B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-882/2018 U r t e i l v o m 1 5 . A u g u s t 2 0 1 8 Besetzung Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), Richter Thomas Wespi, Richterin Regula Schenker Senn, Gerichtsschreiberin Arta Rapaj. Parteien A._______, geboren am (…), Irak, vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 12. Januar 2018 / N (…). E-882/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, irakischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie , verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben gemäss im Oktober 2014 in Richtung Türkei. Er reiste am 26. Oktober 2015 über die Balkanroute in die Schweiz ein, wo er tags darauf ein Asylgesuch stellte. B. Am 6. November 2015 wurde der Beschwerdeführer zu seiner Person be- fragt (Befragung zur Person BzP). Am 28. August 2017 fand eine einläss- liche Anhörung zu den Fluchtgründen statt. Dabei führte der Beschwerde- führer im Wesentlichen aus, er sei in B._______, Provinz Ninewa, Zentra- lirak, geboren und aufgewachsen. Während ein bis zwei Jahren respektive vier Jahren habe er die Schule besucht. Danach habe er bis zu seiner Aus- reise in der Landwirtschaft gearbeitet. Im August 2014 sei er mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder aus seinem Heimatdorf geflohen, weil dieses vom sogenannten Islamischen Staat (IS) angegriffen worden sei respektive weil der IS kurz vor der Einnahme ihres Dorfes gestanden habe. Sie hätten sich fortan in C._______, Provinz Dohuk, Nordirak, aufgehalten. Dort sei er von einem kurdischen Sicherheitsbeamten dazu aufgefordert worden, mit den kurdischen Behörden zusammenzuarbeiten und Informa- tionen über den IS in B._______ zu beschaffen. Aufgrund ihrer Herkunft aus B._______ seien er und seine Familie in C._______ als Bürger zweiter Klasse behandelt worden. Man habe sie auch als Araber beschimpft. Sie hätten keiner Arbeit nachgehen dürfen und seien vom Staat nicht unter- stützt worden. Die Lebensbedingungen seien sehr schwierig gewesen. Auch seien sie wegen ihrer Herkunft jeweils beschuldigt worden, kriminelle Handlungen begangen zu haben. Er, der Beschwerdeführer, sei zweimal auf dem Polizeiposten verhört worden, weil man ihn einmal beschuldigt habe, an einem Überfall beteiligt gewesen zu sein, und weil er ein anderes Mal in eine Auseinandersetzung mit einem Arbeitgeber geraten sei. Weil er Angst vor weiteren Behelligungen seitens der kurdischen Sicherheitskräfte gehabt habe, er in C._______ Diskriminierungen ausgesetzt gewesen sei und weil er vom Arbeitgeber, mit welchem er in einen Streit geraten sei, bedroht worden sei, sei er aus dem Irak ausgereist. Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer seine irakische Identitätskarte zu den Akten. E-882/2018 Seite 3 C. Mit Schreiben vom 20. September 2017 teilte das SEM dem Beschwerde- führer mit, die eingereichte irakische Identitätskarte beinhalte gemäss einer internen Dokumentenprüfung Elemente, welche auf eine Fälschung hin- weisen würden. Dem Beschwerdeführer wurde hierzu das rechtliche Gehör gewährt. D. Mit Eingabe vom 9. November 2017 reichte der Beschwerdeführer ein vom 27. September 2017 datiertes Bestätigungsschreiben des Regierungsrates in Dohuk, Hilfskommission und humanitäre Angelegenheiten, zu den Ak- ten. Gemäss diesem Schreiben soll sich seine Mutter im Flüchtlingslager D._______ in Dohuk, Nordirak, aufgehalten haben. E. Mit Verfügung vom 12. Januar 2018 , eröffnet am 17. Januar 2018 , ver- neinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. F. Mit Faxeingabe vom 22. Januar 2018 ersuchte der vom Beschwerdeführer mandatierte Rechtsvertreter das SEM um Einsicht in die Verfahrensakten. G. Mit Schreiben vom 23. Januar 2018 sandte das SEM dem Rechtsvertreter eine Kopie des Aktenverzeichnisses und Kopien der freigegebenen Akten- stücke zu. H. Mit Eingabe vom 12. Februar 2018 erhob der Beschwerdeführer, handelnd durch den bevollmächtigten Rechtsvertreter, beim Bundesverwaltungsge- richt Beschwerde gegen den vorinstanzlichen Entscheid. Dabei beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur voll- ständigen und richtigen Abklärung und zur Feststellung des rechtserhebli- chen Sachverhaltes sowie zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuwei- sen; eventualiter sei die ange fochtene Verfügung unter Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl aufzuheben; subeventua- liter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und der Beschwerdefüh- rer als Flüchtling anzuerkennen; sub-subeventualiter sei die Unzulässigkeit E-882/2018 Seite 4 beziehungsweise die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzu- stellen. In formeller Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um vollumfängliche Einsicht in die Akten A13/2, A16/1, A24/1, A25/1, A28/17 und A31/6; even- tualiter um Gewährung des rechtlichen Gehörs zu den Akten A13/2, A16/1, A24/1, A25/1, A28/17 und A31/6 sowie – nach der Gewährung der Akten- einsicht respektive des rechtlichen Gehörs – um Ansetzung einer ange- messenen Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung. Ferner er- suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Ver- zicht auf die Er hebung eines Kostenvorschusses; eventualiter um Anset- zung einer angemessenen Frist zur Bezahlung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig reichte er ein Schreiben des Kantonsspitals E._______ vom 27. September 2017 zu den Akten. I. Mit Verfügung vom 23. März 2018 hiess die zuständige Instruktionsrichterin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Die Vorinstanz wurde sodann eingeladen, sich innert Frist vernehmen zu lassen. J. Mit Schreiben vom 4. April 2018 liess sich das SEM vernehmen. Dazu nahm der Beschwerdeführer mit Replikeingabe vom 24. April 2018 Stel- lung. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG SR 142.31; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). E-882/2018 Seite 5 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltun gsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. In der Beschwerde werden zunächst verschiedene formelle Rügen erho- ben, welche vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerde- führer rügt zur Hauptsache eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 VwVG), eine Verletzung der Pflicht zur vollständigen und r ichtigen Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG) und eine Verletzung des Fairnessgrundsatzes (Art. 29 Abs. 1 BV). 3.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderer- seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ein- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Er- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisan- trägen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise ent- weder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweiserg ebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin- gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form- und fristgerechten E-882/2018 Seite 6 Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streit- frage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so ab- gefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachge- recht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nen- nen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander setzt und jedes einzelne Vor- bringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 3.2 Ferner gilt im Asylverfahren – wie in anderen Verwaltungsverfahren – der Untersuchungsgrundsatz (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). Danach muss die entscheidende Behörde den Sachverhalt von sich aus abklären, d.h. sie ist verantwortlich für die Beschaffung der für den Entscheid not- wendigen Unterlagen und das Abklären sämtlicher rechtsrelevanter Tatsa- chen ( KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs- rechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 142; KRAUSKOPF/EMMENEG- GER/BABEY, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Ver- waltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Rz. 20 ff. zu Art. 12 VwVG). 3.3 Schliesslich garantiert Art. 29 Abs. 1 BV den Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowohl in verwaltungsinternen als auch in gerichtli- chen Verfahren (BGE 131 II 169 E. 2.2.3). Die Rechtsprechung hat ver- schiedene spezifische Teilgehalte des Anspruchs auf gleiche und gerechte Behandlung entwickelt. Als Auffangtatbestand bildet Art. 29 Abs. 1 BV dar- über hinaus ein offenes Grundprinzip zur Sicherung rechtsstaatlicher Ver- fahren und ist damit Ausdruck des prozessualen Fairnessgrundsatzes (STEINMANN, in: Ehrenzeller/Schi ndler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Rz. 39 ff. zu Art. 29 BV). 3.4 3.4.1 Der Beschwerdeführer macht vorab eine Verletzung des Ans pruchs auf rechtliches Gehör respektive eine Verletzung des Akteneinsichtsrechts geltend und führt hierzu aus, d as SEM habe es unterlassen, ihm Einsicht in die Akten A13/2, A16/1, A24/1, A25/1, A28/17 und A31/6 zu gewähren. Das SEM sei auch seiner Aktenführungs - und Paginierungs pflicht nicht ausreichend nachgekommen. Soweit die Verfügung des SEM aufgrund der Verletzung des Akteneinsichtsrechts nicht aufgehoben werde, sei ihm nach Einsicht in die betreffenden Akten eine angemessene Frist zur Beschwer-E-882/2018 Seite 7 deergänzung zu gewähren, da es ihm sonst nicht möglich sei, sich vollum- fänglich in der Beschwerde zu äussern (vgl. Beschwerde, S. 3, Nr. 2 bis Nr. 8). Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Verfügung vom 23. März 2018 fest- gestellt, dass das SEM die Einsicht in die betreffenden Akten mit zutreffen- der Begründung abgelehnt hat. B ezüglich des Aktenstückes A24/1 hat es festgehalten, dass dessen wesentlicher In halt dem Beschwerdeführer of- fenzulegen ist, was aus prozessökonomischen Gründen in derselben Ver- fügung durch die zuständige Instruktionsrichterin vorgenommen wurde. Es hielt we iter fest, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Be- schwerdeergänzung nicht gegeben seien, weshalb der Antrag auf entspre- chende Fristansetzung abgewiesen wurde. Auf die Verfügung vom 23. März 2018 ist an dieser Stelle zu verweisen und auf die entsprechen- den Anträge nicht mehr einzugehen. Der Rüge des Beschwerdeführers, sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt worden, kann mit Aus- nahme der berechtigten Rüge, die Offenlegung des wesentlichen Inhaltes des Aktenstückes A24/1 sei nicht gewährt worden, nicht gefolgt werden . Der Antrag auf Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung zufolge Verlet- zung des rechtlichen Gehörs ist demnach abzuweisen, zumal der berech- tigte (vorliegend allerdings als minimal einzustufende) Mangel auf Be- schwerdeebene geheilt wurde. Soweit der Beschwerdeführer weiter vorbringt, das SEM habe mit der Be- zeichnung des Aktenstückes A13/2 als „Interne E-Mail, Absage Anhörung“ sowie der Aktenstücke A25/1, A28/17 und A31/6 als „Interne Aktennotiz“ beziehungsweise „Aktennotiz Sonderabgaben“ seine Aktenführungs - und Paginierungspflicht verletzt, weil daraus nicht hervorgehe, um was es sich bei diesen Aktenstücken handle, ist dem nicht zuzustimmen. Die Bezeich- nung eines zu Recht als intern qualifizierten Aktenstückes im Akten ver- zeichnis kann und darf nämlich nicht einen derart konkreten und detaillier- ten Substantiierungsgrad aufweisen, dass damit eben gerade die Qualität als Internum unterhöhlt würde. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs würde ad absurdum geführt, wenn er einen Anspruch auf weitgehende Ein- sicht in ein als intern bezeichnetes Aktenstück beinhalten würde, um dadurch die Rechtmässigkeit der Qualifizierung als Internum überprüfen zu können (vgl. dazu auch die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts BVGer E-4122/2016 vom 16. August 2016 E. 6.2.1 oder E -4393/2016 vom 7. September 2016 E. 6.3). Die erhobenen Rügen erweisen sich dem- nach als unbegründet. E-882/2018 Seite 8 3.4.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, das SEM habe es offenbar unter- lassen, seine Vorbringen vollständig abzuklären. So gehe aus den vo- rinstanzlichen Akten hervor, dass das SEM eine weitere Anhörung ange- setzt, diese aus organisatorischen Gründen jedoch abgesagt und danach keine weitere Anhörung durchgeführt habe. Da die Anhörung lediglich aus organisatorischen Gründen abgesagt worden sei, habe das SEM einen neuen Anhörungstermin festlegen und ihn erneut anhören müssen. Weil das SEM darauf verzichtet habe, obwohl offensichtlich ein Abklärungsbe- darf bestanden habe, habe es dadurch seine A bklärungspflicht verletzt (vgl. Beschwerde, S. 6 f., Nr. 12 bis Nr. 14). Das Bundesverwaltungsgericht hat das SEM mit Verfügung vom 23. März 2018 dazu eingeladen, sich bezüglich der Absage des auf den 21. Dezem- ber 2017 angesetzten Anhörungstermins (vgl. d azu A22/2 und A23/1) zu äussern. Das SEM hat dazu in nachvollziehbarer Weise dargelegt, dass zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Beurteilung der Asylvorbingen keine ergänzende Anhörung mehr notwendig gewesen sei, nachdem der Beschwerdeführer in der Anhörung vom 28. August 2017 die Gelegenheit erhalten habe, die Gründe für sein Asylgesuch ausführlich darzulegen, ihm nach der Analyse der eingereichten Identitätskarte das rechtliche Gehör gewährt worden sei und er am 9. November 2017 kom- mentarlos ein Beweismittel (Bestätigung Flüchtlingslager) eingereicht habe. Die Anhörung sei aufgrund eines organisatorischen Missverständ- nisses beim SEM angesetzt worden, obwohl keine weitere Anhörung vor- gesehen gewesen sei. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bezie- hungsweise der Abklärungspflicht ist vor diesem Hintergrund nicht feststell- bar. Der Beschwerdeführer stellt sich in diesem Zusammenhang weiter auf den Standpunkt, eine ergänzende Anhörung h ätte insbesondere stattfinden müssen, nachdem das SEM an seinen Angaben in Bezug auf seine Her- kunft gezweifelt und eine Wegweisung in den Nordirak angeordnet habe, obwohl er glaubhaft dargelegt habe, dass er aus dem Zentralirak stamme (vgl. hierzu auch Beschwerde, S. 20, Nr. 41). Ihm sei anlässlich der Anhö- rung nicht das rechtliche Gehör zum angeblichen Täuschungsversuch be- treffend seine Herkunft gewährt worden (vgl. Beschwerde, S. 7 f., Nr. 14). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist diesbezüglich ebenfalls nicht feststellbar, zumal der Anspruch auf rech tliches Gehör sich in der Regel nur auf den rechtserheblichen Sachverhalt und nicht auf die rechtliche Wür- digung desselben bezieht (vgl. BGE 132 II 485 E. 3.2). Das SEM ist in der E-882/2018 Seite 9 angefochtenen Verfügung zum Schluss gekommen, die Angaben des Be- schwerdeführers zu seiner Herkunft seien nicht glaubhaft. Dabei handelt es sich um eine rechtliche Würdigung seiner Aussagen, weshalb das SEM nicht gehalten war, den Beschwerdeführer vor Erlass der angefochtenen Verfügung dazu anzuhören oder weitere Abklärungen zu tätigen. 3.4.3 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, das SEM habe seine Abklä- rungspflicht verletzt, weil es seinen Gesundheitszustand nicht abgeklärt habe, obwohl er in der Anhörung darauf hingewiesen habe, dass er ge- sundheitliche Probleme habe. Aufgrund seines Gesundheitszustandes sei es für ihn nicht zumutbar, in den Nordirak zu reisen (vgl. Beschwerde, S. 8, Nr. 15 und Nr. 16). Aus den Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Rechtsmittelein- gabe und dem Schreiben des Kantonsspitals E._______ (Beschwerde, Beilage 2), wonach sich der Beschwerdeführer am 16. Oktober 2017 einer ambulante Behandlung hätte unterziehen sollen, erschliesst sich vorlie- gend nicht, mit welchen gesundheitlichen Problemen dieser zu kämpfen hatte beziehungsweise heute noch hat. Unklar bleibt auch, um was für eine Art medizinischer Behandlung es sich bei der vorgesehenen Behandlung handelte und ob sich der Beschwerdeführer dieser tatsächlich unterzogen hat. Anlässlich der beiden Befragungen machte der Beschwerdeführer gel- tend, er habe ges undheitliche Probleme mit dem linken Bei n (vgl. A3/10, S. 7, Ziff. 8.2; A15/24, F183), weshalb vorliegend davon auszugehen ist, dass die medizinische Behandlung im Zusammenhang mit diesen Be- schwerden stand. Daraus ergibt sich aber noch kein Abklärungsbedarf sei- tens des SEM, führt eine Fussverletzung für sich alleine und auch eine allfällige Operation nicht per se zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll- zuges. Bezeichnenderweise reichte der Beschwerdeführer keine Arztzeug- nisse zu den Akten, welche über seinen aktuellen Gesundheitszustand Auskunft geben würden. Nachdem es aber ihm obliegt, allfällige Wegwei- sungsvollzugshindernisse glaubhaft zu machen, wäre er gehalten gewe- sen, sofern medizinische Vollzugshindernisse vorliegen, diese entspre- chend geltend zu machen und dazu medizinische Berichte unaufgefordert einzureichen (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2.2) . Unterlässt er dies, kann er dem SEM jedenfalls nicht den Vorwurf machen, es habe diesbezüglich seine Abklärungspflicht verletzt. 3.4.4 Der Beschwerdeführer macht weiter eine Verletzung der Abklärungs- pflicht geltend, indem er vorbringt, das SEM habe eine stark verkürzte BzP E-882/2018 Seite 10 durchgeführt und ihm später zu Unrecht vorgehalten, gewisse – in der Be- schwerdeschrift nicht näher konkretisierte – asylrelevante Ausführungen erst in der Anhörung vorgebracht zu haben, weshalb es diese in willkürli- cher und unfairer Weise als nachgeschoben qualifiziert habe (vgl. Be- schwerde, S. 12, Nr. 17, Nr. 18 und Nr. 25). Diese Auffassung des Beschwerdeführers teilt das Gericht nicht. Bei der BzP, deren Durchführung im Übrigen gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, handelt es sich um eine summarische Kurzbefragung zur Identität, dem Reiseweg und zu den Gesuchsgründen der asylsuchenden Personen . Dem Beschwerdeführer wurde anlässlich dieser Befragung, welche 35 Mi- nuten dauerte, insbesondere auch die Möglichkeit gegeben, sich in einem freien Bericht zu seinen Gesuchsgründen zu äussern ( vgl. A3/10, S. 6, Ziff. 7.01). Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte er also die Möglichkeit gehabt, die wesentlichen asylrelevanten Vorbringen summarisch vorzutra- gen. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer das Protokoll der Befragung nach Rückübersetzung in eine ihm geläufige Sprache vorbehaltlos unter- zeichnet. Es liegt mithin keine Verletzung der Abklärungspflicht vor. Das Vorgehen des SEM ist weder willkürlich noch unfair. Soweit der Beschwerdeführer weiter vorbringt, anlässlich der BzP sei es zu Verständigungsproblemen und falschen Übersetzungen gekommen (vgl. Beschwerde, S. 9, Nr. 19), erweist sich auch dieser Einwand als un- begründet. So machte der Beschwerdeführer während der Befragungen keine Verständigungsprobleme geltend. Im Gegenteil erklärte er sowohl zu Beginn als auch am Schluss der BzP auf Nachfrage hin, den Dolmetscher gut zu verstehen (vgl. A3/10, S. 2, Bst. h) beziehungsweise gut verstanden zu haben (vgl. A3/10, S. 7, Ziff. 8.02). Nach erfolgter Rückübersetzung be- stätigte er den Inhalt des Protokolls sodann unterschriftlich als richtig (vgl. A3/10, S. 7). Das SEM konnte mithin bei der Beurteilung der Vorbringen auf ihre Glaubhaftigkeit hin auf die Aussagen des Beschwerdeführers ab- stellen. 3.4.5 Der Beschwerdeführer bringt vor, das SEM habe seine Abklärungs- pflicht verletzt, weil es die aktuelle Situation der Kurden im Nordirak nicht abgeklärt habe (vgl. Beschwerde, S. 10, Nr. 20). Bei der Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in die KRG-Region (Kurdistan Regional Government [KRG]) stützt sich das SEM unter anderem auf ein als Referenzurteil publiziertes Urteil des Bundesver-E-882/2018 Seite 11 waltungsgerichts (Urteil E-3737/2015 vom 14. Dezember 2015, insbeson- dere E. 7). Das Bundesverwaltungsgericht stellte darin fest, dass in den vier Provinzen der Autonomen Kurdischen Region (das Gebiet wird seit Anfang 2015 durch die Provinzen Dohuk, Erbil, Sulaimaniya sowie Halabja gebildet) nach wie vor nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG auszugehen ist und keine konkreten Anhalts- punkte für die Annahme vorliegen, dies werde sich in absehbarer Zeit mas- sgeblich verändern. An dieser Sichtweise hält das Bundesverwaltungsge- richt weiterhin fest (vgl. dazu Urteile des BVGer D-1231/2017 vom 10. April 2017, E-6430/2016 vom 31. Januar 2018 und D -4372/2016 vom 11. Mai 2018). Der Vorinstanz kann im Hinblick auf den Untersuchungsg rundsatz nicht zum Vorwurf gemacht werden, ihrem Entscheid diese nach wie vor gültige Rechtspr echung zugrunde gelegt und dadurch ihre Abklärungs- pflicht verletzt zu haben. An dieser Einschätzung ändert vorliegend auch das am 25. September 2017 in der KRG-Region durchgeführte Referen- dum nichts, in welchem eine Mehrheit der Kurden für die Unabhängigkeit vom Irak votierte und welche insbesondere in der Region Kirkuk Sankti- onsmassnahmen der irakischen Zentralregierung nach sich gezogen hat. Eine Verletzung der A bklärungspflicht ist auch in diesem Punkt nicht er- sichtlich. 3.4.6 Der Beschwerdeführer macht weiter eine Verletzung der Abklärungs- und Begründungspflicht geltend und führt hierzu aus, das SEM habe keine eigentliche Prüfung der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges vorge- nommen (vgl. Beschwerde, S. 10, Nr. 21). Das SEM ist in der angefochtenen Verfügung zum Schluss gekommen, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Vorfluchtgründe teils unglaubhaft und teils nicht asylrelevant seien (vgl. angefochtene Verfü- gung, S. 2-6; vgl. dazu auch nachstehende Erwägung 5). Folglich erwog es zur Frage der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs richtigerweise, dass sich den Akten keine Anhaltspunkte entnehmen lassen würden, wo- nach dem Beschwerdeführer mit beachtlicher W ahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe in seinem Heimatstaat drohe. Es ist darüber hinaus nicht ersichtlich, inwieweit das SEM diesbezüglich gehalten gewesen wäre, weiter e Abklärungen zu tätigen oder inwieweit das SEM damit seine Begründungspflicht verletzt hätte. Die Rügen erweisen sich so- mit als unbegründet. E-882/2018 Seite 12 3.4.7 In der Beschwerde wird moniert, das SEM habe den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör beziehungsweise seine Abklä- rungspflicht verletzt, indem es die eingereichten Beweismittel nicht gewür- digt habe beziehungsweise indem es sich auf den Standpunkt gestellt habe, diesen komme aufgrund einer leichten Fälschbarkeit kein Beweis- wert zu. Aus der Analyse seiner Identitätskarte gehe aber hervor, dass le- diglich Hinweise auf ei ne Fälschung vorliegen würden ( vgl. Beschwerde, S. 11, Nr. 22). Weiter habe das SEM die eingereichte Bestätigung betref- fend den Aufenthalt seiner Mutter im Flüchtlingslager pauschal als leicht fälschbar bezeichnet beziehungsweise ignoriert, ohne eine Dokum en- tenanalyse vorzunehmen, was ebenfalls eine willkürliche Vorgehensweise des SEM darstelle (vgl. Beschwerde, S. 11, Nr. 23; S. 21, Nr. 42 f.). Hierzu ist Folgendes festzustellen: Das SEM hat sämtliche eingereichten Beweismittel im Sachverhalt aufgenommen u nd diese in Bezug auf ihre Beweiserheblichkeit gewürdigt (vgl. angefochtene Verfügung , S. 2 und S. 5). In Bezug auf die Analyse der eingereichten Identitätskarte hat es dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 20. September 2017 (vgl. A17/3) so- dann den wesentlichen Inhalt der Analyseergebnisse mitgeteilt. Die in die- ser Mitteilung gewählte Formulierung, wonach Hinweise auf eine Fäl- schung vorliegen würden, hat das Gericht mit Zwischenverfügung vom 23. März 2018 insoweit korrigiert, als es festhielt, di e Analyse habe erge- ben, dass es sich bei der Identitätskarte eindeutig um eine Fälschung handle. Des Weiteren hat das SEM in Bezug auf die eingereichte Bestäti- gung des Flüchtlingslagers D._______ festgehalten, dass derartige Doku- mente im Heimatstaat des Beschwerdeführers ohne weiteres unrechtmäs- sig erworben werden könnten und folglich einen äusserst geringen Beweis- wert hätten. Dies deshalb, weil das Vergleichsmaterial der eingereichten Bestätigung keine schlüssige Überprüfung zu lasse und die Beschaffung von Vergleichsmaterial sowie eine Überprüfung der Dokumente vor Ort kaum möglich seien. Zu bemerken ist in diesem Zusammenhang, dass das SEM nicht verpflichtet ist, eine Dokumentenanalyse vorzunehmen, wenn es davon ausgeht , dass die beigebrachten Beweismittel leicht käuflich sind, und daher selbst die Feststellung der Echtheit keine Aussagekraft hätte. Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs beziehungsweise der Abklärungspflicht erweist sich somit als unbegründet. Die Vorgehens- weise des SEM in Bezug auf die Würdigung der eingereichten Beweismittel kann auch nicht als willkürlich bezeichnet werden. E-882/2018 Seite 13 3.4.8 Im Umstand, dass die Anhörung insgesamt 6 Stunden und 50 Minu- ten gedauert hat, sieht der Beschwerde führer weiter eine Verletzung des Grundsatzes eines fairen Verfahrens (vgl. Beschwerde, S. 11, Nr. 24). Die Rechtsprechung geht davon aus, dass überlange Anhörungen in Asyl- verfahren mit Blick auf Art. 29 Abs. 1 BV problematisch sein können (vgl. Urteil des BVGer D-5017/2014 vom 7. April 2015 E. 5.2). Dies ist ins- besondere dann der Fall, wenn die Dauer einer Anhörung für die asylsu- chende Person eine unzumutbare Belastung darstellt und ihr dadurch ver- unmöglicht wird, ihre Asylgründe uneingeschränkt darzulegen . Ob d ie Dauer einer Anhörung eine unzumutbare Belastung darstellt, lässt sich in- des nur im Einzel fall beurteilen, wobei neben der asylsuchenden Person auch die bei Anhörungen gesetzlich vorgesehene Hilfswerksvertretung diesbezügliche Einwendungen zu Pro tokoll g eben kann (Art. 30 Abs. 4 AsylG). Zwar sieht das SEM in einer internen Weisung vor, dass eine An- hörung nicht länger als vier Stunden dauern sollte. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass die Anhörung nicht länger dauern darf und abgebro- chen werde muss, wenn sich abzeichnet, dass ein höherer Zeitbedarf für die Erfassung des wesentlichen Sachverhalts besteht. In erster Linie mass- gebend ist, ob die angehörte Person in der Lage ist, der Anhörung zu fol- gen, was nicht anhand von starren zeitlichen Kriterien, sondern im Rahmen einer individuellen Beurteilung ihrer Befindlichkeit zu beurteilen ist (Urteil des BVGer D-2157/2017 vom 21. Dezember 2017 E. 6.3.5). Vorliegend erscheint die gesamte Anhörungsdauer zwar durchaus lang, in- tegriert in die Anhörung waren j edoch drei Pausen, davon eine Mittags- pause. Zudem ergeben sich weder aus dem Protokoll selber noch aus dem Bestätigungsblatt der beobachtenden Hilfswerksvertretung Hinweise auf kognitive Beeinträchtigungen beim Beschwerdeführer. Solche oder kon- krete andere Unzumutbarkeitsgründe werden auch nicht geltend gemacht. Der Beschwerdeführer konkretisiert die ihn behauptungsgemäss belas- tende Unfairness in diesem Zusammenhang auch auf Beschwerdeebene nicht. Eine solche ist vorliegend auch nicht erkennbar. Die Dauer d er An- hörung war somit weder unzumutbar lange noch verletzte sie den Grund- satz eines fairen Verfahrens. 3.4.9 Der pauschale Einwand des Beschwerdeführers, das SEM habe den Grundsatz eines fairen Verfahrens und das rechtliche Gehör verletzt, in- dem es seine – in der Beschwerdeschrift nicht näher konkretisierten – Aus- führungen aufgrund von Widersprüchen als nicht glaubhaft befunden habe, ihm aber nicht die Möglichkeit gegeben habe, dazu Stellung zu nehmen E-882/2018 Seite 14 (vgl. Beschwerde, S. 12, Nr. 26), erweist sich ebenfalls als unbegründet. Diesbezüglich kann auf das Anhörungsprotokoll verwiesen werden, aus welchem hervorgeht, dass das SEM den Beschwerdeführer mit den we- sentlichsten Widersprüchen konfrontiert und ihm die Möglichkeit gegeben hat, sich dazu zu äussern (vgl. hierzu A15/24, F186 ff.). Die Frage der Be- urteilung der Glaubhaftigkeit betrifft ohnehin die rechtliche Würdigung ei- nes Sachverhalts, zu welchem das rechtliche Gehör nicht zu gewähren ist. 3.5 Der allgemeine Hinweis auf das Willkürverbot (Beschwerde, S. 12, Nr. 28) geht schliesslich fehl, liegt Willkür gemäss Lehre und Rechtspre- chung doch nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung in Betracht zu ziehen oder sogar vorzuziehen wäre, sondern nur dann, wenn ein Ent- scheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz klar verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwi- derläuft ( MÜLLER/SCHÄFER, Grund rechte in der Schweiz, 4. Aufl. 2008, S.11; HÄFELI/HALLER/KELLER/THURNHERR, Schweizerisc hes Bundes- staatsrecht, 9. Aufl. 2016, Rz 811 f.; BGE 133 I 149 E. 3.1, m.w.H.). Vor- liegend wird jedoch weder näher ausgeführt noch ist ersichtlich, dass und inwiefern die Erwägungen des SEM darunter zu subsumieren sind. 3.6 Zusammenfassend erweisen sich die verschiedenen Rügen der Verlet- zung formellen Rechts als unbegründet. Der Antrag, es sei die angefoch- tene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Abklärung und Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, ist demzufolge abzu- weisen. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgeset zt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). E-882/2018 Seite 15 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings- eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor- bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi- dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Das SEM kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, dass die Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Biographie, seiner Herkunft und zu seinen Lebensumständen im Heimatstaat den Anforderungen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten. Es folgerte daraus, dass der Beschwerdeführer versuche, seine wahre Identität zu ver- schleiern und eine Herkunft aus dem Zentralirak vorzutäuschen. Hierzu hielt das SEM im Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage gewesen, Fragen zu seiner Biographie, seiner Herkunft und den Lebensumständen in der Heimat widerspruchsfrei, substantiiert und lebensnah zu beantworten. So habe er beispielsweise in der BzP angege- ben, er sei von B._______ nach C._______ geflüchtet, wo er sich zwei Monate aufgehalten habe, bevor er im Oktober 2014 in die Türkei gereist sei. Bei der Anhörung habe er demgegenüber ausgesagt, er habe sich un- gefähr ein Jahr lang in C._______ aufgehalten, bevor er im Oktober 2015 aus dem Irak ausgereist sei. Seine Angaben zur geographischen Lage von B._______ und der Umgebung seien sodann oberflächlich geblieben. So habe er beispielsweise angegeben, nebst Dohuk mehrheitlich in F._______ (recte: G._______ oder H._______) verkehrt zu haben. Zu G._______ habe er aber nur vage Äusserungen gemacht und lediglich Gemeinplätze genannt. Obwohl er ausgesagt habe, in G._______ auf dem Grossmarkt Ernteerträge verkauft zu haben, habe er keine substantiierten Angaben zur Lage des Grossmarktes machen können. Insgesam t entstehe nicht der Eindruck, dass er sich in der Ortschaft auskenne und dort regelmässig ver- kehrt habe, wie von ihm geltend gemacht. Ferner erstaune es, dass der Beschwerdeführer im Dorf B._______ gebo- ren sein solle und seine Eltern ebenfalls von dort stammen sollen, auf der von ihm eingereichten Identitätskarte hingegen I._______ als Geburtsort genannt werde. Zu I._______ habe der Beschwerdeführer aber keine An- gaben machen können, obwohl dieser Ort und der gleichnamige Distrikt nur rund zehn Kilometer sü dlich von B._______ liegen würden. Ohnehin E-882/2018 Seite 16 müsse die eingereichte Identitätskarte aufgrund der Ergebnisse der amts- internen Prüfung als verfälscht angesehen werden. Diese Tatsache werde dadurch bestärkt, als der Beschwerdeführer im Rahmen des ihm gewähr- ten rechtlichen Gehörs keine Stellung dazu genommen habe. Die Schilde- rungen zur geltend gemachten Flucht aus B._______ wegen der dort herr- schenden Konfliktsituation befand das SEM ebenfalls als nicht glaubhaft. Hierzu erwog es, die Schilderungen des Beschwerde führers seien sche- menhaft und stereotyp ausgefallen . So würden seine Ausführungen dazu keine persönlichen Eindrücke enthalten, welche bei derartigen Ausnahme- situationen jedoch zu erwarten gewesen seien. Danach gefragt, was von der Flucht in Erinnerung geblieben sei, habe der Beschwerdeführer ledig- lich ausgesagt, er habe viele Frauen und Kinder gesehen, die zu Fuss un- terwegs gewesen beziehungsweise geflüchtet seien. Insgesamt folgerte das SEM, dass der Beschwerdeführer aus der KRG - Region stamme oder zuminde st länger als vorgebracht dort gelebt und über einen geregelten Aufenthalt verfügt habe. 5.2 Auch die geltend gemachten Behelligungen durch kurdische Sicher- heitskräfte in C._______ befand das SEM als den Anforderungen an die Glaubhaftmachung nicht genügend. Es erwog hierzu, der Beschwerdefüh- rer habe sich insoweit in Widersprüche verwickelt, als er in der BzP zu Protokoll gegeben habe, er sei belästigt und aufgefordert worden, mit den kurdischen Behörden zusammenzuarbeiten, um Informationen über den IS in B._______ zu beschaffen. Zudem sei er in C._______ drei Tage inhaf- tiert gewesen. Bei der Anhörung habe er hingegen geltend gemacht, er sei zweimal auf den Polizeiposten gebracht und dort je rund eine halbe Stunde festgehalten worden. Dies zum einen, weil er verdächtigt worden sei, einen Laden überfallen zu haben , und zum anderen im Zusammenhang mit Lohnstreitigkeiten, welche er mit einem Arbeitgeber gehabt habe. 5.3 Betreffend die übrigen Vorbringen des Beschwerdeführers, namentlich die geltend gemachten Diskriminierungen in C._______ und die dortigen Lebensumstände, kam das SEM weiter zum Schluss, es würden keine Hin- weise vorliegen, wonach der Beschwerdeführer von den kurdischen Be- hörden oder Dritten persönlich und gezielt aus einem der in Art. 3 AsylG genannten Gründe verfolgt worden wäre oder in Zukunft eine solche Ver- folgung zu befürchten habe. Vielmehr seien die geltend gemachten Nach- teile auf die allgemeinen Lebensbedingungen zurückzuführen und somit nicht asylrelevant. E-882/2018 Seite 17 5.4 Der Beschwerdeführer hält den Erwägungen des SEM im Wesentli- chen entgegen, dieses sei bei der Glaubhaftigkeitsprüfung willkürlich vor- gegangen, indem es diejenigen Elemente, welche für die Glaubhaftigkeit seiner Ausführungen sprechen, nicht beachtet habe. Es habe sich auf un- bedeutende und unwesentliche Widersprüche gestützt und seine Ausfüh- rungen nicht gesamthaft betrachtet . So sei beispielsweise der genannte Widerspruch des SEM betreffend die Aufenthaltsdauer in C._______ un- wesentlich. Es sei nicht ersichtlich, inwieweit die Aufenthaltsdauer im Nord- irak oder in der Türkei von Bedeutung sei, zumal er ausgeführt habe, B._______ am 2. oder 3. August 2014 in Richtung C._______ verlassen zu haben. Er habe an beiden Befragungen das gleiche Ausreisedatum ge- nannt, was ein Glaubhaftigkeitselement darstelle, welches vom SEM nicht berücksichtigt worden sei. Zudem sei es in der BzP zu einer falschen Über- setzung durch den Dolmetscher gekommen. Das SEM habe es weiter un- terlassen, seine glaubhaften und mit Realkennzeichen versehenen Ausfüh- rungen zur Umgebung in seiner Heimatregion zu erwähnen, so beispiels- weise die Wegbeschreibung von B._______ nach G._______ und die Be- schreibung des Ortes G._______ oder seine Ausführungen zur Flucht aus B._______ nach C._______. Zu betonen sei insbesondere, dass er nicht zu Fuss nach C._______ geflüchtet sei, sondern mit dem Auto. Da er ge- flüchtet sei, bevor der IS sein Heimatdorf angegriffen habe, sei es anläss- lich der Flucht zu keinen Gefechten oder besonders hektischen Situationen gekommen. Zudem habe die Fahrt nach Do huk lediglich etwas über drei Stunden gedauert. Es könne ihm aus all diesen Gründen nicht vorgeworfen werden, dass er nichts Spezielles üb er seine Flucht erwähnt habe, wenn nichts Derartiges passiert sei. Das SEM sei ferner willkürlich vorgegangen, als es sich hinsichtlich seines Geburtsortes einerseits auf die in der Identi- tätskarte enthaltenen Angaben bezogen habe, andererseits aber be- haupte, diese stelle eine Fälschung dar. Er selbst sei stets davon ausge- gangen, dass er in B._______ geboren sei. Da er nicht gut lesen und schreiben könne, hätten ihn die Angaben auf der Identitätskarte auch nicht weiter gekümmert. Er sei jedenfalls in B._______ aufgewachsen und habe dort gelebt. Insgesamt habe er glaubhaft dargelegt, dass er aus B._______ und damit aus dem Zentralirak stamme. 5.5 Hinsichtlich des Vorwurfes, wonach er in der BzP und in der Anhörung jeweils verschiedene Gründe genannte habe, weshal b er aus dem Irak ausgereist sei, müsse wiederholt betont werden, dass der BzP nur wenig Gewicht beigemessen werden könne, weil es zu Verständigungsproble- men und folglich zu falschen Übersetzungen gekommen sei und weil die BzP nur sehr kurz ausgefallen sei. Er habe anlässlich der Anhörung zudem E-882/2018 Seite 18 klar geäussert, dass er die Vorgehensweise des SEM nicht verstanden habe. So seien ihm in der Anhörung mehrheitlich Fragen zu seiner Arbeit und der Polizei gestellt worden. Er habe aber erwartet, dass ihm spezifi- sche Fragen zu seinen getätigten Vorbringen und seiner Verfolgung ge- stellt würden, weshalb er sich dazu nicht von sich aus geäussert habe. 6. 6.1 Nach Durchsicht der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass das SEM die Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Bi- ographie, seiner Herkunft und seinen Lebensumständen im Irak zu Recht als nicht glaubhaft befunden hat. 6.1.1 Der Beschwerdeführer hat eine irakische Identitätskarte eingereicht. Dabei handelt es sich um einen Ausweis, der zum Zwecke des Nachweises der Identität und Staatsangehörigkeit durch die heimatlichen Behörden ausgestellt wird, deren Beweiswert also entsprechend hoch ist. Wie bereits erwähnt, ergaben sich bei der Analyse dieses Dokuments durch das SEM jedoch verschiedene objektive Fälschungsmerkmale (vgl. A16/1), aufgrund derer für das Bundesverwaltungsgericht kein vernünftiger Zweifel daran besteht, dass es sich bei diesem Dokument um eine Fälschung handelt. Nur schon deshalb sind erhebliche Zweifel an der persönlichen Glaubwür- digkeit des Beschwerdeführers anzubringen. Nachdem der Beschwerde- führer bis zum heutigen Zeitpunkt auch keine weiteren Identitätsdoku- mente zu den Akten gereicht hat, bleibt seine Identität letztlich unklar. 6.1.2 Auch wenn der Beschwerdeführer durchaus in der Lage war, einige umliegende Ortschaften um B._______ herum richtig zu benennen (vgl. A15/24, F42 -45), lässt dies jedenfalls noch nicht den Schluss zu , er stamme selbst aus dieser Ortschaft . Dagegen spricht beispielsweise der Umstand, dass seine Ausführungen zur nächstgrösseren Ortschaft G._______, wo er gemäss eigenen Angaben regelmässig auf dem Markt Gemüse verkauft haben soll (vgl. A15/24, F62), nur sehr oberflächlich aus- gefallen sind. So antwortete er auf die Frage, was in der Nähe des Marktes gelegen habe, dort habe es ein Spital und Geschäfte, zum Beispiel Klei- dergeschäfte gegeben (vgl. A15/24, F64 ff.). Nach weiteren wichtigen Ge- bäuden, Institutionen, Hotels oder Parks in G._______ gefragt, gab er wei- ter an, die (namentlich nicht genannte) Burg dort sei noch bekannt ( vgl. A15/24, F67) und es gebe auch einen Park, welcher "G._______-Park" heisse (vgl. A15/24, F68). Diese Ausführungen gehen nicht über das hin- aus, was beispielsweise eine Person beschreiben könnte, die lediglich ein- oder zweimal in G._______ gewesen wäre. Sodann mutet es seltsam an, E-882/2018 Seite 19 dass der Beschwerdeführer von der ebenfalls nur wenige Kilometer von B._______ entfernten grösseren Ortschaft I._______ noch nie etwas ge- hört haben will (vgl. A15/24, F79), diese Ortschaft auf der eingereichten Identitätskarte aber als sein Geburtsort genannt wird. Wenn der Beschwer- deführer in diesem Zusammenhang vorbringt, das SEM sei willkürlich vor- gegangen, als es sich hinsichtlich seines Geburtsortes einerseits auf die in der Identitätskarte enthaltenen Angaben bezogen habe, andererseits aber behaupte, diese stelle eine Fälschung dar, ist dem nicht zuzustimmen. Das SEM hat sich nämlich nicht auf den Standpunkt gestellt, der Beschwerde- führer stamme aus I._______. Es hat hierzu lediglich festgehalten, dass seine Angaben zu seinem Geburtsort nicht mit denjenigen auf der Identi- tätskarte übereinstimmen würden und, dass der Beschwerdeführer zu I._______ keine Angaben habe machen können, obwohl di ese Ortschaft und der gleichnamige Distrikt nur rund zehn Kilometer südlich von B._______ entfernt liegen würden. 6.1.3 Ferner weist das SEM zutreffend darauf hin, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers zur Flucht aus B._______ nicht geglaubt werden können, nachdem diese schemenhaft und stereotyp ausgefallen sind und nicht den Eindruck vermitteln, der Beschwerdeführer habe eine solche Flucht auch tatsächlich selbst erlebt ( vgl. A15/24, F116 f., F123 ff.) . Sein Argument, es sei auf der Flucht nichts Aussergewöhnliches passiert, wes- halb er auch nichts Spezielles erwähnt habe , ist nicht nachvollziehbar. Wäre der Beschwerdeführer tatsächlich in B._______ geboren und aufge- wachsen und hätte er diesen Ort tatsächlich von heute auf morgen derart fluchtartig und unter Angst verlassen müssen, wie von ihm beschrieben, wäre in seinen Schilderungen unzweifelhaft eine persönliche Betroffenheit erkennbar gewesen. 6.1.4 Betreffend die Aufenthaltsdauer in C._______ hat das SEM sodann ebenfalls zu Recht Unstimmigkeiten in den Ausführungen des Beschwer- deführers festgestellt. So gab dieser in der BzP auf die Frage, wann er C._______ verlassen habe, ausdrücklich zu Protokoll, er habe sich ledig- lich zwei Monate dort aufgehalten und sei dann weiter in die Türkei gereist (vgl. A3/10, S. 4, Ziff. 2.02). Auf die Frage, wie lange er in C._______ ge- wohnt habe, erklärte er in der Anhörung demgegenüber, er sei etwa ein Jahr lang dort gewesen ( vgl. A15/24, F27). Soweit der Beschwerdeführer einwendet, es handle sich hierbei um einen unwesentlichen Widerspruch, ist dem nicht zuzustimmen, zumal der Beschwerdeführer selbst geltend machte, den Irak insbesondere aufgrund der Behelligungen in C._______ E-882/2018 Seite 20 verlassen zu haben (vgl. A15/24, F 113 f., F134, F148 ff.), und es vor die- sem Hintergrund einen wesentlichen Unterschied macht, ob er die vorge- brachten Behelligungen lediglich während eines Zeitraumes von zwei Mo- naten oder während zwölf Monaten erdulden musste. Dass der Beschwer- deführer in der BzP und in der Anhörung in etwa dasselbe Datum nen nt, wann er B._______ verlassen haben will ( vgl. A3/10, S. 4, Ziff. 2.02; A15/24, F25), ändert nichts daran, dass er sich hinsichtlich der Aufenthalts- dauer in C._______ und damit in einem wesentlichen Punkt widersprochen hat. Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, es sei in der BzP zu falschen Übersetzungen gekommen und diese sei ohnehin nur verkürzt durchgeführt worden, ist diesbezüglich auf die Ausführungen in der vorste- henden Erwägung 3.4.4 zu verweisen. 6.1.5 Gesamthaft betrachtet überwiegen die unglaubhaften Elemente in den Ausführungen des Beschwerdeführers, weshalb das Bundesverwal- tungsgericht ebenfalls davon ausgeht, dass er mit seinem Verhalten ver- sucht, seine wahre Herkunft zu verschleiern. Es ist in Übereinstimmung mit dem SEM folglich anzunehmen, dass er aus der KRG-Region stammt oder vor seiner Ausreise aus dem Irak zumindest länger als vorgebracht in der KRG-Region gelebt und dort über einen geregelten Aufenthaltsstatus ver- fügt hat. An dieser Einschätzung vermag das vom Bes chwerdeführer ein- gereichte Bestätigungsschreiben des Flüchtlingslagers D._______ (vgl. A21/1), wonach seine Mutter eine Zeit lang in diesem Lager gelebt haben soll, nichts zu ändern, zumal sich daraus nichts über die Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers in der KRG-Region ableiten lässt und dieses auch keine Auskunft über seine Identität und seine Herkunft gibt. 6.2 Ferner erweisen sich auch die geltend gemachten Behelligungen durch kurdische Sicherheitskräfte in C._______ aufgrund wesentlicher Wider- sprüche in den Ausführungen des Beschwerdeführers als nicht glaubhaft. Nach seinen Gesuchsgründen befragt, machte der Beschwerdeführer in der BzP nämlich unter anderem geltend, er sei in C._______ zur Zusam- menarbeit mit kurdischen Behörden aufgefordert worden, indem er Infor- mationen über den IS in B._______ beschaffen sollte ( vgl. A3/10, S. 6, Ziff. 7.01). In der Anhörung erwähnte er eine solche Aufforderung zur Zu- sammenarbeit hingegen nicht, sondern führte aus, er sei mehrmals von der Polizei verhört worden, weil er Streitigkeiten mit einem Arbeitgeber gehabt habe und jeweils zu Unrecht beschuldigt worden sei, kriminelle Handlun- gen begangen zu haben (vgl. A15/24, F113). Seine Schilderungen zu die-E-882/2018 Seite 21 sen Vorbringen blieben in der Folge aber substanzlos. So war er auf Nach- frage hin beispielsweise nicht einmal in der Lage, einen konkreten Vorfall zu beschreiben (vgl. A15/24, F136). 6.3 Zu den vom Beschwerdeführer allgemein geltend gemachten Diskrimi- nierungen in C._______, namentlich den Beschimpfungen als Araber, ist festzuhalten, dass Angriffe auf die in Art. 3 Abs. 2 AsylG genannten Rechts- güter im Sinne eines unerträglichen psychischen Druckes dann asylrele- vant sind, wenn sie derart intensiv erscheinen, dass den Betroffenen ein weiterer Verbleib in ihrem Heimatstaat objektiv nicht mehr zugemutet wer- den kann. Ausschlaggebend ist mit anderen Worten nicht, wie die be- troffene Person die Situation subjektiv erlebt hat, sondern ob aufgrund der tatsächlichen Situation für Aussenstehende nachvollziehbar ist, dass der psychische Druck unerträglich geworden ist. Selbst bei Wahrunterstellung der vorgebrachten Diskriminierungen ist nach Auffassung des Gerichts nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer deswegen einem unerträg- lichen psychischen Druck im vorstehend ausgeführten Sinn ausgesetzt ge- wesen wäre. 6.4 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, aufgrund der all- gemein schlechten Lebensbedingungen im Nordirak aus dem Heimatstaat ausgereist zu sein, ist diesbezüglich mit dem SEM festzuhalten, dass ent- sprechende Nachteile keine gegen den Beschwerdeführer gerichtete Ver- folgungsmassnahmen aus einem in Art. 3 AsylG genannten Motiv darstel- len. Vielmehr handelt es sich dabei um Nachteile, welche auf die allgemein schwierige Lage im Heimatland zurückzuführen sind und von welchen die gesamte Bevölkerung betroffen ist. Sie sind nicht geeignet, eine Asylrele- vanz zu begründen. 6.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdef ührers verneint und sein Asylge- such abgelehnt hat. 7. Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9). E-882/2018 Seite 22 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt die Vorinstanz das Anwesenheits verhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 8.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be- weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.3 Nachdem es das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der unglaubhaf- ten Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Herkunft als wahrscheinlich erachtet, dass dieser vor seiner Ausreise aus dem Irak länger als vorge- bracht in der KRG-Region gelebt hat und damit über einen geregelten Sta- tus verfügt haben dürfte (vgl. vorstehende Erwägung 6.1), ist der Vollzug der Wegweisung dorthin zu prüfen. Diesbezüglich ist jedoch, wie bereits das SEM bemerkt hat, darauf hinzuweisen, dass es auch dem Bundesver- waltungsgericht aufgrund der unglaubhaften Angaben des Beschwerde- führers letztlich nicht möglich ist, sich in voller Kenntnis der tatsächlichen persönlichen und familiären Situation zum Wegweisungsvollzug zu äus- sern. 8.4 8.4.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmensch licher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. E-882/2018 Seite 23 8.4.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenscha ft erfüllen. Da es dem Be- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG veran- kerte Grundsatz der Nicht-Rückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in seinen Hei- matstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 8.4.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh- rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Rückkehr in den Irak dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen- rechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr („real risk“) nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un- menschliche Behandlung drohen würde (Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer, 37201/06, §§ 124-127 m.w.H.). Eine ihm allfällig drohende konkrete Gefahr konnte der Beschwer- deführer nicht glaubhaft machen. Aus den Akten ergeben sich ebenfalls keine entsprechenden Anhaltspunkte. 8.4.4 Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der KRG-Region lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil E-3737/2015 vom 14. Dezember 2015 E. 6.3 [als Referenzurteil publiziert]). Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegwei- sung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmun- gen zulässig. 8.5 8.5.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.5.2 Wie bereits erwähnt (vgl. vorstehende Erwägung 3.4.5), hat das Bun- desverwaltungsgericht im Urteil E-3737/2015 vom 14. Dezember 2015 (als Referenzurteil publiziert) die Lage im Nordirak und die Zumutbarkeitspraxis E-882/2018 Seite 24 überprüft und festgestellt, dass in den vier Provinzen der KRG-Region ak- tuell nach wie vor nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG auszugehen ist. An dieser Einschätzung, welche jeweils auf die aktuell herrschende Lage fokussiert, ändert auch das am 25. September 2017 in der KRG durchgeführte Referendum nichts, in wel- chem offenbar eine Mehrheit der Kurden für die Unabhängigkeit vom Irak votierte. Den begünstigenden individuellen Faktoren – insbesondere den- jenigen eines tragfähigen familiären Beziehungsnetzes – ist angesichts der Belastung der behördlichen Infrastrukturen durch im Irak intern Vertriebene („Internally Displaced Persons“ [IDPs]) gleichwohl ein besonderes Gewicht beizumessen (vgl. Urteile de s BVGer D-7841/2016 vom 6. September 2017 E. 7.5, D-3994/2016 vom 22. August 2017 E. 6.3.3 und D -233/2017 vom 9. März 2017 E. 10.6). 8.5.3 Der Beschwerdeführer ist jung, mangels gegenteiliger Hinweise in den Akten (wieder) gesund, ohne familiäre Verpflichtungen und hat den grössten Teil seines bisherigen Lebens im Irak verbracht. Seine Familie lebt gemäss eigenen Angaben im Nordirak, womit der Beschwerdeführer dort über ein familiäres Beziehungsnetz verf ügt. Zwar hat der Beschwer- deführer nur eine kurze Schulbildung im Irak genossen. Gleichwohl konnte er vor seiner Ausreise bereits langjährige Berufserfahrungen in der Land- wirtschaft und als Gemüseverkäufer sammeln. Es ist ihm deshalb zuzumu- ten, sich nach seiner Rückkehr in den Nordirak wieder entsprechend zu betätigen, um sich seinen Lebensunterhalt zu sichern. Unter Berücksichti- gung der gesamten – vorliegend allerdings nicht uneingeschränkt überprüf- baren – persönlichen Umstände, ist es ihm somit zuzumuten, in den Nord- irak, wo er sich bereits vor seiner Ausreise auf gehalten hat, zurückzukeh- ren. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich folglich als zumutbar. 8.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs . 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich- nen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 14 AuG). E-882/2018 Seite 25 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm jedoch mit Zwischenverfügung vom 23. März 2018 die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und weiterhin von seiner pro- zessualen Bedürftigkeit auszugehen ist, ist von der Kostenerhebung abzu- sehen. (Dispositiv nächste Seite) E-882/2018 Seite 26 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Constance Leisinger Arta Rapaj Versand: