<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Strategie umzusetzen, die folgende miteinander verknüpfte Massnahmen enthält: </p><p>1. Start einer schweizweiten Kampagne für einen mehrsprachigen Arbeitgeber Bund;</p><p>2. Ergänzung der Stellenausschreibungen durch einen Hinweis auf die Mehrsprachigkeit;</p><p>3. Beseitigung von Verzerrungen aufgrund der Sprache bei Stellenbesetzungsverfahren sowie obligatorische Sprachtests;</p><p>4. Sprachkurse für alle neu eingestellten Personen;</p><p>5. Angemessene Vertretung der einzelnen Sprachen in den obersten Führungsgremien der Bundesämter und der Generalsekretariate der Departemente.</p><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zwei Jahre nach Annahme der Motion einen Bericht vorzulegen, der die getroffenen Massnahmen und die erzielten Fortschritte zusammenfasst, und zwar in Bezug auf die Quantität (Vertretung) und die Qualität (Sprachkenntnisse) sowie auf die Position der italienischen Sprache innerhalb der Bundesverwaltung.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Bundesverwaltung positioniert sich bereits heute als mehrsprachige Arbeitgeberin in den verschiedenen Kommunikationskanälen. In wechselnder Reihenfolge werden regelmässig Berufsportraits von Personen aus den unterschiedlichen Landesteilen in ihrem jeweiligen Sprachenumfeld dargestellt. In allen Landesteilen präsentiert sich die Bundesverwaltung im Rahmen von Publikumsauftritten bei Studienabgänger/innen. Sie tritt bewusst als multilinguale Arbeitgeberin auf.</p><p>2. Jedes Stelleninserat wird in den drei Amtssprachen über das Stellenportal und weitere Medien in allen Landesregionen publiziert. Darin werden explizit die generellen und spezifischen Anforderungen an die Sprachkompetenz dargelegt. Ist in einer Verwaltungseinheit eine Sprachgruppe untervertreten, besteht bereits heute die Möglichkeit, im Stelleninserat explizit darauf hinzuweisen.</p><p>3. Bei der Selektion gelten die Grundsätze, welche in den Mehrsprachigkeitsweisungen vom 27.08.2014 zu den einzelnen Schritten beschrieben sind. Sie stellen eine diskriminierungsfreie Rekrutierung sicher. Neben spezifischen Ausbildungsmodulen zur Sensibilisierung bezüglich unbewussten Vorurteilen, stehen auf der bundesinternen Informationsplattform verschiedene Dokumente für eine diskriminierungsfreie Bundesverwaltung zur Verfügung. Sprachkompetenzen sind eines von mehreren Anforderungskriterien die zu einem Selektionsentscheid beitragen. Die Verwaltungseinheiten können im Bedarfsfall Sprachtests verwenden.</p><p>4. Die Bundesverwaltung verfügt seit 2018 über ein flächendeckendes Instrument zur Evaluation der Sprachkompetenzen. Alle neu eintretenden Mitarbeitenden erfassen ihre Sprachkenntnisse in den Amtssprachen. Dies ist obligatorisch. Fakultativ können weitere Sprachkompetenzen ergänzt werden. Anhand dieser Daten kann jede Verwaltungseinheit die Erfüllung der Anforderungen nach Artikel 8 Absatz 1 der Sprachenverordnung (SpV; SR 441.11) prüfen und die zur Schliessung der Lücken erforderlichen Massnahmen planen. In der Bundesverwaltung steht ein breites Angebot an Sprachkursen (Präsenz- und Online-Kurse) zur Verfügung.</p><p>5. Die geltenden Sollwerte für die Anteile der Landessprachen sind durch Artikel 7 Absatz 1 der SpV geregelt. Die Verwaltungseinheiten haben diese Bandbreiten namentlich auch in den Kaderfunktionen zu erfüllen. Die Entwicklung der Vertretung der Sprachgemeinschaften in den Verwaltungseinheiten werden im jährlichen Reporting Personalmanagement detailliert ausgewiesen. Der Handlungsbedarf für die Verwaltungseinheiten wird dadurch ersichtlich.</p><p>Aufgrund der vorhandenen Grundlagen und Instrumente erachtet der Bundesrat die Anliegen der Motion als bereits erfüllt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.