Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 10. Juli 2014 (725 14 88) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Erleiden eines Fingersehnenrisses beim Tragen von Kleiderbügeln; Vorliegen eines un- gewöhnlichen äusseren Faktors sowie einer unfallähnlichen Körperschädigung verneint Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiberi n Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft AG , Rechtsdienst / Schadenmanagement, Wuhrmattstrasse 21, 4103 Bottmingen, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Die 1965 geborene A.____ ist seit 1. Januar 2001 bei der B.____ tätig und durch die Arbeitgeberin bei der Schweizerischen National-Vers icherungs-Gesellschaft (Unfallversiche- rung) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 31. Juli Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2013 liess die Versicherte durch ihre Arbeitgeberin me lden, dass sie am 18. Juli 2013 bzw. am 20. Juli 2013 den linken Finger verletzt habe. Die Er stbehandlung erfolgte am 20. Juli 2013 im C.____. Im Bericht vom 9. September 2013 (Eingang) w urde als Diagnose ein Verdacht auf einen Strecksehnenanriss Dig. IV links festgehalten. Diese Diagnose wurde mit Berichten der D.____ vom 14. August 2013 und 18. September 2013 best ätigt. Mit E-Mail vom 20. August 2013 beschrieb die Versicherte den Unfallhergang. Die Unfallversicherung teilte der Versicher- ten am 10. September 2013 die Ablehnung der Leistung spflicht mit. Die Versicherte erhob da- gegen telefonisch am 1. Oktober 2013 Einwände. In der Folge erliess die Unfallversicherung am 7. Oktober 2013 eine Verfügung, mit welcher sie i hre Leistungspflicht verneinte, da es sich beim gemeldeten Ereignis weder um einen Unfall noch u m eine unfallähnliche Körperschädi- gung handle. Die dagegen erhobene Einsprache wies die Unfallversicherung mit Entscheid vom 12. Februar 2014 ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte mit Ein gabe vom 12. März 2014 Be- schwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsr echt. In ihrer verbesserten Be- schwerdebegründung vom 7. April 2014 beantragte sie di e Aufhebung des angefochtenen Ent- scheides und die Übernahme der Behandlungskosten. Zur Begründung führte sie aus, dass auf den Arztrechnungen ihre Verletzung fälschlicherweise als Krankheit deklariert worden sei. Beim Sehnenriss handle es sich um eine unfallähnliche Körpersch ädigung im Sinne von Art. 9 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982. C. Mit Vernehmlassung vom 23. Mai 2014 beantragte di e Unfallversicherung die Abwei- sung der Beschwerde. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die pr äsidierende Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeite n bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Im vorliegende n Fall liegt der Streitwert mit Rechnungen in Höhe von Fr. 1'121.65 inkl. Mahnspesen unter dieser G renze, sodass die Angelegenheit prä- sidial zu entscheiden ist. 2. Es ist zu prüfen, ob es sich beim Ereignis vom 18. bzw. 2 0. Juli 2013 um einen Unfall im Rechtssinne handelt. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfa llversicherung (UVG) vom 20. März 1981 gewährt die Unfallversicherung Leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl- len und Berufskrankheiten. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allge- meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Okt ober 2000 die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnliche n äusseren Faktors auf den menschlichen Körper. Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich keit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfa lls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jewei- ligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschre itet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstän de in Betracht fallen (BGE 129 V 402 E. 2.1, 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinw eisen). Ein Unfall liegt nur vor, wenn ein äusserer Faktor auf den Körper einwirkt. Das Ereignis m uss sich in der Aussenwelt zutragen. Die Folgen davon können sich jedoch unter Umständen ausschliesslich im Körperinnern zeigen. Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewö hnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Der ungewöhn liche äussere Faktor liegt in solchen Fällen darin, dass die körperliche Bewegung durch etwas Programmwidriges gestört wird, was beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Perso n stolpert, ausgleitet oder an einen Ge- genstand anstösst, oder wenn sie um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhal- tung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV 1999 U 345 S. 422 E. 2b). Bei körpereigenen Traumen, das heisst bei Schädigungen infolge einer im Körperinnern vor sich gehenden Krafteinwirkung (wie etwa bei Muskel- und Gelenkschmerzen, einer Lumbago oder Hernien), ist somit erforderlich, dass die unmittelbare Ursache der S chädigung entweder die Folge einer be- stimmten sinnfälligen Überanstrengung ist oder unter be sonders sinnfälligen Umständen ge- setzt worden ist. Die Aussergewöhnlichkeit ist aber nicht schon dann gegeben, wenn die Ge- sundheitsschädigung bei einer etwas ungewohnten, der zu verrichtenden Arbeit aber angepass- ten Körperstellung erfolgt. Die Aussergewöhnlichkeit ei ner Anstrengung ist jeweils im Hinblick auf die Konstitution sowie die berufliche oder ausserbe rufliche Gewöhnung der betreffenden Person zu beurteilen (A LEXANDRA RUMO -JUNGO , Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Zürich/Basel/Genf 2003, 3. Auflage, S. 27 mit Hinweisen). 2.2 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren un d der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten d er Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist j edoch, dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriff snotwendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherun gsgerichts ist, für die Zusam- mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofer n, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes au fgrund einer Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 2.3.1 Was speziell den Unfallbeweis anbelangt, sind die einzelnen Umstände des Unfallge- schehens vom Leistungsansprecher bzw. der Leistungsanspreche rin glaubhaft zu machen. Kommt er bzw. sie dieser Forderung nicht nach, indem un vollständige, ungenaue oder wider- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprüchliche Angaben gemacht werden, die das Bestehen ein es unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine Leistungspfl icht des Versicherers (SVR 2001, KV, Nr. 50, S. 146 E. 4c). Zur Glaubhaftmachung eines Unfallereignisses müssen über das konkrete Geschehen genaue und möglichst detaillierte Angaben namhaft gemacht werden, auf- grund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Tatumstände ein klares Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuschätzen (vgl. Urteile des EVG vom 25. November 2004, U 209/04, vom 15. September 2004, U 234/04, und vom 19. Mai 2004, U 236/03). Wechselt die versicherte Person ihre Darstell ung im Laufe der Zeit, kommt den An- gaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meiste ns grösseres Gewicht zu, als jenen nach Kenntnis einer ablehnenden Verfügung des Versiche rers (vgl. BGE 121 V 47; Urteil des EVG vom 23. November 2006, U 258/04, E. 3.1). 2.3.2 Der mangelhafte Nachweis eines die Merkmale des U nfalles erfüllenden Ereignisses lässt sich nur selten durch medizinische Feststellungen erse tzen. Diesen kommt im Rahmen der Beweiswürdigung für oder gegen das Vorliegen eine s unfallmässigen Geschehens in der Regel nur die Bedeutung von Indizien zu (RKUV 2003 Nr . U 485 S. 260 E. 5, 1990 Nr. U 86 S. 51 E. 2). Dabei ist zu beachten, dass sich der medizinisch e Begriff des Traumas nicht mit dem Unfallbegriff deckt. Ein traumatisches Ereignis ode r Trauma im medizinischen Sinne kann neben dem eigentlichen Unfall im Rechtssinne auch Ereignisse umfassen, denen der Charakter der Ungewöhnlichkeit und/oder Plötzlichkeit abgeht (ni cht publizierte E. 1 des BGE 130 V 380 mit Hinweis; Urteil des EVG, U 71/05, E. 3.1). 3.1.1 In der Unfallmeldung vom 31. Juli 2013 wurde au sgeführt, dass sich die Versicherte am 20. Juli 2013 am linken Finger verletzt habe. Der A blauf des Ereignisses werde zu einem späteren Zeitpunkt geschildert. In ihrer E-Mail vom 20. August 2013 beschrieb die Versicherte folgenden Unfallhergang: "Am 18.7.2013 abends stelle ich plötzlich fest, dass das vorderste Glied an meinem Ringfinger an der linken Hand schief hing. Als sich nichts änderte, ging ich am 20.7.2013 zuerst in die E.____ (Hausarzt), welche mich in die Notaufnahme des C.____ schick- te, um dies einem Hand-Spezialisten zu zeigen. Dort erhielt ich eine Schiene für den Finger, die ich nicht abnehmen durfte, um den Finger wieder zu stre cken". Weiter führte sie aus, dass die Nachbehandlung bei Dr. med. F.____, FMH Handchirurgie und Chirurgie der peripheren Ner- ven, D.____, erfolge. Am 1. Oktober 2013 teilte die V ersicherte telefonisch mit, dass es sich beim Sehnenriss um eine Listenverletzung gemäss Art. 9 UVV handle. Das Ereignis gelte daher als Unfall, ohne dass ein ungewöhnlicher äusserer Faktor vorliegen müsse. Den Unfallhergang präzisierte sie dahingehend, dass sie am 18. August 2013 K leider einkaufen gegangen sei. Als sie mehrere Kleiderbügel in der Hand gehabt habe, sei sie wohl irgendwie "hängen" geblieben. Da sie zu Beginn keine Schmerzen verspürt habe, habe sie erst am Abend bemerkt, dass das Glied am betroffenen Finger schief gehangen sei. Sie se i sich sicher, dass dieser Vorfall ur- sächlich für den Sehnenriss sei. Nachdem die Unfallversicherung mit Verfügung vom 7. Oktober 2013 ihre Leistungspflicht ablehnte, schilderte die Ver sicherte in ihrer Einsprache vom 5. No- vember 2013 den Unfallhergang erneut: "Das sinnfällige Ereignis war der Kleidereinkauf, bei dem ich mehrere Kleider auf Bügeln in der linken Hand verkehrt herum hielt und herumtrug. Da der Sehnenriss überhaupt keine Schmerzen verursachte, beme rkte ich diesen erst später, als ich links etwas in die Hand nahm (ich bin rechtshändig veranlagt)." Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1.2 Im Arztzeugnis UVG vom 9. September 2013 (Eingan g) gab der behandelnde Arzt des C.____ zum Unfallhergang an, dass sich die Versicherte an kein Trauma erinnern könne. Die Ursache der Verletzung am linken Finger sei daher unklar . Dr. F.____ hielt in seinen Ver- laufseinträgen vom 14. August 2013 und 18. September 2013 als Diagnose eine Strecksehnen- ruptur DIP Gelenk Dig IV rechts (recte wohl: links) fest , die auf das Unfallereignis vom 18. Juli 2013 zurückzuführen sei. Gemäss der Unfallschilderung der V ersicherten habe das Endglied nach unten gehangen und sie habe den Finger in diese m Bereich nicht mehr durchstrecken können. Im Verlaufseintrag vom 18. September 2013 äusse rte er sein Erstaunen über die Hal- tung der Unfallversicherung, wonach sie davon ausgehen, dass weder der Unfallbegriff erfüllt sei noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege. F ür ihn stelle der Sehnenriss eindeutig eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 UVV dar. 3.2 Aus den Schilderungen der Versicherten ist zu schliesse n, dass sie sich beim Tragen von Kleiderbügeln in einem Verkaufsladen den Fingersehnenriss zuzog. Etwas Ungewöhnliches im Bewegungsablauf wie ein Stolpern, ein Fehltritt o der ein Ausrutschen, ein Anstossen oder ein reflexartiges Abwehren eines Sturzes etc. wird nicht beschrieben, ebenso wenig eine aus- serordentliche Kraftanstrengung (eine sinnfällige Über anstrengung). In einer späteren Darstel- lung vermutet sie zwar, dass sie "irgendwie hängen geblie ben" sei, als sie Kleiderbügel in der Hand gehabt habe (vgl. Telefonnotiz vom 1. Oktober 2013 ). Detaillierte Ausführungen zum "Hängenbleiben" vermag sie jedoch nicht darzulegen, kann sie sich doch nicht an einen beson- deren Vorfall erinnern (vgl. auch Bericht des C.____ vom 9. September 2013 [Eingang]). Damit ist aber eine Programmwidrigkeit im Bewegungsablauf nicht erkennbar, womit das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors und somit auch ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu verneinen ist. 4. Erlitt die Versicherte beim Ereignis vom 18. bzw. 2 0. Juli 2013 keinen Unfall im Rechtssinne, bleibt zu prüfen, ob eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt. 4.1 Als tatbestandsmässige Gesundheitsschädigungen gelten gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV die in lit. a bis h aufgeführten Körperschädigungen, w ozu auch Sehnenrisse gehören (lit. f), auch wenn sie nicht durch einen ungewöhnlichen äusseren F aktor verursacht worden sind. Gemäss den Verlaufseinträgen von Dr. F.____ vom 14. Au gust 2013 und 18. September 2013 erlitt die Versicherte eine Strecksehnenruptur am linken Ringfinger, welche anfänglich mit einer Stack'schen Schiene und anschliessend mit einer Neopren-Schiene behandelt wurde. Während dem erstbehandelnden Arzt des C.____ nicht klar war, ob die Fingerverletzung auf das Ereignis vom 18. bzw. 20. Juli 2013 zurückzuführen sei, steht für Dr. F.____ fest, dass die Unfallkausali- tät zu bejahen sei. Diese Frage der natürlichen Kausal ität zwischen dem Ereignis vom 18. bzw. 20. August 2013 und der Sehnenruptur muss jedoch nicht a bschliessend beurteilt werden. Selbst bei Bejahung des Kausalzusammenhangs ist das V orliegen einer unfallähnlichen Kör- perschädigung zu verneinen, wie sich nachfolgend zeigen wird. 4.2 Damit eine Leistungspflicht der Unfallversicherung bei unfallähnlichen Körperschädi- gungen bejaht werden kann, müssen mit Ausnahme der Ung ewöhnlichkeit sämtliche Tatbe- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht standsmerkmale des Unfallbegriffs erfüllt sein. Besondere r Bedeutung kommt der Vorausset- zung des äusseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv fest- stellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfall es (BGE 129 V 467 E. 2.2). Nicht erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors, wenn das erstmalige Auftreten der Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte Person zu beschreiben in der Lage ist. Vielmehr ist gemäss Rechtsp rechung für die Bejahung eines äusseren auf den menschlichen Körper schädigend einwirkend en Faktors stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzi al innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit i m Rahmen einer allgemein gestei- gerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele sportliche Betätigungen zutref- fen kann. Wer hingegen beim Aufstehen, Absitzen, Ablie gen, bei der Bewegung im Raum, bei Handreichungen usw. einen einschiessenden Schmerz erleidet , welcher sich als Symptom ei- ner Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV herausstellt, kan n sich nicht auf das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung berufen. Die physiolog ische Beanspruchung des Skelettes, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äu sseren Faktor dar, dem ein zwar nicht ungewöhnliches, jedoch gegenüber dem normalen G ebrauch der Körperteile gesteigertes Gefährdungspotential innewohnen muss. Erfüllt ist dagegen das Erfordernis des äusseren Fak- tors bei Änderung der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereige- nen Traumen führen kann, also im Sinne der bisherige n Rechtsprechung das plötzliche Aufste- hen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende Bewegung und die durch äussere Einflüsse unkontrollierbare Änderung der Körperlage im Sinne der von der Rechtsprechung positiv beur- teilten Sachverhalte (BJV 2003 S. 918 f.; BGE 129 V 467 ff. E. 2.2 und 4.2). 4.3 Unbestritten ist, dass die Versicherte einen Sehnenri ss am linken Ringfinger erlitt. Auf- grund ihrer Schilderungen ist kein erhöhtes Schädigungs potenzial zu erkennen. Anhaltspunkte für das Bestehen eines Auslösungsfaktors im Sinne eines a usserhalb des Körpers sich ereig- nenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen Vorfalls, welcher den erlittenen Sehnenriss verur- sacht haben könnte, sind den Akten nicht zu entnehmen. Fü r die Bejahung einer unfallähnli- chen Körperschädigung genügt es nicht, wenn eine Verletzung nach Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt, sondern es muss zudem ein ausserhalb des Körpers liegender, sinnfälliger unfallähnlicher Vor- fall objektiv feststellbar sein (vgl. Urteile des Sozialve rsicherungsrechts Zürich vom 31. Januar 2011, UV.2009.00324 sowie vom 17. August 2011, UV.20 10.00147). Beim Tragen von Kleider- bügeln handelt es sich um eine alltägliche Lebensverricht ung. Ein davon unterscheidbares äusseres Moment vermag die Versicherte nur vermutungswei se zu beschreiben, was jedoch nicht für die Annahme eines objektiv feststellbaren sinnfä lligen Ereignisses genügt. Der Um- stand, dass Dr. F.____ überzeugt ist, dass der Tatbestand von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV erfüllt sei, vermag den fehlenden äusseren Faktor nicht zu ersetzen (vg l. Urteil 8C_317/2008 vom 27. No- vember 2008 E. 4.2). Unter diesen Umständen ist das V orliegen einer unfallähnlichen Körper- schädigung im Rechtssinne zu verneinen. 4.4 Zusammenfassend ist unter Berücksichtigung aller Umstän de ein in den Bewegungs- ablauf hineinspielendes äusseres Moment und damit ein a usserhalb des Körpers liegendes, objektiv feststellbares, sinnfälliges, unfallähnliches Ere ignis nicht nachgewiesen, weshalb die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unfallversicherung zu Recht eine Leistungspflicht verne inte. Die Beschwerde ist demgemäss abzuweisen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdeführerin am12. August 2014 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren-Nr. 8C_564/2014 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht