<h2>SubmittedText<h2><p>Die modernen Technologien, insbesondere auch die Benutzung von Computern, Internet usw., sind heute aus vielen Lebensbereichen nicht mehr wegzudenken. Für zahlreiche gesellschaftlich wichtige Gebiete nehmen sie oft gar eine Schlüsselfunktion ein.</p><p>Vielen älteren Menschen ist der Zugang zu diesen neuen Technologien aber verschlossen, ja stellt ein unüberwindliches Hindernis dar, sei es aufgrund einer persönlichen Schwellenangst oder auch wegen fehlender geeigneter Möglichkeiten, sich die nötigen Kenntnisse zu erwerben.</p><p>Angesichts der hervorragenden Bedeutung, welche den neuen Technologien zukommt und immer mehr auch im Alltag in Zukunft noch zukommen wird, dürfen ganze Gruppen davon nicht ausgeschlossen bleiben. Da zudem auch alle Alters- und Bevölkerungskreise in die immer wieder geforderte lebenslange Weiterbildung einzubeziehen sind, frage ich den Bundesrat:</p><p>1. Ist er bereit, im Internationalen Jahr der älteren Menschen eine Sonderanstrengung zu unternehmen, um einer grösseren Zahl älterer Menschen auch in unserem Lande den Zugang zu den neuen Technologien erstrebenswert und möglich zu machen?</p><p>2. Was sieht er für Möglichkeiten?</p><p>3. Wie beurteilt er angesichts der Tatsache, dass wir viele Jugendliche haben, die diesbezüglich über sehr gute Kenntnisse verfügen, die Möglichkeit, z. B. Schulen anzuregen, entsprechende Kurse oder Tagungen für ältere Menschen zu organisieren und so gleichzeitig auch den Austausch und die Solidarität unter den Generationen zu fördern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat am 18. Februar 1998 eine Strategie für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz beschlossen und deren Umsetzung als prioritär erklärt. Diese Strategie enthält unter anderem den Grundsatz, einen Zugang zu den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien für alle Bevölkerungskreise anzustreben und diese entsprechend zur Nutzung zu befähigen. Die für die Umsetzung der Strategie eingesetzte Koordinationsgruppe Informationsgesellschaft wird dem Bundesrat demnächst in ihrem Bericht verschiedene Aktionen zur Realisierung empfehlen. Davon abgesehen laufen auf Bundesebene bereits verschiedene Aktivitäten im Rahmen der Altershilfe:</p><p>1. Der Bund fördert die Altershilfe u. a. mittels Subventionen der AHV an Pro Senectute. Pro Senectute hat bereits 1997 mit Angeboten von PC- und Internet-Kursen für Seniorinnen und Senioren begonnen. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von gemeinnützigen und auch kommerziellen Anbietern, die meistens regional tätig sind.</p><p>Die Nachfrage nach solchen Kursen ist sehr gross. Ziel ist, den älteren Menschen die Schwellenangst zu nehmen und ihnen einen Zugang zu den modernen Kommunikationsmitteln zu ermöglichen. Der Gebrauch der modernen Kommunikationstechnologien soll zwar kein Muss werden - wer von den älteren Menschen aber einen Zugang möchte, soll ihn ohne zu hohe Hürden auch finden.</p><p>Pro Senectute hat 1998 zusammen mit einem Partner aus der Wirtschaft und einer Seniorenorganisation eine Internet-Plattform für ältere Menschen und Altersfragen geschaffen, die sehr rege benützt wird (www.seniorweb.ch). Die Plattform dient auch als Kommunikationsmittel für das Internationale Jahr der älteren Menschen 1999. Erfahrungen in den USA zeigen, dass die Seniorinnen und Senioren nach kurzer Zeit zur grössten Nutzergruppe des Internets geworden sind. Eine ähnliche Entwicklung könnte sich mittelfristig auch in der Schweiz ergeben. Auf Interesse im seniorweb.ch stossen neben den Informationen vor allem Austausch- und Kontaktangebote.</p><p>Pro Senectute wird angesichts der grossen Nachfrage das Angebot laufend erweitern und den Bedürfnissen anpassen. Die Kurse selbst können selbsttragend durchgeführt werden.</p><p>2. Bei der Umsetzung des Leistungsvertrages zwischen BSV und Pro Senectute können Angebote im Bereich neuer Technologien bereits heute berücksichtigt werden. Im nächsten Leistungsvertrag (2002-2005) kann dieser Bereich ausgebaut werden. Wenn in Zukunft viele Seniorinnen und Senioren verstärkt die neuen Technologien nutzen, werden sich vermehrt auch kommerzielle Angebote entwickeln. Die Bedeutung des Seniorenmarktes ist von der Wirtschaft bereits erkannt und wird inskünftig noch mehr beachtet werden.</p><p>3. Die Trägerorganisationen von seniorweb.ch arbeiten zurzeit an einem sogenannten "Botschafterprojekt". Es geht darum, ältere Menschen, die bereits mit den modernen Kommunikationsmöglichkeiten vertraut sind, in die Lage zu versetzen, den Altersgenossinnen und Altersgenossen ihre Kenntnisse weiterzugeben. Die Erfahrung zeigt, dass das eine sehr beliebte Form des Lernens ist. Der Gedanke, auch Schulen und Jugendliche für die Vermittlung von Fähigkeiten und Wissen über neue Technologien an die ältere Generation zu gewinnen, ist prüfenswert. Pro Senectute Schweiz hat sich bereit erklärt, diese Idee aufzunehmen, und wird Versuche anregen.</p>  Antwort des Bundesrates.