<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00004</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106074&amp;W10_KEY=4467148&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00004</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 09.05.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 05.07.2001 formell erledigt.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Kostenübernahme für Privatschulung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Abwehr einer der Gemeinde auferlegten finanziellen Verpflichtung kann als schutzwürdiges Interesse der Gemeinde im Sinn von § 21 lit. b VRG aufgefasst werden.<br/>Zuständigkeit und formelle Beschwer (E. 1). Legitimation: Ausweitung der Gemeindelegitimation durch die neue Fassung (1997) des VRG (E. 2 a). Ausnahmsweiser Verzicht auf die Darlegung legitimationsbegründender Sachumstände (E. 2b und c). Bisherige Rechtsprechung des VGR zur Gemeindelegitimation aufgrund ihr auferlegter finanzieller Leistungen (E. 2d). Gemeindelegitimation bei qualifizierter Entscheidungs- und Ermessensfreiheit der Gemeinde.<br/>Gutheissung.<br/><br/>Rückzug am BGr!</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESCHWER">BESCHWER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BUNDESGERICHTSENTSCHEID">BUNDESGERICHTSENTSCHEID</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINGRIFF">EINGRIFF</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTSCHEIDUNGSFREIHEIT">ENTSCHEIDUNGSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSFREIHEIT">ERMESSENSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT">ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FINANZIELLE VERPFLICHTUNG">FINANZIELLE VERPFLICHTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHULKOSTEN">SCHULKOSTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Kantonale Verwaltungsgerichtsbeschwerde ST: WEITERE BESCHWERDEVORAUSSETZUNGEN">WEITERE BESCHWERDEVORAUSSETZUNGEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 21 lit. b VRG</span><br/><span class="gerade">§ 42 VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 43 lit. I f VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. Wegen disziplinarischer Schwierigkeiten mit dem RealschÃ¼ler G fanden seit September 1999 zahlreiche GesprÃ¤che zwischen der Mutter (D), Vertretern der Schulpflege X, dem Klassenlehrer, dem Schulpsychologen und weiteren Beteiligten statt. An einem "StandortgesprÃ¤ch" vom 16. Februar 2000 gelangten die Teil­nehmenden zum Schluss, es mÃ¼sse, nachdem G nach weiteren VorfÃ¤llen vom Klassen­lehrer als in der Klasse nicht mehr tragbar beurteilt worden war, nun etwas geschehen. Die Familie D mÃ¼sse sich entweder freiwillig beim Jugendsekretariat melden und sich dort helfen lassen oder die Schulpflege werde der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde den Auftrag fÃ¼r eine Famili­enabklÃ¤rung in Auftrag geben. D wurde mit der Aufforderung sich innert drei Tagen dort zu melden, die Telefonnummer des zustÃ¤ndigen Sachbearbeiters beim Jugend­sekretariat Ã¼bergeben. Am 1. MÃ¤rz 2000 erschien D fÃ¼r ein Ge­sprÃ¤ch auf dem Bezirksjugendsekretariat; sie teile die Auffassung des Klas­senleh­rers von G, dass es so nicht mehr weitergehen kÃ¶nne und sie habe sich bereits nach geeigneten Pri­vat­schulen erkundigt. Am 6. MÃ¤rz 2000 reichte sie diese Unterlagen dem Jugendsekretariat mit der Bitte ein, bei der SchulbehÃ¶rde das notwendige Kostengutspra­chegesuch einzurei­chen, welchem Ersuchen das Jugendsekretariat am 7. MÃ¤rz 2000 nach­kam. Beantragt wur­de Kostengutsprache in der HÃ¶he von Fr. 2'400.- monatlich fÃ¼r die Schulung von G ab MÃ¤rz 2000 bis Ende Schuljahr 2000 in der Z-Schule sowie die Bevor­schus­sung der AnmeldegebÃ¼hr von Fr. 4'800.-, welche am Ende des Schuljahres an das Schul­geld an­gerechnet wÃ¼rde; dem Gesuch lag der von D am 6. MÃ¤rz 2000 unter­zeichnete Schulvertrag bei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Schulpflege X wies das Gesuch am 27. MÃ¤rz 2000 ab, was sie dem Ju­gendse­k­retariat am 4. April 2000 brieflich mitteilte. Am 13. April 2000 ersuchte D die Schulpflege um Neubeurteilung der KostenÃ¼bernahme. Am 29. Mai 2000 teilte die Schulpflege D mit, dass sie Fr. 3'000.- fÃ¼r das 2. Semester des Schuljahres 1999/2000 Ã¼bernehmen werde; dann werde G die Mindestschulpflicht erfÃ¼llt haben und sei die Gemeinde nicht zu weite­ren Schul­geldzahlungen verpflichtet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diesen Entscheid erhob D am 23. Juni 2000 Rekurs an die Be­zirksschul­pflege, wobei sie sich sinngemÃ¤ss gegen die teilweise Ablehnung des Ge­­suchs um Kosten­Ã¼bernahme sowie gegen die Ausschulung von G wandte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Bezirksschulpflege hiess in zwei separaten BeschlÃ¼ssen vom 20. Juli 2000 so­wohl den Rekurs betreffend die Kostenauflage als auch denjenigen be­treffend die Aus­schulung gut. Betreffend der Schulpflicht erwog sie, dass die Schulpfle­ge X fÃ¤lschlicher­weise von einer bloss acht Jahre dauernden Schulpflicht ausgegan­gen sei; eine vorzeitige Entlassung aus der Schulpflicht sei indessen nicht angeordnet wor­den, weshalb die Schul­pflege X bis zum ordentlichen Abschluss der Schulpflicht von G Ende Schuljahr 2000/ 2001 weiterhin fÃ¼r seine Schulung zustÃ¤ndig bleibe. BezÃ¼glich der Kostentragung erwog sie, die Schulpflege X habe es pflichtwidrig unterlassen, kon­krete Massnahmen anzuord­nen und statt dessen mit der Androhung der Ausschulung oder dem Einschalten der FÃ¼r­sorgebehÃ¶rde Druck auf die Mutter ausgeÃ¼bt. Wenn diese darauf­hin den Vertrag mit der Z-Schule ohne Zustimmung der Schulpflege abgeschlos­sen habe, so kÃ¶nne ihr dies nicht schaden, nachdem die Schulpflege die Anordnung der ge­bo­tenen Massnahmen versÃ¤umt habe. Aus dem selben Grund komme es auch nicht darauf an, ob die Z-Schule die Anforde­rungen an eine Sonderschule erfÃ¼lle. Die Schulpflege X habe deshalb die Schulungskosten fÃ¼r G ab MÃ¤rz 2000 zu Ã¼bernehmen, solan­ge sie fÃ¼r ihn kein anderes zumutbares Schu­lungsangebot bereitstellen kÃ¶nne, jedoch lÃ¤ngs­tens bis Ende des Schuljahres 2000/2001.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Auf den hiergegen von der Schulpflege X am 21. August 2000 erhobe­nen Re­kurs trat die Schulrekurskommission des Kantons ZÃ¼rich am 20. November 2000 nicht ein mit der BegrÃ¼ndung, die Gemeinde sei gemÃ¤ss § 21 lit. b des Verwaltungsrechts­pflegege­setzes vom 24. Mai 1959 (VRG, in der Fassung vom 8. Juni 1997) nicht zum Re­kurs legi­timiert. Sie berief sich dabei insbesondere auf einen Entscheid des Bundesgerichts vom 29. September 2000 (GeschÃ¤ft Nr. 1P.93/2000/boh), welches in Gutheissung einer staatsrecht­lichen Beschwerde in einem Streit um die Sonderschulung und der Verteilung der sich daraus ergebenden Kosten erkannt hatte, dass die Schulrekurskommission in Will­kÃ¼r ver­fallen sei, wenn sie gestÃ¼tzt auf § 21 lit. b VRG die Gemeinde zum Rekurs zugelas­sen habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>IV. Mit Beschwerde vom 22. Dezember 2000 liess die Schulpflege fÃ¼r die Gemein­de X beantragen, den Beschluss der Schulrekurskommission aufzuheben und die Sache zu materieller Behandlung an die Schulrekurskommission zurÃ¼ckzuweisen; even­tuell mÃ¼sse eine Ãberweisung zur aufsichtsrechtlichen Behandlung an die Vorinstanz oder den Bil­dungsrat erfolgen. Die Kosten seien auf die Staatskasse zu nehmen und es sei der Be­schwerdefÃ¼hrerin eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Schulrekurskommission beantragte am 31. Januar 2001 Abweisung der Be­schwerde. D liess am 12. MÃ¤rz 2001 beantragen, auf die Beschwerde nicht einzutreten, eventuell sie abzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Be­schwerdefÃ¼hrerin.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) </span>GemÃ¤ss § 5 Abs. 2 des Unterrichtsgesetzes vom 23. Dezember 1859 (in der Fas­sung vom 29. November 1998) entscheidet die Schulrekurskommission abschliessend, so­weit das Verwaltungsrechtspflegegesetz nicht den Weiterzug an das Verwaltungsgericht vorsieht. Ein solcher Weiterzug ist gemÃ¤ss § 41 VRG grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig, und die Strei­tigkeiten um die Ãbernahme von Schulungskosten fÃ¤llt nicht unter die in § 43 Abs. 1 lit. f VRG (in der Fassung gemÃ¤ss § 42 des Mittelschulge­setzes vom 13. Juni 1999; OS 55, 424 sowie bezÃ¼glich Inkraftsetzung OS 56, 54) fÃ¼r den Schulbereich vorgesehenen Ausnah­men. Sodann entfÃ¤llt seit dem 1. MÃ¤rz 2000 auch der Ausnahmegrund von § 42 VRG, nach­dem auf diesen Zeitpunkt das Bundesgesetz vom 8. Oktober 1999 Ã¼ber prozessuale Anpassungen an die neue Bundesverfassung (AS 2000, 416) in Kraft getreten und damit Art. 73 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 Ã¼ber das Verwaltungsverfahren (VwVG) aufgehoben worden ist, welcher in Streitigkeiten be­treffend die verfassungs­recht­liche Garantie des unentgeltlichen Primarschulunterrichts die Beschwerde an den Bundes­rat vorsah (vgl. RB 1998 Nr. 29). Das Verwaltungsgericht ist deshalb zur Behand­lung der Beschwerde zustÃ¤ndig. Angesichts des Fr. 20'000.- offenkundig Ã¼bersteigenden Streitwerts erfolgt die Behandlung durch die Kammer (§ 38 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Als unterliegende Partei im Rekursverfahren ist die Gemeinde X formell be­schwert. Macht die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend, durch die Verneinung ihrer Legitima­tion im Rekursverfahren von einem Verfahrensmangel betroffen zu sein, ist die Legitima­tion unabhÃ¤ngig vom Rechtsschutzinteresse in der Sache gegeben (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Boss­hart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A. ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 28, mit Hinweisen). Auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde ist deshalb einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. </span>GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 21 lit. b VRG ist eine Gemeinde zur Be­schwer­de berechtigt "zur Wahrung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen".</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts zu § 21 VRG in der bisherigen Fas­­sung anerkannte die Rekurs- und Beschwerdebefugnis der Gemeinde, wenn sie sich fÃ¼r die Durchsetzung und richtige Anwendung ihres kommunalen Rechts wehrte, wenn sie einen Eingriff in ihre qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit oder einen Ein­griff in ihr Finanz- oder VerwaltungsvermÃ¶gen geltend machte und wenn sie wie eine Pri­vatperson betroffen war (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 62, mit Hinweisen). Diese Recht­sprechung liegt auch der neuen Bestimmung von § 21 lit. b VRG zugrunde (RB 1998 Nr. 14; KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 21 N. 70). Indem aber § 21 lit. b VRG die Gemeinde zur rekursweisen Wah­rung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen berechtigt, ver­deutlicht die neue Bestimmung einen Ansatz, der in der bisherigen Praxis bereits angelegt, aber nicht durch­gehend entwickelt war: So lÃ¤sst sich die Befugnis der Gemeinde, die Be­wil­ligung fÃ¼r ein Bauvorhaben in der Nachbargemeinde anzufechten, das einen von ihr geplanten Aussichts­punkt beeintrÃ¤chtigt (RB 1993 Nr. 1; vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 68), keiner der vor­stehend genannten Kategorien zuordnen, sondern lÃ¤sst sich darÃ¼ber hinausgehend nur mit der Wahrnehmung schutzwÃ¼rdiger kommunaler Interessen begrÃ¼n­den. Damit ist die von der Lehre seit langem geforderte Ausweitung der Gemeindelegi­ti­mation (Alfred KÃ¶lz, Kom­mentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, ZÃ¼rich 1978, § 21 N. 79) mindestens punktuell bereits durch die Rechtsprechung zu § 21 VRG in der bisheri­gen Fassung erfolgt. Im Lichte dieser Rechtsprechung lÃ¤sst sich mit dem Hinweis darauf, dass der Gesetzgeber keine gegenÃ¼ber der bisherigen Praxis erwei­terte Gemeindelegitimation angestrebt habe (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 70), keine ein­schrÃ¤n­kende Auslegung von § 21 lit. b VRG rechtfer­tigen; dies gilt um so mehr, als die neue Fassung des Gesetzes wÃ¶rtlich der von Alfred KÃ¶lz (§ 21 N. 79 am Ende) als Auswei­tung der Gemeindelegitimation vorgeschlagenen Umschreibung entspricht, an der sich weit­gehend, wenn auch nicht konsequent schon die bisherige Praxis orientiert hat. In Ãber­einstimmung mit dieser Auffassung hat das Verwal­tungs­­gericht in RB 1998 Nr. 13 die Le­gi­timation der Gemeinde bejaht bei einer Betrof­fen­heit in Interessen oder Aufgaben, wel­che die Gemeinde wahrnehmen oder erfÃ¼llen muss, oder wenn sich die angefochtene Ver­fÃ¼gung auf einen grossen Teil der Einwohnerschaft auswirkt. Kein schutzwÃ¼rdiges Inte­res­se ist hingegen dann gegeben, wenn die Gemein­de nicht ihr eigenes, sondern kantonales oder Bundesrecht anzuwenden hat, und es ihr ein­zig um die Durchsetzung ihrer eigenen Rechtsauffassung geht (RB 1998 Nr. 14; vgl. auch BGE 125 II 192 E. 2a aa).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>b) </span>Obgleich die Legitimation als Prozessvoraussetzung von Amtes wegen abzu­klÃ¤­ren ist, obliegt die Darlegung der legitimationsbegrÃ¼ndenden SachumstÃ¤nde den Par­teien und kann eine im Rekursverfahren versÃ¤umte BegrÃ¼ndung der Legitimation nicht im Be­schwerdeverfahren nachgeholt werden (RB 1980 Nr. 8; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 29, § 54 N. 10). In der <span>Eingabe an die Schulrekurskommission vom 21. August 2000 hat die Be­schwerdefÃ¼hrerin neben der RÃ¼ge von VerfahrensmÃ¤ngeln zum durch die Vorinstanz er­hobenen Vorwurf der UntÃ¤tigkeit Stellung genommen und sich dagegen verwahrt, auf­grund des eigenmÃ¤chtigen Vorgehens "gewissermassen zur Bezahlung von Strafgeldern" verpflichtet zu werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"> Diese jedenfalls knappe Darlegung der legitimationsbegrÃ¼ndenden SachumstÃ¤nde vermag hier der BeschwerdefÃ¼hrerin von vornherein nicht zu schaden. Wie die Re­kurs­kom­mission selber einrÃ¤umt, stellt ihr Nichteintreten auf den Rekurs der Gemeinde eine PraxisÃ¤nderung dar (E. 3 des angefochtenen Beschlusses). Konnte nach der bisherigen Praxis die BeschwerdefÃ¼hrerin ohne weiteres von ihrer Legitimation ausgehen, so hatte sie keinen Anlass die sie begrÃ¼ndenden UmstÃ¤nde eingehend darzulegen. Die Rekurskommis­sion hÃ¤tte deshalb zur GehÃ¶rswahrung die aufgrund des Bundesgerichtsentscheids vom 29. Sep­tember 2000 ins Auge gefasste PraxisÃ¤nderung anzeigen und der Beschwerde­fÃ¼hre­rin so Gelegenheit zur BegrÃ¼ndung ihrer Legitimation geben mÃ¼ssen. Aus diesem Grund ist ausnahmsweise die Legitimation fÃ¼r das Rekursverfahren aufgrund der Darlegungen in der Beschwerdeschrift zu prÃ¼fen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) In der Beschwerdeschrift vom 22. Dezember 2000 wies die BeschwerdefÃ¼hrerin auf ihre Stellung als TrÃ¤gerin der Volksschule und die von der Schulpflege wahrzunehmen­de Aufsichtsfunktion hin. Sie kÃ¶nne sich deshalb gemÃ¤ss § 21 lit. b VRG auf die von ihr zu vertretenden schutzwÃ¼rdigen Interessen berufen und mÃ¼sse deshalb befugt sein, sich gegen die Auferlegung einer (finanziellen) Verpflichtung zu wehren, auf welche kein Anspruch be­stehe. Jedenfalls gehe es nicht an, dass die Gemeinde fÃ¼r die Kosten einer Privatschule aufkommen mÃ¼sse, ohne auf die Auswahl der Schule Einfluss nehmen zu kÃ¶nnen. Zudem sei eine Sonderschulung in einer nicht als Sonderschule anerkannten Privatschule nur zu prÃ¼fen, wenn ein gleichwertiges Angebot fehle oder der Besuch einer vorhandenen Sonder­klasse bzw. Schule fÃ¼r das Kind unzumutbar sei; somit kÃ¶nne sich die Gemeinde auf eine qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit berufen, in welchen mit der Billigung der eigenmÃ¤chtigen Schulwahl eingegriffen werde. Ãberdies stelle die Verpflichtung zum Tragen von Schulungskosten an einer Privatschule einen Eingriff in das Verwaltungsver­mÃ¶­gen dar, der nach der Praxis beispielsweise im Zusammenhang mit finanziellen Ver­pflichtungen aus AnstellungsverhÃ¤ltnissen die Legitimation der Gemeinde zu begrÃ¼nden vermÃ¶ge.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Das Bundesgericht hat in dem von der Rekurskommission fÃ¼r richtungsweisend gehaltenen Entscheid vom 29. September 2000 sich einerseits an seiner eigenen, nicht durch­wegs konsistenten Praxis zu Art. 48 lit. a VwVG und Art. 103 lit. a des Bundes­rechts­pflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 orientiert, und andererseits â insbesondere was die Legitimation aufgrund der Betroffenheit im Finanz- und VerwaltungsvermÃ¶gen betrifft â auf die AusfÃ¼hrungen im Kommentar KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl (§ 21 N. 63) verwie­sen. Dort wird eingerÃ¤umt, dass sich aus einer solchen Betroffenheit die Legitimation ab­leiten liesse, auch wenn weder die Anwendung kommunalen Rechts noch eine qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit in Frage stehe; deshalb mÃ¼sse auch die zÃ¼rcherische Praxis dahingehend interpretiert werden, dass ein Eingriff in das Finanz- und Verwaltungs­vermÃ¶gen allein die Rekurs- und Beschwerdelegitimation nicht zu begrÃ¼nden vermÃ¶ge, und sei entsprechend der Praxis des Bundesgerichts die Legitimation einer Gemeinde zu verneinen, die sich gegen die Verpflichtung zu einer hoheitlichen TÃ¤tigkeit mit finanziellen Folgen wehre. Dieser Schluss der Kommentatoren ist indessen keineswegs zwingend, und aus der bisherigen Praxis, die nach der nur kurze Zeit zurÃ¼ckliegenden Revision des Ver­wal­tungsrechtspflegegesetzes ohnehin noch nicht als gefestigt erscheint, lÃ¤sst sich eher eine andere Tendenz herauslesen. So ist das Verwaltungsgericht noch vor Inkrafttreten des revi­dierten Verwaltungsrechtspflegegesetzes auf die Beschwerde einer Gemeinde eingetreten, die durch einen Rekursentscheid an der Aufhebung der Unterschutzstellung einer Villa ge­hindert wurde und die ihr Anfechtungsinteresse einzig mit der durch die Unterschutzstel­lung ausgelÃ¶sten Pflicht zur Leistungen von EntschÃ¤digungen in MillionenhÃ¶he begrÃ¼ndet hatte (VGr, 27. November 1997, VB.1997.­00055, ). GestÃ¼tzt auf § 21 VRG in der revidier­ten Fassung ist das Gericht auf die Beschwerde einer Gemeinde eingetreten, die sich gegen einen Rekursentscheid betreffend eine von ihrer eigenen abweichende Bewertung ihrer Lie­genschaften im FinanzvermÃ¶gen durch die Direktion der Justiz und des Innern wehrte (VGR,­ 8. November 2000, VB.2000.00064), und ebenso auf Beschwerden von Gemeinden gegen die Verpflichtung zu VermÃ¶gensleistungen an entlassene LehrkrÃ¤fte (VGr, 11. April 2001, PB.2000.00024/25; VGr, 14. MÃ¤rz 2001, PB.2000.00029/30 und PB.2000.00018/ 23), wobei in diesen FÃ¤llen die Legitimation unter Hinweis auf RB 1998 Nr. 13 auch bejaht wurde, weil der angefochtene Entscheid die PersonalfÃ¼hrung der Gemeinde und damit eine von ihr wahrzunehmende Aufgabe betreffe. In einem Entscheid vom 20. Januar 2000 (VB.1999.00101) hat das Verwaltungsgericht erwogen, das<span> Gemeinwesen sei schon nach der bisherigen â restriktiveren â Rechtsprechung befugt gewesen, einen Entscheid der Bau­rekurskommission, der seinen Verzicht auf eine Unter­schutz­stellung aufgehoben und die Gemeinde zur Festlegung entsprechender Schutzmassnah­men eingeladen habe, mit Be­schwerde an das Verwaltungsgericht weiterzuziehen (VGr, 5. Juli 1994, VB.1994.00072); dass die davon betroffenen GrundeigentÃ¼mer eine derartige Unterschutzstellung ausdrÃ¼ck­lich anbegehrten, Ã¤ndere daran nichts, denn eine solche vermÃ¶ge in verschiedener Hinsicht Belastungen des Gemeinwesens auszulÃ¶sen, so z.B. hin­sichtlich Pflege und Unterhalt (§ 207 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975; PBG) sowie Ãber­nahme‑ und Ent­schÃ¤di­gungs­verpflichtungen (§ 214 PBG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Es sind denn auch keine Ã¼berzeugenden GrÃ¼nde erkennbar, welche es verbieten wÃ¼rden, die Abwehr einer der Gemeinde auferlegten finanziellen Verpflichtung als schutz­wÃ¼rdiges Interesse der Gemeinde im Sinn von § 21 lit. b VRG aufzufassen. Aus dieser Sicht bestehen erhebliche Zweifel, ob die bisherige Praxis der Schulrekurskommission als willkÃ¼rlich bezeichnet werden durfte. Zu beachten ist auch, dass es sich beim vom Bundes­gericht Ã¼berprÃ¼ften Entscheid der Schulrekurskommission nur aufgrund der besonderen Ã¼bergangsrechtlichen Situation um einen letztinstanzlichen kantonalen Entscheid handelte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Legitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin im Rekursverfahren ist deshalb bereits aufgrund der ihr auferlegten Verpflichtung zu finanziellen Leistungen zu bejahen. Das be­grÃ¼ndet ihre Legitimation gegen beide Rekursentscheide der Bezirksschulpflege. Denn auch derjenige betreffend die Schulpflicht zielte unter den gegebenen UmstÃ¤nden einzig darauf ab, die Verpflichtung der Gemeinde zur Kostentragung bis zum Abschluss der obli­gatorischen Schulzeit festzustellen. Ob die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼berhaupt eine vorzeitige Entlassung aus der Schulpflicht verfÃ¼gt hat und insofern eine anfechtbare Anordnung vor­lag, ist eine von der Rekurskommission im Rahmen der materiellen Behandlung des Re­kur­ses zu prÃ¼fende Frage. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">e) Das Vorliegen einer die Legitimation der Gemeinde ebenfalls begrÃ¼ndenden qualifizierten Entscheidungs- und Ermessensfreiheit ist nach der Praxis jeweils im Einzel­fall zu bestimmen. Selbst wenn man der vom Bundesgericht im Entscheid vom 29. Sep­tem­ber 2000 geÃ¤usserten Auffassung folgen will, dass die Frage der Sonderschul­bedÃ¼rftig­keit von Kindern im ganzen Kanton gleich zu beurteilen sei, liegen hier besondere VerhÃ¤lt­nisse vor, weil die Bezirksschulpflege ihren Entscheid nicht damit begrÃ¼ndet hat, dass beim SchÃ¼ler G die Voraussetzungen fÃ¼r eine Sonderschulung erfÃ¼llt seien, sondern mit Pflicht­versÃ¤umnissen der BeschwerdefÃ¼hrerin beim Treffen der gebotenen Massnahmen. Dabei rÃ¤umt sie ausdrÃ¼cklich ein, dass der Schulpflege verschiedene MÃ¶glichkeiten offen­gestan­den wÃ¤ren, wie beispielsweise disziplinarische Massnahmen, Querversetzung, StÃ¼tz- und FÃ¶rdermassnahmen, Therapien, Zuweisung zu einer Sonderklasse oder zur Sonder­schu­lung. Die BeschwerdefÃ¼hrerin verfÃ¼gte damit bereits insofern Ã¼ber einen ihr durch das kantonale Recht eingerÃ¤umten Entscheidungsspielraum. Hinzu kommt, dass nicht nur bei der Auswahl sondern auch bei der Beurteilung der Dringlichkeit solcher Massnahmen ein erheblicher Ermessensspielraum besteht. Mit der Verpflichtung zur Ãbernahme der Schu­lungskosten an der privaten Z- Schule hat die Bezirksschulpflege in diesen in sachlicher und zeitlicher Hinsicht bestehenden Entscheidungs- und Ermessensspielraum eingegriffen und muss sich die beschwerdefÃ¼hrende Gemeinde deshalb rekursweise wehren kÃ¶nnen. Ob der Eingriff gerechtfertigt war, ist eine Frage der durch die Rekurskommission vorzuneh­men­den materiellen PrÃ¼fung. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Schulrekurskommission auf das Rechts­mittel der BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤tte eintreten mÃ¼ssen. Die Beschwerde ist deshalb gutzu­heissen; der angefochtene Beschluss der Schulrekurskommission ist aufzuheben und die Akten sind zum Entscheid in der Sache an die Schulrekurskommission zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Akten werden zu neuer Entscheidung an die Schulrekurskommission zurÃ¼ckgewiesen.<br/> <br/> </p> <p class="Einzug1">2. ...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>