<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00043</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204233&amp;W10_KEY=4467141&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00043</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.05.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausweisung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ausweisung/Nachfrist zur Begründung<br/><br/>Der Beschwerdeführer liess eine unbegründete Beschwerdeschrift einreichen. Begründet - insbesondere durch die Rüge der Gehörsverletzung - war lediglich der prozessuale Antrag, wonach ihm die Akten zur Verfügung zu stellen seien und eine angemessene Nachfrist zur materiellen Begründung der Beschwerde einzuräumen sei. Nach Treu und Glauben durfte das Migrationsamt davon ausgehen, dass das Vertretungsverhältnis zum massgebenden Zeitpunkt gar nicht mehr bestand. Im Übrigen fliesst aus dem Prinzip des rechtlichen Gehörs kein Anspruch des Rechtsvertreters, an einer im Rahmen des Ausweisungsverfahrens durchgeführten persönlichen Befragung seines Mandanten teilzunehmen; es genügt, wenn er nachträglich die Möglichkeit erhält, zu den Antworten Stellung zu nehmen. Die groben Nachlässigkeiten des Vertreters rechtfertigen keine Nachfristansetzung zur Begründung der Beschwerde. Nichteintreten.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKTENEINSICHT">AKTENEINSICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUSWEISUNG">AUSWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNG">BEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNGSERFORDERNIS">BEGRÃNDUNGSERFORDERNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISERGEBNIS">BEWEISERGEBNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FEHLENDE BEGRÃNDUNG">FEHLENDE BEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHFRIST">NACHFRIST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHLÃSSIGKEIT">NACHLÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHTRÃGLICHE STELLUNGNAHME">NACHTRÃGLICHE STELLUNGNAHME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTEINTRETEN">NICHTEINTRETEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PERSÃNLICHE BEFRAGUNG">PERSÃNLICHE BEFRAGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHT AUF VERBEISTÃNDUNG">RECHT AUF VERBEISTÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSVERTRETUNG">RECHTSVERTRETUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV">ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRETUNGSVERHÃLTNIS">VERTRETUNGSVERHÃLTNIS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 10 ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">§ 7 Abs. I VRG</span><br/><span class="gerade">§ 23 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 54 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2004 Nr. 25 S. 78</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>Der mazedonische StaatsangehÃ¶rige A wurde 1963 in X/Ma­zedonien geboren, wo er zusammen mit fÃ¼nf Geschwistern aufwuchs und die Grund­schule besuchte. Wegen seines Kosovo-Engagements wurde er 1982 zu sieben Jahren GefÃ¤ng­nis verurteilt. WÃ¤hrend seines GefÃ¤ngnisaufenthalts erlernte er den Beruf eines Schrei­ners. Nach seiner Entlassung reiste er am 2. Dezember 1985 in die Schweiz, wo ihm Asyl ge­wÃ¤hrt und im Kanton ZÃ¼rich die Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde. In der Folge war er an verschiedenen Arbeitsstellen â teilweise selbststÃ¤ndig â tÃ¤tig, so als Chauffeur, Betreiber eines ReisebÃ¼ros, Schreiner, Rollladenmonteur oder Transporteur, wobei er zurzeit fÃ¼r die Firma C arbeitet. Am 19. Dezember 1989 heiratete er in ZÃ¼rich seine Landsfrau D, aus welcher Ehe vier Kinder hervorgingen (geboren 1989, 1991, 1995 und 1997). Nachdem A am 28. Dezember 1990 die Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich erteilt worden war, besitzen heute auch seine am 31. Januar 1991 zusammen mit der Ã¤ltesten Tochter in die Schweiz eingereiste Ehefrau sowie die Kinder eine Niederlassungsbewilligung.