STEUERREKURSKOMMISSION I DES KANTONS ZÜRICH 1 ST.2010.11 1 DB.2010.9 Entscheid 16. März 2010 Mitwirkend : Einzelrichter A. Tobler und Sekretärin S. Weigold In Sachen A, Rekurrent/ Beschwerdeführer, gegen 1. S t a a t Z ü r i c h , Rekursgegner, 2. S c h w e iz e r i s c h e E i d g e n o s s e n s c h a f t , Beschwerdegegnerin, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Nord, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007 - 2 - 1 ST.2010.11 1 DB.2010.9 hat sich ergeben: A. 1. A (nachfolgend der Pflichtige) trat am 1. März 2007 bei der B als Polizei- aspirant in das Korps der Polizei ein. In der Zeit vom 1. März 2007 bis 29. Februar 2008 absolvierte er berufsbeglei tend die Ausbildung zum Polizist bei der Polizei C und schloss diese erfolgreich mit dem Titel "Polizist mit eidgenössischem Fachausweis" ab. Vom 1. März 2008 bis 31. August 2008 arbeitete er als Polizist auf dem Stützpunkt D. Gemäss Arbeitsvertrag übernahm die B die Ausbildungskosten zum Polizist in der Hö- he von Fr. 3 0'000.-, wobei diesbezüglich u.a. vereinbart wurde, dass eine vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhältnisses vor Ablauf von 3 Jahre n nach Bestehen der eidg e- nössischen Prüfung eine anteilsmässige Rückzahlung nach sich ziehe. Im Lohnausweis für das Jahr 200 7 deklarierte die B unter Beiträge an Weite r- bildung Fr. 25'000. -. Der Pflichtige übernahm diesen Betrag in seine Steuererklärung 2007 nicht unter der Position "Einkünfte aus unselb stständiger Erwerbstätigkeit" so n- dern bei der Position "weitere Abzüge, nähe re Bezeichnung: Weiterbi l- dung/Lohnausweis". 2. Nachdem das kantonale Steueramt Abklärungen und Belege betreffend der Frage, ob es sich bei der Ausbildung zum Polizist um eine Aus- oder Weiterbildung im steuerrechtlichen Sinn hand le, einverlangt hatte, schätze es den Pflichtigen am 8. Juli 2009 für die Steuerperiode 2007 abweichend von der Steuererklärung mit einem ste u- erbaren Einkommen von Fr. 47'300. - (Staats- und Gemeindesteuern ) ein . Mit Verf ü- gung vom 24. Juli 2009 wurde er mit einem gleich hohen Einko mmen für die direkte Bundessteuer 2007 veranlagt. Die Abweichung ergab sich u.a. aus der Aufrechnung der geltend gemachten Weiterbildungskosten von Fr. 25'000. - sowie eines A nteils der vom Arbeitgeber übernommenen Ausbildungskosten beim Lohn von Fr. 5'000.-. B. Hiergegen erhob der Pflichtige am 6. August 2009 Einsprache mit dem A n- trag, von einer Aufrechnung der Fr. 25'000. - und Fr. 5'000.- abzusehen. Zur Begrü n- dung brachte er vor, dass infolge Stellenwechsel der neue Arbeitgeber, die Stadtpolizei E, die Ausbildungskosten von Fr. 25'000. - der B vergütet habe und er somit diesen - 3 - 1 ST.2010.11 1 DB.2010.9 Betrag von der B nie erhalten habe. Eine diesbezügliche Bestätigung der E legte er bei. Der Steuerkommissär unterbreitete ihm daraufhin einen Einschätzungs- sowie einen Veranlagun gsvorschlag mit einem erhöhten steuerbaren Einkommen von Fr. 67'300.-. Dabei erfasste er nun Fr. 25'000.- als zusätzliche Einkunft aus unselb st- ständiger Erwerbstätigkeit. Der Pflichtige widersetzte sich diesem Vorschlag. Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen mit Entscheiden vom 24. N o- vember 2009 ab, wobei es die Steuerfaktoren gemäss Einschätzungs- bzw. Veranla- gungsvorschlag festlegte. C. Mit Rekurs und Beschwerde vom 22. /30. Dezember 2009 beantragte der Pflichtige, von der Besteuerung des Arbei tgeberbeitrags von Fr. 25'000. - beim steuer- baren Einkommen abzusehen. Aus der Begründung ist festzuhalten: Er (der Pflichtige) habe sich für drei Jahre bei der B verpflichtet. Bei früherem Austritt sei er gehalten g e- wesen, anteilsmässig den geschuldeten Be trag von gesamthaft Fr. 30'000. - zurückzu- bezahlen. Fr. 5'000.- habe er bei der B abgearbeitet. Der restliche Betrag sei von se i- nem neuen Arbeitgeber, der E, übernommen worden. Aber auch dort habe er sich für drei Jahre verpflichten und bei vorzeitiger Been digung des Arbeitsverhältnisses zu e i- ner Rückzahlung des geschuldeten Betrags Hand bieten müssen. Das kantonale Steueramt schloss in seiner Rekurs -/Beschwerdeantwort vom 19. Januar 2010 auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwa l- tung liess sich nicht vernehmen. - 4 - 1 ST.2010.11 1 DB.2010.9 Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 1. a) Nach Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) und § 16 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) unterliegen alle wiederkeh renden und einmaligen Einkünfte der Einkommen s- steuer. Dazu gehören bei unselbstständiger Erwerbstätigkeit alle Einkün fte aus dem Arbeitsverhältnis mit Einschluss der Nebeneinkünfte, wie Entschädigungen für Sonde r- leistungen, Provisionen, Zulagen, Dienstalte rs- und Jubiläumsgeschenke, Gratifikati o- nen, Trinkgelder, Tanti emen und andere geldwerte Vorteile (Art. 17 Abs. 1 DBG bzw. § 17 Abs. 1 StG). Einkünfte im Sinn dieser Bestimmung sind damit alle Lei stungen, die der Steuerpflichtige für seine Dienste vom Arbeitgeber erhält, gleichgültig unter welcher Bezeichnung sie entrichtet werden (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 17 N 28; dies., Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. A, 2006, § 17 N 28). Darunter fallen folglich auch sämtliche dem Steuerpflichtigen ausgerichteten Spesenentschädigungen und ähnliche Leistu ngen (RB 1980 Nr. 35). b) Zur Ermittlung des Reineinkommens werden von den gesamten steuerb aren Einkünften die zu ihrer Erzielung notwendigen Aufwendungen und allgemeinen Abzüge abgezogen (Art. 25 DBG bzw. § 25 StG). Abzugsfähig im Bereich der unselbstständ i- gen Erwerbstätigkeit sind nach Art. 26 Abs. 1 DBG bzw. § 26 Abs. 1 StG die Berufs- kosten, wozu u.a. die mit dem Beruf zusammenhängenden Weiterbildungs - und Um- schulungskosten gehören (Art. 26 Abs. 1 lit. d DBG bzw. § 26 Abs. 1 lit. d StG). Nicht abzugsfähig sind hingegen die Ausbildungsko sten (Art. 34 lit. b DBG bzw. § 33 lit. b StG). c) Unter dem Titel Berufskosten einschliesslich Weiterbildungs - und Umschu- lungskosten können nur die "notwendigen" Aufwendungen einkommensmindernd b e- rücksichtigt werden. Notwendig bzw. abzugsfähig sind dieje nigen Aufwendungen, die ihren Grund in der beruflichen Tätigkeit haben bzw. die durch die Einkommenserzi e- lung verursacht werden, sei es, dass sie zum Zweck der Ein kommenserzielung aufge- wendet werden, sei es, dass sie Folge der einkommenser zielenden Tätigkeit bilden (Markus Reich, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuer recht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 9 N 8 StHG). Als (berufsnotwendige) Gewinnungskosten gelten indes nicht - 5 - 1 ST.2010.11 1 DB.2010.9 sämtliche Aufwendungen, die irgende inen Zusammenhang zur ausgeübten Tätigkeit aufweisen bzw. im weiteren Sinn ihren Grund im Arbeitsverhältnis h aben. Nach der Rechtsprechung erscheinen als berufsno twendig vielmehr nur solche Kosten, we lche in einem qualifiziert engen, d.h. rechtlich erheb lichen (wesentlichen) Zusamme nhang zur ausgeübten Tätigkeit stehen. Erforderlich ist mit anderen Worten ein wesen tlicher Zusammenhang zwischen Art, Grund und Zweck der Ausgabe einerseits und der Natur der beruflichen Tätigkeit andrerseits, während Aufwendungen, die vorwi egend mit der allgemeinen Lebenshaltung zusammenhängen, vom Abzug ausgeschlossen sind (RB 1991 Nr. 21 [Leitsatz]; StE 2000 B 22.3 Nr. 71; BGE 113 Ib 121 E 3b). d) Weiterbildung im Sinn des Gesetzes besteht in den jenigen Bildungsmass- nahmen, die ein Steuerpflichtiger auf sich nimmt, um in einem Beruf, in dem er tätig ist, auf dem Laufenden und den steigenden Anforderungen seiner beruflichen Stellung gewachsen zu bleiben (Philip Funk, Der Begriff der Gewinnungskosten nach schweiz e- rischem Einkommenssteuerrecht, 1989, S. 96 f.; Felix Richner, Bildungsko sten, ZStP 2002, 189 und 264). Die Ausgaben der Weiterbildung dienen der Erhaltung und Ve r- besserung der für die gegenwärtige Berufsausübung erforderlichen Sac hkenntnisse oder der Erhal tung/Sicherung der gegenwärtigen Berufsstellung ( vgl. Michael Beusch, Bildungskosten – Eine Analyse der Abgrenzung von Aus - und Weiterbi ldung anhand neuerer Entwicklungen in d er Rechtsprechung, "zsis", Zeitschrift für Schweizerisches und Internationales Steuerrecht, Au fsätze, www.zsis.ch, Ziff. 10; Richner/Frei/Kauf- mann/Meuter, § 26 N 64 und 71 ff.; dies., Art. 26 N 64 ff. und 68 ff. ), aber auch dem Erwerb besonderer Fachkennt nisse mit Blick auf eine Spezialisierung (RB 2004 Nr. 92). Abzugsfähige Weiterbildungskosten stellen auch die so genannten Berufsau f- stiegskosten dar, sofern die getätig ten Aufwendungen im Hinblick auf den Aufstieg im angestammten Beruf erfolgen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 26 N 95 ff.; dies., Art. 26 N 76 ff.). Zielen die Aufwendungen aber auf einen Anstieg in eine von der bi s- herigen Berufstätigkeit zu unterscheidende höhere Stellung oder gar in e inen anderen Beruf, so sind die betreffenden Aufwendunge n als solche für die Ausbi ldung zu einem neuen Beruf zu würdigen und demzufolge zu den grundsätzlich nicht abzugsfähigen privaten Lebenshaltungskosten zu rechnen ( RB 2004 Nr. 92; RB 1996 Nr. 34 = StE 1997 B 27.6 Nr. 12 und VGr, 23. Februar 2000 = StE 2000 B 22.3 Nr. 71 E. 3d; BGr, 6. Juli 2005 = StE 2006 B 22.3 Nr. 86 mit weiteren Hinwe isen; BGE 113 Ib 114 E.3 S. 120 f.). - 6 - 1 ST.2010.11 1 DB.2010.9 e) Unter nicht abziehbarer Ausbildung im Sinn von Art. 34 lit. b DBG bzw. § 33 lit. b StG sind diejenigen Bildungsvorgänge zu verstehe n, die nicht mit einer b ereits ausgeübten Erwerbstätigkeit zusammenhängen, insbesondere die Ausbildung, die der erstmaligen Erlangung eines Berufs oder der ersten Erwerbstätigkeit dient (RB 2004 Nr. 92; Funk, S. 95; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 26 N 54; dies., Art. 26 N 61). Sie bilden mangels eines qualifiziert engen wesentlichen Zusammenhangs mit einer vo r- bestehenden, so genannten angestammten beruflichen Tätigkeit keine Berufskosten im Sinn des Gesetzes, sondern nicht abzugsfähige private Lebenshaltun gskosten. Als Kosten der Ausbildung gelten aber auch diejenigen einer Zweitausbildung, die im Hi n- blick auf einen späteren Berufswechsel absolviert wird und deren Kosten nur unter bestimmten Voraussetzungen abzugsfähig sind ( Art. 26 Abs. 1 lit. d DBG bzw. § 26 Abs. 1 lit. d StG; Umschulung). f) Das Verwaltungsgericht verweist in seiner Rechtsprechung zu den Weite r- bildungskosten auf Art. 30 lit. a und b des Bundesgesetzes über die Berufsbildung vom 13. Dezember 2002 (BBG; SR 412.10 ) und hält fest, die Bestimmung enthalte insofern ein taugliches Kriterium für den Weiterbildungsbegriff, als die berufsorientierte Weiter- bildung primär dazu diene, "durch organisiertes Lernen bestehende berufliche Qualit ä- ten zu erneuern, zu verti efen und zu er weitern" (RB 2004 Nr. 92). Indessen schliesst die in Art. 30 lit. a und b BBG erwähnte Zwecksetzung auch El emente der Umschulung bzw. Ausbildung mit ein ("neue berufliche Qualifikationen" bzw. "berufliche Flexib ilität"), welche über die steuerliche abzugsfähige Weiterbildung hinausgehen. Ob die Kosten eines Lehrgangs als abzugsfähige Weiterbildungskosten zu würd igen sind, kann daher nicht allgemein gesagt werden, sondern beurteilt sich aufgrund der konkreten Umstä n- de, indem es namentlich auf den im Lehrgang vermittelten Stoff einerseits und die b e- rufliche Tätigkeit oder die Grundausbildung des Abso lventen and rerseits ankommt. Mitentscheidend, insbesondere bei Master -Lehrgängen, sind nach der bundesgerichtl i- chen Rechtsprechung aber auch die Auswirkungen, we lche die Zusatzausbild ung und der damit erworbene Titel auf die gegenwärtige und künftige Berufstä tigkeit hat (BGr, 17. Oktober 2005, 2A.182/2005 = StR 2006, 41; BGr, 6. Juli 2005, 2A.623/2004 = StE 2006 B.22.3 Nr. 86; BGr, 6. Juli 2005, 2A.671/2004 = www.bger.ch; BGr, 18. Dezember 2003, 2A.277/2003 = StR 2004, 451 = StE 2004 B 22.3 Nr. 77 = Pra 93 Nr. 113). - 7 - 1 ST.2010.11 1 DB.2010.9 g) Als steuermindernde Tatsachen sind Weiterbildungskosten vom Steuerpflic h- tigen geltend zu machen, hinreichend darzulegen und nachzuweisen. 2. Fraglich ist einerseits, in welchem Umfang die von der Arbeitgeberin des Pflichtigen, B, geleisteten Ausbildungsbeiträge steuerbare Einkünfte darstellen. An d- rerseits ist zu prüfen, ob die Ausbildung zum Polizist Weiterbildungscharakter hat. a) Der Pflichtige hat sich im Zusammenhang mit seiner Anstellung bei der B zum Polizist mit eidgenössischem Fachausweis ausgebildet. Der Steuerkommissär hat diese Kosten zu Recht nicht als Weiterbildungskosten qualifiziert : Der Pflichtige schloss im August 2001 seine Lehre als Sanitärmonteur ab. Danach sammelte er erste Berufserfahrungen bei diversen Temporärfirmen bevor er als Mechaniker über mehrere Jahre hinweg diverse Einsätze im Ausland bei der O leistete. Die Ausbildung zum Poli- zist steht in keinerlei Zusammenhang mit diesen früheren Tätigkeiten, weshalb es sich bei den streitigen Kosten eindeutig um solche der Ausbildung und zwar um solche e i- ner Zweitausbildung handelt. Sie sind daher nicht abzugsfähig. b) Entscheidend für die Beurteilung der Ausbil dungskosten als steuerbares Einkommen ist, ob die von der B erbrachte Leistung Entgelt für die A rbeitstätigkeit des Pflichtigen bildet und unmittelbar als Folge des Arbeitsverhältnisses ausgerichtet w ur- de. Ein solcher wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen Leistung und Tätigkeit ist gegeben. Der Beitrag der B an die Ausbildungskosten hat seinen Grund im Arbeitsve r- hältnis. Die Arbeitgeberin war an dieser Ausbildung interessiert, weil sie den Pflichtigen nach deren erfolgreicher Beendigung als Polizist in einem speziellen Bereich einstellen wollte und hierfür die mit der Ausbildung vermittelten Kenntnisse erforderlich waren. Da es sich damit um eine Leistung des Arbeitgebers handelt, ist sie den Einkünften des Pflichtigen aus der unselb stständigen Erwerbstätigkeit zuzurechnen. Dass die Kosten von der B direkt der Ausbildungsschule überwiesen worden sind, ändert hieran nichts, weil die Überweisung auf Rechnung des Pflichtigen erfolgt ist. 3. a) Zu prüfen ist aber, in welcher Steuerperiode diese Einkunft zu erfassen ist. In Frage kommt dabei die Steuerperiode 2007, in welcher die Zahlung an die Au s- bildungsstätte durch die B von Fr. 25'000.- getätigt wurde (vgl. Deklaration auf dem - 8 - 1 ST.2010.11 1 DB.2010.9 Lohnausweis 2007 ); oder die Steuerperiode 2008 , in der die Schuld des Pflicht igen wegen frühzeitigen Aussteigens aus dem Arbeitsverhältnis mit der B durch die E über- nommen wurde; oder allenfalls eine noch spätere Steuerperi ode, da der Pflichtige bei der E ebenfalls eine Verpflichtung eingehen musste, damit diese die Schuld übernahm. b) Das steuerbare Einkommen bemisst sich bei natürlichen Personen nach den Einkünften in der Steuerperiode (Art. 210 Abs. 1 DBG bzw. § 50 Abs. 1 StG), w o- bei als Steuerperiode das Kalenderjahr gilt (Art. 209 Abs. 2 DBG bzw. § 49 Abs. 2 StG). Daraus ergibt sich zwar, dass Einkünfte einer bestimmten Bemessungsperiode zuzurechnen sind. Das Gesetz regelt jedoch nicht, wie diese Zurechnung zu erfolgen hat, d.h. wann dem Steuerpflichtigen Einkommen zugeflossen ist. Nach ständiger Rechtsprechung werden einer bestimmten Steuerbemessungsperiode alle steuerbaren Einkünfte zugerechnet, die dem Steuerpflichtigen in dieser Zeitspanne mit der Wirkung zugegangen sind, dass sie seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gesteigert haben (RB 1981 Nr. 56 = ZBl 1982, 314, auch z um Folgenden). Einkünfte sind zugeflossen, sobald der Rechtserwerb vollendet ist, der Steuerpflichtige also einen festen Recht s- anspruch auf das Vermögensrecht erworben hat, dessen Erfüllung nicht besonders unsicher ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 2 10 N 22). Ein Unselbstständigerwer- bender erzielt sein Erwerbseinkommen in der Regel in derjenigen Periode, in der er seine Arbeitsleistung erbringt, da er damit einen festen und frei verfügbaren A nspruch auf sein Gehalt erwirbt. Die Lohnforderung entsteht deshalb fortlaufend mit der Erbri n- gung der Arbeitsleistung, wird aber regelmässig erst am Ende des Monats fällig (Art. 323 Abs. 1 OR). Am Monatsende ist daher der vertragliche Lohnanspruch ges ichert und das entsprechende Einkommen grundsätzlich realisiert (Richner/Frei/Kauf- mann/Meuter, Art. 210 N 34; dies., § 50 N 29). Grundsätzlich sind nur unbedingte Leistungsansprüche als realisiertes Ei n- kommen zu betrachten . Es gilt jedoch zu differenzieren: Bei aufschiebend (supensiv) bedingten Rechtsgeschäften blei bt der Erwerb von Einkommen bis zum Eintritt eines künftigen Ereignisses in der Schwebe, so dass der Einkommenszufluss erst in dem Zeitpunkt erfolgt, in welchem der Schwebezustand wegfällt und feststeht, dass der Empfänger das fraglich Einkommen ohne weite re Gegenleistung behalten kann. Die Parteien erhalten mit Abschluss des aufschiebend bedingten Vertrags erst eine A n- wartschaft auf die ihnen im Vertrag zugedachten Rechte (Richner/Frei/Kaufmann/Meu- ter, Art. 210 N 29 ff., auch zum Folgenden; dies., § 50 N 26, mit Verweisungen auch - 9 - 1 ST.2010.11 1 DB.2010.9 zum Folgenden). Bei auflösend (resolutiv) bedingten Rechtsgeschäften hingegen e r- folgt der Einkommenszufluss beim Erwerb; ein Einkommenszfluss ist nur zu verne inen, wenn das auflösende Ereignis unmittelbar bevorsteht. c) aa) Die streitige Kostenübernahme der B hing gemäss Arbeits- und Ausbil- dungsvertrag inkl. Rückzahlungsvereinbarung vom 15. Januar 2007 mit dem Pflicht i- gen von einer zeitlichen Verpflichtung ab. So wurde vereinbart, dass in folgenden Fä l- len die Ausbildungskosten vom Pflichtigen vollständig zurückzuvergüten seien: - bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses während der Ausbildung; - bei verschuldeter oder unverschuldeter Nichtzulassung zur Abschlusspr ü- fung oder zur eidgenössischen Fachprüfung; - bei verschuldetem o der unverschuldetem Nichtbestehen der Zwischenpr ü- fungen, der Abschlussprüfung oder der eidgenössischen Fachprüfung; - bei Nichtantreten nach erfolgter Anmeldung oder Abbruch der Ausbildung. Des Weitern wurde eine anteilsmässige Rückzahlung der Kosten vereinbart, sollte das Arbeitsverhältnis nach erfolgreichem Abschluss der eidgenössischen Pr ü- fung weniger als 36 Monate dauern. bb) Der Pflichtige arbeitete vom 1. März bis 31. August 2008 bei der B als Polizist auf dem Stützpunkt Zürich. Infolge der fr ühzeitigen Auflösung des Arbeitsve r- hältnisses forderte die B Fr. 25'000.- der Ausbildungskosten zurück . Am 1. November 2008 wurde der Pflichtige von der E als Polizist angestellt. Diese übernahm die von der B geforderten Ausbildungskosten. Die entsprechende Zahlung wurde jedoch wiederum an einen Rückforderungsvorbehalt gekoppelt, nämlich für den Fall, dass der Pflichtige das Arbeitsverhältnis vor Ablauf von drei Jahren auflöst. In diesem Fall würde eine a n- teilsmässige Rückzahlung fällig (1/36 für jeden Mona t nach Abschluss der Ausbildung bis zum Austritt). d) Gemäss den Ausführungen unter E. 3. b) ergibt sich somit folge ndes Bild: Der Beitrag der B an die Ausbildungskosten ist dem Pflichtigen – wie durch die B kor- rekt im Lohnausweis 2007 deklariert – in der Steuerperiode 2007 zug eflossen, da er von dieser im Jahr 2007 für den Pflichtigen ausgerichtet wurde. Die Verpflichtung, wo- nach der Pflichtige die Zahlung der Kosten zurückerstatten muss, sofern er das A r-- 10 - 1 ST.2010.11 1 DB.2010.9 beitsverhältnis vorzeitig beendigt, lässt den Zufl uss des Geldes nicht aufschieben, sondern löst lediglich nachträglich eine (anteilsmässige) Rückleistungsleistungspflicht des Pflichtigen aus. Diese Rückleistungspflicht stellt daher nur eine aufl ösende, nicht aber eine aufschiebende Bedingung dar. Die auf lösende Bedingung ist sodann in der streitbetroffenen Steuerperiode 2007 (noch) nicht eing etreten und stand auch nicht unmittelbar bevor, da der Pflichtige das Arbeitsverhältnis bei der B erst per Ende A u- gust 2008 beendigte. Demnach waren dem Pflichtigen die streitigen Ausbildungskosten im Jahr 2007 zugeflossen, ohne dass er sie in diesem Jahr schon wieder zurückzue r- statten hatte. Sie wurden von der Vorinstanz daher zu Recht in der Steuerperiode 2007 erfasst. e) Wie es sich in der Steuerperiode 2008 verh ält, in welcher der Pflichtige rückleistungspflichtig wurde, ist hier an sich nicht zu entscheiden. Gleichwohl kann festgehalten werden, dass der Pflichtige in diesem Jahr zwar rückleistungspflichtig wurde, die entsprechende Forderung von der neuen Arbeitg eberin jedoch überno m- men wurde, sodass beim Pflichtigen kein Abfluss resultierte. 4. Somit ist der Einspracheentscheid zu bestätigen und der Rekurs/die B e- schwerde abzuweisen. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Rekurs - bzw. des Beschwerdeverfa h- rens dem Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG bzw. § 151 Abs. 1 StG). Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 1. Der Rekurs wird abgewiesen. 2. Die Beschwerde wird abgewiesen. […]