<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00417</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222725&amp;W10_KEY=13045539&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00417</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.09.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Familiennachzug/Einreise zum Verbleib beim Vater</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Nachträglicher Familiennachzug: Die Kinder werden bislang durch die Kindsmutter im Heimatland betreut. Nach der Wiederverheiratung wurde der Kindsmutter die Einreise in die Schweiz bewilligt. Umstritten ist, ob wichtige Gründe für den Nachzug der Kinder vorliegen.] Es ist nicht auf den Zeitpunkt der Wiederheirat abzustellen, sondern auf den Zeitpunkt der Entstehung des Kindesverhältnisses. Das Nachzugsgesuch ist verspätet erfolgt (E. 3). Das Kindeswohl ist im Heimatland besser gewahrt. Die Einreisebewilligung der Kindsmutter stellt keinen wichtigen Grund dar, zumal die Eltern die Änderung der Betreuungssituation selber zu verantworten haben (E. 4). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHTRÃGLICHER FAMILIENNACHZUG">NACHTRÃGLICHER FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SORGERECHT">SORGERECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WICHTIGE FAMILIÃRE GRÃNDE">WICHTIGE FAMILIÃRE GRÃNDE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=59221" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00417</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">28. September 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B, wohnhaft in Kosovo, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>3. C, wohnhaft in Kosovo, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoBodyText"> Nr. 2 und 3 gesetzlich vertreten durch Nr. 1,</p> <p class="MsoBodyText"> dieser vertreten durch RA D, </p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Familiennachzug / Einreise zum Verbleib beim Vater,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Aus der am 22. Dezember 2005 in E (Kosovo) geschlossenen Ehe von A, geboren 1979, und der 1981 geborenen Landsfrau F gingen der 2005 geborene B und der 2008 geborene C hervor. Mit Urteil vom 25. Januar 2013 wurde die Ehe von A und F geschieden und die Kinder unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt. </p> <p class="Urteilstext"><span>Am 3. April 2013 heiratete A in seiner Heimat die damals im Kanton Bern niedergelassene Kosovarin G und reiste am 1. April 2014 in die Schweiz ein. Im Rahmen des Familiennachzugs wurde ihm eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Am 17. Februar 2016 wurde G Opfer eines TÃ¶tungsdelikts in ihrer Heimat. Am 17. Januar 2017 wurde A gestÃ¼tzt auf die HÃ¤rtefallregelung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 12. Mai 2021 heirateten A und F zum zweiten Mal. Mit Formular vom 19. Juli 2021 und Schreiben vom 20. Juli 2021 beantragte A den Familiennachzug fÃ¼r seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2021 teilte das Migrationsamt mit, dass das Gesuch um ErmÃ¤chtigung zur Visumserteilung fÃ¼r F bewilligt werde. Mit VerfÃ¼gung vom 6. Januar 2022 wies das Migrationsamt das Gesuch um Erteilung einer Einreisebewilligung fÃ¼r die SÃ¶hne B und C zum Verbleib bei A ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 16. Juni 2022 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 6. Juli 2022 liessen A und seine SÃ¶hne B und C dem Verwaltungsgericht beantragen, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und es sei B und C die Einreisebewilligung zum Verbleib bei A zu erteilen und das Gesuch um Familiennachzug gutzuheissen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Sachverhalt1">WÃ¤hrend die Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Einzug1"><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 wurde nach dem Tod seiner zweiten Ehefrau gestÃ¼tzt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, vormals AuslÃ¤ndergesetz bzw. AuG) verlÃ¤ngert. Zwar kann der BeschwerdefÃ¼hrer 1 keinen Anspruch auf Familiennachzug in direkter Anwendung von Art. 44 AIG geltend machen (BGE 139 I 330 E. 1.2 mit Hinweisen). Er verfÃ¼gt wegen seiner nachehelichen HÃ¤rtefallbewilligung indessen Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht, welches ihm erlaubt, sich auf den konventions- bzw. verfassungsrechtlich garantierten Schutz seines Familienlebens zu berufen (Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 [EMRK] und Art. 13 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV]; BGE 139 I 330; BGr, 18. April 2018, 2C_502/2017, E. 1.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der Gesetzgeber hat den auslÃ¤nderrechtlichen Familiennachzug in den Art. 42 ff. AIG geregelt. BezÃ¼glich eines solchen von auslÃ¤ndischen Personen, deren Aufenthaltsbewilligung auf einem gefestigten Anwesenheitsrecht beruht, ist trotz Fehlens eines gesetzlichen Bewilligungsanspruchs (Art. 44 AIG) das behÃ¶rdliche Ermessen beschrÃ¤nkt (vgl. Art. 96 AIG). Der Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK ist berÃ¼hrt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsÃ¤chlich gelebte familiÃ¤re Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeintrÃ¤chtigt, ohne dass es dieser mÃ¶glich bzw. zumutbar wÃ¤re, das entsprechende Familienleben andernorts zu pflegen (vgl. BGE 139 I 330 E. 2.3). Mit Blick auf den Schutz des Privat- und Familienlebens der betroffenen Personen sind in diesem Fall gute GrÃ¼nde erforderlich, um den Nachzug ihrer FamilienangehÃ¶rigen zu verweigern (BGE 139 I 330 E. 2.4.1). Solche liegen vor, wenn die Betroffenen die Bewilligungsvoraussetzungen von Art. 44 AIG i.V.m. Art. 73 Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE) nicht erfÃ¼llen oder ErlÃ¶schensgrÃ¼nde im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AIG bestehen. Die meisten europÃ¤ischen Staaten gewÃ¤hren das Recht auf Nachzug der engeren Familie erst, wenn deren Unterhalt gesichert erscheint bzw. die Familie Ã¼ber eine geeignete Wohnung verfÃ¼gt (vgl. BGE 139 I 330 E. 2.4.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>GemÃ¤ss Art. 44 Abs. 1 lit. aâc AIG kann auslÃ¤ndischen Ehegatten und Kindern unter 18 Jahren von Personen mit Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen bzw. zusammenwohnen wollen, eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist und sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind. Zudem dÃ¼rfen keine ErgÃ¤nzungsleistungen bezogen werden (Art. 44 Abs. 1 lit. d AIG) und kann die Aufenthaltsbewilligung gemÃ¤ss Art. 44 Abs. 4 AIG neu vom Abschluss einer Integrationsvereinbarung abhÃ¤ngig gemacht werden. Weiter darf der Nachzug nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich erscheinen und es dÃ¼rfen keine WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 62 AIG vorliegen (vgl. BGE 137 I 284 E. 2.7 mit Verweis auf die Regelung fÃ¼r Niedergelassene in Art. 51 Abs. 2 AIG). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Sofern keine wichtigen familiÃ¤ren GrÃ¼nde fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug vorliegen, hat der Familiennachzug innert den Nachzugsfristen von Art. 47 AIG bzw. Art. 73 VZAE und unter allfÃ¤lliger BerÃ¼cksichtigung der Ã¼bergangsrechtlichen Bestimmungen von Art. 126 Abs. 3 AIG zu erfolgen. <span>FÃ¼r Kinder bis zum vollendeten zwÃ¶lften Altersjahr von hier niedergelassenen Personen gilt demnach eine einjÃ¤hrige und fÃ¼r Kinder Ã¼ber zwÃ¶lf Jahren eine fÃ¼nfjÃ¤hrige Nachzugsfrist ab Entstehung des FamilienverhÃ¤ltnisses bzw. ab Inkrafttreten des AuG (1. Januar 2008; </span>Art. 73 Abs. 1 und 2 VZAE bzw. Art. 47 Abs. 1 und 3 AIG<span>).</span> Die Fristen beginnen mit der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung oder der Entstehung des FamilienverhÃ¤ltnisses zu laufen (Art. 47 Abs. 3 lit. b AIG). Sinn und Zweck der Fristenregelung ist, die Integration der Kinder zu erleichtern. Durch einen frÃ¼hzeitigen Nachzug sollen diese unter anderem eine mÃ¶glichst umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen kÃ¶nnen (Botschaft vom 8. MÃ¤rz 2002 zum AuG, BBl 2002 3754 Ziff. 1.3.7.7; BGE 133 II 6 E. 5.4; BGr, 22. MÃ¤rz 2016, 2C_147/2015, E. 2.4.1). Die Regelung des Familiennachzugs ist, wie aus der parlamentarischen Debatte hervorgeht, zudem ein Kompromiss zwischen den kontrÃ¤ren Anliegen, das Familienleben zu ermÃ¶glichen und die Einwanderung zu begrenzen (AB 2004 N 739 ff., 2005 S 305 ff.). Den Fristen in Art. 47 AIG kommt somit auch die Funktion der Einwanderungsbegrenzung zu. Auch hierbei handelt es sich um ein legitimes Interesse, um im Sinn von Art. 8 Ziff. 2 EMRK das Recht auf Familienleben einzuschrÃ¤nken (BGE 137 I 284 E. 2.1 S. 288; Urteil 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 4.1). Mit dem Familiennachzug soll zwar grundsÃ¤tzlich ein gemeinsames Familienleben in der Schweiz ermÃ¶glicht werden. Wenn aber eine Familie freiwillig jahrelang getrennt gelebt hat, dann dokumentiert sie damit, dass ihr an einem gemeinsamen Familienleben nicht sehr viel liegt, sodass das Interesse an der EinwanderungsbeschrÃ¤nkung Ã¼berwiegt, solange nicht wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde etwas anderes nahelegen (BGr, 18. Mai 2015, 2C_914/2014, E. 4.1).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer erhielt am 2. April 2014 eine Aufenthaltsbewilligung. Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, ist der am 20. Juli 2005 geborenen BeschwerdefÃ¼hrer 2 am 20. Juli 2017 12 Jahre alt geworden, als von der ursprÃ¼nglichen FÃ¼nfjahresfrist erst drei Jahre und gut drei Monate verstrichen waren, weshalb die fÃ¼r ihn geltende Nachzugsfrist ab diesem Zeitpunkt noch genau ein Jahr, d.<span> </span>h. bis zum 20. Juli 2018 lief (vgl. BGr, 3. Oktober 2011, 2C_205/2011, E. 3.4 f.). FÃ¼r den am 14. November 2008 geborenen BeschwerdefÃ¼hrer 3 endete die Nachzugfrist am 2. April 2019. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat nicht innert der genannten Fristen um Nachzug seiner SÃ¶hne ersucht, sondern damit bis zum 19. Juli 2021 zugewartet, als er zugleich den Nachzug seiner Ehefrau beantragte. Die Nachzugsgesuche der BeschwerdefÃ¼hrer 2 und 3 sind deshalb grundsÃ¤tzlich verspÃ¤tet erfolgt.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrer betrachten die Nachzugsfrist gleichwohl fÃ¼r gewahrt: Erst mit der Wiederverheiratung der Kindsmutter sei es dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 mÃ¶glich geworden, ein Familiennachzugsgesuch zu stellen. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe das Sorgerecht fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrer 2 und 3 nicht innegehabt und es sei ihm ohne die Zustimmung der Kindsmutter oder eine erneute gerichtliche Beurteilung auch nicht mÃ¶glich gewesen, die elterliche Sorge Ã¼bertragen zu bekommen. Sollten die rechtlichen Grundlagen im Kosovo Ã¤hnlich wie in der Schweiz sein, so sei die Umwandlung der alleinigen elterlichen Sorge zur gemeinsamen elterlichen Sorge nur dann mÃ¶glich, wenn die alleinige elterliche Sorge eine eigentliche KindswohlgefÃ¤hrdung darstellen wÃ¼rde.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der Familiennachzug von Kindern setzt grundsÃ¤tzlich voraus, dass der nachziehende Elternteil (alleine) sorgeberechtigt ist (vgl. BGE 136 II 78 = Pra 99 [2010] Nr. 70, E. 4.8). GemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt es jedoch in der Verantwortung der Eltern, frÃ¼hzeitig eine sachgerechte Regelung des Sorgerechts sicherzustellen, wenn der eine Elternteil das Heimatland verlÃ¤sst. Bei vorbestehendem KindsverhÃ¤ltnis lÃ¤sst damit auch eine nachtrÃ¤gliche Ãbertragung des elterlichen Sorgerechts die Nachzugsfristen nicht wieder neu aufleben (BGr, 21. Dezember 2018, 2C_550/2018, E. 2.1; BGr, 22. Oktober 2012, 2C_174/2012, E. 3.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Das Sorgerecht ist somit eine notwendige, fÃ¼r den Lauf der Nachzugsfrist jedoch irrelevante Nachzugsvoraussetzung. Da damit nicht auf den Zeitpunkt der durch die Wiederheirat erfolgten Neuzuteilung der elterlichen Sorge, sondern auf den Zeitpunkt der Entstehung des KindesverhÃ¤ltnisses zwischen den BeschwerdefÃ¼hrern abzustellen ist, ist das Nachzugsgesuch verspÃ¤tet erfolgt. Der Umstand, dass der zunÃ¤chst allein in der Schweiz lebende BeschwerdefÃ¼hrer 1 die Fristen fÃ¼r den Nachzug seiner Kinder ungenutzt hat verstreichen lassen, lÃ¤sst diese daher nicht wieder neu laufen, wenn er die mit ihm (wieder-)verheiratete Kindsmutter nachzieht und sie das Zusammenwohnen beabsichtigen (vgl. BGr, 3. Februar 2020, 2C_1070/2018, E.3.4). Damit vermÃ¶gen die von den BeschwerdefÃ¼hrern vorgebrachten GrÃ¼nde ihr Nachzugsgesuch nicht rechtzeitig erscheinen lassen. Es bleibt aber im Sinn nachfolgender ErwÃ¤gungen zu prÃ¼fen, ob die geltend gemachten wichtigen familiÃ¤ren GrÃ¼nde einen nachtrÃ¤glichen Nachzug zu rechtfertigen vermÃ¶gen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.1 </b>Wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 4 AIG sind gegeben, wenn das Kindswohl nur durch einen Nachzug in die Schweiz sachgerecht gewahrt werden kann (Art. 75 VZAE). Dabei ist jedem Einzelfall angemessen Rechnung zu tragen (vgl. unter anderem auch zum Kindeswohl Art. 3 der UNO-Kinderrechtskonvention vom 20. November 1989 [KRK]). Entgegen dem Wortlaut von Art. 75 VZAE ist allerdings nicht ausschliesslich auf das Kindswohl abzustellen; es bedarf vielmehr einer Gesamtschau unter BerÃ¼cksichtigung aller relevanten Elemente im Einzelfall. Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen hat nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben; dabei ist Art. 47 Abs. 4 AIG (bzw. Art. 75 VZAE) praxisgemÃ¤ss jeweils aber dennoch so auszulegen, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV nicht verletzt wird (BGE 146 I 185 E. 7.1.1 mit Hinweisen; BGr, 14. April 2022, 2C_970/2021, E. 4.1).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.2 </b>Nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK hat jede Person ein Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens. Art. 8 EMRK vermittelt jedoch keinen absoluten Anspruch an Familienmitglieder auf Einreise und Aufenthalt in der Schweiz und kein Recht auf Wahl des Familiendomizils (Urteil 2C_865/2021 vom 2. Februar 2022 E. 3.7 mit Hinweis auf BGE 142 II 35 E. 6.1; vgl. auch BGE 137 I 284 E. 2.1). Unter den Voraussetzungen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK kann die AusÃ¼bung des Rechts auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 Ziff. 1 EMRK eingeschrÃ¤nkt werden. Dazu ist eine umfassende InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen und die privaten Interessen der betroffenen Personen an einem (gemeinsamen) Aufenthalt in der Schweiz den entgegenstehenden Interessen gegenÃ¼berzustellen. Bei dieser InteressenabwÃ¤gung steht den nationalen BehÃ¶rden ein gewisser Beurteilungsspielraum zu (BGE 144 I 266 E. 3.7 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des EGMR). Dabei ist das Interesse an einer Kontrolle und Steuerung der Zuwanderung (Art. 121a BV) bzw. an der Erhaltung eines ausgewogenen VerhÃ¤ltnisses zwischen schweizerischer und auslÃ¤ndischer WohnbevÃ¶lkerung ein legitimes Interesse, das im Rahmen der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit Eingriffe in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK rechtfertigen kann (BGE 144 I 266 E. 3.7; BGr, 14. April 2022, 2C_970/2021, E. 4.1). </p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.3 </b>Die Praxis nimmt einen wichtigen Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AIG insbesondere dann an, wenn die notwendige Betreuung der Kinder im Herkunftsland beispielsweise wegen des Todes oder einer Krankheit der betreuenden Person nicht mehr gewÃ¤hrleistet ist und keine sinnvolle andere Alternative in der Heimat gefunden werden kann (vgl. etwa BGr, 5. August 2020, 2C_347/2020, E. 3.5 und 3.6). FÃ¼r den Nachweis der fehlenden BetreuungsmÃ¶glichkeit im Heimatland bestehen umso hÃ¶here Anforderungen, je Ã¤lter das nachzuziehende Kind ist und je grÃ¶sser die Integrationsschwierigkeiten erscheinen, die ihm in der Schweiz drohen. Es obliegt im Rahmen ihrer Mitwirkungspflichten der nachzugswilligen Person, die entsprechenden UmstÃ¤nde nicht nur zu behaupten, sondern auch zu belegen (BGE 137 I 284 E. 2.3.1 und 2.2; Urteile 2C_493/2020 vom 22. Februar 2021 E. 2.5.2; 2C_347/2020 vom 5. August 2020 E. 3.4; 2C_555/2019 vom 12. November 2019 E. 6.1). </p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.4 </b>GemÃ¤ss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist dann, wenn ein in der Schweiz wohnhafter Elternteil nebst den Kindern zugleich auch den anderen, bisher mit der hauptsÃ¤chlichen Betreuung der Kinder im Herkunftsland betrauten Elternteil in die Schweiz nachziehen will, der gleichzeitige Nachzug des Ehegatten im Zusammenhang mit dem Nachzug der Kinder per se kein wichtiger familiÃ¤rer Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AIG (BGr, 21. Dezember 2018, 2C_550/2018, E. 2.4; BGr, 3. Oktober 2011, 2C_205/2011, E. 4.3 ff.). In einer solchen Konstellation bedarf es vielmehr einer Gesamtschau, wobei zu berÃ¼cksichtigen ist, dass die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen dem Willen des Gesetzgebers zufolge die Ausnahme ist. Ein nachtrÃ¤glicher Nachzug der Kinder kommt nicht in Betracht, wenn der Nachzugswillige die Einhaltung von Fristen, welche ihm die ZusammenfÃ¼hrung der Gesamtfamilie ermÃ¶glicht hÃ¤tte, versÃ¤umt hat und er keine gewichtigen GrÃ¼nde geltend macht, um erst spÃ¤ter einen derartigen Nachzug zu beantragen (vgl. BGr, 3. Februar 2020, 2C_1070/2018, E. 5.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Vorliegend kann allein im Umstand, dass nunmehr die Familie zusammengefÃ¼hrt werden soll, kein wichtiger familiÃ¤rer Grund erblickt werden. Es bedarf stattdessen einer WÃ¼rdigung aller relevanten Elemente. Dabei ist dem Sinn und Zweck der Fristenregelung Rechnung zu tragen, wonach â wie dargelegt â die Integration der Kinder bzw. Jugendlichen mÃ¶glichst frÃ¼hzeitig geschehen soll.</p> <p class="Erwgung2">Der BeschwerdefÃ¼hrer 2 war im Zeitpunkt der â fÃ¼r die Beurteilung massgeblichen â Einreichung des Nachzugsgesuchs 17 Jahre alt und stand kurz vor Eintritt ins Erwachsenenalter und in den Arbeitsmarkt. Er ist im Kosovo aufgewachsen, besucht(e) dort die Schule und ist entsprechend verwurzelt. Die Ãbersiedlung in die Schweiz wÃ¼rde ihn aus dem gewohnten Umfeld reissen und wÃ¤re mit erheblichen integrativen Nachteilen verbunden. Es ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 2 altersbedingt kaum noch auf Betreuung angewiesen ist. In diesem Alter ist der AblÃ¶sungsprozess der Kinder vom Elternhaus regelmÃ¤ssig weit fortgeschritten, ohne allerdings bereits abgeschlossen zu sein. WÃ¤hrend Jugendliche in der Lage sind, die tÃ¤glichen Verrichtungen selbststÃ¤ndig wahrzunehmen, erscheinen eine finanzielle UnterstÃ¼tzung und auch eine gewisse Betreuung in schwierigeren Lebenssituationen weiterhin nÃ¶tig, wobei diese grundsÃ¤tzlich auch von einer Vertrauensperson ausserhalb der engeren Familie wahrgenommen werden kann (vgl. BGr, 22. Oktober 2012, 2C_174/2012, E. 4.2). Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, kann der BeschwerdefÃ¼hrer 1 fÃ¼r den Lebensunterhalt des BeschwerdefÃ¼hrers 2 im Kosovo aufkommen, sodass seine materiellen BedÃ¼rfnisse als abgedeckt gelten kÃ¶nnen. Zudem ist davon auszugehen, dass die vier im Kosovo lebenden Grosseltern trotz ihrer Gebrechen bzw. altersbedingten EinschrÃ¤nkungen und der Onkel in der Lage sind, dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 mit ihrem Rat beiseitezustehen. Dass sie dazu nicht fÃ¤hig sind, erscheint angesichts des Alters des BeschwerdefÃ¼hrers 2 nicht nachvollziehbar und machen die BeschwerdefÃ¼hrer auch nicht substanziiert geltend. Eine umfassende Betreuung erscheint nicht erforderlich, zumal davon ausgegangen werden kann, dass der 17-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrer 2 bereits ein altersgemÃ¤ss hohes Mass an SelbststÃ¤ndigkeit erreicht hat. Sollte der Jugendliche dennoch gelegentlich auf die UnterstÃ¼tzung eines Erwachsenen angewiesen sein, hat er die vier Grosseltern sowie den Onkel im Kosovo, die ihm zur Seite stehen kÃ¶nnen. Es besteht nach dem Gesagten kein Anlass, den kurz vor Eintritt ins Erwachsenenalter und den Arbeitsmarkt stehenden BeschwerdefÃ¼hrer 2 aus der gewohnten Umgebung in die Schweiz nachzuziehen (vgl. hierzu BGr, 22. Oktober 2012, 2C_174/2012, E. 4.2). Es bestehen nach dem Gesagten keine wichtigen GrÃ¼nde fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Nachzug des BeschwerdefÃ¼hrers 2.</p> <p class="Urteilstext">Der dreizehneinhalbjÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrer 3 ist ebenfalls im Kosovo aufgewachsen, besucht dort die Schule und ist entsprechend verwurzelt. Die Schulbildung des BeschwerdefÃ¼hrers 3 wÃ¼rde bei einer Ãbersiedlung kurz vor dem Ende seiner obligatorischen Schulbildung unterbrochen werden. Er wÃ¼rde aus seinem gewohnten Umfeld, dem ihm vertrauten Beziehungsnetz herausgerissen werden und auch von seinem Ã¤lteren Bruder getrennt werden. Der BeschwerdefÃ¼hrer 3 kennt weder das Schweizer Schulsystem, noch ist er mit den hiesigen Gepflogenheiten und der Sprache vertraut, weshalb mit erheblichen integrativen Schwierigkeiten zu rechnen ist. Dem Kindeswohl ist daher grundsÃ¤tzlich besser gedient, wenn er im Kosovo bleibt und dort seine Schulbildung abschliesst. Die BeschwerdefÃ¼hrer machen als wichtigen Grund geltend, dass die Mutter die einzige BetreuungsmÃ¶glichkeit im Heimatland darstelle und sobald ihr Nachzug in die Schweiz erfolgt sei, keine adÃ¤quaten BetreuungsmÃ¶glichkeiten im Kosovo mehr bestÃ¼nden. Es trifft zu, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 3 soweit ersichtlich bis zum heutigen Zeitpunkt immer durch seine Mutter im Kosovo betreut wurde. Diese ist denn auch trotz Einreisebewilligung in die Schweiz im Kosovo geblieben und Ã¼bernimmt nach wie vor seine Betreuung. Solange diese nicht in die Schweiz Ã¼bergesiedelt ist, besteht jedoch auf der Grundlage der Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 kein wichtiger Grund fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug. Dass die Kinder bei der Mutter im Kosovo aufgewachsen sind, war eine bewusste Entscheidung der Eltern. Diese hÃ¤tten den Nachzug der Kinder in die Schweiz auch veranlassen kÃ¶nnen, als diese noch kleiner waren. Dass sich die Betreuungssituation im Heimatland mit der Ãbersiedlung der Mutter in die Schweiz Ã¤ndern kÃ¶nnte, haben die Eltern selber zu verantworten, setzen sie den Grund fÃ¼r einen allfÃ¤lligen Betreuungswechsel doch selbst und kann darin kein wichtiger Grund fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug gesehen werden. Es liegt an ihnen, zu entscheiden, ob der BeschwerdefÃ¼hrer 3 wie bislang durch seine Mutter im Kosovo betreut werden soll, sie dort eine Betreuungsalternative suchen oder gemeinsam im Kosovo das Familienleben wiederaufnehmen. Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, ist der Betreuungsaufwand fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer 3 zwar noch grÃ¶sser. Er bedarf aber ebenfalls keiner stÃ¤ndigen persÃ¶nlichen Betreuung mehr. Der BeschwerdefÃ¼hrer 3 wird tagsÃ¼ber in der Schule durch die LehrkrÃ¤fte betreut. Zudem ist in Ãbereinstimmung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die vier Grosseltern trotz ihrer Gebrechen bzw. altersbedingten EinschrÃ¤nkungen nach wie vor in der Lage sind, dem BeschwerdefÃ¼hrer 3 mit ihrem Rat beiseitezustehen. Eine Betreuungsalternative erscheint damit angesichts des Alters des BeschwerdefÃ¼hrers 3 durchaus mÃ¶glich. Die privaten Interessen am Aufenthalt in der Schweiz beschrÃ¤nken sich im Wesentlichen darauf, als Familie zusammenleben zu kÃ¶nnen, was, wie bereits festgestellt, praxisgemÃ¤ss noch kein wichtiger Grund gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 4 AIG ist und fÃ¼r sich genommen das in dieser Bestimmung zum Ausdruck kommende Ã¶ffentliche Interesse an der Steuerung der Einwanderung nicht zu Ã¼berwiegen vermag (vgl. BGE 146 I 185 E. 7.1.1). Vorliegend fÃ¤llt zudem eine ZusammenfÃ¼hrung der Gesamtfamilie in der Schweiz ausser Betracht. Sollte die Familie als Gesamtfamilie zusammenleben wollen, steht es ihr frei, im Kosovo das Familienleben (wieder)aufzunehmen. Wie das Migrationsamt in seiner VerfÃ¼gung vom 6. Januar 2022 zudem zutreffend festgehalten hat, ergibt sich aus Art. 8 EMRK kein Recht auf Wahl des fÃ¼r das Familienleben am geeignetsten erscheinenden Ortes. Einem gemeinsamen Leben im Kosovo steht soweit ersichtlich nichts entgegen. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 ist erst im Alter von 34 Jahren in die Schweiz eingereist und lebt seit acht Jahren hier. Er hat somit den Grossteil seines Lebens in seinem Heimatland verbracht und ist mit den dortigen Gepflogenheiten bestens vertraut. Eine RÃ¼ckkehr in den Kosovo erscheint ihm ohne Weiteres zumutbar. Es steht den BeschwerdefÃ¼hrern auch frei, die familiÃ¤re Beziehung wie gewohnt weiterzuleben. Die geltend gemachten wichtigen familiÃ¤ren GrÃ¼nde fÃ¼r den verspÃ¤teten Familiennachzug vermÃ¶gen nach dem Gesagten nicht zu Ã¼berzeugen.</p> <p class="Urteilstext"><span>Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer 1 aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und es ist ihm keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das vorliegende Urteil kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Andernfalls kann lediglich die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG wegen Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte ergriffen werden. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. <span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. <span>Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann i<span>m Sinn der ErwÃ¤gungen </span>Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. a) die Parteien;<br/> b) die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>