Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Juni 2018 (720 16 80 / 148) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Ermittlung des Invalideneinkommens bei einer versicherten Person, welche gemäss gut- achterlicher Einschätzung ihre angestammte Tätigkeit als Sekretärin und Sachbearbeite- rin zu 40 % und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 50 % ausüben kann Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Jan Herrmann , Recht s- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1958 geborene A.____ war zuletzt bei der B._ ___ AG als kaufmännische Angestell- te tätig. Am 23. September 2014 meldete sie sich un ter Hinweis auf eine Depression bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die gesu ndheitlichen und erwerblichen Verhältnisse Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ab. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens sprach si e der Versicherten mit Verfügung vom 4. Februar 2016 gestützt auf einen nach der allgem einen Bemessungsmethode ermittel- ten Invaliditätsgrad von 50 % ab 1. März 2015 eine halbe Rente zu. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Rechtsanwalt Jan Hermann, am 7. März 2016 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge- richt), und beantragte die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente basierend auf einem Invalidi- tätsgrad von mindestens 70 %. Eventualiter sei eine erg änzende psychiatrische Stellungnahme bei der behandelnden Ärztin, Dr. med. C.____, FMH Psych iatrie und Psychotherapie, einzuho- len. Subeventualiter sei ein gerichtliches, monodisziplinä res psychiatrisches Gutachten anzu- ordnen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgefüh rt, dass das von der IV-Stelle einge- holte psychiatrische Gutachten von Prof. Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychothera- pie, vom 27. November 2015 nicht beweiskräftig genug sei, um darauf abstellen zu können. Zudem sei deren Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor dem Hintergrund des Arbeitsplatzbe- schriebs nicht nachvollziehbar und die Diagnose "andere g emischte Angststörung" sei nicht begründet. C. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vo m 19. Mai 2016 die Abweisung der Beschwerde. Zudem sei im Sinne einer reformatio in peius festzustellen, dass der Beschwerde- führerin keine Rente zustehe. Entgegen den Ausführunge n in der angefochtenen Verfügung liessen die verfügbaren Ressourcen der Versicherten und di e objektiven Befunde darauf schliessen, dass diese eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % ausführen könne. Es sei ihr deshalb zu Unrecht eine halbe Invalidenrente ab 1. März 2015 zugesprochen worden. D. In seiner Replik vom 21. Juni 2016 teilte der Recht svertreter der Versicherten mit, dass die Versicherte am 13. Januar 2016 mit dem Fahrrad gest ürzt sei und sich an der rechten Schulter verletzt habe. Sie sei deswegen am gleichen Tag operiert worden. Bis heute werde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Angesi chts der richterlichen Überprüfungsbefug- nis bis zum Verfügungszeitpunkt sei dieses Ereignis mit de n damit verbundenen körperlichen Einschränkungen im Rahmen einer allfälligen medizinische n gerichtlichen Begutachtung durch einen Orthopäden zu berücksichtigen. E. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Duplik vom 14. S eptember 2016, dass der Fall infolge des derzeit instabilen Gesundheitszustandes zur weiteren medizinischen Abklärung der somati- schen Beeinträchtigungen an sie zurückzuweisen sei. F. Die Versicherte machte durch ihren Rechtsvertreter i n ihrer Eingabe vom 19. Oktober 2016 geltend, dass der Unfall und seine Folgen nicht S treitgegenstand der angefochtenen Ver- fügung bildeten. Weiter wies sie darauf hin, dass sie e ine psychiatrische Begutachtung durch das Gericht, aber keine Rückweisung an die IV-Stelle zur Neuabklärung beantragt habe, wes- halb keine übereinstimmenden Parteianträge vorlägen. Sofern das Gericht zur Auffassung ge- lange, dass eine psychiatrische Expertise zur Klärung der medizinischen Sachlage notwendig wäre, bestehe die Möglichkeit, das Gerichtsgutachten auf ein bidisziplinäres Gutachten (Ortho- pädie und Psychiatrie) auszuweiten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Anlässlich der Urteilsberatung vom 1. Dezember 2016 kam das Kantonsgericht zum Schluss, dass die Folgen des Fahrradsturzes vom 13. Januar 2 016 infolge veränderter medizi- nischer Verhältnisse vor Erlass der angefochtenen Verfügu ng bei der Beurteilung des Leis- tungsanspruchs der Versicherten im vorliegenden Verfahren einzubeziehen seien (vgl. Be- schluss vom 1. Dezember 2017). Da sich der Unfall kurz vor E rlass der angefochtenen Verfü- gung ereignet habe, sei eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich. Es stell te den Fall deshalb aus und ordnete ein bidisziplinäres Gutachten (orthopädisch und psychiatrisch ) bei der Academy of Swiss Insu- rance Medicine (asim) an. Gleichzeitig gab es den Partei en Gelegenheit, zum Fragenkatalog Stellung zu nehmen und allfällige Ergänzungsfragen einzureichen. H. Nach Eingang der Stellungnahmen der IV-Stelle vom 4. Januar 2017 und der Versicher- ten vom 7. Februar 2017 setzte sich das Kantonsgericht mi t den Einwänden der Parteien aus- einander. Dabei stellte es fest, dass es – entgegen d er Ansicht der IV-Stelle - keinen triftigen Grund gebe, von einer Begutachtung der Versicherten durch die asim abzusehen. Weiter be- rücksichtigte es den Antrag der IV-Stelle, wonach mit der Durchführung der orthopädischen Begutachtung bis zum Abschluss der Behandlung der Schult erverletzung zuzuwarten sei, da- hingehend, als es den Auftrag ans asim ergänzte. Danach sei in orthopädischer Hinsicht zuerst abzuklären, ob der Gesundheitszustand der Versicherten fü r eine Begutachtung stabil genug sei. In Bezug auf den Antrag der IV-Stelle, es sei der asim das Rundschreiben Nr. 339 betref- fend Standardindikatoren zu unterbreiten, wies das Kantonsgericht darauf hin, dass es der asim überlassen sei, sich bei der Prüfung der Standardindikat oren am Fragekatalog des IV- Rundschreibens zu orientieren. Den Antrag der Versicherten, die Stellungnahmen von Dr. med. E.____, Facharzt für Orthopädie sowie Physikalische und Re habilitative Medizin, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), vom 15. und 21. Dezember 2016 seien aus dem Recht zu weisen, wies das Kantonsgericht ab, weil gemäss bundesgerichtlicher Recht sprechung den RAD- Stellungnahmen nicht im Vornherein jegliche Beweiskraft abgesprochen werden kann. I. Mit Schreiben vom 23. März 2017 erteilte das Kanton sgericht der asim den Gutach- tensauftrag. Das asim-Gutachten wurde am 31. Dezember 2 017 eingereicht, worauf das Kan- tonsgericht den Parteien am 23. September 2015 Gele genheit gab, zum Gutachten Stellung zu nehmen. J. In ihrer Eingabe vom 31. Januar 2018 stellte die IV- Stelle mit Verweis auf die Stellung- nahmen von Dr. E.____ vom 18. Januar 2018 und Dr. med . F.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, RAD, fest, dass auf das asim-Gutachten grund sätzlich abgestellt werden könne. Es sei lediglich dahingehend zu bemängeln, als das Gutacht erteam bei seiner Beurteilung die durch die Folgen des Unfalls vom 13. Januar 2016 bedin gten Arbeitsunfähigkeitsperioden nicht berücksichtigt habe. Die vom asim-Gutachterteam vorgenomme ne Einschätzung der Arbeitsfä- higkeit, wonach ab 26. März 2014 in einer Verweistätigk eit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit beste- he, sei deshalb zu differenzieren. Gemäss den aktenkundig en Arbeitsunfähigkeitszeugnissen stehe fest, dass bei der Versicherten vom 13. Januar 2016 bis 20. Juli 2016 und vom 12. April 2017 bis 31. Juli 2017 eine volle Arbeitsunfähigkeit v orgelegen habe. Demgemäss habe die Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Versicherte unter Berücksichtigung von Art. 88a des Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 vom 26. März 2015 bis 31. März 2016 Anspruch auf eine halbe, vom 1. April 2016 bis 31. Oktober 2016 auf eine ganze, vom 1. November 2016 bis 30. Juni 2017 auf eine halbe, vom 1. Juli 2017 bis 31. Oktober 2017 auf eine ganze und ab 1. November 2017 auf eine halbe Invalidenrente. K. Der Rechtsvertreter der Versicherten stellte in seine r Eingabe vom 14. Februar 2018 fest, dass gemäss Gerichtsgutachten bei der Versicherten ei ne Restarbeitsfähigkeit in der an- gestammten Tätigkeit von 40 % und in einer Verweistä tigkeit von 50 % bestehe. Damit betrage der Invaliditätsgrad in der angestammten Tätigkeit 60 % und in einer leidensangepassten Tätig- keit 65 % bzw. 66 %. Demzufolge habe die Versicherte ab 1. März 2015 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Mit Stellungnahme vom 27. Februar 2018 erklärte sich der Rechtsvertreter der Versicherten mit dem von der IV-Stelle ermittelten Ansp ruch auf eine ganze Invalidenrente für die Zeit von April 2016 bis Oktober 2016 sowie von Jul i 2017 bis Oktober 2017 einverstanden. Demgegenüber sei er nach wie vor der Ansicht, dass die V ersicherte für die anderen im Schrei- ben der IV-Stelle vom 31. Januar 2018 aufgeführten Z eitperioden Anspruch auf eine Dreivier- telsrente habe. L. In der Stellungnahme vom 12. März 2018 wich die IV -Stelle nicht von ihrem Standpunkt ab und verwies auf ihre Eingabe vom 31. Januar 2018. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 7. März 2016 ist demnach einzut reten. 2. Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversi cherungsgericht die Gesetz- mässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach d em Sachverhalt, der zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war (BGE 130 V 138 E. 2.1 S . 140, 121 V 366 E. 1b mit Hinwei- sen). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither veränder t haben, sollen im Normalfall Gegen- stand einer neuen Verwaltungsverfügung sein. Vorliegen d datiert die angefochtene Verfügung vom 4. Februar 2016. Der Leistungsanspruch ist demnach gru ndsätzlich aufgrund des Gesund- heitszustandes der Versicherten zu beurteilen, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Verfügungser- lasses entwickelt hat. Am 13. Januar 2016, also kurz vor Erl ass der angefochtenen Verfügung, stürzte die Versicherte mit dem Fahrrad und zog sich dabei einen Schultertrümmerbruch zu, der operativ versorgt werden musste. Damit beschränkt sich der medizinische Sachverhalt nicht Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht mehr nur auf die bisher in Frage gestandenen psychischen gesundheitlichen Einschränkungen, sondern er wird um ein somatisches Leiden erweitert. Entgegen der Ansicht der Versicherten ist damit im vorliegenden Verfahren der Umfang des Leistun gsanspruchs unter Berücksichtigung sowohl der psychischen als auch der somatischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu prü- fen. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu min destens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über d en Allgemeinen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG ). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesund heitlichen Beeinträchtigung zu be- rücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung eines Rentenanspruch s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der So- zialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Widersprechen sich medizinische Berichte, darf da s Gericht den Prozess nicht erledi- gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und d ie Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These a bstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die g eklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.1 Gestützt auf den Beschluss vom 1. Dezember 2016 gab das Kantonsgericht ein Ge- richtsgutachten bei der asim in Auftrag, welches am 31. Dezember 2017 erstattet wurde. Der Gutachter Prof. Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chi rurgie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates, diagnostizierte in seinem Teilgutachte n mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit Restbeschwerden an der Schulter rechts bei Status nach Ost eosynthesematerialentfernung (OSME) bei der Philos-Platte Humerus vom 12. April 2017, nach Frozen Shoulder, nach Osteo- synthese sowie Bizepstenodese vom 15. Januar 2016 und nach Velosturz mit subcapitaler, mehrfragmentärer Humerusfraktur vom 13. Januar 2016. Klinisch lasse sich eine schmerzhaft eingeschränkte Schulterbeweglichkeit feststellen. Aktuell sei von einer "Ausheilung der postope- rativen Folgen" auszugehen. Aufgrund der persistierend en, belastungsabhängigen Schulterbe- schwerden könne die Versicherte schwere bis mittelschwere Tätigkeiten sowie solche, welche die Schulter zusätzlich belasteten, nicht mehr ausführen. Hierzu seien Tätigkeiten mit Ge- wichtsbelastungen über 5 kg mit nach vorne gehaltenem Ar m und über Kopf sowie in absturz- gefährdenden Positionen zu zählen. Dagegen sei ihr die Ausführung von leichten, wechselbe- lastenden Arbeiten mit Gewichten von maximal 5 kg ab 1. Oktober 2017 zu 100 % zumutbar. 5.2 Die Psychiaterin Dr. med. H.____ hielt in ihrem F achgutachten als Hauptdiagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Persönlichke it mit ängstlichen, abhängigen und in- fantilen Zügen sowie Angst und Depression gemischt bei p sychosozialen Belastungsfaktoren (Status nach anamnestisch mehrfachen sexuellen Missbrauchs- u nd Gewalterfahrungen) fest. Die Versicherte weise verschiedene ängstliche und depressive Symptome auf, insbesondere eine generalisierte, ängstlich gefärbte Unruhe, eine Freud- und Interessensminderung sowie Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Konzentrationsstörungen bzw. ein unorganisiertes Verhalten. Demgegenüber bekunde sie Inte- resse an einer anspruchsvollen Weiterbildung. Die depre ssive und die Angst-symptomatik blie- ben jedoch unbestimmt, so dass weder die diagnostischen Kri terien für eine leichte depressive Episode noch für eine spezifische Angststörung erfüllt s eien. Da jedoch Symptome für beide Erkrankungen vorlägen, stelle sie die Diagnose "Angst und eine Depression gemischt" gemäss ICD-10 F41.2. Darüber hinaus zeige die Versicherte Auf fälligkeiten im Verhalten und in der Be- ziehungsgestaltung. Insbesondere imponiere ein infantil-histrionisch anmutender Beziehungsstil mit theatralischem Auftreten, übertriebenem Affektausd ruck und expressiver Körpersprache. Zudem sei zu berücksichtigen, dass die Versicherte Missbrauchserlebnisse in der Kindheit bzw. in der Jugend gehabt sowie jahrlange häusliche Gewalt erlebt habe. Die spezifischen Sympto- me für die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung lägen jedoch nicht vor. Ebenso wenig seien die Kriterien für die Annahme einer and auernden Persönlichkeitsstörung erfüllt. Aufgrund der Symptomatik rechtfertige es sich aber, die t raumaassoziierte Diagnose "Persön- lichkeit mit ängstlichen, abhängigen und infantilen Zügen" gemäss ICD-10 F61.0 zu stellen. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte ab 26. März 2014 in ihrer angestammten Tätigkeit als Sekretärin bzw. Sachbearbeiterin zu 50 % eingeschränkt. Aufgrund "situativer Faktoren" könne die effektive Leistungsfähigkeit in einer typischen Büro tätigkeit noch um weitere 10 % einge- schränkt sein. In einer optimal angepassten Tätigkeit mit der Möglichkeit freier Pausengestal- tung und geringen Anforderungen an interaktive Kompet enzen (anspruchsvoller bzw. sehr häu- figer Kundenkontakt, schwierige oder komplexe Teamkonstellation) und ohne zusätzliche exter- ne Stressoren (z. B. starkem Zeit- und Termindruck) best ehe eine quantitative Arbeitsfähigkeit von 70 %. Je nach Art der Arbeit, der Teamkonstellation und anderer Kontextfaktoren könne die effektive Leistungsfähigkeit um 10 – 20 % unterschritte n werden. Bei einer Präsenz von 70 % sei der Versicherten somit die Ausübung einer leidensange passten Tätigkeit zu mindestens 50 % seit März 2014 zumutbar. 5.3 In gesamtmedizinischer Sicht stellten die Gutachteri n und der Gutachter fest, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der angestammte n Tätigkeit als Sekretärin bzw. Sachbear- beiterin seit 26. März 2014 zu 50 % beeinträchtigt sei . Aufgrund "situativer Faktoren" könne die effektive Leistungsfähigkeit in einer typischen Bürotäti gkeit um weitere 10 % eingeschränkt sein. In einer dem Leiden aus somatischer und psychiatrisc her Sicht optimal angepassten Tä- tigkeit sei die Versicherte bei einer 70%igen Präsenz mi ndestens zu 50 % arbeitsfähig. Aus somatischer Sicht könne die Versicherte nur leichte, wec hselbelastende Tätigkeiten mit Ge- wichten von maximal 5 kg ausführen. Die bisherige Tätig keit im Büro entspreche diesem Anfor- derungsprofil. 6.1 Wie alle Beweismittel unterliegen auch Gerichtsgut achten der freien richterlichen Be- weiswürdigung. Kriterien der Beweiswürdigung bilden d ie Vollständigkeit, die Nachvollziehbar- keit und die Schlüssigkeit des Gutachtens. Das Gericht hat zu prüfen, ob das Gutachten alle Fragen beantwortet, sich auf den zutreffenden Sachverh alt stützt und den Befund ausreichend begründet. In Sachfragen weicht das Gericht jedoch "nich t ohne zwingende Gründe" von einer gerichtlichen Expertise ab (vgl. BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingehol- tes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Sch lussfolgerungen gelangt. Eine ab- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht weichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusse- rungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig gen ug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch einen Oberex- perten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexper tise vom Ergebnis des Gerichtsgut- achtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 118 V 290 E. 1b, 112 V 32 f. mit Hinwei- sen). 6.2 Das Gericht sieht keine zwingenden Gründe, von den Schlussfolgerungen des asim- Gutachterteams abzuweichen. Sein Gutachten vom 31. De zember 2017 ist für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchu ngen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es leuchtet in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Das Gutachten der asim bildet eine ausreichend zuverlässige und rechtsgenügliche Grundlage, um den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten beurteilen zu können. Es ist deshalb grundsätzlich davon auszugehen, dass die Versi cherte in einer Verweistätigkeit ab 26. März 2014 zu 50 % arbeits- bzw. erwerbsfähig ist. Di e IV-Stelle weist zu Recht darauf hin, dass die Versicherte infolge des Fahrradsturzes vom 13. Janu ar 2016 und dessen Folgen aus somatischer Sicht immer wieder zu mehr als 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. In der Eingabe vom 31. Januar 2018 sind die einzelnen Arb eitsunfähigkeitsperioden aufgelistet, welche sich auf die Stellungnahme von Dr. E.____ vom 1 8. Januar 2016 bzw. auf die echtzeit- lich ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeitsperioden stützen. Danach war die Versicherte vom 13. Januar 2016 bis 20. Juli 2016 und vom 12. April 20 17 bis 31. Juli 2017 zu 100 % arbeitsun- fähig. Die IV-Stelle berücksichtigte diese vollständigen Arbeitsunfähigkeitsperioden denn auch korrekt bei der Beurteilung des Rentenanspruchs der Versicherten, indem sie jeweils von einem Invaliditätsgrad von 100 % ausging. Dies wird von der Ve rsicherten auch nicht beanstandet. Es ist somit festzustellen, dass die Versicherte unter Berücksichtigung von Art. 88a IVV für die Zeit vom 1. April 2016 bis 31. Oktober 2016 und vom 1. Juli 2017 bis 31. Oktober 2017 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. 6.3 Was die Zeiten vom 1. März 2015 bis 31. März 2016, vom 1. November 2016 bis 30. Juni 2017 und ab 1. November 2017 anbelangt, stel lt sich die Versicherte auf den Stand- punkt, dass sich bei einer Gegenüberstellung der massgebe nden Vergleichseinkommen ein Invaliditätsgrad von über 60 % ergebe. Demzufolge habe sie für die fraglichen Zeitperioden An- spruch auf eine Dreiviertelsrente. Demgegenüber ist die IV-Stelle der Auffassung, dass der In- validitätsgrad in einer Verweistätigkeit während der hi er strittigen Zeiträume 50 % betrage. Die Versicherte habe deshalb für diese Zeiträume lediglich Anspruch auf eine halbe Rente. 7.1 Der Invaliditätsgrad ist bei erwerbstätigen Versich erten aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgra- des das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbe itsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein- kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er werbseinkommen ziffernmässig mög- lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Me thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 7.2.1 Die IV-Stelle ging in der angefochtenen Verfü gung vom 4. Februar 2016 von einem Valideneinkommen von Fr. 73'206.-- und einen Invalide neinkommen von Fr. 36'603.-- aus. Da- bei stützte sie sich auf die Tabellenlöhne der vom Bunde samt für Statistik (BFS) herausgege- benen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012. Sowohl beim Va liden- als auch beim Invalidenein- kommen zog sie den statistischen Durchschnittslohn der Tabell e TA17, Ziffer 41 (allgemeine Büro- und Sekretariatskräfte), Spalte Frauen, von mon atlich Fr. 5'754.-- heran. Nach Anpas- sung an die bis 2014 erfolgte Nominallohnentwicklung vo n 1,7 % und Umrechnung auf die be- triebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden e rmittelte sie ein Einkommen von Fr. 73'206.--. Da die beiden Vergleichseinkommen auf der Grundlage des gleichen Tabellenloh- nes berechnet wurden, entspricht der Invaliditätsgrad d em Grad der Arbeitsunfähigkeit (soge- nannter Prozentvergleich; zur Zulässigkeit des Prozentvergleichs: Urteil des Bundesgericht vom 6. April 2016, 8C_628/2015, E. 5.3.5 mit Hinweisen). Nach Vorliegen des Gerichtsgutachtens ermittelte die IV-Stelle den Rentenanspruch der Versicherten neu. Indem sie nicht näher prüfte, wie sich die gesundheitlichen Einschränkungen in einem a usgeglichenen Arbeitsmarkt auswirk- ten (Art. 16 ATSG), ist davon auszugehen, dass sie – im Sinne eines Prozentvergleichs - von der gutachterlich festgestellten 50%igen Arbeitsunfäh igkeit in einer Verweistätigkeit auf den Invaliditätsgrad von 50 % schloss. Demgegenüber berechn ete die Versicherte, ebenfalls aus- gehend von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in einer Verweistätigkeit und einem Validenein- kommen von Fr. 73'206.--, das Invalideneinkommen gestützt auf den Totalwert der Tabelle TA1 der LSE 2012 von Fr. 4'112.-- (Kompetenzniveau 1, Spal te Frauen), woraus indexiert und an- gepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit ei n jährliches Invalideneinkommen von Fr. 26'029.20 resultiert (Fr. 4'112.-- x 12 : 40 x 41 ,7 x 12 x 101,7 : 100 x 0,5). Stellt man dieses Invalideneinkommen dem Valideneinkommen von Fr. 73'2 06.-- gegenüber, so ergibt sich dar- aus eine Erwerbseinbusse von Fr. 47'176.80 bzw. ein Inva liditätsgrad von gerundet 65 % (vgl. zur Rundungspraxis des Bundesgerichts: BGE 130 V 121 ff.) . Werden dem Einkommensver- gleich die entsprechenden Tabellenlöhne der LSE 2014 zugrunde gelegt, ergibt sich gemäss den Berechnungen der Versicherten ein leicht höherer Invaliditätsgrad von gerundet 66 %. 7.2.2 Es ist somit festzustellen, dass das von der IV-Stelle ermittelte Valideneinkommen von Fr. 73'206.-- unbestritten ist. Dieses Valideneinkomm en ist jedoch in zweifacher Hinsicht zu korrigieren: Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sin d für den Einkommensvergleich einerseits auf die neusten LSE abzustellen (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300) und andererseits sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Renten anspruchs massgebend (hier: 1. März 2015; BGE 129 V 222, 128 V 174). Demgemäss sin d für die Invaliditätsbemessung die Tabellenlöhne der LSE 2014 massgebend. Gemäss Tabelle T17 der LSE 2014 belief sich der monatliche Durchschnittslohn für Frauen ab 50 Jahre auf Fr. 6'248.--. Nach Anpassung dieses Lohnes an die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden im 2015 (BFS, Ta- belle T03.02, Sektor IIl) und die bis dahin erfolgte Nominallohnentwicklung von 0,5 % (BFS, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tabelle T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen 2011 – 2015 , Sektor 3 Dienstleistungen) resultiert ein jährliches Valideneinkommen von Fr. 78'553.30 (Fr. 6'218.-- x 12 x 41,7 : 40 x 100,5 : 100). 8.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwer bstätigkeit aus, bei der - kumulativ - beson- ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzune hmen ist, dass sie die ihr verbleiben- de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft sowie das Einkommen aus der Arbeits- leistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint , gilt grundsätzlich der von ihr tat- sächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 126 V 7 5 E. 3b, 117 V 18 E. 2c/aa; RKUV 1991, Nr. U 130, S. 272 E. 4a; AHI-Praxis 1998, S. 17 9). Hat sie nach Eintritt des Gesundheits- schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare n eue Erwerbstätigkeit aufgenom- men, so können statistische Werte, insbesondere Tabell enlöhne der LSE herangezogen wer- den (BGE 135 V 297 S. 301 E. 5.2). 8.2 Vorliegend steht fest, dass die Versicherte keiner Er werbstätigkeit mehr nachgeht. Die Parteien bestreiten deshalb zu Recht nicht, dass bei der Berechnung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der LSE heranzuziehen sind (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475). Die Recht- sprechung wendet dabei in der Regel die Monatslöhne ge mäss LSE-Tabelle TA1 (bzw. TA1_tirage_skill_level seit der Veröffentlichung der L SE 2014), Zeile "Total Privater Sektor" an (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. Mai 2018, 9C_422 /2017, E. 4.2). Nur ausnahmsweise stellt das Bundesgericht auf das statistische Durchschnittsei nkommen einzelner Branchen ab, wenn dies als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen. Dies ist der Fall bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt ( in BGE 133 V 545 nicht publizierte E. 5.1 des Urteils des Bundesgerichts vom 24. August 2007, 9C_237/2007). 8.3 Gemäss der Gesamtbeurteilung der asim ist bei der V ersicherten die "quantitative Ar- beitsfähigkeit" in ihrer angestammten Tätigkeit als Se kretärin und Sachbearbeiterin um 50 % eingeschränkt. Innerhalb dieses Arbeitspensums ist die ef fektive Leistungsfähigkeit in einer "ty- pischen Bürotätigkeit" um weitere 10 % beeinträchtigt. Es ist damit davon auszugehen, dass die Versicherte in der Ausübung eines kaufmännischen Berufes n ur noch zu 40 % arbeitsfähig ist. In Bezug auf eine Verweistätigkeit ist das Expertenteam der Ansicht, dass der Versicherten bei der Ausführung einer "optimal angepassten" Tätigkeit g rundsätzlich eine Präsenz von 70 % zuzumuten sei. Je nach Art der Arbeit, der Teamkonstellat ion und anderer Kontextfaktoren re- duziere sich jedoch dieses Pensum zusätzlich um 10 % bis 20 %. Das Expertenteam nimmt deshalb an, dass die Arbeitsfähigkeit in einer Verwei stätigkeit mindestens 50 % betrage. Ge- stützt auf diese Zumutbarkeitsbeurteilung gelangt die IV-Stelle zur Auffassung, dass bei der Berechnung des Invalideneinkommens aufgrund der jahrelangen Erfahrung der Versicherten im Bürobereich und der Tatsache, dass die bisherige Tätigke it im Büro dem Anforderungsprofil für eine Verweistätigkeit entspreche, ausnahmsweise auf das statistische Durchschnittseinkommen für kaufmännische Angestellte (TA17 der LSE 2012, Ziff er 41 [allgemeine Büro- und Sekretari- atskräfte]) abzustellen sei. Dabei sei von einer 50%ige n Arbeitsfähigkeit auszugehen. Dieser Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ansicht kann nicht beigepflichtet werden. Die IV-Stelle übersieht, dass sich die im asim- Gutachten im Zusammenhang mit dem Anforderungsprofil a n eine Verweistätigkeit genannte zumutbare bisherige Bürotätigkeit allein auf die soma tischen Beeinträchtigungen der Versicher- ten bezieht. Die Textstelle "Die bisherige Tätigkeit im Büro entspricht u.E. diesem Anforde- rungsprofil" (vgl. Gesamtgutachten, Seite 10, 4. Abs atz) kann nicht losgelöst von den Ausfüh- rungen des Gutachterteams zur angestammten Tätigkeit be trachtet werden. Denn danach schränken nebst den somatischen auch die psychischen Beeintr ächtigungen die Arbeitsfähig- keit der Versicherten bei der Ausübung einer "typischen Bü roarbeit" ein (vgl. Gesamtgutachten, Seite 10 1. Absatz). Auch wenn aus den Ausführungen de r psychiatrischen Gutachterin nicht ganz deutlich wird, um welche "situative Faktoren" es sich konkret handelt, ist eine zusätzliche relevante Einschränkung der Leistungsfähigkeit in der an gestammten Bürotätigkeit als Sekretä- rin bzw. Sachbearbeiterin in Anbetracht der psychischen Funktionsstörungen der Versicherten plausibel. So ist die Versicherte in der Flexibilität, i n der Planung und in der Strukturierung von Aufgaben, in der Anwendung fachlicher Kompetenzen sowi e in der Durchhaltefähigkeit beein- trächtigt. Diese Fähigkeiten sind bei der Ausführung vo n Arbeiten als Sekretärin bzw. Sachbe- arbeiterin von wesentlicher Bedeutung. Es ist deshalb davon auszugehen, dass in gesamtmedi- zinischer Hinsicht die Einschätzung des asim-Expertenteams , wonach die Versicherte in einer Verweistätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei, sich auf Tä tigkeiten bezieht, welche nicht dieselben hohen Anforderungen stellen wie die Arbeit von Sekretä rinnen oder Sachbearbeiterinnen. Eine andere Interpretation der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit würde zu unauflösba- ren Widersprüchen führen. Die IV-Stelle hat somit zu Unrecht das statistische Durchschnittsein- kommen für kaufmännische Angestellte bei der Berechnung des Invalideneinkommens zugrun- de gelegt. 8.4 Gemäss dem in Erwägung 8.3 dargelegten medizinischen Zumutbarkeitsprofil ist da- von auszugehen, dass die Versicherte eine ihrem Leiden ang epasste Tätigkeit zwar nicht als kaufmännische Angestellte, aber in vielen anderen Bereich en im Umfang von 50 % auszuüben vermag. Es bestehen daher keine hinreichenden Gründe, um bei der Ermittlung des Invaliden- einkommens von der Tabelle TA1 abzuweichen. In Anbetracht ihrer Ausbildung und ihrer bishe- rigen Berufstätigkeiten ist davon auszugehen, dass die Ver sicherte nicht nur einfache Tätigkei- ten körperlicher und handwerklicher Art verrichten kann. Damit rechtfertigt es sich, den Durch- schnittslohn des Kompetenzniveaus 2 der Tabelle TA1 heranzuziehen. 8.5 Gemäss TA1 der LSE 2014 beläuft sich der Totalwert im Kompetenzniveau 2, Frauen, auf Fr. 4'808.--. Indexiert und umgerechnet auf die b etriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (BFS, T1.2.10 Nominallohnindex Frauen 2 011 – 2015, Total und Statistik der be- triebsüblichen Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 2015, Total) beträgt das jährliche Invali- deneinkommen Fr. 60'448.80 (Fr. 4'808.-- x 12 x 41,7 : 40 x 100,5 : 100). Unter Berücksichti- gung des zumutbaren Pensums von 50 % resultiert daraus ein Invalideneinkommen von Fr. 30'224.40. 8.6 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalidene inkommen von Fr. 30'224.40 dem oben ermittelten Valideneinkommen von Fr. 78'553 .30 gegenüber, so ergibt sich eine Er- werbseinbusse von Fr. 48'328.90 bzw. ein Invaliditätsgrad von gerundet 62 %. Bei einem Invali- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ditätsgrad von 62 % hat die Versicherte Anspruch auf e ine Dreiviertelsrente. Bei diesem Ergeb- nis kann die Frage, ob der Versicherten ein leidensbed ingter Abzug vom Tabellenlohn zu ge- währen ist, offen gelassen werden (vgl. dazu BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301 mit Hinweis und 126 V 75 ff.). Denn selbst bei Gewährung eines Abzugs vom statistischen Lohn von 20 % wür- de kein anspruchsrelevanter höherer Invaliditätsgrad r esultieren. Anhaltspunkte, welche einen Maximalabzug von 25 % (BGE 126 V 80 E. 5b) vom Tabellenlohn rechtfertigten, liegen nicht vor und werden auch zu Recht nicht geltend gemacht. 8.7 Zu keinem anderen Ergebnis gelangt man, wenn das I nvalideneinkommen im Rahmen der Restarbeitsfähigkeit im angestammten Beruf der V ersicherten als Sekretä- rin/Sachbearbeiterin von 40 % ermittelt wird. Da un ter diesen Umständen der Invaliden- und Validenlohn aufgrund des gleichen Tabellenlohnes zu berechnen ist, beträgt der Invaliditätsgrad im Sinne eines Prozentvergleichs mindestens 60 % (ohne Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn), was ebenfalls einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente ergibt. 8.8 Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Versicherte vom 1. März 2015 bis 31. März 2016 Anspruch auf eine Dreiviertelsren te, vom 1. April bis 31. Oktober 2016 auf eine ganze Invalidenrente, vom 1. November 2016 bis 30. Juni 2017 auf eine Dreiviertels- rente, vom 1. Juli 2017 bis 31. Oktober 2017 auf eine ganze Invalidenrente und ab 1. November 2017 auf eine Dreiviertelsrente hat. Die Beschwerde ist demgemäss gutzuheissen. 9.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. D ie Verfahrenskosten werden ge- stützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Die IV-Stelle hätte deshalb als unterlieg ende Partei grundsätzlich die Verfahrenskos- ten zu tragen. In diesem Zusammenhang ist allerdings z u beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht i nteressierenden § 20 Abs. 4 VPO – kei- ne Verfahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folg e, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. Der Versicherten ist der geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.-- zurückzuerstatten. 9.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträg er die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Ma ssnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden h at, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick au f die Wahrung der Verfahrens- fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV- Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht wei ter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f . E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 stellte das Bundesgericht präzisierend Kriterien auf, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Unt ersuchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellationen der Fall: Wenn ein mani fester Widerspruch zwischen den ver- schiedenen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 und 139 V 225 E. 4 S. 226); wenn die Verwaltung zur Klär ung der medizinischen Situation notwen- dige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Expertise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgru ndlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwaltung dagegen den Untersu chungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive konvergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rechtsgenügli- chen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Ko sten des erstinstanzlichen Gerichts- gutachtens an sie nicht gerechtfertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Bei- spiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; zum Ganzen: BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hinweisen). 9.2.2 Das Kantonsgericht gelangte anlässlich seiner erste n Urteilsberatung vom 1. Dezem- ber 2016 zum Ergebnis, dass infolge des sich kurz vor Erlass der angefochtenen Verfügung ereigneten Fahrradsturzes eine abschliessende Beurteilun g der Angelegenheit gestützt auf die medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Desgleichen kam die IV-Stelle in ihrer Replik vom 14. September 2016 zur Auffassung, dass die Folgen des Unfalles vom 13. Januar 2016 für den vorliegenden Fall relevant seien. Damit anerkannte die IV-Stelle, dass die Abklärung des Sach- verhalts unvollständig ist. Entgegen dem Antrag der IV-S telle, welche eine Rückweisung der Sache zu weiteren medizinischen Abklärung forderte, beschl oss das Gericht, die erforderliche zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachverhalts im Rahme n eines Gerichtsgutachtens vornehmen zu lassen. Dieses Vorgehen erscheint mit Blick au f eine Straffung des Gesamtver- fahrens und einer beschleunigten Rechtsgewährung gerec htfertigt (vgl. dazu BGE 137 V 219, E. 4.4.1.2 S. 263; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Jul i 2016, 8C_301/2016, E. 2.2). Dabei ist jedoch zu beachten, dass die IV-Stelle erst nach Erlass de r angefochtenen Verfügung vom Un- fallereignis Kenntnis erlangte, weshalb ihr kein Versch ulden an der ungenügenden Sachver- haltsabklärung vorzuwerfen ist. Da die Regelung von Ar t. 45 Abs. 1 ATSG jedoch verschul- densunabhängig konzipiert ist, ist eine Überbindung der Gutachtenskosten an die IV-Stelle auch bei einem der IV-Stelle nicht vorzuwerfenden Unt ersuchungsmangel möglich. Da das Ge- richtsgutachten, wie sich anlässlich der heutigen Urteilsbe ratung gezeigt hat, massgebliche Grundlage für die mit dem vorliegenden Entscheid erfol gte Rentenzusprechung an die Versi- cherte bildet, ist der für die Überbindung der Kosten an die Vorinstanz erforderliche Zusam- menhang zwischen Untersuchungsmangel im Verwaltungsverfah ren und der Notwendigkeit für die Anordnung des Gerichtsgutachtens gegeben. Demnach sind die Kosten des Gutachtens vom 31. Dezember 2017, welche sich gemäss Honorarrechnung der asim vom 30. Januar 2018 auf Fr. 11'664.30 belaufen, der IV-Stelle aufzuerlegen. 9.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführ erin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusp rechen. Der Rechtsvertreter der Versi- cherten machte in seiner Honorarnote vom 22. März 2018 für das vorliegende Verfahren einen Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zeitaufwand von insgesamt 26,25 Stunden geltend, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie in Berücksichtigung , dass dem Rechtsvertreter im Zu- sammenhang mit der Würdigung des umfangreichen Gericht sgutachtens ein zusätzlicher Auf- wand entstanden ist, als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversiche- rungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stu ndenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind die in der Hon orarnote ausgewiesenen Auslagen von insgesamt Fr. 362.--. Der Versicherten ist deshalb eine P arteientschädigung in der Höhe von Fr. 7'474.35 (26,25 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 362.-- zuzüglich 8 % bzw. 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung vom 4. Februar 2016 aufgehoben und festgestellt, dass die Beschwerdefüh- rerin ab 1. März 2015 Anspruch auf eine Dreiviertelsren te, ab 1. April 2016 auf eine ganze Invalidenrente, ab 1. November 20 16 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, ab 1. Juli 2017 auf eine ganze Invalidenren- te und ab 1. November 2017 auf eine Dreiviertelsrente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 11'664.30 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 7'474.35 (inkl. A uslagen und 7,7 % bzw. 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.