Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 11. Oktober 2016 (410 16 294) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Vollstreckung von Entscheiden: Taxation nach Art. 345 Abs. 1 lit. b ZPO / Ordnungsbus- se nach Art. 343 Abs. 1 lit. c ZPO Besetzung Präsident Roland Hofmann; Gerichtsschreiberin Karin Arber Parteien A. ____ , vertreten durch Advokat Marco Giavarini, Blumenrain 20, Postfach 1143 , 4001 Basel, Beschwerdeführerin gegen B. ____ , vertreten durch Advokat Michael Blattner, Advokatur Sissach, Postgasse 9, Postfach 182, 4450 Sissach, Beschwerdegegnerin Gegenstand Vollstreckung Beschwerde gegen den Vollstreckungsentscheid des Zivilkreisgerichts- präsidenten Basel-Landschaft Ost vom 31. Mai 2016 A.a Mit Urteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 24. November 2015 (Verfahren Nr. 150 15 1723 II) wurde die Vermieterin A.____ ve rpflichtet, bis spätestens 31. Januar 2016 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf ihre Kosten an der von B.____ gemieteten Wohnung eine Sonnenstore und Fensterläden zu montieren. Nebst der Strafandrohung von Art. 292 StGB wurde A.____ gestützt auf Art. 343 Abs. 1 lit. c ZPO eine Ordnungsbusse von CHF 500.00 fü r jeden Tag der Nichterfüllung aufer- legt, beginnend per 1. Februar 2016. B.____ wurde z udem berechtigt, den Mietzins bis zur An- bringung der Sonnenstore und der Fensterläden weite rhin auf das Mietzinshinterlegungskonto zu hinterlegen. Überdies wurde der Mietzins bis zur Anbringung der Sonnenstore und der Fens- terläden herabgesetzt. A.b Die Mieterin stellte mit Eingabe vom 8. Dezember 201 5 an das Zivilkreisgericht einen An- trag auf Erläuterung/Berichtigung im Zusammenhang mi t den hinterlegten Mietzinsen und ver- langte die Ausfertigung einer schriftlichen Entscheidbegründung unter Vorbehalt, dass dem An- trag auf Erläuterung/Berichtigung nicht stattgegeben w erde. Die Vermieterin liess sich zu die- sem Antrag nicht vernehmen. Mit Verfügung vom 12. Januar 2016 wurde das Urteil vom 24. November 2015 vom Zivilkreisgerichtspräsident dahing ehend berichtigt, als hinsichtlich der bereits erfolgten Mietzinshinterlegung festgestellt wurde, dass es sich bei dem von der Mieterin einbezahlten Betrag von CHF 1‘125.62 auf das Mietzinshin terlegungskonto nicht um eine Ne- benkostenzahlung sondern um eine Mietzinszahlung für den Monat Dezember 2015 handle. Weiter wurde der Mieterin B.____ Frist bis 1. Februar 2016 zur Mitteilung gesetzt, ob sie am Gesuch um Ausfertigung einer schriftlichen Begründung f esthalte. Mit Schreiben vom 1. Febru- ar 2016 teilte die Mieterin dem Zivilkreisgericht mit, dass sie den Begründungsantrag zurück- ziehe. Mit Verfügung vom 2. Februar 2016 stellte der Zivilkreisgerichtspräsident sodann fest, dass das Urteil vom 24. November 2015 in der mit Verfügung vom 12. Januar 2016 berichtigten Fassung am 1. Februar 2016 in Rechtskraft erwachsen sei. B.a Mit Gesuch vom 11. März 2016 gelangte B.____ erneut ge gen A.____ an das Zivilkreis- gericht Basel-Landschaft Ost als Vollstreckungsgericht und e rsuchte um Taxation gemäss Art. 345 Abs. 1 lit. b ZPO sowie um Vollstreckung der a uferlegten Ordnungsbusse. Sie bean- tragte, es sei die Gesuchsbeklagte zu verpflichten, der Ge suchsklägerin gestützt auf Art. 345 Abs. 1 lit. b ZPO CHF 11‘619.45 zuzüglich Zins zu 5% seit 1. Februar 2016 zu bezahlen und es sei die mit Urteil vom 24. November 2015, Ziffer 2, auferlegte Ordnungsbusse von CHF 500.00 für jeden Tag der Nichterfüllung, beginnend per 1. F ebruar 2016, zu vollstrecken. Weiter er- suchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspfle ge. Die Gesuchsklägerin führte aus, die Gesuchsbeklagte habe die Fensterläden und die Sonn enstore noch nicht montiert und of- fenbar sei sie nicht bereit, ihrer Pflicht gemäss Entsche id vom 24. November 2015 nachzu- kommen. Da die Gesuchsklägerin aufgrund ihrer finanziellen Verhältnisse eine Ersatzvornahme nicht bevorschussen könne, bleibe ihr nur die Möglichkeit , die Taxation nach Art. 345 Abs. 1 lit. b ZPO zu verlangen. Zwecks Bezifferung der Umwandlu ngssumme habe sie eine Offerte eingeholt, gemäss welcher sich die Mangelbehebungskosten auf CHF 11‘619.45 belaufen wür- den. Dieser Betrag stelle den Gegenwert des ausgeblieb enden Mangelbehebungsanspruchs dar. B.b Mit Vernehmlassung vom 4. April 2016 an das Zivilkreisg ericht Basel-Landschaft Ost machte die Beklagte geltend, die von der Klägerin vorgelegte Offerte sei viel zu hoch und reich- te zum Vergleich andere Offerten ein. Sie führte übe rdies aus, die Arbeiten seien in Auftrag ge- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht geben und würden in den kommenden Tagen ausgeführt. Mit Eingabe vom 6. April 2016 er- gänzte sie, dass sie mit der Entschädigung an B.____ über haupt nicht einverstanden sei und bat um nochmalige Überprüfung der Situation und um Reduktion der Entschädigung sowie der Gerichtskosten. Das Vollstreckungsgericht setzte der Beklagten mit Verfügung vom 19. April 2016 eine Frist bis zum 2. Mai 2016 um die Montage de r Fensterläden und der Sonnenstore nachzuweisen und klärte die Beklagte darüber auf, dass da s Urteil vom 24. November 2015 in der gemäss Verfügung vom 12. Januar 2016 berichtigten F assung in Rechtskraft erwachsen und somit nicht mehr überprüfbar sei. Die Beklagte liess sich nicht mehr vernehmen und reichte keinen Nachweis über die Montage ein. B.c Mit Vollstreckungsurteil vom 31. Mai 2016 des Präsidente n des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost wurde die Beklagte gestützt auf Art. 345 Abs. 1 lit .b ZPO verpflichtet, der Klä- gerin den Betrag von CHF 11‘619.45 nebst Zins zu 5% sei t dem 1. Februar 2016 zu bezahlen. Weiter wurde ihr gestützt auf Art. 343 Abs. 1 lit. c ZPO für die Zeit vom 1. Februar 2016 bis zum 31. Mai 2016 eine Ordnungsbusse von insgesamt CHF 60‘500 .00 (121 Tage à CHF 500.00) auferlegt. Die Klägerin wurde aufgefordert, dem Zivi lkreisgericht Basel-Landschaft Ost im Zu- sammenhang mit der Mietzinshinterlegung Mitteilung zu m achen, sobald die Beklagte den Be- trag bezahlt oder die Sonnenstore und die Fensterläde n montiert habe. Der Beklagten wurden sodann die Kosten des Vollstreckungsverfahrens sowie eine Parteientschädigung an die Kläge- rin auferlegt. C.a Mit Eingabe vom 12. August 2016 an das Kantonsgerich t Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, erklärte die Beklagte die Beschwerde gegen das Vollstreckungsurteil des Präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 31. Mai 201 6. Sie beantragte, der in Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids der Beschwerdegegnerin zug esprochene Betrag von CHF 11‘619.45 sei auf CHF 5‘812.45 zu reduzieren und die in Ziffer 2 auferlegte Ordnungsbus- se in der Höhe von insgesamt CHF 60‘500.00 sei vollumfän glich aufzuheben, eventualiter auf ein angemessenes Mass zu reduzieren; unter o/e-Kostenfolge . Weiter ersuchte sie für ihre Be- schwerde um Erteilung der aufschiebenden Wirkung. C.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. September 2016 beantra gte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge, und ersuchte um Bewilligung der unentgelt- lichen Rechtspflege. C.c Mit Verfügung vom 13. September 2016 schloss der Präsi dent des Kantonsgerichts Ba- sel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, den Schriftenwechsel und ordnete den Entscheid aufgrund der Akten an. Weiter erteilte er der Beschwerde die a ufschiebende Wirkung und bewilligte der Beschwerdegegnerin die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Michael Blattner. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen 1. Nicht berufungsfähige erstinstanzliche Entscheide sind gem äss Art. 319 lit. a ZPO mit Beschwerde anfechtbar. Vollstreckungsentscheide sind nicht berufungsfähig (Art. 309 lit. a ZPO), weshalb gegen den vorliegend angefochtenen Ent scheid lediglich das Rechtsmittel der Beschwerde gegeben ist. Gemäss Art. 321 Abs. 2 ZPO ist di e Beschwerde gegen Entscheide, die im summarischen Verfahren ergangen sind - was auf Vo llstreckungsentscheide zutrifft (vgl. Art. 339 Abs. 2 ZPO) - innert 10 Tagen seit Zustellu ng bei der zuständigen Rechtsmittelinstanz schriftlich und begründet einzureichen. Das begründete V ollstreckungsurteil des Präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 31. Mai 201 6 wurde der Beschwerdeführerin am 2. August 2016 zugestellt. Die vorliegende Beschwerde vom 12. August 2016 wurde frist- und formgerecht erhoben. Ferner wurde der Kostenvorsch uss in der Höhe von CHF 1‘800.00 ebenfalls fristgerecht überwiesen. Auf die Beschwerde i st somit einzutreten. Die sachliche Zu- ständigkeit des Kantonsgerichtspräsidiums ergibt sich aus § 5 Abs. 1 lit. b des Einführungsge- setzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG ZPO; SGS 221). 2. Gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO sind im Beschwerdeverfahren n eue Anträge, neue Tatsa- chenbehauptungen und neue Beweismittel ausgeschossen. Es ge ht beim Beschwerdeverfah- ren nicht um die Fortführung des erstinstanzlichen Proze sses, sondern im Wesentlichen um eine Rechtskontrolle des vorinstanzlichen Entscheids. Der Novenausschluss ist umfassend und gilt sowohl für echte als auch für unechte Noven (Botschaft ZPO, S. 7379; D IETER FREIBURGHAUS /S USANNE AFHELDT , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Ko m- mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 326 N 4). Es kann folglich im vorliegenden Beschwerdeverfahre n nur das berücksichtigt werden, was bereits bei der Vorinstanz vorgebracht und eingereicht wurde. 3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Vollstreckung sgesuch sei zu früh eingereicht worden. Sie führt dazu aus, das Urteil des Zivilkreisgeri chts Basel-Landschaft Ost vom 24. No- vember 2015 sei erst am 1. Februar 2016 in Rechtskraft erwachsen. Dies sei den Parteien mit Verfügung vom 2. Februar 2016 mitgeteilt worden und diese Verfügung sei ihr erst am 10. Feb- ruar 2016 zugegangen. Die mit dem Entscheid vom 24. November 2015 gesetzte Frist zur Mon- tage der Fensterläden und der Sonnenstore sei jedoch bereits am 31. Januar 2016 abgelaufen. Die Beschwerdeführerin sei erst nach Eintritt der Recht skraft verpflichtet gewesen, der Anord- nung zur Mängelbehebung nachzukommen, wofür ihr noch e ine angemessene Zeit von zwei Monaten für die zu treffenden Massnahmen einzuräumen gewesen sei. Die Beschwerdeführerin habe nicht zu verantworten, dass das Urteil vom 24. November 2016 erst am 1. Februar 2016 in Kraft getreten sei. Das dürfe ihr daher auch nicht zum Nachteil gereichen. Es hätte ihr ab Rechtskraft des Urteils eine angemessene Frist zur Mängelb ehebung eingeräumt werden müs- sen, weshalb das Vollstreckungsgesuch vom 11. März 2016 verfrüht erfolgt sei. 3.2 Die Beschwerdegegnerin führt aus, der Beschwerdeführeri n sei seit Eröffnung des Urteils vom 24. November 2015 bekannt, dass sie zur Behebung der Mängel gerichtlich verpflichtet sei. Faktisch sei ihr dies seit der Gebäuderenovation im Ja hre 2010 bewusst, als sie die Fens- terläden und Sonnenstoren nicht wieder angebracht habe . Seit diesem Zeitpunkt befinde sich das Mietobjekt nicht in einem zum vorausgesetzten Gebrauch tauglichen Zustand. Die Be- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführerin habe gegen das Urteil vom 24. November 2015 kein Rechtsmittel ergriffen und mache mit Beschwerde erstmals geltend, dass die Taxation verfrüht sei. 3.3 Das Vollstreckungsgericht prüft die Vollstreckbarkeit von A mtes wegen (Art. 341 Abs. 1 ZPO). Dazu gehört die Prüfung der Fragen, ob ein En tscheid im Sinne von Art. 335 ZPO vor- liegt, ob die Voraussetzungen der Vollstreckbarkeit nach Art. 336 gegeben sind - das heisst ob der Entscheid rechtskräftig ist und das Gericht die Vollstr eckung nicht aufgeschoben hat oder ob der Entscheid noch nicht rechtskräftig, jedoch die vorz eitige Vollstreckung bewilligt wur- de - und ob die im Entscheid berechtigte und die verpf lichtete Person identisch sind mit dem Gesuchsteller bzw. dem Gesuchsgegner des Vollstreckungsgesuch s (LORENZ DROESE , Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl, Basel 2013, Art. 341 N 4). Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Vollstreckungsverfahren erfüllt. Insbesondere wurde das zu vollstreckende Urteil vom 24. November 2015 in der mit Verfügung vom 12. Januar 2016 berichtigten Fassung am 1. Februar 2016 rechtskräftig. Da gegen diesen Entscheid kein Rechtsmittel ergriffen wurde, stellt sich die Frage eine r aufschiebenden Wirkung nicht. Die Mängelbehebung hatte gemäss Entscheid vom 24. November 2015 bis zum 31. Januar 2016 zu erfolgen. Im Zeitpunkt der Einreichung des Vollstreckung sgesuchs vom 11. März 2016 war der Entscheid vom 24. November 2016 somit rechtskräftig und vollstreckbar. Die Beschwerdeführe- rin bringt nicht vor, das Urteil vom 24. November 2015 oder die Verfügung vom 12. Januar 2016 seien ihr nicht eröffnet worden. 3.4 Materiell kann die unterlegene Partei einwenden, da ss seit Eröffnung des Entscheids Tat- sachen eingetreten sind, welche der Vollstreckung entgege nstehen, wie insbesondere Tilgung, Stundung, Verjährung oder Verwirkung der geschuldeten Leistung. Die Beschwerdeführerin wendet ein, der Entscheid sei erst am 1. Februar 2016 rechtskräftig geworden und ab diesem Zeitpunkt sei ihr ein angemessener Zeitraum zur Mängel behebung einzuräumen, wobei sie hierfür - entsprechend der im Entscheid vom 24. Novem ber 2015 gewährten Frist bis zum 31. Januar 2016 – wiederum eine Frist von zwei Monaten als angemessen bezeichnet. Bei der geltend gemachten Frist für die Mängelbehebung hande lt es sich um keine Vollstreckungsvo- raussetzung, welche von Amtes wegen zu prüfen ist. Vielm ehr handelt es sich um einen Ein- wand, welchen die Beschwerdeführerin vorzubringen hat. Diesen Einwand hat sie jedoch im vorinstanzlichen Verfahren nicht vorgebracht, sondern erstm als im Beschwerdeverfahren. In Anbetracht des Novenverbots von Art. 326 Abs. 1 ZPO erfol gt dieser Einwand verspätet und ist daher nicht zu berücksichtigen. 3.5 Selbst wenn dieser Einwand zu berücksichtigen wäre, kön nte die Beschwerdeführerin damit nicht gehört werden. Die Beschwerdeführerin bra chte im vorinstanzlichen Verfahren in ihrer Eingabe vom 4. April 2016 vor, sie habe eine O fferte eingeholt, den Auftrag erteilt und die Arbeiten würden in den kommenden Tagen ausgeführt. D ie Vorinstanz setzte der Beschwerde- führerin sodann eine Frist bis zum 2. Mai 2016 zum Nachw eis der erfolgten Mängelbehebung, mit der Mitteilung, dass den Vollstreckungsbegehren der B eschwerdegegnerin entsprochen würde, wenn der Nachweis innert der Frist nicht eing ehe. Die Beschwerdeführerin hätte dem- entsprechend bis zum 2. Mai 2016 und somit seit Eintritt der Rechtskraft des zu vollstreckenden Entscheids am 1. Februar 2016 drei Monate Zeit gehabt , diesem Entscheid nachzukommen. Die Vorinstanz hat den Vollstreckungsentscheid erst am 31 . Mai 2016 gefällt, so dass die Be- schwerdeführerin sogar bis zu diesem Zeitpunkt die Mängel behebung noch hätte vornehmen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht und dem Vollstreckungsgericht nachweisen können. Sie hat sich jedoch bei der Vorinstanz überhaupt nicht mehr gemeldet und innert der ihr gesetzten Frist bis zum 2. Mai 2016 weder die Mängelbehebung noch das effektive Einleiten der entspre chenden Arbeiten nachgewiesen. Nachdem sie Frist bis zum 2. Mai 2016 für den Nachweis de r erfolgten Arbeiten bekam, kann sie nunmehr nicht geltend machen, es sei ihr keine angemessene Frist eingeräumt worden. 3.6 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Beschwer deführerin mit ihrem Einwand, wonach ihr eine angemessene Frist zur Mängelbeh ebung zu gewähren sei, nicht ge- hört werden kann. Die Beschwerdegegnerin reichte das Vol lstreckungsgesuch nicht verfrüht ein. 4.1 Die Vorinstanz verpflichtete die Beschwerdeführerin gestü tzt auf Art. 345 Abs. 1 lit. b ZPO mittels Taxation von Ziffer 1 des Urteils vom 24. Novemb er 2015 der Beschwerdegegnerin ei- nen Betrag von CHF 11‘619.45 nebst Zins zu 5% seit dem 1 . Februar 2016 zu bezahlen (Dis- positiv Ziffer 1 des angefochtenen Vollstreckungsurteils vom 31. Mai 2016). Die Vorinstanz stell- te für die Bemessung der Taxation auf die von der Besc hwerdegegnerin mit dem Vollstre- ckungsgesuch eingereichte Offerte vom 16. Oktober 2015 mi t einem Angebot von CHF 11‘619.45 für die Lieferung und Montage von vier Fensterläden und einer Sonnenstore ab. Die Beschwerdeführerin reichte bei der Vorinstanz ebenf alls zwei Offerten ein, welche die Vor- instanz allerdings nicht berücksichtigte. Hinsichtlich der e inen dieser beiden Offerten über den Betrag von CHF 9‘640.55 führte die Vorinstanz aus, es lasse sich nicht ableiten, dass mit dieser Offerte die gesamten zu erbringenden Montagearbeiten erfasst seien, da diese Offerte von der Beschwerdeführerin nicht vollständig ins Recht gelegt wor den sei,. Die zweite Offerte vom 31. März 2016 über den Betrag von CHF 47‘749.70 für d ie Nachrüstung an der gesamten Lie- genschaft berücksichtigte die Vorinstanz ebenfalls nicht, weil daraus nicht hervorgehe, welcher Anteil vom Gesamtbetrag auf die von der Beschwerdegegnerin gemietete Wohnung falle. 4.2 Die Beschwerdeführerin rügt, die von der Vorinstanz f estgelegte Taxation von CHF 11‘619.45 sei zu hoch ausgefallen und beantragt d ie Reduktion auf den Betrag von CHF 5‘812.45. Sie reichte mit ihrer Beschwerde eine neue Offerte vom 25. April 2016 mit einen Betrag von CHF 37‘891.90 für die Klappläden an der g esamten Liegenschaft ein. Gestützt auf diese neue Offerte und unter Hinzurechnung der Sonne nstore gemäss der von der Beschwer- degegnerin bei der Vorinstanz eingereichten Offerte vom 16. Oktober 2015, berechnet die Be- schwerdeführerin einen Betrag von CHF 5‘812.45 für den Einbau der Fensterläden und der Sonnenstore bei der Mietwohnung der Beschwerdegegnerin. Betreffend den Verzugszins macht sie geltend, dieser könne frühestens ab 1. April 2016 laufen, da ihr ab Rechtskraft des Urteils mindestens zwei Monate zur Umsetzung einzuräumen seien. 4.3 Die Beschwerdegegnerin stellt sich dagegen auf den Sta ndpunkt, die Vorinstanz habe zu Recht auf ihre Offerte über den Betrag von CHF 11‘619.45 abgestellt. In dieser Offerte seien die konkreten Masse, der Materialaufwand und der Arbeitsaufwand wie auch die Anschlussarbeiten berücksichtigt. Die Beschwerdegegnerin beantragt, die mit der Beschwerde neu eingereichte Offerte vom 25. April 2016 inkl. der angeblichen Auftr agserteilung sei als unzulässiges Novum aus dem Recht zu weisen. Es sei nicht erstellt, dass der Au ftrag tatsächlich erteilt worden sei und die Montage sei auch derzeit noch nicht erfolgt. Die von der Beschwerdeführerin einge- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht reichte Offerte sei nicht geeignet, um die Taxationszahl ung zu beziffern, da diese lediglich die Materialkosten enthalte und der notwendige Mehraufwand nicht berücksichtigt sei. 4.4 Gemäss Art. 345 Abs. 1 lit. b ZPO kann die obsiegende Partei die Umwandlung der ge- schuldeten Leistung in eine Geldleistung verlangen (sogen annte Taxation), wobei das Vollstre- ckungsgericht den entsprechenden Betrag festsetzt (Art. 34 5 Abs. 2 ZPO). Der Urteilsgläubiger soll Ersatz des Wertes der nicht erbrachten Realleistung erhalten, weshalb sich die Geldleis- tung nach dem objektivierbaren Gegenwert bemisst (F RANZ KELLERHALS , Berner Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Bern 2012, Art. 34 5 N 17; T HOMAS ROHNER /M ATTHIAS C. LERCH , DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Art. 345 N 19; MELANIE HUBER , Die Vollstreckung von Urteilen nach der Schweizerischen ZPO, Diss., Zü- rich/St. Gallen 2016, N 515). Unter den Parteien ist nicht umstritten, dass die Taxation daran zu bemessen ist, welcher Betrag für die Lieferung und Mon tage der Fensterläden und der Son- nenstore an der Mietwohnung der Beschwerdegegnerin an fällt. Umstritten ist jedoch, auf wel- che Offerte für die Berechnung der Taxation abzustellen ist. Angesichts des Novenverbots von Art. 326 Abs. 1 ZPO ist die von der Beschwerdeführerin mit der Beschwerde eingereichte neue Offerte vom 25. April 2016 nicht zu berücksichtigen, son dern es ist auf jene Offerten abzustel- len, welche bereits der Vorinstanz vorlagen. Auf die vo n der Beschwerdeführerin bei der Vor- instanz eingereichte Offerte über den Betrag von CHF 9‘ 640.55 hat die Vorinstanz zu Recht nicht abgestellt. Diese Offerte wurde von der Beschwerd eführerin nicht vollständig eingereicht, sondern lediglich die letzte Seite, auf welcher die Preise für die Sonnenstore aufgeführt sind. Es lässt sich dieser letzten Seite der Offerte weder entne hmen, auf welche Liegenschaft sie sich bezieht, noch ist ersichtlich, ob und welcher Betrag für die Fensterläden offeriert wurde. Die letzte Seite enthält lediglich einen Übertrag von CHF 5‘971.00, ohne dass ersichtlich ist, welche Leistungen dieser Betrag beinhaltet. Der Vergleich der von der Beschwerdeführerin bei der Vor- instanz geltend gemachten Offerte über den Betrag von CHF 9‘640.55 zeigt allerdings, dass die von der Beschwerdegegnerin vorgelegte Offerte im Betr ag von CHF 11‘619.45 nicht überrissen ist, sondern innerhalb der üblichen Bandbreiten von Offerten liegt. Auf die von der Beschwerde- führerin eingereichte Offerte vom 31. März 2016 über den Betrag von CHF 47‘749.70 hat die Vorinstanz ebenfalls zu Recht nicht abgestellt. Zum eine n enthält diese Offerte einen Gesamt- preis von CHF 29‘270.70 für 37 Klappläden, ohne dass da raus hervorgeht, welcher Anteil von diesem Gesamtbetrag auf die von der Beschwerdegegnerin gemietete Wohnung entfällt. Aus der von der Beschwerdegegnerin eingereichten Offerte vo m 16. Oktober 2016 geht hervor, dass es sich um vier Fenster handelt, jedes mit einer and eren Grösse, wobei drei Fenster drei Flügel haben und ein Fenster zwei Flügel hat. Diese Of ferte enthält für jedes einzelne Fenster die Massangaben und den Preis, welcher wiederum für jedes Fenster anders ausfällt. Indem die Fenster verschieden gross ausfallen, was sich ebenfalls aus den vorinstanzlich eingereichten Fotografien ergibt, kann der für die ganze Liegenschaft offerierte Betrag nicht einfach gleich- förmig auf die Anzahl Fenster verteilt werden, bzw. d er Betrag der Offerte vom 31. März 2016 für 37 Klappläden von insgesamt CHF 29‘270.70 kann ni cht einfach durch 37 geteilt werden, um die Preise für die einzelnen Fensterläden an der Mietwohnung der Beschwerdegegnerin zu berechnen. Die Vorinstanz stellte daher zu Recht fest, es gehe aus der Offerte über den Ge- samtbetrag von CHF 47‘749.70 nicht hervor, welcher Ante il auf die Mietwohnung der Be- schwerdegegnerin falle. Auf eine Offerte, welche sich a uf die gesamte Liegenschaft bezieht, kann jedoch ohnehin nicht abgestellt werden. Die Umwan dlung der geschuldeten Leistung in Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine Geldleistung gemäss Art. 345 Abs. 1 lit. b ZPO hat sich daran zu bemessen, welchen Be- trag die Beschwerdegegnerin aufwenden müsste, wenn sie e ine Ersatzvornahme verlangen oder die Realleistung selber erfüllen würde. Es ist so mit darauf abzustellen, was die Lieferung und Montage der Fensterläden und der Sonnenstore alle ine für die Mietwohnung der Be- schwerdegegnerin kosten würde, da sich weder eine Ersatzvor nahme noch eine Realerfüllung durch die Beschwerdegegnerin auf die Nachrüstung der gesamten Liegenschaft beziehen könn- te. Bei Offerten für die gesamte Liegenschaft werden aufgrund der Menge regelmässig grösse- re Rabatte gewährt. So enthält die von der Beschwerde gegnerin eingereichte Offerte vom 16. Oktober 2015 einen Rabatt von 5%, wogegen in der Offerte für die Gesamtliegenschaft vom 31. März 2016 ein Rabatt von 8% gewährt wurde. Überd ies ist bei der Montage von Fensterlä- den und Sonnenstoren an der gesamten Liegenschaft der Aufwand pro Einheit insgesamt ge- ringer, als bei einer Montage für nur eine Wohnung. So ist beispielsweise der Aufwand für die Anfahrt gleich gross, unabhängig davon ob 37 Fensterläden oder nur vier Fensterläden geliefert werden. Auch unter Berücksichtigung dieses Aspekts ist auf d ie von der Beschwerdegegnerin eingereichte Offerte vom 16. Oktober 2015 über den B etrag von CHF 11‘619.45 abzustellen und nicht auf eine Offerte, welche sich auf die Nachrü stung an der gesamten Liegenschaft be- zieht. Soweit die Beschwerdeführerin der Ansicht ist, di e Lieferung und Montage der Fensterlä- den und Storen an der Mietwohnung der Beschwerdegegne rin könnten zu einem tieferen Preis ausgeführt werden, ist sie darauf hinzuweisen, dass sie di e Realleistung nach wie vor erfüllen und sich damit von der Zahlungspflicht befreien kann. Di ese Möglichkeit steht der Beschwerde- führerin bis zur Tilgung des Betrags von CHF 11‘619.45 offen (vgl. FRANZ KELLERHALS , a.a.O., Art. 345 N 14). 4.5 Im Zusammenhang mit der Taxation macht die Beschwerde führerin geltend, es sei ihr ab Rechtskraft des Erkenntnisentscheids eine angemessene Frist vo n zwei Monaten zur Umset- zung des Urteils einzuräumen, weshalb der Verzugszins früh estens ab 1. April 2016 laufen könne. Die Beschwerdegegnerin beantragte bereits bei d er Vorinstanz die Verzinsung zu 5% seit 1. Februar 2016. Die Beschwerdeführerin wehrte sich im erstinstanzlichen Verfahren gegen diesen Zinsenlauf nicht. Der Einwand, der Zins sei er st ab 1. April 2016 zuzusprechen, ist neu und in Anwendung von Art. 326 Abs. 1 ZPO nicht zu hö ren. Dies gilt umso mehr, als die Be- schwerdeführerin bei der Vorinstanz auch nicht einwendete , es sei ihr noch eine Frist zur Um- setzung des Urteils vom 24. November 2016 zu gewähren. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zu Re cht auf die von der Beschwerde- gegnerin eingereichte Offerte vom 16. Oktober 2015 ab stellte und die Bezifferung der Taxation im Betrag von CHF 11‘619.45 nebst Zins zu 5% seit dem 1. Februar 2016 nicht zu beanstanden ist. Folglich ist die Ziffer 1 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids zu bestätigen. 