A bteilung IV D -5355/2006 spn/w er {T 0/2} U rteil vom 20. M ärz 2007 M itw irkung: R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter G alliker, R ichterin H irsig-Vouilloz G erichtsschreiber W eber A ._______, geboren _______, Irak, vertreten durch _______, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 6. Februar 2006 i.S. A syl und W egw eisung / _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D ie Beschw erdeführerin verliess ihren H eim atstaat nach eigenen Angaben im M ai 2004 zusam m en m it ihrer Schw ester J. (D -5354/2006) sow ie ihrem Bruder S. (N _______) und gelangte am 3. Juni 2004 von der Türkei und ihr unbekannten Ländern her kom m end in die Schw eiz, w o sie gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 7. Juni 2004 w urde sie im Em pfangs- und Verfahrenszentrum _______ sum m arisch befragt. Am 9. Juni 2004 w urde für sie aufgrund ihrer dam aligen M inderjährigkeit ein R echtsvertreter ernannt. Am 30. Juni 2004 führte die kantonale Behörde eine Anhörung im Beisein des beigeordneten R echtsvertreters durch. B. Anlässlich der Befragungen m achte die Beschw erdeführerin - eigenen Angaben zufolge eine Kurdin aus _______ - im W esentlichen geltend, ihr Vater sei M itglied der Baath-Partei gew esen. N ach dem Sturz von Saddam H ussein habe er fliehen m üssen. In der Folge hätten seine Feinde bei ihnen zuhause R azzien durchgeführt, die Anw esenden bedroht und nach dem Vater gefragt. Im Zeitraum M ärz/April 2003 bis August 2003 hätten ungefähr zehn solche R azzien stattgefunden. An diesen seien zum Teil auch die Am erikaner beteiligt gew esen. Anlässlich einer solchen R azzia habe m an sie m it eine Pistole eingeschüchtert. N achdem die N achbarsfam ilie um gebracht w orden sei, habe sich die Beschw erdeführerin zusam m en m it ihrer M utter, m it J. und ihrem Bruder S. im August 2003 zu einem C ousin ihres Vaters respektive einem O nkel ins D orf _______ begeben. Besagter O nkel habe sie und J. unter D rohungen dazu zw ingen w ollen, zw ei seiner Söhne zu heiraten. Seine Frauen hätten Schläge ausgeteilt. J. sei sexuell belästigt w orden. Ihre M utter sei gezw ungen w orden, das H aus zu verlassen. In Anbetracht dieser Sachlage habe die Beschw erdeführerin das H aus später ebenfalls verlassen und sei zusam m en m it J. und ihrem Bruder in die Türkei gereist. D ort hätten sie den Kontakt zu S. verloren. C . M it Eingabe vom 2. Juli 2004 ersuchte der dam alige Vertreter der Beschw erdefüh- rerin das Bundesam t um Akteneinsicht vor Entscheidfällung. D . Am 22. O ktober 2004 w urde die Beschw erdeführerin durch die Vorinstanz ergän- zend angehört. D abei w urde sie m it Aussagen ihres Bruders S. anlässlich dessen Asylverfahrens in D eutschland konfrontiert. D iese Aussagen w idersprächen den ih- rigen. Auf diesen Vorhalt hin erklärte die Beschw erdeführerin, die von ihr gem ach- ten Aussagen entsprächen der W ahrheit. Sie sei nicht verantw ortlich für anders- lautende Angaben von S. E. Am 11. N ovem ber 2004 liess die Vorinstanz m it der Beschw erdeführerin eine H erkunftsanalyse (Lingua-Expertise) durchführen. Ein entsprechender Expertenbericht w urde am 13. M ai 2005 verfasst und am 6. Septem ber 2005 zu den Akten gereicht. F. M it Zw ischenverfügung vom 27. Januar 2006 gew ährte das Bundesam t der Vertre- tung der Beschw erdeführerin die am 2. Juli 2004 beantragte Akteneinsicht. G . M it Verfügung vom 6. Februar 2006 - eröffnet am 7. Februar 2006 - stellte das 3 Bundesam t fest, die Beschw erdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung der Be- schw erdeführerin aus der Schw eiz. W egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvoll- zugs w urde die Beschw erdeführerin vorläufig aufgenom m en. D ie Vorinstanz be- gründete den ablehnenden Teil ihres Entscheids dam it, dass die Aussagen der Be- schw erdeführerin in verschiedener H insicht ungereim t ausgefallen seien. So stehe fest, dass die Beschw erdeführerin einerseits und deren Bruder S. im Asylverfahren vor den deutschen Behörden andererseits abw eichende Angaben gem acht hätten. D adurch ergäben sich Zw eifel am w ahren Ausreisezeitpunkt der Beschw erdeführe- rin. D ie Aussagen von S. w ichen in w eiteren zentralen Punkten von den Schilde- rungen der Beschw erdeführerin ab. Erst im R ahm en des in der Schw eiz gestellten Asylgesuchs habe er seine D arlegungen w ieder denjenigen seiner Schw ester an- geglichen. Krass w idersprechende Aussagen verschiedener Personen zu ein und dem selben Sachverhalt beeinträchtigten indes auch die G laubhaftigkeit der Vor- bringen der Beschw erdeführerin m assiv. H inzu käm en realitätsfrem de Aussagen der Beschw erdeführerin. Insbesondere sei nicht glaubhaft, dass ihre M utter die Kinder ohne N achricht im Stich gelassen haben solle. In diesem Zusam m enhang befrem de ferner, dass die Beschw erdeführerin offenbar ohne N ot sehr lange bei ihrem O nkel, w elcher sie schlecht behandelt habe, geblieben sei. W idersprüchlich seien sodann ihre Angaben zur angeblichen Stellung ihres Vaters bei der Baath- Partei ausgefallen. Auch im Vergleich zu den Aussagen ihrer Schw ester J. seien U ngereim theiten ersichtlich. H . M it Beschw erde vom 8. M ärz 2006 (D atum des Poststem pels) beantragte die Be- schw erdeführerin bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) durch ihre Vertretung die Zusam m enlegung ihres Beschw erdeverfahrens m it dem jenigen ih- rer Schw ester J. (D 5354/2006). D ie Ziffern 1 - 3 des angefochtenen Entscheids seien aufzuheben. D ie Sache sei zur N eubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu- w eisen. Eventualiter sei Asyl zu erteilen. Es sei vollständige Akteneinsicht zu ge- w ähren. D er Beschw erdeführerin sei die unentgeltliche R echtspflege zu gew ähren. Zur Begründung w urde vorgebracht, dass der Beschw erdeführerin keine vollstän- dige Einsicht in die Verfahrensakten ihres Bruders S. gew ährt w orden sei. D iese Akten seien vorliegend zur Entscheidfindung verw endet w orden. Eine H eilung die- ser G ehörsverletzung auf Beschw erdeebene sei nicht m öglich. Ferner sei anläss- lich säm tlicher Anhörungen ein m ännlicher D olm etscher beigezogen w orden. D ie Beschw erdeführerin habe sich dadurch über frauenspezifische Fluchtgründe nicht frei äussern können. Entsprechend sei der Sachverhalt m angelhaft abgeklärt w or- den. Eine erneute Anhörung sei unabdingbar. Im W eiteren sei die Einsicht in an- geblich interne Akten der Vorinstanz zu U nrecht verw eigert w orden. G em äss ihren Schilderungen w erde die Beschw erdeführerin w egen der dam aligen Tätigkeit ihres Vaters für die Baath-Partei behelligt. In Anbetracht der Situation vor O rt liege eine asylrelevante staatliche (R eflex)Verfolgung vor. D ie Behelligungen durch den O n- kel und dessen Fam ilie in _______ stellten eine geschlechtspezifische Verfolgung durch D ritte dar, w elche w iederum dem Staat angelastet w erden m üsse. D ie an- geblichen W idersprüche in den Aussagen der Beschw erdeführerin im Vergleich zu denen ihres Bruders seien m utm asslich darauf zurückzuführen, dass S. in D eutschland bew usst falsche Angaben gem acht habe, da er nicht dort, sondern in der Schw eiz einen Asylantrag hätte stellen w ollen. D ie einzige Falschaussage der 4 Beschw erdeführerin beziehe sich auf den Zeitpunkt der Einreise in die Schw eiz, w elche nicht im Juni, sondern bereits ungefähr im M ärz 2004 erfolgt sei. D ie üb- rigen Angaben entsprächen der W ahrheit. D ie vom Bundesam t aufgelisteten w ei- teren U ngereim theiten seien bei korrekter Interpretation der Befragungsprotokolle nicht vorhanden beziehungsw eise nicht w esentlicher N atur oder auf Ü bersetzungs- problem e zurückzuführen. Zu präzisieren sei, dass die Beschw erdeführerin nicht bei ihrer M utter, sondern bei ihrer Stiefm utter aufgew achsen sei. I. M it Zw ischenverfügung vom 22. M ärz 2006 w ies die AR K das G esuch um Einsicht in w eitere Verfahrensakten ab. D iese seien vom Bundesam t zu R echt als intern qualifiziert und nicht ediert w orden. Bezüglich der Verfahren der Beschw erdeführe- rin und ihrer Schw ester w urde eine Koordination in Aussicht gestellt. D as G esuch um Verfahrensvereinigung w urde abgew iesen. D ie Einsicht in Verfahrensakten des Bruders w urde in Form von Protokollauszügen gew ährt. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses w urde verzichtet. D as G esuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG w urde gutgeheissen. J. M it Vernehm lassung vom 1. M ai 2006 hielt das Bundesam t an seiner Verfügung vollum fänglich fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. D er Be- schw erdeführerin sei das rechtliche G ehör zu abw eichenden Aussagen ihres Bru- ders am 22. O ktober 2004 m ündlich gew ährt w orden. Ferner habe die AR K am 22. M ärz 2006 schriftlich Einsicht gew ährt. D ie Beschw erdeführerin habe sich darauf hin nicht vernehm en lassen. Es sei sodann in keiner W eise plausibel, w eshalb S. den deutschen Behörden bew usst falsche Angaben gem acht haben sollte. U nklar bleibe ferner, w eshalb die Beschw erdeführerin m it der Stellung eines Asylgesuchs in der Schw eiz so lange zugew artet habe. Ausserdem sei es der Beschw erdeführerin auch auf R ekursebene nicht gelungen, die U ngereim theiten in ihren eigenen Aussagen plausibel zu erklären. Aufgrund der seinerzeitigen Aktenlage habe sodann kein Anlass bestanden, die Beschw erdeführerin in einem reinen Frauenteam zu befragen. K. M it R eplik vom 17. M ai 2006 w ies die Beschw erdeführerin darauf hin, dass ihr m it Zw ischenverfügung der AR K vom 22. M ärz 2006 keine Frist zur Stellungnahm e eingeräum t w orden sei. N ach auszugsw eisem Erhalt der Akten von S. m üsse er- neut darauf hingew iesen w erden, dass dieser in D eutschland bew usst falsche An- gaben gem acht habe. D ie Beschw erdeführerin sei durch die Ereignisse im Irak traum atisiert. Ihr vorm aliger R echtsvertreter hätte bei der Bundesanhörung darauf bestehen m üssen, dass die Beschw erdeführerin durch ein Frauenteam angehört w orden w äre. Sie habe am 1. August 2005 notfallm ässig w egen akuter Suizidalität in eine Klinik eingew iesen w erden m üssen. D er beigelegte Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik _______ bestätige die Verm utung, dass die Beschw erdeführerin bisher nicht über alles habe sprechen können. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 5 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer poli- tischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken. D en frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Beschw erdeführerin beantragt die Kassation der vorinstanzlichen Verfügung, da die Vorinstanz eine nicht heilbare G ehörsverletzungen begangen habe, indem die Einsicht in entscheidrelevante Akten verw eigert w orden sei, die Begründungspflicht verletzt und schliesslich der Sachverhalt nicht genügend erstellt w orden sei. 4.2 Zunächst ist festzustellen, dass sich aufgrund der Protokolle keine H inw eise ergaben, die eine Befragung in einem gleichgeschlechtlichen Team aufgedrängt hätten. Allein die Vorbringen über den D ruck des O nkels zur Verheiratung und die Vorbringen zu den versuchten Ü bergriffen eines C ousins auf die Schw ester ergeben keine H inw eise auf m ögliche Ereignisse, die nur in einem Frauenteam 6 vorgebracht w erden könnten. Ferner hat w eder der offenbar anw esende Vertreter der Beschw erdeführerin noch die H ilfsw erkvertretung Einw ände gegen die kantonale Anhörung angebracht (A 13/29, S. 2 und 29) oder eine ergänzende Befragung in einem Frauenteam angeregt. D as Argum ent auf Beschw erdeebene, die Beschw erdeführerin hätte in einem ausschliesslich von Frauen besetzten Team befragt w erden m üssen, findet in den Protokollen dem nach keine Stütze. D ie Vorinstanz durfte zu R echt vom genügend erstellten Sachverhalt ausgehen. Auch der nachgereichte Arztbericht verm ag an dieser Beurteilung nichts zu ändern, zum al darin keinerlei Aussagen über die m ögliche U rsache bestehender psychischer Problem e der Beschw erdeführerin gem acht w erden können. D er Sachverhalt erscheint dam it als hinreichend erstellt, w eshalb der Antrag auf R ückw eisung und erneute Befragung abzuw eisen ist. Anzufügen ist, dass den Protokollen bei den Akten entgegen den Beschw erdevorbringen keine H inw eise, w onach auf die Ü bersetzung zurückzuführende Verständigungsproblem e aufgetreten seien, zu entnehm en sind; die Beschw erdeführerin m uss sich som it bei ihren Aussagen behaften lassen. 4.3 Auch der Vorw urf der m angelnden Begründung trifft ins Leere. D ie Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung festgehalten, dass sich in den Akten des Schw eizerischen Asylverfahrens von S. auch Aussagen, die m it denen der Beschw erdeführerin übereinstim m en, finden. Auch w enn die Vorinstanz diesen U m stand nicht als für die G laubhaftigkeit der Vorbringen der Beschw erdeführerin sprechend w ertete, trifft die Behauptung auf Beschw erdeebene, solche Aussagen seien nicht berücksichtigt w orden beziehungsw eise eine entsprechende Auseinandersetzung haben nicht stattgefunden, nicht zu. 4.4 H ingegen stützt sich die Vorinstanz in ihren Erw ägungen auf W idersprüche zw ischen den Aussagen der Beschw erdeführerin und denjenigen ihres Bruders S. einerseits und solchen von ihrer Schw ester J. andererseits. M it W idersprüchen zu Aussagen der Schw ester J. w urde die Beschw erdeführerin jedoch nicht vorgängig konfrontiert. Zw ar w urde die Beschw erdeführerin anlässlich der ergänzenden Bundesanhörung vom 22. O ktober 2004 m it einzelnen Aussagen von S. konfrontiert, allerdings nur m it w enigen von denen, die schliesslich im angefochtenen Entscheid als w esentliche W idersprüche aufgeführt w urden. Auch w urden die entsprechenden beigezogenen Akten von S. vor Entscheidfällung nicht zur Einsicht gegeben. Insgesam t ist dem nach von einer G ehörsverletzung durch die Vorinstanz auszugehen, zum al aufgrund der allgem einen verw altungsrechtlichen D oktrin Asylsuchende praxisgem äss m it Aussagen anderer Personen zu konfrontieren sind, sofern diese den eigenen Angaben in w esentlichen Punkten w idersprechen. Ein pauschaler H inw eis auf W idersprüche genügt dabei nicht. Bei dieser festgestellten G ehörsverletzung jedoch von einer nichtheilbaren auszugehen, w ürde dem vorliegenden Verfahren nicht gerecht. Im m erhin w urde die Beschw erdeführerin vorgängig auf W idersprüche zu den Aussagen des Bruders grundsätzlich hingew iesen. Ausserdem w urde dem Begehren der Beschw erdeführerin durch die nachträgliche (zusam m enfassende) Edition gew isser Akten durch die AR K auf Beschw erdeebene R echnung getragen. Auch die Akten der Schw ester J., die von der gleichen R echtsvertretung vertreten w ird, 7 w urden som it offengelegt. D ie Beschw erdeführerin hatte schliesslich im R ahm en des R eplikrechts G elegenheit, zu den Aussgen der D rittpersonen Stellung zu nehm en. Insgesam t konnte dem nach die G ehörsverletzung auf Beschw erdeebene geheilt w erden. Einer solchen H eilung auf Beschw erdeebene ist aber im m erhin im R ahm en der Verfahrenskosten und einer allfälligen Parteientschädigung R echnung zu tragen. Schliesslich w urde bereits m it Zw ischenverfügung der AR K vom 22. M ärz 2006 die Einsicht in die vorinstanzlichen Akten A 22/1 und A 37/2 zu R echt verw eigert; auf die dortige Begründung kann verw iesen w erden. 4.5 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass der Antrag auf Kassation und R ückw eisung an die Vorinstanz abzuw eisen ist. 5. 5.1 D ie Vorinstanz ging sodann zu R echt von der fehlenden G laubhaftigkeit der Vorbringen aus. W ieso S. bei angenom m ener W ahrheit seiner in der Schw eiz gem achten Vorbringen und denjenigen seiner Schw ester im hier zu beurteilenden Verfahren dam als in D eutschland eine m arkant abw eichende Schilderung zu den Akten hätte geben sollen, bleibt m angels stichhaltiger Beschw erdeargum entation nicht nachvollziehbar, und die vorinstanzliche W ürdigung dieser Sachlage, w onach die G laubhaftigkeit der Aussagen der Beschw erdeführerin m assgeblich darunter leide, verm ag zu überzeugen. Zw ar ist nicht auszuschliessen, dass ein Asylsuchender seine Identität bew usst anders darstellt, w enn er die baldige Ausreise in einen N achbarstaat plant. W eshalb jedoch die Fluchtgeschichte anders ausfallen solle, lässt sich dam it nicht erklären. D ie eigenen Schilderungen der Beschw erdeführerin zu den angeblichen R azzien in _______ m uten zudem realitätsfrem d an. So legte sie dar, die Feinde ihres Vaters hätten bei einer dieser R azzien ihren Bruder m itnehm en w ollen. D a alle zu w einen begonnen hätten, habe ihr Bruder schliesslich nicht m itgehen m üssen. Sollten aufgrund der angeblichen Führungsfunktion des Vaters der Beschw erdeführerin bei der Baath-Partei tatsächlich dessen G egner vorgesprochen haben, hätten sie sich allein w egen des W einens der Anw esenden kaum von ihrem Vorhaben abbringen lassen, zum al der Vater der Beschw erdeführerin angeblich viele Personen erm ordet haben soll (A 13/29, S. 13). Abgesehen davon ist die Schilderung dieser R azzia bereits anlässlich der relativ ausführlichen Ersbefragung sehr vage ausgefallen (A /10. S. 6 M itte), und im R ahm en der kantonalen Anhörung gelang es der Beschw erdeführerin entgegen den Beschw erdevorbringen nur sehr bedingt, die R azzien in einer Form zu schildern, die auf tatsächlich Erlebtes in der geltend gem achten Art hindeuten w ürde (A 13/29, S. 17 f.). Ausserdem hat die Beschw erdeführerin die angebliche Funktion ihres Vaters bei der Baath-Partei im Verlaufe der Befragungen w idersprüchlich dargelegt (A 13/29, S. 18 f.). Auch in Berücksichtigung der sozio-kulturellen Situation der Beschw erdeführerin ist ferner auffallend, dass sie keine Angaben zur U m gebung von _______, w o sie acht oder neun M onate lang gelebt habe, zu m achen in der Lage w ar (A 1/10, S. 2; A 13/29, S. 9 f.). D ie Tatsache, dass sie auf Beschw erdeebene einräum t, den Irak bereits w esentlich früher verlassen zu haben, lässt som it auch ihre Schilderungen der häuslichen G ew alt in _______ als zw eifelhaft erscheinen, zum al sie die angeblich drohende Zw angsverheiratung w enig substanziiert darlegte (A 13/29, S. 8). Im 8 Sinne der vorinstanzlichen Erw ägungen und entgegen den Beschw erdevorbringen erscheint unter Berücksichtigung der Situation vor O rt auch nicht als glaubhaft, dass die (Stief)M utter der Beschw erdeführerin ohne Verabschiedung der Kinder das H aus verlassen hätte beziehungsw eise hätte verlassen m üssen (A 13/29, S. 7). D er eingereichte Bericht der Klinik _______ vom August 2005 rechtfertigt keine andere Einschätzung der Vorbringen der Beschw erdeführerin. D ie gestellten D iagnosen - unter anderem eine m ittelgradige depressive Episode m it Entw icklung von Suizidgedanken - sind zw ar nicht zu hinterfragen. D ie eigentliche U rsache der psychischen Leiden kann m ittels eines Arztberichts indes kaum je schlüssig beantw ortet w erden. Im vorliegenden fällt ferner auf, dass die Beschw erdeführerin offenbar nur eingeschränkt in der Lage w ar, m it den Ärzten zu kooperieren, beziehungsw eise w ar es ihr nicht m öglich, die U rsache ihrer Problem e zu benennen. Allein aufgrund der nur vagen Andeutungen auf eine asylrechtlich relevante Verfolgung zu schliessen, lässt sich vorliegend im Sinne einer G esam tbetrachtung nicht rechtfertigen. G ew isse Zw iste und Vorfälle in der G rossfam ilie der Beschw erdeführerin haben sich zw ar m öglicherw eise tatsächlich ereignet, und die von ihr ferner erw ähnte desolate Sicherheitslage im Irak ist unbestritten. D iese Sachverhaltselem ente haben m öglicherw eise zu ihren psychischen Problem en beigetragen, dem jedoch im R ahm en des W egw eisungsvollzugs R echnung getragen w ird. D ie von der Beschw erdeführerin geschilderte zielgerichtete Verfolgung w egen der angeblichen politischen Vergangenheit ihres Vaters verm ochte die Beschw erdeführerin nach dem G esagten indes ebenso w enig glaubhaft zu m achen w ie die Behelligungen in der G rossfam ilie in der geltend gem achten Form . 5.2 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Beschw erde im Einzelnen einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. U nter Berücksichtigung der gesam ten U m stände folgt, dass die Beschw erdeführerin keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D as Bundesam t hat ihr Asylgesuch zu R echt abgelehnt. 6. Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetz- lichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 7. D ie Beschw erdeführerin verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthalts- bew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 8. D ie Vorinstanz hat die Beschw erdeführerin in der angefochtenen Verfügung w egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs vorläufig aufgenom m en. Angesichts dieses U m standes erübrigen sich zur Zeit Erw ägungen zur Zulässigkeit, Zum utbar- keit und M öglichkeit des W egw eisungsvollzugs. 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest-9 stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G e- sagten abzuw eisen. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten teilw eise der Beschw erdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ; Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 20. April 2006 [VG KE]). N achdem ihr G esuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG m it Zw ischenverfügung vom 22. M ärz 2006 gutgeheissen w urde, ist von der Kostenauflage abzusehen. 10.2 N achdem die Beschw erde im Ergebnis abzuw eisen ist, w äre grundsätzlich keine Parteientschädigung auszurichten (vgl. Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). Vorliegend ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Vorinstanz das rechtliche G ehör der Beschw erdeführerin verletzte (vgl. E.4). D a die Beschw erdeführerin nur durch das Ergreifen eines R echtsm ittels die Verfahrensm ängel beheben konnte, sind ihr die in diesem U m fang angefallenen Kosten zu entschädigen (vgl. EM AR K 2003 N r. 5). D em entsprechend w ird auf der G rundlage der eingereichten Kostennote eine Teilentschädigung in der H öhe von Fr. 500.-- (inkl. Spesen und M W St) ausgerichtet. (D ispositiv nächste Seite)10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ie Vorinstanz w ird angew iesen, der Beschw erdeführerin eine Parteientschädigung in der H öhe von Fr. 500.-- auszurichten. 4. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführerin durch Verm ittlung ihrer Vertretung, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (Kopie; R ef.-N r. N _______) - _______ D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: N ina Spälti G iannakitsas Patrick W eber11