<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Bilanz der verfügbaren Datenquellen aus dem Gebiet der Imkerei zu ziehen und eine offizielle nationale Statistik einzuführen, die nach den Grundsätzen der öffentlichen Statistikerstellt wird.</p><p>Eine solche Statistik sollte von Jahr zu Jahr zuverlässige Indikatoren zur Anzahl der Bienenzüchterinnen und Bienenzüchter, der Bienenstöcke und Bienenvölker, zur Entwicklung und Sterblichkeit der Bienenvölker sowie über den Wert der von der Imkereibranche geleisteten Ökosystemdienstleistungen für die Volkswirtschaft liefern.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Rahmen der jährlichen Agrardatenerhebung werden auch Daten zu den Honigbienenhaltungen von den kantonalen Stellen erhoben. Analog zu den anderen Daten dieser Agrardatenerhebung werden die Informationen dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) weitergeleitet, in die Datenbank AGIS (Agrarpolitisches Informationssystem) übernommen und dem Bundesamt für Statistik (BFS) zugänglich gemacht. Somit stehen grundsätzlich die Daten zu den erfassten Imkerinnen und Imkern und der Bienenstände auf Bundesebene zur Verfügung. Die gesetzliche Grundlage zur Registrierung von Honigbienenhaltungen bildet die Tierseuchenverordnung (TSV; SR 916.401). Seitens der für die Datenerhebung zuständigen Kantone besteht die Herausforderung darin, dass sich die Imkerinnen und Imker als meldepflichtige Personen bei der zuständigen kantonalen Stelle melden und die benötigten Daten deklarieren. Dies ist die Voraussetzung, dass die erfassten Daten anschliessend zeitnah von den kantonalen Stellen ans BLW übermittelt und weiterverwendet werden können.</p><p>Der Bundesrat anerkennt die Bedeutung der Wild- und Honigbienen sowie den Wert ihrer Leistungen für den Menschen und für funktionsfähige Ökosysteme. Deshalb prüft der Bundesrat, ob die Qualität der heute bereits aus den Kantonssystemen auf Bundesebene zusammengeführten Daten zu den Bienenhaltungen sowie deren Publikation verbessert werden könnte. Die im Motionstext geforderten zusätzlichen Erhebungen, insbesondere des Gesundheitszustands und der Entwicklung der Mortalität lehnt der Bundesrat ab. Eine solche Meldepflicht würde einen grossen Zusatzaufwand für die Imkerinnen und Imker bedeuten, die die Honigbienenhaltung zu einem grossen Teil als Hobby betreiben. Diesen Zusatzaufwand erachtet der Bundesrat im Vergleich zum Nutzen der Erhebungen als unverhältnismässig. Die objektive Beurteilung des Gesundheitszustandes müsste zudem durch unabhängige Fachpersonen (z.B. Bieneninspektorinnen und -inspektoren) erfolgen. Ebenso würden die zusätzlich benötigten Daten zum Gesundheitszustand der Bienenvölker auf Kantons- und Bundesstufe Anpassungen an den IT-Systemen bedingen. Die Modellierung der Ökosystemleistungen der Honigbienen würde neben den IT-Systemanpassungen bundesseitig Ressourcen zur Konzipierung und wiederholten Berechnung sowie Publikation der Informationen erfordern. Ausserdem bräuchte man mehr Informationen über die Entwicklung der Wildbienenpopulationen, um die von Honigbienen erbrachten Ökosystemleistungen differenzieren zu können.</p><p>Der Schwerpunkt soll in erster Linie bei der Prüfung und Verbesserung der Qualität der bereits vorhandenen Bienendaten sowie deren Publikation liegen. Dazu wird die Erweiterung der Publikation der vorhandenen Daten, beispielsweise im Agrarbericht oder mit einer spezifischen Publikation des BFS als Organ der offiziellen Bundesstatistik in Betracht gezogen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.