Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. September 2016 (715 16 91 / 242) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Aufgrund des rechtsgenüglich nachgewiesenen Lohnflusses ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es sich bei der im Streit stehenden Tätigkeit um eine beitragspflichtige Beschäftigung handelte. Somit erfüllt der Beschwerdeführer die für einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung erforderliche Beitragszeit. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Markus Mattle, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin i.V. Isabella Schibli Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. Der 1969 geborene A.____ meldete sich am 2. Deze mber 2015 in seiner Wohnge- meinde zur Arbeitsvermittlung an und stellte am 1. Dezember 2015 Antrag auf Arbeitslosenent- schädigung ab dem 2. Dezember 2015. Mit Verfügung v om 16. Dezember 2015 lehnte die Öf- fentliche Arbeitslosenkasse Baselland die Anspruchs berechtigung ab dem 2. Dezember 2015 wegen Nichterfüllung der Beitragszeit ab. Die vom V ersicherten erhobene Einsprache wies die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einspracheinstanz des Kantonalen Amts für Industrie, Gewe rbe und Arbeit Baselland (KIGA), Abteilung Öffentliche Arbeitslosenkasse Basel-Landschaft, mit Entscheid vom 16. Februar 2016 ab. Begründend führte sie aus, dass das Arbeitsverhältnis zwischen dem Versicherten und der B.____ GmbH unbewiesen sei. Der Versicherte könne daru m während der Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 2. Dezember 2013 bis 1. Dezember 2015 lediglich während 11.293 Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung nachweisen. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten dur ch C.____, Beratungsfirma D.____, mit Eingabe vom 15. März 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Dar in beantragte er, es sei in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids festzustellen, dass er Anspruch auf Arbeitslosenent- schädigung habe. Zur Begründung wurde im Wesentlichen a usgeführt, dass das Arbeitsver- hältnis bei der B.____ GmbH aufgrund der eingereichte n Unterlagen als bewiesen gelte. Es sei somit nachgewiesen, dass der Versicherte die Beitragszeit erfülle und somit Anspruch auf Ar- beitslosenentschädigung habe. C. Mit Schreiben vom 16. März 2016 räumte das Kantonsge richt C.____ die Gelegenheit ein, sich bis zum 11. April 2016 zur Frage zu äussern, ob er befugt sei, den Beschwerdeführer vor dem Kantonsgericht zu vertreten. Er müsse innert F rist den Nachweis erbringen, dass er entweder im Anwaltsregister eingetragen sei oder dass d ie Vertretung nicht gegen Entgelt er- folge und deshalb als nicht berufsmässig im Sinne von § 3 des Anwaltsgesetzes Basel- Landschaft (AnwG) vom 25. Oktober 2001 zu qualifizieren ist. Ansonsten würde die Beschwer- de aus dem Recht gewiesen. Sein Mandant bekäme in d er Folge die Gelegenheit, innert einer festzusetzenden Frist entweder die Beschwerde selbstständig einzureichen oder aber sich durch eine Person, die zur Parteivertretung Dritter vo r den Gerichten des Kantons Basel- Landschaft befugt ist, vertreten zu lassen. D. Am 1. April 2016 reichte A.____ die Beschwerde in eigenem Namen ein. Darin verwies er auf die Ausführungen in der Beschwerde vom 15. März 2016. E. Mit Verfügung vom 8. April 2016 hielt das Kanton sgericht fest, dass zur Vermeidung eines überspitzten Formalismus und zwecks eines förderliche n Verfahrens ausnahmsweise davon abzusehen ist, die durch B.____ verfasste Beschwer deeingabe vom 15. März 2016 aus dem Recht zu weisen. F. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Juni 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab- weisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligat orische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Ju ni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungsrechts Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungs gericht erhoben werden. Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit den Art. 128 Abs. 1 und 119 Abs. 1 lit. a der Verord- nung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung un d die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 richtet sich die örtliche Zuständigk eit des kantonalen Versicherungsge- richts für die Beurteilung von Beschwerden gegen Einspra cheentscheide der Kassen, welche die Arbeitslosenentschädigung betreffen, nach dem Ort, wo die versicherte Person die Kontroll- pflicht erfüllt. Vorliegend hat der Beschwerdeführer d ie Kontrollpflicht im Kanton Basel- Landschaft erfüllt, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsge- richt als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerd en gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die − im Übrigen frist- und formgerecht erhobene − Beschwerde vom 15. März 2016 ist deshalb einzutreten. 2. Streitig ist, ob der Beschwerdeführer innerhalb de r massgebenden Rahmenfrist für die Beitragszeit gemäss Art. 9 Abs. 1 und 3 AVIG vom 2. Dezem ber 2013 bis 1. Dezember 2015 eine beitragspflichtige Beschäftigung von mindestens zwölf Monaten nachweisen kann. 3.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosenent schädigung (vgl. Art. 7 Abs. 2 lit. a AVIG), wenn sie unter anderem die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Bei- tragszeit befreit ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 13 und 14 AVIG). Nach Art. 13 Abs. 1 AVIG hat die Beitragszeit erfüllt, wer innerhalb der dafü r vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitrags- zeit von zwei Jahren (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während minde stens zwölf Monaten eine beitrags- pflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (vgl. AVIG-Praxis B143). 3.2 Art. 13 Abs. 1 AVIG setzt eine beitragspflichtige B eschäftigung voraus. Nach Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG ist für die Arbeitslosenversicherung beitragspflichtig, wer nach dem Bundes- gesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (A HVG) vom 20. Dezember 1946 obli- gatorisch versichert und für Einkommen aus unselbstständiger Tätigkeit beitragspflichtig ist, d.h. massgebenden Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 AHVG bezie ht (vgl. BGE 122 V 251 E. 2b mit Hinweisen). Die Beitragspflicht einer versicherten unsel bstständigen Person entsteht mit der Leistung der Arbeit. Beiträge sind indessen erst bei Re alisierung des Lohn- oder Entschädi- gungsanspruchs geschuldet (vgl. BGE 111 V 166 f. E. 4 a und b). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist im Rahmen des Art. 13 Abs. 1 AVIG de shalb vorausgesetzt, dass die versi- cherte Person effektiv eine beitragspflichtige Beschäfti gung ausgeübt und der Arbeitgeber für diese Beschäftigung tatsächlich auch einen Lohn entricht et hat (vgl. BGE 128 V 190 E. 3a/aa; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 28. Feb ruar 2003, C 127/02, E. 1). Mit dem Erfordernis des Nachweises effektiver Lohnzahlung solle n Missbräuche im Sinne fiktiver Lohnvereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehm er verhindert werden (vgl. Arbeits- recht und Arbeitslosenversicherung [ARV] 2001 Nr. 27 S. 228 E. 4c). Als Beweis für den tat- sächlichen Lohnfluss genügen Belege über entsprechende Za hlungen auf ein Post- oder Bank- konto, welches auf den Namen des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin lautet. Bei behaup- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht teter Barauszahlung sind hohe Anforderungen an den Nach weis des Lohnflusses zu stellen. Dazu geeignet sind einerseits Lohnquittungen oder durch die Steuerverwaltung mit Lohnaus- weis deklarierte Einkommen, andererseits durch ein Treuh andbüro geführte Geschäftsbücher sowie Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitenden – allenfa lls in Form von Zeugenaussagen –, jeweils in Verbindung mit einem entsprechenden individ uellen Kontoauszug der AHV (vgl. AVIG-Praxis B148). Höchstens Indizien für tatsächlich e Lohnzahlungen bilden Arbeitge- berbescheinigungen und vom Arbeitnehmer bzw. von der Arb eitnehmerin unterzeichnete Lohn- abrechnungen oder AHV-Lohnblätter sowie Steuererkläru ngen (vgl. BGE 133 V 447 E. 1.2 mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 28. Juli 2004, C 250/03, E. 2.1; ARV 2004 Nr. 10 S. 115 ff.; vgl. auch: BARBARA KUPFER BUCHER , Der Nachweis des Lohnflusses als Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, in: Schweizerische Zeitschrift für Sozialversicherung und berufliche Vorsorge [SZS] 2005, S. 138 f.). 