Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. Mai 2015 (715 14 266 / 138) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Die Vermittlungsfähigkeit ist zu verneinen, wenn eine versicherte Person bei wiederholter saisonal bedingter Arbeitslosigkeit trotz entsprechender Aufforderung der zuständigen Behörden nicht alles Zumutbare unternimmt, um rechtzeitig eine Dauerstelle zu finden und die voraussehbare Arbeitslosigkeit zu verhindern. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Bea t Hersberger, Kantonsrich- ter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Simone Emmel , Advok a- tin, Rümelinsplatz 14, Postfach, 4001 Basel gegen KIGA Baselland , Postfach , 4133 Pratteln 1 , Beschwerdegegnerin Betreff Absprache der Vermittlungsfähigkeit A. Der 1984 geborene A.____ arbeitete nach seiner E inreise in die Schweiz im Jahre 2006 zunächst ab 1. Januar 2008 als Mitarbeiter in einer Gärtnerei. Nach einer Anlehre als Fassadenisolierer war er vom 1. November 2008 bis z um 30. September 2011 bei der B.____ AG tätig. Anschliessend war er via die C.____ AG (n achfolgend: C.____ AG) vom 3. Oktober 2011 bis 20. Dezember 2011, vom 23. Januar 2012 bis 21. Dezember 2012 und vom Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 28. Januar 2013 bis 20. Dezember 2013 (mit einem 18-tä gigen Unterbruch vom 16. August 2013 bis 3. September 2013) als Fassadenisolierer angeste llt. Am 20. Dezember 2013 meldete sich A.____ beim zuständigen Regionalen Arbeitsvermittlun gszentrum (RAV) D.____ zur Ar- beitsvermittlung und am 7. Januar 2014 per 20. Dezembe r 2013 bei der Öffentlichen Arbeitslo- senkasse Baselland zum Bezug von Taggeldern der Arbeitsl osenversicherung (ALV) an. Mit Feststellungsverfügung vom 3. Februar 2014 verneinte da s RAV D.____ die Vermittlungsfähig- keit des Versicherten ab 20. Dezember 2013 und damit de n Anspruch auf Arbeitslosenentschä- digung. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache wurde mit Entscheid der Ein- spracheinstanz des KIGA, Abteilung Arbeitsvermittlung, v om 22. Juli 2014 abgewiesen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der Versicherte sich trotz Voraussehbar- keit der saisonal bedingten Kündigung des Arbeitsverhältn isses bloss ungenügend um nicht- saisonale Dauerstellen bemüht habe. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten dur ch Advokatin Simone Emmel, am 9. September 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei in Aufhe bung des angefochtenen Einspracheent- scheids festzustellen, dass er seit dem 20. Dezember 2013 vermittlungsfähig sei und es sei ihm ab diesem Zeitpunkt Arbeitslosenentschädigung zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegen- heit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ; alles unter o/e-Kostenfolge. Der Beschwerdeführer habe sich sowohl im Frühling 2013 wie auch im Herbst 2013 auf verschiede- ne Festanstellungen beworben. Für eine Verneinung der subjektiven Vermittlungsfähigkeit be- dürfe es qualifizierter Gründe, die nicht gegeben seien , wenn sich eine versicherte Person um Arbeit bemühe. Bei der Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit sei das Verhältnismässigkeitsprin- zip zu berücksichtigen. Dieses sei verletzt, wenn wie vorlie gend ein grundsätzlich leichtes Ver- schulden wie ungenügende Arbeitsbemühungen mit der schwe rsten Massnahme, namentlich der Absprache der Vermittlungsfähigkeit, sanktionier t werde. Der Beschwerdeführer sei schon immer für verschiedenste Stellen offen gewesen. Deshalb habe er auch von einer Weiterbe- schäftigung bei der C.____ AG ausgehen dürfen, zumal es sich nicht um eine befristete Stelle bei einer Baufirma gehandelt habe. Da ihm erst am 10. Dezember 2013 per 20. Dezember 2013 gekündigt worden sei, habe er sich nicht bereits im Se ptember 2013 um eine neue Stelle be- mühen müssen. Die Arbeitsbemühungen und der Lebenslauf des Beschwerdeführers würden zeigen, dass er ernsthaft an einer Festanstellung interessiert sei. C. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Oktober 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Als der Beschwerdeführer am 28. Januar 2013 nach wiederholtem Leistungsbezug über die Winterzeit eine weitere Stelle für die C.____ AG angetreten habe, sei er schriftlich darüber informiert worden, dass er währen d der letzten Jahre stets Arbeitsverhält- nisse, welche von saisonal bedingten Unterbrüchen geprä gt seien, eingegangen sei und bei einer erneuten Anmeldung zum Taggeldbezug seine Ver mittlungsfähigkeit zu überprüfen sei. Der Versicherte sei gleichzeitig in Kenntnis gesetzt word en, dass er – damit eine Vermittlungs- fähigkeit bejaht werden könne – ab drei Monate vor de m zu erwartenden saisonalen Unterbruch mindestens acht monatliche Arbeitsbemühungen auf nich t-saisonale Stellen nachweisen müs- se. Entgegen den vom Beschwerdeführer unterschriftlich bestätigten Vorgaben in diesem In- formationsschreiben habe er in der Zeit vor der Anmel dung zum Leistungsbezug von Arbeitslo- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht senentschädigung insgesamt 13 Arbeitsbemühungen, davon acht im Monat November 2013 und fünf im Monat Dezember 2013, getätigt. Diese Arbe itsbemühungen hätten inhaltlich nicht den Vorgaben entsprochen. Entsprechend der bundesgeri chtlichen Rechtsprechung habe folg- lich angenommen werden müssen, dass der Beschwerdeführer die saisonal bedingten Arbeits- unterbrüche bewusst in Kauf nehme und es habe ihm die Vermittlungsfähigkeit abgesprochen werden müssen. D. Im Rahmen einer amtlichen Erkundigung befragte da s Kantonsgericht die ehemalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers, die C.____ AG. Di ese führte mit Schreiben vom 31. Oktober 2014 und 21. November 2014 aus, dass die An stellungsverhältnisse der Jahre 2011 und 2012 jeweils wegen dem Ende der Arbeitsbelast ung ihres Kunden und der Kälte be- endet worden seien. Das letzte Arbeitsverhältnis sei pe r 20. Dezember 2013 ebenfalls wegen dem Ende der Arbeitsbelastung gekündigt worden. Der B eschwerdeführer habe das Anstel- lungsverhältnis aus eigenem Willen am 17. Dezember 20 13 beendet. Die Kündigung im De- zember 2013 sei für sie als Arbeitgeberin voraussehbar gewesen. Ebenso sei aber eine Weiter- beschäftigung ab Januar 2014, je nach Wetterverhältni ssen, absehbar gewesen. Der Be- schwerdeführer sei informiert worden, dass er am 6. Ja nuar 2014 die Arbeit wieder aufnehmen könne, er sei jedoch an diesem Tag nicht zur Arbeit erschienen. Ein späteres Telefonat mit dem Beschwerdeführer habe ergeben, dass dieser eine andere Stelle gefunden habe. E. In seiner Stellungnahme vom 19. Dezember 2014 bestr itt der Beschwerdeführer die Darstellung seiner ehemaligen Arbeitgeberin, insbeso ndere, dass die Kündigung voraussehbar gewesen sei. Auch habe er die Arbeit nicht freiwillig niedergelegt. Er habe am 17. Dezember 2013 einen privaten Termin wahrnehmen müssen und sich au s diesem Grund von der Arbeit abgemeldet. Als er am darauffolgenden Tag zur Arbeit erscheinen habe wollen, habe man ihm mitgeteilt, dass es keine Arbeit mehr für ihn gebe. Pe r Januar 2015 (recte: 2014) habe er eine Zusage für eine neue Anstellung gehabt. Am 1. Januar 2 015 (recte: 2014) habe er indessen einen Unfall erlitten, der zu einer Arbeitsunfähigke it geführt habe. Aufgrund der neuen Anstel- lung habe er der C.____ AG telefonisch mitgeteilt, da ss er nicht mehr für sie arbeiten könne. Der neue Arbeitgeber habe ihm danach jedoch unverhoff t und entgegen der mündlichen Ver- einbarung eine Absage erteilt. Fest stehe, dass der Besc hwerdeführer unverschuldet stellenlos geworden sei und sich entsprechend der Vorgaben der B eschwerdegegnerin um eine Stelle bemüht habe. Dass er eine kurzfristige Absage erhalten habe, könne ihm nicht angelastet wer- den. F. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 22 . Dezember 2014 auf eine Stellungnahme zu den Ausführungen der C.____ AG. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligat orische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Ju ni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungsrechts Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge richt erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 12 8 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitsl osenversicherung und die Insolvenzent- schädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend hat der Beschwerdeführer die Kontrollpflicht im Kanton Ba sel-Landschaft erfüllt, weshalb die örtli- che Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtl iche Instanz des Kantons Be- schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be schwerde zuständig. Auf die im Übri- gen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 9. September 2014 ist demnach einzu- treten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Ar- beitslosenentschädigung ab 20. Dezember 2013 und in di esem Zusammenhang insbesondere die Vermittlungsfähigkeit. 3.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nac h Art. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schwei z wohnt (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreich t hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), vermittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). 3.2 Gemäss Art. 15 Abs. 1 AVIG ist die arbeitslose Pers on vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliede- rungsmassnahmen teilzunehmen. Zur Vermittlungsfähigkeit gehört demnach nicht nur die Ar- beitsfähigkeit im objektiven Sinn, sondern subjektiv a uch die Bereitschaft, die Arbeitskraft ent- sprechend den persönlichen Verhältnissen während der übl ichen Arbeitszeit einzusetzen (BGE 125 V 58 E. 6a, 123 V 216 E. 3, je mit Hinweis; THOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversi- cherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Sozia le Sicherheit, 2. Auflage, Ba- sel/Genf/München 2007, S. 2261, Rz. 270). Die Vermittlungsfähigkeit setzt sich demzufolge aus drei Elementen zusammen; aus der Arbeitsfähigkeit und Arbeitsberechtigung als Elemente ob- jektiver Natur und aus der Vermittlungsbereitschaft als Element subjektiver Natur. 3.3 Das subjektive Element der Vermittlungsfähigkeit best eht in der Bereitschaft der versi- cherten Person, die Arbeitskraft entsprechend den persönli chen Verhältnissen während der üblichen Arbeitszeit einzusetzen (BGE 123 V 216 E. 3 mi t Hinweisen). Hierzu genügt die Wil- lenshaltung oder die bloss verbal erklärte Vermittlungsbe reitschaft nicht. Vielmehr ist die versi- cherte Person gehalten, sich der öffentlichen Arbeitsvermittlung zur Verfügung zu stellen, ange- botene zumutbare Arbeit anzunehmen und sich intensiv nach einer zumutbaren Stelle umzuse- hen (NUSSBAUMER , a.a.O., S. 2261 Rz 270 mit Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4 Für die Annahme fehlender Vermittlungsbereitschaf t auf Grund ungenügender Stellen- suche bedarf es besonders qualifizierender Umstände. Fort laufend ungenügende Bemühungen um eine neue Stelle können indessen ein wesentlicher Hi nweis darauf sein, dass die versicher- te Person (während einer bestimmten Zeitspanne) über haupt nicht gewillt ist, ihre Arbeitskraft anzubieten, was zur Verneinung der Vermittlungsfähigke it führt (Urteil des Bundesgerichts vom 16. April 2013, 8C_966/2012, E. 2.2; NUSSBAUMER , a.a.O., S. 2262, Rz. 272.). 3.5 Die versicherte Person muss bereit sein, eine Dauerste lle anzunehmen. Eine versi- cherte Person, welche bewusst nur saisonale Arbeitsverhältn isse eingeht und deren Arbeitsbe- mühungen sich stets auf zeitlich befristete Stellen beschr änken, gilt nach der Rechtsprechung als vermittlungsunfähig. Die bisherigen Arbeitsbemühungen können in diesen Fällen Aufschluss über die subjektive Bereitschaft geben, Einkommenseinbuss en während der Übergangszeit zu vermeiden (Urteil des Bundesgerichts vom 16. April 2013, 8C_1030/2012, publiziert in: Arbeits- recht und Arbeitslosenversicherung [ARV] 2013, S. 347 ff ., E. 2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesgericht, Sozialre chtliche Abteilungen] vom 24. Dezember 2004, C 157/04, publiziert in: ARV 2005 , S. 211 ff., E. 2.2; je mit weiteren Hin- weisen). 4.1 Aus den vorliegenden Unterlagen wird ersichtlich, da ss der Beschwerdeführer ab 3. Oktober 2011 wiederholt bei der C.____ AG angestellt war und in dieser Eigenschaft bei ver- schiedenen Bauunternehmen als Fassadenisolierer arbeite te. Per 21. Dezember 2011 wurde das Arbeitsverhältnis das erste Mal beendet. Gleichentags m eldete sich der Beschwerdeführer zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung an. Im Anmeldefo rmular vom 21. Dezember 2011 gab er an, dass die Kündigung saisonal bedingt sei. Weg en den kälteren Temperaturen gäbe es keine Arbeit. Am 13. März 2012 meldete sich der Beschwe rdeführer unter Hinweis auf eine selbstständig gefundene Anstellung per 1. März 2012 von der Arbeitsvermittlung ab. In der Fol- ge arbeitete er erneut bei der C.____ AG. Mit Schre iben vom 19. November 2012 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis auf den 21. Dezembe r 2012. Als Grund für die Kündigung wurde Arbeitsrückgang angegeben. Vom 21. Dezember 2012 bis 1. März 2013 bezog der Be- schwerdeführer Arbeitslosenentschädigung. 4.2 Mit Informationsschreiben vom 7. März 2013 (gleichent ags unterschriftlich quittiert vom Beschwerdeführer) machte der zuständige Personalberate r des RAV den Beschwerdeführer darauf aufmerksam, dass er in den letzten Jahren stets in Berufen gearbeitet habe, in denen mit saisonalen Unterbrüchen zu rechnen sei. Tatsächlich sei d as Ende der jeweiligen Anstellungs- verhältnisse in den Vergangenheit jeweils im Zusammenhan g mit saisonal bedingten Betriebs- schliessungen oder rückläufigem Arbeitsanfall im Einsatzb etrieb gestanden. Es stelle sich die Frage, ob er die Erwerbsunterbrüche bewusst in Kauf n ehme. Das RAV sähe sich veranlasst, bei einer erneuten Anmeldung zum Taggeldbezug die Ve rmittlungsfähigkeit zu überprüfen. Die- se sei zu bejahen, wenn aus den getätigten Arbeitsbemühu ngen hervorgehe, dass er intensiv und ernsthaft versuche, in Bereichen eine Anstellung zu finden, in denen saisonale Arbeitsun- terbrüche oder -reduktionen keine Bedeutung hätten. Solche Bemühungen seien bereits vor der Anmeldung in ausreichendem Masse zu tätigen und nachzuw eisen. Um ausreichend zu sein, müssten die Arbeitsbemühungen mindestens drei Monate vor dem Ende des befristeten oder Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem voraussichtlichen saisonalen Ende des unbefristeten Arbe itsverhältnisses begonnen wer- den. Die Stellensuche müsse sich auf Branchen beziehen, die nicht von Saisonalität oder ande- ren Unterbrüchen betroffen seien. Nötigenfalls müsse sich der Versicherte auch ausserhalb des bisherigen Berufs um eine Anstellung bemühen. Erwarte t würden monatlich mindestens acht Arbeitsbemühungen. 4.3 Der Beschwerdeführer war anschliessend vom 1. März 2 013 bis 20. Dezember 2013 wiederum bei der C.____ AG angestellt. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2013 wurde ihm auf den 20. Dezember 2013 gekündigt. In seinem Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 7. Januar 2014 gab er als Grund für die Kündigung „schlechtes Wetter“ an. 5.1 Der Beschwerdeführer war nach dem Ausgeführten ab 3. Oktober 2011 wiederholt bei derselben Firma in einem (formell) unbefristeten Arbe itsverhältnis tätig. Indessen wurde ihm regelmässig auf Mitte Dezember, konkret auf den 20. oder 21. Dezember des jeweiligen Jahres, gekündigt. Im darauffolgenden März, wurde der Beschwer deführer jeweils wieder in einem 100%-Pensum angestellt. In den Zeiten davor arbeitete der Beschwerdeführer regelmässig ab Januar im Zwischenverdienst für die C.____ AG. Damit ha ndelt es sich im vorliegenden Fall klarerweise um ein saisonales Anstellungsverhältnis, wurde doch auch als Grund für die Kündi- gung jeweils angegeben, dass es – aufgrund der kälteren Temperaturen – zu einer Reduktion des Arbeitsanfalles gekommen war. Aufgrund der gemachte n Erfahrungen mit einer Kündigung jeweils am 20. oder 21. Dezember und der Wiederanstellung im Frühjahr konnte der Beschwer- deführer bei der letzten Wiederanstellung im Jahr 2014 trotz formell unbefristetem Vertrag nicht ohne weiteres mit einer ganzjährigen Beschäftigung rech nen. Vielmehr musste die Kündigung im Dezember 2014 für ihn voraussehbar gewesen sein. Zur Vermeidung der Arbeitslosigkeit hätte der Beschwerdeführer daher schon vor der Kündig ung alles unternehmen müssen, um rechtzeitig eine Dauerstelle zu finden (vgl. Urteil de s Bundesgerichts vom 22. Februar 2013, 8C_937/2012, E. 4). Darauf, sowie auf den Umfang un d die Qualität der zu tätigenden Arbeits- bemühungen, hat ihn das RAV im Informationsschreiben vom 7. März 2013 ausdrücklich hin- gewiesen. Die in der Zeit vor der letzten Kündigung am 10. Dezember 2013 getätigten und nachgewiesenen Arbeitsbemühungen erfüllen diese Anford erungen nicht. Für die Zeit vor der Kündigung am 10. Dezember 2013 weist der Beschwerdeführer insgesamt elf Arbeitsbemühun- gen aus, davon acht im November 2013 und drei im Deze mber 2013. Der Beschwerdeführer hat folglich erst eineinhalb Monate vor der voraussehb aren Kündigung begonnen, Arbeitsbe- mühungen zu tätigen. Für die Monate September und Okt ober 2013 finden sich in den Akten keinerlei Arbeitsbemühungen. Die getätigten Bemühung en richten sich denn auch nicht alle oder mehrheitlich auf Dauerstellen. Drei der Bewerbun gen im November 2013 richteten sich an Temporärbüros; je eine Bewerbung in den Monaten November 2013 und Dezember 2013 betra- fen Anstellungen als Fassadenbauer, wobei davon auszugehe n ist, dass diese ebenso wie die bisherigen Anstellungen von saisonalen Unterbrüchen gepr ägt wären. Die Bewerbungen als Gärtner bzw. Gartenbauer können zugunsten des Beschwerde führers als Bewerbungen auf Dauerstellen angesehen werden. In casu geht es jedoch nicht in erster Linie um die Frage ge- nügender Arbeitsbemühungen als solcher, massgeblich sind d iese vielmehr als Indizien für die Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdeführer tatsä chlich eine Festanstellung anstrebte und im Hinblick darauf all jene Vorkehrungen getroffen hat , die man vernünftigerweise von ihm er- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht warten konnte (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februa r 2013, 8C_937/2012, E. 4). Auch dies ist indessen mit Hinblick auf die getätigten Arbeit sbemühungen zu verneinen. Mit insge- samt maximal sechs Bewerbungen auf Dauerstellen in der Ze it vor der voraussehbaren Kündi- gung hat der Beschwerdeführer nicht alles unternommen, was man vernünftigerweise von ihm erwarten konnte, um eine Festanstellung anzustreben. Da mit hat die Beschwerdegegnerin die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers für die Zei t ab 20. Dezember 2013 zu Recht ver- neint. 5.2 Daran ändern auch die Vorbringen des Beschwerdefü hrers nichts. Weder aus seinem Lebenslauf noch aus den Arbeitsbemühungen während der Arbeitslosigkeit lassen sich Schlüs- se auf die Vermittlungsfähigkeit ziehen. Zwar ist aufgr und der Ausführungen des Beschwerde- führers durchaus anzunehmen, dass er an einer Dauerstel le interessiert wäre. Dafür sprechen – wie er zu Recht anbringt – auch seine ganzjährigen Anst ellungsverhältnisse vor Oktober 2011. Indessen kann es bei der Frage der Vermittlungs fähigkeit nicht bloss auf die Willenshal- tung oder die verbal erklärte Vermittlungsbereitschaf t ankommen (vgl. E. 3.3 hiervor). Auch die zahlreichen Arbeitsbemühungen in den vertragsfreien Monaten erlauben keine andere Beurtei- lung der Vermittlungsfähigkeit. Dass Arbeitsbemühungen während der Arbeitslosigkeit für deren Bejahung nicht (mehr) genügen, konnte der Beschwerdef ührer unter anderem dem Informati- onsschreiben des RAV vom 7. März 2013 entnehmen. Ferner ist die Absprache der Vermitt- lungsfähigkeit auch nicht unverhältnismässig. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers handelt es sich dabei nämlich nicht um eine Sanktion. Z war kann die Absprache der Vermitt- lungsfähigkeit auch Folge von wiederholten Verstössen g egen die Schadensminderungspflicht während der bestehenden Arbeitslosigkeit sein (vgl. E. 3.4 hiervor). In solchen Fällen geht die Rechtsprechung davon aus, dass es sich bei der Absprache d er Vermittlungsfähigkeit um eine verwaltungsrechtliche Sanktion handelt, welche unter anderem dem Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip unterworfen ist. Fehlt es jedoch – wi e hier – von Beginn der Arbeitslosig- keit weg an der Anspruchsvoraussetzung der Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG; vgl. E. 3.5 hiervor), verursacht die versicherte Person gar k einen Schaden, den es zu sanktionieren gälte, da sie ohnehin nicht anspruchsberechtigt ist (Urt eil des Bundesgerichts vom 16. April 2013, 8C_1030/2012, publiziert in: ARV 2013, S. 347 ff., E. 4.3). Die Verneinung der Vermitt- lungsfähigkeit in diesen Fällen hat keinen Sanktionscha rakter. Folglich kommen auch Verhält- nismässigkeits- und Verschuldensprinzip nicht zum Zug. 5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Beschwerdefü hrer für die Zeit ab 20. Dezember 2013 die Vermittlungsfähigkeit und dami t die Anspruchsberechtigung abzuspre- chen ist. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 6. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht