<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00710</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224667&amp;W10_KEY=13045530&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00710</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.01.2025</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung (Aus- und Weiterbildung)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu Aus- und Weiterbildungszwecken. [Die Beschwerdeführerin reiste im August 2015 zwecks Besuchs einer Internatsschule in die Schweiz ein. Anschliessend besuchte sie einen einjährigen Deutschkurs und begann im Herbst 2020 ein (Mono-)Bachelorstudium in Biologie an einer Universität. Per Frühjahrssemester 2022 wechselte sie zum Hauptfach Psychologie mit Biologie im Nebenfach und per Frühjahrssemester 2024 zum Hauptfach Betriebswirtschaftslehre. Nach entsprechender Ankündigung wurde der Beschwerdeführerin die Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung im Januar 2024 wegen fehlender Zielgerichtetheit ihres Studiums verweigert.] Gemäss Art. 23 Abs. 3 VZAE werden Aus- oder Weiterbildungen in der Regel für längstens acht Jahre bewilligt. Ausnahmen von der Achtjahresregel sind aber möglich, wenn sie einer zielgerichteten Aus- oder Weiterbildung dienen. Die letzte Bewilligungsverlängerung erfolgte trotz eines Hauptfachwechsels, mangelhafter Studienfortschritte und in Kenntnis der absehbaren Überschreitung der maximalen Aufenthaltsdauer (E.3.1). Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführerin angekündigt, dass ein nochmaliger Studienwechsel sowie eine weitere Ausbildung nach dem Bachelor nicht bewilligt werde (E.3.2.2). In den darauffolgenden zwei Semestern konnte sie lediglich 9 erworbene ECTS-Punkte vorweisen und hatte per Frühjahrssemester 2024 zum Hauptfach BWL gewechselt. Im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids hatte sie im Hauptfach BWL (von insgesamt 150) 60 ECTS-Punkte erworben und das Nebenfach Biologie aufgrund früher erworbener ECTS-Punkte bereits bestanden (E.3.2.4). Auch wenn ein gewisses trölerisches Verhalten erkennbar ist, kann der Beschwerdeführerin gesamthaft betrachtet in Bezug auf das Bachelorstudium noch keine fehlende Zielgerichtetheit unterstellt werden. So konnte sie das Frühjahrssemester 2021 unfallbedingt nicht absolvieren. Zudem war es ihr nach dem erstmaligen Nichtbestehen der Propädeutikums-Prüfungen (Psychologie) verwehrt, im Vorfeld der nur jährlich stattfindenden Wiederholungsprüfungen Module aus späteren Semestern vorzuziehen. Weitere potenziell zu erwerbende ECTS-Punkte entgingen ihr schliesslich aufgrund von technischen Störungen während der Wiederholungsprüfung, welche zur Annullation ihres Fehlversuchs führten. Seit dem Wechsel zur BWL hat die Beschwerdeführerin ihr Bachelorstudium erwartungsgemäss speditiv verfolgt und sämtliche absolvierten Prüfungen bestanden (E.3.2.4). Die ausnahmsweise Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung über die 8-Jahres-Frist nach Art. 23 Abs. 3 VZAE hinaus rechtfertigt sich vorliegend auch angesichts der Umstände, dass sich die Beschwerdeführerin während der ersten vier Jahre zur Erlangung des International Baccalaureate in der Schweiz aufgehalten hat und es sich beim Bachelorstudium um ihre Erstausbildung handelt (E.4.1). Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSTAUSBILDUNG">ERSTAUSBILDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STUDIENWECHSEL">STUDIENWECHSEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZIELGERICHTETHEIT">ZIELGERICHTETHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 27 Abs. I lit. d AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 23 Abs. II VZAE</span><br/><span class="gerade">Art. 23 Abs. III VZAE</span><br/><span class="ungerade">Art. 4 lit. b ZV-EJPD</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=69880" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00710</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom 29. Januar 2025</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, Gerichtsschreiber Thomas Grossen. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>(Aus- und Weiterbildung</span></b><b>),</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die 2001 geborene A (nachfolgend: die BeschwerdefÃ¼hrerin), StaatsangehÃ¶rige der Volksrepublik China, reiste am 24. August 2015 in die Schweiz ein und erhielt zwecks Besuchs einer Internatsschule im Kanton C am 15. September 2015 eine Aufenthaltsbewilligung, welche in der Folge jÃ¤hrlich verlÃ¤ngert wurde.</p> <p class="Sachverhalt2">Nachdem die BeschwerdefÃ¼hrerin ihre Ausbildung an der Internatsschule mit dem Diplom International Baccalaureate im Sommer 2019 erfolgreich abgeschlossen hatte, besuchte sie im Hinblick auf ihr geplantes Studium an der Hochschule D einen Deutschkurs, welchen sie Mitte Juni 2020 mit Erhalt eines Goethe-Zertifikats auf dem Sprachniveau C1 abschloss. Im Herbstsemester 2020 begann sie ein Bachelorstudium im Studiengang Biologie und per 1. August 2021 zog sie in den Kanton ZÃ¼rich. Per FrÃ¼hjahrssemester 2022 wechselte die BeschwerdefÃ¼hrerin im Hauptstudium zum Bachelor of Science in Psychologie mit Biologie im Nebenfach. Das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich verlÃ¤ngerte ihre Aufenthaltsbewilligung am 4. Oktober 2021 und zuletzt am 31. Oktober 2022. </p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 12. Oktober 2023 kÃ¼ndigte das Migrationsamt an, die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin wegen fehlender Zielgerichtetheit ihrer Ausbildung nicht zu verlÃ¤ngern und sie aus der Schweiz wegzuweisen, und gewÃ¤hrte ihr diesbezÃ¼glich das rechtliche GehÃ¶r. Die BeschwerdefÃ¼hrerin liess mit Schreiben vom 29. Januar 2023 dazu Stellung nehmen. Per FrÃ¼hjahrssemester 2024 wechselte sie das Hauptfach von Psychologie zur Betriebswirtschaftslehre (BWL) unter Beibehaltung des Nebenfachs (Biologie). Mit VerfÃ¼gung vom 18. Juni 2024 wies das Migrationsamt ihr VerlÃ¤ngerungsgesuch vom 14. September 2023 ab und setzte der BeschwerdefÃ¼hrerin eine Ausreisefrist bis zum 17. August 2024. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den dagegen erhobenen Rekurs vom 15. Juli 2024 wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 29. Oktober 2024 ab und setzte der BeschwerdefÃ¼hrerin eine neue Frist zur Ausreise bis zum 30. Januar 2025. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 22. November 2024 liess die BeschwerdefÃ¼hrerin dem Verwaltungsgericht beantragen, die vorinstanzlichen Entscheide seien unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen vollumfÃ¤nglich aufzuheben und ihre Aufenthaltsbewilligung sei zu verlÃ¤ngern. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Sicherheitsdirektion bzw. das Migrationsamt zurÃ¼ckzuweisen. </p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Einzug1"><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 27 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) kÃ¶nnen AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder fÃ¼r eine Aus- oder Weiterbildung zugelassen werden, wenn die Schulleitung bestÃ¤tigt, dass die Aus- oder Weiterbildung aufgenommen werden kann (lit. a), eine bedarfsgerechte Unterkunft zur VerfÃ¼gung steht (lit. b), die notwendigen finanziellen Mittel vorhanden sind (lit. c) und die auslÃ¤ndische Person die persÃ¶nlichen und bildungsmÃ¤ssigen Voraussetzungen fÃ¼r die vorgesehene Aus- oder Weiterbildung erfÃ¼llt (lit. d). Diese Voraussetzungen werden in Art. 23 (und Art. 24) der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE) konkretisiert. GemÃ¤ss Art. 23 Abs. 2 VZAE erfÃ¼llt die auslÃ¤ndische Person die persÃ¶nlichen Voraussetzungen nach Art. 27 Abs. 1 lit. d AIG namentlich, wenn keine frÃ¼heren Aufenthalte und Gesuchsverfahren oder anderen UmstÃ¤nde darauf hinweisen, dass die angestrebte Aus- oder Weiterbildung lediglich dazu dient, die allgemeinen Vorschriften Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern zu umgehen. Ein Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nach dem â als Kann-Vorschrift formulierten â Art. 27 AIG besteht nicht (BGr, 6. Juni 2019, 2C_521/2019, E. 3.2; BVGr, 13. MÃ¤rz 2020, F-217/2019, E. 5.2.3). Die MigrationsbehÃ¶rden haben das ihnen damit eingerÃ¤umte Ermessen pflichtgemÃ¤ss auszuÃ¼ben (Art. 96 AIG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Aus- oder Weiterbildungen werden gemÃ¤ss Art. 23 Abs. 3 VZAE in der Regel fÃ¼r lÃ¤ngstens acht Jahre bewilligt. Ausnahmen sind nur in hinreichend begrÃ¼ndeten FÃ¤llen mÃ¶glich, wenn sie einer zielgerichteten Aus- oder Weiterbildung dienen, und mÃ¼ssen dem Staatssekretariat fÃ¼r Migration zur Zustimmung unterbreitet werden (vgl. Art. 4 lit. b der Verordnung des EJPD Ã¼ber die dem Zustimmungsverfahren unterliegenden auslÃ¤nderrechtlichen Bewilligungen und Vorentscheide vom 13. August 2015 [ZV-EJPD]). Dies kann der Fall sein, wenn die Ausbildung einen logischen Aufbau hat (beispielsweise Internat, Gymnasium, Diplomstudium, Doktorat), zielgerichtet ist und nicht zur Umgehung der strengeren Zulassungsvoraussetzungen benutzt wird (vgl. VGr, 27. Oktober 2020, VB.2020.00373, E. 3.1.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder, die sich zu Aus- oder Weiterbildungszwecken in der Schweiz aufhalten, mÃ¼ssen ihre Zwischen- und SchlussprÃ¼fungen innerhalb nÃ¼tzlicher Frist ablegen. Dies ist von den kantonalen MigrationsbehÃ¶rden zu Ã¼berprÃ¼fen. ErfÃ¼llen sie diese Anforderung nicht, wird der Zweck ihres Aufenthalts als erreicht erachtet und die Aufenthaltsbewilligung nicht verlÃ¤ngert. Ein Wechsel der fachlichen Ausrichtung wÃ¤hrend der Aus- oder Weiterbildung oder eine zusÃ¤tzliche Ausbildung wird nur in hinreichend begrÃ¼ndeten AusnahmefÃ¤llen bewilligt (VGr, 27. Oktober 2020, VB.2020.00373, E. 3.1.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤lt sich seit ihrer Einreise Ende August 2015 durchgehend zu Ausbildungszwecken in der Schweiz auf. Seit dem Herbstsemester 2020 ist sie an der Hochschule D immatrikuliert. Nach ihrem Zuzug aus dem Kanton C per Anfang August 2021 verlÃ¤ngerte ihr das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich die Aufenthaltsbewilligung erstmals am 4. Oktober 2021. Im Rahmen des entsprechenden VerlÃ¤ngerungsverfahrens orientierte die BeschwerdefÃ¼hrerin darÃ¼ber, dass sie ein 3-jÃ¤hriges Bachelorstudium in der Schweiz plane und sich noch nicht entschieden habe, ob sie auch das Masterstudium an der Hochschule D absolvieren wolle. Aufgrund eines im Dezember 2020 erlittenen Unfalls habe sie die PrÃ¼fungen verpasst und noch keine ECTS-Punkte sammeln kÃ¶nnen. Im Rahmen des darauffolgenden VerlÃ¤ngerungsverfahrens wies das Migrationsamt die BeschwerdefÃ¼hrerin mit Schreiben vom 14. Oktober 2022 ausdrÃ¼cklich darauf hin, dass Aus- oder Weiterbildungen in der Regel lÃ¤ngstens fÃ¼r acht Jahre bewilligt werden. Zudem hielt es im Hinblick auf die nÃ¤chste BewilligungsverlÃ¤ngerung "als Anhaltspunkt" fest, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin wÃ¤hrend vier Semestern lediglich 41 ECTS-Punkte erworben habe, wobei pro Jahr eigentlich 60 ECTS-Punkte absolviert werden sollten. Gleichzeitig verlÃ¤ngerte es ihre Aufenthaltsbewilligung nochmals bis zum 30. September 2023. Im damaligen Zeitpunkt betrug die Aufenthaltsdauer der BeschwerdefÃ¼hrerin in der Schweiz insgesamt bereits mehr als sieben Jahre. GemÃ¤ss den migrationsamtlichen Feststellungen im erwÃ¤hnten Schreiben fehlten ihr zum Abschluss eines Bachelorstudiums noch 139 ECTS-Punkte. DafÃ¼r hÃ¤tte sie unter Einhaltung der "zeitlichen Vorgaben" des Migrationsamts (nÃ¤mlich 60 ECTS-Punkte pro Jahr) mehr als vier weitere Semester benÃ¶tigt. Es war demnach bereits in jenem Zeitpunkt offenkundig, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ihr Bachelorstudium, damals im Hauptfach Psychologie und Nebenfach Biologie, nicht bis im August 2023 und demnach nicht innerhalb eines insgesamt 8-jÃ¤hrigen Aufenthalts in der Schweiz wÃ¼rde absolvieren kÃ¶nnen. Das Migrationsamt hat ihr die Aufenthaltsbewilligung somit zuletzt in Kenntnis der absehbaren Ãberschreitung der maximalen Anwesenheitsdauer verlÃ¤ngert. Damit hat es zumindest in Bezug auf den zum damaligen Zeitpunkt verfolgten Bachelorstudiengang (Psychologie/Biologie) â vorbehÃ¤ltlich einer zielgerichteten DurchfÃ¼hrung (vgl. dazu nachfolgend) â den Ausnahmetatbestand gemÃ¤ss Art. 23 Abs. 3 VZAE faktisch bejaht. Im Ãbrigen wies die Ausbildung der BeschwerdefÃ¼hrerin wÃ¤hrend ihres Aufenthalts in der Schweiz bis dahin einen logischen Aufbau auf, welcher eine solche Ausnahme praxisgemÃ¤ss zu begrÃ¼nden vermag (vgl. oben E. 2.2). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Nach dem Gesagten gilt es im Folgenden zu prÃ¼fen, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin die persÃ¶nlichen und bildungsmÃ¤ssigen Voraussetzungen fÃ¼r die vorgesehene Ausbildung gemÃ¤ss Art. 27 Abs. 1 lit. d AIG weiterhin erfÃ¼llt hat und eine ausnahmsweise VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung Ã¼ber die 8-Jahres-Frist nach Art. 23 Abs. 3 VZAE hinaus gerechtfertigt ist. Dabei gilt es im Besonderen zu klÃ¤ren, ob sie ihr Bachelorstudium auch nach der letzten BewilligungsverlÃ¤ngerung noch zielgerichtet verfolgt hat. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>GemÃ¤ss dem Leistungsausweis der Hochschule D vom 27. September 2024 erwarb die BeschwerdefÃ¼hrerin nach ihrer erstmaligen Immatrikulation im Herbstsemester 2020 im Rahmen des (Mono-)Studiengangs Biologie insgesamt 23 ECTS-Punkte. Im anschliessenden FrÃ¼hjahrssemester 2021 absolvierte sie keinerlei Leistungen und konnte demnach keine erworbenen ECTS-Punkte vorweisen. Sie begrÃ¼ndete dies damit, dass sie aufgrund eines im Dezember 2020 in ihrem Heimatland erlittenen Beinbruchs an den PrÃ¼fungen nicht habe teilnehmen kÃ¶nnen und wegen der Heilungszeit wÃ¤hrend des FrÃ¼hjahrssemesters 2021 beurlaubt worden sei, wodurch sie ein ganzes Studienjahr verpasst habe. In den vorliegenden Akten finden sich in Bezug auf den Unfall lediglich zwei RÃ¶ntgenbilder eines Brustkorbes sowie einer Hand, welche jeweils am 18. Dezember 2020 erstellt wurden. Diese RÃ¶ntgenbilder stellen offensichtlich keine tauglichen Belege fÃ¼r den geltend gemachten <i>Bein</i>bruch dar. Immerhin wurde die unfallbedingte Abwesenheit der BeschwerdefÃ¼hrerin wÃ¤hrend des FrÃ¼hjahrssemesters 2021 seitens der Hochschule D bescheinigt, was eine Ã¤rztliche BestÃ¤tigung voraussetzt. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass sie den erforderlichen medizinischen Nachweis gegenÃ¼ber der Hochschule D erbringen konnte. Per Anfang FrÃ¼hjahrssemester 2022 immatrikulierte sie sich an der Philosophischen FakultÃ¤t fÃ¼r den Studiengang Psychologie (Hauptfach/Major) und Biologie (Nebenfach/Minor) und begrÃ¼ndete dies einerseits damit, die bis dahin "fehlenden Studienleistungen auszugleichen", und andererseits mit fehlendem Interesse und Talent an der ausschliesslich naturwissenschaftlichen Ausrichtung des Biologiestudiums. Die bis dahin erworbenen 34 ECTS-Punkte konnte sich die BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Nebenfach Biologie anrechnen lassen. WÃ¤hrend des Herbstsemesters 2021 und des FrÃ¼hjahrssemesters 2022 absolvierte die BeschwerdefÃ¼hrerin im Rahmen des Hauptfachs Psychologie die Module PropÃ¤deutikum 1 und 2. Die beiden PrÃ¼fungen des PropÃ¤deutikums, welche jeweils Ende FrÃ¼hjahrssemester stattfinden und mit insgesamt 36 ECTS-Punkten dotiert sind, bestand sie nicht. Sie erwarb in dieser Zeit lediglich 2 ECTS-Punkte im Rahmen des Interaktiven Proseminars (Psychologie) und zusÃ¤tzlich noch weitere 16 ECTS-Punkte im Nebenfach Biologie. Somit konnte die BeschwerdefÃ¼hrerin im Zeitpunkt der letzten BewilligungsverlÃ¤ngerung im Oktober 2022 nach vier Semestern und einem FakultÃ¤tswechsel (von der Mathematisch-naturwissenschaftlichen zur Philosophischen FakultÃ¤t) insgesamt lediglich 41 erworbene ECTS-Punkte vorweisen, wovon 39 ECTS-Punkte dem Nebenfach Biologie anzurechnen waren. Die geringe Anzahl erworbener ECTS-Punkte ist jedoch grÃ¶sstenteils auf die unfallbedingte Abwesenheit wÃ¤hrend des FrÃ¼hjahrssemesters 2021 und das Nichtbestehen der jÃ¤hrlich stattfindenden PropÃ¤deutikums-PrÃ¼fungen zurÃ¼ckzufÃ¼hren. Der Wechsel vom Mono-Studiengang Biologie zu Psychologie (Major) und Biologie (Minor) fÃ¼hrte nicht zum Verlust der bis dahin erworbenen ECTS-Punkte und damit auch nicht zwingend zu einer VerzÃ¶gerung des Bachelorstudiums. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Im Zeitpunkt der letzten BewilligungsverlÃ¤ngerung wies das Migrationsamt die BeschwerdefÃ¼hrerin mit Schreiben vom 14. Oktober 2022 ausdrÃ¼cklich darauf hin, dass das Studienprogramm strikt eingehalten werden mÃ¼sse und die Teil- und SchlussprÃ¼fungen innerhalb angemessener Frist zu absolvieren seien. Zudem kÃ¼ndigte es an, dass ein nochmaliger Studienwechsel sowie eine weitere Ausbildung nach dem Bachelor nicht bewilligt werde. In der Folge erwarb die BeschwerdefÃ¼hrerin im Herbstsemester 2022 insgesamt 9 ECTS-Punkte im Nebenfach Biologie, die PropÃ¤deutikums-PrÃ¼fungen Ende FrÃ¼hjahrssemester 2023 bestand sie allerdings erneut nicht. Wie die zustÃ¤ndige PrÃ¼fungskoordination des Psychologischen Instituts jedoch selbst einrÃ¤umte, kam es bei der PrÃ¼fung PropÃ¤deutikum 1 im Format "Bring-Your-Own-Device" zu technischen StÃ¶rungen, aufgrund welcher die nicht bestandenen PrÃ¼fungen als Fehlversuche annulliert wurden â so auch im Fall der BeschwerdefÃ¼hrerin. Die WiederholungsprÃ¼fung wurde erst wieder Ende FrÃ¼hjahrssemester 2024 durchgefÃ¼hrt. Folglich konnte sie im Zeitpunkt ihres letzten VerlÃ¤ngerungsgesuchs im September 2023 lediglich den Erwerb der erwÃ¤hnten 9 ECTS-Punkte vorweisen. Weil die BeschwerdefÃ¼hrerin "aufgrund von Zeit- und Studienfortschritten" die WiederholungsprÃ¼fung des annullierten Fehlversuchs nicht abwarten wollte, wechselte sie per Anfang FrÃ¼hjahrssemester 2024 erneut das Hauptfach von Psychologie zu Betriebswirtschaftslehre (BWL; 150 ECTS-Punkte), weiterhin mit Biologie im Nebenfach (30 ECTS-Punkte), wobei sie bereits im Herbstsemester 2023 BWL-Veranstaltungen besucht hatte. Wie dem Leistungsausweis der Hochschule D vom 27. September 2024 zu entnehmen ist, bestand die BeschwerdefÃ¼hrerin sowohl im Herbstsemester 2023 wie auch im FrÃ¼hjahrssemester 2024 sÃ¤mtliche absolvierten BWL-PrÃ¼fungen und erwarb dadurch insgesamt 60 ECTS-Punkte. Damit hat sie die Assessmentstufe innerhalb eines Studienjahrs und demnach zwei Semester vor Ablauf der seitens der FakultÃ¤t vorgegebenen Maximalfrist absolviert. Zudem hatte die BeschwerdefÃ¼hrerin in Bezug auf das Nebenfach Biologie bereits in den ersten vier Semestern seit ihrer Immatrikulation im Herbst 2020 genÃ¼gend ECTS-Punkte zum frÃ¼hzeitigen Bestehen desselben erlangt.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrerin war spÃ¤testens aufgrund des erwÃ¤hnten migrationsamtlichen Schreibens vom 14. Oktober 2022 bewusst, dass sie ihr Bachelorstudium (damals in Psychologie/Biologie) speditiv voranzutreiben und einen neuerlichen Studienwechsel zu vermeiden hatte. Ihr Erwerb von 9 ECTS-Punkten wÃ¤hrend den zwei Semestern danach entsprach eindeutig nicht den migrationsamtlichen Vorgaben und war auch angesichts der universitÃ¤ren Richtstudienzeit als ungenÃ¼gend zu betrachten. Weil ihr Fehlversuch der PropÃ¤deutikums-PrÃ¼fung Ende FrÃ¼hjahrssemester 2023 offiziell annulliert wurde, kÃ¶nnen ihr die dadurch potenziell entgangenen ECTS-Punkte in migrationsrechtlicher Hinsicht jedoch kaum angelastet werden. Ausserdem war es ihr zuvor verwehrt, Module des dritten bis sechsten Semesters vorzuziehen, weil dafÃ¼r das erfolgreiche Bestehen der PropÃ¤deutikums-Module vorausgesetzt wurde. Allerdings rÃ¤umte die zustÃ¤ndige PrÃ¼fungskoordination den betroffenen Studierenden aufgrund des annullierten Fehlversuchs bzw. des Zeitverlusts bis zur WiederholungsprÃ¼fung im Rahmen eines "einmaligen Sonderfalls" die MÃ¶glichkeit ein, im Herbstsemester 2023 und FrÃ¼hjahrssemester 2024 "spezifische Module aus dem Studienabschnitt des 3.-6. Bachelor-Semesters" vorziehen zu kÃ¶nnen. Es wÃ¤re der BeschwerdefÃ¼hrerin somit mÃ¶glich gewesen, in diesen beiden Semestern gewisse Module der spÃ¤teren Semester vorzuziehen und dadurch zusÃ¤tzlich zu den 38 ECTS-Punkten der WiederholungsprÃ¼fung des PropÃ¤deutikums Ende FrÃ¼hjahrssemester 2024 weitere ECTS-Punkte zu erwerben. Allerdings ist unklar, welche Module zu welchen ECTS-Punkten hÃ¤tten vorgezogen werden kÃ¶nnen. Jedenfalls darf vorliegend nicht leichthin davon ausgegangen werden, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin in diesen beiden Semestern insgesamt mehr als die im Rahmen des BWL-Studiengangs effektiv vorzuweisenden 60 ECTS-Punkte hÃ¤tte erwerben kÃ¶nnen. Durch den Hauptfachwechsel von Psychologie zu BWL erhÃ¶hte sich die erforderliche ECTS-Punktezahl fÃ¼r das Hauptfach von 120 auf 150, wÃ¤hrend diese sich in Bezug auf das Nebenfach Biologie von 60 auf 30 reduzierte. In jenem Zeitpunkt verfÃ¼gte die BeschwerdefÃ¼hrerin bereits Ã¼ber fÃ¼r das Nebenfach Biologie anrechenbare 48 ECTS-Punkte, womit dieses durch den Hauptfachwechsel als bestanden galt. Aufgrund der um 30 ECTS-Punkte hÃ¶heren Gewichtung des Hauptfachs BWL im Vergleich zur Psychologie dÃ¼rfte sich der zu erwartende Zeitpunkt des Bachelorabschlusses durch den Wechsel um ein Semester verzÃ¶gert haben (wobei durch den Wechsel keine ECTS-Punkte fÃ¼r das Nebenfach mehr erworben werden mussten). Im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids (bzw. zu Beginn des Herbstsemesters 2024) fehlten der BeschwerdefÃ¼hrerin noch 90 der erforderlichen 150 ECTS-Punkte. Geht man davon aus, dass sie diese innert drei Semestern erwerben wird (was auch den migrationsamtlichen Vorgaben entsprechen wÃ¼rde), ist ein Abschluss des Bachelorstudiums (inklusive Bachelorarbeit) bis Ende Herbstsemester 2025 realisierbar und von ihr zu erwarten. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.4 </b>In einer Gesamtbetrachtung kann der BeschwerdefÃ¼hrerin noch nicht unterstellt werden, sie habe ihr Bachelorstudium nicht zielgerichtet verfolgt. Auch wenn die beiden FakultÃ¤tswechsel ein gewisses trÃ¶lerisches Verhalten haben erkennen lassen und zumindest in Bezug auf den Hauptfachwechsel von Psychologie zu BWL zu einer VerzÃ¶gerung des Bachelorstudiums gefÃ¼hrt haben, hat die BeschwerdefÃ¼hrerin seit ihrer Immatrikulation an der Hochschule D im Herbstsemester 2020 laufend Module/Vorlesungsveranstaltungen besucht und PrÃ¼fungen absolviert, wenn auch letztere nicht immer erfolgreich. Dass sie nach insgesamt sechs Semestern lediglich 50 erworbene ECTS-Punkte vorweisen konnte (davon lediglich 2 ECTS-Punkte im damaligen Hauptfach Psychologie), ist ihr nur bedingt vorzuwerfen. So konnte sie das FrÃ¼hjahrssemester 2021 unfallbedingt nicht absolvieren und entsprechend auch keine ECTS-Punkte erwerben. Zudem war es der BeschwerdefÃ¼hrerin nach dem erstmaligen Nichtbestehen der PropÃ¤deutikums-PrÃ¼fungen nicht erlaubt, im Vorfeld der nur jÃ¤hrlich stattfindenden WiderholungsprÃ¼fung Module aus spÃ¤teren Semestern vorzuziehen. Weitere potenziell zu erwerbende ECTS-Punkte entgingen ihr schliesslich aufgrund von technischen StÃ¶rungen wÃ¤hrend der WiederholungsprÃ¼fung, welche zur Annullation ihres Fehlversuchs fÃ¼hrten. Seit dem Wechsel zur BWL hat die BeschwerdefÃ¼hrerin ihr Bachelorstudium erwartungsgemÃ¤ss speditiv verfolgt und sÃ¤mtliche absolvierten PrÃ¼fungen bestanden. Wie oben aufgezeigt, wird sie das Bachelorstudium Ende Herbstsemester 2025 abschliessen kÃ¶nnen und mÃ¼ssen. Dies entspricht in etwa dem Enddatum, welches die BeschwerdefÃ¼hrerin im Vorfeld der letzten BewilligungsverlÃ¤ngerung im Oktober 2022 (damals noch in Bezug auf das Hauptfach Psychologie) gegenÃ¼ber dem Migrationsamt kommuniziert hat. Die Ausbildungsfortschritte der BeschwerdefÃ¼hrerin vor ihrem Bachelorstudium gaben hinsichtlich der Zielgerichtetheit keinerlei Anlass zur Beanstandung. Im Ãbrigen bestehen auch keinerlei Anhaltspunkte fÃ¼r etwaige Umgehungsabsichten im Sinn von Art. 23 Abs. 2 VZAE. Angesichts des Umstandes, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin sÃ¤mtliche BWL-PrÃ¼fungen mit Noten zwischen 4,5 und 5,5 bestanden und die fÃ¼r das Nebenfach Biologie erforderlichen ECTS-Punkte bereits frÃ¼hzeitig erworben hat, erfÃ¼llt sie auch die bildungsmÃ¤ssigen Voraussetzungen (Art. 27 Abs. 1 lit. d AIG). DarÃ¼ber hinaus sind auch die Ã¼brigen Voraussetzungen gemÃ¤ss Art. 27 Abs. 1 lit. aâc AIG erfÃ¼llt. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Hebt das Verwaltungsgericht eine angefochtene Anordnung auf, so entscheidet es nach § 63 Abs. 1 VRG selbst. Dabei steht dem Verwaltungsgericht zu, bei Aufhebung eines Ermessensentscheids seinerseits einen<a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getMarkupDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222415&amp;W10_KEY=11601729&amp;nTrefferzeile=9&amp;Template=standard/results/document.fiw#ctx9"></a> Ermessensentscheid zu fÃ¤llen (Marco <span>Donatsch, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG]</span>, § 63 N. 18; BGr, 15. MÃ¤rz 2013, 1C_207/2012, E. 3.4.1; VGr, 10. Oktober 2024, VB.2023.00677, E. 6.1). Nachdem sÃ¤mtliche Voraussetzungen gemÃ¤ss Art. 27 Abs. 1 AIG erfÃ¼llt sind (vgl. oben E.3.2.4) und ihr auslÃ¤nderrechtlich nichts vorzuwerfen ist, spricht nichts gegen den weiteren Verbleib der BeschwerdefÃ¼hrerin zur ErmÃ¶glichung des absehbaren ordentlichen Abschlusses ihres Bachelorstudiums (im Hauptfach BWL und Nebenfach Biologie). Die ausnahmsweise VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung Ã¼ber die 8-Jahres-Frist nach Art. 23 Abs. 3 VZAE hinaus rechtfertigt sich vorliegend auch angesichts der UmstÃ¤nde, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin wÃ¤hrend der ersten vier Jahre zur Erlangung des International Baccalaureate (auslÃ¤ndisches Reifezeugnis analog zur schweizerischen MaturitÃ¤t) in der Schweiz aufgehalten hat (vgl. VGr, 22. Januar 2014, VB.2013.00356, E.2.3; vgl. auch BVGr, 13. MÃ¤rz 2020, F-217/2019, E.6.3.2) und es sich beim Bachelorstudium um ihre Erstausbildung handelt. Es wird von ihr jedoch erwartet, dass sie ihr restliches Bachelorstudium ohne jegliche Beanstandungen und fÃ¶rderlich weiterfÃ¼hrt und abschliesst. Eine weitere VerzÃ¶gerung (insbesondere zufolge eines erneuten FakultÃ¤tswechsels oder Ãhnlichem) wÃ¤re kaum mehr begrÃ¼ndbar und wÃ¼rde unweigerlich zur PrÃ¼fung einer aufenthaltsbeendenden Massnahme fÃ¼hren. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen und das Migrationsamt anzuweisen, der BeschwerdefÃ¼hrerin die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern, unter Vorbehalt der Zustimmung des Staatssekretariats fÃ¼r Migration (vgl. Art. 4 lit. b ZV-EJPD).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem unterliegenden Migrationsamt aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Desgleichen hat dieses der BeschwerdefÃ¼hrerin eine angemessene ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- fÃ¼r das Rekurs- und Fr. 1'500.- (je inklusive Mehrwertsteuer) fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG e contrario; BGE 139 I 330 E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 18. Juni 2024 und die Dispositiv-Ziffern I, II und IV sowie die Kostenverteilung gemÃ¤ss Dispositiv-Ziffer III des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 29. Oktober 2024 werden aufgehoben. </span></p> <p class="Einzug2"><span>Das Migrationsamt wird angewiesen, der BeschwerdefÃ¼hrerin die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern, unter Vorbehalt der Zustimmung des SEM.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens in HÃ¶he von insgesamt Fr. 1'350.- werden dem Migrationsamt auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Das Migrationsamt wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Gerichtskosten werden dem Migrationsamt auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Das Migrationsamt wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>