B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5851/2014 law/auj U r t e i l v o m 15 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richter Jean-Pierre Monnet; Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger. Parteien A._______, geboren (…), Eritrea, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 3. Oktober 2014 / N (…). D-5851/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführerin ihr Heimatland Eritrea gemäss eigenen A n- gaben am 7. September 2013 verliess und über Sudan, Libyen und Italien am 14. Juli 2014 in die Schweiz gelangte, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchte, dass das BFM mit Verfügung vom 3. Oktober 2014 – eröffnet am 9. Oktober 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Aslyge- setzes (AsylG; SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat , die Wegwei- sung aus der Schweiz nach Italien anordnete und die Beschwerdeführerin aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerde- frist zu verlassen, dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschw erde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushänd i- gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwerdeführerin verfügte, dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 10. Oktober 2014 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei beantragte, ihre Beschwerde sei umfassend zu prüfen und das BFM sei anzuweisen, auf ihr Asylgesuch einzutreten, dass die vorinstanzlichen Akten am 14. Oktober 2014 beim Bundesver- waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verf ü- gungen (Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ä n- derung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), D-5851/2014 Seite 3 dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufg e- zeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schri ften- wechsel verzichtet wurde, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der B e- schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorin- stanz zu Recht auf das Asylges uch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen), dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Krite- rien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Pr ü- fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), zur Anwendung gelangt, dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO die Mitgliedstaaten jeden Asylan- trag prüfen, den ein Drittstaatsangehöriger an der Grenze oder im H o- heitsgebiet eines Mitgliedstaates stellt, wobei der Antrag von einem einz i- gen Mitgliedstaat gepr üft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III D-5851/2014 Seite 4 (Art. 8-15 Dublin-III-VO) in der Reihenfolge ihrer Auflistung (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig- keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens z u- ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, eine antragstellende Person in den eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die Annahme gibt, das s das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für asylsuchende Personen in jenem Mitglied- staat systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer u n- menschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfolgend: EU -Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden kann, dass der nach der Dublin -III-Verordnung zuständige Mit gliedstaat ve r- pflichtet ist, eine asylsuchende Person , die in einem anderen Mitglie d- staat einen Antrag gestellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO), dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen g e- stellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung z u- ständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), dass entweder der Mitgliedstaat, in dem ein Antrag auf internationalen Schutz gestellt worden ist und der das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaats durchführt, oder der zuständige Mitgliedstaat vor der Erstentscheidung in der Sache jederzeit einen anderen Mitglie d- staat ersuchen kann, den Antragsteller aus humanitären Gründen oder zum Zweck der Zusammenführung verwandter Personen aufzunehmen, wobei die betroffenen Persone n dem schriftlich zustimmen müssen (Art. 17 Abs. 2 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. humanitäre Klausel), dass die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Befragung zur Person im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Chiasso am 21. Juli 2014 aus- sagte, sie habe Libyen am 27. Juni 2014 in einem Boot verlassen, D-5851/2014 Seite 5 dass das Boot einen Motorschaden gehabt habe und sie am 1. Juli 2014 von der italienischen Küstenwache aus dem Meer gerettet und in einem Schiff nach Sizilien gebracht worden sei, dass man sie nach der Ankunft in Sizilien nur nach ihrem Namen gefragt und sie fotografiert, ihr jedoch keine Fingerabdrücke abgenommen habe, dass sie die Unterkunft, in welcher die italienischen Behörden sie unte r- gebracht hatten, nach drei Tagen verlassen habe, um eine Daktyloskopie- rung zu verhindern, dass sie zusammen mit Landsleuten nach Catani a gefahren sei, wo sie sich acht oder neun Tage aufgehalten habe, bis sie sich nach Mailand und von dort in die Schweiz begeben habe, dass das BFM gestützt auf diesen Sachverhalt die italienischen Behörden am 25. Juli 2014 um Aufnahme der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO ersuchte, dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in Art. 22 Abs. 1 Dublin -III-VO vorgesehenen F rist unbeantwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO), dass die Zuständigkeit Italiens somit gegeben ist, und die Beschwerd e- führerin dies anlässlich der Befragung auch nicht bestritt, dass sie auf Beschwerdeebene jedoch sowohl die Anwendbarkeit der Dublin-Bestimmungen als auch die Zuständigkeit Italiens bestreitet, dass sie zur Begründung anführt, sie sei in Italien nicht polizeilich (Finger- abdrücke oder andere biometrische Da ten) erfasst worden und habe dort kein Asylgesuch gestellt, dass sie Italien als Transitland habe benutzen müssen, weil ihr wegen der Abschaffung des Botschaftsasyls eine direkte Einreise in die Schweiz auf dem Luftweg nicht möglich gewesen sei, dass aus dem Umstand, dass die italienischen Behörden auf die Anfrage des Dublin Office Switzerland nicht innert Frist reagiert hätten, nicht auf die Zuständigkeit Italiens geschlossen werden dürfe , zumal ein Komm u- nikationsproblem der Grund für die ausbleibende Antwort bilden kö nne D-5851/2014 Seite 6 und Italien mit dem gegenwärtigen Ansturm von Flüchtlingen überfordert sei, dass diese Ausführungen an der Zuständigkeit Italiens zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens nichts ändern, dass die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Befragung aussagte, die ita- lienische Küstenwache habe sie am 1. Juli 2014 aus einem Boot gerettet, sie in einem Schiff nach Sizilien gebracht und dort nach ihrem Namen ge- fragt und sie fotografiert, dass das BFM gestützt auf die se Aussagen der Beschwerdefü hrerin zu Recht von der Anwendbarkeit von Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO ausging, dass diese Bestimmung besagt, dass, wenn auf der Grundlage von B e- weismitteln oder Indizien festgestellt wird, dass eine antragstellende Pe r- son aus einem Drittstaat kommend die Land-, See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaates illegal überschritten hat, dieser Staat für die Prüfung ihres Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, dass das Motiv beziehungsweise der Grund, weshalb die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen der Schweiz unbeantwortet gelassen haben, nicht von Belang ist, sondern gemäss Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO eine ausbleibende Antwort des ersuchten Staates zur Annahme führt, dass dem Aufnahmegesuch stattgegeben wird, was die Verpflichtung nach sich zieht, die Person aufzunehmen und angemessene Vorkehru n- gen für ihre Ankunft zu treffen, dass die Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des Asyl - und Weg- weisungsverfahrens somit gegeben ist, und der Wunsch der Beschwerde- führerin, in der Schweiz blei ben zu können, daran nichts zu ändern ve r- mag, dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De- zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105), des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist, dass davon auszugehen ist, Italien anerkenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus der Richtlinie des Europäischen Parl a-D-5851/2014 Seite 7 ments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie der Aufnahmerichtlinie erg e- ben, dass die Beschwerdeführerin a nlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs zu einer Überstellung nach Italien lediglich angab, sie habe dort Landsleute gesehen, welche auf der Strasse übernachteten , und sie wol- le nicht dasselbe Schicksal erleiden, dass sie in der Beschwerde neu geltend macht, dass eine Abschiebung nach Italien nicht zumutbar sei, weil dort die Aussicht auf ein Leben unter menschenwürdigen Umständen und auf ein faires Verfahren derzeit nicht gegeben sei, dass die Aussicht, in Italien ohne sichere Unterkunft da zu stehen, sie als alleinstehende Frau in grosse Angst versetze, und ihr entgegen ihrer Hoffnung, in der Schweiz Schutz zu erhalten, nun die Abschiebung nach Italien und damit erneut die Gefahr von Willkür und Übergriffen drohe, dass hierzu festzustellen ist, d ass die schweizerischen Behörden zwar prüfen müssen, ob die Beschwerdeführerin im Falle ihrer Überstellung nach Italien Gefahr laufen würde, eine Verletzung ihrer Grundrechte zu erleiden, dass es diesbezüglich aber der Beschwerdeführerin obliegt, dem Geri cht darzulegen, gestützt auf welche ernsthaften und konkreten Hinweise a n- zunehmen sei, Italien würde in ihrem konkreten Fall die staatsvertragl i- chen Verpflichtungen nicht respektieren, das Völkerrecht verletzen und ihr den notwendigen Schutz verweigern ode r sie menschenunwürdigen L e- bensumständen aussetzen (vgl. Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte [ EGMR] vom 21. Januar 2011, M.S.S. gegen Belgien und Griechenland [Beschwerde Nr. 30696/09]), dass sie jedoch mit der generellen Behauptung, eritreische Staatsange- hörige würden in Italien auf der Strasse leben, und ein menschenwürdi- ges Leben sei in Italien nicht möglich, keine solchen Anhaltspunkte darzu- legen vermag, dass ihr Vorbringen, sie fürchte sich davor, als alleinstehende Frau keine Unterkunft zu erhalten, nicht stichhaltig ist, zumal sie gemäss eigenen D-5851/2014 Seite 8 Angaben in Sizilien in einer Unterkunft untergebracht worden war, welche sie jedoch verliess, um einer Daktyloskopierung zu entgehen, dass sie auch nicht darzulegen vermag, weshalb ihr – wie in der B e- schwerde erstmals behauptet – "erneut" die "Gefahr von Willkür und Übergriffen" drohe, zumal sie im bisherigen Verfahren weder von Willkür noch von Übergriffen gegen ihre Person in Italien berichtet hatte, und sie solche im Übrigen auch auf Beschwerdeebene nicht substanziiert, dass keine konkreten und ernsthaften Anhaltspunkte ersichtlich sind , die darauf hindeuten, dass die italienischen Behörden sich weigern würden, die Beschwerdeführerin aufzunehmen oder ihr den Zugang zum Asylve r- fahren v ersperren respektive in ihrem Fall den Grundsatz des Non - Refoulement missachten und sie zur Ausreise in ein Land zwinge n wür- den, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden, dass die Aufenthaltsbedingungen für Asylsuchende in Italien zwar teilwei- se als verbesserungswürdig erscheinen und das diesbezügliche Fürso r- gesystem in gewissen Punkten in der Kritik steht (v gl. namentlich Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH], Italien: Aufnahmebedingu n- gen, Aktuelle Situation von Asylsuchenden und Schutzberechtigten, in s- besondere Dublin -Rückkehrenden, Bern, Oktober 2013; vgl. auch UNHCR, Recommendations on Importa nt Aspects of Refugee Protection in Italy, Juli 2013), die Beschwerdeführerin indes nicht beweisen oder mit- tels konkrete r Indizien glaubhaft machen konnte, dass die dortigen L e- bensbedingungen so schlecht seien, dass die Überstellung in dieses Land die EMRK verletzen würde, dass die Unterbringung Asylsuchender in Italien jedenfalls die Minima l- standards des internationalen Rechts und insbesondere von Art. 3 EMRK nicht unterschreitet (vgl. hierzu beispielsweise die Urteile des Bunde s- verwaltungsgerichts D -1149/2014 vom 14. Juli 2014, D -1623/2014 vom 1. April 2014), dass auch der EGMR in seiner bisherigen Rechtsprechung davon aus- geht, in Italien bestehe kein systematischer Mangel an Unterstützung und Einrichtungen für Asylsuchende, obwohl die Lebensumstände von Asyl- suchenden, anerkannten Flüchtlingen und Personen mit einem subsidi ä- ren Schutzstatus gewisse Mängel aufweisen würden (vgl. Urteil des D-5851/2014 Seite 9 EGMR vom 2. April 2013, Mohammed Hussein und andere gegen Nieder- lande und Italien [Beschwerde Nr. 27725/10; Unzulässigk eitsentschei- dung wegen offensichtlicher Unbegründetheit gemäss Art. 35 Abs. 3 EMRK]), dass in Fortführung dieser Rechtsprechung entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht davon ausgegangen werden kann, das Asylver- fahren und die Aufnahmebedingungen für asylsuchende Personen in Ita- lien weise systemische Schwachstellen auf, die eine Gefahr einer u n- menschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich bringen würden, dass Italien derzeit zwar einem starken Migrationsdruck ausgesetzt ist die EU-Innenminister jedoch an ihrem kürzlichen Treffen in Luxemburg ein von Italien eingebrachtes Papier mit diversen Vorschlägen zur Bewält i- gung der Herausforderungen im Rahmen des Dublin -Systems vera b- schiedet haben (vgl. NZZ vom 9. Oktober 2014), dass es der Beschwerdeführerin offen steht und obliegt, allfällige Klagen hinsichtlich ihrer Unterbringung oder des Zugangs zum Asylverfahren bei den zuständigen italienischen Behörden vor Ort vorzubringen und bei diesen di e ihr nach den entsprechenden Richtlinien zustehenden Au f- nahme- und Verfahrensbedingungen durchzusetzen (vgl. BVG E 2010/45 E. 7.6.4), dass Dublin-Rückkehrende im Übrigen bezüglich der Unterbringung von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt werden und die Behö r- den bestrebt sind, hilfsbedürftigen Personen besondere Unterstützung zukommen zu lassen, dass sich darüber hinaus – neben den staatlichen Strukturen – auch zahl- reiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen, dass damit kein Grund zur Annahme besteht, die Beschwerdeführerin würde in Italien wegen ungenügender Aufenthaltsbedingungen in existen- zielle Not geraten, oder keinen Zugang zum Asylverfahren erhalten, dass die Beschwerdeführerin an ihrer Befragung hinsichtlich ihres G e- sundheitszustandes zu Protokoll gab, sie habe seit Juni 2014 an Hämorr- hoiden gelitten und hinzufügte, sie habe im Empfangs - und Verfahrens-D-5851/2014 Seite 10 zentrum (EVZ) Chiasso Medikamente erhalten und es gehe ihr nun ein wenig besser, dass die Beschwerdeführerin nicht geltend macht, die Überstellung nach Italien setze sie einer Gefahr für ihre Gesundheit aus und verletze damit Art. 3 EMRK, dass Italien über eine ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt, dass zusammenfassend kein konkretes und ernst haftes Risiko besteht, die Überstellung der Beschwerdeführerin nach Italien würde gegen vö l- ker- oder landesrechtliche Verpflichtungen der Schweiz verstossen, dass es aufgrund der vorstehenden Erwägungen keinen Grund für eine Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die Dublin -III-VO den Schutzs u- chenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetre- ten ist und – weil die Beschwerdeführerin nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1 der Asylverord nung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]), dass in Dublin -Verfahren allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 des Ausländergesetzes (AuG, SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Vo r- aussetzung des Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10), dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzen oder den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellen sollte (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist, D-5851/2014 Seite 11 dass aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos geworden ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-5851/2014 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona- le Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Jacqueline Augsburger Versand: