<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VK.2006.00001</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206023&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VK.2006.00001</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.07.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Fremdplatzierung, Kostenübernahme</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Frage der Kostentragung bei Fremdplatzierung (Schul- oder Fürsorgegemeinde):<br/>Bei gegenseitiger Beeinflussung schulischer und sozialer Gründe gilt eine Fremdplatzierung als schulisch bedingt. Bei einem Kind, welches in der Lage ist, den Unterricht in einer Normal- oder Sonderklasse zu besuchen, kann in der Regel nicht gesagt werden, dass eine Heimeinweisung aus schulischen Gründen erfolgt sei. Das entspricht dem Stufenmodell von § 12 VolksschulG. Umgekehrt heisst das aber auch, dass bei einem Kind, welches sonderschulbedürftig ist, die Fremdplatzierung grundsätzlich als schulisch zu gelten hat. Von diesem Grundsatz ist nur abzuweichen, wenn sich ergibt, dass trotz festgestellter Sonderschulbedürftigkeit die Fremdplatzierung aus sozialen, insbesondere familiären, Gründen erfolgte (E. 3 - Präzisierung der Rechtsprechung). <br/>Vorliegend kann offen gelassen werden, ob das fremdplatzierte Kind sonderschulbedürftig ist, ergibt sich doch eindeutig, dass die Fremdplatzierung aus familiären Gründen erfolgte (E. 4).<br/>Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT">ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREMDPLATZIERUNG">FREMDPLATZIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEIMEINWEISUNG">HEIMEINWEISUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 15 SchulleistungsG</span><br/><span class="ungerade">§ 15 lit. A SchulleistungsG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2006 Nr. 38</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>B, geboren 1989, besuchte seit August 2004 eine 2. Sekundarklasse der Abteilung A der Oberstufenschule W. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 8. MÃ¤rz 2005 erteilte die VormundschaftsbehÃ¶rde V der Jugend- und Familienberatung (Jugendsekretariat) W einen dringlichen AbklÃ¤rungsauftrag betreffend B, da dieser gemÃ¤ss BefÃ¼rchtungen seiner Eltern massiv suizid- und suchtgefÃ¤hrdet sei. Nach einem Suizidversuch und der sofortigen Einweisung Bs ins Psychiatriezentrum C in X ordnete die VormundschaftsbehÃ¶rde V am 20. Juni 2005 einen fÃ¼rsorgerischen Freiheitsentzug an. Am 5. Juli 2005 beschloss die Oberstufenschulpflege W, B in die Abteilung B der Sekundarschule umzustufen, wobei sie den Vollzug dieser Umstufung solange sistierte, bis sie Ã¼ber den angekÃ¼ndigten Antrag des Jugendsekretariats W auf externe Schulung beschliessen wÃ¼rde. FÃ¼r die diagnostische AbklÃ¤rung und mit Blick auf die angestrebte Fremdplatzierung wurde B am 7. Juli 2005 in die Klinik fÃ¼r Psychiatrie und Psychotherapie D Ã¼berwiesen. Auf deren Gesuch hin genehmigte die Kommission fÃ¼r Schullaufbahn und SonderpÃ¤dagogik der Oberstufenschulpflege W mit Beschluss vom 30. August 2005 eine Kostengutsprache fÃ¼r die externe Schulung Bs in der Klinikschule bis maximal Ende Schuljahr 2005/2006. B trat am 16. September 2005 aus der Klinik D aus.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Das Jugendsekretariat W beantragte mit abschliessendem Bericht vom 11. Oktober 2005 zuhanden der Sonderschulkommission der Oberstufenschulpflege W und der Vormundschafts- und FÃ¼rsorgebehÃ¶rde V die Aufhebung des fÃ¼rsorgerischen Freiheitsentzugs bei Eintritt Bs in die sozialpÃ¤dagogische Jugendwohngruppe des Zentrums E in Y und entsprechender Kostengutsprache fÃ¼r die Dauer des Schuljahrs 2005/2006; ferner ersuchte es um Kostengutsprache fÃ¼r den Besuch der Tagesschule F in Z.</p> <p class="Sachverhalt2">Damit Bs Aufnahme in das Zentrum E nicht scheiterte, erteilte die FÃ¼rsorgekommission der Gemeinde V am 21. Oktober 2005 hierfÃ¼r eine als subsidiÃ¤r bezeichnete Kostengutsprache. Am 25. Oktober 2005 beantragte die FÃ¼rsorgekommission sodann bei der Oberstufenschulpflege W die volle KostenÃ¼bernahme fÃ¼r die Fremdplatzierung Bs.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Mit Beschluss vom 8. November 2005 gewÃ¤hrte die Oberstufenschulpflege W entsprechend dem Antrag des Jugendsekretariats W eine Kostengutsprache fÃ¼r die externe Schulung Bs. Den Antrag der FÃ¼rsorgekommission der Gemeinde V auf Ãbernahme der Kosten fÃ¼r dessen Fremdplatzierung lehnte die Oberstufenschulpflege W mit Beschluss vom 13. Dezember 2005 hingegen ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 16./17. Januar erhob die Gemeinde V beim Verwaltungsgericht Klage und beantragte, den genannten Beschluss vom 13. Dezember 2005 aufzuheben und die Oberstufenschulgemeinde W zur Ãbernahme der Kosten fÃ¼r die Fremdplatzierung Bs im PÃ¤dagogisch-Psychologischen Zentrum E zu verpflichten.</p> <p class="Urteilstext">Die Oberstufenschulgemeinde W liess mit Klageantwort vom 27. Februar 2006 beantragen, auf die Klage nicht einzutreten, eventualiter sie abzuweisen â unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Gemeinde V.</p> <p class="Urteilstext">Es folgte ein weiterer Schriftenwechsel. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Nach § 81 lit. a des Verwaltungsrechtspflegege­setzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) beurteilt das Verwaltungsgericht als einzige Instanz vermÃ¶gensrechtliche Streitigkeiten aus Ã¶ffentlichem Recht zwischen Gemeinden oder GemeindeverbÃ¤nden, soweit ein Gesetz deren Beurteilung nicht einer anderen BehÃ¶rde Ã¼bertrÃ¤gt. Ist zwischen zwei Gemeinden streitig, ob eine Fremdplatzierung schulisch oder fÃ¼rsorgerisch begrÃ¼ndet sei und wer folglich fÃ¼r deren Kosten aufzukommen habe, so kann nach der verwaltungsgerichtlichen Praxis kein im Beschwerdeverfahren anfechtbarer Entscheid einer VerwaltungsbehÃ¶rde erwirkt werden (RB 1999 Nr. 37; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 81 N. 2; vgl. auch e contrario § 31 Abs. 3 der Schulleistungsverordnung vom 10. September 1986 [LS 412.321] und § 9 lit. e des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 [SHG, LS 851.1]). Das Verwaltungsgericht ist daher zur Behandlung der Klage zustÃ¤ndig.</p> <p class="Urteilstext">Im Streit liegen die Kosten der Fremdplatzierung von Fr. 230.- pro Tag fÃ¼r die Dauer zumindest von neun Monaten. Da der Streitwert Fr. 20'000.- Ã¼bersteigt, ist die Klage von der Kammer zu behandeln (§ 38 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Die Beklagte anerkennt zwar die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts. Gleichwohl beantragt sie, auf die Klage nicht einzutreten: Es sei unklar, ob die KlÃ¤gerin eine Leistungs- oder Feststellungsklage erheben wolle. Weder lÃ¤gen die Voraussetzungen vor, eine auf Geldzahlung gerichtete Leistungsklage nicht beziffern zu mÃ¼ssen, noch bestehe ein rechtliches Interesse zur Erhebung einer Feststellungsklage.</p> <p class="Erwgung3">Damit auf eine verwaltungsrechtliche Klage eingetreten wird, muss der KlÃ¤ger ein (allgemeines) Rechtsschutzinteresse an der Beurteilung der Klage haben (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 83 N. 4). Im Normalfall ist Leistungsklage zu erheben. Das Begehren lautet dahin, den Beklagten zu einem Tun, einem Unterlassen oder einem Dulden, mithin zur Erbringung einer bestimmten Leistung (meist einer Geldleistung) zu verpflichten. ZulÃ¤ssig ist ferner die Feststellungsklage: Gegenstand der Feststellungsklage ist das Bestehen oder Nichtbestehen eines bestimmten RechtsverhÃ¤ltnisses zwischen zwei Parteien. Voraussetzung fÃ¼r die Zulassung der Feststellungsklage ist ein rechtliches Interesse des KlÃ¤gers an der Feststellung. Ein rechtliches Feststellungsinteresse fehlt in der Regel, wenn der KlÃ¤ger in der Lage ist, ein Leistungsbegehren zu stellen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht absolut. Mit der Leistungsklage kÃ¶nnen in der Regel nur fÃ¤llige AnsprÃ¼che geltend gemacht werden. Trotz MÃ¶glichkeit einer spÃ¤teren Leistungsklage ist ein rechtliches Feststellungsinteresse zu bejahen, wenn es dem KlÃ¤ger darum geht, nicht nur die fÃ¤llige Leistung zu erhalten, sondern die GÃ¼ltigkeit des ihr zu Grunde liegenden RechtsverhÃ¤ltnisses auch fÃ¼r dessen kÃ¼nftige Abwicklung feststellen zu lassen, deren ErfÃ¼llung auf blosse Feststellung hin zweifelsfrei gesichert ist (VGr, 15. Juni 2006, VK.2006.00003, E. 1.3.1, www.vgrzh.ch; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 83 N. 16 ff., mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung3">Zudem kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Feststellungs- neben der Leistungsklage dann selbststÃ¤ndige Bedeutung zukommen, wenn die Parteien nur in der grundsÃ¤tzlichen Frage des Bestehens einer Verpflichtung uneinig sind und die ErfÃ¼llung der Leistung auf blosse Feststellung hin zweifelsfrei gesichert ist. Das treffe in der Regel zu, wenn die beklagte Partei eine Ã¶ffentlichrechtliche KÃ¶rperschaft sei. In solchen FÃ¤llen wÃ¤re es sinnlos, auf die Feststellungsklage nicht einzutreten. Voraussetzung hierfÃ¼r sei aber, dass angenommen werden dÃ¼rfe, dass die am Streit betroffenen Parteien die aus dem Urteil sich ergebenden Verpflichtungen schon auf blosse Feststellung hin erfÃ¼llen wÃ¼rden (BGE 97 II 371 E. 2). Das ist vorliegend der Fall. </p> <p class="Urteilstext">Obschon die KlÃ¤gerin ihr Leistungsbegehren nicht beziffert, ist nach dem Gesagten auf die Klage einzutreten. </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die Grundlage fÃ¼r eine Fremdplatzierung aus schulischen GrÃ¼nden findet sich in § 12 des Volksschulgesetzes vom 11. Juni 1899 (VolksschulG, LS 412.11). Danach sind bildungsfÃ¤hige, aber kÃ¶rperlich oder geistig gebrechliche sowie schwer erziehbare oder sitt­lich gefÃ¤hrdete Kinder, die dem Unterricht in Normalklassen nicht zu folgen vermÃ¶gen oder ihn wesentlich behindern, durch die SchulbehÃ¶rden auf Grund eines Zeugnisses des Schularztes und nach AnhÃ¶rung der Eltern einer Sonderklasse zuzuweisen (Abs. 1) bzw. sind sie, wenn dies nicht in Frage kommt, einer Sonderschulung zuzufÃ¼hren, welche mit der Unterbringung des Kindes ausserhalb der Familie einhergehen kann (Abs. 2). Die Kos­ten des Unterrichts und der Unter­bringung bildungsfÃ¤­higer, jedoch kÃ¶rperlich oder geistig behinderter, schwer er­ziehbarer, sittlich gefÃ¤hrdeter oder sonstwie einer besondern Erziehung bedÃ¼rfender Kinder im Volks­schulalter in Son­derschulen und Jugendheimen tragen gemÃ¤ss § 15 lit. a des Schulleistungsgesetzes vom 2. Februar 1919 (Schulleis­tungsG, LS 412.32) die Schulgemeinden. Laut § 35 des Sonderklassen­reglements vom 3. Mai 1984 (SonderklassenR, LS 412.13) ordnet die Schulpflege, in der Regel nach Kon­takt­nahme mit den Organen der JugendfÃ¼rsorge, die Fremdplatzierung aus schulischen GrÃ¼nden an. </p> <p class="Erwgung2">Zu be­achten sind weiter die Richtlinien vom 27. Dezember 1985 zum Sonderklassenreglement (Richtlinien, LS 412.131), die zwar keine allgemeinverbindlichen RechtssÃ¤tze sind, aber doch die Ge­set­zesauslegung erleichtern und unterstÃ¼tzen kÃ¶nnen. Sie ma­chen wiederum die Zuweisung zur Son­derschulung sowie die Fremdplatzierung durch die SchulbehÃ¶rden von schulischen GrÃ¼nden abhÃ¤ngig (Ziff. 4.1.2, 4.2.5 Abs. 1 Richtlinien). Liegen zugleich schulische und fÃ¼rsorgerische GrÃ¼nde vor, die sich womÃ¶glich gegenseitig bedingen, ist ent­scheidend, ob die Sonderschulung vom Schulbetrieb her angezeigt ist. In diesen FÃ¤llen gelten die erforderlichen Massnahmen als aus schulischen GrÃ¼nden getroffen, auch wenn die StÃ¶rungen im schulischen Bereich aus VerhaltensstÃ¶rungen infolge ungÃ¼nstiger hÃ¤uslicher VerhÃ¤ltnisse entstanden sind (Ziff. 4.1.3 Abs. 1 Richtlinien).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Das Sozialhilfegesetz regelt die persÃ¶nliche und wirtschaftliche Hilfe an Perso­nen, die sich in Not befinden (vgl. §§ 1, 11 ff., 14 ff. SHG). DemgegenÃ¼ber normiert das Jugendhilfegesetz vom 14. Juni 1981 (JugendhilfeG, LS 852.1) die generelle und individuelle Hilfe an Kinder und Jugendliche unter Einbezug der Familie, insbeson­dere durch Beratung und Betreuung (§ 1 Abs. 1 JugendhilfeG). Vorbehalten bleiben die besonderen Bestimmungen, namentlich im Bereich der Schule, der Berufsbildung, der ausserfamiliÃ¤ren Unterbringung von Kindern und Jugendlichen, der Jugendstrafrechtspflege und des Vor­mundschaftswesens (§ 1 Abs. 2 JugendhilfeG). Ist das Wohl des Kindes gefÃ¤hrdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus fÃ¼r Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Vormund­schafts­behÃ¶rde die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes (vgl. Art. 307 Abs. 1 und Art. 310 des Zivilgesetzbuchs).</p> <p class="Urteilstext">Betreffend die "Fremdplazierungen von schulpflichtigen Kindern, Kostentragung bei Aufenthalten in Heimen oder in Pflegefamilien" wird im Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhand­buch (herausgegeben von der Abteilung Ãffentliche FÃ¼rsorge des Sozialamts des Kantons ZÃ¼rich) die Kostentragung von den GrÃ¼nden der Fremdplatzierung abhÃ¤ngig gemacht. Die Ã¶ffentliche FÃ¼rsorge soll nicht anders erhÃ¤ltliche Unterbringungskosten nur Ã¼bernehmen, wenn das Kind sich nicht aus schulischen GrÃ¼nden oder aufgrund einer jugendstrafrechtlichen Massnahme, sondern aus sozialen GrÃ¼nden in einem Heim oder in einer Pflegefamilie aufhÃ¤lt. Liegen schulische GrÃ¼nde vor, so sind fÃ¼r die Kostenfrage nur diese massgeblich; unwesentlich ist in diesem Fall, ob eine Heimeinweisung auch unter sozialen Gesichtspunk­ten sinnvoll gewesen wÃ¤re. Die SchulbehÃ¶rde ist nicht kostenpflichtig, wenn die Mass­nahmen aus sozialen GrÃ¼nden, vor allem wegen schwerer innerfamiliÃ¤rer Probleme, erfolgt. Soziale GrÃ¼nde kÃ¶nnen vor allem bei Einweisungen durch VormundschaftsbehÃ¶rden und bei Platzierungen durch FÃ¼rsorgebehÃ¶rden sowie bei privat erfolgten Massnahmen vorliegen. Einweisungen aus sozialen GrÃ¼nden sollen meistens in so genannte Normalheime mit (externem) Besuch der Ã¶ffentlichen Schule oder in Pflegefamilien erfolgen (Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch, Ziff. 2.5.1/§ 15/3 SHG, Januar 1998, lit. A, B/e, C/a+b). Beim So­zialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch handelt es sich um ein behÃ¶rdeninternes Hilfsmittel, das aber ebenfalls zur Erleichterung und UnterstÃ¼tzung der Gesetzesausle­gung beigezogen wer­den kann.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht hat gestÃ¼tzt auf die dargelegte Rechtslage festgehalten, dass bei gegenseitiger Beeinflussung schulischer und sozialer GrÃ¼nde eine Fremdplatzierung als schulisch bedingt gelte (VGr, 28. August 2002, VK.2001.00005, E. 4, www.vgrzh.ch [Regest in RB 2002 Nr. 36). Zur BegrÃ¼ndung verwies es auf Ziff. 4.1.3 Abs. 1 der Richtlinien, wonach schulische GrÃ¼nde bereits dann vorliegen, wenn Massnahmen von den SchulverhÃ¤ltnissen her angezeigt sind, sei es, dass das Kind dem Unterricht nicht zu folgen vermag, sei es, dass es ihn wesentlich stÃ¶rt. Das bedarf der PrÃ¤zisierung:</p> <p class="Urteilstext">Eine Heimeinweisung aus schulischen GrÃ¼nden setzt gemÃ¤ss den Richtlinien zum Sonderklassenreglement voraus, dass eine Sonderschulung (in einem Heim) notwendig ist, weil das Kind dem Unterricht in einer Normal- oder Sonderklasse nicht zu folgen vermag oder ihn wesentlich behindert (Ziff. 4.1.1 in Verbindung mit Ziff. 4.1.3 Abs. 1 und 4.2.5 Richtlinien). Bei einem Kind, welches in der Lage ist, den Unterricht in einer Normal- oder Sonderklasse zu besuchen, kann mithin in der Regel nicht gesagt werden, dass eine Heimeinweisung aus schulischen GrÃ¼nden erfolgt sei. Das folgt nicht nur aus dem Wortlaut und der Systematik der zitierten Richtlinien, sondern entspricht auch dem Stufenmodell von § 12 VolksschulG (dazu vorn 2.1 Abs. 1). Denn auch nach § 12 VolksschulG ist nur im Rahmen einer Sonderschulung von der MÃ¶glichkeit der Unterbringung des Kindes ausserhalb der Familie die Rede. Kann aber ein Kind dem Unterricht in einer Normal- oder Sonderklasse folgen, so sind fÃ¼r die Heimeinweisung in der Regel gerade nicht schulische, sondern soziale bzw. fÃ¼rsorgerische GrÃ¼nde verantwortlich.</p> <p class="Urteilstext">Umgekehrt heisst das aber auch, dass bei einem Kind, welches sonderschulbedÃ¼rftig ist, die Fremdplatzierung grundsÃ¤tzlich als schulisch zu gelten hat. Von diesem Grundsatz ist nur abzuweichen, wenn sich ergibt, dass trotz festgestellter SonderschulbedÃ¼rftigkeit die Fremdplatzierung aus sozialen, insbesondere familiÃ¤ren, GrÃ¼nden erfolgte. In einem solchen Fall entsprÃ¤che es nicht dem Sinn und Zweck der Volksschulgesetzgebung, wenn die Schulgemeinde fÃ¼r die Kosten der Fremdplatzierung aufzukommen hÃ¤tte.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>ZunÃ¤chst ist zwischen den Parteien umstritten, ob Ã¼berhaupt schulische Schwierigkeiten Bs bestehen:</p> <p class="Erwgung2">GemÃ¤ss dem Umstufungsbeschluss vom 5. Juli 2005 wurde B von der Abteilung A in die Abteilung B der Sekundarschule zurÃ¼ckgestuft (dazu vorn I.B). Weiter lÃ¤sst sich den Akten entnehmen, dass B seit seinem Eintritt in die 2. Normalklasse der Oberstufenschule im August 2004 bis im MÃ¤rz 2005 privaten Nachhilfeunterricht erhielt. Zudem zeigt sein Therapieverlauf die seit 1997 bestehenden Probleme auf: Erstdiagnose einer AufmerksamkeitsstÃ¶rung (1997); Psychotherapie/sonderpÃ¤dagogischer StÃ¼tzkurs (1998-2000); Einzelschulung durch den Grossvater (2000); Privatschule (2001-2004). Der medizinische Austrittsbericht der Klinik D vom 14. November 2005 erachtet schliesslich "eine Sonderbeschulung in einer Kleinklasse" als dringend indiziert.</p> <p class="Erwgung2">Ob B mithin als sonderschulbedÃ¼rftig im Sinne der Volksschulgesetzgebung zu gelten hat, lÃ¤sst sich gestÃ¼tzt auf das vorstehend Gesagte nicht abschliessend beurteilen: Dagegen spricht, dass ihn die Beklagte lediglich innerhalb der Normalklasse abgestuft hat; die Schullaufbahn und der zitierte psychiatrische Bericht deuten dagegen eher auf eine SonderschulbedÃ¼rftigkeit Bs. Diese Frage kann indes offen bleiben, da die Klage so oder anders abzuweisen ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Sowohl aus dem Vorgehen und den BeschlÃ¼ssen der involvierten BehÃ¶rden als auch aus dem medizinischen Austrittsbericht der Klinik D vom 14. November 2005 geht eindeutig hervor, dass die Fremdplatzierung aus familiÃ¤ren GrÃ¼nden erfolgt ist:</p> <p class="Erwgung2"><span class="UrteilstextChar">So wandten sich die Eltern Bs wegen dessen Suizid- und SuchtgefÃ¤hrdung an die VormundschaftsbehÃ¶rde, welche ihrerseits dem Jugendsekretariat einen AbklÃ¤rungsauftrag erteilte. Nach einer Eskalation â Suizidversuch vor den Augen der Mutter â erfolgte eine stationÃ¤re Behandlung Bs im Rahmen eines fÃ¼rsorgerischen Freiheitsentzugs</span>. Dem Bericht der Klinik D ist zu entnehmen, dass der Suizidversuch in Zusammenhang mit der familiÃ¤ren Konfliktsituation steht. Die Fremdplatzierung entspricht dabei einerseits dem Ziel bzw. Wunsch Bs und seiner Eltern; anderseits ist sie wegen den familiÃ¤ren Konflikten auch aus psychiatrischer Sicht dringend indiziert. Dementsprechend empfiehlt der genannte Austrittsbericht aufgrund der zunehmenden Dekompensation des sozialen, vor allem familiÃ¤ren Umfelds Bs dessen Platzierung in einer betreuten Wohnsituation ausserhalb des familiÃ¤ren Settings ("mit bei zunehmenden familiÃ¤ren Konflikten notwendiger Fremdplatzierung").</p> <p class="Erwgung2">Schulische Aspekte spielten hinsichtlich der Fremdplatzierung keine Rolle. Daran Ã¤ndert auch nichts, dass aufgrund des familiÃ¤ren Konflikts und der bei B diagnostizierten AktivitÃ¤ts- und AufmerksamkeitsstÃ¶rung die Schulung in einer Kleinklasse angezeigt erscheint. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die Klage ist nach dem Gesagten abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der KlÃ¤gerin aufzuerlegen (§ 86 in Verbindung mit §§ 70 und 13 Abs. 2 Satz 1 VRG).</p> <p class="Urteilstext">Die obsiegende und anwaltlich vertretene Beklagte beantragt eine ParteientschÃ¤digung. Eine solche ist ihr nicht zuzusprechen, da sie als SchulpflegebehÃ¶rde aufgrund der ihr von der Schulgesetzgebung anvertrauten Aufgaben selbst Ã¼ber das erforderliche <br/> â auch­ ­rechtliche â Fachwissen in Schulsachen verfÃ¼gen muss (vgl. <span>KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl</span>, § 17 N. 19 f.). Besonders komplizierte VerhÃ¤ltnisse oder Rechtsfragen, die den Beizug eines Rechtsbeistands gleichwohl rechtfertigen kÃ¶nnten, liegen nicht vor. </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Klage wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 140.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 5'140.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der KlÃ¤gerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>