Kassationsgericht des Kantons Zürich Kass.-Nr. AC080025/U/la Mitwirkende: die Kassationsrichter Herbert Heeb, Vizepräsident, Bernhard Gehrig, Andreas Donatsch, Paul Baumgartner und Georg Naegeli sowie der juristische Sekretär Titus Graf Zirkulationsbeschluss vom 28. August 2009 in Sachen A., …, z.Zt. Kantonale Strafanstalt Pöschwies, Roosstr. 49, 8105 Regensdorf, Angeklagter und Beschwerdeführer bisher amtlich verteidigt durch … neu amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt … gegen Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich , Anklägerin und Beschwerdegegnerin vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. F. Stadelmann, Molkenstr. 15/17, Postfach, 8026 Zürich betreffend versuchte Tötung etc. Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil der I. Strafkammer des Ober- gerichts des Kantons Zürich vom 1. September 2008 (SE080007/U10) - 2 - Das Gericht hat in Erwägung gezogen: I. 1. In der Anklageschrift der Staatsanwal tschaft IV des Kantons Zürich vom 13. Februar 2008 werden A. (nachfolgend: Beschwerdeführer) diverse strafbare Handlungen, insbesondere eine versuchte Tötung zum Nachteil von B., vorgewor- fen (OG act. 29). Im Rahmen des Verfahr ens vor der Anklagekammer des Ober- gerichtes liess der Beschwerdeführer dur ch seinen damaligen Verteidiger, Für- sprecher C., im Schreiben vom 2. April 2008 unter anderem ausführen, er bestrei- te den eingeklagten Sachverhalt; da er sämtliche Anklagesachverhalte vor der Vollendung des 25. Alters jahres begangen haben soll, mache er von seinem Wahlrecht gemäss § 198a Abs. 1 Ziff. 3 lit. c StPO Gebrauch und erkläre, dass er vom Obergericht beurteilt werden wolle ( OG act. 34). Mit Beschluss vom 10. April 2008 liess die Anklagekammer die Anklage zu und überwies den Beschwerdefüh- rer dem Obergericht zur Beurteilung (OG act. 36). 2. Mit Urteil vom 1. September 2008 sprach die I. Strafkammer des Oberge- richtes den Beschwerdeführer der versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 aStGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 aStGB, des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 aStGB, der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 aStGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 aStGB sowie des Vergehens gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer im Sinne von Art. 23 Abs. 1 al 4 aANAG schul dig. Von den weiteren Anklagevorwür- fen wurde der Beschwerdeführer freigespr ochen. Er wurde im Sinne einer Ge- samtstrafe (als teilweise Zusatzstrafe) mit 11 Jahren und 8 Monaten Freiheitsstra- fe (unter Anrechnung der verbüssten Untersuchungs- und Sicherheitshaft) be- straft. Mit Beschluss vom gleichen Tag traf die I. Strafkammer Anordnungen betreffend den beim Beschwe rdeführer beschlagnahmt en Geldbetrag (OG act. 53B bzw. KG act. 2). - 3 - 3. Der Beschwerdeführer liess durch seinen amtlichen Verteidiger gegen das Urteil der I. Strafkammer rechtzeitig kantonale Nichtigkeitsbeschwerde an- melden (OG act. 55). 4. Das von einem vom Beschwerdeführer neu mandatierten Verteidiger beim Obergericht gestellte Gesuch um Verteidigerwechsel (vgl. OG act. 57.1-2 und act. 58.1) überwies der Vorsitzende der I. Strafkammer zuständigkeitshalber dem Kassationsgericht (OG act. 60). Nach er folgter Vornahme von Abklärungen und Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte der Vizepräsident des Kassationsge- richtes am 30. Oktober 2008 die Entlassu ng des bisherigen amtlichen Verteidi- gers und die Neubestellung von Rechtsanwalt lic.iur. D. als amtlicher Verteidiger des Beschwerdeführers (KG act. 15). 5.1 Der neu bestellte amtliche Verteidiger reichte innert angesetzter Frist die Begründung der Kassationsbeschwerde ei n (KG act. 19). Darin wird die Aufhe- bung des obergerichtlichen Urteils und di e Rückweisung der Sache zur Neuent- scheidung an die Vorinstanz beantragt (KG act. 19 S. 2). 5.2 Die Beschwerdebegr ündung wurde der Vorinstanz und der Beschwer- degegnerin zur freigestellten Äusserung zugestellt (KG act. 26). Beide verzichte- ten (ausdrücklich [KG act. 30] bzw. stillschweigend) auf Stellungnahme. 5.3 Das vom Beschwerdeführer gestellt e Gesuch um Gewährung des vor- zeitigen Strafantritts (KG act. 21) wur de – nach vorgängig erfolgter Gewährung des rechtlichen Gehörs (KG act. 28) – mit Verfügung des Vizepräsidenten des Kassationsgerichtes vom 27. Februar 2009 gutgeheissen (KG act. 33). 5.4 Da in der Beschwer debegründung in lit. B Ziff. 2 (S . 11-13) im Sinne ei- nes Nichtigkeitsgrundes ein Fehlverhal ten des früheren amtlichen Verteidigers des Beschwerdeführers, Fürsprecher C ., im Anklagezulassungsverfahren gerügt wird, und im Hinblick auf di e Beurteilung dieser Rüge eine Stellungnahme von diesem angezeigt erschien, erging mit Schreiben vom 3. März 2009 (unter Beila- ge eines Auszugs aus der Beschwer debegründung) eine entsprechende Auffor- derung, unter Hinweis auf das Berufsgeheimn is bzw. die Möglichkeit der Entbin-- 4 - dung davon (KG act. 35). Die Eingabe von Fürsprecher C. (KG act. 38) wurde den Parteien und der Vorinstanz zur freigeste llten Äusserung zugestellt (KG act. 39). Der Beschwerdeführer liess sich dazu dur ch seinen neuen Offizialanwalt äussern (KG act. 42), worauf der Beschwerdegegne rin und der Vorinstanz das rechtliche Gehör gewährt wurde (KG act. 43). Diese verzichteten (ausdrücklich [KG act. 41 und act. 45] bzw. stillschweigend) auf Äusserung zu den beiden anwaltlichen Stel- lungnahmen. 