A bteilung III C -84/2006 {T 0/2} U rteil vom 20. A pril 2007 M itw irkung: R ichter Antonio Im oberdorf (Kam m erpräsident); R ichter An- dreas Trom m er; R ichter Blaise Vuille; G erichtsschreiber D a- niel G rim m . A._______, Beschw erdeführer, vertreten durch B._______, diese vertreten durch R echtsanw ältin Linda Keller, Brühlgasse 39, Postfach, 9004 St. G allen, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Einreisesperre. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er aus Bosnien und H erzegow ina stam m ende A._______ (geboren __ ____________, nachfolgend Beschw erdeführer) reiste im Som m er 1990 im R ahm en des Fam iliennachzugs (Verbleib bei der M utter) in die Schw eiz ein. Seither verfügte er über eine Jahresaufenthaltsbew illigung. W ährend seiner Anw esenheit hierzulande geriet er w iederholt m it dem G esetz in Konflikt. In den Jahren 1996 und 1997 w urde der Beschw erdeführer w egen Verstössen gegen die kantonale W affenordnung und das Strassen- verkehrsgesetz vom 19. D ezem ber 1958 (SVG , SR 741.01) dreim al zu Bussen und in einem Fall zusätzlich zu einer H aftstrafe von fünf Tagen verurteilt. M it Strafbescheid vom 2. Februar 1998 erkannte ihn das U nter- suchungsrichteram t St. G allen der m ehrfachen Zuw iderhandlung gegen das Bundesgesetz vom 3. O ktober 1951 über die Betäubungsm ittel und die psychotropen Stoffe (Betm G , SR 812.121) schuldig (Kauf und Konsum von Kokain), w as eine Busse von Fr. 120.-- nach sich zog. W egen schw e- rer W iderhandlung gegen das Betm G , m ehrfacher Zuw iderhandlungen ge- gen das Betm G , m ehrfacher W iderhandlung gegen das Bundesgesetz vom 20. Juni 1997 über W affen, W affenzubehör und M unition (W affengesetz [W G , SR 514.54]) sow ie m ehrerer grober Verkehrsregelverletzungen w ur- de er vom Bezirksgericht U nterrheinthal am 8. N ovem ber 2002 sodann zu einer G efängnisstrafe von zw ölf M onaten, bedingt erlassen auf eine Probe- zeit von zw ei Jahren, verurteilt. Ab N ovem ber 1999 erhielt der Beschw er- deführer die Aufenthaltsbew illigung nur noch unter Vorbehalt der Anord- nung frem denpolizeilicher M assnahm en im Falle rechtskräftiger strafrecht- licher U rteile. B. M it Verfügung vom 2. M ai 2005 lehnte es das Ausländeram t des Kantons St. G allen ab, die Aufenthaltsbew illigung ein w eiteres M al zu verlängern. D as Justiz- und Polizeidepartem ent des Kantons St. G allen bestätigte die- sen Entscheid auf R ekurs hin am 23. Septem ber 2005. Eine dagegen er- hobene Beschw erde w ies das Verw altungsgericht des Kantons St. G allen m it U rteil vom 20. D ezem ber 2005 in letzter Instanz ab. C . Am 5. Januar 2006 dehnte das BFM die kantonale W egw eisung auf das ganze G ebiet der Schw eiz aus und forderte den Beschw erdeführer auf, das Land bis zum 14. M ärz 2006 zu verlassen. In der Folge kehrte der Be- troffene am 26. April 2006 in sein H eim atland zurück. D ie Ausdehnungs- verfügung blieb unangefochten. D . Aufgrund dieses Sachverhalts verhängte die Vorinstanz am 12. April 2006 über den Beschw erdeführer eine ab dem 15. M ärz 2006 gültige Einreise- sperre für die D auer von zehn Jahren und entzog einer allfälligen Be- schw erde die aufschiebende W irkung. Zur Begründung w urde ausgeführt, das Verhalten des Beschw erdeführers habe w iederholt zu schw eren Kla- gen und gerichtlichen Verurteilungen Anlass gegeben, w esw egen seine Anw esenheit hierzulande unerw ünscht sei. E. M it Beschw erde vom 15. M ai 2006 an das Eidgenössische Justiz- und Po-3 lizeidepartem ent (EJPD ) beantragt der Beschw erdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, eventualiter sei eine Einreisesperre von höchstens drei Jahren zu verhängen. Im W esentlichen lässt er hierzu vor- bringen, säm tliche der ihm zur Last gelegten D elikte lägen bereits etliche Jahre zurück. Sie fielen zudem in einen Zeitraum , in w elchem er selbst drogenabhängig gew esen sei. Aufgrund seines Verhaltens in den vergan- genen Jahren dürfe davon ausgegangen w erden, dass er inskünftig keine G efährdung der öffentlichen O rdnung und Sicherheit m ehr darstelle. F. In seiner Vernehm lassung vom 31. M ai 2006 schliesst das Bundesam t auf Abw eisung der Beschw erde, w obei es ausführt, angesichts der schw erw ie- genden Verstösse gegen die öffentliche Sicherheit und O rdnung bem esse sich eine Bew ährungszeit von drei Jahren zum indest aus frem denpolizeili- cher Sicht als viel zu kurz. D er Beschw erdeführer sei anzuhalten, das be- hauptete W ohlverhalten vorerst über einen längere Zeitspanne hinw eg un- ter Bew eis zu stellen. G . D ie Parteivertreterin verzichtete auf die Einreichung einer R eplik. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Verfügungen des Bundesam tes für M igration (BFM ) betreffend Einreise- sperre unterliegen der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20] i.V.m . Art. 31 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [VG G , SR 173.32]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t die Beurteilung der beim In- krafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei Eidge- nössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei Beschw erde- diensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit dieses G esetz nichts anderes bestim m t. D as U rteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes- gericht [BG G , SR 173.110]). 1.4 D er Beschw erdeführer ist als Verfügungsbetroffener nach Art. 20 Abs. 2 AN AG i.V.m . Art. 48 Vw VG zur Beschw erdeführung legitim iert. Auf die frist- und form gerechte Beschw erde ist einzutreten (Art. 49 – 52 Vw VG ). 2. M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Er-4 m essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb- lichen Sachverhaltes sow ie die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 49 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht w endet im Beschw erdeverfahren das Bundesrecht von Am tes w egen an. Es ist gem äss Art. 62 Abs. 4 Vw VG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be- schw erde auch aus anderen als den geltend gem achten G ründen guthei- ssen oder abw eisen. M assgebend ist grundsätzlich die Sach- und R echts- lage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BG E 129 II 215 teilw eise publizierten U rteils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. M ärz 2003). 3. 3.1 D ie eidgenössische Behörde kann über unerw ünschte Ausländer die Ein- reisesperre verhängen (Art. 13 Abs. 1 Satz 1 AN AG ). W ährend der Einrei- sesperre ist dem Ausländer jeder G renzübertritt ohne ausdrückliche Er- m ächtigung der verfügenden Behörde untersagt (Art. 13 Abs. 1 Satz 3 AN AG ). 3.2 Als "unerw ünscht" im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Satz 1 AN AG gelten nach ständiger Praxis Frem de, deren Vorleben bzw . konkretes Verhalten darauf schliessen lässt, dass sie nicht w illens oder nicht fähig sind, sich in die gel- tende O rdnung einzufügen oder deren Fernhaltung im öffentlichen Interes- se liegt (vgl. Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 63.1, 62.28, 60.4, 58.53; ferner PETER SU LG ER BÜ EL, Vollzug von Fernhalte- und Entfer- nungsm assnahm en gegenüber Frem den nach dem R echt des Bundes und des Kantons Zürich, D iss. Zürich 1984 = Europäische H ochschulschriften, R eihe ll, R echtsw issenschaft, Bd. 352, Bern usw . 1984, S. 79 f. m it w eite- ren N achw eisen). D ie Einreisesperre stellt aber keine Strafe im Sinne ei- nes sozialethischen U nw erturteils, sondern eine präventivpolizeiliche Ad- m inistrativm assnahm e zum Schutz der öffentlichen O rdnung und Sicher- heit dar (VPB 63.1, 62.28, 60.4, 58.53). D er unbestim m te R echtsbegriff des "unerw ünschten Ausländers" gem äss Art. 13 Abs. 1 Satz 1 AN AG ist dabei nach den üblichen M ethoden dem Sinn und Zw eck des G esetzes entsprechend auszulegen (vgl. FR ITZ G YG I, Verw altungrecht, Bern 1986, S. 147; FR AN C E SC O BER TO SSA, D er Beurteilungsspielraum , D iss. Bern 1984, ASR H eft 489, S. 39). 3.3 Ausländer, die (w ie der Beschw erdeführer) vorsätzlicher Straftaten schul- dig gesprochen w erden, gelten in der R egel als unerw ünscht. Bei der U m - schreibung der Eingriffsvoraussetzungen im Falle einer Straftat ist davon auszugehen, dass bei ordnungsrechtlicher W ürdigung des inkrim inierten Verhaltens eine Fernhaltem assnahm e aus spezial- und/oder generalprä- ventiven G ründen geboten sein kann. Einerseits kann eine Straftat Indiz für die Annahm e sein, der Ausländer w erde erneut delinquieren, w obei an- gesichts eines schw eren Verstosses gegen die öffentliche O rdnung die W ahrscheinlichkeit einer W iederholung eher anzunehm en ist als bei leich- ten Verfehlungen. Andererseits kann ein strafbares Verhalten die N otw en- digkeit begründen, m ittels regelm ässiger Fernhaltepraxis darauf hinzuw ir- ken, dass andere in der Schw eiz lebende Ausländer von O rdnungsverstös-5 sen der betreffenden Art absehen. D ie aus sicherheitspolizeilichen G rün- den verfügte Fernhaltem assnahm e ist indessen w eder R egelfolge einer in der Schw eiz oder im Ausland verübten und abgeurteilten Straftat, noch hat sie eine solche zur Voraussetzung. 4. 4.1 Es steht fest, dass der Beschw erdeführer in der Zeitspanne von 1996 bis 2002 w iederholt strafrechtlich zur R echenschaft gezogen w erden m usste. Bei den letzten beiden Verurteilungen standen Verstösse gegen das Betm G im Vordergrund. D em Strafbescheid des U ntersuchungsrichteram - tes St. G allen vom 2. Februar 1998 lag der Kauf und Konsum von Kokain, dem U rteil des Bezirksgerichts U nterrheintal vom 8. N ovem ber 2002 H an- del m it Kokain sow ie Eigenkonsum von Kokain zu G runde. Aus frem denpo- lizeilicher Sicht negativ ins G ew icht fällt vor allem der An- und Verkauf, die Verm ittlung und die Abgabe von Kokain, geschah dies doch in einem U m - fang, der die G renze zum schw eren Fall bezüglich M enge und R einheits- grad überschritt. D ie Strafbehörde hat das Verschulden des Beschw erde- führers in diesem Fall denn als schw er eingestuft (siehe hierzu auch das U rteil des Verw altungsgerichts des Kantons St. G allen vom 20. D ezem ber 2005, E. 2b/cc). 4.2 Ausländische Straftäter, die durch Verbreitung harter D rogen die G esund- heit anderer gefährden oder beeinträchtigen, sind w ährend einer gew issen Zeit von der Schw eiz fernzuhalten. D am it soll der w eiteren Ausbreitung des verbotenen H andels m it Betäubungsm itteln entgegengew irkt w erden. Aufgrund der Zunahm e solcher Straftaten ist zum Schutz der Allgem einheit durch eine kontinuierliche und strenge Verw altungspraxis zu verdeutlichen, dass schw ere W iderhandlungen gegen das Betm G m it langjährigen Fern- haltem assnahm en geahndet w erden. D er Schutz der öffentlichen Sicher- heit und G esundheit ist dabei durch Abschreckung nicht nur des jew eiligen Straftäters, sondern auch anderer potenzieller R echtsbrecher w eit m öglich zu gew ährleisten (vgl. dazu auch BG E 131 ll 352 E. 4.3.1 S. 359 f.). Auf- grund des unter E. 3.2 und 3.3 G esagten stellte es aber ebenfalls einen le- gitim en Zw eck dar, w egen der übrigen Zuw iderhandlungen (Verstösse ge- gen das W affengesetz und die kantonale W affenordnung, Zuw iderhandlun- gen gegen das SVG [insbesondere Lenken eines Personenw agens unter D rogeneinfluss]) eine Einreisesperre – verstanden als sicherheitspolizei- lich m otivierte G efahrenabw ehr – zu erlassen. D am it ist der Beschw erde- führer als unerw ünschter Ausländer im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Satz 1 AN G zu betrachten. 5. G egen eine Einreisesperre bzw . die Verhängung einer Fernhaltem assnah- m e dieser D auer sprechen nach Auffassung der Parteivertreterin vorab der U m stand, dass alle Straftaten schon einige Zeit zurückliegen und in einen Zeitraum fallen, in w elchem der Beschw erdeführer selber noch D rogen konsum ierte. Ferner w ird auf das seitherige Verhalten des Betroffenen und seine fam iliäre Situation verw iesen. 5.1 D ie Verw altungsbehörden entscheiden nach dem Prinzip der G ew alten- trennung unabhängig von den tatsächlichen und rechtlichen Feststellungen 6 des Strafrichters. Liegt ein U rteil vor, w erden sie im Interesse der R echts- sicherheit und R echtseinheit allerdings nicht ohne N ot davon abw eichen. Ausgangspunkt und M assstab für die Schw ere des Verschuldens und die frem denpolizeiliche Interessenabw ägung ist die vom Strafrichter verhängte Strafe (BG E 129 ll 215 E. 3.1 S. 216, BG E 120 lb 129 E. 5b S. 132, BG E 114 lb 1 E. 3a S. 3 f., R EN É A. R H IN O W /BEAT KR ÄH EN M AN N : Schw eizerische Ver- w altungsrechtsprechung, Ergänzungsband zur 5. und 6. Auflage von Im bo- den/R hinow , Basel und Frankfurt a.M ., N r. 49 Vlllc und N r. 142, m it w ei- teren N achw eisen). Voraussetzung der strafrechtlichen Sanktion ist das Vorliegen eines Straftatbestandes sow ohl in objektiver w ie in subjektiver H insicht. Sie ist dem R esozialisierungsgedanken verpflichtet, w ährend bei der adm inistrativen M assnahm e im Sinne einer objektivierenden Betrach- tungsw eise die öffentliche O rdnung und Sicherheit im Vordergrund steht (BG E 131 ll 352 E. 4.3.2 S. 360, BG E 130 ll 493 E. 4.2 S. 500 f., BG E 125 ll 105 E. 2c S. 109 f., BG E 114 lb 1 E. 3a S. 3 f., VPB 41.94). D ie in der Beschw erdeschrift vom 15. M ai 2006 angesprochenen G esichtspunkte (Konnex zw ischen D elinquenz und D rogenkonsum , Verhalten nach den Taten) sind zw ar ebenfalls zu berücksichtigen, ihnen kann jedoch nicht die gleiche Bedeutung w ie im Strafrecht zukom m en (BG E 130 ll 493 E. 4.2 S. 500 f., BG E 130 ll 176 E. 4.3.3 S. 188, BG E 129 ll 215 E. 3.2 S. 217). 5.2 N ur schon w egen des U rteils des Bezirksgerichts U nterrheintal vom 8. N o- vem ber 2002 verm ag der seit der letzten Verurteilung eingetretene Zeitab- lauf an der objektiven Schw ere der Taten nichts zu ändern. W er seinen Aufenthaltsstatus hierzulande dazu m issbraucht, im H andel m it harten D rogen m itzuw irken, m uss generell dam it rechnen, dass er in frem denpoli- zeilicher H insicht über Jahre hinw eg als R isikofaktor für die öffentliche O rdnung, Sicherheit und G esundheit eingestuft w ird. D ie G esam theit der Vorstrafen berechtigt von daher zur Annahm e, die Zeit, w ährend w elcher sich der Beschw erdeführer bew ährt habe, dauere noch nicht derart lang, als dass bereits im April 2006 (dem D atum des Erlasses der angefochte- nen Verfügung) von einer festen W andlung hätte ausgegangen w erden können. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, w enn das Bundesam t zur Auffassung gelangte, die solcherart tangierten Sicherheitsinteressen lies- sen sich nicht allein m it der Verw eigerung einer Aufenthaltsregelung ban- nen. 6. D ie R echtsvertreterin erachtet die verhängte Fernhaltem assnahm e ferner deshalb als unverhältnism ässig, w eil nahe Angehörige des Beschw erde- führers (Ehefrau, M utter, G eschw ister) in der Schw eiz w ohnen. 6.1 D er Beschw erdeführer w ar vom 14. Januar 2001 bis zum 7. M ärz 2003 m it einer Schw eizerin und vom 25. M ai 2004 bis im N ovem ber 2005 m it einer in der Schw eiz niedergelassenen Landsfrau verheiratet. Beide Ehen blie- ben kinderlos. G em äss Beschw erdeschrift ist er im M ärz 2006 w iederum eine Ehe m it einer Staatsangehörigen aus Bosnien und H erzegow ina ein- gegangen. N äheres hierzu (N am e, frem denpolizeilicher Status der dritten Frau, etc.) ist nicht bekannt. D ie Erteilung eines Anw esenheitsrechts bildet aber ohnehin nicht G egenstand des vorliegenden Verfahrens. D as Verfah- ren im Zusam m enhang m it der Adm inistrativm assnahm e (Einreisesperre) 7 ist von dem jenigen betreffend Aufenthaltsregelung zu unterscheiden (vgl. die U rteile des Bundesgerichts 2A.43/2000 vom 12. April 2000, E. 1a und 2A.19/1993 vom 10. M ärz 1994, E. 1d). D er Beschw erdeführer hat sich zw ar seinerzeit gegen die N ichtverlängerung der Aufenthaltsbew illigung zur W ehr gesetzt, sein Ziel aber trotz Einlegens verschiedener R echtsm ittel nicht erreicht. Es kann an dieser Stelle auf den Entscheid des Justiz- und Polizeidepartem ents des Kantons St. G allen vom 23. Septem ber 2005 und das U rteil des Verw altungsgerichts des Kantons St. G allen vom 20. D ezem ber 2005 verw iesen w erden. Eine Aufhebung der Einreisesperre w ürde som it nur bew irken, dass der Beschw erdeführer den allgem einen, für Staatsangehörige aus Bosnien und H erzegow ina geltenden Einreisebestim m ungen unterstünde. Er dürfte folglich nur im R ahm en des bew illigungsfreien Aufenthalts hierzulande verw eilen. Insofern relativieren sich die Ausw irkungen der Einreisesperre auf die R echtsposition des Beschw erdeführers. 6.2 Als w eitere M ilderung der negativen Folgen kom m t hinzu, dass die Einrei- sesperre nicht als absolutes Einreiseverbot ausgestaltet ist. Sie stellt viel- m ehr ein Einreiseverbot m it Bew illigungsvorbehalt dar. D ie zuständige Be- hörde kann bei Vorliegen besonderer U m stände die W irkungen der Einrei- sesperre auf begründetes G esuch hin für eine begrenzte Zeit und zu be- stim m ten Zw ecken aussetzen (die so genannte Suspension der Einreise- sperre gem äss Art. 13 Abs. 1 letzter Satz AN AG ). D er m assnahm ebelaste- te Ausländer w ird durch besagte Fernhaltem assnahm e m it anderen W or- ten von den allgem ein geltenden Einreisebestim m ungen ausgenom m en und einem besonderen, w enn auch strengen Kontrollregim e in Bezug auf die Einreise, die D auer und den Zw eck des Aufenthalts sow ie die W ieder- ausreise unterstellt. D ie N otw endigkeit einer Suspension stellt zw ar eine adm inistrative Erschw erung dar, sie erlaubte dem Beschw erdeführer in- dessen – m it gew issen Einschränkungen – das Aufrechterhalten grenz- überschreitender Kontakte zu seinen nächsten Angehörigen. Auch inso- w eit erw eisen sich die negativen Konsequenzen der angefochtenen Verfü- gung als nicht sehr einschneidend. Alles in allem hat der Beschw erdefüh- rer m it seinem Verhalten dem nach den Fernhaltegrund von Art. 13 Abs. 1 Satz 1 AN AG gesetzt. 7. 7.1 Es bleibt zu prüfen, ob die M assnahm e in richtiger Ausübung des Erm es- sens ergangen und angem essen ist. D er G rundsatz der Verhältnism ässig- keit steht dabei im Vordergrund. U nter diesem G esichtspunkt ist eine w er- tende Abw ägung vorzunehm en zw ischen dem öffentlichen Interesse an der M assnahm e einerseits und den von der M assnahm e beeinträchtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits. D ie Stellung der verletz- ten oder gefährdeten R echtsgüter, die Besonderheiten des ordnungsw idri- gen Verhaltens und die persönlichen Verhältnisse des Verfügungsbelaste- ten bilden dabei den Ausgangspunkt der Ü berlegungen (vgl. statt vieler U LR IC H H ÄFELIN / G EO R G M Ü LLE R / FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungs- recht, 5. Aufl., Zürich und St. G allen 2006, S.127 f.).8 7.2 M it Blick auf die D auer der verhängten M assnahm e von Belang erscheint in erster Linie der m it U rteil des Bezirksgerichts U nterrheintal vom 8. N o- vem ber 2002 geahndete H andel m it Kokain. D ie w eiteren durch die uner- laubten H andlungen des Beschw erdeführers tangierten öffentlichen Inter- essen hängen w eder m it D rogenhandel zusam m en noch charakterisieren sie sich im konkreten Fall als für die öffentliche O rdnung besonders ge- fährliche Verbrechen oder Vergehen (vgl. BG E 131 ll 352 E. 4.3.1 S. 359 f.). D ie dam it angesprochenen Verstösse gegen die W affengesetzgebung und das SVG sow ie der Eigenkonsum von Kokain stellen zw ar keine Baga- tellen dar, das Vorgehen des Betroffenen bei der Verübung besagter Straf- handlungen w eist jedoch keine besondere Schw ere auf. Abgesehen davon w urde selbst bei der gravierendsten Tat noch die R echtsw ohltat des be- dingten Strafvollzuges gew ährt. 7.3 D er Zw eck, das Verhalten von in der Schw eiz lebenden Ausländerinnen und Ausländer zu steuern, darf nicht derart verselbständigt w erden, dass andere U m stände des Falles als praktisch bedeutungslos zurücktreten. In diesem Sinne hat die Vorinstanz gew issen, unter den vorliegenden Bege- benheiten m itzuberücksichtigenden Aspekten zu w enig R echnung getra- gen. D ies gilt vorab für die vergleichsw eise lange Zeitspanne zw ischen der Begehung der einzelnen Taten bzw . den U rteilen einerseits, dem Erlass der Einreisesperre andererseits. D em Bundesam t ist zw ar beizupflichten, dass von D rogendelinquenten eine längere Bew ährungsfrist verlangt w er- den darf. D as diesbezügliche U rteil des Bezirksgerichts U nterrheintal lag, als die Fernhaltem assnahm e angeordnet w urde, indessen dreieinhalb Jah- re zurück, w obei sich das dam als ausgesprochene Strafm ass (12 M onate G efängnis bedingt) für H andel m it harten D rogen im unteren Bereich be- w egt. Kom m t hinzu, dass ab D atum der letzten Strafhandlung (Konsum von Kokain im D ezem ber 2000) bis zur Verhängung der Einreisesperre im - m erhin knapp fünfeinhalb, ab dem Kauf und Verkauf von Kokain als schlim m ster der hier zu w ürdigenden Zuw iderhandlungen (begangen im Frühjahr und Som m er 1997) sogar beinahe neun Jahre verstrichen sind. G leich verhält es sich m it der W iderhandlung gegen das W affengesetz (an- fangs 1997) und einem der SVG -D elikte (O ktober 1997). N icht ausser Acht zu lassen gilt es in diesem Zusam m enhang sodann, dass der Betroffene, sow ohl w as den Betäubungsm ittelbereich als auch das sonstige strafrecht- lich relevante Verhalten anbelangt, ab Januar 2001 nie m ehr negativ in Er- scheinung getreten ist. Sein betreibungsrechtlicher Leum und präsentiert sich zw ar eher getrübt, straffällig gew orden ist er jedoch nicht m ehr. In die- sem U m fang und R ahm en ist eine Tendenz zu einer nachhaltigen W and- lung feststellbar. Schliesslich bestehen aufgrund der Anw esenheitdauer von 15 Jahren gew isse Beziehungen zur Schw eiz. N ähere Angaben zu den persönlichen Verhältnissen dieser Personen (Verw andte, dritte Ehe- frau) fehlen allerdings, w eshalb der Beschw erdeführer aus den in dieser H insicht unsubstantiierten Vorbringen nichts zu seinen G unsten abzuleiten verm ag. 7.4 Eine w ertende G ew ichtung der sich entgegenstehenden Interessen führt das Bundesverw altungsgericht zum Ergebnis, dass die von der Vorinstanz 9 erlassene M assnahm e unangem essen lang erscheint. In W ürdigung der gesam ten U m stände kann davon ausgegangen w erden, dass dem öffentli- chen Interesse m it der Beschränkung der Einreisesperre auf die D auer von fünf Jahren hinreichend R echnung getragen w ird. D em nach ist die ange- fochtene Verfügung dem G rundsatze nach zw ar zu bestätigen, aber in ih- rer D auer bis zum 14. M ärz 2011 zu befristen. Insow eit ist die Beschw erde teilw eise gutzuheissen. 8. In Anw endung von Art. 63 Abs. 1 Vw VG sind die erm ässigten Verfahren- skosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen und es ist ihm eine gekürzte Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 7 ff. des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D ispositiv S. 1010 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird im Sinne der Erw ägungen teilw eise gutgeheissen. 2. D ie Einreisesperre w ird auf die D auer von fünf Jahren, bis zum 14. M ärz 2011, beschränkt. 3. D ie reduzierten Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 400.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. 4. D ie Vorinstanz hat den Beschw erdeführer für das Verfahren vor dem Bun- desverw altungsgericht m it Fr. 600.-- zu entschädigen. 5. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben) - der Vorinstanz (eingeschrieben, Akten R ef-N r. 2 118 737 retour) D er Kam m erpräsident: D er G erichtsschreiber: Antonio Im oberdorf D aniel G rim m Versand am :