Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. Mai 2013 (720 12 332 / 115) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anwendung der gemischten Methode bei einer alleinstehenden Frau, die im Gesund- heitsfall ein Teilzeitpensum ausüben würde, abgelehnt, weil sie keinen Aufgabenbereich hat; Vornahme der Berechnung der Invalidität gestützt auf die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichterin El isabeth Berger Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Bernhard Isenring, Rechtsanwalt, General Wille-Strasse 201, Postfach 572, 8706 Meilen gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____ meldete sich mit Gesuch vom 1. Januar 2011 bei der Eidgenössischen Invali- denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an und beantragt e die Ausrichtung einer Rente. In der Folge klärte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Ste lle) die gesundheitlichen, erwerblichen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht und hauswirtschaftlichen Verhältnisse ab und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 26. September 2012 nach Durchführung des Vorbescheidve rfahrens ab dem 1. Juli 2011 eine Viertelsrente zu. Dabei gelangte sie in Anwendung der gemischten Bemessungsmethode mit den Anteilen Erwerb von 69 % und Haushalt von 31 % zu einem IV-Grad von 47 %. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Dr. Bernhard Isenring, Rechtsanwalt in Meilen, mit Eingabe vom 29. Oktober 2012 Beschwerde beim Kanto nsgericht Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht, und beantragte die Aufheb ung der Verfügung vom 26. Septem- ber 2012 sowie die Zusprechung einer ganzen Invalidenr ente ab dem 1. Juli 2011. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Sachverhaltsabklärung und zur Neubeurteilung an die Be- schwerdegegnerin zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte die Beschwerde führerin die Bewilligung der unent- geltlichen Prozessführung. C. Mit Verfügung vom 30. Oktober 2012 bewilligte der instruierende Präsident der Be- schwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren d ie unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit Rechtsanwalt Dr. Bernhard Isenring als Rechtsvertreter. D. Mit Vernehmlassung vom 14. Januar 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab- weisung der Beschwerde. E. Am 28. Januar 2013 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Replik ein und hielt darin an den mit Beschwerde vom 29. Oktober 2012 vorgetragenen Rechtsbegehren fest. F. Mit Duplik vom 5. März 2013 beantragte die Beschwerd egegnerin wiederum die Abwei- sung der Beschwerde und verzichtete auf weitere Ausführungen. Auf die in den einzelnen Eingaben gemachten Ausführun gen der Parteien wird – soweit für die Begründung notwendig – in den Erwägungen eingegange n. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 29. Oktober 2012 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensv ergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 2.5 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ein em Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigke it nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel- chem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenb ereich zu betätigen (Betätigungs- vergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 2.6 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig si nd oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch in einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätig- keit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fa lle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Eh egatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der In validitätsgrad entsprechend der Behin- derung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Method e der Invaliditätsbemessung; Art. 28a IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, d ass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbst ätig wären, so ist die Invalidi- tätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerb stätige zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.7 Das Bundesgericht hat in BGE 131 V 51 E. 5.1 fest gehalten, dass bei Art. 27 bis Abs. 1 IVV nach Wortlaut und Systematik danach zu unterscheiden ist, ob die versicherte Person ne- ben der Erwerbstätigkeit oder der Mitarbeit im Betri eb des Ehemannes oder der Ehefrau in ei- nem Aufgabenbereich im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG tä tig ist und es auch ohne Gesundheits- schaden wäre. Wenn jedoch anzunehmen ist, dass die versicher te Person ohne gesundheitli- che Beeinträchtigung teilerwerbstätig wäre oder sie unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten würde, ohne daneben in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach Art. 28a Abs. 1 IVG zu bemessen (Art. 27 bis Abs. 2 Satz 1 sowie Abs. 1 Satz 2 und 3 e contrario IVV; vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2, vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 11. Ok- tober 2012, 8C_812/2011, vom 4. Januar 2008, 9C_265/ 2007 und vom 7. August 2009, 8C_485/2009, E. 2.2.2). Somit ist die Reduktion des zu mutbaren erwerblichen Arbeitspensums, ohne dass die dadurch frei werdende Zeit für die Tätig keit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG verwendet wird, für die Methode der Invaliditätsbemessung ohne Bedeutung. Die Gründe für eine ohne Gesundheitsschaden bloss teilz eitlich ausgeübte Erwerbstätigkeit sind für die Wahl der Bemessungsmethode lediglich insofer n von Interesse, als sie im Zusam- menhang mit der Tätigkeit in einem Aufgabenbereich n ach Art. 5 Abs. 1 IVG stehen (und Art. 8 Abs. 3 ATSG; BGE 131 V 51 E. 5.2). Insbesondere werden daher alleinstehende Personen bei einer Reduktion des Beschäftigungsgrades aus freien Stücken nicht gleichsam automatisch zu Teilerwerbstätigen mit einem Aufgabenbereich Haushal t neben der Berufsausübung (BGE 131 V 51 E. 5.2). 2.8 Bei einer hypothetisch (im Gesundheitsfall) ledig lich teilerwerbstätigen versicherten Per- son ohne einen Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG b emisst sich die Invalidität nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Untervariante davon (Schätzungs- oder Prozentvergleich). Das Valideneinkommen ist nach M assgabe der ohne Gesundheits- schaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen (BGE 131 V 51 E. 5.1.2). Entscheidend ist in den Fällen einer Teilerwerbstätigkeit, was die ve rsicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie besten falls erzielen könnte. Wäre sie ge- sundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, r eduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu habe n, oder ist die Ausübung einer Ganzta- gestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi- cherung einzustehen (BGE 131 V 51 E. 5.1.2). Das Invalid eneinkommen bestimmt sich ent- sprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versic herte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Einglied erungsmassnahmen durch eine ihr zumut- bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erziel en könnte. Dabei kann das vom Arzt festzulegende Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Be- einträchtigungen geleistete. 3.1 Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung als teilerwerbstätig eingestuft und den Invaliditätsgrad anhand der gemischten Methode bemes- sen. Bei der Festlegung der Anteile der Erwerbs- und d er Haushaltstätigkeit ist sie davon aus- gegangen, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung einer Erwerbs- tätigkeit im Umfang von 69 % nachgegangen wäre und d en Haushalt im Umfang der restlichen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 31 % besorgt hätte. In der Vernehmlassung hat sie gestützt auf die von der Beschwerdeführerin während der Haushaltsabklärung gemachten Angaben sowie unter Berücksichtigung der nach- ehelichen Unterhaltsbeiträge an der gemischten Methode festgehalten. Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Beschwerdegegnerin den IV-Grad zu Unrecht nach der gemischten Methode be- rechnet habe. Richtigerweise müsse dieser gestützt auf ein en allgemeinen Einkommensver- gleich bestimmt werden. 3.2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie wäre im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbs- tätig. Dies ergebe sich daraus, dass sie zweifelsohne am Ra nde des Existenzminimums lebe und gezwungen sei, 100 % zu arbeiten. Zudem entsprec he es der allgemeinen Lebenserfah- rung, dass ein Einpersonenhaushalt bei angemessener Organ isation und Lebensgestaltung ohne Weiteres neben einer 100 % Beschäftigung geführt werden könne. Hinzu komme, dass auf ihre Angaben, die sie im Fragebogen zur Ermittlu ng der Erwerbstätigkeit gemacht habe, nicht abgestellt werden könne. Sie sei seit ihrer Jugend psychisch schwer krank. Es sei ihr auf- grund ihrer Erkrankung nie möglich gewesen, 100 % zu a rbeiten. Daher liege es auf der Hand, dass sie nun, nach jahrzehntelanger schwerer Krankheit und häufiger Arbeitsunfähigkeit wegen ihrer Krankheit nicht beurteilen könne, was für ein Arb eitspensum sie bewältigen würde, wenn sie gesund wäre. Auch die Einschätzungen der involvierten psychiatrischen Fachärzte würden von einer mangelnden und realitätsfremden Selbstwahrn ehmung ausgehen. Dr. med. B.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, führe dazu in seinem Schreiben vom 19. Januar 2012 aus, dass sich seine Patientin daran gewöhnt habe, die R ealität zu verdrängen. Tatsache sei aber, dass sie am Existenzminimum lebe und aus finanziellen Gründen gezwungen wäre, 100 % zu arbeiten. Sie sehe das aber selbst nicht so, w eil diese Realität schmerze und sie be- schäme und sie mit ihrer schweren psychischen Störung konfro ntiere. Deshalb verdränge sie diese Gefühle. 3.2.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zei tweilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung führt –, ergibt sich nach konstanter Rechtsprechun g des Bundesgerichts aus der Prü- fung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umst änden täte, wenn keine gesundheitli- che Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen die persönlichen, familiären, sozia- len und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfälli ge Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön- lichen Neigungen und Begabungen der versicherten Person zu berücksichtigen. Die Statusfra- ge beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfü- gung (hier: 26. September 2012) entwickelt haben, wob ei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten Teilerwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforde rlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen; Urteil des Eidgen össischen Versicherungsgerichts [EVG, heute Schweizerisches Bundesgericht, Sozialrechtliche Abte ilungen] vom 13. November 2002, I 58/02, E. 1.2). Die blosse Möglichkeit eines bestimm ten Sachverhalts genügt den Beweisan- forderungen nicht. Das Gericht hat jener Sachverhaltsd arstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste wür digt (BGE 115 V 142 E. 8b mit Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zahlreichen weiteren Hinweisen; T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 451 f.). 3.2.3 In der Regel ist zur Beurteilung der Statusfrag e auf die Angaben, die anlässlich des Abklärungsgesprächs von den versicherten Personen gemacht werden, abzustellen. Vorliegend stellt sich aber die Frage, ob gewichtige Gründe gegeb en sind, die für ein Abweichen von den Angaben der Beschwerdeführerin und damit für eine höhere Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall sprechen. Den Akten kann entnommen werden, dass die Beschw erdeführerin anlässlich des Abklärungsgesprächs vom 7. Oktober 2011 angab, sie würde b ei guter Gesundheit in einem Teilzeitpensum von 69 % arbeiten. Weiter gab sie zur A uskunft, sie würde kein grösseres Ar- beitspensum absolvieren, weil sie mit diesem Teilzeitver dienst und den nachehelichen Unter- haltszahlungen des geschiedenen Ehemannes finanziell üb er die Runden käme (IV-Akte 26). Diese Angaben bestätigte sie nach einer Bedenkzeit am 1 4. Oktober 2011 unterschriftlich (IV- Akte 26). Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Einkommen, das sie heute zu erzielen vermag und das seit dem 1. August 2012 bei eine m wöchentlichen Arbeitspensum von acht Stunden rund Fr. 840.-- beträgt und den Unterha ltszahlungen ihres geschiedenen Ehe- mannes von Fr. 1'565.-- unter dem Existenzminimum lebt. Bei einem hypothetischen Arbeits- pensum von 69 % und dem nachehelichen Unterhalt jedoch wären die finanziellen Verhältnisse zwar immer noch beengt, das Einkommen wäre aber für ei nen Einpersonenhaushalt ausrei- chend. Ein 100 % Pensum wäre nicht unbedingt erforder lich. Dieser Umstand spricht somit nicht zwingend für ein Abweichen von den Angaben der Be schwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung. Aus den Akten geht sodann hervor, dass die Beschwerdeführerin bereits mit 16 Jahren den Wunsch hatte, einmal eine Familie zu haben, weshalb sie gemäss eigenen Angaben der beruflichen Seite nicht soviel Gewicht bei gemessen haben (Gutachten Dr. med. C.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH , vom 18. Juli 2011, S. 7). Weiter ist bekannt, dass sie im letzten Halbjahr der Berufslehre mi t 19 Jahren das erste von drei Kindern zur Welt brachte. Danach war sie Mutter und Hausfrau u nd bekam noch zwei weitere Kinder. Erst nachdem die Kinder grösser waren, nahm sie eine T eilzeitarbeit als Verkäuferin an und arbeitete von 1990 bis 2001 bei D.____ AG und von 2002 bis 2003 bei E.____ AG. Nach der Trennung von ihrem Ehemann arbeitete sie von 2003 bis August 2009 in einem 40 % Pensum als Klassenassistentin im Kindergarten des Kinderheims F.__ _ in Z.____ und zudem von März 2008 bis Februar 2009 in der Wohngemeinschaft G.____ i n X.____ in einem Pensum von 28.5 %. Von März 2009 bis Februar 2011 war sie arbeitsl os gemeldet. Seit Mai 2011 arbeitet sie als Pflege- und Haushaltshilfe in einem wöchentli chen Pensum von 12 Stunden (28.57 %; vgl. dazu Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigke it vom 7. Oktober 2011, IV-Akte 26). Per 1. August 2012 wurde dieses Arbeitspensum von wöchentlich 12 Stunden auf acht Stunden reduziert. In Anbetracht des persönlichen und beruflichen Werdegangs der Beschwerdeführerin ist nicht zwingend von den Angaben der Haushaltsabklärung bezüglich des hypothetischen Teil- zeitpensums abzuweichen, selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Kinder längst erwachsen sind und die Ehe geschieden worden ist. Es ist so mit mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführeri n heute als Gesunde in einem Teilzeitpensum von 69 % arbeiten würde. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3.1 Es stellt sich aber die Frage, ob die Beschwerdef ührerin neben ihrer Teilzeittätigkeit einen Aufgabenbereich hat. 3.3.2 Wie in Erwägung 2.7 hiervor dargelegt, ist für die Wahl der Bemessungsmethode (ge- mischte Methode oder Einkommensvergleich) massgebend, ob eine versicherte Person neben der Ausübung einer teilzeitlichen Erwerbstätigkeit zusät zlich im Aufgabenbereich tätig ist. Vor- aussetzung ist, dass überhaupt ein Aufgabenbereich vorha nden ist (Art. 28a Abs. 3 IVG). Aus den Akten geht hervor, dass die erwachsenen Kinder der Beschwerdeführerin längst ausgezo- gen sind. Seit der räumlichen Trennung und der Scheid ung von ihrem Ehemann führt sie somit nurmehr einen Einpersonenhaushalt. Dem Bericht der Ha ushaltsabklärung vom 7. Oktober 2011 ist weiter zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in einer 1-Zimmerwohnung lebt, die keinen allzu grossen Aufwand im Unterhalt verursachen dürf te. Die soeben aufgezeigten Le- bensumstände der Beschwerdeführerin zeigen klar, dass kein Aufgabenbereich (mehr) vorliegt. Somit berechtigt der Umstand, dass die Beschwerdeführer in vor dem Verlust ihrer Arbeitsstel- len in einem reduzierten Pensum von 69 % gearbeitet ha t, gemäss BGE 131 V 51 nicht dazu, automatisch von einem Aufgabenbereich neben der Berufsausübung auszugehen und damit die gemischte Methode anzuwenden. Die Invalidität der Beschw erdeführerin ist daher aufgrund eines allgemeinen Einkommensvergleichs zu ermitteln. In Bezug auf das Valideneinkommen ist von einem Pensum von 69 % auszugehen. Dies gilt auch dann , wenn und soweit gesundheitli- che Gründe beim Entscheid, lediglich zu 69 % erwerbstäti g zu sein, eine Rolle gespielt haben sollten. 3.3.3 In Anbetracht des Umstands, dass vorliegend nich t von einem Aufgabenbereich aus- gegangen wird, erübrigt sich die weitere Auseinanderse tzung mit der Frage, ob das Ergebnis der Haushaltsabklärung vom 7. Oktober 2011 in Bezug au f die Schadenminderungspflicht und die Höhe der festgestellten Einschränkungen korrekt ist. 4.1 Weiter ist zu klären, in welchem Ausmass die Beschwerde führerin aufgrund ihrer ge- sundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.2 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbe itsunfähigkeit die durch eine Be- einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundh eit bedingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumu tbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Die ärztlichen Stellungnahmen b ilden in diesem Zusammenhang eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbark eit, also der Frage, welche anderen Er- werbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbei t von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden könne n (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Str eitfall das Gericht – auf Unterlagen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verf ügung zu stellen sind. Im Weiteren ist es Aufgabe der Ärztin bzw. des Arztes, dazu Stellung zu ne hmen, in welchem Umfang und be- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbe itsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). 4.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Be- lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen ber uht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgeg eben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilun g der medizinischen Situation ein- leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin od er des Experten begründet sind. Aus- schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit w eder die Herkunft eines Beweismit- tels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Au ftrag gegebenen Stellungnahme als Be- richt oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Dennoch erachtet es die Recht- sprechung des Bundesgerichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweis- würdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammens tellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1.1 Folgende medizinischen Unterlagen liegen zur Be urteilung der Arbeitsfähigkeit vor: 5.1.2 Dr. B.____ diagnostiziert in seinem Arztbericht v om 1. Februar 2011 (IV-Akte 13) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere Zwangskrankheit mit Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gemischt (ICD-10 F42.1), bestehend seit Jahrzehnten, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10 F33.21), bestehend seit ca. 20 Jah- ren, eine Adipositas sowie eine Tendenz zu sekundärem Aet hylabusus (ICD-10 F10.1), beste- hend seit ca. einem Jahr, erstmals Mitte der 90-er Jahre aufgetreten. Aktuell sei die Patientin schwer depressiv. Sie sei mit den alltäglichen Aufgaben überfordert. Anlässlich der letzten Kon- sultation habe sie einen gegenüber 2009 und 2005 psychi sch deutlich kränkeren Eindruck ge- macht. Die Prognose sei ernst. Er habe über Jahre versucht, die Patientin im Arbeitsprozess zu Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht halten. In der Zwischenzeit sei sie aber derart schwer kr ank, dass zunehmend auch ihre Selb- ständigkeit in Frage gestellt sei. Die Patientin sei g egenwärtig und auch längerfristig höchstens noch 30 % arbeitsfähig. Sie leide unter einer massiven Antriebsstörung, Einschränkungen des Auffassungsvermögens, beeinträchtigter Konzentrationsfä higkeit und Gedächtnisleistung, star- ker zeitlicher und kräftemässiger Beanspruchung durch die Z wangsgedanken und die Zwangs- handlungen. Diese Einschränkungen würden sich bei der Ar beit als massiv beeinträchtigte psy- chische Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit auswirken. S ie könne die bisherige Tätigkeit noch höchstens zwei Stunden an fünf Wochentagen ausüben. Ein e Schichtarbeit sei ausgeschlos- sen. Dabei bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit, die gegenwärtig 50 % betrage. 5.1.3 Dr. med. H.____, FMH Innere Medizin, schliesst sich in ihrem Arztbericht vom 4. März 2011 (IV-Akte 18) bei der Beurteilung der Diagnosen und der Restarbeitsfähigkeit den Ein- schätzungen von Dr. B.____ an. 5.1.4 In der Folge liess die Beschwerdegegnerin die B eschwerdeführerin durch Dr. C.____ psychiatrisch begutachten. Dr. C.____ diagnostiziert in sei nem Gutachten vom 18. Juli 2011 (IV-Akte 22) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit e ine schwere Zwangsstörung mit Zwangsgedanken und -handlungen, gemischt (ICD-10 F42.2 ), bestehend seit der Pubertät; ei- nen Alkoholmissbrauch (ICD-10 F33.4), bestehend seit min destens 25 Jahren; rezidivierende depressive Störungen, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F 33.4), bestehend seit mindestens 2004 (2. Hospitalisation in der Klinik I.____). Die Tabaka bhängigkeit, die sekundäre behandlungsbe- dürftige Hypertonie, die schweren Ekzeme an den Händen, das metabolische Syndrom sowie die Adipositas blieben ohne Auswirkungen auf die Arbeit sfähigkeit. In der Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit hält er fest, dass die Explorandin heute bei einer zeitlichen Präsenz von mehr als 50 % vermehrt mit Waschzwängen reagieren würde. Das würd e bedeuten, dass sie während der Arbeitstätigkeit öfters auf die Toilette gehen mü sste, um sich die Hände zu waschen. Sie bräuchte mehr Zeit, um Arbeitsaufträge zu erledigen , da die Zwangshandlungen Zeit brauchen würden. Es sei wahrscheinlich, dass bei einer erhöhten Präsenz respektive Leistungsanforde- rung eine Ausweitung der Zwangshandlungen eintreten würde. Es sei auch mit grosser Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass die Explorandin aufgru nd der Überforderungssituation beginnen würde, Alkohol zu trinken. Damit sei die Gefa hr der Entwicklung eines Alkoholismus als sehr ernst anzusehen. Es könne auch angenommen werde n, dass die Explorandin bei Überforderung mit Absenz, Ekzemen usw. reagieren würde. Sie könne wahrscheinlich zeitlich höchstens zu 50 % an einer Arbeitsstelle anwesend sein, dazu sei mit einer Einschränkung des Rendements von 40-50 % zu rechnen. Somit sei eine Arbeit stätigkeit unzumutbar. Auch würde wahrscheinlich kein Arbeitgeber akzeptieren, wenn eine M itarbeiterin lediglich die Hälfte der Leistung erbringen würde und bei Steigerung der Präse nzzeit oder bei Einverlangen einer hö- heren Leistung mit Absenz und Krankheit reagieren würde . Die Arbeitsfähigkeit habe sich pro- gressiv verschlechtert, sodass ein genauer Beginn nicht klar feststellbar sei. Gemäss dem be- handelnden Psychiater Dr. B.____ bestehe seit ca. August 2 009 eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 70 %. Diese Angaben würden sich mit der geg enwärtigen Untersuchung decken. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit könne auf Anfang S eptember 2009 gelegt werden. Diese Angaben würden für die bisherige Tätigkeit als auch für jede Verweistätigkeit gelten. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1.5 Die Beschwerdegegnerin fragte danach bei Dr. C .____ nach, ob auf Seite 15 des Gut- achtens ein Widerspruch bestehen könnte, wenn er eine R estarbeitsfähigkeit von rund 30 % veranschlage, gleichzeitig aber davon ausgehe, dass eine Arbeitstätigkeit unzumutbar sei (An- frage vom 8. November 2011). Dr. C.____ hält daraufhin fest: "Ich habe den 2. von Ihnen zitier- ten Satz weggelassen. Mit freundlichen Grüssen" (Eingang SVA BL 8. Dezember 2011, IV-Akte 31). 5.1.6 Dr. med. J.____, Facharzt Psychiatrie und Psychothera pie, RAD, hält in seiner Stellung- nahme vom 13. Dezember 2011 (IV-Akte 32) fest, dass das Gu tachten jetzt, wo es nachvollzie- hend korrigiert worden sei, umfassend und plausibel sei. Es bestehe eine 30 %-ige Arbeitsfä- higkeit für die bisherigen Tätigkeiten sowie für Verweistätigkeiten. 5.1.7 In seinem Schreiben vom 19. Januar 2012 (IV-Akte 40) stellt Dr. B.____ fest, dass die schwere Zwangskrankheit unter anderem das Scheitern der Ehe verursacht und auch zu einem sekundären Alkoholmissbrauch beigetragen habe, den die P atientin aber glücklicherweise seit bald zwei Jahren problemlos im Griff habe. Sie schäme si ch wegen ihrer schweren Zwangser- krankung und spiele ihre Einschränkungen in massiver Weise herunter, was über das Ausmass ihrer Beeinträchtigungen hinweg täuschen könne. Sie se i aber wegen dieser Einschränkungen nur teilweise in der Lage gewesen, den familiären H aushalt zu bewältigen. Aufgrund der Zwangsstörung wäre die Patientin nur schwer in eine Erwerbstätigkeit in der freien Wirtschaft zu vermitteln gewesen. Sie sei seit langer Zeit nicht arbe itsfähig. Es bereite ihr bis heute grosse Mühe, diese Tatsache und ihre schwere, anhaltende Erkran kung zu akzeptieren. Sie sähe sich gerne gesund und normal arbeitsfähig. Wenn sie nun sel bst gefragt werde, ihre Arbeitsfähigkeit einzuschätzen, gebe sie aus diesen Gründen eine falsche u nrealistische Antwort. Sie sei auch nicht in der Lage, ihre soziale Situation richtig ein zuschätzen. Sie habe sich angewöhnt, ihre Realität zu verdrängen. Tatsache sei, dass sie am Existenzmin imum lebe und aus finanziellen Gründen gezwungen wäre, 100 % zu arbeiten. Sie sehe d as selbst aber nicht so, weil diese Realität sie schmerze und beschäme und einmal mehr mit i hrer schweren psychischen Störung konfrontiere. Deshalb verdränge sie diese Gefühle. 5.1.8 Mit Schreiben vom 4. Juni 2012 (IV-Akte 46) hält Dr. C.____ fest, dass die in der Haus- haltsabklärung festgestellte Einschränkung von 27 % aus psych iatrischer Sicht nachvollziehbar sei. Die Explorandin sei ja nicht so eingeschränkt, dass sie gar nichts machen könne, sondern sie mache eher zuviel. Es sei nur nicht effizient. Deshalb könne die niedrige Einschränkung in der Haushaltsführung tatsächlich so aussehen. Es sei ebenf alls nachvollziehbar, dass sie ohne Behinderung einer Tätigkeit in einem Pensum von 69 % nachgehen würde. So hätte die Explo- randin immerhin noch 30 % von ihrer Arbeitszeit übrig, um ihren Haushalt zu erledigen. 5.2 Die Beschwerdegegnerin ist in der angefochtenen V erfügung davon ausgegangen, dass die Restarbeitsfähigkeit 30 % betrage. Die Beschwerde führerin stellt sich auf den Standpunkt, dass sie zu 100 % arbeitsunfähig und eine Erwerbstätigke it nicht zumutbar sei. Zu prüfen ist daher, wie hoch die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdef ührerin ist. In einem zweiten Schritt ist zu klären, ob eine allfällige Restarbeitsfähigkeit wirtsch aftlich überhaupt noch verwertet werden könnte. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.1 Dr. C.____ hält in seiner zusammenfassenden Beur teilung fest, dass es nicht überbe- wertet werden dürfe, dass die Beschwerdeführerin derzeit 12 Stunden pro Woche bei den El- tern einer Freundin erwerbstätig sei. Dies sei eher dem guten Willen der Freundin zu verdan- ken, die der Beschwerdeführerin finanziell und wahrschein lich auch im Sinne einer Tagesstruk- tur helfen wolle. Weiter stellt Dr. C.____ fest, dass sich die Beschwerdeführerin in der Wahr- nehmung der eigenen Arbeitsfähigkeit überschätze. Es be stehe zwar eine Restarbeitsfähigkeit, diese könne heute aber höchstens noch mit 30 % beziffer t werden und keineswegs mit 60 % (Gutachten, S. 14 f., IV-Akte 22). Bei der konkreten F rage nach der Höhe der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf (Zumutbarkeit, verminderte Leist ung und deren Ausmass) hält Dr. C.____ fest, dass die Beschwerdeführerin wahrscheinlich zeitlich höchstens zu 50 % an einer Arbeitsstelle anwesend sein könne, dazu sei mit einer E inschränkung des Rendements von 40- 50 % zu rechnen (Ziffer 6.3 des Gutachtens, S. 15, IV-Akte 22). Dr. C.____ geht somit von einer Restarbeitsfähigkeit von durchschnittlich 27.5 % (50 % x 0.55) aus. 5.3.2 Dr. B.____ hält in seinem Bericht vom 1. Februa r 2011 fest, dass die Ausübung der bis- herigen Tätigkeit in einem zeitlichen Rahmen von noch höchstens zwei Stunden an fünf Wo- chentagen ausgeübt werden könne. Er geht somit von einer Restarbeitsfähigkeit von 24 % aus, wenn man die wöchentliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.5 Stunden heranzieht, wie sie im Jahr 2011 im Gesundheits- und Sozialbereich galt (vgl. "Die Volkswirtschaft", Ausg. 4-2013, S. 90, Tabelle B9.2). Weiter stellt Dr. B.____ eine verm inderte Leistungsfähigkeit in einem Aus- mass von 50 % fest. 5.3.3 Zwischen den Parteien ist grundsätzlich nicht umstr itten, dass auf das Gutachten von Dr. C.____ abgestellt werden kann. Die Prüfung des Gu tachtens zeigt denn auch, dass dieses Administrativgutachten den Anforderungen der Rechtsprechung genügt (vgl. Erwägung 4.4 hier- vor). Es beruht auf vollständigen medizinischen Unterlage n bezüglich der Krankengeschichte und umfassenden eigenen Untersuchungen durch Dr. C.___ _, berücksichtigt alle von der Be- schwerdeführerin geklagten Beschwerden und ist unter Ein bezug der korrigierenden Stellung- nahme vom 8. Dezember 2011 widerspruchsfrei. Zudem zie ht Dr. C.____ einleuchtende Schlussfolgerungen, die grundsätzlich mit denjenigen vo n Dr. B.____ übereinstimmen. Dr. B.____ und Dr. C.____ gelangen zu den gleichen Diagn osen. In Bezug auf die von Dr. B.____ im Februar 2011 diagnostizierte schwere Episode der re zidivierenden depressiven Störung stellt Dr. C.____ anlässlich seiner Untersuchung fest, da ss diese gegenwärtig remittiert sei. Er habe keine Hinweise für eine Depression mehr finden kö nnen. Es sei aber so, dass seit 2005 immer wieder Depressionen auftreten würden (Gutachten , S. 14). Ebenfalls gehen beide Psy- chiater davon aus, dass die Beschwerdeführerin eine mange lnde Selbstwahrnehmung hat und die Überforderungen in ihrem Leben überspielt. Auch bei den Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit und die diesbezüglichen Einschränkungen stimmen die Einschätzungen überein. Sowohl Dr. B.____ als auch Dr. C.____ gehen von einer höchste ns 30 %-igen Restarbeitsfähigkeit aus. Soweit Dr. B.____ die Einschränkung noch höher festgesetzt hat, ist dies mit der bei seiner Un- tersuchung stärker im Vordergrund stehenden depressiven S törung nachvollziehbar erklärt. Indizien, die gegen die volle Beweiskraft des Gutachtens von Dr. C.____ sprechen, liegen somit keine vor. Die Beschwerdegegnerin hat bei der Beurteilu ng des vorliegenden Rentengesuchs Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu Recht auf die Beurteilung von Dr. C.____ abgestellt . Auf weitere medizinische Abklärungen kann daher verzichtet werden. Wie in Erwägung 5.3.1 hi ervor dargelegt, ist gestützt auf die Be- urteilung von Dr. C.____ von einer durchschnittlichen Restarbeitsfähigkeit von 27.5 % auszuge- hen. 5.4.1 Zu klären bleibt, ob die Beschwerdeführerin die gemäss dem Gutachter geschätzte Restarbeitsfähigkeit von 27.5 % überhaupt noch wirtschaftlich zu verwerten vermag. 5.4.2 Im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei der Best immung des trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbaren Einkommen s darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann dort nicht von einer Arbeitsge- legenheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form mög- lich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch ni cht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbei tgebers möglich und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum vorneherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 2 .1; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) hält von se iner Struktur her einen Fächer verschie- denartiger Stellen offen, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intel- lektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körpe rlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der der versicherten Person auf einem au sgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeiten der Verwertung ihrer Restarbeit sfähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamte n objektiven und subjektiven Gege- benheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind (vgl. BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Es geht bei dieser Beurteilung um die Einschätzung der C hancen der versicherten Person, trotz der im Einzelfall einzuhaltenden Restriktionen bezüglich Arbeitsplatz, Arbeitshaltung, Arbeitszeit und Art der Tätigkeit von einem durchschnittlichen Ar beitgeber noch angestellt zu werden, das heisst um die für die versicherte Person realistischerweis e noch vorhandenen oder nicht mehr vorhandenen Arbeitsmarktchancen (Urteil des Bundesgericht s vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 3.2). 5.4.3 Ausgehend von diesen Grundsätze kann nicht von ein em IV-rechtlich erheblichen feh- lenden Zugang der Beschwerdeführerin zum Arbeitsmarkt im Sinne des Art. 16 ATSG gespro- chen werden. Ins Gewicht fällt dabei auch, dass es der Beschwerdeführerin selbst gelungen ist, trotz ihrer erheblichen gesundheitlichen Einschränkunge n und der tiefen Restarbeitsfähigkeit eine neue Arbeitsstelle zu finden. Es ist folglich nicht ausgeschlossen, dass ein durchschnittli- cher Arbeitgeber auf die vorhandenen Beeinträchtigunge n der Leistungsfähigkeit Rücksicht nimmt. 6.1 Zu klären bleibt die Höhe der Invalidität der Besc hwerdeführerin. Wie bereits oben aus- geführt (vgl. Erwägung 2.4 hiervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstä- tigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 104 V 136 E. 2a und b). 6.2.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entsch eidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt des Renten- beginns tatsächlich verdienen würde, wenn sie nicht inva lid geworden wäre (Urteil des Bundes- gerichts vom 16. Dezember 2012, 8C_600/2012, E. 4.1.1 ). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel von der Tätigkeit, welche die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübt hat, auszugehen ist (Urteil des Bundes- gerichts vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1). 6.2.2 In Bezug auf die Ermittlung des Valideneinkomm ens hat die Beschwerdegegnerin ihren Berechnungen die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohn strukturerhebung (LSE) des Bun- desamtes für Statistik aus den Jahren 2008 zugrunde geleg t. Da im vorliegenden Fall gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG der Rentenanspruch frühestens i m Jahr 2011 hat entstehen können (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 19. Juni 2013, 9C_9 47/2013, E. 4), sind bei der Berech- nung des Validen- und des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der LSE 2010 beizuziehen. Demgemäss hätte die Beschwerdeführerin im Jahr 2011 bei einem Beschäftigungsgrad von 69 % als Gesunde ein Jahreseinkommen von Fr. 40'505.-- erzielen können. Grundlage dafür bildet die LSE 2010, Tabelle TA1, Sektor Gesundheit s- und Sozialwesen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4, Spalte Frauen, Fr. 4'687.--, ba sierend auf 40 Wochenstunden. Nach Um- rechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszei t von 41.5 (vgl. "Die Volkswirtschaft", Ausg. 4-2013, S. 90, Tabelle B9.2) und angepasst an die Nominallohnentwicklung von 0.6 im Jahr 2011 im Sozialbereich (vgl. "Die Volkswirtschaft", Au sg. 10-2012, S. 95, Tabelle B10.2) x 12 Monate ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 58'7 03.--. Umgerechnet auf ein Arbeits- pensum von 69 % ergibt sich das vorstehend erwähnte Jahreseinkommen. 6.3.1 Das Invalideneinkommen berechnet sich ebenfalls ges tützt auf die Tabellenlöhne der LSE 2010. Ausgehend von der Tabelle TA1, Sektor Gesu ndheits- und Sozialwesen, Anforde- rungsniveau des Arbeitsplatzes 4, Spalte Frauen, Fr. 4'687.--, basierend auf 40 Wochenstunden und nach Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentlic he Arbeitszeit von 41.5 (vgl. "Die Volkswirtschaft", Ausg. 4-2013, S. 90, Tabelle B9.2) und angepasst an die Nominallohnentwick- lung von 0.6 im Jahr 2011 (vgl. "Die Volkswirtschaft", Ausg. 10-2012, S. 95, Tabelle B10.2) x 12 Monate ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 58'703.- -. Umgerechnet auf das noch zumut- bare Arbeitspensum von 27.5 % ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 16'143.--. 6.3.2 Von dem auf diese Weise erhobenen statistischen We rt sind praxisgemäss verschie- dene Abzüge zulässig (BGE 126 V 75 ff.). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöh- ne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung , Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nationalität/ Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgr ad), welche nach pflichtgemässem Er- messen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vo m statistischen Lohn unter Be- rücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkma le letztlich aber auf insgesamt höchs- tens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte d afür bestehen, dass die versicherte Per- son wegen eines oder mehrerer der genannten Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerbli- chem Erfolg verwerten kann. Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behör- de ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt. 6.3.3 Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung keinen leidensbedingten Abzug gemacht. Die Beschwerdeführerin beantragt die B erücksichtigung eines leidensbeding- ten Abzugs in der Höhe von 25 %. Gründe dafür sieht si e im Alter, der fehlenden beruflichen Ausbildung und der seit Jahrzehnten bestehenden schweren psychischen Erkrankung. Vorlie- gend ist jedoch die Auffassung der Beschwerdegegnerin zu teilen, wonach ein leidensbedingter Abzug nicht angezeigt ist. Dem Nachteil, den die Beschwerdeführerin dadurch erleidet, dass sie neben dem reduzierten Pensum auch noch ein vermindertes Rendement hat, wurde bereits bei der Festsetzung der Höhe der Restarbeitsfähigkeit Rech nung getragen. Weitere Gründe für eine Lohneinbusse sind – wie von der Beschwerdegegneri n dargelegt – keine ersichtlich (Ver- nehmlassung vom 14. Januar 2013, Ziff. 4b). Es ist daher von einem Invalideneinkommen von Fr. 16'143.-- auszugehen. 6.4 Wenn nun das Invalideneinkommen von Fr. 16'143.-- dem Valideneinkommen von Fr. 40'505.-- gegenübergestellt wird, so ergibt sich ein IV-Grad von 60 %. Die Beschwerde ist daher in dem Sinne gutzuheissen, als die angefochtene V erfügung vom 26. September 2012 aufgehoben und der Beschwerdeführerin ab dem 1. Juli 2011 eine Dreiviertelsrente zugespro- chen wird. 7.1 Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilli gung oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht koste npflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezem- ber 1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemesse- nem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unt erliegende Partei, weshalb sie grund- sätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanz en – vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten au ferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die Beschwerdegegnerin als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfah- renskosten aufzukommen. Es werden deshalb keine Verfahrenskosten erhoben. 7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfa hrens entsprechend ist der Be- schwerdeführerin deshalb eine angemessene Parteientschäd igung zuzusprechen. Der Rechts- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht vertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorar note vom 28. Januar 2013 einen Zeit- aufwand von insgesamt 21.10 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig als ange- messen erweist. Damit ist der Beschwerdeführerin eine Par teientschädigung in der Höhe von Fr. 5'882.-- (21.10 x Fr. 250.-- plus Auslagen von Fr . 171.50.-- und 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die Verfügung vom 26. September 2009 aufgehoben und festgestellt wi rd, dass die Beschwerdeführerin ab dem 1. Juli 2011 Anspruch auf e ine Dreivier- telsrente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 5'882.-- (inkl. Auslagen und Mehr- wertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdeführerin am 16. September 2013 Be- schwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_672/2013 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht