Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. September 2020 (715 20 210 / 217) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Vermittlungsfähigkeit aufgrund von zwei ferienbedingten Auslandsaufenthalten zu Recht verneint. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschrei berin i.V. Felicia Käslin Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen KIGA Baselland , Ergänzende Massnahmen ALV, Güterstrasse 107, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Vermittlungsfähigkeit A.1 Die 1964 geborene A.____ meldete sich am 2. Oktob er 2019 beim Regionalen Arbeits- vermittlungszentrum (RAV) im Rahmen eines Vollzeitpensu ms zur Arbeitsvermittlung an und erhob ab dem 1. November 2019 Anspruch auf Taggeldlei stungen der Arbeitslosenversiche- rung (ALV). A.2 Mit Überweisung zum Entscheid des Regionalen Arbeitsv ermittlungszentrums (RAV) Liestal vom 4. November 2019 wurde das Amt für Indust rie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) Basel- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht land ersucht, die Vermittlungsfähigkeit von A.____ zu überprüfen. Hintergrund dafür bildete die Mitteilung von A.____ über ihre ferienbedingten Ausla ndsaufenthalte vom 7. November 2019 bis zum 27. November 2019 und vom 21. Dezember 2019 bis zum 4. Januar 2020. A.3 Mit Verfügung vom 6. Dezember 2019 verneinte da s KIGA die Vermittlungsfähigkeit von A.____ vom 1. November 2019 bis zum 28. November 20 19 und vom 23. Dezember 2019 bis zum 8. Januar 2020 und damit auch den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung der Ver- sicherten während dieser Zeit. Daran hielt es auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 5. Mai 2020). Infolge ihrer beiden Auslandsaufenthalte und der geringen Wahrscheinlichkeit des Erhalts einer Arbeitsstelle während des kurzen verble ibenden Zeitraums zwischen Anspruchs- erhebung und dem ersten Auslandsaufenthalt sei die Ver mittlungsfähigkeit der Versicherten zu verneinen. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 25 . Mai 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht). Sie wies auf ihre Abmeldung von der ALV per 17. Februar 2 020 hin und beantragte sinngemäss, die Vermittlungsfähigkeit und somit der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung sei vom 1. November 2019 bis zum 17. Februar 2020 zu bejahen. C. Mit Vernehmlassung vom 11. Juni 2020 schloss die Besch werdegegnerin auf Abwei- sung der Beschwerde. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art . 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische A rbeitslosenver- sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Ju ni 1982 kann der Bundesrat die örtliche Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts i n Abweichung von Art. 58 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversich erungsrechts (ATSG) vom 6. Ok- tober 2000 regeln. Laut Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenver- sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31 . August 1983 ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das Versicherungsgericht desselben Kantons zuständig. Anfechtun gsobjekt des vorliegenden Ver- fahrens bildet ein Einspracheentscheid, den das KIGA als kantonale Amtsstelle im Sinne von Art . 85 AVIG erlassen hat, sodass die örtliche Zuständigkeit d es Kantonsgerichts Basel- Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs . 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver- waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ver- sicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig . Auf die im Übrigen frist- und formge- recht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 25. Mai 2020 ist demnach einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch Präsidialentscheid. Vorliegend ist die Frage nach d er Vermittlungsfähigkeit für die Zeit vom 1. November 2019 bis zum 28. November 2019 und vom 23. Dezember 2019 bis zum 8. Januar 2020 streitig. Während das KIGA in diesen Ze iträumen von einer Vermittlungsunfä- higkeit ausgeht, vertritt die Beschwerdeführerin die Au ffassung, vermittlungsfähig gewesen zu sein. Nachdem somit die Ausrichtung von Taggeldern für die Zeit von etwas mehr als sechs Wochen im Streit steht, fällt die Beurteilung der vo rliegenden Angelegenheit in die Kompetenz der präsidierenden Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts. 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Beschwerde- führerin zu Recht vom 1. November 2019 bis zum 28. Nov ember 2019 und vom 23. Dezember 2019 bis zum 8. Januar 2020 die Vermittlungsfähigkeit abgesprochen wurde. 3.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nach Art. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslo s ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schwe iz wohnt (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreich t hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), vermittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). 3.2 Die arbeitslose versicherte Person ist nach Art. 15 Abs. 1 AVIG vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumu tbare Arbeit auszuüben und an Eingliede- rungsmassnahmen teilzunehmen. Die allgemeine Vermittlungsfähigkeit setzt sich somit aus drei Elementen zusammen. Davon sind die Arbeitsfähigkeit sowie die Arbeitsberechtigung objektiver und die Vermittlungsbereitschaft subjektiver Natur. Unt er Arbeitsfähigkeit als "in der Lage sein" ist primär die körperliche und geistige Leistungsfähigke it, aber auch die Verfügbarkeit in räumli- cher sowie in zeitlicher Hinsicht zu verstehen. Wesentlich ist dabei die kurzfristige Verfügbar- keit, denn die arbeitslose Person muss jederzeit erreichb ar und täglich zum Antritt einer Be- schäftigung oder arbeitsmarktlichen Massnahme in der Lage sein (THOMAS NUSSBAUMER , Ar- beitslosenversicherung, in: Ulrich Meyer, Schweizerisches Bund esverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Auflage, Basel 2016, Rz. 268). D ie Vermittlungsbereitschaft schliesslich umfasst die Bereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend d en persönlichen Verhältnissen wäh- rend der üblichen Arbeitszeit einzusetzen. Dazu genügt die Willenshaltung oder die bloss verbal erklärte Vermittlungsbereitschaft nicht; die versicherte Person ist vielmehr gehalten, sich der öffentlichen Arbeitsvermittlung zur Verfügung zu stell en, angebotene zumutbare Arbeit anzu- nehmen und sich selbst intensiv nach einer zumutbaren Stel le umzusehen. Inhalt der Vermitt- lungsbereitschaft ist sodann auch die Bereitschaft, an Eingliederungsmassnahmen teilzuneh- men und die Weisungen der Durchführungsorgane zu befo lgen. Massgebend ist das gesamte Verhalten der versicherten Person (zum Ganzen vgl. N USSBAUMER , a.a.O., Rz. 259 ff.). Damit die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, müssen die drei Elemente kumulativ erfüllt sein (NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 261). Als Anspruchsvoraussetzung schliesst der Begriff der Vermitt- lungs(un)fähigkeit graduelle Abstufungen aus. Entweder ist die versicherte Person vermittlungs- fähig, insbesondere bereit, eine zumutbare Arbeit an zunehmen, oder nicht (BGE 125 V 51 E. 6a). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Zu Beginn der Arbeitslosigkeit gilt eine versicherte Person in der Regel als nicht vermitt- lungsfähig, wenn sie auf einen bestimmten Zeitpunkt anderweitig disponiert hat und deshalb nur noch während relativ kurzer Zeit für eine neue Beschäftigung zur Verfügung steht. Zeitliche Ein- schränkungen auf einen bestimmten Zeitpunkt ergeben sich z.B. bei Auslandsreise, Rückkehr von Ausländern in ihren Heimatstaat, Militärdienst, Au sbildung, Aufnahme und Ausübung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit (B ARBARA KUPFER BUCHER , Rechtsprechung des Bundesge- richts zum AVIG, 5. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2019, S. 90 f.; BGE 126 V 520 E. 3a, Urteil des Bundesgerichts vom 13. September 2019, 8C_337/2019, E. 3.3; AVIG-Praxis ALE 2020, Ab- schnitt B, Rz. B227). In einem solchen Fall sind nämlich die Aussichten, für die verbleibende Zeit von einem Arbeitgeber angestellt zu werden, verh ältnismässig gering. Entscheidend ist, ob mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass ein Arbeitgeber die versicherte Person für die konkret zur Verfügung stehende Zeit noch einstellen würde (BGE 126 V 520 E. 3a). Zu prüfen sind somit jeweils die konkrete n Aussichten auf eine Anstellung auf dem für die stellensuchende Person in Betracht fallend en allgemeinen Arbeitsmarkt, unter Be- rücksichtigung der herrschenden konjunkturellen Verhältniss e sowie aller übrigen Umstände (KUPFER BUCHER , a.a.O., S. 89 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 26. M ärz 2015, 8C_714/2014, E. 2.2 mit Hinweisen). Steht die versicherte Person im Zeitpunkt der Anmeldung bei der Arbeits- losenversicherung dem Arbeitsmarkt für mindestens drei Mona te zur Verfügung, gilt sie grund- sätzlich als vermittlungsfähig. Steht sie dem Arbeitsmar kt weniger als einen Monat zur Verfü- gung, gilt sie als nicht vermittlungsfähig. Liegt die Verfügbarkeit zwischen einem und drei Mona- ten, kann die Vermittlungsfähigkeit dann bejaht werde n, wenn aufgrund der Arbeitsmarktsituati- on und der Flexibilität der versicherten Person (z.B. Ber eitschaft für Tätigkeiten auch aus- serhalb des erlernten Berufes und zur Annahme von Tempo rärstellen) eine gewisse Wahr- scheinlichkeit besteht, von einem Arbeitgeber angestellt zu werden. 4. Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen di e vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfüg ende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als b ewiesen annehmen, wenn sie von ih- rem Bestehen überzeugt sind (M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Überw iegende Wahrscheinlichkeit bedeutet, dass jener Sachverhaltsdarstellung gefolgt wird, die von allen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste gewürdigt wird (BGE 115 V 133 E. 8b). Die blosse Möglichkeit eines be- stimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen mögl ichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, 121 V 45 E. 2a). 5.1 Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid damit, die Beschwerdeführerin habe während ihrer Auslandsaufenthalte dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung gestanden und sei somit vom 7. November 2019 bis zum 28. November 2019 sowie vom 23. Dezember 2019 bis zum 8. Januar 2020 nicht vermittlungsfähig gewese n. Des Weiteren prüfte sie die Vermitt- lungsfähigkeit der Beschwerdeführerin vom 1. November 2019 bis zur Abreise am 7. November Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2019 und verneinte diese mit der Begründung, es ersche ine unwahrscheinlich, dass ein Arbeit- geber im Gastronomiebereich die Beschwerdeführerin lediglich für eine Woche eingestellt hätte. Dies umso mehr, als die Beschwerdeführerin nach der Rü ckkehr ihres ersten Auslandsaufent- haltes bereits nach drei Wochen erneut eine Reise habe antreten wollen. Somit habe die Be- schwerdeführerin dem Arbeitsmarkt für eine zu kurze Zeit zu Verfügung gestanden, als dass die Vermittlungsfähigkeit vom 1. November 2019 bis zur Abreise am 7. November 2019 bejaht wer- den könne. Insgesamt sei die Beschwerdeführerin aufgrund des Auslandsaufenthaltes und der geringen Wahrscheinlichkeit des Erhalts einer Arbeitsstel le während des kurzen verbleibenden Zeitraums vor der Abreise bereits im Zeitpunkt der Ansp ruchserhebung per 1. November 2019 bis zur Rückkehr am 28. November 2019 sowie während des zw eiten Auslandsaufenthaltes vom 23. Dezember 2019 bis zum 8. Januar 2020 nicht vermittlungsfähig gewesen. 5.2 Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde geltend, sie sei auch während ihrer ferienbedingten Auslandsaufenthalte vermittlung sfähig gewesen. So sei sie jederzeit er- reichbar gewesen, habe mehr als die vom RAV geforderten acht Arbeitsbemühungen pro Monat erbracht und hätte bei einer Anstellung innerhalb von drei Tagen in der Schweiz sein können. In Bezug auf den zweiten Auslandsaufenthalt brachte sie vor , dass sie sich bis zu ihrer Abreise vor Weihnachten permanent auf Arbeitsstellen beworben h abe. Da sie bis zum 23. Dezember 2019 jedoch keine Stellenzusage erhalten habe, habe sie auch die zweite ge- plante Reise angetreten. Man könne allgemein davon ausgehen, dass sich keine Stellenzusage für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ergebe, wenn eine Stellenzusage nicht bis zum 23. Dezember 2019 erfolge. Seit dem 17. Februar 202 0 habe sie zudem eine Arbeitsstelle an- getreten, auf die sie sich – nebenbei bemerkt – während ihres ersten Auslandaufenthaltes be- worben habe. 6.1 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführe rin anlässlich des Beratungs- gesprächs beim RAV am 16. Oktober 2019 angab, sich vom 7. November 2019 bis zum 27. November 2019 und vom 23. Dezember 2019 bis zum 4. Januar 2020 ferienbedingt im Aus- land aufzuhalten. Gemäss Verlaufsprotokoll des RAV sind am Beratungsgespräch vom 1. November 2019 mögliche Varianten betreffend die l ange Ferienabwesenheit besprochen worden. Nachdem die Beschwerdeführerin sich die beabsich tigten Ferienabwesenheiten noch einmal überdacht hatte, teilte sie dem RAV am 4. Novem ber 2019 mit, sie werde beide Reisen antreten. Gestützt auf die eingereichten Reiseunterlage n und Flugtickets steht unbestrittener- massen fest, dass sich die Beschwerdeführerin vom 7. Novemb er 2019 bis zum 28. November 2019 und vom 23. Dezember 2019 bis zum 8. Januar 2020 im Ausland aufgehalten hat. 6.2 In Bezug auf die Vermittlungsfähigkeit in der Ze it vom 1. November 2019 bis zum 6. November 2019 ist festzuhalten, dass die Beschwerdefü hrerin während dieser Zeit lediglich während sechs Tagen für eine neue Beschäftigung zur Ver fügung stand und die Vermittlungs- fähigkeit in solchen Fällen nur ausnahmsweise bejaht we rden kann (vgl. E. 3.3 hiervor). Es er- scheint vorliegend unwahrscheinlich, dass die Beschwerdeführ erin für die kurze Zeit von sechs Tagen eine Arbeitsstelle gefunden hätte. Dies umso mehr, als sie ab dem 7. November 2019 für knapp drei Wochen ferienbedingt abwesend war und sodan n bereits am 23. Dezember 2019 erneut einen ferienbedingten Auslandsaufenthalt gepl ant hatte. Diese Umstände lassen darauf Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht schliessen, dass die Beschwerdeführerin dem Arbeitsmarkt für eine zu kurze Zeit zur Verfügung stand, als dass mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit von ei ner Anstellung ausgegangen wer- den kann. Mit der Beschwerdegegnerin ist somit davon a uszugehen, dass die Beschwerdefüh- rerin in der Zeit vom 1. November 2019 bis zum 6. November 2019 nicht vermittlungsfähig war. 6.3 Soweit die Beschwerdeführerin behauptet, für die Dauer ihrer beiden Auslandsaufent- halte vermittlungsfähig gewesen zu sein, kann ihr nich t gefolgt werden. Wesentliches Element der Vermittlungsfähigkeit ist die kurzfristige Verfüg barkeit. Mithin muss die arbeitslose Person jederzeit erreichbar und täglich zum Antritt einer B eschäftigung oder arbeitsmarktlichen Mass- nahme in der Lage sein (vgl. E. 3.2 hiervor). Inwief ern die Beschwerdeführerin diese Voraus- setzung von X.____ und den Y.____ aus zu erfüllen vermo chte, ist vorliegend nicht ersichtlich. Vielmehr war die Beschwerdeführerin während der beid en Auslandsaufenthalte weder in räum- licher noch in zeitlicher Hinsicht in der Lage, sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen, geschweige denn eine Arbeitsstelle sofort anzunehmen. Im Übrigen geht aus den E-Mails vom 10. November 2019 (Betreff: Nicht erreichbar) und vo m 15. November 2019 (Betreff: Ihr Tele- fongespräch) hervor, dass die Beschwerdeführerin eben g erade nicht – wie behauptet – jeder- zeit erreichbar war, zumal sie den beiden an ihrer Bew erbung interessierten Arbeitgebern mit- teilte, dass sie auslandsbedingt schwierig erreichbar sei; sie sich jedoch nach ihrer Rückkehr in 18 resp. zehn Tagen wieder melden würde. Aus dem weit eren Einwand der Beschwerdeführe- rin, wonach sie selbst vom Ausland aus mehr Arbeitsbemü hungen als die acht vorgeschriebe- nen erbracht und zudem ab 17. Februar 2020 eine Arbe itsstelle mit einem Arbeitsweg von über 4,5 Stunden angenommen habe, kann sie nichts zu ihren G unsten ableiten. Mit der Beschwer- degegnerin ist somit festzustellen, dass die Beschwerdefü hrerin in der Zeit vom 7. November 2019 bis zum 28. November 2019 und vom 23. Dezember 20 19 bis zum 8. Januar 2020 nicht vermittlungsfähig war. 6.4 Wie oben (vgl. E. 3.3) ausgeführt, kann die Verm ittlungsfähigkeit in denjenigen Fällen, in denen die Verfügbarkeit – wie vorliegend – zwische n einem und drei Monaten liegt, dann bejaht werden, wenn aufgrund der Arbeitsmarktsituation und der Flexibilität der versicherten Person eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, von einem A rbeitgeber angestellt zu werden. Der Beschwerdegegnerin ist darin beizupflichten, dass die Chancen für eine Anstellung bei ei- ner rund 24-tägigen Verfügbarkeit in aller Regel ehe r gering sind, sofern sich die versicherte Person nicht rechtzeitig und intensiv um Arbeit bemüht . Entscheidend für die zu prüfende Ver- mittlungsfähigkeit sind indes nicht in erster Linie di e Arbeitsbemühungen als solche oder die Frage, ob die Beschwerdeführerin während der zu beur teilenden Zeit von rund 24 Tagen effek- tiv Arbeit gefunden hat, sondern vielmehr ihre Aussichte n, von einem Arbeitgeber für die zur Verfügung stehende Zeit angestellt zu werden. Dabei fä llt zu Gunsten der Beschwerdeführerin ins Gewicht, dass sie nebst einer abgeschlossenen Ausbildun g im Gastronomiebereich über mehrjährige Erfahrung in diesem Bereich verfügt und ihr deshalb auf dem Arbeitsmarkt ein rela- tiv breiter Fächer diverser beruflicher Tätigkeiten in d er Gastronomiebranche offensteht. Zu be- achten ist zudem, dass im spezifischen Arbeitsmarkt "Gastronom ie" – in welchem sich die Be- schwerdeführerin hauptsächlich um Arbeit bemühte – info lge des grossen Personalbedarfs durchaus eine Nachfrage auch nach kurzfristigen Arbeitsve rhältnissen besteht. Erhöht wird im vorliegenden Fall die Wahrscheinlichkeit, eine Anstellun g zu finden, insbesondere durch die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tatsache, dass die Zeit der Arbeitslosigkeit in die Win termonate fällt. In dieser Zeit besteht in der Gastronomiebranche ein intakter Arbeitsmarkt, unter anderem auch aufgrund der vielen geschäftlichen Weihnachtsessen und vorweihnachtlichen Fei erlichkeiten. Vorliegend zeichnete sich die Beschwerdeführerin durch eine grosse Flexibilität auch bezüglich Temporärstellen aus und vergrösserte dadurch ihre Chancen erheblich. Vor die sem Hintergrund kann mit einer ge- wissen Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass ein Arbe itgeber die Beschwerdeführerin für die konkret zur Verfügung stehende Zeit vom 29. N ovember 2019 bis zum 22. Dezember 2019 angestellt hätte. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 5. Mai 2020 nicht zu beanstanden ist. Die Vermittlungsf ähigkeit der Beschwerdeführerin vom 1. November 2019 bis zum 28. November 2019 und vom 23. Dezember 2019 bis zum 8. Januar 2020 wurde zu Recht verneint. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 8. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren v or dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht