Bu nde s ve rw altungs ge r icht Tr i buna l adm inis tr a tif fé dé r al Tr i buna le amm inis tr at ivo fe de r ale Tr i buna l adm inis tr a ti v fe de r al Abteilung III C-5176/2010 U r t e i l v o m 2 3 . A p r i l 2 0 1 2 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Vito Valenti, Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. Parteien X._______, Thailand, vertreten durch Y._______, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand IV (Rentenrevision). C-5176/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Die am (…) 1955 geborene, ledige, schweizerische Staatsangehörige X._______ lebt in Thailand. Sie war bis im Jahr 2002 in der Schweiz als Direktionssekretärin erwerbstätig und hatte dabei Beiträge an die schwei- zerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung entrichtet (IV- act. 1). B. B.a Am 18. März 2005 meldete sich X._______ bei der IV-Stelle Aargau (nachfolgend: IV-Stelle AG) zum Bezug einer Invalidenrente an. B.b Mit V erfügung vom 5. September 2006 (IV -act. 27) sprach die IV - Stelle AG X._______ mit Wirkung ab 1. Juni 2006 eine ganze Invaliden- rente zu. Dieser V erfügung lagen namentlich die Berichte von Dr. med. A._______, Spezialarzt für Neurologie, Psychiatrie und Psy - chotherapie, vom 13. März 2005 und 16. Mai 2006 (IV-act. 12 und 22) und von Dr. med. B._______, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 28. Juli 2005 (IV-act. 17) zugrunde. In den obgenannten Berichten wurden bei X._______ im Wesentlichen eine depressive Entwicklung beziehungsweise eine mittelschwere bis teilweise schwere Episode bei Status nach Mamma-Carzinom mit T eilre- sektion (2002) diagnostiziert. Die Ärzte erachteten X._______ aufgrund dieser Diagnosen als zu 100% arbeitsunfähig. C. C.a Mit dem Fragebogen für die IV-Rentenrevision leitete die IV-Stelle für V ersicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA) am 30. Juni 2009 eine Re- vision von Amtes wegen ein (IV-act. 54 f.). C.b Mit V erfügung vom 8. Juni 2010 (IV -act. 89) setzte die IVSTA die ganze Rente von X._______ mit Wirkung ab 1. August 2010 auf eine hal- be Rente herab. Zudem wurde X._______ im Rahmen der Schadenmin- derungspflicht verpflichtet, eine Psychotherapie durchzuführen. Dieser V erfügung lagen namentlich das Gutachten von Dr. med. C._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 30. Dezember 2009 (IV-act. 80) und die Stellungna hme von Dr. med. D._______, Fachärztin C-5176/2010 Seite 3 für Allgemeinmedizin, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 26. Februar 2010 zugrunde. Die Ärzte stellten bei X._______ folgende Diagnosen: 1) eine Anpas- sungsstörung mit Depression und Angst gemischt (ICD -10 F43.22) mit der Rentenrevision als hauptsächlichem Belastungsfaktor, 2) anam- nestisch rezidivierende mittelgradige bis schwere depressive Episoden (ICD-10 F32.2), 3) Persönlichkeit mit abhängigen und histrionischen Zü- gen (ICD -10 Z73.1), 4) Nikotinabhängigkeit (ICD -10 F17.25), 5) chro- nische Kopfschmerzen bei unsachgemässer Selbstmedikation, wah r- scheinlich analgetika-induziert und 6) Verdacht auf Aggravation. Die Ärzte erachteten X._______ in der bisherigen Tätigkeit als Sekretärin als zu 50% arbeitsfähig. Ferner stellten sie fest, die Arbeitsfähigkeit könne durch eine regelmässige Psychotherapie weiter verbessert werden. D. Gegen die V erfügung vom 8. Juni 2010 erhob X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit E -Mail-Eingabe vom 13. Juli 2010 sinngemäss Beschwerde bei der IVSTA. Diese leitete die Eingabe zuständigkeitshal- ber an das Bundesverwaltungsgericht weiter. E. Mit Zwischenverfügung vom 22. Juli 2010 forderte der Instruktionsrichter die Beschwerdeführerin zur V erbesserung der Beschwerde auf, da Rechtsbegehren, Begründung und eigenhändige Unterschrift fehlten. Mit Eingabe vom 31. Juli 2010 beantragte die Beschwerdeführerin, vertre- ten durch Y ._______, sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen V er- fügung und die Weiterausrichtung der bisherigen Rente. Zur Begründung führte sie aus, sie habe der IVSTA am 5. Juni 2010 mitgeteilt, dass sie sich – wie von der IVSTA angeordnet – einer Psychotherapie unterziehen werde. Es sei daher nicht gerechtfertigt, dass die IVSTA nicht einmal die Ergebnisse der Therapie abwarte, bevor sie die Rente reduziere. In ver- fahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie Akteneinsicht, und ferner wies sie darauf hin, dass sie die V erfügung erst am 9. Juli 2010 erhalten habe. F. Der mit Zwischenverfügung vom 4. August 2010 einverlangte Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 400.-- ist am 31. August 2010 beim Bundes- verwaltungsgericht eingegangen. C-5176/2010 Seite 4 G. Mit V ernehmlassung vom 24. November 2010 beantragte die IVSTA die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, der Gutach- ter habe eine V erbesserung des Gesundheitszustandes festgestellt, wes- halb die verfügte Reduktion der Rente gerechtfertigt sei; eine weitere Re- duktion werde nach Durchführung der Therapie und dem Vorliegen der entsprechenden Berichte geprüft. H. Mit Verfügung vom 30. November 2010 wurden der Beschwerdeführerin antragsgemäss die V orakten zugestellt. Zudem wurde ihr das Replikrecht eingeräumt, welches sie jedoch nicht wahrnahm. I. Auf die weiteren V orbringen der Parteien und die eingereichten Akten ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des V erwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in V erbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche- rung (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesver waltungsgericht B e- schwerden von Personen im Ausland gegen V erfügungen der IV-Stelle für V ersicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2. Das V erfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das V er wal- tungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts an deres bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 lit. dbis VwVG bleiben in so - zialversicherungsrechtlichen V erfahren die besonderen Bestim mungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts vom 6. Oktober 2000 (A TSG, S R 830.1) vor behalten. Ge mäss Art. 2 A TSG sind die Bestimmungen dieses Ge setzes auf die bun des- gesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG C-5176/2010 Seite 5 sind die Besti mmungen des A TSG auf die In validenversicherung a n- wendbar (Art. 1a bis 70 IVG), soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Ab- weichung vom A TSG vorsieht. Dabei finden nach den allgemeinen inter- temporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht mangels anders- lautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeit punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 1.3. Anfechtungsgegenstand im verwaltungsgerichtlichen Beschwerde - verfahren bilden V erfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG. Die Be - schwerdeinstanz hat daher grundsätzlich nur über Anspruchsbe - rechtigungen zu entscheiden, hinsichtlich derer die V erwaltung eine V er- fügung erlassen hat (BGE 125 V 413 E. 1a) und/oder über welche sie gemäss dem Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 A TSG) und dem Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen hätte verfügen müssen (BGE 116 V 23 E. 3c und d; Urteile des Bundesgerichts [BGer] I 66/03 vom 27. Mai 2003 E. 4.1 und 9C_766/2007 vom 3. Januar 2008 E. 4). Streitgegenstand im System der nachträglichen V erwaltungsrechtspflege bildet das auf Grund der Beschwerdebegehren (vgl. Art. 52 Abs. 1 VwVG) tatsächlich angefochtene, somit als Prozessthema vor das Gericht gezo- gene Rechtsverhältnis. V orliegend hat sich die Beschwerdeführerin der Anordnung in der V erfü- gung, dass sie eine Psychotherapie durchführen müsse, unterzogen. Dies hat sie der IVSTA mit E -Mail vom 5. Juni 2010 bestätigt. Mit ihrer Beschwerde beanstandete die Beschwerdeführerin demzufolge auch nicht die V erpflichtung, eine Therapie durchzuführen, sondern lediglich die Kürzung der Rente. V orliegend ist somit nur über die Zulässigkeit der Kürzung der Rente zu befinden. 1.4. Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene V erfügung be - rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Än- derung, so dass sie im Sinne von Art. 59 A TSG beschwerdelegitimiert ist. 1.5. Da die Beschwerde im Übrigen frist - und – nach der V erbesserung vom 31. Juli 2010 – formgerecht (Art. 60 Abs. 1 A TSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und der Kostenvorschuss innert Frist geleistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. C-5176/2010 Seite 6 2.1. Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen V erwaltungsverfügung (hier: 8. Juni 2010) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). In materiell-rechtlicher Hinsicht ist auf jene Be stimmungen des IVG und der IVV respektive des A TSG und der A TSV abzustellen, die für die Beur- teilung eines Rentenanspruchs jeweils relevant waren und in Kraft stan - den. Da vorliegend der Rentenanspruch ab 1. August 2010 strittig ist, ist vorliegend auf die Fassung gemäss den am 1. Januar 2008 in Kraft getre- tenen Änderungen (5. IV-Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) ab- zustellen. Im Folgenden wird – ohne anderslautende Hinweise – jeweils auf diese Fassung Bezug genommen. Noch keine Anwendung findet vorliegend das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene erste Massnahmenpaket der 6. IV-Revision (IVG in der Fa s- sung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659]). 2.2. Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde - verfahrens die V erletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss - brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder un- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie U n- angemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 3. 3.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 A TSG wird eine Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad des Renten bezügers erheb- lich verändert hat. 3.1.1. Zu einer Änderung des Invaliditätsgrades Anlass geben kann einer- seits eine wesentliche V erbesserung oder Verschlechterung des Ge - sundheitszustandes mit entsprechender Beeinflussung der Erwerbs - fähigkeit und anderseits eine erhebliche V eränderung der erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitsschadens (BGE 125 V 369 E. 2, 113 V 275 E. 1a, 107 V 221 E. 2 mit Hinweisen; SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E. 2). Ist die Invalidität nach der Einkommens - vergleichsmethode gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG zu bemessen, so kann j e- de Änderung eines der beiden V ergleichseinkommen zu einer für den An- spruch erheblichen Erhöhung oder V erringerung des Invalid itätsgrades führen. C-5176/2010 Seite 7 Dagegen ist die un terschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen un- verändert geblie benen Sachverhalts kein Revisionsgrund; unter - schiedliche Beurteilun gen sind revisionsrechtlich nur dann beacht lich, wenn sie Ausdruck von Änderungen der tatsächlichen V erhältnisse sind (siehe nur BGE 115 V 313 E. 4a/bb mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a). Identisch gebliebene Diagnosen schliessen eine revisions- rechtlich erhebliche Steigerung des tatsächlichen Leistungsvermögens (Arbeitsfähigkeit) grundsätzlich nicht aus. Dies gilt namentlich dann, wenn der Schweregrad eines Leidens sich verringert hat oder es der versicher- te Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen. Ob eine derartige tatsächliche Änderung vorliegt oder aber eine revisionsrechtlich unbeachtliche abweichende ärztliche Einschätzung eines im Wesentl i- chen gleich gebliebenen Gesundheitszustands, bedarf auch mit Blick auf die mitunter einschneidenden Folgen für die versicherte Person einer sorgfältigen Prüfun g. Dabei gilt der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit einer V erbesserung tatsächli- cher Art genügt nicht (Urteil des BGer 9C_88/2010 vom 4. Mai 2010 E. 2.2.2 mit Hinweis). 3.1.2. Ob eine unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten erhebliche Än- derung eingetreten ist, beurteilt sich durch den V ergleich des Sach ver- haltes, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen V erfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Ren- tenanspruchs mit rec htskonformer Sachverhalts abklärung, Beweis - würdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhalts- punkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des G e- sundheitszustands) beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisi- onsverfügung respektive des Einspracheent scheides; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozes sualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4). V orliegend ist somit der Sachverhalt im Zeitpunkt der Rentenzusprache am 5. September 2006 mit dem S achverhalt im Zeitpunkt der strittigen Revisionsverfügung vom 8. Juni 2010 zu vergleichen. 3.2. 3.2.1. Gemäss Art. 8 Abs. 1 A TSG in V erbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs unfähigkeit als Folge von Geburts gebrechen, Krankheit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 A TSG der C-5176/2010 Seite 8 durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge sundheit ver- ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein gliederung verblei- bende ganze oder teilweise V erlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der kör perlichen, geistigen oder psychi- schen Gesundheit bedingte, volle oder teil weise Unfähigkeit, im bisher i- gen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 A TSG). 3.2.2. Neben den geistigen und körperlichen Ges undheitsschäden kön- nen auch psychische Gesundheitsschäden eine Invalidität bewirken (Art. 8 in V erbindung mit Art. 7 A TSG). Gemäss Rechtsprechung setzt die Annahme einer invalidisierenden (psychischen) Gesundheitsstörung im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 A TSG zunächst eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wisse n- schaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 132 V 65 E. 3.4, 130 V 352 E. 2.2.3 und 2.2.4, 130 V 396). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherung s- rechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwe nden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen, 130 V 352 E. 2.2.1; SVR 2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicher- ten Person trotz ihres Leidens sozia lpraktisch zumutbar ist, die Resta r- beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausge- glichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 127 V 294 E. 4c, 102 V 165; AHI 2001 S. 228 E. 2b). 3.3. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die V erwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur V erfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes im schweizerischen Invalidenver sicherungs- verfahren ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Ste l- lung zu nehmen, in welchem Umfang und gegebenenfalls bezüglich wel- cher Tätigkeiten der V ersicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünf- te sind sodann eine wichtige Grundlage für die Be urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem V ersicherten konkret noch zugemutet wer-C-5176/2010 Seite 9 den können (BGE 125 V 256 E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI -Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc). 3.4. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweis mittel zu würdigen sind. Für das gesamte V erwaltungs - und Be schwerde- verfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben V ersicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Bewe ise frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge- mäss zu würdigen. Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un - tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der V orakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Be - urteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge rungen der Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Be weiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die B e- zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3.a). Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdi gung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten auf- zustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des V erwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund einge hender Beobachtungen und Untersuchungen s o- wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdi- gung volle Be weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu verlässigkeit der Experti se sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weite ren Hinweisen). Be richte der behandelnden Ärzte schliesslich sind auf grund deren auf tragsrechtlicher V ertrauensstellung zum Patienten mit V orbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den all gemein praktizierenden Hausarzt wie auch für den beha n- delnden Spezialarzt (Urteil des BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). C-5176/2010 Seite 10 3.5. Bei erwerbstätigen V ersicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 A TSG in V erbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG aufgrund eines Ein - kommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkom men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede rungsmass- nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli chener Arbeits- marktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Bezi e- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes V alideneinkommen). Der Ein- kommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst g e- nau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemei- ne Methode des Einkommensver gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1). Für den Einkom mensvergleich sind die V erhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massg e- bend, wobei V aliden- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grund- lage zu erheben und allfälli ge rentenwirksame Änderungen der V e r- gleichseinkommen bis zum V erfügungserlass respektive bis zum Ei n- spracheentscheid zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4). 3.6. V ersicherte haben Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 Prozent invalid sind, bei ei nem Invaliditätsgrad von min - destens 50 Prozent besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente, bei min- destens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 Pro- zent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Gemäss Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 Pro- zent entsprechen, jedoch nur an V ersicherte ausge richtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 A TSG) in der Schweiz ha- ben, soweit nicht völkerrechtliche Vereinbarungen eine abweichende Re- gelung vorsehen, was für Thailand nicht der Fall ist. 4. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die IVSTA zu Recht das Vorliegen eines Revisionsgrundes bei der Beschwerdeführerin bejaht und gestützt darauf ihre ganze Rente mit Wirkung ab 1. August 2010 auf eine halbe Rente herabgesetzt hat. 4.1. Im Rahmen der vorliegend als V ergleichsbasis dienenden ersten V er- fügung vom 5. September 2006 stellten die untersuchenden Ärzt e n a- mentlich folgende Diagnosen: eine reaktive depressive Entwicklung b e-C-5176/2010 Seite 11 ziehungsweise mittelschwere bis teilweise schwere depressive Episode bei Status nach Mamma-Carzinom mit T eilresektion (2002). Sie erachte- ten die Beschwerdeführerin daher als zu 100% arbeitsunfähig. 4.2. Anlässlich des im Jahr 2009 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens wurde ein psychiatrisches Gutachten eingeholt, dessen Ergebnisse nach- folgend zusammenzufassen sind. Der Gutachter diagnostizierte 1) eine Anpassungsstörung mit Depression und Angst gemischt (ICD-10 F43.22) mit der Re ntenrevision als Belastungsfaktor, 2) anamnestisch rezidivie- rende mittelgradige bis schwere depressive Episoden (ICD-10 F32.2), 3) Persönlichkeit mit abhängigen und histrionischen Zügen (ICD -10 Z73.1), 4) Nikotinabhängigkeit (ICD -10 F17.25), 5) chronische Kop f- schmerzen bei unsachgemässer Selbstmedikation, wahrscheinlich anal- getika-induziert und 6) V erdacht auf Aggravation. 4.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin als Hauptdiagnosen eine Anpassungsstörung mit Depression und Angst gemischt sowie anamnestisch rezidivierende mittelgradige bis schwere depressive Episoden zu nennen sind. Es handelt sich dabei somit im We- sentlichen um dieselben gesundheitlichen Probleme wie sie anlässlich der Rentenzusprache im Jahr 2006 vorlagen. Im Gegensatz zu den Beur- teilungen in den Jahren 2005 bis 2006 ging der Gutachter im Jahr 2009 davon aus, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit wie- der zu 50% arbeitsfähig sei. Einen detaillierten V ergleich der gesundheit- lichen Situation von damals und heute – wie dies bei einer Revision e r- forderlich ist – nahm er allerdings nicht vor. Er führte diesbezüglich aus, es sei ihm aufgrund diverser Inkonsistenzen (namentlich in Bezug auf die objektiven Fakten und die Selbsteinschätzungen der Beschwerdeführerin) zwar nicht möglich, eine Beurteilung über den Krankheitsverlauf in den letzten drei Jahren vorzunehmen, er könne aber aufgrund der Angaben des damals behandelnden Psychiaters und gestützt auf die telefonische Rückfrage bei diesem annehmen, dass es der Beschwerdeführerin heute tatsächlich "deutlich besser" gehe als zuvor. Zur Begründung führte er aus, die Emigration nach Thailand in ein Umfeld ohne Druck und ohne Belastungen des Alltags habe zu dieser Besserung geführt. Er führte in- dessen nicht aus, inwiefern sich die Besserung äussert und welchen kon- kreten Einfluss diese auf die Arbeitsfähigkeit haben soll. Da die Diagno- sen weitgehend gleich geblieben sind, und weder die von der Beschwer- deführerin eingenommene Medikation noch andere objektive Umstände Hinweise für eine relevante V eränderung des Zustands liefern, kann ge- stützt auf die getroffenen Abklärungen nicht mit überwiegender Wahr-C-5176/2010 Seite 12 scheinlichkeit geschlossen werden, dass sich der gesundheitliche Z u- stand der Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2006 in rentenerheblichem Ausmass verändert hat. Gestützt auf die vorhandenen Unterlagen, wäre ein konkreter V ergleich der Situation nur in Bezug auf die Diagnosen oder die Medikation möglich. Diesbezüglich ist allerdings festzuhalten, dass es nicht genügt, lediglich Diagnosen oder Medikation zu vergleichen, so n- dern dass eine Gesamtwürd igung erforderlich ist, was aber ge stützt auf die vorliegenden Unterlagen nicht möglich ist. Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass sich vorliegend nicht der medizinische Sachverhalt, sondern eher die Beurteilung desselben ve r- ändert hat, indem der G utachter – ohne konkrete Anhaltspunkte für eine V eränderung der objektiven Situation zu nennen – die Arbeitsfähigkeit heute anders beurteilt als früher. Dies ist jedoch kein Revisionsgrund (vgl. E. 3.1.1. hiervor). Da sich somit weder der medizinische Sach verhalt mit der im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit in rentenerheblicher Weise geändert hat, noch andere Revisionsgründe ersichtlich sind, fällt eine revisionsweise Abä n- derung der bisherigen Rente auss er Betracht. Die Durchführung eines Einkommensvergleichs ist deshalb nicht mehr nötig. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und die angefochtene V erfügung aufzuheben. 5. Zu befinden bleibt noch über die V erfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 5.1. Die V erfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Bei diesem Ausgang des V erfahrens sind der Beschwerdeführerin keine Kosten aufzuerlegen. Einer unterli e- genden V orinstanz sind gemäss Art. 63 Abs. 2 VwVG ebenfalls keine V er- fahrenskosten aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- ist ihr nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils auf ein von ihr bekannt zu gebendes Konto zurückzuerstatten. 5.2. Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG in V erbindung mit Art. 7 Abs. 1 des R eglements C-5176/2010 Seite 13 vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschäd i- gung umfass die Kosten der V ertretung sowie allfällige weitere notwendi- ge Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Da de r Beschwerdeführerin, wel- che nicht berufsmässig vertreten war, keine verhältnismässig hohen Kos- ten entstanden sind und diese zu Recht keinen entsprechenden Antrag gestellt hat, ist ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen. Der unterliegenden V orinstanz ist keine Parteientschädigung zuzuspr e- chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). C-5176/2010 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, und die angefochtene V erfügung vom 8. Juni 2010 wird aufgehoben. Der Beschwerdeführerin ist weiterhin eine ganze Rente auszurichten. 2. Es werden keine V erfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvo r- schuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird der Beschwerdeführerin nach Ein- tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular Za hl- adresse) – die V orinstanz (Ref-Nr. …) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Sandra Tibis C-5176/2010 Seite 15 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 T agen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). V ersand: