<h2>SubmittedText<h2><p>Die Herausforderungen des Klimawechsels und die steigenden CO2-Emissionen sind einer von sieben Megatrends, die die Welt bis ins Jahr 2030 stark verändern sollen. 7 Prozent des Ausstosses von Treibhausgasen, d. h. 1,85 Millionen Tonnen, gehen auf das Konto der 30 Schweizer Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA).</p><p>Mit dem CO2-Recycling könnten 90 Prozent des gesamten CO2-Ausstosses aus dem Rauchgas von KVA herausgefiltert und wiederverwendet werden.</p><p>1. Wäre es möglich, sämtliche KVA mit solchen Anlagen auszurüsten?</p><p>2. Wie viel CO2 könnte damit herausgefiltert werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Grundsätzlich sind Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) für den Einsatz von CO2-Abscheidetechnologien geeignet, insbesondere auch deshalb, weil die Potenziale für die direkte Emissionsreduktion bei KVA begrenzt sind. Der Einsatz solcher Technologien unterliegt jedoch verschiedenen Restriktionen, die im Einzelfall vertieft zu prüfen wären. Dazu gehören die Potenziale zur Speicherung bzw. zur Wiederverwendung des abgeschiedenen CO2, die ökonomischen Rahmenbedingungen, der zusätzliche Energiebedarf sowie die räumlichen Verhältnisse vor Ort. Zu all diesen Parametern liegen aktuell noch wenig belastbare Informationen vor. Der Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA) führt jedoch aktuell gemeinsam mit der ETH Zürich ein Projekt durch, das sich genau diesen Fragen widmet. Erste Ergebnisse belegen die technische Machbarkeit der CO2-Abscheidung, zeigen aber gleichzeitig auch, dass Kosten und Energieverbrauch beträchtlich sein können. Der Bund verfolgt diese Arbeiten und beteiligt sich auch an weiteren Forschungsaktivitäten in diesem Themenbereich. </p><p>2. Gemäss heutigem Kenntnisstand entsprechen Rückgewinnungsraten von 90 bis 95 Prozent dem technischen Potenzial. Der fossile CO2-Ausstoss aller KVA in der Schweiz beträgt aktuell rund 2 Millionen Tonnen pro Jahr. Theoretisch liessen sich also 1,8 bis 1,9 Millionen Tonnen CO2 abscheiden. Unter Einbezug der obenerwähnten Restriktionen dürften die realisierbaren Potenziale je nach Anlage einiges tiefer sein. Limitierende Faktoren sind vor allem die Kosten, der notwendige Energieeinsatz und die Verwendungsmöglichkeiten. Die laufenden Arbeiten werden dazu genauere Erkenntnisse liefern.</p>