B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4026/2012 U r t e i l v o m 3 0 . A u g u s t 2 0 1 2 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richter Martin Zoller, Richter Jean-Pierre Monnet, Gerichtsschreiberin Tu-Binh Truong. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung); Verfügung des BFM vom 23. Juli 2012 / N (…). E-4026/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer reichte am 5. Juli 2012 am Flughafen B._______ ein Asylgesuch ein. Das BFM verweigerte ihm am selben Tag vorläufig die Einreise in die Schweiz, und es wurde ihm für die Dauer von maximal 60 Tagen der Transitbereich des Flughafens B._______ als Aufenthaltsort zugewiesen. Am 6. Juli 2012 fand die Befragung zur Person (BzP) und am 17. Juli 2012 die Anhörung zu seinen Asylgründen statt. Zur Begründung seines Asylgesuchs mach te er im Wesentlichen Folge n- des geltend: Er stamme aus C._______, Jaffna, und habe in D._______ das (…) College besucht. Einen Beruf habe er nicht erlernt, sondern sei seinem Vater in der Landwirtschaft zur Hand gegangen. Im Jahr (…) sei er von den LTTE (L iberation Tigers of Tamil Eelam) – wie alle jungen Männer in seiner Region – zwangsrekrutiert worden. Er sei bis (…) bei den LTTE als (Tätigkeit) tätig gewesen bzw. habe auf der en Militärbasis geholfen, (Tätigkeit). (…) sei er mit den LTTE ins Kriegsgebiet nach E._______ geschickt worden, wo er im (Abteilung) gearbeitet habe. Ende 199(…) seien er und seine Familie in das Heimatdorf zurückgekehrt, we l- ches jedoch von der SLA (Sri Lanka Army) kontrolliert gewesen sei. Aus Angst, er werde wie andere ehemalige LTTE-Mitglieder verhaftet, habe er Sri Lanka 199 (…) verlassen und in (Land) um Asyl nachgesucht. Die deutschen Behörden hätten sein Asylgesuch abgelehnt, da sie seine Vor- bringen als unglaubhaft erachtet hätten. Im Januar 20 (…) sei er deshal b nach F._______ gereist. In F._______ habe er im Jahre 20(...) zum Chris- tentum konvertiert und geheiratet, diese Ehe sei in der Zwischenzeit i n- des wieder geschieden worden. Der gemeinsame Sohn sei 2007 zur Welt gekommen. Vorerst hätten die (...) Behörden ihm ein Bleiberecht zue r- kannt, wogegen die Migrationsbehörden indes erfolgreich Beschwerde erhoben hätten, da er Mitglied der LTTE gewesen sei. Im Mai 20 (…) sei er deshalb von den (...) Behörden nach Sri Lank a ausgeschafft worden. Bei der Grenzkontrolle habe er keine Probleme gehabt, aber am selben Abend seien Leute des CID ( "Criminal Investigation Department ", G e- heimdienst) und die Polizei zu seiner Lodge gekommen und hätten ihn ausgefragt. Aufgrund der Abschiebung aus F._______ habe der CID am Flughafen seine Personalien aufgenommen und ein neues Dossier über ihn eröffnet. Nachdem die sri-lankischen Behörden erneut Nachforschun- gen angestellt hätten, sei bekannt geworden , dass er bereits LTTE - Mitglied gewesen sei. Aus Angst vor R epressionen sei er im August 20(…) von Colombo aus in sein Heimatdorf in Jaffna zurückgekehrt. Weil E-4026/2012 Seite 3 die sri -lankischen Behörden jedoch weiterhin nach ihm "gefragt" bzw. "gesucht" hätten, sei er Ende August wieder nach Colombo zurückg e- kehrt, worauf "Unbekan nte" am 7. September 20 (…) seinen Vater "aus Rache" ermordet hätten. Nach der Ermordung seines Vater habe er sich fünf Jahre lang in der Region Colombo aufgehalten, habe dort aber über keinen ständigen Wohnsitz verfügt, da er sich ständig habe verstecken müssen. Gelebt habe er vom Geld der Eltern, von seinem Ersparten und Spenden verschiedener Pfarrämter. Im Jahr 20(…) habe er ein Asylg e- such bei der Schweizer Botschaft gestellt, worauf man ihm 20 (…) mitge- teilt habe, er solle sein Gesuch auf Deutsch verfasse n. Ende 20(…) hät- ten die sri -lankischen Behörden ihn an der registrierten Adresse gesucht und, da er nicht dort gewesen sei, stattdessen seinen Bruder verhaftet. Dieser sei dann ungefähr einen Monat in einem Gefangenenlager in G._______ inhaftiert gewesen. Der Bruder sei (Beruf) und arbeite beim (Arbeitgeber). Der Beschwerdeführer habe keinen Kontakt zu ihm und wisse nicht, wo er lebe . Ein anderer Bruder sei 20 (…) nach der Ermo r- dung des Vaters von der SLA entführt worden und über dessen Verbleib wisse er ebenfalls nichts. Im Jahr 20(…) habe ihm das Pfarramt mitg e- teilt, es könne ihn nicht weiter beschützen, weshalb er nach Jaffna z u- rückgekehrt sei. Etwa sechs Monate vor seiner Abreise sei der Nachric h- tendienst der SLA gekommen. Er sei kurz vor Mitternacht fes tgenommen und in eine Militärbasis in H._______ gebracht worden, wo er drei Tage inhaftiert gewesen sei. Dank der Bemühungen seiner Mutter sei er frei gekommen und habe danach ständig zur Militärbasis gehen müssen, um "Unterschrift zu leisten". Da erfahrun gsgemäss viele Leute, welche "U n- terschrift leisten gingen", plötzlich verschw unden seien, habe er nach zwei Monaten den Entschluss gefasst, seinen Heimatstaat zu verlassen. Mithilfe eines Schleppers, welcher ihm einen gefälschten deutschen Re i- sepass besorg t habe, sei er am (…) Juni 2012 von Colombo nach I._______ geflogen. Nach einem vier - bis fünftägigen Aufenthalt in J._______ habe er seine Reise via K._______ nach B._______ mit sei- nem eigenen Reisepass fortgesetzt (vgl. A14/15). Als Belege für seine Vorbringen reichte er unter anderem mehrere Ze i- tungsartikel ein. E in Antwortschreiben der US -Botschaft in Colombo betreffend sein Asylgesuch vom 5. November 20(…) , eine Bestätigung vom 24. Oktober 20 (…) betreffend die Anzeige des gewal tsamen Todes seines Vater bei der "Human Rights Com mission" am 6. September 20(…) sowie eine Bestätigung vom IKRK (Internationale s Komitee vom Roten Kreuz) vom 2. Januar 20(…) bezüglich des Haftbesuchs des IKRK E-4026/2012 Seite 4 am 3. Dezember 20 (…) und der Entlassung seines Bruders aus der Haft am 28. Dezember 20(…). B. Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 23. Juli 2012 – eröffnet am 24. Juli 2012 – ab und ordnete die Weg- weisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Seine Vor- bringen würden damit den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standhalten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Demzufolge erfülle er die Flüchtlingseigenschaft nicht, so d ass das Asyl- gesuch abzulehnen sei. Der Wegweisungsvollzug sei zudem zulässig, zumutbar und möglich. Auf die ausführliche Begründung wird, soweit en t- scheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. C. Dagegen liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 31. Ju li 2012 (Poststempel) durch seinen Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsge- richt Beschwerde erheben und beantragen, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben, die Sache sei zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen bzw. eventuell sei seine Flüch tlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Eventuell sei die vorinstanzliche Verfügung die Dispositivziffern 4 und 5 betreffend aufzuheben und es sei die Unzuläs sigkeit oder die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. In prozessrechtlicher Hinsicht wurde beantragt, dem Beschwerdeführer sei eine angemessene Nachfrist zur Einreichung einer Beschwerdee r- gänzung anzusetzen, ihm sei im Sinne einer vorläufi gen Aufnahme die Einreise in die Schweiz zu gestat ten und dem Rechtsvertreter sei vor Gutheissung der vorliegenden Beschwerde eine angemessene Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote zur Bestimmung der Parteien t- schädigung anzusetzen. Auf die B egründung wird – soweit Entscheid relevant – in den Erwägu n- gen eingegangen. D. Sämtliche vorinstanzlichen Akten w urden von der Flughafenpolizei des E-4026/2012 Seite 5 Kantons B._______ dem Bundesverwaltungsgericht per Telefax am 2. August 2012 übermittelt. E. Mit Zwischenverfügung vom 2. August 2012 – eröffnet am 8. August 2012 – trat das Bundesverwaltungsgericht auf den Antrag auf Bewilligung der Einreise nicht ein. Der Antrag auf angemessene Fristansetzung zur Ei n- reichung einer detaillierten Kostennote wurde abgewiesen. Ferner wurde verfügt, dem Beschwerdeführer werde eine Frist von drei Tagen ab Erhalt der Verfügung zum Nachreichen einer Beschwerdeverbesserung – in Be- zug auf die Begründung betreffend die Gewährung von Asyl sowie Aner- kennung der Flüchtlingseigenschaft – eingeräumt und bei unbenutztem Fristablauf auf die entsprechenden Begehren nicht eingetreten. F. Mit Eingabe vom 10. August 2012 (Poststempel) wurde fristgerecht eine "Beschwerdeergänzung" eingereicht. Auf d eren Inhalt wird, soweit en t- scheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das B undesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). E-4026/2012 Seite 6 1.3 Die Beschwerde ist frist - und form gerecht eingereicht (vgl. Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG ). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefo chtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einre i- chung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 48 Abs. 1 VwVG). 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Der Beschwerdeführer macht in seiner Eingabe vom 10. August 2012 neu eine Verletzung des Akteneinsichtsrecht s bzw. des rechtlichen G e- hörs geltend und ersucht um Einsicht in die Aktenstücke A6/1, A11/3, A12/4 und A15/8 – dem BFM auf Geheiss des Beschwerdeführers aus dem Ausland zugesandte Unterlagen – sowie in die Akten seiner Asylver- fahren im Ausland (Schweizer Botschaft in Colombo und in F._______). Auf die Aktenstücke habe sich das BFM anlässlich der Befragung und der Anhörung sowie im Entscheid jeweils bezogen. Zudem werde aus dem Anhörungsprotokoll ersichtlich, dass das BFM im Besitz der Unterlagen des Schweizer Botschaftsverfahrens und des (ausländischen) Asylverfah- rens sei (vgl. A14/15 S. 6 und 14). Diese Akten, welche bisher nicht o f- fengelegt worden seien , seien für die Abklärung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Beurteilung des Asy l- gesuchs des Beschwerdeführers von erheblicher Relevanz . Ferner wird darum ersucht, dass dem Beschwerdeführer nach der Zustellung dieser Akten eine angemessene Frist zur Einreichung einer Bes chwerdeergän- zung angesetzt werde (vgl. "Beschwerdeergänzung" S. 1- 2). 3.1.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst gemäss Art. 29 Abs. 2 BV nebst weiteren Verfahrensgarantien auch das Recht auf Ak - teneinsicht. Die allgemeinen, aus der Bundesverfassung abgel eiteten Grundsätze zum Akteneinsichtsrecht haben in den Art. 26 - 28 VwVG Ausdruck gefunden (BGE 115 V 297 E. 2d). Die Gewährung der Akte n- einsicht ist der Grundsatz, deren Verweigerung die Ausnahme. Art. 26 Abs. 1 VwVG beinhaltet den grundsätzlichen Anspruch der Partei oder ih- res Vertreters auf Einsicht in die Verfahrensakten, worunter gemäss Buchstabe b dieser Bestimmu ng alle als Beweismittel dienen den Akten- stücke fallen, nämlich all di ejenigen, die für die Entscheid findung der Be-E-4026/2012 Seite 7 hörde entscheidrelevant sind oder sein könnten. Im Anwendungsbereich von Art. 26 - 28 VwVG ist ferner die Frage, ob bestimmte Akten im Ra h- men des Akt eneinsichtsrechts der Partei zu gänglich sind oder nicht, zu trennen von der Frage, wie weit dieser im Rahmen des rechtlichen G e- hörs ein Recht zur Stellungnahme zusteht: Das Äusserungsrecht b e- schränkt sich auf die Grundlagen des Entscheides, namentlich den Sach- verhalt und die anwendbaren Rechts normen, umfasst aber nicht den A n- spruch, sich zur Sachverhaltswürdi gung zu äussern oder am v erwal- tungsinternen Entscheidverfahren teil zunehmen (vgl. STEPHAN C. BRUN- NER in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], VwVG, Kommentar zum Bundesge- setz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 26 Rz. 41; PATRICK SUTTER in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], VwVG, Kommentar zum Bun desgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 29 Rz. 12 und 14; BERNHARD WALDMANN/JÜRG BICKEL in: Bern- hard Wald mann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 30, N 18;). 3.1.2 Vorliegend sind die genannten Aktenstücke zum Einen auf Geheiss des Beschwerdeführers dem BFM zugesandt worden, weshalb er über dessen Inhalt Kenntnis haben sollte. Zum Andern scheinen die angege- ben Protokollstellen der Anhörung tatsächlich darauf hinzudeuten , dass die Vorinstanz über die Akten der – abgeschlossenen – ausländischen Verfahren verfügte. Indes dienten Letztere ihr nicht als Entscheidung s- grundlage für ihre Verfügung, weshalb für das BFM kein Anlass bestand, diese zur Einsicht zuzu stellen. Die Rüge der Verletzung des Aktenei n- sichtsrechts respektive des rechtlichen Gehörs erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet. Es besteht folglich auch für das Bundesve r- waltungsgericht kein Anlass, den Beschwerdeführer antragsgemäss d i- rekt anz uhören oder ihm Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel zu gewähren, zumal der für die Entscheidfindung notwendige Sachverhalt – wie soeben dargelegt – aufgrund der Akten erstellt ist. 3.2 In formeller Hinsicht wird weiter geltend gemacht, die Vorinstanz habe offensichtlich die vorgebrachte asylrelevante Verfolgung nicht korrekt ver- standen, weshalb der rechtserhebliche Sachverhalt sowohl unvollständig als auch unrichtig abgeklärt worden sei. So sei sie fälschlicherweise da- von ausgegangen, dass die aktuelle Verfolgung des Beschwerdeführers auf seine im jugendlichen Alter für die LTTE getätigten Aktivitäten zurück- zuführen sei, wohingegen sie übersehen habe, dass die eigentliche Ve r- folgung des Beschwerdeführers erst deshalb ein gesetzt hab e, weil er durch seine zwangsweise Rückschaffung aus F._______ im Jahre 20(…) E-4026/2012 Seite 8 bei den sri -lankischen Behörden unter einen beson deren Verdacht gera- ten sei. Dieser habe in der Tötung seines Vaters, in der Entführung seines Bruders und in der Festn ahme eines weiteren Bruders gegipfelt. Um den Sachverhalt richtig zu erfassen, hätte das BFM die vorgebrachte Entfü h- rung bzw. Verhaftung der Brüder und die Tötung des Vaters näher abkl ä- ren müssen, da der Beschwerdeführer diese Verfolgungsmassnahmen im Zusammenhang mit der eigenen Verfolgung durch die sri -lankischen Be- hörden gestellt habe. Dass die Akten des Botschaftsverfahrens vom BFM nicht beigezogen bzw. nicht in das Aktenverzeichnis aufgenommen wo r- den seien, sei ebenfalls eine unvollständige und unrichtige Aufnahme des Sachverhaltes durch das BFM. Ferner sei der Sachverhalt unvollständig abgeklärt, da die Vorinstanz keinerlei länderspezifische Informationen und Länderberichte beigezogen habe. Das betreffe insbesondere die Tatsa- che, dass die (...) Behörden Personen mit einer LTTE-Vergangenheit sys- tematisch nach Sri Lanka zurückschaffen würden, da F._______ die LTTE als terroristische Organisation einstufe. 3.2.1 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) fordert unter anderem auch, dass die verfü- gende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berück sichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederzu schlagen hat (Art. 35 Abs. 1 VwVG; vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 E. 6.3). Ferner soll die A b- fassung der Begründung dem Betroffenen ermöglichen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten, was nur dann der Fall ist, wenn sich dieser und auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des En t- scheides ein Bild machen können, wobei sich die verfügende Behörde a l- lerdings nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und je- dem rechtlichen Einwand auseinander setzen muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte einer Argumentation beschränken kann. Die Begründungsdichte richtet sich dabei nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen und den Interessen des Betroffenen, wobei bei schwerwiegenden Eingriffen in dessen rechtlich geschützte Interessen – und um solche geht es bei der Frage der Gewährung des Asyls – eine sorgfältige Begründung verlangt wird (EMARK 2006 Nr. 24 E. 5.1). Im Asylverfahren – wie im übrigen Verwaltungsverfahren – gilt im Wei - teren der Untersuchungsgrundsatz, das heisst, die