B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3645/2011 U r t e i l v o m 1 8 . D e z e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz), Richter Hans Schürch, Richter Walter Lang, Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. Mai 2011 / N (…). D-3645/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer ersuchte mit Eingabe v om 1. Februar 2009 (Eingang: 10. Februar 2009 ) an die schweizerische Vertretung in Colo m- bo (nachfolgend: Botschaft) um Gewährung von Asyl respektive Migration in die Schweiz. Mit dem Schreiben wurden zwei Fotos in Kopie eing e- reicht. A.b Die Botschaft forderte den Beschwerdef ührer mit Schreiben vom 16. Februar 2009 auf, detaillierte Informationen und gegebenenfalls B e- weismittel zu seinem Asylgesuch einzureichen, ansonsten sein Asylve r- fahren nicht weitergeführt werde. A.c Mit Eingaben vom 24. und 28. März 2009 wandte sich der Beschwer- deführer an die Botsch aft und reichte dazu unter anderem einen Bericht der Polizeistation i n C._______ vom 4. März 2009 (in Kopie , inklusive englische Übersetzung), einen Berufsausweis (in Kopie), ein Bestät i- gungsschreiben des " D._______" vom 16. März 2009 (in Ko pie), ein e fremdsprachige Vorladung der TMVP (Tamil Makkal Viduthalai Pulikal) vom 2. Januar 2009 (in Kopie) sowie ein Bestätigungsschreiben der Di o- cese of E._______ vom 17. März 2009 (in Kopie) ein. A.d Am 31. Juli 2009 wurde der Beschwerdeführer auf der Botschaft zu seinem Gesuch befragt (Botschaftsbefragung). A.e Mit einem Kurzbericht vom 4. August 2009 übermittelte die Botschaft die ihr zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Akten dem BFM. A.f Mit Verfügung vom 17. September 2009 wies das BFM die Botschaft an, dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz zwecks Durchfü h- rung des ordentlichen Asylverfahrens zu bewilligen. B. B.a Am 15. Oktober 2009 flog der Beschwerdeführer von Colombo via Doha nach F._______, wo er am folgenden Tag eintraf. Noch am gleichen Tag suchte er im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) G._______ um Asyl nach. Dazu wurde er am 23. Oktober 2009 im EVZ G._______ befragt (Kurzbefragung) und am 29. April 2011 in H._______ angehört (Anhörung). D-3645/2011 Seite 3 B.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer anlässlich der Botschaftsbefragung, der Kurzbefragung und der Anhörung sowie in seinen schriftlichen Eingaben geltend, er sei tamilischer E thnie und stamme aus I._______ (Distrikt Batticaloa). Seit 1997 ha be er als Development Officer bei der J._______ Bank in K._______ (Distrikt Batti- caloa) gearbeitet, wo er mit der Zeit zum Assistant Manager aufgestiegen sei. Ab dem Jahre 1998 sei er nebenamtlich für die LTTE (Liberation Ti- gers of Tamil Eelam) tätig gewesen. Er habe für sie Banner und Poster gemalt, musiziert und Ansagen gemacht. Er sei jedoch zu keiner Zeit Mit- glied der LTTE gewesen und habe nie an kämpferischen Handlungen teilgenommen. Anfang Januar 2009 seien in der Gegend, in der er g e- wohnt habe, sieben Leute verschwunden. Am 6. Januar 2009 hätten in der Nacht Unbekannte an seine Wohnungstür geklopft und nach ihm g e- rufen. Aus Angst habe er die Türe n icht geöffnet. Zwei Tage später seien zwei unbekannte Personen an seinem Arbeitsplatz erschienen und hätten ihn gefragt, ob er irgendwelche Gruppen unterstütze. Sie hätten ihm vor- geworfen, die LTTE unterstützt zu haben, was er verneint habe. Sie hä t- ten ihm dies nicht geglaubt und gesagt, sie würden sich wieder sehen. Am 9. Januar 2009 sei er mit seiner Familie zum Hauptsitz der TMVP g e- gangen, da er von dieser Organisation vorgeladen worden sei. Dort sei er gerügt worden, da er anweisungswidrig nicht alleine gekommen sei; ohne neue Anweisung hätten sie ihn wieder weggeschickt. Mit der TMVP habe er anschliessend keine Probleme mehr gehabt. Am 12. Januar 2009 sei- en während der Mittagspause zwei bewa ffnete, unbekannte Männer in "seine" Bank eingedrungen und hätten ihn herausgezerrt und dabei mit einer Pistole geschlagen. Aufgrund seines Schreiens seien Leute herbe i- geeilt, worauf die Männer ihn losgelassen und mit einem weissen Van ge- flohen seien. Nach diesem Vorfall habe er sich mit seiner Frau und seinen Kindern bei einer Verwandten in der Nähe der Stadt C._______ versteckt. Dort sei er in der Folge von unbekannten Personen gesucht worden, weshalb er mit seiner Familie in ein anderes Haus umgezogen se i. Am 26. Februar 2009 seien mitten in der Nacht Unbekannte zu diesem Haus gekommen, hätten seinen Namen gerufen und ihn unter Drohungen au f- gefordert, herauszukommen. Da er nicht h inausgegangen sei, hätten sie das Tor aufgebrochen. Ihm sei es jedoch gelung en, mit seiner Familie zu fliehen. Am nächsten Tag sei sein Bruder beim Haus vorbeigegangen und habe festgestellt, dass die Küche demoliert worden sei. In der Folge habe er regelmässig den Wohnsitz gewechselt. Während dieser Zeit habe er nicht in der Bank gearbeitet. Er habe aber erfahren, dass Unbekannte zur Bank gegangen seien und gefragt hätten, warum er nicht zur Arbeit e r- scheine. Mitte Juni 2009 habe er seine Arbeit bei der J._______ Bank in D-3645/2011 Seite 4 M._______ (Distrikt Batticaloa) wieder aufgenommen. Im Juli 2009 seien unbekannte Personen in seiner Abwesenheit mehrmals zur Bank g e- kommen und hätten nach ihm gefragt. Zudem hätten sich Unbekannte t e- lefonisch bei der Bank nach ihm erkundigt. Im September und Oktober 2009 hätten unbekannte Personen zweimal bei seiner Mutter nach ihm gefragt und das Grundstück durchsucht. Nach seiner Ankunft in der Schweiz sei seine Frau telefonisch bedroht worden. Zudem seien Leute nach Hause gekommen, um sich nach seinem Verbleiben zu erkundigen. Bezüglich der weiteren Asylvorbring en des Beschwerdeführers wird auf die Protokolle bei den Akten sowie die schriftlichen Eingaben verwiesen. B.c Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer im Verfahren vor der Vorinstanz unter anderem einen sri -lankischen Rei- sepass, eine sri-lankische Identitätskarte sowie einen Berufsausweis zu den Akten. C. C.a Mit Verfügung vom 26. Mai 2011 – eröffnet am 28. Mai 2011 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzei tig verfügte es die We g- weisung aus der Schweiz und den Vollzug der Wegweisung. C.b Zur Begründung führte das BFM aus, der Beschwerdeführer mache geltend, von unbekannten Personen gesucht worden zu sein. Diese hä t- ten ihn an verschiedenen Arbeits- und Wohnorten aufgesucht. Einmal hät- ten sie ihn an sein em Arbeitsort zu möglichen LTTE -Verbindungen be- fragt. Ein anderes Mal sei er am hell lichten Tag von bewaffneten Pers o- nen in einer Bank angegriffen worden. Nachdem er geschrien habe, seien Passanten hinzugekommen, worauf die Angreifer von ihm abgelassen hätten. Weiter hätten unbekannten Personen die Küche seines Hauses demoliert. Er wisse aber nicht, wer diese Personen seien, und ob die ver- schiedenen Zwischenfälle miteinander z usammenhingen. Zudem habe seine Ehefrau in Sri Lanka telefonische Drohungen erhalten und Unb e- kannte seien bei ihrem Wohnsitz aufgetaucht und hätten sich nach seiner Person erkundigt. Damit mache der Beschwerdeführer Übergriffe durch unbekannte Dritte im Fr ühjahr 2009 geltend. Die Situation in Sri Lanka habe sich seit 2009 verändert. Seit dem Kriegsende im Mai 2009 habe sich die Sicherheits- und Menschenrechtslage in Sri Lanka stark verbe s- sert. Die Anzahl von Gewaltereignissen wie Entführungen, Verschleppun- gen und Tötungen durch paramilitärische Gruppierungen sei markant z u- rückgegangen. Der Einfluss bewaffneter Gruppen habe stark abgeno m-D-3645/2011 Seite 5 men. Zudem sei der sri-lankische Staat fähig und gewillt, seine Bürger vor Übergriffen durch unbekannte Personen zu schützen und sei in der Ve r- gangenheit gegen bewaffnete Gruppierungen vorgegangen. Deshalb könne der Beschwerdeführer bei den sri -lankischen Behörden um Schutz vor den geltend gemachten Übergriffen ersuchen. Dies werde durch den, vom Beschwerdeführer zu den Akten g ereichten Polizeibericht untermau- ert, welcher bestä tige, dass der Polizeiinspektor von C._______ seine Anzeige entgegengenommen und registriert habe. Damit sei der B e- schwerdeführer nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen. Somit seien die geltend gemachten Vorbringen nicht asylrelevant. Der Beschwerdeführer vermute, dass einige Personen, die ihn Anfang 2009 gesucht hätten, zur sri -lankischen Armee gehörten und ihn wegen seiner LTTE-Vergangenheit suchten, weshalb bei einer Rückkehr nach Sri Lanka sein Leben in Gefahr sei. Vor Januar 2009 habe der Beschwerd e- führer keinerlei Probleme mit irgendwelchen sri -lankischen Behörden ge- habt. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die sri -lankische Armee ein Verfolgungsinteresse an ihm haben sollte, zumal er für die L TTE haupt- sächlich künstlerisch tätig gewesen sei und we der LTTE-Mitglied gewe- sen sei noch an irgendwelchen Kampfhandlungen teilgenommen habe. Zudem habe er bis kurz vor seiner Ausreise für eine staatliche Bank g e- arbeitet, was ebenfalls darauf hindeute, dass die sri-lankischen Behörden kein Verfolgungsinteresse gehabt hät ten. Schliesslich gründeten seine Befürchtungen vor Verfolgung von Seiten der sri-lankischen Behörden auf blossen Vermutungen. Er vermute bloss, dass es sich bei diesen Leuten, die nach ihm suchten, um Armeeangehörige handle. Er wisse jedoch nicht, wer diese Personen gewesen seien. Aufgrund der obigen Ausfü h- rungen und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer nicht über ein G e- fährdungsprofil verfüge, welches zum jetzigen Zeitpunkt mit erheblich er Wahrscheinlichkeit in Sri Lanka zu Verfolgungsmassnahmen führen wü r- de, müsse er keine begründete Furcht vor zukünftigen staatlichen Verfo l- gungsmassnahmen haben. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass im Zeitpunkt der Er- teilung der Einreisebewi lligung im Jahre 2009 aufgrund der summar i- schen Prüfung der Vorbringen eine Gefährdung des Beschwerdeführers nicht habe ausgeschlossen werden können. Seither habe sich die Situat i- on in Sri Lanka verändert. Nach eingehender Prüfung der Vorbringen des Beschwerdeführers habe sich die vormalig nicht auszuschliessende G e- fährdung nicht bestätigt. Damit hielten seine Vorbringen den Anforderu n- gen an die Flüchtling seigenschaft gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom D-3645/2011 Seite 6 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand. Daran ver möchten auch die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern. Überdies sei der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich zu bezeichnen. Für die weitere Begründung wird auf die vorinstanzliche Verfügung verwi e- sen. D. Mit Beschwerde vom 27. Ju ni 2011 an das Bundesverwaltungsgericht liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter die nachst e- hend aufgeführten Anträge stellen: 1. Dem Beschwerdeführer sei vollständige Einsicht in die gesamten Asyl - und Vollzugsakten zu gewähren. Insbesondere sei ihm Einsicht in die Ak- ten des Botschaftsverfahren s in Colombo sowie in die von ihm eing e- reichten Beweismittel zu gewähren. Diesbezüglich werde darum ersucht, dass dem Beschwerdeführer eine angemessene Frist zur Einreichung e i- ner Beschwerdeergänzung angesetzt werde. 2. Ebenso sei dem Beschwerdeführer vollständige Einsicht in den vom BFM im Entscheid vom 26. Mai 2011 zitierten Dienstreisebericht des BFM vom Herbst 2010 sowie in allfällige weitere verwendete Länderinformati o- nen zu gewähren. Di esbezüglich werde ebenfalls darum ersucht, dass dem Beschwerdeführer eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung angesetzt werde. 3. Die Verfügung des BFM vom 26. Mai 2011 sei wegen Verletzung fo r- mellen Rechts aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. 4. Eventuell sei die Verfügung des BFM vom 26. Mai 2011 aufzuheben und die Sache sei zu r Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das BFM z u- rückzuweisen. 5. Eventuell sei die Verfügung des BFM vom 26. Mai 2011 aufzuheben und es sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzuste l- len. Es sei ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. 6. Eventuell sei die Verfügung des BFM vom 26. Mai 2011 bet reffend die Ziffern 4 und 5 aufzuheben und es sei die Unzumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs festzustellen. 7. Vor Gutheiss ung der vorliegenden Verwaltungsbeschwerde sei dem unterzeichnenden Anwalt eine angemessene Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote zur Bestimmung der Parteientschädigung anz u- setzen. 8. Dem unterzeichnenden Anwalt sei zudem mitzuteilen, welcher Bu n-D-3645/2011 Seite 7 desverwaltungsrichter oder welche Bundesverwaltungsrichterin und we l- cher Gerichtsschreiber oder welche Gerichtsschreiberin mit der Instrukti- on im vorliegenden Verfahren betraut sei und welche Richter an einem Entscheid weiter mitwirken würden. Auf die Begründung der Beschwerdebegehren wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Mit der Rechtsmi ttelschrift wurden ein Artikel über die Verwendung von Herkunftsländerinformationen in Entscheiden der Asylinstanzen sowie mehrere Berichte über Sri Lanka zu den Akten gereicht. E. Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters des Bundesverwaltung s- gerichts vom 19. Juli 2011 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. Gleich- zeitig ordnete der Instruktionsrichter an, dass der Beschwerdeführer A k- teneinsicht in das Botschafts verfahren erhalte und gewährte ihm Gel e- genheit, bis zum 3 . August 2011 seine Beschwerde zu ergänzen. Zudem verfügte der Instruktionsrichter, dass der Beschwerdefüh rer bis zum 3. August 2011 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.- zu bezahlen habe. F. Am 2. August 2011 ging der Kostenvorschuss bei der Gerichtskasse des Bundesverwaltungsgerichts ein. G. Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 3. August 2011 eine B e- schwerdeergänzung einreichen. Auf deren Begründung wird, soweit w e- sentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Mit der Eingabe wurden eine Vielzahl von Dokumenten eingereicht, die teilweise bereits vorher in Kopie zu den Akten gegeben worden waren, so unter anderem ein Bericht der Polizeistation in C._______ vom 4. März 2009 (inklusive englische Übersetzung), ein Bestätigungsschreiben des "D._______" vom 16. März 2009, eine fremdsprachige Vor ladung der TMVP vom 2. Januar 2009, ein Bestätigungsschreiben der Diocese of E._______ vom 17. März 2009, zwei Farbfotos sowie mehrere Bericht über die in Situation Sri Lanka. H. Mit Eingabe vom 12. September 2011 liess der Beschwerdeführer durch D-3645/2011 Seite 8 seinen Rechtsvertreter eine fremdsprachige Vorladung der TMVP vom 2. Januar 2009 (bereits früher eingereicht; inklusive einer deutschen Übersetzung) zu den Akten reichen. I. Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 27. März 2012 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass Akten aus dem Verfahren D-3747/2011 – der BFM-Bericht vom 22. Dezember 2011 betreffend eine Dienstreise nach Sri Lanka und die diesbezügliche Stellu ngnahme des Rechtsvertre- ters des Beschwerdeführers vom 23. Januar 2012 – zu den Akten g e- nommen worden seien. Diesbezüglich sowie hinsichtlich der Praxisänd e- rung des Bundesverwaltungsgerichts wurde dem Beschwerdeführer G e- legenheit gegeben, bis zum 13. April 2012 eine Stellungnahme einzure i- chen. J. Mit Eingabe vom 13. April 2012 liess der Beschwerdeführer eine Ste l- lungnahme einr eichen. Auf deren Inhalt wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. Mit der Eingabe wurden mehrere Berichte über die Situation in Sri Lanka sowie eine Kostennote vom 13. April 2011 (recte: 2012) zu den Akten g e- reicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt da s Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltu ngsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahmekonstellation liegt nicht vor. D-3645/2011 Seite 9 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG u nd Art. 52 VwVG). Der B e- schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz - würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist s o- mit einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sac hverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG verzichtete das Bundesverwaltung s- gericht auf die Durchführung eines Schriftenwechsels. 4. Das Ersuchen um Mitteilung, welcher Bundesverwaltungsrichter oder welche Bundesverwaltungsrichterin und welcher Gerichtsschreiber oder welche Gerichtsschreiberin mit der Instruktion im vorliegenden Verfahren betraut ist und welche Richter an einem Entscheid weiter mitwirken we r- den, ist mit Ergehen des vorliegenden Urteils in der Hauptsache gegen - standslos geworden. 5. 5.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rechtsbegehren erhoben. Diese sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfüg ung zu bewirken (vgl. En t- scheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylr e- kurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 und EMARK 1994 Nr. 1; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 233, mit weiteren Hinweisen, S. 287 und 297 f.; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). D-3645/2011 Seite 10 5.2 5.2.1 In der Beschwerde wird einerseits gerügt, die Vorinstanz habe das Akteneinsichtsrecht respektive das rechtliche Gehör verletzt, da sie es unterlassen habe, Einsicht in die Akten des Botschaftsverfahrens und die in diesem Verfahren eingereichten Beweismittel zu gewähren. 5.2.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 29 VwVG) beinhaltet unter anderem die behördliche B e- gründungspflicht, wie auch das Akteneinsichtsrecht, welches in Art. 26 ff. VwVG geregelt ist. Gemäss Art. 26 ff. VwVG ist den Partei en grundsätz- lich Einsicht in die Akten zu gewähren. Das Einsichtsrecht bezieht sich auf Eingaben von Parteien und Vernehmlassungen von Behörden, säm t- liche als Beweismittel dienenden Aktenstücke sowie auf die Niederschri f- ten eröffneter Verfügungen (Art. 26 Abs. 1 Bstn. a, b und c VwVG). Somit fallen unter Art. 26 VwVG sämtliche Aktenstücke, welche grundsätzlich geeignet sind, in einem konkreten Verfahren als Beweismittel zu dienen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1814/2007 vom 17. August 2010 E. 4.1). Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auch auf Aktenstücke, deren Inhalt der Partei bereits bekannt ist ( STEPHAN C. BRUNNER in: Au- er/Müller/Schindler [Hrsg.], VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 26 Rz. 17). Das Akteneinsichtsrecht gilt indessen nicht absolut und kann gemäss Art. 36 BV eingeschränkt werden. Art. 27 VwVG i.V.m. Art. 28 VwVG bilden dabei die gesetzliche Grundlage. 5.2.3 Aus den Akten ist ersichtlich, dass die Vorinstanz dem Beschwerde- führer mit Verfügung vom 7. Juni 2011 keine Einsicht in die Akten des Botschaftsverfahrens und die in diesem Verfahren eingereichten B e- weismittel gewährte. Da diesbezüglich grundsätzlich ein Akteneinsicht s- recht besteht und die Voraussetzungen für dessen Einschränkung g e- mäss Art. 27 f. VwVG nicht erfüllt sind, hätte das BFM dem Beschwerd e- führer Einsicht in diese Dokumente gewähren müssen. Dadurch, dass es ihm diese Einsicht verweigerte, verletzte es sein Rec ht auf Akteneinsicht. Sein Antrag, es sei ihm vollständige Einsicht in die gesamten Asyl - und Vollzugsakten zu gewähren, insbesondere sei ihm Einsicht in die Akten des Botschaftsverfahrens in Colombo sowie in die von ihm eingere ichten Beweismittel zu gewäh ren und ihm diesbezüglich eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen, wäre da- her an sich gutzuheissen. Da jedoch das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 19. Juli 2011 bereits Einsicht in D-3645/2011 Seite 11 diese Dokumente einräumte und der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren dazu Stellung nehmen konnte, ist der entsprechende Antrag hinfällig geworden. Sodann ist davon auszugehen, dass das BFM dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 7. Juni 2011 alle entscheidw esent- lichen Verfahrensakten des Inlandverfahrens im gesetzlich zulässigen Umfang ediert hat, nachdem im Beschwerdeverfahren keine anders la u- tende Rüge erhoben wurde. 5.2.4 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, eine Verlet - zung desselben führt deshalb grundsätzlich – das heisst ungeachtet der materiellen Auswirkungen – zur Aufhebung des daraufhin ergangenen Entscheides (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f., BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371, BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332). Die Heilung von Gehörsverletzungen aus prozessökonomischen Gründen ist auf Beschwerdeebene möglich, sofern das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerd e- instanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tat- bestand und Rechtsanwendung zukommt sowie die festgestellte Verle t- zung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt we r- den kann (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f.). 5.2.5 Mit Verfügung vom 19. Juli 2011 räumte das Bundesverwaltungsge- richt dem Beschwerdeführer Einsicht in die Akten des Botschaftsverfa h- rens und die in diesem Verfahren eingereichten Beweismittel ein und gab ihm Gelegenheit, seine Beschwerde zu ergänzen (vgl. vorstehend Bst. E.). Mit Beschwerdeergänzung vom 3. August 2011 nahm der B e- schwerdeführer zu diesen Dokumenten Stellung (vgl. Bst. G. vorstehend). Darin hat te er ausreichend Gelegenheit, sich vernehmen zu lassen. Da die festgestellte Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht schwerwiege n- der Natur ist und dem Bundesverwaltungsgericht volle Kognition z u- kommt, kann der gerügte Verfahrensmangel als geheilt erachtet werden, zumal der rechtserhebliche Sachverhalt erstellt und somit die notwendige Entscheidreife gegeben ist. 5.3 5.3.1 Im Weiteren wird gerügt, die Vorinstanz habe das Akteneinsichts- recht verletzt, in dem sie es unterlassen habe, ihren Dienstreisebericht vom Herbst 2010 sowie die übrigen relevanten Herkunftsländerinformati- onen, auf welche sie ihren Entscheid stütze, offenzu legen. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass in der angefochtenen Verfügung kein ausdrücklicher D-3645/2011 Seite 12 Hinweis auf einen konkreten Dienstreisebericht enthalten ist. Indessen ist unbestritten, dass das Bundesamt im September 2010 eine Dienstreise nach Sri Lanka durchführte, um Erkenntnisse zur dortigen Lage nach dem Ende des Bürgerkriegs sowie zur Frage zu gewinnen, ob und inwi e- fern sich die Zumutbarkeit einer al lfälligen Rückkehr sri -lankischer Asyl- suchender in ihren Heimatstaat verändert habe. In der angefochtenen Verfügung ist zudem von "Erkenntnissen" des BFM die Rede, wobei in diesem Zusammenhang auf die erwähnte Dienstreise sowie die UNHCR - Richtlinien vom 5. Juli 2010 hingewiesen wird. Es werden keine ande r- weitigen Quellen genannt. Somit ist objektiv davon auszugehen, dass die Erkenntnisse des Bundesamts, welche zur Begründung einer Praxisände- rung in Bezug auf die Beurteilung der Durchführbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs nach Sri Lanka herangezogen werden, unter anderem auf die Dienstreise vom September 2010 zurückgehen. Mit anderen Worten stützt sich die angefochtene Verfügung in entscheidwesentlicher Weise auf die Informationen, welche aufgrund der Reise eine r Delegation des BFM nach Sri Lanka gewonnen wurden. Ungeachtet dessen, ob in der angefochtenen Verfügung ein konkreter Bericht zur fraglichen Dienstreise und mithin ein spezifisches Aktenstück genannt wird oder ob nur auf die Dienstreise an sich verwiesen wird, ist festzustellen, dass das aus dem verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör resultierende Recht des Beschwerdeführers auf Information über die wesentlichen En t- scheidgrundlagen im vorliegenden Fall nicht ausreichend gewahrt worden ist. Ind em sich das BFM in der angefochtenen Verfügung argumentativ wesentlich auf die Erkenntnisse der Dienstreise nach Sri Lanka vom Sep- tember 2010 gestützt hat, wäre es jedenfalls unter dem Gesichtspunkt der Begründungspflicht gehalten gewesen, dem Beschwerdefü hrer diese Erkenntnisse mit angemessener Transparenz offenzulegen. Eine knappe Wiedergabe lediglich der wichtigsten aus der Dienstreise gezogenen Schlüsse, wie mit der angefochtenen Verfügung geschehen, wird dem I n- formationsanspruch des Beschwerdeführers nicht gerecht. Bezüglich des Antrags des B eschwerdeführers, es seien ihm – über die Ergebnisse de r erwähnten Dienstreise hinaus – auch die anderen rel e- vanten Herkunftsländerinformationen, auf welche die Vorinstanz ihren Entscheid stütze, offenzulegen, ist festzuhalten, dass sich nach Sinn und Zweck des verfassungsmässigen Gehörsanspruchs die entsprechenden Informationsrechte auf jene Erkenntnisquellen der entscheidenden B e- hörde richten, die tatsächlich argumentativ herbeigezogen werden bezi e- hungsweise als Grundlage für den Entscheid genannt werden. Unter B e- rufung auf das Akteneinsichtsrecht kann es somit nicht darum gehen, Z u-D-3645/2011 Seite 13 gang zu irgendwelchen nicht konkret benannten Dokumenten zu erla n- gen. In Bezug auf die UNHCR -Richtlinien vom 5. Juli 2010 ist im Übrig en festzustellen, dass diese öffentlich zugänglich sind – so auch im Inter- net –, weshalb diesbezüglich keine Verletzung des Akteneinsichtsrechts beziehungsweise der Begründungspflicht vorliegt. 5.3.2 Aus dem Gesagten ergibt sich zusammenfassend, dass die Vorin- stanz dem Beschwerdeführer zu Unrecht keine Einsicht in die Ergebnisse der Dienstreise nach Sri Lanka vom September 2010 gewährte, wodurch sie dessen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzte, weshalb sein (sin n- gemässer) Antrag auf Einsicht in diese Er gebnisse an sich gutzuheissen wäre. Da jedoch – wie das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 27. März 2012 feststellte – dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers der BFM -Bericht vom 22. Dezember 2011 betreffend eine Dienstreise nach Sri Lanka aus ei nem anderen Verfahren bereits bekannt war und der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren dazu Stellung nehmen konnte, ist der entsprechende Antrag hinfällig geworden. Hinsichtlich der anderen verwendeten Herkunftsländerinformationen hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer die Akteneinsicht zu Recht verweigert. Dessen weitergehender Antrag, es sei ihm auch Einsicht in allfällige weitere ver- wendete Herkunftsländerinformationen zu geben und ihm diesbezüglich eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen, ist folglich abzuweisen. 5.3.3 Wie bereits erwähnt ist d er Anspruch auf rechtliches Gehör formel- ler Natur, eine Ver letzung desselb en führt deshalb grundsätzlich – das heisst ungeachtet der materiellen Auswi rkungen – zur Aufhebung des daraufhin ergangenen Entscheides . Unter bestimmten Voraussetzungen ist jedoch d ie Heilung v on Gehörsverletzungen aus prozessökonom i- schen Grün den auf Beschwerdeebene möglich (vgl. dazu vorstehend E. 5.2.4). 5.3.4 Im vorliegenden Fall teilte das Bundesverwaltungsgericht dem B e- schwerdeführer mit Verfügung vom 27. März 2012 mit, dass eine Kopie der vo m BFM angefertigten Zusammenfassung der Ergebnisse der Dienstreise nach Sri Lanka vom September 2010 zu den Akten geno m- men werde und gab ihm diesbezüglich Gelegenh eit, bis zum 13. April 2012 eine Stellungnahme einzureichen. In der gleichen Verfügung stellt e das Gericht fest, dass dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers der BFM-Bericht vom 22. Dezember 2011 betreffend eine Dienstreise nach Sri Lanka bereits bekannt sei (vgl. vorstehend Bst. I.). Mit Eingabe seines D-3645/2011 Seite 14 Rechtsvertreters vom 13. April 2012 nahm d er Beschwerdeführer zum Dienstreisebericht des BFM Stellung (vgl. Bst. J. vorstehend). Darin hatte er ausreichend Gelegenheit, sich vernehmen zu lassen. Da die festg e- stellte Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht schwerwiegender Natur ist und dem Bundesverwaltungsgericht volle Kognition zukommt, kann der gerügte Verfahrensmangel als geheilt erachtet werden, zumal der recht s- erhebliche Sachverhalt erstellt und somit die notwendige Entscheidreife gegeben ist. 5.4 5.4.1 In der Rechtsmittelschrift wird überdies (sinngemäss) vorgebracht, das BFM habe den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig und u n- richtig abgeklärt, da es sich bei der Entscheidfindung nur auf die UNHCR- Richtlinien vom 5. Juli 2010 gestützt und es versäumt habe, aktuelle und relevante Herkunftsländerinformationen beizuziehen. 5.4.2 Die Rüge, das BFM habe sich bei der Entscheidfindung zu Unrecht nur auf die UNHCR -Richtlinie gestützt und damit den rechtserheblichen Sachverhalt nicht vollständig und nicht richtig abgeklärt, entbehrt jeder Grundlage. Vielmehr kann – insbesondere auch in Berücksichtigung der neuen Praxis des Bundesverwaltungsgerichts (BVGE 2011/24 ) – der an- gefochtenen Verfügung nicht entnommen werden, inwiefern das BFM die aktuellen Länderinformationen über Sri Lanka unberücksichtigt g elassen hätte. Allein aus der Tatsache, dass in der angefochtenen Verfügung nur die Richtlinie des UNHCR erwähnt wurde, kann nicht der Schluss gez o- gen werden, sie sei die einzige Informationsquelle für die Entscheidung gewesen. Davon wird im Übrigen auch in der Beschwerdeschrift – trotz der entsprechenden Rüge – selber nicht ernsthaft ausgegangen, weil gleichzeitig auch geltend gemacht wird, das BFM habe bei der Entscheid- findung wohl nicht nur auf die UNHCR -Richtlinie abgestellt, sondern we i- tere Länderinfor mationen zugezogen, welche jedoch nicht offengelegt worden seien, weshalb das rechtliche Gehör auch aus diesem Grund ver- letzt worden sei. Abgesehen davon, dass sich die vorgebrachten Rügen somit gegenseitig ausschliessen und damit an einem inneren Wide r- spruch leiden, ist hinsichtlich der Rüge, die Länderinformationen seien nicht offengelegt worden, auf die Erwägung 5.3.1 f. zu verweisen. Da sich ferner das BFM mit ausreichender Begründung und unter Hinweis auf die Entwicklung der Sicherheitslage und der Leb ensumstände im heutigen Zeitpunkt zum Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka geäussert hat, sind der angefochtenen Verfügung keine hinreichenden Anhaltspunkte zu en t- nehmen, welche den Schluss zuliessen, das BFM habe seine Begrü n-D-3645/2011 Seite 15 dungspflicht verletzt. Insgesamt ist deshalb auch die in diesem Zusa m- menhang geltend gemachte Verletzung des rechtlichen Gehörs unb e- gründet. Schliesslich ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer in der Beschwerde offensichtlich zu den in der angefochtenen Ve rfügung festgehaltenen Argumenten ausführlich äu s- sern konnte. 5.5 Hinsichtlich der Rüge des Beschwerdeführers in der Rechtsmitte l- schrift, die Vorinstanz habe den Sachverhalt weder vollständig noch ric h- tig abgeklärt, da sie es unterlassen habe, die Vorbringen d es Beschwer- deführers auch entlang der vom UNHCR dargestellten Risikoprofile zu prüfen und zu beurteilen, ist festzuhalten, dass das BFM in der angefoc h- tenen Verfügung ausführte, der Beschwerdeführer verfüge nicht über ein Gefährdungsprofil, welches zum jet zigen Zeitpunkt mit erheblicher Wah r- scheinlichkeit in Sri Lanka zu Verfolgungsmassnahmen führen würde. Daraus wird deutlich, dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verf ü- gung sehr wohl die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers un ter Berücksichtigung der in den UNHCR-Richtlinien vom 5. Juli 2010 aufg e- führten Risikoprofile geprüft hat. 5.6 Somit wurde der relevante Sachverhalt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers vom BFM hinreichend abgeklärt , zumal auch keine Fragen ersichtlich sind, die einer näheren Prüfung bedürfen. Die Rüge des Beschwerdeführers, der Sachverhalt sei unvollständig erhoben wo r- den, erweist sich daher nicht als stichhaltig. Der Antrag des Beschwerde- führers in der Rechtsmittelschrift, es seien zu verschiedenen Punkten des Sachverhalts und der sich daraus ergebenden Gefährdung für ihn zusätz- liche Abklärungen vor zunehmen, ist abzuweisen, da nicht ersichtlich ist, inwiefern diese geeignet wären, zu einer anderen Einschätzung der flüchtlingsrechtlichen Relevanz seiner Vorbringen zu fü hren. Folglich ist auch das Eventualbegehren des Beschwerdeführers, wonach die Verf ü- gung des BFM vom 26. Mai 2011 aufzuheben und die Sache zur Feststel- lung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen sei, abzuweisen. 5.7 Bei dieser Sachlage besteht somit keine Veranlassung, die angefoc h- tene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben, weshalb das Bege h- ren des Beschwerdeführers, die Verfügung des BFM vom 26. Mai 2011 sei wegen Verletzung formellen Rechts aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen, abzuweisen ist. An dieser Einschätzung ändert – entgegen der Behauptung in der Rechtsmitte l-D-3645/2011 Seite 16 schrift – auch der Umstand nichts, dass die angefochtene Verfügung u n- ter zwei Ver fahrensmängeln litt, zumal die festgestellten Mängel nicht schwerwiegender Natur sind. Die festgestellten Verfahrensmängel we r- den indessen im Kosten - und Entschädigungspunkt zu berücksichtigen sein (vgl. nachfolgend E. 10.). 6. 6.1 Im Weiteren ist zu prüfen, ob das BFM im vorliegenden Fall zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und dessen Asylgesuch abgewiesen hat. 6.2 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 6.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wese ntli- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6.4 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer d en Wort- laut der Protokolle mit seiner Unterschrift bestätigt hat und sich deshalb seine Aussagen entgegenhalten lassen muss. 6.5 6.5.1 Zusätzlich zu den im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachten Verfolgungsvorbringen hat der Beschwerdeführer im Rahmen des B e- schwerdeverfahrens weitere Asylgründe vorgebracht. So führte er in der Rechtsmittelschrift und der Beschwerdeergänzung aus, aus Angst vor strafrechtlichen Konsequenzen habe er im Verfahren vor der Vorinstanz nicht erwähnt, dass er in seiner Funktion als Dev elopment Officer bei der J._______ Bank nicht nur die üblichen Renten ausgesprochen habe, D-3645/2011 Seite 17 sondern zwischen 2003 und 2005 auch Geld an Familien von verwund e- ten oder getöteten LTTE -Kämpfern verteilt habe. Die entsprechenden Familien habe er nicht selbst ausg ewählt, sondern es seien ihm Listen der LTTE übergeben worden, welche die zu begünstigenden Familien enthalten hätten. Aufgrund der Struktur der J._______ Bank habe er d a- mit faktisch staatliches Geld, allenfalls auch Entwicklungsgeld an Famil i- en von LTTE-Kämpfern verteilt. Von den anderen ehemaligen Mitarbeitern habe er jetzt erfahren, dass die Buchhaltung nun kontrolliert werde, wobei seine unerlaubte Tätigkeit der Rentenverteilung an die Familien der LTTE-Kämpfer entdeckt werde, wenn dies nicht bereits ge schehen sei. Dadurch sei seine Gefährdung, bei einer Rückkehr nach Sri Lanka als LTTE-Unterstützer verfolgt zu werden, weiter angestiegen, wes halb er sich entschlossen habe, die Geschichte offenzulegen. 6.5.2 Hinsichtlich dieser erst auf Beschwerdestufe geltend gemachten Verfolgungsvorbringen ist festzustellen, dass diese als nachgeschoben und daher unglaubhaft zu beurteilten sind, zum al der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz mit keinem Wort erwähnte, dass er illegal Gelder an Familien von ehemaligen LTTE -Kämpfern verteilte, obwohl er ausrei- chend Gelegenheit dazu gehabt hätte. Da es sich dabei bezüglich seiner Asylgründe um bedeutende Ereignisse gehandelt hat (Unterstützung der LTTE), hätte vom Beschwerdeführer erwartet werden können, dass er diese Vorfälle bereits anlässlich der Befragungen erwähnt hätte, zumal er bei der Anhörung bestätigte, dass er alle Asylgründe habe darlegen kö n- nen und es keine weiteren Gründe gebe ( BFM-Akten B 13/14 F98 ). Die Behauptung in der Rechtsmittelschrift, wonach er sich vor strafrechtlichen Konsequenzen gefürchtet habe , vermag das Nichterwähnen dieser Vo r- bringen nicht zu rechtfertigen, da der Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen ausdrücklich auf seine Mitwirkungspflicht respektive Wah r- heitspflicht aufmerksam gemacht wurde. Sodann wurde er zu Beginn der Befragungen auf die Verschwiegenheitspflicht der anwesenden Personen hingewiesen (A 3/18 S. 1, B 1/10 S. 2, B 13/14 S. 2). Schliesslich ist dar- auf hinzuweisen, dass er auch keine Beweise für die von ihm angeblich vorgenommenen Rentenauszahlungen an Familien von ehemaligen LTTE-Kämpfern vorlegte. Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass es sich bei der Behauptung des Beschwerdeführers, er h abe als Mitarbeiter der J._______ Bank illegal Gelder an Familien von ehemal i- gen LTTE-Kämpfern verteilt, weshalb er zusätzlich gefährdet sei, bei einer Rückkehr nach Sri Lanka als LTTE-Unterstützer verfolgt zu werden, ledig- lich um ein Konstrukt handelt, um seinem Asylgesuch mehr Nachdruck zu D-3645/2011 Seite 18 verleihen. Es erübrigt sich daher, weiter auf die diesbezüglichen Vorbri n- gen einzugehen. 6.6 6.6.1 Im Verfahren vor der Vorinstanz machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, seit Anfang 2009 von unbekannten Personen g e- sucht worden zu sein. Diese hätten ihn an verschiedenen Arbeits - und Wohnorten aufgesucht. Einmal hätten sie ihn an seinem Arbeitsort zu möglichen LTTE-Verbindungen befragt. Ein anderes Mal sei er am hel l- lichten Tag von bewaffneten Personen in "seiner" Bank angegriffen wo r- den. Nachdem er geschrien habe, seien Passanten hinzugekommen, worauf die Angreifer von ihm abgelassen hätten. Zudem habe seine Eh e- frau in Sri Lanka telefonische Drohungen erhalten , Unbekannte seien bei ihrem Wohnsitz aufgetaucht und hätten sich nach ihm erkundigt. Er wisse nicht genau, wer diese Leute seien. Er vermute, dass einige Personen, die ihn seit Anfang 2009 gesucht hätten, zur sri-lankischen Armee oder zu einer mit ihr sympathisierenden Gruppe gehörten und ihn wegen seiner früheren Tätigkeiten für die LTTE suchten. 6.6.2 Diese Asylgründe werden grundsätzlich nicht in Zweifel gezogen . Übereinstimmend mit der Vorinstanz ist jedoch davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seit Januar 2009 durch unbekannte Dritte gesucht und verfol gt wurde und nicht, wie von ihm vermutet, durch die sri - lankische Armee oder die mit ihr zusammenarbeitenden Gruppierungen. Dafür spricht, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen vor Januar 2009 keine Probleme mit den sri -lankischen Behörden hatte (B 13/14 F32). Zudem ist es unwahrscheinlich, dass die sri -lankische Ar- mee oder die mit ihr zusammenarbeitenden Gruppierungen ein Verfo l- gungsinteresse a m Beschwerdeführer haben , da er für die LTTE nur künstlerisch tätig gewesen sein will und weder LTTE-Mitglied gewesen sei noch an Kampfhandlungen dieser Organisation teilgenom men habe. Überdies hat er ab dem Jahre 1997 bis kurz vor seiner Ausreise bei einer staatlichen Bank gearbeitet , was ebenfalls darauf hinweist , dass die sri - lankischen Behörden k ein Verfolgungsinteresse a m Be schwerdeführer hatten. Im Weiteren ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer lediglich vermutet und nicht sicher weiss , dass es sich bei den Leuten, die nach ihm such en, um Armeeangehörige oder Mitglieder der Armee nahest e- henden Gruppen handelt (B 13/14 F35). Gegen ein Verfolgungsinteresse der sri -lankischen Armee respektive der mit ihr zusammenarbeitenden Gruppierungen spricht auch die Aussage des Beschwerdeführers anläss- lich der Anhörung, wonach er mit der TMVP keine Probleme mehr gehabt D-3645/2011 Seite 19 habe, nachdem er am 9. Januar 2009 aufgrund einer Vorladung an ihrem Hauptsitz erschienen sei (B 13/14 F81 f. ). Gestützt auf diese Aussage des Beschwerdeführers kann dessen Behauptung in der Beschwerdee r- gänzung, wonach seine in Sri Lanka l ebende Frau regelmässig von der TMVP aufgesucht und nach ihm gefragt werde, nicht geglaubt werden, zumal es sehr unwahrscheinlich erscheint, dass diese Partei heute nach dem Beschwerdeführer sucht, nachdem sie sich gemäss Aussagen des Beschwerdeführers nach dem 9. Januar 2009 nicht mehr für ihn intere s- sierte. Abgesehen davon werden keine Beweise für die in der Beschwe r- deergänzung geltend gemachte Suche durch die TMVP beigebracht. 6.6.3 Nach der Schutztheorie hängt die flüchtlingsrechtliche Relevanz e i- ner Verfolgung nicht von der Frage ihres Urhebers, sondern vom Vorha n- densein eines adäquaten Schutzes durch den Heimatstaat ab (vgl. dazu EMARK 2006 Nr. 18 E. 6.3.1. und 10.2.1 ). Nichtstaatliche Verfolgung ist nach d er Schutztheorie flüchtlingsrechtlich relevant, sofern der Heima t- staat (bzw. allenfalls ein Quasi -Staat) nicht in der Lage oder nicht willens ist, adäquaten Schutz vor Verfolgung zu bieten. Mit Bezug auf die Frage, welche Art und welcher Grad von Schutz vo r nichtstaatlicher Verfolgung im Heimatstaat (bzw. allenfalls in einem Qu a- si-Staat) als adäquat zu erachten ist, ist gemäss EMARK 2006 Nr. 18 nicht eine faktische Garantie für langfristigen individuellen Schutz der von nichtstaatlicher Verfolgung bedrohten Person zu verlangen, weil es ke i- nem Staat gelingen kann, die absolute Sicherheit aller seiner Bürger und Bürgerinnen jederzeit und überall zu garantieren. Erforderlich ist aber, dass eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur zur Verfügung steht, wobei in erster Linie an polizeiliche Aufgaben wahrnehmende Orga- ne sowie an ein Rechts- und Justizsystem zu denken ist, das eine effekti- ve Strafverfolgung ermöglicht. Im Weiteren muss die Inanspruchn ahme eines solchen Schutzsystems der betroffenen Person objektiv zugänglich und individuell zumutbar sein. 6.6.4 Diese Voraussetzungen sind in Sri Lanka unter Beachtung der kon - kreten Umstände für den Beschwerdeführer als gegeben zu erachten, da der Beschwerdeführer auch aus Sicht des Gerichts nicht das Profil der in Sri Lanka gemeinhin von den Behörden gesuchten Personen aufweist (vgl. nachfolgend E. 6 .7). Somit hat die Vorinstanz richtigerweise festg e- stellt, dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit hat, bei den lokalen Si- cherheitsbehörden direkt um Sc hutz vor den unbekannten Dritten zu er- suchen, von denen er ge mäss eigenen Angaben bedroht sein will. Dafür D-3645/2011 Seite 20 spricht insbesondere auch die Tatsache, dass die vo n ihm am 18. März 2009 auf der örtlichen Polizeist ation von C._______ erstattete Anzeige von der Polizei entgegengenommen wurde, was aus dem eingereichten sri-lankischen Polizeibe richt vom 3. April 2009 ersichtlich ist. Der U m- stand, dass sich der Beschwerdeführer auch nach der Anzeigeerstattung weiter um seine Sicherheit sorgt, vermag an dieser Feststellung nichts zu ändern, zumal es – wie bereits dargelegt – keinem Staat gelingt, die a b- solute Sicherheit aller seiner Bürger jederzeit und überall zu garantieren. 6.7 6.7.1 Der Beschwerdeführer macht auf Beschwerdestufe geltend, er wei- se ein Risikoprofil auf und müsse daher bei einer Rückkehr nach Sri Lan- ka mit asylr elevanter Verfolgung rechnen. Er begründet dies einerseits mit seiner Tätigkeit bei der J._______ Bank, in deren Rahmen er Familien von gefallenen LTTE -Kämpfern illegalerweise Renten habe zukommen lassen, andererseits mit seinen Hilfstätigkeiten für die LTTE (Banner und Poster malen, musizieren, Ansagen machen), weiter mit seinen familiären Verbindungen zu den LTTE und schliesslich auch mit dem Umstand, dass von Januar 2009 bis September 2009 unbekannte Personen nach ihm gesucht hätten. 6.7.2 Wie vorstehend in E. 6 .5.2 dargelegt, ist die Behauptung des B e- schwerdeführers, er habe während seiner Tätigkeit für die J._______ Bank Familien von ehemaligen LTTE-Kämpfern illegalerweise Renten zu- kommen lassen, unglaubhaft, weshalb auch nicht geglaubt werden kann , dass er deswegen bei einer Rückkehr nach Sri Lanka Nachteile zu g e- wärtigen hat. 6.7.3 Soweit vom Beschwerdeführer geltend gemacht wird, er weise ein Risikoprofil auf, d a er nebenamtlich für die LTTE tätig gewesen sei, ist Folgendes festzuhalten: Aus Quellen und Berichten unabhängiger Instit u- tionen und Organisationen geht hervor, dass die Wahrscheinlichkeit einer konkreten asylrechtlich relevanten Gefährdung (auch) zum he utigen Zeit- punkt ein entsprechendes Profil der betreffenden Person voraussetzt. Dabei ist der Umstand allein, dass ein Angehöriger der tamilischen Ethnie im Zeitraum vor dem Ende des Bürgerkriegs mit den LTTE in Kontakt kam, nicht als ausreichendes Kriterium für eine solche Gefährdungswahr- scheinlichkeit aufzufassen. Aufgrund der in den ehemals von den LTTE kontrollierten Gebieten von dieser Organisation aufgebauten Strukturen ist vielmehr davon auszugehen, dass praktisch die gesamte dortige B e- völkerung in bestimmter Weise entsprechende Kontakte aufwies (vgl. an-D-3645/2011 Seite 21 stelle vieler etwa Amnesty International [AI], Report 2012, London 2012, S. 314 ff. [AI-Index: POL 10/001/2012]; dies., Sri Lanka: Locked away: Sri Lanka's security detainees, London 2012 [AI -Index: ASA 37/003/2012]; Human Rights Watch, World Report 2012, New York 2012, S. 388 ff.; In- ternational Crisis Group, Sri Lanka's North I: The Denial of Minority Rights, Crisis Group Asia Report N°219, Colombo/Brüssel 2012; Schwe i- zerische Flüchtlingshilfe (SFH), S ri Lanka: Situation für aus dem Norden oder Osten stammende TamilInnen in Colombo und für RückkehrerInnen nach Sri Lanka, Bern 2011). Bezüglich des Beschwerdeführers ist festz u- stellen, dass er gemäss seinen Angaben von 1998 bis Anfang 2007 n e- benamtlich für die LTTE tätig gewesen ist , indem er für sie Banner und Poster gemalt, musiziert und Ansagen gemacht hat. Zudem will er an e i- nem einmonatigen Selbstschutztraining der LTTE teilgenommen haben. Aus diesen Angaben resultiert, dass er vor seiner Ausreise aus Sri Lanka zwar gewisse Kontakte mit den LTTE aufwies. Jedoch gingen diese Ko n- takte nicht in wesentlicher Weise über das hinaus, was ein grosser Teil der lokalen Bevölkerung in den nördlichen und östlichen tamilischen Sied- lungsgebieten Sri Lankas in jenem Z eitraum erlebte. Diese Einschätzung gilt auch für das Vorbringen, wonach ihm Karuna ein Zertifikat ausgestellt habe, da er sehr gute Banner erstellt und schön gesungen habe. Eine besondere persönliche Exponiertheit, die auch zum heutigen Zeitpunkt zu einer spezifischen Gefährdung des Beschwerdeführers führen würde, ist aufgrund dieser Kontakte nicht anzunehmen. Es erscheint daher nicht als wahrscheinlich, dass wegen dieser vorübergehenden und offenbar nicht in professioneller Weise ausgeübten Hilfstätigkeit für die LTTE ein anha l- tendes Verfolgungsinteresse des sri -lankischen Staats am Beschwerde- führer besteht. 6.7.4 Soweit vom Beschwerdeführer geltend gemacht wird, er weise ein Risikoprofil auf, da er familiäre Verbindungen zu den LTTE aufweise, ist festzustellen, dass er zwar anlässlich der Anhörung geltend machte, drei seiner Verwandten seinen Anfang Januar 2009 mitgenommen worden. Er konnte jedoch weder genau angeben, von wem diese mitgenommen wurden, noch weswegen (B 13/14 F35 f.), weshalb es vorliegend auch an konkreten und stichhaltigen Hinweisen fehlt, der Beschwerdeführer habe aufgrund der vorgebrachten familiären Verbindungen zu den LTTE bei e i- ner Rückkehr nach Sri Lanka eine asylrelevante Verfolgung zu befürc h- ten. 6.7.5 Schliesslich ist hinsichtlich des Vorbring ens des Beschwerdefü h- rers, von Janu ar bis September 2009 hätten unbekannte Personen nach D-3645/2011 Seite 22 ihm gesucht, auf E. 6.6.1 ff. zu verweisen, wo festgestellt wurde, dass es sich dabei um eine Verfolgung durch Dritte handelt und dem Beschwerde- führer dies bezüglich die Möglichkeit offen steht, sich zum Schutz an die sri-lankischen Behörden zu wenden, falls dies notwendig sein sollte. 6.7.6 Nach dem Gesagten sind den Asylvorbringen des Beschwerdefü h- rers keine konkreten und stichhaltigen Hinweise zu entnehmen, dieser weise ein Risikoprofil auf, das ihn zum heutigen Zeitpunkt und unter den derzeit in Sri Lanka herrschenden Bedingungen als in asylrelevanter Wei- se gefährdet erscheinen lässt. Der Umstand, dass er sich seit knapp drei Jahren in der Schweiz aufhält und hier ein Asylg esuch eingereicht hat, vermag ebenfalls nicht zur Annahme einer begründeten Furcht vor z u- künftiger Verfolgung zu führen, da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass er sich im nahen Umfeld der LTTE bewegt. An dieser Einschätzung vermögen auch die vom Besch werdeführer vorgelegten Beweismittel nichts zu ändern. Dies gilt zum einen für die Vielzahl an eingereichten Be- richten, die sich entweder zur allgemeinen Situation in Sri Lanka oder zu einzelnen Fällen von Menschenrechtsverletzungen äussern und ohne konkreten Bezug zur Person des Beschwerdeführers und dessen indiv i- duellen Asylvorbringen sind. Zum anderen trifft dies auch auf jene B e- weismittel zu, welche die in der Vergangenheit liegenden Hilfstätigkeiten des Beschwerdeführers sowie dessen Verfolgung durch U nbekannte zu belegen versuchen und aufgrund derer offensichtlich nicht auf eine ko n- krete und heute aktuelle Verfolgungsgefahr geschlossen werden kann. Schliesslich ist ausserdem festzustellen, dass auch den Ausf ührungen des Beschwerdeführers – im Rahmen de s diesbezügli chen rechtlichen Gehörs – in Bezug auf die Ergebnisse der Dienstreise des BFM nach Sri Lanka vom September 2010 im vorliegenden Fall keine entscheidwesent- liche Bedeutung zukommt. Soweit mit diesen Ausführungen gestützt auf die eingereichten Beweismittel divergierende Ansichten des Beschwerde- führers hinsichtlich der herrschenden Situation in Sri Lanka geltend g e- macht werden, lassen sich keine Gründe erkennen, dessen individuelle Asylvorbringen anders als in der soeben dargelegten Weise zu beurteilen. 6.8 Nach dem soeben Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch abgewiesen hat. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerdeschrift sowie auf die übrigen Ein- gaben betreffend Asyl und die als Beweismittel eingereichten Dokumente näher einzugehen, zumal diese insgesamt nicht zu einem anderen En t- scheid zu führen vermögen. D-3645/2011 Seite 23 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nic ht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän derinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.2 8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs . 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV , Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Str afe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der D-3645/2011 Seite 24 Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behan d- lung unterworfen werden. 8.2.2 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem B e- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylre chtlich erhebliche Gefäh r- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art . 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nac hwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK widrige Behan d- lung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. NA. v. United Kin g- dom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008 P .K. v. Den- mark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Der Gerichtshof unterstreicht, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr verschiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sic h insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be- fragung ein Interesse. Nachdem der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht hat, dass er befürchten m üsse, bei einer Rückkehr ins Heima t- land die Aufmerksamkeit der sri -lankischen Behörden in einem flüch t- lingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch ke i-D-3645/2011 Seite 25 ne Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine me n- schenrechtswidrige Be handlung im Heimatland drohen. Auch die allg e- meine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvol l- zug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.3 8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und med izinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 200 2, BBl 2002 3818). 8.3.2 In BVGE 2011/24 hat das Bundesverwaltungsgericht angesichts der veränderten Situation nach dem Ende des sri-lankischen Bürgerkriegs am 19. Mai 2009 eine aktualisierte, auch heute noch zutreffende Lagebeurtei- lung vorgenommen. In Bezug auf die Frage der Zumutbarkeit des We g- weisungsvollzugs ist es dabei hinsichtlich der Ostprovinz und dem Distrikt Batticaloa – wo der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise Wohnsitz hatte – im Wesentlichen zu folgender Einschätzung gelangt (vgl. BVGE a.a.O., E. 13.1): In der Ostprovinz hat sich die Lage nach übereinstimmenden Quellen weitgehend stabilisiert und normalisiert. Es gibt zwar vermehrt Berichte über kriminelle Aktivitäten (namentlich Entführungen vo n und Einbrüche bei wohlhabenden Personen), und es wird im Allgemeinen d a- von ausgegangen, dass diese Straftaten von Angehörigen paramilitär i- scher Gruppierungen begangen werden, welche in einem gewissen Au s- mass Rückendeckung durch die sri -lankischen Sicherheitskräfte genies- sen. Die Beziehung zwischen den verschiedenen Ethnien im Osten ist re- lativ entspannt. Die Tamilen und Muslime im Osten fürchten sich aber weiterhin vor einer "Singhalisierung" des Ostens. Die Polizeipräsenz soll vergleichbar sein mit den V erhältnissen in Colombo. Die Sicherheitsei n- schränkungen im Trincomalee-Distrikt hatten bereits im Jahr 2009 mer k- lich abgenommen. Die Sicherheitslage im Distrikt Batticoloa hat sich ebenfalls merklich ver bessert, obwohl dort nach wie vor eine hohe Mil i- tärpräsenz vorhanden ist. Die seit 2009 erfolgte Entspannung der Siche r- heitslage in der Ostprovinz ist auch für die lokale Bevölkerung spürbar, und der Fortschritt ist erkennbar geworden: Die Infrastruktur wird im D-3645/2011 Seite 26 Rahmen grossangelegter Entwicklungsprojekte ausgebaut (Aufbau neuer Strassen und Brücken sowie Elektrizitäts - und Fernmeldeleitungen). Das Bundesverwaltungsgericht erachtet aufgrund der dort herrschenden al l- gemeinen La ge – in Übereinstimmung mit dem BFM – den Wegwe i- sungsvollzug in das gesamte Gebiet der Ostprovinz als grundsätzlich zumutbar. 8.3.3 Gestützt auf diese Beurteilung der allgemeinen, heute herrsche n- den Sicherheits - und politischen Lage in der Ostprovinz von Sri Lanka sowie nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht in Übereinstimmung mit dem BFM zum Schluss, dass der Wegweisung s- vollzug des Beschwerdeführers im heutigen Zeitpunkt zumutbar ist. An dieser Einschätzung vermögen auch die von ihm im Rahmen des B e- schwerdeverfahrens eingereichten Berichte bezüglich der Situation in Sri Lanka nichts zu ändern, da sich ihnen nicht eine wesentlich andere Beu r- teilung der Lage in Sri Lanka entnehmen lässt. Es erübrigt sich daher, darauf weiter einzugehen. Gemäss den Angaben, die der Beschwerd e- führer anlässlich der Kurzbefragung machte, lebte er v on Geburt bis zu seiner Ausreise aus Sri Lanka im Distrikt Batticaloa, Ostprovinz. Dort wohnen nach wie vor seine (…), seine (…), seine (…) sowie seine (…) (B 1/10 S. 3 f.). Es lieg en keine aktuelleren Erkenntnisse vor, die zur A n- nahme führen würden, dass die Familienangehörigen des Beschwerd e- führers sich heute nicht mehr im Distrikt Batticaloa aufhalten würden. In Erwägung zu ziehen ist ausserdem, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen in Sri Lanka jahrelang auf einer Bank tät ig war und in der S chweiz weitere berufliche Erfahrungen als (…) erwerben konnte. Den vorliegenden Akten sind auch keine Hinweise zu entnehmen, dass gesundheitliche Probleme in einem Ausmass vorliegen würden, die ein e Rückkehr nach Sri Lanka als unzumutbar erscheinen liessen. Es erweist sich somit, dass der Beschwerdeführer die vom Bundesve r- waltungsgericht in BVGE 2011/24 bezüglich der Zumutbarkeit des We g- weisungsvollzugs nach Sri Lanka formulierten Kriterien erfüllt. Er wird nach der Rückkehr in sein Heimatland sowohl auf die Unterstützung sei- ner im Distrikt Batticaloa lebenden Angehörigen und Verwandten zählen können und bei ihnen eine Unterkunftsmöglichkeit vorfinden, als auch in Zukunft in der Lage sein, sich dank seiner beruflichen Kenntnisse wieder wirtschaftlich zu in tegrieren. Zur Überbrückung allfälliger Anfangsschwi e- rigkeiten kann er beim BFM Rückkehrhilfe beantragen. Insbesondere g e- nügen bloss soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, nicht, um ei ne kon-D-3645/2011 Seite 27 krete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2). Somit ist nicht anzunehmen, dass der B e- schwerdeführer bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat in eine existe n- zielle Notlage geraten wird. Der Vollzug der We gweisung erweist sich damit sowohl in genereller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi - gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung nicht als unmöglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. 10.1 Die Kosten des Verfahrens sind grundsätzlich dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Aufgrund des sich aus dem Beschwer deverfahren produzierten Aktenumfang erge- benden erhöhten Aufwands sind diese auf insgesamt Fr. 900. - festzuset- zen (Art 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2). Indessen wurde dem Beschwerdeführer mit Z wischenverfü- gung vom 19. Juli 2011 Einsicht in das Botschaftsverfahren gewährt (vgl. Bst. E. vorstehend). Zudem wurde ihm mit Zwischenverfügung vom 27. März 2012 die Gelegenheit gegeben, sich zum BFM-Bericht vom 22. Dezember 2011 betreffend eine Dienstreise nach Sri Lanka zu äus- sern (vgl. Bst. I. vorstehend). Insofern wurde n in der Beschwer de zu Recht Verfahrensmängel gerügt, die se jedoch durch die Rechtsmi t- telinstanz geheilt (vgl. E. 5 .2 ff. vorstehend). Es erscheint daher gerech t- fertigt, die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 6 Bst. b VGKE zu ermässigen (vgl. dazu ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜH- LER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, D-3645/2011 Seite 28 S. 212, Rz. 4.60). Eine Reduktion der Verfahrenskosten auf Fr. 600.- er- scheint angemessen und ist mit dem am 2. August 2011 geleisteten Be- trag von Fr. 600.- zu verrechnen. 10.2 Angesichts des soeben Gesagten ist dem Beschwerdeführer schliesslich trotz des Umstandes, dass er im vo rliegenden Beschwerde- verfahren letztlich mit seinen Rechtsbegehren nicht durchgedrungen ist, eine angemessene Parteientschädigung für die ihm aus der Beschwerde- führung erwachsenen notwendigen Kosten zuzusprechen. Diesbezüglich ist jedoch auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -3747/2011 vom 13. Juli 2012 hinzuweisen, wo in E. 10.3 festgelegt wurde, dass mit der in jenem Verfahren zugesprochenen Parteientschädigung in allen weiteren Verfahren, in welchen Rechtsanwalt Gabriel Püntener ebenfalls als Rechtsvertreter fungiert und in welchen der gleiche prozessuale A n- trag auf Einsicht in die Ergebnisse der Dienstreise des BFM nach Sri Lanka vom September 2010 gestellt wurde oder künftig gestellt werden wird, der anteilsmässige Aufwand für die rechtliche Ver tretung bezüglich dieses Antrags als abgegolten zu erachten ist. Daraus folgt, dass vorli e- gend dem Beschwerdeführer lediglich eine Entschädigung für die Redak- tion der Beschwerdeergänzung erwachsenen notwendigen Kosten zuz u- sprechen ist und nicht für das Verfassen der Stellungnahme bezüglich der Ergebnisse der Dienstreise des BFM nach Sri Lanka vom September 2010. Wie aus der eingereichten Kostennote vom 13. April 2012 hervo r- geht, macht der Rechtsvertreter im Zusammenhang mit der Beschwerd e- ergänzung vom 3. Au gust 2011 einen zeitlichen Vert retungsaufwand von insgesamt 10. 5 Stunden (Aktenstudium, Besprechung mit dem B e- schwerdeführer sowie Abfassen der Eingabe) geltend. Der für das Ve r- fassen der Beschwerdeergänzung angegebene Zeitaufwand von 7.5 Stunden erscheint jedoch nicht als angemessen respektive notwendig und ist daher auf 3 Stunden zu kürzen. Ebenso ist der angegebene Zeit- aufwand für Aktenstudium und Besprechung mit Klient von 3 Stunden zu hoch und daher auf 1.5 Stunden zu kürzen. Der zu entschädigende Zei t- aufwand für das Verfassen der Beschwerdeergänzung beläuft sich somit auf 4.5 Stunden. Gestützt auf die in Betracht zu zieh enden Bemessungs- faktoren (Art. 8 - 13 VGKE) und den vom Rechtsvertreter verrechnete n Honoraransatz von Fr. 240.- pro Stunde ist dem Beschwerdeführer somit im Zusammenhang mit der Gutheissung des genannten prozessualen An- trags eine Parteientschädi gung von (gerundet) Fr. 1'2 00.- (inkl. Mehr- wertsteuer und Auslagen ) zuzusprechen. Dieser Betrag ist dem B e- schwerdeführer durch das BFM zu entrichten. D-3645/2011 Seite 29 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt und mit dem am 2. August 2011 geleisteten Kostenvors chuss in der Höhe von Fr. 600.- verrechnet. 3. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Parteientschäd i- gung von Fr. 1'200.- zu entrichten. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand: