B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-569/2017 U r t e i l v o m 1 9 . J a n u a r 2 0 1 8 Besetzung Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), Richter Bendicht Tellenbach, Richterin Christa Luterbacher, Gerichtsschreiberin Arta Rapaj. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 5. Januar 2017 / N (…). E-569/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin , eritreische Staatsangehörige , erreichte am 25. Juni 2016 von Athen kommend den Flughafen Zürich, wo sie am da- rauffolgenden Tag um Asyl nach suchte. Mit Zuweisungsverfügung vom 26. Juni 2015 v erweigerte ihr die Vorinstanz vorläufig die Einreise in die Schweiz und wies ihr für die Dauer von maximal 60 Tagen den Transitbe- reich des Flughafens Zürich als Aufenthaltsort zu. B. Am 29. Juni 2015 wurde die Beschwerdeführerin zu ihrer Person, ihrem Reiseweg sowie summarisch zu ihren Gesuchsgründen befragt (Befra- gung zur Person BzP). Dabei gab sie im Wesentlichen an, alleinerzie- hende Mutter von drei Kindern, Jahrgänge 2000, 2004 und 2009 , welche verschiedene Väter hätten, zu s ein. Sie habe mit ihren Kindern in B._______ gelebt. In der 8. Klasse habe sie die Schule abgebrochen, da sie ihre Familie habe unterstützen müssen. Sie habe keinen Beruf erlernt. Von 1998 bis 2007 habe sie als Kellnerin und bis Ende 2010 in einem Fri- seursalon in B._______ gearbeitet. Obwohl ihre (...) ihr geholfen habe, sich um die Kinder zu kümmern, sei die Lage in Eritrea schwierig gewesen. Sie habe nicht ausreichend für ihre Kinder sorgen können . Deshalb sei sie Mitte 2012 aus Eritrea in C._______ ausgereist, um dort zu arbeiten und um ihre Familie zu unterstützen. Ihre Kinder seien im Heimatstaat verblie- ben und würden sich weiterhin in B._______ bei der (...) aufhalten. Sie habe sich zwei Jahre „offiziell“ im C._______ aufgehalten und dort in einem Friseursalon gearbeitet. Im Jahr 2014 habe sie in C._______ ein Visum für D._______ beantragt und erhalten, mit welchem sie sich von Juni bis Ende September 2014 in D._______ aufgehalten und gearbeitet habe. Nach ih- rer Rückkehr in C._______ habe sie sich dort noch zwei Monate aufgehal- ten und sich zur Ausreise nach Europa entschlossen. Sie sei in die Türkei und weiter nach Griechenland gereist. In Athen habe sie unter Vorweis ei- nes gefälschten (...) Passes, den sie in Athen erworben habe, ein Flugzeug nach Zürich bestiegen und sei so in die Schweiz gelangt. Danach gefragt, was gegen eine Rückkehr nach Eritrea spreche, führte die Beschwerde- führerin aus, sie könne nicht zurück, weil sie illegal ausgereist sei. Sie wolle auch nicht nach Eritrea zurückkehren, sondern ihre Kinder von dort weg- holen. Die Beschwerdeführerin reichte zum Beweis ihrer Identität ihre eritreische Identitätskarte im Original zu den Akten. E-569/2017 Seite 3 C. Am 1. Juli 2015 bewilligte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin die Ein- reise in die Schweiz und wies sie dem Kanton E._______ zu. D. Am 20. Dezember 2016 hörte die Vorinstanz die Beschwerdeführerin ver- tieft zu ihren Asylgründen an. Die Beschwerdeführerin führte in dieser Anhörung im Wesentlichen aus, aufgrund ihres ehemaligen Partners namens F._______ in Eritrea Prob- leme bekommen zu haben. F._______ sei der Vater ihre r Söhne G._______ und H._______. Als sie mit Letzterem schwanger gewesen sei, sei F._______ aus dem Militärdienst desertiert. Sie sei deshalb erstmals im Jahr 2011 von ihr unbekannten Soldaten aus der Militäreinheit F._______‘s zu Hause aufgesucht worden. Diese hätten ihr mitgeteilt, sie wüssten dar- über Bescheid, dass H._______ das Kind von F._______ sei. Das ganze Haus sei durchsucht worden, weil sie vermutet hätten, dass F._______ sich bei ihr versteckt habe. Danach hätten sie sie in regelmässigen Abständen bei ihr zu Hause und an ihrem Arbeitsort aufgesucht, um sich nach F._______ zu erkundigen. Eines Tages sei sie mitgenommen und während 24 Stunden in einem Gefängnis inhaftiert worden. In der Haft sei sie zum Aufenthaltsort von F._______ befragt und bedroht worden, dass sie auch weiterhin so lang behelligt werde, bis sie den Aufenthaltsort von F._______ verraten würde. Ansonsten werde man sie wieder ins Gefängnis bringen. Weil die Personen aus der Militäreinheit regelmässig bei ihr zu Hause auf- getaucht seien, sei sie öfters daheim geblieben , um ihre Kinder zu schüt- zen. Sie habe deswegen nicht mehr arbeiten und kein Geld verdienen kön- nen. Die Familie sei aber dringend darauf angewiesen gewesen. Von der eritreischen Regierung sei sie nicht unterstützt worden. Im Juli 2011, etwa ein Jahr vor ihrer Ausreise aus Eritrea, sei sie letztmals von den Angehöri- gen der Militäreinheit F._______‘s aufgesucht worden. Danach gefragt, ob sie in Eritrea Militärdienst geleistet habe, führte die Beschwerdeführerin aus, sie sei im Jahr 2003 zum Nationaldienst aufgeboten worden. Weil sie aber ein Kind bekommen habe, habe sie keinen Dienst leisten müssen. Als Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin Kopien der Geburtsurkun- den ihrer Kinder ein. E. Mit Verfügung vom 5. Januar 2016 stellte die Vorinstanz fest, die Be- schwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht (Dispositivziffer E-569/2017 Seite 4 1), lehnte das Asylgesuch ab (Dispositivziffer 2) und verfügte – unter gleich- zeitiger Anordnung des Vollzugs – die Wegweisung aus der Schweiz (Dis- positivziffern 3 bis 5) sowie den Einzug des gefälschten (...) Reisepasses (Dispositivziffer 6). F. Mit Eingabe vom 25. Januar 2017 reichte die Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, die Ziffern 1 bis 5 der vorinstanzlichen Verfügung seien aufzuheben, es sei festzustel- len, dass sie die Flüchtlingseigenschaft erfülle und es sei ihr Asyl zu ge- währen; eventualiter sei sie als Flüchtling anzuerkennen und vorläufig auf- zunehmen; subeventualiter sei die Sache zwecks vollständiger Erhebung des Sachverhalts in Bezug auf die Flüchtlingseigenschaft sowie die Asyl- gewährung und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhebung ei- nes Kostenvorschusses. G. Mit Zwischenverfügung vom 30. Januar 2017 verzichtete der damals zu- ständige Instruktionsrichter gestützt auf Art. 63 Abs. 4 VwVG auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses und hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut. H. Mit Eingabe vom 8. Juni 2017 ersuchte die Bes chwerdeführerin das Bun- desverwaltungsgericht um Mitteilung des aktuellen Verfahrensstandes . Hierzu wurde ihr am 12. Juni 2017 Mitteilung gemacht. I. Am 3. August 2017 wurde der Beschwerdeführerin angezeigt, dass das Verfahren aus organisatorischen Gründen seit dem 1. August 2017 in die Zuständigkeit der unterzeichnenden Richterin falle. J. Mit Zwischenverfügung vom 22. September 2017 liess das Bundesverwal- tungsgericht der Vorinstanz die Akten zukommen und lud sie gleichzeitig zur Einreichung einer Vernehmlassung ein. E-569/2017 Seite 5 K. Mit Vernehmlassung vom 28. September 2017 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. L. Die Beschwerdeführerin liess die mit Zwischenverfügung vom 3. Oktober 2017 angesetzte Frist zur Stellungnahme ungenutzt verstreichen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwa ltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Da s Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor wel- chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, wonach die Verlet- zung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können (vgl. BVGE E-569/2017 Seite 6 2014/26 E. 5). Betreffend den Vollzug der Wegweisung richtet sich die Kog- nition nach Art. 49 VwVG. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le- bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy- chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wes entlichen Punkten zu wenig be- gründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Abs. 3). Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit wird eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Substanziiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdig- keit usw.), die für oder gegen die gesuchstellende Person sprechen , vor- genommen. Glaubhaftmachen im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Gegensatz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der gesuchstellenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel- len. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftigkeit eines Verfol- gungsschicksals ist eine die eigene n Erlebnisse betreffende, substanti- ierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vorkommnisse. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erleb- nissen insbesondere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). E-569/2017 Seite 7 3.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – etwa durch ein illegales Verlassen des Landes – eine Gefährdungssituation erst oder zusätzlich geschaffen worden ist, macht sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG geltend. Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jed och gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie miss- bräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vo rläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). Es ist vorab festzustellen, dass der formelle Antrag der Beschwerdeführe- rin auf Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und Rückweisung der Sache zwecks vollständiger Erhebung des Sachverhaltes in der Be- schwerde unbegründet geblieben ist. Nachdem vorliegend keine ungenü- gende Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz ersichtlich ist und eine solche Verfahrensverletzung lediglich unsubstantiiert geltend gemacht wird, ist der Antrag abzuweisen. Soweit die Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag inhaltliche Kritik am vorinstanzlichen Entscheid ausübt, bildet dies Gegenstand der nachfolgenden materiellen Überprüfung. Im Hinblick auf die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Vor- fluchtgründe ist Folgendes festzustellen: 5.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, in Eritrea von Angehörigen der mi- litärischen Einheit ihres ehemaligen Partners F._______ durch regelmäs- sige Besuche bei ihr zu Hause und bei der Arbeit unter Druck gesetzt, ein- mal inhaftiert und mit einer weiteren Inhaftierung bedroht worden zu sein, sollte sie sich weigern , den Aufenthaltsort von F._______ bekannt zu ge- ben. 5.2 Die Vorinstanz hielt in ihrer Verfügung hierzu fest, der Beschwerdefüh- rerin sei es nicht gelungen, diese Fluchtgründe glaubhaft zu machen. Sie führte im Wesentlichen aus, die Beschwerdeführerin habe in der BzP die angeblichen Probleme mit Angehörigen der Militäreinheit ihres ehemaligen Partners F._______ nicht erwähnt. Als Ausreisegrund habe sie damals viel- mehr wirtschaftliche Gründe angegeben. Die Beschwerdeführerin habe für E-569/2017 Seite 8 dieses nachträgliche Vorbringen keine schlüssige Erklärung liefern kön- nen. Es sei – entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin an der Anhörung – auch nicht aktenkundig, dass sie das Verschwinden von F._______ bereits in der BzP vorgebracht habe. Weiter führte die Vorinstanz aus, die Aussagen der Beschwerdeführerin in Bezug auf die Geburtsdaten und die Geb urtsreihenfolge ihrer drei Söhne sowie die jeweilige Vaterschaft seien widersprüchlich. In der BzP habe die Beschwerdeführerin zunächst angegeben, F._______ sei der Vater von H._______, geboren am (…) 2000, und G._______, geboren am (…) 2004. Der Vater des dritten Sohnes I._______, geboren am (…) 2009, sei J._______. Gemäss ihrer Darstellung in der BzP wäre F._______ somit der Vater ihres ersten und zweiten Sohnes und J._______ der Vater ihres drit- ten Sohnes. Im Rahmen der Anhörung hingegen habe die Beschwerdefüh- rerin vorgebracht, F._______ sei der Vater ihres ersten Sohnes G._______, geboren im Jahr 20 03, und ihres dritten Sohnes H._______, geboren im Jahr 2010. Ihr Sohn I._______, geboren im Jahr 2009, sei von einem an- deren Mann. Die Beschwerdeführerin habe den Sohn H._______ in der Anhörung damit ganze zehn Jahre älter (recte: jünger) als noch in der BzP gemacht. Die Beschwerdeführerin habe zu diesen widersprüchlichen Dar- stellungen, so die Vorinstanz weiter, keine plausible Erklärung geliefert. Sie habe lediglich ihre an der Anhörung gemachten Aussagen wiederholt. Da die Geburtsjahre der Söhne im Zusam menhang mit den in der Anhörung neu vorgebrachten Asylgründen stünden, sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin an der Anhörung falsche Angaben zu den Geburtsjah- ren und der Geburtsreihenfolge ihrer Söhne gemacht habe. Zudem habe sie in der Anhörung angegeben, der Vater ihres zuletzt geborenen Kindes lebe in B._______. Dies implizier e aber, dass es sich beim Vater dieses Kindes nicht um F._______ handle, da die Beschwerdeführerin über diesen ausgesagt habe, sie wisse nicht, wo er sich aufhalte, seit sie ihn im Jahr 2009 letztmals getroffen habe. Abschliessend hielt die Vorinstanz fest , e s sei der Beschwerdeführerin nicht gelungen, die geltend gemachten Probleme mit Angehörigen der Mi- litäreinheit ihres ehemaligen Partners in substantiierter Form dazu legen, obwohl sie mehrfach dazu aufgefordert worden sei. Ihre Schilderungen zur angeblichen Haft und zu den Hausbesuchen der militärischen Einheit seien durchweg oberflächlich und schemenhaft geblieben. D ie Beschwerdefüh- rerin vermittle den Eindruck, das Geschilderte nicht selbst erlebt zu haben. Darüber hinaus erstaune es, dass sie aufgrund dieser Probleme ausgereist sein wolle, obwohl sie im Jahr vor ihrer Ausreise eigenen Angaben gemäss E-569/2017 Seite 9 nicht mehr behelligt worden sei . Es liege aufgrund des Gesagten nahe, dass es sich bei den geschilderten Problemen um einen konstruierten Sachverhalt handle und die Beschwerdeführerin – wie an der BzP angege- ben – aus wirtschaftlichen Gründen ausgereist sei. 5.3 In der Beschwerde w urde dem entgegengehalten, soweit die Vorin- stanz der Beschwerdeführerin vorhalte, den von ihr geschilderten Sachver- halt nicht selbst erlebt zu haben, verkenne sie, dass es bei der Schilderung von Erlebtem durchaus zu Ungenauigkeiten oder Missverständnissen kommen könne. Die Beschwerdeführerin habe in der Anhörung die Besu- che der Militäreinheit so präzise wie möglich beschrieben, indem sie Aus- führungen zur Häufigkeit und zum Zeitraum, in welchem diese stattgefun- den hätten, gemacht habe. Ferner habe sie sich zu den Folgen dieser Be- suche geäussert und dazu erklärt, dass sie zu Hause geblieben sei, um die Kinder zu schützen und dass sie vor diesen Personen Angst gehabt habe. Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die angefochtenen vorinstanzlichen Erwägungen betreffend die Glaubhaftmachung der Vorfluchtgründe zu be- stätigen sind. 6.1 Wie die Vorinstanz in ihrer Verfügung zutreffend feststellt, hat die Be- schwerdeführerin die Probleme mit Angehörigen der Militäreinheit, in wel- cher ihr ehemaliger Partner F._______ stationiert gewesen sein soll, na- mentlich die geltend gemachten Behelligungen bei ihr zu Hause und am Arbeitsplatz sowie die Inhaftierung in der BzP mit keinem Wort erwähnt . Dies bestätigte die Beschwerdeführerin auch selbst anlässlich ihrer Anhö- rung (vgl. act. A23/17, F112). Soweit sie darüber hinaus geltend macht, sie habe in der BzP aber immerhin erklärt, dass F._______ verschwunden sei und dass sie nicht wisse, wo er sich aufhalte (vgl. act. A23/17, F111), ergibt sich Entsprechendes nicht aus dem Anhörungsprotokoll, welches der Be- schwerdeführerin rückübersetzt wurde und welches sie unterschriftlich als vollständig und ihren Angaben entsprechend bestätigte (vgl. act. A 7/28, S. 15). Die Beschwerdeführerin hat F._______ in der BzP nur im Zusam- menhang mit der Vaterschaft ihrer Kinder erwähnt (vgl. act. A7/28, S. 8). Nachdem sie weder in der Anhörung noch in ihrer Beschwerde schlüssig erklären konnte, weshalb sie die Probleme mit Angehörigen der Militärein- heit nicht bereits in der BzP vorgebracht hat, ergeben sich schon deshalb ernsthafte Zweifel an den geltend gemachten Vorfluchtgründen. E-569/2017 Seite 10 6.2 Diese Zweifel erhärten sich weiter dadurch, als die Beschwerdeführerin in der BzP erklärte, aus Eritrea ausgereist zu sein, um zu arbeiten und um ihre Familie zu unterstützen, mithin also zunächst in der Hauptsache wirt- schaftliche Gründe für ihre Flucht geltend machte (vgl. act. A7/28, S. 13 f.). 6.3 Festzustellen ist sodann weiter, dass die als nachgeschoben zu quali- fizierenden Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Behelligung seitens Militärangehöriger lediglich rudimentär ausgefallen sind und diese Aussa- gen jegliche Substanz und Realkennzeichen vermissen lassen. 6.3.1 So erklärte die Beschwerdeführerin in der Anhörung zunächst ledig- lich, dass ihr ehemaliger Partner F._______ der Grund dafür gewesen sei, dass sie ihre Heimat verlassen habe. Sie habe nicht wie immer arbeiten können. Wenn ihre Kinder nun auch sie, die Beschwerdeführerin, verlieren würden, wäre es noch schlimmer für sie . Sie habe sich deshalb entschie- den, aus Eritrea auszureisen (vgl. act. A23/17, F48). Selbst auf die Auffor- derung hin, dies näher zu konkretisieren, erklärte die Beschwerdeführerin nur, dass sie von „diesen Leuten“ immer wieder gestört worden sei, wes- halb sie nicht m ehr habe weiterarbeiten können. Dies sei für ihre Kinder sehr schwierig gewesen. Der ältere Sohn habe deswegen auch nicht re- gelmässig zur Schule gehen können ( vgl. act. A23/17, F49). Wiederholt forderte die die Befragung durchführende Mitarbeiter in des SEM die Be- schwerdeführerin auf, näher auszuführen, um wen es sich bei „diesen Leu- ten“ gehandelt habe und was die genauen Umstände der Behelligungen gewesen seien. Die Beschwerdeführerin vermochte dieser Aufforderung aber nicht nachzukommen und beschränkte sich auf das Vorbringen, es habe sich um Personen aus der Militä reinheit von F._______ gehandelt, welche militärische Kleidung getragen und sich nach dem Aufenthalt von F._______ erkundigt hätten (vgl. act . A23/17, F50, F51, F81 ). Die Be- schwerdeführerin war ebenfalls nicht in der Lage , einen Besuch der Mili- täreinheit bei sich zu Hause konkret zu beschreiben (vgl. act. A23/17, F96, F106). Allgemein fällt auf, dass sie ausser Stande war, Einzelheiten vorzu- tragen oder gar eigene Emotionen während oder nach den angeblichen Hausbesuchen zu beschreiben (vgl. act. A23/17, F81f., F86, F96 ff.). 6.3.2 Sodann führte die Beschwerdeführerin zwar aus, sie sei aufgrund der Behelligungen zu Hause gezwungen gewesen, ab und zu daheim zu blei- ben, um ihre Kinder zu schützen (vgl. act. A23/17, F97). Dieses Vorbringen erscheint ebenfalls nicht schlüssig, insbesondere als die Angehörigen der Militäreinheit nach Aussage der Beschwerdeführerin zunächst zwar alle E-569/2017 Seite 11 zwei Wochen, später jedoch nur alle drei Monate einmal zum Haus gekom- men sein sollen (vgl. act. A23/17, F100). Überdies sollen sich die Behelli- gungen lediglich auf das Jahr 2011 beschränkt haben (vgl. act. A23/17 , F101 f.). Es bleibt letztlich völlig unklar, warum es der Beschwerdeführerin nicht möglich gewesen sein soll, weiterhin ihrer geregelten Arbeit nachzu- gehen. Ebenso konnte sie nicht plausibel erklären, warum es ihrem Sohn nicht mehr möglich gewesen sein soll, die Schule weiter zu besuchen. 6.3.3 Was die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Inhaftierung anbelangt, ist festzustellen, dass sie diese nicht von sich aus , beispiels- weise in der freien Schilderung ihrer Fluchtgründe, erwähnte . Vielmehr brachte sie diese e rst im Rahmen der einlässlichen Anhörung vor, indem sie die Frage, ob sie jemals in Haft gewesen sei, bejahte (vgl. act. A23/17, F79). Es fällt in diesem Zusammenha ng sodann auf, dass die Beschwer- deführerin zwar einen Ort, an welchem sie inhaftiert gewesen sein soll , nannte. Darüber hinaus war sie aber nicht in der Lage, weitere dezidierte Angaben zur Haft zu machen (vgl. act. A23/17, F80-85). Auch der von der Beschwerdeführerin angegebene Grund für die 24 -stündige Inhaftierung scheint nicht plausibel. So führte sie aus, die Inhaftierung sei erfolgt, als das jüngste Kind H._______ ein Jahr alt geworden sei. Die Angehörigen der Militäreinheit hätten ihr zu verstehen gegeben, dass sie um die Vater- schaft von F._______ wüssten, und sie deshalb inhaftiert. Die geltend ge- machte Inhaftierung erweist sich mithin als unglaubhaft. 6.3.4 Bezüglich der widersprüchlichen Angaben der Beschwerdeführerin zu den Geburtsdaten und der Geburtsreihenfolge ihrer drei Söhne sowie zu deren Vaterschaft kann – um Wiederholungen zu vermeiden – auf die zutreffenden Feststellungen in der vorinstanzlichen Verfügung verwiesen werden. Anzumerken bleibt hierzu, dass die Beschwerdeführerin im vo- rinstanzlichen Verfahren keine plausible Erklärung für diese widersprüchli- chen Angaben liefern konnte (vgl. act. A23/17, F113 ff.). Auch in ihrer Be- schwerde ist sie mit keinem Wort auf diese widersprüchlichen Aussagen eingegangen und hat diese somit nicht plausibel erklärt. 6.3.5 Die Zweifel, dass die Beschwerdeführerin Eritrea wegen den angeb- lichen Problemen mit Angehörigen der Militäreinheit von F._______ verlas- sen hat, werden schliesslich, wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, dadurch bestärkt, als sie eigenen Angaben zufolge erst etwa ein Jahr nach den letzten Behelligungen von Angehörigen der Militäreinheit aus Eritrea ausgereist sein will und auch für diese zeitliche Verzögerung keine plau- sible Erklärung liefert (vgl. act. A23/17, F102 f.). E-569/2017 Seite 12 6.4 In einer Gesamtwürdigung ist die von der Vorinstanz vorgenommene Beurteilung, wonach es der Beschwerdeführerin nicht gelungen sei, ihre Vorfluchtgründe glaubhaft darzulegen, zu bestätigen. Die Aussagen der Beschwerdeführerin zu den Fluchtgründen sind in wesentlichen Aspekten als nachgeschoben, nicht substantiiert und widersprüchlich zu beurteilen. Diese Widersprüche vermochte sie weder im vorinstanzlichen Verfahren nachvollziehbar aufzulösen, noch sind die Ausführungen auf Beschwerde- ebene geeignet, zu einer anderen Beurteilung der Aussagen zu führen. 7.1 Die Beschwerdeführerin macht weiter subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG geltend, indem sie vorbringt, illegal aus Eritrea ausgereist zu sein. 7.2 Die Vorinstanz hielt in ihrer Verfügung dazu fest, dass die Behandlung von Rückkehrenden, welche Eritrea illegal verlassen hätten, davon ab- hänge, ob die Rückkehr freiwillig oder unter Zwang erfolge und welchen Nationaldienststatus Rückkehrende vor ihrer Ausreise gehabt hätten. Bei Personen, welche freiwillig zurückkehren würden, würden die Straftatbe- stände für eine illegale Ausreise nicht angewendet. Vielmehr sähen interne Richtlinien vor, dass illegal Ausgereiste dann straffrei zurückkehren könn- ten, wenn sie gewisse Forderungen erfüllen würden, insbesondere die Be- zahlung der sogenannten Diasporasteuer. Personen, welche den National- dienst noch nicht absolviert hätten, müssten zudem ein Reueformular un- terzeichnen. Davon befreit seien insb esondere Personen, welche das dienstpflichtige Alter noch nicht erreicht hätten, und solche, die vom Natio- naldienst befreit oder aus dem Dienst entlassen worden seien. Zum Um- gang mit zwangsweise zurückgeführten Personen lägen nur vereinzelte In- formationen vor. Im Gegensatz zur freiwilligen Rückkehr könnten diese ih- ren Status bei den Behörden nicht regeln. Die Quellenlage deute darauf hin, dass nach der Rückführung von Personen deren Nationaldienststatus überprüft und dann entsprechend verfahren werde. Dabei spiele der Nati- onaldienststatus die wichtigste Rolle, während die illegale Ausreise von un- tergeordneter Bedeutung sei. Die Beschwerdeführerin habe weder den Na- tionaldienst verweigert noch sei sie desertiert. Demnach habe sie nicht ge- gen die Proclamation on National Service von 1995 verstossen und d en Akten sei auch sonst nichts zu entnehmen, wonach sie bei einer Rückkehr ernsthafte Nachteile zu gewärtigen hätte. Damit seien die Anforderungen an die Feststellung einer begründeten Furcht vor zukünftiger Verf olgung nicht erfüllt. Dies werde auch dadurch unterstrichen, dass die Beschwer-E-569/2017 Seite 13 deführerin sich im C._______ freiwillig und ohne Probleme einen eritrei- schen Reisepass habe ausstellen lassen können. Ihre Vorbringen bezüg- lich der illegalen Ausreise aus Eritrea seien somit asylrechtlich unbeacht- lich. 7.3 Diesen Erwägungen wurde in der Beschwerde im Wesentlichen ent- gegnet, dass die Vorinstanz eine unzulässige Praxisänderung vorgenom- men habe. Das Bundesverwaltungsgericht gehe gemäss bisheriger Praxis davon aus, Personen, welche Eritrea illegal verlassen, müssten bei einer Rückkehr mit Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG rechnen. Hierzu verwies die Beschwerdeführerin auf die Erwägungen 5 .3 ff. im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -3892/2008 vom 6. April 2010. Eritreische Staatsangehörige, welche Eritrea illegal verlassen würden, müssten bei ih- rer Rückkehr immer noch mit Strafverfahren wegen Landesverrat und mit Gefängnisstrafen sowie Folter rechnen. Indem sich die Vorinstanz bei ihrer Lageeinschätzung für Rückkehrer nach Eritrea auf den eigenen Bericht „Focus Eritrea – Update Nationaldienst und illegale Ausreise“ vom 22. Juni 2016 abstütze, verkenne sie, dass dieser Bericht nicht geeig net sei, eine Praxisänderung bezüglich eritreischer Asylsuchender zu rechtfertigen. So- wohl in zeitlicher als auch in quantitativer Hinsicht sei der Bericht in keiner Weise repräsentativ und lasse keine abschliessende Beurteilung der Lage in Eritrea zu. Wolle die Vorinstanz von der bisherigen Rechtsprechung, wo- nach die illegale Ausreise aus Eritrea einen subjektiven Nachfluchtgrund bilde, abweichen, müsse man sich die möglichen Konsequenzen vor Au- gen führen. Soweit die Einschätzung der Vorinstanz falsch wäre, müssten Rückkehrer mit Gefängnis und Folter rechnen. Dieses Risiko dürfe im In- teresse der Betroffenen nicht eingegangen werden. Es sei an der bisheri- gen Praxis festzuhalten und den illegal aus Eritrea Ausgereisten weiterhin der Flüchtlingsstatus zu erteilen. Im Weiteren führte die Beschwerdeführe- rin aus, die Vorinstanz verkenne, dass die Weigerung der Betroffenen, die 2%-Steuer zu bezahlen, einen subjektiven Nachfluchtgrund darstellen könne. Soweit sich die Betroffenen weigern würden, die Steuer zu bezah- len oder den Reuebrief zu unterschreiben, müssten sie im Falle einer Rück- kehr nach Eritrea mit menschenunwürdiger Inhaftierung und Folter rech- nen. Man könne den Betroffenen dabei nicht den Vorwurf machen, sie wür- den ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachkommen, weil die Weigerung quasi einer exilpolitischen Aktivität gleichkomme. 7.4 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz fest, dass die Beschwer- deschrift keine neuen und erheblichen Tatsachen oder Beweismittel ent- halte, welche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen würde. Sie E-569/2017 Seite 14 wies darauf hin, dass zwischenzeitlich das Koordinationsurteil des Bundes- verwaltungsgerichts D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 ergangen sei, wo- nach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr davon auszugehen sei, dass sich erit reische Staatsangehörige aufgrund einer illegalen Aus- reise mit Sanktionen ihres Heimatstaates konfrontiert sehen würden, wel- che bezüglich ihrer Intensität und der politischen Motivation des Staates ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG darstellen würden. Es sei der Beschwerdeführerin nicht gelungen, ihre geltend gemachten Flucht- gründe glaubhaft zu machen. Andere Anknüpfungspunkte, welche sie in den Augen des eritreischen Regimes als missliebige Person erscheinen lassen könnten, seien nicht ersichtlich. Die geltend gemachte Ausreise ver- möge für sich alleine keine Furcht vor einer zukünftigen asylrelevanten Ver- folgung zu begründen. 7.5 7.5.1 Vorab ist hierzu festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin bereits in der BzP vorbrachte, illegal aus Eritrea ausgereist zu sein und keinen Mili- tärdienst geleistet zu haben (vgl. act. A 7/28, S. 12, S. 14). 7.5.2 Das Bundesverwaltungsgericht ging in seiner früheren Rechtspre- chung davon aus, dass bei einer illegalen Ausreise aus Eritrea i m Falle einer Rückkehr die Gefahr einer flüchtlingsrechtlich relevanten Bestrafung bestehe. Im von der Vorinstanz zitierten Koordinationsurteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als Referenzurteil publiziert) kam das Gericht jedoch zum Schluss, dass sich diese Praxis nicht mehr aufrechterhalten lasse und eine illegale Ausreise allein zur Begründung der Flüchtlingseigenschaft nicht ausreiche. Festgehalten wurde, dass ein erhebliches Risiko einer Be- strafung bei einer Rückkehr gestützt auf asylrelevante Motive nur dann an- zunehmen sei, wenn nebst der illegalen Ausreise weitere Faktoren hinzu- kommen würden, welche die asylsuchende Person in den Augen der erit- reischen Behörden als missliebige Person erscheinen liessen (vgl. a.a.O. E. 5.1 f.). 7.5.3 Nachdem das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 die Praxisänderung des SEM mittlerweile bestätigt hat, ist die Rüge, wonach diese Praxisänderung unzulässig gewesen sei , nun- mehr obsolet geworden. 7.5.4 Mit der Vorinstanz ist fest zustellen, dass z usätzliche Faktoren, wel- che die Beschwerdeführerin in den Augen der eritreischen Behörden als missliebige Person erscheinen lassen könnten, vorliegend nicht ersichtlich E-569/2017 Seite 15 sind. Ihre geltend gemachten Vorfluchtgründe sind – wie vorstehend dar- gelegt – als unglaubhaft einzustufen, und es ist davon auszugehen, dass sie vor ihrer Ausreise keine Probleme mit den eritreischen Behörden hatte, welche bei einer Rückkehr zusammen mit der illegalen Ausreise eine Ver- folgungsgefahr begründen könnten . Auch auf Beschwerdeebene wurden keine Gründe geltend gemacht, welche zu einer solchen Profilschärfung führen könnten. 7.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die illegale Ausreise allein keine Furcht der Beschwerdeführerin vor einer zukünftigen asylrelevanten Verfolgung zu begründen vermag. Die Frage der Glaubhaftigkeit der illega- len Ausreise kann daher mangels Asylrelevanz offen bleiben. D ie Vo- rinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin somit auch unter dem Aspekt subjektiver Nachfluchtgründe zur Recht verneint. 8.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je mit weiteren Hinweisen). 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 mit weiteren Hinweisen). 9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). E-569/2017 Seite 16 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu we rden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da die Be- schwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver- fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs- sig. 9.4 Wie bereits in den vorstehenden Erwägungen erwähnt, machte die Be- schwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren unter anderem geltend, vor ihrer Ausreise aus Eritrea keinen Militärdienst geleistet zu haben. In ihrer Beschwerde brachte sie sodann vor, sie würde im Falle einer Rück- kehr nach Eritrea in den Nationaldienst eingezogen und bestraft werden (vgl. Beschwerde, II., Bst. j). 9.5 Obwohl gemäss geänderter Praxis eritreische Staatsangehörige al- leine aufgrund ihrer illegalen Ausreise nicht mehr mit einer flüchtlingsrecht- lich relevanten Verfolgung rechnen müssen, sind gewisse (nicht asylrecht- lich relevante) Nachteile von Seiten des eritreischen Staates gerade auch im Zusammenhang mit der Dienstpflicht nicht auszuschliessen (vgl. Koor- dinationsentscheid D-7898/2015 vom 30. Januar 2017, E. 5.1). Im Zusam- menhang mit der Frage einer drohenden Verletzung von Art. 3 EMRK und somit der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs nach Eritrea ist insbeson- dere in Erwägung zu ziehen, ob die betroffene Person bei ihr er Rückkehr mit einem Einzug in den eritreischen Nationaldienst rechnen muss. Dieser Gesichtspunkt wurde durch das Bundesverwaltungsgericht jüngst im Rah- men des am 17. August 2017 ergangenen Koordinationsentscheids E-569/2017 Seite 17 D-2311/2016 (als Referenzurteil publiziert) eingehend analysiert. Demnach sind diesbezüglich drei hauptsächliche Personenkategorien zu unterschei- den: 9.5.1 Bei Personen, die noch keinen Nationaldienst geleistet haben, ohne davon befreit worden zu sein, insbesondere bei Personen, d ie vor Vollen- dung des 18. Altersjahres aus Eritrea ausgereist sind, ist davon auszuge- hen, dass sie bei einer Rückkehr in den Nationaldienst eingezogen werden. Asylsuchende, die im Rahmen ihrer Ausführungen glaubhaft darlegen kön- nen, dass sie vor dem dienstpflichtigen Alter ausgereist sind oder dass sie aus anderen Gründen bis zu ihrer Ausreise keine Aufforderung zur Leistung des Dienstes erhalten haben, dürften im Falle der Rückreise verpflichtet sein, den Nationaldienst zu leisten. Dabei kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass sie vorgängig mit Haft dafür bestraft werden, dass sie sich nicht für den Dienst bereitgehalten haben. Allerdings wird nicht von einer systematischen Inhaftierung aller Rückkehrenden ausgegangen. Demgegenüber hält das Gericht dafü r, dass bei Personen, welche die Dienstpflicht bereits erfüllt h aben, grundsätzlich keine ernsthafte Gefahr bestünde, bei einer Rückkehr wieder in den Nationaldienst eingezogen zu werden. Ferner wurde festgestellt, dass in Eritrea gewisse Personengruppen vom Nationaldienst befreit würden. Dies gelte beispielsweise für Frauen. Diese würden in den letzten Jahren bei Heirat, Geburt und aus religiösen Grün- den zunehmend vom Dienst befreit, was zum Anstieg von Heiraten in jun- gen Jahren geführt habe. Ebenso sei e ine Senkung des Alters, in dem Frauen keinen Dienst mehr leisten müssten, gemäss dem Präsidentenbe- rater Yemane Gebreab in Diskussion. Zudem g ebe es Berichte über Ent- lassungen aus familiären Gründen, wenn jemand Alleinernährer einer Fa- milie sei (vgl. ebd. E. 12.5 mit weiteren Hinweisen ). Das Gericht hielt in diesem Zusammenhang fest, dass sich für die Annahme der Befreiung vom Nationaldienst konkrete Hinweise ergeben müssten. Weiter können unter die Befreiung vom Nationaldienst auch Personen fal- len, die sich bereits seit mehr als drei Jahren im Ausland aufhalten und bei denen davon auszugehen ist, dass sie ihre Situation mit dem Heimatstaat durch die Bezahlung der 2%-Steuer und die Unterzeichnung eines Reue- briefes geregelt haben (sog. Diaspora-Status), weshalb ihnen in absehba- rer Zeit ebenfalls kein Einzug droht (vgl. ebd. E. 13.3 f.). E-569/2017 Seite 18 9.5.2 Im konkreten Fall ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Erit- rea kein Einzug in den Nationaldienst droht, weil anzunehmen ist, dass sie vom Nationaldienst befreit wurde. So hat sie eigenen Angaben zufolge Erit- rea als bereits dreissigjährige Frau Mitte des Jahres 2012 (vgl. act. A7/28, S. 5; A23/17, F43) verlassen. Sie war damit zum Zeitpunkt der Ausreise in einem Alter, in welchem die Betroffenen in der Regel keinen Einzug mehr zu befürchten haben, weil sie entweder den Nationaldienst bereits geleistet haben oder aber davon befreit wurden (vgl. dazu Landinfo [Country of Ori- gin Information Centre der norwegischen Migrationsbehörden], Report Erit- rea: National Service, 20. Mai 2016, Ziff. 2.10.3 S. 18, wonach es Hinweise auf ein Alterslimit von zwischen 25 und 27 Jahren für den Einzug von Frauen in den Nationaldienst gibt). Von einer Befreiung zur Leistung des Nationaldienstes sprechen im konkreten Fall weiter die Umstände, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine alleinstehende Mutter mit drei Kindern handelt, welche zugleich Alleinernährerin ist (vgl. Referenzurteil D- 2311/2016 vom 17. August 2017 E. 12.5 mit Hinweis auf entsprechende Berichte). Die Beschwerdeführerin hat überdies geltend gemacht, im Jahr 2003 zunächst zum Nationaldienst aufgeboten worden zu sein. In diesem Jahr sei aber ihr erstes Kind zur Welt gekom men, weshalb sie den Natio- naldienst nicht habe antreten müssen (vgl. act. A23/17, F40-43). Der Um- stand, dass die Beschwerdeführerin nach diesem Aufgebot eigenen Anga- ben zufolge noch bis Mitte 2012 und damit mehrere Jahre in Eritrea lebte, ohne erneut in de n Nationaldienst eingezogen zu werden, bildet ein ge- wichtiges Indiz dafür, dass sie vom Nationaldienst befreit wurde. Es ist demnach davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in die Katego- rie derjenigen Personen fällt, welche vom Nationaldienst befreit worden sind und dass sie bei einer Rückkehr nicht eingezogen würde. 9.6 Zusammenfassend erweist sich somit, dass im vorliegenden Fall die Zulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung zu bejahen ist. Zum einen fin- det der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung keine Anwendung. Zum anderen ist nicht davon auszugehen, dass der Be- schwerdeführerin im Fall ihrer Ausschaffung nach Eritrea mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine nach Art. 3 oder 4 EMRK oder Art. 3 FoK verbo- tene Strafe oder Behandlung droht. Auch die allgemeine Menschenrechts- situation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeit- punkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. Die Frage, ob die Beschwerdeführerin über den Diaspora-Status verfügt, kann somit offenbleiben. E-569/2017 Seite 19 9.7 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.7.1 Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass im konkreten Fall keine Gründe vorliegen, welche den Wegweisungsvollzug nach Eritrea als unzu- mutbar erscheinen lassen. Sie argumentierte damit, dass Eritrea im De- zember 2000 mit Äthiopien ein Friedensabkommen geschlossen habe und beide Länder seither darauf verzichten würden, ihre unterschiedlichen Standpunkte mit militärischer Gewalt durchzusetzen. Insgesamt lasse sich feststellen, dass in Eritrea heute weder Krieg noch Bürgerkrieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt im Sin ne von Art. 83 Abs. 4 AuG herrsche. Aus den Akten ergäben sich auch keine individuellen Gründe, welche den Wegweisungsvollzug nach Eritrea im konkreten Fall als unzumutbar er- scheinen lassen. Die Beschwerdeführerin habe vor ihrer Ausreise aus Erit- rea zusammen mit ihren drei Söhnen, ihrer jüngeren Halbschwester und ihrer (...) väterlicherseits in B._______ gelebt. Ihre Schwester sei zwar mitt- lerweile in der Ausbildung in K._______. Ihre (...) lebe aber nach wie vor zusammen mit ihren drei Söhnen an der Adresse, wo die Beschwerdefüh- rerin vor ihrer Ausreise be reits gemeinsam mit ihnen gewohnt habe. Ihr Vater lebe und arbeite mit seiner zweiten Ehefrau in L._______. Da ihre (...) und ihr Vater in der Lage gewesen seien, die Reisekosten für die Be- schwerdeführerin in der Höhe von USD 1 000.  und EUR 2 500.  zu be- zahlen, sei davon auszugehen, dass in ihrer Familie entsprechende finan- zielle Mittel vorhanden seien. Die Beschwerdeführerin sei gesund und ver- füge über diverse Arbeitserfahrungen im In- und Ausland. So sei sie in Erit- rea mehrere Jahre im Gastronomie- und Friseurgewerbe tätig gewesen. Sie habe auch C._______ und in F._______ gearbeitet, unter anderem als Hausangestellte. Somit dürfte es ihr möglich sein, sich in ihrer Heimat eine wirtschaftliche Lebensgrundlage aufzubauen. 9.7.2 Gemäss früherer Praxis in Bezug auf die Zumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs nach Eritrea, welche auch Grundla ge der angefochtenen Verfügung bildet , bedurfte es angesichts der wirtschaftlich und gesell- schaftlich prekären Gegebenheiten Eritreas begünstigender, individueller Umstände, damit zurückkehrende Asylsuchende nicht einer existenzbedro- henden Situation im Sin ne der Rechtsprechung ausgesetzt waren E-569/2017 Seite 20 (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs- kommission [EMARK] 2005 Nr. 12). 9.7.3 Demgegenüber kann gemäss aktueller Rechtsprechung in Eritrea nicht von einem Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungsweise einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll- zugs ausgegangen werden. In jüngster Zeit haben sich die Lebensbedin- gungen in einigen Bereichen verbessert. Zwar ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor schwierig. Di e medizinische Grundversorgung, die Ernäh- rungssituation, der Zugang zu Wasser und zur Bildung haben sich aber stabilisiert. Der Krieg ist seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder religiöse Konflikte sind nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind an d ieser Stelle auch die umfangreichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil der Bevölkerung profitiert. Angesichts der schwierigen allgemei- nen Lage des Landes muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenzbedrohung ausgegangen werd en, wenn besondere Umstände vorliegen. Anders als noch unter der früheren Rechtsprechung sind be- günstigende individuelle Faktoren jedoch nicht mehr zwingende Voraus- setzung für die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzur- teil D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 16 f.). 9.7.4 Der angefochtenen Verfügung ist auch in diesem Punkt im Ergebnis zuzustimmen. Es handelt sich bei der Beschwerdeführerin zwar um eine alleinerziehende Mutter dreier Kinder, welche sich mittlerweile im Vorschul- und Jugendalter befinden. Die Beschwerdeführerin ist aber eine junge und gesunde Frau, welche in Eritrea über ein tragfähiges Beziehungsnetz ver- fügt. Es ist davon auszugehen, dass sie im Bedarfsfall auf die finanzielle Unterstützung ihrer Familie zurückgreifen kann. Hinzu k ommt, dass ihre Aussagen zu den Vätern ihrer drei Söhne sich wie vorstehend aufgezeigt, als widersprüchlich und damit als unglaubhaft erweisen. Es kann mithin angenommen werden, dass auch die Kindsväter einen Beitrag zur Unter- stützung der Kinder leisten können. Zudem verfügt die Beschwerdeführerin über mehrjährige Berufserfahrung im Friseur - und Gastronomiegewerbe als auch als Hausangestellte, womit sie in der Lage sein dürfte, auch selbst für ihre Lebenshaltungskosten und ihre Kinder aufzukommen. Weitere Hin- weise, wonach die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr in eine existen- zielle Notlage geraten könnte, sind vorliegend nicht ersichtlich. Nachdem sich die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde nicht zu allfälligen indivi- duellen Vollzugshindernissen äussert, erweist sich der Vollzug der Weg- weisung gemäss der aktualisierten Lagebeurteilung des Bundesverwal- tungsgerichts somit auch als zumutbar. E-569/2017 Seite 21 9.8 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass eine zwangsweise Rückfüh- rung nach Eritrea derzeit generell nicht möglich ist. Die Möglichkeit der frei- willigen Rückkehr steht jedoch praxisgemäss der Feststellung der Unmög- lichkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AuG entge- gen. Es obliegt daher der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise- dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9.9 Zusammenfassend hat die Vor instanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde- führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihr jedoch mit Zwischen- verfügung vom 30. Januar 2017 die unentgeltliche Prozessführung ge- währt wurde und seither keine Veränderung der finanziellen Lage ersicht- lich ist, ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) E-569/2017 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: Die Beschwerde wird abgewiesen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Constance Leisinger Arta Rapaj