23. September 1985 N 1465 Asylpolitik. Persönliche Vorstösse #ST# Asylpolitik. Persönliche Vorstösse Politique d'asile. Interventions personnelles Präsident: Wir kommen zur Behandlung verschiedener per- sönlicher Vorstösse auf dem Gebiet der Asylpolitik und zur allgemeinen Debatte darüber. Es wurden Ihnen zwei Blätter ausgeteilt. Das erste orientiert Sie über den Ablauf dieser organisierten Debatte, das zweite über die Reihenfolge der Redner. Vorschlag der Fraktionspräsidenten 1. Erklärung des Bundesrates 2. 84.398 - Mo. SR. Asylgesetz. Revision (+Kommissionsminderheit) 84.227 n Pa. Iv. Asylgesetz. Totalrevision (schriftlicher Bericht) 85.228 n Pa. Iv. Aufnahme von Flüchtlingen. Moratorium (schriftlicher Bericht) ca. 60 Min. 84.205 n Iv. Kt. Freiburg. Asylbewerber (schriftlicher Bericht) 85.436 - Ip. Wick. Asylbewerber. Ubermässige Belastung einzelner Kantone (dringlich) Ad 84.224 - Po. der Kommission 3. Fraktionssprecher R, S, C (3x40 Min.) V (25 Min.) U, L, N, T (4x20 Min.) Fraktionslose (15 Min.) 240 Min. 4. Stellungnahme des Bunderates 5. Abstimmungen etwa 6 Std. Der Bundesrat wird an seiner Sitzung vom 16. Oktober den Bundesbeschluss über die ausserordentliche Erteilung einer Anwesenheitsbewilligung an Asylgesuchsteller und am 27. November die Revision des Asylgesetzes behandeln. Die entsprechenden persönlichen Vorstösse werden zusam- men mit diesen beiden Geschäften behandelt. Proposition de la Conférence des présidents de groupe 1. Déclaration du Conseil fédéral 2. 84.398 - Mo. CE. Droit d'asile. Révision (+minorité de la commission) 84.227 n Iv. pa. Loi sur l'asile. Révision totale (rapport écrit) 85.228 n Iv. pa. Accueil des réfugiés. Moratoire (rapport écrit) 60min. env. 84.205 n Iv. ct. Fribourg. Requérants d'asile (rapport écrit) 85.436 - Ip. Wick. Requérants d'asile. Répartition inégale entre les cantons (urgent) Ad 84.224 - Pô. de la commission 3. Rapporteurs des groupes R, S, C (3x40 min.) V (25 min.) U, L, N, T (4x20 min.) aucun groupe (15min.) 240min. 4. Prise de position du Conseil fédéral 5. Votations 6 heures env. Le Conseil fédéral traitera l'arrêté sur l'attribution exception- nelle d'une autorisation de séjour aux requérants d'asile lors de sa séance du 16 octobre et la révision de la loi sur l'asile le 27 novembre. Les interventions personnelles y relatives seront traitées avec ces deux objets. #ST# 84.398 Motion des Ständerates (Metti) Asylgesetz. Revision Motion du Conseil des Etats (Hefti) Droit d'asile. Révision Beschluss des Ständerates vom 7. Juni 1984 Décision du Conseil des Etats du 7 juin 1984 Wortlaut der Motion Das Asylgesetz vom 5. Oktober 1979 führt zu Folgen und Missbräuchen, welche bei dessen Erlass kaum vorausgese- hen worden waren. Auch lässt sich die heutige Situation nicht mit derjenigen während des letzten Weltkrieges ver- gleichen. Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, unverzüglich den Räten eine Revision des Asylgesetzes vorzulegen, wobei der Weg eines dringlichen Bundesbeschlusses nicht auszu- schliessen ist. Die Revision hat insbesondere folgende Punkte zu berücksichtigen: 1. Auch wenn die im Gesetz genannten Voraussetzungen erfüllt sind, sollen die Behörden nicht verpflichtet sein, Asyl zu gewähren, sondern nur die Möglichkeit dazu haben. 2. Die Anwendung des Gesetzes soll in enger Verbindung mit den Kantonen erfolgen, wobei deren berechtigten Anlie- gen Rechnung zu tragen ist. Texte de la motion La loi sur l'asile du 5 octobre 1979 entraîne notamment des abus, qui n'étaient guère prévisibles au moment où elle a été édictée. En outre, la situation actuelle n'est pas comparable à celle qui prévalait pendant la deuxième guerre mondiale. Le Conseil fédéral est donc invité à proposer sans retard aux Chambres une révision de la loi sur l'asile, sans exclure la possibilité d'un arrêté fédéral urgent. Cette révision doit en particulier tenir compte des points suivants: 1. Même si les conditions requises par la loi sont remplies, l'octroi de l'asile ne doit pas être une obligation pour les autorités, mais seulement une possibilité. 2. L'application de la loi doit se faire en étroite coordination avec les cantons qui doivent pouvoir faire valoir leurs inté- rêts justifiés. Anträge der Kommission des Nationalrates Mehrheit Die Motion wird abgelehnt. Minderheit (Bonnard, Aubry, Fischer-Hägglingen, Flubacher, Hofmann, Lüchinger, Nef) Die Motion wird im Sinne der Erklärungen des Bundesrates überwiesen. Propositions de la commission du Conseil national Majorité La motion est rejetée. Minorité (Bonnard, Aubry, Fischer-Hägglingen, Flubacher, Hofmann, Lüchinger, Nef)Politique d'asile. Interventions personnelles 1466 N 23 septembre 1985 La motion est transmise dans le sens des déclarations du Conseil fédéral. #ST# 84.205 Initiative des Kantons Freiburg Asylbewerber Initiative du canton de Fribourg Requérants d'asile Wortlaut der Initiative vom 14. Mai 1984 Der Kanton Freiburg lädt den Bundesrat ein, so rasch wie möglich eine Gesetzesänderung vorzuschlagen, wonach die Kantone verpflichtet werden, eine angemessene Anzahl von Asylbewerbern aufzunehmen. Das Parlament muss dem Bundesrat unbedingt die für die Bundespolitik erforderli- chen Mittel geben, d. h. auch die absolut notwendigen Kre- dite für die Einstellung zusätzlicher Beamter, die diese Poli- tikverlangt. Eine Verbesserung der gegenwärtigen Situation liegt sowohl im Interesse der Kantone, die Asylbewerber aufnehmen, als auch in dem der Asylbewerber selbst, deren Entwurzelung ein echtes Problem darstellt. Der Kanton Freiburg ist wie die anderen Schweizer Kantone ein Aufnahmekanton. Aber unser föderalistischer Aufbau verlangt die Solidarität aller Kantone. Texte de l'initiative du 14 mai 1984 Le canton de Fribourg invite le Conseil fédéral à proposer dans les plus brefs délais l'insertion dans la loi de l'obliga- tion pour les cantons de recevoir un nombre équitable de requérants d'asile. Les Chambres fédérales doivent absolu- ment donner au Conseil fédéral les moyens nécessaires à la politique de la Confédération, c'est-à-dire aussi les crédits indispensables à l'engagement des fonctionnaires supplé- mentaires que postule cette politique. Un assainissement de la situation est dans l'intérêt tant des cantons recevants que des requérants eux-mêmes dont le déracinement ne man- que pas d'être préoccupant. Le canton de Fribourg comme les autres cantons suisses sont des terres d'accueil. Mais notre régime fédératif requiert que la solidarité soit le fait de tous les cantons. Herr Fischer-Hägglingen unterbreitet namens der Kommis- sion den folgenden schriftlichen Bericht: 1. Inhalt der Initiative (siehe oben). 2. Ergebnis der Vorprüfung: Die mit der Vorberatung von Fragen der Asylpolitik betraute Kommission behandelte die Standesinitiative an ihrer Sitzung vom 18. Februar 1985. Sie beantragt dem Rat, dem Vorstoss des Kantons Freiburg teilweise Folge zu geben und folgenden Motionstext zu überweisen: «Der Bundesrat wird eingeladen, so rasch wie möglich eine Gesetzesänderung vorzuschlagen, wonach die Kantone ver- pflichtet werden, eine angemessene Anzahl von Asylbewer- bern aufzunehmen. Die Zuständigkeit des Bundes ist subsidiär. Die Bundesbe- hörden sind nur dann befugt zu entscheiden, wenn die Kantone sich innert nützlicher Frist auf keine angemessene Lösung geeinigt haben.» Das Begehren um Personalaufstockung lehnt die Kommis- sion ab; das Parlament habe mit der Bewilligung von insge- samt 88 Stellen diesem Begehren bereits entsprochen. 3. Erwägungen der Kommission: Die Kommission teilt die in der Standesinitiative vertretene Auffassung, dass eine bes- sere Verteilung der Asylbewerber auf die Kantone notwen- dig sei. Nach ihrer Meinung ist dieses Anliegen des Kantons Freiburg, der einen starken Zustrom von Asylbewerbern verzeichnet, gerechtfertigt. Sie ist daher bereit, ihm mit einer Motion Nachachtung zu verschaffen. Die Entwicklung der letzten Zeit hat gezeigt, dass die übri- gen Kantone nicht bereit sind, zur Entlastung der Kantone, die viele Asylbewerber zu betreuen haben, zusätzliche Flüchtlinge aufzunehmen. Eine Umfrage des Eidgenössi- schen Justiz- und Polizeidepartementes bei den Kantonen hat eine geringe Bereitschaft gezeigt, auf freiwilliger Basis etwas zu unternehmen. Der Bund soll deshalb nach Meinung der Kommission die Befugnis erhalten, eine bessere Verteilung der Flüchtlinge auf die Kantone anzuordnen. Sie erachtet es als richtig, dass seitens des Bundes ein gewisser Druck zur Solidarität in dieser Richtung ausgeübt werden kann. Zur Diskussion stand aber nur eine subsidiäre Regelung. Die Kantone sollen die Möglichkeit haben, innert nützlicher Frist selber zu han- deln. Erst wenn von dieser Möglichkeit kein Gebrauch wird, habe der Bund tätig zu werden. Die Kommission lehnte es ab, eine Lösung auf dem Konkor- datsweg anzustreben, da sie zuviel Zeit beanspruchen würde. Auch wurde die Möglichkeit nicht in Betracht gezo- gen, die Justizdirektoren mit einer Umverteilung der Asylbe- werber zu beauftragen. Die mit der Motion beauftragte Gesetzesänderung soll so rasch wie möglich dem Parlament unterbreitet werden. Die Kommission hält aber ein Vorziehen dieser Gesetzesrevision nicht für nötig. Sie soll im Zusammenhang mit der zweiten Revision des Asylgesetzes diskutiert werden. Antrag der Kommission Aus diesen Überlegungen beantragt die Kommission ein- stimmig, der Standesinitiative teilweise Folge zu geben und ihre Motion zu überweisen. Proposition de la commission Pour ces motifs, la commission propose de donner partielle- ment suite à l'initiative du canton de Fribourg et de trans- mettre sa motion. Motion der Kommission des Nationalrates Asylbewerber. Verteilung auf die Kantone Der Bundesrat wird eingeladen, so bald wie möglich eine Gesetzesänderung vorzuschlagen, wonach die Kantone ver- pflichtet werden, eine angemessene Anzahl von Asylbewer- bern aufzunehmen. Die Zuständigkeit des Bundes ist subsidiär. Die Bundesbe- hörden sind nur dann befugt zu entscheiden, wenn die Kantone sich innert nützlicher Frist auf keine angemessene Lösung geeinigt haben. Motion de la commission du Conseil national Requérants d'asile. Répartition entre les cantons Le Conseil fédéral est invité à proposer dans les plus brefs délais l'insertion dans la loi de l'obligation pour les cantons de recevoir un nombre équitable de requérants d'asile. La compétence de l'autorité fédérale est subsidiaire. L'auto- rité fédérale n'est habilitée à décider que si les cantons ne sont pas parvenus à trouver dans un délai utile une solution appropriée.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion des Ständerates (Hefti) Asylgesetz. Revision Motion du Conseil des Etats (Hefti) Droit d'asile. Révision In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1985 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer 84.398 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 23.09.1985 - 14:30 Date Data Seite 1465-1466 Page Pagina Ref. No 20 013 716 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.