Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 18. Juni 2014 (810 13 350) ____________________________________________________________________ Personalrecht Kündigung des Arbeitsverhältnisses Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Reto Gantner , Advokat gegen Psychiatrie Baselland , Beschwerdegegnerin , vertreten durch Doris Vollenweider, Advokatin Betreff Kündigung des Arbeitsverhältnisses (Verfügung der Psychiatrie Baselland vom 29. Oktober 2013) A. Mit Verfügung vom 29. Oktober 2013 kündigte die Psychiatrie Baselland (PBL) unter Einhaltung der dreimonatigen Kündigungsfrist per 31 . Januar 2014 den Arbeitsvertrag vom 20. April 1994 bzw. vom 9. März 1993 mit A.____. A. ____ wurde per sofort bis zum Ablauf der Kündigungsfrist unter Wahrung seiner Lohnansprüche freigestellt. Es wurde festgehalten, dass ein allfälliger Ferienanspruch oder ein Mehrstunden guthaben bis zur Beendigung des Arbeits- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht verhältnisses per 31. Januar 2014 als abgegolten gelte und er sich ab sofort nicht mehr auf dem Areal der PBL aufhalten dürfe. Die Kündigung stütze sich auf § 19 Abs. 3 lit. c, lit. d und lit. e des Gesetzes über die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiterin nen und Mitarbeiter des Kantons (Personalgesetz) vom 25. September 1997. In der Begrün dung der Kündigungsverfügung wur- de darauf hingewiesen, dass A.____ die zur Auflösung f ührenden Gründe bereits dargelegt worden seien und dass die im Gespräch vom 3. Oktober 2013 durch A.____ ausgesprochenen Drohungen insbesondere gegenüber leitenden Mitarbeitenden zusammen mit wiederholten Ver- letzungen des Weisungsrechts eine weitere Zusammenarbeit in der PBL nicht mehr zuliessen. B. Gegen die Verfügung vom 29. Oktober 2013 erhob A. ____, vertreten durch Reto Gantner, Advokat, mit Eingabe vom 8. November 2013 B eschwerde beim Kantonsgericht Ba- sel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrech t (Kantonsgericht). Er beantragte, es sei die Kündigung (Verfügung) vom 29. Oktober 2013 betreffend das Arbeitsverhältnis voll- umfänglich aufzuheben. Eventualiter sei festzustellen, d ass die Verfügung vom 29. Oktober 2013 betreffend Kündigung des Arbeitsverhältnisses ungerechtfertigt erfolgt sei und es sei dem Beschwerdeführer durch die Beschwerdegegnerin eine glei chwertige Arbeitsstelle anzubieten. Subeventualiter sei eine Entschädigung von drei Brutto gehältern auszurichten; unter o/e- Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde die Erteilung der aufschiebenden Wirkung beantragt und das Gesuch um Gewährung der unentgeltli chen Rechtspflege mit Wirkung per 12. November 2013 zurückgezogen. Zur Begründung wurd e im Wesentlichen ausgeführt, dass der Beschwerdeführer ausdrücklich bestreite, eine Straft at begangen zu haben und zudem bis zum Vorliegen einer rechtskräftigen Verurteilung oder e inem rechtskräftigen Strafbefehl als un- schuldig gelte. Damit könne sich die Kündigung nicht auf § 19 Abs. 3 lit. e Personalgesetz stüt- zen. Auch würden die Kündigungsgründe nach § 19 Abs. 3 lit. c und d Personalgesetz nicht vorliegen. Zum einen, da der Beschwerdeführer keine wi chtige Pflichtverletzung begangen ha- be, welche eine Kündigung nach 19 Dienstjahren rechtf ertige und zum anderen weil von dem geltend gemachten “andauernden wiederholten mangelnd en Verhalten“ nie die Rede gewesen sei. Ferner sei die Kündigung ungenügend begründet wo rden, weshalb die Kündigungsgründe für den Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar seien. Di e Kündigung verstosse gegen den Grundsatz der Verhältnismässigkeit, weshalb sie ersatzlos auf zuheben sei. Schliesslich werde bereits seit längerer Zeit der Anspruch des Beschwerde führers auf rechtliches Gehör verletzt, indem der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers insbesond ere zum Gespräch vom 29. Oktober 2013 nicht beigezogen worden sei, obschon de r Beschwerdegegnerin die schlech- ten Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers bekannt gewesen seien. C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 10. Februar 2 014 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um Erteilung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen. D. Die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Doris Voll enweider, Advokatin, liess sich mit Eingabe vom 19. März 2014 vernehmen und schloss auf Ab weisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass sich die Kündigung auf § 19 Abs. 2 lit. c, lit. d und lit. e Personalgese tz stütze. Zudem könne das Arbeitsverhältnis gemäss § 20 Personalgesetz aus wichtigen Gründen jederzei t ohne Einhaltung von Fristen ge- kündigt werden. Der Beschwerdeführer habe sowohl gegenü ber seinem Vorgesetzten als auch Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegenüber weiteren Mitarbeitenden schwere Drohungen a usgesprochen. Zudem sei das Ver- halten des Beschwerdeführers mehrfach bemängelt und er zu einem korrekten Verhalten ange- halten worden. Des weiteren habe der Beschwerdeführer offensichtlich wichtige vertragliche oder gesetzliche Verpflichtungen wie beispielsweise die Treuepflicht gemäss § 36 Abs. 2 Per- sonalgesetz verletzt. Der Beschwerdeführer müsse gewusst hab en, dass er sich gegenüber den anderen Mitarbeitenden sowie den Vorgesetzten anst ändig und respektvoll zu verhalten habe. Schliesslich sei dem Beschwerdeführer sein fehlbar es Verhalten detailliert vorgehalten worden und er habe Gelegenheit gehabt, sich dazu zu äuss ern. Der Beschwerdeführer sei fer- ner ohne weiteres in der Lage gewesen, die Situation richtig zu verstehen und sich adäquat dazu zu äussern; die angeblichen ungenügenden Deutschke nntnisse seien reine Schutzbe- hauptungen. Die Kündigungsverfügung sei mündlich und sch riftlich ausreichend begründet worden und verhältnismässig. E. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 16. April 201 4 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und das Gesuch des Beschwer deführers um unentgeltliche Pro- zessführung und Verbeiständung abgewiesen, soweit es nich t infolge Rückzugs gegenstands- los geworden sei. Der Beweisantrag des Beschwerdeführers, wonach Einladungen zu Perso- nalanlässen 2009-2013 von der Beschwerdegegnerin zu edi eren seien sowie die Beweisanträ- ge der Beschwerdegegnerin, wonach B.____, C.____, D.__ __, E.____, F.____ und G.____, Consulting und Psychotherapie, als Zeugen vorzuladen seien, wurden abgewiesen. F. Mit Eingabe vom 2. Mai 2014 reichte der Beschwerde führer eine Kopie der Einstel- lungsverfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Liestal, vom 30. April 2014 ein. Darin wurde das Strafverfahren we gen mehrfacher Vergewaltigung gegen den Beschwerdeführer mit der Begründung, der Tatbestand sei nicht erfüllt, eingestellt. G. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilu ng Liestal, reichte mit Einga- be vom 20. Mai 2014 ebenfalls die Einstellungsverfügun g vom 30. April 2014 sowie die “noch offene Anzeige“ des Leiters Hotellerie gegen den Beschwerdeführer betreffend Drohung ein. Mit Verfügung vom 26. Mai 2014 wurden dem Beschwerdeführe r antragsgemäss die Beilagen der Eingabe der Staatsanwaltschaft vom 22. Mai 2014 zugestellt. H. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wird eine Befragung der Parteien sowie des als Auskunftsperson vorgeladenen Leiters Hotellerie durch geführt. Im Übrigen halten die Par- teien an ihren bereits schriftlich gestellten Anträgen f est. Der Beschwerdeführer reicht eine Er- klärung eines Mitarbeiters der PBL vom 16. Juni 2014 ein , wonach dieser von einer Vorgesetz- ten der PBL aufgefordert worden sei, eine Petition g egen die Weiterbeschäftigung des Be- schwerdeführers in der PBL zu unterschreiben. I. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschrift en und in der heutigen Verhand- lung wird, soweit erforderlich, in den Urteilserwägungen eingegangen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Gemäss § 25 i.V.m. § 8 Abs. 2 des Spitalgesetzes vom 17. November 2011 können letztinstanzliche Verfügungen und Entscheide der Organe der Psychiatrie Baselland nach den allgemeinen Bestimmungen über die Verwaltungsrechtspfl ege beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, angefochten werden. Ge mäss § 47 Abs. 1 lit. a des Ge- setzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Ver fügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an d essen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Beschwerdeführer vorliegend Adressat des an gefochtenen Entscheides ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat, die übr igen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl die örtliche als auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gege- ben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 1.2 Gemäss § 45 Abs. 1 lit. a-c VPO können mit der verwa ltungsrechtlichen Beschwerde Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a) und die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sac hverhalts (lit. b) gerügt werden. Demge- genüber ist die Angemessenheitsüberprüfung gemäss § 45 Abs. 1 lit. c VPO von hier nicht wei- ter interessierenden Ausnahmen abgesehen ausgeschlossen. 2.1 Der Beschwerdeführer rügt zunächst in formeller Hi nsicht eine Verletzung des rechtli- chen Gehörs. Er macht geltend, dass er sich zu der ausge sprochenen Kündigung vom 29. Oktober 2013 nicht vorgängig habe äussern können. A nlässlich des Gesprächs vom 29. Oktober 2013, welches von der Beschwerdegegnerin als “rechtliches Gehör“ qualifiziert worden sei, sei dem Beschwerdeführer lediglich mündlich dargelegt worden, dass man ihm kündige. Er habe sich, da er mangels Deutschkenntnissen gar nicht alles habe verstehen kön- nen, nicht einlässlich zu den erhobenen Vorwürfen äusser n können. Ferner sei die Beschwer- degegnerin bereits seit Oktober 2009 im Besitze einer V ollmacht des Rechtsvertreters des Be- schwerdeführers gewesen und habe diesen aber trotzdem nicht zum Gespräch beigezogen. 2.2 Die formelle Rüge betreffend eine Verletzung de s Rechts auf vorgängige Äusserung und Anhörung und des Rechts auf Vertretung ist im Folg enden vor einer allfälligen inhaltlichen Beurteilung zu prüfen. 2.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör garantiert dem Einzelnen, in allen Verfahren staat- licher Einzelfallentscheidungen mitzuwirken, soweit der in Frage stehende Hoheitsakt ihn belas- ten könnte (BGE 127 I 56 E. 2b, 127 I 215 E. 3a; J ÖRG PAUL MÜLLER , Grundrechte in der Schweiz, Bern 1999, 3. Auflage, S. 509 f.). Die Gara ntie des rechtlichen Gehörs hat für das rechtsstaatliche Verfahren eine zentrale Bedeutung und wird von Art. 29 Abs. 2 der Bundesver- fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 gewährleistet (vgl. RENÉ RHINOW , Grundzüge des Schweizerischen Verfassungsrechts, Basel 2003 , Rz. 2737 ff.). Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfa sst eine Anzahl verschiedener verfas- sungsrechtlicher Garantien (vgl. M ICHELE ALBERTINI , Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 202 ff.; JÖRG Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht PAUL MÜLLER /M ARKUS SCHEFER , Grundrechte in der Schweiz, 4. Auflage, Bern 2008, S. 846 ff.). Gleichsam das Kernelement des rechtlichen Gehörs ist d as Recht auf vorgängige Äusserung und Anhörung, welches den Betroffenen einen Einfluss a uf die Ermittlung des wesentlichen Sachverhalts sichert. Die Behörde muss diese Äusserungen zur Kenntnis nehmen und sich damit in der Entscheidfindung und -begründung sachger echt auseinandersetzen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör besteht unbestritten auch im öffe ntlichen Personalrecht und ist insbeson- dere im Vorfeld der Auflösung eines Arbeitsverhältnisse s mit einem öffentlich-rechtlichen Ange- stellten in all seinen Teilgehalten zu beachten (vgl. T OBIAS JAAG , Das öffentlichrechtliche Dienstverhältnis im Bund und im Kanton Zürich – ausgew ählte Fragen, ZBl 1994, S. 461 ff). 2.4 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst auch das Recht, sich in einem Verfahren vertreten zu lassen (BGE 132 V 443 E. 3.3; BGE 119 Ia 2 60 E. 6a; BVGE 2011/39 E. 4.1; ULRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 1704). Dieses Recht wird zudem im Verwaltungsverfahren in § 12 Abs. 1 Verwaltungsverfahrensgesetz Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 konkreti- siert und soll der Partei ermöglichen, ihren Standpunkt im Verfahren wirksam und fundiert zur Geltung zu bringen, was wesentlich zur Waffengleichheit zwischen dem Einzelnen und den Be- hörden und damit zu einem fairen Verfahren beiträgt (vgl. ALBERTINI , a.a.O., S. 279; A LFRED KÖLZ /J ÜRG BOSSHART /M ARTIN RÖHL , Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kan- tons Zürich, 2. Auflage, Zürich 1999, § 8 Rz. 56). Wur de ein Vertreter bezeichnet, muss die Be- hörde, solange die Partei die entsprechende Vollmacht nicht widerruft, alle für die Partei be- stimmten Mitteilungen an deren Vertreter vornehmen; dies umfasst unter anderem auch die Aufforderungen zur Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs- gerichts C-987/2012 vom 19. September 2013 E. 3.3 ). 3.1 Aus den unbestrittenen Darlegungen der Parteien e rhellt, dass der Beschwerdeführer am 3. Oktober 2013 während der Arbeitszeit kurzfristig zu einem Gespräch mit der Leiterin Per- sonal, B.____, und dem Leiter Hotellerie, C.____, ge holt wurde. Anlass des Gesprächs war ein der Leiterin Personal am Vorabend gemeldeter Vorfall, bei welchem sich der Beschwerdeführer mit finsterem Blick und mit drohender Haltung an die B ushaltestelle bei der PBL gestellt und sich eine Mitarbeiterin der PBL beim Vorbeifahren gefürchtet habe. Gemäss der Aktennotiz vom 3. Oktober 2013 hat der Beschwerdeführer im Rahmen des Gesprächs sodann bestätigt, an der Bushaltestelle gewesen zu sein. Er wurde darauf hingewiesen, dass ein solches Verhalten nicht dem Umgang entspreche, den sich die PBL von Mitarbei tenden wünsche. Darauf habe der Be- schwerdeführer erwidert, er sehe keinen Anlass, sein Verha lten zu ändern und – an C.____ gerichtet – es sei eine Frage der Zeit, im Februar sehe man, was die Wahrheit sei und was passiert sei. Jeder der mit der Geschichte zu tun habe, werde bezahlen. Alle würden ihn noch kennenlernen. C.____ habe den Beschwerdeführer anschlie ssend darauf aufmerksam ge- macht, dass ein solches Verhalten der ganzen Situation un d der Zusammenarbeit nicht förder- lich sei (vgl. Aktennotiz von B.____ vom 3. Oktober 2013 un d Aktennotiz aus Sicht C.____ vom 3. Oktober 2013). Anlässlich der heutigen Parteiverhan dlung führt C.____ aus, dass nach die- sem Gespräch am 3. Oktober 2013 festgestanden habe, dass man dem Beschwerdeführer kündigen wolle. Da man für das Kündigungsgespräch jedoch erst einen Gesprächstermin habe finden müssen, an welchem auch G.____, Diplompsychologe und Gewaltexperte des Kantons, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe teilnehmen können, habe das Gespräch erst am 29. Oktober 2013 stattgefunden. Nach dem Gespräch am 3. Oktober 2013 habe man keine weiteren Gespräche mit dem Beschwerde- führer geführt und ihn auch nicht über die bestehende Kündigungsabsicht informiert. 3.2 Aus der Aktennotiz vom 29. Oktober 2013 geht hervor und es wird von den Parteien auch übereinstimmend so geschildert, dass der Beschwerdefüh rer am 29. Oktober 2013 erneut kurzfristig von C.____ zu einem Gespräch aufgeboten wurd e und man ihn in Anwesenheit von E.