Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 28. Februar 2017 (460 16 122) ____________________________________________________________________ Strafrecht Gewerbsmässiger Diebstahl Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Helena Hess (Ref.), Richter Markus Mattle; Gerichtsschreiberin Nicole Schneider Parteien Staatsanwaltschaft Basel -Landschaft , Allgemeine Haupt- abteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin Privatklägerschaft gegen A.____ , vertreten durch Advokat Daniel Wagner, Stänzlergasse 3, Postfach, 4001 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Gewerbsmässiger Diebstahl etc. Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 9. Mai 2016 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 9 . Mai 2016 wurde A.____ des ge- werbsmässigen Diebstahls, des Diebstahls, der mehrf achen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruches schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten verurteilt. Die vom 26. Dezember 2015 bis zum 16. M ärz 2016 ausgestandene Auslieferungs- bzw. Untersuchungshaft von 81 Tagen wurde an diese Strafe angerechnet (Ziffer 1). Es wurde sodann festgestellt, dass sich der Beurteilte seit dem 17. März 2016 im vorzeitigen Strafvollzug befindet (Ziffer 2). Der Beurteilte wurde bei der A nerkennung diverser Zivilforderungen behaftet resp. zur Bezahlung von zwei Zivilforderungen verur teilt (Ziffer 3 und 4). Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 10‘692.--, den Kosten des Zwangsmass- nahmengerichts von Fr. 500.-- und der Gerichtsgebüh r von Fr. 4‘000.--, wurden zufolge Unein- bringlichkeit dem Staat auferlegt (Ziffer 5). Das H onorar der amtlichen Verteidigung wurde schliesslich, wiederum zu Lasten der Staatskasse, a uf Fr. 5‘587.10 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) festgesetzt (Ziffer 6). B. Gegen dieses Urteil erhob der Beschuldigte mit Ein gabe vom 12. Mai 2016 Berufung. In seiner Berufungserklärung vom 27. Juni 2016 stellte er folgende Anträge: „1. Es sei der Berufungskläger vom Anklagepunkt des gewerblichen Diebstahls freizuspre- chen. 2. Im Falle einer vollumfänglichen respektive teil weisen Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs sei der Berufungskläger zu einer tieferen Strafe zu verurteilen. 3. Es sei dem Berufungskläger für das Berufungsver fahren die amtliche Verteidigung zu bewilligen. 4. Unter o/e Kostenfolge.“ In seiner Berufungsbegründung vom 5. September 2016 hielt der Beschuldigte an seinen An- trägen fest. C. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft (nachfolge nd Staatsanwaltschaft) erklärte mit Eingabe vom 30. Juni 2016 die Anschlussberufung und beantragte, es sei Ziffer 1 des erstin- stanzlichen Urteils teilweise abzuändern und der Be schuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren zu verurteilen. In ihrer Anschlussberufungsb egründung vom 25. August 2016 hielt die Staatsanwaltschaft an diesem Antrag fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Mit Berufungsantwort vom 12. September 2016 beantr agte die Staatsanwaltschaft die vollumfängliche und kostenfällige Abweisung der Berufung des Beschuldigten. Der Beschuldigte stellte seinerseits mit Anschlussb erufungsantwort vom 31. Oktober 2016 fol- gende Rechtsbegehren: „1. Die Anschlussberufung sei vollumfänglich abzuw eisen. 2. An den Berufungsanträgen wird vollumfänglich fe stgehalten. 3. Unter o/e-Kostenfolge.“ Die Begründung des Strafgerichtsurteils sowie die A usführungen der Parteien werden - soweit erforderlich - in den nachfolgenden Erwägungen dargelegt. E. Mit Verfügung vom 26. Juli 2016 stellte der zustän dige Präsident des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend Kantonsgericht), fest, dass die Privatkläger weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben haben . Er bewilligte dem Beschuldigten die amtliche Verteidigung mit Advokat Daniel Wagner für das zweitinstanzliche Verfahren. Der Schriftenwechsel wurde sodann mit präsidialer Verfü gung des Kantonsgerichts vom 2. Novem- ber 2016 geschlossen und die Parteien zur kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung geladen. F. Zur heutigen zweitinstanzlichen Hauptverhandlung e rscheinen Staatsanwältin Stephanie Eymann für die Staatsanwaltschaft sowie der Beschul digte zusammen mit seinem Verteidiger, Advokat Daniel Wagner. Die Parteien halten vor Kantonsgericht an ihren Anträgen fest. Erwägungen I. Formelles 1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO zuläs sig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilwei se abgeschlossen worden ist. Es können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unricht ige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wobei das Berufungs gericht das Urteil in allen angefochte- nen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs . 2 und Abs. 3 StPO). Die Berufung ist zunächst dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Ta gen seit Eröffnung des Urteils schriftlich Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht oder mündlich anzumelden. Danach muss beim Berufung sgericht innert 20 Tagen seit der Zu- stellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung eingereicht werden (Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO). Die anderen Part eien können sodann innert 20 Tagen seit Empfang der Berufungserklärung schriftlich Anschlus sberufung erklären (Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO). 2. Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO ist jede Partei, die e in rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, zur Berufung legitimiert. Die Staatsan- waltschaft kann ebenfalls zugunsten oder zuungunste n der beschuldigten Person ein Rechts- mittel ergreifen (Art. 381 Abs. 1 StPO). Die Berech tigung zur Einlegung eines Rechtsmittels ist eine Eintretensvoraussetzung. Die Legitimation ist dann gegeben, wenn die Partei ein aktuelles rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung od er Änderung eines Entscheides hat, d.h. wenn sie durch den angefochtenen Entscheid beschwer t ist. In casu hat der Beschuldigte an- gesichts der erstinstanzlichen Verurteilung zweifellos ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Entscheides. 3. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts Basel- Landschaft vom 9. Mai 2016 ange- fochten. Dieses Urteil stellt ein taugliches Anfech tungsobjekt dar. Das Urteilsdispositiv wurde dem Vertreter des Beschuldigten am 12. Mai 2016 zug estellt (act. 1137). Die Berufungsanmel- dung vom 12. Mai 2016 (act. 1219) ist fristgerecht erfolgt. Das begründete Strafgerichtsurteil wurde dem Beschuldigten sodann am 7. Juni 2016 eröffnet (act. 1223). Die Berufungserklärung vom 27. Juni 2016, die auch an diesem Tag bei der P ost zum Versand aufgegeben wurde, ist damit ebenfalls rechtzeitig erfolgt. Die Anschlussb erufung der Staatsanwaltschaft vom 30. Juni 2016 ist schliesslich auch rechtzeitig erfolgt. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantons- gerichts zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO und § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Auf die Berufung des Be schuldigten und die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft kann somit eingetreten werden. II. Gegenstand des Berufungsverfahrens 1. Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufung sgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Es ist daher vora b darzulegen, was im zweitinstanzlichen Verfahren noch zur Diskussion steht. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Zunächst ist festzustellen, dass sowohl eine Beruf ung des Beschuldigten als auch eine Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft vorliegt. Demgegenüber haben die Privatkläger we- der Berufung noch Anschlussberufung erhoben. Der Be schuldigte verlangt sodann in seiner Berufungserklärung vom 27. Juni 2016 zum einen, dass er vom Anklagepunkt des gewerblichen (recte: gewerbsmässigen) Diebstahls freigesprochen wird und beanstandet zum anderen die Freiheitsstrafe von 27 Monaten als zu hoch. Diese w ird wiederum von der Staatsanwaltschaft mit Anschlussberufung vom 30. Juni 2016 als zu tief gerügt. Die erstinstanzlich ausgefällte Stra- fe kann daher sowohl zu Gunsten des Beschuldigten g emildert als auch zu dessen Lasten er- höht werden. Zur Disposition steht also nur Disposi tiv-Ziffer 1 des erstinstanzlichen Urteils vom 9. Mai 2016 und zwar hinsichtlich des Schuldspruchs wegen gewerbsmässigen Diebstahls so- wie des Strafmasses von 27 Monaten. Alle übrigen Teile des vorinstanzlichen Erkenntniss es sind demnach nicht mehr Gegenstand des Berufungsverfahrens, sondern mit dem erstinstan zlichen Urteil bereits in Rechtskraft er- wachsen (Art. 437 Abs. 1 lit. a StPO und Art. 437 Abs. 2 StPO). III. Gewerbsmässiger Diebstahl 1.1 Gemäss Anklageschrift vom 30. März 2016 wird dem B eschuldigten vorgeworfen, im Zeitraum vom 20. März 2014 bis zum 14. Mai 2014, mu tmasslich gemeinsam mit mindestens einem unbekannten Mittäter, insgesamt 6 Einbruchdie bstähle und zwar in W.____, X.____, Y.____ und in Z.____, verübt zu haben. Der Beschuld igte und eventuell seine Mittäter seien dabei grundsätzlich in gleicher Art und Weise vorge gangen, indem sie sich abends oder nachts vorsätzlich, unrechtmässig und gegen den Willen der Berechtigten auf umfriedete Grundstücke begeben, dort einzelne oder mehrere Wohnungs- bzw. Sitzplatztüren oder Fenster zumeist mit- tels unbekannter Werkzeuge aufgebrochen - oder Sche iben eingeschlagen - und dadurch vor- sätzlich beschädigt hätten, was im Fall 6 zu einem Sachschaden von Fr. 18‘600.-- geführt habe. Falls sie mit dem Aufbruch bzw. der Fenster- oder T üröffnung durch Eingriff erfolgreich gewe- sen seien, hätten sie sich vorsätzlich, unrechtmäss ig und gegen den Willen der berechtigten Personen Zutritt zum Innern der Liegenschaften verschafft. Anschliessend hätten sie die Räum- lichkeiten durchsucht und vorsätzlich, mit Aneignun gswillen und in unrechtmässiger Bereiche- rungsabsicht Wertgegenstände (Bargeld, Schmuck etc. ) entwendet und zum Nachteil diverser Geschädigter das im Deliktsverzeichnis beschriebene Deliktsgut behändigt. Gesamthaft hätten Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beschuldigte und seine Mittäter Waren im Wert v on Fr. 8‘698.-- erbeutet und einen Sach- schaden in Höhe von Fr. 30‘400.-- verursacht. Der B eschuldigte und seine Mittäter hätten sich von Anfang an darauf eingestellt, nach der Art eine s Berufes durch eine Vielzahl von Diebstäh- len namhafte Einkünfte zur Finanzierung ihres Leben sunterhalts im Sinne eines eigentlichen Erwerbseinkommens zu erzielen, wobei sie dies insbe sondere durch die für die Einbruchdieb- stähle aufgewendete Zeit sowie die dafür aufgewende ten Mittel zum Ausdruck gebracht hätten. Der Beschuldigte sei zu keinem Zeitpunkt einer lega len Erwerbstätigkeit nachgegangen und hätte eine solche in der Schweiz auch gar nicht aus üben dürfen. Zudem habe er bei der Einrei- se in die Schweiz kein Geld dabeigehabt und seinen Lebensunterhalt vorsätzlich durch den Erlös aus den Diebstählen bestritten. Bei den Einbr üchen habe er sich insbesondere auf leicht transportierbare und leicht absetzbare Beute, Barge ld, Computer zum Teil mit Dockingstation und Tastatur, Kugelschreiber, Jacken, Handtaschen oder Portemonnaies konzentriert und so in nur zwei Monaten Vermögenswerte im Wert von Fr. 8‘698.-- erbeutet (erstinstanzliches Urteil S. 2 f.). Mit Bezug auf die einzelnen Fälle resp. Einb rüche wird hier auf die diesbezügliche Zu- sammenstellung der Staatsanwaltschaft verwiesen (erstinstanzliches Urteil S. 4 ff.). 1.2 Die Vorinstanz führte in ihrem Urteil zunächst aus , dass die Täterschaft des Beschuldig- ten in den Fällen 1, 2, 4, 5 und 6 aufgrund der an den Tatorten sichergestellten DNA und im Fall 3 aufgrund der aufgefundenen und mit dem Fall 2 in Zusammenhang stehenden Gartenwerk- zeuge nachgewiesen und der Sachverhalt gemäss Ankla geschrift damit grundsätzlich erstellt sei. Da der Beschuldigte bestritt, dass er die Einbrüche mit einem Mittäter begangen habe, ging die Vorinstanz davon aus, dass er als Einzeltäter g ehandelt habe. Mit seinen weiteren Bestrei- tungen hinsichtlich des Sachschadens im Fall 5 und des Deliktsguts im Fall 6 drang der Be- schuldigte hingegen nicht durch. Diesbezüglich ist auf die Ausführungen des Strafgerichts hin- zuweisen (erstinstanzliches Urteil S. 10), denen si ch das Kantonsgericht mangels konkreter, substantiierter Anfechtung anschliesst. Die Vorderr ichter stellten in rechtlicher Hinsicht sodann fest, dass der Beschuldigte in den angeklagten Fällen mehrfach den Tatbestand des Diebstahls erfüllt habe, wobei es in den Fällen 1 und 4 beim Versuch geblieben sei. Das Strafgericht bejah- te zudem die Gewerbsmässigkeit resp. sprach den Bes chuldigten mit Bezug auf die Fälle 1 bis 5 des gewerbsmässigen Diebstahls schuldig. Er habe zur Aufbesserung seines Einkommens innerhalb eines Zeitraumes von fünf Tagen vier Einb rüche und einen Einschleichdiebstahl ver- übt und dabei einen Deliktserlös von Fr. 1‘789.-- e rzielt. Der Beschuldigte habe zur Tatzeit we- der in der Schweiz noch in Deutschland legal ein Er werbseinkommen erzielen können. Er sei Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf staatliche Unterstützung angewiesen gewesen, zumal seine Familie nach eigenen Angaben € 300.-- Sozialgeld pro Monat erhalten habe. Der Bes chuldigte habe demnach mit den fünf Ein- brüchen ein Vielfaches seines monatlichen Einkommen s resp. einen namhaften Beitrag zur Deckung seiner Lebenskosten erzielt. Da der Beschul digte gemäss seinen Angaben nach der Deliktsserie im Kanton Basel-Landschaft wieder zurü ck zu seiner Familie nach O.____ gereist sei und zwischen den Einbrüchen im Kanton P.____ un d im Kanton Q.____ ein Zeitraum von rund zwei Monaten liege, ging das Strafgericht davo n aus, dass der Einbruch im Fall 6 auf ei- nen neuen Tatentschluss zurückzuführen sei und spra ch ihn daher mit Bezug auf diesen Fall des einfachen Diebstahls schuldig. Schliesslich spr ach die Vorinstanz den Beschuldigten auch der mehrfachen Sachbeschädigung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig (erstin- stanzliches Urteil S. 10 ff.). 2.1 Die Berufung des Beschuldigten richtet sich zunäch st gegen die Bejahung des ge- werbsmässigen Diebstahls. In casu scheitere die Gew erbsmässigkeit bereits an der Vorausset- zung der relativ regelmässigen Einnahmen. Der Fall 6 stehe nämlich ausser Betracht und in zwei Fällen sei es lediglich beim Versuch geblieben . Die Beurteilung der Regelmässigkeit müs- se also anhand von nur drei Taten erfolgen. Ausserd em sei davon auszugehen, dass die nach- folgenden Taten nur deshalb verübt worden seien, we il die vorhergehenden gescheitert seien. Der Beschuldigte macht weiter geltend, dass er wege n einem Streit mit seiner Frau in die Schweiz gereist sei. Er habe keine Arbeitserlaubnis in Deutschland erhalten und die finanzielle Lage seiner Familie mit zwei kleinen Kindern sei se hr angespannt gewesen. Aus diesem Grund sei er in dieser Zeit unter einem enormen Druck ges tanden und habe einfach mal wegkommen wollen. Dafür habe er Geld benötigt. Er sei - wie d er Beschuldigte selber festhält - in die Schweiz gekommen, um „… sich das Nötige für seine „ Auszeit“ zu erstehlen sowie darüber hin- aus Geld aufzutreiben, um seine Schulden, die er da mals hatte, begleichen zu können“ (Beru- fungsbegründung vom 5. September 2016, S. 3). Da er nach den Einbrüchen mit dem gesam- ten Erlös nach Hause gekehrt sei, handle es sich um ein einmaliges Einkommen. Mit Bezug auf die Annahme im vorinstanzlichen Urteil, wonach das erzielte Einkommen zur Finanzierung der Lebenskosten beigetragen habe, hält der Beschuldigte fest, dass nebst dem Sozialgeld von ca. € 300.-- (den genauen Betrag kenne er nicht, weil se ine Frau sich darum kümmere) auch die Wohnung, die bezahlt werde, zu den Lebensunterhalts kosten zähle. Die monatlichen Einnah- men würden daher weit über der Summe von € 300.-- liegen, weshalb der Deliktserlös von Fr. 1‘789.-- auch keinen namhaften Beitrag an die Leben sunterhaltskosten darstellen könne. Der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschuldigte bestreitet sodann, dass er eine bestim mte Methode angewandt oder eine Organi- sation entwickelt habe. Die Auswahl der Einbruchsob jekte sei zufällig erfolgt. Er sei ohne Ziel losgegangen, habe aber darauf geachtet, eine Begegn ung mit der Bewohnerschaft zu vermei- den. So habe er sich nach einem Haus umgesehen, in dem kein Licht gebrannt habe und bei dem der Briefkasten voll gewesen sei. Beim ersten E inbruch in der Nacht vom 20./21. März 2014 in W.____ seien die Bewohner trotz seiner Vors ichtsmassnahmen zu Hause gewesen, weshalb er ohne Deliktsgut geflohen sei. Hunger und Kälte hätten ihn dann erneut dazu bewo- gen, sich in der Nacht vom 21./22. März 2014 durch einen Einbruch in ein Einfamilienhaus in X.____ das Nötigste zu besorgen, wobei er sich das Werkzeug für diesen Einbruch aus einem unverschlossenen Gartenhäuschen beschafft habe. Der Beschuldigte weist weiter darauf hin, dass er den zweiten Einbruch in X.____ am 22. März 2014 abends verübt habe, nachdem er sich zuvor mit gestohlenem Whisky betrunken habe, u nd dass es dabei wahrscheinlich wegen seines angetrunkenen Zustandes bei einem Versuch ge blieben sei. Da er immer noch nicht genügend Mittel für seine Rückreise und die Begleic hung seiner Schulden aufgetrieben habe, sei er am 25. März 2014 in eine weitere Liegenschaf t in Y.____ eingedrungen. Vor der Rückrei- se zu seiner Familie habe er sich der gestohlenen Schuhe und der Kugelschreiber entledigt und das übrige Diebesgut - soweit er dieses nicht für s ich selbst verwendet habe - in R.____ ver- kauft. 2.2 Gewerbsmässiger Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB liegt vor, wenn der Täter in der Absicht, ein Erwerbseinkommen zu erlangen, mehr fach Diebstähle begeht und wenn auf- grund seiner Taten der Schluss gezogen werden muss, er sei zu einer Vielzahl von unter den fraglichen Tatbestand fallenden Handlungen bereit g ewesen. Nach der Umschreibung des Bundesgerichts ist die Gewerbsmässigkeit dann zu be jahen, wenn der Täter die deliktische Tä- tigkeit nach der Art eines Berufes ausübt. Dies erg ibt sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Hä ufigkeit der Einzelakte innerhalb eines be- stimmten Zeitraumes sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften (vgl. Grundsatzent- scheid BGE 116 IV 319; vgl. auch BGE 119 IV 129 E. 3a und 123 IV 113 E. 2c). Wesentlich ist, dass der Täter sich darauf eingerichtet hat, durch sein deliktisches Handeln relativ regelmässi- ge Einnahmen zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten seiner Lebensgestaltung darstellen. Ob dies der Fall ist, muss aufgrund der gesamten Umstände entschieden werden. Dafür kommen Kriterien wie etwa die Häufigkeit der während eines bestimmten Zeitraumes verübten Taten, Planmässigkeit, Aufbau einer Organisation oder Vornahme von Investitionen in Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Frage (vgl. BGE 123 IV 113 E. 2c). Die Absicht des Täters, ein Erwerbseinkommen zu generie- ren, genügt; nicht erforderlich ist, dass es tatsächlich gelingt, einen namhaften Gewinn zu erzie- len. Die deliktische Tätigkeit muss auch nicht die einzige oder hauptsächliche Einnahmequelle des Täters bilden; ein blosser Nebenerwerb genügt ( MARCEL ALEXANDER N IGGLI /CHRISTOF RIEDO , Basler Kommentar zum StGB II, 2013, Art. 139 N 98 f. mit weiteren Hinweisen). Schliesslich muss der Täter zur Verübung einer Viel zahl von Delikten der fraglichen Art bereit sein. Dies ist dann unproblematisch, wenn der Täter in der Vergangenheit derart oft delinquiert hat, dass er diese Bereitschaft bereits offenbart h at (M ARCEL ALEXANDER N IGGLI /CHRISTOF RIEDO , a.a.O., Art. 139 N 107 f.). Begeht der Täter vollendete und versuchte gleichartige Delikte und handelt er dabei gewerbsmässig, geht der Versuch im vollendeten gewerbsmässigen Delikt auf (BGE 123 IV 113 E. 2d). Für die Bejahung der Gewerbsmässigkeit müssen demna ch folgende drei Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein (MARCEL ALEXANDER NIGGLI /CHRISTOF RIEDO , a.a.O., Art. 139 N 90 ff.): - mehrfaches Delinquieren; - die Absicht, ein Erwerbseinkommen zu erzielen, und - die Bereitschaft zur Verübung einer Vielzahl von Delikten der fraglichen Art. 2.3 Mit Bezug auf die erste Voraussetzung stellt sich der Beschuldigte auf den Standpunkt, dass nur von drei Einbrüchen auszugehen sei, weil e s in zwei Fällen beim Versuch geblieben sei. Wieviele Straftaten genau vorausgesetzt werden , um das Kriterium der mehrfachen Delin- quenz zu erfüllen, ist zwar nirgends definiert. Das s jedoch auch Einbruchsversuche zu berück- sichtigen sind, erscheint als offensichtlich, zumal die durchschnittliche Erfolgsquote für die Qua- lifikation der einzelnen Straftaten als gewerbsmäss ig nicht relevant ist (vgl. dazu BGE 123 IV 113 E. 2c). Massgebend ist vielmehr, in welchem Zei traum die Straftaten verübt wurden und welcher Deliktsbetrag dabei gesamthaft erzielt wurd e. So mag etwa ein fünffach begangener Diebstahl mit einer Beute von Fr. 2‘000.-- innerhal b einer Woche genügen, die gleiche Anzahl von Straftaten mit gleicher Deliktssumme innerhalb eines Jahres hingegen nicht (M ARCEL ALEXANDER NIGGLI /CHRISTOF RIEDO , a.a.O., Art. 139 N 97). Im vorliegenden Fall verü bte der Beschuldigte innert weniger als einer Woche vier Ei nbrüche resp. Einbruchsversuche sowie einen Einschleichdiebstahl und erzielte dabei insge samt Fr. 1‘789.--. Die Voraussetzung des mehrfachen Delinquierens ist damit klar erfüllt. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Der Beschuldigte bestreitet, dass die Einbrüche in der Absicht, damit ein Erwerbsein- kommen zu erzielen, erfolgt seien. Die Einbrüche hä tten ihm lediglich zu einer einmaligen Ein- nahme verholfen, die aber keinen namhaften Beitrag an die Lebensunterhaltskosten seiner Fa- milie dargestellt habe. Dem ist zunächst entgegenzu halten, dass der Beschuldigte zum Zeit- punkt der Einbrüche mangels Arbeitserlaubnis gar ke iner Erwerbstätigkeit nachging und damit überhaupt kein eigenes Erwerbseinkommen erzielte, sondern von der Sozialhilfe lebte. Welcher Betrag ihm und seiner Familie damals tatsächlich pr o Monat zur Verfügung stand, ist aufgrund der verschiedenen Angaben des Beschuldigten nicht g enau bekannt. Anlässlich der Hafteröff- nungsverhandlung vom 29. Dezember 2015 sprach er vo n einem Sozialgeld von ca. € 300.--, wobei er den genauen Betrag nicht kenne, weil seine Frau sich darum gekümmert habe (act. 37). Bei der Einvernahme zur Person vom 22. März 20 16 gab der Beschuldigte sodann zu Pro- tokoll, dass er vom Jobcenter € 200.-- pro Monat erhalten und seine Frau nichts ve rdient habe (act. 41). Bei einem derart geringen Einkommen ist die Voraussetzung, mit dem Deliktserlös einen namhaften Teil der Lebenskosten zu decken, ra sch erfüllt. Das Bundesgericht erachtete einen monatlichen Deliktsertrag von Fr. 500.-- bei einem sonstigen Einkommen von Fr. 3‘500.-- als genügend (BGE 123 IV 113 E. 2). Im vorliegenden Fall erzielte der Beschuldigte in fünf Ta- gen einen Deliktserlös von Fr. 1‘789.--. In Anbetra cht seines viel geringeren fixen Einkommens war dieser Ertrag ohne weiteres geeignet, einen nam haften Teil der Lebenskosten zu decken. An dieser Stelle ist denn auch darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte ohne über die nötigen Mittel zu verfügen, seine „Auszeit“ von der Familie in Angriff nahm und diese vielmehr - wie er in der Berufungsbegründung selber darlegt - mit Hilfe der Einbrüche finanzieren wollte. Der Erlös aus den Einbrüchen diente also während seines Aufen thalts in der Schweiz voll und ganz der Deckung seiner Lebenskosten. 2.5 Zu prüfen ist schliesslich, ob im vorliegenden Fal l auch die Bereitschaft zur Verübung einer Vielzahl von Einbrüchen bejaht werden kann. W ie sich aus dem Strafregisterauszug (act. 5 ff.) ergibt, wurde der Beschuldigte in der Vergan genheit schon einmal wegen Diebstahls ver- urteilt und einmal des gewerbsmässigen Diebstahls s chuldig gesprochen. Damit ist diese letzte Voraussetzung auch klar erfüllt. Zu berücksichtigen ist hier überdies, dass der Beschuldigte nach der fraglichen Diebstahlsserie Ende März 2014 etwa zwei Monate später erneut im Kanton Q.____ einen Einbruch beging. Die weiteren Argument e des Beschuldigten sind nicht relevant. So wird für die Bejahung der Gewerbsmässigkeit nich t vorausgesetzt, dass die Straftaten im Voraus genau geplant werden. Ein planmässiges Vorge hen, der Aufbau einer Organisation Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht oder die Vornahme von Investitionen im Hinblick auf die auszuübenden Delikte sind lediglich Indizien dafür, dass sich der Täter darauf eingerichtet hat, durch sein deliktisches Handeln rela- tiv regelmässige Einnahmen zu erzielen. Es ist dahe r nicht von Bedeutung, dass der Beschul- digte die Einbruchsobjekte zufällig auswählte und n icht nach einer bestimmten Methode vor- ging. Schliesslich hilft ihm auch sein Hinweis auf die angespannte finanzielle Situation resp. auf seine Schulden nicht weiter. Selbst wenn ein Täter aufgrund einer materiellen Notlage delin- quiert hat, ändert dies nichts an der Qualifikation seiner Taten als gewerbsmässig, sofern die massgeblichen Voraussetzungen erfüllt sind (M ARCEL ALEXANDER N IGGLI /CHRISTOF RIEDO , a.a.O., Art. 139 N 103). Dies ist vorliegend der Fa ll, weshalb die erstinstanzliche Verurteilung des Beschuldigten wegen gewerbsmässigen Diebstahls nicht zu beanstanden und seine Beru- fung in diesem Punkt abzuweisen ist. IV. Strafzumessung 1.1 Bei der konkreten Strafzumessung wies die Vorinsta nz vorab darauf hin, dass sich der Beschuldigte wegen mehrerer Delikte zu verantworten habe und daher die Ausfällung einer Gesamtstrafe gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB zu prüfen s ei, die aber nur bei Bejahung mehrerer gleichartiger Strafen für jeden einzelnen Normverst oss in Frage komme. Angesichts der zahl- reichen Vorstrafen kam das Strafgericht im vorliegenden Fall zum Schluss, es sei zweckmässig, für alle zu beurteilenden Delikte auf Freiheitsstra fe zu erkennen (erstinstanzliches Urteil S. 12 f.). Im Hinblick auf die Bestimmung der Einsatzstrafe gi ng die Vorinstanz sodann vom schwersten Delikt, in casu dem gewerbsmässigen Diebstahl, und damit von Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätze n als Strafrahmen aus. In ihren Erörterun- gen zu den einzelnen Strafzumessungskriterien hielt die Vorinstanz zunächst mit Bezug auf die Schwere der Verletzung des Rechtsguts fest, dass de r Beschuldigte im Kanton Baselland in- nerhalb eines Zeitraumes von fünf Tagen vier Einbrü che sowie einen Einschleichdiebstahl ver- übt und dabei einen Deliktserlös von Fr. 1‘789.-- e rzielt habe. Der Deliktsbetrag erscheine als eher gering, doch sei zu berücksichtigen, dass es i n zwei Fällen beim Versuch geblieben sei und der Beschuldigte auch nur per Zufall keine weit eren Wertgegenstände vorgefunden habe. Klar verschuldensmindernd wirke sich jedoch der kur ze Deliktszeitraum aus, weshalb von ei- nem leichten Tatverschulden auszugehen sei. Unter d em Titel „Verwerflichkeit des Handelns“ Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht resp. zur Art und Weise des Tatvorgehens führte das Strafgericht aus, es sei in schwerem Ausmass verschuldenserhöhend zu berücksichtigen, da ss der Beschuldigte in vier Fällen in Wohnliegenschaften eingedrungen sei. Dass er sich d abei bemüht habe, eine Begegnung mit der Bewohnerschaft zu vermeiden, stelle in Anbetrac ht, dass die Privatklägerin im Fall 1 der Anklageschrift zur Zeit des Einbruchsversuchs des Beschuldigten zu Hause schlief, eine blosse Schutzbehauptung dar und sei unbeachtlich. Es müsse vielmehr davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte eine Begegnung mit der Bewohn erschaft in Kauf genommen habe, was sich nochmals in leichtem Ausmass verschuldenserhöh end auswirke. Dies gelte auch für die Tatsache, dass der Beschuldigte als sogenannter „Kr iminaltourist“ einzig zum Zweck der Ver- übung von Straftaten in die Schweiz eingereist sei. Die Vorgehensweise des Beschuldigten sei in mittlerem Ausmass verschuldensmindernd zu berück sichtigen. Er habe die Delikte nicht von langer Hand im Voraus geplant, die Objektauswahl se i zufällig und spontan erfolgt. Der Be- schuldigte habe auch kein Werkzeug mit sich geführt , sondern Geräte, die er in einem Garten- haus gestohlen hatte, benutzt. Insgesamt erscheine die Vorgehensweise eher als unbeholfen. Die Vorinstanz hielt weiter fest, dass der Beschuld igte aus rein egoistischen Beweggründen gehandelt habe, weil es nach seinen eigenen Angaben um die Aufbesserung seines Einkom- mens gegangen sei. Dies wirke sich leicht verschuld enserhöhend aus. Das Argument des Be- schuldigten, dass er Streit mit seiner Frau gehabt resp. diese ihn weggewiesen habe und er deshalb in die Schweiz gereist sei und die Einbrüch e begangen habe, sei unbehelflich, weil schlicht nicht glaubhaft und auch nicht nachvollzie hbar sei, dass der Streit mit seiner Frau ein Motiv für seine Straffälligkeit gewesen sein soll. Im Übrigen gebe es keine näheren Angaben zu den angeblichen familiären Problemen des Beschuldig ten. Zur Vermeidbarkeit der Verletzung nach den inneren und äusseren Umständen führte die Vorinstanz sodann aus, dass der Be- schuldigte angeblich während der Taten betrunken ge wesen sein solle. Auch dabei handle es sich um eine nicht glaubhafte Schutzbehauptung. Er sei nämlich ohne weiteres in der Lage ge- wesen, auf Balkone zu klettern sowie Fenster und Tü ren aufzubrechen, zielgerichtet die Lie- genschaften zu durchsuchen und unerkannt zu fliehen . Die Entscheidungsfreiheit des Beschul- digten sei also offensichtlich nicht in massgeblich er Weise durch den Alkohol eingeschränkt gewesen. In leichtem Ausmass verschuldensmindernd sei jedoch die Tatsache zu berücksichti- gen, dass der Beschuldigte im Tatzeitpunkt weder in der Schweiz noch in Deutschland einer legalen Erwerbstätigkeit habe nachgehen können. Gle ichzeitig sei indessen auch festzustellen, dass die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis mit Erteilung der Bewilligung zur uneingeschränkten Erwerbstätigkeit in Deutschland offenbar unmittelba r bevorgestanden habe. Unter Berücksichti- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung all dieser Strafzumessungsfaktoren und ausgehend von einem leichten bis mittelschweren Tatverschulden setzte die Vorinstanz die Einsatzstr afe auf 15 Monate Freiheitsstrafe fest (erst- instanzliches Urteil S. 14 f.). Mit Bezug auf die weiteren Delikte, nämlich den Die bstahl im Fall 6 der Anklageschrift, die mehrfache Sachbeschädigung und den mehrfachen Hausf riedensbruch, ging das Strafgericht von einem mittelschweren Tatverschulden aus. Da die Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammenhang stünden, sei gesamthaft vo n einem leichten bis mittelschweren Tatverschulden auszugehen und die Einsatzstrafe dah er unter Beachtung des Asperationsprin- zips um 6 Monate auf 21 Monate Freiheitsstrafe zu e rhöhen. Bei der Täterkomponente berück- sichtigte die Vorinstanz das Vorleben des Beschuldi gten, namentlich die mehrfachen, teilweise einschlägigen Vorstrafen und den Umstand, dass er t rotz verbüsster Freiheitsstrafe von 34 Mo- naten weiter delinquiert hatte, sowie sein Verhalte n nach der Tat, insbesondere die Tatsache, dass der Beschuldigte im Strafverfahren kooperativ und geständig gewesen sei, was zu einer geringfügigen Strafminderung führe. Obwohl der Besc huldigte seine Taten vor Gericht bedaue- re, könne ihm indessen keine echte Einsicht und Reu e zu Gute gehalten werden, weil keine weitergehenden Anstrengungen auszumachen seien. Mit Bezug auf die geltend gemachte Strafempfindlichkeit wies die Vorinstanz darauf hin , dass die Verbüssung einer Freiheitsstrafe immer mit einer gewissen Härte in Bezug auf das Fam ilienleben verbunden sei. Als unmittelba- re gesetzliche Folge einer unbedingten Freiheitsstr afe könne die Strafempfindlichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen strafmindernd berücksi chtigt werden (Urteil des Bundesge- richts 6B_1037/2009 vom 20. Januar 2010). Solche Um stände, die über das hinausgehen wür- den, was als unvermeidbare Konsequenz einer freihei tsentziehenden Sanktion gelte, seien vor- liegend nicht ersichtlich. Die Vorinstanz bewertete die Täterkomponenten insgesamt als in schwerem Ausmass straferhöhend und kam daher zum Sc hluss, dass eine Freiheitsstrafe von 27 Monaten dem Verschulden und den persönlichen Ver hältnissen angemessen Rechnung trage (erstinstanzliches Urteil S. 15 ff.). 1.2 Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen diese erstinstanzliche Strafzumes- sung. Er erachtet eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten als angemessen. Zur Begründung macht der Beschuldigte zunächst geltend, dass er einen sehr geringen Deliktserlös erzielt, seine Taten nicht weit im Voraus geplant, kein Tatwerkzeug mitg enommen und die Tatorte zufällig ausge- sucht habe. Er sei auch darauf bedacht gewesen, das s sich keine Personen in den Einbruchs- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht liegenschaften befanden. Er habe sodann aufgrund ei ner finanziellen und seelischen Notlage delinquiert. Zum einen habe er mit den Einbrüchen b eabsichtigt, seine Schulden zu tilgen und die finanzielle Notlage seiner Familie zu überbrück en. Als Haupt der Familie habe er sich ver- pflichtet gefühlt, die schlechte finanzielle Lage s elber zu verbessern, weil es in seinem Heimat- land üblich sei, dass der Mann für die Familie aufkomme. Aus diesem Grund sei es auch immer wieder zum Streit mit seiner Frau gekommen. Zum anderen habe er während des Aufenthalts in der Schweiz unter Hunger und Kälte gelitten und dah er aus einem momentanen Bedürfnis her- aus gehandelt. Er habe sodann wegen der fehlenden A rbeitsbewilligung keine andere Möglich- keit gehabt, einer legalen Erwerbstätigkeit nachzug ehen. All dies sei verschuldensmindernd zu berücksichtigen. Mit Bezug auf seine Vorstrafen hält der Beschuldigte fest, dass sich seine per- sönliche Situation seit der Gründung seiner Familie und dem Erhalt der Aufenthalts- und Ar- beitsbewilligung in O.____ grundlegend verändert ha be. Eine lange Freiheitsstrafe würde sich daher äusserst negativ auswirken. So stehe seine Ar beitsbewilligung auf dem Spiel und seine Ehe sei ebenfalls gefährdet. Es müsse daher von ein er erhöhten Strafempfindlichkeit ausge- gangen werden. Schliesslich sei auch sein Verhalten nach der Tat, namentlich dass er sich im gesamten Strafverfahren kooperativ gezeigt und die Delikte zugestanden habe, strafmindernd zu berücksichtigen. 1.3 Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richt et sich ebenfalls gegen die erstin- stanzlich ausgefällte Strafe von 27 Monaten Freihei tsstrafe. Beantragt wird stattdessen eine unbedingt vollziehbare Freiheitsstrafe von 3 Jahren . Die Staatsanwaltschaft beanstandet zu- nächst, dass die Vorinstanz in unzutreffender Weise von einem leichten bis mittelschweren Tat- verschulden ausgegangen sei und die Einsatzstrafe m it 15 Monaten zu tief angesetzt habe. Im Einzelnen macht sie geltend, dass sich der kurze De liktzeitraum nicht verschuldensmindernd auswirken dürfe. Im Gegenteil habe der Beschuldigte durch die Begehung von vier Einbrüchen und einem Einschleichdiebstahl in nur fünf Tagen eine erhebliche kriminelle Energie an den Tag gelegt, was klar verschuldenserhöhend zu werten sei . Das Verschulden liege hier im mittel- schweren Bereich. Die Tatsache, dass der Beschuldig te Einbrüche in Privatliegenschaften be- gangen habe, sei vom Strafgericht zwar zutreffend a ls in schwerem Masse verschuldenserhö- hend berücksichtigt worden. Dass er überdies eine B egegnung mit der Bewohnerschaft in Kauf genommen habe, müsse sich indessen nochmals erhebli ch verschuldenserhöhend und nicht - wie das Strafgericht annehme - nur in leichtem Mass e auswirken. Die Staatsanwaltschaft ver- langt weiter, dass die unbeholfene Vorgehensweise d es Beschuldigten bestenfalls neutral und Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht in mittlerem Ausmass verschuldensmindernd ein gestuft wird. Die egoistischen Beweg- gründe, also die beabsichtigte Aufbesserung des Ein kommens durch illegale Mittel, sei sodann nicht als leicht, sondern als erheblich verschulden serhöhend zu qualifizieren. Dies gelte auch für die Vermeidbarkeit der Verletzung nach den inne ren und äusseren Umständen. Der Be- schuldigte hätte sich auf legalem Weg um finanziell e Unterstützung bemühen müssen, anstatt in die Schweiz einzureisen, um dort andere in ihren Häusern zu bestehlen. Angesichts der überwiegenden verschuldenserhöhenden Komponenten se i die Einsatzstrafe bei 24 Monaten Freiheitsstrafe anzusetzen. Die erstinstanzlich wegen der Tatmehrheit erfolgte Erhöhung dieser Einsatzstrafe um 6 Monate wird von der Staatsanwalt schaft nicht beanstandet. Desgleichen erachtet sie auch die weitere, auf die Täterkompone nten zurückzuführende Erhöhung um 6 Monate als angemessen, so dass eine Freiheitsstrafe von insgesamt 3 Jahren auszufällen sei. 2.1 Gemäss Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe n ach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt dabei das Vorleben und die persön lichen Verhältnisse des Täters sowie die Wirkung der Strafe auf sein Leben (Abs. 1). Das Ver schulden wird nach der Schwere der Ver- letzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermei- den (Abs. 2). Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh- rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ih n das Gericht gestützt auf Art. 49 Abs. 1 StGB zu derjenigen Strafe, die für das schwerste Delikt vor gesehen ist und erhöht sie angemessen. Ist ein Urteil zu begründen, so hält das Gericht gemäss Art. 50 StGB in der Begründung auch die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände u nd deren Gewichtung fest. Das Gericht hat die Strafzumessung so gut wie möglich nachvollz iehbar zu machen. Die Strafzumessungs- gründe gehören daher ins Urteil. Durch diese Erhöhu ng der Transparenz soll die Kontrolle der Strafzumessung im Rechtsmittelverfahren erleichtert werden. Nur so lässt sich prüfen, ob sich die Vorinstanz bei der Festsetzung der konkret ausg esprochenen Strafe von zutreffenden Ge- sichtspunkten leiten liess (H ANS WIPRÄCHTIGER / REGULA ECHLE , Basler Kommentar StGB I, 3. Aufl. 2013, Art. 50 N 1 f.). Das Gericht hat das Ge samtverschulden zu qualifizieren und die Ge- samteinschätzung des Tatverschuldens im Urteil ausd rücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszug ehen ist (leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer). In einem zweiten Schritt ist die (hyp othetische) Strafe, die diesem Verschulden entspricht, innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens zu bestimmen. Die so ermittel- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht te Strafe kann dann gegebenenfalls in einem dritten Schritt aufgrund wesentlicher Täterkompo- nenten verändert werden (BGE 136 IV 55 E. 5.7). Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der (schwersten) anzuwendenden Straf- bestimmung festzusetzen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen, weshalb der ordentliche Rahmen nur dann zu verlassen ist, wenn aussergewöhn liche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart beziehungsweise zu milde er- scheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Das Bundesgericht d rängt sodann in seiner Rechtsprechung vermehrt darauf, dass die Formulierung des Verschul dens und die Festsetzung des Strafmas- ses auch begrifflich im Einklang stehen (BGer 6B_10 96/2010 vom 7. Juli 2011 E. 4.2; vgl. auch BGer 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 4.2 f.). 2.2 Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, da ss die eben dargelegten bundesge- richtlichen Anforderungen weitgehend erfüllt sind. Die erstinstanzliche Strafzumessung folgt einem strukturierten Aufbau, ist nachvollziehbar un d in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden. Das Kantonsgericht kann sich dennoch den Überlegung en des Strafgerichts nicht vollumfäng- lich anschliessen, weil im Hinblick auf die Bestimm ung der Einsatzstrafe für das schwerste De- likt zum einen die Beurteilung einzelner Strafzumes sungskriterien nicht überzeugend ausgefal- len ist und zum anderen die erstinstanzlich festges etzte Einsatzstrafe von 15 Monaten Frei- heitsstrafe nicht mit dem vom Strafgericht angenomm enen leichten bis mittelschweren Ver- schulden übereinstimmt. Bei der Bemessung der verschuldensrelevanten Tatkom ponenten ging die Vorinstanz mit Be- zug auf die Schwere der Verletzung des Rechtsguts u nter anderem davon aus, dass sich der kurze Deliktszeitraum klar verschuldensmindernd aus wirke. Dem ist mit der Staatsanwaltschaft entgegenzuhalten, dass der Beschuldigte in bloss fü nf Tagen vier Einbrüche sowie einen Ein- schleichdiebstahl beging und damit in sehr kurzer Zeit eine erhebliche kriminelle Energie an den Tag legte. Dies muss verschuldenserhöhend berücksic htigt werden. Dass der Beschuldigte ei- nen relativ geringen Deliktserlös erzielt hatte, is t nicht sein Verdienst, sondern - wie die Vo- rinstanz zu Recht feststellte - dem reinen Zufall u nd der Tatsache, dass es in zwei Fällen beim Versuch blieb, zuzuschreiben. Das Strafgericht wert ete sodann die Tatsache, dass der Be- schuldigte in vier Fällen in Wohnliegenschaften ein gedrungen war, als in schwerem Ausmass verschuldenserhöhend. Dass er überdies eine Begegnu ng mit der Bewohnerschaft in Kauf ge- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht nommen hatte, berücksichtigte die Vorinstanz hingeg en nur als leicht verschuldenserhöhend. Diese Würdigung widerspricht der gefestigten kanton sgerichtlichen Rechtsprechung zur Straf- zumessung bei Einbruchdiebstählen. Gemäss Praxis de s Kantonsgerichts muss jeweils zwin- gend straferhöhend veranschlagt werden, wenn die beschuldigte Person in Wohnliegenschaften eindringt. Im Gegensatz zu Einbrüchen in leerstehen de Gebäude oder unbewohnte Büro- oder Gewerberäumlichkeiten wird bei einem Einbruch in ei n Wohnhaus die Privatsphäre der Be- troffenen massiv verletzt. Es liegt damit ein eklat anter Eingriff in höchstpersönliche Rechtsgüter der Geschädigten vor. Nimmt die beschuldigte Person dabei eine Begegnung mit der Bewoh- nerschaft und damit das erhöhte Risiko einer Eskala tion in Kauf, so hat sich diese verwerfliche Einstellung, welche für eine besondere Dreistigkeit und eine qualifizierte kriminelle Energie spricht, in einem zweiten Schritt nochmals spürbar strafschärfend auszuwirken (KGer 460 12 108 vom 25. September 2012 E. 3.1). In casu macht d er Beschuldigte zwar geltend, er sei nur in Liegenschaften eingedrungen, bei welchen der Bri efkasten voll gewesen sei, oder in denen kein Licht gebrannt habe, um so eine Begegnung mit der Bewohnerschaft zu vermeiden. Das Strafgericht wertete diese Erläuterung indes zu Rec ht als Schutzbehauptung. Wer in der Nacht Einbrüche begeht, muss damit rechnen, dass die Bewo hner bereits schlafen und kann sich da- her nicht ernsthaft darauf berufen, er sei davon ausgegangen, dass niemand zu Hause sei, weil kein Licht gebrannt habe. Dies gilt auch für einen vollen Briefkasten, der als solcher allein eben- falls kein eindeutiger Hinweis für die Abwesenheit der Hausbewohner ist. Der Beschuldigte nahm bei seinen nächtlichen Einbrüchen eine Konfron tation mit den Bewohnern klarerweise in Kauf. Dieses dreiste, verwerfliche Verhalten muss e ine erhebliche Verschuldenserhöhung zur Folge haben. Dass er seine Taten nicht weit im Vora us geplant, kein Tatwerkzeug mitgenom- men und die Tatorte zufällig ausgesucht hatte, kann sich - entgegen der Meinung des Beschul- digten - nicht verschuldensmindernd auswirken. Gemä ss seinen eigenen Angaben brauchte er wegen eines Streits mit seiner Frau eine „Auszeit“. Er entschied sich also offensichtlich spon- tan, seine in O.____ wohnhafte Familie zu verlassen , um in die Schweiz einzureisen und dort Einbrüche zu begehen. Angesichts dieser Umstände ka nn der geltend gemachten mangelnden Planung der Taten keine besondere verschuldensminde rnde Bedeutung zugemessen werden. Vielmehr ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, d ass der Beschuldigte als sogenannter Krimi- naltourist ausschliesslich zur Verübung von Strafta ten in die Schweiz kam, was ebenfalls ver- schuldenserhöhend zu berücksichtigen ist. Mit Bezug auf die weiteren Strafzumessungskrite- rien, nämlich die Beweggründe und Ziele des Beschul digten sowie die Vermeidbarkeit der Ver- letzung nach den inneren und äusseren Umständen, ka nn hier auf die Ausführungen des Straf- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht gerichts, das sich bereits eingehend mit den Argume nten des Beschuldigten auseinanderge- setzt hat, verwiesen werden (erstinstanzliches Urteil S. 15). Das Strafgericht bezeichnete den gewerbsmässigen Di ebstahl, der gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren oder Geld strafe nicht unter 90 Tagessätzen zu sank- tionieren ist, zu Recht als das schwerste Delikt. O bwohl einige der tatbezogenen Strafzumes- sungsfaktoren - wie dargelegt - stärker verschulden serhöhend zu gewichten sind, als die Vor- instanz dies tat, geht das Kantonsgericht in Anbetr acht dieses weiten Strafrahmens sowie der dargelegten tatbezogenen Strafzumessungsfaktoren - wie im erstinstanzlichen Urteil - von ei- nem leichten bis mittelschweren Verschulden aus, da s dem Beschuldigten wegen des ge- werbsmässigen Diebstahls zur Last zu legen ist. Die erstinstanzlich festgelegte Einsatzstrafe von 15 Monaten trägt diesem Verschulden hingegen ni cht hinreichend Rechnung. Die Einsatz- strafe muss - wiederum angesichts des weiten Strafrahmens - auf mindestens 20 Monate ange- setzt werden, um das leichte bis mittelschwere Verschulden adäquat abzubilden. Diese Einsatzstrafe ist nun gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB wegen der weiteren Straftaten, nämlich wegen des Diebstahls im Fall 6 der Anklageschrift s owie wegen der mehrfachen Sachbeschä- digung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs, angem essen zu erhöhen. Das Strafgericht beurteilte das Verschulden hinsichtlich dieser Tate n als mittelschwer und erhöhte die Einsatz- strafe deshalb um 6 Monate. Diesbezüglich ist indes sen zu bedenken, dass es sich bei den zu ahndenden Sachbeschädigungen und Hausfriedensbrüche n um gleichsam notwendige Aus- flüsse der begangenen Einbrüche handelt. Das Kanton sgericht spricht sich daher aufgrund des Asperationsprinzips für eine Erhöhung der Einsatzstrafe um lediglich 4 Monate aus. Zu guter Letzt sind die Täterkomponenten zu berücks ichtigen. Diesbezüglich kann vollumfäng- lich auf die Erwägungen der Vorinstanz, die bereits ausführlich dazu Stellung genommen und sich auch eingehend mit den Argumenten des Beschuld igten befasst hat, verwiesen werden (erstinstanzliches Urteil S. 16 f.). Ergänzend ist hier lediglich Folgendes festzuhalten: Entgegen der offensichtlichen Meinung des Beschuldigten wirk en sich die von ihm geltend gemachten Umstände, namentlich dass es seiner Familie mit zwe i kleinen Kindern damals angeblich finan- ziell schlecht gegangen sei, was zu Streitereien mi t seiner Frau geführt und ihn schliesslich zu einer „Auszeit“ mit gleichzeitiger Beschaffung von finanziellen Mitteln bewogen habe, gegen ihn aus. Ein Familienvater, der seine Frau und seine Ki nder - wenn auch nur vorübergehend - we- gen einem Streit um finanzielle Angelegenheiten ver lässt, um sich während der „Auszeit“ in ei- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht nem anderen Land mit diversen Einbrüchen durchs Leb en zu schlagen, während seine Familie zu Hause in finanzieller Hinsicht darben muss, legt ein besonders verwerfliches Verhalten an den Tag. Nach Ansicht des Kantonsgerichts erweist sich die wegen der Täterkomponenten erst- instanzlich erfolgte Erhöhung der Strafe um weitere 6 Monate dennoch als angemessen. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Ei nsatzstrafe für den gewerbsmässigen Diebstahl angesichts des leichten bis mittelschwere n Tatverschuldens auf 20 Monate Freiheits- strafe festzusetzen und diese Strafe wegen der Tatmehrheit um 4 Monate und wegen den täter- relevanten Kriterien sodann um 6 Monate und damit i n Abweisung der Berufung des Beschul- digten und teilweiser Gutheissung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft auf insgesamt 30 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen ist. V. Kosten 1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien di e Kosten des Rechtsmittelverfah- rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegen s. Im vorliegenden Fall ist die Berufung des Beschuldigten abzuweisen, während die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft teilwei- se gutzuheissen ist. Diesem Verfahrensausgang entsp rechend sind die Kosten des Berufungs- verfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 5‘250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 250.-- und den Dolmetscherkosten von Fr. 350.--, total Fr. 5‘850.--, wie folgt aufzuerlegen: 20% zu Lasten des Staates (Fr. 1‘170.--) und 80% zu Lasten des Beschuldigten (Fr. 4‘680.--). Da in casu davon auszugehen ist, dass diese Verfahr enskosten nicht einbringlich sein werden, ist der Anteil des Beschuldigten ausnahmsweise gemä ss § 4 Abs. 3 GebT dem Staat zu über- wälzen. 2. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung ist dem Vertreter des Beschuldigten, Advokat Daniel Wagner, für seine Bemühungen im Beru fungsverfahren ein Honorar von total Fr. 5‘286.70, nämlich Fr. 4‘895.10 inklusive Auslagen, zuzüglich Mehrwertsteuer à 8% resp. Fr. 391.60, aus der Gerichtskasse zu bezahlen. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts vom 9. Mai 201 6, das wie folgt lautet: „1. A.____ wird des gewerbsmässigen Diebstahls, des Di ebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfache n Hausfriedensbruches schuldig erklärt und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten, unter Anrechnung der vom 26. Dezember 2015 bis zum 16. März 2016 ausgestandenen Auslieferungs- bzw. Unters u- chungshaft von 81 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB, Art. 139 Z iff. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB sowie Art. 51 StGB. 2. Es wird festgestellt, dass sich der Beurteilte seit dem 17. März 2016 im vorzeitigen Strafvollzug befindet (Art. 236 StPO i.V.m. Art. 220 Abs. 1 StPO). 3. Der Beurteilte wird bei der Anerkennung der nac hfolgend genannten Zivilforderungen behaftet: - Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern (Schaden-Nr. E.____): Fr. 2‘065.30. - Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern (Schaden-Nr. F.____): Fr. 4‘181.20. - Vaudoise Versicherung, Abteilung Leistungen, Stau ffacher- strasse 145, 3014 Bern (Dossier-Nr. G.____): Fr. 7‘700.00. 4. Der Beurteilte wird zur Bezahlung folgender Ziv ilforderungen verurteilt: - Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern (Schaden-Nr. H.____): Fr. 3‘017.40. - Vaudoise Versicherung, Abteilung Leistungen, Stau ffacher- strasse 145, 3014 Bern (Dossier-Nr. I.____): Fr. 4‘949.70. 5. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorver- fahrens von Fr. 10‘692.--, den Kosten des Zwangsmas snah- mengerichts von Fr. 500.-- und der Gerichtsgebühr v on Fr. 4‘000.-- gehen in Anwendung von Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT zufolge Uneinbringlichkeit zu Lasten des Staates. 6. Das Honorar der amtlichen Verteidigung (inkl. A uslagen und 8 % Mehrwertsteuer) wird auf Fr. 5‘587.10 festgesetzt und aus der Gerichtskasse entrichtet. 7. … (Mitteilungen).“ wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten und teilwei- ser Gutheissung der Anschlussberufung der Staatsanw alt- schaft in Ziffer 1 aufgehoben und wie folgt neu gefasst: „1. A.____ wird des gewerbsmässigen Diebstahls, des Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfache n Hausfriedensbruches schuldig erklärt und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, unter Anrechnung der vom 26. Dezember 2015 bis zum 16. März 2016 ausgestandenen Auslieferungs- bzw. Unters u- chungshaft von 81 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB, Art. 139 Z iff. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB sowie Art. 51 StGB.“ Im Übrigen bleibt es beim Urteil des Strafgerichts. Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht II. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Ge- richtsgebühr von Fr. 5‘250.-- zuzüglich Auslagen vo n Fr. 250.-- und den Dolmetscherkosten von Fr. 350.--, total Fr. 5‘8 50.--, gehen im Verhältnis 20% zu Lasten des Staates (Fr. 1‘170.--) und 80% zu Lasten des Beschuldigten (Fr. 4‘680.--), wobei sein Anteil zufolge Uneinbringlichkeit ebenfalls zu Lasten des Staates geht. III. Dem Vertreter des Beschuldigten, Advokat Dani el Wagner, wird zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung für seine Bemühun- gen im Berufungsverfahren ein Honorar von Fr. 4‘895 .10 inklusive Auslagen, zuzüglich Mehrwertsteuer à 8% resp. Fr. 3 91.60, total Fr. 5‘286.70, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiberin Nicole Schneider