<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00096</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222677&amp;W10_KEY=13045539&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00096</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.09.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Scheinehe? [Der Beschwerdeführer heiratete 2014 in Dänemark eine 12 Jahre jüngere EU-Bürgerin, welcher kurz zuvor erstmals eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erteilt worden war. Nach der Heirat wurde ihm ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erteilt. Das Ehepaar wohnt seit acht Jahren zusammen; seit sechs Jahren lebt es in Wohngemeinschaft mit der Schwester der Ehefrau und dem Bruder des Beschwerdeführers, welche ebenfalls verheiratet sind. Das Bezirksgericht sprach das Ehepaar mit begründetem und rechtskräftigem Urteil vom Vorwurf der Täuschung der Behörden wegen Scheinehe frei.] Kriterien für das Vorliegen einer Scheinehe (E. 2.2). Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe in willkürlicher Weise auf migrationsrechtliche Verfahren von Drittpersonen abgestellt (E. 4.1): Der Vergleich der Vorinstanz mit zwei "spanischen Freundinnen", die ebenfalls eine Scheinehe eingegangen seien, ist willkürlich und widerspricht der Einzelfallbetrachtung. Nicht willkürlich ist dagegen die Bezugnahme auf die Ehe der Schwester der Ehefrau und dem Bruder des Beschwerdeführers, deren migrations- und strafrechtliches Verfahren parallel geführt wurde (E. 4.3). Grundsätzlich keine Bindungswirkung des Strafurteils für Verwaltungsbehörden. Eine Verwaltungsbehörde darf aber nicht ohne Not von den tatsächlichen Feststellungen der Strafbehörde abweichen (E. 5.1). Vorliegend weicht die Vorinstanz in Verletzung der Begründungspflicht vom Strafurteil ab (E. 5.3): Gegen eine Scheinehe sprechende Indizien, wie der enge Kontakt des Beschwerdeführers mit der Schwiegermutter, die vielen Kenntnisse der Ehegatten über die Familienverhältnisse und den Werdegang, die konstanten Wohnverhältnisse und die gemeinsamen Zukunftspläne, wurden nicht genügend berücksichtigt. Es liegen überwiegende Indizien für eine gelebte Ehe vor. Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BINDUNGSWIRKUNG">BINDUNGSWIRKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DÃNEMARK">DÃNEMARK</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREISPRUCH">FREISPRUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMISSBRAUCH">RECHTSMISSBRAUCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFURTEIL">STRAFURTEIL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WILLKÃR">WILLKÃR</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 62 Abs. I lit. d AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 23 VFP</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=58998" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00096</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">28. September 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A,<b> </b>vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1981, StaatsangehÃ¶riger von Bangladesch, reiste am 1. Oktober 2012 unter dem Namen D erstmals in die Schweiz ein, wo er ein Asylgesuch stellte. Am 14. Januar 2013 trat das damalige Bundesamt fÃ¼r Migration (BFM; heute: Staatssekretariat fÃ¼r Migration [SEM]) auf das Asylgesuch nicht ein und wies ihn aus der Schweiz weg. Das Bundesverwaltungsgericht bestÃ¤tigte mit Urteil vom 28. MÃ¤rz 2013 (D-361/2013) den Nichteintretensentscheid des BFM. In der Folge wurde A zum Verlassen der Schweiz eine Frist bis 23. April 2013 angesetzt. Seit dem 28. April 2013 galt er als verschwunden. Nachdem A am 21. August 2014 in TÃ¸nder (DÃ¤nemark) die ursprÃ¼nglich aus der Dominikanischen Republik stammende, spanische StaatsangehÃ¶rige G (geboren 1993) geheiratet hatte, reiste er am 25. August 2014 in die Schweiz ein und beantragte eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehegattin. Diese war bereits am 15. Juni 2014 in die Schweiz eingereist und schloss am 30. Juni 2014 einen Arbeitsvertrag mit dem Restaurant H in ZÃ¼rich ab. Daraufhin erteilte ihr das Migrationsamt eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zur ErwerbstÃ¤tigkeit. Als Familienmitglied einer EU-BÃ¼rgerin wurde A am 28. Oktober 2014 ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erteilt. Am 29. Juni 2017 erteilte das Migrationsamt ZÃ¼rich der Kantonspolizei den Auftrag, die ehelichen VerhÃ¤ltnisse von A und G nÃ¤her zu Ã¼berprÃ¼fen. Der Ehemann wurde am 21. August 2017 befragt; die Ehefrau am 6. September 2017. Dabei stellte sich heraus, dass die Schwester von G, I (geboren 1987) mit dem Bruder von A, J (geboren 1994) verheiratet ist und alle zusammen an der K-Strasse 01 in ZÃ¼rich wohnen.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Nach GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs widerrief das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 24. Juni 2019 die Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA A's und G's und wies sie aus der Schweiz weg. Dabei kam das Migrationsamt zum Schluss, G habe ihren Aufenthalt mittels dreier ScheinarbeitsvertrÃ¤ge erschlichen, weshalb ihr freizÃ¼gigkeitsrechtlicher Anspruch als Arbeitnehmerin aufgrund Rechtsmissbrauchs erloschen respektive gar nie entstanden sei. Bei der von ihr seit April 2018 im Restaurant M und seit anfangs Juli 2018 ausgeÃ¼bten TÃ¤tigkeit fÃ¼r die Firma N handle es sich um eine unwesentliche ErwerbstÃ¤tigkeit von untergeordneter Bedeutung. Auch die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA A's sei zu widerrufen, sei doch die Ehe A/G lediglich zum Schein eingegangen worden. Gegen die VerfÃ¼gung wurde am 29. Juli 2019 Rekurs erhoben. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 23. September 2020 erhob die Staatsanwaltschaft ZÃ¼rich-Sihl Anklage gegen A und G wegen TÃ¤uschung der BehÃ¶rden im Sinn von Art. 118 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG). Mit (begrÃ¼ndeten) Urteilen vom 1. MÃ¤rz 2021 (GG200235 bzw. GG200238) sprach das Bezirksgericht ZÃ¼rich, 10. Abteilung, die Beschuldigten in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" vom Vorwurf der TÃ¤uschung der BehÃ¶rden frei. Die von der Staatsanwaltschaft dagegen erhobene Berufung wurde wieder zurÃ¼ckgezogen, womit die Strafurteile in Rechtskraft erwachsen sind.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion hiess den am 29. Juli 2019 erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 18. Januar 2022 teilweise gut und hob die angefochtene VerfÃ¼gung auf, soweit sie G betraf, und wies das Migrationsamt an, deren Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu verlÃ¤ngern. Soweit die VerfÃ¼gung vom 24. Juni 2019 A betraf, wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion den Rekurs ab und setzte diesem eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz an. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 21. Februar 2022 an das Verwaltungsgericht liess A (nachfolgend: der BeschwerdefÃ¼hrer) beantragen, der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion sei unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen aufzuheben und seine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu verlÃ¤ngern. Ausserdem stellte er folgenden Antrag: "Die Verletzungen des rechtlichen GehÃ¶rs durch die Sicherheitsdirektion seien im Dispositiv des Entscheides formell festzuhalten". In prozessualer Hinsicht ersuchte A um eine schriftliche BestÃ¤tigung bezÃ¼glich seines Aufenthaltsrechts wÃ¤hrend des Beschwerdeverfahrens. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 22. Februar 2022 wurde angemerkt, dass wÃ¤hrend des Verfahrens alle Vollziehungsvorkehrungen zu unterbleiben hÃ¤tten. Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion verzichtete am 23. MÃ¤rz 2022 auf eine Vernehmlassung; das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 12. Mai 2022 zog das Verwaltungsgericht die A und G betreffenden Strafakten beim Bezirksgericht ZÃ¼rich bei. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 27. Juli 2022 zog es schliesslich die Migrationsakten betreffend G bei.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unange­messenheit des ange­fochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungs­rechts­pflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Am 1. Januar 2019 sind zahlreiche Ãnderungen des AuslÃ¤ndergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG), das nunmehr AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz (AIG) heisst, in Kraft getreten. Das Ãbergangsrecht bestimmt sich damit entweder nach allgemeinen GrundsÃ¤tzen oder in analoger Anwendung von Art. 126 AIG. Bei WiderrufsgrÃ¼nden ist grundsÃ¤tzlich weiterhin auf den Zeitpunkt abzustellen, in welchem der betroffene AuslÃ¤nder von der Einleitung des zum Bewilligungswiderruf fÃ¼hrenden Verfahrens in Kenntnis gesetzt wurde (vgl. BGr, 11. November 2010, 2C_445/2010, E. 2 und BGr, 27. Mai 2010, 2C_837/2009, E. 1; VGr, 16. Dezember 2020, VB.2020.00679, E. 1.3). Damit bleibt auf den vorliegenden Fall grundsÃ¤tzlich das bisherige Recht anwendbar. Die hier anwendbaren Bestimmungen haben jedoch keine massgeblichen Ãnderungen erfahren, sodass auf das neue Recht Bezug genommen wird (VGr, 19. Februar 2020, VB.2019.00720, E. 2.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 AIG gilt dieses Gesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige eines Mitgliedstaats der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (heute EuropÃ¤ische Union [EU]) und ihre FamilienangehÃ¶rigen nur so weit, als das FreizÃ¼gigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht. GestÃ¼tzt auf Art. 7 lit. d und e FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA haben Ehegatten von EU-StaatsangehÃ¶rigen mit Aufenthaltsrecht in der Schweiz ungeachtet der eigenen StaatsangehÃ¶rigkeit das Recht, bei diesen Wohnung zu nehmen und eine ErwerbstÃ¤tigkeit auszuÃ¼ben. Dieses abgeleitete Aufenthaltsrecht knÃ¼pft an den formellen Bestand der Ehe an und darf grundsÃ¤tzlich nicht vom Erfordernis des Zusammenlebens abhÃ¤ngig gemacht werden, sofern nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich zur blossen Aufenthaltssicherung an einer nur noch formell bestehenden Ehe festgehalten wird (vgl. BGE 130 II 113 = Pra. 93 [2004] Nr. 171 E. 8 f.; BGE 139 II 393 E. 2.1).</p> <p class="Urteilstext"><span>Der abgeleitete Aufenthaltsanspruch steht somit unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs. Darunter fÃ¤llt auch die sogenannte Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe, welche die Ehegatten nur zur Erlangung des Aufenthaltsrechts eingehen, ohne eine echte eheliche Gemeinschaft zu beabsichtigen (BGr, 18. August 2017, 2C_118/2017, E. 4.1), sowie die Berufung auf eine nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft bestehende Ehe (BGE 128 II 145 E. 2.2). </span><span>Auf eine AuslÃ¤nderrechtsehe kann allerdings nicht schon dann geschlossen werden, wenn auslÃ¤nderrechtliche Motive fÃ¼r den Eheschluss mitentscheidend waren. Erforderlich ist, dass der Wille zur FÃ¼hrung der Lebensgemeinschaft im Sinn einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, kÃ¶rperlichen und spirituellen Verbindung zumindest bei einem der Ehepartner fehlt (BGr, 23. Februar 2021, 2C_860/2020, E. 4.4; BGr, 26. Februar 2020, 2C_112/2019, E. 4.2). </span><span>Da bei Berufung auf eine Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe die Bewilligungsvoraussetzungen entfallen (Nichteinhalten einer mit der VerfÃ¼gung verbundenen Bedingung), kann sodann gestÃ¼tzt auf Art. 23 der Verordnung Ã¼ber den freien Personenverkehr vom 22. Mai 2002 (VFP) und Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG die Aufenthaltsbewilligung widerrufen oder nicht (mehr) verlÃ¤ngert werden, da das FreizÃ¼gigkeitsabkommen diesbezÃ¼glich keine eigenen abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt (vgl. zum Ganzen BGE 144 II 1 E. 3.1; 139 II 393 E. 2.1).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Das Vorliegen einer Scheinehe oder einer nur aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven aufrechterhaltenen Ehe entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis, weil es sich dabei um innere VorgÃ¤nge handelt, die der BehÃ¶rde nicht bekannt oder schwierig zu beweisen sind. Sie sind daher oft nur durch Indizien zu erstellen (vgl. BGE 122 II 289 E. 2b; BGr, 3. Dezember 2020, 2C_723/2020, E. 4.3.2). Dabei liegt in der Natur des Indizienbeweises, dass mehrere Indizien, welche fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf das Vorliegen einer bestimmten Tatsache erlauben, in ihrer Gesamtheit die erforderliche Ãberzeugung vermitteln kÃ¶nnen. Als Indizien fÃ¼r die Annahme einer Scheinehe gelten namentlich das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten sowie die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung, wie beispielsweise eine Heirat nach einer nur kurzen Bekanntschaft sowie geringe Kenntnisse Ã¼ber den Ehegatten. Auch der Umstand, dass der Ehegatte ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung hÃ¤tte erlangen kÃ¶nnen, kann zumindest zusammen mit weiteren Indizien auf eine Scheinehe hinweisen. Zu berÃ¼cksichtigen sind auch die konkreten WohnverhÃ¤ltnisse, namentlich wenn die Ehegatten nicht zusammenwohnen oder in getrennten Zimmern nÃ¤chtigen. Sodann kann ein unterschiedlicher kultureller und sprachlicher Hintergrund der Ehegatten einen bereits bestehenden Scheineheverdacht weiter erhÃ¤rten (vgl. BGr, 3. Dezember 2020, 2C_723/2020, E. 4.3.3; BGr, 14. November 2019, 2C_613/2019, E. 3.6.3). Die vorliegenden Indizien sind im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu wÃ¼rdigen. Die VerwaltungsbehÃ¶rde kann sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen auf unbekannte zu schliessen. Dabei handelt es sich um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen werden. Spricht die Vermutung fÃ¼r eine vorhandene TÃ¤uschungsabsicht im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung, obliegt es dem zur Mitwirkung verpflichteten Betroffenen, die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen (BGr, 27. Januar 2020, 2C_950/2019, E. 3.2; BGr, 9. Juni 2008, 2C_60/2008, E. 2.2.2; BGE 130 II 482 E. 3.2 mit Hinweisen; VGr, 3. MÃ¤rz 2022, VB.2021.00476, E. 2.4).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die Vorinstanz bejahte trotz freisprechendem Strafurteil eine Scheinehe, wofÃ¼r gewichtige Indizien vorlÃ¤gen: HierfÃ¼r sprÃ¤chen insbesondere</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- der Umstand, dass A DrittstaatsangehÃ¶riger und keine qualifizierte Arbeitskraft sei, sodass ihm ein lÃ¤ngerer Aufenthalt in der Schweiz nur mittels Heirat einer hier aufenthaltsberechtigten Person mÃ¶glich gewesen sei;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- der Umstand, dass A unter Angaben falscher Personalien und in AusschÃ¶pfung des Rechtswegs zwischen Oktober 2012 und April 2013 erfolglos versucht habe, in der Schweiz ein Anwesenheitsrecht als FlÃ¼chtling zu erlangen und er in der Folge nicht in sein Heimatland zurÃ¼ckgekehrt, sondern im April 2013 untergetaucht und nach Italien ausgereist sei;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- der Umstand, dass A zeitlich direkt anschliessend im April 2013 nach Spanien gereist sei und die zwÃ¶lf Jahre jÃ¼ngere G in einer Diskothek kennengelernt habe, sie anschliessend mittels Englisch-Translator Ã¼ber WhatsApp oder Facebook hÃ¤tten kommunizieren mÃ¼ssen, den Entschluss zur Heirat im Oktober 2013, d.</span><span> </span><span>h. nur sechs Monate spÃ¤ter, gefasst hÃ¤tten, sich bis zur Hochzeit zweimal getroffen hÃ¤tten und dabei erklÃ¤rt hÃ¤tten, wegen seiner Religion vor der Hochzeit nicht zusammengelebt zu haben;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- der Umstand, dass sie am 21. August 2014, d.</span><span> </span><span>h. zehn Tage nach Erteilung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA an G in der Schweiz, ohne Familie und Freunde in TÃ¸nder (DÃ¤nemark) heirateten, einem Land, zu welchem beide Ehepartner keine Verbindung hÃ¤tten, welches dafÃ¼r aber kaum administrative HÃ¼rden fÃ¼r heiratswillige Paare kenne;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- die separaten und zeitversetzten Einreisen der Ehepartner nach der Hochzeit von Spanien und Italien herkommend in die Schweiz;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- der Umstand, dass die Ehepartner selbst nach dreijÃ¤hriger Ehe im Zeitpunkt der Einvernahmen im Jahr 2017 keine bis kaum Kenntnisse Ã¼ber den anderen und dessen Vorleben hÃ¤tten (Asylgesuch von A, Geburtsort von G, Schule, Ausbildung, Beruf, Mutter und Religion von A) sowie auffallend wenige Gemeinsamkeiten bzw. Anhaltspunkte hÃ¤tten aufzeigen kÃ¶nnen, die auf das FÃ¼hren einer echten Lebensgemeinschaft hindeuten wÃ¼rden;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- die Vergleichbarkeit ihres gesamten Handelns mit dem rechtsmissbrÃ¤uchlichen Vorgehen der spanischen Freundin von G, P (geboren 1991), die zuvor im Oktober 2013 in Spanien den bangladeschischen StaatsangehÃ¶rigen Q (geboren 1984) geheiratet und einen Scheinarbeitsvertrag mit dem Restaurant H in ZÃ¼rich abgeschlossen habe (rechtskrÃ¤ftige Wegweisung von Q mit Rekursentscheid Nr. 2018.0226 vom 18. Oktober 2018, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons ZÃ¼rich VB.2018.00769 vom 20. Februar 2019 und Urteil des Bundesgerichts 2C_32712019 vom 22. August 2019);</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- das danach erfolgte gleichgerichtete Vorgehen einer weiteren spanischen Freundin von G, R (geboren 1994), die im Juli 2015 den bangladeschen StaatsangehÃ¶rigen S (geboren 1977) geheiratet habe, der in der Schweiz zuvor erfolglos um Asyl ersucht und eine Scheinehe gefÃ¼hrt habe, und die vor der Vorinstanz wohl vorgab, ein ArbeitsverhÃ¤ltnis mit dem Restaurant der T GmbH in ZÃ¼rich eingegangen zu sein (vgl. Wegweisung von S mit Rekursentscheid Nr. 2019.0490 vom 8. Juni 2021 und zurzeit hÃ¤ngiges Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich VB.2021.00476);</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- das ebenso gleichgerichtete Vorgehen der Schwester von G, I, und des Bruders von A, J, die am 31. Mai 2016 auf der Insel U heirateten, separat in die Schweiz einreisten, den Aufenthalt mittels Arbeitsvertrag von I mit dem Restaurant V in ZÃ¼rich sicherten und seit 3. November 2016 mit dem Ehepaar an der K-Strasse 110 in ZÃ¼rich zusammenlebten (vgl. Rekursentscheid Nr. 2019.0507 vom 18. Januar 2022);</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- die Parallelen zu weiteren rechtsmissbrÃ¤uchlichen FÃ¤llen auslÃ¤ndischer Scheinehepaare aus den gleichen Kulturkreisen, was durch die koordinierte Aktion GOLIATH der Kantonspolizei ZÃ¼rich und der Vorinstanz in den letzten Jahren aufgedeckt worden sei und die zu zahlreichen Bewilligungswiderrufen und Wegweisungen durch die Vorinstanz, die Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich, das Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich bzw. das Bundesgericht gefÃ¼hrt hÃ¤tten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Insgesamt, erwog die Vorinstanz, sei die Beweiskraft der Indizien aus auslÃ¤nderrechtlicher Perspektive erdrÃ¼ckend. In Kenntnis des Vorgehens anderer spanisch-bangladeschischer Scheinehepaare hÃ¤tten A und seine Ehefrau von Anfang an den Lebens- und Arbeitsaufenthalt in der Schweiz, zusammen mit ihren Geschwistern, geplant. Die aufgefÃ¼hrten Indizien seien durch A nicht entkrÃ¤ftet worden. Gesehen werde aber der Einwand, dass das Ehepaar seit Oktober bzw. November 2016 in der ehelichen Wohnung an der K-Strasse 01 in ZÃ¼rich zusammen mit den Geschwistern wohnen und auch eine intime Beziehung fÃ¼hren wÃ¼rde. Die Wohnsituation scheine in der Tat seit 2016 stetig zu sein. Die formellen Melde- und MietverhÃ¤ltnisse sowie das Zusammenleben mit intimen Beziehungen fÃ¼hre aber nicht ohne Weiteres zur Annahme einer eigentlichen ehelichen Lebensgemeinschaft. Angesichts dessen, dass das Paar sowohl mit den Geschwistern als auch mit anderen Scheinehepaaren vernetzt sei, sei davon auszugehen, dass es sich um eine reine Zweckgemeinschaft mit Aufteilung der Wohn- und Lebenskosten unter den mÃ¤nnlichen Geschwistern handle, welche darauf abziele, das Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu sichern und einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachgehen zu kÃ¶nnen. Der vorgebrachte </span><span>dreitÃ¤gige Besuch </span><span>von A</span><span> zum Geburtstag der sich</span><span> </span><span>dazumal in Spanien aufhaltenden </span><span>Ehefrau</span><span> am 8. Juli 2017, das Feiern von Weihnachten</span><span> </span><span>2017 mit dem Geschwisterpaar in ZÃ¼rich, obwohl </span><span>A</span><span> Moslem </span><span>sei </span><span>und nach</span><span> </span><span>eigenen Angaben Weihnachten nicht feiere, der achttÃ¤gige</span><span> Besuch der Mutter aus Spanien Ã¼ber Neujahr 2017 in ZÃ¼rich und die weiteren undatierten Fotos, auf denen das Ehepaar "vertraut" abgebildet sei, wÃ¼rden nicht ausreichend belegen, dass ein aufrichtiger Ehewille bestehe. Ferner wirke der eingereichte WhatsApp-Chatverlauf nicht als sachdienlich in Bezug auf den Gehalt einer ehelichen Beziehung: So wÃ¼rden sie sich zwar im rudimentÃ¤ren Englisch austauschen, inhaltlich gehe es allerdings weitestgehend um Organisatorisches, z.</span><span> </span><span>B. um eine benÃ¶tigte Kopie eines Arbeitsvertrags oder einer BankÃ¼berweisung, um benÃ¶tigtes Geld, eine benÃ¶tigte Telefonnummer oder Lohnabrechnung, und nur selten um PersÃ¶nliches. Hervorzuheben sei der kurze Chat an einem Tag im Dezember, als A seine Ehefrau fragte, "What is your personal future plan" und die Ehefrau geantwortet habe, "I dont kno now ...". Insgesamt sei rechtsgenÃ¼gend erstellt, dass das Ehepaar seit Jahren den Anschein einer gelebten ehelichen Beziehung erwecke und die BehÃ¶rden damit zu tÃ¤uschen suchte. Folglich sei der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA von A gemÃ¤ss Art. 23 Abs. 1 VEP in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG zu Recht erfolgt. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, die Vorinstanz habe in willkÃ¼rlicher Weise auf migrationsrechtliche Verfahren von Drittpersonen abgestellt, deren Akten zum vorliegenden Verfahren nicht einmal beigezogen worden seien. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Vorinstanz zog in ihrem Entscheid Parallelen zu anderen migrationsrechtlichen Verfahren, in welchen binationale Ehen in Kombination von spanischen und bangladeschischen StaatsangehÃ¶rigen vom Migrationsamt als Scheinehen qualifiziert wurden. Zitiert wurde namentlich die Ehe der "spanischen Freundin der Rekurrentin, P" mit dem ebenfalls aus Bangladesch stammenden Q, wobei die genannte Freundin ebenfalls einen Scheinarbeitsvertrag mit dem Restaurant H in ZÃ¼rich abgeschlossen habe. Ferner entspreche die Vorgehensweise der "spanischen Freundin der Rekurrentin, R" mit dem ebenfalls aus Bangladesch stammenden S. Und schliesslich sei auch ihre Schwester I mit J, dem Bruder von A, eine Scheinehe eingegangen. Ferner bestÃ¼nden Parallelen zu weiteren rechtsmissbrÃ¤uchlichen FÃ¤llen auslÃ¤ndischer Scheinehepaare aus den gleichen Kulturkreisen, was durch die koordinierte Aktion GOLIATH der Kantonspolizei ZÃ¼rich und dem Migrationsamt in den letzten Jahren aufgedeckt worden sei.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>FÃ¼r den Vergleich mit der Ehe von R/S und P/Q stÃ¼tzt sich die Vorinstanz zwar auf verschiedene, aktenkundige Facebook-EintrÃ¤ge, welche die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers mit R und P zeigen. Selbst wenn die Ehe der Letzteren als Scheinehe qualifiziert wurde, kann allein aus deren Bekanntschaft zur Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers nichts fÃ¼r die hier zu beurteilende Ehe abgeleitet werden. Solche Vergleiche erweisen sich als willkÃ¼rlich und widersprechen der allein ausschlaggebenden Einzelfallbetrachtung (siehe dazu VGr, 6. Dezember 2017, VB.2017.00434, E. 2.5; VGr, 15. November 2017, VB.2017.00366, E. 2.7). Anders prÃ¤sentiert sich die Sachlage in Bezug auf die Ehe von I und J, der SchwÃ¤gerin und dem Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers: Hier finden sich in den Akten zahlreiche Hinweise auf deren Ehe, da alle vier, d.<span> </span>h. der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehefrau sowie seine SchwÃ¤gerin und sein Bruder, seit 2016 in derselben Wohnung an der K-Strasse 01 in ZÃ¼rich leben und gegen dieses Ehepaar ebenfalls wegen Scheinehe ermittelt wurde. NaturgemÃ¤ss ergaben sich Ãberschneidungen des vorliegenden Verfahrens zum parallel gefÃ¼hrten migrations- und strafrechtlichen Verfahren der Eheleute I/J. Auch der Verweis auf die Aktion GOLIATH der Kantonspolizei ZÃ¼rich, welche in Bezug auf diesen Fall zu einem Anfangsverdacht betreffend Scheinehe fÃ¼hrte, ist nicht unzulÃ¤ssig bzw. willkÃ¼rlich (siehe dazu VGr, 31. MÃ¤rz 2021, VB.2021.00006, E. 3.2.2 mit zahlreichen Hinweisen; VGr, 31. MÃ¤rz 2021, VB.2021.00070, E. 2.3.1.7, vom Bundesgericht bestÃ¤tigt: BGr, 18. August 2021, 2C_437/2021, E. 4.2 und E. 4.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Ob aufgrund dessen, dass die R und S und weitere Personen betreffenden Verfahrensakten keinen Eingang in die vorliegenden Akten gefunden haben, eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs erblickt werden muss, kann offengelassen werden, da die Beschwerde â wie gleich zu zeigen sein wird â gutzuheissen ist (siehe E. 5.3). Auf das Begehren des BeschwerdefÃ¼hrers, die Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs sei im Dispositiv des Entscheids formell festzuhalten, ist sodann nicht einzutreten: Um eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs im Dispositiv festzuhalten, mÃ¼sste der BeschwerdefÃ¼hrer ein besonderes Feststellungsinteresse aufweisen. Dass ein solches hier vorliegen wÃ¼rde, legt dieser jedoch nicht dar. Selbst wenn ein Feststellungsinteresse vorliegen wÃ¼rde, erwiese sich dieses gegenÃ¼ber dem Leistungsbegehren auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung als subsidiÃ¤r (VGr, 22. September 2010, VB.2010.00163, E. 1.2 [nicht auf www.vgr.zh.ch verÃ¶ffentlicht]). </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beruft sich darauf, dass er mit Strafurteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 1. MÃ¤rz 2021 vom Vorwurf der </span><span>TÃ¤uschung der BehÃ¶rden im Sinn von Art. 118 Abs. 1 AIG rechtskrÃ¤ftig freigesprochen worden sei. Die Vorinstanz widerspreche im angefochtenen Entscheid dem Strafgericht in derselben Sache und gehe gleichwohl von einer Scheinehe aus.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>FÃ¼r VerwaltungsbehÃ¶rden entfaltet die BegrÃ¼ndung eines Strafurteils grundsÃ¤tzlich keine Bindungswirkung. Hingegen gebieten der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung und die Rechtssicherheit, widersprÃ¼chliche Entscheide im Rahmen des MÃ¶glichen zu vermeiden, weshalb eine VerwaltungsbehÃ¶rde nicht ohne Not von den tatsÃ¤chlichen Feststellungen der StrafbehÃ¶rde abweichen soll. Falls keine klaren Anhaltspunkte fÃ¼r die Unrichtigkeit der Tatsachenfeststellungen bestehen, darf die VerwaltungsbehÃ¶rde nach stÃ¤ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung von den tatsÃ¤chlichen Feststellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem Strafgericht unbekannt gewesen sind, wenn sie zusÃ¤tzliche Beweise erhebt oder wenn das Strafgericht bei der Rechtsanwendung nicht sÃ¤mtliche Rechtsfragen abgeklÃ¤rt hat (vgl. BGE 139 II 95 E. 3.2; 137 I 363 E. 2.3.2; 136 II 447 E. 3.1; BGr, 6. Mai 2021, 2C_197/2021, E. 3.3.1; BGr, 22. August 2019, 2C_89/2019, E. 3.1). Dasselbe gilt grundsÃ¤tzlich auch im AuslÃ¤nderrecht (vgl. BGr, 22. November 2019, 2C_1044/2018, E. 4.3). Jedenfalls wenn der Freispruch im Strafverfahren jedoch ausdrÃ¼cklich aufgrund der Unschuldsvermutung (vgl. Art. 10 der Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 [StPO]) zustande gekommen ist oder wenn die beschuldigte Person in jenem Verfahren von ihrem Aussageverweigerungsrecht (vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO) Gebrauch gemacht hat, besteht im migrationsrechtlichen Verfahren durchaus eine Veranlassung, von den strafrechtlichen Feststellungen abzuweichen. Gegebenenfalls kann die VerwaltungsbehÃ¶rde den Sachverhalt ergÃ¤nzend instruieren und sich dabei auch der Mitwirkungspflichten (vgl. Art. 90 AIG) der Bewilligungsinhaberin oder des Bewilligungsinhabers bedienen. Will die MigrationsbehÃ¶rde von den Feststellungen der StrafbehÃ¶rden abweichen, ergeben sich indes gewisse Anforderungen aus dem Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV). Vorausgesetzt ist zumindest, dass sich die VerwaltungsbehÃ¶rde mit dem freisprechenden Strafurteil auseinandersetzt und darlegt, welche GrÃ¼nde zu einer abweichenden Sachverhaltsfeststellung fÃ¼hren. UnterlÃ¤sst sie dies, verletzt sie namentlich ihre BegrÃ¼ndungspflicht (vgl. BGr, 6. Mai 2021, 2C_197/2021, E. 3.3.2 mit Hinweisen; BGr, 22. November 2019, 2C_1044/2018, E. 4.3.1.3).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b>Das Bezirksgericht ZÃ¼rich begrÃ¼ndete den Freispruch des BeschwerdefÃ¼hrers wegen TÃ¤uschung der BehÃ¶rden im Sinn von Art. 118 Abs. 1 AIG in seinem Urteil vom 1. MÃ¤rz 2021 wie folgt: Zwar seien fÃ¼nf Indizien fÃ¼r das Vorliegen einer Scheinehe erfÃ¼llt, nÃ¤mlich eine nur kurze Bekanntschaft der Ehegatten vor der Heirat, ein grosser Altersunterschied zwischen den Ehegatten, namentlich ein deutlich hÃ¶heres Alter des Ehemanns, fehlende sprachliche VerstÃ¤ndigungsmÃ¶glichkeiten, ein fehlender Bezug zur Schweiz sowie widersprÃ¼chliche Aussagen der Beschuldigten, weshalb ein Anfangsverdacht wegen Scheinehe folglich nicht von der Hand zu weisen sei. DemgegenÃ¼ber hÃ¤tten sowohl der Beschuldigte als auch die Beschuldigte konstant ausgesagt, dass es sich um eine Liebesheirat handle und die Ehe auch gelebt wÃ¼rde. Auch habe der Beschuldigte auf entsprechende Fragen in der Untersuchung die VerwandtschaftsverhÃ¤ltnisse, den Werdegang und die Vorlieben der Beschuldigten schildern kÃ¶nnen, welche mit den Aussagen der Beschuldigten Ã¼bereinstimmen wÃ¼rden. Vehement sei bestritten worden, dass Geld fÃ¼r die Eheschliessung geflossen sei. <span>BezÃ¼glich der Polizeikontrolle vom 29. Mai 2018</span> habe der Beschuldigte die <span>nicht vorhandenen Frauenkleider auf den Fotos der</span><span> </span><span>Hausdurchsuchung damit</span> erklÃ¤rt<span>, dass nicht alle Zimmer fotografiert worden seien</span>. Ansonsten hÃ¤tten beide<span> Beschuldigten zu Protokoll</span> gegeben<span>, im gemeinsamen</span><span> </span><span>Schlafzimmer zu nÃ¤chtigen.</span><span> </span><span>Beide Beschuldigten </span>hÃ¤tten <span>ausserdem Ã¼bereinstimmend</span> berichtet<span>, dass</span><span> </span><span>die Abwesenheit der Beschuldigten anlÃ¤sslich der Polizeikontrolle vom 21. August 2017 auf einen Aufenthalt bei ihrer Mutter in </span>Spanien <span>zurÃ¼ckzufÃ¼hren gewesen sei.</span><span> </span><span>Beide Beschuldigten hÃ¤tten wÃ¤hrend der Untersuchung und auch anlÃ¤sslich</span><span> </span><span>der Hauptverhandlung konstant, detailliert und Ã¼bereinstimmend ausgesagt. Die AusfÃ¼hrungen des Beschuldigten wÃ¼rden plausibel, lebensnah und damit nicht a priori</span><span> </span><span>unglaubhaft erscheinen. Die beiden polizeilichen Kontrollen am ehelichen Wohnort der Beschuldigten hÃ¤tten keine eindeutig belastenden Beweise zutage gefÃ¶rdert. Zwar zeigten die Fotos vom 29. Mai 2018 der ehelichen Wohnung keine Frauenkleider. Es</span><span> </span><span>sei jedoch festzuhalten, dass nur ein Schlaf- sowie ein Badezimmer fotografiert worden seien, die weiteren Zimmer der 4-Zimmer-Wohnung wÃ¼rden gÃ¤nzlich fehlen. Darauf habe auch der Beschuldigte hingewiesen. Auch weise die grosse Anzahl von Shampoos in der Dusche darauf hin, dass mehr Personen im Haushalt leben als einzig der Beschuldigte mit seinem Bruder. Aus dem Rapport der Kantonspolizei ZÃ¼rich vom 12. Januar 2018 sei zudem zu entnehmen, dass anlÃ¤sslich der Kontrolle vom 28. August 2017 beide Beschuldigten in der ehelichen Wohnung angetroffen worden seien und der Beschuldigte noch im gemeinsamen Bett gelegen und geschlafen habe. Anhand der vorgefundenen Situation am 29. Mai 2018 </span>seien <span>Zweifel, ob zu</span><span> </span><span>diesem Zeitpunkt eine gelebte Ehe vor</span>gelegen habe<span>, zwar nachvollziehbar. Jedoch </span>seien <span>selbst die Beamten der Polizei nach ihrer Wohnortkontrolle vom 28. August 2017</span><span> </span><span>davon aus</span>gegangen<span>, dass die Beschuldigten gemeinsam in der Wohnung leb</span>t<span>en und nÃ¤chtig</span>t<span>en; dies mithin Ã¼ber drei Jahre nach der erfolgten Heirat. Zudem</span><span> </span><span>verm</span>Ã¶ge<span> die leichte Diskrepanz der Aussagen in Bezug auf den Heiratsantrag die</span><span> </span><span>sich im Kern deckenden Aussagen der Beschuldigten nicht zu erschÃ¼ttern. Im Hinblick</span><span> </span><span>auf das AusgefÃ¼hrte lieg</span>e <span>es durchaus im Bereich des MÃ¶glichen, dass die</span><span> </span><span>Beschuldigten im Zeitpunkt der Eheschliessung die Absicht </span>gehabt hÃ¤tten<span>, eine eheliche</span><span> </span><span>Gemeinschaft zu bilden und zu leben.</span><span> </span><span>Insgesamt bestÃ¼nden am deliktischen Verhalten unÃ¼berwindliche Zweifel, weshalb dieser in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" von der Anklage freizusprechen sei.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Die Vorinstanz weicht in Verletzung der BegrÃ¼ndungspflicht vom Strafurteil ab: Sie legt nicht hinreichend dar, weshalb gleichwohl von einer Scheinehe auszugehen sei. Vielmehr stÃ¼tzt sie sich insbesondere â wie in E. 4.3 dargelegt â in willkÃ¼rlicher Weise auf das rechtsmissbrÃ¤uchliche Vorgehen anderer auslÃ¤ndischer Ehepaare. Zwar ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Heirat in TÃ¸nder, zehn Tage nach Erteilung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA an die Ehefrau, die Heirat Ã¼bers Kreuz (die Geschwister sind auch miteinander verheiratet) und der Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer dereinst erfolglos um Asyl in der Schweiz ersuchte, auffÃ¤llig erscheinen und auf eine Scheinehe hindeuten. Folgende, <i>gegen</i> eine Scheinehe sprechende Indizien wurden von der Vorinstanz dagegen nicht genÃ¼gend berÃ¼cksichtigt: </p> <p class="Urteilstext"><span>- Beide gaben konstant an, dass es sich um eine Liebesheirat handelte, worauf auch die Ehedauer von acht Jahren hindeutet. Ferner gaben beide an, die Konfession (Islam) des BeschwerdefÃ¼hrers sehe das voreheliche Zusammenleben nicht vor und sie hÃ¤tten zusammenleben wollen, was auch ein Grund fÃ¼r die Heirat gewesen sei. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>- Bei Wiedereinreise des BeschwerdefÃ¼hrers in die Schweiz verfÃ¼gte dieser â entgegen der Darstellung des Migrationsamts â Ã¼ber einen Aufenthaltstitel Italiens "Permesso di soggiorno", da er vor der Heirat in Mailand lebte. AnlÃ¤sslich der Konfrontationseinvernahme vom 11. August 2020 fÃ¼hrte der BeschwerdefÃ¼hrer gegenÃ¼ber der Staatsanwaltschaft aus, er habe damals Ã¼ber eine italienische Aufenthaltsbewilligung, einen sog. Soggiorno, verfÃ¼gt und habe damals legal in die Schweiz ein- und ausreisen dÃ¼rfen. Damit ist der BeschwerdefÃ¼hrer zwar DrittstaatsangehÃ¶riger, war aber immerhin â auch ohne Eheschliessung mit G â zum Aufenthalt im grenznahen Ausland berechtigt. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>- Gegenseitige Kenntnisse Ã¼ber die <i>FamilienverhÃ¤ltnisse: </i>Anzahl Geschwister der Ehefrau und deren Namen. Die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers wusste, dass dieser zwei Schwestern und vier BrÃ¼der habe (Befragung der Ehefrau vom 6. September 2017, S. 3). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>- Kenntnis der Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers Ã¼ber dessen <i>Werdegang</i>: Dieser habe die Ausbildung zum Anwalt gemacht, habe aber den Beruf nicht vollstÃ¤ndig abschliessen kÃ¶nnen (Befragung der Ehefrau vom 6. September 2017, S. 1). An der Befragung vom 20. November 2019, S. 2, fÃ¼hrte der BeschwerdefÃ¼hrer aus, Jura studiert zu haben, aber nicht abgeschlossen zu haben.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- PersÃ¶nlicher Kontakt mit der <i>Schwiegermutter W</i>: Der BeschwerdefÃ¼hrer traf seine Schwiegermutter mehrere Male gemeinsam mit seiner Ehefrau in Spanien, so etwa anlÃ¤sslich des Geburtstags der Ehefrau am 8. Juli 2017 sowie im Mai 2019. Ãber die Weihnachtstage und Neujahr 2017/2018 und 2018/2019 besuchte die Schwiegermutter ihre beiden TÃ¶chter und deren EhemÃ¤nner in der Schweiz, wobei sie Weihnachten gemeinsam feierten. Am 29. November 2021 bestellte der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼berdies ein RÃ¼ckreisevisum, um erneut die Schwiegermutter in Spanien zu besuchen. Das Ehepaar flog gemÃ¤ss Flugticket am 30. November 2021 gemeinsam nach Spanien. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>- Richtige Angaben zum <i>damaligen Aufenthalt der Ehefrau in Spanien</i>: AnlÃ¤sslich der Befragung am 21. August 2017 konnte der BeschwerdefÃ¼hrer Angaben zum aktuellen Aufenthalt der Ehefrau in Spanien machen (RÃ¼ckflug am 27. August 2017), wobei sie schon "gestern" hÃ¤tte zurÃ¼ckkommen sollen, aber sie habe noch zum Zahnarzt mÃ¼ssen. Das Flugticket von G mit RÃ¼ckflugdatum 27. August 2017 ab Madrid befindet sich in den Akten. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>- Richtige Angaben zum <i>damaligen Aufenthalt der Ehefrau in der Dominikanischen Republik</i>: An der Befragung vom 29. Mai 2018 gab der BeschwerdefÃ¼hrer an, seine Ehefrau weile derzeit in der Dominikanischen Republik, weil ihr Grossvater krank sei. Auch die Schwester seiner Ehefrau sei dorthin gereist. Am 15. Juni 2018 verstarb der Grossvater, wobei Bilder des schwer kranken Mannes mit seiner Enkelin und dessen Todesbescheinigung in den Akten liegen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- FÃ¼r eine gelebte Ehe sprechende AuszÃ¼ge des WhatsApp-Chats: </span></p> <p class="Urteilstext"><span>- Der BeschwerdefÃ¼hrer wirft der Ehefrau vor, "You have no feelings for me Now", worauf diese ihm antwortet: "I love you but I don't like it when you leave the bathroom dirty I don't like it.". Daraufhin entschuldigt sich dieser bei ihr. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>- Der BeschwerdefÃ¼hrer fragt die Ehefrau: "Are you forgot me" und sie antwortet: "Never". </span><span>(Er:) "Why you no send me Picture", (sie:) "My face is no good."</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- Der BeschwerdefÃ¼hrer schreibt, "You r my best best best family in my life. I never forgot you."</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- Sie schreibt "Your are my famili You kno".</span></p> <p class="Urteilstext"><span>AnzufÃ¼hren bleibt aber, dass im WhatsApp-Chat seitens der Ehefrau teils ein aggressiver Ton gegenÃ¼ber dem Ehemann eingeschlagen wird, was eher auf eine distanzierte Beziehung als eine Ehe hindeutet. (Sie:) "neither I nor I are here to put up with your dirty things, I'll just let you know". (Sie:) "you're a fucking inconsiderate. I've been working non-stop by myseif for 6 days". (Sie:) "that's not my damn responsibility. that's too much work for me alone" "as it is not you that your back hurts you do not care". (Sie:) "you are here in the house doing nothing. why don't you go and buy things? tell me". "I can't stand you [...]"</span></p> <p class="Urteilstext"><i><span>- Konstante WohnverhÃ¤ltnisse</span></i><span>: Seit 2014 wohnt das Ehepaar gemeinsam an derselben Adresse an der K-Strasse 01; seit 2016 wohnen sie an dieser Adresse zusammen mit der SchwÃ¤gerin und dem Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- <i>Gemeinsame ZukunftsplÃ¤ne</i>: Das Ehepaar mÃ¶chte irgendwann gemeinsam Kinder haben und zusammen mit der SchwÃ¤gerin und dem Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers ein Restaurant erÃ¶ffnen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Eine GesamtwÃ¼rdigung der Indizien ergibt, dass zwar ein berechtigter Anfangsverdacht fÃ¼r eine Scheinehe vorlag. Insgesamt liegen aber â zumindest gemÃ¤ss heutigem Aktenstand â Ã¼berwiegende Indizien fÃ¼r eine gelebte Ehe vor, weshalb "in dubio pro matrimonio" nicht von einer Scheinehe ausgegangen werden kann. Triftige GrÃ¼nde, weshalb vom begrÃ¼ndeten Strafurteil abgewichen werden mÃ¼sste, wurden von der Vorinstanz nicht hinreichend dargelegt. </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Demzufolge wird die Beschwerde gutgeheissen. Das Migrationsamt wird angewiesen, die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA des BeschwerdefÃ¼hrers zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens vollumfÃ¤nglich dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a VRG). Die dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Ehefrau je zur HÃ¤lfte auferlegten Ã¼brigen Kosten des Rekursverfahrens im Betrag von Fr. 720.- sind ebenfalls dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 VRG). Der Beschwerdegegner hat dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Verfahren Ã¼berdies eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu entrichten (§ 17 Abs. 2 VRG), welche mit je Fr. 1'500.- fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren festzusetzen ist.</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>7. </span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 24. Juni 2019 wird aufgehoben. Der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 18. Januar 2022 wird hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern I Satz 3, II, III Satz 3 und IV aufgehoben.</span></p> <p class="MsoNormal"><span> Das Migrationsamt wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. Die (Ã¼brigen) Kosten des Rekursverfahrens in der HÃ¶he von Fr. 720.- werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>3. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>4. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>5. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>6. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen. </span></p> <p class="MsoNormal"><span>7. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>8. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>