Beschwerdeführerin A. vertreten durch: RA AA. Vorinstanz IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden, Rechtsdienst, Neue Steig 15, Postfach, 9102 Herisau Beigeladene Ausgleichskasse B., C. Gegenstand Rente der Invalidenversicherung Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden vom 9. September 2022 Obergericht Appenzell Ausserrhoden 3. Abteilung Urteil vom 20. Juni 2023 Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident M. Hüsser Oberrichterinnen K. Schindler-Pfister, S. Scheidegger Oberrichter H.P. Fischer, M. Schneider Obergerichtsschreiberin A. Mauerhofer Verfahren Nr. O3V 22 23 Sitzungsort Trogen Seite 2 Rechtsbegehren a) der Beschwerdeführerin: 1. Die Verfügung der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden vom 9.9.2022 sei im Teil der  ab 1.11.2015 den 50% IV -Grad überschreitenden und nichtgewährten Mehrbetrag der Rentenleistung sowie  ab 1.10.2018 im Teil der nicht gewährten Rentenleistung aufzuheben; 2. Es sei bei der Beschwerdeführerin ein Leidens - und Teilzeitabzug des statistischen Tabellenlohns von mindestens 15-25% vorzunehmen; 3. Sodann sei der Beschwerdeführerin ab 1.11.2015 eine ganze [eventualiter ¾, ½, ¼] Invalidenrente zuzusprechen und auszubezahlen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. b) der Vorinstanz: Die Beschwerde sei abzuweisen. [Die Beigeladene verzichtete stillschweigend auf eine Teilnahme am Verfahren.] Seite 3 Sachverhalt A. Die am xx. xx 1961 geborene A. (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mel dete sich am 19. August 2002 wegen Rückenbeschwerden bei der IV -Stelle Appenzell Aus serrhoden (nachfolgend: Vorinstanz) zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Diese holte in der Folge diver- se Berichte bei den behandelnden Ärzten ein und veranlasste eine umfassende medizinische Abklärung der Beschwerdeführerin, welche im September 2003 bei der D. in E. durchgeführt wurde. Im polydisziplinären Gutachten vom 21. Januar 2004 (IV-act. 20) wurde berichtet, die Beschwerdeführerin habe nach ei genen Angaben vor dem 15. November 2000 nie unter Rückenbeschwerden gelitten, bevor sie damals während der Arbeit als Mitarbeiterin/Ernterin bei der F. AG versucht ha be, un ter Kraft anwendung ein verklemmtes Metallteil über Kopfhöhe nach links zu schie ben, worauf sie ei nen einschiessenden Schmerz lumbal ver - spürte und in der Folge ih re Arbeit nicht mehr fort setzen konnte. Die Beschwerden hätten sich trotz medikamen töser Therapie, Physiotherapie und Kuraufenthalten nicht gebessert (IV-act. 20, S. 3). Die Gut achter diag nostizierten bei der Beschwerde führerin in rheumatologisch-psychiatrischer Hin sicht ins besondere eine un differenzierte Somatisierungsstörung bei ängst lich depres siver Stö rung sowie ein chro nifiziertes panvertebrales Schmerz syndrom und Hemischmerz syndrom links nebst diversen Ne - bendiagnosen (IV-act. 20, S. 9). In rein internistisch -rheumatologischer Hinsicht schlossen die Gutachter auf eine volle Arbeitsfähigkeit mit Ausnahme von körperlich schweren Arbeiten, während die Beschwerdeführerin aus psychia trischer Sicht zu 50% arbeitsunfähig zu betrachten sei, so dass inter disziplinär eine Arbeits fähigkeit von 50% für wechselbelastende, leichte bis mittelschwere berufliche Tätigkeiten attestiert wurde (IV-act. 20, S. 10). Gestützt auf diese gutachterliche Einschätzung sprach die Vor instanz der Beschwerdeführerin eine halbe Invalidenrente mit rückwir kendem An spruchsbeginn am 1. November 2011 zu (IV-act. 27 - 33). B. Gegen diesen Rentenentscheid der Vorinstanz reichte die Beschwerdeführerin eine Beschwerde beim damals zuständigen Verwaltungsgericht Appenzell Ausserrhoden ein mit dem Begehren, es sei ihr eine ganze Rente zu gewähren. Der Verwaltungsgerichtspräsident wies die Beschwerdeführerin im Rahmen des Entscheids über das gleichzeitig eingereichte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit Präsidialverfügung vom 4. April 2005 darauf hin, dass ihr unter den gegebenen Umständen eine Schlechterstellung drohe und räumte ihr die Möglichkeit zum Rück zug der Be schwerde ein. Hierauf zog die Beschwerdeführerin die Beschwerde zurück, worauf das Verfahren I 04 31 als erledigt am Gerichtsprotoko ll abge- schrieben und der Rentenentscheid der Vorinstanz damit rechtskräftig wurde (IV-act. 50). Seite 4 C. Im Rahmen einer von Amtes wegen eingeleiteten periodischen Überprüfung der Rentenzu- sprache gab die Beschwerdeführerin auf dem Fragebogen vom 19. Februar 2007 (IV-act. 56) an, ihr Gesundheitszustand habe sich seit ca. 2 Jahren „extrem“ verschlimmert. Hierauf holte die Vorinstanz aktuelle Arztberichte sowie eine me dizinische Einschätzung beim RAD ein. Gestützt darauf teilte die Vorinstanz der Be schwerdeführerin am 20. August 2007 mit, sie habe keine Än derung festgestellt, die sich auf die Rente auswirke, wes halb weiterhin die bisherige halbe Invalidenrente ausgerichtet werde (IV-act. 60). D. Am 10. Ok tober 2008 erschien der Ehemann de r Beschwerdeführerin per sönlich auf der IV-Stelle und bat um eine Überprüfung der Rentenzusprache wegen einer Verschlechterung des Ge sundheitszustands seiner Frau (IV -act. 61). Die Vorinstanz holte daraufhin erneut aktuelle Arztberichte bei den B ehandlern ein und veranlasste zudem eine polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung bei der D. Gemäss dem am 15. Juni 2009 abge gebenen Gutachten (IV-act. 70) wurden als Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit weiterhin eine undifferenzierte Somatisierungsstörung, eine ängstlich depressive Störung so- wie ein chronifiziertes panvert ebrales Schmerzsyndrom und Hemi schmerzsyndrom links genannt (IV-act. 70, S. 12). Eine Verschlechterung des Gesund heitszustandes gegenüber dem D.-Vorgutachten 2004 lasse sich weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht objektivieren. Aus gesamtmedizinischer Sicht sei der Be schwerdeführerin eine wech - selbelastende, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit im Um fang von 50% zumutbar, dies bei einer zeitlichen Präsenz von ca. 6 Stunden täg lich mit einer um 25% verminderten Leistung infolge von Schmerzhemmung, Angst vor Schmer zen und leich ter kog nitiver Einschränkung infolge der depressiven Störung (IV -act. 70, S. 15). Nach dem gemäss Meinung von Dr. G. vom RAD auf diese Einschätzung im Ver laufsgutachten ab gestellt werden konnte (IV-act. 71), verfügte die Vorinstanz am 28. August 2009, dass kein Anspruch auf eine Rentenerhöhung bestehe und daher der Be schwerdeführerin die bis herige halbe Invalidenrente unverändert weiter ausgerichtet werde (IV-act. 73). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. E. Am 23. September bzw. 7. Oktober 2010 liess die Beschwerdeführerin durch ihren damaligen Rechtsvertreter ein sinngemässes Gesuch um erneute Rentenprüfung und Gewährung von beruflichen Massnahmen (IV-act. 79 und 80) einreichen. Die Vorinstanz teilte dem Rechts - vertreter hierauf mit, sie sei nicht der Ansicht, dass Revisionsgründe vorliegen würden und werde daher auch kein entsprechendes Verfahren einleiten (IV-act. 81). Hierauf erfolgte sei- tens der Beschwerdeführerin bzw. deren Rechtsvertreter keine weitere Reaktion. Seite 5 F. Im Zuge einer Ende 2011 von Amtes wegen eingeleiteten Anspruchsübe rprüfung gestützt auf die neuen Sonderbestimmungen der IV -Revision 6a (Schlussbestimmungen der Ände- rung vom 18. März 2011, 6. IV-Revision, erstes Massnahmepaket) legte die Vorinstanz den Fall dem RAD zur me dizinischen Beurteilung vor. Im RAD -Bericht v om 3. Februar 2012 (IV-act. 84) kam Dr. G. zum Schluss, es bestätige sich, dass ein syndromales Leiden zur Rentenzusprache geführt ha be. Am daraufhin durchgeführten Informationsgespräch vom 10. Mai 2012 zur Eröffnung der Rentenaufhebung aufgrund der Schlussbestimmungen 6a (IV-act. 87) liess die Beschwerdeführerin verlauten, sie sei mit einer Rentenaufhebung nicht einverstanden und wolle ausserdem auch keine Eingliederungsmassnahmen. Nachdem am 19. Juni 2012 die Einstellung der bisher ausgerichteten halben Invalidenrente verfügt wurde (IV-act. 95), reichte die Beschwerdeführerin dagegen am 20. August 2012 eine Beschwerde beim Obergericht ein (IV -act. 97). Die Be schwerde wurde mit Urteil vom 22. Mai 2013 im Verfahren O3V 12 34 abgewiesen (IV-act. 102). Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft (IV-act. 103). G. Am 2. Oktober 2013 meldete sich die Beschwerdeführerin wegen „seit 12 Jahren“ andauern- der Krankheit/Schmerzen erneut bei der Vorinstanz zum Leistungsbezug an (IV -act. 104). Mit Verfügung vom 19. November 2013 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit, dass sie auf das Leistungsbegehren nicht eintrete, da nicht glaubhaft dargelegt worden sei, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hät- ten (IV-act. 108). Diese Verfügung wurde unangefochten rechtskräftig. H. Am 23. Juni 2014 ging eine weitere IV -Anmeldung der Beschwerdeführerin bei der Vorin - stanz ein (IV-act. 109), woraufhin die Vorinstanz am 23. September 2014 erneu t ein Nicht- eintreten verfügte (IV -act. 112). Auch diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechts - kraft. I. Mit Schreiben vom 11. Mai 2015 liess die Beschwerdeführerin der IV-Stelle durch ihre neue Rechtsvertreterin mitteilen, ihr Gesundheitszustand habe sich, was durch die bei gelegten ärztlichen Berichte bestätigt werde, inzwischen verschlechtert. Es werde er sucht, das IV-Verfahren wieder an die Hand zu nehmen (IV-act. 115). Nachdem die Vorinstanz die medi- zinischen Unterlagen durch Einholung wei terer Arztberichte bei den be handelnden Ärzten sowie mit Stellungnahmen des RAD komplettiert hatte, teilte sie der Beschwerdeführerin am 25. April 2018 mit, zur abschliessenden Klärung allfälliger Leistungsansprüche sei nochmals Seite 6 eine umfassende me dizinische Untersuchung (umfassend die Be reiche Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Kardiologie, Neurologie, Rheumatologie) nötig (IV-act. 172). Die hierauf beauftragten Gutachter des H. (nachfolgend: H.) stellten im Gut achten vom 7. September 2018 (IV -act. 183) inter disziplinär folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Anhaltende so matoforme Schmerz störung, chro nisches generalisiertes Schmerzsyndrom, panvertebrales Schmerz syndrom, an amnestisch synkopale Episo den unklarer Ätiologie (IV -act. 183, S. 8 f.). Aus rein rheu matologischer Sicht seien der Beschwerdeführerin wechsel belastende leichte bis mit telschwere Tä tigkeiten uneingeschränkt zumutbar, gesamtmedizinisch bestehe mindestens ab Gutachtensdatum in einer adaptierten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeits fähigkeit von 30% aus neurologischen/psychiatrischen Gründen (IV-act. 183, S. 11 ff.). RAD-Arzt I. ging im Bericht vom 26. September 2018 (IV-act. 186) davon aus, auf das Gutachten könne vollumfänglich abgestellt werden. Insgesamt habe sich der Ge sundheitszustand der Be schwerdeführerin seit dem letzten Gutachten nicht signifikant verändert. Bei der Be schwerdeführerin bestehe wahrscheinlich ab Januar 2017 (recte wohl: Ja nuar 2018) bzw. spä testens ab dem Be gut- achtungszeitpunkt eine 70% -ige Ar beitsfähigkeit, von April 2015 bis Dezember 2017 dagegen lediglich 50%, für wechs elnd belastende, leichte bis mittel schwere Tä tigkeiten, somit auch für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Champignonpflückerin. Mit Vorbescheid vom 6. Dezember 2018 (IV-act. 192) teilte die Vorinstanz der Beschwerde- führerin hierauf mit, ihr Leistungsbegehren werde abgewiesen. Auf Einwand der Beschwer- deführerin hin (I V-act. 193) holte die Vor instanz bei der Gutachterstelle eine aus führliche ergänzende Stellungnahme ein (IV-act. 196), woraufhin RAD -Ärztin Dr. J. bei nochmaliger Prüfung des Aktendossiers im Bericht vom 6. März 2019 (IV-act. 197) zum Schluss kam, an der früheren RAD-Stellungnahme könne festgehalten werden. Daraufhin verfügte die Vorin- stanz am 18. März 2019 definitiv die Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 198). Die Beschwerdeführerin focht diese Verfügung mit Beschwerde beim Obe rgericht an. Das Obergericht erachtete das H.-Gutachten im Zirkularurteil O3V 19 22 vom 26. Mai 2020 grund- sätzlich als beweiswertig. Es erwog, im Gutachten sei der Beschwerde führerin nach voll- ziehbarerweise für den Zeitraum bis Ende Juni 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 50% und seit Juli 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 70% attestiert worden, was somit Auswirkungen auf die Berechnung des jeweiligen Invaliditätsgrads habe. Die Vorinstanz wurde aufgefordert, für jeden Zeitraum im Rahmen der ihr obliegend en Untersuchungspflicht einen konkreten Ein- kommensvergleich durchzuführen, weshalb die angefochtene Verfü gung aufge hoben und die Angelegenheit zu entsprechender Abklärung und anschliessender Neuverfügung an die Vorinstanz zurückgewiesen wurde (IV-act. 206). Seite 7 J. Die Vorinstanz leitete nach diesem Rückweisungsentscheid des Obergerichts zunächst er - neut medizinische Abklärungen bei den behandelnden Ärzten ein (IV-act. 207 ff.). Im RAD- Bericht vom 26. März 2021 (IV -act. 228) gelangte IV -Arzt I. gestützt auf das aktuali sierte medizinische Dossier zum Schluss, es könne weder ausgeschlossen noch bestätigt werden, dass seit der Be gutachtung durch die H. inzwischen eine Ver schlechterung des Gesund - heitszustands der Beschwerdeführerin eingetreten sei. Dies könne nur durch eine polydiszi- plinäre Verlaufsbegutachtung geklärt werden. In der Folge beauf tragte die Vorinstanz die H. mit der Durchführung einer ent sprechenden Begutachtung (IV-act. 235). Das poly disziplinäre Verlaufsgutachten, welches die Be reiche Allgemeine Innere Medizin, Kardiologie, Neurologie, Rheumatologie sowie Psychi atrie und Psychotherapie umfasst, wurde am 24. Februar 2022 abgegeben (IV-act. 242). Gemäss in- terdisziplinärer Gesamtbeurteilung ergaben sich keine Veränderungen gegenüber der Beur- teilung im Vorgutachten aus dem Jahr 2018. Als relevante Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden genannt: Chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom, anamnes- tisch rezidivierende Sturzepisoden mit präsynkopaler Symptomatik unklarer Ätiologie, re zi- divierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige Episode sowie anhaltende soma- toforme Schmerzstörung (IV-act. 242, S. 9 f.). Nach wie vor seien der Beschwerdeführerin körperlich schwere Arbeiten nicht zumutbar und nicht ebenerdige Arbeiten zu vermeiden (IV- act. 242, S. 10 f.). Insgesamt sei im Vergleich zur Vorbegutachtung keine Änderung der Ar - beitsfähigkeit eingetreten und es sei der Beschwerdeführerin nach wie vor eine 30%-ige Ein- schränkung in jeglicher adaptierter Tätigkeit zu attestieren (IV-act. 242, S. 13). Im RAD-Be- richt vom 31. März 2022 (IV -act. 245) er klärte IV -Arzt I., das Verlaufsgutachten sei voll - ständig, nachvollziehbar und wider spruchsfrei. Der Gesundhei tszustand der Beschwer de- führerin sei stabil; es bestehe unverändert zur Situation im Zeitpunkt des Vorgutachtens 2018 weiterhin eine 30%-ige Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Arbeit. Adaptiert seien leichte, vor - zugsweise wechselbelastende Tätigkeiten ohne spezifische Belastungen der Wirbelsäule mit der Möglichkeit, bei Bedarf kürzere Pausen einzulegen. Im Anschluss prüfte die Vorinstanz basierend auf der Arbeitsfähigkeitseinschätzung gemäss den getätigten medizinischen Abklärungen den Ren tenanspruch der Beschwerde führerin und legte diesen im Vorbescheid vom 13. Mai 2022 (IV -act. 247) neu wie folgt fest: Aus ge- hend von LSE-Tabellenwerten sei anzunehmen, die Beschwerdeführerin könnte im Gesund- heitsfall als Hilfsangestellte ein Jahresein kommen von Fr. 54'055. -- (ab November 2015) bzw. Fr. 54'681. -- (ab Juli 2018) erzielen; unter Berücksichtigung der von den Gutach tern festgestellten zunächst 50%-igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führe dies zu einem Invaliditätsgrad von 50%, was zu einem Anspruch auf eine halbe Invalidenrente von Novem- ber 2015 bis September 2018 führe. Ab Oktober 2018 liege nurmehr eine 30%-ige Arbeitsun- fähigkeit vor, was kei nen Rentenanspruch mehr begründe. Nach einem Einwand der Seite 8 Beschwerdeführerin bestätigte die Vorinstanz die in Aussicht gestellte befristete Renten zu- sprache einer halben Invalidenrente für den Zeitraum November 2015 bis September 2018 definitiv mit Verfügung vom 9. September 2022 (IV-act. 253, S. 3 ff.). K. Gegen diese Verfügung richtet sich die von der Beschwerdeführerin am 17. Oktober 2022 erhobene Beschwerde ans Obergericht, mit welcher die Beschwerdeführerin im Hauptantrag die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente ab 1. November 2015 verlangte (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 10. November 2022 (act. 6) beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Nachdem von der Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels bzw. der Anordnung einer mündlichen Ver handlung abgesehen worden war, wurde die Streitsache direkt zur Beratung an der Sitzung der dritten Abteilung des Obergerichts vom 20. Juni 2023 traktandiert und darüber mit vorliegendem Urteil entschieden. Erwägungen 1. Formelles 1.1. Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen. Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes (JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht Beschwerden gegen solche Entscheide. Da eine Verfügung der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden angefochten ist, ist die örtliche Zuständigkeit gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invaliden versicherung [IVG, SR 831.20]). Das Gesamtgericht hat Beschwerden in Sozialversicherungssachen (unter Vor- behalt der hier nicht betroffenen Zuständigkeiten des Einzelrichters) der 3. Abteilung zur Beurteilung zugewiesen1, weshalb diese zur Beurtei lung der Be schwerde zuständig ist. Die von Amtes wegen vorzu nehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen ergibt, dass diese sowohl hin sichtlich der Be schwerdeberechtigung auf Seiten der Beschwerdeführerin als auch mit Bezug auf die Form - und Frist erfordernisse an die Beschwerdeschrift erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 1 so publiziert im aktuellen Staatskalender Appenzell Ausserrhoden, abrufbar unter <https://staatskalender.ar.ch/organizations/pdf>, Ziff. 2.6.1.2 Seite 9 1.2. Am 1. Januar 2022 trat das revidierte Bundesgesetz über die Invalidenversicherung in Kraft (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 2021 705, BBl 2017 2535). Entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen (vgl. dazu BGE 144 V 210 E. 4.3.1) ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechts- lage zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden ist. Trifft dies zu, so erfolgt ein allfälliger Wechsel zum neuen stufenlosen Rentensystem je nach Alter der Rentenbezügerin oder des Rentenbezügers gemäss lit. b und c der Übergangs- bestimmungen des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020. Gemäss lit. c gilt für Rentenbe- zügerinnen und -bezüger das bisherige Recht, sofern der Rentenanspruch vor Inkrafttre- ten die ser Änderung entstanden ist und sie bei Inkrafttreten dieser Änderung das 55. Altersjahr vollendet haben ( WEIV; vgl. auch Rz. 9100 ff. des Kreis schreibens des Bun - desamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der In validenver- sicherung [KSIR]). Zwar erging die mit der vorliegend zu beurteilenden Beschwerde angefochtene Verfügung der Vorinstanz erst nach dem 1. Januar 2022 , es steht allerdings ein bereits vor diesem Zeitpunkt entstandener Rentenanspruch zur Diskussion. Da die Beschwerdeführerin am 1. Januar 2022 zudem bereits über 55 Jahre alt war, beurteilt sich die vorliegende Streitig- keit nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden materiellen Rechtslage. 2. Materielles 2.1 Was die medizinische Beurteilung betrifft, ist der Sachverhalt zwischen den Parteien im Grundsatz nicht (mehr) umstritten. Namentlich die Beweiswertigkeit der beiden H.-Gutachten wird mit der vorliegend zu beurteilenden Beschwerde nicht konkret in Frage gestellt. a. Gestützt auf das vom Obergericht bereits im Zirkular-Urteil O3V 19 22 vom 26. Mai 2020 als beweiswertig erachtete polydisziplinäre H.-Gutachten vom 7. September 2018 (IV-act. 183; vgl. insbesondere E. 2.4 im Urteil O3V 19 22, auf welche an dieser Stelle ohne Wiederholung der bereits dort gemachten Ausführungen verwiesen wird) s owie auch gestützt auf die zwischenzeitlich neu erfolgten, ebenfalls die Anforderungen an den Beweiswert erfüllen den medizinischen Abklä rungen der Vor instanz (insbesondere: H.-Verlaufsgutachten vom 24. Februar 2022 [IV-act. 242]) ist, was die medizinis che Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin betrifft, davon auszugehen, dass weder in allgemeininternistischer, noch in kardiologischer oder rheumatologischer Hinsicht relevante Einschränkungen für die Aus - übung einer adaptierten Arbeit bestehen. Gewisse arbeitsfähigkeitsrelevante Limitie rungen bestehen hingegen in neurologischer sowie in psychiatrischer Hinsicht. Gemäss schlüssiger und nachvollziehbarer gut achterlicher Einschätzung ist aus gesamtmedizinischer Sicht Seite 10 davon auszugehen, dass die Be schwerdeführerin in adaptierter Arbeit ab April 2015 zu - nächst über eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit verfügte (IV-act. 183, S. 12), welche sich ab spä- testens Juli 2018 in folge Remission der de pressiven Episode auf 70% Arbeitsfähigkeit er- höhte (IV-act. 183, S. 65 sowie IV-act. 242, S. 13; die Vorinstanz ging in der vor liegend an- gefochtenen Verfügung allerdings zugunsten der Beschwerdeführerin davon aus, dass erst nach einer gewissen Übergangszeit, nämlich ab Oktober 2018, wieder eine Arbeitsfähigkeit von 70% gegeben sei). Der psychiatrische Gutachter stellte in der neu eingeholten Ver - laufsbegutachtung insgesamt eine leichte Verschlechterung des psychischen Gesundheits- zustands seit dem ersten Gutachten im Jahr 2018 fest, da n un eine leicht gradige depressive Episode vorliege. Von einer schwerwiegenden psychiatrischen Er krankung sei aber nicht auszugehen, so dass die Arbeitsfähigkeit wie bereits im Zeitpunkt des Vorgutachtens auch aktuell 70% betrage (IV-act. 242, S. 47 f.). Anlässlich der neurologischen Verlaufsuntersuchung ergaben sich im Vergleich zur früheren Begutachtung ebenfalls keine namhaften Befundveränderungen bzw. insbesondere keine Zustandsver schlechterung und es wurde der Beschwerdeführerin weiterhi n eine partielle rein neurologisch be gründete Leistungseinschränkung von 20% attestiert, während gesamtmedizinisch an der ebenfalls bereits im Vor gutachten festgestellten 30% -igen Arbeitsunfähigkeit festgehalten wurde (IV-act. 242, S. 96 ff.). Nach dem die aus neu rologischer Sicht einerseits und aus psy - chiatrischer Sicht anderer seits attestierten Arbeits unfähigkeiten gemäss interdisziplinärer Gesamtbeurteilung ausdrücklich nicht zu addieren sind (IV-act. 183, S. 13 oben; IV-act. 242, S. 12 f. sowie S. 100), kommt es somit – unverändert zur im Zirkularurteil des Obergerichts O3V 19 22 bereits aus führlich diskutierten medizinischen Situation – im konkreten Fall ent- scheidend auf die der Beschwerdeführerin gutachterlich attestierte (höhere) Arbeitsunfähig- keit aus psychiatrischer Sicht an, welche schliesslich zur im Rahmen der Rentenprüfung relevanten gesamtmedizi nischen Arbeitsunfähigkeitseinschätzung von 30% in adaptierter Tätigkeit führt. b. Sowohl im Gutachten 2018 als auch im Verlaufsgutachten 2022 wurde dargelegt, welche Anforderungen eine für die Beschwerdeführerin adaptierte Arbeit zu erfüllen hat (vgl. dazu je aus der interdisziplinären Gesamtbeurteilung IV-act. 183, S. 9 f.: "Es sind unter Berücksich- tigung der chronischen Rückenschmerzen körperlich schwere Arbeiten nicht zumutbar. Unter Berücksichtigung der ätiologisch unklaren synkopalen Episoden, wie auch unter Berücksich- tigung einer möglicherweise beginnenden diabetischen Polyneuropathie sind überdies qua- litative Einschränkungen zu berücksichtigen, indem die Explorandin keine nichtebenerdigen Arbeiten ausführen sollte [kein Arbeiten auf Leitern, Gerüsten, etc.]."; "[…] sind der Versicher- ten aus rein rheumatologischer Sicht wechselbelastende leichte bis mit telschwere Tätigkei- ten uneingeschränkt zumutbar. Einzig eine körperliche Schwerarbeit und/oder eine Tätigkeit Seite 11 mit spezifischer Belastung der Wirbelsäule würden zu Einschränkungen führen"; "Die Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit richtet sich demnach nach dem generell zumutbaren/nicht zumut- barem Belastungsprofil. Somit besteht gesamtmedizinisch mindestens ab Gutachtensdatum in einer adaptierten leichten bis mit telschweren Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfä- higkeit von 30%"; ferner auch IV-act. 242, S. 12 f.: "[…] keine Tätigkeiten mit schweren kör- perlichen Hebe- und Tragebelastungen, keine nicht ebenerdige Arbeiten"; "[…] für eine leich- te bis mittelschwere, vorzugsweise wechselbelastende Tätigkeit ohne spezifische Belastung der Wirbelsäule."). Die von der Beschwerdeführerin vorgetragene Kritik, wonach es an einem konkreten Zumutbarkeitsprofil fehlen soll, welches besagen würde, inwiefern ihr bei welchen Tätigkeiten die (je im Grundsatz anerkannte) Arbeitsfähigkeit von 50% ab 1. November 2015 bzw. 70% ab spätestens 1. Oktober 2018 noch verwert - und zumutbar sei (Be schwerde, S. 10, Ziff. 15), verfängt daher nicht. 2.2 Als Invalidität gilt gemäss Art. 4 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG die durch einen kör perlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall ver- ursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit. Gemäss den im vorliegenden Verfahren für die Beurteilung allfälliger Rentenansprüche der Beschwerdeführerin anwendbaren Rechtsgrundlagen in der bis Ende Dezember 2021 gülti- gen Fassung (vgl. E. 1.2 vorstehend) haben versicherte Personen Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie min destens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie min destens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie min destens zu 50% und auf eine Viertels rente, wenn sie mindestens zu 40% invalid sind (Art. 28 IVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei im Gesundheitsfall voll erwerbstätigen Personen gemäss Art. 16 ATSG das Er werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch führung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. In vali- deneinkommen), in Be ziehung gesetzt zum Er werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Das Ausmass der Invalidität ist somit durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Das heisst, die einer Person medi- zinisch attestierte Arbeitsunfähigkeit kann nicht direkt dem Invaliditätsgrad dieser Per son gleichgesetzt werden, sondern beim Invaliditätsgrad handelt es sich um eine rechne rische Grösse, bei der die medizinisch attes tierte Ar beitsunfähigkeit für die Ermitt lung des der Berechnung zu Grunde gelegten Invalideneinkommens eine Rolle spielt. Seite 12 2.3 Die Vorinstanz zog für den Einkommensvergleich, den sie im Rahmen der konkreten Renten- anspruchsprüfung durchführte, für beide Vergleichseinkommen Tabellenwerte der LSE heran. Dieses Vorgehen wird mit der Beschwerde – zumindest im Grundsatz – zu Recht nicht beanstandet. a. Valideneinkommen Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich ver- dienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätz- lich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der Einkommensentwicklung angepasste Verdienst. Lässt sich aufgrund der tatsäch lichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen je doch nicht hinreichend genau beziffern – was auf den Fall der Beschwerdeführerin zutrifft, die im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns schon längere Zeit gar keiner Arbeit meh r nachging –, kann für die Bestimmung des Valideneinkommens auf statistische Werte zurück- gegriffen werden. Auf Erfahrungs - und Durchschnittswerte darf allerdings nur unter Mitbe - rücksichtigung der für die Ent löhnung im Einzelfall relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2). Bei einem Abstellen auf die LSE-Tabel- len soll die Wahl der mass geblichen Tabellen position mög lichst den überwiegend wahr - scheinlichen Verlauf der Ein kommensentwicklung ohne Ge sundheitsschaden abbilden, wobei das Valideneinkommen bei der Ver wendung von Tabellenwerten keine vergangene, sondern eine hypothetische Grös se ist (an stelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_572/ 2021 vom 19. Januar 2022 E. 3.1 m.w.H.). Die Vorinstanz ging bei der Festlegung des Valideneinkommens davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall in einer beliebigen Hilfs tätigkeit, sei dies im Sektor Produktion oder im Sektor Dienstleistungen, tätig gewesen wäre und stellte auf die für weib- liche Hilfs arbeiterinnen ange gebenen Durchschnitts löhne der LSE -Tabelle TA1_tirage_skill_level Privater Sektor (Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Ge schlecht) ab. Die ses Vorgehen ist nachvollzi ehbar, zumal keine Umstände dafür ersichtlich sind und von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht wird, dass im Ge sundheitsfall der Beschwerdeführerin davon aus zugehen gewesen wäre, dass sie in einem höheren Anforderungsniveau oder lediglich in einem bestimmten Berufs- zweig tätig gewesen wäre. Es liegen mit anderen Worten keine konkreten Anhaltspunkte für eine anderweitige hypothe tische Entwicklung des Valideneinkommens vor, so dass das Seite 13 Abstellen der Vorinstanz auf die Werte der L SE Tabelle TA1_tirage_skill_level Privater Sektor nicht zu beanstanden ist. Konkret zog die Vorinstanz für die Bestimmung des Valideneinkommens per 2015 (frü hest- möglicher Rentenbeginn ist, was zwischen den Parteien unbestritten ist, November 2015) die Tabellenwerte der in jenem Zeitpunkt aktuellsten LSE 2014 bei. Dass die Be schwerde- führerin, die über keine spezifische Berufsausbildung verfügt, im Gesundheitsfall in den ver- schiedenen hypothetisch in Frage kommenden Berufsbereichen, sei dies im Sektor Produk- tion oder Dienstleistungen, je weils als ungelernte Hilfsarbeiterin hätte arbeiten können, hat die Vorinstanz bei der konkreten Festlegung des Valideneinkommens berücksichtigt, indem sie vom tiefstmöglichen Kom petenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand - werklicher Art) und dem geschlechter spezifischen Medianwert aus ging. Der Medianlohn gemäss LSE 2014 für eine weibliche Hilfsarbeiterin betrug Fr. 4'300.-- (Vollzeitäquivalent ba- sierend auf 40 Arbeitsstunden pro Woche). Umgerechnet auf ein Jahr und auf die im Jahr 2015 betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden sowie unter zusätzlicher Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ergibt sich damit ein jährliches (hypothetisches) Valideneinkom- men von aufgerundet Fr. 54'055.--, was dem von der Vorinstanz angenommenen Wert ent - spricht. Beim Einkommensvergleich per 2018 ermittelte die Vorinstanz ein Validenein kom- men von Fr. 54'681.--, was, ausgehend von den Tabellen-Werten der LSE 2018 (Medianwert von monatlich Fr. 4'371.-- für Hilfstätigkeiten von weiblichen Angestellten im tiefsten Anforde- rungsniveau) sowie der Um rechnung auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche ebenfalls nachvollziehbar und nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerdeführerin bestreitet denn auch diese Festlegung der Valideneinkommen per 2015 bzw. 2018 durch die Vorinstanz nicht als falsch, sondern ihre Beschwerde richtet sich vielmehr gegen die Festlegung des Invalideneinkommens durch die Vorinstanz: b. Invalideneinkommen Gemäss ständiger Rechtsprechung ist auch bei der Festsetzung des Invalideneinkommens primär von der beruflich -erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine E rwerbstätigkeit aus, bei der – kumu- lativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grund- sätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches Erwerbseinkom- men gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits scha- dens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat – was auf die Beschwerdeführerin, die auch aktuell keiner Erwerbs tätigkeit mehr nachgeht, zutrifft –, sind für die Bemessung des Invalideneinkommens (ebenfalls) die Tabel lenlöhne Seite 14 der LSE heranzuziehen (anstelle vieler: BGE 148 V 174 E. 6.2 m.w.H.; Urteile des Bundes- gerichts 9C_206/2021 vom 10. Juni 2021 E. 4.4.2; 9C_385/2022 vom 2. November 2022 E. 4.3.1). In der Regel wird bei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf den Totalwert der Tabellengruppe A abgestellt (standardisierte Bruttolöhne; anstelle vieler: Urteil des Bundes- gerichts 9C_206/2021 vom 10. Ju ni 2021 E. 4.4.2 ; konkret auch hier: Tabelle TA1_tirage_ skill_level Privater Sektor , also dieselbe n Tabellenwerte, die die Vorinstanz be reits für die Bestimmung des Valideneinkommens herangezogen hat; vgl. auch hierzu BGE 148 V 174 E. 6.2 m.w.H.). Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sind grundsätzlich immer die aktuellsten statistischen Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3). Ist ei ne Anpassung an die Nominallohnentwicklung nötig, so ist (wie schon bei der Festlegung des Validenein - kommens, vgl. E. 2.3a vorstehend) nach Geschlechtern zu diffe renzieren (Urteil des Bun - desgerichts 8C_72/2019 vom 11. Juni 2019 E. 4.1 m.w.H.). Die Vorinstanz hat unter Berücksichtigung dieser von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze das Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin per 2015 auf Fr. 27'028. -- (basierend auf der medizinisch festgestellten Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 50%) bzw. per 2018 auf Fr. 38'277. -- (basierend auf der medizinisch festgestellten Arbeitsfähigkeit von 70%) festgelegt. Diese Berechnung wird von der Beschwerdeführerin – zu Recht – dem Grundsatz nach nicht weiter in Frage gestellt. Jedoch ist strittig, ob die so berechneten Werte le diglich als Ausgangswerte anzunehmen und für die abschliessende Festlegung des Invali deneinkommens der Beschwerdeführerin weiter zu kürzen sind, um damit zu berüc ksichtigen, dass bestimmte persönliche bzw. berufliche Merkmale sich im konkreten Fall faktisch lohnmindernd auswirken. 2.4 In diesem Zusammenhang beantragt die Beschwerdeführerin, es sei beim Invalideneinkom- men ein leidensbedingter Abzug von mindestens 15-25% zu berücksichtigen. Die Vorinstanz vertritt dagegen die Ansicht, es sei kein solcher Abzug vorzunehmen. Dazu ist Folgendes in Erwägung zu ziehen: a. Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass eine gesundheitlich beeinträchtigte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt unter Umständen nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten kann, wurde vor der sog. Weiterentwicklung der IV (vgl. E. 1.2 vorstehend) die ständige Rechtsprechung entwickelt, wo nach bei der Ermittlung des Invalideneinkommens anhand statistischer Werte die Möglichkeit eines Abzugs vom Tabellenlohn von bis zu 25% besteht. Mit diesem Abzug können diverse persönliche und berufliche Merkmale berücksichtigt werden, die im konkreten Einzelfall eine Herabsetzung des Medianlohns rechtfertigen (BGE 148 V 174 E. 9.2.2). Das heisst konkret: Wird das In valideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Lohndaten (nament lich Seite 15 der LSE) ermittelt, so kann der so erhobene Ausgangswert gegebenenfalls gekürzt werden. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 142 V 178 E. 1.3; BGE 124 V 321 E. 3b/aa) und die versicherte Person je nach Ausprägung des wegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 126 V 75 E. 5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Um stände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nicht übersteigen (BGE 148 V 174 E. 6.3 m.w.H.). Die Rechtspre- chung gewährt insbesondere dann einen Abzug vom Invalideneinkommen, wenn eine versi- cherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfä- higkeit eingeschränkt ist. Allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähig- keit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in d ie Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen (BGE 146 V 16 E. 4.1 f. m.w.H.). b. Die Vorinstanz ging bei der Festlegung des Invalideneinkommens von den Tabellenwerten im untersten Anforderungsniveau aus. Der Tatsache, dass be stimmte Tätigkeiten für die Beschwerdeführerin nicht in Frage kommen (wie bei spielsweise Service/Verkauf [Beschwerde, S. 15], Maschinen bedienen [Beschwerde, S. 12], Auto fahren [Beschwerde, S. 16]) wurde bereits mit dieser Wahl des Anforderungsniveaus Rechnung getragen, zumal das Anforde rungsniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerk licher Art) weniger weit gehende Kompetenzen erfordert als das nächsthöhere Anforderungsniveau 2 (praktische Tätigkeiten wie Ver kauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst). c. Auf das aus Sicht des Gerichts nicht überzeugende Argument der Beschwerdeführerin, es fehle an einem konkreten Zumutbarkeitsprofil (Beschwerde, S. 10 f. Ziff. 15), um überhaupt über den Rentenanspruch entscheiden zu können, wurde bereits eingegangen (E. 2.1b vor- stehend). Der Beschwerdeführerin sind, wie dies in der an gefochtenen Ver fügung vom 9. September 2022 (IV-act. 253, S. 4) gestützt auf die getätigten medizinischen Abklärungen zusammenfassend festgehalten ist, insbesondere wechselnd belastende, leichte bis mittel - schwere Tätigkeiten zumutbar, unter Ausschluss von körperlicher Schwerarbeit, Tätigkeiten mit spezifischer Belastung der Wirbelsäule sowie nicht ebenerdigen Arbeiten. Der für die Festlegung des Invalideneinkommens herangezogene LSE-Tabellenlohn im tiefsten Kompe- tenzniveau umfasst eine Vielzahl von diesen Anforderungen genügenden leichten und mittel- schweren Tätigkeiten (vgl. dazu Urteil des Bundes gerichts 9C_808/2015 vom 29. Feb ruar Seite 16 2016 E. 3.2). Mit Blic k auf das der Beschwerdeführerin trotz der gesundheitlichen Beein - trächtigung ver bleibende Leistungsvermögen ist also ohne weiteres davon auszugehen, dass sich auf dem untersten Anforderungsniveau des hypothetisch ausgeglichenen Arbeits- markts ge nügend realistische Betäti gungsmöglichkeiten finden (vgl. Urteil des Bundes - gerichts 8C_250/2022 vom 8. November 2022 E. 5.3). Mit Bezug auf die zahlreichen von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang im Einzelnen vorgebrachten Einwände kann Fol gendes festgehalten werden: Entgegen der Rüge der Be schwerdeführerin wurde der Bedarf an kür zeren Pausen sehr wohl in die Beurteilung der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitseinschätzung miteinbezogen (Beschwerde, S. 11, Ziff. 18; vgl. dazu z.B. IV-act. 242, S. 48 unten). Be züglich der von der Beschwerde- führerin hervorgehobenen Taubheitsgefühle/Gefühlsstörung an den Händen (Beschwerde, S. 12) hielt der rheu matologische Fach gutachter explizit fest, diese seien nicht so aus - geprägt, dass deswegen eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren sei (IV-act. 242, S. 63) und es wurden in dieser Hinsicht vom Gutachter auch keine zusätzlichen Anforde- rungen an eine adap tierte Arbeit formuliert. Die von der Be schwerdeführerin gel tend gemachten, aus ihrer Sicht ebenfalls nicht ausreichend be rücksichtigten Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit in kardiologischer Hinsicht (Beschwerde, S. 11 Ziff. 18) wurden vom kardiologischen Gutachter im Gutachten 2018 sehr wohl in seine Beurteilung miteinbezogen (erhöhte Blutungsgefahr infolge Einnahme von Aspirin Cardio, vgl. dazu IV -act. 183, S. 43 unten, S. 47, Ziff. 6) und flossen in die aus gesamtmedizinischer Sicht er mittelte Arbeits- unfähigkeit von 30% und das interdisziplinär formulierte Anforderungsprofil einer adaptierten Arbeit ein (IV-act. 183, S. 12 und S. 47; vgl. auch Verlaufsgutachten IV-act. 242 mit diversen Verweisen auf das Vorgutachten, insbesondere S. 12 und 77; zudem fällt auf, dass auf S. 74 bei der Liste der aktuell eingenommenen Medikamente Aspirin Cardio gar nicht mehr erwähnt wird [anders noch im Vor gutachten IV-act. 183, S. 43 unten]), wobei im Anfor derungsprofil einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit im Regelfall eine ( leicht) erhöhte Blutungsgefahr wegen der Einnahme von Aspririn Cardio so oder so keine besonderen Vorkehrungen erfor- dern dürf te. Schliesslich wurden ent gegen den Ausfüh rungen in der Beschwerde (Beschwerde, S. 12) bei der Arbeits fähigkeitseinschätzung und der Defi nition des Anforderungsprofils an eine adaptierte Arbeit auch die Ohnmachtsanfälle und damit ver - bundene Sturzgefahr sehr wohl miteinbezogen (vgl. z.B. IV-act. 242, S. 11 oben); dasselbe gilt mit Bezug auf die von der Beschwe rdeführerin besonders hervor gehobene reduzierte Durchhaltefähigkeit und weitere psychiatrische Einschränkungen (Be schwerde, S. 13 f.), welche bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit explizit berücksichtigt wurden, ohne dass sie darüber hinaus konkrete gewichtige Einschränkungen bei der Defini tion des Anforderungs- profils einer adaptierten Arbeit erforderten (vgl. IV-act. 242, S. 48). Unter dem Titel des lei -Seite 17 densbedingten Abzugs können nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf dem aus- geglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind; dementsprechend kann beispielsweise eine psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen nicht als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt werden (Urteil des Bundes- gerichts 8C_393/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1 m.w.H.). Ab schliessend kann auch an die ser Stel le erneut da rauf hingewiesen werden, dass die me dizinischen Gutachter explizit festgehalten ha ben, dass die in neu rologischer Hinsicht attestierte Ein schränkung entgegen der Ansicht der Be schwerdeführerin nicht kumulativ zur psy chiatrischen Einschränkung zu ver stehen ist und somit auch diesbezüglich kein "klarer Kon - kurrenznachteil von mindestens 20%" ersichtlich ist, welchem mittels Leidensabzug Rech - nung zu tragen wäre (vgl. Be schwerde, S. 11, Ziff. 17; IV-act. 183, S. 13 oben; IV-act. 242, S. 12 f. und S. 100). d. Schliesslich ist d er Ansicht der Beschwerdeführerin, wonach schon allein aufgrund ihres Alters und fehlender Berufsbildung mindestens ein Tabellenlohnabzug von 10% gerechtfer- tigt sein soll (Be schwerde, S. 10, Ziff. 14), ent gegenzuhalten, dass nach ständiger Recht - sprechung der Faktor Alter sich nicht zwingend lohnsenkend auswirkt, da Hi lfsarbeiten auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt werden. Dies hat das Bundesgericht im neueren Urteil 8C_799/2021 vom 3. März 2022 in E. 4.3.3 unter Hinweis auf die bisherige Rechtsprechung wiederholt bestät igt und zudem ausgeführt, das gelte auch hinsichtlich beschränkter Deutschkenntnisse, wenn auf den statistischen Durch - schnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten im Kompetenzniveau 1 abgestellt werde. Weder mit Bezug auf das Alter noch auf die Deutschkenntnisse ist somit im konkreten Fall der Beschwerdeführerin ein Grund für einen Leidensabzug er sichtlich. Einfache und repeti- tive Tätigkeiten erfordern zudem auch kein besonderes Bildungsniveau (Urteil des Bundes- gerichts 8C_687/20 18 vom 18. April 2019 E. 5.3), d.h. die fehlende Berufsbildung der Beschwerdeführerin fand bereits Berücksich tigung bei der Wahl des Anforderungs niveaus und berechtigt ebenfalls nicht zusätzlich zu einem Leidensabzug. e. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass keines der von der Beschwerdeführerin in der Beschwerde ausführlich diskutierten Argu mente einen zusätzlichen Tabel lenlohn- abzug zu begründen vermag. Die medizinischen Gutachter sind nach eingehender Konsens- besprechung zum Schluss gekommen, dass im Ver gleich zur Vorbegutachtung 2018 keine Änderung der Ar beitsfähigkeit eingetreten und der Be schwerdeführerin unver ändert eine insgesamt 30%-ige Einschränkung in einer adaptierten Arbeit zu attestieren sei. Die bei der Beschwerdeführerin zu berücksichtigenden Einschränkungen wurden bei der Festlegung der medizinischen Arbeitsfähigkeitseinschätzung und damit verbunden dem von den Gutachtern interdisziplinär formulierten Anforderungsprofil einer adaptierten Arbeit be rücksichtigt. Die Seite 18 verschiedenen, von der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Festlegung des Invalideneinkommens als relevant erachteten Beeinträchtigungen rechtfertigen entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin keinen zu sätzlichen Leidensabzug v on den von der Vorinstanz für die Bemessung des Invalideneinkommens herangezogenen Tabellenlöhnen im Anforderungsniveau 1, da diese im tiefsten Kompetenzniveau im Vergleich zu Mit - bewerbern nicht zu finanziellen Nachteilen führen und auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, auf welchen es hier ankommt, ein genügendes Spektrum an auch für die Beschwerdeführerin adaptierten Hilfsarbeitstätigkeiten zur Verfügung steht (vgl. in diesem Zusammenhang auch Urteil des Bundesgerichts 8C_623/2022 vom 12. Januar 2023 E. 5.2.2 m.w.H.). Alle bereits in der Beur teilung der medi zinischen Arbeitsfähigkeitseinschätzung berücksichtigten gesundheitlichen Einschränkungen können nicht zusätzlich in die Bemessung eines leidens- bedingten Abzugs ein fliessen und so zu einer do ppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen (anstelle vieler: Urteil des Bun desgerichts 8C_332/2022 vom 19. Oktober 2022 E. 5.2.1.1 m.w.H.). Im konkreten Fall der Beschwerdeführerin ist daher kein zusätzlicher Tabellenlohnabzug angezeigt. 2.5 Die von der Vorinstanz mittels Einkommensvergleich anhand von Validen- und Invalidenein- kommen (vgl. E. 2.4 vorstehend) ermittelten Invaliditätsgrade von 50% für die Zeit von November 2015 bis September 2018 bzw. von 30% ab Oktober 2018 sind da mit zu bestätigen, womit sich die von der Beschwerdeführerin angefochtene Rentenzusprache einer befristeten halben Invalidenrente für die Zeit von November 2015 bis September 2018 als richtig erweist und kein darüber hinausgehender Rentenanspruch besteht. Damit ist die Beschwerde abzuweisen. 2.6 Abschliessend bleibt darauf hinzuweisen, dass – wie die Vorinstanz richtig hervorhebt – selbst für den Fall, dass der Beschwerdeführerin im Sinn ihrer Anträge ein Leidensabzug von rund 10% zugestanden würde, sich nicht s daran ändern würde, dass selbst dann lediglich ein zeitlich beschränkter Rentenanspruch der Be schwerdeführerin im Umfang einer halben Invalidenrente von November bis September 2018 resultierte, wie ihn die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung bereits anerkannte. Der von der Beschwerde führerin beantragte höhere Leidensabzug von min destens 15%, welcher rein rechnerisch gesehen zwar ge ge- benenfalls (knapp) einen teilweisen Ren tenanspruch ab Oktober 2018 begründen könnte (aber notabene nichts an dem der Be schwerdeführerin bereits zugesprochenen teilweisen Rentenanspruch für eine halbe Invalidenrente in der Zeit von November 2015 bis Oktober 2018 ändern würde), kommt, wie vorstehend dargelegt, im konkreten Fall klar nicht in Frage, Seite 19 nachdem selbst die Voraussetzungen für einen geringeren Leidensabzug als nicht erfüllt anzusehen sind. 3. Kosten und Entschädigung 3.1 Nach Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. In IV -Verfah- ren vor Obergericht betragen diese üblicherweise Fr. 800. --, sofern keine be sonderen Um- stände vorliegen, die ein Abweichen nach oben oder unten erfordern. Diese Gebühr erscheint auch im vorliegenden Fall angemessen und kann mit dem von der unterliegenden und somit diese Kosten zu tragendenden Beschwerdeführerin in gleicher Höhe bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden. 3.2 Beim vorliegenden Verfahrensausgang sind keine Parteientschädigungen auszurichten (Art. 61 lit. g ATSG e contrario; UELI KIESER, Kommentar ATSG, 4. AUFL. 2020, N. 218 zu Art. 61 ATSG). Seite 20 Demgemäss erkennt das Obergericht: 1. Die Beschwerde von A. wird abgewiesen. 2. Die Gerichtskosten im Betrag von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt, unter Verrechnung mit dem einbezahlten Kostenvorschuss. 3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 4. Rechtsmittel: Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich einzurei- chen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be weis- mittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochten e Entscheid sowie die als Beweis - mittel angerufenen Urkunden sind – soweit vorhanden – beizulegen (Art. 42 BGG) . Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 5. Mitteilung mit Gerichtsurkunde an: - RA AA. - IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden - Ausgleichskasse B. - Bundesamt für Sozialversicherungen Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts Der Obergerichtsvizepräsident: Dr. iur. Manuel Hüsser Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. Annika Mauerhofer versandt am: 22. Juni 2023