A bteilung I A -1723/2006 {T 0/2} U rteil vom 19. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter M arkus M etz (Vorsitz), Pascal M ollard, D aniel R iedo. G erichtsschreiber Jürg Steiger. A ._______, Beschw erdeführerin, gegen O berzolldirektion (O ZD ), H auptabteilung R echt und Abgaben, M onbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Zollkontingent; N achforderung der Zollabgaben B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie A._______ verfügt über eine G eneraleinfuhrbew illigung (...) für die Einfuhr von G eflügelfleisch. D as Bundesam t für Landw irtschaft (BLW ) versteigerte m it der Ausschreibungsbekanntm achung N r. 5/2005 vom 18. M ärz 2005 in der Einfuhrperiode 1. April bis 30. Juni 2005 unter anderem 3'300'000 kg G eflügelfleisch. D ie Steigerungsgebote m ussten bis spätestens am 23. M ärz 2005, 16:30 U hr, beim BLW eintreffen. In den Steigerungsbedingungen w urde darauf aufm erksam gem acht, die Einfuhr zum reduzierten Kontingentszollansatz (KZA) sei erst nach der Zahlung des gesam ten Zuschlagspreises zulässig. Ausgenom m en davon seien Zollkontingentsanteile, w elche für die D auer einer Kontingentsperiode (1. Januar bis 31. D ezem ber) zugeteilt w erden. In diesen Fällen sei die Einfuhr zum KZA erst zulässig, w enn der erste D rittel des Zuschlagspreises vor der Einfuhr des ersten D rittels des zugeteilten Kontingentsanteils, der zw eite D rittel des Zuschlagspreises vor der Einfuhr des zw eiten D rittels des zugeteilten Kontingentsanteils und der dritte D rittel des Zuschlagspreises vor der Einfuhr des dritten D rittels des zugeteilten Kontingentsanteils bezahlt w orden sei. Von der vorgängigen Zahlung könne sich befreien, w er dem Bundesam t vor der Einfuhr zum KZA eine Bank- oder andere, nach Art. 43 der Finanzhaushaltsverordnung vom 11. Juni 1990 (SR 611.01), gestattete G arantie zustelle. B. D ie A._______ erhielt m it Verfügung des BLW vom 24. M ärz 2005, die am 29. M ärz 2005 zugestellt w urde, den Zuschlag für fünf Anteile von insgesam t 80'000 kg G eflügelfleisch zu einem Zuschlagspreis von Fr. 45'500.-- m it dem H inw eis, dass für jeden einzelnen Zollkontingentsanteil die Einfuhr zum KZA erst nach der Zahlung des gesam ten Zuschlagspreises zulässig sei. D er gesam te Zuschlagspreis sei nach Eröffnung der Verfügung innert 30 Tagen zu überw eisen. Jeder einzelne Zollkontingentsanteil könne vorbehältlich der rechtzeitigen Bezahlung des Zuschlagspreises, bzw . der Zustellung der Sicherstellung, in der Periode vom 1. April bis 30. Juni 2005 ausgenützt w erden. Auf der Verfügung fand sich ausserdem der H inw eis, dass jede Einfuhr vor der Bezahlung des Zuschlagspreises eine Einfuhr ausserhalb des Zollkontingents darstelle, die som it zum Ausserkontingentszollansatz (AKZA) zu verzollen sei. C . D ie A._______ gab in der Folge am 5. April 2005 den Bankauftrag, dem BLW Fr. 45'500.-- zu überw eisen. D er Auftrag w urde m it Valuta vom 8. April 2005 ausgeführt. N ach G ew ährung des rechtlichen G ehörs an die A._______, in dessen R ahm en die A._______ am 29, August 2005 verm erkte, die ihr zustehende Einfuhrm enge auf G rund der Inlandleistung könne an den Beginn der Periode gestellt w erden, verfügte die O ZD , an die das D ossier zuständigkeitshalber überw iesen w orden w ar, am 18. O ktober 2005 eine N acherhebung von Fr. 72'576.60 als D ifferenz zw ischen dem KZA und dem AKZA für 5'442.2 kg G eflügelfleisch, das die A._______ in der Zeit vom 1. bis 7. April 2005 vor der Bezahlung des Zuschlagspreises von Fr. 45'500.-- eingeführt hatte.3 D . G egen die Verfügung vom 18. O ktober 2005 reichte die A._______ am 18. N ovem ber 2005 Beschw erde bei der Eidgenössischen Zollrekurs- kom m ission (ZR K) ein m it dem Begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. E. D ie O ZD und das BLW hielten in ihren Vernehm lassungen vom 26. Januar 2006 und 21. D ezem ber 2005 an ihrem Standpunkt fest. D ie A._______ begründete ihre Begehren in der R eplik vom 13. M ärz 2006 noch einm al. D as BLW nahm dazu m it Schreiben vom 27. M ärz 2006 und die O ZD m it einem solchen vom 31. M ärz 2006 Stellung. F. M it Schreiben vom 29. N ovem ber 2006 teilte die ZR K der Beschw erdeführerin m it, dass dieses Beschw erdeverfahren am 1. Januar 2007 durch das Bundesverw altungsgericht übernom m en w erde. Am 9. Februar 2007 gab das Bundesverw altungsgericht den Parteien die Ü bernahm e des Beschw erdeverfahrens und die Besetzung des Spruchkörpers bekannt; dagegen w urden innert Frist keine Einw endungen erhoben. G . Auf Anfrage des Bundesverw altungsgerichts bestätigte die O ZD am 20. August 2007, dass der Beschw erdeführerin aufgrund getätigter Inlandleistungen ein Zollkontingentsanteil von insgesam t 93'666 kg G eflügelfleisch für die fragliche Periode zugeteilt w ar, auf w elchen die Einfuhren vom 1. bis 7. April 2005 hätten angerechnet w erden können für den Fall, dass die Beschw erdeführerin nicht an einer Versteigerung teilgenom m en hätte. Auf die w eiteren Begründungen in den Eingaben der Parteien w ird - sow eit erforderlich - im R ahm en der Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1.1 D er angefochtene Entscheid unterliegt ab 1. Januar 2007 der Beschw erde an und der Beurteilung durch das Bundesverw altungsgericht (Art. 31 bzw . 53 Abs. 2 Verw altungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 [VG G ; SR 173,32] und Art. 109 Abs. 1 Bst. c Zollgesetz vom 1. O ktober 1925 [aZG ; BS 6 465]). D ie Beurteilung erfolgt nach Art. 53 Abs. 2 VG G nach dem neuen Verfahrensrecht bzw . dem Bundesgesetz über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG ; SR 172.021). 1.2 Am 1. M ai 2007 ist das neue Zollgesetz vom 18. M ärz 2005 (ZG , SR 631.0) in Kraft getreten. G em äss Art. 132 Abs. 1 ZG w erden Zollveran- lagungsverfahren, die bei Inkrafttreten des neuen Zollgesetzes hängig sind, nach dem bisherigen R echt abgeschlossen. Auf dieses Verfahren fin- det deshalb das alte Zollgesetz Anw endung. 1.3 D ie Beschw erde erfolgte seinerzeit form - und fristgerecht an die ZR K. D ie Beschw erdeführerin ist beschw ert und zur Anfechtung befugt (vgl. Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c Vw VG ). D er von der Beschw erdeführerin ein- verlangte Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- ist fristgerecht bezahlt w orden. Auf die Beschw erde ist deshalb einzutreten.4 1.4 M it der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Erm essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sow ie die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 49 Vw VG ). Im R ahm en der Beschw erde kann auch die gerügte Verletzung verfassungsm ässiger R echte beurteilt w erden (vgl. AN D R É M O SER in: TH O M AS G EIS ER /PETER M Ü N C H , Prozessieren vor eidgenössischen R ekurskom m issionen, Basel 1998, § 2 N 2.69). D as Bundesverw altungsgericht w endet im Verfahren der Beschw erde das Bundesrecht von Am tes w egen an; es ist nach Art. 62 Abs. 4 Vw VG an die von den Parteien vorgebrachten Begründungen nicht gebunden. 2. N ach Art. 1 aZG hat, w er W aren über die Zollgrenze befördert, die Vorschriften für den Verkehr über die G renze und die Entrichtung der Abgaben nach dem Zolltarifgesetz vom 9. O ktober 1986 (ZTG ; SR 632.10) zu befolgen. D ie Zollpflicht um fasst die Befolgung der Vorschriften für den Verkehr über die G renze und die Entrichtung der gesetzlichen Abgaben (Art. 1 Abs. 2 aZG ). Alle W aren, die über die schw eizerische Zollgrenze ein- oder ausgeführt w erden, m üssen grundsätzlich nach dem G eneraltarif gem äss Art. 1 Abs. 1 ZTG , Anhänge 1 und 2, verzollt w erden, der auch die Zollkontingente regelt. Als Zollkontingent gilt eine bestim m te M enge eines landw irtschaftlichen Erzeugnisses, die zu einem bestim m ten Zollansatz eingeführt w erden kann. D ie im Zusam m enhang m it dem Beitritt der Schw eiz zur W elthandelsorganisation (W TO ) per 1. Juli 1995 und der R atifizierung der entsprechenden G ATT/W TO -Ü bereinkom m en (Abkom m en vom 15. April 1994 zur Errichtung der W elthandels- organisation; SR 0.632.20) eingeführte R egelung erlaubt sow ohl den Im port inner- als auch ausserhalb eines Zollkontingents. D ie Einfuhr innerhalb des Zollkontingents unterliegt jedoch einem geringeren Zollansatz, w ährend für die Einfuhr ausserhalb des Zollkontingents regelm ässig ein bedeutend höherer Zoll bezahlt w erden m uss, der gew öhnlich prohibitive W irkung hat (vgl. BG E 129 II 160 E. 2.1, 128 II 34 E. 2b; Botschaft des Bundesrates zur R eform der Agrarpolitik: Zw eite Etappe [Agrarpolitik 2002], BBl 1996 IV S. 115). Im Agrarbereich hat der Bundesrat die Verteilung der Zollkontingente in den Art. 10 bis 20 der Allgem einen Verordnung vom 7. D ezem ber 1998 über die Einfuhr von landw irtschaftlichen Erzeugnissen (Agrareinfuhrverordnung, AEV; SR 916.01) geregelt (vgl. Art. 10 Abs. 4 lit. b und c ZTG in Verbindung m it den Art. 20 bis 22 des Bundesgesetzes vom 29. April 1998 über die Landw irtschaft [Landw irtschaftsgesetz, Lw G ; SR 910.1]). Im Fall der Zuteilung durch Versteigerung (Art. 16 ff. AEV) ist nach Art. 19 Abs. 2 AEV vor der Bezahlung des gesam ten Zuschlagspreises die Einfuhr zum KZA nicht zulässig. Im Bereich des Schlachtvieh- und Fleischm arktes gilt nach Art. 19 Abs. 1 der Verordnung vom 26. N ovem ber 2003 über den Schlachtvieh- und Fleischm arkt (Schlachtviehverordnung, SV; AS 2003 5473 ff.) die gleiche Vorschrift, dass die Einfuhr zum KZA oder zum N ullzoll erst nach der Zahlung des gesam ten Zuschlagspreises zulässig ist 5 (BG E 129 II 160 E. 3.2; U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1722/2006 vom 8. M ärz 2007 E. 2.4; Entscheid der ZR K vom 7. O ktober 2002, veröffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 67.43 E. 2b/c, 3). M it dieser R egelung hat der Bundesrat eine Vorbedingung in Form der vorgängigen Bezahlung des gesam ten Zuschlagspreises eingeführt, von deren Einhaltung die Einfuhr zu den Vorzugsbedingungen des KZA abhängt (vgl. BG E 129 II 160 E. 2.3; U rteil des Bundesgerichts 2A.65/2003 vom 29. Juli 2003). Schliesslich ist nach (dem dam aligen) Art. 31 Abs. 2 SV davon auszugehen, dass in einer Einfuhrperiode der versteigerte Anteil im m er vor dem nach Art. 32 Abs. 5 SV ausgenützten (zugeteilten) Anteil eingeführt w ird. 3. 3.1 D ie Beschw erdeführerin m acht nicht geltend, die fraglichen 5'442.2 kg G eflügelfleisch erst nach der Bezahlung des gesam ten Zuschlagspreises eingeführt zu haben. Sie rügt zunächst vielm ehr eine Verletzung des rechtlichen G ehörs dadurch, dass die O ZD für die Begründung der Verfügung vom 18. O ktober 2005 auf die M einung des BLW verw ies. D ie Begründung einer Verfügung m uss nicht notw endigerw eise in der Verfügung selber enthalten sein. Es kann grundsätzlich auf ein anderes Schriftstück, nam entlich auf einen eigens eingeholten Bericht einer zuständigen Am tsstelle verw iesen w erden. D ie verfügende Instanz genügt bei diesem Vorgehen ihrer inhaltlichen Begründungspflicht dann, w enn das Schriftstück, auf w elches verw iesen w ird, sich seinerseits in genügender W eise m it den Fragen befasst, auf w elche die verfügende Instanz einzugehen hat (BG E 113 II 204 E. 2 m it H inw eisen; ALFR ED KÖ LZ/ISABELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, R z. 357; Entscheid der Eidgenössischen Personalrekurskom m ission vom 25. August 2003, veröffentlicht in VPB 68.6 E. 5.a). D as ist hier der Fall. D as BLW w ar zunächst verfügende Behörde, die sow ohl das Versteigerungsverfahren durchführte und der Beschw erdeführerin den Zuschlag erteilte, als auch anschliessend das Verfahren betreffend die Erhebung eines AKZA einleitete und in diesem R ahm en der Beschw erdeführerin am 27. M ai und 14. Juni 2005 zw eim al das rechtliche G ehör gew ährte. W enn deshalb die O ZD auf das Verfahren vor dem BLW Bezug genom m en hat, hat sie ihrer Begründungspflicht nachgelebt. 3.2 D ie Beschw erdeführerin rügt sodann, die O ZD habe den Sachverhalt unrichtig und unvollständig festgestellt, indem sie nicht berücksichtigte, dass die Beschw erdeführerin w irtschaftlich in einem gänzlich übertriebenen M ass belastet w ürde, falls sie die vom 1. bis 7. April 2005 getätigten Einfuhren zum AKZA verzollen m üsste. D ie Beschw erdeführerin rügt dam it die Verletzung des Prinzips der Verhältnism ässigkeit. D as G ebot der Verhältnism ässigkeit verlangt, dass die vom G esetzgeber oder von der Behörde gew ählten M assnahm en für das Erreichen des gesetzten Zieles geeignet, notw endig und für den Betroffenen zum utbar sind. D er angestrebte Zw eck m uss in einem vernünftigen Verhältnis zu den 6 eingesetzten M itteln bzw . zu den zu seiner Verfolgung notw endigen Beschränkungen stehen. D er Eingriff in G rundrechte darf in sachlicher, räum licher, zeitlicher und personeller H insicht nicht einschneidender sein als erforderlich und hat zu unterbleiben, w enn eine gleich geeignete, aber m ildere M assnahm e für den angestrebten Erfolg ausreichen w ürde (U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, R z 581 ff. 591; BG E 128 II 292 E. 5.1, m it H inw eisen). D ie Frage der Verhältnism ässigkeit stellt sich dam it im m er in den Fällen, in denen m ehrere M assnahm en zur Erfüllung eines Ziels zur Verfügung stehen. Zunächst ist festzuhalten, dass die N achforderung zur Verzollung der Einfuhren nach dem AKZA keine Sanktion gegenüber der Beschw erdeführerin darstellt. Vielm ehr handelt es sich um eine nachträgliche Zollabrechnung zum N orm alsatz des AKZA, w ie er im Zolltarif nach Art. 21 aZG vorgesehen ist, w eil die Voraussetzung für die Anw endung des Vorzugssatzes des KZA nach Art. 19 Abs. 2 AEV nicht erfüllt w ar, nachdem die Beschw erdeführerin nicht den gesam ten Zuschlagspreis vor der Einfuhr bezahlt hatte. D ie O ZD hatte deshalb keinen Erm essenspielraum in der W ahl verschiedener M ittel, sondern w ar grundsätzlich verpflichtet, der Beschw erdeführerin den gesetzlich vorgeschriebenen AKZA bzw . die D ifferenz zum Kontingentszollansatz in R echnung zu stellen. D ie Berechnung selber ist nicht um stritten. D as G ebot der Verhältnism ässigkeit ist insow eit nicht verletzt (vgl. auch U rteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2003 2A.65/2003 E. 4). 3.3 Auch sow eit die Beschw erdeführerin rügt, die O ZD habe den Fristenstillstand für die Leistung des Zuschlagspreises gem äss Art. 22a Abs. 1 Bst. a Vw VG nicht berücksichtigt, ist sie nicht zu hören. Es geht vorliegendenfalls nicht um die Einhaltung oder den Stillstand einer gesetzlichen oder behördlich angesetzten Frist, sondern einzig um den Vollzug des Art. 19 Abs. 1 SV bzw . Art. 19 Abs. 2 AEV, w onach die Beschw erdeführerin G eflügelfleisch, das vor der vollständigen Bezahlung des gesam ten Zuschlagspreises im portiert w ird, zum AKZA zu verzollen habe. 3.4 Schliesslich rügt die Beschw erdeführerin Art. 31 Abs. 2 SV als verfassungsw idrig und w illkürlich, w onach als Ü bergangsbestim m ung für die Versteigerung in den Jahren 2005 und 2006 davon ausgegangen w erde, dass der Zollkontingentsinhaber in einer Einfuhrperiode den versteigerten Anteil im m er vor den Einfuhrm engen gem äss der ihm zugeteilten anderen Zollkontingentsanteile einführen w erde. D ie Beschw erdeführerin m achte am 29. August 2005 gegenüber der O ZD geltend, dass in der Ü bergangsphase bis zur vollständigen Ersteigerung der Einfuhrkontingente die Inlandleistungen zu zw ei D ritteln berücksichtigt w ürden. D iese ihr zustehende Einfuhrm enge könne an den Beginn der Periode gestellt w erden, da diese noch w eiter zurück von der Beschw erdeführerin vorfinanziert w orden sei. D as BLW m acht dazu geltend, aus G ründen der Vereinfachung der Kontrolle und des Vollzugs habe der Bundesrat die entsprechende Vorschrift des Art. 31 Abs. 2 SV eingeführt. D as BLW bestreitet aber nicht, dass die Beschw erdeführerin 7 auch basierend auf ihrem zugeteilten Anteil nach ihren Inlandleistungen die fraglichen M engen des G eflügelfleischs zu einem bevorzugten Zollansatz hätte einführen können. D ie O ZD bestätigt schliesslich, dass der Beschw erdeführerin in der fraglichen Periode aufgrund getätigter Inlandkäufe Zollkontingentsanteile zur Verfügung standen, auf w elche die Einfuhren vom 1. bis 7. April 2005 hätten angerechnet w erden können. 3.4.1 Verordnungen des Bundesrates können von den rechtsanw endenden Behörden im R ahm en der konkreten N orm enkontrolle auf ihre G esetzes- und Verfassungsm ässigkeit geprüft w erden (M O SE R , a.a.O ., § 2 N 2.69 m it H inw eisen zur R echtsprechung). Sow eit Vollziehungsverordnungen die R egelung des G esetzes übernehm en, ist das Prüfungsrecht des G erichts eingeschränkt (U LR IC H H ÄFELIN /W ALTE R H ALLER , Schw eizerisches Bundesstaatsrecht, Zürich 2001, R z 2098). Bei (unselbständigen) Verordnungen, die sich auf eine gesetzliche D elegation stützen, prüft das Bundesverw altungsgericht in erster Linie, ob sie sich in den G renzen der dem Bundesrat im G esetz eingeräum ten Befugnisse halten (H ÄFELIN /H ALLE R , a. a. O ., R z 2099; BG E 126 II 283 E. 3b). W ird dem Bundesrat durch die gesetzliche D elegation ein sehr w eiter Spielraum des Erm essens für die R egelung auf Verordnungsebene eingeräum t, m uss sich das G ericht auf die Prüfung beschränken, ob die um strittenen Verordnungsvorschriften offensichtlich aus dem R ahm en der dem Bundesrat im G esetz delegierten Kom petenzen herausfallen oder aus anderen G ründen gesetz- oder verfassungsw idrig sind (BG E 129 V 327 E. 4.1). Es kann jedoch sein eigenes Erm essen nicht an die Stelle desjenigen des Bundesrats setzen und hat auch nicht die Zw eckm ässigkeit zu untersuchen. D ie vom Bundesrat verordnete R egelung verstösst allerdings dann gegen das in Art. 9 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) verankerte W illkürverbot, w enn sie sich nicht auf ernsthafte G ründe stützen lässt oder sinn- oder zw ecklos ist, bzw . gegen das in Art. 8 Abs. 1 BV festgeschriebene G ebot der rechtsgleichen Behandlung verstösst, w enn sie rechtliche U nterscheidungen trifft, für die sich ein vernünftiger G rund nicht finden lässt, oder U nterscheidungen unterlässt, die richtigerw eise hätten berücksichtigt w erden sollen (BG E 129 V 327 E. 4.1, BG E 128 II 34 E. 3b, BG E 128 II 247 E. 3.3, BG E 128 IV 177 E. 2.1, BG E 128 V 95 E. 5a, 105 E. 6a). 3.4.2 N ach Art. 22 Lw G verteilt die zuständige Behörde die Zollkontingente u.a. durch Versteigerung und nach M assgabe der Inlandleistung. In diesem R ahm en ist der Bundesrat ohne Zw eifel zuständig, auch das Verfahren der Versteigerung zu regeln m it der rechtm ässigen Bestim m ung von Art. 19 Abs. 2 AEV, dass zum präferenziellen Zollansatz nur einführen dürfe, w er den Zuschlagspreis vollständig bezahlt habe (E. 3.2). Indes erw eist sich Art. 31 Abs. 2 SV im vorliegenden Anw endungsakt als w illkürlich und verstösst gegen die G leichbehandlung. Ernsthafte G ründe dafür, dass die Einfuhr nach Versteigerung einer Einfuhr basierend auf der Inlandleistung in jedem Fall vorzugehen habe, sind nicht ersichtlich. Insbesondere kann es sich nicht um eine Vereinfachung der Kontrolle und 8 des Vollzugs handeln, w ie das BLW in seiner Vernehm lassung vom 21. D ezem ber 2005 ausführt, denn sow ohl die Einfuhrm engen nach Versteigerung als auch diejenigen auf G rund der Zuteilungen nach Inlandleistung m üssen kontrolliert w erden. Art. 31 Abs. 2 SV darf nicht Anlass bieten, bei bestehendem zugeteiltem Zollkontingentsanteil ersteigerte Anteile vorzuziehen, m it der Folge, dass bei geringfügig verspäteter Zahlung der präferenzielle Zollansatz nicht m ehr zur Anw endung gelangen kann. O hne Teilnahm e an der Versteigerung hätte die Beschw erdeführerin ohne w eiteres und im gleichen Zeitraum die Einfuhr gleicher M engen zum KZA nach M assgabe des ihr zugeteilten Anteils basierend auf ihrer Inlandleistung vornehm en können. Es ist sinn- und zw ecklos – und dam it w illkürlich –, einen Im porteur m it zugeteiltem Kontingent auf G rund von Inlandleistung, der an einer Versteigerung teilnim m t, von der gleichzeitigen Einfuhr nach M assgabe seines Inlandanteils auszuschliessen. Er ist vielm ehr durch erfolgreiche Teilnahm e an der Versteigerung berechtigt, sow ohl die ersteigerten M engen nach M assgabe des Versteigerungsverfahrens, als auch die M engen nach dem ihm auf G rund der Inlandleistung zugeteilten Anteil einzuführen ohne in G efahr zu laufen, einen prohibitiven Zollansatz leisten zu m üssen. D ie Beschw erdeführerin w äre dam it schlechter gestellt als ein anderer Zollpflichtiger, der – w ie sie – über ein Kontingent verfügte, aber kein zusätzliches ersteigerte. Es w äre m it dem G leichheitsgrundsatz des Art. 8 BV nicht zu vereinbaren, dass sie anders (schlechter) behandelt w ürde als andere Kontingentsinhaber, nur w eil sie zusätzliche Kontingente ersteigerte. D iese dürften dann Einfuhren auf der Basis der ihnen nach der Inlandleistung zugeteilten Anteile vornehm en. Es ist nicht einzusehen, w eshalb dies einem Im porteur, der an der Versteigerung teilnim m t, um allenfalls zusätzliche Kontingente erreichen zu können, nicht m öglich sein sollte. D ies gilt um so m ehr, nachdem das BW L in der Ausschreibungsbekanntm achung N r. 5/2005 vom 18. M ärz 2005 über die Versteigerung in Ziffer 7 Bst. b darauf hingew eisen hatte, von der vorgängigen Bezahlung seien "Zollkontingentsanteile, w elche für die D auer einer Kontingentsperiode (1. Januar bis 31. D ezem ber) zugeteilt w erden" ausgenom m en. Auf G rund dieser Bekanntm achung durfte die Beschw erdeführerin davon ausgehen, dass sie im R ahm en ihrer zugeteilten Kontingente durch die Teilnahm e an der Versteigerung in der Einfuhr zum KZA nicht beschränkt w ar. D ie Zuteilung von Zollkontingenten hat nach Art. 22 Abs. 1 Lw G unter W ahrung des W ettbew erbs zu erfolgen. Zulässige und unzulässige Kriterien w urden im R ahm en der W TO diskutiert. D abei bildeten nam entlich die Inlandleistung und die Versteigerung G egenstand der Kritik (vgl. dazu Botschaft des Bundesrates zur R eform der Agrarpolitik: Zw eite Etappe [Agrarpolitik 2002] vom 26. Juni 1996, BBl 1996 IV 1, 118 ff.). D ie Inlandleistung und die Versteigerung stehen als Zuteilungskriterien auf gleicher Ebene; keines soll das andere ausschliessen. Es ist deshalb sachfrem d, w enn Art 31 Abs. 2 SV die Versteigerung der Inlandleistung im m er vorgehen lässt. D er W ettbew erb w ird durch diese R egel 9 beeinträchtigt; Art. 31 Abs. 2 SV verstösst dam it auch gegen Art. 22 Abs. 1 Lw G . 3.4.3 D as BLW interpretiert den Art. 31 Abs. 2 SV sodann als zw ingende R egel. D ie Bestim m ung hält jedoch nicht fest, der versteigerte Anteil einer Einfuhrperiode m üsse im m er vor dem auf G rund der Inlandleistung zugeteilten Zollkontingentsanteil eingeführt w erden. D er W ortlaut enthält vielm ehr (als Ü bergangsbestim m ung lediglich für die Jahre 2005 und 2006) die entsprechende Verm utung, w onach davon ausgegangen w erde, dass in einer Einfuhrperiode der versteigerte Anteil im m er vor dem auf G rund der Inlandleistung zugeteilten Zollkontingentsanteil ausgenützt w erde. W arum dies im folgenden Jahr nicht m ehr der Fall sein soll, ist überdies w enig einsichtig. Eine (gesetzliche) Verm utung kann um gestossen w erden (Basler Kom m entar [BSK] ZG B I-SC H M ID , Basel 2006, Art. 8 N 67 ff.). Im vorliegenden Fall ist erstellt, dass die Beschw erde- führerin in der fraglichen Zeit über ein genügendes Kontingent nach M assgabe der Inlandleistungen verfügte, um säm tliche in R ede stehende Einfuhren abzudecken. D am it legt die Beschw erdeführerin glaubhaft dar, sie habe die Einfuhr vom 1. bis 7. April 2005 zu Lasten ihrer Zuteilung nach Art. 22 Abs. 2 Bst. b Lw G vorgenom m en (vgl. das Schreiben vom 29. August 2005) und stösst die Verm utung von Art. 31 Abs. 2 SV um . D eshalb darf die Beschw erdeführerin im vorliegenden Fall nicht verpflichtet w erden, die Einfuhren vom 1. bis 7. April 2005 zum AKZA zu verzollen, obw ohl und solange ihr ein Zollkontingent nach M assgabe der Inlandleistung zusteht. D ie von der Beschw erdeführerin in der Zeit vom 1. bis 7. April 2005 eingeführte M enge von 5'442.2 kg G eflügelfleisch kann deshalb ihrem zugeteilten Zollkontingent nach M assgabe der Inlandleistung gem äss Art. 22 Abs. 2 Bst. b Lw G zugerechnet w erden. 3.5 D ie Beschw erde ist aus diesen G ründen gutzuheissen, der angefochtene Entscheid der O ZD vom 18. O ktober 2005 aufzuheben und die Sache zur N eufestsetzung des relevanten Einfuhrzolls – unter Berücksichtigung der in der Zeit vom 1. bis 7. April 2005 gültigen (anderen) Kontingentsanteile der Beschw erdeführerin – an die Vorinstanz zurückzuw eisen. 4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens fallen nach Art. 63 Abs. 2 Vw VG keine Verfahrenskosten an. D ie O ZD hat der Beschw erdeführerin eine Parteientschädigung zu zahlen, die das Bundesverw altungsgericht, da die Beschw erdeführerin keine Kostennote eingereicht hat, in Anw endung des Art. 14 Abs. 2 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE; SR 173.320.2) auf Fr. 3'000.-- (inklusive Auslagen und M W ST) festsetzt. D er Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- w ird der Beschw erdeführerin nach Eintritt der R echtskraft dieses U rteils erstattet.10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, der angefochtene Entscheid der O berzolldirektion vom 18. O ktober 2005 aufgehoben und die Sache zur N eufestsetzung des relevanten Einfuhrzolls an die Vorinstanz zurückgew iesen. 2. D ie Beschw erdeführerin schuldet keine Verfahrenskosten. D er Kostenvorschuss in der H öhe von Fr. 2'500.-- w ird dieser nach Eintritt der R echtskraft dieses U rteils erstattet. 3. D ie O berzolldirektion richtet der Beschw erdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- aus. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M arkus M etz Jürg Steiger R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert 30 Tagen seit der Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie Beschw erde ist unzulässig gegen Entscheide über die Zollveranlagung, w enn diese aufgrund der Tarifierung oder des G ew ichts der W are erfolgt; sow ie gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l, m und 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G ; SR 173.110]). Versand am :