<h2>SubmittedText<h2><p>In Belgien plant das Studienzentrum für Kernenergie den Bau einer Anlage zur sogenannten Transmutation von Atommüll. Forschungsziele sind die mengenmässige Reduktion der radioaktiven Abfälle um den Faktor 100 und die Verkürzung der Strahlungsdauer der Abfälle um den Faktor 1000!</p><p>- Ist die Schweiz mit irgendeiner Institution (ETH, PSI u. a.) oder mit Geld an diesem Projekt beteiligt?</p><p>- Handelt es sich dabei nach seiner Ansicht um moderne Alchimie oder um ernstzunehmende Forschung, die unsere Unterstützung verdient?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Paul-Scherrer-Institut (PSI) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage der Neutronenforschung und der Verminderung von radioaktiven Abfällen durch Transmutation. So war das PSI in den Jahren 1999 bis 2007 Host Country für das EU-Projekt Megapie (Megawatt Pilot Target Experiment), welches die technische Machbarkeit der Transmutation im Labor gezeigt hat. Das Studienzentrum für Kernenergie (SCKCEN) in Mol, Belgien, beteiligte sich ebenfalls am EU-Projekt Megapie. Wir gehen davon aus, dass der Fragesteller sich auf das Projekt Myrrha bezieht. Das belgische Projekt Myrrha, welches bis zum Jahr 2023 in Mol aufgebaut wird, ist dem PSI bestens bekannt. Das PSI unterstützt das Projekt aber nicht finanziell.</p><p>Bis heute kann jedoch nicht gesagt werden, ob die Technologie der Transmutation funktionieren wird und sinnvoll eingesetzt werden kann (Kosten-Nutzen-Verhältnis). Auch wenn es gelingen sollte, die Menge und die Strahlungsdauer zu reduzieren, werden jedoch weiterhin radioaktive Abfälle übrig bleiben und geologische Tiefenlager in der Schweiz notwendig sein. Aus diesem Grund evaluiert die Schweiz gemäss den gesetzlichen Grundlagen im Rahmen des Standortauswahlverfahrens Standorte für geologische Tiefenlager.</p>