<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00297</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223397&amp;W10_KEY=13045541&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00297</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.07.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vorsorglicher Baustopp; Erkennbarkeit einer neuen Aussteckung. Die Beschwerdeführerin hat kein Zustellbegehren gestellt (E. 2). Bei vorsorglichen Massnahmen soll die Hauptsachenprognose berücksichtigt werden, wenn sie eindeutig ist. Erscheint das Begehren in der Hauptsache bei summarischer Beurteilung als aussichtslos bzw. besitzt dieses keine "ernsthafte[n] Erfolgsaussichten", sind die Voraussetzungen zur Anordnung vorsorglicher Massnahmen von vornherein nicht gegeben, sodass sich die Prüfung der weiteren Voraussetzungen erübrigt (E. 3.2). § 316 Abs. 2 PBG geht davon aus, dass eine Profilierung ins Auge springt und anzeigt, dass bauliche Massnahmen geplant sind. Daher kann von interessierten Nachbarn grundsätzlich verlangt werden, dass sie auf eine neue Aussteckung wieder neu reagieren und ein zweites Zustellbegehren einreichen. Das Vorliegen eines neuen oder veränderten Projekts kann auch dadurch deutlich erkennbar sein, dass zwischen Entfernung der ersten Bauprofile und Errichtung der Visiere für das zweite Baugesuch eine angemessene Zeit verstreicht (E. 3.5.2). Die Hauptsachenprognose fällt klar zu Lasten der Beschwerdeführerin aus. Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSTECKUNG">AUSSTECKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HAUPTSACHENPROGNOSE">HAUPTSACHENPROGNOSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGLICHE MASSNAHME">VORSORGLICHE MASSNAHME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTELLBEGEHREN">ZUSTELLBEGEHREN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 316 Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">§ 6 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=62198" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00297</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 1. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">19. Juli 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Sandra Wintsch<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Daniel Schweikert, Verwaltungsrichter JosÃ© Krause, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Nicole Rubin.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. Hochbauabteilung Meilen, vertreten durch C GmbH, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. Politische Gemeinde Meilen, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerinnen,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Baubewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Gesuch vom 16. MÃ¤rz 2023 ersuchte A bei der Hochbauabteilung der BaubehÃ¶rde Meilen um Einsicht in die Baugesuchsakten bzw. die Zustellung des baurechtlichen Entscheids vom 17. MÃ¤rz 2020 betreffend den Neubau der Einstellhalle der StÃ¼tzpunktfeuerwehr mit zwei Wohnungen (Kat.-Nr. 01, D-Strasse 02/03, Meilen) sowie um Fristwiederherstellung fÃ¼r das Zustellbegehren. Mit Schreiben vom 29. MÃ¤rz 2023 behandelte die Hochbauabteilung der BaubehÃ¶rde Meilen ihre Begehren abschlÃ¤gig.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen gelangte A mit Rekurs vom 17. April 2023 an das Baurekursgericht. Sie beantragte insbesondere die Zustellung des Bauentscheids vom 17. MÃ¤rz 2020 mit Rechtsmittelbelehrung und der verbindlichen Vorgabe, dass ihr Rekursrecht bestehe bzw. nicht verwirkt sei. Sodann beantragte sie, dem Rekurs die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Bauherrschaft anzuweisen, die Bauarbeiten umgehend einzustellen. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 15. Mai 2023 wies das Baurekursgericht den Antrag von A um Anordnung eines vorsorglichen Baustopps ab. Ebenso abgewiesen wurde der Antrag der politischen Gemeinde Meilen, sie als Rekursgegnerin 2 in das Verfahren aufzunehmen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese VerfÃ¼gung gelangte A mit Beschwerde vom 30. Mai 2023 an das Verwaltungsgericht. Sie beantragte die Gutheissung ihres Gesuchs um vorsorglichen Baustopp und die umgehende Einstellung der Bauarbeiten. Weiter sei die politische Gemeinde Meilen als Bauherrin in das Verfahren einzubeziehen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 1. Juni 2023 wurde die politische Gemeinde Meilen als Beschwerdegegnerin in das Verfahren vor Verwaltungsgericht aufgenommen und der superprovisorische Antrag auf Anordnung eines Baustopps abgewiesen. </p> <p class="Urteilstext">Das Baurekursgericht beantragte am 12. Juni 2023 ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde. Die Hochbauabteilung Meilen sowie die politische Gemeinde Meilen beantragten gleichentags mit gemeinsamer Beschwerdeantwort die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. A verzichtete am 23. Juni 2023 ausdrÃ¼cklich auf eine Replik.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Anfechtbarkeit von Zwischenentscheiden richtet sich gemÃ¤ss § 41 Abs. 3 in Verbindung mit § 19a Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) sinngemÃ¤ss nach den Art. 91â93 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG). GemÃ¤ss Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG ist die Beschwerde gegen selbstÃ¤ndig erÃ¶ffnete Vor- und Zwischenentscheide zulÃ¤ssig, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kÃ¶nnen.</p> <p class="Urteilstext">Bei vorsorglichen Massnahmen ist in der Regel ein nicht wiedergutzumachender Nachteil im Sinn von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG zu bejahen (Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 3. A., ZÃ¼rich 2014, [Kommentar VRG], § 19a N. 48). Demnach ist auch vorliegend auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das streitbetroffene GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 liegt gemÃ¤ss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Meilen in der Zone fÃ¼r Ã¶ffentliche Bauten und soll mit einer Einstellhalle fÃ¼r die StÃ¼tzpunktfeuerwehr mit zwei Wohnungen Ã¼berbaut werden. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dem vorliegenden Verfahren liegt folgende Vorgeschichte zugrunde: Mit Beschluss vom 13. Februar 2018 wurde der Bauherrschaft die Baubewilligung fÃ¼r den Neubau einer Einstellhalle fÃ¼r die StÃ¼tzpunktfeuerwehr mit zwei Wohnungen erteilt. Diese Bewilligung wurde jedoch aufgrund eines Rekurses der BeschwerdefÃ¼hrerin vom Baurekursgericht mit Entscheid vom 2. Oktober 2018 aufgehoben. Eine dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Verwaltungsgericht abgewiesen (VGr, 17. April 2019, VB.2018.00713). Das Baugespann fÃ¼r dieses Projekt wurde daraufhin am 21. August 2019 abgebaut. Am 8. November 2019 reichte die Bauherrschaft ein neues Baugesuch ein. Das Projekt wurde am 15. Januar 2020 neu ausgesteckt und am 31. Januar 2020 im Meilener Anzeiger publiziert (</span>vgl. <span>https://meileneranzeiger.ch/meilener-anzeiger-nr-5-freitag-31-januar-2020/, zuletzt besucht am 12. Juli 2023). Die BeschwerdefÃ¼hrerin stellte in Bezug auf das neue Projekt kein Gesuch um Zustellung des baurechtlichen Entscheids. Am 17. MÃ¤rz 2020 wurde das neue Bauprojekt bewilligt. Zur Befundaufnahme bei den Nachbarbauten vor Baubeginn wurde auch die BeschwerdefÃ¼hrerin kontaktiert, woraufhin diese am 16. MÃ¤rz 2023 um Zustellung des baurechtlichen Entscheids sowie Fristwiederherstellung fÃ¼r das Zustellbegehren ersuchte.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt, die Vorinstanz hÃ¤tte keine InteressenabwÃ¤gung vorgenommen. Die Hauptsachenprognose sei nicht eindeutig und die Bauherrschaft hÃ¤tte mit ihrem Verhalten wÃ¤hrend der verschiedenen Bauverfahren versucht, das Rekursrecht der BeschwerdefÃ¼hrerin zu verhindern. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Anordnung vorsorglicher Massnahmen ist nicht voraussetzungslos mÃ¶glich, sondern setzt deren Notwendigkeit und mithin besondere GrÃ¼nde voraus (Regina Kiener, Kommentar VRG, § 6 N. 16 f., auch zum Folgenden). Verlangt wird insofern zunÃ¤chst, dass die Anordnung der Massnahme dringlich ist. Diese hat sodann einem legitimen Ziel zu dienen und muss geeignet sowie in persÃ¶nlicher, sachlicher, zeitlicher und Ã¶rtlicher Hinsicht erforderlich sein, um dieses Ziel vor einem nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil zu schÃ¼tzen. Erforderlich ist ferner, dass die AbwÃ¤gung der verschiedenen Interessen den Ausschlag fÃ¼r den einstweiligen Rechtsschutz gibt und dieser verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint. Der durch die EndverfÃ¼gung zu regelnde Zustand soll weder prÃ¤judiziert noch verunmÃ¶glicht werden. Vorsorgliche Massnahmen beruhen auf einer summarischen PrÃ¼fung der Sach- und Rechtslage. Die Hauptsachenprognose soll dabei berÃ¼cksichtigt werden, wenn sie eindeutig ist; bei tatsÃ¤chlichen oder rechtlichen Unklarheiten drÃ¤ngt sich hingegen ZurÃ¼ckhaltung auf, weil in diesem Fall die erforderlichen Entscheidgrundlagen im Hauptverfahren erst noch beschafft werden mÃ¼ssen (BGE 130 II 149 E. 2.2 mit Hinweisen; vgl. VGr, 21. Oktober 2020, VB.2020.00685, E. 3.2 Abs. 1; 25. MÃ¤rz 2020, VB.2020.00100, E. 4.2 [je mit Hinweisen]).</p> <p class="Urteilstext"><span>Erscheint das Begehren in der Hauptsache bei summarischer Beurteilung als aussichtslos bzw. besitzt dieses keine "ernsthafte[n] Erfolgsaussichten", sind die Voraussetzungen zur Anordnung vorsorglicher Massnahmen von vornherein nicht gegeben, sodass sich die PrÃ¼fung der weiteren Voraussetzungen erÃ¼brigt (VGr, 13. Oktober 2022, VB.2022.00516, E. 3.2; 21. Oktober 2020, VB.2020.00685, E. 3.2 Abs. 2; 22. November 2017, VB.2017.00503, E. 2.2; 9. Januar 2013, VB.2012.00670, E. 3.3; Kiener, § 6 N. 17).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin begrÃ¼ndet die Notwendigkeit bzw. ihr Interesse an der vorsorglichen Massnahme damit, dass sie den Bauentscheid prÃ¼fen und nÃ¶tigenfalls eine gerichtliche Beurteilung von allfÃ¤lligen RechtmÃ¤ngeln sicherstellen kÃ¶nne. Ohne vorsorgliche Massnahme drohe die Schaffung eines "fait accompli", welches ihre RechtsschutzansprÃ¼che obsolet werden liesse, bevor geklÃ¤rt wurde, ob sie Ã¼berhaupt gegeben seien. Soweit ihr das streitgegenstÃ¤ndliche Rekursrecht gerichtlich zugesprochen wÃ¼rde, bliebe dieses ihrer Ansicht nach dann effektiv nutzlos, weil sich hernach eine materiell-rechtliche ÃberprÃ¼fung der Baubewilligung auf eine akademische Debatte beschrÃ¤nken mÃ¼sste, wenn das GebÃ¤ude schon erstellt sei. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Aufseiten der Beschwerdegegnerin 2 stehen die Interessen am Vertrauen in die erteilte Baubewilligung, mithin, dass der Bau der Feuerwehreinstellhalle nicht unterbrochen werden muss, und die Schaffung von Rechtssicherheit (vgl. BGr, 23. Mai 2023, 1C_322/2022, E. 2.4). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Die Hauptsachenprognose prÃ¤sentiert sich sodann wie folgt: </p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.1 </b><span>Wer im baurechtlichen Verfahren AnsprÃ¼che geltend machen will, hat laut § 315 Abs. 1 <span>des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (</span>PBG) innert 20 Tagen seit der Ã¶ffentlichen Bekanntmachung bei der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde schriftlich die Zustellung des baurechtlichen Entscheids zu verlangen. Wer den baurechtlichen Entscheid nicht rechtzeitig verlangt, hat gemÃ¤ss § 316 Abs. 1 PBG das Rekursrecht verwirkt (vgl. Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 10 N. 71; Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch/Thomas Wipf/Daniel Kunz, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 6. Auflage, WÃ¤denswil 2019, S. 401).</span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.2 </b>Ist dagegen das Begehren rechtzeitig angebracht worden, sind dem Gesuchsteller alle baurechtlichen Entscheide Ã¼ber das Vorhaben zuzustellen, solange keine neue Aussteckung und Bekanntmachung erfolgt ist (<span>§ 316 Abs. 2 PBG</span>). Dies gilt etwa fÃ¼r die Bewilligung von ProjektÃ¤nderungen (BEZ 2011 Nr. 55; BEZ 2009 Nr. 26), fÃ¼r WiedererwÃ¤gungsentscheide, fÃ¼r nachtrÃ¤gliche Bewilligungen und fÃ¼r eine kantonalrechtliche Ãnderungsbewilligung oder Genehmigung (Fritzsche/BÃ¶sch/Wipf/Kunz, S. 404).</p> <p class="Urteilstext">Der zweite Halbsatz von § 316 Abs. 2 PBG geht davon aus, dass eine Profilierung ins Auge springt und anzeigt, dass bauliche Massnahmen geplant sind. Daher kann vom interessierten Nachbarn grundsÃ¤tzlich verlangt werden, dass er auf eine neue Aussteckung wieder neu reagiert und ein zweites Zustellbegehren einreicht. Ein zweites Zustellbegehren setzt indessen kumulativ eine neue Aussteckung und eine neue Publikation voraus (Fritzsche/BÃ¶sch/Wipf/Kunz, S. 404).</p> <p class="Urteilstext">Von einer neuen Aussteckung im Sinn von § 316 Abs. 2 PBG kann bei einer wegen eines laufenden Projekts bestehenden Profilierung nur dann gesprochen werden, wenn sie deutlich als solche ersichtlich ist (BEZ 2000 Nr. 31). Das Vorliegen eines neuen oder verÃ¤nderten Projekts kann auch dadurch deutlich erkennbar sein, dass zwischen Entfernung der ersten Bauprofile und Errichtung der Visiere fÃ¼r das zweite Baugesuch eine angemessene Zeit verstreicht. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.3 </b>Das Baugespann desjenigen Projekts, dessen Baubewilligung mit Entscheid des Baurekursgerichts vom 2. Oktober 2018 aufgehoben wurde, wurde am 21. August 2019 nachweislich abgebaut. Das Baugespann des vorliegenden Projekts wurde erst etwas mehr als viereinhalb Monate spÃ¤ter, am 15. Januar 2020 aufgebaut. Es gibt keine Veranlassung, an den mit Belegen der Baugespannsfirma untermauerten Daten des Ab- und Aufbaus der verschiedenen Baugespanne zu zweifeln. Soweit zwischen der Aussteckung mit dem alten Baugespann und jener fÃ¼r das neue Bauprojekt mehrere Monate verstreichen, dÃ¼rfte das mit der zweiten Profilierung angezeigte Vorliegen eines neuen oder verÃ¤nderten Projekts fÃ¼r die interessierte Nachbarin klar ersichtlich sein (selbst wenn die jeweils ausgesteckten Masse allenfalls nicht als unterschiedlich wahrzunehmen wÃ¤ren). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.4 </b><span>Bemerkungsweise ist festzuhalten, dass grundsÃ¤tzlich eine Fristwiederherstellung beantragt werden kÃ¶nnte, wie die BeschwerdefÃ¼hrerin dies mit E-Mail vom 16. MÃ¤rz 2023 getan hat. GemÃ¤ss § 12 Abs. 2 VRG kann eine versÃ¤umte Frist jedoch bloss wiederhergestellt werden, wenn dem SÃ¤umigen keine grobe NachlÃ¤ssigkeit zur Last fÃ¤llt und er innert zehn Tagen nach Wegfall des Grundes, der die Einhaltung der Frist verhindert hat, ein Gesuch um Wiederherstellung einreicht. Das Mass der anzuwendenden Sorgfalt bestimmt sich unter BerÃ¼cksichtigung der VerhÃ¤ltnisse des konkreten Einzelfalls (VGr, 4. Juli 2016, VB.2016.00132, E. 2.2). Die BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤tte, nachdem der Bauentscheid vom 13. Februar 2018 aufgehoben wurde, damit rechnen mÃ¼ssen, dass die Bauherrschaft ein neues Projekt einreichen wird. Dass die von ihr beauftragte Mieterin nicht bemerkte, dass das alte Baugespann abgebaut und mehrere Monate spÃ¤ter ein neues aufgestellt wurde, ist der BeschwerdefÃ¼hrerin anzulasten. Eine Fristwiederherstellung fÃ¤llt demgemÃ¤ss ausser Betracht.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.5 </b>Zusammenfassend fÃ¤llt die Hauptsachenprognose klar zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrerin aus. Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihr nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Der vorliegende Entscheid stellt einen Zwischenentscheid dar. Dieser kann nur unter den Voraussetzungen von Art. 93 BGG selbstÃ¤ndig beim Bundesgericht angefochten werden (vgl. dazu BGr, 20. Juni 2012, 1C_522/2011, E. 1.2). Hinzuweisen ist dabei auf Art. 98 BGG, wonach mit der Beschwerde gegen Entscheide Ã¼ber vorsorgliche Massnahmen nur die Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte gerÃ¼gt werden kann.</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 130.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'130.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinne der ErwÃ¤gungen Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) das Baurekursgericht.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>