200 12 955 IV KNB/GET/ARJ Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 16. Dezember 2013 Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Kölliker Gerichtsschreiber Germann A.________ vertreten durch B.________ Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 7. September 2012 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1956 geborene, aus C.________ stammende und seit 1988 in der Schweiz ansässige D.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be- schwerdeführer) meldete sich am 1. Dezember 2010 unter Hinweis auf ein seit 1995 bestehendes Handekzem und darauf zurückgeführte psychische Beschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Be- schwerdegegnerin], [act. II] 1). Die IVB klärte den Sachverhalt in erwerbli- cher und medizinischer Hinsicht ab (act. II 4 f.; 7 f.; 9 ff.; 14 ff.) und holte die Akten der Arbeitslosen- (act. II 12) sowie der Unfallversicherung (SU- VA) ein (act. II 17.1 ff.; 24.1 ff; 26 f.; 29 ff.). Im Juli 2011 (act. II 38) veran- lasste die IVB eine vierwöchige Arbeitsmarktlich-Medizinische Abklärung (AMA). Mit Vorbescheiden vom 14. bzw. 26. September 2011 stellte die IVB dem Versicherten den Abschluss der beruflichen Massnahmen (act. II 54) respektive die Ablehnung des Anspruchs auf eine Invalidenrente bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 28% in Aussicht (act. II 55). Der Versicherte liess gegen beide Vorbescheide Einwand erheben (act. II 57; 60), woraufhin die IVB auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 62) weitere medizinische Unterlagen beizog (act. II 63; 65). Nach Einholung eines ärztlichen Berichts bei Dr. med. E.________, Facharzt für Chirurgie FMH, RAD (act. II 67), bestätigte die IVB mit Verfügung vom 7. September 2012 (act. II 68) die im Vorbescheid vom 26. September 2011 in Aussicht gestellte Ablehnung eines Rentenan- spruchs. B. Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch F.________ von der B.________, mit Eingabe vom 9. Oktober 2012 Beschwerde erheben und beantragen: Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 3 1.Die Verfügung vom 7. September 2012 sei aufzuheben. 2.Die Sache sei zur weiteren Abklärung des Sachverhalts – insbesondere des Grades der Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers – an die Vor- instanz zurückzuweisen. 3.Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung zu ge- währen. Auf die Erhebung des Kostenvorschusses sei zu verzichten. -Unter Kosten- und Entschädigungsfolge - Im Wesentlichen macht der Beschwerdeführer geltend, die AMA sei nicht sorgfältig durchgeführt worden und stelle deshalb keine Grundlage dar, die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Die Sache sei deshalb zur „Begutachtung der Arbeitsfähigkeit“ an die IVB zurückzuweisen. Mit prozessleitender Verfügung vom 11. Oktober 2012 stellte der Instrukti- onsrichter fest, das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung beziehe sich auf die Verfahrenskosten. Ferner forderte er den Beschwerdeführer auf, das Gesuch zu substantiieren. Mit Eingabe vom 30. Oktober 2012 liess der Beschwerdeführer das „Ge- such um unentgeltliche Prozessführung“ inklusive Unterlagen (Akten des Beschwerdeführers [act. IA]) sowie einen Bericht vom 10. Oktober 2012 von Prof. Dr. med. G.________, Fachärztin für Dermatologie, Venerologie, Allergologie und klinische Immunologie FMH … (Akten des Beschwerde- führers [act. I] 2), einreichen. Letzterer wurde am 1. November 2012 der Beschwerdegegnerin zugestellt. Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Eingabe vom 31. Oktober 2012 un- ter Hinweis auf die Begründung in der angefochtenen Verfügung sowie den Bericht der AMA und die Stellungnahmen des RAD auf Abweisung der Be- schwerde. Es beständen keine Anhaltspunkte, wonach dem AMA-Bericht nicht voller Beweiswert zukäme. In Ergänzung hierzu hielt die Beschwer- degegnerin mit weiterer Eingabe vom 9. November 2012 sowie unter Hin- weis auf den vom Beschwerdeführer eingereichten Bericht von Prof. Dr. med. G.________ fest, dass es ihm bei Vornahme einer regelmässigen Hautpflege und Anwendung von Hautschutzmassnahmen zuzumuten sei, einer angepassten Tätigkeit nachzugehen. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 4 Am 27. November 2012 liess der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. med. H.________, FMH, vom 22. November 2012 samt der ihm unter- breiteten Fragen einreichen. Mit prozessleitender Verfügung vom 9. September 2013 gewährte der In- struktionsrichter der Beschwerdegegnerin hinsichtlich des Berichts von Dr. med. H.________ die Möglichkeit zur Ergänzung der Beschwerdeant- wort bis am 2. Oktober 2013. Ferner forderte er den Beschwerdeführer auf, innert gleicher Frist das – einzig die Verfahrenskosten betreffende – Ge- such um unentgeltliche Rechtspflege nachzubessern. Mit Eingabe vom 13. September 2013 verwies die Beschwerdegegnerin auf ihre Ausführungen in der Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2012 sowie deren Ergänzung vom 9. November 2012, an welchen festgehalten werde. Gleichzeitig reichte sie zusätzliche Unterlagen (Kopie der SUVA-Verfügung vom 18. Dezember 2012; Bericht von Prof. Dr. med. G.________ vom 1. Februar 2013 [Akten der Beschwerdegegnerin {act. IIA}]) zu den Akten und hielt unter Verweis auf dieselben fest, das Leistungsbegehren des Be- schwerdeführers nach wie vor zu Recht abgewiesen zu haben. Mit Eingabe vom 1. Oktober 2013 liess der Beschwerdeführer weitere Un- terlagen betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege sowie eine Kopie der SUVA-Verfügung vom 18. Dezember 2012, einen Bericht von Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 3. Juli 2013 und einen Fachbeitrag betreffend Handekzeme aus dem Schweiz. Med. Forum 2013; 13(23) S. 453, einreichen (Akten des Be- schwerdeführers [act. IB]). Zudem beantragte er die Gutheissung des Ge- suchs um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege. Ferner stellte er in Ergänzung zur Beschwerde vom 9. Oktober 2012 und für den Fall, dass das angerufene Gericht zum Schluss gelangen sollte, der Sachverhalt sei hinreichend abgeklärt, folgendes Eventualbegehren: 2a. Eventualiter: Es sei dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente in vom angerufenen Gericht zu bestimmender Höhe – jedoch mindestens eine halbe Invalidenrente – zuzusprechen. In der Begründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, eine im An- schluss an ein Arbeitstraining vom 6. März bis 5. Juni 2013 durchgeführte Arbeitsvermittlung sei eingestellt worden, weil für den Beschwerdeführer Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 5 keine Stelle zu finden sei. Im Übrigen wird auf den Bericht von Dr. med. I.________ verwiesen, demgemäss von einer 50 bis 60%igen Arbeitsfähig- keit auszugehen sei. Schliesslich stellt er die Zustellung eines weiteren Arztberichts von Prof. Dr. med. G.________ in Aussicht. Mit prozessleitender Verfügung vom 2. Oktober 2013 stellte der Instrukti- onsrichter die Ergänzung der Beschwerdeantwort vom 13. September 2013 inklusive Beilagen sowie die Eingabe des Beschwerdeführers samt Unter- lagen betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege den Parteien wechselseitig zu. Am 22. Oktober 2013 liess der Beschwerdeführer die Kostennote einrei- chen. Mit prozessleitender Verfügung vom 29. Oktober 2013 forderte der Instruk- tionsrichter den Beschwerdeführer mit Bezug auf das Gesuch um unent- geltliche Rechtspflege auf, in Anbetracht der seitens der SUVA entrichteten Integritätsentschädigung von Fr. 22‘320.-- zusätzlichen Aufschluss über seine finanzielle Situation zu geben oder den Kostenvorschuss von Fr. 700.-- zu bezahlen. Am 13. November 2013 überwies der Beschwerdeführer dem Verwal- tungsgericht einen Kostenvorschuss von Fr. 700.--. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 6 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi- cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be- schwerde einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 7. September 2012 (act. II 68). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe- reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 7 lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab- lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali- ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier- telsrente. Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen- dung des 18. Altersjahres folgt. 2.3Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 3. 3.1Zum Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Ar- beitsfähigkeit lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgende entneh- men: 3.1.1Vom 8. bis 13. September 2010 war der Beschwerdeführer im J.________, …, hospitalisiert. Im entsprechenden Austrittsbericht vom 21. September 2010 (act. II 11/7) wurden als Diagnosen im Wesentlichen ein chronisches therapieresistentes Handekzem sowie eine arterielle Hy- pertonie festgehalten. Das Ekzem sei seit 15 Jahren bekannt. Die Epiku-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 8 tantestungen hätten Sensibilisierungen auf Zement, Chromverbindungen und Kautschukadditiva ergeben. Eine entsprechende SUVA-Abklärung sei bereits 1995 erfolgt und der Beschwerdeführer sei für alle Arbeiten mit den genannten Stoffen für ungeeignet erklärt worden. In den letzten Jahren habe der Beschwerdeführer nur Gelegenheitsarbeiten annehmen können; es sei immer wieder zu rezidivierenden Handekzemen gekommen. Im No- vember 2009 sei der Beschwerdeführer aufgrund einer massiven Exazer- bation des Handekzems trotz 9-monatiger Arbeitskarenz erstmals nach Jahren wieder in Behandlung gewesen. Im Februar 2010, anlässlich eines neuen Arbeitsversuchs, sei es zu einer Exazerbation mit nun auch Ekzem- herden an den Oberarmen, Unterschenkeln beidseits und am Hinterkopf gekommen (vgl. auch act. II 17.20 S. 4). Nach erfolgter Besserung sei ein neuer Arbeitsversuch unternommen worden, welcher wieder nach drei Ta- gen habe abgebrochen werden müssen. Bei der Kontrolle im August habe sich erneut eine Verschlechterung ergeben, weshalb nun eine stationäre Therapie erfolgt sei. Das Handekzem sei am ehesten multifaktoriell bedingt, primär irritativ, an- dererseits dürften aber auch die nachgewiesenen Kontaktsensibilisierun- gen (auf Zement, Chromverbindungen, Handschuh-Additiva, Wollwachsal- kohole, Thiomersal, Formaldehyd und p-Phenylendiamin) eine Rolle spie- len. Gegen eine rein allergische Komponente spreche auch das Nichtab- heilen der Exzeme in arbeitsfreien Intervallen. Unter einer Lokaltherapie mit Dermovate sowie einer konsequenten Hautpflege sei es noch während der Hospitalisation zu einer deutlichen Besserung der Hautbefunde gekommen. Am 13. September 2010 habe der Beschwerdeführer mit nahezu abgeheil- ten Hautveränderungen im Bereich der Hände nach Hause entlassen wer- den können. Mit (undatiertem) ergänzendem Bericht zu Handen der Beschwerdegegne- rin wurde zudem festgehalten, durch das Handekzem seien manuelle Tätigkeiten eingeschränkt. Zudem leide der Beschwerdeführer aufgrund des chronischen Handekzems unter einer depressiven Stimmung. Bei ge- eigneter Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit ab sofort 50-70% (act. II 11 S. 4). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 9 3.1.2Mit Bericht vom 27. Februar 2011 (act. II 24.4) diagnostizierte Dr. med. K.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, anhaltende reaktiv bedingte agitierte ängstlich-depressive Anpassungs- störungen (ICD-10 F43.2) in schwieriger psychosozialer Lebenssituation, mit stark beeinträchtigter Arbeitsfähigkeit, persistierende schwere therapie- resistente Handekzeme beidseits sowie eine arterielle Hypertonie. Der Be- schwerdeführer wirke sehr stark depressiv verstimmt. Kurz- bis mittelfristig könne kaum mit einer Wiederaufnahme der Arbeit gerechnet werden. Die Arbeitsaufnahme sei zunächst vom Erfolg der Handekzembehandlung ab- hängig. 3.1.3Mit „ärztlicher Beurteilung“ vom 11. März 2011 (act. II 24.2) hielten die Dres. med. L.________, Facharzt für Arbeitsmedizin FMH, und M.________, Facharzt für Arbeitsmedizin, Dermatologie und Venerologie FMH, zu Handen der SUVA fest, beim Beschwerdeführer bestehe ein dau- ernder Barriereschaden mit der Folge einer hohen Hautempfindlichkeit. Aufgrund dieser Tatsache sei das Spektrum der zumutbaren Tätigkeiten sehr stark eingeschränkt. Es kämen allenfalls nur noch Tätigkeiten in Fra- ge, die überhaupt nicht oder wenig hautbelastend seien. Manuelle Tätigkei- ten seien nur noch mit grossem Vorbehalt möglich und trotz vielleicht er- folgreicher Arbeitsversuche sei mit Krankheitsrückfällen immer zu rechnen (S. 2). 3.1.4Vom 4. bis am 29. Juli 2011 fand eine AMA statt. Im entsprechen- den Abklärungsbericht vom 5. September 2011 (act. II 52) wurden unter Miteinbezug des RAD-Arztes Dr. med. E.________ im Wesentlichen fol- gende Diagnosen gestellt: Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: •Therapieresistentes, schweres, chronisches, hyperkeratotisch- rhagadiformes Handekzem bei oTyp IV Sensibilisierung auf Zement, Chromverbindungen, Hand- schuhadditiva etc. oAtopie Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: •Ängstlich depressive Anpassungsstörung •Arterielle Hypertonie Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 10 Der Beschwerdeführer sei während vier Wochen mit verschiedenen Mate- rialen in Kontakt gekommen. Generell könne festgehalten werden, dass ab und zu eine leichte Rötung über den Handrücken aufgetreten sei, ohne dass dies einem bestimmten Material habe zugeordnet werden können. Meist sei die Rötung mit einem Pruritus und einem vermehrten Kratzen verbunden gewesen, was entsprechende Spuren hinterlassen habe. Insge- samt sei das klinische Bild über die ganzen vier Wochen eher diskret ge- wesen. Ängstlich depressive Momente hätten nicht festgestellt werden können. Während dem Schlussgespräch seien vom Beschwerdeführer kei- ne psychischen Probleme geltend gemacht worden (S. 7). Es bestehe kein medizinisch stabiler Zustand, da die Handekzeme immer wieder stark in den Vordergrund treten könnten. In solchen akuten Phasen sei der Be- schwerdeführer kaum arbeitsfähig. Über eine längere Zeit betrachtet be- stehe eine Leistungsminderung von ca. 20% (Pausen zur korrekten intensi- ven Pflege der Hände nach Instruktion durch die Dermatologie Inselspital). Unter Meidung der bekannten Allergene könne der Beschwerdeführer ein volles Pensum erbringen. Leichtere, die Hände schonende Tätigkeiten sei- en vorzuziehen (S. 8). In Rahmen der gemeinsamen Auswertung der AMA hielten die Eingliede- rungsfachleute fest, die Eingliederung im ersten Arbeitsmarkt scheine an- hand der AMA-Ergebnisse bei angepassten Arbeiten möglich. Der Be- schwerdeführer sei von den gesundheitlichen Problemen stark eingenom- men, was eine Eingliederung im Wesentlichen erschwere. 3.1.5Vom 5. bis 10. Dezember 2011 war der Beschwerdeführer erneut im J.________, …, hospitalisiert. Mit Bericht vom 19. Dezember 2011 (act. II 63/7) wurden im Wesentlichen ein chronisches therapieresistentes, hyper- keratotisch-rhagadiformes Handekzem, eine Depression, eine arterielle Hypertonie sowie eine latente Tuberkulose diagnostiziert. Der Beschwerde- führer leide an einem Handekzem multipler Ätiologie. Im Rahmen einer Umschulung müsse darauf geachtet werden, dass er eine Tätigkeit im tro- ckenen Milieu mit striktem Meiden der nachgewiesenen Kontaktallergene ausübe. Essentiell sei auch ein konsequenter Hautschutz und eine Haut- pflege mit rückfettenden Topika. Sodann beständen bei fehlender Klinik, unauffälligem Röntgen-Thorax von 2010 sowie blandem Urin-Status im Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 11 Moment keine Hinweise für eine aktive Tuberkulose. Aus dermatologischer Sicht sei bei abgeheilten Ekzemen und unter den genannten Bedingungen eine Arbeitsfähigkeit möglich. Limitierend für die Wiederaufnahme der Ar- beit sei nicht nur die Hautproblematik, sondern auch die psychische Kom- ponente mit ausgeprägter Angstsymptomatik vor einer berufsbedingten Aggravierung der Hauterkrankung. 3.1.6Mit Stellungnahme vom 30. Januar 2012 (act. II 62) zu den vom Versicherten gegen den Vorbescheid erhobenen Einwänden (act. II 60) hielt Dr. med. E.________ (RAD) fest, da die AMA vor sechs Monaten durchgeführt worden sei, sei eine aktuelle Beurteilung durch die Dermato- logie des … einzuholen. In der Abklärungszeit (im Rahmen der AMA) habe der Beschwerdeführer um eine Fotodokumentation seiner Hände gebeten. Darauf sei verzichtet worden, da keine eindrücklichen pathologischen Be- funde zu erheben gewesen seien. Die sichtbaren Veränderungen in Form von Rötung, leichter Schwellung und Kratzspuren seien zu diskret, als dass eine Photographie aussagekräftig gewesen wäre. Die Hände seien nie stark geschwollen gewesen. Eine Photographie sei eine zweidimensionale Momentaufnahme und jeder klinischen Beurteilung des Sachverhaltes un- terlegen. 3.1.7Mit Bericht vom 4. April 2012 (act. II 65) diagnostizierte Dr. med. K.________ in psychiatrischer Hinsicht reaktive ängstlich-depressive An- passungsstörungen (ICD-10 F43.2) in schwieriger psychosozialer Lebens- situation, mit stark beeinträchtigter Arbeitsfähigkeit (differentialdiagnostisch fluktuierend-rezidivierende depressive Störungen [ICD-10 F33]). Der Erfolg der psychiatrischen Behandlung sei reaktiverweise von einem anhaltenden Erfolg der Behandlung der Handekzeme und von der weiteren existentiellen Sicherheit des Beschwerdeführers abhängig (S. 2). Gegen- wärtig seien aus ärztlich-psychiatrischer Sicht kaum irgendwelche Tätigkei- ten zumutbar. Wenn die „Handekzemsituation“ irgendwelche Erwerbstätig- keit ermöglichen sollte, dann zeige der Beschwerdeführer praktisch eine normale und gute Leistungsfähigkeit. In absehbarer Zeit könne kaum mit der Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit gerechnet werden (S. 3). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 12 3.1.8Mit zu Handen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ver- fasstem Bericht vom 10. Oktober 2012 (act. I 2) hielt Prof. Dr. med. G.________ fest, der Beschwerdeführer sei bei akuten Schüben betreffend das Handekzem zu 100% arbeitsunfähig. Insgesamt könne er jedoch aus dermatologischer Sicht einer Arbeitstätigkeit nachgehen, wobei er nicht mit den für ihn relevanten Allergenen in Kontakt kommen dürfe. Zudem sei in der vorliegenden Depression ein Trigger bzw. Zusammenhang mit der Chronizität des Handekzems, der Adhärenz zur Therapie und dem Willen zur Berufstätigkeit zu sehen. Am 1. Februar 2013 (act. IIA 2) hielt Prof. Dr. med. G.________ zu Handen der Beschwerdegegnerin fest, gegenwärtig sei der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsunfähig geschrieben, da er in seiner früheren Tätigkeit nicht einsatzfähig sei. Sollten sich jedoch neue Möglichkeiten ergeben, d.h. ein Arbeitstraining oder eine neue Stelle, könne diese Arbeitsunfähigkeit- Attestierung sofort aufgehoben werden. 3.1.9Mit Bericht vom 3. Juli 2013 (act. IB 19) diagnostizierte Dr. med. I.________ in psychiatrischer Hinsicht eine reaktive, chronifizierte, ängstli- che depressive Entwicklung (ICD-10 F34.8). Zudem hielt er fest, das de- pressive Leiden des Beschwerdeführers sei mehrheitlich als reaktiv auf seine dermatologische Problematik (und deren Konsequenzen) zu betrach- ten. Eine angepasste berufliche Tätigkeit zu 50 bis 60% sei zumutbar und „psychohygienisch“ günstig. Der Schwachpunkt bleibe aber diese ange- passte Tätigkeit, welche es laut Ausschlusskatalog der Dermatologen kaum gebe. Zudem müsse der Beschwerdeführer immer mit Spezialhandschuhen arbeiten, was die Feinmotorik und die Leistung negativ beeinflusse und seine Nerven weiter strapaziere. 3.2 3.2.1Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 13 ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 3.2.2Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt- nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus- schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her- kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.3Massgebend für die Beurteilung des vorliegend im Streit stehenden Rentenanspruchs ist derjenige Sachverhalt, wie er sich bis zu der die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildenden Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 7. September 2012 verwirklicht hat. 3.4In somatischer Hinsicht steht nach Lage der Akten fest und ist inso- fern zu Recht unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit Jahren an ei- nem chronischen, immer wieder exazerbierenden Handekzem multipler Ätiologie beidseits leidet (vgl. act. II 11/7; 63/8), weswegen ihm die SUVA seit 1. Dezember 2012 in Anerkennung einer Berufskrankheit bei einem Invaliditätsgrad von 32% eine Invalidenrente nach Massgabe des Bundes- gesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG; SR 832.20) ausrichtet (act. IIA 1). 3.5Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom 7. September 2012 (act. II 68) massgeblich auf das im Rahmen der AMA durch den RAD-Arzt Dr. med. E.________ erstellte Zumutbarkeitspro- fil ab. Der entsprechende Abklärungsbericht AMA vom 5. September 2011 (act. II 52) bzw. der integrierender Bestandteil desselben darstellende Be- richt von Dr. med. E.________ erfüllt die Voraussetzungen der Rechtspre-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 14 chung an ärztliche Berichte und Gutachten (vgl. E. 3.2.2 hiervor) und er- bringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Daran ändern die Vorbringen des Beschwerdeführers nichts: 3.5.1Zunächst geht der Vorwurf des Beschwerdeführers, die AMA sei nicht sorgfältig durchgeführt worden, fehl: So konnte Dr. med. E.________ das Zumutbarkeitsprofil auf der Grundlage zahlreicher medizinischer Unter- lagen erstellen, wobei Art und Umfang des seit Jahren bestehenden Hand- ekzems, namentlich die zu vermeidenden Allergene, hinreichend bekannt und mehrfach abgeklärt waren. Zudem konnte er sich auf die während der vierwöchigen AMA gewonnenen Feststellungen abstützen (act. II 52 S. 8) und sich damit ein direktes und umfassendes Bild hinsichtlich der durch das Handekzem sich ergebenden funktionellen Beeinträchtigungen ma- chen. Obwohl der Beschwerdeführer dabei diversen Materialen ausgesetzt war, stellte Dr. med. E.________ einzig das Auftreten einer leichten Rötung über den Handrücken fest, ohne dass dies einem bestimmten Material hat zugeordnet werden können. Weiter hielt er zwar fest, dass die Rötung mit einem Pruritus und einem vermehrten Kratzen verbunden gewesen ist, was – so Dr. med. E.________ – entsprechende Spuren hinterlassen hat. Ins- gesamt beurteilte er das klinische Bild über die ganzen vier Wochen jedoch eher als „diskret“ (act. II 52 S. 7). Es besteht kein Grund, an diesen Fest- stellungen zu zweifeln, zumal die nämlichen Beobachtungen im Ab- klärungsbericht AMA festgehalten wurden und dieser von sämtlichen Ein- gliederungsfachpersonen unterschrieben wurde. Dass Dr. med. E.________ die Hautreizungen nicht – wie vom Beschwerdeführer wieder- holt gefordert – fotographisch dokumentierte, gereicht ihm deshalb nicht zum Vorwurf, umso weniger, als eine solche Dokumentation für sich ge- nommen nichts über die – für die Prüfung der Invalidität im Rechtssinne einzig massgebenden – funktionellen Einschränkungen auszusagen ver- möchte. Ferner werden die Einschätzungen im Rahmen der AMA durch die behandelnden Ärzte im Wesentlichen geteilt: So wurde im Bericht des … vom 19. Dezember 2011 (act. II 63/7) festgehalten, dass aus dermatologi- scher Sicht bei abgeheilten Ekzemen eine Arbeitsfähigkeit möglich sei, sofern die Tätigkeit im trockenen Milieu mit striktem Meiden der nachge- wiesenen Kontaktallergene ausgeübt und ein konsequenter Hautschutz mit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 15 rückfettender Hautpflege beachtet werde (S. 2). Zu keinem anderen Ergeb- nis führen die Berichte von Prof. Dr. med. G.________ vom 10. Oktober 2012 (act. I 2), vom 1. Februar 2013 (act. IIA 2) – in welchem sie in Aus- sicht stellte, die in Bezug auf die frühere Tätigkeit attestierte 100%ige Ar- beitsunfähigkeit im Falle eines Stellenantritts „sofort“ aufzuheben – und vom 18. November 2013 (act. I 2), in welchem sie bei unveränderten Be- funden die Arbeitsfähigkeit auf 60-80%, „später“ auf 100% veranschlagte, wobei weder erläutert wird noch ersichtlich ist, warum die 100%ige Arbeits- fähigkeit nicht ab sofort gilt. Im Weiteren führt auch der bloss rudimentär gehaltene, eher auf subjektiven Beschwerdenangaben denn auf objektiver Befunderhebung beruhende Bericht von Dr. med. H.________ vom 22. No- vember 2012 zu keiner anderen Schlussfolgerung, umso weniger, als der Frage nach möglichen Verweistätigkeiten (vgl. Ziffer 10) suggestiver Cha- rakter zukommt. 3.5.2Schliesslich erfordern auch die in den medizinischen Akten doku- mentierten psychischen Beschwerden keine andere Beurteilung: So konn- ten anlässlich der AMA keine psychischen Auffälligkeiten festgestellt wer- den (act. II 52 S. 7). Zwar diagnostizierte Dr. med. K.________ im hier massgeblichen Beurteilungszeitraum (vgl. E. 3.3 vorne) im Bericht vom 27. Februar 2011 (act. II 24/4) bzw. vom 4. April 2012 (act. II 65) in psych- iatrischer Hinsicht jeweils eine anhaltende, reaktiv bedingte ängstlich- depressive Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2). Wohl kommt einer Anpassungsstörung allenfalls Krankheitswert zu, es handelt sich jedoch rechtsprechungsgemäss um ein vorübergehendes und damit nicht invalidisierendes psychisches Leiden (Entscheid des BGer vom 9. August 2010, 8C_322/2010, E. 5.2), wovon abzurücken umso weniger Anlass besteht, als der Beschwerdeführer gemäss Dr. med. K.________ eine praktisch normale und gute Leistungsfähigkeit zeigt, wenn die „Handekzemesituation“ irgendwelche Erwerbstätigkeit ermöglichen sollte (act. II 65 S. 3), was dem Gesagten zufolge (vgl. E. 3.5.1 vorne) vorliegend grundsätzlich zutrifft und was auf eine ausschliesslich reaktive (und bei gegebener Sachlage damit nicht invalidisierende) Natur der psychischen Beschwerden schliessen lässt. Alsdann kann der Beschwerdeführer auch aus dem Bericht von Dr. med. I.________ vom 3. Juli 2013 (act. IB 19) nichts zu seinen Gunsten ableiten: Zwar wurde darin das psychische Lei-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 16 den inzwischen in eine reaktive chronifizierte, ängstliche depressive Ent- wicklung gemäss ICD-10 F34.8 („sonstige anhaltende affektive Störungen“) umklassiert. Ob eine solche Störung nun mehr ein invalidisierendes Leiden im Rechtssinne darzustellen vermöchte, ist indessen fraglich, nachdem die Diagnose nur gestellt werden darf, wenn die zugrundeliegenden affektiven Störungen nicht ausreichend schwer genug sind oder lange genug dauern, um die Kriterien einer Zyklothymia oder Dysthymia zu erfüllen (vgl. DIL- LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 8. Aufl. 2011, S. 184) und letzteres Leiden rechtsprechungsgemäss keine Invali- dität im Rechtssinne zu begründen vermag (Entscheid des Eidgenössi- schen Versicherungsgerichts [EVG] vom 13. März 2007, I 649/06, E. 3.3.1). Dies kann jedoch letztlich offen bleiben, liegt doch der im nämlichen Bericht seit dem 26. Februar 2013 beurteilte Verlauf ausserhalb des vorliegend relevanten Beurteilungszeitraums (vgl. E. 3.3 vorne), weshalb die entspre- chenden Einschätzungen nicht (mehr) zu berücksichtigen sind. Ein ver- selbständigtes und potentiell invalidisierendes psychisches Leiden liegt dem Gesagten zufolge somit nicht vor. 3.5.3Zusammenfassend erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt als hinreichend abgeklärt, weshalb auf weitere Beweiserhebungen in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten ist (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). 3.6Gestützt auf den Abklärungsbericht AMA vom 5. September 2011 (act. II 52 S. 6 ff.) ist der Beschwerdeführer in akuten Phasen, da die Hand- ekzeme stark in den Vordergrund treten können, nicht arbeitsfähig. Über eine längere Zeit betrachtet besteht eine Leistungsminderung von ca. 20% (Pausen zur korrekten intensiven Pflege der Hände nach Instruktion durch die Dermatologie Inselspital). Unter Meidung der bekannten Allergene kann der Beschwerdeführer ein volles Pensum erbringen, wobei leichtere, die Hände schonende Tätigkeiten vorzuziehen sind. 4.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 17 4.1Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein- kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 4.1.1Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange- passten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hin- reichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn abzustellen. 4.1.2Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits- schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs- tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh- ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk- turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch- schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei- nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 18 beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein- schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be- schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein- kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo- bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1). 4.2Nachdem für die Bemessung der Invalidität der Zeitpunkt des (po- tentiell) frühestmöglichen Rentenbeginns massgebend ist und sich der Be- schwerdeführer am 1. Dezember 2010 bei der IV zum Leistungsbezug an- gemeldet hat (act. II 1/9), sind Validen- und Invalideneinkommen auf das Jahr 2011 hin festzulegen (Art. 29 Abs. 1 IVG). 4.3 4.3.1Die Bestimmung des Valideneinkommens hat vorliegend anhand der LSE zu erfolgen, nachdem der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1988 – und bereits vor dem aktenkundigen Auftreten der Handekzeme im Jahre 1995 – diverse berufliche Hilfstätigkeiten bei verschiedenen Arbeitgebern ausgeübt hat (act. II 52 S. 6; 32/8 S. 9 ff; vgl. E. 4.1.1 vorne). Mithin ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer als Gesunder überwiegend wahrscheinlich auch weiterhin einer Hilfsarbei- tertätigkeit nachginge. Gestützt auf Tabelle TA1 der LSE 2010 (abrufbar unter www.bfs.admin.ch), Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Arbeiten), Totalwert, Männer, beträgt das jährliche, auf das Jahr 2011 aufindexierte Valideneinkommen Fr. 61‘924.65 (Fr. 4'901.-- x 12 Monate / 40 x 41.7 Wochenstunden [vgl. Bundesamt für Statistik {BFS}, Betriebsübli- che Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Abschnitt Total] / 100 x 101 [BFS, Nominallohnindex nach Geschlecht, 2011-2012, Rubrik Total, Män- ner). 4.3.2Nachdem der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, ist das Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellen- lohn wie das Valideneinkommen zu berechnen (vgl. E. 4.1.2 vorne). Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte ferner einen behinderungsbedingten Abzug von insgesamt 10%. Indessen ist aufgrund der Handekzeme bzw. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 19 der denselben zugrunde liegenden, mannigfaltigen Allergien davon auszu- gehen, dass das Angebot an Stellen auf dem massgeblichen ausgegliche- nen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) geschmälert ist. Zu beachten ist aber auch, dass der Beschwerdeführer gemäss Ergebnis aus dem Konsensge- spräch im Rahmen der Auswertung der AMA stark von seinen gesundheit- lichen Problemen eingenommen ist, was nach Einschätzung der Eingliede- rungsfachpersonen die Integration in den ersten Arbeitsmarkt im Wesentli- chen erschwert (act. II 52 S. 8) und welcher Umstand nicht auf eine Psy- chopathologie zurückzuführen ist. Dennoch erweist sich ein Abzug in der Höhe von 10% unter dem Aspekt „leidensbedingte Einschränkung“ als ge- rechtfertigt. Ferner wirkt sich das Alter im Bereich von Anforderungsniveau 4 der LSE zwar tendenziell eher lohnerhöhend aus; allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer in Anbetracht seiner diversen ehemaligen Hilfstätigkeiten über ein eher bescheidenes berufliches Rüst- zeug verfügen dürfte, weshalb auch das Kriterium Alter beim behinde- rungsbedingten Abzug mit zusätzlich höchstens 10% in Anschlag zu brin- gen ist. Insgesamt erscheint deshalb eine behinderungsbedingte Reduktion des zugrunde gelegten Tabellenlohns im Gesamtumfang von maximal 20% als angemessen. Für einen weitergehenden Abzug besteht kein Anlass, nachdem die übrigen, praxisgemäss zu berücksichtigenden Kriterien (vgl. E. 4.1.2 vorne) nicht erfüllt sind. Unter Berücksichtigung einer Leistungseinbusse von 20% sowie einem behinderungsbedingten Abzug von höchstens 20% beziffert sich das Inva- lideneinkommen somit auf zumindest Fr. 39‘631.80 (Fr. 61‘924.65 x 0.8 x 0.8). 4.3.3Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert eine Erwerbseinbusse von höchstens Fr. 22‘292.85 und damit ein Invaliditätsgrad von gerundet maximal 36% (Fr. 22‘292.85 / Fr. 61‘924.65 x 100 [zur Rundung: vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123]). 4.4Nach dem Dargelegten verneinte die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Ausrichtung einer Invalidenrente im Ergebnis zu Recht. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 20 5. 5.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. Nachdem der unterliegende Beschwerdeführer am 13. November 2013 dem Gericht einen Kostenvorschuss von Fr. 700.-- überwiesen hat, ist das einzig die Verfahrenskosten betreffende Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben. Demnach hat der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen. Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen. 5.2Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Eingabe des Beschwerdeführers vom 20. November 2013 geht samt Beilage an die Beschwerdegegnerin. 2. Die Beschwerde wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen. 4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abge- schrieben. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 21 5. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2013, IV/12/955, Seite 22 6. Zu eröffnen (R): - B.________ z.H. des Beschwerdeführers - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.