A. Verwaltungsentscheide 1458 3 dig, womit der Entscheid als teilnichtig zu qualifi zieren ist, was zur Folge hat, dass die Auflage in Ziffer 3.5 mangels r echtlicher Verbind - lichkeit keinerlei Rechtswirkung entfaltet. Departement Bau und Umwelt, 28.02.2008 1458 Baubewilligungsverfahren . Quartierplan: Nichtigkeit und akzesso - rische Überprüfung eines Quartierplans. Voraussetzu ngen im vorlie - genden Fall nicht erfüllt. Aus den Erwägungen: 4. d) Nach ständiger Rechtssprechung ist die Nichtigkeit eines Nutzungsplans nur anzunehmen, wenn der Mangel beson ders schwer ist, wenn er offensichtlich oder zumindest leicht e rkennbar ist und wenn zudem die Rechtssicherheit durch die Annahme d er Nichtig - keit nicht ernsthaft gefährdet ist (Urteil BGer 1C_ 284/2007 vom 15.04.2008, E. 5). Im Quartierplan R. wird bei dem strittigen geplanten zweiteiligen Bau in Bezug auf die Dachgeschosse im Baubereich A1 und A2 um ein Geschoss von der reglementarischen Ge schosszahl abgewichen, welche gemäs s Art. 16 BauR in der Kernzone K3 auf drei Geschosse beschränkt ist. Eine Abweichung um h öchstens ein Vollgeschoss ist gemäss Art. 41 Abs. 1 lit. a BauG in Sonder - nutzungsplänen ausdrücklich erlaubt. Im Quartierpla n R. ist dagegen keine Abweichung von der Baumassenziffer vorgesehen , womit keine Mehrausnützung gewährt wird. Da auch die zulässigen Grenzab - stände und die maximale Firsthöhe nicht angetastet werden, kann kein Bauvorhaben errichtet werden, welches mit dem Zonenzweck nicht vereinbar wäre. Im Übrigen macht der Quartier plan Angaben über die Erschliessung, die Baubereiche und die Fre iräume sowie die Bauweise, wie in Art. 35 Abs. 2 BauG gefordert wird. Ein Mangel des Quartierplans, welcher zur Nichtigkeit führen würde , ist insofern keinesfalls ersichtlich. Zudem sind innerhalb des Q uartierplangebiets bereits Baugesuche bewilligt worden, womit auch die Rechtssicherheit der Annahme einer Nichtigkeit klarerweise entgegens tehen würde. e) Die akzessorische Überprüfung eines Nutzungsplans i m Zu - sammenhang mit einem späteren Anwendungsakt ist nur möglich, 3A. Verwaltungsentscheide 1458 4 wenn sich der Betroffene bei Planerlass noch nicht über die ihm auferlegten Beschränkungen Rechenschaft geben konnt e und er somit im damaligen Zeitpunkt keine Möglichkeit hatt e, seine In - teressen zu wahren, oder wenn sich die tatsächliche n oder rechtlichen Verhältnisse seit Planerlass grundlegend verändert haben (Urteil BGer, 1P.431/2005 vom 15.03.2006). Auch wenn die Re kurrentin gel- tend macht, dass Verfahrensrechte der Bevölkerung b eim Planauf - lageverfahren missachtet worden seien, ist im vorli egenden Fall keine dieser Voraussetzungen als gegeben zu betrachten. D er Quartierplan R. lag vom 14. September 2005 bis 13. Oktober 2005 bzw. 8. März 2006 bis 6. April 2006 öffentlich auf. Die mögliche Abweichung der geplanten Baute von der reglementarischen Geschossz ahl sowie die geplante Erschliessung waren im aufgelegten Plan er sichtlich. Selbst wenn in den Gemeindepublikationen Fotomontagen ersc hienen sind, welche ein ungenaues Bild der geplanten Überbauung gegeben haben, hätten die Rekurrentin bzw. ihre Mitinteresse nten auf der Gemeindekanzlei die verbindlichen Gebäudehöhen und -volumen im Quartierplan einsehen und dementsprechend Einsprach e erheben können. Diesbezüglich gilt es im Übrigen festzuhalt en, dass weder eine Vorschrift besteht, welche nebst den massgenau en Angaben im Quartierplan auch massgenaue Fotomontagen vorschrei bt noch eine solche, welche umgekehrt bloss skizzenhafte, nicht massgenaue Fotomontagen in den die Planauflage begleitenden Pu blikationen verbietet (Urteil des Verwaltungsgerichts vom 28. M ai 2008 i.S. Überbauung Bündt E. 2.2). Dasselbe gilt für die Ang abe der Gebäudehöhe in Metern über Meer, wobei zudem zu bea chten ist, dass die Überschreitung der Gebäudehöhe gegenüber d er Regel - bauweise um 2.3 m im Baufeld D auf S. 7 des aufgele gten Planungsberichts klar erläutert ist. Die Rekurrenti n verkennt im Wei - teren, dass nur bei einer Gesamtrevision des Baureg lements, des Zonenplans und des Gemeinderichtplans eine Volksdis kussion und eine öffentliche Versammlung erforderlich sind (Art . 4 Abs. 1 BauR). Sondernutzungspläne jedoch treten nach der Durchfüh rung des Auflage- und Einspracheverfahrens und nach Annahme durch de n Gemeinderat T. mit der Genehmigung durch das Depart ement Bau und Umwelt in Kraft. Am 5. Mai 2006 wurde der Quart ierplan vom Departement Bau und Umwelt genehmigt. Seither ist e r rechtskräftig. Aufgrund des Gesagten verlief das Quartierplanverfa hren ohne Zwei - 4A. Verwaltungsentscheide 1459 5 fel rechtmässig, womit auch die Voraussetzung für e ine akzessorische Überprüfung des Quartierplans nicht gegeben sind. Departement Bau und Umwelt, 22.12.2008 1459 Baubewilligungsverfahren . Bei der Anwendung der kommunalen Bauvorschriften steht der Gemeinde eine erhebliche Ermessens- freiheit zu. Die Rekursinstanz hebt folglich den En tscheid der Vorinstanz nicht ohne weiteres auf, es sei denn, es würde ein offensichtlicher Ermessensmissbrauch vorliegen. Aus den Erwägungen: 5. b) Die Gestaltung der Siedlungen, Bauten und Anlagen i st eines der Anliegen, auf welches die Behörden bei de r Erfüllung ihres Raumplanungsauftrages Rücksicht zu nehmen haben. In sbesondere haben die mit Planungsaufgaben Betrauten darauf zu achten, dass sich Bauten und Anlagen in die Landschaft einordnen , was dann der Fall ist, wenn sich einerseits die einzelnen Bauwer ke in sie einordnen, andererseits Einzelbauten untereinander ein ausgewo genes Sied - lungsbild ergeben (Art. 3 Abs. 2 lit. b RPG; EJPD/BRP, Erläuterungen z u m R P G , N 3 1 z u A r t . 3). In diesem Sinne bestimmt Art. 112 Abs. 1 BauG, dass sich Bauten und Anlagen so in ihre bauli che und landschaftliche Umgebung einzufügen haben, dass ein e gute Ge - samtwirkung entsteht (Einordnungsgebot); sie dürfen das Orts -, Quartier- und Landschaftsbild nicht wesentlich beeinträchtig en (Beeinträchtigungsverbot). Daneben sind auch die Gemeinden befugt, eigene Gest altungs- vorschriften zu erlassen. Dies ergibt sich insbeson dere aus Art. 15 Abs. 2 lit. e und h BauG, wonach die Gemeinden in ihren Bau - reglementen Bestimmungen über "Anforderungen an die architekto - nische Gestaltung" und kommunale Schutzvorschriften erlassen dürfen. Das kantonale Recht lässt mithin den Gemein den im Bereich der Gestaltung einen geschützten Autonomiebereich. Dies ermöglicht den Gemeinden unter anderem, auf ihre eigenen örtli chen Ver - hältnisse Rücksicht zu nehmen und lokale öffentlich e Interessen im Bereich des Bauwesens zu wahren. Inhaltlich müssen diese 5