A bteilung III C -81/2006 {T 0/2} U rteil vom 13. M ärz 2007 M itw irkung: R ichter Im oberdorf (Kam m erpräsident); R ichter Trom m er; R ichter Vuille; G erichtsschreiber Longauer. X._______, Beschw erdeführerin, vertreten durch Fürsprecher U rs Schm id, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Einreisesperre. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführerin (geb. 1979) ist russische Staatsangehörige. Am 8. M ärz 2006 w urde sie anlässlich einer Polizeikontrolle im einschlägig be- kannten "Erotik-Tem pel Freubad" in R echersw il angetroffen und am fol- genden Tag w egen des Verdachts der Ausübung von Prostitution polizei- lich einvernom m en. B. Am 10. M ärz 2006 verhängte die Vorinstanz gegen die Beschw erdeführe- rin eine auf zw ei Jahre bem essene Einreisesperre. Zur Begründung führte sie aus, die Anw esenheit der Beschw erdeführerin sei w egen Prostitution unerw ünscht. Einer allfälligen Beschw erde w urde vorsorglich die aufschie- bende W irkung entzogen. C . M it Verw altungsbeschw erde vom 6. April 2006 gelangte die Beschw erde- führerin an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) und beantragte die Aufhebung der Einreisesperre und die W iederherstel- lung der aufschiebenden W irkung. Zur Begründung bestreitet sie den Pro- stitutionsvorw urf. Sie sei am 20. Februar 2006 m it einem gültigen 30-Tage- Visum (Zw eck: "Entretiens d'affaires") in die Schw eiz eingereist und habe sich hier gesetzeskonform verhalten. Am 20. M ärz 2006 sei sie fristgerecht nach R ussland zurückgekehrt. D . M it Zw ischenverfügung vom 18. M ai 2006 lehnte das EJPD das G esuch um W iederherstellung der aufschiebenden W irkung ab und forderte die Be- schw erdeführerin auf, diverse Auskünfte zu erteilen und Bew eism ittel bei- zubringen. E. N achdem die Beschw erdeführerin am 24. M ai 2006 Akteneinsicht erhalten hatte, nahm sie m it Schreiben vom 19. Juni 2006 Stellung zur Bew eisan- ordnung des EJPD . F. D ie Vorinstanz schliesst m it Vernehm lassung vom 14. Juli 2006 auf Abw ei- sung der Beschw erde. G . In ihrer R eplik vom 21. August 2006 hält die Beschw erdeführerin an den gestellten R echtsbegehren und deren Begründung fest. H . Auf den w eiteren Akteninhalt w ird, sow eit rechtserheblich, in den Erw ä- gungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. Verfügungen des BFM betr. Einreisesperre unterliegen der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20] i.V.m . Art. 31 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [VG G , Verw altungsgerichtsgesetz, SR 173.32]). Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verw altungsgerichtsge-3 setzes bereits beim EJPD hängige R echtsm ittelverfahren w erden vom Bundesverw altungsgericht übernom m en. D ie Beurteilung erfolgt nach neu- em Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). D as U rteil ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [SR 173.110]). G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Ver- fahren vor dem Bundesverw altungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit das Verw altungsgerichtsgesetz nichts anderes bestim m t. 2. D ie Beschw erdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen M assnahm e zur Beschw erdeführung legitim iert; auf die frist- und form gerecht eingerei- chte Beschw erde ist einzutreten (Art. 48 ff. Vw VG ). 3. M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Er- m essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb- lichen Sachverhaltes sow ie die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 49 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht w endet im Beschw erdeverfahren das Bundesrecht von Am tes w egen an. Es ist gem äss Art. 62 Abs. 4 Vw VG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be- schw erde auch aus anderen als den geltend gem achten G ründen gutheis- sen oder abw eisen. M assgebend ist grundsätzlich die Sach- und R echtsla- ge zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BG E 129 II 215 teilw eise publizierten U rteils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. M ärz 2003). 4. D ie eidgenössische Behörde kann über unerw ünschte Ausländer die Ein- reisesperre verhängen. Sie kann ferner, für höchstens drei Jahre, die Ein- reisesperre verhängen über Ausländer, die sich grobe oder m ehrfache Zu- w iderhandlungen gegen frem denpolizeiliche oder andere gesetzliche Be- stim m ungen und gestützt darauf erlassene behördliche Verfügungen ha- ben zuschulden kom m en lassen (Art. 13 Abs. 1 Satz 2 AN AG ). W ährend der Einreisesperre ist dem Ausländer jeder G renzübertritt ohne ausdrück- liche Erm ächtigung der verfügenden Behörde untersagt (Art. 13 Abs. 1 Satz 3 AN AG ). 5. D ie Prostitution ist im frem denpolizeilichen M assnahm erecht unter zw ei unterschiedlichen rechtlichen G esichtspunkten von Bedeutung. 5.1 Zum einen fällt die Prostitution als Erw erbstätigkeit im Sinne von Art. 6 der Verordnung vom 6. O ktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Aus- länder (BVO , SR 823.21) unter die einschlägigen N orm en des Ausländer- rechts über die Zulassung von Ausländern und Ausländerinnen zum schw eizerischen Arbeitsm arkt. In der N ichtbeachtung dieser N orm en liegt eine grobe Zuw iderhandlung gegen frem denpolizeiliche Bestim m ungen be- gründet, die nach M assgabe von Art. 13 Abs. 1 zw eiter Satz AN AG zu ei- ner Einreisesperre führen kann. D aran verm ag nichts zu ändern, dass es sich bei der Prostitution um eine Erw erbstätigkeit handelt, für die nicht ohne w eiteres eine frem denpolizeiliche Bew illigung ausgestellt w ird (vgl. dazu BR IG ITTE H Ü R LIM AN N , Prostitution – ihre R egelung im schw eizerischen R echt und die Frage der Sittenw idrigkeit, Zürich usw . 2004, S. 75 ff.; FU LVIO 4 H AEFELI, D ie Prostitution und die Bestim m ungen des AN AG über den N ach- zug ausländischer Ehegatten, in: SJZ 95 [1999] S. 181 ff.). D enn die Zu- rückhaltung oder gar system atische W eigerung der Frem denpolizeibehör- den, eine bestim m te Erw erbstätigkeit zuzulassen, begründet keine Frei- stellung dieser Tätigkeit von der Bew illigungspflicht. 5.2 Auf der anderen Seite ist die Prostitution an und für sich bereits eine uner- w ünschte Erscheinung. O bschon nicht strafbar, w ird sie selbst vor dem H intergrund gew andelter M oralvorstellungen als Verletzung des Polizei- guts der öffentlichen Sittlichkeit angesehen, die zum indest dem G rundsatz nach zu einer Ausw eisung und a fortiori zu einer Einreisesperre w egen U n- erw ünschtheit führen kann (vgl. Art. 10 Abs. 1 Bst. b AN AG i.V.m . Art. 16 Abs. 2 der Vollziehungsverordnung vom 1. M ärz 1949 zum Bundesgesetz über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AV, SR 142.201]). D aneben ist auf die negativen Begleiterscheinungen hinzuw eisen, die vom G ew erbe als solchem ausgehen, sofern es nicht freiw illig, selbstbestim m t und legal ausgeübt w ird, und die als ernsthafte G efährdung der öffent- lichen Sicherheit zu qualifizieren sind. H inzuw eisen ist insbesondere auf die Tätergruppen der M enschenhändler und Zuhälter, bei denen die Ten- denz besteht, sich zu organisieren und m oderne w irtschaftliche Lenkungs- m echanism en zur effizienteren Ausbeutung der Prostituierten einzusetzen. D iese Kreise begehen nicht nur D elikte, die sich gegen die Prostituierten richten, sondern sie sind häufig auch in anderen Bereichen der Krim inalität aktiv. D as M ilieu w irkt allgem ein krim inogen. 5.3 Aus diesen G ründen erfüllt die Prostitution, sow eit sie nicht auf einer aus- drücklichen frem denpolizeilichen Bew illigung beruht, den Tatbestand der U nerw ünschtheit im Sinne von Art. 13 Abs. 1 erster Satz AN AG . D ie sich darauf stützende M assnahm e dient nicht zuletzt dem Schutz der betrof- fenen ausländischen Staatsangehörigen, die nicht selten O pfer einer Form des M enschenhandels gew orden sind. 6. D ie Beschw erdeführerin bestreitet, der illegalen Prostitution nachgegangen zu sein. D en Akten lässt sich in diesem Zusam m enhang das folgende Bild entnehm en: 6.1 D ie Beschw erdeführerin w urde anlässlich der polizeilichen Kontrolle des in der Industriezone der G em einde R echersw il (SO ) gelegenen Erotik-Tem - pels Freubad festgenom m en, des nach D arstellung der Presse "grössten Sex-C lubs" der Schw eiz (Blick O nline vom 10. M ärz 2006) bzw . "G rossbor- dells" (so bezeichnet in einer Verfügung des Bau- und Justizdepartem ents des Kantons Solothurn vom 1. Juli 2004 unter H inw eis auf Presseberichte und Aussagen der Betreiber). D er Erotik-Tem pel Freubad ist als eine so genannte Aqua- oder W ellnessanlage konzipiert, die auf m ehreren Etagen verteilt eine grosse Poolanlage, eine Bar, verschiedene Saunen, ein R e- staurant, ein kleines Sex-Kino, einen M assageraum , Sportgeräte sow ie eine Vielzahl von Zim m ern und Suiten enthält, die den dort ihrer Tätigkeit nachgehenden Frauen und ihren Kunden zur Verfügung stehen. Ferner gibt es im zw eiten Stock einen eigenen H otelbetrieb m it zahlreichen Zim - m ern, die von den Frauen als W ohn- und Schlafräum lichkeiten benutzt 5 w erden. Bei der polizeilichen Kontrolle w urde die Beschw erdeführerin an der Pool-Bar im Parterre der Liegenschaft nur m it einem Badetuch "beklei- det" angetroffen. In der polizeilichen Einvernahm e bestritt sie den Prostitu- tionsvorw urf und m achte geltend, sie habe sich nur als G ast in den R äum - lichkeiten des Freubads aufgehalten. Im Einzelnen gab sie zu Protokoll, sie sei ledig, gehe in R ussland keiner Erw erbstätigkeit nach, studiere an der U niversität St. Petersburg W irtschaft, halte sich seit dem 20. Februar 2006 als Touristin in der Schw eiz auf und habe im Freubad, das "w ie ein H otel" sei, für zw ei W ochen ein Zim m er gem ietet. Kom m enden Sam stag habe sie die Schw eiz verlassen und in ungefähr einem M onat w ieder zu- rückkehren w ollen. D ie Beschw erdeführerin brachte w eiter vor, sie sei nicht das erste M al in der Schw eiz. Bereits vier M al habe sich sich für je- w eils 7 bis 9 Tage in der Schw eiz aufgehalten, stets als Touristin. Auf Fra- gen zu Personen, die ihre Angaben bestätigen könnten, antw ortete sie ausw eichend, gab vor, Fam iliennam en, Adressen und Telefonnum m ern nicht zu kennen. D as gleiche Aussageverhalten ist in Bezug auf die H er- kunft des bei ihr aufgefunden G eldbetrags von Fr. 7'372.05 und Euro 1'011.31 festzustellen. G anz offensichtlich w ar sie darum bem üht, über- prüfbare Angaben zu verm eiden. 6.2 N achdem die Beschw erdeführerin in der Beschw erdeschrift vorgebracht hatte, sie habe sich m it einem G eschäftsvisum in der Schw eiz aufgehalten, holte das EJPD bei der Schw eizerischen Botschaft in M oskau die entspre- chenden Visum sakten ein. D araus ergab sich, dass der Beschw erdeführe- rin m it W irkung ab 15. Februar 2006 tatsächlich ein G eschäftsvisum für ei- nen 30-tägigen Aufenthalt in der Schw eiz ausgestellt w orden w ar. Im W i- derspruch zu ihren Ausführungen anlässlich der polizeilichen Einvernahm e bezeichnete sie sich jedoch im G esuchform ular als verheiratet und gab an, sie sei Finanzdirektorin der in der Stadt T._______ dom izilierten Firm a "S._______ Ltd.". Als Aufenthaltszw eck gab sie geschäftliche Bespre- chungen m it der Firm a "H ._______ Treuhand AG " in Zürich an. D ie Firm a H ._______ Treuhand AG ihrerseits versicherte in ihrem Antrag um Aus- stellung eines m ehrfachen G eschäftsvisum s an die Beschw erdeführerin, datiert vom 6. Februar 2006 und gerichtet an die Konsularabteilung der Schw eizer Botschaft in M oskau, Zw eck der Einreise seien geschäftliche Verhandlungen und juristische Begleitung der Verträge zur Eröffnung einer Filiale in der Schw eiz im Zeitraum zw ischen M itte Februar und M itte M ärz 2006. Aufenthaltsort sei Zürich und die Firm a garantiere die volle O r- ganisation der "Businessreise" inkl. Flüge, Landtransporte, U nterkünfte so- w ie die rechtzeitige Besorgung von R eisedokum enten. D ie Botschaft setzte das EJPD darüber in Kenntnis, dass die Firm a H ._______ Treuhand AG für praktisch denselben Zeitraum und m it praktisch derselben Begründung ein m ehrfaches G eschäftsvisum für eine andere junge R ussin beantragt hatte. N achträgliche Abklärungen der Botschaft ergaben, dass die Angaben im Visum santrag der H ._______ Treuhand AG in allen Teilen w ahrheitsw idrig w aren. Aus den Visum sakten der Beschw erdeführerin ergab sich ferner, dass sie sich im Jahr 2005 insgesam t drei M al als Touristin in der Schw eiz aufgehalten hatte, w obei sie für die jew eilige 6 Aufenthaltsdauer Zim m er in Luxushotels anm ietete (...). 6.3 Am 18. M ai 2006 w urde die Beschw erdeführerin m it den Abklärungsergeb- nissen des EJPD konfrontiert. Sie w urde unter ausdrücklichem H inw eis auf ihre M itw irkungspflicht (vgl. Art. 13 Vw VG ) und die Folgen einer Verw eige- rung der M itw irkung auf die Bew eisw ürdigung (Art. 19 Vw VG i.V.m . Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. D ezem ber 1947 über den Bundeszivilprozess [SR 273]) aufgefordert, überprüfbare Angaben zum deklarierten G eschäfts- aufenthalt, zu G eschäftspartnern und Bekannten zu m achen. 6.3.1 D iese Auskünfte ist die Beschw erdeführerin m it Eingabe vom 19. Juni 2006 im W esentlichen schuldig geblieben, sei es unkom m entiert, sei es m it der Begründung, sie habe sich im R ahm en eines gültigen Visum s in der Schw eiz aufgehalten und hier keine illegale Tätigkeit ausgeübt. Sie habe sich hier frei bew egen und – im R ahm en der G esetze – tun und las- sen dürfen, w as sie w olle. D ie Frage nach den Personalien ihrer Be- kannten und Freude w ürden sow ohl ihr eigenes Persönlichkeitsrecht als auch dasjenige von D rittpersonen verletzen. W eder habe sie in dieser H in- sicht etw as versäum t noch habe sie etw as nachzuholen. D er Beschw erde- führerin kann in ihrer Argum entation nicht gefolgt w erden. Zu R echt m acht sie nicht geltend, dass die Bew eisanordnung des EJPD grundsätzlich un- geeignet w äre, den Sachverhalt abzuklären, w eit über das hinausginge, w as zur Abklärung des Sachverhalts notw endig w äre, oder dass der Zw eck der Bew eisanordnung in einem offensichtlichen M issverhältnis zu ihren Ausw irkungen stünde. D ass die Beschw erdeführerin vorgibt, sie habe sich in der Schw eiz nichts zu schulden kom m en lassen, bildet selbst- verständlich keinen zureichenden G rund, auf w eitere Bew eiserhebungen zu verzichten. Som it w aren die Fragen den EJPD durch den U ntersu- chungsgrundsatz (Art. 12 Vw VG ) und die M itw irkungspflicht der Partei ge- deckt (Art. 13 Vw VG ). D as Verhalten der Beschw erdeführerin m uss unter den gegebenen U m ständen als grobe Verletzung ihrer M itw irkungspflicht bew ertet w erden m it den entsprechenden negativen Folgen auf die Be- w eisw ürdigung (zur Tragw eise der M itw irkungspflicht im Ausländerrecht vgl. das zur Publikation bestim m te U rteil des Bundesgerichts 5A.30/2005 vom 22. N ovem ber 2005 E. 3.2). 6.3.2 D ie Beschw erdeführerin beteuert in ihrem Antw ortschreiben 19. Juni 2006 nach w ie vor, der im Visum santrag m it geschäftlichen Besprechungen um - schriebene Aufenthaltszw eck entspreche den Tatsachen. Sie ist jedoch nicht in der Lage, Treffen m it Vertretern der Firm a H ._______ Treuhand AG zu bestätigen oder Bew eism ittel dafür beizubringen, dass w ährend ihres Aufenthaltes in der Schw eiz Schritte in R ichtung auf die geplante Filialengründung unternom m en w orden sind. Stattdessen versucht sie die Funktion der Firm a H ._______ Treuhand AG in einer Art und W eise herunterzuspielen, die sich m it der R olle dieser Treuhandgesellschaft im Visum sverfahren als D reh- und Angelpunkt des G eschäftsbesuchs nicht vereinbaren lässt. So behauptet sie allen Ernstes, die H ._______ Treuhand AG sei ihr durch ein lokales russisches R eisebüro verm ittelt w orden. D er Beizug der Treuhandgesellschaft sei aber nur für den Fall vorgesehen gew esen, dass und sow eit sich dies "zur Aufnahm e von 7 geschäftlichen Beziehungen (Vertragsberatungen, Abklärungen betr. Firm engründung)" als erforderlich erw eisen sollte. D azu sei es w egen ihrer Festnahm e und W egw eisung nicht gekom m en. N ur nebenbei sei darauf hingew iesen, dass die Beschw erdeführerin m it dieser D arstellung ihre eigene Argum entation in der R echtsm ittelschrift zu vergessen scheint, w onach sie die Schw eiz erst am Tag des Ablaufs ihres Visum s am 20. M ärz 2006 verlassen habe. Auf der anderen Seite präsentiert die Beschw erdeführerin in G estalt der Firm a "I._______ G m bH " m it Sitz in G renchen ein D rittunternehm en, von dem bis zu jenem Zeitpunkt nie die R ede w ar und dessen Bestätigungsschreiben vom 12. Juni 2006 sie als Beleg für G eschäftsanbahnungsgespräche in der Schw eiz nennt. D as erw ähnte Schreiben ist indessen inhaltlich ohne jede Substanz. Es ist zum vornherein ungeeignet auch nur für einen der Sachverhalte Bew eis zu erbringen, für die es von der Beschw erdeführerin als Bew eism ittel angerufen w ird (G eschäftsanbahnungsgepräche in der Schw eiz bzw . H erkunft des bei der Beschw erdeführerin aufgefunden G eldbetrags). W enn schliesslich die Beschw erdeführerin beteuert, sie habe nie Falschangaben zu ihrem Aufenthalt in der Schw eiz gem acht, nam entlich nicht in ihrem Visum -Antrag, sie habe anlässlich der polizeilichen Einvernahm e lediglich ihre Schw eizer G eschäftspartner schonen w ollen und deshalb den touristischen N ebenzw eck ihres Aufenthaltes erw ähnt, so ist dies grob irreführend. Tatsächlich besteht keinerlei Ü bereinstim m ung zw ischen der Person der Beschw erdeführerin, w ie sie sich aus den Visum sakten ergibt (eine verheiratete und erfolgreiche G eschäftsfrau, die zu G eschäfts- zw ecken in die Schw eiz reisen m öchte) und w ie sie sich selbst in der poli- zeilichen Einvernahm e darstellt (ledige, ein w enig unbedarfte Studentin ohne Erw erbstätigkeit in R ussland, die sich als Touristin in der Schw eiz aufhält). D ass sich der G eschäftszw eck aus ihrem Visum ergab, w ie sie geltend m acht, tut hier nichts zur Sache. D er Beschw erdeführerin w ird ja nicht vorgehalten, sie habe sich besonders raffiniert verhalten. Es besteht sodann auch keine Ü bereinstim m ung zw ischen den Visum sakten und der Sachverhaltsdarstellung der Beschw erdeführerin im R echtsm ittelverfahren. In einem Punkt ist die Beschw erdeführerin allerdings konsequent. Sie ver- m eidet jede konkrete und dam it überprüfbare Inform ation zu den geschäft- lichen Aktivitäten, derentw egen sie in die Schw eiz gekom m en und die sie hier w ahrgenom m en haben w ill. D iese Verhaltensw eise gab die Beschw er- deführerin selbst dann nicht auf, als sie nach der Konfrontation m it den Vi- sum sakten erkennen m usste, w elche Bedeutung einer glaubw ürdigen D ar- stellung des Sachverhaltes zukom m t. 6.4 D ie Beschw erdeführerin gelangte som it zu einem G eschäftsvisum für die Schw eiz auf Intervention und Einladung einer Firm a, die bekannterm assen nicht davor zurückschreckt, ausländischen Personen m it Falschangaben zu solchen D okum enten zu verhelfen. In der Schw eiz m ietete sie sich für zw ei W ochen in einem "G rossbordell" ein, w o sie nur m it einem Badetuch bekleidet polizeilich angetroffen w urden. D ie Beschw erdeführerin ist nicht in der Lage, auch nur einigerm assen glaubw ürdige Angaben zu ihrer Per- son, ihrem Aufenthaltszw eck und dem bei ihr aufgefundenen G eldbetrag 8 zu m achen. Stattdessen sind grobe W idersprüche festzustellen zw ischen den Angaben der Beschw erdeführerin im Visum sverfahren, anlässlich der polizeilichen Einvernahm e und im vorliegenden Beschw erdeverfahren. D ie Beschw erdeführerin verw eigerte zudem in Verletzung der M itw irkungs- pflicht Angaben zu Personen, die m ehr Licht in die Angelegenheit hätten bringen können. Aufgrund dieser Bew eislage und unter Berücksichtigung des Verhaltens der Beschw erdeführerin im R echtsm ittelverfahren m uss davon ausgegangen w erden, dass sie in den R äum lichkeiten des Erotik- Tem pels Freubad der Prostitution nachgegangen ist und zu diesem Zw eck m it Falschangaben ein G eschäftsvisum s erschlichen hat. D ie gesam ten U m stände rechtfertigen zudem den Verdacht, dass die bekannten drei Aufenthalte im Jahr 2005 ebenfalls diesem Zw eck gedient haben. D ie Beschw erdeführerin hat dam it den Fernhaltegrund der U nerw ünschtheit im Sinne von Art. 13 Abs. 1 erster Satz AN AG gesetzt. 7. Es bleibt zu prüfen, ob die M assnahm e in richtiger Ausübung des Erm es- sens ergangen und angem essen ist. D er G rundsatz der Verhältnism ässig- keit steht dabei im Vordergrund. U nter diesem G esichtspunkt ist eine w er- tende Abw ägung vorzunehm en zw ischen dem öffentlichen Interesse an der M assnahm e einerseits und den von der M assnahm e beeinträchtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits (vgl. statt vieler U LR IC H H ÄFELIN / G EO R G M Ü LLER / FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich und St. G allen 2006, S.127 f.). 7.1 D as öffentliche Interesse an einer Fernhaltung ergibt sich ohne w eiteres aus den obenstehenden Ausführungen. Entgegenstehende private Interes- sen w erden w eder geltend gem acht noch ergeben sich solche aus den Ak- ten. 7.2 Bei dieser Interessenlage m uss die auf zw ei Jahre bem essene Einreise- sperre als eher m ilde M assnahm e bew ertet w erden. Ihr kann sicherlich nicht entgegengehalten w erden, sie sei zum N achteil der Beschw erdefüh- rerin dem G rundsatz nach oder in Bezug auf ihre G eltungsdauer unverhält- nism ässig oder unangem essen. Es stellt sich im G egenteil die Frage, ob dem öffentlichen Interesse hinreichend R echnung getragen w ird. D a die D auer der Einreisesperre unter dem G esichtspunkt der Verhältnism ässig- keit jedoch vertretbar ist, rechtfertigt es sich, von einer Verschärfung abzu- sehen (vgl. Art. 62 Abs. 2 Vw VG ). 8. Aus den obenstehenden Erw ägungen folgt, dass die angefochtene Verfü- gung im Lichte von Art. 49 Vw VG nicht zu beanstanden ist. D ie Beschw er- de ist deshalb abzuw eisen. 9. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend w ird die unterliegende Be- schw erdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrensko- sten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverw altungsgericht [SR 173.320.2]).9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen 2. D ie Kosten des Verfahrens von Fr. 700.-- w erden der Beschw erdeführerin auferlegt. Sie sind durch den am 7. Juni 2006 geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin - der Vorinstanz D er Kam m erpräsident: D er G erichtsschreiber: A. Im oberdorf J. Longauer Versand am :