Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. April 2020 (720 19 172 / 78) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Prüfung des Rentenanspruchs bei einer unter anderem an einer Fibromyalgie leidenden versicherten Person; Rückweisung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung, da das verwal- tungsexterne bidisziplinäre (rheumatologische/psychiatrische) Gutachten in der Kon- sensbeurteilung nicht überzeugt. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Gisela Warten- weiler Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Daniel Tschopp , Advo- kat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die 1964 geborene A.____ hat in X.____ eine Ausbi ldung zur Köchin abgeschlossen. Nach ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 1987 war sie zuerst 5 Jahre in einer Restaurantküche und danach bis 2011 als Pflegehilfe im Abend- und N achtdienst im Alterszentrum B.____ tätig. Von 2011 bis 2013 absolvierte sie in diesem Alterszentrum die Ausbildung zur Fachfrau Gesund- heit. Danach arbeitete sie dort weiter in einem 80%-Pensum. Seit 16. August 2016 wird sie auf- grund ihrer gesundheitlichen Beschwerden von ihrem Ar beitgeber in einem 50%-Pensum be- schäftigt. B. Bereits am 16. Februar 2015 meldete sie sich unter H inweis auf eine Schulterproblema- tik und Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen ins linke Bein bei der Eidgenössischen Invaliden- versicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Ste lle Basel-Landschaft klärte in der Folge die gesundheitlichen, haushälterischen und erwerblichen Verhältnisse der Versicherten ab, wobei sie in medizinischer Sicht ein bidisziplinäres Gutachten bei Dr. med. C.____, FMH Rheu- matologie und FMH Innere Medizin, und Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, erstellen liess. Gestützt auf das Gutachten vom 19./23. Januar 2017 wies die IV-Stelle in ihrem Vorbescheid vom 19. Juni 2017 einen Rentenanspruch der Versicherten ab. Nachdem die Versi- cherte dagegen Einwände erhoben hatte, überprüfte die IV-Stelle die Sachlage erneut. Aufgrund ihrer Abklärungsergebnisse ermittelte sie ab 19. August 2015 einen Invaliditätsgrad von 40 % und ab 1. Januar 2016 einen solchen von 36 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 26. April 2019 eine befristete Viertelsrente vom 1. August 2015 bis 31. Deze mber 2015 zu. Gleichzeitig lehnte sie einen weiteren Rentenanspruch ab 1. Januar 2016 ab. C. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Daniel Tschopp, am 24. Mai 2019 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung teilweise aufzuheben und es sei ihr ab 1. August 2015 bis auf weiteres eine halbe Invalidenrente auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. In der Begründung beanstandete sie im Wesentlichen die Bew eistauglichkeit des Gutachtens der Dres. C.____ und D.____ vom 19./23. Januar 2017 sowie das von der IV-Stelle ermittelte Validen- und Invalideneinkommen. D. In ihrer Vernehmlassung vom 12. August 2019 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung von Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe gungsapparates, Regionaler Ärztli- cher Dienst (RAD), vom 5. Juni 2019 bei. E. Die Parteien hielten mit Replik vom 24. Mai 2019 bzw. mit Duplik vom 7. November 2019 an ihren jeweiligen Anträgen und im Wesentlichen auch an ihren Begründungen fest. F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 16. Januar 2020 stellte das Kantonsgericht den Fall aus. Es kam zum Schluss, dass die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren er- gänzungsbedürftig seien und deshalb – im Falle eines U rteils – die Angelegenheit zur Vervoll- ständigung des Gutachtens durch die Dres. C.____ und D.__ __ und zur anschliessenden Neu- beurteilung an die IV-Stelle zurückgewiesen werde. Nach Massgabe von BGE 137 V 314 räumte Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Kantonsgericht der Versicherten schliesslich die Gelegen heit zum Beschwerderückzug ein (vgl. dazu Beschluss vom 16. Januar 2020). Mit Eingabe vo m 30. Januar 2020 liess die Versi- cherte durch seinen Rechtsvertreter mitteilen, dass sie an der Beschwerde festhalte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die Beschwerde der Versicherten vom 24. Mai 2019 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge- wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück- sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwar- tet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinwei- sen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbe einträchtigung verursachten Er- werbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Ve rwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesell- schaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min- destens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut- bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be- ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor- den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schä tzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Besch werdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch ander e Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Ges undheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen d er versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle ande- ren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizin ische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Vorliegend gab die IV-Stelle im Hinblick auf die Beurteilung des Rentenanspruchs der Versicherten bei den Dres. C.____ und D.____ ein bidi sziplinäres (rheumatologisches/psychiat- risches) Gutachten in Auftrag, das am 19./23. Januar 2017 erstattet wurde. 5.2.1 Im psychiatrischen Fachteil vom 19. Januar 2017 erh ob Dr. D.____ bei der Versicherten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit e ine leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0) bei somatisch bedingten Schmerzen. Eine mittelg radige depressive Episode – wie noch vom behandelnden Psychiater Dr. med. F.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, attestiert – könne im heutigen Zeitpunkt nicht mehr festgestellt werden. Der Antrieb der Versicherten sei gut, sie wirke lebhaft, sei schnell im Denken und mitteilsam. Gleichwohl bestehe eine leichte depres- sive Gestimmtheit. Das Selbstwertgefühl sei leicht beeint rächtigt und sie berichte über ein Grü- beln und Schlafstörungen. Sie sei auch etwas gedrückt-dysphorisch, freudlos und zeige eine ent- täuschte und etwas ängstlich in die Zukunft schauende Grundstimmung. Die Stimmung schwanke und hänge von den Schmerzen ab. Insgesamt sei die dep ressive Symptomatik als leicht einzu- stufen. Es müsse aber davon ausgegangen werden, dass es im Rahmen der Schmerzexazerba- tionen zu einer Verschlechterung auf der affektiven Eb ene komme. Zwischen der Depressivität und der Schmerzproblematik bestehe eine negative Wechselwirkung. Durch die Verarbeitung der körperlichen Schmerzen und die leichte depressive Symptomat ik müsse die Versicherte mehr psychische Energie aufwenden als eine gesunde Person. Dies manifestiere sich in einer schnel- leren Ermüdbarkeit und einem erhöhten Pausenbedarf. Es beständen leichte Beeinträchtigungen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht in der Haushaltsführung, in der Freizeit, im Beruf und bei den sozialen Aktivitäten. Zudem seien die Flexibilität, die Durchsetzungs-, Durchhalte-, die Kontakt- und Gruppenfähigkeit, die Spontan- aktivität, die Frustrationstoleranz, die Aufmerksamkeit, die Ausdauer, die affektive Belastbarkeit und das Selbstvertrauen leicht eingeschränkt. Invaliditätsfremde Faktoren und Hinweise auf eine Aggravation seien nicht ersichtlich. Die persönlichen Ressourcen der Versicherten seien grund- sätzlich gut. Dies betreffe sowohl die sozialen als auch d ie innerpsychischen Ressourcen. Sie habe sozialen Kontakt, sei kommunikationsfähig, motiviert und therapieadhärent. In Berücksich- tigung aller Faktoren sei im Rahmen einer leichten dep ressiven Störung im Zusammenhang mit einer somatisch bedingten Schmerzproblematik von einer 10%igen Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit bezogen auf ein 100 %-Pensum au szugehen. Mit grosser Wahrschein- lichkeit beständen diese Einschränkungen seit Anfang 2016. 5.2.2 Dr. C.____ diagnostizierte in einem Teilgutacht en vom 23. Januar 2017 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Periarthropathia humeroscapularis rechts mit Residualzustand nach ei- ner Frozen shoulder bei Status nach Schulterarthroskopie rechts, Akromioplastik, intraartikulärem Débridement, Mobilisation in Narkose rechts bei ausgeprägtem Impingement rechts, artikulärsei- tiger Supraspinatussehnen-Partialruptur und Capsulitits adhäsiva rechts am 21. August 2014 so- wie eine seronegative Spondylarthropathie bei bilateraler Sakroilititis und Enthesitis der interspi- nalen Ligamente L1 – L5. Bei der Untersuchung habe d ie Versicherte ihren rechten Arm ge- schont, indem sie ihn nicht über Schulterhöhe gezogen hab e. Die Hals-, Brust- und Lendenwir- belsäule seien frei beweglich mit Angabe von Endphasenschmerz in allen Richtungen. Sämtliche Druckpunkte seien an den Fibromyalgie-Druckpunkten positi v. An den oberen und unteren Ext- remitäten lasse sich keine radikuläre Problematik finde n. Die rechte Schulter bewege die Versi- cherte aktiv schlechter als passiv. Palpatorisch sei eine sehr diskrete Atrophie der Musculi supra- und infraspinatus auf der rechten Seite festzustellen, was auf eine längerdauernde Schonung hinweise. Die linke Schulter sei aktiv und passiv ohne Schmerzen frei beweglich. Aufgrund dieser Befunde sei von einem Residualzustand einer Frozen Shoul der auf der rechten Seite auszuge- hen. Es bestehe eine Schmerzsituation, welche vor allem b ei der aktiven Beweglichkeit beim Heben des Armes über Schulterhöhe auftrete. Die passive Einschränkung sei sehr gering und falle funktionell nicht ins Gewicht. Weiter leide die Versicherte an einer Fibromyalgie und gleich- zeitig an einer entzündlichen Wirbelsäulenerkrankung. Die Unterscheidung dieser beiden Erkran- kungen sei äusserst schwierig und klinisch nicht exakt durchführbar. Die Fibromyalgie setze vo- raus, dass kein entzündliches Geschehen vorhanden sei, was aber bei der Versicherten vorliege. Auf das Vorliegen einer Fibromyalgie deuteten die ubiquitären Schmerzen, die Schmerzpräsen- tation mit wechselnden Beschwerden, das Fehlen von laborserologischen Entzündungszeichen, die Klinik und die Präsentation von typischen Druckpunkten hin. Für eine mögliche Teilkompo- nente des entzündlichen Problems spreche eine gewisse, j edoch aussergewöhnliche unspezifi- sche Steifheit der Gelenke, welche sich aber auch relativ oft bei einer Fibromyalgie finden lasse. Die Entzündung sei z.B. mit einer Biologica-Therapie behandelbar. Aus der Tatsache, dass die Ärzte von einer solchen Therapie abgeraten hätten, se i zu folgern, dass der grösste Teil der Schmerzsymptomatik auf das weichteilrheumatische Syndrom zurückzuführen sei. Im Weiteren finde sich bildgebend eine Enthesitis der interspinösen Ligamente L1 – L5, wobei dieser Befund sehr diskret und unspezifisch sei. Vom Radiologen werde sod ann eine leichtgradige bilaterale Sakroilitis mit wenig entzündlicher Aktivität beschrieben. Auch dieser Befund sei sehr diskret und Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht in der Bildgebung kaum zu identifizieren. Insgesamt überwiegten die Hinweise für eine Fibromy- algie, wobei eine entzündliche Teilkomponente nicht ausgeschlossen sei. Aus einer Fibromyalgie ergebe sich aus versicherungsmedizinischer Sicht keine Einsch ränkung der Arbeitsfähigkeit, weshalb diese Erkrankung unter den Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf- geführt worden sei. Die entzündliche Problematik beei nträchtige die Arbeitsfähigkeit nur leicht. Die von der Versicherten geschilderten Beeinträchtigungen könnten deshalb nicht nur somatisch begründet werden. Vielmehr kämen extrarheumatologische Faktoren zum Tragen, welche nicht nur den Bewegungsapparat beträfen. Die Restarbeitsfähigkeit der Versicherten sei schwierig ein- zuschätzen, da das Profil der angestammten Tätigkeit als Fachfrau Gesundheit sehr unterschied- lich sein könne. Es sei entscheidend, wie hoch der Antei l an körperlich schweren und ergono- misch ungünstigen Arbeiten sei. Die Versicherte könne kein e mittelschweren und schweren Ar- beiten mehr ausführen, da es ihr nicht mehr zumutbar sei, Lasten über 7,5 kg zu heben, zu stos- sen oder zu ziehen. Auch für Tätigkeiten, bei welchen sie mit dem rechten Arm auf oder über Schulterhöhe arbeiten müsse, bestehe keine Arbeitsfäh igkeit. Gelegentliches Arbeiten mit dem rechten Arm auf oder über der Schulterhöhe seien dagegen möglich. Zurzeit führe die Versicherte eine Arbeit aus, die ihrem Zumutbarkeitsprofil entspreche. Für eine solche und jede andere ihrem Leiden angepasste Arbeit bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein Ganztagespen- sum. Die 20%ige Einschränkung ergebe sich aus dem verlan gsamten Arbeitstempo bedingt durch die Schulterschmerzen, die entzündliche Problematik sowie die chronische Müdigkeit. Was den Beginn dieser Einschätzung angehe, so empfehle er , für die Zeit vom 19. August 2014 bis 31. Oktober 2014 gestützt auf die Akten, von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Im Sinne einer Adaptionsphase sei für 2 weitere Monate bis Ende Dezember 2014 eine 50%ige Ar- beitsfähigkeit anzunehmen. Ab 1. Januar 2015 könne di e Versicherte eine leidensangepasste Tätigkeit zu 80 % ausüben. 5.2.3 Im Rahmen ihrer bidisziplinären Konsensbesprechung gelangten die Dres. C.____ und D.____ zum Schluss, dass sich die psychischen und rheumatologischen Einschätzungen der Ar- beitsfähigkeit nicht additiv auswirkten. Da die psychische Arbeitsunfähigkeit geringer sei als die rheumatologische, sei aus gesamtmedizinischer Sicht die rheumatologische Zumutbarkeitsbeur- teilung massgebend. 5.3 In seinen Stellungnahmen vom 31. Januar 2017 und 19. Oktober 2017 schloss sich der RAD-Arzt Dr. E.____ der gutachterlichen Beurteilung vollumfänglich an. Er wies darauf hin, dass gemäss Auffassung von Dr. C.____ die Versicherte durch die schmerzhafte Bewegungsein- schränkung limitiert sei. Diese Bewegungen seien jedoch be i einer angepassten Tätigkeit ver- meidbar. Es könne auch unter Berücksichtigung der Schme rzen keine höhere Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit als 20 % infolge erhöhten Pausenb edarfs angenommen werden (vgl. auch Stellungnahme vom 15. Mai 2018). 5.4 Am 26. Dezember 2018 verletzte sich die Versicherte bei einem Treppensturz am linken Ellbogen. Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 14. Mai 2019 eine Traumatisierung des Ellbogens links mit Weichteilquet- schung bei nicht ausgeschlossener Verletzung des medialen Seitenbandes, eine posttraumatisch Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht verstärkte Epikondylitis humeri radialis links, einen Verdacht auf eine ventrale Läsion der Supra- spinatussehne links und eine protrahierte Schmerzsymptomatik mit nicht vollständig abgeheilter Frozen Shoulder rechts bei Status nach arthroskopischer A kromioplastik vom 21. August 2014 sowie einen Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Der Verdacht auf eine Partialläsion der ventralen Supraspinatussehne habe sich bestätigt. Allerdings handle es sich um einen relativ kleinen artikulärseitigen Befund, welch er maximal 50 % der Sehnendicke betreffe. Ein operativer Eingriff sei nicht zwingend indiziert. Im Bereich des linken Ellbogens sei keine re- levante Verletzung nachweisbar. Mit der aktuellen Arbeitsfähigkeit von 50 % befinde sich die Ver- sicherte an ihrer maximalen Belastungsgrenze; eine Stei gerung des Arbeitspensums sei nicht realistisch. 5.5 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens stellte sich Dr. E.____ am 5. Juni 2019 auf den Standpunkt, dass die Einwände der Versicherten an der Z uverlässigkeit des Gutachtens der Dres. C.____ und D.____ nichts änderten. Entgegen der Ansicht der Versicherten hätten sich die beiden Gutachter sehr differenziert mit den subjektiven Beschwerdeangaben auseinanderge- setzt. Der nicht gesicherten Diagnose einer seronegativen Spondylarthritis hätten sie Rechnung getragen. Anhand der objektiven Befunde und nach Durc hführung der Standardindikatorenprü- fung hätten sie eine ergonomisch-funktionell ausgericht ete Zumutbarkeit ermittelt. In Bezug auf die Beurteilung von Dr. G.____ sei festzustellen, dass dieser die objektiven Strukturpathologien im Bereich der Rotatorenmanschette als relativ kleinen Befund bezeichnet und von einer opera- tiven Behandlung abgeraten habe. Aufgrund der objekt iven Befunde liessen sich die geklagten Beschwerden nicht erklären. Zudem begründe Dr. G.____ die attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit nicht. Letztlich gehe auch Dr. G.____ von einem Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung aus. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 26. April 2019 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähi gkeit der Versicherten auf die Ergeb- nisse, zu denen die Gutachter Dres. C.____ und D.____ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 19./23. Januar 2017 und der RAD-Arzt Dr. E.____ in se inen Stellungnahmen vom 31. Januar 2017, 19. Oktober 2017, 15. Mai 2018 und 5. Juni 2019 gelangt sind. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Versicherte sowohl in der derzeitigen körperlich angepassten Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit ab 1. Januar 2015 zu 80 % arbeitsfähig sei. 6.2 Wie bereits im Beschluss vom 16. Januar 2020 festgestel lt, lässt die vorliegende medi- zinische Aktenlage keine abschliessende Beurteilung des Gesundheitszustands und dessen Aus- wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu. Was das Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 19./23. Januar 2017 anbelangt, erscheinen die einzelnen Teilgutachten grundsätz- lich als umfassend und in sich stimmig. Bei einer Gesamt betrachtung ergeben sich jedoch ge- wisse Widersprüche zwischen den beiden Teilgutachten, die si ch nicht auflösen lassen. Insbe- sondere stellen sich Fragen in Bezug auf die Beurteilu ng der Arbeitsfähigkeit. Während Dr. D.____ davon ausgeht, dass die Schmerzen der Versicherten rein somatisch bedingt seien, stellt Dr. C.____ unter anderem die Diagnose einer Fibromya lgie, welche er als Hauptursache der Schmerzproblematik betrachtet. Er führt nur einen ger ingen Anteil der Schmerzen auf die von ihm gestellten Diagnosen mit entzündlicher Problemat ik zurück. Wie die Versicherte zu Recht Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufführt, geht Dr. C.____ irrtümlicherweise davon aus, dass die Fibromyalgie aus versicherungs- medizinischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit begründen könne. Richtigerweise sind die gesund- heitlichen Auswirkungen bei Vorliegen einer Fibromyalgie nach der sogenannten Schmerzrecht- sprechung gemäss BGE 141 V 281 durch einen Facharzt für Psyc hiatrie anhand einer Standar- dindikatorenprüfung zu beurteilen. Eine solche Beurteilung hat Dr. D.____ hinsichtlich der Fibro- myalgie nicht vorgenommen, weshalb sich sein psychiatrisches Fachgutachten als unvollständig erweist. Da die Fibromyalgie auch in der Konsensbespre chung kein Thema war, ist davon aus- zugehen, dass diese Erkrankung und deren Auswirkungen bei der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten nicht berücksichtigt worden sind. Die RAD-Beurteilungen und die übrigen bei den Akten liegenden Berichte vermögen diesen Mangel nicht zu beheben (vgl. zur ausführlichen Begründung: Beschluss vom 16. Januar 2020 Ziffer 2.2 f.). 6.3 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die vorliegende medizinische Aktenlage keine ab- schliessende Beurteilung des Rentenanspruchs der Versicher ten zulässt. Gemäss bundesge- richtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungsgerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwer- deinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gericht sgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungs- bedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht be- weiskräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn ledig- lich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforder- lich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff.). Da sich das bidiszi plinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 19./23. Januar 2017 als ergänzungsbedürft ig erweist, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz nichts entgegen. Demzufolge ist die Angelegenheit in Aufhebung der angefochte- nen Verfügung vom 26. April 2019 zur Ergänzung des Gutachtens der Dres. C.____ und D.____ an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese hat die Gutachter, insbesondere Dr. D.____ als psychiat- rische Fachperson, auf das vom Bundesgericht vorgegebene Prüfungsschema bei Vorliegen ei- ner Fibromyalgie hinzuweisen und deren Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeiten der Versicherten nach Massgabe von BGE 141 V 281 beurtei len zu lassen. Gleichzeitig hat sie den Gutachtern die nach deren Begutachtung erstellen m edizinischen Berichte, insbesondere diejenigen von Dr. G.____ zuzustellen, damit sie ihre Beurteilung gestützt auf den bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 26. April 2019 entwickelten und massgebenden Sachverhalt vornehmen können (vgl. dazu BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). Gestützt auf die Ergebnisse der Gutachtensergänzung wird die IV-Stelle über die Ansprüche der Versicherten neu verfügen müs- sen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen. 7. Aufgrund dieses Ergebnisses erübrigt es sich grundsätzlich , auf die Einwände der Ver- sicherten gegen den von der IV-Stelle in der angefoch tenen Verfügung vom 26. April 2019 vor- genommenen Einkommensvergleich näher einzugehen. An dieser Stelle wird jedoch darauf hin- gewiesen, dass die Vorbringen der Versicherten, wonach sie ohne Gesundheitsschaden – wie bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens – vornehmlich Nachtdienst leisten würde und des- halb von einem Valideneinkommen in Höhe von Fr. 78'534.-- anstelle von Fr. 67'152.-- auszuge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht hen sei, begründet ist. Entgegen den Ausführungen in der angefochtenen Verfügung ist mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Versicherte als gesunde Person in einem 80%-Pensum als Nachtwache gearbeitet hätte. Au s der Bestätigung des Alterszentrums B.____ vom 26. April 2018 geht unmissverständlich hervor, dass der Arbeitgeber die Versicherte als gesunde Person nach der Ausbildung zur Fachfrau G esundheit zu 80 % im Nachtdienst be- schäftigt hätte. Dabei hätte sie ein Jahreseinkommen von Fr. 78'534.-- inkl. Nachzulagen und 13. Monatslohn verdient. Es besteht kein Grund an den Ausführungen des Arbeitgebers zu zweifeln, weshalb auf ein massgebendes Valideneinkommen in Höhe von Fr. 78'534.-- abzustellen ist (vgl. dazu auch BGE 135 V 297, E. 31, 134 V 322 f. E. 4.1, 129 V 224 E. 4.3.1 je mit weiteren Hinwei- sen). 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens - und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2 und 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Da die IV-Stelle unterliegende Partei ist, sind ihr die Verf ahrenskosten aufzuerlegen. Der Beschwerde- führerin ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Versicherte obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Versicherten hat in seiner Hono- rarnote vom 13. November 2019 für das vorliegende Verf ahren einen Zeitaufwand von 13,25 Stunden geltend gemacht, was sich in Anbetracht d er sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungspro- zessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendun g gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote aus- gewiesenen Auslagen von insgesamt Fr. 143.10. Der Be schwerdeführerin ist deshalb eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 3'721.70 (13,25 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 143.10 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesg ericht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge- gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständig keit und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewir ken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort e inen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er- sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid , sondern um einen Zwischenent- scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset- zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn ein e Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheide t das Bundesgericht. Die nachste- hende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 26. April 2019 aufgeho- ben und die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung i m Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an di e Vorinstanz zurückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 800.—zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdefü hrerin eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3'721.70 (inkl. Ausl agen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.