12 - Abgrenzung zwischen Berufung und Beschwerde (Art. 218 ff., Art. 232 ff. ZPO). Gegen den - ein Prozessurteil dar- stellenden und damit an sich der Beschwerde unter- liegenden - Nichteintretensentscheid bezüglich eines von mehreren weiteren, durch Sachurteil entschiedenen Rechtsbegehren ist die Berufung gegeben, wenn gleich- zeitig durch Sachurteil entschiedene Rechtsbegehren Ge- genstand der Berufung bilden (Bestätigung der Recht- sprechung). Dies gilt aufgrund des bundesrechtlichen Grundsatzes der Einheit des Scheidungsurteils insbeson- dere auch im Scheidungsverfahren. Aus den Erwägungen: Das Bezirksgericht Oberlandquart ist auf die Begehren der Wider- klägerin um Regelung der Scheidungsnebenfolgen überwiegend nicht ein- getreten. In einem insoweit vergleichbaren Fall wird in PKG 1995 Nr. 2 S. 11 hierzu ausgeführt, der betreffende Dispositivpunkt (Rentenbegehren der Ehefrau) stelle ein das Verfahren abschliessendes Prozessurteil dar, welches an sich der Beschwerde an den Kantonsgerichtsausschuss unterliegen wür- de. Da indessen auch der Kostenpunkt angefochten worden sei und der Ent- scheid hierüber durch jenen betreffend die Rentenforderung beeinflusst werde, rechtfertige es sich, beides im Rahmen der Berufung zu behandeln. Im vorliegenden Fall, in welchem zusätzlich noch der Scheidungspunkt Ge- genstand des Weiterzuges bildet, ist diese Voraussetzung ebenfalls gegeben, weshalb nichts entgegensteht, auf die Berufung von B. als Ganzes einzutre- ten. Hinzu kommt noch, und darauf wurde im publizierten Urteil nicht hin- gewiesen, dass die Berufungsinstanz allein schon wegen des im Bundesrecht verankerten Grundsatzes der Einheit des Scheidungsurteils gehalten ist, im Rahmen der Berufungsanträge nicht nur jene Punkte neu zu behandeln, in denen ein Sachurteil ergangen ist, sondern auch jene Rügen zu beurteilen, die sich dagegen richten, dass die Vorinstanz auf angeblich ungenügende An- träge zu den Nebenfolgen der Ehescheidung (nicht bezifferte Rentenbegeh- ren etwa) nicht eingetreten ist. Dieses Vorgehen drängt sich im Übrigen auch aus prozessökonomischen Gründen auf, müsste doch sonst das Beru- fungsverfahren sistiert werden, bis im Beschwerdeverfahren Klarheit darüb- er geschaffen wird, ob es hinsichtlich einzelner Begehren betreffend Rege- lung der Nebenfolgen beim Nichteintretensentscheid bleibt oder ob sie nicht doch materiell zu beurteilen seien. ZF 97 92 Urteil vom 17. Februar 1998 43