<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00249</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105674&amp;W10_KEY=13013580&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00249</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.08.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 08.02.2001 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verteilung von Flugblättern auf dem Schulareal</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verbot der Verteilung von Flugblättern auf dem Schulareal: Kein Anspruch auf eine mündliche Verhandlung gestützt auf Art. 6 EMRK, da das Verteilen von Flugblättern in den Bereich allgemeiner Freiheitsausübung und damit nicht in den Schutzbereich dieser EMRK-Norm fällt (E. 2 b). Kein Verstoss gegen das Rechtsverzögerungsverbot, wenn das Rekursverfahren insgesamt rund acht Monate dauerte (unter Berücksichtigung einer Überweisung und der Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels) (E. 3). Als Anfechtungsobjekt genügt auch ein m ü n d l i c h angeordnetes Verbot, Flugblätter zur verteilen (E. 4 a). Die Legitimation des beschwerdeführenden Vereins (anstelle der Schüler) ist gegeben, weil die Flugblätter auch im Namen des Vereins abgefasst sind (E. 4 b/aa). Auf das Erfordernis eines aktuellen Interesses kann angesichts der sich vorliegend stellenden Grundsatzfragen verzichtet werden (E. 4 b/bb). Meinungsäusserungsfreiheit (MÄF) für Schüler; Möglichkeit der Einschränkung unter dem Gesichtswinkel der Nutzung von Verwaltungsvermögen und des besonderen Rechtsverhältnisses (E. 5 a). Eine Bewilligungspflicht ist mit der MÄF insofern vereinbar, als sie das Verteilen von Flugblättern auf dem Schulareal, die von D r i t t personen verfasst sind, betrifft (E. 5 b). Die konkrete Bewilligungsverweigerung bezieht sich nur auf die F o r m der Meinungskundgabe (Flugblatt), nicht aber auf die Meinungsäusserung an sich und verletzt daher die MÄF und das Verhältnismässigkeitsgebot nicht (E. 6). --&gt; BGE 1P.622/2000, 8. Februar 2001 (Abweisung) </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKTUELL">AKTUELL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANFECHTUNGSOBJEKT">ANFECHTUNGSOBJEKT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BGE">BGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FLUGBLATT">FLUGBLATT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Grundrechte ST: FREIHEITSRECHTE">FREIHEITSRECHTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MEINUNGSÃUSSERUNGSFREIHEIT">MEINUNGSÃUSSERUNGSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MÃNDLICHE VERHANDLUNG">MÃNDLICHE VERHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT">POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSSCHUTZINTERESSE">RECHTSSCHUTZINTERESSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSVERZÃGERUNG">RECHTSVERZÃGERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHÃLER/-IN">SCHÃLER/-IN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHULHAUS">SCHULHAUS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSDAUER">VERFAHRENSDAUER</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 16 lit. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 6 lit. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 EMRK</span><br/><span class="gerade">§ 4a VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 21 lit. a VRG</span><br/><span class="gerade">§ 27a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Schreiben vom 21. MÃ¤rz 1999 wandten sich mehrere SchÃ¼ler des Schulhau­ses HungerbÃ¼hl an die Oberstufenschulpflege Embrach mit dem Anliegen, am Schulhaus­fest vom 29. April 1999 solle auf das Anbieten von Fleisch, insbesondere von Kebab, ver­zichtet werden, weil der Verzicht auf solche Speisen Tierleid erspare. Falls diesem Anlie­gen nicht entsprochen werde, sei ihnen wenigstens zu gestatten, mit FlugblÃ¤ttern Ã¼ber Fleisch und Kebab aufklÃ¤ren zu dÃ¼rfen. AnlÃ¤sslich eines GesprÃ¤chs zwischen einem der gesuchstellenden SchÃ¼ler und dem PrÃ¤sidenten der Oberstufenschulpflege lehnte Letzterer beide Anliegen ab. Der Inhalt dieses GesprÃ¤chs ergibt sich im Einzelnen nicht aus den Ak­ten. Nach insoweit unbestrittener Darstellung der Oberstufenschulpflege hielt deren PrÃ¤si­dent dabei fest, dass auf dem Schulhausareal keine FlugblÃ¤tter verteilt werden dÃ¼rften; hin­gegen dÃ¼rften die gesuchstellenden SchÃ¼ler ihre Meinung zum Fleischkonsum in Form einer "PrÃ¤sentation" und unter Verwendung des (SchÃ¼ler-) Anschlagbretts kundtun, wobei die entsprechenden Texte vorgÃ¤ngig der Schulleitung vorgelegt werden mÃ¼ssten, ohne dass damit eine inhaltliche Zensur verbunden werde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In der Folge schaltete sich Erwin Kessler, PrÃ¤sident des Vereins gegen Tierfabriken Schweiz (VgT), ein. Der PrÃ¤sident der Oberstufenschulpflege fÃ¼hrte am 20. April 1999 mit diesem ein - ebenfalls nicht aktenkundiges - GesprÃ¤ch, an welchem beide an ihren Stand­punkte festhielten. Das Schulhausfest fand wie geplant am 29. April 1999 statt; anstelle von Kebab wurden dabei "Hamburger" angeboten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit "Verwaltungsbeschwerde" vom 1. Juni 1999 wandte sich Erwin Kessler na­mens des VgT an die Bildungsdirektion des Kantons ZÃ¼rich mit dem Antrag: "Die Schul­pflege Embrach sei anzuweisen, das Verteilen von FlugblÃ¤ttern auf dem Schulareal grund­sÃ¤tzlich zu erlauben. Ein ausnahmsweises Verbot sei sachlich zu begrÃ¼nden." Dazu wurde vorab vorgebracht, mehrere Mitglieder des VgT gingen im Embracher Schulhaus Hunger­bÃ¼hl in die Schule. Der SchulprÃ¤sident verbiete ihnen generell das Verteilen tierschÃ¼tzeri­scher FlugblÃ¤tter auf dem Schulareal. Eine solches totales Flugblattverbot stelle einen un­verhÃ¤ltnismÃ¤ssigen, sachlich nicht gerechtfertigten Eingriff in die MeinungsÃ¤usserungs­freiheit dar. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Bildungsdirektion Ã¼berwies die Eingabe am 7. Juni 1999 dem Bezirksrat BÃ¼lach, weil dieser und nicht der Erziehungsrat zur Behandlung des vorliegenden Rekurses zustÃ¤ndig sei. Nach DurchfÃ¼hrung eines doppelten Schriftwechsels wies der Bezirksrat BÃ¼lach den Rekurs am 16. Dezember 1999 "im Sinne der ErwÃ¤gungen" ab. In Letzteren fÃ¼hrte er aus, das Verteilen von FlugblÃ¤ttern auf Ã¶ffentlichem Grund sei aufgrund verschie­dener Freiheitsrechte, namentlich der Presse- und der MeinungsÃ¤usserungsfreiheit, gewÃ¤hr­leistet. EinschrÃ¤nkungen dieser Grundrechte mÃ¼ssten auf einer gesetzlichen Grundlage beru­hen, durch ein Ã¶ffentliches Interesse geboten und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein. Dabei sei "indes­sen auch der Schutz von Grundrechten Dritter zu beachten und zu garantieren". Diese Vor­aussetzungen seien hier erfÃ¼llt. Es sei "Aufgabe der Schulpflegen, im Rahmen der Durch­setzung der Schulgesetzgebung fÃ¼r einen ordnungsgemÃ¤ssen Gang der Schule mittels Hausordnung und durch EinzelverfÃ¼gung zu sorgen". Zur ErfÃ¼llung dieser Aufgabe, die im Ã¶ffentlichen Interesse liege, kÃ¶nne sich die Schulpflege auf die polizeiliche Gene­ralklausel stÃ¼tzen, "soweit sich im Ã¼brigen nicht bereits ohnehin aus der Schulgesetzge­bung eine entsprechende gesetzliche Grundlage ableiten liesse". Die vom SchulprÃ¤sidenten angebotenen Alternativen â nÃ¤mlich die Verwendung des SchÃ¼leranschlagbrettes sowie die Errichtung eines Informationsstandes beim Anschlagbrett mit der Auflage vorgÃ¤ngiger Visualisierung durch LehrkrÃ¤fte â liessen das streitige Verbot der Verteilung von FlugblÃ¤t­tern als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheinen, "zumal im Gegensatz zu irgendeinem Ã¶ffentlichen Platz auf einem Schulhausareal das Nebeneinander diverser TÃ¤tigkeiten gewissen geord­neten AblÃ¤ufen zugefÃ¼hrt werden darf".