Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. September 2018 (720 18 93 / 242) ___________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung eines verwaltungsexternen Gutachtens durch die IV-Stelle; Verzicht auf Zu- mutbarkeitsbeurteilung durch Psychiater erfolgte wegen des inkonsistenten Verhaltens der versicherten Person zu Recht; keine Indikatorenprüfung wegen Simulation Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichterin E lisabeth Berger Götz, Kan- tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Pascal Riedo, Advokat, Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1964 geborene A.____ arbeitete zuletzt bis O ktober 2012 als Maschinenführer bei der B.____. Am 7. Mai 2013 meldete er sich unter Hi nweis auf ein psychisches Leiden bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistung sbezug an. Nach Durchführung der berufli- chen, erwerblichen und gesundheitlichen Abklärungen ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditäts- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht grad von 0 %. Gestützt auf dieses Ergebnis lehnte sie nach durchgeführtem Vorbescheidverfah- ren mit Verfügung vom 13. Februar 2018 einen Anspru ch von A.____ auf eine Invalidenrente ab. B. Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Advoka t Pascal Riedo, am 16. März 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, A bteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, dass die angefochtene V erfügung aufzuheben und die IV- Stelle zu verpflichten sei, ihm nach Ablauf des Wart ejahrs eine ganze Rente auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Abklärung des S achverhalts - insbesondere zwecks Ein- holung weiterer Gutachten und einer Neubeurteilung - an die IV-Stelle zurückzuweisen. Unter o/e-Kostenfolge, wobei ihm die unentgeltliche Rechtspfl ege zu bewilligen sei. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die IV-Stelle ihren Entscheid auf unzulängliche medi- zinische Unterlagen stütze. C. Das Kantonsgericht bewilligte dem Beschwerdeführer a m 21. März 2018 für das vorlie- gende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführu ng und die unentgeltliche Verbei- ständung mit Advokat Riedo. D. In ihrer Vernehmlassung vom 31. Mai 2018 beantragt e die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte – Beschwerde vom 16. März 2018 ist demnac h einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochten en Verfügung vom 13. Februar 2018 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechu ngsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erw erbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsun- fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperliche n, geistigen oder psychischen Gesund- heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in B etracht kommenden allgemeinen Ar- beitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ein- zuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1 ). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es geli ngt, auf objektivierter Beurteilungs- grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeit s- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 3.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 3.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Re chnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellu ng in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih- rer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach- )Arztes einerseits und von Begutach- tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/ 00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administra- tiv- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen un d zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautende n Einschätzungen gelangen. Vorbe- halten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behan- delnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver är ztlicher Interpretation entspringende – As- pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkan nt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversi cherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6.1 Zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arb eitsfähigkeit des Beschwerde- führers liegen verschiedene Berichte und Gutachten vor, die vom Gericht insgesamt gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni gen medizinischen Unterlagen wieder- gegeben werden, welche sich für den vorliegenden Entscheid als zentral erweisen. 6.2.1 In den Akten findet sich das von der IV-Stelle i n Auftrag gegebene bidisziplinäre Gut- achten des C.____ vom 5. Juli 2016. Dieses beruht auf al lgemeininternistischen und psychiatri- schen Untersuchungen. Im Rahmen der Konsensbesprechung diagnostizierte die untersuchen- de Ärzteschaft beim Beschwerdeführer mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (1) eine leichte de- pressive Episode (ICD-10 F32.0), (2) persistierende diffu se Arm- und Handschmerzen rechts, differentialdiagnostisch (DD) ein beginnendes komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) am rechten Arm, DD bei chronischer Immobilisation, ein en Status nach Fraktur von Radius und Ulna rechts am 15. Juli 1992 mit leichtgradiger flüchtiger Radialisläsion rechts und osteosynthe- tischer Versorgung am Unfalltag, aktuell klinisch keine post traumatischen neurologischen Resi- duen und (3) eine höchstgradige kombinierte Schwerhö rigkeit links mit Hörgerätversorgung im Jahr 2000 (aktuell trage der Explorand kein Hörgerät). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden beim Beschwerdeführer (1) ein familiäres Mit telmeerfieber (ICD-10 E85.0), (2) ein thorakolumbales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.05; aktuell o hne sensomotorische Defizite und Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hinweise auf eine radikuläre Reizung), (3) Übergewicht (BMI 28,7 kg/m2), (4) ein Status nach Attikoantrotomie links bei epitympanalem Cholesteatom 1 978, (5) ein Status nach Septorhino- plastik 1991, (6) ein Status nach TEE und (7) ein Status nach OSG-Operation links ca. 1984. Im Rahmen der klinisch-internistischen Exploration seien 4 von 5 Waddell-Zeichen positiv gewesen (Schmerzangabe an der Brust- und Lendenwirbelsäule [BWS /LWS] bei Rumpfdrehung en bloc und leichtem Druck auf den Schädel). Weiter hätten sich e ine Inkonsistenz bei der Lasègue- Prüfung, eine diffuse tiefe und oberflächliche Schmerzempfindlichkeit und eine Überreaktion bei der Reflexprüfung mit starker Schmerzangabe (begleitet von Stöhnen und schmerzgeplagten Gesichtszügen) gezeigt. Aufgrund der vom Exploranden gesch ilderten Beschwerden, der in- konsistenten Untersuchung und den fehlenden objektivierbar en Befunden könne kein eindeuti- ges somatisches Korrelat für das thorakolumbale Schmerzsy ndrom erkannt werden, weshalb dieses nicht relevant für die Beurteilung der Arbeitsf ähigkeit sei. In Bezug auf die chronische Schmerzsymptomatik am rechten Arm (Unterarm und Hand mit intermittierender diffuser Sensi- bilitätsstörung und diffuser Armschwäche) habe in der n eurologischen Untersuchung die ge- schilderte Symptomatik nicht einem spezifischen Nerv oder e iner konkreten Nervenwurzel zu- geordnet werden können. Es habe eine diskrete Schwäche de r Finger- und der Hand- Dorsalextension sowie der Ellenbogenflexion bestanden, die am ehesten als schmerzbedingt zu beurteilen seien. Im Vergleich zum linken Arm habe kei n eindeutiger Unterschied der Hauttro- phik oder eine Muskelatrophie (als Zeichen eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms) festgestellt werden können. Differentialdiagnostisch kön nte die Bewegungseinschränkung der Hand durch die vom Exploranden dauerhaft umgesetzte I mmobilisation durch das Tragen der Handgelenksschiene erklärt werden. Trotz dieser Diskrepanz en sei ein beginnendes CRPS rechts aktuell klinisch nicht sicher auszuschliessen. Um eine e ndgültige Aussage bezüglich der potentiellen Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit zu treffen, wären eine spezifische rheumato- logische Beurteilung sowie eine MRI- Untersuchung des re chten Unterarms und der Hand an- gebracht. Es könne jedoch zum jetzigen Zeitpunkt zumindest von einer Einschränkung der Ar- beitsfähigkeit für schwere körperliche Lasten ausgegangen werden. Betreffend die intermittie- renden, schubweise verlaufenden Bauchschmerzen, begleite t von Fieber und Diarrhoe seit 2013, sei die Diagnose eines familiären Mittelmeerfie bers gestellt und initial eine Therapie mit Colchicin und Prednison eingeleitet worden. Aufgrund der Ineffektivität dieser Therapie werde der Explorand seit April 2015 mit Remicade medikamen tös behandelt, was subjektiv zur Linde- rung der Beschwerden geführte habe. Bei nur intermit tierend auftretenden Beschwerden und unter ausreichender Medikation gut kontrollierbarer Erkr ankung läge diesbezüglich keine rele- vante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Betreffe nd die Schwerhörigkeit bestehe laut ei- nem Bericht von Dr. med. D.