A bteilung V E -5487/2006 {T 0/2} U rteil vom 19. A pril 2007 M itw irkung: R ichterin Kojic, R ichter H äfeli, R ichter Stöckli G erichtsschreiberin Beck Kadim a A ._______, geboren (...), Afghanistan, vertreten durch lic. iur. M irw eiss M eidanval, (...) Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 29. Juni 2006 i.S. A syl und W egw eisung / (N ...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undeverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer - ein sunnitischer Paschtune aus der Provinz W ardak - ver- liess seinen H eim atstaat eigenen Angaben zufolge gem einsam m it seinem O nkel (R eferenz N r.) am 14. N ovem ber 2001 und hielt sich daraufhin 3 Jahre illegal im Iran auf, bevor er über die Vereinigten Arabischen Em irate am 2. D ezem ber 2004 in die Schw eiz einreiste, w o er am gleichen Tag um Asyl nachsuchte. Am 7. D ezem ber 2004 w urde er - als dam als noch M inderjähriger - in der Em pfangs- stelle (heute: Em pfangs- und Verfahrenszentrum ) in Basel sum m arisch befragt. Am 10. Januar 2005 erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen durch die zustän- dige kantonale Behörde. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer geltend, er habe w eder Eltern noch G eschw ister und habe seit deren H inscheiden durch ei- nen Bom benangriff im Jahr 1990 bei seinem O nkel B._______gelebt. D ieser sei C hauffeur eines w ichtigen Talib nam ens C ._______ gew esen. D er O nkel habe m it den Taliban die Flucht ergriffen als die Am erikaner und ihre Verbündeten, die N ordallianz, Kabul eingenom m en und dabei viele Leute getötet und festgenom m en hätten. D a sein O nkel nicht m ehr für die Taliban habe arbeiten w ollen, habe er das H eim atland schliesslich verlassen, w obei er den Beschw erdeführer m itgenom m en habe, da dieser keine Fam ilienangehörigen m ehr gehabt habe. Ferner habe der Beschw erdeführer befürchtet, von den Am erikanern behelligt zu w erden, w eil er geglaubt habe, junge Leute w ürden von ihnen verdächtigt, m it den Taliban zusam m engearbeitet zu haben. Er verneinte indessen, persönliche Problem e m it den Behörden oder D rittpersonen in Afghanistan gehabt zu haben. W ährend des dreijährigen Aufenthalts im Iran seien er und sein O nkel geschlagen w orden, w eil sie sich illegal dort aufgehalten hätten. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. B. D as BFM stellte m it am 30. Juni 2006 eröffneter Verfügung vom 29. Juni 2006 fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asyl- gesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz an. D ie Vorinstanz begründete ihre Verfügung im W esentlichen dam it, dass die Vorbringen des Beschw erdeführers den Anforderungen an die Flücht- lingseigenschaft gem äss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) nicht standhalten w ürden. Ausserdem w ürden U ngereim theiten zw ischen den Angaben des Beschw erdeführers und denjenigen seines O nkels in Bezug auf die ihnen angeblich im Iran w iderfahrenen N achteile bestehen. D en Vollzug der W egw eisung nach Afghanistan befand die Vorinstanz für zulässig, zum utbar und m öglich. C . M it Eingabe vom 27. Juli 2006 an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragte der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter unter Ko- sten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und die G ew ährung des Asyls. Eventualiter sei er in der Schw eiz vorläufig aufzu- nehm en, beziehungsw eise die Sache sei zur Beurteilung an die Vorinstanz zurück zu w eisen. In verfahrensrechtlicher H insicht w urde um Erteilung der aufschie- benden W irkung der Beschw erde und um Verzicht der Erhebung eines Kostenvor- schusses ersucht. Auf die Begründung im Einzelnen w ird, sow eit w esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D . M it Zw ischenverfügung der AR K vom 2. August 2006 w urde auf die Erhebung 3 eines Kostenvorschusses verzichtet. E. D ie Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehm lassung vom 10. August 2006 die Ab- w eisung der Beschw erde. D abei bem erkte sie, w as die Zum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzugs angehe, handle es sich beim Beschw erdeführer um einen Paschtu- nen aus der Provinz W ardak, w elcher in seiner H erkunftsregion über ein Bezie- hungsnetz verfüge, w eshalb er nicht in eine existenzielle N otlage geraten w ürde. D er W egw eisungsvollzug sei unter diesen U m ständen zum utbar, zum al in Afgha- nistan keine Situation allgem einer G ew alt herrsche. F. In seiner R eplik vom 29. August 2006 nahm der Beschw erdeführer dazu Stellung. G . M it Faxeingabe vom 1. Februar 2007 reichte der R echtsvertreter des Beschw erde- führers seine H onorarnote desselben Tages zu den Akten. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesver- w altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrens- recht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verletzung von Bun- desrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer poli- tischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ).4 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 3.3 D ie Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid dam it, dass der Be- schw erdeführer, dessen O nkel als C hauffeur bei einem einflussreichen Talib ange- stellt gew esen sei, selber nicht Angehöriger der Taliban gew esen sei noch m it die- sen in irgendeiner Beziehung gestanden habe. Selbst die Tätigkeit seines O nkels verm öge nicht zu einer G efährdung durch das heutige R egim e zu führen. D eshalb habe der Beschw erdeführer w eder von Seiten der R egierung Karzai noch der Am erikaner etw as zu befürchten. Ausserdem bestünden U ngereim theiten zw i- schen den Angaben des Beschw erdeführers und denjenigen des O nkels betref- fend der Frage, ob sie Kontakte zu den iranischen Behörden gehabt hätten, w obei der Beschw erdeführer dies bejaht, sein O nkel hingegen verneint habe. Auch hät- ten sich beide unterschiedlich zur H erkunft des für die Ausreise benötigten G eldes geäussert. 3.4 In der R echtsm itteleingabe w ird eingew endet, der Beschw erdeführer m üsse dam it rechnen, als N effe einer als ehem aliger C hauffeur eines einflussreichen Talib ge- suchten Person, m it w elcher er geflohen sei, in Afghanistan verfolgt zu w erden, zu- m al ein anderer O nkel von ihm aus diesen G ründen verhaftet und gefoltert w orden sei. D er blosse Verdacht, eventuelle Angaben zum Verbleib, zu Kom m andostruk- turen oder Verstecken der Taliban m achen zu können, genüge um in Afghanistan verhaftet und gar gefoltert zu w erden. D er Beschw erdeführer unterm auert seine Angaben m it zu den Akten gereichten Berichten von Am nesty International aus den Jahren 2005 und 2006 und des M agazins Stern vom 17. M ai 2004 aus dem In- ternet insbesondere über von U S-Truppen und den Koalitionskräften verursachten M enschenrechtsverletzungen und Folter. Zu den von der Vorinstanz beanstande- ten U ngereim theiten zw ischen den Aussagen des Beschw erdeführers und dessen O nkel w ird gerügt, dass der Ü bersetzer anlässlich der kantonalen Befragung trotz m ehrfachem Bitten seitens des Beschw erdeführers sich nicht auf D ari, sondern auf Paschtu - eine Sprache, die der Beschw erdeführer nur gebrochen sprechen könne - ausgedrückt habe, w as zu einer m angelhaften Ü bersetzung geführt habe. Im Ü b- rigen seien "Kontakte m it den Behörden" von den beiden Befragten unterschiedlich interpretiert w orden und habe der O nkel den Beschw erdeführer nicht genau über die Finanzierung der R eise inform iert. 3.5 In ihrer Vernehm lassung hält die Vorinstanz an ihrem Standpunkt fest. W eiter führt sie zur Begründung der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs des Beschw erde- führers an, dass dieser ein aus der Provinz W ardak stam m ender Paschtune sei, w elcher gem einsam m it seinem O nkel in seine H erkunftsregion zurückkehren kön- ne, w o er über ein Beziehungsnetz verfüge, w eshalb er nicht in eine existentielle N otlage geraten w ürde. Schliesslich sei zw ar die Sicherheitslage, insbesondere in den südlichen Provinzen Afghanistans, nicht als ausreichend stabil einzuschätzen. Trotzdem sei nicht von einer konkreten G efährdung der Bevölkerung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Aufenthalt und die N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 (AN AG , SR 142.20) auszugehen.5 3.6 In seiner R eplik w iederholt der Beschw erdeführer, dass die Vorinstanz ein unrea- listisches Bild von Afghanistan habe. D ort herrsche eine allgem eine Kriegssituati- on, und aufgrund der aktuellen W irtschaftslage sei eine Existenzsicherung unm ög- lich. Seit der Eingabe der Beschw erde habe sich die Lage sogar erheblich ver- schlechtert. Laut M edienberichten reiche die H errschaft der Taliban bis zu den Toren Kabuls. Sie rekrutierten erneut unter Zw ang je einen Käm pfer pro H aushalt, w eshalb der Beschw erdeführer befürchten m üsse, ebenfalls zw angsrekrutiert zu w erden. W er nicht m itkäm pfe, w erde als Feind eingestuft und m üsse m it Konse- quenzen rechnen. Im Ü brigen könne der Beschw erdeführer in Afghanistan w eder für sich noch für die Fam ilie seines O nkels aufkom m en, da kaum Arbeitsm öglich- keiten vorhanden seien. 4. 4.1 N ach Lehre und R echtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlings- eigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG , w enn sie N achteile von bestim m ter Intensi- tät erlitten hat beziehungsw eise m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit und in abseh- barer Zukunft berechtigterw eise befürchten m uss, w elche ihr gezielt und aufgrund bestim m ter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählter Verfolgungsm otive zugefügt w or- den sind beziehungsw eise zugefügt zu w erden drohen, ohne adäquaten Schutz im H eim atland finden zu können (vgl. dazu und zur Schutztheorie die w eiterhin zutref- fende Praxis der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission/AR K in Entscheidungen und M itteilungen der AR K/EM AR K 2006 N r. 18). 4.2 Begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, w enn konkreter Anlass zur Annahm e besteht, letztere hätte sich - aus der Sicht im Zeit- punkt der Ausreise - m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verw irklicht beziehungsw eise w erde sich - auch aus heutiger Sicht - m it ebensol- cher W ahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verw irklichen. D abei genügt es nicht, dass diese Furcht lediglich m it Vorkom m nissen oder U m ständen, die sich früher oder später m öglicherw eise ereignen könnten, begründet w ird. O b in einem bestim m ten Fall eine solche W ahrscheinlichkeit besteht, ist aufgrund einer objekti- vierten Betrachtungsw eise zu beurteilen. Es m üssen som it hinreichende Anhalts- punkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem M enschen in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und dam it den Entschluss zur Flucht hervorrufen w ürden (vgl. BBI 1977 III 117; W ALTER KÄLIN , G rundriss des Asylverfah- rens, Basel/Frankfurt a.M . 1990, S. 143 ff.; SAM U EL W ER E N FELS, D er Begriff des Flüchtlings im schw eizerischen Asylrecht, Bern u.a. 1987, S. 287 ff.). D ennoch ist für die Bestim m ung der begründeten Furcht nicht allein m assgebend, w as ein nor- m al em pfindender M ensch angesichts früherer oder künftig drohender Verfol- gungsm assnahm en zu R echt an Furcht em pfinden w ürde. D iese rein objektive Be- trachtungsw eise ist zusätzlich durch das von der betroffenen Person bereits Er- lebte und das W issen um Konsequenzen in vergleichbaren Fällen zu ergänzen. W er bereits staatlichen Verfolgungsm assnahm en ausgesetzt w ar, hat objektive G ründe für eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht. D ie subjektive Furcht ist dies- falls bereits dann begründet, w enn sie zw ar diejenige eines in der gleichen Situati- on befindlichen "vernünftigen D ritten" übersteigt, aber trotzdem nachvollziehbar bleibt (vgl. EM AR K 2004 N r. 1 E. 6a S. 9, m .w .H .; KÄLIN , a.a.O ., S. 143 ff.). In ih- rem Entscheid EM AR K 1993 N r. 6 (vgl. E. 3b und 4 S. 36 ff., m .w .H .) entschied die 6 AR K, dass jedoch Bew eis erleichternde G rundsätze bei der Prüfung der begründeten Furcht zur Anw endung kom m en, w enn die Vorbringen im Kontext einer R eflexverfolgung stehen. N eben dem bereits Erlebten w erden dann insbe- sondere die Aktivitäten von Verw andten m itberücksichtigt. D ie W ahrscheinlichkeit, O pfer einer R eflexverfolgung zu w erden, ist vor allem dann gegeben, w enn nach einem flüchtigen Fam ilienm itglied gefahndet w ird und die Behörde Anlass zur Ver- m utung hat, dass jem and m it der gesuchten Person in engem Kontakt steht (vgl. EM AR K 1994 N r. 5 E. 3h S. 47 f.) beziehungsw eise, w enn sich diese durch Flucht (ins Ausland) dem Zugriff durch die Behörden entzogen hat (vgl. EM AR K 1993 N r. 6 E. 3b S. 36). D as R isiko erhöht sich zusätzlich, w enn eigene politische Aktivi- täten des reflexartig betroffenen Angehörigen hinzukom m en. An den U m fang der eigenen Aktivitäten sind jedoch um so geringere Anforderungen zu stellen, je grös- ser das politische Engagem ent des gesuchten Fam ilienm itglieds ist, zum al Ziel ei- ner R eflexverfolgung häufig auch nur die Bestrafung der gesam ten Fam ilie für Ta- ten eines politisch aktiven Fam ilienm itglieds sein kann. 4.3 D ie erlittene Verfolgung beziehungsw eise die begründete Furcht vor künftiger Ver- folgung m uss zudem sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise aus dem H eim at- oder H erkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein. 4.4 Im Ü brigen m uss feststehen, dass die von einer Verfolgung bedrohte asylsuchen- de Person über keine innerstaatliche Fluchtalternative verfügt. 5. 5.1 N ach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschw erdeführers zu R echt abgew iesen hat. 5.1.1 D er Beschw erdeführer rügt vorab in form eller H insicht im plizit eine Verletzung des rechtlichen G ehörs, da er anlässlich der kantonalen Anhörung Verständigungs- schw ierigkeiten m it dem D olm etscher gehabt habe. W eil eine Verletzung des rechtlichen G ehörs ungeachtet der m ateriellen Erfolgsaussichten der Beschw erde zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids führen kann, ist diese R üge vorw eg zu prüfen (vgl. BG E 116 Ia 102 m it Verw eisen). Insbesondere rügt der Beschw er- deführer, er sei in der kantonalen Befragung entgegen seines W unsches in Pasch- tu und nicht in D ari angehört w orden. D ies habe er w iederholt beanstandet. D ieser Einw and verm ag in keiner W eise zu überzeugen, zum al aus dem Protokoll vom 10. Januar 2005 hervorgeht, dass der Beschw erdeführer entgegen seiner Behauptung in D ari angehört w urde (vgl. A9, S. 2), lediglich in der Em pfangsstelle w urde er in Paschtu befragt, w obei er angab, dies sei seine M uttersprache (vgl. A1, S. 2 und 7). Einw endungen gegen die verw endeten Sprachen sind den Protokollen nicht zu entnehm en. Auch die anw esende H ilfew erksvertreterin hatte offenbar keine Ein- w endungen anzubringen und stellte keine Verständigungsproblem e fest. D er Be- schw erdeführer gab zudem anlässlich beider Anhörungen zu Protokoll, den jew ei- ligen Ü bersetzer gut verstanden zu haben (vgl. A1, S. 6 und 7). Folglich findet die vorgebrachte Beanstandung in den Protokollen keinen R ückhalt, w eshalb sich diesbezüglich keine H inw eise auf eine Verletzung des rechtlichen G ehörs durch die Vorinstanz ergibt.7 5.1.2 In m aterieller H insicht sind die Aussagen des Beschw erdeführers in den w esent- lichen Punkten als glaubhaft zu erachten, zum al sich die von der Vorinstanz ange- führten W idersprüche lediglich auf die Zeit des Aufenthalts des Beschw erdeführers im Iran und auf unterschiedliche Aussagen zw ischen diesem - dam als erst 17-Jäh- rigen - und dessen O nkel beschränken. Es ist durchaus m öglich, dass er und sein O nkel gew isse Situationen unterschiedlich interpretierten, beispielsw eise in Bezug auf die vom Beschw erdeführer angeführten Schläge, die den illegalen, afgha- nischen M arkthändlern zugefügt w orden seien, um sie zu verjagen. D er Beschw er- deführer erw ähnte dieses Verhalten als Beispiel für "Kontakte m it den Behörden" (vgl. A9, S. 11 und 12). D azu w ird ihm in der Verfügung der Vorinstanz vorgehal- ten, sein O nkel habe die Frage, ob er je persönlich m it den iranischen Behörden in Kontakt gekom m en sei, verneint. D ie in diesem Zusam m enhang auf R echtsm ittel- ebene gem achte Erklärung, der Beschw erdeführer habe das gew alttätige Beneh- m en als "Kontakt m it den Behörden" betrachtet, w ährenddessen sein O nkel dieses nicht als solches em pfunden habe, erscheint plausibel, zum al beide übereinstim - m end die Frage, ob sie jem als persönlich Problem e m it den Behörden (vgl. A9, S. 11) beziehungsw eise m it der R egierung (vgl. R eferenz-N r., A8, S. 16) im Iran ge- habt hätten, verneinten. Auch die in der Beschw erdeschrift aufgeführte Erläuterung zur zw eiten dem Beschw erdeführer vom BFM entgegengehaltenen U ngereim theit betreffend die Person, von w elcher er und sein O nkel sich angeblich einen Zu- schuss zum benötigten R eisegeld ausgeliehen haben (vgl. A9, S. 7; R eferenz-N r., A8, S. 7), ist nachvollziehbar, da die Finanzierung der R eise höchst w ahrscheinlich vom O nkel organisiert w orden w ar, w elcher seinen N effen nicht über alle diesbe- züglichen D etails unterrichtet hat. Angesichts der im W esentlichen übereinstim - m enden Aussagen betreffend ihrer Fluchtgründe aus Afghanistan m uss diese Fra- ge indes nicht abschliessend geprüft w erden. 5.2 D er Beschw erdeführer führt an, insbesondere von Seiten der Besatzungsm ächte und der heutigen R egierung künftige Verfolgung zu befürchten, da er als N effe eines ehem aligen C hauffeurs der Taliban inhaftiert und unter Folter befragt zu w er- den drohe. 5.2.1 H insichtlich der Sicherheitslage in Afghanistan ist darauf hin zu w eisen, dass das Am t des H ohen Flüchtlingskom m issars der Vereinten N ationen (U N H C R ) und an- dere im Flüchtlingsbereich tätige nationale und internationale N ichtregierungsorga- nisationen die Existenz von "R isikogruppen" besonders hervor heben, deren Ange- hörige trotz der Veränderung der politischen und m ilitärischen Verhältnisse unter U m ständen w eiterhin befürchten m üssten, in ihrem H eim atland in flüchtlingsrecht- lich relevanter W eise verfolgt zu w erden. G enannt w erden in den verschiedenen dem Bundesverw altungsgericht vorliegenden Berichten und Stellungnahm en bei- spielsw eise Angehörige des ehem aligen kom m unistischen R egim es oder der Tali- ban, regim ekritische M edienschaffende und Intellektuelle, Angehörige gew isser (insbesondere ethnischer) G ruppen, die in ihrer H erkunftsregion nicht m ehr an der M acht sind beziehungsw eise m it den Taliban in Verbindung gebracht w erden (bei- spielsw eise Angehörige der Paschtunen), Angehörige religiöser M inderheiten und Konvertiten, H om osexuelle und w estlich orientierte oder der afghanischen G esell- schaftsordnung aus anderen G ründen nicht entsprechende Frauen (vgl. zum G anzen: SFH , Afghanistan - die aktuelle Situation [U pdate], 11. D ezem ber 2006; U N H C R , U pdate on the Situation in Afghanistan and International Protection C on-8 siderations, Juni 2005, S. 44 ff.; European C ouncil for R efugees and Exiles [EC R E], G uidelines for the Treatm ent of Afghan Asylum Seekers and R efugees in Europe, M ai 2004, Ziff. 17, S. 5; Schw eizerische Flüchtlingshilfe [SFH ], Asylsu- chende aus Afghanistan - Position der Schw eizerischen Flüchtlingshilfe, 10. M ärz 2003 sow ie EM AR K 2003 N r. 10 E. 8c S. 64). Es bestehen zum heutigen Zeitpunkt keine Anzeichen dafür, dass sich die Lage für Personen solcher R isikogruppen entschärft hätte. 5.2.2 Aus den Akten ergeben sich vorliegend keine konkreten H inw eise darauf, dass der Beschw erdeführer als N effe eines C hauffeurs eines einflussreichen Talib m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft berechtigterw eise N achteile von bestim m ter Intensität befürchten m uss, zum al das Bundesverw al- tungsgericht die Flüchtlingseigenschaft seines O nkels m it U rteil des heutigen D a- tum s ebenfalls verneint. Es ist zw ar unbestritten, dass heute aktive Taliban oder Personen, die m it den Taliban oder anderen Anti-R egierungkräften in Verbindung gebracht w erden, gefährdet sind, festgenom m en, m isshandelt, gefoltert, einge- schüchtert und von M ilitärkräften erpresst zu w erden; hingegen w urden bereits seit dem Jahr 2002 ehem alige Taliban-M ilizen aus der H aft entlassen oder in den poli- tischen Prozess zur nationalen Einheit integriert, w eil sie als unfreiw illig eingezo- gen und deshalb "unschuldig" erachtet w orden w aren (vgl. U N H C R , U pdate on the Situation in Afghanistan and International Protection C onsiderations, Juni 2005, S. 48). D ie Befürchtungen des Beschw erdeführers sind indessen nicht begründet. Zum einen w aren w eder er noch sein O nkel aktive M itglieder der Taliban. Sein O n- kel hat sich im G egenteil den Taliban unter Zw ang als C hauffeur zur Verfügung gestellt, da er diesen gem äss den Aussagen des Beschw erdeführers sonst seine Ernte hätte abgeben m üssen (vgl. A 9, S. 14). Zum andern bestehen keine An- haltspunkte dafür, dass der bei seiner Ausreise 14-jährige Beschw erdeführer im Besitz von w ichtigen Inform ationen über den Aufenthaltsort von Talibanangehö- rigen beziehungsw eise über die Funktionsw eise der Taliban hätte sein können, w elche die R egierung von ihm - falls nötig m ittels H aft oder anderen D ruckm itteln - in Erfahrung zu bringen gew ünscht hätte beziehungsw eise heute für diese noch von Interesse sein könnten, zum al davon auszugehen ist, dass sich die O perati- onsw eisen, Verstecke oder Führungsstrukturen der Taliban seither verändert ha- ben dürften. D er Beschw erdeführer stam m t zudem aus einer Provinz (W ardak in der R egion H azarajat) in w elcher nach einer langen Periode ohne Kam pfhand- lungen der Taliban erst seit dem Jahr 2006 w ieder ein Vorm arsch dieser O ppositi- onsgruppe zu verzeichnen ist (vgl. International C rises G roup/IC G , C ountering Afghanistan's Insurgency: N o Q uick Fixes, 2. N ovem ber 2006, S. 8; Institute for W ar and Peace R eporting/IW PR , Afghanistan: A long bloody sum m er ahead, 15. Juni 2006: "it does appear that the Taliban are on the m ove in areas w here they w ould not have been active about a year ago. Take W ardak, a central provin- ce w ith a large pashtun population that borders on Kabul province." [w w w .iw pr.net , besucht am 20. M ärz 2007]), w eshalb nicht davon ausgegangen w erden kann, dem Beschw erdeführer könnte vorgew orfen w erden, bis zum heutigen Tag m it den Taliban in Verbindung gestanden zu sein, auch w enn er jener Volksgruppe ange- hört, w elche die M ehrzahl der Angehörigen der Taliban stellt. W eiter ist nicht be- kannt, dass seit Anfang 2002, als sein in Afghanistan verbliebener O nkel inhaftiert w orden sein soll, w eitere Fam ilienangehörige des Beschw erdeführers w egen der 9 Vergangenheit seines m it ihm in die Schw eiz geflüchteten O nkels behelligt w orden w ären. Zusam m enfassend ist davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer bei einer allfälligen R ückkehr nach Afghanistan keine asylrelevanten N achteile w egen der früheren, seinem O nkel "aufgezw ungenen" Taliban-D ienste zu gew ärtigen hätte. 5.3 D ass dem Beschw erdeführer seitens der Taliban w egen Zw angsrekrutierung eine asylrelevante Verfolgung drohen w ürde, w ie in seiner R eplikschrift vom 29. August 2006 angedeutet w ird, ist nicht hinreichend erstellt. Es trifft zw ar zu, dass sich die Taliban seit ihrer N iederlage im Septem ber 2001 und trotz allen bisherigen O ffen- siven der Internationalen Schutztruppe - zuletzt die "O peration Achilles" im M ärz 2007 - neu form iert haben und gar besser ausgebildet und organisiert sind als zu- vor (vgl. Jam estow n Foundation, terrorism Focus, 6. M ärz 2007, Bd. IV, N r. 4). Sie haben ebenfalls die M acht in den afghanischen Provinzen entlang der pakista- nisch-afghanischen G renze zurück gew onnen und sind für zahlreiche Ü berfälle auf afghanische und am erikanische M ilitäreinheiten verantw ortlich. D ass sie dabei auch Käm pfer zw angsw eise rekrutieren, ist grundsätzlich nicht auszuschliessen. H ingegen bestehen in den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass Taliban flächen- deckend junge M änner rekrutieren w ürden, beziehungsw eise der Beschw erdefüh- rer zw angsw eiser R ekrutierung ausgesetzt gew esen w äre oder künftig ausgesetzt sein könnte (vgl. zur Situation in seiner H erkunftsprovinz E. 7.7.2. f.). 6. Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Beschw erde einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern kön- nen. Zusam m enfassend folgt, dass der Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D ie Vorinstanz hat das Asyl- gesuch des Beschw erdeführers dem nach zu R echt abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetz- lichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 AN AG ). 7.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 7.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein 10 solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 7.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 7.5 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 7.6 D ie drei unter E. 7.1. erw ähnten Bedingungen für den Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung (U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit, U nm öglichkeit) sind alternativer N a- tur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurch- führbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln. G egen eine allfällige Auf- hebung der vorläufigen Aufnahm e steht dem w eggew iesenen Asylsuchenden w ie- derum die Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht offen (vgl. EM AR K 2006 N r. 6 E. 4.2. S. 54; EM AR K 2001 N r. 1 E. 6a S. 2). 7.7 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine sol- che G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allge- m einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie bei- spielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 7.7.1 Aufgrund der Akten ergibt sich, dass der Beschw erdeführer in D .______/D istrikt E._______ in der Provinz W ardak geboren ist und seither bis zu seiner Ausreise im N ovem ber 2001 dort gelebt hat. 7.7.2 In EM AR K 2003 N r. 30 w urde festgestellt, dass eine R ückkehr in den gesam ten H azarajat, w ozu auch die Provinz W ardak zählt, insbesondere infolge der prekären N ahrungssituation, der M inenfelder, der angespannten Sicherheitslage und des oftm als erschw erten Zugangs zu H ilfeleistungen der internationalen O rganisati- onen als unzum utbar zu qualifizieren ist. D ie AR K hatte ihre R echtsprechung aus dem Jahre 2003 in EM AR K 2006 N r. 9 bestätigt und dabei den W egw eisungsvoll- zug u.a. in die Provinz W ardak als unzum utbar qualifiziert. Indessen erachtete sie den W egw eisungsvollzug in w eitere Provinzen (Parw an, Baghlan, Takhar, Badak- hshan, Kunduz, Balkh, Sari Pul, H erat und die G egend von Sam angan, die nicht zum H azarajat zu zählen ist) unter in EM AR K 2003 N r. 10 erw ogenen strengen Bedingungen, insbesondere einem tragfähigen Beziehungsnetz und einer gesi- cherten W ohnsituation, als zum utbar. In den östlichen, südlichen und südöstlichen Provinzen bestehe hingegen w eiterhin eine allgem eine G ew altsituation, w eshalb sie den W egw eisungsvollzug dorthin als unzum utbar erachtete. D iese Lageein-11 schätzung hat nach w ie vor ihre G ültigkeit, w eshalb sie vom Bundesverw altungs- gericht übernom m en w ird (vgl. auch IC G , Afghanistan's Endangered C om pact, Asia Briefing N r. 59, 29. Januar 2007). 7.7.3 Es steht som it fest, dass der Beschw erdeführer w egen U nzum utbarkeit nicht in seine H eim atprovinz zurückgeführt w erden kann. Es stellt sich som it die Frage, ob ihm eine Aufenthaltsalternative in einem anderen Landesteil Afghanistans offen steht. D ie Anerkennung einer zum utbaren innerstaatlichen Aufenthaltsalternative eines aus W ardak stam m enden Asylsuchenden nach Kabul oder in eine gem äss EM AR K 2006 N r. 9 als relativ stabil zu bezeichnende Provinz Afghanistans setzt insbesondere die Existenz eines tragfähigen Fam ilien- oder Beziehungsnetzes so- w ie eine gesicherte W ohnsituation an diesem O rt voraus (vgl. EM AR K 2006 N r. 9 E. 7.8.; EM AR K 2003 N r. 30 E. 7b S. 193). D en Akten zufolge kann vorliegend nicht davon ausgegangen w erden, dass der Beschw erdeführer in einer anderen Provinz Afghanistans über ein tragfähiges Verw andtschaftsnetz und eine gesicher- te W ohnsituation im Sinne der AR K-R echtsprechung verfügt. 7.8 Zusam m enfassend ergibt sich, dass eine R ückkehr des Beschw erdeführers nach Afghanistan im gegenw ärtigen Zeitpunkt als unzum utbar zu qualifizieren ist. N ach- dem sich aus den Akten keine H inw eise auf das Vorliegen von Ausschlussgründen im Sinne von Art. 14a Abs. 6 AN AG ergeben, sind die Voraussetzungen für die G ew ährung der vorläufigen Aufnahm e erfüllt. 8. N ach dem G esagten ist die Beschw erde - sow eit den Vollzug der W egw eisung be- treffend - gutzuheissen und die Verfügung des BFM vom 29. Juni 2006 hinsichtlich der D ispositiv-Ziffern 4 und 5 aufzuheben. im Ü brigen ist die Beschw erde abzuw ei- sen. D as BFM ist sodann anzuw eisen, den Beschw erdeführer w egen U nzum utbar- keit des W egw eisungsvollzugs in der Schw eiz vorläufig aufzunehm en. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Beschw erdeverfahrens hat der Beschw erdeführer die um die H älfte reduzierten Verfahrenskosten von Fr. 300.-- zu tragen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ; Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Ko- sten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 20. April 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). 9.2 D er Beschw erdeführer ist hinsichtlich seines R echtsbegehrens im W egw eisungs- vollzugspunkt durchgedrungen. Bezüglich der Feststellung der Flüchtlingseigen- schaft und der Asylgew ährung ist er hingegen unterlegen. Bei dieser Sachlage ist dem Beschw erdeführer eine um die H älfte reduzierte Parteientschädigung (vgl. Art. 7 Abs. 2 VG KE) zuzusprechen. D er R echtsvertreter des Beschw erdeführers hat am 2. Februar 2007 eine Kosten- note für seine Bem ühungen im vorliegenden Verfahren sow ie im Verfahren des O nkels des Beschw erdeführers (R eferenz-N r.) im Betrag von insgesam t Fr. 2'400.-- für einen ausgew iesenen Zeitaufw and von 12 Stunden eingereicht, w o- bei er einen Stundensatz von Fr. 200.-- ansetzte. D a das vorliegende Verfahren als w eniger aufw endig als das Verfahren (R eferenz-N r.) zu betrachten ist, sind die Kosten der beiden, eng koordiniert behandelten Verfahren zu einem D rittel auf das 12 vorliegende und zu zw ei D ritteln auf das Verfahren des O nkels aufzuteilen. D ie durch das BFM auszurichtende Parteientschädigung ist vorliegend som it aufgrund der gesam ten Aktenlage sow ie der in Betracht zu ziehenden Bem essungsfaktoren insgesam t auf Fr. 400.-- (inkl. Auslagen und M ehrw ertsteuer) festzusetzen. (D ispositiv nächste Seite)13 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird - sow eit den Vollzug der W egw eisung betreffend - gutgeheis- sen. Im Ü brigen w ird sie abgew iesen. 2. D ie Verfügung des BFM vom 29. Juni 2006 ist hinsichtlich der D ispositiv-Ziffern 4 und 5 aufzuheben. 3. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführer vorläufig aufzunehm en. 4. D ie reduzierten Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 300.-- , w erden dem Be- schw erdeführer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G e- richtskasse zu überw eisen. 5. D as BFM w ird angew iesen dem Beschw erdeführer eine anteilsm ässige Parteient- schädigung von Fr. 400.-- auszurichten. 6. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beila- gen: BFM -Verfügung vom 29. Juni 2006 im O riginal; Einzahlungsschein) - der Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ...) - (...) D ie vorsitzende R ichterin: D ie G erichtsschreiberin: Therese Kojic M uriel Beck Kadim a Versand am :