Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. Januar 2012 (720 11 185 / 04) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente Besetzung Präsidentin Eva Meuli Ziegler, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan- tonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dieter Gysin, Advokat, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1963 geborene A.____ arbeitete seit April 200 0 mit einem Pensum von 30 Stunden pro Woche in unterschiedlichen Funktionen bei B.____. Am 28. Januar 2009 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Fibromyalgie, psychische Probleme und chronische Entzündungen der Ellbogengelenke bei der Eidgenössischen Invalidenversicher ung (IV) zum Bezug von Leistun- gen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen, der erwe rblichen und der hauswirtschaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft bei der Versicherten in Anwendung der gemischten Bemessungsmethode einen Invaliditätsgrad von 30 %. Gestützt auf dieses Ergeb- nis lehnte sie - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 25. März 2011 einen Anspruch von A.____ auf eine IV-Rente ab. Seite 2 B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Dieter Gysin, am 16. Mai 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht). Darin beantragte sie, es sei der Einspracheent scheid (recte: die Verfügung) vom 25. März 2011 aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventua- liter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihr die unentgeltliche Prozessführung und die u nentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter zu bewilligen seien. Mit Eingabe vom 25. Juli 2011 zog die Beschwerdeführer in ihr Gesuch um Bewilligung der un- entgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Verbeiständung zurück. C. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Oktober 2011 beantra gte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Zur Vervollständigung der Unterlagen zog das Gericht bei der C.____ Krankenversiche- rung AG die Akten der Krankentaggeldversicherung der Beschwerdeführerin bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 16. Mai 2011 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- Seite 3 richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vor- aussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst Seite 4 genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufga benbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig si nd oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung führt -, ergibt sich nach konstanter bundesgerich tlicher Rechtsprechung aus der Prü- fung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umst änden täte, wenn keine gesundheitli- che Beeinträchtigung bestünde. Bei im Haushalt tätige n versicherten Personen im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerbl ichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkei- ten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 25. März 2011) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbst ätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkei t erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.2 Während die IV-Stelle davon ausgeht, dass die Versi cherte als Gesunde zu 73 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde und z u 27 % im Haushalt beschäftigt wä- re, was zur Anwendung der gemischten Methode führe, ma cht die Versicherte in ihrer Be- schwerde geltend, sie wäre ohne gesundheitliche Beeintr ächtigungen zu 100 % erwerbstätig, weshalb die Bemessung der Invalidität nach der Methode des Einkommensvergleichs zu erfol- gen habe. 4.3 Vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigu ngen war die Beschwerdeführerin im Rahmen eines Pensums von 30 Stunden pro Woche einer ausse rhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgegangen. Dies entspricht im Vergleich zu einer Vo llzeittätigkeit einem Pensum von 73 %. Seite 5 Anlässlich der Haushaltabklärung hatte die Versicherte am 6. November 2009 erklärt, dass sie ohne gesundheitliche Einschränkungen im gleichen Umfang wie bisher ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Die Abklärungsperson protokollierte d ie entsprechende Aussage der Versi- cherten im "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätig keit" und stellte diesen anschliessend der Versicherten mit dem ausdrücklichen Hinweis zu, das Pr otokoll auf seine Richtigkeit hin zu überprüfen und dieses zu unterschreiben. In der Folge k orrigierte die Versicherte ihre Aussage auf dem Fragebogen mit dem Vermerk, dass sie im Gesund heitsfall „bis 100 %“ erwerbstätig wäre. In der vorliegenden Beschwerde macht die Versich erte diesbezüglich geltend, sie habe diese Aussage bereits anlässlich der Abklärung gemacht, of fenbar sei dies auf Grund von Ver- ständigungsschwierigkeiten aber nicht entsprechend protoko lliert worden. Dieser Einwand ver- mag jedoch nicht zu überzeugen. Es liegen keine Hinwei se vor, dass es anlässlich der Haus- haltabklärung Anzeichen von Verständigungsschwierigkeiten gab und es ist nicht ersichtlich, weshalb die protokollierte Aussage der Versicherten, sie würde als Gesunde im gleichen Um- fang wie bisher ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen, auf e inem Missverständnis beruhen sollte. Dazu kommt - und dies ist letztlich auch ausschlaggebend -, dass die Beschwerdeführerin vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen wäh rend mehrerer Jahre eine Teilzeittätigkeit im Umfang von 30 Wochenstunden ausgeübt hatte. Eine Erhöhung des Pensums stand - soweit ersichtlich - nie zur Diskussion. Seither haben sich weder di e persönlichen, die familiären und die finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin no ch deren Betreuungsaufgaben gegen- über ihren Kindern massgeblich verändert. Es trifft zwa r zu, dass der Betreuungsaufwand ge- genüber dem jüngeren, 1995 geborenen Sohn der Versicherten auf Grund seines Alters laufend abnehmen dürfte, aus den Akten ist anderseits aber auc h ersichtlich, dass die Versicherte mit der Pflege ihres 2006 verunfallten älteren Sohnes zusät zliche Betreuungsaufgaben übernom- men hat, was einer Erhöhung des bisherigen Arbeitspens ums eher entgegen stehen dürfte. Zu beachten ist schliesslich auch, dass die Versicherte keine st ichhaltigen Gründe für eine Erhö- hung ihres Pensums anführt. Insgesamt wirkt deshalb die p rotokollierte Aussage der Be- schwerdeführerin, sie würde „weiterhin im gleichen Umfa ng wie bisher ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen“, überzeugender als ihre nunmehrige Erkläru ng, wonach sie im Gesundheitsfall „bis 100 %“ erwerbstätig wäre. Somit ist die IV-Stelle abe r zu Recht davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall wie bis anhin i m Rahmen einer Teilzeittätigkeit im Um- fang von 30 Wochenstunden, was einem Pensum von 73 % e ntspricht, einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. 4.4 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach festzu halten, dass die angefochtene Verfügung der IV-Stelle sowohl bezüglich der Beurtei lung der Statusfrage und der damit zu- sammenhängenden Methodenwahl als auch bezüglich der Fest legung der Anteile der Erwerbs- tätigkeit (73 %) und der Haushalttätigkeit (27 %) nicht zu beanstanden ist. 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu Seite 6 beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 Im Rahmen ihrer Sachverhaltsabklärungen zog die IV -Stelle bei der C.____ Kranken- versicherung AG die Akten der Krankentaggeldversicherung der Beschwerdeführerin bei. Die- sen konnte die IV-Stelle unter anderem entnehmen, dass die C.____ Krankenversicherung AG beabsichtigte, bei Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psyc hotherapie FMH, ein psychiatrisches Gutachten über die Versicherte einzuholen. Die IV-Stell e entschloss sich deshalb, vorderhand von einer eigenständigen, vertieften Abklärung des medi zinischen Sachverhaltes abzusehen und stattdessen die Ergebnisse dieser Begutachtung abzuwarten. Am 21. August 2009 erstatte- te Dr. D.____ der C.____ Krankenversicherung AG das in Auftrag gegebene fachärztliche Gut- achten. Darin hielt der Experte als Diagnose mit Auswi rkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mit- Seite 7 telgradige depressive Episode im Rahmen einer depressiven Entwicklung (ICD-10 F32.11) fest. Als Leiden ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nann te er eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, auf Grund der somatoformen und zum Untersuchungszeitpunkt mi ttelgradig ausgeprägten depres- siven Störung sei von einer 50 %-igen Arbeitsfähigkeit in einer den körperlichen Möglichkeiten entsprechenden Tätigkeit auszugehen. Im Hinblick auf di e Schmerzverarbeitungsstörung sei der Versicherten aus psychiatrischer Sicht eine entsprechen de Willensanstrengung zur Schmerzüberwindung zwar erschwert, aber nicht verunmögli cht. Zudem würden sich auch nichtmedizinische Aspekte wie die gesundheitlichen Problem e des verunfallten Sohnes auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. 6.2 Da die Versicherte während des Vorbescheidverfahren s vorübergehend in der Klinik E.____ stationär behandelt werden musste, veranlasste die IV-Stelle zur Abklärung des aktuel- len Gesundheitszustandes eine fachärztliche Untersuchung der Versicherten durch Dr. med. F.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH. Dieser konnte gemäss seinem Bericht vom 21. September 2010 keine Diagnose mit Auswirkung auf d ie Arbeitsfähigkeit erheben, der Ver- sicherten könne somit eine volle Arbeitsfähigkeit attest iert werden. Gleichzeitig führte er auch aus, dass im Vergleich zur Untersuchung durch Dr. D.____ weder eine erhebliche Verbesse- rung noch eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheit szustandes der Versicherten fest- gestellt werden könne. 6.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verf ügung vom 25. März 2011 bei der Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten voll- umfänglich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. D.____ in seinem fachärztlichen Gutachten vom 21. August 2009 gelangt ist. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einer den körperlichen Möglichkeiten entsprechenden Tä tigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei. Diese Beurteilung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztin- nen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtunge n und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Der Gutachter hat die Versicherte eingehend untersucht, er geht in seinem ausführli- chen Bericht einlässlich auf deren Beschwerden ein, er setz t sich mit den bei den Akten liegen- den medizinischen Unterlagen auseinander und er vermit telt so ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin. Schliesslich ist auch seine Einschätzung der Ar- beitsfähigkeit der Versicherten nicht zu beanstanden. Aus dem umfangreichen Bericht von Dr. F.____ vom 21. September 2010 ergibt sich sodann, dass es im Vergleich zum Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. D.____ - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - jeden- falls nicht zu einer Verschlechterung des Gesundheitszusta ndes der Versicherten gekommen ist. 6.4 Zu keiner anderen Beurteilung führen die von der Beschwerdeführerin eingereichten fachärztlichen Berichte der Dres. med. G.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 9. April 2011 und H.____, Psychiatrie und Psychotherapi e FMH, vom 15. April 2011. Beide ge- hen von einer mittelgradigen depressiven Episode und - so Dr. G.____ - von einer anhaltenden Seite 8 somatoformen Schmerzstörung aus, womit sie in der Diagno sestellung mit der Beurteilung des Gutachters Dr. D.____ übereinstimmen. Während sich Dr. H .____ nicht zur Frage der Arbeits- fähigkeit äussert, ist Dr. G.____ der Auffassung, dass di e Versicherte „gegenwärtig nur zu ma- ximal 50% arbeitsfähig“ sei. Somit besteht aber auch i n diesem Punkt weitgehend eine Über- einstimmung mit der Einschätzung des Gutachters Dr. D.___ _. Die Berichte der Dres. G.____ und H.____ sind deshalb nicht geeignet, die schlüssige u nd überzeugende Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit, wie sie der Gutachter Dr. D.____ vorgenommen hat, in Frage zu stellen. 7. Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hie rvor), ist der Invaliditätsgrad im Er- werbsbereich aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en (Art. 16 ATSG). Die IV- Stelle hat in der angefochtenen Verfügung vom 25. März 2011 den erforderlichen Einkommens- vergleich vorgenommen. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 35'230.-- und des zumutbarem Invalideneinkommen s von Fr. 24'074.-- einen Invalidi- tätsgrad im Erwerbsbereich von 31,67 % ermittelt. Die konkrete Berechnung, die von der Versi- cherten in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet worden ist, erweist sich als rech- tens. Es kann diesbezüglich vollumfänglich auf die entspr echenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 25. März 2011 verwiesen werden. 8.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch hat die IV-Stelle eine Haushalt- abklärung in Auftrag gegeben. Gemäss der bundesgerichtl ichen Rechtsprechung stellt die in Art. 69 Abs. 2 IVV vorgesehene Abklärung an Ort und St elle eine grundsätzlich geeignete und im Regelfall genügende Basis dafür dar, unter Berücksicht igung der konkreten Verhältnisse die Unmöglichkeit der versicherten Person festzustellen, sich i m bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Im Rahmen der Haushaltabklärung werden di e im Haushalt anfallenden Arbeitspro- zesse von einer qualifizierten Abklärungsperson, deren fach liche Kompetenz vorausgesetzt wird (vgl. dazu BGE 128 V 93 f. E. 4 und 130 V 62 f. E. 6.1 und 6.2), an Ort und Stelle einzeln besprochen und allfällige Einschränkungen werden im jeweiligen Bereich festgehalten. Von den Ergebnissen einer solchen Abklärung ist nur ausnahmsweise abzuweichen, handelt es sich doch bei der Einschätzung der Behinderungen im Rahmen eines Betätigungsvergleichs um einen Ermessensentscheid (vgl. BGE 114 V 316, 98 V 131). 8.2 Vorliegend ergab die Haushaltabklärung vor Ort g emäss Bericht vom 1. Dezember 2009 eine Einschränkung von 26,10 %. Dieses Ergebnis wird von der Versicherten in ihrer Be- schwerde nicht in Frage gestellt. Da sich aus den Akten eb enfalls keine Anhaltspunkte für eine Unrichtigkeit der durch den Abklärungsdienst ermittelte n Einschränkung im Haushaltbereich ergeben, kann an dieser Stelle ohne weitere Ausführun gen vollumfänglich auf dessen Bericht verwiesen werden. 9. In Anwendung der gemischten Methode der Invalidität sbemessung ergibt sich auf Grund des Gesagten in Berücksichtigung der zeitlichen Beanspr uchung von 73 % im Erwerbs- und von 27 % im Haushaltsbereich bei einer Einschränkung im Haushaltsbereich von 7,05 % (0,27 x 26,10 %) und einer solchen im Erwerbsbereich von 23,12 % (0,73 x 31,67 %) insgesamt ein Invaliditätsgrad in der Höhe von 30,17 % bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 30 %. Da dieser unter dem für ei nen Rentenanspruch mindestens erforderli- chen IV-Grad von 40 % liegt, hat die IV-Stelle einen Rentenanspruch der Versicherten zu Recht Seite 9 abgelehnt. Die gegen die betreffende Verfügung vom 2 5. März 2011 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschw erdeführerin unterliegende Par- tei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 10.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht