2004 1 Art. 8 Abs. 1 VRG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 14 Abs. 1 IVöB; Art. 12 lit. m, Art. 14 lit. i, Art. 32 und Art. 37 VRöB. Submissio n; aufschiebende Wir- kung und Vertragsschluss, Begründungspflicht, Trans parenzgebot, Be- wertung des Preises (Entscheid des Obergerichts Nr. 60/2003/55 vom 27. August 2004 i.S. H. GmbH). Keine Veröffentlichung im Amtsbericht. Auswirkungen auf das Verfahren, wenn der Werkvertrag nach Ablauf der Beschwerdefrist, aber noch vor dem Entscheid über d ie aufschiebende Wir- kung abgeschlossen wird (E. 1b). Die Begründung des Vergabeentscheids kann mit der Beschwerde- antwort – nicht jedoch zu einem noch späteren Zeitp unkt – nachgereicht oder ergänzt und so ein Begründungsmangel letztlich gehe ilt werden. Es wäre je- doch zu wünschen, dass die Vergabestelle der Mittei lung des Zuschlags zu- mindest auch die Auswertungstabelle bzw. das Berech nungsblatt – soweit vorhanden – beilegen würde (E. 2). Die Zuschlagskriterien und deren relative Bedeutun g oder Gewichtung sind zu Beginn des Verfahrens festzulegen und den I nteressenten bekannt- zugeben; eine nachträgliche Änderung der Kriterien oder deren Gewichtung kommt nur ausnahmsweise und unter Wahrung der Trans parenz in Frage. Die Missachtung des Transparenzgebots führt nur dan n nicht zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids, wenn sie den Zuschlag letztlich nicht zu be- einflussen vermochte (E. 3). Die Bewertung muss der Gewichtung der Kriterien Re chnung tragen. Damit das bekanntgegebene Gewicht zum Zug kommt, is t grundsätzlich nur die tatsächlich in Frage kommende Bandbreite möglic her Werte zu berück- sichtigen (E. 4a). Kritische Würdigung der Bewertung des Kriteriums " Kosten" und der dabei verwendeten Skala (E. 4c und d). Die Stadt Schaffhausen schrieb in einem allgemeinen Wettbewerb Bau- arbeiten inkl. spätere Wartungsarbeiten aus. Dafür bewarben sich unter ande- rem die ausländische H. GmbH (mit der tiefsten Eing abesumme) und die K. GmbH. Der Stadtrat vergab die Arbeiten der K. Gm bH, wobei er ein ande- res Bewertungsschema anwandte, als bei der Ausschre ibung bekanntgegeben. 2004 2 Die H. GmbH erhob Beschwerde ans Obergericht. Diese s gewährte der Be- schwerde antragsgemäss aufschiebende Wirkung, worau f der Stadtrat mitteil- te, er habe den Werkvertrag mit der K. GmbH bereits abgeschlossen. Das Obergericht wies die Beschwerde schliesslich ab. Aus den Erwägungen: 1.– a) ... b) Der Stadtrat hat den Werkvertrag mit der von ihm berücksichtigten Anbieterin, der Beigeladenen, am 9. Dezember 2003 a bgeschlossen, d.h. ei- nen Tag, bevor das Obergericht über die beantragte aufschiebende Wirkung der Beschwerde entschieden hat (angesichts der dama ls anzunehmenden Er- folgsaussichten in positivem Sinn). Zwar darf der V ertrag nach Ablauf der Beschwerdefrist – die für die Beschwerdeführerin bi s zum 8. Dezember 2003 dauerte (...) – grundsätzlich abgeschlossen werden, dies jedoch nur, wenn die Beschwerdeinstanz der Beschwerde keine aufschiebend e Wirkung erteilt hat (Art. 14 Abs. 1 der [revidierten] Interkantonalen V ereinbarung über das öf- fentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994/1 5. März 2001 [IVöB, SHR 172.510, SR 172.056.5]). Wann genau die Beschwe rdefrist für die Be- schwerdeführerin ablaufe, war dem Stadtrat offensic htlich nicht bewusst, verweist er doch lediglich darauf, dass seit der "M itteilung" des Vergabe- entscheids mittlerweile 20 Tage vergangen gewesen s eien. Effektiv waren es allerdings nur 19 Tage seit dem Datum – und damit w ohl frühestmöglichen Speditionsdatum – seines Schreibens. Da dieses ins Ausland zu schicken war und im Zeitraum des nicht nur möglichen, sondern du rchaus wahrschein- lichen Endes der Frist noch ein Wochenende lag, wär e es für die Vergabe- behörde nach Treu und Glauben wohl angezeigt gewese n, sich am 9. Dezem- ber 2003 zu vergewissern, ob tatsächlich die Beschwerdefrist abgelaufen bzw. keine Beschwerde erhoben worden sei. Immerhin muss der Vertrag unter den gegebenen Umständen privatrechtlich als gültig betr achtet werden (vgl. Ro- bert Wolf , Die Beschwerde gegen Vergabeentscheide – Eine Übe rsicht über die Rechtsprechung zu den neuen Rechtsmitteln, ZBl 2003, S. 17 f., mit Hin- weisen, insbesondere Fn. 92, wonach eine zeitliche Lücke besteht, die bei wörtlicher Auslegung der einschlägigen Bestimmungen trotz Beschwerdeer- hebung für einen Vertragsschluss genutzt werden kan n; vgl. sodann generell zum schweizerischen Zwei-Stufen-Prinzip Karl Spühler , Öffentliches Be- schaffungswesen – Die Rechtswirkungen des Zuschlage s, ZBl 2004, S. 375 ff.). Das Obergericht kann daher, falls sich die Be schwerde als begründet er- weist, lediglich noch feststellen, inwiefern die an gefochtene Verfügung rechtswidrig sei (Art. 18 Abs. 2 IVöB). Dazu bedarf es nicht zunächst eines 2004 3 formellen entsprechenden Antrags der Beschwerdeführ erin, ist doch das Obergericht ohnehin nicht an deren Antrag gebunden (§ 5 Abs. 2 der Ver- ordnung zur Interkantonalen Vereinbarung über das ö ffentliche Beschaf- fungswesen vom 15. April 2003 [ViVöB, SHR 172.511] i.V.m. Art. 7 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über den Binne nmarkt vom 29. Juni 1998 [EG BGBM, SHR 172.500] und Art. 46 Satz 1 des Gesetzes über den Rechtsschutz in Verwaltungssachen vom 20. Septe mber 1971 [VRG, SHR 172.200]). 2. – Anfechtbare Verfügungen sind grundsätzlich zu be gründen; das gilt insbesondere auch im Bereich des öffentlichen Besch affungswesens (vgl. all- gemein Art. 8 Abs. 1 VRG; für das Submissionsverfah ren § 2 Abs. 1 ViVöB i.V.m. Art. 37 Abs. 2 und Abs. 3 lit. d der Vergabe richtlinien zur Interkanto- nalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffung swesen vom 15. April 2003 [VRöB, SHR 172.512]). Im Vergabeverfahren soll ein Anbieter aufgrund der Begründung fest- stellen können, ob sein Angebot (im Rahmen des der Vergabestelle zustehen- den Ermessensspielraums) sachlich haltbar bewertet worden ist. Dazu muss er die Bewertung zumindest in den Grundzügen kennen. D ie Informationen über Bewertung und Rangfolge der Angebote müssen jedoch nicht umfangreich oder gar umfassend sein; sie können vielmehr knapp und stichwortartig aus- fallen (Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kanto ns Aargau vom 18. Juni 1998, E. 2c/bb, ZBl 2000, S. 132). Die Rechtsprechung lässt es in der Regel genügen, wenn die Vergabebe- hörde die Begründung ihres Entscheids in der Beschw erdeantwort – nicht je- doch zu einem noch späteren Zeitpunkt, etwa in der Duplik – nachreicht oder ergänzt und so ein Begründungsmangel letztlich gehe ilt wird. In diesem Fall ist der Beschwerdeführerin zur Wahrung des rechtlic hen Gehörs auf jeden Fall nochmals Gelegenheit zur Stellungnahme einzurä umen (vgl. OGE vom 28. Juli 2000 i.S. C. AG, E. 2 mit Hinweisen, Amtsbericht 2000, S. 131; Wolf , ZBl 2003, S. 19 ff., mit weiteren Hinweisen). Der Stadtrat hat in der Vergabeverfügung lediglich auf die Angebots- summe der Beigeladenen verwiesen (die höher war als diejenige der Be- schwerdeführerin) und erklärt, ausschlaggebend für das Resultat der Nutz- wertanalyse seien neben dem günstigen Preis vor allem die vielen guten Refe- renzen der Beigeladenen bei vergleichbaren Anlagen sowie die grosse Er- fahrung im Elektroofenbau gewesen; das Angebot überzeuge zudem mit nied- rigen Wartungskosten, guter Verfügbarkeit im Störfa ll und hoher Qualität. Eine Erläuterung der angegebenen Faktoren fehlte je doch. Dies holte der Stadtrat ergänzend erst in der Beschwerdeantwort na ch, welcher er unter an- derem auch den Vergabeantrag ... mit den Tabellen ü ber die (punktemässige) 2004 4 Auswertung der verschiedenen Angebote beilegte. Mit dieser nachgeschobe- nen näheren Begründung des Stadtrats – zu welcher s ich die Beschwerdefüh- rerin im zweiten Schriftenwechsel äussern und so ih ren Gehörsanspruch wah- ren konnte – ist ein allfälliger ursprünglicher Beg ründungsmangel geheilt. Diese Situation ist jedoch unbefriedigend. Auch we nn keine umfassende Begründung erwartet werden darf, wäre sehr zu wünsc hen, dass die Vergabe- stelle der Mitteilung des Zuschlags zumindest auch die Auswertungstabelle bzw. das Berechnungsblatt – soweit vorhanden – beil egen würde. So wäre auch für die nicht berücksichtigten Mitbewerber sog leich erkennbar, wie die Anbieterinnen und Anbieter in den einzelnen Positio nen bewertet wurden bzw. welches genau die entscheidenden Unterschiede in der Bewertung sind. Damit könnten sie gegebenenfalls schon in der Besch werdeschrift ihre dies- bezüglichen Rügen hinreichend konkretisieren, und e s liesse sich im einen oder andern Fall ein zweiter Schriftenwechsel mit d er damit verbundenen Verfahrensverzögerung vermeiden. Soweit im übrigen der Stadtrat – über die blosse S tellungnahme zur Rep- likschrift der Beschwerdeführerin hinaus – in der D uplikschrift ... mit zusätz- lichen Argumenten und Unterlagen die Begründung des Vergabeentscheids ein weiteres Mal ergänzen wollte, kann darauf grund sätzlich nicht mehr ein- gegangen werden ... 3. – Die Beschwerdeführerin hat zwar das preislich ti efste Angebot ein- gereicht, liegt jedoch aufgrund der Gesamtauswertun g des Stadtrats erst an zweiter Stelle. Der Stadtrat hat dabei einen Vergab eschlüssel mit andern Ge- wichtungen verwendet, als – angeblich aufgrund eine s internen Missverständ- nisses – in den Ausschreibungsunterlagen bekanntgeg eben. Dies hatte jedoch nach seinen Angaben keinen entscheidenden Einfluss auf den Vergabe- entscheid, hätte doch die Beigeladene nach beiden Vergabeschlüsseln obsiegt. Das wirtschaftlich günstigste Angebot erhält den Zuschlag. Es können insbesondere folgende Kriterien berücksichtigt werd en: Qualität, Preis, Zweckmässigkeit, Termine, technischer Wert, Ästheti k, Betriebskosten, Nachhaltigkeit, Kreativität, Kundendienst, Infrastr uktur (Art. 32 Abs. 1 VRöB). Es wird demnach – ausser bei weitgehend stan dardisierten Gütern (Art. 32 Abs. 2 VRöB) – grundsätzlich nicht allein auf den niedrigsten Preis abgestellt. Die Vergabestelle legt die für eine Beschaffung ma ssgeblichen Zu- schlagskriterien im Hinblick auf die Besonderheiten des jeweiligen Auftrags fest. Um die notwendige Transparenz des Vergabeverf ahrens zu gewährleis- ten (vgl. Art. 1 Abs. 3 IVöB), müssen die Kriterien zu Beginn des Verfahrens festgelegt und den Interessenten in der Ausschreibu ng oder mit den Aus- schreibungsunterlagen bekanntgegeben werden. Aus de r Bekanntgabe muss 2004 5 ferner ersichtlich sein, welches Gewicht die Vergab estelle den einzelnen Kriterien beimisst; sie hat daher die Zuschlagskrit erien im voraus in der Rei- henfolge ihrer Bedeutung darzulegen oder zumindest die relative Bedeutung, die sie den einzelnen Kriterien beimessen will, ers ichtlich zu machen (Art. 12 lit. m und Art. 14 lit. i VRöB; OGE vom 28. Juli 20 00 i.S. C. AG, E. 5a mit Hinweisen, Amtsbericht 2000, S. 132; vgl. auch Galli/Moser/Lang , Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, Zürich/Basel/Genf 2003, S. 207 ff., Rz. 445 ff., mit Hinweisen). Der Stadtrat ... hat in den Ausschreibungsunterlag en folgende Zuschlags- kriterien und deren Gewichtung bekanntgegeben: ... Effektiv angewandt hat der Stadtrat ein anderes Be wertungsschema, bei welchem insbesondere der Preis höher gewichtet war ... Der Grundsatz der Rechtssicherheit und der Transpa renz des Verfahrens bedingt, dass die Vergabe tatsächlich nach den verö ffentlichten Kriterien und deren Gewichtung vorgenommen wird. Der Vergabestell e ist es jedenfalls in- soweit grundsätzlich verwehrt, die Kriterien und de ren prozentuale Gewich- tung nach der Ausschreibung, insbesondere nach Eingang der Angebote, noch wesentlich abzuändern, beispielsweise die festgeleg ten und mit der Aus- schreibung bekanntgegebenen Prozentsätze zu verschi eben (vgl. BGE Nr. 2P.299/2000 vom 24. August 2001, E. 2c, mit Hin weis auf BGE 125 II 102 E. 7c). Eine nachträgliche Änderung der Kriteri en oder deren Gewich- tung kommt nur ausnahmsweise und unter Wahrung der Transparenz in Fra- ge, d.h. prinzipiell nur mit erneuter vorgängiger B ekanntgabe an die Anbieter, damit diese sie in ihrem Angebot berücksichtigen kö nnen (vgl. Galli/Moser/ Lang , S. 189, Rz. 402, mit Hinweisen, S. 207, Rz. 445). Der Stadtrat behauptet nicht, und es ist auch nich t ersichtlich, dass im vorliegenden Fall die Anbieter über das beim Vergab eentscheid verwendete geänderte Bewertungsschema orientiert worden wären. Sie durften und muss- ten daher davon ausgehen, dass die mit der Ausschre ibung bekanntgegebenen Kriterien und deren Gewichtung massgebend seien, un d der Stadtrat war sei- nerseits grundsätzlich daran gebunden. Hat er sich aber nicht daran gehalten, sondern seinen Entscheid auf ein wesentlich anderes Schema gestützt, so hat er das Transparenzgebot verletzt. Die Missachtung d ieses Gebots – einer Re- gel formeller Natur – führt nur dann nicht zur Aufh ebung des angefochtenen Entscheids, wenn dargetan ist, dass sie den stritti gen Zuschlag letztlich nicht zu beeinflussen vermochte (vgl. BGE Nr. 2P.299/2000 vom 24. August 2001, E. 4, mit Hinweisen). Dies ist im folgenden zu prüfen. 4.– a) Der Vergabestelle steht beim Entscheid darüber, w elches An- gebot anhand der Zuschlagskriterien das wirtschaftl ich günstigste ist, und damit insbesondere auch bei der Bewertung der Zusch lagskriterien als solcher 2004 6 ein erheblicher Ermessensspielraum zu, in welchen das Gericht nicht eingrei- fen kann, es sei denn, er werde überschritten oder missbraucht (vgl. ... Her- bert Lang , Offertenbehandlung und Zuschlag im öffentlichen B eschaffungs- wesen, ZBl 2000, S. 246, mit Hinweisen). Die Bewert ung muss jedoch der Gewichtung der Kriterien Rechnung tragen, damit das im voraus bekannt- gegebene Gewicht tatsächlich zum Zug kommt (Entsche id des Verwaltungs- gerichts des Kantons Zürich Nr. VB.2003.00469 vom 2 1. April 2004, E. 2.2, mit Hinweis, ZBl 2004, S. 383). Im vorliegenden Fall hat die Vergabestelle – wie s ich aus den Aus- wertungstabellen und den darin eruierten prozentual en Abweichungen ergibt – für die einzelnen Zuschlagskriterien eine Bewertu ngsskala von 6 (Bestnote bzw. Erfüllung zu 100 %) bis 0 gewählt. Bei einer s olchen Skala ist grund- sätzlich der gesamte Bewertungsspielraum von 0–100 % zu verwenden, wo- bei die Bewertung mit der Note null einem sehr schl echten bzw. unbrauch- baren Angebot entspricht. Werden aber nur genügende , gute und sehr gute Angebote eingereicht, so besteht kein Anlass, die u nteren Bereiche der Notenskala heranzuziehen. Das gilt für qualitative Kriterien ebenso wie für den Preis. Wie hinsichtlich der Angebotspreise die Bewertungs skala festzulegen ist, lässt sich im übrigen kaum in allgemein gültiger We ise bestimmen, sondern hängt stark von den konkreten Umständen des Einzelf alls ab. Damit das be- kanntgegebene Gewicht zum Tragen kommt, ist grundsätzlich nur die tatsäch- lich in Frage kommende Bandbreite möglicher Werte z u berücksichtigen, d.h. der realistischerweise zu erwartende prozentuale Ab stand zwischen dem gün- stigsten und einem sehr teuren, als sehr schlecht z u bewertenden Preis (Ent- scheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich N r. VB.2003.00469 vom 21. April 2004, E. 2.2 und 2.5, mit Hinweisen, ZBl 2004, S. 383 f.). b) ... c) Für die Kosten war in den Ausschreibungsunterlagen ein Gewicht von 40 % vorgesehen. Welche Bedeutung die angegebenen U nterpositionen "An- lageinvestitionskosten, Angebotspreis" sowie "Wartu ngskosten 5 Jahre" hät- ten, wurde zwar nicht klar konkretisiert. Die gener ellen Bewertungshinweise lassen aber darauf schliessen, dass es sich um eigentliche Unterkriterien hand- le ("1. Die Unterpositionen werden einzeln nach Rang 1 bis x Anbieter bewer- tet"), die zudem im Verhältnis zueinander gleich zu gewichten seien ("2. Be- rechnung des Durchschnittwertes der Hauptkriterien"). In der nachträglichen "Auswertung zum Vergleich" m it dem in den Aus- schreibungsunterlagen bekanntgegebenen Vergabeschlüssel hat denn auch der Stadtrat die beiden Unterpositionen gleich gewichte t. Beim Angebotspreis erhielt die Beschwerdeführerin (mit dem tiefsten Pr eis aller Anbieter) die No- 2004 7 te 6 und die Beigeladene (mit dem um rund 10 % höhe ren Preis) die Note 5,46, bei den Wartungskosten die Beigeladene (mit d en tiefsten Kosten) die Note 6 und die Beschwerdeführerin (mit den um knapp 35 % höheren Kosten) die Note 4,46. Als Gesamtnote des Kriteriums "Koste n" wurde der Durch- schnitt genommen (5,23 für die Beschwerdeführerin u nd 5,73 für die Bei- geladene). Unter Berücksichtigung des Gewichtskoeff izienten ergab dies 209,26 Punkte für die Beschwerdeführerin und 229,18 Punkte für die Bei- geladene. Diese Bewertung ergibt ein verzerrtes Bild der Kos tenverhältnisse. Unter Einbezug der von der Vergabestelle – nach einer aus den Akten nicht ersicht- lichen Berechnungsgrundlage – separat bezifferten W artungskosten entfallen beim Angebot der Beschwerdeführerin insgesamt Fr. . .. auf das (Haupt- )Kriterium "Kosten", beim Angebot der Beigeladenen insgesamt Fr. ..., d.h. 1,44 % mehr. Dies zeigt, dass die beiden Positionen nicht gleich gewichtet werden dürfen. Vielmehr muss – um das Bild nicht zu verfälschen – dem An- gebotspreis als dem primären, klar im Vordergrund s tehenden Kostenfaktor ein grösseres Gewicht beigemessen werden. Insoweit hat die Vergabestelle bei ihrem Entscheid zu Recht einen Vergabeschlüssel verwendet, bei wel- chem die Investitionskosten (d.h. effektiv die Ange botspreise) prozentual deutlich höher gewichtet werden als die übrigen Kos ten (nämlich 45 % ge- genüber 10 % für die Wartungskosten und die Energie -/Verbrauchskosten zu- sammen, d.h. – wie sich aus den Auswertungstabellen ergibt – je 5 % für die beiden zu einem neuen Hauptkriterium zusammengefassten Unterkriterien). Für ein sachgerechtes Ergebnis müsste demnach die Beschwerdeführerin beim Kriterium "Kosten" auf jeden Fall besser bewer tet werden als die Bei- geladene. Gewichtet man – als Extremfall zugunsten der Beschwerdeführerin – den Angebotspreis entsprechend dem von der Vergab estelle effektiv ver- wendeten Bewertungsschlüssel neunmal so hoch wie di e Wartungskosten (45 % gegenüber 5 % für die Gesamtbewertung), so er gibt sich unter Berück- sichtigung der von der Vergabestelle ermittelten Te ilnoten für die beiden Un- terkriterien beim Hauptkriterium "Kosten" eine Gesa mtnote von 5,85 (ent- sprechend 234,0 Punkten bei der in der Ausschreibun g bekanntgegebenen Gewichtung von 40 %) für die Beschwerdeführerin und von 5,51 (entspre- chend 220,4 Punkten) für die Beigeladene. d) Bei den Angebotspreisen führt die Benotung "indir ektproportional zum Preis" gemäss Ausschreibungsunterlagen dazu, da ss der um den Faktor 1,0991 über dem tiefsten Angebot liegende Preis der Beigeladenen die Note 5,46 erhält (Bestnote 6 geteilt durch 1,0991). Das Angebot des Anbieters 4 erhält für den um immerhin 41,24 % höheren Preis al s denjenigen der Be- schwerdeführerin noch die im Rahmen der Skala durch aus genügende Note 4,25. Erst ein Preis von 200 % – also dem Doppelten – des Tiefstpreises er- 2004 8 hielte die Note 3 in der Mitte der Bewertungsskala und wäre somit knapp un- genügend. Die Note 1 würde beim Sechsfachen des Tiefstpreises erreicht, d.h. bei einem Preis, der weit jenseits aller realistisc herweise zu erwartenden An- gebote und damit der Bandbreite möglicher Werte läg e. Die Note null wäre schliesslich mathematisch gar nicht möglich. Dies zeigt, dass mit der proportionalen Skala – we lche die Beschwerde- führerin im übrigen als solche nicht in Frage geste llt hat – das vorrangige Gewicht des Angebotspreises um so weniger zum Trage n kommt, je weiter sich ein Preis vom Tiefstpreis entfernt. Es ist – a uch unter Beachtung des der Vergabestelle zustehenden Ermessensspielraums – nic ht sachgerecht, ein An- gebot mit dem doppelten Preis – das wohl angesichts der realistischerweise zu erwarten Angebote auch für anspruchsvolle Leistunge n der hier ausgeschrie- benen Art preislich eher als schlecht zu bezeichnen wäre und dessen Abstand zum tiefsten Preis der Beschwerdeführerin im übrige n mehr als das Zehn- fache der Preisdifferenz zwischen der Beigeladenen und der Beschwerde- führerin erreicht – nur gerade als knapp ungenügend zu bewerten. Es ist zwar nicht Sache des Obergerichts, anstelle der Vergabestelle eine eigene Bewertungsskala aufzustellen. Es liesse sich jedoch zumindest fragen, ob es nicht sachgerechter wäre, wenn die Bewertung nicht (indirekt) propor- tional, sondern im Rahmen einer gewissen Bandbreite möglicher Preise linear vorgenommen würde. Dies würde sich aber im vorliege nden Fall bezüglich der Verfahrensbeteiligten auch dann nicht entscheid end auswirken, wenn bei der Bandbreite der in Frage kommenden Preise eine S panne von 100 % an- genommen, d.h. der doppelte Betrag des tiefsten Ang ebotspreises als "sehr schlecht" mit der Note null bedacht würde; dem um 9 ,91 % über dem Tiefst- gebot liegenden Preis der Beigeladenen käme dann di e Note 5,41 zu. Diese trotz einer Abweichung von immerhin rund 10 % noch gute Note liegt auch mit Blick darauf wohl noch im zulässigen Rahmen, dass die Vergabestelle bei ihrer Bewertung generell – mit einer einzigen Ausna hme – nur Noten zwi- schen 4 und 6 vergeben hat. Die nicht allzu grosse Notendifferenz zwischen Bes chwerdeführerin und Beigeladener beim Angebotspreis ist daher zumindest im Ergebnis haltbar. Bei einer – als Extremfall (vgl. oben, lit. c) – vo rgenommenen Gewichtung von 9:1 zwischen Angebotspreis (Note 5,41) und Wart ungskosten (Note 6) ergäbe sich für die Beigeladene beim Kriterium "Kos ten" eine Gesamtnote von 5,47 (entsprechend 218,8 Punkten bei der in der Ausschreibung bekannt- gegebenen Gewichtung von 40 %). Mit der Note 5,41 b eim Angebotspreis bliebe im übrigen die Beigeladene – wenn alle ander n Bewertungen beibehal- ten werden – auch bei dem vom Stadtrat berücksichti gen Vergabeschlüssel noch knapp an erster Stelle (Punktzahl beim Preis d iesfalls 243,45; Gesamt- punktzahl demnach 532,00 gegenüber 529,53 der Beschwerdeführerin).