Asylbehörde hat den rechtserheblichen Sachverhalt vor ihrem Entscheid von Amtes we gen vollständig und richtig abzuklären (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG, Art. E-4026/2012 Seite 9 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Dabei muss sie die für das Verfahren erforderli- chen Sachverhaltsunterlagen bescha ffen und die rele vanten Umstände abklären und da rüber ordnungsgemäss Beweis füh ren. Gemäss Art. 8 AsylG hat die asylsuchende Person demgegenüber die Pflicht und unter dem Blickwinkel des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 VwVG und Art. 29 Abs. 2 BV das Recht, an der Fest stellung des Sachverhalts mi t- zuwirken (vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2, BVGE 2007/21 E. 11.1.3 mit Hi n- weis auf EMARK 2003 Nr. 13; vgl. auch EMARK 2004 Nr. 16 E. 7a und 2004 Nr. 30 E. 5.3.1). 3.2.2 Entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers hat die Vorin- stanz vorliegend zum Einen nicht übersehen, dass er unter anderem gel- tend machte, er sei aufgrund seiner Rückschaffung aus F._______ erneut ins Visier der sri-lankischen Behörden gelangt. Vielmehr geht die Vori n- stanz davon aus, dass diese Begründung als verfolgungsauslösendes Moment nicht überzeuge ; mithin beschlagen die vorinstanzlichen Fes t- stellungen die rechtliche Würdigung seiner Vorbringen und weniger d ie Erstellung des Sachverhaltes . Zum Anderen geht der Vorwurf des B e- schwerdeführers, das BFM hätte die geltend gemachte Ermordung des Vaters und die Entführung bzw. Verhaftung der Brüder näher abklären müssen, um den Sachverhalt korrekt zu erfassen, vollkommen ins Leere, zumal es ihm nicht gelungen ist, deren Zusammenhang mit seinen eig e- nen Verfolgungsvorbringen mittels der eingereichten Beweismittel rechts- genüglich zu belegen. Die Vorinstanz traf folglich aufgrund des Unters u- chungsgrundsatzes keine Pflicht, diesbezüglich weitere Abklärungen vor- zunehmen. Die Folgen der Beweislosigkeit hat der Beschwerdeführer zu tragen, zumal es ihm im Rahmen seiner Mitwirkungspflich t gemäss Art. 8 AsylG unbenommen gewesen wäre, tauglichere Beweismittel einzure i- chen bzw. einreichen zu lassen. Schliesslich stellen weder der Nichtbei- zug der Akten des Botschaftsverfahrens noch die unbegründete Behaup- tung des Beschwerdeführers, das BFM habe bei seinem Entscheid ke i- nerlei länderspezifische Informationen und Länderberichte beigezog en, eine unkorrekte bzw. unvollständige Erfassung des Sachverhaltes dar. Der Sachverhalt wurde von der Vorinstanz somit vollständig und korrekt festgestellt und der vorinstanzliche Entscheid konnte vom Beschwerd e- führer entsprechend sachgerecht angefochten werden. Es ist somit keine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu erkennen, mithin kann kein Verfa h- rensmangel festgestellt werden. E-4026/2012 Seite 10 3.3 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die Verfügung des BFM vom 23. Juli 2012 aus formellen Gründen aufzuheben und die Sa- che zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Re ligion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4.3 Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Rau m für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richti g- keit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwi e- gen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise a bzustellen (vgl. EMARK 2004 Nr. 1 E. 5a). Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen E r- lebnisse betreffende, substantiierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheits- gemässe Schilderung einer tatsächlich erlittenen Verfolgung ist geken n- zeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftm a- chung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinsti m- mung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Substantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder E-4026/2012 Seite 11 gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsda r- stellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftm a- chung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarste l- lung sprechen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.3). 5. 5.1 Zur Begründung seines abweisenden Entscheides führte die Vorin- stanz aus, der Beschwerdeführer habe angegeben , seit 199(…) von den sri-lankischen Behörden wegen seiner Tätigkeiten für die LTTE – er habe von (…) für die Bewegung (Tätigkeit) – gesucht zu werden. Diese Aussa- gen würden nicht überzeugen. So geläng e es ihm nicht nachvollziehbare und detaillierte Angaben zu liefern. Er wiederhole pauschal, er sei zw i- schen 199(…) und 199(…) von den Behörden bzw. von der Armee, von der Polizei und vom Nachrichtendienst CID gesucht worden. Einzelheiten zu diesen Vorfäll en würden indes gänzlich fehlen (vgl. A14/15 S. 5 -6). Auch zu den Ereignissen, welche zwischen 20 (...) und 2012 angeblich stattgefunden haben sollen, habe der Beschwerdeführer keine Details zu Protokoll gegeben. Er habe wiederholt erklärt, er sei gesucht w orden und habe sich verstecken müssen. Er habe ausgesagt, die Behörden hätten ihn verfolgt, weil er in den 1990er Jahren der LTTE geholfen habe, und die Sicherheitsbeamten dies gewusst hätten, weil die F._______ bekannt dafür seien, LTTE-Mitglieder nach Sri Lanka auszuschaffen. Dieser Erklä- rungsversuch würde indes nicht überzeugen, insbesondere weil der