2008 1 Veröffentlichung im Amtsbericht Art. 40 Abs. 1 und Abs. 2 VRG; Beschwerdebegründung (OGE 60/2008/43 vom 7. November 2008) Die Begründung einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde braucht – als Gültigkeitsvoraussetzung betrachtet – nicht zuzutre ffen; sie muss aber sach- bezogen sein. Wer einen Nichteintretensentscheid an fechten will, muss des- halb begründen, weshalb die Vorinstanz auf den Rekurs hätte eintreten sollen, ansonsten die Beschwerde nicht sachbezogen und auf sie nicht einzutreten ist (E. 1a, b und d). Der anwaltlich vertretenen Partei ist keine Frist zur Verbesserung einer mangelhaft begründeten Beschwerde einzuräumen (E. 1c). Aus den Erwägungen: 1.– a) Gemäss Art. 34 des Gesetzes über den Rechtsschutz in Ver- waltungssachen vom 20. September 1971 (VRG, SHR 172 .200) kann gegen letztinstanzliche Entscheide kantonaler Verwaltungs behörden beim Ober- gericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben werde n, soweit nicht be- sondere Rechtsmittel gemäss Art. 36a–c VRG offenste hen. Rechtsmittel- eingaben müssen einen Antrag und seine Begründung e nthalten. Genügt eine Rechtsmitteleingabe diesen Anforderungen nicht, so setzt das Obergericht ei- ne angemessene Frist zur Verbesserung an und verbin det damit die An- drohung, dass sonst auf das Rechtsmittel nicht eing etreten werde (Art. 40 Abs. 1 und 2 VRG). Aus der Begründung muss hervorge hen, inwiefern der angefochtene Verwaltungsakt nach Auffassung des Bes chwerdeführers einen oder mehrere der in Art. 36 Abs. 1 VRG erwähnten Be schwerdegründe er- füllt. Antrag und Begründung bilden Gültigkeitserfo rdernisse der Beschwerde (Arnold Marti, Die Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton Schaffhaus en, Diss. Zürich 1986, S. 199 und 197). Die Beschwerde enthält einen Antrag, und die anwal tlich vertretene Be- schwerdeführerin hat innert Frist eine schriftliche Begründung nachgereicht (Art. 40 Abs. 3 VRG). Es stellt sich jedoch die Fra ge, ob diese Begründung den Anforderungen von Art. 40 Abs. 1 VRG genügt. b) Eine Begründung braucht – als Gültigkeitsvorausse tzung betrachtet – nicht zuzutreffen, sie muss aber immerhin sachbezog en sein. Wer einen 2008 2 Nichteintretensbeschluss anfechten will, muss desha lb begründen, weshalb die Vorinstanz auf den Rekurs hätte eintreten solle n, ansonsten die Beschwer- de nicht sachbezogen ist (Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungs- rechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, § 54 Rz. 9, S. 707; BGE 118 Ib 136 E. 2 zu aArt. 108 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege vom 16. Dezember 1943 [OG; BS 3, S. 531 ff.]). Der Regierungsrat trat im angefochtenen Beschluss auf den Rekurs der Beschwerdeführerin nicht ein, weil er ihn als nicht hinreichend begründet er- achtete. Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Bes chwerdebegründung da- gegen einzig in materieller Hinsicht vor, aus welch em Grund ihre Auf- enthaltsbewilligung nicht zu widerrufen bzw. zu ver längern sei. Sie setzt sich jedoch nicht mit den Gründen auseinander, die zum N ichteintreten auf den Rekurs führten. Sie legt damit nicht dar, inwiefern der Regierungsrat im Sinn von Art. 36 Abs. 1 VRG Recht verletzt, einen Ermessensfehler begangen oder den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder un vollständig festgestellt haben sollte, indem er im Rekursverfahren eine Proz essvoraussetzung – die genügende Rechtsmittelbegründung – als nicht erfüll t hielt und auf den Re- kurs nicht eintrat. Die Beschwerdebegründung ersche int daher nicht als sach- bezogen, und es fehlt an einer Prozessvoraussetzung im Beschwerdeverfah- ren. c) Der Beschwerdeführerin ist sodann keine Frist zur Verbesserung im Sinn von Art. 40 Abs. 2 VRG einzuräumen. Zwar kann das Gericht eine sol- che Nachfrist ansetzen, wenn die Beschwerde Antrag und Begründung ent- hält, diese aber mangelhaft erscheinen. Die Verbess erungsmöglichkeit nach Art. 40 Abs. 2 VRG bezweckt allerdings, es auch ein em nichtprozessgewand- ten Bürger zu ermöglichen, eine Verwaltungsgerichts beschwerde zu führen (Marti, S. 197). Die Beschwerdeführerin ist durch einen An walt rechtskundig vertreten, weshalb es sich nicht rechtfertigt, ihr eine Verbesserungsmöglich- keit einzuräumen, zumal ihr bereits eine Nachfrist im Sinn von Art. 40 Abs. 3 VRG gewährt worden war (zur vergleichbaren Situatio n im zivilprozessualen Rekursverfahren: OGE 40/1999/11 vom 19. Februar 199 9 i.S. L. AG., E. 1, mit Hinweisen). d) Auf die Beschwerde ist daher nicht einzutreten (vgl. auch Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungs- rechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, Art. 32 N. 14, S. 246 f., und Art. 81 N. 5, S. 620; BGE 118 Ib 137 E. 3; BGE 123 V 338 E. 2).