<h2>SubmittedText<h2><p>Die von der Bundesverwaltung im Internet bereitgestellten Informationen sind zu einer wertvollen und unersetzlichen Informationsquelle geworden. Die verschiedenen Internetauftritte sind allerdings von einer verwirrenden Vielfalt und von sehr unterschiedlicher Qualität und Aktualität. Aus der Sicht der vielen Benützerinnen und Benützer ergeben sich vor allem zwei Schwachstellen:</p><p>1. Es fehlen leistungsfähige Suchmöglichkeiten, die erlauben würden, präzises Suchen mit zeitlichen oder thematischen Einschränkungen zu gewährleisten.</p><p>2. Die Inhalte der Websites werden von den verschiedenen Dienststellen in einer offenbar ungeregelten Weise verändert. Wichtige Dokumente verschwinden nach einer gewissen Zeit wieder aus dem Angebot; deren Beschaffung ist nachher mit hohem Zeitaufwand verbunden.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, im Rahmen seiner Aktivitäten im Bereich E-Government diesen Fragen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken und verbindliche Richtlinien zur Gestaltung und Verwaltung von Websites zu erlassen? Insbesondere ist es nötig, Weisungen über das Löschen von Inhalten zu erlassen. Einmal im Netz publizierte Informationen sollten für die vielen interessierten Kreise (u. a. auch für die Mitglieder der eidgenössischen Räte) auf die Dauer zugänglich sein. Zu diesem Zweck können Archive eröffnet werden, in welchen separat gesucht werden kann.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Internet hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt und ist in der Tat zu einer unverzichtbaren Informationsquelle geworden. Das gilt ebenso für die Websites des Bundes (www.admin.ch), die bereits weit über eine Million Seiten umfassen und pro Monat von einigen Millionen Interessenten konsultiert werden. Der Bundesrat schenkt diesem Medium deshalb die verdiente Aufmerksamkeit, nicht nur im Rahmen von E-Government. </p><p>Allerdings gilt es festzuhalten, dass sich das Internet wohl nur deshalb so schnell entwickeln konnte, weil es praktisch keinen Vorschriften unterliegt und, was den Bund betrifft, nur minimale Vorgaben einzuhalten hat. Die Vielfalt bezüglich Design und Aufbau war also von Beginn weg gewollt, um so den initiativen und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weitgehende Entfaltungsmöglichkeiten im Aufbau des Internets zu garantieren. Hätte man zunächst für die gesamte Verwaltung ein "corporate design" schaffen wollen, wäre das Angebot heute bei weitem noch nicht so umfassend und informativ.</p><p>Die Vielfalt der behördlichen Websites hat zweifellos weit mehr Vor- als Nachteile, denn die Departemente und Ämter erhalten so den nötigen Freiraum, um ihre Informationen gleichermassen auf ein breites wie auch auf ein spezifisches Publikum ausrichten zu können. Aktualität und Kontinuität der Information bleiben dank direkter Dateneinspeisung gewährleistet.</p><p>Um die erkannten Nachteile vermindern und eine stärkere Koordination erreichen zu können, haben die Bundesbehörden verschiedene Massnahmen getroffen:</p><p>- Im Auftrag der Konferenz der Informationsdienste und unter Federführung der Bundeskanzlei wurde 1998 das Webforum geschaffen. Es hat die Aufgabe, Richtlinien, Weisungen und Empfehlungen zu erarbeiten und deren Umsetzung zu überwachen. Dem Gremium gehören die Web-Verantwortlichen der Departemente, der Parlamentsdienste, der Bundeskanzlei sowie des Competence Centers Internet (CC Internet) des Bundesamtes für Informatik und Telekommunikation (BIT) an.</p><p>- Das CC Internet erbringt gegenüber der Bundesverwaltung Beratungsleistungen, wickelt Internetprojekte ab und hilft mit, die Internetauftritte der Bundesverwaltung zu verbessern. Ausserdem erweitert das BIT die Infrastrukturen, welche die Produktion und Publikation von WWW-Auftritten vereinfachen. Auf Anfang des nächsten Jahres wird ein Content-Management-System beschafft, das eine stets aktuelle, qualitativ hochwertige Produktion von Internet- und Intranetauftritten erlaubt. </p><p>1. Im Internet wie auch im Intranet des Bundes existieren Suchmöglichkeiten, die Einschränkungen bezüglich Zeit und Sprache zulassen. Die entsprechende Anleitung wurde kürzlich überarbeitet und benutzerfreundlicher gestaltet. Thematische Einschränkungen sind wegen hohen Arbeitsaufwandes noch nicht möglich. Demnächst wird auf www.admin.ch jedoch ein alphabetischer Index aufgeschaltet; das fünfsprachige Verzeichnis (Deutsch, Französisch, Italienisch, Romanisch, Englisch) wird das Suchen nach Stichworten innerhalb der Websites der Bundesverwaltung ermöglichen. Überdies wird der Guichet virtuel einen alphabetischen Index mit allen relevanten Themen enthalten.</p><p>2. Das Internet ist ein äusserst dynamisches, auf Aktualität und Veränderung ausgerichtetes Informationsmedium. Das gilt - nicht nur, aber auch - für die Websites des Bundes. Internetarchive haben lediglich sekundäre Bedeutung, zumal es für längerfristige Ablagen andere Einrichtungen gibt. Die einzelnen Bundesstellen löschen die Web-Inhalte aus ihren Bereichen nach eigener Einschätzung, aber natürlich stets mit Bedacht. Im Übrigen bestehen vereinzelt schon InternetaArchive. Auch diese müssen allerdings kontinuierlich durchforstet werden, um zu verhindern, dass daraus "Internetfriedhöfe" werden, die unwichtige oder überholte Daten enthalten. </p><p>Trotzdem ist die Frage nach dem Aufbau von Internetarchiven gerechtfertigt. Deshalb hat das Webforum entschieden, mit dem Bundesarchiv und der Landesbibliothek in Kontakt zu treten, um diese Problematik zu diskutieren und nach gangbaren Wegen zu suchen.</p>  Antwort des Bundesrates.