<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bund plant per 1. Januar 2019 eine Antibiotikadatenbank in der Veterinärmedizin. Da jedes einzelne behandelte Tier erfasst werden muss, entsteht ein riesiger bürokratischer Aufwand, welcher die Tierärzte noch mehr an den Bürostuhl bindet, anstatt den Tieren helfen zu können. Die entstehenden massiven Kosten hat die Landwirtschaft zu tragen.</p><p>1. Wie hoch schätzt der Bundesrat die Kosten für die Landwirtschaft?</p><p>2. Ist er bereit, zwecks Entbürokratisierung nur Gruppenbehandlungen zu erfassen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Für die Landwirtschaft entstehen keine direkten Kosten. Ein gewisser Mehraufwand für die Erfassung der Daten in der Antibiotikadatenbank wird für die Tierärzteschaft entstehen. Ein Grossteil der Daten muss von der Tierärzteschaft gemäss Tierarzneimittelverordnung jedoch bereits heute aufgezeichnet werden. Zudem bringt das neue Informationssystem für die Tierärzteschaft auch bedeutende Erleichterungen (z. B. automatische Berechnungen von Dosierungen, Absetzfristen). Nach intensiven Diskussionen mit der Gesellschaft Schweizer Tierärzte und aufgrund der Vernehmlassungsergebnisse wurden im Rahmen der Vorgaben des Heilmittelgesetzes die einzugebenden Daten auf ein Minimum reduziert und das Erfassungsformular bedienerfreundlich ausgestaltet. Wieweit der Mehraufwand der Tierärzteschaft den Tierhalterinnen und Tierhaltern weiterverrechnet werden wird, lässt sich heute nicht sagen. Schliesslich ist festzuhalten, dass alle bisher im Rahmen der Nationalen Strategie Antibiotikaresistenzen (Star) ergriffenen Massnahmen zu einer starken Senkung des Antibiotika-Einsatzes und damit von Kosten geführt haben. </p><p>2. Ausschlaggebend für die Entstehung von Resistenzen ist die Therapiehäufigkeit, unabhängig davon ob es sich um eine Gruppen- oder Einzeltiertherapie handelt. Um im Sinne der Nationalen Strategie Antibiotikaresistenzen (Star) die Wirksamkeit von Antibiotika langfristig sicherzustellen, ist es notwendig, einen Überblick über alle Bereiche, also auch Einzeltiertherapien, zu erhalten. Nur so können Lücken und Probleme erkannt und gezielt informiert, geforscht und Massnahmen getroffen werden.</p>