B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-2555/2014 U r t e i l v o m 1 2 . S e p t e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richter Jean-Daniel Dubey, Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. Parteien X._______, vertreten durch Z._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Schengen-Visum zu Besuchszwecken. C-2555/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein am 1. März 1990 geborener iranischer Staats- angehöriger, beantragte am 19. November 2013 bei der Schweizerischen Botschaft in Teheran (Iran) ein Schengen -Visum. Als Zweck des bea b- sichtigten dreimonatigen Aufenthalts (vom 12. Dezember 2013 bis 9. März 2014) machte er geschäftliche Gründe geltend ("Business"). B e- reits zuvor, am 12. November 2013, hatte sich der Inhaber des Einzelun- ternehmens "A._______" und Onkel des Beschwerdeführers , Z._______ (nachfolgend Gesuchstel ler bzw. Gastgeber), mit einem Einladung s- schreiben an die Schweizerische Vertretung in Teheran gewandt und dar- in mitgeteilt, der Beschwerdeführer stehe in geschäftlicher Beziehung zu ihm. B. Mit Formularentscheid vom 20. November 2013 lehnte es die Schweizer Vertretung ab, das gewünschte Visum auszustellen. Sie führte aus, die vorgelegten Informationen über den Zweck und die Bedingungen des b e- absichtigten Aufenthalts erschienen nicht glaubhaft. C. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 30. Dezember 2013 Einsprache bei der Vorinstanz . Dabei machte er im Wesentlichen geltend, er sei schon bereits am 19. Oktober 2012 für zwei Monate in der Schweiz gewesen und am 16. Dezember 2012 wieder in sein Heimatland zurückgereist. Der Gast geber habe sich im Jahr 2011 selbständig g e- macht und führe eine Einzelfirma. Dieser sei sehr auf die Unterstützung des Beschwerdeführers, seines Bruders und seines Onkels angewiesen. Seit der Gastgeber selbstständig sei, könne er nicht mehr so oft in den Iran reisen, um Einkäufe zu tätigen ; diese Arbeit würden sie deshalb für ihn erledigen. Damit der Beschwerdeführer wisse, um was für Ware n es sich handle, habe ihn der Gastgeber, sein Onkel, in die Schweiz gebeten. Er werde auch einige Messen und Ausstellun gen besuchen, um zu se- hen, was im Trend sei und was er für Einkäufe zu erledigen habe. Dies sei eine sehr wichtige und aufschlussreiche Erfahrung für ihn. Dies auch deshalb, weil viele Teppiche im Iran restauriert würden, weshalb es sehr wichtig sei, die Restaurationen vor Ort miteinander besprechen zu kö n- nen. Ferner gab der Beschwerdeführer an, er würde seit Jahren im Import und Export von Orientteppichen und als Orientteppichrestaurateur arbe i-C-2555/2014 Seite 3 ten. Für sämtliche Kosten sowie die rechtzeitige Rückreise in den Iran ga- rantiere sein Onkel. D. Am 21. März 2014 richtete das Migrationsamt des Kantons Zürich im Auf- trag der Vorinstanz einen Fragenkatalog an den Gastgeber, den dieser mit Schreiben vom 9. April 2014 beantwortete. E. Mit Verfügung vom 25. April 2014 wies die Vorinstanz die Einsprache des Beschwerdeführers ab. Dabei führte sie im Wesentlichen aus, der B e- schwerdeführer stamme aus einer Region, aus welcher als Folge der dort insbesondere in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht herrschenden Verhältnisse der Zuwanderungsdruck nach wie vor stark anhalte. Wie die Erfahrung zeige, würden viele Personen versuchen, sich insbesondere auch im westlichen Ausland eine vermeintlich bessere Zukunft aufzuba u- en. Bestehe dort zudem ein gewisses familiäres Beziehungsnetz , müsse das Risiko einer nicht fristgerechten und anstandslosen Rückkehr als grundsätzlich hoch eingestuft werden. Zudem erscheine das Vorgehen zweifelhaft, dass der Gastgeber dem Beschwerdeführer alle Teppi che in den Iran schicken würde. Es sei dem Gastge ber unbenommen, mit den Teppichen in den Iran zu reisen und diese dort nach Erteilung der nötigen Instruktionen restaurieren zu lassen. Zusammenfassend sei somit festz u- stellen, dass der Beschwerdeführer den Aufenthaltszweck und die U m- stände des Aufenthalts nicht genügend belegt habe und er deshalb keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr und Ausreise aus der Schweiz und dem Schengenraum zu bieten vermöge. F. Mit Rechtsmitteleingabe vom 12. Mai 2014 (Datum des Poststempels) ge- langte der Beschwerdeführer an das Bundesverwaltungsgericht. Er stellt darin sinngemäss das Rechtsbegehren, der vorinstanzliche Einsprach e- entscheid sei aufzuheben und das ge wünschte Visum zu geschäftlichen Zwecken sei zu erteilen. Er sei auch mit der Zusage einer zweimonatigen Aufenthaltsdauer in der Schweiz einverstanden. Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, der Zweck seines Aufenthaltes diene der g e- schäftlichen Besprechung, da die Orientteppiche der Kunden in den Iran geschickt würden, um sie vor Ort zu bearbeiten. Es sei deshalb auch sehr wichtig, dass der Beschwerdeführer wieder in seine Heimat zurückreise, um dort die Orientteppiche für seinen Gast geber zu restaurieren. Letzte- rer lebe nun seit über 30 Jahren in der Schweiz und habe bereits mehrere C-2555/2014 Seite 4 Angehörige seiner Familie eingeladen, wobei diese immer rechtzeitig wieder zurück gereist seien. Es sei noch nie zu Problemen bei der Rück- reise gekommen. Der Bruder des Beschwerdeführers befinde sich zur Zeit noch beim Gesuchsteller auf Besuch und werde auch rechtzeitig wieder ausreisen. Zudem sei auch der Bruder des Gastgebers bere its in der Schweiz gewesen. Sie alle hätten keinen Grund, in der Schweiz a n- sässig zu werden, da sie ihre Familien, ihre Arbeit und ihr eigenes Leben im Iran hätten. G. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 7. Juli 2014 auf Abweisung der Beschwerde. Ergänzend hält sie fest, beim Beschwerd e- führer handle es sich um einen sehr jungen und unverheirateten Mann, der nach Angaben der Schweizer Vertretu ng auch nicht viel verdiene. Daher sei anzunehmen, dass ihm keine besonderen beruflichen, famili ä- ren oder gesellschaftlichen Verpflichtungen obl ägen, welche das Risiko einer nicht anstandslosen Wiederausreise als entsprechend gering e r- scheinen lassen könnt en. Die Erfahrung habe gezeigt, dass viele junge Leute aus der Heimatregion des Besch werdeführers, mit Bekannten oder Verwandten im westlichen Ausland , die Gelegenheit genutzt hätten, um das Heimatland für immer zu verlassen und in Europa Fuss zu fassen. H. Der Beschwerdeführer machte von seinem Replikrecht keinen Gebrauch. I. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erw ä- gungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverw altungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 des VwVG, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Dazu gehört das BFM, das mit der Abweisung der Einsprache betreffend Verweigerung eines Schengen - Visums eine Verfügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges An-C-2555/2014 Seite 5 fechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem Verwaltungsverfa h- rensgesetz, sowei t das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes b e- stimmt (vgl. Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur B e- schwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereich- te Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange- legenheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 2. Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermes- sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebl i- chen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als B e- schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (vgl. Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerd e- verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen; massgebe nd sind grundsätzlich die tatsächl i- chen Verhältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 3. Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch eines iranischen Staats- angehörigen um Erteilung eines Visums für einen dreimonatigen Aufent- halt in der Schweiz zugrunde. Da sich der Beschwerdeführer nicht auf die EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die bea b- sichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliege n- de Streitsache in den persönlichen und sachlich en Anwendungsbereich der Schengen -Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsbestimmungen gelange n nur soweit zur Anwe n- dung, als die Schengen -Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). C-2555/2014 Seite 6 4. Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf E r- teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundes - gesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen -Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Vo r- aussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraus- setzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt auch das Schengen -Recht nicht (a.M. EGLI/MEYER, in: Car o- ni/Gächter/Thurnherr, Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, 2010, Art. 5 N. 3 f.). 4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen - Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit- raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedok u- mente sind, die zum Grenzübert ritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengre n- zen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gült i- gen Aufenthaltstitels sind oder über ein gültiges V isum für den längerfri s- tigen Aufenthalt verfügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerte i- lung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32], Art. 4 VEV). 4.3 Im Weiteren müssen Dritt staatsangehörige den Zweck und die Um - stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei -C-2555/2014 Seite 7 chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nac h- folgend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu belegen, dass sie den Schengen -Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako- dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI/MEYER, a.a.O. Art. 5 N. 33). Des weiteren dürfe n Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Inform a- tionssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffen t- liche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit glied- staats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige Person nicht bereit ist, das Hoheitsge biet des Schengen -Raums fristge- recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI/MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; fer- ner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsge richts 1 C. 1.10 vom 11. Januar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und drit t- staatsangehörige Personen zu belegen, dass die Ge fahr einer rechtswid- rigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesi- cherten Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verl angt, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang (vgl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusamme n- hangs zum Einreiseerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK). 4.5 Sind die v orerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom - men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen -Raum geltendes "einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 VEV, Art. 32 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund intern a- tionaler Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der dritt - staatsangehörigen Person, welche die ordentlichen Einreisevorausset - zungen nicht erfüllt, ausnahmswe ise ein "Visum mit räumlich beschränk - ter Gültigkeit" zu erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur für das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig C-2555/2014 Seite 8 (Art. 32 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Vorau s- setzungen kann einer drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestattet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 4.6 Aufgrund seiner iranischen Staatsangehörigkeit unterliegt der B e- schwerdeführer der Visumspflicht (vgl. Anhang I zur Verordnung [EG] Nr. 539/2001 [ABl. L 81 vom 21.03.2001 S. 1-7; zum vollständigen Que l- lennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV]). Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK stehen die Fragen nach dem Zweck des geplanten Aufenthalts und der gesicherten Wiederausrei- se im Vorder grund. Dabei sind sämtliche Umstände des Einzelfalles zu würdigen. Anhaltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerec h- te Wiederausreise können sich aus der all gemeinen Situation im He r- kunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeuten, dass d ie persönliche Interessenlage nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 5. 5.1 Im Jahr 2013 betrug das Bruttoinlandprodukt des Irans Schätzungen zufolge circa 438 Milliarden US -Dollar. Regierungsstellen sprechen von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 5.4 Prozent. Zu den wich- tigsten Wirtschaftszweigen Irans zählen die Öl- und Gasindustrie, petr o- chemische Industrie, Landwirtschaft, Metallindustrie und die Kraftfahr- zeugindustrie. Die Inflationsrate wird aktuell von offizieller Seite mit 35 Prozent angegeben. Die Arbeitslosigkeit beträgt offiziellen Angaben zufol- ge 10 Prozent. Davon sind etwa drei Viertel zwischen 15 bis 29 Jahre alt. Im Iran gilt jede Person als beschäftigt, die mindestens zwei Tage pro Woche tätig ist (Quelle: www.auswaertiges-amt.de, Länder, Reise und Si- cherheit > Iran > Wirtschaftspolitik, Stand Mai 2014; besucht im August 2014). Der Mangel an Arbeitsplätzen zwingt viele gebil dete iranis che Junge sich eine Arbeit in Übersee zu suchen, was zu einem signifikanten Abwandern von qualifizierten Fachkräften ins Ausland führt (Quelle: www.cia.gov > Library > Publications > The world Factbook > Iran, Stand Juni 2014, besucht im August 2014). 5.2 Angesichts der schwierigen Lage im Herkunftsland des Beschwe r- deführers ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Risiko e i- ner nicht fristgerechten Wiederausreise allgemein als hoch einschätzte C-2555/2014 Seite 9 und den beh aupteten Au fenthaltszweck in Frage stellte . Aufgrund der restriktiven Zulassungsregelung werden in solchen Situationen nicht se l- ten ausländerrechtliche Bestimmungen umgangen, indem versucht wird, den Aufenthalt – einmal eingereist – auf eine andere rechtliche oder fakti- sche Basis zu stellen und sich so der Pflicht zur Wiederausreise zu ent - ziehen. Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur diese Umstände und Er- fahrungen, sondern alle Gesichts punkte des Einzelfalles zu berücksicht i- gen (vgl. anstelle vieler: Urteil des BVGer C-2785/2012 vom 17. Juli 2013 E. 6.3 f.). 6. 6.1 Der 24-jährige, unverheiratete Beschwerdeführer macht hinsichtlich seines familiären und persönlichen Umfeld s im Iran lediglich pauschal geltend, er habe seine Familie, die Arbeit und auch ein e igenes Leben in seinem Heimatland und nicht hier in der Schweiz. Diese Angaben reichen hingegen nicht schon aus, um auf besondere familiäre oder gesellschaf t- liche Verpflichtungen im Iran schliessen zu können. Zwar kann aufgrund der eingereichten Akten grundsätzlich darauf geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer in guten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt (vgl. Kontenübersicht und Kontoauszug der T._______ Bank vom 16. Nove m- ber 2013 sowie Auszug "Deeds and Properties Registration"). Dieser Um- stand kann jedoch nicht darüber hinweg sehen lassen, dass die Angaben bezüglich des behaupteten Aufenthaltszwecks und d en Umständen des Aufenthalts eine Reihe von Ungereimtheiten aufweisen, wie nachfolgende Ausführungen zeigen. 6.2 So machte der Beschwerdefüh rer in seiner Einsprache vom 30. D e- zember 2013 geltend, sein Onkel, der Firmeninhaber, könne wegen se i- ner selbständigen Erwerbstätigkeit nicht mehr so oft in den Iran reisen, um Einkäufe zu tätigen. Diese Arbeit würde durch ihn, seinen Bruder und seinen Onkel erledigt. Damit er wisse, um was für Waren es sich handle, habe ihn der Gastgeber in die Schweiz gebeten. Er werde zu dem auch einige Messen und Ausstellungen besuchen, um zu sehen, was im Trend sei und was für Einkäufe er zu machen habe. Dies sei deshalb eine wich- tige Erfahrung für ihn. Sie würden zudem viele Teppiche im Iran restaurie- ren, weshalb es sehr wichtig sei, die Restaurationen vor Ort miteinander zu besprechen. Der Beschwerdeführer unterliess es hingegen zu konkre- tisieren, welche Messen und Ausstellungen er hierzulande besuchen wol- le. Zudem fällt auf, dass in der Beschwerde vom 1 2. Mai 2014 der Ein- kauf von Waren und der Besuch von Messen bzw. Ausstellungen mit kei-C-2555/2014 Seite 10 nem Wort mehr erwähnt wurden. Der Beschwerdeführer machte nunmehr lediglich geltend, der Aufenthalt diene der geschäftlichen Besprechung, da der Gastgeber die Orientteppiche seiner Kundschaft in den Iran sch i- cke, um sie dort zu bearbeiten. 6.3 Nicht nachvollziehbar ist zudem, wieso der Beschwerdeführer über- haupt zwecks geschäftlicher Besprechung mit dem Gesuchsteller persön- lich in die Schweiz reisen muss, ist er doch seit Jahren im Import und E x- port von Orientteppichen sowie als Orientteppichrestaurateur bzw. Tep- pichweber tätig (vgl. Einsprache vom 30. Dezember 2013 sowie "Identifi- cation Card", ausgestellt von der B._______ vom 10. Juli 2012), womit anzunehmen ist, er könne bezüglich der Restauration der Teppiche als er- fahrener Fachmann auch andersweitig instruiert werden (bspw. via Tel e- fon, E-Mail, Skype). Zudem ist darauf hinz uweisen, dass der Bruder des Beschwerdeführers den Gastgeber erst kürzlich besucht haben soll (vgl. Beschwerde vom 12. Mai 2014), und auch er selbst im Jahr 2012 schon in der Schweiz gewesen ist, womit angenommen werden kann, er sei mittlerweile mit der Arbeitsweise seines Onkels – auch ohne persönliche Besprechung vor Ort – bestens vertraut. 6.4 Der Beschwerdeführer macht denn auch keine genauen Angaben zur Anzahl der in sein Heimatland versendeten Orientteppiche und der Art der Restaurationen , welche dort erledigt werden. Fest steht hingegen, dass der Gastgeber auch in seinem eigenen Geschäft in C._______ Res- taurationen von Teppichen durchführt (vgl. Homepage X._______ , be- sucht im August 2014) und somit offen bleiben muss, wie sehr der G e- suchsteller tatsächlich auf die Ausführungen der Restaurationsarbeiten im Iran angewiesen ist. Diesbezüglich sind auch die mit der Beschwerde eingereichten Dokumente – welche ausschliesslich aus dem Jahr 2013 stammen – wenig aufschlussreich. Doch selbst wenn dies der Fall se in sollte, rechtfertigt die blosse Besprechung von Restaurationsarbeiten nicht die Dauer des geplanten zwei - bzw. dreimonatigen Aufenthalts in der Schweiz. 6.5 Vor dem aufgezeigten Hintergrund durfte die Vorinstanz davon au s- gehen, es best änden begründete Zwei fel am Aufenthaltszweck des B e- schwerdeführers bzw. es bestehe nicht genügend Gewähr für eine a n- standslose und fristgerechte Wiederausreise. Entsprechend ergab sich auch kein Raum für die Erteilung eines einheitlichen Schengen -Visums. Gründe für die Erteilu ng eines Visums mit räumlich beschränkter Gülti g-C-2555/2014 Seite 11 keit bestanden ebenfalls nicht und wurden auch nicht behauptet (zu den Voraussetzungen vgl. E. 4.5). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rec htserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt; sie ist auch angemessen (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 8. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrens- kosten sind auf Fr. 800. festzusetzen (vgl. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) C-2555/2014 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der bereits einbezahlte Kostenvorschuss von Fr. 800. - wird zur Beza h- lung der Verfahrenskosten verwendet . 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] retour) – das Migrationsamt des Kantons Zürich Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer Versand: