Abkommen vom 28. Mai 1993 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Belarus über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1999/322/19940713/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1999/322/19940713"/><FRBRdate date="1993-05-28" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1994-07-13" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1994-07-13" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.975.216.9"/><FRBRname xml:lang="it" value="Accordo del 28 maggio 1993 tra la Confederazione Svizzera e la Repubblica di Bielorussia concernente la promozione e la protezione reciproche degli investimenti" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Accord du 28 mai 1993 entre la Confédération suisse et la République de Bélarus concernant la promotion et la protection réciproque des investissements" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Abkommen vom 28. Mai 1993 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Belarus über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1999/322/19940713/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1999/322/19940713/de"/><FRBRdate date="1993-05-28" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1994-07-13" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1994-07-13" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1999/322/19940713/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1999/322/19940713/de/xml"/><FRBRdate date="1993-05-28" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1994-07-13" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1994-07-13" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.975.216.9 </docNumber></p><p> AS <b>1999</b> 2067</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Übersetzung<i><authorialNote><p> Übersetzung des französischen Originaltextes.</p></authorialNote></i></p><p><docTitle>Abkommen<br/>zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Belarus über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 28. Mai 1993</p><p>In Kraft getreten durch Notenaustausch am 13. Juli 1994</p><p> (Stand am 13. Juli 1994)</p></preface><preamble><p fedlex:role="heading">Präambel</p><p>Der Schweizerische Bundesrat<br/>und<br/>die Regierung der Republik Belarus,</p><p>in der Folge als «Vertragsparteien» bezeichnet,</p><p>vom Wunsche geleitet, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten zum beiderseitigen Nutzen zu verstärken,</p><p>im Bestreben, günstige Bedingungen für Investitionen von Investoren der einen Vertragspartei auf dem Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei zu schaffen und zu erhalten,</p><p>in der Erkenntnis, dass Förderung und Schutz von Investitionen zur Mehrung des wirtschaftlichen Wohlstandes in beiden Staaten beitragen,</p><p>haben folgendes vereinbart:</p></preamble><body><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Begriffsbestimmungen</heading><paragraph eId="art_1/para_u1"><content><p>Für die Zwecke dieses Abkommens:</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_1"><num>(1)</num><content><p>bezieht sich der Begriff «Investor» hinsichtlich beider Vertragsparteien auf</p><blockList><item eId="art_1/para_1/lbl_a"><num>(a) </num><p>natürliche Personen, die gemäss der Gesetzgebung der betreffenden Vertragspartei deren Staatsangehörige sind;</p></item><item eId="art_1/para_1/lbl_b"><num>(b) </num><p>juristische Personen, einschliesslich Gesellschaften, Körperschaften, Rechtsgemeinschaften und andere Unternehmen und Organisationen, die nach dem Rechte der betreffenden Vertragspartei konstituiert oder sonst wie rechtmässig organisiert sind und ihren Sitz im Hoheitsgebiet derselben Vertragspartei haben und dort tatsächlich wirtschaftliche Tätigkeiten entfalten;</p></item><item eId="art_1/para_1/lbl_c"><num>(c) </num><p>juristische Personen, die nach dem Recht eines beliebigen Staates gegründet sind und von Staatsangehörigen der betreffenden Vertragspartei oder von juristischen Personen, welche ihren Sitz im Hoheitsgebiet der betreffenden Vertragspartei haben und dort tatsächlich wirtschaftliche Tätigkeiten entfalten, tatsächlich kontrolliert werden.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_2"><num>(2)</num><content><p>umfasst der Begriff «Investitionen» alle Arten von Vermögenswerten, insbesondere</p><blockList><item eId="art_1/para_2/lbl_a"><num>(a) </num><p>bewegliche und unbewegliche Vermögenswerte sowie sämtliche dinglichen Rechte;</p></item><item eId="art_1/para_2/lbl_b"><num>(b) </num><p>Aktien, Anteile und andere Formen der Beteiligung an Gesellschaften oder anderen juristischen Personen;</p></item><item eId="art_1/para_2/lbl_c"><num>(c) </num><p>Forderungen auf Geld oder auf irgendwelche Leistungen, die einen wirtschaftlichen Wert aufweisen;</p></item><item eId="art_1/para_2/lbl_d"><num>(d) </num><p>Urheberrechte, gewerbliche Eigentumsrechte (wie Patente, Gebrauchsmuster, gewerbliche Muster und Modelle, Fabrik‑, Handels- und Dienstleistungsmarken, Handelsnamen, Ursprungsbezeichnungen), «Know-how» und «Goodwill»;</p></item><item eId="art_1/para_2/lbl_e"><num>(e) </num><p>öffentlich-rechtliche Konzessionen, einschliesslich solcher zur Prospektion, Gewinnung und Verwertung von natürlichen Ressourcen, sowie sämtliche anderen Rechte, die durch Gesetz, Vertrag oder Entscheid einer Behörde in Anwendung des Gesetzes verliehen werden;</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_3"><num>(3)</num><content><p>umfasst der Begriff «Hoheitsgebiet» das Gebiet des betreffenden Staates, über welches er Souveränität oder Gerichtsbarkeit gemäss Völkerrecht ausüben kann.</p></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Förderung, Zulassung</heading><paragraph eId="art_2/para_1"><num>(1)</num><content><p>Jede Vertragspartei fördert auf ihrem Hoheitsgebiet nach Möglichkeit Investitionen von Investoren der anderen Vertragspartei und lässt diese Investitionen in Übereinstimmung mit ihren Gesetzen und übrigen Rechtsvorschriften zu.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_2"><num>(2)</num><content><p>Hat eine Vertragspartei auf ihrem Hoheitsgebiet eine Investition zugelassen, so erteilt sie, in Übereinstimmung mit ihren Gesetzen und übrigen Rechtsvorschriften, die im Zusammenhang mit der Investition erforderlichen Bewilligungen, einschliesslich solcher für die Durchführung von Lizenzverträgen über technische, kommerzielle oder administrative Unterstützung.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Schutz, Behandlung</heading><paragraph eId="art_3/para_1"><num>(1)</num><content><p>Jede Vertragspartei schützt auf ihrem Hoheitsgebiet die in Übereinstimmung mit ihren Gesetzen und übrigen Rechtsvorschriften von Investoren der anderen Vertragspartei getätigten Investitionen und unterlässt es, die Verwaltung, den Unterhalt, den Gebrauch, die Nutzung, den Ausbau, die Veräusserung oder gegebenenfalls die Liquidation solcher Investitionen durch ungerechtfertigte oder diskriminierende Massnahmen zu behindern.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_2"><num>(2)</num><content><p>Jede Vertragspartei stellt auf Ihrem Hoheitsgebiet eine gerechte und billige Behandlung der Investitionen von Investoren der anderen Vertragspartei sicher. Diese Behandlung darf nicht weniger günstig sein als jene, welche die Vertragpartei Investitionen angedeihen lässt, die auf ihrem Hoheitsgebiet von eigenen Investoren getätigt wurden, oder als die Behandlung, die Investitionen von Investoren der am meisten begünstigten Nation geniessen, sofern diese Behandlung günstiger ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_3"><num>(3)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_3/para_3/listintro">Die Meistbegünstigungsbestimmung darf nicht dahingehend ausgelegt werden, dass eine Vertragspartei den Investoren der anderen Vertragspartei auch die Behandlung, Begünstigung oder Bevorzugung gewähren muss, die ihr selbst zuteil werden aufgrund:</listIntroduction><item eId="art_3/para_3/lbl_a"><num>(a) </num><p>eines bestehenden oder künftigen Freihandelsabkommens, einer Zollunion oder Wirtschaftsgemeinschaft oder einer ähnlichen regionalen Organisation, in welcher eine der Vertragsparteien Mitglied ist oder werden kann;</p></item><item eId="art_3/para_3/lbl_b"><num>(b) </num><p>eines internationalen Übereinkommens oder einer internationalen Vereinbarung, die sich vollumfänglich oder hauptsächlich auf Steuern bezieht.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Freier Transfer</heading><paragraph eId="art_4/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_4/para/listintro">Jede Vertragspartei, auf deren Hoheitsgebiet Investoren der anderen Vertragspartei Investitionen getätigt haben, gewährt diesen Investoren den freien Transfer von Beträgen im Zusammenhang mit diesen Investitionen, insbesondere von:</listIntroduction><item eId="art_4/para/lbl_a"><num>(a) </num><p>Zinsen, Dividenden, Gewinnen und anderen laufenden Erträgen;</p></item><item eId="art_4/para/lbl_b"><num>(b) </num><p>Rückzahlungen von Darlehen;</p></item><item eId="art_4/para/lbl_c"><num>(c) </num><p>Beträgen, die zur Deckung der Kosten der Investitionsverwaltung bestimmt sind;</p></item><item eId="art_4/para/lbl_d"><num>(d) </num><p>Lizenzgebühren und anderen Zahlungen für Rechte, die in Artikel 1 Absatz (2) Buchstaben (c), (d) und (e) dieses Abkommens aufgezählt sind;</p></item><item eId="art_4/para/lbl_e"><num>(e) </num><p>zusätzlichen Kapitalleistungen, die für den Unterhalt oder die Ausweitung der Investitionen erforderlich sind;</p></item><item eId="art_4/para/lbl_f"><num>(f) </num><p>Erlösen aus dem Verkauf oder der teilweisen oder vollständigen Liquidation einer Investition, einschliesslich allfälliger Wertzunahmen.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Besitzesentziehung, Entschädigung</heading><paragraph eId="art_5/para_1"><num>(1)</num><content><p>Keine Vertragspartei darf direkt oder indirekt Enteignungs- oder Verstaatlichungsmassnahmen oder irgendwelche andere Massnahmen von derselben Art oder Wirkung gegenüber Investitionen treffen, die Investoren der anderen Vertragspartei gehören, es sei denn, solche Massnahmen erfolgten im öffentlichen Interesse, seien nicht diskriminierend und entsprächen den gesetzlichen Vorschriften. Zudem wird eine wertentsprechende Entschädigung vorausgesetzt. Der Entschädigungsbetrag einschliesslich Zinsen muss tatsächlich verwertbar und frei transferierbar sein und ist ohne Verzug an die berechtigte Person unabhängig von ihrem Wohn- und Geschäftssitz zu überweisen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_2"><num>(2)</num><content><p>Investoren einer Vertragspartei, deren Investitionen als Folge eines Krieges oder eines anderen bewaffneten Konfliktes, einer Revolution, eines Ausnahmezustandes oder einer Rebellion auf dem Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei Schaden genommen haben, haben Anspruch darauf, von der letzteren hinsichtlich Rückerstattung, Entschädigung, Abfindung oder anderer Entgelte gemäss Artikel 3, Absatz (2) dieses Abkommens behandelt zu werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_3"><num>(3)</num><content><p>Falls eine Vertragspartei eine Investition in der Form einer gemäss ihren Gesetzen gegründeten juristischen Person, an der ein Investor der anderen Vertragspartei beteiligt ist, enteignet oder nationalisiert, so bemisst sich die dem Investor der anderen Vertragspartei nach Absatz (1) dieses Artikels zukommende Entschädigung nach seiner finanziellen Beteiligung an der Investition.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Vor dem Abkommen getätigte Investitionen</heading><paragraph eId="art_6/para"><content><p>Das vorliegende Abkommen ist auch auf Investitionen anwendbar, die vor seiner Inkraftsetzung auf dem Hoheitsgebiet einer Vertragspartei in Übereinstimmung mit ihren Gesetzen und übrigen Rechtsvorschriften durch Investoren der anderen Vertragspartei getätigt worden sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Günstigere Bedingungen</heading><paragraph eId="art_7/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ungeachtet der Vorschriften des vorliegenden Abkommens finden günstigere Bedingungen Anwendung, die zwischen einer Vertragspartei und einem Investor der anderen Vertragspartei vereinbart worden sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_2"><num>(2)</num><content><p>Sofern die Gesetzgebung einer Vertragspartei oder schon bestehende oder künftig eingegangene internationale Verpflichtungen zwischen den Vertragsparteien zusätzlich zum vorliegenden Abkommen eine Bestimmung enthalten, sei sie allgemein oder spezifisch, welche den Investitionen von Investoren der anderen Vertragspartei eine günstigere Behandlung gewährt als im vorliegenden Abkommen vorgesehen, soll diese Bestimmung dem vorliegenden Abkommen insoweit vorgehen, als sie günstiger ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Subrogationsprinzip</heading><paragraph eId="art_8/para"><content><p>Hat eine der Vertragsparteien für Investitionen, die durch einen Investor auf dem Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei getätigt wurden, eine finanzielle Garantie gegen nichtkommerzielle Risiken gewährt und wurde aufgrund dieser Garantie eine Zahlung geleistet, so anerkennt die andere Vertragspartei aufgrund des Subrogationsprinzips den Übergang der Rechte des Investors auf die erste Vertragspartei.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><heading>Meinungsverschiedenheiten zwischen einer Vertragspartei und einem Investor der anderen Vertragspartei</heading><paragraph eId="art_9/para_1"><num>(1)</num><content><p>Zur Lösung von Meinungsverschiedenheiten über Investitionen zwischen einer Vertragspartei und einem Investor der anderen Vertragspartei finden, unbeschadet von Artikel 10 dieses Abkommens (Meinungsverschiedenheiten zwischen Vertragsparteien), Beratungen zwischen den betroffenen Parteien statt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_2"><num>(2)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_9/para_2/listintro">Führen diese Beratungen innerhalb von sechs Monaten seit der Aufforderung solche aufzunehmen nicht zu einer Lösung, so kann der Investor die Meinungsverschiedenheit nach seiner Wahl einer der folgenden Instanzen zur Entscheidung unterbreiten:</listIntroduction><item eId="art_9/para_2/lbl_a"><num>(a) </num><p>dem zuständigen Gericht der Vertragspartei, auf deren Hoheitsgebiet die Investition getätigt worden ist;</p></item><item eId="art_9/para_2/lbl_b"><num>(b) </num><p>dem Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID), welches durch das in Washington am 18. März 1965<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1968/982_1022_938" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.975.2</b></ref></p></authorialNote> zur Unterzeichnung aufgelegte Übereinkommen zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten zwischen Staaten und Angehörigen anderer Staaten begründet wurde;</p></item><item eId="art_9/para_2/lbl_c"><num>(c) </num><p>einem Ad-hoc-Schiedsgericht, welches, soweit die Streitparteien nichts anderes vereinbaren, gemäss den Schiedsregeln der UNO-Kommission für internationales Handelsrecht (UNCITRAL) einberufen wird.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_3"><num>(3)</num><content><p>Jede Vertragspartei gibt hiermit ihr Einverständnis, Streitfälle einem internationalen Schiedsverfahren zu unterbreiten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_4"><num>(4)</num><content><p>Die am Streitfall beteiligte Vertragspartei kann zu keinem Zeitpunkt im Streitverfahren oder bei der Vollstreckung des Schiedsspruches den Einwand ihrer Immunität geltend machen oder vorbringen, der Investor habe aufgrund eines Versicherungsvertrages eine Entschädigung für die Gesamtheit oder einen Teil des entstandenen Schadens oder Verlustes erhalten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_5"><num>(5)</num><content><p>Keine Vertragspartei wird einen Streitfall, der einem internationalen Schiedsgericht unterbreitet wurde, auf diplomatischem Wege weiterverfolgen, es sei denn, die andere Vertragspartei befolge den vom Schiedsgericht erlassenen Schiedsspruch nicht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Meinungsverschiedenheiten zwischen Vertragsparteien</heading><paragraph eId="art_10/para_1"><num>(1)</num><content><p>Meinungsverschiedenheiten zwischen den Vertragsparteien bezüglich Auslegung oder Anwendung der Bestimmungen dieses Abkommens sind auf diplomatischem Wege beizulegen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_2"><num>(2)</num><content><p>Falls sich die beiden Vertragsparteien nicht innerhalb von zwölf Monaten nach der Entstehung der Meinungsverschiedenheit verständigen können, ist diese auf Ersuchen der einen oder anderen Vertragspartei einem aus drei Mitgliedern bestehenden Schiedsgericht zu unterbreiten. Jede Vertragspartei bezeichnet einen Schiedsrichter; diese beiden Schiedsrichter ernennen einen Angehörigen eines Drittstaates zum Vorsitzenden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_3"><num>(3)</num><content><p>Falls eine Vertragspartei ihren Schiedsrichter nicht bezeichnet und der Aufforderung der anderen Vertragspartei, innerhalb von zwei Monaten diese Bezeichnung vorzunehmen, nicht nachkommt, so wird der Schiedsrichter auf Ersuchen der letzteren Vertragspartei vom Präsidenten des Internationalen Gerichtshofes ernannt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_4"><num>(4)</num><content><p>Können sich die beiden Schiedsrichter nicht innerhalb von zwei Monaten nach ihrer Bezeichnung auf die Wahl des Vorsitzenden einigen, so wird dieser auf Verlangen einer der beiden Vertragsparteien vom Präsidenten des Internationalen Gerichtshofes ernannt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_5"><num>(5)</num><content><p>Ist der Präsident des Internationalen Gerichtshofes in den in Absatz (3) und Absatz (4) erwähnten Fällen an seiner Mandatsausübung verhindert, oder ist er Staatsangehöriger einer der beiden Vertragsparteien, so werden die Ernennungen vom Vizepräsidenten vorgenommen. Ist auch dieser verhindert oder Staatsangehöriger einer der beiden Vertragsparteien, so werden die Ernennungen durch das amtsälteste Mitglied des Gerichtshofes vorgenommen, das nicht Staatsangehöriger einer Vertragspartei ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_6"><num>(6)</num><content><p>Sofern die Vertragsparteien nichts anderes bestimmen, regelt das Schiedsgericht sein Verfahren selber.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_7"><num>(7)</num><content><p>Die Entscheide des Schiedsgerichts sind für die Vertragsparteien endgültig und bindend.</p></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><heading>Einhaltung der Verpflichtungen</heading><paragraph eId="art_11/para"><content><p>Jede Vertragspartei erfüllt zu jedem Zeitpunkt die Verpflichtungen, die sie hinsichtlich Investitionen durch Investoren der anderen Vertragspartei eingegangen ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><heading>Schlussbestimmungen</heading><paragraph eId="art_12/para_1"><num>(1)</num><content><p>Das vorliegende Abkommen tritt am Tage in Kraft, an dem sich die beiden Regierungen mitteilen, dass die verfassungsrechtlichen Vorschriften für den Abschluss und das Inkrafttreten von internationalen Abkommen erfüllt sind, und gilt für die Dauer von zehn Jahren. Wird es nicht durch schriftliche Anzeige sechs Monate vor Ablauf dieses Zeitraumes gekündigt, verlängert sich seine Laufzeit um jeweils weitere zwei Jahre.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>(2)</num><content><p>Im Falle der Kündigung dieses Abkommens werden für Investitionen, die vor seiner Kündigung getätigt wurden, die in den Artikeln 1 bis 11 enthaltenen Bestimmungen noch während der Dauer von zehn Jahren angewandt.</p><p>Geschehen zu Minsk, am 28. Mai 1993, im Doppel je in französisch, weissrussisch und englisch, wobei jeder Text gleichermassen verbindlich ist. Im Falle von Abweichungen geht der englische Text vor.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für den<br/>Schweizerischen Bundesrat:</p><p>J.-P. Delamuraz</p></td><td><p>Für die Regierung<br/>der Republik Belarus:</p><p>N. N. Kostikov</p></td></tr></table></content></paragraph></article></body></act></akomaNtoso>