<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00324</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106480&amp;W10_KEY=4467147&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00324</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.12.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilfe (Eigenleistung bei zahnärztlicher Behandlung):<br/><br/>Der Anspruch auf Sozialhilfe umfasst auch die notwendige ärztliche Behandlung. Dazu gehören auch - näher umschriebene - Zahnarztkosten (E. 3). Vorliegend sind die Kostenschätzungen der Behandlungen von Zweit-Zahnärzten geprüft sowie die Notwendigkeit und Zweckmässigkeit der Behandlungen bejaht worden (E. 4). Eine Eigenleistung von 15 % an die Behandlungskosten - durchgesetzt über eine Kürzung des Grundbedarfs II in monatlichen Raten - bewirkt letztlich eine Kürzung der Sozialhilfe. Eine Kürzung ist jedoch nur im Rahmen der gesetzlichen Kürzungsgründe zulässig; solche sind vorliegend nicht gegeben (E. 5).<br/>Im Rekursverfahren können alle Mängel des Verfahrens geltend gemacht werden. Der Bezirksrat hat sich als Rekursbehörde zu Unrecht auf eine Rechtskontrolle beschränkt. Verzicht auf Rückweisung, da sich vorliegend gar keine Ermessensfragen stellen (E. 6).<br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGENLEISTUNGEN">EIGENLEISTUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRUNDBEDARF II">GRUNDBEDARF II</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KÃRZUNG">KÃRZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Verwaltungsinterne Rechtspflege ST: REKURS">REKURS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REKURSGRUND">REKURSGRUND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWEISUNG">RÃCKWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZAHNÃRZTLICHE BEHANDLUNG">ZAHNÃRZTLICHE BEHANDLUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 15 lit. II SHG</span><br/><span class="gerade">§ 24 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 20 lit. I VRG</span><br/><span class="gerade">§ 64 lit. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A. Mit Beschluss vom 8. Mai 2001 erteilte der Sozialausschuss des Gemeinde­rates X an A eine Kostengutsprache in der HÃ¶he von Fr. 2'379.25 (abzÃ¼glich Beitrag der Primarschulpflege) fÃ¼r die Zahnbehandlung ihres Sohnes B, geb. 1991. Die BehÃ¶rde verpflichtete im selben Beschluss A unter anderem zu einer Eigenleistung von 15 %, zahlbar in monatlichen, vom Sozialdienst festzusetzenden Raten, die mit dem ausgerichteten Grund­bedarf II zu verrechnen sind.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>B. Mit Beschluss vom 31. Mai 2001 erteilte der Sozialausschuss des Gemeinderates X Ã¼berdies eine Kostengutsprache in der HÃ¶he von Fr. 4'200.- an A fÃ¼r ihre eigenen Zahnbehandlungskosten, wiederum verbunden mit der Verpflichtung zu einer Eigenleistung von 15 %.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Einen gegen die beiden BeschlÃ¼sse von A erhobenen Rekurs wies der Bezirksrat Y am 4. September 2001 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Eingabe vom 6. Oktober 2001 reichte A beim Verwaltungsgericht einen "Rekurs" gegen den Beschluss des Bezirksrats ein. Sie ersuchte um ÃberprÃ¼fung des vorinstanzlichen Beschlusses hinsichtlich der bestÃ¤tigten Eigenleistung von 15 %.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Sozialausschuss des Gemeinderates X verzichtete am 19. Oktober 2001 auf eine Beschwerdeantwort, wÃ¤hrend der Bezirksrat Y am 25. Oktober 2001 vollumfÃ¤ngliche Abweisung der Beschwerde beantragte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde ge­mÃ¤ss § 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) funktionell und sachlich zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Streitwert betrÃ¤gt Fr. 987.- (Eigenleistung von 15 % auf die Zahnbehandlungskosten im Umfang von Fr. 2'379.25 [Sohn B] und von Fr. 4'200.- [BeschwerdefÃ¼hrerin A]). Die Be­urteilung der Beschwerde fÃ¤llt deshalb in die einzelrichterliche ZustÃ¤ndigkeit (§ 38 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Die Vorinstanz legt in ihrem Rekursentscheid die Rechtsgrundlagen fÃ¼r die Ãbernahme von Zahnbehandlungskosten dar und kommt zum Schluss, dass Ã¼ber Form und Ausmass der Hilfe aufgrund der UmstÃ¤nde im Einzelfall zu entscheiden sei. Es mÃ¼sse untersucht werden, ob die Behandlung so einfach wie mÃ¶glich, wirtschaftlich und zweck­mÃ¤ssig sei. Unter anderem wÃ¼rden Notfallbehandlungen sowie einfache und zweckmÃ¤ssige Sanierungen Ã¼bernommen. Die KostenvoranschlÃ¤ge fÃ¼r die Behandlungen von B und A seien von Zweit-ZahnÃ¤rzten Ã¼berprÃ¼ft und â mit Korrekturen â als richtig und korrekt erachtet worden. Der Bezirksrat kÃ¶nne die Frage, in welchem Umfang die Kosten durch die Gemeinde zu Ã¼ber­nehmen seien, nur mit ZurÃ¼ckhaltung prÃ¼fen. Vorliegend sei es unter BerÃ¼cksichtigung der gesamten UmstÃ¤nde der BeschwerdefÃ¼hrerin zuzumuten, sich an den Zahnbehandlungskosten mit einer Eigenleistung von 15 % zu beteiligen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin begrÃ¼ndet ihre Beschwerde damit, dass ihr monatlich nach Abzug der laufenden Kosten (Miete, Strom, Fernseher, Krankenkasse, Telefon) noch Fr. 950.- Ã¼brig blieben. WÃ¼rde ihr der Grundbedarf II gestrichen, stÃ¼nden ihr nur noch ca. Fr. 800.- zur VerfÃ¼gung. Ausserdem mÃ¼ssten gemÃ¤ss § 15 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) alle Ã¤rztlichen Kosten einschliesslich zahnÃ¤rztliche Kosten gedeckt werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span>3. GemÃ¤ss § 14 SHG hat Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe, wer fÃ¼r seinen Lebens­unterhalt und den seiner Familienange­hÃ¶ri­gen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln auf­kommen kann. Die wirtschaftliche Hilfe hat auch die notwendige Ã¤rztliche Behandlung sicherzustellen (§ 15 Abs. 2 SHG). Grundlage fÃ¼r die Bemessung bilden die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien, Stand Dezember 2000; § 17 Satz 3 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 [SHV]).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zahnarztkosten, die grundsÃ¤tzlich vorgÃ¤ngig Ã¼ber einen Kostenvoranschlag zu ermitteln sind, werden zum SUVA-Tarif bzw. zum Sozialtarif Ã¼bernommen, soweit es sich um jÃ¤hrliche Zahnkontrollen, Massnahmen der Dentalhygiene, Notfallbehandlungen und Sanierungen handelt. Eine Notfallbehandlung soll zur Schmerzfreiheit und KaufÃ¤higkeit fÃ¼hren. Eine einfache und zweckmÃ¤ssige Sanierung besteht in der Entfernung nicht erhaltenswÃ¼rdiger ZÃ¤hne und Wurzelreste, in der Erhaltung strategisch wichtiger ZÃ¤hne, im Legen von FÃ¼llungen und in der zur Erhaltung der lÃ¤ngerfristigen KaufÃ¤higkeit nÃ¶tigen LÃ¼­ckenversorgung mit teilprothetischen Methoden. Kronen- und BrÃ¼ckenversorgungen fallen in der Regel nicht unter den Begriff der einfachen Sanierung, solange die Gebissfront nicht betroffen ist (SKOS-Richtlinien, Kap. B.4.2, H.2; VGr, 28. April 2000, VB.2000.00104 E. 2b, <span class="MsoHyperlink"><span>http://www.vgrzh.ch/rechtsprechung</span></span>).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Bei der Zahnbehandlung von B geht es â soweit aus den vorliegenden Akten ersichtlich â um eine Zahnstellungskorrektur. Die KostenschÃ¤tzung des behandelnden Zahn­arztes in der HÃ¶he von Fr. 2'416.45 wurde von Dr. C (beratender KieferorthopÃ¤de der Gesundheitsdirektion fÃ¼r Sozial- und FÃ¼rsorgestellen im Kanton ZÃ¼rich) mit Ausnahme einer doppelt berechneten Kostenposition von Fr. 37.20 als korrekt erachtet. Der entsprechend korrigierte Voranschlag bildete Grundlage fÃ¼r die Kostengutsprache der Beschwerdegegnerin.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei der BeschwerdefÃ¼hrerin umfasst die zahnÃ¤rztliche Behandlung im Wesentlichen die Einsetzung von Zahnkronen. Ging der behandelnde Zahnarzt zunÃ¤chst von der Not­wendigkeit von vier Zahnkronen mit mutmasslichen Kosten von insgesamt Fr. 5222.10 aus, hielt der beigezogene Vertrauenszahnarzt, Dr. E, lediglich drei Zahnkronen fÃ¼r erforderlich. Ansonsten erachtete er die geplante Behandlung fÃ¼r einfach, wirtschaftlich und zweckmÃ¤ssig. Entsprechend reduzierte sich die Kos­tenschÃ¤tzung auf Fr. 4'200.-, welche wiederum der Kostengutsprache der Beschwerdegegnerin zugrunde lag.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die beiden beigezogenen Ãrzte haben die KostenschÃ¤tzung geprÃ¼ft und in diesem Zusammenhang entweder stillschweigend (B) oder ausdrÃ¼cklich (BeschwerdefÃ¼hrerin) die Notwendigkeit und ZweckmÃ¤ssigkeit der Behandlungen bejaht. Auch die Beschwerdegegnerin hat sich dieser Betrachtungsweise angeschlossen und im Lauf des Rechtsmittelver­fahrens keine EinwÃ¤nde dagegen vorgebracht. Ebenso besteht fÃ¼r das Verwaltungsgericht kein Anlass, diese Folgerungen in Zweifel zu ziehen, nachdem die Begutachtung der KostenschÃ¤tzungen durch FachÃ¤rzte, im Fall von B sogar durch den beratenden Kieferortho­pÃ¤den der Gesundheitsdirektion fÃ¼r Sozial- und FÃ¼r­sor­ge­stellen, erfolgt ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Erweisen sich die zahnÃ¤rztliche Behandlungen als notwendig, so sind deren Kosten grundsÃ¤tzlich dem sozialen Existenzminimum zuzurechnen, wie es durch § 14 f. SHG garantiert wird (vgl. E. 3). Es fragt sich daher, ob es zulÃ¤ssig ist, von der BeschwerdefÃ¼hrerin eine Eigenleistung von 15 % zu fordern. Die von der Beschwerdegegnerin angeord­­nete LÃ¶sung sieht vor, dass diese Eigenleistung in monatlichen, vom Sozialdienst festzusetzenden Raten direkt mit dem Grundbedarf II zu verrechnen ist. Eine solche Verrechnung fÃ¼hrt dazu, dass der betroffenen Person die wirtschaftliche Hilfe gekÃ¼rzt wird. Eine EinschrÃ¤nkung der Sozialhilfeleistungen ist aber nur im Rahmen von § 24 SHG statthaft (vgl. VGr, 3. Oktober 2001, VB.2001.00106 E. 3f). Danach ist eine LeistungskÃ¼rzung nach erfolgloser schriftlicher Verwarnung mÃ¶glich, wenn die unterstÃ¼tzte Person Anordnungen der BehÃ¶rden nicht befolgt, insbesondere Ã¼ber ihre VerhÃ¤ltnisse keine oder falsche Auskunft gibt, die Einsichtnahme in ihre Unterlagen verweigert, Leistungen trotz Mahnung un­zweckmÃ¤ssig verwendet oder Auflagen und Weisungen missachtet (vgl. dazu SKOS-Richtlinien, Kap. A.8).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Ein solche Konstellation liegt offensichtlich nicht vor. Die Beschwerdegegnerin begrÃ¼ndet die Eigenleistung lediglich damit, dass Zahnbehandlungen fÃ¼r viele am Rande des Existenzminimums lebende Personen fast unerschwinglich seien. GestÃ¼tzt auf den Grundsatz, dass SozialhilfeempfÃ¤nger nicht besser gestellt werden dÃ¼rften als solche, die durch Arbeit fÃ¼r ihren Unterhalt selber aufkÃ¤men, kÃ¶nne erwartet werden, dass SozialhilfeempfÃ¤nger an die Behandlungskosten einen Beitrag leisteten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese Argumentation verkennt, dass ein Anspruch auf Sozialhilfe fÃ¼r diejenigen Personen besteht, die fÃ¼r ihren Lebensunterhalt nicht hinreichend aus eigenen Mitteln aufkommen kÃ¶nnen (§ 14 SHG). Ist die BedÃ¼rftigkeit, fÃ¼r deren Beurteilung die SKOS-Richt­linien heranzuziehen sind (§ 17 Satz 3 SHV), erstellt, sind alle Leistungen auf der Grundlage der SKOS-Richtlinien zu erbringen, wozu auch der Grundbedarf II gehÃ¶rt. Dieser bezweckt die regional differenzierte ErhÃ¶hung des Grundbedarfs I auf ein Niveau, das eine Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben erleichtert; er steht allen finanziell unterstÃ¼tzten Haushaltungen zu (SKOS-Richtlinien, Kap. B.2.4). Es besteht daher ein Anspruch auf eine ungeschmÃ¤lerte Ausrichtung des Grundbedarfs II, wenn nicht einer der er­wÃ¤hnten KÃ¼rzungsgrÃ¼nde zu einer Reduktion der Sozialhilfeleistung zwingt. In einem solchen Fall wÃ¤ren Ã¼berdies vor einer Verringerung des Grundbedarfs II zunÃ¤chst allenfalls ausgerichtete situationsbedingte Leistungen zu kÃ¼rzen (SKOS-Richtlinien, Kap. A.8.3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Entgegen der Annahme der Vorinstanz unterliegen angefochtene Anordnungen im Rekursverfahren nicht lediglich einer Rechtskontrolle. Vielmehr kÃ¶nnen gemÃ¤ss ausdrÃ¼cklicher Gesetzesvorschrift alle MÃ¤ngel des Verfahrens geltend gemacht werden, auch alle Ermessensfehler (§ 20 Abs. 1 VRG; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommen­tar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 20 N. 17). Allerdings haben sich die RekursbehÃ¶rden ZurÃ¼ckhaltung bei Eingriffen in den ihrer Vorinstanz zustehenden Beurteilungsspielraum aufzuerlegen, namentlich in den FÃ¤llen, wo es um die WÃ¼rdigung persÃ¶nlicher VerhÃ¤ltnisse geht (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 20 N. 18 ff., insbes. N. 22).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Vorinstanz hat sich somit zu Unrecht auf eine blosse Rechtskontrolle beschrÃ¤nkt. Von einer RÃ¼ckweisung (vgl. § 64 Abs. 1 VRG) ist aber gleichwohl abzusehen. Der Rechtsstreit spitzt sich nÃ¤mlich letztlich auf die <i>Rechts</i>frage zu, ob trotz anerkannter Not­wendigkeit der zahnÃ¤rztlichen Behandlungen eine Eigenleistung im Sinn einer KÃ¼rzung des Grundbedarfs II zulÃ¤ssig ist. Eigentliche Ermessensfragen stellen sich bei genauer Betrachtungsweise gar nicht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen. Der Beschluss des Bezirksrats Y vom 4. September 2001 ist aufzuheben; ebenso je Ziff. 2.1 der BeschlÃ¼sse des Sozialausschusses des Gemeinderates X Nr. 208/A5.19 vom 8. Mai 2001 bzw. Nr. 253/A5.19 vom 31. Mai 2001 (Festsetzung der Eigenleistung). ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschluss des Bezirksrats Y vom 4. September 2001 sowie je Ziff. 2.1 der BeschlÃ¼sse des Sozialausschusses des Gemein­derates X Nr. 208/A5.19 vom 8. Mai 2001 bzw. Nr. 253/A5.19 vom 31. Mai 2001 werden aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>