<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00390</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204812&amp;W10_KEY=13013566&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00390</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 26.01.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 19.07.2005 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Gestaltung eines Einfamilienhauses in einer Kernzone. Ermessenskontrolle durch die Baurekurskommission Die Vorinstanz hat ihren Entscheid im Wesentlichen auf die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts zur Zulässigkeit der allein aus ästhetischen Gründen verfügten Beschränkung des Bauvolumens gestützt. Die im Rekursentscheid zitierten Urteile sind im vorliegenden Fall jedoch nicht einschlägig. Hier ist vielmehr die Frage zu prüfen, ob das konkrete Bauvorhaben für sich den Anforderungen der anwendbaren Ästhetikvorschriften zu genügen vermag. Die Anwendung dieser Bauvorschriften kann durchaus zu einem Ausnützungsverlust führen, der hinzunehmen ist (E. 4). Im vorliegenden Fall erweist sich die ästhetische Würdigung durch die kommunale Baubehörde, die zur Bauverweigerung führte, als vertretbar, jedenfalls nicht als offensichtlich unvertretbar und mithin als rechtmässig. Die Baurekurskommission hat in unzulässiger Weise in den Ermessensspielraum der Beschwerdeführerin eingegriffen. Gutheissung (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNÃTZUNGSVERLUST">AUSNÃTZUNGSVERLUST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUVOLUMEN">BAUVOLUMEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHGESTALTUNG">DACHGESTALTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINFAMILIENHAUS">EINFAMILIENHAUS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSEN">ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSKONTROLLE">ERMESSENSKONTROLLE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSSPIELRAUM">ERMESSENSSPIELRAUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FASSADENGESTALTUNG">FASSADENGESTALTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEBÃUDEHÃHE">GEBÃUDEHÃHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 238 Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 BZO RÃ¼schlikon</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 BZO RÃ¼schlikon</span><br/><span class="gerade">§ 20 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschluss vom 15. Dezember 2003 verweigerte die Baukommission RÃ¼schlikon B die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r den Abbruch des GaragengebÃ¤udes Vers.-Nr. 01 und den Neubau eines Einfamilienhauses auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 in der Kernzone K3 an der L-Strasse in RÃ¼schlikon.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Einen hiergegen erhobenen Rekurs hiess die Baurekurskommission II mit Entscheid vom 6. Juli 2004 gut, hob den Beschluss der Baukommission RÃ¼schlikon vollumfÃ¤nglich auf und lud diese ein, die nachgesuchte baurechtliche Bewilligung unter den allenfalls erforderlichen Nebenbestimmungen zu erteilen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diesen Entscheid liess die Gemeinde RÃ¼schlikon am 20. September 2004 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, und es sei die am 15. Dezember 2003 von der Baukommission RÃ¼schlikon ausgesprochene Bauverweigerung zu bestÃ¤tigen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten von B.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baurekurskommission II beantragte am 22. Oktober 2004 Abweisung der Beschwerde. B liess am 28. Oktober 2004 beantragen, die Beschwerde sei vollumfÃ¤nglich abzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Gemeinde RÃ¼schlikon. In prozessualer Hinsicht liess er die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins beantragen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BegrÃ¼ndung des Rekursentscheids und die Parteivorbringen werden, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin lÃ¤sst um DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins ersuchen. Im vorliegenden Fall hat bereits eine Delegation der Baurekurskommission einen Augenschein durchgefÃ¼hrt. Auf die bei dieser Gelegenheit gewonnenen Feststellungen Ã¼ber die Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse, die im Protokoll des Rekursverfahrens festgehalten sind, darf auch im Beschwerdeverfahren abgestellt werden (RB 1995 Nr. 12 = BEZ 1995 Nr. 32, mit Hinweisen). Da sich der massgebliche Sachverhalt aufgrund dieses Augenscheins, insbesondere der fotografischen Dokumentation, sowie der eingereichten PlÃ¤ne mit hinreichender Deutlichkeit ergibt, kann auf die DurchfÃ¼hrung eines verwaltungsgerichtlichen Augenscheins verzichtet werden.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, es sei unbestritten, dass das fragliche Projekt die massgebenden Abstands-, Geschosszahl-, LÃ¤ngen- und HÃ¶henvorschriften des kantonalen und kommunalen Rechts beachte. Die von der Baukommission RÃ¼schlikon am Bauvorhaben geÃ¼bte Kritik bewirke somit einen Verzicht auf Bauvolumen, der sich allein auf § 238 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) und Art. 8 ff. der Bau- und Zonenordnung der Gemeinde RÃ¼schlikon vom 22. Juni 2000 (BZO) stÃ¼tze. Der Bauherr dÃ¼rfe nur aufgrund ausserordentlicher UmstÃ¤nde an der AusschÃ¶pfung der zulÃ¤ssigen GrundstÃ¼cksnutzung gehindert werden. Allein gestÃ¼tzt auf § 238 PBG bzw. die Ãsthetikvorschriften kÃ¶nne nicht generell der Verzicht auf ein nach der Bau- und Zonenordnung zulÃ¤ssiges Geschoss oder auf die zonengemÃ¤sse AusnÃ¼tzung verlangt oder eine bestimmte Dachform oder eine einheitliche Ausrichtung der Bauten durchgesetzt werden, weil eine solche aus bauÃ¤sthetischen GrÃ¼nden erzwungene EinschrÃ¤nkung des GrundeigentÃ¼mers einen schwerwiegenden Eingriff in dessen durch Art. 26 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 geschÃ¼tzte Eigentumsrechte darstelle. Auch in der Kernzone kÃ¶nne von einem Bauvorhaben unter dem Aspekt von § 238 Abs. 2 PBG und den kommunalen Kernzonenvorschriften als Beitrag zum Schutz des Ortsbilds nicht mehr verlangt werden, als es der Charakter der Umgebung verlange. Nur wenn der Widerspruch zur baulichen Umgebung klar und krass sei, kÃ¶nne ein Verzicht auf die Realisierung des auf dem betreffenden GrundstÃ¼ck zulÃ¤ssigen Volumens verlangt werden. Solche ausserordentlichen UmstÃ¤nde lÃ¤gen in casu nicht vor. Insgesamt rechtfertigten die von der BaubehÃ¶rde angefÃ¼hrten bauÃ¤sthetischen GrÃ¼nde den schweren Eingriff in die Eigentumsrechte des Bauherrn nicht. Die gestÃ¼tzt auf die Ãsthetikklauseln verfÃ¼gte Bauverweigerung entspreche keinem Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen Interesse und verstosse somit gegen das VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin lÃ¤sst im Wesentlichen vorbringen, sowohl aus dem Verweigerungsbeschluss der BaubehÃ¶rde wie auch aus der Rekursantwort ergebe sich, dass es im vorliegenden Fall vor allem die sehr ungÃ¼nstigen Proportionen des sÃ¼dlichen GebÃ¤udeteils seien, die zu einer Beanstandung Anlass gÃ¤ben. Mit seiner lediglich etwa 2 m breiten SÃ¼dfassade und dem schrÃ¤g gestellten Teil der Ostfassade solle hier ein dem Abstandsbild folgender zweigeschossiger GebÃ¤udekÃ¶rper hineingezwÃ¤ngt werden, der vor allem von der Form her als nicht ortsÃ¼blich bezeichnet werden mÃ¼sse. Als ortsfremd mÃ¼sse sodann auch das in diesem Bereich dem Fassadenverlauf nicht folgende, unmotiviert ausladende Dach bezeichnet werden, was zu einer "pilzartigen" bzw. zu einer angesichts des fÃ¼r RÃ¼schliker VerhÃ¤ltnisse vÃ¶llig unÃ¼blichen HÃ¶hen- und BreitenverhÃ¤ltnisses von 3:1 "turmartigen" Erscheinung fÃ¼hre. Mit diesen prÃ¤genden, aber ortsfremden Merkmalen wÃ¼rde das Vorhaben mit der herkÃ¶mmlichen, charakteristischen Bausubstanz einen eklatanten Widerspruch bilden, der mit den Anforderungen von Art. 8 BZO unvereinbar sei.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Der Beschwerdegegner lÃ¤sst zusammengefasst dagegenhalten, das projektierte Einfamilienhaus verdiene das PrÃ¤dikat einer sorgfÃ¤ltigen und guten Gestaltung im Sinn von § 238 Abs. 2 PBG. Der Projektverfasser habe mit viel EinfÃ¼hlungsvermÃ¶gen eine ins Dorfbild der Kernzone passende Baute entworfen. Das Bauvorhaben ordne sich hinsichtlich Ausmassen, Form und MassstÃ¤blichkeit gut in die herkÃ¶mmliche, charakteristische Bausubstanz in der Kernzone ein und entspreche damit offensichtlich den Anforderungen von Art. 8 BZO.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die BewilligungsbehÃ¶rde hat ihren Entscheid auf Art. 8 ff. BZO und § 238 Abs. 2 PBG gestÃ¼tzt, deren Anwendbarkeit im vorliegenden Fall unbestritten ist. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Bei den Kernzonenvorschriften von Art. 8 und 9 BZO handelt es sich um kompetenzgemÃ¤ss erlassenes Gemeinderecht (vgl. § 50 Abs. 3 PBG). Zur Anforderung an die Gestaltung der Bauten in Kernzonen hÃ¤lt Art. 8 BZO generell fest, dass diese "gut zu gestalten" seien und sich "durch ihre Ausmasse, Form und MassstÃ¤blichkeit gut in die herkÃ¶mmliche, charakteristische Bausubstanz einzuordnen" hÃ¤tten. Damit wird die strengere Einordnungsvorschrift von § 238 Abs. 2 PBG, welche nach der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung eine <i>gute</i> Einordnung verlangt, umschrieben.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Zur Konkretisierung der Gestaltung, von der das Ortsbild wesentlich abhÃ¤ngt, enthÃ¤lt die Bau- und Zonenordnung sodann weitere Vorschriften; so in Art. 9 zur Fassadengestaltung, wonach (Abs. 1) "Gliederung, Materialwahl und Farbgebung der Fassaden [â¦] die herkÃ¶mmliche, ortsÃ¼bliche Bauweise berÃ¼cksichtigen" mÃ¼ssten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung fÃ¼r sich und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird. Wie § 238 Abs. 1 PBG ist auch Absatz 2 derselben Bestimmung, wonach auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes besondere RÃ¼cksicht zu nehmen ist, nicht ein blosses Verunstaltungsverbot (vgl. BGE 114 Ia 343 E. 4b). Vielmehr verlangt § 238 Abs. 2 PBG positiv eine kubische und architektonische Gestaltung, die sicherstellt, dass einerseits fÃ¼r die Baute selbst und anderseits fÃ¼r die bauliche und landschaftliche Umgebung eine gute Gesamtwirkung erreicht wird. Dabei ist nicht einfach auf ein beliebiges subjektives architektonisches Empfinden oder GefÃ¼hl abzustellen, sondern es ist im Einzelnen darzutun, weshalb mit einer bestimmten baulichen Gestaltung keine gute Gesamtwirkung erreicht wird.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Der kommunalen BaubehÃ¶rde steht bei der Anwendung dieser Ãsthetikvorschriften ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Trotz umfassender Kognition (§ 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]) hat sich die Baurekurskommission bei der ÃberprÃ¼fung solcher Ermessensentscheide ZurÃ¼ckhaltung aufzuerlegen. Ist der Einordnungsentscheid einer kommunalen BaubehÃ¶rde nachvollziehbar, das heisst auf einer vertretbaren WÃ¼rdigung der massgebenden SachumstÃ¤nde beruhend, so hat sie diesen zu respektieren und darf sie nicht ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der kommunalen BehÃ¶rde setzen. Die Rekursinstanz darf erst dann eingreifen, wenn sich die vorinstanzliche ErmessensausÃ¼bung als offensichtlich unvertretbar erweist (RB 1981 Nr. 20; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 20 N. 19). Das Verwaltungsgericht seinerseits kann gemÃ¤ss § 50 VRG lediglich rechtsverletzende Ermessensfehler korrigieren (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 78).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz hat ihren Entscheid im Wesentlichen auf die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts zur ZulÃ¤ssigkeit der allein aus Ã¤sthetischen GrÃ¼nden verfÃ¼gten BeschrÃ¤nkung des Bauvolumens gestÃ¼tzt. Im ersten der von der Baurekurskommission zitierten Entscheide (VGr, 25. Januar 1990, VB.89/0192 [Auszug verÃ¶ffentlicht in RB 1990 Nr. 78]) erblickten die BeschwerdefÃ¼hrenden den gestalterischen Hauptmangel darin, dass das Volumen des Bauvorhabens die umliegenden GebÃ¤ude gleichsam erdrÃ¼cke. Der gerÃ¼gte Ã¤sthetische Mangel lag also im Bauvolumen selbst begrÃ¼ndet. In RB 1992 Nr. 66 handelte es sich um den Fall, in welchem ein Bauherr an der AusschÃ¶pfung der nach geltenden Zonenvorschriften zulÃ¤ssigen Masse gehindert wurde, nur weil bei den bestehenden Bauten in der Umgebung davon nicht Gebrauch gemacht wurde bzw. wegen frÃ¼heren restriktiveren Rechts nicht Gebrauch gemacht werden konnte. Im jÃ¼ngsten der von der Baurekurskommission herangezogenen Entscheide (VGr, 19. April 2002, BEZ 2002 Nr. 18) ging es um die Einordnung eines grossen Bauvolumens direkt an der Grenze zu einer Zone mit einer erheblich tieferen AusnÃ¼tzung und an einer landschaftlich exponierten Lage. Auch in weiteren Entscheiden des Verwaltungsgerichts, die auf der Linie dieser Rechsprechung liegen, ging es um besonders grosse Bauvolumen bzw. den volumenmÃ¤ssigen Vergleich mit den benachbarten GebÃ¤uden (VGr, 12. Juli 2001, VB.2001.00088, www.vgrzh.ch; 12. September 2001, VB.2001.00142 + VB.2001.000143, www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vorliegend wurde die Bauverweigerung zwar unter anderem auch wegen der "schonungslosen AuffÃ¼llung des BaugrundstÃ¼ckes" ausgesprochen. Der Fall unterscheidet sich jedoch insofern von den Sachverhalten, die der oben dargestellten Rechtsprechung zugrunde lagen, als die gerÃ¼gten Ã¤sthetischen MÃ¤ngel nicht in einem zu grossen Bauvolumen im Vergleich mit benachbarten, nicht voll ausgenÃ¼tzten GrundstÃ¼cken begrÃ¼ndet liegen und von der kommunalen BaubehÃ¶rde auch MÃ¤ngel der Fassaden- und Dachgestaltung geltend gemacht werden. Die im Rekursentscheid zitierten Urteile sind im vorliegenden Fall entgegen der Rechtsauffassung der Baurekurskommission deshalb nicht einschlÃ¤gig. Hier ist vielmehr die Frage zu prÃ¼fen, ob das konkrete Bauvorhaben fÃ¼r sich den Anforderungen von Art. 8 BZO bzw. § 238 Abs. 2 PBG zu genÃ¼gen vermag. Die Anwendung dieser Bauvorschriften kann durchaus zu einem AusnÃ¼tzungsverlust fÃ¼hren, der hinzunehmen ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Das in der Kernzone RÃ¼schlikon gelegene lange und schmale GrundstÃ¼ck weist eine fÃ¼r die Ãberbauung schwierige Form auf. Das Bauvorhaben wird auf dem sÃ¼dlichen, schmalsten Teil des GrundstÃ¼cks durch die Abstandslinien geprÃ¤gt, weshalb die Ostfassade Ã¼ber einen abgeschrÃ¤gten Teil verfÃ¼gt und Ã¼ber die ganze LÃ¤nge gestaffelt wurde. Das Bauprojekt lÃ¤sst hier kein gestalterisches Konzept erkennen und scheint lediglich ZweckmÃ¤ssigkeitsÃ¼berlegungen zu folgen. Die Abwinklung der Ostfassade mit der daraus resultierenden einseitigen, bis zu 2 m auskragenden, nicht dem Fassadenlauf folgenden Dachausladung wirkt Ã¤sthetisch unbefriedigend und fÃ¼hrt zu dem von der kommunalen BaubehÃ¶rde gerÃ¼gten "pilz- oder turmartigen" GebÃ¤udekÃ¶rper. Dieser Eindruck wird dadurch verstÃ¤rkt, dass die SÃ¼dfassade bei einer HÃ¶he von 6 m und einer Breite von nur 2 m Ã¼ber ein unschÃ¶nes HÃ¶hen-/Breiten­verhÃ¤ltnis von 3:1 verfÃ¼gt. Die vom Beschwerdegegner ins Recht gelegten Fotografien zeigen denn auch keinen wirklich gleich gelagerten Fall in der Kernzone; das Mittelhaus des GebÃ¤udeensembles M-Strasse ist Teil eines grÃ¶sseren Baukomplexes und als solcher mit dem streitigen Bauvorhaben nicht vergleichbar. Insgesamt ist dem BaukÃ¶rper auf dem sÃ¼dlichen GrundstÃ¼cksteil in der vorgesehenen Form die erforderliche <i>gute</i> Gestaltung abzusprechen. Die Ã¤sthetische WÃ¼rdigung dieses GebÃ¤udeteils durch die kommunale BaubehÃ¶rde erscheint damit als vertretbar, jedenfalls nicht als offensichtlich unvertretbar und mithin als rechtmÃ¤ssig. Die Baurekurskommission hat in unzulÃ¤ssiger Weise in den Ermessensspielraum der BeschwerdefÃ¼hrerin eingegriffen. Dies fÃ¼hrt bereits zur Gutheissung der Beschwerde.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 VRG). Er hat Ã¼berdies der BeschwerdefÃ¼hrerin eine ParteientschÃ¤digung zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 VRG). Als angemessen erweisen sich im vorliegenden Fall Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. DemgemÃ¤ss wird der Rekursentscheid aufgehoben und der Beschluss der Baukommission RÃ¼schlikon vom 15. Dezember 2003 wiederhergestellt.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</p> <p class="Urteilstext"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>