<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00241</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106994&amp;W10_KEY=13013573&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00241</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.12.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Selektive Submission betr. Schulmöbel. Nichtberücksichtigung des preisgünstigsten Angebots. Detailreiches Leistungsverzeichnis. Legitimation (E. 4). Das Leistungsverzeichnis weist im vorliegenden Fall einen grossen Detailreichtum auf und erscheint eher als Produkte-, denn als Leistungsbeschrieb. Dies zeigt sich in der auffälligen Vermischung von Vergabekriterien und direkten Produkteanforderungen etwa bei den Kriterien Ergonomie und Stabilität. Der Beschrieb gibt bereits verbindlich vor, wie die gewünschte Qualität des Schulmobiliars erreicht werden müsse. Die detailreichen Anforderungen schränken die Produkteauswahl von vornherein auf eine bestimmte Ausführungsart ein und schliessen damit Anbieter mit anderen Vorstellungen von ergonomischem, stabilem Schulmobiliar ohne Not von der Teilnahme aus. Andererseits flossen in den Anforderungskatalog teilweise unnötig viele Details ein, die ohne Zusammenhang mit den Zuschlagskriterien die Auswahl durch Material-, Bearbeitungs- und Designvorgaben derart einschränkten, dass wohl nur noch ganz vereinzelte Anbieter genau das ausgeschriebene Produkt mit den entsprechenden Erfahrungen und Referenzen präsentieren konnten (E. 5b). Dies führt bereits zur Gutheissung der Beschwerde. Im Übrigen war das Vorgehen der Beschwerdegegnerin auch unter dem Gesichtspunkt der vergaberechtlichen Vorbefassung unzulässig. Eine Vorinformation, wie sie im vorliegenden Fall durch einen bestimmten Anbieter stattgefunden hat, konnte bereits die Wahl, Reihenfolge oder Gewichtung der Vergabekriterien, aber auch das Leistungsverzeichnis selber, das in Kenntnis eines bereits eingeführten Produkts verfasst wurde, beeinflussen. Ebenso wenig kann eine Beeinflussung bei der Produktewahl am Ende ausgeschlossen werden. Liegt damit ein objektiv begründeter Anschein der Vorbefassung der Mitbeteiligten vor, so wäre diese vom weiteren Vergabeverfahren auszuschliessen gewesen (E. 5d). Möglichkeiten zur Behebung des Mangels (E. 5e).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSS">AUSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSSGRUND">AUSSCHLUSSGRUND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHREIBUNG">AUSSCHREIBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSVERZEICHNIS">LEISTUNGSVERZEICHNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MUSTER/BEMUSTERUNG">MUSTER/BEMUSTERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRODUKTEANFORDERUNGEN">PRODUKTEANFORDERUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHULMOBILIAR">SCHULMOBILIAR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN">TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERGABEENTSCHEID">VERGABEENTSCHEID</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERGABEKRITERIEN">VERGABEKRITERIEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORBEFASSUNG">VORBEFASSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORINFORMATION">VORINFORMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSCHLAGSKRITERIEN">ZUSCHLAGSKRITERIEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 1 lit. II b IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">§ 18 lit. IV SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 26 lit. I SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Im MÃ¤rz 2002 schrieb die Schule X diverses Schulmobiliar fÃ¼r die Einrichtung von zwei Oberstufen- und fÃ¼nf PrimarschulhÃ¤usern im offenen Verfahren aus. Als massgebende Vergabekriterien wurden </span>Ergonomie, StabilitÃ¤t, QualitÃ¤t und Verarbeitung, Termingarantie, Garantie Nachlieferbarkeit sowie Preis-Leistungs-VerhÃ¤ltnis genannt. <span>Innert der </span></p> <p class="Einzug1"><span>Eingabefrist trafen 12 Angebote mit Preisen zwischen Fr. 1'034'679.35 und Fr. 1'321'577.65 bei der VergabebehÃ¶rde ein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 9. Juli 2002 beschloss die Schulpflege X, den Auftrag an die D AG zum Nettopreis von Fr. 1'298'814.50 (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu vergeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diesen Beschluss erhob die A AG am 26. Juli 2002 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, der Vergabeentscheid sei aufzuheben und es sei anzuordnen, dass die Vergabe zum Preis von Fr. 1'154'429.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die BeschwerdefÃ¼hrerin zu erfolgen habe. Ausserdem verlangte sie, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewÃ¤hren und der Schulpflege X bis zum Verfahrensabschluss zu verbieten, den Vertrag abzuschliessen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschwerdeantwort vom 19. August 2002 beantragte die Schulgemeinde X, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Abweisung des Begehrens um aufschiebende Wirkung. Die D AG liess sich im Beschwerdeverfahren nicht vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 22. August 2002 wurde der Beschwerde aufgrund einer summarischen WÃ¼rdigung der vorgebrachten BeschwerdegrÃ¼nde einstweilen aufschiebende Wirkung erteilt. In der Replik vom 26. September 2002 erneuerte die BeschwerdefÃ¼hrerin ihre BeschwerdeantrÃ¤ge. Auch die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Duplik vom 29. Oktober 2002 an ihren AntrÃ¤gen fest und verlangte zusÃ¤tzlich, die Replik der BeschwerdefÃ¼hrerin sei aus dem Recht zu weisen. Am 31. Oktober 2002 wurde der Beschwerde definitiv die aufschiebende Wirkung erteilt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren finden die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 22. September 1996 Anwendung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Die Beschwerdegegnerin verlangt, dass die Replik der BeschwerdefÃ¼hrerin wegen VerspÃ¤tung aus dem Recht zu weisen sei. Dazu besteht kein Anlass. Der AbteilungsprÃ¤sident hatte der BeschwerdefÃ¼hrerin zur Einreichung der Replik Frist gesetzt und diese am 17. September 2002 bis zum 26. September 2002 erstreckt. Die Replik der BeschwerdefÃ¼hrerin trÃ¤gt das Datum vom 26. September und ist gemÃ¤ss Poststempel auch an diesem Tag der Post Ã¼bergeben worden. Aus welchem Vermerk des Verwaltungsgerichts die Beschwerdegegnerin ableiten will, dass die Replik erst am 27. September der Post Ã¼bergeben worden sei, ist unerfindlich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht im Wesentlichen geltend, die Beschwerdegegnerin habe sich bei ihrer Ausschreibung an den Produkten der mitbeteiligten D AG orientiert und diese Gesellschaft bei der Vergabe ungerechtfertigt bevorzugt. Das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin entspreche dem Ausschreibungstext, stehe demjenigen der Mitbeteiligten in nichts nach und sei preislich 14 % gÃ¼nstiger.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Beschwerdegegnerin bestreitet vorab die Beschwerdelegitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin, da diese aus verschiedenen GrÃ¼nden vom weiteren Submissionsverfahren auszuschliessen gewesen sei. Im Lichte der Vergabekriterien schneide das Produkt bei der Ergonomie, der Termingarantie und der Nachlieferbarkeit schlechter ab als dasjenige der Mitbeteiligten. Die QualitÃ¤t und Verarbeitung der von der BeschwerdefÃ¼hrerin angebotenen MÃ¶bel habe nicht beurteilt werden kÃ¶nnen, weil diese noch gar nicht bestanden hÃ¤tten und nur als Prototypen angefertigt worden seien.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">4. a) Ein nicht berÃ¼cksichtigter Anbieter ist zur Beschwerde gegen den Vergabeentscheid legitimiert, wenn er bei deren Gutheissung eine realistische Chance hat, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, in welchem er ein neues Angebot einreichen kann; andernfalls fehlt ihm das schutzwÃ¼rdige Interesse an der BeschwerdefÃ¼hrung (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11). Die Legitimationsfrage hÃ¤ngt eng mit den gegen einen submissionsrechtlichen Entscheid vorgebrachten BeschwerdegrÃ¼nden zusammen. Werden allein MÃ¤ngel des Vergabeentscheids beanstandet, so entfÃ¤llt bei Vorliegen eines Ausschlussgrundes gegen die beschwerdefÃ¼hrende Partei deren Anfechtungsrecht, da sie diesfalls von vornherein keine Chance auf den Zuschlag hÃ¤tte. Zielen die Vorbringen des auszuschliessenden Anbieters hingegen auf MÃ¤ngel des Submissionsverfahrens, die dessen