6. Die Oberstaatsanwaltschaft hat gegen das obergerichtliche Urteil vom 1. September 2008 eine Beschwerde in St rafsachen beim Bundesgericht erhoben (OG act. 69 und KG act. 32). Sie beanstandet darin zusammengefasst, dass die Vorinstanz keine Verwahrung im Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. StGB angeordnet hat. II. 1. Vorerst ist festzuhalten, dass sich die Kassationsbeschwerde gegen einen erstinstanzlichen obergerichtlichen Entsc heid richtet, weshalb sie gemäss § 428 StPO zulässig ist. 2. Der Beschwerdeführer lässt unter anderem in verschiedener Hinsicht eine ungenügende Verteidigung dur ch seinen früheren Offizialanwalt (Fürsprecher C.) bzw. in diesem Kontext teilweise eine Verletzung der justizbehördlichen Fürsor- gepflicht rügen (Beschwerde lit. B Ziff. 1-2, S. 4-13). In einem Teil dieser Rügen wird gefolgert, es habe eine Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu erfolgen. Mit den vorerw ähnten, in lit. B Ziff. 2 gemachten (zwei Rügen beinhaltenden) Vorb ringen wird hingegen geltend gem acht, es habe eine Rückweisung der Sache an die Anklageka mmer des Obergerichtes zu erfolgen (Beschwerde lit. B Ziff. 2.4) bzw. das O bergericht sei für die Beurteilung der An- klage nicht zuständig gewesen (Beschwerde lit. B Ziff. 2.6); es erscheint ange- zeigt, zuerst diese Rügen zu behandeln. 3.1 Der Beschwerdeführer bringt dazu zusammengefasst Folgendes vor: Die Verfügung der Präsidentin der Anklagekammer vom 11. März 2008, in - 5 - welcher dem Beschwerdeführer unter ande rem Frist angesetzt worden sei, sich darüber zu erklären, ob er bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen von seinem Wahlrecht betreffend Abur teilung durch das Obergericht oder das Geschworenengericht Gebrauch mache (OG act. 30), sei ihm durch seinen frühe- ren Verteidiger nie übersetzt und somit i nhaltlich nicht zur Kenntnis gebracht wor- den; sein damaliger Verteidiger habe mit ihm die Möglichkeit des Wahlrechtes im Sinne von § 198a Abs. 1 Ziff. 3 lit. c StPO nicht besprochen. Sein Verteidiger ha- be das Schreiben an die An klagekammer vom 2. April 2008 ohne Rücksprache mit dem Beschwerdeführer verfasst. Damit habe der Anwalt seine Befugnisse überschritten, denn das Wahlrecht stehe ausschliesslich dem Angeklagten zu. Der Beschwerdeführer habe immer gewollt, dass die ihn belastenden Zeugen zur gerichtlichen Hauptverhandlung vorgelade n werden; er habe deshalb vom Ge- schworenengericht beurteilt werden wollen. Das genannte Fehlverhalten von Für- sprecher C. stelle eine ungenügende Ve rteidigung dar und hab e zur Folge, dass zum Nachteil des Beschwerdeführers der Nichtigkeitsgrund der Verletzung ge- setzlicher Prozessformen im Sinne von § 430 Ab s. 1 Ziff. 4 StPO gesetzt worden sei (Beschwerde lit. B Ziff. 2.1-2.5). Zudem führt der Beschwerdeführer in diesem Kontext aus, da die Ausübung des Wahlrechtes im Anklagezulassungsverfahren nicht mit ihm abgesprochen worden sei, müsse die Erklärung von Fü rsprecher C. vom 2. April 2008 als ungül- tig betrachtet werden. Weil er vom Ge schworenengericht habe beurteilt werden wollen, sei das Obergericht vorliegend für die Beurteilung der Anklagevorwürfe nicht zuständig gewesen. Damit liege auc h ein Nichtigkeitsgrund im Sinne von § 430 Abs. 1 Ziff. 1 StPO vor (Beschwerde lit. B. Ziff. 2.6). 3.2 Fürsprecher C. führte in sei ner Stellungnahme zu sammengefasst aus, da er dem Berufsgeheimnis unterstehe und er seiner Auffassung nach selbst bei einer Entbindung davon gegen das gegen über dem Beschwerdeführer bestehen- de Treueverbot verstossen würde, könne er sich nicht umfassend äussern. Im- merhin könne er auf Folgendes hinweisen: Zwischen ihm und dem Beschwerde- führer hätten keine sprachlichen Vers tändigungsschwierigkeiten bestanden; die Norm von § 198a Abs. 1 Ziff. 3 lit. c St PO und die literarische Kommentierung - 6 - dieser Bestimmung seien ihm bekannt (gewesen); es sei seine Aufgabe gewesen, die Verfügung der Präsidentin der Anklag ekammer vom 11. März 2008 mit dem Beschwerdeführer zu besprechen; in sei nem Schreiben vom 2. April 2008 an die Anklagekammer sei festgehalten, sein (ehemaliger) Mandant soll sämtliche An- klagevorwürfe vor der Vollendung des 25. Altersjahres begangen haben und er (Unterstreichung durch Fürsprecher C.) mache vom Wahlrecht im Sinne von § 198a Abs. 1 Ziff. 3 lit. c St PO Gebrauch und erkläre, dass er vom Obergericht beurteilt werden wolle (KG act. 38). Diese Ausführungen von Fürsprecher C. können nur dahingehend verstan- den werden, dass er ein Fehlverhalten im Sinne der Beschwerdevorbringen in Ab- rede stellt. 3.3 Der Beschwerdeführer lässt die Au sführungen in der Stellungnahme von Fürsprecher C. bestreiten und hält an der in der Beschwerdebegründung gemach- ten Darstellung fest (KG act. 42). 3.4 Wie in der Beschwer de an anderer Stelle (zum indest im Ergebnis) zu- treffend ausgeführt wird (vgl. etwa Beschwer de lit. B Ziff. 1.7 S. 10), stellt ein an- waltliches Fehlverhalten allein keinen Nicht igkeitsgrund dar (vgl. z.B. ZR 97 Nr. 108 Erw. III/2.3 S. 279 m.H.). Vielmehr ka nn in diesem Kontext gemäss konstan- ter Rechtsprechung (in Fällen notwendiger Verteidigung) nur dann ein Kassati- onsgrund vorliegen, wenn das anwaltliche Fehlverhalten für die Justizbehörde be- kannt oder zumindest erkennbar (bzw. manifest) war (vgl. z.B. ZR 82 Nr. 74 Erw. 6 S. 201 unten und ZR 98 Nr. 48 Erw. 3.1) und die Justizbehörde die aus der ihr obliegenden Fürsorgepflicht zur Sicherstellung einer hinrei chenden Verteidigung fliessenden Massnahmen nicht ergriff en hat (Lieber/Donatsch, in: Donatsch/ Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, Zürich 2006, N 65 ff. zu § 11 Abs. 2 StPO mit zahlreic hen Hinweisen). Weder in der Beschwerde (KG act. 19) noch in der Stellungnahme zu den Ausführungen von Fürsprecher C. (KG act. 42) wird geltend gemacht, die An klagekammer oder die Vorinstanz hät- ten das behauptete anwaltliche Fehlverh alten des früheren Offizialanwaltes er- kannt oder erkennen können. Von solchem ist angesichts des Wortlautes des Schreibens von Fürsprecher C. vom 2. April 2008 auch nicht auszugehen. Damit - 7 - ist hinsichtlich der erstgenannten Rüge ( ungenügende Verteidigung) kein Nichtig- keitsgrund dargetan. In der zweitgenannten Rüge wird – wie erwähnt – (im Ergebnis) geltend ge- macht, losgelöst von der Frage eine anwaltlic hen Fehlers verhalte es sich derart, dass der Beschwerdeführer sein ihm persönlich zustehendes Wahlrecht nicht ha- be ausüben können (und deshalb nicht vo m Geschworenengericht beurteilt wor- den sei), was per se einen Nichtigkeitsgr und darstelle. Hierzu ist zu bemerken, dass im Kassationsverfahren ein Nichtigkeit sgrund (nicht bloss behauptet oder glaubhaft gemacht, sondern) nachgewiesen werden muss; ob dies auch dann gilt, wenn eine negative Tatsache, über welche die Akten ke inen Aufschluss geben, geltend gemacht wird, oder ob in solchen Konstellationen an das Mass des Nach- weises etwas geringere Anforderungen zu st ellen sind, kann offen bleiben. Die Darstellung des Beschwerdeführers wird durch die Ausführungen von Fürspre- cher C. erheblich in Frage gestellt. Jedenf alls vermochte der Beschwerdeführer nicht hinreichend darzutun (geschweige denn den Nachweis zu erbringen), dass seine Darstellung (eher) zutrifft. Weit ere Abklärungen durch das Kassationsge- richt (z.B. die erneute Aufforderung zu einer Stellungnahme von Fürsprecher C. oder dessen Einvernahme) wurden nicht beantragt und erscheinen von vornher- ein auch nicht tauglich zur Beibringung des erforderlichen Nachweises. Damit wird auch hinsichtlich der zweiten Rüge kein Kassationsgrund nachgewiesen. Abgesehen von diesen Erwägungen ist zu bemerken, dass der Beschwerde- führer – der wie erwähnt vorbringt, er habe vom Geschworenengericht beurteilt werden wollen - weder geltend macht, se in früherer Verteidiger habe ihm vom Beschluss der Anklagekammer vom 10. Ap ril 2008 (in welchem die Überweisung der Sache zur Beurteilung an das Obergericht angeordnet wurde) keine Kenntnis erteilt, noch er habe vor Obergericht monier t, dass er sein ihm persönlich zuste- hendes Wahlrecht nicht habe ausüben können. 3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass hinsichtlich der beiden im Kon- text mit der Ausübung des Wahlrechtes im Sinne von § 198a Abs. 1 Ziff. 3 lit. c StPO stehenden Rügen kein Nichtigkeitsgrund nachgewiesen wird. - 8 - 4.1 In der Beschwerde wird unter der Überschrift „ungenügende Verteidi- gung“ ferner vorgebracht, der (inhaftier te) Beschwerdeführer habe sich im Laufe der Strafuntersuchung wiederholt um einen anderen Verteidiger bemüht. Er habe sich im Januar 2007 offenbar an eine Anwält in gewandt, welcher in der Folge von der die Strafuntersuchung führenden Staatsanwältin eine Besuchsbewilligung ausgestellt worden sei. Anfangs Oktober 2007 habe er in einem Schreiben einen anderen Anwalt ersucht, seine Verteidigu ng zu übernehmen. Eb enfalls im Okto- ber 2007 habe der Beschwerdeführer bei der Staatsanwältin mittels Brief einen Anwaltswechsel beantragt mit der Begründ ung, sein Verteidiger (Fürsprecher C.) sei „not truthfull“ und er vertraue ihm nicht, da er denke, der Anwalt setze sich zu wenig für seine Rechte ein; der Besch werdeführer habe im Brief den Namen ei- nes Anwalts genannt, von dem er verteidi gt werden wolle. Diesem Anwalt sei in der Folge eine Besuchsbewilligung ausgeste llt worden; der Anwalt habe dem Be- schwerdeführer danach brieflich mitgete ilt, dass er das Mandat aus zeitlichen Gründen nicht übernehmen könne. Im F ebruar 2008 sei einem anderen Anwalt eine Besuchsbewilligung ausgestellt worden. Die Untersuchungsbehörde – so die Beschwerde – wäre verpflichtet gewesen, das Gesuch des Beschwerdeführers um Anwaltswechsel der dafür zuständigen Präsidentin der Anklagekammer zuzu- stellen, damit diese über das Gesuch entscheiden kann; eine Überweisung des Gesuchs sei jedoch nicht erfolgt. Dem Beschwerdeführer hätte im Laufe der Un- tersuchung, spätestens vor Anklageerhebung, ein neuer Offizialverteidiger beige- geben werden müssen; indem dies unterlassen worden sei, habe der Beschwer- deführer aufgrund des genannten Fehlverh altens des früheren Verteidigers sein Wahlrecht im Anklagezulassungsverfahren nicht ausüben können. Das Verhalten bzw. die Untätigkeit der zuständigen Staat sanwältin und auch der Präsidentin der Anklagekammer im Zulassungsverfahren st elle eine Unterlassung der Fürsorge für gehörige Verteidigung dar, weshalb ge setzliche Prozessformen zu seinem Nachteil im Sinne von § 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO verletzt worden seien (Beschwer- de lit. B Ziff. 1.2-1.3). Zudem wird gerügt, der frühere amtliche Verteidiger habe durch die Nichtteilnahme an vier Einver nahmen in der Untersuchung seine Pflich- ten verletzt, und die zuständige Staatsanwältin sei auch in diesem Kontext der ihr obliegenden Fürsorgepflicht nicht nachgekommen, weshalb auch insofern der ge-- 9 - nannte Kassationsgrund gesetzt worden sei (Beschwerde lit. B Ziff. 1.4). 4.2 Hinsichtlich der erst genannten Rüge (Beschwerde lit. B Ziff. 1.2-1.3) ist vorab anzuführen, dass Fürsprecher C. auf Vorschlag des Beschwerdeführers zum amtlichen Verteidiger bes tellt worden ist (HD act. 18/1-2). Zudem ist zu die- ser Rüge Folgendes festzuhalten: Es trifft zwar zu, dass die die Untersuchung führende Staatsanwältin im Januar 2007 einer Rechtsanwältin eine Besuchsbewil- ligung ausstellte (HD act. 18/ 16) und der Beschwerdeführer sich mit Brief vom 1. Oktober 2007 an einen anderen Anwalt zwecks Anfrage der Übernahme der Ver- teidigung wandte (HD act. 18/ 26). Es wird nicht geltend gemacht und ist nicht ak- tenkundig, dass der Beschwerdeführer bis zum 1. Oktober 2007 bei der Staats- anwältin oder der Präsidentin der Anklagekammer einen Anwaltswechsel bean- tragt hätte. Dies hat er zwar danach geg enüber der Staatsanwältin mit undatier- tem Schreiben getan (HD act. 18/27), doch waren die für diesen Antrag vorge- brachten Gründe derart wenig konkret, dass sie offensichtlich im Lichte der Praxis und Doktrin (vgl. dazu Lieber/Donatsch, a.a.O. , N 14-16 zu § 13 StPO m.H.) von vornherein nicht geeignet waren, erfolgre ich einen Verteidigerwechsel zu erwir- ken. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Staatsanwältin den Antrag nicht an die Präsidentin der Anklagekammer überwiesen hat. Zu bemerken ist hierzu auch, dass die Staatsanwältin nicht untät ig blieb, sondern dem vom Beschwerde- führer im genannten undatiert en Schreiben namentlich bez eichneten Anwalt um- gehend eine Besuchsbewilligung ausstellte (HD act. 18/28). Damit reagierte sie sachgerecht, denn dadurch hatte der Anwalt die Möglichkeit, den Beschwerdefüh- rer zu besuchen und zu beraten und allenfalls den Antrag auf Verteidigerwechsel hinreichend zu begründen (bzw. zu ergänzen). Der Anwalt zog denn auch die Ak- ten bei (HD act. 18/29), studierte sie und informierte den Beschwerdeführer dar- über, dass er das Mandat nicht übernehm e (HD act. 18/32). Dass der Beschwer- deführer danach im Untersuc hungsverfahren seinen (wie erwähnt nicht hinrei- chend begründeten) Antrag auf Verteidige rwechsel erneuert oder ergänzt hätte, wird nicht vorgebracht und ist den Akten nicht zu entnehmen. Solches kann auch nicht daraus geschlossen werden, dass im Februar 2008 (offenbar nach einer vorgängigen Kontaktnahme durch den Beschw erdeführer) einem weiteren Anwalt von der Staatsanwältin eine Besuchsbew illigung ausgestellt wurde (HD act. - 10 - 18/36). Der Staatsanwältin kann deshalb im gerügten Kontext keine Verletzung ihrer Pflichten vorgeworfen werden kann. Es bes tand zudem auch kein Anlass für die Präsidentin der Anklagekammer, dem Beschwerdeführer einen anderen Offizial- anwalt zu bestellen. 4.3 In Beschwerde lit. B Ziff. 1.4 wird zusammengefasst gerügt, Fürsprecher C. habe an den Einvernahmen von P. und von Iris A.-G. vom 16. Januar 2007 so- wie an den zwei Einvernahmen des Beschwerdeführers vom 8. August 2007 pflichtwidrig nicht teilgenommen, weshal b der Beschwerdeführer insofern unge- nügend verteidigt gewesen sei. Die Staatsanw ältin wäre gestützt auf die ihr oblie- gende Fürsorgepflicht gehalten gewesen, fü r eine wirksame Verteidigung besorgt zu sein. 4.3.1 a) Die Beschwerde geht davon aus, ein (amtlicher) Verteidiger habe an sämtlichen Einvernahmen des Angeschuldigten und solchen von Auskunftsperso- nen zwingend teilzunehmen, ansonsten er seine anwaltlichen Pflichten gravierend verletze (vgl. Beschwerde S. 6 unten und S. 7 oben). Diese Auffassung trifft in ih- rer Absolutheit nicht zu. Der Anwalt mu ss die Interessen des Angeschuldigten in ausreichender und effektiver Weise wahrnehmen, mithin eine sachgerechte Ver- teidigung gewährleisten. Ih m steht jedoch im Rahmen der Verteidigungsführung ein (erhebliches) Ermessen zu (anstatt vieler vgl. ZR 97 Nr. 108 Erw. III/2.3 S. 280 m.H., ZR 100 Nr. 5 Erw. 2.3 lit. a und Lieber/Donatsch, a.a.O., N 66 zu § 11 Abs. 2 StPO, je m.H.). Die s gilt auch hinsichtlich der Frage, ob er im Rahmen der Untersuchung an Einvernahmen des Angeschuldigten oder von Zeugen (und Aus- kunftspersonen) teilnehmen will bzw. muss (ZR 97 Nr. 108 Erw. III/2.3 S. 280 m.H.). b) Bezüglich Einvernahmen von Z eugen und Auskunftspersonen trifft den Verteidiger dann die Pflicht zur Teiln ahme, wenn die Aussagen den Angeschul- digten voraussichtlich erheblich belasten oder sie in anderer Hinsicht von mass- gebender Bedeutung für den Prozessausgang sind (ZR 100 Nr. 5 Erw. 2.3 lit. b m.H.; Lieber/Donatsch, a.a.O., N 69 zu § 11 Abs. 2 StPO, m.H.). - 11 - Gemäss Protokollnotizen hat Fürsprec her C. auf die Teilnahme an den Ein- vernahmen der beiden Ausku nftspersonen P. (HD act. 7/ 12) und Iris A.-G. (HD act. 7/14) durch die Staatsanwältin verzichtet (je S. 1 der genannten Einvernah- meprotokolle). Es wird in der Beschwe rde nicht konkret dargelegt, weshalb Für- sprecher C. verpflichtet gewesen wäre, daran teilzunehmen. Von einer entspre- chenden anwaltlichen Pflic ht ist im Lichte der genannten Grundsätze auch nicht auszugehen. Die beiden Personen waren nämlich zuvor polizeilich befragt worden (HD act. 7/11 und act. 7/13) und hielten damals fest, hinsichtlich der Geschehnis- se vom frühen Morgen des 23. Juli 2006 (Anklage HD betr. Raufhandel und ver- suchter vorsätzlicher Tötung), zu denen sie befragt wurden, könnten sie aus eige- ner Wahrnehmung nichts aussa gen, weil sie am Ort der Geschehnisse nicht an- wesend gewesen seien. Der Anwalt konnte davon auszugehen, dass sie als Aus- kunftspersonen vor der Staatsanwältin gleichartig aussagen würden, was denn auch der Fall war (vgl. auch Urteil S. 26/ 27). Die Rüge erweist sich demnach als unberechtigt. 4.3.2 a) Der Beschwerdeführer wurde am Morgen des 8. August 2007 zwei- mal durch die Staatsanwälti n einvernommen. Zuerst gi ng es um eine Stellung- nahme zu den (nicht direkt im Zusammenhang mit dem eingeklagten Tötungsver- such stehenden) Aussagen des Geschädigten Q. und des Mitangeschuldigten R. (HD act. 4/5), anschliessend um eine Stellungnahme zum psychiatrischen Gut- achten (HD act. 4/6). Aus den Einvernahm eprotokollen ergibt sich Folgendes: Fürsprecher C. rief vor Beginn der erst en Einvernahme die Staatsanwältin an und teilte ihr mit, wegen einer Lebensmittelvergiftung (somit krankheitshalber) könne er nicht zur Einvernahme erscheinen; er sei damit einverstanden, dass die Ein- vernahme zu den beiden Themen ohne sein Beisein durchgeführt würde. Die Staatsanwältin informierte den Beschwerdeführer entsprechend vor jeder der bei- den Einvernahmen und fragte ihn jeweils, ob er die Information verstanden habe, was er bejahte; anschliessend fragte sie den Beschwerdeführer vor Beginn beider Einvernahmen, ob er damit einverstanden sei, dass die Befragung (zu den beiden Themen) ohne seinen Verteidiger durchgef ührt würde, worauf der Beschwerde- führer antwortete „Ja, kein Problem.“ bzw. „Ja.“. - 12 - Fürsprecher C. nahm demnach deshal b an den beiden Einvernahmen nicht teil, weil er krank war. Es ist (eher) anzunehmen, dass er beabsichtigt hatte, dar- an teilzunehmen. Aus diesem Umstand alle in kann jedoch nicht gefolgert werden, seine Teilnahme daran wäre zur Wahr ung der Verteidigungsrechte des Be- schwerdeführers notwendig gewesen. Ob von Letzterem auszugehen ist, ist nach- folgend zu prüfen. b) Hinsichtlich der ersten Einvernahm e (Stellungnahme zu den Aussagen der beiden genannten Personen) wir d in der Beschwerde nicht konkret dargelegt, weshalb die Anwesenheit des Verteidigers im Lichte einer hinreichenden Verteidi- gung notwendig gewesen wäre. Abgesehen davon hatte der Beschwerdeführer gemäss Einvernahmeprotokoll den (früher erfolgten) Einvernahmen der beiden Personen beigewohnt und auch Gelegenh eit gehabt, den beiden Personen Er- gänzungsfragen zu stellen (HD ac t. 4/5 S. 2); dass sein Verteidiger damals nicht zugegen gewesen wäre, wird nicht geltend gemacht. Bei der Befragung vom 8. August 2007 handelte es sich zudem auch nicht etwa um eine abschliessende bzw. endgültige Stellungnahme zu den Aussagen der beiden Pe rsonen, denn es war sowohl dem Beschwerdeführer wie auc h seinem Verteidiger im Rahmen der weiteren Einvernahmen in der Untersuc hung wie auch im ger ichtlichen Verfahren möglich, dazu erneut Stellung zu nehmen. c) Bezüglich der zweiten Einvernahme wird in der Beschwerde vorgebracht, diese sei von grosser Tragweite gewesen, weil es um die Stellungnahme zum psychiatrischen Gutachten gegangen sei u nd der Verteidiger mangels Teilnahme keine Zusatzfragen an den Besch werdeführer habe stellen können; deshalb hätte die Staatsanwältin diese Einvernahme ohne Beisein des Verteidigers nicht durch- führen dürfen, sondern sie ve rtagen müssen (Beschwerde S. 6/7). Ein psychiatri- sches Gutachten ist zwar – gerade in Fä llen wie dem vorliege nden, in welchem unter anderem ein Tötungsversuch angeklagt ist und dem Angeschuldigten eine erhebliche Strafe droht – v on grosser Bedeutung, und es ist zweifellos erforder- lich, dass auch insofern die Verteidigungs rechte hinreichend gewahrt werden. Auch diesbetreffend ist allerdings nicht zu übersehen, dass es in der (zweiten) Einvernahme vom 8. August 2007 nicht etwa um eine abschliessende Stellung-- 13 - nahme des Beschwerdeführers zum genannt en Gutachten ging, sondern es war im Rahmen der weiteren Einvernahmen in der Untersuchung wie auch im gericht- lichen Verfahren durchaus möglich, dass si ch der Beschwerdeführer selbst (er- neut) und sein Verteidiger ausführlich zum Gutachten äussern, wobei es dem Ver- teidiger unbenommen gewesen wäre, dannzu mal allfällige Zusatzfragen an den Beschwerdeführer zu stellen; ein wesentlicher Nachteil bezüglich seiner Verteidi- gungsrechte kann daher im (krankheitsbed ingten) Fernbleiben seines Offizialan- waltes an der Einvernahme nicht erblickt werden. Von Bedeutung ist zudem, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Einvernahme nicht zum ersten Mal mit dem Gutachten konfrontiert wurde, sondern dieses zuvor seinem Verteidiger zugestellt worden war, welcher es mit dem Beschwe rdeführer (offenbar mindestens in den Grundsätzen) besprochen und diesem ei ne Kopie davon übergeben hatte (HD act. 4/6 S. 2); mit anderen Worten wurde der Beschwerdeführer an der Einver- nahme zu einem Thema befragt, welches se in Anwalt zuvor mit ihm (mindestens teilweise) erörtert hatte. d) Angesichts dieser Umstände kann nicht gesagt werden, die Teilnahme des Verteidigers an den beiden genannten Einvernahmen vom 8. August 2007 sei für die Gewährleistung einer hinreichenden Verteidigung notwendig gewesen. Es hätte durchaus im Ermessen des Verteidi gers gelegen, daran nicht teilzunehmen, wenn er nicht krank gewesen wäre. Von einer ungenügenden Verteidigung ist nicht auszugehen, womit auch keine Verlet zung der Fürsorgepflicht vorliegt. Die Rüge ist auch insofern unberechtigt. 4.4 a) Ferner bringt der Beschwerdeführer vor, Fürsprecher C. habe sich an- lässlich der obergerichtlichen Hauptverhandl ung in mehrfacher Hinsicht zum Pro- zessthema in derart unzureichender Weise geäussert, dass von einer effizienten Verteidigung vor Obergericht nicht gesprochen werden könne. Dies gelte primär bezüglich des Hauptanklagepu nkts der versuchten vorsätzlichen Tötung (Be- schwerde lit. B Ziff. 1.5). Zur besseren Verständlichkeit dieser Rüge ist vorab der entsprechende An- klagevorwurf (HD) wiederzugeben. Dem Beschwerdeführer wird insofern zur Last gelegt, am frühen Morgen des 23. Juli 2006 sei es zwischen ihm und weiteren - 14 - Personen, unter anderem dem Geschädigten B ., zu einer tätlichen Auseinander- setzung im Bereich der Stadelhoferstrasse in Zürich gekommen; B. habe mit ei- nem ca. 102 cm langen und ca. 10 cm dicken Holzpfahl auf das in Richtung Rämi- strasse wegfahrende und vom Beschwerdeführer gelenkte Fahrzeug eingeschla- gen und dieses beschädigt; der Beschwerdeführer sei danach, um sich bei B. für das Beschädigen des Fahrzeugs zu rächen, links in die Waldmannstrasse und via Oberdorfstrasse wieder in die Rämistra sse eingebogen; kurz nach dem Abbiegen in die Rämistrasse habe der Beschwerdef ührer das Fahrzeug auf eine Geschwin- digkeit von ca. 32 km/h (Toleranzbereich +/- 5 km/h) beschleunigt; obschon der Beschwerdeführer den Geschäd igten, welcher sich st ehend auf der Rämistrasse befunden habe, wahrgenommen habe, sei er unvermittelt und ohne das Fahrzeug abzubremsen oder ohne auszuweichen, auf diesen zugefahren; der Geschädigte sei unmittelbar vor der Kollision auf di e Motorhaube des Fahrzeugs gesprungen, danach in die Frontscheibe geprallt und üb er das Dach und das Heck des Fahr- zeugs zu Boden geworfen wo rden; der Beschwerdefüh rer habe bei seinem Vor- gehen gewusst, dass es zum Tod des Geschädi gten führen könnte, wobei er die- se Folge zumindest in Kauf genommen habe (OG act. 29). Die Beschwerde bringt zur Begründung der eingangs genannten Rüge im Einzelnen vor, Fürsprecher C. habe sich zu diesem Anklagepunkt vor Obergericht nur kurz, völlig oberflächlich und pau schal geäussert. Zur Hauptsache habe er sich auf blosse Bestreitungen beschr änkt. Ausführungen zu diversen massge- benden, insbesondere den Beschwerdeführer entlastenden Aspekten, habe er un- terlassen. So habe der Verteidiger sich praktisch kaum zur wesentlichen Frage geäussert, ob und wie lange der Beschwer deführer den Geschädigten vor der Kollision gesehen habe; dieser Aspekt se i wesentlich gewesen, zumal sich aus einer den Akten beiliegenden Fotodokumentation ergebe, dass wegen Baucontai- nern die Sicht des Beschwerdeführers vor dem erneuten Befahren der Rämistras- se zumindest erheblich beeinträchtigt gewesen sei. Ebenfalls keine Ausführungen habe der