<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp343232"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>122 V 372<br/><br/><br/><div class="paraatf">56. Urteil vom 11. September 1996 i.S. W. gegen Arbeitslosenkasse der Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) und Rekurskommission des Kantons Thurgau für die Arbeitslosenversicherung</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp344640"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref"><artref id="CH/837.0/102/2" type="start"></artref><artref id="CH/837.0/102/1" type="start"></artref>Art. 102 Abs. 1 und 2 AVIG</span><artref id="CH/837.0/102/2" type="end"></artref><artref id="CH/837.0/2" type="end"></artref>: Beschwerdeberechtigung der Arbeitslosenkassen. <div class="paratf">Die Arbeitslosenkassen sind nicht berechtigt, gegen Verfügungen der Amtsstellen im kantonalen Verfahren Beschwerde zu führen. </div> </div> </div> <a name="idp350688"></a> <a name="idp358432"></a> <br/><div> <a name="idp365968"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 372</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page372"></a><div class="center pagebreak">BGE 122 V 372 S. 372</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp367632"></a><span class="bold">A.- </span>W. (geb. 1949) war im Herbst 1995 bei der Arbeitslosenkasse der Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) zum Bezug von Arbeitslosentaggeldern gemeldet. Auf sein Gesuch hin verfügte das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit des Kantons Thurgau (KIGA), er <a name="page373"></a><div class="center pagebreak">BGE 122 V 372 S. 373</div>könne ab 1. Oktober 1995 seine Ansprüche bei der Arbeitslosenkasse des Kantons Thurgau geltend machen, d.h. einen Kassenwechsel vornehmen (Verfügung vom 18. Oktober 1995).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp370336"></a><span class="bold">B.- </span>Dagegen reichte die Arbeitslosenkasse GBI Beschwerde ein. Die Rekurskommission des Kantons Thurgau für die Arbeitslosenversicherung hiess diese gut und hob die angefochtene Verfügung auf (Entscheid vom 27. Oktober 1995).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp371840"></a><span class="bold">C.- </span>Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt W. die Aufhebung des kantonalen Entscheids.</div> <div class="paraatf">Während die Arbeitslosenkasse GBI sinngemäss auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, beantragen das KIGA und die Arbeitslosenkasse des Kantons Thurgau deren Gutheissung. Das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (BIGA) verzichtet auf Vernehmlassung.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp373936"></a><span class="bold">D.- </span>Am 11. September 1996 hat die I. Kammer des Eidg. Versicherungsgerichts in einer öffentlichen Sitzung über den Fall beraten.</div> <br/><div> <a name="idp379184"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp380192"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span>Nach ständiger Rechtsprechung prüft das Eidg. Versicherungsgericht die formellen Gültigkeitserfordernisse des Verfahrens von Amtes wegen. Hat die Vorinstanz übersehen, dass es an einer Prozessvoraussetzung fehlte, und hat sie materiell entschieden, ist dies im Rechtsmittelverfahren von Amtes wegen zu berücksichtigen mit der Folge, dass der angefochtene Entscheid aufzuheben ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1996&amp;to_year=1996&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-V-309%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page312">BGE 119 V 312</a> Erw. 1b).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp383536"></a><span class="bold" id="consideration_2.">2. </span>Beschwerdeführerin im kantonalen Verfahren war die Arbeitslosenkasse GBI. Das Gesetz regelt das Beschwerderecht in <span class="artref"><artref id="CH/837.0/102/2" type="start"></artref><artref id="CH/837.0/102/1" type="start"></artref>Art. 102 Abs. 1 und 2 AVIG</span><artref id="CH/837.0/102/2" type="end"></artref><artref id="CH/837.0/2" type="end"></artref>. Zu prüfen ist, ob die Arbeitslosenkasse GBI aufgrund dieser Bestimmung zur Beschwerde vor der kantonalen Rekurskommission legitimiert war.</div> <div class="paraatf">a) <span class="artref">Art. 102 Abs. 1 AVIG</span> hat folgenden Wortlaut:</div> <div class="paraatf">"Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat."</div> <div class="paraatf">Diese Norm stimmt materiell mit <span class="artref">Art. 103 lit. a OG</span> überein, der die Legitimation zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde regelt. Der Begriff des schutzwürdigen Interesses der beiden Gesetzesbestimmungen ist demnach gleich auszulegen. Nach der Rechtsprechung sind die Arbeitslosenkassen weder nach <span class="artref">Art. 103 lit. a OG</span> noch nach <span class="artref">Art. 102 Abs. 1 AVIG</span> zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das <a name="page374"></a><div class="center pagebreak">BGE 122 V 372 S. 374</div>Eidg. Versicherungsgericht legitimiert, da sie kein schutzwürdiges Interesse im Sinne dieser Bestimmungen haben (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1996&amp;to_year=1996&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F111-V-151%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page153">BGE 111 V 153</a> Erw. 2a). Fehlt aber den Arbeitslosenkassen das schutzwürdige Interesse gemäss <span class="artref">Art. 102 Abs. 1 AVIG</span>, so sind sie auch im kantonalen Verfahren zur Beschwerde nicht berechtigt, weil <span class="artref">Art. 102 Abs. 1 AVIG</span> auf dieses Verfahren ebenfalls anwendbar ist. Der Auffassung der Vorinstanz, wonach auf die Beschwerde der Arbeitslosenkasse GBI in Anwendung von <span class="artref">Art. 102 Abs. 1 AVIG</span> einzutreten ist, kann daher nicht gefolgt werden.</div> <div class="paraatf">b) Zu prüfen bleibt, ob <span class="artref">Art. 102 Abs. 2 AVIG</span> die Arbeitslosenkassen zur Beschwerde ermächtigt. Bei dieser Prüfung ist vom bis 31. Dezember 1991 gültigen aArt. 102 Abs. 2 AVIG auszugehen, der wie folgt lautete:</div> <div class="paraatf">"Beschwerdeberechtigt sind ausserdem:</div> <div class="paraatf">a. das BIGA gegen Verfügungen der kantonalen Amtsstellen;</div> <div class="paraatf">b. die kantonale Amtsstelle und das BIGA gegen Beschwerdeentscheide kantonaler Rekursinstanzen."</div> <div class="paraatf">Diese Bestimmung erwähnt die Arbeitslosenkassen nicht, weshalb ihnen überhaupt kein Beschwerderecht zustand (dazu eingehend <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1996&amp;to_year=1996&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F111-V-151%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page153">BGE 111 V 153</a> f. Erw. 2c). Dies wurde vor allem damit begründet, dass die Kassen keine eigene Rechtspersönlichkeit besitzen (<span class="artref">Art. 79 Abs. 2 AVIG</span>) und somit keine eigenen finanziellen Interessen zu vertreten haben. Ausserdem spielte eine Rolle, dass die öffentlichen kantonalen Kassen (<span class="artref"><artref id="CH/837.0/77/3" type="start"></artref><artref id="CH/837.0/77/1" type="start"></artref>Art. 77 Abs. 1-3 AVIG</span><artref id="CH/837.0/77/3" type="end"></artref><artref id="CH/837.0/3" type="end"></artref>) in vielen Kantonen der betreffenden Amtsstelle administrativ unterstellt sind, weshalb sie kaum gegen ihre vorgesetzte Stelle prozessieren können (Botschaft des Bundesrates zu einem neuen Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 2. Juli 1980, BBl 1980 III 634f.; GERHARDS, Kommentar zum AVIG, Band II, <span class="artref">Art. 102 N 34</span>).</div> <div class="paraatf">Mit der Teilrevision 1992 wurde nun <span class="artref">Art. 102 Abs. 2 lit. b AVIG</span> insofern geändert, dass nebst der kantonalen Amtsstelle und dem BIGA neu auch die Kassen beschwerdeberechtigt sind gegen Beschwerdeentscheide kantonaler Rekursinstanzen. <span class="artref">Art. 102 Abs. 2 lit. a AVIG</span>, welcher das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren vor der kantonalen Rekursinstanz regelt, hat anlässlich dieser Revision keine Änderung erfahren. Dies bedeutet, dass seit 1. Januar 1992 die Arbeitslosenkassen zwar gegen Entscheide kantonaler Rekurskommissionen beschwerdeberechtigt sind; dagegen steht ihnen dieses Recht gegen Verfügungen der kantonalen Amtsstellen, mithin im <a name="page375"></a><div class="center pagebreak">BGE 122 V 372 S. 375</div>erstinstanzlichen kantonalen Beschwerdeverfahren, nach wie vor nicht zu.</div> <div class="paraatf">Es fragt sich, in welchem Verhältnis diese Regelung zur Rechtsprechung des Eidg. Versicherungsgerichts in bezug auf die Legitimation zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde steht. Danach dürfen bei Streitigkeiten des Bundesverwaltungsrechts, die mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Eidg. Versicherungsgericht weitergezogen werden können, auf kantonaler Ebene an die Beschwerdebefugnis nicht strengere Anforderungen gestellt werden, als sie <span class="artref">Art. 103 OG</span> für die Legitimation zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorsieht. Wer gemäss <span class="artref">Art. 103 OG</span> im letztinstanzlichen Verfahren beschwerdeberechtigt ist, muss darum auch im kantonalen Rechtsmittelverfahren zum Weiterzug berechtigt sein (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1996&amp;to_year=1996&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-38%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page40">BGE 120 V 40</a> Erw. 2c, <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1996&amp;to_year=1996&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-94%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page95">BGE 114 V 95</a> f. Erw. 2a). Dies bedeutet, dass einer Behörde, die wie hier in Anwendung von <span class="artref">Art. 103 lit. c OG</span> in Verbindung mit einem Bundesgesetz zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde legitimiert ist, auch auf kantonaler Ebene ein Beschwerderecht zustehen muss. Im hier zur Diskussion stehenden Bereich hat nun aber der Gesetzgeber eine andere Regelung getroffen. Im Rahmen der Teilrevision 1992 hatte der Bundesrat keine Änderung des ursprünglichen <span class="artref">Art. 102 AVIG</span> vorgesehen. Nationalrat Rolf Mauch stellte dann anlässlich der Kommissionssitzung vom 1. Juni 1990 den Antrag, das Beschwerderecht der Kassen einzuführen und machte dazu geltend, dass diese nach bisherigem Recht gegen erstinstanzliche Entscheide beschwerdeberechtigt seien. Es sei ein Kuriosum, dass jemand gegenüber dem erstinstanzlichen Entscheid ein Beschwerderecht besitze, vom nachfolgenden Verfahren jedoch ausgeschlossen bleibe. Dazu führte der damalige Direktor des BIGA, Klaus Hug, aus, entgegen der Auffassung von Herrn Mauch hätten die Kassen überhaupt kein Beschwerderecht, auch nicht gegen erstinstanzliche Verfügungen der kantonalen Amtsstellen. Nach heutiger Regelung würden die Kassen das BIGA auf besondere Fälle aufmerksam machen, wenn sie fänden, dass eine Beschwerde angebracht sei. Auch Roland Jost, Abteilungschef des BIGA, wies darauf hin, dass den Kassen kein Beschwerderecht zustehe (Protokoll der Kommission des Nationalrats, Sitzung vom 1. Juni 1990, S. 28 ff.). Trotz dieser Einwände, somit im Wissen um die fehlende Beschwerdeberechtigung der Kassen gegen Verfügungen der kantonalen Amtsstellen, wurde der Antrag Mauch von der Kommission mit 7 zu 2 Stimmen und schliesslich vom National- und Ständerat ohne Diskussion angenommen (Amtl.Bull. 1990 N 1451; Amtl.Bull. 1990 S 699).</div> <div class="paraatf"> <a name="page376"></a><div class="center pagebreak">BGE 122 V 372 S. 376</div> </div> <div class="paraatf">Diese aus den Materialien hervorgehende klare Absicht des Gesetzgebers hat im Gesetzestext ihren Niederschlag gefunden, indem die Arbeitslosenkassen nur in <span class="artref">Art. 102 Abs. 2 lit. b AVIG</span> aufgeführt, jedoch in <span class="artref">Art. 102 Abs. 2 lit. a AVIG</span> nicht als zur Beschwerde gegen Verfügungen kantonaler Amtsstellen legitimierte Amtsstellen erwähnt sind. Es liegt somit nicht eine vom Richter auszufüllende echte Gesetzeslücke, sondern ein qualifiziertes Schweigen des Bundesgesetzes vor, welches für das Eidg. Versicherungsgericht verbindlich ist (<span class="artref">Art. 113 Abs. 3, <artref id="CH/101/114^bis/3" type="start"></artref>Art. 114bis Abs. 3 BV</span><artref id="CH/101/113/3" type="end"></artref>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1996&amp;to_year=1996&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-V-171%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page173">BGE 118 V 173</a> Erw. 2b, <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1996&amp;to_year=1996&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-401%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page403">BGE 117 V 403</a> Erw. 1a). Die Arbeitslosenkassen sind nach der neuen gesetzlichen Regelung ausdrücklich nur gegen Entscheide kantonaler Rekursinstanzen beschwerdeberechtigt. Sollte sich diese Regelung als unbefriedigend erweisen, so wäre es jedenfalls nicht Sache des Richters, sondern des Gesetzgebers, korrigierend einzugreifen.</div> <div class="paraatf">c) Aus dem Gesagten folgt, dass die Arbeitslosenkasse GBI weder gestützt auf <span class="artref">Art. 102 Abs. 1 AVIG</span> noch gestützt auf <span class="artref">Art. 102 Abs. 2 AVIG</span> zur Beschwerde gegen die Verfügung des KIGA legitimiert war. Die Vorinstanz ist demnach zu Unrecht auf die Beschwerde eingetreten. Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (vgl. Erw. 1 hievor), ohne dass dazu materiell Stellung zu nehmen wäre.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp458528"></a><span class="bold" id="consideration_3.">3. </span>(Kostenpunkt)</div> </div></body></html>