B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3848/2012/mel U r t e i l v o m 2 4 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richterin Contessina Theis (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Daniele Cattaneo; Gerichtsschreiber Alfred Weber. Parteien A._______, geboren (…), Eritrea, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 5. Juli 2012 / N (…). D-3848/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer am 28. März 2012 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, dass er anlässlich der summarischen Befragung im Empfangs - und Ver- fahrenszentrum (EVZ) B._______ vom 23. April 2012 auf Vorhalt, ihm sei in Italien ein Permesso di Soggiorno im Jahre 2007 und 2008 ausgestellt worden, ausführte, die ga nze Zeit (2006 – 2012) in Italien gelebt zu h a- ben (A 15 S. 10), dass dem Beschwerdeführer in der gleichen Anhörung das rechtliche Ge- hör zu einem bevorstehenden Nichteintretensentscheid gewährt wurde, da aufgrund seiner Vorbringen Italien für die Durchführ ung seines Asyl - und Wegweisungsverfahrens als zuständig erachtet wurde, dass er vorbrachte, mangels Zukunftsperspektiven nicht dorthin zurüc k- kehren zu wollen und dass er von Freunden seiner vormaligen Freundin von der Existenz seines Sohnes in der Schweiz erfahren habe, den er finden und von dem er nicht getrennt leben wolle, dass seine jetzige Partnerin, C._______, schwanger sei, dass der Beschwerdeführer für die Dauer des Verfahrens dem Kanton D._______ zugewiesen wurde, dass das BFM am 2. Mai 2012 die italienischen Behörden um Rücküber- nahme des Beschwerdeführers ersuchte, dass die zuständige n italienischen Behörden zum Rückübernahmeersu- chen keine Stellung nahmen, dass das BFM mit Verfügung vom 5. Juli 2012 – eröffnet am 18. Ju li 2012 – gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf sein Asylgesuch nicht eintrat und die We g- weisung nach Italien sowie den Vollzug anordnete, dass es den Beschwerdeführer gleichzeitig aufforderte, die Schweiz spä - testens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, und fest - hielt, eine Beschwerde gegen diese Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, D-3848/2012 Seite 3 dass die Vorinstanz zur Begründung im Wesentlichen anführte, de m Be- schwerdeführer sei am 15. Juni 2007 eine bis zum 2. August 2010 gültige Aufenthaltsbewilligung für Italien ausgestellt worden, dass das BFM gestützt darauf die italienischen Behörden am 2. Mai 2012 um Übernahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 1 9 Abs. 4 der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Fe bruar 2003 (Dublin- II-VO) zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehör i- gen in ei nem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist, ersucht habe, dass Italien in nert festgelegter Frist zum Übernahmeersuchen des BFM keine Stellung genommen habe, womit gemäss Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Be - stimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mit - gliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin - Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]) sowie unter Anwe n- dung von Art. 18 Abs. 7 Dublin-II-VO die Zuständigkeit zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens am 3. Juli 2012 an Italien überge- gangen sei, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers im Rahmen des rechtlichen Gehörs die Zuständigkeit Italiens zur Durchführung des Asyl - und Weg- weisungsverfahrens nicht zu widerlegen vermöchten, dass er weder den Namen des Kindes nennen könne noch dessen Au f- enthaltsort kenne, womit er keinen Anspruch auf einen Aufenthalt in der Schweiz ableiten könne, dass keine Gründe vorliegen würden, welche die Schweiz zur Prüfung des Asylgesuchs in eigener Zuständigkeit veranlassen könnten, dass die aktuelle Lebenspartnerin über keinen Aufenthaltsstatus in der Schweiz verfüge, woraus der Beschwerdeführer selber einen Anspruch auf weiteren Verbleib in der Schweiz ableiten könne, dass die Überstellung nach Italien – vorbehältlich einer allfälligen Unter - brechung oder Verlängerung der Frist (Art. 19 f. Dublin -II-VO) – bis spä- testens am 3. Januar 2013 zu erfolgen habe, D-3848/2012 Seite 4 dass auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei, dass der Beschwerdeführer in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde , und deshalb das Non -Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat - oder Her - kunftsstaates nicht zu prüfen sei, dass ferner keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei- heiten (EMRK, SR 0.101) im Falle seiner Rückkehr nach Italien bestün - den, dass die Begründung des Beschwerdeführers im Rahmen der Gewä h- rung des rechtlichen Geh örs im EVZ am 2 3. April 2012 (mangels Z u- kunftsperspektiven in Italien nicht leben zu wollen ) kein Hindernis für den Vollzug der Wegweisung nach Italien darstelle, dass Italien die Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 (sogenannte Aufnahmerichtlinie) ohne Beanstandungen von Seiten der Europäischen Kommission umgesetzt habe und der Beschwerdeführer sich daher an die zuständige Behörde wenden könne, um die von ihm beanspruchten Bedürfnisse anzumelden, dass der Vollzug der Wegweisung nach Italien somit zulässig, zumutbar und möglich sei, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. Juli 2012 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei unter Kosten - und Entschädigungsfolge beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das BFM sei anzuweisen, sein Selbst ein- trittsrecht auszuüben und sich für die Behandlung des Asylgesuchs als zuständig zu erachten, dass in prozessualer Hinsicht darum ersucht wurde, es sei der Beschwer- de die aufschiebende Wirkung zu erteilen, es seien superprovisorische Massnahmen zu treffen (Vollzugsstopp), es sei die vollumfängliche unent- geltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahren s- gesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, dass auf die Begründung der Beschwerde – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, D-3848/2012 Seite 5 dass nach vorgängiger Aussetzung des Vollzugs der Wegweisung g e- stützt auf Art. 56 VwVG (25. Juli 2012) mit Instruktionsverfügung vom 17. August 2012 die aufschiebende Wirkung der Beschwerde gewährt wurde (Art. 107a AsylG), dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet wurde, dass zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wurde, der Beschwer- deführer sei zusammen mit seiner schwangeren Lebenspartnerin in die Schweiz eingereist, dass das BFM mit Verfügung vom 24. Mai 2012 auf das Asylgesuch der Lebenspartnerin im Rahmen eines Dublin -Verfahrens nicht eingetreten sei und die Wegweisung nach Italien sowie den Vollzug angeordnet habe, dass das Bundesverwaltungsgericht die gegen diesen Entscheid erhob e- ne Beschwerde mit Urteil vom 18. Juni 2012 (D-3131/2012) abgewiesen habe, dass das BFM mit Verfügung vom 25. Juni 2012 die Verfügung vom 24. Mai 2012 auf gehoben und die Wiederaufnahme und Durchführung des nationalen Asylverfahrens gemäss den gesetzlichen Vorschriften ver- fügt habe, da sich im Rahmen der Überstellung der Lebenspartnerin des Beschwerdeführers an die italienischen Behörden herausgestellt ha be, dass sie in Italien als Flüchtling anerkannt worden sei, was eine Rüc k- übernahme im Rahmen eines Dublin-Verfahrens nicht zulasse, dass die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG durch die eingereichte Fürsorgebestätigung vom 19. Juli 2012 b e- legt sei und die in der Beschwerde formulierten Begehren aufgrund einer summarischen Aktenprüfung auch nicht als aussichtslos erscheinen wür- den, dass das BFM in der Vernehmlassung vom 23. August 2012 an seiner Verfügung festhielt und die Abweisung der Beschwerde beantragte, dass hinsichtlich der Begründung im Einzelnen auf die Akten zu verwe i- sen ist, D-3848/2012 Seite 6 dass dem Beschwerdeführer mit Instruktionsverfügung vom 30. August 2012 das Replikrecht eingeräumt wurde, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 6. September 2012 um Fristerstreckung zur Einreichung der Replik und eines Vaterschaftstests ersuchte, dass mit Zwischenverfügung vom 10. September 2012 das entspreche n- de Gesuch um Fristerstreckung unter Hinweis auf Art. 32 Abs. 2 VwVG abgewiesen wurde, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide praxisgemäss auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vor - instanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass sich die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz somit da - rauf beschränkt, bei Begründethe it des Rechtsmittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die D-3848/2012 Seite 7 Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass auf Asylgesuche in der Regel unter anderem dann nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsver - traglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass die Einreise des Beschwerdeführers via Italien in die Schweiz u n- bestritten ist, dass die italienischen Behörden innert massgebender Frist das Ersuchen der Schweizer Behörden vom 2. Mai 2012 um Rückübernahme des B e- schwerdeführers unbeantwortet liessen, weshalb gemäss Art. 18 Abs. 7 Dublin-II-VO die Zuständigkeit Italiens für die Prüfung des a m 28. März 2012 in der Schweiz eingereichten Asylgesuchs zu bejahen ist, dass der Beschwerdeführer somit in den Drittstaat Italien ausreisen kann, welcher für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist, dass indessen in der Beschwerde geltend gemacht wird, es dränge sich im vorliegenden Fall insbesondere mit Blick auf Art. 15 Dublin -II-VO ein Selbsteintritt der Schweiz auf, dass ausgeführt wird, der Beschwerdeführer habe in Italien keine Z u- kunftsperspektive und habe dort unter menschenunwürdigen Bedingu n- gen leben müssen, wobei er kein Essen, keine Unterkunft und keine Hilfe erhalten habe, was gegen Art. 3 EMRK verstosse, dass die prekäre Situation für Asylsuchende in Italien durch den Bericht von Bethke/Bender zuhanden von Pro Asyl vom 28. Februar 2011 sowie den Bericht des Bundesdiakonieverbandes und Pro Asyl aus dem Jahr 2012 bestätigt werde, dass die Lebenspartnerin des Be schwerdeführers (gleiche N -Nummer) mit der er seit dem Jahr 2009 zusammenlebe, im vierten Monat schwa n- ger sei und das BFM mit Verfügung vom 25. Juni 2012 die Wiederau f- nahme ihres Asylverfahrens verfügt habe (vgl. Instruktionsverfügung vom 17. August 2012, S. 5 hiervor), D-3848/2012 Seite 8 dass diese familiäre Bindung berücksichtigt werden müsse, dass – wie das BFM in seiner Vernehmlassung vom 23. August 2012 ausgeführt hat – die vom Beschwerdeführer angerufene, in Art. 15 Dublin- II-VO statuierte, sogenannte Humanitäre Klause l indessen grundsätzlich nur dann zur Anwendung gelangt, wenn sich ein Asylbewerber in dem für die Prüfung zuständigen Staat aufhält, dass im vorliegenden Fall gestützt auf die einschlägigen Bestimmungen der Dublin-II-VO Italien der für die Prüfung des Asy lgesuchs zuständige Staat ist (vgl. die vorstehenden Ausführungen), dass sich der Beschwerdeführer zurzeit offensichtlich nicht in Italien, son- dern in der Schweiz aufhält, weshalb Art. 15 Dublin -II-VO nicht zur An - wendung gelangt, dass im Zusammenhang mit einem gestützt auf die Situation seiner L e- benspartnerin abgeleiteten Bleibe - respektive Aufenthaltsrecht des Be- schwerdeführers in der Schweiz unter anderem auf die zutreffenden Aus- führungen in der zuvor erwähnten Vernehmlassung zu verweisen ist, dass die Lebenspartnerin in Italien als Flüchtling anerkannt w orden ist und ihre Rückkehr dorthin nicht im Rahmen eines Dublin-Verfahrens son- dern im Rahmen der bilateralen Rückübernahme gestützt auf das Übe r- einkommen über den Übergang der Verantwortung für Flüchtlin ge zu e r- folgen hat, dass ein entsprechendes an Italien gerichtetes Ersuchen zur Zeit noch hängig ist, dass der aktuelle Aufenthalt der Lebenspartnerin in der Schweiz gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht das Erfordernis eines unb e- schränkten Aufenthaltsrechts aufweist, dass d ie Lebenspartnerin aufgrund des Flüchtlingsstatus in Italien über ein Aufenthaltsrecht verfügt und es ihr unbenommen bleibt, die Schweiz mit dem Beschwerdeführer auf freiwilliger Basis zu verlassen und nach Italien zurückzukehren, dass die Wegweisung des Beschwerdeführers nach Italien demnach kei- ne Verletzung von Art. 8 EMRK darstellt, welcher inhaltlich dieselben An-D-3848/2012 Seite 9 sprüche wie des Grundsatzes der Einheit der Familie von Art. 44 Abs. 1 AsylG begründet (vgl. EMARK 1994 Nr. 12 E. 4 S. 108 f.), dass der Vollständigkeit halber indes festzuhalten ist, dass das BFM dem familiären Bindungsaspekt im Rahmen der Überstellung nach Italien im Sinne einer Koordination der Wegweisungen des Beschwerdeführers und seiner Lebenspartnerin Rechnung zu tragen hat, dass bezüglich der geltend gemachten, prekären Lebensbedingungen in Italien vorab festzustellen ist, dass Italien Vertragspartei des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der EMRK und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedr i- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist, dass Italien ausserdem an die Aufnahmerichtlinie gebunden ist und de m- nach dafür besorgt sein muss, d en Asylsuchenden ein men schenwürdi- ges Leben zu ermöglichen, dass Asylsuchende in Italien bei der Unterkunft, der Arbeit und dem Zu - gang zur medizinischen Infrastruktur aufgrund der jüngsten Entwicklun - gen im nordafrikanischen Raum verbunden mit einem erhöhtem Zustrom von Asylsuchenden zwar gewissen Schwierigkeiten ausgesetzt sein kö n- nen, wobei sich bereits vorbestandene Kapazitätsprobleme in der jüng s- ten Zeit akzentuiert haben dürften, dass das Bundesverwaltungsgericht jedoch nach konstanter Praxis in den – im Vergleich zur Schweiz – erschwerten Aufenthaltsbedingungen ke i- nen Grund für eine grundsätzliche Nichtanwendung der einschlägigen Bestimmungen der Dublin -II-VO erkennt (vgl. Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts D -444/2011 vom 22. März 2011 E. 6.3, BVGE 2010/45 E. 7.3. – 7.7.), dass nach Kenntnis des Gerichts Dublin -Rückkehrende betreffend Unter- bringung von den italienischen Behörden eher bevorzugt behandelt we r- den und sich – neben den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche priva- te Hilfsorganisatio nen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtli n- gen annehmen, dass angesichts der Aktenlage keine Veranlassung besteht, vorliegend die Regelvermutung in Frage zu stellen, wonach sich Italien an die mass- gebenden völkerrechtlichen Bestimmungen, insbesondere an die ei n-D-3848/2012 Seite 10 schlägigen Normen der EMRK und der FoK sowie an das Rückschi e- bungsverbot hält (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.5. und 7.7.), dass es dem Beschwerdeführer im Übrigen möglich und zumutbar wäre, sich – allenfalls mit Hilfe von Rechtsberatungsstellen italien ischer Hilfsor- ganisationen oder eines Anwaltes – in Italien und subsidiär vor dem Euro- päischen Gerichtshof oder dem Europäischen Gerichtshof für Mensche n- rechte gegen eine allfällige Nichteinhaltung der erwähnten Mindeststa n- dards zu wehren, dass bei dieser Sachlage für die schweizerischen Asylbehörden keine Veranlassung besteht, in Abweichung von der festgestellten Zuständi g- keitsordnung vom Selbsteintritt gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin -II VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 des Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. Au- gust 1999 (AsylV 1; SR 142.311) Gebrauch zu machen, dass die weiteren Vorbringen in der Beschwerde an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermögen, weshalb darauf nicht mehr näher einzugehen ist, dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und, da d er Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts - oder Niederlassungsbewilligung ist, ebenfalls zu Recht in Anwendung von Art. 44 Abs. 1 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) nicht mehr zu pr ü- fen sind, da das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentscheides gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45, E. 10 S. 645), dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist, dass jedoch – wie bereits oben erwähnt – das BFM dem familiären Bi n- dungsaspekt des Beschwerdeführers im Rahmen der Überstellung nach Italien im Sinne einer Koordination mit dem Verfahren seiner Lebenspart- nerin Rechnung zu tragen hat, D-3848/2012 Seite 11 dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der un- entgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Instruk- tionsverfügung vom 17. August 2012 gutgeheissen wurde, weshalb auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten ist, dass das nach Absatz 2 der nämlichen gesetzlichen Bestimmung bisher unbehandelt gebliebene Gesuch hingegen abzuweisen ist, dass für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ausschlaggebend ist, ob die Partei zur Wahrung ihrer Rechte notwen - digerweise der professionellen juristischen Hilfe eines Anwaltes bedarf (vgl. dazu BGE 122 I 49 E. 2c S. 51 ff.; BGE 120 Ia 43 E. 2a S. 44 ff.), dass in Verfahren, welche – wie das vorliegende – vom Untersu - chungsgrundsatz beherrscht sind, strenge Massstäb e an die Gewäh - rung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung anzusetzen sind (vgl. EMARK 2000 Nr. 6 sowie BGE 122 I 8 E. 2c S. 10) und es im asyl - rechtlichen Beschwerdeverfahren im Wesentlichen um die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geht, dass zur wirksamen Beschwerdeführung besondere Rechtskenntnisse daher im Regelfall nicht unbedingt erforderlich sind, weshalb praxisge - mäss die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG nur in den besonderen Fällen gewährt wird, i n welchen in rechtlicher oder tatsächlicher Hinsicht erhöhte Schwierigkeiten be - stehen, was in casu zu verneinen ist. (Dispositiv nächste Seite) D-3848/2012 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wird abgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Contessina Theis Alfred Weber Versand: