<h2>SubmittedText<h2><p>Das kürzlich veröffentliche Luchskonzept wirft hohe Wellen. Während die einen darin einen gewichtigen Beitrag zur Rettung einer faszinierenden Raubkatze sehen, ist die Aussiedlung der Luchse für die anderen Resultat einer völlig falschen Politik.</p><p>Etwas vergessen geht bei dieser Diskussion, dass die Aussiedlung der Luchse auch einen ökonomischen Aspekt hat. Wenn die Luchse den Wildbestand auf natürlichem Weg regulieren, kann der Staat bei den Subventionen für die Waldpflege (Wiederaufforstung) sparen.</p><p>Ich bitte den Bundesrat deshalb um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie viel Geld geben Bund, Kantone und Gemeinden jährlich für Waldschäden aus, die durch den hohen Wildbestand verursacht werden?</p><p>2. Wie hoch sind die Kosten für die Regulierung des Wildbestandes durch künstliche, durch den Menschen erwirkte Massnahmen (Jagd usw.)?</p><p>3. Wie viele Luchse müssten ausgesetzt werden, um den Wildbestand auf natürliche Art zu regulieren?</p><p>4. Wie hoch wären die Kosten für die Aussetzung der Luchse (inklusive Abgeltung für Schäden für gerissene Schafe usw.)?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. In den Jahren 1998/99 wurden beim Bund Projekte eingereicht, welche in beiden Jahren jeweils Gesamtkosten für die Wildschadenverhütung in der Höhe von rund 720 000 Franken aufwiesen. Diese Summe umfasst alle Kosten für die gesamten Massnahmen zur Wildschadenverhütung innerhalb der einzelnen (Projekt-)Flächen (z. B. Zäune, Einzelschutz). Der Bund leistete jeweils an diese 720 000 Franken einen Beitrag von rund 40 Prozent. Nicht enthalten in diesen Summen sind die Honorare und Unvorhergesehenes. Zusätzliche Kosten, welche kaum bezifferbar sind, entstehen durch die Honorare und Löhne der Forstarbeiter, die freiwilligen Hegearbeiten der Jäger sowie die Materialien, die nicht explizit zur Wildschadenverhütung eingesetzt werden, aber den gleichen Effekt haben oder die von Dritten finanziert werden (z. B. durch Jagdvereine). Es wird geschätzt, dass sich dadurch Kosten von noch einmal etwa der gleichen Grössenordnung ergeben werden.</p><p>2. Die Regulierung des Wildbestandes erfolgt durch die Jägerschaft in den Kantonen. Die Kantone erheben dafür Gebühren, die in der Regel dazu ausreichen, die Kosten für die Planung und die Überwachung der Jagd zu decken. Für den Bund entstehen dadurch keine Kosten.</p><p>3. Es kann davon ausgegangen werden, dass grosse Teile der Schweiz, wie z. B. das Mittelland, nicht vom Luchs besiedelt werden, weil die entsprechenden grossräumigen und ungestörten Lebensräume fehlen. Aber auch in den Gebieten, in denen er vorkommt, wird er nicht in jedem Fall in der Lage sein, den gesamten Wildbestand zu regulieren. Rothirsche und Steinböcke werden beispielsweise durch Luchse kaum gerissen und können durchaus erhebliche Schäden anrichten. Es ist hingegen bekannt, dass der Luchs unerwünschte Konzentrationen von Rehen und Gämsen in bestimmten Gebieten wie Wintereinständen oder grossräumigen Aufforstungsflächen verhindern kann und damit einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Verteilung dieser Wildarten leistet.</p><p>Damit kann unter Umständen eine wesentliche Verbesserung der Wildschadensituation verbunden sein. Der hauptsächlichste Teil der Regulierung von Reh- und Gämsbeständen wird aber nach wie vor durch die Jägerschaft zu erbringen sein.</p><p>Für eine erfolgreiche Umsiedlung von Luchsen in Regionen, in denen er noch nicht vorkommt, müssen etwa zehn Luchse ausgesetzt werden. Ausgehend davon wird sich dann ein Bestand bilden, der wiederum von der Anzahl und Qualität der geeigneten Luchsbiotope und vom Bestand an Rehen und Gämsen abhängig ist.</p><p>4. Für die geplante Umsiedlung von Luchsen aus den Nordwestalpen in die Nordostschweiz ergeben sich Kosten aus dem Einfang und der Aussetzung, dem anschliessenden Monitoring von Luchs- und Wildbeständen sowie der Massnahme zur Schadenverhütung und -vergütung. Es wird dabei mit jährlichen Kosten von 250 000 Franken gerechnet. Erfahrungsgemäss dauert es einige Jahre, bis die ersten Schäden an Nutztieren entstehen. In den Nordwestalpen besteht zurzeit ein hoher Luchsbestand von etwa 100 Tieren. Im Jahr 1998 haben sie 100 Nutztiere, vor allem Schafe, gerissen (42 000 Franken). Für das Jahr 1999 waren es 170 Tiere, die mit 72 000 Franken entschädigt wurden. Insgesamt wurden seit der ersten Aussetzung von Luchsen im Jahr 1972 in der Schweiz 1182 Nutztiere entschädigt, was Kosten von rund 320 000 Franken verursachte.</p>  Antwort des Bundesrates.