<h2>SubmittedText<h2><p>Die Abschaltung der UKW-Sender wird zur Zeit kontrovers diskutiert. Die Vereinbarung der Branche wird nochmals in Frage gestellt. Umstritten ist dabei auch die Energiebilanz. Dabei wird die Verschrottung von UKW-Radios ins Feld geführt. Gleichzeitig werden Einsparungen im laufenden Betrieb bei den Sendern und bei Empfänger*innen in Aussicht gestellt. Für eine Einordnung der Frage der Energie- und Umweltbilanz bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie hoch ist die geschätzte gesamthafte Energieeinsparung durch den Wegfall der UKW- Signalverbreitungsinfrastruktur?</p><p>2. Zusätzlich zum Energieaufwand für die Signalverbreitung müssen die Anlagen unterhalten werden. Kann der Energieverbrauch für den Unterhalt der UKW-Signalverbreitungsanlagen beziffert werden? </p><p>3. Wie hoch ist der durchschnittliche Energieverbrauch pro Minute beim Radioempfang via UWK/DAB/Internet? </p><p>4. Gibt es Zahlen oder Schätzungen, wie viele Empfangsgeräte noch benutzt werden, welche Radioempfang ausschliesslich über UKW erlauben? Gibt es Zahlen zur durchschnittlichen Lebensdauer von Radios?</p><p>5. Wie hoch ist die durchschnittliche "graue Energie", welche bei der Herstellung eines Radiogerätes anfällt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Frage 1</p><p>Grundsätzlich gilt, dass je grösser die Versorgungsgebiete sind, desto stärker DAB+ seine Vorteile ausspielen kann. So benötigt die SRG für die nationale Verbreitung all ihrer Radioprogramme über DAB+ nur einen Viertel der 800 Sender, die sie heute in analoger Technologie betreibt. Die SRG schätzt, dass sie nach der Aufhebung des Parallelbetriebs UKW/DAB+ eine Energieeinsparung von rund 40 Millionen kWh pro Jahr erzielen kann. Dies entspricht dem Verbrauch von 10'000 Haushalten oder einer Stadt mit rund 20'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Bei den lokalen Radios lässt sich der Vergleich UKWDAB+ schwieriger anstellen: Die Anzahl der Sender kann bei einer Verbreitung über DAB+ wohl auch reduziert werden, aber die bedienten Versorgungsgebiete mit DAB+ sind regelmässig deutlich grösser als bei einer Verbreitung über UKW.</p><p>Frage 2</p><p>Diese Angabe ist nicht erhältlich.</p><p>Frage 3</p><p>Die englische BBC hat unlängst den Energiebedarf für die Ausstrahlung und den Empfang verschiedener Radio- und TV-Verbreitungswege untersucht und auch den Stromverbrauch pro Gerätestunde ermittelt. Danach erwies sich das Digitalfernsehen mit 81 Wattstunden pro Gerätestunde als die Plattform mit dem grössten Energiebedarf, gefolgt von Mittelwelle (29 Wattstunden/Gerätestunde), Streaming (23 Wattstunden/Gerätestunde) und UKW (13 Wattstunden/Gerätestunde). Den geringsten Energieverbrauch wies DAB+ mit 9 Wattstunden pro Gerätestunde aus.</p><p>Frage 4</p><p>Bis heute wurden die Verkaufszahlen der DAB+-Geräte in der Schweiz erhoben (bis Ende 2020 rund 5.5 Millionen Empfangsgeräte), doch existieren keine Angaben zur Anzahl aktiver UKW-Empfangsgeräte.</p><p>Heutige Radios enthalten Tausende von Transistorfunktionen, die in Mikrochips verschaltet sind. Diese Chips sind meist anwendungsspezifisch fabriziert. Tritt nach einigen Jahren ein Defekt auf, so sind oftmals keine Ersatzteile mehr erhältlich. Es kann davon ausgegangen werden, dass portable Radioempfänger durchschnittlich alle 4-5 Jahre ausgewechselt werden.</p><p>Frage 5</p><p>Der Bundesrat verfügt hierzu über keine Zahlen. Im Vergleich zu anderen Geräten wie z.B. Fernsehern, von denen pro Jahr ca. 800'000 Stück ersetzt werden, dürfte die graue Energie, die bei der Herstellung eines Radiogeräts anfallen, eher gering sein.</p>  Antwort des Bundesrates.