<h2>SubmittedText<h2><p>In der Antwort des Bundesrates vom 21. November 2012 zur Interpellation Leutenegger Filippo 12.3772, Ziffer 2, wird zum Unterschied zwischen den Preisen der Streusendung und der Zeitungsrechnung erklärt, dass dieser auf den Differenzen im Sortier- und Zustellprozess beruhe. Die Zeitungsverlage liefern heute ihre Presseprodukte bereits gangfolgesortiert ab. Die Post muss folglich die Briefpost, die vorsortierten Zeitungen und Zeitschriften und die Promopost so vorbereiten, dass der Briefträger sie nur noch einzustecken braucht. Wieso kostet bei diesem Prozess, welcher für alle drei Arten (adressierte Briefe, Presse und Streusendungen) den gleichen Aufwand bedeutet, der Zeitungsvertrieb 16 Rappen mehr als der Vertrieb der Briefpost und der Streusendungen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die haushaltsspezifische Zustellung von Sendungen ist in den Verarbeitungsprozessen der Post deutlich aufwendiger als diejenige von unadressierten Sendungen. Dies gilt insbesondere für abonnierte Zeitungen und Zeitschriften, die gegenüber der Promopost und auch der Briefpost in der Regel höhere Gewichte und grössere Volumen aufweisen. Rund 80 Prozent der Zeitungen werden unverpackt aufgeliefert und können deshalb nicht maschinell verarbeitet werden.</p><p>Ausserdem steht der Post für die Zeitungsverarbeitung ein sehr knapp bemessenes Zeitfenster zur Verfügung. Tageszeitungen werden beispielsweise erst nach Mitternacht in den Postzentren aufgeliefert und gleichentags noch zugestellt. Damit die Post 98,8 Prozent der Zeitungen und Zeitschriften rechtzeitig zustellen kann, sind Vorsortierleistungen unumgänglich. In der Regel erfolgt diese Vorsortierung bis auf Stufe des Zustellboten, wobei die richtige Zustellreihenfolge der entsprechenden Zustelltour (die sogenannte Gangfolge) noch nicht berücksichtigt ist. Lediglich ein kleiner Teil der Zeitungstitel wird von den Verlagen bereits in Gangfolge sortiert aufgeliefert. Für die meisten Titel erbringt die Post den unverzichtbaren Zustellsortiergang und stellt den Verlagen den zusätzlichen Aufwand in Rechnung. Die manuelle Verarbeitung von adressierten Zeitungen verursacht demnach nicht nur im Vergleich zur unadressierten Promopost, sondern auch im Vergleich zu den adressierten Briefen, die maschinell verarbeitet werden können, deutlich höhere Verarbeitungskosten.</p><p>Die Überwälzung des Sortieraufwandes ist nicht nur mit Blick auf das Verursacherprinzip, sondern auch aus grundsätzlichen Überlegungen nachvollziehbar. Weitere Kostenunterschiede ergeben sich aus der Kostenschlüsselung der Post. So lastet die Post die Fahrtkosten des Postboten stärker den adressierten Sendungen (Zeitungen und Briefe) an als den nichtadressierten Produkten (Prospekte, Gratiszeitungen), die gleichzeitig ausgetragen werden. Im Übrigen sind die Zeitungspreise bedeutend günstiger als die Briefpreise, und die Post weist jährlich ein Defizit in der Postzeitungsrechnung von über 100 Millionen Franken aus (Stand 2011).</p>  Antwort des Bundesrates.