STEUERREKURSKOMMISSION II DES KANTONS ZÜRICH 2 ST.2009.252 2 DB.2009.142 Entscheid 19. November 2009 Mitwirkend : Einzelrichter R. Oesch und Sekretärin J. Nartey In Sachen 1. A, 2. B, Rekurrenten/ Beschwerdeführer, gegen 1. S t a at Z üri c h, Rekursgegner, 2. S c hw ei zeri s ch e Ei d ge no ss en sc haf t , Beschwerdegegnerin, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Süd, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007 - 2 - 2 ST.2009.252 2 DB.2009.142 hat sich ergeben: A. A und B (nachfolgend der bzw. die Pflichtige, zusammen die Pflicht igen) haben in der Steuererklärung 2007 ein steuerbares Einkommen von Fr. 64'359.- (Staats- und Gemeindesteuern) und Fr. 66'609 (direkte Bundessteuer) deklariert. G e- mäss Verzei chnis belief sich ihr Wertschriften - und Guthaben ertrag 2007 auf Fr. 1'796.-. Ihre Investition in der C, bewerteten sie per Ende 2007 mit Fr. 160'000.-, den entsprechenden Ertrag pro 2007 gaben sie mit Fr. 0.- an. Mit Aufl age vom 5. Januar 2009 forderte d as kantonale Steueramt die Pflichtigen u.a. auf, U nterlagen zu dieser Kapitalanlage zu liefern. Hierauf reichten sie am 12. Januar 2009 eine Ab- rechnung der C ein, gemäss der sich der Saldo per Ende 2007 zugunsten der Pflichti- gen auf Fr. 228'678.- und die ihnen zu gewiesenen Gewinne für di eses Jahr auf (Fr. 7'780.- + Fr. 8'679.- + Fr. 11'317.- + Fr. 8'383.- =) Fr. 36'159.- beliefen. Sodann legten sie am 2 5. Januar 2009 den mit der C abgeschlossenen Verwaltung sauftrag vom 22. August/1. September 2005 sowie die Quartalsabrechnungen 2007 vor. Daraus ging hervor, dass die entsprechenden Bruttogewinne total Fr. 45'198.78 betrugen, wo- von die C (jeweils) 20% für ihre Bemühungen a bgezogen hatte, sodass für die Pflichti- gen eben Fr. 36'159.- verblieben. In der Folge rec hnete das kantonale Steue ramt den Bruttobetrag zu den steuerbaren Ei nkünften, ebenso den nicht deklarierten Zins von Fr. 561.45 einer Geldmarktanlage; daneben hob es den deklarierten Wert der Anlage C um Fr. 68'678.- an. Dergestalt ergab sich für die Staat s- und Gemeindesteuern 2007 gemäss Einschätzungsentscheid vom 1 1. Februar 2009 ein ste uerbares E inkommen von Fr. 110'100.-; das steuerbare Vermögen betrug Fr. 712'000.-. Am 2 4. Juli 2009 erging die entsprechend korrigierte Bundessteuerveranlagung 2007, wor in das steuer- bare Einkommen auf Fr. 112'300.- festgesetzt wurde. B. Am 2 7. Februar 2009 erhoben die Pflichtigen Einsprache gegen die Ei n- schätzung 2007 und verlangten, das steuerbare Einkommen um "mindestens Fr. 45'198.-" herabzusetzen. Sodann wandten si e sich mit Einsprache vom 7. August 2009 unter Hinweis auf die soeben erwähnte Eingabe auch gegen die entsprechende Bundessteuerveranlagung. Dabei verfochten sie, die Gutschriften der C bildeten steu- erfreie Kapitalgewinne. Nachdem das kantonale Steueramt erfolgreich weitere Unterla-- 3 - 2 ST.2009.252 2 DB.2009.142 gen zum Engagement bei der C eingefordert hatte, wies es die Einsprachen mit g e- trennten Entscheiden vom 26. August 2009 ab. C. Mit separaten Eingaben erhoben die Pflichtigen hiergegen am 24. September 2009 Rekurs und Beschwerde. Dabei erneuerten sie die Einsprachean- träge. Mit Rekurs-/Beschwerdeantwort vom 22. Oktober 2009 schloss das kantonale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung ve r- zichtete auf eine Vernehmlassung. Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundesste uer vom 14. Dezember 1990 (DBG) und § 16 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) bzw. Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkte n Steuern für Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte der Einkommenssteuer. Dazu gehören laut Art. 20 Abs. 1 DBG und § 20 Abs. 1 StG namentlich die Erträge aus beweglichem Vermögen, wie Zinsen aus Guthaben (je lit. a) und Dividenden, Gewinnanteile und Vor- teile aus Beteiligungen aller Art (je lit. c). Hingegen sind Kapitalgewinne aus der Ve r- äusserung von Privatvermögen – mit Ausnahme von Grundstückgewinnen bei den Gemeindesteuern – nach Art. 16 Abs. 3 DBG und § 16 Abs. 3 StG steuerfrei. Entspr e- chend sind die auf diesem Vermögen realisierten Kapitalverluste nicht abzugsfähig. a) Ein steuerfreier Kapitalgewinn bzw. ein nicht abzugsfähiger Kapitalverlust liegt (namentlich) dann vor, wenn der Mehr- bzw. Minderwert eines Vermögensrechts des beweglic hen Pri vatvermögens dadurch realisiert worden ist, dass dieses Rec ht veräussert worden, das heisst wirt schaftlich betrachtet aus dem Vermögen des Ste u- erpflichtigen ausgeschieden ist. Steuerfrei sind deshalb all jene Wertzuflüsse beim Steuerpflichtigen, welche als Gegenwert (Erlös) für das durch Veräusserung realisierte - 4 - 2 ST.2009.252 2 DB.2009.142 Vermögensrecht e rscheinen ( RB 1987 Nr. 20 = StE 1988 B 24.4 Nr. 11). Hingegen sind Einkünfte, die dem Steuerpflichtigen aus einem privaten beweglichen Vermögens- recht zufliessen, ohne dass ihr Zufluss Folge einer V eräusserung im umschriebenen Sinn ist, gemäss Art. 20 Abs. 1 DBG und § 20 Abs. 1 StG (je lit. a, ev. lit. c) steuerbarer Vermögensertrag (vgl. für die direkte Bundessteuer : BGr, 10. Juli 2001, StE 2001 B 21.1 Nr. 10 und 21. Oktober 1996, ASA 66, 377 E. 2b). Fasst eine Vermögensve r- walterin ihr anvertraute Kundengelder in einem Pool zusammen, so gelten entspr e- chende Auszahlungen oder Gutschriften mit Ausnahme von Einlagerückzahlungen laut konstanter Praxis des Bundesgerichts als Vermögensertrag (8. August 2007, 2A.613/2006 und 2A.214/2006, www.bger.ch, mit Verweisungen, auch zum Folge n- den). Dabei kommt es auf die Finanzierung nicht an. Selbst wenn die ausgewiesenen Erträge nicht real erwirtschaftet worden, sondern bloss fi ngiert sind, ändert dies nichts daran. Darum spielt es keine Rolle, dass getätigte Auszahlungen aus zu Beginn der Abrechnungsperiode bereits vorhandenem Kapital oder aus zugeflossenen Neugeldern finanziert worden sind. An dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht bis jetzt trotz heftiger Kritik festgehalten (so zuletzt am 15. Januar 2008, 2C_565/2007, auch zum Folgenden). Bei alledem ist unbeachtlich, dass ein den Gewinnausweisen allenfalls zugrunde liegendes Umver teilsystem nicht den vereinbarten Anlegerichtlinien en t- spricht und sogar als widerrechtlich erscheint. Die blosse Geldanlage in einer Vermögensverwaltungsgesellschaft begründet noch keinen rechtlichen oder wirtschaftlichen Anspruch auf die Werte, welche diese Gesellschaft hält bzw. erwirbt (StRK I, 2 1. Januar 2003, StE 2003 B 24.1 Nr. 2, mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Werden aufgrund von Wertschriften - oder Devisen- gewinnen, welche die Gesellschaft erwirtschaftet hat, Beträge an die Anleger aus ge- richtet, erzielen diese keinen steuerfreien Kapitalgewinn, sondern steuerbaren Verm ö- gensertrag. Ein steuerfreier Kapitalgewinn ist nur dann anzunehmen, wenn die Gesellschaft bestimmte Werte wie Wertpapiere, Devisen etc. individuell namens oder wenigstens auf Re chnung des Steuerpflichtigen erwirbt und damit als dessen direkter oder indire kter Stellvertreter auftritt und einen Mehrwert realisiert. Dergestalt verfügt der Anleger über einen rechtlich und/oder wirtschaftlich individualisierten Anspruch auf die Werte bzw. den Erfolg der getätigten Geschäfte (VGr, 7. Dezember 994, ZStP 1995, 51); anderseits trägt er auch das Risiko eines entsprechenden (Kapital-)Verlusts. Fliesst die Geldeinlage hingegen in einen Pool und werden daraus Wertschriften oder andere Anlagen finanziert, fehlt es bezogen auf den einzelnen Anleger an der individu-- 5 - 2 ST.2009.252 2 DB.2009.142 ellen Abgrenzung und Zu ordnung. Die Anzahl Stufen, über welche die Anlage getätigt wird, spielt bei alledem keine Rolle. Mithin ist nicht massgeblich, ob die Kapitalanlage- gesellschaft die Anlage direkt selber vornimmt oder sie über eine oder mehrere andere Marktteilnehmer vornehmen lässt. Entscheidend ist einzig, wie sich die Verhältnisse letztlich bei der konkreten Endanlage darstellen. b) Laut Art. 209 Abs. 2 DBG und § 49 Abs. 2 StG ( vgl. auch Art. 63 Abs. 2 StHG) gilt für natürliche Personen das Kalenderjahr als Steuerperiode. Das steuerb are Einkommen bemisst sich gemäss Art. 210 Abs. 1 DBG und § 50 Abs. 1 StG (bzw. Art. 64 Abs. 1 StHG) nach den Einkünften der Steuerperiode. Nach allgemeinen steu- errechtlichen Grundsätzen ist ein Einkommen dann als zugeflossen und damit als er- zielt zu betrachten, wenn die steuerpflichtige Person Leistungen vereinnahmt oder e i- nen festen Rechtsanspruch darauf erwirbt, über den sie tatsächlich verfügen kan n. Vorherrschend ist die Besteuerung im Zeitpunkt des Forderungserwerbs. Ausnahm s- weise wird aber von diesen Grundsätzen abgewichen, namentlich wenn die Erfüllung der Forderung als unsicher betrachtet werden muss (vgl. zum Ganzen u.a. BGE 113 Ib 23 E. 2e; 105 Ib 238 E. 4a; StE 2005 A 24.21 Nr. 16 E. 4.1). Eine besondere Unsicher- heit bezüglich der Einkommenssituation liegt namentlich dann vor, wenn ein Umstand den Zufluss im Zeitpunkt des Forderungserwerbs zu verhindern vermochte. c) Nach Art. 123 Abs. 1 DBG und § 132 Abs. 1 StG haben die Steuerbehörden zusammen mit dem Steuerpflichtigen alles zu tun, um die für die vollständige und ric h- tige Besteuerung massgeblichen tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse festzuste l- len. Diese Behörden haben der Veranlagung bzw. Einschätzung nur jene Tatsachen zugrunde zu legen, von deren Vorhandensein sie sich nach durchgeführter Unters u- chung selber überzeugt haben (RB 1987 Nr. 35). Im Rekurs - bzw. (erstinstanzlichen) Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz, dass der Steuerpflichtige von sich aus eine substanziierte Sachdarstellung für steueraufhebende bzw. -mindernde Tatsachen vo r- zutragen hat. Gemäss der allgemeinen Regel trägt die Steuerbehörde die Bewei slast für steuerbegründende oder -erhöhende, der Steuerpflichtige dagegen für steuermi n- dernde oder -aufhebende Tatsachen (BGr, 1. Oktober 2008, 2C_288/2008, E. 4.4 und 4. April 2008, 2C_637/2007, E. 2.4 , www.bger.ch; 21. Februar 2002, StR 2002, 816 E. 2.3). - 6 - 2 ST.2009.252 2 DB.2009.142 Macht der Steuerpflichtige geltend, ein Vermögenszufluss sei steuerfrei, so ist er hierfür beweisbelastet und hat er die seiner Behauptung zu grunde liegenden steuermindernden Tatsachen von sich aus durch eine substanziiert e Sachdarstellung darzulegen, aus welcher sich ohne weitere Untersuchung der Schluss auf das Vorli e- gen eines einkommenssteuerfreien Vorgangs ziehen lassen muss (VGr, 6. Mai 1997, StE 1998 B 21.3 Nr. 3; RB 1994 Nr. 33, 1987 Nr. 35, 1975 Nr. 55). Die dem Ste uer- pflichtigen obliegende Beweisleistung setzt in erste r Linie und in jedem Fall eine – spätestens v or Rekurskommission zu gebende – substanziierte Sachdarstellung vo r- aus. Substanziiert ist die Sachdarstellung dann, wenn aus ihr im Einzelnen Art, Motiv und Rechtsgrund des geltend gemachten steuermindernden Umstands in der Weise hervorgehen, dass bereits gestützt darauf – aber unte r Vorbehalt der Beweiserh e- bung – die rechtliche Beurteilung der Abzugsfähigkeit solcher Aufwendungen mö glich ist. Fehlt es an eine r in diesem Sinn genügenden Substanziierung, so hat die Rekur s- kommission keine Abklärungen zu treffen, um sich die erforderlichen Grundl agen zu beschaffen (RB 1987 Nr. 35, 1975 Nr. 64). Für die von ihm verfochtenen, hinreichend substanziierten tatsächlichen Behauptungen hat der Steuerpflichtige von sich aus b e- weiskräftige Unterlagen einzureichen oder die Beweismittel wenigstens unter genauer Bezeichnung anzubieten (vgl. RB 1975 Nr. 55). 2. a) Die Pflichtigen haben 2005 mit der C einen Verwaltungsauftrag abge- schlossen. Der Vertrag wurde von ihnen am 22. August 2005 in D unterschrieben, von den Zeichnungsberechtigten der in den E domizilierten Gesellschaft am 1. September 2005 in F. Darin haben die Pflichtigen die C beauftragt, das von ihnen bei der G einge- zahlte Kapital gemäss de n Geschäftsbedingungen der Gesellschaft für Devisen- und Edelmetallgeschäfte zu verwalten. Sodann wurde ausdrücklich verei nbart, es seien ausschliesslich Devisengeschäfte inkl. Optionen zu tätigen und der Ve rlust dürfe nicht mehr als 10% des investierten Kapitals übersteigen. Aus den G eschäftsbedingungen geht hervor, dass die Geschäfte ausschliesslich über reno mmierte Bankinstitute und Brokerhäuser abgewickelt werden. Die C tätigt ihre Anlagen in der Regel mittels Ve r- waltungsauftrag. Ihre Verwaltungstätigkeit lässt sie vierteljährlich mit 20% der realisie r- ten Gewinne entgelten. Die C führte für die Pflichtigen ein individuelles Konto. Demnach betrug der Saldo zu deren Gunsten am 1. Januar 2007 Fr. 176'354.-. Am 10. Januar, 25. Juni und - 7 - 2 ST.2009.252 2 DB.2009.142 23. Juli 2007 überwiesen diese von ihrem H-Konto Fr. 20'000.-, Fr. 10'000.- und Fr. 20'000.- auf das Konto Nr. … der C bei der G. Sodann wies die C den Pflichtigen in den Quartalsabrechnungen per Ende März, Juni, September und Dezember 2007 sal- dierte Bruttogewinne von Fr. 9'725.01, Fr. 10'848.76, Fr. 14'145.91 und Fr. 10'479.10, insgesamt Fr. 45'198.78, aus, welche Beträge jeweils einige Tage nach dem Stichtag um den der C vertragsgemäss zustehenden Gewinnanteil von 20% (= total Fr. 9'039.78) gekürzt zur Auszahlung gelangten. Dies heisst, dass der Quartal sgewinn Oktober - Dezember 2006 am 9. Januar 2007, jener für die entsprechende Zeitspanne im Jahr 2007 (mutmasslich) indes erst im Folgejahr ausbezahlt wurde. Den detaillierten Quartalsabrechnungen, welche die Gewinne und Verluste pro Währungseinheit au s- wiesen, lagen j eweils Aufstellungen über in der entsprechenden Zeitspanne getätigte Devisentransaktionen ("Kasse & Termingeschäfte") bei. b) Aus dem Verwaltungsauftrag mit der C geht einzig hervor, dass die Pflichti- gen diese beauftragt haben, ihr Kapital gemäss den Geschäftsbedingungen dieser Gesellschaft zu verwalten. Nähere Angaben, inwiefern dies zu gesche hen hat, fi nden sich auch in den Geschäftsbedingungen vom 01.2001 nicht. Dort wird lediglich ausge- führt, die Gesellschaft sei spezialisiert auf die Beratung in sowie die Vermit tlung und den Handel von bzw. mit Devisengeschäften (in der Regel in Hartwährungen) und Edelmetallgeschäften, inklusive Optionen. Ausgenommen seien bestimmte – wohl speziell risikoreiche – Geschäfte (Ziff. 1, auch zum Folgenden) . Dispositionen würden ausschliesslich über renommierte Bankinstitute und Brokerhäuser abgewickelt. Speziell für Kunden mit Wohnsitz (oder Sitz) in der Schweiz würden Optionsgeschäfte ausse r- halb der Schweiz getätigt. Daher könne ein Teil des einbezahlten Kapitals im Ausland deponiert werden. Sodann wird festgehalten, die Gesellschaft en tfalte ihre Tätigkeit in der Regel mittels Verwaltungsauftrag (Ziff. 2). Die ihr erteilten Weisungen und Aufträge des Kunden oder seines Bevollmächtigten gälten bis zum bei ihr eintreffenden Widerruf (Ziff. 3). Im Übrigen behalte sich die Gesellschaft die jederzeitige Änderung der G e- schäftsbedingungen vor (Ziff. 7). Damit wird nicht einmal gesagt, die C sei verpflichtet gewesen, direkt oder indirekt über ein Bankinstitut (namentlich die G) oder andere Marktteilnehmer individ u- ell für die Pflichtigen Devisentermin - oder andere Geschäfte zu tät igen. Ebenso wenig ist erstellt, dass die Gesellschaft derart vorgegangen ist. Vielmehr stand es ihr frei, die von ihren Anlegern einbezahlten Geldmittel zu poolen und g emeinsam anzulegen bzw. - 8 - 2 ST.2009.252 2 DB.2009.142 anlegen zu lassen. Auch aus den Jahres - und Quartalsabrechnungen der C geht in keiner Weise hervor, dass für die Pflichtigen individuell Devisengesc häfte getätigt wor- den sind. Richtig gesehen zeigen die Auszüge einzig, dass die C für die Pflichtigen als Anleger ein individuelles Konto geführt hat, was nicht nur zu erwarten, sondern auch notwendig war. Hingegen lässt sich keinem Aktenstück entnehmen, d ass die Geschäf- te individuell für die Pflichtigen durchgeführt worden sind, sei es direkt von der G, zu welcher sie zwecks Verwendung durch die C Gelder überwiesen haben, sei es indirekt über eine oder mehrere weitere Banken oder Broker. Die detaillierten Quartalsabrech- nungen zeigen einzig auf, wie hoch die Gewinne und Verluste aus Kassa - und Termin- geschäften mit Devisen, (quotal) bezogen auf die Pflichtigen, gewesen sind bzw. g e- wesen sein sollen, welche die C hat bewerkstelligen lassen. Notwendig gewesen wäre ein klarer Nachweis der Individualisierung des einzelnen konkreten Engagements aus- schliesslich auf Rechnung und Gefahr der Pflichtigen. Das aber ist nicht geschehen. Ohnehin liegt es auf der Hand, dass sich Devisengeschäfte regelmässig nur bei betra gsmässig sehr hohen Einsätzen lohnen, bei Beträgen nämlich, welche die Möglichkeiten der Pflichtigen bei weitem übersteigen. Dies nicht nur wegen der kurz- zeitig geringen Schwankung von Devisenkursen, welche normalerweise zwischen An - und Verkauf szeitpunkt bzw. zwischen Termin - und Tagespreis pro Einheit besteht , sondern auch wegen den ungünstigen Wechselkursen bzw. hohen Gebühren bei ve r- hältnismässig kleinen Beträgen. Es liegt gleichsam in der Natur der Sache, dass solche Geschäfte nur mit grossen Kapitalie n getätigt werden , was bei Kleinanlegern wie den Pflichtigen zwi ngend einen Pool voraussetzt. Mit dieser Erkenntnis decken sich d en Erläuterungen auf der Webseite der C. Dort wird ausgeführt, C fasse die Gelder von Kleinanlegern (Kunden mit Einl agen ab Fr. 25'000.-) zusammen, um das nötige Vol u- men ("mal einige Millionen [Euros]") zu generieren, um erfolgversprechend Devisen erwerben und veräussern zu können. Dass die I, als Provider nachträglich best ätigt hat, dass diese Seite angeblich im Sommer 2005 auf A nweisung von C gelöscht und im April 2009 lediglich aus Versehen wieder aktiviert worden sein soll, spielt bei all e- dem keine Rolle. Wesentlich ist, dass sich das Geschäftsgebaren offenkundig so a b- gespielt haben muss und tatsächlich so abgespielt hat. c) Die Pflichtigen halten vorab dafür, dass ihnen ein jederzeit individualisie rter Anspruch auf die Gelder der C zugestanden habe. Darauf kommt, wie ges ehen, indes nichts an. Entscheidend ist, ob die einzelne am Markt getätigte Anlage gepoolt ist. - 9 - 2 ST.2009.252 2 DB.2009.142 Dass diese Voraussetzung in concreto erfüllt war, gestehen die Pflichtigen sogar selber zu, da die Abwicklung kleinerer Positionen am Devisenmarkt auch aus ihrer Warte gar nicht möglich ist. Die Pflichtigen waren am einzelnen Geschäft jeweils partiell beteiligt; das aber genügt eben nicht, um die Transaktion als individuell e rscheinen zu lassen. Unter solchen Umständen ist der ihnen obliegende Nachweis der individuell (einzig) für sie getätigten Anlage von vornherein zum Scheitern verurteilt. Wohl sind d ie Abrech- nungen der C als Finanz - und Investmentgesel lschaft je Kunde individualisiert. Die Pflichtigen verkennen indes, dass dies nach der Rechtspr echung nicht genügt, um als Einzelgeschäft des Kunden zu gelten. Nur wenn diese B edingung – anders als hier – erfüllt ist, können aus einer Geldanlage Kapitalgewinne anfallen. Aus dem genannten Grund haben die Transaktionsjournale einkommenssteuerlich keine Bedeutung. Sodann berufen sich die Pflichtigen auf die Zürcher Praxis. Demnach soll das kantonale Steueramt Vermögenszugänge, wie sie hier streitig sind, bei anderen Ste u- erpflichtigen für steuerfrei erklärt haben. Zum Nachweis wird ein Einsprachepapier vom 16. Mai 2008 vorgelegt. Wohl trifft es zu, dass dort eine "Aufrechnung …" annu lliert wurde. Doch zeigt die Begründung, dass schon der Ansatz dieser Korrektur falsch war, wurde doch ausgeführt, ein Pooling könne angesichts der "Einzeltransaktionsb elege" nicht nachgewiesen werden, weshalb von einem steuerfreien Kapitalgewinn auszug e- hen sei. Denn bei Licht betrachtet oblag und obliegt es, wie gesehen, nicht der Steuer- behörde, ein Pooling nachzuweisen, sondern vielmehr dem Steuerpflichtigen, darzutun und zu belegen, dass kein Pooling, sondern individue lle Anlagen auf seine Rechnung vorliegen; nur dann ist Steuerfreiheit gegeb en. Diese Regel hat die Verwaltung in j e- nem Fall missachtet oder übersehen. Es trifft im Übrigen - entgegen der A nsicht der Pflichtigen – nicht zu, dass das Steueramt am 1 6. Mai 2008 entschieden hat, es liege kein Pooling vor; richtig betrachtet wurde, wie soeben erwähnt, einzig festgehalten, es fehle am Nachweis eines Poolings. Eine falsche Rechtsanwendung in einem oder wenigen Fällen kann von vorn- herein keinen Anspruch auf rechtsgleiche Behandlung im Unrecht verleihen . Selbst wenn die Verwaltung das Rec ht in gleichen Fällen, wie hier streitbetroffen, oder in gleichartigen Fällen bis vor Kurzem im Sinn der Pflichtigen wie soeben geschildert – falsch – angewandt haben sollte, worauf die Vernehmlassung vom 2 2. Oktober 2009 schliessen lässt, ve rmöchten diese daraus nicht s zu ihren Gunsten abzuleiten. Denn das kantonale Steueramt hat klar zu erkenne n gegeben, dass es V ermögenszugänge - 10 - 2 ST.2009.252 2 DB.2009.142 unter Ve rhältnissen wie hier nun generell der Einkommenssteuer unterwerfe. Mithin verhilft die Verwaltung damit der richtigen R echtsanwendung zum Durchbruch. Ins o- fern darin eine Praxisänderung zu erblicken ist bzw. wäre, steht einer solchen nichts entgegen. Denn eine Praxisänderung ist nach Lehre und Rechtsprechung zulässig, wenn – wie hier – ernsthafte sachliche Gründe dafür vorl iegen, das Gebot der Recht s- sicherheit beachtet wird und die Praxisänderung in grundsätzli cher Hinsicht erfolgt (Häfelin/Haller/Keller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 7.A., 2008, S. 222 Rz. 769; BGE 127 I 49 E. 3c S. 52; 126 I 122 E. 5 S. 129, je mit Hinweisen). d) Die hier verfochtene Rechtsauffassung weicht von der veröffentlichten Rechtsprechung der Steuerrekurskommission I nicht ab (StE 2003 B 24.1 Nr. 2). J e- denfalls deckt die Konsultation der massgebenden allgemeinen Erwägun gen keine Differenz auf. Sodann ist dort ausdrücklich festgehalten, dass die damals aktive K, bei welcher der Steuerpflichtige sein Geld angelegt hat te, ausschliesslich auf dessen Rechnung Devisengeschäfte getätigt hat. Die Anl agegeschäfte, so weiter, seien indivi- dualisiert gewesen; der Anspruch des Kunden habe sich nicht auf einen näher b e- stimmten Anteil am allfälligen Gewinn aus von der Investment -Gesellschaft auch noch für andere Kunden abgewickelten Devisentransaktionen bezogen. Insofern unterschei- det sich jener Sachverhalt wesentlich vom hier zu beurteilenden. Ob die damalige Würdigung den tatsächlichen Gegebenheiten gerecht geworden ist, muss hier aller- dings offenbleiben. e) Nach alledem ist nicht erstellt, dass die C für die Pflichtigen indiv iduelle (Devisen-)Geschäfte getätigt hat. Das muss zu deren Nachteil ausschlagen. Dies führt dazu, dass das Steueramt die von der C ausgewiesenen Gewinne zu Recht als Vermögenserträge qualifiziert hat. Die Beträge als solche sind in quantita- tiver Hinsicht nicht strittig. Streitig ist lediglich die Qualifikation der Vorgänge, nicht aber der erzielte "Gewinn", d.h. Vermögensertrag von brutto Fr. 45'198.-, dessen Steuerr e- levanz nun fests teht. In der Eingabe vom 1 2. Januar 2009 haben die Pflichtigen ge l- tend gemacht, die 2007 zugunsten der C einbezahlten Fr. 50'000.- gehörten dem in Australien lebenden Sohn L. Was sie glaubten, daraus ableiten zu können, ist unklar. Jedenfalls ist ein Treuh andverhältnis nicht ausgewiesen; ebenso wenig ein Passivda r- lehen zu dessen Gunsten, zumal es an einer entsprechenden D eklaration fehlt. Die - 11 - 2 ST.2009.252 2 DB.2009.142 Pflichtigen haben ihren Einwand denn auch im Rechtsmittelverfa hren nicht aufrecht erhalten. Ein Einfluss auf die steuerliche Beurteilung ergibt sich daraus jedenfalls nicht. f) Schliesslich kann Folgendes angemerkt werden: Angesichts der gelte nden Rechtsprechung darf dahingestellt bleiben, ob die C die ausgewiesenen Gewinne tat- sächlich realisiert oder aber ob diese nur auf dem Papier ausgewiesen sind. Ebe nso kann offen bleiben, ob diese Gewinne nur gutgeschrieben oder tatsächlich ausb ezahlt worden sind. Denn die steuerlichen Folgen sind identisch. Wohl könnte aus dem Ja h- resauszug der C geschlossen werden, die Quartals gewinne seien jeweils überwiesen bzw. ausgerichtet worden. Indessen fehlt es an entsprechenden Belegen. Nähere A b- klärungen in dieser Hinsicht erübrigen sich, weil der genaue Sachverhalt die Steue r- einschätzung eben nicht beeinflusst. 3. Demnach sind der Rekurs und die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Pflichtigen aufzue r- legen (Art. 144 Abs. 1 und § 151 Abs. 1 StG). Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 1. Der Rekurs wird abgewiesen. 2. Die Beschwerde wird abgewiesen. […]