<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: GB.2000.00008</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106026&amp;W10_KEY=13013579&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>GB.2000.00008</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.03.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Fahrlässige Steuerhinterziehung 1997-1998</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verurteilung wegen fahrlässiger Nichtdeklaration der Einkünfte aus Betriebsstätte. Der Verurteilte hatte entsprechend der Auskunft der Einwohnerkontrolle darauf vertraut, dass diese die Eröffnung einer Betriebsstätte an das Steueramt weitermelden würde. Umgangnahme von Strafe wegen geringfügigen Verschuldens.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETRIEBSSTÃTTE">BETRIEBSSTÃTTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MELDUNG">MELDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITWIRKUNGSPFLICHT">MITWIRKUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PASSIVITÃT">PASSIVITÃT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERAUSSCHEIDUNG">STEUERAUSSCHEIDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Nach- und Strafsteuern ST: STRAFSTEUER">STRAFSTEUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHULDEN">VERSCHULDEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 188 lit. I aStG</span><br/><span class="ungerade">Art. 18 Abs. III StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 333 lit. III StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der in der Gemeinde X. im Kanton Bern wohnhafte Z. erÃ¶ffnete am 1. Januar 1996 in der Gemeinde Y. im Kanton ZÃ¼rich eine Praxis fÃ¼r psychologische Beratung. Er meldete sich bei der Einwohnerkontrolle an, unterliess es jedoch in der Folge, fÃ¼r das im Kanton ZÃ¼rich begrÃ¼ndete Steuerdomizil SteuererklÃ¤rungen einzureichen. Das Steueramt der Gemeinde Y. erhielt erst im April 2000 aufgrund eines Fragebogens Kenntnis von der GeschÃ¤ftsaufnahme.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GestÃ¼tzt darauf erÃ¶ffnete das kantonale Steueramt ein Nach- und Steuerstrafverfah­ren gegen Z. und auferlegte diesem nach DurchfÃ¼hrung einer Untersuchung fÃ¼r die Steuer­jahre 1996 bis 1998 eine Nachsteuer samt Zins von Fr. ... Ausserdem bestrafte es ihn we­gen (fahrlÃ¤ssiger) Steuerhinterziehung in den Steuerjahren 1997 und 1998 mit einer Busse von Fr. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Z. liess das Begehren um gerichtliche Beurteilung des Strafbescheids stellen, wo­rauf das kantonale Steueramt die Akten dem Verwaltungsgericht Ã¼berwies.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>AnlÃ¤sslich der heutigen Hauptverhandlung wurde der Angeklagte zu seiner Person und zur Sache befragt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Der Einzelrichter zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Ist durch Verschulden des Steuerpflichtigen eine EinschÃ¤tzung zu Unrecht unter­blieben oder eine rechtskrÃ¤ftige EinschÃ¤tzung ungenÃ¼gend vorgenommen worden, so wird dem Steuerpflichtigen laut der gemÃ¤ss § 269 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) anwendbaren Vorschrift von § 188 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 (aStG) wegen Steuerhinterziehung eine Busse ("Strafsteuer") auferlegt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung fÃ¤llt mit den Voraussetzungen der Nachsteuererhebung im Sinn von § 102 Abs. 1 aStG zusammen (RB ORK 1952 Nr. 65; RB 1980 Nr. 77, 1990 Nr. 50). Nach dieser Bestimmung ist eine Nachsteuer im Umfang der Ã¼berhaupt nicht oder zuwenig veranlagten Steuer zu erheben, wenn sich auf Grund neuer Tatsachen oder Beweismittel ergibt, dass eine EinschÃ¤tzung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskrÃ¤ftige EinschÃ¤tzung ungenÃ¼gend ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dass die Voraussetzungen der Nachsteuererhebung hinsichtlich der hier in Frage stehenden Steuerjahre 1997 und 1998 erfÃ¼llt sind und sich der dem Kanton ZÃ¼rich und der Gemeinde Y. erwachsene Steuerausfall auf Fr. ... belÃ¤uft, ist durch die Untersuchung er­wiesen und wird vom Angeklagten auch nicht bestritten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand der Steuerhinterziehung, dass der Steuerpflichtige eine VerkÃ¼rzung des gesetzlichen Steueranspruchs vorsÃ¤tzlich oder fahr­lÃ¤ssig bewirkt hat (Art. 333 Abs. 3 des Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 [StGB] in Verbindung mit § 2 und 3 des kantonalen Straf- und Vollzugsgesetzes vom 30. Juni 1974). FahrlÃ¤ssig handelt der Steuerpflichtige, wenn er die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht RÃ¼cksicht genommen hat. Pflichtwidrig ist die Unvorsicht, wenn der Steuerpflichtige die Vorsicht nicht beobachtet, zu der er nach den UmstÃ¤nden und nach seinen persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnissen verpflichtet ist (Art. 18 Abs. 3 StGB). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der Angeklagte verteidigt sich vorab mit dem Argument, er sei seinen steuer­rechtlichen Mitwirkungspflichten dadurch nachgekommen, dass er Ende 1995 oder anfangs 1996 der Einwohnerkontrolle der Gemeinde Y. bekanntgegeben habe, dass er als selbstÃ¤n­digerwerbender Psychologe eine Praxis erÃ¶ffnet habe. Nachdem er sich bei dieser Gelegen­heit erkundigt gehabt hÃ¤tte, was er im Hinblick auf die Steuern unternehmen mÃ¼sse, sei ihm mitgeteilt worden, dass eine Meldung der Einwohnerkontrolle ans Steueramt erfolge. Ausserdem habe er in seinem Wohnsitzkanton Bern die EinkÃ¼nfte aus der BetriebsstÃ¤tte im Kanton ZÃ¼rich jeweils deklariert und auch eine Buchhaltung beigelegt. Dass die Steuerbe­hÃ¶rden im Kanton ZÃ¼rich erst 2000 von seiner TÃ¤tigkeit im Kanton ZÃ¼rich erfahren hÃ¤tten, habe er nicht zu verantworten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Angeklagte Ã¼bersieht, dass Steuerpflichtige in jedem Kanton, in welchem sie ein Steuerdomizil unterhalten, von sich aus eine SteuererklÃ¤rung abzugeben haben. Jede Person, die zu einem Kanton territoriale Beziehungen in persÃ¶nlicher oder wirtschaftlicher Hinsicht aufweist, untersteht dessen Steuerhoheit und hat folglich auch dessen Vorschriften Ã¼ber die Mitwirkungspflichten, insbesondere betreffend die Einreichung von SteuererklÃ¤­rungen, zu beachten, ohne dass sie sich auf Unkenntnis des fraglichen kantonalen Rechts berufen kÃ¶nnte (vgl. RB 1997 Nr. 43). Die Pflicht zur Einreichung einer SteuererklÃ¤rung im BetriebsstÃ¤ttekanton hÃ¤tte dem Angeklagten insbesondere deshalb bewusst sein mÃ¼ssen, da er bereits zu einem frÃ¼heren Zeitpunkt eine BetriebsstÃ¤tte in einem anderen Kanton un­terhalten hat und dort auch eine SteuererklÃ¤rung eingereicht bzw. jeweils eine Kopie der SteuererklÃ¤rung seines Wohnsitzkantons Bern an das Steueramt des damaligen Betriebs­stÃ¤ttenorts im Kanton Basel gesandt hat. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zumindest hÃ¤tte sich der Angeklagte, der um seine zÃ¼rcherische (beschrÃ¤nkte) Steu­erpflicht wusste, fragen mÃ¼ssen, warum er drei Jahre nach Aufnahme der selbstÃ¤ndi­gen Er­werbstÃ¤tigkeit im Kanton ZÃ¼rich noch keine VeranlagungsverfÃ¼gung oder Steuer­rechnung von diesem Kanton erhalten hatte. Auch musste dem Angeklagten aufgefallen sein, dass er in einer Zeitspanne von drei Jahren etwa Fr. ... bzw. pro Jahr ungefÃ¤hr Fr. ... weniger Steu­ern bezahlt hat. Das trotz alledem passive Verhalten ist dem An­geklagten als Missachtung der ihm obliegenden steuerlichen Sorgfaltspflicht vorzuwerfen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Der Angeklagte hat die SteuerverkÃ¼rzung mithin fahrlÃ¤ssig herbeigefÃ¼hrt. Er ist der Steuerhinterziehung schuldig zu sprechen. Da er sich jedoch anlÃ¤sslich der Anmeldung bei der Einwohnerkontrolle erkundigt hat, ob er sich beim Steueramt ebenfalls anmelden mÃ¼sse, und aufgrund der erhaltenen Auskunft (zu Unrecht, aber in nachvollziehbarer Wei­se) davon Ã¼berzeugt war, zwischen den Kantonen Bern und ZÃ¼rich fÃ¤nde ein Informa­tions­aus­tausch statt und der Kanton ZÃ¼rich wÃ¼rde dann Rechnung stellen, trifft ihn nur ein ge­ring­fÃ¼giges Verschulden. Es rechtfertigt sich deshalb, entsprechend der WÃ¼rdigung des kan­tonalen Steueramts mit Blick auf das Steuerjahr 1996, auch hinsichtlich der streitbetrof­fenen Steuerjahre 1997 und 1998 von Strafe Umgang zu nehmen (VGr, 26. MÃ¤rz 1997, SR.96.00072, RB 1986 Nr. 76). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ob die Umgangnahme von Strafe wegen geringfÃ¼gigen Verschuldens auch nach neuem Recht mÃ¶glich wÃ¤re, kann hier offenbleiben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Z. wird der Hinterziehung von Fr. ... Staats- und allgemeinen Gemeindesteuern der Steuerjahre 1997 und 1998 im Sinn von § 188 aStG schuldig gesprochen. Von einer Bestrafung wird indessen Umgang genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>