<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2012.00691</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=212414&amp;W10_KEY=13013532&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2012.00691</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.11.2012</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 01.02.2013 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Niederlassungsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Scheinehe Das Migrationsamt hat von einer Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers abgesehen, da es auf Scheinehe schloss. Dieser Entscheid wurde vom Regierungsrat und vom Verwaltungsgericht geschützt, vom Bundesgericht aber aufgehoben und es wies die Sache zum Neuentscheid ans Verwaltungsgericht zurück. Es erwog, eine Scheinehe liege nicht bereits dann vor, wenn ausländerrechtlich Motive für den Eheschluss mitentscheidend waren. Erforderlich ist zusätzlich, dass der Wille zur Führung einer Lebensgemeinschaft - zumindest bei einem Ehepartner - von Anfang an nicht gegeben ist. Das Verwaltungsgericht habe nicht einzig aus den mutmasslichen Gründen des Beschwerdeführers für das Eingehen der Ehe auf eine Scheinehe schliessen dürfen. Steht einmal fest, dass der Eheschluss aus Sicht des Beschwerdeführers massgeblich aus ausländerrechtlichen Motiven erfolgt ist, was vorliegend erstellt ist, muss der Willen der Eheleute, eine echte Gemeinschaft zu bilden, in überzeugender Weise belegt werden, wofür eine gemeinsame Wohnadresse allein noch nicht ausreicht. Dies ist vorliegend nicht erfolgt, denn die Beziehung der Gatten erreicht, namentlich in affektiver Hinsicht, nicht die Qualität und Intensität einer Ehegemeinschaft. Abweisung. Gutheissung UP/URB.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INDIZIEN">INDIZIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEUENTSCHEIDUNG">NEUENTSCHEIDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWEISUNG (BGER)">RÃCKWEISUNG (BGER)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUFSGRUND">WIDERRUFSGRUND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 62 lit. a AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 63 Abs. I lit. a AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 96 Abs. I AuG</span><br/><span class="ungerade">§ 16 Abs. I VRG</span><br/><span class="gerade">§ 16 Abs. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=17059" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2012.00691</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">28. November 2012</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Martin Zweifel<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Andreas Frei, Verwaltungsrichterin Leana Isler, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jasmin Malla. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Der 1962 geborene tÃ¼rkische StaatsangehÃ¶rige A reiste am 4. Oktober 2000 illegal in die Schweiz ein und ersuchte erfolglos um Asyl. Am 12. September 2001 heiratete er in ZÃ¼rich die Schweizer BÃ¼rgerin C, worauf ihm das Migrationsamt zunÃ¤chst eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau und am 23. November 2006 eine Niederlassungsbewilligung erteilte. Mit VerfÃ¼gung vom 24. August 2010 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung von A und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Dies im Wesentlichen mit der BegrÃ¼ndung, es liege ein Widerrufsgrund im Sinn von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. a des Bundesgesetzes Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder vom 16. Dezember 2005 (AuG) vor, indem A die Ehe mit C nur zum Schein eingegangen sei, um die auslÃ¤nderrechtlichen Vorschriften zu umgehen.</p> <p class="Urteilstext"><span>Den hiergegen gerichteten Rekurs von A wies der Regierungsrat mit Beschluss vom 11. Mai 2011 ab, auferlegte ihm die Kosten des Verfahrens und verweigerte ihm die beantragte ParteientschÃ¤digung. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Beschwerde vom 13. Juni 2011 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, es sei ihm die Niederlassungsbewilligung ohne EinschrÃ¤nkung zu belassen und es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu belassen bzw. beizulegen. Zudem verlangte er eine ParteientschÃ¤digung. Weiter beantragte er die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und die Bestellung eines unentgeltlichen Vertreters und verlangte die GewÃ¤hrung einer Nachfrist von 14 Tagen zur Belegung des Gesuchs. In der Folge reichte er weitere Unterlagen nach.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 30. November 2011 wies das Verwaltungsgericht die von A erhobene Beschwerde ab. Es gewÃ¤hrte ihm aber die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und entschÃ¤digte Rechtsanwalt B als unentgeltlichen Rechtsbeistand im verwaltungsgerichtlichen Verfahren mit Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen); eine ParteientschÃ¤digung sprach es nicht zu. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b>Am 22. Oktober 2012 hiess das Bundesgericht die Beschwerde von A gut und wies die Sache im Sinn der ErwÃ¤gungen zum Neuentscheid ans Verwaltungsgericht zurÃ¼ck (BGr, 2C_22/2012). </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Nachdem das Bundesgericht die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gutgeheissen hat, ist das Verfahren Ã¼ber die Beschwerde vom 13. Juli 2011 wieder aufzunehmen. Dabei sind die bundesgerichtlichen ErwÃ¤gungen fÃ¼r das Verwaltungsgericht verbindlich (BGr, 24. Januar 2008, 1C_176/2007, E. 3.2; Ulrich Meyer in: Marcel Alexander Niggli/Peter Uebersax/Hans WiprÃ¤chtiger [Hrsg.], Bundesgerichtsgesetz, Basel 2008, Art. 107 N. 18).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu, sofern die Vorinstanz oder das Verwaltungsgericht nichts anderes anordnen (§ 55 in Verbindung mit § 25 Abs. 1â3 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Weil dies vorliegend nicht geschehen ist, erÃ¼brigt sich der entsprechende Antrag. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Das Bundesgericht hat erwogen, das Verwaltungsgericht habe den Umstand, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer vor der Eheschliessung aufgrund seines rechtkrÃ¤ftig abgewiesenen Asylgesuchs mit der Wegweisung konfrontiert sah, zu Recht als Indiz fÃ¼r eine Scheinehe gewertet. Ebenso habe es aufgrund der Aussagen beider Ehegatten davon ausgehen dÃ¼rfen, dass die aufenthaltsrechtliche Situation des BeschwerdefÃ¼hrers massgeblich zum Entschluss zur Eheschliessung beigetragen habe, was dieser denn auch nicht bestreite. Jedoch liege eine Scheinehe nicht bereits dann vor, wenn auslÃ¤nderrechtlich Motive fÃ¼r den Eheschluss mitentscheidend waren. Erforderlich ist zusÃ¤tzlich, dass der Wille zur FÃ¼hrung einer Lebensgemeinschaft â zumindest bei einem Ehepartner â von Anfang an nicht gegeben ist (BGE 121 II 97 E. 3b; BGr, 29. August 2011, 2C_914/2010, E. 2.4; und 15. November 2010, 2C_244/2010 E. 2.3). Die im hier zu beurteilenden Fall durchaus naheliegenden auslÃ¤nderrechtlichen Motive fÃ¼r den Eheschluss schlÃ¶ssen nicht aus, dass trotzdem eine Lebensgemeinschaft gewollt sei und tatsÃ¤chlich gelebt werde. Daher habe das Verwaltungsgericht nicht einzig aus den mutmasslichen GrÃ¼nden des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r das Eingehen der Ehe auf eine Scheinehe schliessen dÃ¼rfen. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Eine Niederlassungsbewilligung kann nach Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. a AuG widerrufen werden, sofern der Betroffene im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat. Dies gilt auch fÃ¼r den Fall, dass sich nachtrÃ¤glich Indizien ergeben, welche die Ehe, auf die sich die auslÃ¤ndische Person stÃ¼tzt, als Scheinehe erscheinen lassen (BGr, 8. Mai 2012, 2C_656/2011 E. 2.2).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Steht einmal fest, dass der Eheschluss aus Sicht des BeschwerdefÃ¼hrers massgeblich aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven erfolgt ist, was vorliegend erstellt ist, bleibt zu prÃ¼fen, ob die Eheleute dennoch eine echte Lebensgemeinschaft gewollt und diese auch gelebt haben. </span>Der <span>Willen </span>der<span> Ehepartner, eine echte Gemeinschaft zu bilden,</span> muss hierfÃ¼r<span> in Ã¼berzeugender Weise beleg</span>t werden<span>, wofÃ¼r eine gemeinsame Wohnadresse allein noch nicht ausreicht (BGr, 20. Juli 2009, 2C_152/2009, E. 3.2). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Dass die Ehegatten mit einer Heirat nicht eine eheliche Lebensgemeinschaft begrÃ¼nden, sondern die Vorschriften Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung umgehen wollen, entzieht sich dem direkten Beweis, weil es sich bei der massgeblichen Absicht um einen inneren Vorgang handelt. Es liegt im Wesen der Sache, dass ein EingestÃ¤ndnis einer Scheinehe von derjenigen Person, die aus der Ehe RechtsansprÃ¼che ableitet, nicht zu erwarten ist. Damit kÃ¶nnen Scheinehen praktisch nur aufgrund von Indizien nachgewiesen werden (vgl. BGE 122 II 295). Bei der WÃ¼rdigung der Indizien ist zu berÃ¼cksichtigen, dass sie gesamthaft zu beurteilen sind. Eine Vielzahl einzelner UmstÃ¤nde, die fÃ¼r sich allein den Bestand einer echten Ehe nicht infrage zu stellen vermÃ¶gen wÃ¼rden, kann gesamthaft die Schlussfolgerung rechtfertigen, eine Ehe sei geschlossen worden, ohne dass der Wille zu einer echten Lebensgemeinschaft bestand.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehefrau haben seit der Heirat bis im Jahr 2007 zusammengelebt; erst dann ist er auf Wunsch seiner Gattin aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Doch hatten die Eheleute â anfÃ¤nglich wegen der Krankheit der Ehefrau â stets getrennte Schlafzimmer und getrennte Kassen. Sie verbrachten sodann noch nie gemeinsame Ferien. Auch nahmen sie die Mahlzeiten kaum jemals zusammen ein. Ferner weisen die Gatten nur sehr marginale Kenntnisse Ã¼ber das Vorleben, namentlich die Kindheit und den beruflichen Werdegang des anderen</span>,<span> auf. Was die gemeinsamen FreizeitaktivitÃ¤ten betrifft, so erklÃ¤rt der BeschwerdefÃ¼hrer, die Eheleute hÃ¤tten viel miteinander gesprochen, gemeinsam ferngesehen, seien Ã¶fters am Katzensee spazieren gegangen und hÃ¤tten dort auch etwas zusammen gegessen. Dagegen gibt seine Gattin an, gemeinsame Hobbys hÃ¤tten nie bestanden, weder seien die Eheleute je zusammen i</span>ns<span> Kino noch auswÃ¤rts essen gegangen. WÃ¤hrend die Ehefrau weiter angibt, es sei nur zu Beginn der Ehe zu IntimitÃ¤ten gekommen, erklÃ¤rt der BeschwerdefÃ¼hrer</span>,<span> Geschlechtsverkehr habe immer wieder gelegentlich stattgefunden. Zwar hat der BeschwerdefÃ¼hrer seine Gattin wÃ¤hrend der Dauer des Zusammenlebens regelmÃ¤ssig mit monatlich Fr. 600.- finanziell unterstÃ¼tzt und sich um ihre Angelegenheiten gekÃ¼mmert, wenn auch laut seiner Frau nur in sehr begrenztem Rahmen. Dass sich die Gatten gegenseitig dankbar verbunden sind und zum heutigen Zeitpunkt auch keine Trennungsabsichten Ã¤ussern, der BeschwerdefÃ¼hrer gar erklÃ¤rt, seine Frau zu lieben, reicht in Anbetracht der gesamten UmstÃ¤nde aber nicht aus, um der Beziehung die QualitÃ¤t und IntensitÃ¤t einer Ehegemeinschaft zu verleihen. Vielmehr ist, wie die Vorinstanzen richtig erkannt haben, davon auszugehen, dass es beim Eheschluss um einen "Deal" ging â wie es die Gattin genannt hat â und dass zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt war, eine eigentliche Ehegemeinschaft zu fÃ¼hren. An diesem Gesamteindruck vermag auch nichts zu Ã¤ndern, dass der BeschwerdefÃ¼hrer kurz nachdem das Migrationsamt den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung verfÃ¼gt hatte, wieder bei seiner Ehefrau einzog und sich jetzt besser um sie kÃ¼mmere und nunmehr auch Haushaltsarbeiten Ã¼bernehme. Auch nach der Wiederaufnahme der Haushaltsgemeinschaft erreicht die Beziehung insbesondere in affektiver Hinsicht nicht die QualitÃ¤t einer Ehegemeinschaft; so erklÃ¤rt die Gattin zum Einzug des BeschwerdefÃ¼hrers, sie sei sehr froh, dass sie "nirgends anstehen" mÃ¼sse. Ferner Ã¼bernachtet </span>der <span>BeschwerdefÃ¼hrer drei von sieben Wochentagen an seinem Arbeitsort. Die ErklÃ¤rung, die Eheleute wÃ¼rden nun ihre Freizeit gemeinsam verbringen, bleibt sodann pauschal und unsubstanziiert. Nach dem Gesagten ist es dem BeschwerdefÃ¼hrer im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht nicht gelungen, die fÃ¼r eine Scheinehe sprechenden Indizien zu widerlegen. Durch Verschweigen seiner Scheinehe hat er folglich den Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. a AuG erfÃ¼llt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nachdem die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers bereits zweimal polizeilich befragt worden ist und ihre Stellungnahmen in der Folge auch schriftlich Eingang in die Verfahrensakten gefunden haben, erÃ¼brigt sich eine weitere Befragung. Sodann bleibt unklar, welche sachdienlichen Aussagen zur LebensfÃ¼hrung der Eheleute deren Nachbarinnen leisten kÃ¶nnten, die nach Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers lediglich seine Gattin vom Sehen her kennen und zuweilen grÃ¼ssen; auch auf deren Befragung ist daher zu verzichten. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Ein Widerrufsgrund fÃ¼hrt nicht ohne Weiteres zum Widerruf der Bewilligung. Den BehÃ¶rden kommt in dieser Hinsicht ein Ermessenspielraum zu (BGE 112 Ib 473 E. 4), der vom Verwaltungsgericht nur auf Rechtsverletzungen Ã¼berprÃ¼ft werden darf (§ 50 Abs. 2 lit. c VRG). Die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden haben alle UmstÃ¤nde des Einzelfalls zu gewichten. Unter BerÃ¼cksichtigung der Ã¶ffentlichen Interessen, der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse sowie des Grads der Integration eines AuslÃ¤nders ist eine sorgfÃ¤ltige InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen (vgl. Art. 96 Abs. 1 AuG; Marc Spescha in: derselbe et al., Migrationsrecht, 2. A., ZÃ¼rich 2009, Art. 51 AuG N. 1, 4, 9).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Wie die Vorinstanz richtig ausgefÃ¼hrt hat, erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist zwar wÃ¤hrend seines Aufenthalts in der Schweiz regelmÃ¤ssig, namentlich als KÃ¼chenhilfe, arbeitstÃ¤tig gewesen und hat sich wohlverhalten. Doch ist er erst im Alter von 38 Jahren in die Schweiz eingereist und hat folglich den grÃ¶ssten Teil seines Lebens in der Heimat verbracht. Dort leben auch seine drei Kinder, mit welchen er einen guten Kontakt pflegt und die er auch finanziell unterstÃ¼tzt. Sodann sind die Deutschkenntnisse des BeschwerdefÃ¼hrers nach Angaben der Polizei und seiner Gattin nur mangelhaft â laut </span>L<span>etzterer, da er sich fast ausschliesslich im Kreis seiner Landsleute aufhalte â auch wenn er mittlerweile einen Deutschkurs besucht hat. Nach dem Gesagten bestehen keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass der Beschwerdegegner das ihm zustehende Ermessen in nicht vertretbarer Weise ausgeÃ¼bt hat oder sich von sachfremden Motiven hat leiten lassen. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Schliesslich bestehen auch keine Hinweise auf Vollzugshindernisse im Sinn von Art. 83 AuG. Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Im Verfahren vor Regierungsrat wurden dem BeschwerdefÃ¼hrer unter Verweigerung einer ParteientschÃ¤digung Kosten von Fr. 1'695.- auferlegt. Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren (VB.2011.00373) wurde dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung gewÃ¤hrt und dem unentgeltlichen Rechtsbeistand eine EntschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zugesprochen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Gutheissung der Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten durch das Bundesgericht hat zur Folge, dass Ã¼ber die Kostenverlegung und die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das kantonale Verfahren neu zu befinden ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Da der Regierungsrat in seinem Entscheid alle massgeblichen Kriterien berÃ¼cksichtigt hat und infolgedessen zu</span> R<span>echt zu einer Abweisung gelangt ist, sind die Kosten des Rekursverfahrens aufgrund des Unterliegens des BeschwerdefÃ¼hrers diesem aufzuerlegen und bleibt ihm eine ParteientschÃ¤digung versagt (§§ 13 Abs. 2 und 17 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>AusgangsgemÃ¤ss wÃ¼rde der unterliegende BeschwerdefÃ¼hrer auch fÃ¼r das Beschwerdeverfahren (VB.2011.00373) kostenpflichtig und bliebe ihm eine ParteientschÃ¤digung versagt (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 und § 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit 16 Abs. 1 VRG kann Privaten die Bezahlung von Verfahrenskosten erlassen werden, wenn ihnen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzungen haben sie Ã¼berdies Anspruch auf die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG), insbesondere weil die sich stellenden Rechtsfragen nicht leicht zu beantworten sind und die gesuchstellende Partei nicht selber rechtskundig ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die finanzielle BedÃ¼rftigkeit wird in der Beschwerdeschrift genÃ¼gend substan</span>z<span>iiert und durch die im Recht liegenden Akten hinreichend belegt. Zudem war das Begehren nicht offensichtlich aussichtslos, da eine Vielzahl von AbwÃ¤gungskriterien zu berÃ¼cksichtigen waren, die erst in ihrer Gesamtwertung Ã¼berwiegend fÃ¼r eine NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung sprachen. Dies fÃ¼hrt zur GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist nicht rechtskundig, und die sich stellenden Rechtsfragen weisen eine nicht unerhebliche KomplexitÃ¤t auf, weshalb sich auch die GewÃ¤hrung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands rechtfertigt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.4 </span></b><span>Die Gerichtskosten dieses Verfahrens sind auf die Gerichtskasse zu nehmen und es werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen (§ 70 VRG in Verbindung mit §§ 13 Abs. 2 und 17 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 Ã¼ber das Bundesgericht (BGG) angefochten werden, soweit die BeschwerdefÃ¼hrenden einen Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend machen. Andernfalls kann lediglich die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG wegen der Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte ergriffen werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. FÃ¼r das Verfahren VB.2011.000373 wird dem BeschwerdefÃ¼hrer die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung bewilligt und in der Person von Rechtsanwalt B, ZÃ¼rich, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beigegeben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Rechtsanwalt B, ZÃ¼rich, wird fÃ¼r seine BemÃ¼hungen als unentgelt­licher Rechtsbeistand des BeschwerdefÃ¼hrers im verwaltungsgerichtlichen Verfahren VB.2011.000373 mit Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) entschÃ¤digt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>und erkennt:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 560.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten einschliesslich der Kosten des Beschwerdeverfahrens VB.2011.000373 werden auf die Gerichtskasse genommen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird fÃ¼r dieses und das Beschwerdeverfahren VB.2011.000373 nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde an das Bundesgericht im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung anâ¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>