U rteil vom 5. Juli 2007 M itw irkung: R ichter W eber, R ichterinnen Spälti G iannakitsas, de C oulon G erichtsschreiberin Balm elli A._______, AA._______, AAA._______, Türkei, vertreten durch G abriel Püntener, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 8. N ovem ber 2005 in Sachen A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l A bteilung V E -4526/2006 w eb/bab/scb {T 0/2}2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschw erdeführerin m it ihrem Sohn die Türkei am 10. Septem ber 2004 auf dem Luftw eg und gelangte gleichentags in die Schw eiz, w o sie am 21. Septem ber 2004 ein Asylgesuch stellte. Am 23. Septem ber 2004 w urden die Beschw erdeführerin und ihr Sohn in der Em pfangsstelle Basel befragt. B._______ hörte sie am 28. und 29. O ktober 2004 zu den Asylgründen an. Im W esentlichen m achte die Beschw erdeführerin geltend, sie stam m ten aus C ._______, Kreis D ._______, Provinz E._______, w ürden der kurdischen Ethnie angehören und seien alevitischen G laubens. D ie Som m erm onate habe sie jew eils in C ._______, die W interm onate in F._______ verbracht. Ihr Bruder G ._______ lebe seit über zehn Jahren als anerkannter Flüchtling in D eutschland. Am 6. Juni 1994 sei ihr Bruder H ._______, w elcher bei der PKK gew esen sei, von den Sicherheitskräften unter Folter getötet w orden. Ihr Bruder I._______ sei im gleichen Jahr w ährend sechs M onaten inhaftiert und dann als Terrorist verurteilt w orden. Seither w erde ihre Fam ilie von den heim atlichen Behörden unterdrückt. D ie Soldaten hätten im R ahm en von O perationen zw ei bis drei M al jährlich ihre W ohnungseinrichtung verw üstet, sie beleidigt, geschlagen und als Terroristin bezeichnet. Seit dem M ärtyrertod ihres Bruders H ._______ verspüre sie H ass gegen den türkischen Staat und habe deshalb die G uerillas sow ie die D EH AP unterstützt. D ie G uerillas hätten sie regelm ässig aufgesucht und m it ihr diskutiert. Seit dem 25. Januar 2003 sei sie „so etw as Ähnliches“ w ie M itglied dieser O rganisation. Anlässlich des zehnten Todestages ihres Bruders H ._______ habe sie zusam m en m it den G uerillas dessen G rab besucht. D anach seien sie gem einsam zu ihr nach H ause gegangen. D ort hätten ihr die G uerillas m itgeteilt, dass sie zum Andenken an ihren Bruder eine Aktion planen w ürden, und sie gebeten, in J._______ ein Paket abzuholen. D ies habe sie getan. Am [.......] sei ein Anschlag auf den Polizeiposten von K._______ verübt w orden, w obei zw ei Soldaten getötet und m ehrere verletzt w orden seien. Kurz darauf hätten G uerillakäm pfer sie aufgesucht und ihr m itgeteilt, dass das M itglied L._______ verhaftet w orden sei. W eiter sei sie darauf aufm erksam gem acht w orden, dass L._______ w ährend der H aft Aussagen über sie m achen könnte. Ihr Ehem ann habe sie deshalb um gehend nach M ._______ geschickt. N ach rund zw ei W ochen habe sie erfahren, dass die Sicherheitskräfte in ihrem D orf eine O peration durchgeführt und sich ausdrücklich nach ihr erkundigt hätten. Im Ü brigen gehe es ihr gesundheitlich nicht gut, sie benötige Schlaftabletten sow ie w eitere M edikam ente. Als Bew eism ittel reichte die Beschw erdeführerin eine Bestattungserlaubnis betreffend ihren Bruder H ._______, die Todesanzeige von H ._______, ein Schreiben der Staatsanw altschaft C AT betreffend die Tötung von H ._______ und einen Antrag auf Freigabe der Leiche, zw ei Protokolle der Einvernahm en der Beschw erdeführer vom 24. Juni 1994, ein G erichtsurteil des N ._______ vom 9. O ktober 1996 betreffend O ._______, zw ei Festnahm ebefehle der P._______ vom 5. Juli 2004 betreffend die Beschw erdeführer, einen Artikel betreffend Q ._______ 3 vom 19. N ovem ber 2004, einen M itgliedschaftsantrag vom 15. Januar 2003, ein Schreiben der Beschw erdeführerin an die D EH AP in F._______ vom 30. Januar 2005 sow ie die entsprechende Antw ort vom 5. Februar 2005 und m ehrere undatierte Zeitungsausschnitte sow ie Fotos zu den Akten. D er Sohn der Beschw erdeführerin m achte geltend, die letzten beiden Jahre vor der Ausreise habe er m it der G rossm utter in F._______ gelebt und dort das G ym nasium besucht. Er w isse nicht, w eshalb er habe ausreisen m üssen. B. Im R ahm en w eiterer Abklärungen hörte das BFM die Beschw erdeführerin und ihren Sohn am 17. M ärz 2005 ergänzend zu den Asylgründen an. D abei m achte die Beschw erdeführerin geltend, solange sie sich in ihrem D orf aufgehalten habe, habe sie die PKK unterstützt. Im Zusam m enhang m it dem M ärtyrertod ihres Bruders H ._______ sei ihr im Jahre 1994 vom Staatsanw alt im R ahm en einer Einvernahm e vorgew orfen w orden, Terroristen zu unterstützen. Einer ihrer Brüder sei sechs M onate inhaftiert gew esen und dabei schw er m isshandelt w orden. Auch w eitere Fam ilienm itglieder seien seitens des Staates „belästigt“ und unter D ruck gesetzt w orden. Auch habe es in ihrem D orf im m er w ieder M ilitärrazzien durch Spezialeinheiten gegeben. Sie habe deshalb das D orf verlassen und sei nach R ._______ gezogen. D ort sei sie für die D EH AP aktiv gew esen und im Jahre 2003 Vorstandsm itglied gew orden. Sie sei im m er w ieder von den Sicherheitskräften beschim pft und bedroht w orden. D er Sohn führte ergänzend aus, seine Eltern seien in der Türkei unter D ruck gesetzt w orden. Seine M utter sei krank, sie sei angeschlagen, ziehe sich zurück und klage oft über Kopfschm erzen. C . Aufgrund ihrer Vorbringen ersuchte das BFM die Beschw erdeführerin am 23. M ärz 2005 um Einreichung eines ärztlichen Zeugnisses und um Entbindung der behandelnden Ärzte von ihrer Schw eigepflicht. Innert der angesetzten Frist reichte die Beschw erdeführerin ein ärztliches Zeugnis von D r. m ed. S._______ vom 4. April 2005 zu den Akten. D . M it Anfrage vom 30. M ärz 2005 ersuchte das BFM die schw eizerische Vertretung in Ankara um Abklärung noch offener Fragen. E. D er Beschw erdeführer reiste am 13. M ai 2005 in die Schw eiz ein und ersuchte am 17. M ai 2005 um Asyl. Am 24. M ai 2005 w urde er im Em pfangszentrum Basel befragt. B._______ hörte ihn am 16. Juni 2005 zu den Asylgründen an. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer geltend, m ehrere seiner C ousins seien in der Schw eiz anerkannte Flüchtlinge. 1993 sei er w ährend drei Tagen festgenom m en w orden. M an habe ihn unter schw eren M isshandlungen zur Ausw anderung zw ingen w ollen. Im Zusam m enhang m it dem M ärtyrertod seines Schw agers sei er im Jahre 1994 w ährend 14 Tagen auf dem Posten festgehalten, dem Staatsanw alt vorgeführt und befragt w orden. N ach dem Tod von H ._______ sei ihr H aus zerstört w orden, w eshalb sie das D orf verlassen und sich nach F._______ begeben hätten. D ort hätten sie zunächst einige Zeit in R uhe gelebt. Seine Ehefrau habe dann Kontakte m it der D EH AP aufgenom m en und sich in der Folge aktiv für diese Partei engagiert. Sie habe an M eetings, D em onstrationen und H ungerstreiks teilgenom m en. Er selber habe die Partei finanziell unterstützt. 4 Aufgrund ihres Engagem ents habe die Beschw erdeführerin im m er w ieder Schw ierigkeiten m it der Polizei gehabt. Am 13. Juni 2004 habe seine Frau dem G uerilla L._______ ein Paket übergeben. G leichentags sei ein Anschlag auf den Posten von K._______ verübt w orden. Kurz darauf hätten ihnen Freunde m itgeteilt, dass L._______ verhaftet w orden sei und die W ahrscheinlichkeit bestehe, dass dieser unter Folter ihre N am en nennen w ürde. D ie Beschw erdeführerin habe daraufhin die Türkei verlassen und er selber habe sich bei den G uerillas in den Bergen versteckt. D a er keine Lebenssicherheit m ehr verspürt habe, habe auch er sich zur Ausreise entschlossen. F. Am 1. Septem ber 2005 ersuchte das BFM die Vertretung in Ankara um ergänzende Abklärungen im Zusam m enhang m it der bereits am 30. M ärz 2005 getätigten Anfrage. D ie schw eizerische Botschaft antw ortete der Vorinstanz m it Schreiben vom 21. Septem ber 2005. M it Zw ischenverfügung vom 10. O ktober 2005 unterbreitete das BFM den Beschw erdeführern das Abklärungsergebnis zur Stellungnahm e. Innert der angesetzten Frist ersuchten diese am 20. O ktober 2005 um Fristerstreckung zur Einreichung ihrer Antw ort. Innert der erstreckten Frist gaben die Beschw erdeführer am 3. N ovem ber 2005 ihre Stellungnahm e zu den Akten. G . M it Verfügung vom 8. N ovem ber 2005 - eröffnet am 16. N ovem ber 2005 - stellte das BFM fest, die Beschw erdeführer erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte die Asylgesuche ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung und deren Vollzug aus der Schw eiz an. H . M it Beschw erde vom 16. D ezem ber 2005 an die dam als zuständige Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragten die Beschw erdeführer durch ihren R echtsvertreter, die Verfügung sei aufzuheben und die Sache zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur N eubeurteilung an das BFM zurückzuw eisen. Eventuell sei die Verfügung aufzuheben und die Flüchtlingseigenschaft festzustellen sow ie Asyl zu gew ähren. Subeventuell sei festzustellen, dass der Vollzug der W egw eisung unzum utbar sei. Ferner sei den Beschw erdeführern vollständige Einsicht in die Aktenstücke A10/3, A11/1, A12/2, A14/1, A16/3 und A22/3 sow ie die von den Beschw erdeführern eingereichten Bew eism ittel zu gew ähren. I. M it Zw ischenverfügung vom 28. D ezem ber 2005 gew ährte der dam als zuständige Instruktionsrichter den Beschw erdeführern Einsicht in die einverlangten Aktenstücke und setzte ihnen Frist zur Einreichung einer Stellungnahm e. W eiter setzte er ihnen Frist zur Beibringung eines ärztlichen Zeugnisses und zur Entbindung der behandelnden Ärzte von ihrer Schw eigepflicht sow ie zur Einreichung eines Kostenvorschusses in der H öhe von Fr. 600.--. Fristgerecht reichten die Beschw erdeführer am 12. Januar 2006 die Stellungnahm e zur gew ährten Akteneinsicht ein und ersuchten, unter H inw eis auf die Fürsorgebestätigung des Schw eizerischen R oten Kreuzes vom 5. Januar 2006, um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege sow ie w iedererw ägungsw eisen Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. J. M it Zw ischenverfügung vom 18. Januar 2006 hob der dam als zuständige Instruktionsrichter die Ziffer 4 der Zw ischenverfügung vom 28. D ezem ber 2005 5 w iedererw ägungsw eise auf und hiess das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gut. K. Am 2. Februar 2006 reichten die Beschw erdeführer fristgerecht einen ärztlichen Bericht der Psychiatrischen Poliklinik des U niversitätsspitals Zürich vom 11. Januar 2006 sow ie einen Austrittsbericht des Kantonsspitals T._______ vom 30. N ovem ber 2005 zu den Akten. L. D as BFM schloss in der Vernehm lassung vom 16. Februar 2006 auf Abw eisung der Beschw erde. M it Zw ischenverfügung vom 17. Februar 2006 unterbreitete der dam als zuständige Instruktionsrichter den Beschw erdeführern die Vernehm lassung zur Stellungnahm e. Innert der angesetzten Frist reichten die Beschw erdeführer ein Fristerstreckungsgesuch ein. D iesem entsprach der Instruktionsrichter der AR K am 8. M ärz 2006. Am 13. M ärz 2006 reichten die Beschw erdeführer die R eplik ein. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der früheren AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie 6 M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.1 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. D as BFM lehnte die Asylgesuche ab, da die Vorbringen der Beschw erdeführer w eder den Anforderungen an das G laubhaftm achen gem äss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG standhielten. 4.1 D ie Beschw erdeführer w ürden geltend m achen, sie hätten seit 1994/95 in F._______/R ._______ gew ohnt und seien für die Som m erm onate jew eils in ihr D orf E._______ zurückgekehrt, w o sie die PKK unterstützt hätten. Im Zusam m enhang m it einem Vorfall im Juni 2004 w ürden sie gesucht. Es sei nicht auszuschliessen, dass die Beschw erdeführer seit ihrem W egzug nach R ._______ w ährend ihrer Som m eraufenthalte in E._______ O perationen seitens der Sicherheitskräfte erlebt hätten. D iesbezüglich hätten die Beschw erdeführer jedoch unterschiedliche Angaben gem acht und seien trotz dieser angeblichen Vorfälle w ährend Jahren im m er w ieder nach E._______ gereist. G em äss gesicherten Erkenntnissen des BFM hätten es die türkischen Sicherheitskräfte, w enn sie die Beschw erdeführer tatsächlich verdächtigt hätten, Terroristen zu sein, beziehungsw eise die PKK zu unterstützen, m it Sicherheit nicht bei allgem einen O perationen und Befragungen bew enden lassen, sondern hätten ein eingehendes strafrechtliches Erm ittlungsverfahren gegen sie eingeleitet. Bekannterm assen w ürden die türkischen Behörden äusserst konsequent gegen m utm assliche Teilnehm er an strafbaren H andlungen im Zusam m enhang m it der PKK vorgehen. W enn konkrete Anhaltspunkte gegen Verdächtige vorliegen w ürden, erfolge eine staatsanw altschaftliche U ntersuchung m it m ehrw öchiger U ntersuchungshaft und Erstellung von Protokollen, w as vorliegend nicht der Fall sei. D ies, sow ie der U m stand, dass sich diese O perationen vorw iegend in E._______ ereignet hätten, liessen darauf schliessen, dass die heim atlichen Behörden keine gezielten Verfolgungsabsichten gegen die Beschw erdeführer gehegt hätten. W eiter w ird in der angefochtenen Verfügung ausgeführt, die Beschw erdeführer w ürden geltend m achen, im Zusam m enhang m it den Ereignissen vom Juni 2004 gesucht zu w erden. D ie diesbezüglich eingereichten H aftbefehle vom 5. Juli 2004 seien indes gem äss den Abklärungen durch die schw eizerische Botschaft in Ankara gefälscht. N am entlich beziehe sich die aufgeführte Verfahrensnum m er auf eine andere Person. D adurch w erde die geltend gem achte G efährdung zusätzlich in Zw eifel gezogen. D ie Ausführungen der Beschw erdeführer im R ahm en des rechtlichen G ehörs, w onach an der Echtheit der D okum ente festgehalten w erde, da nicht klar sei, w er die Abklärungen gem acht habe, seien unbehelflich. D er Beschw erdeführer behaupte w eiter, er habe sich im Juni 2004 zur G uerilla begeben und sich rund ein Jahr bei ihnen aufgehalten. D ie diesbezüglichen 7 Schilderungen des Beschw erdeführers seien indes vage und allgem ein ausgefallen und w ürden sich in w enigen kurzen, stereotypen Sätzen erschöpfen. D ie einfachen und allgem ein gehaltenen Schilderungen w ürden eine vertiefende Substanz sow ie eine authentische und erlebnisgeprägte N acherzählung verm issen lassen. Ebenso unsubstanziiert seien die Aussagen der Beschw erdeführer zu ihren politischen Aktivitäten ausgefallen. N am entlich habe die Beschw erdeführerin zur PKK und zur D EH AP keine näheren Angaben m achen können, w as selbst in Berücksichtigung ihres Analphabetism us erhebliche Zw eifel an ihrem angeblich jahrelangen Engagem ent aufkom m en lasse. D ie diesbezüglichen Aussagen w ürden jegliche R ealitätsm erkm ale verm issen lassen, w ie sie von einer langjährigen Sym pathisantin erw artet w erden dürften. D er Schluss auf U nglaubhaftigkeit der Vorbringen w erde w eiter dadurch bestärkt, dass der Beschw erdeführer m it seinem Sohn Ende Juni 2004 Bienen nach E._______ gebracht und der Sohn noch im Septem ber 2004 das G ym nasium besucht habe, und der Beschw erdeführer nicht geltend m ache, irgend w elche Schw ierigkeiten gehabt zu haben. D ie geschilderte Verfolgungssituation der Beschw erdeführer sei som it insgesam t nicht glaubhaft. G estützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG w ürden die als gefälscht erkannten H aftbefehle eingezogen. 4.2 D as BFM hält in der angefochtenen Verfügung w eiter fest, gem äss konstanter Asylrechtspraxis setze der Begriff der Flüchtlingseigenschaft einen in zeitlicher und sachlicher H insicht genügend engen Kausalzusam m enhang zw ischen Verfolgung und Flucht voraus. D ie Vorfälle in den Jahren 1993/94 sow ie die Vertreibung aus dem D orf im Jahre 1994 w ürden zu w eit zurückliegen, um sachlich und zeitlich m it der Ausreise im Jahre 2004 beziehungsw eise 2005 zusam m enzuhängen. Ausserdem hätten die Beschw erdeführer gem äss den Angaben des Ehem annes nach ihrer Vertreibung jahrelang in R ._______ gelebt, ohne nennensw erte Problem e gehabt zu haben, w as darauf schliessen lasse, dass seitens der türkischen Behörden keine ernsthaften und gezielten Verfolgungsabsichten gegenüber den Beschw erdeführern vorhanden gew esen seien. D ie Beschw erdeführer w ürden sodann geltend m achen, w egen eines Bruders der Beschw erdeführerin, w elcher bei der G uerilla gew esen sei, unterdrückt w orden zu sein. In der Türkei bestehe die Sippenhaft im Sinne eines gesetzlich vorgebrachten H aftbarm achens einer ganzen Sippe beziehungsw eise Fam ilie für Vergehen einzelner Angehöriger nicht. In der Praxis w ürden jedoch staatliche R epressalien gegen nahe Verw andte politisch Aktiver angew endet (R eflexverfolgung). D ie W ahrscheinlichkeit, O pfer einer R eflexverfolgung zu w erden, sei vor allem dann gegeben, w enn nach einem flüchtigen Fam ilienm itglied gefahndet w erde und die Behörden Anlass zur Verm utung hätten, jem and stehe m it dem G esuchten in engem Kontakt. Zudem sei in der R egel eine gew isse Exponierung des R eflexverfolgten erforderlich. D iese Voraussetzungen seien vorliegend nicht gegeben. D ie Beschw erdeführer hätten keine asylrelevante Verfolgung glaubhaft m achen können. Zudem w ürden m ehrere Fam ilienangehörige sow ie der zw ischenzeitlich volljährige Sohn der Beschw erdeführer nach w ie vor in der Türkei leben. D arüber hinaus lasse sich den Akten nicht entnehm en, dass die Beschw erdeführer sich in bedeutendem M asse für illegale politische O rganisationen exponiert hätten. Eine R eflexverfolgung der 8 Beschw erdeführer sei daher nicht anzunehm en. D ass die Beschw erdeführerin schliesslich Sym pathisantin und M itglied der D EH AP gew esen sei und es an w iederkehrenden Anlässen D rohungen gegen sie gegeben habe, genüge nicht, um auf eine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung zu schliessen. N am entlich sei der Sohn U ._______ der Beschw erdeführer w egen seiner guten schulischen Leistungen in der Türkei zurückgelassen w orden. Sodann seien bis auf einen Bruder der Beschw erdeführerin säm tliche G eschw ister der Beschw erdeführerin sow ie m ehrere Fam ilienangehörige des Beschw erdeführers nach w ie vor in der Türkei w ohnhaft, respektive w ürden zu Besuchszw ecken aus dem Ausland in die Türkei einreisen, w as w eitere Indizien dafür seien, dass seitens der heim atlichen Behörden keine ernsthaften Verfolgungsabsichten gegenüber der Fam ilie vorhanden seien. Schliesslich habe auch die Botschaftsabklärung ergeben, dass gegen die Beschw erdeführer nichts vorliege. D ie Beschw erdeführer könnten sich daher allfälligen zukünftigen behördlichen D ruckausübungen durch W egzug in einen anderen Landesteil entziehen und seien daher nicht auf den Schutz der Schw eiz angew iesen. 5. 5.1 In der R echtsm itteleingabe und der ergänzenden Eingabe vom 12. Januar 2006 w ird zur G laubhaftigkeit auf den jederzeit im persönlichen G espräch feststellbaren Analphabetism us und die psychische Erkrankung der Beschw erdeführerin sow ie die U nfähigkeit des Beschw erdeführers, auf die ihm gestellten Fragen einzugehen und sich selbst verständlich zu m achen, verw iesen. W eder anlässlich der Befragungen noch in der angefochtenen Verfügung sei diesen U m ständen R echnung getragen w orden. Eine konkrete, detaillierte und differenzierte Schilderung eines kom plexen Sachverhalts setze voraus, dass die dazu nötigen sprachlichen und intellektuellen Fähigkeiten vorhanden seien. N ur w eil jem and dazu nicht in der Lage sei, w eil ihm die nötige Bildung und die psychische Stabilität fehle, könne in keiner Art und W eise auf U nglaubhaftigkeit geschlossen w erden. Alle aufgeführten angeblichen U ngereim theiten und W idersprüche, der fehlende D etailreichtum und die fehlende D ifferenzierung der Vorbringen liessen sich durch die m angelnden intellektuellen Fähigkeiten und den m entalen Zustand der Beschw erdeführerin erklären. Es entstehe im persönlichen G espräch m it den Beschw erdeführern der Eindruck von sehr einfachen, sehr ungebildeten und psychisch m assiv überbelasteten sow ie hilflosen M enschen. Sodann hätten die Beschw erdeführer im Zusam m enhang m it dem M ärtyrertod des Bruders der Beschw erdeführerin, der Zerstörung des W ohnhauses in C ._______, den W ohnverhältnissen von 1994 bis 2004 und bezüglich der Ereignisse um den 13. Juni 2004 unabhängig voneinander in den m ehrere M onate auseinander liegenden Befragungen grundsätzlich übereinstim m ende Angaben gem acht. Aufgrund ihrer geringen intellektuellen Fähigkeiten seien die Beschw erdeführer ferner nicht in der Lage, die kom plexen Abläufe der verzögerten Flucht, die G eschichte um das für die PKK transportierte Paket, den Anschlag auf den Polizeiposten und die nachfolgende Festnahm e von L._______ zu erfinden. Sie könnten diese Ereignisse nur aus ihrer tatsächlichen Erinnerung schildern, w obei Abw eichungen, W idersprüchlichkeiten und U ngereim theiten dabei zw angsläufig die Folge seien und für die G laubhaftigkeit der Vorbringen sprechen w ürden. D es W eitern w ürden die Aussagen der Beschw erdeführer m it den eingereichten Bew eism itteln 9 übereinstim m en. D ie Bew eism ittel N rn. 1 bis 5 dokum entierten die Tötung des Bruders H ._______, die Inhaftierung des Bruders I._______ im Jahre 1994 und die Vertreibung der Fam ilie aus ihrem H erkunftsort im Jahre 1994/95. Auch die eingereichten Fotos (Bew eism ittel N r. 9) w ürden die Zerstörung des W ohnhauses in C ._______ belegen. Aus Bew eism ittel N r. 10 gehe hervor, dass die Beschw erdeführerin nach der Tötung von H ._______ von den Sicherheitskräften zu ihrem Engagem ent für die PKK befragt w orden sei. Ihre generelle G laubw ürdigkeit w erde dadurch gestärkt. Keine Ü bereinstim m ung in den Aussagen der Beschw erdeführer gebe es bezüglich des 10. Todestages und des Tages des Anschlags auf den Polizeiposten. Klar sei aber, dass diese Ereignisse in der Zeit vom [.......] stattgefunden hätten. Im als Bew eism ittel N r. 7 eingereichten Zeitungsartikel vom 19. N ovem ber 2004 w erde die Situation des Bruders I._______ der Beschw erdeführerin beschrieben, der im H erbst 2004 durch D orfschützer und Sicherheitskräfte belästigt w orden sei. D iesen Zeitungsartikel habe die Beschw erdeführerin anlässlich der Anhörung vom 17. M ärz 2005 erw ähnt und darauf verw iesen, dass die Sicherheitskräfte im H aus ihres Bruders nach ihr und ihrem Ehegatten gefragt hätten. D as BFM habe diesen für das vorliegende Verfahren doch erheblichen Sachverhalt nicht w eiter abgeklärt. D ie Beschw erdeführerin habe m it der Einreichung dieses Zeitungsartikels belegt, dass ihr Bruder I._______ im H erbst 2004 tatsächlich m it neuen Schw ierigkeiten konfrontiert w orden sei. Zusätzlich ergebe sich aus den Ausführungen der Beschw erdeführerin, dass sie im Juni 2004, som it einige M onate vor diesem Vorfall, w egen des Anschlags der PKK auf den Posten von K._______ und der Verhaftung eines PKK-Aktivisten habe fliehen m üssen. D er m it dem Bew eism ittel N r. 7 dokum entierte Ü bergriff auf I._______, verbunden m it dem H inw eis, dass dabei nach den Beschw erdeführern gefragt w orden sei, m ache klar, w elche Bedeutung die türkischen Sicherheitskräfte der Ergreifung der Beschw erdeführer zum esse. In diesem Zusam m enhang habe das BFM w eitere Sachverhaltsabklärungen durch die Botschaft unterlassen. N am entlich habe es keine Abklärungen zum Anschlag vom Juli 2004 auf den Polizeiposten von K._______ und die Verhaftung von L._______ in Auftrag gegeben. Ü ber die Kanäle der schw eizerischen Botschaft hätte auch herausgefunden w erden können, ob ein Verfahren gegen L._______ eröffnet w orden sei. Sodann habe das BFM die Bedeutung dieses Zeitungsartikels verkannt und, ausser dass er als eingereicht bezeichnet w orden sei, w ürden sich im angefochtenen Entscheid keine Äusserungen dazu finden. Von besonderer Bedeutung sei schliesslich das Bew eism ittel N r. 8. D er Präsident der örtlichen D EH AP habe, dam it er offiziell eine Auskunft erteilen können, auch die Anfrage der Beschw erdeführer an die D EH AP verfasst. D iese habe er danach in die Schw eiz gesendet, w o sie von der Beschw erdeführerin unterschrieben und beim BFM eingereicht w orden sei. G em äss dem Antw ortschreiben der D EH AP vom 5. Februar 2005 sei die Beschw erdeführerin ein aktives M itglied gew esen und oft bedroht w orden. Sie sei w egen ihres Engagem ents in den Kreisvorstand gew ählt w orden. Trotz D rohungen habe sie ihre Tätigkeit w eitergeführt. D ie Bestätigung lasse die Ausführungen der Vorinstanz zur R eflexverfolgung als 10 unrichtig erscheinen. Es m üsse davon ausgegangen w erden, dass die Beschw erdeführerin ein nicht unw esentliches politisches Engagem ent an den Tag gelegt habe und deshalb auch tatsächlich bedroht w orden sei. In diesem Zusam m enhang w äre sodann zu erw arten gew esen, dass im R ahm en der Abklärungen der schw eizerischen Botschaft der Präsident der D EH AP kontaktiert w orden w äre. Insow eit sei der rechtserhebliche Sachverhalt w eder richtig noch vollständig abgeklärt w orden. Entgegen der vorinstanzlichen Ansicht seien sodann die eingereichten Festnahm ebefehle der P._______ vom 5. Juli 2004 echt. D ie D okum ente seien den Beschw erdeführern aus der Türkei zugestellt w orden und w ürden für sie keine Anhaltspunkte dafür enthalten, dass Fam ilienangehörige oder w eitere Personen sie gefälscht hätten. Entsprechend hätten die Beschw erdeführer in ihrer Stellungnahm e vom 3. N ovem ber 2005 um Ansetzung einer Frist zur Einreichung w eiterer D okum ente ersucht. D as BFM habe den Antrag abgelehnt und sei nicht w eiter auf die M angelhaftigkeit der Botschaftsanfrage eingegangen, w elche sich nicht dazu äussere, w er die entsprechenden Abklärungen bei w elcher Behörde getroffen habe. W eiter w ird zu diesen D okum enten in der Stellungnahm e vom 12. Januar 2006 ausgeführt, über V._______, Präsident des IH D E._______, hätten die Beschw erdeführer erfahren, dass die U m strukturierung der Justiz- und Strafverfolgungsbehörden in der G egend von D ._______ zu adm inistrativen Pannen geführt habe. N am entlich seien viele Akten von Verfahren in D ._______ verschw unden. Aktuell sei nicht m ehr D ._______ zuständig, sondern W ._______, nachdem kurz Zeit X._______ zuständig gew esen sei. V._______ w erde sich um w eitere Abklärungen bem ühen. 5.2 In der R eplik vom 13. M ärz 2006 verw eisen die Beschw erdeführer vollum fänglich auf ihre R echtsm itteleingabe sow ie die Beschw erdeergänzung. W eiter w ird ausgeführt, das BFM habe auch im R ahm en der Vernehm lassung zum Analphabetism us der Beschw erdeführerin, ihren dissoziativen Zuständen sow ie zur Frage des Einflusses der psychischen Erkrankung der Beschw erdeführerin auf ihr Aussageverhalten nicht Stellung genom m en. 6. Vorw eg ist die R üge der unvollständigen Sachverhaltsfeststellung zu prüfen, da ein allenfalls ungenügend abgeklärter Sachverhalt eine m aterielle Behandlung ver- unm öglichen w ürde. 6.1 D er U ntersuchungsgrundsatz gehört zu den allgem einen G rundsätzen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 Vw VG i.V.m . Art. 6 AsylG ). D em nach hat die Behörde von Am tes w egen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserhebli- chen Sachverhaltes zu sorgen. Sie m uss die für das Verfahren notw endigen Sachverhaltsunterlagen beschaffen und die rechtlich relevanten U m stände abklä- ren sow ie ordnungsgem äss darüber Bew eis führen (beispielsw eise durch die Ein- holung eines G utachtens). D ieser G rundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, er findet sein Korrelat in der M itw irkungspflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 13 Vw VG und Art. 8 AsylG ). Trotz U ntersuchungsgrundsatz kann sich näm lich die entscheidende Behörde in der R egel darauf beschränken, die Vorbringen des G esuchstellers zu w ürdigen und die von ihm angebotenen Bew eise abzunehm en, ohne w eitere Abklärungen vornehm en zu m üssen. Eine ergänzende U ntersuchung kann sich jedoch aufdrängen, w enn auf G rund dieser Vorbringen und Bew eism ittel 11 berechtigte Zw eifel oder U nsicherheiten bestehen, die voraussichtlich nur m it Erm ittlungen von Am tes w egen beseitigt w erden können (vgl. dazu die w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1995 N r. 23 E. 5a S. 222). 6.2 Aufgrund der Aktenlage kom m t das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass das BFM vorliegend den Sachverhalt vollständig erstellt und zu R echt keine w eitergehenden Abklärungen vorgenom m en hat. D ie Beschw erdeführer hatten anlässlich der insgesam t je drei Befragungen im erstinstanzlichen Verfahren ausreichend G elegenheit, sich zu ihren Asylgründen zu äussern (vgl. nachstehend E. 7.1). Sodann hat das BFM im R ahm en einer Botschaftsanfrage Abklärungen vor O rt tätigen lassen. D abei kann es entgegen der Ansicht der Beschw erdeführer nicht angehen, dass vor O rt säm tliche Angaben von Asylgesuchstellern im Einzelnen überprüft w erden. Vielm ehr geht es darum festzustellen, ob aufgrund des vorgetragenen Sachverhalts und der eingereichten Bew eism ittel die Angaben zutreffen und die D okum ente echt sind. In casu hat die Botschaft festgestellt, dass die Beschw erdeführer nicht fichiert sind, nicht gesucht w erden und kein Passverbot gegen sie vorliegt. Sodann haben die Abklärungen vor O rt ergeben, dass die G rossfam ilie A._______ für ihr politisches Engagem ent für die H AD EP bekannt ist und sich die Polizei auch regelm ässig nach ihr erkundige. W eiter hat die Ü berprüfung der beiden eingereichten H aftbefehle durch die Botschaft ergeben, dass es sich bei beiden D okum enten aus verschiedenen G ründen um Fälschungen handle. In Anbetracht der je drei Befragungen der Beschw erdeführer und des Ergebnisses der Botschaftsanfrage bestand vorliegend für das BFM zu R echt keine Veranlassung, w eitere Abklärungen über die Vertretung in Ankara zu tätigen. D ie Vorinstanz hat dem nach den Sachverhalt genügend abgeklärt. D er Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und R ückw eisung der Sache an die Vorinstanz zu w eiteren Abklärungen sow ie zur N eubeurteilung ist daher abzuw eisen. 7. 7.1 D as BFM hat in der angefochtenen Verfügung aufgrund von W idersprüchen sow ie m angelnder Substanziierung auf U nglaubhaftigkeit der Vorbringen geschlossen. Zur Erklärung dieser U nstim m igkeiten w ird sow ohl in der R echtsm itteleingabe als auch in der Eingabe vom 12. Januar 2006 und der R eplik vom 13. M ärz 2006 auf die m angelnde Bildung der Beschw erdeführer, insbesondere aber auf den Analphabetism us der Beschw erdeführerin verw iesen. Zunächst ist festzustellen, dass das BFM den Schluss auf U nglaubhaftigkeit dam it begründete, dass die Vorbringen der Beschw erdeführer einerseits den gesicherten Erkenntnissen des Am tes w idersprechen und auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w ürden, andererseits zu w enig substanziiert seien. Sow eit sich die Beschw erdeführer auf den Analphabetism us der Beschw erdeführerin berufen, kann dieser einzig unter dem letztgenannten Aspekt der m angelnden Substanziierung berücksichtigt w erden. D iesbezüglich ist festzustellen, dass die Beschw erdeführerin bei der B._______ w ährend insgesam t sechs Stunden, beim BFM w ährend w eiteren vier Stunden (inkl. R ückübersetzung) angehört w urde. Beide Anhörungen um fassten verschiedene Aspekte der Asylbegründung und erm öglichten der Beschw erdeführerin, ihre Asylvorbringen ausführlich darzulegen. 12 R ichtig ist zw ar, dass die Erklärungen der Beschw erdeführerin von einer gew issen Einfachheit geprägt sind; jedoch stellt das Bundesverw altungsgericht fest, dass die ihr gestellten Fragen sow ohl im jew eiligen Kontext als auch inhaltlich korrekt beantw ortet w orden sind. Auch lassen sich aus beiden Protokollen keine H inw eise auf Verständigungsproblem e und beiden Beiblättern der H ilfsw erksvertretung keine Anhaltspunkte auf Verständigungsschw ierigkeiten entnehm en. D ie Beschw erdeführerin hat zudem unterschriftlich bestätigt, ihre Aussagen seien korrekt w iedergegeben w orden. D abei hat sie sich behaften zu lassen. D ie Beschw erdeführerin m achte geltend, nach dem Tod ihres Bruders im Jahre 1994 habe sie ihren H ass gegen den Staat in der U nterstützung der PKK und der D EH AP zum Ausdruck gebracht (vgl. A1, S. 4). Ihr politisches Engagem ent um schrieb sie w ie folgt: Sie habe an N ew roz-Feiern teilgenom m en, an den M ärschen vom 8. M ärz und 1. Septem ber m itgew irkt (vgl. A1, S. 5), die Partei beziehungsw eise Versam m lungen besucht (vgl. A8, S. 6 f., 13), an Protesten und am H ungerstreik teilgenom m en (vgl. A8, S. 7). Zur G esinnung der D EH AP führte sie aus, die O rganisation sei gegen Ausbeutung, für G erechtigkeit, und sie sei für die Ärm sten da. W eitergehende Angaben zu ihren politischen Aktivitäten und zur O rganisation konnte die Beschw erdeführerin, auch auf entsprechende N achfragen seitens der jew eiligen Beam ten, nicht m achen. N am entlich w ar sie w eder in der Lage, auch nur eine einzelne von ihr m iterlebte Aktion der Partei ansatzw eise darzutun, noch ihr politisches G edankengut auch nur in groben Zügen zu um schreiben (A 8, S. 7, 12 f.; A 21, S. 5 f.). N achdem sich die Beschw erdeführerin w ährend rund zehn Jahren für die D EH AP engagiert haben w ill und im Jahre 2002 in den Vorstand der lokalen D EH AP gew ählt w orden sei (A 21, S. 3 und 5), dürfte von ihr - auch unter Berücksichtigung ihres Analphabetism us - ohne w eiteres erw artet w erden, dass sie ihre politischen Aktivitäten ausführlicher und substanziierter w iederzugeben verm ag. D ies gilt um so m ehr, als sie beim Vortragen ihrer Asylgründe lediglich über von ihr selbst Erlebtes zu berichten hat und die beiden Anhörungen an keiner Stelle den Eindruck entstehen lassen, die Beschw erdeführerin habe aufgrund des erw ähnten Analphetism us die Tragw eite der ihr gestellten Fragen nicht erfassen und/oder keine adäquaten Antw orten zu Protokoll geben können. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen bestehen som it ernsthafte Zw eifel am geltend gem achten grossen politischen Engagem ent der Beschw erdeführerin beziehungsw eise ist davon auszugehen, sie habe sich in unbedeutendem M asse für die Partei engagiert. D iese Zw eifel w erden w eiter dadurch bestärkt, dass die Beschw erdeführerin erstm als anlässlich der Befragung durch das BFM vortrug, sie sei nach den Parlam entsw ahlen im Jahre 2002 M itglied des Vorstandes der D EH AP gew orden. Selbst unter Berücksichtigung des Analphabetism us der Beschw erdeführerin hätte von ihr erw artet w erden dürfen, dass sie diese doch w ichtige Funktion innerhalb der von ihr w ährend Jahren unterstützten Partei bereits im R ahm en der vorangegangenen Anhörung angeführt hätte. Ferner kann von einem Vorstandsm itglied auch unter dem Aspekt der Substanziierung erw artet w erden, dass es sein politisches Engagem ent ausführlicher und detaillierter darzutun verm ag und sich nicht auf einige w enige allgem eine Angaben beschränkt, w ie dies die Beschw erdeführerin tat. An dieser Feststellung verm ag auch die eingereichte Bestätigung seitens der D EH AP nichts zu ändern. D iesbezüglich erscheinen insbesondere auch die Ausführungen in der 13 Beschw erdeergänzung, w onach der örtliche Präsident der D EH AP - dam it er offiziell eine Auskunft habe erteilen können - auch die Anfrage der Beschw erdeführerin an die D EH AP verfasst und sie der Beschw erdeführerin zur U nterschrift in die Schw eiz geschickt habe, reichlich konstruiert. H inzu kom m t, dass die Korrespondenz des Präsidenten der D EH AP nicht auf dem offiziellen Papier der Partei erfolgte. D er Beschw erdeführerin ist es som it nicht gelungen, ein ernsthaftes politisches Engagem ent glaubhaft darzutun. Ebenso w enig verm ochte der Beschw erdeführer ein politisches Engagem ent überzeugend darzutun. Auch unter M itberücksichtigung seiner geringen Ausbildung ist festzustellen, dass sich seine diesbezüglichen Aussagen in allgem einen und w enig detaillierten Angaben erschöpfen und som it insgesam t als nicht glaubhaft zu bew erten sind. 7.2 W eiter m achen die Beschw erdeführer geltend, die Beschw erdeführerin sei nach dem Anschlag auf den Polizeiposten von K._______ im [.......] ausgereist und der Beschw erdeführer habe sich bis zu seiner Ausreise zu den G uerillas in die Berge zurückgezogen. D em G ericht ist bekannt, dass im [.......] ein Anschlag auf den Posten von K._______ verübt w urde, bei w elchem zw ei Soldaten um s Leben kam en. W ie vorstehend dargelegt, bestehen aber erhebliche Zw eifel am geltend gem achten politischen Engagem ent der Beschw erdeführer. Ferner stim m t das - von den Beschw erdeführern zw ar übereinstim m end angegebene - D atum des Anschlages nicht m it den Erkenntnissen des Bundesverw altungsgerichts überein. D ie Beschw erdeführerin hielt sich näm lich zum m assgeblichen Zeitpunkt bereits in M ._______ auf, w eshalb sie kaum der geltend gem achten Tat bezichtigt w orden sein kann. Sodann w ar die Beschw erdeführerin nicht in der Lage, detaillierte und konkrete Angaben zu den G eschehnissen zw ischen dem 10. Todestag ihres Bruders und dem Anschlag auf den Polizeiposten zu m achen, w elche den Eindruck verm itteln w ürden, die Beschw erdeführerin w ürde über selbst Erlebtes berichten. Ebenso konnte der Beschw erdeführer seinen, an den Anschlag anschliessenden, fast einjährigen Aufenthalt bei den G uerillas in den Bergen in keiner W eise substanziiert, überzeugend und nachvollziehbar dartun. Seitens des G erichts w ird daher ernsthaft bezw eifelt, dass die Beschw erdeführerin im Vorfeld des Anschlags auf den Polizeiposten von K._______ ein Paket in J._______ abholte und dem G uerilla L._______ übergab, dieser anschliessend im Zusam m enhang m it dem Anschlag verhaftet w urde und die Beschw erdeführerin daher zu befürchten hätte, aufgrund allfälliger Aussagen von L._______ belastet zu w erden. H ätte L._______ im R ahm en eines gegen ihn eingeleiteten Verfahrens tatsächlich die Beschw erdeführerin nam entlich erw ähnt, w äre m it erheblicher W ahrscheinlichkeit ein Strafverfahren gegen sie eingeleitet w orden, m ithin w ürde die Beschw erdeführerin über entsprechende echte D okum ente verfügen. D ie Beschw erdeführer haben indes zw ei H aftbefehle eingereicht, die sich nach Abklärungen durch die Botschaft vor O rt als Fälschungen erw iesen. D as BFM hat in der angefochtenen Verfügung dazu ausgeführt, die angegebene Verfahrensnum m er w ürde sich auf eine andere Person beziehen. W eitere, der Vorinstanz aufgrund der Botschaftsabklärung bekannte Fälschungsm erkm ale hat es zu R echt unter dem Aspekt von Art. 27 Abs. 1 Bst. a Vw VG nicht offen gelegt. An dieser Stelle sei einzig darauf verw iesen, dass die den H aftbefehl betreffend den Beschw erdeführer ausstellende Behörde ihre Büros zum 14 Ausstellungszeitpunkt des D okum ents bereits geschlossen hatten. In der Beschw erdeergänzung vom 12. Januar 2006 halten die Beschw erdeführer an der Echtheit der beiden D okum ente fest und führen aus, sie seien bestrebt, die Echtheit zu belegen. D er ihnen bekannte V._______ w erde w eitere Abklärungen vornehm en, entsprechende Inform ationen w ürden nachgereicht. D azu ist festzustellen, dass die Beschw erdeführer bis heute kein Bew eism ittel nachgereicht haben, w elches die Q ualifikation der beiden D okum ente als Fälschungen in Frage ziehen w ürde. M it dem blossen Festhalten an der Echtheit der beiden Bew eism ittel verm ögen die Beschw erdeführer jedenfalls nicht substanziiert darzutun, inw iefern das BFM die H aftbefehle zu U nrecht als Fälschungen qualifiziert hat. Auch führt der H inw eis in der Stellungnahm e vom 12. Januar 2006, w onach die U m strukturierung der Justiz- und Strafverfolgungsbehörden zu adm inistrativen Pannen geführt habe, nicht zu anderen Schlüssen. D as vom BFM aufgeführte Fälschungsm erkm al (Verfahrensnum m er betrifft eine andere Person) lässt sich jedenfalls nicht m it der geltend gem achten U m strukturierung erklären. Bei dieser Sachlage sow ie in W ürdigung der in der Botschaftsantw ort aufgeführten Fälschungsm erkm ale hat das BFM zu R echt die beiden H aftbefehle vom 5. Juli 2005 als Fälschungen erkannt und gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG eingezogen. Zudem stellt der U m stand, dass die Beschw erdeführer gefälschte D okum ente als Bew eism ittel für ihre Vorbringen eingereicht haben, ihre persönliche G laubw ürdigkeit ernsthaft in Frage. D ie dargelegten Zw eifel w erden schliesslich dadurch erhärtet, dass gem äss den Abklärungen der schw eizerischen Botschaft vor O rt die Beschw erdeführer in ihrem H eim atland w eder fichiert sind, noch gesucht w erden, noch einem Passverbot unterliegen und offenbar bereits rund vier Jahre früher, als gegenüber den schw eizerischen Behörden angegeben, die H eim at verlassen haben. 7.3 Im Sinne eines Zw ischenergebnisses ist festzuhalten, dass in Anbetracht der vorstehenden Erw ägungen erhebliche Zw eifel an der G laubhaftigkeit der Asylvorbringen der Beschw erdeführer (unter Vorbehalt des nachfolgend G enannten) bestehen. 7.4 7.4.1 D ie Beschw erdeführer m achen geltend, der Bruder H ._______ der Beschw erdeführerin sei im Jahre 1994 von den Sicherheitskräften erschossen und sie seien in diesem Zusam m enhang dem Staatsanw alt vorgeführt w orden. Auch seien sie in den Jahren 1994/1995 aus ihrem H eim atdorf vertrieben w orden. In der Beschw erdeergänzung w ird auf die eingereichten Fotos verw eisen, w elche die Zerstörung des H auses der Beschw erdeführer belegen sollen. W eder das G ericht noch die Vorinstanz stellen die Tötung des Bruders der Beschw erdeführerin sow ie die Vertreibung aus dem D orf in Frage. M it der Vorinstanz ist jedoch festzustellen, dass diese Ereignisse nicht im erforderlichen zeitlichen und sachlichen Zusam m enhang m it der Ausreise der Beschw erdeführer im Jahre 2004 beziehungsw eise 2005 stehen. D ieser Schluss rechtfertigt sich nam entlich auch deshalb, da laut den Aussagen des Beschw erdeführers nach dem U m zug nach F._______/R ._______ „lange Zeit R uhe“ herrschte und die Fam ilie sogar erw og, ins D orf zurückzukehren (vgl. A30, S. 12). 7.4.2 W ie vorstehend ausgeführt w urde, bestehen erhebliche Zw eifel am politischen 15 Engagem ent der Beschw erdeführer. D ie Abklärungen durch die schw eizerische Botschaft in Ankara haben indes ergeben, dass die G rossfam ilie A._______ für ihr politisches Engagem ent, nam entlich zugunsten der H AD EP, bekannt sei. D ie Polizei w ürde sich regelm ässig bei den zuständigen Stellen über allfällige politische Aktivitäten von M itgliedern der G rossfam ilie A._______ erkundigen. Vor diesem H intergrund, den Vorkom m nissen aus den Jahren 1994/1995 und aufgrund der Aussagen der Beschw erdeführer kann dem nach nicht gänzlich ausgeschlossen w erden, dass die Beschw erdeführer m it der D EH AP sym pathisierten und sich die Beschw erdeführerin allenfalls auf unterschw elligem N iveau für die O rganisation engagiert hat. Insow eit ist auch nicht vollkom m en auszuschliessen, dass die Beschw erdeführer gew isser R epression seitens der Sicherheitskräfte ausgesetzt w aren. Aufgrund der w iedersprüchlichen, undifferenzierten und vagen Aussagen der Beschw erdeführer ist jedoch davon auszugehen, dass ihr politisches Engagem ent, insbesondere dasjenige der Beschw erdeführerin, offensichtlich nicht von einem derartigen Ausm ass w ar, dass die allenfalls in diesem Zusam m enhang erlittenen R epression ein im Sinne von Art. 3 AsylG flüchtlingsrechtlich relevantes Ausm ass angenom m en hätte. N ach den Erkenntnissen des G erichts w urden in der Türkei bislang nur exponierte Aktivisten der D EH AP für längere Zeit festgenom m en, nam entlich Angehörige des Parteikaders, W ahlkandidaten oder Anhänger, die sich aktiv an Kundgebungen beteiligt oder sich sonst in irgendeiner W eise prononciert für die Partei engagiert haben beziehungsw eise in einem konkreten Zusam m enhang m it der PKK verdächtigt w urden. Eine solch exponierte Stellung konnte die Beschw erdeführerin jedenfalls nicht dartun. Vor diesem H intergrund ist daher nicht einsichtig, w eshalb die Beschw erdeführerin als einfaches M itglied der D EH AP über Jahre hinw eg im Visier der lokalen Sicherheitskräfte gestanden haben soll. D iese Schlussfolgerung deckt sich sodann m it den vorerw ähnten Abklärungen der schw eizerischen Vertretung in Ankara. 7.4.3 D ie Beschw erdeführer befürchten w eiter, aufgrund ihrer verw andtschaftlichen Beziehungen allfälligen Benachteiligungen seitens des türkischen Staates ausgesetzt zu sein. D azu verw eisen sie auf den M ärtyrertod des Bruders H ._______ der Beschw erdeführerin, die Verhaftungen des Bruders I._______ der Beschw erdeführerin im Jahre 1994 sow ie dessen Belästigungen durch die Sicherheitskräfte im Jahre 2004. U nter R eflexverfolgung versteht m an behördliche Belästigungen oder Behelligun- gen von Angehörigen aufgrund des U m standes, dass die Behörden einer ge- suchten, politisch unbequem en Person nicht habhaft w erden oder schlechthin von deren Polit-M alus auf einen solchen auch bei Angehörigen schliessen. D er Zw eck einer solchen R eflexverfolgung kann insbesondere darin liegen, Inform ationen über effektiv gesuchte Personen zu erlangen beziehungsw eise G eständnisse von Inhaftierten zu erzw ingen. Eine „Sippenhaft“ in diesem w eiteren Sinn ist von den türkischen Behörden etw a in den Süd- und O stprovinzen nicht selten angew andt w orden, w enn es galt, den Aufenthaltsort von flüchtigen Angehörigen der PKK oder anderer staatsfeindlichen O rganisationen zu ergründen. D ie W ahrscheinlichkeit, O pfer einer R eflexverfolgung zu w erden, ist nam entlich dann gegeben, w enn nach einem flüchtigen Fam ilienm itglied gefahndet w ird und die Behörde Anlass zur Verm utung hat, dass jem and m it dem G esuchten in engem 16 Kontakt steht. D iese W ahrscheinlichkeit erhöht sich, w enn der R eflexverfolgte aus einer den türkischen Sicherheitskräften als "staatsfeindlich" bekannten Fam ilie stam m t respektive m ehrere illegal politisch tätige Verw andte aufw eist. Auch ein eigenes, nicht unbedeutendes Engagem ent seitens des R eflexverfolgten für illegale politische O rganisationen erhöht das R isiko, O pfer einer Sippenhaft im w eiteren Sinne zu w erden (vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 1994 N r. 5). Im U rteil EM AR K 2005 N r. 21 w urde festgestellt, dass aufgrund der aktuellen Lageentw icklung die G efahr allfälliger R epressalien gegen Fam ilienangehörige m utm asslicher Aktivisten der PKK (beziehungsw eise einer ihrer N achfolgeorganisationen) oder anderer von den Behörden als separatistisch eingestufter kurdischer G ruppierungen nicht auszuschliessen sei. Zw ar sei festzustellen, dass sich die Verfolgungspraxis der türkischen Behörden im Zuge des R eform prozesses zur Annäherung an die Europäische U nion insofern geändert habe, als Fälle, in denen Fam ilienangehörige kurdischer Aktivisten gefoltert oder m isshandelt w orden seien, abgenom m en hätten. D agegen m üssten Fam ilienangehörige auch gegenw ärtig noch m it H ausdurchsuchungen und kürzeren Festnahm en rechnen, die oft m it Beschim pfungen und Schikanen verbunden seien. D iese durch die AR K vorgenom m ene Lageanalyse gilt auch w eiterhin für das Bundesverw altungsgericht. Zum fam iliären U m feld der Beschw erdeführer im Kontext der politischen Aktivitäten für die PKK ist festzustellen, dass der Bruder I._______ der Beschw erdeführerin im H erbst 2004 von den Sicherheitskräften belästigt und im August 2005 ein entfernter Verw andter festgenom m en w urde. Abgesehen davon, dass es sich bei letzterem um einen entfernten Verw andten handeln soll, legen die Beschw erdeführer nicht substanziiert dar, inw iew eit ihnen aufgrund dieser Verhaftungen N achteile erw achsen sein sollen. Auch verm ögen sie aus dem U m stand, dass zw ei vom Beschw erdeführer genannte C ousins in der Schw eiz als Flüchtling anerkannt w urden, nichts zu ihren G unsten abzuleiten. D er Beschw erdeführer erw ähnte die beiden Verw andten beim Kanton einzig unter dem Titel „verw andtschaftliche Verhältnisse in der Schw eiz“ (A 30, S. 4), und w eder er noch die Beschw erdeführerin beriefen sich in der Asylbegründung auf diese zw ei Verw andten in irgend einer W eise. Zw ar hat die Botschaftsanfrage ergeben, dass die G rossfam ilie A._______ zum indest bei der lokalen Polizei für ihr politisches Engagem ent zugunsten der H AD EP bekannt ist und sich die Polizei auch regelm ässig bei den zuständigen Behörden über allfällige politische Aktivitäten der Fam ilie erkundigt, ohne dabei allerdings nach konkreten Einzelpersonen zu fragen. Allerdings hat die Botschaftsanfrage auch ergeben, dass sich die ganze, zahlenm ässig sehr grosse Fam ilie A._______ nach w ie vor in F._______ aufhält und der Vater der Beschw erdeführerin dort ein Kaffeehaus betreibt. Bei dieser Sachlage kann som it insgesam t nicht auf eine flüchtlingsrechtlich relevante R eflexverfolgung der Beschw erdeführer geschlossen w erden. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist davon auszugehen, dass die Beschw erdeführer in den 90iger Jahren sow ie später m öglicherw eise zufolge ihrer Zugehörigkeit zur G rossfam ilie A._______ allenfalls gew issen, allerdings nicht asylrelevanten Benachteiligungen seitens der heim atlichen Behörden ausgesetzt w aren. D iese Ü bergriffe w aren indes offensichtlich nur lokaler N atur. D ieser 17 Schluss rechtfertigt sich um so m ehr, als aufgrund der Botschaftsabklärung feststeht, dass die Beschw erdeführer w eder fichiert sind noch gesucht w erden und auch kein Passverbot gegen sie besteht. D ie Beschw erdeführer hätten sich dem zufolge allfälligen N achstellungen ohne w eiteres durch eine innerstaatliche Fluchtalternative entziehen können. 7.5 Zusam m enfassend ist festzustellen, dass die Beschw erdeführer keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft m achen konnten und nicht als Flüchtling anerkannt w erden können. Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausführungen sow ie die w eiteren ins R echt gelegten Eingaben und Bew eism ittel einzugehen, da sie am festgestellten Ergebnis nichts zu ändern verm ögen. M angels erfüllter Flüchtlingseigenschaft ist den Beschw erdeführern das nachgesuchte Asyl zu R echt nicht gew ährt w orden. 8. Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG ; SR 142.20]). D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K; SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 8.1 D ie Beschw erdeführer verfügen w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 2001 N r. 21). 8.2 D ie Vorinstanz w ies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es den Beschw erdeführern nicht 18 gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr in die Türkei ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen der Beschw erdeführer noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in die Türkei dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w ären. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti- Folterausschusses m üssten die Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihnen im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. dazu der nach w ie vor zutreffende Entscheid der AR K in EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, m .w .H .). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in der Türkei lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 8.3 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 8.3.1 Im R ahm en der Prüfung der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs w ird geltend gem acht, die Beschw erdeführerin sei psychisch krank. D as BFM führte diesbezüglich in der angefochtenen Verfügung aus, die traum atisierenden Erlebnisse als U rsache der posttraum atischen Belastungsstörung der Beschw erdeführerin w ürden angeblich bis ins Jahre 1994 zurückgehen. Aus den Akten w ürden sich keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Beschw erdeführerin desw egen in der Türkei je einm al in ärztlicher Behandlung gew esen w äre, beziehungsw eise eine solche benötigt hätte. Psychische Problem e könnten auch im H eim atland der Beschw erdeführerin behandelt w erden, w eshalb es sich erübrige, den psychischen Zustand der Beschw erdeführerin von Am tes w egen näher abzuklären. 8.3.2 In der R echtsm itteleingabe w ird dazu ausgeführt, anlässlich der Befragungen hätten die Beschw erdeführerin und ihr Sohn gleichlautend und anhaltend darauf hingew iesen, dass die Beschw erdeführerin unter schw eren psychischen Problem en leide. D er H ausarzt D r. m ed. S._______ habe eine posttraum atische Belastungsstörung m it D epression diagnostiziert und auf die zw ingende Behandlungsnotw endigkeit hingew iesen. Bereits in der Stellungnahm e vom 3. N ovem ber 2005 sei darauf hingew iesen w orden, dass die Beschw erdeführerin seit zw ei M onaten durch die psychiatrische Poliklinik in Zürich von D r. Y._______ 19 behandelt w erde und um die Einholung eines psychiatrischen Berichts ersucht w orden. D ies habe das BFM m it dem H inw eis auf die G ew ährleistung einer angem essenen Behandlung in der Türkei abgew iesen. N achdem sich aus fachlicher H insicht klare H inw eise darauf ergeben w ürden, dass bei der Beschw erdeführerin die Situation vorliegen könnte, dass sie zw ingend auf eine m edizinische Behandlung in der Schw eiz angew iesen sei, und eine solche Behandlung nicht m it einer erfolgreichen Prognose in der Türkei durchgeführt w erden könne, hätte das BFM den Sachverhalt w eiter abklären m üssen, indem es den beantragten ausführlichen ärztlichen Bericht eingeholt hätte. 8.3.3 D ie Vorinstanz hält in der Vernehm lassung zu dem auf Beschw erdestufe eingereichten ärztlichen Zeugnis fest, die posttraum atische Belastungsstörung sei bereits im ärztlichen Bericht vom 4. April 2005 diagnostiziert und vom BFM nicht in Frage gestellt w orden. D as Vorhandensein einer psychischen Erkrankung gebe noch keine Anhaltspunkte hinsichtlich deren U rsache. Ein Arzt könne m it einiger Sicherheit eine posttraum atische Belastungsstörung diagnostizieren, deren U rsache hingegen könne er nur aufgrund der Aussagen des Patienten zu eruieren versuchen. N eben traum atisierenden Erlebnissen im H eim atland, w elche nicht eo ipso auf eine staatliche Verfolgung zurückgeführt w erden m üssten, könnten auch die durch das Verlassen des H eim atlandes eingetretene Entw urzelung oder andere U m stände zum diagnostizierten Krankheitsbild führen. D en Akten seien keine Anhaltspunkte zu entnehm en, dass die Beschw erdeführerin in der Türkei in Behandlung gew esen w äre. Ein ärztlicher Bericht könne som it nur ein Elem ent bei der G esam tbeurteilung eines Falles bilden. D er Arztbericht äussere sich über die U rsache der Erkrankung nicht, w as sich m it der festgestellten U nglaubhaftigkeit der Aussagen der Beschw erdeführer vereinbaren und R aum für eine andere als die geltend gem achte U rsache offen lasse. D as BFM sehe sich in dieser Einschätzung dadurch gestärkt, dass die Beschw erdeführerin gegenüber den Ärzten erklärt habe, sie habe im R ahm en ihrer politischen Aktivitäten lediglich einfache Aufgaben übernom m en. Angesichts der unglaubhaften Aussagen der Beschw erdeführerin und der nicht festgestellten U rsache der posttraum atischen Belastungsstörung sei nur der Schluss zu ziehen, dass offensichtlich andere als die geltend gem achten Vorbringen U rsache der psychischen Problem e seien. D a dem ärztlichen Bericht w eiter zu entnehm en sei, dass die Beschw erdeführerin unter H eim w eh leide und m it den vielen verschiedenen Kulturen überfordert sei, erscheine es fraglich, ob eine dauerhafte Verbesserung des G esundheitszustandes in der Schw eiz überhaupt je erreicht w erden könnte. Zudem w ürden keine Kontraindikationen für eine Behandlung in der N ähe des O rtes eines allfälligen erlebten Traum as bestehen. Vielm ehr könne dies für die Aufarbeitung von psychischen Problem en hilfreich sein. Für die W eiterführung der Behandlung im H eim atland spreche auch, dass sich Ärzte vor O rt besser in die M entalität ihrer Landsleute einfühlen könnten. Psychische Problem e könnten in der Türkei behandelt w erden und die Behandlungen w ürden durchaus dem N iveau in der Schw eiz entsprechen. Es liege in der Verantw ortung der Beschw erdeführerin, sich m it H ilfe der Ärzte auf die R ückkehr in den H eim atstaat vorzubereiten. Sodann könnten die Vollzugsbehörden in Zusam m enarbeit m it den behandelnden Ärzten für die nötige m edizinische Betreuung und Begleitung sorgen, w ie auch eine sich allenfalls im H eim atland aufdrängende w eitere 20 Behandlung sicherstellen. D er Beschw erdeführerin stehe es auch frei, beim BFM ein G esuch um m edizinische R ückkehrhilfe zu stellen. Bezüglich der vorhandenen Suizidalität m üsse in Betracht gezogen w erden, dass der Suizidversuch nach Ablehnung des Asylgesuchs offenbar in einem engen Zusam m enhang m it dem drohenden Vollzug gestanden habe. Eine depressive Episode bei Ausländern, deren Asylgesuch abgew iesen w orden sei, m ache sich nicht selten in diesem M om ent bem erkbar. D ieses Phänom en stehe jedoch selbst bei Vorliegen von Suizidgedanken dem W egw eisungsvollzug nicht entgegen. Allfällige suizidale Tendenzen könnten bei einer adäquaten m edizinischen R ückkehrhilfe auch im H eim atland m edikam entös gedäm pft w erden. In diesem Zusam m enhang sei auch auf das intakte Beziehungsnetz der Beschw erdeführerin in der Türkei hinzuw eisen. 8.3.4 In der R eplik w ird auf den Arztbericht vom 11. Januar 2006 verw iesen. D a sich der Bericht zu w esentlichen Punkten nicht äussere, seien zw ingend w eitere Abklärungen erforderlich. Im R ahm en der vollständigen Abklärung des Sachverhalts sei ein ergänzender Arztbericht einzuholen. Sodann zw eifle das BFM zu R echt nicht an der durch Spezialärzte gestellten D iagnose. H ingegen stelle es die U rsachen für die diagnostizierte posttraum atische Belastungsstörung in Frage. Es sei gesetzlich nicht vorgesehen, dass sich m edizinische Laien, w ie die schw eizerischen Asylbehörden, über die D iagnose in einem spezialärztlichen Bericht hinw egsetzen w ürden. O hne w eitere Abklärungen könne ein m edizinischer Laie nicht andere U rsachen für die psychiatrische D iagnose als U rsache für das Krankheitsbild annehm en. Sodann w ürden die Folgerungen des BFM in w esentlichen Punkten den Feststellungen der Ärzte w idersprechen. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung m üsse vorliegend nicht nur ein einzelner Suizidversuch berücksichtigt w erden, sondern die krankheitsbedingte Suizidalität der Beschw erdeführerin. 8.3.5 D ie Beschw erdeführer rügen, das BFM habe den Sachverhalt betreffend die psychische Erkrankung der Beschw erdeführerin nicht rechtsgenüglich abgeklärt. U nter Ziffer 6.1. w urde ausgeführt, dass der U ntersuchungsgrundsatz nicht uneingeschränkt gelte, sondern sein Korrelat in der M itw irkungspflicht des Asylsuchenden finde. W ie bereits vorstehend, kom m t das Bundesverw altungsgericht auch im vorliegend geltend gem achten Zusam m enhang zum Schluss, dass das BFM den Sachverhalt vollständig erstellt hat. Aufgrund der Vorbringen der Beschw erdeführerin und ihres Sohnes hat die Vorinstanz die Beschw erdeführerin am 23. M ärz 2005 aufgefordert, einen ärztlichen Bericht einzureichen. W enn die Beschw erdeführerin in der Folge lediglich einen Arztbericht ihres H ausarztes einreicht und nicht von sich aus, im R ahm en der ihr obliegenden M itw irkungspflicht, w eitere m edizinische Abklärungen veranlasst, so hat sie dies sich selbst anrechnen zu lassen. In Anbetracht der nachstehenden Ausführungen erübrigen sich hier jedoch w eitergehende Ausführungen. 8.3.6 In seinem ärztlichen Bericht vom 4. April 2005 hält der behandelnde H ausarzt D r. m ed. S._______ zur Anam nese fest, die Beschw erdeführerin habe Folterungen sow ie die Tötung ihres Bruders durch das M ilitär erlebt und sei selbst m isshandelt und bedroht w orden. W eiter führt er aus, die Beschw erdeführerin w erde w egen ausgeprägten Schlafstörungen m it regelm ässigen Angstträum en, Verfolgungsängsten, Kopfschm erzen und Atem beschw erden seit Ende 2004 m it 21 antidepressiven und beruhigenden M edikam enten behandelt. Vor diesem H intergrund diagnostizierte der Arzt eine posttraum atische Belastungsstörung m it D epressionen, w elche einer psychotherapeutischen Aufarbeitung bedürfe. O hne Behandlung bestehe die G efahr der C hronifizierung der Beschw erden. G em äss dem Austrittsbericht des Kantonsspital T._______ vom 30. N ovem ber 2005 w urde die Beschw erdeführerin am 19. N ovem ber 2005 nach einem Selbstm ordversuch m it D eroxattabletten ins Spital eingew iesen. Zur Anam nese w ird ausgeführt, die Beschw erdeführerin habe den Ausw eisungsbescheid erhalten und Angst bekom m en, dass sie bei einer R ückkehr in die Türkei Ähnliches erleben w ürde w ie ihr getöteter Bruder. Sie habe nicht m ehr darüber nachdenken w ollen. Für sie scheine der Tod unausw eichlich, m it Suizid oder als Folteropfer. D er Ehem ann habe angeben, die Beschw erdeführerin habe Schlim m es erlebt. D er Sohn habe berichtet, die M utter habe seit ungefähr einem Jahr Selbstm ordgedanken, die M edikam ente sow ie die Therapie im Zentrum [.......] hätten leider nicht zu einer Besserung geführt. Zur Beurteilung, Therapie und deren Verlauf w ird festgehalten, am 21. N ovem ber 2005 habe ein G espräch m it der Beschw erdeführerin stattgefunden, w obei eine Traum atisierung durch den Verlust des Bruders und seine Erlebnisse im G efängnis sow ie auch durch die eigene G efährdung angesprochen w orden sei. D ie Beschw erdeführerin sei zu diesem Zeitpunkt akut suizidal gew esen, habe keinen Ausw eg gesehen und sei der M einung gew esen, der Tod sei unausw eichlich. D as D enken sei auf die Them en Tod, Verfolgung, Verlust des Bruders und die Ausw eisung eingeengt gew essen. W ährend der zehntägigen stationären Behandlung habe sich die Beschw erdeführerin zunehm end geöffnet, bei gem einsam en Aktivitäten hätten sich indes im m er w ieder dissoziative Episoden als Ausdruck der posttraum atischen Belastungsstörung gezeigt. Beim Austritt habe sich der psychische Zustand w eitestgehend stabilisiert. M im ik und G estik seien nicht m ehr so eingefroren, sie sei schw ingungsfähig und affektiv erreichbar gew esen. Es habe keine akute Suizidalität m ehr bestanden, jedoch - w ie seit M onaten – eine latente Suizidalität. D ie Beschw erdeführerin leide w eiterhin an Selbstm ordgedanken, aber es bestehe kein akuter H andlungsdruck m ehr. D ie Therapie im Zentrum [.......] sei w eiterzuführen. Im ärztlichen Bericht der Psychiatrischen Poliklinik, [.......], vom 11. Januar 2006 w ird vorw eg festgehalten, die Beschw erdeführerin w erde am bulant und in erster Linie von der Körper- und Bew egungstherapeutin Z._______ behandelt. Zur Anam nese w ird ausgeführt, der Bruder der Beschw erdeführerin sei von der Polizei verhaftet und zu Tode gefoltert w orden. Ab diesem Zeitpunkt habe sie sich politisch engagiert, allerdings habe sie nur einfache Aufgaben und Kurierdienste übernom m en. Sie sei von der Polizei m ehrm als m it dem Tod bedroht w orden und habe auch am neuen W ohnort R azzien erlebt. Zu den Beschw erden w ird w eiter festgehalten, die Beschw erdeführerin habe anlässlich des ersten G esprächs ein starkes G efühl des U nw ohlseins sow ie eine psychische Veränderung seit ihrer Einreise in die Schw eiz genannt. Sie leide an Schm erzen an Kopf und R ücken sow ie Atem not. Sie habe viele Albträum e, sei schreckhaft und häufig abw esend. D ie psychopharm akologische Behandlung sei bisher ohne Erfolg geblieben. Zum Psychostatus w ird ausgeführt, die Beschw erdeführerin sei sehr schüchtern und nehm e kaum Blickkontakt auf, berichte jedoch sehr offen und detailliert über ihre Problem e. Sie w irke deutliche depressiv, schildere starke Traurigkeit. Im G espräch 22 sei sie teilw eise sehr bew egt. Es gelinge ihr jedoch, das W einen zu unterdrücken. Sie fürchte um ihr Leben, sollte sie abgeschoben w erden, habe Albträum e, in denen sie Szenen ihrer Vergangenheit im m er w ieder sehe. Sie sei dann abw esend, nicht ansprechbar. Sie sei schreckhaft und höre teilw eise Stim m en. Auch habe sie Schuldgefühle, da sie ihre Fam ilie verlassen habe. Im N ovem ber 2005 sei dem afk m itgeteilt w orden, die Beschw erdeführerin habe im pulsive Suizidgedanken, w orauf die Behandlungsfrequenz auf zw ei Term ine in der W oche erhöht und die antidepressive M edikam entation gesteigert w orden sei. D ennoch habe sie am 12. N ovem ber 2005 einen Selbstm ordversuch unternom m en. Seit dem 8. D ezem ber 2005 sei die Beschw erdeführerin w ieder der Psychiatrischen Poliklinik, [.......], in Behandlung. Als D iagnose w urde eine posttraum atische Belastungsstörung (IC D -10: F43.1) festgestellt: intrusives W iedererleben traum atischer Erlebnisse (Flashbacks), starkes Verm eidungsverhalten, Schreckhaftigkeit und Ü bererregung. Es w ürden häufig leicht dissoziative Zustände auftreten (Abw esenheit, Stim m enhören), ebenfalls H inw eise auf eine stattgefundene Traum atisierung. Fast noch deutlicher w ürden die Sym ptom e einer schw eren depressiven Episode (IC D -10: F32.2) auftreten. D iese äussere sich in einer starken m otorischen H em m ung (Blockiertheit, G efühl der N iedergeschlagenheit, G edankenkreisen, G rübeln, Schw arzsehen, Freudlosigkeit, Interesseverlust, Schlafstörungen, Suizidalität). Insgesam t zeige die Beschw erdeführerin ein schw er alteriertes Zustandsbild, das einer schw eren psychischen Störung entspreche und behandlungsbedürftig sei. D ie Beschw erdeführerin w erde von einer Körper- und Bew egungstherapeutin behandelt, da sie stark körperbezogene Sym ptom e w ahrnehm e und als einfach strukturierte Person eher über körperliches H andeln zu erreichen sei. Zudem erhalte sie Psychopharm aka. Sodann sei offensichtlich, dass die ungeklärte Aufenthaltssituation und die drohende R ückschaffung einen negativen Einfluss auf den G esundheitszustand der Beschw erdeführerin ausübten. 8.3.7 Vorliegend steht fest und w ird auch vom BFM nicht bestritten, dass die Beschw erdeführerin an einer posttraum atischen Belastungsstörung sow ie einer schw eren depressiven Episode leidet. Ebenfall fest steht, dass die Beschw erdeführerin im N ovem ber 2005 einen Suizidversuch unternahm und anschliessend aus ärztlicher Sicht w eiter als latent suizidgefährdet galt. Aufgrund der sehr einfach strukturierten Persönlichkeit der Beschw erdeführerin, des bisherigen Krankheitsverlaufs sow ie des aufgezeigten Krankheitsbildes ist nicht davon auszugehen, die Beschw erdeführerin drohe nur vordergründig selbstschädigende H andlungen an und setze dam it den Suizid als D ruckm ittel gegen den Vollzug der W egw eisung ein. Vielm ehr ist bei der Beschw erdeführerin von einer ernsthaften gesundheitsgefährdenden psychischen Störung auszugehen. D ie festgestellten psychischen Schw ierigkeiten, die - ungeachtet der m angelnden G laubhaftigkeit der Vorbringen - von der Beschw erdeführerin subjektiv em pfundene ernsthafte G efahr von M isshandlungen bei einer R ückkehr sow ie der bisherige Therapieverlauf lassen annehm en, dass ein erfolgreicher N euanfang im H eim atstaat selbst vor dem H intergrund der heutigen m edizinisch-psychiatrischen Versorgungsm öglichkeiten in der Türkei fraglich ist. N am entlich ist vorliegend davon auszugehen, dass eine R ückkehr der Beschw erdeführerin in ihren H eim atstaat eine D ekom pensation bew irken könnte. Solche R eaktionen können 23 nach den Erkenntnissen des Bundesverw altungsgerichts ohne direkte w illentliche Beeinflussung auftreten. Es ist daher davon auszugehen, dass die Be- schw erdeführerin bei einer Bestätigung des W egw eisungsvollzugs bereits vor der Abreise in die Türkei allenfalls dekom pensieren und - w ie bereits nach dem Erhalt der angefochtenen Verfügung - einen Suizidversuch unternehm en w ürde. Ebenso besteht auch die G efahr, dass die Beschw erdeführerin bei einer allfälligen Einreise in die Türkei aufgrund ihres Fam iliennam ens (vgl. vorstehend) zu einer polizeilichen Befragung m itgenom m en w ird, sie dam it in eine akute Stresssituation geraten w ürde und eine D ekom pensation dabei nicht ausgeschlossen w erden kann. In Anbetracht dieser Sachlage ist es der Beschw erdeführerin nach Ansicht des G erichts nicht zuzum uten, in ihren H eim atstaat zurückzukehren, auch w enn dort grundsätzlich die M öglichkeit einer psychiatrischen Behandlung besteht. D er Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführerin erw eist sich zum jetzigen Zeitpunkt als insgesam t unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG und die Beschw erdeführerin ist in der Schw eiz vorläufig aufzunehm en. 8.3.8 D a den Akten keine G ründe für eine Ausnahm e vom G rundsatz der Einheit der Fam ilie (vgl. Art. 44 Abs. 1 in fine AsylG sow ie die w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 1995 N r. 24 S. 233) zu entnehm en sind, ist der Ehem ann der Beschw erdeführerin in Anw endung dieser Bestim m ung in die vorläufige Aufnahm e der Beschw erdeführerin einzubeziehen. D ies gilt auch für den gem einsam en Sohn AAA._______, dies obw ohl er seit kurzem volljährig ist und daher grundsätzlich auch alleine in die Türkei zurückkehren könnte. 8.3.9 G em äss Art. 14a Abs. 6 AN AG findet Absatz 4 (U nzum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzugs) keine Anw endung, w enn der w eg- oder ausgew iesene Ausländer die öffentliche Sicherheit und O rdnung der Schw eiz verletzt hat oder in schw erw ie- gender W eise gefährdet. G egen den Sohn der Beschw erdeführer w urde am 28. O ktober 2006 Strafanzeige w egen einfacher Körperverletzung erhoben; das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, m ithin ein U rteil noch ausstehend. D ieses dissoziale Verhalten des Sohnes der Beschw erdeführer w iegt klarerw eise nicht derart schw er, dass Art. 14a Abs. 6 AN AG zur Anw endung gelangen w ürde (vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 2006 N r. 23 E. 8.3. S. 247 ff.). Sollte der Sohn der Beschw erdeführer in Zukunft erneut in Strafverfahren involviert sein, m üsste er dam it rechnen, dass die ihn betreffende vorläufige Aufnahm e w iderrufen w erden könnte. 9. D ie drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung (U nzu- lässigkeit, U nzum utbarkeit, U nm öglichkeit) sind alternativer N atur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. die ausser bezüglich der schw erw iegenden persönlichen N otlage w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 2001 N r. 1 E. 6a S. 2). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e durch die Vorinstanz steht den (ab- und w eggew iesenen) Asylgesuchstellern w iederum die Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht offen (vgl. Art. 31 VG G i.V.m . Art. 44 Abs. 2 AsylG ), w obei in jenem Verfahren säm tliche Vollzugshindernisse von Am tes w egen nach M assgabe der dannzum al herrschenden Verhältnisse erneut zu prüfen sind. D a das G ericht vorliegend den Vollzug der W egw eisung als 24 unzum utbar erachtet, ist auf eine Prüfung der anderen Vollzugshindernisse zu verzichten. 9.1 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass das BFM zu R echt festgestellt hat, die Beschw erdeführer erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, die Asylgesuche abgelehnt und die W egw eisung verfügt hat. D em gegenüber erw eist sich der an- geordnete Vollzug der W egw eisung als nicht zum utbar. D ie Verfügung der Vorin- stanz vom 8. N ovem ber 2005 ist dem nach betreffend die Ziffern 4 und 5 des D ispositivs aufzuheben und das BFM anzuw eisen, die Beschw erdeführer und ihren Sohn in der Schw eiz vorläufig aufzunehm en. Bei dieser Sachlage sind keine w eiteren Abklärungen hinsichtlich der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs erforderlich, w eshalb der entsprechende Antrag gegenstandslos gew orden ist. 10. 10.1 Bei diesem Verfahrensausgang ist von einem hälftigen O bsiegen der Be- schw erdeführer auszugehen. Indes w urde m it Zw ischenverfügung vom 18. Januar 2006 das G esuch der Beschw erdeführer um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gutgeheissen. Entsprechend sind ihnen keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 10.2 O bsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erw achsenen notw endigen Kosten (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 7 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE]). O bsiegt die Partei nur teilw eise, so ist die Parteientschädigung entsprechend zu kürzen (Art. 16 Abs. 2 VG KE). D er R echtsvertreter der Beschw erdeführer hat eine Kostennote vom 5. beziehungsw eise 7. Juni 2007 in der H öhe von Fr. 4'800.-- zu den Akten gereicht. Er w eist einen zeitlichen Aufw and von 21,25 Stunden und Barauslagen von Fr. 68.60 aus. D er zeitliche Aufw and - m it Ausnahm e des Zeitaufw ands für die Erstellung der Kostennoten - sow ie die geltend gem achten Barauslagen erscheinen als angem essen. In Anw endung von Art. 8, 9 und 11 VG KE sow ie unter Berücksichtigung des geltend gem achten Stundenansatzes von Fr. 230.-- ist die Parteientschädigung auf Fr. 5'270.90 (inkl. Auslagen und M W St) festzusetzen und ausgehend von einem hälftigen O bsiegen auf Fr. 2'635.45 zu reduzieren. D as BFM ist anzuw eisen, diesen Betrag den Beschw erdeführern als Parteientschädigung auszurichten. (D ispositiv nächste Seite)25 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit sie die Frage des W egw eisungs- vollzugs betrifft. Im Ü brigen w ird sie abgew iesen. 2. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung des BFM vom 8. N ovem ber 2005 w erden aufgehoben. 3. D as BFM w ird angew iesen, die Beschw erdeführer und ihren Sohn vorläufig aufzunehm en. 4. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 5. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführern eine Parteientschädigung von Fr. 2'635.45.-- auszurichten. 6. D ieses U rteil geht an: - Beschw erdeführer durch Verm ittlung ihres R echtsvertreters, 2 Expl. - BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten N _______ - B._______ D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Beat W eber Barbara Balm elli Versand am :