<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00338</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205499&amp;W10_KEY=4467137&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00338</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 30.11.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Erstellung einer Mobilfunk-Antennenanlage<br/>Ob § 226 Abs. 1 PBG, wonach bei der Eigentums- und Besitzesausübung alle zumutbaren baulichen und betrieblichen Massnahmen zu treffen sind, um Auswirkungen auf die Umgebung möglichst gering zu halten, nach dem In-Kraft-Treten von USG und NISV eine selbständige Bedeutung behalten hat, hängt in erster Linie davon ab, ob diese Bestimmung einen weitergehenden Immissionsschutz bezweckt als das Umweltschutzgesetz, welches nur den Menschen und seine natürliche Umwelt schützt. - Aufgrund des Wortlauts und der Entstehungsgeschichte von § 226 PBG spricht einiges dafür, dass mit dieser Bestimmung anstelle des früheren gemischtrechtlichen Immissionsrechts ein umfassender öffentlich-rechtlicher Schutz gegen ungerechtfertigte Einwirkungen aus der Erstellung und dem Betrieb von Bauten und Anlagen geschaffen werden sollte. Die Frage der selbständigen Bedeutung von § 226 Abs. 1 und 2 PBG kann vorliegend jedoch offen bleiben, da sich die streitigen Immissionen auch nach diesen Bestimmungen als zulässig erweisen (E. 2.3).<br/>Die Mobilfunkanlage hält die Anlagegrenzwerte unbestrittenermassen ein. Damit hat die private Beschwerdegegnerin alle auch im Sinn von § 226 Abs. 1 PBG zumutbaren baulichen und betrieblichen Massnahmen getroffen, um Einwirkungen auf die Umgebung möglichst gering zu halten. Die Grenzwerte der NISV sind so angesetzt, dass sie gemäss Art. 13 Abs. 2 USG auch die Wirkungen von Immissionen auf Personen mit erhöhter Empfindlichkeit berücksichtigen. Dass das kantonale Recht, das (wenn überhaupt) nur noch hinsichtlich des Schutzes der baulich-technischen Umwelt selbständige Bedeutung hat, für die Zumutbarkeit emissionsbegrenzender Massnahmen einen noch strengeren Massstab anlegen will, kann ausgeschlossen werden (E. 3.1).<br/>Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANLAGE">ANLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELEKTROMAGNETISCHE STRAHLUNG">ELEKTROMAGNETISCHE STRAHLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: IMMISSIONSSCHUTZ">IMMISSIONSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MOBILFUNKANLAGE">MOBILFUNKANLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZ">SCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZUMFANG">SCHUTZUMFANG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TECHNIK">TECHNIK</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMWELT">UMWELT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMWELTORIENTIERT">UMWELTORIENTIERT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMWELTSCHUTZGESETZ">UMWELTSCHUTZGESETZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 49 Abs. I BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 74 Abs. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 1 Abs. I NISV</span><br/><span class="ungerade">Art. 2 Abs. II NISV</span><br/><span class="gerade">Art. 4 NISV</span><br/><span class="ungerade">§ 226 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 226 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 338a Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 1 Abs. I USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 11 Abs. II USG</span><br/><span class="gerade">Art. 12 Abs. II USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 Abs. II USG</span><br/><span class="gerade">Art. 65 Abs. I USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 65 Abs. II USG</span><br/><span class="gerade">Art. 684 ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2006 Nr. 5</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Am 16. Oktober 2003 bewilligte der Bauausschuss der Stadt Winterthur der C AG die Erstellung einer Mobilfunk-Basisstation auf dem GebÃ¤ude L-Strasse in Winterthur.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen hiergegen von der A AG erhobenen Rekurs wies die Baurekurskommission nach einer zeitweiligen Sistierung des Verfahrens am 16. Juni 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 31. August 2005 liess die A AG dem Verwaltungsgericht beantragen, die Baubewilligung und den Rekursentscheid unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen aufzuheben.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz schloss am 8. September 2005 auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegner liessen am 20. September bzw. 7. November 2005 Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen beantragen.</p> <p class="Urteilstext"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig zur Behandlung der Beschwerde gegen den angefochtenen Entscheid der Baurekurskommission<span class="UrteilstextChar">. </span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist EigentÃ¼merin von GrundstÃ¼cken, bei denen der Anlagegrenzwert gemÃ¤ss der Verordnung vom 23. Dezember 1999 Ã¼ber den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) nur knapp eingehalten ist. Nachteilige Auswirkungen auf die von der BeschwerdefÃ¼hrerin betriebenen hoch empfindlichen Mess- und Produktionsapparaturen sind deshalb nicht auszuschliessen (vgl. RB 2002 Nr. 89 = BEZ 2002 Nr. 51), weshalb sie gemÃ¤ss § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) zu Rekurs und Beschwerde legitimiert ist. Auf die rechtzeitig und formrichtig erhobene Beschwerde ist einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin befÃ¼rchtet, die von der geplanten Mobilfunkanlage ausgehende elektromagnetische Strahlung werde ihre hoch empfindlichen Mess- und Produktionsanlagen stÃ¶ren, und sieht deshalb § 226 PBG verletzt.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die Vorinstanz hat den Rekurs der BeschwerdefÃ¼hrerin im Wesentlichen mit der BegrÃ¼ndung abgewiesen, dass das Bundesgesetz Ã¼ber den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 (USG) und die NISV den Schutz vor nichtionisierender Strahlung umfassend regelten und fÃ¼r die Anwendung von § 226 PBG kein Raum bleibe. Zwar zielten die bundesrechtlichen Erlasse auf den Schutz der natÃ¼rlichen Umwelt ab und gehÃ¶rte die vom Menschen geschaffene kÃ¼nstliche Umwelt nicht explizit zum Sachbereich von USG und NISV, doch kÃ¶nnten diese mit gewissen EinschrÃ¤nkungen ebenfalls den Schutz dieser Erlasse in Anspruch nehmen, wobei der Schutzumfang aufgrund der allgemeinen Bestimmungen der Umweltschutzgesetzgebung im konkreten Einzelfall zu bestimmen sei. Jedenfalls kÃ¶nnten technische Apparaturen, hochsensible Produkte oder Forschungslabors keinen im Vergleich zum Menschen erhÃ¶hten Schutz vor hoch- oder niederfrequenter elektromagnetischer Strahlung beanspruchen; weitergehende AnsprÃ¼che mÃ¼ssten auf zivilrechtlichem Weg verfolgt werden.</p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist dagegen der Auffassung, dass Umweltschutzgesetz und Verordnung nur den Schutz der natÃ¼rlichen Umwelt bezweckten; so schliesse Art. 2 Abs. 3 NISV die Anwendung dieser Verordnung zur Begrenzung der Einwirkungen von Strahlungen auf elektrische oder elektronische medizinische Lebenshilfen wie Herzschrittmacher sogar ausdrÃ¼cklich aus. Wenn der Schutz technischer Apparaturen vor elektromagnetischer Strahlung gemÃ¤ss ausdrÃ¼cklicher Festlegung nicht Gegenstand von USG und NISV bilde, bestehe keine Veranlassung und keine Grundlage, die Bestimmungen dieser Erlasse analog anzuwenden, sondern es mÃ¼sse die Beurteilung auf der Grundlage von § 226 PBG erfolgen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Art. 74 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV), wonach der Bund Vorschriften erlÃ¤sst "Ã¼ber den Schutz des Menschen und seiner natÃ¼rlichen Umwelt" vor schÃ¤dlichen und lÃ¤stigen Einwirkungen, geht von einem restriktiven Umweltbegriff aus, der die soziale und baulich-technische Umwelt des Menschen weitgehend ausgrenzt (Helen Keller, Umwelt und Verfassung, ZÃ¼rich 1993, S. 107). Bereits diese begriffliche BeschrÃ¤nkung der Bundeskompetenz fÃ¼hrt dazu, dass mit dem In-Kraft-Treten des Umweltschutzgesetzes kantonale Immissionsschutzbestimmungen, die nicht nur den Menschen und seine natÃ¼rliche Umwelt schÃ¼tzen, sondern Einwirkungen unabhÃ¤ngig vom Schutzgegenstand begrenzen, ihre selbstÃ¤ndige Bedeutung nicht von vornherein vollstÃ¤ndig eingebÃ¼sst haben. Zudem verfÃ¼gt der Bund innerhalb des begrifflich beschrÃ¤nkten Rahmens von Art. 74 Abs. 1 BV zwar Ã¼ber eine umfassende, jedoch keine ausschliessliche Gesetzgebungskompetenz, weshalb das kantonale Umweltschutzrecht (im engeren Sinn) nach dem Grundsatz des Vorrangs des Bundesrechts (Art. 49 Abs. 1 BV) seine selbstÃ¤ndige Bedeutung behÃ¤lt, wo es die bundesrechtlichen Normen ergÃ¤nzt oder â soweit erlaubt<span> </span>â verschÃ¤rft. Art. 65 USG, dem in erster Linie die Bedeutung einer Ãbergangsbestimmung zukommt (Abs. 1), schliesst in Teilbereichen die konkurrierende ZustÃ¤ndigkeit der Kantone ausdrÃ¼cklich aus (Abs. 2).</p> <p class="Urteilstext">Entsprechend dem restriktiven Umweltbegriff der Verfassung soll das Umweltschutzgesetz gemÃ¤ss Art. 1 Abs. 1 Menschen, Tiere und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und LebensrÃ¤ume gegen schÃ¤dliche oder lÃ¤stige Einwirkungen schÃ¼tzen sowie die natÃ¼rlichen Lebensgrundlagen dauerhaft erhalten. Schutzgegenstand bildet die BiosphÃ¤re als einheitlicher Lebensraum; unbelebte GegenstÃ¤nde sind nur insoweit Schutzgegenstand, als sie durch die BeeintrÃ¤chtigung der natÃ¼rlichen Umwelt betroffen werden, wie beispielsweise Bauwerke durch Luftverunreinigungen (Pierre Tschannen in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2000, Art. 1 Rz. 11). Auch die Verordnung Ã¼ber den Schutz vor nichtionisierender Strahlung soll ausdrÃ¼cklich nur Menschen vor schÃ¤dlicher oder lÃ¤stiger nichtionisierender Strahlung schÃ¼tzen (Art. 1 NISV).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Ob § 226 Abs. 1 PBG, wonach bei der Eigentums- und BesitzesausÃ¼bung alle zumutbaren baulichen und betrieblichen Massnahmen zu treffen sind, um Auswirkungen auf die Umgebung mÃ¶glichst gering zu halten, mit dem In-Kraft-Treten von USG und NISV seine selbstÃ¤ndige Bedeutung behalten hat, hÃ¤ngt in erster Linie davon ab, ob diese Bestimmung einen weitergehenden Immissionsschutz bezweckt als das Umweltschutzgesetz, welches nur den Menschen und seine natÃ¼rliche Umwelt schÃ¼tzt.</p> <p class="Erwgung2">Nach dem Wortlaut von § 226 Abs. 1 PBG ist "die Umgebung" Schutzgegenstand; dies deutet darauf hin, dass auch die baulich-technische Umwelt davon erfasst ist. In Abs. 2 der Bestimmung, welcher "Ã¼bermÃ¤ssige" Einwirkungen Ã¼berhaupt untersagt, ist dagegen von der "Umwelt" die Rede. Zu einer KlÃ¤rung der verwendeten Begriffe "Umgebung" und "Umwelt" tragen die Gesetzesmaterialien nichts bei; die Bestimmung gab weder in der Vorberatenden Kommission noch im Kantonsrat zu eingehenden ErlÃ¤uterungen oder zu Diskussionen Anlass. In der Kommission wurde lediglich darauf hingewiesen, dass die neue Bestimmung gegenÃ¼ber dem geltenden Recht insofern eine gewisse VerschÃ¤rfung bringe, als auch vermeidbare Immissionen verboten wÃ¼rden (Protokoll der Kommission des Kantonsrates fÃ¼r das Planungs- und Baugesetz 1975, Bd. II, S. 400). Nach dem damals geltenden § 96 des Baugesetzes fÃ¼r Ortschaften mit stÃ¤dtischen VerhÃ¤ltnissen vom 23. April 1893 (BauG) war der EigentÃ¼mer zur BeschrÃ¤nkung von Immissionen verpflichtet, die, ohne die Gesundheit von Menschen und Tieren zu schÃ¤digen, den "Nachbarn" in erheblichem Mass lÃ¤stig fallen. Dieser Immissionsschutz wurde als weniger weit gehend als der privatrechtliche von Art. 684 des Zivilgesetzbuchs verstanden, da nicht der Schutz von Nachbarinteressen bezweckt werde, sondern es um die Ã¶ffentlichen Interessen an der Wahrung von Ruhe, Sicherheit, Gesundheit und Ordnung gehe (Hans Egger, EinfÃ¼hrung in das zÃ¼rcherische Baurecht, 3. A., WÃ¤denswil 1970, S. 120).</p> <p class="Erwgung2">Die bisherige Rechtsprechung zu § 226 PBG hatte sich, soweit ersichtlich, nur mit Streitigkeiten zu befassen, die den Schutz des Menschen und seiner natÃ¼rlichen Umwelt betrafen. In der Literatur zum zÃ¼rcherischen Recht wird darauf hingewiesen, dass § 226 die polizeilich gebotene Wohn- und Bewerbungsruhe sicherstellen wolle und massive StÃ¶rungen und GefÃ¤hrdungen polizeilicher GÃ¼ter, insbesondere der Ã¶ffentlichen Ruhe, Ordnung und Gesundheit abwehren wolle (Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, 8-5-1).</p> <p class="Urteilstext">Aufgrund des Wortlauts und im Licht der Entstehungsgeschichte von § 226 PBG spricht einiges dafÃ¼r, dass mit dieser Bestimmung anstelle des frÃ¼heren gemischtrechtlichen Immissionsrechts ein umfassender Ã¶ffentlich-rechtlicher Schutz gegen ungerechtfertigte Auswirkungen aus der Erstellung und dem Betrieb von Bauten und Anlagen geschaffen werden sollte (vgl. Walter Vollenweider, Neues ZÃ¼rcherisches Planungs- und Baurecht, ZBGR 61(1980), S. 199). Auch das (inzwischen revidierte) Baugesetz des Kantons Aargau vom 6. Juni 1971, das nur wenige Jahre vor dem Planungs- und Baugesetz entstanden ist, ging von einem solchen weiten VerstÃ¤ndnis des Schutzgegenstandes aus; schÃ¤dliche Einwirkungen waren nach diesem Gesetz unstatthaft, gleichgÃ¼ltig, ob sie Menschen, Tiere oder Sachen betrafen (vgl. Erich Zimmerlin, Baugesetz des Kantons Aargau, Kommentar, 2. A., Aarau 1985, S. 418). Allerdings waren gemÃ¤ss § a160 Abs. 1 dieses Gesetzes ausdrÃ¼cklich das "Eigentum" des Nachbarn sowie die weitere Umgebung geschÃ¼tzt, wÃ¤hrend im zÃ¼rcherischen Recht nur von der Umgebung die Rede ist. Die Frage nach der selbstÃ¤ndigen Bedeutung von § 226 Abs. 1 und 2 PBG kann letztlich jedoch offen bleiben, da sich die streitigen Immissionen aufgrund der nachfolgenden ErwÃ¤gungen auch nach diesen Bestimmungen als zulÃ¤ssig erweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach § 226 Abs. 1 PBG sind die Massnahmen, die im Hinblick auf das Erreichen von "mÃ¶glichst gering(en)" Einwirkungen auf die Umgebung zu treffen sind, am Massstab der "Zumutbarkeit" zu messen. Es sind mit anderen Worten in erster Linie alle Immissionen zu unterlassen, die mit verhÃ¤ltnismÃ¤ssigem Aufwand vermieden werden kÃ¶nnen; erst die nicht durch "zumutbare bauliche und betriebliche Massnahmen" zu beseitigenden StÃ¶rungen sind daraufhin zu Ã¼berprÃ¼fen, ob sie gemÃ¤ss § 226 Abs. 2 PBG "nicht in einer nach den UmstÃ¤nden Ã¼bermÃ¤ssigen Weise auf die Umwelt einwirken" (RB 1987 Nr. 71 = BEZ 1987 Nr. 36).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss Art. 11 Abs. 2 USG sind Emissionen unabhÃ¤ngig von der bestehenden Umweltbelastung im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich mÃ¶glich und wirtschaftlich tragbar ist. Diese Bestimmung wurde vom Bundesrat fÃ¼r den Bereich der nichtionisierenden Strahlung durch den Erlass der Anlagegrenzwerte der NISV konkretisiert. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts regelt Art. 4 NISV in Verbindung mit Anhang 1 NISV die vorsorgliche Emissionsbegrenzung abschliessend, mit der Folge, dass die rechtsanwendenden BehÃ¶rden nicht im Einzelfall<span> </span>gestÃ¼tzt auf Art. 12 Abs. 2 USG eine noch weiter gehende Begrenzung verlangen kÃ¶nnen (BGE 126 II 399 E. 3c = URP 2000, S. 602).</p> <p class="Erwgung2">Die streitbetroffene Anlage hÃ¤lt die Anlagegrenzwerte der NISV unbestrittenermassen ein. Damit hat die private Beschwerdegegnerin alle auch im Sinn von § 226 Abs. 1 PBG zumutbaren baulichen und betrieblichen Massnahmen getroffen, um Einwirkungen auf die Umgebung mÃ¶glichst gering zu halten. Die Grenzwerte der NISV sind so angesetzt, dass sie gemÃ¤ss Art. 13 Abs. 2 USG auch die Wirkungen der Immissionen auf Personengruppen mit erhÃ¶hter Empfindlichkeit, wie Kinder, Kranke, Betagte und Schwangere berÃ¼cksichtigen. Dass das kantonale Recht, das (wenn Ã¼berhaupt) nur noch hinsichtlich des Schutzes der baulich-technischen Umwelt selbstÃ¤ndige Bedeutung hat, fÃ¼r die Zumutbarkeit emissionsbegrenzender Massnahmen einen noch strengeren Massstab anlegen will, kann ausgeschlossen werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die nicht im Sinn von § 226 Abs. 1 vermeidbaren StÃ¶rungen dÃ¼rfen "nicht in einer nach den UmstÃ¤nden Ã¼bermÃ¤ssigen Weise auf die Umwelt einwirken" (RB 1987 Nr. 71 = BEZ 1987 Nr. 36). Dabei ist anders als nach Art. 13 Abs. 2 USG nicht von Personengruppen mit erhÃ¶hter Empfindlichkeit, sondern von durchschnittlich empfindlichen Personen auszugehen; das persÃ¶nliche subjektive Empfinden eines einzelnen Betroffenen ist nicht massgebend (RB 1984 Nr. 78 = BEZ 1985 Nr. 4; Fritzsche/BÃ¶sch, 8-5-1).</p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, dass "schon geringfÃ¼gigste elektromagnetische Strahlen" ihre "hochsensiblen Mess- und Produktionsanlagen" stÃ¶ren kÃ¶nnten. Will man davon ausgehen, dass solche Anlagen Ã¼berhaupt in den Schutzbereich von § 226 Abs. 1 und 2 PBG fallen, so wÃ¤re die geltend gemachte StÃ¶rung jedenfalls nicht Ã¼bermÃ¤ssig. Auch insofern muss gelten, dass von einer durchschnittlichen Empfindlichkeit auszugehen ist, und kÃ¶nnen deshalb die hochsensiblen Mess- und Produktionsanlagen der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht massgebend sein. Auch § 226 Abs. 2 PBG ist nicht verletzt.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Sofern § 226 Abs. 1 und 2 PBG auf den vorliegenden Sachverhalt Ã¼berhaupt anwendbar sind, stellt ihre von der Vorinstanz begrÃ¼ndete Nichtanwendung durch die Vorinstanz jedenfalls keine GehÃ¶rsverweigerung und auch keinen Grund fÃ¼r eine RÃ¼ckweisung oder die DurchfÃ¼hrung eines zweiten Schriftenwechsels dar. Vielmehr erweist sich die Beschwerde im Ergebnis als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen.</p> <p class="Erwgung2">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 VRG). Sie ist Ã¼berdies zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die private Beschwerdegegnerin zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde, welcher kein wesentlicher Aufwand entstanden ist, steht eine solche nicht zu.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'590.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die private Beschwerdegegnerin verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Entscheids. </span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>