<h2>SubmittedText<h2><p>Durch die Teilrevision des Alkoholgesetzes (einheitliche Steuer für gebrannte Wasser) sind die Hochstamm- und Feldobstbäume gefährdet, weil ihre Früchte nicht mehr kostendeckend abgesetzt werden können. Die Folgen sind eine fortschreitende Ausräumung der Landschaft, der Verlust der Artenvielfalt und der Nützlinge (Vögel) und das Gegenteil der Ökologisierung der Landwirtschaft.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, dieser fatalen Entwicklung mit gezielten Direktbeiträgen gemäss Landwirtschaftsgesetz entgegenzuwirken?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit der bisherigen jahrzehntelangen Preisstützung beim Mostobst wurde ein angemessener Ertrag aus dem Hochstammobstbau ermöglicht. Das hat zur Erhaltung diese ökologisch wertvollen Bäume beigetragen.</p><p>Mit dem Gatt-Vertrag hat sich die Schweiz verpflichtet, die Märkte zu öffnen, d. h. einen Einheitssteueransatz für gebrannte Wasser einzuführen und die Subventionen abzubauen: Zwischen 1995 und 2000 müssen die hohen Exportsubventionen für überschüssiges Obstsaftkonzentrat betragsmässig um 36 Prozent und mengenmässig um 21 Prozent gesenkt werden. Die Obstverwertung wird damit neu ausgerichtet.</p><p>Die neue Agrarpolitik ("AP 2002") mit mehr Direktzahlungen, weniger Preis- und Absatzstützung könnte zur Folge haben, dass künftig die Produzentenpreise auch beim Mostobst gesenkt und die Produzenten geringere Einkünfte erzielen werden. Damit entsteht Druck auf die Hochstämme. Aus landschafts- und umweltschützerischen Gründen sollte eine weitere Reduktion des Hochstammbestandes aber vermieden werden.</p><p>Der Bund hat deshalb bereits 1993 mit der Unterstützung der Feldobst-Hochstammbäume begonnen. In den ersten beiden Jahren (1993 und 1994) wurden jeweils 20 Millionen Franken aufgewendet. Für das Jahr 1995 wurden die Beiträge je Baum von 10 auf 15 Franken erhöht, so dass 1995 über 30 Millionen Franken für diese direkte Form der Stützung aufgewendet wurden. Sollten die Mostobstpreise künftig sinken, so wird der Bund eine Erhöhung der Beiträge an Hochstammobstbäume prüfen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass verschiedene Kantone die Hochstammbäume aus Landschafts- und Naturschutzgründen zusätzlich direkt unterstützen. Weiter wurde im Interesse der Erhaltung der Hochstammbäume eine partielle Anrechnung an den ökologischen Ausgleich im Grünland ermöglicht.</p><p>Das Steinobst dürfte die Einführung der Einheitssteuer stärker spüren, und weil die Direktzahlungen weniger wirksam sind als beim Mostobst, werden einzelne Marktentlastungsmassnahmen vorerst beibehalten.</p><p>Agrarpolitische Massnahmen ohne nennenswerte Auswirkungen auf Produktionsvolumen und Marktpreise, die in der WTO unter die sogenannte "green box" fallen und auch bei den übrigen Agrarprodukten durchgeführt werden - wie z. B. die Unterstützung von Werbung und Qualitätskontrolle -, werden beim Obst auch künftig weitergeführt.</p><p>All diese Massnahmen werden aber letztlich den weiteren Rückgang der hochstämmigen Feldobstbäume nicht aufhalten können, wenn der Konsum von Obstgetränken (Apfel- und Birnensaft) weiter abnimmt.</p>  Antwort des Bundesrates.