Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 15. Dezember 2021 (810 21 118) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz / Straf- fälligkeit Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Hans Furer, Markus Clausen, Daniel Ivanov, Niklaus Ruckstuhl, Gerichtsschreiber i.V. Dimitri Schärer Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Ozan Polatli , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Vorinstanz Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz (RRB Nr. 555 vom 27. April 2021) A. Der algerische Staatsangehörige A.____ (geb. 1976 ) reiste am 2. April 2003 in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch, welches mit Ent scheid des Bundesamts für Migration (heute: Staatssekretariat für Migration [SEM]) vom 24. April 2003 abgewiesen wurde. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 22. Juni 2005 heiratete A.____ die Schweizer Staatsangehörige B.____ (geb. 1973), worauf ihm eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau erteilt wurde. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, C.____ (geb. 2005) und D.____ (geb. 2007). Am 31. März 2010 wurde den Eheleuten gerichtlich das G etrenntleben bewilligt und A.____ wurde ein Besuchsrecht für seine beiden Kinder eingerä umt. Zufolge fehlender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit von A.____ wurde auf die Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen verzichtet. C. Am 27. August 2010 reichte das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM; ab 1. Januar 2019: Amt für Migration und Bürgerrecht [AfMB]) beim SEM ein Gesuch um Ver- längerung der Aufenthaltsbewilligung von A.____ zur Z ustimmung ein. Die Aufenthaltsbewilli- gung wurde daraufhin verlängert. D. A.____ ist seit dem Jahr 2003 wie folgt strafrechtl ich in Erscheinung getreten: - Verurteilung vom 23. Juli 2003 wegen Übertretung d es Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) vom 26. März 193 1 sowie Missachtung einer Massnahme zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von drei Tagen bei einer Pro- bezeit von zwei Jahren und einer Busse von Fr. 200.-- - Verurteilung vom 20. August 2003 wegen Missachtung ei ner Massnahme zu einer be- dingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 22 Tagen und ein er Probezeit von drei Jahren sowie einer Busse von Fr. 500.-- - Verurteilung vom 3. März 2007 wegen Missachtung einer Massnahme zu einer Geldstra- fe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.-- - Verurteilung vom 1. März 2011 wegen Führens eines Mo torfahrzeugs in angetrunkenem Zustand und Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs zu einer bedingt vollzieh- baren Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- und ein er Probezeit von zwei Jahren sowie einer Busse von Fr. 700.-- - Verurteilung vom 6. September 2016 wegen versuchter schwerer Köperverletzung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer bedin gten Freiheitsstrafe von 20 Mo- naten und einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.-- - Verurteilung vom 8. Januar 2019 wegen Führens eine s Motorfahrzeugs in fahrunfähi- gem Zustand zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu Fr. 40.-- und einer Probezeit von drei Jahren sowie einer Busse von Fr. 800.-- - Verurteilung mittels Strafbefehl vom 2. April 2019 wegen Nichtabgabe von ungültigen oder entzogenen Ausweisen oder Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von fünf Tagessät zen zu Fr. 50.-- und einer Pro- bezeit von zwei Jahren sowie einer Busse von Fr. 500.-- als Zusatzstrafe zum Urteil vom 8. Januar 2019 - Verurteilung mittels Strafbefehl vom 13. August 201 9 wegen Fahrenlassens ohne Fahr- zeugausweis oder Kontrollschilder sowie Nichtabgabe von Ausweisen und/oder Kon- trollschildern zu einer Geldstrafe von fünf Tagessätzen zu Fr. 60.-- und einer Busse von Fr. 400.--; der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschob en, unter Ansetzung einer Pro- bezeit von drei Jahren Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Vom 18. Oktober 2005 bis 31. August 2006 bezog A. ____ für sich und seine damalige Ehefrau sowie vom 1. Januar 2015 bis 31. Mai 2015 für sich alleine Sozialhilfeleistungen der Sozialhilfebehörde J.____ in der Höhe von Fr. 42’715 .50. Im Zeitraum vom 1. Juli 2010 bis 30. September 2012 bezog er für sich alleine Sozialhil feleistungen der Sozialhilfebehörde K.____ in der Höhe von Fr. 56’618.45. Im Weiteren hä ufte A.____ während seines Aufenthalts in der Schweiz Schulden an, wobei auf seinen Namen p er 7. Februar 2019 28 Betreibungen in der Höhe von Fr. 41'666.75 sowie 25 Verlustscheine im G esamtbetrag von Fr. 36'176.65 regis- triert waren. F. Mit Schreiben des AfM vom 6. Mai 2011 wurde A.____ aufgrund seiner strafrechtlichen Verurteilungen, seiner angehäuften Schulden und seine r Sozialhilfeabhängigkeit ausländer- rechtlich verwarnt. Gleichzeitig wurde er ermahnt, sich in Zukunft klaglos zu verhalten, mög- lichst schnell finanziell unabhängig zu werden und sein en finanziellen Verpflichtungen nachzu- kommen. G. Mit Urteil des Bezirksgerichts Arlesheim vom 27. Februar 2013 wurde die Ehe zwi- schen B.____ und A.____ geschieden und die Scheidungsve reinbarung genehmigt. Darin wur- de die elterliche Sorge der Mutter zugeteilt und der Vater zur Bezahlung von Kinderalimenten in der Höhe von je Fr. 200.-- monatlich verpflichtet. Auf die Festsetzung eines nachehelichen Un- terhalts an seine geschiedene Ehefrau wurde zufolge fehl ender wirtschaftlicher Leistungsfähig- keit von A.____ verzichtet. H. Mit Schreiben vom 6. November 2017 ersuchte A.____ das AfM um Erteilung der Nie- derlassungsbewilligung. Das AfM wies ihn mit Schreiben v om 18. Dezember 2017 darauf hin, dass seine Verurteilung vom 6. September 2016 einen W iderrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländ er (Ausländergesetz, AuG; seit 1. Januar 2019: Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG]) vom 16. Dezembe r 2005 darstelle, was nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils im Verfahren um die Erteil ung einer Aufenthalts- oder Niederlas- sungsbewilligung berücksichtigt werden müsse. Mit Schreibe n vom 30. Oktober 2018 wurde A.____ über eine allfällige Nichtverlängerung seine r Aufenthaltsbewilligung und eine Wegwei- sung aus der Schweiz informiert und es wurde ihm diesbezüglich das rechtliche Gehör gewährt, welches er mit Schreiben vom 14. November 2018 durch se inen Rechtsvertreter, Ozan Polatli, Advokat, wahrnahm. I. Ebenfalls gewährte das AfM der Ex-Ehefrau von A.___ _ und dem gemeinsamen Sohn C.____ mit Schreiben vom 30. Oktober 2018 das rechtliche Gehör betreffend die allfällige Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz. Auf die persönliche Anhörung der Tochter D.____ wurde verzichtet. J. Aufgrund neuer ausländerrechtlicher Bestimmungen ge währte das AfMB A.____ mit Schreiben vom 15. Januar 2019 erneut das rechtliche Geh ör in Bezug auf die geplante auslän- derrechtliche Massnahme. Dieser Aufforderung leistete A .____ mit Eingabe vom 28. Januar 2019 Folge. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht K. Am 28. Februar 2019 verfügte das AfMB die Nichtve rlängerung der Aufenthaltsbewilli- gung von A.____ und wies ihn an, die Schweiz bis spätestens 28. März 2019 zu verlassen. L. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Eingabe vom 14. März 2019 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regieru ngsrat). In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei das Verfahren bis zum Absch luss der Verfahren des Zivilkreisge- richts Basel-Landschaft West betreffend Vaterschaft und Un terhalt in Sachen E.____ (geb. 2016) sowie F.____ (geb. 2018) zu sistieren. M. Mit Erklärung vom 19. März 2019 anerkannte A.____ d ie Vaterschaft über E.____ und F.____, worauf das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West die entsprechenden Verfahren glei- chentags als erledigt abschrieb. N. Mit Beschluss (RRB) Nr. 1473 vom 5. November 2019 wie s der Regierungsrat die Be- schwerde vom 14. März 2019 ab und wies A.____ an, die Schweiz innert 30 Tagen seit Rechts- kraft des Entscheids zu verlassen. O. Gegen den Entscheid des Regierungsrats vom 5. Novembe r 2019 erhob A.____ mit Eingabe vom 18. November 2019 Beschwerde beim Kantonsg ericht Basel-Landschaft, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), welches diese mit Urteil vom 6. Mai 2020 (Nr. 810 2019 312) guthiess und die Angelegenheit zur ergänzenden Sachverhaltsfeststel- lung in Bezug auf die Kindesinteressen und zu neuem Ent scheid an den Regierungsrat zurück- wies. P. Mit Schreiben vom 4. Dezember 2020 gewährte das AfMB in Vertretung des Regie- rungsrats C.____ und D.____ sowie B.____ und G.____, d er Kindsmutter von E.____ und F.____, das rechtliche Gehör zur beabsichtigten Nichtverl ängerung der Aufenthaltsbewilligung von A.____ und dessen Wegweisung aus der Schweiz. Mit S chreiben vom 18. Dezember 2020 wurde ausserdem die Beiständin von E.____ und F.____ z u deren Beziehung zum Vater be- fragt. Alle Beteiligten nahmen das rechtliche Gehör j eweils wahr. Mit Eingabe vom 26. Februar 2021 konnte sich A.____ zu den eingereichten Stellungnahmen äussern. Q. Mit RRB Nr. 555 vom 27. April 2021 wies der Regie rungsrat die Beschwerde von A.____ im Rahmen des zweiten Rechtsgangs ab. R. Dagegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch O zan Polatli, Advokat, mit Eingabe vom 10. Mai 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht. Er be antragt, es seien die Dispositiv- Ziffern 1 und 2 des angefochtenen Entscheids aufzuheb en und das AfMB anzuweisen, ihm die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz od er das AfMB zurückzuweisen; alles un- ter o/e-Kostenfolge. Im Weiteren ersuchte der Beschwerd eführer um Bewilligung der unentgelt- lichen Prozessführung und Verbeiständung. In der Beschw erdebegründung vom 12. Juli 2021 beantragte der Beschwerdeführer die Sistierung des Ver fahrens, bis die Kindes- und Erwach- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht senenschutzbehörde (KESB) L.____ über seinen Antrag auf Erteilung der elterlichen Sorge und Obhut, eventualiter eines Besuchsrechts, für E.____ und F.____ entschieden habe. S. Mit Verfügung vom 16. Juli 2021 wurde der Antrag auf Verfahrenssistierung abgewie- sen. T. In seiner Vernehmlassung vom 18. August 2021 beantra gt der Regierungsrat die Ab- weisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. U. Mit Verfügung vom 29. September 2021 wurde der F all der Kammer zur Beurteilung überwiesen und eine Parteiverhandlung angeordnet. V. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wurden d er Beschwerdeführer und B.____ befragt. Die Parteien hielten an den gestellten Begehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfüg ungen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzl icher Ausschlusstatbestand vor- liegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Be urteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben. 2. Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt is t und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Der Beschwerdefüh rer ist Adressat des angefochtenen Entscheids und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen A ufhebung. Die weiteren Prozess- voraussetzungen sind ebenfalls erfüllt, weshalb auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden kann. 3. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 4. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Nichtver längerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 5.1 Der Beschwerdeführer beruft sich auf Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. Novembe r 1950 und leitet daraus einen Anwesenheitsanspruch ab. Er macht geltend, dass er seit 1 8 Jahren in der Schweiz lebe und – Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach der Geburt von H.____ (geb. 2020) – fünf minde rjährige Kinder habe, welche in der Schweiz lebten. Zu seinen Kindern aus der ersten Ehe, D .____ und C.____, habe er einen be- sonders engen Kontakt. Der Kontakt zu den Kindern aus d er zweiten Beziehung gestalte sich schwierig, da die Kindsmutter an gesundheitlichen Beschwe rden leide und selbst nicht die Ob- hut über die Kinder habe. Er habe bei der KESB eine n Antrag auf Erteilung der elterlichen Sor- ge und Obhut, eventualiter eines Besuchsrechts, über diese Kinder gestellt. 5.2.1 Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 8 EMRK sowie Art. 13 der Bundesverfas- sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. A pril 1999 ist die Erteilung und Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung an einen w eder sorge- noch obhutsberechtigten El- ternteil zur Ausübung seines Besuchsrechts in der Regel nicht erforderlich (Urteil des Bundes- gerichts 2C_1141/2014 vom 10. September 2015 E. 2.4). Da die familiäre Beziehung von vorn- herein nur in beschränktem Rahmen gepflegt werden kan n, reicht es grundsätzlich aus, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden kann, wobei allenfalls dessen Modalitäten anzupassen sind (Urteil des Bundesgerichts 2C_1141/2014 vom 10. September 2015 E. 2.4; BGE 139 I 315 E. 2.2) . Ob das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK ge- schützte Rechtsgut betroffen ist und welche Interessen in Anwendung von Art. 8 Ziff. 2 EMRK gegeneinander abzuwägen sind, ist jeweils im Einzelfall zu bestimmen. Das private Interesse eines ausländischen Elternteils am Verbleib im Land ve rmag das öffentliche Interesse an einer einschränkenden Migrationspolitik regelmässig dann zu überwiegen, wenn zwischen dem aus- ländischen Elternteil und seinem im Inland lebenden Kind eine enge Beziehung (1) in affektiver wie (2) wirtschaftlicher Hinsicht besteht, (3) sich der um die Bewilligung nachsuchende Elternteil in der Schweiz tadellos verhalten hat und (4) die Be ziehung wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Staat, in welchen er ausreisen müsste, praktisch nicht mehr aufrecht erhalten werden könnte (BGE 144 I 91 E. 5.2; BGE 143 I 21 E. 5.2; BGE 140 I 145 E. 3.2; BGE 139 I 315 E. 2.2; jeweils mit Hinweisen). 5.2.2 Angesichts der zahlreichen Verurteilungen des Beschw erdeführers, namentlich seiner Verurteilung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Widerhandlung gegen das Waffeng esetz, kann das Verhalten des Be- schwerdeführers offensichtlich nicht als tadellos im Sinn e der bundesgerichtlichen Rechtspre- chung bezeichnet werden. Ob vorliegend in affektiver sow ie wirtschaftlicher Hinsicht eine enge Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Kindern besteht, ist vor diesem Hinter- grund unerheblich. Als nicht obhuts- oder sorgeberechtig ter Elternteil kann der Beschwerdefüh- rer aus der Beziehung zu seinen Kindern keinen Aufentha ltsanspruch gestützt auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV ableiten. 5.3.1 Unabhängig vom Vorliegen einer familiären Bezi ehung kann eine ausländerrechtliche Fernhaltemassnahme unter gewissen Umständen den Anspruch a uf Achtung des Privatlebens gemäss Art. 8 EMRK verletzen: Nach ständiger Rechtsprec hung des Bundesgerichts genügen eine lange Anwesenheit und die damit verbundene normale Integration hierzu nicht; erforderlich sind besonders intensive, über eine normale Integratio n hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur (BGE 144 II 1 E. 6.1; BGE 130 II 281 E. 3.2.1; BGE 126 II 377 E. 2c). Nach einer rechtmässigen Aufenthaltsd auer von rund zehn Jahren kann re- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gelmässig davon ausgegangen werden, dass die sozialen Bezi ehungen in diesem Land so eng geworden sind, dass es für eine Aufenthaltsbeendigung b esonderer Gründe bedarf, wobei es sich im Einzelfall anders verhalten und die Integratio n zu wünschen übriglassen kann. Es kann aber auch sein, dass schon zu einem früheren Zeitpunkt de r Anspruch auf Achtung des Privat- lebens betroffen ist. Liegt nach einer längeren bewill igten Aufenthaltsdauer, die zwar zehn Jah- re noch nicht erreicht hat, eine besonders ausgeprägte I ntegration vor, kann es den Anspruch auf Achtung des Privatlebens verletzen, wenn eine Bew illigung nicht erneuert wird (BGE 144 I 266 E. 3.9). 5.3.2 Der Beschwerdeführer lebt mittlerweile seit über 18 Jahren in der Schweiz. Angesichts dieser langen Anwesenheit in der Schweiz bedarf der Wid erruf bzw. die Nichtverlängerung sei- ner Aufenthaltsbewilligung gemäss der zitierten Rechtsp rechung des Bundesgerichts grund- sätzlich besonderer Gründe (Urteil des Bundesgerichts 2C_5 64/2019 vom 6. Februar 2020 E. 5.1). 6.1 Gestützt auf Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG kann die Au fenthaltsbewilligung widerrufen bzw. nicht verlängert werden, wenn die ausländische Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt oder gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne der Art. 59 bis 61 oder 64 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB) vom 21. Dezember 1937 angeordnet worden ist. Das Bundesgericht hat das Kriterium der Längerfristigkeit der Strafe in diesem Kontext dahin- gehend konkretisiert, dass es einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei meh- rere unterjährige Strafen bei der Berechnung nicht k umuliert werden dürfen (BGE 135 ll 377 E. 4.2; BGE 137 II 297 E. 2 mit Hinweisen). Keine R olle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbe- dingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Urteile des B undesgerichts 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1; 2C_91/2014 vom 18. Dezember 2014 E. 3.2). 6.2 Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Strafge richts Basel-Stadt vom 6. Septem- ber 2016 wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Widerhandlung gegen das Waffen- gesetz zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe vo n 20 Monaten und einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen à Fr. 30.-- verurteilt; das Appellationsge richt Basel-Stadt bestätigte diesen Ent- scheid mit Urteil vom 6. März 2018. Der Beschwerdeführer hat damit den Widerrufsgrund ge- mäss Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG gesetzt, was er zu Recht nicht bestreitet. 7.1 Liegt ein Widerrufsgrund vor, muss die aufenthaltsbe endende Massnahme im konkre- ten Fall auch verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 BV, Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 3 BV und Art. 8 Ziff. 2 EMRK sowie Art. 96 Abs. 1 AIG; BG E 135 II 377 E. 4.3). Verlangt ist insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten In teressen an der Erteilung der Bewilli- gung und der öffentlichen Interessen an deren Verweige rung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Dabei sind namentlich die Schwere des Versc huldens, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die de m Betroffenen und seiner Familie dro- henden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 139 I 31 E. 2. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_263/2016 vom 11. November 2016 E. 3.2). Die konv entionsrechtliche Verhältnismässig- keitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK entspricht jener nach Art. 96 Abs. 1 AIG und kann in ei- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht nem einzigen Schritt vorgenommen werden (Urteile des B undesgerichts 2C_551/2013 vom 24. Februar 2014 E. 2.4; 2C_11/2013 vom 25. März 2013 E. 3.1 mit Hinweisen). 7.2 Somit bleibt nachfolgend anhand der dargelegten Rechtslage zu prüfen, ob unter Be- rücksichtigung der konkreten Umstände des vorliegenden Falle s die öffentlichen Interessen an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung die privaten Interessen des Beschwerdefüh- rers an einem Verbleib in der Schweiz überwiegen. 7.3 Der Regierungsrat erwog, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz wiederholt straf- fällig geworden und unter anderem zu einer längerfri stigen Freiheitsstrafe verurteilt worden sei. Neben diversen kleineren SVG-Delikten und Delikten im A usländerbereich habe der Beschwer- deführer im Jahr 2014 namentlich auch ein Gewaltdeli kt verübt. Auch die rechtskräftige straf- rechtliche Verurteilung zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe habe den Beschwerdefüh- rer nicht von weiterer Delinquenz abzuhalten vermocht. In Anbetracht dessen stelle die Nicht- verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die dami t verbundene Wegweisung des Be- schwerdeführers aus der Schweiz eine geeignete Massnahme zum Schutz der fremdenpolizei- lichen Interessen der öffentlichen Sicherheit und Ordn ung dar. Der Beschwerdeführer sei be- reits im Jahr 2011 ausländerrechtlich verwarnt worden, womit der angestrebte Zweck auch nicht durch eine weniger einschneidende Massnahme erreicht wer den könne. Unbestritten sei, dass die Kinder des Beschwerdeführers ein vorrangig zu berücksic htigendes Interesse hätten, bei ihrem Vater aufzuwachsen. Allerdings habe der Beschwerdef ührer das Delikt vom Februar 2014 verübt, als er bereits Vater von zwei Kindern gew esen sei. Weder die familiäre Situation noch die ausländerrechtliche Verwarnung hätten ihn mi thin davon abbringen können, weiter zu delinquieren. Der Beschwerdeführer habe mit seinem Verhalten den Fortbestand seines Famili- enlebens in der Schweiz selbstverschuldet und mutwillig aufs Spiel gesetzt. Dass sich der Be- schwerdeführer nicht um die Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens kümmere, zeige sich auch in seinem Umgang mit öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Verpflichtungen. So weise der in den Akten befindliche Betreibungsregisterau szug vom 7. Februar 2019 insgesamt 28 offene Betreibungen über einen Gesamtbetrag von Fr. 41'666.75 aus, dazu kämen 25 Ver- lustscheine über Fr. 36'176.65. Diese Beträge hätten se it der ausländerrechtlichen Verwarnung im Jahr 2011 massiv zugenommen. Im Weiteren sei der Besch werdeführer weder Inhaber der elterlichen Sorge noch übe er die Obhut über seine K inder aus. Er sehe seine Kinder nur im Rahmen eines Besuchsrechts. Um dieses wahrnehmen zu können, sei es in der Regel nicht erforderlich, dauerhaft im gleichen Land wie die Kind er zu leben, da das Besuchsrecht im Rah- men von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werd en könne. Dem Beschwerdeführer werde es zudem möglich sein, den Kontakt zu den Kindern mittels der modernen Kommunikati- onsmittel aufrechtzuhalten. Angesichts der relativ langen Aufenthaltsdauer habe der Beschwer- deführer zwar ein erhebliches Interesse an einem weiter en Verbleib in der Schweiz. Der Be- schwerdeführer habe sich in der Schweiz jedoch weder beru flich noch anderweitig erfolgreich integrieren können. Er sei im Alter von 27 Jahren in d ie Schweiz eingereist und habe somit den grössten Teil seiner Kinder-, Jugend- und Erwachsenenjah re in Algerien verbracht. In Algerien lebten zudem zwei Schwestern und ein Bruder, weshalb ihm eine Rückkehr in seine Heimat zumutbar sei. Die Wegweisung sei insgesamt als verhältnismässig zu qualifizieren. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass das Straf gericht im Zusammenhang mit dem Delikt aus dem Jahr 2014 von einer günstigen Prog nose ausgegangen sei. Er habe sich endgültig bewährt und führe ein einwandfreies Leben , komme für seinen eigenen Unterhalt auf und sei inzwischen fünffacher Vater. Seine fünf Kinder könnten sich nur sehen, wenn er weiter- hin in der Schweiz bleiben könne. Ansonsten hätten sie keine Möglichkeit, Kontakt untereinan- der aufzunehmen. Die Kinder hätten zudem ein natürli ches Interesse, ihren Vater zu sehen. Er habe für F.____ und E.____, welche in einer Pflegefa milie in I.____ wohnten, das Sorgerecht und die Obhut beantragt. Mittlerweile verfüge er übe r eine geeignete Wohnung und seine neue Partnerin sei bereit, die Kinder zu betreuen. Zu Alg erien habe er keinen Bezug mehr, da sich sein Lebensmittelpunkt seit 18 Jahren in der Schweiz bef inde. Seine fünf Kinder lebten in der Schweiz und nicht in Algerien. Nur weil in Algerien zwei Schwestern und ein Bruder lebten, heisse das nicht, dass eine Verbindung zu diesem Land bestehe. 7.5.1 Ausgangspunkt für die Schwere des Verschuldens sowie die vorzunehmende auslän- derrechtliche Interessenabwägung ist zunächst die vom S trafgericht verhängte Strafe (Urteil des Bundesgerichts 2C_725/2016 vom 30.Dezember 2016 E. 3.2). Das entsprechende sicher- heitspolizeiliche Interesse kann durch den Zeitablauf se it der Tatbegehung, das Verhalten der ausländischen Person bis zum angefochtenen Urteil sowie weitere Faktoren (wie das Alter bei der jeweiligen Tatbegehung) relativiert oder erhöht werden (Urteil des Bundesgerichts 2C_804/2016 vom 21. März 2017 E. 5.1 mit Hinweisen). Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz besteht – überwiegende private oder familiäre Bindungen vorbehalten – auch in diesen Fällen ein schutzwürdiges öffentliches Interesse daran, die Anwesenheit der ausländischen Person zur Aufrechterhaltung der Ordnung bzw. Verhütung von (weiteren) Straf- taten zu beenden (BGE 139 I 16 E. 2.2.1). Im Zusamme nhang mit einer Schuldenwirtschaft ist zu berücksichtigen, dass die öffentlichen Interessen am Widerruf bzw. an der Nichtverlängerung der Bewilligung umso gewichtiger sind, je mehr sich ein e ausländische Person verschuldet und sich trotz Verwarnung nicht um Schuldentilgung bemüht hat (SILVIA HUNZIKER , in: Martina Caro- ni/Thomas Gächter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Aus- länder [AuG], Bern 2010, N 36 zu Art. 62 AuG). Neben der Höhe der Schulden und der Anwe- senheitsdauer der pflichtvergessenen Schuldnerin ist entscheidend, ob und inwiefern diese sich bemüht hat, ihre Verbindlichkeiten abzubauen und mit den Gläubigern nach einer Lösung zu suchen. Sind Schuldensanierungsbemühungen dargetan, lie gt die Wegweisung der ausländi- schen Person nicht im Interesse der vorhandenen Gläubig er, da der Schuldenabbau dadurch kompromittiert würde (Urteil des Bundesgerichts 2C_789/2017 vom 7. März 2018 E. 3.3.1). 7.5.2 Die ausländerrechtliche Beurteilung des Verschulde ns knüpft an diejenige im Strafurteil an (BGE 134 II 10 E. 4.2; BGE 129 II 215 E. 3.1). D as Straf- und Ausländerrecht verfolgen in- des unterschiedliche Zielsetzungen: Ausländerrechtlich st eht der Sicherheitsaspekt im Vorder- grund, strafrechtlich die verschuldensabhängige Sanktionie rung verpönten Verhaltens und die Reintegration des Täters oder der Täterin. Die Anfo rderungen an die Rückfallgefahr und das Sicherheitsrisiko, das ausländerrechtlich noch hingenommen werden kann, sind umso niedriger anzusetzen, je schwerer die zur Diskussion stehende Rechtsgüterverletzung und die Umstände der Tat wiegen (Urteil des Bundesgerichts 2C_573/2018 vom 1. Februar 2019 E. 3.3.2 mit Hin- weisen). Die Ausländerbehörden sind nicht an die Einschä tzung der Strafbehörden hinsichtlich Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Rückfallgefahr gebunden – auch wenn sie diese sinnv ollerweise in ihre Beurteilung mitein- beziehen werden –, da das Ausländerrecht zum Schutz der Gesellschaft hinsichtlich des noch hinzunehmenden Risikos strengere Anforderungen stellt a ls das Strafrecht (BGE 140 I 145 E. 4.3; BGE 137 II 233 E. 5.2.2). 7.5.3 Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Straf gerichts Basel-Stadt vom 6. Septem- ber 2016 wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Widerhandlungen gegen das Waf- fengesetz zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitstraf e von 20 Monaten und einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen à Fr. 30.-- verurteilt. Dieser Entsc heid wurde in der Folge vom Appellati- onsgericht Basel-Stadt mit Urteil vom 6. März 2018 bestätigt. Die Verurteilung zu einer (beding- ten) Freiheitsstrafe von 20 Monaten indiziert bereits ei n erhebliches Verschulden. Im Urteil des Appellationsgerichts wurden namentlich die Beweggründe des Beschwerdeführers, welcher der Ansicht gewesen sei, seiner Ex-Frau auch nach längerer Tr ennung eine neue Beziehung ver- bieten zu dürfen, negativ gewürdigt. Das Verhalten de s Beschwerdeführers sei zudem heimtü- ckisch und kaltblütig gewesen (Urteil des Appellationsger ichts Basel-Stadt vom 6. März 2018 E. 4). Zu berücksichtigen sei auch, dass er die Tat bis zul etzt abgestritten und weder Einsicht noch Reue gezeigt habe. Ebenfalls nicht zu seinen Gun sten zu werten sei, dass er stets darum bemüht gewesen sei, seine Rolle im Konflikt mit seiner E x-Frau und deren Freund sowie insbe- sondere sein Verhalten am 2. Februar 2014 zu verharmlo sen und versucht habe, den Spiess umzudrehen, indem er gegen das Opfer wegen angebliche r Körperverletzung und Drohung Anzeige erstattet habe (Urteil des Appellationsgerichts Basel-Stadt vom 6. März 2018 E. 4). Negativ zu würdigen seien auch die Tatfolgen für die g eschädigte Person. Seit der Tat vom 2. Februar 2014 könne diese aus Angst vor dem Beschwer deführer nicht mehr mit dessen Ex- Frau und deren Kindern zusammenleben (Urteil des App ellationsgerichts Basel-Stadt vom 6. März 2018 E. 5). Einzig positiv zu würdigen sei, dass d er Beschwerdeführer seit der Tat vom 2. Februar 2014 nicht mehr einschlägig verurteilt worden sei und es sich nicht um einen geplan- ten Racheakt gehandelt habe, sondern um eine spontane Reaktion in einer Konfliktsituation (Urteil des Appellationsgericht vom 6. März 2018 E. 4). Mit dem Beschwerdegegner ist denn auch festzuhalten, dass die Rückfallgefahr für ähnliche D elikte als eher gering einzustufen ist. Nichtsdestotrotz wird die vom Beschwerdeführer verübte Tat vom Verfassungs- und Gesetzge- ber als eine besonders verwerfliche erachtet, welche ge mäss Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB seit dem 1. Oktober 2016 eine obligatorische Landesverweisung zur Folge haben kann. Schon eine versuchte Tatbegehung reicht dabei aus (M ATTHIAS ZURBRÜGG /C ONSTANTIN HRUSCHKA , in: Marcel Alexander Niggli, Hans Wiprächtiger [Hrsg.], Basl er Kommentar zum StGB, 4. Auflage, Basel 2018, N 3 zu Art. 66a). Zwar findet diese Regel ung nicht rückwirkend auf den Beschwer- deführer Anwendung; dennoch darf die Wertung des Ges etzgebers bei der Interessenabwä- gung berücksichtigt werden (KGE VV vom 4. Dezember 2019 [810 18 294] E. 6.4, mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 2C_573/2018 vom 1. Februar 2019 E. 3.1). 7.5.4 Zu berücksichtigen ist weiter, dass der Beschwerdefü hrer bereits vor dem genannten verfahrensauslösenden Delikt immer wieder straffällig i n Erscheinung getreten ist. Seit seiner Einreise im Jahr 2003 bis zur Verwarnung im Jahr 2011 wurde er vier Mal zu insgesamt 25 Ta- gen bedingter Freiheitsstrafe, 40 Tagessätzen Geldstraf e à Fr. 30.-- sowie Bussen in der Höhe von 1'400.-- verurteilt. Seit der ausländerrechtlichen Verwarnung im Jahr 2011 kamen nebst der Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verurteilung wegen des verfahrensauslösenden Delikts dr ei weitere Verurteilungen zu insge- samt 45 Tagessätzen Geldstrafe à Fr. 50.-- und Bussen i n der Höhe von Fr. 1'700.-- hinzu. Da- bei lassen sich die letzten vier Delikte dem Strassenverkehr srecht zuweisen (Strafbefehle der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 1. März 2011, 8. J anuar 2019 sowie Zusatzstrafe vom 2. April 2019 und Strafbefehl der Staatsanwaltschaf t Basel-Stadt vom 13. August 2019). Die Strassenverkehrsordnung bezweckt unter anderem den Sch utz der übrigen Verkehrsteil- nehmer und deren Nichtbeachtung kann gewichtige Rechtsg üter gefährden. Negativ ins Ge- wicht fällt in diesem Zusammenhang insbesondere, dass der Beschwerdeführer mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 1. März 2011 wegen Führens eines nichtbe- triebssicheren Fahrzeugs in angetrunkenem Zustand (Atem alkoholwert > 0.8 %) und mit Straf- befehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 8. Ja nuar 2019 wegen Führens eines Fahrzeugs in fahrunfähigem Zustand verurteilt wurde. Das Fahren in fahrunfähigem Zustand und die Missachtung des Verbots, unter Alkoholeinfluss zu fa hren (Art. 91 des Strassenver- kehrsgesetzes [SVG] vom 19. Dezember 1958) schützt zum einen die Verkehrssicherheit und zum anderen Leib und Leben der übrigen Strassenbenützer sowie deren Eigentum (S ILVAN FAHRNI /S TEFAN HEIMGARTNER , in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, N 6 zu Art. 91). Str assenverkehrsdelikte sind denn auch grundsätzlich geeignet, Leib und Leben von Drittpersone n zu gefährden (Urteil des Bundesge- richts 2C_1015/2017 vom 7. August 2018 E. 4.2.1). Auch wenn die vom Beschwerdeführer be- gangenen Strassenverkehrsdelikte im Vergleich zur verfahr ensauslösenden Tat mehrheitlich relativ geringfügiger Natur waren, kommt deren Häufig keit erschwerend hinzu. Diese Häufung vermittelt den Anschein einer gewissen Unbelehrbarkeit i n Bezug auf die schweizerische Rechtsordnung, was das öffentliche Interesse an der Wegwe isung des Beschwerdeführers auch vor diesem Hintergrund als erheblich erscheinen lässt. 7.5.5 Neben den dargelegten Sicherheitsinteressen ist auch die Schuldenwirtschaft des Be- schwerdeführers zu berücksichtigen. Seit seiner Einreise h at der Beschwerdeführer Verlust- scheine in der Höhe von über Fr. 36'176.65 angehäuft (Betreibungsregisterauszug vom 7. Feb- ruar 2019). Erschwerend kommt hinzu, dass Fr. 30'291.50 dieser Verlustscheinschulden nach 2015 angefallen sind (Betreibungsregisterauszug vom 13. Juli 2015). Dies, obwohl der Be- schwerdeführer bereits am 6. Mai 2011 vom AfMB wegen s einer Schuldenwirtschaft verwarnt worden war und somit über die Konsequenzen einer wei teren Verschuldung Bescheid wusste. Dass sich der Beschwerdeführer ernsthaft um eine Sanierung seiner Schulden bemühen würde, ist nicht dargetan. Weiter fällt negativ ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer vom 18. Oktober 2005 bis 31. August 2006 für sich und seine damalige E hefrau sowie vom 1. Januar 2015 bis 31. Mai 2015 für sich alleine Sozialhilfeleistungen in der Höhe von Fr. 42’715.50 bezog. Im Zeit- raum vom 1. Juli 2010 bis 30. September 2012 bezog e r für sich alleine Sozialhilfeleistungen in der Höhe von Fr. 56’618.45 (Führungsberichte der Sozialhilfebehörde K.____ vom 23. Juli 2012 und der Sozialhilfebehörde J.____ vom 22. Mai 2015). Ein Betrag von Fr. 50'000.-- gilt dabei bereits als erheblich und stellt ein genügendes öffen tliches Interesse für die Wegweisung eines Ausländers aus der Schweiz dar (Urteile des Bundesgerichts 2C_813/2019 vom 5. Februar 2020 E. 2.3; 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.3 .1; 2C_672/2008 vom 9. April 2009 E. 3.3). Es besteht nach dem Gesagten auch im Hinblick a uf die Verschuldung des Beschwer- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht deführers sowie die bisherige Unterstützung durch die So zialhilfe ein erhebliches öffentliches Interesse an der Wegweisung aus der Schweiz. 7.5.6 Gesamthaft ist somit von einem gewichtigen öffe ntlichen Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz auszugehen. 7.6.1 Dem öffentlichen Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers sind dessen private Interessen an einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. 7.6.2 Im Rahmen der Interessenabwägung ist vorab zu ber ücksichtigen, dass der Be- schwerdeführer mittlerweile fünffacher Vater ist. Anlä sslich der Parteiverhandlung gab er zu Protokoll, dass er seine älteste Tochter zweimal pro Woche sehe. Wenn er einen Tag frei habe, könne er die beiden älteren Kinder zwei- bis dreimal pro Woche zu sich nehmen (Protokoll, S. 2). Er mache mit ihnen Ausflüge in der Schweiz, z.B . nach Genf oder Neuenburg (Protokoll, S. 2). Die Kindsmutter führte demgegenüber aus, dass d er Beschwerdeführer die Kinder bis zu zweimal pro Monat am Wochenende sehe (Protokoll, S. 4) . C.____ gehe ab und zu auch selb- ständig zum Kindsvater. Die Kinder würden mit dem Kin dsvater Ausflüge machen oder mit ihm telefonieren (Protokoll, S. 4). Betreffend den Unte rhalt gaben der Beschwerdeführer und die Kindsmutter übereinstimmend zu Protokoll, dass der Beschwe rdeführer für die zwei gemeinsa- men Kinder keinen Unterhalt zahle. Er übernehme sporadisch, je nach Möglichkeit und Wunsch der Kinder, gewisse Zahlungen, beispielsweise Taschengeld sowie Geld für Musikunterricht, Kleider oder Fahrräder (Protokoll, S. 2 f.). Vor de m Hintergrund dieser Ausführungen – sowie mit Blick auf die eingereichten Stellungnahmen – erüb rigt sich eine persönliche Anhörung der beiden älteren Kinder vor Gericht und der entsprechen de Beweisantrag ist abzuweisen. Hin- sichtlich der drei jüngeren Kinder aus seiner zweiten Be ziehung führte der Beschwerdeführer aus, dass er diesen das Essensgeld bezahle (Protokoll, S. 2). Die Kinder würden in I.____ bei einer Pflegefamilie wohnen, er sehe sie aber nicht (Protokoll, S. 2). 7.6.3 Das Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbl eib bei seinen Kindern stellt zweifellos ein gewichtiges privates Interesse dar. Das fr agliche Interesse ist allerdings insofern zu relativieren, als die beiden älteren Kinder des Besch werdeführers zum Zeitpunkt der Ver- warnung des AfM vom Mai 2011 fünf und elf Jahre alt waren und der Beschwerdeführer mit seinem weiteren Verhalten nach der Verwarnung, insbe sondere mit der Tat vom 2. Februar 2014, die Trennung von seiner Familie bewusst in Kauf nahm. Namentlich wurde er im Rahmen der Verwarnung vom Mai 2011 explizit darauf hingewiesen , dass eine längerfristige Freiheits- strafe, die mutwillige Nichterfüllung öffentlich-rech tlicher oder privatrechtlicher Verpflichtungen sowie Sozialhilfebezug zu einem Widerruf seiner Aufent haltsbewilligung führen könnten (vgl. dazu auch KGE VV vom 10. August 2016 [810 15 368] E. 5.6). Hinsichtlich der beiden älte- ren Kinder ist festzustellen, dass deren Interessen durch eine Wegweisung des Beschwerde- führers erheblich tangiert wären. Namentlich pflegen si e zu ihrem Vater einen relativ engen Kontakt und sehen ihn regelmässig. Mit Blick auf ihr fortgeschrittenes Alter von 14 bzw. 16 Jah- ren und den Umstand, dass dem Beschwerdeführer weder d ie Obhut noch das Sorgerecht zu- kommt, ist dessen Wegweisung indes nicht mit einer Gefähr dung des Kindswohls verbunden. Was die jüngeren Kinder aus zweiter Beziehung betrifft, so wird die Vaterschaft des Beschwer- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht deführers von der Kindsmutter neuerdings bestritten. Be reits zuvor lebten die Kinder indes bei einer Pflegefamilie; ein Besuchsrecht wurde nicht verei nbart und die Kinder kennen den Be- schwerdeführer gemäss dem von der Vorinstanz eingeholten Bericht der Beiständin nicht wirk- lich (Schreiben der Beiständin vom 30. Dezember 2020 ). Im Jahr 2020 habe der Beschwerde- führer seine Kinder zwei Mal gesehen. Die Treffen sei en schwierig verlaufen und hätten bei E.____ lange negative Nachwirkungen gezeitigt (Schreibe n der Beiständin vom 30. Dezember 2020). Die Beiständin ging weiter davon aus, dass eine Übertragung der Obhut auf den Be- schwerdeführer undenkbar sei (Schreiben der Beiständin vom 30. Dezember 2020). Der Be- schwerdeführer bestreitet die Angaben der Beiständin u nd macht geltend, dass diese auf Infor- mationen der vorherigen Beiständin sowie der KESB ba sierten. Ein Gespräch mit ihm habe sie nie geführt. Mit seinen Ausführungen vermag der Beschw erdeführer nicht substantiiert aufzu- zeigen, inwiefern die Aussagen der Beiständin unzutreffe nd sein sollen. Fest steht jedenfalls, dass dem Beschwerdeführer keine Obhut über die drei jün gsten Kinder zukommt und er auch nicht über ein Besuchsrecht verfügt. Dass die Voraussetzungen für eine Neuzuteilung der elter- lichen Sorge bzw. eine Neuregelung der Obhut erfüllt wären, ist nicht ersichtlich und wird von der Beiständin deutlich in Abrede gestellt. Vor diesem Hintergrund bestehen keine hinreichen- den Gründe, welche eine Sistierung des vorliegenden Verfahrens rechtfertigen könnten, um das Ergebnis des Verfahrens der KESB abzuwarten. Ebenfalls ist nicht ersichtlich, welche zusätzli- chen Erkenntnisse eine persönliche Befragung von G.____ zeitigen könnte und der entspre- chende Beweisantrag ist abzuweisen. Insgesamt ist festzuste llen, dass die Wegweisung des Beschwerdeführers keine konkreten Auswirkungen auf die Beziehung zwischen ihm und seinen drei jüngsten Kindern hätte. Die Beziehung könnte in der Art und dem Umfang, wie sie bis anhin gelebt wurde, auch mittels der modernen Kommunikation smittel sowie Kurzaufenthalten ge- pflegt werden. Aus demselben Grund wäre auch die Tren nung des Beschwerdeführers von sei- nen beiden älteren Kindern nicht als absolut anzusehen. Der Beschwerdeführer, welcher weder obhuts- noch sorgeberechtigt ist, könnte auch den Konta kt zu seinen zwei älteren Kindern wei- terhin mittels der modernen Kommunikationsmittel sowie Kurzaufenthalten vom Ausland her pflegen. Ein Aufenthalt in der Schweiz ist für die Pfl ege der Beziehung zu seinen Kindern somit nicht notwendig. Ebenfalls ist für die Beziehung der Ki nder untereinander ein Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz nicht erforderlich. 7.6.4 In Bezug auf die weiteren privaten Interessen i st festzuhalten, dass der Beschwerde- führer bereits seit rund 18 Jahren in der Schweiz lebt und sich somit auf eine lange Aufenthalts- dauer berufen kann. Der Beschwerdeführer versteht Deu tsch und kann sich in dieser Sprache verständigen. In beruflicher Hinsicht ist dem Beschwerdef ührer zugute zu halten, dass er sich seit dem Jahr 2006 – und somit drei Jahre nach seiner Einreise in die Schweiz – um Arbeitsstel- len bemühte. Dem Beschwerdeführer gelang es jedoch nie , eine Arbeitsstelle in einem Vollzeit- pensum anzutreten; er wechselte häufig die Arbeitsstell e und musste immer wieder von der Arbeitslosenversicherung unterstützt werden. Der Beschwer deführer verdiente zwischen 2006 und 2019 mit Erwerbstätigkeiten, welche unter die AHV -Beitragspflicht fallen, insgesamt Fr. 215'629.--, was einem Jahreseinkommen von Fr. 16'5 86.85 entspricht (Schreiben der SVA Basel-Landschaft, Abteilung Ausgleichskasse, vom 15. April 2014). Zudem musste er zeitweise von der Sozialhilfe unterstützt werden (Führungsberichte der Sozialhilfebehörde K.____ vom 23. Juli 2012 und der Sozialhilfebehörde J.____ vom 2 2. Mai 2015). Seit einigen Jahren ist der Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführer Inhaber eines Lebensmittelladens, mit welchem er als Selbständigerwerben- der ein monatliches Einkommen von Fr. 2'000.-- brutto erzielt. Der Beschwerdeführer bezeich- net sich mit Blick auf seine Einkommenssituation als "wor king poor" (Protokoll, S. 5). Entspre- chend kommt er nicht bzw. allenfalls in untergeordnetem Ausmass für den Unterhalt seiner Kin- der auf. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Tatsache, dass er in der Schweiz nie eine Ausbildung absolvierte, ist nicht von einer guten Inte gration auf dem schweizerischen Arbeits- markt auszugehen. Zudem fallen die Schulden negativ ins Gewicht, womit dem Beschwerdefüh- rer in wirtschaftlicher Hinsicht keine gute Integration i n die hiesigen Verhältnisse attestiert wer- den kann. 7.6.5 Hinsichtlich der Zumutbarkeit der Wegweisung ist f estzustellen, dass der Beschwerde- führer im Alter von 27 Jahren in die Schweiz eingerei st ist. Der mittlerweile 45-jährige Be- schwerdeführer hat somit über die Hälfte seines Lebens in Algerien gelebt, wobei er seine Kindheit, seine Jugendjahre und grosse Teile seines Erwachsenenlebens in seinem Heimatland verbrachte. Er spricht die Landessprache und absolviert e in Algerien eine Ausbildung zum Krankenpfleger sowie Koch. Gemäss dem in den Akten befi ndlichen Lebenslauf war er in Alge- rien während mehrerer Jahre in diesen Berufen tätig . Der Beschwerdeführer befindet sich noch in einem anpassungsfähigen Alter und ist gesund. Zudem hat er eigenen Aussagen zufolge in Algerien Verwandte – zwei Schwestern und einen Bruder. Eine Rückkehr nach Algerien sowie eine berufliche Reintegration ist ihm aufgrund des Gesagten zumutbar. 7.7 Die Situation des Beschwerdeführers präsentiert sich dem Kantonsgericht auch nicht als persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG. Der Beschwerdeführer wird durch die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht ungleich härter getroffen als ande- re Ausländerinnen und Ausländer in derselben Lage (BGE 130 II 39 E. 3). Die Vorinstanz durfte einen schwerwiegenden persönlichen Härtefall demnach ohne Rechtsverletzung verneinen. 7.8 Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die Nichtve rlängerung der Aufenthalts- bewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz als verhältnismässig erweisen. Der Regierungsrat hat entsprechend den recht lichen Anforderungen die öffentlichen Interessen, die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration im Rahmen einer um- fassenden Interessenabwägung berücksichtigt. 8. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung d es Beschwerdeführers und seine Wegweisung aus der Schweiz erfolgten nach dem Gesagten zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 9.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das verwaltungs- gerichtliche Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenp flichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden n ach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer legt. Vorliegend sind die Verfah- renskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- dem unterliegen den Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Die Parteikosten sind ausgangsgemäss wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar zulasten der Gerichtskasse auszurichten. Der i n der Honorarnote vom 29. Oktober 2021 ausgewiesene Aufwand von 9.33 Stunden zu einem Ansatz von Fr. 200.-- erweist sich als angemessen. Zuzüglich eines Aufwands von 4 Stunden für die Parteiverhandlung ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers somit ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'917.45 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) auszurichten. Der Beschw erdeführer wird ausdrücklich da- rauf hingewiesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem V erfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belastete n Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichts- organisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der une ntgeltlichen Pro- zessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Be willigung der unent- geltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdefüh- rers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'917.40 (inkl. A uslagen und 7.7 % MWST) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 21. März 2022 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_243/2022) erhoben.