B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Abteilung III C-4118/2009 U r t e i l v o m 6 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), Richter Andreas Trommer, Richterin Ruth Beutler, Gerichtsschreiber Daniel Brand. Parteien I._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Ausstellung eines Passes für eine ausländische Person. C-4118/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. Der aus dem Sudan (West -Darfur) stammende I._______ (geb. 19 69, nachfolgend: Beschwerdeführer) – Angehöriger der Ethnie der Zaghawa – verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Angaben am 16. Oktober 2001. Via Libyen und Paris gelangte er am 28. November 2001 per Flug in die Schweiz, wo er um Asyl ersuchte. Bei seiner Einreise wies er sich mit einem am 11. Juli 1999 auf der tschadischen Botschaft in Tripolis auf den Namen M._______ ausgestellten tschadischen Reisepass aus, den er mittels Bestechung und Hilfe eines tschadischen Freundes erhalten haben will. Am 5. April 2002 lehnte das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; heute: Bundesamt für Migration [BFM]) das Asylgesuch ab, verfügte gleichzeitig die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug an. Zur Begründung wu rde ange- führt, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anford e- rungen an die Glaubwürdigkeit noch jenen an die Flüchtlingseigenschaft stand. Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. Mit Urteil vom 25. Oktober 2006 wies d ie Schweizerische Asylrekur s- kommission (ARK; heute: Bundesverwaltungsgericht) die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde im Asyl - und Wegweisungspunkt ab. Soweit die Anordnung des Wegweisungsvollzuges betreffend wurde die Rechtsmitteleingabe hingegen gutgeheissen und die Vorinstanz angewie- sen, den Beschwerdeführer zufolge Vorl iegens einer schwerwiegenden persönlichen Notlage vorläufig aufzunehmen. Nachdem dem Beschwerdeführer am 6. April 2009 von der zuständigen Migrationsbehörde eine Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen erteilt worden war, stellte das BFM in der Folge das Erlöschen der vorlä u- figen Aufnahme fest. B. Am 26. Mai 2009 ersuchte der Beschwerdeführer um Ausstellung eines Passes für eine ausländische Person. Seine Schriftenlosigkeit be gründe- te er damit, dass keine Reisedokumente bei der Auslandsvertretung se i- nes Heimat- oder Herkunftslandes beantragt werden könnten. Von der Vorinstanz dazu aufgefordert, entsprechende Schritte zur Erla n- gung eines heimatlichen Reisepasses zu belegen, mach te der B e-C-4118/2009 Seite 3 schwerdeführer in einer Stellungnahme vom 9. Juni 2009 geltend, e r stamme aus Darfur und gehöre der Ethnie der Zag hawa an. Die sudan e- sische Regierung verübe dort seit längerem Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Es sei ihm daher aus ethischen und moralischen Grü n- den nicht möglich, mit der sudanesischen Botschaft in Kontakt zu treten. C. Mit Verfügung vom 10. Juni 2009 wies das BFM d as Gesuch um Ausstel- lung eines schweizerischen Ersatzreisepapiers ab . Zur Begründung wu r- de ausgeführt, dem Beschwerdeführer sei zu keinem Zeitpunkt die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt worden , weshalb keine objektiven Gründe gegen die Kontaktnahme mit der heimatlichen Vertretung spr e- chen würden. Sei seinerzeit – wie in casu – aus humanitären Gründen, und nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schweiz, auf den Vollzug einer Wegweisung verzichtet worden, entbinde dies die ausländ i- sche Person nicht von ihrer Pflicht, sich für die Ausstellung oder Verlä n- gerung eines Reisedokuments an die Behörden des Heimat - oder He r- kunftsstaates zu wenden. Der Beschwerdeführer gelte daher nicht als schriftenlos. D. Mit Rechtsmitteleingabe vom 25. Juni 2009 beantragt der Beschwerde- führer beim Bundesverwaltungsgericht, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihm einen Pass für eine au s- ländische Person auszustellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wird um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht. Zur Begründung bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, die damals zuständige ARK habe e ine Rückkehrmöglichkeit für ihn bereits aufgrund der gegen seine Ethnie gerichteten Verfolgungsmassnahmen verneint und damit die Frage einer asylrelevanten und die Flüchtlingseigenschaft begründenden konkreten Gefährdung bejaht. Zudem habe er ungeachtet de s Abschlus- ses seines Asylverfahrens seine regimekritische Tätigkeit fortgeführt. Als hochrangiges Mitglied des "Darfur Friedens- und Entwicklungs-Zentrums" in Zürich habe er eine Vollmacht über das Konto dieser Vereinigung. Sei- ne politische Tätigkeit übe er in Form von Teilnahmen an diversen, den Darfurkonflikt betreffenden Demonstrationen und anderen Veranstaltu n- gen aus. Somit begründeten auch subjektive Nachfluchtgründe eine G e- fährdungslage bzw. seine Unzumutbarkeit, sich mit den sudanesischen Behörden in Kontakt zu setzen. C-4118/2009 Seite 4 Zur Untermauerung der exilpolitischen Aktivitäten wurden entsprechende Beweismittel zu den Akten gereicht ( Anmeldung zur Eintragung des Ve r- eins "Darfur Friedens- und Entwicklungs-Zentrum" in das Handelsregister, verschiedene Fotografien, UNO-Besucherkarte usw.). E. Mit Zwischenverfügung vom 25. August 2009 gab das Bundesverwa l- tungsgericht dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Recht s- pflege allein schon mangels Bedürftigkeit des Beschwerdeführers nicht statt. F. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 14. September 2009 auf Abweisung der Beschwerde. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift habe die ARK in ihrem Urteil vom 25. Oktober 2006 in Bezug auf den Beschwerdeführer die Frage eine r asylrelevanten und die Flüchtlingseigenschaft begründenden konkreten Gefährdung verneint und ausdrücklich festgehalten, dass sich der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtli- chen Bestimmungen als z ulässig erweise. Im Verfahren betreffend die Ausstellung eines schweizerischen Reisepapiers bestehe kein Raum für die selbständige Prüfung der von ihm aufgrund seiner exilpolitischen T ä- tigkeit geltend gemachten und möglicherweise asylrechtlich relevanten Gefährdungssituation. Es stehe dem Beschwerdeführer jederzeit frei, die behauptete Gefährdung im Rahmen eines (erneuten) Asylverfahrens pr ü- fen zu lassen. Abgesehen davon sei der Beschwerdeführer seinerzeit aufgrund einer schwerwiegenden persönlichen Notlage vorläufig aufg e- nommen worden. Zudem gehe es in casu nicht um die allfällige Rückkehr in den Sudan ; vielmehr könne die Beantragung eines heimatlichen Re i- sepasses bei der sudanesischen Vertretung in Genf erfolgen. G. Mit verfahrensleitender Anordnung vom 17. September 2009 wurde dem Beschwerdeführer die Möglichkeit gewährt, zur Vernehmlassung der Vo r- instanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb ungenutzt. H. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erw ä- gungen eingegangen. C-4118/2009 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht – unter Vor- behalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen – Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen unter and e- rem Verfügungen des BFM betreffend Ausstellung von Reisedokumenten für ausländische Personen. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 6 des Bundes gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesve r- waltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Gesetz nichts anderes b e- stimmt. 1.3. Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur B e- schwerde legitimiert. Auf die frist - und formgerecht eingereich te B e- schwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er - messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts - erheblichen Sachverhaltes sowie, wenn nicht eine kantonale Be hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit ge rügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde - verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht g ebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2011/1 E. 2). 3. Am 1. März 2010 trat die neue Verordnung v om 20. Januar 2010 über die Ausstellung von Reisedokumenten für ausländische Personen (RDV, SR 143.5) in Kraft, welche die bisherige Verordnung vom 27. Oktober 2004 über die Ausstellung von Reisedokumenten für ausländische Personen (RDV von 2004, AS 2004 4 577) ersetzt. Gemäss den Übergangsbesti m- mungen der RDV gilt für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Ve r-C-4118/2009 Seite 6 ordnung hängigen Verfahren um Ausstellung eines Reisedokuments das neue Recht. Vorliegend findet daher die neue RDV Anwendung, deren hier relevant e Bestimmungen inhaltlich allerdings gegenüber der alten RDV keine (wesentlichen) Änderungen erfahren haben (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -2848/2008 vom 17. November 2010 E. 2 mit weiteren Hinweisen). 4. 4.1. Nach Massgabe von Art. 59 Abs. 2 Bst. a des Ausländergesetzes (AuG, SR 142.20) in Verbindung mit Art. 2 Bst. a RDV hat eine ausländ i- sche Person, die nach dem Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als Flüchtling anerkannt wurde, Anspruch auf einen Re iseausweis für Flüchtlinge. Anspruch auf einen Pass für eine ausländische Person haben nach dem Übereinko m- men vom 28. September 1954 über die Rechtsstellung der Staatenlosen (SR 0.142.40) als staatenlos anerkannte Personen sowie schriftenlose ausländische Personen mit Niederlassungsbewilligung (Art. 59 Abs. 2 Bst. b und c AuG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 RDV). 4.2. Fraglos fällt d er Beschwerdeführer, der im Besitze einer Jahresau f- enthaltsbewilligung ist, unter keine dieser Kategorien. Er kann somit ke i- nen Anspruch auf Abgabe eines schweizerischen Ersatzreisepapiers ge l- tend machen. Gemäss Art. 59 Abs. 1 AuG in Verbindung mit Art. 3 Abs. 2 RDV kann das BFM allerdings Jahresaufenthaltern im Rahmen des freien (pflichtgemässen) Ermessens einen Pass für eine ausländische Pers on abgeben. Voraussetzung ist jedoch immer, dass diese Ausländer schri f- tenlos sind. 4.3. Als schriftenlos gilt eine ausländische Person, die keine gültigen Re i- sedokumente ihres Heimat - oder Her kunftsstaates besitzt und von der nicht verlangt werden kann, dass sie sich bei den zuständigen Be hörden ihres Heimat - oder Herkunfts staates um die Ausstellung oder Verläng e- rung eines Reisedokuments be müht (Art. 6 Abs. 1 Bst. a RDV), oder für welche die Beschaffung von Reise dokumenten unmög lich ist (Art. 6 Abs. 1 Bst . b RDV). Die Schriftenlosigkeit wird im Rah men der Ge - suchsprüfung durch das BFM festgestellt (Art. 6 Abs. 4 RDV). 4.4. Damit eine Rückkehr in den Heimatstaat jederzeit möglich bleibt, müssen ausländische Personen während ihres Aufent haltes in der Schweiz im Besitze eines gültigen, nach Art. 13 Abs. 1 AuG an erkannten Ausweispapiers sein ( PETER UEBERSAX, Einreise und An wesenheit, in: C-4118/2009 Seite 7 Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Eine umfassende Darstellung der Rechtsstell ung von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz – von A(syl) bis Z(ivil - recht), 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 7.284 mit weiteren Hinweisen; Bot - schaft zum Bundesgesetz über die Aus länderinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3709 ff., 3819). S ie sind verpflichtet, Ausweisp a- piere zu beschaffen oder bei deren Beschaffung durch die Behörden mi t- zuwirken (vgl. Art. 89 sowie Art. 90 Bst. c AuG i.V.m. Art. 8 der Veror d- nung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbst ä- tigkeit [VZAE, SR 142.201]). 5. 5.1. Vorliegend ist demnach zu prüfen, ob die Vorinstanz hinsichtlich de s Beschwerdeführers zu Recht die Schriftenlosigkeit – als unabdingbare Voraussetzung für die Ausstellung eines Reisedokuments – verneint hat, indem sie sowohl die Möglichkeit de r Beschaffung eines heimatlichen Reisepasses (vgl. Art. 6 Abs. 1 Bst. b RDV) als auch die Zumutbarkeit entsprechender Bemühungen bei den zuständigen heimatlichen Behö r- den (vgl. Art. 6 Abs. 1 Bst. a RDV) als gegeben erachtete. Die Frage der Zumutbarkeit, m ithin diejenige, ob die Beschaffung von Reisedokumenten bei den Heimatbehörden von den betreffenden Pers o- nen verlangt werden kann, ist in diesem Zusammenhang nicht nach su b- jektiven, sondern nach objek tiven Massstäben zu beurteilen (vgl. das Ur- teil des Bu ndesgerichts 2A.335/2006 vom 18. Oktober 2006 E. 2.1 mit Hinweis). 5.2. Der Beschwerdeführer erachte t jeglichen Kontakt mit der sudanes i- schen Vertretung in der Schweiz schon aus ethischen und moralischen Gründen als nicht zumutbar. Im Weitern weist er darauf hi n, dass f ür zwangsrückgeführte Personen nicht-arabischer Ethnien aus Darfur , in s- besondere für Angehörige der Ethnie der Zaghawa, bereits bei der Einrei- sekontrolle ein erhebliches Risiko einer willkürlichen Inhaftierung bestehe. Mit diesem Einwand kann der Beschwerdeführer schon deshalb nicht g e- hört werden, weil von ihm nicht verlangt wird, sich zwecks Passbescha f- fung in sein Heimatland zu begeben. Wie die Vorinstanz in ihrer Ve r- nehmlassung festgehalten hat, können die für die Ausstellung eines s u- danesischen Reisepapiers notwendigen Schritte nämlich von der Schweiz aus unternommen werden, die Beantragung eines heimatlichen Reis e- passes kann bei der sudanesischen Vertretung in Genf erfolgen. Abgese- hen davon wurden die seinerzeitigen Vorbringen im Asylverfahren von C-4118/2009 Seite 8 den zuständigen Behörden geprüft und rechtskräftig als nicht glaub haft respektive als nicht asylrelevant zurückgewiesen (vgl. Verfügung des BFF vom 5. April 2002, bestätigt du rch Urteil der ARK vom 25. Oktober 2006). Entgegen den Ausführungen in der Be schwerdeschrift wurde die Frage einer asylrelevanten und die Flüchtlingseigenschaft begründenden ko n- kreten Gefährdung verneint und ausdrücklich festgehalten, dass sich der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweise. Der Beschwerdeführer scheint überdies zu verkennen, dass sich die "U n- zumutbarkeit", die es einer ausländischen Person faktisch verunmöglicht, sich bei den Behörden des Heimat - oder Herkunftsstaates um di e Aus- stellung eines heimatlichen Reisepapiers zu bemühen, ohnehin nicht auf eine von dieser allenfalls geltend gemachten Gefährdung bezieht, die im Rahmen eines Verfahrens um Ausstellung eines schweizerischen Ersat z- reisepapiers zu prüfen wäre. Sie bezieht sich vielmehr, wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zu Recht festgehalten hat, vorab auf den sp e- ziellen Status der gesuchstellenden Person in der Schweiz, welcher einer Kontaktnahme mit den Behörden des Heimatlandes entgegen stehen könnte (vgl. Urtei l des Bundesverwaltungsgerichts C -3367/2010 vom 4. April 2011 E. 5.1.3.). Entsprechend weist Art. 6 Abs. 3 RDV darauf hin, dass bei schutzbedürftigen – d.h. Personengruppen, welche vom Bu n- desrat nach bestimmten Kriterien klar definiert werden, vgl. Art. 66 f. des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) – und asylsuchen- den Personen im Hinblick auf eine potentielle Gefährdungslage eine Ko n- taktaufnahme mit den zuständigen Behörden des Heimat - oder He r- kunftsstaates nicht verlangt werden kann. Dasselbe gilt im Übrigen auch für anerkannte Flüchtlinge sowie gemäss den diesbezüglichen Weisu n- gen sowie langjähriger Praxis des BFM auch in Bezug auf Personen, welche infolge Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs (nach Massgabe von Art. 83 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 AuG) vorläufig aufgenommen wurden (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -4704/2009 vom 15. August 2011 E. 5.1. mit Hinweis). 5.3. Daraus ist zu schliessen, dass von Personen, die – wie der B e- schwerdeführer – infolge einer schwerwiegenden persönlichen Notl age gemäss den damals geltenden gesetzlichen Bestimmungen (Art. 44 Abs. 3 AsylG [AS 1999 2273] i.V.m. Art. 14a Abs. 4 bis des Bundesgeset- zes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG, BS 1 121) vorläufig aufgenommen wurden (und nunmehr über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen), eine solche Kontaktnahme im Hi n-C-4118/2009 Seite 9 blick auf die Beschaffung von Reisedokumenten umsomehr verlangt wer- den kann. Es kann deshalb grundsätzlich erwartet werden, dass sich der Beschwerdeführer vorerst bei der z uständigen sudanesischen Vertretung in der Schweiz um die Abgabe eines gültigen Reisepapiers bemüht. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, wonach er bereits entspreche n- de Schritte unternommen hätte. 5.4. Der Beschwerdeführer verweist jedoch auf seine regimekritische Tä- tigkeit, die er nach Abschluss seines Asylverfahrens fortgeführt habe, und macht insofern subjektive Nachfluchtgründe geltend . So sei er ein hoch- rangiges Mitglied des "Darfur Friedens - und Entwicklungs -Zentrums" (DFEZ) in Zürich, welches eine Vollmacht über das Konto dieser Vereini- gung habe. Seine politische Tätigkeit übe er in Form von Teilnahmen an diversen, den Darfurkonflikt betreffenden Demonstrationen und anderen Veranstaltungen aus. Zudem habe er am 19. Juni 2009 das "Human Rights Council" in Genf besichtigt. Die Vorinstanz hat in ihrer Vernehmlassung vom 14. September 2009 zu Recht darauf hingewiesen , dass im Verfahren um Ausstellung eines schweizerischen Ersatzreisepapiers kein Raum für die selbständige Pr ü- fung der vom Beschwerdef ührer aufgrund seiner exilpolitischen Tätigkeit geltend gemachten und möglicherweise asylrechtlich relevanten Gefäh r- dungssituation bestehe. Dem Beschwerdeführer stehe es jederzeit frei, die behauptete Gefährdung im Rahmen eines erneuten Asylverfahrens prüfen zu lassen. Von dieser Möglichkeit hat der Beschwerdeführer bisher keinen Gebrauch gemacht. Immerhin hat das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil D-3886/2006 vom 6. Juni 2008 betr. Asyl und Wegweisung bei einem analogen Sachverhalt das Vorliegen vo n subjektiven Nachfluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG verneint. 5.5. Nach dem bisher Gesagten fehlt es an objektiven Gründen für die Annahme der Unzumutbarkeit nach Art. 6 Abs. 1 Bst. a RDV. Im Weiteren kann auch nicht davon ausgegangen werden – und wird im Übrigen vom Beschwerdeführer zu Recht nicht geltend gemacht – die Beschaffung ei- nes Reisedokumentes sei für ihn unmöglich im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. b RDV. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zum heutigen Zeitpunkt keine Gründe vorliegen, aufgrund derer der Beschwerdeführer als schriftenlos C-4118/2009 Seite 10 im Sinne von Art. 6 Abs. 1 RDV anzusehen wäre. Auch die weiteren Au s- führungen auf Beschwerdeebene sind nicht geeignet, zu einer von der Vorinstanz abweichenden rechtlichen Würdigung zu gelangen. Nicht zu- treffend ist der Hinweis des Beschwerdeführers, wonach er mit dem b e- antragten schweizerischen Ersatzreisepapier über ein Identitätsdokument verfügen würde. Gemäss Art. 8 Abs. 1 RDV handelt es sich bei den vom BFM ausgestellten Reisedokumenten um fre mdenpolizeiliche Ausweise, mit welchen weder die Identität noch die Staatsangehörigkeit der auslä n- dischen Person nachgewiesen werden kann. 6. Die Vorinstanz hat demzufolge dem Beschwerdeführer zu Recht die Au s- stellung eines schweizerischen Ersatzreisepapiers verweigert. Die ang e- fochtene Verfügung erweist sich somit im Lichte von Art. 49 VwVG als rechtmässig und die Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen. 7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende B e- schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskos- ten sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dispositiv nächste Seite C-4118/2009 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Sie werden mit dem am 31. August 2009 geleisteten Kostenvo r- schuss gleicher Höhe verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: 4 Farbfotos) – die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. N […] zurück) – das Migrationsamt des Kantons Zürich Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Marianne Teuscher Daniel Brand Versand: