A bteilung I A -1693/2006 {T 0/2} U rteil vom 25. A pril 2007 M itw irkung: R ichter M arkus M etz (Vorsitz), Pascal M ollard, M ichael Beusch. G erichtsschreiber Jürg Steiger. V._______, Beschw erdeführerin, gegen O berzolldirektion (O ZD ), H auptabteilung R echt und Abgaben, M onbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Einfuhrabgaben: N achforderung für den M onat Februar 2004; K ontingentsüberschreitung. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie V._______ (im Folgenden: V._______ oder Beschw erdeführerin) m it Sitz in G ._______ bezw eckt den H andel m it Lebensm itteln. Sie hat eine G eneraleinfuhrbew illigung (G EB) N r....... für die Einfuhr von frischem G em üse und frischem O bst vom 24. April 2002. Am 6. O ktober 2003 stellte H err H ._______ für die F._______ ein Im portgesuch für 208 Tonnen Zw iebeln in der Im portzeit vom 8. O ktober 2003 bis 15. Februar 2004, w obei die V._______ als Im porteurin auftreten sollte. Begründet w urde das G esuch m it den grossen Ausfällen einheim ischer Produktion durch die Trockenheit des Som m ers 2003. N ach der Anhörung der Sw iss C onvenience Food Assoc. SC FA, U nterausschuss Verarbeitungsgem üse, verfügte das Bundesam t für Landw irtschaft (im Folgenden: BLW ) am 9. O ktober 2003 gegenüber der V._______ die Zuteilung Zollkontingents- anteile von 208'000 kg M etzgerzw iebeln für die Zeit vom 13. O ktober bis 31. D ezem ber 2003. B. D a die F._______ bzw . die V._______ das zugeteilte Zollkontingent am 31. D ezem ber 2003 nicht ausgenützt hatte, teilte das BLW am 6. Januar 2004 rückw irkend auf den 1. Januar 2004 der V._______ ein Zollkontingent von 92'000 kg M etzgerzw iebeln zu. D ie Im portfrist endete am 15. Februar 2004. Am 25. Februar 2004 führte die V._______ zu Lasten ihres Kontingents 24'000 kg Speisezw iebeln ein und verzollte diese zum Kontingentzollansatz (KZA) von Fr. 2.90 pro 100 kg. Am 26. Februar 2004 orientierte die V._______ die SC FA, dass das zugesprochene Zollkontingent von 92'000 kg M etzgerzw iebeln noch nicht vollständig im portiert w orden sei und ersuchte deshalb um eine Verlängerung, um den nicht ausgenützten Anteil in der nächsten Zeit einführen zu können. D ie SC FA reichte das G esuch am 1. M ärz 2004 an das BLW w eiter m it der Em pfehlung, einer Verlängerung vom 1. M ärz bis 15. April 2004 zuzustim m en. Am 3. M ärz 2004 beantragte die SC FA dem U nterausschuss Verarbeitungsgem üse, das Verlängerungsgesuch rückw irkend per 15. Februar 2004 bis 15. April 2004 gutzuheissen. Entsprechend bat der U nterausschuss Verarbeitungsgem üse das BLW m it Schreiben vom 5. M ärz 2004 um Bew illigung der Im portzeit vom 15. Februar bis 15. April 2004. G leicherm assen befürw ortete der Verband schw eiz. G em üseproduzenten (VSG P) m it Schreiben vom 5. M ärz 2004 an die SC FA auf G rund der anhaltenden U nterversorgung m it inländischen M etzgerzw iebeln eine rückw irkende Verlängerung des Im portkontingents vom 16. Februar bis 15. April 2004. C . M it Verfügung vom 12. M ärz 2004 teilte das BLW der V._______ einen Zollkontingentanteil von 46'000 kg M etzgerzw iebeln für die Zeit vom 5. M ärz bis 15. April 2004 zu. D ie V._______ reichte gegen diese Verfügung keine Beschw erde ein, so dass sie rechtskräftig w urde. Am 20. Juli 2004 stellte das BLW der V._______ R echnung über Fr. 29'544.-- Zollnachforderung und Fr. 709.05 M ehrw ertsteuer, insgesam t Fr. 30'253.05, da die V._______ die Einfuhr vom 25. Februar 2004 statt zum Ausserkontingentzollansatz (AKZA) von Fr. 126.00 pro 100 kg zum 3 KZA von Fr. 2.90 pro 100 kg verzollt hatte. D ie V._______ beschw erte sich dagegen beim BLW m it Schreiben vom 3. August 2004, w orauf das BLW am 14. D ezem ber 2004 das D ossier der O berzolldirektion (im Folgenden: O ZD ) zustellte. D ie O ZD verfügte am 13. Januar 2004 (recte: 2005) gegenüber der V._______ den Betrag von Fr. 30'253.05 m it der Begründung, die Einfuhr von 24'000 kg M etzgerzw iebeln sei am 25. Februar 2004 auserhalb einer Kontingentsperiode erfolgt, w eshalb die W are zum AKZA zu verzollen sei. Es liege nicht im Erm essen der Zollverw altung, Ausnahm en von dieser R egelung zu gestatten, nicht zuletzt auch im H inblick auf die G leichbehandlung aller Im porteure. D . D ie V._______ reichte gegen die Verfügung der O ZD vom 13. Januar 2005 am 1. Februar 2005 Beschw erde bei der Eidgenössischen Zollrekurs- kom m ission (ZR K) ein und verw ies auf die Begründung der F._______, die am 10. Februar 2005 eingereicht w urde. D ie F._______ m achte geltend, durch eine unglückliche U nachtsam keit sei sie der M einung gew esen, das Kontingent laufe erst am 15. M ärz 2004 aus. D ie w eitere Begründung ergibt sich aus den Erw ägungen des Bundesverw altungsgerichts. E. D ie O ZD beantragt in ihrer Stellungnahm e vom 25. Februar 2005 die Abw eisung der Beschw erde. F. D ie ZR K übergab per Ende 2006 die Verfahrensakten an das Bundes- verw altungsgericht (BVG er) zur Beurteilung der Sache. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D ie angefochtene Verfügung unterliegt ab 1. Januar 2007 der Beschw erde an und der Beurteilung durch das Bundesverw altungsgericht (Art. 31 bzw . 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesver- w altungsgericht (Verw altungsgerichtsgesetz [VG G , SR 173.32]; Art. 109 Abs. 1 Bst. c des Zollgesetzes vom 1. O ktober 1925 [ZG , SR 631.0]). D ie Beurteilung erfolgt nach Art. 53 Abs. 2 VG G nach dem neuen Verfahrensrecht bzw . dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). 2. 2.1 N ach Art. 1 ZG hat, w er die Zollgrenze überschreitet oder W aren über die Zollgrenzen befördert, die Vorschriften der Zollgesetzgebung zu befolgen. D ie Zollpflicht um fasst die Befolgung der Vorschriften für den Verkehr über die G renze (Zollpflicht) und die Entrichtung der gesetzlichen Abgaben (Zollzahlungspflicht). D er Zollm eldepflicht unterliegt nach Art. 9 Abs. 1 ZG , w er eine W are über die G renze bringt, sow ie der Auftraggeber. Zollzahlungspflichtig sind nach Art. 13 ZG die in Art. 9 ZG genannten Personen, sow ie diejenigen, für deren R echnung die W aren eingeführt oder ausgeführt w orden sind. 2.2 Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 29. April 1998 über die Land- w irtschaft (Landw irtschaftsgesetz, Lw G , SR 910.1) hält die Kom petenz des Bundesrates fest, zur statistischen Ü berw achung der Einfuhr bestim m te 4 landw irtschaftliche Erzeugnisse der Bew illigung zu unterstellen. D er Bundesrat hat von dieser Kom petenz in Art. 1 Abs. 1 der Allgem einen Verordnung vom 7. D ezem ber 1998 über die Einfuhr von landw irt- schaftlichen Erzeugnissen (Agrareinfuhrverordnung, AEV, SR 916.01) G ebrauch gem acht und erteilt für die Einfuhr von G em üse eine G EB. W er über eine G EB verfügt, kann Zollkontingentsanteile erhalten, die zur Einfuhr von landw irtschaftlichen Produkten zu einem Präferenzzoll (KZA) berechtigen (Art. 13 Abs. 2 AEV). 2.3 D as Landw irtschaftsgesetz bestim m t in Art. 17, dass bei der Festsetzung der Einfuhrzölle die Versorgungslage im Inland und die Absatzm öglich- keiten für gleichartige inländische Erzeugnisse zu berücksichtigen sind (BG E 128 II 34 E. 2b). D abei sind die w elthandelsrechtlichen R ahm en- bedingungen zu respektieren (insbesondere die Verpflichtung zu Konso- lidierung und schrittw eiser Senkung der Agrarzölle; G ATT-Botschaft 1, BBl 1994 IV 149). Als Instrum ente zur Lenkung der Im porte stehen dem Bund insbesondere der Schw ellenpreis (Art. 20 Lw G ; vgl. Botschaft des Bundesrats vom 19. Septem ber 1994 zur G enehm igung der G ATT/W TO - Ü bereinkom m en [U ruguay-R unde; G ATT-Botschaft 1], BBl 1994 IV 149) und die Zollkontingente (Art. 21 Lw G ) zur Verfügung. Bei Letzteren w ird die Zeitperiode und die W arenm enge bestim m t, w elche zu einem vorteilhaften Zollansatz (KZA) in die Schw eiz eingeführt w erden kann; für den Im port einer zusätzlichen M enge und ausserhalb der zugeteilten Periode – m it Ausnahm e eines kontingentsfreien, unbew irtschafteten Zeitraum s – m uss regelm ässig ein bedeutend höherer Zoll zum AKZA bezahlt w erden, der gew öhnlich prohibitive W irkung hat (BG E 128 II 37 E. 2b). 2.4 D ie zeitliche Verteilung der Zollkontingente ist im internationalen R echt nicht geregelt; dies ist Sache der innerstaatlichen G esetzgebung. N ach Art. 5 der Verordnung vom 7. D ezem ber 1998 über die Ein- und Ausfuhr von G em üse, O bst und G artenbauerzeugnissen [VEAG O G ], SR 916.121.10) gilt für frisches G em üse eine zeitliche Aufteilung der Zollkontingente, die das BLW nach M assgabe der N achfrage freigibt, w enn das Angebot an gleichartiger Schw eizer W are handelsüblicher Q ualität den geschätzten w öchentlichen Bedarf nicht zu decken verm ag. 3. 3.1 D urch die Verfügung über die Zuteilung Zollkontingentsanteile vom 12. M ärz 2004 hat das BLW die Ausnützungsfrist auf den 5. M ärz bis 15. April 2004 festgelegt. In der R echtsm ittelbelehrung dieser Verfügung hat das Am t auf die Beschw erdem öglichkeit an die R ekurskom m ission des Eidgenössischen Volksw irtschaftsdepartem ents (R ekurskom m ission EVD , R EKO /EVD ) aufm erksam gem acht. D ie Beschw erdeführerin hat dagegen keine Beschw erde eingereicht. D eshalb ist die rechtskräftige Zuteilungsverfügung des BLW vom 12. M ärz 2004 – und insbesondere die zeitliche Festsetzung der Zuteilung der Zollkontingentsanteile – nicht G egenstand dieses Verfahrens. D as Bundesverw altungsgericht hat vielm ehr über die R echtm ässigkeit der N achforderung der O ZD vom 5 13. Januar 2004 (recte: 2005) zu entscheiden. D iese stützt sich in erster Linie auf Art. 12 des Bundesgesetzes vom 22. M ärz 1974 über das Verw altungsstrafrecht (VStrR , SR 313.0). D anach ist die infolge einer W iderhandlung zu U nrecht nicht erhobene Abgabe ohne R ücksicht auf die Strafbarkeit einer Person nachzuentrichten (Abs. 1). Art. 12 Abs. 2 VStrR ergänzt, dass zur N achleistung verpflichtet ist, w er in den G enuss des unrechtm ässigen Vorteils gelangt ist, insbesondere der zur Zahlung der Abgabe Verpflichtete (vgl. Art. 9 und Art. 13 ZG ) oder der Em pfänger der Vergütung oder des Beitrages. Voraussetzung für die Anw endbarkeit von Art. 12 Abs. 2 VStrR ist eine objektive W iderhandlung gegen die Verw altungsgesetzgebung des Bundes (vgl. BG E 115 Ib 360 E. 3a; unveröffentlichtes U rteil des Bundesgerichts vom 30. Septem ber 1988 i.S. B. AG [2A.18/1988] E. 3a; KU R T H AU R I, Verw altungsstrafrecht, Bern 1998, S. 36). D ie Leistungspflicht gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR hängt w eder von einer strafrechtlichen Verantw ortlichkeit noch von einem Verschulden (BG E 106 Ib 221 E. 2c) oder gar der Einleitung eines Strafverfahrens ab; vielm ehr genügt es, dass der durch die N ichtleistung der Abgabe entstandene G rund in einer W iderhandlung im objektiven Sinne liegt (U rteil des Bundesgerichts vom 23. August 2005 [2A.82/2005] E. 3.1). N ach der R echtsprechung des Bundesgerichts hat der unrechtm ässige Vorteil im Verm ögensvorteil zu liegen, der durch die N ichtleistung der Abgabe entstanden ist, w obei ein Verm ögensvorteil nicht nur in der Verm ehrung der Aktiven, sondern auch in einer Verm inderung der Passiven bestehen kann, indem der Leistungspflichtige insofern unrechtm ässig bevorteilt ist, als er die Leistung infolge der W iderhandlung nicht erbringen m uss (BG E 110 Ib 310 E. 2c). 3.2 D er Beschw erdeführerin stand nach Ablauf der Kontingentsperiode am 15. Februar 2004 für die Einfuhr von 24'000 kg M etzgerzw iebeln am 24. Februar 2004 kein Zollkontingent zur Verfügung. Folglich ist sie für die Zahlung des AKZA im Sinne von Art. 9 und Art. 13 ZG leistungspflichtig. D er unrechtm ässige w irtschaftliche Vorteil liegt darin, dass sie die Im porte zu einer Zeit vornahm , als sie keinen Anspruch auf den KZA hatte. D ie Beschw erdeführerin hat dam it dem Bund zw eifelsohne eine Abgabe (D ifferenz zw ischen AKZA und KZA) vorenthalten und objektiv gegen die Verw altungsgesetzgebung des Bundes verstossen (vgl. auch Entscheid der ZR K vom 7. O ktober 2002 [ZR K 2002-048], veröffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 67.43 E. 3d). D ie Be- schw erdeführerin bestreitet m it R echt nicht die nachbelasteten Einfuhren in m engenm ässiger sow ie die N achforderung in rechnerischer und dam it in tatsächlicher H insicht (Fr. 30'253.05). D abei kom m t es nach dem G esagten nicht darauf an, ob die Beschw erdeführerin absichtlich oder aus blosser U nachtsam keit gehandelt hat. U nd insbesondere ist auch nicht entscheidend, dass bereits am 10. M ärz 2004 zusätzliche Kontingente freigegeben und ab dem 17. M ärz 2004 in die freie Phase gew echselt w orden sind. D ie Beschw erde ist deshalb abzuw eisen. 4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschw erdeführerin nach Art. 63 Abs. 1 Vw VG die Verfahrenskosten aufzuerlegen. D ie G erichts-6 gebühr w ird nach Art. 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) auf Fr. 1'500.-- festgesetzt und m it dem Kostenvorschuss gleicher H öhe verrechnet. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten im Betrage von Fr. 1'500.-- w erden der Beschw erdeführerin auferlegt und m it dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- verrechnet. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde) - dem Bundesam t für Landw irtschaft D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M arkus M etz Jürg Steiger R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert 30 Tagen seit der Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l und 100 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BG G ]; SR 173.110). Versand am :