A bteilung IV D -2277/2007 law /bah {T 0/2} U rteil vom 18. Juni 2007 M itw irkung: R ichter W alter Lang, R ichter Vito Valenti, R ichterin C laudia C otting-Schalch G erichtsschreiber C hristoph Basler A ._______, geboren _______, alias B ._______, geboren _______, C hina, vertreten durch H ansjörg Trüb, Verein Asylbrücke Zug, _______, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 28. M ärz 2007 i.S. vorsorgliche W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass die Beschw erdeführerin am 15. Septem ber 2006 um Asyl nachsuchte, dass das BFM am 29. Septem ber 2006 im Em pfangs- und Verfahrenszentrum A._______ ihre Personalien erhob und sie sum m arisch zum R eisew eg und zu den G rün- den für das Verlassen der H eim at befragte, dass sie dabei unter anderem erklärte, sie habe ihren H eim atstaat am 17. Juni 2006 ver- lassen und sei nach einem m ehr als zw eim onatigen Aufenthalt in N epal auf dem Luft- w eg in ein w estliches Land gereist, von w o sie schliesslich am 15. Septem ber 2006 in die Schw eiz gelangt sei, dass sie am 20. N ovem ber 2006 vom (kantonale Behörde) zu den Asylgründen angehört w urde, dass gem äss M itteilung der zuständigen belgischen Behörde vom 24. O ktober 2006 ein Fingerabdruckvergleich ergeben hat, dass die Beschw erdeführerin in Belgien am 3. Februar 2004 unter der Identität B._______, C hina, erfasst w orden ist, dass der R echtsvertreter der Beschw erdeführerin am 10. Februar 2007 beim BFM einen ärztlichen Bericht vom 5. Februar 2007 von D r. C ._______ und einen Bericht des (Spi- tal) vom 11. Januar 2007 einreichte, dass die belgischen Behörden dem BFM am 12. Februar 2007 m itteilten, die Beschw er- deführerin habe am 13. Juli 2006 im m er noch in Belgien gew ohnt, dass das BFM die belgischen Behörden am 16. Februar 2007 um die R ückübernahm e der Beschw erdeführerin ersuchte, dass die belgischen Behörden diesem G esuch m it M itteilung vom 20. Februar 2007 ent- sprachen, dass der Beschw erdeführerin vom (kantonale Behörde) am 22. Februar 2007 das recht- liche G ehör zu den Abklärungsergebnissen betreffend Aufenthalt in Belgien gegeben w urde, dass die Beschw erdeführerin dabei unter anderem erklärte, sie habe seit etw a drei Jah- ren in Belgien gelebt und sei am 15. Septem ber 2006 via Frankfurt in die Schw eiz ge- reist, dass das BFM dem R echtsvertreter am 14. M ärz 2007 G elegenheit gab, sich betreffend eine vorsorgliche W egw eisung der Beschw erdeführerin nach Belgien innert Frist schrift- lich zu äussern, dass der R echtsvertreter dem BFM am 16. M ärz 2007 einen "vorläufigen Austrittsbe- richt" des (Spital) vom 15. M ärz 2007 überm ittelte und 24. M ärz 2007 Stellung zu einer allfälligen vorsorglichen W egw eisung der Beschw erdeführerin nach Belgien Stellung nahm , dass das BFM m it Zw ischenverfügung vom 28. M ärz 2007 die vorsorgliche W egw eisung der Beschw erdeführerin nach Belgien sow ie deren sofortigen Vollzug anordnete und feststellte, einer allfälligen Beschw erde kom m e keine aufschiebende W irkung zu,3 dass die Beschw erdeführerin m it Eingabe ihres R echtsvertreters vom 29. M ärz 2007 ge- gen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde erheben und dabei beantragen liess, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die aufschiebende W ir- kung sei w iederherzustellen, es sei Einsicht in die belgischen Verfahrensakten zu geben sow ie auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und von Verfahrenskosten abzuse- hen, dass der Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts die G esuche um W iederher- stellung der aufschiebenden W irkung der Beschw erde und G ew ährung der unentgeltli- chen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) m it Zw ischenverfügung vom 30. M ärz 2007 abw ies und die Beschw erdeführerin aufforderte, innert Frist einen Kostenvor- schuss von Fr. 600.-- zu leisten, dass er das BFM m it der gleichen Zw ischenverfügung zudem anw ies, dem R echtsver- treter ergänzende Akteneinsicht zu gew ähren, dass das BFM dieser Anordnung am 4. April 2007 nachkam , dass das (kantonale Behörde) dem BFM am 13. April 2007 m itteilte, die Beschw erdefüh- rerin sei am 11. April 2007 "untergetaucht", dass der erhobene Kostenvorschuss am 26. April 2007 innert angesetzter Frist einge- zahlt w urde, dass der Instruktionsrichter dem R echtsvertreter m it Zw ischenverfügung vom 3. M ai 2007 m itteilte, seine M andantin sei unbekannten Aufenthalts, und ihn aufforderte, bis am 14. M ai 2007 den Aufenthaltsort seiner M andantin bekannt zu geben und eine von dieser unterzeichnete Erklärung einzureichen, aus der ihr fortbestehendes R echtsschutzinteresse hervorgehe, dass der R echtsvertreter am 14. M ai 2007 m itteilte, seine M andantin halte sich in Belgi- en auf, und um Erstreckung der Frist ersuchte, dass der Instruktionsrichter die am 3. M ai 2007 angesetzte Frist bis zum 29. M ai 2007 erstreckte, dass der R echtsvertreter am 29. M ai 2007 die Adresse der Beschw erdeführerin m itteilte und eine Erklärung derselben vom 14. M ai 2007 einreichte, w onach sie w eiterhin am Beschw erdeverfahren vor dem Bundesverw altungsgericht interessiert sei, und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 Vw VG ) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31] i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass gem äss Art. 107 Abs. 1 AsylG Zw ischenverfügungen, die in Anw endung der Art. 4 10. Abs. 1-3 und 18-48 AsylG ergehen, nur durch Beschw erde gegen die Endverfügung angefochten w erden können, dass indessen Zw ischenverfügungen, die einen nicht w ieder gutzum achenden N achteil bew irken können, vorsorgliche M assnahm en und Verfügungen, m it denen das Verfahren sistiert w ird, selbständig anfechtbar sind (Art. 107 Abs. 2 AsylG ), dass die Anordnung einer auf Art. 42 Abs. 2 AsylG gestützten W egw eisung w ährend des Asylverfahrens eine vorsorgliche M assnahm e darstellt, die nicht w ieder gutzum achende N achteile bew irken kann (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1994 N r. 12 S. 94 ff.), dass die Zw ischenverfügung des BFM vom 28. M ärz 2007 som it selbständig anfechtbar ist, dass die Beschw erdeführerin durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutz- w ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschw erde legitim iert ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 Vw VG ), dass som it auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 50 ff. Vw VG ), zum al der erhobene Kostenvorschuss fristgerecht geleis- tet w urde, dass m it Beschw erde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständi- ge Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass gem äss Art. 42 Abs. 2 AsylG der G esuchsteller vorsorglich w eggew iesen w erden kann, w enn die W eiterreise in einen D rittstaat zulässig, zum utbar und m öglich ist, na- m entlich w enn: a) dieser Staat vertraglich für die Behandlung des Asylgesuchs zuständig ist, b) sich der G esuchsteller vorher einige Zeit dort aufgehalten hat, oder c) dort nahe Angehörige oder andere Personen leben, zu denen der G esuchsteller enge Beziehungen hat, dass der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich ist, w enn der Ausländer nicht in den D rittstaat verbracht w erden kann, er nicht zulässig ist, w enn völkerrechtliche Verpflich- tungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in den D rittstaat entgegenstehen und er insbesondere nicht zum utbar sein kann, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (vgl. Art. 14a Abs. 2-4 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]), dass keine Anhaltspunkte dafür bestehen, die Beschw erdeführerin m üsse in Belgien un- m enschliche Behandlung oder eine Strafe im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) befürchten, dass sich aus den Akten ferner auch keine hinreichend konkreten Indizien ergeben, auf-5 grund derer geschlossen w erden könnte, die belgischen Behörden w ürden ihren einge- gangenen Verpflichtungen, die sich aus der Flüchtlings- und der M enschenrechtskon- vention ergeben, nicht nachkom m en, dass nam entlich keine Anhaltspunkte dafür bestehen, die belgischen Behörden hätten die von der Beschw erdeführerin geltend gem achten G ründe, die einem Vollzug einer W egw eisung nach C hina entgegenstehen könnten, nicht geprüft beziehungsw eise w ür- den diese nicht prüfen, dass der in der Beschw erde vertretenen Auffassung, vor Anordnung der vorsorglichen W egw eisung hätte das BFM bei den belgischen Behörden w eitere Auskünfte und G aran- tien einholen m üssen, nicht gefolgt w erden kann, zum al die Beschw erdeführerin zw ar geltend m acht, sie hätte Belgien innerhalb von 30 Tagen verlassen m üssen, jedoch nicht in der Lage ist, dies m ittels D okum enten zu belegen, dass die belgischen Behörden der R ückübernahm e der Beschw erdeführerin am 20. Feb- ruar 2007 gestützt auf dem Abkom m en vom 12. D ezem ber 2003 zw ischen der Schw ei- zerischen Eidgenossenschaft und den Benelux Staaten über die R ückübernahm e von Personen m it unbefugtem Aufenthalt (R ückübernahm eabkom m en, SR 0.142.111.729) zustim m ten, w eshalb die nicht w eiter belegte Behauptung in der Eingabe vom 29. M ai 2007, die belgischen Behörden hätten erklärt, das Asylverfahren der Beschw erdeführe- rin sei im Februar 2007 eingestellt w orden, w eshalb sie sich nun illegal in Belgien auf- halte, nicht zu überzeugen verm ag, dass sich die vorsorgliche W egw eisung nach Belgien som it als unter völker- und landes- rechtlichen Aspekten zulässig erw eist, dass aufgrund der Aktenlage feststeht, dass die Beschw erdeführerin vor ihrer Einreise in die Schw eiz spätestens seit Februar 2004 in Belgien gelebt hat, dass sie sich som it "einige Zeit" im Sinne von Art. 42 Abs. 2 Bst. b AsylG in Belgien auf- gehalten hat, dass der U m stand, w onach die Beschw erdeführerin unter gesundheitlichen Problem en leidet, die vorsorgliche W egw eisung nicht als unzum utbar erscheinen lässt, da aufgrund der m edizinischen Versorgungslage in Belgien ohne w eiteres davon ausgegangen w er- den kann, die Erkrankung der Beschw erdeführerin sei dort behandelbar, dass in diesem Zusam m enhang die D arstellung in der Beschw erde, allen Personen m it Lungenproblem en seien dieselben M edikam ente verschrieben w orden, w enig überzeu- gend erscheint, da die belgischen Behörden gerade bei Lungenkrankheiten, die anste- ckend sein könnten, ein grosses Interesse an einer adäquaten Behandlung haben dürf- ten, dass auch in der Eingabe vom 29. M ai 2007 eingeräum t w ird, die Beschw erdeführerin habe eine m edizinische U ntersuchung erhalten und w erde verm utlich kostenlos M edika- m ente bekom m en, dass deshalb nicht ersichtlich ist, inw iefern die vorsorgliche W egw eisung nach Belgien für die Beschw erdeführerin aus gesundheitlichen G ründen zu einer existenzbedrohen- den Situation führen soll, dass auch keine anderen G ründe ersichtlich sind, w elche darauf schliessen liessen, die Beschw erdeführerin könnte in Belgien einer konkreten G efährdung ausgesetzt sein, 6 dass die vorsorgliche W egw eisung der Beschw erdeführerin nach Belgien som it zum ut- bar ist, dass sich die Beschw erdeführerin gem äss den Angaben in der Eingaben vom 14. bzw . 29. M ai 2007 w ieder in Belgien, (Adresse), aufhalten soll, dass sich dam it Ausführungen zur sich bloss hypothetisch stellenden Frage, ob die vor- sorgliche W egw eisung nach Belgien m öglich ist, erübrigen, dass es der Beschw erdeführerin dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die an- gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich- tig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) der Beschw erdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ), dass die Kosten durch den in gleicher H öhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und m it diesem zu verrechnen sind. (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden der Beschw erdeführerin auferlegt. Sie sind durch den in gleicher H öhe geleisteten Kostenvorschuss ge- deckt und w erden m it diesem verrechnet. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführerin, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (Kopie zu den Akten; R ef.-N r. N _______) - das (kantonale Behörde) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: W alter Lang C hristoph Basler Versand am :