A bteilung IV D -7681/2006 /zue {T 0/2} U rte il v o m 1 1 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichter H ans Schürch, R ichterin Therese Kojic, R ichterin M adeleine H irsig-Vouilloz, G erichtsschreiberin Eva Zürcher. 1. Z._______, geboren _______, Angola, Beschw erdeführerin, 2. Z2._______, geboren _______, Angola, _______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Verfügung vom 16. N ovem ber 2006 i. S. Asyl und W egw eisung / N _______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandD -7681/2006 Sachverhalt: A . D ie Beschw erdeführerin verliess eigenen Angaben zufolge ihr H eim atland m it ihrem Sohn am 30. Septem ber 2006 und gelangte per Flugzeug über unbekannte Länder am 1. O ktober 2006 unter U m gehung der G renzkontrollen in die Schw eiz, w o sie am folgenden Tag um Asyl nachsuchte. Am 12. O ktober 2006 w urde sie im Em pfangs- und Verfahrenszentrum _______ sum m arisch befragt und am 3. N ovem ber 2006 führte das BFM eine direkte Anhörung durch. M it Verfügung vom 17. N ovem ber 2006 w urden die Beschw erdeführerin und ihr Sohn für die D auer des Asylverfahrens dem Kanton _______ zugew iesen. Im W esentlichen m achte die Beschw erdeführerin geltend, sie sei angolanische Staatsangehörige vom Stam m der M uyom be aus der Provinz _______ und habe seit ihrer G eburt m it ihren Eltern und ihrem Bruder in _______, einem D orf in der G em einde _______ gelebt. Ihr Vater und ihr Lebensgefährte hätten für die Frente de Libertaçao Enclave de C abinda (FLEC ) heim lich U niform en und Stiefel transportiert. Am 28. August 2006 sei der Lebenspartner dabei an einem unbekannten O rt festgenom m en w orden, w as die Beschw erdeführerin noch am gleichen Tag erfahren habe. Am Abend sei sie zu einem Freund ihres Lebenspartners im gleichen D orf gegangen und über N acht dort geblieben. D ieser Freund habe sich am folgenden Tag zum Elternhaus der Beschw erdeführerin begeben und habe ihr nach seiner R ückkehr berichtet, dass ihre Eltern in der N acht zuvor von Angehörigen der "FAA" und der "M PLA" getötet w orden seien. Vom Bruder fehle jede Spur. D a die Beschw erdeführerin im Laden des Vaters gearbeitet und über den H andel m it U niform en Bescheid gew usst habe, w erde sie gesucht und befürchte getötet zu w erden, w eshalb sie sich beim Freund ihres Lebenspartners bis zum folgenden M orgen versteckt habe und dann nach _______ gegangen sei, w o sie sich bis zur Ausreise beim B ruder des Freundes aufgehalten habe. D ie Beschw erdeführerin gab keine rechtsgenüglichen heim atlichen Identitätspapiere ab. H ingegen reichte sie einen angolanischen Zivilregisterauszug zu den Akten. S eite 2D -7681/2006 B . M it Verfügung vom 16. N ovem ber 2006 – eröffnet am gleichen Tag – stellte die Vorinstanz fest, dass die Beschw erdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, und lehnte das Asylgesuch ab. Zur Begründung w urde im W esentlichen angebracht, dass ihre Vorbringen insgesam t den Anforderungen an die G laubhaftm achung nach A rt. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) nicht genügten. D ie von ihr vorgebrachte H ausdurchsuchung durch Angehörige der "FAA" sei im R ahm en der Erstbefragung nicht erw ähnt w orden, sei deshalb als nachgeschoben und som it als unglaubhaft zu qualifizieren. Zudem habe sie w idersprüchlich angegeben, w ann sie von der Festnahm e ihres Lebenspartners erfahren habe und w as um 18 U hr des gleichen Abends passiert sei. D iese W idersprüchlichkeiten habe sie dam it erklärt, dass der D olm etscher Sachen gesagt habe, die sie nicht erw ähnt habe, w as indessen als Schutzbehauptung zu w erten sei. Es könne ausserdem nicht nachvollzogen w erden, w arum die M ilitärs erst beim zw eiten Erscheinen im Elternhaus die Eltern um gebracht hätten und sie im ganzen Q uartier nicht hätten finden können, obw ohl es sich nach ihren Angaben um ein kleines D orf handle. D ie geltend gem achten politischen Tätigkeiten ihres Vaters für die FLEC und die Angaben über die Festnahm e ihres Lebenspartners seien zu w enig detailliert, konkret und differenziert ausgefallen, um als glaubhaft zu gelten. D ie Schilderung der R eise sei überdies realitätsfrem d und in sich w idersprüchlich ausgefallen, zum al die Flugreise von _______ in die Schw eiz nicht ohne gültige R eise- und Identitätspapiere erfolgen könne. Ü ber ihre geltend gem achte H erkunft bestünden zudem aufgrund der m angelnden Kenntnisse über _______ Zw eifel. D ie Beschw erdeführerin sei nicht in der Lage gew esen, bekannte H afenstädte oder grössere O rtschaften in der Provinz _______ zu nennen und die Beschreibung ihres D orfes sei m ehr als dürftig ausgefallen. Sie kenne keine Tageszeitung und w isse nicht, w ie w eit ihr D orf von der H auptstadt der Provinz _______ entfernt sei, obw ohl _______ zu dieser Provinz gehöre. D abei verm öge ihre Erklärung, sie habe sich zu ihrem Schutz m eistens zuhause aufgehalten, nicht zu überzeugen. D er von ihr angegebene m onatliche Verdienst im G eschäft des Vaters sei unrealistisch und die dargelegte W ährungsum rechnung entspreche nicht den Tatsachen. D en W egw eisungsvollzug erachtete die Vorinstanz als zulässig, zum utbar und m öglich. D iesbezüglich legte sie dar, dass die junge und gesunde Beschw erdeführerin über eine Schulbildung und über Arbeitserfahrungen verfüge. Ausserdem bestünden Zw eifel an der S eite 3D -7681/2006 geltend gem achten H erkunft, w eshalb auch die dargelegte fam iliäre Situation zu bezw eifeln sei. Es w erde deshalb von einem fam iliären respektive sozialen Beziehungsnetz ausgegangen. C . M it Eingabe vom 15. D ezem ber 2006 an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragte die Beschw erdeführerin sinngem äss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Anerkennung als Flüchtling und die G ew ährung von Asyl, die Feststellung der U nzulässigkeit und U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges und die G ew ährung der vorläufigen Aufnahm e. In verfahrensrechtlicher H insicht ersuchte sie um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege und um D urchführung des Beschw erdeverfahrens in französischer Sprache. Auf die Einzelheiten der Begründung w ird in den nachfolgenden Erw ägungen näher eingegangen. D . M it Zw ischenverfügung der AR K vom 21. D ezem ber 2006 w urde der Beschw erdeführerin m itgeteilt, dass sie den Ausgang des Beschw erdeverfahrens in der Schw eiz abw arten könne. E. M it Zw ischenverfügung des Bundesverw altungsgerichts vom 19. Januar 2007 w urde der Beschw erdeführerin m itgeteilt, dass das Beschw erdeverfahren vom Bundesverw altungsgericht in deutscher Sprache w eitergeführt w erde und sie ihre Eingaben in einer andern Landessprache – beispielsw eise der französischen – verfassen könne. Zudem w urde das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege unter der Bedingung, eine Fürsorgebestätigung nachzureichen, gutgeheissen. F. M it Eingabe vom 3. Februar 2007 ging eine Fürsorgebestätigung des kantonalen Sozialdienstes des Kantons _______ vom 1. Februar 2007 und erneut ein G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege ein. G . In ihrer Vernehm lassung vom 6. M ärz 2007 beantragte die Vorinstanz die Abw eisung der Beschw erde und hielt vollum fänglich an ihren S eite 4D -7681/2006 Erw ägungen fest. Auf die Einzelheiten der Begründung w ird in den nachfolgenden Erw ägungen näher Bezug genom m en. H . M it Zw ischenverfügung vom 9. M ärz 2007 w urde die Vernehm lassung der Vorinstanz der Beschw erdeführerin überm ittelt und ihr ein R eplikrecht eingeräum t. I. M it Eingabe vom 24. M ärz 2007 nahm die Beschw erdeführerin zur Vernehm lassung der Vorinstanz Stellung. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss A rt. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach A rt. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). D as Bundesam t für M igration (BFM ) gehört zu den Behörden nach A rt. 33 VG G und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverw altungsgerichts. Eine Ausnahm e, w as das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (A rt. 32 VG G ). D as Bundesverw altungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschw erde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (A rt. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t bei gegebener Zuständigkeit am 1. Januar 2007 die bei der vorm aligen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) hängigen R echtsm ittel. D as Bundesverw altungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschw erde. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (A rt. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen S eite 5D -7681/2006 Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin ist legitim iert (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss A rt. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (A rt. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (A rt. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz erachtete die Vorbringen der Beschw erdeführerin insgesam t infolge zahlreicher U ngereim theiten als nicht glaubhaft. Insbesondere bem ängelte sie, dass die Beschw erdeführerin w ichtige Teile des Sachverhalts nachgeschoben habe, die Vorbringen w idersprüchlich und nicht realistisch ausgefallen sow ie tatsachenw idrige und substanzlose Angaben zu Protokoll gegeben w orden seien. S eite 6D -7681/2006 4.2 D ie Beschw erdeführerin w endete dem gegenüber ein, sie sei aufgrund ihrer E rlebnisse nicht in der Lage gew esen, ihre Vorbringen kohärent und präzise darzulegen. Aus diesem G rund habe sie allenfalls auch nicht alle Vorkom m nisse von Anfang an erzählt und habe sich in Teilen ihres Sachvortrags w idersprochen. Es sei ihr infolge der em otionalen Befindlichkeit – sie sei in totaler Angst gew esen – unm öglich gew esen, sich die Zeitangaben korrekt zu m erken. Sie w isse nur noch, dass die H ausdurchsuchung noch w ährend des Sonnenscheins stattgefunden und sie sich in D unkelheit zum Freund ihres G efährten begeben habe. D ie unterschiedlichen Zeitangaben könnten die Plausibilität ihrer Aussagen nicht in Zw eifel ziehen. D ie Argum entation der Vorinstanz hinsichtlich der fehlenden Logik oder der fehlenden allgem einen Lebenserfahrung sei als m issbräuchlich zu w erten, da es den Angehörigen des M ilitärs – nach eigenem Plan oder nach eigenen Strategien – überlassen gew esen sei, w ann sie die Eltern hätten töten w ollen. Es sei m it der allgem einen Erfahrung durchaus zu vereinbaren, dass das M ilitär die Eltern erst bei der zw eiten H ausdurchsuchung getötet habe und sie selber im D orf nicht habe finden können. Zudem habe sie nie beabsichtigt gehabt, ins Ausland zu reisen, w eshalb sie keinen Pass besitze und sich an Transitländer oder Fluggesellschaften nicht erinnern könne. Ihr Begleiter habe für sie alles erledigt. 4.3 D as Bundesverw altungsgericht schliesst sich bezüglich des Asylpunktes der Argum entation der Vorinstanz im R esultat an. 4.3.1 Zw ar ist m it der Beschw erdeführerin übereinzustim m en, dass die vorinstanzliche Argum entation hinsichtlich der fehlenden Logik des H andelns und der fehlenden Vereinbarung m it der allgem einen Lebenserfahrung nur w enig überzeugt. In der Tat w äre es denkbar, dass sich der Tatverdacht gegen den Vater der Beschw erdeführerin erst nach der ersten H ausdurchsuchung erhärtet haben könnte oder die Soldaten aus andern G ründen – beispielsw eise um m ehr Inform ationen zu gew innen – m it der E rm ordung der Eltern vorerst noch zugew artet hätten. Auch kann nicht ausgeschlossen w erden, dass die Soldaten die im D orf versteckte Beschw erdeführerin – trotz intensiver Suche – w ährend des einen Tages, an w elchem sie sich noch im D orf aufgehalten habe, nicht finden konnten. Zugestim m t w erden kann der vorinstanzlichen D arstellung einzig insofern, als die Beschw erdeführerin infolge ihrer Abw esenheit nichts über die näheren U m stände der E rm ordung ihrer Eltern w issen konnte, w eshalb ihre S eite 7D -7681/2006 Aussage, den Vater habe m an um gebracht, w eil er gelogen habe, konstruiert erscheint und som it zu Zw eifeln an der G laubhaftigkeit Anlass gibt. D aran verm ag auch ihre nachträgliche Erklärung, sie habe dies von den Leuten im D orf erfahren, nichts zu ändern. Insgesam t ist dem nach der Argum entation der Vorinstanz, die fehlende Logik des H andelns und die fehlende Vereinbarung m it der allgem einen Lebenserfahrung w ürden Zw eifel an der G laubhaftigkeit der Vorbringen bew irken, nur beschränkt zuzustim m en. 4.3.2 Indessen kann die vorinstanzliche D arlegung, w onach die Ausführungen der Beschw erdeführerin nachgeschoben und w idersprüchlich ausgefallen seien, vollum fänglich geteilt w erden. D ie Beschw erdeführerin brachte in der Erstbefragung m it keinem W ort vor, dass Soldaten um 18 U hr an ihrem W ohnort erschienen seien und eine H ausdurchsuchung durchgeführt hätten. Vielm ehr sagte sie dort aus, um 18 U hr sei sie zum Freund ihres Lebensgefährten gegangen, ohne eine H ausdurchsuchung überhaupt zu erw ähnen. D iese beiden D arstellungen sind deshalb m iteinander w eder in zeitlicher H insicht noch inhaltlich in Einklang zu bringen, w eshalb sie nicht geglaubt w erden können. D aran verm ögen auch die in der Beschw erde erhobenen Einw ände, näm lich die Beschw erdeführerin habe infolge ihrer Erlebnisse nicht von Anfang an alles berichten können und sich aus dem gleichen G rund w idersprochen, nichts zu ändern. G em äss der von der AR K entw ickelten Praxis, w elcher sich das Bundesverw altungsgericht anschliesst (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1993 N r. 3 S. 13 f. E. 3), sind zentrale Vorbringen von Anfang an, m ithin bereits in der sum m arischen Erstbefragung, zum indest im Ansatz vorzutragen, um als glaubhaft zu gelten; im H inblick darauf, dass – nach der zw eiten Variante – die erfolgte H ausdurchsuchung Anlass zur Flucht aus dem Elternhaus gebildet haben soll (Akte A15/15 S. 2, 7 und 8), handelt es sich zw eifelsohne um ein zentrales Vorbringen im Sachvortrag der Beschw erdeführerin und nicht bloss um eine unw esentliche Abw eichung oder vernachlässigbare U nvollständigkeit. Zudem ist die U nvereinbarkeit der beiden Varianten offensichtlich, kann die Beschw erdeführerin doch nicht gleichzeitig das H aus verlassen und an einer zw eistündigen H ausdurchsuchung teilgenom m en haben. Som it steht fest, dass sie w esentliche Teile des Sachverhalts verspätet und in unvereinbarer W eise darstellte, w obei w eder die U nvereinbarkeit noch die Verspätung – entgegen der D arlegung in der Beschw erde – m it dem Stress der S eite 8D -7681/2006 Befragungssituation, der Fehlerhaftigkeit der dolm etschenden Person oder der Erinnerung an die Erlebnisse nachvollziehbar zu erklären sind. Insbesondere kann den Akten nicht entnom m en w erden, dass die dolm etschende Person "Sachen gesagt" habe, w elche die Beschw erdeführerin "nicht gesagt habe" (Akte A15/15 S. 12), zum al von den an den Befragungen anw esenden Personen keine diesbezüglichen Einw ände vorgebracht w urden und die Beschw erdeführerin die beiden Protokolle vorbehaltlos unterzeichnete, w om it sie sich m it deren Inhalt ausdrücklich einverstanden erklärte, w eshalb sie sich U nvereinbarkeiten anrechnen lassen m uss. 4.3.3 D a die w eitere D arstellung der Ereignisse auf diesen grundsätzlich unterschiedlichen und deshalb nicht glaubhaften Sachverhaltsteilen aufbaut, ist ihnen eine glaubhafte G rundlage entzogen. Es kann der Beschw erdeführerin deshalb grundsätzlich nicht geglaubt w erden, dass sich die G eschichte so abgespielt hat, w ie sie von ihr dargestellt w urde. 4.3.4 U m unnötige W iederholungen zu verm eiden, w ird im Ü brigen auf die ansonsten zutreffenden und ausführlichen Erw ägungen der Vorinstanz verw iesen. 4.4 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorbringen der Beschw erdeführerin den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht standhalten. Es kann darauf verzichtet w erden, auf w eitere - nach Ansicht des Bundesverw altungsgerichts ebenfalls zutreffende - Erw ägungen der Vorinstanz und auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erdeschrift und den nachfolgenden Eingaben näher einzugehen. U nter diesen U m ständen ist die von ihr geltend gem achte Furcht, im Fall einer R ückkehr in ihr H eim atland getötet zu w erden, nicht begründet. D as Asylgesuch w urde vom Bundesam t zu R echt abgew iesen. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von S eite 9D -7681/2006 Ausländern (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ; A rt. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (A rt. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach A rt. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (A rt. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss A rt. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), A rt. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu A rt. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.2 D ie Beschw erdeführerin verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf E rteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 5.3 D ie vorstehend erw ähnten Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung (U nm öglichkeit, U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit) sind alternativer N atur. Sobald eine von ihnen erfüllt ist, m uss der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar betrachtet w erden und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz ist gem äss den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. EM AR K 2006 N r. 6 Erw . 4.2. S. 54 f.; EM AR K 2001 N r. 1 Erw . 6a S. 2). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e steht dem w eggew iesenen Asylsuchenden w iederum die Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht offen (A rt. 105 Abs. 1 AsylG i.V.m . A rt. 44 S eite 10D -7681/2006 Abs. 2 AsylG ), w obei in jenem Verfahren säm tliche Vollzugshindernisse von Am tes w egen und nach M assgabe der dannzum al herrschenden Verhältnisse (vgl. EM AR K 1997 N r. 27, S. 205 ff.) von N euem zu prüfen sind. W eil sich vorliegend der Vollzug der W egw eisung - aus den nachfolgend aufgezeigten G ründen - als unzum utbar erw eist, ist dem entsprechend auf eine Erörterung der beiden anderen Kriterien zu verzichten. 5.4 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch K rieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm o- m ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Eine solche Situation, w elche die Beschw erdeführerin und ihren Sohn als G ew alt- oder de-facto-Flüchtlinge qualifizieren w ürde, lässt sich zw ar aufgrund der heutigen, sich nach dem Tod von Jonas Savim bi im Februar 2002 und dem im M ärz/April 2002 eingeleiteten Friedensprozess zunehm end beruhigten und entspannten Situation in Angola nicht bejahen. Indessen w ird gem äss der in EM AR K 2004 N r. 32 festgehaltenen Praxis der AR K, der W egw eisungsvollzug von Personen aus Angola, die einer "R isikogruppe" ("groupe vulnérable") angehören, grundsätzlich als unzum utbar erachtet. D ie vor gut einem Jahr ausgebrochene C holera-Epidem ie sow ie die Ü berschw em m ungen im Januar 2007, von w elchen 12 der 18 Provinzen des Landes und insbesondere auch die H auptstadt Luanda betroffen w aren, forderten H underte von Todesopfern und verschlim m erten die N ot der dort ansässigen Bevölkerung. Zudem gab es in zahlreichen G ebieten Angolas blutige Auseinandersetzungen im Zusam m enhang m it der G ew innung von D iam anten und anderen Bodenschätzen. Von einer seit Ergehen des oben erw ähnten publizierten U rteiles eingetretenen Verbesserung der Lage in Angola kann m ithin nicht die R ede sein, w eshalb sich das S eite 11D -7681/2006 Bundesverw altungsgericht der bisherigen Praxis der AR K bis auf w eiteres anschliesst. G em äss dieser Praxis w erden insbesondere Personen m it kleinen Kindern beziehungsw eise m it Kindern unter sechs Jahren als einer R isikogruppe zugehörig erachtet. D a der Sohn der Beschw erdeführerin erst zw ei Jahre alt ist, sind die Beschw erdeführerin und ihr Sohn Angehörige einer R isikogruppe. D arüber hinaus erw eist sich der W egw eisungsvollzug - ebenfalls gem äss Praxis der AR K - auch für aus _______ stam m ende Personen als unzum utbar, es sei denn, sie hätten w ährend längerer Zeit unter anderem in Luanda gew ohnt oder verfügten dort über ein festes Beziehungsnetz. An der Feststellung der U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzug verm ag der U m stand nichts zu ändern, dass Zw eifel an der geltend gem achten H erkunft aus ______ sow ie am fehlenden Beziehungsnetz bestehen und die Beschw erdeführerin über eine gew isse Schulbildung und Berufserfahrung verfügt. Bei dieser Sachlage und in Abw ägung der gesam ten U m stände ist zusam m enfassend festzustellen, dass sich der Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführerin und ihres Sohnes - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - zum gegenw ärtigen Zeitpunkt als nicht zum utbar erw eist. 6. D ie m it Eingabe vom 15. D ezem ber 2006 (D atum Poststem pel) angehobene Beschw erde ist nach den vorstehenden Erw ägungen hinsichtlich des Vollzugs der W egw eisung gutzuheissen, im Ü brigen (hinsichtlich der N ichtzuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der G ew ährung des Asyls sow ie der W egw eisung an sich) ist sie abzuw eisen. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung des Bundesam tes sind aufzuheben und das BFM ist anzuw eisen, die Beschw erdeführerin und ihren Sohn vorläufig aufzunehm en (A rt. 44 Abs. 2 AsylG und A rt. 14a Abs. 1 bis 4 AN AG ). Einer vorläufigen Aufnahm e stehen im Ü brigen auch keine einschränkenden gesetzlichen Tatbestände (A rt. 14 Abs. 6 AN AG ) entgegen. 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären gem äss bisheriger Praxis die um die H älfte zu reduzierenden Kosten der Beschw erdeführerin aufzuerlegen (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 300.-- festzusetzen (A rt. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . A rt. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 20. April 2006 [VG KE]). D a die S eite 12D -7681/2006 Begehren der Beschw erdeführerin nicht zum Vorneherein aussichtslos w aren und sie bedürftig ist, w urde das G esuch um unentgeltliche R echtspflege m it Zw ischenverfügung vom 19. Januar 2007 gutgeheissen, w eshalb keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 7.2 D ie Beschw erdeinstanz kann der ganz oder teilw eise obsiegenden Partei von Am tes w egen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erw achsende notw endige und verhältnism ässig hohe Kosten zusprechen (vgl. A rt. 64 Abs. 1 Vw VG ). D a die Beschw erdeführerin im Beschw erdeverfahren nicht vertreten w ar, sind ihr im Verfahren vor der AR K und dem Bundesverw altungsgericht keine verhältnism ässig hohen Kosten entstanden, w eshalb vorliegend keine Parteientschädigung auszurichten ist. (D ispositiv nächste Seite) S eite 13D -7681/2006 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird, sow eit den Vollzug der W egw eisung betreffend, gutgeheissen. Im Ü brigen w ird sie abgew iesen. 2. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der vorinstanzlichen Verfügung vom 16. N ovem ber 2006 w erden aufgehoben. 3. D as BFM w ird angew iesen, die Beschw erdeführerin und ihren Sohn vorläufig in der Schw eiz aufzunehm en. 4. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 5. Es w ird keine Parteientschädigung entrichtet. 6. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführerin (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N _______, in Kopie) - _______ (in Kopie) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: H ans Schürch Eva Zürcher Versand: > S eite 14