B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-6531/2012 U r t e i l v o m 1. S e p t e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Christoph Rohrer, Richter David Weiss, Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. Parteien X._______, Deutschland, Beschwerdeführer, gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand AHV (Rentenanspruch). C-6531/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der am (…) 1947 geborene, verheiratete, deutsche Staatsangehörige X._______ lebt in Deutschland. Er hat mit Gesuch vom 23. Februar 2012 über die Deutsche Rentenversicherung bei der Schweizerischen Au s- gleichskasse (nachfolgend: SAK oder Vorinstanz) einen Antrag auf e ine Altersrente eingereicht (SAK-act. 14). B. Mit Verfügung vom 7. Mai 2012 (SAK-act. 19) wies die SAK das Rente n- gesuch von X._______ mit der Begründung ab, dass die einjährige Mi n- destbeitragsdauer nicht erfüllt sei und deshalb kein Anspruch auf eine A l- tersrente bestehe. C. Mit Schreiben vom 30. Mai 2012 (SAK -act. 20) erhob X._______ gegen die Verfügung vom 7. Mai 2012 Einsprache . Er beantragte sinngemäss die Zusprache einer monatlichen Rente von Fr. 25.- und führte zur B e- gründung und unter Verweis auf das beigelegte Schreiben der SAK vom 10. Juni 2008 aus, ihm sei dieser Betrag zugesichert worden. D. Mit Einspracheentscheid vom 29. November 2012 (SAK-act. 22) wies die SAK die Einsprache von X._______ ab. Zur Begründung führte sie aus, dass aus einer provisor ischen Rentenberechnung keine Rechte abg elei- tet werden könnten. Ferner führte die SAK aus, dass für die Jahre 1965 bis 1967 im individuellen Konto (IK) keine Angaben in Bezug auf die Be i- tragsmonate vorhanden seien, weshalb auf die Tabellen des Bundesa m- tes für Sozialversicherungen zur Ermittlung der Beitragszeiten abzuste l- len sei. Unter Berücksichtigung dieser Tabellen sei von Beitragszeiten von je einem Monat in den Jahren 1965 bis 1967 auszugehen. Für das Jahr 1968 könne gemäss den eingereichten Arbeitszeu gnissen von einer Be i- tragszeit von drei Monaten und für das Jahr 1969 von einer solchen von vier Monaten ausgegangen werden. Insgesamt betrage die anrechenbare Beitragsdauer somit lediglich zehn Monate und die einjährige Mindestbe i- tragsdauer sei nicht erfüllt. E. Gegen den Einspracheentscheid vom 29. November 2012 erhob X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 14. Dezember 2012 (BVGer -act. 1) Beschwerde beim Bundesverwa l-C-6531/2012 Seite 3 tungsgericht. Er beantragte die Zusprache des zugesicherten Betrags von monatlich Fr. 25.- und führte zur Begründung im Wesentlichen aus, er habe in den angegebenen Betrieben Saisonstellen innegehabt und immer AHV-Beiträge entrichtet; den beigefügten Zeugnissen sei zu entnehmen, dass er in diesen Betrieben gearbeitet habe. F. Mit Vernehmlassung vom 13. Februar 2013 (BVGer-act. 3) beantragte die SAK die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, dass der Beschwerdeführer vom 3. November 1969 bis zum 28. Mai 1971 in A._______ an einem Ausbildungslehrgang teilgenommen h abe und diese Monate in der prognostischen Rentenberechnung irrtümlich als Bei- tragszeiten berücksichtigt worden seien. Aus einer provisorischen Re n- tenberechnung könne der Beschwerdeführer jedoch keine Rechte able i- ten, weshalb gestützt auf die anlässlich de s Einspracheverfahrens darge- legte Berechnung von einer Beitragszeit von lediglich zehn Monaten au s- zugehen sei . Mangels Wohnsitzbescheinigungen seien überdies keine zusätzlichen Wohnsitzzeiten anzurechnen und s omit bestehe kein Re n- tenanspruch. G. Mit Replik vom 14. März 2013 (BVGer-act. 5) hielt der Beschwerdeführer sinngemäss an seinem Antrag fest. Er reichte Fotokopien seines alten Reisepasses ein und führte aus, anhand der Stempel im Pass könnten die genauen Aufenthalts- und Arbeitszeiten in der Schweiz nachvollzogen werden. H. Mit Duplik vom 15. Mai 2013 (BVGer-act. 8) hielt die SAK ebenfalls an ih- rem Antrag fest. Zur Begründung führte sie aus, die Kopien des Reis e- passes hätten nicht denselben Beweiswert wie Wohnsitzbescheinigu n- gen, so dass gestützt darauf keine Berichtigung des IK möglich sei. I. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten B e- weismittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nach- folgenden Erwägungen einzugehen. C-6531/2012 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 85bis Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) beurteilt das Bundesver- waltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Ver fü- gungen der Schweizerischen Ausgleichskasse. Es liegt keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. 1.2 Aufgrund von Art. 3 lit. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet das VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungsrechtssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des So - zialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die im ersten Teil ge- regelte Alters - und Hinterlassenenversicherung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3 Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Einsprache - entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Auf - hebung oder Änderung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG beschwer- delegitimiert ist. 1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist - und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht wurde, ist auf die Be schwer- de einzutreten. 2. Vorab sind die zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde mass - gebenden gesetzlichen Grundlagen und die dazu von der Recht - sprechung entwickelten Grundsätze darzulegen. 2.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in Deutschland, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenos senschaft ei- nerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten ist. C-6531/2012 Seite 5 2.1.1 Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgea r- beiteten und Bestandteil des Abko mmens bildenden (Art. 15 FZA) A n- hangs II ("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragspartei- en untereinander insbes ondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Si- cherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familiena n- gehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu - und abwandern (nachfo l- gend: Verordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung Nr. 574/72 oder gleichwertige Vorschriften an. Diese sind am 1. April 2012 durch die Ve r- ordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Ra- tes vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen S i- cherheit sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlame nts und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit abgelöst worden. 2.1.2 Nach Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 haben Personen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staates. Dabei ist im Rahmen des FZA auch die Schweiz als "Mitglie d- staat" im Sinne dieser Koord inierungsverordnungen zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 Anhang II des FZA). 2.1.3 Soweit das FZA beziehungsweise die auf dieser Grundlage a n- wendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte keine abweichenden Bestimmungen vorsehen, ist mangels einer einschlägigen gemeinschafts- rechtlichen beziehungsweise abkommensrechtlichen Regelung die Au s- gestaltung des Verfahrens sowie die Prüfung der Anspruchsvorausse t- zungen und die Berechnung einer schweizerischen Altersrente grundsätz- lich Sache der innerstaatli chen Rechtsordnung (BG E 130 V 51 ff.; Urteil des Bundesgerichts [BGer] H 13/05 vom 4. April 2005 E. 1.1; SVR 2004 AHV Nr. 16 S. 49). Demnach bestimmt sich vorliegend der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der AHV nach dem internen schweizerischen Recht. 2.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des streitigen Entscheides eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). Tatsachen, die jenen Sachve rhalt seither verändert C-6531/2012 Seite 6 haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverf ü- gung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 2.3 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen f üh- renden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 329 E. 2.3). Die Frage, ob die SAK die Beitragszeiten des Beschwerdeführers korrekt berechnet hat, beurteilt sich somit grundsätzlich nach den im März 2012 (Eintritt des Versicherungsfalls; vgl. SAK -act. 8) gülti gen Bestim mungen des AHVG und der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 31. Oktober 1947 (AHVV, SR 831.101). 2.4 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdeve r- fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschlu ss des Mis s- brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder u n- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie U n- angemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 3. Vorliegend ist strittig und vom Bundesverwaltungsgeric ht zu prüfen, ob die SAK die Beitragszeiten des Beschwerdeführers für die Jahre 1965 bis 1968 korrekt ermittelt und zu Recht den Rentenanspruch verneint hat. Die für das Jahr 1969 im IK erfassten Beitragsmonate wurden vom B e- schwerdeführer nicht bestritten und von der Vorinstanz bei ihrer Berec h- nung berücksichtigt, weshalb diesbezüglich nachfolgend keine Überpr ü- fung mehr stattzufinden hat. 3.1 3.1.1 Die Versicherten sind beitragspflichtig, solange sie eine Erwerbst ä- tigkeit ausüben (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 AHVG). Die e rwerbstätigen Kinder sind bis zum 31. Dezember des Jahres, in welchem sie das 17. Altersjahr zurückgelegt haben, von der Beitragspflicht befreit (vgl. Art. 3 Abs. 2 lit. a AHVG). Anspruch auf eine ordentliche Alters - oder Hinterlassenenrente haben die rentenberechtigten Personen, denen für mindestens ein volles Jahr Einkommen, Erziehungs - oder Betreuungsgutschriften an gerechnet werden können, oder ihre Hinterlassenen (Art. 29 Abs. 1 AHVG). Die ordentlichen Renten werden gemäss Art. 29bis Abs. 1 AHVG nach Massgabe der Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie der Er ziehungs- oder Betreuungsgutschriften der rentenberechtigten Person berechnet. Sie gelangen nach Art. 29 Abs. 2 AHVG in Form von Vollrenten für Versi-C-6531/2012 Seite 7 cherte mit vollständiger Beitrags dauer oder in Form von Teilrenten für Versicherte mit unvollständiger Bei tragsdauer zur Aus richtung. Die Tei l- rente entspricht dabei einem Bruchteil der Vollrente (Art. 38 Abs. 1 AHVG), für dessen Berechnung das Verhältnis zwi schen den vollen Be i- tragsjahren der Versicherten zu denjenigen ihres Jahrgangs sowie die eingetretenen Veränderungen der Beitragsansätze berücksichtigt werden (Art. 38 Abs. 2 AHVG). Als vollständig gilt die Beitragsdauer, wenn die rentenberechtigte Person zwischen dem 1. Januar nach der Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Rentenalters gleich viele Beitrags jahre aufweist wie ihr Jahrgang (Art. 29bis Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 29ter Abs. 1 AHVG). Der Bundesrat regelt die Anrechnung der Beitra gsmonate im Jahr der Entstehung des Rentena n- spruchs, der Beitragszeiten vor dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres sowie der Zusatzjahre (Art. 29bis Abs. 2 AHVG). Dabei bestimmt sich die Beitragsdauer einer versicher ten Person in der Regel nach den Einträgen in ihren individuellen Kon ten. Der Bundesrat ordnet die Einzelheiten (Art. 30ter Abs. 1 AHVG). 3.1.2 Ein volles Beitragsjahr liegt gemäss Art. 50 Abs. 1 AHVV vor, wenn eine Person insgesamt länger als elf Monate im Sinne von Art. 1a oder 2 AHVG versichert war und während dieser Zeit den Mindestbeitrag bezahlt hat oder Beitragszeiten im Sinne von Art. 29ter Abs. 2 lit. b und c AHVG aufweist. Hatte eine in den Jahren 1948-1968 in der Schweiz erwerbstäti- ge Person ihren zivilrechtlichen Wohnsitz im Ausland und werden die Bei- tragszeiten aus diesen Jahren nicht mit näheren Angaben über die B e- schäftigungsdauer belegt, so kann die Ausgleichskasse die Beitragsdauer in einem vereinfachten Verfahren festsetzen (Art. 50a Abs. 1 AHVV). Das Bundesamt stellt für die Ermittlung der Beitragsdauer aus den Jahren 1948-1968 verbindliche Tabellen auf (Art. 50a Abs. 2 AHVV). 3.1.3 Gemäss Art. 138 Abs. 1 AHVV in Verbindung mit Art. 30ter Abs. 2 AHVG sind die von einem Arbeitnehmer er zielten Erwerbseinkommen, von welchen der Arbeitgeber die gesetzlichen Beiträge abgezogen hat, in das individuelle Konto einzutragen, selbst wenn der Arbeitgeber die ent - sprechenden Beiträge der Aus gleichskasse nicht entrichtet hat. Die gle i- che Ordnung gilt auch dann, wenn Arbeitgeber und Arbeitn ehmer eine Nettolohnvereinbarung getroffen haben, das heisst wenn der Ar beitgeber sämtliche Beiträge zu seinen Lasten übernimmt. Diese beiden Sonderta t- bestände müssen aber einwandfrei nachgewiesen sein. Ist der Nachweis nicht erbracht, dass der Arbeitge ber tatsächlich die Beiträge vom Lohn seines Ar beitnehmers abgezogen hat, oder lässt sich eine behauptete C-6531/2012 Seite 8 Nettolohnvereinbarung nicht eindeutig fest stellen, so dürfen die ent - sprechenden Einkommen nicht ins individuelle Konto eingetragen werden (BGE 117 V 261 E. 3a mit Hinweisen). 3.1.4 Der Versicherte hat das Recht, bei jeder Ausgleichskasse, die für ihn ein individuelles Konto führt, einen Auszug über die darin gemach ten Eintragungen unter Angabe allfälliger Arbeitgeber zu verlangen (Art. 141 Abs. 1 AHVV). Wird kein Kontenauszug oder keine Berichtigung verlangt, oder wird das Berich tigungsbegehren abgelehnt, so kann bei Eintritt des Versicherungsfalles die Berichtigung von Ein tragungen im individuellen Konto nur verlangt werden, soweit deren Unrichtigkeit offenkundig ist oder dafür der volle Beweis erbracht wird (Art. 141 Abs. 3 AHVV). Art. 141 Abs. 3 AHVV führt eine Beweisverschärfung gegenüber dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit ein, indem der v olle Beweis verlangt wird. Aller dings soll dies nicht heissen, dass die Untersuchungsmaxime nicht gilt und der Ver- sicherte selbst diesen Beweis zu erbringen hat. Vielmehr soll dies hei s- sen, dass der Versicherte insofern erhöhte Mitwirkungs pflichten hat, als dass er alles ihm Zumutbare unternehmen muss, um die Verwaltung oder den Richter bei der Beschaffung des Beweismate rials zu unterstützen (vgl. BGE 117 V 261 E. 3b und 3d). 3.1.5 Gemäss Definition gilt eine Tatsache als bewiesen und der volle Be- weis als erb racht, wenn die Behörde von deren Vorhandensein der art überzeugt ist, dass das Gegenteil als unwahrscheinlich erscheint (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwal tungsrechtspflege des Bundes, 3 . Auflage, Zürich 2013, S. 169 f.). Wie die ser Beweis erbracht werden muss, ist nicht vorg e- schrieben. 3.2 3.2.1 Dem IK ist zu entnehmen (vgl. SAK -act. 24), dass der Beschwerde- führer in den Jahren 1965 bis 1968 folgende Einkommen erzielt hat: 1965 Fr. 600.-, 1966 Fr. 200.- und 1967 F r. 300.- jeweils im B._______hotel in C._______, 1968 Fr. 1'175.- im Hotel D._______ in E._______, und Fr. 575.- im Hotel F._______ in G._______. Angaben über die Anzahl der Beitragsmonate fehlen im IK, da diese Angaben bei den Ausgleichska s- sen erst seit dem Jahr 1969 erfasst wurden. C-6531/2012 Seite 9 3.2.2 Die genaue Beitragszeit ist mangels Angaben im IK gemäss bu n- desgerichtlicher Rechtsprechung mittels Belegen wie Wohnsitzbeschein i- gungen, Arbeitszeugnissen oder anderen Belegen mit vergleichbarem Beweiswert zu ermitteln (vgl. B GE 121 V 78 E. 2d). Der Beschwerdefüh- rer hat zu diesem Zweck diverse Zeugnisse eingereicht: ein Arbeitszeug- nis des Hotel I._______ vom 15. September 1967, das bestätigte, dass der Beschwerdeführer vom 15. September 1964 bis zum 15. September 1967 eine drei jährige Lehre absolvierte und in de n jeweiligen Wintersai- sons im B._______hotel in C._______ beschäftigt war, ein Schreiben der H._______ vom 6. Januar 2010, welche s bestätigte, dass er in der Zeit von Februa r 1968 bis Mai 1971 diverse Kur se und Praktika a bsolvierte sowie ein Diplom der H._______ vom 18. Juni 1971, das bestätigte, dass er vom 10. Juli 1968 bis zum 22. August 1968 ein Service-Praktikum im Hotel D._______ in E._______ und vom 20. Dezember 1968 bis zum 11. April 1969 ein Service-Praktikum im H otel F._______ in G._______ absolvierte, und dass seine Lehre als Koch im Hotel I._______ vom 15. September 1964 bis zum 15. September 1967 dauerte. Ferner hat der Beschwerdeführer die Arbeitszeugnisse der bereits im Diplom erwähnten Praktika im Hotel D._______ in E._______ und im Hotel F._______ in G._______ eingereicht. Schliesslich hat der Beschwerdeführer Fotok o- pien seines Reisepasses eingereicht, aus welchen ersichtlich ist, wann er jeweils in die Schweiz ein- und ausgereist war. Die SAK stellte sich a uf den Standpunkt, weder das Diplom noch die Ar- beitszeugnisse noch die im Pass enthaltenen Ein -/Ausreisestempel ge- nügten, um die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Beschäft i- gungsdauer zu belegen. Somit sei auf die Tabellen des Bundesamtes ab- zustellen. Für die Jahre 1965 bis 1967 seien dem Beschwerdeführer g e- stützt auf die Tabellen je einen Monat Beitragszeit und für das Jahr 1968 gestützt auf die eingereichten Arbeitszeugnisse drei Monate anzurec h- nen. Für das Jahr 1969 seien dem IK vier Beitragsmonate zu entnehmen, was insgesamt zu einer Beitragszeit von zehn Monaten führe. Damit sei die Mindestbeitragszeit von einem Jahr nicht erfüllt und das Rentenb e- gehren abzuweisen. Der SAK ist beizupflichten, dass das Fähigkeitszeugnis zwar kein A r- beitszeugnis im eigentlichen Sinne ist. Es ist jedoch – entgegen der Auf- fassung der SAK – nicht ersichtlich, weshalb es keine Berücksichtigung finden sollte, da praxisgemäss auch "andere Belege mit vergleichbarem Beweiswert" beigezogen werden können. Es muss davon ausgegang en werden, d ass de m Beschwerdeführer das entsprechende Zeugnis erst C-6531/2012 Seite 10 nach Durchlaufen der gesamten, dreijährigen Ausbildung ausgestellt wor- den ist und jenes somit als Beweis für die erfüll te Beitragszeit in der Win- tersaison der Jahre 1965 bis 1968 (von Januar bis März 1965, von D e- zember 1965 bis März 1966 und von Dezember 1966 bis April 1967) he- rangezogen werden kann , zumal die Stempel im Reisepass mit diesen Angaben übereinstimmen und im IK Einträge der jeweiligen Arbeitgeber für die Jahre 1965 bis 1967 vorhanden sind und lediglich die Angabe der Monate fehlen. Ferner sind den eingereichten Zeugnissen Beitragszeiten für die Monate Juli und August 1968 (Hotel D._______ in E._______) und Dezember 1968 bis April 1969 (Hotel F._______) zu entnehmen. Die Mo- nate Januar bis April 1969 sind im IK so re gistriert und wurden von der SAK zu Recht angerechnet. Eine Anwendung der Tabellen des Bunde s- amtes zur Ermittlung der mutmasslichen Beitragsdauer in den Jahren 1964 bis 1968 ist in diesem Fall nicht angezeigt, da die Beitragsdauer aus den Belegen ermittelt werden kann . Müsste man mangels anderen Bel e- gen auf die Tabellen abstellen, so ist festzuhalten, dass der im IK des Be- schwerdeführers erfasste Lehrlingslohn keineswegs ohne Weiteres in die Tabellen übertragen werden k ann. Er entspricht der Höhe naturgemäss nicht dem in den Tabellen verwendeten "gewogenen Mittel der Branche" (vgl. BGE 121 V 77 E. 2c), da dieses nur Löhne von ausgebildeten Fac h- kräften und nicht von Lehrlingen berücksichtigt, und somit die Anwendung im vorliegenden Fall zu falschen Ergebnissen führt. Dass die SAK das in A._______ absolvierte Praktikum nicht angerechnet hat, ist indes nicht zu beanstanden, da der Beschwerdeführer in dieser Zeit nicht in der Schweiz beschäftigt war und der Beschwerdeführer – entgegen seiner Ansicht – aus der provisorischen Rentenberechnung vom 10. Juni 2008 nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. 3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die SAK die Belege des B e- schwerdeführers zu Unrecht nicht berücksichtigt und das Vorliegen d er Mindestbeitragsdauer in unzulässiger Weise verneint hat. Dem B e- schwerdeführer sind für die Jahre 1965 bis 1968 gestützt auf die eing e- reichten Belege 15 Beitragsmonate (1965: 4 Monate, 1966: 4 Monate, 1967:4 Monate und 1968: 3 Monate) und für 1969 gestüt zt auf den Ei n- trag im IK 4 Monate anzurechnen. Die Beschwerde ist somit gutzuhei s- sen und der Einspracheentscheid vom 29. November 2012 aufzuheben. Die Sache wird an die SAK zurückgewiesen, damit diese die Rente des Beschwerdeführers im Sinne der Erwägung 3.2.2 festlege. C-6531/2012 Seite 11 4. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 4.1 Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG), so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 4.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begeh ren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnis mässig hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Da dem o b- siegenden Beschwerdeführer, welcher nicht vertreten war, keine unve r- hältnismässig hohen Kosten entstanden sind und dieser zu Recht keinen entsprechenden Antrag gestellt hat, ist keine Parteientschädigung zuz u- sprechen (vgl. Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). C-6531/2012 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Einspracheentscheid vom 29. November 2012 wird aufgehoben, und die Sache wird zur weiteren Bearbeitung im Sinne der Erwägung 3.2.2 und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Schweizerische Ausgleichskasse zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben, und es wir d keine Parteient- schädigung zugesprochen. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Sandra Tibis Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: