<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2017.00767</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=218009&amp;W10_KEY=13013500&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2017.00767</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.03.2018</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Eingrenzung/kurzfristige Festhaltung (G.-Nr. GI170172-L/U)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Eingrenzung auf die Gemeindegebiete Uster bzw. Urdorf; kurzfristige Festhaltung; rechtliches Gehör im Zusammenhang mit der Anpassung einer Eingrenzungsverfügung. Grundsätzlich muss die einzugrenzende Person nicht nur bei der erstmaligen Eingrenzung, sondern auch bei der Anpassung der Eingrenzungsverfügung vorgängig angehört werden. In besonderen Fällen ist es ausnahmsweise zulässig, eine Anpassungsverfügung ohne vorgängige Anhörung zu erlassen; diesfalls muss das rechtliche Gehör im Nachhinein zeitnah gewährt werden (E. 2.2.1). Im vorliegenden Fall wurde der Gehörsanspruch verletzt, da weder vorgängig noch nachträglich eine Anhörung stattfand. Die (nicht schwerwiegende) Gehörsverletzung konnte jedoch im Rechtsmittelverfahren geheilt werden; die Rechtslage war bislang ungeklärt und zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht von einer systematischen Gehörsverletzung auszugehen (E. 2.3). Auch eine allfällige ungenügende Begründung der Anpassungsverfügung konnte im vorinstanzlichen Gerichtsverfahren geheilt werden (E. 2.5.1). Voraussetzungen der Eingrenzung nach Art. 74 Abs. 1 lit. b AuG (E. 3.2, 3.3). Der Beschwerdeführer kann die angepasste Eingrenzungsverfügung in sämtlichen Punkten anfechten, obwohl er frühere Eingrenzungsverfügungen in Rechtskraft erwachsen liess. Gemäss der neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung besteht ein grundlegendes öffentliches Interesse daran, abgewiesene Asylbewerbende durch die Eingrenzung zu einer freiwilligen Ausreise zu bewegen. Die Massnahme ist damit erst dann untauglich zur Erreichung ihres Zwecks, wenn sowohl die Ausschaffung als auch die freiwillige Ausreise objektiv unmöglich sind, was vorliegend nicht der Fall ist (E. 3.3). Meldepflichten stellen keine geeigneten Ersatzmassnahmen für Eingrenzungen dar (E. 3.4). Insbesondere mit Blick auf die Straffälligkeit des Beschwerdeführers ist sodann eine Eingrenzung auf das Gebiet einer Gemeinde grundsätzlich zulässig, da das öffentliche Interesse daran in solchen Fällen vergleichsweise schwer wiegt (E. 3.5.1). Indessen ist der Beschwerdeführer aus medizinischen Gründen auf eine oberirdische Wohnsituation angewiesen, was in der Notunterkunft Urdorf nicht der Fall ist. Insgesamt überwiegt das öffentliche Interesse am Weiterbestand der Eingrenzung auf die Gemeinde Uster. Die angefochtene Verfügung ist hingegen insoweit aufzuheben, als der Beschwerdeführer damit auf die Gemeinde Urdorf eingegrenzt wird (E. 3.5.2, 3.5.3). Die Anordnung einer alternativen Eingrenzung (auf die Gemeindegebiete Uster bzw. Urdorf) erfüllt die Voraussetzungen für die Annahme von Nichtigkeit nicht (E. 4.1). Gemäss Art. 73 Abs. 1 lit. a AuG kann die zuständige Behörde eine Person ohne Aufenthaltstitel zur Eröffnung einer Verfügung im Zusammenhang mit ihrem Aufenthaltsstatus kurzfristig festhalten (E. 5.1). Dies ist ausreichende gesetzliche Grundlage für eine kurzfristige Festhaltung zwecks Eröffnung der Eingrenzungsverfügung (E. 5.2). Mit einer kurzfristigen Festhaltung soll die Eröffnung der Verfügung in einer dem Betroffenen verständlichen Sprache innert nützlicher Frist gewährleistet werden (E. 5.3). Als milderes Mittel steht grundsätzlich die schriftliche Vorladung an die Adresse der betreffenden Notunterkunft oder des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers zur Verfügung. Vorliegend bestehen keine genügenden Anzeichen dafür, dass der Beschwerdeführer einer Vorladung keine Folge leisten würde. Die kurzfristige Festhaltung erweist sich als unverhältnismässig. Feststellung der Widerrechtlichkeit (E. 5.4.1, 5.4.2). Teilweise Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNGSPFLICHT">BEGRÃNDUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINGRENZUNG">EINGRENZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERÃFFNUNG DER VERFÃGUNG">ERÃFFNUNG DER VERFÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDE">GEMEINDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEILUNG">HEILUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KURZFRISTIGE FESTHALTUNG">KURZFRISTIGE FESTHALTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTIGKEIT">NICHTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFFÃLLIGKEIT">STRAFFÃLLIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTELLUNG">ZUSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWANGSMASSNAHMEN AUG">ZWANGSMASSNAHMEN AUG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 73 Abs. I lit. a AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 73 Abs. V AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 74 Abs. I lit. b AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 10 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 36 BV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=36989" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2017.00767</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 1. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">1. MÃ¤rz 2018</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Lukas Widmer<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Maja SchÃ¼pbach Schmid, Verwaltungsrichterin Sandra Wintsch, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Regina Meier. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, c/o NUK Urdorf, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Eingrenzung/kurzfristige Festhaltung (G.-Nr. 01),</b></p> <p class="MsoNormal"><span>hat sich ergeben: </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 24. August 2017 ordnete das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich gegen A eine Eingrenzung im Sinn von Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder (AuG) auf das Gebiet der Gemeinde Uster bzw. Urdorf an. Eine Eingrenzung des BeschwerdefÃ¼hrers auf die Gemeinde Urdorf bestand schon davor; erstmalig wurde eine solche mit VerfÃ¼gung vom 16. Juni 2016 angeordnet. UnverÃ¤ndert blieben durch die Anpassung des Eingrenzungsrayons vom 24. August 2017 die Bestimmungen in den rechtskrÃ¤ftig gewordenen Eingrenzungen vom 17. Juni 2016, vom 19. September 2016, vom 22. Dezember 2016 und vom 16. Juni 2017, worin die GÃ¼ltigkeit der Massnahme auf zwei Jahre bzw. bis zum 21. Juni 2018 befristet sowie angeordnet wurde, dass fÃ¼r zwingende Reisen ausserhalb des Rayons vorgÃ¤ngig eine Ausnahmebewilligung einzuholen sei.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Ferner ordnete das Migrationsamt mit VerfÃ¼gungen vom 24. August 2017 und vom 16. Juni 2017 die kurzfristige Festhaltung von A zur ErÃ¶ffnung der vorliegend angefochtenen EingrenzungsverfÃ¼gung sowie der EingrenzungsverfÃ¼gung vom 16. Juni 2017 an.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Am 25. August 2017 stellte A beim Zwangsmassnahmengericht ein Gesuch um ÃberprÃ¼fung der kurzfristigen Festhaltung zur ErÃ¶ffnung der EingrenzungsverfÃ¼gung vom 16. Juni 2017, am 31. August 2017 erhob er beim Zwangsmassnahmengericht Beschwerde gegen die angepasste EingrenzungsverfÃ¼gung vom 24. August 2017 und am 5. September 2017 stellte er ein Gesuch um ÃberprÃ¼fung der kurzfristigen Festhaltung zur ErÃ¶ffnung dieser EingrenzungsverfÃ¼gung.</p> <p class="Sachverhalt1">Mit VerfÃ¼gung vom 31. Oktober 2017 vereinigte das Zwangsmassnahmengericht die drei Verfahren und wies sÃ¤mtliche Begehren mit Urteil vom gleichen Datum ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Hiergegen gelangte A mit Beschwerde vom 20. November 2017 an das Verwaltungsgericht.</p> <p class="Urteilstext">Er beantragte im Hauptpunkt die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids bzw. die Feststellung der Nichtigkeit, eventualiter die Aufhebung der EingrenzungsverfÃ¼gung vom 24. August 2017. Weiter sei die Nichtigkeit der VerfÃ¼gungen vom 24. August 2017 sowie vom 16. Juni 2017 betreffend die kurzfristige Festhaltung festzustellen, eventualiter seien sie aufzuheben und deren Widerrechtlichkeit festzustellen. Subeventualiter sei die Angelegenheit an das Migrationsamt oder die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Urteilstext">Weiter focht A den im vorinstanzlichen Urteilsdispositiv im Zusammenhang mit der unentgeltlichen Rechtsvertretung enthaltene Nachzahlungsvorbehalt gemÃ¤ss § 16 Abs. 4 <span>des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG)</span> sowie den Mitteilungssatz des Entscheids insoweit an, als der Letztere die Mitteilung des Entscheids an das AusschaffungsbÃ¼ro der Kantonspolizei ZÃ¼rich vorsieht.</p> <p class="Urteilstext">Schliesslich beantragte A, das Migrationsamt sei zu verpflichten, den vollstÃ¤ndigen RIPOL-Auszug betreffend seine Eingrenzungen im Zeitraum zwischen dem 16. Juni 2016 und dem 20. November 2017 zu edieren.</p> <p class="Urteilstext">In prozessualer Hinsicht beantragte A, es sei ihm die GewÃ¤hrung von unentgeltlicher Rechtspflege zu bewilligen und in der Person von Rechtsanwalt B ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer zulasten des Migrationsamts bzw. der Staatskasse.</p> <p class="Urteilstext">Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete am 25. November 2017 auf eine Vernehmlassung.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>A stellte zudem am 1. Dezember 2017, beim Gericht eingegangen am 4. Dezember 2017, den prozessualen Antrag, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu verleihen und festzustellen, dass er wÃ¤hrend des hÃ¤ngigen Beschwerdeverfahrens keiner Eingrenzung unterliege.</p> <p class="Urteilstext">Das Migrationsamt ersuchte mit Eingabe vom 11. Dezember 2017 um Beschwerdeabweisung. A liess sich hierzu nicht mehr vernehmen.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 11. Januar 2018 wurde der Beschwerde insoweit aufschiebende Wirkung gewÃ¤hrt, als A mit VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 24. August 2017 alternativ auf die Gemeinde Urdorf eingegrenzt wurde. BezÃ¼glich der alternativen Eingrenzung auf die Stadt Uster wurde das Gesuch um GewÃ¤hrung aufschiebender Wirkung abgewiesen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Beschwerden betreffend Massnahmen nach Art. 73â78 AuG werden vom Einzelrichter behandelt, sofern sie nicht wegen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung der Kammer zur Beurteilung Ã¼berwiesen werden (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 4 in Verbindung mit § 43 Abs. 1 lit. b VRG sowie § 38b Abs. 2 VRG). Da sich vorliegend Fragen von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung stellen, ist die Sache durch die Kammer zu beurteilen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt in formeller Hinsicht die Verletzung seines rechtlichen GehÃ¶rs durch das Migrationsamt, da er bzw. sein Rechtsvertreter unbestrittenerweise weder vor noch nach Erlass der angefochtenen VerfÃ¼gungen angehÃ¶rt wurde.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Das Zwangsmassnahmengericht erwog im Hinblick auf die Eingrenzung, das rechtliche GehÃ¶r sei im Zusammenhang mit dem Erlass der ersten den BeschwerdefÃ¼hrer betreffenden EingrenzungsverfÃ¼gung vom 17. Juni 2016 gewÃ¤hrt worden. Da sich die folgenden Eingrenzungen nur in Bezug auf den Rayon und damit bloss geringfÃ¼gig von der ursprÃ¼nglichen VerfÃ¼gung unterscheiden wÃ¼rden, genÃ¼ge eine einmalige GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs; zudem sei der Rayon mit der aktuellen EingrenzungsverfÃ¼gung vergrÃ¶ssert worden, was zu einer Besserstellung des BeschwerdefÃ¼hrers gefÃ¼hrt habe.</p> <p class="Urteilstext">Im Hinblick auf die NichtanhÃ¶rung des BeschwerdefÃ¼hrers im Zusammenhang mit den VerfÃ¼gungen betreffend seine kurzfristige Festhaltung erwog das Zwangsmassnahmengericht, der Mangel sei durch die nachtrÃ¤gliche ErÃ¶ffnung geheilt worden (E. II.3.2, II.4.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b>Beim Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) handelt es sich um ein mit der PersÃ¶nlichkeit untrennbar verbundenes Recht des Einzelnen, beim Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids mitzuwirken, namentlich indem die BehÃ¶rde die betroffene Person anhÃ¶rt und ihre Vorbringen auch tatsÃ¤chlich prÃ¼ft und in der Entscheidfindung berÃ¼cksichtigt. Nicht entscheidend ist hierbei der mutmassliche Inhalt der Ãusserungen der betroffenen Person bzw. ob diese den Entscheid Ã¼berhaupt hÃ¤tten beeinflussen kÃ¶nnen. Die vom Entscheid der BehÃ¶rde betroffene Person ist vor Erlass des Entscheids anzuhÃ¶ren, wobei ihr grundsÃ¤tzlich Gelegenheit gegeben werden muss, sich zu allen fÃ¼r den Entscheid wesentlichen Sachfragen Ã¤ussern zu kÃ¶nnen (§ 4 der Verordnung Ã¼ber den Vollzug der Zwangsmassnahmen im AuslÃ¤nderrecht vom 4. Dezember 1996; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. A., ZÃ¼rich 2016, N. 1001 ff.; BGE 127 I 54 E.2.b).</p> <p class="Urteilstext">Vom Grundsatz, dass die AnhÃ¶rung <i>vorgÃ¤ngig</i> zu erfolgen hat, sind im Ã¶ffentlichen Interesse â bei Gefahr der Vereitelung einer prozessualen Massnahme, bei Dringlichkeit oder aus PraktikabilitÃ¤tsgrÃ¼nden â Ausnahmen mÃ¶glich (Regina Kiener/Walter KÃ¤lin, Grundrechte, 2. A., Bern 2013, S. 501 ff.). </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten darf folglich auf eine vorgÃ¤ngige AnhÃ¶rung im Regelfall nicht verzichtet werden. In besonderen FÃ¤llen von Umplatzierungen ist es im Sinn einer Ausnahme jedoch zulÃ¤ssig, eine Anpassung der EingrenzungsverfÃ¼gung ohne vorgÃ¤ngige AnhÃ¶rung vorzunehmen. Diesfalls muss das rechtliche GehÃ¶r im Nachhinein zeitnah gewÃ¤hrt werden. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>Im vorliegenden Fall erwies sich eine Umplatzierung als dringend notwendig, weil der BeschwerdefÃ¼hrer durch ungebÃ¼hrliches Benehmen in der Notunterkunft ein Hausverbot erhielt, was eine umgehende Umplatzierung erforderte. Angesichts der UmstÃ¤nde war es zulÃ¤ssig, die EingrenzungsverfÃ¼gung vorlÃ¤ufig ohne vorgÃ¤ngige AnhÃ¶rung des BeschwerdefÃ¼hrers anzupassen. Ausserdem verursachte der BeschwerdefÃ¼hrer durch das erwirkte Hausverbot die erforderliche Umplatzierung. Es wÃ¤re stossend, wenn eine eingegrenzte Person das Dahinfallen der Eingrenzung quasi selbst herbeifÃ¼hren kÃ¶nnte. Es erscheint daher vorliegend auch unter dem Aspekt des Rechtsmissbrauchsverbots als zulÃ¤ssig, auf eine vorgÃ¤ngige AnhÃ¶rung zu verzichten.</p> <p class="Erwgung3">Da dem BeschwerdefÃ¼hrer das rechtliche GehÃ¶r vorliegend auch im Nachhinein nicht gewÃ¤hrt wurde, erfolgte die vorliegende Anpassung der Eingrenzung unter Missachtung des GehÃ¶rsanspruchs.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Da der Anspruch des BeschwerdefÃ¼hrers auf rechtliches GehÃ¶r verletzt wurde (E. 2.2.2), ist zu prÃ¼fen, ob die GehÃ¶rsverletzung im Verlauf des Rechtsmittelverfahrens geheilt werden konnte.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3.1 </span></b><span>GemÃ¤ss stÃ¤ndiger Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die MÃ¶glichkeit erhÃ¤lt, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu Ã¤ussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei Ã¼berprÃ¼fen kann (BGE 137 I 195 E. 2.3.2; 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGr, 15. April 2016, 6B_1247/2015, E. 2.4.1 mit Hinweisen). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Da vorliegend nicht die erstmalige Anordnung einer Eingrenzung, sondern eine Anpassung der bereits verfÃ¼gten Eingrenzung auf ein alternatives Gemeindegebiet infrage steht, liegt in der Unterlassung der AnhÃ¶rung noch keine schwerwiegende GehÃ¶rsverletzung. Damit zielt die Beschwerde ins Leere, wenn sie aus der GehÃ¶rsverletzung auf Nichtigkeit der AnpassungsverfÃ¼gung </span>vom 24. August 2017 <span>schliesst</span>: Die Verweigerung des rechtlichen GehÃ¶rs zieht nur in ausgesprochen schwerwiegenden FÃ¤llen Nichtigkeit nach sich (HÃ¤felin/MÃ¼ller/Uhlmann, Rz. 1116). Ein solcher Fall liegt hier jedenfalls nicht vor. </p> <p class="Erwgung2">Sodann verfÃ¼gt das Zwangsmassnahmengericht als <span>Rechtsmittelinstanz Ã¼ber die Kompetenz, sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei zu Ã¼berprÃ¼fen, und </span>konnte sich <span>der</span> BeschwerdefÃ¼hrer im Gerichtsverfahren einlÃ¤sslich zur Sach- und Rechtslage Ã¤ussern. Damit sind die Voraussetzungen fÃ¼r eine Heilung der GehÃ¶rsverletzung grundsÃ¤tzlich gegeben.</p> <p class="Urteilstext"><b>2.3.2 </b>Allerdings kommt eine Heilung â auch wenn die vorstehenden Voraussetzungen erfÃ¼llt sind â dann nicht in Betracht, wenn in gleichgelagerten FÃ¤llen regelmÃ¤ssig gegen den Grundsatz des rechtlichen GehÃ¶rs verstossen wird (Kiener/KÃ¤lin, S. 487<span>; Michele Albertini, Der verfassungsmÃ¤ssige Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 463 f.; vgl. auch BGE 126 II 111 E. 6a/bb).</span> Offenbar ist es wiederholt vorgekommen, dass die Beschwerdegegnerin AnpassungsverfÃ¼gungen ohne GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs erlassen hat. Indes war die Rechtslage diesbezÃ¼glich bisher ungeklÃ¤rt und es bestehen keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass das Migrationsamt auch inskÃ¼nftig und entgegen dem heutigen Urteil des Verwaltungsgerichts AnpassungsverfÃ¼gungen regelmÃ¤ssig ohne GehÃ¶rsgewÃ¤hrung vornehmen wÃ¼rde. Entscheidend ist, dass einer systematischen GehÃ¶rsverletzung nicht mit einer grosszÃ¼gigen "Heilungspraxis" Vorschub geleistet wird (vgl. HansjÃ¶rg Seiler, Abschied von der formellen Natur des rechtlichen GehÃ¶rs, in: SJZ 100/2004, S. 377 ff., S. 380 mittlere Spalte); das vorliegende Urteil soll eine allfÃ¤llige bisherige GehÃ¶rsverletzungspraxis nicht fÃ¶rdern, sondern im Gegenteil Grundlage dafÃ¼r sein, dass die Betroffenen auch im Fall einer Anpassung des Rayons grundsÃ¤tzlich vorgÃ¤ngig angehÃ¶rt werden.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b>Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin zwar gegen den GehÃ¶rsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers verstossen hat, indem sie ihn im Zusammenhang mit dem Erlass ihrer VerfÃ¼gung <span>vom 24. August 2017 betreffend Anpassung einer Eingrenzung nicht anhÃ¶rte. Dieser Mangel konnte jedoch geheilt werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.5.1 </b>Dasselbe gilt fÃ¼r eine allfÃ¤llige ungenÃ¼gende BegrÃ¼ndung der strittigen AnpassungsverfÃ¼gung, wie dies der BeschwerdefÃ¼hrer mehrfach geltend macht. Auch diesbezÃ¼glich ist davon auszugehen, dass der Mangel noch nicht schwerwiegend war und deshalb im vor­instanzlichen Gerichtsverfahren geheilt werden konnte.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.5.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer wirft schliesslich auch dem Zwangsmassnahmengericht eine ungenÃ¼gende BegrÃ¼ndung seines Entscheids vor. </p> <p class="Erwgung3">Die (Rechtsmittel-)BehÃ¶rden mÃ¼ssen die Vorbringen der Parteien entgegennehmen, prÃ¼fen und in ihrer Entscheidung berÃ¼cksichtigen (Bernhard Waldmann, Basler Kommentar zur Bundesverfassung, 2015, Art. 29 N. 45 mit Hinweisen; BGE 127 I 54 E. 2b, 124 I 241 E. 2). Daraus folgt die Verpflichtung der BehÃ¶rde, ihren Entscheid zu begrÃ¼nden. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlÃ¤sslich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrÃ¼cklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die fÃ¼r den Entscheid wesentlichen Punkte beschrÃ¤nken. Die BegrÃ¼ndung muss so abgefasst sein, dass sich Betroffene Ã¼ber die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die hÃ¶here Instanz weiterziehen kÃ¶nnen. In diesem Sinn mÃ¼ssen wenigstens kurz die Ãberlegungen genannt werden, von denen sich die BehÃ¶rde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stÃ¼tzt (BGE 136 I 229 E. 5.2 mit Hinweisen). </p> <p class="Urteilstext">Diesen Anforderungen genÃ¼gt der angefochtene Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts. Der Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers war denn auch in der Lage, den angefochtenen Entscheid sachgerecht anzufechten. Eine GehÃ¶rsverletzung ist diesbezÃ¼glich zu verneinen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b>GemÃ¤ss der Beschwerde ist die strittige AnpassungsverfÃ¼gung dem Rechtsvertreter ohne eine Plankopie des eingegrenzten Rayons zugestellt worden; da die Plankopie ein integrierender Bestandteil der VerfÃ¼gung sei, liege ein schwerwiegender Form- und ErÃ¶ffnungsfehler vor. Wie die Vorinstanz jedoch zu Recht ausfÃ¼hrt, ist es fÃ¼r den Rechtsvertreter ohne Weiteres mÃ¶glich â sofern dies fÃ¼r eine ausreichende Vertretung notwendig ist â die Grenzen der beiden betreffenden Gemeinden zu eruieren oder diesbezÃ¼gliche Akteneinsicht zu verlangen. Das Vorliegen eines Form- oder ErÃ¶ffnungsfehlers, der zur Aufhebung oder gar Nichtigkeit der AnpassungsverfÃ¼gung fÃ¼hren wÃ¼rde, ist zu verneinen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.7 </b>In formeller Sicht ist schliesslich zu beachten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer verschiedene Beweisofferten gestellt hat, namentlich den Beizug von Akten sowie die Befragung von beteiligten Personen. </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 7 Abs. 1 VRG untersucht die VerwaltungsbehÃ¶rde den Sachverhalt von Amtes wegen. Unter Mitbeachtung des RÃ¼geprinzips gilt dieser Grundsatz auch vor Verwaltungsgericht. Indes sind (weitere) Beweise nur insoweit abzunehmen, als der rechtserhebliche Sachverhalt unklar ist (Kaspar PlÃ¼ss, in: <span>Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], </span>§ 7 N. 10). Dies ist vorliegend nicht der Fall.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanzen grenzten den BeschwerdefÃ¼hrer auf das Gebiet der Gemeinde Urdorf bzw. Uster ein und griffen damit in seine verfassungsrechtlich geschÃ¼tzte Bewegungsfreiheit ein (Art. 10 Abs. 2 BV). Nach Art. 36 Abs. 1 BV bedÃ¼rfen GrundrechtseinschrÃ¤nkungen einer gesetzlichen Grundlage. Sie mÃ¼ssen weiter durch ein Ã¶ffentliches Interesse oder durch den Schutz von Grundrechten Dritter gerechtfertigt sein (Art. 36 Abs. 2 BV) und sich sodann als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweisen (Art. 36 Abs. 3 BV).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss Art. 74 Abs. 1 lit. b AuG kann die zustÃ¤ndige kantonale BehÃ¶rde einer Person die Auflage machen, ein ihr zugewiesenes Gebiet nicht zu verlassen, wenn ein rechtskrÃ¤ftiger Weg- oder Ausweisungs­entscheid vorliegt und konkrete Anzeichen befÃ¼rchten lassen, dass die betroffene Person nicht innerhalb der Ausreisefrist ausreisen wird, oder sie die ihr angesetzte Frist nicht eingehalten hat. </p> <p class="Urteilstext">Die gesetzliche Grundlage ist vorliegend gegeben: Der BeschwerdefÃ¼hrer ist algerischer StaatsangehÃ¶riger und stellte am 24. Juli 2011 in der Schweiz ein Asylgesuch. Mit VerfÃ¼gung vom 23. August 2011 trat das Bundesamt fÃ¼r Migration (heute Staatssekretariat fÃ¼r Migration SEM) auf sein Asylgesuch nicht ein und wies ihn an, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids zu verlassen; ebenso wurde am 20. Oktober 2011 Ã¼ber ein weiteres Asylgesuch vom 12. September 2011 entschieden. Die dem BeschwerdefÃ¼hrer angesetzte Ausreisefrist ist damit schon seit lÃ¤ngerer Zeit verstrichen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Zweck der Eingrenzung nach Art. 74 Abs. 1 lit. b AuG ist es, den Verbleib der auslÃ¤ndischen Person zu kontrollieren, sowie ihre VerfÃ¼gbarkeit fÃ¼r die Vorbereitung und DurchfÃ¼hrung der Ausschaffung sicherzustellen (vgl. Andreas ZÃ¼nd, in: Marc Spescha/Hanspeter ThÃ¼r/Andreas ZÃ¼nd/Peter Bolzli/Constantin Hruschka, Kommentar Migrationsrecht, 4. A., ZÃ¼rich 2015, Art. 74 AuG N. 5). Da die Eingrenzung ein milderes Mittel zum auslÃ¤nderrechtlich begrÃ¼ndeten Freiheitsentzug darstellt, darf sie wie diese eine gewisse Druckwirkung zur Durchsetzung der Ausreisepflicht entfalten. Sie kann daher ebenfalls dazu dienen, die spontane Ausreise der auslÃ¤ndischen Person zu fÃ¶rdern (BGr, 13. November 2017, 2C_287/2017, E. 4.2 f. [zur Publikation vorgesehen]).