</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen den Bezirksratsbeschluss erhob der VgT am 10. Februar 2000 Rekurs an den Regierungsrat, worin der erstinstanzliche Rekursantrag erneuert wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Rekursverfahren vor Regierungsrat verzichteten die Oberstufenschulpflege Em­brach sowie der Bezirksrat BÃ¼lach auf Vernehmlassung. Der Regierungsrat beschloss am 5. Juli 2000, auf den Rekurs nicht einzutreten und die Akten dem Verwaltungsgericht zu Ã¼berweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Zur Behandlung des Rekurses vom 10. Februar 2000 gegen den Beschluss des Bezirksrats BÃ¼lach vom 16. Dezember 1999 ist nicht der Regierungsrat, sondern nach § 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) das Verwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz funktionell und sachlich zustÃ¤ndig. Das ergibt sich ohne weiteres daraus, dass die vom Bezirksrat BÃ¼lach Ã¼berprÃ¼fte Anordnung des PrÃ¤sidenten der Oberstufenschulpflege Embrach unter keinen der in § 43 Abs. 1 VRG genannten AusnahmetatbestÃ¤nde fÃ¤llt; nÃ¤here ErÃ¶rterungen zum Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens, wie sie der Regierungsrat in seinem Nicht­eintretens- und Ãberweisungsbeschluss angestellt hat, erÃ¼brigen sich. Die Beschwerdebe­fugnis des vor Bezirksrat unterlegenen Rekurrenten ist nach § 70 in Verbindung mit § 21 lit. a VRG gegeben; das gilt selbst fÃ¼r den Fall, dass der Bezirksrat die Rekurslegitimation des BeschwerdefÃ¼hrers nach § 21 lit. a VRG zu Unrecht bejaht haben sollte (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 96; dazu nachstehend E. 4 b).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Weil der Regierungsrat dem Beschwerdegegner sowie der Vorinstanz bereits Gelegenheit zur Einreichung einer Vernehmlassung eingerÃ¤umt hat, erÃ¼brigt sich die An­ordnung eines Schriftenwechsels nach § 58 VRG.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Eine mÃ¼ndliche Verhandlung ist nicht durchzufÃ¼hren. Die Anordnung einer sol­chen Verhandlung nach § 59 VRG steht im Ermessen des Gerichts. Art. 6 Abs. 1 der Euro­pÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) verschafft einem BeschwerdefÃ¼hrer einen Anspruch auf mÃ¼ndliche Verhandlung nur in FÃ¤llen, in denen eine zivilrechtliche Streitig­keit oder eine strafrechtlichen Anklage im Sinn dieser Konventionsbestimmung vorliegt. Beides trifft hier nicht zu. Insbesondere geht es nicht um eine zivilrechtliche Streitigkeit. Der vorliegende Streitfall betrifft die Nutzung von VerwaltungsvermÃ¶gen, die rechtlich analog der BenÃ¼tzung des Ã¶ffentlichen Grundes zu beurteilen ist (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 1825). Nach einer Ã¼berzeugenden Lehrmeinung (Ruth Herzog, Art. 6 EMRK und kantonale Ver­waltungsrechtspflege, Bern 1995, S. 175 ff.), der sich das Verwaltungsgericht angeschlos­sen hat (RB 1999 Nr. 33), ist zu unterscheiden, ob die auf dem Ã¶ffentlichen Grund beab­sichtigte TÃ¤tigkeit oder Vorkehr in den Bereich allgemeiner FreiheitsausÃ¼bung fÃ¤llt oder ob die ersuchende Person ein SchutzbedÃ¼rfnis wirtschaftlich-pekuniÃ¤rer oder persÃ¶nlichkeits­rechtlicher Art darzutun vermag; nur bei einem derartigen SchutzbedÃ¼rfnis wirtschaftlicher oder persÃ¶nlichkeitsrechtlicher Art fallen Streitigkeiten Ã¼ber die Nutzung des Ã¶ffentlichen Grundes in den Anwendungsbereich von Art. 6 Abs. 1 EMRK.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie angemerkt werden kann, war der Bezirksrat zur Anordnung einer Ã¶ffentlichen Verhandlung nach Art. 6 Abs. 1 EMRK von vornherein deswegen nicht verpflichtet, weil er auch in seiner rechtsprechenden Funktion keine gerichtliche Instanz im Sinn dieser Konventionsbestimmung ist (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 82, § 52 N. 11).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Der angefochtene Bezirksratsbeschluss vom 16. Dezember 1999 wurde dem Be­schwerdefÃ¼hrer erst am 10. Februar 2000 zugestellt, was Letzterer als menschenrechtswid­rige Verschleppung rÃ¼gt. Ob die zeitliche Abwicklung eines Verfahrens dem Beschleuni­gungsgebot von § 4a VRG entspricht sowie vor dem RechtsverzÃ¶gerungsverbot von Art. 4 der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 (aBV) bzw. Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) standhÃ¤lt, ist nach den gesamten UmstÃ¤nden des Einzelfalles zu beurteilen, wobei sich die Beurteilung auf die Gesamtdauer des Verfahrens bezieht (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 55 und 76). Wenn der BeschwerdefÃ¼hrer auf seine am 1. Juni 1999 eingereichte "Verwaltungsbeschwerde" am 10. Februar 2000 Be­scheid erhalten hat, verstÃ¶sst diese zeitliche Abwicklung nicht gegen das RechtsverzÃ¶ge­rungsverbot, zumal das bei der Erziehungsdirektion eingereichte Rechtsmittel von dieser Amtsstelle zunÃ¤chst dem zustÃ¤ndigen Bezirksrat Ã¼berwiesen werden musste und Letzterer einen doppelten Schriftwechsel durchfÃ¼hrte. Allerdings ist die gemÃ¤ss § 27a Abs. 1 VRG fÃ¼r verwaltungsinterne Rekursinstanzen geltende besondere Frist von 60 Tagen, fÃ¼r deren Beginn hier der Abschluss des doppelten Schriftwechsel am 31. Juli 1999 genommen wer­den kann und fÃ¼r deren Einhaltung nicht das Datum des Entscheids, sondern jenes seiner Zustellung massgebend ist (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 27a N. 4 f.), hier mit der Zustellung des Rekursentscheids am 10. Februar 2000 nicht gewahrt worden, weshalb der Bezirksrat sei­ner Orientierungspflicht gemÃ¤ss § 27a Abs. 2 VRG hÃ¤tte nachkommen mÃ¼ssen, was er unterlassen hat. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Der Bezirksrat BÃ¼lach ist von der ZulÃ¤ssigkeit des ihm seitens der Bildungsdi­rektion Ã¼berwiesenen Rekurses ausgegangen. Seine sachliche ZustÃ¤ndigkeit hat er im Ein­klang mit der Bildungsdirektion jedenfalls zu Recht bejaht, da der Rekurs keine schuli­schen Angelegenheiten im engeren Sinn betrifft (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 5 N. 10, § 19 N. 129). Unter zwei anderen Gesichtswinkeln â nÃ¤mlich jenen des Anfechtungsobjekts und der Legitimation - ist jedoch fraglich, ob der Bezirksrat zu Recht auf den Rekurs eingetre­ten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Das mit dem Rekurs beanstandete Flugblattverbot ist nicht in VerfÃ¼gungsform ergangen, sondern seitens des SchulprÃ¤sidenten anlÃ¤sslich des GesprÃ¤chs mit einem SchÃ¼­ler des Schulhauses HungerbÃ¼hl in einem nicht aktenkundigen Zeitpunkt mÃ¼ndlich ausge­sprochen und anlÃ¤sslich eines GesprÃ¤chs vom 20. April 1999 mit dem PrÃ¤sidenten des Be­schwerdefÃ¼hrers bekrÃ¤ftigt worden. Auf die Ã¤ussere Form des Verwaltungshandelns kommt es jedoch nicht an; abzustellen ist einzig darauf, ob eine behÃ¶rdliche Ãusserung die Krite­rien einer VerfÃ¼gung erfÃ¼llt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu § 4-31 N. 12; § 19 N. 5). Das trifft hier zu, wie es bereits zutreffend der Bezirksrat festgestellt hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GemÃ¤ss § 21 lit. a VRG ist zum Rekurs berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ãnde­rung hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Das Flugblattverbot richtete sich nicht unmittelbar an den BeschwerdefÃ¼hrer. Adressaten waren vielmehr SchÃ¼ler, die im Hinblick auf den Fleischverkauf und âkonsum am geplanten Schulhausfest vom 29. April 1999 FlugblÃ¤tter tierschÃ¼tzerischen Inhalts auf dem Schulhausareal verteilen wollten. Es ist anzunehmen, jedoch aufgrund der vorliegen­den Akten nicht belegt, dass diese SchÃ¼ler oder Einzelne unter ihnen Mitglied des Be­schwerdefÃ¼hrers sind. Ob die Voraussetzungen fÃ¼r eine egoistische Verbandsbeschwerde erfÃ¼llt waren (dazu BGE 123 I 221 E. 2 S. 225; RB 1991 Nr. 8 = BEZ 1991 Nr. 3), kann indessen dahin gestellt bleiben. Aufgrund der vorliegenden Akten ist davon auszugehen, dass die FlugblÃ¤tter nicht nur Texte tierschÃ¼tzerischen Inhalts enthalten, sondern darÃ¼ber hinaus ausdrÃ¼cklich im Namen des BeschwerdefÃ¼hrers verfasst werden sollten (vgl. Ver­waltungsbeschwerde vom 1. Juni 1999 S. 1, Bezirksratsentscheid Ziff. 1a). Der heutige BeschwerdefÃ¼hrer war daher selber von der ergangenen Anordnung betroffen im Sinn von § 21 lit. a VRG.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Die gesuchstellenden SchÃ¼ler strebten primÃ¤r einen Verzicht auf den Verkauf von Fleisch anlÃ¤sslich des Schulhausfestes vom 29. April 1999 an; die Verteilung von FlugblÃ¤ttern tierschÃ¼tzerischen Inhalts sahen sie nur fÃ¼r den Fall vor, dass ihrem primÃ¤ren Anliegen nicht entsprochen werde. Aufgrund der vorliegenden Akten ist davon auszuge­hen, dass dies als Protestaktion gedacht war, die in zeitlicher Hinsicht anlÃ¤sslich des Festes selber, allenfalls schon zuvor, jedenfalls aber nicht danach stattfinden sollte. Unter diesen UmstÃ¤nden fehlte dem BeschwerdefÃ¼hrer bereits im Zeitpunkt der Erhebung der "Verwal­tungsbeschwerde" am 1. Juni 1999 ein aktuelles Interesse an der Aufhebung oder AbÃ¤nde­rung der angefochtenen Anordnung. Auf das Erfordernis des aktuellen Interesses kann al­lerdings verzichtet werden, wenn es um eine Grundsatzfrage geht, Ã¼ber die sonst kaum je ein rechtzeitiger Entscheid gefÃ¤llt werden kÃ¶nnte und die sich jederzeit unter gleichen oder Ã¤hnlichen UmstÃ¤nden wieder stellen kÃ¶nnte (BGE 111 Ib 56 E. 2 S. 59; RB 1998 Nr. 41, 1987 Nr. 5). Diese Voraussetzungen waren hier erfÃ¼llt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Das Recht der freien MeinungsÃ¤usserung, das bis Ende 1999 als ungeschriebe­nes verfassungsmÃ¤ssiges Recht anerkannt war und seither gemÃ¤ss Art. 16 Abs. 2 BV ge­wÃ¤hrleistet ist und das zudem in Art. 10 EMRK garantiert wird, steht auch SchÃ¼lerinnen und SchÃ¼ler im Rahmen des Schulbetriebes â sowohl bezÃ¼glich Ãusserungen im Unterricht wie auch hinsichtlich Veranstaltungen auf dem Schulareal â zu (JÃ¶rg Paul MÃ¼ller, Grund­rechte in der Schweiz, 3. A., Bern 1999, S. 234 f.; Herbert Plotke, Schweizerisches Schul­recht, Bern 1979, S. 301 f.). Mit Bezug auf MeinungsÃ¤usserungen von SchÃ¼lern/innen auf dem Schulareal kÃ¶nnen unter zwei Gesichtspunkten besondere EinschrÃ¤nkungen zulÃ¤ssig sein. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zum einen kÃ¶nnen sie sich - unter dem Gesichtswinkel des Ã¶ffentlichen Sachen­rechts - aus der Nutzung von RÃ¤umlichkeiten der Schule ergeben, d.h. daraus, dass es sich dabei um Sachen im <i>VerwaltungsvermÃ¶gen</i> handelt. Deren Nutzung darf, soweit sie den bestimmungsgemÃ¤ssen Gebrauch Ã¼berschreitet und daher "ausserordentlichen" Charakter hat, besonderen EinschrÃ¤nkungen unterworfen werden, fÃ¼r die analoge GrundsÃ¤tze wie fÃ¼r den gesteigerten Gemeingebrauch auf Ã¶ffentlichen Strassen und PlÃ¤tzen gelten (Tobias Jaag, Gemeingebrauch und Sondernutzung Ã¶ffentlicher Sachen, ZBl 93/1992, S. 145 ff., insbesondere S. 163 f., derselbe, Verwaltungsrecht des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 2452). Weil derartige EinschrÃ¤nkungen durch die Art und IntensitÃ¤t der Nutzung des VerwaltungsvermÃ¶gens bedingt sind, erweisen sie sich nicht nur fÃ¼r SchulangehÃ¶rige (LehrkrÃ¤fte und SchÃ¼ler) als zulÃ¤ssig, sondern gleichermassen oder sogar in einem weite­ren Umfang auch fÃ¼r Drittpersonen. Der Anspruch auf BenÃ¼tzung der RÃ¤umlichkeiten ei­ner Ã¶ffentlichrechtlichen Anstalt ergibt sich aus deren Zweck und nicht aus den Freiheits­rechten (BGE 98 Ia 362 bezÃ¼glich der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich; vgl. jedoch BGr, 18. Feburar 1991, ZBl 93/1992, S. 40 ff. bezÃ¼glich eines Kirchgemeindesaals). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Spezifische EinschrÃ¤nkungen der MeinungsÃ¤usserungsfreiheit sind sodann â unter dem Gesichtswinkel des Ã¶ffentlichen Anstaltsrechts â aufgrund des <i>besonderen Rechtsver­hÃ¤ltnisses</i> zwischen einer staatlichen Lehranstalt und ihren SchÃ¼lern zulÃ¤ssig. Sie dÃ¼rfen jedoch nicht weiter gehen, als es der Zweck und Betrieb der Anstalt erfordert (BGr, 24. Mai 1978, ZBl 79/1978, S. 505). FÃ¼r Mitteilungen und wohl auch fÃ¼r MeinungsÃ¤usse­rungen in der Form von AnschlÃ¤gen hat die Schule geeigneten Platz zur VerfÃ¼gung zu stellen. Die Schulleitung darf verlangen, dass derartige Informationen den Namen des Ver­fassers tragen. Soweit es dabei um EinschrÃ¤nkungen geht, die den <i>Inhalt</i> von MeinungsÃ¤us­serungen betreffen, ist es eine Frage der AbwÃ¤gung, ob und inwieweit die MeinungsÃ¤usse­rungsfreiheit der SchÃ¼ler und SchÃ¼lerinnen gegenÃ¼ber den Anforderungen des Schulbe­triebs zurÃ¼ckzutreten hat; diese Freiheit wird jedenfalls nicht schon durch das im Gesetz festgelegte allgemeine Erziehungsziel der Schule beschrÃ¤nkt; SchÃ¼lerinnen und SchÃ¼ler dÃ¼rfen abweichende Meinungen vertreten, sofern sie sich einer angemessenen Form bedie­nen und nicht der Agitation verfallen (BGr, 24. Mai 1978, a.a.O.). Die Schulleitung darf Plakate entfernen, die gesetzwidrige Darstellungen enthalten, Lehrer oder SchÃ¼ler angrei­fen oder geeignet sind, den Schulbetrieb zu stÃ¶ren (Carlo Portner, Die Anstaltsgewalt Ã¶f­fentlicher Schulen mit Beispielen aus dem zÃ¼rcherischen Recht, ZÃ¼rich 1979, S. 93). Im Einzelnen hÃ¤ngt der Umfang der den SchÃ¼lern/innen zustehendend MeinungsÃ¤usserungs­freiheit von der Stufe und der Art der Lehranstalt ab. Die an einer Hochschule Studieren­den kÃ¶nnen mehr Freiheit beanspruchen als die SchÃ¼ler/innen einer Mittelschule oder der Volksschule.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GemÃ¤ss Ziffer 3.6 der Hausordnung der Oberstufenschule Embrach (Fassung vom September 1998) sind Flugblattaktionen auf dem Schulareal ohne Bewilligung der Schulpflege nicht erlaubt. Es fragt sich, ob diese Bewilligungspflicht mit der MeinungsÃ¤us-serungsfreiheit vereinbar sei, was wiederum unter den zwei genannten Gesichtspunkten zu prÃ¼fen ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Eine Bewilligungspflicht rechtfertigt sich nach dem Gesagten fÃ¼r "Veranstaltungen" auf dem Schulareal, welche mit einer "ausserordentlichen" Nutzung des AnstaltsvermÃ¶gens verbunden sind (vgl. etwa die Bewilligungspflicht gemÃ¤ss der â offenbar nur fÃ¼r kantonale Mittel- und Fachhochschulen geltenden â Verordnung Ã¼ber die BenÃ¼tzung von RÃ¤umlich­keiten, Anlagen und Einrichtungen kantonaler Schulen durch Dritte vom 21. Januar 1998; LS 410.13). Ob die Verteilung von FlugblÃ¤ttern durch SchÃ¼lerinnen und SchÃ¼ler im Zu­sammenhang mit der DurchfÃ¼hrung eines Schulfestes noch als bestimmungsgemÃ¤sse Nut­zung des Schulareals zu wÃ¼rdigen sei, ist fraglich, kann aber offen bleiben. Eine die Bewil­ligungspflicht rechtfertigende "ausserordentliche" Nutzung ist selbst bei bestimmungs­fremdem Gebrauch nur anzunehmen, wenn sie eine gewisse IntensitÃ¤t erreicht, was bei der Verteilung von FlugblÃ¤ttern nicht der Fall ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Schwieriger ist die Frage zu beantworten, ob sich die Bewilligungspflicht fÃ¼r Flug­blattaktionen aus anstaltsrechtlicher Sicht â im Hinblick auf den Zweck und Betrieb der Schule â rechtfertige. Nach Auffassung von Plotke (a.a.O., S. 301) ist es mit der Mei­nungsÃ¤usserungsfreiheit der SchÃ¼ler und SchÃ¼lerinnen nicht vereinbar, die Verteilung von Druckschriften auf dem Schulareal von einer Bewilligung abhÃ¤ngig zu machen. Dieser Auffassung ist in dieser absoluten Form nicht beizupflichten. Die Bewilligungspflicht ist jedenfalls insoweit mit der MeinungsÃ¤usserungsfreiheit vereinbar, als sie das Verteilen von FlugblÃ¤ttern betrifft, die nicht von SchÃ¼lern/innen selber, sondern von Drittpersonen ver­fasst worden sind. Dadurch kann einer Instrumentalisierung der SchÃ¼lerschaft durch aus­senstehende Dritte entgegengewirkt werden. Von dieser Unterscheidung (in "eigene" bzw. "fremde" FlugblÃ¤tter, Wandzeitungen, Zeitungen etc.) geht z.B. auch das Regulativ des Erziehungsrats zur BenÃ¼tzung der RÃ¤ume der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich fÃ¼r Veranstaltungen vom 8. Oktober 1971 aus: Das Verteilen "eigener", d.h. durch einen Studierenden "verantwort­lich unterzeichneter" FlugblÃ¤tter mit propagandistischem Charakter ist den Studierenden gemÃ¤ss Ziffer 7 â selbst ohne vorgÃ¤ngige Bewilligung â unter nÃ¤her umschriebenen weite­ren Voraussetzungen erlaubt, wÃ¤hrend das Verteilen "fremder" FlugblÃ¤tter propagandisti­scher Art generell verboten ist. Der hier zu beurteilende Fall betrifft das Verteilen "frem­der" FlugblÃ¤tter propagandistischer Art, und zwar nicht an der UniversitÃ¤t, sondern an der Volksschule, wo nach dem Gesagten ohnehin weitergehende EinschrÃ¤nkungen mÃ¶glich sind als an der Hochschule. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass im Schulhaus HungerbÃ¼hl neben SchÃ¼lern der Oberstufe auch solche der Mittel- und der Unterstufe im Alter zwischen 7 und 12 Jahren verkehren. Die im vorliegenden Fall betroffenen SchÃ¼ler der Oberstufe Embrach sind denn auch davon ausgegangen, dass sie fÃ¼r die Verteilung der FlugblÃ¤tter des VgT im genannten Schulhaus eine Bewilligung benÃ¶tigten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Zu prÃ¼fen bleibt, ob mit der Verweigerung der nachgesuchten Bewilligung zur Verteilung von FlugblÃ¤ttern des BeschwerdefÃ¼hrers dessen MeinungsÃ¤usserungsfreiheit oder jene der gesuchstellenden SchÃ¼ler verletzt worden sei. Dabei fÃ¤llt entscheidend in Betracht, dass die Bewilligungsverweigerung lediglich eine ModalitÃ¤t der beabsichtigten Meinungskundgabe betrifft. Es ist unbestritten, dass der SchulprÃ¤sident den gesuchstellen­den SchÃ¼lern anbot, sie dÃ¼rften ihre Meinung zum Fleischkonsum anlÃ¤sslich des Schul­hausfestes in Form einer "PrÃ¤sentation" und unter Verwendung des (SchÃ¼ler-) Anschlag­bretts unmittelbar neben dem zweiten Haupteingang kundtun, wobei die entsprechenden Texte vorgÃ¤ngig der Schulleitung vorgelegt werden mÃ¼ssten, ohne dass damit eine inhaltli­che Zensur verbunden werde. Mit der Bewilligungsverweigerung ist demnach lediglich die beabsichtigte Form der Meinungskundgabe â das Verteilen von FlugblÃ¤ttern â verhindert worden; dagegen ist die beabsichtige MeinungsÃ¤usserung weder inhaltlichen EinschrÃ¤n­kungen unterworfen worden, noch ist ihre Kundgabe hinsichtlich der Ã¼brigen (zeitlichen und Ã¶rtlichen) ModalitÃ¤ten eingeschrÃ¤nkt worden. Unter diesen UmstÃ¤nden ist mit der streitigen Bewilligungsverweigerung weder die MeinungsÃ¤usserungsfreiheit des Beschwer­defÃ¼hrers noch jene der gesuchstellenden SchÃ¼ler verletzt worden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Es mag sein, dass die Botschaft des BeschwerdefÃ¼hrers, wÃ¼rde sie statt mit Plakaten und Wandzeitungen mit FlugblÃ¤ttern auf dem ganzen Schulhausareal verbreitet, mehr Adressaten erreichen und insoweit grÃ¶ssere Wirkungen erzielen wÃ¼rde. FÃ¼r die mit dem Entscheid des SchulprÃ¤sidenten insoweit verbundene EinschrÃ¤nkung (PrÃ¤sentation der Texte mittels Plakaten und Wandzeitungen an einem Ort statt durch Verteilen von Flug­blÃ¤ttern auf dem ganzen Schulhausareal) gibt es jedoch sachliche GrÃ¼nde. Zu bedenken ist namentlich, dass aus GrÃ¼nden der Rechtsgleichheit auch die Verteilung von FlugblÃ¤ttern anderer schulfremder Organisationen zugelassen werden mÃ¼sste. Auch wenn dies nicht zu einer eigentlichen "StÃ¶rung" des Schulbetriebes fÃ¼hren wÃ¼rde, liegt es jedenfalls in dessen Interesse, propagandistische Texte schulfremder Organisationen nur im abgesteckten Ã¶rtli­chen Rahmen (PrÃ¤sentation an einem zentralen Ort) zuzulassen. Darin liegt im Ãbrigen â auch soweit es um Texte geht, fÃ¼r die ein SchÃ¼ler verantwortlich zeichnet â gerade der Zweck eines sogenannten SchÃ¼leranschlagbrettes. Die Verteilung von FlugblÃ¤ttern muss auch unter dem Gesichtswinkel der MeinungsÃ¤usserungsfreiheit in SchulhÃ¤usern nicht in gleicher Weise toleriert werden wie auf Ã¶ffentlichen Strassen und PlÃ¤tzen im Gemeinge­brauch, dienen doch Erstere nicht der Allgemeinheit, sondern dem Schulbetrieb. Das gilt, wie ausgefÃ¼hrt, insbesondere fÃ¼r die Verteilung von FlugblÃ¤ttern schulfremder Organisa­tionen. Daran vermag der Umstand, dass damit SchÃ¼ler auch ihre eigene Meinung kundge­ben wollen, nichts zu Ã¤ndern; deren MeinungsÃ¤usserungsfreiheit wird durch die mit dem Flugblattverbot verbundene EinschrÃ¤nkung in der Kundgabe nicht verletzt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Entgegen der Auffassung des BeschwerdefÃ¼hrers hÃ¤lt diese EinschrÃ¤nkung auch vor dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip stand; die von ihm unter Berufung auf dieses Prinzip vorgeschlagene LÃ¶sung, das Verteilen der FlugblÃ¤ttern mit Auflagen (Verbot in Klassen­zimmern, Verpflichtung zum Einsammeln) zu verbinden, wÃ¤re zwar denkbar, lÃ¤sst aber die vom SchulprÃ¤sidenten anerbotene LÃ¶sung noch nicht als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheinen. Denn soweit es wie hier nur um die ModalitÃ¤ten der Meinungskundgabe geht, muss den SchulbehÃ¶rden bei der solchen Entscheiden zugrundeliegenden AbwÃ¤gung zwischen den Interessen der Schule und den durch die MeinungsÃ¤usserungsfreiheit geschÃ¼tzten Anliegen der SchÃ¼ler/innen ein Ermessensspielraum zugestanden werden, der hier gewahrt worden ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht: </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">2. ...</p> <p class="Einzug2"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>