320 Obergericht, Abteilung Zivilgericht 2014 Mandatsführung zu haben. Berichtigungen haben daher die Aus nah- me zu bleiben. Eine solche Ausnahme liegt hier nicht vor, nach dem weder dargelegt wird noch ersichtlich ist, dass der Reche nschafts- bericht nicht aussagekräftig ist und alle Beteiligten mit der Mandats - führung und dem Massnahmeumfang einverstanden sind. Im Übrigen steht es der Beschwerdeführerin frei, der Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde ihre Sicht der Dinge schriftlich darzulegen, womit diese Eingang in die Akten findet. Auf die V or - bringen der Beschwerdeführerin ist somit mangels Rechtsschutz inte- resse nicht einzutreten. 61 Art. 394 i.V .m. Art. 395, Art. 398 ZGB Bei stark ausgeprägter Demenz reicht eine Vertretungsbeistandschaft mit besonders breit gefasstem Auftrag in der Regel aus, um dem Schutz be- dürfnis der betagten Person zu begegnen. Liegt eine offensichtliche Hand- lungsunfähigkeit der betroffenen Person vor, ist keine Beschrän kung der Handlungsfähigkeit anzuordnen. Aus dem Entscheid des Obergerichts, Kammer für Kindes - und Erwachse- nenschutz, vom 14. November 2014 in Sachen T. G. (XBE.2014.17). Aus den Erwägungen 3. 3.1. Die V orinstanz erwog zur Schutzbedürftigkeit der Betroffenen, die progrediente dementielle Erkrankung erlaube es der Schutzbe - dürftigen nicht mehr, Entscheidungen zu treffen, weshalb sie mittler - weile selbst im alltäglichen Le ben umfassender Hilfe bedürfe. Die Betroffene befinde sich seit mehreren Jahren im Alters - und Pflege- heim X. und sei schwer pflegebedürftig, wobei eine weitere Ver - schlechterung der Erkrankung in den nächsten Monaten als sehr 2014 Zivilrecht 321 wahrscheinlich erscheine. Die Betroffene vermöge keinerlei Angele - genheiten der Personensorge, der Vermögenssorge oder des Rechts - verkehrs selber zu erledigen, weshalb eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung sowie ein umfassender Aufgabenkatalog zu errichten sei. Aufgrund der starken Demenz und der hohen Pflegebedürftigkeit sei in des eine umfassende Einschrän - kung der Handlungsfähigkeit nicht not wendig und es genüge, diese auf die Einkommens - und Vermögensverwaltung sowie Rechtsge - schäfte mit finanziellen Folgen zu beschränken (E. 2.2). 3.2. Die Beschwerdeführerin kritisiert die vorinstanzlich angeord - nete Vertretungsbeistandschaft mit nur teilweisem Entzug der Hand - lungsfähigkeit und verlangt eine umfassende Beistandschaft, da die Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft mit "massgeschneider - tem" Aufgabenkatalog in der Praxis zu mehr Rechtsunsicherheit füh- re als eine umfassende Beistandschaft. Die Betroffene sei dauerhaft urteilsunfähig und verfüge über keine Ressourcen mehr, die sie zur Regelung der Personen- und Ver- mögenssorge oder im Rechtsverkehr zweckmässig einsetzen könne. Es sei daher widersprüchlich und sinnlos, ihre Handlungs fähigkeit formell zu erhalten. Dies würde vielmehr auf einen blossen "Eti - kettenschwindel" heraus l aufen und die Gefahr bergen, dass je nach Haltung des Gläubigers die Urteilsfähigkeit zuerst in einem Pro zess festgestellt werden müsse. Wobei der schutzbedürftigen Person sogar die Klägerrolle zukommen könne, wenn der Gläubiger un ter Um - ständen über einen "abgenötigten" Rechtsöffnungstitel ver füge. Fak- tisch könne eine urteilsunfähige Person von der formell noch be - stehenden Handlungsfähigkeit gar keinen Gebrauch mehr machen. Bereits der Wortlaut von Art. 394 Abs. 1 ZGB spreche in Fällen, wo die Betr offenen keinerlei Angelegenheiten mehr selber erledigen könnten, gegen eine Vertretungsbeistandschaft, die zu errichten sei, wenn die hilfsbedürftige Person nur bestimmte Angelegenheiten nicht erledigen könne und deshalb vertreten werden müsse. Im Um - kehrschluss bedeute dies, dass eine umfassende Beistandschaft ange - ordnet werden müsse, wenn eine Person ihre Angelegenheiten über - haupt nicht mehr selber erledigen könne. 322 Obergericht, Abteilung Zivilgericht 2014 Anders als im bisherigen Recht sei mit dem revidierten Erwach- senenschutzrecht die stigm atisierende Wirkung einer Entmündigung eliminiert worden. Die Terminologie sei angepasst worden und die Massnahmen würden nicht mehr publiziert. Da eine dauerhaft urteilsunfähige Person den Unterschied dieser Massnahmen sowieso nicht mehr erfassen könne, werde sie durch die Errichtung einer umfassenden Beistandschaft auch subjektiv nicht belastet. Schliesslich seien die von der V orinstanz verwendeten Um - schreibungen der mandatsgebundenen Aufgaben nicht praxistauglich. Die in Ziffer 2 Spiegelstrich 4 und 5 umschriebenen Aufgabenberei- che der Mandatsträgerin seien problematisch, da zu befürchten sei, dass diese in der Praxis zu Auslegungsproblemen und unnötiger Rechtsunsicherheit führten. Insbesondere sei unklar, in welchem Ver- hältnis diese zueinander st ehen würden. Während die Mandats träge- rin gemäss Punkt 4 beim Erledigen der finanziellen und administrati- ven Angelegenheiten nur "soweit nötig" zur Vertretung beauftragt sei, insbesondere im Verkehr mit Dritten, fehle bei Punkt 5 eine sol- che Einschränk ung, obwohl es ebenfalls um die Erledigung der finanziellen Angelegenheiten (insbesondere die Einkommens - und Vermögensverwaltung) gehe. Angesicht der starken Hilfsbe dürftig- keit der Betroffenen hätte die V orinstanz bei der Formulierung des Aufgabenkatalogs das Muster der KOKES unter Ziff. 5.5.3. überneh- men müssen (Kombination von Beistandschaften, teilweise mit Ein - schränkung der Handlungsfähigkeit). Dieses kenne die Einschrän - kung "soweit nötig" weder in administrativen noch in finanziellen Belangen. 3.3. Die behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes stel - len das Wohl und den Schutz hilfsbedürftiger Personen sicher (Art. 388 Abs. 1 ZGB). Gleichzeitig haben sie die Selbstbestimmung der betroffenen Person so weit wie möglich zu erhalten und zu för - dern (Art. 388 Abs. 2 ZGB). V oraussetzung einer beistandschaft- lichen Mas snahme ist ein Schwächezustand, der in einer geistigen Behinderung, einer psychischen Störung oder in einem ähnlichen Schwächezustand des Betroffenen liegt sowie eine daraus folg ende 2014 Zivilrecht 323 Schutzbedürftigkeit (Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Dabei ist auch die Belastung und der Schutz von Angehörigen und Dritten zu berück - sichtigen (Art. 390 Abs. 2 ZGB). Im Weiteren hat die Mass nahme subsidiär und verhältnismässig zu sein (Art. 389 ZGB) . Das heisst, Erwachsenenschutzmassnahmen dürfen nur angeordnet wer den, wenn den negativen Folgen eines Schwächezustandes nicht an ders begegnet werden kann und die Massnahme erforderlich und ge eignet ist. Das bedeutet, dass die Massnahme so wenig wie möglich, aber so stark wie nötig in die Privatsphäre und in die Rechtsstellung des Betroffenen eingreifen darf, namentlich nur soweit als es der Schwächezustand erforderlich macht und dies den Bedürfnissen des Betroffenen entspricht. Die Befugnisse des Bei standes sind folglich so begrenzt wie möglich zu halten, sollen sich aber nicht auf einzelne Angelegenheiten beschränken, wenn weitere Bedürfnisse absehbar sind. Umgekehrt dürfen nicht Mass nahmen auf V orrat angeordnet werden. Zudem muss der mit der Massnahme einhergehende Eingriff in einer vernünftigen Relation zum Ziel desselben stehen und zwi - schen den öffentlichen und privaten Interessen an der Massnahme und dem privaten Interesse, keinen Eingriff erdulden zu müssen, abgewogen werden ( HENKEL, in: Basler Kommentar, Erwachsenen- schutz, 2012, N. 5 ff. zu Art. 