3.3 In BGE 131 V 444 ff. hat das EVG präzisierend festg ehalten, die bisherige Rechtspre- chung sei nicht in dem Sinne zu verstehen, dass eine b eitragspflichtige Beschäftigung über- haupt nur dann zur Bildung von Beitragszeiten führe, wenn und soweit der Nachweis tatsächli- cher Lohnzahlungen erbracht ist. Unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach Art. 8 Abs.1 lit. e AVIG i.V.m. Art. 13 Abs. 1 AVIG sei die f aktische Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung während der geforderten Dauer die einzi ge Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (vgl. BGE 113 V 352 f.). Dem Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung komme deshalb nicht der Sinn einer selbstständigen Ansp ruchsvoraussetzung zu, wohl aber jener eines bedeutsamen und in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden Indizes für die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigu ng (BGE 131 V 444 E. 3.3). Das im Ge- setz zwar nicht ausdrücklich genannte, nach ständiger Recht sprechung aber massgebliche Er- fordernis der genügenden Überprüfbarkeit der beitrags pflichtigen Beschäftigung diene der Ver- hinderung von Missbräuchen (vgl. Urteil des Bundesgericht s vom 29. Dezember 2005, C 258/04, E. 3.2 mit Hinweis). Fehle es am Nachweis ei ner tatsächlich ausgeübten unselbst- ständigen Tätigkeit, sei das Anspruchserfordernis nach A rt. 8 Abs. 1 lit. e AVIG und Art. 13 AVIG nicht gegeben. Dies gelte auch dann, wenn als Lohn bezeichnete oder auf ein als solches bezeichnetes Lohnkonto erfolgte Zahlungen des Arbeitge bers bestehen würden. Dieser Um- stand bilde eben nur, aber immerhin, ein bedeutsames Indiz für eine beitragspflichtige Beschäf- tigung (vgl. BGE 131 V 451 E. 3.2.2). 4. Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen d ie vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Abklärung des Sachverhalts hat das Gericht gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren geltenden Untersuchun gsgrundsatz von Amtes wegen vorzunehmen. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von sich aus und ohne Bindung an die Parteibegehren für die richt ige und vollständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen (T HOMAS LOCHER /T HOMAS GÄCHTER , Grundriss des Sozialversiche- rungsrechts, 4. Auflage, Bern 2014, S. 537 f.). Eine E inschränkung erfährt der Untersuchungs- grundsatz durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 121 V 210 E. 6c). Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt ferner der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht die Be- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht weise frei und somit ohne Bindung an förmliche Beweisre geln sowie umfassend und pflichtge- mäss zu würdigen (R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS , Öffentliches Prozessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel 1996, S. 17 6 N 914 und S. 220 N 1138). Für das Beschwerdeverfahren hat dies zur Folge, dass das Sozia lversicherungsgericht alle Be- weismittel - unabhängig davon, von wem sie stammen - o bjektiv zu prüfen und danach zu ent- scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlä ssige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Weiter dürfen die Verwaltun g als verfügende Instanz beziehungs- weise im Beschwerdefall das Gericht eine Tatsache nur da nn als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherun gsrecht ist der Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei sgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Vielmehr ist jener Sachverha ltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste zu würdigen ist (BGE 115 V 142 E. 8b). 5.1 Bei der Beitragszeitbemessung berücksichtigte die Beschw erdegegnerin die Arbeits- verhältnisse des Beschwerdeführers mit der E.____ AG und mit der F.____ GmbH. Daraus be- rechnete sie eine Beitragszeit von 11.293 Monaten, welche vorliegend nicht bestritten wird. Un- einigkeit zwischen den Parteien besteht hingegen hinsich tlich des Arbeitsverhältnisses zwi- schen dem Beschwerdeführer und der B.____ GmbH. Zu prü fen ist, ob die Beschwerdegegne- rin die Tätigkeit des Beschwerdeführers bei der B.____ GmbH zu Recht nicht an die Beitrags- zeit gemäss Art. 13 Abs. 1 AVIG angerechnet hat. 5.2 Es ist zunächst festzuhalten, dass der Beschwerdeführer als Nachweis für seine Ar- beitstätigkeit bei der B.____ GmbH erstmals im Verfahre n vor dem Kantonsgericht seine Bank- kontoauszüge und seine Steuererklärung einreichte. Diese Unterlagen lagen im vorinstanzli- chen Verfahren nicht vor. Im Rahmen ihrer Vernehmlassu ng nahm die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der neuen Beweise Stellung, wobei sie an ihrer Entscheidung festhielt. Da das Kan- tonsgericht in Sozialversicherungssachen – wie vorstehend in Erwägung 4 dargelegt – die voll- ständige Überprüfungsbefugnis besitzt, sind im vorliegen den Fall sämtliche Beweise zu würdi- gen. Somit sind bei der Überprüfung, ob es sich beim Arbeitsverhältnis zwischen dem Be- schwerdeführer und der B.____ GmbH um eine effektiv ausgeübte Beschäftigung handelt, auch die erst vor Kantonsgericht eingereichten Unterlagen zu berücksichtigen. 5.3 Der Beschwerdeführer stellte sich im Wesentlichen au f den Standpunkt, die von ihm eingereichten Lohnabrechnungen für die Monate Februa r 2014 – April 2014 und Oktober 2014 – November 2014, die Bankkontoauszüge sowie die Tatsache, dass er den Lohn in seiner Steuererklärung deklariert habe, würden nachweisen, dass er bei der B.____ GmbH gearbeitet habe. Er habe somit die Beitragszeit gemäss Art. 13 AVIG erfüllt und folglich bestehe ein An- spruch auf Arbeitslosenentschädigung. Demgegenüber liess d ie Beschwerdegegnerin die Tä- tigkeit des Beschwerdeführers bei der B.____ GmbH bei de r Berechnung der Beitragszeit voll- ständig unberücksichtigt. Zur Begründung machte sie im We sentlichen geltend, dass die vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen keine tatsäch liche Tätigkeit bei der B.____ GmbH belegen würden. Nach wie vor seien weder ein entspreche nder Arbeitsvertrag noch ein Kündi- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gungsschreiben noch eine Arbeitgeberbescheinigung vorhanden, welche zwingend nötig seien, um die Anspruchsberechtigung abzuklären. Auch die erst vor dem Kantonsgericht eingereichten Bankkontoauszüge und die Steuererklärung würden nichts an dieser Sichtweise ändern. Über- dies sei aus dem Auszug aus dem individuellen Konto der SV A Basellandschaft vom 27. Juli 2015 zu entnehmen, dass kein Einkommen aus der Tätigkeit der B.____ GmbH deklariert wor- den sei. Zudem sei der Beschwerdeführer nie bei der z uständigen Pensionskasse versichert gewesen und folglich sei die ehemalige Arbeitgeberin am 20. März 2015 rückwirkend per 1. September 2012 zwangsweise angeschlossen worden. Auch mit der Stiftung G.____ habe die B.____ GmbH nicht abgerechnet. Insgesamt stehe letztendlich fest, dass ein Arbeitsverhält- nis zwischen dem Beschwerdeführer und der B.____ GmbH unbewiesen sei. 5.4 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt dem Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung nicht der Sinn einer selbstständigen Ansp ruchsvoraussetzung zu. Das Vorhan- densein eines Kontoauszuges, worauf entsprechende Lohnzah lungen des Arbeitgebers ver- zeichnet sind, beweist somit, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht, alleine noch keine beitragspflichtige Beschäftigung. Jedoch kann der Nachweis eines Lohnflusses wohl aber ein bedeutsames und in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebendes Indiz für die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung darst ellen, da durch dessen Nachweis die effektive Beschäftigung überprüft werden kann und dami t Missbräuche verhindert werden kön- nen (vgl. E. 3.3 hiervor). Aus den vor Kantonsgericht ei ngereichten Bankkontoauszügen ist er- sichtlich, dass zwischen März und Dezember 2014 mehrere Zahl ungseingänge der B.____ GmbH auf das auf den Beschwerdeführer lautende Bankkonto Eingang fanden. Es ist festzu- stellen, dass diese Einzahlungen mit den Lohnabrechnungen, die der Beschwerdeführer bereits im Zeitpunkt der Anspruchsabklärung eingereicht hatte, übereinstimmen. Selbst wenn der vom 7. März 2016 datierte Kontoauszug erst im Hinblick auf d as Verfahren vor Kantonsgericht vom Beschwerdeführer bestellt wurde, ist aus dem Auszug ersi chtlich, dass der monatliche Lohn jeweils regelmässig innerhalb der ersten fünf Tage des Folgemonats, d.h. unter anderem am 4. März 2014, 2. April 2014, 5. Mai 2014, 5. Novembe r 2014 sowie 4. Dezember 2014 und so- mit im Zeitpunkt der geleisteten Arbeit im Namen der B.____ GmbH ausbezahlt wurde. Folglich wurde rechtsgenüglich nachgewiesen, dass zwischen dem Be schwerdeführer und der B.____ GmbH tatsächlich ein Lohn geflossen ist. Es liegen zudem keine Hinweise vor, die auf eine missbräuchliche Einzahlung deuten würden. Dieser Lohnfluss stellt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein bedeutsames und ausschlaggebendes Ind iz für die Annahme eines Ar- beitsverhältnisses zwischen dem Beschwerdeführer und der B.____ GmbH dar. 5.5 Soweit sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpun kt stellt, dass das Vorliegen der fehlenden Unterlagen wie ein Arbeitsvertrag, eine Kün digung und eine Arbeitgeberbescheini- gung zwingend nötig sei, um eine tatsächliche Beschäfti gung bei der B.____ GmbH rechts- genüglich zu belegen, ist ihr entgegenzuhalten, dass diese Unterlagen lediglich Indizien für eine beitragspflichtige Beschäftigung darstellen (vgl. E. 3.2 hiervor). Selbst wenn diese Unterlagen eingereicht worden wären, wäre alleine darum der Na chweis einer beitragspflichtigen Beschäf- tigung nicht erbracht. Auch eine Steuererklärung stell t, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht feststellt, lediglich ein Indiz für eine beitragspflicht ige Beschäftigung dar (vgl. E. 3.2 hiervor). Zudem ist nicht entscheidend, ob die Arbeitgeberin die Sozialversicherungsbeiträge tatsächlich Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht an die Ausgleichskasse überwiesen hat (AVIG-Praxis ALE vom 1. Januar 2016, B145). Somit kann aus der Tatsache, dass der Lohn des Beschwerdeführer s nicht bei der Ausgleichskasse deklariert wurde und er auch nicht bei der zuständigen Vorsorgeeinrichtung versichert war, nicht auf ein fehlendes Arbeitsverhältnis zwischen ihm und der B.____ GmbH geschlossen werden. Da die ehemalige Arbeitgeberin ihre Pflicht zur Lohn deklaration und den Anschluss an eine Pensionskasse offenbar verletzt hat, hatte der Beschwerde führer überdies keine Möglichkeit entsprechende AHV-Lohnblätter einzureichen oder nachzuweisen, dass er einer Pensionskasse unterstellt war. Das Fehlen dieser Nachweise kann ihm so mit nicht entgegengehalten werden. Insgesamt ist somit festzuhalten, dass aus den durch die Be schwerdegegnerin geltend ge- machten Gründen nicht darauf geschlossen werden kann, dass es sich beim Arbeitsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und der B.____ GmbH nicht um eine effektive beitragspflichti- ge Beschäftigung im Sinne von Art. 13 Abs. 1 AVIG handelte. 5.6 Da der Lohnfluss ein bedeutsames und in kritischen Fäl len ein ausschlaggebendes Indiz für die Bejahung einer beitragspflichtigen Besch äftigung darstellt und dieser vorliegend rechtsgenüglich nachgewiesen wurde, ist somit mit überwie gender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es sich bei der Tätigkeit des Beschwerdefü hrers bei der B.____ GmbH um eine beitragspflichtige Beschäftigung im Sinne von Art . 13 Abs. 1 AVIG handelte. Die Zeiten, in denen der Beschwerdeführer bei der B.____ GmbH anges tellt war, sind folglich an die Bei- tragszeit gemäss Art. 13 Abs. 1 AVIG anzurechnen. 6. Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass der Beschw erdeführer unter Anrech- nung der Tätigkeit bei der B.____ GmbH, die erforder liche Beitragszeit damit in jedem Fall er- füllt hat. Indessen sind von der Beschwerdegegnerin die weiteren Anspruchsvoraussetzungen zu prüfen. Die Angelegenheit ist folglich in Aufhebung des angefochtenen Einspracheent- scheids zur Prüfung der weiteren Anspruchsvoraussetzungen und zum Erlass einer neuen Ver- fügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. 8. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bstständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid vom 16. Februar 2016 aufgehobe n und fest- gestellt wird, dass der Beschwerdeführer die Beitragszei t erfüllt. Die Angelegenheit wird zur Prüfung der übrigen Anspruchsvo raussetzun- gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwe rdegegne- rin zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht