Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer I I 2024 43 Entscheid vom 4. Dezember 2024 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter Dr.med. Urs Gössi, Richter lic.iur. Josef Mathis, Gerichtsschreiber Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern, Vorinstanz, Gegenstand Unfallversicherung (Leistungen; Kausalität)2 Sachverhalt: A.A.________ (Jg. 1963) ist seit 1. Juni 1985 als Dachdecker bei der C.________ AG angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch unfallversi- chert. Am 18. September 2022 meldete die Arbeitgeberin der Suva, A.________ sei am 17. September 2022, 18 Uhr, auf nassem Eternit-Dachschiefer ausge- rutscht und habe dabei die linke Schulter geprellt. Die Arbeit habe er seit dem 19. September 2022 ausgesetzt (Suva-Dossier 26.70782.22.3 act. 1 = Suva-act. U1/1). Mit Schreiben vom 22. September 2022 anerkannte die Suva ihre Leis- tungspflicht (Suva-act. U1/3, 9). B.Bei anhaltenden Beschwerden suchte A.________ Dr.med. D.________ (Facharzt für Orthopädische Chirurgie) auf, der gemäss Bericht vom 24. März 2023 nach der Konsultation vom 8. November 2022 bei Diagnose eines massi- ven Schulterdistorsionstraumas links mit Subscapularissehnenabrissruptur, transmuraler Supraspinatussehnenruptur, Bizepssehnenluxation sowie massiver intraartikulärer Synovitis die Indikation zur operativen Sanierung stellte (Suva-act. U1/51). Am 14. November 2022 erfolgte die Schulterarthroskopie links mit ar- throskopischer Subscapularissehnenrekonstruktion, arthroskopischer Supraspi- natussehnenrekonstruktion, intraartikulärer Synovektomie, Bizepssehnenreposi- tion sowie subakromialer Bursektomie (Suva-act. U1/20). Für diesen Eingriff er- teilte die Suva am 16. November 2022 Kostengutsprache (Suva-act. U1/13). C.Am 25. Februar 2023 meldete die Arbeitgeberin der Suva, A.________ sei am 15. Februar 2023, 08.10 Uhr, aus dem Auto gestiegen und auf dem gefrore- nen Asphalt ausgerutscht, wobei er auf die operierte linke Schulter gestürzt sei (Suva-Dossier 23.84640.23.3 act. 1 = Suva-act. U2/1). Mit Schreiben vom 1. März 2023 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht (Suva-act. U2/3). In der Konsultation vom 24. Februar 2023 erhob Dr.med. D.________ den Befund, dass die aktive Elevation und Abduktion aufgehoben sei, massivste Bewegungs- und Belastungsbeschwerden bestünden und die Kraft im Seitenvergleich massiv reduziert sei (Suva-act. U2/11). Am 23. Mai 2023 erfolgte bei anhaltenden Schul- terbeschwerden ein Arthro MRI Schulter links, das keinen Hinweis auf eine er- neute Läsion der Rotatorenmanschette bei St.n. Rekonstruktion ergab, jedoch Zeichen einer Bursitis subacromialis sowie einer Capsulitis (Suva-act. U2/14). D.Nach Einholung von Kurzbeurteilungen der Versicherungsmedizin prüfte die Suva mit Verfügung vom 7. September 2023 ihre Leistungspflicht für die bei- den Schadenfälle vom 17. September 2022 sowie 15. Februar 2023. Gemäss ih- rem versicherungsmedizinischen Dienst sei mit der Operation vom 14. November 2022 keine Unfallfolge behandelt worden; spätestens sechs Wochen nach dem 3 Unfallereignis vom 17. September 2022 sowie acht Wochen nach dem Ereignis vom 15. Februar 2023 seien die Beschwerden an der linken Schulter nicht mehr unfallbedingt. Die Suva schloss den Fall per 14. September 2023 ab; einen An- spruch auf weitere Versicherungsleistungen lehnte sie ab (Suva-act. U1/63 und U2/26). E.Am 5. Oktober 2023 erhob A.________ Einsprache gegen die Leistungs- einstellung (Suva-act. U1/83 und U2/34). Diese ergänzte er mit Eingabe vom 7. November 2023 und legte hierzu eine gutachterliche Stellungnahme von Dr.med. Dr.h.c. E.________ (Leitende Ärztin Unfallchirurgie und Orthopädie BG Unfallkli- nik F.________) vor (Suva-act. U1/72, U1/74 und U2/44). Nach Einholen einer weiteren ärztlichen Beurteilung des versicherungsinternen Arztes Dr.med. G.________ (Facharzt für Chirurgie mit Schwerpunkt spezialisierte Traumatolo- gie) vom 2. April 2024 wies die Suva die Einsprache mit Entscheid vom 19. April 2024 ab (Suva-act. U1/88 und U2/58). F.Am 21. Mai 2024 lässt A.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde erheben mit den Anträgen: 1. Der Einspracheentscheid vom 19. April 2024 sei aufzuheben. 2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlich geschuldeten Leis- tungen auch nach dem 14. September 2023 zu erbringen, insbesondere Tag- gelder und Heilungskosten, eventuell eine Rente und Integritätsentschädigung. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (inkl. 8.1 % MwSt.). Mit Vernehmlassung vom 19. Juni 2024 beantragt die Suva die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheides vom 19. April 2024. Am 12. September 2024 repliziert der Beschwerdeführer. Er beantragt Gutheis- sung der Beschwerde und stellt zusätzlich den Antrag, das Vorgehen der Suva sei unabhängig vom Ausgang des vorliegenden Verfahrens bei den Kosten und der Parteientschädigung zu berücksichtigen. Am 30. September 2024 verzichtet die Suva auf Einreichung einer umfassenden Duplik. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.Strittig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Suva die Versicherungsleis- tungen zu Recht per 14. September 2023 eingestellt hat mit der Begründung, die bestehenden Schulterschmerzen links seien nicht mehr unfall-, sondern aussch- liesslich krankheitsbedingt; mit der Operation vom 14. November 2022 seien kei- ne Unfallfolgen behandelt worden. 4 2.Soweit der Beschwerdeführer der Suva vorwirft, die Aktenführung entspre- che nicht den gesetzlichen Vorgaben, geht der Vorwurf fehl. Nach Eingang der Unfallmeldung vom 18. September 2022 eröffnete die Suva ein Verfahren (26.70782.22.3) und ein Dossier (Suva-act. U1); sie legte fortan chronologisch die diesen Unfall betreffenden Akten ab, was sich dem Inhaltsverzeichnis ent- nehmen lässt. Am 25. Februar 2023 wurde ein neuer Unfall gemeldet, was zur Eröffnung eines neuen Verfahrens mit eigenem Dossier führte (23.84640.23.3; Suva-act. U2), das gleichermassen geführt wurde. Die Bearbeitung der beiden Fälle erschliesst sich aus den beiden Dossiers. Dass es mitunter Doppelspurig- keiten gibt, ist der Suva nicht vorzuwerfen, da beide Unfälle die linke Schulter be- trafen und der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des zweiten Unfalles bezüglich vermeintlicher Folgen des ersten Unfalles noch immer bei Dr.med. D.________ in Behandlung war. Dass mit Verfügung vom 7. September 2023 dann beide Fäl- le in einem Akt abgeschlossen wurden und fortan formal ein Verfahren (bis hin zum vorliegenden) geführt wird, beschlägt die Aktenführung nicht, zumal dieses Verfahren in beiden Dossiers dokumentiert ist. Des Weitern lässt sich entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers die Begründung der Verfügung und des Einspracheentscheides aus den beiden Unfalldossiers nachvollziehen. 3.Was die beiden Unfälle sowie den Gesundheitsverlauf anbelangt, so ergibt sich aus den Akten folgendes: 3.1Am 18. September 2022 meldete die Arbeitgeberin der Suva den Unfall vom Vortag (Samstag). Der Beschwerdeführer sei auf nassem Eternit-Dach- schiefer ausgerutscht; die linke Schulter sei geprellt (Suva-act. U1/1). Anlässlich eines Telefoninterviews vom 21. Dezember 2022 beschrieb der Beschwerdefüh- rer den Unfallhergang wie folgt (Suva-act. U1/22): War an Arbeitsvorbereitungen auf dem Dach dran, wollten da am nächsten Tag Solaranlagen montieren. Als ich vom Gerüst auf das Dach steigen wollte, merkte ich, wie es auf der Schieferplatte rutscht und schon hat es mich seitlich umgewor- fen und bin seitlich auf meine linke Schulter gefallen. Im Notfallbericht vom 18. September 2022 wird unter Anamnese festgehalten, der Beschwerdeführer habe auf einem Dach Vorarbeiten für das Aufstellen einer Solaranlage erledigen wollen. Er sei dabei auf einer Eternitplatte ausgerutscht und auf die linke Schulter gefallen (Suva-act. U1/36). 3.2Der Beschwerdeführer führte anlässlich des vorerwähnten Telefonates wei- ter aus, nach dem Sturz einen direkten Schmerz gespürt zu haben, jedoch die Aufräumarbeiten noch gemacht zu haben in der Annahme, sich eine Prellung zu- gezogen zu haben. Am Folgetag (Sonntag) habe er wegen den starken Schmer-5 zen den Hausarzt aufgesucht. Im Notfallbericht vom 18. September 2022 wird als Status dokumentiert (Suva-act. U1/36): linke Schulter passiv frei beweglich, AR gegen Widerstand und Schürzengriff stark schmerzhaft, Abd gegen WS kräftig aber schmerzhaft, kein Hämatom. Am selben Tag wurde auch ein Röntgen Schulter a.p. und Neeraufnahme links angefertigt, das eine regelrechte Darstellung der ossären Strukturen ohne Frak- turnachweis sowie mit kongruenten Artikulationen zeigte (Suva-act. U1/19). Es wurde die Diagnose einer Schulterkontusion links gestellt und die Ruhigstellung in Mitella sowie Analgesie mit Irfen und Minalgin verordnet; bei Beschwerdeper- sistenz ein MRI vorbehalten (Suva-act. U1/36). 3.3Am 23. September 2022 erfolgte ein Arthro MRI der linken Schulter bei kli- nischer Angabe "Sturz auf Schulter am 17.08.2022 [recte 17.09.2022]. Schwäche im AR" sowie der Frage nach Schulterbinnenläsion. Im Bericht vom gleichen Tag dokumentierte der Radiologe (Suva-act. U1/17): Befund […] Das intraartikulär applizierte Kontrastmittel verbleibt streng im Gelenkraum. Ausgedehnte gelenkseitige Signalhyperintensität im anterioren Aspekt der Supra- spinatussehne. Normale Signalgebung der Infraspinatussehne. Gelenkseitige Si- gnalhyperintensität im Bereich der Subscapularissehne. Deutliche Signalhyperin- tensitäten in der langen Bizepssehne die bis zum Bizepssehnenanker und zum Labrum reichen. Die lange Bizepssehne ist medialisiert. Gute Muskel Qualität, ne- gatives Tangenten-Zeichen. Austritt von Kontrastmittel im Bereich des Recessus axillaris. Ödematöse Veränderungen im Bereich des Musculus infraspinatus. Sub- chondrale Zystenbildung und ödematöse Veränderungen sowie kleine Osteophy- ten im AC-Gelenk. Der Subakromialraum misst ca. 5 mm. Beurteilung Ausgedehnte gelenkseitige Partialläsion in der tendinopathisch veränderten Su- praspinatussehne. Gelenkseitige Partialläsion im Bereich der Subscapularissehne. Tendinopathie der langen Bizepssehne mit Verdacht auf SLAP-Läsion des anterio- ren Superioren Labrums sowie Pulley-Läsion bei Medialisierung der langen Bi- zepssehne. Zeichen einer AC-Gelenksarthrose. Zeichen einer leichten Bursitis subacromia- lis/subdeltoidea. Diskrete ödematöse Veränderungen im Bereich des Musculus infraspinatus. Verdacht auf Kapselverletzung bei Austritt von Kontrastmittel im Bereich des Re- cessus axillaris. 3.4Nachdem der Orthopäde Dr.med. D.________ die Operationsindikation stellte (vgl. hierzu unten E. 3.7), erfolgte am 14. November 2022 eine Schulterar- throskopie mit Rekonstruktion der Subscapularissehne und der Supraspinatus- sehne, einer intraartikulären Synovektomie, Bizepssehnenreposition sowie einer 6 subakromialen Bursektomie (Suva-act. U1/20). Bei Spitaleintritt zeigten sich als Lokalbefund massive Bewegungs-, Belastungs- und Ruhebeschwerden, eine massiv reduzierte Kraft, deutlich positive Neer-Zeichen; eine Instabilität zeigte sich nicht (Suva-act. U1/21). Unter technischer Durchführung dokumentierte der Operateur Dr.med. D.________ im Operationsbericht vom 21. November 2022 (Suva-act. U1/20): […] Eingehen über ein dorsales Standardportal. Entleeren eines intraartikulären blutigen Ergusses. Eingehen mit der Optik und Darstellung einer massiven intraar- tikulären Synovitis. Über ein anterior-superiores Portal wird ein Shaver eingeführt und es erfolgt zunächst eine subtile Synovektomie mit anschliessender Blutstillung. Der Humeruskopf wie auch das Glenoid sind soweit unauffällig. Das Labrum ist in- takt. Die Subskapularissehne zeigt im Ansatzbereich am Tuberculum minus einen hochgradigen Abriss. Die lange Bizepssehne ist entsprechend nach medial sublu- xiert. Gleichzeitig zeigt sich eine breite transmurale Supraspinatussehnenruptur. Die Infraspinatussehne ist intakt. Über das anterior-superiore Portal wird zunächst die Bizepssehne reponiert. Anschliessend wird mittels OPUS-System die Subska- pularissehne gefasst und mittels SpeedScrew-Schraube sicher am Tuberculum minus refixiert. Anschliessend Schaffung eines antero-lateralen Portals. Narbenre- sektion von Seiten der Supraspinatussehne wie auch Anfrischung des Tuberculum majus. 2-faches Fassen der Supraspinatussehne mittels OPUS-System und siche- re Rekonstruktion am Tuberculum majus von intraartikulär her. Es zeigt sich nun ein vollständiger Verschluss der Supraspinatussehne, eine sichere Rekonstruktion der Subskapularissehne und eine reponierte Bizepssehne. Eingehen nach suba- kromial. Es zeigt sich hier eine ausgeprägte Bursitis, sodass eine Bursektomie er- folgt. […]. Bei peri- und postoperativ komplikationslosem Verlauf erfolgte eine rasche Mobi- lisation unter physiotherapeutischer Anleitung. Bei deutlicher Beschwerdebesse- rung trat der Beschwerdeführer am 16. November 2022 aus. Für vier Wochen wurde ein Abduktionskissen verordnet, anschliessend sukzessive aktive Mobili- sation. Zudem sofortiger Beginn mit passiv und passiv-assistiven Bewegungs- übungen mit AR bis 0° und Elevation passiv/assistiv bis 70° (Suva-act. U1/21). 3.5Mit Schreiben vom 10. Februar 2023 berichtete Dr.med. D.________ der Suva über die Konsultationen nach erfolgtem Eingriff (Suva-act. U1/38). Am 13. Dezember 2022 zeigte sich der Beschwerdeführer deutlich beschwerdegebes- sert; Ruhebeschwerden wurden verneint; passive Abduktion und Elevation er- reichten 100°. Für die Konsultation vom 10. Januar 2023 wird erneut eine deutli- che Beschwerdebesserung dokumentiert; zeitweilige Ruhebeschwerden. Bei gleicher Elevation und Abduktion (100°) wird angefügt, der aktive Nacken- und Schürzengriff sei nur knapp möglich. Am 31. Januar 2023 gab der Beschwerde- führer noch Restschmerzen an; Nackengriff war möglich, Schürzengriff noch ein- geschränkt; Abduktion und Elevation erreicht "zwischenzeitlich" 100°. Die Ar- beitsunfähigkeit wurde weiterhin bestätigt sowie Physiotherapie verordnet.7 3.6Am 25. Februar 2023 meldete die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers der Suva ein weiteres Unfallereignis vom 15. Februar 2023 (Suva-act. U2/1). Er sei aus dem Auto ausgestiegen und auf dem gefrorenen Asphalt ausgerutscht und dabei auf die operierte Schulter gestürzt. Anlässlich des Telefoninterviews vom 7. Juni 2023 erklärte der Beschwerdeführer, er sei vor der Physiotherapie auf Eis ausgerutscht und auf die Schulter gefallen (Suva-act. U2/13). 3.7Am 3. März 2023 ersuchte die Suva Dr.med. D.________ um Zustellung der intraoperativen Bilder vom 14. November 2022 (Suva-act. U1/40; vgl. Bilder Suva-act. U1/41), am 17. März 2022 um Zustellung sämtlicher Berichte vor der Operation (Suva-act. U1/49). Am 24. März 2023 berichtete Dr.med. D.________ über die Sprechstunde vom 8. November 2022 wie folgt (Suva-act. U1/51): Diagnose • Massives Schulterdistorsionstrauma links mit Subscapularissehnenabrissruptur, transmuraler Supraspinatussehnenruptur, Bizepssehnenluxation, massiver intra- artikulärer Synovitis Konsultation 08.11.2022 Der Patient ist bereits am 18.09.2022 [sic] nach eigenen Angaben gestürzt und hat sich hierbei ein massives Schulterdistorsionstrauma links zugezogen. Seither mas- sive Bewegungs- und Belastungsbeschwerden, massivste Ruhebeschwerden, eine Arbeitsfähigkeit als Dachdecker ist nicht mehr gegeben. Befunde Unter massiven Beschwerden zeigt sich eine noch ganz gute Beweglichkeit, der Nacken- und Schürzengriff ist möglich, massive Schmerzen jedoch unter Belas- tung, die Kraft ist im Seitenvergleich deutlich reduziert, die Neer-Zeichen positiv, das Lift-off-Sign ist positiv. Eine Instabilität zeigt sich nicht. MRI Schulter links: Transmurale Supraspinatussehnenruptur. Hochgradige Subscapularissehnenpartialruptur. Procedere Aufgrund der massiven Beschwerden ist sicherlich die Indikation für eine Schul- terarthroskopie links mit Rotatorenmanschettenrekonstruktion gegeben. 3.8Nachdem alle die von Dr.med. G.________ geforderten medizinischen Be- richte vorlagen, beantwortete er am 31. März 2023 Fragen der Verwaltung betref- fend den Unfall vom 17. September 2022 im Rahmen einer Kurzbeurteilung (Su- va-act. U1/53): 1.1. Hat der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen struktu- rellen Läsionen, welche objektivierbar sind, geführt? Antwort: üww nein 1.2. Ist insbesondere der Schaden, welcher operiert wurde, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen? Wenn nein, bitte begründen. Antwort: üww nein. Kein Kontrastmitteldurchtritt im MRI sichtbar. SSP anterior lä- diert, im crescent Bereich, dazu passend eine mässige Volumenminderung und 1° 8 Verfettung des SSP. SSC Oberrandläsion, was zusammen mit anteriorer SSP Lä- sion zumeist degenerativ ist. Im MRI ist diese Oberrandläsion sehr diskret. Eine solche Läsion (Partialläsion) führt idR nicht zu einem positiven Lift-off-LAG sign, wie präop. beschrieben. Dieser Bericht scheint aber im Nachhinein verfasst, vgl. dazu meine Annotationen. Im MRI im SSP und SSC Bereich keine Hinweise auf frische Läsionen (Ödem). LBS stark degenerativ verändert. Die intraop. Bilder le- gen dann aber, wie im OP Bericht beschrieben, eine transmurale Läsion des SSP nahe (Bild 2), doch sind die Sehnenenden schon entrundet (Bild 2), was knapp 2 Monate nach dem UE (Intervall UE-OP) kaum möglich scheint. Ebenso muss die beschriebene massive intraarticuläre Synovitis (Anm. = Pleonasmus) älteren Da- tums sein rsp. schon länger als 2 Monate bestanden haben. 2. Bei Verneinung von Frage 1.1 und 1.2: Ab wann spielen Unfallfolgen im Be- schwerdebild mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Rolle mehr, wobei der Einfluss der Operation ausser Acht zu lassen ist? Antwort: Kontusion: 6 Wochen 3. Falls der Zeitpunkt dafür noch nicht beurteilbar ist, wann ist Frage 2 aus medizi- nischer Sicht wieder zu prüfen? Keine Antwort. 3.9Am 19. April 2023 berichtet Dr.med. D.________ über die Sprechstunde vom 12. April 2023 (Suva-act. U1/55 und U2/6), wonach der Beschwerdeführer noch immer Restbeschwerden von Seiten der operierten Schulter aufweise. Der Nacken- und Schürzengriff sei knapp möglich, die Abduktion und Elevation er- reichten linksseitig 130°, rechtsseitig 180°. Die Aussenrotation sei linksseitig nach Subscapularissehnenrekonstruktion noch auf 0° reduziert, rechtsseitig be- trage sie 45°. Aufgrund der anhaltenden Beschwerden erfolgte eine Schulterge- lenkinfiltration. 3.10Am 3. Mai 2023 berichten die den Beschwerdeführer seit der Operation be- treuenden Physiotherapeuten (Suva-act. U2/9). Durch die Behandlung habe das aktive Bewegungsausmass und die Kraft verbessert werden können. Durch den Unfall vom 15. Februar 2023 habe er einen Schritt zurück gemacht und seither erhebliche Beschwerden in der linken Schulter; die aktive Flexion betrage 110°, die aktive Abduktion 90°. Die Schmerzen würden die aktive Schultermobilität er- schweren und den Kraftzuwachs stark einschränken. Zuviel Aktivität erhöhe die Schmerzen und schränke das ROM ein. 3.11Am 26. Mai 2023 informierte Dr.med. D.________ über die letzten Konsul- tationen (Suva-act. U2/11). So habe der Beschwerdeführer am 24. Februar 2023 berichtet, am 15. Februar 2023 auf Eis ausgerutscht zu sein und sich ein massi- ves Schulterdistorsions- und Kontusionstrauma links zugezogen zu haben; seit- her beklage er massive Bewegungs- und Belastungsbeschwerden. Als Befund notierte er, die aktive Elevation und Abduktion sei aufgehoben, massivste Bewe- gungs- und Belastungsbeschwerden, die Kraft sei im Seitenvergleich massiv re-9 duziert. Im Röntgen sei keine Fraktur nachweisbar. Dr.med. D.________ veran- lasste eine MRI-Untersuchung, die keine Reruptur ergab (wohl MRI vom 1.3.2023 [vgl. Suva-act. U2/14, unten E. 3.12], dessen Befund in keinem Dossier liegt). Zur Konsultation vom 15. März 2023 wird über noch immer erhebliche Be- wegungs- und Belastungsbeschwerden berichtet, aktiver Nacken- und Schür- zengriff sei knapp möglich, passive Elevation erreiche 120°. Auch für den 12. April 2023 werden erhebliche Restbeschwerden notiert, nachdem er vor dem Un- fall keinerlei Beschwerden mehr aufgewiesen habe (wobei das Wort 'mehr' nur die Lesart zulässt, dass es sich um den zweiten Unfall handelt). Der Nacken- und Schürzengriff sei möglich, Abduktion und Elevation erreichten linksseitig 120°, rechtsseitig 180°; die Aussenrotation sei deutlich eingeschränkt (vgl. den davon abweichenden Bericht vom 19.4.2023, E. 3.9). Es erfolgte eine Infiltration der lin- ken Schulter, worauf zur Konsultation vom 9. Mai 2023 festgehalten wird, nach der Infiltration sei es zu einer deutlichen Besserung gekommen. Nacken- und Schürzengriff seien aktuell nur knapp möglich, Abduktion und Elevation auf 130° eingeschränkt. Seit dem Sturz auf Eis gebe er erhebliche Bewegungs- und Be- lastungsbeschwerden an, nachdem er zuvor nahezu beschwerdefrei gewesen sei. Es wurde erneut eine MRI-Untersuchung veranlasst. 3.12Als Befund und Beurteilung des Arthro MRI Schulter links vom 23. Mai 2023 dokumentierte der Radiologe (Suva-act. U2/14): Befund: Es wird mit der letzten Voruntersuchung vom 1.3.2023 verglichen. Es zeigt sich weiterhin eine postoperative Veränderung der Supraspinatus- und der Subscapularissehne. Auch die Infraspinatussehne kommt am Übergang zur Su- praspinatussehne etwas postoperativ verändert zur Darstellung. Eine erneute Lä- sion der Rotatorenmanschette zeigt sich nicht. Leichte Subluxation der langen Bi- zepssehne nach medial, vorbestehend. Exsudation im hypertrophierten AC- Gelenk. Flüssigkeit in der Bursa subacromialis. Weiterhin etwas verdickt zur Dar- stellung kommende Gelenkkapsel ventral mit geringerer Entfaltung derselben im Vergleich zu dorsal. Keine eindeutige Labrumläsionen. Geringe Osteophytenbil- dung am Humeruskopf ventrokaudal. Keine fettige Degeneration oder Arthrophie der Muskelbäuche der Rotatorenman- schette. Beurteilung: Kein Hinweis auf eine erneute Läsion der Rotatorenmanschette bei St.n. Rekon- struktion. Zeichen einer Bursitis subacromialis sowie einer Capsulitis Im Bericht zur Sprechstunde vom 2. Juni 2023 verweist Dr.med. D.________ auf die sehr gute Reaktion auf die Infiltration vom 9. Mai 2023 sowie das Ergebnis der MRI-Untersuchung, wonach keine Rotatorenmanschettenruptur nachweisbar sei, aber eine Kapsulitis (Suva-act. U2/15). 10 3.13In einer Kurzbeurteilung betreffend Folgen des zweiten Unfalles vom 15. Februar 2023 beantwortete Dr.med. G.________ Fragen der Suva am 21. Juni 2023 wie folgt (Suva-act. U2/17): 1. War die Gesundheit der versicherten Person bei der vom aktuellen Unfallereig- nis betroffenen Körperregion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schon vor dem Unfall in stummer oder manifester Weise beeinträchtigt? Antwort: Ja 1.2. Wenn ja, inwiefern? Antwort: Läsion der subscapularis und supraspinatus Sehne und Bizepssehnen- Luxation Schulter links. Operative Rekonstruktion 14.11.2022. Unfall-Kausalität von mir abgelehnt (vergleiche Beurteilung 31.3.2023). [2. Wenn Sie Frage 1 verneinen: -] 3. Falls Sie Frage 1 bejahen: 3.1. Hat der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen struktu- rellen Läsionen, welche objektivierbar sind, geführt? Wenn nein, bitte begründen. Antwort: im MRI vom 23.5.2023 ist keine objektivierbare strukturelle Läsion darge- stellt, die mit dem Unfallereignis vom 15.2.2023 im Zusammenhang wäre. Klinisch besteht aber eine Kapsulitis, entsprechend ist im MRI das Kapselvolumen vermin- dert, das aber per se keine strukturelle Läsion darstellt. 3.2. Wenn nein, ab wann spielen Unfallfolgen im Beschwerdebild mit überwiegen- der Wahrscheinlichkeit keine Rolle mehr? Antwort: entfällt 3.3. Falls der Zeitpunkt dafür noch nicht beurteilbar ist, wann ist Frage 3.2 aus me- dizinischer Sicht wieder zu prüfen? Antwort: nach der nächsten Konsultation im Juli 2023. 3.14Am 5. August 2023 berichtete Dr.med. D.________ zur Sprechstunde vom 28. Juli 2023, der Beschwerdeführer sei beschwerdegebessert, die Kraft sei je- doch im Seitenvergleich noch immer reduziert. Als Befund dokumentierte er eine zwischenzeitlich freie Beweglichkeit der linken Schulter, noch deutliche Kraftre- duktion im Seitenvergleich. Ab dem 1. August 2023 sollte eine 50%ige Arbeits- fähigkeit gegeben sein (Suva-act. U2/18). 3.15Auf die neuerliche Unterbreitung derselben Fragen (vgl. oben E. 3.13) ge- langte Dr.med. G.________ am 31. August 2023 zur Kurzbeurteilung (Suva-act. U2/21): Vergleiche dazu meine Beurteilung vom 21.6.2023. Diese enthält aber unter Punkt 3 einen Fehler. Die Antwort unter 3.1 sollte heissen: überwiegend wahrscheinlich nein. Klinisch soll eine Kapsulitis bestehen. Überwie- gend wahrscheinlich ist aber die Bewegungseinschränkung und das im MRI vom 23.5. 2.2.2023 [sic] nachgewiesene verminderte Kapselvolumen noch bedingt durch die nicht unfallkausal durchgeführte Operation vom 14.11.2022 im Schaden- fall 26.70782.22.3. Entsprechend 3.2: Kontusion bei Vorschaden: 6-8 Wochen.11 4.1Am 7. September 2023 verfügte die Suva den Fallabschluss und die Leis- tungseinstellung per 14. September 2023. Mit der Operation vom 14. November 2022 seien gemäss versicherungsmedizinischem Dienst keine Unfallfolgen be- handelt worden. Spätestens nach sechs Wochen seit dem Ereignis vom 17. Sep- tember 2022 sowie acht Wochen seit dem Ereignis vom 15. Februar 2023 seien die Beschwerden an der linken Schulter gestützt auf die ärztliche Beurteilung nicht mehr unfallbedingt (Suva-act. U1/63 und U2/26). 4.2Am 5. Oktober 2023 erhob der Beschwerdeführer Einsprache; seine ge- sundheitlichen Beschwerden seien weiterhin auf die beiden Unfälle zurückzu- führen (Suva-act. U1/83 und U2/34). Am 7. November 2023 wurde die Einspra- che ergänzt (Suva-act. U1/72 und U2/44). Der Einspracheergänzung beigelegt war eine gutachterliche Stellungnahme von Dr.med. E.________ vom 15. Okto- ber 2023 (Suva-act. U1/74 und U2/45). Gemäss Dr.med. E.________ erlitt der Beschwerdeführer am 17. September 2022 einen direkten Sturz auf die Schulter, am Folgetag stärkste Beschwerden der Schulter. Im MRI vom 23. September 2022 fänden sich altersbedingte, dege- nerative Veränderungen im Bereich des Schultergelenkes sowie eine subakro- miale Einengung, welche das Gleitverhalten der Sehnen behindere. Die Supra- spinatussehne sei tendinopathisch verändert, was einen Hinweis auf degenerati- ve Veränderungen gebe. Unfallfremd seien auch die Tendinopathie der langen Bizepssehne sowie die Zeichen einer AC-Gelenksarthrose. Die Muskelqualität sei gut beschrieben, was eher den Eintritt einer frischen Verletzung bestätige. Weiter hält sie fest, knapp 2 Monate nach Ereignis sei es äusserst schwierig, al- lein anhand der Beurteilung des intraoperativen Befundes zu beurteilen, ob es sich bei der ausgedehnten gelenkseitigen Partialläsion der Supraspinatussehne und dem Abriss der Subscapularissehne um rein unfallbedingte oder rein dege- nerative Veränderungen oder ein Mischbild handle. Die intraoperativen Bilder 2 Monate nach Unfallereignis könnten bezüglich Kausalitätsbetrachtung nicht mehr als eindeutig beweisend herbeigezogen werden. Es seien alle Faktoren einzeln im Detail zu bewerten (Unfallhergang, Beschwerdeeintritt, erste MRI-Diagnostik, intraoperative Befunde, Kofaktoren wie altersbedingter Verschleiss). Rechtsprechungsgemäss gebe es keine geeigneten oder ungeeigneten Ereignis- se zur Herbeiführung einer Rotatorenmanschettenläsion. Beschwerden seien so- fort eingetreten. Als Zeichen einer frischen Verletzung habe sich bei der Punktion des Gelenks ein blutiger Erguss entleert. Die Synovitis könne vorbestanden ha- ben (gemäss Dr.med. E.________ bei voll arbeitsfähigem Dachdecker ohne Be- schwerden eher unwahrscheinlich) oder nach Unfall eingetreten sein (Reizung bei starker Prellung). Die Supraspinatussehnenruptur könne auch vorbestehend 12 gewesen sein, scheint gemäss Dr.med. E.________ degenerativer Natur zu sein. Die Subscapularissehne zeige im Ansatzbereich Tuberculum minus einen hoch- gradigen Abriss; altersbedingt verändere sich die Reissfestigkeit gerade da und sei deutlich herabgesetzt; womöglich sei der Unfall der "letzte Tropfen" gewesen, der zum Abriss geführt habe. Dr.med. E.________ geht davon aus, mit der Operation seien sowohl degenera- tive als auch traumatische Veränderungen behandelt worden: Der Unfall habe dazu geführt, dass die vorher asymptomatischen Veränderungen mit nun zusätz- lichem Abriss der Subscapularissehne symptomatisch geworden seien und ope- rativ behandelt werden mussten. Ohne Unfall wäre es nicht zur gleichen Zeit zum Eintritt einer solchen Beeinträchtigung gekommen. "Keinesfalls wäre ohne Unfal- lereignis ein solch schicksalsbedingter Verlauf eingetreten und auch keine Op durchgeführt worden". Gemäss Dr.med. E.________ sei es unfallbedingt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zum traumatischen Abriss der Subscapularis- sehne gekommen, sodass es zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung der unfallfremden Faktoren gekommen sei. Zum Unfallereignis vom 15. Februar 2023 führte Dr.med. E.________ aus, es sei nach der Schulterarthroskopie zu einem normalen Heilungsverlauf gekommen. In der Rekonvaleszenzphase sei es zu erneutem Sturzereignis mit Kontusion der Schulter gekommen. Das MRI vom 1. März 2023 habe die erheblichen Bewe- gungs- und Belastungsbeschwerden mit eingeschränkter Elevation bestätigt. Die fortgesetzte Kapsulitis und Bursitis gingen auf die Folgen der Prellung und Ope- ration zurück; das Unfallereignis vom 15. Februar 2023 habe den Heilungsverlauf sicherlich negativ beeinflusst und verlängert. Und schliesslich hält Dr.med. E.________ dafür, die Frage nach dem Zeitpunkt des status quo ante vel sine sei nicht eindeutig zu beantworten. Nicht alle Re- konstruktionen der Schulter führten zum vollständigen Erfolg. Vorliegend würden die Berichte einen positiven Verlauf zeigen, so dass bei weiterhin guter Entwick- lung bis Jahresende eine weitgehende Genesung erwartet werden könne. Mit der Beurteilung von Dr.med. G.________ zeigte sich Dr.med. E.________ nicht einverstanden. Um ein Akutereignis abzubilden, müsse im MRI nicht zwin- gend ein Ödem im Bereich der lädierten Sehnen gefunden werden. Die Subsca- pularissehne sei nicht wie im Bericht angegeben am Oberrand lädiert, sondern habe einen hochgradigen Abriss gezeigt. Die Schultertests seien durch das MRI- Ergeb-nis relativiert worden und beim Unfall habe sich deutlich mehr ereignet als eine Schulterkontusion. Die für eine frische Verletzung sprechenden Befundtat- sachen wie blutiger Gelenkerguss, gute Muskelqualität im MR, sofortiger quälen-13 der Schmerz nach Sturz würden von Dr.med. G.________ überhaupt nicht er- wähnt; es fehle die differenzierte Auseinandersetzung. 4.3Unter Vorlage der gutachterlichen Stellungnahme Dr.med. E.________ hol- te die Suva im Einspracheverfahren eine weitere ärztliche Beurteilung bei Dr.med. G.________ ein, welche dieser am 4. April 2024 vorgelegt hat (Suva- act. U1/87 und U2/57). Dr.med. G.________ hält dabei fest, das Vorhandensein degenerativer Veränderungen im linken Schultergelenk, namentlich der Supra- spinatussehne, seien unbestritten; strittig sei einzig der Abriss der Subscapula- rissehne als Unfallfolge. Das Unfallereignis selbst war gemäss Dr.med. G.________ ungeeignet, eine Ro- tatorensehne zu zerreissen; es fehle ein heftiger Traumaload auf die linke Schul- ter. Beschrieben sei ein direkter Sturz auf das linke Schultergelenk. In der Not- fallbehandlung am Tag danach sei kein Hämatom festgestellt worden. Das MRI sechs Tage nach Unfall zeige im Bereich der Weichteile keine Veränderungen, die auf ein heftiges Sturzereignis mit Schulteranprall schliessen lassen würde; es sei kein Ödem sichtbar. Einzig im Musculus infraspinatus zeigten sich leichte ödematöse Veränderungen, die auf einen dorsalen Aufprall zurückgeführt wer- den könnten. Eine Sehne könne nur zerreissen, wenn auf die angespannte Muskulatur eine Kraft in der Gegenrichtung einwirke; bei der Subscapularissehne etwa bei einem Aussenrotationstrauma mit fixierter Hand oder anteroinferiorer Schulterluxation. Beides habe nicht stattgefunden. Zudem führten solche Verletzungen i.d.R. zu einer kompletten Läsion des oberen Sehnendrittels, einer transmuralen Ruptur; eine solche sei nicht dokumentiert. Das MRI sechs Tage nach Unfall zeige keine Zeichen einer frischen Traumatisie- rung der Subscapularismuskulatur und -sehne, namentlich kein Ödem im Bereich des Tuberculum minus, wo die Sehne partiell abgelöst sei, oder dem Muskel. Ein Ödem im Bereich der lädierten Sehne müsse - wie Dr.med. E.________ korrekt festhalte - nicht zwingend gefunden werden. Finde es sich, sei ein akutes Ereig- nis überwiegend wahrscheinlich; ein solcher Hinweis fehle vorliegend. Dr.med. E.________ spreche vom Unfall als möglicherweise "letzten Tropfen" für den Abriss der Subscapularissehne. Mangels Ödem sei dieser "letzte Tropfen" indes nicht bewiesen und möglicherweise bedeute nicht überwiegend wahr- scheinlich. Auch wenn gemäss Dr.med. E.________ die Synovitis eher unwahr- scheinlich schon vor dem Unfall bestanden habe, so sei dies nicht überwiegend wahrscheinlich der Fall. Gemäss Dr.med. G.________ müsse sie als Reaktion 14 auf die bereits seit langer Zeit vorliegende aber asymptomatische Degeneration erklärt werden. Die Ablösung der Subscapularissehne sei nicht komplett, sondern partiell direkt am Knochen beschrieben, was auch gemäss Dr.med. E.________ klarer Hinweis auf degenerative Veränderung sei. Eine Ablösung am Knochen führe überwie- gend wahrscheinlich nicht zu einem Hämarthros, auch das abgelöste Sehnen- gewebe nicht. Auch wenn Dr.med. D.________ im Operationsbericht ein Entlee- ren eines intraartikulären blutigen Ergusses beschreibe, könne dies aus patho- physiologischen Überlegungen nicht der Fall sein. Acht Wochen nach Unfall kön- ne mit Sicherheit kein Hämarthros vorgelegen haben. Entsprechend komme auf den intraoperativen Bildern kein blutiger Erguss, sondern auf Bild 1 höchstens eine blutige tingierte Flüssigkeit zur Darstellung. Damit sei das Hauptargument von Dr.med. E.________ für die akute Läsion der Subscapularissehne entkräftet. Weiter argumentiere Dr.med. E.________ mit der guten Muskelqualität im MRI. Dem sei in Bezug auf den Subscapularisbereich nicht zu widersprechen. Eine partielle Ablösung führe aber i.d.R. nicht zu einer wesentlichen Veränderung der Muskulatur hinsichtlich Trophik und Verfettung. Soweit Dr.med. E.________ mit dem sofort aufgetretenen Schmerz argumentie- re, könne keine Differenzierung zwischen vorübergehender oder richtungsge- bender Verschlimmerung erfolgen, da eine Prellung per se immer schmerzhaft sei. Soweit Dr.med. E.________ dafürhalte, ohne Unfall wäre kein schicksalshafter Verlauf eingetreten und keine Operation durchgeführt worden, sei dem zu wider- sprechen, da erfahrungsgemäss immer wieder MRI-Befunde anstelle der Klinik operiert würden, die in keinem Zusammenhang zum Unfall stünden und irrele- vante Zufallsbefunde seien. Bezüglich des zweiten Unfalles halte auch Dr.med. E.________ fest, dass im MRI keine hinweisenden objektivierbaren strukturellen Läsionen sichtbar seien. Der Unfall habe keine Verletzungen im Schultergelenk zur Folge gehabt. Eine richtungsgebende Verschlimmerung liege damit auch hier nicht vor und die er- neute Kontusion bei einer Voroperation, die keine Unfallfolgen adressiert habe, sei aus medizinischer Erfahrung nach sechs bis acht Wochen als abgeheilt zu beurteilen. 5.1Es ist zwischen den Parteien unbestritten, dass das linke Schultergelenk des Beschwerdeführers degenerative Veränderungen aufwies. Unbestritten ist insbesondere, dass anlässlich der Schulterarthroskopie vom 14. November 2022 mit der Rekonstruktion der Supraspinatussehne, der Bizepssehnenreposition 15 sowie der subakromialen Bursektomie keine Folgen des Unfalls vom 17. Sep- tember 2022 adressiert waren. Unbestritten ist ebenso, dass der zweite Unfall vom 15. Februar 2023 zu keinen objektvierbaren strukturellen Veränderungen führte. Strittig ist einzig, ob der Unfall vom 17. September 2022 zu einer rich- tunggebenden Verschlimmerung eines Vorzustandes führte, indem der Unfall den Abriss der Subscapularissehne bewirkte, welche am 14. November 2022 re- konstruiert wurde. Zudem ist gemäss Dr.med. E.________ auch die Synovitis eher nicht vorbestehend, sondern als Reizung bei starker Prellung zu interpretie- ren. 5.2.1Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 134 V 109 E. 2.1; BGE 129 V 177 E. 3.1 f.). Die Frage der Adäquanz ist vorliegend nicht strittig. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür- lichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Wor- ten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheit- liche Störung entfiele (BGE 147 V 161 E. 3.2); m.a.W. wenn der Unfall überwie- gend wahrscheinlich zumindest eine indirekte Teilursache der gesundheitlichen Beschwerden ist (BGE 142 V 435 E. 1; BGE 134 V 109 E. 2.1; Urteil BGer 8C_640/2022 vom 9.8.2023 E. 3.2 je mit Hinweisen). Zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversiche- rung (UVG; SR 832.20) vom 20. März 1981 massgebenden Ursachen gehören auch Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchti- gung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine schadensauslösende trauma- tische Einwirkung ist also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffen- de Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetre- ten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war. Anders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegen- heits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen Rea- lisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung 16 anzunehmen. Einem Ereignis kommt demzufolge der Charakter einer an- spruchsbegründenden Teilursache zu, wenn das aus der potentiellen pathoge- nen Gesamtursache resultierende Risiko zuvor nicht dermassen gegenwärtig war, dass der auslösende Faktor gleichsam beliebig und austauschbar erschie- ne. Dagegen entspricht die unfallbedingte Einwirkung - bei erstelltem Auslösezu- sammenhang - einer (anspruchshindernden) Gelegenheits- oder Zufallsursache, wenn sie auf einen derart labilen, prekären Vorzustand trifft, dass jederzeit mit einem Eintritt der (organischen) Schädigung zu rechnen gewesen wäre, sei es aus eigener Dynamik der pathogenen Schadensanlage oder wegen Ansprechens auf einen beliebigen anderen Zufallsanlass. Wenn ein alltäglicher alternativer Be- lastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesundheitsschädigung hätte bewirken können, erscheint der Unfall nicht als kausal signifikantes Ereignis, sondern als austauschbarer Anlass; es entsteht daher keine Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers (Urteil BGer 8C_244/2023 vom 19.10.2023 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). 5.2.2Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht einmal anerkannt, entfällt diese erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, der Gesundheitsschaden mit anderen Worten nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (vgl. BGE 146 V 51 E. 5.1; Urteil BGer 8C_379/2023 vom 9.1.2024 E. 2.2.3). Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht aus ärztlicher Sicht fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können, so spricht die Rechtsprechung von einer richtunggebenden Ver- schlimmerung (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S. 54; Urteil BGer C_212/2015 vom 10.7.2015 E. 2.2.1 m.H.). Bei einer bloss vorübergehenden Verschlimmerung ei- nes degenerativen Vorzustandes entfällt die Leistungspflicht des Unfallversiche- rers bei Eintritt des Status quo sine vel ante (vgl. Urteile BGer 8C_331/2015 E. 2.1.1; 8C_557/2015 vom 7.10.2015 E. 5.2 ff.; 8C_320/2013 vom 5.9.2013 E. 3.1). 5.2.3Bei Taggeldern und Heilbehandlung handelt es sich nicht um Dauerleistun- gen. Der Versicherungsträger kann diese ohne Berufung auf einen Wieder- erwägungs- oder Revisionsgrund "ex nunc und pro futuro" einstellen, wenn sich herausstellt, dass die gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen gar nicht erfüllt 17 sind, etwa weil bei richtiger Betrachtung gar kein versichertes Ereignis vorliegt (BGE 130 V 380 E. 2.3.1; Urteile BGer 8C_305/2022 vom 13.4.2023 E. 5.1; 8C_474/2022 vom 29.3.2023 E. 3.2) oder der Kausalzusammenhang zwischen Unfall und dem leistungsbegründenden Gesundheitsschaden dahingefallen ist (Urteil BGer 8C_62/2023 vom 16.8.2023 E. 2.2). Eine solche Einstellung kann auch rückwirkend erfolgen, sofern der Unfallversicherer keine Leistungen zurück- fordern will (Urteil BGer 8C_786/2021 vom 11.2.2022 E. 2 mit Hinweisen). 5.2.4Ob zwischen dem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie- genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs- anspruchs nicht (vgl. BSK-Hofer, Art. 4 ATSG, Rz. 58 mit Hinweisen auf BGE 142 V 435 E. 1; BGE 129 V 177 E. 3.1; vgl. BGE 119 V 335 E. 1). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (vgl. BGE 146 V 51 E. 5.1). 5.2.5Gemäss dem in Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vom 6. Oktober 2000 nor- mierten Untersuchungsgrundsatz hat der Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Diese Untersuchungspflicht gilt grundsätzlich auch im Gerichtsverfahren (Art. 61 lit. c ATSG; Kieser, ATSG- Kommentar, 3. Aufl., Art. 43 Rz. 28). Was notwendig ist, ergibt sich zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärungen vorzunehmen sind, und zum anderen daraus, in welcher Tiefe dies der Fall ist. Zunächst sind die für die zu entschei- dende Frage massgebenden Bereiche abzustecken und in der Folge ist der Sachverhalt abzuklären. Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Be- schwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen anneh- men, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Es ist jener Sachverhaltsdar- stellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahr- scheinlichste zu würdigen ist (BGE 138 V 218 E. 6; BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 18 125 V 193 E. 2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversiche- rungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammen- tragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweis- regel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sach- verhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirk- lichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 E. 3.2; Urteil BGer 8C_765/2020 vom 4.3.2021 E. 3.2.2). Auf ein beantragtes Beweismittel kann ohne Verletzung des Gehörsanspruches des Versicherten verzichtet werden, wenn die Verwaltung oder der Richter bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht rechtserheblich oder der angebotene Beweis vermöge keine Abklärungen herbeizuführen. In der damit verbundenen antizipierten Beweiswürdigung kann kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV erblickt werden (BGE 144 V 361 E. 6.5). 5.2.6Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 43 und 61 ATSG). Danach haben die beurteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Be- weismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da- nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei- lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidgrundlagen, weshalb die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter wesensgemäss auf zuverlässige Angaben ärzt- licher Fachkräfte angewiesen ist (Urteil BGer 8C_179/2023 vom 20.10.2023 E. 4.2). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1). Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut-19 achten (BGE 125 V 351 E. 3a; BGE 122 V 157 f. E. 1c mit Hinweisen; Weber, 'Hürden' und 'Hilfen' bei der richterlichen Würdigung von medizinischen Gutach- ten, JaSo 2020, S. 199). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll- ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (Urteil BGer 8C_587/2020 vom 5.2.2021 E. 3.2). Ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Soll ein Versicherungs- fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs- internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh- men (BGE 145 V 97 E. 8.5; BGE 142 V 58 E. 5.1mit Hinweisen). Schliesslich ist auch eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten nicht an sich unzuverlässig. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Un- terlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (Urteil BGer 8C_582/2021 vom 11.1.2022 E. 8.2 m.w.H.). Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweis- wert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt, und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht (BGE 125 V 352 E. 3b/ee; Urteile BGer 8C_608/2020 vom 15.12.2020 E. 5.2; 8C_523/2018 vom 5.11.2018 E. 5.2; 8C_540/2007 vom 27.3.2008 E. 3.2 mit Hinweisen). 5.3Der Unfallversicherer wird nach Art. 6 Abs. 2 UVG zudem bei Vorliegen ei- ner diagnostizierten Listenverletzung grundsätzlich leistungspflichtig. Liegt eine Meldung einer Listenverletzung vor, so hat der Unfallversicherer die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzuführen, so ist der Unfallversicherer im vorer- wähnten Rahmen leistungspflichtig (vgl. oben E. 5.2). Sind hingegen nicht sämt- liche Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversi- cherer für eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG grundsätzlich leistungs- pflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vor- wiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (BGE 146 V 51 E. 9.1). Liegt ein anerkanntes Unfallereignis vor, ergeben die medizinischen Beurteilun- gen aber, dass die gemeldete und diagnostizierte Listenverletzung nicht auf die-20 ses anerkannte Ereignis zurückzuführen ist, so ist der Nachweis erbracht, dass das anerkannte Unfallereignis keine auch nur geringe Teilursache der Listenver- letzung bildet. Damit ist aber gleichzeitig auch erstellt, dass diese Listenverlet- zung vorwiegend, d.h. zu mehr als 50%, auf Abnützung oder Erkrankung zurück- zuführen ist, soweit kein Hinweis auf ein nach dem anerkannten Unfall eingetre- tenes initiales Ereignis besteht, das Anlass zu Weiterungen geben könnte. Die Vermutung der Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG ist diesfalls umge- stossen und der Unfallversicherer von seiner Pflicht befreit. Mithin erübrigt sich bei fehlendem natürlichem Kausalzusammenhang zwischen einem anerkannten Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG und einer Listenverletzung eine Prüfung der Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG, wenn kein anderes initiales Ereignis als Verletzungsursache in Frage kommt (BGE 146 V 51 E. 9.2; vgl. auch 8C_59/2020 vom 14.4.2020 E. 6). 6.1Soweit der Beschwerdeführer eine Leistungspflicht der Suva (auch) aus Art. 6 Abs. 2 UVG herleitet, so ist ihm insofern beizupflichten, als mit der nach- gewiesenen Subscapularissehnenruptur (und der Supraspinatussehnenruptur) eine Listendiagnose vorliegt (Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG; vgl. Urteil BGer 8C_618/2019 vom 18.2.2020 E. 6.2.2). Allerdings liegen auch zwei anerkannte Unfallereignisse vom 17. September 2022 und 15. Februar 2023 vor, wobei der zweite Unfall unbestrittenermassen zu keinen objektivierbaren strukturellen Ver- änderungen, somit auch zu keiner Listendiagnose führte. Hinsichtlich des ersten Unfalls ist auf das zuvor Ausgeführte zu verweisen, wonach auch eine Leis- tungspflicht aus unfallähnlicher Körperschädigung ausgeschlossen ist, wenn die Listenverletzung nicht überwiegend wahrscheinlich durch den Unfall vom 17. September 2022 verursacht wurde. Hinsichtlich der Supraspinatussehnen- ruptur ist dies unbestrittenermassen nicht der Fall, weshalb auch keine Leis- tungspflicht aus Art. 6 Abs. 2 UVG besteht. Hinsichtlich Subscapularissehnenrup- tur scheidet eine Leistungspflicht aus Art. 6 Abs. 2 UVG ebenfalls aus. Denn entweder ist diese Folge des Unfalles (was zur Leistungspflicht aus Unfall, Art. 6 Abs. 1 UVG, führt) oder sie ist keine Unfallfolge, womit nach dem Gesagten auch die Leistungspflicht aus Listenverletzung ausscheidet. 6.2Der angefochtene Entscheid der Vorinstanz stützt sich auf die Beurteilun- gen des Suva-Arztes Dr.med. G.________ ab. Es ist damit die bundesgerichtli- che Rechtsprechung zu Beurteilungen von versicherungsinternen Ärzten zu be- achten, wonach nur auf deren Feststellungen abgestellt werden kann, wenn kei- ne auch nur geringen Zweifel an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit beste- hen (BGE 142 V 58 E. 5.1 m.w.H.; VGE I 2019 27 vom 27.9.2019 E. 6.1; vorste-21 hend E. 5.2.6). Dies ist entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers nicht der Fall. 6.3.1Der Beschwerdeführer rügt im Grundsätzlichen, die Suva habe Dr.med. G.________ tendenziöse und manipulative Fragen unterbreitet, welche dieser äusserst kurz und ohne nachvollziehbare Begründung beantwortet habe. Es er- helle nicht, von welchen Befunden er ausgehe; weshalb keine natürliche Kausa- lität vorliege, werde nicht erklärt. Die Suva habe ihre Leistungspflicht ausdrück- lich anerkannt, sie habe Kostengutsprache für Behandlungen und die Operation vom 14. November 2022 geleistet bis zur Leistungseinstellung. Die Suva habe zu beweisen, dass der Status quo sine vel ante eingetreten sei; die Beweislast hier- für obliege ihr; diesen Nachweis erbringe sie nicht. Die Beurteilung von Dr.med. G.________ vom 4. April 2024 sei nicht beweiswertig, da sie gegen den Devolu- tiveffekt und ein faires Verfahren verstosse. Die Suva habe die notwendigen Ab- klärungen zu Unrecht ins Einspracheverfahren verschoben. Dies wecke von vornherein Zweifel. Es sei nicht fair, eine solche Begründung im Sinne einer Rechtfertigung nachzuschieben. Ein Gutachten ohne Dokumentation und Dis- kussion aller Befunde sei nicht lege artis. Mangels Fachkunde könne auch das Gericht nicht über die Folgen vorhandener oder fehlender Befunde entscheiden. Dass sich Dr.med. G.________ im Laufe des Einspracheverfahrens selektiv nochmals mit seinen weitgehend unbegründeten Kurzantworten von 2023 befas- sen müsse und nun nachträglich Gründe für diese suche, bestätige die Zweifel; er müsse und wolle sich rechtfertigen. 6.3.2Die Vorhaltungen sind unbegründet. Die Beurteilungen von Dr.med. G.________ basieren auf der umfassenden Aktenlage. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, dass der Versicherungsarzt wesentliche medizinische Akten nicht berücksichtigt hätte, dass die beiden Suva-Dossiers unvollständig wären, dass weitere medizinische Berichte vorlägen oder sich etwa Dr.med. E.________ auf andere als die von Dr.med. G.________ beachteten Berichte abstützt. Im Gegen- teil ergibt sich aus den Akten, dass Dr.med. G.________ die Verwaltung anhielt, die Dossiers zu vervollständigen und hierfür Akten einzuholen, bevor er die ihm unterbreiteten Fragen beantworte (vgl. Suva-act. U1/32, 44, U2/17). Im Übrigen stützte sich Dr.med. E.________ auf die nämlichen medizinischen Akten ab, oh- ne auszuführen, es würden wesentliche Informationen fehlen. Inwiefern die Fragestellung, mit welcher sich die Suva nach unfallkausalen objek- tivierbaren strukturellen Läsionen erkundigt, insbesondere, ob die Operation vom 14. November 2022 an Unfallfolgen adressiert war, tendenziös sein soll, ist nicht nachvollziehbar und erklärt der Beschwerdeführer auch nicht weiter. Bei der Fra- ge der Kausalität handelt es sich um eine wesentliche Voraussetzung der Leis-22 tungspflicht (vgl. oben E. 5.2.1) und es ist Aufgabe des Arztes, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen (Urteil BGer 8C_634/2022 vom 23.12.2022 E. 3.1). Dass vorliegend namentlich die Kausalität des operativ sanierten Ge- sundheitsschadens zu klären ist, steht dabei ausser Frage, weshalb diese Unter- frage weder tendenziös noch manipulativ ist. Korrekt ist, dass es sich bei den Beurteilungen vom 31. März 2023 (oben E. 3.8) sowie vom 21. Juni 2023 (oben E. 3.13) und 31. August 2023 (oben E. 3.15) um Kurzbeurteilungen handelt. Nachdem Dr.med. G.________ offenkundig auf Vollständigkeit der Akten beharrte (vgl. Ausführungen zuvor) und die medizini- schen Akten wenig umfangreich sind, ist nicht zu beanstanden, dass er vorab nicht den aktenmässigen Verlauf zusammenfasste. Der Vorwurf, die Beurteilun- gen seien ohne bekannten Verlauf erfolgt und es sei unklar, auf welche Befunde er sich abstütze, ist rein appellatorisch und unbegründet. Zudem greift Dr.med. G.________ auch in den Kurzbegründungen die für die Fragestellung wesentli- chen Punkte auf und begründet, warum der Unfall überwiegend wahrscheinlich zu keinen strukturellen Läsionen geführt hat und die Operation keine Unfallfolgen therapierte. Allein die Tatsache, dass Dr.med. E.________ (im Übrigen einzig) hinsichtlich Abriss der Subscapularissehne zu einem anderen Schluss als Dr.med. G.________ gelangte, vermag dessen Beurteilungen die Beweiswertig- keit noch nicht abzusprechen. Schliesslich ist auch der Vorwurf nicht nachvoll- ziehbar, die ärztliche Beurteilung vom 4. April 2024 sei eine blosse Rechtferti- gung der Kurzbeurteilungen. Vielmehr ist es eine Bestätigung, ergänzt um Stel- lungnahmen zur gutachterlichen Beurteilung von Dr.med. E.________. Zu prüfen ist nachfolgend nun aber, ob die abweichende Beurteilung von Dr.med. E.________ an den Beurteilungen von Dr.med. G.________ auch nur schon ge- ringe Zweifel zu erwecken vermag. 6.4Letztlich widersprechen sich die beiden Beurteilungen einzig hinsichtlich Unfallkausalität der Subscapularissehnenruptur sowie der Synovitis. In beiden Fällen geht es dabei nicht um die Frage des Erreichens eines status quo sine vel ante, sondern um die Frage der Unfallfolge als solche. Hieran ändert weder die Anerkennung der Leistungspflicht durch die Suva (anerkannt wurde und ist das Unfallereignis), noch die erteilte Kostengutsprache (da die Suva keine erbrachten Leistungen zurückfordert; vgl. oben E. 5.2.3) etwas. Sind die beiden Schäden nicht überwiegend wahrscheinlich unfallverursacht, ist die Kausalität zu vernei- nen und damit ebenso die Leistungspflicht der Suva für diese Schäden. 6.4.1In der Kurzbeurteilung hält Dr.med. G.________ fest, die von Dr.med. D.________ beschriebene massive intraarticuläre Synovitis müsse älteren Da- tums resp. älter als 2 Monate bestanden haben. Er bestätigt dies in seiner Beur-23 teilung vom 4. April 2024. Vor allem aber weist er zu Recht darauf hin, dass die Synovitis auch gemäss Dr.med. E.________ sowohl vor dem Unfall bestanden haben könnte, als auch unfallbedingt, und dass aber ihre Begründung, bei einem voll arbeitstätigen Dachdecker ohne Beschwerden sei sie eher nicht vorbeste- hend, eine überwiegende Unfallkausalität nicht zu begründen vermöge. Zudem geht sie ihrerseits nicht auf die Beurteilung von Dr.med. G.________ ein, wonach die von Dr.med. D.________ als massiv beschriebene intraartikuläre Synovitis schon länger als zwei Monate bestanden haben muss. Damit aber vermag Dr.med. E.________ an der versicherungsärztlichen Beurteilung keine Zweifel zu erwecken. 6.4.2Es trifft zu, dass gemäss jüngerer Rechtsprechung dem Unfallhergang / Unfallmechanismus für die Kausalitätsbeurteilung von Rotatorenmanschetten- verletzungen keine übergeordnete Bedeutung beizumessen ist (Urteil BGer 8C_59/2020 vom 14.4.2020 E. 5.3 f.). Vielmehr gilt es, die einzelnen Kriterien, die für oder gegen eine traumatische Genese der Verletzung sprechen, aus me- dizinischer Sicht gegeneinander abzuwägen und den Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich habe, der Wahrheit zu entsprechen (Urteil BGer 8C_672/2020 vom 15.4.2021 E. 4.1.3). Der Unfallmechanismus bleibt aber sehr wohl eines dieser Kriterien, welche es zu berücksichtigen gilt. Diesbezüglich ist festzustellen, dass Dr.med. E.________ sich auf die Bemer- kung beschränkt, beim Ereignis handle es sich um einen direkten Sturz auf das Schultergelenk. Für ihre Anmerkung, es müsse beim Unfallereignis deutlich mehr passiert sein als eine Schulterkontusion, führt sie keinerlei Begründung an (vgl. oben E. 4.2). Hieraus lässt sich indes betreffend Kausalität damit gar nichts her- leiten. Demgegenüber setzt sich Dr.med. G.________ mit dem Ereignis ausein- ander und er begründet nachvollziehbar und schlüssig, dass der Sturz mit Anprall der linken Schulter nicht überwiegend wahrscheinlich zu einem Abriss der Subs- capularissehne führte, wären sonst doch Begleitverletzungen zu erwarten, für welche jedoch keinerlei Hinweise bestehen (abgesehen von leichten ödematösen Veränderungen im M. infraspinatus, was indes auf einen dorsalen Aufprall hin- weise; vgl. oben E. 4.3). Diese Beurteilung findet ihre Grundlage sowohl im Not- fallbericht (vgl. oben E. 3.1 und E. 3.2) als auch in der unfallnahen bildgebenden Diagnostik (vgl. oben E. 3.2 und E. 3.3). Demgegenüber findet sich für die von Dr.med. D.________ gestellte Diagnose eines "massiven Schulterdistorsions- traumas links" (vgl. oben E. 3.7) keine Grundlage. Selbst wenn daher der Unfall- mechanismus wenig gewichtet wird, so kann doch mit Dr.med. G.________ fest- gestellt werden, dass der Unfallhergang nicht für eine traumatische Verletzung spricht.24 6.4.3Beizupflichten ist Dr.med. G.________ ebenso in seiner Feststellung, auch die Beurteilung von Dr.med. E.________, wonach selbst dieses Trauma 'mögli- cherweise den letzten Tropfen' darstellte und den Abriss der Subscapularissehne verursachte, keine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität zu begründen vermag. Dies wird bekräftigt durch die nachvollziehbare Beurteilung, wonach ei- ne Ablösung der Subscapularissehne am Knochen überwiegend wahrscheinlich nicht zu einem Hämarthros führe. Dies, der Zeitablauf (acht Wochen zwischen Unfall und Operation) sowie der fehlende Hinweis in den intraoperativen Bildern würden zudem einen blutigen Erguss ausschliessen, was wiederum gegen eine akute Verletzung spricht. Auf diesen blutigen Erguss aber stützt sich Dr.med. E.________ in ihrer Argumentation ab, was nach dem Gesagten entkräftet ist. Überzeugend ist ebenso die versicherungsärztliche Ausführung, wonach eine traumatische Schädigung wohl nicht immer ein Ödem verursacht, das Fehlen ei- nes Ödems (wie hier) aber mit Bestimmtheit nicht für eine (überwiegend wahr- scheinliche) traumatische Verletzung spricht. Schliesslich betont Dr.med. G.________ zurecht, dass die umgehend nach dem Sturz eingesetzten Schmer- zen einen Abriss nicht zu begründen vermögen, löst doch anerkanntermassen auch eine Prellung der asymptomatischen Schulter Schmerzen aus. 6.4.4Diese Punkte, zusammen mit den auch durch Dr.med. E.________ aner- kannten Umständen, dass nämlich die linke Schulter offenkundig altersbedingte, degenerative Veränderungen aufwies, auch die partielle Ablösung der Subscapu- larissehne direkt am Knochen ein Hinweis auf degenerative Veränderung ist, so- wie der Kofaktor Alter, der ebenfalls nicht für ein Trauma spricht, führen gemäss nachvollziehbarer Gesamtbeurteilung von Dr.med. G.________ zum Ergebnis, dass der Abriss der Subscapularissehne nicht überwiegend wahrscheinlich trau- matisch bedingt ist, also nicht durch den Sturz vom 17. September 2022 verur- sacht. Die Beurteilung von Dr.med. E.________ vermag an dieser schlüssigen Beurteilung keine auch nur geringen Zweifel zu erwecken. 6.5Damit aber steht fest, dass weder der Unfall vom 17. September 2022 noch der Unfall vom 15. Februar 2023 zu objektivierbaren strukturellen Verletzungen geführt hat. Es ist damit auch ausgeschlossen, dass die Operation vom 14. No- vember 2022 an Unfallfolgen adressiert werden kann. 6.6Nicht zu hören ist schliesslich das beschwerdeführerische Vorbringen, die Suva sei beweispflichtig für das Erreichen des status quo sine vel ante und die- sen Nachweis habe sie nicht erbracht. Die Suva geht davon aus, dass Unfallfol- gen spätestens sechs Wochen nach dem ersten Unfall und spätestens acht Wo- chen nach dem zweiten Unfall keine Rolle mehr gespielt haben, sondern sich der 25 Zustand, wie er sich auch ohne diese Unfälle eingestellt hätte, wieder erreicht war (vgl. angefocht. Einspracheentscheid E. 4). Zwar ist dem Beschwerdeführer insoweit beizupflichten, dass eine allgemeine Erfahrungsregel für sich allein ge- nommen nicht geeignet ist, den erforderlichen Nachweis für das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung der erlittenen Folgen eines Unfalls zu erbringen (vgl. Urteil BGer 8C_844/2019 vom 26.2.2020 E. 3.2). Wenn jedoch wie vorliegend fest- steht, dass keiner der beiden Unfälle mit Prellung der linken Schulter zu objekti- vierbaren strukturellen Veränderungen führte, und die Suva die Leistungen erst rund ein Jahr nach dem ersten Unfall und rund ½ Jahr nach dem zweiten Unfall einstellte, so ist die Anwendung der Erfahrungsregel, resp. die Annahme, der sta- tus quo sine vel ante sei dannzumal eingetreten, nicht zu beanstanden. 6.7Damit erweist sich die Beschwerde insgesamt als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. Die Suva bestätigte mit Einspracheentscheid vom 19. April 2024 zu Recht die am 7. September 2023 verfügte Einstellung der Versiche- rungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 14. September 2023. 7.1Replizierend stellt der Beschwerdeführer den Antrag, das Vorgehen der Suva sei unabhängig vom Verfahrensausgang bei den Kosten und der Parteien- tschädigung zu berücksichtigen. 7.2Gemäss Art. 61 lit. f bis ATSG kann das Gericht, wenn das Einzelgesetz kei- ne Kostenpflicht bei Streitigkeiten über Leistungen vorsieht, einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen. Die Möglichkeit der Kostenauflage bei mutwilligem oder leichtsinnigem Verhalten einer Partei, war schon in aArt. 61 lit. a ATSG vorgesehen. Die Begriffe der Mut- willigkeit und des Leichtsinns gehören dem Bundesrecht an. Ihre Tatbestände können als erfüllt betrachtet werden, wenn eine Partei Tatsachen wider besseres Wissen als wahr behauptet oder ihre Stellungnahme auf einen Sachverhalt ab- stützt, von dem sie bei der ihr zumutbaren Sorgfalt wissen müsste, dass er un- richtig ist. Mutwillig ist ferner das Festhalten an einer offensichtlich gesetzwidri- gen Auffassung. Mutwillige Prozessführung kann ferner darin begründet liegen, dass eine Partei eine ihr in dieser Eigenschaft obliegende Pflicht (Mitwirkungs- oder Unterlassungspflicht) verletzt (Urteil BGer 8C_387/2017 vom 18.12.2017 E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 7.3.1 Das UVG sieht keine Kostenpflicht vor, was im Grundsatz zur Kostenlosig- keit führt. 7.3.2 Eine Kostenauflage zu Lasten der Suva unter dem Titel Mutwilligkeit und/oder Leichtsinnigkeit käme allenfalls dann in Frage, wenn der Suva vorzu-26 werfen wäre, ihre Leistungseinstellung zum einen am 7. September 2023 in ge- radezu offenkundiger, gravierender Verletzung der Untersuchungspflicht nach- lässig verfügt und zum andern mit Einspracheentscheid vom 19. April 2024 bestätigt zu haben und so das Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren unnöti- gerweise provoziert zu haben. Hiervon kann indes keine Rede sein. Die Akten- führung ist - wie ausgeführt (vgl. oben E. 2) - nicht mängelbehaftet. Die Verfü- gung vom 7. September 2023 stützt sich wohl auf Kurzbeurteilungen des versi- cherungsinternen Arztes. Solche sind - wie es die Bezeichnung sagt - weniger ausführlich als fachärztliche Beurteilungen oder gar Gutachten. Nichts desto trotz basieren auch diese nachvollziehbar auf der umfassenden Aktenlage und sie enthalten eine nachvollziehbare Begründung, welche sich im Kern auch in der ärztlichen Beurteilung vom 4. April 2024 wiederholt. Zudem weicht auch die Be- urteilung von Dr.med. E.________ nur in wenigen Punkten von der Beurteilung von Dr.med. G.________ ab und sie vermag an jener keine auch nur geringen Zweifel zu erwecken. Damit aber besteht keine Veranlassung, der Suva infolge Mutwilligkeit und/oder Leichtsinnigkeit Kosten aufzuerlegen. 7.4Das Nämliche gilt auch hinsichtlich Parteientschädigung. Es besteht keine Veranlassung, dem in der Sache unterliegenden Beschwerdeführer eine Partei- entschädigung zu Lasten der Suva zuzusprechen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).27 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). 5. Zustellung an: -den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (2/R; unter Beilage der Ein- gabe der Vorinstanz vom 30.9.2024) -die Vorinstanz (R) -und das Bundesamt für Gesundheit, BAG, 3003 Bern (A). Schwyz, 4. Dezember 2024 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Der Gerichtsschreiber: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 20. Januar 2025