B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-1561/2011 U r t e i l v o m 2 8 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richter David Aschmann (Vorsitz), Richter Claude Morvant, Richterin Vera Marantelli, Gerichtsschreiber Philipp J. Dannacher Parteien Wells Fargo & Company, 420 Montgomery Street, US-CA 94104 San Francisco, vertreten durch Rechtsanwalt Sven Capol, E. Blum & Co. AG, Vorderberg 11, 8044 Zürich, Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Internationale Registrierung Nr. 990'329 TOGETHER WE'LL GO FAR B-1561/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 5. Februar 2009 notifizierte die Organisation Mondiale de la Propriété Intellectuelle (OMPI) die Eintragung der IR -Marke der Beschwerdeführe - rin Nr. 990'329 TOGETHER WE'LL GO FAR gestützt auf eine als Basis- marke dienende Markenhinterlegung in den USA für folgende Waren der Klasse 36 gemäss Nizza Klassifikation: Services bancaires; services de banque commerciale; services financiers, à savoir, services de cartes de débits et de cartes de crédits; services de traitement des transactions par chèques électroniques, cartes de débit et cartes de crédit; émission de cartes de valeur mémorisées; conseil en i n- vestissements, courtage en placements et services de gestion de plac e- ment; services d'investissement financier dans le domaine des titres, fonds communs de placement, certificats de dépôt, et gestion de porte- feuille; agences d'assurance, conseils en matière d'assurances et se r- vices d'administration d'assurance dans le domaine des accidents, ino n- dations, incendies, voitures, vie, la santé, maisons, locataires, soins de longue durée, commerce à domicile, e mbarcations, parapluie, respons a- bilité, biens immobiliers, vol d'identité et assurance de l'employeur; év a- luation financière à des fins d'assurance; administration des fonds de prévoyance des employés du point de vue de l'assurance et des finances; services de débit de comptes créditeurs; opérations bancaires hypoth é- caires, services d'hypothèques, services de courtage hypothécaire; se r- vices de prêt commercial; services de prêt à la consommation; émission de lettres de crédit; services de change de devises, à savoir opérations de change, services d'informations en matière de change de devises et organisation des opérations de change; services de conseiller financier pour l'aide au financement des études et les prêts étudiants; services de gestion de trésoreri e; services de gestion de comptes en fidéicommis; services de gestion de liquidités; services bancaires en ligne; services de banque commerciale en ligne; services de paiement de factures; pai e- ment électronique, à savoir transmission et traitement par voie électro- nique d'ODC, chèques électroniques, factures, impôts, paiements éle c- troniques et distribution de données de paiement; services de traitement du paiement des impôts; fourniture d'information dans le domaine des services bancaires, services de carte de débit et de cartes de crédit, se r- vices de traitement des transactions par chèques électroniques, cartes de débit, cartes de crédit, gestion financière, courtage d'investissement, ges- tion de placements, investissement financier dans le domaine des titres , B-1561/2011 Seite 3 fonds communs de placement, certificats de dépôt, gestion de portefeuille financier, assurance, services de comptes créditeurs, opérations ba n- caires hypothécaires, prêts hypothécaires, courtage hypothécaire, prêts commerciaux, prêts à la consommation, ém ission de lettres de crédit, services de change de devises, services de gestion de trésorerie, se r- vices de gestion de comptes en fidéicommis, gestion des liquidités, op é- rations bancaires en ligne, services de paiement des factures et services de traitement des impôts; services de conseiller dans le domaine des services bancaires, services de carte de débit et de cartes de crédit, se r- vices de traitement des transactions par chèques électroniques, cartes de débit, cartes de crédit, gestion financière, courtage d'investissement, ges- tion de placements, titres, fonds communs de placement, certificats de dépôt, gestion de portefeuille financier, assurance, services de comptes créditeurs, opérations bancaires hypothécaires, prêts hypothécaires, courtage hypothécair e, prêts commerciaux, prêts à la consommation, émission de lettres de crédit, services de change de devises, services de gestion de trésorerie, services de gestion en fidéicommis, gestion des l i- quidités, opérations bancaires en ligne, services de paiement des fa c- tures et services de traitement du paiement des impôts. B. In der Folge erliess die Vorinstanz am 19. Januar 2010 eine vollumfängli- che provisorische Schutzverweigerung aufgrund absoluter Ausschlus s- gründe und führte darin aus, das Zeichen gehöre zum Ge meingut. Es handle sich um einen Slogan mit der Bedeutung : "Ensemble nous irons loin" ("zusammen gehen wir weit"). Die Marke sei insofern anpreisend für die beanspruchten Dienstleistungen in Klasse 36 , als sie suggeriere, mit einer entsprechenden Dienstleistungserbringerin würde die finanzielle S i- tuation des Kunden allgemein prosperieren und sich die finanziellen Ve r- hältnisse des Betroffenen positiv entwickelten. Solche Slogans besässen nicht die erforderliche Unterscheidungskraft und seien zudem freihaltebe- dürftig. C. Dem entgegnete die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 16. Juni 2010, von mangelnder Unterscheidungskraft bei einem Werbeslogan sei nur dann auszugehen, wenn dieser aus beschreibenden Angaben bestehe oder sich in einer An preisung oder Werbeau ssage allgemeiner Art e r- schöpfe. Die Wortfolge "together we will go far" lasse nicht erkennen, welche Parteien zusammen weit gingen. Das Zeichen sei daher schon aufgrund seiner Mehrdeutigkeit zum Markenschutz zuzulassen. Ferner B-1561/2011 Seite 4 handle es sich dabei um keinen anpreisenden Slogan, sondern um eine neutrale, in die Zuku nft gerichtete Aussage. Das Zeichen sei auch keine gebräuchliche Wortfolge der schweizerischen Alltagssprache. Erst wenn die massgeblichen Verkehrskreise einige Gedankenschritte vollzögen und die Wortfolge nicht mehr wörtlich, sondern als Anspielung interpretierten, ergebe sich im Zusammenhang mit den beanspruchten Dienstleistungen überhaupt ein Sinngehalt. Es sei aber nicht davon auszugehen, dass das angesprochene Publikum oder Spezialisten aus dem Bank-, Finanz- und Versicherungswesen den entscheidenden Gedankenschritt vollz ögen. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass es sich bei der Wortfolge WE'LL-GO-FAR auch um eine Modifikation der Firma der Markenhinterle- gerin handeln könnte, das Zeichen auch deshalb auf ein bestimmt es Un- ternehmen hindeute. Selbst wenn ein Grenzfall der Schutzfähigkeit vorlä- ge, wäre sodann zu berücksichtigen, dass die Marke in diversen Ländern ins Markenregister eingetragen worden sei. Schliesslich füh rte die B e- schwerdeführerin einige schweizerische Voreintragungen in Form von Slogans im M arkenregister auf und postulierte die Eintragung in Nac h- achtung von Art. 8 BV. D. Mit Festhaltung vom 7. September 2010 bekräftigte die Vorinstanz ihre Auffassung unter Hinweis auf eine Google-Recherche. E. Am 8. November 2010 ersuchte die Beschwerdeführerin um Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung ohne von ihrem Standpunkt abzuweichen. F. Die Vorinstanz verweigerte mit Verfügung vom 7. Februar 2011 der inter- nationalen Markenregistrierung Nr. 990'329 für sämtliche beanspruchten Dienstleistungen in Klasse 36 den Schutz in der Schweiz, da sie zum Gemeingut gehöre. Im Wesentlichen wiederholte sie dabei die bisherige Begründung, wobei sie die Frage nach einem an der Marke bestehenden Freihaltebedürfnis offenliess. G. Mit Datum vom 10. März 2011 führte die Beschwerdeführerin gegen diese Verfügung Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht. Darin stellte sie die folgenden Rechtsbegehren: B-1561/2011 Seite 5 "Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der internationalen Ma r- keneintragung Nr.990,329 TOGETHER WE 'LL GO FAR sei in der Schweiz für sämtliche beanspruchten Dienstleistungen zum Schutz zuzulassen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz." Ihre Anträge begründete die Beschwerdeführerin wie folgt: Bei dem Ze i- chen handle es sich um eine komplexe Wortfolge. Wenn auch die einze l- nen Wörter zum Grundwortschatz gehörten, sei angesichts der Teste r- gebnisse in einer Sendung des Fernsehmagazins "Kassensturz" und ei- nes entsprechenden Beitrags in der Zeitschrift "Beobachter" davon aus- zugehen, dass die massgeblichen schweizerischen Verkehrskreise den Slogan nicht treffend mit "zusammen werden wir weit gehen" übersetzen könnten. Die Vorinstanz gehe aber nicht von dieser soeben ge nannten möglichen Bedeutung aus, sondern davon, dass der Slogan, als "z u- sammen werden wir viel erreichen " ausgelegt werde. Diese Bedeutung könne man der Marke aber bloss durch eine interpretierende Überse t- zung und nach dem Vollzug eines gedanklichen Zwisch enschritts bei- messen. Die Marke dem Gemeingut zuzurechnen, sei daher methodisch falsch. Die Redewendung "zusammen werden wir wei t gehen" sei kaum verbreitet. Eine entsprechende "Google-Recherche" liefere ein einziges einschlägiges Resultat. Auf Französisch werde die Marke von überdurc h- schnittlich sprachbegabten Personen zwar wohl mit "ensemble on ira loin" übersetzt, aber mehrdeutig verstanden. Auch hier könne angesichts der Resultate der durch die Vorinstanz durchgeführten Recherchen nicht von einer üblichen und rein anpreisenden Angabe ausgegangen werden. Fer- ner habe die Vorinstanz eine Wortmarke ENSEMBLE ON IRA LOIN am 18. Januar 2010, noch einen Tag vor Erlass der Schutzverweigerung ge- genüber der vorliegend strittigen Marke , in das schweizerische M arken- register eingetragen. Die Vorinstanz beanstande überdies nicht, die Mar- ke sei für bestimmte Eigenschaften der beanspruchten Dienstleistungen beschreibend, sondern mache geltend, es handle sich unabhängig von den beanspruchten Waren und Dienstleistunge n um eine übliche rekl a- mehafte Anpreisung. Nach der Rechtsprechung könne allein von einer abstrakten Google-Recherche nicht auf die Schutzunfähigkeit einer Ma r- ke geschlossen werden. Die Ergebnisse aus Google-Recherchen, auf die sich die Vorinstanz abstütz e, seien ferner für die massgeblichen schwei- zerischen Verhältnisse