<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp282656"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>101 II 302<br/><br/><br/><div class="paraatf">50. Auszug aus dem Urteil der II. Zivilabteilung vom 20. März 1975 i.S. Kühne gegen den Kanton Thurgau.</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp284000"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf">Zivilrechtliche Streitigkeit zwischen privaten und einem Kanton vor dem Bundesgericht als einziger Instanz. <div class="paratf">Erachtet das Bundesgericht die Klage einstimmig ohne irgendwelchen Zweifel als unbegründet, so kann sie in Analogie zu <span class="artref">Art. 60 Abs. 2 OG</span> im Vorprüfungsverfahren ohne mündliche Verhandlung und ohne öffentliche Beratung abgewiesen werden. </div> </div> </div> <a name="idp288048"></a> <a name="idp292144"></a> <br/><div> <a name="idp296128"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 302</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page302"></a><div class="center pagebreak">BGE 101 II 302 S. 302</div> </div> <div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <div class="paraatf">Die Aussichtslosigkeit der Klage hat zur Folge, dass sich nicht nur jedes Beweisverfahren erübrigt, sondern auch die Durchführung des in <span class="artref"><artref id="CH/273/34" type="start"></artref>Art. 34 und 35 BZP</span><artref id="CH/273/35" type="end"></artref> vorgesehenen Vorbereitungsverfahrens nicht als sinnvoll erscheint. Mit Rücksicht auf die hohen Kosten, die dem Kläger bei Weiterführung des für ihn aussichtslosen Verfahrens entstehen würden, drängt sich die analoge Anwendung von <span class="artref">Art. 60 Abs. 2 OG</span> auf. Diese Bestimmung kann nicht direkt zur Anwendung gelangen, weil sich der in <span class="artref">Art. 1 Abs. 2 BZP</span> enthaltene Verweis auf die Vorschriften des OG ausdrücklich nur auf den ersten, neunten und zehnten Titel dieses Gesetzes bezieht; <span class="artref">Art. 60 OG</span> ist indessen im zweiten Titel des OG zu finden.</div> <div class="paraatf">Das Bundesgericht hat bereits entschieden, dass bei Vorliegen eines Nichteintretensgrundes <span class="artref">Art. 60 Abs. 1 OG</span> analog auf direkte Prozesse angewendet werden kann, wenn das Gericht einstimmig ist (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=32&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1975&amp;to_year=1975&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F92-II-210%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page214">BGE 92 II 214</a> Erw. 5 und <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=32&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1975&amp;to_year=1975&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F96-II-351%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page351">BGE 96 II 351</a> Erw. 7).</div> <div class="paraatf">Diese Praxis ist auch auf den in Absatz 2 der gleichen Bestimmung geregelten Fall der offensichtlichen Unbegründetheit auszudehnen. Zwischen den beiden Tatbeständen, für die <span class="artref">Art. 60 OG</span> die Erledigung im Vorprüfungsverfahren zulässt, besteht nicht ein derartiger Unterschied, dass die analoge Anwendung dieser Bestimmung nur im ersten Fall sachlich gerechtfertigt wäre, nicht aber im zweiten. Da Einstimmigkeit darüber herrscht, dass die vorliegende Klage ohne irgendwelchen Zweifel als unbegründet erscheint, ist sie somit ohne Durchführung einer Verhandlung und ohne öffentliche Urteilsberatung abzuweisen.</div> </div></body></html></html>