5.1 Die Beschwerdeführerin rügt sodann, die ihr auferle gte Ordnungsbusse von CHF 60‘500.00 sei nicht oder zumindest nicht in der auf erlegten Höhe gerechtfertigt. Sie beruft sich wiederum auf eine angemessene Umsetzungsfrist von zwei Monaten ab Rechtskraft des Urteils vom 24. November 2015, weshalb ihr eine Ordnu ngsbusse frühestens ab 1. April 2016 auferlegt werden dürfe. Die Beschwerdeführerin monier t weiter, die Vorinstanz habe sich bei der Festlegung der Ordnungsbusse mit dem Verschulden nicht auseinandergesetzt und die Verhältnismässigkeit der Sanktion nicht geprüft. Die Vo rinstanz habe ausser Acht gelassen, dass bereits durch die Mietzinsreduktion und die Mietzinshin terlegung Sanktionsmittel zur Ver- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht fügung stehen würden. Ebenso habe die Vorinstanz nic ht beachtet, dass die verfügte Ord- nungsbusse von CHF 60‘500.00 in keinem Verhältnis zu de n Kosten der Mängelbehebung ste- hen würden. 5.2 Die Beschwerdegegnerin entgegnet, mit Urteil vom 24. November 2016 sei die Höhe der Tagesbusse auf CHF 500.00 festgelegt worden. Gegen dies es Urteil habe die Beschwerdefüh- rerin kein Rechtsmittel erhoben. Im Rahmen des Vollstre ckungsverfahrens sei die angedrohte Ordnungsbusse lediglich noch vollstreckt worden. Die Höhe der Tagesbusse von CHF 500.00 liege im gesetzlichen Rahmen und bewege sich innerhalb des erstinstanzlichen Ermessens. Die Höhe der auferlegten Ordnungsbusse stehe auch in Relat ion zum Verschulden, denn die Be- schwerdegegnerin habe seit über sechs Jahren keine Fensterl äden und Sonnenstore und die Beschwerdeführerin habe sich weder durch zahlreiche Schl ichtungsversuche noch durch das sachrichterliche Urteil zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands anhalten lassen. 5.3 Das Vollstreckungsgericht entscheidet über die konkreten V ollstreckungsmassnahmen von Amtes wegen. Es ist nicht an allfällige Parteianträge gebunden, vielmehr liegt die Wahl des konkreten Vollstreckungsmittels im Ermessen des Gerichts. Da s Vollstreckungsgericht hat die zur Durchsetzung wirksamste Anordnung zu wählen und dab ei den Grundsatz der Verhältnis- mässigkeit zu beachten (GIAN RETO ZINSLI , in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro- zessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, Art. 343 N 4; D ANIEL STAEHELIN , in: Sutter-Somm/Hasen- böhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivil prozessordung, 3. Aufl., Zü- rich/Basel/Genf 2016, Art. 343 N 14; M ELANIE HUBER , a.a.O., N 135, N 334 und N 341). Lautet der Entscheid auf eine Verpflichtung zu einem Tun, Un terlassen oder Dulden, was auf den zu vollstreckenden Entscheid vom 24. November 2015 zutrifft, so sieht Art. 343 Abs. 1 ZPO fol- gende Vollstreckungsmassnahmen vor: a) eine Strafdrohung nach Art. 292 StGB, b) eine Ord- nungsbusse bis zu CHF 5‘000.00, c) eine Ordnungsbusse b is zu CHF 1‘000.00 für jeden Tag der Nichterfüllung, d) eine Zwangsmassnahme wie Wegnah me einer beweglichen Sache oder Räumung eines Grundstücks, e) eine Ersatzvornahme. Dabe i können mehrere Massnahmen miteinander verbunden werden (Botschaft ZPO, S. 7385; DANIEL STAEHELIN , a.a.O., Art. 343 N 15). Bei der Zwangsmassnahme nach Art. 343 Abs. 1 lit . d und der Ersatzvornahme nach Art. 343 Abs. 1 lit. e ZPO handelt es sich um direkte V ollstreckungsmassnahmen, welche ohne Mitwirkung des Schuldners direkt vollstreckt werden. Bei d en Vollstreckungsmassnahmen der Strafdrohung nach Art. 292 StGB, der Ordnungsbusse bis zu CHF 5‘000.00 und der Ordnungs- busse bis zu CHF 1‘000.00 für jeden Tag der Nichterfü llung (sogenannte Tagesbusse), handelt es sich um indirekte Zwangsmassnahmen, mit welchen Druck a uf den Schuldner ausgeübt wird, um ihn persönlich zur Erbringung der geschuldete n Leistung zu motivieren (G IAN RETO ZINSLI , a.a.O., Art. 343 N 10; M ELANIE HUBER , a.a.O., N 330). Die Ordnungsbussen werden in einem ersten Schritt angedroht und im Falle der Nicht erfüllung erst in einem zweiten Schritt ausgesprochen, wenn die Nichterfüllung feststeht. Denn die Nichterfüllung ist nicht per se schon eine Ordnungswidrigkeit, die ohne jegliche Androhung vom Vollstreckungsgericht mit einer Busse bestraft werden kann. Die Androhung kann bereits in das zu vollstreckende Urteil aufge- nommen werden. Der Vollstreckungsrichter hat sodann im zweiten Schritt auf Antrag der obsie- genden Partei festzustellen, ob der zu vollstreckende Entscheid tatsächlich nicht erfüllt wurde, und allenfalls die Busse zu verhängen sowie deren Höhe f estzustellen (Bger 4A_406/2015 vom 11. Juli 2016, E. 3; Handelsgericht des Kantons Zürich, Urteil vom 2. März 2015, HG140169, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 4.4.3; Handelsgericht des Kantons Zürich, Urteil vom 1 8. Dezember 2014, HG140055, E. 2.5.3). Würde die Ordnungsbusse nicht zuerst angedro ht, sondern sogleich verhängt, würde der Zweck der Ordnungsbusse, nämlich den Schuldner zu rechtmässigem Handeln zu zwingen, verfehlt (GIAN RETO ZINSLI , a.a.O., Art. 343 N 21a). 5.4 Die Bemessung der Ordnungsbusse muss verhältnismässig sein. Es handelt sich bei der Bemessung um einen Ermessensentscheid, bei welchem das Erm essen korrekt auszuüben ist. Das bedeutet, dass alle massgeblichen Umstände zu berücksichtigen sind. Die Ordnungsbusse hat die Funktion, die verpflichtete Partei zu einem b estimmten Verhalten zu motivieren. Daher muss die Ordnungsbusse hoch genug sein, um die bussbedroht e Partei tatsächlich zum er- wünschten Verhalten zu motivieren. Die Ordnungsbusse, w elche dem Staat zusteht, darf aber nicht unnötig hoch sein und keinen fiskalischen Zwecken di enen. Der bussbedrohten Partei soll kein unnötig hohes Übel zugefügt werden. Es gilt bei de r Bemessung der Ordnungsbusse auch die Relation zwischen dem zu schützenden Rechtsgut und de r möglichen Verletzung des Ver- mögens der bussbedrohten Partei zu berücksichtigen (Oberge richt des Kantons Zürich, Urteil vom 18. April 2013, RV120007, E. 5.2.2; MELANIE HUBER , a.a.O., N 415). Aus der ZPO und den Materialen geht nicht hervor, ob für die Auferlegung einer Ordnungsbusse ein Verschulden der verpflichteten Partei erforderlich ist bzw. ob das Verschulden bei der Bemessung zu berücksich- tigen ist. In der Lehre ist diese Frage umstritten (M ELANIE HUBER , a.a.O., N 407 mit weiteren Hinweisen). Das Bundesgericht hat nunmehr festgehalten, dass es aufgrund der Funktion der Ordnungsbusse als Vollstreckungsmassnahme ausgeschlossen scheint, d iese ohne jegliches Verschulden auszusprechen, so namentlich, wenn es der unterlegenen Partei gar nicht möglich war, den Entscheid zu beachten (Bger 4A_406/2015 vom 11. Juli 2016, E. 6.1). 5.5 Im Entscheid vom 24. November 2015 wurde gestützt auf A rt. 343 Abs. 1 lit. c ZPO eine Ordnungsbusse von CHF 500.00 für jeden Tag der Nichterf üllung angedroht, beginnend per 1. Februar 2016. Erst im Vollstreckungsentscheid vom 31. Mai 2016 war die Ordnungsbusse aufzuerlegen und deren Höhe festzulegen. Die Vorinsta nz hat die Ordnungsbusse mit Vollstre- ckungsentscheid vom 31. Mai 2016 auf CHF 60‘500.00 festg elegt und dabei darauf abgestellt, dass die Tagesbusse im Entscheid vom 24. November 2015 auf CHF 500.00 mit Wirkung per 1. Februar 2016 angeordnet worden sei und sich die O rdnungsbusse bis zum Vollstreckungs- entscheid vom 31. Mai 2016 somit auf 121 Tage à CHF 5 00.00 belaufe. Die Vorinstanz hat die Ordnungsbusse allein nach arithmetischen Grundsätzen festg elegt und dabei weder die Ver- hältnismässigkeit noch ein Verschulden geprüft. Das zu schütze nde Rechtsgut betrifft das Ver- mögen der Beschwerdegegnerin und beträgt gemäss der Ta xation CHF 11‘619.45. Die Ord- nungsbusse von CHF 60‘500.00 steht nicht in einer vernünftigen Relation dazu und erweist sich bereits aufgrund des Vergleichs mit dem zu schützenden Rech tsgut als nicht verhältnismässig und fiskalischen Zwecken dienend. Im Rahmen der Verhältn ismässigkeitsprüfung ist auch zu beachten, dass durch die mit Urteil vom 24. November 201 5 bewilligte Mietzinshinterlegung bereits ein Sanktionsmittel zur Verfügung steht. So s tellt die Hinterlegung ein Druckmittel für den Mieter dar, um die Vermieterschaft dazu zu bringen, die Mängel zu beheben (LACHAT et al., Mietrecht für die Praxis, 8. Aufl. 2009, Rz 11/7.1.3, S . 188). Die Hinterlegung der Mietzinse dient damit dem gleichen Zweck wie die Ordnungsbusse, wa s bei der Festlegung einer Ord- nungsbusse ebenfalls zu berücksichtigen ist. Die mit Vollstreckungsentscheid vom 31. Mai 2016 angeordnete Ordnungsbusse von CHF 60‘500.00 erweist sich als unverhältnismässig und ist Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufzuheben. Die Ordnungsbusse gemäss Art. 343 Abs. 1 lit . c ZPO ist unter Berücksichtigung der Verhältnismässigkeit und des Verschuldens zu prüfen, w as im angefochtenen Vollstre- ckungsentscheid nicht gemacht wurde. Um den Grundsatz der double instance nicht zu verlet- zen, wird die Sache in Anwendung von Art. 327 Abs. 3 l it. a ZPO an die Vorinstanz zurückge- wiesen, damit diese über die Ordnungsbusse nunmehr mit Prüfung der Verhältnismässigkeit und des Verschuldens noch einmal entscheidet. Je nachdem, wie der neue Entscheid des Voll- streckungsgerichts ausfällt, ist es auch angezeigt, über di e Kosten des Vollstreckungsverfah- rens neu zu entscheiden. Folglich sind die Ziffer 2 (O rdnungsbusse) und die Ziffer 5 (Kosten- entscheid) des Vollstreckungsurteils vom 31. Mai 2016 aufzu heben und die Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen, um über die Ordnungsbusse und a llenfalls die Kostenverteilung neu zu entscheiden. 6. Es bleibt über die Verteilung der Prozesskosten des Besch werdeverfahrens, bestehend aus den Gerichtskosten sowie der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO), zu befinden. 6.1 Massgebend für die Regelung der Kostenfolgen sind die Bestimmungen der Art. 104 ff. ZPO, die auch im Beschwerdeverfahren gelten, da das G esetz für das Rechtsmittelverfahren keine speziellen Kostenregelungen vorsieht (vgl. B ENEDIKT SEILER , Die Berufung nach ZPO, Rz. 1560). Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozessk osten der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so we rden die Prozesskosten nach dem Aus- gang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Von diesem Verteilungsgrundsatz kann das Gericht unter gewissen Umständen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 ZPO). Entsprechend den vorstehenden Erwägunge n unterliegt die Beschwerdeführe- rin hinsichtlich der Taxation. Betreffend die Ordnungsb usse ist das Verfahren zum neuen Ent- scheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Indem im vorliege nden Beschwerdeverfahren ledig- lich betreffend die Taxation in der Sache entschieden w ird, ist es angezeigt, nur für diesen Teil der Beschwerde eine Entscheidgebühr zu erheben und für den Teil, welcher die Ordnungsbus- se betrifft, die Gerichtsgebühr in Anwendung von Art. 107 Abs. 2 ZPO dem Kanton aufzuerle- gen bzw. für diesen Bereich der Beschwerde auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr zu verzich- ten. Die auf den Teil der Taxation bezogene, reduziert e Entscheidgebühr für das Beschwerde- verfahren ist in Anwendung von § 9 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Gebühren der Gerich- te (Gebührentarif, SGS 170.31) auf pauschal CHF 900. 00 festzusetzen und entsprechend dem Prozessausgang dieses Teilbereichs der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 6.2 In einem Rückweisungsentscheid kann die obere Instanz di e Verteilung der Prozesskos- ten des Rechtsmittelverfahrens gemäss Art. 104 Abs. 4 ZPO der Vorinstanz überlassen, bei- spielsweise wenn noch nicht absehbar ist, welche Partei in welchem Umfang letztlich obsiegen wird. In solchen Fällen setzt die Beschwerdeinstanz die Kost enhöhe des Rechtsmittelverfah- rens fest, überlässt die konkrete Verteilung dieser Koste n dann aber der Vorinstanz (BOTSCHAFT ZPO, S. 7296) und weist diese an, in ihrem Entscheid auch ü ber die Verteilung der Kosten des Rechtsmittelverfahrens zu befinden. Das Kantonsg ericht, Abteilung Zivilrecht, ist hiervor zum Schluss gelangt, dass die Sache hinsichtlich der Ordnungsbusse zur Neubeurtei- lung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Der Ausgang de s Verfahrens ist in diesem Teil im jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersehbar, so dass heute über die Verteilung der ausserordentlichen Kosten bzw. der Auferlegung einer Parteientschädigung nicht entschieden werden kann. Das Kantonsgericht beschränkt sich daher darauf, die Höhe der ausserordentlichen Kosten festzu- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht legen und die Auferlegung einer Parteientschädigung alsdann der Vorinstanz zu überlassen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. Der Rechtsver- treter der Beschwerdegegnerin hat eine Honorarrechnun g nach Streitwert eingereicht. In Be- schwerdesachen bzw. Beschwerdeverfahren gelangt allerdings gemäss § 2 Abs. 1 der Tarif- ordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO, SGS 17 8.112) die Berechnung nach dem Zeit- aufwand zur Anwendung. Nachdem keiner der Rechtsvertret er eine Honorarnote nach Zeitauf- wand eingereicht hat, werden die Parteientschädigung en in Anwendung von § 18 Abs. 1 TO vom Gericht von Amtes wegen nach Ermessen festgesetzt. Da s Kantonsgericht veranschlagt den Zeitaufwand des Parteivertreters der Beschwerdefüh rerin auf neun Stunden zu einem mitt- leren Stundenansatz von CHF 250.00. Die Auslagen werde n auf CHF 20.00 geschätzt, sodass sich eine Parteientschädigung von insgesamt CHF 2‘451.60 (inkl. CHF 20.00 Auslagen und CHF 181.60 MWST) ergibt. Der Aufwand für den Rechtsve rtreter der Beschwerdegegnerin wird auf sechs Stunden zu einem mittleren Stundenansatz von CHF 250.00 angesetzt und die Aus- lagen werden auf CHF 20.00 geschätzt, sodass sich für die Beschwerdegegnerin ausserordent- liche Kosten von insgesamt CHF 1‘641.60 (inkl. CHF 20.00 Auslagen und CHF 121.60 MWST) ergeben. Sollte der Rechtsvertreter der Beschwerdegeg nerin, welcher die unentgeltliche Rechtspflege für das Rechtsmittelverfahren bewilligt w urde, aus der Gerichtskasse entschädigt werden, wäre ein Betrag von CHF 1‘317.60 (6 Std. à C HF 200.00, zzgl. Auslagen von CHF 20.00 und MWST von CHF 97.60) auszurichten. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Ziffern 1, 3 und 4 des Dispositivs des Vollstr eckungsurteils des Prä- sidenten des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost vom 31. Mai 2016 werden bestätigt. Die Ziffern 2 und 5 des Dispositivs des Vollstreckungsurteil s des Präsi- denten des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost vom 31. Mai 2016 werden aufgehoben und der Fall zur neuen B eurteilung der Ordnungs- busse und der Kostenfolgen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Die reduzierte Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahre n von CHF 900.00 wird der Beschwerdeführerin auferlegt. 3. Für das Beschwerdeverfahren werden die ausserorde ntlichen Kosten der Beschwerdeführerin auf CHF 2‘451.60 (inkl. CHF 20.00 Auslagen und CHF 181.60 MWST) und jene der Beschwerdegegnerin auf CHF 1‘641.60 (inkl. CHF 20.00 Auslagen und CHF 121.60 MWST) fest- gesetzt. Über die Verlegung der ausserordentlichen Koste n des Be- schwerdeverfahrens hat das Präsidium des Zivilkreisgerichts Base l- Landschaft Ost zu entscheiden. Sollte der Rechtsvertrete r der Be- schwerdegegnerin, zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Rechtsmittelverfahren, aus der Gerichtskasse entsch ädigt wer- den, wä re ein Betrag von CHF 1‘317.60 (6 Std. à CHF 200.00 , zzgl. Auslagen von CHF 20.00 und MWST von CHF 97.60) auszurichten. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiberin Karin Arber