<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00191</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224083&amp;W10_KEY=13045540&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00191</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 04.06.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Vorladung in den Strafvollzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vorladung in den Strafvollzug. [Verbüssung von 1 Tag Ersatzfreiheitsstrafe. Frage der Uneinbringlichkeit der Busse bzw. der Aussichtslosigkeit der Betreibung.] Gemäss Art. 106 Abs. 5 in Verbindung mit Art. 36 Abs. 1 StGB setzt die Umwandlung einer Busse in Haft voraus, dass die Betreibung entweder fruchtlos geblieben, das heisst die Busse uneinbringlich, ist oder als aussichtslos erscheint, was etwa dann der Fall ist, wenn bereits sämtliche verwertbaren Gegenstände der gebüssten Person gepfändet sind und vorauszusehen ist, dass der Erlös nicht einmal zur Deckung dieser Forderung ausreichen wird. Dasselbe gilt, wenn Verlustscheine vorliegen. Indes ergibt sich aus dem Gesetz nicht zwingend, dass die Betreibung in jedem Fall vollständig durchzuführen ist, bevor das Umwandlungsverfahren angehoben werden darf. Vielmehr steht der Behörde in dieser Hinsicht ein Ermessensspielraum zu. Dies gilt im besonderen Masse dann, wenn der erfolgreiche Vollzug der Busse auf dem Betreibungsweg deshalb infrage steht, weil der Eintritt der absoluten Verjährung für die Vollstreckung droht (E. 4.1). Gründe wie die genannten werden von den Vorinstanzen nicht angeführt und sind auch nicht ersichtlich. Gerade im vorliegenden Fall ist nicht nachvollziehbar, weshalb das Statthalteramt darauf verzichtete, den Rechtsvorschlag gerichtlich aufheben zu lassen, verfügte sie doch mit dem rechtskräftigen Strafentscheid über einen definitiven Rechtsöffnungstitel. Der Betreibungsweg kann schon deshalb nicht als aussichtslos bezeichnet werden, zumal gegen den Beschwerdeführer keine Verlustscheine bestanden bzw. bestehen und in der Vergangenheit schon erfolgreich Pfändungen durchgeführt wurden. Vielmehr durfte bei Fortführung des Betreibungsverfahrens ein Ergebnis erwartet werden. Ebenso wenig verfängt das Argument, die Beseitigung des Rechtsvorschlags sei mit Kosten verbunden, trägt doch der Schuldner â vorliegend der Beschwerdeführer â die Kosten des Betreibungs- mitsamt Rechtsöffnungsverfahrens. Sodann ist es Sache der Straf- bzw. Vollzugsbehörden, mittels zeitnaher Einleitung bzw. Durchführung des Betreibungsverfahrens dafür zu sorgen, dass die betroffene Person nicht einer rechtskräftigen Strafe entgeht, indem sie von den ihr im Betreibungsverfahren zustehenden Verteidigungsmitteln Gebrauch macht. Nicht zuletzt gilt es den Grundsatz zu beachten, wonach diejenige Strafe vollstreckt werden soll, zu welcher die gebüsste Person verurteilt wurde. Die Betreibung der Geldstrafe dient denn auch nicht primär der Eintreibung einer staatlichen Forderung, sondern soll den Verurteilten zur Strafverbüssung zwingen. Mithin geniesst die Vollstreckung der Busse prinzipiell Vorrang gegenüber deren Umwandlung in die Ersatzfreiheitsstrafe. Zusammenfassend lag vorliegend kein überzeugender Grund vor, um die Busse als uneinbringlich zu erachten und von einer Fortsetzung des Betreibungsverfahrens abzusehen (E. 4.2). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETREIBUNGSVERFAHREN">BETREIBUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BUSSE">BUSSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSATZFREIHEITSSTRAFE">ERSATZFREIHEITSSTRAFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSÃFFNUNGSTITEL">RECHTSÃFFNUNGSTITEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSVORSCHLAG">RECHTSVORSCHLAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMWANDLUNG">UMWANDLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNEINBRINGLICHKEIT">UNEINBRINGLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLSTRECKUNGSVERJÃHRUNG">VOLLSTRECKUNGSVERJÃHRUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 68 Abs. I SchKG</span><br/><span class="ungerade">Art. 80 Abs. I SchKG</span><br/><span class="gerade">Art. 81 Abs. I SchKG</span><br/><span class="ungerade">Zus. 36 Abs. I StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 35 StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 36 Abs. II StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 106 Abs. V StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 109 StGB</span><br/><span class="gerade">§ 442 Abs. I StPO CH</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=66583" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00191</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">4. Juni 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter AndrÃ© Moser, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Cyrill Bienz. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">A, </p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrer, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Justizvollzug und Wiedereingliederung, </p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegner, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Vorladung in den Strafvollzug,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Mit Urteil vom 13. April 2022 sprach das Bezirksgericht Hinwil A der Widerhandlung gegen die Verordnung Ã¼ber Massnahmen in der besonderen Lage zur BekÃ¤mpfung der Covid-19-Epidemie (Stand 26. Juni 2021) schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 100.-. FÃ¼r den Fall der schuldhaften Nichtleistung der Busse sprach das Bezirksgericht eine Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag aus. Auf die dagegen von A erhobene Berufung trat das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich mit Beschluss vom 1. September 2022 wegen VerspÃ¤tung nicht ein.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Schreiben vom 26. Januar 2023 stellte das Statthalteramt Hinwil, gegen dessen Strafbefehl vom 24. Januar 2022 A Einsprache an das Bezirksgericht erhoben hatte, A die Busse und die GerichtsgebÃ¼hr gemÃ¤ss dem Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 13. April 2022 in Rechnung (total Fr. 330.-). Nachdem A diese nicht beglichen hatte, leitete das Statthalteramt die Betreibung ein. Gegen den Zahlungsbefehl vom 24. Mai 2023 erhob A Rechtsvorschlag. Infolgedessen ersuchte das Statthalteramt Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons ZÃ¼rich (fortan: das JuWe) mit Schreiben vom 20. Juni 2023 um PrÃ¼fung des Vollzugs der Ersatzfreiheitsstrafe; der Betreibungsweg sei aussichtslos (gewesen).</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 15. November 2023 lud das JuWe A auf den 20. Februar 2024 zum Antritt der Ersatzfreiheitsstrafe ins GefÃ¤ngnis B vor.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>In der Folge erhob A mit Eingabe vom 22. Dezember 2023 Rekurs bei der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich (nachfolgend: Justizdirektion) und beantragte sinngemÃ¤ss die Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 15. November 2023. Mit VerfÃ¼gung vom 13. MÃ¤rz 2024 wies die Justizdirektion den Rekurs ab (Dispositivziffer I) und lud A neu auf den 21. Mai 2024 in den Strafvollzug vor (Dispositivziffer II). Die Verfahrenskosten auferlegte die Justizdirektion A (Dispositivziffer III), eine ParteientschÃ¤digung sprach sie ihm nicht zu (Dispositivziffer IV).</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>A gelangte daraufhin mit Beschwerde vom 19. April 2024 an das Verwaltungsgericht und beantragte sinngemÃ¤ss die Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 13. MÃ¤rz 2024. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 22. April 2024 zog das Verwaltungsgericht die vorinstanzlichen Akten bei. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 6. Mai 2024 setzte es dem JuWe und der Justizdirektion Frist an, um sich zur Beschwerde zu vernehmen, wobei es darauf hinwies, dass sich in den bereits eingereichten Akten keinerlei Unterlagen zum gegen A gefÃ¼hrten Betreibungsverfahren befÃ¤nden. Das JuWe habe die entsprechenden Unterlagen, die es allenfalls beim Statthalteramt Hinwil erhÃ¤ltlich zu machen habe, zusammen mit der Beschwerdeantwort einzureichen. Mit Eingabe vom 15. </span>Mai 2024 <span>beantragte die Justizdirektion die Abweisung der Beschwerde. Denselben Antrag stellte das JuWe mit Beschwerdeantwort vom 21. Mai 2024, unter Beilage der beim Statthalteramt Hinwil beigezogenen Betreibungsakten.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG; LS 175.2) fÃ¼r die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Weil die Beschwerde den Strafvollzug betrifft und dem Fall keine grundsÃ¤tzliche Bedeutung zukommt, ist sie vom Einzelrichter zu beurteilen (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 2 und Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Bestimmt es das Gesetz nicht anders, so ist der HÃ¶chstbetrag der Busse Fr. 10'000.- (Art. 106 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 [StGB; SR 311.0]). Das Gericht spricht im Urteil fÃ¼r den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und hÃ¶chstens drei Monaten aus (Art. 106 Abs. 2 StGB). Es bemisst Busse und Ersatzfreiheitsstrafe je nach den VerhÃ¤ltnissen des TÃ¤ters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB). Die Ersatzfreiheitsstrafe entfÃ¤llt, soweit die Busse nachtrÃ¤glich bezahlt wird (Art. 106 Abs. 4 StGB).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>GemÃ¤ss Art. 372 Abs. 1 Satz 1 StGB vollziehen die Kantone die von ihren Strafgerichten ausgefÃ¤llten Urteile. Die VollzugsbehÃ¶rden sind an diese Entscheide gebunden und haben sie zu vollziehen; eine ÃberprÃ¼fung der Urteile ist ihnen verwehrt (<span>VGr, 19. Mai 2023, VB.2022.00221, E. 2.2; 14. November 2018, VB.2018.00353, E. 3.2.1, bestÃ¤tigt mit BGr, 19. Juni 2019, 6B_19/2019, E. 1.2 und 1.4)</span>. Die VollzugsbehÃ¶rde erlÃ¤sst zum Vollzug der Strafen einen Vollzugsbefehl (Art. 439 Abs. 2 der Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 [StPO; SR 312.0]). Im Kanton ZÃ¼rich legt der Beschwerdegegner nach § 48 Abs. 2 der Justizvollzugsverordnung vom 6. Dezember 2006 (JVV; LS 331.1) den Strafantrittstermin so fest, dass der verurteilten Person eine angemessene Zeit fÃ¼r die erforderliche Regelung beruflicher und privater Angelegenheiten verbleibt. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Auf den Vollzug und die Umwandlung der Busse sind nach Art. 106 Abs. 5 StGB die Art. 35 und 36 Abs. 2 StGB sinngemÃ¤ss anwendbar. GemÃ¤ss Art. 35 Abs. 1 StGB bestimmt die VollzugsbehÃ¶rde dem Verurteilten eine Zahlungsfrist von einem bis zu sechs Monaten, wobei sie Ratenzahlung anordnen und auf Gesuch die Fristen verlÃ¤ngern kann. Besteht der begrÃ¼ndete Verdacht, dass der Verurteilte sich der Vollstreckung entziehen wird, so kann die VollzugsbehÃ¶rde die sofortige Bezahlung oder eine Sicherheitsleistung verlangen (Art. 35 Abs. 2 StGB). Bei nicht fristgemÃ¤sser Zahlung ordnet die VollzugsbehÃ¶rde nach Art. 35 Abs. 3 StGB eine Betreibung an, wenn davon ein Ergebnis zu erwarten ist. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Die Umwandlung der Busse in die richterlich angeordnete Ersatzfreiheitsstrafe ist Sache der VollzugsbehÃ¶rde; eines neuen, selbstÃ¤ndig anfechtbaren gerichtlichen Entscheids bedarf es nicht, es sei denn, die Busse wurde durch eine VerwaltungsbehÃ¶rde verhÃ¤ngt (Art. 106 Abs. 5 StGB in Verbindung mit Art. 36 Abs. 2 StGB; GÃ¼nter Stratenwerth/Felix Bommer, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II: Strafen und Massnahmen, 3. A., Bern 2020, S. 67; siehe auch Stefan Trechsel/Stefan Keller in: Stefan Trechsel/Mark Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. A., ZÃ¼rich/St. Gallen 2021, Art. 36 N. 2). Die automatische Umwandlung und damit die StrafantrittsverfÃ¼gung bedingen indes, dass der betroffenen Person eine Zahlungsfrist angesetzt wurde, dass bei nicht fristgemÃ¤sser Zahlung allenfalls die Betreibung eingeleitet wurde und schliesslich, dass die Busse weder bezahlt noch auf dem Betreibungsweg erhÃ¤ltlich ist. So ist, obwohl Art. 106 Abs. 5 StGB lediglich auf die Art. 35 und 36 Abs. 2 StGB verweist, auch Art. 36 Abs. 1 Satz 1 StGB sinngemÃ¤ss auf die Busse anwendbar. Dies geht daraus hervor, dass gemÃ¤ss Art. 35 Abs. 3 StGB zunÃ¤chst der Betreibungsweg zu beschreiten ist (Stefan Heimgartner in: Marcel Alexander Niggli/Hans WiprÃ¤chtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht I, 4. A., Basel 2019 [Basler Kommentar Strafrecht I], Art. 106 N. 44). Ausserdem muss der betroffenen Person vor Erlass der VerfÃ¼gung das rechtliche GehÃ¶r eingerÃ¤umt werden (VGr, 10. Juni 2022, VB.2022.00236, E. 2.4; 5. April 2017, VB.2017.00086, E. 6.1).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b>Die Justizdirektion erwog in der VerfÃ¼gung vom 13. MÃ¤rz 2024, es sei <span>unbestritten, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil </span>vom 13. April 2022 <span>in Rechtskraft</span> <span>erwachsen </span>sei<span> und der </span>BeschwerdefÃ¼hrer<span> die Busse nicht bezahlt </span>habe<span>. D</span>ieser <span>bring</span>e zwar vor, <span>es stimme </span>"<span>ziemlich si</span>c<span>her</span>"<span> nic</span>ht und es gebe keine Belege dafÃ¼r<span>, dass die Busse </span>nicht <span>auf dem Betreibungsweg</span> <span>hÃ¤tte erhÃ¤ltlich gemacht werden kÃ¶nnen. Auch sei sein Rechtsvorsch</span>l<span>ag nicht beseitigt worden. </span>Der BeschwerdefÃ¼hrer kÃ¶nne jedoch<span> auch in einem allfÃ¤lligen RechtsÃ¶ffnungsverfahren</span> nur <span>einwenden</span>, die Busse sei getilgt worden<span>, </span>da<span> gegen ihn ein rechtskrÃ¤ftiges</span> <span>Urteil vor</span>liege. Wenn â so die Justizdirektion weiter â <span>Rechtsvorschlag erhoben werde, </span>werde<span> das Betreibungsverfahren</span> <span>unterbrochen. Die Beseitigung des Rechtsvorschlags </span>sei<span> mit Kosten</span> <span>verbunden, und vorliegend wÃ¤re ungewiss</span> <span>geblieben, ob bei FortfÃ¼hru</span>ng<span> des Betreibungsverfahrens</span> <span>ein Ergebnis hÃ¤tte </span>erzielt werden kÃ¶nnen.<span> Ãberdies dÃ¼rfe das Ergreifen eines</span> <span>Rechtsmittels im Betreibung</span>sverfahren nicht<span> dazu dienen, einer rechtskrÃ¤ftigen Strafe</span> <span>entgehen zu kÃ¶nnen. Damit </span>kÃ¶nne<span> das Betreibungsverfahren als aussichtlos </span>e<span>rachtet</span> <span>werden. Der </span>BeschwerdefÃ¼hrer<span> bring</span>e <span>keine GrÃ¼nde vor, weshalb ihm die Bezahlung der Busse</span> <span>nicht mÃ¶glich gewesen sein sollte. Solche </span>seien<span> auch aus den Akten nicht ersichtlich.</span> Schliesslich sei die<span> VollstreckungsverjÃ¤hrung noch nicht eingetreten.</span> DemgemÃ¤ss habe der Beschwerdegegner den BeschwerdefÃ¼hrer <span>zu Recht zum Vollzug</span> <span>der eintÃ¤gigen</span> <span>Ersatzfreiheitsstrafe</span> <span>vorgeladen</span> und sei der Rekurs <span>abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b>Der BeschwerdefÃ¼hrer wiederholt mit Beschwerde vom 19. April 2024 seinen Standpunkt, wonach das <span>Betreibungsverfahren nicht als aussichtlos hÃ¤tte erachtet werden dÃ¼rfen. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>GemÃ¤ss Art. 106 Abs. 5 in Verbindung mit Art. 36 Abs. 1 StGB setzt die Umwandlung einer Busse in Haft voraus, dass die Betreibung entweder fruchtlos geblieben, das heisst die Busse uneinbringlich, ist oder als aussichtslos erscheint (vorn E. 2.4). Als von vornherein ergebnislos erscheint die Betreibung nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts etwa dann, wenn bereits sÃ¤mtliche verwertbaren GegenstÃ¤nde der gebÃ¼ssten Person gepfÃ¤ndet sind und vorauszusehen ist, dass der ErlÃ¶s nicht einmal zur Deckung dieser Forderung ausreichen wird. Dasselbe gilt, wenn Verlustscheine vorliegen. Es soll demnach grundsÃ¤tzlich diejenige Strafe vollstreckt werden, zu welcher die gebÃ¼sste Person verurteilt wurde. Indes ergibt sich aus dem Gesetz nicht zwingend, dass die Betreibung in jedem Fall vollstÃ¤ndig durchzufÃ¼hren ist, bevor das Umwandlungsverfahren angehoben werden darf. Vielmehr steht der BehÃ¶rde in dieser Hinsicht ein Ermessensspielraum zu. Dies gilt im<a id="page210"></a> besonderen Masse dann, wenn der erfolgreiche Vollzug der Busse auf dem Betreibungsweg deshalb infrage steht, weil der Eintritt der absoluten VerjÃ¤hrung fÃ¼r die Vollstreckung droht, was insbesondere bei Ãbertretungen, bei denen die absolute VollstreckungsverjÃ¤hrung schon mit Ablauf von drei Jahren eintritt (Art. 109 StGB), Bedeutung erlangen kann. Vor diesem Hintergrund erkannte das Bundesgericht im Vorgehen einer VollzugsbehÃ¶rde, welche das Betreibungsverfahren nach erhobenem Rechtsvorschlag trotz offensichtlicher ZahlungsfÃ¤higkeit der gebÃ¼ssten Person wegen des zu erwartenden Eintritts der absoluten VollstreckungsverjÃ¤hrung auf die Fortsetzung der Betreibung verzichtet und dem Richter die Umwandlung der Bussen in Haft beantragt hatte, keine rechtsverletzende ErmessensausÃ¼bung (zum Ganzen BGE 124 IV 205 E. 8c).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Wie dargelegt kommt der VollzugsbehÃ¶rde Ermessen beim Entscheid zu, ob bzw. inwieweit sie vor der Umwandlung der Busse in die richterlich angeordnete Ersatzfreiheitsstrafe die Busse auf dem Betreibungsweg einzubringen versucht. In ihrem Entscheid einbeziehen darf sie namentlich, ob gegen die betroffene Person Verlustscheine bestehen (vgl. dazu auch BGr, 5. Oktober 2007, 6B_238/2007 E. 5.3) oder die VollstreckungsverjÃ¤hrung droht. Solche GrÃ¼nde werden von den Vorinstanzen indes nicht angefÃ¼hrt und sind auch nicht ersichtlich. Einerseits bestanden und bestehen gegen den BeschwerdefÃ¼hrer keine Verlustscheine. Andererseits dauerte es im Zeitpunkt der Vorladung des BeschwerdefÃ¼hrers in den Strafvollzug (15. November 2023; vorn I.C.) bis zur VollstreckungsverjÃ¤hrung der Busse noch rund zwei Jahre, erwuchs die Strafe doch (erst) mit dem Beschluss des Obergerichts vom 1. September 2022 in Rechtskraft (vgl. Matthias ZurbrÃ¼gg, Basler Kommentar Strafrecht I, Art. 100 N. 3). Gerade im vorliegenden Fall ist nicht nachvollziehbar, weshalb das Statthalteramt darauf verzichtete, den Rechtsvorschlag gerichtlich aufheben zu lassen, verfÃ¼gte sie doch mit dem rechtskrÃ¤ftigen Strafentscheid Ã¼ber einen definitiven RechtsÃ¶ffnungstitel (Art. 442 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 Ã¼ber Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG; SR 281.1]) und waren damit die mÃ¶glichen Einwendungen des BeschwerdefÃ¼hrers gegen die RechtsÃ¶ffnung â wie die Justizdirektion selbst erkannte (vorn E. 3.1) â beschrÃ¤nkt (Art. 81 Abs. 1 SchKG). Der Betreibungsweg kann schon deshalb nicht als aussichtslos bezeichnet werden, zumal gegen den BeschwerdefÃ¼hrer wie erwÃ¤hnt keine Verlustscheine bestanden bzw. bestehen und in der Vergangenheit schon erfolgreich PfÃ¤ndungen durchgefÃ¼hrt wurden. Vielmehr durfte damit entgegen der Justizdirektion <span>bei FortfÃ¼hru</span>ng<span> des Betreibungsverfahrens</span> <span>ein Ergebnis erwartet werden. Ebenso wenig </span>verfÃ¤ngt das Argument, die Beseitigung des Rechtsvorschlags sei mit Kosten verbunden, trÃ¤gt doch der Schuldner â vorliegend der BeschwerdefÃ¼hrer â die Kosten des Betreibungs- mitsamt RechtsÃ¶ffnungsverfahrens (Art. 68 Abs. 1 SchKG; vgl. BGE 133 III 687 E. 2.3). Sodann ist es Sache der Straf- bzw. VollzugsbehÃ¶rden, mittels zeitnaher Einleitung bzw. DurchfÃ¼hrung des <span>Betreibung</span>sverfahrens dafÃ¼r zu sorgen, dass die betroffene Person nicht einer rechtskrÃ¤ftigen Strafe entgeht, indem sie von den ihr im <span>Betreibung</span>sverfahren zustehenden Verteidigungsmitteln Gebrauch macht. Nicht zuletzt gilt es den Grundsatz zu beachten, wonach diejenige Strafe vollstreckt werden soll, zu welcher die gebÃ¼sste Person verurteilt wurde. Die Betreibung der Geldstrafe dient denn auch nicht primÃ¤r der Eintreibung einer staatlichen Forderung, sondern soll den Verurteilten zur StrafverbÃ¼ssung zwingen (Annette Dolge, Basler Kommentar Strafrecht I, Art. 35 N. 17). Mithin geniesst die Vollstreckung der Busse prinzipiell Vorrang gegenÃ¼ber deren Umwandlung in die Ersatzfreiheitsstrafe. Zusammenfassend lag vorliegend kein Ã¼berzeugender Grund vor, um die Busse als uneinbringlich zu erachten und von einer Fortsetzung des Betreibungsverfahrens abzusehen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und sind die VerfÃ¼gung der Justizdirektion vom 13. MÃ¤rz 2024 sowie die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 15. November 2023 aufzuheben. Die Kosten des Rekursverfahrens von total Fr. 490.- sind dem Beschwerdegegner aufzuerlegen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung hat der BeschwerdefÃ¼hrer weder mit Rekurs noch mit Beschwerde verlangt.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die VerfÃ¼gung der Justizdirektion vom 13. MÃ¤rz 2024 sowie die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 15. November 2023 werden aufgehoben. Die <span>Kosten des Rekursverfahrens von total Fr. </span>490<span>.- </span>werden <span>dem Beschwerdegegner </span>auferlegt.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'200.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 120.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'320.--</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. <span>Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2">5. Mitteilung an:<br/> a) den BeschwerdefÃ¼hrer;</p> <p class="Einzug2"> b) den Beschwerdegegner;<br/> c) die Justizdirektion; <br/> d) das EidgenÃ¶ssische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD).</p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>