B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II Postfach CH-9023 St. Gallen Telefon +41 (0)58 705 25 60 Fax +41 (0)58 705 29 80 www.bundesverwaltungsgericht.ch Geschäfts-Nr. B-1600/2014 stm/rob/fao Z w i s c h e ne n t s c h e i d v o m 2 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richterin Eva Schneeberger, Richter Francesco Brentani, Gerichtsschreiberin Beatrice Rohner. In der Beschwerdesache Parteien X.____ AG, vertreten durch Rechtsanwälte Dr. Daniel Ronzani, LL.M, und PD Dr. Simon Schlauri, Ronzani Schlauri Anwälte, Technoparkstrasse 1, 8005 Zürich, Beschwerdeführerin, gegen alcosuisse, Länggassstrasse 35, 3000 Bern 9, vertreten durch Rechtsanwälte Prof. Dr. Hans Rudolf Trüeb und/oder Kim Leuch, Walder Wyss AG, Seefeldstrasse 123, Postfach 1236, 8034 Zürich, Vergabestelle. Gegenstand Öffentliches Beschaffungswesen – Enterprise Resource Planning (ERP) alcosuisse – SIMAP-Meldungsnummer 811969 (Projekt-ID: 105450), B-1600/2014 Seite 2 stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: A. Am 31. Oktober 2013 schrieb die alcosuisse, das Profitcenter der Eidg e- nössischen Alkoholverwaltung EAV (im Folgenden: Vergabestelle), auf der Internetplattform SIMAP unter dem Projekttitel "ERP alcosuisse" ein Enterprise-Resource-Planning System im offenen Verfahren aus (SIMAP- Meldungsnummer: 796193 , Projekt -ID 105450 ). Gemäss Ziff. 2.5 der Ausschreibung sind Gegenstand der Beschaffung eine ERP -Lösung und ein leistungsfähiger Anbieter für die Implementierung und Datenmigration sowie nach der Betriebsaufnahme für verschiedene optionale Serviceleis- tungen. Als Eignungskriterium wurde unter EK -10 die Einreichung zweier Referenzen gefordert, die belegen, dass der Anbieter in den letzten fünf Jahren sowohl ERP -Einführungsprojekte als auch dazugehörige Wa r- tungs-, Support- und Betriebs-Dienstleistungen durchgeführt hat. Letztere sollen mindestens einen Zeitraum von zwei Jahren abdecken (Ziffer 3.8 der Ausschreibung). B. Am 6. März 2014 publizierte die Vergabestelle die Zuschlagserteilung an die M.___ AG mit Sitz in [CH] auf der Internetseite SIMAP .CH (Meldungs- nummer: 811969). Zu einem Debriefing zwischen der Vergabestelle u nd der X.___ AG, welche ebenfalls ein Angebot eingereicht hatte, kam es nicht. C. Gegen die Zuschlagsverfügung vom 4. März 2014 erhob die X.___ AG (im Folgenden: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 26. März 2014 Be- schwerde ans Bundesverwaltungsgericht. Als Vergabestelle (bzw. Be- schwerdegegnerin) bezeichnete sie die Schweizerische Eidgenosse n- schaft, Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL). Sie beantragt, es sei die Nichtigkeit des Zuschlags festzustellen, eventualiter sei der Zuschlag aufzuheben und der Besch werdeführerin zu erteilen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur neuerlichen Auswertung zurüc k- zuweisen, subeventualiter sei die Rechtswidrigkeit des Zuschlags festz u- stellen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. In prozessualer Hinsicht beantragt sie, der Beschwerde sei – zunächst superprovisorisch – die aufschiebende Wirkung zu gewähren. Ausserdem stellt die Beschwerde- führerin den Antrag, es sei ihr die volle A kteneinsicht zu gewähren und Gelegenheit zu geben, vor dem Ergehen des Entsch eids betreffend au f- schiebende Wirkung zu den Unterlagen Stellung zu nehmen und die B e-B-1600/2014 Seite 3 schwerde zu ergänzen; eventualiter sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen. Die Beschwerdeführerin legt dar, dass, sollte die Mutte r- gesellschaft der Zuschlagsempfängerin das Angebot eingereicht haben, die Zuschlagsverfügung an die falsche Adressatin ergangen sei und die Verfügung damit nichtig wäre. Des Weiteren begründet sie die Beschwer- de hauptsächlich damit, dass die Zuschlagempfäng erin das EK -10 nicht erfüllen könne, da diese erst am […] 2012 im Handelsregister eingetr a- gen worden sei und deshalb über keine Referenzen verfüge n könne, die sie im Zeitraum von mindestens zwei Jahren betreute. Die Zuschlag- sempfängerin könne sich jedenfalls nicht ohne ausdrückliche Garantien auf die Referenzen der deutschen Muttergesellschaft berufen. Konzer n- gesellschaften würden im Vergaberecht keinen besonderen Status g e- niessen, insbesondere gebe es keinen vergaberechtlichen Durchgriff auf Konzerngesellschaften. Die Beschwerdeführerin bringt zudem vor, die Vergabestelle habe nicht dem wirtschaftlich günstigsten Angebot den Z u- schlag erteilt. Denn sie habe das preislich günstigste Angebot ein gereicht und es sei nicht nachvollziehbar, dass sie bei den andere n Zuschlagskri- terien unterdurchschnittlich bewertet worden sei. Um die Beurteilung der Zuschlagskriterien abschätzen zu können, verlangt die Beschwerdeführe- rin Akteneinsicht in die dafür relevanten Unterlagen. D. Mit Verfügung vom 27. März 2014 erteilte der Instruktionsrichter der Be- schwerde superprovisorisch die aufschiebende Wirkung und untersagte der Vergabestelle jegliche Vollzugshandlungen, namentlich den Vertrags- schluss mit der Zuschlagsempfängerin. Des Weiteren wurde festgehalten, dass prima facie die alcosuisse, und nicht wie von der Beschwerdeführ e- rin bezeichnet, das BBL als Vergabestelle zu qualifizieren sei. Der Zuschlagsempfängerin wurde mit dem Hinweis Gelegenheit zur Stellung- nahme gegeben, dass sie als eigentliche Gegenpartei behandelt werde, sofern sie formelle Anträge stellen würde. E. E.a Die Vergabestelle nahm am 9. April 2014 zu den prozessualen Anträ- gen Stellung. Dabei beantragt sie die Abweisung der Beschwerde und stellt folgende prozessuale Anträge: "Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Gewäh rung der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen und das Superprovisorium sei umgehend auf zuheben." Die Vergabestelle gibt an, dass eindeutig die schweizerische Tochtergesellschaft M.___ AG mit Sitz in [CH] das Angebot eingereicht habe und die Gesamtverantwo rtung für B-1600/2014 Seite 4 das Projekt übernehme, weshalb auch ihr der Zuschlag erteilt worden sei. Hinsichtlich der Erfüllung des EK -10 führt sie aus, dass die Zuschla g- sempfängerin von den Referenzen der deutschen Muttergesellschaft pro- fitieren und das EK -10 somit erfülle n könne. Eine anderweitige Auffa s- sung wäre ein Verstoss gegen das Diskriminierungsverbot gemäss G o- vernment Procurement Agreement GPA. Ausserdem sei es nicht Aufgabe des Vergaberechts, die Anbieter in bestimmte Organisationsformen zu zwingen, denn die Muttergesellschaft der Zuschlagsempfängerin hätte in der Schweiz ebenso eine Zweigniederlassung er richten können. Gegen den Vorwurf der Verletzung des Grundsatzes, wonach das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag erhält, wendet die Vergabestelle ein, dass nicht allein der Preis ausschlaggebend sei. Erhebliche Nachteile bei anderen Zuschlagskriterien hätten zum Unterliegen gegenüber dem A n- gebot der Zuschlagsempfängerin geführt. Soweit die Beschwerdeführerin die Bewertung anhand der Zuschlagskriterien ang reife, seien ihre Vo r- bringen nicht substanziiert; ausserdem habe die Beschwerdeführerin das angebotene Debriefing abgelehnt. Damit sei ihren Begehren lautend auf Gewährung der Akteneinsicht und ergänzende Stellungnahme nach E r- halt der die Evaluation betreffenden Unterlagen nicht zu entsprechen. Zu- sammenfassend sei die Beschwerde offensichtlich unbegründet. Im Fall einer Interessenabwägung habe sie, die Vergabestelle, ein überwiege n- des Interesse an einem raschen Vertragsschluss. Damit die Privatisierung der Vergabestelle durchgeführt werden könne, müsse zuerst die vollstä n- dige operative Ablösung von der EAV sichergestellt werden. Dazu gehöre auch ein neues IT -Betriebssystem, da das aktuelle sehr eng mit jenem der EAV verknüpft sei. E.b Mit separater Eingabe lies s sich die Vergabestelle ebenfalls am 9. April 2014 zu den Verfahrensakten vernehmen und reichte dem Gericht sowohl als vertraulich gekennzeichnete Aktenstücke ein, die von der A k- teneinsicht auszunehmen seien, als auch geschwärzte Aktenstücke, die der Beschwerdeführerin in dieser Form zugänglich gemacht werden kö n- nen. E.c Die Zuschlagsempfängerin verzichtete auf ein e Stellungnahme und hat sich nicht als Partei konstituiert. F. Mit Zwischenverfügung vom 11. April 2014 wies das Bundesverwaltung s- gericht den Antrag, es sei die superprovisorische Anordnung betreffend Untersagen des Vertragsschlusses aufzuheben, mangels qualifizierter B-1600/2014 Seite 5 Dringlichkeit ab. Des Weiteren lud das Gericht die Beschwerdeführerin ein, eine Stellungnahme beschränkt auf die Fragen der Nichtigkeit der angefochtenen Verfügung, der Erfüllung des EK -10 durch die Zuschlags - empfängerin und der Dringlichkeit der Vergabe zu erstatten. Im selben Sinne wurde die Akteneinsicht einstweilen beschränkt. Die Vergabestelle wurde mit derselben Verfügung aufge fordert, umgehend ein zustellbares Aktenverzeichnis und die einschlägigen Aktenstücke einzureichen. G. Die Vergabestelle kam der Aufforderung des Gerichts mit Eingabe vom 15. April 2014 nach und reichte weitere Akten mit entsprechenden Abd e- ckungsvorschlägen ein. Diese wurden der Beschwerdeführerin mit Verf ü- gung am 17. April 2014 zugestellt. H. Am 22. April 2014 stellte der Instruktionsrichter der Beschwerdeführerin eine Beilage zur Eingabe vom 15. April 2014 betreffend den Ablauf der Eignungsprüfung zu, wogegen der für die Frage der Dringlichkeit relevan- te Projektplan der Vergabestelle, in Bezug auf welchen Geheimhaltungs- interessen geltend gemacht werden, einstweilen nicht zugestellt wurde. I. I.a Die Beschwerdeführerin nahm am 29 . April 2014 innert erstreckter Frist zu den prozessualen Begehren der Vergabestelle Stellung. Sie hält am Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung fest, stellt aber unter Ziff. 2 der Rechtsbegehren eventualiter den Antrag, es seien Schwärzungen und Auslassungen an den Dokumenten "Allge meine An- gaben" und "Einhaltung der Bestimmungen" zu entfernen, soweit sie die Identifikation der offerierenden Firmen und Unterzeichner dieser Dok u- mente verunmöglichen. Betreffend die dieserart entschwärzten Dokumen- te sei ihr eine weitere Stellungnahme vor dem Ergehen des Zwischenent- scheids zu gewähren. Schliesslich sei sie subeventualiter über die g e- mäss Ziff. 2 offen zu legenden Informationen vom Gericht in Kenntnis zu setzen. I.b Im Rahmen der Begründung ihrer Anträge macht d ie Beschwerdefüh- rerin weiterhin geltend, dass die Identität der Zuschlagsempfängerin u n- klar sei. Es sei nach dem Stand ihrer Akteneinsicht nicht auszuschlies- sen, dass es sich bei der Anbieterin nicht um die Zuschlagsempfängerin, sondern um die [Muttergesellschaft] M.___ AG mit Sitz in [D] handle. Zum B-1600/2014 Seite 6 Vorwurf der Verletzung des Grundsatzes der Inländerbehandlung und der Nichtdiskriminierung wendet die Beschwer deführerin ein, sie rüge gar nicht den Auslandbezug der Muttergesellschaft. Es gehe lediglich um die Frage, wie – nicht ob – die Muttergesellschaft an der Ausschreibung habe teilnehmen dürfen. Zur Frage der Erfüllung des EK -10 äussert sich die Beschwerdeführerin dahingehend, dass sich eine Anbieterin zwar g e- mäss Rechtsprechung des Kantons Zürich auf die fachliche, wirtschaftl i- che und finanzielle Leistungsfähigkeit einer Konzerngesellschaft stützen könne, jedoch nur dann, wenn die Anbieterin den Nachweis erbringe, dass sie tatsächlich über die entsprechenden Mittel verfügen könne. Vo r- liegend habe die Zuschlagsempfängerin kein en entsprechenden Nac h- weis, namentlich keine unwiderrufliche Zusage der Muttergesellschaft, z.B. eine Patronatserklärung, eingereicht. Zur Frage nach dem Verzicht auf ein Debriefing legt die Beschwerdeführerin dar, sie sei als Zweitpla t- zierte sehr an einem Debriefing gespräch interessiert gewesen und habe einen Termin vereinbart, der jedoch von Seiten der Vergabestelle unter Beizug von Rechtsvertretern stattfinden sollte. Dies sei keine Einladung zu einem Debriefing, welches den Bestimmungen des Vergaberechts entspreche. Schliesslich liege keine Dringlichkeit vor, welche einen sofo r- tigen Vertragsschluss rechtfertigen w ürde. Die Privatisierung der Verg a- bestelle sei bis im Jahr 2016 geplant, womit der Vergabestelle noch zwei- einhalb Jahre verblieben. J. Mit Verfügung vom 30. April 2014 stellte der Instruktionsrichter der Verga- bestelle einen Abdeckungsvorschlag eines Auszugs aus der Bewertung der Zuschlagsempfängerin in Bezug auf das Projektteam zu mit der Au f- forderung, zu dessen Zustellbarkeit an die Beschwerdeführerin Stellu ng zu nehmen. K. K.a Mit Stellungnahme vom 6. Mai 2014 erhob die Vergabestelle keine Einwände gegen die Akteneinsicht in den Auszug aus der Evaluation der Zuschlagsempfängerin. Zudem beantragt sie, es sei zuhanden der B e- schwerdeführerin zu bestätigen, dass in de n von ihr offen zu legenden Unterlagen Organe der Zuschlagsempfängerin unterzeichnet haben. Der Antrag auf weitergehende Akteneinsicht sei abzulehnen und die Beilagen 7 und 8 ihrer Stellungnahme seien von der Akteneinsicht auszunehmen. B-1600/2014 Seite 7 K.b In ihrer Stellungnah me führt die Vergabestelle namentlich aus, e nt- gegen der Annahme der Beschwerdeführerin gehe aus dem Angebot klar hervor, dass die schweizerische Tochtergesellschaft das Angebot eing e- reicht habe und als Zuschlagsempfängerin anzusehen sei, wogegen die Muttergesellschaft darin einbezogen worden sei . Um die Bedenken der Beschwerdeführerin zu beseitigen, reiche sie ausserdem eine Patronat s- erklärung der M.___ AG, [D], vom 8. April 2014 ein. Es handle sich bei der Patronatserklärung jedoch nicht um ein zu erfüllen des Eignungskrite- rium; vielmehr sei diese Teil des Beschaffungsvertrags. Aufgrund dessen könne eine solche Erklärung auch nachgereicht werden. Die Beschw er- deführerin reichte auch elektronische Mitteilungen (Beilagen 9 und 10) ein, die belegen sollen, dass die Vergabestelle ein die Anforderungen von Art. 23 Abs. 2 BöB erfüllendes Debriefinggespräch organisiert hätte. Zur Dringlichkeit bringt die Vergabestelle vor, die Implementierung eines ERP benötige eine beachtliche Zeitdauer, weshalb die termingerechte Privati- sierung von einem raschen Vertragsschluss abhänge. L. L.a Das Bundesverwaltungsgericht stellte der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 7. Mai 2014 die Stellun gnahme der Vergabestelle vom 6. Mai 2014 mit Beilagen 9 und 10 sowie den geschwärzten Auszug der Bewertung der Zuschlagsempfängerin in Bezug auf das Projektteam zu. Der Zuschlagsempfängerin wurde ein gerichtlicher Abdeckungsvorschlag zur Beilage 7 (Angebot der Zuschlagsempfängerin betreffend EK -01 und EK-07) und die Beilage 8 (Patronatserklärung) zugestellt und Gelegenheit gegeben, zur Akteneinsicht der Beschwerdeführerin in die se Beilagen Stellung zu nehmen. L.b Die Zuschlagsempfängerin erhob mit Stellungnahme vom 9. Mai 2014 keine Einwände gegen die Akteneinsicht der Beschwerdeführerin in die erwähnten Beilagen 7 und 8 . Die Zuschlagsempfängerin machte da r- über hinaus materielle Ausführungen und reichte dem Gericht eine eigene Beilage ein. L.c Mit Verfügung vom 9. Mai 2014 stellte der Instruktionsrichter der B e- schwerdeführerin neben den gerichtlichen Abdeckung svorschlag zur Bei- lage 7 und die Beilage 8 auch die Stellungnahme mit Beilage der Zuschlagsempfängerin vom 9. Mai 2014 zu. Der Beschwerdeführerin wurde freigestellt, innert Frist eine Stellungnahme zu den Unterlagen ein- zureichen. Zudem hielt der Instruktio nsrichter fest, die Zuschlagsempfä n-B-1600/2014 Seite 8 gerin sei prima facie trotz materiellen Ausführungen mangels fristgerec h- ter Anträge keine Verfahrenspartei. L.d Die Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 13. Mai 2014 fristg e- recht Stellung zu den Beilagen 7 und 8 sowie zur Eingabe der Zuschlag- sempfängerin. Sie macht erneut geltend, es sei nicht ersichtlich, wer das Angebot unterzeichnet habe und somit als A nbieterin zu qualifizieren sei. Zudem weist sie die Annahme, dass es sich bei der Patronats - bzw. Kon- zernerklärung nicht um ein zu erfüllendes Eignungskriterium hand le, zu- rück. Da die Patronatserklärung vom 8. April 2014 datiere, habe die Ve r- gabestelle einen Entscheid über die Eignung gefällt, ohne die notwendige ökonomische und operative Zusicherung für die Durchführung d er B e- schaffung abgeklärt zu haben. M. M.a Mit Verfügung vom 14. Mai 2014 stellte der Instruktionsrichter der Zuschlagsempfängerin folgende Unterlagen zu: Erklärung zur Einhaltung der Arbeitsbedingungen vom 13. Dezember 2013, erste Seite der "Allg e- meinen Unterlagen, erste Seite der Offerte für die Einführung von Micro- soft Dynamics TM NAV 2013 inkl. M.___ Branchenlösung. Die Zu - schlagsempfängerin wurde mit Blick auf die Klärung der Identität der An- bieterin aufgefordert, zur Zustellbarkeit dieser Aktenstücke an die B e- schwerdeführerin Stellung zu nehmen. M.b Die Zuschlagsempfängerin erklärt e sich mit Eingabe vom 15. Mai 2014 mit der Zustellung der Unterlagen an die Beschwerdeführerin ei n- verstanden. Das Bundesverwaltungsgericht stellt e gleichentags die unter Ziff. M.a genannten Unterlagen der Beschwerdeführerin und der Verg a- bestelle zur Kenntnis zu und fügte hinzu, der Schriftenwechsel mit Blick auf den Zwischenentscheid werde ohne anders lautende Anträge g e- schlossen. Mit Eingabe vom 16. Mai 2014 verzichtete die Beschwerde- führerin auf eine Stellungnahme. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gegen den Zuschlag in einem Vergabeverfahren ist im Anwendung s- bereich des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen B-1600/2014 Seite 9 vom 16. Dezember 1994 (BöB, SR 172.056.1) die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig (Art. 29 Bst. a i.V.m. Art. 27 Abs. 1 BöB). Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auch über Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung (Art. 28 Abs. 2 BöB). 1.2 Das Verfah ren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestimmt sich nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs- verfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das BöB und das Verwaltungsg e- richtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann die Unangemessenheit vor Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 1.3 Über das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Rahmen der Anfechtung eines Zuschlags entscheidet das Bundesverwal- tungsgericht gemäss ständiger Praxis in Dreierbesetzung (Zwischenen t- scheid des Bundesverwaltungsgerichts B -3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise publiziert in BVGE 2009/19, E. 1.2 mit Hinweisen). 2. 2.1 Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO - Übereinkommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffung s- wesen (Government Procurement Agreement [GPA, SR 0.632.231.422]) unterstellt sind (BVGE 2 008/48 E. 2.1 mit Hinweisen). Es ist anwendbar, wenn die Auftraggeberin dem Gesetz untersteht (Art. 2 Abs. 1 BöB), wenn der Beschaffungsgegenstand sachlich erfasst wird (Art. 5 BöB), der g e- schätzte Wert des zu vergebenden öffentlichen Auftrages den entspr e- chenden Schwellenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB erreicht und keiner der Ausnahmetatbestände von Art. 3 BöB gegeben ist. 2.2 Vorliegend ist unbestritten, dass die alcosuisse , das Profitcenter der EAV, als Vergabestelle zu qualifizieren ist. Das Bundesamt für Bauten und Logistik hat entgegen der ersten Parteibezeichnung durch die B e- schwerdeführerin das Vergabeverfahren nicht durchgeführt. Sowohl Art. 2 Abs. 1 Bst. b BöB als auch der Anhang I Annex 1 zum GPA nennen die Eidgenössische Alkoholverwaltung EAV ausdrücklich als dem Gesetz un- terstehende Auftraggeberin. Nachdem die alcosuisse noch nicht privat i- siert ist, teilt sie prima facie in Bezug auf die Anwendbarkeit des BöB der- zeit noch das rechtliche Schicksal der EAV. Dies wird im Übrigen seitens der Vergabestelle im Rahmen ihrer Stellungnahme zu den prozessualen B-1600/2014 Seite 10 Anträgen der Beschwerdeführerinnen vom 9. April 2014 (S. 4) ausdrüc k- lich anerkannt. 2.3 2.3.1 Die Vergabestelle sucht vorliegend nach einer ERP -Lösung. Unter anderem werden folgende Leistungsbestandteile erwähnt: ERP -System, Projekt und Migration sowie einmalige Lizenzen für die Nutzung der ERP Software. Gemäss Pflichtenheft (Stand 30. Oktober 2013 ) umfasst die nachgefragte Leistung nebst Dienstleistungsanteilen auch die Lieferung einer betriebsbereiten ERP -Software ("werkvertraglich mit Kostendach") und den Kauf von Lizenzen. Indessen scheint der Dienstleistungsanteil zu überwiegen (vgl. Ziffer 2.2 der Ausschreibung) . Die Preisspanne der ei n- gegangenen Angebote beträgt Fr. 2'998'094.00 bis Fr. 4'710'106.76 (vgl. Ziffer 3.2 der Zuschlagspublikation vom 6. März 2014), womit der für Li e- ferungen und Dienstleis tungen gleichermassen massgebende Schwe l- lenwert erreicht ist (Art. 6 Abs. 1 Bst. a und b BöB in Verbindung mit Art. 1 Bst. a und b der Verordnung des EVD über die Anpassung der Schwe l- lenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen für die Jahre 2012 und 2013 vom 23. November 2011 [AS 2011 5581]). Damit bleibt im Folgenden nur zu prüfen, ob die nachgefragte Dienstleistung dem BöB untersteht. 2.3.2 Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts ist bei Dienstlei s- tungsaufträgen nur gegeben, wenn der Vertrag zwischen der Auftragge- berin und dem Zuschlagsempfänger eine Dienstleistung nach Anhang 1 Annex 4 zum GPA bzw. Anhang 1a zu Art. 3 Abs. 2 und 32 Bst. a Ziff. 2 VöB betrifft (Art. 5 Abs. 1 lit. b BöB; BVGE 2008/48 E. 2.3, BVGE 2011/17 E. 5.2.1). Hierfür wiederum massgeblich ist die Zentrale Produkteklassif i- kation der Vereinten Nationen (CPCprov; BVGE 2011/17 E. 5.2.2). Die Ausschreibung ordnet die Beschaffung in Ziffer 2.4 der CPV-Kategorie 72260000 Dienstleistungen in Verbindung mit Software zu, welche nach der CPCprov zur Klasse 842 mit der Bezeichnung "Software implement a- tion services" gehört. Damit ist die Beschaffung der Kategorie "Informatik und verbundene Tätigkeiten" mit der Referenznummer 84 zuz uordnen, welche von Anhang 1 Annes 4 GPA erfasst wird (vgl. mutatis mutandis das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -4958/2013 vom 30. April 2014 E. 1.5.2). 2.4 Zusammenfassend ergibt sich in Bezug auf den Anwendungsbereich des Gesetzes, dass eine prima facie dem BöB unterstehende Vergab e- stelle eine vom BöB erfasste Leistu ng vergeben hat, wobei der einschl ä-B-1600/2014 Seite 11 gige Schwellenwert überschritten ist . Eine Ausnahme nach Art. 3 BöB wird nicht geltend gemacht. 2.5 Das Angebot der Beschwerdeführerin hat im vorliegenden Vergab e- verfahren keine Berücksichtigung gefunden bzw. sie hat den Zusc hlag nicht erhalten. Sie ist folglich im Sinne von Art. 48 VwVG beschwerdelegi- timiert (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -3526/2013 vom 20. März 2014 E. 1.5 mit Hinweisen). 3. Gegenstand des vorliegenden Zwischenentscheids bildet der Antrag auf aufschiebende Wirkung. Im Unterschied zu Art. 55 Abs. 1 VwVG sieht Art. 28 Abs. 1 BöB vor, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen keine aufschiebende Wirkung zukommt. Demnach kann diese v om Bundesver- waltungsgericht nur auf Gesuch hin erteilt werden (Art. 28 Abs. 2 BöB). Vorliegend enthält die Beschwerde ein entsprechendes Begehren. 3.1 Das BöB nennt keine Kriterien, welche für die Frage der Gewährung oder Verweigerung der aufschiebenden Wirkung zu berücksichtigen sind. Es können indes die Grundsätze übernommen werden, die Rechtspre - chung und Lehre zur Anwendung von Art. 55 VwVG entwickelt haben. Danach ist anhand einer Interessenabwägung zu prüfen, ob die Gründe, die für eine sofortige Vollstr eckbarkeit sprechen, gewichtiger sind als j e- ne, die für die gegenteilige Lösung angeführt werden können (BGE 129 II 286 E. 3; Zwischenentscheid des Bu ndesverwaltungsgerichts B - 6837/2010 vom 16. November 2010 E. 2.1 mit Hinweisen). Dass der G e- setzgeber im B öB den Suspensiveffekt in Abweichung zum VwVG nicht von Gesetzes wegen gewährte, zeigt, dass er sich der Bedeutung dieser Anordnung im Submissionsrecht b ewusst war und eine individuelle Pr ü- fung dieser Frage als notwendig erachtete, nicht aber, dass er dies en nur ausnahmsweise gewährt haben wollte (vgl. zum Ganzen den Zwische n- entscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise publiziert in BVGE 2009/19, E. 2.1 mit Hinweisen). 3.2 Liegt ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung vor, so ist im Sinne einer prima -facie-Würdigung der materiellen Rechtslage in e i- nem ersten Schritt zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden Akten davon auszugehen ist, dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist. Ist dies der Fall, ist die au fschiebende Wirkung von vornherein nicht zu g e- währen. Werden der Beschwerde hingegen Erfolgschancen zuerkannt B-1600/2014 Seite 12 oder bestehen darüber Zweifel, so ist über das Begehren um auf schie- bende Wirkung aufgrund der erw ähnten Interessenabwägung zu be fin- den. In die Abwägung einzubeziehen sind nach der ständigen Praxis der Eidgenössischen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungs - wesen (BRK), die sich das Bundesverwaltungsgericht mit dem Entscheid BVGE 2007/13 (E. 2.2) im Grundsatz zu eigen gemacht hat, einerseits die Interessen der Beschwerdeführerin an der Aufrechterhaltung der Mög- lichkeit, den Zuschlag zu erhalten, wobei zugleich ein gewichtiges öffen t- liches Interesse an der Gewährung effektiven Rechtsschutzes besteht (Zwischenentscheid des Bundesverw altungsgerichts B -6177/2008 vom 20. Oktober 2008 E. 2). Diesen gegenüber stehen die öffentlichen Int e- ressen, die die Auftraggeberin wahrzunehmen hat. So wird in der GATT - Botschaft 2 vom 19. September 1994 namentlich festgehalten, gegen den automatischen S uspensiveffekt spreche die Gefahr von Verzögerungen und erheblichen Mehrkosten (BBl 1994 IV 950 ff., insbes. S. 1197; vgl. auch S. 1199; vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des Bundesve r- waltungsgerichts B-3402/2009 vom 2. Juli 2009, aus zugsweise publiziert in BVGE 2009/19, E. 2.1). Entsprechend hält das Bundes gericht im Rah- men der Auslegung von Art. 17 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. März 2001 (IVöB) fest, dass dem öffentlichen Interesse an einer m öglichst raschen Umsetzung des Vergabeentscheides von vornherein ein erhebliches Gewicht z u- kommt (Urteil des Bundesgerichts 2P .103/2006 vom 29. Mai 2006 E. 4.2.1 mit Hinweisen; in diesem Sinne auch BVGE 2008/7 E. 3.3). Auch allfällige Interessen Dritter, n amentlich der übrigen an einem Beschaf - fungsgeschäft Beteiligten, sind nach der ständigen Praxis zu berücksic h- tigen. Ausgangspunkt muss dabei – insbesondere auch in Anbetracht der Zielsetzung von Art. XX Zi ff. 2 und 7 Bst. a GPA – die Gewährung eines effektiven Rechtsschutzes und die Verhinderung von Zuständen sein, welche das Rechtsmittel illusorisch werden lassen (BVGE 2007/13 E. 2.2 mit Hinweisen). 4. 4.1 Die Beschwerdefüh rerin macht geltend , die Vergabestelle hätte die Zuschlagsempfängerin mangels Erfüllung des Eignungskriteriums EK-10 aus dem Vergabeverfah ren ausschliessen müssen . Es ist vorliegend zu prüfen, ob sich die Zuschlagsempfängerin zu Recht auf die Referenzen der Muttergesellschaft berufen und das EK-10 dadurch erfüllen konnte. B-1600/2014 Seite 13 4.2 Nach Art. 19 Abs. 1 B öB müssen die Anbieter ihre Offerte schriftlich, vollständig und fristgerecht einreichen. Dieser Regel liegt der Gedanke zugrunde, dass die Vergabestelle anhand der eingereichten Offerten d i- rekt zur Vergabe des Auftrags schreiten können soll (Zwischenentsc heid des Bundesverwaltungsgerichts B -5084/2007 vom 8. November 2007 E. 3.1.1 mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 2P .164/2002 vom 27. November 2002 E. 3.3). Die Entgegennahme eines Angebots, das den Vorgaben der Ausschreibung bzw. der Ausschreibun gsunterlagen nicht entspricht, ist im Hinblick auf das Gebot der Gleichbehandlung der Anbieter und dasjenige der Transparenz problematisch (BVGE 2007/13 E. 3.1 mit Verweis auf den Entscheid der BRK vom 23. Deze m- ber 2005, veröffentlicht in VPB 70.33 E. 2a/aa). 4.3 Der Vergabestelle kommt sowohl bei der Wahl der Eignungskriterien als auch bei deren Beurteilung ein grosser Ermessensspielraum zu (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -1470/2010 vom 29. September 2010 E. 2.2; Entscheid der BRK 2005 -002 vom 30. Mai 2005, publiziert in VPB 69.105, nicht veröffentlichte E. 2b/aa; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl., Zürich/Base l/Genf 2013, Rz. 557 und 564 f. ). Die Eignungskriterien sind aber in jedem Fall au f- tragsspezifisch bzw. leistungsbezogen zu formulieren (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-4860/2010 vom 13. Juli 2011 E. 3). Nach Anhang 3 zur VöB i.V.m. Art. 9 Abs. 1 VöB können von den Anbietern un- ter anderem eine "Liste der in den letzten fünf J ahren vor der Ausschrei- bung erbrachten wichtigen Leistungen" (Ziff. 7) und "Referenzen, bei we l- chen die Auftraggeberin die ordnungsgemässe Erbringung dieser Lei s- tungen überprüfen [...] kann [...]" (Ziff. 8) erhoben werden. Nach Rech t- sprechung und Lehre ist der Nachweis von Referenzprojekten im Ra h- men der Eignungsprüfung grundsätzlich zulässig (Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts B -1470/2010 E. 4.3; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 559). Dabei gilt, dass je anspruchsvoller und komplexer eine Leistung ist, desto höher auch die qualitativen und quantitativen Anford e- rungen an die Referenzprojekte sein dürfen (Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts B-1470/2010 vom 29. September 2010 E.4.3). 4.3.1 Gemäss am 31. Oktober 2013 publizierter Ausschreibung verlangt die Ve rgabestelle un ter EK -10 F olgendes: "Der Anbieter verfügt über 2 Referenzen, in denen er jeweils innerhalb der letzten 5 Jahre sowohl ERP-Einführungsprojekte als auch Wartungs -, Support - und Betriebs - Dienstleistungen für ERP-Systeme durchgeführt hat. […] Darüber hinaus sollen die in den Referenzen genannten ERP -Lösungen jeweils über e i-B-1600/2014 Seite 14 nen Zeitraum von mindestens zwei Jahren vom Anbieter hinsichtlich War- tung, Support und Betrieb betreut worden sein." 4.3.2 Das von der Vergabestelle ausgeschriebene ERP-Projekt soll – in Zusammenhang mit der Privatisierung der alcosuisse – der zukünftigen Geschäftsabwicklung dienen. Es handelt sich prima facie um ein relativ komplexes Dienstleistungsprojekt, das über mehrere Jahre betreut we r- den soll. In Anbetracht dessen liegt die geforderte Art und Anzahl der Re- ferenzen im Ermessen der Vergabestelle. Die Anforderungen gemäss EK- 10 an sich werden denn auch zu Recht nicht als unzulässig beanstandet. 4.4 4.4.1 Zur Erfüllung des EK -10 führt die Beschwerdeführerin aus, dass Konzerngesellschaften keinen besonderen vergaberechtlichen Status hätten. Sie seien als Dritte zu qualifizieren. Es gebe keinen vergaberecht- lichen Durchgriff auf Konzerngesellschaften. Demnach müsse die Mutter- gesellschaft als Mitglied einer Bietergesellschaft (was gemäss Ziffer 3.5 der Ausschreibung ausdrücklich nicht zugelassen sei) oder Subunte r- nehmerin konkret in die Offerte eingebunden werden. Da die Zuschlag s- empfängerin rechtlich weder zum Zeitpunkt der Ausschreibung noch zum Zeitpunkt des Zuschlags länger als zwei J ahre bestanden habe, könne diese nicht über Erfahrungen im Bereich Wartung, Support und Betrieb von mehr als zwei Jahren verfügen. Die Vergabestelle widerspricht dieser Auffassung , indem sie davon au s- geht, dass sich eine Tochtergesellschaft in gleicher We ise auf die Ref e- renzen ihrer Muttergesellschaft berufen könne wie eine Zweigniederla s- sung. Demnach würde ihrer Auffassung nach ein Ausschluss der Zuschlagsempfängerin eine Verletzung sowohl des Gebots der Inlände r- behandlung im Sinne des GPA als auch der Organisationsautonomie der ausländischen Anbieterin bedeuten. Es sei aus vergaberechtlicher Sicht irrelevant, ob die M.___ AG mit Sitz in [D] in der Schweiz mit einer Zweig- niederlassung oder in Form einer Tochtergesellschaft vertreten sei. Aus- serdem sei – so die Vergabestelle wohl im Sinne eines Eventualarg u- ments – die Muttergesellschaft als Subunternehmerin beigezogen wo r- den. Es sei bei Beschaffungsprojekten Standard, dass Konzerngesel l- schaften mittels Patronatserklärungen die Leistungsfähigkeit ihrer Toch- tergesellschaften absicherten. Schliesslich sei das Abstützen auf die Leis- tungsfähigkeit und Referenzen einer Konzerngesellschaft in der Rech t- sprechung anerkannt. Bezüglich Zurechnung im Konzernverhältnis führt B-1600/2014 Seite 15 die Vergabestelle an, es sei aus dem Angebot kl ar ersichtlich, dass die schweizerische Tochtergesellschaft offeriert habe, wobei jedoch teilweise auf die Software, Fachexpertise, Supportleistungen, Entwicklungen etc. der Muttergesellschaft zurückgegriffen werde. Die Gesamtverantwortung liege demnach bei der Zuschlagsempfängerin; die deutsche Muttergesell- schaft nehme als Subunternehmerin am Verfahren teil. 4.4.2 Unbestritten geblieben ist die Tatsache, dass die Tochtergesel l- schaft selbst bereits aufgrund des Datums ihrer Gründung keine den A n- forderungen der Vergabestelle genügenden Referenzen vorweisen kann. Um die Frage zu beantworten, inwieweit Referenzen der Muttergesel l- schaft der Tochtergesellschaft zugerechnet werden , ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob Leistungen und Fähigkeiten von Konzerngesel l- schaften, die im Vergabeverfahren involviert sind, als anbieterintern zu betrachten sind oder ob es sich bei den Konzerngesellschaften um Dritte handelt, die nur als Subunternehmer, Lieferant oder Teil einer Bieterg e- meinschaft am Vergabeverfahren teilnehmen können. Gilt die Konzer n- gesellschaft als der Hauptanbieterin zugehörig, wer den prima facie auch die Referenzen der Konzerngesellschaft der Anbieterin zugerechnet. Ist die Konzerngesellschaft, die nicht Hauptanbieterin ist, indessen als Dritte zu qualifizie ren, muss in einem zweiten Schritt geprüft werden, ob und unter welchen Voraussetzungen die Zurechenbarkeit von Referenzen z u- lässig ist. 4.4.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich bereits mit der Frage au s- einandersetzt, ob Leistungen von Tochtergesellschaften anbieterintern sind oder ob diese als Subunternehmerinnen am Vergabeverfahren tei l- nehmen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -5563/2012 vom 28. Februar 2013 E. 3.3.3). Das Bundesverwaltungsgericht hat dazu fest- gehalten, dass Tochtergesellschaften allenfalls Subunternehmer oder Lie- feranten des Anbieters sind, ihre Tatsachen und Rechtspositionen jedoch nicht dem Anbieter zugerech net w erden. Folglich gibt es nach diese m Entscheid keinen vergaberechtlichen Durchgriff auf Tochtergesellschaften des Bieters; dasselbe gilt für Konzerngesellschaften ( Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts B -5563/2012 E. 3.3.3). Auch BEYELER vertritt die Meinung, dass im Vergaberecht mit Blick auf die Rechtssicherheit strikt und ausschliesslich auf die Rechtsform abzustellen ist; es gebe keine konzerninterne Zurechnung im Sinne eines Durchgriffs (vgl. MARTIN BEY- ELER, Der Geltungsanspruch des Vergaberechts, Zürich/Basel/Genf 2012, Rz. 1374 ff.). Will sich eine Anbieterin auf Tatsachen oder Rechtspositi o- nen einer Konzerngesellschaft stützen, m uss sie die fragliche Konzer n-B-1600/2014 Seite 16 gesellschaft als Konsortialpartnerin, als Subunternehmerin oder Liefera n- tin nach dieser Ansicht konkret in ihre Offerte einbinden. Steht die K on- zerngesellschaft hingegen auf keine dieser Arten in rechtlicher Nähe e i- nes konkreten Vergabeverfahren, bleibt sie gewöhnliche Dritte ohne R e- levanz im fraglichen Verfahren (vgl. BEYELER, a.a.O., Rz. 1377 ff.). Dem- gegenüber spielt es nach dieser Lehrmeinun g im Rahmen der Organis a- tion mit unselbständiger Zweigstelle oder Niederlassung keine Rolle, ob die Offerte etwa auf die Niederlassung lautet: Insofern sei, wenn es um das Stammhaus oder andere Niederlassungen derselben Person gehe, nicht von Konzernverhäl tnissen zu sprechen, sondern von anbieterinte r- ner Organisation (BEYELER, a.a.O., Rz. 1378 in fine). 4.4.4 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (E. 4.4.3 hiervor) wie auch der dargestellten Lehrmeinung, welche sich prima facie in der ausführlichsten Weise mit der sich hier stellenden Fr a- ge auseinandersetzt (E. 4.4.3 hiervor), gibt es offenbar einen Unterschied zwischen dem Näheverhältnis einer Konzerngesel lschaft einerseits und der Anbieterorganisation unter Beteiligung von Stammhaus und Niede r- lassung andererseits. Die Muttergesellschaft ist nach dem dargestellten Konzept gegenüber der Tochtergesellschaft mit eigener Rechtspersö n- lichkeit Dritte im vergaberechtlichen Sinne, welche etwa als Mitglied einer Bietergemeinschaft oder Subunternehmerin einzubinden ist, und nicht schon aufgrund des unbestrittenen besonderen Näheverhäl tnisses Teil der Anbietersphäre. Soweit die Beschwerdeführerin sich auf die darg e- stellte Rechtsauffassung beruft, kann ihr Rechtsmittel entgegen den Vo r- bringen der Vergabestelle von vornherein nicht als aussichtslos qualif i- ziert werden. Soweit die Vergabestelle geltend macht, dass die Unterscheidung zw i- schen einer lokalen Niederlassung un d einer Tochtergesellschaft sowohl das Diskriminierungsverbot als auch die Organisationsautonomie der ausländischen Anbieterin verletze – die deutsche Muttergesellschaft hätte auch eine Zw eigniederlassung ohne eigene juristische Persönlichkeit gründen können – beruft sie sich in ihrer Stellungnahme namentlich auf Art. III Abs. 2 Bst. b GPA . Nach dieser Bestimmung haben die Vertrag s- parteien sicher zu stellen, dass ihre Beschaffungsstellen einen im Inland niedergelassenen Anbieter nicht aufgrund des Grades d er ausländischen Kontrolle oder Beteiligung ungünstiger behandeln als einen anderen im Inland niedergelassenen Anbieter. Mit Blick auf den Zweck dieser Vo r- schrift sind tatsächlich Vorgaben in Bezug auf die Anbieterorganisation denkbar, welche gegen das GPA verstossen. Nach BEYELER lässt die B-1600/2014 Seite 17 Vorschrift, dass Verbote von Subunternehmen und Bietergemeinschaften nicht ohne gute Gründe zuläs sig sind, genügend Raum für eine Einbi n- dung von Konzerngesellschaften in ein Vergabeverfahren (BEYELER, a.a.O., Rz. 1378) . Damit steht nach diesem Autor die Rechtsauffassung, wonach die Rechtsform für die Zuordnung zur Sphäre der Anbieterin aus- schlaggebend ist (E. 4.5.3 hiervor), aufgrund des festgestellten Spie l- raums wohl zumindest nicht generell in Widerspruch zu höherrangig em Recht. Dieser Auffassung neigt auch das Gericht zu. Damit wird zwar im Hauptverfahren zu prüfen sein, ob es im Ergebnis zu einer Diskrimini e- rung führt, wenn man die Muttergesellschaft der Anbieterin vergaberech t- lich als Dritte behandelt. Indessen ist ei ne solche Diskrimin ierung jeden- falls nicht derart offensichtlich, dass mit dieser Begründung die aufschi e- bende Wirkung verweigert werden könnte. In diesem Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, dass die Vergabestelle ihre eigenen – aufgrund ihrer Argume ntation möglicherweise diskriminierenden – Vorgaben g e- mäss der Ausschreibung, wonach Bietergemeinschaften nicht zugelassen werden (Ziffer 3.5), naheliegenderweise nicht angreift. 4.4.5 Die Argumente der Vergabestelle sind nach dem Gesagten prima facie insofern widersprüchlich, als sie zum einen behauptet, die Mutte r- gesellschaft sei Subunternehmerin , und zum anderen geltend macht, es sei keine Unterscheidung zwischen Zweigniederlassung und Tochterg e- sellschaft zu machen. Soll eine Konzerngesellschaft nämlich als Subun- ternehmerin am Vergabeverfahren teilnehmen , setzt dies wohl voraus, dass Hauptanbieterin und Subunternehmerin je eigenständige juristische Personen sind. Dahingehend ist im Sinne eines Eventualargument s auf die Frage einzugehen, ob die Muttergesellsch aft im vorliegenden Fall in einer Weise als Subunternehmerin beigezogen worden ist, welche es namentlich erlaubt, im Rahmen der Eignungsprüfung auf deren Refere n- zen zurückzugreifen Das Beiziehen der Muttergesellschaft als Teil einer Bietergemeinschaft fällt aufgrund der Vorgaben in der Ausschreibung j e- denfalls ausser Betracht. Folglich kann die Muttergesellschaft bei erster, vorläufiger Beurteilung der Rechtsla ge wohl nur in der Rolle der Subun- ternehmerin am strittigen Vergabeverfahren teilnehmen. Ob auch eine der Subunternehmerin analoge Teilnahme möglich ist, kann hier vorläufig o f- fengelassen werden. 4.4.5.1 Die Vergabestelle macht geltend, dass die Zuschlagsempfängerin die Muttergesellschaft als Subunternehmerin ins Vergabev erfahren be i- gezogen habe (vgl. Stellungnahme zu den prozessualen Anträgen vom 9. April 2014, Rz. 18). Die Vergabestelle hat Subunternehmer zwar B-1600/2014 Seite 18 grundsätzlich zugelassen . Sie hat diesbezüglich aber nicht nur festg e- stellt, dass der Anbieter die Gesamtverantw ortung übernehmen muss, sondern in Ziffer 3.6 der Ausschreibung ausdrücklich verlangt, dass alle Subunternehmer mit den ihnen zugewiesenen Rollen auf geführt werden. Mit dieser Anforderung an die Offerte bezweckt die Vergabestelle, dass sie die einzelnen Ar beiten einer Beteiligten, ob nun der Hauptanbieterin oder einer Subunternehmerin, genau zurechnen kann. Mit dieser Vorgabe sollen namentlich Qualität und optimale Koordination der zu erbringenden Leistungen sichergestellt werden. 4.4.5.2 Somit ist zu prüfen, ob di e Vergabestelle die Bedingung gemäss Ziff. 3.6 der Ausschreibung anhand der Angebotsunterlagen der Zuschlagsempfängerin als erfüllt betrachten durfte. Unter EK -07 (Sup- port-Organisation) des Angebots der Zuschlagsempfänge rin (der B e- schwerdeführerin am 9. Ma i 2014 zugestellt) gibt diese an, ihr stehe ein zentrales Supportteam zur Verfügung, welches per Telefon und E-Mail er- reicht werden kann. Die M.___ AG Hotline sei unter einer deutschen Tele- fonnummer zu erreichen. Zudem verfüge die M.___ AG über ein Hel p- Desk-Web Portal. Ein Vor-Ort Support werde im Rahmen der Projektpl a- nung berücksichtigt. Folglich wird zumindest der telefonische Suppor t- dienst aus Deutschland und somit wohl von der Muttergesellschaft abg e- wickelt. Hingegen ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, wie weit das Engagement der Muttergesellschaft geht bzw. ob sie nur Anfragen entg e- gennimmt oder auch entsprechende Supportarbeiten leistet. Die Verga- bestelle macht ferner geltend, es werde neben den Supportleistungen auch teilweise auf die Sof tware, Fachexpertise , Entwicklungen etc. der Muttergesellschaft zurückgegriffen. Wie indessen etwa in den Angebot s- unterlagen der Zuschlagsempfängerin unter EK -01 ersichtlich, wird j e- weils vom "Unternehmen M.___ AG" gesprochen. Dies erschwert tenden- ziell die Feststellung einer klaren Rollenaufteilung zwischen Tochter - und Muttergesellschaft. Es kann ebenfalls festgehalten werden, dass nach erster, vorläufiger Beurteilung der Angebotsunterlagen weder ausdrück- lich auf die Muttergesellschaft als Subunternehmeri n hingewiesen wird noch eine konzise Auflistung der konkreten Rollen der Beteiligten zu fin- den ist. 4.4.5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Muttergesellschaft nach der Offerte zwar Aufgaben, insbesondere in Bezug auf die Support- leistungen, wahrnimmt, dass hingegen aus den Angebotsunterlagen pri- ma facie nicht letzte Klarheit darüber hergestellt wird, welche Rolle sie in- nehat. Es ist insbesondere nicht offensichtlich, dass sich die Mutterg e-B-1600/2014 Seite 19 sellschaft als Subunternehmerin am Vergabeverfahren beteiligt. Folglich ist die Beschwerde in diesem Punkt mit Blick auf die ausdrückliche Vo r- gabe der Ausschreibung, wonach die Rolle der Subunternehmerin tran s- parent zu machen ist, nicht offensichtlich unbegründet. Da bereits die An- gaben zur Rolle der deutschen Muttergesellschaft die Beschwerde als nicht offensichtlich unbegründet erscheinen lassen , kann überdies die Frage, ob und in welcher Rolle die von der Zuschlagsempfängerin beig e- zogene N.___ AG als Subunternehmerin im Vergabeverfahren te ilnimmt, offengelassen werden. Dasselbe gilt für die Frage, ob die Tochter gesell- schaft, welche den Zuschlag erhalten hat, auch die Offerte erstellt hat, wobei aus der Offerte prima facie erkennbar ist, dass sich wohl die M.___ AG [CH] gegenüber der Vergabestelle verpflichten wollte. 4.4.6 Obwohl die Beschwerde bereits gemäss Ziff. 4. 4.5.3 hiervor als nicht offensichtlich unbegründet zu qualifizieren ist, ist es aus prozes s- ökonomischen Gründen gerechtfertigt, auch die zweite Frage (vgl. Ziff. 4.4.2 hiervor), ob u nd unter welchen Voraussetzungen sich eine Tochtergesellschaft auf die Referenzen der Muttergesellschaft berufen kann, zu behandeln. Dazu konnte sich das Verwaltungsgericht Zürich im Urteil vom 8. April 2009 äussern. Demnach kann sich eine Anbieterin g e- gebenenfalls auf die fachlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Kapaz i- täten anderer Unternehmen stützen, wenn sie den Nachweis erbringt, dass sie tatsächlich über die entsprechenden Mittel dieser Gesellschaft verfügt. Es genügt hingegen nicht, wenn in der Offerte lediglich ein allge- meiner Hinweis auf die Beziehungen zur Muttergesellschaft gemacht wird (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2008.00194 vom 8. April 2009 E. 3.5; vgl. dazu auch GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 648). Auch der Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften hat sich, worauf die Vergabestelle zutreffend hinweist, zur Frage nach der Zu- rechenbarkeit von Belegen für die Eignung eines Anbieters positiv geäus- sert; auch hier wird aber vorausgesetzt, dass der Bieter nachweist, dass er unabhängig von der Art der rechtlichen Beziehungen tatsächlich über die Mittel der Unternehmen verfügen kann, die für den Eignungsnachweis herangezogen werden (vgl. Urteil des EuGH vom 2. Dezember 1999 C - 176/98 Holst Italia/Commune di Cagliari, Slg. 1999 I -8625 Rn. 29, bestä- tigt im Urteil vom 12. Juli 2001 C -399/98 Ordine degli Architetti and Others/Commune di Milano , Slg. 2001 I-5435 Rn. 92 und C -314/01 vom 18. März 2004 Siemens and ARGE Telekom /Hauptverband der österre i- chischen Sozialversicherungsträger, Slg. 2004 I-2581 Rn. 44). B-1600/2014 Seite 20 4.4.7 Folgt das Bundesverwaltungsgericht dieser Ansicht, bleibt zu pr ü- fen, ob aus dem Angebot der Zuschlagsempfängerin hinreichend klar er- sichtlich ist, dass diese auf die Fähigkeiten der Muttergesellschaft z u- rückgreifen kann. 4.4.7.1 Die Vergabestelle hat mit Stellungnahme vom 6. Mai 2014 eine Konzernerklärung vom 8. April 2014 eingereicht, in welcher die Mutterg e- sellschaft bestätigt, dass sie sehr eng mit der Zuschlagsempfängerin z u- sammenarbeite und dieser in finanzieller, strategischer und operativer Hinsicht ihre vollste Unterstützung zukommen lassen würde. Sie könne die Zuschlagsempfängerin in allen Belangen bei der Realisierung des Beschaffungsprojekts unterstützen. Schliesslich sei sie auch bereit, für die Verpflichtungen, die sich aus dem Vertrag mit der Vergabestelle erg e- ben könnten, einzustehen. Eine entsprechende Erfüllungsgarantie würde auf Wunsch der Vergabestelle unterzeichnet werden. 4.4.7.2 Es ist mithin zu prüfen, ob die im Beschwerdeverfahren beig e- brachte Konzernerklä rung noch berücksichtigt werden darf . Zu dieser Frage hat sich das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil B-4902/2013 vom 14. März 2014 (E. 7.2.2) dahingehend geäussert, dass Belege, die ers t- mals im Beschwerdeverfahren eingereicht worden sind und deren Exi s- tenz im Angebotszeitpunkt noch nicht behauptet worden war, nicht mehr berücksichtigt werden. Offen gelassen wurde, ob Eignungsnachweise, welche erst nach Ablauf der Antragsfrist beigebracht werden, noch Gehör finden. Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -4958/2013 vom 30. April 2014 (E. 3.2) wurde festgehalten, für den Fall, dass sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Zuschlagsempfängerin Referenzen nachliefern, die Vergabestelle, welche die nachgelieferten Belege der Zuschlagsempfängerin berücksichtigt, auch diejenigen der Beschwerd e- führerin zu würdigen hat. Nach kantonaler Rechtsprechung ist es vertre t- bar, dass eine nachträglich beigebrachte Konzernerklärung dann berüc k- sichtigt werden kann, wenn diese lediglich eine Bestätigung dessen ist , was im Angebot offenkundig zum Ausdruck geb racht wurde (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2008.00194 E. 5.2.1). 4.4.7.3 In den Angebotsunterlagen finden sich verschiedene Hinweise auf die Muttergesellschaft. So führt die Zuschlagsempfänge rin im Dokument "Allgemeine Angaben" unter Ziff. 1.3 neben ihrer eigenen Adresse auch jene der Muttergesellschaft auf. Unter EK -01 (wirtschaftliche/finanzielle Leistungsfähigkeit) des Angebots der Zuschlagsempfängerin gibt diese sodann an, dass das Unterne hmen M.___ AG über eine sehr gute wir t-B-1600/2014 Seite 21 schaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit verfüge und führender Microsoft Partner sei (170 Mitarbei ter, 22. Mio. Umsatz). Auf die Anzahl Mitarbeiter wird auch in den "Allgemeinen Angaben" (Seite 4) hingewi e- sen. Im "Management Summary" spricht die Zuschlagsempfängerin von Erfahrungen im Ethanolhandel, da sie das Unternehmen O.___ in Deutschland zu ihren Kunden zählen können. Aufgrund des Auslandb e- zugs wird es sich dabei wohl um ein Kunde der deutschen Muttergesel l- schaft handeln. Ein Hinweis auf die Muttergesellschaft findet sich denn auch in den Angebotsunterlagen zu den Eignungskriterien unter EK -10, welche auf zwei Anhänge verweisen. Infolgedessen ist in den Angebot s- unterlagen zwar ersichtlich, dass die deutsche Muttergesellschaft im zu beurteilenden Beschaffungsprojekt involviert ist. Indessen ist aufgrund der dargestellten Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts zumindest nicht offensichtlich, dass die Zuschlagsempfängerin auch ohne die erst am 8. April 2014 abgegebene und im Beschwerdeverfahren nachgereichte Pa t- ronatserklärung auf die Leistungen und Erfahrungen der Muttergesel l- schaft tatsächlich zurückgreifen kann. Wenn das Nachreichen der Patr o- natserklärung nur das bestätigen sollte, was aus der Offerte hervorgeht, kann es im Sinne der Zürcher Rechtsprechung im Ergebnis vertretbar sein, die nachgereichte Patronatserklärung trotz darin lediglich angebot e- ner Erfüllungsgarantie zuzulassen; aber auch das ist zumindest nicht im Sinne der Voraussetzungen der Abweisung des Antrags auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung offensichtlich. Jedenfalls Zweifel weckt die A r- gumentation der Vergabestelle, wonach die Patronatserklärung von ihrem Gehalt her nicht (zumindest auch) als Eignungsnachweis dient, sondern nur "Teil des Beschaffungsvertrags" ist. 4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass einerseits gewisse Zweifel bestehen, ob die Muttergesellschaft tatsächlich im Sinne der spezifischen Anforderungen gemäss der Ausschreibung, wonach alle Subunternehme- rinnen "mit den ihnen zugewiesenen Rollen" aufzuführen sind, als Subun- ternehmerin am Verfahren teilgenommen hat. Andererseits ist insbeson- dere aufgrund der anfänglich fehlenden Patronatserklärung nicht ohne weiteres ersichtlich, dass die Zuschlagsempfängerin in ihrem Ange bot in genügender Weise belegt hat, dass sie tatsächlich auf die Fähigkeiten der Muttergesellschaft zurückgreifen kann . Zumal auch die Frage, ob die Zuschlagsempfängerin mit der im Beschwerdeverfahren nachgereichten Konzernerklärung im Beschwerdeverfahren zu hören ist , nicht eindeutig im Sinne der Vergabestelle beantwortet werden kann. B-1600/2014 Seite 22 5. Zusammenfassend erweist sich d ie Beschwerde prima facie nicht als o f- fensichtlich unbegründet, da zumindest Zweifel bestehen, ob die Verg a- bestelle das EK-10 zu Recht als erf üllt erachtete und die Zuschlags - empfängerin zum Vergabeverfahren zugelassen hat. 6. 6.1 Nachdem festgestellt wurde, dass die Beschwerde nicht offensichtlich unbegründet ist, sind die sich gegenüberstehenden Interessen der B e- schwerdeführerin und der Vergabestelle sowie der Zuschlagsempfängerin abzuwägen (vgl. dazu E. 3.2 hiervor). 6.2 Das ausgeschriebene ERP -Projekt soll der Vergabestelle während der Umstrukturierungsphase wie auch nach der abgeschlossenen Privat i- sierung bei der Geschäftsabwicklung dienen. Die Vergabestelle bringt vor, dass die Privatisierung von der termingerechten Realisierung verschied e- ner Teilprojekte abhänge , wozu auch die Einfüh rung des ERP -Systems gehöre. Eine Verzögerung des Projekts wäre mit dem zeitlichen Rahmen, aufgezeigt im eingereichten, jedoch als vertraulich zu behandeln den Pro- jektplan, nicht vereinbar. Die Vergabestelle beziehe noch sehr viele Dienstleistungen von der EAV, darunter in den Bereichen IT, Personal und Finanzen. Das IT -Betriebssystem könne nicht eigenständig betriebe n werden, da es sehr eng mit den Systemen der EAV verknüpft sei. Der Projektplan wird als "best case" Plan betitelt, womit die Vergabestelle implizit anerkennt, dass die jeweilige Terminierung der einzelnen Projekte den Idealfall repräsentieren. Dass eine Beschwerde gegen die Au s- schreibung oder den Zuschlag erhoben wird, ist in die Planung einzub e- ziehen (Zwischenentscheide des Bundesverwaltungsgerichts B - 4825/2012 vom 15. November 2012 E. 7.4 und B-1470/2010 vom 18. Mai 2010 E. 6.3; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O. , Rz. 1328 mit Hinwe i- sen). Ausser dem Interesse der Vergabestelle, den Projektplan "best c a- se" einzuhal ten, sind keine weitere n öffentlichen Interessen ersichtlich, und werden auch nicht geltend gemacht, die einen unverzüglichen Ver- tragsschluss rechtfertigen würden. Der politischen Planung allein kommt, ohne dass etwa nicht hinnehmbare finanzielle Folgeschäden geltend g e- macht würden, regelmässig nicht der Gehalt eines überwiegenden öffen t- lichen Interesses zu. Umso weniger ist glaubhaft dargetan, dass die Ver- gabestelle ohne sofortigen Vertragsschluss mit der Zuschlagsempfäng e- rin nicht mehr in der Lage wäre, ihre Geschäftstätigkeit wahrzunehmen. B-1600/2014 Seite 23 6.3 Demgegenüber liegt die Gewährung des effektiven Rechtsschutzes namentlich mit Blick auf Art. XX GPA einerseits im öffentlichen Interesse (vgl. E. 3.2 hiervor). Andererseits hat die Beschwerdeführerin ein erhebl i- ches Interesse daran, den Vertragsschluss zwischen der Ver gabestelle und der Zuschlagsempfängerin zu verhindern. Wird der Vertrag geschlos- sen, hat die Beschwerdeführerin lediglich die Möglichkeit, Schadenersatz für die in Zusammenhang mit dem Vergabeverfahren getätigten Aufwe n- dungen zu verlangen ( Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsg e- richts B -4852/2012 vom 15. November 2012 E. 7.4; GALLI/MO- SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1325). 6.4 Die Interessenabwägung fällt nach dem Gesagten zugunsten der B e- schwerdeführerin aus, sodass ihrem Gesuch um Erteilung der aufschie- bende Wirkung zu entsprechen ist. 7. 7.1 Die Beschwerdeführerin stellt den Antrag, ihr sei volle Akteneinsicht zur gewähren und Gelegenheit zu geben, vor dem Ergehen des Zw i- schenentscheids betreffend aufschiebende Wirkung zu den Unterlagen Stellung zu nehmen. Dazu ist zunächst festzuhalten, dass der Beschwe r- deführerin im Rahmen der Instruktion mit Verfügungen vom 17. April, 7. und 9. Mai 2014 bereits in nicht unerheblichem Umfang Akteneinsicht gewährt worden ist. 7.2 Namentlich wurde n ihr unter Abdeckung von Personenna men und Identität von Dritt anbietern und Preisangaben ein Auszug aus dem Ev a- luationsbericht der Vergabestelle, sowie den teilweise geschwärzten "Auswertungsbogen zur WTO (1382) ERP alcosuisse, Bewertung Ang e- bot M.___" und den ungeschwärzten "Auswertungsbogen zur WTO (1382) ERP alcosuisse, Bewertung Angebot X.___" (je eine Seite) unter besonderer Berücksichtigung der Beurteilung des EK -10 und namentlich ein Auszug des Angebots der Zuschlagsempfängerin zu den Eignung s- nachweisen (Angaben der Zusc hlagsempfängerin geschwärzt, ausser je- ne zum EK -10) sowie ein Auszug aus dem Angebot der Zuschla g- sempfängerin, Anhang R1 Referenzkunden (Abdeckung der Namen und der Projektthemen, Seite 3) zugestellt. Sodann wurde der Be schwerde- führerin Einsicht in den "Auswertungsbogen zur WTO (1362) ERP alcosu- isse, Bewertung Angebot M.___" hinsichtlich das ZK1 04.02 (Seite 8) ge- währt, sowie in einen Auszug aus dem Angebot der Zuschlagsempfäng e-B-1600/2014 Seite 24 rin zu den Eignungskriterien in Bezug auf das EK -01 und EK-07 (Seite 1) und in die Konzernerklärung vom 8. April 2014. 7.3 Das Akteneinsichtsbegehren ist einstweilen abzuwei sen soweit di e- sem im Rahmen der Instruktion nicht bereits entsprochen worden ist . Da die Beschwerdeführerin mit dem Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung obsiegt, kann ihrem Begehren mit Blick auf das bis zum Ergehen des Zwischenentscheides über die aufschiebende Wirkung geltende qu a- lifizierte Beschleunigungsgebot einstweilen nicht entsprochen werden (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1371). Die Anordnungen betref- fend die Akteneinsicht und den Schriftenwechsel im Hauptverfahren e r- folgen mit separater Verfügung. 8. Über die Kosten - und Entschädigungsfolgen dieses Zwischenentscheids ist mit dem Entscheid in der Hauptsache zu befinden. Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Der Beschwerde vom 26. März 2014 wird antragsgemäss die aufschi e- bende Wirkung gewährt. 2. 2.1 Die Akteneinsichtsanträge der Beschwerdeführerin werden einstwe i- len abgewiesen, soweit ihnen nicht bereits im Rahmen der Instruktion entsprochen worden ist. 2.2 Weitere Anordnungen betreffend die Akteneinsicht im Hauptverfahren bleiben vorbehalten. 3. Die Instruktion des Schriftenwechsels im Hauptverfahren erfolgt mit sepa- rater Verfügung. 4. Über die Kostenfolgen des vorliegenden Zwischenentsch eids wird mit dem Endentscheid befunden. B-1600/2014 Seite 25 5. Diese Verfügung geht an: – die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde, vorab in elektronischer Form) – die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP Projekt-ID 105450; Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde, vorab in elektronischer Form) – die Zuschlagsempfängerin (Einschreiben, vorab in elektronischer Form) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Marc Steiner Beatrice Rohner Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 2. Juni 2014