<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00241</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206142&amp;W10_KEY=13013560&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00241</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 14.09.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Heilanpreisung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Beanstandung eines Prospekts, eines Flyers und einer Homepage, da diese Hinweise auf Eigenschaften zur Behandlung von Krankheiten enthalten, was für Lebensmittel verboten ist: Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E.1). Hinweise irgendwelcher Art, die einem Lebensmittel Eigenschaften der Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer menschlichen Krankheit zuschreiben oder die den Eindruck entstehen lassen, dass solche Eigenschaften vorhanden sind, sind verboten (E.2). Prospekt und Flyer informieren in allgemeiner Art über eine gesundheitsfördernde Wirkung der Hagebutte auf Arthrose-Patienten. Die Beschwerdeführerin stellt aber in Abrede, dass zwischen Prospekt/Flyer und der von ihr vertriebenen Produktelinie ein Zusammenhang besteht (E.3.1.1-3.1.3). Dem kann nicht gefolgt werden. Prospekt und Flyer sind so aufgemacht, dass zwischen diesen und dem Produkt ein Zusammenhang besteht. Die Beschwerdeführerin verstösst damit gegen das in der Lebensmittelgesetzgebung enthaltene Täuschungsverbot (E.3.1.4). Auch die beanstandete Homepage verstösst gegen das Täuschungsverbot (E.3.2). Keine Verletzung der Wirtschaftsfreiheit (E.3.3). Abweisung der Beschwerde (E.4). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEILANPREISUNG">HEILANPREISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KRANKHEIT">KRANKHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEBENSMITTEL">LEBENSMITTEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TÃUSCHUNG">TÃUSCHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TÃUSCHUNGSVERBOT">TÃUSCHUNGSVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Gesundheit ST: ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT">ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTSFREIHEIT">WIRTSCHAFTSFREIHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 27 BV</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 10 Abs. 2 lit. c LGV</span><br/><span class="gerade">Art. 18 Abs. 2 LMG</span><br/><span class="ungerade">Art. 28 LMG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Das Kantonale Labor ZÃ¼rich (nachfolgend Labor) erhob am 25. November 2005 bei der Drogerie Parfumerie C AG in X den Prospekt "Hagebutte, Die wilde Hagebutte â neue Hoffnung fÃ¼r Arthrose-Patienten" (nachfolgend Prospekt) und den Flyer "Die Hagebutte bei Arthrosebeschwerden, Einnahmeempfehlung" (nachfolgend Flyer) als Proben. Am 14. Dezember 2005 beanstandete das Labor gegenÃ¼ber der A AG den Prospekt, den Flyer sowie die Homepage www.H.ch, da diese Hinweise auf Eigenschaften zur Behandlung von Krankheiten enthielten, was fÃ¼r Lebensmittel verboten sei. Die A AG vertreibe in der Schweiz die Produkte L Kapseln und Pulver, welche gemÃ¤ss Angaben auf der Homepage www.L.ch Hagebuttenpulver enthielten. Sie vertreibe ebenfalls den Prospekt und den Flyer und unterhalte die Homepage www.H.ch, in welchen Hagebuttenpulver als Heilmittel zur Therapie der Arthrose und von arthrotischen <span>Beschwerden in den Gelenken, unter anderem zur Verbesserung der Beweglichkeit, Schmerzlinderung und Reduktion des Schmerzmittelkonsums, beschrieben werde. Eine Verbindung zwischen den Anpreisungen im Werbematerial und der Homepage www.H.ch und der von der A AG vertriebenen Produktelinie L sei offensichtlich. Deshalb verfÃ¼gte d</span>as Labor<span>, das Prospektmaterial und der Flyer dÃ¼rften ab sofort nicht mehr abgegeben werden und seien aus allen AbgabekanÃ¤len zurÃ¼ckzuziehen. Des Weiteren verfÃ¼gte es die LÃ¶schung bzw. Ãberarbeitung der Homepage www.H.ch. Im Ãbrigen dÃ¼rften die auf der Homepage www.L.ch aufgefÃ¼hrten Produkte L und allenfalls weitere Lebensmittel mit Hagebuttenpulver ab sofort nur noch ohne derartige medizinische und therapeutische Hinweise abgegeben werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Eine gegen diese VerfÃ¼gung erhobene Einsprache wies das Labor am 6. Februar 2006 ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die A AG erhob gegen den Einspracheentscheid Rekurs an die Gesundheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich; Letztere wies den Rekurs am 24. April 2006 ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die A AG gelangte am 26. Mai 2006 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Sie beantragt die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Gesundheitsdirektion und das Labor beantragen in ihren Stellungnahmen vom 19. resp. 30. Juni 2006 die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19b Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Lebensmittelgesetz vom 9. Oktober 1992 (LMG) bezweckt unter anderem die Konsumenten im Zusammenhang mit Lebensmitteln vor TÃ¤uschungen zu schÃ¼tzen (Art. 1 lit. c LMG). Unter anderem erfasst das Gesetz das Kennzeichnen und Anpreisen von Lebensmitteln (Art. 2 Abs. 1 lit. b LMG). GemÃ¤ss Art. 3 Abs. 1 LMG sind Lebensmittel Nahrungs- und Genussmittel. Nahrungsmittel sind Erzeugnisse, die dem Aufbau oder Unterhalt des menschlichen KÃ¶rpers dienen und nicht als Heilmittel angepriesen werden (Art. 3 Abs. 2 LMG). Anpreisung, Aufmachung und Verpackung des Lebensmittels dÃ¼rfen den Konsumenten nicht tÃ¤uschen (Art. 18 Abs. 2 LMG). TÃ¤uschend sind namentlich Angaben und Aufmachungen, die geeignet sind, beim Konsumenten falsche Vorstellungen Ã¼ber Herstellung, Zusammensetzung, Beschaffenheit, Produktionsart, Haltbarkeit, Herkunft, besondere Wirkungen und Wert des Lebensmittels zu wecken. GemÃ¤ss Art. 10 Abs. 2 lit. c der Lebensmittel- und GebrauchsgegenstÃ¤ndeverordnung vom 23. November 2005 (LGV) sind insbesondere Hinweise irgendwelcher Art verboten, die einem Lebensmittel Eigenschaften der Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer menschlichen Krankheit oder als Schlankheitsmittel zuschreiben oder die den Eindruck entstehen lassen, dass solche Eigenschaften vorhanden sind. Ebenfalls sind Aufmachungen irgendwelcher Art verboten, die einem Lebensmittel den Anschein eines Heilmittels geben (Art. 10 Abs. 2 lit. d LGV).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Vorweg ist festzuhalten, dass die Produkte L Kapseln und Pulver selbst und deren packungsmÃ¤ssige Aufmachung sowie deren Abbildung auf der Homepage www.L.ch vom Labor am 14. Dezember 2005 nicht beanstandet wurde. Streitgegen­stand bildet einzig die Frage, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin den Prospekt und den Flyer weiter abgeben darf und ob sie die Homepage www.H.ch lÃ¶schen bzw. Ã¼berarbeiten muss. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.1 </b>Der Prospekt schildert auf Seite 4 die Entdeckung der Wilden Hagebutte. Ein Bauer pflÃ¼ckte anfangs der 1990er-Jahre die FrÃ¼chte der wilden Hagebutte, die an den StrÃ¤nden DÃ¤nemarks wÃ¤chst, um zu untersuchen, ob ein Pulver aus den getrockneten FrÃ¼chten dieser speziellen Hagebutte schmerzlindernd wirkt. Er trocknete die gesammelten FrÃ¼chte sorgfÃ¤ltig und verarbeitete sie zu einem Pulver. Durch die eigenen positiven Erfahrungen bestÃ¤rkt, begann er, sein Hagebuttenpulver Nachbarn und Freunden zu schenken und diese berichteten ihm alsbald von der schmerzlindernden Wirkung. Auf Seite 5 des Prospekts (Neue Hoffnung fÃ¼r Arthrose-Patienten?) wird die Wirkung von Hagebuttenpulver geschildert. Laborversuche belegten einen eindrÃ¼cklichen antientzÃ¼ndlichen und antioxidativen Effekt des Hagebuttenpulvers. Das Pulver verhindere, dass die Leukozyten in das EntzÃ¼ndungsgebiet einwanderten und das Knorpelgewebe weiter schÃ¤digten. Es verhindere auch, dass freie Radikale gebildet wÃ¼rden. Es schwÃ¤che daher die EntzÃ¼ndungsreaktion in den Gelenken ab oder unterdrÃ¼cke sie sogar ganz. Dadurch werde die SchÃ¤digung und die ZerstÃ¶rung des Knorpels gestoppt und sowohl die Schmerzen gelindert als auch die Beweglichkeit verbessert. Auf Seite 9 des Prospekts lÃ¤sst sich entnehmen, dass sich eine spezielle Unterart der wilden Rose, die Rosa canina, fÃ¼r die Therapie eigne. Ebenfalls wird geschildert, wie die Rosa canina verarbeitet wird. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.2 </b>Der Flyer enthÃ¤lt eine Einnahmeempfehlung: Nimmt man Kapseln, soll man zum Starten morgens und abends je 4 Kapseln nehmen. Ist der Erfolg zufrieden stellend, kann auf morgens und abends je 2 Kapseln reduziert werden. Nimmt man Pulver, soll man zum Starten morgens und abends je 1 MesslÃ¶ffel nehmen. Ist der Erfolg zufrieden stellend, kann man auf 1 MesslÃ¶ffel tÃ¤glich reduzieren. Weiter wird ausgefÃ¼hrt, dass sich die Hagebutte zur Dauertherapie eigne. Nach 4-6 Wochen beginne sich der Therapieerfolg zu zeigen, nach 3 Monaten seien die Schmerzen stark gesunken und die Beweglichkeit habe sich wesentlich verbessert. Die Wirkung der Hagebutte sei durch zwei Studien belegt. FÃ¼r eine Behandlung von Arthroseschmerzen mit der Hagebutte eigne sich nur Pulver, die aus einer speziellen Unterart der wilden Hagebutte, der so genannten Rosa canina gewonnen werde. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin bestreitet nicht, dass Prospekt und Flyer in allgemeiner Art Ã¼ber eine gesundheitsfÃ¶rdernde Wirkung der Hagebutte auf Arthrose-Patienten informiert. Sie stellt aber in Abrede, dass zwischen Prospekt/Flyer und dem Produkt L ein Zusammenhang besteht, insbesondere werde im Prospekt/Flyer nicht auf L verwiesen. Ebenfalls verneint sie, dass der Prospekt/Flyer und das Produkt L die gleiche formale und farbliche Gestaltung aufweisen wÃ¼rden. Die Farbe der Lverpackung leite sich nicht vom Prospekt/Flyer ab, sondern stelle einen Bezug zum Inhalt der Dose oder der Kapseln her, nÃ¤mlich zur orange-roten Farbe des Hagebuttenpulvers. Schliesslich lÃ¤ge es auch ausserhalb ihres Machtbereichs, wie und wo die Drogerien das Material auflegten. Sie habe keinerlei Anweisungen gegeben, dass Prospekt/Flyer in enger rÃ¤umlicher NÃ¤he zum Produkt L ausgestellt werden sollten.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.4 </b>Den AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrerin kann nicht gefolgt werden. Es wurde nicht beanstandet und ist auch vom Verwaltungsgericht nicht zu beanstanden, dass die Lverpackung orange ist. Zu prÃ¼fen ist einzig, ob zwischen dem Prospekt/Flyer und dem Produkt L eine derartige NÃ¤he besteht, dass der Konsument im Sinne von Art. 18 Abs. 2 LMG und Art. 10 Abs. 2 lit. c LGV getÃ¤uscht wird und er dem Produkt L die Wirkung zuschreibt, dass damit Arthrosebeschwerden behandelt und geheilt werden kÃ¶nnen. Diese Frage ist zu bejahen.</p> <p class="Erwgung3">ZunÃ¤chst einmal ist festzuhalten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin sowohl das Produkt L als auch den Prospekt/Flyer vertreibt und damit (zumindest teilweise) die gleichen Drogerien beliefert. Die Vorder- und RÃ¼ckseite des Prospekts sind wie die Verpackung des Produkts L in orange gehalten. Auch im Ã¼brigen Prospekt dominiert neben der Farbe weiss die Farbe orange. Die Aufmachung der Vorderseite entspricht der Einstiegsseite der Homepage www.L.ch. Die Verarbeitung der Rosa canina wird im Prospekt so geschildert, wie sie auch auf der Homepage www.L.ch geschildert wird. Wie auf der Lverpackung schildert auch der Prospekt, dass zur Herstellung von Hagebuttenpulver, Kerne und Fruchtfleisch sorgfÃ¤ltig von den stark reizenden Haaren getrennt werden. Der Flyer ist zwar â wie die BeschwerdefÃ¼hrerin zu Recht geltend machtâ in blau gehalten. Aber auch hier findet sich wie im Prospekt und auf der Homepage www.L.ch der Hinweis auf die Rosa canina und eine Ã¤hnliche Schilderung des Herstellungsprozesses des Hagebuttenpulvers. Insbesondere enthÃ¤lt der Flyer aber auch Einnahmeempfehlungen fÃ¼r Kapseln und Pulver, welche nur dann einen Sinn ergeben, wenn diese Empfehlungen sich auf ein Produkt beziehen, dass sowohl in Kapsel- als auch in Pulverform vertrieben wird, wie es beim Produkt L der Fall ist. Da es keine standardisierte Kapsel- und MesslÃ¶ffelgrÃ¶sse gibt, machen die Einnahmeempfehlungen (8 resp. 4 Kapseln pro Tag, 2 resp. 1 MesslÃ¶ffel pro Tag) nur dann Sinn, wenn der Flyer in der NÃ¤he eines bestimmten Produkts, nÃ¤mlich des Produkts L, aufgelegt werden. Damit erweist sich der Einwand der BeschwerdefÃ¼hrerin, es lÃ¤ge ausserhalb ihres Machtbereichs, wie und wo die Drogerien das Prospektmaterial auflegen wÃ¼rden, als unglaubwÃ¼rdig. Prospekt/Flyer schreiben der Hagebutte die Wirkung zu, dass damit Arthrosebeschwerden behandelt und geheilt werden kÃ¶nnen. Aus der grafischen Gestaltung und aus dem Umstand, dass Prospekt/Flyer in der NÃ¤he des Produkts L aufgelegt werden mÃ¼ssen, ergibt sich aber implizit, dass dem Produkt L diese Wirkung zugeschrieben wird. Damit verstÃ¶sst die BeschwerdefÃ¼hrerin mit dem beanstandeten Prospekt/Flyer gegen das in Art. 18 Abs. 2 LMG und Art. 10 Abs. 2 lit. c LGV enthaltene TÃ¤uschungsverbot. Bei der beanstandeten Ware im Sinn von Art. 28 LMG handelt es sich um das Produkt L. Diese "Ware" darf nicht auf eine solche Art und Weise angepriesen werden, dass der Konsument getÃ¤uscht wird. Die Auflage, L in Zukunft nicht mehr mit dem beanstandeten Prospekt/Flyer zu bewerben, ist deshalb â entgegen der Ansicht der BeschwerdefÃ¼hrerin â ohne weiteres durch den Wortlaut von Art. 28 LMG gedeckt.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>In Bezug auf die Homepage www.H.ch macht die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend, dass zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids (24. April 2006) auf der fraglichen Homepage kein Hinweis auf L mehr enthalten gewesen sei, womit die Anordnung in der VerfÃ¼gung vom 14. Dezember 2004, die fragliche Homepage zu lÃ¶schen bzw. zu Ã¼berarbeiten bereits zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids erfÃ¼llt gewesen sei. Diesen Umstand habe die Vorinstanz nicht hinreichend berÃ¼cksichtigt. Hieraus kann die BeschwerdefÃ¼hrerin aber nichts zu ihren Gunsten ableiten. Der Zusammenhang zwischen dem Produkt L und der Homepage www.H.ch ergibt sich nÃ¤mlich â wie die Gesundheitsdirektion zu Recht geltend macht â nicht nur daraus, dass die Homepage einen Hinweis auf das Produkt L enthalten hatte, sondern es gelten hierfÃ¼r die gleichen ErwÃ¤gungen, mit welchen bereits der Prospekt/Flyer beanstandet wurden. Die Homepage www.H.ch verweist auf die gesundheitsfÃ¶rdernde Wirkung der Hagebutte bei der Behandlung und Heilung von Arthrosebeschwerden. Die Homepage www.H.ch und www.L.ch werden beide von der BeschwerdefÃ¼hrerin unterhalten. Die grafische Gestaltung ist gleich. Die Einstiegsseite beider Homepages ist beinahe identisch. Zur Therapie wird auch auf der Homepage www.H.ch die Rosa canina empfohlen und deren besondere Produktion beschrieben. Damit wird wiederum beim Konsumenten der Eindruck erweckt, dass nicht der Hagebutten als solcher, sondern dem Produkt L die Wirkung zukommt, Arthrosebeschwerden zu behandeln oder zu heilen. Damit verstosst auch die Homepage www.H.ch gegen das in Art. 18 Abs. 2 LMG und Art. 10 Abs. 2 lit. c LGV statuierte TÃ¤uschungsverbot, weshalb die Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen ist. Das Verwaltungsgericht hat zur Kenntnis genommen, dass die Homepage www.H.ch zum Zeitpunkt des Entscheids Ã¼berarbeitet wird. Es wird der Beschwerdegegnerin obliegen zu prÃ¼fen, ob mit der ausstehenden neuen Homepage die Bedenken, die zur Anordnung der damaligen LÃ¶schung resp. Ãberarbeitung der Homepage gefÃ¼hrt haben, ausgerÃ¤umt sind. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt eine Verletzung der in Art. 27 der Bundesverfassung statuierten Wirtschaftsfreiheit. Wie alle Freiheitsrechte darf auch die Wirtschaftsfreiheit eingeschrÃ¤nkt werden, wenn hierfÃ¼r eine gesetzliche Grundlage und ein Ã¶ffentliches Interesse besteht und sich die EinschrÃ¤nkung als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweist (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 6. A., ZÃ¼rich etc. 2005, Rz. 667 ff.). Der BeschwerdefÃ¼hrerin wird der Verkauf des Produkts L nicht verboten. Auch wurde weder die Verpackung noch die Kapsel- oder Pulverform des Produkts verboten. Verboten wurden nur der Prospekt/Flyer und die Homepage www.H.ch, mit welchen beim Konsumenten der Eindruck erweckt wird, dass mit dem Lebensmittel L Arthrosebeschwerden behandelt und geheilt werden kÃ¶nnen. FÃ¼r diese EinschrÃ¤nkung der Wirtschaftsfreiheit besteht in Art. 18 Abs. 2 LMG und Art. 10 Abs. 2 lit. c LGV eine hinreichende gesetzliche Grundlage; das Ã¶ffentliche Interesse liegt in der Ã¶ffentlichen Gesundheit und in Treu und Glauben im GeschÃ¤ftsverkehr (vgl. HÃ¤felin/Haller, Rz. 673 und 677), nÃ¤mlich dass der Konsument nicht getÃ¤uscht werden soll und verhindert werden soll, dass er dem Produkt L die Wirkung zuschreibt, dass damit Arthrosebeschwerden geheilt und behandelt werden kÃ¶nnen. Zur Umsetzung des TÃ¤uschungsverbots und der Wahrung der Ã¶ffentlichen Gesundheit erweisen sich die vom Labor am 14. Dezember 2005 angeordneten Massnahmen als geeignet. Diese Massnahmen sind auch erforderlich. Insbesondere kann auch nicht auf den RÃ¼ckruf des Prospektmaterials verzichtet werden, wÃ¼rde dies im Ergebnis bedeuten, dass noch wÃ¤hrend eines lÃ¤ngeren, nicht feststellbaren Zeitraums das beanstandete Prospektmaterial aufliegen und damit das Publikum getÃ¤uscht und die Ã¶ffentliche Gesundheit gefÃ¤hrdet wÃ¼rde. Im vorliegenden Fall Ã¼berwiegen die vorgenannten Ã¶ffentlichen Interessen auch die Interessen der BeschwerdefÃ¼hrerin, welche durch den RÃ¼ckruf des Prospektmaterials einen finanziellen Schaden hinzunehmen hat. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde ist demnach vollumfÃ¤nglich abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Verfahrenskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihr von vornherein nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>