<h2>SubmittedText<h2><p>Mit dieser Motion fordern wir den Bundesrat auf, die Problematik der Beihilfe zum Suizid in den Studienplan der medizinischen Fakultäten aufzunehmen. Diese Thematik könnte in einer Lehrveranstaltung "Thanatologie" oder "Medizinische Psychologie" behandelt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Angesichts der breiten öffentlichen Diskussion über die Rahmenbedingungen der Betreuung und Begleitung von schwer kranken Menschen in der Endphase des Lebens greift die Motion eine wichtige gesellschaftliche Fragestellung auf.</p><p>Der von der Motionärin angeregten Integration der Sterbehilfediskussion in die Ausbildung der zukünftigen Ärztinnen und Ärzte wird im Entwurf des neuen Medizinalberufegesetzes (E-MedBG), das voraussichtlich im Jahre 2006 in Kraft treten wird, Rechnung getragen.</p><p>Das neue Medizinalberufegesetz legt allerdings den Ausbildungsrahmen in Form von Zielen (E-MedBG; Art. 4, 6-10) fest, anstatt alle Ausbildungsinhalte und -veranstaltungen aufzunehmen. Gemäss dem Gesetzentwurf soll die Ausbildung nicht nur die wissenschaftlichen Grundlagen für vorbeugende, diagnostische, therapeutische, palliative und rehabilitative Massnahmen vermitteln. Die Ausbildung soll die zukünftigen Ärztinnen und Ärzte darüber hinaus befähigen, Patienten und ihre Angehörigen ganzheitlich zu betreuen und psychische, soziale, rechtliche, kulturelle und ethische Faktoren mit einzubeziehen.</p><p>Zusammen mit den Prinzipien der Ethik sollen Medizinalpersonen somit medizinische Fertigkeiten und menschliche Verhaltensweisen aus dem Grundstudium mitbringen, die für die Behandlung und Begleitung von Patientinnen und Patienten in der Endphase ihres Lebens relevant sind und welche die Würde und Autonomie des Menschen respektieren (E-MedBG; Art. 8 Bst. h).</p><p>Dass die Sterbehilfe als Unterrichtsfach im neuen Bundesgesetz nicht explizit genannt wird, hat verschiedene Gründe. Die Erfahrungen mit dem bisherigen Bundesgesetz vom 19. Dezember 1877 haben gezeigt, dass die gesetzliche Verankerung zahlreicher einzelner Inhalte und Methoden kein sinnvolles Vorgehen darstellt und deshalb zugunsten von Studienzielen aufgegeben wurde.</p><p>Dem Anliegen der Motionärin ist im Rahmen des neuen Medizinalberufegesetzes damit im Grundsatz Rechnung getragen.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.