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Anders als im vorinstanzlichen Entscheid ausgefÃ¼hrt, ist die Eignung der Eingrenzung vorliegend zu Ã¼berprÃ¼fen: FrÃ¼here Eingrenzungen des BeschwerdefÃ¼hrers sind zwar (auch im Hinblick auf die Eignung der Massnahme) unangefochten geblieben. Hieraus kann aber nicht gefolgert werden, dass das Recht auf Anfechtung der neuen, die frÃ¼here EingrenzungsverfÃ¼gung vollumfÃ¤nglich ersetzende VerfÃ¼gung ganz oder in Teilen verwirkt wÃ¤re, zumal in der Verwaltungsgerichtsbarkeit das Recht von Amtes wegen anzuwenden ist.</p> <p class="Erwgung2">GemÃ¤ss der neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung besteht ein grundlegendes Ã¶ffentliches Interesse daran, abgewiesene Asylbewerbende durch die Eingrenzung zu einer freiwilligen Ausreise zu bewegen (BGr, 13. November 2017, 2C_287/2017, E. 4.6 ff. [zur Publikation vorgesehen]). Die Eingrenzung nach Art. 74 Abs. 1 lit. b AuG ist damit erst dann untauglich zur Erreichung ihres Zwecks, wenn sowohl die Ausschaffung als auch die freiwillige Ausreise objektiv unmÃ¶glich sind (BGr, 13. November 2017, 2C_287/2017, E. 4.7.2 und 4.8 [zur Publikation vorgesehen]). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Wenn der BeschwerdefÃ¼hrer gegen die Eignung der Massnahme vorbringt, dass diese bislang seine Ausreise noch nicht zu bewirken vermochte, so fÃ¤llt in Betracht, dass sie in den nÃ¤chsten Monaten bis zum Ablauf der angesetzten Dauer die gewÃ¼nschte Wirkung dennoch entfalten kÃ¶nnte. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Weiter macht der BeschwerdefÃ¼hrer geltend, die Eingrenzung sei aufgrund der Meldepflichten in der Notunterkunft, die ihn zum dortigen Verbleib anhalten, nicht erforderlich. GemÃ¤ss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dienen Eingrenzungen einem anderen Zweck als Meldepflichten (BGr, 3. November 2017, 2C_287/2017, E. 4.4 [zur Publikation vorgesehen]). Es entspricht ausserdem der verwaltungsgerichtlichen Praxis, dass Meldepflichten grundsÃ¤tzlich keine geeigneten Ersatzmassnahmen fÃ¼r Eingrenzungen darstellen (VGr, 13. Oktober 2016, VB.2016.00538, E. 4; 24. Oktober 2017, VB.2017.00033, E. 2.4.3). Bei der PrÃ¤senzkontrolle handelt es sich denn auch nicht um eine auslÃ¤nderrechtliche Zwangsmassnahme (VGr, 27. Februar 2017, VB.2017.00131, E. 3.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Schliesslich ist zu prÃ¼fen, ob das Ã¶ffentliche Interesse an der Eingrenzung das gegenteilige Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers an der Aufhebung der Massnahme Ã¼berwiegt. Die Eingrenzung darf nicht Ã¼ber das Erforderliche hinausgehen, was insbesondere bei der Festlegung der GrÃ¶sse des Rayons und der Dauer der Eingrenzung zu berÃ¼cksichtigen ist. Mit anderen Worten haben Zweck und Mittel in einem vernÃ¼nftigen VerhÃ¤ltnis zueinander zu stehen (VGr, 13. Oktober 2016, VB.2016.00538, E. 3.4 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.1 </b>Vorliegend fÃ¤llt ins Gewicht, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in der Schweiz mehrfach straffÃ¤llig wurde; dies unter anderem wegen Diebstahls, geringfÃ¼giger Hehlerei, Widerhandlungen gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz, der Missachtung einer Ein- sowie einer Ausgrenzung und weiterer Delikte. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts ist unter derartigen UmstÃ¤nden eine Eingrenzung auf das Gebiet einer Gemeinde grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig, da das Ã¶ffentliche Interesse an der Eingrenzung in solchen FÃ¤llen vergleichsweise schwer wiegt (VGr, 27. Februar 2017, VB.2016.00689, E. 2.6.4).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.2 </b>Bei der InteressenabwÃ¤gung ist weiter zu beachten, dass es sich bei den Gemeinden Uster und Urdorf nicht etwa um kleine Gemeinden handelt. Uster verfÃ¼gt bei einer GemeindeflÃ¤che von 28,56 km<sup>2</sup> Ã¼ber rund 35'000 Einwohner und Urdorf bei einer GemeindeflÃ¤che von 7,62 km<sup>2 </sup>Ã¼ber knapp 10'000 Einwohner. Angesichts dieser VerhÃ¤ltnisse, die dem BeschwerdefÃ¼hrer die Befriedigung der GrundbedÃ¼rfnisse erlauben, ist der Eingriff in seine Bewegungsfreiheit zwar weder mit Bezug auf Urdorf noch auf Uster als allzu gross zu werten. Indessen findet sich in den Akten ein Arztzeugnis vom 16. August 2017, wonach der BeschwerdefÃ¼hrer aus medizinischer Sicht aus der Notunterkunft Urdorf in eine oberirdische Wohnsituation wechseln mÃ¼sse. Er bringt vor, dass es sich bei der Notunterkunft Urdorf um eine unterirdische Zivilschutzanlage handle. Diese AusfÃ¼hrungen wurden von der Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom 11. Dezember 2017 nicht bestritten. Es ist davon auszugehen, dass der Verbleib des BeschwerdefÃ¼hrers in der Notunterkunft Urdorf und die damit einhergehende Eingrenzung auf die Gemeinde Urdorf fÃ¼r ihn einen schwerwiegenden Nachteil darstellt. Nicht relevant fÃ¼r die Beurteilung der Eingrenzung ist indessen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer sich mÃ¶glicherweise mit Tuberkulose infiziert hat. Es versteht sich von selbst, dass gegebenenfalls die nÃ¶tigen medizinischen Betreuungsmassnahmen ergriffen und die Ansteckung weiterer Personen vermieden werden mÃ¼sste; dies ist jedoch unabhÃ¤ngig von der Eingrenzung der Fall.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.3 </b>Insgesamt Ã¼berwiegt somit das Ã¶ffentliche Interesse am Weiterbestand der Eingrenzung auf die Stadt Uster das entgegenstehende Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers. Hingegen Ã¼berwiegt dessen Interesse an der Aufhebung der Eingrenzung bezÃ¼glich der Gemeinde Urdorf, da er sich sonst wohl in der dortigen Notunterkunft aufhalten mÃ¼sste; die angefochtene EingrenzungsverfÃ¼gung ist insoweit aufzuheben.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Insbesondere unter dem Aspekt der Nichtigkeit bringt der BeschwerdefÃ¼hrer weiter vor, Dispositiv-Ziff. 2 der VerfÃ¼gung vom 24. August 2017, wonach er das Gemeindegebiet Urdorf <i>bzw.</i> Uster nicht verlassen dÃ¼rfe, sei unklar formuliert. Wie in ErwÃ¤gung 3 ausgefÃ¼hrt, ist der BeschwerdefÃ¼hrer mit dem heutigen Urteil nur noch auf das Gemeindegebiet Uster eingegrenzt. Insofern lÃ¤uft die RÃ¼ge ins Leere. Abgesehen davon liegt in der Anordnung einer alternativen Eingrenzung jedenfalls kein derart schwerer Mangel, dass auf Nichtigkeit der Anordnung zu schliessen wÃ¤re. Nichtigkeit ist erst anzunehmen, wenn ein Mangel der VerfÃ¼gung von besonderer Schwere ist, wovon die Praxis nur in AusnahmefÃ¤llen ausgeht (vgl. dazu HÃ¤felin/MÃ¼ller/Uhlmann, Rz. 1096 ff.). Eine solche besondere Schwere des Mangels ist auch dann nicht anzunehmen, wenn sich der BeschwerdefÃ¼hrer, wie er ausfÃ¼hrt, zeitweilig gar nicht im eingegrenzten Gebiet hat aufhalten kÃ¶nnen, da er am 13. Juli 2017 fÃ¼r ca. drei Wochen wegen Bettwanzenbefalls in der Notunterkunft Uster in die Notunterkunft Embrach habe verlegt werden mÃ¼ssen. Es versteht sich von selbst, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bei einer vorÃ¼bergehenden Einquartierung in einer Notunterkunft ausserhalb des Rayons nicht an die verfÃ¼gte Eingrenzung gebunden ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>AnzufÃ¼gen ist, dass das Migrationsamt entgegen dem BeschwerdefÃ¼hrer ohne Weiteres funktional zustÃ¤ndig ist, eine EingrenzungsverfÃ¼gung bei verÃ¤nderter Sachlage â vorliegend beim Wechsel der Notunterkunft â nachtrÃ¤glich anzupassen, auch wenn ein Verfahren gegen dieselbe zu diesem Zeitpunkt vor dem Zwangsmassnahmengericht hÃ¤ngig ist (<span>Martin Bertschi, Kommentar VRG, Vorbem. zu §§ 86aâ86d N. 17)</span>.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Weiter wurde der BeschwerdefÃ¼hrer zur ErÃ¶ffnung der EingrenzungsverfÃ¼gungen vom 24. August 2017 und vom 16. Juni 2017 am 4. September 2017 bzw. am 26. Juni 2017 kurzfristig fÃ¼r 45 bzw. fÃ¼r 40 Minuten festgehalten, womit ebenfalls in seine verfassungsrechtlich geschÃ¼tzte Bewegungsfreiheit eingegriffen wurde (siehe oben E. 3 zu den Voraussetzungen von Grundrechtseingriffen). </span>Ein Gesuch um ÃberprÃ¼fung der kurzfristigen Festhaltung kann grundsÃ¤tzlich jederzeit gestellt werden (<span>Tarkan GÃ¶ksu, Handkommentar AuG</span>, Art. 73 N. 14).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 73 Abs. 1 lit. a AuG kann die zustÃ¤ndige kantonale BehÃ¶rde eine Person ohne Kurzaufenthalts-, Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung zur ErÃ¶ffnung einer VerfÃ¼gung im Zusammenhang mit ihrem Aufenthaltsstatus kurzfristig festhalten. Abs. 2 dieser Bestimmung hÃ¤lt fest, dass die Person nur fÃ¼r die Dauer der erforderlichen Mitwirkung oder Befragung sowie des allenfalls erforderlichen Transports, hÃ¶chstens aber drei Tage festgehalten werden darf; die Einhaltung dieser zeitlichen Vorgaben ist vorliegend unbestritten. Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass die kurzfristige Festhaltung an sich unrechtmÃ¤ssig gewesen sei.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b><span>Obgleich davon auszugehen ist, dass die kurzfristige Festhaltung nach Art. 73 Abs. 1 lit. a AuG im Regelfall zur ErÃ¶ffnung des Weg- oder Ausweisungsentscheids vor der Ausschaffungshaft dient, um die betroffene Person bis dahin festhalten zu kÃ¶nnen (GÃ¶ksu, Art. 73 N. 5), kann die gesetzliche Grundlage der kurzfristigen Festhaltungen bejaht werden. Der BeschwerdefÃ¼hrer verfÃ¼gt Ã¼ber keinen gÃ¼ltigen Aufenthaltstitel und eine EingrenzungsverfÃ¼gung hat einen gewissen Zusammenhang mit seinem Aufenthaltsstatus, da sie aufgrund der nicht vorhandenen Aufenthaltsbewilligung erlassen wird.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Zweck der kurzfristigen Festhaltung ist nach den AusfÃ¼hrungen der Vorinstanzen erstens die Sicherstellung, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die EingrenzungsverfÃ¼gung versteht bzw. dass sie ihm Ã¼bersetzt wird. Die Polizei mÃ¼sse fÃ¼r den Zeitpunkt der VerfÃ¼gungserÃ¶ffnung einen Dolmetscher organisieren und im Hinblick darauf rechtfertige sich eine kurzfristige Festhaltung, um verwaltungstechnische LeerlÃ¤ufe zu minimieren. Weiter soll durch die Festhaltung eine ErÃ¶ffnung der VerfÃ¼gung innert nÃ¼tzlicher Frist gewÃ¤hrleistet werden; Personen ohne Aufenthaltstitel fehle oftmals ein konstanter Wohnort und eine schriftliche Zustellung kÃ¶nne nicht ohne Weiteres erfolgen.</p> <p class="Urteilstext">Obgleich im vorliegenden Fall eine VerstÃ¤ndigung mit dem BeschwerdefÃ¼hrer auf Deutsch mÃ¶glich ist, kann ein gewisses Ã¶ffentliches Interesse an der ErÃ¶ffnung der VerfÃ¼gungen innert nÃ¼tzlicher Frist bejaht werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>GrundrechtseinschrÃ¤nkungen mÃ¼ssen schliesslich verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein. Dies bedeutet, dass das Ã¶ffentliche Interesse an der kurzfristigen Festhaltung das private Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers Ã¼berwiegen muss. Der Grundrechtseingriff hat sich auf das erforderliche Minimum zu beschrÃ¤nken.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.4.1 </b>In der Regel, so auch im vorliegenden Fall, sind die von Eingrenzungen betroffenen Personen einer Notunterkunft zugeteilt, wo sie sich regelmÃ¤ssig zu melden haben; sie kÃ¶nnen zudem nur mit ihrer dortigen Anwesenheit Nothilfe beziehen. Ein postalischer Zustellungsversuch der EingrenzungsverfÃ¼gung oder einer Vorladung an die Adresse der betreffenden Unterkunft wÃ¤re als praktikable mildere (und grundsÃ¤tzlich kaum aufwendigere) Massnahme vor einer Festhaltung mÃ¶glich. Zudem ist der BeschwerdefÃ¼hrer anwaltlich vertreten, weshalb auch eine Zustellung an die Adresse des Rechtsvertreters mÃ¶glich gewesen wÃ¤re. Die ErÃ¶ffnung von EingrenzungsverfÃ¼gungen ist sodann nicht derart dringlich, dass sich ein Zustellversuch oder â wenn die BehÃ¶rde eine mÃ¼ndliche ErÃ¶ffnung mit Ãbersetzung fÃ¼r notwendig hÃ¤lt â eine vorgÃ¤ngige Vorladung nicht rechtfertigte. Die Anordnung einer kurzfristigen Festhaltung setzt grundsÃ¤tzlich voraus, dass begrÃ¼ndete Zweifel bestehen, dass die betroffene Person die erforderliche Mitwirkung nicht von sich aus leisten wird. Solche Zweifel kÃ¶nnen beispielsweise gegeben sein, wenn sie einer entsprechenden Vorladung bereits einmal nicht Folge geleistet hat oder klar zum Ausdruck brachte, dass sie einer Vorladung nicht Folge leisten werde (VGr, 13. Juli 2017, VB.2017.00247, E. 3.5.2 mit Hinweis auf VGr, 5. Dezember 2016, VB.2016.000289, E. 5.2, 5.4).</p> <p class="Erwgung3"><b>5.4.2 </b>Im vorliegenden Fall bestehen keine genÃ¼genden Anzeichen dafÃ¼r, dass der BeschwerdefÃ¼hrer einer Vorladung keine Folge geleistet hÃ¤tte. <span>Zwar hatte der BeschwerdefÃ¼hrer vorgÃ¤ngig offenbar die Gelegenheit, die Polizei freiwillig zu begleiten, nahm diese MÃ¶glichkeit aber nicht wahr. Hieraus lÃ¤sst sich allerdings nicht der Schluss ziehen, der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤re auch einer Vorladung nicht gefolgt. Damit bestanden insgesamt keine genÃ¼genden Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass der BeschwerdefÃ¼hrer einer Vorladung nicht Folge leisten wÃ¼rde, weshalb sich die kurzfristigen Festhaltungen als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweisen.</span> Es ist daher die Widerrechtlichkeit der kurzfristigen Festhaltungen festzustellen und die Beschwerde auch in diesem Punkt gutzuheissen. Anzumerken bleibt, dass auch hier der Mangel nicht derart schwerwiegend ist, dass auf Nichtigkeit der Festhaltungen zu schliessen wÃ¤re.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.4.3 </b>Bei diesem Ergebnis kann offengelassen werden, ob auch vor der Anordnung der Festhaltung eine AnhÃ¶rung des Betroffenen erforderlich ist. Dennoch ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei der kurzfristigen Festhaltung um ein polizeiliches Zwangsmittel handelt, dessen vorgÃ¤ngige AnkÃ¼ndigung gerade dazu fÃ¼hren kann, die Festhaltung zu vereiteln. In einem solchen Bereich â wo die Vereitelung einer prozessualen Massnahme droht â kann es zulÃ¤ssig sein, auf eine vorgÃ¤ngige AnhÃ¶rung zu verzichten (vgl. Kiener/KÃ¤lin, S. 501).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.5 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt Ã¼berdies, die VerfÃ¼gungen betreffend die kurzfristigen Festhaltungen aufzuheben. Diese Festhaltungen sind bereits erfolgt; es besteht gemÃ¤ss Art. 73 Abs. 5 AuG ein Anspruch, die RechtmÃ¤ssigkeit derselben nachtrÃ¤glich gerichtlich Ã¼berprÃ¼fen zu lassen. Auf dieser gesetzlichen Grundlage sind die Festhaltungen in den vorstehenden ErwÃ¤gungen 5.1â5.4 beurteilt worden. </p> <p class="Erwgung2">Hingegen besteht kein aktuelles schutzwÃ¼rdiges Interesse an der Aufhebung der entsprechenden VerfÃ¼gungen zur Festhaltung (vgl. § 21 Abs. 1 Satzteil 2 in Verbindung mit § 49 VRG; Bertschi, Kommentar VRG, § 21 N. 24). Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Schliesslich bleibt auch hier anzumerken, dass die UnrechtmÃ¤ssigkeit der Festhaltungen nicht einen Grad erreicht, der auf Nichtigkeit der Anordnungen schliessen lassen wÃ¼rde.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Weiter beanstandet der BeschwerdefÃ¼hrer, dass der vorinstanzliche Entscheid der Kantonspolizei ZÃ¼rich mitgeteilt wurde, und bringt vor, nicht rechtskrÃ¤ftige EingrenzungsverfÃ¼gungen wÃ¼rden in das automatisierte Polizeifahndungssystem RIPOL aufgenommen. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, einen vollstÃ¤ndigen RIPOL-Auszug betreffend die Eingrenzungen des BeschwerdefÃ¼hrers im Zeitraum zwischen dem 16. Juni 2016 und dem 20. November 2017 zu edieren.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Gerichtsentscheide sind den zustÃ¤ndigen VollzugsbehÃ¶rden mitzuteilen (Alain Griffel, Kommentar VRG, § 28 N. 49). Beim Vollzug der Zwangsmassnahmen wirken die Polizeiorgane mit (§ 1 Abs. 3 der Verordnung Ã¼ber den Vollzug der Zwangsmassnahmen im AuslÃ¤nderrecht). Mit der Beschwerde wird nicht nÃ¤her aufgezeigt, weshalb die Mitteilung an die Kantonspolizei dennoch unzulÃ¤ssig sein sollte. Es besteht kein Anlass zur beantragten teilweisen Aufhebung von Dispositiv-Ziff. 8 des angefochtenen Entscheids.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Nicht einzutreten ist auf den Beschwerdeantrag betreffend die Edition des RIPOL-Auszugs: Vor Verwaltungsgericht kÃ¶nnen keine neuen Sachbegehren gestellt werden (§ 20a Abs. 1 in Verbindung mit § 52 Abs. 1 VRG; Marco Donatsch, Kommentar VRG, § 20a N. 9). Ein entsprechendes Begehren hat der BeschwerdefÃ¼hrer vor dem Zwangsmassnahmengericht nicht gestellt, weshalb darauf nicht einzutreten ist. </p> <p class="Erwgung2">Abgesehen davon sind Auskunfts- oder Berichtigungsbegehren betreffend EintrÃ¤ge im RIPOL nicht beim Verwaltungsgericht oder beim Migrationsamt, sondern beim Bundesamt fÃ¼r Polizei zu stellen (Art. 2 in Verbindung mit Art. 13 RIPOL-Verordnung und Art. 8 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1992 Ã¼ber den Datenschutz [DSG]). Da ein solches Begehren nicht fristgebunden ist, kann eine Ãberweisung durch das Gericht unterbleiben.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>7.1 </b>Mit der Beschwerde wird beanstandet, dass die Vorinstanz fÃ¼r ihr Verfahren Gerichtskosten erhoben und diese Kosten dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt hat.</p> <p class="Erwgung2">Die Vor­instanz hat die Gerichtskosten zwar dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt, jedoch abgeschrieben. Angesichts der sofortigen Abschreibung der Kosten entfÃ¤llt ein Interesse an der ÃberprÃ¼fung der Kostenauflage; auf seinen <span>diesbezÃ¼glichen</span> Antrag ist nicht einzutreten (§ 21 Abs. 1 in Verbindung mit § 49 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>7.2 </b>Angesichts seines nunmehrigen teilweisen Obsiegens im Verfahren vor dem Zwangsmassnahmengericht hat <span>der</span> BeschwerdefÃ¼hrer Anspruch auf eine reduzierte ParteientschÃ¤digung (<span>vgl. Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 17 N. 21). Als angemessen erscheint ein Betrag von Fr. 2'000.- zuzÃ¼glich 8 % Mehrwertsteuer. Dieser Betrag wird an die dem Rechtsvertreter zugesprochene amtliche EntschÃ¤digung </span>anzurechnen sein.</p> <p class="Erwgung2"><b>7.3 </b>Nicht nÃ¤her begrÃ¼ndet ist der Antrag des BeschwerdefÃ¼hrers, mit dem er sich gegen den RÃ¼ckforderungsvorbehalt gemÃ¤ss Dispositiv-Ziff. 7 (letzter Satz) des Urteils des <span>Zwangsmassnahmengerichts</span> richtet. Die Anordnung hat ihre Grundlage in § 16 Abs. 4 VRG und ist rechtmÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>8.1 </span></b><span>Bei diesem Verfahrensausgang, bei dem beide Parteien teilweise unterliegen, sind ihnen die Kosten des Beschwerdeverfahrens je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Da der auf den BeschwerdefÃ¼hrer entfallende Anteil jedoch aufgrund seiner Mittellosigkeit offensichtlich uneinbringlich wÃ¤re, sind diese Kosten abzuschreiben, womit sein Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung gegenstandslos wird.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>8.2 </b><span>Entsprechend seinem teilweisen Obsiegen ist dem BeschwerdefÃ¼hrer in Anwendung von § 17 Abs. 2 lit. b VRG eine reduzierte ParteientschÃ¤digung fÃ¼r die anwaltlichen BemÃ¼hungen zuzusprechen (vgl. oben E. 7.2). Als angemessen erscheint fÃ¼r das Beschwerdeverfahren ein Betrag von Fr. 1'000.- zuzÃ¼glich 8 % Mehrwertsteuer</span>.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>8.3 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt die unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, denen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche Rechts­pflege. Ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtsvertretung besteht, wenn ein Gesuchsteller zusÃ¤tzlich nicht in der Lage ist, seine Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer erscheint als mittellos im Sinn des Gesetzes. Sodann war die Beschwerde nicht aussichtslos. In Anbetracht der nicht einfachen Fragestellungen im Zusammenhang mit der neuen Praxis der MigrationsbehÃ¶rde war der BeschwerdefÃ¼hrer zur Geltendmachung seiner AnsprÃ¼che auf einen Rechtsvertreter angewiesen (vgl. PlÃ¼ss, § 16 N. 80 f.). Das Gesuch um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung ist daher gutzuheissen und dem BeschwerdefÃ¼hrer antragsgemÃ¤ss Rechtsanwalt B als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen. Diesem ist Frist zur Einreichung der Rechnung anzusetzen. Dabei wird die dem </span>BeschwerdefÃ¼hrer zugesprochene ParteientschÃ¤digung anzurechnen sein.</p> <p class="Erwgung2"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer wird auf § 16 Abs. 4 VRG hingewiesen, wonach eine Partei, der die unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung gewÃ¤hrt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens.</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. <span>Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>a) In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. 1 des Urteils des Zwangsmassnahmengerichts des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 31. Oktober 2017 wird die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 24. August 2017 betreffend Anpassung einer Eingrenzung insoweit aufgehoben, als damit eine alternative Eingrenzung des BeschwerdefÃ¼hrers auf das Gemeindegebiet Urdorf angeordnet wurde.</span></p> <p class="Einzug2"><span>b) In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. 2 und 3 <span>des Urteils des Zwangsmassnahmengerichts des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 31. Oktober 2017 wird festgestellt, dass die kurzfristigen Festhaltungen des BeschwerdefÃ¼hrers vom 26. Juni 2017 sowie vom 4. September 2017 widerrechtlich waren.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>c) <span>Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r das Verfahren vor dem Zwangsmassnahmengericht eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- zuzÃ¼glich 8 % MWST auszurichten, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils. Diese EntschÃ¤digung ist auf die EntschÃ¤digung des unentgeltlichen Rechtsbeistands anzurechnen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'600.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. <span>Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt; der auf den BeschwerdefÃ¼hrer entfallende Anteil wird wegen offensichtlicher UnerhÃ¤ltlichkeit abgeschrieben.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span> Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- zuzÃ¼glich 8 % MWST auszurichten, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils. Diese EntschÃ¤digung wird auf die EntschÃ¤digung des unentgeltlichen Rechtsbeistands angerechnet.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. <span>Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird in der Person von Rechtsanwalt B ein unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt. Dieser wird aufgefordert, dem Verwaltungsgericht innert einer Frist von 30 Tagen nach Zustellung dieses Urteils eine detaillierte Zusammenstellung Ã¼ber den Zeitaufwand und die Barauslagen einzureichen, ansonsten die EntschÃ¤digung nach Ermessen festgesetzt wÃ¼rde (§ 9 Abs. 2 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 23. August 2010). Die Nachzahlungspflicht gemÃ¤ss § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgesetzes Ã¼ber das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an ..,</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>