____, FMH Ohren- Nasen- Ha lskrankheiten, vom 20. Mai 2015 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für alle Tätigkeiten, d ie nicht eine spezielle Anforderung ans Ge- hör stellen. 6.2.2 In der psychiatrischen Exploration durch Dr. med. E .____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, vom 16. Januar 2016 hätten sich Inkonsistenz en gezeigt, die hinweisend auf eine Simulation der kognitiven Beschwerden seien. Nach den Kriterien von Slick et al. für die Diag- nosestellung vorgetäuschter kognitiver Störungen sei mit an Sicherheit grenzender Wahrschein- lichkeit von einer solchen Vortäuschung auszugehen. Auch das Verhalten des Exploranden während der Untersuchungssituation habe auf eine deutli che mangelnde Anstrengungsbereit- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht schaft schliessen lassen. Die reale Leistungsfähigkeit dür fte daher mit Sicherheit über dem von ihm präsentierten Leistungsniveau liegen; das tatsächlich e kognitive Leistungsniveau könne jedoch nicht beurteilt werden. Bezüglich der depressiven Symptomatik müsse nach ICD-10 bei der Präsentation der Beschwerden von einem leichtgradi gen depressiven Syndrom ausgegan- gen werden. Der Beschwerdeführer wirke niedergeschlag en, äussere einen Interessens- und Freudverlust, eine Antriebsminderung, lnsuffizienzgefühl e sowie Schlafstörungen und einen verminderten Appetit. Formal seien damit die Kriterie n für eine mittelgradige depressive Episo- de erfüllt. Es könne jedoch bei der Schilderung der Be schwerden unter Berücksichtigung der Antworttendenz und der fehlenden Motivation davon ausg egangen werden, dass diese mit ho- her Wahrscheinlichkeit nicht in der Form, wie sie vom E xploranden präsentiert worden seien, vorhanden seien. Deshalb sei insgesamt eine leichte depressive Episode zu diagnostizieren. 6.2.3 Aufgrund der erhobenen Befunde und der Tatsac he wurde in der Konsensbesprechung festgestellt, dass der Beschwerdeführer keinen Beruf erl ernt habe, weshalb die zuletzt ausge- übte Tätigkeit als Aushilfe in einer Elektroproduktions firma als „angestammte" Tätigkeit zu be- trachten sei. Dabei habe er sowohl am Laufband gearbei tet wie auch verschiedene andere Be- schäftigungen im Rahmen der Elektroproduktion ausgeübt, weshalb von einer körperlich mittel- schweren Tätigkeit auszugehen sei. Dieser habe er über einen Zeitraum von zwei Jahren unun- terbrochen in Vollzeitbeschäftigung nachgehen können, ohne dass ihn die zum damaligen Zeit- punkt bereits vorhandenen Beschwerden der rechten Hand relevant in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt hätten. Aus somatischer Sicht sei der Explorand daher für seine zuletzt ausgeüb- te Tätigkeit als Aushilfe zu 100 % arbeitsfähig. In Bezu g auf eine Verweistätigkeit sei dem Be- schwerdeführer jede Arbeit, welche mit einer leichten bis mittelschweren körperlichen Tätigkeit einhergehe, zu 100 % zumutbar. Von Vorteil wäre, wenn er keine monotonen repetitiven Bewe- gungen mit dem rechten Arm und der rechten Hand ausf ühren müsste. Weiter sei auf das He- ben schwerer Lasten mit der rechten Hand zu verzichten. Zu dem bestehe für Arbeiten mit spe- ziellen Anforderungen an das Gehör (z.B. Hören von Warn signalen, Chauffeurdienste, Arbeiten im Callcenter) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund der persistierenden diffusen Arm- und Handschmerzen rechts seien zudem schwere Arbeiten nicht g eeignet (z.B. schwere Arbeiten auf dem Bau). Aus psychiatrischer Sicht habe zum Zeitpunkt des Gutachtens aufgrund der Prä- sentation der Beschwerden keine sinnvolle Aussage bezügl ich der tatsächlichen funktionellen Auswirkungen getroffen werden können. Festzustellen sei , dass die vom Exploranden präsen- tierten kognitiven Beschwerden vorgetäuscht seien und da s gezeigte Funktionsniveau mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit höher sei als das geschilderte. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 13. Februar 2018 bei der Würdigung des massgebenden medizinischen Sachverhalts und bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers insbesondere au f die Ausführungen im Gutachten des Universitätsspitals Basel vom 5. Juli 2016 ab. Sie ging deshalb davon aus, dass dem Versicher- ten sowohl die angestammte mittelschwere wie auch jede andere seinem Leiden angepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei . Diese vorinstanzliche Beweiswürdi- gung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vg l. E. 5.3 f. hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indi zien liegen hier in Bezug auf die Aus- führungen des Universitätsspitals Basel nicht vor. Das Guta chten erfüllt alle rechtsprechungs- gemässen Voraussetzungen an eine taugliche medizinische B eurteilungsgrundlage. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf und ist – w ie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.2) – für die streitigen Belange umfassend. Es beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis d er im Zeitpunkt der Exploration vor- handenen Vorakten abgegeben worden und leuchtet in d er Darlegung der medizinischen Zu- sammenhänge ein. Die auf diese Erkenntnisse gestützte Zum utbarkeitsbeurteilung ist – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird - ebenfalls nicht zu beanstanden. 7.2 Daran ändern die Ausführungen des Beschwerdeführer s nichts. So macht er geltend, dass er an einem CRPS leide und deshalb keine Tätigkei t ausüben könne, wie sie der Zumut- barkeitsbeurteilung im Gutachten des Universitätsspitals zug runde gelegt worden sei. Diese Beurteilung leuchte zudem nicht ein und sei widersprüchl ich. Zunächst steht fest, dass die Di- agnose eines CRPS lediglich als Differentialdiagnose ge stellt wurde. Zudem wurde darauf hin- gewiesen, dass das freiwillige und nicht erforderliche Tragen einer Handgelenkschiene ähnliche Symptome wie ein CRPS verursache. Es wurden weitere Abkl ärungen empfohlen, welche zwi- schenzeitlich auch durchgeführt wurden. Im Bericht des C. ____, Neurologische Klinik und Poli- klinik, vom 4. Juli 2018 wurde das CRPS wiederum als Diff erentialdiagnose genannt. Am gan- zen Arm habe mit Ausnahme einer verminderten Empfindsam keit keine Auffälligkeit bestätigt werden können. Eine zentral- oder peripher-neurologi sche Entwicklung der chronischen Be- schwerden am rechten Arm habe weiterhin nicht sicher fest gestellt werden können, weshalb entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers keine g esicherte CRPS-Diagnose vor- liegt. Weiter ist dem Gutachten auch keine Widersprüchlichkeit betreffend die Zumutbarkeitsbeurtei- lung zu entnehmen. Der Beschwerdeführer begründet die s dahingehend, dass im Gutachten festgehalten werde, er sei in der angestammten Tätigke it, in welcher er hauptsächlich Fliess- bandarbeiten erledigt habe, nicht eingeschränkt sei. In Bezug auf eine Verweistätigkeit werde aber gleichzeitig ausgeführt, dass er keine monotone und repetitive Arbeit mit dem rechten Arm ausüben dürfe. Dies sei ein Widerspruch, denn die Flie ssbandarbeit sei eine monotone Be- schäftigung. In ihrer Zumutbarkeitsbeurteilung hielten die Gutachter (vgl. Seite 23 oben) fest, dass der Beschwerdeführer die angestammte mittelschwere Arbeit vor dem Stellenverlust über einen Zeitraum von 2 Jahren ununterbrochen in einer Vollzeitbeschäftigung ausgeübt habe, ohne dabei durch die bereits vorhandenen Beschwerden de r rechten Hand relevant in der Ar- beitsfähigkeit eingeschränkt gewesen zu sein. Er sei desh alb aus somatischer Sicht für die zu- letzt ausgeübte Arbeit 100 % arbeitsfähig. Diese Einschätzung bestehe auch für jede leichte bis mittelschwere Verweistätigkeit. Wenn die Gutachter zur V erweistätigkeit ausführen, dass diese "von Vorteil" ohne monotone und repetitive Bewegunge n des rechten Arms und der rechten Hand auszuführen sei, stellen sie diese Zumutbarkeitsbeu rteilung nicht in Frage und es lässt sich daraus keine zusätzliche Einschränkung der Leistungsfä higkeit ableiten. Dass der Be- schwerdeführer nach Angaben der Gutachter auf das Hebe n schwerer Lasten mit der rechten Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hand zu verzichten hat, liegt auf der Hand, gehen sie grundsätzlich von einer Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit aus. Somit kann der Beschwerdeführer aus dieser Argumentation ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die Gutachter berücksichtigten in ihrer Zumutbarkeitsbeur teilung auch die höchstgradige Schwerhörigkeit links. Sie gingen jedoch entsprechend der Einschätzung des behandelnden Arztes Dr. D.____ davon aus, dass der Beschwerdeführer s ämtliche Tätigkeiten, die nicht eine spezielle Anforderung ans Gehör stellten, zu 100 % ausü ben könne. Das familiäre Mittelmeer- fieber wurde hingegen als Diagnose ohne Einfluss auf di e Arbeitsfähigkeit bezeichnet, da die Beschwerden - auch nach Aussage des Beschwerdeführers - nu r intermittierend auftreten wür- den und unter ausreichender medikamentöser Therapie g ut kontrollierbar sei. Es ist somit da- von auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht sowohl für die angestamm- te als auch für sämtliche leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, dass das p sychiatrische Teilgutachten nicht ver- wertbar sei. Er leide (unter anderem) an einer schwer en Depression, wie auch dem Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 11. Juli 2017 zu entnehmen sei. Diesbezüglich ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach behandelnde Ärztinnen und Ärzte nicht nur in der Funk tion als Hausärzte (BGE 135 V 465 E. 4.5. S. 470; 125 V 351 E. 3a/cc S. 353), sondern auch a ls spezialärztlich behandelnde Medizi- nalpersonen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Septe mber 2017, 8C_295/2017, E. 6.4.2 mit Hinweisen) im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitun- ter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. Im Bericht von Dr. F.____ bzw. der in seinem Auf- trag tätigen Diplom-Psychologin G.____ vom 11. Juli 201 7 werden eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen und eine somatoforme S chmerzstörung diagnostiziert und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. In Bezug auf die Diagnosen werden in der Folge aber keine objektiven Untersuchungsbefunde erhoben. Vielmehr gibt der Bericht nur die subjek- tiven Angaben des Beschwerdeführers wieder. Dieser berichte, dass er geschieden sei, finanzi- elle Probleme sowie hohe Schulden habe. Dr. F.____ w eist diesbezüglich einzig darauf hin, dass die kognitiven Beschwerden im Rahmen der schweren De pression entstanden seien. Er hat aber selbst keine Symptomvalidierung vorgenommen , weshalb ihm nicht gefolgt werden kann. Seine Angaben vermögen insbesondere auch nicht d as Teilgutachten von Dr. E.____ vom 16. Januar 2016 in Zweifel zu ziehen. Namentlich wi derlegen sie die durch den Gutachter mit hoher Wahrscheinlichkeit festgestellte Simulation der angegebenen Beschwerden nicht. Der Beschwerdeführer habe im Rahmen der Symptomvalidierung nach Slick et al. zur Beurteilung kognitiver Dysfunktionen bei zwei Antwortmöglichkeiten 84 % der Fragen falsch beantwortet, was auf eine bewusste Antwortverzerrung bzw. Falschbeantwortung hinweise. Damit ist aber in Übereinstimmung mit dem Gutachter davon auszugehen, dass die Grenze zu einem lediglich verdeutlichenden Verhalten im Rahmen der Abklärung übe rschritten wurde und mit an Sicher- heit grenzender Wahrscheinlichkeit von einer Vortäuschung der kognitiven Störungen auszuge- hen ist. Es ist unter diesen Umständen nicht zu beanstan den, dass der Gutachter aus psychiat- rischer Sicht keine Zumutbarkeitsbeurteilung vorgenomm en hat. An dieser Stelle ist zu erwäh- nen, dass auch aus somatischer Sicht in Bezug auf das geklagt e thorakolumbale Schmerzsyn- drom Inkonsistenzen vorlagen. So erfüllte der Beschwerdef ührer bei der körperlichen Untersu- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht chung 4 der 5 Waddel-Zeichen und die Lasègue-Prüfung war auch widersprüchlich, was ge- mäss den Angaben im Gutachten für eine bewusste Aggravation der behaupteten Beschwerden spreche. 7.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die IV-Stelle zu Recht auf das von ihr einge- holte Gutachten des C.____, Medizinische Poliklinik, vom 5 . Juli 2016 abstellte. Eine Neubeur- teilung des Gesundheitszustandes drängt sich nicht auf, lassen die vorhandenen medizinischen Unterlagen doch nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung der Arbeits- und Leistungs- fähigkeit des Versicherten zu. Es kann deshalb auf die vo n ihm beantragte Anordnung weiterer medizinischer Abklärungen verzichtet werden (sog. antizip ierte Beweiswürdigung; vgl. dazu BGE 141 I 64 E. 3.3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Weiter ist vorliegend zu berücksichtigen, dass aufgrund der einleuchtenden fachärztlichen Beurteilungen beim Beschwerdeführer von e iner eigentlichen Simulation der kognitiven Störungen auszugehen ist, weshalb keine versiche rte Gesundheitsschädigung vor- liegt (vgl. SVR 2017 IV Nr. 21 S. 56, 9C_154/2016 E. 4.3 mit Hinweis). Daran ändert auch nichts, dass das Bundesgericht in BGE 143 V 409 und 418 entschieden hat, sämtliche psychi- schen Erkrankungen seien grundsätzlich einem strukturierte n Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Bei einer Simulation kann nämli ch eine diagnostische Zuordnung der depressiven Symptomatik unterbleiben und eine indikatore ngeleitete Überprüfung des psychi- schen Leidens erübrigt sich (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.1 f.). 8. Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung vom 13. Februar 2018 den erforderli- chen Einkommensvergleich vorgenommen. Da der Versicherte seit Eintritt der Gesundheits- schädigung keine ihm zumutbare leidensadaptierte Verwe istätigkeit ausübte, hat sie das Invali- deneinkommen zu Recht unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturer- hebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik festgesetzt ( vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). Auf diese Weise hat sie ein zumutbares Invalideneinkom- men von Fr. 66'653.– errechnet. Anschliessend hat sie d iesen Betrag dem ebenfalls auf den LSE beruhenden Valideneinkommen von Fr. 66'626.– gege nüber gestellt und so einen renten- ausschliessenden Invaliditätsgrad von 0 % ermittelt. Di e konkrete Berechnung, die vom Versi- cherten in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet wurde, erweist sich als rechtens. Unter diesen Umständen kann von weiteren Erörterunge n zum vorinstanzlichen Einkommens- vergleich abgesehen und stattdessen auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der genannten Verfügung verwiesen werden. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor kantonalem Versiche- rungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung o der die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah renskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Entspre chend dem Ausgang dieses Ver- fahrens hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 800.-- zu tragen. Zu- folge der mit Verfügung vom 21. März 2018 bewilligte n unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Verfahrensaus gang entsprechend wettzu- schlagen. Da dem Versicherten mit verfahrensleitender Ve rfügung vom 21. März 2018 die un- entgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter b ewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 b eträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung für die Bemühungen für Anwältinnen un d Anwälte Fr. 200.– , für ihre Volontä- rinnen und Volontäre indes lediglich Fr. 120.– pro St unde. Der Rechtsvertreter des Versicherten hat in seiner Honorarnote vom 9. Juli 2018 für das vor liegende Verfahren einen Zeitaufwand von 2.75 Stunden für seine eigenen anwaltlichen Bemüh ungen sowie 8 Stunden für die Bemü- hungen seiner Volontärin bzw. seines Volontärs geltend gemacht. Diese Aufwendungen sind in Anbetracht der sich stellenden Sachverhaltsfragen nicht zu beanstanden. Als angemessen er- weisen sich auch die geltend gemachten Auslagen in der Höhe von insgesamt Fr. 29.50. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'658.05 (2.75 Stunden à Fr. 200.– und 8 Stunden à Fr. 120.–, Auslagen von Fr. 29.50, zu züglich 7.7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'658.05 (inkl. Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 1. Februar 2019 Beschwerde beim Bundesgericht (vgl. nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_95/2019 ). http://www.bl.ch/kantonsgericht