<h2>SubmittedText<h2><p>Ich frage den Bundesrat:</p><p>1. Sind ihm die zunehmenden Konflikte bekannt, die Herdenschutzhunde in den Alpenregionen verursachen, da es immer wieder zu Angriffen besonders gegen Wandererinnen und Wanderer sowie Mountainbikerinnen und Mountainbiker kommt, bei denen es teilweise auch Verletzte gibt?</p><p>2. Gibt es eine Statistik über die Angriffe dieser Hunde gegen Personen? Falls ja, welche Daten stehen zur Verfügung?</p><p>3. Teilt der Bundesrat die Meinung, dass man unbedingt eingreifen und Regeln festlegen sowie Vorsichtsmassnahmen ergreifen sollte, um potentielle Konflikte auf ein Minimum zu reduzieren?</p><p>4. Wie bewertet der Bundesrat beispielsweise die Möglichkeit, solche Hunde bei Tag so wenig wie möglich einzusetzen, wenn man bedenkt, dass der Wolf in der Regel in der Nacht unterwegs ist und Herden angreift?</p><p>5. Unabhängig von anderen Einschätzungen, hält der Bundesrat die Ausbildung dieser Hunde für angemessen und was könnte unternommen werden, um diese Ausbildung wenn nötig weiter zu verbessern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat in Erfüllung der Motion Hassler (10.3242) mit Anpassungen des Bundesrechts die Finanzierung von Herdenschutzmassnahmen umgesetzt. Er hat bezüglich Herdenschutzhunden die Haftungsfrage geregelt sowie ein System zu deren Zucht, Ausbildung, Haltung, Einsatz und Überwachung (Monitoring) eingeführt (Art. 10ter und 10quater JSV; Art. 77 TSchV, "Vollzugshilfe Herdenschutz"). Finanziell gefördert werden dabei nur Herdenschutzhunde, welche die Anforderungen des Bundesprogramms erfüllen.</p><p>1) Der Bundesrat ist sich der Konflikte bewusst. Entsprechend hat das zuständige Bundesamt für Umwelt (BAFU) ein Konzept zur Unfallverhütung mit vom Bund geförderten Herdenschutzhunden erarbeitet. Die Kantone und Landwirtinnen und Landwirte sind verpflichtet dieses umzusetzen.</p><p>2) Der Bund erfasst in seinem Monitoring nur Vorfälle mit Herdenschutzhunden gemäss dem Konzept zur Unfallverhütung. Pro Jahr gibt es durchschnittlich 14 Schnappvorfälle gegenüber Menschen, bei einem Bestand von aktuell rund 350 Herdenschutzhunden aus dem Bundesprogramm. Für andere Herdenschutzhunde gibt es keine Überwachung durch den Bund und deshalb auch keine Statistik zu den Vorfällen.</p><p>3) Die Rechtsgrundlagen und die vorgeschlagenen Massnahmen zur Verminderung von Konflikten mit Herdenschutzhunden beurteilt der Bundesrat als ausreichend. Die Umsetzung dieser Grundlagen obliegt den Kantonen und der Landwirtschaft. Der Bund hat jedoch keinen Einfluss auf den Einsatz von Herdenschutzhunden, die ausserhalb des Bundesprogramms eingesetzt werden.</p><p>4) Da Wölfe keinesfalls nur bei Nacht angreifen, wäre ein zeitweises Wegsperren von Herdenschutzhunden zweckwidrig. Zusätzlich würde ein solches Wegsperren auch die Einsatzfähigkeit der Hunde stark hemmen, weil dadurch deren Bindung an die Nutztiere gestört würde. Stattdessen empfiehlt der Bund den Kantonen dafür zu sorgen, dass die Einsatzgebiete der Herdenschutzhunde gemäss Konzept des Bundes von den Fuss- und Wanderwegen entflochten werden, wo es das Gutachten der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) im konkreten Falle verlangt. Falls dies nicht durch eine entsprechende Weideführung der Nutztiere erreicht werden kann, soll dies durch eine (zeitweise) Sperrung und Umleitung der Fuss- und Wanderwege erfolgen.</p><p>5) Ja, der Bundesrat hält die Ausbildung der Hunde für angemessen. Mängel ortet er eher bei der Umsetzung der Massnahmen zur Konfliktverhütung mit Herdenschutzhunden in den Kantonen und in der Landwirtschaft sowie beim Umgang der Touristinnen und Touristen mit den Hunden.</p>  Antwort des Bundesrates.