B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-6168/2011 U r t e i l v o m 2 3 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz), Richter Ronald Flury, Richter Marc Steiner, Gerichtsschreiberin Astrid Hirzel. Parteien A._______, vertreten durch Dr. Christoph Meyer, Advokat, Beschwerdeführerin, gegen Prüfungskommission Pharmazie Bundesamt für Gesundheit, Vorinstanz. Gegenstand Eidgenössische Prüfung in Pharmazie 2011. B-6168/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) absolvierte im Septe m- ber 2011 an der Universität X._______ die eidgenössische Prüfung in Pharmazie. Mit Verfügung vom 10 . Oktober 2011 teilte die Prüfungskom- mission Pharmazie (nachfolgend: Vorinstanz) der Beschwerdeführer in mit, sie habe die Einzelprü fungen 1 (Arzneimittelkenntnisse, Recht und Ökonomie) und 3 (Pharmaceutical Care und Gesundheitsförderung) be- standen, die Einzelprüfung 2 (Arzneimittelherstellung in kleinen Mengen) jedoch nicht bestanden. Gesamthaft sei die P rüfung daher nicht bestan- den. Mit Schreiben vom 1. November 2011 ersuchte die Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz um Akteneinsicht in die Prüfungsunterlagen. Am 4. No- vember 2011 wurde der Beschwerdeführer in Einsicht in das von ihr ve r- fasste Prüfungsprotokoll gewährt. Daraufhin ersuchte sie die Vorinstanz um Einsicht in die detaillierte Leistungsbewertung der Prüfung. Am 7. No- vember 2011 gewährte die Vorinstanz Einsicht in das allgemeine Bewe r- tungsschema "Arzneimittelherstellung". B. Gegen den Prüfungsentscheid vom 10. Oktober 2011 erhob die B e- schwerdeführerin mit Eingabe vom 11. November 2011 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Prüfung sei als bestanden zu bewerten . Eventua- liter sei eine kostenlose Wiederholung der nicht bestandenen Prüfung ohne Anrechnung an die Anzahl erfolgloser Prüfungsversuche zu gewäh- ren. Die Verfahrenskosten seien der Vorinstanz aufzuerlegen und es sei eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. In verfahren s- rechtlicher Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin vollständige Akten- einsicht. Zudem ersucht sie um unentgeltliche Rechtspflege. Zur Begründung macht die Beschwerdeführerin geltend, die Prüfungsleis- tung sei genügend, der Prüfungsentscheid sei ungenügend begründet und das Prüfungsverfahren basiere auf rechtsungleichen Voraussetzu n- gen. C. Am 25. November 2011 reichte die Vorinstanz die Vorakten ein und er- klärte, grundsätzlich sei das mit Anmerkungen der Examinierenden ve r- sehene Be wertungsschema nicht parteiöffentlich. Da jedoch zwische n-B-6168/2011 Seite 3 zeitlich beschlossen worden se i, das Bewertungsschema zu überarbe i- ten, bestehe betreffend das Prüfungsjahr 2011 keine Veranlassung mehr, die Akteneinsicht zu verweigern oder zu beschränken. D. Das Bundesverwaltungsg ericht gewähr te der Beschwerdeführerin am 29. November 2011 vollständige Akten einsicht und räumte ihr eine Frist zur Ergänzung der Beschwerdeschrift ein. E. Mit Stellungnahme vom 6. Februar 2012 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fe st. Die erkennbaren Anmerkungen bzw. Korrekturve r- merke würden nicht beanstandet. Die erkannten Fehler führten jedoch nicht zum Nicht-Bestehen der Prüfung. Die festgestellte Abweichung der Messwerte könne ihr nicht zum Vorwurf gemacht werden; diese sei durch äussere Umstände verursacht worden. Die Beschwerdeführerin habe mehrheitlich einwandfreie Leistungen erbracht. Es habe kein Mangel fest- gestellt werden können, der gemäss Bewertungsschema zu "Fail" führen würde. Überdies widerspreche die Begründung des negativen Prüfungs- entscheids den Vorgaben des Bewertungsschemas und erscheine des- halb willkürlich: Das Abstellen auf die mindere Qualität bloss eines Bruch- teils der herzustellenden Präparate sei mit Blick auf die reglementar i- schen Vorgaben materiell nicht vertretba r. Die Beschwerdeführerin reicht diesbezüglich ein Schreiben einer Eidg. Dipl. Apothekerin ein . Es fehle eine nachvollziehbare Begründung des Prüfungsentscheids. Sollte die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde nicht durchdringen, seien im Kostenpunkt die Verfahrensmängel zu berücksichtigen. F. Mit Vernehmlassung vom 27. März 2012 schliesst die Vorinstanz auf A b- weisung der Beschwerde . Es müsse davon ausgegangen werden, d ass die Beschwerdeführerin keine oder allenfalls nur eine unzureichende Endkontrolle durchgeführt habe. Das Produkt sei fahrlässig freigegeben worden. Die Wägungen der Beschwerdeführerin würden z.T. stark von den Kontrollwägungen abweichen. Die Gleichförmi gkeit de r Masse sei nicht erfüllt. Bereits aufgrund des optischen Eindrucks hätte eines der zehn hergestellten Suppositorien (Zäpfchen) nicht freige geben werden dürfen. Gegen Ende der Prüfungszeit entstehe immer Hek tik; somit hät- ten auch andere Kandidieren de P robleme beim Wägen haben müssen, denn die Waagen stünden alle am gleichen Ort. Das Bewertungsschema sei von der Beschwerdeführerin falsch int erpretiert worden. Vorliegend B-6168/2011 Seite 4 seien die Mängel gesamthaft als schwerwiegend zu beurteilen. Das von der Beschwerdeführerin eingereichte Schreiben stelle keinesfalls eine neutrale und korrekte Expertenmeinung dar. G. Am 3. April 2012 gewährte das Bundesverwaltungsgericht der Beschwer- deführerin antragsgemäss die unentgeltliche Rechtspflege und bestellte ihren bisherigen Rechtsvertreter zum unentgeltlichen Rechtsbeistand. H. Mit Replik vom 11. Mai 2012 erneuert die Beschwerdeführerin im Wesent- lichen ihre Anträge. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache zuständig ( Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. f. des Verwaltungsge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen (Art. 48 Abs. 1 Bst. a des Verwal tungsverfahrensgesetzes vom 20. De- zember 1968 (VwVG, SR 172.021), ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG) und hat ein schutzwürd i- ges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG). Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden und die ü b- rigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 44 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft angefochtene Prüfungsen t- scheide wie folgt: 2.1 Rügen betreffend Verfahrensmängel im Prüfungsablauf sowie die Auslegung und Anwendung von Rechtsnormen werden mit umfassender Kognition geprüft (vgl . Art. 49 VwVG; BVGE 2008/14 E. 3.3 mit Hinwe i- sen). Auf Verfahre nsfragen nehmen jene Einwände bzw. Rügen Bezug, die den äusseren Ablauf der Prüfung oder das Vorgehen bei der Bewe r- tung betreffen. B-6168/2011 Seite 5 2.2 Hinsichtlich der Bewertung von Prüfungsleistung auferlegt sich das Bundesverwaltungsgericht nach ständiger Praxis eine gewisse Zurückhal- tung, indem es in Fragen, die seitens der Verwaltungs justizbehörden na- turgemäss schwer überprüfbar sind, nicht ohne Not von der Beurteilung der erstinstanzlichen Prüfungsorgane und Experten abweicht (BVGE 2010/11 E. 4.1, BVGE 2010/10 E. 4.1; BVGE 2008/14 E. 3; BVGE 2007/6 E. 3; kritisch dazu PATRICIA EGLI, Gerichtlicher Rechtsschutz bei Pr ü- fungsfällen: Aktuelle Entwicklungen, in: Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 2011, S. 538 ff., S. 555 ff.). Der Rechtsmittelbehörde sind meist nicht alle massgebenden Faktoren der Bewertung bekannt und es ist ihr in der Re gel nicht möglich, sich ein z u- verlässiges Bild über die Gesamtheit der Leistungen des Beschwerdefüh- renden in der Prüfung und der Leistungen der übrigen Kandidierenden zu machen. Überdies haben Prüfungen häufig Spezialgebiete zum Gegen - stand, in denen die Rechtsmittelbehörde über keine Fachkenntnisse ve r- fügt, die mit jenen der Vorinstanzen vergleichbar wären . Eine freie und umfassende Überprüfung der Examensbewertung würde zudem die G e- fahr von Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüber anderen Kan- didierenden in sich bergen. Diese Zurückhaltung rechtfertigt sich alle r- dings nur bei der Bewertung von fachliche n Prüfungsleistungen (vgl. un- ten E. 7.3). 3. Die Beschwerdeführerin rügt, es fehle eine nachvollziehbare Begründung des negativen Prüfungsentscheids; diese habe umfassend und detailliert auszufallen; die entscheidwesentlichen Gesichtspunkte der Vorinstanz blieben unklar. 3.1 Aus dem durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizer i- schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) gewährleiste- ten Anspruch auf rechtliches Gehör folgt insbesondere die Pflicht der B e- hörde, ihren Entscheid zu begründen. D ie Begründung muss so abg e- fasst sein, dass der Betroffene erkennen kann, warum die Behörde in e i- nem bestimmten Sinn entschieden hat, sodass er den Entscheid gegeb e- nenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE 133 III 439 E. 3.3 mit Hinwei- sen). Bei Prüfungsentsc heiden kommt die Behörde dieser Verpflichtung gemäss konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts nach, wenn sie dem Betroffenen kurz darlegt, welche Lösungen bzw. Problemanalysen von ihm erwartet wurden und inwiefern seine Antworten den Anforderu n- gen nich t zu genügen vermochten. Der Anspruch auf Begründung ist nicht schon dann verletzt, wenn die Prüfungsbehörde sich vorerst darauf B-6168/2011 Seite 6 beschränkt, die Notenbewertung bekannt zu geben; es genügt vielmehr, wenn sie die Begründung im Rechtsmittelverfahren liefert u nd der Betrof- fene Gelegenheit erhält, in einem zweiten Schriftenwechsel dazu Stellung zu nehmen (Urteile des Bundesgerichts 2D_65 /2011 vom 2. April 2012 E. 5.1, 2P .44/2006 vom 9. Juni 2006 sowie E. 3.2, 2P .23/2004 vom 13. August 2004 E. 2.2). Die Prüfungsbehörde muss sich nicht mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseina n- dersetzen; es genügt, wenn sie sich auf die für ihren Entscheid wesentl i- chen Gesichtspunkte beschränkt ( BGE 136 I 229 E. 5.2; Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts B-2213/2006 vom 2. Juli 2007 E. 4.1.1). 3.2 Vorliegend hat die Vorinstanz im Rahmen der Vernehmlassung eine detaillierte Begründung zu ihrem Prüfungsentscheid betreffend die nicht bestandene Einzelprüfung 2 (vgl. oben Sachverhalt A.) eingereicht. Es wird klar, weshalb die Beschwerdeführerin gemäss Beurteilung der Vorin- stanz eine ungenü gende Prüfungsleistung in der Einzelprüfung 2 "Arz- neimittelherstellung in kleinen Mengen" abgelegt hat: Die Vorinstanz nimmt Bezug auf die vorliegend einschlägi gen Anforderungen an die Arz- neimittelherstellung nach der geltenden Schweizerischen Pharmakopöe (Ph. Helv.) und der geltenden Europäischen Pharmakopöe (Ph. Eur.), die für alle Arzneimittel, die in der Schweiz in Verkehr gebracht werden, ge l- ten (Art. 8 des Heilmittelgesetzes vom 15. Dezember 2000 [HMG, SR 812.21] i.V.m. der Pharmakopöeverordnung vom 17. Oktober 2001 [PhaV, SR 812.211] sowie der Verordnung des Schweizerischen Heilmit- telinstituts vom 9. November 2001 über den Erlass der Pharmakopöe und die Anerkennung von Arzneibüchern [SR 812.214.11]) und legt dar, worin die Prüfungsleistung der Beschwerdeführerin davon abweicht ( im Detail vgl. unten E. 7.2). Dabei orientiert sie sich im Wesentlichen an den Rügen der Beschwerdeführerin und nimmt Stellung zu den von ihr aufgeworfe- nen Fragen. Der Beschwerdeführerin wurde im Rahmen des Beschwe r- deverfahrens umfassende Akteneinsicht gewährt (vgl. oben Sachve r- halt D.); sie hatte Gelegenheit, ihre Beschwerdeschrift zu ergänzen (vgl. oben Sachverhalt E.) und in einem zweiten Schriftenwechsel zur Begrü n- dung der Vorinstanz Stellung zu nehmen (vgl. oben Sachverhalt H.). Ihre Rüge ist somit unbegründet. 4. Die Beschwerdeführerin macht geltend, es fehle ein nachvo llziehbarer Bewertungsschlüssel. Die Gewichtung der einzelnen Bewertungskriterien sowie die Berücksichtigung der unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade der Prüfungsaufgaben seien nicht ersichtlich. Eine pflichtgemässe E r-B-6168/2011 Seite 7 messensausübung hätte die Erarbeitung einer detaillierten Bewertungs- skala erfordert. 4.1 Gemäss Art. 4 Abs. 1 der Verordnung über die eidgenössischen Pr ü- fungen der universitären Medizinalberufe vom 26. November 2008 (Pr ü- fungsverordnung MedBG, SR 811.113.3) regelt das Eidgenössisch e D e- partement des Innern (EDI) die Grundsätze und Einzelheiten der ve r- schiedenen Prüfungsformen. Die Einzelheiten zur Praktischen Prüfung sind im 4. Abschnitt der Verordnung des EDI über die Form der Eidgenös- sischen Prüfung der universitären Medizinalberufe vom 1. Juni 2011 (Prü- fungsformenverordnung, SR 811.113.32) geregelt. Nach Art. 16 Abs. 1 Prüfungsformenverordnung wird die Prüfungsstruktur in Form einer Checkliste vorgegeben. Diese bildet die Grundlage der Prüfung und der Bewertung (Erläuterungen zur neuen Verordnung des EDI über die Form der eidgenössischen Prüfung der universitären Medizinalberufe, S. 5, ab- rufbar unter http://www.bag.admin.ch > Themen > Gesundheitsberufe > Medizinalberufe-Gesetz, besucht am 4. Oktober 2011, Ziff. 3.2.4; nachfol- gend: Erläuterungen Prüfungsformenverordnung). Zwei mit der Lehre ver- traute Personen stellen die Aufga be vor, begleiten die geprüfte Person durch die Prüfung und bewerten die Leistung (Art. 16 Abs. 2 Prüfung s- formenverordnung). Die ausgefüllte n Checklisten werden analysiert und ein Bericht zuhanden der Prüfungskommission erstellt (Art. 17 Prüfungs- formenverordnung); diese Analyse hat jedoch keinen Einfluss auf die B e- wertung der durchgeführten Prüfungen bzw. der Beurteilung der Leistung der Kandidierenden, sie dient vielmehr der Prüfungskommission zur allfäl- ligen Optimierung der Prüfungsrichtlinien sowie der Checklisten (Erläut e- rungen Prüfungsformenverordnung, Ziff. 3.2.4). 4.2 Die Bewertung der Praktischen Prüfung in Pharmazie erfolgt nach Ziff. 4.2.2 der Vorgaben der Prüfungskommission Pharmazie über Inhalt, Form, Zeitpunkt und Bewertung der eidgenössischen Prüfung in Pharm a- zie 2011 (nachfolgend: Vorgaben) durch zwei unabhängige Examiniere n- de aufgrund der vorgegebenen Checkliste. Die Bewertung umfasst die Qualität des hergestellten Arzneipräparates, das Protokoll sowie die Lei s- tung in den schriftlichen Fragen. Ergänzt wird die Bewertung durch die Beurteilung der Arbeitsweise der Kandidierenden (anhand der Good Ma- nufacturing Practice -Regeln, v gl. Lernzielkatalog Ph armazie gemäss MedBG vom 25. Juni 2008 , Ziff. 5.2, abrufbar unter http://www.bag.admin.ch > Themen > Gesundheitsberufe > Ausbildung und eidg. Diplom > eidg. Prüfungen nach MedBG > Zi ele der Ausbildung, besucht am 4. Oktober 2012, nachfolgend: Lernzielkatal og Pharmazie ). B-6168/2011 Seite 8 Die Checkliste ("Bewertungsschema") enthält einerseits eine Aufzählung von "Failed"-Kriterien, andererseits eine Aufzählung von "Passed"-Kri- terien. Nach der Auswertung der Prüfung unterbreiten die Standorte die resultierenden Bestehensgrenzen der Prüfungskommission; diese en t- scheidet über die definitive Bestehensvoraussetzung. 4.3 Aus dem Bewertungsschema , dessen Verwendung den gesetzlichen und reglementarischen Vorgaben entspricht, ist ersichtlich, dass ein erfüll- tes "Fail"-Kriterium zum Nichtbestehen der Prüfung führt. Die Vorinstanz ergänzt im Rahmen der Vernehmlassung, dass die Nichterfüllung eines "Passed"-Kriteriums eine Beurteilung der Schwere des festgestellten Mangels erforderlich macht: Liegt ein schwerer Mangel vor, gilt die Pr ü- fung als nicht bestanden; liegen ein nicht schwerwiegender Mangel sowie zusätzliche Mängel in weiteren Bewertungspunkten vor, gilt die Prüfung ebenfalls als nicht bestanden. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass bei Vorliegen eines nicht schwerwiegenden Mangels unter gleichzeitiger E r- füllung sämtlicher anderer "Passed"-Kriterien die Prüfung als bestanden gilt. Die Nachvollziehbarkeit des Bewertungsschlüssels ist damit in genü- gender Weise gewährleistet. Eine Gewichtung der einzelnen "Passed"- und "Fail"-Kriterien erscheint systembedingt nicht notwendig. Das s ein Kriterium ("Passed" oder "Fail") fehlt, das die allenfalls unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade der einzelnen Prüf ungsaufgaben zum Ausdruck bringen würde, liegt im Ermessen der Vorinstanz und führt jedenfalls nicht zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung, da keine Anhaltspunkte da- für bestehen, dass das diesbezügliche Ermessen willkürlich ausgeübt worden wäre. 4.4 Aufgrund des Gesagten ist bzw. war die Vorinstanz nicht gehalten, ei- ne detaillierte Bewertungsskala, wie es die Beschwerdeführerin verlangt, auszuarbeiten. Was als schwerwiegender Mangel bzw. nicht schwerwie- gender Mangel zu beurteilen ist, wird vom Bundesverwaltungsgericht mit Zurückhaltung überprüft (vgl. oben E. 2.2) und liegt in der pflichtgemä s- sen Ermessensausübung der Examinierenden bzw. im Nachgang der Prüfungskommission. Die Beschwerdeführerin macht darüber hinaus nicht geltend, die Vorinstanz bzw. d ie Examinierenden hätten sich nicht an das Bewertungschema gehalten. 5. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, das Prüfungsverfahren basiere auf rechtsungleichen Voraussetzungen und vermöge dem Gebot der rechtsgleichen Behandlung nicht zu genügen . Die Prüfu ngsbedingungen B-6168/2011 Seite 9 der Kandidierenden seien in Bezug auf den Schwierigkeitsgrad sowie den Bearbeitungs- und Zeitaufwand infolge unterschiedlich herzustellender Präparate ungleich gewesen. Die Beschwerdeführerin habe im Vergleich das zeitaufwendigste Arzneiprodukt herstellen müssen. Darüber hinaus seien beim selben herzustellenden Produkt noch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade auszumachen gewesen: D er Beschwerdeführerin seien für die Herstellung nicht die Reinsubstanz, sondern Tabletten zur Verfügung gestellt worden, was zwei zusätzliche Arbeitsschritte erfordert habe. Die andere Prüfungsgruppe habe den Wirkstoff direkt in Pulverform erhalten. Die Vorinstanz legt dar, dass jed e Aufgabe mehrmals gestellt worden sei und andere Kandidierende die von der Beschwerdeführerin zu lösende Aufgabe fehlerfrei gelöst hätten. 5.1 Das Gebot der rechtsgleichen Behandlung (Art. 8 Abs. 1 BV) schliesst den Anspruch auf rechtsgleiche Prüfungsbedingun gen im Prüfungsve r- fahren ein. Dazu zählen bei einer schriftlichen Prüfung neben einer mat e- riell gleichwertigen Aufgabenstellung und einem geordneten Verfahren s- ablauf auch die Gleichwertigkeit von zusätzlichen Examenshilfen. En t- sprechende Mängel stellen ind essen nur in denjenigen Fällen einen rechtserheblichen Verfahrensmangel dar, in denen sie in kausaler Weise das P rüfungsergebnis eines Kandidierenden entscheidend beeinflussen können oder beeinflusst haben (Urteil des Bundesgerichts 2D_6/2010 vom 24. Juni 2010 E. 5.2 mit Hinweis; Urteile des Bundesverwaltungsge- richts B -8009/2010 vom 29. November 2011 E. 4.1 mit Hinweis und A- 2496/2009 vom 11. Januar 2010 E. 4.2). 5.2 Die Beschwerdeführerin kann aus dem Gleichheitsgrundsatz nichts zu ihren Gunsten ableiten. Eine unterschiedliche Aufgabenstellung im Rahmen einer praktischen Prüfung kann sich, vergleichbar mit mündl i- chen Prüfungen, je nach Räumlichkeiten und Zeitpunkt der Prüfung sogar aufdrängen. Vorliegend wurden maximal je 15 Kandidierende an 4 Halb- tagen geprüft. (vgl. Ziff. 3.2 der Vorgaben). Es hatte jeweils eine Gruppe von Kandidierenden dieselbe Aufgabe zu lösen. Dass die Prüfungsaufg a- be der Gruppe der Beschwerdeführerin zeitintensiver als andere Pr ü- fungsaufgaben in derselben Prüfungssession gewesen se in soll , ist mit Blick auf den Gleichheitsgrundsatz insoweit nicht von Bedeutung, als sich die Aufgabenstellung im Rahmen des Prüfungsstoffs bewegt (vgl. Art. 4, 6 f., Art. 9 Bst. a sowie Art. 14 Abs. 2 des Medizinalberufegesetzes vom 23. Juni 2006 [MedBG, SR 811.11], Art. 3 Abs. 1 der Prüfungsverordnung B-6168/2011 Seite 10 MedBG vom 26. November 2008 [SR 811.113.3], Art. 2 Prüfungsformen- verordnung sowie den Lernzielkatalog Pharmazie; Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts B-2213/2006 vom 2. Juli 2007 E. 5.1.1). Innerhalb des Prüfungsstoffs sind die Examinatoren frei, welche Themen sie prüfen . Vorliegend bewegt sich die Aufgabenstellung innerhalb des verbindlichen Lernzielkatalogs (vgl. Ziff. 5.2 "Pharmazeutische Kompetenzen" des Lernzielkatalogs Pharmazie), was von der Beschwe rdeführerin im Übr i- gen au ch nicht bestritten wird. Der detaillierte Ablauf der Prüfung ergibt sich sodann aus den Richtlinien der Prüfungskommission Pharmazie s o- wie den bereits zitierten Vorgaben (jeweils in der für die Prüfungssess i- on 2011 gültig gewesenen Fassung). Darüber hinaus bestehen keine An- haltspunkte dafür, dass der Schwierigkeitsgrad der Prüfungsaufgabe so unzumutbar hoch gewesen ist, dass die korrekte Lösung von einem durchschnittlichen Kandidierenden nicht hätte erwartet werden kö nnen (BVGE 2010/21 E. 7.3.3). 6. Die Beschwerdeführerin rügt einen Mangel im (äusseren) Prüfungsablauf: Die durch andere Kandidierende verursachte Erschütterung (Herumren- nen) zum Ende der Prüfungsdauer habe ihr die korrekte Inbetriebnahme der äussert empfindlichen Analysewaagen verunmöglicht: Fehlerhaftes Wägen könne ihr deshalb nicht zum Vorwurf gemacht werden. Sie habe die Analysenwaage wechseln müssen. Die erste Waage habe keinen Wert angezeigt, die zweite Waage nur schwankende Werte. Die B e- schwerdeführerin sei unter den gegebenen Bedingungen gezwungen g e- wesen, ungenaue Messwerte in Kauf zu nehmen. Die Korrektheit der Nachwägung durch die Examinierenden werde jedoch nicht bestritten. Die Vorinstanz legt dar, dass in jeder Prüfungssession gegen Ende der Prüfungszeit Hektik entstehe und Kandidierende herumrennen würden. Somit hätten auch andere Kandidierende beim Wägen Probleme haben müssen, denn die Waagen stünden alle am gleichen Ort im Labor. Zudem sei nicht einsichtig, wie die Beschwerdeführerin die Gewichte auf drei De- zimalstellen genau habe ablesen können, wenn die Erschütterung ein genaues Ablesen der Werte verunmöglicht hätte. Falls die Waagen nicht funktioniert hätten, sei dies ein äusserst qualitätsrelevanter Sachverhalt, der unbedingt hätte protokolliert werden müssen; dies sei jedoch nicht er- folgt. 6.1 Mängel im Prüfungsablauf stellen grundsätzlich nur dann einen rechtserheblichen Verfahrensmangel dar, wenn diese das Prüfungser-B-6168/2011 Seite 11 gebnis eines Kandidierenden in kausaler Weise entscheidend beeinflu s- sen können oder beeinflusst haben (vgl. oben E. 5.1). Die Beweislast liegt dabei bei der Beschwerdeführerin (Art. 8 des Schweizerischen Zivilg e- setzbuchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]; Urteil des Bunde s- verwaltungsgericht B-7463/2010 vom 1. November 2011 E. 6.1). Mängel im Prüfungsablauf, selbst wenn sie unzweifelhaft nachgewiesen sind, können lediglich dazu führen, dass die Beschwerdeführerin den betroff e- nen Prüfungsteil gebührenfrei wiederholen darf (BVGE 2010/21 E. 8.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesv erwaltungsgerichts B -5503/2010 vom 11. Mai 2012 E. 1.4). Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts sind behauptete Mängel im Prüfungsablauf, soweit möglich, sofort, d.h. unmittelbar nach deren Kenntnisn ahme ge l- tend zu machen, ansonsten der Anspruch auf deren Anrufung verwirkt ist (Urteil des Bundesgerichts 2D_7/2011 vom 19. Mai 2011 E. 4.6 mit Hin- weisen sowie E. 6.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -8009/2010 vom 29. November 2011 E. 4.2 mit Hinweisen). Es kann rechtsm iss- bräuchlich sein und gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstos- sen, wenn ein Verfahrensfehler nicht unverzüglich vorgebracht wird, nachdem die betroffene Person davon Kenntnis erlangt hat. 6.2 Das korrekte Wägen der hergestellten Arzneiprodukte bzw. da s kor- rekte Protokollieren der entsprechenden Messwerte gehört unzweifelhaft zum Inhalt der Prüfung , wobei die Examinierenden, wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung darlegt, die Wägungen der Kandidierenden zwei Mal nachprüfen, und stellt im Rahmen der Qualitätskontrolle sowie des Kriteriums der Gleichförmigkeit der Masse eine unabdingbare Vorausset- zung für das Bestehen der Prü fung dar (vgl. die "Passed"-Kriterien im Bewertungsschema); dies er Umstand ist somit grundsätzlich geeignet, das Pr üfungsergebnis der Beschwerdeführerin e ntscheidend zu beei n- flussen und damit als rechtserheblicher Verfahrensmangel zu gelten. Vor- liegend hätte die Beschwerdeführerin jedoch sofort, in der Prüfung, nach der von ihr erst im Beschwerdeverfahren vorgebrachten Feststellung, dass die erste Waage keinen Wert und die zweite Waage nur schwa n- kende Werte anzeigt e, diesen Umstand den Examinierenden mitteilen und einen entsprechenden Vermerk im Protokoll anbringen können. Dies hat die Beschwerdeführerin jedoch unterlassen. Die durchführenden Prü- fungsorgane haben für einen reibungslosen Prüfungsablauf sowie Pr ü- fungsbedingungen zu sorgen, die es den Kandidierenden erlauben , sich ganz auf die ihnen gestellten Aufgaben zu konzentrieren (Entscheid HB/2004-43 der Rekurskommis sion EVD vom 31. August 2005 E. 4.1). Liegt eine Störung vor, haben die Prüfungsorgane bzw. die Prüfungsau f-B-6168/2011 Seite 12 sicht so schnell wie möglich für Abhilfe zu sorgen und allfällig erlittene Nachteile auszugleichen. Dies ist den Prüfungsorganen jedoch nur mö g- lich, insoweit sie von einem Mangel überhaupt Kenntnis erhalten. Die Rü- ge geht deshalb fehl. 7. Die Beschwerdeführerin rügt eine Unterbewertung ihrer Prüfungsleistung. 7.1 Im Einzelnen macht sie geltend, sie habe zehn homogene Supposito- rien in der vorgegebenen Zeit abgegeben. Das Mengenkriterium sei e r- füllt. Die Dosierung des Präparates sei richtig berechnet, das Herste l- lungs- und Konfektionierungsprotokoll korrekt angefertigt und das Präp a- rat freigegeben worden. Die ALT -Berechnung sei k orrekt gewesen, das Verfallsdatum logisch gesetzt worden. Die Fragen seien alle korrekt b e- antwortet worden und im Bereich der Hygiene seien keine gravierenden Mängel verzeichnet worden. Kleinere Fehler in der Prüfungsleistung sei- en bei der Qualität des abg egebenen Präparates festgestellt worden. Ei n Suppositorium habe einen grösseren Lufteinschluss gehabt. Beim Nac h- wägen durch die Examinierenden habe sich herausgestellt, dass dieses Suppositorium nicht im Bereich der Gleichförmigkeit der Masse liegen würde. Somit habe die Beschwerdeführerin neun abgabefertige einwand- freie Suppositorien hergestellt. Neun Suppositorien würden bei der vo r- geschriebenen Dosi erung für mindestens viereinhalb Tage ausreichen; das nicht intakte Suppositorium hätte in der Praxis probl emlos nachg e- reicht werden können bzw. bei längerer Prüfungsdauer erneut gegossen werden können. Fehlerhaftes Wägen könne nicht zu einer negativen Leis- tungsbewertung führen. Das formunschöne Suppositorium sei lediglich 0,03 g zu leicht (gemessen an der unte ren Gewichtsgrenze) gewesen; diese Differenz sei optisch nicht sichtbar. Die Freigabe des Produkts sei im Rahmen der Prüfungssituation erzwungen gewesen. Die vorgeno m- men Qualitätsprüfungen sei für sämtliche Suppositorien positiv ausgefa l- len. Die Beschwerdeführerin habe die Endkontrolle ordnungsgemäss vor- genommen. 7.2 Die Vorinstanz führt aus, die Beschwerdeführerin habe keine oder a l- lenfalls nur eine unzureichende Endkontrolle durchgeführt. D as herg e- stellte Produkt sei deshalb in einer fahrlässigen Art und Weise freigege- ben worden. Ein solches Vorgehen könne nicht toleriert werden, denn in Unkenntnis der Qualität eines Arzneimittels könne das Präparat auch g e- sundheitsschädigende Qualitäten aufweisen. Die Gewichte der einzelnen Suppositorien sei von zwei Personen unabhängig auf zwei verschiedenen B-6168/2011 Seite 13 Waagen nachgewogen worden. Beide Kontrollwägungen zeigten eine sehr gute Übereinstimmung. Ein Suppositorium zeige eine Abweichung ausserhalb des Toleranzbereichs. Der Schluss liege nahe, dass die Gleichförmigkeit der Masse gar nicht oder zumindest nicht korrekt durc h- geführt worden sei. Die Prüfung der Gleichförmig keit der Masse sei eine conditio sine qua non für die Freigabe und nur eine von verschiedenen erforderlichen Spezifikationen. Eine weitere sei das Aussehen. Vorliegend seien zehn Suppositorien freigegeben worden, obwohl eines klarerweise nicht hätte freigegeben werden dürfe n. Im Protokoll werde nirgends e r- wähnt, dass ein Suppositorium nicht in Ordnung sei, obwohl dies bereits bei oberflächlicher Betrachtu ng ersichtlich gewesen sei n müsse. Die An- forderungen an das Aussehen sei en nicht erfüllt. Es stelle sich somit die Frage, ob die Suppositorien überhaupt optisch überprüft worden seien. Auf jeden Fall fehle eine wichtige qualitätsrelevante Beobachtung. In der Beschwerdeschrift werde abweichend vom Konfektionierungsprotokoll festgehalten, dass neu n einwandfreie Suppositorien freigegeben worden seien. Diesbezüglich fehle es an der pharmazeutischen Ethik. Von einer Eidg. D ipl. Apothekerin müsse erwartet werden, dass sie ihr Handwerk verstehe und in der Lage sei, zehn korrekt aussehende Suppositorien herzustellen. Dies sei im Praktikum explizit instruiert worden und habe anhand gestellter Hausaufgaben geübt werden können. Zusammenge- fasst seien die aufgeführten Mängel aus Sicht der modernen pharmazeu- tischen Technologie und des für eine eidgenössisch diplomierte Apoth e- kerin vorauszusetzenden pharmazeutischen Wissen s und Können s als schwerwiegend zu beurteilen. 7.3 Nach ständiger Rechtsprec hung des Bundesverwaltungsgerichts ist es im Rahmen der reduzierten Prüfungsdichte (vgl. oben E. 2.2) nicht Aufgabe der Beschwerdeinstanz, die Bewertung der Prüfungsleistung gewissermassen zu wieder holen. Auf Rügen bezüglich der Bewertung von Prüfungsleistungen hat die Rechtsmittelbehörde daher nur dann d e- tailliert einzugehen, wenn die Beschwerdeführerin selbst substantiierte und überzeugende Anhaltpunkte dafür liefert, dass das Ergebnis materiell nicht vertretbar ist bzw. die Prüfungsleistung offensichtlic h unterbewertet worden ist. Die entsprechenden Rügen müssen insbesondere von objek- tiven Argumenten und Beweismitteln getra gen sein. Solange die Bewe r- tung nicht als fehlerhaft oder offensichtlich unangemessen er scheint bzw. keine Anhaltspunkte dafür vorlieg en, dass sich die Examinierenden von sachfremden Kriterien haben leiten lassen, ist auf die Meinung der Exper- ten abzustellen und es besteht kein Anlass von der vorgenommenen B e- urteilung abzuweichen. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich lediglich B-6168/2011 Seite 14 davon zu überzeugen, dass die Korrekturen insgesamt nachvollziehbar und schlüssig sind (BVGE 2010/21 E. 5.1, BVGE 2010/11 E. 4.3, BVGE 2010/10 E. 4.1, BVGE 2008/14 E. 3.2). 7.4 Die Prüfungsaufgabe der Beschwerdeführerin beinhaltete die Herstel- lung von zehn Diazepam-Suppositorien 2 mg. Zudem hatte die B e- schwerdeführerin sechs schriftlich gestellt e Fragen zu beantwor ten, wo- bei in Frage 4 die Gewichtsmessung der Suppositorien verlangt wurde. 7.4.1 Es ist festzustellen, dass die Wägungen der Beschwerdeführerin (Qualitätskontrolle), die sie aufgrund von Frage 4 in der Prüfungsaufgabe vornehmen musste, teilweise von den Kontrollwägungen durch die Ex a- minierenden abweichen: Nr. Protokoll Beschwerdeführerin 1. Kontrollwägung 2. Kontrollwägung 1 1.13 (1.129) 1.13 1.13 2 1.13 (1.129) 1.13 1.13 3 1.09 (1.090) 1.12 1.12 4 1.09 (1.090) 1.12 1.12 5 1.09 (1.089) 1.12 1.12 6 1.09 (1.089) 1.12 1.11 7 1.09 (1.088) 1.11 1.11 8 1.09 (1.088) 1.08 1.09 9 1.09 (1.088) 1.08 1.09 10 1.09 (1.088) 0.95 0.95 Die von der Vorinstanz im Rahmen der Vernehmlassung erstellte (und vom Bundesverwaltungsgericht durch eine Nummerierung ergänzte) Ta- belle deckt sich mit den Prüfungsunterlagen der Beschwerdeführerin; dies wird von der Beschwerdeführerin auch nicht in Abred e gestellt. Die Kor- rektheit der Nachwägungen bestreitet die Beschwerdeführerin ebenfalls nicht. 7.4.2 Die Beschwerdeführerin hat in ihrem Konfektionierungsprotokoll die Gleichförmigkeit der Masse sowie das homogene Aussehen als "i.O." b e- zeichnet. Wie die Vorinstanz jedoch zutreffend ausführt, beträgt die A b- weichung beim Suppositorium Nr. 10 mehr als 10 %, was erheblich aus- serhalb des Toleranzbereichs von 5 % liegt. Aus den Akten ergibt sich weiter, dass der grosse Lufteinschluss bereits optisch sichtbar gewesen sein muss. Daher ist nicht zu beanstanden, dass gestützt auf die Nach- wägungen sowie die optische Prüfung sowohl das "Passed"-Kriterium B-6168/2011 Seite 15 "Gleichförmigkeit der Masse i.O. " als auch das "Passed"-Kriterium "Prä- parat und abgegebene Menge i.O." a ls nicht erfüllt angese hen worden sind. 7.4.3 Somit waren zwei "Passed"-Kriterien nicht erfüllt und die Vorinstanz bzw. die Examinierenden hatten, in Erwägung, dass beide Kriterien z u- sammenhängen, zu beurteilen, ob ein schwerwiegender Mangel vorliegt oder nicht (vgl. oben E. 4.3). Die Einstufung als schwerwiegender Ma n- gel, weil die Beschwerdeführerin eine unzureichende Endkontrolle durc h- geführt und wichtige qualitätsrelevante Beobachtungen unterlassen habe, erscheint unter Berücksichtigung der gebotenen Zurückhaltung (vgl. oben E. 2.2 und 7.3 ), entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, nachvoll- ziehbar und ohne weiteres haltbar. Überdies ist es nicht willkürlich, für die Prüfungsbewertung nebst den Fehlern in der Protokollierung auf die min- dere Qualität eines Suppositoriums von deren zehn abzustellen, wenn die Prüfungsaufgabe dahingehend lautete, zehn einwandfreie Suppositorien herzustellen. 7.5 Somit bestehen vorliegend keine Anhaltspunkte dafür, dass die vo r- genommene Bewertung offensichtlich unhaltbar ist. Die erkannten Fehler führen daher, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin , zum Nicht- Bestehen der Einzelprüfung 2 (Arzneimittelherstellung in kleinen Me n- gen). Dass eine Freigabe der hergestellten Arzneiprodukte im Rahmen der Prüfungssituation erzwungen gewesen sei, ist mit Blick auf die Aufga- benstellung (vgl. oben E. 7.4) und das "Passed"-Kriterium "Präparat ist freigegeben" bzw. das "Fail"-Kriterium "Kandidat /in gibt Präparat nicht frei" prüfungsimmanent ; mit ih rer Rüge zeigt die Beschwerdeführerin, dass sie die Prüfungsanforderungen nicht richtig verstanden hat. 8. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Prüfungsentscheid den Anforde- rungen an die Begründungspflicht genügt (vgl. oben E. 3), ein nachvol l- ziehbarer Bewertungsschlüssel existiert (vgl. oben E. 4), die Beschwerde- führerin aus dem Gleichheitsgrundsatz nichts zu ihren Gunsten ableiten kann ( vgl. oben E. 5), kein Mangel im äusseren Prüfungsablauf vorliegt (vgl. oben E. 6) und die Beschwerdeführerin in ihrer Prü fungsleistung nicht unterbewertet worden ist ( vgl. oben E. 7). Die Beschwerde erweist sich daher als unbegründet und ist abzuweisen. Für das gestellte Even- tualbegehren verbleibt somit kein Raum. B-6168/2011 Seite 16 Da die Akten eine ausreichende Würdigung des Sachverhalts erlauben, ist auf das von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeve r- fahrens eingereichte Schreiben von Frau B._______, Eidg. Dipl. Apothe- kerin, vom 1. Februar 2012 in antizipierter Beweiswürdigung nicht einz u- gehen. Der Hinweis der Beschwerdeführerin auf die geänderten Prüfungsbedi n- gungen bzw. Prüfungsmodalitäten (Verlängerung der Prüfungsdauer um eine halbe Stunde unter Überarbeitung des Bewertungsrasters mit höh e- rer Gewichtung der Herstellun g) für die Prüfungssession 2012 ist unbe- helflich; daraus kann kein Anspruch auf Gleichbehandlung abgeleitet werden. 9. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hätte die Beschwerdeführ e- rin die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Ihr wurde jedoch mit Zwischenverfügung vom 3. April 2012 die unentgeltliche Rechtspflege gewährt, weshalb auf die Erhebung von Ve rfahrenskosten zu verzichten ist. Der Beschwerdeführerin wurde im Rahmen der unentgeltlichen Recht s- pflege ein amtlicher Rechtsbeistand bestellt (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG). Mangels Kostennote ist die Entschädigung des Rechtsvertreters nach Ermessen, unter Berücksichtigung des gebotenen und aktenkundigen Anwaltsaufwandes festzusetzen (Art. 65 A bs. 5 VwVG i.V.m. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Für amtlich bestellte Anwälte gelten die gleichen Ansätze wie für die vertragliche Vertretung (Art. 12 VGKE). Das Anwaltshonorar ist nach Art. 10 VGKE zu bemessen. Das Bundesverwaltungsgericht erachtet eine Entschädigung von pau- schal Fr. 2'000.– (inkl. MWSt.) angesichts der verhältnismässig geringen Komplexität des Falls als angemessen. Diese Entschädigung ist aus der Gerichtskasse zu leisten (Art. 64 Abs. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110] in analoger Anwendung; MARCEL MAIL- LARD, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Zü- rich 2009, Art. 65 N 48). Es wird indessen ausdrücklich auf Art. 65 Abs. 4 VwVG hingewiesen, wonach die begünstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten hat, wenn sie später zu hinreichenden Mitteln gelangt. B-6168/2011 Seite 17 10. Das vorliegende Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. t BGG). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dr. Christoph Meyer wird für die amtliche Vertretung der Beschwerdefü h- rerin eine Entschädigung von Fr. 2'000.– (inkl. MWSt.) aus der Gericht s- kasse ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beschwerdebeilagen zurück) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben; Vorakten zurück) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Philippe Weissenberger Astrid Hirzel Versand: 24. Oktober 2012