A bteilung IV D -1689/2007 {T 0/2} U rteil vom 20. M ärz 2007 M itw irkung: R ichter H aefeli, H uber, Valenti G erichtsschreiberin Freihofer A_______, Sri Lanka, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 30. Januar 2007 i.S. Einreisebew illigung und A syl / N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 3. Juli 2006 (Poststem pel) stellte der Beschw erdeführer bei der Schw eize- rischen Vertretung in C olom bo ein G esuch um Erteilung eines Einreisevisum s auf- grund seiner in Sri Lanka bestehenden Problem e. B. M it Schreiben vom 20. Juli 2006 bestätigte die Schw eizerische Botschaft in C olom - bo dem Beschw erdeführer den Eingang seines G esuchs und m achte ihn darauf aufm erksam , dass er seine Begehren näher begründen und bis zum 21. August 2006 ins Englische übersetzte Bew eism ittel einreichen könne. C . Am 23. Septem ber 2006 richtete der Beschw erdeführer eine ergänzende Eingabe m it verschiedenen D okum enten an die Schw eizerische Botschaft in C olom bo. D . Am 12. D ezem ber 2006 fand in der Schw eizerischen Botschaft in C olom bo die An- hörung zu den G esuchsgründen des Beschw erdeführers statt. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer anlässlich dieser Anhörung sow ie in seinen schriftlichen Eingaben geltend, er sei ein Tam ile aus B_______ (Jaffna) und habe von 1978 bis 1998 – zuletzt in C _______ (Jaffna) – als G ram a Sevege gearbeitet. Er sei Sym pathisant der Tam il U nited Liberation Front (TU LF), habe sich jedoch nie parteipolitisch betätigt. Im Januar 2006 – und auch schon früher – habe er Baubew illigungen für Bauten der LTTE erteilt. M öglicherw eise aus diesem G rund hätten ihm U nbekannte im Januar, M ärz und Juni 2006 anonym e Briefe zu- kom m en lassen, w orin er aufgefordert w orden sei, Jaffna zu verlassen. Am 8. Juni 2006 sei er an der Exhum ierung von vier Leichen beteiligt gew esen, w elche in sei- nem D istrikt aufgefunden w orden seien. Am folgenden Tag seien zw ei U nbekannte auf einem M otorrad bei ihm zu H ause aufgetaucht und hätten unter einem Vor- w and nach ihm verlangt. Als er aus dem H aus getreten sei, sei vierm al auf ihn ge- schossen w orden, w obei er an Kopf und Schulter schw er verletzt w orden sei. In der Folge sei er zuerst in das Spital in Jaffna gebracht und später ins N ational H ospital in C olom bo überführt w orden. Von N achbarn habe er später erfahren, dass sich U nbekannte ein paar Tage nach dem gegen ihn verübten Tötungsver- such nach ihm erkundigt hätten. H eute lebe er m it seiner Fam ilie in C olom bo, w eil er nicht nach Jaffna zurückkehren könne. Er fühle sich aber auch dort nicht sicher, zum al seine Tochter gegen die W idersacher Anzeige erstattet habe. Er habe Angst um sein Leben und dasjenige seiner Fam ilie. E. Am 12. D ezem ber 2006 überm ittelte die Schw eizerische Botschaft die G esuchsun- terlagen m it ihren Bem erkungen dem BFM . F. M it Verfügung vom 30. Januar 2007 stellte das BFM fest, die Einreise w erde nicht bew illigt, und lehnte das Asylgesuch ab. G . M it Eingabe vom 20. Februar 2006 (Eingangsstem pel bei der Schw eizerischen Botschaft in C olom bo: 23. Februar 2007, Eingang beim Bundesverw altungsgericht: 6. M ärz 2007) ersuchte der Beschw erdeführer sinngem äss um Aufhebung der vor- instanzlichen Verfügung, Erteilung der Einreisebew illigung in die Schw eiz und G e- w ährung von Asyl. 3 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen Schw eizerischen Asylrekurskom m is- sion (AR K) am 31. D ezem ber 2006 hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.4 Ü ber offensichtlich unbegründete Beschw erden w ird in einem vereinfachten Ver- fahren entschieden. W ie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ). 2. D ie Beschw erdeeingabe ist nicht in einer Am tsprache des Bundes (D eutsch, Französisch oder Italienisch, vgl. Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]) abgefasst und m üsste daher zur Ü bersetzung an den Beschw erdeführer zurückgew iesen w erden. Aus prozessökonom ischen G ründen w ird indessen im vorliegenden Fall auf die Ansetzung einer Frist zur Beschw erdeverbesserung verzichtet, da der in Englisch verfassten Eingabe sinngem äss ein Beschw erdebegehren m it entsprechender Begründung entnom m en und darüber aufgrund der Aktenlage ohne w eiteres entschieden w erden kann. 3. D ie Beschw erde ist im Ü brigen form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw er- deführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 und 52 Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 4. 4.1 D as BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, w enn die asylsu- chenden Personen keine Verfolgung glaubhaft m achen können oder ihnen die Auf- nahm e in einem D rittstaat zugem utet w erden kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG ). G em äss Art. 20 Abs. 2 AsylG bew illigt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, w enn ihnen nicht zugem utet w erden kann, im W ohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land aus-4 zureisen. 4.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebew illigung grundsätzlich restriktiv zu um schreiben, w obei den Behörden ein w eiter Erm essensspielraum zukom m t. N eben der erforderlichen G efährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind nam entlich die Beziehungsnähe zur Schw eiz, die M ög- lichkeit der Schutzgew ährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische M öglichkeit und objektive Zum utbarkeit zur ander- w eitigen Schutzsuche sow ie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assim ilati- onsm öglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebew illigung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen, m ithin die Prüfung der Fragen, ob eine G efährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gem acht w ird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die D auer der Sachverhaltsabklärung zugem utet w erden kann (vgl. Entscheide und M itteilungen der AR K [EM AR K] 2004 N r. 20 S. 128 ff., m it Verw eis auf EM AR K 1997 N r. 15 S. 126 ff.). 5. 5.1 D as BFM führte in seinem ablehnenden Entscheid im W esentlichen aus, aufgrund der in Sri Lanka geltenden N iederlassungsfreiheit bestehe für den Beschw erdefüh- rer die M öglichkeit einer innerstaatlichen W ohnsitzalternative im Süden des Landes, beispielsw eise im G rossraum von C olom bo, w o ihm ein Leben ohne Angst vor Ü bergriffen m öglich sein sollte. D er Beschw erdeführer habe von dieser M ög- lichkeit bereits G ebrauch gem acht, indem er sich m it seiner Fam ilie in C olom bo niedergelassen habe. D en Akten seien keine H inw eise dafür zu entnehm en, dass er danach von Ü bergriffen betroffen w orden sei. N ötigenfalls habe er auch die M öglichkeit, den Schutz der heim ischen Behörden in Anspruch zu nehm en. Er könne som it auf dem G ebiet des H eim atstaates Schutz vor Verfolgung finden und benötige den Schutz der Schw eiz nicht 5.2 D er Beschw erdeführer bringt in seiner Eingabe im W esentlichen vor, er bew ege sich in C olom bo aus Angst vor Ü bergriffen nicht frei und beschränke seine Aktivi- täten auf ein M inim um . Jeder Tam ile in C olom bo m üsse sich auf der nächst liegenden Polizeistation registrieren lassen, w as er aber aus Angst vor Behelli- gungen durch Param ilitärs nicht könne. W enn er sich dort aber nicht registrieren lasse, w erde er festgenom m en und in ein C am p gebracht. In dieser Situation sei es für ihn auch nicht m öglich, zu arbeiten und G eld zu verdienen. Eine Prüfung der vorliegenden Akten lässt jedoch das Bundesverw altungsgericht zum Schluss kom m en, dass die Vorinstanz zu R echt und m it zutreffender Begrün- dung einen ablehnenden Entscheid getroffen hat. Insbesondere ist darauf hinzu- w eisen, dass ein Aufenthalt in den südlicheren Provinzen Sri Lankas – im G egen- satz zum N orden des Landes und gew issen östlichen Landesteilen (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 123; EM AR K 1999 N r. 24 S. 157) - gem äss gefestigter und heute noch gültiger Praxis generell als zum utbar erachtet w ird (EM AR K 2006 N r. 6 S. 53 ff.; 1998 N r. 23 S. 196 ff.; 1999 N r. 24 S. 157; 2001 N r. 16 S. 123).. Für die Annahm e, der Beschw erdeführer hätte in C olom bo etw as zu befürchten, bestehen auch nach den Ausführungen in der Beschw erde keine konkreten Anhaltspunkte. M it der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Beschw erdeführer die M öglichkeit hat, 5 sich vor allfälligen Ü bergriffen durch D ritte von Seiten des Staats Schutz zu beanspruchen. Es kann im Ü brigen an dieser Stelle auf die zu R echt erfolgten Erw ägungen des BFM verw iesen w erden, ohne näher auf die w enig substanziierten Ausführungen in der Beschw erde einzugehen, w elche am Ergebnis nichts zu ändern verm ögen. 5.3 Zusam m enfassend ist m it der Vorinstanz zu schliessen, dass die Schutzbedürftig- keit des Beschw erdeführers im Sinne des Asylgesetzes als nicht gegeben erachtet w erden m uss und auch keine anderen G ründe für eine Einreisebew illigung sprechen. 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G e- sagten abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). Aus verw altungsökonom ischen G ründen ist indessen auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 6 Bst. b VG KE).6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten gesprochen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer durch Verm ittlung der Schw eizerischen Botschaft in C o- lom bo - die Schw eizerische Botschaft in C olom bo, m it der Bitte um Eröffnung des U r- teils an den Beschw erdeführer, allenfalls um Ü bersetzung des w esentlichen In- halts sow ie um Zustellung einer Em pfangsbestätigung an das Bundesverw al- tungsgericht - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Fulvio H aefeli G abriela Freihofer