Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. Dezember 2014 (725 14 160) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Unfallähnliche Körperschädigung bei einem Achillessehnenriss bejaht, welchen sich die versicherte Person zuzog, als sie mit einer ruckartig ausgelösten Schwungbewegung aus der knienden Position aufstehen wollte Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.___, Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, 4143 Dornach gegen Schweizerische National -Versicherungs -Gesellschaft AG , Rechtsdienst, Wuhrmattstrasse 21, 4103 Bottmingen, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A. Die 1964 geborene A.____ ist seit 1. Dezember 20 04 bei der B.___ tätig und durch die Arbeitgeberin bei der Schweizerischen National-Vers icherungs-Gesellschaft AG (Unfallversi- cherung) obligatorisch gegen die Folgen von Unfälle n und Berufskrankheiten versichert. Am Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Januar 2014 liess die Versicherte durch ihre Arbeitge berin melden, dass sie am 28. Dezem- ber 2013 die Achillessehne am linken Fuss verletzt habe. D ie Erstkonsultation erfolgte am 30. Dezember 2013 bei Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, D.____. Die operative Behandlung d er gerissenen Achillessehne fand am Folgetag statt. Mit Schreiben vom 22. Januar 2014 lehnte die Unfallversicherung ihre Leis- tungspflicht ab. Dagegen erhob die Versicherte am 24. Januar 2014 telefonisch Einwände. Da- bei erwähnte sie, dass sie am 30. November 2013 mit der linken Ferse an einem Treppentritt hängen geblieben sei und sich dabei eine Fersenkontusion zugezogen habe. Am 27. Februar 2014 erliess die Unfallversicherung eine Verfügung, mit welcher sie an der Ablehnung der Leis- tungspflicht festhielt. Da es sich beim gemeldeten Ereig nis vom 28. Dezember 2014 weder um einen Unfall noch um eine unfallähnliche Körperschädigu ng handle, habe die Versicherte kei- nen Anspruch auf Leistungen. Die dagegen erhobene Ei nsprache der Versicherten und des zuständigen Krankenversicherers wies die Unfallversicherung mit Entscheid vom 28. April 2014 ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwa lt Daniel Altermatt, am 28. Mai 2014 Beschwerde ans Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Sie beantragte, in Aufhebung des Einspr acheentscheids vom 28. April 2014 seien ihr infolge des Unfallereignisses vom 28. Dezember 2013, eventualiter infolge desjenigen vom 30. November 2013, die gesetzlichen Versicherungsleistun gen zuzusprechen; unter o/e- Kostenfolge. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass die Sachverhaltsdarstellun- gen in der Schadenmeldung der Arbeitgeberin vom 7. Jan uar 2014 und von Dr. C.____ im Be- richt vom 9. Januar 2014 nie von ihr autorisiert worden seien. Im Fragebogen "Allgemein" habe sie den Unfallhergang deshalb knapp geschildert, da sie nicht habe wissen können, dass es für die rechtliche Qualifizierung eines Unfallereignisses auf den genauen Verlauf ankomme. Es sei deshalb auf den Sachverhalt abzustellen, den sie im Ra hmen ihrer Einsprache vom 6. März 2014 geschildert habe. Am 28. Dezember 2013 sei ihre l inke Achillessehne gerissen, als sie sich mit einem Mikrofon in der Hand ruckartig und schwung voll aus der Hocke erhoben habe. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung liege damit ein Unfall bzw. eine unfallähnliche Körperschädigung vor. Falls wider Erwarten das Ereigni s vom 28. Dezember 2013 nicht als Unfall oder als unfallähnliche Körperschädigung zu qua lifizieren sei, sei festzustellen, dass die Achillessehnenruptur zumindest im Sinne einer Teilursache auf das Ereignis vom 30. November 2013 zurückzuführen sei. Denn das Hängenbleiben an einem Treppentritt stelle zweifellos einen Unfall im Rechtssinne dar. C. In ihrer Vernehmlassung vom 27. Juni 2014 schloss die Unfallversicherung auf Abweisung der Beschwerde. D. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen die Besc hwerdeführerin, ihr Rechtsvertreter, und E.____ als Vertreterin der Unfallversicherung teil . Dabei wird die Beschwerdeführerin nochmals zum Hergang der Ereignisse vom 30. November 201 3 und 28. Dezember 2013 be- fragt. In ihren Plädoyers halten die Parteien an ihr en Anträgen und im Wesentlichen an ihren Begründungen fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 Ab s. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) v om 20. März 1981 kann gegen Ein- spracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen ka ntonalen Versicherungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 ATSG das Versi- cherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versichert e Person zur Zeit der Beschwerde- erhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich d ieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtl iche Instanz des Kantons Be- schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich für die Behandlung der vorliegende n Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 28. Mai 2014 ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Unfallversicherun g zu Recht die Übernahme von Versi- cherungsleistungen im Zusammenhang mit den Vorfällen vo m 30. November 2013 und 28. Dezember 2014 ablehnte. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG gewährt die Unfallversicherun g Leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten. Als Unfall g ilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnl ichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper. Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich keit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfa lls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jewei- ligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschre itet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstän de in Betracht fallen (BGE 129 V 402 E. 2.1, 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). Ein Unfall liegt vor, wenn ein äusserer Faktor auf den Körper einwirkt. Das Ereignis muss sich in der Aussenwelt zutragen. Die Folgen davon können sich jedoch unter Umständen ausschliesslich im Körperinnern zeigen. Nach Leh- re und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnliche n äusseren Faktors in einer un- koordinierten Bewegung bestehen. Der ungewöhnliche äu ssere Faktor liegt in solchen Fällen darin, dass die körperliche Bewegung durch etwas Programm widriges gestört wird, was bei- spielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einen Gegen- stand anstösst, oder wenn sie um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV 1999 U 345 S. 422 E. 2b). Bei körpereigenen Traumen, das heisst bei Schädigungen infolge einer im Körperinnern vor sich gehenden Krafteinwirkung (wie etwa bei Muskel- und Gelenkschmerzen, einer Lumbago oder Hernien), ist somit erforderlich, dass die unmittelbare Ursache der S chädigung entweder die Folge einer be- stimmten sinnfälligen Überanstrengung ist oder unter be sonders sinnfälligen Umständen ge- setzt worden ist. Die Aussergewöhnlichkeit ist aber nicht schon dann gegeben, wenn die Ge- sundheitsschädigung bei einer etwas ungewohnten, der zu verrichtenden Arbeit aber angepass- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten Körperstellung erfolgt. Die Aussergewöhnlichkeit ei ner Anstrengung ist jeweils im Hinblick auf die Konstitution sowie die berufliche oder ausserbe rufliche Gewöhnung der betreffenden Person zu beurteilen (A LEXANDRA RUMO -JUNGO , Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Zürich/Basel/Genf 2003, 3. Auflage, S. 27 mit Hinweisen). 2.2 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungspro- zess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach habe n Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch , dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnot wendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungs gerichts ist, für die Zusammentra- gung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversi cherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgr und einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahr scheinlichkeit für sich hat, der Wirklich- keit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 2.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Besch werdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih rem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht gilt, soweit das Gesetz nicht etwa s Abweichendes vorsieht, der Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360). Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzeln en Voraussetzungen des Unfallbegriffs er- füllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die P arteien heranziehen. Wird auf Grund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereig nisses nicht wenigstens mit Wahr- scheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nich t -, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden P erson auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b S. 140 mit Hinweis; Urteile des Bundesgerichts vo m 31. Januar 2011, 8C_709/2010, E. 2.2 und U 346/05 vom 20. Februar 2007 E. 2.2, je mit weiteren Hinweisen). 2.4 Was speziell den Unfallbeweis anbelangt, sind die e inzelnen Umstände des Unfallge- schehens von der Leistungsansprecherin bzw. vom Leistungsan sprecher bzw. glaubhaft zu machen. Zur Glaubhaftmachung eines Unfallereignisses müssen über das konkrete Geschehen genaue und möglichst detaillierte Angaben namhaft gemacht werden, aufgrund derer der Versi- cherer in die Lage versetzt wird, sich über die Tatumst ände ein klares Bild zu machen und die- se in objektiver Weise abzuschätzen (vgl. Urteile des Eidge nössischen Versicherungsgerichts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen ) vom 25. November 2004, U 209/04, vom 15. September 2004, U 234/04 sowie vom 19. Mai 200 4, U 236/03). Bei sich widerspre- chenden Angaben der versicherten Person über den Unfall hergang ist auf die Beweismaxime Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht hinzuweisen, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstell ungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher od er anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, mei stens grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47 mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 23. November 2006, U 258/04, E. 3.1). Der Grundsatz, wonach die ersten Aussagen nach einem schädigenden Ereignis in de r Regel unbefangener und zuver- lässiger sind als spätere Darstellungen, stellt eine im R ahmen der freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende Entscheidungshilfe dar. Sie kann nur zur Anwendung gelangen, wenn von zusätzlichen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwart en sind (RKUV 2004 Nr. U 524 S. 546 f., U 236/03 E. 3.3.4; Urteil des Bundesgericht s vom 14. November 2013, 8C_696/2013, E. 2). 2.5 Der mangelhafte Nachweis eines die Merkmale des Unf alles erfüllenden Ereignisses lässt sich nur selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. D iesen kommt im Rahmen der Be- weiswürdigung für oder gegen das Vorliegen eines unfal lmässigen Geschehens in der Regel nur die Bedeutung von Indizien zu (RKUV 2003 Nr. U 485 S. 260 E. 5, 1990 Nr. U 86 S. 51 E. 2). Dabei ist zu beachten, dass sich der medizinische Begriff des Traumas nicht mit dem Un- fallbegriff deckt. Ein traumatisches Ereignis oder Traum a im medizinischen Sinne kann neben dem eigentlichen Unfall im Rechtssinne auch Ereignisse um fassen, denen der Charakter der Ungewöhnlichkeit und/oder Plötzlichkeit abgeht (nicht p ublizierte E. 1 des BGE 130 V 380 mit Hinweis). 3.1. In der Unfallmeldung vom 7. Januar 2014 schildert e die Arbeitgeberin der Versicherten den Vorfall vom 28. Dezember 2013 wie folgt: "Frau A.____ kniete am Boden im Wohnzimmer, wollte aufstehen, mit dem linken Fuss hat sie sich hochgedrückt und plötzlich hat es einen Knall im Fersen gegeben und die Achillessehne war gerissen." Dem Operationsbericht vom 2. Januar 2014 zufolge habe sich die Versicherte am 30. Dezembe r 2013 auf der Notfallstation der D.____ vorgestellt. Aufgrund der Befunde habe eine In dikation zur Achillessehnennaht bestan- den. Der Eingriff sei am Folgetag durchgeführt worden . In seinem Bericht vom 9. Januar 2014 führte Dr. C.____ aus, dass sich die Versicherte am 28. De zember 2013 beim Aufstehen aus der Hocke eine Achillessehnenruptur zugezogen habe. Eini ge Tage vorher habe sie sich die Achillessehne beim Treppensteigen direkt traumatisiert. Es liege ein Unfall vor. Der von der Versicherten im Fragebogen "Allgemein" vom 10. Januar 2 014 geschilderte Hergang lautet: "Am 28. Dezember 2013 bin ich Wohnzimmer gekniet, woll te aufstehen und als ich den linken Fuss auf dem Boden aufsetzte, gab es einen Knall im li nken Fersen. Die Achillessehne war gerissen." Sie bestätigte zudem, dass sich der Vorfall ohne äussere Einwirkungen ereignet ha- be. Dagegen verneinte sie die Frage, ob sie vor dem Ereignis wegen ähnlichen Beschwerden in Behandlung gestanden habe. In den Akten ist weiter ei ne Telefonnotiz der Unfallversicherung zu finden, wonach die Versicherte mitgeteilt habe, dass si e sich am 30. November 2013 beim Treppengehen eine Fersenkontusion zugezogen habe, als sie mit dem linken Fersen am obers- ten Tritt hängen geblieben sei. Danach habe sie zwei Wo chen Schmerzen gehabt und ausser Stiefel keine Schuhe mehr anziehen können (vgl. auch Sch reiben vom 5. Februar 2014, in wel- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht chem Dr. C.____ und ihr Lebenspartner die Richtigkeit dieser Aussage mit ihren Unterschriften bestätigten). Die Versicherte machte in ihrer Einsprache vom 6. März 2014 geltend, dass die Unfallversicherung den Sachverhalt in ihrer Verfügung v om 27. Februar 2014 nicht ganz richtig wiedergegeben habe. Sie habe die am 30. November 20 13 zugezogene Verletzung fälschli- cherweise als Prellung angesehen. Dr. C.____ habe gem eint, dass die Sehne damals bereits angerissen gewesen sei, da die Achillessehne, welche die stärkste Sehne sei, bei einem ge- sunden, jungen Menschen nicht einfach reissen könne. Bei einem Anriss könnten die Schmer- zen ohne weiteres nach wenigen Tagen abklingen. Zum Ereignis vom 28. Dezember 2013 führ- te sie an, dass sie "mit einem Ruck und mit Schwung aus der Kniestellung aufgestanden sei, ohne die Hände zu benutzen, da sie ein Mikrofon in de r Hand gehalten habe. Dabei habe es beim Aufsetzen auf dem Boden einen Knall im linken F uss gegeben und die Achillessehne sei gerissen…. Sie sei vor dem Fernseher gekniet, weil sie mi t ihrem Partner "Singstar" gespielt bzw. gesungen habe. In der Beschwerde vom 28. Mai 2014 schilderte die Versicherte den Vor- fall in ähnlicher Weise: Am 28. Dezember 2013 habe sie vor dem Fernseher "Singstar" gespielt. Dabei sei sie mit einem Mikrofon in der Hand am Boden gekniet. Sie habe sich dann ruckartig und mit Schwung aus der Hocke erhoben, ohne sich mit den Händen am Boden abzustützen. Bei dieser plötzlichen Körperbewegung sei es zum Riss der Achillessehne gekommen. 3.2 An der Parteiverhandlung erklärte die Versicherte, dass "Singstar" ein Kinderspiel sei, bei welchem man Karaoke singe. Da sie nicht so gut sehe, sei si e an jenem Abend ganz nahe vor dem Fernseher gekniet, damit sie den Gesangstext habe lesen können. Vor dem Refrain, den sie auswendig singen könne, habe sie zurück auf das Sofa geh en wollen. Dabei habe sie sich mit dem Mikrofon in der Hand aus der knienden Stellung rückwärts auf beide Füsse geschwun- gen, ohne sich mit den Händen abzustützen. Beim Aufstehe n habe es im linken Fersen laut geknackt. Auf Aufforderung hin zeigte sie diesen Bewegungsablauf vor. 3.3 In Würdigung der vorliegenden Aussagen sind sich die Parteien einig, dass am 28. De- zember 2013 die Achillessehne des linken Fusses riss, als di e Versicherte aus der Kniestellung aufstehen wollte. Die ersten in den Akten festgehalte nen Sachverhaltsdarstellungen vermitteln den Eindruck, dass lediglich der linke Fuss bei der Aufste hbewegung auf den Boden aufgesetzt wurde, während das rechte Bein noch in kniender Stellung verharrte. So wird von einem "Hoch- drücken des linken Fusses" oder "Aufsetzen des linken Fusses a uf den Boden" gesprochen. In den späteren Beschreibungen präzisierte die Versicherte de n Hergang dahingehend, dass sie ruckartig und mit Schwung aus der Kniestellung aufgesta nden sei. Erst aufgrund der heutigen Aussagen und dem demonstrierten Bewegungsablauf wird klar, dass sich die Versicherte sin- gend mit einem Mikrofon in der Hand auf dem Boden kni ete, als sie sich, um aufstehen zu kön- nen, rückwärts ohne Hilfe der Hände auf beide Füsse schwa ng. Bei dieser Bewegung riss die Achillessehne des linken Fusses. Es besteht kein Anlass, an der Glaubwürdigkeit dieser Aus- sagen zu zweifeln; zumal der Bewegungsablauf den vorange gangenen Beschreibungen nicht widerspricht. Dass sie darin lediglich den linken Fuss erwähnte, ist wohl darauf zurückzuführen, dass sie infolge der Verletzung diesem mehr Beachtung schenkte und sich nicht veranlasst sah, sich zur Position des rechten Fusses zu äussern. Von der Vorst ellung, dass sich bei der Auf- stehbewegung lediglich der linke Fuss auf dem Boden be fand, liess sich wohl auch die Vorinstanz leiten. Wie sich heute gezeigt hat, lässt sich d er Ablauf des Vorfalls vom 28. De- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zember 2013 erst jetzt detailliert rekonstruieren. Damit steht aber gleichzeitig fest, dass die Vorinstanz bei der Beurteilung des Leistungsanspruchs von einem unzutreffenden Sachverhalt ausging. 3.4 Entgegen der von der Unfallversicherung in ihrer Ve rnehmlassung sowie in der Parteiver- handlung vertretenen Meinung findet die Beweismaxime "Aussagen der ersten Stunde" vorlie- gend keine Anwendung. Rechtsprechungsgemäss kann auf di ese Beweismaxime nur bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über d en Ereignishergang abgestellt wer- den. Gestützt auf die heutige Sachverhaltsdarstellung de r Versicherten erweisen sich jedoch weder ihre ersten Aussagen noch die später erfolgten S achverhaltsdarstellungen als wider- sprüchlich. 4. Ausgehend vom hier massgebenden Hergang des Vorfall s vom 28. Dezember 2013 ist zu prüfen, ob ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG vorlie gt. Dabei ist festzustellen, dass die Versi- cherte beim Vorfall vom 28. Dezember 2013 nichts Ungewö hnliches im Bewegungsablauf wie ein Stolpern, ein Fehltritt oder ein Ausrutschen, ein Anstossen oder ein reflexartiges Abwehren eines Sturzes etc. beschreibt. Ebenso wenig lag eine ausserordentliche Kraftanstrengung (eine sinnfällige Überanstrengung) vor. Damit ist aber eine P rogrammwidrigkeit im Bewegungsablauf nicht erkennbar, womit das Vorliegen eines ungewöhnlich en äusseren Faktors und somit auch ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu verneinen ist. 5. Erlitt die Versicherte beim Ereignis vom 28. Dezembe r 2013 keinen Unfall im Rechtssinne, bleibt zu prüfen, ob eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt. 5.1 Als tatbestandsmässige Gesundheitsschädigungen gelten g emäss Art. 9 Abs. 2 der Ver- ordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 die in lit. a bis h aufgeführ- ten Körperschädigungen, wozu auch Sehnenrisse gehören (lit. f), auch wenn sie nicht durch einen ungewöhnlichen äusseren Faktor verursacht wurden . Gemäss den Berichten von Dr. C.____ vom 2. und 9. Januar 2013 erlitt die Versich erte unbestrittenermassen ein Achilles- sehnenriss am linken Fersen, deren gerissenen Sehnenantei le mit einer Naht operativ verbun- den werden mussten. 5.2 Damit eine Leistungspflicht der Unfallversicherung bei unfallähnlichen Körperschädigun- gen bejaht werden kann, müssen mit Ausnahme der Ungew öhnlichkeit sämtliche Tatbestands- merkmale des Unfallbegriffs erfüllt sein. Besonderer Bedeutung kommt der Voraussetzung des äusseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb des Körpe rs liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalls (BGE 129 V 466 E. 2.2). Die schädigende äussere Einwirkung kann in einer körpereigenen Bewegung bestehe n (BGE 129 V 466 E. 4.1 mit Hin- weisen). Das Auftreten von Schmerzen als solches ist kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinne der Rechtsprechung, weshalb dieser nicht gegebe n ist, wenn die versicherte Person nur das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (BGE 129 V 466 E. 4.2.1). Vielmehr ist gemäss Rechtsprechung für die Bejahung eines äusseren auf den menschlichen Körper schädigend einwirkenden Faktors stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum ein- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht schiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahren- lage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele sportli che Betätigungen zutreffen kann. Der äussere Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial lieg t auch dann vor, wenn die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch no rmalen und psychologisch be- herrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner G liedmassen, gleichkommt. Deswegen fallen einschiessende Schmerzen als Symptome eine r Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV ausser Betracht, wenn sie allein bei der Vornahm e einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass hierzu ein davon unterscheidbares ä usseres Moment hineinspielt. Wer also lediglich beim Aufstehen, Absitzen, Abliegen, der Bewegung im Raum, Handreichungen usw. einen einschiessenden Schmerz erleidet, welcher sich als Symptom einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV herausstellt, kann sich nicht auf das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung berufen. Die physiologische Beanspruchun g des Skelettes, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar, dem ein zwar nicht ungewöhn- liches, jedoch gegenüber dem normalen Gebrauch der Kör perteile gesteigertes Gefährdungs- potenzial innewohnen muss (BGE 129 V 466 E. 4.2.2). Erfüllt ist demgegenüber das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körp erlage, die nach unfallmedizini- scher Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führe n können, etwa das plötzliche Aufste- hen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende Bewegung und die durch äussere Einflüsse unkontrollierbare Änderung der Körperlage (BGE 129 V 466 E. 4.2.3). Erforderlich für die Beja- hung eines äusseren Faktors ist demzufolge ein gesteigertes Schädigungspotenzial, sei es zu- folge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrol- lierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrich tung führenden Faktors (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. Januar 2013, 8C_705/2012, E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 129 V 468 E. 3). 5.3 Die Unfallversicherung stellt sich auf den Standpunkt , dass das Aufstehen aus einer knienden Stellung eine alltägliche Lebensverrichtung da rstelle, die üblicherweise im Rahmen einer physiologisch normalen und psychologisch beherrschte n Beanspruchung des Körpers liege, der grundsätzlich kein besonderes Schädigungspot ential innewohne und daher als sol- cher nicht den Anforderungen der Rechtsprechung an de n äusseren schädigenden Faktor ge- nüge. Die Versicherte habe keine plötzliche, ruckartige oder unkontrollierte Bewegung gemacht, aufgrund welcher auf ein sinnfälliges Ereignis geschlosse n werden könne. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Wird die Aufstehbewegung v om 28. Dezember 2013 näher betrach- tet, so muss die Versicherte aus der Kniestellung zuerst die Zehen beider Füsse auf den Boden aufgestellt haben. Um auf die ganze Fusssohle gelangen zu können, bedarf es aus dieser Posi- tion einer Rückwärtsbewegung. Werden die Hände dabei n icht benutzt, so gelingt dies nur mit einem gewissen ruckartig ausgelösten Schwung, damit sich da s Körpergewicht von den Zehen unter gleichzeitigem Lösen der Knie vom Boden auf die Fersen verlagert. Diese ruckartig aus- gelöste Schwungbewegung stellt ein unmittelbares Gesche hen im Sinne der Rechtsprechung dar, welches das Merkmal der Plötzlichkeit aufweist. Bereit s vor dem die Verletzung auslösen- den Ereignis war die Achillessehne aufgrund der aufge stellten Zehen belastet und wurde als- dann durch eine weitere, unvermittelt einsetzende Ruck- und anschliessende Schwungbewe- gung zusätzlich erheblich in Anspruch genommen. Dieses E reignis ist vergleichbar mit dem in BGE 116 V 148 angeführten Beispiel des plötzlichen Auf stehens aus der Hocke, in welchem Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung der äussere Faktor bejaht wurde (vgl. auch die Übersicht in: ALEXANDRA RUMO -JUNGO /A NDRÉ PIERRE HOLZER , Rechtsprechung des Bundesge- richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die U nfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 81 f.). Es ist zwar mit der Unfallversicherung einig zu gehen, dass das Aufstehen aus knien- der Stellung üblicherweise eine alltägliche Lebensverri chtung darstellt. Sie übersieht jedoch, dass zu dieser Bewegung vorliegend ein davon unterschei dbares zur Unkontrollierbarkeit der Verrichtung führendes äusseres Moment in Form eines ru ckartig ausgelösten Schwungs hinzu- trat, weshalb ein ausserhalb des Körpers liegendes, objek tiv feststellbares, sinnfälliges, unfall- ähnliches Ereignis zu bejahen ist (vgl. dazu Urteil des B undesgerichts vom 7. Mai 2010, 8C_772/2009, E. 3.3). 5.4 Daran ändert das von der Unfallversicherung vergleich sweise angeführte bundesgerichtli- che Urteil vom 27. Mai 2013 (8C_282/2013) nichts. In jenem Fall versorgte eine Rettungssanitä- terin zusammen mit einer Kollegin bei einem fingiert en Einsatz in kniender Stellung einen am Boden sitzenden Verletzten. Als sie ihn auf Rettungsbret t heben musste, verspürte sie beim Aufstehen plötzlich einen starken Schmerz im rechten Knie . Das Bundesgericht verneinte den äusseren Faktor mit der Begründung, dass solche Aufstehb ewegungen für die berufliche Tätig- keit als Rettungssanitäterin typisch und alltäglich seien und deshalb keine gesteigerte Gefähr- dung der körperlichen Integrität vorliege. In casu erf olgte das Aufstehen aus einer knienden Position weder im Rahmen einer beruflichen Arbeit noch handelte es sich um eine alltägliche Bewegung der Versicherten. Die Unfallversicherung kann de shalb aus dem von ihr zitierten Urteil des Bundesgerichts nichts zu ihren Gunsten ableiten. 5.5 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass das Ereignis vom 28. Dezember 2013 eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Ab s. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 UVV dar- stellt. In Gutheissung der Beschwerde ist demnach der Einspracheentscheid vom 28. April 2014 aufzuheben und die Unfallversicherung zu verpflichten, der Versicherten im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 28. Dezember 2013 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. 5.6 Aufgrund dieses Ergebnisses erübrigt sich zu prüfen, ob das Ereignis vom 30. November 2013 den Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG oder die Vo raussetzungen für das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV erfüllt. 6.1 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. 6.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Versicherte obsiegen de Partei ist, ist ihr eine Parteient- schädigung zu Lasten der Unfallversicherung zuzusprechen. D er Rechtsvertreter der Be- schwerdeführerin machte in seiner Honorarnote vom 6. Au gust 2014 für das vorliegende Ver- fahren einen Zeitaufwand von 9,75 Stunden geltend, w as sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Unter Hinzurechnung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht von 3,25 Stunden für die Parteiverhandlung resultiert ein Aufwand von insgesamt 13 Stunden. Die Bemühungen sind zum in Sozialversicherungsprozessen p raxisgemäss für durchschnittli- che Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewie senen Auslagen von Fr. 58.--. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'572.65 (13 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 58.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Unfallversicherung zuzusprechen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Schweize rische National- Versicherungs-Gesellschaft AG verpflichtet, der Beschwerde führerin die gesetzlichen Leistungen für die Folgen aus dem Ereig nis vom 28. Dezember 2013 zu erbringen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft A G hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in Höhe v on Fr. 3‘572.65 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde von Schweizerischen National-Versicherungs-Gesellschaft AG am 27. Februar 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren-Nr. 8C_152/2015 ) erhoben.