<h2>SubmittedText<h2><p>Die Schweiz verfügt wohl über das weltweit beste Gebärmutterhalskrebs-Screening. Kein anderes Programm hat eine ähnlich niedrige Inzidenz (6,1) oder Mortalität (1,7) (pro 100k Frauen). Der Erfolg beruht auf einer in der Regel jährlichen zytologischen Diagnostik.&nbsp;</p><p>In einigen europäischen Ländern wurde ein HPV-Primärscreening eingeführt. Obwohl der HPV-Test sensitiver als der Pap-Test ist, erreicht keines dieser Länder die hiesige Screening-Qualität. Zudem sind dort eine Abnahme der Teilnehmerrate sowie ein Anstieg der Anzahl von Nachfolgeuntersuchungen (z.B. Kolposkopien) zu beobachten. Die Unsicherheit zwischen HPV-Screening und finaler Diagnostik wird oft als psychisch belastend wahrgenommen. Um diese Zeit kurz zu halten, muss die Anzahl an Kolposkopie-Plätzen mit hoher Qualität ausgebaut werden.&nbsp;</p><p>Das Schweizer Cancer Screening empfiehlt nun für Frauen zwischen 30 und 70 Jahren den HPV-Test mit einem Intervall von drei Jahren sowie die Kostenübernahme für HPV-Tests.</p><p>1. Soll eine Veränderung des Screening-Programms auf einem insgesamt besseren klinischen Outcome beruhen mit ganzheitlicher Betrachtung? Falls nein, warum nicht?</p><p>2.&nbsp;Ist zur Kostenabschätzung ein gesundheitsökonomisches Modell nötig, das auch Folgekosten für Abklärungsdiagnostik (mit erheblichen Kosten), organisiertes Screening und spezielle Schweizer Situation berücksichtigt? Falls nein, warum nicht? Die CH würde nicht vom konventionellen Pap-Test, sondern von Dünnschichtzytologie auf HPV-Tests wechseln.</p><p>3.&nbsp;Soll man nur dann von einer zu erwartenden Verbesserung der Gesundheitsversorgung sprechen, wenn Modelle nahelegen, dass die Krebsinzidenz weiter abgesenkt wird, ohne viele Frauen durch falsch-positive Ergebnisse psychisch zu belasten und ohne allenfalls potenziell fertilitätsschädigende Untersuchungen durchzuführen? Falls nein, warum nicht?</p><p>4.&nbsp;Sollen bei einem Antragsverfahren neben der Arbeitsgemeinschaft für Kolposkopie auch die Gynäkologen und Zytologen ihre Expertise einbringen? Falls nein, warum nicht?</p><p>5.&nbsp;Ca. 80% der Krebsfälle treten bei den 20% Frauen auf, die nicht oder selten am Screening teilnehmen. In den Niederlanden zeigte sich, dass ein Umstieg auf primäre HPV Diagnostik mit einer kleineren Teilnahmerate (trotz Möglichkeit der Selbstentnahme) einhergehen kann. Wäre primär eine Steigerung der Teilnehmerrate an aktuellen Programmen sinnvoller? Falls ja: warum? Falls nein: warum nicht?</p>