A bteilung III C -125/2006 {T 0/2} U rteil vom 16. Juli 2007 M itw irkung: R ichter Trom m er (Vorsitz); R ichter Vuille und Vaudan; G erichtsschreiber M äder. F._______, Beschw erdeführer, vertreten durch Fürsprecher D r. U rs O sw ald, Bahnhofstr. 1, Postfach 31, 5330 Zurzach, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Einreisesperre. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er aus dem Kosovo stam m ende, 1978 geborene Beschw erdeführer ge- langte 1991 gem einsam m it seinem Bruder im R ahm en des Fam iliennach- zugs zu seinen Eltern in die Schw eiz und erhielt im Kanton Luzern eine Jahresaufenthaltsbew illigung. D iese w urde regelm ässig verlängert, letzt- m als bis Ende D ezem ber 2004. B. W ährend seiner Anw esenheit in der Schw eiz gab der Beschw erdeführer im m er w ieder zu Klagen Anlass. Im Zeitraum zw ischen M ärz 1996 und Juni 1999 erw irkte er insgesam t 33 Strafverfügungen und einen Strafbe- fehl, schw ergew ichtig w egen W iderhandlungen gegen das Strassenver- kehrsrecht, aber auch einm al w egen G ehilfenschaft zu D iebstahl und H ausfriedensbruch und einm al w egen H ehlerei. M it Schreiben vom 24. Februar 2000 w urde der Beschw erdeführer desw egen vom Am t für M igration des Kantons Luzern verw arnt. D abei w urde er darauf aufm erk- sam gem acht, dass frem denpolizeiliche M assnahm en zu prüfen w ären, falls er erneut gerichtliche Verurteilungen erw irken oder m it seinem Verhal- ten sonstw ie zu w eiteren Klagen Anlass geben sollte. In der Folge kam es zu w eiteren strafrechtlichen Verurteilungen (sechs Strafverfügungen und zw ei Strafbefehle; erneut m ehrheitlich w egen W iderhandlungen gegen das Strassenverkehrsrecht, aber auch einm al w egen Verletzung des W affen- gesetzes, einm al w egen U ngehorsam s im Betreibungs- und Konkursver- fahren und einm al w egen Verletzung frem denpolizeilicher Bestim m ungen). C . M it Verfügung vom 24. Juni 2005 verw eigerte das Am t für M igration des Kantons Luzern eine Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung und w ies den Beschw erdeführer aus dem Kantonsgebiet w eg. Auf Beschw erde hin bestätigte das Justiz- und Sicherheitsdepartem ent des Kantons Luzern diese Verfügung in einem Entscheid vom 15. Septem ber 2005. D em Be- schw erdeführer w urde eine Frist bis zum 31. O ktober 2005 zur Ausreise angesetzt. N och w ährend des Verfahrens w urde der Beschw erdeführer er- neut straffällig (m ehrfacher U ngehorsam im Betreibungs- und Konkursver- fahren). D . Auf Antrag der M igrationsbehörde des Kantons Luzern dehnte das BFM (nachfolgend: Vorinstanz) m it Verfügung vom 4. O ktober 2005 die kanto- nale W egw eisung auf das ganze G ebiet der Schw eiz und das Fürstentum Lichtenstein aus. Für die Ausreise aus der Schw eiz w urde Frist bis zum 31. O ktober 2005 angesetzt. In der Folge w urde der Beschw erdeführer von seiner Schw ester bei der Einw ohnerkontrolle als ins Ausland w eggezogen gem eldet. Ein Beleg für die Ausreise in Form der dazu ausgehändigten Ausreisem eldekarte erfolgte aber nicht. E. Am 13. April 2006 w urde der Beschw erdeführer im Kanton O bw alden poli- zeilich angehalten und festgenom m en. N ach Bezahlung einer ausstehen- den Busse w urde er - offensichtlich ohne dass sein Aufenthaltsstatus einer näheren Ü berprüfung unterzogen w orden w äre - vorerst w ieder aus der H aft entlassen.3 F. Am 28. April 2006 verfügte die Vorinstanz gegen den Beschw erdeführer eine Einreisesperre für die D auer von fünf Jahren. Zur Begründung hielt die Vorinstanz fest, aufgrund des bisher gezeigten Verhaltens sei davon auszugehen, dass dem Beschw erdeführer der W ille oder die Fähigkeit ab- gehe, sich an die geltende O rdnung zu halten. Er gelte deshalb als uner- w ünscht. Einer allfälligen Beschw erde entzog die Vorinstanz vorsorglich die aufschiebende W irkung. G . Am 30. M ai 2006 w urde der Beschw erdeführer erneut von der Kantonspoli- zei O bw alden verhaftet. In zw ei Befragungen (durchgeführt am 31. M ai 2006 von der Kantonspolizei O bw alden bzw . am 1. Juni 2006 durch das Am t für M igration des Kantons Luzern) gestand der Beschw erdeführer ein, die Schw eiz per Ende O ktober 2005 nicht verlassen und lediglich vom Kanton Luzern in den Kanton O bw alden zu seiner Freundin gezogen zu sein. D abei stellte er sich auf den Standpunkt, er habe von der (seinem da- m aligen R echtsvertreter korrekt eröffneten) Ausdehnungsverfügung keine Kenntnis gehabt. D em Beschw erdeführer w urde die Verfügung der Vorins- tanz betreffend Einreisesperre eröffnet. Am 1. Juni 2006 w urde er in Aus- schaffungshaft versetzt und vier Tage später in den Kosovo ausgeschafft. H . M it Beschw erde vom 3. Juli 2006 gelangte der Beschw erdeführer an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ), als die dam als zu- ständige, verw altungsinterne R echtsm ittelinstanz, und ersuchte um ersatz- lose Aufhebung der Verfügung der Vorinstanz vom 28. April 2006, eventualiter um eine R eduktion der G eltungsdauer der Einreisesperre auf ein Jahr. Zur Begründung brachte der Beschw erdeführer sinngem äss vor, dass die Verhängung einer Einreisesperre nicht verhältnism ässig sei, w eil die m eisten Verurteilungen geringfügige D elikte zum Anlass gehabt hätten und viele dieser Verurteilungen Jahre zurücklägen. I. D ie Vorinstanz hielt in der Vernehm lassung vom 11. August 2006 an der angefochtenen Verfügung fest und beantragte die Abw eisung der Be- schw erde. D abei betonte sie, dass die U nerw ünschtheit nicht in einzelnen, sondern in der G esam theit der D elikte und der vom Beschw erdeführer m a- nifestierten offensichtlichen U nbelehrbarkeit begründet liege. J. R eplizierenderw eise liess der Beschw erdeführer in einer Eingabe vom 14. Septem ber 2006 bekanntgeben, dass er inzw ischen am 14. Juli 2006 im Kosovo seine Freundin geheiratet habe und diese in der Schw eiz über eine N iederlassungsbew illigung verfüge. K. Auf den w eiteren Akteninhalt und die Vorbringen der Parteien w ird, sow eit rechtserheblich, in den Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Verfügungen des BFM betreffend Einreisesperren unterliegen der Be- schw erde an das Bundesverw altungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesge- setzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Auslän-4 der [AN AG , SR 142.20] i.V.m . Art. 31 ff. des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verw altungsgerichtsgesetzes beim EJPD bereits hängige R echtsm it- telverfahren, die Einreisesperren zum G egenstand haben, w erden vom Bundesverw altungsgericht übernom m en. D ie Beurteilung erfolgt nach neu- em Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht nach dem Bundes- gesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit das Verw altungsgerichtsgesetz nichts anderes be- stim m t. D as Bundesverw altungsgericht entscheidet endgültig (Art. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D er Beschw erdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung zur Beschw erdeführung legitim iert; auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde ist einzutreten (Art. 48 ff. Vw VG ). 2. M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Er- m essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb- lichen Sachverhaltes sow ie, w enn nicht eine kantonale Behörde als Vorinstanz verfügt hat, die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 49 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht w endet im Beschw erdeverfahren das Bundesrecht von Am tes w egen an. Es ist gem äss Art. 62 Abs. 4 Vw VG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be- schw erde auch aus anderen als den geltend gem achten G ründen gut- heissen oder abw eisen. M assgebend ist grundsätzlich die Sach- und R echtslage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BG E 129 II 215 ff. teilw eise publizierten U rteils 2A.451/2002 vom 28. M ärz 2003). 3. D as BFM kann über unerw ünschte Ausländer die Einreisesperre verhän- gen. W ährend der Einreisesperre ist ihnen jeder G renzübertritt ohne aus- drückliche Erm ächtigung der verfügenden Behörde untersagt (Art. 13 Abs. 1 i.V.m . Art. 15 Abs. 3 AN AG ). 4. 4.1 Als präventivpolizeiliche Adm inistrativm assnahm e w ill die Einreisesperre der G efahr künftiger Störungen der öffentlichen O rdnung und Sicherheit sow ie anderer unter den Schutz der Frem denpolizei fallender Polizeigüter begegnen (zum Kreis der Polizeigüter im Frem denpolizeirecht vgl. BG E 98 Ib 85 ff. E. 2c S. 89, 98 Ib 465 ff. E. 3a S. 467 f.). N aturgem äss lässt sich die Frage, ob eine Polizeigefahr im oben dargelegten Sinne besteht, nur in Form einer Prognose beurteilen, die sich auf das bisherige Verhalten des Ausländers abstützt. Lässt das Verhalten des Ausländers in der Vergan- genheit darauf schliessen, dass er nicht w illens oder nicht fähig ist, sich in die geltende O rdnung einzufügen, und liegt seine Fernhaltung daher im öf- fentlichen Interesse, gilt er als "unerw ünscht" im Sinne von Art. 13 Abs. 1 AN AG (Entscheide des EJPD , publiziert in Verw altungspraxis der Bundes- behörden, VPB 63.1, 60.4, 58.53, sow ie PETER SU LG ER BÜ EL, Vollzug von Fernhalte- und Entfernungsm assnahm en gegenüber Frem den nach dem 5 R echt des Bundes und des Kantons Zürich, D iss. Zürich 1984 = Europäi- sche H ochschulschriften, R eihe II, R echtsw issenschaft, Bd. 352, Bern usw . 1984, S. 79 f., m it w eiteren N achw eisen). 4.2 D er Beschw erdeführer hat im Zeitraum zw ischen M ärz 1996 bis 25. Juni 1999 33 Strafverfügungen und einen Strafbefehl erw irkt, die alle in R echts- kraft erw achsen sind. 32 Strafverfügungen ergingen w egen Verstössen ge- gen das Strassenverkehrsrecht und w urden m it einer Busse bis m axim al Fr. 500.-- bestraft. Einm al w urde der Beschw erdeführer aber auch w egen G ehilfenschaft zu D iebstahl und H ausfriedensbruch und einm al w egen H ehlerei zur R echenschaft gezogen und m it bedingten G efängnisstrafen belegt (30 bzw . 10 Tage). O bw ohl m it Schreiben vom 24. Februar 2000 desw egen verw arnt und darauf aufm erksam gem acht, dass er m it schw er- w iegenden frem denpolizeilichen M assnahm en zu rechnen hätte, falls er er- neut delinquiere oder sonstw ie zu Klagen Anlass gebe, dauerte es nur ge- rade bis zum 12. Januar des Folgejahres, bis er erneut verurteilt w urde. In der Folge kam es in einem Zeitraum bis Ende N ovem ber 2005 noch zu w eiteren strafrechtlichen Verurteilungen (m indestens sieben Strafverfügun- gen und zw ei Strafbefehle; erneut m ehrheitlich w egen W iderhandlungen gegen das Strassenverkehrsrecht, aber auch je einm al w egen Zuw ider- handlung gegen das W affengesetz und w egen Verletzung frem denpolizeili- cher Bestim m ungen, zw eim al w egen U ngehorsam s im Betreibungs- und Konkursverfahren). D ie höchste in diesem zw eiten Zeitraum ausgespro- chene Strafe lag bei 10 Tagen G efängnis, bedingt vollziehbar und Fr. 1000.-- Busse w egen M issachtung der H öchstgeschw indigkeit innerorts im Sinne einer groben Verletzung der Verkehrsregeln und dem H ervorru- fen einer ernstlichen G efahr für die Sicherheit anderer gem äss Art. 90 Ziff. 2 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. D ezem ber 1958 (SVG , SR 741.01). 4.3 Zw ar w iegen viele der begangenen D elikte nicht besonders schw er, w as sich auch in den jew eils ausgesprochenen Strafen m anifestiert. Einzelne dieser D elikte sind aber auch nicht zu bagatellisieren. Entscheidend ist al- lerdings, dass die Kadenz und Anzahl erw irkter Strafen, aber auch die M issachtung der frem denpolizeilichen Verw arnung Ausdruck einer Persön- lichkeit sind, die über Jahre hinw eg und bis zur erzw ungenen Ausreise nicht bereit oder nicht in der Lage w ar, sich in die geltende R echtsordnung einzufügen. Kom m t hinzu, dass die Vorinstanz erst dann eine Fernhalte- m assnahm e anordnete, als entdeckt w urde, dass der Beschw erdeführer trotz rechtskräftigem W egw eisungsentscheid (kantonale Verfügung vom 24. Juni 2005 - bestätigt m it Entscheid vom 15. Septem ber 2005 - und eid- genössische Ausdehnungsverfügung vom 4. O ktober 2005) die Schw eiz nicht verlassen hatte, bzw . er sich illegal hier aufhielt. Aufgrund dieses Verhaltens und in Anbetracht der jahrelangen W eigerung oder U nfähigkeit, sich in die geltende R echtsordnung einzufügen, ist der Schluss der Vorin- stanz auf eine persönliche U nerw ünschtheit des Beschw erdeführers im Sinne von Art. 13 Abs. 1 AN AG nicht zu beanstanden.6 5. 5.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Einreisesperre dem G rundsatz nach sow ie von ihrer D auer her in richtiger Ausfüllung des Erm essens ergangen und ange- m essen ist. In die rechtskonform e Erm essensausübung haben der G rund- satz des G esetzesvorranges (darunter fällt nam entlich die verfassungskon- form e Erm essensausübung, vgl. JÖ R G PAU L M Ü LLER , Elem ente einer schw ei- zerischen G rundrechtstheorie, Bern 1982, S. 77 ff.) und die allgem einen G rundsätze des Verw altungshandelns einzufliessen, w ie das W illkürverbot, das G ebot der rechtsgleichen Behandlung, das G ebot von Treu und G lau- ben und der G rundsatz der Verhältnism ässigkeit von Verw altungsakten. Im vorliegenden Fall steht die Verhältnism ässigkeit der Einreisesperre im Vor- dergrund. U nter dem G esichtspunkt der Verhältnism ässigkeit ist eine w er- tende Abw ägung vorzunehm en zw ischen dem öffentlichen Interesse an der M assnahm e einerseits und den von der M assnahm e beeinträchtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits. D ie Stellung der verletz- ten oder gefährdeten R echtsgüter, die Besonderheiten des ordnungsw idri- gen Verhaltens und die persönlichen Verhältnisse des Verfügungsbelaste- ten bilden dafür die G rundlage (vgl. statt vieler U LR IC H H ÄFELIN / G EO R G M Ü LLE R / FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich und St. G allen 2006, S.127 f.). 5.2 D as öffentliche Interesse an einer Fernhaltung des Beschw erdeführers er- gibt sich ohne w eiteres aus seiner Q ualifizierung als unerw ünschte Per- son. H äufigkeit und zeitlicher R ahm en der von ihm begangenen D elin- quenz, sein U nverm ögen oder die fehlende Bereitschaft überhaupt, sich an die geltende O rdnung zu halten, die er w ährend langen Jahren und in ver- schiedenen Lebensbereichen an den Tag legte, rechtfertigen es, aus prä- ventiven G ründen eine m ehrjährige Fernhaltung anzuordnen. Insbes. ist auch nicht ersichtlich, w eshalb er sich den gesetzlichen Verpflichtungen heute - nur relativ kurze Zeit nach der zw angsw eisen H eim führung - w ie- derspruchslos unterziehen sollte. D er Beschw erdeführer verm ittelt w eniger das Bild eines gefährlichen als vielm ehr dasjenige eines unangenehm en und insbes. bezüglich der R egeln im Strassenverkehr unbelehrbaren Zeit- genossen. Er liess sich w eder von der grossen Anzahl der gegen ihn erlas- senen Strafverfügungen und -befehle, noch von der durch die kantonale M igrationsbehörde ausgesprochenen Verw arnung beeindrucken. Zu be- achten ist aber auch die grobe Verletzung frem denpolizeilicher Bestim - m ungen, indem sich der Beschw erdeführer über die Verpflichtung zur Aus- reise hinw egesetzt hat und er bis zu seiner Anhaltung w ährend gut einem halben Jahr illegal im Land verblieben ist. An der Einhaltung der frem den- polizeilichen O rdnung im Allgem einen und der Vorschriften über Aufenthalt im Besonderen besteht nur schon aus generalpräventiven G ründen ein ge- w ichtiges öffentliches Interesse. 5.3 D em öffentlichen Interesse gegenüber w ird auf den rund 14-jährigen Auf- enthalt des Beschw erdeführers in der Schw eiz und seine entsprechenden Kenntnisse der hiesigen Verhältnisse hingew iesen. Zudem habe sich der Beschw erdeführer "aufgefangen", lägen doch viele Straftatbestände be- reits bis zehn Jahre zurück. D aneben m acht der Beschw erdeführer in sei-7 ner R eplik geltend, dass er nun verheiratet sei, w obei seine Ehefrau über eine N iederlassungsbew illigung in der Schw eiz verfüge. 5.3.1 Spezifische persönliche Interessen daran, nicht von einer Fernhaltem ass- nahm e betroffen zu sein, sind nur gerade im H inw eis auf die inzw ischen erfolgte H eirat m it einer in der Schw eiz niedergelassenen Landsfrau zu er- kennen. D er Schutz eines vor staatlichen Eingriffen ungestörten Fam ilien- lebens w ird von Art. 8 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schut- ze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) gew ährleistet; zw ei Bestim m ungen, de- ren Schutzbereiche im Ausländerrecht deckungsgleich sind (BG E 129 II 215 ff. E.4.2 S. 218 f.). Zw ar verm itteln w eder Art. 8 EM R K noch Art. 13 Abs. 1 BV einen unm ittelbaren Anspruch auf Einreise und Aufenthalt. D as Bundesgericht geht jedoch in seiner ständigen R echtsprechung davon aus, dass die Verw eigerung einer Aufenthaltsbew illigung unter bestim m ten U m - ständen einen nach M assgabe von Art. 8 Abs. 2 EM R K bzw . Art. 36 BV rechtfertigungsbedürftigen Eingriff in das R echtsgut des Fam ilienlebens darstellt. D ies ist der Fall, w enn ein Ausländer über nahe Fam ilienangehö- rige (Ehegatten und unm ündige Kinder) m it gefestigtem Anw esenheits- recht in der Schw eiz (Schw eizer Bürgerrecht, N iederlassungsbew illigung oder Aufenthaltsbew illigung m it Verlängerungsanspruch) verfügt und das Fam ilienleben tatsächlich gelebt und intakt ist (vgl. statt vieler BG E 126 II 377 ff. E. 2. b/aa S. 382). D er Beschw erdeführer geht allerdings zu R echt nicht davon aus, dass es die Einreisesperre ist, die ein fam iliäres Zusam - m enleben in der Schw eiz verunm öglicht. D enn die R ealisierung der fam iliären G em einschaft im gem einsam en H aushalt in der Schw eiz setzt zw ingend eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung voraus. Eine sol- che kann dem Beschw erdeführer im R ahm en des vorliegenden Verfahrens m angels sachlicher und funktioneller Zuständigkeit des Bundesverw al- tungsgerichts nicht verm ittelt w erden. Es sind die Kantone, die in erster Li- nie über die Erteilung von Aufenthaltsbew illigungen befinden. 5.3.2 Vor dem aufgezeigten H intergrund kann sich nur die Frage stellen, ob die über die Verw eigerung der Aufenthalts hinausgehende, durch die Einreise- sperre zusätzlich erw irkte Erschw ernis des Fam ilienlebens vor Art. 8 EM R K und Art. 13 Abs. 1 BV standhält. D iese Erschw ernis besteht nicht in einem absoluten, für die D auer der Einreisesperre geltenden Einreisever- bot. D ie W irkung einer Einreisesperre äussert sich vielm ehr darin, dass ein Ausländer von den allgem einen, für seine Personenkategorie geltenden Einreisebestim m ungen ausgenom m en w ird, indem er eine besondere Be- w illigung, die so genannte Suspension der Einreisesperre, einholen m uss, w enn er in die Schw eiz einreisen w ill (vgl. Art. 13 Abs. 1 letzter Satz AN AG ). M it dieser Suspension kann die W irksam keit der Einreisesperre auf G esuch hin für bestim m te Zeit und aus triftigen G ründen ausgesetzt w erden. D er ausländische Staatsangehörige w ird m it anderen W orten ei- nem besonderen Bew illigungs- und Kontrollregim e in Bezug auf Einreise, Aufenthaltszw eck und Ausreise unterstellt. O b in diesem , in erster Linie adm inistrativen Erschw ernis bereits ein rechtfertigungsbedürftiger Eingriff 8 in das Fam ilienleben begründet ist, kann offen bleiben. Aufgrund der geo- graphischen Entfernung und der Visum spflicht, w elcher der Beschw erde- führer grundsätzlich untersteht, sind ihm spontane Besuche bei seiner Ehefrau in der Schw eiz ohnehin nicht m öglich, und der Pflege der fam iliä- ren Beziehungen durch Besuche im Ausland steht die Einreisesperre nicht entgegen. Im Ü brigen m usste zum Zeitpunkt des Eheschlusses kurz nach der Aus- schaffung des Beschw erdeführers sow ohl ihm als auch seiner jetzigen Ehefrau bew usst gew esen sein, dass sie nicht ohne w eiteres m it einer w unschgem ässen G estaltung der ehelichen G em einschaft rechnen kön- nen. Selbst w enn m an deshalb von einem unter dem G esichtspunkt von Art. 8 EM R K und Art. 13 Abs. 1 BV relevanten Eingriff ausgehen w ollte, w äre eine Störung des Fam ilienlebens in der konkreten Situation geringfü- gig. 5.4 Eine w ertende G ew ichtung der sich entgegenstehenden Interessen führt das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass die für eine D auer von fünf Jahren verhängte Einreisesperre eine verhältnism ässige und ange- m essene M assnahm e zum Schutz der öffentlichen O rdnung darstellt. 6. Aus dem bisher G esagten folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lich- te von Art. 49 Vw VG nicht zu beanstanden ist. D ie Beschw erde ist deshalb abzuw eisen. 7. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend w ird der unterliegende Be- schw erdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrenskos- ten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigun- gen vor dem Bundesverw altungsgericht [SR 173.320.2]). (D ispositiv S. 9)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Kosten des Verfahrens von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. Sie sind durch den am 15. Juli 2006 in gleichem U m fang geleis- teten Kostenvorschuss gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (Einschreiben) - der Vorinstanz (Einschreiben, Akten 2 190 347 retour) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: A. Trom m er P. M äder Versand am :