<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 538/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>II. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und Ferrari; </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Hofer </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 5. April 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">S.________, 1957, Beschwerdeführer, vertreten durch </div> <div class="para">Fürsprecher A.________, </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle Bern, Chutzenstrasse 10, Bern, Beschwerde- </div> <div class="para">gegnerin, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Bern </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Der 1957 geborene, aus dem Kosovo stammende </div> <div class="para">S.________ war seit Juli 1990 als Bauarbeiter in der Firma </div> <div class="para">G.________ AG tätig. Am 15. Mai 1996 wurde er von einem </div> <div class="para">Hund angefallen und in die Oberschenkel gebissen. Noch </div> <div class="para">während der Rekonvaleszenz ereignete sich am 6. Juni 1996 </div> <div class="para">ein weiterer Unfall. Als der Versicherte bei einem Brand- </div> <div class="para">ausbruch im Personalhaus ein Kind retten wollte, stürzte er </div> <div class="para">vom Geländer des Balkons im ersten Stockwerk, wobei er sich </div> <div class="para">eine Commotio cerebri und eine Rückenkontusion zuzog. Wegen </div> <div class="para">Fortbestehens einer massiven generellen Muskelverspannung </div> <div class="para">sowie einer unspezifischen Schmerzsymptomatik wurde er am </div> <div class="para">20. Juni 1996 vom Spital Z.________ in die chirurgische </div> <div class="para">Abteilung des Spitals X.________ verlegt, wo die Ärzte eine </div> <div class="para">psychische Belastungsstörung diagnostizierten (Bericht vom </div> <div class="para">8. Juli 1996). Von dort erfolgte am 8. Juli 1996 die Ein- </div> <div class="para">weisung in die SUVA-Rehabilitationsklinik zur physio- und </div> <div class="para">psychotherapeutischen Behandlung bis 5. September 1996. </div> <div class="para">Nachdem ein Arbeitsversuch an der bisherigen Stelle am </div> <div class="para">9. September 1996 wegen akuten Erbrechens hatte abgebrochen </div> <div class="para">werden müssen, überwies der Hausarzt, Dr. med. M.________ </div> <div class="para">seinen Patienten an den SUVA-Kreisarzt Dr. med. K.________. </div> <div class="para">Dieser stellte anlässlich der Untersuchung vom 9. Oktober </div> <div class="para">1996 fest, dass von den in der Rehabilitationsklinik er- </div> <div class="para">zielten Fortschritten nichts mehr zu sehen war. In Über- </div> <div class="para">einstimmung mit der Beurteilung der dortigen Mediziner kam </div> <div class="para">er zum Schluss, dass ausschliesslich von einer psychischen </div> <div class="para">Störung mit Konversionsneurose auf dem Hintergrund einer </div> <div class="para">deutlich hysterischen Psychodynamik nach zweimaliger Trau- </div> <div class="para">matisierung und Angst vor dem Verlust der Existenzgrundlage </div> <div class="para">auszugehen sei. Nach einem epilepsieähnlichen Anfall vom </div> <div class="para">14. Oktober 1996 wurde S.________ wegen Verdachts auf einen </div> <div class="para">hysterischen Dämmerzustand in die Klinik Y.________, </div> <div class="para">Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie, eingewiesen, wo </div> <div class="para">im Rahmen der vom 15. bis 30. Oktober und vom 5. November </div> <div class="para">bis 12. Dezember 1996 dauernden Behandlung die Diagnose </div> <div class="para">einer konversionsneurotischen Entwicklung nach Hundebiss </div> <div class="para">und Sturz vom Balkon mit psychogenen Dämmerzuständen, </div> <div class="para">epilepsieähnlichen Anfällen, sensorischen und Bewegungs- </div> <div class="para">störungen sowie zeitweise psychogener Pseudodemenz (Gan- </div> <div class="para">ser-Syndrom) bestätigt wurde (Austrittsberichte vom </div> <div class="para">12. Dezember 1996). Auf Veranlassung des Hausarztes er- </div> <div class="para">folgte vom 7. Oktober bis 5. Dezember 1997 eine Hospita- </div> <div class="para">lisation in der Medizinischen Abteilung des Spitals </div> <div class="para">Z.________ (Bericht vom 24. Dezember 1997). Seit den beiden </div> <div class="para">Unfällen geht S.________ keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. </div> <div class="para"> Nachdem die SUVA mit Einspracheentscheid vom 12. No- </div> <div class="para">vember 1997 eine über den 10. März 1997 hinausgehende Leis- </div> <div class="para">tungspflicht abgelehnt hatte, meldete sich S.________ am </div> <div class="para">19. Januar 1998 bei der Invalidenversicherung zum Leis- </div> <div class="para">tungsbezug an. Die IV-Stelle Bern zog die Akten der SUVA </div> <div class="para">bei. Ferner holte sie die Berichte des Dr. med. M.________ </div> <div class="para">vom 31. Januar 1998 und der Klinik Y.________ vom 17. März </div> <div class="para">1998 ein. Gestützt auf diese Unterlagen wies sie das Leis- </div> <div class="para">tungsbegehren nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit </div> <div class="para">Verfügung vom 14. August 1998 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwal- </div> <div class="para">tungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 26. Juli </div> <div class="para">1999 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt S.________ </div> <div class="para">beantragen, unter Aufhebung von vorinstanzlichem Entscheid </div> <div class="para">und Kassenverfügung seien die Akten zwecks Ausrichtung </div> <div class="para">einer ganzen Invalidenrente an die IV-Stelle zurückzuwei- </div> <div class="para">sen. </div> <div class="para"> Während die IV-Stelle auf Abweisung der Verwaltungsge- </div> <div class="para">richtsbeschwerde schliesst, hat sich das Bundesamt für So- </div> <div class="para">zialversicherung nicht vernehmen lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Die Vorinstanz hat den Invaliditätsbegriff (<span class="artref">Art. 4 </span></div> <div class="para">Abs. 1 IVG) und die Voraussetzungen, unter denen geistige </div> <div class="para">Gesundheitsschäden eine Invalidität zu bewirken vermögen </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F102-V-165%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page165">BGE 102 V 165</a>; AHI 1996 S. 302 Erw. 2a, S. 305 Erw. 1a, </div> <div class="para">S. 308 Erw. 2a; ZAK 1992 S. 170 Erw. 2a mit Hinweisen), zu- </div> <div class="para">treffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Das kantonale Gericht hat, wie vor ihm die IV- </div> <div class="para">Stelle, die hier einzig zu prüfende Frage, ob ein die Ar- </div> <div class="para">beitsfähigkeit wesentlich einschränkender Gesundheitsscha- </div> <div class="para">den besteht, im Wesentlichen mit der Begründung verneint, </div> <div class="para">es liege gar keine Invalidität im Sinne von <span class="artref">Art. 4 IVG</span> vor, </div> <div class="para">weil der Versicherte nicht aus gesundheitlichen, sondern </div> <div class="para">aus invaliditätsfremden Gründen nicht in der Lage sei, sei- </div> <div class="para">ne Arbeitsfähigkeit zu verwerten. Gestützt auf die medizi- </div> <div class="para">nischen Unterlagen ging es davon aus, die im Jahre 1996 </div> <div class="para">erlittenen Traumatisierungen seien folgenlos abgeheilt und </div> <div class="para">auch nicht geeignet, eine posttraumatische Belastungsstö- </div> <div class="para">rung auszulösen. Vielmehr sei nach Auffassung der Mehrheit </div> <div class="para">der mit dem Versicherten befassten Ärzte letztlich die so- </div> <div class="para">ziale Situation für das Bestehen des heutigen Beschwerde- </div> <div class="para">bildes verantwortlich. Mangels eines manifesten medizini- </div> <div class="para">schen Substrates haben nach der vorinstanzlichen Auffassung </div> <div class="para">invaliditätsfremde Gründe nicht nur mitgewirkt, sondern sie </div> <div class="para">stellten sogar die einzige Ursache dar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- a) Aufgrund der Akten erstellt und seitens der </div> <div class="para">Parteien unbestritten ist, dass keine organisch erklärbaren </div> <div class="para">Krankheiten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlie- </div> <div class="para">gen. Bei den vom Versicherten geklagten Schmerzen und Ver- </div> <div class="para">spannungszuständen handelt es sich nach den ärztlichen Wer- </div> <div class="para">tungen um eine Entwicklung körperlicher Symptome aus psy- </div> <div class="para">chischen Gründen, deren Ursache indessen unterschiedlich </div> <div class="para">beurteilt wird. Während die Fachärzte der Rehaklinik im </div> <div class="para">psychosomatischen Konsilium vom 26. Juli 1996 - wie auch </div> <div class="para">Kreisarzt Dr. med. K.________ im Bericht vom 9. Oktober </div> <div class="para">1996 - von einer "Konversionsneurose" auf dem Hintergrund </div> <div class="para">einer deutlich hysterischen Psychodynamik nach zweimaliger </div> <div class="para">Traumatisierung und Angst vor dem Verlust der Existenz- </div> <div class="para">grundlage sprechen, sind gemäss Bericht der Klinik </div> <div class="para">Y.________ vom 17. März 1998 durch gesicherte körperliche </div> <div class="para">Störungen - Hundebiss, Commotio cerebri und Rückenkontusion </div> <div class="para">- verursachte Symptome wegen des psychischen Zustandes </div> <div class="para">aggraviert worden, worauf es zur Entwicklung eines histrio- </div> <div class="para">nischen, die Aufmerksamkeit erweckenden Verhaltens und zu- </div> <div class="para">sätzlicher Beschwerden nicht körperlichen Ursprungs gekom- </div> <div class="para">men sei. Entscheidend ins Gewicht fällt dabei gemäss beiden </div> <div class="para">Berichten das soziale Umfeld, verbunden mit der Angst vor </div> <div class="para">dem Verlust der Existenzgrundlage. Gemäss den Ärzten des </div> <div class="para">Spitals Z.________ wird mit der Diagnose einer "Konver- </div> <div class="para">sionsneurose" der Symptomenkomplex hingegen nicht vollum- </div> <div class="para">fänglich umfasst, da soziale Probleme wie drohende Aus- </div> <div class="para">weisung und fehlendes Einkommen die Situation des Ver- </div> <div class="para">sicherten zwar zusätzlich beeinträchtigten, jedoch nicht </div> <div class="para">die Ursache der gesundheitlichen Problematik darstellten; </div> <div class="para">es müsse vielmehr von einer posttraumatischen Belastungs- </div> <div class="para">störung ausgegangen werden (Bericht vom 24. Dezember 1997). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Weil <span class="artref">Art. 4 Abs. 1 IVG</span> nicht nach Art und Genese </div> <div class="para">des Gesundheitsschadens fragt, welcher die Erwerbsunfähig- </div> <div class="para">keit beeinträchtigt, braucht die Ursache der psychischen </div> <div class="para">Beschwerden - entgegen der von Vorinstanz und Verwaltung </div> <div class="para">vertretenen Auffassung - nicht beurteilt zu werden. Ent- </div> <div class="para">sprechend der finalen Konzeption der Invalidenversicherung </div> <div class="para">geht es nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Ver- </div> <div class="para">sicherungsgerichts nicht an, dass ein pathologisches Ge- </div> <div class="para">schehen, nur weil es (auch) soziokulturelle Ursachen hat, </div> <div class="para">gleichsam in einen invaliditätsfremden Faktor umgedeutet </div> <div class="para">wird. Solche sind zwar praxisgemäss bei der Beurteilung der </div> <div class="para">Frage, wieso eine Person erwerbslos ist, zu berücksichti- </div> <div class="para">gen; in Bezug auf die Ursache einer die Arbeits- und die </div> <div class="para">Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden Krankheit kommt ihnen </div> <div class="para">sozialversicherungsrechtlich jedoch keine Bedeutung zu </div> <div class="para">(Pra 1997 49 256 Erw. 4b). Während in der Unfallversiche- </div> <div class="para">rung ein zweifacher Kausalzusammenhang zwischen dem ver- </div> <div class="para">sicherten Risiko (Berufs- oder Nichtberufsunfall, unfall- </div> <div class="para">ähnliche Körperschädigung, Berufskrankheit) und dem ein- </div> <div class="para">getretenen Gesundheitsschaden einerseits sowie zwischen </div> <div class="para">diesem und der Erwerbsunfähigkeit anderseits erforderlich </div> <div class="para">ist, kommt in der Invalidenversicherung nur dem Kausal- </div> <div class="para">zusammenhang zwischen Gesundheitsschaden und Erwerbsun- </div> <div class="para">fähigkeit (Erwerbslosigkeit aus invaliditätsfremden Gründen </div> <div class="para">vermag keinen Rentenanspruch zu begründen, vgl. BGE 107 V </div> <div class="para">21 Erw. 2c; ZAK 1991 S. 321 Erw. 3c, 1989 S. 313) Bedeutung </div> <div class="para">zu (Bühler, Zur rechtlichen Bedeutung der invaliditäts- </div> <div class="para">fremden Gründe der Erwerbsunfähigkeit für die Invaliditäts- </div> <div class="para">bemessung, in: SZS 1993 S. 274; Meyer-Blaser, Kausalitäts- </div> <div class="para">fragen aus dem Gebiet des Sozialversicherungsrechts, in: </div> <div class="para">SZS 1994 S. 84). Treten nach (eher unbedeutenden) Unfall- </div> <div class="para">ereignissen psychische Auffälligkeiten auf, sind die Fakten </div> <div class="para">mit Blick auf das Ganze zu gewichten, indem aufgrund von </div> <div class="para">Arztberichten, Gutachten und erwerblichen Informationen </div> <div class="para">festzustellen ist, ob das psychische Bild sich im Einzel- </div> <div class="para">fall auf die Erwerbsfähigkeit langzeitig ungünstig auswirke </div> <div class="para">und demnach ein geistiger Gesundheitsschaden von Krank- </div> <div class="para">heitswert anzunehmen sei (Schneeberger, Die psychiatrische </div> <div class="para">Beurteilung von IV-Rentenanwärtern, in: ZAK 1986 S. 263 </div> <div class="para">ff.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- a) Nach der Rechtsprechung ist die Grenze zwischen </div> <div class="para">invalidisierenden und nichtinvalidisierenden Psychogenien </div> <div class="para">durch die Rechtsfigur der Zumutbarkeit zu ziehen. Dabei </div> <div class="para">sind die Erwerbsunfähigkeit und ihr Mass nach objektiven </div> <div class="para">Kriterien zu beurteilen. Es ist festzustellen, ob und in </div> <div class="para">welchem Masse ein Versicherter infolge seines Gesundheits- </div> <div class="para">schadens auf dem ihm nach seinen Fähigkeiten offenstehenden </div> <div class="para">ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine Einbusse an Erwerbseinkom- </div> <div class="para">men erleidet im Vergleich zu seiner Einkommenslage, wenn er </div> <div class="para">nicht mit dem Gesundheitsschaden behaftet wäre. Dabei kommt </div> <div class="para">es darauf an, welche Tätigkeit dem Gesundheitsgeschädigten </div> <div class="para">zugemutet werden kann. Entscheidend ist, ob, nach psychi- </div> <div class="para">atrischer Feststellung, die erhobenen Befunde eine der- </div> <div class="para">artige Schwere aufweisen, dass sozialpraktisch die Ver- </div> <div class="para">wertung der Arbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt dem Ver- </div> <div class="para">sicherten nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesell- </div> <div class="para">schaft nicht mehr tragbar ist (Meyer-Blaser, Bundesgesetz </div> <div class="para">über die Invalidenversicherung, Zürich 1997, S. 11 mit Hin- </div> <div class="para">weisen auf die Rechtsprechung). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die Frage nach der objektiv zu verstehenden Zumut- </div> <div class="para">barkeit beurteilt sich entscheidend nach dem, was der Arzt, </div> <div class="para">nötigenfalls der Psychiater als Spezialarzt sagt (ZAK 1971 </div> <div class="para">S. 213, 1968 S. 409). Allerdings lässt die fachärztlich </div> <div class="para">festgestellte psychische Krankheit oder psychische Auf- </div> <div class="para">fälligkeit für sich allein genommen nicht ohne weiteres </div> <div class="para">auch auf das Vorliegen einer Invalidität schliessen; es </div> <div class="para">muss zudem eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit, </div> <div class="para">unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der </div> <div class="para">Ätiologie, ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein </div> <div class="para">(ZAK 1973 S. 655 Erw. 2; Meyer-Blaser, Bundesgesetz über </div> <div class="para">die Invalidenversicherung, S. 12). </div> <div class="para"> Im nicht veröffentlichten Urteil K. vom 19. Januar </div> <div class="para">2000 (I 554/98) hat das Eidgenössische Versicherungsgericht </div> <div class="para">die Aufgabe näher umschrieben, die den medizinischen Ex- </div> <div class="para">perten bei der Beurteilung des invalidisierenden Charakters </div> <div class="para">von somatoformen Störungen zukommt. Nebst der Diagnosestel- </div> <div class="para">lung haben sich diese zum Schweregrad der Symptomatik und </div> <div class="para">zur Prognose zu äussern und darauf abgestützt Aussagen zur </div> <div class="para">Leistungsfähigkeit und Zumutbarkeit zu machen. In diesem </div> <div class="para">Zusammenhang hat der Gutachter das Vorliegen von invalidi- </div> <div class="para">tätsbegründenden Faktoren wie auffällige prämorbide Per- </div> <div class="para">sönlichkeitsstruktur, psychiatrische Komorbidität, chroni- </div> <div class="para">sche körperliche Begleiterkrankungen, Verlust der sozialen </div> <div class="para">Integration, ausgeprägter Krankheitsgewinn, mehrjähriger </div> <div class="para">Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter </div> <div class="para">Symptomatik, unbefriedigende Behandlungsergebnisse und </div> <div class="para">gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen zu beurteilen. Er </div> <div class="para">hat aber auch Stellung zu nehmen zu den rentenausschlies- </div> <div class="para">senden Faktoren wie Diskrepanz zwischen Beschwerdeschilde- </div> <div class="para">rung und beobachtetem Verhalten, hohe Intensitätsangaben, </div> <div class="para">erhebliche Diskrepanz der Angaben im Vergleich zur fremd- </div> <div class="para">anamnestischen Information, Angabe intensiver Beschwerden </div> <div class="para">ohne Nachsuchen von therapeutischer Hilfe, appellativ- </div> <div class="para">demonstrative Klagen, welche beim Untersucher kaum emotio- </div> <div class="para">nale Betroffenheit auslösen, Angabe schwerer Beeinträch- </div> <div class="para">tigung bei real weitgehend intaktem psychosozialem Funk- </div> <div class="para">tionsniveau im Alltag (vgl. zum Ganzen Mosimann, Somato- </div> <div class="para">forme Störungen: Gerichte und (psychiatrische) Gutachten, </div> <div class="para">in: SZS 1999 S. 1 ff. und S. 105 ff.). Der Prognose kommt </div> <div class="para">insofern besondere Bedeutung zu, als hier in erster Linie </div> <div class="para">zu prüfen ist, ob vom Versicherten ein - allenfalls be- </div> <div class="para">trächtlicher - Willenseffort verlangt werden kann, der </div> <div class="para">seine Erwerbsfähigkeit wieder herstellt oder verbessert, </div> <div class="para">selbst wenn es wahrscheinlich ist, dass er sich weigern </div> <div class="para">wird, dies zu tun - sofern die Verweigerungshaltung eine </div> <div class="para">willentliche ist und nicht ihrerseits eine psychische Be- </div> <div class="para">einträchtigung mit Krankheitswert darstellt (Meyer-Blaser, </div> <div class="para">Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, S. 13; Mosi- </div> <div class="para">mann, a.a.O., S. 111; vgl. auch ZAK 1983 S. 156 Erw. 4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Im vorliegenden Fall hielten die Ärzte der Rehabi- </div> <div class="para">litationsklinik im Bericht vom 20. September 1996 dafür, </div> <div class="para">dass die angestammte Arbeit - vorerst zu therapeutischen </div> <div class="para">Zwecken - wieder aufzunehmen und anschliessend der Fall </div> <div class="para">abzuschliessen sei; ein strenges Regime, bei dem vom </div> <div class="para">Versicherten Leistungen abverlangt würden, sei hier die </div> <div class="para">Therapie der Wahl. Kreisarzt Dr. med. K.________ sprach </div> <div class="para">sich am 9. Oktober 1996 ebenfalls für den Fallabschluss </div> <div class="para">aus, zumal eine allfällige Besserung bei dieser therapeu- </div> <div class="para">tisch nicht mehr angehbaren Symptomatik von einer Änderung </div> <div class="para">der Persönlichkeitsstörung abhänge. In ihren Berichten </div> <div class="para">zuhanden der IV-Stelle bezeichneten sowohl die Ärzte der </div> <div class="para">Klinik Y.________ wie auch der Hausarzt den Beschwerde- </div> <div class="para">führer als aus psychischen Gründen nicht mehr arbeitsfähig, </div> <div class="para">wobei sie die Prognose als schlecht beurteilten (Berichte </div> <div class="para">vom 31. Januar und 17. März 1998). Der behandelnde Psycho- </div> <div class="para">loge lic. phil., lic. theol. V.________ beschreibt in </div> <div class="para">seiner Stellungnahme vom 8. Dezember 1998 zwar eine leichte </div> <div class="para">Besserung, geht im Übrigen jedoch von einem chronifizierten </div> <div class="para">Zustand aus, welcher keine berufliche Reintegration er- </div> <div class="para">mögliche. </div> <div class="para"> Die zentrale Frage, ob der Versicherte bei Aufbietung </div> <div class="para">allen guten Willens Arbeit in ausreichendem Masse verrich- </div> <div class="para">ten könnte, lässt sich aufgrund der medizinischen Akten </div> <div class="para">mangels einer qualifizierten und schlüssig nachvollzieh- </div> <div class="para">baren Stellungnahme der Fachärzte zu diesem Punkt jedoch </div> <div class="para">nicht zuverlässig beantworten. Hinzu kommt die unterschied- </div> <div class="para">liche Diagnosestellung (Konversionsneurose oder posttrau- </div> <div class="para">matische Belastungsstörung) durch die involvierten Ärzte </div> <div class="para">(vgl. auch Erwägung 3). Für die abschliessende Prüfung der </div> <div class="para">Frage, ob ein psychischer Gesundheitsschaden vorliegt, sind </div> <div class="para">daher weitere Abklärungen erforderlich, wobei eine (noch- </div> <div class="para">malige) psychiatrische und eine neuropsychologische Begut- </div> <div class="para">achtung im Vordergrund zu stehen haben. Die Sache ist zu </div> <div class="para">diesem Zweck an die IV-Stelle zurückzuweisen, welche an- </div> <div class="para">schliessend über den Anspruch auf eine Invalidenrente neu </div> <div class="para">zu verfügen haben wird. </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne </div> <div class="para"> gutgeheissen, dass der Entscheid des Verwaltungsge- </div> <div class="para"> richts des Kantons Bern vom 26. Juli 1999 und die Ver- </div> <div class="para"> fügung vom 14. August 1998 aufgehoben werden und die </div> <div class="para"> Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wird, damit sie, </div> <div class="para"> nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über </div> <div class="para"> den Rentenanspruch neu verfüge. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Die IV-Stelle Bern hat dem Beschwerdeführer für das </div> <div class="para"> Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht </div> <div class="para"> eine Parteientschädigung von Fr. 2500.- (einschliess- </div> <div class="para"> lich Mehrwertsteuer) zu bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV.Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern wird über eine </div> <div class="para"> Parteientschädigung für das kantonale Verfahren ent- </div> <div class="para"> sprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen Prozesses </div> <div class="para"> zu befinden haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">V.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsge- </div> <div class="para"> richt des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche </div> <div class="para"> Abteilung, der Ausgleichskasse des Kantons Bern und </div> <div class="para"> dem Bundesamt für Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 5. April 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der II. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>