Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. Mai 2020 (720 19 322 / 101) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1953 geborene A.____ arbeitete seit 22. Juni 1992 als LKW-Chauffeur bei der B.____ AG. Nachdem bei ihm im Dezember 2008 eine Kr ebserkrankung diagnostiziert worden war, konnte er diese Tätigkeit nicht mehr ausüben. Am 5. Oktober 2009 meldete sich A.____ unter Hinweis auf diese Krebserkrankung und verschieden e weitere gesundheitliche Beein- trächtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Vornahme der erforderlichen Abklärungen spra ch ihm die die IV-Stelle Basel- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Landschaft mit Verfügung vom 18. März 2011 für die Ze it vom 1. April bis 31. Juli 2010 eine befristete halbe Rente zu. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 19. September 2011 meldete sich A.____ - wiederum unter Hinweis auf verschiedene ge- sundheitliche Beeinträchtigungen - erneut bei der IV- Stelle zum Leistungsbezug an. Mit Verfü- gung vom 17. September 2012 trat die IV-Stelle jedoc h auf dieses neue Leistungsbegehren nicht ein. Zur Begründung machte sie geltend, der Versi cherte habe mit seinem neuen Gesuch nicht glaubhaft gemacht, dass sich die tatsächlichen Verh ältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Gegen diese Verfügung erhob A.____ Beschwerde beim Kantons- gericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgeri cht). In der Folge teilte die IV-Stelle dem Kantonsgericht mit, die erneute Überprüfung des S achverhalts habe ergeben, dass für die Beurteilung des Gesundheitszustands des Versicherten weit ere medizinische Abklärungen er- forderlich seien. Man habe deshalb die Nichteintretensver fügung vom 19. September 2012 mit einer neuen Verfügung vom 4. Januar 2013 lite pende nte „zwecks weiterer Abklärungen des medizinischen Sachverhaltes durch die IV-Stelle“ aufgehoben. Gestützt auf diese Ausführungen und einen entsprechenden Antrag der IV-Stelle schrieb das Kantonsgericht das Beschwerde- verfahren (Verfahren-Nr. 720 12 320) mit Präsidialbes chluss vom 28. Februar 2013 als gegen- standslos ab. Mehr als drei Jahre später - im Mai 2016 - liess A.____ der IV-Stelle durch seinen damaligen Rechtsvertreter verschiedene aktuelle Arztberichte einre ichen. Aus denen ergebe sich, dass eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands mehr als evident sei. Er ersuche deshalb um Ausrichtung der entsprechenden Leistungen. Gestützt auf die in der Folge vorgenommenen medizinischen Abklärungen erliess die IV-Stelle am 25. Oktober 2017 eine Verfügung, mit wel- cher sie A.____ ab 1. Februar 2017 aufgrund eines Inva liditätsgrads von 100 % eine ganze Rente zusprach. Hiergegen erhob A.____ wiederum Beschwe rde beim Kantonsgericht mit dem Begehren, es sei ihm bereits ab 1. August 2010 eine u nbefristete ganze Rente zuzusprechen. Mit Urteil vom 1. März 2018 hiess das Kantonsgericht diese Beschwerde in dem Sinne gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Angeleg enheit - insbesondere im Hinblick auf die Beurteilung des Rentenanspruchs des Versicherten für den Zeitraum zwischen 1. März 2012 und 31. Januar 2017 - zur Abklärung des massgebende n medizinischen Sachverhalts an die IV-Stelle zurückwies. Nach Vornahme weiterer Abklärungen entschied die IV-St elle nach durchgeführtem Vorbe- scheidverfahren mit Verfügung vom 21. August 2019 erne ut, dass A.____ (erst) ab 1. Februar 2017 Anspruch auf eine ganze Rente habe. Gleichzeitig l ehnte sie damit einen früher begin- nenden Rentenanspruch des Versicherten ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 18. Septemb er 2019 Beschwerde beim Kan- tonsgericht. Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm zusätzlich zur ganzen Rente ab 1. Februar 2017 auch für den Zeitraum vom 1. März 2012 bis zum 31. Januar 2017 eine ganze Rente zuzusprechen. Nach dem das Kantonsgericht dem Ver- sicherten - entsprechend seinem Ersuchen - die medizinisc hen Akten zur Einsichtnahme zuge- stellt hatte, beantragte er innert der ihm eingeräum ten Frist mit Beschwerdeergänzung vom Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Oktober 2019 überdies, es seien bei Prof. Dr. med. C.____, Chefarzt, Spital D.____, und Dr. med. E.____, Innere Medizin FMH, weitere Berichte bezüglich seiner Cancer-related Fati- gue einzuholen und es sei ihm für dieses Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. C. Mit Verfügung vom 5. Dezember 2019 wies das Kanton sgericht das Gesuch des Be- schwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Re chtspflege mangels prozessualer Be- dürftigkeit ab. D. In ihrer Vernehmlassung vom 9. Dezember 2019 beantr agte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 12. März 2020 zog d as Kantonsgericht in Betracht, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Angele genheit zur nochmaligen Abklärung des medizinischen Sachverhalts und anschliessender Neuentsc heidung an die IV-Stelle zu- rückzuweisen. Unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Re chtsprechung, wonach der Be- schwerde führenden Partei auch dann Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde zu geben ist, wenn eine rentenzusprechende Verfügung aufgehoben un d die Sache zu weiterer Abklärung und neuer Entscheidung an die IV-Stelle zurückgewiesen werden soll (BGE 137 V 314), be- schloss es, den Fall auszustellen und dem Versicherten vo rab Gelegenheit zu geben, seine Beschwerde zurückzuziehen. F. Mit Eingabe vom 3. April 2020 teilte der Beschwer deführer mit, dass er die Beschwer- de nicht zurückziehe. Gleichzeitig beantragte er, es sei P rof. Dr. C.____ als unabhängiger Sachverständiger zu beauftragen, ein internistisch-onkol ogisches Gutachten seines Gesund- heitszustands zu erstellen, und es sei gestützt auf dieses unabhängige Gutachten zu entschei- den. G. An der parteiöffentlichen Sitzung vom 12. März 2020 , bei welcher der Beschwerdefüh- rer als Zuhörer zugegen war, beriet das Kantonsgeri cht einlässlich über dessen Beschwerde. Der Fall wurde damals lediglich deshalb ausgestellt, weil dem Versicherten vor der Urteilsfäl- lung noch die Möglichkeit eingeräumt werden musste, al lenfalls seine Beschwerde zurückzu- ziehen. In der Zwischenzeit erklärte der Versicherte am 3. April 2020, dass er an seinem Rechtsmittel festhalte. Auch wenn der Versicherte in dieser Eingabe einen zusätzlichen Verfah- rensantrag zu den in Betracht gezogenen weiteren Abklä rungen stellte, ist es unter den ge- schilderten Umständen vertretbar, von der Ansetzung ein er erneuten Urteilsberatung abzuse- hen und den vorliegenden Entscheid mit derselben per sonellen Besetzung des Spruchkörpers auf dem Zirkulationsweg zu fällen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die Beschwerde des Versicherten vom 18. September 2019 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispiel sweise Berichten und Gutachten versi- cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärunge n vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil A. des Bundesgerich ts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 5.1 Mit Verfügung vom 25. Oktober 2017 hatte die IV- Stelle dem Versicherten unter Hin- weis auf einen seit 18. Februar 2016 bestehenden Invali ditätsgrad von 100 % rückwirkend ab 1. Februar 2017 eine unbefristete ganze Rente zugespr ochen. In medizinischer Hinsicht stützte sie sich bei ihrem Entscheid im Wesentlichen auf die Arztb erichte von Dr. E.____vom 7. Mai 2016 und 5. Dezember 2016, der Klinik F.____ vom 28. April 2016, der Klinik G.