Kantonsgericht Schwyz Verfügung vom 23. Dezember 2024 BEK 2024 151 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsidentin Daniela Pérez-Steiner, Gerichtsschreiber Mathis Bösch. In Sachen A.________, Privatkläger und Beschwerdeführer, gegen 1. Staatsanwaltschaft, 4. Abteilung, Postfach 128, Wollerau, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwältin B.________, 2. C.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, betreffend Einstellung Strafverfahren (Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 14. August 2024, SU 2023 11511);- hat die Kantonsgerichtsvizepräsidentin,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. Am 2. September 2023 bog der Beschuldigte um ca. 14:05 Uhr mit sei- nem landwirtschaftlichen Traktor CARRARO in Immensee vom seeseitigen Feldbewirtschaftungsweg nach links in die Mythenstrasse in Richtung Arth ein. Der aus dieser Richtung auf der Mythenstrasse auf einem Triathlonrad von links heranfahrende Privatkläger kam zufolge einer Vollbremsung vor dem Traktor zu Fall und verletzte sich an der linken Schulter und Hand mittel- schwer. Die Staatsanwaltschaft stellte mit Verfügung vom 14. August 2024 das Strafverfahren gegen den Beschuldigten betreffend fahrlässige Körperver- letzung ein. Hiergegen beschwerte sich der Privatkläger rechtzeitig beim Kan- tonsgericht. Er beantragt, die angefochtene Verfügung unter Berücksichtigung seiner Beschwerde nochmals zu seinen Gunsten als schwächerer Verkehrs- teilnehmer zu prüfen. Die Staatsanwaltschaft überwies die Akten unter Ver- zicht auf Gegenbemerkungen mit dem Antrag, die Beschwerde abzuweisen (KG-act. 5). Der Beschuldigte liess sich nicht vernehmen. 2. Verlangt Art. 396 Abs. 1 StPO, dass das Rechtsmittel begründet wird, so hat die Person, die das Rechtsmittel ergreift, nach Art. 385 Abs. 1 lit. a-c StPO genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides sie anficht, welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen und welche Beweismittel sie anruft. Keine offensichtlich hinreichende Begründung im Sinne von Art. 388 Abs. 2 lit. b StPO liegt vor, wenn nicht in irgendeiner Form begründet wird, inwiefern der angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzt (Keller, BSK, 3. A. 2023, Art. 388 StPO N 5 f.). Auch ein Laie muss sich innert der Rechts- mittelfrist die Mühe nehmen, in der Beschwerde zumindest kurz anzugeben, was an den Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft seiner Ansicht nach falsch ist. Dies ist auch einer Person ohne juristischen Kenntnisse zuzu- muten (BGer 6B_866/2020 vom 8. November 2021 E. 3.5.3 = SJZ 4/2022 S. 193 ff.).Kantonsgericht Schwyz 3 a) Die Staatsanwaltschaft stellte fest, dass der Privatkläger von der An- höhe der Mythenstrasse aus den von rechts her nach links einbiegenden Traktor gesehen und den Stillstand des Traktors, dem das Abbiegemanöver nicht in einem Zug möglich war, zu spät bemerkt habe (angef. Verfügung E. 3; der Privatkläger stellte den Vorhalt nur bezüglich des Orts, wo er zu Fall kam, in Abrede [U-act. 10.1.01 Nr. 17]). Daraus schloss sie, dass der Privatkläger die Situation falsch eingeschätzt und zu spät zu bremsen begonnen habe und dem Beschuldigten daher keine Sorgfaltspflichtverletzung durch Nichtge- währen des Vortritts mit der Folge einer fahrlässigen Körperverletzung vorge- worfen werden könne (ebd. E. 6). b) Vorliegend beantragt der Beschwerdeführer nicht die Aufhebung der Einstellung des Strafverfahrens (Dispositivziff. 1 der angef. Verfügung), son- dern überlässt es aufgrund seines unbestimmten Eindrucks von Unstimmigkei- ten, ohne Anträge bzw. Abänderungsanträge zu stellen (vgl. vor lit. a, Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), einfach der Beschwerdeinstanz, die Sache ein zweites Mal zu prüfen. Da sich ein Antrag auch nicht klar aus der Begründung (vgl. dazu unten lit. c) ergibt, wäre schon daher auf die Beschwerde nicht ein- zutreten. c) Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, der vortrittsbelastete Be- schuldigte hätte ihn nicht gesehen, obwohl er nicht mehr genug weit weg war, handelt es sich um pauschale Vermutungen. Er begründet diese Behauptun- gen nicht, obwohl sie den in der Einstellungsverfügung rekapitulierten Aussa- gen des Beschuldigten entgegenstehen. Danach sei zu Beginn des sehr lang- samen Abbiegemanövers die Strasse frei gewesen und der Beschuldigte habe den Beschwerdeführer erst nach dem fahrzeugbedingten Anhalten auf der Mythenstrasse gesehen und ihm hinter dem Traktor Platz zum Passieren ge- lassen (angef. Verfügung E. 2). Der Beschwerdeführer räumte selber ein, dass die Sicht durch einen Laubbaum erschwert sei (vgl. auch U-act. 10.1.01 Kantonsgericht Schwyz 4 Nr. 16). In der polizeilichen Befragung hielt der Beschwerdeführer den Be- schuldigten denn auch nicht für schuldig, falls er ihn beim Abbiegen noch nicht gesehen hätte (ebd. Nr. 8). Zudem sagte er damals aus, den Traktor erstmals auf der Strasse wahrgenommen zu haben (ebd. Nr. 3 und 9 f.). Dagegen be- hauptet er in der Beschwerde sinngemäss zusammengefasst, von der Anhöhe aus einen Traktor unten auf der Wiese und nicht auf der Strasse gesehen zu haben und eher von einem Rechtsabbiegen des Traktors ausgegangen zu sein. Jedoch habe er nicht erwartet, dass der Beschuldigte bis zur gegenüber- liegenden Mauer fahren und anhalten werde, um ihm rechts hinter der Bag- gerschaufel Platz von ca. einem Meter zum Durchfahren zu lassen. Der Be- schwerdeführer behauptet indes nicht ausdrücklich, dass die Beurteilung der Staatsanwaltschaft falsch sei (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO), er habe angesichts des an der gegenüberliegenden Mauer auf der Mythenstrasse stillstehenden Traktors die Situation falsch eingeschätzt und zu spät zu bremsen begonnen. Daher begründet er auch offensichtlich nicht hinreichend (Art. 388 Abs. 2 lit. b StPO), inwiefern entgegen der Einstellungsverfügung ein erhärteter Verdacht im Sinne von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO gegen den Beschuldigten vorliegen könnte, unvorsichtig abgebogen zu sein und dadurch fahrlässig seinen Sturz vom Triathlonrad und seine Verletzungen verursacht zu haben. Da es nicht zu einer Kollision kam und unbestritten keine objektiven Beweise vorliegen, ver- mag der Beschwerdeführer schliesslich nicht darzutun, vor Ort oder mit einem Unfallsimulator könnten seine Positionen bei der Anfahrt mit denjenigen des Beschuldigten beim Abbiegen zum Nachweis seiner blossen Behauptung ab- geglichen werden, dass er (Beschwerdeführer) schon zu nah war. 3. Aus diesen Gründen ist auf die Beschwerde mangels Anträgen (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO) und/oder fehlender (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO) bzw. offensichtlich nicht hinreichender Begründung verfahrensleitend (Art. 388 Abs. 2 lit. b StPO) bzw. präsidial (§§ 40 Abs. 2 und 41 Abs. 1 JG) Kantonsgericht Schwyz 5 nicht einzutreten. Ausgangsgemäss wird der unterliegende Beschwerdeführer zufolge des Nichteintretens reduziert kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO);-Kantonsgericht Schwyz 6 verfügt: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von reduziert Fr. 500.00 werden dem Beschwerdeführer auferlegt und aus der Sicherheitsleistung ge- deckt. Dem Beschwerdeführer werden aus der Kantonsgerichtskasse Fr. 1‘000.00 zurückbezahlt. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa- chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be- schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. 4. Zufertigung an den Beschwerdeführer (1/R), den Beschuldigten (1/R) und die Staatsanwaltschaft (je 1/A an die 4. Abteilung und die Amtslei- tung/zentraler Dienst) sowie nach definitiver Erledigung an die 4. Abteilung der Staatsanwaltschaft (1/R mit den Akten) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü im Dispositiv). Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin Der Gerichtsschreiber Versand 23. Dezember 2024 amu