389 ZGB; ROSCH, in: Kurzkommentar, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 2012, N. 4 ff. zu Art. 389 ZGB; FOUNTOULAKIS, in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 2. Aufl. 2012, N. 2 ff. zu Art. 389 ZGB). Eine Vertretungsbeistandschaft wird errichtet, wenn die hilfsbe- dürftige Person bestimmte Angelegenheiten nicht erledigen kann und deshalb vertreten werden muss (Art. 394 Abs. 1 ZGB). Die Hand - lungsfähigkeit der betroffenen Person kann entsprechend eing e- schränkt werden (Art. 394 Abs. 2 ZGB). Ist eine Person besonders hilfsbedürftig, ist eine umfassende Beistandschaft anzu ordnen (Art. 398 Abs. 1 ZGB). Diese lässt die Handlungsfähigkeit der betroffenen Person von Gesetzes wegen entfallen (Art. 398 Abs. 3 ZGB). Die umfassende Beistandschaft bezieht sich auf die gesamte Personen - und Vermögenssorge sowie auf die umfassende Vertretung mit Aus - nahme der absolut höchstpersönlichen Rechte (Art. 398 Abs. 2 ZGB). 324 Obergericht, Abteilung Zivilgericht 2014 Die Lehre ist sich uneinig, ob es die starre und damit system- fremde Massnahme der umfassenden Beistandschaft ange sichts der sonst durchwegs massgeschneiderten Beistandschaften überhaupt noch braucht (ablehnend LANGENEGGER, Aspekte des Systems der amtsgebundenen behördlichen Massnahmen des neuen Erwach se- nenschutzrechtes, ZVW 5/2003 S. 317 ff., E. 3.2.3.). Immer hin er - weist sich ein Entzug der Handlungsfähigkeit bei Perso nen mit schwerer geistiger Behinderung oder demenzkranken pflege bedürfti- gen Menschen im fortgeschrittenen Stadium gerade nicht n otwendig, da die Handlungsfähigkeit infolge der dauernden Urteilsun fähigkeit ohnehin gestützt auf Art. 17 ZGB nicht mehr be steht und dem Schutzbedürfnis mittels einer Vertretungsbeistandschaft in der Regel genügend begegnet werden kann ( BIDERBOST, Eine Beistandschaft ist eine Beistandschaft?!?, ZVW 5/2003 S. 299 ff., Rz. 23; FASSBIND, Erwachsenenschutz, 2012, S. 246, Fn. 548; HÄFELI, Grundriss zum Erwachsenenschutzrecht, 2013, Rz. 19.60 f.; HEN- KEL, a.a.O., N. 17 zu Art. 398 ZGB; KOKES, Praxisanleit ung Er - wachsenenschutzrecht, 2012, Rz. 5.40; MEIER, in: FamKommen tar, Erwachsenenschutz, 2013, N. 7 zu Art. 398 ZGB). Dennoch wird in der Literatur das Institut der umfassenden Beistandschaft mehrheit - lich befürwortet, allerdings sehr restriktiv und weitg ehend in Fällen, in denen die betroffene Person unter dauernder Urteilsunfähig keit leidet, ein Bedürfnis nach umfassender Personen - und Vermögens- sorge aufweist, ein ausgedehntes Vertretungsbedürfnis vorhanden ist und die betroffene Person gegen ihre In teressen zu handeln droht oder der Gefahr ausgesetzt ist, durch Dritte ausgenutzt zu werden. So beispielsweise bei Personen mit einer geistigen Behin derung, die für Dritte nicht offensichtlich ist, und die am sozialen Le ben teilnehmen und Rechtsgeschäfte abschliessen, deren Tragweite sie nicht abschätzen können, und die deshalb auch besonders gefähr det sind, ausgenutzt zu werden. Aber auch, wenn eine Person an ei ner immer wieder auftretenden Urteilsunfähigkeit leidet und in den da zwischen liegenden Z eiträumen gegen ihre Interessen handelt. Wäh rend die mildere Variante der kombinierten Vertretungsbeistand schaft bei älteren Menschen bezüg lich Schutz und Unterstützung re gelmässig als hinreichend betrachtet wird (vgl. Fassbind, a.a.O., S. 245 f.; 2014 Zivilrecht 325 Fountoulakis, a.a.O., N. 2 f. zu Art. 398 ZGB; Hausheer/Geiser/ Aebi-Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zi vilgesetz- buches, 5. Aufl. 2014, Rz. 20.116 f.; Henkel, a.a.O., N. 5/14 zu Art. 398 ZGB; Häfeli, a.a.O., Rz. 19.62; KOKES, a.a.O., Rz. 5.51 f .; MEIER, a.a.O., N. 10 ff. zu Art. 398 ZGB; SCHMID, Kommentar Er- wachsenenschutz, 2010, N. 6 ff. zu Art. 398 ZGB). Nach der Botschaft kommen der umfassenden Beistandschaft zwei Funktionen zu: Zum einen steht sie zur Verfügung, wenn es nicht verantwortet werden kann, dass eine Person Rechtshandlungen vornimmt, und ihre Handlungsfähigkeit bewusst entzogen werden soll. Zum anderen geht es um Personen, die überhaupt nicht mehr handeln können und deren Handlungsfähigkeit ohnehin nicht mehr gegeben ist. Dabei werden als Beispiel für besonders ausgeprägte Hilfsbedürftigkeit schwer demezkranke Personen genannt (BBl 2006 7048 f.). 3.4. Fest steht, dass die betagte Betroffene an einer neurodegenerati- ven Erkrankung mit progredienter Demenz leidet, so dass sie sc hwer pflegebedürftig ist und nach einem ärztlichen Attest vom 20. No- vember 2012 keinerlei Entscheidungen hinsichtlich ihres sozia len oder wirtschaftlichen Lebens mehr treffen kann (act. 11). Die Be - troffene verbringt denn auch 70 % im Bett, während sie die restli - chen 30 % im Rollstuhl sitzt (act. 32). Selbst ein Gespräch über grundlegende alltägliche Belange erweist sich nicht mehr als möglich (Anhörungsprotokoll der V orinstanz, act. 37). Unter diesen Beding - ungen erscheint die Gefahr selbstschädigende r Handlungen äusserst gering, zumal hier gutgläubige Dritte keine Urteilsfähigkeit und da - mit keine Handlungsfähigkeit der Betroffenen mehr vermuten kön - nen. Ausserdem sind rechtsgeschäftliche Handlungen allein infolge der fehlenden Mobilität der Betroffen en nicht zu erwarten. Eine er - weiterte Massnahme der Betroffenen bringt somit keinen konkret er - sichtlichen Zusatznutzen. Der Entzug der Handlungs fähigkeit bzw. eine umfassende Beistandschaft erscheinen daher mit Blick auf die Schutzbedürftigkeit der Betr offenen trotz umfassender Hilfsbedürf - tigkeit nicht erforderlich. 326 Obergericht, Abteilung Zivilgericht 2014 Nichtsdestotrotz sehen die Materialien explizit für Fälle schwer demenzerkrankter Personen die Möglichkeit der umfassenden Bei - standschaft vor. Hierfür sprechen zunächst die klaren Verhäl tnisse und die Rechtssicherheit, die mit einer umfassenden Beistandschaft geschaffen werden und es den Rechtsteilnehmenden erlauben, die Situation richtig einzuschätzen, was auch im Interesse der betroffe - nen Person sein kann. So hat eine umfassend verbei ständete Person einen unselbständigen gesetzlichen Wohnsitz (Art. 26 ZGB) am Sitz der Erwachsenenschutzbehörde, was dem Wohnsitz leichte Erkenn - barkeit und Stabilität verleiht. Dies erleichtert den Behörden, sich in administrativen und gerichtlichen Verfahren um das Wohl der schutz- bedürftigen Person zu kümmern (BBl 2006 7096 f.). Der mit ei ner umfassenden Beistandschaft einhergehende Entzug der Hand lungs- fähigkeit hat weiter Auswirkungen auf V ollmachten bzw. Auf träge (Art. 35 Abs. 1 und 405 Abs. 1 OR ) oder unter Umständen auf das Stimmrecht (Art. 2 BPR). Solange eine aufgetretene Handl ungsun- fähigkeit behördlich nicht festgestellt ist, besteht im Rechts verkehr womöglich Unsicherheit in den aufgeführten Punkten. Hin weise, dass im konkreten Fall sol che Probleme zum Nachteil der Be - troffenen auftreten könnten, sind allerdings aus den Akten nicht er - sichtlich. Kaum von Bedeutung für die Ausgestaltung der Massnahme sein kann, inwieweit diese der Beiständin die Aufgaben erleichtert, da für die Entscheid ung der passenden Massnahme die Bedürfnisse der betroffenen Person entscheidend sind. Als Vertretungsbeiständin ist die Beschwerdeführerin allerdings – unabhängig einer Einschrän- kung der Handlungsfähigkeit der Betroffenen – selbständig hand - lungsberechtigt, ohne dass Dritte zu prüfen hätten, ob die Be troffene mit konkreten Handlungen einverstanden ist oder nicht. Zuzu - stimmen ist der Beschwerdeführerin hingegen in ihrem Ein wand, dass die Einschränkung der Vertretungsbefugnis hinsichtlich admini- strativer und finanzieller Angelegenheiten "soweit nötig" zu un - nötigen Auslegungsproblemen führt. Bei der vorliegend ausgewie se- nen umfassenden Hilfsbedürftigkeit erscheint dieser V orbe halt überflüssig, weshalb er zugunsten der Rechtssicherheit zu streichen ist. 2014 Zivilrecht 327 Was die mit dem neuen Recht beseitigte stigmatisierende Wir - kung der Entmündigung anbelangt, ist zu befürchten, dass sich diese auf die umfassende Beistandschaft übertragen wird. Immerhin ent - fällt im neuen Recht die Publikation. Der Beschwerdeführerin ist als- dann zuzustimmen, dass es für ihre schwer demente Mutter subjektiv keine Rolle spielen dürfte, ob deren Handlungsunfähigkeit primär mit der fehlenden Urteilsfähigkeit oder aber der angeordneten umfas- senden Beistandschaft begründet wird. Dassel be gilt wohl auch für eine allfällige stigmatisierende Wirkung einer umfassenden Beistand- schaft. Beizupflichten ist der Be schwerdeführerin auch hinsichtlich dem dargelegten grundsätzlichen Widerspruch, jemandem die Hand- lungsfähigkeit belassen zu wollen , der tatsächlich dauerhaft über keine solche mehr verfügt. Dennoch würde hier eine umfassende Beistandschaft trotz umfassender Hilfsbedürftigkeit der Betroffenen dem Geist des neuen Erwachsenenschutzrechts und der damit einher- gehenden Massschneiderung nach Bedarfsprinzip zuwiderlaufend. Es kann gerade nicht der Sinn der Revision sein, in Fällen mit sehr um - fangreicher Hilfsbedürftigkeit stets eine umfas sende Beistandschaft anzuordnen, weil diese "ultima ratio" darstellt und mit gesamthaft umschriebenem Aufgabenbereich ein Teil der Massschneiderung möglich bleibt. Im konkreten Fall stellt sich überdies das Problem, dass gemäss der bundesgerichtlichen Auslegung von Art. 446 Abs. 2 ZGB, die sich auf die Botschaft und bewährte Lehre stützt, die Erwachsenen- schutzbehörde ein Gutachten einer sachverständigen Person einzuho- len hat, wenn eine umfassende Beistandschaft ins Auge gefasst wird und dem Spruchkörper der erforderliche Sachverstand fehlt (BGE 140 III 97 E. 4.). Die Lehre befürwortet mit de r bundesrätli- chen Bot schaft (BBl 2006 7078 f.) das Einholen eines Gutachtens, falls eine Massnahme zur Beschränkung der Hand lungsfähigkeit wegen psychischen Störungen oder Geistesschwäche führt und kein Mitglied der Behörde über die erforderlichen F achkenntnisse verfügt (AUER/MARTI, in: Basler Kommentar, Erwachse nenschutz, N. 19 zu Art. 446 ZGB; FASSBIND, in: Navigator -Kommentar, Schweizeri - sches Zivilgesetzbuch, 2. Aufl. 2011, N. 2 zu rev. Art. 446 ZGB; STECK, in: FamKommentar, Erwachsenenschutz, 2013, N. 13 zu 328 Obergericht, Abteilung Zivilgericht 2014 Art. 446 ZGB; vgl. auch BBl 2006 7078; unklar HENKEL, a.a.O., N. 15 zu Art. 398 ZGB; SCHMID, a.a.O., N. 6 zu Art. 446 ZGB; Urteil des Bundesgerichts 5A_211/2014 vom 17. Juli 2014 E. 3.2.1.). 3.5. Zusammengefasst kann festgehalten werden, d ass bei einer so stark ausgeprägten Demenz wie bei der Betroffenen eine Vertre - tungsbeistandschaft mit besonders breit gefasstem Auftrag ausreicht, um dem Schutzbedürfnis der Betagten zu begegnen. Die ange streb- ten Wirkungen können auch im Rahmen dieser gegenüber einer umfassenden Beistandschaft milderen Massnahme erreicht werden. Die vorinstanzlich angeordnete Vertretungsbeistandschaft mit Ein - kommens- und Vermögensverwaltung ist daher im Grundsatz nicht zu beanstanden. Der Aufgabenkatalog ist indes im Sinne der vorer - wähnten Erwägungen anzupassen, namentlich der V orbehalt der Ver- tretung "soweit nötig" zu streichen. Damit ist der Eventualantrag der Beschwerdeführerin gutzuheissen. Ferner ist infolge der offensichtlichen Handlungsunfähigkeit der Betroffenen die Beschränkung der Handlungsfähigkeit von Amtes wegen aufzuheben.