____ vom 17. August 2016 und des Spitals D.____ vom 2. Mai 201 6 und 21. September 2016 sowie auf eine Beurteilung der medizinischen Akten durch Dr. med . H.____, Facharzt für Allgemeinmedi- zin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, v om 19. Juli 2017. Aus diesen medizini- schen Unterlagen ergebe sich, so die Schlussfolgerung d er IV-Stelle, dass der Versicherte auf- grund verschiedenster, zum Teil schwerer gesundheitlicher Beeinträchtigungen seit 18. Februar 2016 in allen Tätigkeiten bis auf weiteres vollständig arbeitsunfähig sei. In seinem Urteil vom 1. März 2018 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass diese vorinstanzliche Beweis- würdigung nicht zu beanstanden sei, weshalb für die Ze it ab Februar 2016 bei der Beurteilung des Rentenanspruchs des Versicherten darauf abgestellt werden könne. 5.2 Anders verhalte es sich, so das Kantonsgericht im ge nannten Urteil vom 1. März 2018 weiter, hinsichtlich der schon damals umstrittenen Frag e, wie sich die gesundheitliche Situation vor dem 18. Februar 2016 präsentiert habe. In Bezug auf diesen Zeitraum sei die IV-Stelle ihrer Abklärungspflicht nicht ausreichend nachgekommen. So sei sie der bereits im Gutachten der academy of swiss insurance medicine (asim) vom 1. Juli 2010 diagnostizierten Cancer-related Fatigue nicht nachgegangen, obwohl die asim-Gutachter eine internistisch-onkologische Beur- teilung der Symptomatik postuliert hätten. Ebenso hab e sie die Entwicklung der im damaligen Zeitraum beschriebenen depressiven Symptomatik nicht weiter abgeklärt. Diese Unterlassun- gen seien umso stossender, als die IV-Stelle ihre in de r vorliegenden Angelegenheit ursprüng- lich ergangene Nichteintretensverfügung vom 19. Septemb er 2012 mit einer neuen Verfügung vom 4. Januar 2013 lite pendente „zwecks weiterer Abklär ungen des medizinischen Sachver- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht haltes durch die IV-Stelle“ aufgehoben habe. Obwohl also sie selber in Bezug auf die Cancer- related Fatigue und die depressive Symptomatik weitere medizinische Abklärungen für ange- zeigt erachtet habe, seien solche in der Folge unterbli eben. Die damalige Untätigkeit der IV- Stelle führe dazu, dass eine Abklärung - insbesondere a uch aufgrund der beim Versicherten in der Zwischenzeit zusätzlich aufgetretenen schweren Leiden - nunmehr deutlich schwieriger sei. Dies entlaste die IV-Stelle jedoch nicht von der Vorn ahme nachträglicher Abklärungen. Es ob- liege ihr namentlich zu klären, bei wem der Versicherte im fraglichen Zeitraum in Behandlung gestanden habe, und durch Rückfragen und den Beizug me dizinischer Akten bei den behan- delnden Ärzten den damaligen Gesundheitszustand und sei ne Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit retrospektiv zu beurteilen. 5.3 In Nachachtung dieser Vorgaben im kantonsgerichtli chen Rückweisungsentscheid vom 1. März 2018 zog die IV-Stelle die Akten der Krankenka sse des Versicherten bei. Zudem holte sie beim Hausarzt Dr. E.____ und bei Dr. med. I.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Behandlungsberichte ein. 6.1 Aus den Akten der Krankenkasse, die sämtliche Arztbe suche dokumentieren, geht hervor, dass die einzige regelmässige ärztliche Behandlung im vorliegend interessierenden Zeitraum von März 2012 bis zum 18. Februar 2016 durch den Hausarzt Dr. E.____ erfolgte. Ganz am Anfang der Zeitspanne fand noch eine fachpsychi atrische Behandlung bei Dr. I.____ statt, allerdings handelte es sich lediglich um drei Kon sultationen zwischen März 2012 und Ok- tober 2012. Für diesen Zeitraum attestierte dieser d em Versicherten eine mittelgradige depres- sive Episode. In der Folgezeit ist während mehr als zwei Jahren keine fachpsychiatrische Be- handlung mehr dokumentiert; ein weiterer und letzter Behandlungstermin bei Dr. I.____ findet sich erst unter dem Datum des 29. Dezember 2014. Der F acharzt hält dazu in seinem Schrei- ben vom 2. Februar 2019 auf Frage der IV-Stelle fest , er wisse nicht mehr, weshalb sich der Versicherte Ende 2014 nochmals gemeldet habe. Aufgrund des Eintrags in der Krankenge- schichte scheine die Stimmung des Patienten im Nachhinein gesehen sicher nicht depressiv gewesen zu sein. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht , dass er lediglich wenige Male beim Psychiater Dr. I.____ in Behandlung gewesen ist. Er mach t diesbezüglich aber geltend, dass die psychiatrische Therapie im fraglichen Zeitraum durch seinen Hausarzt Dr. E.____ erfolgt sei. Der Hauptgrund dafür liege im Umstand, dass er mi t diesem in seiner Muttersprache habe kommunizieren können. Aus den Unterlagen der Krankenkasse geht tatsächlich hervor, dass Dr. E.____ dem Versicherten regelmässig Antidepressiva ve rschrieben hat, sodass davon aus- gegangen werden kann, dass ab 2012 die psychiatrische Grundversorgung durch den Hausarzt übernommen worden war. Der RAD-Arzt pract. med. J.____ , Facharzt für Psychiatrie und Psy- chotherapie, führt dazu in seiner Aktennotiz vom 22. M ai 2019 aus, die hausärztliche Behand- lung allfälliger psychiatrischer Symptome ab 2012 habe sich im Wesentlichen auf die Abgabe zahlreicher Antidepressiva, Neuroleptika und Hypnotika so wie auf eine psychotherapeutische Beratung beschränkt. Eine neuerliche Überweisung an ein en psychiatrischen Facharzt sei aber unterblieben. Fachpsychiatrisch sei somit seit 2012 nie me hr eine depressive Symptomatik mit einer dazugehörigen Diagnose festgestellt worden, was die vom Hausarzt diagnostizierte re- zidivierende depressive Störung deutlich relativiere bzw. i n Frage stelle. Im Übrigen habe Dr. E.____ diese Diagnose nicht nach ICD-10 kodiert un d auch keinen Schweregrad der De- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht pression angegeben. Zu beachten sei ferner, dass allfäl lige depressive Symptome zumindest anteilig durch die regelmässig verordneten Hypnotika m itbedingt gewesen sein könnten. Als Fazit sei daher festzuhalten, dass im fraglichen Zeitrau m anhand der dokumentierten Behand- lungsumstände nicht auf eine relevante, die Arbeitsfähi gkeit beeinflussende depressive Symp- tomatik geschlossen werden könne. 6.2 In seiner aus somatischer Sicht verfassten Stellungn ahme vom 21. Mai 2019 wies der RAD-Arzt Dr. H.____ darauf hin, dass der behandelnde A rzt Dr. E.____ die volle Arbeitsunfä- higkeit seines Patienten zwischen der asim-Begutachtung im Jahr 2010 und dem 18. Februar 2016 hauptsächlich mit den subjektiv geklagten Beschwerd en des Versicherten begründe. We- sentliche somatische Beschwerden mit einer IV-relevanten A uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in diesem Zeitraum würden auch jetzt nicht geltend gemacht. Selbst der damalige Rechtsvertre- ter des Versicherten habe in seiner Beschwerde vom 31. Ja nuar 2012 keine wesentlichen, kli- nisch objektivierbaren somatischen Gründe angeführt, son dern seine Begründung auf die sub- jektiv geklagten Beschwerden des Versicherten abgestellt, dies im Sinne einer von Dr. E.____ neu gestellten Diagnose einer Cancer-related Fatigue . Die neutralen asim-Guatchter hätten aber keine diesbezügliche wesentliche Symptomatik bzw. Diagn ose bestätigen können. Aus somatischer Sicht könne demnach an allen früheren RAD-S tellungnahmen festgehalten wer- den. 6.3 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im We- sentlichen auf die geschilderten Stellungnahmen ihrer RAD-Ärzte Dr. H.____ und pract. med. J.____ vom 21. und 22. Mai 2019. Sie ging demzufolge davon aus, dass ab Oktober 2012 keine fachärztliche psychiatrische Behandlung mehr stattgefunden habe, dass sich die medizinische Behandlung im vorliegend interessierenden Zeitraum zwischen März 2012 bis 18. Februar 2016 auf die hausärztliche Betreuung beschränkt habe und dass der Versicherte während dieser Zeit mit den verbliebenen Restbeschwerden in der Lage gewe sen sei, einer ganztägigen Tätigkeit nachzugehen. 6.4.1 Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu be anstanden, soweit es um die Auswirkungen allfälliger psychischer Gesundheitsbeeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigke it des Versicherten geht. In dieser Hinsicht stützte sich die I V-Stelle in der angefochtenen Verfü- gung zu Recht auf die Beurteilung des RAD-Arztes pract . med. J.____, wonach im fraglichen Zeitraum anhand der dokumentierten Behandlungsumständ e nicht auf eine relevante, die Ar- beitsfähigkeit beeinflussende depressive Symptomatik geschlo ssen werden könne. Diese Ein- schätzung des RAD-Facharztes und die ihr zu Grunde liege nde Begründung vermögen zu überzeugen, sodass - mit der Beschwerdegegnerin - darau f abgestellt werden kann. Es kann deshalb vollumfänglich auf die oben wiedergegebenen (vgl. E. 6.1 hiervor), schlüssigen Ausfüh- rungen von pract. med. J.____ verwiesen und an dieser Stelle von Weiterungen hierzu abgese- hen werden. 6.4.2 Nicht gefolgt werden kann hingegen der vorinstan zlichen Beurteilung des somatischen Gesundheitszustands. Wie den Akten entnommen werden kan n, hatte Prof. Dr. C.____ in sei- nem Bericht vom 20. April 2012 explizit festgehalten, dass beim Versicherten die spezifischen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kriterien für eine Cancer-related Fatigue erfüllt sei en. In Anbetracht dieser ausdrücklich gestell- ten Diagnose stehen die Fragen im Raum, ob und wie sic h dieses Leiden damals und in den Folgejahren auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh rers ausgewirkt hat. Eine entsprechen- de Beurteilung hat fachärztlicherseits aus internistisch-o nkologischer Sicht zu erfolgen. Im glei- chen Sinne hatte bereits das asim-Gutachten vom 1. Juli 2010 festgehalten, dass die chroni- sche Müdigkeit des Versicherten (zusätzlich) aus internistisch-onkologischer Sicht beurteilt werden sollte. Obwohl das Kantonsgericht in seinem Rückwe isungsentscheid vom 1. März 2018 auf diese Ausführungen der asim-Gutachter vom 1. Juli 2010 hingewiesen hatte, betraute die IV-Stelle in der Folge mit Dr. H.____ ausschliessli ch einen Facharzt für Allgemeinmedizin mit der Prüfung und Beantwortung der aufgeworfenen Fragen. Auf dessen Einschätzung kann somit schon aus diesem Grunde nicht abgestellt werden . Dazu kommt, dass sich Dr. H.____ inhaltlich gar nicht mit den aufgeworfenen Fragen, ob und wie sich die diagnostizierte Cancer- related Fatigue im hier interessierenden Zeitraum auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh- rers ausgewirkt hat, befasst. Zudem geht er in seiner Ak tennotiz vom 21. Mai 2019 fälschli- cherweise von der Annahme aus, dass die Diagnose einer Cancer-related Fatigue "vom behan- delnden Internisten Dr. E.____" gestellt worden sei. Unter diesen Umständen kann aber - ent- gegen der Ansicht der IV-Stelle - in Bezug auf die hie r interessierende Fragestellung klarer- weise nicht auf die Einschätzung des Allgemeinmediziners Dr. E.____ abgestellt werden. Der medizinische Sachverhalt bedarf in somatischer Hinsicht e iner nochmaligen spezialärztlichen Abklärung. 6.5 Aus dem Gesagten folgt, dass die vorhandene medizi nische Aktenlage - nach wie vor - keine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs des V ersicherten für den hier interes- sierenden Zeitraum vom März 2012 bis 18. Februar 2016 zulässt. Der relevante medizinische Sachverhalt bedarf vielmehr weiterer Abklärung. Insbesondere sind die Fragen, ob und wie sich die beim Versicherten ausdrücklich diagnostizierte Cancer- related Fatigue im hier interessie- renden Zeitraum auf dessen Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hat, aus internistisch-onkologischer Sicht gutachterlich abklären zu lassen. Auch wenn sich die Beantwortung der aufgeworfenen Fragen retrospektiv - vor allem auch aufgrund des seit 18 . Februar 2016 drastisch verschlech- terten Gesundheitszustands des Versicherten und der seither verstrichenen Zeit - als schwierig erweisen dürfte, hat sich die IV-Stelle, an welche die Angelegenheit zurückzuweisen ist, um eine entsprechende Klärung zu bemühen. So dürfte es a ngezeigt sein, bei Dr. E.____ das voll- ständige, den Zeitraum vom März 2012 bis 18. Februar 2 016 betreffende Patientendossier des Versicherten beizuziehen. Allenfalls hat der internistisch- onkologische Gutachter, dem dieses Dossier nebst den gesamten IV-Akten vorzulegen ist, zusätzli ch mit Dr. E.____ persönlich Rücksprache zu nehmen. Selbstverständlich steht es dem Guta chter auch frei, den Versicher- ten persönlich zu befragen und allenfalls weitere, nützl ich erscheinende fremdanamnestische Auskünfte einzuholen. 6.6 Soweit der Versicherte in seiner abschliessenden St ellungnahme vom 3. April 2020 beantragte, es sei Prof. Dr. C.____ als unabhängiger Sachverständiger zu beauftragen, ein in- ternistisch-onkologisches Gutachten seines Gesundheitszustands zu erstellen und es sei ge- stützt auf dieses unabhängige Gutachten zu entscheiden, k ann ihm nicht gefolgt werden. Wie vorstehend ausgeführt, hat die IV-Stelle den medizinisch en Sachverhalt in Bezug auf den hier Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht interessierenden Zeitraum bis anhin nur unvollständig abgeklärt, weshalb es ihre Aufgabe ist, für die erforderliche Aktenvervollständigung zu sorgen. Zudem übersieht der Beschwerdeführer, dass ihn Prof. Dr. C.____ im Rahmen des Verwaltungsverf ahrens bereits einmal aus fachärztli- cher Sicht untersucht und einen Bericht zu seinem Gesund heitszustand verfasst hat. Aus die- sem Grund würde der vorgeschlagene Experte vorliegend w ohl ohnehin nicht (mehr) als unab- hängiger Gerichtsgutachter in Frage kommen. 6.7 Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen ist, als die angefochtene Verfügung vom 21. August 2019 aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Er wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückzuweisen ist. 7. Nach Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitw ert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah- rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer- legt. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Ange- legenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägu ngen und zum Erlass einer neuen Ver- fügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unte rliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). B eim vorliegenden Prozessausgang sind deshalb die Verfahrenskosten der IV-Stelle zu auferlegen. 8. Gemäss Art. 90 BGG ist die Beschwerde in öffentlich-r echtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfah ren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind - mit Ausnahme der Zwisc henentscheide über die Zustän- digkeit und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bede utenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde ( Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bun- desgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei ein em Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehre- ren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) bean twortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 21. August 2019 aufge- hoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. http://www.bl.ch/kantonsgericht