nicht repräsentativ, insbesondere weil es sich d a- bei um ausländische Webseiten handle. Als reklamehafte Anpreisung würden von der Vorinstanz Ausdrücke wie PRIMA, MASTER, SUPER, TOP oder MEG A als nicht schutzwürdig angesehen. Die vorliegend zu beurteilende Marke sei aber für einen solchen allgemeinen Qualitätshi n-B-1561/2011 Seite 6 weis zu komplex. Die Vorinstanz habe in konstanter Praxis Wortkombina- tionen eingetragen, die leichter verständlich seien und in der Werbung und Alltagssprache weit häufiger Verwendung fänden. Als Beispiele nann- te die Beschwerdeführerin Marken wie BE HAPPY , BE YOU, BE GOOD, GO!, GET UP . Die Vorinstanz habe sich sodann bei der Beurteilung von Slogans als reklamehafte Anpreisung allgemein Zurückhaltung auferlegt. Dies habe die Beschwerdeführerin bereits in ihrer Eingabe vom 16. Juni 2010 dargelegt. Zum Quervergleich führte die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift acht zusätzliche schweizerische Markeneintragungen an, unter Angabe des jeweiligen Zeichens und der Klassen gemäss Nizza Klassifikation, für welche dieses hinterlegt sei. Diese Markeneintragungen zeigten auf, dass die Vorinstanz, bei der Schu tzgewährung für Slogans bereits geringe Anforderungen an die Kennzeichnungskraft gen ügen las- se. Ferner verwies die Beschwerdeführerin darauf, dass der vorliegenden Marke gerade im englischsprachigen Raum in einzelnen Ländern Schutz gewährt worden sei. Nach der Rechtsprechung gelte die Eintragung eines Zeichens im Ausland aber als Indiz für die Schutzfähigkeit eines Z ei- chens. H. Mit Stellungnahme vom 23. Juni 2011 beantragte die Vorinstanz, die Be- schwerde unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin vollu m- fänglich abzuweisen. Zur Begründung verwies sie in erster Linie auf ihre im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens geäusserten Auffassungen, insbesondere auf die Begründung der angefochtenen Verfügung. Darüber hinaus machte sie geltend, das französischsprachige Publikum sei auf keine besonderen Sprachkenntnisse angewiesen, um im Zeichen die Re- dewendung "ensemble on ira loin" zu erkennen , sondern verstehe den anpreisenden Sinn der Marke ohne Weiteres. Die Verwendung des Ze i- chens sei marktüblich, die Voreintragung ENSEMBLE ON IRA LOIN für Reifen und dazu gehörende elektronische Geräte i n den Klassen 9 und 12 geschützt und darum mit der vorliegend strittigen Marke nicht ve r- gleichbar. I. Die Beschwerdeführerin hat auf die Durchführung einer mündlichen Ve r- handlung stillschweigend verzichtet. J. Auf weitere Vorbringen der Beteiligten ist, soweit erforderlich, in den fo l- genden Urteilserwägungen einzugehen. B-1561/2011 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden g e- gen Eintragungsverfügungen der Vorinstanz in Markensachen zuständig (Art. 31 und 33 Bst. e des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Ein Ausnahmefall nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. Die Beschwerde wurde inner halb der gesetzlichen Frist von Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren v om 20. De- zember 1968 (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) eing e- reicht und der verlangte Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet. Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung besonders b e- rührt und beschwert (Art. 48 VwVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2. 2.1. In den Beziehungen zwischen den USA und der Schweiz findet das Protokoll vom 27. Juni 1989 zum Madrider Abkommen über die internat i- onale Registrierung von Marken (MMP , SR 0.232.112.4) Anwendung. Nach Art. 5 Abs. 1 MMP darf ein Verbandsland einer international regis t- rierten Marke den Schutz nur dann verweigern, wenn ihre Eintragung nach den in der Pariser Verbandsübereinkunft vom 20. März 1883 zum Schutz des gewerblichen Eigentums in der in Stockholm am 14. Juli 1967 revidierten Fassung (PVÜ, SR 0.232.04) genannten Bedingungen in das nationale Register verweigert werden kann. Eine internationale Marke kann gemäss Art. 6quinquies Bst. B. Ziff. 2 PVÜ unter anderem dann zurück- gewiesen werden, wenn sie jeder Unterscheidungskraft entbehrt oder ausschliesslich aus Zeichen oder Angaben zusammengesetzt ist, die "im Verkehr zur Bezeichnung der Art, der Beschaffenheit, der Menge, der Bestimmung, des Wertes, des Ursprungsortes der Erzeugnisse oder der Zeit der Erzeugung dienen können, oder im allgemeinen Sprachgebrauch oder in den redlichen und ständigen Verkehrsgepflogenheiten des La n- des, in dem der Schutz beansprucht wird, üblich sind". Dieser zwische n- staatlichen Regelung entspricht Art. 2 Bst. a des Markenschutzges etzes vom 28. August 1992 (MSchG, SR 232.11). Lehre und Praxis zu dieser Norm können damit herangezogen werden (BGE 128 III 454 E. 2 Yukon mit Hinweis auf BGE 114 II 371 E. 1 Alta Tensione). 2.2. Eine Schutzverweigerung hat die Schweiz dem Internationalen Büro gemäss Art. 5 Abs. 2 Bst. a MMP in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 Bst. b B-1561/2011 Seite 8 MMP vor Ablauf von 18 Monaten mitzuteilen. Die Vorinstanz hat diese Frist vorliegend mit der provisorischen Schutzverweigerung vom 19. Ja- nuar 2010 eingehalten. 3. 3.1. Gemäss Artikel 2 B st. a MSchG sind Zeichen, die zum Gemeingut gehören, vom Markenschutz ausgeschlossen, sofern sie sich nicht im Verkehr als Marke für bestimmte Waren oder Dienstleistungen durchg e- setzt haben. Als Gemeingut im Sinne dieser Bestimmung gelten eine r- seits Zeichen, die für den Wirtschaftsverkehr unentbehrlich und deshalb freihaltebedürftig sind, andererseits solche Zeichen, denen die für eine Individualisierung der Ware oder Dienstleistung erforderliche Untersche i- dungskraft fehlt (vgl. CHRISTOPH WILLI, in: Markenschutzgesetz, Kommen- tar zum schweizerischen Markenrecht unter Berücksichtigung des eur o- päischen und internationalen Markenrechts, Zürich 2002, Art. 2 N. 34, m.w.H.). Die erforderliche Unterscheidungskraft feh lt einer Marke insb e- sondere, wenn sie für die Waren oder Dienstleistungen beschreibend ist, deren Gegenstand oder geografische Herkunft unmittelbar benennt oder sich in einer anpreisenden Bedeutung erschöpft (BGE 129 III 22 5 E. 5.1 Masterpiece, 128 III 4 47 E. 1.6 Premiere). Der gedankliche Zusamme n- hang mit der Ware oder Dienstleistung muss derart sein, dass der b e- schreibende Charakter der Marke ohne besonderen Fantasieaufwand e r- kennbar ist (BGE 127 III 160 E. 2b aa Securitas mit weiteren Hinweisen). Ob ein Zeichen Gemeingut bildet, beurteilt sich nach dem Gesamtein- druck, den es hinterlässt (BGE 134 III 547 E. 2.3.1 " Freischwinger Pan- ton" [3D]). Ähnlich wie die beschreibende Natur einer Marke, muss auch eine anpreisende Aussage sofort und leicht erkennbar zu Tage treten, wenn einer Marke die Schutzfähigkeit aufgrund ihres anpreisenden Ch a- rakters abgesprochen werden soll (WILLI, a.a.O., Art. 2 N. 79). 3.2. Alternativ zu den Zeichen direkt beschreibender Natur gehören auch Marken zum Gemeingut, die im Zusammenhang mit den jeweiligen W a- ren und Dienstleistungen üblicherweise Verwendung finden. Die Zeichen- üblichkeit muss jedoch in einem Zusammenhang stehen mit den betre f- fenden Waren und Dienstleistungen (Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts B-7405/2006 vom 21. September 2007 E. 5 Mobility). 3.3. Ist ein Zeichen vieldeutig, sodass sich ihm nicht ohne weiteres eine bestimmte Sachbedeutung oder ein bestimmter reklamehafter Aussag e- gehalt beimessen lässt, kann es unter Umständen zum Markenschutz B-1561/2011 Seite 9 zugelassen werden (Urteil des Bund esgerichts 4A.6/1998 vom 10. Se p- tember 1998 E. 4 veröffentlicht in sic! 1999 S. 29 Swissline). Liegt indes- sen der beschreibende oder anpreisende Sinn eines Zeichens offen auf der Hand, kann die Möglichkeit weiterer, weniger nahe liegender Deutu n- gen den Gem eingutcharakter nicht aufheben ( Urteil des Bundesgerichts 4A_161/2007 vom 18. Juli 2007 E. 6.2 we make ideas work ; Entscheid der RKGE MA -AA 06/02 vom 17. Februar 2003 E. 4 f. ROYAL COM- FORT, veröffentlicht in sic! 2003, S. 495) 3.4. Ob ein Zeichen als Marke Schu tz geniessen kann, beurteilt sich au f- grund der Auffassung der massgeblichen Verkehrskreise (BGE 134 III 547 E. 2.3.1 " Freischwinger Panton" [3D]). Englischprachige Ausdrücke werden im Rahmen der schweizerischen Markenprüfung berücksichtigt, sofern sie für einen erheblichen Teil der massgeblichen Verkehrskreise verständlich sind (BGE 129 III 225 E. 5.1 Masterpiece). Ferner ist ein Zei- chen bereits vom Markenschutz aus zuschliessen, wenn ein absolutes Schutzhindernis mit Bezug auf nur eine der schweizerischen S prachregi- onen vorliegt (vgl. BGE 129 III 225 E. 5.1 Masterpiece). 4. 4.1. In der Lehre wird die Auffassung vertreten, ein Slogan werde nur als Marke aufgefasst, wenn er von einer gewissen Kürze sei und eine b e- stimmte Kernaussage vermittle (vgl. EUGEN MARBACH, in: Roland von Bü- ren/Lucas David [Hrsg.], Schweizerisches Immaterialgüter - und Wettbe- werbsrecht, Bd. III/1, Markenrecht, 2. Aufl., Basel 2009, N. 145; MICHAEL NOTH/FLORENT THOUVENIN, in: Michael Noth/Gregor Bühler/Florent Tho u- venin [Hrsg.], Markenschutzgesetz, Bern 2009, Art. 1 N. 48). In der Tat kann im sprachlichen Umfang und in der Funktion eines Markentexts eine Grenze der abstrakten Unterscheidungseignung bestehen. Übertrifft ein Markentext erheblich die kommunikativen Erwartun gen, die an ein b e- triebliches Herkunftszeichen gestellt werden; erweist er sich etwa als h e- terogene Zeichenansammlung mit mehreren Kernaussagen, als Ge - brauchsanweisung oder als Warendekoration mit sprachlichen Mitteln, fehlt ihm die abstrakte Unterscheidu ngseignung nach Art. 1 Abs. 1 MSchG. 4.2. Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) präzisierte in seiner Rechtsprechung, dass es für die Unterscheidungskraft einer Marke une r- heblich sei, ob die Marke gleichzeitig oder sogar in erster Linie als We r- beslogan aufgefasst werde, sofern sie von den angesprochenen Ve r-B-1561/2011 Seite 10 kehrskreisen (daneben) als Herkunftshinweis wahrgenommen werde (U r- teil des EuGH vom 21. Januar 2010 in der Rechtssache C -398/08 P , Audi AG/Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt, Slg. 2010 I -00535, Rand- nr. 44 ff. Vorsprung durch Technik; vgl. OLIVER LÖFFEL, Markenschutz für Slogans: Nicht immer, aber immer öfter?, Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht Praxis im Immaterialgüter - und Wettbewerbsrecht [GRUR Prax], 2011, S. 116). Bindend ist diese Auf fassung für die schweizer i- schen Behörden und Gerichte bei der Auslegung des MSchG allerdings nicht. 4.3. Konkret schutzfähig sind Sloganmarken, wenn sich ihre Sinnaussage weder in allgemeinen oder gar banalen Redewendungen des Gemeinguts erschöpft, die jedermann so äussern würde, noch in einem anpreisenden Qualitätshinweis, der ohne Zuhilfenahme der Fant asie verstanden wird (Urteile des Bundesgerichts 4A_161/2007 vom 18. Juli 2007 E. 6.2 we make ideas work, 4C.431/2004 vom 2. März 2005 E. 2.2 C'est bon la vie; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -684/2009 vom 24. Juni 2009 Outperform.Outlast mit weiteren Hinweisen; vgl. IVAN CHERPILLOD, Le droit suisse des marques, Lausanne 2007, S. 62; MARBACH, a.a.O., N. 412 f.; WILLI, a.a.O., Art. 2 N. 82). Auch an Slogans kann ein Freihaltebe- dürfnis bestehen, wenn sie unentbehrlich sind, zum Beispiel aufgrund ei- ner umfassenden, an keine Waren- oder Dienstleistungskategorie gebun- denen, allgemeinen Bedeutung für den geschäftlichen Verkehr freigeha l- ten werden müssen (Urteil des Bundesgerichts 4A_161/2007 vom 18. Juli 2007 E. 6.3 we make ideas work; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B−7442/2008 vom 18. Mai 2007 E. 2.3 Feel'n Learn/See'n Learn , B−3650/2009 vom 12. April 2010 E. 5 5 am Tag; Entscheid der Eidgenös- sischen Rekurskommission für geistiges Eigentum [RKGE] vom 24. April 2003 veröffentlicht in: sic! 2003 S. 802 E. 5 We keep our promises ; vgl. MARBACH, a.a.O., N. 259). 5. Die Wortfolge "TOGETHER WE'LL GO FAR" übertrifft hinsichtlich ihres sprachlichen Umfangs und ihrer Gestaltung die kommunikativen Erwa r- tungen, die an ein betriebliches Herkunftszeichen gestellt werden, nicht derart, dass sie als Zeichenansammlung oder Gebrauchsanweisung au f- gefasst würde. Daher ist sie im Sinne von Art. 1 Abs. 1 MSchG markenfä- hig (vgl. E. 4.1). 6. Die vorliegend strittige Marke beansprucht in Klasse 36 verschiedene B-1561/2011 Seite 11 Dienstleistungen aus dem Bereich der Finanzgeschäfte und Versicheru n- gen. Darunter befinden sich einige Dienstleistungen, für welche im W e- sentlichen von spezialisierten Verkehrskreisen im Sinne von Geschäft s- leuten (der Finanz - und Versicherungsbranche) oder Unternehmen au s- zugehen ist. Bei diesen aus Fachleuten bestehenden Verkehrskreisen sind im Vergleich zur schweizerischen Durchschnittsbevölkerung ang e- sichts der weiten Verbreitung, die die englische Sprache in der Finan z- branche geniesst, erhöhte Englischkenntnisse anzunehmen. Die übrigen beanspruchten Dienstleistungen in Klasse 36 werden (vornehmlich) von den breiten Massen schweizerische r Konsumenten nachgefragt , die F i- nanz- und Versicherungsdienstleistungen in Anspruch nehmen. Diese r zweiten Gruppe massgeblicher Verkehrskreise ist zumindest der engl i- sche Grund wortschatz geläufig (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts B-3394/2007 vom 29. September 2008 E. 4.1 Salesforce.com). Ei- ne detaillierte Aufteilung der beiden Kategorien beanspruchter Dienstlei s- tungen ist allerdings nicht notwendig, wie im Folgenden gezeigt wird. 7. Die vorliegend strittige Marke besteht aus der englischen Wortfolge "t o- gether we'll go far". 7.1. Als Ad verb bedetet "together" auf Deutsch "zusammen"/"miteinan - der"/"gemeinsam"/ unter Umständen auch "gegeneinander" . In weiteren Bedeutungen kann das Wort auch "zu gleich" und "gleichzeitig"/"nach -" oder "hintereinander" bedeuten (mit Bezug auf zeitliche Angabe n wie Ta- ge oder Stunden). Im amerikanischen Slang existiert "together" auch als Adjektiv und bedeutet "ausgeglichen". Vgl. zum Ganzen Langenscheidt- Redaktion (Hrsg.): Langenscheidt Handwörterbuch Englisch, Teil I En g- lisch-Deutsch, Berlin/München 2001, 2005 , S. 621, Stichwort: togeth er. "Together" gehört zum englischen Grundwortschatz ( vgl. GERNOT HÄUB- LEIN/RECS JENKINS: Thematischer Grund- und Aufbauwortschatz, 1. Aufl., Stuttgart 1987, S. 113, S. 284). 7.2. Das englische Pronomen "we" bedeutet auf Deutsch "wir" (vgl. Lan- genscheidt-Redaktion (Hrsg.): Langenscheidt Handwörterbuch Englisch, Teil I Englisch -Deutsch, Berlin/München 2001, 2005, S. 671, Stichwort: we). "We" gehört zum englischen Grundwortschatz (vgl. HÄUBLEIN/JEN- KINS, a.a.O., S. 303). 7.3. Das englische Ve rb "will" zeigt in Verbindung mit einem beliebigen anderen Verb die Zukunftsform an, in Verbindung mit den Pronomen "I" B-1561/2011 Seite 12 beziehungsweise "we" verschmelzen "I will" und "we will" zu "I'll" und "we'll". Dies ist den von der Vorinstanz als Beilage Nr. 4 der an gefochte- nen Verfügung ins Recht gelegten Auszügen aus dem Online-Wörterbuch "Pons" zu entnehmen. Die einfache Form der Bildung der Zukunftsform mit dem Verb "will" wie auch die Verschmelzung von "we will" zu "we'll" sollten in der Schweiz ähnlich wie der e nglische Grundwortschatz auf- grund ihrer Häufigkeit im Englischen weiten Kreisen bekannt sein. 7.4. Das englische Verb "g o" hat zahlreiche Bedeutungen, teilweise a b- hängig von der Kombination mit vielen verschiedenen anderen englisc h- sprachigen Wörtern (vgl. Lange nscheidt Handwörterbuch Englisch , a.a.O., S. 254 f., Stichwort: go) . Darunter ist eine Bedeutung des Verbs im Sinne von "gehen", "fahren", "reisen". Zahlreiche dieser möglichen Be- deutungen drücken (Fort-)Bewegung und/oder Ausdehnung aus; dane- ben existiert auch in bestimmten Kombinationen eine Bedeutung im über- tragenen Sinne wie "(gedanklich) zu weit gehen". Auch dieses Wort ist, jedenfalls in seiner elementaren Bedeutung von "gehen", zum englischen Grundwortschatz zu zählen (vgl. HÄUBLEIN/JENKINS, a.a.O., S. 48). 7.5. Das Adjektiv "far" bedeutet schliesslich "fern"/"weit" "oder (vom Spre- cher aus gesehen) "entfernter" oder "weit vorgerückt"/"fortgeschritten". Das englische Adverb "far" heisst auf Deutsch "weit"/"fern" während "by far" "weit(aus)" bedeutet. Vgl. zum Ganzen Langenscheidt Handwörte r- buch Englisch, a.a.O., S. 215, Stichwort: far. In Verbindung mit dem Verb "to go" bedeutet das Adverb gemäss derselben Quelle "lange ausreichen" oder "es weit bringen". "Far" gehört zum englischen Grundwortschatz (vgl. HÄUBLEIN/JENKINS: a.a.O., S. 277). 7.6. Im Gesamteindruck, den das Zeichen hinterlässt, ist jedenfalls davon auszugehen, dass die massgeblichen Verkehrskreise in der Lage sind , die strittige Marke mit: "Zusammen/Gemeinsam werden wir weit gehen" zu übersetzen und sie mit diesem Sinn verstehen werden . Umso mehr werden auch die spezialisierten Verkehrskreise für einzelne der bea n- spruchten Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit ihren umfa s- senderen Kenntnissen der englischen Sprache (vgl. E. 6) die Marke im genannten Sinne zu übersetzen wissen . Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist es dabei durchaus naheliegend, dass die vom Slogan angesprochenen Verkehrskreise das "together we" im Sinne einer Gemeinsamkeit des Vermittlers dieser Botschaft und ih nen selbst als p o- tentiellen Kunden interpretieren. Von einer vorhandenen Mehrdeutigkeit B-1561/2011 Seite 13 des Slogans aufgrund des Wortelements "we" kann insofern nicht die Re- de sein. Auch wenn die genannte Übersetzung keinen unmittelbar beschreibe n- den Sinn für die Dienstleistungen als solche ergibt, werden die massgeb- lichen Verkehrskreise i m Kontext mit Finanz - und Versicherungsdienst- leistungen "weit gehen" ohne Zuhilfenahme der Fantasie in übertragenem Sinne verstehen. Eine Gedankenverbindung zu gängigen Redewendun- gen wie "gemeinsam werden wir es weit bringen" oder "gemeinsam we r- den wir viel erreichen" liegt zumindest mit Blick auf die französischspr a- chigen Angehörigen der massgeblichen Verkehrskreise nahe. Die Vorin- stanz hat mit ihren Sachverhaltsabklärungen überzeugend da rgetan, dass in der französischen Sprache eine analoge Redewendung mit der Bedeutung von "aller loin" in einem zukunftsgerichteten Satz im Sinne von "être promis à la réussite, au succès" existiert (vgl. http://www.cnrtl.fr/ definition/loin). Die Marke ist somit mindestens mit Blick auf eine der schweizerischen Sprachregionen zum Gemeingut zu rechnen (E. 3.4). 8. 8.1. Im Kontext mit den vorliegend beanspruchten Finanz- und Versiche- rungsdienstleistungen, aber wohl auch im Kontext mit manchen anderen Dienstleistungen oder Waren erscheint die in einer Marke vermittelte Aussage, "gemeinsam werde n wir viel erreichen " ohne Weiteres als ein Versprechen, dass sich die Inanspruchnahme der unter der Marke ang e- botenen Dienstleistungen" gut bis sehr gut auf die finan ziellen Verhältnis- se des Kunden auswirken. Die strittige Marke wirkt insofern durchaus an- preisend. Zudem erschöpft sich dieser Slogan, in einem allgemein gehal- tenen, um nicht zu sagen banalen anpreisenden Qualitätshinweis, den zumindest in der französischen Sprache jedermann so äussern würde. Nach der Rechtsprechung handelt es sich trotz der an sich möglichen Übersetzung, "(geografisch) gemeinsam weit zu gehen " nicht um einen Fall eines aufgrund seiner Vieldeutigkeit schutzfähigen Zeichens , da der anpreisende Sinn der Marke offen auf der Hand liegt (vgl. E. 3.3). 8.2. Die Beschwerdeführerin sieht eine Abhilfe gegen die Annahme eines anpreisenden Charakters der zu beurteil enden Sloganmarke darin, dass sie ähnlich wie ein Anagramm in einzelnen Teilen einer Mutation des Fir- mennamens der Beschwerdeführerin entspreche ("We'll go far" gege n- über "Wells Fargo [& Company]"). Deshalb sähen die massgeblichen Verkehrskreise in der vorliegend strittigen Marke nicht primär eine anprei-B-1561/2011 Seite 14 sende Angabe, sonder einen betrieblichen Her kunftshinweis auf das U n- ternehmen der Beschwerdeführerin. Diese Argumentation verfängt aber letztlich nicht. Erstens besteht eine entsprechende klangliche und schrif t- bildliche Verwandtschaft nur teilweise. Zweitens ist nicht davon auszug e- hen, dass die mass geblichen Verkehrskreise die Marke spontan einer entsprechenden Analyse unterziehen werde n. Drittens ist der anpreise n- de Charakter einer Marke nicht allein damit zu beheben, dass eine mit e i- ner strittigen Markenhinterlegung eng verwandte Buchstaben - oder Wort- folge (mehr oder minder zufällig) auch dem Firmennamen der Markenhin- terlegerin entspricht. Die Sloganmarke zählt damit aufgrund ihres anpreisenden Charakter s zum Gemeingut. Ein weiterer , alternativer Grund, der zur Zurückweisung des Slogan vom Markenschutz führen müsste, wäre es, wenn der Slogan TOGETHER WE'LL GO FAR im Zusammenhang mit den beanspruchten Dienstleistungen am Markt üblicher Weise Verwendung finden würde. Gleichzeitig wäre dies auch ein mögliches Indiz dafür, dass ein Freihalt e- bedürfnis an der Marke zu Gunsten der Konkurrentinnen der Beschwe r- deführerin bestehen könnte. Angesichts des erstellten Gemeingutchara k- ters der Marke aufgrund ihrer anpreisenden Natur können jedoch sowohl die Frage nach einem an der Marke bestehenden Freihaltebedürfnis als auch die nach der üblichen Verwendung des Slogans am Markt im Zu- sammenhang mit den beanspruchten Finanz- und Versicherungsdienst- leistungen offen gelassen werden. 9. Zugunsten der Schutzfähigkeit der angefochtenen Marke hat die Be- schwerdeführerin auch zahlreiche Voreintragungen aufgeführt, die in der Schweiz Markenschutz geniessen , und macht damit zumindest implizit einen Anspruch auf Rechtsanwendungsgleichheit auf der Basis von Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) geltend. 9.1. Nach diesem Grundsatz sind juristische Sachverhalte nach Massg a- be ihrer Gleichheit gleich zu behandeln; dieselbe Behörde darf ohne sachlichen Grund zwe i vergleichbare Sachver halte nicht unterschiedlich beurteilen. Solches gilt allerdings nur, wenn Sachverhalte im Zusamme n- hang mit unterschiedlichen Personen in Frage stehen (Urteile des Bu n- desgerichts 4A.13/1995 vom 20. August 1996 E. 5c veröffentlicht in : sic! 1997 S. 159 Elle; 4A.5/2003 vom 22. Dezember 2003 E. 4 veröffentlicht in: sic! 2004 S. 400 Discovery Travel & Adventure Channel ). Nicht erfo r-B-1561/2011 Seite 15 derlich ist, dass die Sachverhalte in allen tatsächlichen Elementen ide n- tisch sind ( WILLI, a.a.O., Art. 2 N. 28). Fehlerhafte Entscheide sollen an- dererseits nicht für alle Zeiten als Richtschnur gelten (Urteil des Bunde s- gerichts 4A.5/2004 vom 25. November 2004 E. 4.3 Firemaster; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-7410/2006 vom 20. Juli 2007 E. 6 Master- piece; Entscheid der RKGE vom 19. Oktober 1999 veröffentlicht in: sic! 1999 S. 645 E. 5 Uncle Sam; WILLI, a.a.O., Art. 2 N. 31). Vielmehr wird der Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht nur ausnahmsweise a n- erkannt, wenn eine ständige gesetzeswidrige Praxis ein er rechtsanwen- denden Behörde besteht und die Behörde zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht von dieser abzuweichen gedenkt ( BGE 127 I 1 E. 3a; BGE 122 II 446 E. 4a, mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bunde s- gerichts 4A.261/2010 vom 5. Oktober 2010 E. 5.1; Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts B-3189/2008 vom 14. Januar 2010 E. 8 terroir [fig.]). Vor einer allfälligen Gewährung von Markenschutz aufgrund von Recht s- gleichheitserwägungen ist ferner eine Abwägung der Interessen des betreffenden Hinterlegers an der Gleichbehandlung mit anderen Marke n- hinterlegern einerseits und entgegenstehenden privaten und öffentlichen Interessen andererseits vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts B-7395/2006 vom 16. Juli 2007 E. 12 Projob, mit weiteren Hinweisen). Verletzungen des Gleichbehandlungsgebots müssen sodann im Recht s- mittelverfahren ausdrücklich gerügt werden, was die Obliegenheit ei n- schliesst, entsprechende Vergleichsfälle darzulegen (vgl. Urteil des BGer P .124/1962 vom 12. Dezember 1962 E. 4 veröffentlicht in Schweizer i- sches Zentralblatt für Staats - und Verwaltungsrecht [ZBl] 1963 S. 435; BVGE 2007/16 E. 6.4 S. 198, mit weiteren Hinweisen; BEATRICE WEBER- DÜRLER, Zum Anspruch auf Gleichbehandlung in der Re chtsanwendung, ZBl, 2004, S. 16). Trotz des Prinzips der Rechtsanwendung von Amtes wegen gilt dabei insoweit das Rügeprinzip, als rechtliche Grundlagen und Einwendungen, die nicht ins Auge springen und nach den Sachverhalt s- feststellungen und Vorbringen der Parteien nicht nahe liegen, nicht b e- rücksichtigt werden müssen ( ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, N. 1.55). Die Geltendmachung der Rechtsanwendungsgleichheit durch einen Markenhinterle ger aufgrund von Vergleichsfällen erfordert auch eine Auseinandersetzung mit den von den herangezogenen Vorei n- tragungen beanspruchten Waren und Dienstleistungen in der Beschwe r- deschrift, ansonsten ein Beurteilungsmassstab für die Prüfung einer Ve r- letzung von Art. 8 Abs. 1 BV fehle (Urteil des Bundesgerichts 4A.5/2004 B-1561/2011 Seite 16 vom 25. November 2004 E. 4.3 veröffentlicht in: sic! 2005 S. 278 Fire- master). 9.2. Vorliegend hat es d ie Beschwerdeführerin unterlassen, sich mit der Vergleichbarkeit der Voreintragungen mit der str ittigen Marke einlässlich argumentativ auseinanderzusetzen. Insbesondere erfolgte keine Ausei- nandersetzung mit der Frage, ob diese Voreintragungen für vergleichbare Waren und Dienstleistungen eingetragen sind. Die Beschwerdeführerin beschränkt sich auf die Nennung von Voreintragungen, hier und da hat sie lediglich die Klassen gemäss Nizzaklassifikation angegeben, für wel- che die Marken eingetragen sind. Diese Angaben als solche können aber als Auseinandersetzung mit der Frage nach der Vergleichbarkeit der Vo r- eintragungen hinsichtlich der beanspruchten Waren und Dienstleistungen nicht genügen. Gleichzeitig kann zeichenseitig der Hinweis der B e- schwerdeführerin zur Stützung der Vergleichbarkeit mit den geltend g e- machten Voreintragungen, es handle sich auch um "S logans", nicht ge- nügen. Denn d ie Form und anpreisende Wirkung von Slogans ist nicht genügend einheitlich, als dass ihre Qualifikation als Slogan allein die markenrechtlichen Kriterien der Unterscheidungskraft ausreichend bestimmen würde (vgl. Urteil des Bu ndesverwaltungsgerichts B-8240/2010 vom 27. Februar 2010 E. 7.3 Aus der Region. Für die Regi- on.) Ein Verstoss gegen die Rechtsanwendungsgleichheit durch die Vo r- instanz mit de m Ausschluss des strittigen Zeich ens vom Markenschutz wäre vor diesem Hintergrund an sich nicht weiter zu prüfen. Besonderer Erwähnung bedarf allerdings die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Voreintragung der schweizerischen Wortmarke Nr. 595'742 ENSEMBLE ON IRA LOIN . Die Eintragung dieser Marke wurde a m 18. Januar 2010 und damit bloss ein Tag vor Erlass der provisorischen Schutzverweigerung gegenüber der vorliegend strittigen Marke veröffen t- licht, wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht. Die Vergleich- barkeit dieses Zeichens mit dem vorliegend zu beurteilenden Zeichen ist offensichtlich. Als Waren beansprucht die schweizerische Voreintragung Nr. 595'742 allerdings im Wesentlichen Reifen in Klasse 12 und damit zu- sammenhängende technische Instrumente in Klasse 9. Die Vorinstanz hat geltend gemach t, im Zusammenhang mit den genannten Waren , die im weitesten Sinne der Fortbewegung dienen, stehe anders als im vorlie- genden Fall die räumliche Bedeutung des Zeichens ENSEMBLE ON IRA LOIN (vgl. E. 7.4) im Vorder grund. Daher hat sie die Vergleichbarkeit der beiden Marken verneint. So oder so reicht der Nachweis der Registri e- rung einer vergleichbaren Marke durch die Vorinstanz nicht aus, um eine von ihr verfolgte ständige Praxis zu belegen. Dies ist aber eine der Vo r-B-1561/2011 Seite 17 aussetzungen für die Gewährung eines Anspru chs auf Gleichbehandlung mit einer gesetzeswidrigen Praxis . Es besteht allein schon deshalb kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Schu tzgewährung für ihre Marke aus Gründen der Rechtsgleich heit. Ob ihre Marke mit der Voreintragung Nr. 595'742 ENSEMBLE O N IRA LOIN unter dem Blickwinkel von Art. 8 Abs. 1 BV tatsächlich vergleichbar ist, kann daher offen gelassen werden. Ebenso ist an dieser Stelle nicht zu entscheiden, ob es sich bei der g e- nannten Voreintragung um einen gesetzeskonformen Entscheid der Vo r- instanz gehandelt hat, wenn man davon ausginge, dass hier tatsächlich ein räumlicher Bezug des französischen Verbs "aller" im Vordergrund steht. 10. Schliesslich weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass ihre Marken in einigen anderen Juri sdiktionen zum Ma rkenschutz zugelassen worden sei. Gemäss der Rechtsprechung können ausländische Voreintragungen einer Marke zwar ein Indiz für deren Schutzfähigkeit auch im Inland sein. Allerdings gilt dies ausschliesslich im Zusammenhang mit dem absoluten Schutzhindernis des Gemeinguts und ausschliesslich für Grenzfälle (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-2419/2008 vom 12. April 2010 E. 11 Madonna [fig.]). Vorliegend handelt es sich aber nicht um einen Grenz- fall, weshalb aus den geltend gemachten Voreintragungen im Ausland nichts zu Gunsten der Schutzfähigkeit der strittigen Marke abgeleitet wer- den kann. Im Ergebnis ist die vorliegende Beschwerde daher abzuwe i- sen. 11. Die Spruchgebühr ist nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finan zieller Lage der Parteien zu bestimmen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 VGKE). Bei Markeneintragungen geht es um Vermögensinteressen. Die Gerichtsgebühr bemisst sich fol g- lich nach dem Streitwert (Art. 4 VGKE). Die Schätzung des Streitwertes hat sich nach Lehre und Rechtsprechung an Erfahrungswerten aus der Praxis zu orientieren, wobei bei eher unbedeutenden Zeichen grundsät z- lich ein Streitwert zwischen Fr. 50'000. − und Fr. 100'000.− angenommen werden darf (BGE 133 III 490 E. 3.3 mit Hinweisen). Von d iesem Erfah- rungswert ist auch für das vorliegende Verfahren auszugehen. Die daher auf Fr. 2'500. − festzusetzenden Gerichtskosten sind der Beschwerde - führerin aufzuerlegen und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 2'500.− zu verrechnen. B-1561/2011 Seite 18 Eine Parteientschädigung ist der unterliegenden Beschwerdeführerin nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 ff. VKGE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens im Umfang v on Fr. 2'500. − wer- den der Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Koste n- vorschuss von Fr. 2'500.− verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref.: IR 990'329; Gerichtsurkunde) – das Eidgenössische Justiz - und Polizeidepartement (Gerichtsurku n- de) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: David Aschmann Philipp J. Dannacher Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in Zivilsachen geführt we r- den (Art. 72 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Be- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die b e- schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 29. März 2012