Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Juni 2018 (720 17 274 / 145) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rentenrevision: Prüfung der Fragen, ob eine wesentliche Verbesserung des Gesund- heitszustandes eingetreten ist, und ob in Anbetracht des fortgeschrittenen Alters der versicherten Person die (wiedererlangte) Resterwerbsfähigkeit wirtschaftlich noch ver- wertbar ist / Voraussetzungen, unter denen der versicherten Person vorgängig einer Ren- tenherabsetzung berufliche Wiedereingliederungsmassnahmen zu gewähren sind Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Kaspar Gehring, Rechtsanwalt, Kieser Senn Partner, Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1955 geborene, zuletzt als Hausfrau und dane ben in einem Teilzeitpensum als Hauswartin erwerbstätig gewesene A.____ hatte sich am 29. Januar 2002 bei der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leis tungen angemeldet. Nach Abklärung der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesundheitlichen, der erwerblichen und der hauswirtscha ftlichen Verhältnisse ermittelte die IV- Stelle Basel-Landschaft bei der Versicherten in Anwend ung der gemischten Bemessungsme- thode - mit einem Anteil von 80 % an Erwerbs- und ein em solchen von 20 % an Haushalttätig- keit - ab Juni 2002 einen Invaliditätsgrad von 48 % und ab April 2005 einen solchen von 100 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.___ _ mit Verfügung vom 3. Oktober 2006 für die Zeit vom 1. Juni 2002 bis 30. Juni 2005 eine Viertelsrente und ab 1. Juli 2005 eine ganze Rente zu. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Im Rahmen eines im Februar 2009 von Amtes wegen eing eleiteten Revisionsverfahrens veran- lasste die IV-Stelle eine erneute Abklärung der gesundh eitlichen Verhältnisse der Versicherten. Diese ergab laut Auffassung der IV-Stelle, dass sich der Gesundheitszustand seit der Renten- zusprache verbessert habe. Da die IV-Stelle deswegen ein e Herabsetzung der ganzen Rente ins Auge fasste, gewährte sie der Versicherten vorerst al s berufliche Eingliederungsmassnah- me ein Belastbarkeitstraining. Nachdem dieses nach kurzer Zeit gescheitert war, nahm die IV- Stelle erneute medizinische Abklärungen vor. Gestützt auf die Ergebnisse eines von ihr einge- holten bidisziplinären Gutachtens ermittelte die IV-St elle bei der Versicherten - nunmehr in An- wendung der allgemeinen Methode des Einkommensverglei chs - noch einen Invaliditätsgrad von 42 %. Sie setzte deshalb nach durchgeführtem Vorbe scheidverfahren mit Verfügung vom 11. Juli 2017 die laufende ganze Rente der Versicherte n ab 1. Januar 2017 auf eine Viertels- rente herab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 8. Septembe r 2017 Beschwerde beim Kan- tonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsg ericht) mit den Begehren, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr weiter hin eine ganze Rente auszurichten. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass sich ihr Gesundheitszustand seit der Rentenzusprache nicht verändert habe. Ferner seien im Einkommensvergleich das Validenein- kommen zu tief und das Invalideneinkommen zu hoch veranschl agt worden. Ausserdem sei zu beachten, dass sie aufgrund ihres Alters keine Chance mehr habe, eine Stelle zu finden. C. Nachdem Rechtsanwalt Kaspar Gehring dem Kantonsgeri cht am 20. September 2017 mitgeteilt hatte, dass ihn die Versicherte mit der Wahr ung ihrer Interessen beauftragt habe, reichte er am 7. November 2017 unaufgefordert eine u mfangreiche “Beschwerdeergänzung“ ein. Mit Verfügung vom 9. November 2017 wies die inst ruierende Präsidentin diese Beschwer- debegründung aus dem Recht. D. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Dezember 2017 bean tragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. E. In seiner Replik vom 17. Januar 2018 beantragte Rech tsanwalt Kaspar Gehring na- mens und im Auftrag von A.____ - nebst den bereits gest ellten Hauptbegehren auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und auf Weiterausrichtung einer ganzen Rente - eventualiter die Ausrichtung einer Dreiviertelsrente und subeventualiter die Gewährung von Eingliederungs- massnahmen, unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, dass aufgrund der erhobenen und dokumentierten Befunde in den Gutachten von 2006 und 2009 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht keine wesentliche Änderung des psychischen und rheumatolo gischen Gesundheitszustandes nachgewiesen sei. Bei der Einschätzung einer geringerg radigen depressiven Episode im Gut- achten von 2009 handle es sich lediglich um eine andere Einschätzung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts. Da das aktuelle Gutacht en aus dem Jahr 2015 einen unver- änderten Gesundheitszustand seit 2009 festhalte und a uch zwischen 2006 und 2009 keine wirkliche Verbesserung des psychischen Krankheitsbildes erfolgt sei, liege kein Revisionsgrund vor. Im Weiteren sei das aktuelle Gutachten von 2015 n icht beweistauglich, da es sich nicht mit den Vorakten, namentlich dem Gutachten aus dem Jahr 2005 , auseinandersetze, keine Stel- lung zu abweichenden medizinischen Einschätzungen nehme und auch in sich widersprüchlich sei. Auch das rheumatologische Gutachten aus dem Jahr 2009 sei ohne Beweiswert, da es psychiatrische Äusserungen und in Bezug auf die Zumutbarke itsbeurteilung widersprüchliche und schlicht aktenwidrige Feststellungen enthalte; zudem sei es auch unvollständig. Schliess- lich seien die Gutachten von 2009 und 2015 mangelhaft, weil sie die früher gestellte Diagnose der Persönlichkeitsänderung nicht einmal erwähnen würden. Auch auf die Äusserung des Regi- onalen Ärztlichen Dienstes (RAD) zu dieser Frage könne ni cht abgestellt werden, da der RAD- Arzt, der die Beurteilung verfasst habe, nicht Facharzt für Psychiatrie sei. Im Weiteren sei die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin angesichts de r Tatsache, dass sie kurz vor ihrer Pensionierung stehe, nicht verwertbar. Es sei völlig unr ealistisch anzunehmen, dass die Be- schwerdeführerin mit ihren gesundheitlichen Einschränkunge n und aufgrund ihrer 15-jährigen Absenz vom Arbeitsmarkt in der freien Wirtschaft noch ei ne Stelle finde. Zu beanstanden sei sodann auch der Einkommensvergleich: Was das Valideneinko mmen angehe, so habe die IV- Stelle zu Unrecht auf den LSE-Lohn als Hauswartin abge stellt. Die Beschwerdeführerin sei zwi- schenzeitlich umgezogen und sie wäre daher auch im Gesun dheitsfall nicht mehr als Hauswar- tin in der Liegenschaft, in der sie früher gewohnt ha be, tätig. Für das Valideneinkommen sei deshalb auf den LSE-Tabellenlohn für sämtliche leichte n Tätigkeiten abzustellen, so dass von einem Betrag von Fr. 52'316.-- auszugehen sei. Beim I nvalideneinkommen sei die Vornahme des maximal möglichen leidensbedingten Abzugs von 25 % vor allem im Hinblick auf das Alter der Versicherten gerechtfertigt, woraus ein Invalidene inkommen von Fr. 19'618.50 und somit ein Invaliditätsgrad von 62,5 % resultiere. Die Beschwe rdeführerin habe demnach zumindest Anspruch auf eine Dreiviertelrente. Ferner sei darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführe- rin aufgrund ihres Alters in jedem Falle Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen habe, denn der Abbruch der vorgängig durchgeführten Massnahme sei a us gesundheitlichen Gründen und nicht wegen fehlender Motivation erfolgt. Schliesslich se i eine allfällige Rentenherabsetzung frühestens per 1. September 2017 zulässig. F. In ihrer Duplik vom 8. März 2018 anerkannte die IV- Stelle, dass eine Rentenherabset- zung frühestens auf den 1. September 2017 möglich sei. I m Übrigen hielt sie an ihrem Abwei- sungsantrag fest. G. Im Rahmen einer amtlichen Erkundigung vom 4. Juni 2 018 bestätigte die Einwohner- kontrolle der Einwohnergemeinde B.____, dass die Versicherte nicht, wie in verschiedenen Do- kumenten der IV-Akten vermerkt, am 3. März 1953 , sondern am 3. März 1955 geboren ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über di e Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 8. September 2017 ist demnach einzutreten. 1.2 Gemäss Art. 30 IVG endet der IV-Rentenanspruch m it der Entstehung des Anspruchs auf eine AHV-Altersrente. In verschiedensten Dokumenten der IV-Akten ist angegeben, dass die Versicherte am 3. März 1953 geboren sei. Träfe dies zu, so hätte die Versicherte ab 1. April 2017 Anspruch auf eine AHV-Altersrente gehabt (vgl. A r. 21 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 des Bun- desgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversiche rung [AHVG] vom 20. Dezember 1946) mit der Folge, dass der IV-Rentenanspruch der Ve rsicherten per Ende März 2017 geen- det hätte und sich die am 11. Juli 2017 verfügte Rente naufhebung - jedenfalls für den Zeitraum ab 1. April 2017 - als obsolet erweisen würde. Eine a mtliche Erkundigung bei der Einwohner- kontrolle der Einwohnergemeinde B.____ hat nun aber ergeben, dass die Versicherte am 3. März 1955 geboren ist. Dies wird denn auch vom Rechtsvertreter d er Versicherten in seiner Replik vom 17. Januar 2018 so bestätigt. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle in d er angefochtenen Verfügung vom 11. Juli 2017 die laufende ganze Rente der Versicherten zu Recht per 1. Januar 2017 auf eine Viertels- rente herabgesetzt hat. 5.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Ans pruchs (Viertelsrente, halbe Rente, Dreiviertelsrente, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) au swirkt (BGE 134 131 E. 3). Ein Revisi- onsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicher- ten Person, wozu namentlich der Gesundheitszustand gehört . Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologisch e Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann som it nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden. Umgek ehrt ist - bei an sich gleich geblie- benem Gesundheitszustand - eine Angewöhnung oder Anpass ung an die Behinderung, welche zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führt, revisi onsrechtlich von Bedeutung (Urteil des Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5. 1 mit zahlreichen Hinweisen). Dar- über hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn si ch die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein Revisions- grund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, we nn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wan dlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). 5.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Ur teil des Bundesgerichts vom 29. Au- gust 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtl ichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in i hrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung üb er eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist genügend unterm auert, wenn die ärztlichen Sachver- ständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.2 mit Hinweis). 5.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2. 3). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 3. Oktober 2006 für die Zeit vom 1. Juni 2002 bis 30. Juni 2005 eine Viertelsrente und ab 1. Juli 2005 eine ganze Inva lidenrente zu. Im Rahmen eines im Feb- ruar 2009 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision sverfahrens nahm sie eine einlässli- che materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit vertieften medizinischen und erwerblichen Abklärungen vor. Gestützt auf deren Ergebnisse setzte die IV-Stelle die laufende ganze Rente der Versicherten mit Verfügung vom 11. Juli 2017 per 1. Januar 2017 auf eine Viertelsrente herab. Nach dem Gesagten beurteilt sich somit die Frage , ob eine Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionswei se Herabsetzung der bis anhin ausge- richteten Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprüng- lichen Rentenverfügung vom 3. Oktober 2006 bestanden ha t, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 11. Juli 2017. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundh eitszustand und - damit einher- gehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versichert en tatsächlich, wie von der IV-Stelle gel- tend gemacht, seit Oktober 2006 in einer anspruchserheblichen Weise verbessert haben. 6.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 3. Oktober 200 6, mit welcher sie der Versicher- ten für die Zeit vom 1. Juni 2002 bis 30. Juni 2005 e ine Viertelsrente und ab 1. Juli 2005 eine ganze Invalidenrente zugesprochen hatte, stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit auf das Gutachten der Medizinischen Poliklinik des Spitals C.____ vom 20. Dezember 2005 mit einem rheuma tologischen Untergutachten von Dr. med. D.____, Innere Medizin und Rheumatologie FM H, und einem unter der Leitung von Frau Prof. Dr. med. E.____ durch die Psychiatrische Klin ik F.____ erstellten psychiatrischen Untergutachten. Aus gesamtmedizinischer Sicht wurden damal s folgende Diagnosen mit Aus- wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erhoben: (1) eine rezidivierende depressive Störung mit/bei (1.1) Status nach Hospitalisation im April/Mai 2005 w egen schwerer depressiver Reaktion und Status nach dreimaligem Tentamen suicidii (zuletzt 2001), (1.2) schwerer psychosozialer Belas- tungssituation und (1.3) low dose Benzodiazepinabhängigkeit sowie (2) ein chronisches panver- tebrales Syndrom mit Generalisierungstendenz bei (2.1) kleiner paramedianer Diskushernie C5/C6 und (2.2) sonographisch sichtbarer Teilruptur der Supraspinatussehne rechts und orga- nisch nicht fassbarer Hemihypästhesie rechts. Aus rein rheu matologischer Sicht bestehe für adaptierte Verweistätigkeiten ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten über 5 kg eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit, während aus psychiatrischer Sicht seit August 2002 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % und ab 8. Apr il 2005 für die angestammte Tätigkeit als Hauswartin wie auch für alle anderen Verweistätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. 6.2 Im Rahmen des im Februar 2009 eingeleiteten Rent enrevisionsverfahrens gab die IV- Stelle bei Prof. Dr. E.____ bzw. bei der Psychiatrischen Klinik F.____ ein psychiatrisches Ver- laufsgutachten in Auftrag. In diesem am 3. Juni 2009 erstatteten Gutachten wurde als psychiat- rische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ei ne rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mit Verdacht auf eine leichte depressive E pisode (ICD-10 F33.0), erhoben. Insge- samt würden die Anzahl der geschilderten Symptome forma l die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode rechtfertigen, da die Versicherte ab er während der Exploration affektiv sehr gut auslenkbar gewesen sei und eine Tendenz zur Thea tralik zeige, erschiene es ange- messen, die Wertigkeit der geschilderten Symptome zu relativieren. In der Gesamtschau sei am ehesten vom Vorliegen einer leichten depressiven Episod e auszugehen. Aus rein psychiatri- scher Sicht bestehe aktuell eine quantitative Arbeitsfähi gkeit von 80 % bei insgesamt 70 %-iger qualitativer Leistungsfähigkeit. Sodann holte die IV- Stelle bei Dr. med. G.____, Rheumatologie FMH, ein aktuelles rheumatologisches Gutachten ein, das a m 16. Dezember 2009 erstattet wurde. Darin erhob Dr. G.____ als Diagnosen mit Auswi rkung auf die Arbeitsfähigkeit (1) ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit ischialgiformer Schmerzausstrahlung ins linke Bein mit (1.1) beginnender Osteochondrose L3 und Spondylarthrose L3 bis L5, (1.2) ohne neurologische Ausfälle (1.3) ohne sensomotorische Defizite und (1.4) mit guter Beweglichkeit der unteren Ext- remitäten sowie (2) ein tendomyotisches Zervikalsyndrom mit Kettentendinosen rechts und frag- licher Periarthropathia humeroscapularis rechts. Die Versicherte sei infolge des lumbovertebral- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht en Schmerzsyndroms bei geringen bis mässigen Veränderungen - vor allem im mittleren Ab- schnitt - bei Arbeiten mit repetitivem Bücken oder repetitivem Heben aus gebückter Lage beein- trächtigt. Auch bei Arbeiten in hockender und kauernde r Stellung seien einige Leistungsabstri- che zu machen. Da die pathomorphologischen Veränderung en zugenommen hätten und ent- sprechend auch die subjektiven Schmerzen, sei von einer w eiteren Reduktion der Arbeitsfähig- keit aus somatischer Sicht auszugehen. Entsprechend betra ge diese in der angestammten Tä- tigkeit wie auch in alternativen Tätigkeiten seit Oktobe r 2007 50 %, wobei keine weitere Leis- tungsminderung in Abzug zu bringen sei. Die Versicherte spreche gut Deutsch und pflege einen angenehmen Umgang, so dass eine sitzende Tätigkeit, z.B. an einer Kasse, von ihr problemlos bewältigt werden könnte. 6.3 Da sich das im Februar 2009 von Amtes wegen eingelei tete Rentenrevisionsverfahren aus verschiedenen Gründen in zeitlicher Hinsicht in die Länge gezogen hatte und seit der Er- stellung der vorerwähnten Gutachten mittlerweile rund fünf Jahre vergangen waren, entschloss sich die IV-Stelle im August 2014, den aktuellen Gesundh eitszustand der Versicherten und de- ren Arbeitsfähigkeit nochmals durch ein psychiatrisch-rheum atologisches (Verlaufs-) Gutachten abklären zu lassen. Sie gab zu diesem Zwecke bei den Dres . med. H.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und I.____, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, ein entsprechendes bidisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 1. April 2015 erstattet wurde. Darin erhoben die beiden Fachärzte aus gesamtmedizinischer Sicht folge nde Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: (1) ein chronisches lumbovertebra les Schmerzsyndrom mit aktuell mögli- cher lumboradikulärer Reizsymptomatik L5/S1 rechts (ICD-10 M51.1) mit/bei (1.1) mediolateral rechtsseitiger bis foraminal und recessal reichender Diskus hernie L4/L5 mit Wurzelirritation L5 rechts sowie breitbasiger, paramedian rechtsseitiger Diskushernie L5/S1 mit möglicher recessa- ler Irritation S1 rechts, (1.2) Osteochondrosen L3-S1 sowie Spondylarthrosen L3-L5 und (1.3) Wirbelsäulenfehlform und Fehlhaltung sowie muskulärer Dysbalance und Insuffizienz vom Be- ckengürteltyp; (2) chronische Gonalgien beidseits, rechts m ehr als links, bei Verdacht auf Femoropatellararthrose rechts und möglicher beginnend er medialer Gonarthrose rechts mehr als links (ICD-10 M17.0) und schliesslich (3) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär- tig leichte Episode (ICD-10 F33.0). Als Leiden ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden vorab ein chronisches, vorwiegend tendomyotisches zervikover tebrales Schmerzsyndrom mit möglicher spondylogener Komponente und ein generalisier tes Schmerzsyndrom, Typ Fibromy- algie, genannt. Aus somatischer Sicht könne heute neu ein rechtsseitiges lumboradikuläres Schmerzsyndrom L5/S1 festgehalten werden, welches sich ungü nstig auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Gleiches gelte für die bereits von früher bekan nten chronischen beidseitigen Gonal- gien. Die weiteren körperlichen Befunde würden sich nich t in relevanter Weise auf die Arbeits- fähigkeit auswirken. Aus psychiatrischer Sicht könne seit de r letzten Begutachtung im Jahr 2009 keine wesentliche Veränderung festgestellt werden . Es bestehe weiterhin eine eher leich- te depressive Störung. Die Explorandin weigere sich, ei ne konsequente psychiatrische Mass- nahme durchzuführen. Es dominiere die psychosozial belast ende Situation, welche die Versi- cherte nicht verändern möchte. Die Körperbeschwerden sei en durch den depressiven Zustand ungünstig mitüberlagert, was sicher zur Chronifizierung beitrage. Aufgrund der körperlichen Problematik könne weiterhin von einer 50 %-igen Einschr änkung für eine wechselbelastende Tätigkeit ausgegangen werden. Aus psychiatrischer Sicht best ehe weiterhin eine 30 %-ige Ein- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht schränkung, wie sie bereits 2009 festgehalten worden sei. Insgesamt könne daher aus ge- samtmedizinischer Sicht von einer 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit ausgegangen werden. Eine körperlich adaptierte Tätigkeit in Wechse lbelastung sollte der Versicherten halb- tags möglich sein. 6.4 Laut der IV-Stelle zeigt ein Vergleich des im Ref erenzzeitpunkt erstellten Gutachtens der Medizinischen Poliklinik des Spitals C.____ vom 20. De zember 2005 mit den im Rahmen des Rentenrevisionsverfahrens eingeholten Gutachten der P sychiatrischen Klinik F.____ vom 3. Juni 2009, von Dr. G.____ vom 16. Dezember 2009 sowie der Dres. H.____ und I.____ vom 1. April 2015, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten in rheumatologischer Hinsicht zwar verschlechtert habe, dass es geleichzeitig aber auch zu einer klaren Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes gekommen sei. Während die V ersicherte ab April 2005 sowohl in der angestammten Tätigkeit als Hauswartin als auch in allen anderen Verweistätigkei- ten aus psychischen Gründen vollständig arbeitsunfähig ge wesen sei, bestehe heute aus psy- chiatrischer Sicht lediglich noch eine 30 %-ige und aus gesamtmedizinsicher Sicht eine 50 %- ige Arbeitsunfähigkeit. Somit sei insgesamt von ein er erheblichen Verbesserung des Gesund- heitszustandes der Versicherten auszugehen. Diese vorinstan zliche Beweiswürdigung, die der angefochtenen Verfügung vom 11. Juli 2017 zu Grunde l iegt, ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahm en des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, di e aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen. Solche Indizien liegen hier - jedenfalls in Bezu g auf das Gutachten der Psychiatrischen Klinik F.____ vom 3. Juni 2009 und das bidisziplinäre Gu tachten der Dres. H.____ und I.____ vom 1. April 2015 - keine vor. Anders verhält es sich höchs tens in Bezug auf das rheumatologi- sche Gutachten von Dr. G.____ vom 16. Dezember 2009. Desse n Beweistauglichkeit kann je- doch, wie nachfolgend zu zeigen sein wird (vgl. dazu E. 6.5 hiernach), ohnehin offen bleiben. Den Gutachten der Psychiatrischen Klinik F.____ und der Dr es. H.____ und I.____ kommt hin- gegen voller Beweiswert zu. Diese Expertisen weisen wed er formale noch inhaltliche Mängel auf, sie sind - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, sie beruhen auf allseitigen Untersu chungen, sie berücksichtigen die ge- klagten Beschwerden, sie sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, sie leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der aktuellen medizini- schen Situation ein, sie setzen sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschät- zungen auseinander und sie sind in den Schlussfolgerungen überzeugend. Insbesondere sind auch die Feststellungen über die seit der früheren Beu rteilung eingetretenen tatsächlichen Än- derungen genügend untermauert, zeigen die Gutachter doch hinreichend auf, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung zu der neuen diagnostischen Beurteilung und Ein- schätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben. 6.5 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeig net, das vorstehende Beweiser- gebnis in Frage zu stellen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.5.1 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, be i der aktuellen psychiatrischen Beur- teilung handle es sich lediglich um eine - revisionsrechtl ich unbeachtliche - abweichende medi- zinische Einschätzung eines unverändert gebliebenen Sachve rhalts, kann ihr nicht gefolgt wer- den. So weisen bereits die objektivierten Resultate der durchgeführten Depressionstests eine erhebliche Besserung zwischen 2005 und 2009 aus: Während die Testung gemäss der Mont- gomery-Asperg Depression Rating Scale (MADRS) 2005 eine n Wert von 41 Punkte ergeben hatte, waren es 2009 noch 19 Punkte und im Beck-Depressi onsinventar (BDI) gingen die erho- benen Punkte von 52 auf 43 zurück. Sodann wird im psychiat rischen Gutachten von 2009 an- hand der Diagnosekriterien nach ICD-10 aufgezeigt, wesh alb bei der Explorandin im Jahr 2009 im Rahmen der diagnostizieren rezidivierenden depressiven Störung lediglich noch vom Vorlie- gen einer leichten depressiven Episode auszugehen war. 6.5.2 Die Beschwerdeführerin erhebt sodann verschieden e Einwände gegen den Beweiswert der gutachterlichen Einschätzungen. So erachtet sie das akt uelle bidisziplinäre Gutachten der Dres. H.____ und I.____ als nicht beweiswertig, weil es sich nur mit dem Gutachten aus dem Jahr 2009 und nicht mit dem Referenzgutachten von 2005 a useinandersetze. Dieser Einwand erweist sich insofern nicht als stichhaltig, als die IV-Stelle bei den genannten beiden Fachärzten ausdrücklich ein Verlaufsgutachten in Auftrag gegeben hat. Im Rahmen eines solchen geht es in erster Linie darum, die Entwicklung der medizinischen Situation seit der letzten Begutachtung zu beurteilen. Wenn nun aber - wie es vorliegend der Fall ist - im letzten Gutachten (hier: 2009) schlüssig aufgezeigt worden ist, dass sich der psychische Gesundh eitszustand im Vergleich zum Referenzgutachten (hier: 2005) erheblich verbessert ha t, reicht es deshalb aus, wenn im aktuellen Verlaufsgutachten (hier: 2015) lediglich ei ne Auseinandersetzung mit dem letzten Gutachten (hier: 2009) erfolgt. Die Beschwerdeführeri n moniert sodann, dass sich Dr. H.____ nicht mit ihren Wahnsensationen auseinandersetze. Dazu ist festzustellen, dass diese Symp- tomatik bereits im psychiatrischen Gutachten aus dem Jahr 2009 nicht mehr erwähnt wird. Aus- serdem nimmt Dr. H.____ insofern sehr wohl Bezug auf die Symptomatik, als er dazu ausführt, die Wahnsensationen seien nicht als psychotische Sensatione n, sondern als hypnagoge Hallu- zinationen zu interpretieren. Insofern widerspricht sich der Gutachter auch nicht, wenn er fest- hält, dass keine Hinweise auf Wahn bestünden. Auch der we itere Einwand der Beschwerdefüh- rerin, wonach sich Dr. H.____ nicht mit der 2003 gest ellten Diagnose der Persönlichkeitsände- rung auseinandersetze, vermag den Beweiswert seines Gutachtens nicht in Frage zu stellen, ist doch diese Diagnose selbst im Referenzgutachten von 20 05 nicht erwähnt. Insgesamt sind da- mit die Einwände gegen die aus psychiatrischer Sicht erfolgten gutachterlichen Einschätzungen nicht stichhaltig. Gegen die aus rheumatologischer Sicht festgestellte Verschlechterung des Gesundheitszustandes bringt die Beschwerdeführerin grund sätzlich nichts vor, zumindest die gutachterlichen Einschätzungen von Dr. I.____ werden von ihr - zu Recht - nicht beanstandet. Ihre in rheumatologischer Hinsicht erhobenen Beanstandun gen betreffen ausschliesslich die gutachterlichen Äusserungen von Dr. G.____. Ob die Krit ik an dessen Gutachten vom 16. De- zember 2009 berechtigt ist, kann letztlich aber offen b leiben, da diesem Gutachten bei der Be- weiswürdigung keine massgebende Bedeutung zukommt. Die von Dr. I.____ aus rheumatologi- scher Sicht festgestellte Verschlechterung des Gesundheitszu standes ergibt sich nämlich be- reits aus dem direkten Vergleich des Gutachtens von Dr. I._ ___ mit dem rheumatologischen Untergutachten von Dr. D.____ aus dem Jahr 2005. Währen d dieser damals noch von einer Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit ausging, attestiert Dr. I.____ der Versicherten aktuell in einer solchen T ätigkeit lediglich noch eine 50 %-ige Ar- beitsfähigkeit. 6.6 Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass die IV-Stelle gestützt auf die gut- achterlichen Beurteilungen der Psychiatrischen Klinik F.__ __ vom 3. Juni 2009 und der Dres. H.____ und I.____ vom 1. April 2015 zu Recht zur Auff assung gelangt ist, dass sich der Ge- sundheitszustand der Versicherten seit der im Jahr 2006 erf olgten Rentenzusprache insgesamt erheblich verbessert hat mit der Folge, dass aktuell nicht mehr von einer vollständigen, sondern lediglich noch von einer 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist. Somit hat die IV-Stelle das Vorliegen der Revisionsvoraussetzungen des Art. 17 ATSG aber zu Recht bejaht. 7.1 Gestützt auf dieses Zwischenergebnis ist in einem nächs ten Schritt zu prüfen, wie sich die geschilderte Entwicklung auf den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin auswirkt. Zur Beantwortung dieser Frage sind die Anspruchsberechtigun g und allenfalls der Umfang des An- spruchs pro futuro zu prüfen. Es gilt mit anderen Worten , auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts den Invaliditäts grad bei Erlass der streitigen Revisions- verfügung zu ermitteln (Urteile A. des Bundesgerichts vom 3. April 2017, 9C_766/2016, E. 1.2, und A. vom 29. Juni 2015, 9C_173/2015, E. 2.2, je mit Hinweisen). 7.2 Ausgangspunkt der Beurteilung des (heutigen) Ren tenanspruchs bildet die Frage, in welchem Ausmass die Versicherte aufgrund ihrer gesundheitl ichen Beeinträchtigungen arbeits- unfähig ist. Wie bereits weiter vorne ausgeführt (vgl. E. 6.3 hiervor), hält das bidisziplinäre Gut- achten der Dres. H.____ und I.____ vom 1. April 2015 diesbezüglich fest, dass aus gesamtme- dizinischer Sicht von einer 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit der Versicherten für jede Tätigkeit aus- zugehen sei. Eine körperlich adaptierte Tätigkeit in W echselbelastung sollte der Versicherten halbtags möglich sein. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 6.4 hiervor) kommt diesem Gutachten voller Beweiswert zu, so dass bezüglich der aktuellen Einsch ätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf diese Zumutbarkeitsbeurteilung der Dres. H.____ und I.____ abgestellt werden kann. 8. Die Beschwerdeführerin bestreitet nun allerdings, d ass sie in Anbetracht ihres fortge- schrittenen Alters auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise noch als vermittelbar gelten und die ihr gutachterlich attestierte 50 %-ige Arbeitsfähigkeit erwerblich verwerten könne. 8.1 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ei n invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die e iner versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen An spruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermö- gen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Ei nzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und sei ner Folgen, der absehbare Um- stellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruk- tur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbild ung, beruflicher Werdegang oder An- wendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). 8.2 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitr aum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen all fälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Wie das Bundesgericht im Entscheid 138 V 457 ff. präzisiert hat, ist für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter zu beantworten ist, nicht etwa auf den Zeitpunkt des Ve rfügungserlasses, sondern auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit abzustellen (E. 3.3 des genannten Urteils). Vorliegend verschaffte das von der Verwaltung eingeholte bidisziplinäre Gutachten der Dres. H.____ und I.____ vom 1. April 20 15, welches nach dem oben Gesagten (vgl. E. 6.4 hiervor) die massgebende medizinische Grundl age für die angefochtene Verfügung bildete, abschliessende Klarheit darüber, dass bzw. in w elchem Umfang der Versicherten die Ausübung einer Erwerbstätigkeit aus medizinischer Sicht wieder zumutbar ist. Im genannten Zeitpunkt, in welchem demnach über die Verwertbarkeit der verbliebenen Erwerbsfähigkeit ent- schieden werden konnte, war die Beschwerdeführerin 60 Jah re und knapp einen Monat alt. Bis zum Erreichen des AHV-Alters verblieb der Versicherten somi t nicht, wie von ihr geltend ge- macht, lediglich eine Aktivitätsdauer „von nicht einmal m ehr zwei Jahren“, sondern immerhin noch eine solche von praktisch vier Jahren. 8.3 Es trifft zwar zu, dass das Alter von 60 Jahren allei n eine mögliche Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht per se ausschliesst. So ist d as Bundesgericht etwa in einem Ent- scheid vom 29. August 2014 (8C_248/2014) im Falle eine s 58-jährigen Versicherten von einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ausgegangen. In diesem Fall war dem Versicherten kein Tragen oder Heben, auch nicht von leichten Gewich ten, mehr möglich; unzumutbar waren ferner Arbeiten mit Anforderungen an die Grob- oder Feinmotorik der Hände, ausserdem waren auch Halte- oder Greifbewegungen nicht mehr möglich, womit grundsätzlich keinerlei, auch nur leichte manuelle Tätigkeiten mehr in Frage kamen. Da der Versicherte in diesem Vergleichsfall während der gesamten Dauer seiner beruflichen Tätigkei t manuell tätig gewesen war, nunmehr nicht einmal mehr leichteste handwerkliche Tätigkeiten au süben konnte und auch limitierte Ressourcen für einen Wechsel zu Arbeiten ohne Einsatz der Hände mit sich brachte, ging das Bundesgericht von einer Unverwertbarkeit der Resterwerbs fähigkeit aus. Im vorliegenden Fall sind die Umstände nur insofern vergleichbar, als die Ver sicherte sogar noch zwei Jahre älter und ausserdem nur noch zu 50 % arbeitsfähig ist. Was h ingegen das Anforderungsprofil an- geht, so unterscheidet sich ihr Fall wesentlich vom Profil dieses Vergleichsfalls. So sind der Beschwerdeführerin lediglich körperlich schwere manuelle Tätigkeiten nicht mehr zumutbar, manuelle leichte bis gelegentlich mittelschwere wechselb elastende Tätigkeiten kann sie dage- gen, abgesehen von der Einschränkung, dass sie keine Gewich te von mehr als 5-8 kg heben und keine Überkopfarbeiten verrichten sollte, noch ohne Weiteres ausüben. Damit steht der Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführerin aber - im Gegensatz zum Versicherten im Vergleichsfall - nach wie vor noch eine grosse Bandbreite von auch manuellen Arbeite n offen. Dass die Beschwerdeführerin noch manuelle Arbeiten ausführen kann, ergibt sich auch aus der Beschreibung des Tagesab- laufs im Gutachten der Dres. H.____ und I.____, wo ausgeführt wird, dass die Versicherte noch regelmässig die Wohnung aufräume und das Mittagessen zub ereite. Ferner werden ihr in ver- schiedenen Akten „überraschend gute“ Deutschkenntnisse att estiert, so dass auch eine vorwie- gend sitzende Tätigkeit mit Publikumskontakt - beispielsweise an einer Kasse - durchaus realis- tisch erscheint. Im Weiteren ist bei der Beschwerdeführerin im Gegensatz zu dem von ihr ange- führten Vergleichsfall (9C_437/2008) einer 61-jährig en Versicherten mit einer Restarbeitsfähig- keit von 50 % im Hinblick auf die Ausübung einer Arbeitst ätigkeit keine Umschulung erforder- lich. Auch in Bezug auf die weiteren von der Beschwerdef ührerin angerufenen Vergleichsfälle ist festzuhalten, dass dort die betroffenen Versicherten entweder älter oder aber in der Aus- übung noch zumutbarer Tätigkeiten deutlich eingeschränkte r waren. Im Gegensatz zu diesen Fällen verblieb der Versicherten immerhin noch eine Akt ivitätsdauer von praktisch vier Jahren und zudem stand ihr nach wie vor noch eine grosse Bandb reite von zumutbaren Arbeiten offen. Vor diesem Hintergrund und im Lichte der relativ hohe n Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat, ist die IV-Stelle vorliegend deshalb zu Recht davon ausgegangen, dass der Besch werdeführerin die Verwer- tung ihrer Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt - auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht - noch zugemutet werden kann. 9.1 Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 2.4 hiervor) ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstäti- gen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu b estimmen. Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung vom 11. Juli 2017 den erford erlichen Einkommensvergleich vorge- nommen. Da die Versicherte keine ihr zumutbare leidensad aptierte Verweistätigkeit ausübt, hat die IV-Stelle das Invalideneinkommen zu Recht unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizeri- schen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Stati stik festgesetzt (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/ aa). Auf diese Weise hat sie - auf der Basis der gutachterlich attestierten 50 %-igen Arbeitsfä higkeit in einer leidensadaptierten Tätig- keit - ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 26‘158.- - errechnet. Anschliessend hat sie diesen Betrag dem von ihr ebenfalls unter Beizug der LS E-Tabellenlöhne ermittelten Validen- einkommen von Fr. 45‘450.-- gegenüber gestellt und so e inen Invaliditätsgrad von 42 % ermit- telt. 9.2 Die Beschwerdeführerin beanstandet im Zusammenhang mit diesem vorinstanzlichen Einkommensvergleich als erstes, dass bei der Ermittlung des Valideneinkommens zu Unrecht auf den Tabellenlohn einer Hauswartin statt auf den T abellenlohn für sämtliche leichte Tätigkei- ten abgestellt worden sei. 9.3 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Ermittlung des im Gesundheitsfall von der versicherten Person erzielbaren E inkommens hat so konkret wie mög- lich zu geschehen (U LRICH MEYER / MARCO REICHMUTH , Rechtsprechung des Bundesgerichts Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalide nversicherung, 3. Auflage, Zü- rich/Basel/Genf 2014, Art. 28a N. 48 ff.). In der Re gel wird am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste n Verdienst angeknüpft, da er- fahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitss chaden fortgesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit e rstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1). Im Lichte dieser Grundsätze ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle vorliegend vom Tabellenlohn ausgegangen ist, den die Versicherte als H auswartin erzielen würde (LSE 2012, Tabelle TA1, Sektor Dienstleistungen, Anforderungsnivea u 1, Frauen). Es trifft zwar zu, dass die Versicherte früher auch schon als Mitarbeiterin in einer Zentralwäscherei, als Kassiererin und im Reinigungsdienst gearbeitet hat, ausschlaggeben d ist aber, dass sie seit 1990 bis zur Aufgabe der Erwerbstätigkeit während mehr als zwölf Jah ren als Hauswartin tätig gewesen ist. Unter diesen Umständen durfte die IV-Stelle aber davon ausgehen, dass die Beschwerdeführe- rin ohne Gesundheitsschaden auch heute noch dieser Täti gkeit nachgehen würde. An der Zu- lässigkeit dieser Annahme ändert auch der Hinweis der Be schwerdeführerin nichts, wonach sie die langjährige Hauswarttätigkeit an ihrer Wohnadresse ausgeübt habe. Heute wohne sie je- doch nicht mehr dort, weshalb sie diese Tätigkeit klarerweise nicht mehr ausüben würde. Dieser Einwand trifft zwar in Bezug auf die konkrete, an ihrer früheren Wohnadresse ausgeübte Tätig- keit zu, damit ist aber nicht gesagt, dass die Versicherte n icht in einer anderen Liegenschaft als in der, in welcher sie wohnt, als Hauswartin tätig sein könnte und wäre, oder dass sie im Ge- sundheitsfall erneut eine Wohnung in einer Liegenschaf t bezogen hätte, in welcher sie wiede- rum als Hauswartin hätte tätig sein können. 9.4 Sodann rügt die Beschwerdeführerin, dass ihr die IV -Stelle bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu Unrecht keinen Abzug vom Tabellenlohn gewährt habe. 9.5 Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fa ll auf der Grundlage von statisti- schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich ber ücksichtigt, dass versicherte Per- sonen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Sch werarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurme hr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht errei- chen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugela ssene Abzug entwickelte sich in der Fol- ge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, w obei die Rechtsprechung dem Um- stand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes h aben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür be- stehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehr erer dieser Merkmale ihre gesund- heitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem al lgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch- schnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmun g der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das I nvalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insg esamt auf höchstens 25 % des Tabel- lenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2; vgl. z um Ganzen auch BGE 126 V 80 E. 5b/bb und cc). Vorliegend hat die IV-Stelle der Ve rsicherten in der angefochtenen Verfügung Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 11. Juli 2017 keinen solchen leidensbedingten Abzu g vom Tabellenlohn gewährt. Ob dies korrekt ist, erscheint in Anbetracht des fortgeschrittenen Alters, der langen Absenz vom Ar- beitsmarkt und der fehlenden Berufserfahrung in einem neuen Betätigungsfeld als fraglich. Dies kann letztlich aber offen bleiben. Wenn der Beschwerdeführerin aus den genannten Überlegun- gen ein Abzug vom Tabellenlohn gewährt würde, wäre di eser jedenfalls auf maximal 10 % zu beschränken. Nähme man einen solchen 10 %-igen Abzug vom Tabellenlohn vor, so würde dies bei einem Valideneinkommen von Fr. 45‘450.-- und einem Invalideneinkommen von nun- mehr noch Fr. 23‘542.-- (Fr. 26‘158.-- x 90 %) zu ein em Invaliditätsgrad von 48 % und somit ebenfalls zum Anspruch auf eine Viertelsrente führen. 9.6 In den übrigen Punkten wird der vorinstanzliche Ei nkommensvergleich von der Be- schwerdeführerin - zu Recht - nicht beanstandet. Als we iteres Zwischenergebnis ist demnach festzuhalten, dass die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung zutreffend festgestellt hat, dass die Beschwerdeführerin aktuell noch Anspruch auf eine Viertelsrente hat. 10.1 Die Beschwerdeführerin ist im Weiteren der Auffa ssung, dass sie Anspruch auf berufli- che (Wieder-) Eingliederungsmassnahmen hat. Diese hätte n ihr vorgängig der verfügten Ren- tenherabsetzung gewährt werden müssen. 10.2.1 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz a llgemein der Grundsatz, dass die invali- de Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumu tbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vor- kehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 28 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Die Wiedereingliederung von Ver sicherten im fortgeschrittenen Alter oder nach invaliditätsbedingt langjährigem Fernbleibe n von der Arbeitswelt ist oftmals schwie- rig. Laut ständiger Rechtsprechung ist zwar im Regelfa ll eine medizinisch attestierte Verbesse- rung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg de r Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug und/oder auf Grund des fortgeschrittenen Alters der versicher- ten Person können jedoch ausnahmsweise Erfordernisse des A rbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und m edizinisch möglichen Leistungsentfal- tung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei h ervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchfüh rung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist (Urteil G. des Bun- desgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis auf Urteil P. vom 10. September 2010, 9C_163/2009, E. 4.1 und 4.2.2). Die Verwaltung muss sich vor der Her- absetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewi ssern, ob sich ein medizinisch- theoretisch wiedergewonnenes Leistungsvermögen ohne Weiteres in einem entsprechend tiefe- ren Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür - au snahmsweise - im Einzelfall eine erwerbs- bezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit usw.) und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen im Rechtssinne vorausgesetzt ist ( Urteil G. des Bundesgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinwe is auf Urteil K. vom 10. September 2010, 9C_768/2009, E. 4.1.2). Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2.2 Im Urteil S. vom 26. April 2011 (9C_228/2010, publiziert in: Sozialversicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2011 IV Nr. 73) hat das Bundesger icht sodann festgehalten, dass aus Gründen der Rechtssicherheit diejenigen Fälle, in wel chen der Ausnahmetatbestand der Not- wendigkeit (vorgängiger) befähigender beruflicher Massna hmen trotz wiedergewonnener Ar- beitsfähigkeit als erfüllt zu betrachten ist, vom Regelfa ll deren sofortiger erwerblicher Verwert- barkeit abzugrenzen sind. Es hat deshalb die vorstehend g eschilderte Rechtsprechung dahin- gehend präzisiert, dass sie grundsätzlich auf Sachverhalte z u beschränken ist, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung oder Au fhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückg elegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.3). 10.2.3 Die Übernahme dieser beiden Abgrenzungskriterie n bedeutet nun allerdings nicht, dass die darunter fallenden Rentnerinnen und Rentner im revisions- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) bzw. gegebenenfalls wiedererwägungsrechtlichen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) Kontext einen Besitz- standsanspruch geltend machen könnten; es wird ihnen led iglich zugestanden, dass - von Aus- nahmen abgesehen - aufgrund des fortgeschrittenen Alt ers oder einer langen Rentendauer die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.5). 10.3 Die Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt der vorlie gend strittigen Rentenherabsetzung über 62 Jahre alt. Sie zählt somit unstreitig zum Persone nkreis, auf den die vorstehend wieder- gegebene Rechtsprechung Anwendung findet. In Kenntnis dieses Umstandes hat die IV-Stelle der Versicherten im laufenden Revisionsverfahren denn au ch berufliche Eingliederungsmass- nahmen angeboten. Nachdem sich die Versicherte vorerst auf den Standpunkt gestellt hatte, dass sie aus gesundheitlichen Gründen an keinen Massnahmen t eilnehmen könne und eine anschliessende Nachfrage der IV-Stelle bei ihrem Hausa rzt ergeben hatte, dass dieser wegen des Gesundheitszustandes der Versicherten ebenfalls keinen Sinn in einer beruflichen Einglie- derung sah, forderte die IV-Stelle die Beschwerdeführ erin in Anwendung des Mahn- und Be- denkzeitverfahrens auf, ihren Entscheid zu überdenken. Die Versicherte sagte in der Folge ei- ner Abklärung in Form eines Belastbarkeitstrainings zu, w orauf ihr die IV-Stelle im November 2013 als berufliche Eingliederungsmassnahme ein solches Training in der Institution J.____ zusprach. Die Versicherte nahm dieses Training zwar in Ang riff, sie brach dieses jedoch nach drei Tagen unter Vorlage eines Zeugnisses ihres Hausar ztes wieder ab. Mit diesem Vorgehen setzte sich die Versicherte nun allerdings in Widerspruch zur gutachterlichen Zumutbarkeitsbe- urteilung, in welcher ihr eine 50 %-ige Arbeitsfähig keit in einer leidensadaptierten Tätigkeit be- scheinigt worden war. Das gezeigte Verhalten vor und na ch Antritt der Eingliederungsmass- nahme lässt zudem den Schluss auf eine subjektive Behinder ungsüberzeugung zu, die jegli- chen Eingliederungsbemühungen bzw. einer Prüfung dersel ben von Vornherein entgegensteht. Dies wird von der Versicherten in ihrer Beschwerde im E rgebnis weitestgehend bestätigt, schreibt sie doch darin sich selber eine „äusserst tiefe su bjektive Motivation und starke Behin- derungsüberzeugung“ zu, die sich „negativ auf die Verwe rtbarkeit der Arbeitsfähigkeit“ auswirke (vgl. S. 22 der Beschwerde, Ziff. 13 am Ende). Hält ma n sich all dies vor Augen, so durfte die IV-Stelle aber von einer fehlenden subjektiven Eingl iederungsfähigkeit der Versicherten ausge- hen und von der Planung und Durchführung weiterer ber uflicher Eingliederungsmassnahmen absehen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer in war die IV-Stelle deshalb nicht Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht verpflichtet, ihr vor Erlass der Rentenherabsetzungsverfügu ng erneute Eingliederungsmass- nahmen anzubieten. 11.1 Aus dem Gesagten folgt als Ergebnis, dass die IV-S telle die der Versicherten bisher ausgerichtete ganze Rente zu Recht auf eine Viertelsre nte herabgesetzt hat. Gemäss Art. 88 bis Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversiche rung (IVV) vom 17. Januar 1961 erfolgt die Herabsetzung einer laufenden Rente frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an. Da die IV-Stelle die Rentenherabsetzung am 11. Juli 2017 verfügt hat, wird diese nach dem Gesagten ab 1. Septem ber 2017 wirksam. Vorliegend hat die IV-Stelle die Rentenherabsetzung nun allerdings rückwi rkend per 1. Januar 2017 vorgenom- men. Dies wird von der Beschwerdeführerin zu Recht bean standet. In ihrer Duplik vom 8. März 2018 anerkennt denn auch die IV-Stelle, dass sich die an gefochtene Verfügung in Bezug auf den Zeitpunkt der Rentenherabsetzung als unzutreffend e rweise und die ganze Rente erst per 1. September 2017 auf eine Viertelsrente herabgesetzt werden könne. Die Beschwerde der Versicherten erweist sich demnach in diesem Punkt als beg ründet. In den übrigen Punkten hin- gegen ist sie abzuweisen. 11.2 Zusammenfassend ist somit in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die angefoch- tene Verfügung der IV-Stelle vom 11. Juli 2017 dahingehend zu ändern, dass die laufende gan- ze Rente der Beschwerdeführerin erst mit Wirkung ab 1. September 2017 auf eine Viertelsrente herabzusetzen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 12. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeve rfahrens zu befinden. 12.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens - und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin zu einem kleineren Teil obsiegende und gleichzeitig zu einem grösseren Teil unterliegende Partei. 12.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten u m die Bewilligung oder die Verwei- gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliege nden, in denen ein durchschnittlicher Ver- fahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 800 Fran ken fest. Die Verfahrenskosten wer- den gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angem essenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Dem Prozessausgang entsprechend hat deshalb die Beschwerdeführerin als mehrheitlich unterliegende Partei den grösseren Antei l an den Verfahrenskosten zu tragen. Es rechtfertigt sich, diesen Anteil auf Fr. 500.-- festzuse tzen. Dieser Betrag ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- zu verrechnen. Gleichzeitig ist der Beschwerdeführerin der zu viel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 300.- - zurückzuerstatten. Die restlichen Verfahrenskosten von Fr. 300.-- wären grundsätzlich der t eilweise ebenfalls unterliegenden IV- Stelle zu auferlegen. In diesem Zusammenhang ist aller dings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen - vorbehältlich des hi er nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht 12.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin bloss teilweise obsiegende Partei ist, ist ihr lediglich eine reduzierte Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner H onorarnote vom 29. März 2018 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 25,1 Stu nden und Auslagen von Fr. 225.90 gel- tend gemacht. In Anbetracht des Prozessausgangs einerseit s und des geltend gemachten Auf- wandes andererseits rechtfertigt es sich, der Versicherten eine reduzierte Parteientschädigung auf der Basis eines Zeitaufwandes von 10 Stunden und de r geltend gemachten Auslagen zuzu- sprechen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsp rozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stun denansatz von Fr. 250.-- zu entschä- digen. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘935.80 (10 Stunden à Fr. 250.- + Auslagen von F r. 225.90 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteu- er) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Im Übrigen sind die ausserordentlichen Kosten wett- zuschlagen. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver- fügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 11. Juli 201 7 dahingehend geändert, dass die laufende ganze Rente der Beschwerdef ührerin erst mit Wirkung ab 1. September 2017 auf eine Viertelsren te herabgesetzt wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführerin werden Verfahrenskosten in d er Höhe von Fr. 500.-- auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvo rschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Der Beschwerdeführerin wird der zu viel geleistete Kosten vorschuss in der Höhe von Fr. 300.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdefü hrerin eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘935.80 (inkl. Ausla- gen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdeführerin am 12. September 2018 Be- schwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_611/2018 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht