leichte sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit die Beinposition bei der Arbeit regelmässig zu wechseln, weswegen ihm regelmässige selbst gewählte Kurzpausen zugestan- den werden sollten. Aus der eigenen klinischen Erfahrung würden stündliche Pausen von jeweils ca. 5 Minuten empfohlen. Die wissenschaftliche Literatur gebe keine detaillierteren Angaben zur Belastbarkeit im Einzelfall. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Die Suva hat den medizinischen Sachverhalt gestützt au f den kreisärztlichen Bericht von Dr. C.____ beurteilt und ist von einer vollen Arbeitsf ähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus- gegangen. Es fällt auf, dass Dr. C.____ in seiner Beurteilung die Schmerz- und auch die Schwel- lungsproblematik kaum berücksichtigt, insbesondere die geschilderten Beschwerden in Ruhe und auch das Vorbringen des Versicherten, er müsse ständig die Position des rechten Beines verän- dern, werden von ihm nicht diskutiert. Auch hat die S uva den Fall lediglich dem Orthopäden Dr. C.____ zur Beurteilung vorgelegt. Angesichts der neuropathischen Schmerzen wäre es doch angezeigt gewesen, vor Erlass einer Verfügung bzw. des Einspracheentscheids auch einen Neu- rologen beizuziehen. Des Weiteren zeigt sich, dass selbst d ie Suva-Ärzte des Kompetenzzent- rums der Versicherungsmedizin – immerhin war dabei nun mit Dr. F.____ ein Neurologe involviert – in ihrem Bericht vom 27. November 2020 zu einer ande ren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gelangen als der Kreisarzt. Sie erachten stündliche Pausen von jeweils ca. fünf Minuten als not- wendig, womit bereits eine Reduktion der Arbeitsfähigke it um rund 8 % resultiert. An anderer Stelle führen sie aus, dass eine ganztägige, leichte sitze nde Tätige "möglich sein sollte", wobei dem Versicherten Kurzpausen zugestanden werden müssten. Ob dabei der Beweisgrad der über- wiegenden Wahrscheinlichkeit tatsächlich erreicht wird, e rscheint fraglich. Sie verweisen auch auf eine Studie über chronische postoperative Schmerzen nach Osteosynthese einer Malleolar- fraktur, gemäss welcher immerhin 14 % der Patienten ihre Arbeitsstunden reduziert hätten. Wei- tere Bedenken in Bezug auf den Bericht von Dr. C.____, aber auch in Bezug auf denjenigen von Prof. E.____ und Dr. F.____ resultieren gestützt auf d en Bericht von Prof. D.____, welcher den Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit als led iglich zu 50 % arbeitsfähig erachtet. Er verweist insbesondere auf den geklagten Ruheschmerz und dass chronische Schmerzzustände nicht mit längerem Sitzen vereinbar seien und zwischenzeitliche Bewegungen benötigen würden. Es ist aber zu berücksichtigen, dass Prof. D.____ als behand elnder Arzt involviert ist, so dass nicht unbesehen auf seine Ausführungen abgestellt werden kann. Auch ist der Einwand der Suva berechtigt, dass eine nachvollziehbare Begründung, weshalb die Arbeitsfähigkeit um 50 % redu- ziert sein soll, nicht vorliegt, wird doch lediglich ausgeführt, dass Entlastung und Hochhalten des Beines notwendig seien. Insgesamt ergeben sich somit z umindest geringe Zweifel an allen vor- liegenden Arztberichten, welche sich zur Arbeitsfähigkeit äussern. Die Suva muss sich daher eine ungenügende Abklärung des medizinischen Sachverhalts vor- werfen lassen. Dies führt zum Schluss, dass die Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die Angelegenheit a n die Vorinstanz zurückzuweisen ist, um ein versicherungsexternes, bidisziplinäres orthopädisch-n eurologisches Fachgutachten zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einzuholen und anschliessend erneut zu entscheiden. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen. 7. Bei dieser Sachlage könnte an sich die weitere umst rittene Frage, nämlich wie das Vali- deneinkommen zu berechnen ist, vorläufig noch offen b leiben. Da die Parteien sich in ihren Rechtsschriften mit dieser Thematik beschäftigt haben, kann dieser Aspekt jedoch heute beurteilt werden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des I nvaliditätsgrades das Erwerbsein-kom- men, das die versicherte Person nach Eintritt der Inval idität und nach Durchführung der medizi- nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei- nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdi fferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 29 E. 1). 7.2 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheide nd, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwie-gen- den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange- passten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Ge-sundheits- schaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1). Ausnahmen von diesem Erfahrungs- satz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1; vgl. auch BGE 135 V 297 E. 5.1). Ein zuletzt bezogener (hoher) Verdienst ist nur dann als Valideneinkom- men heranzuzuziehen, wenn mit überwiegender Wahrscheinl ichkeit feststeht, dass er weiterhin erzielt worden wäre. Erfolgte der Stellenverlust aus invaliditätsfremden Grün-den, ist der Validen- lohn anhand von Durchschnittswerten zu bestimmen (Urteil des Bundes-gerichts vom 9. Juni 2015, 9C_212/2015, E. 5.4 mit weiteren Hinweisen). 7.3.1 Vorliegend war der Beschwerdeführer im Zeitpun kt als sich der Unfall ereignet hat, ar- beitslos. Es ist folglich von Durchschnittswerten auszugehen. Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz – soweit er einer Tätigkeit nachging und nicht arbeitslos war – eine an dere Tätigkeit als diejenige eines Bauarbei- ters ausgeübt hat. Es ist zwar richtig, dass der Beschwerdef ührer als Arbeitsloser sich auch für diverse andere Stellen beworben hat, was wohl insbesondere der Tatsache geschuldet ist, dass er um Arbeitslosenunterstützung zu erhalten, verpflichte t war, genügend Bewerbungen zu täti- gen. Dennoch ist davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh rer mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit als Gesunder weiterhin im Baugewerbe tätig wäre, nachdem er während rund zehn Jahren nur im Baugewerbe gearbeitet hat. Es ist deshalb gerechtfertigt, auf die branchenüblichen Löhne gemäss Landesmantelvertrag für das schweizerische Bauhauptgewerbe (GAV-LMV) ab- zustellen, auch wenn diese erheblich unter dem in den Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bun- desamtes für Statistik ausgewiesenen Durchschnittslohn im Bauhauptgewerbe liegen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 8. Mai 2018, 8C_759/2017, E. 3.2.2 mit Hinweisen). 7.3.2 Weiter wird vom Beschwerdeführer vorgebracht, d ass zur Berechnung des Validenein- kommens – sollte von den Löhnen gemäss GAV-LMV ausgegangen werden – entgegen der Auf- fassung der Beschwerdegegnerin nicht der Minimallohn gem äss Lohnklasse C, sondern die Lohnklasse B heranzuziehen sei. Gemäss Art. 42 GAV-LMV bzw. gemäss Zusatzvereinbarung zum LMV vom 23. Mai 2017 findet in der Regel die Bef örderung in die Lohnklasse B nach spä- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht testens dreijähriger (36 Monate, Berechnungsbasis Arbei tspensum 100 %) Tätigkeit als Bauar- beiter in der Lohnklasse C (unter Einschluss von Einsätzen über Personalverleiher) statt. Bei einer Neuanstellung kann die Beförderung zusätzlich zur vorstehenden Frist nach einem Jahr Tätigkeit (12 Monate, Berechnungsbasis Arbeitspensum 100 %) im entsprechenden Betrieb er- folgen. In jedem Fall kann der Betrieb die Beförderung auch nach Ablauf dieser Fristen sowie in den Folgejahren aufgrund ungenügender Qualifikation nach Artikel 44 Absatz 1 ablehnen unter Mitteilung an die zuständige paritätische Berufskommissio n. Bei einem Stellenwechsel in einen anderen Baubetrieb behalten die Arbeitnehmenden die Einteilung in die Lohnklasse B bei. Der Beschwerdeführer hat weder geltend gemacht noch nachgewiesen, dass er bereits in der Lohn- klasse B eingestuft war. Vielmehr macht er geltend, dass er aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit auf dem Bau seit 2011 zum Zeitpunkt des Rentenbeginns in die Lohnklasse B befördert worden wäre. Aus den Angaben im IK-Auszug ergibt sich, dass d er Versicherte im Jahr 2011 für drei Arbeitgeber gearbeitet und dabei ein Einkommen von rund Fr. 25'000.--, im Jahr 2012 in 11 Mo- naten ein Einkommen von rund Fr. 33'000.--, im Jahr 2013 in sechs Monaten ein Einkommen von rund Fr. 19'000.--, im Jahr 2014 in neun Monaten ein Einkommen von rund Fr. 33'000.-- und im Jahr 2015 in acht Monaten ein Einkommen von rund Fr. 24'500.-- erzielt hat. Gemäss IK-Auszug war der Beschwerdeführer zwar während rund 46 Monaten mutmasslich im Baugewerbe er- werbstätig. Gestützt auf diese Lohnangaben ist jedoch davon auszugehen, dass er mehrheitlich teilzeitlich tätig war. Insgesamt hat der Beschwerdeführ er als Bauarbeiter ein Einkommen von rund Fr. 134'500.-- in den Jahren 2011-2015 erzielt. Gemäss GAV-LMV beträgt der monatliche Lohn in der Lohnklasse C, Zone rot, rund Fr. 4'600.--. Das erzielte Einkommen von Fr. 134'500.- - entspricht somit lediglich rund 30 Monaten vollzeitli cher Erwerbstätigkeit. Es erscheint somit nicht überwiegend wahrscheinlich, dass er während 36 Monaten zu 100 % im Baugewerbe gear- beitet hat, weshalb er die Voraussetzungen für eine Beförderung in die Lohnklasse B nicht erfüllt. Folglich ist die Suva zur Berechnung des Valideneinkommen s zu Recht von der Lohnklasse C, Zone rot, per 1. Februar 2020 ausgegangen. Damit ist das von der Suva berechnete Validenein- kommen in der Höhe von Fr. 61'204.-- nicht zu beanstanden. 8.1 Gemäss Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende 2020 g ültig gewesenen, hier anwendbaren Fassung (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 1. Januar 2021) hat der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 8.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Hebt das Kantonsgericht – wie h ier – einen bei ihm angefochtenen Ent- scheid auf und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (voll- ständig) obsiegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinwei- sen). Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientsch ädigung zu Lasten der Beschwerde- gegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin des Beschwerd eführers hat in ihrer Honorarnote vom 1. März 2021 einen Zeitaufwand von insgesamt 13,667 Stunden geltend gemacht, was in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Dieser Aufwand ist mit dem geltend gemachten Stundenansatz von Fr. 250.-- zu vergüten. Nicht zu be- anstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiese nen Auslagen von Fr. 340.70. Dem Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführer ist demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'046.70 (13,667 Stunden x Fr. 250.-- und Auslagen in der Höhe von Fr. 340.70 zuzüglich 7,7 % Mehr- wertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge- gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständi gkeit und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewir ken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort e inen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er- sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid , sondern um einen Zwischenent- scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset- zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn ein e Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus- setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 9.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher P raxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g – wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst – einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BG G) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentscheids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch das Urteil vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der Einsprache- entscheid der Suva vom 31. August 2020 aufgehoben und die Angele- genheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Er- lass einer neuen Verfügung an die Suva zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientsc hädigung in der Höhe von Fr. 4'046.70 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu be- zahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht