Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 17. August 2017 (720 17 57 / 214) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Konsensverfahren bei der Anordnung einer Verlaufsbegutachtung eingehalten. Einwän- de gegen einen medizinischen Experten abgelehnt. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch André Baur , Advokat , Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff Gutachten A. Der 1957 geborene A.____ bezieht aufgrund psychi scher Gesundheitsbeeinträchtigun- gen seit 1. Februar 1999 eine ganze Rente der Invalidenversicherung (IV), welche im Nachgang zu zwei in den Jahren 2003 und 2007 durchgeführten Revisionsverfahren jeweils bestätigt wur- de. Im Rahmen eines dritten, im März 2012 eingeleiteten Revisionsverfahrens wurde im B.____ ein bidisziplinäres Gutachten in den Fachrichtungen allgemeine innere Medizin und Psychiatrie eingeholt. Das entsprechende Gutachten des B.____ erging am 19. Dezember 2013, wobei das psychiatrische Teilgutachten vom 11. Dezember 2013 von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Psychotherapie, erstellt worden war. Gestützt auf di eses B.____-Gutachten ging die IV- Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) von einer wesentlich en Besserung des psychischen Ge- sundheitszustands des Versicherten aus und stellte auf der B asis eines ermittelten IV-Grads von 38% mit Vorbescheid vom 4. Februar 2015 die Aufheb ung der bisher ausgerichteten Rente in Aussicht. B. Im Rahmen des darauffolgenden Einwandverfahrens lie ss der Versicherte zahlreiche formale und inhaltliche Rügen gegen das B.____-Gutach ten, namentlich gegen das psychiatri- sche Teilgutachten von Dr. C.____, vorbringen. Die IV-S telle teilte dem Versicherten in der Fol- ge am 17. August 2016 mit, dass zur Prüfung des Leistungs anspruchs eine weitere psychiatri- sche Abklärung durch Dr. C.____ erforderlich sei. Mit Sch reiben vom 29. August 2016 liess der Versicherte die gutachterliche Unabhängigkeit von Dr. C .____ in Frage stellen und schlug an dessen Stelle sieben psychiatrische Fachärzte als mögliche Verlaufsgutachter vor. Die IV-Stelle hielt am 7. September 2016 fest, dass der Versicherte ke ine zulässigen Ausstandsgründe ge- gen Dr. C.____ gelten gemacht habe. Im Hinblick darauf , dass Dr. C.____ bereits vorbegutach- tend tätig gewesen sei und die gesundheitliche Entwicklu ng daher besser beurteilen könne, werde an der Verlaufsbegutachtung durch Dr. C.____ fest gehalten. Auf Aufforderung des Ver- sicherten hin hat die IV-Stelle in der Folge mit Zwisch enverfügung vom 20. Januar 2017 an der vorgesehen Verlaufsbegutachtung durch Dr. C.____ festgehalten. C. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Ad vokat André Baur, am 20. Februar 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-L andschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, die IV-St elle sei in Aufhebung der angefochte- nen Verfügung anzuweisen, einen unabhängigen Gutacht er mit seiner Exploration zu beauftra- gen. Die IV-Stellen der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt seien aufzufordern, die An- zahl der von Dr. C.____ in der Zeit zwischen 2012 und 2 016 an- und mitverfertigten Gutachten sowie die Beträge der dafür bezahlten Honorare zu ben ennen. Ferner seien die beiden IV- Stellen aufzufordern, die Zahl der von 2012 bis 2016 eingeholten psychiatrischen Gutachten und Teilgutachten sowie die Namen der damit beauftragten Gutachter und die Zahl ihrer Aufträ- ge offenzulegen. Dr. C.____ sei aufzufordern, die Zahl der weiteren, für andere Sozialversiche- rungen angefertigten Gutachten zu nennen und die hierfür erhaltenen Honorare offenzulegen. D. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 23. Februar 2 017 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertr eter bewilligt, das Gesuch um unent- geltliche Prozessführung in Bezug auf die Gerichtskosten jedoch abgewiesen. E. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 22. März 2 017 auf Abweisung der Be- schwerde. F. Mit Replik vom 21. Juni 2017 hielt der Beschwerdefüh rer an seinen Rechtsbegehren fest. Dabei verwies er auf die kantonale Rechtsprechung, wonach eine Verlaufsbegutachtung ein beweistaugliches Vorgutachten voraussetze. In casu sei das Vorgutachten von Dr. C.____ nicht beweistauglich. Dr. C.____ scheide als Gutachter daher aus. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 27. Juni 2017 auf die Einreichung einer Dup- lik. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. 1.2 Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassu ngs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht und einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV- Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Über Beschwerden gegen selbständig anfechtbare prozess- un d verfahrensleitende Verfügun- gen gemäss Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 entscheidet gemäss § 1 Abs. 3 lit. g VPO dabei grundsätzlich die präsidierende Person der Abteilung dur ch Präsidialentscheid. Bei der ange- fochtenen Zwischenverfügung der IV-Stelle vom 20. Januar 2017 handelt es sich um eine sol- che verfahrensleitende Verfügung im Sinne der genannte n Bestimmung. Die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde fällt somit grundsätzlich in die Kompetenz der präsidierenden Person des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Ge mäss § 55 Abs. 3 VPO kann das Präsidium Fälle mit Rechtsfragen von grundsätzlicher B edeutung jedoch der Dreierkammer zur Beurteilung überweisen. Dies ist hier der Fall, wesha lb das Präsidium mit verfahrensleitender Verfügung vom 11. April 2017 die Angelegenheit im Si nne von § 55 Abs. 3 VPO dem Gericht als funktional zuständige Behörde zur Beurteilung überwiesen hat. 1.3.1 In formeller Hinsicht bleibt zu prüfen, ob es sich bei der vorliegend angefochtenen Ver- fügung um eine Zwischenverfügung im Sinne von Art. 55 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungs verfahren (VwVG) vom 20. Dezember 1968 handelt, in deren Zusammenhang ei n nicht wieder gutzumachender Nach- teil vorliegt (Art. 46 Abs. 1 lit. a VwVG), der zur se lbständigen Anfechtung berechtigt. Mit Urteil vom 10. November 2016, 720 16 84, ist das Kantonsgericht unter Hinweis auf die eigene Rechtsprechung (Urteil des Kantonsgerichts vom 3. März 20 16, 720 14 243), die Rechtspre- chung des Bundesgerichts (Urteil des Bundesgerichts vom 10 . November 2014, 9C_636/2014) und diejenige des Sozialversicherungsgerichts Zürich (Beschl uss des Sozialversicherungsge- richts Zürich vom 29. Juli 2016, IV.2016.00645) zum Schl uss gekommen, dass die IV-Stelle während des Verfahrens zur Einholung eines polydisziplin ären Gutachtens über die einzelnen Verfahrensschritte beziehungsweise über allfällige Einw endungen nicht jeweils separat zu ver- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht fügen habe. Eine allenfalls erlassene Verfügung sei man gels eines nicht wieder gutzumachen- den Nachteils mittels Beschwerde beim kantonalen Gericht nicht anfechtbar. Erst wenn sämtli- che Modalitäten (Begutachtungsstelle, medizinische Fachdisziplinen, Gutachter, Fragenkatalog) feststünden, und falls Einwendungen erhoben worden seie n, denen die IV-Stelle nicht vollum- fänglich stattgegeben habe, habe diese eine anfechtbare Verfügung zu erlassen, in der sie sich zu sämtlichen noch strittigen Punkte zu äussern und mindestens kurz zu begründen habe, wes- halb sie ihnen nicht oder nicht vollumfänglich stattgebe . Unbeachtlich sei dabei, ob es sich um Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich bzw. gegen die Art und den Umfang der frag- lichen Begutachtung als solche oder um formelle und mat erielle (personenbezogene) Einwen- dungen handle. 1.3.2 Gestützt auf diese Erwägungen ergibt sich, dass erst nach dem Feststehen sämtlicher Modalitäten in Bezug auf den Gutachtensauftrag eine an fechtbare Verfügung ergehen kann, andernfalls ein nicht wieder gut zu machender Nachteil verneint werden muss. Die von der IV- Stelle zu erlassende Zwischenverfügung muss mithin die N otwendigkeit der Begutachtung an sich, die beteiligten Fachdisziplinen, die Gutachterstelle mit den beteiligten Fachärzten bzw. mit dem begutachtenden Facharzt sowie den Fragenkatalog und allfällige Zusatzfragen festlegen. Vorliegend sind diese Voraussetzungen erfüllt: Die IV- Stelle hat aufgrund der langen Zeitspan- ne seit der letzten Begutachtung des Versicherten sowie n amentlich aufgrund der durch den behandelnden Psychiater attestierten zwischenzeitlichen Verschlechterung des Gesundheitszu- stands die Notwendigkeit einer erneuten Begutachtung sta tuiert; ferner hat sie als (einzige) Fachdisziplin die Psychiatrie festgelegt und Dr. C.____ als Gutachter für die Vornahme der be- absichtigten Verlaufsbegutachtung bestimmt. Aus dem S chreiben der IV-Stelle an den Rechts- vertreter des Versicherten vom 17. August 2016 geht zudem hervor, dass vorab ein Fragenka- talog formuliert und bekanntgegeben worden ist (IV-D ok 146). Schliesslich hat die IV-Stelle hierüber am 20. Januar 2017 eine förmliche Verfügung erlassen. Die Tatsache, dass das stritti- ge Verlaufsgutachten auch im Rahmen einer allfällig en Beschwerde gegen die abschliessende Leistungsverfügung der IV-Stelle angefochten werden könnte, ändert nichts daran, dass bereits im heutigen Zeitpunkt ein nicht wieder gut zu machend er Nachteil im Sinne von Art. 46 Abs. 1 lit. a VwVG vorliegt. Auch wenn der Beschwerdeführer die im vorstehenden Verfahren vorge- brachten Einwendungen gegen Dr. C.____ in einer Beschw erde gegen die Endverfügung der IV-Stelle vorzubringen berechtigt wäre, ist mit eine r psychiatrischen Begutachtung ein nicht un- bedeutender Eingriff in dessen Privat- und Intimsphäre verbunden. Im Falle einer Begutachtung durch einen rechtlich nicht legitimierten Gutachter is t ein solcher - unrechtmässiger - Eingriff nicht mehr rückgängig zu machen. Insofern liegt auch i m vorliegenden Fall ein nicht wiedergut- zumachender Nachteil vor. Auf die – im Übrigen form- u nd fristgerecht erhobene – Beschwerde vom 20. Januar 2017 ist demnach einzutreten. 2.1 Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgeme inen Teil des Sozial- versicherungsrechts (ATSG) statuiert die Sachverhaltsabkläru ng von Amtes wegen. Dem Un- tersuchungsgrundsatz zufolge ist es in erster Linie Sache der zuständigen Behörde, die materi- elle Wahrheit zu ermitteln (SVR 2007 IV Nr. 22 S. 77 , I 478/04). Die Verfahrensleitung liegt da- bei beim Versicherungsträger, dessen Ermessensspielraum in Bezug auf Notwendigkeit, Um- fang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen gene rell gross ist (Urteil des Bun- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht desgerichts vom 7. November 2013, 8C_481/2013, E. 3.4). Auch liegt es im Ermessen des Ver- sicherungsträgers, darüber zu befinden, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist. 2.2 Das Bundesgericht unterscheidet in seiner ständigen Re chtsprechung zwischen poly- disziplinären und mono- bzw. bidisziplinären Gutachten sow ie zwischen einer erstmaligen Be- gutachtung und einem Verlaufsgutachten. Es existieren k eine festen Kriterien zur allge- meingültigen Abgrenzung der Anwendungsfelder verschiedener Kategorien von Expertisen. Die grosse Vielfalt von Begutachtungssituationen erfordert vi elmehr grosse Flexibilität. In groben Zügen jedoch lassen sich die jeweiligen Einsatzbereiche rechtsprechungsgemäss wie folgt um- reissen: Eine umfassende administrative Erstbegutachtung wird regelmässig polydisziplinär anzulegen sein. Eine polydisziplinäre Expertise ist auch dann einzuholen, wenn der Gesund- heitsschaden zwar bloss auf eine oder zwei medizinische Disziplinen fokussiert ist, die Beschaf- fenheit der Gesundheitsproblematik aber noch nicht vollends gesichert ist (Urteil des Bundesge- richts vom 23. Dezember 2014, 9C_651/2014, E. 6.1). 2.3 Von einer polydisziplinären Begutachtung kann abgese hen und eine mono- oder bidis- ziplinäre Expertise durchgeführt werden, wenn die medizi nische Situation offenkundig aus- schliesslich ein oder zwei Fachgebiete beschlägt. Dabei dü rfen weder weitere interdisziplinäre Bezüge (z.B. internistischer Art) notwendig sein noch dar f ein besonderer arbeitsmedizinischer bzw. eingliederungsbezogener Klärungsbedarf bestehen (BGE 139 V 354 E. 3.2). Bei mono- und bidisziplinären Gutachten werden die Aufträge nic ht nach dem Zufallsprinzip vergeben (BGE 139 V 351 E. 2.2). In BGE 139 V 349 hat das Bundesgericht allerdings auch festgehalten, dass bei mono- und bidisziplinären Begutachtungen im Fa lle zulässiger Einwendungen kon- sensorientiert vorzugehen sei. Sofern die Verwaltung e ine bi- oder monodisziplinäre Expertise einholen wolle, müsse sie zwingend einen Einigungsversuch einleiten. Erst wenn dieser Ver- such scheitere, sei zu verfügen (a.a.O., E. 5.4). Dazu h at das Bundesgericht in einem weiteren Entscheid vom 13. Januar 2014, 8C_512/2013, präzisieren d ausgeführt, dass die Parteien zu einer einvernehmlichen Lösung nicht verpflichtet wer den könnten, weil dafür immer eine über- einstimmende Willenskundgebung erforderlich sei, welche aber nicht verbindlich durchgesetzt werden könne (a.a.O., E. 3.5). Ein eigentlicher Rechts anspruch auf eine konsensuale Bestim- mung der Gutachterstelle besteht somit nicht. Im Fall des Scheiterns einer Konsenssuche bleibt die von der IV-Stelle zu treffende Verfügung mithin unbeeinflusst. 3.1 Die für die Beurteilung des Leistungsanspruchs von A mtes wegen durchzuführenden Abklärungen im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG beinhalten nicht das Recht des Versicherungs- trägers, eine „second opinion“ zum bereits in einem Gut achten festgestellten Sachverhalt ein- zuholen, wenn ihm dieser nicht passt (Urteile des Bundesge richts vom 5. Juli 2011, 8C_148/2011, E. 3.2 und vom 1. April 2011, 8C_957/2 010, E. 6.1, je mit Hinweisen). Abgese- hen davon, dass die Einholung eines entbehrlichen Zwei tgutachtens eine unzulässige Verfah- rensverzögerung darstellen kann (BGE 131 V 409 f. E. 1 .1 mit zahlreichen Hinweisen), ist die versicherte Person nicht verpflichtet, sich einer weitere n Begutachtung zu unterziehen, wenn der Sachverhalt bereits genügend abgeklärt ist (BGE 136 V 158 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). Bei der Anordnung eines weiteren Gutachtens geht es nam entlich nicht darum, die Tunlichkeit einer medizinischen Massnahme oder Einschätzung mittels Ein holung einer Zweitmeinung zu Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht hinterfragen, sondern darum, in welchem Umfang und in welcher Tiefe Abklärungen vorzuneh- men sind, damit der rechtserhebliche Sachverhalt als mit dem massgebenden Beweisgrad er- stellt gelten kann (U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015 , Rz 12 zu Art. 43). Dabei ergibt sich die Notwendigkeit der An ordnung eines weiteren Gutachtens aus der Beantwortung der Frage, ob bereits bei den Akten liegende Gutachten die inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen an eine ärztliche Expertise (BGE 125 V 352 E. 3a) erfüllen (Urteile des Bundesgerichts vom 9. Juli 2010, 9C_359/20 10, E. 2, und vom 27. Mai 2007, U 571/06, E. 4.2). 3.2 Die Anordnung eines Verlaufsgutachtens rechtferti gt sich diesen Grundsätzen zufolge namentlich dann, wenn Zweifel über den Verlauf der g esundheitlichen Entwicklung einer versi- cherten Person seit dem Zeitpunkt der Vorbegutachtung b estehen. Die Aussagekraft einer Ver- laufsbegutachtung kann erhöht werden, wenn die gesundheitliche Entwicklung von den mit dem Fall schon vertrauten Vorgutachtern abgeklärt und beurteilt wird (BGE 132 V 110 E. 7.2.2; Urtei- le des Bundesgerichts vom 1. September 2010, 9C_1032/20 10, E. 4.1 und vom 15. September 2008, 8C_615/2008, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Im Rahmen der Verlaufsbegutachtung ist die aktuelle gesundheitliche Situation des Versicherten mit derjenigen zum Zeitpunkt der Erst- begutachtung zu vergleichen. Dabei unterscheidet das Bund esgericht nicht zwischen mono- bzw. bi- und polydisziplinären Begutachtungen. Bei einem Verlaufsgutachten im Besonderen muss die vorbefasste Gutachterstelle ebenfalls nicht über die SuisseMED@P oder nach Art. 72 bis IVV erfolgen. Diese Auffassung zeigt sich in den Entsc heiden des Bundesgerichts, welche nach Erlass des wegweisenden BGE 137 V 210 ff. g efällt wurden (vgl. BGE 139 V 349 E. 3.2 in fine S. 352; Urteile des Bundesgerichts vom 1. September 2011, 9C_1032/2010, E. 4.1 und vom 27. September 2012, 8C_446/2012, E. 3.2). 4.1 Der Beschwerdeführer beantragt in verfahrensmässiger Hinsicht, das Gericht habe die IV-Stellen Basel-Landschaft und Basel-Stadt sowie auc h Dr. C.____ selbst aufzufordern, diver- se Angaben zur Frequenz der Gutachtertätigkeit von Dr. C.____ für die IV und für andere Versi- cherungen, namentlich seinen damit erzielten Verdienst für die Jahre 2012 bis 2016, offenzule- gen. Zur Begründung lässt er im Wesentlichen vorbringen , dass Dr. C.____ als Gutachter seit Jahren praktisch nur noch Begutachtungen für Versicherung en vornehme und von der IV in wirtschaftlicher Hinsicht abhängig sei, so dass er faktisch mit einem RAD-Arzt identisch sei. Dies habe zur Konsequenz, dass seine gutachterliche Beurteilung bereits bei geringen Zweifeln keinen Beweiswert mehr aufweise. Die fehlende formelle Weisungsbefugnis der IV-Stelle ga- rantiere die notwendige Unabhängigkeit des Experten a lleine noch nicht, da Dr. C.____ bei wiederholten Ergebnissen zu Gunsten des Versicherten be fürchten müsse, keine Begutach- tungsaufträge der IV-Stellen mehr zu erhalten. 4.2 Der Beschwerdeführer bezweckt mit seinem Verfahrensa ntrag, die Behauptung einer wirtschaftlichen Abhängigkeit von Dr. C.____ und dami t dessen fehlende Unabhängigkeit als Experte zu belegen. Fraglich und zu prüfen ist in diesem Zusammenhang, ob eine ausgedehnte gutachterliche Tätigkeit von Dr. C.____ für die IV be reits genügt, dessen gutachterliche Unab- hängigkeit in Frage zu stellen. Das Bundesgericht hat di ese Frage in genereller Hinsicht bereits mehrfach und wiederholt dahingehend beantwortet, da ss die ausgedehnte Tätigkeit eines Gut- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht achters für einen Sozialversicherungsträger alleine noch keine Befangenheit begründet. Dies gelte selbst dann, wenn dessen Einkommen vollständig du rch Aufträge für nur eine Versiche- rung generiert werde (Urteil des Bundesgerichts vom 28. August 2007, 9C_67/2007, E. 2.4). Auch wenn diese Rechtsprechung – gerade wenn ein Gut achter ausschliesslich für einen einzi- gen Versicherungsträger tätig ist – mit grossen Fragezei chen versehen ist, so ist in Bezug auf Dr. C.____ gerichtsnotorisch, dass er für diverse auch pri vate Versicherungsträger tätig ist. In- folge der Verteilung seiner Gutachteraufträge auf versc hiedene Versicherungsträger liegt aber keine wirtschaftliche Abhängigkeit ausschliesslich von der IV oder gar der Beschwerdegegnerin vor. Von einer eigentlichen Abhängigkeit existentiellen Ausmasses kann unter den gegebenen Notorietäten jedenfalls nicht gesprochen werden. Ausse rdem trifft es nicht zu, dass in den Gut- achten von Dr. C.____ regelmässig auch rentenrelevante A rbeitsunfähigkeiten attestiert wer- den. Die Behauptung des Beschwerdeführers, Dr. C.____ würde in seinen Gutachten stets zu einem von den IV-Stellen gewünschten Ergebnis gelang en, trifft daher nicht zu. Die generelle Problematik, dass nur wenige Gutachter für die IV-Stel le gutachterlich tätig sind, ist allerdings unbefriedigend. Das damit verbundene Missfallen des Besch werdeführers erscheint deshalb auch im vorliegenden Fall verständlich. Trotz dieser systemb edingten Fragezeichen und der damit verbundenen Problematik, wonach aus Sicht der Be troffenen die Annahme eines An- scheins von Befangenheit nachvollziehbar erscheinen mag, i st eine reale, wirtschaftliche Ab- hängigkeit von Dr. C.____ in Bezug auf die Beschwerd egegnerin letztlich aber nicht dargetan. Hinzu tritt ein Weiteres: Rechtsprechungsgemäss würde selb st die wirtschaftliche Abhängigkeit des umstrittenen Gutachters nicht per se gegen seine Beauf tragung durch die IV-Stelle spre- chen. Dessen wirtschaftliche Abhängigkeit wäre diesfalls vi elmehr im Rahmen der Beweiswür- digung zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 25 . Oktober 2016, 8C_354/2016, E. 5.3). Hintergrund bildet der Umstand, dass auch den versicherungsinternen medizinischen Stellungnahmen ein Beweiswert zukommt, sofern keine au ch nur geringen Zweifel an der Zu- verlässigkeit ihrer Einschätzung bestehen. Gleiches muss de mnach aber auch dann gelten, wenn ein externer Gutachter von der Versicherung wirt schaftlich abhängig ist. Auf den vorlie- genden Fall übertragen bedeutet dies aber, dass eine mögliche wirtschaftliche Abhängigkeit von Dr. C.____ für sich alleine nicht auf eine mangelnde Objektivität oder Befangenheit schlies- sen lässt. Vielmehr handelt es sich auch in diesem Zusammenhang um eine Frage der Beweis- kraft seiner gutachterlichen Einschätzung und mithin der Beweiswürdigung, die im jetzigen Stand des Verfahrens nicht geprüft werden kann (ebenso Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2017, 8C_445/2016, E. 5.3). Eine grundsät zliche Befangenheit aufgrund einer re- gelmässigen Gutachtertätigkeit für die Beschwerdegegneri n ist folglich in casu zu verneinen. Der umfassende Verfahrensantrag des Beschwerdeführers zur Ermittlung der gutachterlichen Tätigkeit von Dr. C.____ ist folglich abzuweisen. 5.1 Der Beschwerdeführer wendet gegen die angefochtene Zwischenverfügung ein, die Er- teilung des Begutachtungsauftrags an Dr. C.____ sei nich t konsensual und folglich in Verlet- zung der massgebenden Verfahrensvorschriften erfolgt. Zur Begründung lässt er vorbringen, die IV-Stelle wäre aufgrund der geltenden Fairnessgrundsätze und der daraus abgeleiteten Par- tizipationsrechte des Versicherten verpflichtet gewesen, noch vor der Einsetzung des begutach- tenden Experten einen Einigungsversuch über die Person des Gutachters durchzuführen. Die IV-Stelle scheine der Auffassung zu sein, dass eine Einigu ng nur dann anzustreben sei, wenn Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ausschluss- oder Ausstandsgründe gegen einen Gutachter bestü nden. Damit aber würden die Fairnessgrundsätze mit Füssen getreten, da sich die IV-S telle so nie mit den alternativen Gut- achtervorschlägen des Versicherten auseinandersetzen und au ch nicht offen legen müsse, weshalb sie die Vorschläge der versicherten Person nicht b erücksichtigen wolle. Indem die IV- Stelle dergestalt die Gutachter regelmässig selbst be stimmen könne, würden immer nur dieje- nigen Gutachter eingesetzt, welche die von der IV-Stel le gewünschten Ergebnisse attestieren würden. 5.2 Im zitierten Entscheid BGE 139 V 349 ff. hat das B undesgericht in Erwägung 5.2.2.3 festgehalten, dass bei mono- und bidisziplinären Begutach tungen im Falle zulässiger Einwen- dungen konsensorientiert vorzugehen sei. Sofern die V erwaltung eine bi-oder monodisziplinäre Expertise einholen wolle, müsse sie zwingend einen Einigungsversuch einleiten. Erst wenn die- ser Versuch scheitere, sei zu verfügen (a.a.O., E. 5.4) . Mit Blick auf die dazu ergangene Präzi- sierung des Bundesgerichts (Urteil vom 13. Januar 2014, 8C_512/2013, E. 3.5; oben, Erwä- gung 2.3 hiervor) ist es sachlogisch, dass ein Konsens ni cht erzwungen werden kann und die IV-Stelle den vor ihr vorgesehenen Gutachter immer da nn durchsetzen kann, wenn keine ge- setzlichen Ausstandsgründe bestehen. Damit aber verkommt die Verpflichtung zur Konsenssu- che letztlich zu einer inhaltlosen Farce, wenn und sowe it der versicherten Person nicht wenigs- tens im Sinne einer Minimalgarantie die Gelegenheit eingeräumt wird, ihrerseits Gutachtervor- schläge einzubringen. Gleiches gilt, wenn die IV-Stelle nicht verpflichtet ist, die Ablehnung der Gegenvorschläge zu begründen. Insofern ist dem Beschwerdef ührer durchaus beizupflichten. Im hier vorliegenden Fall hat die IV-Stelle dem Recht svertreter des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 17. August 2016 mitgeteilt, dass eine Ver laufsbegutachtung durch Dr. C.____ vorgesehen sei (IV-Dok 146). Damit wurde – wie die IV- Stelle vernehmlassungsweise selbst eingeräumt hat – kein eigentliches Konsensverfahren eröff net, da der Versicherte nicht (gleich- zeitig) aufgefordert worden war, eigene Gutachtervorschl äge zu unterbreiten. Immerhin wurde dem Versicherten eine Frist von zehn Tagen für das Unter breiten eigener Fragen an den Gut- achter eingeräumt. Der Beschwerdeführer hat in der Fol ge am 29. August 2016 von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und der IV-Stelle innert Frist darüber hinaus insgesamt sieben alternative psychiatrische Experten vorgeschlagen sowie e inlässlich begründet, weshalb von einer Auftragsvergabe an Dr. C.____ abzusehen sei (IV-Dok 147). In der Folge hat die IV-Stelle mit Schreiben vom 7. September 2016 nun aber nicht unbegründet an Dr. C.____ als Gutachter festgehalten, sondern immerhin zur Begründung ausgefü hrt, dass es sich um ein zu erstellen- des Verlaufsgutachten handle, und bereits die Erst-Begutachtung durch Dr. C.____ erstellt wor- den sei. Als bereits einmal herangezogener Gutachter sei Dr. C.____ besser in der Lage, den Krankheitsverlauf des Versicherten zu erfassen und allfä llige Gesundheitsveränderungen fest- zustellen. Sodann ist die IV-Stelle in ihrem Antwortsch reiben – wenn auch in nur knapper Form – auf die übrigen Argumente des Rechtsvertreters in d essen Stellungnahme vom 29. August 2016 eingegangen und hat ihm erneut Frist bis 21. September 2016 angesetzt, um sich zu ihren eigenen Erwägungen zu äussern (IV-Dok 148). Mit Schreib en schliesslich vom 16. September 2016 hat der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter d irekt um Erlass einer entsprechenden Zwischenverfügung ersucht (IV-Dok 149). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Auch wenn im vorliegenden Fall für die Bestimmun g des nunmehr umstrittenen Gutach- ters kein eigentliches Konsensverfahren durchgeführt wor den ist – der Versicherte mithin viel- mehr mit der Absicht der Einsetzung von Dr. C.____ vora b konfrontiert worden ist – , ist insge- samt jedoch festzustellen, dass der Beschwerdeführer seine gegensätzlichen Standpunkte de- tailliert darlegen konnte und sich die Parteien noch vo r Erlass der nunmehr strittigen Zwischen- verfügung vom 20. Januar 2017 intensiv über die Bestell ung des strittigen Experten ausge- tauscht haben. Jedenfalls war der Versicherte in der Lage, der IV-Stelle in substantiierter Weise eigene Gutachtervorschläge zu unterbreiten. Wenn die I V-Stelle in der Folge ihr Festhalten an Dr. C.____ als Experte damit begründet hat, dass es Si nn mache, den mit dem medizinischen Sachverhalt bereits betrauten Vorgutachter mit der Ver laufsbegutachtung zu beauftragen, hat sie zudem eine Begründung herangezogen, die vom Bundesgericht seit Längerem in konstanter Rechtsprechung als stichhaltig anerkannt wird (oben, Er wägung 3.2 hiervor). Obschon im vor- liegenden Fall kein eigentliches Konsensverfahren im enge ren Sinne durchgeführt worden ist, hat die IV-Stelle durch diese stichhaltige Begründung betreffend ihr Festhalten an Dr. C.____ die minimalen Mitwirkungsrechte des Versicherten hinsichtl ich einer möglichen konsensualen Gutachtereinsetzung letztlich demnach eingehalten. Die Be schwerde ist in diesem Punkt abzu- weisen. 6. Weiter rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung von Art. 6 und Art. 8 EMRK. Faktisch bestehe bei Dr. C.____ dieselbe Abhängigkeit wie bei einem internen Gutachter. Indem das angeordnete Gutachten trotz fehlender Unabhängigkeit des Gutachters als externes Gutachten qualifiziert werde, geniesse es einen höheren Beweiswert als versicherungsinterne Abklärun- gen. Somit präjudiziere es faktisch den Verfahrensausga ng. Dieser Auffassung ist zu wider- sprechen. Der Einwand des Beschwerdeführers, wonach de fact o geringste Zweifel die Zuver- lässigkeit des strittigen Verlaufsgutachtens bereits in Fra ge stellen, bezieht sich auf den Be- weiswert eines Gutachtens, das im heutigen Zeitpunkt no ch nicht erstellt worden ist. Welcher Beweiswert einem Gutachten letztlich zukommt, ist allerd ings nicht im Vorfeld zu bestimmen, sondern ergibt sich sachlogisch erst mit dessen Vorliegen. Die vom Beschwerdeführer aufge- worfene Frage ist mit anderen Worten erst dann zu bean tworten, wenn und sobald ein umstrit- tener medizinischer Sachverhalt zu beurteilen ist, für den das Gutachten als Beweis angerufen wird. Erst wenn dem fraglichen Gutachten im Rahmen de r freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) Beweisqualitäten eingeräumt werden, die ihm be i umfassender und pflichtgemässer Würdigung gerade nicht zukommen (können), kann sich die Frage einer Rechtsverletzung und mithin auch erst dann die Frage einer Konventionsverletzung der EMRK stellen. Die vorgängige Anordnung des Gutachtens an sich kann jedoch noch keine de rartige Rechtsverletzung bewir- ken. Der betreffende Einwand des Beschwerdeführers ist vie lmehr erst bei der Beurteilung des Leistungsanspruchs an sich zu prüfen. Daran vermag auch sein Verweis auf das EGMR-Urteil i.S. Mantovanelli / Frankreich (App N° 21497/93) vom 18. März 1997 nichts zu ändern. Jenem Fall hatte die Konstellation zu Grunde gelegen, dass der Betroffene in keiner Weise am Gutach- ten hatte teilnehmen können (a.a.O., Ziffer 33 bis 35). Dies ist dem Gesagten zufolge hier gera- de nicht der Fall (oben, Erwägung 5.2 hiervor). Das Gu tachten in der vom EGMR damals beur- teilten Angelegenheit hatte den Verfahrensausgang au sserdem deshalb präjudiziert, weil die dem Gutachter gestellten Fragen mit der vom Gericht zu beantwortenden (Rechts-)Fragen iden- tisch formuliert worden waren. Auch dies ist im hier ge richtlich noch nicht beurteilten IV- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfahren nicht der Fall. Die abschliessende Beurteilu ng des noch zu erstellenden Verlaufsgut- achtens obliegt ausserdem ganz generell einzig dem Rechtsa nwender, demgegenüber dem begutachtenden Experten bei der Folgenabschätzung der von ihm erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit keine abschliessende Beurteilungskompe- tenz zukommt (BGE 140 V 193 E. 3.2; jüngst ebenso Urte il des Bundesgerichts vom 20. Juni 2017, 8C_154/2017, E. 3.3.2). Von einer unvermeidlich en Präjudizierung des IV-Entscheids durch das Ergebnis des ohnehin erst noch zu erstellenden Gutachtens kann im heutigen Beur- teilungszeitpunkt deshalb keine Rede sein. 7.1 Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, dass Dr. C.____ durch die wiederkehren- de Beauftragung notorisch überlastet sei. So könne er insbesondere nie die vorgegebene Drei- monatsfrist für die Erstellung der Gutachten einhalten. Er nehme deshalb auch keine Mehrfach- explorationen vor und hole ebenso wenig fremdanamnesti sche Auskünfte ein. Seine Gutachten seien folglich regelmässig mangelhaft. Im vorliegenden Fall habe Dr. C.____ den Beschwerde- führer bereits einmal untersucht und dabei ein mangelhaftes Gutachten erstellt, so dass von der angeordneten Verlaufsbegutachtung nunmehr keine unvorei ngenommene Beurteilung mehr zu erwarten sei. Namentlich habe sich Dr. C.____ im psychiatr ischen Teilgutachten des B.____ vom 11. Dezember 2013 in keiner Weise mit den Vorakten und den Einschätzungen des be- handelnden Psychiaters des Versicherten auseinandergesetzt. Vielmehr habe er eine neue Di- agnose erhoben, welche nicht nachvollziehbar sei. Da e in vorbegutachtender Experte praxis- gemäss jedoch nur dann mit einer Verlaufsbegutachtung beauftragt werden dürfe, wenn das Vorgutachten einen ausreichenden Beweiswert aufgewiesen habe, komme Dr. C.____ als Ver- laufsgutachter nicht in Frage. 7.2 Mit Blick auf die Notwendigkeit einer Verlaufsbegu tachtung ist generell darauf hinzuwei- sen, dass eine eingehende Überprüfung der medizinischen A ktenlage dazu führen würde, dass die abschliessende Leistungsverfügung der IV-Stelle im Hinblick auf die Beurteilung der medizi- nischen Sachlage weitgehend präjudiziert würde. Weil d ie Verfahrenshoheit bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens bei der IV-Stelle liegt und ihr deshalb im Rahmen der Verfahrenslei- tung praxisgemäss ein grosser Ermessensspielraum bezüglic h Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zukommt, muss die richterliche Prüfung daher auch im vorliegenden Verfahren bei einer summarischen B eurteilung der Aktenlage im Sinne einer Plausibilitäts- resp. Missbrauchskontrolle ihr Bewe nden haben. Entscheidend beim jetzi- gen Verfahrensstand ist einzig, ob die Gründe, die die IV-Stelle für die Notwendigkeit weiterer medizinischer Abklärungen bei einer bestimmten Gutacht erperson anführt, plausibel erschei- nen. In diesem Zusammenhang greift das Gericht bei der Frage der Notwendigkeit einer weite- ren Begutachtung in das Ermessen der mit der Abklärung b etrauten Verwaltung nur dann ein, wenn klar erkennbare Fehleinschätzungen vorliegen, eine Begutachtung an sich bzw. bei einer bestimmten Expertin bzw. bei einem Experten von vornhe rein untauglich angelegt wäre, oder wenn Anhaltspunkte bestehen, dass sich die IV-Stelle be i ihrem Entscheid von sachfremden Motiven hat leiten lassen (Urteil KG SV vom 11. September 2017, 720 17 139, E. 2.4). 7.3 Ein Sachverständiger kann nicht alleine deshalb ab gelehnt werden, weil er sich schon einmal mit der versicherten Person befasst hat (BGE 132 V 110 E. 7.2.2). Die Vorbefassung Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer Expertin oder eines Experten, die erneut zur Beg utachtung beigezogen werden, begrün- det folglich nicht von vornherein den Anschein einer Bef angenheit. Eine unzulässige Vorbefas- sung liegt auch dann nicht vor, wenn der Experte in ein em früheren Zeitpunkt zu einer für eine der Parteien ungünstigen Schlussfolgerung gelangt ist . Entscheidend ist vielmehr, dass das Ergebnis seiner (erneuten) Begutachtung nach wie vor a ls offen und nicht vorbestimmt er- scheint. Dies ist dann zu bejahen, wenn der Sachverständig e andere Fragen zu beantworten oder sein Gutachten lediglich zu ergänzen oder zu erläu tern hat, nicht aber, wenn er die Schlüssigkeit seiner früheren Expertise überprüfen soll (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 2013, 8C_978/2012, E. 5.3.2 mit weiteren Hinweisen). Kann ein offener Ausgang der erneuten Explorationsergebnisse bejaht werden, ist die Besorgnis d er Voreingenommenheit trotz Vorbe- fassung unbegründet (R EGINA KIENER /M ELANIE KRÜSI , Die Unabhängigkeit von Gerichtssach- verständigen, in: ZSR 2006 S. 506). Der Anschein der Be fangenheit oder die Gefahr der Vor- eingenommenheit ist allerdings dann zu bejahen, wenn w eitere Umstände hinzutreten, etwa, wenn das erste Gutachten nicht objektiv und sachlich geh alten ist (BGE 132 V 110 E. 7.2.2 mit weiteren Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts vom 22. A ugust 2013, 8C_227/2013 und vom 20. Juni 2013, 8C_978/2012, E. 5.3.2). 7.4 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die letzte Be gutachtung durch Dr. C.____ man- gelhaft ausgefallen sei. Soweit er damit im Wesentliche n geltend macht, dass dessen psychiat- risches Teilgutachten vom 11. Dezember 2013 (IV-Dok 57, S. 25 ff.) beweisrechtlich nicht ver- wertbar sei, kann er allerdings nicht gehört werden. Im vorliegenden Verfahren kann es dem Gesagten zufolge nicht darum gehen, die Beweistauglichk eit jenes Gutachtens (bereits) einge- hend zu prüfen (oben, Erwägung 7.2 hiervor). Diese Fra ge bildet vielmehr Thema einer ganz- heitlichen Beweiswürdigung im Verwaltungs- und Beschwerd everfahren betreffend die spätere Leistungsverfügung. Im Rahmen der vorliegenden Beurteilung ist lediglich danach zu fragen, ob prima vista Umstände ersichtlich sind, die auf der Basis de s bisherigen Gutachtens gegen eine Verlaufsbegutachtung bei Dr. C.____ sprechen. Auch die s ist nicht der Fall. Das betreffende B.____-Teilgutachten vom 11. Dezember 2013 ist grundsä tzlich objektiv und sachlich gehalten. Summarisch betrachtet beinhaltet es eine umfassende Ana mnese, welche mit dem Exploran- den wiederholt durchgegangen wurde (a.a.O., S. 4, I V-Dok 57, S. 28, unten). Allfällige Indizien offensichtlicher Natur, wonach Dr. C.____ die geklagte n Beschwerden des Versicherten unvoll- ständig rapportiert oder gar ignoriert hätte, liegen keine vor. Anhaltspunkte, welche gegen seine Neutralität sprechen würden, sind ebenso keine ersichtl ich. Konkrete Umstände, welche dem Dargelegten zufolge eine Verlaufsbegutachtung durch D r. C.____ auf der Basis des ersten Teilgutachtens des B.____ vom 11. Dezember 2013 verunm öglichen würden, sind demnach keine gegeben. Dass Dr. C.____ in seinem Teilgutachten nebst der durch den behandelnden Facharzt Dr. med. Werner Schneider, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, – im Übrigen eben- falls – diagnostizierten hypochondrischen Störung anstatt einer generalisierten Angststörung (IV-Dok 145, S. 2) lediglich einen Verdacht auf eine ä ngstliche Persönlichkeit sowie eine anhal- tende somatoforme Schmerzstörung erhoben hat, vermag di e Objektivität von Dr. C.____ nicht in Frage zu stellen. Die Tatsache, dass Dr. C.____ vergli chen mit den auf einer Momentauf- nahme beruhenden Schlussfolgerungen von Dr. D.____ zu e iner abweichenden Diagnostik des – summarisch betrachtet indes übereinstimmend – erhobene n, ängstlich-labilen Zustands des Versicherten gelangt ist, ist einer umfassenden Begutach tung geradezu inhärent und stellt für Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich alleine genommen keinen Grund für deren Nichtverwer tbarkeit dar. Dies gilt umso mehr, als die Diagnosestellung gemäss Dr. D.____ nicht einfach ausgefallen sei (IV-Dok 145, ad Ziffer 1.11). Massgebend ist vielmehr, ob das bereits vorliegend e Teilgutachten einerseits und das noch zu erstellende Verlaufsgutachten von Dr. C.____ a ndererseits für die streitigen Belange umfassend ausfallen und in der Darlegung der medizini schen Zusammenhänge und in der Be- urteilung der medizinischen Situation einleuchten (we rden). Diese Frage ist dem Gesagten zu- folge im jetzigen Verfahrensstand nicht abschliessend zu klären. Entgegen der vom Beschwer- deführer vertretenen Auffassung geht es bei der vorliege nd strittigen Verlaufsbegutachtung mit- hin gerade nicht darum, das frühere Teilgutachten von Dr. C.____ bereits heute auf seine Schlüssigkeit zu überprüfen. Der Argumentation des Beschwe rdeführers, wonach von Dr. C.____ keine unvoreingenommene Begutachtung mehr zu erwarten sei, weil dessen Schlussfolgerungen im Teilgutachten vom 11. Dezember 2013 nicht schlüssig seien (IV-Dok 147, S. 4, a.E.), kann deshalb nicht gefolgt werden. Hinzu tritt ein Weiteres: Im Rahmen der vorliegend strittigen Verlaufsbegutachtung sind in erster Linie der Gesundheitszustand des Versicherten im Zeitraum seit der ersten Begutachtung sowie die seither eingetretene gesundheitliche Entwicklung zu überprüfen. Wenn der Beschwerdefüh- rer in diesem Zusammenhang geltend macht, dass sich Dr. C.