Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 25. Juni 2015 (720 14 302 / 159) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Betätigungsvergleich; Invalidität lässt sich mangel s Beweiskraft des Haushaltsabklä- rungsberichts und der medizinischen Beurteilungen i n psychiatrischer Hinsicht nicht zuverlässig beurteilen Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Markus Mattle, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.9347.9843.72) A. Die 1951 geborene A.____ meldete sich am 23. Feb ruar 2011 unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung bei der Eidgenössischen Inval idenversicherung (IV) zum Leistungsbe- zug an. Nach Abklärung der erwerblichen, gesundheit lichen und haushälterischen Verhältnisse wurde der Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verf ügung vom 3. Juni 2013 in Anwendung der spezifischen Bemessungsmethode gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 13.3% abgelehnt. Die gegen diese Verfügung geführte Beschwerde hiess das Kantonsgericht des Kantons Basel- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge richt) mit Urteil vom 3. Oktober 2013 in dem Sinne gut, als dass es die Angelegenheit zu r weiteren Abklärung an die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zurückwies. Es entschied, d ass die Auswirkung von neu aufgetre- tenen somatischen Leiden auf die Einschränkung im Hausha lt nicht abgeklärt worden sei. Überdies hätten insbesondere die psychischen Leiden der Versicherten, welche einen wesentli- chen Anteil an allen diagnostizierten Leiden ausmachen würden, im Rahmen der Haushaltsab- klärung keine Beachtung gefunden. Die IV-Stelle habe demnach eine neuerliche Haushaltsab- klärung durchzuführen und deren Ergebnis nötigenfalls ei ner medizinischen bzw. psychiatri- schen Fachperson zur Stellungnahme zu unterbreiten. B. Nach Vornahme der angeordneten Haushaltsabklärung lehnte die IV-Stelle mit Verfü- gung vom 5. September 2014 nach Durchführung des Vorbesch eidverfahrens abermals einen Rentenanspruch unter Hinweis auf einen neu ermittelten Invaliditätsgrad von 27.6% ab. C. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 29. Septemb er 2014 Beschwerde beim Kan- tonsgericht. Darin beantragte sie sinngemäss deren Aufh ebung sowie die Zusprechung einer Invalidenrente. Zur Begründung brachte sie im Wesentl ichen vor, dass der gemäss aktueller Haushaltsabklärung von der IV-Stelle neu ermittelte Invaliditätsgrad von 27.6% im Vergleich zur ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit noch immer zu gering ausfalle. Gründe für diese divergie- renden Ergebnisse seien nicht aufgezeigt worden bzw. di e diesbezüglichen Beurteilungen durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) seien nicht nachvollziehbar. Ferner stellte sie ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung. D. Mit Verfügung vom 22. Oktober 2014 wies der instruie rende Präsident des Kantonsge- richts das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Proze ssführung mangels nachgewiese- ner Bedürftigkeit ab. E. In ihrer Vernehmlassung vom 19. November 2014 bean tragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 29. Septemb er 2014 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Be schwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochte nen Verfügung vom 5. September 2014 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechu ngsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.4 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen ( Betätigungsvergleich bzw. spezifische Methode; Art. 28a Abs. 2 IVG). 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bund esgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versich erten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen z u berücksichtigen. Bei der hypothe- tische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Tei l-) Erwerbstätigkeit ist der im Sozial- versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden W ahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.2 Die IV-Stelle hat den Invaliditätsgrad der Versic herten anhand der spezifischen Metho- de bemessen, was von der Beschwerdeführerin – zu Recht – nicht bestritten wird. Den im Rahmen der Haushaltsabklärung vom 7. Januar 2014 proto kollierten Aussagen der Versicher- ten sind keinerlei Hinweise zu entnehmen, dass sich ihre Situation seit dem Urteil des Kantons- gerichts vom 3. Oktober 2013 geändert hätte, zumal sie im Verfügungszeitpunkt ohnehin bereits 63 Jahre alt war (vgl. Urteil des Kantonsgerichts vom 3. Oktober 2013, 720 13 199 / 236, E. 4.2 ff.). Streitig und im Folgenden zu prüfen ist einzig, ob die IV-Stelle den Invaliditätsgrad in An- wendung der spezifischen Methode in korrekter Weise auf 27.6% festgelegt hat. 5.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsbe- richts sind – analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft vo n Arztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein Hau shaltsabklärungsbericht ist be- weiskräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verf asst wird, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigunge n und Behinderungen hat, die sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und a ngemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erho- benen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2 .3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne da rstellt, in das Ermessen der Abklä- rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch ätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebi etet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkret en Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil des Bundesgeri chts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 f. E. 4). 5.2 Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Aus- masses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten. S eine grundsätzliche Massge- blichkeit ist darum – auch wenn die in E. 5.1 hiervor e rwähnten Anforderungen erfüllt sind – praxisgemäss eingeschränkt, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Rechtsprechungsgemäss bedarf es hier des Beizugs einer ärzt lichen Fachperson, die sich zu Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht den einzelnen Positionen der Haushaltsführung unter d em Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008 , 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit weiteren Hinweisen). Zwar bildet die Abklärung vor Ort auch hier grundsätzlich ein geeignetes Mittel zur Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Den ärztlichen Stellungnahmen ist in der Regel jedoch mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung. Diese prinzi- pielle Gewichtung hat ihren Grund darin, dass es für di e Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen. Für die Rechtsanwendung i m konkreten Fall bedeutet dies, dass nach Massgabe der Kriterien, die von der Rechtsprech ung entwickelt worden sind, der Beweiswert sowohl der medizinischen Unterlagen als auch d es Haushaltabklärungsberichts zu beurteilen ist. Liegen gleichermassen beweiskräftige Stel lungnahmen vor, muss geprüft wer- den, ob die gemachten Aussagen vereinbar sind oder ein ander widersprechen. Bestehen Wi- dersprüche zwischen den Ergebnissen der Haushaltsabklärung und den ärztlichen Feststellun- gen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre Haushalts tätigkeiten trotz des psychischen Lei- dens noch verrichten zu können, ist der medizinischen Ein schätzung prinzipiell höheres Ge- wicht beizumessen (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Sept ember 2011, 9C_201/2011, E. 2 mit weiteren Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versicherung sgerichts [EVG; heute: Bundes- gericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 23. Dezember 2003, I 311/03, E. 5.3). 6.1 Zur Beurteilung der strittigen Frage sind im Wese ntlichen folgende Berichte zu berück- sichtigen: 6.2 Zur Beurteilung der Leistungseinschränkung aus medi zinischer Sicht zog die IV-Stelle vorliegend erneut das im Rahmen des damaligen Verfahrens in Auftrag gegebene bidisziplinäre Gutachten von Dr. B.____, FMH Rheumatologie und Allg emeine Innere Medizin, und Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 24. August 2011 bei (vgl. hierzu ausführlich: Urteil des Kantonsgerichts vom 3. Oktober 20 13, 720 13 199 / 236, E. 6.1). Im rheumatologischen Teilgutachten wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnosen einer akuten Polyarthritis und eines chronischen Panverteb ralsyndroms gestellt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte Dr. B.____ eine Fingerpolyarthrose, eine ausgeprägte Rhizarthrose rechts, ein Status nach Hysterektomie und nach folgender Chemotherapie sowie eine arterielle Hypertonie. In der bisherigen Tätigke it im Gastgewerbe bestehe aufgrund der akuten Polyarthritis eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 100% seit Juli 2011. Aufgrund der akuten Polyarthritis könne zurzeit auch keine zumutbare Ve rweistätigkeit genannt werden. Im psychiatrischen Teilgutachten werden mit Auswirkung auf di e Arbeitsfähigkeit eine rezidivieren- de depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.1) sowie eine kom- binierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) mit än gstlich-selbstunsicheren, abhängigen so- wie unreifen Anteilen diagnostiziert. Aus psychiatrischer Sicht bestehe sowohl in der ange- stammten Tätigkeit im Gastgewerbe als auch in einer V erweistätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Die rheumatologische Beurteilung, wonach eine Arbeitsfähigkeit von 100% bestehe, gelte als Gesamtbeurteilung. 6.3 Am 31. Januar 2014 hat die Beschwerdegegnerin zur E rmittlung der Einschränkung im Haushalt erneut eine Haushaltsabklärung durchgeführt. Der vorliegende Abklärungsbericht vom Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Februar 2014 verneinte eine Einschränkung im Berei ch Haushaltsführung. Eingeschränkt sei die Versicherte jedoch im Umfang von 30% bei der Ernäh rung, im Umfang von 35% bei der Wohnungspflege, im Umfang von 10% bei der Kategorie E inkauf und weitere Besorgungen und 25% im Bereich Wäsche und Kleiderpflege. Es wird wieder holt darauf hingewiesen, dass sie in diesen Bereichen aufgrund der Schmerzproblematik in den Händen eingeschränkt sei, wobei im Rahmen der Schadensminderungspflicht die zumutbare Mit hilfe des Ehemanns berücksichtigt wurde. 6.4 Mit Bericht vom 2. April 2014 diagnostizierte die behandelnde Ärztin Dr. med. D.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seronegative chronische Polyarthrose, eine Sarkoidose, eine Niereninsuffizienz sowie eine Osteoporose. Die Prognose sei schlecht. Trotz ausgedehnt er Behandlung habe bisher keine Remission erreicht werden können. Eine weitere Verstärku ng der Behandlung werde durch die Niereninsuffizienz erschwert. Es bestehe eine Arbeitsu nfähigkeit von 100%. Für eine Tätigkeit im Haushalt bestehe eine maximale Arbeitsfähigkeit von 30%. 6.5 Die Beschwerdeführerin war aufgrund eines Suizidver suchs vom 22. April 2014 bis 23. April 2014 in der Psychiatrie E.____ hospitalisiert . Im Austrittsbericht vom 25. April 2014 diagnostizierte Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psyc hotherapie, eine Anpassungsstö- rung mit depressiver Reaktion und Suizidversuch (Tablette nintoxikation) (ICD-10 F43.2), psy- chosoziale Belastungsfaktoren, eine chronische körperliche Erkrankung, Kontaktanlässe mit Bezug auf das Wohnungsumfeld und die wirtschaftlichen L age (ICD-10 Z59) sowie Verhaltens- störungen durch Sedativa oder Hypnotika: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F13.2). Die Patientin habe vor allem Sorgen aufgrund ihrer finanziellen Si tuation. Zudem wünsche sie insbesondere von den fortwährenden Schmerzen, welche durch die chr onische Polyarthritis ausgelöst wür- den, erlöst zu werden. Sie habe sich aber nicht suizidieren wollen. Insgesamt trete die Patientin von Suizidalität klar distanziert in ihre alten Verhältnisse aus. 6.6 Mit Bericht vom 28. April 2014 führte Dr. med. G. ____, FMH Allgemeine Innere Medi- zin, aus, dass es sich bei der Versicherten um eine schwerkr anke Patientin handle. Es bestehe eine unglückliche Kombination einer entzündlichen rheu matischen Erkrankung und einer als schwer einzustufenden Niereninsuffizienz. Wegen der Nier enerkrankung sei die Behandelbar- keit mit üblichen Schmerzmitteln stark eingeschränkt. Aus d iesem Grund benötige die Patientin teure Biologika. Die Nebenwirkungen dieser Biologika be stünden in einer ausgeprägten Im- munsupression. Somit käme es gehäuft zu Infekten. Diese wü rden dann wiederum zu Thera- piepausen und vermehrten Schmerzen führen. Insgesamt b estehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. 6.7 Im Rahmen einer Aktennotiz vom 26. Juni 2014 äussert e sich Dr. med. H.____, Fach- ärztin für Psychiatrie (D) und Fachärztin für Neurologie (D), RAD, zu den im Rahmen der Haus- haltsabklärung vom 4. Februar 2014 festgestellten Einsch ränkungen. Bezüglich des Bereichs Haushaltführung führte sie zunächst aus, dass es aus psychiatrischer Sicht nachvollziehbar sei, dass dort keine Einschränkung angerechnet worden sei, da d ie Funktionseinschränkungen wie Ermüdbarkeit und Antriebsarmut durch eine freie Zeitg estaltung ausgeglichen werden könnten. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Eine psychische Belastung sei durch die Haushaltsführung nicht zu vermuten, so dass die ein- geschränkte psychische Belastbarkeit nicht ins Gewicht falle . Dies gelte sinngemäss auch für die anderen Bereiche. Auch die Einschränkungen in den Bereichen Ernährung, Wohnungspfle- ge, Einkauf und weitere Besorgungen sowie Wäsche und K leiderpflege beurteilte sie unter Be- rücksichtigung der zumutbaren Mithilfe des Ehemanns als n achvollziehbar, so dass sich aus psychiatrischer Sicht auch die Einschränkung von insgesamt 27.6% als angemessen erweise. 6.8 Im RAD-Bericht vom 27. Juni 2014 äusserte sich Dr. me d. I.____, FMH Allgmeinmedi- zin, unter Berücksichtigung des Berichts von Dr. D.____ vom 2 . April 2014 zur Frage, ob die somatischen Defizite (vordergründig durch die Polyarthro se bedingt) im Haushaltsabklärungs- bericht vom 4. Februar 2014 angemessen berücksichtigt worden seien. Die Einschränkungen in den einzelnen Teilbereichen der Verrichtungen des tägl ichen Lebens seien nachvollziehbar dargestellt und die Einschränkungen auf die Arbeitsfäh igkeit plausibel bewertet worden. Die individuelle Bestimmung und Festlegung der Arbeitsunfä higkeit im Abklärungsbericht sei über- zeugender, als die pauschale Angabe durch Dr. D.____. 6.9 Am 14. Oktober 2014 nahm Dr. C.____ auf Vorlage der Akten zur Frage Stellung, ob sich das Ergebnis der Haushaltsabklärung vom 31. Januar 2014 mit den festgestellten Ein- schränkungen aus psychiatrischer Sicht im Gutachten vom 24. A ugust 2011 decke und ob die im Haushaltsbericht geschilderten Fähigkeiten der Versic herten mit ihrem Krankheitsbild zu vereinbaren seien. Dr. C.____ hielt diesbezüglich fe st, dass im Rahmen seiner Beurteilung zu- nächst zu berücksichtigen sei, dass die Haushaltsabklärung ci rca zweieinhalb Jahre nach der Begutachtung der Versicherten erfolgt sei und die Ver sicherte zum Zeitpunkt der damaligen Begutachtung im Vergleich zu heute keinerlei Haushalt stätigkeiten habe nachgehen können. Damit stelle sich die Frage, ob allenfalls eine zwischenzei tliche Zustandsbesserung dafür ver- antwortlich sei. Insgesamt sei eine Einschränkung von 2 7.6% im Haushalt, bei einer für den primären Arbeitsmarkt attestierten Arbeitsfähigkeit von 50%, aber nachvollziehbar. Die Patientin könne die Arbeiten im Haushalt viel flexibler einteilen und auch regelmässigere und häufigere Pausen einlegen, als an einem Arbeitsplatz im primären Arbeitsmarkt. 6.10 In ihrer Stellungnahme vom 14. November 2014 fü hrte Dr. H.____ zur Frage, ob trotz Hospitalisation in der Psychiatrie E.____ vom 22. April 2014 bis 23. April 2014 von einem un- veränderten psychischen Gesundheitszustand auszugehen sei, aus, dass die im Austrittsbericht diagnostizierte Anpassungsstörung nicht den Schweregrad einer depressiven Episode erreiche und kein invalidisierendes Leiden darstelle. Die Aufnahm e sei per FU, aufgrund einer eher ap- pellativen suizidalen Handlung mit Einnahme von vier Tabletten eines Antirheumatikums im Rahmen von psychosozialen Belastungsfaktoren, erfolgt. Von einer Zunahme der depressiven Symptomatik seit der Verfügung vom 5. September 2014 sei demnach nicht auszugehen. 7.1 Auf der Grundlage des Ergebnisses des Haushaltsbericht s vom 30. Januar 2014 ist die Beschwerdegegnerin neu von einem rentenausschliessenden I nvaliditätsgrad von 27.6% aus- gegangen. Gestützt auf die Stellungahme von Dr. H.__ __, RAD, vom 26. Juni 2014 sowie die Beurteilung von Dr. C.____ vom 14. Oktober 2014 hat si e sodann erwogen, dass die von ihr ermittelte Einschränkung im Haushalt auch aus fachärztlicher Sicht nachzuvollziehen sei. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2. Zunächst ist bezüglich des Haushaltsberichts festzuhalt en, dass er die von der Recht- sprechung geforderten Voraussetzungen an eine zuverlässige E ntscheidungsgrundlage grund- sätzlich erfüllt (vgl. E. 5.1 hiervor). Er ist von einer qualifizierten Person in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse verfasst worden. Die Angaben der versicherten Person werden hinreichend berücksichtigt und die einzelnen Einschränkung en werden angemessen detailliert begründet. Der Berichtstext ist insgesamt schlüssig und nachvollziehbar. Auch wird die Beurtei- lung der Einschränkung unter Berücksichtigung der seit de r letzten Haushaltabklärung vom 26. Oktober 2011 neu hinzugetretenen somatischen Leiden vorgenommen. 7.3 Soweit die Beschwerdegegnerin aber davon ausgeht, dass der Haushaltsabklärungs- bericht auch hinsichtlich der psychischen Beschwerden der B eschwerdeführerin eine rechts- genügliche Grundlage zur Bemessung der Invalidität darst ellt, kann ihr nicht beigepflichtet wer- den. Der Aktenlage ist zu entnehmen, dass zwischen der me dizinischen Beurteilung und der Einschätzung der Einschränkungen im Haushaltsbereich, o bwohl der Invaliditätsgrad im Rah- men der Haushaltsabklärung nunmehr auf 27.6% festgeleg t wurde, nach wie vor eine erhebli- che Diskrepanz besteht. Diese Diskrepanz ist umso gewichtiger, als dass sich Dr. D.____ im Bericht vom 2. April 2014 nun auch aus medizinischer Sich t zu den Einschränkungen im Haus- haltsbereich äussert, wobei sie die zumutbare Arbeits fähigkeit in diesem Bereich auf maximal 30% festlegt. Unklar ist, ob Dr. D.____ – obwohl sie n icht Fachärztin für Psychiatrie ist – im Sinne einer Gesamtbeurteilung bei der Festlegung der Einschränkungen auch die psychischen Beschwerden gewichtet. Dafür sprechen zumindest ihre ber eits im Bericht vom 26. Juni 2013 gemachten Ausführungen, wonach die psychischen Beschwerd en bei der Haushaltsabklärung vom 26. Oktober 2011 keine Beachtung gefunden hätten, o bwohl ihnen bei der Arbeitsunfähig- keit der Beschwerdeführerin eine gewichtige Rolle zukom me (vgl. Bericht vom 26. Juni 2013, IV-Dok. Nr. 70). 7.4 Wie bereits ausgeführt, erfährt die grundsätzliche M assgeblichkeit der Abklärungsbe- richte – auch wenn die hiervor erwähnten Anforderunge n erfüllt sind – praxisgemäss Ein- schränkungen, wenn die im Haushalt tätige Person (auch) an psychischen Gesundheitsbeein- trächtigungen leidet (vgl. E. 5.2 hiervor). In einem ersten Schritt ist nach Massgabe der Krite- rien, die von der Rechtsprechung entwickelt worden sind, sowohl der Beweiswert der medizini- schen Unterlagen als auch des Haushaltabklärungsberichts z u beurteilen. Ob eine entspre- chende Diskrepanz tatsächlich besteht, lässt sich nämlich er st abschliessend beurteilen, wenn die beiden Beurteilungen gleichermassen beweiskräftig sind. Dies bedeutet, dass die - pauschal gehaltenen - ärztlichen Einschätzungen insofern zu verdeu tlichen sind, als sie ebenfalls bezo- gen auf die einzelnen häuslichen Verrichtungen vorgenom men werden müssen (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_671/2007, E. 3.2.2). 7.4.1 Vorliegend wird der Beweiswert des Haushaltabklär ungsberichts bereits durch den Umstand geschmälert, dass er, obwohl die Abklärungsperson Kenntnis von den erhobenen psychiatrischen Diagnosen hatte, mit keinem Wort auf die psychische Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin Bezug nimmt. So werden die in der Haushaltsabklärung festgestellten Ein- schränkungen durchgehend mit der Schmerzproblematik in den Händen der Beschwerdeführe- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht rin begründet. Inwiefern die psychischen Beschwerden in den einzelnen Bereichen zu einer Leistungsverminderung beitragen geht daraus nicht hervor. Aufgrund dieser fehlenden Ausfüh- rungen sowie der divergierenden Beurteilungen der L eistungsfähigkeit im Haushaltsbereich muss davon ausgegangen werden, dass die psychischen Beschwer den, wie schon im Haus- haltsbericht vom 4. November 2011, auch im aktuellen Be richt zu wenig Beachtung gefunden haben. 7.4.2 Überdies liegt auch keine (aktuelle) psychiatrische Einschätzung der krankheitsbeding- ten Einschränkung im Haushaltsbereich vor, um diese angem essen beurteilen zu können. Ein- zig Dr. D.____, als Nicht-Fachärztin für Psychiatrie, äuss ert sich zur Leistungsfähigkeit im Haushalt, wobei auch sie keine weitere Differenzierung zu den einzelnen Bereichen vornimmt. Diese von der Rechtsprechung geforderte ärztliche Einsch ätzung zu den einzelnen häuslichen Verrichtungen vermag auch nicht durch die nachträgliche m edizinisch-theoretische Beurteilung von Dr. C.____, wonach eine Einschränkung von 27.6% im Haushalt bei einer für den primären Arbeitsmarkt attestierten Arbeitsfähigkeit von 50% nach vollziehbar sei, ersetzt zu werden. Dies gilt umso mehr, als dass Dr. C.____ die Aktualität der fachärztlichen Begutachtung im Vergleich zur Beurteilung des Haushaltsberichts vom 31. Januar 2 014 selbst in Frage stellt. Auch geht Dr. C.____ bloss im Sinne einer Vermutung davon aus, dass, im Vergleich zur Begutachtung im Jahre 2011, wohl eine zwischenzeitliche Zustandsbesserung e ingetreten sei. Gleich verhält es sich bezüglich der ebenfalls rein medizinisch-theoretische n Beurteilung durch Dr. H.____ vom 26. Juni 2014. 7.4.3 Aus dem Gesagten folgt, dass weder der Haushaltsab klärungsbericht noch die medizi- nischen Einschätzungen zur vorliegend zu beurteilenden Fra ge der Einschränkung im Haus- haltsbereich beweiskräftig sind. Die Beschwerdeführerin leidet unbestritten an nicht unerhebli- chen psychischen Beschwerden, welche die Beschwerdegegnerin hätten veranlassen müssen, sie einer aktuellen psychiatrischen Begutachtung zu unterzie hen, die sich auch zur Leistungs- fähigkeit im Haushaltsbereich äussert. Eine solche Begut achtung wäre umso mehr angezeigt gewesen, als neben der wiederholt diagnostizierten rezid ivierenden depressiven Störung und der kombinierten Persönlichkeitsstörung im Austrittsbericht der Psychiatrie E.____ zusätzlich eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und Suizidve rsuch (Tablettenintoxikation) sowie neu auch ein Abhängigkeitssyndrom diagnostiziert wu rden. Auch die Beurteilung durch Dr. H.____ vom 14. November 2014, die trotz der neu di agnostizierten Anpassungsstörung kei- ne Zunahme der depressiven Symptomatik und entsprechend einen unveränderten Gesund- heitszustand feststellen konnte, vermag an diesem Erfo rdernis nichts zu ändern. Zur vollständi- gen Klärung des medizinischen Sachverhalts erscheint ein e aktuelle psychiatrische Begutach- tung, die sich insbesondere auch zu den Einschränkunge n im Haushaltsbereich äussert, vorlie- gend unabdingbar. 8. Aufgrund des Dargelegten besteht weiterer Abklärung sbedarf, um die Invalidität der Beschwerdeführerin zuverlässig beurteilen zu können. Di es ist insbesondere erforderlich, weil die Beschwerdegegnerin entsprechenden Abklärungen im Si nne des Urteils des Kantonsge- richts vom 3. Oktober 2013 im vorliegenden Verfahren nic ht genügend nachgekommen ist. Da somit eine Ergänzung der gutachterlichen Ausführungen e rforderlich ist, ist eine Rückweisung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht an die Vorinstanz im Sinne von BGE 137 V 210 zulässig. Demnach ist die Angelegenheit in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 5. Septemb er 2014 zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird ein Verlaufsgutachten bei Dr. C.____ zu veranlassen haben, im Rahmen dessen er sich mit der Frage auseinanderzuset- zen haben wird, inwiefern die Beschwerdeführerin aktue ll aus medizinisch-psychiatrischer Sicht in den einzelnen Bereichen im Haushalt eingeschränkt ist. Gestützt auf die Ergebnisse dieser aktuellen Beurteilung wird er erneut über die Nachvol lziehbarkeit der im Haushaltsbericht ermit- telten Leistungseinschränkung zu befinden haben. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzu- heissen. 9. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Wenn das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung aufhebt und die Angelegenheit zu ergänzen der Abklärung und neuer Beurteilung an die Verwaltung zurückweist, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterlie gende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Ver fahrenskosten auferlegt werden. Auf- grund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfah- renskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten erhoben werden. Der Beschwerdeführerin ist de r geleistete Kostenvorschuss zu- rückzuerstatten. 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Beschwerdeführerin ist zwar obsiegende Partei, da sie jedoch nicht vertreten ist, entfällt ein Anspruch auf Ersatz der Part eikosten im Sinne der genannten Bestim- mung. Die ausserordentlichen Kosten des Verfahrens könn en demnach wettgeschlagen wer- den. 10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 9 3 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als dass die ange- fochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 5. September 2014 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren A bklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfü gung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Mitteilung an Parteien Bundesamt für Sozialversicherungen Vizepräsident Gerichtsschreiberin