<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00785</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223002&amp;W10_KEY=13045532&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00785</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 02.02.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist noch nicht rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz. Zwar mag die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ihre Person betreffend wiederholt nicht die Wahrheit gesagt haben und ist nicht auszuschliessen, dass sie lediglich vorgab, ihn heiraten zu wollen, um so Geld von ihm zu erhalten. Wie der Haftrichter jedoch zu Recht erwog, sind die Aussagen der Beschwerdegegnerin in Bezug auf das gefährdende Verhalten des Beschwerdeführers glaubhaft, welches in einer Gesamtbetrachtung durchaus als Stalking bezeichnet werden kann. So streitet der Beschwerdeführer auch nicht ab, der Beschwerdegegnerin während mehreren Tagen Nachrichten geschrieben zu haben. Bereits aufgrund der schieren Anzahl derselben ist nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdegegnerin dadurch sowie aufgrund des unerwarteten Auftauchens des Beschwerdeführers an ihrem Wohnort belästigt oder sogar bedroht fühlte. Dass der Haftrichter unter diesen Umständen auf eine (fortbestehende) Gefährdung der Beschwerdegegnerin schloss, ist nicht zu beanstanden (E. 3.3). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONTAKTVERBOT">KONTAKTVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT">POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RAYONVERBOT">RAYONVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STALKING">STALKING</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 2 Abs. II GSG</span><br/><span class="gerade">Art. 10 Abs. I GSG</span><br/><span class="ungerade">Art. 12 Abs. I GSG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=60992" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00785</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">2. Februar 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Daniel Schweikert, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Cyrill Bienz.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><a id="RU_AUTOTEXT_DRITT_N">A,</a></p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrer, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">B,</p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegnerin, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">und</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Bedrohungsmanagement der Stadtpolizei E, </p> <p class="MsoNormal"><b>Mitbeteiligte, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A und B lernten sich im Juni 2022 Ã¼ber eine von B aufgegebene Zeitungsannonce kennen. Mit VerfÃ¼gung vom 29. November 2022 ordnete die Stadtpolizei E in Anwendung des Gewaltschutzgesetzes vom 19. Juni 2006 (GSG) gegenÃ¼ber A fÃ¼r die Dauer von jeweils 14 Tagen ein Kontaktverbot zu B sowie ein Rayonverbot betreffend deren Wohnort in E an.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Mit Eingabe vom 5. Dezember 2022 ersuchte B den Haftrichter am Bezirksgericht F um VerlÃ¤ngerung der von der Stadtpolizei E angeordneten Schutzmassnahmen um drei Monate. Mit Urteil vom 9. Dezember 2022 verlÃ¤ngerte der Haftrichter das Kontakt- und das Rayonverbot vorlÃ¤ufig â mithin ohne vorgÃ¤ngige AnhÃ¶rung der Parteien â bis 9. MÃ¤rz 2023. Die Gerichtskosten auferlegte er A, eine UmtriebsentschÃ¤digung sprach er B nicht zu.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>In der Folge erhob A, vertreten durch RechtsanwÃ¤ltin C, mit Eingabe vom 19. Dezember 2022 Einsprache und beantragte die Aufhebung des Rayonverbots. Am 21. Dezember 2022 hÃ¶rte der Haftrichter A persÃ¶nlich an; B erschien nicht zum Termin. Mit Urteil vom 22. Dezember 2022 wies der Haftrichter die Einsprache ab und verlÃ¤ngerte die Schutzmassnahmen definitiv bis 9. MÃ¤rz 2023. Davon ausgenommen seien Kontakte zwischen A und B auf behÃ¶rdliche oder gerichtliche Vorladung hin. Die Gerichtskosten auferlegte der Haftrichter A, eine UmtriebsentschÃ¤digung sprach er B nicht zu.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Daraufhin gelangte A, nun nicht mehr vertreten, mit â vom Bezirksgericht F zustÃ¤ndigkeitshalber weitergeleiteter â Beschwerde vom 27. Dezember 2022 an das Verwaltungsgericht und beantragte sinngemÃ¤ss die Aufhebung des Urteils des Haftrichters vom 22. Dezember 2022, soweit dieser das Rayonverbot verlÃ¤ngert und ihm die Verfahrenskosten auferlegt hatte. Mit Eingabe vom 4. Januar 2023 ergÃ¤nzte A seine AusfÃ¼hrungen. Der Haftrichter verzichtete mit Schreiben vom 5. Januar 2023 darauf, sich zur Beschwerde vom 27. Dezember 2022 zu Ã¤ussern. B beantragte mit Beschwerdeantwort vom 11. Januar 2023 sinngemÃ¤ss die Abweisung der Beschwerde. Weitere Stellungnahmen gingen nicht ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 11a Abs. 1 GSG fÃ¼r die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide der Haftrichterin oder des Haftrichters in Angelegenheiten des Gewaltschutzgesetzes zustÃ¤ndig. Beschwerden im Bereich dieses Erlasses werden von der Einzelrichterin oder dem Einzelrichter behandelt, sofern sie nicht wegen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung der Kammer Ã¼berwiesen werden (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 4 und Abs. 2 in Verbindung mit § 43 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Da dem vorliegenden Fall keine solche Bedeutung zukommt, ist der Einzelrichter zum Entscheid berufen.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Zu beurteilen ist vorliegend einzig, ob der Haftrichter das Rayonverbot zu Recht um drei Monate verlÃ¤ngerte. Die VerlÃ¤ngerung des Kontaktverbots ist demgegenÃ¼ber nicht zu Ã¼berprÃ¼fen, nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer die Aufhebung dieser Schutzmassnahme mit Einsprache vom 19. Dezember 2022 ausdrÃ¼cklich nicht beantragte und sich der Streitgegenstand im Lauf des Rechtsmittelverfahrens nicht erweitern oder inhaltlich verÃ¤ndern kann (Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons E [VRG], 3. A., E etc. 2014 [Kommentar VRG], Vorbemerkungen zu §§ 19â28a N. 48). Der Beschwerde ist denn auch zu entnehmen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer (weiterhin) kein Interesse an der Kontaktaufnahme zur Beschwerdegegnerin hat.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss dessen § 1 Abs. 1 bezweckt d<span>as G</span>ewaltschutzg<span>esetz den Schutz, die Sicherheit und die</span> <span>UnterstÃ¼tzung von </span>Personen, die von hÃ¤uslicher Gewalt (lit. a) oder Stalking (lit. b) betroffen sind.<span> </span>HÃ¤usliche Gewalt liegt nach § 2 Abs. 1 GSG vor, wenn eine Person in einer bestehenden oder einer aufgelÃ¶sten familiÃ¤ren oder partnerschaftlichen Beziehung in ihrer kÃ¶rperlichen, sexuellen oder psychischen IntegritÃ¤t verletzt oder gefÃ¤hrdet wird. Dies kann durch AusÃ¼bung oder Androhung von Gewalt (lit. a) oder durch mehrmaliges BelÃ¤stigen, Auflauern oder Nachstellen (lit. b) der Fall sein. Stalking liegt nach § 2 Abs. 2 GSG vor, <span>wenn jemand durch mehrmaliges BelÃ¤stigen, Auflauern, Nachstellen oder Drohen in seiner Handlungsfreiheit beeintrÃ¤chtigt oder gefÃ¤hrdet wird.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>In FÃ¤llen von hÃ¤uslicher Gewalt oder Stalking stellt die Polizei den Sachverhalt fest und ordnet umgehend die zum Schutz der gefÃ¤hrdeten Personen notwendigen Massnahmen an (§ 3 Abs. 1 GSG). So kann die Polizei die gefÃ¤hrdende Person aus der Wohnung oder dem Haus weisen, ihr untersagen, von der Polizei bezeichnete, eng umgrenzte Gebiete zu betreten, und ihr auch verbieten, mit den gefÃ¤hrdeten und diesen nahestehenden Personen in irgendeiner Form Kontakt aufzunehmen (§ 3 Abs. 2 lit. aâc GSG). Die Schutzmassnahmen gelten wÃ¤hrend 14 Tagen ab Mitteilung an die gefÃ¤hrdende Person (§ 3 Abs. 3 Satz 1 GSG). Die gefÃ¤hrdende Person kann ein Gesuch um gerichtliche Beurteilung stellen (§ 5 Satz 1 GSG). Die gefÃ¤hrdete Person ihrerseits kann beim Gericht um VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen ersuchen (§ 6 Abs. 1 GSG). Dieses entscheidet innert vier Arbeitstagen Ã¼ber solche Gesuche (§ 9 Abs. 1 GSG). Es stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest und fordert unverzÃ¼glich die polizeilichen Akten und, sofern ein Strafverfahren eingeleitet wurde, jene der Strafuntersuchung an. Auf Verlangen des Gerichts nehmen die Polizei und die Staatsanwaltschaft zum Gesuch Stellung (§ 9 Abs. 2 GSG). Das Gericht hÃ¶rt die Gesuchsgegnerin oder den Gesuchsgegner nach MÃ¶glichkeit an. Es kann auch eine AnhÃ¶rung der Gesuchstellerin oder des Gesuchstellers anordnen (§ 9 Abs. 3 SÃ¤tze 1 und 2 GSG). Das Gericht weist das Gesuch um Aufhebung der Schutzmassnahmen ab oder heisst das VerlÃ¤ngerungsgesuch gut, wenn der Fortbestand der GefÃ¤hrdung glaubhaft ist (§ 10 Abs. 1 Satz 1 GSG). Dabei entscheidet es vorlÃ¤ufig, wenn die Gesuchsgegnerin oder der Gesuchsgegner nicht angehÃ¶rt worden ist, und setzt dieser bzw. diesem eine Frist von fÃ¼nf Tagen an, um gegen den Entscheid Einsprache zu erheben (§ 10 Abs. 2 GSG; § 11 Abs. 1 GSG). Die gerichtlich verfÃ¼gten Schutzmassnahmen dÃ¼rfen insgesamt drei Monate nicht Ã¼bersteigen (§ 6 Abs. 3 GSG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b><span>Unter den Begriff des Stalkings fallen Verhaltensweisen wie zwanghaftes Verfolgen und BelÃ¤stigen, dauerhaftes Ausspionieren, beharrliches Nachstellen oder Bedrohen eines Menschen, die beim Opfer Angst und Panik auslÃ¶sen. Dabei ist typisch, dass viele Einzelhandlungen erst durch ihre Wiederholung und ihre Kombination zum Stalking werden. Stalking kann bei den Opfern gravierende psychische und physische Leiden hervorrufen und diese in der LebensfÃ¼hrung stark beeintrÃ¤chtigen (Weisung des Regierungsrats zum GSG vom 20. MÃ¤rz 2019, ABl 2019-03-22 bzw. KR-Nr. 2019/5528, S. 3). Eine hÃ¤ufige Erscheinungsform sind unerwÃ¼nschte Telefonanrufe. Aber auch andere Verhaltensweisen, wie ein Herumtreiben in der NÃ¤he, die Kontaktaufnahme Ã¼ber Dritte oder das Nachfragen im Umfeld, sind verbreitet. Problematisch ist, dass jede dieser Verhaltensweisen geeignet ist, beim Opfer zumindest ein beklemmendes GefÃ¼hl auszulÃ¶sen (Daniel Nussbaumer, Massnahmen gegen nicht fassbare Gewalt, Dissertation der Rechtswissenschaftlichen FakultÃ¤t der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich, Kilchberg 2008, S. 54).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b><span>Im Zusammenhang mit der VerlÃ¤ngerung bzw. NichtverlÃ¤ngerung von Schutzmassnahmen steht der Haftrichterin bzw. dem Haftrichter ein relativ grosser Beurteilungsspielraum zu. Zum einen kann sie bzw. er sich im Rahmen der persÃ¶nlic</span>hen AnhÃ¶rung der Parteien einen umfassenden Eindruck von der Situation machen, wÃ¤hrend das Verwaltungsgericht aufgrund der Akten zu entscheiden hat. Zum anderen greift Letzteres nur im Fall von Rechtsverletzungen im Sinn von <span>§ 50 Abs. 1 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a und lit. b VRG</span> ein, nicht aber bei blosser Unangemessenheit. Ferner genÃ¼gt wie erwÃ¤hnt bereits die Glaubhaftmachung des Fortbestands einer GefÃ¤hrdung. Demnach rechtfertigt sich seitens des Verwaltungsgerichts eine gewisse ZurÃ¼ckhaltung bei der Beurteilung der vorinstanzlichen WÃ¼rdigung (statt vieler VGr, 21. Dezember 2022, VB.2022.00758, E. 2.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Stadtpolizei begrÃ¼ndete die Anordnung der Schutzmassnahmen damit, dass der BeschwerdefÃ¼hrer der Beschwerdegegnerin verbal gedroht habe, ihre Beine abzuschneiden, ihr ca. 20 bis 30 SMS pro Tag schreibe und sie "mehrere Male verbal und per SMS bedroht habe". Die Beschwerdegegnerin fÃ¼hle sich aufgrund der verbalen Drohungen und ununterbrochenen SMS vom BeschwerdefÃ¼hrer derart bedrÃ¤ngt, dass sie ihr Alltagsverhalten geÃ¤ndert habe.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Der Haftrichter erwog im Urteil vom 22. Dezember 2022, der BeschwerdefÃ¼hrer habe anlÃ¤sslich der AnhÃ¶rung vom 21. Dezember 2022 wie auch schon im Rahmen der polizeilichen Einvernahme verschiedene ihm von der Beschwerdegegnerin vorgeworfene Handlungen eingestanden. So habe er zugegeben, dass er die Beschwerdegegnerin habe unter Druck setzen wollen, damit sie ihm geliehenes Geld zurÃ¼ckzahle, und dass er ihr aus dem gleichen Grund eine Vielzahl an Textnachrichten sowie den bei den Akten befindlichen Brief geschickt habe. Darin habe er unter anderem geschrieben, die Beschwerdegegnerin sei eine BetrÃ¼gerin, er habe sie bei der Polizei angezeigt, wisse nun alles von ihr und werde, falls sie ihm sein Geld nicht zurÃ¼ckzahle, weitere rechtliche Massnahmen ergreifen und "keine Gnade [haben] fÃ¼r einen Menschen wo so heilig ist". Zudem habe der BeschwerdefÃ¼hrer eingestanden, der Beschwerdegegnerin geschrieben zu haben, dass er sich das Leben nehmen wolle, weil er sie so geliebt habe. AnlÃ¤sslich der AnhÃ¶rung bestritten habe der BeschwerdefÃ¼hrer demgegenÃ¼ber namentlich, der Beschwerdegegnerin gedroht zu haben, ihr die Beine abzuschneiden oder sie in einen TiefkÃ¼hler zu tun. In Abrede habe er auch gestellt, beim Wohnort oder in der NÃ¤he des Wohnorts der Beschwerdegegnerin aufgetaucht zu sein; er sei lediglich zweimal dort gewesen, als er ihre EinkÃ¤ufe nach Hause getragen habe.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Hinsichtlich der AusfÃ¼hrungen der Beschwerdegegnerin verwies der Haftrichter auf das Urteil vom 9. Dezember 2022 bzw. das VerlÃ¤ngerungsgesuch vom 5. Dezember 2022 sowie die polizeiliche Einvernahme. Die Beschwerdegegnerin brachte damals zusammengefasst vor, der BeschwerdefÃ¼hrer habe sie ab etwa 10. Oktober 2022 persÃ¶nlich und telefonisch sowie mittels SMS mehrfach â unter anderem mit dem Tod â bedroht und sie mindestens zweimal in ihrem Wohnquartier aufgesucht. Sie befÃ¼rchte, der BeschwerdefÃ¼hrer sei ernsthaft psychisch krank, lasse nicht mehr von ihr ab und werde seine Androhungen in die Tat umsetzen, sodass sie sich in ihrem Wohnquartier aus Angst kaum mehr auf die Strasse traue. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe sie anlÃ¤sslich eines Streits angeschrien und gesagt, er schneide seine FÃ¼sse und ihre Beine ab, wonach sie beide fÃ¼r immer im TiefkÃ¼hler seien; niemand kÃ¶nne sie mehr trennen. Im folgenden Verlauf des Streits, als er sie in seinem Auto zum Ort D gefahren habe, habe der BeschwerdefÃ¼hrer beim Aussteigen ihre Hand gepackt und gesagt, er begehe Selbstmord. Es habe ungefÃ¤hr 40 Minuten gedauert, bis sich der BeschwerdefÃ¼hrer beruhigt habe. Ãberdies habe er ihr ein blaues Sackmesser gezeigt und es geÃ¶ffnet. Nach diesem Zwischenfall habe ihr der BeschwerdefÃ¼hrer tÃ¤glich ca. 20 bis 30 SMS geschrieben und gedroht, er finde sie, zeige sie bei der Polizei an, sie mÃ¼sse ihn heiraten und er stecke ihr ein Messer in den Bauch. Gleichwohl habe sie sich zwei Wochen spÃ¤ter erneut mit dem BeschwerdefÃ¼hrer in einem CafÃ© getroffen. Dabei habe der BeschwerdefÃ¼hrer zu ihr gesagt, dass sie fÃ¼r immer ihm gehÃ¶re, woraufhin sie wieder Angst bekommen habe. Tags darauf habe er ihr wieder viele SMS geschrieben, in denen er sie beschimpft habe. Ausserdem habe ihr der BeschwerdefÃ¼hrer am Telefon gesagt, sie habe ihn kaputt gemacht, er habe nichts mehr zu verlieren und sie werde ihn "bald sehen".</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.3 </b>Weiter erwog der Haftrichter im Urteil vom 22. Dezember 2022, die Aussagen der Beschwerdegegnerin erschienen fÃ¼r sich betrachtet prima facie glaubhaft. Die zahlreichen Details sprÃ¤chen fÃ¼r einen tatsÃ¤chlichen Erlebnishintergrund. Zudem wÃ¼rden die Aussagen in diversen Punkten vom BeschwerdefÃ¼hrer zumindest im Grundsatz bestÃ¤tigt. Auch im erwÃ¤hnten Brief habe sich der BeschwerdefÃ¼hrer einer bedrohlichen bzw. einschÃ¼chternden Terminologie bedient. Unter zusÃ¤tzlicher BerÃ¼cksichtigung der zugestandenen hochfrequenten Kontaktnahme des BeschwerdefÃ¼hrers mit der Beschwerdegegnerin wiesen die UmstÃ¤nde in einer Gesamtschau durchaus bedrohenden, sicherlich aber bedrÃ¤ngenden Charakter auf. Mit seinem Verhalten habe der BeschwerdefÃ¼hrer eine Drucksituation geschaffen, welche die psychische IntegritÃ¤t der Beschwerdegegnerin beeintrÃ¤chtigt habe. Da der BeschwerdefÃ¼hrer anlÃ¤sslich der AnhÃ¶rung ausgefÃ¼hrt habe, er wolle nach wie vor sein Geld von der Beschwerdegegnerin zurÃ¼ck, und angesichts der bisher hierzu vom ihm angewandten Taktik, kÃ¶nne bei einem erneuten Aufeinandertreffen der Parteien nicht ausgeschlossen werden, dass es zu weiteren Druckversuchen und Drohungen seitens des BeschwerdefÃ¼hrers komme. Angesichts der AffektivitÃ¤t der Streitsache sei zudem nicht ausgeschlossen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die ausgesprochenen Drohungen auch wahr machen kÃ¶nnte, weshalb nicht nur weitere Angriffe auf die psychische, sondern auch Angriffe auf die kÃ¶rperliche IntegritÃ¤t der Beschwerdegegnerin zu befÃ¼rchten seien.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.4 </b>Die Interessen der Beschwerdegegnerin an ihrer psychischen und kÃ¶rperlichen IntegritÃ¤t seien hÃ¶her zu werten als diejenigen des BeschwerdefÃ¼hrers, die Beschwerdegegnerin zu kontaktieren oder sie an ihrem Wohnort in E aufzusuchen. Die VerlÃ¤ngerung des Kontaktverbots erscheine insofern zumutbar, als der BeschwerdefÃ¼hrer erklÃ¤rt habe, er sei mit der VerlÃ¤ngerung des Kontaktverbots einverstanden. BezÃ¼glich des Rayonverbots sei zu berÃ¼cksichtigen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in F wohnhaft und nicht im betroffenen Rayon berufstÃ¤tig sei. Der Verzicht auf den gelegentlichen Aufenthalt am Ort G bzw. der Umstand, dass er sich gegenÃ¼ber Bekannten erklÃ¤ren mÃ¼sse, schrÃ¤nke ihn nicht Ã¼bermÃ¤ssig in seiner persÃ¶nlichen Freiheit ein. Sodann befinde sich das vom BeschwerdefÃ¼hrer erwÃ¤hnte GeschÃ¤ft ausserhalb des Rayons und sei auch ohne Betreten desselben erreichbar.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt nichts vor, was diese ErwÃ¤gungen, auf die in Anwendung von § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG grundsÃ¤tzlich verwiesen werden kann, infrage stellen wÃ¼rde. Zwar mag ihm die Beschwerdegegnerin in Bezug auf ihren Namen und ihr Alter nicht die Wahrheit gesagt haben. Dies dÃ¼rfte allerdings mit der Art und Weise, wie sich die Parteien kennenlernten (Zeitungsannonce), und der beim ersten Treffen gegen Entgelt erfolgten sexuellen Dienstleistung der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang stehen. Im Rapport der Stadtpolizei vom 29. November 2022 ist denn auch unter dem Beruf der Beschwerdegegnerin "Journalistin, Prostituierte" vermerkt. Auch mag die Beschwerdegegnerin dem BeschwerdefÃ¼hrer ein Betreibungsverfahren verschwiegen haben und ist sodann nicht auszuschliessen, dass sie lediglich vorgab, ihn heiraten zu wollen, um so Geld von ihm zu erhalten. All dies wird unter UmstÃ¤nden Gegenstand einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung zwischen den Parteien und/oder eines Strafverfahrens sein, ist vorliegend jedoch nicht von entscheidender Bedeutung. Wie der Haftrichter zu Recht erwog (vorn E. 3.2.3), sind die Aussagen der Beschwerdegegnerin jedenfalls in Bezug auf das gefÃ¤hrdende Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers glaubhaft, welches in einer Gesamtbetrachtung durchaus als Stalking im Sinn von § 2 Abs. 2 GSG (vorn E. 2.3) bezeichnet werden kann. So streitet der BeschwerdefÃ¼hrer nicht ab, der Beschwerdegegnerin wÃ¤hrend mehreren Tagen zahlreiche SMS und den erwÃ¤hnten Brief geschrieben zu haben. Dabei trifft es zu, dass der genaue Inhalt dieser SMS nicht aktenkundig ist, da die Beschwerdegegnerin die Sicherstellung ihres Mobiltelefons durch die Stadtpolizei ablehnte, und dass die Stadtpolizei, welche die SMS auf den Mobiltelefonen der Parteien abglich, nach einer "oberflÃ¤chlichen" Sichtung keine "akut bedrohenden" Nachrichten des BeschwerdefÃ¼hrers feststellte. Indes ist bereits aufgrund der schieren Anzahl der Nachrichten nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdegegnerin dadurch sowie aufgrund des fraglichen Briefes und des glaubhaft geschilderten, unerwarteten Auftauchens des BeschwerdefÃ¼hrers an ihrem Wohnort belÃ¤stigt oder sogar bedroht fÃ¼hlte. Dass die Beschwerdegegnerin zur haftrichterlichen AnhÃ¶rung nicht erschien und dem BeschwerdefÃ¼hrer am 24. Dezember 2022 angeblich von sich aus eine SMS zukommen liess, vermag diesen Schluss nicht massgeblich zu beeinflussen. Dass der Haftrichter unter diesen UmstÃ¤nden auf eine (fortbestehende) GefÃ¤hrdung der Beschwerdegegnerin schloss, ist daher nicht zu beanstanden. Zur vom Haftrichter sorgfÃ¤ltig geprÃ¼ften Frage der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen (vorn E. 3.2.4) Ã¤ussert sich der BeschwerdefÃ¼hrer nicht. VerlÃ¤ngerte der Haftrichter aber das Rayonverbot (und das Kontaktverbot) somit zu Recht um drei Monate, so war es nur folgerichtig, dass er die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegte (§ 12 Abs. 1 Satz 2 GSG).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen </span>(§ 12 Abs. 1 Satz 2 GSG; § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). ParteientschÃ¤digungen wurden keine beantragt.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'200.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 180.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'380.--</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</p> <p class="Einzug2">5. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Mitbeteiligte; <br/> c) das Bezirksgericht F.</p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>