<h2>SubmittedText<h2><p>Das Nashorn ist eines der schönsten und der am stärksten bedrohten Tiere dieser Erde. An der letzten Konferenz der CITES hat Peter Dollinger als Delegierter des Bundesrates sich dafür ausgesprochen, die Massnahmen zum Schutze der Nashörner zu lockern.</p><p>Was sind die Gründe für diese absurde Haltung? Welche Sanktionen gedenkt der Bundesrat unter Umständen zu ergreifen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im südlichen Asien und in Afrika leben insgesamt fünf verschiedene Nashornarten. Anlässlich der letzten Tagung der CITES-Vertragsstaatenkonferenz in Harare stand lediglich die südafrikanische Population des Südlichen Breitmaulnashorns (Ceratotherium simum simum) zur Debatte.</p><p>Das Südliche Breitmaulnashorn wurde im 19. Jahrhundert beinahe ausgerottet. 1897 wurden zu seinem Schutz besondere Reservate geschaffen. Von 20 Tieren zur Jahrhundertwende stieg der Bestand kontinuierlich an und hatte sich 1961 so weit erholt, dass die ersten Tiere eingefangen und in andere Schutzgebieten umgesiedelt werden konnten. Heute gibt es in Südafrika wieder über 8000 Südliche Breitmaulnashörner, die in rund 40 staatlichen Schutzgebieten und über 100 privaten "Game Reserves" oder "Game Farms" leben.</p><p>Das Südliche Breitmaulnashorn gilt heute international weder als bedroht noch als gefährdet sondern gehört in die Kategorie "Lower Risk / Conservation Dependent" des Red Data Book der Weltnaturschutzorganisation IUCN. Im nationalen Red Data Book Südafrikas ist die Art nicht mehr aufgeführt. Nachdem das Fassungsvermögen der staatlichen Schutzgebiete in Kwazulu-Natal erschöpft ist, hat der Natal Parks Board von 1986 bis 1996 über 800 Nashörner an private Landeigentümer verkauft</p><p>Aus diesem Grund hat die CITES-Vertragsstaatenkonferenz bereits 1994 beschlossen, die südafrikanische Population des südlichen Breitmaulnashorns nach Anhang II (Einfuhr zu gewerblichen Zwecken im Rahmen der vom Ursprungland erteilten Ausfuhrbewilligungen erlaubt) herabzustufen. Dabei wurde vorerst nur der Handel mit lebenden Tieren und Jagdtrophäen erlaubt. Die Schweiz hatte sich in diesem Zusammenhang gegenüber der Konferenz verpflichtet, eine Rückversetzung in Anhang I zu beantragen, falls die neue Situation zu Missbräuchen oder anderen Problemen führen würde. Anlässlich der Tagung des Ständigen Ausschusses vom Dezember 1996 wurde festgestellt, dass keinerlei Probleme aufgetreten waren. </p><p>An der diesjährigen Vertragsstaatenkonferenz beantragte Südafrika, eine Ausdehnung der Anhang II-Regeln auf andere Waren, wie Fleisch oder Häute, nicht aber auf Hörner. Dieser Antrag war von verschiedenen Naturschutzorganisationen als im Interesse der Art liegend beurteilt worden und auch das CITES-Sekretariat hatte seine Annahme empfohlen. Zusammen mit einer Mehrheit der Vertragsstaaten unterstützte die schweizerische Delegation den Antrag. Diese Zustimmung war im Mandat ausdrücklich vorgesehen. Dass der Antrag das notwendige Zweidrittelsmehr um zwei Stimmen verpasste, dürfte dadurch bedingt sein, dass einige Delegierte irrtümlicher Weise der Meinung waren, nach zwei Jahren wäre der Handel mit Nashornhörner automatisch erlaubt, was nicht der Fall ist.</p><p>Die Geschichte und heutige Situation des südlichen Breitmaulnashorns gleicht stark jener des Alpensteinbocks: in beiden Fällen waren um die Jahrhundertwende nur noch wenige Tiere übrig geblieben, deren Bestand sich dank rigorosen nationalen Schutzmassnahmen so weit erholte, dass die Art heute nicht mehr bedroht oder gefährdet ist, sondern seit einigen Jahren unter strikter Kontrolle wieder bejagt werden kann, gebietsweise zum Schutz des Lebensraumes sogar bejagt werden muss. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass es nicht vertretbar ist, in einer solchen nahezu identischen Situation gegenüber einem anderen Staat Kriterien anzuwenden oder Massnahmen zu fordern, welche die Schweiz als inakzeptabel erachten würde, wenn sie ihr selbst von aussen auferlegt würden.</p>  Antwort des Bundesrates.