Be- schwerdeführer kein führendes Mitglied der Bewegung gewesen sei. Es sei wohl möglich, dass er im Jahre 199 (…), nach seiner Rückkehr ins Heimatdorf, von de n Behörden befragt worden sei. Gemäss Erkenntni s- sen des BFM sei es indes nicht plausibel, dass er aufgrund seiner unw e- sentlichen Tätigkeiten bei der LTTE im Jahre 20 (…) noch aktiv von den Behörden gesucht worden sei. Die sri -lankische Regierung hätte über Jahre hinaus weder Zeit noch Personal investiert, um eine Person zu s u- chen, welche keinerlei Gefahr für den Staat darstellen würde. In diesem Zusammenhang habe der Beschwerdeführer keine relevanten Angaben gemacht (vgl. A14/15 S. 7). Auch gelänge es ihm nicht, detailliert über die angeblichen Suchaktionen der Behörden zu berichten. Weiter erkläre er, dass sein Vater von Unbekannten, welche ihn (den Beschwerdeführer) vorgängig gesucht hätten, ermordet worden sei. Dieser tragische Vorfall werde mit einigen ob erflächlichen Sätzen zu Protokoll gegeben (vgl. A14/15 S. 5-6 und 9). Die eingereichten Beweismittel (Zeitungsartikel und Todesschein) würden zwar auf einen gewaltsamen Tod des Vaters hi n-E-4026/2012 Seite 12 deuten, indes würden sie in keiner Weise die Version des Beschwerd e- führers, wonach sein Vater von ihn suchenden, regierungsnahen Unb e- kannten ermordet worden sei, zu bestätigen vermögen. Bezüglich des Aufenthalts in Colombo und anderen Teilen des Landes seien mehrere Ungereimtheiten festzustellen. So sei es höchst unwahrsche inlich, dass sich der Beschwerdeführer (Zahl) Jahre lang in verschiedenen Orten ve r- steckt habe, ohne eine mittel - oder langfristige Lösung zu finden. Es sei insbesondere nicht nachvollziehbar, dass er nicht früher ins Ausland g e- flüchtet sei, wie er es in d er Vergangenheit aus angeblich ähnlichen Gründen gemacht habe. Weiter könne er keine Details zur Festnahme seines Bruders geben (vgl. A14/15 S. 10). Es sei jedoch anzunehmen, dass eine Person, die selber gefährdet sei, sich ausführlich über das Schicksal eines verfolgten Bruders informiere. Die Bestätigung des IKRK vermöge die fehlenden Details nicht zu kompensieren. Schliesslich sei die Festnahme des Beschwerdeführers vom Januar 2012 nicht glaubhaft, da nicht ersichtlich sei, weshalb im Jahr 2012 die Behör den einen unb e- deutenden Helfer der LTTE, der von (…) für diese tätig gewesen sei, noch suchen und festnehmen würden. Widersinnig sei zudem, dass die Behör- den den Beschwerdeführer über Jahre hinaus gesucht hätten, um ihn nach seiner gelungenen Festnahme nac h drei Tagen wieder freizulassen (vgl. A14/15 S. 11). Zu dieser Ungereimtheit gebe der Beschwerdeführer keine überzeugende Erklärung. Er habe sich mit der Aussage begnügt, seine Mutter habe seine Freilassung bewirkt und in der Folge habe er ja Unterschrift leisten müs sen. Schliesslich würden die abgegebenen B e- weismittel die geltend gemachten Verfolgungen nicht zu belegen verm ö- gen. 5.2 Dem Vorwurf der Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen hält der B e- schwerdeführer entgegen, er habe eindrücklich geschildert, wie sich die Situation in den Jahren (…) entwickelt habe (vgl. A14/15 S. 4-5). Er habe zu dieser Vorgeschichte, bei welcher es sich nicht um die Flucht ausl ö- senden Gründe im Jahr 2012 handeln würde, detaillierte Angaben g e- macht und seine damalige Situation auch in Übereins timmung mit den verfügbaren Länderinformationen geschildert. Der vom BFM unsystem a- tisch und unlogisch gestaltete Befragungsablauf habe es "dem B e- schwerdeführer verunmöglicht zu realisieren, wann welche Details vorz u- bringen seien". Nachdem er gerade nicht g eltend gemacht habe, dass er im Jahr 20 (…) auf Grund seiner LTTE-Tätigkeit von (…) gesucht worden sei, sondern wegen des durch seine Rückschaffung aus F._______ ent- standenen Verdachtes der sri-lankischen Behörden, könne ihm nicht vo r- geworfen werden, es sei nicht plausibel, dass er deswegen im Jahr E-4026/2012 Seite 13 20(…) noch gesucht worden sei. Die Suchaktion aus dem Jahre 20 (…) habe er nicht konkret erlebt, sondern darüber von seinen Verwandten nur bruchstückhafte Informationen erhalten. Dagegen habe er über seine Festnahme Mitte Januar 2012, welche er selber erlebt habe, detailliert und mit Klarheit Auskunft gegeben. Weiter würde die Ermordung des V a- ters genau in das Schema passen, welches die sri -lankischen Behörden gegen Familienangehörige von Personen, welche der ehemal igen LTTE- Mitgliedschaft verdächtigt würden, anwenden würden. Da keine Zeugen für die Ermordung des Vaters existieren würden, diese aber vor dem ge l- tend gemachten Hintergrund des wiederholten Suchen s nach dem Be- schwerdeführer geschehen sei, sei mit einer e rheblichen Wahrscheinlich- keit (mehr als 50%) davon auszugehen, dass die Ermordung des Vaters genau in dem von ihm geltend gemachten Zusammenhang stehe. Sein langjähriges Verstecken habe den Verdacht der sri -lankischen Behörden, der Beschwerdeführer sei mit den LTTE in Verbindung gestanden, ve r- stärkt. So habe er anlässlich der Befragung und der Anhörung auch seine ständige Angst vor Entdeckung thematisiert. Die vorinstanzliche Festste l- lung, es sei widersinnig, dass die sri-lankischen Behörden den B e- schwerdeführer drei Jahre gesucht hätten, um ihn nach seiner gelung e- nen Festnahme nach drei Tagen wieder frei zu lassen, sei auf das Fehlen länderspezifischer Informationen und Kenntnisse des BFM zurückzufü h- ren. Die Verfolgung durch die sri -lankischen Behörden sei nämlich einer- seits durch Willkür geprägt. Andererseits sei ausreichend dokumentiert, dass Personen, welche wegen Aktivitäten für die LTTE verdächtigt we r- den, denen dies aber nicht konkret nachgewiesen werden könne, rege l- mässig nach wenigen Tagen wieder fre igelassen und durch paramilitär i- sche Kräfte im Auftrag der Regierung liquidiert worden seien. Zusammen- fassend sei – falls der geltend gemachte Sachverhalt richtig verstanden, die wesentlichen Länderinformationen beigezogen und die notwendigen Sachverhaltsabklärungen gemacht würden – sehr wohl von der Glaubhaf- tigkeit seiner Vorbringen auszugehen (vgl. "Beschwerdeergänzung" S. 8 - 10). 5.3 Die vorgebrachten Argumente des Beschwerdeführers vermögen nach einer Gesamtwürdigung der Akten in keiner Weise zu überze ugen. Vorab ist festzustellen, dass nicht ersichtlich wird, inwiefern die Anhörung des Beschwerdeführers durch die Vorinstanz unlogisch bzw. unsystem a- tisch erfolgt sein soll. Dem Protokoll ist zu entnehmen, dass die Anhörung mit der ersten Ausreise (199 […]) begann und chronologisch über die Asylverfahren in (Land) und F._______ zur Rückschaffung nach Sri La n- ka im Jahre 20 (…) weitergeführt wurde (vgl. A14/15 S. 2 -3). Erst als der E-4026/2012 Seite 14 Beschwerdeführer anlässlich der geltend gemachten Verfolgungssituation von 20(…) bis 2012 darauf verwies, dass er aufgrund seiner ehemaligen LTTE-Mitgliedschaft bedroht gewesen sei (vgl. A14/15 S. 4 Frage 17 ), begannen die Fragen zu seinen Tätigkeiten für die LTTE und der danach angeblich eingetretenen Verf olgung in den Jahren 199(…) bis 199 (…) (vgl. A14/15 S. 4-7). Dem Beschwerdeführer wurde anschliessend au s- führlich Gelegenheit gegeben, über Verfolgungshandlungen von Seiten der sri -lankischen Behörden von 20 (…) bis 2012 zu berichten (A14/15 S. 7 insbesondere Fragen 55, 56 und 57; S. 8 insbesondere Fragen 63 und 64; S. 11 insbesondere Fragen 100 -105). Verfahrenstechnisch ver- unmöglichte der Befragungsablauf es dem Beschwerdeführer somit in keiner Weise, jeweils in seinen Antworten Details zur geltend gemachten Verfolgung wiederzugeben. Somit kann der vom BFM gewählte Befr a- gungsablauf auch nicht dazu dienen, die – zu Recht von der Vorinstanz als unsubstantiiert und detailarm bezeichneten – Antworten des B e- schwerdeführers zu erklären. Hingegen k önnen die vorinstanzlichen Feststellungen, dass seine detailarmen Aussagen die Suchaktionen s o- wohl in den Jahren 199 (…) bis 199(…) als auch 20 (…) bis 2012 betre f- fend als Element gegen die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen zu werten seien, vollumfänglich be stätigt werden. Um Wiederholungen zu verme i- den sei auf die entsprechenden zutreffenden vorinstanzlichen Erwägu n- gen zu verweisen (vgl. oben in E. 5.1). Absurd ist schliesslich das Argu- ment, wonach die Ermordung des Vaters zwar ohne Zeugen erfolg t sei, weshalb nicht belegt werden könne, dass sie – wie vom Beschwerdefüh- rer geltend gemacht – im Zusammenhang mit seiner eigenen Verfolgung stehe, folglich dies mit einer erheblichen Wahrscheinlichkeit anzunehmen sei. Der Beschwerdeführer erkennt nicht, dass er seine Asylgründe im Sinne von Art. 7 AsylG glaubhaft machen bzw. belegen muss und die Glaubhaftigkeit nicht schon zu bestätigen ist, wenn der Inhalt der Vorbrin- gen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentl i- che und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhalt s- darstellung sprechen. Die Vorbringen des Beschwerdeführers zu diesen Vorfällen sind – wie die Vorinstanz zu Recht feststellte (vgl. E. 5.1) – un- substantiiert. Die eingereichten Beweismittel belegen zwar den gewal t- samen Tod des Vaters im September 20 (…) bzw. die Inhaftierung d es Bruders im Dezember 20 (…), indes aber nicht deren vorgetragener Be- zug zu seiner eigenen Verfolgung. Schliesslich vermag der Beschwerde- führer auch der korrekten vorinstanzlichen Feststellung – es sei widersin- nig, dass die sri-lankischen Behörden ihn über Jahre gesucht hätten, um ihn nach seiner gelungenen Festnahme nach drei Tagen wieder frei zu lassen – nichts Substanzielles entgegenzuhalten. Vielmehr begnügt er E-4026/2012 Seite 15 sich mit dem pauschalen Hinweis auf das notorisch als willkürlich bekann- te Verhalten der sri -lankischen Behörden bzw. angeblich dokumentierte Vorfälle, wonach Festgenommene nach ein paar Tagen wieder freigela s- sen worden seien. Ferner bringt der Beschwerdeführer nicht vor, wegen seines Bruders, der als (Beruf) tätig sei, reflexverfolgt zu werden, weshalb allfällige diesbezügliche Befürchtungen vor künftiger Verfolgung nicht wei- ter zu prüfen sind, zumal dieser Bruder im Jahr 20 (…) nach kurzer Zeit wieder aus der Haft entlassen worden sei, und den Akten nicht zu en t- nehmen ist, dass andere Familienmitglieder deshalb behelligt worden wä- ren. 5.4 Die Vorinstanz hat somit zu Recht das Asylgesuch des Beschwerd e- führers vom 5. Juli 2012 mit Verfügung vom 23. Juli 2012 aufgrund der Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen im Sinne von Art. 7 AsylG abgelehnt, weshalb es sich erübrigt, auf die weiteren Erwägungen des Beschwerde- führers, insbesondere zur Asylrelevanz seiner Verfolgung, einzugehen, da diese am Ergebnis nichts zu ändern vermögen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdefüh rer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu E-4026/2012 Seite 16 beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigs- tens glaubhaft zu machen. 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise d er Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e inem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlun g oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in de n Heimatstaat ist demn ach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 7.2.2 Zur Unzulässigkeit führt der Beschwerdeführer aus , dass das einz i- ge europäische Land (Grossbritannien), welches abgewiesene tamilische Asylgesuchsteller zwangsweise nach Sri Lanka zurückgeschafft habe, dies im Februar und März 2012 gestoppt habe, da jedem Rückkehrenden die Gefahr einer unmenschlichen Behandlung drohe und damit eine Ve r- letzung von Art. 3 EMRK . Das oberste britische Gericht, welches diesen Entscheid am 31. Mai 2012 gefällt habe, habe sich dabei auf umfangre i-E-4026/2012 Seite 17 ches und gut recherchiertes Datenmateriel gestützt. Es liege somit eine klare Beweislage darüber vor, dass heute grundsätzlich von einer Unz u- lässigkeit des Wegweisungsvollzugs auszugehen sei, was zwangsläufig zumindest zur vorläufigen Aufnahme des Beschwerdeführers führen müsse. 7.2.3 Dazu gilt festzuhalten, dass gemäss Praxis des Europäischen G e- richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti- Folterausschusses der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen müsste, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saa di gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Ferner hat sich der EGMR mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK -widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europäis chen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. EGMR, NA. gegen Grossbritannien, Urteil vom 17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07, EGMR, P .K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08, EGMR, T.N. g e- gen Däne mark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08, EGMR, E.G. gegen Grossbritannien, Urteil vom 31. Mai 2011, Beschwe r- de Nr. 41178/08). Der Gerichtshof unterstreicht, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen droh e u n- menschliche Behandlung; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr verschiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich in s- gesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörde n hätten an seiner Fes t- nahme und Befragung ein Interesse. Als derartige risikobegründende Faktoren nennt der EGMR namentlich Aspekte wie eine frühere Registrie- rung als verdächtigtes oder tatsächliches LTTE -Mitglied, das Bestehen einer Vorstrafe oder eines offenen Haftbefehls, die Flucht aus der Haft oder aus Kautionsauflagen, die Unterzeichnung eines Geständnisses oder ähnlicher Dokumente, die Anwerbung als Informant der Sicherheit s- kräfte, die Existenz von Körpernarben, die Rückkehr nach Sri Lanka von London oder von einem anderen Ort, welcher als LTTE - Finanzmittelbeschaffungszentrum gilt, das Fehlen von ID -Papieren oder anderen Dokumenten, die Asylgesuchstellung im Ausland oder die Ve r- wandtschaft mit einem LTTE -Mitglied. Gleichzeitig hält der EGMR fest, dass dem Umstand gebührende Beachtung geschenkt werden müsse, dass diese einzelnen Faktoren, für sich alleine betrachtet, möglicherweise kein "real risk" darstellten, jedoch bei einer kumulativen Würdigung diese E-4026/2012 Seite 18 Schwelle erreicht sein könnte, namentlich unter der weiteren Berücksich- tigung der aktuellen, gegebenenfalls erhöhten, Sicherheitsvorkehrungen aufgrund der im Lande herrschenden allgemeinen Lage (vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a. a. O., § 93 S. 28). 7.2.4 Nachdem der Beschwerdeführer nicht glaub haft gemacht hat, dass er befürchten müsse, bei einer Rück kehr ins Hei matland die Aufmer k- samkeit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevan- ten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte d a- für, ihm würde aus demselben Grund ein e menschenrechtswidrige B e- handlung im Heimatland drohen. Der vom Beschwerdeführer angeführte Vollzugsstopp der britischen Behörden in Bezug auf tamilische Rückke h- rer vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern, zumal über die H i- tergründe des vom "Honourable Mr. Justice Eady" am 31. Mai 2012 ve r- fügten Vollzugsstopps und die betroffenen Asylsuchenden keine Details bekannt sind. Gemäss der dazu eingereichten Medienberichterstattung ist darauf zu schliessen, dass es sich beim verfügten Vollzugsstopp um eine vorsorgliche Massnahme handelt, da dem "Human Rights Watch" (HRW) Bericht vom 29. Mai 2012 neue relevante Hinweise zum Risiko einer u n- menschlichen Behandlung zu entnehmen seien. Der genannte Bericht befasst sich mit einigen dokumentierten Fällen von tamilischen Rückkeh- rern aus Gros sbritannien, welche in Sri Lanka Folter und unmenschliche Behandlung erfahren haben. Indes kann aufgrund des HRW -Berichts oder der Tatsache, dass ein britisches Gericht einen Vollzugsstopp ang e- ordnet hat, nicht in generel ler Weise davon ausgegangen werden, z u- rückkehrenden Tamilen aus aller Welt drohe rein aufgrund ihrer Ethnie unmenschliche Behandlung. 7.2.5 Im Sinne der vom EGMR entwickelten Praxis (vgl. Ausführungen in E. 7.3.3) lassen demnach weder die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka noch individuelle Faktoren in Bezug auf die Situation des Be- schwerdeführers den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzulässig erscheinen. Nach dem G esagten ist der Vollzug der Wegwe i- sung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völke rrechtlichen Besti m- mungen zulässig. 7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e-E-4026/2012 Seite 19 fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seiner letzten Lageanalyse im Urteil vom 27. Oktober 2011 in BVGE 2011/24 festgestellt, der Wegwei- sungsvollzug in die Nordprovinz – mit Ausnahme des Vanni-Gebiets – sei grundsätzlich zumutbar, wobei sich eine zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien ebenso aufdränge wie eine Berüc k- sichtigung der zeitlichen Elemente (E. 13.2.1). Für Personen, welche aus der Nordprovinz stammen würd en und dieses Gebiet erst nach Beend i- gung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen hätten, sei der Wegwe i- sungsvollzug zurück in diese Gebiet grundsätzlich zumutbar (E. 13.2.1.1). Für Personen, die aus der Nordprovinz stammen würden und deren let z- ter Aufenthalt dort längere Zeit zurückliege, seien die aktuellen Lebens - und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären und das Vorhandensein b e- günstigender Fakto ren (Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes, Sicherung des Existenzminimums und der Wohnsitu ation) zu p rüfen (E. 13.2.1.2). 7.3.2 Die Vorinstanz führte dazu in ihrer Verfügung vom 23. Juli 2012 aus, der Gesuchsteller stamme aus Jaffna. Zudem habe er mehrere Jahre in Colombo gelebt. In Anbetracht der Ausführungen von BVGE 2011/24 sei der Vollzug der Wegweisung in den Heimatstaat somit zumutbar, da we- der die vor Ort herrschende Sicherheitslage noch individuelle Gründe g e- gen einen Wegweisungsvollzug sprechen würden. Der Beschwerdeführer sei jung und gesund. Er stamme aus einer relativ wohlhabenden Familie, die in Jaf fna Land besitze, wo er auch über ein familiäres Netz verfügen würde. In den Neunzigerjahren habe er das berühmte (…) College in C._______ besucht. Berufliche Erfahrung habe er auch in (Land) und F._______ sammeln können. In (Ausland) lebe zudem sein Onkel und in F._______ seine ehemalige Ehefrau und das gemeinsame Kind. Es sei davon auszugehen, dass er bei diesen Personen gewisse Hilfeleis tungen anfordern könne. 7.3.3 Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, der BFM habe zu U n- recht festgestellt, der Beschwerdeführer verfüge in Sri Lanka über ein i n- taktes Familiennetz. Sein Vater sei ermordet und ein Bruder sei durch die sri-lankische Armee entführt worden. Ein weiterer Bruder lebe (Ausfüh- rung zum Beruf) und könne dem Beschwerdeführer keine Hilfeleistungen bei eine r Rückkehr bieten. Das Vermögen der Familie sei durch die Kriegsereignisse und die wiederholte Flucht des Beschwerdeführers E-4026/2012 Seite 20 ständig dezimiert worden und heute lebe die Mutter in ärmlichen Verhäl t- nissen. Von Seiten seiner verheirateten Schwestern sei keine Hilfe zu er- warten. Es würde somit bei einer Rückkehr nach Sri Lanka kein ausre i- chendes familiäres Netz bestehen und auch finanzielle Hilfe aus dem Ausland würde dem Beschwerdeführer nicht die notwendige Sicherheit geben. 7.3.4 Diese Ausführungen vermögen nicht z u überzeugen. Auch unter Annahme einer tatsächlich erfolgten Ermordung des Vaters, der Entfüh- rung des einen Bruders bzw. (Ausführungen zum anderen Bruder) verfügt der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge nach wie vor über ein ausgedehntes Beziehungsnetz in Sri Lanka (Mutter, zwei Schwestern, ei- ne Tante väterlicherseits, vier Tanten mütterlicherseits, zwei Onkel mütter- licherseits, dazu noch einige Cousins und Cousinen). Der Aktenlagen sind zudem keine individuellen Gründe, welche eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers indizieren, zu entnehmen. Vielmehr können die entsprechenden vorinstanzlichen Feststellungen der Verfügung vom 23. Juli 2012 – der Beschwerdeführer sei jung, gesund, verfüge über Beruf s- erfahrungen und entstamme einer relativ wohlhabenden Familie – vollum- fänglich bestätigt werden (vgl. E. 7.3.2). Zum Einwand der Dezimierung des familiären Vermögens aufgrund der Kriegswirren sei darauf hinzuwei- sen, dass allein wirtschaftliche Schwierigkeiten, von welchen die vor Ort ansässige Bevölkerung generell betroffen ist, wie beispielsweise Wo h- nungsnot oder ein schwieriger Arbeitsmarkt, für sich allein keine konkrete Gefährdung im Sinne vo n Art. 83 Abs. 4 AuG darstellt en (vgl. EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1 S. 215). Zumindest eine Bleibe und die Sicherung des Existenzminimums wird die Mutter des Beschwerdeführers ihm zur Verfügung stellen können. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 7.4 Schliesslich ist der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu b e- zeichnen (Art. 83 Abs. 2 AuG) , da ein – am Flughafen B._______ be- schlagnahmter – Reisepass des Beschwerdeführers vorliegt. 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung E-4026/2012 Seite 21 Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltun gsge- richt [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-4026/2012 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Tu-Binh Truong Versand: