<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2007 88 S.321</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">321</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>88 Ausschaffungshaft;</b></span> <span class="ft1"><b>Beschleunigungsgebot</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Offenbart ein Inhaftierter eine neue Identität, muss das Migrationsamt</b></span><br/> <span class="ft1"><b>diesbezüglich Parallelabklärungen tätigen (Erw. II./5.).</b></span><br/> <br/> <span class="ft2">Entscheid des Präsidenten des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom</span><br/> <span class="ft2">20. Juli 2007 in Sachen Migrationsamt des Kantons Aargau gegen M.C. be-</span><br/> <span class="ft2">treffend Haftverlängerung (1-HA.2007.66).</span><br/> <br/> <span class="ft3"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft4">II. 5. Momentan liegen keine Anzeichen dafür vor, dass das Mi-</span><br/> <span class="ft4">grationsamt dem Beschleunigungsgebot (Art. 13b Abs. 3 ANAG)</span><br/> <span class="ft4">nicht ausreichend Beachtung geschenkt hätte. Jedoch ist darauf hin-</span><br/> <span class="ft4">zuweisen, dass Parallelabklärungen betreffend die behauptete suda-</span><br/> <span class="ft4">nesische Staatsangehörigkeit des Gesuchsgegners bereits heute ange-</span><br/> <span class="ft4">zeigt sind. Sollte sich die nigerianische Staatsangehörigkeit nicht be-</span><br/> <span class="ft4">stätigen, würde einer weiteren Inhaftierung mit dem primären Ziel,</span><br/> <span class="ft4">festzustellen, ob der Gesuchsgegner nicht doch sudanesischer Staats-</span><br/> <span class="ft4">angehöriger sei, wohl das Beschleunigungsgebot entgegen stehen.</span><br/> <span class="ft4">Entgegen der Auffassung des Gesuchstellers zielt eine derartige</span><br/> <span class="ft4">Parallelabklärung keineswegs darauf ab, einen Negativbeweis zu er-</span><br/> <span class="ft4">bringen. Es geht vielmehr darum, die Ausschaffung des Gesuchsgeg-</span><br/> <span class="ft4">ners beförderlich an die Hand zu nehmen. Behauptet ein Betroffener</span><br/> <span class="ft4">- wie hier - seit seiner Einreise in die Schweiz konstant, er stamme</span><br/> <span class="ft4">aus einem bestimmten Land, sind diesbezügliche Herkunftsabklä-</span><br/> <span class="ft4">rungen auch dann vorzunehmen, wenn aufgrund von Befragungen</span><br/> <span class="ft4">davon auszugehen ist, der Betroffene stamme kaum aus dem be-</span><br/> <span class="ft4">haupteten Land. Nur so könnte sich das Migrationsamt dem Vorwurf</span><br/> <span class="ft4">entziehen, man habe nicht alles Zumutbare unternommen, um den</span><br/> <span class="ft4">Gesuchsgegner beförderlich auszuschaffen.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>