<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00143</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223597&amp;W10_KEY=13045538&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00143</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 26.10.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Rückstufung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Der Beschwerdeführer wurde aufgrund seines Schuldenmachens vom Migrationsamt von einer Niederlassungs- auf eine Aufenthaltsbewilligung zurückgestuft. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die seit der ausländerrechtlichen Verwarnung erhobenen Betreibungen alte Schulden beträfen und seine Nichterfüllung finanzieller Verpflichtungen den wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf seine selbständige Erwerbstätigkeit geschuldet sei. Er legt allerdings keinerlei Dokumente zur Substanziierung dieser Vorbringen vor. Aus den Akten ergibt sich im Gegenteil, dass die Verschuldung des Beschwerdeführers konstant ansteigt. Die Voraussetzungen für die Rückstufung des Beschwerdeführers auf eine Aufenthaltsbewilligung sind damit erfüllt (E. 3.5). Die Rückstufung ist sodann auch verhältnismässig (E. 3.6). Abweisung und Abweisung URP.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETREIBUNG">BETREIBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKSTUFUNG">RÃCKSTUFUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHULDUNG">VERSCHULDUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 58a Abs. 1 AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 63 Abs. 2 AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=63740" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00143</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">26. Oktober 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Elias Ritzi.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend RÃ¼ckstufung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, ein 1974 geborener guatemaltekischer StaatsangehÃ¶riger, reiste am 24. MÃ¤rz 1996 in die Schweiz ein, wo er eine Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich erhielt, welche in der Folge wiederholt verlÃ¤ngert wurde. Am 2. Juli 2001 wurde ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt.</p> <p class="Urteilstext">Seit 2015 ist A Inhaber eines Einzelunternehmens in der Reinigungsbranche. Am 13. Juli 2020 hatten gegen A insgesamt 63 Verlustscheine in einer GesamthÃ¶he von Fr. 125'609.87 bestanden. Mit VerfÃ¼gung vom 30. April 2021 verwarnte das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich A aufgrund seiner Verschuldung und drohte ihm den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung an. </p> <p class="Urteilstext">Am 8. November 2022 widerrief das Migrationsamt unter anderem aufgrund seiner Verschuldung die Niederlassungsbewilligung von A und erteilte ihm eine Aufenthaltsbewilligung ab Eintritt der Rechtskraft der VerfÃ¼gung, befristet auf ein Jahr nach Bewilligungserteilung. Die Aufenthaltsbewilligung wurde an folgende Bedingungen geknÃ¼pft: Strafloses Verhalten, lÃ¼ckenloses ErfÃ¼llen der finanziellen Verpflichtungen, Abbau der bestehenden Schulden im Rahmen der finanziellen MÃ¶glichkeiten, Aufnahme einer existenzsichernden ErwerbstÃ¤tigkeit im ersten Arbeitsmarkt und Nachkommen der Mitwirkungspflicht im Rahmen von Art. 90 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20). <span>Die Einhaltung der Bedingungen wurde als erforderlich erklÃ¤rt fÃ¼r die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1">Die Sicherheitsdirektion hiess mit Entscheid vom 7. Februar 2023 einen dagegen erhobenen Rekurs teilweise gut, knÃ¼pfte die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung nur an die Bedingungen "LÃ¼ckenlose ErfÃ¼llung seiner finanziellen Verpflichtungen" und "Abbau der bestehenden Schulden im Rahmen seiner finanziellen MÃ¶glichkeiten und Nachweis der entsprechenden BemÃ¼hungen", wies den Rekurs im Ãbrigen ab (Dispositiv-Ziff. I), auferlegte A die Kosten des Rekursverfahrens zu drei Vierteln (Dispositiv-Ziff. II), gewÃ¤hrte A die unentgeltliche Rechtspflege und bestellte Rechtsanwalt B als unentgeltlichen Rechtsbeistand (Dispositiv-Ziff. III). </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 13. MÃ¤rz 2023 liess A Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben und beantragen, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Entscheid der Sicherheitsdirektion vom 7. Februar 2023, soweit sie den bei ihr erhobenen Rekurs nicht guthiess, und die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 8. November 2022 aufzuheben. Sodann sei A Gelegenheit zu geben, das GeschÃ¤ftsjahr 2022 seiner Firma zu dokumentieren und eine detaillierte Nettoschuldenaufstellung seiner Schuldenberatung einzureichen. Eventualiter sei die Sache zur vollstÃ¤ndigen Sachverhaltserhebung sowie zur GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs an die Sicherheitsdirektion bzw. an das Migrationsamt zurÃ¼ckzuweisen. Subeventualiter sei A zu verwarnen. Sodann beantragte A die GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtspflege.</p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 16. MÃ¤rz 2023 auf Vernehmlassung; das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung1"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Beschwerdegegners betreffend das Aufenthaltsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Weil auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Vorliegend ist die RÃ¼ckstufung des BeschwerdefÃ¼hrers von der Niederlassungsbewilligung auf eine Aufenthaltsbewilligung im Sinn von Art. 63 Abs. 2 AIG streitig. Die Vorinstanz begrÃ¼ndet sie hauptsÃ¤chlich mit der Verschuldung des BeschwerdefÃ¼hrers, die eine NichterfÃ¼llung Ã¶ffentlich-rechtlicher und privatrechtlicher Verpflichtungen darstelle, weswegen das Integrationskriterium der Beachtung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung (Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG in Verbindung mit Art. 77a Abs. 1 lit. b der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit [VZAE, SR 142.201]) nicht erfÃ¼llt sei.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b><span>Die RÃ¼ckstufung einer altrechtlich (sprich: vor dem 1. Januar 2019) erteilten Niederlassungsbewilligung unter dem neuen Recht setzt voraus, dass ein aktuelles Integrationsdefizit von einem gewissen Gewicht vorliegt (BGE 148 II 1 E. 5.3, auch zum Folgenden). Dabei dÃ¼rfen die vor dem 1. Januar 2019 eingetretenen Sachverhaltselemente mitberÃ¼cksichtigt werden, um die neue Situation im Licht der bisherigen wÃ¼rdigen und in diesem Sinn die Entstehung und das Fortdauern des Integrationsdefizits umfassend klÃ¤ren zu kÃ¶nnen (vgl. auch </span>VGr, 3. Dezember 2020, VB.2020.00305, E. 2.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Bei der Beurteilung der Integration sind nach Art. 58a Abs. 1 AIG die folgenden Kriterien zu berÃ¼cksichtigen: die Beachtung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung (lit. a), die Respektierung der Werte der Bundesverfassung (lit. b), die Sprachkompetenzen (lit. c) und die Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am Erwerb von Bildung (lit. d). Die RÃ¼ckstufung verlangt nach einer sorgfÃ¤ltigen VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [SR 101]; vgl. Art. 58a Abs. 2 und Art. 96 Abs. 1 AIG sowie Art. 77f VZAE). <span>Sie kommt</span> nur dann infrage, wenn sie zur Erreichung des damit verfolgten, im Ã¶ffentlichen Interesse liegenden Ziels, nÃ¤mlich der Verbesserung von Integrations­defiziten bei der betroffenen Person, auch tatsÃ¤chlich geeignet, erforderlich und zumutbar erscheint (BGr, <span>19. Oktober 2021, 2C_667/2020, E. 2.6</span>; VGr, 28. Oktober 2021, VB.2021.00132, E. 2.2 [beide auch zum Folgenden]). Anders als die Verwarnung verschlechtert sie die Rechtsstellung der betroffenen Person unmittelbar. Aus GrÃ¼nden der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit hat deshalb auch einer RÃ¼ckstufung in aller Regel zunÃ¤chst eine auslÃ¤nderrechtliche Verwarnung oder zumindest eine einschlÃ¤gige Ermahnung zur VerhaltensÃ¤nderung voranzugehen (zum Ganzen ausfÃ¼hrlich VGr, 21. Oktober 2020, VB.2020.00326, E. 5 mit Hinweisen). FÃ¼r die ErfÃ¼llung der Integrationskriterien von Art. 58a AIG bzw. die Bejahung einer erfolgreichen Integration ist kein vÃ¶llig klagloses Verhalten erforderlich (VGr, 9. Juni 2021, VB.2020.00868, E. 2.4 mit Hinweis).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b>Nach Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG in Verbindung mit Art. 77a Abs. 1 lit. a und b VZAE ist das Integrationskriterium der Beachtung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung unter anderem dann nicht erfÃ¼llt, wenn die betroffene Person gesetzliche Vorschriften und behÃ¶rdliche VerfÃ¼gungen missachtet oder wenn sie Ã¶ffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfÃ¼llt (vgl. Art. 62 Abs. 1 lit. c bzw. Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG). Eine Verschuldung ist mutwillig, wenn sie selbst verschuldet und qualifiziert vorwerfbar ist (BGr, 31. Januar 2020, 2C_58/2019, E. 3.1 mit Hinweisen; VGr, 9. Juni 2021, VB.2020.00868, E. 2.5.3 [beide auch zum Folgenden]). <span>Der Beweis obliegt der MigrationsbehÃ¶rde (BGr, 26. Februar 2020, 2C_928/2019, E. 3.1).</span> <span>Von Mutwilligkeit ist nicht leichthin auszugehen. </span>Es muss Absicht, BÃ¶swilligkeit oder qualifizierte FahrlÃ¤ssigkeit vorliegen; keine Mutwilligkeit liegt vor, wenn die Verschuldung auf SchicksalsschlÃ¤ge zurÃ¼ckgeht (BGr, 7. MÃ¤rz 2018, 2C_789/2017, E. 3.3.1). <span>Wurde bereits eine auslÃ¤nderrechtliche Verwarnung (Art. 96 Abs. 2 AIG) ausgesprochen, ist entscheidend, ob die auslÃ¤ndische Person danach weiterhin mutwillig Schulden angehÃ¤uft hat. Unterliegt eine Person einem betreibungsrechtlichen Verwertungsverfahren, insbesondere der LohnpfÃ¤ndung, kann sie allerdings von vornherein ausserhalb des Betreibungsverfahrens keine Schulden tilgen. Das fÃ¼hrt in solchen FÃ¤llen dazu, dass im Vergleich zu frÃ¼her weitere Betreibungen hinzukommen kÃ¶nnen oder der betriebene Betrag anwachsen kann, ohne dass allein deswegen Mutwilligkeit vorliegt. Von entscheidender Bedeutung ist, welche Anstrengungen zur Sanierung unternommen worden sind. Positiv ist etwa zu wÃ¼rdigen, wenn vorbestandene Schulden abgebaut worden sind (BGr, 20. November 2020, 2C_673/2020, E. 3.1 f.).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer musste seit 2007 wiederholt betrieben werden und verursachte zahlreiche Verlustscheine. Daran Ã¤nderten auch die beiden auslÃ¤nderrechtlichen Verwarnungen vom 13. Juli 2015 und vom 30. April 2021 sowie die mehrfachen Hinweise auf die Folgen seines Schuldenmachens nichts. Vielmehr verursachte er auch nach der zweiten Verwarnung weiterhin regelmÃ¤ssig Betreibungen und Verlustscheine. WÃ¤hrend betreffend den BeschwerdefÃ¼hrer im MÃ¤rz 2021 noch 70 Verlustscheine in HÃ¶he von insgesamt Fr. 139'276.27 bestanden, waren es im MÃ¤rz 2023 80 Verlustscheine in HÃ¶he von insgesamt Fr. 197'058.99.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt vor, dass die seit der auslÃ¤nderrechtlichen Verwarnung erhobenen Betreibungen alte Schulden betrÃ¤fen. Er habe seit Ende MÃ¤rz 2018 keine neuen Schulden mehr gemacht. Gleichzeitig macht er sinngemÃ¤ss geltend, die NichterfÃ¼llung finanzieller Verpflichtungen sei den wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf seine selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit geschuldet. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist aufgrund seiner Mitwirkungs- und insbesondere seiner Beweisbeschaffungspflicht gehalten, diese Vorbringen mit geeigneten Dokumenten zu substanziieren. Dies gilt umso mehr, als der BeschwerdefÃ¼hrer vom Beschwerdegegner mehrmals konkret aufgefordert wurde, entsprechende Unterlagen einzureichen. Zudem war der BeschwerdefÃ¼hrer sowohl im Rekurs- als auch im Beschwerdeverfahren anwaltlich vertreten und es wÃ¤re ihm deshalb mÃ¶glich gewesen, substanziiert darzulegen, dass er sich seit der auslÃ¤nderrechtlichen Verwarnung nicht weiter verschuldet hat oder dass neue Schulden auf die Covid-19-Pandemie zurÃ¼ckzufÃ¼hren sind. Der BeschwerdefÃ¼hrer kam seiner Mitwirkungspflicht jedoch nicht hinreichend nach, sondern beschrÃ¤nkte sich gegenÃ¼ber dem Beschwerdegegner und der Vorinstanz darauf, die Einreichung detaillierter Schuldenaufstellungen, Dokumentationen des Einkommens sowie JahresabschlÃ¼sse in Aussicht zu stellen. Dokumente wurden jedoch nicht nachgereicht.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise darauf, dass es sich bei den seit MÃ¤rz 2018 betriebenen Forderungen um alte Schulden handelt, oder dass die seither weiter gestiegene Verschuldung des BeschwerdefÃ¼hrers auf die Covid-19-Pandemie zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist. Aus dem Betreibungsregisterauszug vom 6. MÃ¤rz 2023 ergibt sich, dass sich die Zahl der Betreibungen gegen den BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber die letzten sechs Jahre konstant erhÃ¶hte. Dasselbe trifft auch auf die Verlustscheine zu. Bestanden im Februar 2017 29 Verlustscheine, waren es im Dezember 2018 bereits 55 Verlustscheine, im Juli 2020 63 Verlustscheine, im MÃ¤rz 2021 70 Verlustscheine, im Oktober 2022 76 Verlustscheine und im MÃ¤rz 2023 80 Verlustscheine, wobei sich auch der Gesamtbetrag dieser Verlustscheine in diesem Zeitpunkt etwa verdreifachte. Die Behauptung eines Einkommenseinbruchs aufgrund der Covid-19-Pandemie bleibt unbelegt, da der BeschwerdefÃ¼hrer keinerlei Dokumente fÃ¼r die Zeit nach 2019 einreicht.</p> <p class="Urteilstext">Vor dem Hintergrund der jahrelang konstanten ErhÃ¶hung der Verschuldung des BeschwerdefÃ¼hrers ist davon auszugehen, dass er dauerhaft ohne Erfolg einer selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit nachgeht, die seinen Lebensunterhalt nicht deckt und er sich diesen mit seinem umfangreichen Schuldenmachen finanziert. Beides ist ihm vorwerfbar und fÃ¼hrt zum Schluss, dass er im Sinn von Art. 77a Abs. 1 lit. b AIG Ã¶ffentlich-rechtliche und privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfÃ¼llt. Die Voraussetzungen fÃ¼r die RÃ¼ckstufung des BeschwerdefÃ¼hrers auf eine Aufenthaltsbewilligung sind damit erfÃ¼llt.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Die RÃ¼ckstufung des BeschwerdefÃ¼hrers ist sodann auch verhÃ¤ltnismÃ¤ssig: Zwei auslÃ¤nderrechtliche Verwarnungen des BeschwerdefÃ¼hrers zeitigten keine nennenswerten Auswirkungen auf sein Verhalten, weshalb eine weitere Verwarnung nicht in Betracht kommt. Die mit der RÃ¼ckstufung verbundenen Auswirkungen sollten den BeschwerdefÃ¼hrer motivieren, sich in der Schweiz besser zu integrieren und insbesondere seine finanzielle Situation nachhaltig zu verbessern. Damit erscheint die Verschlechterung der Rechtsstellung geeignet und erforderlich, um den BeschwerdefÃ¼hrer zur Verbesserung seines Integrationsdefizits anzuhalten. Das private Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers, den privilegierten auslÃ¤nderrechtlichen Status der Niederlassung zu behalten, ist geringer zu gewichten als das Ã¶ffentliche Interesse, dass er seine Integrationsdefizite bereinigt und insbesondere keine weiteren Schulden anhÃ¤uft, zumal er trotz der RÃ¼ckstufung im Land verbleiben und hier sein Familienleben weiter pflegen kann. Anders als vom BeschwerdefÃ¼hrer vorgebracht, hat die RÃ¼ckstufung auch keine nennenswerten wirtschaftlichen Nachteile zur Folge. Jedenfalls dÃ¼rfte das Vertrauen seiner Kundschaft durch die RÃ¼ckstufung kaum Schaden nehmen, zumindest im Vergleich zu seinen hohen Schulden und der zweimaligen Einstellung eines Konkursverfahrens mangels Aktiven (2016 und 2019).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.7 </b>Die Vorinstanz knÃ¼pfte die zukÃ¼nftige VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers an die Bedingung, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seine finanziellen Verpflichtungen lÃ¼ckenlos erfÃ¼lle und seine bestehenden Schulden im Rahmen seiner finanziellen MÃ¶glichkeiten abbaue. <span>Diese Bedingungen erscheinen sinnvoll und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht in mehrerlei Hinsicht geltend, Beschwerdegegner und Vorinstanz hÃ¤tten sein rechtliches GehÃ¶r verletzt.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer geltend macht, der Beschwerdegegner habe ihm vor dem Erlass der VerfÃ¼gung vom 8. November 2022 kein rechtliches GehÃ¶r gewÃ¤hrt, ist ihm nicht zu folgen. Mit Schreiben vom 10. August 2022 stellte der Beschwerdegegner dem BeschwerdefÃ¼hrer die RÃ¼ckstufung seiner Niederlassungsbewilligung in Aussicht und forderte ihn "im Sinne des rechtlichen GehÃ¶rs" zur Stellungnahme auf.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Sodann macht der BeschwerdefÃ¼hrer geltend, er habe mit Schreiben vom 4. Oktober 2022 die Einreichung des Abschlusses fÃ¼r das Jahr 2021 und weitere Unterlagen zu seiner finanziellen Situation innert zwei Wochen in Aussicht gestellt. Der Beschwerdegegner habe sein rechtliches GehÃ¶r verletzt, indem er die Einreichung der Unterlagen nicht abwartete, sondern "direkt zum Entscheid schritt".</p> <p class="Urteilstext">Dem ist nicht zu folgen. Abgesehen davon, dass die am 4. Oktober 2022 innert zwei Wochen versprochenen Dokumente bis heute nicht vorliegen, erging die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners erst am 8. November 2022; der BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤tte die in Aussicht gestellten Dokumente ohne Weiteres noch vor der VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners einreichen kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt dem Verwaltungsgericht sodann, ihm sei Gelegenheit zu geben, das GeschÃ¤ftsjahr 2022 seiner Firma zu dokumentieren und eine detaillierte Nettoschuldenaufstellung seiner Schuldenberatung einzureichen. Der BeschwerdefÃ¼hrer hatte seit Ende Jahr 2022 Ã¼ber neun Monate und damit genug Zeit, das GeschÃ¤ftsjahr 2022 zu dokumentieren. Dasselbe betrifft auch eine Aufstellung seiner Schulden, die er spÃ¤testens seit der Inaussichtstellung der RÃ¼ckstufung am 10. August 2022 hÃ¤tte vornehmen kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Ihm ist sodann keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusÃ¤tzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG). Offenkundig aussichtslos sind Begehren, deren Chancen auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (Kaspar PlÃ¼ss,<span> in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG],</span><span> </span>§ 16 N. 46). <span>Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichts- und Anwaltskosten aus seinem Einkommen â nach Abzug der Lebenshaltungskosten â innert angemessener Frist zu bezahlen (PlÃ¼ss, § 16 N. 20). </span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b><span>Den Nachweis der Mittellosigkeit hat grundsÃ¤tzlich die gesuchstellende Person zu erbringen (PlÃ¼ss, § 16 N. 38).</span> <span>An die Mitwirkungspflicht werden praxisgemÃ¤ss hohe Anforderungen gestellt (VGr, 12. MÃ¤rz 2020, VB.2019.00470, E. 7.2 Abs. 2 mit Hinweisen). Der anwaltlich vertretene BeschwerdefÃ¼hrer kommt seiner Substanziierungsobliegenheit hinsichtlich seiner Einkommenssituation sowie seiner Lebenshaltungskosten nicht nach; der pauschale Hinweis, "</span>seine Schulden und die knappen Mittel" seien "gerade Gegenstand des Verfahrens", reicht dazu nicht aus. Dass eine Person verschuldet ist, bedeutet noch nicht, dass nicht Ã¼ber ein hinreichendes Einkommen verfÃ¼gt. Vorliegend ergeben sich aus dem Akten weder die Einkommenssituation noch die Lebenshaltungskosten des BeschwerdefÃ¼hrers. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist wegen mangelnder Mittellosigkeit abzuweisen und ist angesichts des oben AusgefÃ¼hrten ohnehin aussichtslos.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--;</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Laus, einzureichen.</span></p> <p class="Urteilstext">7. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration.</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>