B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4979/2020 U r t e i l v o m 2 9 . O k t o b e r 2 0 2 0 Besetzung Einzelrichterin Christa Luterbacher, mit Zustimmung von Richterin Esther Marti; Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann. Parteien A._______, geboren am (…), Pakistan, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Abweisung eines Wiedererwägungsgesuchs); Verfügung des SEM vom 3. September 2020 / N (…). E-4979/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer ersuchte am 22. Mai 2015 in der Schweiz um Asyl. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, er sei afghanischer Staatsangehöriger. Er stamme aus einem ihm unbekannten Dorf im afgha- nischen Distrikt B._______, Provinz Ghazni. Im Alter von drei bis vier Jah- ren habe er mit seiner Mutter und seiner Schwester Afghanistan verlassen und anschliessend ohne Aufenthaltsstatus in C._______, Pakistan, gelebt. Dort sei er zur Schule gegangen und habe etwa ab dem elften Lebensjahr Plastiksäcke und Petflaschen verkauft. Wegen eines Bombenanschlags, eines Selbstmordattentats und einer Vergewaltigung, der er nur knapp ent- gangen sei, habe er im Jahr 2013 Pakistan verlassen und sei in den Iran und zweieinhalb Jahre später in die Türkei gereist. A.b Mit Verfügung vom 25. September 2017 stellte das SEM fest, der Be- schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylge- such ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. A.c Die gegen diese Verfügung vom Beschwerdeführe r erhobene Be- schwerde wurde vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E -5677/2017 vom 17. Oktober 2017 abgelehnt. Zur Begründung hielt das Gericht fest, das SEM habe hinreichend begründet, weshalb die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht genügen würden. Das Ger icht verwies auf die vorinstanzliche Verfügung vom 25. September 2017. Weiter hielt das Gericht fest, selbst wenn die Ausreisegründe betreffend den Aufenthalt in Pakistan (Bombenanschlag, Selbstmordattentat und Vergewaltigungsversuch) als glaubhaft gewürdi gt würden, seien diese nicht asylrelevant. Der ursprünglichen Ausreise aus Afghanistan fehle es mangels geltend gemachter Verfolgung gänzlich an Asylrelevanz. Der Wegweisungsvollzug nach Afghanistan wurde als zulässig, zumutbar und möglich gewürdigt. Dabe i wurde explizit festgehalten, der Beschwer- deführer habe zwar angegeben, in der Provinz Ghazni (Afghanistan) gebo- ren zu sein, er habe jedoch mehr oder weniger zeitlebens in Pakistan ge- lebt. Er habe weder Reisepapiere noch Identitätspapiere abgebeben, wel- che sein Alter oder seine Herkunft belegen würden. Es sei insbesondere nicht einzusehen, weshalb er sich erst im Juli 2017 um die Beschaffung von Identitätsdokumenten bemüht habe, obschon er bereits anlässlich der E-4979/2020 Seite 3 Befragung zur Person (BzP) vom 29. Mai 2015 ausdrücklich auf seine Mit- wirkungspflicht hingewiesen worden sei, er sich demnach der Wichtigkeit der Identitätsfeststellung habe bewusst sein müssen und mehr als zwei Jahre lang Zeit gehabt habe, entsprechende Papiere zu beschaffen. Es sei daher davon auszugehen, dass er seine genaue Herkunft, allenfalls gar seine wahre Identität, zu verschleiern versuche und deshalb während des gesamten (ordentlichen) Asylverfahrens keine Identitätsdokumente einge- reicht habe. Es sei nicht Sache der Behörden, bei fehlenden Hinweisen seitens des Beschwerdeführers nach allfälligen Wegweisungsvollzugshin- dernissen zu forschen. Dieser habe seine Mitwirkungspflicht verletzt und habe die Folgen der fehlenden Mitwirkung selbst zu tragen, wozu auf BVGE 2014/12 E. 6 verwiesen wurde. Dem Beschwerdeführer stehe es zudem offen, anstelle der Rückkehr in den Heimatstaat Afghanistan nach Pakistan zurückzukehren, wo gemäss eigenen Angaben seine Mutter und Schwester leben würden und er selbst jahrelang gelebt habe. B. B.a Am 13. Dezember 2017 reich te der Beschwerdeführer durch seinen damaligen Vertreter bei der Vorinstanz ein Wiedererwägungsgesuch ein und beantragte die vorläufige Aufnahme in der Schweiz. Er reichte dazu Bestätigungen betreffend seinen Besuch der D._______ School, Arbeits- bestätigungen, einen Brief des Vermieters in C._______, Pakistan, und di- verse Fotoaufnahmen ein. B.b Am 22. Dezember 2017 überwies die Vorinstanz das Wiedererwä- gungsgesuch zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht. B.c Mit Schreiben vom 28. Dezember 2017 überwies das Bundesverwal- tungsgericht die Eingabe des Beschwerdeführers vom 13. Dezember 2017 an das SEM zurück. Zur Begründung wurde festgehalten, der Rechtsver- treter des Beschwerdeführers habe ausdrücklich den Willen geäussert, die Eingabe nicht dem Bundesverwaltungsgericht zur Prüfung, ob Revisions- gründe vorlägen, zu überweisen. Für eine Behandlung der Eingabe – selbst bei allfälliger Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts – be- stehe deshalb kein Raum. B.d Mit Verfügung vom 11. Januar 2018 trat das SEM infolge funktioneller Unzuständigkeit auf das Wiedererwägungsgesuch vom 13. Dezember 2017 nicht ein und hielt die Rechtskraft der SEM-Verfügung vom 25. Sep- tember 2017 fest. E-4979/2020 Seite 4 C. C.a Mit Eingabe vom 9. März 2018 beantragte der Beschwerdeführer durch seinen damaligen Vertreter bei der Vorinstanz eine «Neuprüfung des Wiedererwägungsgesuchs» vom 13. Dezember 2017 und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme. Zur Begründung führte der Beschwerdeführer aus, seine Mutter und seine Schwester seien im Juli 2017 von C._______, Pakistan, via Kabul in den Distrikt B._______ (Provinz Ghazni, Afghanistan) gereist, um für sich und den Beschwerdeführer eine Tazkira (Anmerkung des Gerichts: ein afgha- nisches Identitätsdokument) ausstellen zu lassen. Seine Tazkira sei am 25. November 2017 ausgestellt und dem SEM mit Schreiben vom 7. Feb- ruar 2018 des schweizerischen Grenzwachtkorps übermittelt worden. Es dränge sich eine materielle Überprüfung des neuen Wiedererwägungsge- suchs auf, bei welcher auch die mit der Eingabe vom 13. Dezember 2017 eingereichten Beweismittel zu berücksichtigen seien. C.b Im Verlauf dieses erneuten Wiedererwägungsverfahrens wurden die Tazkira des Beschwerdeführers im Original und das Schreiben des Grenz- wachtkorps vom 7. Februar 2018 eingereicht. C.c Mit Verfügung vom 20. Juli 2018 wies das SEM das Wiedererwägungs- gesuch ab, soweit es darauf eintrat, und erklärte die Verfügung vom 25. September 2017 für rechtskräftig und vollstreckbar. C.d Die gegen diese Verfügung vom Beschwerdeführer erhobene Be- schwerde wurde vom Bundesverwaltungsgerich t mit Urteil E -4811/2018 vom 10. September 2018 abgelehnt. Zur Begründung hielt das Gericht fest, der Beschwerdeführer sei im Verlauf des ersten Asylverfahrens mehr- fach darauf aufmerksam gemacht worden, dass er im Rahmen seiner Mit- wirkungspflicht nach Art. 8 AsylG Dokumente, welche seine Vorbringen be- legen könnten, einzureichen habe. Der Umstand, dass er bis zum Gerichts- urteil vom 17. Oktober 2017 keinerlei Belege für seine Herkunft und Sozi- alisierung vorgelegt habe, spiele entgegen seiner Ansicht sehr wohl eine Rolle. Das Einreichen eines ausserordentlichen Rechtsmittels sei der Aus- nahmefall und daher an strenge Formvorschriften gebunden. Die Vorinstanz habe in ihrem Nichteintretensentscheid vom 11. Januar 2018 zu Recht festgestellt, sie könne auf das Wied ererwägungsgesuch des Be- schwerdeführers (vom 13. Dezember 2017) nicht eintreten, da dieser keine neuen Wegweisungsvollzugshindernisse geltend mache, die eingereichten Beweismittel bereits vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom E-4979/2020 Seite 5 17. Oktober 2017 bestanden hätten und vorbestandene Tatsachen hätten belegen sollen. Dieser Entscheid sei auch unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Mit der gleichen Begründung habe die Vorinstanz mit Verfü- gung vom 20. Juli 2018 richtigerweise die Berücksichtigung dieser Beweis- mittel bei der Beurteilung des zweiten Wiedererwägungsgesuchs (vom 9. März 2018) abgelehnt, weshalb diese Beweismittel (Schul- und Arbeits- bestätigungen, Fotos, Schreiben des Vermieters in C._______, Pakistan) auch nicht Gegenstand des (zweiten) Wiedererwägungsverfahrens bilden könnten. D. Mit einer als «Zweites Asylgesuch» betitelten Eingabe vom 8. Juli 2020 wandte sich der Beschwerdeführer ein weiteres Mal an das SEM und trug vor, sein richtiger Name sei A._______ und er sei in Wahrheit pakistani- scher Staatsangehöriger. Er entschuldige sich bei den Asylbehörden, dass es im Asylverfahren zu einem «Missverständnis» bezüglich seines Na- mens und Geburtsdatums gekommen sei. Er sei unter einem nicht korrek- ten Namen «registriert» worden. Er habe damals das schweizerische Asyl- verfahren nicht gekannt und seinen (eigenen) Namen sowie den Namen seines Vaters angegeben. Er habe zudem sein Geburtsdatum falsch um- gerechnet. Es sei ihm auch von anderen Asylsuchenden geraten worden, ein jüngeres Geburtsdatum anzugeben, wofür er sich entschuldige. Es treffe zu, dass er in Afghanistan geboren sei, aber als Kind nach Pakistan umgezogen sei. Deshalb könne er nur wenige Angaben über das Leben in Afghanistan machen. Er habe in den bisherigen Verfahren keine Beweis- mittel gehabt, um seine Identität zu belegen. Nun habe er aus Pakistan eine am 22. Juni 2020 ausgestellte pakistanische Identitätskarte erhalten; dafür habe er einen Fragebogen ausfüllen und seine Fingerabdrucke ab- geben müssen. Danach habe er sich diese Identitätskarte via DHL (Paket- und Brief-Express-Dienst) zukommen lassen. Seine Mutter und seine Schwester würden in Pakistan leben, dort gehe es ihnen aber schlecht. Dort sei die Situation der Hazara generell sehr schwie- rig, wie das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil BVGE 2014/32 festgestellt habe. Im Asylverfahren habe er seine Ausreisegründe korrekt angegeben: Er habe zwei Bombenanschläge nur knapp überlebt und sei einmal fast Opfer einer Vergewaltigung geworden. Die Vergewaltigung habe er bei der BzP nicht angegeben, da er sich dafür geschämt habe. Für ihn bestehe jedoch weiterhin eine Gefahr im Falle einer Rückkehr nach Pakistan. Es gebe zusätzliche Gefährdungsindizien, die über die allgemein E-4979/2020 Seite 6 schwierige Lage der Hazara in Pakistan hinausgingen. Da er von der Not- hilfe lebe, ersuche er bei Bedarf um eine amtliche Übersetzung der einge- reichten Dokumente. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer eine pakis- tanische Identitätskarte im Original (lautend auf F._______, geboren […], Staatsangehöriger von Pakistan) sowie Farbkopien der pakistanischen Identitätsausweise seiner Eltern (ausgestellt am 30. Juli 2008 respektive 30. März 2017), der Todesurkunde seines Vaters (ausgestellt am 12. Ja- nuar 2015) , eines Familienregisterauszuges (ausgestellt am 21. März 1996), eine Sendenachverfolgungsbestätigung sowie eine undatierte Be- stätigung über den Besuch eines Deutschunterrichts zu den Akten. E. Mit Verfügung vom 3. September 2020 (eröffnet am 8. September 2020) nahm das SEM das Gesuch als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch entgegen, wies dieses ab und stellte die Rechtskraft und Vollstreckbarkeit der Verfügung vom 25. September 2017 fest. Gleichzeitig berichtigte das SEM die Personalien des Beschwerdeführers im ZEMIS (Zentrales Migra- tionsinformationssystem [neu lautend auf A._______, geboren […], Pakis- tan]), erhob eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600.- und hielt fest, einer all- fälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. Zur Begründung wurde ausgeführt, die Eingabe vom 8. Juli 2020 werde als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch entgegengenommen und behan- delt, soweit der Beschwerdeführer neu darlege, pakistanischer Staatsan- gehöriger zu sein und nicht nach Pakistan zurückkehren zu können. Der Beschwerdeführer halte sich seit über fünf Jahren in der Schweiz auf. In dieser Zeit habe er ein erstinstanzliches Asyl -, ein Wiedererwägungs- so- wie zwei Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ge- führt. In keinem dieser Verfahren habe er seine Identität offengelegt, obschon diese in jenen Verfahren bereits thematisiert worden s ei. Seiner Angabe, es habe bei der Registrierung seines Asylverfahrens ein Durchei- nander gegeben, sei zu entgegnen, dass er offenbar vorsätzlich über seine Identität getäuscht habe. Aufgrund der neu eingereichten Beweismittel, ins- besondere der als authentisch geprüften pakistanischen Identitätskarte, würden seine Personalien im ZEMIS entsprechend berichtigt und er werde als pakistanischer Staatsangehöriger aufgenommen. E-4979/2020 Seite 7 In seiner Eingabe vom 8. Juli 2020 habe der Beschwerdeführer lediglich geltend gemacht, im Asylverfahren seine Ausreisegründe korrekt angege- ben zu haben: Er habe zwei Bombenanschläge nur knapp überlebt und sei einmal fast Opfer einer Vergewaltigung geworden; es würden deshalb zu- sätzliche Gefährdungsindi zien bestehen, die über die bloss allgemein schwierige Situation der Hazara in Pakistan hinausgingen. Bei der BzP habe der Beschwerdeführer den angeblichen Vergewalti- gungsversuch geschildert, bei der Anhörung i ndessen nicht. Zusammen mit anderen Unstimmigkeiten sei das Vorbringen als "Vorschub" und dem- nach als unglaubhaft eingeschätzt worden. Selbst bei unterstellter Glaub- haftigkeit entfalte dieses Ereignis – wie die geltend gemachten Bombenan- schläge – keine Asylrelevanz. In der Eingabe vom 8. Juli 2020 seien keine weiteren Ausführungen dazu gemacht worden, weshalb diese Ereignisse zu einer erhö hten Gefährdung bei einer Rückkehr führen würden. Diese Vorbringen seien zudem bereits im ordentlichen Asylverfahren beu rteilt worden. Auch die allgemein schwierige Lage der Hazara in Pakistan sei nicht geeignet, die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu be- gründen. Eine Kollektivverfolgung von Hazara in Pakistan werde gemäss aktueller Rechtsprechung (BVGE 2013/21 E. 9.1, BVGE 2013/12 E. 6, je- weils mit weiteren Hinweisen) verneint. Es würden insgesamt keine Gründe vorliegen, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 25. September 2017 beseitigen könnten. F. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2020 (Postaufgabe) erhob der Beschw erde- führer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt e, die Verfügung des SEM vom 3. September 2020 sei aufzuheben, seine Flücht- lingseigenschaft anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei festzustellen, dass der Wegweisungsvollzug unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die Sache zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde beantragt, es sei die unentgeltliche Prozessführung inklusive amtliche Rechtsverbeiständung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Zudem sei der vorliegenden Beschwerde vorsorglich die aufschiebende Wirkung zu erteilen und allfällige Vollzugsmassnahmen durch das Migrat ionsamt des Kantons G._______ seien auszusetzen. E-4979/2020 Seite 8 Zur Begründung wurde ausgeführt, die Lage für Hazara sei in C._______ (Pakistan) prekär. Verschiedene terroristische Organisationen würden re- gelmässig Attentate auf Hazara ausüben. Auch der Beschwerdeführer sei von zwei Bombenanschlägen in C._______ betroffen und habe diese nur knapp überlebt. Zudem sei er regelmässig schikaniert worden, habe Schutzgelder zahlen müssen und sei auf dem Nachhauseweg zweimal be- raubt und mit Waffengewalt bedroht worden. Die Arbeit auf dem Markt sei gefährlich. Bei einer Rückkehr nach Pakistan gebe es für ihn keine andere Arbeitsmöglichkeit. In Pakistan habe er kein familiäres Netz, nur seine Mut- ter und Schwester lebten dort. Der Beschwerdeführer legte seiner Eingabe eine Fürsorge abhängigkeitserklärung der Zentrumsleitung « H._______» vom 5. Oktober 2020 bei. G. Mit superprovisorischer Verfügung vom 8. Oktober 2020 setzte die Instruk- tionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts den Vollzug der Wegwei- sung des Beschwerdeführers einstweilen aus. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie- dererwägungsentscheide grun dsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be- schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re- gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. E-4979/2020 Seite 9 2. 2.1 Mit Beschwerde in Asyl sachen kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Bereich des Ausländer- rechts richtet sich die Kognition nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richter in (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weite- rungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 2.3 Auf einen Schriftenwechsel wird gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG ver- zichtet. 3. Die Verfahrensanträge in der Beschwerde, der vorliegenden Beschwerde sei vorsorglich die aufschiebende Wirkung zu erteilen, beziehungsweise allfällige Vollzugsmassnahmen durch das Migrationsamt des Kantons G._______ seien auszusetzen, sind mit der vorsorgl ichen Instruktions- massnahme vom 8. Oktober 2020 (vgl. Sachverhalt oben, Bst. G) und dem vorliegenden Urteil in der Sache selbst gegenstandslos geworden. 4. 4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge- regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift- lich und begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG). 4.2 In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwä- gungsgesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung unange- fochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit Prozess- entscheid abgeschlossen wurde – können auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen (zum sogenannten "qualifizier- ten Wiedererwägungsgesuch" vgl. BVGE 2013/22 E. 5.4 m.w.H.). Darüber hinaus sind Revisionsgründe, welche sich auf Tatsachen und Beweismittel E-4979/2020 Seite 10 abstützen, die erst nach Abschluss eines Beschwerdeverfahrens entstan- den sind, stets unter dem Titel der Wiedererwägung bei der Vorinstanz ein- zubringen, da solche neu entstandenen Beweismittel keine Grundlage für ein Revisionsverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht darstellen kön- nen (vgl. Art. 45 VGG i.V.m. Art. 123 Abs. 2 Bst. a [letzter Satz] BGG; BVGE 2013/22 E. 12.3). Gemäss Art. 111b Abs. 1 AsylG in Verbindung mit Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG hat die Partei diesfalls neue erhebliche Tatsa- chen oder Beweismittel beizubringen. Analog zur Revision wird dabei vorausgesetzt, dass die entsprechenden Beweismittel auch bei zumutba- rer Sorgfalt nicht im Rahmen des ordentlichen Verfahren hätten eingereicht werden können. Die Erheblichkeit ist zu bejahen, wenn die neu angerufe- nen Tatsachen und Beweismittel geeignet sind, die beurteilten Asylvorbrin- gen in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. 5. 5.1 Der Beschwerdeführer begründet seine als «zweites Asylgesuch» be- titelte Eingabe vom 8. Juli 2020 im Wesentli chen mit dem Vorbringen, er könne nun eine am 22. Juni 2020 ausgestellte pakistanische Identitätskarte im Original einreichen, welche (neu) seine pakistanische Staatszugehörig- keit zu belegen vermöge. 5.2 Das Hauptbeweismittel, die pakistanische Identitätskarte, mit welchem der Beschwerdeführer sinngemäss die ursprüngliche Fehlerhaftigkeit der SEM-Verfügung vom 2 5. September 2017 darlegen will ( den Umstand, dass er nicht die afghanische, sondern die pakistanische Staatsangehörig- keit besitzt), wurde am 22. Juni 2020 und somit nach dem ordentlichen Beschwerdeentscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Oktober 2017 ausgestellt. 5.3 Das SEM hat demnach das mit diesem nachträglich entstandenen Be- weismittel begründete Gesuch zu Recht als qualifiziertes Wiedererwä- gungsgesuch behandelt. Als Grundlage für ein Revisionsverfahren konnte das erst nach dem Urteil vom 17. Oktober 2017 entstandene Beweismittel nicht in Frage gekommen. 5.4 Die übrigen mit dem Gesuch vom 8. Juli 2020 eingereichten Beweis- mittel (jeweils Farbkopien von pakistanischen Identitätskarten der Eltern, eines Familienregisterauszugs sowie der Todesurkunde betreffend seinen Vater), welche der Beschwerdeführer zum Nachweis seiner pakistanischen Staatszugehörigkeit vorlegt, datieren zwar vor dem ord entlichen Be- schwerdeurteil vom 17. Oktober 2017. Als blosse Farbkopien muss ihnen E-4979/2020 Seite 11 jedoch aufgrund der leichten Manipulierbarkeit und Käuflichkeit vorweg die Erheblichkeit abgesprochen werden. Die Unterlagen datieren ferner von Juli 2008 beziehungsweise März 2017 (Identitätsausweise der Eltern) , Januar 2015 (Todesurkunde des Vaters) und März 1996 (Familienregisterauszug). Es wird in keiner Weise ersicht- lich, wieso bei gehöriger Sorgfalt und Einhaltung der eigenen Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht diese Unterlagen nicht allesamt im ordentlichen Asyl- , spätestens im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätten vorgelegt wer- den können. Zur aussichtsreichen Begründung eines Gesuches um Revi- sion des Urteils vom 17. Oktober 2017 könnten die Unterlagen daher nicht taugen. 5.5 Nach dem Gesagten hat das SEM somit korrekt die Eingabe vom 8. Juli 2020 als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch entgegengenommen und behandelt. 6. In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die vom Beschwerdeführer ein- gereichten Beweismittel und die neu vorgetragenen Tatsachen (seine pa- kistanische Nationalität) erheblich sind, das heisst geeignet sind, die bisher beurteilten Asylvorbringen in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt vorliegend in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen im qualifizierten Wiedererwägungsgesuch vom 8. Juli 2020 nicht gelingt, eine veränderte Sachlage darzutun, welche die vom SEM festgestellte und vom Bundesverwaltungsgericht mehrmals bestätigte Ver- neinung seiner Flüchtlingseigenschaft in einem anderen Lichte betrachten liesse. 6.2 Vorweg ist festzustellen, dass das SEM im Rahmen seiner Verfügung vom 3. September 2020 die vom Beschwerdeführer am 8. Juli 2020 einge- reichte pakistanische Identitätskarte als authentisch eingestuft hat. Das Gericht geht deshalb – in Übereinstimmung mit dem SEM – im vorliegen- den Verfahren von der pakistanischen Staatsangehörigkeit des Beschwer- deführers aus. 6.3 Es stellt sich namentlich die Frage, ob es dem Bes chwerdeführer bei hinreichender Sorgfalt zumutbar gewesen wäre, das entsprechenden Be- weismittel respektive die zugrundeliegende Tatsache, seine pakistanische E-4979/2020 Seite 12 Staatsangehörigkeit, bereits im Rahmen des ordentlichen Verfahrens ein- zureichen respektive vorzutragen. 6.3.1 In seinem Wiedererwägungsgesuch vom 8. Juli 2020 trug der Be- schwerdeführer vor, es habe bei seinen vorangehenden Asylverfahren, in welchen er seine afghanische Staatsangehörigkeit angegeben habe, «Missverständnisse» bei der «Registrierung» gegeben respektive er habe bei der Angabe seines Geburtsdatums falsch gerechnet. 6.3.2 Diese Vorbringen müssen als unbehelfliche Schutzbehauptungen ge- würdigt werden. Das SEM hat diesbezüglich in der angefochtenen Verfü- gung zutreffend festgestellt, dass der Beschwerdeführe r in seinen voran- gehenden Asylverfahren offensichtlich vorsätzlich die Asylbehörden über seine Identität getäuscht hat (vgl. Verfügung vom 3. September 2020, Ziffer IV/1.). Hierfür spricht auch der Umstand, dass er im vorliegenden Wieder- erwägungsverfahren Kopien der pakistanischen Identitätskarten seiner El- tern einreichte, welche im Juli 2008 (Identitätskarte des Vaters) respektive März 2017 (Identitätskarte der Mutter) ausgestellt worden sein sollen. Es muss davon ausgegangen werden, dass er bereits bei der Einreichung sei- nes (ersten) Asylgesuchs im Jahr 2015 wusste, dass er – wie seine beiden Elternteile – pakistanischer und nicht afghanischer Staatsangehöriger ist. 6.3.3 Wie das SEM in seiner Verfügung vom 3. September 2020 weiter zu- treffend festhielt, ersucht e der Beschwerdeführer bereits im Mai 2015 in der Schweiz um Asyl. Er hält sich bereits seit über fünf Jahren in der Schweiz auf und hat ein ordentliches Asylverfahren (inklusive Beschwer- deverfahren) sowie ein Wiedererwägungsverfahren (inklusive Beschwer- deverfahren) durchlaufen. In diesen vorangehenden Verfahren reichte der Beschwerdeführer keine rechtsgenüglichen Identitätspapiere ein, obwohl die Offenlegung seiner Identität in jenen Verfahren bereits thematisiert wurde. In diesen Verfahren gab er sich jeweils als afghanischer Staatsan- gehöriger aus. Das Wiedererwägungsverfahren (E-4811/2018) begründete er mit der Einreichung eines afghanischen Dokumentes (Tazkira), welches seine angebliche afghanische Staatsangehörigkeit belegen sollte. Im vor- liegenden Wied ererwägungsverfahren wird nicht dargetan, weshalb es dem Beschwerdeführer angeblich erst im Juli 2020 gelungen sein soll, seine wahre pakistanische Staatsangehörigkeit zu belegen. 6.3.4 Es muss deshalb festgestellt werden, dass sich der Beschwerdefüh- rer in seinen vorangehenden Verfahren stets als afghanischer Staatsange- höriger ausgegeben und diese falsche Staatszugehörigkeit gar mit einer E-4979/2020 Seite 13 angeblich von seinem Verwandten beschafften afghanischen Tazkira zu belegen versucht hat, obwohl er sich seiner pakistanischen Staatsangehö- rigkeit stets bewusst gewesen sein musste. Von einem «Durcheinander» bei der Registrierung seines Asylgesuches kann demzufolge keine Rede sein. Der Beschwerdeführer hat vielmehr den schweizerischen Asylbehör- den gegenüber bewusst eine unwahre ( afghanische) Staatsangehörigkeit angegeben und damit vorsätzlich über seine Identität getäuscht. Von einer ursprünglichen Fehlerhaftigkeit der SEM-Verfügung, die aus entschuldba- ren Gründen erst verspätet geltend gemacht werden konnte, kann deshalb keine Rede sein. Es wäre dem Beschwerdeführer vielmehr ohne Weiteres zuzumuten gewesen, im ordentlichen Asylverfahren seine korrekte Natio- nalität anzugeben. 6.4 Der Beschwerdeführer gab bei der Begründung seines vorliegenden qualifizierten Wiedererwägungsgesuchs an, seine Ausreisegründe ( er habe zwei Bombenanschläge knapp überlebt und sei einmal fast Opfer ei- ner Vergewaltigung geworden) habe er in den vorangehenden Verfahren korrekt angegeben. Wie das SEM in seiner Verfügung vom 3. September 2020 zutreffend festhielt, wurden diese Vorbringen bereits im ordentlichen Verfahren abgehandelt und namentlich als unglaubhaft gewürdigt. Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Oktober 2017 wurde die Flücht- lingseigenschaft des Beschwerdeführers rechtkräftig verneint und die Asyl- gewährung verweigert. In seinem Wiedererwägungsgesuch vom 8. Ju li 2020 macht er keine spezifischen Ausführungen dazu, inwiefern eine flüchtlingsrelevante Veränderung der Sachlage hinsichtlich der rechtkräftig gewürdigten Ereignisse vorliegt. Das blosse Wiederholen der Vorbringen unter einer anderen, nunmehr wahren Staatszugehörigkeit vermag für sich alleine keine Asylrelevanz zu entfalten. 6.5 In seinem qualifizierten Wiedererwägungsgesuch vom 8. Juli 2020 be- hauptet der Beschwerdeführer, bei ihm würden zusätzliche Gefährdungs- indizien vorliegen, die über die allgemein schwierigen Situation der Hazara in Pakistan hinausgingen (vgl. S. 2), weshalb er (sinngemäss) die Flücht- lingseigenschaft erfülle respektive der Wegweisungsvollzug nicht durch- führbar sei. 6.5.1 Das Gericht verkennt die schwierige Lage der Hazara in Pakistan nicht. Ihre Kollektivverfolgung wird gemäss aktueller Rechtsprechung je- doch verneint (vgl. BVGE 2014/32 E. 7.2; in jüngerer Zeit vgl. Entscheid E- 4199/2018 vom 14. Juli 2020 E. 5.1, mit Verweis auf D-6993/2015 vom 6. Februar 2019 E. 6). Die gewalttätigen Übergri ffe auf Hazara in Pakistan E-4979/2020 Seite 14 nehmen nicht eine zahlenmässig derart grosse Dimension ein und die be- kannt gewordenen Übergriffe sind nicht derart häufig, dass jeder Angehö- rige dieser Minderheit in begründeter Weise befürchten müsste, objektiv mit erheblicher W ahrscheinlichkeit Opfer einer Gewaltta t zu werden. Um die Flüchtlingseigenschaft bejahen zu könnten, müssten zusätzliche Ge- fährdungselemente glaubhaft vorgetragen werden. Wie bereits festgestellt wurde, wurden die Asylvorbringen des Beschwerdeführers im ordentlichen Asylverfahren letztinstanzlich namentlich als unglaubhaft beurteilt. Neue Sachverhaltselemente, die diese bereits geprüften Vorbringen in einem an- deren Lichte betrachten liesse n, trägt der Beschwerdeführer in seinem Wiedererwägungsgesuch nicht substanziiert vor. 6.5.2 In der Rechtsmitteleingabe wird zwar vorgetragen, der Beschwerde- führer sei mehrmals auf dem Markt in C._______ (Pakistan) schikaniert worden und habe hohes Schutzgeld zahlen müssen, um am Markt arbeiten zu können (vgl. S. 2). Es werden je doch keine spezifizierenden, konkreti- sierenden Angaben zu diesen Ereignissen gemacht und es wurden auch keine Beweismittel eingereicht, die diese Ausführungen stützen könnten. Die blosse Behauptung zusätzlicher Gefährdungsindizien reicht zur Glaub- haftmachung der Flüchtlingseigenschaft indessen nicht aus. 6.5.3 Die in der Beschwerdeeingabe vorgetragenen Ausführungen zur all- gemein schwierigen Lage der Hazara in Pakistan sind deshalb insgesamt nicht geeignet, den Beschwerdeführer als Flüchtling anzuerkennen. 6.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass im qualifizierten Wiedererwä- gungsgesuch vom 8. Juli 2020 keinerlei Umstände glaubhaft vorgetragen werden, die in Bezug auf die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung zu einer Wiedererwägung der Verfügung vom 25. Sep- tember 2017 führen müssten. 7. 7.1 Der Beschwerdeführer beruft sich – wie bereits oben erwähnt – in sei- ner Eingabe vom 8. Juli 2020 auf das in BVGE 2014/32 publizierte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, worin die Zugehörigkeit zur Minderheit der Hazara als starkes Indiz für eine Unzumutbarkeit des Wegweisungs- vollzugs zu werten sei und beim Vorliegen eines zusätzlichen, persönlichen E-4979/2020 Seite 15 Gefährdungsindizes der Wegweisungsvollzug als unzumutbar zu bezeich- nen sei. Er macht deshalb sinngemäss wiedererwägungsweise auch Weg- weisungsvollzugshindernisse geltend. 7.2 Nachdem es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, zusätzliche Gefährdungselemente glaubhaft darzutun, die über die allgemeine schwie- rige Lage der Hazara in Pakistan hinausgehen würden, bestehen au ch keine Wiedererwägungsgründe, die zu einer anderen Beurteilung der vorinstanzlichen Verfügung im Hinblick auf das Vorliegen von Wegwei- sungsvollzugshindernissen, insbesondere im Sinne der Unzumutbarkeit, führen würden. Weitere Wiedererwägungsgründe wurden nicht geltend ge- macht. Der Beschwerdeführer hat gemäss eigenen Angaben vor seiner Ausreise aus Pakistan in C._______ auf dem Markt gearbeitet. In seiner Rechtsmitteleingabe verweist er explizit darauf hin, dass seine Mutter und Schwester in Pakistan lebe n, weshalb davon auszugehen ist, dass er in Pakistan auf ein familiäres Netz zurückgreifen kann, welches ihn bei der Wiederintegration in Pakistan bei Bedarf unterstützen wird. 7.3 Nach dem Gesagten muss festgestellt werden, dass im qualifizierten Wiedererwägungsgesuch vom 8. Juli 2020 auch keinerlei Umstände glaub- haft vorgetragen werden, die in Bezug auf die Wegweisung und den Weg- weisungsvollzug zu einer Wiedererwägung der Verfügung vom 25. Sep- tember 2017 führen müssten. Die im Gesuch beantragte Anordnung einer vorläufigen Aufnahme wurde vom SEM deshalb zu Recht verweigert. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Mit vorliegenden Urteil fällt auch die am 8. Oktober 2020 angeordnete su- perprovisorische Massnahme (Vollzugsstopp) dahin. 10. 10.1 Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, sind die Be- schwerdebegehren als zum Vornherein aussichtslos zu würdigen, womit die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind und das e ntsprechende E-4979/2020 Seite 16 Gesuch ungeachtet der Frage der prozessualen Bedürftigkeit des Be- schwerdeführers abzuweisen ist. Unter diesen Umständen sind auch die Voraussetzungen f ür die Gewäh- rung der unentgeltli chen Rechtsverbeiständung nicht gegeben, weshalb auch dieser Antrag abzuweisen ist. 10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten deshalb dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss auf insgesamt Fr. 1‘500.- festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-4979/2020 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die mit superprovisorischer Instruktionsverfügung vom 8. Oktober 2020 angeordnete vorsorgliche Massnahme (Vollzugsstopp) wird aufgehoben. 3. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 4. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Sandra Bodenmann