Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 2. August 2018 (715 18 73 / 206) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Die Unzufriedenheit des Arbeitgebers mit der Leistung des Versicherten trat zu wenig klar zu Tage, als dass auf ein eventualvorsätzliches Verhalten des Versicherten im Hin- blick auf die Kündigung durch den Arbeitgeber zu schliessen ist. Von der Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist deshalb abzusehen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Raffaella Biaggi , Advok a- tin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Der 1978 geborene A.____ arbeitete seit 1. Oktob er 2006 als Teamleiter bei der B.____ AG. Diese Stelle wurde ihm am 31. Mai 2017 per Ende August 2017 gekündigt. Aufgrund einer Verzögerung bei der Kündigungsübergabe verlängerte sich das Arbeitsverhältnis schliesslich bis Ende September 2017. Am 19. Juni 2016 meldete s ich der Versicherte zur Arbeitsvermitt- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung an und ersuchte gleichentags um Ausrichtung von Arb eitslosenentschädigung mit Wirkung ab 1. September 2017. B. Mit Verfügung vom 17. November 2017 stellte die Öff entliche Arbeitslosenkasse Basel- land (Kasse) den Versicherten für die Dauer von 36 Tage n wegen selbstverschuldeter Arbeits- losigkeit in der Anspruchsberechtigung ein. Zur Begrün dung machte sie geltend, dass die ehe- malige Arbeitgeberin die Stelle wegen mangelnder Kooperationsfähigkeit verbunden mit fehlen- der Akzeptanz und Wertschätzung gegenüber Entscheidungen von Vorgesetzten gekündigt habe. Eine hiergegen erhobene Einsprache des Versicherte n wies die Kasse mit Einsprache- entscheid vom 15. Februar 2018 mit der Begründung ab, dass der Versicherte mit der Umstruk- turierung seitens der Arbeitgeberin nicht einverstanden gewesen sei. Durch die nicht entschuld- baren Absagen zweier Gesprächstermine habe er gezeigt, d ass er nicht an einer Lösung der bestehenden Schwierigkeiten interessiert gewesen sei. Da rüber hinaus habe er die Arbeiten behindert und habe ungefragt frei genommen. Dies sei ein nicht akzeptables Verhalten. Wer kurzfristig ohne wirkliche Entschuldigung Gesprächstermine m it Vorgesetzen absage, müsse mit einer Kündigung rechnen. C. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch die Protekta Rechtsschutz- Versicherung AG, am 28. Februar 2018 Beschwerde beim Ka ntonsgericht des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge richt). Nachdem diese Beschwerde wegen unzulässiger Rechtsvertretung aus dem Recht gewiesen worden war und der Be- schwerdeführer, nunmehr vertreten durch Advokatin Raffae lla Biaggi, mit Beschwerde vom 11. März 2018 beantragt hatte, es sei in Aufhebung de s angefochtenen Einspracheentscheids auf die Einstellung der Anspruchsberechtigung zu verzichten, eventualiter sei die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung des Sachverhalts an die Vorin stanz zurückzuweisen, schloss die Kasse mit Vernehmlassung vom 23. Mai 2018 auf Abweisung der Beschwerde. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die ob ligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge richt erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mi t Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obl igatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 da s Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Ver fügungserlasses die Kontrollpflicht er- füllt. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ve rfassungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kanton sgericht als Versicherungsgericht als Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versi- cherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachli ch und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person al les Zumutbare unternehmen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellu ng in der Anspruchsberechtigung verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funkt ion einer Haftungsbegrenzung der Versi- cherung für Schäden, die die versicherte Person hätte v ermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältn ismässigkeits- und Verschul- densprinzip beherrscht (T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Kol- ler/Müller/Rhinow/Zimmerli, Schweizerisches Bundesverwalt ungsrecht, Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel 2007, Rz. 822 ff.). 2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicher te Person in der Anspruchsberech- tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden ist. Dieser Tatbe- stand erfasst Verhaltensweisen der versicherten Person, die kausal für den Eintritt der Arbeits- losigkeit sind und eine Verletzung der Pflicht, Arbeitsl osigkeit zu vermeiden, bedeuten. Art. 44 Abs. 1 AVIV zählt in den lit. a-d beispielha ft Tatbestände auf, die unter den Begriff der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit fallen. So liegt selb stverschuldete Arbeitslosigkeit unter anderem dann vor, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Ver- letzung arbeitsvertraglicher Pflichten, der Arbeitgebe rin Anlass zur Auflösung des Arbeitsver- hältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). D ie Einstellung in der Anspruchsberechti- gung im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt kei ne fristlose Auflösung des Arbeitsverhält- nisses aus wichtigen Gründen nach Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 des Schweizerischen Obliga- tionenrechts (OR) vom 30. März 1911 voraus. Das unkorrekte Verhalten muss auch nicht unbe- dingt eine eigentliche Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten darstellen, sondern es genügt, dass die versicherte Person durch ihr sonstiges Verhalten inn erhalb und ausserhalb des Be- triebs berechtigten Anlass zur Kündigung gab (vgl. Urte il des Eidgenössischen Versicherungs- gerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozia lrechtliche Abteilungen] vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; ARV 1987 Nr. 7; 1982 Nr. 18). Dabei müssen nicht zwingend Beanstandungen in beruflicher Hinsicht vorgelegen haben. Es genügt beispielsweise, dass cha- rakterliche Eigenschaften im weiteren Sinne, die den Ar beitnehmer für den Betrieb als untrag- bar erscheinen lassen, zur Entlassung geführt haben (BG E 112 V 244, E. 1). Selbstverschulde- te Arbeitslosigkeit im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt also immer dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objekti ven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Verhältnissen vermeidbaren V erhalten der versicherten Person liegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009 , 8C_958/2008, E. 2.2 mit Hinweisen, publ. in: ARV 2009 S. 264). 2.3 Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens der Inte rnationalen Arbeitsorganisation über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (Über- einkommen Nr. 168 der IAO), das für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in Kraft getreten ist, kann eine Leistung, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder Teilzeitarbeitslosigkeit oder Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verdienstausfall infolge einer vorübergehenden Arbeit seinstellung ohne Unterbrechung des Beschäftigungsverhältnisses Anspruch gehabt hätte, nur gekü rzt werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vo rsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat. Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IA O ist hinreichend bestimmt und klar, um als Grundlage eines Entscheids im Einzelfall dienen zu können, und ist daher direkt anwendbar (BGE 122 V 54 ff.; Urteil des EVG vom 17. Oktober 200 0, C 53/00). Aufgrund des grundsätzli- chen Primats des Völkerrechts geht Art. 20 lit. b des Üb ereinkommens Nr. 168 der IAO Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV vor. Demzufolge führt nicht jedes schuldhafte Verhalten der versicherten Per- son, das dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat, zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG. Das vorwerfbare Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IAO vielmehr vorsätzlich erfolgt sein, wobei auch Eventualvorsatz genügt (Urte il des EVG vom 4. Juni 2002, C 371/01, E. 2b). 2.4 Eventualvorsatz ist im Zusammenhang mit Art. 44 lit . a AVIV dann anzunehmen, wenn die versicherte Person vorhersehen kann oder damit rechnen muss, dass ihr Verhalten zu einer Kündigung durch den Arbeitgeber führt (T HOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). Im Rahmen von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIG darf somit bei blosser Fahrlässigkeit keine Einstellung in der An- spruchsberechtigung erfolgen (JACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberech- tigung, Zürich 1998, S. 76 f.). Im Entscheid vom 6. Ju ni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f. hat das Bundesgericht – unter Hinweis auf den im Strafrecht gel tenden Massstab – festgestellt, dass Eventualvorsatz und bewusste Fahrlässigkeit auf der Wissensse ite übereinstimmen, indem der betroffenen Person die Möglichkeit des Risikos der Tatbestandsverwirklichung bewusst ist. Wer die Möglichkeit der Tatbestandsverwirklichung erkennt, kan n sich, selbst leichtfertig, über sie hinwegsetzen, d.h. darauf vertrauen bzw. mit der Einste llung handeln, dass schon nichts pas- sieren werde (bewusste Fahrlässigkeit). Demgegenüber erfordert der Eventualvorsatz, dass der Täter sich für die Tatbestandsverwirklichung entscheidet, sie mithin in Kauf nimmt. Weitestge- hend ausser Frage stehen dürfte das Willenselement nu r, wenn der Betroffene die Tatbe- standsverwirklichung für so naheliegend hält, dass die Bereitschaft, sie als Folge seines Verhal- tens hinzunehmen, vernünftigerweise nicht mehr bezweif elt werden kann; oder wenn sie ihm, im eigentlichen Sinn des Wortes, erwünscht oder recht wa r, wie wohl auch noch im Falle schie- rer Gleichgültigkeit. Als Faustregel gilt: Dass die bet roffene Person die Tatbestandsverwirkli- chung in Kauf genommen hat, liegt grundsätzlich näher , je wahrscheinlicher es ihr erschien, dass sie eintreten könnte, und je weniger sie diese inner lich ablehnte, bzw. umgekehrt (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2008, 8 C_504/2007, E. 5.4 mit Hinweis). Zu den Umständen, die allenfalls auf eventualvorsätzliches Ve rhalten schliessen lassen, gehören dabei die Grösse des Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflicht- verletzung, die Beweggründe und die Art der Tathandl ung. Das Gericht darf vom Wissen der Betroffenen auf deren Willen schliessen, wenn sich ihm der Eintritt des Erfolgs als so wahr- scheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Fol ge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Was di e betroffene Person wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen und ist somit eine Tatfrage. Rechtsfrage ist hinge- gen, ob im Lichte der festgestellten Tatsachen der Schluss auf Eventualvorsatz berechtigt er- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheint (BGE 138 V 74 E. 8.4.1 mit Hinweisen; zum Ganze n: Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f.). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verw altungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständ ige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzun ehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten erg ebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009 , 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl. BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). Die Mitwirkungspfl icht kommt als allgemeiner Verfahrens- grundsatz auch im kantonalen Beschwerdeverfahren zur Anwe ndung und bedeutet das aktive Mitwirken der Parteien bei der Feststellung des Sachverh alts (vgl. T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, S. 44 6 f., 489 f.; F RITZ GYGI , Bundesver- waltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 284 f.). 3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1978, S. 135). Im Sozi- alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. H ANS -ULRICH STAUFFER , Rechtsprechung des Bundesge- richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die ob ligatorische Arbeitslosenversi- cherung und Insolvenzentschädigung, Zürich 1998, S. 77). Die blosse Möglichkeit eines be- stimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sach- verhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 1 95 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b). Eine Ausnahme hierzu bildet die Anwendung von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV (vgl. dazu Urteil des EVG vom 17. Oktober 2000, C 53/00, E. 3a). Praxisgemäss muss das der versicher- ten Person im Rahmen dieser Bestimmung zur Last gelegte Verhalten in beweismässiger Hin- sicht klar feststehen, ansonsten eine Einstellung ausser Be tracht fällt (Urteile des EVG vom 7. November 2002, C 365/01, E. 2 und vom 8. Oktober 2 002, C 392/00, E. 3.1; siehe im Weite- ren auch BGE 112 V 245 E. 1; SVR 1996 ALV Nr. 72 S. 220 E. 3b/bb; NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 829). 3.3 In seiner Beweiswürdigung ist das Gericht regelmässig insbesondere auf die Aussagen der Arbeitgeber angewiesen. Dabei ist davon auszugehen , dass diese eine Sachverhaltsdar- stellung abgeben, ohne am Ausgang des Verfahrens interessiert zu sein und ohne ein Interesse daran zu haben, die versicherte Person in einem ungünsti gen Licht erscheinen zu lassen. So- lange kein Grund besteht, an den Aussagen der Arbeitgeberin zu zweifeln, ist deshalb auf diese abzustellen. Es darf hingegen insbesondere dann nicht e inzig auf deren Aussagen zu den Um- ständen der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältni sses abgestellt werden, wenn diese be- stritten und durch keine weiteren Indizien gestützt wer den (BGE 112 V 245 E. 1; ARV 1999 Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nr. 8 S. 39 E. 7b; Urteil des EVG vom 8. März 2001, C 102/00, E. 1a). Denn eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung kann, wie eben dargestellt, nur verfügt werden, wenn das der versi- cherten Person zur Last gelegte Verhalten klar feststeht und von dieser vorsätzlich ausgeübt wurde. Ein derartiges Verhalten muss demnach als solches au ch bewiesen werden und nicht bloss mit dem ansonsten im Bereich des Sozialversicherungsre chts erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 112 V 245 E. 1; SRV 1996 ALV Nr. 72 S. 220). Bei Differenzen zwischen der Arbeitgeberin un d dem Arbeitnehmer darf somit nicht ohne weiteres auf ein fehlerhaftes Verhalten des Arbei tnehmers geschlossen werden, wenn die Arbeitgeberin nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für welche sie keine Bewei- se anführen kann (Urteil des EVG vom 26. April 2001, C 380/00, E. 2b; BGE 112 V 245 mit Hinweisen; NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). 4. Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zur Kündigu ng Anlass gegeben und deshalb die Folgen seiner selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV selbst zu tra gen hat. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob ihm zu Recht ein vorsätzliches Verhalten zur Last gele gt worden ist. Wie bereits dargelegt, muss das dem Beschwerdeführer zur Last gelegte Verhalten in beweismässiger Hinsicht klar feststehen, andernfalls eine Einstellung in der Anspru chsberechtigung ausser Betracht fällt (oben, Erwägung 3.3 hiervor). 4.1 Im Kündigungsschreiben vom 31. Mai 2017 bezieht sich die ehemalige Arbeitgeberin auf ein Gespräch gleichen Tages zwischen dem Versicherten und dessen Vorgesetzten, in wel- chem man ihm mitgeteilt habe, dass sein Arbeitsverhältn is gekündet werde. Die Beweggründe, die die Arbeitgeberin zu diesem Schritt veranlasst hätt en, seien mit dem Versicherten ausführ- lich besprochen worden. Konkrete Angaben zu den Kündigungsgründen sind diesem Schreiben keine zu entnehmen (Kassen-Dok 4). 4.2 Der Arbeitgeberbescheinigung vom 26. September 201 7 ist zu entnehmen, dass dem Versicherten am 31. Mai 2017 per Ende September 2017 gekündigt worden sei. Als Grund für die Kündigung finden sich keine Angaben; angegeben wi rd lediglich der Kontakt der zuständi- gen HR-Verantwortlichen der ehemaligen Arbeitgeberin (Kassen-Dok 14). 4.3 Auf Nachfrage der Kasse vom 20. Oktober 2017 erfo lgte am 3. November 2017 eine Rückmeldung der ehemaligen Arbeitgeberin zu den Kündi gungsgründen. Demnach habe eine mangelnde Kooperationsfähigkeit verbundenen mit feh lender Akzeptanz und Wertschätzung gegenüber getroffenen Entscheidungen von Vorgesetzen un d des Hauptabteilungsleiters zur Kündigung geführt. Trotz mehrmaliger Gesprächsrunden zwischen dem Mitarbeiter, dem Abtei- lungsleiter, dem Hauptabteilungsleiter und dem HR hät ten sich im vergangenen Jahr keine be- merkbaren Verbesserungen eingestellt. Der Führungsaufwand für den Abteilungsleiter und den Hauptabteilungsleiter seien im Verhältnis zu den erbr achten Leistungen nicht mehr akzeptabel gewesen und hätten den normalen Rahmen bei Weitem üb erstiegen. Der Mitarbeiter habe eine verzerrte Eigenwahrnehmung der erbrachten Arbeitsleistu ng und der Arbeitsqualität aufgewie- sen. Seine Arbeitsleistung und die Arbeitsqualität seie n ungenügend gewesen. Diese Themen seien im Kündigungsgespräch angesprochen worden. Im Weiteren habe der Versicherte wie- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht derholt Gesprächstermine kurzfristig abgesagt, weil au s seiner Sicht das Meeting keinen Sinn gemacht habe oder weil ihm sein Hobby Gleitschirmfli egen wichtiger gewesen sei. Er sei mit der Reorganisation der Abteilung nicht einverstanden g ewesen und habe die Abstimmung zu- sammen mit dem Hauptabteilungsleiter betreffend sein A ufgabengebiet verweigert (Kassen- Dok 57). Beigelegt sind dieser Stellungnahme zwei elektronische Protokolle. Daraus geht hervor, dass der Versicherte am 17. Februar 2017 eine Besprechungsein ladung mit der Begründung abge- lehnt habe, dass das entsprechende Gespräch keinen Sinn mache. Er habe nicht das Gefühl, dass es etwas ändern würde und dass es überhaupt jemanden interessiere, was vorgehe. Zu- dem müsse er sich nicht einreden lassen, dass die Dinge ni cht so seien, wie er sie spüre und es empfinde. Ebenso wenig müssten alle seinen Aussagen vo n jemandem ins Negative gezo- gen werden, so wie es am letzten Meeting geschehen sei. E inem weiteren Protokoll vom 10. Mai 2017 ist zu entnehmen, dass der Versicherte ein auf den frühen Nachmittag seit rund einer Woche geplantes Meeting mit seiner Vorgesetzten zur Aufgaben-Vorabstimmung wenige Stunden zuvor mit der Begründung abgesagt habe, dass e r am Nachmittag Gleitschirm fliegen gehe, weil dies der einzige Tag seit langem sei, an we lchem dies möglich sei. Er werde für die geplante Demonstration eine erneute Einladung versenden (Kassen-Dok 55 und 56). 4.4 Gemäss Schreiben des Versicherten an die Kasse vom 8. November 2017 entspreche der von seiner ehemaligen Arbeitgeberin angegebene K ündigungsgrund in keiner Weise der Wahrheit. Er habe in seiner ganzen Laufbahn bei seine r ehemaligen Arbeitgeberin weder je eine schlechte Mitarbeiterbewertung noch eine schriftliche Verwarnung oder ein negatives Feedback jeglicher Art erhalten. Seine Beurteilungen se ien im Gegenteil stets gut bis sehr gut gewesen. Er sei immer sehr motiviert gewesen und habe s tets im Interesse der Firma gehan- delt. Leider habe er aufgrund seines überaus hohen A rbeitseinsatzes in den Jahren 2015 und 2016 ein Burnout erlitten, in dessen Folge er mehrer e Monate arbeitsunfähig gewesen sei. Nach seiner stetigen Wiedereingliederung anfangs 2016 habe er aber seinen gesamten Ar- beitsbereich wieder übernehmen können und habe sich seh r motiviert und engagiert seinen Aufgaben gewidmet. Die jährlichen Mitarbeitergespräche seien jeweils im Mitarbeiterentwick- lungstool archiviert worden. Die nicht wahrheitsgetreue Begründung für seine Entlassung könne sicherlich durch die Einsicht in sein Personaldossier widerlegt werden (Kassen-Dok 73 und 74). 4.5 Auf ergänzende Nachfrage der Kasse hin nahm die e hemalige Arbeitgeberin am 31. Januar 2018 erneut Stellung. Es hätten mehrere G esprächsrunden mit dem Versicherten stattgefunden. Inhalt der Gespräche seien die Aufgaben abstimmung und die Ausrichtung des Bauteilemanagements gewesen. Der Versicherte habe seine neue Vorgesetzte nicht akzeptiert, weshalb auch vermehrt Gesprächsbedarf vorhanden gewese n sei und zusätzliche Abstim- mungstermine hätten stattfinden müssen, in welche sich auch der übergeordnete Vorgesetzte haben involvieren müssen. Der Versicherte habe Prozesse ein führen wollen, ohne diese mit den Schnittstellen vernünftig abgeklärt zu haben. Es ha be sodann eine kurzfristige Absage ei- nes Meetings wegen schönen Wetters gegeben. An diesem Mee ting hätte der Versicherte sei- ner Vorgesetzten ein Arbeitstool zeigen sollen, habe es aber vorgezogen, seiner Freizeitaktivität nachzugehen. Er habe nicht akzeptiert, dass er bedingt d urch die Unternehmensstrategie in Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Arbeitsabläufen eine andere Rolle bzw. andere Au fgaben hätte übernehmen sollen. Bei den Abstimmungsmeetings sei es nicht um die künftigen Au fgaben gegangen, sondern darum, wie die eigene Vorstellung des Versicherten betreffend seine Aufgaben in der Firma hätten um- gesetzt werden sollen. Der Versicherte habe dem Vorgese tzten vorgeworfen, keine Ahnung vom Änderungswesen und von den Abläufen zu haben. Zudem sei sein Umgangston gegen- über Vorgesetzten scharf gewesen. Es gebe diesbezüglich ab er nur wenig dokumentierte Auf- zeichnungen (Kassen-Dok 193). 4.6 Mit Schreiben vom 1. Februar 2018 stellte die ehem alige Arbeitgeberin der Kasse Ko- pien von Mitarbeiterbeurteilungen, Gesprächsnotizen sowi e eine Chronologie der diversen Ab- stimmungsmeetings zu (Kassen-Dok 203-232). Darauf wird sogleich zurückzukommen sein. 5.1 Ausser zwei kurzfristig abgesagten Gesprächsterminen sind keine Anhaltspunkte in den Akten, die ein Fehlverhalten oder eine mangelhafte Leistung des Beschwerdeführers nahe- legen würden. Bis 2014 hat der Versicherte im Gegentei l stets gute bis sehr gute Leistungsbe- wertungen erhalten (Kassen-Dok 206-222). Diese zeichnen e in äusserst zuverlässiges und en- gagiert-konstruktives Bild, welches zwanglos mit den eigene n Angaben des Versicherten über- einstimmt (Kassen-Dok 73). Nachdem im Juli 2014 ein inte rner Abteilungswechsel stattgefun- den und die Arbeitgeberin diesbezüglich von einer we iterhin angenehmen Zusammenarbeit gesprochen hatte (Kassen-Dok 1), existieren sodann auch fü r die Folgezeit keine Indizien, wel- che ein dem Versicherten vorwerfbares Verhalten nahe leg en würden. Daran vermag nichts zu ändern, dass im Zusammenhang mit der Umstrukturierung ab Juli 2014 ein „Abstimmungsprob- lem“ bestanden haben mag (Vernehmlassung der Kasse, S. 5, ad. Ziffer 6e). Den entsprechen- den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin kann in diesem Zusammenhang einzig entnommen werden, dass die fachlichen Ansichten des Versicherten e inerseits und jene seiner Vorgesetz- ten andererseits betreffend die Arbeitsabläufe nicht d eckungsgleich waren. Dieser Umstand alleine kann gerade mit Blick auf die langjährige Erfahrung des Beschwerdeführers in der Firma und dessen in fachlicher Hinsicht zuvor stets positiv dokumen tierten Kompetenzen keinen Vor- wurf in arbeitslosenversicherungsrechtlicher Hinsicht begr ünden. Es trifft zwar zu, dass von ei- nem Arbeitnehmer bei neuen Herausforderungen ebenfalls ein korrektes Verhalten zu erwarten ist. Andererseits ist einer Umstrukturierung stets auch ein Prozess inhärent, bei welchem unter- schiedliche Ansichten über Arbeitsabläufe naturgemäss zunä chst austariert und neu definiert werden müssen. Ein gelegentlich scharfer Umgangston, wie ihn der Beschwerdeführer teilweise gepflegt haben mag, stellt bei einer solchen Prozessfindung so lange kein vorwerfbares Verhal- ten dar, als dem betreffenden Arbeitnehmer nicht der berechtigte Vorwurf gemacht wird, er würde sich ungebührlich oder gar frech verhalten. Derar tige Vorwürfe sind der Stellungnahme der ehemaligen Arbeitgeberin aber nicht zu entnehmen. In Anbetracht ihrer nachträglich vorge- brachten Einwendungen erscheint es im Gegenteil nur bed ingt nachvollziehbar, dass die Ar- beitgeberin erst Monate nach der Kündigung sowie auf w iederholte Aufforderung der Kasse hin die nun fraglichen Vorwürfe zu konkretisieren in der L age war. In diesem Zusammenhang ist denn auch festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht nur die ihm zur Last gelegten Kündi- gungsgründe, sondern auch den Umstand bestritten hat, d ass ihm anlässlich des Gesprächs vom 31. Mai 2017 die nunmehr vorgehaltenen Kündigungsg ründe überhaupt dargelegt worden sind (Kassen-Dok 4 und 73). Mit Blick auf das ihm von der Beschwerdegegnerin vorgeworfene Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fehlverhalten steht damit in Bezug auf den Vorwurf ma ngelnder Kooperationsfähigkeit und feh- lender Akzeptanz gegenüber getroffenen Entscheidungen der Vorgesetzten letztlich Aussage gegen Aussage. Unterlagen, welche die in diesem Zusamme nhang von der Arbeitgeberin erst spät konkretisierten Fehlleistungen protokollieren würd en, bestehen wie erwähnt ausserdem keine. Es ist daher auch nicht nachgewiesen, dass der Beschw erdeführer trotz Wissen um eine Missbilligung sein Verhalten nicht geändert hat und dam it seiner Arbeitgeberin mindestens eventualvorsätzlich Anlass zur Kündigung gegeben bzw. eine Kündigung in Kauf genommen hätte. Zumal die Arbeitgeberin auch nicht behauptet hat, je eine Verwarnung ausgesprochen zu haben, vermag daran insbesondere auch nichts zu ändern , dass sie gegenüber der Kasse an- gegeben hat, im letzten Jahr der Anstellung des Versich erten hätten sich keine bemerkbaren Verbesserungen eingestellt und der Versicherte habe eine verzerrte Eigenwahrnehmung auf- gewiesen (Kassen-Dok 57). Derartige Aussagen alleine ge nügen nicht, ein allfälliges Fehlver- halten des Arbeitnehmers in arbeitslosenversicherungsrech tlicher Hinsicht klar genug zu bele- gen (oben, Erwägung 3.3 hiervor). Ausserdem handelt e s sich bei den von der ehemaligen Ar- beitgeberin geltend gemachten Divergenzen betreffend die Abstimmung von Umstrukturie- rungsprozessen wie zuvor erwähnt ohnehin nicht um dera rt gravierende Vorkommnisse, bei welchen ohne eine Verwarnung sogleich mit einer Entla ssung zu rechnen gewesen wäre (Ur- teil des Bundesgerichts vom 10. Januar 2007, C 354/05, E. 4.4). 5.2 Es ist zwar unbestritten, dass offenbar diverse Unstimm igkeiten zwischen dem Versi- cherten und seinen direkten Vorgesetzten bestanden haben. Diese genügen dem zitierten Urteil des Bundesgerichts zufolge alleine aber nicht, dass der Versicherte ohne vorgängige Verwar- nung mit einer Entlassung hätte rechnen müssen. Selbst wenn solche Spannungen zu grösse- ren Differenzen geführt hätten, können sie bei der vorliegenden Aktenlage beweismässig jeden- falls nicht eindeutig und klar genug auf das Verhalten des Versicherten zurückgeführt werden. Es ist in Erinnerung zu rufen, dass nicht leichthin auf ein fehlerhaftes Verhalten eines Arbeit- nehmers geschlossen werden darf, wenn die Arbeitgeberin nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für welche sie keine Beweise anführen kan n. So verhält es sich auch hier: Nebst dem Umstand, dass keinerlei schriftliche Protokolle oder echtzeitliche Gesprächsnotizen in Bezug auf die von ihr geltend gemachten Abstimmun gsprobleme vorliegen, bleiben die Vor- würfe mit Ausnahme zweier kurzfristig abgesagter Gesprä chstermine wenig konkret. Dass der Versicherte mit seinem Verhalten das Vertrauensverhältni s gegenüber seiner Arbeitgeberin letztlich derart strapaziert hat, dass er damit rechnen m usste, seine Stelle zu verlieren, ist unter den dargelegten Umständen deshalb nicht dargetan. 5.3 Wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, war di e Mitarbeiterbeurteilung des Versi- cherten, soweit dokumentiert, in der Vergangenheit ste ts sehr positiv ausgefallen. Ebenso we- nig liegen in der jüngsten Vergangenheit seines Arbeit sverhältnisse allfällige Beanstandungen vor, wonach dem Versicherten zum Vorwurf gemacht werden könnte, dass er hätte wissen müssen, seine Leistung und die im Nachgang von seiner e hemaligen Arbeitgeberin nunmehr bemängelte Kooperation könnten eine Kündigung zur Fo lge haben. Damit aber kann nicht ge- sagt werden, der Beschwerdeführer habe eine solche zumind est eventualvorsätzlich in Kauf genommen. Daran ändern auch die ihm von der Kasse kon kret vorgeworfenen Absagen zweier Besprechungstermine nichts. Weder geht aus den Akten he rvor noch wird seitens der Parteien Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht behauptet, dass dem Versicherten nach der abgesagten Be sprechung am 2. Februar 2017 konkrete Erwartungen an eine verbesserte Kooperation n ahe gelegt worden wären. Den Akten lässt sich vielmehr entnehmen, dass im Nachgang zwischen F ebruar und April 2017 diverse weitere Abstimmungsmeetings stattgefunden haben, anlässli ch welcher der Versicherte trotz seiner offenbar kritischen Haltung gegenüber Neuerunge n und trotz eines in diesem Zusam- menhang allenfalls auch forschen Auftritts offenbar nie konkret verwarnt oder gerügt worden ist. Die Akten zeichnen in diesem Zusammenhang vielmehr das Bild einer allenfalls schwierigen Zusammenarbeit, die aber letztlich während mehrerer Mo nate ohne aktenkundige Beanstan- dungen weiter geführt worden ist. Bei dieser Ausgang slage musste der Beschwerdeführer aber nicht damit rechnen, dass sein Arbeitsverhältnis gekündig t würde. Dasselbe gilt letztlich für die Absage des auf den 10. Mai 2017 geplanten Abstimmung smeetings. Diese zweite kurzfristige Absage ist zwar ebenfalls aktenkundig und wird vom Beschwe rdeführer denn auch zu Recht nicht bestritten. Indessen stellt auch sie keine derart g robe Verletzung von arbeitsrechtlichen Pflichten dar, dass der Versicherte deshalb mit einer Kü ndigung hätte rechnen müssen. Hinter- grund bildet der Umstand, dass aus den entsprechenden A kten gerade nicht hervorgeht, dass sich der Versicherte weiteren Gesprächen verweigert hätte . Es ist zwar nicht von der Hand zu weisen, dass eine kurzfristige Absage eines Termins, zu wel chem bereits rund eine Woche zu- vor eingeladen worden war, nicht einfach hingenommen werden kann. Eine eigentliche Arbeits- verweigerung kann darin aber nicht erkannt werden, we il der Versicherte zusammen mit seiner Absage zugleich angekündigt hat, für die beabsichtigte Demonstration der Prozesse seinerseits neu einzuladen. In arbeitslosenversicherungsrechtlicher Hinsicht stellt diese zweite Absage da- her ebenfalls keine derart gravierende Verfehlung dar , bei welcher ohne Weiteres eine Kündi- gung zu erwarten gewesen wäre (Kasse-Dok 55). 5.4 Zusammenfassend trat die Unzufriedenheit der Arbeit geberin mit der Leistung des Be- schwerdegegners zu wenig klar zu Tage, dass auf ein eventualvorsätzliches Verhalten des Ver- sicherten zu schliessen ist. Damit erübrigen sich weitere Abkl ärungen zu einem allfälligen Fehl- verhalten. Kann dem Beschwerdeführer kein eventualvorsätzliches oder gar vorsätzliches Fehl- verhalten zur Last gelegt werden, ist von einer Einstell ung in der Anspruchsberechtigung abzu- sehen. Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen Einspr acheentscheids und zur Gutheis- sung der Beschwerde. 6.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. 6.2 Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hält fest, dass die obsie gende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat. Bei diesem Aus gang des Verfahrens ist dem Be- schwerdeführer eine Parteientschädigung zu Lasten der Vorinstanz zuzusprechen. Der gemäss Honorarnote vom 4. Juni 2018 für das vorliegende Bes chwerdeverfahren geltend gemachte Aufwand von 12 Stunden und fünf Minuten ist hoch, ind essen noch knapp als angemessen zu taxieren und zu dem praxisgemäss vor dem Kantonsgericht übl ichen Stundenansatz von Fr. 250.— (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für die An wältinnen und Anwälte vom 17. November 2003) zu entgelten. Die ausgewiesenen Auslagen in der Höhe von Fr. 188.30 sind ebenfalls Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht angemessen. Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Parte ientschädigung im Umfang von Fr. 3‘456.25 (12 Stunden und fünf Minuten à Fr. 250 .— zuzüglich Auslagen von Fr. 188.30 und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Vorinstanz zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einsprach eentscheid der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland vom 15. Februar 2018 auf- gehoben. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland hat de m Beschwerdefüh- rer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘456 .25 (inkl. Ausla- gen und 7,7% Mehrwertsteuer) auszurichten. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs http://www.bl.ch/kantonsgericht