A bteilung V E -4795/2007 hub/jap {T 0/2} U rteil vom 17. Juli 2007 M itw irkung: R ichter H uber, R ichterin Teuscher, R ichter G ysi G erichtsschreiber Jaggi X._______, geboren _______, Türkei, vertreten durch R echtsanw alt lic. iur. Bernhard Zollinger, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 6. Juli 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass sich der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge von N ovem ber 2001 bis zur Einreise in die Schw eiz zuerst als Asylbew erber und nach rechtskräftiger Ablehnung seines Asylgesuchs am 12. M ärz 2004 illegal in Frankreich aufhielt, dass er am 27. April 2007 illegal in die Schw eiz einreiste, w o er am gleichen Tag um Asyl nachsuchte, dass am 4. M ai 2007 die Kurzbefragung im A._______, am 8. Juni 2007 die D irektanhörung zu den Asylgründen durch das BFM und am 3. Juli 2007 die N achbefragung betreffend ausstehende Asylakten aus Frankreich erfolgte, dass der Beschw erdeführer zur Begründung des Asylgesuchs im W esentlichen geltend m acht, er sei in die Schw eiz gekom m en, um seinem Bruder, dem es psychisch sehr schlecht gehe und der sich deshalb seit zw ei oder drei M onaten in Spitalbehandlung be- finde, beizustehen, dass er in Frankreich dieselben Asylgründe geltend gem acht habe w ie in der Schw eiz, dass er kurdischer Ethnie und Alevite sei m it letztem W ohnsitz in B._______ in der Provinz K. M aras, dass sich seine Schw ester der PKK angeschlossen habe und am 3. April 1993 bei ei- nem G efecht m it türkischen Sicherheitskräften getötet w orden sei, dass seine Fam ilie daraufhin festgenom m en, geschlagen, beschim pft und nach acht Ta- gen w ieder auf freien Fuss gesetzt w orden sei, dass die Fam ilie nach der Beerdigung seiner Schw ester von den Sicherheitskräften w ie- derholt unter D ruck gesetzt w orden sei und zu H ause R azzien durchgeführt w orden sei- en, dass einer seiner Brüder w egen des D rucks durch die Sicherheitskräfte psychisch und ein anderer physisch behindert sei, dass sein Vater im _______ gestorben sei, dass ein w eiterer Bruder im Jahre _______ zum _______ der H AD EP gew ählt w orden sei, dass er am 1. Septem ber 2000 zusam m en m it seinem zum _______ gew ählten Bruder am W eltfriedenstag an einer Kundgebung in Ankara habe teilnehm en w ollen, dass sie unterw egs w iederholt angehalten, gefilm t, fotografiert und schliesslich gezw un- gen w orden seien, um gehend w ieder die H eim reise anzutreten, dass er sich am 25. O ktober 2001 zusam m en m it anderen H AD EP-M itgliedern in der ört- lichen Parteizentrale versam m elt habe, um über eine Kam pagne zum U nterricht in kurdi- scher Sprache zu diskutieren, dass Angehörige der türkischen Sicherheitskräfte die R äum lichkeiten gestürm t und ihn sow ie die anderen Versam m lungsteilnehm er zur Sicherheitsdirektion verbracht hätten, w o ihnen vorgew orfen w orden sei, die Bevölkerung aufzuhetzen, dass sie am darauffolgenden Tag freigelassen w orden seien,3 dass sein Bruder nach der R ückkehr in sein H eim atdorf erneut festgenom m en w orden sei, dass dem Beschw erdeführer zw ei Tage später auf dem Polizeiposten auf entsprechen- de Frage hin m itgeteilt w orden sei, sein Bruder sei in der Zw ischenzeit freigelassen w or- den, dass sein Brunder seither verschw unden sei, dass er sich aufgrund dieser Vorfälle im N ovem ber 2001 zur Ausreise nach Frankreich zu seinem dort lebenden Bruder entschlossen habe, obw ohl er am _______ als Beauftragter seiner Partei hätte eingesetzt w erden sollen, dass für den Inhalt der w eiteren Aussagen auf die Akten und, sow eit entscheidw esent- lich, auf die nachfolgenden Erw ägungen verw iesen w ird, dass der Beschw erdeführer im erstinstanzlichen Asylverfahren zur Stützung seiner Vor- bringen eine Anklageschrift der O berstaatsanw altschaft D G M M alatya vom _______ einen seiner Brüder betreffend, ein Protokoll vom _______ betreffend Ü bergabe des Leichnam s seiner Schw ester, einen R apport der G esundheitsdirektion K. M aras vom _______ betreffend G enehm igung des Leichentransports, einen D EH AP- M itgliederausw eis betreffend eine Person nam ens C ._______, einen Zeitungsausschnitt aus der „Ö zgür Politika“ vom 26. O ktober 2001 und einen Auszug aus der Zeitschrift „Jine Serbllind“ vom M ärz 2001 zu den Akten reichte, dass das BFM m it Verfügung vom 6. Juli 2007 - gleichentags eröffnet - in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. f des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug anordnete, dass es zur Begründung im W esentlichen ausführte, es stehe fest, dass der Beschw er- deführer in Frankreich erfolglos ein Asylverfahren durchlaufen habe, dass er dies anlässlich der Anhörungen bestätigt habe, und gem äss E-M ail der französi- schen Behörden vom 22. M ai 2007 sein Asylgesuch am 18. August 2003 abgelehnt und seine gegen diesen Entscheid erhobene Beschw erde am 12. M ärz 2004 abgew iesen w orden sei, dass er ausgesagt habe, direkt aus Frankreich in die Schw eiz eingereist und nicht in die Türkei zurückgekehrt zu sein, w eshalb sich in der Zw ischenzeit keine asylrechtlich rele- vanten Vorfälle ereignet hätten, dass die von ihm eingereichten Akten diese Sachlage nicht zu beeinflussen verm öchten, dass die Behauptung des Beschw erdeführers, der in Paris lebende Bruder habe seine Asylakten aus Frankreich w eggew orfen, nicht nachvollzogen w erden könne, sondern zu verm uten sei, er versuche Inform ationen zu verheim lichen, die sich negativ auf das in der Schw eiz hängige Asylverfahren ausw irken könnten, dass keine H inw eise auf in der Zw ischenzeit eingetretene Ereignisse vorlägen, die ge- eignet seien, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die G ew ährung vor- übergehenden Schutzes relevant seien, dass der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter am 13. Juli 2007 (Poststem - pel) die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und R ückw eisung der Sache an das 4 BFM zur m ateriellen Prüfung des Asylgesuchs, die G ew ährung von Asyl, eventualiter die G ew ährung der vorläufigen Aufnahm e beantragt, dass auf die Begründung der R echtsbegehren, sow eit entscheidw esentlich, in den nach- folgenden Erw ägungen eingegangen w ird, dass die vorinstanzlichen Akten am 16. Juli 2007 beim Bundesverw altungsgericht eintra- fen (Art. 109 Abs. 2 AsylG ), und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 [Vw VG , SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass der Beschw erdeführer legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 108a AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundes- recht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide praxisgem äss auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asyl- gesuch nicht eingetreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it darauf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. die zutref- fende Praxis in Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom - m ission / EM AR K 2004 N r. 34 E. 2.1. S. 240 f.), w eshalb auf das Begehren um Asylge- w ährung nicht einzutreten ist, dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungsgericht diesbezüglich volle Kogni- tion zukom m t, dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen er- gibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass gem äss Art. 32 Abs. 2 Bst. f AsylG auf ein Asylgesuch nicht eingetreten w ird, w enn Asylsuchende in einem Staat der Europäischen U nion (EU ) oder des Europäischen W irt- schaftsraum s (EW R ) einen ablehnenden Asylentscheid erhalten haben, dass diese Bestim m ung keine Anw endung findet, w enn die Anhörung H inw eise auf zw i-5 schenzeitlich eingetretene Ereignisse ergibt, die geeignet sind, die Flüchtlingseigen- schaft zu begründen oder die für die G ew ährung vorübergehenden Schutzes relevant sind, dass unbestritten ist, dass der Beschw erdeführer in Frankreich bereits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen hat, dass im R ahm en von Art. 32 Abs. 2 Bst. f AsylG lediglich - w ie vom BFM korrekt vorge- nom m en - eine sum m arische m aterielle G laubhaftigkeitsprüfung der Verfolgungsvorbrin- gen vorzunehm en ist, dass die Ausführungen in der Beschw erde nicht geeignet sind, an den Erw ägungen in der vorinstanzlichen Verfügung, w elche sich als zutreffend erw eisen und auf w elche zu verw eisen ist, etw as zu ändern, dass sich diese im W esentlichen in einer W iederholung und Bekräftigung der Authentizi- tät der m ündlichen Aussagen zur Begründung des Asylgesuchs erschöpfen, ohne indes- sen in substanziierter und detaillierter W eise zu den Erw ägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung Stellung zu nehm en, dass sich die im erstinstanzlichen Verfahren zu den Akten gereichten D okum ente auf den Zeitraum vor der Ausreise des Beschw erdeführers aus der Türkei beziehen und so- m it keine seit rechtskräftigem Abschluss des Asylverfahrens in Frankreich eingetretene Ereignisse darzutun verm ögen, dass es sich beim Vorbringen in der R echtsm itteleingabe, der Beschw erdeführer habe besagte D okum ente nicht bereits im erfolglos durchlaufenen Asylverfahren in Frankreich beibringen können respektive beigebracht, um eine nicht w eiter substanziierte Behaup- tung handelt, w eshalb darauf nicht näher eingegangen zu w erden braucht, dass für die Behandlung eines W iedererw ägungsgesuchs gegen den rechtskräftigen Asylentscheid in Frankreich die französischen Asylbehörden zuständig w ären und sich Erörterungen zu den diesbezüglichen Ausführungen in der Beschw erde erübrigen, dass der Beschw erdeführer m ithin keine H inw eise darzulegen verm ag, dass seit dem Abschluss seines Asylverfahrens in Frankreich Ereignisse eingetreten sind, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die G ew ährung vorüberge- henden Schutzes relevant sind, dass das BFM dem nach in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. f AsylG zu R echt auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten ist, dass das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz zur Folge hat, vorliegend der Beschw erdeführer w eder eine Aufenthaltsbew illi- gung besitzt, noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat, w eshalb die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und zu bestätigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG , Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. EM AR K 2001 N r. 21), dass zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entgegen- stehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Vollzugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Bestim m ungen des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 (AN AG , SR 142.20) über die vor- läufige Aufnahm e zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ),6 dass der Vollzug der W egw eisung in Beachtung der m assgeblichen völker- und landes- rechtlichen Bestim m ungen zulässig ist, w eil keine H inw eise auf Verfolgung vorliegen und keine Anhaltspunkte für eine m enschenrechtsw idrige Behandlung ersichtlich sind, die dem Beschw erdeführer in seinem H eim at- oder H erkunftsstaat droht (Art. 14a Abs. 3 AN AG ), dass w eder die im H eim atstaat herrschende politische Situation noch andere G ründe gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs dorthin sprechen, dass den Akten zudem keine Anhaltspunkte zu entnehm en sind, w onach der Vollzug der W egw eisung für den Beschw erdeführer aus individuellen G ründen unzum utbar w äre, zum al er in seinem H eim atstaat über ein verw andtschaftliches Beziehungsnetz verfügt, dass unter den gegebenen U m ständen nicht davon auszugehen ist, er gerate bei einer R ückkehr in eine existenzbedrohende Situation, die als konkrete G efährdung im Sinne der zu beachtenden Bestim m ungen zu w erten w äre (Art. 14a Abs. 4 AN AG ), dass der Vollzug der W egw eisung grundsätzlich m öglich (Art. 14a Abs. 2 AN AG ) er- scheint, da es Pflicht des Beschw erdeführers ist, sich um die Beschaffung der für die R ückkehr notw endigen R eisepapiere zu bem ühen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), dass es dem Beschw erdeführer dem nach nicht gelungen ist, darzutun, inw iefern die an- gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich- tig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde im vereinfachten Verfahren abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die auf Fr. 600.-- bestim m ten Kosten (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers (eingeschrieben; Beilage: Einzah- lungsschein) - das BFM (R ef.-N r. N _______; Kopie) - D ._______ des Kantons E._______ (Kopie) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Bruno H uber Peter Jaggi Versand am :