Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II II 2023 33 Entscheid vom 16. Mai 2024 Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter Dr.iur. Thomas Twerenbold, Gerichtsschreiber Parteien X.________ AG, Beschwerdeführerin, vertreten durch … gegen Kantonale Steuerkommission/Kantonale Verwaltung für die direkte Bundessteuer, Bahnhofstrasse 15, Postfach 1232, 6431 Schwyz, Vorinstanzen, Gegenstand Gewinn- und Kapitalsteuer (Veranlagungsverfügung 2017: geldwerte Leistung)2 Sachverhalt: A.a.Die gemäss Handelsregistereintrag im Jahr 2014 vom Kanton Zug (Sitz- verlegung von V.________/ZG per 28.10.2014) in den Kanton Schwyz zugezo- gene X.________ AG seither mit Sitz in U.________/SZ bezweckt den Erwerb, die Verwaltung sowie die Veräusserung von Beteiligungen an anderen Unter- nehmen im In- und Ausland, insbesondere an Gesellschaften, welche im Bereich Immobilien tätig sind. Ihre Aktien werden zu 50% von A.________ (zudem auch Mitglied des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift) und zu 50% durch die B.________ AG (deren Alleinaktionär C.________ ist; vgl. Steuerakten act. A 13 = Aktienregister B.________ AG) gehalten (Letztere seit 14.9.2018 mit Sitz in U.________/SZ und seither firmierend als D.________ AG). A.b.Im Jahr 2014 hielt die X.________ AG neben weiteren Beteiligungen und Darlehen einen Anteil von 11.04% (Stammanteil von EUR 80'366) an der beim Amtsgericht Bochum unter der Handelsregister-Nummer HRB xxx geführten E.________ GmbH (gesamtes Stammkapital seit 27.8.2014 unverändert EUR 728'046) mit Sitz in Bochum, Deutschland (DE). Ebenfalls hatte die X.________ AG der E.________ GmbH ein Darlehen über EUR 250'000 (Saldo gemäss Bilanz zum 31.12.2016: CHF 271'850; Saldo gemäss Bilanz zum 31.12.2017: CHF 292'500) gewährt (jeweils umgerechnet EUR in CHF). Die E.________ GmbH hielt ihrerseits als einziges namhaftes Aktivum eine 100% Beteiligung (gesamtes Stammkapital von EUR 25'000) an der im Handels- register beim Amtsgericht Bochum unter der Handelsregister-Nummer HRB yyy geführten F.________ GmbH mit Sitz in Bochum, Deutschland (DE). Die Anteile an der F.________ GmbH wurden in der Bilanz der E.________ GmbH stets mit den Anschaffungskosten einschliesslich der Zuzahlungen in die Kapitaleinlage angesetzt (Saldo gemäss Bilanz zum 31.12.2014: EUR 9'459'088.66; Saldo gemäss Bilanz zum 31.12.2016: EUR 11'219'798.75; Saldo gemäss Bilanz zum 31.12.2017: EUR 12'357'298.75). A.c.In der Buchhaltung der X.________ AG wurde im Jahr 2014 die Beteiligung an der E.________ GmbH mit einem Nettobetrag der Beteiligung von CHF 331'619 (Buchwert CHF 2'259'293 abzüglich Wertberichtigung von CHF 1'927'674) ausgewiesen (umgerechnet EUR in CHF). Der zuständige Revi- sor bei der Steuerverwaltung erachtete die Wertberichtigung nach Einforderung und Überprüfung weiterer Unterlagen (u.a. Jahresrechnung der E.________ GmbH und Abschluss der F.________ GmbH) als gerechtfertigt (vgl. Steuerakten act. A 3 = Prüfungsnotizen Steuerperiode 2014; vgl. auch Bf-act. Beilage 9 – 11) und liess sie auch in den Folgeperioden zu (vgl. Steuerakten act. A 14 = Prü-3 fungsnotizen Steuerperiode 2016). Zuletzt wies die X.________ AG die Beteili- gung an der E.________ GmbH in der Bilanz per 31. Dezember 2016 mit einem Nettobetrag der Beteiligung von CHF 299'927.05 (Buchwert CHF 2'043'379.65 abzüglich Wertberichtigung von CHF 1'743'452.60) aus (umgerechnet EUR in CHF). A.d.Nachdem die Aktionäre der X.________ AG in den Jahren 2015 und 2016 damit begonnen hatten, die Vermögenswerte der X.________ AG unter sich auf- zuteilen und auf eigene Gesellschaften zu übertragen (vgl. Bf-act. Beilage 10 = Auszug Schreiben vom 7.9.2016 der G.________ Treuhand zuhanden der Steu- erverwaltung Schwyz; vgl. auch Steuerakten act. A 11 – A 12 = Prüfungsnotizen Steuerperiode 2015 und Steuerakten act. A 14 = Prüfungsnotizen Steuerperiode 2016), trat die X.________ AG im Jahr 2017 gemäss Abtretungsurkunde vom 19. Dezember 2017 die Beteiligung an der E.________ GmbH für CHF 1 an die H.________ AG mit Sitz in U.________/SZ (deren Alleinaktionär A.________ ist) ab (vgl. angefochtener Entscheid Sachverhalt Bst. C; vgl. auch Steuerakten act. A 30 = nicht unterzeichnetes Exemplar vom Beschluss der a.o. Generalver- sammlung der X.________ AG vom 18.10.2015). B.a.Mit Unterschrift vom 5. Februar 2019 liess die X.________ AG durch ihren vertraglichen Vertreter die Steuererklärung 2017 bei der Steuerverwaltung (ein- gegangen 13.2.2019) einreichen. Darin deklarierte die X.________ AG gemäss Saldo der Erfolgsrechnung des Geschäftsjahres 2017 (mit einem ausgewiesenen Jahresverlust von CHF 369'406.03 darin enthalten Verluste aus Beteiligungen von CHF 299'925.55) für die Bundessteuer wie für die Kantonssteuer einen Ver- lust von CHF 369'406 (Bundessteuer) bzw. CHF 369'409 (Kantonssteuer) sowie ein steuerbares Eigenkapital im Kanton Schwyz (bei Verlustausweis mindestens das einbezahlte Kapital) von CHF 100'000 (vgl. Steuerakten act. A 120 – A 131). B.b.Auf Grund von Abweichung zu den gemachten Selbstangaben unterbreite- te der zuständige Revisor bei der Steuerverwaltung der X.________ AG am 24. Juni 2019 einen Einschätzungsvorschlag für die Veranlagung 2017 mit einem für die Bundessteuer wie für die Kantonssteuer steuerbaren Reingewinn von CHF 621'500 und einem steuerbaren Eigenkapital im Kanton Schwyz von gemäss Deklaration unverändert CHF 100'000. Der Einschätzungsvorschlag ent- hielt folgende Begründung (vgl. Steuerakten act. A 117 – A 119): "Die Beteiligung an der E.________ GmbH wurde für CHF 1 an die nahestehende H.________ AG verkauft. Das Eigenkapital der E.________ GmbH beträgt per 31.12.2017 EUR 7‘828‘775 umgerechnet in CHF (Kurs 1.1465) CHF 8‘975‘690. Der anteilige Buchwert der X.________ AG an der E.________ GmbH beträgt somit CHF 8‘975‘690 x 11.04% = 990‘916. Die Übertragung auf die H.________ 4 AG hat mindestens zum anteiligen Eigenkapital der E.________ GmbH zu erfolgen, was vorliegend nicht erfüllt ist. Wir gehen deshalb von einem unterpreislichen Verkauf an eine nahestehende Gesellschaft aus und rechnen die Differenz zwischen anteiligem Eigenkapital (CHF 990‘916) und dem Verkaufspreis (CHF 1) als geldwerte Leistung auf. Die H.________ AG kann im Gegenzug eine versteuerte stille Reserve geltend machen. (…)“ B.c.Mit Schreiben vom 7. August 2019 liess die X.________ AG durch den ver- traglichen Vertreter zum Sachverhalt wie folgt Stellung nehmen (vgl. Steuerakten act. A 31): "Die E.________ GmbH hält als einzige Beteiligung die F.________ GmbH. Diese Gesellschaft ist überschuldet und kann lediglich durch Rangrücktritte, auch der E.________ GmbH, weitergeführt werden. Das Projekt I.________ ist in dieser Art gescheitert und wird in den nächsten Jahren in anderer Form und mit anderen Trägern neu aufgesetzt. Aus politischen Gründen wird die E.________ GmbH und die F.________ GmbH nicht über die Insolvenz abgewickelt. Eine Rückzahlung der Darlehen und Kapital ist unrealistisch. Der Verwaltungsrat der X.________ AG hat die Pflicht, die Beteiligung und Guthaben an dieser Gesellschaft abzuschreiben. Der Übertrag an die H.________ AG erfolgt im Rahmen einer Umstrukturierung und geplanten Liquidation der X.________ AG zu einem symbolischen Wert. Die Beteiligung wurde nicht einmal gratis von anderen Aktionären übernommen. (…)" B.d.Im Anschluss an die mit Teilnahme des Mitglieds des Verwaltungsrats (A.________) bei der Steuerverwaltung am 11. September 2019 stattgehabte Besprechung teilte der zuständige Revisor mit E-Mail vom 19. September 2019 mit (vgl. Steuerakten act. A 24), dass man bei der Steuerverwaltung zum Schluss gekommen sei, dass die Einschätzungsvorschläge für die Veranlagungen 2017 der X.________ AG und der H.________ AG korrekt seien, und folglich daran festhalten werde. Ausschlaggebend sei vor allem die Tatsache, dass die verkauf- te E.________ GmbH noch über Eigenkapital verfüge und dass ein Verkauf zum anteiligen Eigenkapital eine Mindestgrenze darstelle. Da auf Stufe der E.________ GmbH der Wirtschaftsprüfer keine Wertberichtigung auf der Beteili- gung an der F.________ GmbH verlangt habe, sei es nicht sachgerecht, dass bei der X.________ AG eine andere Beurteilung zur Anwendung kommen sollte. Konsequenterweise könne die H.________ AG eine versteuerte stille Reserve von CHF 990'915 geltend machen. Sollte die Beteiligung an der E.________ GmbH in Zukunft an Wert verlieren, so könne die H.________ AG eine steuerwirksame Wertberichtigung geltend machen. C.a.In der Folge wurde die X.________ AG mit Veranlagungsverfügung 2017 vom 21. Oktober 2019 für die Bundessteuer wie für die Kantonssteuer mit einem 5 steuerbaren Reingewinn von CHF 621'500 sowie mit einem steuerbaren Eigen- kapital im Kanton Schwyz von CHF 100'000 veranlagt (vgl. Steuerakten act. A 1 – A 2). Die Veranlagung erfolgte gemäss dem Einschätzungsvorschlag vom 24. Juni 2019 und enthielt dieselbe Begründung, d.h. es wurde eine geldwerte Leistung aus unterpreislichem Verkauf der Beteiligung an der E.________ GmbH an eine nahestehende Gesellschaft im Umfang der Differenz zwischen dem aus- gewiesenen, anteiligen Eigenkapital der Gesellschaft (CHF 990'916) und dem Verkaufspreis der Beteiligung an der E.________ GmbH (CHF 1) angenommen und beim steuerbaren Reingewinn der X.________ AG aufgerechnet. C.b.Gegen die Veranlagungsverfügung 2017 liess die X.________ AG durch den bevollmächtigten vertraglichen Vertreter mit Eingabe vom 20. November 2019 Einsprache erheben (vgl. Einspracheakten act. E 28). Darin wurde ausge- führt, die Einsprache richte sich gegen die Aufrechnung von CHF 990'915 aus der Transaktion der Beteiligung an der E.________ GmbH. Die X.________ AG sei aktuell in Verhandlungen mit der Mehrheitsgesellschafterin über die Über- nahme der Beteiligung an der E.________ GmbH. Dies werde schlüssig Antwort auf die Bewertung der Transaktion geben. Man stelle den Antrag, das Verhand- lungsergebnis als Referenz für die Festlegung der geldwerten Leistung beizuzie- hen. Das entsprechende Resultat werde man der Steuerverwaltung so bald als möglich und nach Abschluss der Verhandlungen zukommen lassen. C.c.Mit Schreiben vom 6. Dezember 2019 teilte der zuständige Revisor bei der Steuerverwaltung der X.________ AG mit (vgl. Einspracheakten act. E 22 – E 25), dass dem Antrag nicht zugestimmt werden könne, da die Beteiligung an der E.________ GmbH im Jahr 2017 übertragen worden sei und folglich die Ver- hältnisse im Jahr 2017 für die Ermittlung des Verkehrswertes massgebend seien. Der Verkehrswert der Beteiligung an der E.________ GmbH sei auf CHF 990'916 festgelegt worden, was dem anteiligen Eigenkapital an der E.________ GmbH entspreche. Der Jahresabschluss der E.________ GmbH sei von einem deut- schen Wirtschaftsprüfer geprüft worden, weshalb man davon ausgehe, dass die- se Zahlen für die Bewertung eine zuverlässige Grundlage bildeten. Die Bewer- tungsmethode sei vorliegend ebenfalls sachgerecht, da Unternehmen in der Auf- bauphase (Start-Up-Unternehmen) mit dem Substanzwert bewertet würden. Es werde deshalb an der Veranlagungsverfügung 2017 vom 21. Oktober 2019 fest- gehalten. C.d.Daraufhin gelangte die X.________ AG mit Schreiben vom 14. Februar 2020 (vgl. Einspracheakten act. E 16 – E 20) und mit E-Mail vom 8. April 2020 (vgl. Einspracheakten act. E 13 – E 14) an den Abteilungsleiter bei der Steuer-6 verwaltung und reichte zudem ergänzend eine Stellungnahme des mit der Erstel- lung der Jahresabschlüsse der E.________ GmbH und F.________ GmbH be- auftragten deutschen Wirtschaftsprüfers ein. Darin wurde bestätigt, dass der Verkehrswert/Zeitwert der F.________ GmbH Anteile zum Abschlussstichtag EUR 0 betragen habe. Eine ausserplanmässige Abschreibung im Jahresab- schluss der E.________ GmbH sei unterblieben, weil diese nur dann zwingend vorzunehmen sei, wenn die Wertminderung voraussichtlich von Dauer sei. Unter der Berücksichtigung, dass die F.________ GmbH Anteile nahezu der einzige Vermögensgegenstand der E.________ GmbH darstellten, und dass der Ver- kehrswert/Zeitwert der F.________ GmbH bei EUR 0 liege, sei auch der Zeit- wert/Verkehrswert der E.________ GmbH zum Abschlussstichtag EUR 0. Die X.________ AG war deshalb gestützt darauf nach wie vor der Meinung, dass die Beteiligung an der E.________ GmbH wertlos sei und eine Abschreibung der Be- teiligung handels- und steuerrechtlich nicht zu umgehen sei. Bei der Übertragung der Beteiligung sei ein Nonvaleur transferiert worden, der ihrer Meinung nach keinerlei Steuerbelastung auslösen sollte. Dies sei zu berücksichtigen und auf die Aufrechnung der geldwerten Leistung sei zu verzichten. C.e.Nachdem auch im Hinblick auf einen Vergleichsvorschlag keine Einigung erzielt werden konnte (vgl. Einspracheakten act. E 13 u. E 15), wurde am 15. April 2020 die Einsprache zur Behandlung an die Steuerkommission überwiesen (vgl. Einspracheakten act. E 12). C.f.Mit Schreiben vom 13. Oktober 2022 teilte die Steuerkommissionssekre- tärin der X.________ AG mit, dass aufgrund der dargestellten Sach- und Rechts- lage der Steuerkommission die vollumfängliche Abweisung der Einsprache bean- tragt werde, und räumte Gelegenheit ein, der vereinfachten Verfahrenserledigung zuzustimmen (vgl. Einspracheakten act. E 9 – E 11). Die X.________ AG liess die Frist unbenützt ablaufen. D.Mit Einspracheentscheid Nr. 31/2020 vom 6. März 2023 (Versand: 9.3.2023) wies die Kantonale Steuerkommission und Kantonale Verwaltung für die direkte Bundessteuer des Kantons Schwyz (KStK/VdBSt) die von der X.________ AG gegen die Veranlagungsverfügung 2017 vom 21. Oktober 2019 erhobene Einsprache ab (vgl. Bf-act. Beilage 2 = Einspracheakten act. E 1 – E 8). E.Mit Eingabe vom 11. April 2023 lässt die X.________ AG fristgerecht Be- schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erheben mit folgendem Rechtsbegehren: 7 1. Es sei der Einspracheentscheid der Steuerverwaltung des Kantons Schwyz vom 6. März 2023 betreffend Veranlagung Staatssteuer und Bundessteuer je pro 2017 aufzuheben. 2. Es sei die vorgenommene Aufrechnung der geldwerten Leistung in der Höhe von CHF 990‘915 (anteiliges Eigenkapital) in Zusammenhang mit dem Verkauf der Minderheitsbeteiligung von 11.04% an der E.________ GmbH zu korrigieren, da der Verkehrswert der Beteiligung CHF 1 beträgt. 3. Eventualiter sei bei der Bewertung der Minderheitsbeteiligung von 11.04% an der E.________ GmbH ein Pauschalabzug von 30% zu berücksichtigen. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin. F.Die KStK/VdBSt schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 2. Mai 2023 unter Verweis auf die Begründung im angefochtenen Einspracheentscheid vom 6. März 2023 auf Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.Im vorliegenden Fall ist die Aufrechnung einer geldwerten Leistung (ver- deckten Gewinnausschüttung bzw. Gewinnvorwegnahme) aus unentgeltlicher oder unterpreislicher Übertragung von Geschäftsvermögen an den Anteilsinhaber oder eine ihm nahestehende Person oder Gesellschaft streitig. 1.1Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) vom 14. Dezember 1990 (inhaltsgleich § 63 des Steuergesetzes des Kantons Schwyz [StG; SRSZ 172.200] vom 9.2.2000) ist Gegenstand der Ge- winnsteuer der Reingewinn. Zum steuerbaren Reingewinn gehören namentlich (auch) offene und verdeckte Gewinnausschüttungen (Art. 58 Abs. 1 Bst. b fünftes Lemma DBG bzw. § 64 Abs. 1 Bst. b fünftes Lemma StG). Von verdeckten Ge- winnausschüttungen wird gesprochen, wenn wie hier die Optik der Gesellschaft zur Diskussion steht (Urteil BGer 2C_716/2022 vom 15.11.2022 E. 6.1 m.H.; vgl. Urteil BGer 9C_660/2022 vom 10.5.2023 E. 4.1). Aus der Sicht des Beteiligungs- inhabers wird dagegen der Begriff der geldwerten Vorteile aus Beteiligungen (Art. 20 Abs. 1 Bst. c DBG bzw. § 21 Abs. 1 Bst. c StG) verwendet (vgl. Urteil BGer 9C_621/2022 vom 27.2.2023 E. 5.1 m.H.). 1.2Eine geldwerte Leistung (aus Sicht des Beteiligungsinhabers) bzw. eine verdeckte Gewinnausschüttung (aus Sicht der Gesellschaft) liegt vor, wenn die leistende Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft für ihre Leistung keine oder 8 keine gleichwertige Gegenleistung erhält, der Beteiligungsinhaber direkt oder in- direkt (z.B. über eine ihm nahestehende Person oder Unternehmung) einen Vor- teil erlangt, die Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft diesen Vorteil einer nicht nahestehenden, also fernstehenden Person unter gleichen Bedingungen nicht zugestanden hätte, weshalb die Leistung insofern ungewöhnlich ist (Kriteri- um des Drittvergleichs), und der Charakter dieser Leistung für die Gesellschafts- organe erkennbar war (BGE 144 II 247 E. 6.1; BGE 140 II 88 E. 4.1; BGE 138 II 57 E. 2.2; vgl. Urteil BGer 9C_647/2022 vom 23.6.2023 E. 7.1). 1.3Richtet eine Gesellschaft aufgrund eines Beteiligungsverhältnisses geld- werte Vorteile nicht an einen Anteilsinhaber, sondern an eine Drittperson aus, die einem Anteilsinhaber nahesteht, sind diese Vorteile nach der sog. Dreieckstheo- rie steuerlich in einem ersten Schritt als Ertrag aus beweglichem Vermögen (ver- deckte Gewinnausschüttung) auf der Ebene des Beteiligungsinhabers zu erfas- sen. Von dort fliessen sie weiter an die nahestehende Drittperson (BGE 138 II 57 E. 4.2; Urteil BGer 2C_548/2020, 2C_551/2020 vom 3.5.2021 E. 2.3 m.H.; vgl. Urteil BGer 9C_660/2022 vom 10.5.2023 E. 4.3). Bei geldwerten Leistungen zwischen Schwestergesellschaften fliesst der Vorteil an sich unmittelbar von einer Schwestergesellschaft zur anderen. Die an den Gesellschaften beteiligten Aktionäre sind mittelbar betroffen, indem der Wert der Beteiligung an der leistenden Gesellschaft abnimmt, während sich der Wert der empfangenden Gesellschaft entsprechend erhöht. Eine solche geldwerte Leis- tung zwischen Schwestergesellschaften fusst regelmässig auf dem gemeinsa- men Beteiligungsverhältnis, weshalb sich Zuwendungen an Schwestergesell- schaften als (verdeckte) Gewinnausschüttung an die Aktionäre einerseits und als (verdeckte) Kapitaleinlage der Aktionäre an die empfangende Gesellschaft ande- rerseits erweisen (BGE 138 II 57 E. 4.2 m.H.; Urteil BGer 2C_548/2020, 2C_551/2020 vom 3.5.2021 E. 2.3 m.H.; vgl. Urteil BGer 9C_660/2022 vom 10.5.2023 E. 4.3). 1.4Bei verdeckten Gewinnausschüttungen ist es grundsätzlich Aufgabe der Steuerbehörde, den Nachweis dafür zu erbringen, dass einer Leistung der Ge- sellschaft keine oder keine angemessene Gegenleistung gegenübersteht. Ist ein solches Missverhältnis nachgewiesen, begründet dies steuerrechtlich die Vermu- tung, es liege eine verdeckte Gewinnausschüttung vor. Vermag die Gesellschaft nicht nachzuweisen, dass ihr Vorgehen einem Drittvergleich genügt, hat sie die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Diese bestehen in der Aufrechnung. So- weit die Steuerbehörde hinreichende Indizien vorlegt, um auf die Unangemes- senheit der Gegenleistung schliessen zu können, obliegt es dem Steuerpflichti-9 gen, den Nachweis für die gegenteilige Behauptung zu erbringen (vgl. Urteil BGer 9C_621/2022 vom 27.2.2023 E. 5.4 m.H.). 1.5Wenn im vorliegenden Fall die Übertragung der Beteiligung an der E.________ GmbH für CHF 1 auf die H.________ AG dem Drittvergleich genügt, wie die Beschwerdeführerin vorbringt, bleibt für eine Aufrechnung einer geldwer- ten Leistung (verdeckten Gewinnausschüttung bzw. Gewinnvorwegnahme) kein Raum. Anderenfalls muss die getätigte Abschreibung im nicht gerechtfertigten Umfang aufgerechnet und ein allfälliger Gewinn aus der Veräusserung der Betei- ligung zum Saldo der Erfolgsrechnung hinzugerechnet werden. Diesbezüglich gilt die übliche Beweislastverteilung im Steuerrecht: Steuerbegründende und steue- rerhöhende Tatsachen hat die Veranlagungsbehörde, steuermindernde und steuerausschliessende Tatsachen die steuerpflichtige Person zu beweisen (sog. Normentheorie). Soweit deshalb die Beschwerdeführerin geltend macht, die getätigte Abschreibung sei aufgrund des verlusttragenden Verkaufs der Beteili- gung sachlich geboten, ist sie für die tatsächlichen Grundlagen beweispflichtig. Demgegenüber wirkt sich ein allfälliger Gewinn aus der Veräusserung steuerer- höhend aus, weshalb die tatsächlichen Voraussetzungen von den Steuerbehör- den zu beweisen sind. 2.1Gemäss Vorinstanz soll der von der Steuerverwaltung für die Bewertung der Beteiligung an der E.________ GmbH verwendete Betrag von CHF 990'916 nicht zu beanstanden sein. 2.1.1Die Vorinstanz hat dazu im angefochtenen Einspracheentscheid erwogen, bei der E.________ GmbH handle es sich gemäss Zwecksetzung um eine Hol- dinggesellschaft. Für die Bewertung ihrer Anteile sei somit entsprechend den im Kreisschreiben Nr. 28 der Schweizerischen Steuerkonferenz (Wegleitung zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer) enthalte- nen Richtlinien für die Ermittlung des Verkehrswertes auf den Substanzwert ab- zustellen (vgl. Kreisschreiben Nr. 28, Rz. 38 ff.). Das Eigenkapital der E.________ GmbH betrage gemäss Jahresabschluss per 31. Dezember 2017 EUR 7'828'775 resp. unter Berücksichtigung des Umrechnungskurses 1.1465 (ESTV Stichtagskurs) CHF 8'975'690. Daraus ergebe sich für die übertragenen 11.04% Anteile der von der Steuerverwaltung berechnete Betrag von CHF 990'916 (CHF 8'975'690 x 11.04%). 2.1.2Die Vorinstanz ist dazu der Meinung, was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringe, verfange nicht. Die Jahresabschlüsse der E.________ GmbH und F.________ GmbH seien für die Steuerbehörden verbindlich. Davon abzuwei- chen hiesse, von einer nach anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen erstell-10 ten Jahresrechnung abzuweichen. Ein Fall von Bilanzberichtigung werde nicht geltend gemacht und sei auch nicht erkennbar. Es sei nicht ersichtlich, weshalb für die Zwecke der Unternehmensbewertung eine andere Beurteilung der finan- ziellen Situation der E.________ GmbH resp. F.________ GmbH erfolgen sollte, als jene, welche die Gesellschaften ordnungsgemäss ausweisen würden. Wenn der steuerliche und wirtschaftliche Berater der E.________ GmbH bzw. F.________ GmbH auf eine ausserplanmässige Abschreibung auf den Zeitwert verzichtet habe, müsse ihm diese Wahlfreiheit auch bei der Unternehmensbe- wertung entgegengehalten werden. Das Nahestehenden-Verhältnis sei im Übri- gen unbestritten. Das Mitglied des Verwaltungsrates (A.________) der Be- schwerdeführerin sei zu 50% an der Beschwerdeführerin und zu 100% an der Erwerberin H.________ AG beteiligt. 2.1.3Die Vorinstanz teilt im angefochtenen Einspracheentscheid zudem auch die Ansicht der Steuerverwaltung, dass dem Antrag der Beschwerdeführerin, die Verhandlungen mit der Mehrheitsgesellschafterin betreffend Übernahme der Be- teiligung an der E.________ GmbH seien abzuwarten, nicht entsprochen werden könne. Wie die Steuerverwaltung zutreffend ausgeführt habe, seien für die vor- liegende Beurteilung die Verhältnisse des Jahres 2017 massgebend. 2.2Nach Auffassung der Beschwerdeführerin entspricht die Übertragung der Beteiligung an der E.________ GmbH für CHF 1 auf die H.________ AG dem Drittvergleich, weshalb für die Aufrechnung einer geldwerten Leistung vorliegend kein Raum bestehen soll. 2.2.1Die Beschwerdeführerin verweist zunächst darauf, dass unterschiedliche Beteiligungsverhältnisse bestehen würden. Es habe zu keinem Zeitpunkt Anlass bestanden, nicht nach dem Grundsatz "dealing at arm’s length" (Kriterium des Drittvergleichs) zu handeln. Im Jahr 2017 seien A.________ und indirekt C.________ zu je 50% beteiligt gewesen. Die H.________ AG ihrerseits habe zu 100% dem A.________ gehört. Ein rationaler Aktionär mit einer 50% Beteiligung würde durch "seine Gesellschaft" niemals einen geldwerten Vorteil von rund CHF 1 Mio. an eine andere Gesellschaft ausrichten lassen, an der er nicht betei- ligt sei. Der Drittvergleich sei bereits aufgrund der fehlenden Beherrschung ein- gehalten worden, weil konkret Dritte (unterschiedliche Aktionariate) vorhanden gewesen sein. Hinzu komme die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin nie ei- nen Käufer für die Minderheitsbeteiligung an der E.________ GmbH gefunden habe. Nicht einmal die Mehrheitsgesellschafterin sei an einem Kauf interessiert gewesen.11 2.2.2Im Weiteren ist die Beschwerdeführerin der Auffassung, dass es im vorlie- genden Fall stossend wäre, wenn bei der von der E.________ GmbH gehaltenen Beteiligung an der F.________ GmbH der Buchwert als Mindestwert gemäss Kreisschreiben Nr. 28, Rz. 24 angenommen würde. In den Jahresabschlüssen der E.________ GmbH sei eine Wertberichtigung der F.________ GmbH Anteile nicht erfolgt, weil angeblich aufgrund der German-GAAP (HGB) eine ausser- planmässige Abschreibung auf den Zeitwert unterbleiben könne, sofern die Wertminderung voraussichtlich nicht von Dauer sei. Entgegen den in den Jah- resabschlüssen der F.________ GmbH erwähnten Businessplänen habe die F.________ GmbH in den vergangenen 10 Jahren nur Verluste verzeichnet und sei zumindest seit 2013 überschuldet. Lediglich durch Rangrücktritte der Mehr- heitsgesellschafterin und der E.________ GmbH habe die Insolvenz abgewendet werden können. Eine Abschreibung bzw. Wertberichtigung des Beteiligungs- buchwertes der F.________ GmbH auf Stufe der E.________ GmbH sei aus un- erklärlichen Gründen stets unterblieben. Der Beteiligungsbuchwert sei sogar kon- tinuierlich erhöht worden (aufgrund der getätigten Kapitaleinlagen/Einzahlungen in die Kapitalrücklage durch die Hauptgesellschafterin). Zumindest nach schwei- zerischen Rechnungslegungsvorschriften hätte die Beteiligung an der F.________ GmbH zwingend abgeschrieben werden müssen. Die in der Han- delsbilanz der E.________ GmbH gewählten Wertansätze würden sich als offen- sichtlich handelsrechtswidrig erweisen. Die Anwendung der von der Vorinstanz vertretenen Bewertungsmethode (reines Abstützen auf das anteilige Eigenkapital der E.________ GmbH) würde deshalb nach Ansicht der Beschwerdeführerin zu einem stossenden Ergebnis führen. Nach Meinung der Beschwerdeführerin soll- ten damit die Voraussetzungen vorliegen, um in diesem spezifischen Fall aus- nahmsweise vom Kreisschreiben Nr. 28 sowie dem Massgeblichkeitsprinzip ab- zuweichen. 2.2.3Hinzu kommt nach Ansicht der Beschwerdeführerin die Tatsache, dass die Steuerverwaltung mit der Veranlagung 2014 zum Ausdruck gebracht habe, dass sie sich bei der Bewertung der Beteiligung an der E.________ GmbH nicht stur an dem anteiligen Eigenkapital der E.________ GmbH orientiere, sondern die speziellen Gegebenheiten dieses Falles berücksichtige, hätte sie doch andern- falls die vorgenommene Wertberichtigung im Sinne von Art. 62 Abs. 4 DBG (ent- spr. auch § 64 Abs. 1 Bst. e StG) aufgelöst (d.h. Wiedererhöhung des Buchwer- tes zufolge Wertaufholung bzw. "Reversal" einer Wertberichtigung). Die finanziel- le Situation habe sich in den Jahren von 2014 bis 2017 nicht verbessert. 2.3.1Auch wenn es sich bei der Transaktion um Dritte (unterschiedliche Aktiona- riate) handelte, wie die Beschwerdeführerin geltend macht, kann nicht mit Si-12 cherheit gesagt werden, dass die Übertragung der Beteiligung an der E.________ GmbH für CHF 1 auf die H.________ AG den Verkehrswert zuver- lässig abgebildet hätte. Denn es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Aktionäre bei der Übertragung der Beteiligungen und Darlehen sich gegenseitig begünstigen wollten. Dafür, dass die Beschwerdeführerin ernsthafte Verkaufs- bemühungen vorgenommen hat, welche einen Hinweis auf den Wert der Beteili- gung hätten geben können (solange sich die wirtschaftliche Lage der Gesell- schaft nicht wesentlich verändert hat), finden sich in den Akten keine Belege. 2.3.2Richtigerweise hätte der Verkehrswert der Beteiligung an der E.________ GmbH nicht einfach mit dem ausgewiesenen, anteiligen Eigenkapi- tal der Gesellschaft gleichsetzt werden dürfen, wie das die Steuerbehörden hier getan haben. Dass die Jahresabschlüsse der E.________ GmbH und F.________ GmbH für die Steuerbehörden hinsichtlich der Bewertung verbindlich sind, ist so nicht richtig. Dass "zum Zwecke der Ermittlung der Vermögenssteu- erwerte" von der grundsätzlichen Massgeblichkeit der Buchwerte in der Handels- bilanz ausgegangen wird und der Buchwert als Mindestwert (d.h. es gibt keine stille negative Reserve) gilt (vgl. Kommentar zum Kreisschreiben Nr. 28 Rz. 11 und Rz. 24), kann jedenfalls beim Verkauf der Beteiligung nicht gleichermassen gelten. Hier hätte der Verkehrswert der Beteiligung an der E.________ GmbH losgelöst davon ermittelt und gegebenenfalls auch ein tieferer als der ausgewie- sene Substanzwert berücksichtigt werden müssen. Es wäre ganz konkret anhand der Jahresabschlüsse der E.________ GmbH und F.________ GmbH zu über- prüfen gewesen, ob und inwieweit eine nachhaltige Werterholung der Beteiligung eingetreten war (vgl. dazu bereits VGE II 2021 39 vom 26.4.2022 i.Sa. X. Holding AG gegen KStK/VdBSt betreffend Aufrechnung von Wertberichtigun- gen auf Beteiligungen; vgl. auch Entscheid der KStK/VdBSt vom 21.9.2015 i.Sa. J. AG [StKE 99/2014] publiziert in StPS 2015 S. 41 ff. betreffend Prüfung der Werthaltigkeit einer Beteiligung). Dass sich etwas Wesentliches an der Begrün- detheit der bisher von der Steuerverwaltung anerkannten Wertberichtigung geändert hätte, wird von den Steuerbehörden nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Den hinreichenden Nachweis dafür, dass der Verkauf der Betei- ligung an der E.________ GmbH (mindestens) zum ausgewiesenen, anteiligen Eigenkapital der Gesellschaft erfolgten musste und ein entsprechender Gewinn aus Beteiligung resultierte, sind die Steuerbehörden schuldig geblieben. 2.3.3Im vorliegenden Fall erscheint klar, dass eine besondere oder atypische Konstellation oder Struktur vorlag, was die Heranziehung der grundsätzlich für die Bewertung von Beteiligungen geltenden Regeln schwierig oder unmöglich machte. Für die Bewertung der Beteiligung an der E.________ GmbH musste ei-13 ne Einzelbewertung der F.________ GmbH vorgenommen werden. Die F.________ GmbH schrieb seit Jahren Verluste und war bilanziell überschuldet. Nur durch Rangrücktrittserklärungen der Hauptgesellschafterin und der E.________ GmbH für ihre Forderungen bestand eine Überdeckung, so dass keine Überschuldung im Sinne der Insolvenzordnung bestand. Der Fortbestand und die notwendige Liquiditätsausstattung der F.________ GmbH ist von der fi- nanziellen Unterstützung durch die Hauptgesellschafterin abhängig (vgl. Einspra- cheakten act. E 21 = Steuerakten act. A 85 = Seite 7 des Berichts über die Er- stellung des Jahresabschlusses zum 31.12.2017 der F.________ GmbH; Steu- erakten act. A 32 – A 79 = Bericht über die Erstellung des Jahresabschlusses zum 31.12.2017 der E.________ GmbH; Steuerakten act. A 80 – A 116 = Bericht über die Erstellung des Jahresabschlusses zum 31.12.2017 der F.________ GmbH; vgl. auch Bf-act. Beilage 2 – 4 und Bf-act. Beilage 6 – 8). Aufgrund der andauernden Verluste der F.________ GmbH musste es als fraglich erscheinen, ob und inwieweit der Beteiligung an der E.________ GmbH aufgrund der bisheri- gen Investitionen zum Aufbau der Infrastruktur des Unternehmens überhaupt ein positiver Wert (in naher Zukunft zu erwartender hoher Ertragswert) beigemessen werden konnte. Wenn demgegenüber die Beteiligung an der E.________ GmbH völlig wertlos gewesen wäre, dann hätte andererseits dasselbe auch für das ge- währte Darlehen E.________ GmbH gelten müssen. Dass die getätigte Ab- schreibung aufgrund des verlusttragenden Verkaufs der Beteiligung an der E.________ GmbH sachlich geboten bzw. geschäftsmässig begründet war (und im entsprechenden Umfang deshalb auch keine geldwerte Leistung bzw. ver- deckte Gewinnausschüttung vorlag), müsste letztlich die Beschwerdeführerin nachweisen. Wie es sich damit verhält, muss hier jedoch nicht weiter beurteilt werden, weil gemäss Saldo der Erfolgsrechnung des Geschäftsjahres 2017 (mit einem ausgewiesenen Jahresverlust von CHF 369'406.03, darin enthalten Verlus- te aus Beteiligungen von CHF 299'925.55) so oder anders eine gewinnsteuerliche Nullveranlagung resultiert. Darüber hinaus hat die Beschwerdeführerin kein Fest- stellungs- oder ein andersartiges Rechtsschutzinteresse, das sie im vorliegenden Fall zur Anfechtung der Gewinnsteuerveranlagung berechtigte. Über die Höhe des für die Nachfolgeperiode massgebenden, verbleibenden Verlustvortrags oder die einkommenssteuerliche Veranlagung des Anteilsinhabers bei Vorliegen einer geldwerten Leistung muss hier nicht entschieden werden (vgl. dazu insbes. Urteil BGer 2C_526/2020 vom 20.10.2020 E. 3 betreffend Rechtsschutzinteresse bei Aufrechnungen im Rahmen der Nullveranlagung zufolge geldwerter Leistungen; zum Fehlen eines Aufrechnungsautomatismus bei zweidimensionalen Sachver- halten vgl. Urteil BGer 2C_489/2018, 2C_490/2018 vom 13.7.2018 E. 2.2.5 und auch Urteil BGer 2C_630/2021, 2C_631/2021 vom 17.5.2022 E. 2.2). 14 3.1Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden kann. Im Ergebnis ist die Steuerveranlagung 2017 mit einem für die Bun- dessteuer wie für die Kantonssteuer steuerbaren Reingewinn von CHF 0 (ge- winnsteuerliche Nullveranlagung) und einem steuerbaren Eigenkapital im Kanton Schwyz (bei Verlustausweis mindestens das einbezahlte Kapital) von unverän- dert CHF 100'000 vorzunehmen. Der angefochtene Entscheid ist insoweit aufzu- heben und die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Vor- instanz zurückzuweisen. 3.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Kosten für das verwal- tungsgerichtliche Verfahren von CHF 2'500 (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) der Vorinstanz bzw. dem Kanton Schwyz auferlegt (vgl. § 128 StG in Verb. mit § 72 Abs. 2 Satz 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRP; SRSZ 234.110] vom 6.6.1974; Art. 144 Abs. 1 DBG). Zudem hat die Vorinstanz bzw. der Kanton Schwyz der anwaltschaftlich vertretenen Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten (vgl. § 128 StG in Verb. mit § 74 Abs. 1 VRP; Art. 144 Abs. 4 DBG in Verb. mit Art. 64 Abs. 1-3 des Bundesge setzes über das Verwaltungsverfahren [Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021] vom 20.12.1968). Der anwaltschaftliche Vertreter der Beschwerdeführerin hat sich in der Beschwerdeschrift für die Festsetzung einer allfälligen Parteientschädigung die Einreichung einer Honorarnote vorbehalten. Das Verwaltungsgericht verzichtet in konstanter Praxis darauf, Frist für die Ein- reichung einer Kostennote anzusetzen, sondern nimmt bei fehlender Kostennote eine pflichtgemässe Schätzung gestützt auf den kantonalen Gebührentarif für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975 vor. Diese Praxis ist auch vom Bundesgericht in seiner Rechtsprechung bestätigt worden (vgl. Ur- teil BGer 8C_789/2010 vom 22.2.2011 E. 5). Praxisgemäss sieht das Verwaltungsgericht deshalb davon ab, vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine Honorarnote einzuholen und setzt den Aufwand für die Rechtsvertretung ermessensweise fest. In Anwendung der in § 2 GebTRA erwähnten Bemessungskriterien sowie in Ausübung des pflichtgemässen Ermes- sens wird die Vergütung pauschal auf CHF 2'500 (inkl. Barauslagen und MwSt) festgesetzt. 3.3Die Kosten des kantonalen Verfahrens vor der Vorinstanz von CHF 1'500 (Spruchgebühr inkl. Kanzleikosten) sind ebenfalls dem Verfahrensausgang ent- sprechend neu zu verlegen und gehen vollumfänglich zu Lasten der Vorinstanz bzw. des Kantons Schwyz (vgl. § 154 Abs. 1 StG). Eine Parteientschädigung (vgl. § 55 der Vollzugsverordnung zum Steuergesetz [VVStG; SRSZ 172.211] 15 vom 22.5.2011) wurde vom vertraglichen Vertreter in der Einsprache nicht bean- tragt (vgl. Einspracheakten act. E 28 = Einsprache vom 20.11.2019). 16 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Der Einspracheentscheid wird aufgehoben und die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens von insgesamt CHF 2'500 (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) werden der Vorinstanz bzw. dem Kanton Schwyz auferlegt. Auf die kantonsinterne Ver- rechnung wird verzichtet. Die Beschwerdeführerin hat am 20. April 2023 einen Kostenvorschuss von CHF 2'500 bezahlt, so dass ein Rückerstattungsanspruch in gleicher Höhe besteht. 3. Der Beschwerdeführerin wird für das verwaltungsgerichtliche Beschwerde- verfahren zu Lasten der Vorinstanz bzw. des Kantons Schwyz eine Partei- entschädigung von CHF 2'500 (inkl. Barauslagen und MwSt) zugespro- chen. 4. Die Kosten des kantonalen Verfahrens vor der Vorinstanz von CHF 1’500 (Spruchgebühr inkl. Kanzleikosten) werden neu verlegt und gehen vollum- fänglich zu Lasten der Vorinstanz bzw. des Kantons Schwyz. 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 6. Zustellung an: -den Vertreter der Beschwerdeführerin (2/R) -die Vorinstanzen (2/EB) -den Gemeinderat U.________/SZ (A; im Dispositiv) -und die Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung DVS, 3003 Bern (A). Schwyz, 16. Mai 202417 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 12. Juni 2024