A bteilung III C -7604/2006 C -627/2007 {T 0/2} U rteil vom 10. Juli 2007 M itw irkung: Eduard Acherm ann, vorsitzender R ichter Stefan M esm er, R ichter Francesco Parrino, R ichter G erichtsschreiber: W ilhelm -U lrich Schodde. 1. C ._______ 2. A._______, Beschw erdeführerinnen, beide vertreten durch R echtsanw alt Y gegen B undesam t für G esundheit (B A G ), H essstrasse 27e, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend K rankenversicherung – G enehm igung der Präm ientarife 2007 (Verfügung des BAG vom 29. Septem ber 2006 und W eisung des BAG vom 12.12.2006). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 26. April 2006 änderte der Bundesrat verschiedene Bestim m ungen der Verordnung über die Krankenversicherung vom 27. Juni 1995 (KVV, SR 832.102) und fügte neue Bestim m ungen ein, darunter auch Art. 90b KVV (in der Beschw erde irrtüm lich als Art. 91b angeführt). Art. 90b KVV regelt die R eihenfolge von Präm ienerm ässigungen. B. Am 27. Juli 2006 stellten die die C ._______ und die A._______ AG (im Folgenden C ._______bzw . A._______) dem Bundesam t für G esundheit (BAG ) das G esuch um G enehm igung unter anderem folgender Präm ienta- rife für das Jahr 2007: C ._______: O KP und Taggeldversicherung nach KVG C ._______: "O KP" für EU -Länder A._______ AG : O KP und Taggeldversicherung nach KVG In den Erläuterungen w ird unter Ziff. 2.4 auf die R abattreihenfolge einge- gangen. D abei w ird unter Berufung auf ein Kurzgutachten von Prof. D r. To- m as Poledna eine form ell-gesetzliche R echtsgrundlage der im Kreisschrei- ben 5.1 des BAG vom 9. Juni 2006 geforderten R eihenfolge der R abatte bestritten und geltend gem acht, es sei nicht einzusehen, w eshalb Versi- cherte - insbesondere bei höheren W ahlfranchisen - aufgrund der geänder- ten R abattreihenfolge m it überdurchschnittlichen Präm ienerhöhungen be- straft w erden sollten. In der Folge fand am 28. August eine Besprechung zw ischen Vertretern des BAG und der C .______-G ruppe statt, an w elcher unter anderem die R eihenfolge der Präm ientariferm ässigungen diskutiert w urde. Am Schluss der Sitzung w urde die C .__-G ruppe aufgefordert, dem BAG bis am 1. Sep- tem ber 2006 eine neue Präm ieneingabe einzureichen. In w eiteren Bespre- chungen zw ischen der Am tsleitung des BAG und den betroffenen Kranken- kassenpräsidenten beziehungsw eise dem Verw altungsratspräsidenten der C ._______vom 29. August 2006 unerstützte die oberste Leitung der C ._______die H altung ihrer G eschäftsleitung. D araufhin setzte das BAG der C ._______ am 8. Septem ber 2007 eine letz- te Frist zur Einreichung von KVG - und KVV-konform en Präm ientarifen 2007 bis zum 13. Septem ber 2007. Am 14. Septem ber 2006 stellte das BAG in Schreiben an die C ._______und die A._______ fest, dass ihm kei- ne neuen Tarife eingereicht w orden seien und es daher nur jene Tarife ge- nehm igen w erde, w elche KVG - und KVV-konform seien. In der Folge veröffentlichte die C ._______Präm ienvergleiche, w elche sich auch auf nicht genehm igte Präm ientarife stützten, w as zu einem Streit m it der G roupe M utuel führte. C . Am 29. Septem ber 2006 verfügte das Bundesam t für G esundheit unter an- derem Folgendes:3 ..."2. D as BAG genehm igt nicht die Präm ientarife der obligatorischen Kran- kenpflegeversicherung, die im Anhang m it grauem H intergrund besonders hervorgehoben w orden sind. ... 5. D er Anhang m it den Präm ientarifen bildet Teil dieser Verfügung. 6. Einer allfälligen Beschw erde w ird hierm it die aufschiebende W irkung entzogen."... D en im Anhang hervorgehobenen Tarifen sow ie der Begründung der Ver- fügung ist zu entnehm en, dass die C ._______nach Auffassung des BAG die am 10. M ai 2006 in Kraft getretenen Änderungen der KVV nicht korrekt und vollständig angew endet hat; die C ._______habe bereits vorgängig er- klärt, sie w erde die auf diesen Bestim m ungen beruhende R abattreihenfol- ge nicht anw enden, w eil sie davon ausgehe, dass diese nicht auf einer for- m ell-gesetzlichen G rundlage beruhe. D en vorne dargelegten Aufforderungen zur Einreichung rechtskonform er Präm ientarife sei die C ._______nicht nachgekom m en. D as BAG m achte geltend, m it den Verordnungsänderungen vom 12. April 2006 habe der Bundesrat einerseits die Transparenz gegenüber den Versicherten und an- dererseits die G leichbehandlung unter den Versicherten sicher stellen w ol- len. Art. 13 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes über die Krankenversiche- rung vom 18. M ärz 1994 (KVG , SR 832.10) verpflichte die Krankenversi- cherer den G rundsätzen der G egenseitigkeit und der G leichbehandlung, letzteres auch hinsichtlich der Präm ien. D er Spielraum der Versicher sei dam it im öffentlichen Interesse eingeschränkt w orden. D er Bundesrat habe die gesetzliche G rundlage der verfügten Verordnungsänderungen geprüft und die im Vernehm lassungsverfahren vorgebrachten Einw ände der C ._______verw orfen. D ie streitige Verordnungsbestim m ung ersetze und bestätige das frühere Kreisschreiben "5.1" des BAG über die Präm ien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vom 3. M ai 2005. D . Am 1. N ovem ber 2006 erhoben die C ._______ und die A._______ AG (im Folgenden: Beschw erdeführerinnen) gegen die Verfügung des BAG vom 29. Septem ber 2006 Beschw erde beim Eidgenössischen D epartem ent des Innern (ED I). Sie beantragten: "1. D ie Präm ientarife seien, sow eit noch nicht erfolgt, gem äss den Anträgen an das BAG vom 27. Juli 2006 festzusetzen. 2. Sow eit nötig, sei festzustellen, dass Art. 89 ff. KVV bezüglich der Präm ienreihenfolge die form ell-gesetzliche G rundlage in einem Bundesgesetz fehlt. 3. D er Beschw erde sei die aufschiebende W irkung w ieder zuzusprechen, und als vorsorgliche M assnahm e seien die in der BAG -Verfügung im Anhang grau hinterlegten Tarife zu genehm igen. ..." D ie Beschw erdeführer fechten die vom Bundesrat festgelegte Präm iener- m ässigungsreihenfolge an. Sie stützen sich dabei auf Art. 61, 62 und 64 KVG sow ie Art. 93 KVV. Sie m achen geltend, das KVG sehe R abatte vor 4 und lege keine R eihenfolge der Präm ienerm ässigungen vor. D er vom Bundesrat verordnungsw eise festgelegten R eihenfolge der Präm ienerm ässigungen fehle eine form ell-gesetzliche G rundlage. Art. 62 Abs. 2 KVG bestim m e zw ar, dass der Bundesrat die besonderen Versicherungsform en regle, doch gehe es dabei nicht um den Stellenw ert der Präm ienerm ässigungen. D ieser Stellenw ert w erde bestim m t vom W echselspiel der sich zum Teil ergänzenden, zum Teil w idersprechenden Prinzipien der sozialen Krankenversicherung. Solange eine gesetzliche G rundlage zur Festlegung der R eihenfolge der Präm ienerm ässigungen fehle, gelte der G rundsatz, dass die Versicherer die Präm ien festlegten. Für eine Lückenfüllung bestehe kein R aum . E. M it Vernehm lassung vom 24. N ovem ber 2006 hielt das BAG an der ange- fochtenen Verfügung fest. Es beantragte dem ED I, die Beschw erde in den Punkten 1-3 abzuw eisen, sow eit auf sie einzutreten sei. F. In seiner Funktion als Aufsichtsbehörde erteilte das BAG der C ._______ am 12. D ezem ber 2006 die folgende W eisung: "1. D ie C ._______hat alle betroffenen Versicherten, m it denen sie für das Jahr 2007 auf nicht genehm igten Präm ientarifen basierend ein öffentlich- rechtliches Versicherungsverhältnis abgeschlossen hat, bis zum 23. D ezem ber 2007 (nicht verlängerbare Frist) die vom BAG genehm igten W ohnortpräm ien 2007 m itzuteilen. D iese Inform ationspflicht im Sinne von Art. 21 des Bundesgesetzes über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. O ktober 2000 (ATSG , SR 830.1) i.V.m . Art. 7 Abs. 2 KVG w ird von der C ._______als D urchführungsorgan sachlich objektiv vorgenom m en und nicht w ertend. 2. D ie C ._______hat unverzüglich für die betroffenen Versicherten dafür zu sorgen, dass diesen ein Versicherungsverhältnis erm öglicht w ird, w elches auf genehm igten Tarifen beruht. 3. D ie C ._______hat in ihrem Erscheinungsbild, d.h. für ihren M arktauftritt im Bereich der sozialen Krankenversicherung, den am tlich registrierten N am en nebst Logo zu verw enden (auf Papier, in digitaler oder analoger Form ). D ies gilt auch für den am tlichen Verkehr zw ischen C SS-Kranken-Versicherung AG und dem BAG . 4. D as BAG inform iert die Ö ffentlichkeit über M assnahm en in dieser Angelegenheit in geeigneter W eise (Art. 21 Abs. 5bis KVG )." G . Auf Aufforderung der Instruktionsbehörde des ED I nahm en die Beschw er- deführerinnen am 28. D ezem ber 2006 zur Frage des Erlasses vorsorgli- cher M assnahm en Stellung und gingen dabei näher auf die Ausw irkungen der angefochtenen Verfügung auf die Beschw erdeführerinnen und deren Versicherte ein. H . M it Verfügung vom 4. Januar 2007 überw ies das ED I die Beschw erde vom 1. N ovem ber 2006 zuständigkeitshalber dem Bundesverw altungsgericht.5 I. G egen die W eisung des BAG vom 12. D ezem ber 2006 erhoben die Be- schw erdeführerinnen am 24. Januar 2007 ebenfalls Beschw erde, nunm ehr an das Bundesverw altungsgericht. Sie beantragten, die Ziffern 1, 2 und 4 aufzuheben und das Verfahren m it der Beschw erde gegen die Verfügung des BAG vom 29. Septem ber 2006 zu vereinen. J. Am 21. Februar 2007 teilte das Bundesverw altungsgericht den Beschw er- deführerinnen die Zusam m ensetzung des Spruchkörpers bekannt und gab ihnen G elegenheit zur G eltendm achung von Ausstandsgründen. Innert bis zum 23. M ärz 2007 verlängerter Frist w urden keine Ausstandsbegehren geltend gem acht. M it der Verfügung vom 21. Februar 2007 w urde gleich- zeitig ein Kostenvorschuss von insgesam t Fr. 3000.- verlangt, w elcher rechtzeitig einbezahlt w urde. K. M it Zw ischenverfügung des Instruktionsrichters vom 7. M ärz 2007 w ies das Bundesverw altungsgericht die G esuche um W iederherstellung der auf- schiebenden W irkung der beiden Beschw erden beziehungsw eise um Er- lass entsprechender vorsorglicher M assnahm en ab und hielt fest, dass über die Verfahrenskosten im Endentscheid befunden w erde. D ie am 11. April 2007 dagegen eingereichte Beschw erde w urde vom Bundesgericht am 1. M ai 2007 abgew iesen, sow eit es auf sie eintrat. L. L.a M it Vernehm lassung vom 27. April 2007 beantragte das BAG , auf die Be- schw erde vom 24. Januar 2007 nicht einzutreten. Es w iderspräche dem Aufsichtskonzept des KVG , w enn die Zuständigkeit der Aufsichtsbehörden m it Beschw erden um laufen w erden könnte. D ies gelte auch, w enn auf- sichtsrechtliche M assnahm en m it Verfügungen im Zusam m enhang stün- den. D ie Beschw erdeführerinnen haben in dieser Sache auf die Einrei- chung von Schlussbem erkungen verzichtet. L.b In Bezug auf die Beschw erde vom 1. N ovem ber 2006 reichten die Be- schw erdeführerinnen dagegen am 20. Juni 2007 Schlussbem erkungen ein. Sie m achten geltend, die Beschw erdeinstanz sei in ihrer Zw ischenverfü- gung vom 7. M ärz 2007 hinsichtlich der erforderlichen R ückabw icklungen von falschen Annahm en ausgegangen, und das BAG verletze bei der W ahrnehm ung seiner Aufsicht Treu und G lauben, w enn es vor der höchst- richterlichen Klärung der G esetzm ässigkeit der strittigen KVV-N orm en auf- sichtsrechtliche W eisungen erlasse. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1.1 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D epartem en- te hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.2 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden 6 gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören die Verfügungen des Bundesam tes für G esundheit (Art. 33 Bst. d VG G ) betreffend die G enehm i- gung von Präm ientarifen (Art. 61 Abs. 5 KVG und Art. 92 KVV). 1.3 Anfechtungsgegenstand der Beschw erden bilden die Verfügung des BAG vom 29. Septem ber 2006 und die W eisung des BAG vom 12. D ezem ber 2006. D a die W eisung des BAG vom 12. D ezem ber 2006 in engem Sach- zusam m enhang zur Verfügung des BAG vom 29. Septem ber 2006 steht, sind die beiden Beschw erden – w ovon auch die Parteien ausgehen - zu vereinigen und in einem Entscheid zu beurteilen. 1.4 U nstrittig ist, dass die Verw eigerung der Präm iengenehm igung eine an- fechtbare Verfügung darstellt. Strittig ist dagegen der Verfügungscharakter der aufsichtsrechtlichen W eisung des BAG . 1.4.1 N ach Art. 21 Abs. 1 KVG überw acht der Bundesrat die D urchführung der Krankenversicherung. D er Bundesrat hat diese Aufgabe dem BAG übertra- gen (Art. 24 Abs. 1 KVV). D anach kann das Bundesam t (BAG ) den Versi- cherern zur einheitlichen Anw endung des Bundesrechts unter anderem W eisungen erteilen (Art. 21 Abs. 3 KVG ). 1.4.2 D ie Krankenkassen verfügen gem äss herrschender Praxis bei der G estal- tung der Präm ien der Versicherten über eine beschränkte Autonom ie (Art. 61 KVG ). D a Anordnungen des BSV zur G enehm igung der Präm ientarife der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Art. 92 Abs. 1 KVV und Art. 61 Abs. 4 KVG ) diese Autonom ie tangieren können, sind die im R ah- m en dieser Aufsicht vom KVG erlassenen W eisungen an Krankenkassen als Verfügungen im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Vw VG zu betrachten (VPB 64.17 bzw . R KU V 6/1997, 399 ff., E. 7.2). 1.4.3 D azu kom m t, dass die aufsichtsrechtliche W eisung des BAG für die Be- schw erdeführerinnen unstrittig Aussenw irkungen zeitigte und sie auch in- sow eit als Verfügung zu qualifizieren ist (BGE 102 Ib 84; vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 242; PIERRE MOOR, Droit administratif, Bd. III, Bern 1992, Ziff. 3.1.5). 1.4.4 D ie W eisung des BSV vom 12. D ezem ber 2006 unterliegt daher ebenfalls der Beschw erde (Art. 44 Vw VG in Verb. m it Art. 5 Abs. 1 Bst. a-c Vw VG ). 1.4.5 Die Frage des Verfügungscharakters aufsichtsrechtlicher Weisungen ist zu trennen von der Frage der aufschiebenden Wirkung von Beschwerden ge- gen solche Verfügungen. Werden aufsichtsrechtliche Weisungen ange- fochten, ist dem besonderen Charakter der angefochtenen Verfügungen gegebenenfalls im Rahmen der Beurteilung von Gesuchen betreffend die aufschiebende Wirkung und betreffend vorsorgliche Massnahmen Rech- nung zu tragen. 1.5 G em äss Art. 48 Abs. 1 Vw VG ist zur Beschw erdeführung vor dem Bundes- verw altungsgericht legitim iert, w er vor der Vorinstanz am Verfahren teilge- nom m en hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und 7 ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. D ie Beschw erdeführerinnen haben als G esuchstellerinnen am vorinstanzli- chen Präm iengenehm igungsverfahren teilgenom m en, als Adressatinnen sind sie von der W eisung des BAG w ie auch von der N ichtgenehm igung von Präm ientarifen seitens des BAG ohne Zw eifel besonders berührt und haben an deren Aufhebung bzw . Abänderung ein schutzw ürdiges Interes- se. 1.6 D a die Beschw erdeführerinnen den m it Verfügung vom 21. Februar 2007 eingeforderten Verfahrenskostenvorschuss fristgerecht geleistet haben, ist auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten. 2. 2.1 D as Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht richtet sich im W esentli- chen nach den Vorschriften des Vw VG sow ie des VG G , w obei das neue, am 1. Januar 2007 in Kraft getretene Verfahrensrecht anw endbar ist (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 2.2 Mit der Beschwerde kann gerügt werden, die angefochtene Verfügung ver- letze Bundesrecht (einschliesslich der Überschreitung oder des Miss- brauchs von Ermessen), beruhe auf einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG). Entsprechend umfassend ist die Kognition des Bundes- verwaltungsgerichts. 2.3 Nach Art. 62 Absatz 4 VwVG sind Gerichte gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begeh- ren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Sie können eine Be- schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen guthei- ssen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begrün- dung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ GYGI, a.a.O., S. 212). 3. Die Beschwerdeführerinnen rügen in ihren Schlussbemerkungen unter an- derem die Begründung der Zwischenverfügung, welche indes nur den Zu- stand bis zum Entscheid in der Sache regelt. Bereits aus diesem Grund ist daher auf diese Kritik - welche sich letztlich auch gegen den Entscheid des Bundesgerichts richtet (vgl. E. 5.2) - nicht näher einzugehen. 4. 4.1 Im 2. Titel "O bligatorische Krankenversicherung" regelt das KVG im 2. Ab- schnitt "Präm ien der Versicherten" des Fünften Kapitels "Finanzierung" in Art. 61 die "G rundsätze" betreffend die Festlegung der Präm ien der Versi- cherten. D iese gesetzlichen G rundlagen regeln Folgendes: 4.2 N ach Artikel 61 Absatz 1 KVG legt der Versicherer die Präm ien für seine Versicherten fest. Sow eit das KVG keine Ausnahm en vorsieht, erhebt der Versicherer von seinen Versicherten die gleichen Präm ien.8 D ie m öglichen Präm ienerm ässigungen w erden in Art. 61 Absätze 2, 3 und 3bis KVG geregelt: 4.2.1 N ach Absatz 2 kann der Versicherer die Präm ien nach den ausgew iese- nen Kostenunterschieden kantonal und regional abstufen. M assgebend ist der W ohnort der versicherten Person. D as Bundesam t legt die R egionen für säm tliche Versicherer einheitlich fest. 4.2.2 Für Versicherte bis zum vollendeten 18 Altersjahr (Kinder) hat der Versi- cherer nach Absatz 3 eine tiefere Präm ie festzusetzen als für ältere Versi- cherte (Erw achsene). Er ist berechtigt, dies auch für die Versicherten zu tun, die das 25. Altersjahr noch nicht vollendet haben (junge Erw achsene). D er Bundesrat kann die Präm ienerm ässigungen nach Absatz 3 festlegen (Abs. 3bis). 4.2.3 W eitere Präm ienerm ässigungen sieht der G esetzgeber in Art. 62 KVG für besondere Versicherungsform en (s. nachfolgend Ziff. 2.4; eingeschränkte W ahl der Leistungserbringer, w ählbare Franchisen) vor. D ie Präm ienre- duktion für den Fall der Sistierung der U nfalldeckung w ird auf Verord- nungsebene geregelt (Art. 91a KVV). Sie dient der Koordination zw ischen dem Krankenversicherungs- und dem U nfallversicherungsrecht und ist als solche nicht strittig. 4.3 Art. 62 KVG regelt die besonderen Versicherungsform en: 4.3.1 G em äss Abs. 1 kann der Versicherer die Präm ien für Versicherungen m it eingeschränkter W ahl des Leistungserbringers nach Artikel 41 Absatz 4 KVG verm indern. N ach Abs. 2 kann der Bundesrat w eitere Versicherungsform en zulassen, nam entlich solche, bei denen: a. die Versicherten die M öglichkeit erhalten, sich gegen eine Präm ienerm ässigung stärker als nach Art. 64 KVG an den Kosten zu beteiligen; b. die H öhe der Präm ie der Versicherten sich danach richtet, ob sie w ährend einer bestim m ten Zeit Leistungen in Anspruch ge- nom m en haben oder nicht. Abs. 2bis bestim m t, dass die Kostenbeteiligung w ie auch der Verlust der Präm ienerm ässigung bei Versicherungsform en nach Abs. 2 w eder bei ei- ner Krankenkasse noch bei einer privaten Versicherungseinrichtung versi- chert w erden dürfen. Ebenso ist es Vereinen, Stiftungen oder anderen Ins- titutionen verboten, die Ü bernahm e der Kosten, die sich aus diesen Versi- cherungsform en ergeben, vorzusehen. Von diesem Verbot ausgenom m en ist die Ü bernahm e von Kostenbeteiligungen auf G rund öffentlich-rechtli- cher Vorschriften des Bundes oder der Kantone. N ach Absatz 3 hat der Bundesrat die besonderen Versicherungsform en näher zu regeln. Er legt insbesondere aufgrund versicherungsm ässiger Er- fordernisse H öchstgrenzen für die Präm ienerm ässigungen und M indest- grenzen für die Präm ienzuschläge fest. D er R isikoausgleich nach Art. 105 KVG bleibt in jedem Fall vorbehalten. 4.3.2 D em Auftrag zur näheren R egelung der besonderen Versicherungsform en ist der Bundesrat m it dem Erlass von Art. 93 ff. KVV nachgekom m en (s. 9 nachfolgend, Ziff. 3). 4.4 D ie Präm ientarife der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bedürfen nach Art. 61 Abs. 5 KVG der G enehm igung durch den Bundesrat. Vor der G enehm igung können die Kantone zu den für ihr G ebiet vorgesehenen Präm ientarifen Stellung nehm en; das G enehm igungsverfahren darf da- durch nicht verzögert w erden. 5. 5.1 M it der Änderung der Verordnung über die Krankenversicherung vom 26. April 2006 (AS 2006 1717) hat der Bundesrat unter anderem eine R ege- lung betreffend die R eihenfolge der Präm ienerm ässigungen beschlossen. Art. 90b KVV sieht folgende R eihenfolge vor: a. Präm ienerm ässigungen aufgrund der Präm ienregionen (Art. 91 Abs. 1 und 2 KVV); b. altersabhängige Präm ienerm ässigungen (Art. 91 Abs. 3 KVV); c. Präm ienerm ässigungen für die w ählbaren Franchisen (Art. 95 KVV); d. Präm ienerm ässigungen bei eingeschränkter W ahl der Leistungserbringer (Art. 101 KVV); e. Präm ienerm ässigungen bei Sistierung der U nfalldeckung (Art. 91a KVV). 5.2 N eben der R egelung der R eihenfolge der Präm ienerm ässigungen hat der Bundesrat auch Bestim m ungen betreffend m inim ale und m axim ale Präm i- enreduktionen erlassen. Für Präm ienerm ässigungen aufgrund der Präm ienregionen bestim m t Art. 91 Abs. 1 KVV, dass innerhalb des gleichen Kantons die D ifferenz für die Präm ie der ordentlichen Versicherung m it U nfalldeckung höchstens 15% zw ischen der R egeion 1 und der R egion 2 (Bst. a) bzw . 10% zw ischen der R egion 2 und der R egion 3 liegen darf (Bst. b). Altersabhängige Präm ienerm ässigungen erfolgen aufgrund der G eburts- jahre (Art. 91 Abs. 3 KVV). D ie H öhe der Präm ienerm ässigungen für w ählbare Franchisen w ird in Art. 95 KVV näher um schrieben. N ach Abs. 2bis darf sie je Kalenderjahr nicht höher sein als 80% des von den Versicherten m it der W ahl der höheren Franchise übernom m enen R isikos, sich an den Kosten zu beteiligen. D ie Präm ienerm ässigungen w egen eingeschränkter W ahl der Leistungser- bringer hat der Bundesrat in Art. 101 KVV geregelt. Präm ienerm ässigun- gen sind nur zulässig für Kostenunterschiede , die auf die eingeschränkte W ahl der Leistungserbringer sow ie auf die Art und H öhe der Entschädi- gung der Leistungserbringer zurückzuführen sind. D ie Kostenunterschiede m üssen aufgrund von Erfahrungszahlen von m indestens 5 R echnungsjah- ren ausgew iesen sein, andernfalls die Präm ien höchstens 20% unter den Präm ien der ordentlichen Versicherung liegen dürfen (Abs. 2 u. 3). H insichtlich der Präm ienerm ässigungen bei besonderen Versicherungsfor-10 m en (eingeschränkte W ahl der Leistungserbringer, w ählbare Franchisen) legte der Bundesrat in Art. 90c KVV eine m inim ale Präm ie fest. D iese be- trägt m indestens 50% der Präm ie der ordentlichen Versicherung m it U n- falldeckung für die Präm ienregion und Altersgruppe des Versicherten (Abs. 1) und m uss im Fall einer Sistierung der U nfalldeckung noch die entspre- chende R eduktion erlauben, ohne die 50% -Lim ite zu unterschreiten (Abs. 2). D ie Präm ienerm ässigung bei anderw eitiger Versicherung (U VG ) beträgt nach Art. 91a Abs. 4 KVV höchstens 7% . D ie erw ähnten R egelungen sind vom BAG am 9. Juni 2006 per 1. Juli 2006 in einem Kreisschreiben (5.1) erläutert w orden. 6. Streitig ist einerseits das Vorliegen einer form ell-gesetzlichen R echts- grundlage von Art. 90b KVV, andererseits m ateriell die vom Bundesrat festgelegte R eihenfolge der Präm ienerm ässigungen. 6.1 D er Bundesrat stützte sich auf seine Zuständigkeit zur R egelung altersab- hängiger Präm ienerm ässigungen (Art. 61 Abs. 3 und 3bis KVG ), die Zu- ständigkeit zur R egelung besonderer Versicherungsform en (Art. 62 KVG ) sow ie auf seinen Auftrag zum Vollzug des KVG und die darauf bezogene Kom petenz zum Erlass von Ausführungsbestim m ungen (Art. 96 KVG ). O b diese Kom petenznorm zum Erlass von Art. 90b KVV ausreicht, w ird von den Beschw erdeführerinnen in Frage gestellt. 6.2 D ie Beschw erdeführerinnen berufen sich auf ihre Zuständigkeit zur Fest- setzung der Präm ien (Art. 61 Abs. 1 KVG ). Sie m achen geltend, dass von dem dabei statuierten G rundsatz der G leichbehandlung der Versicherten (vgl. Art. 13 Abs. 2 Bst. a KVG ) in den in Art. 61, 62 und 64 KVG vorgese- henen Fällen abgew ichen w erden könne. Eine R eihenfolge der G ew ährung von R abatten habe der G esetzgeber nicht festgelegt. M it dem Erlass von Art. 90b KVV verkehre der Bundesrat die W irkungen der gesetzlich vorgesehenen besonderen Versicherungsm odelle w illkürlich in ihr G egenteil. G erade jene Versicherten, w elche M odelle w ählten, die am stärksten zur Kostendäm pfung beitrügen, w ürden nun bestraft. D ie richtige R eihenfolge der Präm ienerm ässigungen ergebe sich aus ei- nem W echselspiel der sich teilw eise ergänzenden, teilw eise w iderspre- chenden Prinzipien der sozialen Krankenversicherung. D as KVG räum e den Versicherern in einem gesetzlich näher festgelegten R ahm en O rgani- sationsautonom ie zu, w obei sich die Kassen konkurrenz- und w ettbe- w erbsgerecht zu verhalten hätten. In diesem Sinne w ird gerügt, dass die R eihenfolge der Präm ienerm ässi- gung auf G esetzesstufe zu regeln sei, dass die rechtlichen Voraussetzun- gen einer gesetzesvertretenden Verordnungsregelung nicht erfüllt seien und dass kein R aum für eine Lückenfüllung bestehe. 6.3 N ach Ansicht des BAG (vgl. Ziff. 55 des Kom m entars vom Januar 2006 zum geplanten Erlass von Art. 90b KVV; http://w w w .bag.adm in.ch/11 them en/krankenversicherung/R echts- und Vollzugsgrundlagen/Entw ürfe; zuletzt besucht am 27.6.2007) w irkt sich die R eihenfolge, in der Erm ässi- gungen angew endet w erden, je nach den anw endbaren Präm ienrabatten auf die Präm ienhöhe aus. Zur Sicherstellung der Transparenz gegenüber den Versicherten einerseits sow ie der G leichbehandlung der Versicherer andererseits, und um einen gesunden W ettbew erb unter den Versicherern m ittels gezielter M arktregulierung sow ie ein effizientes Präm iengenehm i- gungsverfahren zu erm öglichen, sei es w esentlich, die R eihenfolge festzu- setzen, in der die verschiedenen m öglichen Präm ienerm ässigungen ange- w endet w erden m üssten. M it der gew ählten R eihenfolge könne zudem ein ungew ünschter m athem a- tischer Effekt ausgehebelt w erden: Art. 95 Abs. 2bis KVV sehe für Präm ie- nerm ässigungen im Zusam m enhang m it w ählbaren Franchisen eine Be- grenzung in Franken und nicht in Prozenten vor und bew irke dam it einen verhältnism ässigen Anstieg der D ifferenz zw ischen den Präm ien der w ähl- baren Franchisen m it und ohne U nfalldeckung, w enn die R eduktion bei der Sistierung der U nfalldeckung vor der w ahlfranchisebedingten Erm ässigung erfolge. Schliesslich m üssten ab 2007 die Versicherer die Präm ienerm ässigungen für die Präm ienregionen, Altersgruppen, Sistierung der U nfalldeckung und für eingeschränkte W ahl der Leistungserbringer in Prozenten anw enden. D em gegenüber könnten die Präm ienerm ässigungen im Zusam m enhang m it den w ählbaren Franchisen gem äss Artikel 95 Abs. 2bis KVV in Prozen- ten und/oder Franken berechnet w erden. 7. D ie G rundprinzipien der sozialen Krankenversicherung sind w eder in Art. 117 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) noch im KVG selbst (w elches gestützt auf den inhaltlich w eitgehend gleich lautenden Art.34bis aBV [BS 1.3] erlassen w urde) festgehalten. 7.1 D ie Ziele des G esetzgebers beim Erlass des KVG lagen prim är darin, eine echte Sozialversicherung zu schaffen, und zw ar m ittels eines Versiche- rungsobligatorium s, Kopfpräm ien, verbunden m it Kostenbeteiligungen der Versicherten sow ie Beiträgen der öffentlichen H and, u.a. Präm ienverbilli- gungen, m ittels einer um fassenden U m schreibung der Versicherungsleis- tungen und M assnahm en gegen die im m er schw erer lastenden Kostenstei- gerungen, w elche vorübergehend m it dringlichen Bundesbeschlüssen be- käm pft w orden w aren (AS 1991 2604 u. 1992 1838; vgl. auch M AR K U S M O SE R , D as KVG von 1996, R egulierung "avant la lettre"? Absichten und Erfahrungen; zugänglich über w w w .irp.unisg.ch, zuletzt besucht am 27.6.2007). D ie D urchführung der sozialen Krankenversicherung w urde den bestehenden Krankenversicherungen übertragen; diese sind dem G rundsatz der G egenseitigkeit und neu auch jenem der G leichbehandlung verpflichtet w orden (Art. 13 Abs. 2 Bst. a KVG ; vgl. BG E 131 V 150). Von einer D efinition der sozialen Krankenversicherung und einer G ew ichtung der verschiedenen G rundsätze der sozialen Krankenversicherung hat der G esetzgeber abgesehen. Ebenso hat er nicht abschliessend geregelt, auf 12 w elchen W egen die Kosteneindäm m ung zu erfolgen hat. 7.2 D er G esetzgeber hat auch keine abschliessende R egelung getroffen, w ie die G estaltung der Präm ien zu erfolgen hat. Er hat sich auf einige G rund- regeln beschränkt und die D etails dem Verordnungsgeber überlassen. Ist im Einzelfall streitig, w elchen R egeln Vorrang zu kom m t, ist dies vom R ich- ter auslegungsw eise zu prüfen (vgl. dazu BG E 128 V 112 Erw . 4b/aa m it H inw eisen). 7.3 N ach den gesetzlichen Vorschriften haben zw ar grundsätzlich die Versi- cherer die Präm ien für ihre Versicherten festzulegen. Sow eit keine gesetz- liche R egelung vorliegt, ist die inhaltliche Ausgestaltung des Versiche- rungsverhältnisses und dam it auch die Festlegung der Präm ien im Ü brigen der Vertragsautonom ie der Parteien überlassen (BG E 124 V 203 Erw . 2a und 205 Erw . 3d m it H inw eisen). D iese m uss sich an den allgem einen R echtsgrundsätzen, w ie sie sich aus dem Bundessozialversicherungsrecht und dem übrigen Verw altungsrecht sow ie der Bundesverfassung ergeben, sow ie den w esentlichen Prinzipien der sozialen Krankenversicherung ori- entieren. 7.4 N eben dem G rundsatz, dass die Versicherer die Präm ien festlegen, hat der G esetzgeber aber auch besondere Sachverhalte geregelt, w elche Prä- m ienerm ässigungen erm öglichen oder zw ingend zur Folge haben. D ie R e- gelung der Einzelheiten hat er w ie dargelegt dem Bundesrat übertragen. 8. 8.1 N ach Art. 21 KVG überw acht der Bundesrat die D urchführung der Kran- kenversicherung (Abs. 1). G em äss Absatz 2 kann das Bundesam t den Versicherern W eisungen zur einheitlichen Anw endung des Bundesrechts erteilen, von ihnen alle erforderlichen Auskünfte und Belege verlangen so- w ie Inspektionen durchführen. D iese können auch unangekündigt durchge- führt w erden. D ie Versicherer haben dem Bundesam t freien Zugang zu säm tlichen von ihm im R ahm en der Inspektion als relevant erachteten In- form ationen zu verschaffen. Sie m üssen dem Bundesam t ihre Jahresbe- richte und Jahresrechnungen einreichen. M issachtet ein Versicherer die gesetzlichen Vorschriften, so ergreift das Bundesam t nach Absatz 5 je nach Art und Schw ere der M ängel die folgenden M assnahm en: a.Es sorgt auf Kosten des Versicherers für die W iederherstellung des gesetzm ässigen Zustandes. b. Es verw arnt den Versicherer und fällt O rdnungsbussen aus. c. Es beantragt dem D epartem ent den Entzug der Bew illigung zur D urchführung der sozialen Krankenversicherung. D as Bundesam t kann gem äss Absatz 5bis die Ö ffentlichkeit in Abw eichung von Artikel 33 des Bundesgesetzes über den Allgem einen Teil des Sozial- versicherungsrechts vom 6. O ktober 2000 (ATSG , SR 830.1) über M ass- nahm en nach Absatz 5 inform ieren. 8.2 N ach Art. 9 Abs. 1 der O rganisationsverordnung für das Eidgenössische D epartem ent des Innern vom 28. Juni 2000 (O V-ED I, SR 172.212.1) ist 13 das Bundesam t für G esundheit die Fachbehörde des Bundes für soziale Sicherheit und für den Bereichen Krankheit und U nfall. Es ist laut Anhang zu Art. 6 Abs. 3 der R egierungs- und Verw altungsorganisationsverordnung vom 25. N ovem ber 1998 (R VO V, SR 172.010.1) dem Eidgenössischen D e- partem ent des Innern zugeordnet. 9. D as Verfahren der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht ist w ie die Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (bzw . die frühere Verw altungsgerichtsbeschw erde) auf den individuellen R echtsschutz aus- gerichtet und kennt grundsätzlich keine abstrakte N orm enkontrolle (vgl. Art. 5 Vw VG in Verb. m it Art. 31 VG G bzw . Art. 82 Bst. a des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]; 128 II 36, 121 II 473 E. 2b S. 478 u. 112 Ia 180 E. 2c S. 185 f., m it H inw eisen). D ie G esetzm ä- ssigkeit der strittigen Verordnungsbestim m ung Art. 90b KVV ist daher im vorliegenden Beschw erdeverfahren nur vorfragew eise zu prüfen (akzesso- rische oder inzidente N orm enkontrolle); ob bzw . inw iew eit eine abstrakte N orm enkontrolle dann stattfinden kann, w enn im R ahm en von Beschw er- den nach Art. 34 VVG (z.B. Beschw erden gegen Beschlüsse der Kantons- regierungen i.S. Spitallisten) beim Bundesverw altungsgericht kantonale Er- lasse angefochten w erden, kann hier offen bleiben. 10. W ie die unterschiedlichen Positionen des BAG und der Beschw erdeführe- rinnen zeigen (s. oben, Ziff. 4.2 u. 4.3), w irken sich die Einschränkungen betreffend die Anw endung der Präm ienerm ässigungen, von w elchen hier allerdings nur die R eihenfolge Streitgegenstand bildet, auf die Präm ienhö- he aus. Je nachdem , w elcher Stellenw ert den Präm ienerm ässigungen für die besonderen Versicherungsform en eingeräum t w ird, kom m t w ettbe- w erblichen Aspekten grössere oder geringere Bedeutung zu. 11. 11.1 W ie dargelegt (vgl. vorne, Ziff. 5.3 u. 5.4), hat der G esetzgeber zw ar die Festlegung der Präm ien den Versicherern übertragen, daneben aber - ebenfalls auf G esetzesstufe – jene Versicherungsverhältnisse bestim m t, w elche Präm ienerm ässigungen erm öglichen oder erfordern. D abei hat der G esetzgeber selbst einzelne G rundsätze festgehalten, darü- ber hinaus aber den Bundesrat beauftragt, die Einzelheiten zu regeln (vgl. vorne, Ziff. 2 u. 3). Auch w enn in diesen D elegationsnorm en nicht aus- drücklich vorgesehen ist, dass der Bundesrat auch eine R eihenfolge der Präm ienerm ässigungen festlegen soll, ist das Bundesverw altungsgericht aufgrund der dargelegten R echtslage überzeugt, dass der Bundesrat be- reits aufgrund der Kom petenz zum Erlass von R egelungen betreffend Prä- m ienerm ässigungen zum Erlass von Art. 90b KVV (R eihenfolge der Prä- m ienerm ässigungen) befugt w ar. 11.2 Erteilt der G esetzgeber dem Bundesrat den Auftrag, für verschiedene ver- sicherungsm ässige Sachverhalte R egelungen betreffend Präm ienerm ässi-14 gungen zu erlassen, so kann er dies sinnvollerw eise nicht tun, ohne auch koordinierende R egelungen zu erlassen. D ie G renzen solcher koordinie- render R egelungen liegen einerseits im m ateriellen Krankenversicherungs- recht, andererseits in den allgem einen R echtsgrundsätzen, w ie z.B. dem von den Beschw erdeführerinnen angerufenen G ebot der Verhältnism ässig- keit. 11.3 D er Vorw urf, Art. 90b KVV fehle eine form ell-gesetzliche G rundlage, ist da- her unberechtigt. Zu prüfen bleibt im Folgenden, ob sich die m it Art. 90b KVV erlassene R egelung an den form ell-gesetzlichen und verfassungsm ä- ssigen R ahm en hält. 12. 12.1 D ie Beschw erdeführerinnen m achen im Kern geltend, dass die vom Bun- desrat in Art. 90b KVV statuierte Präm ienreihenfolge jene Versicherten be- strafe, w elche sich für besondere Versicherungsform en entschieden hätten und w elche m assgeblich zur Kosteneindäm m ung beitrügen. Sie rügen da- m it, dass der Bundesrat dem W ettbew erb nicht den ihm zukom m enden Stellenw ert einräum e. 12.2 W ie bereits dargelegt (s. vorne, Ziff. 5.1) hat der G esetzgeber keine G e- w ichtung der verschiedenen G rundsätze der sozialen Krankenversiche- rung vorgenom m en. Verschiedene Bestim m ung tragen zw ar dem W ettbe- w erbsgedanken R echnung, der G esetzgeber hat indes davon abgesehen, den W ettbew erb als G rundsatz des Krankenversicherungsrechts festzule- gen. D er G esetzgeber hat denn auch nicht abschliessend geregelt, auf w elchen W egen die Kosteneindäm m ung zu erfolgen hat. 12.3 Auch die angefochtene bundesrätliche R egelung trägt w ettbew erbsrechtli- chen Aspekten R echnung (s. vorne, Ziff. 4.3), sie w ill aber verhindern, dass w ettbew erbsrechtliche R egelungen auf Kosten anderer G rundsätze des Krankenversicherungsrechts durchgesetzt w erden und das Ergebnis nicht m ehr dem Ziel des G esetzgebers, eine echte Sozialversicherung zu schaffen (s. vorne, Ziff. 5.1), entsprechen. 13. 13.1 N ach Art. 36 Abs. 3 BV m üssen Einschränkungen von G rundrechten – m it der gerügten U nterdrückung w ettbew erblicher Elem ente w ird sinngem äss die Verletzung der W irtschaftsfreiheit (Art. 27 BV) und allenfalls der Eigen- tum sgarantie (Art. 26 BV) gerügt – verhältnism ässig sein. D as verfassungsm ässige G ebot der Verhältnism ässigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV) verlangt, dass staatliche H oheitsakte für das Erreichen eines im über- geordneten öffentlichen Interesse liegenden Zieles geeignet, notw endig und für den Betroffenen zum utbar sein m üssen (BG E 130 I 16, S. 19 ff., 128 I 92, S. 95, m it w eiteren H inw eisen; U LR IC H H ÄFELIN / G EO R G M Ü LLE R , All - gem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/G enf 2006, R z. 581 f.). Erforderlich ist eine vernünftige Zw eck-M ittel-R elation (BG E 127 IV 154 E. 4c S. 161). W ie einem G utachten des Bundesam tes für Justiz vom 31. Januar 2005 15 (VPB 70.46) zu entnehm en ist, liegt dem Verhältnism ässigkeitsgrundsatz in diesem Bereich der G edanke zugrunde, dass ein Eingriff in ein Frei- heitsrecht in sachlicher, örtlicher und zeitlicher H insicht nicht w eiter gehen darf, als es das öffentliche Interesse erfordert. Vorliegend hatte der Bundesrat aufgrund der ihm delegierten R echtset- zungsbefugnis die Verhältnism ässigkeitsprüfung in abstrakter W eise selbst vorzunehm en. 13.2 Für das Bundesverw altungsgericht hat der Bundesrat m it Art. 90b KVV in Sachen R eihenfolge der Präm ienerm ässigungen eine Lösung getroffen, w elche im R ahm en der hier vorzunehm enden G esam tw ürdigung dem öf- fentlichen Interesse nicht w iderspricht, die – w ie dargelegt – einer bundes- rechtskonform en W ürdigung der dem KVG zu G runde liegenden W erte entspricht und zudem in einer vernünftigen Zw eck-M ittel-R elation steht. 13.3 Für letzteres spricht im Ü brigen auch der U m stand, dass die R egelung von Art. 90b KVV für alle anderen Versicherer ohne grössere Problem e um - setzbar w ar. 13.4 Schliesslich sei darauf hingew iesen, dass die vom Bundesrat festgelegte Präm ienreihenfolge grundsätzlich jener entspricht, w elche das KVG bei den entsprechenden m ateriellen R egelungen gew ählt hat: In Art. 61 KVG betreffend die G rundsätze der Präm ien der Versicherten regeln Abs. 2 die kantonalen und regionalen Abstufungen und Abs. 3 KVG die Präm ien der Kinder und der jungen Erw achsenen. D ie besonderen Versicherungsfor- m en w erden darauf folgend in Art. 62 KVG geregelt. D ie R egelung betref- fend anderw eitige Versicherungen (U VG ) ist aufgrund der besonderen Ausgangslage (keine R egelung im KVG selbst) am Ende geregelt. Für das Bundesverw altungsgericht ist nicht erkennbar, inw iefern Art. 90b KVV bei der geschilderten R echtslage unverhältnism ässig sein sollte. 13.5 D ie vom Bundesrat verordnete Präm ienreihenfolge erw eist sich daher auch im m aterieller H insicht als bundesrechtskonform . 14. Als unterliegende Partei haben die Beschw erdeführerinnen für beide Be- schw erdeverfahren die aus einer Spruchgebühr und den Schreibgebühren zusam m engesetzten Verfahrenskosten zu tragen. D iese w erden ange- sichts des Erlasses einer Zw ischenverfügung auf insgesam t Fr. 4'000.- festgesetzt (Art. 63 Abs. 1 Vw VG sow ie Art. 1, 2 und 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]; Hansjörg Seiler/Nicolas von Werdt/Andreas Güngerich, Bundesgerichtsgesetz, Art. 74 N. 6 f. und Art. 51 N. 3 ff.). N ach Verrechnung m it dem von den Beschw erdeführerin- nen geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.- haben die Beschw erde- führerinnen noch einen Betrag von Fr. 1'000.- zu bezahlen. 15. Als unterliegender Partei kann den Beschw erdeführerinnen keine Partei- entschädigung zugesprochen w erden (Art. 64 Abs. 2 Vw VG ). D er obsie- genden Vorinstanz ist praxisgem äss keine Parteientschädigung zuzuspre-16 chen (Art. 7 Abs. 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kos- ten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht, VG KE, SR 173.320.2; vgl. auch U ELI KIES ER , ATSG -Kom m entar, Zürich 2003, Art. 62 R z. 39). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erden w erden abgew iesen. 2. D ie Beschw erdeführerinnen haben für beide Beschw erdeverfahren die aus einer Spruchgebühr und den Schreibgebühren zusam m engesetzten Ver- fahrenskosten von insgesam t Fr. 4'000.- zu tragen. N ach Verrechnung m it dem von den Beschw erdeführerinnen geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.- haben die Beschw erdeführerinnen noch einen Betrag von Fr. 1'000.- zu bezahlen. 3. Es w erden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - den Beschw erdeführerinnen (m it G erichtsurkunde; Beilage: Einzahlungs- schein) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde; R ef-N r. y) - dem Eidgenössischen D epartem ent des Innern (eingeschrieben) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Eduard Acherm ann W ilhelm -U lrich Schodde R echtsm ittelbelehrung G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :