Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II II 2021 30 Entscheid vom 19. Mai 2021 Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter MLaw Marcel Käselau, a.o. Gerichtsschreiber Parteien A.________, Beschwerdeführerin, gegen Ausgleichskasse Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz, Vorinstanz, Gegenstand Ergänzungsleistungen (Anrechnung von Vermögensertrag)2 Sachverhalt: A.A.________ meldete sich mit Gesuch vom 26. März 2020 bei der Aus- gleichskasse Schwyz zum Bezug von Ergänzungsleistungen (EL) an (Vi-act. 1). B.Daraufhin forderte die Ausgleichskasse A.________ am 2. April 2020 und am 9. Juni 2020 dazu auf, weitere Belege und die den Schreiben beiliegenden Fragebögen ausgefüllt der Ausgleichskasse zu retournieren (Vi-act. 16/33). Die- sen Aufforderungen kam A.________ am 15. April, 6. Mai, 26. Mai und 30. Juni 2020 nach (Vi-act. 17-19/24/25/27-32/36-41). C.Mit Verfügung vom 8. Juli 2020 sprach die Ausgleichskasse A.________ ab 1. März 2020 bis 31. Juli 2020 monatliche Ergänzungsleistungen zur Invaliden- versicherung (IV) in Höhe von Fr. 1'941.- (inkl. Prämienpauschale Krankenversi- cherung) zu (Vi-act. 43). D.Mit E-Mail vom 26. August 2020 wurde die Ausgleichskasse von der B.________ darüber informiert, dass die Leistungen der C.________- Versicherung an A.________ mit dem eintretenden Rentenalter entfallen (Vi-act. 53). E.Infolge Pensionierung wurden A.________ mit Verfügung vom 27. August 2020 ab 1. August 2020 monatliche Ergänzungsleistungen zur Alters- und Hinter- lassenenversicherung (AHV) in der Höhe von Fr. 1'564.- (inkl. Prämienpauschale Krankenversicherung) zugesprochen (Vi-act. 56). F.Gegen die Verfügung vom 27. August 2020 erhob A.________ mit Eingabe vom 28. September 2020 fristgerecht Einsprache und beantragte, dass für die Zeit ab 1. August 2020 ein höherer als der verfügte Betrag zuzusprechen und das Verfahren für 14 Tage zu sistieren sei, unter Kostenfolgen zu Lasten der Ausgleichskasse (Vi-act. 61). Innert mehrmals erstreckter Frist (ohne Sistierung) reichte A.________ mit Schreiben vom 30. November 2020 eine ergänzende Stellungnahme mit Unterlagen ein (Vi-act. 66). G.Infolge Jahresumrechnung wurde der EL-Anspruch ab 1. Januar 2021 mit Verfügung vom 21. Dezember 2020 auf Fr. 1'798.- (inkl. Prämienpauschale Krankenversicherung) festgesetzt (Vi-act. 67). Infolge Umzugs wurde der EL- Anspruch ab 1. Februar 2021 mit Verfügung vom 28. Januar 2021 auf Fr. 1'758.- (inkl. Prämienpauschale Krankenversicherung) festgesetzt (Vi-act. 76).3 H.Mit Einspracheentscheid Nr. 1306/20 vom 5. Februar 2021 hat die Aus- gleichskasse wie folgt über die Einsprache entschieden: 1. In teilweiser Gutheissung der Einsprache vom 28. September 2020 wird der Einsprecherin folgende monatliche Ergänzungsleistungen zugesprochen (in- kl. Prämienpauschale Krankenversicherung): ab 01.08.2020 bis 31.12.2020 Fr. 1'749.- ab 01.01.2021 bis 31.01.2021 Fr. 1'984.- ab 01.02.2021 Fr. 1'944.- 2- 4. (Kosten; Rechtsmittelbelehrung; Zustellung) I.Gegen den Einspracheentscheid Nr. 1306/20 erhebt die Beschwerdeführe- rin am 10. März 2021 (Postaufgabe gleichentags) fristgerecht Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragt: 1. In Abänderung des Einspracheentscheids vom 5. Februar 2021 seien mir ab 01.08.2020 bis 31.12.2020 Fr. 1'751.00 ab 01.01.2021 bis 31.01.2021 Fr. 1'986.00 ab 01.02.2021 Fr.'1'946.00 Ergänzungsleistungen (inkl. Prämienpauschale Krankenpauschale) zu be- zahlen. 2. Unter Kostenfolge zulasten der Ausgleichskasse. 3. Es sei mir die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. J.Mit Vernehmlassung vom 31. März 2021 beantragt die Vorinstanz die Ver- waltungsgerichtsbeschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen abzuwei- sen, sofern darauf eingetreten werden könne. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Zunächst ist fraglich, ob auf die Beschwerde eingetreten werden kann. Soll- te auf die Beschwerde eingetreten werden können, ist strittig und nachfolgend zu prüfen, ob die Vorinstanz (allfällige) Vermögenserträge der Beschwerdeführerin zu Recht bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen als anrechenbare Ein- nahmen berücksichtigt hat. 1.2.1Die Vorinstanz beantragt in der Vernehmlassung (vgl. Ingress lit. J) auf die Beschwerde nicht einzutreten. Dies mit der Begründung, die Beschwerdeführerin habe im Einspracheverfahren die Zusprechung von höheren Ergänzungsleistun- gen als den verfügten von Fr. 1'564.- beantragt. Als Begründung habe die Be- schwerdeführerin jedoch lediglich die Anrechnung des Eigenmietwerts von Fr. 4'429.- beanstandet, nicht hingegen (wie nun vor Verwaltungsgericht) die An-4 rechnung der Erträge aus Sparguthaben/Wertschriften in Höhe von Fr. 24.-. Auch ergäben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin die Verfü- gung insgesamt habe anfechten wollen. Die Anrechnung der Erträge aus Spar- guthaben/Wertschriften sei daher in Rechtskraft erwachsen, weswegen sie nicht im vorliegenden Beschwerdeverfahren überprüft werden könnten. 1.2.2Diesen Ausführungen der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerde muss eine gedrängte Darstellung des Sachverhaltes, ein Rechtsbegehren und eine kurze Begründung enthalten. Genügt sie diesen An- forderungen nicht, so setzt das Versicherungsgericht (im Kanton Schwyz das Verwaltungsgericht) der Beschwerde führenden Person eine angemessene Frist zur Verbesserung und verbindet damit die Androhung, dass sonst auf die Be- schwerde nicht eingetreten wird (Art. 61 lit. b des Bundesgesetzes über den All- gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] vom 6.10.2000). An das Rechtsbegehren sowie die Begründung sind, insbesondere bei Laienbe- schwerden, keine zu hohen Anforderungen zu stellen (BSK ATSG-Bollinger, Art. 61 N 28). Dem Rügeprinzip ist Genüge getan, wenn die Beschwerde führen- de Person darlegt, in welchen Punkten und weshalb der Sachverhalt oder des- sen rechtliche Zuordnung nicht zutreffend sind (BSK ATSG-Bollinger, Art. 61 N 30). Es kann nicht gesagt werden und wird von der Vorinstanz, soweit ersicht- lich, auch nicht behauptet, dass die Beschwerde der Beschwerdeführerin diesen Anforderungen nicht gerecht wird. Weiter normiert Art. 61 lit. c ATSG den Untersuchungsgrundsatz, die Mitwir- kungspflicht der Parteien, die Beweiserhebung sowie die freie Beweiswürdigung. Die kantonalen Versicherungsgerichte sind dabei mit umfassender Kognition ausgestattet; die Untersuchungspflicht entspricht derjenigen des Versicherungs- trägers gemäss Art. 43 ATSG (BSK ATSG-Bollinger, Art. 61 N 36). Dies bedeu- tet, dass der rechtserhebliche Sachverhalt aufgrund des Untersuchungsgrund- satzes von Amtes wegen vollständig und richtig zu ermitteln ist, und zwar ohne Bindung an das Vorbringen und die Beweisanträge der Parteien (vgl. BSK ATSG-Schiavi, Art. 43 N 3; BSK ATSG-Bollinger, Art. 61 N 37 mit Hinweis auf BGE 133 V 196 Erw. 1.4). Mithin erweist sich zwangsläufig, dass es einer Beschwerde führenden Person nicht verwehrt sein kann, im Beschwerdeverfahren neue Rügen, d.h. neue Sach- verhaltselemente und Beweismittel einzubringen. Damit wird indirekt gleichzeitig zum Ausdruck gebracht, dass die vorinstanzlichen Untersuchungen und Ab- klärungen als ungenügend erachtet werden und insofern implizit eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes gerügt wird.5 Die Zulässigkeit neuer Vorbringen entspricht auch den Vorgaben des grundsätz- lich anwendbaren kantonalen Verfahrensrechts (vgl. Art. 61 Einleitungssatz ATSG). Dieses sieht in § 57 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (SRSZ 234.110; VRP) vom 6. Juni 1974 explizit vor, dass die Parteien im verwaltungs- gerichtlichen Verfahren neue Tatsachen und Beweismittel geltend machen kön- nen. Im Weiteren widerspiegelt sich in der fehlenden Bindung des Versicherungsge- richts an die Begehren der Parteien (§ 61 lit. d ATSG; dies im Gegensatz zu § 58 VRP) das Interesse an der Erstellung des rechtserheblichen Sachverhaltes und die Gewährleistung der Durchsetzung des materiellen Rechts, das nicht dem Wil- len der Beschwerde führenden Person anheimgestellt werden soll (BSK ATSG- Bollinger, Art. 61 N 50). 1.2.3Zum gleichen Ergebnis führt auch die Tatsache, dass nach konstanter Pra- xis grundsätzlich nur das im Dispositiv eines Entscheides Festgehaltene in Rechtskraft erwachsen kann. Der formellen und materiellen Rechtskraft einer Verfügung zugänglich ist somit zwar die Entscheidformel (das Dispositiv), nicht aber die Sachverhaltsfeststellungen oder die Erwägungen zur Rechtslage (die Motive). Dementsprechend könnte/kann vorliegend gegebenenfalls auch nur das Dispositiv der Verfügung vom 27. August 2020 (vgl. Ingress lit. E) in Rechtskraft erwachsen, nicht hingegen die dazugehörige Begründung (bzw. das Berech- nungsblatt [Vi-act. 58]), aus welcher sowohl die im Einspracheverfahren strittige Anrechnung des Eigenmietwertes als auch die vorliegend strittige Anrechnung der Erträge aus Sparguthaben/Wertschriften ersichtlich ist. 1.3.1Hingegen ist fraglich, ob auf die Beschwerde allenfalls wegen mangelnden Rechtsschutzinteresses (vgl. § 37 Abs. 1 lit. c VRP) nicht einzutreten wäre. Die Beschwerdeführerin beantragt nämlich, ihr seien ab August 2020 Ergänzungs- leistungen zuzusprechen, welche lediglich um monatlich Fr. 2.- höher sind als die von der Vorinstanz zugesprochenen. 1.3.2Art. 17 Abs. 1 ATSG sieht vor, dass die (Invaliden-)Rente von Amtes we- gen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben wird, wenn sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder ei- nes Rentenbezügers erheblich verändert. Auch jede andere formell rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung wird von Amtes wegen oder auf Gesuch hin er- höht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat (Art. 17 Abs. 2 ATSG). Die jähr- liche Ergänzungsleistung gemäss dem Bundesgesetz über Ergänzungsleistun- gen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) 6 vom 6. Oktober 2006 stellt eine solche Dauerleistung im Sinne von Art. 17 Abs. 2 ATSG dar (vgl. BSK ATSG-Flückiger, Art. 17 N 96). Art. 25 Abs. 1 der Verord- nung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden- versicherung (ELV; SR 831.301) vom 15. Januar 1971 konkretisiert diese Be- stimmung dahingehend (vgl. BSK ATSG-Flückiger, a.a,O.), dass bei Verminde- rung oder Erhöhung der vom ELG anerkannten Ausgaben und anrechenbaren Einnahmen sowie des Vermögens, welche weniger als 120 Franken im Jahr ausmachen, auf eine Anpassung (Erhöhung, Herabsetzung, Aufhebung) der jähr- lichen Ergänzungsleistungen verzichtet werden kann. Der Betrag von Fr. 120 jährlich wird im Bereich der Ergänzungsleistungen daher als Schwelle zur Erheb- lichkeit i.S.v. Art. 17 Abs. 1 ATSG angewandt. 1.3.3Vorliegend beträgt der Streitwert lediglich Fr. 2.- monatlich, was aufs Jahr gerechnet Fr. 24.- ausmacht. Somit liegt der Streitwert unter den Fr. 120.- gemäss Art. 25 ELV. Indes bezieht sich die Bestimmung des ELV im Verbund mit Art. 17 Abs. 2 ATSG allerdings nur auf die Anpassung rechtskräftiger Ergän- zungsleistungen, nicht auf eine allfällige Geltendmachung höherer Ergänzungs- leistungen im Rechtsmittelverfahren. 1.3.4Die von der Beschwerdeführerin beantragte Erhöhung der Ergänzungsleis- tungen (Fr. 2.- monatlich) basiert im Wesentlichen drauf, dass sie die Auffassung vertritt, ihr seien die (Zins-)Erträge ihrer (Spar-)Konten nicht anzurechnen. Da es sich jedoch bei Zinserträgen um äusserst variable Einnahmen/Positionen han- delt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Streitwert in Zukunft höher ausfallen könnte als im vorliegenden Beschwerdeverfahren. Hinzu kommt, wie vorstehend dargelegt, dass das Verwaltungsgericht der Unter- suchungsgrundsatz trifft, es nicht an die Rechtsbegehren der Parteien gebunden ist und ihm volle Kognition zusteht (Urteil BGer 9C_363/2009 Erw. 3.3; BGE 137 V 71 Erw. 5.2). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2.1Gemäss Art. 2 Abs. 1 ELG gewähren der Bund und die Kantone Personen, welche die Voraussetzungen nach den Art. 4 bis 6 ELG erfüllen, Ergänzungsleis- tungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs. Nach Art. 4 Abs. 1 lit. a ELG haben u.a. Personen mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz An- spruch auf Ergänzungsleistungen, die eine Alters- und Hinterlassenenversiche- rung (AHV) beziehen. Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Art. 10 und 11 ELG bestimmen die anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen. Zu den anrechenbaren Einnahmen gehören 7 u.a. Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen sowie ein Anteil am Reinvermögen (Art. 11 Abs. 1 lit. b und c ELG). 2.2Zum (beweglichen) Vermögen i.S.v. Art. 11 Abs.1 lit. b ELG zählen nach den allgemeinen steuerrechtlichen Grundsätzen namentlich Sparguthaben jeder Art, inländische und ausländische Aktien, Lotteriegewinne, Rückkaufswerte von Lebensversicherungen und Leibrentenversicherungen, Edelmetalle, Kunstge- genstände, namhafte Barschaften, gewährte Darlehen, Autos und Liegenschaf- ten/Grundstücke (vgl. Erwin Carigiet/Uwe Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, S. 163; Ralph Jöhl/Patricia Usinger- Egger in: Meyer (Hrsg.), Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Basel 2016, S. 1828 ff.). Kapitalerträge wie Zinsen auf Sparguthaben stellen daher unzweifelhaft Einkünfte aus beweglichem Ver- mögen dar und sind im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG bei der Berechnung zu berücksichtigen (vgl. Erich Gräub in: Steiger-Sackmann/Mosimann (Hrsg.) Hand- bücher für die Anwaltspraxis Band XI, Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, N 26.53). 2.3Zeitlich massgebend für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistun- gen sind in der Regel die während des vorausgegangenen Kalenderjahres erziel- ten anrechenbaren Einnahmen sowie das am 1. Januar des Bezugsjahres vor- handene Vermögen (Art. 23 Abs. 1 ELV). Bei Versicherten, deren anrechenbare Einnahmen und deren Vermögen im Sinne des ELG aufgrund einer Steuerveran- lagung ermittelt werden können, sind die kantonalen Durchführungsstellen be- fugt, als Berechnungsperiode die der letzten Steuerveranlagung zugrunde lie- gende Berechnungsperiode zu wählen, falls inzwischen keine Änderung der wirt- schaftlichen Verhältnisse der versicherten Person eingetreten ist (Art. 23 Abs. 2 ELV). 3.1Die Vorinstanz hat sich im Einspracheentscheid nicht zu der vorliegend strittigen Thematik geäussert, da ihrer Auffassung nach nur die Anrechnung des Eigenmietwerts von Fr. 4'429.-- strittig war. 3.2 Die Beschwerdeführerin macht in der Beschwerde geltend, bei dem von der Vorinstanz angerechneten Vermögen von Fr. 16'702.- handle es sich um ein rückzahlbares Darlehen der D.________, und somit nicht um ein Aktivum, son- dern um ein Passivum, weswegen ihr der (Zins-)Ertrag daraus nicht angerechnet werden dürfe. 3.3In der Vernehmlassung macht die Vorinstanz geltend, gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG i.V.m Art. 23 Abs. 1 ELV würden Einkünfte aus beweglichem und un-8 beweglichen Vermögen als Einnahmen angerechnet. Zeitlich massgebend für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung seien in der Regel die während des vorausgegangenen Kalenderjahres erzielten anrechenbaren Einnahmen so- wie das am 1. Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen. Sowohl für das Anspruchsjahr 2020 als auch für das Anspruchsjahr 2021 seien ein Sparguthaben von Fr. 16'702.-, eine Hypothek von Fr. 65'260.- und Erträge von Fr. 24.- angerechnet worden. Da das Vermögen unter dem Freibetrag liege, habe die Anrechnung des Sparguthabens und der Hypothek keinen Einfluss auf die EL-Berechnung gehabt; die Anrechnung der Erträge hingegen schon. Aus der Steuererklärung 2019 und der Steuerbescheinigung der D.________ sei er- sichtlich, dass die Beschwerdeführerin auf dem Konto der D.________ ein Ver- mögen von Fr. 16'702.- (recte: Fr. 13'789.--) habe und daraus Erträge in der Höhe von Fr. 24.- resultiert seien. Diese seien in der EL-Berechnung 2020 zu berücksichtigen. Bei der EL-Berechnung für das Kalenderjahr 2021 habe die Ausgleichskasse Schwyz standardgemäss die Vermögensverhältnisse des Vor- jahres übernommen. Die Beschwerdeführerin habe bis jetzt keine Änderungen des Vermögens oder der Einnahmen im Kalenderjahr 2020 ausgewiesen, wes- wegen die Anrechnung der Erträge von Fr. 24.- für die Kalenderjahre 2020 und 2021 zu Recht erfolgt sei. 4.Wenn die Beschwerdeführerin geltend macht, die Erträge auf dem Spar- konto der D.________ in Höhe von Fr. 24.- seien keine anrechenbaren Einnah- men i.S.v. Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG, da sie aus einem rückzahlbaren Darlehen stammen würden, kann dem nicht gefolgt werden. 4.1.1Aus der von der Beschwerdeführerin ausgefüllten Steuererklärung 2019 (Vi-act. 14) geht hervor, dass sie über 3 Konten (je ein Post- und Privatkonto so- wie einen Sparplan) verfügt, wobei der Sparplan das vorliegend streitge- genständliche Konto bei der D.________ ist. Die Beschwerdeführerin gab in der Steuererklärung 2019 bei der D.________ ein Guthaben von Fr. 13'789.- und ei- nen daraus entstandenen Ertrag von Fr. 24.- an. Dass die Beschwerdeführerin wie behauptet bei der D.________ auch Schulden (ein Vorausdarlehen) hat, ist zwar ebenfalls aus der Steuererklärung 2019 und dem Kontoauszug der D.________ (Vi-act. 37) ersichtlich. Jedoch bescheinigt die Steuerbescheinigung der D.________ (Vi-act. 37) der Beschwerdeführerin für das Jahr 2019 Kapitaler- träge in Höhe von € 27.73 und einen Solidaritätszuschlag von € 0.39, wovon wiederum € 7.18 an Kapitalertragssteuer abgezogen wurden. Total resultierte somit ein Kapitalertrag von € 21.94, was umgerechnet (den Wechselkurs berück- sichtigend) dem in der Steuererklärung angegebenen Ertrag von Fr. 24.- ent- spricht.9 Aufgrund der Akten muss dementsprechend davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin (wie sie dies auch in der Steuererklärung 2019 angege- ben hat) über ein Sparguthaben bei der D.________ verfügt und darauf einen (Zins-)Ertrag von Fr. 24.- erhalten hat. So ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auf einem ihr von der D.________ gewährten Darlehen von dieser Zinsen erhält, weswegen der Ertrag von Fr. 24.- als Ertrag aus bewegli- chem Vermögen i.S.v. Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG anzusehen und somit bei der EL- Berechnung anzurechnen ist. 4.1.2Darüber hinaus rechnete die Vorinstanz der Beschwerdeführerin bereits in der Verfügung vom 8. Juli 2020 ([Vi-act. 43] mit welcher der Beschwerdeführerin Ergänzungsleistungen zur Invalidenversicherung zugesprochen wurden) den Vermögensertrag von Fr. 24.- an. Diese Verfügung wurde von der Beschwerde- führerin nicht angefochten. Auch in der Einsprache gegen Verfügung vom 27. August 2020 hat die (damals) anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin die Anrechnung des Vermögensertrages bzw. das Bestehen eines solchen nicht be- anstandet oder bestritten. 4.1.3Nach dem soeben Gesagten hat es somit als erwiesen zu gelten, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2019 einen Vermögensertrag von Fr. 24.- erzielt hat. Gemäss der oben dargelegten Rechtslage (vgl. Erw. 3.1 und 3.2) wurde dieser Vermögensertrag bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen für das Jahr 2020 zu Recht berüksichtigt. 4.2Für die Berechnung der Ergänzungsleistungen für das Jahr 2021 hat die Vorinstanz erneut die dem Berechnungsjahr 2020 zugrundeliegenden Angaben aus der Steuererklärung 2019 (betreffend die Höhe des Sparguthabens und des daraus resultierenden Ertrages) übernommen (vgl. Erw. 3.1). Dieses Vorgehen der Vorinstanz ist unter Berücksichtigung von Art. 23 Abs. 2 ELV (vgl. dazu Erw. 2.3) nicht zu beanstanden. Einerseits macht die Beschwerdeführerin soweit er- sichtlich keine Änderung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse geltend. Andererseits liegt kein Grund zur Annahme vor, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin verändert hätten. Sollten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin erheblich (vgl. dazu Erw. 1.3.2; Art. 17 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 lit. c ELV) verän- dern, hat sie dies im Rahmen ihrer Meldepflicht (Art. 31 Abs. 1 ATSG) der Vor- instanz anzuzeigen, welche diesfalls eine neue Verfügung betreffend die Höhe der der Beschwerdeführerin zustehenden Ergänzungsleistungen zu erlassen hat.10 4.3Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass der Beschwerde- führerin ihr Vermögensertrag in Höhe von Fr. 24 (aus dem Jahr 2019) für die Be- rechnungsperioden vom 1. August 2020 bis zum 31. Dezember 2020, vom 1. Ja- nuar 2021 bis zum 31. Januar 2021 und ab dem 1. Februar 2021 zu Recht ange- rechnet wurde. 5.Die Beschwerdeführerin ersucht um unentgeltliche Prozessführung. 5.1Bei Streitigkeiten über Leistungen ist das Verfahren kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist; sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht bei solchen Streitigkeiten vor, so kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen (Art. 1 ELG i.V.m. Art. 61 lit. f bis ATSG). Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 1 ELG i.V.m. Art. 61 lit. g). 5.2.1Die vorliegende Streitigkeit betrifft Ergänzungsleistungen. Das ELG sieht hierfür keine Kostenpflicht vor. 5.2.2Nicht beanwaltete Beschwerde führende Personen haben praxisgemäss unabhängig vom Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine Parteientschädi- gung, da ihnen kein entschädigungsberechtiger Aufwand für eine Vertretung (Anwaltshonorar samt Barauslagen etc.) entstanden ist. 5.2.3Der Antrag auf unentgeltliche Prozessführung erweist sich mithin als obso- let. 6.Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weswe- gen sie vollumfänglich abzuweisen ist. 11 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 5. Zustellung an: -die Beschwerdeführerin (R) -die Vorinstanz (R) -und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A). Schwyz, 19. Mai 2021 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Präsident: Der a.o Gerichtsschreiber: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 4. Juni 2021Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II