____, Leiter Facility Management, B.____, C.____ un d G.____ mit verschiedenen Vorwürfen konfrontiert sowie über die Kündigungsabsicht der PBL o rientiert hat. Dabei hat der Beschwer- deführer nach seinem Anwalt und einem Dolmetscher ver langt, was ihm jedoch mit dem Hin- weis verweigert wurde, dass alle bisherigen Gespräche imm er in Deutsch abgehalten worden seien und die Verständigung somit ohne Dolmetscher erf olgen könne. Dem Beschwerdeführer wurde sodann Gelegenheit gegeben, sich zur Kündigungsabsi cht der PBL zu äussern. Nach- dem der Beschwerdeführer nochmals erwähnt hatte, dass e r einen Dolmetscher oder Anwalt brauche, führte er aus, dass seine Arbeitsleistung niemals Anlass für Beanstandungen gegeben habe und er eine Kündigung nach bald zwanzig Dienstjahr en nicht akzeptieren könne. Ab- schliessend betont der Leiter Facility Management, dass es Gründe für eine Kündigung gebe, insbesondere die bedrohlichen Aussagen am Gespräch vom 3. Oktober 2013. Im Anschluss an das Gespräch wurde dem Beschwerdeführer das Kündigungsschreiben vorgelegt und er wurde bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses freigestellt. 3.3 Das rechtliche Gehör ist lediglich dann sinnvoll und st ellt keinen Leerlauf dar, wenn es vorgängig gewährt wird. Nur dann erfüllt es seinen eig entlichen Zweck, nämlich der Verwaltung zu ermöglichen, in Kenntnis aller Umstände zu entscheiden , also auch in Kenntnis der Gründe, die der Betroffene zu den Vorkommnissen und der ins Au ge gefassten Sanktion vorbringt. Auf- grund der vorstehenden Ausführungen und den heutigen Vorbringen von C.____, stand bereits nach dem Gespräch vom 3. Oktober 2013 der grundsätzliche Entscheid der Beschwerdegegne- rin fest, dem Beschwerdeführer zu kündigen. Es wird von d en Parteien zudem nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer erstmals anlässlich des Gesprächs vom 29. Oktober 2013, nach Bekanntgabe der definitiven Kündigung des Arbeitsverhäl tnisses, Gelegenheit erhalten hatte, sich dazu zu äussern. Das Gespräch vom 29. Oktober 2013 di ente den Ausführungen in der betreffenden Aktennotiz zufolge offenbar vor allem der Darlegung der Kündigungsgründe und der Übergabe des Kündigungsschreibens an den Beschwerdef ührer und keineswegs einer ent- scheidoffenen Anhörung des Betroffenen in Bezug auf die Kündigung. Demzufolge ist festzuhal- ten, dass keine vorgängige Anhörung des Beschwerdeführers stattgefunden hat und sein An- spruch auf rechtliches Gehör dadurch verletzt worden ist. 3.4 Im Weiteren wurde der Beschwerdeführer erst unmit telbar vor dem Treffen am 29. Oktober 2013 über das anstehende Gespräch informie rt (vgl. E. 3.1). Da ihm zudem der Grund des Gesprächs nicht bekannt war, bestand für den Besch werdeführer keine Möglichkeit bzw. kein Anlass, seinen Anwalt zu informieren. Weshalb jedoch die Beschwerdegegnerin den Anwalt des Beschwerdeführers nicht zum Gespräch vom 29. Oktober 2013 eingeladen hatte, obschon sie offensichtlich Kenntnis vom Vertretungsverhältnis hatte (vgl. Vertretungsanzeige an die Beschwerdegegnerin vom 8. Oktober 2009) ist nicht nac hvollziehbar. Nachdem bereits am Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Oktober 2013 die Kündigungsabsicht der Beschwerdegegnerin festgestanden hatte, hätte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers für das Gespräch vom 29. Oktober 2013 eingeladen werden müssen. Indem nicht einmal der Versuch unternom men wurde, den Anwalt zum Ge- spräch einzuladen bzw. das Gespräch auch nach dem ausdrückli chen Wunsch des Beschwer- deführers um Beizug seines Anwalts nicht verschoben wurde, wurde das Recht des Beschwer- deführers, sich im Verfahren vertreten zu lassen, verletzt. Der Einwand der Beschwerdegegne- rin, dass andere Gespräche im Einverständnis des Beschwerde führers auch ohne Anwalt ge- führt worden seien, führt noch nicht zu einem Widerruf des Vertretungsverhältnisses (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-987/2012 vom 19. Septemb er 2013 E. 3.4) und ist zum an- deren mit Blick auf die Konsequenzen einer Kündigung f ür den Beschwerdeführer und seine mangelnden Deutschkenntnisse unbehelflich. 3.5 Zusammenfassend ist demzufolge festzuhalten, dass das Recht des Beschwerdefüh- rers auf vorgängige Äusserung und Anhörung sowie auf Vertretung vorliegend verletzt wurde. 4.1 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt ungeachtet der Erfolg- saussichten der Beschwerde in der Sache selbst grundsätzli ch zur Aufhebung der angefochte- nen Verfügung (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.2 mit Hinweise n). Darauf kann in nicht besonders schwerwiegenden Fällen verzichtet werden, wenn die betro ffene Person sich vor einer Rechts- mittelinstanz äussern kann, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüft; zudem darf dem Betroffenen daraus kein Nachteil erwachsen (vgl. BGE 138 III 225 E. 3.3; BGE 135 I 279 E. 2.6; BVGE 2009/61 E. 4.1.3 je mit Hinweisen). Diese sogenannte "Heilung" ist aber in der Regel ausgeschlossen, wenn es sich um eine besonders schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelt. Selbst dann kann jedoch ausnahmswe ise von einer Rückweisung der Sa- che an die Vorinstanz abgesehen werden, wenn und soweit dies zu einem "formalistischen Leerlauf" und damit zu unnötigen Verzögerungen führe n würde, die mit dem Interesse der be- troffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. Urteile des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- u nd Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 5. September 2007 [810 06 199] und vom 11. Januar 2012 [810 11 122]; BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 133 I 201 E. 2.2; BGE 132 V 387 E. 5.1). 4.2 Das Kantonsgericht verfügt im vorliegenden Verfahre n nicht über die gleiche Kognition wie die Beschwerdegegnerin und ist damit nicht zur Ange messenheitsüberprüfung befugt (vgl. E. 1.2), weshalb eine Heilung der Verletzung d es Anspruchs auf rechtliches Gehör bereits aus diesem Grund ausser Betracht fällt. Bei dieser Sachl age ist auf die weiteren formellen und materiellen Rügen des Beschwerdeführers nicht weiter ei nzugehen. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und die Kündigungsverfügung vom 29. Oktober 2013 aufzuheben. 5. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmas s auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Den Vorinstanzen werden keine Verfahrenskosten auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Der ganz oder teil- weise obsiegenden Partei kann gemäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verf ahrens erscheint es als angemes- sen, die Parteientschädigung des Beschwerdeführers um 5 S tunden zu reduzieren. Ausgehend von dem in der Honorarnote vom 14. Mai 2014 ausgewiese nen Zeitaufwand und unter Berück- sichtigung der Aufwendungen für die heutige Parteiverh andlung (1 Stunde Vorbereitung und 4 Stunden Parteiverhandlung) ist diese somit auf insgesam t Fr. 7‘389.40 (inkl. Auslagen und 8 % MwSt) festzulegen. Die Psychiatrie Baselland hat dem Be schwerdeführer für das Verfahren vor Kantonsgericht eine reduzierte Parteientschädigung in d er Höhe von Fr. 7‘389.40 (inkl. Ausla- gen und 8 % MwSt) zu bezahlen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Kündi gungsverfügung vom 29. Oktober 2013 aufgehoben. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der gele istete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- wird dem Beschwerdef ührer zurück- erstattet. 3. Die Psychiatrie Baselland hat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor Kantonsgericht eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 7‘389.40 (inkl. Auslagen und 8 % MwSt) zu bezahlen. Präsidentin Gerichtsschreiberin