<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00395</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107214&amp;W10_KEY=13013572&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00395</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 14.05.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Prognose im Rahmen der Gefährdung der öffentlichen Ordnung nach FZA Der deutsche Bf wurde wegen eines Beziehungsdelikts zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, wobei der Vollzug zu Gunsten einer ambulaten Massnahme aufgeschoben wurde. Die Frage einer besonderen Gefährung der Öffentlichkeit gemäss Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA (E. 2b) ist zu verneinen, denn die Therapeutin und das Amt für Justizvollzug erachten die Therapie nun als erfolgreich abgeschlossen und das Rückfallrisiko beim Bf als praktisch ausgeschlossen (E. 3a+b). Aufgrund der fundierten Abklärungen und Einschätzungen ist die Aufenthaltsbewilligung des Bf daher zu verlängern (E. 4a-c).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AMBULANTE MASSNAHME">AMBULANTE MASSNAHME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BOUCHEREAU">BOUCHEREAU</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: CALFA">CALFA</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EUGH-RECHTSPRECHUNG">EUGH-RECHTSPRECHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EWG-RICHTLINIEN">EWG-RICHTLINIEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREIZÃGIGKEITSABKOMMEN (FZA)">FREIZÃGIGKEITSABKOMMEN (FZA)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHE ORDNUNG">ÃFFENTLICHE ORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROGNOSE">PROGNOSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFFÃLLIGKEIT">STRAFFÃLLIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: THERAPIE">THERAPIE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 1 ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 lit. Ia ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 10 Abs. V FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 5 lit. I Anhang I FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 5 lit. II Anhang I FZA</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der x-sche StaatsangehÃ¶rige A, hielt sich in den Jahren 1992 und 1993 wÃ¤hrend sechs Monaten zur beruflichen Weiterbildung im Gesundheitswesen im Kanton ZÃ¼rich auf. Am 28. Juni 1996 reiste er erneut in die Schweiz ein, und erhielt auf Grund einer Anstellung als Krankenpfleger im UniversitÃ¤tsspital ZÃ¼rich eine Bewilligung als Jahresaufenthalter, welche mehrmals verlÃ¤ngert worden war; letztmals bis zum 27. Dezember 2001.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 6. November 1999 wurde A verhaftet und in Untersuchungshaft versetzt. Mit rechtskrÃ¤ftigem Urteil vom 7. September 2001 sprach ihn das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich der versuchten schweren KÃ¶rperverletzung, begangen am 6. November 1999, schuldig und bestrafte ihn mit drei Jahren GefÃ¤ngnis unter Anrechnung von 461 Tagen Untersuchungs- und Sicherheitshaft. Den Vollzug der (restlichen) Freiheitsstrafe schob das Gericht zu Gunsten einer ambulanten Massnahme auf und stellte den Verurteilten fÃ¼r deren Dauer unter behÃ¶rdliche Schutzaufsicht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 22. Januar 2002 wies die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) ein Gesuch von A um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung ab und setzte ihm Frist, um das zÃ¼rcherische Kantonsgebiet zu verlassen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diese Anordnung rekurrierte A beim Regierungsrat, der diesen Antrag am 23. Oktober 2002 abwies.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Am 29. November 2002 reichte A Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein. Er beantragte die Aufhebung der Entscheide der Vorinstanzen und die VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung und verlangte eine ParteientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>WÃ¤hrend sich die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit nicht vernehmen liess, schloss die Staatskanzlei namens des Regierungsrats auf Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 17. Januar 2003 reichte A dem Gericht eine VerfÃ¼gung des Amts fÃ¼r Justizvollzug vom 14. Januar 2003 ein, gemÃ¤ss welcher er aus der gerichtlich angeordneten ambulanten Massnahme entlassen werde, weil die Massnahme als erfolgreich abgeschlossen zu betrachten sei. Gleichzeitig beantragte das Amt fÃ¼r Justizvollzug der II. Strafkammer des Obergerichts, auf den Vollzug der restlichen Freiheitsstrafe zu verzichten. Eine identische VerfÃ¼gung wurde dem Gericht am 14. Februar 2003 vom Migrationsamt zugestellt. Das Verwaltungsgericht lud darauf am 14. MÃ¤rz 2003 den Regierungsrat ein, zur erwÃ¤hnten VerfÃ¼gung des Amts fÃ¼r Justizvollzug Stellung zu nehmen. Am 26. MÃ¤rz 2003 teilte die Staatskanzlei namens des Regierungsrats dem Gericht mit, sie halte an ihrem abweisenden Antrag fest.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpolizei nur zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Nach Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Organisation der Bundesrechtspflege vom 16. Dezember 1943 ist dieses Rechtsmittel zugelassen gegen die Erteilung oder Verweigerung von Bewilligungen, auf welche ein bundesrechtlicher Anspruch besteht. Dem Bundesrecht sind StaatsvertrÃ¤ge gleichgestellt, welche einen Rechtsanspruch vermitteln.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat keinen Rechtsanspruch auf Grund des Landesrechts. Seine Bewilligung als Jahresaufenthalter erfolgte im Zusammenhang und unter der Voraussetzung seiner ErwerbstÃ¤tigkeit im Kanton ZÃ¼rich. Die Erteilung derselben lag damals gemÃ¤ss Art. 4 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) und der Verordnung Ã¼ber die Begrenzung der Zahl der AuslÃ¤nder vom 6. Oktober 1986 im freien Ermessen der FremdenpolizeibehÃ¶rde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Als StaatsangehÃ¶riger eines Mitglieds der EuropÃ¤ischen Union (EU) begrÃ¼ndet indessen das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit vom 21. Juni 1999, in Kraft seit 1. Juni 2002 (PersonenfreizÃ¼gigkeitsabkommen; FZA; SR 01.142.112.681), nun einen Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Jahresaufenthaltsbewilligung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Bestimmungen des FZA gelten generell auch fÃ¼r Verfahren, die vor dessen Inkraftsetzung hÃ¤ngig waren (Art. 37 der Verordnung Ã¼ber die schrittweise EinfÃ¼hrung des freien Personenverkehrs vom 22. Mai 2002; VEP; SR 142.203).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>StaatsangehÃ¶rige eines EU-Vertragsstaates, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens des Abkommens bereits zum Aufenthalt und zur ErwerbstÃ¤tigkeit in der Schweiz berechtigt waren und sich hier aufhielten, haben Anspruch auf VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung, ohne dass ihnen die zeitlichen und die Ãbergangsbestimmungen mit Bezug auf die zahlenmÃ¤ssige Kontingentierung engegengehalten werden kÃ¶nnen (Art. 10 Abs. 5 FZA). Da der BeschwerdefÃ¼hrer bis zu seiner Untersuchungshaft zur ErwerbstÃ¤tigkeit und wÃ¤hrend der Untersuchungs- und Sicherheitshaft zum Aufenthalt in der Schweiz berechtigt war, erfÃ¼llt er die Voraussetzungen von Art. 10 Abs. 5 FZA. Das Gericht hat somit auf die Beschwerde einzutreten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen letztinstanzliche Anordnungen von VerwaltungsbehÃ¶rden (§ 41 VRG). Zur ÃberprÃ¼fung steht eine NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung. Ob dem BeschwerdefÃ¼hrer ein Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung zusteht, war nicht Gegenstand der streitigen Anordnung der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit. Einen solchen Anspruch hat der BeschwerdefÃ¼hrer weder im Rekurs- noch im Beschwerdeverfahren gestellt. Auf die in diesem Zusammenhang angestellten ErwÃ¤gungen des Regierungsrats, namentlich ob dem BeschwerdefÃ¼hrer ein Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung gestÃ¼tzt auf (Ã¤ltere) StaatsvertrÃ¤ge zwischen der Schweiz und der (frÃ¼heren) Bundesrepublik X zusteht und dazu, ob die PrÃ¼fung dieses Anspruchs unabhÃ¤ngig vom gestellten Begehren um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung als Rechtsfrage von Amtes wegen zu prÃ¼fen sei, ist das Verwaltungsgericht nicht verpflichtet einzutreten (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 50 N. 4). Das Eintreten auf die Beschwerde erfolgt daher nur mit Bezug auf die Regelung der Aufenthaltsbewilligung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Nach Art. 1 ANAG in der Fassung vom 14. Dezember 2001 und in Kraft seit 1. Juni 2002 gilt dieses Gesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige eines Mitgliedstaats der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und deren FamilienangehÃ¶rige nur so weit, als das FZA keine abweichende Bestimmung enthÃ¤lt oder das ANAG eine vorteilhaftere Rechtsstellung vorsieht. Auf Grund dieser Kollisionsvorschrift ist beim unter das FZA fallenden BeschwerdefÃ¼hrer folglich vorab zu prÃ¼fen, ob sein Begehren auf der Grundlage des FZA gutzuheissen ist. Eine ÃberprÃ¼fung, ob ihm nach dem nationalen Recht eine gÃ¼nstigere Behandlung zuteil wÃ¼rde, braucht nur vorgenommen zu werden, wenn das Ergebnis negativ ausfÃ¤llt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA dÃ¼rfen die im Abkommen gewÃ¤hrten Rechte aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit eingeschrÃ¤nkt werden. Die RechtsansprÃ¼che nach FZA unterstehen ausdrÃ¼cklich dem Vorbehalt der Massnahmen zum Schutz der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit. GemÃ¤ss Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA ist bei der Auslegung von dessen Abs. 1 Bezug zu nehmen auf die Richtlinien (RL) 64/221/EWG, 72/194/EWG und 75/35/EWG. Damit sind Richtlinien der Organe der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (bzw. der damaligen EuropÃ¤ischen Wirtschaftsgemeinschaft, EWG) als fÃ¼r rechtsanwendende Instanzen in der Schweiz verbindlich erklÃ¤rt worden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Die RL 64/221 vom 25. Februar 1964 (vgl. <span class="MsoHyperlink"><span>www.europa.eu.int</span></span>) des Rats zur Koordinierung der Sondervorschriften fÃ¼r die Einreise und den Aufenthalt von AuslÃ¤ndern, soweit sie aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt sind bezweckt eine Koordination der Rechts- und Verwaltungsvorschriften, die fÃ¼r auslÃ¤ndische Personen eine Sonderregelung vorsehen und aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt sind. GemÃ¤ss Art. 1 Abs. 2 RL 64/221 gelten deren Bestimmungen "auch fÃ¼r den Ehegatten und die Familienmitglieder, welche die Bedingungen der auf Grund des Vertrages auf diesem Gebiet erlassenen Verordnungen und Richtlinien erfÃ¼llen". Die vorgesehenen Sonderregelungen dÃ¼rfen nicht fÃ¼r wirtschaftliche Zwecke geltend gemacht werden (Art. 2 Abs. 2 RL 64/221). Bei Massnahmen, die sich auf die Ã¶ffentliche Ordnung oder Sicherheit berufen, "darf ausschliesslich das persÃ¶nliche Verhalten der in Betracht kommenden Einzelpersonen massgebend sein" (Art. 3 Abs. 1 RL 64/221). "Strafrechtliche Verurteilungen allein kÃ¶nnen ohne weiteres diese Massnahmen nicht begrÃ¼nden" (Art. 3 Abs. 2 RL 64/221).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) In der RL 72/194 des Rats Ã¼ber die Erweiterung des Geltungsbereichs der Richtlinie vom 25. Februar 1964 werden die Regeln von RL 64/221 auf AngehÃ¶rige von Mitgliedstaaten und deren FamilienangehÃ¶rige ausgedehnt, welche vom Verbleiberecht, welches ihnen das Vertragswerk der EuropÃ¤ischen Wirtschaftsgemeinschaft nach Beendigung der ErwerbstÃ¤tigkeit in einem Mitgliedsland gewÃ¤hrt, Gebrauch machen. Die RL 75/35 des Rats endlich dehnte die GrundsÃ¤tze der RL 64/221 auf SelbstÃ¤ndigerwerbende aus, welche nach Beendigung ihrer BerufstÃ¤tigkeit im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats verbleiben wollen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die in RL 64/221 aufgestellten GrundsÃ¤tze fÃ¼r Sonderregelungen auf Grund der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit sind durch die Rechtsprechung des Gerichtshofs der EuropÃ¤ischen Wirtschaftsgemeinschaft (heute: EG; EuGH) prÃ¤zisiert und ausgelegt worden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Im Entscheid des EuGH vom 27. Oktober 1977, Bouchereau, 30/77 (vgl. www.europa.eu.int) ersuchte das britische Gericht den EuGH unter anderem um ErlÃ¤uterung des Art. 3 Abs. 2 RL 64/221, wonach "strafrechtliche Verurteilungen allein ohne weiteres BeschrÃ¤nkungen der FreizÃ¼gigkeit, die Art. 48 des Vertrages aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit zulÃ¤sst, nicht begrÃ¼nden kÃ¶nnen" sowie um eine Auslegung des Begriffs der "Ã¶ffentlichen Ordnung", wenn dieser als BegrÃ¼ndung fÃ¼r eine BeschrÃ¤nkung des FreizÃ¼gigkeitsrechts dient. Der EuGH hat die Anfragen wie folgt beantwortet:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>- Der Richtliniensatz, wonach strafrechtliche Verurteilungen allein ohne Weiteres BeschrÃ¤nkungen der FreizÃ¼gigkeit, die aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit zulÃ¤ssig sind, nicht begrÃ¼nden kÃ¶nnen, bedeute, dass eine frÃ¼here strafrechtliche Verurteilung "nur insoweit berÃ¼cksichtigt werden [dÃ¼rfe], als die ihr zugrunde liegenden UmstÃ¤nde ein persÃ¶nliches Verhalten erkennen lassen, das eine gegenwÃ¤rtige GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung darstell[t]" (EuGH, Bouchereau, Rz. 28).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>- Zur Verdeutlichung des Begriffs der Ã¶ffentlichen Ordnung wird schliesslich ausgefÃ¼hrt: "Die Berufung einer nationalen BehÃ¶rde auf den Begriff der Ã¶ffentlichen Ordnung setzt, wenn er gewisse BeschrÃ¤nkungen der FreizÃ¼gigkeit von dem Gemeinschaftsrecht unterliegenden Personen rechtfertigen soll, jedenfalls voraus, dass ausser der StÃ¶rung der Ã¶ffentlichen Ordnung, die jede Gesetzesverletzung darstellt, eine tatsÃ¤chliche und hinreichend schwere GefÃ¤hrdung vorliegt, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berÃ¼hrt" (EuGH, Bouchereau, Rz. 35).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In den ErwÃ¤gungen des EuGH finden sich zudem ErlÃ¤uterungen, wonach die einschrÃ¤nkenden Massnahmen den nationalen BehÃ¶rden eine spezifische PrÃ¼fung unter dem Blickwinkel der dem Schutz der Ã¶ffentlichen Ordnung innewohnenden Interessen abverlange, welche nicht notwendigerweise mit den Beurteilungen Ã¼bereinstimmen mÃ¼sse, auf denen die strafrechtliche Verurteilung beruhe. Sodann sei der Begriff der Ã¶ffentlichen Ordnung eng zu verstehen, namentlich, wenn er eine Ausnahme vom wesentlichen Grundsatz der FreizÃ¼gigkeit rechtfertige. Allerdings sei den staatlichen BehÃ¶rden ein gewisser Beurteilungsspielraum einzugestehen (vgl. EuGH, Bouchereau, Rz. 27 f. und 33 f.). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Dem Entscheid des EuGH vom 19. Januar 1999, Calfa, C-348/96 (vgl. www.europa.eu.int), lag ein Gesuch eines griechischen Gerichts, ebenfalls zur Vorabentscheidung, zu Grunde. Eine italienische Touristin in Griechenland war fÃ¼r schuldig befunden worden, Straftaten im Zusammenhang mit der Beschaffung und dem Besitz von ausschliesslich zum Eigengebrauch bestimmten BetÃ¤ubungsmitteln begangen zu haben. Nach den einschlÃ¤gigen nationalen Strafbestimmungen stand eine lebenslÃ¤ngliche Ausweisung der italienischen StaatsangehÃ¶rigen aus Griechenland zur PrÃ¼fung an. Der EuGH befand, der Verstoss gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz allein rechtfertige eine Ausweisung nicht, solange die EU-StaatsangehÃ¶rige nicht zusÃ¤tzlich auf Grund ihres persÃ¶nlichen Verhaltens "eine tatsÃ¤chlich und hinreichend schwere GefÃ¤hrdung darstell[e], die ein Grundinteresse der Gesellschaft berÃ¼hr[e]". Die Ausweisung allein auf Grund einer strafrechtlichen Verurteilung werde im vorliegenden Fall "automatisch verfÃ¼gt, ohne dass das persÃ¶nliche Verhalten des TÃ¤ters oder die von ihm ausgehende GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung berÃ¼cksichtigt [werde]"; entsprechend seien die in RL 64/221 vorgesehenen Voraussetzungen fÃ¼r die Anwendung der Ausnahme der Ã¶ffentlichen Ordnung, wie sie der Gerichtshof ausgelegt habe, nicht erfÃ¼llt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer hat angefÃ¼hrt, dass der Regierungsrat allein auf Grund der frÃ¼heren TatumstÃ¤nde, die zur Bestrafung gefÃ¼hrt hatten und wegen der vom Gericht fÃ¼r eine unbestimmte Dauer anberaumten Massnahmen auf eine Wiederholungsgefahr schliesse. Diese Prognose widerspreche indessen mehreren Feststellungen von Fachpersonen. So sei bereits von der damaligen UntersuchungsbehÃ¶rde zur Frage des RÃ¼ckfallrisikos und der Wahrscheinlichkeit der Wiederholungsgefahr ein psychiatrisches Gutachten veranlasst worden. Die Expertise vom 18. Juli 2000 sei zum Schluss gekommen, dass die Wahrscheinlichkeit der Wiederholung einer Ã¤hnlichen Tat "ausgesprochen gering" sei. In einem jÃ¼ngeren Bericht vom 25. November 2002 stelle die mit der Therapie betraute Psychiaterin das Ende der Behandlung auf Anfang 2003 in Aussicht. Das Ziel sei erreicht und ein RÃ¼ckfallrisiko fÃ¼r ein Ã¤hnliches Delikt sei "praktisch ausgeschlossen". Im Klartext bedeute dies, dass gegenwÃ¤rtig der BeschwerdefÃ¼hrer keine Gefahr fÃ¼r die Ã¶ffentliche Ordnung darstelle. Als â fÃ¼r den Entscheid nicht ausschlaggebenden â Umstand bestreitet der BeschwerdefÃ¼hrer zudem die Darstellung des Regierungsrats, wonach sich sein Lebensmittelpunkt nicht in der Schweiz befinde. Vielmehr habe er hier eine feste Anstellung und unterhalte freundschaftliche und intensive Beziehungen zu in der Schweiz lebenden Personen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Regierungsrat prÃ¼fte den Sachverhalt in erster Linie am Ausweisungstatbestand der gerichtlichen Bestrafung gemÃ¤ss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG und wog die in Art. 11 Abs. 3 ANAG und Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung zum ANAG vom 1. MÃ¤rz 1949 genannten Kriterien â HÃ¶he des Verschuldens, Dauer der Anwesenheit in der Schweiz sowie Zumutbarkeit der Wegweisung â gegeneinander ab. Er befand, das erhebliche Verschulden weise auf ein zukÃ¼nftiges gesellschaftliches Risiko hin, um so mehr, als beim BeschwerdefÃ¼hrer eine Ã¼ber einen noch lÃ¤ngeren Zeitraum behandlungsbedÃ¼rftige PersÃ¶nlichkeitsstÃ¶rung vorliege. Eine besondere Verankerung mit dem schweizerischen Umfeld liege nicht vor und eine Wegweisung in das benachbarte X wÃ¤re, sowohl was die Ã¤rztliche Therapie als auch was die beruflichen MÃ¶glichkeiten angehe, zumutbar. In zweiter Linie prÃ¼fte die Vorinstanz die Rechtslage gemÃ¤ss dem FZA. Sie gelangte im Wesentlichen zu den gleichen Ergebnissen. Auf Grund des Tatvorgangs mÃ¼sse der BeschwerdefÃ¼hrer auch in Zukunft als unberechenbare und gefÃ¤hrliche PersÃ¶nlichkeit eingestuft werden. Das Gericht habe nur mit Bedenken den Strafvollzug zu Gunsten einer ambulanten Massnahme aufgeschoben. Zudem dauere die Therapie noch an, was die Annahme einer GefÃ¤hrdung fÃ¼r die Sicherheit rechtfertige. Im Ãbrigen werde mit der NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung eine weniger einschneidende Massnahme getroffen als mit einer Ausweisung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Wie bereits ausgefÃ¼hrt, ist die streitige Anordnung der Beschwerdegegnerin an den Kriterien des FZA zu messen. Dabei ist die Rechtslage gemÃ¤ss dem Landesrecht allenfalls in zweiter Linie im Hinblick auf eine fÃ¼r die betroffene Person gÃ¼nstigere Behandlung von Bedeutung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Angesichts der Tatsache, dass der Regierungsrat die massgeblichen Kriterien der Bestimmungen des FZA, der einschlÃ¤gigen EWG-Richtlinien und die zur Auslegung beizuziehenden EuGH-Entscheide zutreffend zusammengefasst hat, kann das Gericht auf eine detaillierte Wiederholung verzichten. Zusammengefasst gilt, dass die Gefahr fÃ¼r die Ã¶ffentliche Sicherheit eine schwere GefÃ¤hrdung voraussetzt, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berÃ¼hrt, dass frÃ¼here strafrechtliche Verurteilungen nur insoweit berÃ¼cksichtigt werden dÃ¼rfen, als die ihnen zu Grunde liegenden UmstÃ¤nde ein Verhalten erkennen lassen, welches eine gegenwÃ¤rtige und andauernde GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung darstellt, dass mit anderen Worten eine automatische Folgerung von der frÃ¼heren Verurteilung auf die gegenwÃ¤rtige und zukÃ¼nftige Gefahr nicht zulÃ¤ssig ist, und dass besondere dem Schutz der Ãffentlichkeit dienende Massnahmen auch bei einheimischen StraftÃ¤tern angeordnet wÃ¼rden, wenn bei auslÃ¤ndischen Personen die Aus- oder Wegweisung gerechtfertigt sein soll. Im Besonderen ist der Nachweis einer von der frÃ¼heren Bestrafung unabhÃ¤ngigen aktuellen Gefahr zu erbringen; endlich ist bei der AbwÃ¤gung zu beachten, dass das Aufenthaltsrecht gemÃ¤ss FZA im Rang und Gewicht eines Grundrechts steht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Aus dem Urteil der II. Strafkammer des Obergerichts vom 7. September 2001, welches den BeschwerdefÃ¼hrer als erste und einzige Instanz beurteilte, geht hervor, dass die Tat â versuchte schwere KÃ¶rperverletzung, begangen vom BeschwerdefÃ¼hrer gegenÃ¼ber seiner Geliebten, nachdem diese ihm erÃ¶ffnet hatte, die Beziehung nicht weiterfÃ¼hren zu wollen â Ausfluss einer PersÃ¶nlichkeitsstÃ¶rung im partnerschaftlichen Beziehungsverhalten war. Der BeschwerdefÃ¼hrer, welcher von Anfang an gestÃ¤ndig und nicht vorbestraft war, der sich im Ãbrigen mit der GeschÃ¤digten in zivilrechtlicher Hinsicht geeinigt hatte und Einsicht in das Unrecht der Tat sowie Reue Ã¼ber das der GeschÃ¤digten zugefÃ¼gte schwere Leid bekundet habe, habe nicht aus Skrupellosigkeit, RÃ¼cksichtslosigkeit oder gemeiner Gesinnung heraus gehandelt, sondern spontan, unÃ¼berlegt und von seinen GefÃ¼hlen Ã¼berwÃ¤ltigt. Die AnklagebehÃ¶rde hatte eine Zuchthausstrafe von viereinhalb Jahren beantragt, wobei zu Gunsten einer ambulanten Massnahme auf den Vollzug der (Rest-) Freiheitsstrafe zu verzichten sei. Das Gericht wÃ¼rdigte den Umstand, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer bereits vor der gerichtlichen Auflage freiwillig in eine therapeutische Behandlung begeben habe. Die Therapeutin attestiere ihm ZuverlÃ¤ssigkeit und eine hohe Motivation hinsichtlich der Therapie. Dr. med. C bestÃ¤tigte spÃ¤ter wÃ¤hrend des Rekursverfahrens beim Regierungsrat, dass bei der Therapie erhebliche Fortschritte zu verzeichnen seien und kam am 11. Februar 2002 zum Schluss, dass vom BeschwerdefÃ¼hrer "im heutigen Zeitpunkt keine besondere GefÃ¤hrdung der Ãffentlichkeit ausgeh[e]".</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zehn Monate spÃ¤ter, am 25. November 2002, bezeichnete die Ãrztin "das RÃ¼ckfallrisiko fÃ¼r ein Ã¤hnliches Delikt (...) [als] praktisch ausgeschlossen". Das Amt fÃ¼r Justizvollzug des Kantons ZÃ¼rich bezog sich bei seiner VerfÃ¼gung vom 14. Januar 2003 unter anderem auf den Schlussbericht der Therapeutin vom 11. Dezember 2002, in welchem diese einen Abschluss der therapeutischen Massnahme in Aussicht stellte, weil die Behandlung erfolgreich zu Ende habe gefÃ¼hrt werden kÃ¶nnen. Das Amt selbst klÃ¤rte den Verlauf der Schutzmassnahme mit dem BewÃ¤hrungsdienst ab und gelangte, ergÃ¤nzend zum Antrag der Therapeutin und des gleich lautenden des BewÃ¤hrungsdiensts, zum Schluss, die Massnahme kÃ¶nne aufgehoben werden, weil der BeschwerdefÃ¼hrer sich ernsthaft und konsequent mit seinem Delikt und seiner Person beschÃ¤ftigt habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Indem der Entscheid des Regierungsrats die Erkenntnisse der vom Gericht eingesetzten Fachperson und des zustÃ¤ndigen Amts fÃ¼r Justizvollzug unbeachtet lÃ¤sst, widerspricht er aber gerade der RL 64/221, wonach allein auf Grund eines frÃ¼heren Delikts nicht auf eine gegenwÃ¤rtige GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Sicherheit geschlossen werden darf. Vielmehr ergibt sich mit hinlÃ¤nglicher Deutlichkeit, dass die im Zeitpunkt der gerichtlichen Verurteilung bestandene Gefahr fÃ¼r die Ã¶ffentliche Sicherheit offensichtlich im heutigen Beurteilungszeitpunkt nicht mehr besteht. Davon, dass eine im Tatzeitpunkt bestandene GefÃ¤hrlichkeit in Zukunft weiter bestÃ¼nde, oder, dass heute GefÃ¤hrdungsumstÃ¤nde unabhÃ¤ngig von den TatgrÃ¼nden des frÃ¼heren Delikts vorlÃ¤gen, kann auf Grund des Gesagten keine Rede sein. FÃ¼r das Gericht besteht kein Anlass, von einem Ã¼berzeugenden, fachlich fundierten Gutachten abzuweichen, welches bereits vom Strafgericht in Auftrag gegeben wurde, um EinschÃ¤tzungen und AbklÃ¤rungen zur GefÃ¤hrdung, die von einer verurteilten Person ausgeht, zu erhalten. Werden solche AbklÃ¤rungen ausser Acht gelassen und bleiben die massgeblichen UmstÃ¤nde somit unberÃ¼cksichtigt, was beim Entscheid des Regierungsrats der Fall ist, verstÃ¶sst dieser deshalb damit gegen Art. 5 Abs. 1 und 2 Anhang I FZA.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da beim BeschwerdefÃ¼hrer nicht von einer GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Sicherheit auszugehen ist, erÃ¼brigt sich die PrÃ¼fung, ob die GefÃ¤hrdung die geforderte IntensitÃ¤t mit Bezug auf die Ã¶ffentlichen RechtsgÃ¼ter erfÃ¼llt. Ebenso erÃ¼brigen sich AbwÃ¤gungen von Ã¶ffentlichen und entgegenstehenden privaten Interessen im Sinne des Landesrechts. Weil der BeschwerdefÃ¼hrer keine Gefahr fÃ¼r die Ã¶ffentliche Ordnung und Sicherheit darstellt, darf ihm gemÃ¤ss den Vorschriften des FZA eine VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung nicht verweigert werden. Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Diese ist sodann zu verpflichten, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine angemessene EntschÃ¤digung fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren auszurichten (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Regierungsrats vom 23. Oktober 2002 wird aufgehoben. Die Beschwerdegegnerin wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>