Installations nucléaires proches de la frontière 120 N 28 février 1983 #ST# 82.065 Grenznahe kerntechnische Einrichtungen. Vereinbarung mit der BRD Installations nucléaires proches de la frontière. Accord avec la République fédérale d'Allemagne Botschaft und Beschlussentwurf vom 27. Oktober 1982 (BBI 1982 III, 813) Message et projet d'arrêté du 27 octobre 1982 (FF 1982 MI, 773) Antrag der Kommission Eintreten und Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Entrer en matière et adhérer au projet du Conseil fédéral M. Pedrazzini présente, au nom de la Commission de l'énergie, le rapport écrit suivant: Depuis dix ans environ, des entretiens relatifs à la sécurité des installations nucléaires ont lieu entre les services com- pétents de la Suisse et de la République fédérale d'Alle- magne. Parallèlement à un échange d'expériences général touchant aux questions de sécurité et aux procédures d'autorisation des installations nucléaires, les discussions se concentrent ces dernières années sur les questions soulevées par les centrales et les projets de centrales proches de la frontière, c'est-à-dire situées à une distance de 20 kilomètres de part et d'autre de celle-ci. Il s'agit en particulier de l'administration des preuves et de la planifica- tion des mesures à prendre en cas d'alerte pour la centrale nucléaire de Leibstadt actuellement en construction. Par administration des preuves, il faut entendre la détermi- nation préalable à la mise en exploitation des paramètres de l'environnement, notamment la radioactivité et la situation météorologique, afin de pouvoir évaluer plus tard les consé- quences éventuelles de l'exploitation de la centrale. Les services compétents des deux Etats se sont entendus sur une méthode de mesure qui permet une comparaison sûre des mesures relevées de part et d'autre de la frontière. Concernant la planification des mesures à prendre en cas d'alerte, il s'agit de s'assurer que les autorités locales du pays voisin soient informées des éventuels incidents de la même manière et aussi rapidement que les autorités du pays de site, afin qu'elles puissent prendre les mesures nécessaires à la protection de leur population. Ici aussi des solutions peuvent être trouvées. Le présent accord a été conclu avant tout pour répondre au vœu de la République fédérale d'Allemagne, qui a aussi conclu des arrangements semblables avec d'autres Etats voisins. L'accord officialise les contacts existants. Il a pour but de faciliter l'échange d'information sur les aspects inhé- rents à la sécurité des installations nucléaires proches de la frontière. Il y est prévu plus particulièrement d'échanger les documents relevant de la sécurité des projets et des instal- lations. Ces documents doivent permettre à l'autre partie d'étudier les mesures de sécurité prévues ou déjà prises et de se prononcer à leur sujet. Les autorités octroyant l'auto- risation doivent dûment tenir compte de tels avis. Cela ne signifie cependant pas qu'il soit accordé à l'autre Etat ou à ses habitants la qualité de partie à la procédure d'autorisa- tion. Pour permettre de discuter des problèmes également de vive voix, on a créé une commission mixte, la «Commis- sion germano-suisse pour la sécurité des installations nucléaires», au sein de laquelle seront représentés les ser- vices compétents des deux Etats. Parmi les documents à échanger, on distingue les docu- ments utilisables sans restriction et les documents confi- dentiels. Les documents accessibles au public dans un Etats, doivent l'être également dans l'autre. Les documents confidentiels doivent être aussi traités de manière confiden- tielle par les autorités de l'autre Etat. Les documents sur les mesures de construction et d'exploitation prises pour pro- téger les installations nucléaires contre des perturbations (sabotage) ne sont en principe pas échangés. Les docu- ments sur la gestion des exploitations des centrales nucléaires ne sont pas mis à disposition. L'accord représente un pas dont il convient de se féliciter en direction de la collaboration internationale dans le sec- teur de la sécurité nucléaire. Il répond aux intérêts des deux Etats. La commission à l'unanimité vous propose d'entrer en matière et d'adopter le projet d'arrêté fédéral. Euler: Gestatten Sie, trotz dem schriftlichen Bericht, ein paar Worte anzubringen. Jede Massnahme, welche die Sicherheit von Atomanlagen verstärkt und sich um den Schutz der Bevölkerung bemüht, verdient unsere Unterstüt- zung. Gerade in den grenznahen Gebieten ist dies beson- ders bedeutsam. Am Hochrhein und in dessen Einzugsge- biet ist eine beängstigende Konzentration von Atomanlagen festzustellen. Ich nenne hier die Atomkraftwerke Beznau l und II, das vor der Vollendung stehende A-Werk Leibstadt, die geplanten Werke Kaiseraugst und Schwörstadt, die potentiellen Standorte von Atommülldeponien sowie den geplanten Uranabbau im Südschwarzwald. Die Bevölkerung in diesen Grenzgebieten erwartet zu ihrem Schutz ver- mehrte Aktivität der Behörden. Die vorliegende Vereinba- rung bedeute einen begrüssenswerten Schritt auf dem Weg der internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit, so umschreibt es der Kommissions- präsident in seinem schriftlichen Bericht. Nun gestatten Sie mir, zur Vereinbarung selbst zwei Bemer- kungen anzubringen: 1. Der wunde Punkt ist und bleibt die Notfallplanung und der Notfallschutz. Die Notfallplanung existiert ja nur in der Alarmierung und der gegenseitigen Information bei atoma- ren Zwischenfällen und Katastrophen. Ein relevanter prakti- scher Schutz der Bevölkerung vor radioaktiver Verseu- chung durch Pannen oder grössere Unfälle aus Atomanla- gen diesseits und jenseits der Landesgrenze existiert schlicht und einfach nicht. Also bleibt dieser wichtige Punkt, in Artikel 8 der Vereinbarung erläutert, nichts als lee- res Papier. Dies muss gesagt werden, damit in der Öffent- lichkeit nicht falsche Illusionen geweckt werden. 2. Die gemäss Artikel 8 der Vereinbarung zu schaffende schweizerisch-deutsche Kommission wird eine Verwal- tungskommission sein. Die Gespräche werden unter Aus- schluss der Öffentlichkeit stattfinden, also auch des Parla- mentes. Was behandelt wird, mit welchen Ergebnissen, wird der Öffentlichkeit und ihren Vertretern nicht zugänglich sein. Das ist ein grosses Manko. Ich möchte dem Bundes- rat an dieser Stelle nahelegen, das Parlament oder zumin- dest seine Parlamentskommissionen über die Arbeit dieser schweizerisch-deutschen Kommission periodisch zu infor- mieren. Trotz den erwähnten Mängeln ist der vorliegenden Verein- barung zwischen der Schweiz und der BRD zuzustimmen, was ich auch im Namen der sozialdemokratischen Fraktion tue. Leider haben wir mit unserem zweiten nördlichen Grenz- nachbar Frankreich keine ähnliche Vereinbarung. Ein Abkommen mit Frankreich vom 18. Oktober 1979 beinhaltet lediglich den Informationsaustausch bei radiologischen Zwi- schenfällen. Eine weiteres Abkommen über grenzüber- schreitende Hilfeleistungen bei ausserordentlichen Schadenereignissen am Oberrhein, erarbeitet von einer deutsch-französisch-schweizerischen regionalen Arbeits- gruppe, klammert Katastrophen, verursacht durch Atoman- lagen, auf Wunsch Frankreichs ausdrücklich aus. Also auch hier wird deutlich, ausser Informationen kein konkreter Not- fallschutz und keine Hilfeleistung für die Bevölkerung bei atomaren Schadenereignissen. Gerade deswegen habe ich in einem Postulat Staatsver- träge für thermische Grosskraftwerke am Oberrhein-Hoch-28. Februar 1983 121 Grenznahe kerntechnische Einrichtungen rhein angeregt. In der vor Jahresfrist erschienen bundesrät- lichen Antwort wurde das Begehren als weder nötig noch wünschenswert qualifiziert. Der Vorstoss selbst wurde in der Herbstsession vergangenen Jahres in unserem Rate begraben. Der Schutz der Bevölkerung vor atomaren Ereig- nissen ist aber in der Grenzregion um Basel sehr wün- schenswert und sehr nötig. Und ich darf hoffen, dass diese Einsicht im Bundeshaus doch bald Einkehr halten wird und der Bundesrat vermehrt auf weitere Verhandlungen mit unseren nördlichen Nachbarländern, vor allem Frankreich, dringen wird. Humbel: Die Vorlage nimmt vor allem Bezug auf die Kernan- lagen im Kanton Aargau. Da werden Sie es einem Aargauer nicht verübeln, wenn er hier zwei kurze Fragen stellt, über die die Botschaft praktisch keine Auskunft gibt. Welche konkreten Auswirkungen hat diese Vereinbarung erstens auf die kantonalen Verwaltungen und zweitens auf die Kernanlagen, zum Beispiel Beznau l und II, Reaktor Würenlingen, KKW Leibstadt, allenfalls auch noch auf das KKW Kaiseraugst und vielleicht sogar noch auf die NAGRA-Bohrungen? Die zweite Frage: Entstehen den kantonalen Verwaltungen, aber auch den Firmen, die diese Anlagen betreiben, irgend- welche Umtriebe oder Kosten? Ich bin sehr dankbar, Herr Bundespräsident, wenn Sie darüber noch etwas konkretere Ausführungen machen würden. Meier Kaspar, Berichterstatter: Man hat mich soeben gebe- ten, in Vertretung des verhinderten Präsidenten der Ener- giekommission, Herrn Predazzini, einige Äusserungen zu machen. Zu den Fragen von Herrn Euler möchte ich festhalten, dass der Bundesrat in eigener Kompetenz Vereinbarungen über den radiologischen Notfallschutz mit Deutschland und mit Frankreich getroffen hat. Diese Vereinbarungen sind in der amtlichen Sammlung der Gesetze und Verordnungen publi- ziert. Die Vereinbarungen beschränken sich allerdings auf Verpflichtungen der Behörden, die bereits im Völkerge- wohnheitsrecht enthalten sind. Falls Unfälle aus Atomanla- gen Auswirkungen auf das Gebiet eines anderen Staates haben, müssen vor allem die Behörden dieses Staates sofort informiert werden, damit sie die notwendigen Schutz- massnahmen treffen können. Bezüglich der Katastrophenhilfe sind ebenfalls mit Frank- reich und mit der BRD Vorschläge für bilaterale Katastro- phenhilfsabkommen im Gange. Diese Vereinbarungen wür- den ganz allgemein Unglücksfälle betreffen, also nicht nur solche aus Nuklearkatastrophen. Hier wäre die gegensei- tige Hilfeleistung ebenfalls vorgesehen. Auf die Fragen von Herrn Humbel wird Herr Bundespräsi- dent Aubert antworten. Ich möchte lediglich darauf hinwei- sen, dass es wegen unserer föderalistischen Staatsordnung nicht so einfach ist, für jeden Kanton spezielle Regelungen zu treffen. Zur Hilfeleistung in all diesen Fällen stehen ja kantonale Mittel zur Verfügung. Die grössten Schwierigkei- ten könnten allenfalls bei der Haftpflicht entstehen, und hier haben wir für die Schweiz, falls die Differenzen in dieser Session noch bereinigt werden, das Kernenergiehaftpflicht- gesetz. Kritisch oder schwierig ist auch die ganze Frage der Finan- zierung der Hilfseinsätze. Hier sind noch einige Lücken zu decken. Die Kommission hat sich aber durch die Ausführungen von Herrn Bundespräsident Aubert und der Beamten der Ver- waltung davon überzeugen lassen, dass sich die Regelung auf gutem Wege befindet und dass jedenfalls gar kein Grund besteht, dieser Vereinbarung nicht zuzustimmen. Die Kommission hat deshalb einstimmig beschlossen, Ihnen zu beantragen, auf den Bundesbeschluss einzutreten und die Vereinbarung zu genehmigen. M. Aubert, président de la Confédération: J'aimerais répon- dre très rapidement à M. Euler en confirmant ce que vient de dire excellemment M. le rapporteur. Il faut effectivement distinguer deux choses: les mesures de sécurité, d'une part, et l'alarme en cas d'accident nucléaire d'autre part. Cette alarme a été réglée par deux conventions, l'une conclue le 31 mai 1978, qui s'intitule «Convention entre le Conseil fédéral suisse et le Gouverne- ment de la République fédérale d'Allemagne sur la protec- tion contre les radiations en cas d'alarme» (RO 7979312). L'autre convention est l'«Accord entre le Conseil fédéral suisse et le gouvernement de la République française sur les échanges d'informations en cas d'accident pouvant avoir des conséquences radiologiques» qui date du 18 octobre 1979 (RO 79S019). Voici pour les précisions. En ce qui concerne l'information des commissions parle- mentaires, je puis vous tranquilliser, Monsieur Euler, non seulement le Conseil fédéral donnera des informations à vos commissions sur tous les points importants des déci- sions qui seront prises, mais encore la commission mixte telle qu'elle est prévue à l'article 8 de l'Accord pour lequel nous vous demandons aujourd'hui une autorisation de rati- fication, publiera régulièrement des communiqués sur ses travaux. Vous avez donc là une double source de rensei- gnements. Monsieur Humbel, les autorités du canton d'Argovie et le groupe des exploitants suisses de centrales nucléaires ont été consultés durant les négociations et l'on a tenu compte de leurs suggestions. En ce qui concerne les frais, ils sont, lorsqu'ils sont impor- tants, à la charge de celui qui fait la demande d'information: je me réfère à l'article 5 de l'Accord qui précise: «Les frais entraînés par l'information mutuelle ne peuvent donner lieu à une demande de remboursement. Si l'obtention de docu- ments cause des dépenses considérables, la Partie contractante qui fait la demande prend celles-ci en charge.» Il n'y a donc pas de charges administratives pour les can- tons et pour les entreprises. Par ailleurs l'article 7 dispose: «Si une Partie contractante ne peut obtenir une information auprès de l'autre Partie contractante mais uniquement auprès des tiers, l'autre Par- tie contractante facilite l'obtention de l'information par la transmission des demandes.» Mais les tiers ne sont pas tenus de renseigner. Ici encore il n'y a donc pas de charges excessives ni pour les cantons ni pour les entreprises. Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress, Art. 1 und 2 Titre et préambule, art. 1 et 2 Angenommen - Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 122 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Ständerat - Au Conseil des EtatsSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Grenznahe kerntechnische Einrichtungen. Vereinbarung mit der BRD Installations nucléaires proches de la frontière. Accord avec la République fédérale d'Allemagne In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1983 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 01 Séance Seduta Geschäftsnummer 82.065 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 28.02.1983 - 15:30 Date Data Seite 120-121 Page Pagina Ref. No 20 011 254 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.