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Am 27. Februar 1998 wurde A in Italien verhaftet und an die Schweiz ausgeliefert, wo er fortan in Untersuchungshaft, im vorzeitigen Strafantritt und Strafvollzug in verschiedenen Strafanstalten weilte. Das Bezirksgericht ZÃ¼rich verurteilte ihn mit Urteil vom 26. Juni 2000 wegen Widerhandlung gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz sowie GeldwÃ¤scherei zu acht Jahren Zuchthaus. Drei Jahre spÃ¤ter konnte er bedingt aus dem Strafvollzug entlassen werden, nachdem ihm das Bundesamt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge mit VerfÃ¼gung vom 20. Juni 2003 seine FlÃ¼chtlingseigenschaft aberkannt und das gewÃ¤hrte Asyl widerrufen hatte. Am 21. August 2003 wurde ihm und seiner Ehefrau das rechtliche GehÃ¶r im Hinblick auf die PrÃ¼fung von Entfernungs- und Fernhaltemassnahmen gewÃ¤hrt.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Mit Beschluss vom 3. Dezember 2003 wies der Regierungsrat A fÃ¼r die Dauer von zehn Jahren aus der Schweiz aus.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Hiergegen erhob A am 28. Januar 2004 Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid des Regierungsrats sei unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen aufzuheben und ihm sei eine Niederlassungsbewilligung zu erteilen, eventualiter sei ihm vorgÃ¤ngig das rechtliche GehÃ¶r zur beabsichtigten Fernhaltemassnahme zu gewÃ¤hren. Gleichzeitig stellte er den prozessualen Antrag, ihm bzw. seinem Vertreter seien die Akten zur VerfÃ¼gung zu stellen und es sei ihm eine angemessene Frist zur materiellen BegrÃ¼ndung der Beschwerde einzurÃ¤umen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Namens des Regierungsrats beantragte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Gegen den sich auf Art. 10 ANAG stÃ¼tzenden Ausweisungsbeschluss ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde und damit auch die Beschwerde an das Verwaltungsgericht zulÃ¤ssig (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 e contrario; § 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt vorab eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs. Sein Rechtsvertreter bringt vor, er sei anfangs MÃ¤rz 2002 vom sich damals im Strafvollzug befindenden BeschwerdefÃ¼hrer angegangen worden, welcher ihm mitgeteilt habe, eine VerfÃ¼gung auslÃ¤nderrechtlichen Inhalts erhalten zu haben. Da er aufgrund der UmstÃ¤nde und der AusfÃ¼hrungen des BeschwerdefÃ¼hrers habe davon ausgehen mÃ¼ssen, es handle sich um eine VerfÃ¼gung des Migrationsamts, habe er dieses mit Schreiben vom 22. MÃ¤rz 2002 unter Beilage einer Vollmacht um Akteneinsicht ersucht und vorsorglich Rekurs erhoben. Das Migrationsamt habe ihn in der Folge darÃ¼ber informiert, dass die Akten zurzeit ausser Haus seien und nach deren Eingang auf das Akteneinsichtsgesuch zurÃ¼ckgekommen werde. Anschliessend sei jedoch weder eine prozessleitende VerfÃ¼gung ergangen noch hÃ¤tten sich das Migrationsamt oder der Regierungsrat in irgendeiner Weise vernehmen lassen. Erst am 2. September 2003 habe das Migrationsamt ihn angefragt, ob das MandatsverhÃ¤ltnis zum BeschwerdefÃ¼hrer noch bestehe. Da es ihm nicht gelungen sei, mit diesem in Kontakt zu treten, habe er sich gegenÃ¼ber dem Migrationsamt nicht Ã¤ussern kÃ¶nnen, sodass dieses auf eine Zustellung der Akten verzichtet habe. Aus dem Regierungsratsbeschluss vom 3. Dezember 2003 ergebe sich, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer bereits am 21. August 2003 das rechtliche GehÃ¶r gewÃ¤hrt worden sei; dieses hÃ¤tte jedoch ihm â dem Rechtsvertreter â gegenÃ¼ber gewÃ¤hrt werden mÃ¼ssen bzw. er hÃ¤tte zumindest darÃ¼ber orientiert werden mÃ¼ssen. Auch in Bezug auf den Ausweisungsbeschluss des Regierungsrats vom 3. Dezember 2003 hÃ¤tte ihm als Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers das rechtliche GehÃ¶r gewÃ¤hrt werden mÃ¼ssen; er habe davon erst durch die VerfÃ¼gung der Staatskanzlei vom 13. Januar 2004 erfahren, mit welchem das im MÃ¤rz 2002 anhÃ¤ngig gemachte Rekursverfahren zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben worden sei.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>In ihrer Vernehmlassung vom 23. Februar 2004 fÃ¼hrt die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit hierzu aus, die vom BeschwerdefÃ¼hrer behauptete Rechtsvorkehr des Migrationsamts von Anfang MÃ¤rz 2002 sei weder aktenkundig noch sei ein entsprechender Empfang vom BeschwerdefÃ¼hrer belegt. Die Akten, welche sich beim Bundesamt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge befunden hÃ¤tten, seien erst nach rechtskrÃ¤ftigem Entscheid Ã¼ber den Asylwiderruf und die Aberkennung der FlÃ¼chtlingseigenschaft beim Migrationsamt eingetroffen. Nachdem dem BeschwerdefÃ¼hrer am 21. August 2003 das rechtliche GehÃ¶r im Hinblick auf die Ausweisung gewÃ¤hrt worden sei, habe zunÃ¤chst abgeklÃ¤rt werden mÃ¼ssen, ob das VertretungsverhÃ¤ltnis zwischen ihm und seinem Rechtsvertreter Ã¼berhaupt noch bestehe, um diesem die Aussagen des BeschwerdefÃ¼hrers vorlegen zu kÃ¶nnen. Der Rechtsvertreter habe sich jedoch innert Frist nicht vernehmen lassen und insbesondere auch kein Fristerstreckungsgesuch gestellt. Das Migrationsamt habe deshalb davon ausgehen dÃ¼rfen, dass das VertretungsverhÃ¤ltnis nicht mehr bestehe, zumal der BeschwerdefÃ¼hrer offensichtlich auch im Asylwiderrufsverfahren darauf verzichtet habe, seinen Rechtsvertreter zu konsultieren. Dem GehÃ¶rsanspruch sei deshalb vollumfÃ¤nglich Rechnung getragen worden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Die Befragung der Beteiligten eines Verwaltungsverfahrens stellt ein Beweismittel im Sinn von § 7 Abs. 1 VRG dar. Der Grundsatz des rechtlichen GehÃ¶rs nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 umfasst unter anderem das Recht, an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken. Indessen bedeutet dies keine unbeschrÃ¤nkte Mitwirkung im Beweisverfahren, sondern die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde muss im Einzelfall abwÃ¤gen zwischen dem Interesse an der Verfahrensbeschleunigung, der Zweckerreichung und der VerfahrensÃ¶konomie einerseits sowie dem GehÃ¶rsinteresse unter BerÃ¼cksichtigung der IntensitÃ¤t der Betroffenheit und der Schwierigkeit des Falls andererseits. Das Mitwirkungs- oder Ãusserungsrecht des Betroffenen erfasst namentlich die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins, die Befragung von Zeugen sowie die Erstellung eines Expertengutachtens. Infolgedessen darf auf diese Beweismittel bei der Entscheidung nicht abgestellt werden, ohne dem Betroffenen Gelegenheit zu geben, an der Beweisabnahme mitzuwirken oder wenigstens nachtrÃ¤glich zum Beweisergebnis Stellung zu nehmen (BGE 121 V 150 E. 4a; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 8 N. 33; Michele Albertini, Der verfassungsmÃ¤ssige Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 349 ff.).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r beinhaltet auch das Recht, sich vertreten zu lassen bzw. einen Rechtsbeistand beizuziehen (BGE 119 Ia 260 E. 6a). Im nichtstreitigen Verfahren gilt dieses Recht auf VerbeistÃ¤ndung nach der Praxis nicht umfassend, sondern darf auf die entscheidenden Phasen des Verfahrens beschrÃ¤nkt werden, in welchem sich komplizierte Fragen stellen und wichtige Interessen auf dem Spiel stehen mÃ¼ssen. Im Hinblick auf diese Kriterien hat das Bundesgericht beispielsweise eine Teilnahme des Rechtsvertreters bei der Befragung und Untersuchung durch den SachverstÃ¤ndigen im Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung nicht vorausgesetzt, soweit sich ein Proband nicht als hilflos erweist oder der zu begutachtende Sachverhalt nicht von besonderer Schwierigkeit ist. Das Bundesgericht fÃ¼hrte aus, es kÃ¶nne durchaus verantwortbar oder gar erforderlich sein, dass eine Person ohne Gegenwart ihres Rechtsvertreters oder Beistands angehÃ¶rt werde, um ein mÃ¶glichst unverfÃ¤lschtes Bild ihrer PersÃ¶nlichkeit zu erhalten. Im Ãbrigen genÃ¼gt es nach der Rechtsprechung, wenn der Rechtsvertreter nachtrÃ¤glich zum Gutachten bzw. zum Beweisergebnis Stellung nehmen kann. Das Recht, sich vertreten zu lassen, besteht somit nur dort, wo es fÃ¼r die sachgemÃ¤sse Vertretung als erforderlich erscheint (BGE 119 Ia 260 E. 6; BGE 112 Ia 5 E. 2c und d; Isabelle HÃ¤ner, Die Beteiligten im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, ZÃ¼rich 2000, N. 512 ff.; RenÃ© Rhinow/Heinrich Koller/Christina Kiss, Ãffentliches Prozessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel/Frankfurt am Main 1996, N. 270 f.). Weiter sei darauf hingewiesen, dass beispielsweise auch nach den Vorschriften des Strafprozessrechts der Rechtsvertreter eines Angeschuldigten erst an dessen Einvernahmen teilnehmen darf, wenn der Untersuchungszweck dadurch nicht gefÃ¤hrdet wird, der Angeschuldigte vor dem Untersuchungsbeamten erstmals einlÃ¤sslich ausgesagt hat oder sich seit 14 Tagen in Haft befindet (vgl. § 17 Abs. 2 der Strafprozessordnung vom 4. Mai 1919). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Es fliesst somit aus dem Gebot des rechtlichen GehÃ¶rs grundsÃ¤tzlich kein Anspruch des Rechtsvertreters, im Ausweisungsverfahren an einer mÃ¼ndlichen Befragung des Beschwer­defÃ¼hrers persÃ¶nlich teilzunehmen bzw. die entsprechenden Fragen zu beantworten oder ErgÃ¤nzungsfragen zu stellen. Es entspricht ja gerade dem Zweck einer solchen mÃ¼ndlichen AnhÃ¶rung, einen unmittelbaren und unverfÃ¤lschten Eindruck von der Situation des Betroffenen zu gewinnen, was sich nur durch eine direkte und unbeeinflusste Beantwortung der Fragen durch diesen selbst verwirklichen lÃ¤sst. Ausserdem fehlt in Bezug auf das Ausweisungsverfahren eine die ParteiÃ¶ffentlichkeit vorsehende gesetzliche Vorschrift, wonach auch der Rechtsbeistand des betroffenen auslÃ¤ndischen StaatsangehÃ¶rigen zur Teilnahme an dieser besonderen Beweiserhebung berechtigt wÃ¤re. Zur Wahrung des rechtlichen GehÃ¶rs genÃ¼gt es somit, wenn dem Rechtsvertreter zumindest die Antworten des Befragten nachtrÃ¤glich zur Kenntnis gebracht bzw. zur Stellungnahme unterbreitet werden. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Vorliegend ist aktenkundig, dass der BeschwerdefÃ¼hrer, nachdem er vom Asylwiderruf Kenntnis erhalten hatte, dem Migrationsamt mit Schreiben vom 6. Juni 2003 beantragte, er sei zu einem GesprÃ¤ch einzuladen, um die Fragen im Zusammenhang mit seiner Niederlassungsbewilligung zu klÃ¤ren â dabei erwÃ¤hnte er mit keinem Wort ein allfÃ¤lliges VertretungsverhÃ¤ltnis. Ebenso bleibt unbestritten, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer im Hinblick auf die Ausweisung am 21. August 2003 das rechtliche GehÃ¶r in Form einer mÃ¼ndlichen Befragung gewÃ¤hrt wurde. Weiter erkundigte sich das Migrationsamt am 2. September 2003 beim zuletzt im MÃ¤rz 2002 in Erscheinung getretenen Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers schriftlich danach, ob das VertretungsverhÃ¤ltnis nach wie vor bestehe und ob er die Zustellung der Akten verlange; diese Kontaktaufnahme erfolgte offensichtlich in der Absicht, fÃ¼r den Fall der weiterbestehenden Vertretung dem Rechtsanwalt das rechtliche GehÃ¶r zu gewÃ¤hren. Dieser reagierte jedoch nicht auf die Anfrage, insbesondere wies er nicht auf die behaupteten Kontaktaufnahmeschwierigkeiten mit seinem Mandanten hin und beantragte auch keine Fristerstreckung. Abgesehen davon, dass dem Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r â wie bereits erwÃ¤hnt (vgl. E. 2.3) â mit der nachtrÃ¤glichen GewÃ¤hrung der MÃ¶glichkeit zur Stellungnahme ohnehin genÃ¼gend Rechnung getragen worden wÃ¤re, durfte das Migrationsamt unter diesen UmstÃ¤nden nach Treu und Glauben annehmen, dass das VertretungsverhÃ¤ltnis in Bezug auf das Ausweisungsverfahren nicht (mehr) bestehe. Aufgrund der groben NachlÃ¤ssigkeit des Vertreters des BeschwerdefÃ¼hrers kann dem Migrationsamt somit kein Vorwurf der GehÃ¶rsverletzung gemacht werden. Dasselbe gilt im Ãbrigen fÃ¼r die Tatsache, dass der Ausweisungsbeschluss lediglich dem BeschwerdefÃ¼hrer und nicht auch dessen Vertreter zugestellt wurde.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Soweit eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs geltend gemacht wird, ist die Beschwerde daher unbegrÃ¼ndet, womit auch dem Eventualantrag des BeschwerdefÃ¼hrers, ihm sei vorgÃ¤ngig das rechtliche GehÃ¶r zur beabsichtigten Fernhaltemassnahme zu gewÃ¤hren, nicht stattzugeben ist. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt den prozessualen Antrag, ihm bzw. seinem Vertreter seien die Akten zur VerfÃ¼gung zu stellen und es sei ihm eine angemessene Frist zur materiellen BegrÃ¼ndung der Beschwerde einzurÃ¤umen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>GemÃ¤ss § 54 VRG muss die Beschwerdeschrift einen Antrag und dessen BegrÃ¼ndung enthalten. Beides ist formelles GÃ¼ltigkeitserfordernis der Beschwerde (KÃ¶lz/Boss­hart/ RÃ¶hl, § 54 N. 1). Die BegrÃ¼ndung hat darÃ¼ber Aufschluss zu geben, in welcher Weise der an­ge­fochtene Entscheid nach Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers an einem Mangel leidet. GenÃ¼gt die Rechtsschrift diesem Erfordernis nicht, wird dem BeschwerdefÃ¼hrer eine kurze Frist zur Behebung des Mangels angesetzt unter der Androhung, dass sonst auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (§ 23 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Das Ansetzen einer Nachfrist dient in erster Linie dazu, versehentlich unterlaufene MÃ¤ngel zu beheben; die Bestimmung soll vor allem rechtsunkundige und prozessual unbeholfene BeschwerdefÃ¼hrende vor den Folgen einer mangelhaften ProzessfÃ¼hrung bewahren. Einer solchen Nachfrist kann jedoch nicht die Bedeutung zukommen, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine VerlÃ¤ngerung der gesetzlichen Beschwerdefrist zu verschaffen, zumal gesetzliche Fristen grundsÃ¤tzlich nicht erstreckbar sind. Andernfalls liesse sich bei einem vorlÃ¤ufigen Verzicht auf BegrÃ¼ndung mittels NachfristeinrÃ¤umung eine zusÃ¤tzliche, vom Gesetzgeber nicht gewollte BegrÃ¼ndungsfrist erwirken. Insbesondere darf einer rechtskundig vertretenen Partei, deren Anwalt bewusst eine nicht oder ungenÃ¼gend begrÃ¼ndete Beschwerdeschrift einreicht und eine zusÃ¤tzliche BegrÃ¼ndungsfrist verlangt, eine Verbesserungsfrist versagt werden (BGE 108 Ia 209 E. 3; RB 1989 Nr. 15; RB 1987 Nr. 36).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Vorliegend ist unbestritten, dass der rechtskundig vertretene BeschwerdefÃ¼hrer in der Sache selbst am 28. Januar 2004 lediglich einen unbegrÃ¼ndeten Antrag auf Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids bzw. Erteilung einer Niederlassungsbewilligung stellte. Ebenso wird nicht bestritten, dass dem Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers die in § 54 VRG genannten Anforderungen an eine Beschwerdeschrift bekannt waren. Dieser rechtfertigt sein Vorgehen unter anderem durch die RÃ¼ge der Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs, welche jedoch â wie bereits dargelegt (vgl. E. 2) â unbegrÃ¼ndet ist. Auch die weiteren Vorbringen sind nicht geeignet, die Notwendigkeit der EinrÃ¤umung einer Nachfrist zu begrÃ¼nden. Das Migrationsamt hatte sich mit dem Rechtsvertreter des BeschwerdefÃ¼hrers bereits am 2. September 2003 schriftlich in Verbindung gesetzt, um abzuklÃ¤ren, ob das VertretungsverhÃ¤ltnis noch bestehe, und anzufragen, ob er die Zustellung der nunmehr eingetroffenen Akten wÃ¼nsche. Dass der Rechtsvertreter auf diese Anfrage Ã¼berhaupt nicht reagiert hat, ist ihm als erhebliche NachlÃ¤ssigkeit anzulasten; daran Ã¤ndern auch die von ihm behaupteten Kontaktschwierigkeiten mit seinem Klienten nichts, birgt doch grundsÃ¤tzlich jedes Mandat dieses vom Rechtsanwalt zu tragende Risiko. Jedenfalls hÃ¤tte ihm bereits zu diesem Zeitpunkt die MÃ¶glichkeit offen gestanden, das Akteneinsichtsrecht auszuÃ¼ben. Der Beschwer­defÃ¼hrer selbst hÃ¤tte darÃ¼ber hinaus ab Zustellung des Regierungsratsbeschlusses am 9. De­zember 2003 Gelegenheit gehabt, seinen Rechtsanwalt zu konsultieren. Im Ãbrigen ist dem Rechtsvertreter des BeschwerdefÃ¼hrers als weitere NachlÃ¤ssigkeit vorzuwerfen, dass er es auch nach Kenntnisnahme von der AbschreibungsverfÃ¼gung der Staatskanzlei vom 13. Januar 2004 versÃ¤umt hat, Einsicht in die Akten zu nehmen, was ihm zumindest eine fristgerechte summarische BegrÃ¼ndung der Beschwerde ermÃ¶glicht hÃ¤tte. Angesichts dieser UmstÃ¤nde lÃ¤uft der prozessuale Antrag des rechtskundig vertretenen BeschwerdefÃ¼hrers auf eine VerlÃ¤ngerung der gesetzlichen Rechtsmittelfrist im Sinn einer unzulÃ¤ssigen Erschleichung einer Nachfrist hinaus, was nicht geschÃ¼tzt werden kann.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Dem prozessualen Antrag auf GewÃ¤hrung der Akteneinsicht sowie EinrÃ¤umung einer angemessenen Frist zur materiellen BegrÃ¼ndung der Beschwerde ist folglich nicht stattzugeben. Entsprechend ist auf die Beschwerde wegen fehlender materieller BegrÃ¼ndung nicht einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Unter diesen UmstÃ¤nden braucht auf den Hauptantrag nicht nÃ¤her eingegangen zu werden. Anzumerken sei lediglich, dass der ausfÃ¼hrlich begrÃ¼ndete Entscheid des Regierungsrats materiell ohnehin nicht zu beanstanden wÃ¤re. Die Vorinstanz, auf deren AusfÃ¼hrungen nach § 28 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 VRG vollumfÃ¤nglich verwiesen werden kann, hat zutreffend dargelegt, dass infolge der Verurteilung zu acht Jahren Zuchthaus ein Ausweisungsgrund klar erfÃ¼llt sei und eine Ausweisung aufgrund des sehr schweren Verschuldens, der mangelnden Integration des BeschwerdefÃ¼hrers in die hiesigen VerhÃ¤ltnisse sowie der vorhandenen familiÃ¤ren Beziehungen in seinem Heimatland zumutbar erscheine. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span>Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG) und steht diesem keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>6. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>