B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-3149/2012 U r t e i l v o m 4. J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Markus Metz, Richter Michael Beusch, Gerichtsschreiber Marc Winiger. Parteien A._______, …, vertreten durch …, Beschwerdeführer, gegen Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand MWST; Steuerpflicht (2/2008-1/2010). A-3149/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ reichte der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) im September 2008 den ausgefüllten Fragebogen zur Abklärung seiner Mehrwertsteuerpflicht ein. Er gab an, Expeditionen durchzuführen und zu vermarkten. Den damaligen, bis 31. März 2009 aus zuführenden Au f- tragsbestand bezifferte er auf Fr. 60'000.--. Seit der Geschäftsaufnahme am 15. April 2008 habe er Fr. 65'000.-- Umsatz aus steuerbaren Leistun- gen im Inland erzielt. Für die ersten zwölf Monate ab Geschäftsaufnahme rechnete er mit gesamthaft Fr. 150'000.-- Umsatz. Mit Schreiben vom 18. September 2008 teilte ihm die ESTV mit, die Voraussetzungen der Steuerpflicht seien ab dem 15. April 2008 er füllt gewesen und sie trage ihn mit Wirkung ab diesem Zeitpunkt ins von ihr geführte Register der Mehrwertsteuerpflichtigen ein. B. Für die erste Abrechnungsperiode ( 2. Quartal 2008 bzw. 15. April 2008 bis 30. Juni 2008) deklarierte A._______ einen steuerbaren Gesamtu m- satz von Fr. 55'463.--. Bei Mehrwertsteuern von Fr. 4'215.20 und Vo r- steuern von Fr. 26.45 resultierte ein an die ESTV z u bezahlender Betrag von Fr. 4'188.75. Für das 3. Quartal 2008 (1. Juli 2008 bis 30. September 2008) deklarierte er einen steuerbaren Gesamtumsatz von Fr. 12'647.--. Bei Mehrwertsteuern von Fr. 961.15 und Vorsteuern von Fr. 28'792.38 er- gab sich ein Guthaben des Steuerpflichtigen von Fr. 27'831.23. C. Mit Schreiben vom 20. Oktober 2008 verlangte die ESTV von A._______ das detaillierte Vorsteuerjournal und mit Schreiben vom 31. Oktober 2008 Rechnungskopien betreffend die im 3. Quartal 2008 geltend gemachten Vorsteuern ein. Am 19. November 2008 teilte sie ihm mit, sein Unterne h- men werde rückwirkend auf den Eintrag ungszeitpunkt (d.h. per 15. April 2008) aus dem Register der Mehrwertsteuerpflichtigen gelöscht. Mit Schreiben vom 22. Januar 2009 setzte A._______ die ESTV darüber in Kenntnis, dass er mit der Löschung nicht einverstanden sei. Er wolle als erster unter Schweizerflagge bzw. als erster Schweizer überhaupt mit ei- nem Zweimastsegelschiff, der «X._______», die Antarktis umsegeln. Wie bei solchen Unterfangen üblich, sei auch die Durchführung seines Pro- jekts, genannt «Y ._______», nicht ohne Sponsoren möglich. Solche habe er u.a. in den Firmen B._______ AG und C._______ AG Schweiz ge - funden. A-3149/2012 Seite 3 D. Am 17. März 2010 forderte die ESTV A._______ auf, mitzuteilen, ob er noch mit anderen als den bereits genannten Firmen Sponsoringverträge abgeschlossen habe. A._______ bestätigte dies mit Schreiben vom 12. April 2010 und legte der ESTV gleichzeitig die verlangten Sponsoring- verträge vor. Dennoch hielt die ESTV am 25. Mai 2010 verfügungsweise fest, A._______ sei nicht steuerpflichtiger Unternehmer bzw. er sei zu Recht aus dem Register der Mehrwertsteuerpflichtigen gelöscht worden. Er schulde der ESTV für die Steuerperioden 2. Quartal 2008 bis 1. Quar- tal 2010 Fr. 11'824.80 zuzüglich Verzugszinsen. Dieser Betrag entsprach der Summe der Mehrwertsteuern, welche A._______ während der hier betroffenen Zeitspanne in seinen Ausgangsrechnungen offen ausgewie - sen hatte. Die ESTV begründete ihren Standpunkt damit, dass das Vor- haben A._______s nicht als ge werbliche oder berufliche Tätigkeit b e- zeichnet werden könne. Das Projekt sei seiner Privatsphäre zuzuordnen. Dass verschiedene «im Hintergrund stehende Sponsoren» das Projekt mit «Geld- oder Sach spenden» unter stützt hätten, führe nicht zu einer gewerbsmässigen Tätigkeit, welche eine subjektive Steuerpflicht zu be - gründen vermöge. Eine gegen die Verfügung vom 25. Mai 2010 gerich - tete Einsprache wies die ESTV am 11. Mai 2012 ab. Sie hielt erneut fest, es handle sich um ein der Privatsphäre zuzuordnendes Projekt. Gemäss eigenen Aussagen A._______s erfolge die Expedition zur Erfüllung eines Traums und es soll dabei seine eigene Belastbarkeit getestet werden. E. Gegen den Einspracheentsche id vom 11. Mai 2012 erhob A._______ (Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 12. Juni 2012 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt sinngemäss, der Einspra- cheentscheid sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ESTV aufzuheben. Er ha be als Extremsportler eine Südpolumrundung mit dem Segelschiff geplant und wiederholt auch begonnen. Ohne Spon- soren hätte er das Projekt nicht finanzieren können. Er habe deshalb mit verschiedenen Unternehmen Sponsoringverträge geschlossen, wobei die Gegenleistung darin bestanden habe, dass er sein Schiff als Werbeträger zur Verfügung gestellt habe. Leider sei im Januar 2009 der erste Umse - gelungsversuch an einem Grossbaumbruch gescheitert. Auch der zweite Anlauf im Dezem ber 2010 sei wegen eines Orkantiefs und damit einher - gehenden massiven Schäden an den Segeln nicht von Erfolg gekrönt ge- wesen. Da es ihm nicht gelungen sei, Sponsoren zu finden, die einen drit- ten Umsegelungsversuch finanziert hätten, habe er das Projekt A-3149/2012 Seite 4 «Y ._______» sistiert. Die «X._______» sei im Jahr 2011 von Kapstadt nach Holland überführt und zum Verkauf ausgeschrieben worden. F. Mit Eingabe vom 24. Juli 2012 nahm die ESTV zur Beschwerde Stellung. Sie beantragt sinngemäss deren Abweisung unter Kostenfolgen zu La s- ten des Beschwerdeführers. G. Auf weitere Eingaben und Vorbringen der Parteien wird – sofern en t- scheidwesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Angefochten ist ein Einspracheentsch eid der ESTV und damit eine Verfügung nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesverwa l- tungsgericht ist zuständige Beschwerdeinstanz (Art. 31, Art. 32 e contr a- rio und Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [VGG, SR 173.32]). Auf die im Übrigen mit der nötigen Beschwerdeberechtigung (Art. 48 VwVG) sowie frist- und formge- recht (Art. 50 und 52 VwVG) eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Am 1. Januar 2010 ist das Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer (Mehrwertsteuergesetz, MWSTG, SR 641.20) in Kraft ge- treten. Die bisherigen gesetzlichen Bestimmunge n sowie die darauf ge - stützt erlassenen Vor schriften bleiben grund sätzlich weiterhin auf alle während ihrer Geltungsdauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse anwendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Der vorliegen- de Sachver halt, der die Steuerperioden 2. Quartal 2008 bis 1. Quartal 2010 betrifft, ist damit für die Zeit vom 2. Quartal 2008 bis 4. Quartal 2009 materiell nach dem Bundesgesetz vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG, AS 2000 1300) und für das 1. Quartal 2010 nach dem (neuen) MWSTG zu beurteilen. Das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht ist im Sinne von Art. 113 Abs. 3 MWSTG grundsätzlich auf s ämtliche im Zeitpunkt des Inkrafttretens hän gigen und damit auch auf das vorliegende Verfahren anwendbar. 1.3 Nicht eingegangen werden kann auf das Vorbringen des Beschwerde- führers, er bzw. seine Firma hätten im Jahr 2011 Dritten entgeltlich Segel-A-3149/2012 Seite 5 törns angeboten («…»). Diese Tätigkeiten betreffen zum einen eine spä- tere, hier nicht im Streit liegende Steuerperio de, und sie wurden zum an- deren offensichtlich nicht von ihm, sondern von der D._______ AG, er- bracht. Nebst einer anderen Steuerperiode ist dort also auch ein Steuer- subjekt betroffen, das hier nicht Partei ist. 2. 2.1 Der Bund erhebt eine allgemeine Verbrauchssteuer nach dem System der Nettoa llphasensteuer (auch als Allphasensteuer mit Vo rsteuerabzug bzw. Mehrwertsteuer bezeichnet; Art. 130 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen schaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). Die Mehrwertsteuer ist ge prägt von den Prinzipien der Wettbewerbsneu - tralität und der Besteuer ung im Bestimmungsland (KLAUS A. VALLENDER, in: Bernhard Ehrenzeller/Philippe Mastronardi/Rainer J. Schweizer/Klaus A. Vallender [Hrsg.], Die schweizer ische Bundesverfassung, Kommentar, 2. Aufl., St. Gallen/Zürich/Basel/ Genf 2008, N 7 zu Art. 130; DANIEL RIE- DO, Vom Wesen der Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer und von den entsprechenden Wirkungen auf das schweizerische Recht, Bern 1999, S. 49 f.). 2.2 Steuerobjekt der Mehrwertsteuer ( Inlandsteuer) ist gemäss Art. 5 aMWSTG der durch die mehrwertsteuerpflichtige Person getätigte U m- satz, sofern dieser nicht ausdrücklich von der Steuer ausgenommen ist. Ein Umsatz im Sinne des Mehrwertsteuerrechts entsteht durch entgeltli- ches Erbringen von Dienstleistungen und Liefern von Gegenständen im Inland (statt aller: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-675/2011 vom 7. Mai 2012 E. 3.2). Das (neue) MWSTG umschreibt das Steuerobjekt der Inlandsteuer grundsätzlich gleich wie das aMWSTG, nämlich als ein Erbringen von Leistungen gegen Entgelt (vgl. Art. 18 Abs. 1 MWSTG). 2.3 Ausgangspunkt der Steuererhebung bildet ein wirtschaftlicher , b e- steuerungswürdiger Sachverhalt, welcher als Steuer quelle anvisiert wird, das sogenannte Steuergut (ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, System des schweizerischen Steuer rechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 154; RIEDO, a.a.O., S. 13 ). Steuergut der Mehrwertsteuer ist der Endverbrauch (BGE 123 II 295 E. 5a und E. 7a; ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. VALLENDER/MARCEL R. JUNG/SIMEON L. PROBST, Hand buch zum Meh r- wertsteuergesetz [ MWSTG], Bern 2012, 3. Aufl., N 85; RIEDO, a.a.O., S. 14); die Mehrwertsteuer soll den Konsum der (End-)Verbraucher erfas- sen (BGE 138 II 251 E. 2.1), den nicht unternehmerischen Endver brauch im Inland (Art. 1 Abs. 1 MWSTG). Da das Steuerobjekt der Mehr-A-3149/2012 Seite 6 wertsteuer (Inlandsteuer) wie gezeigt das entgeltliche Erbringen von Leis- tungen ist, fallen Steuergut und Steuerobjekt auseinander ( vgl. Botschaft des Bundesrates vom 25. Juni 2008 zur Vereinfachung der Mehrwertsteu- er [nachfolgend: Botschaft MWSTG] , BBl 2 008 6885, 6911 ; MICHAEL BEUSCH, Der Untergang der Steuerforderung, Zürich 2012, S. 50; RALF IMSTEPF, Der Einfluss des EU -Rechts auf das schweizerische Mehr - wertsteuerrecht, Bern 2011, S. 18; RIEDO, a.a.O., S. 14). 2.4 2.4.1 Nach Art. 21 Abs. 1 aMWSTG wird subjektiv mehrwertsteuerpflich- tig, wer eine mit der Er zielung von Einnahmen verbun dene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt, sofern seine Lieferungen, seine Dienstleistungen und sein Eigenverbrauch im Inland jährlich ge - samthaft Fr. 75'000.-- übersteigen. Nach Art. 10 Abs. 1 des (neuen) MWSTG ist steuerpflichtig, wer unabhängig von Rechtsform, Zweck und Gewinnabsicht ein Unternehmen betreibt und nicht nach Art. 10 Abs. 2 MWSTG von der Steuerpflicht befreit ist. Ein Unternehmen in diesem Sinne betreibt, wer eine auf die nachhaltige Erzielung von Einnahmen aus Leistungen ausgerichtete berufliche oder gewerbliche Tätigkeit selbstständig ausübt und unter eigenem Namen nach aussen auftritt. Von der Steuerpflicht ist insbesondere befreit, wer im Inland innerhalb eines Jahres weniger als Fr. 100'000.-- Umsatz aus steuerbaren Leistungen er- zielt, sofern er nicht auf die Befreiung v on der Steuerpflicht verzichtet (Art. 10 Abs. 2 Bst. a MWSTG). Die subjektive Mehrwertsteuerpflicht knüpft mit anderen Worten sowohl nach altem wie nach neuem Recht beim Unternehmensträger an (vgl. CA- MENZIND/HONAUER/VALLENDER/JUNG/PROBST, a.a.O., N 422 ff.). Alsdann sind eine formell-quantitative Komponente (Erreichen des Mindestumsa t- zes) und materiell-qualitative Elemente («selbständige» Ausübung einer «mit der Er zielung von Einnahmen ver bundene gewerbliche oder beruf- liche Tätigkeit») entscheidend (vgl. statt aller: BGE 138 II 251 E. 2.3.1). 2.4.2 Beruflich oder gewerblich im Sinne des Mehrwertsteuerrechts ist je- de Art von Tätigkeit, die Dritten gegenüber nach haltig zur Erzielung von Einnahmen ausgeübt wird ( CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER/JUNG/ PROBST, a.a.O., N 434). Ein Unterschied zwischen den Begriffen «beruf- lich» und «gewerblich» besteht nicht und der Ausdruck «beruflich oder gewerblich» kann auch als Synonym für «unternehmerisch» verstanden werden ( CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER/JUNG/PROBST, a.a.O., N 434; PASCAL MOLLARD/XAVIER OBERSON/ANNE TISSOT BENEDETTO, Traité TVA, A-3149/2012 Seite 7 Basel 2009, S. 419). Zwar nennt das neue Gesetz nunmehr die Nachhal- tigkeit ausdrücklich als eine Voraussetzung der Mehrwertsteuerpflicht. Sie war jedoch bereits unter dem aMWSTG Tatbestandsmerkmal und an sich Gehalt des Ausdrucks «beruflich oder gewerblich» bzw. des Erzielens des Mindestumsatzes. 2.4.3 Das Bundesgericht hat sich in BGE 138 II 251 (E. 2.4.3) mit dem Kriterium der Nachhaltigkeit auseinandergesetzt und dabei festgestellt, dass nur gelegentliches, ins besondere bloss einmaliges Tätigwerden nicht als nachhaltig (und damit nicht als gewerblich, beruflich bzw. unter- nehmerisch) zu betrachten sei. Die Nach haltigkeit ersetz e in gewisser Weise das Kriterium der Gewinnabsicht, welches jedoch bei einer indirek- ten Steuer kei ne Rolle spielen könne (dazu nachfolgend E. 2.5.4). Dabei hat das Bundesgericht für das Vorliegen einer nachhaltigen Leistungser - bringung folgende Indizien genannt, wobei eine Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles geboten sei (statt aller: BGE 138 II 251 E. 2.4.3; vgl. bereits PETER SPINNLER, Die subjektive Steuerpflicht im neuen schweizerischen Mehrwertsteuerrecht, in: Archiv für Schwei - zerisches Abgaberecht [ASA] 63 S. 397 mit Hinweisen):  mehrjähriges Engagement;  planmässiges Vorgehen und eine auf Wiederholung angelegte T ä- tigkeit;  Ausführen von mehreren Umsätzen;  Vornahme mehrerer gleichartiger Handlungen unter Ausnutzung derselben Gelegenheit;  Intensität des Tätigwerdens;  Beteiligung am Markt;  Unterhalt eines Geschäftsbetriebs;  Art und Weise des Auftretens gegenüber Behörden. 2.5 2.5.1 Stellt sich die Frage nach der (subjektiven oder objektiven) Mehr- wertsteuerpflicht, ist zu beachten, dass die Mehrwertsteuer den nicht un- ternehmerischen Endverbrauch erfassen will (E. 2.3). Dennoch und wie gezeigt (oben E. 2.4.1) werden nicht die Konsumenten, sondern die Un- ternehmen, die gegen Entgelt Leistungen erbringen, steuerpflichtig. Diese Konzeption entspricht jener nach Art. 9 ff. der Richtlinie des Rates der Eu- ropäischen Union 2006/112/EG vom 28. November 2006 über das g e- meinsame Mehrwertsteuersystem ( Amtsblatt der Europäischen Union , Nr. L 347 vom 11. Dezember 2006). In der deutschen Lehre beispielswei-A-3149/2012 Seite 8 se wird der Steuerpflichtige denn auch etwa als «Zwangsverpflichteter Gehilfe des Staates», als «verlängerter Arm des Staates bei der Steuer- erhebung» oder als «Steuereinnehmer für Rechnung des Staates» be- zeichnet (HOLGER STADIE, in: Günter Rau/Erich Dürrwächter, Kommentar zum Umsatzsteuergesetz, Köln 1967/2012 ff., N 24 zu § 2 UStG mit Hin- weisen). 2.5.2 Der Grund für diesen Steuerbezug nicht beim Verbraucher, dessen Konsum besteuert werden soll, sondern bei den Produzenten, Händlern und Dienstleistungsunternehmen und somit auf den Wirtschaftsstufen vor dem Verbrauch, liegt in der Praktikabilität (BGE 123 II 295 E. 5a). Bun- desrat und Gese tzgeber erkannten jedoch die mit dieser Erhebungsart zusammenhängenden «systemimmanenten Komplikationen » und b e- zeichneten die mangelhafte Umsetzung des Besteuerungsziels als eines der Kernprobleme des (alten) Mehrwertsteuerrechts . Systembrüche, teil- weise auch die Gesetzesauslegung, hätten dazu geführt, dass die Mehr- wertsteuer nur zu rund zwei Dritteln direkt und transparent auf die Kon - sumenten überwälzt worden sei. Ein Drittel der Steuererträge aber sei bei den steuerpflichtigen Unternehmen selbst angefallen, weil letztere die Vorsteuer nicht oder nur teilweise hätten abziehen können (Botschaft MWSTG, 6909). Mittels konsequenter Ausgestaltung der Umsatzsteuer als Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug soll nun das (neue) MWSTG b e- wirken, dass grundsätzli ch nur Umsätze an Endverbrau cher besteuert werden und an den Unternehmen keine Steuer hängen bleibt (Botschaft MWSTG, 6938). 2.5.3 Dies zu erreichen setzt u.a. voraus, dass möglichst alle Unterneh - men, die gegen Entgelt Leistungen erbringen, mehrwertsteuerpflichtig werden. Denn nur wer Mehrwertsteuersubjekt ist, kann Vorsteuern gel- tend machen, was wiederum Voraussetzung dafür ist, dass nicht das Un- ternehmen, sondern die Konsumenten die Mehrwertsteuer tragen und die Schattenbesteuerung beseitigt wird. Zu diesem Zweck wurde mit dem neuen Art. 11 MWSTG die Steuerpflicht «liberalisiert» und die freiwillige Steuerpflicht grundlegend umgestaltet . Neu hat jede Person, die unte r- nehmerisch tätig ist, die Möglichkeit, auf die Befreiung von der Steue r- pflicht zu verzichten (Botschaft MWSTG, 6951 und 6954; oben E. 2.4.1). Den Verzicht auf die Befreiung wollte der Gesetzgeber an keine weiteren Bedingungen knüpfen. Es sollten insbesondere keine Anforderungen an eine künftige Umsatzentwicklung gestellt werden (Botschaft MWSTG, 6955). Im Übrigen war schon vor Erlass des (neuen) MWSTG hinlänglich bekannt, dass u.a. eine möglichst umfassende subjektive Mehrwertsteu- erpflicht die Beseitigung der tax occulte ermöglicht. So entschi ed das A-3149/2012 Seite 9 Bundesgericht wiederholt, der Grundsatz der Allgemeinheit der Besteu - erung verlange u.a. eine "weite Auslegung" des Tatbestandes der subjek- tiven Mehrwertsteuerpflicht ( statt aller: BGE 138 II 251 E. 2.3.4 mit Hi n- weisen; so bereits RIEDO, a.a.O., S. 115 und 174 f.). Mit Blick auf die Ziel- setzungen des (neuen) MWSTG bedeutet dies noch verstärkt, dass die Steuersubjektivität nur zurückhaltend zu verneinen ist. 2.5.4 Dementsprechend ist das materiell-qualitative Element der subjekti- ven Mehrwertsteuerpflicht (oben E. 2.4.1 f.) denn auch nicht so zu verste- hen, als dass es entscheidend auf die Motivation des Leistungserbringers ankäme. Ob er seine Leistung aus Gewinnstrebigkeit, aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, aus Lebensfreude oder aus einem anderen Grund e r- bringt, hat für seine Qualifikation als Steu ersubjekt keine eigenständige Bedeutung. Solcherlei Kriterien , welche an subjektive Vorstellungen des Leistungserbringers anknüpfen, werden weder vom Gesetz noch von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (oben E. 2.4.3) aufgestellt. Sie sind überdies systemwidrig, weil – wie gezeigt – die Mehrwertsteuer den End- verbrauch des Konsumenten erfassen will und – anders als bei Einkom- mens- und Gewinnsteuern – es nicht auf die wirtschaftli che Leistungs- fähigkeit des Steuerpflichtigen, hier al so des Leistungserbringers, an- kommt (vgl. auch BGE 123 II 295 E. 6b). Im Mehrwertsteuerrecht die so beschriebene Motivation des Erbringers als relevant zu betrachten, ve r- stiesse nicht nur gegen das Gebot der Wettbewerbsneutralität, sondern auch gegen das Prinzip der Allgemeinheit der Mehrwerts teuer. Im Übr i- gen hat der Gesetzgeber an sich bereits mit der Bestimmung, dass die Mehrwertsteuerpflicht keine Gewinnabsicht voraus setze, dargetan, dass auch eine aus Lieb haberei ausgeübte Tätigkeit, die nur Verluste abwirft, eine gewerbliche Tätigkeit darstellt und die Steuerpflicht begründet , s o- fern sie darauf ausgerichtet ist, auch Entgelte aus Leistungen an Dritte zu erzielen (vgl. CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER/JUNG/PROBST, a.a.O., N 465). 2.5.5 Allerdings ist nicht zu übe rsehen, dass insbesondere in der deu t- schen Lehre, ebenfalls unter dem Titel der «Liebhaberei», der Fall jener Personen abgehandelt wird, die nicht nur keinen Gewinn anstreben, son- dern deren Tätigkeit auf Dauer hin gar keinen Gewinn abwerfen kann. So stellt sich STADIE (a.a.O., N 469 ff. zu § 2 UStG mit Hinweisen) auf den Standpunkt, dass einer Tätigkeit, die von einer natürlichen Person in einer Weise ausgeübt werde, die nicht geeignet sei, auf Dauer gesehen einen Überschuss abzuwerfen, die Gewerblichkeit/Beruflichkeit abgehe. Eine solche Betätigung erfolge aus privaten (nicht unternehmerischen) Motiven A-3149/2012 Seite 10 bzw. diene der Befriedigung privater Bedürfnisse ( STADIE, a.a.O., N 472 zu § 2 UStG mit Hinweisen). Nach Art. 10 Abs. 1 Bst. a MWSTG genügt es, wenn objektiv betrachtet das Unternehmen auf die Erzielung von Ein - nahmen aus Leistungen ausgerichtet ist. Ob nach neuem schweizer i- schen Mehrwertsteuerecht darin mithin auch jener erfolglose Unterneh- mer eingeschlossen ist , der von An fang so aufgestellt war, dass keine Einnahmen gen eriert werden können, kann vorliegend offenbleiben (die Frage bejahend: CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER/ JUNG/PROBST, a.a.O., N 468; ebenso REGINE SCHLUCKEBIER, in: Felix Geiger/Regine Schluck e- bier [Hrsg.], MWSTG Kommentar, Zürich 2012, N 46 zu Art. 10 MWSTG). 3. Die vorab zu stellende Frage nach der Steuerpflicht darf nicht mit der erst darauffolgenden Frage vermischt werden, in welchem Umfang der Vo r- steuerabzug gewährt wird oder ob allenfalls Leistungsverhältnisse mit eng verbundenen Personen vorliegen ( vgl. CAMENZIND/HONAUER/VALLEN- DER/JUNG/PROBST, a.a.O., N 441). Nach Art. 38 Abs. 1 aMWSTG ist für die steuerpflichtige Person (erste Frage) ein Vorsteuerabzug dann mög- lich (zweite Frage), wenn die Gegenstände oder Dienstleis tungen für e i- nen in Art. 38 Abs. 2 aMWSTG genannten geschäftlich begründeten Zweck verwendet werden. Gemäss Art. 28 Abs. 1 des (neuen) MWSTG kann die steuerpflichtige Person (erste Frage) Vorsteuern im Rahmen ih- rer unternehmerischen Tätigkeit (zweite Frage) abziehen. Sowohl das alte als auch das neue MWSTG ordnen für den Fall, dass eine steuerpflich - tige Person (erste Frage) Gegenstände oder Dienstleistungen für einen nicht zum Vorsteuerabzug berechtigenden Zweck bzw. ausserhalb ihrer unternehmerischen Täti gkeit verwenden (zweite Frage) , eine verhält - nismässige Vorsteuerabzugskürzung bzw. nach neuer Terminologie eine Vorsteuerkorrektur vor (vgl. Art. 41 aMWSTG und Art. 30 MWSTG). Art. 28 Abs. 1 bzw. Art. 30 Abs. 1 MWSTG sehen folglich auch für das neue Recht ausdrücklich vor, es sei für die steuerpflichtigen Personen (erste Frage) eine Verwendung von Eingangsleistungen ausserhalb ihrer unternehmerischen Tätigkeit grundsätzlich möglich, welche nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt (zweite Frage). 4. 4.1 Im vorliegenden Fall ist strittig, ob der Beschwerdeführer im Zeitraum vom 2. Quartal 2008 bis und mit 1. Quartal 2010 subjektiv mehrwertsteu- erpflichtig war. Namentlich stellt die ESTV in Abrede, dass er gewerblich oder beruflich tätig gewesen sei. Im Recht liegen Sponsoringverträge so- wie Rechnungen an diverse Firmen. Konkret hat der Beschwerdeführer in A-3149/2012 Seite 11 der fraglichen Zeit folgende Rechnungen ausgestellt und folgende Mehr- wertsteuern fakturiert: Die Aufstellung zeigt, dass der Beschwerdeführer nicht nur gelegentlich tätig wurde, sondern wiederholt und damit nachhaltig bzw. unternehme - risch tätig war. Er erbrachte im Wesentlichen entgeltliche Werbeleistun- gen (Platzierung des Logos des Sponsors auf dem Segel, auf der Schwimmweste oder auf der Website etc.) , veröffentlichte in ganz geri n- gem Umfang auch Bi lder, wofür er entschädigt worden ist . Sein Enga - gement war überdies mehrjährig (2008 bis 2010) , planmässig und auf Wiederholung angelegt. E r hat gegenüber mehre ren Sponsoren (belegt sind Verträge mit und Zahlungen von C._______ AG Schweiz, B._______ AG, E._______ AG und F._______ AG) gleichartige Handlungen (Werbe- leistungen) vorgenommen, sich am Markt beteiligt und dies selb stständig und in eigenem Namen. An seiner subjektiven Mehrwertsteuerpflicht kann in Würdigung der gesamten Umstände kein Zweifel bestehen. 4.2 Die ESTV indes vermag im Plan des Beschwerdeführers, als erster Schweizer mit einem Zweimastsegelschiff die Antarktis zu umsegeln, ins- besondere deshalb keine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit zu erken- nen, weil gemäss dessen eigenen Aussagen mit der Expedition ein Traum erfüllt und sein e Belastbarkeit getestet werden sollte . Es handle sich um ein rein der Privatsphäre zuzuordnendes Projekt, dessen Durc h- führung aus persönlichen Gründen und Interessen erfolgt sei. Der Zweck habe dabei nicht in der Erzielung von Einnahmen bestanden. Entgegen der Ansicht der ESTV kann und darf es zur Klärung der subjektiven Mehrwertsteuerpflicht des Beschwerdeführers nicht darauf ankommen , ob er die Tätigkeit auch zur Erfüllung eines Traums, allenfalls auch aus Leidenschaft, Abenteuerlust, zum Zeitvertreib oder aus dergleichen inne- ren Gründen wahrgenommen hat . Die Besteuerung des Konsums des Endverbrauchers kann und darf nicht davon abhängen, aus welcher sub- Datum Rechnungsempfänger Gegenstand Betrag exkl. MWST MWST 15.04.2008 … Sponsoring Fr. 15'463.15 Fr. 1'175.20 10.06.2008 … Sponsoring Fr. 40'000.00 Fr. 3'040.00 18.09.2008 … Sponsoring Fr. 8'000.00 Fr. 608.00 26.09.2008 … Aufkleber Fr. 987.85 Fr. 75.10 29.09.2008 … Aufkleber Fr. 987.85 Fr. 75.10 01.10.2008 … Inmarsat Fr. 7'253.30 Fr. 551.25 28.10.2008 … Aufkleber Fr. 791.30 Fr. 60.15 28.10.2008 … Sponsoring Fr. 10'000.00 Fr. 760.00 18.11.2008 … Inmarsat Fr. 2'000.00 Fr. 152.00 11.01.2009 … Sponsoring Fr. 10'000.00 Fr. 760.00 07.04.2009 … Sponsoring Fr. 60'000.00 Fr. 4'560.00 06.02.2010 … Bilder Fr. 105.00 Fr. 8.00 Total Fr. 155'588.45 Fr. 11'824.72 A-3149/2012 Seite 12 jektiven Vorstellung der Leistungserbringer tätig wurde (oben E. 2.5.4). Es genügt vorliegend, dass die Tätigkeit des Beschwerdeführers objektiv be- trachtet darauf ausgerichtet war, Einnahmen zu erziel en (oben E. 2.5.5); solche Einnahmen hat er – wie gezeigt – überdies während der gesamten im Streit liegenden Zeit realisiert. Selbst wenn unter dem Titel der Ge- werblichkeit verlangt würde , dass die fragliche Tätigkeit auf Dau er einen Überschuss ab zuwerfen geeignet sei (oben E. 2.5.5), wäre dies vorli e- gend erfüllt: Der Beschwerdeführer macht geltend und weist anhand ver- schiedener Beispiele nach, dass die Tätigkeit als Extremsportler durchaus ein nachhaltiges Geschäftsmodell sein kann. Nicht entscheidend ist bei alledem, dass im vorliegenden Fall offensicht- lich ein Vorsteuerüberhang "droht". Dieser wird möglich , weil das Zwe i- mastsegelschiff «X._______» ins Ausland verkauft werden soll te bzw. verkauft wurde und – dem Bestimmungslandprinzip folgend – ein ent- sprechender Umsatz einer dortigen und nicht der schweizerischen Meh r- wertsteuer unterläge. All dies darf jedoch kein Grund sein, dem B e- schwerdeführer die Gewerblichkeit seines Tuns ex post abzusprechen. 4.3 Die ESTV bestreitet im Übrigen nicht, dass entgeltliche Leistungen (Steuerobjekte), insbesondere Werbeleistungen, erbracht wur den. Sie führt aber aus, dass verschiedene «im Hintergrund stehende Sponsoren» das Projekt mit «Geld - oder Sachspenden» unter stützt hätten, dass das von den Sponsoren erhaltene Geld lediglich «Mittel zum Zweck» war, um das private Vorhaben «Segeltörn um den Polarkreis» zu finanzieren, und dass dies nicht zu einer gewerbsmässigen Tätigkeit führe. Dabei verkennt die ESTV zum e inen den im Mehrwertsteuerrecht fundamen talen Unter- schied zwischen Sponsoring (Leistungsaustausch) und Spen den (Nicht- umsatz); sie kann nicht den Leistungsaustausch bejahen und dafür sogar Mehrwertsteuer nachfordern und gleichzeitig ins Feld führen, es handle sich dabei um Spenden. Zum anderen macht sie diese Aussage nicht in Zusammenhang mit der Frage nach dem Vorliegen von steuerbaren Leis- tungen, sondern mit der Frage nach der Ge werblichkeit der Tätigkeit und damit nach dem Mehrwertsteuersubjekt, die, wie gezeigt und entgegen der Ansicht der ESTV, vorliegend zu bejahen ist. 4.4 Schliesslich erwähnte die ESTV in ihrem Einspracheentscheid «der guten Ordnung halber» , der Beschwerdeführer könne selbst dann, wenn ihm die subjektive Steuerpflicht zuerkannt würde, nur jene Vorsteuern ab- ziehen, die «direkt mit den Sponsorengeldern in Zu sammenhang» stün- den, nicht jedoch solche, die beispiels weise mit der Instand stellung des A-3149/2012 Seite 13 Segelschiffs zusammenhingen. Da die ESTV bei Verneinung der subjekti- ven Steuerpflicht des Beschwerdeführers keinen Anlass sah, über die konkreten Vorsteuerbeträge einzeln und substanziert zu befinden mit ent- sprechendem Niederschlag im Dispositiv des angefochtenen Einsprache- entscheids, kann die Frage nach dem Umfang einer allfälligen Vorsteue r- abzugsberechtigung des Beschwerdeführers nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden. Soweit der Beschwerdeführer einen En t- scheid auch über seine konkrete Vorsteuerabzugsberechtigung anb e- gehrt (vgl. Antrag Ziff. 2 in fine), ist folglich auf d ie Beschwerde nicht ei n- zutreten; die Vorinstanz hätte vorerst darüber zu befinden. Dennoch ist in Anbetracht der diesbezüglich offensicht lichen Differenzen der Parteien und der gegebenen Streitnähe sowie der Aktenlage am Rande anzume r- ken was fo lgt: Aktenkundig erscheinen verschiedene Vorsteuerbelege , wobei quantitativ der Haupt anteil in Leistungen (Planung, Fertigstellung von Um- und Ausbau des Schiffes sowie dessen Zulassung) der Firma D._______ AG mit einer darauf entfallenden Vorsteuer von Fr. 28'120.-- besteht. Es wird von der ESTV weder dargelegt noch erscheint ersicht- lich, inwiefern die se Eingangsleistungen nicht mit der Seglertätigkei t des Beschwerdeführers und damit mit seinen Werbeleistungen in rechtlich ge- nügendem Zusammenhang st ehen bzw. weshalb sie nicht seiner unter - nehmerischen Tätigkeit zuzuordnen sein sollen (oben E. 3). Insbesondere erscheint nicht erkennbar, wie der Beschwerdeführer seine Werbeleistung anders als mit einem (funktionstüchtigen) Segelschiff hätte erbringen können. Der mehrwertsteuerbelastete Kauf einer Digitalkamera (Ei n- gangsleistung) und die Veröffentlichung von Bildern scheinen schliesslich sogar in ei nem di rekten Zusammenhang zu stehen . Die durch den B e- schwerdeführer mehrwertsteuerbelastet bezogenen Leistungen scheinen der Erzielung von steuerbaren Ausgangsumsätzen gedient zu haben bzw. seiner unternehmerischen Tätigkeit zuzuordnen gewesen zu sein. 5. Demnach ist die Beschwerde – soweit auf sie einzutreten ist – gutzuheissen. Der Einspracheentscheid der ESTV vom 11. Mai 2012 ist aufzuheben, und es ist festzustellen, dass dem Beschwerdeführer die Mehrwertsteuersubjektivität ab dem Zeitpunkt der ursprüngli chen Eintra- gung (15. April 2008) zukommt. Ausgangsgemäss sind dem obsiegenden Beschwerdeführer und der u n- terliegenden Vorinstanz keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 VwVG). Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. Die Vorinstanz hat dem obsie-A-3149/2012 Seite 14 genden Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszu richten (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG). Sie wird praxisgemäss auf gesamthaft Fr. 3'300.-- (MWST inbegriffen) festgesetzt. (Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite) A-3149/2012 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Der Einspracheentscheid der ESTV vom 11. Mai 2012 wird aufgehoben. Es wird festgeste llt, dass die Mehrwertsteuersubjektivität des Beschwe r- deführers ab dem Zeitpunkt der ursprünglichen Eintragung (15. April 2008) zu Recht besteht. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der vom Beschwerdeführer einbezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'200. -- wird ihm z u- rückerstattet. 4. Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteien t- schädigung in der Höhe von Fr. 3'300.-- zu bezahlen. 5. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Daniel Riedo Marc Winiger Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift A-3149/2012 Seite 16 ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: