A bteilung V E -6549/2006 kom /che/scb {T 0/2} U rteil vom 23. Juli 2007 M itw irkung: R ichter König, W espi, H uber G erichtsschreiberin C hastonay X._______, Afghanistan, vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Y._______ Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 6. Juni 2003 i.S. A syl und W egw eisung / R ef.-N r._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er aus A._______, Provinz Jow zjan, stam m ende Beschw erdeführer, Angehöriger der usbekischen Ethnie und sunnitischen G laubens, verliess den H eim atstaat nach eigenen Angaben am 22. oder 23. August 2001 und gelangte über die H auptstadt Kabul, Pakistan, verm utungsw eise die Arabischen Em irate (D ubai) sow ie über Bosnien und H erzegow ina und w eitere unbekannte Staaten am 24. O ktober 2001 in die Schw eiz, w o er gleichentags ein Asylgesuch stellte. Am 6. N ovem ber 2001 fand in Kreuzlingen die Befragung in der Em pfangsstelle statt. Für die D auer des Asylverfahrens w urde der Beschw erdeführer dem Kanton B._______ zugew iesen. Am 14. O ktober 2002 erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen durch die zuständige kantonale Behörde. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer geltend, er sei im M ilitärdienst einfacher Soldat und dabei im Sicherheitsdienst für einen Kom m andanten D ostum s nam ens C ._______ im Einsatz gew esen. Zw ischen D ostum und C ._______ sei es zu M einungsverschiedenheiten gekom m en; C ._______ sei einen M onat vor dem Einm arsch der Taliban von D ostum festgenom m en und um gebracht w orden und seither verschollen. D er Beschw erdeführer, w elcher als Vertrauter des Kom m andanten C ._______ für ein G ästehaus zuständig gew esen sei, sei im August 1998 zusam m en m it anderen Bediensteten von C ._______ durch die Taliban festgenom m en w orden, als diese A._______ eingenom m en hätten. D ie Taliban hätten den Beschw erdeführer beschuldigt, für C ._______ gedient zu haben, sow ie nach Verstecken von G eld und W affen, nach dem Firm enbesitz und nach den Verw andten von P. befragt. D er Beschw erdeführer sei ein Jahr lang m isshandelt w orden, w obei die ersten drei M onate die schlim m sten gew esen seien. D anach habe m an ihn m ehr oder w eniger in R uhe gelassen. N ach drei Jahren H aft in A._______ sei er im August 2001 freigekom m en, nachdem er eingew illigt habe, für die Taliban M ilitärdienst zu leisten. Er habe vor D ienstantritt eine W oche nach H ause reisen können und diese G elegenheit für die sofortige Flucht nach Pakistan genutzt. Bei einer R ückkehr m üsse er sich vor den Taliban und der R ache der M enschen in A._______ fürchten, die w egen C ._______ Angehörige verloren hätten und den Beschw erdeführer beschuldigen w ürden, m it C ._______ gem einsam e Sache gem acht zu haben. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. D as vorm alige BFF verzichtete auf w eitere Abklärungen und führte keine ergänzende Anhörung durch. B. D as Bundesam t stellte m it Verfügung vom 6. Juni 2003 - eröffnet am 10. Juni 2003 - fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz und ordnete den W egw eisungsvollzug an. C . M it Beschw erde vom 10. Juli 2003 (Postaufgabe) an die vorm als zuständige 3 Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragte der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter die vollum fängliche Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die G ew ährung des Asyls. Eventualiter sei die U nzulässigkeit, allenfalls U nzum utbarkeit respektive die U nm öglichkeit des W egw eisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. M it der Beschw erde w urde eine M eldung der BBC N ew s vom 6. Juli 2003 eingereicht. Auf die Begründung der R echtsbegehren w ird in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D . D as Bundesam t hielt in der Vernehm lassung vom 6. August 2003 an seiner Beschw erde fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. E. M it Schreiben vom 22. M ärz 2007 w urde der Beschw erdeführer inform iert, dass das bei der AR K anhängig gem achte Beschw erdeverfahren am 1. Januar 2007 vom Bundesverw altungsgericht übernom m en w orden sei. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Ver- w altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernahm , sofern es zuständig w ar, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der AR K hängig gew esenen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nange- m essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten.4 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid dam it, dass die Furcht des Beschw erdeführers vor einer asylrechtlich relevanten Verfolgung durch die Taliban nicht m ehr begründet sei, zum al diese durch die m ilitärische Intervention der U SA und ihrer Verbündeten ihre M acht verloren hätten, Ende 2001 in Afghanistan eine Ü bergangsregierung eingesetzt sow ie im Juni 2002 ein Ü ber- gangspräsident gew ählt w orden sei, die R egierung sich um eine N orm alisierung der Lage bem ühe und der Sicherheit absolute Priorität einräum e. Bei dieser Sachlage erfülle der Beschw erdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht. Sodann seien den Akten keine H inw eise darauf zu entnehm en, dass die vom Beschw erdeführer befürchteten Ü bergriffe durch die Bevölkerung von A._______ von staatlicher Seite initiiert oder vom Staat geduldet w ürden. D ieses Vorbringen sei dam it auch nicht asylrelevant. Bei dieser Sachlage könne eine Ü berprüfung hinsichtlich allfälliger U nglaubhaftigkeitselem ente unterbleiben. 4.2 In der Beschw erde w ird der Sachverhalt erneut dargelegt sow ie im W esentlichen geltend gem acht, bei einer R ückkehr fürchte sich der Beschw erdeführer vor den Taliban, da diese gegen die U sbeken seien. Ausserdem fürchte er die R ache der Bevölkerung, die ihn m it dem Kom m andanten C ._______ in Verbindung bringen w ürde. C ._______ sei ein grausam er U nterdrücker gew esen; seine ehem aligen Soldaten seien allesam t geflohen, und die ehem als U nterdrückten w ollten sich deshalb an jem andem dafür rächen. D ie Lage in Afghanistan habe sich zudem verschlechtert. D ie Taliban seien in w eiten Teilen des Landes daran, sich zu reorganisieren, und sie führten nun offenbar koordinierte Angriffe durch. D ie Ü bergangsregierung Afghanistans bestehe aus Vertretern verschiedener G ruppierungen, die sich teilw eise heftig bekäm pfen w ürden; sie sei w eder dem okratisch abgestützt noch rechtsstaatlich legitim iert und zudem - sofern überhaupt in der Lage - nicht gew illt, den Beschw erdeführer zu schützen. G enerell 5 sei der M inderheitenschutz einzelner ethnischer G ruppen nicht gew ährleistet. Faktisch gebe es derzeit som it keine staatliche M acht, w elche Sicherheit gew ährleisten könnte. Insbesondere seien die Taliban nach w ie vor nicht aus Afghanistan vertrieben. 4.3 4.3.1 Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides m assgebend. D abei ist einerseits die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise aktuell vorhandenen Furcht zu stellen und andererseits zu prüfen, ob die Furcht vor einer absehbaren Verfolgung (noch) begründet ist. Veränderungen der objektiven Situation im H eim atstaat zw ischen Ausreise und Asylentscheid sind zugunsten und zulasten des Beschw erdeführers zu berücksichtigen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K ] 2000 N r. 2 E. 8b und 1994 N r. 24 E. 8a, w elcher Auffassung auch das Bundesverw altungsgericht ist). M assgebend für den Asylentscheid ist dem nach die Situation im gegenw ärtigen Zeitpunkt. D azu ist festzustellen, dass eine aufgrund der früheren Tätigkeiten des Beschw erdeführers allenfalls durch die Taliban befürchtete Verfolgung im heutigen Zeitpunkt nicht m ehr als begründet erscheint (vgl. EM AR K 2006 N r. 9, 2003 N r. 30 und 2003 N r. 10). Im Zusam m enhang m it der allgem einen Lage in Afghanistan ist auf das in EM AR K 2003 N r. 10 publizierte G rundsatzurteil zu verw eisen, in w elchem festgehalten w ird, dass die Taliban ihre quasi-staatliche H errschaft nach der internationalen m ilitärischen Intervention vom O ktober 2001 verloren haben und erlittener oder befürchteter Verfolgung durch die Taliban daher grundsätzlich keine asylrechtliche R elevanz m ehr zukom m t. Abgesehen davon ist aufgrund der Akten nicht davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer bei einer R ückkehr nach Afghanistan heute noch auf dem gesam ten Staatsgebiet einer gezielten Verfolgung durch die Taliban ausgesetzt w äre. Som it erscheint die vom Beschw erdeführer geltend gem achte Furcht vor Verfolgung durch die Taliban aufgrund der veränderten Lage nicht m ehr gegeben, w eshalb die Flüchtlingseigenschaft im heutigen Zeitpunkt diesbezüglich in Ü bereinstim m ung m it der Vorinstanz zu verneinen ist. 4.3.2 Ausnahm sw eise ist eine erlittene Vorverfolgung auch nach W egfall einer zukünftigen Verfolgungsgefahr als asylrechtlich relevant zu beurteilen, w enn eine R ückkehr in den früheren Verfolgungsstaat aus zw ingenden, auf diese Verfolgung zurückgehenden G ründen nicht zum utbar ist (Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Auf "zw ingende G ründe" kann sich dabei nur berufen, w er im Zeitpunkt der Ausreise aus dem H eim at- oder H erkunftsstaat säm tliche Voraussetzungen zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft erfüllte, nicht dagegen, w er den ehem aligen Verfolgerstaat erst in einem Zeitpunkt verlassen hat, als die Verfolgungsgefahr bereits w eggefallen w ar (vgl. EM AR K 2001 N r. 3 E. 5c S. 13, 2000 N r. 2 E. 8b S. 20 f., 1999 N r. 7 E. 4b S. 46 f.). Als "zw ingende G ründe" (bzw . "raison im périeuses" oder "com pelling reasons"; zur genauen Ü bersetzung dieses Begriffs in der in die System atische Sam m lung des Bundesrechts aufgenom m ene deutschsprachige Version - näm lich "triftige G ründe" - vgl. EM AR K 1995 N r. 16 E. 6c S. 166) fallen auch traum atisierende Erlebnisse in 6 Betracht, allerdings nur, w enn diese vor der Flucht eingetreten sind und bei der betreffenden Person ein Langzeittraum a ausgelöst haben, dies in dem Sinne, dass eine nachvollziehbare, eigentliche psychische U nm öglichkeit besteht, m it staatlichen Vertretern des H eim at- oder H erkunftsstaates in einen m inim alen Kontakt zu treten, die auf besonders leidvolle und intensive Verfolgungsm assnah- m en zurückzuführen ist (vgl. EM AR K 2001 N r. 3 E. 5a S. 12, 2000 N r. 21 E. 6b S. 199, 1998 N r. 16 E. 4b S. 138, 1997 N r. 14 E. 6c S. 121, 1996 N r. 42 E. 7e S. 371 f., 1995 N r. 16 E. 6d S. 166 ff.). Bestehende psychische Blockaden im oben genannten Sinne können som it unter U m ständen auch dann als "zw ingende G ründe" anerkannt w erden, w enn dieser Staat nunm ehr dem okratisch geführt w ird und lediglich eine Kontaktaufnahm e m it seiner Botschaft notw endig w äre (vgl. EM AR K 1995 N r. 16 E. 6 f. S. 170 ). D ie psychologische U nm öglichkeit bezieht sich m ithin nicht auf den "O rt des Schreckens", sondern auf den Staat, der diese "Schrecken" im früheren Zeitpunkt verübt hat (vgl. EM AR K 2001 N r. 3 E. 5c S. 13). 4.3.3 Vorliegend kann den Ausführungen des Beschw erdeführers zw ar entnom m en w erden, dass er im August 1998 durch die Taliban festgenom m en w orden und drei Jahre lang inhaftiert gew esen sei. D er Beschw erdeführer gab zudem an, er sei das erste Jahr im G efängnis, insbesonders in den ersten drei M onaten nach der Festnahm e, m isshandelt w orden. D anach sei er m ehrheitlich unbehelligt geblie- ben. Jedoch hat w eder der Beschw erdeführer selber psychische Problem e im Sinne eines Langzeittraum as aufgrund des in seinem H eim atstaat Erlebten geltend gem acht noch ergeben sich aus den Akten H inw eise auf eine solche Traum atisierung. D er Beschw erdeführer hat im Laufe des Verfahrens vielm ehr geäussert, dass er zu einer R ückkehr bereit w äre, sobald in Afghanistan R uhe herrsche (vgl. Protokoll Frem denpolizei S. 20). Insgesam t kann vorliegend aufgrund der vom Beschw erdeführer geltend gem achten Verfolgungshandlungen nicht auf eine psychologische U nm öglichkeit jeglicher Kontaktnahm e m it dem afghanischen Staat oder dessen Auslandvertretung geschlossen w erden. Som it sind keine zw ingenden G ründe im Sinne von Art. 1C Ziff. 5 Abs. 2 FK zu erkennen. 4.3.4 Zu prüfen ist zudem , ob dem Beschw erdeführer aufgrund seiner früheren Tätigkeit in Afghanistan trotzdem noch asylrechtlich relevante Verfolgung durch andere U rheber drohen könnte. Vor diesem H intergrund m acht der Beschw erdeführer geltend, er fürchte die R ache nam entlich verschiedener Fam ilien, die Angehörige unter dem Kom m andanten C ._______, unter w elchem er gedient habe, verloren hätten. H ierzu ist festzuhalten, dass der Beschw erdeführer sich eigenen Angaben zufolge nie politisch betätigt und exponiert hat. Im M ilitärdienst hat er als einfacher Soldat D ienst geleistet und ist dabei im Sicherheitsdienst eines Kom m andanten von G eneral D ostum für ein G ästehaus zuständig gew esen. Aufgrund der sich dam it ergebenden geringen Exponiertheit des Beschw erdeführers ist nicht davon auszugehen, dass ihm aufgrund seiner nunm ehr m ehrere Jahre zurückliegenden D ienstzeit unter Kom m andant C ._______ m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit in naher Zukunft eine ernsthafte G efahr drohen könnte. Allein die diesbezüglich ge- äusserten Verm utungen und die dam it verbundene subjektive Furcht des Be- schw erdeführers lassen nicht bereits auf die Begründetheit dieser Furcht im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG schliessen. 4.3.5 Schliesslich ist auch nicht davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer w egen seiner Zugehörigkeit zur usbekischen Ethnie m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit 7 asylrelevante Verfolgung befürchten m uss; dies gilt gem äss Erkenntnissen des Bundesverw altungsgerichts m assgeblich vor dem H intergrund dessen, dass es sich in Afghanistan um einen Vielvölkerstaat m it über dreissig Volksstäm m en handelt und auch die Zusam m ensetzung des afghanischen Parlam entes in etw a der ethnischen Struktur des Landes entspricht, m ithin alle ethnischen und politischen Kräfte grundsätzlich eingebunden sind und die Ethnie der U sbeken dabei 8 Prozent der M andate innehat. 4.3.6 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. Zusam m enfassend folgt, dass der Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D ie Vorinstanz hat sein Asylgesuch dem nach zu R echt abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Auf- enthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 D iese Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung (U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit, U nm öglichkeit) sind alternativer N atur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu betrachten, und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz ist gem äss den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. die diesbezüglich in EM AR K 2001 N r. 1 E. 6a S. 2 publizierte und vom Bundesverw altungsgericht w eitergeführte Praxis). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e steht dem w eggew iesenen Asylsuchenden w iederum die Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht offen (vgl. Art. 105 Abs. 1 AsylG i.V.m . Art. 44 Abs. 2 AsylG ). In diesem Verfahren w äre dann der W egw eisungsvollzug vor dem H inter- grund säm tlicher Vollzugshindernisse von Am tes w egen nach M assgabe der in diesem Zeitpunkt herrschenden Verhältnisse (vgl. EM AR K 1997 N r. 27) zu prüfen. 5.4 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 5.5 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der 8 Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.6 In ihrem unter EM AR K 2006 N r. 9 publizierten U rteil nahm die AR K aufgrund der politischen Entw icklung in Afghanistan seit dem Sturz des Taliban-R egim es im Jahre 2001 eine differenzierte Lagebeurteilung vor und prüfte nach EM AR K 2003 N r. 10 und 30 erneut die Zum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung nach Afghanistan. Zusam m enfassend kam sie dabei zum Schluss, dass der Vollzug der W egw eisung nur in R egionen als zum utbar zu bezeichnen sei, in denen seit 2004 keine bedeutenden m ilitärischen Aktivitäten m ehr zu verzeichnen seien oder keine dauernde Instabilität bestehe. D arunter fallen die Provinz Kabul (vgl. EM AR K 2003 N r. 10), die nördlich der H auptstadt gelegenen Provinzen Parw an, Baghlan, Takhar, Badakhshan, Kunduz, Balkh, Sari Pul, die G ebiete um Sam angan, die nicht zum H azarajat gehörten (traditionelles Siedlungsgebiet der H azara, vgl. EM AR K 2003 N r. 30 E. 7a S. 193) sow ie die Provinz H erat im W esten des Landes. D er Vollzug der W egw eisung sei nur für Personen als zum utbar zu erachten, die aus diesen R egionen stam m ten oder dort über ein tragfähiges Fam ilien- oder Beziehungsnetz verfügten und das Existenzm inim um und die W ohnsituation gesichert seien (vgl. EM AR K 2003 N r. 10 E. 10b.cc S. 68, N r. 30 E. 7b S. 193 f.). D ie entsprechende Lagebeurteilung behält auch heute ihre G ültigkeit. D ie Situation insbesondere auch in Kabul ist, geprägt durch den Zustrom interner Flüchtlinge, nach w ie vor sehr angespannt. Es m angelt an W ohnraum , Arbeitsplätzen und m edizinischer Versorgung; staatliche oder internationale H ilfe kann nur eingeschränkt erteilt w erden. W er nicht auf fam iliäre oder andere soziale Schutzm echanism en zurückgreifen kann, dem ist die erfolgreiche R eintegration praktisch verw ehrt. D ie generelle Situation in Afghanistan kann sodann aktuell nicht als w esentlich verbessert bezeichnet w erden. So haben zw ar die N ATO - Truppen am 6. M ärz 2007 eine breit angelegte Frühlingsoffensive eingeleitet, deren unm ittelbares Ziel die Verbesserung der Sicherheitslage sei, aber es kom m t w eiterhin regelm ässig zu gew altsam en Zw ischenfällen, denen zahlreiche Zivilisten zum O pfer fallen; so ereigneten sich Ende April 2007 etw a im bisher ruhigen W esten des Landes heftige Käm pfe. 5.7 D er Beschw erdeführer ist usbekischer Ethnie und stam m t aus der Provinz Jow zjan im N orden Afghanistans. In dieser R egion (N orden und N ordosten) ist es in früheren Jahren w iederholt zu Käm pfen zw ischen afghanischen M ilizen ge- kom m en, vor allem zw ischen den Jam iat-M ilizen des Tadschiken M oham m ed Atta und den Junbish-M ilizen des usbekischen G enerals D ostum . Als Folge davon flohen im m er w ieder Bew ohner aus den betroffenen G ebieten. In der Folge w urde zw ar ein W affenstillstandsabkom m en unterzeichnet und die R egierung sandte 300 Polizisten, um nam entlich die Lage um M azar-e-Sharif (in der N achbarprovinz Balkh) zu überw achen. D ie beiden Seiten sollten in die neue Arm ee integriert w erden. D ie Situation konnte jedoch bis anhin nicht beruhigt w erden, und die 9 bew affneten Auseinandersetzungen zw ischen rivalisierenden Kriegsherren, R aubüberfälle, zahllose Landm inen, Blindgänger und in einzelnen G ebieten stattfindende G efechte zw ischen ausländischen Truppen und Taliban-Käm pfern beherrschen nach w ie vor das Tagesgeschehen. D am it ist in den m eisten ländlichen G ebieten von O st-, Süd- und N ordafghanistan trotz der Präsenz von internationalen H ilfsorganisationen die allgem eine Sicherheits- und Versorgungs- lage nach w ie vor prekär. D er Zugang zu H ilfeleistungen der internationalen O rganisationen ist oft erschw ert, und die G esundheitsversorgung m uss als ungenügend bezeichnet w erden. D ie afghanischen Sicherheitskräfte sind m angels Kapazitäten, Ausrüstung und Ausbildung für die Sicherheit des Landes nach w ie vor auf die ausländischen Sicherheitskräfte angew iesen. D ie lokalen Kriegsherren und M ilizen haben dem Program m zur Entw affnung nur zu einem kleinen Teil Folge geleistet. D iese Situation gilt - w ie ausgeführt - für die m eisten ländlichen R egionen Afghanistans, und sie lässt einen Vollzug dorthin als unzum utbar erscheinen (vgl. EM AR K 2003 N r. 30). D ie Einschätzung des Bundesam tes, w onach die Situation im N orden und N ordosten sich "w eiter stabilisiert" habe und eine R ückkehr des Beschw erdeführers zum utbar sei, trifft nach Auffassung des Bundesverw altungs- gerichts nicht zu. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in seine H eim atprovinz Jow zjan erw eist sich daher auch im heutigen Zeitpunkt als existenzbedrohend und m ithin unzum utbar. N ach dem G esagten bleibt zu prüfen, ob es dem Beschw erdeführer zuzum uten ist, sich im G rossraum Kabul niederzulassen, w o die allgem eine Sicherheitslage aufgrund der Präsenz der unter N ATO -Kom m ando stehenden Truppen der "International Security Assistance Force" (ISAF) im G egensatz zu den übrigen G ebieten Afghanistans vergleichsw eise stabil ist (vgl. EM AR K 2003 N r. 10 S. 64 f.). D er Beschw erdeführer ist noch jung, spricht fliessend D ari und verfügt über Englisch- und Turkm enischkenntnisse (vgl. Protokoll Em pfangsstelle S. 2). G em äss eigenen Angaben hat er zw ölf Jahre die Schule besucht und w urde, nachdem er die Aufnahm e zum M edizinstudium nicht geschafft hatte, Soldat. D am it verfügt er über keine abgeschlossene Berufsausbildung. Sodann stam m t der Beschw erdeführer nicht aus Kabul und hat gem äss Akten auch nie dort gelebt. D en Befragungsprotokollen zufolge leben D ._______ in der Provinz Jow zjan. W eitere Angehörige sind entw eder unbekannten Aufenthaltes oder leben verstreut in w eiteren Provinzen Afghanistans oder im Ausland (nam entlich im Iran, vgl. Protokoll Frem denpolizei S. 4). E._______ des Beschw erdeführers ist verstorben. Insgesam t verfügt der Beschw erdeführer im G rossraum Kabul w eder über eine gesicherte W ohnsituation noch über ein tragfähiges Fam ilien- oder Beziehungsnetz. G erade diese Zum utbarkeitsfaktoren w ären jedoch entscheidend, um im G rossraum Kabul eine Existenzgrundlage aufbauen respektive sichern zu können. 5.8 N ach dem G esagten ist festzustellen, dass dem Beschw erdeführer innerhalb seines H eim atstaates keine zum utbare Aufenthaltsalternative zur Verfügung steht; eine R ückkehr nach Afghanistan ist som it insgesam t als unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu beurteilen. 10 5.9 N achdem sich aus den Akten keine H inw eise auf das Vorliegen von Ausschlus- sgründen im Sinne von Art. 14a Abs. 6 AN AG ergeben, sind die Voraussetzungen für die G ew ährung der vorläufigen Aufnahm e erfüllt. 5.10 Aus den Akten des Beschw erdeführers ergeben sich Anhaltspunkte für eine in der Schw eiz geschlossene "Ehe nach Brauch" m it einer vorläufig aufgenom m enen Landsfrau (N 454 088). O b tatsächlich eine eheähnliche G em einschaft vorliegt - beide Partner leben offensichtlich an unterschiedlichen W ohnadressen - und ob der Beschw erdeführer auch unter dem Blickw inkel der Einheit der Fam ilie in die vorläufige Aufnahm e seiner allfälligen Partnerin aufzunehm en gew esen w äre (vgl. EM AR K 1995 N r. 24 E. 10 f.) kann bei diesem Ausgang des Verfahrens offen bleiben. 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung, sow eit sie die Frage der Flüchtlingseigenschaft, des Asyls und der W egw eisung als solche betrifft, Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist insow eit abzuw eisen. In Bezug auf den Vollzug der W egw eisung ist die Beschw erde gutzuheissen. 7. 7.1 D a die Asylgew ährung von der Vorinstanz zu R echt abgelehnt w orden ist, unterliegt der Beschw erdeführer in diesem Punkt. Bei diesem Ausgang des Beschw erdeverfahrens sind ihm die hälftigen Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D iese sind auf insgesam t Fr. 300.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G ; Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). 7.2 D em Beschw erdeführer ist für das teilw eise O bsiegen vor dem Bundesverw al- tungsgericht praxisgem äss eine reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D er R echtsvertreter des Beschw erdeführers hat keine Kostennote zu den Akten gereicht. D ie notw endigen Parteikosten lassen sich indessen aufgrund der Akten zuverlässig abschätzen (Art. 14 Abs. 2 VG KE). U nter Berücksichtigung der m assgebenden Berechnungsfaktoren ist die reduzierte Parteientschädigung nach dem G esagten auf Fr. 500.-- festzusetzen. (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit sie die Asylgew ährung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die W egw eisung betrifft; sow eit den Vollzug der W egw eisung betreffend, w ird die Beschw erde gutgeheissen. 2. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführer vorläufig aufzunehm en. 3. D em Beschw erdeführer w erden die reduzierten Verfahrenskosten in H öhe von Fr. 300.-- auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 4. D ie Vorinstanz hat dem Beschw erdeführer für das Verfahren vor dem Bundesver- w altungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung in H öhe von Fr. 500.-- zu leisten. 5. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung m it den Akten (R ef.-N r. _______ und _______) - B._______ D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M arkus König Eveline C hastonay Versand am :