ganze Wiederholung rechtfertigen kÃ¶nnen, so ist er mit der Beschwerde dann zuzulassen, wenn dank einer Neuausschreibung UnzulÃ¤nglichkeiten des eigenen Angebots behoben werden kÃ¶nnen. Verschafft hingegen auch eine Neuausschreibung nicht die erhoffte Chance, da es dem unterlegenen Anbieter etwa an persÃ¶nlichen Voraussetzungen mangelt, so ist auf seine Beschwerde auch in diesem Fall nicht einzutreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Es ist daher vorab zu prÃ¼fen, ob AusschlussgrÃ¼nde gegen die BeschwerdefÃ¼hrerin vorliegen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) <span>§ 26 Abs. 1 der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 (SubmV) zÃ¤hlt verschiedene GrÃ¼nde auf, die einen Ausschluss des Anbieters zur Folge haben kÃ¶nnen, so etwa, wenn dieser die geforderten Eignungskriterien nicht oder nicht mehr erfÃ¼llt (lit. a) oder wenn er sich im Konkursverfahren befindet (lit. g). Lit. d der Bestimmung sieht den Ausschluss vor, wenn ein Anbieter wesentliche Formvorschriften verletzt hat, insbesondere durch Nichteinhaltung der Eingabefrist, fehlende Unterschrift, UnvollstÃ¤ndigkeit des Angebots oder Ãnderung des Angebotstextes. Allerdings ist der Ausschluss in allen FÃ¤llen nur dann adÃ¤quat, wenn es sich um wesentliche MÃ¤ngel handelt (vgl. RB 1999 Nr. 61 = BEZ 1999 Nr. 25 = ZBl 101/2000, S. 265 E. 6). Auch nach Art. 19 Abs.</span> <span>3 des Bundesgesetzes vom 16.</span> <span>Dezember 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen sind nur Angebote mit wesentlichen Formfehlern vom Verfahren auszuschliessen. Diese Vorschriften sind Ausdruck des aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 abgeleiteten Verbots des Ã¼berspitzten Formalismus (vgl. EidgenÃ¶ssische Rekurskommission fÃ¼r das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen, 18. Dezember 1997, Baurecht 4/98 S. 126 Nr. 334; dazu Bemerkung Peter Gauch, Baurecht 4/98, S. 127).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Verfahrensausschluss muss einem Anbieter nicht mit einer eigenstÃ¤ndigen VerfÃ¼gung erÃ¶ffnet werden. Dies gilt nicht nur beim Ausschluss infolge NichterfÃ¼llens der Eignungskriterien (vgl. RB 2000 Nr. 70 E. 6c = BEZ 2000 Nr. 25), sondern auch beim Ausschluss infolge von MÃ¤ngeln der eingereichten Offerte. Es steht der vergebenden BehÃ¶rde frei, im Rahmen des Zuschlags Ã¼ber den Ausschluss zu befinden. In solchen FÃ¤llen impliziert die ZuschlagsverfÃ¼gung den Ausschluss (vgl. EidgenÃ¶ssische Rekurskommission fÃ¼r das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen, 7. November 1997, Baurecht 4/98, S. 126 Nr. 335 E. 3; 8. Februar 2000, Baurecht 4/2000, S. 124 Nr. 30).</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">aa) Im vorliegenden Fall wies die VergabebehÃ¶rde in den Ausschreibungsunterlagen neben den Kriterien der Auftragsvergabe darauf hin, dass reine Handelsfirmen oder BÃ¼ro-/Wohneinrichter, welche bei der Lieferung von Schulmobiliar in Ã¤hnlich grossem Umfang keine Erfahrung aufwiesen, zur Offertstellung nicht zugelassen wÃ¼rden. Die Beschwerdegegnerin bezweifelt, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin dieses Eignungskriterium erfÃ¼lle, nachdem sie, wie sie selber mit Brief vom 16. April 2002 offen gelegt hatte, die Auffanggesellschaft der in Konkurs geratenen E AG sei.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die BeschwerdefÃ¼hrerin befindet sich nicht in einem Konkursverfahren. Ein Ausschlussgrund im Sinne von § 26 Abs. 1 lit. g SubmV liegt damit nicht vor. Aber auch der von der Beschwerdegegnerin selber aufgestellte Ausschlussgrund ist nicht erfÃ¼llt, da es sich bei der BeschwerdefÃ¼hrerin um eine MÃ¶belproduzentin und nicht um eine Handelsfirma oder einen BÃ¼ro-/Wohneinrichter handelt. Allein solche Unternehmen des Zwischenhandels sollen nach dem Wortlaut der entsprechenden Klausel bei fehlender Erfahrung von der Offertstellung ausgeschlossen sein. Insofern kommt es auch nicht darauf an, ob sich die BeschwerdefÃ¼hrerin die Erfahrung bezÃ¼glich Lieferung von Schulmobiliar der konkursiten E AG anrechnen lassen darf oder nicht. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Immerhin hat die BeschwerdefÃ¼hrerin dazu unwidersprochen dargelegt, dass sie nicht nur die laufenden AuftrÃ¤ge und Techniken, sondern auch fast alle ArbeitsvertrÃ¤ge sowie die Arbeitsorganisation dieser Gesellschaft Ã¼bernommen habe. Da die BeschwerdefÃ¼hrerin als Aktiengesellschaft am 28. MÃ¤rz 2002 gegrÃ¼ndet wurde und dabei von der E AG, Ã¼ber die tags zuvor der Konkurs erÃ¶ffnet worden war, Rohmaterial, angefangene Arbeiten, Halb- und Fertigfabrikate, Fahrzeuge, EDV, Ã¼brige Sachanlagen und immaterielle Werte zum Maximalpreis von Fr. 250'000.- Ã¼bernommen hat (vgl. Tagebucheintrag Nr. 01 vom 28. MÃ¤rz 2002 aus dem Handelsregister des Kantons Y), erscheinen ihre Vorbringen auch als glaubhaft. Unter diesen UmstÃ¤nden sprÃ¤che auch nichts dagegen, der BeschwerdefÃ¼hrerin die spezifische Erfahrung ihrer VorgÃ¤ngerin im SchulmÃ¶belbau anzurechnen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Soweit die Beschwerdegegnerin aus der Eigenschaft der BeschwerdefÃ¼hrerin als Auffanggesellschaft BefÃ¼rchtungen betreffend kÃ¼nftiger BestÃ¤ndigkeit der Unternehmung ableitet, gehÃ¶ren diese nicht zu den AusschlussgrÃ¼nden, sondern zu den Vergabekriterien (âGarantie Nachlieferbarkeitâ).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) Weiter macht die Beschwerdegegnerin geltend, die BeschwerdefÃ¼hrerin habe nicht bestimmte bestehende SchulmÃ¶bel, sondern deren Bau angeboten. Ausgeschrieben sei ein Kauf- und nicht ein Werkvertrag gewesen. Dementsprechend habe das bemusterte Pult nicht den Anforderungen entsprochen und als Prototyp nicht auf QualitÃ¤t und Verarbeitung hin beurteilt werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Diese VorwÃ¼rfe erweisen sich insofern als unbegrÃ¼ndet, als sie in einem direkten Zusammenhang mit der auf ein bestimmtes Produkt zugeschnittenen Ausschreibung stehen (vgl. E. 5 nachfolgend). Der BeschwerdefÃ¼hrerin kÃ¶nnen keine AngebotsmÃ¤ngel entgegengehalten werden, die auf MÃ¤ngel der Devisierung zurÃ¼ckzufÃ¼hren sind. Sodann ist die Behauptung der Beschwerdegegnerin, wonach die BeschwerdefÃ¼hrerin an der Bemusterung nur Zweierpulte gezeigt hÃ¤tte, durch die Akten nicht belegt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin legte mit der Beschwerdeschrift und unter ausdrÃ¼cklichem Hinweis in der Rechtsschrift vier Fotografien des von ihr prÃ¤sentierten Einerpults ins Recht. Diese Fotografien scheint die Beschwerdegegnerin bei der Ausarbeitung ihrer Replik Ã¼bersehen zu haben, so dass sie sich dazu auch nicht Ã¤usserte. Beim Musterpult handelte es sich zwar nach dem EingestÃ¤ndnis der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht um ein bis auf 120 cm verstellbares Pult. Dies ist jedoch kein Mangel, da die fÃ¼r die Unterstufe ausgeschriebenen SchÃ¼lerpulte nur bis auf eine HÃ¶he von 85 cm verstellbar sein mussten. Inwiefern das gezeigte Pult ansonsten vom Leistungsbeschrieb abgewichen wÃ¤re, legt die Beschwerdegegnerin nicht weiter dar. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">cc) Das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin war nach Auffassung der VergabebehÃ¶rde auch wegen UnvollstÃ¤ndigkeit auszuschliessen, da daraus nicht ersichtlich gewesen sei, welche MÃ¶bel wie viel kosten. Der Vorwurf findet in den Akten keine StÃ¼tze. Das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin ist fÃ¼r jedes Schulhaus einzeln unter Angabe der StÃ¼ckpreise ausgefÃ¼llt und in einer PreisÃ¼bersicht zusammengefasst. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">dd) Die Beschwerdegegnerin bringt weiter vor, die BeschwerdefÃ¼hrerin habe ihr Angebot nach Ablauf der Submissionsfrist durch Einreichen einer Prospektdokumentation ergÃ¤nzt und mittels eines Zusatzangebots in unzulÃ¤ssiger Weise abgeÃ¤ndert. Die BeschwerdefÃ¼hrerin behauptet demgegenÃ¼ber, das Zusatzangebot habe sie auf entsprechende Aufforderung der Beschwerdegegnerin hin eingereicht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Dieser Sachverhalt beschlÃ¤gt keinen Ausschlussgrund, da die umstrittene UnzulÃ¤ssigkeit der nachtrÃ¤glichen Eingabe von vornherein nicht zum Ausschluss des Angebots der BeschwerdefÃ¼hrerin, sondern nur zur Unbeachtlichkeit des nachtrÃ¤glichen Zusatzangebots fÃ¼hren kann. Das ursprÃ¼ngliche Angebot, welches ohne Ãnderung des Angebottextes unterbreitet wurde, bleibt â allfÃ¤llige offensichtliche Versehen vorbehalten â trotz allenfalls unzulÃ¤ssiger Korrektur innert der GÃ¼ltigkeitsfrist verbindlich.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">ee) Weiter sieht die Beschwerdegegnerin einen Ausschlussgrund darin, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ihrem Angebot keine Referenzen beigelegt habe. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In der Vorstellung ihres Unternehmens vom 1. Mai 2002 hatte die BeschwerdefÃ¼hrerin neben der Marginalie âReferenzenâ auf einen beiliegenden Referenzauszug hingewiesen und bemerkt, dass weitere Referenzen auf Anfrage hin erhÃ¤ltlich seien. In den Akten befindet sich jedoch kein solcher Referenzauszug. Unter diesen UmstÃ¤nden wÃ¤re es der Beschwerdegegnerin nach Treu und Glauben zuzumuten gewesen, die BeschwerdefÃ¼hrerin auf dieses offensichtliche Versehen aufmerksam zu machen und die fehlende Beilage nachtrÃ¤glich einzufordern. Jedenfalls kann das Fehlen des Referenzauszugs nicht als wesentlicher, den Ausschluss gebietender Formmangel angesehen werden (vgl. <span>VGr, 23. November 2001, VB.2001.215, E. </span>7, www.vgrzh.ch/rechtsprechung).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">ff) Soweit die Beschwerdegegnerin der BeschwerdefÃ¼hrerin entgegenhÃ¤lt, sie habe keine Termingarantie abgegeben, fÃ¼hrt sie dies zu Recht nicht als Ausschlussgrund ins Feld. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hatte in ihrem Angebot eine âkurzfristige und flexible Terminlieferfristâ zugesagt, was jedenfalls einer Bewertung unter dem entsprechenden Kriterium âTermingarantieâ zugÃ¤nglich ist.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Liegen demnach keine AusschlussgrÃ¼nde gegen die BeschwerdefÃ¼hrerin vor, so steht deren Zulassung im Beschwerdeverfahren dann nichts entgegen, wenn sie bei korrekter DurchfÃ¼hrung der Ausschreibung und Vergabe eine Chance auf den Zuschlag gehabt hÃ¤tte. Diese Chancen lassen sich aufgrund der Akten nicht hinreichend beurteilen. Das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin war preislich das drittgÃ¼nstigste, jedoch bildete der Preis nach den Vergabekriterien der Beschwerdegegnerin nur das letzte von insgesamt sechs Kriterien. Ein durchgehender und vollstÃ¤ndiger Vergleich der eingegangenen Angebote anhand aller Kriterien hat im vorliegenden Fall gar nie stattgefunden. Zwar hatte die VergabebehÃ¶rde einen achtseitigen detaillierten Auswertungsbogen vorbereitet, der verschiedene Aspekte der drei wichtigsten Kriterien Ergonomie, StabilitÃ¤t sowie QualitÃ¤t und Verarbeitung auflistete und die acht Mitglieder der Arbeitsgruppe âSchulmobiliarâ zur jeweiligen Bewertung mit null bis drei Punkten einlud. Diese BÃ¶gen wurden aber nur von einem kleinen Teil der Aufgeforderten Ã¼berhaupt und dabei auch nur teilweise ausgefÃ¼llt. Daneben orientierte sich die Produktewahl der einzelnen SchulhÃ¤user nicht erkennbar an allen im Voraus festgelegten Kriterien und beurteilte auch nur einen Teil der Angebote. Auch bei den weiteren Kriterien Termingarantie, Garantie der Nachlieferbarkeit und Preis-Leistungs-VerhÃ¤ltnis (zu verstehen an dieser Stelle im Sinne von Preis) ist kein eigentlicher Produktevergleich oder eine Bewertung dokumentiert. Dementsprechend wurden auch in der Gesamtbewertung nur vier der zwÃ¶lf eingegangenen Angebote beurteilt, und zwar ohne Bezugnahme auf alle Kriterien. Eine eigentliche Rangierung der Produkte erfolgte nicht. Ist das Beurteilungsergebnis derart offen, so ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. a) Die BeschwerdefÃ¼hrerin beanstandet, dass das Produkt der Mitbeteiligten bereits <span>seit 1 ½ Jahren bei der Schule als Muster eingefÃ¼hrt war und die Ausschreibung sich an diesem Muster orientiert habe. Dementsprechend sei die Mitbeteiligte bei der Vergabe ungerechtfertigt bevorzugt worden. Der Vorwurf der BeschwerdefÃ¼hrerin beschlÃ¤gt einerseits das Leistungsverzeichnis und andererseits die Vergabe selber. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Leistungsverzeichnis als Teil der Ausschreibungsunterlagen im Sinne von § 17 Abs. 1 lit. g SubmV definiert die technischen Anforderungen an die Leistung. Diese werden gemÃ¤ss § 18 Abs. 1 SubmV eher in Bezug auf die Leistung als in Bezug auf die Konstruktion umschrieben und auf der Grundlage internationaler Normen oder, wenn solche fehlen, von den in der Schweiz verwendeten technischen Normen definiert. Dementsprechend verbietet Abs. 2 der Bestimmung â abgesehen von hier nicht interessierenden Ausnahmen â Anforderungen oder Hinweise in Bezug auf besondere Handelsmarken oder Handelsnamen, Patente, Muster oder Typen sowie auf einen bestimmten Ursprung oder Produzenten. Die Auftraggeber dÃ¼rfen auch nicht auf eine den Wettbewerb ausschaltende Art und Weise von einer Firma, die ein geschÃ¤ftliches Interesse an der Beschaffung haben kÃ¶nnte, Hinweise einholen oder annehmen, welche bei der Ausarbeitung der Spezifikationen fÃ¼r eine bestimmte Beschaffung verwendet werden kÃ¶nnen (§ 18 Abs. 4 SubmV). Damit verbietet es das Submissionsrecht grundsÃ¤tzlich, das Beschaffungsobjekt auf ein bestimmtes Produkt hin zu definieren, ohne dass die Voraussetzungen der freihÃ¤ndigen Vergabe erfÃ¼llt wÃ¤ren (RB 2001 Nr. 47).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach den Sommerferien 2001, also mehrere Monate vor der Ausschreibung, veranlasste die Schulleitung der Schule X eine PrÃ¤sentation Ã¼ber Einerpulte und ergonomisches Sitzen im Schulhaus und ermÃ¶glichte es der Mitbeteiligten, bei diesem Anlass mit ihrem Produkt Ã¼ber Ergonomie zu informieren. In der Folge verblieben offenbar ein SchÃ¼lerpult sowie zwei SchÃ¼lerstÃ¼hle der Mitbeteiligten im Schulhaus X stehen und standen dort den SchÃ¼lern und SchÃ¼lerinnen bis mindestens Ende Mai 2002 zum Gebrauch und Test zur VerfÃ¼gung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ausgeschrieben wurden in der Folge insgesamt 1'300 SchÃ¼lerpulte, 1'400 SchÃ¼lerstÃ¼hle und je 70 Lehrerpulte und -stÃ¼hle sowie Korpusse und diverses Mobiliar fÃ¼r Gruppen- und HandarbeitsrÃ¤ume in kleinerem Umfang. Wegen der grossen qualitativen und damit auch preislichen Unterschiede der auf dem Markt angebotenen SchulmÃ¶belprogramme war von Anfang an vorgesehen, die offerierten MÃ¶bel zu bemustern. FÃ¼r die Pulte der drei verschiedenen SchÃ¼lerkategorien sowie fÃ¼r die StÃ¼hle aller Benutzerkategorien sah das Leistungsverzeichnis folgendermassen aus:</span></p> <p class="MsoListContinue5"><span> </span></p> <p class="MsoListContinue3"><span>Einerpulte (ca. 55â85 cm fÃ¼r Unterstufe, ca. 75â120 cm fÃ¼r Mittel- und Oberstufe)</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>HÃ¶henverstellung mittels Getriebe (keine EinsÃ¤ulen- und Scherenpulte), fixe Kurbel</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>SchrÃ¤gstellung in Stufen</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>Pultplatte Kunstharzbelag nach Wahl (nicht laminiert), Kanten 3-seitig, Buche-Anleimer massiv, gerundet, naturlackiert<br/> Arbeitsseitig Anschlagleiste Buche <br/> Materialrille postforming, Breite ca. 10 cm</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>Doppelablagefach aus Formstahlblech, Front gelocht, Seitenabdeckung Blech, pulverbeschichtet, RAL/NCS<br/> GrÃ¶sse: oben mind. 31 x 13 x 53 cm, unten 22 x 8 x 53 cm</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>Mappenhaken, Stahl verchromt</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>Pultgestell Flachovalstahlrohr, pulverbeschichtet, RAL/NCST</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>T-FÃ¼sse versetzt, Rundstahlrohr verchromt (keine Verzinkung)</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>Gleiter fÃ¼r Linoleum oder HolzbÃ¶den</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>Rollen: zwei StÃ¼ck (nicht als StandflÃ¤che)</span></p> <p class="MsoListContinue5"><span> </span></p> <p class="MsoListContinue3"><span>StÃ¼hle</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>Liftverstellung (35 â 50 cm fÃ¼r Unterstufe, 40 â 60 cm fÃ¼r Mittel- und Oberstufe sowie Handarbeit, 47 â 65 cm fÃ¼r Lehrer)</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>HÃ¶henverstellung stufenlos/drehbar</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>SitzflÃ¤che aus Buchenformpressholz splitterfrei, anatomisch geformt, mit Antirutschlackierung<br/> Neigung SitzflÃ¤che: 3 °</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>RÃ¼ckenlehne aus Buchenformpressholz splitterfrei, naturlackiert, federnd montiert</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>FÃ¼nfsternfuss mit Rundstahlrohrausleger pulverbeschichtet, RAL/NCS</span></p> <p class="MsoListBullet5"><span>·<span> </span></span><span>Gleiter fÃ¼r Linoleum oder Holzboden</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei der Vergabe entsprach dann in der Folge offenbar das Mobiliar der Mitbeteilig-ten vollumfÃ¤nglich den Anforderungen, wÃ¤hrend etwa die Offerte der ebenfalls in die engste Wahl einbezogenen F AG sowohl in der Pultkonstruktion als auch in verschiedenen Details vom Devis abwich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das Leistungsverzeichnis weist vorliegend einen grossen Detailreichtum auf und erscheint damit eher als Produkte-, denn als Leistungsbeschrieb. Dies zeigt sich einerseits in der auffÃ¤lligen Vermischung von Vergabekriterien und direkten Produkteanforderungen etwa bei den Kriterien Ergonomie und StabilitÃ¤t. Anstatt dass etwa als Leistung ein Einerpult (eine zulÃ¤ssige technisch-pÃ¤dagogisch bedingte Vorgabe) mit maximalen diesbezÃ¼glichen Eigenschaften verlangt wird, gibt der Beschrieb bereits verbindlich vor, wie diese QualitÃ¤t erreicht werden mÃ¼sse, etwa durch welche Art der HÃ¶henverstellung bei den Pulten, die SitzflÃ¤chenneigung oder RÃ¼ckenlehnenmontage bei den StÃ¼hlen, die Fussgestaltung bei Pulten und StÃ¼hlen etc. Zwar kann es sein, dass mit den von der Beschwerdegegnerin aufgestellten Produkteanforderungen ein grosses Mass an Ergonomie erreicht wird, ebenso werden mÃ¶glicherweise durch den versetzten T-Fuss bei den Pulten und den FÃ¼nfsternfuss bei den StÃ¼hlen optimale Resultate bezÃ¼glich StabilitÃ¤t erzielt. Jedoch schrÃ¤nken die detailreichen Anforderungen die Produkteauswahl von vornherein auf eine bestimmte AusfÃ¼hrungsart ein und schliessen damit Anbieter mit anderen Vorstellungen von ergonomischem, stabilem Schulmobiliar ohne Not von der Teilnahme aus. Andererseits flossen in den Anforderungskatalog teilweise vÃ¶llig unnÃ¶tige Details ein, die ohne Zusammenhang mit den Zuschlagskriterien die Auswahl durch detaillierte Material-, Bearbeitungs- und Designvorgaben derart einschrÃ¤nkten, dass wohl nur noch ganz vereinzelte Anbieter genau das ausgeschriebene Produkt mit den entsprechenden Erfahrungen und Referenzen prÃ¤sentieren konnten. <a id="Text3"></a></span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Eine BegrÃ¼ndung fÃ¼r die Notwendigkeit dieses Detailreichtums des Leistungsverzeichnisses liefert die Beschwerdegegnerin an keiner Stelle. Sie scheint vielmehr die Auffassung zu vertreten, sie habe sich bereits eine differenzierte Meinung darÃ¼ber gebildet, wie das Schulmobiliar optimal beschaffen sein mÃ¼sse und sei bei der Ausschreibung vollstÃ¤ndig frei in der Festlegung entsprechender Leistungsvorgaben. Dies ist jedoch nach dem unter a) vorstehend AusgefÃ¼hrten nicht der Fall. Zwar ist es durchaus denkbar, dass eine VergabebehÃ¶rde aufgrund spezifischer Nutzererfahrungen detaillierte Vorstellungen Ã¼ber eine bestimmte Leistung selber entwickelt oder entwickeln lÃ¤sst, ohne sich dabei an einem bereits auf dem Markt erhÃ¤ltlichen Produkt zu orientieren. In solchen FÃ¤llen schliesst es das Vergaberecht auch nicht aus, mittels einer entsprechenden Ausschreibung Produzenten aufzufordern, Angebote fÃ¼r die reine AusfÃ¼hrung des geplanten Werks einzugeben, wie dies etwa bei der Ausschreibung eines Generalunternehmervertrags fÃ¼r ein Bauwerk der Fall sein dÃ¼rfte. Dies war hier aber gerade nicht der Fall, indem die Beschwerdegegnerin nicht Produzenten zur Anfertigung von Prototypen einladen wollte, sondern ein auf dem Markt eingefÃ¼hrtes Produkt mit bestehenden Referenzen suchte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) </span><span>Dieses Vorgehen war nicht zulÃ¤ssig. Die Beschwerdegegnerin hÃ¤tte die grundsÃ¤tzlichen Leistungsanforderungen (nicht Konstruktionsmerkmale) umschreiben mÃ¼ssen, anhand deren die Produkte der Anbieter zu beurteilen waren. Sie hÃ¤tte bei diesem Vorgehen darauf achten mÃ¼ssen, den Kreis der potentiellen Anbieter nicht von vornherein durch Anforderungen, die nicht als zwingend erschienen, unnÃ¶tig einzuschrÃ¤nken. Diesem Vorgehen hÃ¤tte es entsprochen, Produktmerkmale, die zwar erwÃ¼nscht, aber nicht unverzichtbar waren, nicht als (absolute) technische Anforderungen, sondern als (relative) Zuschlagskriterien zu formulieren; auf diese Weise hÃ¤tten die mehr oder weniger weitgehend erfÃ¼llten Merkmale eines Angebots gegenÃ¼ber den anderen Vor- und Nachteilen desselben abgewogen werden kÃ¶nnen (RB 2001 Nr. 47).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Dies fÃ¼hrt bereits zur Gutheissung der Beschwerde. Im Ãbrigen war das Vorgehen der Beschwerdegegnerin auch unter dem Gesichtspunkt der vergaberechtlichen Vorbefassung unzulÃ¤ssig. Ein Anbieter, der bereits vor der Ausschreibung bei der Vorbereitung der Vergabe in irgendeiner Weise mitgewirkt hat, gilt als vorbefasst und darf sich am </span>nachfolgenden Vergabeverfahren in der Regel nicht mehr beteiligen bzw. ist davon auszuschliessen. <span>Dies ergibt sich aus dem das Vergabeverfahren beherrschenden Grundsatz der Gleichbehandlung der Anbieter und dem Gebot eines fairen Wettbewerbs (Art. 1 Abs. 2 lit. b IVÃ¶B; § 18 Abs. 4 SubmV). Vergaberegeln bezwecken die GewÃ¤hrleistung eines echten, fairen und transparenten Wettbewerbs, in welchem alle Anbieter gleich zu behandeln sind. Dabei ist von zentraler Bedeutung, dass fÃ¼r alle Wettbewerbsteilnehmer dieselben Bedingungen bestehen. Wirkt ein Anbieter bereits vor der Ausschreibung bei der Vorbereitung der Vergabe in irgendeiner Weise mit, hat er unter UmstÃ¤nden die MÃ¶glichkeit, die Voraussetzungen der Vergabe in einer fÃ¼r ihn gÃ¼nstigen Weise zu beeinflussen. Ausserdem kann er gegenÃ¼ber den Mitbewerbern von einem Wissensvorsprung sowie von Vorteilen in zeitlicher Hinsicht profitieren. Dabei kommt es Ã¤hnlich wie beim Anspruch auf richterliche UnabhÃ¤ngigkeit nicht darauf an, ob sich ein solcher vorbefasster Anbieter im konkreten Fall tatsÃ¤chlich einen Vorteil verschafft hat, sondern es genÃ¼gt bereits der objektiv begrÃ¼ndete Anschein eines mÃ¶glichen Vorteils (vgl. VGr, 6. April 2001, BEZ 2001 Nr. 24 mit Hinweisen).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die oben dargelegte Vorgeschichte sowie das ungewohnt detaillierte Leistungsverzeichnis (E. 5 a) erwecken tatsÃ¤chlich den Anschein, dass sich die VergabebehÃ¶rde durch die Information, PrÃ¤sentation und MusterÃ¼berlassung durch die Mitbeteiligte im Submissionsverfahren in einer den Wettbewerb massgeblich tangierenden Art und Weise beeinflussen liess. Eine Vorinformation, wie sie hier durch einen bestimmten Anbieter stattgefunden hat, konnte bereits die Wahl, Reihenfolge oder Gewichtung der Vergabekriterien, aber auch das Leistungsverzeichnis selber, das in Kenntnis des bereits eingefÃ¼hrten Produktes verfasst wurde, beeinflussen. Ebenso wenig kann eine Beeinflussung bei der Produktewahl am Ende ausgeschlossen werden. Liegt damit ein objektiv begrÃ¼ndeter Anschein der Vorbefassung der Mitbeteiligten vor, so wÃ¤re diese vom weiteren Vergabeverfahren auszuschliessen gewesen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Der festgestellte Mangel kann vorliegend auf zwei Arten behoben werden: Einerseits durch eine grosszÃ¼gige Zulassung von Angeboten, die vom Leistungsverzeichnis abweichen, wobei in diesem Fall die Mitbeteiligte vom weiteren Verfahren auszuschliessen ist; andererseits durch eine vollkommen neue Ausschreibung ohne Zuschnitt auf ein bestimmtes Produkt, wobei dann die Vergabeunterlagen neu ausgearbeitet werden mÃ¼ssen. Unter der letztgenannten Voraussetzung ist es zulÃ¤ssig, dass sich auch die Mitbeiteiligte wieder an der Vergabe beteiligt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Vorwurf der BeschwerdefÃ¼hrerin, wonach die Mitbeteiligte mit ihrer Schulungsofferte in unzulÃ¤ssiger Weise eine weitere Leistung angeboten habe, braucht damit nicht nÃ¤her abgeklÃ¤rt werden. Ebenso wenig mÃ¼ssen die zwischen den Parteien bestehenden Differenzen hinsichtlich der einzelnen Vergabekriterien geprÃ¼ft werden. Immerhin ist die VergabebehÃ¶rde an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sie bei der neuerlichen Vergabe die gewÃ¤hlten Vergabekriterien zu gewichten und einzeln fÃ¼r jedes Angebot zu benoten hat, um eine gesamthafte WÃ¼rdigung des Ergebnisses zu ermÃ¶glichen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss <a id="Text4"></a></span><span>entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid der Schulpflege X vom 9. Juli 2002 aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>