B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4782/2012 U r t e i l v o m 1 9 . S e p t e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Walter Stöckli, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; Gerichtsschreiber Tobias Meyer. Parteien A._______, geboren (…), unbekannter Staatsangehörigkeit (angeblich Aserbaidschan), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfah- ren); Verfügung des BFM vom 31. August 2012 / N (…). E-4782/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht, in Anwendung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105), der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschen rechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), des Abkommens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die K riterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (DAA, SR 0.142.392.68), der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung de r Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglie d- staats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in e i- nem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin -II-VO), des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), der A sylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311), des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20), des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs - verfahren (VwVG, SR 172.021), des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs - gericht (VGG, SR 173.32), des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110), des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2), E-4782/2012 Seite 3 stellt fest, dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben am 8. August 2012 von Österreich in die Schweiz gelangte, wo er am 9. August 2012 um Asyl nachsuchte, dass er anlässlich der Befragung zur Person vom 16. August 2012 zur B e- gründung seines Asylgesuchs geltend machte, er habe Aserb aidschan 1998 nach dem Tod seines Vaters verlassen, dass dieser sich gegen die Trennung von Berg Karabach von Aserb ai- dschan ausgesprochen habe und deshalb vom jetzigen Präsidenten und dessen Freunden umgebracht worden sei, dass dem Beschwerdeführer im Anschluss an die Befragung zur Person das rechtliche Gehör zu einer eventuellen Überstellung nach Ös terreich im Rahmen eines Dublin-Verfahrens gewährt wurde, dass er dabei geltend machte, sein Asylgesuch in Österreich sei abgelehnt worden und er würde nach Aserbaidschan abgeschoben werden, wo er ins Gefängnis käme oder ermordet würde, dass das BFM mit Ve rfügung vom 31. August 2012 – eröffnet am 6. Sep- tember 2012 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asyl- gesuch nicht eintrat , den Beschwerdeführer nach Österreich wegwies, ihn aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerd e- frist zu verlassen und den Kanton (…) mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte, dass das Bundesamt feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und dem Beschwerde- führer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 13. September 2012 (Datum des Poststempels) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsg e- richt Beschwerde erhob und dabei sinngemäss beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und sein Asylgesuch in der Schweiz materiell zu beha n- deln, E-4782/2012 Seite 4 und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einz u- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der B e- schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Dur chführung das Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass diesbezüglich das DAA zur Anwendung gelangt, weshalb das BFM die Zuständigkeit gestützt auf die Dublin-II-VO prüft, dass das BFM am 24. August 2012 Österreich aufgrund von Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin-II-VO um die Wiederaufnahme des Beschwerdeführers er- suchte, dass Österreich mit Schreiben vom 31. August 2012 der Wiederaufnahme des Beschwerdeführers zustimmte, E-4782/2012 Seite 5 dass der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift geltend macht, in Ös- terreich seien sämtliche Verfahren negativ abgeschlossen, weshalb er nicht dorthin wolle, dass Staaten, welche die Dublin-II-VO anwenden, auch nach Abschluss ei- nes Asylverfahrens, das in ihre Zuständigkeit fällt, zur (W ieder-)Aufnahme der betroffenen Asylsuchenden verpflichtet sind (Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dub- lin-II-VO), dass das BFM damit grundsätzlich zu Recht Österreich als für die Durc h- führung des Asylverfahrens zuständig erachtete, dass Österreich unter anderem Signatarstaat der FK, der EMRK und der FoK ist und im vorliegenden Fall keine konkreten Hinweise dafür vorliegen, dass Österreich sich nicht an die daraus resultierenden Verpflichtungen hält, dass der Beschwerdeführer im Rahme n des rechtlichen Gehörs bezüglich einer eventuellen Überstellung an Österreich geltend machte, da sein Asyl- verfahren in Österreich abgelehnt worden sei, würde er nach Aserb ai- dschan abgeschoben werden, wo er ins Gefängnis käme oder ermordet würde, dass diese pauschalen und unsubstan ziierten Vorbringen keine rechtsge - nüglichen Gründe gegen eine Überstellung nach Österreich darstellen, dass er sich in der Beschwerdeschrift nicht zur Überstellung nach Öste r- reich äussert, dass damit weder Anhaltspunkte für eine Verletzung der durch die EMRK garantierten Rechte durch Österreich noch für humanitäre Gründe nach Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 vorliegen, die für einen Selbsteintritt im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO sprechen würden, dass das BFM demnach zu Recht in An wendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Ka n- ton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und auch kein Anspruch auf E r- teilung einer solchen besteht, weshalb das BFM die Wegweisung zu Recht angeordnet hat, E-4782/2012 Seite 6 dass unter diesen Umständen a llfällige Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG nicht mehr zu prüfen sind, da deren Fehlen b e- reits Voraussetzung des Nichteintretensentscheides gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10), dass eine entsprechende Prüfung, soweit notwendig, mithin bereits bei der Prüfung der Gründe zum Nichteintreten stattgefunden hat, dass in diesem Sinne das BFM den Vollzug der Wegweisung nach Öste r- reich zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat, dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, i n- wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht v erletzt, den rechtse r- heblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unang e- messen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass die Beschwerdebegehren sich aufgrund vorstehender Erwägungen als aussichtslos erwiesen haben, weshalb die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1 ff. VGKE) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) E-4782/2012 Seite 7 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600. − werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteil zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständige kantonale Behörde Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Walter Stöckli Tobias Meyer Versand: