B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Entscheid angefochten beim BGer Abteilung I A-3993/2022 U r t e i l v o m 7. A p r i l 2 0 2 5 Besetzung Richter Stephan Metzger (Vorsitz), Richter Jérôme Candrian, Richterin Christine Ackermann, Gerichtsschreiber Tobias Grasdorf. Parteien A._______, vertreten durch lic. iur. Philippe Renz, Rechtsanwalt, Renz & Partners, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL, Postfach, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Entzug der Fluglizenz. A-3993/2022 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 26. Dezember 2021 informierte A._______ das Bundesamt für Zivilluft- fahrt BAZL darüber, dass er am 24. Dezember 2021 mit einem Helikopter zwei Mal unter einer Brücke über den Rhein hindurchgeflogen sei. Die zweite Unterquerung der Brücke war von einer Privatperson gefilmt worden und die Aufnahmen wurden am 26. Dezember 2021 auf einem Schweizer Medienportal publiziert. Das BAZL eröffnete in der Folge ein Verwaltungs- und ein Verwaltungsstrafverfahren gegen A._______. B. In einem Inspektionsbericht vom 22. Januar 2022 führten zwei Inspektoren des BAZL aus, A._______ habe am 24. Dezember 2021 zweimal die Rheinbrücke zwischen Sennwald und Ruggell unterflogen. Das Manöver sei als unüblich einzustufen und der Sicherheitsabstand zum Wasser und zur Brücke als klar ungenügend zu bewerten. C. Am 28. Januar 2022 informierte das BAZL A._______ per E-Mail über die Eröffnung des Verwaltungs- und des Verwaltungsstrafverfahrens. Gleich- zeitig stellte ihm das BAZL die dazu vorliegenden Unterlagen zu. D. Am 4. Februar 2022 gewährte das BAZL A._______ schriftlich das rechtli- che Gehör zu seinem Flug unter der Rheinbrücke hindurch sowie zu zwei weiteren Vorfällen, in die er als Helikopterpilot verwickelt war. Es führte aus, es prüfe den warnungsweisen Entzug aller Berechtigungen seiner Lizenz für eine Dauer von drei Monaten. E. Am 8. Februar 2022 ersuchte A._______ um Akteneinsicht. Am 8. März 2022 liess das BAZL A._______ die Akten elektronisch zukommen. F. Am 8. Februar 2022 und am 18. März 2022 äusserte sich A._______ ge- genüber dem BAZL zum Vorfall vom 24. Dezember 2021 und zum Inspek- tionsbericht vom 22. Januar 2022. Er führte insbesondere aus, der Bericht betreffe nicht die Brücke Sennwald -Ruggell, sondern die ca. 4 km davon entfernte Brücke Haag-Bendern. Der Bericht sei deshalb unbrauchbar. A-3993/2022 Seite 3 G. Das BAZL liess daraufhin in französischer Sprache eine Ergänzung zum Inspektionsbericht vom 22. Januar 2022 erstellen , datiert vom 4. April 2022, welche die Brücken Sennwald -Ruggell und Haag -Bendern ver- gleicht. H. Das BAZL stellte A._______ die Ergänzung vom 4. April 2022 am 5. April 2022 zu. Auf Aufforderung von A._______ überwies ihm das BAZL am 20. April 2022 zudem eine deutsche Übersetzung. Am 24. April 2022 nahm A._______ dazu Stellung. I. Am 24. April 2022 stellte A._______ Ausstandsbegehren gegen die zwei mit dem Verfahren betrauten Mitarbeitenden des BAZL. Mit Entscheid vom 12. Juli 2022 wies das Generalsekretariat des Eidgenössischen Departe- ments für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) die Aus- standsbegehren ab. J. Mit Verfügung vom 26. Juli 2022 entzog das BAZL A._______ die Flugli- zenz inklusive aller Komponenten für die Dauer von zwei Monaten. K. Am 13. August 2022 reichte A._______ beim BAZL ein Gesuch um Wie- dererwägung der Verfügung vom 26. Juli 2022 ein und beantragte deren Aufhebung. L. Am 10. September 2022 erhob A._______ (Beschwerdeführer) beim Bun- desverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung des BAZL (Vorinstanz) vom 26. Juli 2022 sei aufzuheben und die Sache zur erneuten Untersuchung und Beurteilung bei neutralen Personen an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragt er die Vereinigung mit der gleichentags eingereichten Beschwerde gegen die Verfügung des UVEK vom 12. Juli 2022 bezüglich der Ausstandsbegehren (Verfahren A-3962/2022). M. Mit Verfügung vom 4. Oktober 2022 trat die Vorinstanz nicht auf das Wie- dererwägungsgesuch des Beschwerdeführers vom 13. August 2022 ein. A-3993/2022 Seite 4 N. Am 31. Oktober 2022 reichte die Vorinstanz eine Vernehmlassung ein und am 3. Dezember 2022 der Beschwerdeführer seine Schlussbemerkungen. Gleichzeitig stellte der Beschwerdeführer mehrere Beweisanträge: So ver- langte er die Vorlage der gesamten Akten der Verfahren bezüglich der zwei weiteren Vorfälle, in die er als Heliko pterpilot verwickelt war, die Vorlage der Akten betreffend der von ihm bezüglich Mitarbeitende der Vorinstanz verlangten Disziplinarverfahren sowie sämtlicher Akten betreffend den vor- liegenden Fall. O. Am 9. Januar 2023 führte die Vorinstanz zu den Beweisant rägen des Be- schwerdeführers aus, sie habe alle für dieses Verfahren rechtsrelevanten Dokumente eingereicht. Die Beweisanträge des Beschwerdeführers seien deshalb abzuweisen. P. In seiner Eingabe vom 25. Januar 2023 stellte sich der Beschwerdeführer weiterhin auf den Standpunkt, die Vorinstanz habe nicht alle relevanten Dokumente eingereicht. Er informierte das Gericht zudem darüber, dass er einen Strafantrag gegen Mitarbeitende der Vorinstanz einreichen werde, und beantragte, das Verfahren sei bis zum Abschluss des Strafverfahrens zu sistieren. Q. Mit Zwischenverfügung vom 28. März 2023 wies das Bundesverwaltungs- gericht das Begehren des Beschwerdeführers um Sistierung vom 25. Ja- nuar 2023 ab. Gleichzeitig stellte es eine Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils im Beschwerdeverfahren A-3962/2022 (betreffend den Ausstand der mit der Verfahrensführung be- trauten Mitarbeitenden der Vorinstanz) in Aussicht und gab den Verfah- rensbeteiligten Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. R. Am 3. April 2023 stimmte der Beschwerdeführer der Sistierung zu und am 27. April 2023 verzichtete die Vorinstanz auf eine Stellungnahme. S. Mit Zwischenverfügung vom 1. Mai 2023 sistierte das Bundesverwaltungs- gericht das Verfahren bis zum Vorliegen eines r echtskräftigen Urteils im Beschwerdeverfahren A-3962/2022. A-3993/2022 Seite 5 T. Mit Zwischenverfügung vom 13. August 2024 informierte das Bundesver- waltungsgericht die Verfahrensbeteiligten darüber, dass das Urteil in Sa- chen A-3962/2022 vom 1. März 2024 in Rechtskraft erwachsen sei und die Sistierung deshalb aufgehoben werde. Das Gericht forderte die Vorinstanz auf, sämtliche noch verbleibenden Akten einzureichen, sofern sie den Sachverhalt "Brücke Sennwald-Ruggell" beträfen. U. Am 27. August 2024 teilte die Vorinstanz mit, sie habe zusammen mit der Vernehmlassung vom 31. Oktober 2022 alle der angefochtenen Verfügung zugrundeliegenden Akten als amtliche Akten eingereicht. Entsprechend könne sie dem Gericht keine weiteren sachdienlichen Dokumente zustel- len. V. Am 30. September 2024 reichte der Beschwerdeführer seine Schlussbe- merkungen ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG, die von einer Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG erlassen wurde. Da keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vor- liegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (Art. 31 VGG). Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts ande- res bestimmt (Art. 37 VGG). 1.2 Der Beschwerdeführer hat sich am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt und ist als Adressat der angefochtenen Verfügung sowohl formell als auch materiell beschwert, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 1.3 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist somit einzutreten. A-3993/2022 Seite 6 2. Aus prozessökonomischen Gründen können einzelne, rechtlich oder sach- lich zusammenhängende Verfahren – in sinngemässer Anwendung von Art. 24 BZP (SR 273) i.V.m. Art. 4 VwVG – vereinigt werden (vgl. bspw. Urteil des BVGer A -615/2023, A -660/2023 vom 10. Juli 2024 E. 1.1; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER/MARTIN KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 3.17). Da im Verfahren A-3962/2022 am 1. März 2024 ein Urteil ergangen ist, ist der Antrag des Beschwerdeführers auf Vereinigung der beiden Verfahren hinfällig geworden. 3. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet im vorliegenden Verfahren mit voller Kognition: Es überprüft die angefochtene Verfügung auf Verletzun- gen des Bundesrechts – einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens –, auf unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und auf Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). Dabei muss sich das Gericht nicht mit jeder tatbestandlichen Be- hauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen, sondern kann sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte be- schränken (vgl. statt vieler BGE 133 I 270 E. 3.1). 4. 4.1 Streitig und zu prüfen ist der von der Vorinstanz verfügte Entzug der Fluglizenz des Beschwerdeführers für zwei Monate. 4.2 Die Vorinstanz begründet den Entzug damit, dass der Beschwerdefüh- rer am 24. Dezember 2021 zweimal mit einem Helikopter des Typs R22 nach autorotationsähnlichen Manövern mit erheblicher Geschwindigkeit unter der Rheinbrücke Sennwald-Ruggell hindurchgeflogen und anschlies- send eine Umkehr-Aufziehkurve in geringer Höhe über die Brücke durch- geführt habe. Die Distanz zwischen der Unterkante der Brückenplatte und der Wasseroberfläche habe ca. 10-12 Meter betragen. Bei einer Profilhöhe des Helikopters von rund 3 Metern sei damit ober- und unterhalb des Heli- kopters ein Abstand von je rund 3.5-4.5 Meter verblieben. Die Vorinstanz führt aus, das Unterfliegen einer Brücke sei per se riskant. Dies umso mehr, wenn über - und unterhalb des Luftfahrzeugs nur wenig Raum zur Verfügung steh e. Ob es wie von ihr berechnet 3.5 Meter oder wie vom Beschwerdeführer behauptet 4.5 Meter gewesen seien, sei A-3993/2022 Seite 7 unerheblich. In beiden Fällen sei das Risiko sehr hoch, dass es zu einer Berührung mit der Brücke oder dem Boden komme. Bei der erheblichen Fluggeschwindigkeit hätte bereits ein minimaler Steuerimpuls, eine Wind- böe oder eine geringfügige Veränderung der Luftströmungsverhältnisse zu einer Kollision führen können. Das Risiko sei umso grösser gewesen, als der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben spontan beschlossen habe, das Manöver durchzuführen und An- und Abflugweg sowie die Brücke nicht rekognosziert habe. Auch die Durchführung von autorotationsähnlichen Manövern in Richtung eines Flussbetts und unmittelbar vor einem Hinder- nis sei riskant: Bei eine r technischen Störung wäre nur das Flussbett als Notlandeplatz in Frage gekommen. Indem er den Flugweg so gewählt habe, dass sich der Helikopter vor der Brücke nur wenige Meter über dem Flussbett befunden habe, habe er sich die Möglichkeit vergeben, im Notfall sicher wegsteigen oder an einem geeigneten Platz landen zu können. Mit der Unterquerung habe er ein grosses Gefährdungspotenzial geschaffen. Bei einer Berührung des Bodens oder der Brücke wären Menschen auf der Brücke und Passanten im Flussbett oder auf den Uferwegen aufgrund der durch die Luft fliegenden Teile gefährdet gewesen. Hinzu komme eine er- hebliche Gefährdung des Strassenverkehrs, da Verkehrsteilnehmer auf der Brücke nicht damit rechnen würden, dass ein Luftfahrzeug von unten auf- tauche. Mit d em Unterfliegen der Brücke habe der Beschwerdeführer nicht nur Menschenleben (sein eigenes und dasjenige von Passanten und Verkehrs- teilnehmern) gefährdet, sondern auch die Brücke, den Helikopter und das die Brücke überquerende Fahrzeug. Er habe damit ein L uftfahrzeug vor- sätzlich riskant betrieben und Menschenleben und Sachen Dritter gefähr- det. Zudem habe er mit den beiden Flugmanövern die Mindestflughöhen missachtet. Mit der Gefährdung des gemieteten Luftfahrzeugs habe er schliesslich die Interessen des Luftfahrzeughalters nicht gewahrt und damit seine Pflichten als Kommandant verletzt. 4.3 Der Beschwerdeführer entgegnet in der Sache, er sei am 24. Dezem- ber 2021 zweimal mit geringer Geschwindigkeit unter der Brücke hindurch- geflogen, habe jedoch nur vor der ersten Unterquerung ein Autorotations- manöver durchgeführt. Das Unterqueren einer Brücke mit einem Helikopter sei nicht verboten. Die Route über den Rhein kenne er auswendig, da er dort viel fliege. Daher kenne er die Hindernisse. Zudem habe er bei der Einleitung des ersten Durchflugs geprüft, dass es keine Hindernisse gebe. Das Flussbett sei an dieser Stelle eine Fläche, die für eine Notlandung ge- eignet sei. Ein Autorotationsmanöver sei nichts anderes als ein A-3993/2022 Seite 8 Landemanöver, das kurz über dem Boden gestoppt werde. Deshalb zähl- ten solche Manöver als Landung. Auf die weiteren Vorbringen des Be- schwerdeführers wird soweit relevant in den folgenden Erwägungen einge- gangen. 5. 5.1 Die Benützung des Luftraumes über der Schweiz durch Luftfahrzeuge und Flugkörper ist im Rahmen des Luftfahrtgesetzes, der übrigen Bundes- gesetzgebung und der für die Schweiz verbindlichen zwischenstaatlichen Vereinbarungen gestattet (Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Luft- fahrt vom 21. Dezember 1948 [Luftfahrtgesetz, LFG, SR 748.0]). Das schweizerische Luftrecht ist über das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über den Luftverkehr (Luftverkehrsabkommen, LVA, SR 0.748.127.192.68) in das europäische Regelungssystem eingebunden. Im Rahmen des Gegenstandes dieses Abkommens und der in dessen An- hang genannten Verordnungen und Richtlinien gelten die europäischen Regeln auch in der Schweiz (Art. 1 Abs. 2 und Art. 32 LVA). Die Bestim- mungen der in Ziff. 3 respektive Ziff. 5 des Anhanges zum Luftverkehrsab- kommen aufgeführten "Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 der Kommission vom 3. November 2011 zur Festlegung technischer Vorschriften und von Verwaltungsverfahren in Bezug auf das fliegende Personal in der Zivilluft- fahrt, ABl. L 311/1 vom 25.11.2011" und der "Durchführungsverordnung (EU) Nr. 923/2012 vom 26. September 2012 zur Festlegung gemeinsamer Luftverkehrsregeln und Betriebsvorschriften für Dienste und Verfahren der Flugsicherung, ABl. L 281/1 vom 13.10.2012" sind demnach in der Schweiz anwendbar (vgl. BGE 138 II 42 E. 2.1 und E. 3.1). 5.2 Die Vorinstanz kann bei der Verletzung der Bestimmungen des Luft- fahrtgesetzes oder der von den zuständigen Behörden gestützt darauf er- lassenen Verordnungen und weiteren Vorschriften oder der Bestimmungen einer zwischenstaatlichen Vereinbarung über die Luftfahrt, unabhängig von der Einleitung und vom Ausgang eines allfälligen Strafverfahrens, Mass- nahmen verfügen, darunter den zeitweiligen Entzug von erteilten Bewilli- gungen, Erlaubnissen und Auswe isen (Art. 92 LFG sowie ARA.GEN.355 Bst. a und b i.V.m. ARA.FCL.250 Bst. a Ziff. 5 der EU -Verordnung 1178/2011). A-3993/2022 Seite 9 5.3 Luftfahrzeuge dürfen nicht in fahrlässig oder vorsätzlich riskanter Weise betrieben werden, so dass Menschenleben oder Sachen Dritter ge- fährdet werden (SERA.3101 der EU-Durchführungsverordnung 923/2012). Bei Sichtflügen gelten sowohl am Tag als auch in der Nacht die Mindest- flughöhen gemäss SERA.5005 Bst. f der EU -Durchführungsverordnung 923/2012 (Art. 28 der Verordnung des UVEK über die Verkehrs regeln für Luftfahrzeuge vom 20. Mai 2015 [VRV-L, SR 748.121.11]). Die Mindest- flughöhe für Sichtflüge beträgt 300 Meter beziehungsweise 150 Meter über dem höchsten Hindernis im Umkreis von 600 Meter beziehungsweise 150 Meter zum Luftfahrzeug (SERA.3105 i.V.m. SERA.5005 Bst. f der EU- Durchführungsverordnung 923/2012). Ausnahmen sind soweit erforderlich insbesondere für Abflug und Landung möglich, zu Ausbildungszwecken ausserhalb von dicht besiedeltem Wohngebiet oder wenn sie von der zu- ständigen Behörde geneh migt wurden (SERA.5005 Bst. f der EU -Durch- führungsverordnung 923/2012 und Art. 28 Abs. 2 Bst. b, d und f VRV-L). 5.4 Der Kommandant eines Luftfahrzeuges hat alle erforderlichen Mass- nahmen zu treffen, um die Interessen des Luftfahrzeughalters zu wahren (Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Rechte und Pflichten des Komman- danten eines Luftfahrzeuges vom 22. Januar 1960, SR 748.225.1). 6. 6.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe aufgrund des Zeitpunktes des Erlasses der angefochtenen Verfügung gegen Bun- desrecht verstossen. 6.2 6.2.1 Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz für das vorliegende Ver- waltungsverfahren zuständig ist, unabhängig davon, ob der in Frage ste- hende Helikopterflug über Schweizer oder liechtensteinischem Territorium stattfand. Die Anwendung der schweizerischen Luftfahrtgesetzgebung er- folgt nämlich auch auf dem Gebiet des Fürstentums Liechtenstein durch die zuständigen schweizerischen Behörden, hier die Vorinstanz (Ziff. I des Notenaustauschs vom 27. Januar 2003 zwischen der Schweiz und Liech- tenstein betreffend die Zusammenarbeit der schweizerischen und der liechtensteinischen Behörden im Bereich der Zivilluftfahrt, SR 0.748.095.14; vgl. auch die seit dem 11. April 2024 geltenden Art. 2 und 5 des Luftfahrtgesetzes vom 11. April 2024 des Fürstentums Liechtenstein, LGBl-Nr. 2024/224). A-3993/2022 Seite 10 6.2.2 Erstens bringt der Beschwerdeführer vor, die Vorinstanz hätte die ver- waltungsrechtliche Massnahme des Lizenzentzugs erst erlassen dürfen, nachdem ein verwaltungsstrafrechtliches Verfahren durchgeführt und ab- geschlossen worden sei. Er beruft sich dabei insbesondere auf die Recht- sprechung des Bundesgerichts bezüglich des Strassenverkehrsrechts, na- mentlich auf BGE 119 Ib 158. 6.2.3 Art. 92 LFG sieht vor, dass die Vorinstanz bei Verletzungen der luft- fahrtrechtlichen Bestimmungen "unabhängig von der Einleitung und vom Ausgang eines allfälligen Strafverfahrens" Massnahmen verfügen kann ("indépendamment de l’introduction et du résultat de toute procédure pénale", "indipendentemente dall’apertura e dal risultato di qualsiasi pro- cedimento penale") . Die Botschaft des Bundesrates zum Entwurf eines Bundesgesetzes über die Luftfahrt begründet die se Bestimmung damit, dass es sich um Massnahmen handle, die im Interesse der öffentlichen Sicherheit getroffen werden müssten (Botschaft vom 29. März 1945, BBl 1945 I 341, S. 369). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung bezüglich Administrativ- und Straf- verfahren im Strassenverkehrsrecht zielt darauf ab, im Interesse von Rechtseinheit und Rechtssicherheit zu vermeiden, dass derselbe Lebens- vorgang zu voneinander abweichenden Sachverhaltsfeststellungen von Verwaltungs- und Justizbehörden führt und die erhobenen Beweise abwei- chend gewürdigt und rechtlich beurteilt werden. Deshalb sieht die Recht- sprechung vor, dass die Verwaltungsbehörde – sofern eine Anzeige an den Strafrichter bereits erfolgt oder mit einer solchen zu rechnen ist – grund- sätzlich mit ihrem Entscheid zuzuwarten hat, bis ein re chtskräftiges Straf- urteil vorliegt, soweit der Sachverhalt oder die rechtliche Qualifikation des in Frage stehenden Verhaltens für das Verwaltungsverfahren von Bedeu- tung ist (BGE 119 Ib 158 E. 2c/bb). 6.2.4 Die dargestellte bundesgerichtliche Rechtsprechung betrifft das Strassenverkehrsrecht. Das Bundesverwaltungsgericht hat in früheren Ur- teilen im Bereich des Führerausweisentzugs die Rechtsprechung des Strassenverkehrsrechts analog für das Luftfahrtrecht herangezogen (vgl. BVGE 2013/16 E. 4.2 f.). Zur Frage des Vorrangs des Verwaltungsstrafver- fahrens hat der Gesetzgeber bezüglich des Luftfahrtrechts jedoch eine spezifische Regel aufgestellt: Nach Art. 92 LFG kann die Vorinstanz Mass- nahmen unabhängig von der Einleitung und vom Ausgang eines allfälligen Strafverfahrens verfügen. Dass diese Regel seit 1948 gilt, ändert nichts an ihrer Verbindlichkeit. Aufgrund des klaren Wortlauts von Art. 92 LFG kann A-3993/2022 Seite 11 die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Strassenverkehrsrecht nicht analog auf das Luftfahrtrecht angewendet werden. Die Rechtsprechung zum Strassenverkehrsrecht kann auch nicht als Präzisierung des Art. 92 LFG bezeichnet werden, da sich das Bundesgericht soweit ersichtlich noch nie zu diesem A rtikel des Luftfahrtgesetzes geäussert hat. Zwar sind Rechtseinheit und Rechtssicherheit auch bei der Verfolgung von Vorkomm- nissen im Luftfahrtbereich von Bedeutung: Auch hier ist eine Koordination von Verwaltungsverfahren und Strafverfahren wichtig. Ein weniger strikter Vorzug des Strafverfahrens als im Strassenverkehrsrecht rechtfertigt sich im Luftfahrtrecht jedoch insofern, als beide, straf - und verwaltungsrechtli- ches Verfahren grundsätzlich von der gleichen Behörde durchgeführt wer- den (vgl. BVGE 2013/16 E. 4.3.3). Die Koordination im Sinne von Rechts- einheit und Rechtssicherheit ist damit einfacher zu gewährleisten und die Gefahr divergierender Entscheide kleiner. 6.2.5 Von dem klaren Wortlaut von Art. 92 LFG ist deshalb hier nicht abzu- weichen: Die Vorinstanz kann verwaltungsrechtliche Massnahmen anord- nen, ohne vorher zwingend den Ausgang eines allfälligen Strafverfahrens abwarten zu müssen. Sie war damit gemäss Art. 92 LFG nicht nur zum Erlass der hier zu beurteilenden Verwaltungsmassnahme zuständig, son- dern auch berechtigt, die Massnahme am 26. Juli 2022 zu verfügen. Die Vorinstanz hat die Massnahme damit weder unrechtmässig noch – wie der Beschwerdeführer behauptet – überstürzt ausgesprochen. 6.2.6 Der Beschwerdeführer mac ht zudem geltend, nicht die Schweizer Behörden seien für das Strafverfahren zuständig, sondern die liechtenstei- nischen, da der Vorfall über liechtensteinischem Territorium stattgefunden habe. Die Vorinstanz verstosse damit gegen den Grundsatz der Beschleu- nigung des Verfahrens nach Art. 6 EMRK, da sie das Verwaltungsstrafver- fahren nicht an die liechtensteinischen Behörden weitergeleitet habe. Da die Vorinstanz jedoch nicht verpflichtet war, vor dem Erlass der Verwal- tungsmassnahme das Strafverfahren abzuwart en, und da das Verwal- tungsstrafverfahren nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdever- fahrens ist, hat die Zuständigkeit für ein allfälliges Strafverfahren keinen Einfluss auf das vorliegende Verfahren. Sie kann deshalb offenbleiben und eine Verletzung von Art. 6 EMRK liegt insofern nicht vor. Schliesslich ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aufgrund der un- bestrittenen Zuständigkeit der Vorinstanz für das hier zu beurteilende Ver- waltungsverfahren aus seinem Verweis darauf, dass die Vorinstanz in A-3993/2022 Seite 12 anderen – nicht ihn betreffenden – Vorkommnissen über ausländischem Territorium nicht aktiv geworden sei, nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. 6.3 6.3.1 Zweitens bringt der Beschwerdeführer vor , die zwei Mitarbeitenden der Vorinstanz, die die angefochtene Verfügung unterzeichneten, hätten diese nicht erlassen dürfen. Gegen sie sei zum Zeitpunkt des Erlasses ein Ausstandsverfahren im Gang gewesen. 6.3.2 Am 24. April 2022 stellte der Beschwerdeführer ein Ausstandsbegeh- ren gegen die zwei mit dem hier zu beurteilenden Verfahren betrauten Mit- arbeitenden der Vorinstanz. Das Generalsekretariat des UVEK wies das Ausstandsbegehren mit Verfügung vom 12. Juli 2022 ab (vgl. Sachverhalt Bst. I). Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 10. September 2022 Be- schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Mit Urteil vom 1. März 2024 wies das Bundesverwaltungsgericht die Be- schwerde gegen die Ablehnung des Ausstandsgesuchs ab (Verfahren A-3962/2022). Das Bundesverwaltungsgericht kam darin zum Schluss, dass der Beschwerdeführer keine ausstandsrelevanten Verfahrensfehler der Mitarbeitenden dargetan habe. Er habe auch kein anderes Verhalten oder keine anderen Umstände glaubhaft gemacht, die in einer Gesamtbe- trachtung den Anschein der Befangenheit hätten begründen k önnen. Das UVEK habe das Ausstandsbegehren deshalb zu Recht abgelehnt. Da der Beschwerdeführer gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 1. März 2024 keine Beschwerde beim Bundesgericht erhob, erwuchs das Urteil in Rechtskraft. 6.3.3 Das Ausstandsbegehren gegen die Mitarbeitenden der Vorinstanz wurde damit rechtskräftig abgewiesen und ist nicht Gegenstand des vorlie- genden Verfahrens. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Be- schwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 30. September 2024 die Akten aus dem Beschwerdeverfahren bezüglich des Ausstands zu den Akten des vorliegenden Verfahrens reichte. Die Frage, ob die Mitarbeitenden der Vorinstanz befangen waren, ist entspre- chend hier nicht mehr aufzugreifen. Da das Ausstands begehren gegen die beiden Mitarbeitenden der Vor- instanz rechtskräftig abgelehnt wurde, geht die Behauptung des Beschwer- deführers fehl, die Mitarbeitenden hätten die angefochtene Verfügung nicht A-3993/2022 Seite 13 erlassen dürfen: Die beiden Mitarbeitenden waren nicht befangen, weshalb sie berechtigt waren, die angefochtene Verfügung zu erlassen. Eine Ver- letzung von Art. 6 EMRK liegt entgegen der Behauptung des Beschwerde- führers nicht vor. 7. 7.1 Der Beschwerdeführer macht in verschiedener Hinsicht geltend, die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht vollständig abgeklärt und nicht alle relevanten Dokumente zu den Verfahrensakten genommen (Art. 12 und 49 Bst. b VwVG). 7.2 7.2.1 Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz beruht erstens auf einer Videoaufzeichnung, die ein Passant am 24. Dezember 2021 vom Helikop- terflug des Beschwerdeführers gemacht hatte. Darauf ist zu sehen, wie ein Helikopter auf die Rheinbrücke zu- und unter ihr hindurchfliegt. Anschlies- send zieht der Helikopter steil und in einer Kurve in die Höhe, überquert die Brücke und entfernt sich dem Rhein entlang. Es ist unbestritten, dass die Aufzeichnungen den Helikopterflug des Beschwerdeführers vom 24. Dezember 2021 zeigen. 7.2.2 Zweitens lässt sich der rechtserhebliche Sachverhalt teilweise auf- grund der Selbstanzeige des Beschwerdeführers vom 26. Dezember 2021 erstellen. Er führt darin aus: "Leider kam ich auf die unüberlegte Idee, bei einem möglichen Notverfahren einer Autorotation ins Flussbett unter der Brücke durchfliegen zu müssen, da ein Überfliegen der Brücke und das Ausfliegen aus dem Flussbe tt unmöglich wäre. Sogleich probierte ich dieses Procedere ohne lange zu überlegen aus, ohne jedoch eine wirkliche Autorotation (mit reduziertem Gas) zu vollziehen, sondern vielmehr den Anflugwinkel zum möglichen si cheren Aufsetzpunkt langsam zu verfolgen (mit 104% Drehzahl). Anschliessend drehte ich den Hubschrauber und vollzog das Gleiche ein zwei- tes Mal." 7.2.3 Die Vorinstanz stützt ihre Feststellungen bezüglich des Sachverhalts sowie ihre Beurteilung des Flugs des Bes chwerdeführers schliesslich auf den Bericht von zwei Inspektoren der Sektion Sicherheit Flugbetrieb, Flug- betrieb Helikopter (SBHE), vom 22. Januar 2022 sowie auf die ergänzende A-3993/2022 Seite 14 Aktennotiz vom 4. April 2022 eines weiteren Inspektors des SBHE (vgl. Sachverhalt Bst. B und G–H). Der Beschwerdeführer macht geltend, der Inspektionsbericht vom 22. Ja- nuar 2022 sei unbrauchbar, da er die falsche Brücke betreffe (vgl. Sach- verhalt Bst. F–H). Festzuhalten ist jedoch, dass die Vorinstanz diesen Man- gel des Berichts durch die Aktennotiz vom 4. April 2022 behob. Darin kam der Inspektor zum Schluss, dass die Brücken Haag-Bendern und Senn- wald-Ruggell einen vergleichbaren Zwischenraum aufweisen, weshalb die Schlussfolgerungen aus dem Inspektionsbericht , der die Brücke Haag - Bendern betraf, auf die Brücke Sennwald-Ruggell übertragen werden kön- nen. Die Ausführungen zu den Videoaufnahmen und dem Helikopter im Inspektionsbericht vom 22. Januar 2022 sind ebenfalls verwertbar, da sie nicht die Brücke betreffen. Das gleiche gilt bezüglich der Umgebung der Brücke sowie möglicher Hindernisse und Personen im Umfeld der Brücke. Auch wenn einzelne Unterschiede bezüglich Masten und Leitungen beste- hen, präsentieren sich diese beiden Brücken vergleichbar, zumal die Brü- cken nur ca. vier Kilometer Luftlinie auseinanderliegen. Auf den In spekti- onsbericht vom 22. Januar 2022, ergänzt durch die Aktennotiz vom 4. April 2022, kann damit abgestellt werden. 7.2.4 Der Beschwerdeführer macht darüber hinaus in seinen Eingaben wiederholt geltend, es müsse ein zweiter Inspektionsbericht existieren, den die Vorinstanz nicht zu den Akten genommen habe. Ohne einen solchen zweiten Bericht habe der Fall nicht beurteilt werden können. Dies ergebe sich daraus, dass sich in der ergänzenden Aktennotiz vom 4. April 2022 ein Foto der Sennwald-Ruggell-Brücke befinde, von dem unklar sei, woher es stamme. Die Vorinstanz verneint die Existenz eines zweiten Inspektions- berichts. Es liegen keine Hinweise dafür vor, dass die Vorinstanz einen zweiten In- spektionsbericht anfertigen liess, den sie dem Beschwerdeführer vorent- hielt. Ein solcher war auch nicht notwendig, da sich der rechtserhebliche Sachverhalt durch die vorliegenden Beweismittel rechtsgenügend feststel- len lässt (vgl. E. 7.4) und die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes möglich ist (vgl. E. 8 und 9). Der Beschwerdeführer konnte zu allen rechts- erheblichen Sachverhaltsermittlungen der Vorinstanz Stellung nehmen, insbesondere zum Inspektionsbericht vom 22. Januar 2022 und zur Akten- notiz vom 4. April 2022. Woher das für die Aktennotiz verwendete Foto stammt, ist in diesem Zusammenhang nicht relevant, zumal der Beschwer- deführer nicht geltend macht, das Foto sei falsch oder irreführend. A-3993/2022 Seite 15 7.2.5 Der Beschwerdeführer bringt zudem vor, die Vorinstanz habe eine E-Mail zwischen dem Aero Medical Examiner Dr. med. B._______ und dem Leiter der Aeromedical Section der Vorinstanz, Dr. med. C._______, nicht zu den Akten genommen, obwohl darin der Vorfall vom 24. Dezem- ber 2021 erwähnt werde. Der E-Mail-Verkehr zwischen Dr. B._______ und Dr. C._______ betraf die periodische Erneuerung des medizini schen Tauglichkeitszeugnisses des Beschwerdeführers im Januar 2022 und nicht das hier zu beurteilende Ver- fahren zum Erlass verwaltungsrechtlicher Massnahmen aufgrund des Vor- falls vom 24. Dezember 2021. In dem E-Mail-Verkehr bezüglich der Erneu- erung des Tauglichkeitszeugnisses kam der Vorfall vom 24. Dezember 2021 zwar zur Sprache. Dies jedoch nur, weil abzuklären war, ob der Vorfall einen Einfluss auf die medizinische Tauglichkeit des Beschwerdeführers hatte. Die Erneuerung des Tauglichkeitszeugnisses ist hier nicht Streitge- genstand. Der E-Mail-Verkehr trägt damit nichts zur Erstellung des für die- ses Verfahren relevanten Sachverhalts bei, weshalb die Vorinstanz ihn zu Recht nicht zu den Akten nahm . Entsprechend war die Vorinstanz auch nicht verpflichtet, diese Dokumente dem Beschwerdeführer hier offenzule- gen. Das Gesuch des Beschwerdeführers vom 3. Dezember 2022, die Vor- instanz sei zur Vorlage der Akten betreffend des E-Mail-Verkehrs bezüglich der Erneuerung des medizinischen Tauglichkeitszeugnisse s zu verpflich- ten, ist abzuweisen. 7.2.6 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Vorinstanz habe Do- kumente bezüglich zwei weiterer Vorfälle, in welche der Beschwerdeführer als Helikopterpilot verwickelt war, unrechtmässig aus den Akten des hier zu beurteilenden Verfahrens entfernt. In ihrem Schreiben vom 4. Februar 2022, mit dem die Vorinstanz dem Be- schwerdeführer das rechtliche Gehör gewährte, nahm sie Bezug auf drei Vorfälle: Neben dem Unterfliegen der Sennwald -Ruggell-Brücke ging es um Unregelmässigkeiten bei Eintragungen im Tech Log (Logbuch) eines Helikopters und um eine Aussenlandung im Schutzgebiet Rothenthurm. In der angefochtenen Verfügung begründete die Vorinstanz den Lizenzentzug jedoch nur mit dem Unterfliegen der Sennwald-Ruggell-Brücke. Die beiden anderen Vorfälle zog sie für dieses Verfahren nicht heran, wie sie in der angefochtenen Verfügung ausdrücklich festhielt. A-3993/2022 Seite 16 Die Führung des Verwaltungsverfahrens liegt in der Verantwortung der zu- ständigen Behörde, hier der Vorinstanz. Sie entscheide t im Rahmen der rechtlichen Vorgaben darüber, welche Vorfälle sie untersucht und welche Schritte sie zu deren Abklärung unternimmt. Es liegt damit in ihrer Kompe- tenz, zu entscheiden, trotz der Eröffnung eines Verwaltungsverfahrens auf Massnahmen bezüglich untersuchter Vorkommnisse zu verzichten. Hier hat die Vorinstanz entschieden, bezüglich der Vorkommnisse "Logbuch" (in den Eingaben des Beschwerdeführers mit "[…]" bezeichnet) und "Landung Rothenthurm" auf administrative Massnahmen zu verzichten und nur d ie Unterquerung der Brücke weiterzuverfolgen (vgl. die Stellungnahme der Vorinstanz vom 9. Januar 2023, Ziff. II.1.). Die Vorinstanz war nicht ver- pflichtet, diese Entscheidung vor Erlass der angefochtenen Verfügung in einem formellen Akt festzuhalten. Der Beschwerdeführer macht denn auch keine konkrete Rechtsverletzung geltend und es ist nicht ersichtlich, inwie- fern ihm aus der Entscheidung Nachteile erwachsen wären. Es ist damit nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nach der Entschei- dung, bezüglich der Vorkommnisse "Logbuch" und "Landung Rothen- thurm" keine Massnahmen zu ergreifen, die entsprechenden Akten aus dem Dossier des hier zu beurteilenden Verfahrens entfernte. Das Gesuch des Beschwerdeführers vom 3. Dezember 2022, die Vorinstanz sei zur Vor- lage der Akten betreffend der Sachverhalte "Logbuch" und "Landung Rot- henthurm" zu verpflichten, ist deshalb abzuweisen. Soweit die Vorinstanz diesbezügliche Akten bereits eingereicht hat, bleiben diese hier unbeacht- lich. Das von der Vorinstanz weitergeleitete Gesuch des Beschwerdefüh- rers vom 2. Januar 2023 um Einsicht in die Akten der Vorfälle "Logbuch" und "Landung Rothenthurm" betrifft damit keine das vorliegende Verfahren betreffende Akten und ist deshalb insoweit ebenfalls abzuweisen. 7.2.7 Allfällige Disziplinarverfahren, deren Einleitung der Beschwerdefüh- rer über seinen Rechtsvertreter beim UVEK verlangte, sind nicht Gegen- stand des vorliegenden Verfahrens. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, handelt es sich bei einem Disziplinarverfahren um ein Instrument des Bun- despersonalrechts, das nur das Verhältnis zwischen der Arbeitgeberin und ihren Angestellten betrifft, ohne dass Dritten eine Parteistellung zukommt. Nachdem das vom Beschwerdeführer eingeleitete Ausstandsverfahren rechtskräftig abgeschlossen wurde (vgl. E. 6.3), haben allfällige, intern ge- führte Disziplinaruntersuchungen gegen die verfügenden Mitarbeitenden oder weitere an dem Verfahren beteiligte Personen keinen Einfluss auf das vorliegende Verfahren. Das Gesuch des Beschwerdeführers vom A-3993/2022 Seite 17 3. Dezember 2022, die Vorinstanz sei zur Vorlage der Akten betreffend der Disziplinarverfahren zu verpflichten, ist deshalb abzuweisen. 7.2.8 Schliesslich ersuchte der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 3. Dezember 2022 das Bundesverwaltungsgericht darum, von der Vor- instanz sämtliche Aktenstücke des hier zu beurteilenden Verfahrens einzu- fordern. Mit Zwischenverfügung vom 14. August 2024 forderte das Bundesverwal- tungsgericht die Vorinstanz auf, alle noch verbleibenden Akten einzu- reichen, sofern sie den Sachverhalt "Brücke Sennwald-Ruggell" betreffen. Am 27. August 2024 teilte die Vorinstanz dem Bundesverwaltungsgericht mit, sie habe alle Dokumente, welche der a ngefochtenen Verfügung zu Grunde lägen, zusammen mit der Vernehmlassung als amtliche Akten ein- gereicht. Es liegen keine konkreten Hinweise dafür vor, dass die Vorinstanz nicht alle das hier zu beurteilende Verfahren betreffenden Akten eingereicht hätte. Dem entsprechenden Gesuch des Beschwerdeführers wurde damit Genüge getan. 7.2.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz alle für den hier zu beurteilenden Vorfall relevanten Dokumente zu den Akten genom- men hat und der Beschwerdeführer diese einsehen konnte. 7.3 7.3.1 Bezüglich des rechtserheblichen Sachverhalts ist unbestritten , dass der Beschwerdeführer am 24. Dezember 2021 mit einem Helikopter des Typs R22, Immatrikulation HB-ZOF, zwei Mal unter der Rheinbrücke Senn- wald-Ruggell hindurchflog. Unbestritten ist weiter, dass er mindestens ein- mal, nämlich vor dem ersten Unterflug, ein autorotationsähnliches Manöver durchführte. Bei einer Autorotation wird der Hauptrotor des Helikopters nur durch die von unten nach oben durchströmende Luft angetrieben, womit es möglich ist, den Helikopter ohne Antrieb durch den Motor zu landen. 7.3.2 Umstritten ist demgegenüber, ob der Beschwerdeführer auch vor dem ersten Unterfliegen der Brücke ein a utorotationsähnliches Manöver durchführte. Auf den Videoaufzeichnungen ist nur das Unterfliegen der Brü- cke, nicht jedoch das vorangehende Manöver zu sehen. Die Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner E-Mail vom 26. Dezember 2021 lassen darauf schliess en, dass er zweimal ein autorotationsähnliches Manöver A-3993/2022 Seite 18 durchführte und anschliessend jeweils unter der Brücke hindurchflog (vgl. oben E. 7.2.2). I n der Beschwerde liess er dies jedoch durch seinen Rechtsvertreter verneinen. Letztlich kann offenbleiben, ob der Beschwer- deführer auch vor dem zweiten Unterfliegen der Brücke ein autorotations- ähnliches Manöver ausführte, da in der rechtlichen Beurteilung davon aus- gegangen wird, dass der Beschwerdeführer nur ein solches Manöver durchführte (vgl. E. 8). 7.3.3 Umstritten ist des Weiteren, wie schnell der Beschwerdeführer unter der Brücke hindurchflog. Die Vorinstanz geht von einer "erheblichen" Ge- schwindigkeit aus, der Beschwerdeführer von einer "geringen". Der Inspek- tionsbericht schliesst aufgrund der B ilder und des Tons in den Videoauf- nahmen auf eine hohe Geschwindigkeit. Weiter führen die Inspektoren aus, für das direkt an die Brückenunterquerung anschliessende Aufziehmanö- ver sei eine gewisse Geschwindigkeit erforderlich. Diese Ausführungen von technisch qualifizierten Angestellten der Vorinstanz sind nachvollzieh- bar und überzeugend. Der Beschwerdeführer substantiiert demgegenüber seine Behauptung, er sei mit geringer Geschwindigkeit geflogen, nicht wei- ter, etwa mit der Angabe einer ungefähren Fluggeschwindigkeit. Insgesamt ist deshalb gestützt auf die Videoaufzeichnung und die Ausführungen der Experten davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zumindest das zweite Mal mit einer erheblichen Geschwindigkeit unter der Brücke hin- durchflog. 7.3.4 Ausserdem ist umstritten, ob und wie der Beschwerdeführer vor der Unterquerung die Brücke und die Umgebung auf allfällige Hindernisse überprüfte. Diesbezüglich führt der Beschwerdeführer in seiner E-Mail vom 26. Dezember 2021 aus, er habe das Manöver "ohne lange zu überlegen" ausprobiert. Dies lässt klar darauf schliessen , dass er vor der Unterque- rung keine besonderen Vorkehrungen traf. Im Beschwerdeverfahren bringt der Beschwerdeführer sehr allgemein vor, er habe "bei der Einleitung des ersten Durchflugs" geprüft, dass es keine Hindernisse gebe. Er macht je- doch nicht geltend, er habe über die normale Sichtkontrolle beim Flug hin- ausgehende Aufklärungen vorgenommen, beispielsweise indem er zuerst über die Brücke geflogen wäre. Es ist damit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer keine besonderen Vorsichtsmassnahmen traf, bevor er unter der Brücke hindurchflog. 7.3.5 Nicht einig sind sich die Vorinstanz und der Beschwerdeführer auch bezüglich der Höhe der Brücke und des daraus resultierenden Platzes für den Helikopter bei der Unterquerung. Die Vorinstanz geht gestützt auf die A-3993/2022 Seite 19 ergänzende Aktennotiz vom 4. April 2022 von einem Zwischenraum unter der Brücke am Tag des Vorfalls von insgesamt ca. 10 Meter aus. Der Be- schwerdeführer behauptet demgegenüber, die Höhe habe 11.7 Meter be- tragen. Er stützt diese Aussage auf ein "lokales Ingenieur - und Vermes- sungsbüro", ohne dieses jedoch zu nennen oder dessen Bericht einzu- reichen. In der angefochtenen Verfügung bestreitet die Vorinstanz die Be- rechnungen des Beschwerdefüh rers bezüglich der Höhe der Brücke als falsch. Trotzdem geht sie zugunsten des Beschwerdeführers davon aus, dass der Raum zwischen der Unterkante der Brückenplatte und der Was- seroberfläche ca. 10-12 Meter betrug. Bei einer Profilhöhe des Helikopters im Flug von rund 3 Meter blieb damit zwischen Helikopter und Brücke res- pektive Wasseroberfläche im (unwahrscheinlichen) Idealfall bei exakt mit- tigem Flug ein Abstand von je ca. 3.5, im günstigsten Fall ein solcher von 4.5 Meter. Der Beschwerdeführer bestreitet d arüber hinaus, dass der Helikopter im Flug aufgrund der Neigung eine Profilhöhe von 3.5 Meter aufgewiesen habe. Die Vorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung jedoch nicht von einer Profilhöhe im Flug von 3.5 Meter aus, sondern von 3 Meter. Un- bestritten ist, dass der Helikopter im Stand eine Profilhöhe von 2.7 Meter aufweist. 7.4 Insgesamt hat die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt damit richtig und vollständig abgeklärt (Art. 49 Bst. b VwVG). Eine Verletzung von Art. 12 VwVG liegt nicht vor , ebenso wenig ein Verstoss gegen Treu und Glauben (Art. 9 BV). Es liegt damit kein Grund vor, die Sache zur neuen Untersuchung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 8. 8.1 Vorab ist – übereinstimmend mit der Vorinstanz – festzuhalten, dass entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers das Unterfliegen einer Brücke mit einem Helikopter nicht bloss deshalb erlaubt ist, weil keine rechtliche Grundlage ein explizites Verbot vorsieht. Dass – wie die Vorinstanz ausführt – ein Helikopterflug unter einer Brücke hindurch in jedem Fall mit einer gesteigerten Gefahr verbunden ist, ist nachvollziehbar: Unabhängig davon, wie schnell der Beschwerdeführer ge- nau unter der Brücke hindurchflog , hatte er dabei lediglich je ca. 3.5 – 4.5 Meter Abstand zum Wasser und zur Brückenunterseite. Unter diesen Umständen hätte bereits eine Windböe, ein geringer Steuerimpuls oder A-3993/2022 Seite 20 eine kleine Veränderung der Luftströmung genügt, um zu einem Zusam- menstoss des Helikopters oder von Teilen des Helikopters mit dem Wasser oder der Brücke zu führen. Der Beschwerdeführer widerspricht dieser Be- urteilung durch die Vorinstanz nicht. Bereits im Falle einer Berührung des Helikopters mit dem Wasser, dem Flussbett oder der Brücke bestand eine konkrete Gefahr für Leib und Leben (ihn selbst, Personen in Fahrzeugen, Fussgänger am Flussufer etc.) sowie für Sachen Dritter (Helikopter, Brü- cke, Fahrzeuge auf der Brücke) insbesondere durch vom Helikopter weg- geschleuderte Teile. Bei einer Kollision des Helikopters insbesondere mit der Brücke wäre die Gefahr für Menschen und Sachen zudem ungleich höher gewesen. Im vorliegenden Fall handelte es sich zudem nicht bloss um eine abstrakte , sondern um eine konkrete Gefahr, da sich zum Zeit- punkt der Unterquerung mindestens eine Person – die filmende Privatper- son – in der Nähe der Brücke befand. In die Beurteilung einzubeziehen ist zudem, dass der Beschwerdeführer – selbst nach seinen eigenen Angaben – nicht nur einmal, sondern zweimal unter der Brücke hindurchflog. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer den Helikop- ter durch die zwei Unterquerungen der Brücke fahrlässig oder vorsätzlich in riskanter Weise betrieb, so dass Menschenleben und Sachen Dritter ge- fährdet waren, ist damit nicht zu beanstanden. Erschwerend kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer keine besonderen Vorkehrungen traf, um das Risiko zu minimieren, das die Unterflüge dar- stellten. Dass er, wie er geltend macht, "bei der Einleitun g des ersten Durchflugs" prüfte, dass es keine Hindernisse gebe, stellt keine besondere Vorsicht dar, sondern entspricht lediglich den alltäglichen, minimalen Sorg- faltsmassnahmen. D aran ändert nichts, d ass der Beschwerdeführer die Gegend gemäss eigenen Aussagen gut kannte. Es bleibt der Umstand, dass er nicht abklärte, wie sich die Situation konkret präsentierte. Allfällige temporäre Installationen, Seile , Angelleinen oder nicht ohne Weiteres sichtbare Leitungen unter der Brückenplatte hätte er deshalb erst spät oder gar nicht wahrgenommen, was das Risiko von Komplikationen bei den Flü- gen unter der Brücke hindurch erhöhte. Ein zusätzliches Risiko ergab sich daraus, dass der Beschwerdeführer vor der Unterquerung der Brücke, über dem Rhein und in unmittelbarer Nähe der Brücke ein autorotationsähnliches Manöver durchführte. Dadurch ist der Beschwerdeführer ein zusätzliches Risiko eingegangen, da das Fluss- bett – im Falle ei nes tatsächlichen Notfalls während des Manövers – als Notlandeplatz aufgrund von Unebenheiten, des verschiedenartigen Unter- grunds sowie verschiedener Hindernisse wenig geeignet gewesen wäre. A-3993/2022 Seite 21 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt – das Flussbett berge als Platz für eine Notlandung nicht mehr Risiken als 95 % der Fläche der Schweiz – überzeugt nicht. Nach der Unterquerung der Brücke zog der Beschwerdeführer den Helikopter zudem in geringem Abstand zur Brücke in einer steilen Umkehrkurve in die Höhe und flog über die Brücke. Das plötzliche Auftauchen eines Helikopters von unten birgt – wie die Vor- instanz zurecht ausführt – die Gefahr, dass Autofahrer oder andere Fahr- zeugführer erschrecken oder abgelenkt werden und die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren. Entscheidend ist dabei vor allem, dass Fahrzeugführer nicht damit rechnen (und auch nicht damit rechnen müssen), dass beim Überqueren einer Brücke ein Helikopter von unten au ftaucht. In diesem Sinne ist die Situation – entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers – nicht mit Autostrassen in der Nähe von Flughäfen vergleichbar. Auf der Videoaufzeichnung ist denn auch zu sehen, dass ein Auto in dem Moment auf die Brücke fuhr, als der Beschwerdeführer den Helikopter in die Höhe zog. Ob auf der Sennwald-Ruggell-Brücke wie vom Beschwerdeführer be- hauptet tatsächlich weniger Verkehr herrscht, als auf der Haag -Bendern- Brücke, und es sich dabei eher um Langsamverkehr handelt, macht keinen wesentlichen Unterschied: Während bei Autofahrern die Gefahr im Vorder- grund steht, die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren, sind Fussgänger und Velofahrer stärker durch herumfliegende Teile gefährdet. Ein erhöhtes Risiko besteht deshalb bei einer für den Verkehr, inklusive Fussverkehr, offenen Brücke im einen wie im anderen Fall. Insgesamt ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz zum Schluss kam, der Beschwerdeführer habe am 24. Dezember 2021 mit dem zweimaligen Unterfliegen der Sennwald-Ruggell-Brücke und dem davor durchgeführten autorotationsähnlichen Manöver gegen die Regel gemäss SERA.3101 der EU-Durchführungsverordnung 923/2012 verstossen. 8.2 Bei den beiden knapp über dem Boden durchgeführten Flügen unter der Brücke hindurch unterschritt der Beschwerdeführer klarerweise die Mindestflughöhe nach Art. 28 VRV-L und SERA.3105 in Verbindung mit SERA.5005 Bst. f der EU-Durchführungsverordnung Nr. 923/2012. Keiner der Ausnahmetatbestände war dabei erfüllt: Die Flüge unter der Brücke hindurch dienten weder dem Abflug oder der Landung noch Ausbildungs- zwecken und eine besondere Bewilligung der Vorinstanz lag ebenfalls nicht vor. Ob das autorotationsähnliche Ma növer als Landung gilt oder nicht, kann offenbleiben, da das Unterfliegen der Brücke in keinem Fall als Lan- dung angesehen werden kann . Der Beschwerdeführer hielt damit durch das zweimalige Unterfliegen der Brücke am 24. Dezember 2021 die A-3993/2022 Seite 22 Mindestflughöhe ni cht ein, was ein Verstoss gegen Art. 28 VRV -L und SERA.3105 in Verbindung mit SERA.5005 Bst. f der EU-Durchführungs- verordnung Nr. 923/2012 darstellt. 8.3 Durch die Gefährdung des gemieteten Helikopters beim zweimaligen Unterfliegen der Brücke hat der Beschwerdeführer auch die Interessen des Luftfahrzeughalters nicht gewahrt und damit seine Pflichten als Komman- dant nach Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Rechte und Pflichten des Kommandanten eines Luftfahrzeuges verletzt. 8.4 Nach dem Gesagten liegen mehrere Verletzungen der Vorschriften des Luftfahrtrechts im Sinne von Art. 92 LFG vor. Die Vorinstanz war damit be- rechtigt, gegen den Beschwerdeführer Massnahmen nach diesem Artikel zu ergreifen. 9. 9.1 Bezüglich des angeordneten Entzugs der Fluglizenz für zwei Monate führt die Vorinstanz aus, sie lehne sich zur Unterscheidung, Handhabung und Bemessung der Lizenzentzüge an die strassenverkehrsrechtlichen Regelungen an. Ein Warnungsentzug solle den Piloten von der Begehung weiterer Regelverstösse abhalten, also erzieherisch wirken. Für die Beur- teilung, ob und für welche Dauer ein Warnungsentzug gerechtfertigt sei, seien insbesondere die Schwere des Verschuldens, die Gefährdung, der Leumund sowie die Massnahmeempfindlichkeit des Piloten zu berücksich- tigen. Generell seien die öffentlichen Sicherheitsinteressen gegen die pri- vaten Interessen der betroffenen Person abzuwägen. Mit dem zweimaligen Unterfliegen einer tiefen Brücke habe der Beschwer- deführer grundlegende Verkehrs- und Betriebsregeln mehrfach vorsätzlich verletzt und damit gegen elementare Gebote zur Wahrung der Flugsicher- heit verstossen. Er habe eine konkrete Gefährdung für Leib und Leben und das Eigentum Dritter geschaffen. Die Widerhandlung sei aufgrund ihres Ri- sikopotentials mindestens als mittelschwer zu qualifizieren. Eine erzieheri- sche Massnahme im Sinne eines Warnungsentzugs sei deshalb angezeigt. Das öffentliche Interesse an einer erzieherischen Massnahme sei hoch ein- zuschätzen, da zusätzlich die Funktion des Beschwerdeführers als Flug- lehrer ins Gewicht falle. Der fliegerische Leumund des Beschwerdeführers spreche nicht gegen ihn . Seine Massnahmeempfindlichkeit sei als gering einzuschätzen, da er hauptberuflich als Geschäftsleiter/CEO eines […]un- ternehmens tätig sei. Weil es sich um einen erstmaligen Warnungsentzug A-3993/2022 Seite 23 handle, sei die Zeitdauer trotz der erschwerenden Faktoren verhältnismäs- sig kurz zu bemessen. 9.2 Der Beschwerdeführer äussert sich im Beschwerdeverfahren weder zur Dauer des Entzugs seiner Fluglizenz noch zu deren Verhältnismässig- keit. Er gibt lediglich an, seit dem 24. Dezember 2021 1'600 Flugstunden absolviert zu haben. 9.3 Die Ausführungen der Vorinstanz zur Dauer des Entzugs sind sachlich begründet und nachvollziehbar und die Vorinstanz hat alle relevanten Fak- toren in ihre Beurteilung einbezogen. Das Vergehen des Beschwerdefüh- rers kann nicht als leicht bezeichnet werden, weshalb angesichts der er- schwerenden Umstände und der mehrfachen Verletzung von Luftfahrtrecht trotz des bisher ungetrübten Leumunds ein Warnungsentzug von zwei Mo- naten angebracht und angemessen ist. Dass der Beschwerdeführer seither 1'600 Flugstunden absolviert hat, ändert daran nichts. Die Dauer von zwei Monaten entspricht dem erhöhten Risiko, das der Beschwerdeführer ein- gegangen ist. Der zweimonatige Entzug der Fluglizenz erweist sich damit als angemes- sen für das in diesem Verfahren zu beurteilende Verhalten des Beschwer- deführers und deshalb als verhältnismässig. Daraus, dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer in ihrem Schreiben vom 4. Februar 2022 einen Ent- zug von drei Monaten angedroht hatte , lässt sich für den hier zu beurtei- lenden Entzug insofern u.a. nichts ableiten, als der dreimonatige Entzug nicht nur für das Unterfliegen der Brücke, sondern gleichzeitig auch für die Vorfälle "Landung Rothenthurm " und " Logbuch" angedroht worden war (vgl. Sachverhalt Bst. D und E. 7.2.6). Dass die Vorinstanz für den Vorfall vom 24. Dezember 2021 einen zwei- monatigen Entzug aussprach, ist nach dem Gesagten nicht zu beanstan- den. Es liegt damit kein Grund vor, die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt der Beschwerdeführer als unterliegend. Er hat deshalb die auf Fr. 1'000.– festzusetzenden Verfah- renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der vom Beschwerdeführer in gleicher Höhe A-3993/2022 Seite 24 bezahlte Kostenvorschuss wird zu r Bezahlung der Verfahrenskosten ver- wendet. 10.2 Eine Parteientschädigung steht dem Beschwerdeführer angesichts seines Unterliegens nicht zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario). Auch die Vorinstanz hat als Bundesbehörde keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). (Dispositiv nächste Seite) A-3993/2022 Seite 25 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Der vom Beschwerdeführer bezahlte Kostenvorschuss in glei- cher Höhe wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer , die Vorinstanz und das UVEK. Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Stephan Metzger Tobias Grasdorf A-3993/2022 Seite 26 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver- tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthal ten. Der ange- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde- führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: A-3993/2022 Seite 27 Zustellung erfolgt an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – das Generalsekretariat des UVEK (Gerichtsurkunde)