<h2>SubmittedText<h2><p>Die Bevölkerung der Schweiz wird immer älter. Im Jahr 2025 wird voraussichtlich jede fünfte Person über 65 Jahre alt sein, im Jahr 2035 sogar jede vierte. In der aktiven Bautätigkeit und der Bau- und Raumplanungspolitik der letzten Jahrzehnte scheint diese Entwicklung aber vergessen zu gehen. Dabei möchte die Gesundheitspolitik aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen, dass Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen. In verschiedenen Studien wie dem Age Report IV stellten die Autor:innen jedoch einen Missverhältnis zwischen den Bedürfnissen der älteren Menschen und dem Wohnraumangebot fest. In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen.<br>1. Welche Schritte hat der Bundesrat geplant, um die Bedürfnisse der älteren Menschen in der Wohnbaupolitik aufzunehmen, insbesondere bei der Zurverfügungstellung von hindernisfreiem Wohnraum an zentralen Lagen?<br>2. Ältere Menschen verbleiben auch nach Auszug ihrer Kinder in vergleichsweise grossen Wohnungen oder Häusern. Ein Hauptgrund dafür ist der Mangel an vergleichbar teuren Wohnalternativen in der Nähe zum aktuellen Wohnort. Wie stellt der Bundesrat sicher, dass die Wohnflächeneffizienz erhöht und älteren Menschen eine bedürfnisorientierte Wohnalternative geboten wird? Welche Massnahmen nutzt der Bundesrat, um die Hürden beim altersgerechten Bauen zu identifizieren und zu überwinden?<br>3. Das BWO stellt das Wohnen im Alter als eine zentrale Herausforderung dar. Insbesondere seien die Bedürfnisse älterer Menschen beim Bau, der Vermarktung und der Liegenschaftsverwaltung dar. Wie plant der Bundesrat, diese zentrale Herausforderung in den Bereichen Bau, Vermarktung und Liegenschaftsverwaltung stärker anzugehen?<br>Die Fachstellen in den Kantonen und Gemeinden lösen diese Herausforderungen häufig für sich alleine. Ein Wissens- und Erfahrungsaustausch ist nur in einem geringen Mass vorhanden. Welche Schritte plant der Bundesrat, um den Wissensaustausch zwischen den Fachstellen zu verbessern?&nbsp;</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:17pt; widows:0; orphans:0"><span style="font-family:Arial; font-size:11pt">Der Bundesrat teilt die Einschätzung, dass die Bereitstellung von geeignetem und bezahlbarem Wohnraum für eine älter werdende Gesellschaft eine Herausforderung darstellt. Diese Herausforderung ist zunächst einmal von der Bau- und Immobilienwirtschaft zu lösen sowie von den Kantonen, Städten und Gemeinden, in deren hauptsächlicher Zuständigkeit sowohl das Bauwesen als auch die Alterspolitik liegen. Allerdings anerkennt der Bundesrat, dass der Bund u.a. mit seinen Kompetenzen in der Wohnraumförderung und im Bereich der Sozialversicherungen in diesem Bereich ebenfalls eine Rolle spielt. Die Fragen beantwortet der Bundesrat folgendermassen: </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:17pt; widows:0; orphans:0"><span style="font-family:Arial; font-size:11pt">1. Der WBF-Vorsteher hat am 12. Mai 2023 einen Runden Tisch zum Thema Wohnungsknappheit einberufen. Gestützt darauf erarbeitet derzeit eine Arbeitsgruppe – bestehend aus Vertretungen des Bundes, der Kantone, der Berggebiete, der Städte und der Gemeinden – Vorschläge für einen Aktionsplan. Dieser enthält mögliche Massnahmen von Bund, Kantonen, Gemeinden und Immobilienwirtschaft zur Linderung der sich abzeichnenden Wohnungsknappheit. Im Aktionsplan soll auch die Förderung von altersgerechtem und hindernisfreiem Wohnraum thematisiert werden. Im Übrigen werden Wohnbauprojekte des gemeinnützigen Wohnungsbaus, die dem LEA-Standard entsprechen, bereits heute durch den Bund besonders gefördert. LEA steht für «Living Every Age» und berücksichtigt hindernisfreie und altersgerechte Anforderungen in der Wohnraumgestaltung. Seit 2019 konnten rund 1</span><span style="font-family:Arial; font-size:11pt">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial; font-size:11pt">300 Wohnungen mit einem LEA-Label ausgezeichnet werden, weitere rund 2</span><span style="font-family:Arial; font-size:11pt">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial; font-size:11pt">000 wurden vorgeprüft.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:17pt; widows:0; orphans:0"><span style="font-family:Arial; font-size:11pt">2. Im Rahmen seiner Tätigkeiten unterstützt das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) verschiedene Bestrebungen, um dem demographischen Wandel und der Alterung der Gesellschaft Rechnung zu tragen. So bestehen in der Wohnraumförderung Anreize, die Flächeneffizienz mit Belegungsvorschriften zu erhöhen. Mit dem Projekt MétamorpHouse unterstützt der Bund einen innovativen Ansatz zur Transformation von Einfamilienhäusern. Die neue Webplattform mit Erklärvideos wurde am 7. November 2023 veröffentlicht. Mit anderen Bundesämtern unterstützt das BWO sechs Projekte im Themenschwerpunkt «Demografischer Wandel: Wohn- und Lebensraum für morgen gestalten» des Programms Modellvorhaben nachhaltige Raumentwicklung 2020-2024. Diese Vorhaben tragen dazu bei, Hürden beim altersgerechten Bauen zu identifizieren. Auch seitens der Immobilieneigentümerschaft können Anreize zur Verbesserung der Flächeneffizienz gesetzt werden, wie ein Modell zeigt, das die Credit Suisse in der Überbauung Accu in Zürich-Oerlikon anwenden will: Wer dort in eine kleinere, bedürfnisgerechtere Wohnung umzieht, soll dafür den gleichen Mietzins pro Quadratmeter Wohnfläche bezahlen.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:17pt; widows:0; orphans:0"><span style="font-family:Arial; font-size:11pt">3. Die Bau- und Immobilienwirtschaft ist in erster Linie für den Bau, die Vermarktung und die Liegenschaftsverwaltung zuständig. Im Rahmen der Forschung hat das BWO u.a. eine Publikationsreihe zum Thema «Demografie und Wohnungswirtschaft» unterstützt, die sich mit dem Zugang von älteren Personen zum Wohnungsmarkt auseinandersetzte. Das BWO engagiert sich auch künftig für den Wissenstransfer in diesem Bereich, beispielsweise in einer nächsten Ausgabe der Schweizer Wohntage.</span></p></div>