A bteilung IV D -5490/2006 gar/geg {T 0/2} U rteil vom 3. A pril 2007 M itw irkung: R ichter G alliker, R ichterin D e C oulon Scuntaro, R ichterin C otting-Schalch G erichtsschreiber G eisser A._______, alias B._______, alias C ._______, alias D ._______, alias E._______, Afghanistan, vertreten durch F._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 28. A ugust 2006 i.S. A syl und W egw eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. a) Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschw erdeführer seinen H eim atstaat im Frühjahr 2003 auf dem Landw eg, um nach G ._______ (Pakistan) zu gelangen, w o er sich w ährend sechs M onaten aufgehalten habe. D anach sei er in den Iran gereist, w o er für w eitere sieben M onate gelebt habe. N ach anschliessendem Auf- enthalt von rund einem halben Jahr in der Türkei sei er m it H ilfe eines Schleppers durch ihm unbekannte Länder unter U m gehung der G renzkontrollen in die Schw eiz gelangt. Am 3. D ezem ber 2004 sprach der Beschw erdeführer in der H ._______ vor, m achte - ohne ein zur Identifikation genügendes Papier vorzuw eisen - die rubrizierten Angaben zu seiner Person und ersuchte um G ew ährung des Asyls. D as Bundesam t erhob am 6. D ezem ber 2004 seine Personalien und befragte ihn sum m arisch zum R eisew eg und zu den G ründen für das Verlassen des H eim atlandes. M it D atum vom 10. D ezem ber 2004 führte es eine direkte Anhörung des Beschw erdeführers durch. Am 17. August 2006 fand eine ergänzende Anhörung durch das BFM statt. b) Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer zur Begründung des Asylgesuchs im W esentlichen geltend, als ursprünglich aus der Provinz I._______ stam m ender sunnitischer Tadschike habe er seit seinem siebten Lebensjahr in Ka- bul gelebt. Im Jahr 1978 sei er der Kom m unistisch D em okratischen Volkspartei (D VPA) beigetreten und zw ei Jahre später - nach dreim onatiger m ilitärischer Aus- bildung - erstm als gegen Angehörige der "islam istischen Vereinigung" (gem eint: G uerilla-Käm pfer der islam ischen M ujaheddin), unter anderem gegen den Kom - m andanten "T.", eingesetzt w orden. W ährend der Jahre 1986 bis 1988 habe er die O ffiziersschule besucht und sei in der Folge als Befehlshaber einer rund 40-köp- figen Boden- und Luftabw ehreinheit m it Angriffen gegen die M ujaheddin im G ross- raum Kabul beauftragt w orden. Als im Jahr 1992 die kom m unistische Arm ee der O ffensive der G uerilla-Käm pfer auf Kabul erlegen sei, hätten Letztere sein W affen- lager geplündert. Er selbst sei von einem ihrer Führer festgenom m en und m iss- handelt w orden, w obei er sich einen N asenbeinbruch zugezogen habe. Einer sei- ner ehem aligen Soldaten, w elcher die Seite gew echselt gehabt habe, habe ihn aus der G efangenschaft befreit. Er sei daraufhin über J._______ und G ._______ (Pa- kistan) in den Iran geflüchtet, w o er w ährend rund elf Jahren in Sicherheit habe le- ben können. Im Zuge der M achtübernahm e durch Präsident Karzai und dem dam it verbundenen politischen U m sturz in Afghanistan habe er sich entschlossen, im Fe- bruar/M ärz 2003 - an das genaue D atum könne er sich nicht m ehr erinnern - nach Afghanistan zurückzukehren, um seine Fam ilie zu suchen. Zuerst habe er sein El- ternhaus in Kabul aufgesucht, das durch den Krieg zerstört w orden sei. Als er w ei- tere Verw andte in der O rtschaft "K._______" gesucht habe, sei er dem ehem als für die "islam istische Vereinigung" käm pfenden und m ittlerw eile dem Karzai-R egim e angehörenden Kom m andanten "T." begegnet, w elcher ihn sogleich erkannt, ver- folgt und auf seiner Flucht durch einen Schuss am Bein verletzt habe. N achdem er sich sich dem Verfolger habe entziehen können, habe er sich entschlossen, sein H eim atland erneut zu verlassen.3 In Ergänzung zu den erw ähnten Schilderungen gab der Beschw erdeführer vor dem Bundesam t auf entsprechende N achfrage an, er sei im Jahr 1989 - in der Folge eines m issglückten Putschversuchs durch G eneral L._______ - gefoltert w orden, w obei er offen liess, w er die G ew alttäter w aren. Auf w eitere Einzelheiten der Anhörungen w ird, sofern für den Entscheid w esent- lich, in den nachstehenden Erw ägungen eingegangen. B. M it Verfügung vom 28. August 2006 – eröffnet am 30. August 2006 – lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab und ordnete die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug an. Als G rund für die N ichtzuerkennung der Flücht- lingseigenschaft und Verw eigerung des Asyls führte es im W esentlichen an, die Vorbringen des Beschw erdeführers w ürden w eder den Anforderungen an die G laubhaftigkeit gem äss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flüchtlingseigen- schaft gem äss Art. 3 AsylG standhalten. Auf die detaillierte Begründung w ird, sow eit entscheidw esentlich, in den nachfol- genden Erw ägungen eingegangen. C . D er Beschw erdeführer erhob dagegen m it Eingabe vom 25. Septem ber 2006 (Poststem pel) bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) Beschw erde. Er beantragte, der Entscheid vom 28. August 2006 sei aufzuheben; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zusam m en m it der Beschw erdeschrift reichte der Beschw erdeführer drei Berichte aus dem Internet über die Lage in Afghanistan zu den Akten. H ierauf sow ie auf die Begründung der Beschw erdebegehren w ird, sow eit für das U rteil von Belang, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D . M it Zw ischenverfügung vom 10. O ktober 2006 stellte der Instruktionsrichter der AR K die Berechtigung des Beschw erdeführers zur Anw esenheit bis zum Ab- schluss des Verfahrens fest. Im W eiteren w urde dem Beschw erdeführer Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt. Schliesslich w urde ihm G elegenheit gegeben, sich zu seinem Aufenthalt in Schw eden im Jahr 2004 zu äussern, w el- chen die dortigen Behörden m it Schreiben vom 19. Septem ber 2006 bestätigten. E. a) D er Beschw erdeführer hat innert der gesetzten von der M öglichkeit einer Stellung- nahm e keinen G ebrauch gem acht. b) D er Kostenvorschuss w urde am 21. O ktober 2006 geleistet. F. In Ergänzung seiner Beschw erdeschrift führte der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 27. N ovem ber 2006 aus, sein Vater sei unter kom m unistischer H errschaft ein hoher O ffizier der afghanischen Arm ee gew esen, w eshalb nach dem Abzug der R ussen seine Fam ilie ernsthaften R epressalien ausgesetzt gew esen sei; insbe- sondere sei seine Schw ester von U nbekannten erschossen w orden. D azu legte er entsprechende Bew eism ittel (M ilitärdiplom und Fotos einer Beerdigung je in Kopie) zu den Akten. H ierauf w ird, sow eit für das U rteil von Belang, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. G . D ie Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehm lassung vom 30. N ovem ber 2006 die 4 Abw eisung der Beschw erde. Sie w ies ferner darauf hin, dass w eitere Abklärungen ein vom Beschw erdeführer in den N iederlanden im Jahr 2003 erfolglos durchlau- fenes Asylverfahren zu Tage gebracht hätten. W eiter gehe aus dem Bericht der niederländischen Behörden hervor, dass der Beschw erdeführer sich zusätzlich in Schw eden und N orw egen aufgehalten habe. H . D ie Vernehm lassung der Vorinstanz w urde dem Beschw erdeführer am 1. D ezem - ber 2006 zur Kenntnis gebracht und ihm w urde Frist zur allfälligen Stellungnahm e angesetzt. D er Beschw erdeführer liess sich nicht vernehm en. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen auf G esuch hin Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in-5 dest glaubhaft m achen (Art. 7 Abs. 1 AsylG ). 4. 4.1 D as Bundesam t begründet seinen Entscheid dam it, die Vorbringen des Beschw er- deführers w ürden w eder den Anforderungen an die G laubhaftigkeit noch denjeni- gen an die Flüchtlingseigenschaft standhalten. In Bezug auf die G laubhaftigkeit führt das BFM im W esentlichen aus, es sei un- w ahrscheinlich, dass der Kom m andant "T." den Beschw erdeführer nach m ehr als 20 Jahren nach den Auseinandersetzungen auf Anhieb erkannt habe. D es W ei- teren falle auf, dass der Beschw erdeführer erst anlässlich der ergänzenden Anhö- rung behauptet habe, auf seiner Flucht durch einen Schuss am Bein verletzt w or- den zu sein. Ferner sei das Verhalten des Beschw erdeführers auch insofern un- plausibel, als er sich zu Verw andten in eine G egend begeben habe, die nach "T." benannt w orden sei, und obw ohl er erfahren habe, dass dieser ihn suchen w ürde. Bezüglich der Frage seiner Flüchtlingseigenschaft erw ägt das Bundesam t, dass der Beschw erdeführer zw ar unter dem kom m unistischen R egim e M itglied der Kom m unistisch D em okratischen Volkspartei gew esen sei und zudem als M ilitäroffi- zier im Einsatz gestanden habe. Aus den Akten w ürden sich jedoch keine H inw ei- se ergeben, dass er sich in der Ausübung dieser Funktion derart exponiert habe, um heute noch dam it rechnen zu m üssen, Verfolgungsm assnahm en ausgesetzt zu sein. D er Beschw erdeführer habe denn auch angegeben, bei seiner R ückkehr nach Afghanistan nicht m it Problem en gerechnet zu haben. Er habe sich absolut sicher gefühlt. Aufgrund der Aktenlage bestehe som it für den Beschw erdeführer keine begründete Frucht vor asylrelevanten Verfolgungsm assnahm en. In Bezug auf die geltend gem achten Verfolgungshandlungen aus den Jahren 1989 und 1992 fehle es am nötigen zeitlichen und sachlichen Kausalzusam m enhag, um sie aus heutiger Sicht als asylrelevant qualifizieren zu können. D ie vom Beschw erdeführer erw ähnten Vorfälle w ürden über 10 Jahre zurückliegen. Zudem sei er nach eige- nen Angaben danach w ieder nach Afghanistan zurückgekehrt. 4.2 D agegen m acht der Beschw erdeführer in seiner Beschw erdeschrift geltend, Kom - m andant "T." habe ihn nach rund 20 Jahren auf Anhieb erkannt, w eil er nam entlich w egen einer schw eren Verletzung an der N ase ein sehr "m arkantes" G esicht habe. Bezüglich der Verletzung am Bein w äre es der Vorinstanz ferner ein Leichtes ge- w esen, die behauptete Verletzung an O rt und Stelle zu verifizieren. D ie besagte Schussverletzung sei denn auch gut zu sehen. Som it seien die Vorbehalte, w elche die Vorinstanz gegen die Aussagen des Beschw erdeführers vorbringe, nicht geeig- net, diese Aussagen grundlegend zu erschüttern. D ie Tatsache, dass er nach einer Abw esenheit von 20 Jahren vom Kom m andanten "T." w ieder erkannt und sogleich verfolgt w orden sei, zeige deutlich, dass die Lage für den Beschw erdeführer im H eim atland nicht sicher sei. Schliesslich sei es stossend, w enn die Vorinstanz den Kausalzusam m enhang in Bezug auf die Ereignisse aus den Jahren 1989 und 1992 verneine, w eil die Verfolgung schon länger als 10 Jahre zurückliege. D er Be- schw erdeführer habe im Jahre 2003 flüchten m üssen, da seine H eim at nicht sicher genug für ihn gew esen sei. D ass m ehr als 10 Jahre dazw ischen lägen, sei im vor- liegenden Fall nicht relevant, da die G efahr für den Beschw erdeführer nach w ie 6 vor bestehe. 5. 5.1 N ach Prüfung der Akten durch das Bundesverw altungsgericht erw eist sich in casu die vom Beschw erdeführer geltend gem achte Verfolgung durch den Kom m an- danten "T." als unglaubhaft. D as vom Bundesam t in der Entscheidbegründung ge- zogene Fazit, der Beschw erdeführer verm öge m it seinen Vorbringen den Anforde- rungen an die G laubhaftigkeit gem äss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten, hält inso- w eit einer Ü berprüfung stand. D ies aus folgenden Erw ägungen: 5.2 Zunächst ist zw ar festzuhalten, dass viele der ehem aligen M ujaheddin-Führer m itt- lerw eile M itglieder des Kabinetts Karzai sind und ihren Einfluss zum Teil für R a- cheakte gegen frühere Exponenten des kom m unstischen R egim es nutzen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K ] 2005 N r. 18 E. 5.7.3., w elche vom Bundesverw altungsgericht als w eiter- hin zutreffend erachtet w ird; vgl. auch Erw ägung 5.3 nachstehend m .w .H .). Vor diesem H intergrund sind die Vorbringen des Beschw erdeführers, vom vorm als an der Seite der M ujaheddin käm pfenden und m ittlerw eile der Karzai Adm inistration angehörenden Kom m andanten "T." verfolgt zu w erden, nicht von vornherein un- glaubhaft. G estützt auf die protokollierten Aussagen des Beschw erdeführers sind allerdings erhebliche Zw eifel bezüglich einer tatsächlichen Verfolgung des Be- schw erdeführers durch den ehem aligen M ujaheddin-Führer im Jahre 2003 ange- bracht. So erscheint es im Sinne der vorinstanzlichen Erw ägungen realitätsfrem d, dass der Kom m andant "T." den Beschw erdeführer nach über 20 Jahren auf Anhieb er- kannt haben soll. D abei ist zu bedenken, dass der Beschw erdeführer als seinerzeit jugendlicher Käm pfer in - nach dreim onatiger m ilitärischer Ausbildung - zw eifellos untergeordneter Stellung für die Kom m unisten im Einsatz stand (vgl. A 17, S. 5). Insofern m utet es unw ahrscheinlich an, dass der Kom m andant "T." vom Beschw er- deführer - als halbw üchsiger Soldat der gegnerischen Arm ee - N otiz genom m en hätte. U nw ahrscheinlich ist deshalb, dass er ihn nach m ehr als 20 Jahren als er- w achsenen M ann w iedererkannt haben soll. D en Eindruck der U nglaubhaftigkeit seiner Vorbringen verm ag der Beschw erdeführer m it seiner Entgegnung in der Be- schw erde, w onach er w egen seines entstellten G esichts (N asenverletzung) leicht auszum achen sei, nicht zu entkräften. D ies deshalb, w eil sich der Beschw erdefüh- rer die behauptete G esichtsverletzung erst im Jahre 1992 zugezogen haben w ill und folglich nach der ersten Begegnung m it dem angeblichen Verfolger im Jahre 1980 (vgl. A 17, S. 6). Aus den Akten ist auch nicht ersichtlich, dass der Kom m an- dant "T." bei der M isshandlung im Jahre 1992 anw esend w ar. Zudem ist der Be- schw erdeführer nach der dreitägigen G efangenschaft in den Iran geflüchtet. Bezüglich der vom Beschw erdeführer behaupteten Schussverletzung als Folge der Flucht vor dem Kom m andanten "T." fällt zunächst auf, dass er diese erst in der er- gänzenden und nicht bereits anlässlich der beiden vorangegangenen Befragungen vor dem Bundesam t geltend gem acht hat. Eine derartige Verletzung ist jedoch als einschneidendes Erlebnis zu w erten, dessen Erw ähnung vom Beschw erdeführer grundsätzlich bei seiner ersten Anhörung zu erw arten w äre. G estützt auf die Akten 7 ist kein G rund ersichtlich, diesen Vorfall erst im Laufe des Verfahrens nachzu- schieben. Im W eiteren ist nicht einsichtig, dass der Beschw erdeführer eine zum indest schm erzhafte und m öglicherw eise fluchtbehindernde Schussverletzung - w ie er glauben m achen w ill - anfänglich nicht bem erkt hat (vgl. A 17, S. 8). D ie vorerw ähnten U ngereim theiten der Vorbringen des Beschw erdeführers lassen den behaupteten Schuss von "T." insgesam t als unglaubhaft erscheinen. D aran ändert auch der Einw and des Beschw erdeführers auf Beschw erdeebene nichts, w onach er tatsächlich eine gut sichtbare, aber von der Vorinstanz nicht verifizierte, Schuss- verletzung am Bein habe. Eine m ögliche Vernarbung am Bein des Beschw erdefüh- rers, w elche die Spuren einer einstigen Schussw unde trägt, hätte er sich als M ilitäroffizier auch an anderen - nam entlich kriegerischen - Auseinandersetzungen zuziehen können. Aus diesen G ründen ist unglaubhaft, dass der Beschw erdeführer von "T." auf der Flucht angeschossen w urde. Schliesslich sind auch die übrigen vom Bundesam t bezüglich der geltend gem ach- ten Verfolgung des Beschw erdeführers durch den Kom m andanten "T." festgestell- ten U nglaubhaftigkeitsm erkm ale zu bestätigen, w obei hierzu auf die vorin- stanzlichen Erw ägungen zu verw eisen ist. D as Bundesverw altungsgericht hält es deshalb nicht m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben, dass der Be- schw erdeführer im Februar/M ärz 2003 kurz nach seiner R ückkehr nach Afgha- nistan in den Fokus des Kom m andanten "T." geraten ist und das H eim atland in der von ihm behaupteten Zw angssituation verlassen m usste. 5.3 Zu prüfen bleibt, inw iefern dem Beschw erdeführer als ehem aligem O ffizier des früheren kom m unistischen R egim es - nam entlich m it Blick auf die vorgebrachten R epressalien aus den Jahren 1989 und 1992 und die angebliche Erm ordung sei- ner Schw ester - durch andere U rheber als dem Kom m andanten "T." zum heutigten Zeitpunkt asylrelevante Verfolgung drohen könnte. 5.3.1 W ie die AR K in EM AR K 2003 N r. 10, 2004 N r. 24 und 2005 N r. 18 erkannt hat, m üssen Angehörige gew isser "R isikogruppen" trotz der Veränderung der poli- tischen und m ilitärischen Verhältnisse in Afghanistan unter U m ständen w eiterhin befürchten, in ihrem H eim atland in flüchtlingsrechtlich relevanter W eise verfolgt zu w erden. D ies kann unter anderem zutreffen für Anhänger des ehem aligen kom m u- nistischen R egim es. Für diese besteht bei ihrer R ückkehr in die H eim atregion na- m entlich dann eine G efahr der Verfolgung, w enn sie sich aufgrund ihrer Stellung im kom m unistischen R egim e exponiert haben und für Folterungen beziehungsw ei- se schw ere M enschenrechtsverletzungen verantw ortlich gem acht w erden. D am it sind insbesondere ehem als hochrangige Funktionäre w ie M inister, D irektoren und G eneräle gem eint. Auch w eniger hochgestellte Funktionäre können einer gew is- sen G efahr ausgesetzt sein, w obei eine m ögliche G efährdung ebenfalls m assgeb- lich von der individuellen politischen und m enschenrechtlichen Vergangenheit ab- hängig ist. D as Bundesverw altungsgericht schliesst sich dieser Einschätzung der R isikogruppen an. Vorliegend ist aufgrund der Akten davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer seit 1978 M itglied der Kom m unistisch D em okratischen Volkspartei w ar und in den Jahren 1988 bis 1992 als Führer einer rund 40-köpfigen Boden- und Luftab- w ehreinheit gegen Käm pfer der M ujaheddin im Einsatz stand. D ieses Profil ver- m ag für sich allein den vorstehend aufgezeigten M assstäben hinsichtlich einer zu 8 befürchtenden Verfolgung nicht zu genügen. Aus den Akten sind sodann keine qualifizierenden M erkm ale ersichtlich, w elche eine andere Einschätzung zuliessen. So hat der Beschw erdeführer w ährend der H errschaft des kom m unistischen R egim es keine Kaderstellung innerhalb der Verw altung inne gehabt. Auch sein sonstiges politisches Engagem ent hat offensichtlich nie das für ein gew öhnliches Parteim itglied übliche M ass überschritten. N ach Angaben des Beschw erdeführers hat sich seine politische Aktivität vielm ehr in seiner Funktion als O ffizier erschöpft (vgl. A 17, S. 4). Als Verteidigungseinheit gegen Angriffe der M ujaheddin soll der Beschw erdeführer zw ar an - m itunter auch blutigen - m ilitärischen Auseinanderset- zungen beteiligt gew esen sein. Es geht aus den Akten aber nicht hervor, dass der Beschw erdeführer dabei in den Staatssicherheitsdienst (KhAD ) integriert gew esen ist, w elcher m assgeblich begangene M enschenrechtsverletzungen zu verschulden hat. Ü berdies bekräftigte der Beschw erdeführer anlässlich der Anhörungen, nie je- m anden festgenom m en zu haben (vgl. A 17, S. 5), w as ebenso gegen eine M itver- antw ortung des Beschw erdeführers für Kriegsgefangene und m ögliche dam it ver- bundene Kriegsverbrechen spricht. N ach dem G esagten ergeben sich aus den Akten keine H inw eise darauf, w onach noch R acheansprüche von ehem aligen M ujaheddin aus jener Zeit gegen den Be- schw erdeführer gehegt w ürden, w eshalb aus heutiger Sicht davon auszugehen ist, dass der Beschw erdeführer w eder w egen seiner m ilitärischen Aktivitäten noch als M itglied der D VPA bei einer R ückkehr an Leib und Leben gefährdet w äre. 5.3.2 Aufgrund des geltend gem achten kom m unstischen H intergrunds seines Vaters er- gibt sich für den Beschw erdeführer keine konkrete G efährdungssituation. Zw ar reichte der Beschw erdeführer auf Beschw erdestufe ein von der ehem aligen Sow jetunion ausgestelltes D okum ent (in Kopie) zu den Akten, w elches seinen Va- ter als diplom ierten R eparaturtechniker für Schussw affen ausw eist ("technician on repair of 100-m m AA G uns"). Allein aus diesem Beleg ist allerdings nicht abzulei- ten, dass sein Vater - w ie vom Beschw erdeführer geltend gem acht - ein hoher O ffi- zier der kom m unistischen Arm ee w ar und sich besonders exponierte, w as seine Fam ilie w iederum R epressalien ausgesetzt hätte. Vielm ehr sprechen die Aussa- gen des Beschw erdeführers anlässlich der Anhörungen gegen ein besonderes En- gagem ent seines Vaters unter der früheren kom m unistischen R egierung. So führte der Beschw erdeführer vor dem Bundesam t lediglich aus, sein Vater habe ab und zu "im Fernsehen und R adio" für die R egierung gearbeitet (vgl. A 17, S. 11). H in- gegen erw ähnte er anlässlich der Anhörungen w eder eine hohe politische noch m i- litärische Position des Vaters in der kom m unistischen R egierung (vgl. A 17, S. 5). Auch brachte der Beschw erdeführer den Tod seiner Schw ester vor dem Bundes- am t nicht in Zusam m enhang m it der beruflichen Position seines Vaters. Insgesam t entsteht der Eindruck, der Beschw erdeführer habe seinem Vater unter der kom m u- nistischen R egierung m it fortschreitendem Verfahren m ehr G ew icht hinzugefügt, als dieser tatsächlich innehatte. Som it ergeben sich gestützt auf die Akten keine H inw eise darauf, w onach auf- grund der Position seines Vaters unter der kom m unistischen R egierung N ajibul- lahs von O pfern des ehem aligen R egim es eine G efahr für den Beschw erdeführer ausgehen könnte. 5.3.3 D er Vollständigkeit halber ist in Bezug auf die vorgebrachten Folterungen im Jah-9 re 1989 auf die zutreffenden Erw ägungen der Vorinstanz zu verw eisen, w eshalb der Beschw erdeführer auch daraus keine Asylrelevanz abzuleiten verm ag. 5.4 Aufgrund der aufgezeigten Sachlage erübrigt es sich, auf w eitere Einw endungen in der Beschw erde und die als Bew eism ittel eingereichten Fotos einer Beerdigung näher einzugehen, da diese nicht geeignet sind, einen anderen Entscheid in den Fragen der Flüchtlingseigenschaft und Asylgew ährung herbeizuführen. N ach dem G esagten ist die Furcht des Beschw erdeführers vor zukünftiger Verfolgung in Af- ghanistan nicht als begründet zu qualifizieren. Zu R echt hat deshalb das Bundes- am t die Flüchtlingseigenschaft des Beschw erdeführers verneint und sein Asylge- such abgelehnt. 6. D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 6.1 Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Aus- länder [AN AG ; SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 6.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K; SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 6.5 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (VG L. M . G ATTIKER , D AS ASYL- U N D W EG W E IS U N G SV ER FAH R EN , BER N 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vor- liegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr in seinen H eim at- staat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann erge-10 ben sich w eder aus den Aussagen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschw erdeführer für den Fall einer Ausschaffung nach Afghanistan dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbote- nen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm ensch- liche Behandlung drohen w ürde (vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis in EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m .w .H .). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in Afgha- nistan lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Andere völkerrechtliche W egw eisungshindernisse – so etw a Art. 7 des Fakultativprotokolls zum Internationalen Pakt über bürgerliche und politische R echte sow ie Art. 3 FoK – gehen in ihrer Tragw eite nicht über Art. 3 EM R K hinaus (vgl. dazu BG E 124 I 235 f., E. 2a). N ach dem G esagten ist der Vollzug der W eg- w eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig (Art. 14a Abs. 3 AN AG ). 6.6 6.6.1 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Art 14a Abs. 4 AN AG findet insbesondere Anw endung auf Personen, die nach ihrer R ückkehr einer konkreten G efahr ausgesetzt w ären, w eil sie die absolut notw endige m edizinische Versorgung nicht erhalten können oder – aus objektiver Sicht – w egen der vorherrschenden Verhältnisse m it grosser W ahr- scheinlichkeit unw iederbringlich in völlige Arm ut gestossen w ürden, dem H unger und som it einer ernsthaften Verschlechterung ihres G esundheitszustandes, der In- validität oder sogar dem Tod ausgeliefert w ären. 6.6.2 D ie Vorinstanz erachtet den W egw eisungsvollzug des Beschw erdeführers nach Afghanistan als zum utbar. D azu führt sie in der angefochtenen Verfügung nebst ei- ner allgem einen Lageinschätzung der Situation in Afghanistan zu den individuellen U m ständen des Beschw erdeführers aus, dass er seit seiner Kindheit in Kabul ge- lebt habe und deshalb dort noch im m er über ein gesellschaftliches Beziehungsnetz verfügen dürfte. D es W eiteren w ürden seine ungereim t w irkenden Angaben über seine Fam ilienangehörigen darauf hindeuten, dass er den Asylbehörden seine per- sönlichen Verhältnisse zu verheim lichen beabsichtigte. So habe er angegeben, seine Eltern sollten irgendw o in Afghanistan sein, den letzten Kontakt habe er im Jahre 1995 gehabt. Von seinen zw ei Brüdern w isse er nicht, ob sie überhaupt noch leben w ürden. Erw artungsgem äss hätte sich der Beschw erdeführer schon bedeutend früher nach dem Schicksal seiner Fam ilie erkundigen können, zum al er in Kabul Verw andte habe. U ngereim t w irke auch seine Angabe, er habe bei der R ückkehr den früheren N achbarn nicht gefragt, w ann dieser seine Eltern zuletzt gesehen habe. An anderer Stelle habe er jedoch angegeben, er sei zurückgekehrt, 11 um seine Fam ilie zu suchen. Ü berdies seien auch seine Aussagen über Verw andte ausw eichend ausgefallen. So habe er erklärt, nach seiner R ückkehr bei einer Ver- w andten in Kabul gew ohnt zu haben. Auf die Frage nach dem Verw andtschaftsver- hältnis habe er angegeben, es habe sich um eine Art Tante gehandelt. Ferner falle auf, dass er bei der Erstbefragung gesagt habe, eine C ousine lebe im Iran, in der ergänzenden Anhörung jedoch angegeben habe, deren Vater sei kein echter O n- kel von ihm . 6.6.3 D em gegenüber bringt der Beschw erdeführer vor, ihm sei entgegen der Ansicht des Bundesam tes nicht zum utbar, in seine H eim at zurückzukehren. D ie G ew alt habe in Afghanistan ein Ausm ass erreicht, w ie seit dem Sieg über die Taliban vor fünf Jahren nicht m ehr. Seit Beginn des Jahres 2006 habe die G ew alt stark zuge- nom m en und die prekäre Sicherheitslage stelle vor allem für die afghanische Be- völkerung ein hohes R isiko dar. 6.6.4 D ie AR K hat sich in EM AR K 2006 N r. 9 sow ie 2003 N rn. 10 und 30 unter anderem eingehend zur Lage in Kabul geäussert und erw ogen, dass sich unter restriktiven Voraussetzungen (nam entlich tragfähiges Beziehungsnetz, Sicherung des Exi- stenzm inim um s und der W ohnsituation) der Vollzug der W egw eisung nach Kabul als zum utbar erw eise. D as Bundesverw altungsgericht sieht keine Veranlassung, im heutigen Zeitpunkt von dieser Lageeinschätzung abzuw eichen. D aran verm ögen auch die vom Be- schw erdeführer auf Beschw erdestufe eingereichten Berichte zur Situation in Af- ghanistan nichts zu ändern, zum al sie allgem ein ausfallen und zur Frage der Zu- m utbarkeit einer R ückkehr des Beschw erdeführers in sein H eim atland keine rele- vanten Angaben enthalten. 6.6.5 Zw ar ist die Zum utbarkeit des Vollzugs grundsätzlich von Am tes w egen zu prüfen; diese U ntersuchungspflicht findet jedoch ihre G renzen an der M itw irkungspflicht der beschw erdeführenden Person (Art. 8 AsylG ), w elche im Ü brigen auch die Sub- stantiierungslast trägt (Art. 7 AsylG ). D ie Beurteilung der Zum utbarkeit des Voll- zugs w ird den zuständigen Behörden unter anderem erschw ert oder gar verun- m öglicht, w enn der Beschw erdeführer nicht glaubhafte Aussagen zur Identität und seinen Lebensum ständen m acht. 6.6.6 Vorw eg hat der Beschw erdeführer keinerlei D okum ente zu den Akten gelegt, w el- che die von ihm geltend gem achte Identität belegen. Im W eiteren hat sich aus den Akten ergeben, dass sich der Beschw erdeführer in den N iederlanden und Schw e- den in den Jahren 2003 beziehungsw eise 2004 m it unterschiedlicher Identität über längere Zeit aufgehalten und in den N iederlanden ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen hatte, dies jedoch anlässlich der Befragungen verschw iegen hat. Zu- dem sind die von der Vorinstanz festgestellten U ngereim heiten der Ausführungen des Beschw erdeführers zu seinem fam iliären U m feld in Afghanistan zu bestätigen. N ach dem G esagten ist der Beschw erdeführer der M itw irkungspflicht, seine Identi- tät offenzulegen und substanziierte Angaben zu seinem Beziehungsnetz im H ei- m atstaat zu m achen, vorliegend nicht nachgekom m en, w as eine Beurteilung der Zum utbarkeit des Vollzugs nach Afghanistan verunm öglicht zum indest aber er- schw ert. Im Ü brigen bleibt den Aussagen des Beschw erdeführers zu entnehm en, dass dieser seit seiner Kindheit bis zur Ausreise sow ie w ährend seines letzten Auf- enthalts bei Verw andten in Kabul gelebt hat (vgl. A 7, S. 1; A 17, S. 8 und 9), dass 12 er jung und kinderlos ist sow ie keine schw eren gesundheitlichen Problem e hat, und dass er als ehem aliger O ffizier gut ausgebildet ist, über Führungserfahrung verfügt sow ie w ährend längerer Aufenthalte im Ausland seinen Lebensunterhalt durch verschiedene berufliche Tätigkeiten hat bestreiten können (vgl. A 7, S. 2 und 7; A 10, S. 4). G estützt auf diese Angaben und als Folge der Verletzung der M it- w irkungspflicht ist die Annahm e berechtigt, dass er über ein tragfähiges Bezie- hungsnetz, eine gesicherte W ohnsituation und ein w irtschaftliches Auskom m en bei einer R ückkehr nach Kabul verfügen w ird. D iesbezüglich dürften einzig die allge- m ein prekäre W irtschaftslage im H eim atstaat eine Schw ierigkeit für den Beschw er- deführer darstellen. O hne die Schw ierigkeiten bei einem N eustart, die der Be- schw erdeführer in seiner H eim at zw eifellos antreffen w ird, verkennen zu w ollen, ist der W egw eisungsvollzug nach dem G esagten als zum utbar zu bezeichnen (Art. 14a Abs. 4 AN AG ). 6.7 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist (Art. 14a Abs. 2 AN AG ). 6.8 Insgesam t sind die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung und Vollzug zu be- stätigen. D ie Vorinstanz hat den Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m ög- lich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G e- sagten abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ), auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE]) und m it dem am 21. O ktober 2006 geleisteten Kostenvorschuss zu ver- rechnen. (D ispositiv nächste Seite)13 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt und m it dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- verrechnet. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer, durch Verm ittlung seines R echtsvertreters (2 Expl., ein- geschrieben; Beilage: Bew eism ittel [M ilitärausw eis]) - das BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, zu den Akten - das M ._______ des Kantons N ._______ D er R ichter: D er G erichtsschreiber: R obert G alliker G regor G eisser Versand am :