Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. November 2015 (725 15 165 / 296) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Die Vorinstanz hat bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts zu Recht auf die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung abgestellt. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Daniel Altermatt , Recht s- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, 4143 Dornach gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1963 geborene A.____ war vom 5. Juli 2011 be fristet bis 31. März 2012 bei der B____AG als Ferienaushilfe Betriebsmitarbeiter ange stellt und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) o bligatorisch gegen die Folgen von Unfäl- len und Berufskrankheiten versichert. Am 26. August 2011 liess A.____ durch seine Arbeitgebe- rin einen Unfall melden, wonach er am 19. August 20 11 bei der Arbeit mit einem Staplerfahr- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht zeug den linken Fuss einklemmt habe. Dabei zog er sich ei ne Bimalleolarfraktur links zu. Nach- dem die SUVA für die Heilungskosten aufgekommen war u nd Taggeldzahlungen entsprechend der ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit geleistet hatte, sp rach sie A.____ mit Verfügung vom 30. Juli 2014 für die verbleibenden Unfallfolgen mit Wirkung ab 1. Juli 2014 eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 10% sowie ei ne auf einer Integritätseinbusse von 10% basierende Integritätsentschädigung (IE) zu. Daran hielt sie auch auf Einsprache des Ver- sicherten hin mit Entscheid vom 30. März 2015 fest. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwal t Daniel Altermatt, am 11. Mai 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei der angefochtene Einspracheentscheid auf- zuheben und es sei eine gerichtliche Expertise zur Ermi ttlung der Arbeitsfähigkeit und des In- tegritätsschadens einzuholen; unter o/e-Kostenfolge. In der Beschwerdebegründung vom 11. Mai 2015 und deren Ergänzung vom 8. Juni 2015 liess er im Wesentlichen ausführen, dass der Entscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlag en beruhe. Zudem seien der Ein- kommensvergleich nicht korrekt durchgeführt und die Integ ritätsentschädigung unzutreffend bemessen worden. C. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Juli 2015 schloss die SU VA auf Abweisung der Be- schwerde. D. Am 20. Juli 2015 zog das Kantonsgericht bei der I V-Stelle Basel-Landschaft die Akten des Versicherten bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die ö rtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der Beschwerde zuständig. Auf die – im Ü brigen frist- und formgerecht erhobe- ne – Beschwerde vom 11. Mai 2015 ist einzutreten. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig- keit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arb eitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes- tens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn v on der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustand es der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederu ngsmassnahmen der Invalidenversiche- rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fal len die Heilbehandlung und die Tag- geldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet d ie versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, g eistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine a ngemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, fa lls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Inva- lidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ei n adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne de s natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eing etretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur glei chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahu ng des natürlichen Kausalzusam- menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allein ige oder unmittelbare Ursache gesund- heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende E reignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität de r versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werde n kann, ohne dass auch die eingetre- tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem ein getretenen Schaden ist nach der Rechtsprechung dann zu bejahen, wenn das Ereignis n ach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). 3.1 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse ist di e rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärztinnen und Ärzte n zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweise n). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismi ttel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbes ondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht e rledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Berichtes ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Bew eismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnah me als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). 3.2 Im Weiteren ist den im Rahmen des Verwaltungsverfa hrens eingeholten Gutachten ex- terner Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund ein gehender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatte n und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlä ssigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Ber ichten versicherungsinterner medizini- scher Fachpersonen und (Akten-)Berichten von Sachverständigen, die nicht im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt werden, erkennt die Rechtsprec hung zwar ebenfalls Beweiswert zu. Es ist allerdings zu betonen, dass ihnen praxisgemäss nicht di eselbe Beweiskraft wie einem ge- richtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zukommt (BGE 135 V 469 E. 4.4 mi t Hinweis auf BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Rich- tigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 4 71 E. 4.7). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfa hrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche V ertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potenti- ellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht verg essen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen läng eren Zeitraum abdeckende und umfas- sende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft we rtvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Beha ndlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil d es EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativgutachten stets in F rage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu a nderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vor- behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichend e Beurteilung aufdrängt, weil die behan- delnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver är ztlicher Interpretation entspringende – As- pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkan nt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 4. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 5. Zur Beurteilung der umstrittenen Fragen sind im W esentlichen folgende ärztliche Berich- te zu berücksichtigen: 5.1 Am 1. Oktober 2013 hielt der Kreisarzt Prof. Dr. med. C.____, Facharzt für Chirurgie, fest, beim Versicherten bestünde ein Status nach Korrektu r der Fibulaosteotomie am linken oberen Sprunggelenk (OSG) am 2. April 2013 bei Malun ion mit Rotationsfehlstellung und Ver- kürzung der distalen Fibula links bei Status nach Bimalle olarfraktur links am 26. August 2011. Die Schmerzen seien nach der Operation unverändert. Rad iologisch bestünde nach wie vor eine Syndesmosen-Insuffizienz. Der Versicherte habe bere its nach kurzer Gehstrecke von 10- 15 Minuten persistierende Beschwerden. Die Beweglichkei t des OSG sei klinisch schmerzhaft eingeschränkt. Gemäss SUVA-Tabelle 2.2 bestünde bei Fun ktionsbehinderung in den unteren Sprunggelenken eine Integritätseinbusse zwischen 5% und 30%. Eine subtalare Arthodese werde mit 15% bewertet. Vorliegend bestünde eine erh ebliche schmerzhafte Funktionsein- schränkung im Bereich des OSG, weshalb von einem Integr itätsschaden von 10% auszugehen sei. 5.2 Am 5. Mai 2014 hielt Prof. Dr. C.____ fest, dass von weiteren Behandlungen überwie- gend wahrscheinlich keine namhafte Besserung des Gesundh eitszustands zu erwarten sei. Ein nochmaliger Eingriff in der Syndesmose würde keine r elevante Verbesserung der beruflichen Einsatzfähigkeit bewirken. Dem Versicherten seien körper lich leichte bis mittelschwere, wech- selbelastende Tätigkeiten ohne längeres Stehen und Gehe n, ohne längeres Gehen auf unebe- nem Boden, ohne Tätigkeiten, die häufige Zwangshaltungen für das linke OSG bedeuten, ohne Tätigkeiten in Hock- oder kriechender Stellung oder mit Pedalbedienung und ohne häufiges Treppen- und Leitersteigen ganztags zumutbar. Von eine r Verschlechterung der bestehenden OSG-Arthrose sei auszugehen. 5.3 Die behandelnde Ärztin Dr. med. D.____, FMH Allg emeine Innere Medizin, erachtete in ihrer Stellungnahme vom 26. September 2014 das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil hinsichtlich leichter bis mittelschwerer Tätigkeiten als korrekt. Aufgrund der Dauer- und Nachtschmerzen sei aber eine ganztätige Arbeit kaum zumutbar. 5.4 Im Bericht vom 30. September 2014 hielt der behan delnde Arzt Dr. med. E.____, FMH Allgemeinmedizin, fest, es sei nicht nachvollziehbar, wesh alb der Versicherte keine sitzende Tätigkeit ausüben sollte und dass er bei einer beginnen den Arthrose Nachtschmerzen angebe. Prof. C.____ habe in seiner Beurteilung keine objek tivierbaren Schonkriterien erwähnt resp. keine Messung der Unterschenkelumfänge vorgenommen und di e Fussbeschwielung nicht be- schrieben. Die Schätzung des Integritätsschadens im Umfang von 10% sei plausibel und nach- vollziehbar. Unter Berücksichtigung der Prognose, wonach über kurz oder lang höchstwahr- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheinlich eine spontane Versteifung des OSG eintreten werde, wäre eine Entschädigung von 15% ebenfalls vertretbar. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurte ilung des medizinischen Sachver- halts vollumfänglich auf die Ausführungen des Kreisarzte s Prof. Dr. C.____ vom 5. Mai 2014. Sie ging demzufolge davon aus, dass von weiteren Behandl ungen überwiegend wahrscheinlich keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands zu erwart en sei und dem Versicherten angepasste Tätigkeiten vollzeitig zumutbar seien. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Die von der Beschwerdegegnerin üb ernommenen Ergebnisse, zu denen Prof. Dr. C.____ gelangt ist, beruhen auf einer persö nlichen Untersuchung des Versicherten und auf einem sorgfältigen Studium der vorhandenen m edizinischen Akten. Der Bericht erweist sich sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenh änge als auch bezüglich der dar- aus gezogenen Schlussfolgerungen als überzeugend, wesha lb vollumfänglich darauf abgestellt werden kann. Wenn der Beschwerdeführer dagegen einwen det, dass er unbestritten an ständi- gen Schmerzen und schweren Komplikationen leide und ihm deshalb ein volles Pensum nicht zumutbar sei, was auch von der behandelnde Ärztin Dr. D.____ bestätigt werde, kann ihm nicht gefolgt werden. Entgegen der Ansicht des Beschwerdefüh rers kann weder gesagt werden, Prof. Dr. C.____ habe bei der Einschätzung der Arbeit sfähigkeit die Komplikationen und Schmerzen nicht hinreichend berücksichtigt noch erscheint das von ihm angegebene Stellen- profil als unrealistisch oder unzumutbar. Abgesehen davo n, dass rechtsprechungsgemäss der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandeln de Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen, benennen die behandelnden Ärzt e Dres. D.____ und E.____ in ihren Berichten vom 26. September 2014 und 30. September 2 014 keine Aspekte, die im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung unerkannt oder ungewürdi gt geblieben wären. Insgesamt vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers die ausschlaggebende Beweiskraft der Beur- teilung von Prof. Dr. C.____ nicht in Zweifel zu zi ehen. Vielmehr lässt diese eine zuverlässige Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit des Ver sicherten zu, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreich en Hinweisen) auf die vom Be- schwerdeführer beantragte zusätzliche Abklärung verzichtet werden kann. 6.2 Somit kann im Sinne eines Zwischenergebnisses festgeha lten werden, dass die SUVA ihrem Einspracheentscheid zu Recht die Zumutbarkeitsbeur teilung von Prof. Dr. C.____ vom 5. Mai 2014 zu Grunde gelegt hat und davon ausgegang en ist, dass dem Versicherten ange- passte Verweistätigkeiten ganztags zumutbar sind. 7.1 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Inva liditätsgrades das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat i n der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffe rnmässig möglichst genau ermit- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht telt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der In- validitätsgrad bestimmen lässt (BGE 104 V 136). 7.2 Bei der Bemessung des hypothetischen Einkommens ohne G esundheitsschaden (Va- lideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Pe rson nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tats ächlich verdienen würde. Die Ein- kommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolg en, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesund heitsschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsger ichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 26. Novem ber 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend ist ungewiss, ob der zuletzt in einem (bis zum 31. März 2012) befristeten Arbeitsverhältnis stehende Beschwerdefüh rer vom bisherigen Arbeitgeber weiterhin beschäftigt worden wäre, weshalb die Vorinst anz bei der Bemessung des Validenein- kommens zu Recht auf ein statistisches Einkommen (Bundesamt für Statistik, Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE]) abgestellt hat. Da der Besc hwerdeführer über keine abgeschlos- sene Berufsausbildung verfügt und bis zum Unfall am 19. August 2011 unterschiedliche Hilfsar- beiten ausgeübt hat, ist der Vorinstanz darin beizupf lichten, dass das ohne gesundheitsbeding- te Beeinträchtigung mutmasslich erzielte Einkommen anhand der LSE 2010, Tabelle TA1, An- forderungsniveau 4, Total, Männer, ermittelt und auf das Jahr 2014 indexiert hat. Das aufgrund einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft, Tabelle B9.2, Total) ermittelte Valideneinkommen von Fr. 63‘297.-- ist nicht zu beanstanden. 7.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nac h der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Geht diese nach Eintritt des Gesundheitsschadens kei ner oder jedenfalls keiner ihr zu- mutbaren Erwerbstätigkeit mehr nach, ist im Einkommensve rgleich von einem hypothetischen Invalideneinkommen auszugehen. Um dieses zu ermitteln, kö nnen nach der Rechtsprechung entweder die LSE oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der SUVA her- angezogen werden (BGE 129 V 47 5 E. 4.2.1 mit Hinwe isen). Ausgehend von der massgeben- den kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung (vgl. E. 6.1 hiervor) hat die Vorinstanz das Invali- deneinkommen ebenfalls auf der Grundlage der LSE 2010, Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4, Total, Männer, bemessen, was nicht zu beanstanden ist. 7.3.2 Von dem auf diese Weise erhobenen statistischen We rt sind praxisgemäss verschie- dene Abzüge zulässig. Mit einem Abzug vom Tabellenlohn so ll der Tatsache Rechnung getra- gen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthal tskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. dazu SVR 2010 IV Nr. 28 S. 87, 9C_708/2009 E. 2 .5.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_17/2010, E. 3.3.2 mit Hinweisen) Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa S. 323) und je nach A usprägung die versicherte Person des- wegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. dazu Erwägung 4.3.3 hiervor) nur mit unterdurchschnittliche m erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). Der leidensbedingte Abzug will demgemäss einen Ausgleich dafür schaffen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen im Vergleich zu voll leistungsfähigen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern in der Re gel lohnmässig benachteiligt sind (BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Der Abzug ist unter Würdigung der Umstände im Ein- zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er darf 25% nicht übersteigen (BGE 126 V 75 E. 5b/bb-cc). 7.3.3 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin einen lei densbedingten Abzug von 10% vor- genommen. In Anbetracht der Tatsache, dass der Beschwerd eführer infolge seiner gesundheit- lichen Beeinträchtigungen im Vergleich zu einer gesunden Person im Bereich der ihm zumutba- ren Tätigkeiten eingeschränkt ist, was eine Reduktion de s potenziell angebotenen Lohnes zur Folge haben könnte, erscheint ein leidensbedingter Abzu g von 10% angemessen. Darüber hin- aus kann aber kein weiterer Abzug gewährt werden. Nicht gerechtfertigt ist etwa ein solcher aus sprachlichen Gründen, da diesem Umstand wie auch den sch ulischen und beruflichen Voraus- setzungen durch die Wahl des Anforderungsniveaus 4 beim Invalideneinkommen bereits an- gemessen Rechnung getragen wurde. Zudem besteht weder in Bezug auf das Alter des Be- schwerdeführers noch auf seine Dienstjahre eine Veranla ssung, eine weitergehende Kürzung vorzunehmen. Triftige Gründe im Sinne der Rechtsprechung (vgl. Entscheid des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3), die eine abweichen de Ermessensausübung als näher liegend erscheinen lassen, sind keine ersichtlich. Demzufolge beläuf t sich das Invalideneinkommen nach Berücksichtigung des leidensbedingten Abzuges von 10% auf rund Fr. 56‘967.-- (Fr. 63‘297.-- x 90%). 7.4 Setzt man im Einkommensvergleich das Invalideneinkomme n von Fr. 56‘967.-- dem oben ermittelten Valideneinkommen von Fr. 63‘297.-- gegenüber, so resultiert daraus ein IV- Grad von 10%. Die SUVA hat dem Beschwerdeführer desha lb zu Recht mit Wirkung ab 1. Juli 2014 eine auf einem Invaliditätsgrad von 10% basierend e Invalidenrente zugesprochen. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 30. März 2015 ist i n diesem Punkt nicht zu beanstan- den. 8.1 Bezüglich des Anspruchs auf eine Integritätsentschädi gung ist festzuhalten, dass die SUVA dem Versicherten für die unfallbedingte dauernd e und erhebliche Beeinträchtigung sei- ner Integrität eine auf einer Integritätseinbusse vo n 10% basierende Entschädigung zugespro- chen hat. In seiner Beschwerde beantragt der Versichert e, diese Entschädigung sei höher zu veranschlagen. Zur Begründung führte er an, die SUVA habe bei der Ermittlung des Integritäts- schadens die voraussehbare Arthodese nicht berücksichtigt. 8.2.1 Die Integritätsentschädigung wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG). Die Schwere des Integr itätsschadens wird nach dem medizini- schen Befund beurteilt. Bei gleichem medizinischem Befu nd ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemes sen. Im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht lassen sich ähnliche Unfallf olgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Rege ln zur Bemessung des Integritätsscha- dens aufstellen. Spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschade ns hängt somit nicht von den be- sonderen Umständen des Einzelfalles ab. Auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unbill, sondern um die medizinisch-theoretische Ermittlu ng der Beeinträchtigung der körperli- chen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktor en ausser Acht zu lassen sind (BGE 133 V 224 E. 5.1 mit Hinweisen). 8.2.2 Gemäss Art. 36 Abs. 4 UVV müssen voraussehbare Versc hlimmerungen des Integri- tätsschadens angemessen berücksichtigt werden (Satz 1). Revisionen sind nur in Ausnahmefäl- len möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragw eite ist und nicht voraussehbar war (Satz 2). Eine voraussehbare Verschlimmerung liegt vor, w enn im Zeitpunkt der Festsetzung der Integritätsentschädigung eine solche als wahrscheinl ich prognostiziert und damit auch ge- schätzt werden kann. Nicht voraussehbare Verschlechterungen können naturgemäss nicht im Voraus berücksichtigt werden. Entwickelt sich daher der Ge sundheitsschaden im Rahmen der ursprünglichen Prognose, ist die Revision einer einmal zu gesprochenen Integritätsentschädi- gung ausgeschlossen. Hingegen ist die Entschädigung neu festzulegen, wenn sich der Integri- tätsschaden später bedeutend stärker als prognostiziert ver schlimmert. Dem Erfordernis der angemessenen Entschädigung ist einzig dann Genüge getan, wenn die versicherte Person eine zusätzliche Kapitalabfindung erhält, die zusammen mit de r früheren Leistung dem endgültigen Integritätsschaden entspricht (RKUV 1991 Nr. U 132 S. 305, U46/90 E. 4b). 8.2.3 Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbusse n obliegt den ärztlichen Sachverstän- digen. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabell en offengelassenen Bemessungs- spielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt (RKUV 19 98 Nr. U 296 S. 235 E. 2d; vgl. auch Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 191/00 vom 13. Januar 2002, E. 2c, wonach es sich bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundheitlichen Beein- trächtigung um eine Tatfrage handelt, für deren Bean twortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche Mithilfe angewiesen sind, da von einem medi zinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann). 8.3 Bei der basierend auf einer Integritätseinbusse von 10% festgelegten Integritätsent- schädigung folgt die SUVA der Einschätzung des Kreisarzt es Prof. Dr. C.____ vom 1. Oktober 2013, wonach bei Status nach Korrektur der Fibulaosteo tomie am linken oberen Sprunggelenk (OSG), Malunion mit Rotationsfehlstellung und Verkürzu ng der distalen Fibula bei Status nach Bimalleolarfraktur links eine Entschädigung von 10% ange messen sei. Er stützte sich dabei zur Begründung auf die Tabelle 2.2 der von der SUVA unte r dem Titel "Integritätsentschädigung gemäss UVG" herausgegebenen Richtlinien. 8.4 Diese fachärztliche Einschätzung ist nicht zu beanstand en. Zunächst lassen sich aus den Akten keine Anhaltspunkte entnehmen, die gegen di e Richtigkeit der Schätzungsgrundlage sprechen. Auch der behandelnde Arzt Dr. E.____ erachtete in seinem Bericht vom 30. Septem- ber 2014 die kreisärztliche Schätzung des Integritätsschad ens im Umfang von 10% als plausi- bel und nachvollziehbar. Wenn er vermutet, dass „über kurz oder lang“ höchstwahrscheinlich eine Versteifung des OSG eintreten werde, stellt dies n och keine hinreichend verlässliche Prognose auf eine wahrscheinliche und schätzbare Versc hlimmerung des Integritätsschadens (vgl. RKUV 1995 Nr. U 228 S. 192 E. 3a) dar. Insgesamt ist keine rechtsfehlerhafte Handha- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht bung des Ermessens ersichtlich, womit kein Anlass besteht, in den Bemessungsspielraum der SUVA einzugreifen. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich demnach als rechtens, soweit dem Versicherten darin eine auf einer Integritä tseinbusse von 10% basierende Integri- tätsentschädigung zugesprochen wurde. Entwickelt sich abe r der Gesundheitsschaden im Rahmen der von Dr. E.____ im Bericht vom 30. September 2014 gestellten Prognose, ist die SUVA auf ihrer Aussage zu behaften, dass dem Versicherten sämtliche Rechte gewahrt bleiben und bei erheblicher Verschlimmerung des Zustands die Int egritätsentschädigung angepasst wird (vgl. Einspracheentscheid vom 30. März 2015, Ziffer 6). 9. Zusammenfassend ist der angefochtene Einspracheentsch eid vom 30. März 2015 nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 10. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozess ausgang entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht