<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00250</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105833&amp;W10_KEY=4467149&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00250</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.12.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Spitaltaxen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Haftung des Ehegatten für die Taxschuld des andern<br/><br/>Eine ungültige Ehe hat zivilrechtlich bis zum gerichtlichen Urteil die Wirkungen einer gültigen (E. 2b).<br/>§ 20 lit. a TaxO stellt auf die zivilrechtliche Wirkung der Ehe ab (E. 2c).<br/>Die behauptete Ungültigkeit steht somit der Haftung des Ehegatten nicht entgegen (E. 2d).<br/>Das Verwaltungsgericht prüft neben den Vorbringen der Parteien, ob andere klare Rechtsverletzungen vorliegen (E. 3a).<br/>Das Gesetz regelt den Kreis der Abgabepflichtigen nicht. Dies wäre aber notwendig, um die Pflicht über den Kreis der Leistungsbezüger hinaus zu erweitern. Die Genehmigung durch den Kantonsrat kann das formelle Gesetz nicht ersetzen. § 20 lit. a TaxO stellt somit keine genügende gesetzliche Grundlage dar (E. 3b).<br/>Eine Haftung des Beschwerdeführers nach Art. 166 ZGB scheitert schon daran, dass die Ehepartner zur fraglichen Zeit keinen gemeinsamen Wohnsitz mehr hatten (E. 4a).<br/>Zumindest fraglich ist auch, ob die Behandlung der Mitbeteiligten einem laufenden Bedürfnis der Familie entsprach (E. 4b).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLEGUNG">AUSLEGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHELICH">EHELICH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Abgaberecht ST: GEBÃHREN">GEBÃHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GENEHMIGUNG">GENEHMIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESETZLICHE GRUNDLAGE">GESETZLICHE GRUNDLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGALITÃTSPRINZIP">LEGALITÃTSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Allgemeines Verwaltungsrecht ST: PRINZIPIEN DER VERWALTUNGSTÃTIGKEIT">PRINZIPIEN DER VERWALTUNGSTÃTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SPITALTAXE">SPITALTAXE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNGÃLTIGERKLÃRUNG">UNGÃLTIGERKLÃRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNGÃLTIGKEIT">UNGÃLTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERORDNUNG">VERORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZIVILRECHT">ZIVILRECHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 42a aGesundheitsG</span><br/><span class="gerade">§ 83 lit. b aGesundheitsG</span><br/><span class="ungerade">§ 20 lit. a TaxO</span><br/><span class="gerade">Art. 104 ZGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 105 ZGB</span><br/><span class="gerade">Art. 166 ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. C wurde im Juni 1997 in der GynÃ¤kologi­schen Klinik des UniversitÃ¤tsspitals ZÃ¼­rich (USZ) stationÃ¤r behandelt. FÃ¼r diesen Spital­aufenthalt wurde ihr am 26. Juli 1997 der Betrag von Fr. 12'335.10 in Rechnung gestellt. Da keine Bezahlung erfolgte, wurde die Pa­tientin und danach ihr Ehemann, A, gemahnt und schliesslich betrieben. Gegen den Zah­lungsbefehl erhob A Rechtsvorschlag.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Verwaltung des USZ verpflichtete A durch VerfÃ¼gung am 4. Februar 2000, Fr. 12'335.10 nebst 7.5 % Zins seit dem 26. August 1997 sowie Fr. 250.- Verfahrenskosten zu bezahlen, und hob den Rechtsvorschlag auf.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. A erhob dagegen am 10. Februar 2000 Rekurs an die Ge­sund­heitsdirektion. Die­se wies das Rechtsmittel am 22. Juni 2000 ab, setzte aber den Be­ginn des Zinsenlaufs neu auf den 28. Januar 2000 fest. Die Direktion erwog, zur Zeit der fraglichen Spitalbe­hand­lung sei der Rekurrent mit der Patientin verheiratet gewesen. Eine bloss faktische Tren­nung oder die berechtigte Aufhebung des gemeinsamen Haushalts ver­mÃ¶ge die Haftung des Ehegatten nicht zu beseitigen. Als Mahnung an den Schuldner kÃ¶nne erst die Einlei­tung der Betreibung am 28. Januar 2000 angesehen werden, weshalb der Zin­senlauf an die­sem Tag beginne.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen den Entscheid der Gesundheitsdirektion erhob A am 17. Juli 2000 Be­schwerde an das Verwaltungsgericht. Er beantragt die Aufhebung der an­gefochtenen Ver­fÃ¼gung und die Feststellung, dass er weder den Betrag von Fr. 12'335.10 nebst Zins noch Verfahrenskosten schulde. Eventuell sei das Beschwerdeverfahren zu si­stieren, bis das Be­zirksgericht betreffend die UngÃ¼ltigkeit seiner Ehe entschieden habe; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegegners.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht setzte den Parteien und der Mitbeteiligten durch Beschluss vom 27. Oktober 2000 Frist an, um sich dazu zu Ã¤ussern, ob § 20 lit. a der Taxordnung der kantonalen KrankenhÃ¤user vom 1. April 1992 (TaxO) eine genÃ¼gende gesetzliche Grund­­lage fÃ¼r die strittige GebÃ¼hrenauflage darstelle und ob sich andernfalls die Haftung des Be­schwer­­defÃ¼hrers aus Art. 166 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) ergeben kÃ¶nnte. Der BeschwerdefÃ¼hrer liess am 6. November 2000 verlauten, eine gesetzliche Grund­lage fÃ¼r die fragliche VerfÃ¼gung bestehe nicht, Art. 166 ZGB kÃ¶nne insbesondere deshalb nicht angerufen werden, weil das Ehepaar im Jahr 1997 lÃ¤ngst nicht mehr zusam­mengelebt habe. Die Beschwerdegegnerin fÃ¼hrte in ihrer Vernehmlassung vom 20. No­vem­­ber 2000 aus, § 20 lit. a TaxO sei durch den Kantonsrat genehmigt worden, stelle eine ge­nÃ¼gende gesetzliche Grundlage dar und sei vorliegend anwendbar. Die Be­stimmung sei mit dem Zivilrecht vereinbar und widerspreche dem Bundesrecht auch sonst in keiner Hin­sicht. Die Mitbeteiligte verzichtete mit Schreiben vom 22. November 2000 auf eine Stel­lung­nah­me.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Der Entscheid der Gesundheitsdirektion ist nach § 19b Abs. 1 und § 41 des Ver­waltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht anfechtbar. Da auch die Ã¼brigen Voraussetzungen erfÃ¼llt sind, hat das Gericht auf das Rechtsmittel einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Gesundheitsdirektion verpflichtete den BeschwerdefÃ¼hrer zur Zahlung von Fr. 12'335.10 nebst 7,5 % Zins ab dem 28. Januar 2000 sowie von insgesamt Fr. 650.- Ver­fahrenskosten. Damit weist die Angelegenheit einen Streitwert von unter Fr. 20'000.- auf, weshalb nach § 38 Abs. 2 VRG der Einzelrichter Ã¼ber die Beschwerde zu befinden hÃ¤tte. We­gen der in E. 3b aufgeworfenen Frage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung ist der Fall je­doch der Kammer zur Entscheidung zu Ã¼berweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt eventualiter, das Verfahren bis zur rechtskrÃ¤fti­gen Erledigung seines EheungÃ¼ltigkeitsprozesses zu sistieren. Da es jedoch darauf nicht entscheidend ankommt, wie sich weisen wird (siehe E. 2), ist dieser Antrag abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Beschwerdegegner und Vorinstanz stÃ¼tzen die strittige Forderung auf § 20 lit. a der Taxordnung der kantonalen KrankenhÃ¤user vom 1. April 1992 (TaxO). Nach die­ser Bestimmung haften fÃ¼r Taxforderungen neben den Patienten solidarisch deren in recht­lich ungetrennter Ehe lebenden Gatten. Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt gegen seine Inan­spruch­­­­nahme vor, seine Ehe mit C sei wegen der vor­angehenden Heirat der Gattin un­gÃ¼l­tig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Wie der BeschwerdefÃ¼hrer selbst vorbringt, haben er und seine Gattin im April 1995 in W geheiratet. Da ein Prozess betreffend UngÃ¼ltigerklÃ¤rung am Bezirks­gericht hÃ¤n­gig ist, ist diese Ehe noch nicht aufgelÃ¶st.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach Art. 104 in Verbindung mit Art. 105 Ziff. 1 ZGB kann eine Ehe fÃ¼r ungÃ¼ltig erklÃ¤rt werden, wenn zur Zeit der Eheschliessung einer der Ehegatten bereits verheiratet war. Die UngÃ¼ltigkeit einer Ehe wird jedoch erst wirksam, nachdem das Gericht die Un­gÃ¼ltigerklÃ¤rung ausgesprochen hat. Bis dahin hat auch die nichtige Ehe die Wirkungen ei­ner gÃ¼ltigen (Art. 109 Abs. 1 ZGB; Cyril Hegnauer/Peter Breitschmid, Grundriss des Ehe­rechts, 4. A., Bern 2000, N. 7.09, 7.29 f.). Diese Rechtslage entspricht derjenigen vor der auf den 1. Januar 2000 in Kraft getretenen Revision des ZGB (Art. 120 Ziff. 1, Art. 132 aZGB). Zivilrechtlich ist deshalb davon auszugehen, dass die Ehe des BeschwerdefÃ¼hrers zur Zeit der Spitalbehandlung seiner Frau die Wirkungen einer gÃ¼ltigen Ehe entfaltete.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Zwar sind dem Zivilrecht entstammende Begriffe im Ã¶ffentlichen Recht nicht zwingend gleich auszulegen wie im Zivilrecht (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 241). Erst durch Auslegung der verwaltungsrechtlichen Norm ergibt sich, ob die zivilrechtskonforme Anwendung der ratio legis entspricht (Max Imboden/RenÃ© A. Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtspre­chung, 6. A., Basel/Frankfurt a. M. 1986, Nr. 25 B I). Vorliegend knÃ¼pft das Ã¶ffentliche Recht an den Bestand einer rechtlich ungetrennten Ehe an. § 20 lit. a TaxO bringt damit den entscheidenden Gesichtspunkt deutlich zum Ausdruck: Eine bloss faktische Entfrem­dung oder die Aufhebung der Lebensgemeinschaft der Eheleute vermag die solidarische Haftung des Gatten des behandelten Partners nicht zu beseitigen. Ausschlaggebend ist aus­schliesslich die rechtliche Situation.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Aufgrund der Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers selbst und der Ã¼brigen Akten ist davon auszugehen, dass seine Ehe mit C zur Zeit der Entstehung der strittigen For­de­rung und bis heute zivilrechtlich die Rechtswirkungen einer gÃ¼ltigen Ehe entfaltete. Diese Betrachtungsweise ist auch dem Entscheid Ã¼ber die vorlie­gende Streitsache zugrunde zu legen. Die vom BeschwerdefÃ¼hrer behauptete UngÃ¼ltigkeit der Ehe steht seiner solida­ri­schen Haftung fÃ¼r die Taxforderung gegen seine Gattin somit nicht entgegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer brachte in der Beschwerdeschrift im Weiteren nichts gegen Bestand und HÃ¶he der strittigen Taxforderung vor und beschrÃ¤nkte sich auch in sei­ner zweiten Eingabe auf den Beschluss vom 27. Oktober hin auf die pauschale Aussage, fÃ¼r die strittige Forderung gegen ihn bestehe keine gesetzliche Grundlage. Das Verwal­tungsgericht ist jedoch nicht darauf beschrÃ¤nkt, nur die gerÃ¼gten Rechtsverletzungen zu berÃ¼cksichtigen, sondern kann auch Ã¼berprÃ¼fen, ob neben den vorgebrachten MÃ¤ngeln klare Rechtsverletzungen vorliegen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 50 N. 4).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Es fragt sich, ob fÃ¼r die strittige Taxforderung eine genÃ¼gende gesetzliche Grund­­­lage besteht. Bei der fraglichen Abgabe handelt es sich um eine GebÃ¼hr fÃ¼r die Be­nutzung einer Ã¶ffentlichen Anstalt (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 2045 f.). Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung hat der Gesetzgeber wie bei den anderen Abgabearten zumindest den Kreis der Abgabepflichtigen, den Gegenstand der Abgabe sowie deren HÃ¶he in GrundzÃ¼­gen festzulegen (BGE 126 I 180 E. 2a bb; 125 I 173 E. 9; 123 I 254 E. 2a; 122 I 61 E. 2a; HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 2096 f.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vorliegend enthÃ¤lt das Gesundheitsgesetz vom 4. November 1962 (GesundheitsG) selbst keine Regelungen Ã¼ber den Kreis der Abgabepflichtigen sowie Gegenstand und HÃ¶he der Abgabe betreffend die Spitaltaxen, sondern verweist in den §§ 42a und 83 lit. b auf eine Verordnung des Regierungsrats, die durch den Kantonsrat zu genehmigen ist. Pro­blematisch ist dies vorliegend jedenfalls hinsichtlich des Kreises der Abgabepflichtigen: LÃ¤ge eine Taxforderung gegen die AnstaltsbenÃ¼tzerin selbst im Streit, so kÃ¤me diesem Um­­stand mÃ¶glicherweise nur geringe Bedeutung zu; fÃ¼r eine Ausdehnung der GebÃ¼hren­pflicht auf einen weiteren Kreis von Personen, die nicht selbst die staatliche Leistung be­zogen haben, ist hingegen grundsÃ¤tzlich eine Grundlage im formellen Gesetz zu verlangen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Es fragt sich, ob die Genehmigung durch den Kantonsrat (vgl. § 31 TaxO) einen aus­reichenden Ersatz fÃ¼r die fehlende Regelung im Gesetz selbst bietet, wie dies die Be­schwerdegegnerin offenbar annimmt (act. --).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Genehmigungspflicht von Verordnungen vermag wegen der fehlenden Mitwir­kung des Volks und der auf die gesamthafte Genehmigung oder Nichtgenehmigung be­schrÃ¤nkten Mitsprache des Kantonsrats (Georg MÃ¼ller, Elemente einer Rechtssetzungs­lehre, ZÃ¼rich 1999, Rz. 213; Hans Nef, Die Genehmigung von Verordnungen des Regie­rungsrates durch den Kantonsrat im Kanton ZÃ¼rich, ZBl 78/1977, S. 241 ff., 256 ff.) demo­kratische Legitimation nur in einem viel geringeren Mass zu vermitteln als das formelle Gesetz. Dem Referendum nicht unterstehende Erlasse der kantonalen Parlamente genÃ¼gen zudem nur dann dem Vorbehalt des formellen Gesetzes, wenn die Kantonsverfassung diese Form vorsieht (BGE 126 I 180 E. 2a; 124 I 216 E. 3a). Dies ist im Kanton ZÃ¼rich nicht der Fall (Art. 37 ff. der Kantonsverfassung vom 18. April 1869). Das Abweichen von der or­dentlichen Form der Rechtsetzung mÃ¼sste sich Ã¼berdies durch besondere UmstÃ¤nde recht­fertigen, etwa die fehlende Eignung des ordentlichen Rechtsetzungorgans zur Regelung ei­ner schwierigen, insbesondere technisch geprÃ¤gten Materie, oder durch ein grosses Flexi­bilitÃ¤ts­be­dÃ¼rfnis wegen hÃ¤ufiger Ãnderung der tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse (vgl. MÃ¼ller, Rz. 199 ff.). Solche GrÃ¼nde fÃ¼r eine untergesetzliche Regelung bestehen aber bezÃ¼glich der vorlie­gen­den Frage nicht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Vorbringen des Beschwerdegegners, § 20 lit. a TaxO knÃ¼pfe an die Unterhalts­pflicht der Ehegatten gemÃ¤ss Art. 163 ZGB an, fÃ¼hrt nicht dazu, dass eine Verordnungsbe­stimmung als genÃ¼gende gesetzliche Grundlage fÃ¼r die strittige Haftung des Ehegatten an­gesehen werden kann: Die Unterhaltspflicht betrifft das VerhÃ¤ltnis der Ehepartner unter­einander und stellt deshalb keinen geeigneten Vergleichsmassstab dar fÃ¼r die Regelung der Haftpflicht der Gatten gegenÃ¼ber Dritten. Es drÃ¤ngt sich vielmehr ein Vergleich von § 20 lit. a TaxO mit Art. 166 ZGB auf, der ebenfalls die Haftung gegenÃ¼ber Aussenstehenden ordnet. Soweit sich der Anwendungsbereich der beiden Normen deckt, hat die Nichtan­wend­barkeit der ersten Bestimmung keine praktischen Auswirkungen (vgl. E. 4 1. Ab­schnitt). Will der Kanton hingegen die Ã¶ffentlichrechtliche Haftung der Ehegatten weiter fassen, wie dies i.c. der Fall ist (vgl. E. 4a und b), so genÃ¼gt dafÃ¼r eine Verordnung nicht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>§ 20 lit. a TaxO stellt somit keine genÃ¼gende gesetzliche Grundlage dar fÃ¼r die Haftung des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r Spitalkosten seiner Ehefrau.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Eine Haftung des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r die Spitalkosten seiner Ehefrau kÃ¶nnte sich jedoch aus Art. 166 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 3 ZGB ergeben. Die Tatsache, dass es sich bei der Ansprecherin und Beschwerdegegnerin um eine juristische Person des Ã¶ffentlichen Rechts handelt, steht dem nicht entgegen (BGE 119 V 16 E. 2c, d m.H.). Eine Haftung nach Abs. 2 (in Verbindung mit Abs. 3) derselben Bestimmung fÃ¤llt ausser Be­tracht, da keine der in Ziff. 1 und 2 dieser Norm genannten Voraussetzungen erfÃ¼llt ist. Die Haftung des Ehegatten nach Abs. 1 ist insbesondere von zwei Voraussetzungen abhÃ¤ngig:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Ein Ehegatte kann den andern nur wÃ¤hrend ihres Zusammenlebens mitverpflich­ten. Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt vor, er habe wÃ¤hrend des ganzen Jahrs 1997 bereits ge­trennt von seiner Gattin gelebt. Das gehe unter anderem daraus hervor, dass deren Vertreter im Zusammenhang mit dem Verfahren um UngÃ¼ltigerklÃ¤rung der Ehe gestÃ¼tzt auf eine Ver­­einbarung vom 16. September 1996 UnterhaltsbeitrÃ¤ge von ihm verlangt habe. Die Be­schwerdegegnerin hat sich zur Frage der Haftbarkeit des BeschwerdefÃ¼hrers nach Art. 166 ZGB nicht geÃ¤ussert.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da auch die auf entsprechende Fristansetzung hin eingereichten Rechtsschriften der Parteien darÃ¼ber keine definitive Klarheit gebracht haben, ist aus aktenkundigen Indizien darauf zu schliessen, ob BeschwerdefÃ¼hrer und Mitbeteiligte zur Zeit der streitbetroffenen Spitalbehandlung noch einen gemeinsamen Haushalt fÃ¼hrten: Zwar hatte die Mitbeteiligte offenbar seit dem 1. April 1996 ununterbrochen Wohnsitz in der Gemeinde X (act. --) und erscheint als Adresse des BeschwerdefÃ¼hrers stets "</span> K-str. XX, in X" (act. --). Die Adres­sen der Rechnungen an die Mit­beteiligte vom 20. April 1996 und vom 26. Juli 1997 (act. --) deuten jedoch auf ein Getrenntleben der Ehegatten zu diesen Zeitpunkten. Mit letzterer stimmt diejenige des Kos­­tengutspracheentscheids der Kranken­kasse vom 16. Juli 1997 (act. --) Ã¼berein. Ins Gewicht fÃ¤llt insbesondere die kurz nach der Spitalbehandlung ausge­stellte zweite Rech­nung. Dass der Vertreter der Mitbeteiligten sich in einem Schreiben an den Beschwerde­fÃ¼hrer vom 4. Mai 2000 (act. --) auf eine angeb­liche Vereinbarung betref­fend Unterhalts­betrÃ¤ge vom 16. September 1996 bezieht, ist eben­falls ein â mangels akten­kundigen Belegs fÃ¼r das tatsÃ¤chliche Bestehen dieser Verein­barung allerdings schwacher â Hinweis auf ein Getrenntleben. DemgegenÃ¼ber liegen keine Indizien dafÃ¼r vor, dass Be­schwerdefÃ¼hrer und Mitbeteiligte im Juni 1997 nicht nur in der­selben Gemeinde, sondern auch an der selben Ad­resse gewohnt haben. Es ist deshalb da­von auszugehen, dass die Ehe­leute in diesem Zeitraum getrennt lebten. Zu beweisen wÃ¤ren ohnehin primÃ¤r die an­spruch­be­grÃ¼ndenden und nicht die anspruchshemmenden Tatsachen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 5). Bereits die erste Voraussetzung fÃ¼r eine Haftung des Be­schwerdefÃ¼hrers nach Art. 166 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 3 ZGB ist somit nicht erfÃ¼llt.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) HÃ¶chst fraglich ist Ã¼berdies, ob die Spitalbehandlung der Mitbeteiligten einem laufenden BedÃ¼rfnis der Familie entsprach. Die Lehre legt diesen Begriff Ã¼berwiegend re­striktiv aus: Er umfasse "die GeschÃ¤fte des notwendigen und Ã¼blichen tÃ¤glichen Unterhalts der Familie" (Hegnauer/Breitschmid, N. 18.07) bzw. den "Kreis alltÃ¤glicher Bedarfs-<br/> dec­kung" (Franz HasenbÃ¶hler in ZÃ¼rcher Kommentar, ZÃ¼rich 1993, Art. 166 N. 37). Der Massstab bestimme sich "nach den finanziellen VerhÃ¤ltnissen, der vereinbarten bzw. an­gemessenen Lebenshaltung und nach der beruflichen und gesellschaftlichen Stellung der Ehegatten, ..." (Heinz Hausheer/Ruth Reusser/Thomas Geiser in Berner Kommentar, Bern 1999, Art. 166 N. 37). Auch die Auffassungen mit Bezug auf Gesundheitskosten sind relativ streng und weichen nur auf den ersten Blick erheblich voneinander ab: Nach der ei­nen gehÃ¶ren "die Kosten fÃ¼r gelÃ¤ufige Krankheiten, zahnÃ¤rztliche Behandlungen, medi­zi­ni­sche Kontrollen, Operationen, mit denen jeder rechnen muss und die Folgen von Un­fÃ¤llen bei AusÃ¼bung einer Sportart, der sich die ganze Familie widmet" zu den Ausgaben fÃ¼r den gemeinsamen Haushalt (HasenbÃ¶hler, Art. 166 N. 39 S. 271). Andere Autoren wol­len dazu "die Kosten einer den VerhÃ¤ltnissen der Familie angemessenen Krankenversi­che­rung und der gewÃ¶hnlichen Franchisen sowie Selbstbehalte" rechnen, da die obligatori­sche Kran­ken­versicherung eine ausreichende Grundversorgung gewÃ¤hrleistet und darÃ¼ber hinaus gehen­de BedÃ¼rfnisse in einem angemessenen Rahmen durch Zusatzversicherungen abgedeckt wer­den kÃ¶nnen (Hausheer/Reusser/Geiser, Art. 166 N. 40 S. 300). Diese zweite Auffas­sung Ã¼berzeugt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vorliegend wurden die strittigen Behandlungskosten von der Krankenversicherung nur teilweise Ã¼bernommen (act. --). Obwohl der Grund dafÃ¼r hauptsÃ¤chlich da­rin zu liegen scheint, dass die Mitbeteiligte ein Spital ausserhalb ihres Wohnkantons auf­suchte, kann nicht zu Lasten des erst spÃ¤ter in die Angelegenheit involvierten Be­schwer­de­fÃ¼hrers davon ausgegangen werden, der Spitalaufenthalt habe sich im Rahmen angemes­se­ner und Ã¼bli­cher Behandlung (vgl. RB 1988 Nr. 93) gehalten. Aus diesem Grund ist die Spi­talbehand­lung der Mitbeteiligten nicht als Deckung eines laufenden Be­dÃ¼rfnisses zu be­trachten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung des UniversitÃ¤tsspitals ZÃ¼rich vom 4. Februar 2000 und diejenige der Gesundheitsdirektion vom 22. Juni 2000 werden auf­gehoben.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>