<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 118 S.540</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">540</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>118 Vorentscheid</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Ein Vorentscheid setzt voraus, dass der Sachverhalt hinreichend</b></span><br/> <span class="ft2"><b>konkretisiert ist und es um Rechtsfragen geht, die sich losgelöst von</b></span><br/> <span class="ft2"><b>der Detailprojektierung beantworten lassen (Erw. 2a).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Es ist nicht zulässig, die Gebäude- und die Firsthöhe sowie die</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Geschossigkeit in einem Vorentscheid verbindlich zu genehmigen,</b></span><br/> <span class="ft2"><b>wenn das Projekt noch eine Verschiebung um 8.50 m erfährt</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(Erw. 3e).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt vom</span><br/> <span class="ft3">16. September 2005 i.S. B. und Mitb. gegen Gemeinderat Würenlos</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Sachverhalt:</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">Die Einwohnergemeinde Würenlos reichte am 12. Mai 2003 ein</span><br/> <span class="ft1">(erstes) Vorentscheidgesuch für ein geplantes Alters- und Pflegeheim</span><br/> <span class="ft1">ein. Es ging dabei um die verbindliche Beantwortung folgender</span><br/> <span class="ft1">Fragen: Zonenkonformität, Gebäude- und Firsthöhe, Geschossigkeit</span><br/> <span class="ft1">und Parkplatzzahl. Aufgrund von Einsprachen verlangte der Gemein-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutz</span> <span class="page_no">541</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">derat - nebst anderem - die Verschiebung des Gebäudes um 8.50 m</span><br/> <span class="ft1">nach Süden (Richtung Mitte der Zentrumswiese). Des Weiteren</span><br/> <span class="ft1">entschied er:</span><br/> <span class="ft5">"Im Übrigen werden die Punkte, welche Auflagegegenstand waren,</span><br/> <span class="ft5">nämlich Zonenkonformität, Gebäudehöhe und Anzahl Parkplätze,</span><br/> <span class="ft5">bewilligt. Sie sind im nachfolgenden Vorentscheidverfahren über das</span><br/> <span class="ft5">leicht geänderte Projekt nicht mehr anfechtbar." (Vorentscheid vom</span><br/> <span class="ft5">5. Juli 2004).</span><br/> <span class="ft1">Dieser Entscheid blieb unangefochten. In einem zweiten Vor-</span><br/> <span class="ft1">entscheidverfahren wurde alsdann vor allem der neue Standort zum</span><br/> <span class="ft1">Thema gemacht. Der Gemeinderat erteilte hierfür am 20. September</span><br/> <span class="ft1">2004 seine Zustimmung und wies die eingegangenen Einsprachen</span><br/> <span class="ft1">ab. Dagegen erhoben mehrere Personen Beschwerde beim Departe-</span><br/> <span class="ft1">ment Bau, Verkehr und Umwelt.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen:</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2. Vorentscheid</span><br/> <span class="ft1">a) Der Gemeinderat kann um einen Vorentscheid über wichtige</span><br/> <span class="ft1">Bau- und Nutzungsfragen ersucht werden (§ 62 Abs. 1 BauG). Der</span><br/> <span class="ft1">Vorentscheid ist im gleichen Verfahren zu treffen wie der Entscheid</span><br/> <span class="ft1">über das Baugesuch (§ 62 Abs. 2 BauG).</span><br/> <span class="ft1">Dem Vorentscheid gemäss § 62 BauG kommt in Bezug auf die</span><br/> <span class="ft1">Rechtskraft grundsätzlich die gleiche Bedeutung zu wie einer Bau-</span><br/> <span class="ft1">bewilligung, wenn das Verfahren korrekt durchgeführt, d.h. insbe-</span><br/> <span class="ft1">sondere das Gesuch publiziert und soweit notwendig den Anstössern</span><br/> <span class="ft1">angezeigt wurde. Der Vorentscheid schafft für die betreffenden wich-</span><br/> <span class="ft1">tigen baurechtlichen Fragen Klarheit und Rechtssicherheit. Aufgrund</span><br/> <span class="ft1">dieser weit reichenden Wirkung ist im Gesuch und im Entscheid klar</span><br/> <span class="ft1">zu bezeichnen, welche baurechtlichen Fragen für die Bauherrin und</span><br/> <span class="ft1">die zur Einsprache legitimierten Nachbarn verbindlich beantwortet</span><br/> <span class="ft1">werden (sollen). In verfahrensmässiger Hinsicht unterscheiden sich</span><br/> <span class="ft1">das Vorentscheid- und das Baubewilligungsverfahren dahingehend,</span><br/> <span class="ft1">dass im Vorentscheidverfahren die Einsprechenden bzw. die Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführenden nur jene Rechtsfragen thematisieren können, die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">542</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Gegenstand des Gesuchs bzw. des Entscheids waren, und dass die</span><br/> <span class="ft1">Gutheissung eines Einwands zu einer wichtigen Frage nicht zur</span><br/> <span class="ft1">Abweisung des Gesuchs insgesamt führt, sondern nur zur Abweisung</span><br/> <span class="ft1">der entsprechenden Rechtsfrage (demgegenüber wird im Baubewil-</span><br/> <span class="ft1">ligungsverfahren ein Gesuch nur dort nicht gesamthaft abgewiesen,</span><br/> <span class="ft1">wo eine notwendige Änderung geringfügig ist und diese aufgrund</span><br/> <span class="ft1">des Verhältnismässigkeitsprinzips mittels einer Auflage verfügt wer-</span><br/> <span class="ft1">den kann; ist ein Baugesuch mangelhaft bzw. stimmt es nicht in allen</span><br/> <span class="ft1">Rechtsfragen mit dem objektiven Recht überein, hat die Baupolizei-</span><br/> <span class="ft1">behörde nach den konkreten Umständen und nach pflichtgemässem</span><br/> <span class="ft1">Ermessen zu entscheiden, ob das Gesuch gesamthaft abgewiesen</span><br/> <span class="ft1">werden muss oder ob die Mängel mit Nebenbestimmungen bzw.</span><br/> <span class="ft1">durch Nachreichung korrigierter Pläne geheilt werden können [vgl.</span><br/> <span class="ft1">VGE III/24 vom 18. April 1994, S. 8]). Es ist daher auch möglich, in</span><br/> <span class="ft1">mehreren, sich allenfalls überschneidenden Vorentscheidverfahren</span><br/> <span class="ft1">mehrere Grundsatzfragen beurteilen zu lassen.</span><br/> <span class="ft1">Der Vorentscheid nach § 62 BauG ist ein Teilentscheid über</span><br/> <span class="ft1">einzelne, konkrete, wichtige Aspekte des Projekts (vgl. BDE vom</span><br/> <span class="ft1">15. April 2002 i.S. W. AG). Dem Vorentscheid liegt ein feststehender</span><br/> <span class="ft1">Tatbestand zu Grunde, der - nicht anders als im nachfolgenden Bau-</span><br/> <span class="ft1">bewilligungsverfahren - durch das konkrete Projekt der Bauherrin</span><br/> <span class="ft1">bestimmt wird (vgl. AGVE 1982, S. 161; BDE vom 7. März 1985</span><br/> <span class="ft1">i.S. W. B.). Daraus folgt, dass Gegenstand eines Vorentscheids nur</span><br/> <span class="ft1">ein Sachverhalt bilden kann, der hinreichend konkretisiert ist. Geht</span><br/> <span class="ft1">es beispielsweise um die Rechtmässigkeit einer gewerblichen Nut-</span><br/> <span class="ft1">zung, setzt die Beurteilung voraus, dass Art, Grösse, Umfang, Im-</span><br/> <span class="ft1">missionsträchtigkeit und infrastrukturelle Bedürfnisse usw. des Be-</span><br/> <span class="ft1">triebs genau bekannt sind (VGE III/14 vom 25. März 1987, S. 8 mit</span><br/> <span class="ft1">Hinweisen). Erfordert das Projekt eingreifende Änderungen, um es</span><br/> <span class="ft1">zu bewilligen, können die entsprechenden Fragen, die ausgeprägt auf</span><br/> <span class="ft1">das Projekt bezogen sind, nicht mehr Gegenstand des Vorentscheids</span><br/> <span class="ft1">sein (vgl. VGE III/24 vom 18. April 1994, S. 9 f.). Gegenstand</span><br/> <span class="ft1">können ferner nur Rechtsfragen sein, die sich losgelöst von einer</span><br/> <span class="ft1">Detailprojektierung beantworten lassen (BEZ 2001/ Nr. 15). (...)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutz</span> <span class="page_no">543</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">3. Neuer Standort</span><br/> <span class="ft1">a) Die Einwohnergemeinde als Bauherrin ersuchte um einen</span><br/> <span class="ft1">rechtsverbindlichen Beschluss zum Punkt "neuer Standort". Die</span><br/> <span class="ft1">Bezeichnung "neuer" bezieht sich offensichtlich und unbestritten auf</span><br/> <span class="ft1">die Verschiebung der Lage des Hauptgebäudes um 8.50 m. Das</span><br/> <span class="ft1">Hauptgebäude hat einen L-förmigen Grundriss und ist 42.8 m lang</span><br/> <span class="ft1">und 42.17 m breit. Die Stirnseiten sind rund 11 m breit. Die Ver-</span><br/> <span class="ft1">schiebung erfolgte parallel zur nördlichen Längsfassade und entlang</span><br/> <span class="ft1">der westlichen Grundstücksgrenze, die aus dem Rössliweg gebildet</span><br/> <span class="ft1">wird, nach Süd-Südwesten. Unklar ist, welche wichtigen Baufragen</span><br/> <span class="ft1">mit "Standort" gemeint sind. Der Standort lässt sich als die horizon-</span><br/> <span class="ft1">tale Ausdehnung der projektierten Bauten und Anlagen bzw. die</span><br/> <span class="ft1">durch ein Gebäude beanspruchte Fläche definieren. Der Standort</span><br/> <span class="ft1">knüpft unmittelbar an verschiedene im Baurecht geregelte Fragen an,</span><br/> <span class="ft1">so Grenzabstände, Gebäudeabstände, Gebäudelänge, Eignung des</span><br/> <span class="ft1">Baugrunds, Erschliessung, Volumenschutz (Beibehaltung des Stand-</span><br/> <span class="ft1">orts), Eingliederung ins Ortsbild, offene oder geschlossene Bauwei-</span><br/> <span class="ft1">se, Standortgebundenheit i.S. von Art. 24 lit. a RPG, Wiederaufbau-</span><br/> <span class="ft1">standort i.S. von § 68 lit. c BauG usw.</span><br/> <span class="ft1">b) Die Einsprechenden bemängeln verknüpft mit dem Punkt</span><br/> <span class="ft1">"neuer Standort", die maximal zulässigen Gebäude- und Firsthöhen</span><br/> <span class="ft1">seien verletzt, die maximal zulässige Gebäudelänge sei überschritten</span><br/> <span class="ft1">und die Funktion der Zentrumswiese werde gestört, weil sich das</span><br/> <span class="ft1">Gebäude nicht an die bebaute Struktur anlehne und den erwünschten</span><br/> <span class="ft1">Freiraum als Ort der Begegnung für Feste und Veranstaltungen unnö-</span><br/> <span class="ft1">tig einschränke. Der Gemeinderat wies die Einsprachen "hinsichtlich</span><br/> <span class="ft1">der Verschiebung des Gebäudes nach Süden im Sinne der Erwä-</span><br/> <span class="ft1">gungen ab" und trat auf die übrigen Punkte nicht ein, weil sie nicht</span><br/> <span class="ft1">Auflagegegenstand des Verfahrens gewesen bzw. im ersten Verfahren</span><br/> <span class="ft1">rechtskräftig entschieden worden seien (Gebäude- und Firsthöhen).</span><br/> <span class="ft1">Nachfolgend ist deshalb zu prüfen, welche baurechtlichen Entscheide</span><br/> <span class="ft1">der Gemeinderat mit der Bewilligung des neuen Standorts getroffen</span><br/> <span class="ft1">hat und welche nicht.</span><br/> <span class="ft1">c) aa) Aus dem sehr knapp gehaltenen (zweiten Vorent-</span><br/> <span class="ft1">scheid-)Gesuch ist nicht zu entnehmen, welche Fragen unter "Stand-</span><br/> <span class="ft1">ort" erfasst werden. Im Entscheiddispositiv wird dies ebenfalls nicht</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">544</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">geklärt: Bewilligt wird der "neue Standort". (...) In den Erwägungen</span><br/> <span class="ft1">zum Vorentscheid umschreibt der Gemeinderat den Gesuchsgegen-</span><br/> <span class="ft1">stand "neuer Standort" mit den Grenzabständen, verweist dann zum</span><br/> <span class="ft1">Stichwort "Standort" auf die "Verschiebung gegenüber dem ersten</span><br/> <span class="ft1">Vorentscheidgesuch" und kommt zum Schluss, dass die Grenz- und</span><br/> <span class="ft1">Gebäudeabstände eingehalten seien. Dazu ist anzumerken, dass das</span><br/> <span class="ft1">erste Vorentscheidgesuch die Grenz- und Gebäudeabstände gar nicht</span><br/> <span class="ft1">umfasste.</span><br/> <span class="ft1">Daraus ist zu schliessen, dass im angefochtenen Entscheid unter</span><br/> <span class="ft1">dem Punkt "neuer Standort" (nur) die Grenz- und Gebäudeabstände</span><br/> <span class="ft1">des Gebäudes bewilligt wurden. Der Gemeinderat in seiner Doppel-</span><br/> <span class="ft1">funktion als Baupolizeibehörde und als für die Einwohnergemeinde</span><br/> <span class="ft1">handelndes Gremium teilt in der Beschwerdevernehmlassung diese</span><br/> <span class="ft1">Auffassung.</span><br/> <span class="ft1">Gegen diese bewilligten Grenz- und Gebäudeabstände bringen</span><br/> <span class="ft1">die Beschwerdeführenden keine Einwände vor. Die Beschwerden,</span><br/> <span class="ft1">die beantragen, dass der Vorentscheid vollständig aufgehoben wird,</span><br/> <span class="ft1">sind daher hinsichtlich des Gesuchspunkts "neuer Standort"</span><br/> <span class="ft1">abzuweisen. (...)</span><br/> <span class="ft1">e) aa) Die Beschwerdeführenden argumentieren, die projektier-</span><br/> <span class="ft1">ten Gebäude- und Firsthöhen müssten auch im vorliegenden zweiten</span><br/> <span class="ft1">Verfahren Gegenstand sein. Es gehe nicht an, dass der Gemeinderat</span><br/> <span class="ft1">die Höhenmasse als im ersten Verfahren rechtskräftig beurteilt</span><br/> <span class="ft1">betrachte. Dies sei eine unzulässige "Salamitaktik". Der alte Standort</span><br/> <span class="ft1">sei 8.50 m nördlicher gelegen. Das zweite Gesuch habe durch die</span><br/> <span class="ft1">Verschiebung gegenüber dem ersten eine baurechtlich wesentliche</span><br/> <span class="ft1">Änderung erfahren. Der Gemeinderat habe deshalb korrekterweise</span><br/> <span class="ft1">das Gesuch neu publiziert statt die Verschiebung gestützt auf § 32</span><br/> <span class="ft1">ABauV als geringfügige Änderung formlos zu bewilligen.</span><br/> <span class="ft1">Wie vorne (Erw. 3c/aa) ausgeführt, sind mit der "neuen</span><br/> <span class="ft1">Situation" nur die Grenz- und die Gebäudeabstände gemeint, nicht</span><br/> <span class="ft1">aber die Höhen. Auf die Einwände ist insofern nicht einzugehen. (...)</span><br/> <span class="ft1">bb) aaa) Würde es das Departement bei diesen Feststellungen</span><br/> <span class="ft1">belassen, wäre für die Parteien rechtlich noch im Ungewissen, ob die</span><br/> <span class="ft1">Gebäude- und Firsthöhen unabhängig vom angefochtenen Entscheid</span><br/> <span class="ft1">direkt aufgrund des ersten, rechtskräftigen Vorentscheids vom 5. Mai</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutz</span> <span class="page_no">545</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">2003 auch für den neuen Standort gelten, wie die Bauherrin und der</span><br/> <span class="ft1">Gemeinderat annehmen. Aus prozessökonomischer Sicht ist diese</span><br/> <span class="ft1">Rechtsunsicherheit unbefriedigend. Insbesondere hat die Bauherrin</span><br/> <span class="ft1">ein berechtigtes Interesse zu wissen, ob sie bei der Ausarbeitung des</span><br/> <span class="ft1">Bauprojekts darauf vertrauen darf, dass die Höhen verbindlich be-</span><br/> <span class="ft1">willigt sind. Deshalb ist nachfolgend zu entscheiden, ob die Höhen</span><br/> <span class="ft1">für den neuen Standort rechtskräftig bewilligt sind oder nicht. (...)</span><br/> <span class="ft1">bbb) Gegenstand des ersten Vorentscheidgesuchs waren unter</span><br/> <span class="ft1">anderem die Gebäudehöhe und die Firsthöhe. Die heutigen Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführenden erhoben gegen das Gesuch am damaligen Stand-</span><br/> <span class="ft1">ort keine Einsprache. Im Dispositiv des Entscheids, der den Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführenden nicht zugestellt wurde, beurteilte der Gemeinde-</span><br/> <span class="ft1">rat "die Höhen" als "in Ordnung" und bewilligte ferner die Gebäude-</span><br/> <span class="ft1">höhe und die Firsthöhe einzeln zusätzlich explizit. Gleichzeitig</span><br/> <span class="ft1">verfügte er aber eine Verschiebung des Gebäudes um 8.50 m. Dies ist</span><br/> <span class="ft1">eine erhebliche Änderung des Vorentscheidprojekts, die eine neue</span><br/> <span class="ft1">öffentliche Auflage erforderlich machte, was der Gemeinderat zu</span><br/> <span class="ft1">Recht festhielt. Die Höhen werden vom anschliessend gewachsenen</span><br/> <span class="ft1">Terrain gemessen (vgl. § 12 Abs. 1 und 2 ABauV). Sie sind daher</span><br/> <span class="ft1">unmittelbar und eng an den konkreten Standort des Gebäudes</span><br/> <span class="ft1">gebunden. Gestützt auf die vorne zusammengefasste Rechtsprechung</span><br/> <span class="ft1">(Erw. 2a) können die Höhen am neuen, mit 8.50 m immerhin fast um</span><br/> <span class="ft1">eine übliche Gebäudetiefe verschobenen Standort nicht mehr Gegen-</span><br/> <span class="ft1">stand eines verbindlichen Vorentscheids sein. Dies lässt sich auch</span><br/> <span class="ft1">damit begründen, dass die beschwerdeführenden Nachbarn auf der</span><br/> <span class="ft1">westlich gelegenen Parzelle 4737 aufgrund der Verschiebung nach</span><br/> <span class="ft1">Süden durch das Gebäudevolumen wesentlich stärker betroffen</span><br/> <span class="ft1">werden als am alten projektierten Standort; es kann von ihnen daher</span><br/> <span class="ft1">nicht verlangt werden, dass sie sich bereits im ersten Verfahren</span><br/> <span class="ft1">gegen die Bewilligung der Höhen zur Wehr setzen. Der Gemeinderat</span><br/> <span class="ft1">hätte aufgrund der beschlossenen Verschiebung um 8.50 m die</span><br/> <span class="ft1">Gebäude- und Firsthöhen nicht als "in Ordnung" bezeichnen dürfen.</span><br/> <span class="ft1">Gegenüber den Beschwerdeführenden kann sich die Bauherrin nicht</span><br/> <span class="ft1">darauf berufen, die Höhen seien für den neuen Standort rechtskräftig</span><br/> <span class="ft1">bewilligt. Ob der Entscheid vom 5. Juli 2004 in diesem Punkt gar</span><br/> <span class="ft1">nichtig ist (...), kann offen bleiben. (...)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">546</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ccc) Zusammengefasst ergibt sich, dass es nicht zulässig ist, die</span><br/> <span class="ft1">Gebäude- und die Firsthöhen in einem Vorentscheid verbindlich zu</span><br/> <span class="ft1">genehmigen, wenn das Projekt noch eine Verschiebung um 8.50 m</span><br/> <span class="ft1">erfährt. Aufgrund der Verschiebung muss das Projekt neu publiziert</span><br/> <span class="ft1">werden, wie es richtigerweise auch geschehen ist. Dies hat zur Folge,</span><br/> <span class="ft1">dass die Höhen erst in einem anschliessenden Verfahren bewilligt</span><br/> <span class="ft1">werden konnten (dort hat sie die Einwohnergemeinde aber nicht zum</span><br/> <span class="ft1">Verfahrensgegenstand gemacht). Die Höhen sind eng mit dem</span><br/> <span class="ft1">konkreten Projekt verbunden. Vorliegend sind sie für das Projekt we-</span><br/> <span class="ft1">der am alten noch am neuen Standort verbindlich bewilligt. (...)</span><br/> <span class="ft1">ddd) Analoges gilt übrigens für die im ersten Vorentscheid</span><br/> <span class="ft1">bewilligte Geschossigkeit, die aufgrund der baurechtlichen Unter-</span><br/> <span class="ft1">scheidung zwischen Vollgeschoss und (nicht zu zählendem) Unterge-</span><br/> <span class="ft1">schoss ebenfalls vom gewachsenen Terrain und somit unmittelbar</span><br/> <span class="ft1">vom konkreten Standort abhängt (vgl. § 15 ABauV). Die Geschos-</span><br/> <span class="ft1">sigkeit wurde somit ebenfalls nicht verbindlich bewilligt.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>