____ bereits in seinem Teilgut- achten vom 11. Dezember 2013 in keiner Weise mit den Vorakten und den Einschätzungen des behandelnden Psychiaters des Versicherten auseinanderges etzt habe, ist ihm zunächst entge- gen zu halten, dass für die Zeit vor der ersten Exploration nebst dem psychiatrischen Gutachten von Dr. D.____ vom 14. November 1999 (IV-Dok 9) offenba r keine Berichte aus rein psychiatri- scher Sicht vorliegen (ebenso psychiatrisches Teilgutachten von Dr. C.____ vom 11. Dezember 2013, IV-Dok 57, S. 31, unten). Liegen für die Zeit noch vor der ersten Exploration aber prak- tisch keine psychiatrischen Unterlagen vor, werden unter E inbezug der mittlerweile seit der Teilbegutachtung vom 11. Dezember 2013 neu ergangene n Berichte des behandelnden Psy- chiaters (IV-Dok 100 und 145) auch andere Fragstellungen als noch anlässlich der ersten Be- gutachtung vom 9. Dezember 2013 zu explorieren sein. B ei summarischer Prüfung der vorlie- genden medizinischen Unterlagen kann deshalb gesagt we rden, dass sich die diagnostischen Differenzen und deren Auswirkung auf die dem Beschwerde führer noch verbleibende Restar- beitsfähigkeit auf die Ausräumung allfälliger Zweifel über den Verlauf seiner gesundheitlichen Entwicklung konzentrieren werden. Eine eigentliche Überprüfung der Schlüssigkeit der früheren Expertise vom 11. Dezember 2013 ist damit nicht verbunde n (oben, Erwägung 7.3 hiervor). Ei- ne unvoreingenommene Beurteilung durch Dr. C.____ unt er Berücksichtigung neuer Erkennt- nisse ist deshalb ohne weiteres möglich. Das Ergebnis der strittigen Verlaufsbegutachtung ist weiterhin offen, so dass Dr. C.____ für die Verlaufsb egutachtung als nicht befangen bezeichnet werden muss. 8. Zusammenfassend resultiert, dass bei der Auftragsvergab e der strittigen Verlaufsbegut- achtung an Dr. C.____ die minimalen Mitwirkungsrechte d es Versicherten im Hinblick auf eine mögliche konsensuale Gutachtereinsetzung eingehalten worden sind. Eine unvermeidliche Prä- judizierung der abschliessenden Leistungsverfügung der IV-Stelle durch das Ergebnis des noch zu erstellenden Gutachtens liegt ebenso wenig vor wie eine Verletzung der EMRK. Die von der IV-Stelle beabsichtigte Verlaufsbegutachtung durch Dr. C.____ ist rechtens. Die angefochtene Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zwischenverfügung der IV-Stelle vom 20. Januar 2017 ist demnach zu bestätigen und die da- gegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 9.1. Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss A rt. 69 Abs. 1bis IVG ist das Be- schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligun g oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenp flichtig. Beschwerdeverfahren gegen selbständig anfechtbare Zwischenverfügungen der IV -Stelle sind nach der Praxis des Kantonsgerichts ebenfalls kostenpflichtig. Die Kosten wer den nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.— bis 1'000.— festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen dem Dreiergericht ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, sind die Verfahrenskosten in Berücksichtigu ng des bundesrechtlichen Kosten- rahmens auf Fr. 800.— festzusetzen. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterlegen, weshalb ihm die Verfahr enskosten aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.— zu verrechnen sind. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Verfahrensaus gang entsprechend wettzu- schlagen. Da dem Versicherten mit verfahrensleitender Ve rfügung vom 23. Februar 2017 die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertret er bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gem äss § 3 Abs. 2 der Tariford- nung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. Novembe r 2003 beträgt das Honorar bei unent- geltlicher Verbeiständung für die Bemühungen für Anwä ltinnen und Anwälte Fr. 200.—, für ihre Volontärinnen und Volontäre indes lediglich Fr. 120. — pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Versicherten hat in seiner Honorarnote vom 6. Juli 2017 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von neun Stunden und 35 Minuten für sein e eigenen anwaltlichen Bemühungen sowie zehn Stunden und fünf Minuten für die Bemühungen seiner Volontärin bzw. seines Volon- tärs geltend gemacht. Diese Aufwendungen sind in Anbet racht der sich stellenden Sachver- haltsfragen und des doppelt geführten Schriftenwechse ls nicht zu beanstanden. Als angemes- sen erweisen sich auch die geltend gemachten Auslagen in der Höhe von insgesamt Fr. 179.60. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘570.75 (neun Stunden und 35 Minuten à Fr. 200.—, zehn Stunden und fünf Minuten à Fr. 120.--, Auslagen von Fr. 179.60, zuzüglich jeweils 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 10. Beim vorliegenden Entscheid handelt es sich um eine n selbständig eröffneten Zwi- schenentscheid im Sinne des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) vo m 17. Juni 2005. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzung en zulässig. Wie das Bundesgericht nunmehr im Grundsatzurteil 138 V 271 festgestellt hat, sind kantonale Entscheide über Be- schwerden gegen Verfügungen der Verwaltung betreffend die Einholung von medizinischen Gutachten nicht an das Bundesgericht weiterziehbar, sofer n keine Ausstandsgründe beurteilt worden sind. Der Entscheid darüber, ob die Voraussetzu ngen für eine Beschwerde im vorlie- genden Fall erfüllt sind, obliegt dem Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.— werd en dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.— verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘570.75 (inklusive Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht