Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Mai 2020 (725 18 217 / 95) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Bestimmung des massgebenden medizinischen Sachverhalts aufgrund eines Gerichts- gutachtens Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Jan Herrmann, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen Helsana Unfall AG , Recht & Compliance , Postfach , 8081 Zürich , Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Die 1964 geborene A.____ war seit dem 1. Septembe r 2014 bei der B.____ in X.____ als Verkäuferin angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Helsana Unfall AG (Helsana) obliga- torisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 15. November 2016 stolperte sie beim Tragen von Pneus über die Schwelle der Garage und fie l hin. Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. C.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilita tion, stellte am 11. Januar 2017 einen Sturz mit Anschlag und direkter Kontusion am Ober armkopf respektive unterhalb des Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Acromions fest. Am 16. Januar 2017 wurde in der Klinik D.____ eine MR-Arthrographie der lin- ken Schulter angefertigt. Am 22. März 2017 diagnostizie rte der behandelnde Arzt PD Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologi e des Bewegungsapparates, in Bezug auf die linke Schulter eine Subscapularis-Ruptur Typ Laf osse III und eine SLAP-Läsion mit Bi- zepssplit nach Unfall vom 15. November 2016. Am 11. Apr il 2017 wurde die Versicherte an der linken Schulter operiert. Nach weiteren Abklärungen be im Konsiliararzt Prof. Dr. med. F.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe gungsapparates, teilte die Helsana der Versicherten mit Verfügung vom 29. August 2017 mit , dass der natürliche Kausalzusam- menhang zwischen dem Ereignis vom 15. November 2016 un d der Gesundheitsschädigung nicht überwiegend wahrscheinlich sei. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien vielmehr auf unfallfremde Faktoren zurückzuführen. Im Rahmen des Einspracheverfahrens holte die Helsana bei Dr. med. G.____, FMH Chirurgie, G.____GmbH, ein Aktengutachten ein (Expertise vom 9. Februar 2018/9. Mai 2018) und bestätigte die ve rfügte Leistungsablehnung (Ein- spracheentscheid vom 8. Juni 2018). B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Jan Herrmann, am 29. Juni 2018 Be- schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie bean- tragte, in Gutheissung der Beschwerde sei der Einspracheentscheid vom 8. Juni 2018 aufzuhe- ben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherungsleistungen aus dem Unfallereignis vom 15. November 2016 auszurichten. E ventualiter sei ein gerichtliches Gutachten bei neutraler Stelle zur Klärung der Unfall kausalität der heute bestehenden Be- schwerden einzuholen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begrü ndung führte sie im Wesentlichen aus, dass der angefochtene Entscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 15. August 2018 auf Abweisung der Beschwerde. D. In ihrer Replik vom 30. August 2018 hielt die Beschw erdeführerin an ihren Anträgen fest. Gleichzeitigt beantragte sie, es sei die Beschwerdegegn erin zu verpflichten, die Anzahl der ab dem Jahr 2010 bis heute an Dr. G.____ vergebenen Begutachtungsaufträge und die aus diesen Gutachten an Dr. G.____ bezahlten Honorare offen zu l egen. Eventualiter sei das Verfahren zu sistieren, damit sie Entsprechendes im Rahmen eines geson derten Verfahrens gegenüber der Beschwerdegegnerin geltend machen und gegebenenfalls gerichtlich durchsetzen könne. Die Sistierung sei bis zum Vorliegen eines (allenfalls gerichtlichen) Entscheids zu befristen. E. Mit Duplik vom 14. September 2018 hielt die Beschw erdegegnerin an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest und schloss auf Abweisung der Verfahrensanträge. F. Mit Verfügung vom 4. Oktober 2018 forderte die in struierende Präsidentin des Kantons- gerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht, die Beschwer degegnerin auf, die Anzahl der in den Jahren 2013 bis 2017 an Dr. G.____ vergebenen Begu tachtungsaufträge offen zu legen. Hierzu nahm die Beschwerdegegnerin am 5. November 2018 Stellung, wobei sie ausführte, dass sie keine Statistik über die von ihr extern vergeben en Gutachten führe, ein Überprüfung der Buchhaltung aber ergeben habe, dass Dr. G.____ le diglich in vorliegender Sache für eine Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aktenbegutachtung beauftragt worden sei. Nach Interven tion der Beschwerdeführerin vom 13. November 2018, Dr. G.____ sei von der Beschwerde gegnerin schon mehrfach mit Gutach- ten betraut worden, und Rückfrage des Kantonsgerichts v om 8. November 2018 nahm die Be- schwerdegegnerin am 4. Dezember 2018 erneut Stellung. Sie führte aus, dass sie auf die Zutei- lung der Gutachter der von ihr bei der H.____GmbH er teilten Gutachten keinen Einfluss habe. Hierzu äusserte sich die Beschwerdeführerin am 11. Dezemb er 2018. Gleichzeitig erweiterte sie ihr Auskunftsbegehren auf die von der Beschwerdegeg nerin an die H.____GmbH vergebe- nen Aufträge, in denen eine Begutachtung durch Dr. G.____ erfolgte. G. Mit Verfügung vom 12. Dezember 2018 verzichtete die instruierende Präsidentin des Kantonsgerichts auf die Durchführung weiterer Beweismassnahmen und überwies den Fall dem Dreiergericht zur Beurteilung. H. Anlässlich einer ersten Urteilsberatung vom 24. Janua r 2019 gelangte das Kantonsge- richt zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilun g der Angelegenheit gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich sei. In der Folge stellte es das Verfahren aus und ordnete ein Gerichtsgutachten an. Am 5. März 2019 beauftragte es die Academy of Swiss Insurance medicine (asim) mit einer orthopädisch-trauma tologischen Begutachtung der Versi- cherten. Diese wurde von PD Dr. med. I.____, FMH Orth opädische Chirurgie und Traumatolo- gie des Bewegungsapparates, durchgeführt. Zum Gutachte n vom 13. November 2019 und den Auswirkungen der medizinischen Beurteilung auf den Leistu ngsanspruch nahm die Beschwer- deführerin am 12. Dezember 2019 Stellung. Die Beschwe rdegegnerin verzichtete am 19. De- zember 2019 auf eine Stellungnahme. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in Wenslingen, weshalb di e örtliche Zuständigkeit des Kantonsge- richts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurte ilt das Kantonsgericht als Versi- cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kant ons Beschwerden gegen Einsprache- entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. E s ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 29. Juni 2018 ist demnach einzutreten. 1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vo m 25. September 2015 revidierten Bestimmungen des UVG sowie der Verordnung über die U nfallversicherung (UVV) vom Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 20. Dezember 1982 in Kraft getreten. Versicherungsleist ungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmungen ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden nach bisher igem Recht gewährt (vgl. Über- gangsbestimmung in Art. 118 Abs. 1 UVG). So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, wes- halb nachfolgend auf das bisherige Recht und die daz u ergangene Rechtsprechung Bezug ge- nommen wird. 2. In Anbetracht, dass das Kantonsgericht anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 24. Januar 2019 zur Au ffassung gelangte, dass das dem ange- fochtenen Einspracheentscheid zugrunde liegende Akteng utachten von Dr. G.____ vom 9. Februar 2018/9. Mai 2018 keine ausschlaggebende Bewe iskraft zukomme, und zur Klärung des medizinischen Sachverhalts ein Gerichtsgutachten in Auft rag gab, sind ergänzende Be- weismassnahmen hinsichtlich der Frage der gutachterlichen U nabhängigkeit von Dr. G.____ obsolet, weshalb darauf verzichtet werden kann. 3. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistun gspflicht für die Folgen des Unfaller- eignisses vom 15. November 2016 zu Recht verneint hat. 4. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in d er obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilwe iser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre- chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). 5. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt – unter anderem – vo- raus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem einge tretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigun g) ein natürlicher Kausalzusammenhang be- steht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des n atürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetre tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zei t eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen- hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitli- cher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereigni s zusammen mit anderen Bedin- gungen die körperliche oder geistige Integrität der ve rsicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3 .1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störun g ein natürlicher Kausalzusammen hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanw endende Behörde im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruc hs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 6.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie insbeso ndere der Feststellung natürli- cher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist di e rechtsanwendende Behörde re- gelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicher ungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Bew eismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (B GE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Ger icht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung de r medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsb arkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat diesbezüglich erwogen, der M einung eines von einem Gericht ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung vermu tungsweise hohes Gewicht zu (BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen). Ein Grund zum A bweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom G ericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelan gt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Mei nungsäusserungen anderer Fachex- perten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Sc hlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis de s Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). 7. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auch der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht vo n Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 8. Die Vorinstanz stützte sich im angefochtenen Einspracheen tscheid vom 8. Juni 2018 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesent lichen auf das Aktengutachten von Dr. G.____ vom 9. Februar 2018 sowie auf dessen ergän zende Stellungnahme vom 9. Mai 2018. Anlässlich der ersten in vorliegender Angelegenhei t erfolgten Urteilsberatung vom 24. Januar 2019 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass diesem Gutachten aufgrund der widersprüchlichen Einschätzungen der involvierten Fac härzte in Bezug auf die streitige Un- fallkausalität der Beschwerden keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Es erwog, wäh- rend Dr. G.____ wie auch der Konsiliararzt der Beschwerd egegnerin, Prof. Dr. F.____, die Un- fallkausalität verneinen und die operierten Gesundhei tsschäden allesamt als degenerativ be- dingt beurteilen, ginge der behandelnde Chirurg PD Dr. E.____ demgegenüber davon aus, dass die operativ behobenen Schädigungen durch den Unfall vom 15. November 2016 mindestens mitverursacht worden seien. Namentlich in Bezug auf de n Unfallmechanismus würden diamet- ral entgegengesetzte Schlüsse vorliegen. Während Dr. G. ____ bei einem blossen Sturz auf die Schulter das Entstehen der dokumentierten Rupturen ausschliesse und namentlich eine andere Symptomatik voraussetze, vertrete PD Dr. E.____ die Auffassung, dass ein Sturz auf die Schul- ter ohne weiteres geeignet sei, die diagnostizierten V erletzungen zu verursachen. PD Dr. E.____ werde bei dieser Kritik von Prof. Dr. m ed. J.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, unterstützt, der namentlich Dr. G.____ entge- genhalte, dass die Symptomatik eines drop arm-sign oder einer Pseudoparalyse nicht zwingend sei. Auch in Bezug auf die mögliche degenerative Genese der Gesundheitsschäden würden unterschiedliche Auffassungen vorliegen. Während Dr. G.__ __ eine degenerative Ursache für überwiegend wahrscheinlich halte, bezeichne PD Dr. E.__ __ eine degenerative Subscapularis- ruptur bei einer 52-jährigen Patientin ohne schulter belastenden Beruf als Seltenheit. Zwar sei zu berücksichtigen, dass PD Dr. E.____ behandelnder Arzt se i, was den Beweiswert seiner Einschätzungen rechtsprechungsgemäss relativiere. Andere rseits dürfe nicht übersehen wer- den, dass PD Dr. E.____ im Gegensatz zu Dr. G.____ und Prof. Dr. F.____ auf schulterspezifi- sche Beschwerden spezialisiert sei. Hinzu komme, dass auch Prof. Dr. J.____ die Unfallkausali- tät der Beschwerden – nach einer persönlichen Unters uchung der Beschwerdeführerin – bejaht resp. zur Klärung der Sachlage eine Begutachtung durch einen auf Schulter- und Ellenbogen- chirurgie spezialisierten Arzt befürwortet habe. Vor di esen Hintergrund bestünden gewichtige Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beurteilung von Dr. G.____. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte keine verlässliche Entscheidgrundlage bildeten, be- schloss das Kantonsgericht, den Fall auszustellen und zur K lärung des Sachverhalts ein ortho- pädisch-traumatologisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. 9. Am 13. November 2019 führte der Gerichtsgutachter P D Dr. I.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hi nsichtlich des Unfallmechanismus aus, die Versicherte gebe an, den Autopneu mit einem G ewicht von 15-20 kg im Zeitpunkt des Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stolpersturzes mit beiden Händen in einer Supinationsste llung getragen zu haben. Der Pneu sei infolge des Sturzes weggeschleudert worden, erst danach sei es zum Direktanprall am pro- ximalen Oberarm gekommen. Die bisherige Begutachtung sei von einer direkten Gewalteinwir- kung gegen die Schulter als Schädigungsmechanismus ausgega ngen und habe die Unfallkau- salität deshalb verneint. Da die Versicherte beim Sturz eine schwere Last getragen habe, sei aber auch eine indirekte Schädigung denkbar, indem der Pneu durch die Beschleunigung beim Ausgleiten eine Zugbelastung auf die Schulter ausgelö st habe. Diese Zugbelastung habe so- lange einwirken können, bis die Versicherte den Reifen l osgelassen habe. Zugbelastungen würden als anerkannter Mechanismus für eine traumatische Rotatorenmanschettenläsion gel- ten. Die intraoperativ gefundene SLAP Läsion wäre ein möglicher Hinweis darauf, dass eine solche Zugbelastung habe einwirken können. Solche Läsione n könnten insbesondere dann entstehen, wenn der Zug auf die lange Bizepssehne be i gleichzeitiger Supinationsstellung am Vorderarm einwirke. Dennoch müsse berücksichtigt werden, dass diese Läsionen auch degene- rativer Natur sein könnten. Hingegen müsse festgehalte n werden, dass gemäss Expertenbe- richt von Swiss Orthopaedics ein direktes Trauma nicht als Ausschlusskriterium für eine trauma- tische Schädigung der Rotatorenmanschette herangezogen werden könne. Natürlich schütze das Acromion in der Regel die Supraspinatussehne vor ein er direkten Gewalteinwirkung. Die Versicherte habe aber eine Gewalteinwirkung 3 cm distal des anterolateralen Acromionecks beschrieben, wo der Humeruskopf und die Rotatorenmansch ette nicht durch das Schulterdach geschützt seien. Diese Lokalisation entspreche auch ungefäh r dem Eintrittsort der langen Bi- zepssehne in den Sulcus bicipitalis. Dazu medial angrenzen d befinde sich der Subscapula- rissehnenansatz am Tuberculum minus. Eine direkte Quet schung dieser Strukturen sei auf- grund des Traumas also denkbar. Durch die Krafteinleitu ng wäre auch eine Translation des Humeruskopfes nach posterior durchaus möglich, welche auc h zu einer Schädigung des Bi- zepssehnenankers hätte führen können. Zusammengefasst sei es nicht überwiegend wahr- scheinlich, dass das erfolgte Trauma eine Schädigung der R otatorenmanschette nicht habe hervorrufen können. Gesichert sei aus der Sicht des Gutacht ers, dass die vorbestehende AC- Gelenksarthrose durch das Trauma aktiviert worden sei. Diese Schädigung sei mit überwiegen- der Wahrscheinlichkeit als temporäre Verschlimmerung zu b etrachten, auch wenn eine AC Ge- lenksresektion durchgeführt worden sei. Gegen die Hypothese, dass bereits vor dem Unfall eine degenerative Rotatorenmanschettenruptur vorgelegen ha be, spreche die Anamnese, wonach die Versicherte vor dem Unfall beschwerdefrei und zu 10 0 % in einem schulterbelastenden Be- ruf tätig gewesen sei. Zur Möglichkeit einer vorbestehen den asymptomatischen Ruptur sei fest- zuhalten, dass sich in der Literatur praktisch keine Hinwe ise finden liessen, wonach eine Lafos- se Grad III Subscapularissehnenläsion asymptomatisch sein kö nne. Zusammengefasst sei auf- grund der epidemiologischen Daten nicht überwiegend wa hrscheinlich, dass vor dem Unfall eine asymptomatische Supraspinatussehnenruptur mit einer zu sätzlichen Subscapularisseh- nenläsion im beschriebenen Ausmass vorgelegen habe. Die f ehlende fettige Infiltration des Subscapularismuskels sei ein weiteres Indiz dafür, dass die Schädigung der Subscapularisseh- ne nicht habe vorbestehen können. Da diese Läsion – im Gegensatz zur Supraspinatusruptur – transmural gewesen sei, hätte sich eine gewisse fettige I nfiltration bei einer bereits länger vor- bestehenden Schädigung einstellen müssen, was aber nicht einmal teilweise auf dem MRT vom 16. Januar 2017 ersichtlich sei. Weitere Risikofaktoren für die Entwicklung einer degenerativen Rotatorenmanschettenruptur weise die Versicherte nicht auf. Namentlich liege der Critical Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Shoulder Angle bei der Beschwerdeführerin mit 32° unt er der kritischen Grenze von 35°, ferner weise die Versicherte keine internistische Vorerkrankung w ie Hypertonie oder Diabetes mellitus auf, ebenso fehle es an einem Nikotinabusus. Die schult erbelastende Tätigkeit als Risikofaktor sei umstritten und die Datenlage dazu sei kontrovers. Ent sprechend dokumentierte Rotatoren- manschettenrupturen seien aber posterosuperior und ni cht wie im vorliegenden Fall anterosu- perior lokalisiert. Zusammengefasst müsse postuliert werde n, dass die intraoperativ gefundene Subscapularis- und Bizepssehnenläsion (einschliesslich SLAP Lä sion) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem direkten Kausalzusammenhang m it dem Unfallereignis vom 15. November 2016 stehe. Der Kausalzusammenhang zwischen dem Trauma und der Supra- spinatussehnenruptur sei weniger klar herzustellen. Es sei aber mit überwiegender Wahrschein- lichkeit mindestens von einer richtunggebenden Verschlim merung auszugehen. Die AC Ge- lenksarthrose sei degenerativer Natur und durch den Un fall nur temporär verschlimmert wor- den. 10.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.2 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizini schen Experten oder Expertinnen ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerich tsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorli egend sind keine Gründe ersicht- lich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse im Gerich tsgutachten von PD Dr. I.____ vom 13. November 2019 in Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhal- ten, dass das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl . E. 6.1 hiervor) – für die streitigen Be- lange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen , berücksichtigt die geklagten Be- schwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der m edizinischen Situation ein. Sodann weist das Gutachten keinerlei Widersprüche auf und setzt sich auch mit den bei den Akten lie- genden (abweichenden) fachärztlichen Einschätzungen aus einander. Das Gerichtsgutachten hat insofern Klärung gebracht, als aus medizinischer Sich t mit überwiegender Wahrscheinlich- keit davon auszugehen ist, dass die Subscapularis- und Bize pssehnenläsion (einschliesslich SLAP Läsion) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in ein em direkten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 15. November 2016 stehen u nd der Unfall zu einer richtunggeben- den Verschlimmerung der Supraspinatuspartialruptur geführt hat. Weiter ist davon auszugehen, dass die AC Gelenksarthrose degenerativer Natur ist un d durch den Unfall nur temporär ver- schlimmert wurde. Die entsprechenden, vorstehend (vgl. E. 9 hiervor) wiedergegebenen Darle- gungen des Gerichtsgutachters vermögen zu überzeugen, sodass darauf verwiesen werden kann. Bei dieser Sachlage und der Tatsache, dass es dem Ge richtsgutachter möglich war, die streitige Unfallkausalität zuverlässig zu beantworten, k ann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf zu sätzliche Abklärungen verzichtet wer- den. 11. Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Unrecht ver- neint. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 8. Juni 2018 ist daher in Gutheissung der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerde aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu ver pflichten, für die Folgen des Er- eignisses vom 15. November 2016 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. 12.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht fü r die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 12.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträ ger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, w enn die Massnahmen für die Beurtei- lung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil n achträglich zugesprochener Leistun- gen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Ver- fahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Ger icht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesger icht weiter, mit der zitierten Bestim- mung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. B GE 137 V 265 f. E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Unter- suchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigke it, eine Gerichtsexpertise anzu- ordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellatio nen der Fall: Wenn ein manifester Wider- spruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztl ichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründet e Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Expertise abgestellt ha be, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwal- tung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive kon- vergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rec htsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzlichen Geri chtsgutachtens an sie nicht gerecht- fertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; zum Ganze n: BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hin- weisen). 12.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberatung vom 24. Januar 2019 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Wie vorstehend in Erwägung 8 ausgef ührt, kamen den Beurteilungen der Dres. F.____ und G.____ mit Blick auf die Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Berichte und Gutachten keine ausschlaggebende Beweiskraft zu. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte keine verlässliche Entsche idungsgrundlage bildeten, waren die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren nich t ausreichend beweiskräftig. Demnach wies das Verwaltungsverfahren Untersuchungsmäng el auf, die eine Gerichtsexper- tise notwendig machten. Die Kosten des Gerichtsgutachtens, welche sich gemäss der einge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht reichten Honorarnote vom 9. Januar 2020 auf Fr. 5‘500 .-- belaufen, sind unter diesen Umstän- den der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 12.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsge richt festgesetzt und ohne Rück- sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Nachdem die Beschwerde gutzuheissen ist, steht der Beschwerdeführe- rin eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdege gnerin zu. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 16. Januar 2020 für das vorliegende Verfah- ren einen Zeitaufwand von insgesamt 15 Stunden und 55 Minuten geltend gemacht, was in An- betracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen angemessen ist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur An- wendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarif- ordnung für die Anwältinnen und Anwälte [Tarifordnu ng] vom 17. November 2003). Zu kürzen sind aber die ausgewiesenen Auslagen für Kopien in der Höhe von insgesamt Fr. 526.--, da pro Kopie Fr. 2.-- statt Fr. 0.50 verrechnet worden sind (vgl. § 15 Abs. 2 der Tarifordnung). Die Aus- lagen sind demnach mit insgesamt Fr. 193.90 zu veranschla gen (Fr. 131.50 [263 Kopien à Fr. 0.50] + Fr. 62.40 [Porto]). Der Beschwerdeführer in ist demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'492.60 (15,91 x Fr. 250.-- plus Au slagen von Fr. 193.90 und 7,7 % Mehr- wertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der angefoc htene Einspracheent- scheid vom 8. Juni 2018 wird aufgehoben und es wird fest gestellt, dass die Helsana Unfall AG für die Folgen des Ereigni sses vom 15. November 2016 leistungspflichtig ist. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 5‘500.-- werden der Helsana Unfall AG auferlegt. 4. Die Helsana Unfall AG hat der Beschwerdeführerin eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 4'492.60 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) auszurichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht