Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. Dezember 2019 (720 19 128 / 306) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Das verwaltungsexterne Gutachten entspricht sowohl formell als auch inhaltlich den An- forderungen, die das Bundesgericht an eine beweista ugliche Beurteilungsgrundlage stellt; namentlich vermag die Beteiligung einer Ass istenzärztin am Gutachten die Be- weistauglichkeit desselben nicht in Frage zu stellen. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Elisabeth Maier, Advo- katin, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1968 geborene A.____ meldete sich am 23. Mai 2 017 (Eingang) unter Hinweis auf einen erlittenen Hirnschlag, eine Lungenembolie, Rückenbeschwerden sowie Depressionen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistung sbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle des Kantons Basel- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 13. März 2019 nach durchgeführtem Vorbescheidver- fahren den Anspruch auf eine Invalidenrente ab. B. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertr eten durch Elisabeth Maier, Advo- katin, mit Eingabe vom 29. April 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge richt). Darin beantragte sie, es sei die Verfügung der IV-Stelle vom 13. März 2013 aufzuh eben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualtier sei die Angelegen heit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die unentgeltliche Prozessführung und di e unentgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Maier als Rechtsvertreterin. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass das polydisziplinäre Gutachten der Medexperts AG (Medexp erts) vom 22./24. Oktober 2018, auf welches sich die Verfügung der IV-Stelle stütze, sowoh l in formeller als auch in materieller Hinsicht nicht über den erforderlichen Beweiswert verfüge. C. Mit prozessleitender Verfügung vom 3. Mai 2019 bewil ligte die instruierende Präsiden- tin des Kantonsgerichts der Beschwerdeführerin die une ntgeltliche Prozessführung und die un- entgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Maier als Rechtsvertreterin. D. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Juni 2019 schloss di e IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. E. In ihrer Replik vom 27. August 2019 hielt die Beschw erdeführerin vollumfänglich an ihren Anträgen und ihren Begründungen fest, wobei sie weitere Unterlagen ins Recht legte. Mit Duplik vom 9. Oktober 2019 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine I nvalidenrente. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 13. März 2019 ent- wickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgem äss die zeitliche Grenze der richterli- chen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). Später eingereichte ärztliche Berichte sind ausnahmsweise zu berücksichtigen, wenn daraus Rückschlüsse auf de n Gesundheitszu- stand im Zeitpunkt des Verfügungserlasses gezogen werden kö nnen (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b in fine). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern könn en (lit. a), die während eines Jahres Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindesten s 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindeste ns 40% invalid sind (lit. c). Bei ei- nem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruc h auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Ren te, bei einem Invaliditätsgrad von min- destens 60% auf eine Dreiviertelrente und bei einem I nvaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzug eltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstä nden kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu- schätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gel ingt, auf objektivierter Beurteilungs- grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeit s- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invalidit ätsgrad bestimmen (allgemeine Me- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht thode des Einkommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). Gemäss diesen Richtlinien ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe zialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Im Zentrum der medizinischen Beurteilung steht das Gutachten der Medexperts vom 22. / 24. Oktober 2018. Darin diagnostizierten die bet eiligten Fachpersonen aus polydisziplinä- rer Sicht mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einen S tatus nach ischämischem Hirninfarkt im Mediastromgebiet links am 20. Januar 2017 mit residuell minimaler kognitiver Störung (ICD-19 I69.3) sowie eine degenerative Instabilität mit ein em Wirbelgleiten L4/L5 Meyerding Grad I und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer mässiggradigen Einengung des Rückenmarkkanals (ICD-1 0 M43.16). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden u.a. folgende Diagnosen g estellt: akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1), eine Anpassungsstörung (DSM-5 309.4), eine bipolare affektive Störung, ge- genwärtig remittiert (ICD-10 F31.7), leichte degener ative Veränderungen im Bereich der Hals- wirbelsäule (HWS) mit einer Bandscheibenvorwölbung C4/ 5 und C6/7 (ICD-10 M54.92) sowie eine Pollen- und Gräserallergie. 5.2.1 Aus orthopädischer Sicht bestehe eine schlüssig nac hvollziehbare Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Im Vordergrund stünden dabei die wiederkehrenden Schmer- zen der Lendenwirbelsäule (LWS) bei einem bekannten d egenerativen Wirbelgleiten L4/L5 Grad I. Zu einer Verstärkung dieser Beschwerden komme es bei einer spezifischen, vermehrten Belastung der LWS. Erfreulicherweise sei es nach der o perativen Versorgung beider Schultern im Verlauf zu einem Sistieren der Beschwerden gekommen und zum aktuellen Zeitpunkt be- stünden keine relevanten funktionellen Einschränkungen. Die noch verbliebenen lokalen Be- schwerden im Bereich der HWS bei bekannten leichten dege nerativen Veränderungen und ei- ner Bandscheibenwölbung C4/5 und C 6/7 mit möglicher W urzelreizung C7 hätten sich durch die konservative Therapie deutlich gebessert und es best ehe nun keine relevante Einschrän- kung im Alltag. Sowohl in der angestammten Tätigkeit a ls kaufmännische Angestellte als auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehe eine A rbeitsfähigkeit von 90%, wobei die ange- stammte Tätigkeit aus orthopädischer Sicht eine ideal angepasste Arbeit darstelle. Folgende Tätigkeiten sollten vermieden werden: Das Heben und T ragen von Gewichten über 12kg und das Tragen von Gewichten über 10kg. Auch sollte das He ben und Tragen nicht repetitiv erfol- gen. Arbeitszwangshaltungen mit vermehrter Belastung d er LWS und in der tiefen Hocke. Ar- beiten, welche mit dem regelmässigen Bücken unter Tischk antenniveau verbunden seien, re- gelmässige höhenexponierte Arbeiten sowie Arbeiten über Kopf. 5.2.2 Im neurologischen Teilgutachten wurde festgehalte n, dass die Versicherte während der gesamten Untersuchungsdauer vollumfänglich orientiert gewesen sei. Es seien keine Hinweise auf Müdigkeit und rasche Ermüdbarkeit sowie keine Flukt uation der Vigilanz und keine Interfe- renzanfälligkeit zu beobachten gewesen. Die Aufmerksamkei t und die Konzentration hätten klinisch der nach dem biographischen Hintergrund zu erwar tenden Kapazität entsprochen. Ins- gesamt seien bei der orientierenden neuropsychologisch en Untersuchung eine leichte motori- sche Aphasie und Dyskalkulie aufgefallen. In der angestamm ten Tätigkeit bestehe eine redu- zierte Leistungsfähigkeit von 20-30%. Die Versicherte se i zeitlich zu 100% arbeitsfähig, könne in dieser Zeit jedoch nur eine Leistung von 70-80% er bringen. Dies aufgrund eines durch den Schlaganfall verursachten und in der neuropsychologischen Testung nachgewiesenen verrin- gerten Arbeitstempos und eines erhöhten Pausenbedarfs Auch das durch die leichte, residuelle Aphasie bedingte reduzierte Sprechtempo sei dabei berücksichtigt worden. Hinweise auf mittel- schwere oder schwere kognitive Funktionsstörungen, welch eine höhere Reduktion der Arbeits- fähigkeit bedingen würden, hätten sich in der neuropsych ologischen Testung vom 19. März 2018 nicht ergeben. Auch in jeglicher anderen Tätigkeit bestehe eine Leistungsfähigkeit von 70- 80%. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2.3 Aus psychiatrischer Sicht habe die Versicherte ange geben, 2005 eine manisch- depressive Episode erlitten zu haben und damals auch kurz in stationärer Behandlung gewesen zu sein. Die klar beschriebene depressive Symptomatik imponi ere retrospektiv als hypomani- sches Zustandsbild. Im Zuge der aktuellen Begutachtung hab e sich keine ausgeprägte depres- sive Symptomatik bei der Versicherten gezeigt, die die ICD-10 Diagnosekriterien für eine leichte depressive Episode erfüllen würden. Die von der Versicher ten angeführten leichten Aggressio- nen hätten sich im Rahmen der aktuellen Begutachtung n icht gesondert objektivieren lassen und würden sich auch schon vorgängig in neuropsychologische n Testungen ebenfalls als nicht objektivierbar bzw. auffällig beschrieben finden. Hinsi chtlich der Persönlichkeit würden sich kei- ne Anhaltspunkte für spezifische oder kombinierte Persön lichkeitsstörungen ergeben, da keine tiefgreifenden Verhaltensweisen oder -muster mit Begin n in der Jugend bzw. dem jungen Er- wachsenenalter bei der Versicherten hätten festgestellt werden können. Die berufliche Anam- nese der Versicherten zeige jedoch Aspekte für akzentuierte Persönlichkeitszüge. Im Zuge ihrer Arbeitslosigkeit sei die Versicherte ins Ausland ausgereist, habe aber auch nach ihrer Rückkehr Schwierigkeiten gehabt, in ihren erlernten Beruf einzusteigen, wobei die vielen Jobabsagen von der Versicherten als Kränkung erlebt worden seien. D ie Schmerzsymptomatik der Versicherten zeige unter Einbezug der polydisziplinären Einschätzung en keine Aspekte einer somatoformen Schmerzstörung bzw. einer chronischen Schmerzstörung mit so matischen und psychischen Faktoren. Auch fänden sich keine Hinweise für Erkrankunge n aus dem schizophrenen Formen- kreis, für eine Zwangsstörung, eine posttraumatische Bela stungsstörung oder für eine ausge- prägte Angststörung oder Phobie. Die von der Versichert en angeführten kognitiven Defizite würden nicht durch eine psychische Störung imponieren, s ondern hätten ihre Ursache im erlit- tenen Schlaganfall. Aus rein psychiatrischer Sicht würde si ch keine Beeinträchtigung der Ar- beitsfähigkeit ergeben. 5.2.4 In ihrer Konsensbeurteilung kamen die Gutachter ü berein, dass aus polydisziplinärer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 70% bestehe. Im Vorde rgrund stünden dabei die leichte kogniti- ve Störung nach einem Schlaganfall und die bekannten degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteil ung des medizinischen Sachver- halts und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten im Wes entlichen auf die Ergebnisse, zu denen die Gutachter im Gutachten der Medexperts vom 22. /24. Oktober 2018 gelangt waren. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherten ihre angestam mte Tätigkeit als Büroangestellte als auch eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 70% zumutbar sei. 6.2 Die Beschwerdeführerin stellt die Beweistauglichke it des Medexperts-Gutachtens, na- mentlich des neurologischen Teilgutachtens, zunächst i n formeller Hinsicht in Frage. Dabei macht sie geltend, der neurologische Fachteil sei nicht im erforderlichen Ausmass durch den beauftragten Facharzt ausgefertigt worden. Vielmehr habe der überwiegende Teil der Explorati- on durch eine Ärztin ohne Facharzttitel stattgefunden. Eine Zustimmung des Auftraggebers zur Delegation der klinischen Untersuchung sei den Akten soda nn nicht zu entnehmen. Folglich sei das neurologische Teilgutachten nicht verwertbar. Da di eses zudem Grundlage eines Konsen- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ses bezüglich des Gesamtergebnisses bilde, gelte die Nicht verwertbarkeit für das gesamte Gutachten der Medexperts, hinsichtlich dessen sich eine Entfernung aus den Akten aufdränge. 6.3.1 Es ist der Beschwerdeführerin dahingehend beizup flichten, als es zur Beurteilung sozi- alversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche verlässlicher medi zinischer Entscheidungs- grundlagen bedarf (BGE 134 V 231 f. E. 5.1). Der Be weiswert einer spezialärztlichen Expertise hängt u.a. davon ab, ob die begutachtende Person übe r die entsprechende Fachausbildung verfügt. Ihre fachliche Qualifikation spielt für die r ichterliche Würdigung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Für die Eignung einer Ärztin oder e ines Arztes als Gutachterperson in einer bestimmten medizinischen Disziplin ist ein entsprechender, dem Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienender spezialärztlicher Titel der berich tenden oder zumindest der den Be- richt visierenden Arztperson erforderlich (Urteil des Bund esgerichts vom 14. Dezember 2016, 8C_309/2016, E. 4.3 mit Hinweisen). 6.3.2 Im Rahmen der vorliegenden Begutachtung wurde die Versicherte am 22. Oktober 2018 neurologisch von Dr. med. B.____, FMH Neurologie , und Dr. med. C.____, Assistenzärz- tin Neurologie, psychiatrisch von Dr. med. univ. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sowie am 24. Oktober 2018 orthopädisch von Dr. med. un iv. E.____, FMH Orthopädische Chi- rurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und a llgemein internistisch von Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, untersucht. Un terschrieben wurde das Gutachten von den vier genannten Fachpersonen. Mit vorgängigem Schre iben vom 27. September 2018 eröff- nete die IV-Stelle der Versicherten die zu untersuchend en Disziplinen sowie die entsprechen- den Fachpersonen. Im Rahmen der Terminbestätigung vom 1. Oktober 2018 wurde ferner unter der Disziplin Neurologie zusätzlich Dr. C.____, Assistenzärztin Neurologie, aufgeführt. 6.3.3 Was den Einwand der fehlenden Zustimmung des Au ftraggebers hinsichtlich der Dele- gation an die Assistenzärztin in grundsätzlicher Hinsicht an belangt, gilt es festzuhalten, dass das Bundesgericht bzw. das frühere Eidgenössische Versich erungsgericht wiederholt entschie- den hat, dass der Beizug ausgewiesener Mitarbeiter im Rahmen der Erstattung von medizini- schen Gutachten zulässig und für sich allein nicht geeignet ist, den Beweiswert einer entspre- chenden Begutachtung in Frage zu stellen (vgl. etwa Urte il des Bundesgerichts vom 3. August 2010, 8C_213/2010, E. 2.2; Urteil des Eidgenössischen V ersicherungsgericht [EVG] heute Bundesgericht vom 24, Juli 2002, U 87/01). Vor diesem Hintergrund bildet die Mitbeteiligung einer Assistenzärztin an der Begutachtung für sich allei n keinen Anlass, einem Gutachten den Beweiswert abzusprechen. Argumentiert wird in diesem Zusammenhang insbesondere, es kön- ne nicht verlangt werden, dass der für die Begutachtun g zuständige Facharzt persönlich alle Untersuchungen vornehme (Urteil des Bundesgerichts vom 1 4. Dezember 2016, 8C_309/2016, E. 4.3). Eine Zustimmung des Aufraggebers wird hierfür nicht gefordert. 6.3.4 Mit Blick auf die Ausführungen der Beschwerdefüh rerin hinsichtlich des Umfangs einer entsprechenden Beteiligung ist diese Rechtsprechung all erdings insofern kritisch zu hinterfra- gen, als die Beweistauglichkeit eines Gutachtens auch dan n grundsätzlich nicht in Frage ge- stellt wird, wenn Befundaufnahme und Verfassung des Gut achtens ausschliesslich durch einen Assistenzarzt erfolgen und der visierende Facharzt die ver sicherte Person nicht selber unter- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sucht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. August 2010 , 8C_213/2010, E. 2.2). Fraglich er- scheint dabei insbesondere, ob unter diesen Umständen no ch von einem Beizug ausgewiese- ner Mitarbeiter bzw. einer Hilfsperson gesprochen werden kann und ob sich die fehlende Betei- ligung an der Untersuchung mit der Pflicht zur persönli chen Erfüllung der begutachtenden Per- son vereinbaren lässt. Dies umso mehr, als die Rechtsprech ung im Bereich des Strafrechts strenge Anforderungen an die Heranziehung von Hilfsper sonen bei der Erstattung von Gutach- ten stellt. So sind bspw. Funktion, Art und Inhalt de r Mitwirkung der eingesetzten Person zwin- gend offenzulegen. Alsdann bedarf die eigenständige Bearbeitung von Teilaspekten einer Er- mächtigung des Auftraggebers. Auf eine nähere Klärung dieser Fragen kann indes verzichtet werden. Vorliegend hat der zuständige Facharzt, Dr. B. ____, das Gutachten nicht nur unter- zeichnet, sondern war – wenn auch nicht während der gesamten Zeit – persönlich an der Unter- suchung beteiligt, was auch von der Beschwerdeführerin n icht in Abrede gestellt wird. Die Rechtsprechung im Bereich des Sozialversicherungsrechts schrei bt weder die Anwesenheit während der gesamten Begutachtungszeit vor noch stellt si e die selbstständige Bearbeitung von Teilaspekten durch qualifizierte Mitarbeiter unter d en Vorbehalt der Ermächtigung des Auf- traggebers. Nachdem die Beschwerdeführerin die fachliche Qualifikation der am neurologischen Gutachten beteiligten Assistenzärztin nicht in Frage stel lt und auch sonst keine Umstände er- sichtlich sind, welche zu einer anderen Beurteilung Anlass zu geben vermöchten, vermag die Mitwirkung von Dr. C.____ die Beweistauglichkeit für sich allein vorliegend nicht in Frage zu stellen. 6.4 Zu prüfen ist weiter, ob das Gutachten auch den inhaltlichen Anforderungen an eine beweiskräftige Beurteilungsgrundlage entspricht. 6.5.1 Die Beschwerdeführerin stellt unter Hinweis auf die Berichte von Dr. med. G.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, insbesondere die Zumutb arkeit einer angepassten Tätigkeit als Büroangestellte im gutachterlich attestierten Umfang von 70% in Abrede. Dabei macht sie hinsichtlich des neurologischen Fachteils zunächst geltend, die Gutachter hätten unbesehen auf die Ergebnisse der am 19. März 2018 in der Memory Clini c des Spitals H.____ durchgeführten neuropsychologischen Testung abgestellt, deren Ergebnissen zufolge bei der Versicherten eine minimale kognitive Störung bestehe. Aufgrund des fluktu ierenden Charakters der neurologi- schen Einschränkungen hätte diesbezüglich eine erneute Ab klärung erfolgen müssen. Dessen ungeachtet erweise sich die Tätigkeit als Büroangestellte den Ausführungen von Dr. G.____ zufolge als nicht zumutbar. 6.5.2 Das Gutachten der Medexperts ist umfassend und di e darin dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenommenen Schlussfo lgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die Gutachter haben die Versicherte persönlich untersucht, eine umfassende Anamnese erhoben und gehen einlässlich auf ihre Angabe n und Beschwerden ein. Sie setzen sich zudem fundiert mit den bei den Akten liegenden me dizinischen Berichten auseinander und nehmen zu abweichende Einschätzungen in überzeugender W eise Stellung (vgl E. 4.2 hiervor mit Hinweis auf BGE 125 V 353 3a). Alsdann nehmen d ie Gutachter auf der Grundlage einer sorgfältigen Diagnosestellung eine überzeugende Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit vor. Soweit die neurologischen Gutachter auf eine erneute neurolo gische Spezialuntersuchung verzichte- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten, haben sie ihren Entscheid schlüssig begründet, inde m klar zum Ausdruck gebracht wurde, dass sich eine erneute neurologische Testung angesichts der im März 2018 durchgeführten neuropsychologischen Abklärungen als nicht notwendig erweise. Nachdem im Einklang mit die- sen Feststellungen aufgrund der zwischenzeitlichen medizini schen Entwicklung keine wesent- lich abweichenden Befunde haben ausgemacht werden könn en, ist dieses Vorgehen nicht zu beanstanden und vermag den Beweiswert des Gutachtens n icht in Frage zu stellen. Dies umso weniger, als zwischen der Erstellung des Gutachtens und der letzten Testung lediglich ein Zeit- raum von rund sechs Monaten lag, zumal solange auf medizin ische Berichte abgestellt werden kann, als sie den medizinischen Sachverhalt zuverlässig wied ergeben (vgl. BGE 125 V 352 E. 3). 6.5.3 Was sodann die Ausführungen von Dr. G.____, in sbesondere in ihren Berichten vom 31. Januar und 22. Mai 2019, anbelangt, so gründen i hre Feststellungen im Allgemeinen wie auch die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Besonderen vorwiegend auf den subjektiven Anga- ben der Versicherten, ohne dass sie diese mit eigenen Befunden untermauert. Jedenfalls haben die von ihr festgestellten Sprach- und Wortfindungsstör ungen im neurologischen Gutachten vom 22. Oktober 2019 umfassende Würdigung erfahren. Fer ner konnte die von ihr beschriebe- ne erhöhte Reizbarkeit der Versicherten, welche als eine r Bürotätigkeit entgegenstehend ange- führt wird, anlässlich der neurologischen Abklärung ger ade nicht beobachtet werden. Auch die am 29. April bzw. 13. Mai 2019 von Dr. G.____ veranlasste neuropsychologische Untersuchung vermag daran nichts zu ändern. Ungeachtet der Tatsache, dass diese nach Verfügungserlass erfolgte, lassen sich daraus keine Aspekte entnehmen, die im Gutachten vom 22. Oktober 2019 nicht bereits gewürdigt wurden. Nach dem Gesagten vermö gen auch die Berichte von Dr. G.____ vom 31. Januar und 22. Mai 2019 das neurologische Fachgutachten nicht in Zweifel zu ziehen. 6.5.4 Nichts anderes ergibt sich aufgrund der angerufen en MRT-Berichte vom 10. Januar und 22. Februar 2019 hinsichtlich der orthopädischen Si tuation, denen keine wesentlich abwei- chenden Befunde zum Gutachten entnommen werden können . Was die ebenso nach Verfü- gungserlass mit Bericht vom 21. August 2019 neu diagnostizierte Zunahme des Wirbelgeleitens auf Höhe L4/L5 von Meyerding Grad I auf Meyerding Gra d I-II angeht, so hat der RAD-Arzt Dr. med. I.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Trau matologie des Bewegungsapparates, überzeugend dargelegt, dass die messtechnisch als gering einzustufende Zunahme der Gleitin- stabilität bei unverändert intakter peripherer Motorik und Sensibilität der oberen und unteren Extremitäten am gutachterlich formulierten Anforderun gsprofil nichts zu ändern vermag (vgl. RAD-Beurteilung vom 13. März 2019, S. 6). 6.5.5 Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich geltend m acht, dem Gutachten lasse sich nicht entnehmen, wie die aus orthopädischer Sicht veran schlagte Einschränkung von 10% im Rahmen der Konsensbeurteilung bewertet worden sei, kan n ihr ebenfalls nicht beigepflichtet werden. Es trifft zwar zu, dass nicht explizit darauf hinge wiesen wird, ob die attestierten Ar- beitsunfähigkeiten kumulativ zu werten seien oder nich t. Aufgrund der Tatsache, wonach die Arbeitsunfähigkeit aus neurologischer Sicht mit 20-30 % beziffert wurde, kann aber unstreitig entnommen werden, dass die aus orthopädischer Sicht aner kannte Einschränkung von 10% im Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rahmen der polydisziplinären Bewertung der Arbeitsfähi gkeit mit insgesamt 30% Berücksichti- gung gefunden hat, zumal ausdrücklich festgehalten wir d, dass sich die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch die leichte neurokognitive Stö rung nach einem Schlaganfall und den be- kannten degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule begründen würde. 6.6 Nach dem Gesagten kann hinsichtlich der Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnis- se sowie der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin au f das überzeugende Gutachten der Medexperts vom 22. / 24. Oktober 2018 abgestellt werden. Auf dieser Grundlage ist davon aus- zugehen, dass der Beschwerdeführerin eine dem orthopädi schen Anforderungsprofil entspre- chende, leidensadaptierte Tätigkeit zu 70% zumutbar ist. 7.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchti- gung. 7.2 Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Verfügung vo m 13. März 2019 den zur Ermittlung des Invaliditätsgrades erforderlichen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei ermittelte sie sowohl das massgebende Validen- wie auch das zumutbare Inv alideneinkommen in Anwen- dung der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstruktur erhebung (LSE). Grundlage hierfür bildete jeweils die Tabelle T17 der LSE 2014. Anhand des Sektors Bürokräfte und verwandte Berufe, Kompetenzniveau 1, Spalte Frauen, und damit eines monatlichen Einkommens von Fr. 5’756.-, errechnete die Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden und nach Anpassung des Be trags an die branchenübliche Nomi- nallohnentwicklung ein Valideneinkommen in der Höhe von 72’368.--. Das entsprechende Inva- lideneinkommen in der Höhe von Fr. 50’658.-- bestimm te sie gestützt auf ebendiese Berech- nungsgrundlagen. Aus der Gegenüberstellung der Vergle ichseinkommen resultierte ein renten- ausschliessender Invaliditätsgrad von 30%. 7.3 Die Beschwerdeführerin macht im Zusammenhang mit d er konkreten Berechnung gel- tend, für das Invalideneinkommen sei die Tabelle TA1 d er LSE 2016, Sektor Total, Kompetenz- niveau 1 heranzuziehen, da ihr eine Verweistätigkeit al s kaufmännische Angestellte nicht mehr zumutbar sei. Wie aus den vorstehenden Erwägungen erhel lt, ist der Beschwerdeführerin den beweiskräftigen gutachterlichen Ausführungen zufolge d ie angestammte Tätigkeit – entgegen ihrer Auffassung – in einem reduzierten Umfang von 70% nach wie vor zumutbar (vgl. E. 5 hier- vor). Unter diesen Umständen sind Validen- und Invaliden einkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen (vgl. Urteil des Bundesgeri chts vom 19. Juni 2017, 8C_148/2017, E. 6.2.2). Ungeachtet der Tatsache, dass mit Blick auf das Verfügungsdatum vorliegend die Tabelle TA1 der LSE 2014 zu veranschlagen wäre, würde demnach so oder anders anhand eines Prozentvergleichs bei einer Restarbeitsfähigkeit von 70% ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 30% resultieren. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass ein zusätzlicher leidensbedingter Abzug vorliegend nicht gerechtfertigt ist, da den gesundheitlichen Einschrän- kungen der Beschwerdeführerin im Rahmen der Zumutbarkei tsbeurteilung bereits weitgehend Rechnung getragen wurde und hinsichtlich der Restarbeit sfähigkeit von 70% eine volle Leis- tungsfähigkeit ausgewiesen worden ist (vgl. E. 5.2.4 hiervor). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Ver fügung der IV-Stelle vom 13. März 2019 nicht zu beanstanden. Die dagegen erhob ene Beschwerde ist bei diesem Er- gebnis abzuweisen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist di e Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Ihr ist allerdings mit verfahrenslei- tender Verfügung vom 3. Mai 2019 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden, weshalb die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse gehen. 9.2 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird keine P arteientschädigung ausge- richtet. Da der Beschwerdeführerin mit prozessleitender V erfügung vom 3. Mai 2019 auch die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertret erin bewilligt worden ist, hat deren Ent- schädigung aus der Gerichtskasse zu erfolgen. Gemäss § 3 Ab s. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Ver- beiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertrete rin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 14. Oktober 2019 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 17 Stunden und 20 Minuten geltend gemacht, was umfan gmässig in Anbetracht der sich stel- lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen zwar als hoch, ab er noch als angemessen zu bezeich- nen ist. Nicht zu beanstanden sind die in der Honorarn ote ausgewiesenen Auslagen von insge- samt Fr. 165.50. Ihr ist deshalb ein Honorar in der H öhe von Fr. 3'912.20 (17 Stunden und 20 Minuten à Fr. 200.-- zuzüglich Spesen und Auslagen von Fr. 165.50 sowie 7.7% Mehrwertsteu- er) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.3 Die Beschwerdeführerin wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewä hrt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'912.20 (inkl. Auslagen und 7.7% Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse ausgerichtet.