Anwalt dazu gemacht, dass der Be schwerdeführer ausgesagt habe, sei- ne Sicht sei beeinträchtigt gewesen, we il die Windschutzscheibe seines Fahr- zeugs bereits vor der Kollision mit dem Geschädigten beschädigt gewesen sei. Ferner habe sich der Verteidiger mit den Aussagen des Geschädigten und der als - 15 - Zeugen und Auskunftspersonen befragten Personen kaum bzw. nur pauschal und mit den beiden Gutachten des Wissenscha ftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zü- rich überhaupt nicht auseinandergesetzt. Zudem habe sich Fürsprecher C. nicht substanziert zur rechtlichen Würdigung des Hauptanklagepunktes, namentlich zur Abgrenzung des Eventualvorsatzes von der bewussten Fahrlässigkeit, geäussert. Ausserdem seien seine Ausführungen zur Strafzumessung ebenfalls kurz, ober- flächlich, lückenhaft und damit völlig ungenügend gewesen; so habe er unter an- derem weder den Lebenslauf des Beschwe rdeführers dargestellt, noch sich mit dem psychiatrischen Gutachten bzw. der Kritik des Beschwerdeführers daran be- fasst. Völlig ungenügend seien auch die Ausführungen des Verteidigers gewesen, welche er zu Protokoll gegeben habe, nachdem ihm der Vorsitzende der Vorin- stanz Gelegenheit erteilt hab e, sich für den Fall, dass das Gericht eher dem Strafantrag der Beschwerdegegnerin folgen würde, zu äussern. Die Vorinstanz hätte – so die Beschwerde - die ungen ügende Verteidigung erkennen und dafür sorgen müssen, dass dieser Mangel behoben wird; sie hätte den Verteidiger auf- fordern müssen, sich substanziert zur Anklage, zur rechtlichen Würdigung des Sachverhaltes und zur Strafzumessung zu äussern, und im Falle von nach wie vor ungenügenden Ausführungen den Verteidiger ersetz en müssen. Indem die Vorinstanz der ihr obliegenden Fürsorgepflicht nicht nachgekommen sei, habe sie den Nichtigkeitsgrund im Sinne von § 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO gesetzt (Beschwer- de lit. B Ziff. 1.5-1.7). b) Zufolge der Pflicht zur Gewährleis tung einer materiell ausreichenden Ver- teidigung muss sich der Anwalt anlä sslich der gerichtlic hen Hauptverhandlung hinreichend zu allen sich im Prozess stellenden wesentlichen Fragen äussern, um auf ein für den Angeschuldigten möglichst mildes Urteil hinzuwirken. Der Verteidi- ger hat deshalb insbesondere die konkre ten Umstände, welche den Angeschul- digten (allenfalls) zu entlasten vermögen, in angemessener Weise vorzutragen. In diesem Lichte muss er sich mit den (wesentlichen) Anklagev orwürfen (und damit den entsprechenden Beweismitteln) ausreichend auseinandersetzen und die für die Strafzumessung bedeutsamen entlast enden Aspekte darlegen (BGE 95 I 361 Erw. 2.b; ZR 64 Nr. 47, ZR 77 Nr. 60, ZR 86 Nr. 96 Erw. II/1.b, ZR 100 Nr. 43 Erw. 3.c). Auch insofern steht dem Ve rteidiger indessen ein Ermessen zu. Das - 16 - Gericht hat keine Qualitätskontrolle der Verteidigung vorzunehmen und darf auch nicht deren Angemessenheit überprüfen. Der anwaltliche Ermessensbereich hat jedoch dort seine Grenzen, wo das Rech t des Angeschuldigten auf hinreichende Wahrung seiner Interessen tangiert wird. Letzteres ist dann der Fall, wenn die Verteidigung offensichtlich ungenügend ist bzw. eine schwerwiegende anwaltliche Pflichtverletzung vorliegt. Diesfalls greift die Fürsorgepflicht des Gerichts, und es muss auf geeignete Weise inte rvenieren, wobei in aller Regel der Anwalt zuerst aufzufordern ist, seinen Pflichten hi nreichend nachzukommen (ZR 100 Nr. 43 Erw. 3.c m.H.; vgl. zum Ganzen: Lieber/Donatsch, a.a.O., N 66 und 68-71 zu § 11 Abs. 2 StPO, je m.H.). c) Die obergerichtliche Beweiswürdigung bezüglich des genannten (Haupt-) Anklagesachverhalts umfasst ca. 27 Seiten (Urteil S. 16-43). Die Vorinstanz hat sich zuerst mit den Aussagen des Besc hwerdeführers, des Ge schädigten B. und zwölf weiterer Personen (insbesondere so lcher, die am genannten Vorfall eben- falls zugegen waren) befasst; anschliess end ging sie auf das Gutachten und das Ergänzungsgutachten des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich betreffend Spurenauswertungen, das Gutacht en des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich hinsichtlich der Untersuchung des Geschädigten B. sowie zwei chemisch-toxikologische Gutachten dieses Instituts ein; danach würdigte sie diese Beweismittel und kam zum Schluss, der objektive Anklagesachverhalt sei bezüglich des Grundtatbestands von Art. 111 aStGB (in der Form des Versuchs) erfüllt. Im Rahmen der rechtlichen Würdig ung dieses Teils der Anklage (Urteil S. 60 ff.) finden sich auch Sachverhaltsfestst ellungen bezüglich des subjektiven Tat- bestands (vgl. dazu auch Urteil S. 43 oben). Aus all diesen Erwägungen ergibt sich, dass hinsichtlich des Anklagesachver haltes der versuchten Tötung eine recht umfangreiche Würdigung der verschiedenen Beweise erforderlich war. Die obergerichtlichen Erwägungen zu r Strafzumessung umfassen ca. 17 Seiten (Urteil S. 76-93), w obei die Vorinstanz unter anderem (auch) in diesem Kontext das psychiatrische Gutachten zitierte und würdigte (Urteil S. 82-84). d) Der Beschwerdeführer machte in der Untersuchung und vor Vorinstanz zusammengefasst unter anderem geltend, die Frontfensterscheibe sei vor der - 17 - Kollision seines Fahrzeugs mit dem Geschädigten Pita B. durch einen Stock- schlag oder einen Steinschlag beschädigt gewesen, weshalb seine Sicht einge- schränkt gewesen sei; der Geschädigte B. sei mit einem Stock in der Hand auf sein Fahrzeug zugerannt bzw. in das Auto gerannt; er habe keine Zeit gehabt, sein Fahrzeug zu bremsen oder dem Geschädigten auszuweichen; er habe nie vorgehabt, den Geschädigten anzufahren (vgl. Urteil S. 16-21 und S. 37-38 m.H.). e) In seinen (insgesamt kurzen) Ausführungen zum genannten Anklage- punkt (vgl. OG act. 52 S. 1-3 passim und OG Prot. S. 51) führte der Verteidiger zunächst aus, dass der objektive Anklagesachverhalt grundsätzlich anerkannt werde; hingegen werde bestr itten, dass der Beschwerdeführer sich am Geschä- digten B. für das Beschädigen des Fahrze uges habe rächen wollen, dass er auf den Geschädigten zugefahren sei, obwohl er diesen wahrgenommen habe, und dass er den Tod des Geschädigten gewollt oder in Kauf genommen habe. Dabei nahm der Anwalt indessen nicht konkret Bezug auf die Aussagen des Beschwer- deführers. Dies unterliess er – mit einer Ausnahme bezüglich des vom Beschwer- deführer in der Unters uchung genannten Grundes für di e Rückfahrt an die Rä- mistrasse (OG act. 52 S. 3 oben; HD act. 4/1 S. 9) – auch in seinen übrigen Aus- führungen. Mit anderen Worten befasste sich der Verteidiger nicht konkret mit den Aussagen bzw. der genannten Argumentation des Beschwerdeführers. Insbeson- dere machte er keine näheren Ausführungen zu der Frage, ob bzw. wann der Be- schwerdeführer den Geschädigten B. vor de r Kollision gesehen hat; er führte hie- zu bloss aus, es sei fraglich, ob der Beschwerdeführer den Geschädigten recht- zeitig wahrgenommen habe, zumal es im fraglichen Zeitpunkt noch dunkel gewe- sen sei (OG act. 52 S. 2 Mitte). Der Vertei diger befasste sich mit keinem Wort mit den in diesem Kontext wesentlichen zwei Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich betreff end Spurenauswertungen (vgl. Urteil S. 31-34). Ferner ist von Bedeutung, dass sich der Verteidiger zu den Aussagen der verschiedenen Personen, welche mehrheit lich beim eingeklagten Vorfall zugegen waren, entweder überhaupt nicht oder nur r udimentär auseinandersetzte. Er führ- te hiezu aus, die Aussagen des Zeugen T. seien tendenziös und bezüglich der Geschwindigkeit des Fahrzeugs des Beschwerdeführers unzutreffend, und die Aussagen des Geschädigten B. seien noc h weniger glaubhaft, habe dieser doch - 18 - von einem starken Beschleunigen des Fahrzeugs und durchdrehenden Rädern gesprochen. Im Übrigen machte der Vert eidiger keinerlei Ausführungen zu den Aussagen des Geschädigten B., was berei ts angesichts der Tatsache, dass die- ser bezüglich der genannten Geschehnisse (nebst dem Beschwerdeführer) der Hauptbeteiligte und das Opfer der Kollisi on war und dreimal (wovon zweimal aus- führlich; vgl. HD act. 2/1-2/ 3) befragt worden war, ein anwaltliches Fehlverhalten darstellt; hiezu sei auch bemerkt, dass gemäss Auffassung der Vorinstanz die Aussagen des Geschädigten B. in mehrfacher Hinsicht wenig zuverlässig er- scheinen (vgl. Urteil S. 39), was deutlich zeigt, dass zwecks Wahrung der Interes- sen des Beschwerdeführers für die Verteidigung Anlass bestanden hätte, sich mit den Geschädigtenaussagen einlässlich ausei nanderzusetzen. Der Anwalt führte anschliessend pauschal aus, die Aussage n der übrigen Zeugen seien ebenfalls kaum geeignet, die sich st ellenden Fragen bezüglich der Sichtverhältnisse, der Fahrzeuggeschwindigkeit und der Möglichkeit des rechtzeitigen Abbremsens oder Ausweichens zu beantworten (OG act. 52 S. 3 oben); zudem bemerkte er, dass die Aussagen von zwei Zeuginnen, die si ch im vom Beschwerdeführer gelenkten Fahrzeug befanden, zur Frage der Möglichkeit des Abbremsens oder Auswei- chens unklar seien (OG Prot. S. 51). Ansch liessend führte der Verteidiger aus, angesichts der Geschwindigkeit des vom Be schwerdeführer gelenkten Fahrzeugs sei kaum davon auszugehen, dass dies er beabsichtigt habe, den Geschädigten zu töten; hätte der Beschwerdeführer eine Tötungsabsicht gehabt, hätte er sein Fahrzeug wohl mehr beschleunigt. Damit sei ein eventualvorsätzliches Handeln des Beschwerdeführers nicht erwiesen, we shalb er vom Vorwurf der versuchten Tötung freizusprechen sei. Hingegen se i er, da die entsprechenden Vorausset- zungen erfüllt seien, der schweren fahrlässigen Körper verletzung schuldig zu sprechen (OG act. 52 S. 3 ab Mitte). Zusammengefasst ist zu diesen anw altlichen Ausführungen festzuhalten, dass sich der Verteidiger mit den Au ssagen (bzw. der genannten Argumentation) des Beschwerdeführers sowie den verschiedenen übrigen Beweismitteln entwe- der überhaupt nicht oder nur pauschal bzw. r udimentär und deshalb in einer völlig unzureichenden Weise auseinan dergesetzt hat. Auch unt er Berücksichtigung der Tatsache, dass dem Anwalt im Rahmen der Verteidi gungsführung ein Ermessen - 19 - zukommt, kann von einer sachgerechten und engagierten Verteidigung hinsicht- lich des Anklagevorwurfes der versuchten Tötung nicht die Rede sein. f) Hinsichtlich der Rüge, die Verteidigungsleistung sei auch bezüglich der Strafzumessung völlig ungenüge nd gewesen, ist Folgendes festzuhalten: Es trifft zu, dass sich der Verteidiger in sei nen entsprechenden (wie derum kurzen) Aus- führungen (unter anderem) mit dem psychiatrischen Gu tachten (HD act. 14/5), welches auch bezüglich der Strafzumess ung von Bedeutung war (vgl. auch Urteil S. 82-84), nicht befasste; er wies einzig darauf hin, dass der Gutachter keine Massnahme und damit auch ke ine Verwahrung vorschlage (OG Prot. S. 52 un- ten). Hinsichtlich der Tatkomponenten betreffend den Hauptanklagepunkt (HD) nannte der Verteidiger verschiedene Aspekte, die seiner Auffassung nach er- schwerend (d.h. zu Lasten des Beschwerdeführers) zu berücksichtigen seien (OG act. 52 S. 11 unten und S. 12 oben). Hingegen erwähnte er nur gerade einen As- pekt, der sich seiner Meinung nach zu Gunsten des Beschwerdeführers auswirkt, nämlich (sinngemäss), dass dieser deshalb von der Rämistrasse abbog und via Waldmannstrasse und Oberdorfstrasse wieder in die Rämistrasse zurückfuhr, weil er „seiner Bekannten helfen sowie den Geschädigten u nd seine Freunde zur Re- de stellen wollte“ (OG act. 52 S. 12 oben) . Andere den Beschwe rdeführer entlas- tende Umstände nannte er nicht. Hierzu sei bemerkt, dass die Vorinstanz (aller- dings im Rahmen der rechtlichen Würdigung) dem Beschwerdeführer für die erste Phase des Vorfalls „eine gewisse Gemüts bewegung zubilligte“ (Urteil S. 65) und festhielt, der Geschädigte B. habe mit se iner Aggression und se inem Handeln ei- nen gewissen Beitrag zur Eskalation des Geschehens geleistet und den Be- schwerdeführer provoziert (Urteil S. 67 oben); bereits aus diesen Erwägungen er- gibt sich, dass einige Umstände vorlagen, die sich im Rahmen der Strafzumes- sung (allenfalls) zu Gunsten des Beschwe rdeführers auswirken konnten, weshalb der Anwalt Entsprechendes hätte vortragen müssen, was er jedoch unterlassen hat. Der Verteidiger hielt ferner auch den Ausführungen der Staatsanwältin betref- fend Festsetzung der Freiheitsstrafe auf 13 Jahre (OG act. 51 S. 17-21) nichts entgegen. Bereits aus diesen Gründen liegt auch bezüglich der Strafzumessung klarerweise keine hinreichende Wahr nehmung der Interessen des Beschwerde- führers durch seinen damaligen Verteidiger vor. - 20 - Richtig ist ferner das Beschwerdevorbr ingen, dass der Verteidiger nach sei- nem Plädoyer von Seiten der Vorinstanz gef ragt wurde, ob er sich für den Fall, dass dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt würde, zum Strafmass äussern wolle (OG Prot. S. 53). Offensichtlich gi ng die Vorinstanz (nach dem Gesagten zutreffend) davon aus, der Anwalt habe sich zur Strafzumessung unzureichend geäussert. Der Verteidiger hielt dazu fe st, er könne zwar entsprechende Ausfüh- rungen machen, doch sei dies „nicht so systemkonform“; anschliessend gab er zu Protokoll, in einem drastischeren Fall se i im Kanton Bern nu r eine dreijährige Freiheitsstrafe ausgefällt worden; er sei daher erstaunt über die beantragte Strafe von 13 Jahren, und dies sei bei Weitem zu viel, vor allem im Zusammenhang mit der Verwahrung; er habe höchstens mit vi er bis fünf Jahren gerechnet (OG Prot. S. 53). Es sind keine ver nünftigen Gründe ersichtlich, weshalb der Verteidiger Ausführungen von ihm zum genannten Punkt für wenig systemkonform erachtete; vielmehr wäre er verpflichtet gewesen, sich nicht bloss auf kurze pauschale Aus- führungen zu beschränken, s ondern hinreichend konkret darzulegen, auf Grund welcher Aspekte er eine wesentlich tief ere als die von der Staatsanwältin bean- tragte Strafe für angemessen hielt, zumal er dies – wie gezeigt – in seinen Aus- führungen im Plädoyer unterlassen hatte. g) Abschliessend ist festzuhalten, dass die Ausführungen des früheren Ver- teidigers zum eingeklagten Tötungsdelik t und zur entsprechenden Strafzumes- sung offenkundig ungenügend waren und des halb eine eindeutig unzureichende Wahrnehmung der Interessen des Beschwerdef ührers vorlag. Die Vorinstanz hät- te dagegen auf Grund ihrer Fürsorgepflic ht zur Sicherstellung einer genügenden Verteidigung intervenieren müssen. Sie hät te – wie in der Beschwerde zutreffend ausgeführt wird (Beschwerde S. 10/11) – den Verteidiger auffordern müssen, sich (nachträglich) hinreichend im Sinne ei ner engagierten Wahrnehmung der Interes- sen des Beschwerdeführers zu den beid en Themen zu äussern (und ihn im Falle erneut ungenügender Ausführungen allenfalls ersetzen müssen). Dies hat sie hin- sichtlich des erstgenannten Pu nktes gänzlich unterlassen. Bezüglich der Strafzu- messung hat sie zwar dem Verteidiger (zumindest implizit) nahegelegt, sich nach- träglich zum Strafantrag der Staatsanwäl tin und damit auch insgesamt zur Straf- zumessung zu äussern, doch fruchtete dies nichts, weil der Anwalt erneut keine - 21 - konkreten bzw. sachgerechten Ausführ ungen machte und es deshalb bei einer ungenügenden Verteidigung blieb, wogegen die Vorinstanz nicht (erneut) interve- nierte. Sie ist damit ihrer Fürsorgepflicht in zweifacher Hinsicht nicht nachgekom- men und hat dadurch den Nicht igkeitsgrund im Sinne von § 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO gesetzt. 5. Der festgestellte Kassationsgrund führ t zur Gutheissung der Nichtigkeits- beschwerde, zur Aufhebung des angefochtenen Urteils (und des damit zusam- menhängenden Beschlusses) und zur Rückweis ung der Sache an die Vorinstanz zwecks Wiederholung der Hauptverhandlu ng und anschliessender Neubeurtei- lung. Bei dieser Sachl age kann davon abgesehen werden, die beiden weiteren Rügen, die obergerichtliche Beweiswürdig ung bezüglich des Vorwurfes der ver- suchten Tötung sei willk ürlich, und die Vorinstanz se i bei der Strafzumessung zu Unrecht von einer Vorstrafe des Beschwe rdeführers betreffend ein Urteil vom 20. März 2006 ausgegangen (Beschwerde lit. B. Ziff. 3-4), zu behandeln, denn der Beschwerdeführer bzw. sein Verteidi ger können Entsprechendes im Rahmen der Wiederholung der Hauptver handlung ausführen, und die Vorinstanz wird sich (auch) mit den beiden Themen erneut zu befassen haben. 6. Die Kosten des Kassationsverfahrens, inklusive diejenigen der amtlichen Verteidigung des Beschwerdeführers, werden auf die Gerichtskasse genommen. Die anwaltliche Entschädigung wird nach Eingang der H onorarnote mit Präsidial- verfügung festzusetzen sein. 7. Beim vorliegenden (Rückweisungs-)B eschluss handelt es sich um einen Zwischenentscheid. Gegen solche Entschei de ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 BGG an das Bundesgericht nur unter den in Ar t. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt wären, hätte gegebenen- falls das Bundesgericht zu entscheiden. - 22 - Das Gericht beschliesst: 1. In Gutheissung der Nichtigkeitsbeschwerde werden Ur teil und Beschluss der I. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 1. September 2008 aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr für das Kassationsverfahren wird auf Fr. 3'000.-- fest- gesetzt. 3. Die Kosten des Kassationsverfahrens, inklusive diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen. 4. Gegen diesen Entscheid k ann unter den Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Besc hwerde gemäss Art. 78 ff. BGG an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die I. Strafkammer des Obergerich- tes des Kantons Zürich, das Amt für Ju stizvollzug des Kantons Zürich (Bewäh- rungs- und Vollzugsdienste, Sonderdienst), die Bundesanwaltschaft, das Bundes- amt für Migration, das Migrationsamt des Kantons Zürich und das Schweizerische Bundesgericht (ad Proz.-Nr. 6B_100/2009), je gegen Empfangsschein. ______________________________________ KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der juristische Sekretär: