<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">4P.239/2002 /rnd </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 5. März 2003 </div> <div class="para">I. Zivilabteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Corboz, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterinnen Klett, Rottenberg Liatowitsch, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Schoder. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">Stiftung X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Herbert H. Scholl, Laurenzenvorstadt 19, 5001 Aarau, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verband Y.________, </div> <div class="para">Beschwerdegegner, </div> <div class="para">Obergericht des Kantons Aargau, 2. Zivilkammer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 9 BV</span> (Zivilprozess; Beweiswürdigung), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsrechtliche Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, 2. Zivilkammer, vom 19. September 2002. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt und Erwägungen: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">1.1 Am 21. Juni 2001 klagte der Verband Y.________ (Beschwerdegegner) gegen die Stiftung X.________ (Beschwerdeführerin) vor Bezirksgericht Brugg auf Zahlung von Fr. 6'396.35 nebst 5 % Zins seit 9. Dezember 1999 und von Fr. 70.-- Betreibungskosten sowie auf Beseitigung des Rechtsvorschlags in der Betreibung. Der Beschwerdegegner forderte sein Honorar für die im Auftrag der Beschwerdeführerin erfolgte Schätzung des Verkehrswerts des Schlossguts Z.________. Eine Klageantwort wurde nicht eingereicht. Der Gerichtspräsident des Bezirksgerichts Brugg schützte die Klage am 12. März 2002. </div> <div class="para">1.2 Mit Urteil vom 19. September 2002 wies das Obergericht des Kantons Aargau die Appellation der Beschwerdeführerin ab. Es wies die aus der fehlerhaften Bezeichnung der beklagten Partei abgeleitete Einrede mangelnder Passivlegitimation ab und berichtigte die Parteibezeichnung aufgrund der Akten. Ferner liess es gestützt auf <span class="artref">§ 321 Abs. 3 ZPO</span>/AG die neuen Behauptungen der Beschwerdeführerin nicht zu, weil diese im erstinstanzlichen Verfahren säumig geblieben war. Im Übrigen wären die neuen Vorbringen nach Auffassung des Obergerichts ohnehin untauglich, um das erstinstanzliche Urteil zu Fall zu bringen. </div> <div class="para">1.3 Die Beklagte führt staatsrechtliche Beschwerde und beantragt dem Bundesgericht die Aufhebung des Urteils des Obergerichts. Das Obergericht stellt in seiner Vernehmlassung den Antrag, auf die staatsrechtliche Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei diese abzuweisen. Der Beschwerdegegner schliesst auf Abweisung der staatsrechtlichen Beschwerde. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">2.1 Die Beschwerdeführerin macht sinngemäss geltend, das Obergericht habe die prozessrechtlichen Zustellungsvorschriften willkürlich angewendet. Sie bringt vor, aus dem Handelsregisterauszug sei klar ersichtlich, dass die Stiftungsräte A.________ und B.________ Wohnsitz in den USA hätten, wohin ihnen die schweizerischen Gerichtsurkunden hätten zugestellt werden können. Das Obergericht habe missachtet, dass sich das erstinstanzliche Gericht für die Zustellung an den Stiftungsrat A.________ der Publikation im Amtsblatt des Kantons Aargau bedient habe, ohne dass die Voraussetzung der erfolglosen Adressermittlung nach <span class="artref">§ 94 ZPO</span>/AG gegeben gewesen sei. Die Zustellung hätte gemäss dem Übereinkommen über die Zustellung gerichtlicher und aussergerichtlicher Schriftstücke im Ausland in Zivil- und Handelssachen vom 15. November 1965 (SR 0.274.131) erfolgen sollen. </div> <div class="para">2.2 Aus dem angefochtenen Urteil geht nicht hervor, dass die Beschwerdeführerin die Rüge der Verletzung der prozessrechtlichen Zustellungsvorschriften vor Obergericht vorgetragen hat, und die Beschwerdeführerin macht auch nicht geltend, diese Rüge vor Obergegericht geltend gemacht zu haben. Im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde kann das Bundesgericht grundsätzlich weder tatsächliche noch rechtliche Noven berücksichtigen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=3&amp;from_date=15.02.2003&amp;to_date=06.03.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-208%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page208">BGE 124 I 208</a> E. 4b S. 212; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=3&amp;from_date=15.02.2003&amp;to_date=06.03.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-II-6%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page6">119 II 6</a> E. 4a S. 7). Soweit die Beschwerdeführerin die Frage der gehörigen Zustellung durch das erstinstanzliche Gericht aufwirft, bleiben ihre Vorbringen daher unbeachtlich. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Mit den weiteren Willkürrügen kritisiert die Beschwerdeführerin die Eventualbegründung des Obergerichts. Darauf ist mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten, nachdem die Beschwerdeführerin ihren Ausschluss mit Noven im Appellationsverfahren nicht als verfassungswidrig auszugeben vermochte und das Urteil des Obergerichts daher ohnehin Bestand hat (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=3&amp;from_date=15.02.2003&amp;to_date=06.03.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-III-43%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page43">BGE 122 III 43</a> E. 3 S. 45; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=3&amp;from_date=15.02.2003&amp;to_date=06.03.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-II-300%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page300">115 II 300</a> E. 2 S. 302). </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Aus den dargelegten Gründen kann insgesamt auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht eingetreten werden. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). Der Beschwerdegegner hat sich für seine Vernehmlassung nicht anwaltlich vertreten lassen. Er kann daher keine Parteientschädigung beanspruchen, zumal er weder behauptet noch belegt, dass er wegen des Beschwerdeverfahrens zu ausserordentlich hohem Zeitaufwand gezwungen gewesen wäre (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=3&amp;from_date=15.02.2003&amp;to_date=06.03.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F113-IB-353%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page353">BGE 113 Ib 353</a> E. 6b S. 356f.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, 2. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 5. März 2003 </div> <div class="para">Im Namen der I. Zivilabteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>