JAAC69.50 Auszug aus dem Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 19. Juli 2004 i.S. Z.J. und Familie, Serbien und Montenegro, auch erschienen in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 Art. 29 al. 2 Cst. Art. 30 al. 1, art. 32 al. 1 et art. 35 al. 1 PA. Droit d’être entendu et obligation de motiver. 1. Au droit de la partie d’être entendue avant qu’une décision ne soit rendue est indissociablement liée l’obligation pour l’autorité saisie de tenir compte des allégations de cette partie et d’exposer de manière circonstanciée dans la motivation de la décision les raisons pour lesquelles celles-ci ont été écartées (consid. 6.1-6.3). 2. L’obligation de motiver implique, pour l’autorité saisie, qu’elle indique les motifs retenus pour fonder sa décision, afin de permettre à la partie de recourir en connaissance de cause et à l’autorité de recours de se prononcer sur la légalité de la décision entreprise (consid. 6.3-6.4). En l’espèce, une violation de l’obligation de motiver a conduit à la cassation de la décision (consid. 7). Art. 29 Abs. 2 BV . Art. 30 Abs. 1, Art. 32 Abs. 1 und Art. 35 Abs. 1 VwVG. Anspruch auf rechtliches Gehör, behördliche Begründungspflicht. 1. Mit dem Recht einer Verfahrenspartei auf vorgängige Äusserung und Anhörung ist untrennbar verbunden, dass die verfügende Behörde von deren Äusserungen auch tatsächlich Kenntnis nimmt und sich mit diesen auseinandersetzt, was sich in entsprechender Weise in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (E. 6.1-6.3). 12. Die Begründungspflicht bedeutet, dass die verfügende Behörde die Überlegungen zu nennen hat, von denen sie sich leiten liess und auf die sich der Entscheid stützt, um eine sachgerechte Anfechtung der Verfügung durch die Betroffenen beziehungsweise eine Beurteilung ihrer Rechtmässigkeit durch die Rechtsmittelinstanz zu ermöglichen (E. 6.3-6.4). Eine Verletzung der Begründungspflicht hat gegebenenfalls die Kassation der Verfügung zur Folge (E. 7). Art. 29 cpv. 2 Cost. Art. 30 cpv. 1, art. 32 cpv. 1 e art. 35 cpv. 1 PA. Diritto d’essere sentito e obbligo di motivare. 1. Al diritto della parte d’esprimersi prima della pronuncia di una decisione, è indissociabilmente legato anche l’obbligo per l’autorità decidente di tenere conto ed apprezzare i fatti determinanti, ciò che deve apparire nella motivazione della decisione (consid. 6.1-6.3). 2. L’obbligo della motivazione costringe l’autorità decidente ad indicare le risultanze probatorie acquisite e i criteri di valutazione adottati per trarre determinate conclusioni alfine di consentire alla parte di ricorrere con criteri adeguati e all’autorità di ricorso d’esperire il sindacato di legittimità della decisione impugnata (consid. 6.3-6.4). Una violazione dell’obbligo di motivare può comportare la cassazione della decisione medesima (consid. 7). ZusammenfassungdesSachverhalts: DieBeschwerdeführerstelltenam22.Juli2002beiderEmpfangsstelledes BundesamtesfürFlüchtlinge(BFF)inBaseleinAsylgesuch,wosieam26.Juli 2002summarischzudenGründenfürihrAsylgesuchundzumReiseweg befragtwurden. MitEntscheidvom29.Juli2002wurdendieBeschwerdeführerfürden AufenthaltwährenddesAsylverfahrensdemKantonWalliszugewiesen. Am17.September2002führtedieDienststellefürZivilstandswesenund FremdenkontrolledesKantonsWallisdieAnhörungzudenAsylgründen durch. DasBFFwiesdieBeschwerdeführermitanihrenRechtsvertretergerichtetem Schreibenvom23.Juli2003daraufhin,eineDurchsichtderProtokolleder Anhörungvom17.September2002habeergeben,dasssieinbestimmten- vomBFFeinzelnaufgezählten-PunkteneinanderwidersprechendeAussagen gemachthätten. DenBeschwerdeführernwurdeGelegenheitgegeben,sichzu diesemVorhaltinnertangesetzterFristschriftlichzuäussern. MitEingabeihresRechtsvertretersvom14.August2003nahmendie BeschwerdeführerBezugaufdasSchreibendesBFFvom23.Juli2003 undhieltenfest,dassdieAngabendesBeschwerdeführerszuträfen;bei denDarlegungenderBeschwerdeführerinseiendievonihrerlittenen VerletzungenundihrepsychischeVerfassungzuberücksichtigen. 2MitSchreibenandenRechtsvertretervom26.August2003stellte dieVorinstanzfest,dasserinseinemSchreibenvom14.August2003 geltendmache,esseiaufgrunddergesundheitlichenSituationder Beschwerdeführerinnichtmöglichgewesen,derschriftlichenAufforderung zueinerStellungnahmeinnertangesetzterFristFolgezuleisten. Gestütztauf dieseFeststellungfordertedasBFFdenRechtsvertreterauf,zurStützung seinerAusführungeninnertangesetzterFristeinärztlichesZeugnis einzureichen,unterHinweisdarauf,dasserdieseletzteFristgleichzeitig auchdafürnutzenkönne,umallfälligeErklärungenfürdieWidersprüche zwischendenVorbringenderBeschwerdeführerinunddenjenigendes Beschwerdeführerszuliefern. MitEingabevom8.September2003ersuchtederRechtsvertreterumeine FortsetzungdesVerfahrensaufDeutsch,indemergeltendmachte,dassihm diesleichterfalleundüberdiesauchdieBeschwerdeführerrelativgutDeutsch, dagegenkeinWortFranzösischsprächen. DiesesGesuchwurdevomBFFmitSchreibenvom19.September2003gestützt aufArt.16desAsylgesetzesvom26.Juni1998(AsylG,SR142.31)abgewiesen, wobeiesfesthielt, dassesSachedes Rechtsvertreterssei,sein Mandatallenfalls niederzulegen,wennersichzudessenWeiterführungaussprachlichen GründenausserStandesehe. MitEingabevom30. September2003nahm derRechtsvertreterunter anderem erneutStellungzudenWidersprüchen,diedasBFFdenBeschwerdeführern vorgehaltenhatte. ErverwiesdiesbezüglichaufdiepsychischeSituation derBeschwerdeführerin,wiesiedurchdasbeidenAktenliegendeärztliche Zeugnisvom5.September2003belegtsei. DieBeschwerdeführerinsei inSerbienschwerwiegendtraumatisiertworden;abzustellenseiaufdie DarlegungendesBeschwerdeführersbeziehungsweisederMutterder Beschwerdeführerin. DieseEingabewurdevomBFFmitSchreibenvom9.Januar2004alsGesuch umEinsichtindieVerfahrensaktenbehandelt(«demandedeconsultationdu dossier»). MitVerfügungvom22.Januar2004lehntedasBFFdasAsylgesuchder BeschwerdeführerabundordnetegleichzeitigderenWegweisungausder SchweizunddenVollzugderWegweisungan. DieseVerfügungfochtendieBeschwerdeführermitEingabeihres Rechtsvertretersvom23.Februar2004beiderSchweizerischen Asylrekurskommission(ARK)an. SiebeantragteninderHauptsachedie AufhebungdesangefochtenenEntscheidsundRückweisungderSachezu neuerEntscheidungandieVorinstanz, eventualiter dieGewährungvonAsylin derSchweiz. InverfahrensrechtlicherHinsichtstelltensie-unteranderem- verschiedeneBeweisanträge. DasBFFhieltinseinerVernehmlassungvom5.März2004ander angefochtenenVerfügungfestundbeantragteentsprechenddieAbweisung derBeschwerde. Angemerktwurde,dasseinprofessionellerRechtsvertreter aufgrundderjeweilsmassgeblichenVerfahrenssprachevorabzuprüfen habe,obersprachlichüberhauptinderLagesei,einbestimmtesMandat zuübernehmen;diesgelteganzbesonders,wenneinRechtsvertreterseine TätigkeitineinemzweisprachigenKantonausübe. 3DieARKheisstdieBeschwerdegut,hebtdieangefochteneVerfügungauf undweistdieSachezurWeiterführungdesAsylverfahrensandieVorinstanz zurück. AusdenErwägungen: 5. 5.1. DasBFFbegründeteseinenBefund,dassdieVorbringender BeschwerdeführergestütztaufArt.7AsylGalsnichtglaubhaftzuerachten seien,imWesentlichendamit,dasssiebestimmte,vonbeidengleichzeitig zurBegründungihresAsylgesuchsvorgebrachtenUmständeunterschiedlich beschriebenhätten;dabeihättensievomRecht,sichzudiesenWidersprüchen zuäussern,dasihnenmitSchreibenvom23.Juli2003eingeräumtworden sei,keinenGebrauchgemacht(«Aucunesuiten’aétédonnéeaudroitd’être entenduaccordéle23juillet2003»). 5.2. DemwirdvonBeschwerdeführenderSeiteentgegengehalten,dass dieFeststellungderVorinstanz,wonachdemSchreibenvom23.Juli2003 keineFolgegeleistetwordensei,nachweislichfalschsei. MitEingabevom 30.September2003habederRechtsvertreterderBeschwerdeführerbezüglich der«gesuchtenSchilderungsdivergenzen»aufdiepsychischeSituationder vergewaltigtenundschwerstensverletztenBeschwerdeführerinhingewiesen, wiesieimeingereichtenärztlichenZeugnisbeschriebensei,undentsprechend erklärt,dassaufdieDarlegungendesBeschwerdeführersbeziehungsweise derMutterderBeschwerdeführerinabzustellensei. Stattgestütztdaraufdie AktenderMutterderBeschwerdeführerinbeizuziehenoderdieseundden BeschwerdeführernochmalszuvernehmenoderanderweitigeBeweismittel zubeschaffenundsobeispielsweisedieindenAktenerwähntePsychiaterin derBeschwerdeführerinzubefragen,sei«imSchnellverfahren»aktenwidrig behauptetworden,vomgewährtenrechtlichenGehörseinichtGebrauch gemachtworden,umgestütztdaraufdasAsylgesuchabzuweisenunddie Beschwerdeführerwegzuweisen,ohneihreeffektiveVerfolgungssituation ernsthaftgeprüftzuhaben. OffensichtlichhabedieVorinstanzdieAkten nichtgebührenddurchgesehenundeinenaktenwidrigenEntscheidgefällt, welcherdieAnsprücheaufrechtlichesGehörundDurchführungeines rechtsstaatlichenVerfahrensverletze,sodassderEntscheidalsnichtig aufzuhebenunddieVerfügungimAnschlussandieGewährungdieser elementarenVerfahrensrechteneuzuerlassensei. 6. 6.1. AusdemAnspruchaufrechtlichesGehör(vgl. Art.29Abs.2der BundesverfassungderSchweizerischenEidgenossenschaftvom18.April 1999[BV],SR101;Art.29ff. desBundesgesetzesvom20.Dezember1968 überdasVerwaltungsverfahren[VwVG],SR172.021inVerbindungmitArt.6 AsylG)ergibtsich,dasseineasylsuchendePersonmitAussagenDritter,die ihreneigenenAussagenwidersprechen,vorgängigzukonfrontierenist, umallfälligeErklärungenvorbringenundMissverständnissebehebenzu können. DasRechtaufvorgängigeÄusserungundAnhörung(vgl. Art.30 Abs.1VwVG)sichertdenBetroffenenindiesemZusammenhangeinenEinfluss aufdieErmittlungdesrechtserheblichenSachverhalts. Entsprechendstellt derVersuchderBehörden,durchHinweiseaufbestehendeWidersprüche zueinerKlärungderUngereimtheitenzugelangen,nocheinenTeilder 4Sachverhaltsermittlungdar. Erstanschliessendkanngeprüftwerden, obdiediesbezüglichenStellungnahmenderasylsuchendenPersondie UngereimtheiteninplausiblerWeisezuerklärenundzubeseitigenvermögen, oderobdieWidersprücheundTatsachenwidrigkeitenungeklärtbleiben und-imSinnevonArt.7AsylG-alsAnhaltspunktgegendieGlaubhaftigkeit derVorbringenderasylsuchendenPersonzugewichtensind(vgl. dazu EntscheidungenundMitteilungenderSchweizerischenAsylrekurskommission [EMARK]1994Nr.14= VPB59.55). 6.2. DasBFFhieltzwardenBeschwerdeführerndieWidersprüche,diees gestütztaufdieProtokollederkantonalenAnhörungvom17.September 2002zwischenihrenAussagenausgemachthatte,mitSchreibenanihren Rechtsvertretervom23.Juli2003einzelnvorundgabihnenGelegenheit, sichdazuzuäussern. OffensichtlichaktenwidrigistaberdieFeststellungin derangefochtenenVerfügung,dassdieBeschwerdeführervonihremRecht, sichzuäussern,keinenGebrauchgemachthätten. Vielmehrgehtausder vorstehendenZusammenfassungdesSachverhaltsohneweitereshervor,dass dieBeschwerdeführermitzweiverschiedenenEingabenvom14.August2003 und30.September2003zudenihnenvomBFFvorgehaltenenWidersprüchen durchausStellunggenommenhaben,wobeigeltendgemachtwurde,dass angesichtsdespsychischenGesundheitszustandsderBeschwerdeführerin aufdieAussagendesBeschwerdeführersbeziehungsweisederMutterder Beschwerdeführerin-diesehatteineinemseparatenVerfahrenebenfalls umAsylnachgesucht-abzustellensei. OffenbleibenkannandieserStelle, woraufdieaktenwidrigeFeststellungderVorinstanzzurückzuführenist. Feststehtjedenfalls,dasssiesichmitdenvondenBeschwerdeführern indenStellungnahmenvom14.August2003und30.September2003 vorgebrachtenArgumenteninkeinererkennbarenWeiseauseinandergesetzt hat,insbesondereauchnichtindenErwägungenderangefochtenen Verfügung. EntsprechendzuRechtwirdvondenBeschwerdeführernin diesemZusammenhangeine«aktenwidrigeNichtberücksichtigung»ihrer Stellungnahmengerügt. 6.3. MitdemÄusserungsrechtderVerfahrensparteienistuntrennbar verbunden,dassdieBehördenvonderenÄusserungenauchtatsächlich Kenntnisnehmenundsichmitdiesenauseinandersetzen. DieserAspekt liegtbereitsArt.30Abs.1VwVGimmanentzugrunde,wonachdieBehördedie Parteienanhört,bevorsieverfügt,kommtaberbesondersdeutlichinArt.32 Abs.1VwVGzumAusdruck,derbestimmt,dassdieBehördealleerheblichen undrechtzeitigenVorbringenderParteienwürdigt,bevorsieverfügt. Die PflichtderBehörden,erheblicheVorbringenderParteiensorgfältigund ernsthaftzuprüfenundbeiderEntscheidfindungzuberücksichtigen, bildetalsGegenstückzudenMitwirkungsrechtenderParteieneinen TeilgehaltdesAnspruchsaufrechtlichesGehör,wasohneweiteresander systematischenEinordnungvonArt.32VwVGunterdieBestimmungen vonArt.29ff. VwVGmitderMarginalie«RechtlichesGehör»erkennbarist, sichaberimÜbrigenbereitsausdemverfassungsmässigenGrundsatzdes rechtlichenGehörsgemässArt.29Abs.2BVergibt(vgl. BGE123I31 E.2c S.34; A. Kölz/I. Häner ,VerwaltungsverfahrenundVerwaltungsrechtspflegedes Bundes,2.Aufl.,Zürich1998,Rz.312und325). DasErgebnisderWürdigung dererheblichenVorbringenderParteiendurchdieBehördemusssich inderEntscheidbegründungniederschlagen. DieseBegründungspflicht 5folgtebenfallsunmittelbarausArt.29Abs.2BV(vgl. BGE123I31 E.2c; BGE125II369 E.2cS.372;vgl. auchArt.35Abs.1VwVG).Dieverfügende BehördehatdieÜberlegungenzunennen,vondenensiesichleitenliess undaufdiesichderEntscheidstützt. DieBegründungspflichtisteinElement rationalerundtransparenterEntscheidfindungunddientnichtzuletztauch derSelbstkontrollederBehörden. Entsprechendbildeteinehinreichende BegründungdieGrundlagefüreinesachgerechteAnfechtungderVerfügung durchdieBetroffenenundstelltgleichzeitigeineunabdingbareVoraussetzung fürdieBeurteilungihrerRechtmässigkeitdurchdieBeschwerdeinstanzdar (vgl. EMARK1995Nr.12E.12cS.114f.;Kölz/Häner,a.a.O.,Rz.325und354f.). 6.4. ImvorliegendenFallgibtdieBegründungderangefochtenen VerfügungkeinenAufschlussdarüber,auswelchenGründendasBFF dieErklärungenderBeschwerdeführerfürdieihnenmitSchreibenvom 23.Juli2003vorgehaltenenWidersprüchealsnichtplausibelerachtet habenmag. DieAusführungendesBFFlassennichteinmalerkennen,ob esdieStellungnahmenderBeschwerdeführervom14.August2003und 30.September2003überhauptjezurKenntnisgenommenhat,woran jedochzuzweifelnist,wenninderangefochtenenVerfügung-wieerwähnt -unzutreffendfestgestelltwird,dieBeschwerdeführerhättenvonihrem ÄusserungsrechtkeinenGebrauchgemacht. IndemaberdasBFFim angefochtenenEntscheidaufdiedenBeschwerdeführernvorgehaltenen Widersprücheabgestellthat,ohnesichvorherinerkennbarerWeisemit ihrendiesbezüglichenStellungnahmenauseinandergesetztzuhaben,hates seineBegründungspflichtunddamitdenAnspruchderBeschwerdeführerauf rechtlichesGehörverletzt. 7. 7.1. EsstelltsichimWeiterendieFrage,obdiefestgestellteVerletzungdes AnspruchsaufrechtlichesGehörgeheiltwerdenkannoderzurKassation derangefochtenenVerfügungführenmuss. Ausprozessökonomischen GründenhatderGesetzgeberdieVerwaltungsbeschwerdeunddamitauch dieBeschwerdeandieARKgrundsätzlichreformatorischausgestaltet(vgl. Art.105Abs.1AsylG);gemässArt.61Abs.1VwVGdarfeineKassation undRückweisungandieVorinstanznurausnahmsweiseerfolgen,so etwa,wennweitereTatsachenfestgestelltwerdenmüssenundein umfassendesBeweisverfahrendurchzuführenist(vgl. EMARK1995Nr.6 E.3dS.62= VPB60.33;Kölz/Häner,a.a.O.,Rz.694). DieindiesenFällen fehlendeEntscheidungsreifekannzwargrundsätzlichauchdurchdie Beschwerdeinstanzselbsthergestelltwerden,wenndiesimEinzelfall ausprozessökonomischenGründenangebrachterscheint(vgl. F. Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege,2.Aufl.,Bern1983,S.232f.). Allerdingsmuss irgendwoeineGrenzegezogenwerden,derenÜberschreitungnichtmehr ohneweiteresdurchdieBeschwerdeinstanzrückgängiggemachtwerden kann. EinesachgerechteLösungimSinneeinerHeilungoderKassationwird sichentscheidendanderSchwerederVerletzungeinerVerfahrensvorschrift, aberauchdaranzuorientierenhaben,obdieVerletzungaufeinemVersehen beruhtoderdasResultateinergehäuftenunsorgfältigenVerfahrensführungist. ObindessendieMissachtungvonVerfahrensvorschriftendurchdieVorinstanz auchEinflussaufdasErgebnishatte,kannbeieinerVerletzungdesAnspruchs 6aufrechtlichesGehörangesichtsseinerformellenNaturvonvornhereinkeine Rollespielen(vgl. EMARK1994Nr.1E.6bS.16f. = VPB59.54;1998Nr.34 E.10dS.292f. = VPB63.41;Kölz/Häner,a.a.O.,Rz.131). 7.2. VorliegendistdieVerletzungdesAnspruchsderBeschwerdeführerauf rechtlichesGehöralsschwerwiegenderMangelzuerachten,weildasBFF seinenEntscheidinersterLinieaufdiedenBeschwerdeführernmitSchreiben vom23.Juli2003vorgehaltenenWidersprüchegestützthat,ohnesichvorher inirgendeinererkennbarenWeisemitderendiesbezüglichenStellungnahmen vom14.August2003und30.September2003auseinanderzusetzen. Damit aberisteineÜberprüfungdeserstinstanzlichenEntscheidfindungsprozesses durchdieARKnuräusserstbeschränktmöglich. Hinzukommt,dass eineAuseinandersetzungmitdenErklärungenderBeschwerdeführer fürdieihnenvorgehaltenenWidersprüche-wiebereitsdargelegt-auch imHinblickaufeinevollständigeSachverhaltsfeststellungerforderlich gewesenwäre(vgl. vorne,E.6.1). SinndesBeschwerdeverfahrensvor derARKkannesabernichtsein,füreinevollständigeFeststellungdes rechtserheblichenSachverhaltszusorgen,wennimvorinstanzlichen VerfahrendieerforderlichenSachverhaltsabklärungen-wieimvorliegenden Fall-nurinfolgeeinerwiederholtenunsorgfältigenVerfahrensführung unterbliebensind. Esistdennauchbesondershervorzuheben,dassdas BFFselbstinseinerVernehmlassungvom5.März2004inkeinerWeise aufdieStellungnahmenderBeschwerdeführervom14.August2003und 30.September2003nähereingeht,obwohlinderBeschwerdeschrift-wie erwähnt-ausdrücklichaufdiese«aktenwidrigeNichtberücksichtigung» hingewiesenwordenist. Esgehtnichtan,diesebereitsimerstinstanzlichen VerfahrenabgegebenenStellungnahmenerstmalsimBeschwerdeverfahren zuwürdigen,ganzabgesehendavon,dassdenBeschwerdeführerndurch einsolchesVorgeheneineInstanzverlorenginge. EineKassationistdaher angebracht. 8. Esergibtsichdamit,dassdieBeschwerdeimHauptbegehrengutzuheissen, dieangefochteneVerfügungvom22.Januar2004aufzuhebenunddieSache zuneuemEntscheidimSinnederErwägungenandasBFFzurückzuweisenist. BeidieserSachlageerübrigtessichandieserStelle,aufdieausführlichen DarlegungeninderBeschwerdeschriftsowieaufdieverschiedenen Beweisanträgenähereinzugehen. 7Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 69.50 - Auszug aus dem Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 19. Juli 2004 i.S. Z.J. und Familie, Serbien und Montenegro, auch erschienen in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. ... In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2005 Année Anno Band 69 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 006 986 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.