<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">7B.78/2002 /bnm </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 29. Juli 2002 </div> <div class="para">Schuldbetreibungs- und Konkurskammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichterin Nordmann, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichter Meyer, Bundesrichterin Hohl, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Gysel. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Z.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Kantonsgericht St. Gallen als obere kantonale Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs, Klosterhof 1, 9001 St. Gallen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Unentgeltliche Rechtspflege in einem Pfandverwertungsverfahren (Neuschätzung). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs vom 19. April 2002. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Kammer stellt fest und zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">In der von der Bank Y.________ gegen Z.________ eingeleiteten, das Grundstück Nr. ... des Grundbuchs A.________ betreffenden Betreibung Nr. ... auf Grundpfandverwertung erliess das Betreibungsamt der Stadt B.________ am 11. Februar 2002 die Steigerungsanzeige, worin es einen Schätzungswert für das Pfandobjekt von 650'000 Franken vermerkte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Z.________ verlangte durch Eingabe vom 19. Februar 2002 beim Bezirksgericht St. Gallen als unterer kantonaler Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung (im Sinne von Art. 99 Abs. 2 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Zwangsverwertung von Grundstücken [VZG; SR 281.42]</span>) eine neue Schätzung (durch einen Sachverständigen). Gleichzeitig ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bezirksgericht entschied am 12. März 2002, dass das Armenrechtsgesuch abgewiesen und Z.________ eine Frist von fünf Tagen angesetzt werde, um im Hinblick auf eine Neuschätzung einen Kostenvorschuss von 1'200 Franken zu zahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Z.________ gelangte hiergegen an das Kantonsgericht St. Gallen als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde, das die Beschwerde am 19. April 2002 abwies. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Diesen Entscheid nahm Z.________ am 23. April 2002 in Empfang. Mit einer vom 24. April 2002 datierten und noch am gleichen Tag zur Post gebrachten Eingabe führt er (rechtzeitig) Beschwerde an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts, verbunden mit dem Begehren, dem Rechtsmittel aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Kantonsgericht hat sich zur Beschwerde nicht geäussert. Andere Vernehmlassungen sind nicht eingeholt worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Durch Präsidialverfügung vom 1. Mai 2002 ist das Gesuch, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, abgewiesen worden. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Gegenstand der Beschwerde ist ausschliesslich der Entscheid der kantonalen Aufsichtsbehörden, dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne einer Befreiung von der Leistung eines Kostenvorschusses für eine (neue) Schätzung durch einen Sachverständigen zu verweigern. </div> <div class="para">2.1 Ob und unter welchen Voraussetzungen ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege besteht, wird in erster Linie durch das kantonale (Prozess-)Recht bestimmt. Unabhängig davon garantiert <span class="artref">Art. 29 Abs. 3 BV</span> der bedürftigen Partei einen Mindestanspruch auf unentgeltliche Rechtspflege (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=10.07.2002&amp;to_date=29.07.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-202%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page202">BGE 127 I 202</a> E. 3a S. 204 f.<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=10.07.2002&amp;to_date=29.07.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-304%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page304">124 I 304</a></span> E. 2a S. 306). Der Beschwerdeführer macht zu Recht nicht etwa geltend, ein Anspruch auf Befreiung von der Leistung eines Vorschusses für die Kosten der Neuschätzung ergebe sich aus dem Bundesrecht. </div> <div class="para">2.2 Die erkennende Kammer ist einzig befugt, die Anwendung von Bundesrecht und von völkerrechtlichen Verträgen des Bundes zu überprüfen (vgl. <span class="artref">Art. 19 Abs. 1 SchKG</span>). Für Rügen der Verletzung verfassungsmässiger Rechte, zu denen namentlich auch die Rügen, kantonales Recht sei in willkürlicher Weise missachtet worden, zählen, ist die staatsrechtliche Beschwerde vorbehalten (Art. 43 Abs. 1 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 81 OG</span>). Auf die ausdrücklich als Beschwerde "im Sinne von <span class="artref">Art. 76 ff. OG</span>" bezeichnete Eingabe ist daher nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt die Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Betreibungsamt B.________ und dem Kantonsgericht St. Gallen als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 29. Juli 2002 </div> <div class="para">Im Namen der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>