<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00042</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224555&amp;W10_KEY=13045537&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00042</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.08.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung (Wiedererwägung)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Nach einer rechtskräftigen Verfügung des Migrationsamts betreffend die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers trat das Migrationsamt auf ein Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers nicht ein.] Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 12. April 2023 wies das Migrationsamt das Gesuch des Beschwerdeführers um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab, weshalb eine erneute Überprüfung nur bei einer wesentlichen Veränderung der Sach- oder Rechtslage in Betracht kommt (E. 4.1). Die nach Erlass der Verfügung vom 12. April 2023 verstärkte affektive Beziehung des Beschwerdeführers zu seinen in der Schweiz niedergelassenen Kindern führt vorliegend nicht dazu, dass das Wiedererwägungsgesuch materiell geprüft werden müsste (E. 4.3.1). Das Gleiche gilt für das damit einhergehende gesteigerte Betreuungsverhältnis und die weiteren Naturleistungen sowie Unterhaltszahlungen, zumal diese überwiegend schon im ersten Verfahren hätten vorgebracht werden müssen (E. 4.3.2). Ein tadelloses Verhalten liegt auch aktuell nicht vor (E. 4.3.3). Die weiteren Vorbringen bleiben unbelegt oder dienen unzulässigerweise dazu, im ursprünglichen Verfahren Versäumtes nachzuholen (E. 4.3.4 f.). Gutheissung UP/URB. Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERERWÃGUNGSGESUCH">WIEDERERWÃGUNGSGESUCH</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 13 Abs. 1 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=69185" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00042</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">5. Dezember 2024 </a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Michael Spring. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung (WiedererwÃ¤gung),</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A ist ein 1986 geborener nigerianischer StaatsangehÃ¶riger. Er reiste 2008 unter dem Namen H in die Schweiz ein und ersuchte um Asyl. Das damalige Bundesamt fÃ¼r Migration (heute: Staatssekretariat fÃ¼r Migration [SEM]) trat auf das Asylgesuch nicht ein und wies ihn aus der Schweiz weg. Der Ausreiseverpflichtung kam er nicht nach.</p> <p class="Sachverhalt2">2016 heiratete A in Italien die 1981 geborene, in der Schweiz niedergelassene tÃ¼rkische StaatsangehÃ¶rige C. Aus der Beziehung war 2013 die Tochter D hervorgegangen und ging 2021 der Sohn E hervor. Beide Kinder sind wie ihre Mutter tÃ¼rkische StaatsangehÃ¶rige und verfÃ¼gen Ã¼ber eine Niederlassungsbewilligung. </p> <p class="Sachverhalt2">Das Migrationsamt erteilte A im November 2018 eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau und verlÃ¤ngerte diese letztmals bis September 2022. Infolge Aufgabe der ehelichen Gemeinschaft verweigerte das Migrationsamt am 12. April 2023 eine weitere VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung und wies A aus der Schweiz weg. Die VerfÃ¼gung vom 12. April 2023 erwuchs unangefochten in Rechtskraft. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 29. September 2023 ersuchte der BeschwerdefÃ¼hrer um WiedererwÃ¤gung der VerfÃ¼gung vom 12. April 2023. Das Migrationsamt trat am 24. Oktober 2023 nicht auf das Gesuch ein. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Sicherheitsdirektion wies einen hiergegen gefÃ¼hrten Rekurs am 19. Dezember 2023 ab (Dispositiv-Ziff. I), setzte A zum Verlassen der Schweiz eine neue Frist an (Dispositiv-Ziff. II), auferlegte ihm die Kosten des Rekursverfahrens (Dispositiv-Ziff. III) und sprach keine ParteientschÃ¤digung zu (Dispositiv-Ziff. IV).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Am 25. Januar 2024 erhob A Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Rekursentscheid vom 19. Dezember 2023 aufzuheben und sei das Migrationsamt anzuweisen, seine Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Sicherheitsdirektion zurÃ¼ckzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte er, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Wegweisung sei zu sistieren, bis Ã¼ber die Beschwerde entschieden sei. Ihm sei zudem die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren. </p> <p class="Sachverhalt2">Am 30. Januar 2024 ordnete die AbteilungsprÃ¤sidentin an, dass eine Wegweisungsvollstreckung bis auf Weiteres zu unterbleiben habe. Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 31. Januar 2024 auf eine Vernehmlassung, das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht zustÃ¤ndig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). Materielle BeschwerdeantrÃ¤ge sind bei der Anfechtung eines Nichteintretensentscheids beziehungsweise im Rechtsmittelverfahren gegen eine erstinstanzliche NichteintretensverfÃ¼gung zulÃ¤ssig (VGr, 11. Juli 2024, VB.2023.00552, E. 1 mit Hinweisen; Martin Bertschi, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], Vormerkungen zu §§ 19â28a N. 58; Marco Donatsch, Kommentar VRG, § 64 N. 7). Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener VerfÃ¼gung vom 12. April 2023 verweigerte das Migrationsamt die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers und wies ihn aus der Schweiz weg. Es begrÃ¼ndete dies damit, dass die eheliche Gemeinschaft zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und C weniger als drei Jahre gedauert habe und kein wichtiger persÃ¶nlicher Grund fÃ¼r die BewilligungsverlÃ¤ngerung gemÃ¤ss Art. 50 Abs. 1 lit. b des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) erkennbar sei. Das vom Bezirksgericht F mit Urteil vom 11. November 2021 festgesetzte begleitete Besuchsrecht fÃ¼r nur wenige Stunden im Monat spreche nicht fÃ¼r eine gefestigte Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers zu seinen beiden Kindern. Die gerichtlich angeordneten Unterhaltszahlungen leiste er nur teilweise. Von einer wesentlichen Kompensation der Geld- durch Naturalleistungen kÃ¶nne nicht gesprochen werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch des BeschwerdefÃ¼hrers vom 29. September 2023 trat das Migrationsamt mit der BegrÃ¼ndung nicht ein, der BeschwerdefÃ¼hrer habe keine wesentliche Ãnderung der Sach- oder Rechtslage seit der VerfÃ¼gung vom 12. April 2023 dargetan. Dem folgte die Vorinstanz.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist demgegenÃ¼ber der Ansicht, die Vorinstanz habe eine enge affektive Beziehung zwischen ihm und seinen Kindern neu zu Recht bestÃ¤tigt, eine ausreichende wirtschaftliche Beziehung aber zu Unrecht verneint. Aufgrund der Angaben der Sozialen Dienste der Stadt F sei deutlich, dass er regelmÃ¤ssig UnterhaltsbeitrÃ¤ge an seine Kinder geleistet habe. Dies entspreche zwar nicht dem gesamten Verpflichtungsbetrag, jedoch trage er auf andere Art und Weise zum Unterhalt der Kinder bei, etwa durch den Erwerb neuer Kleidung und von Nahrungsmitteln. Das Kindswohl gebiete seinen weiteren Verbleib in der Schweiz, da er als zusÃ¤tzliche StÃ¼tze fÃ¼r die gemeinsamen Kinder diene, die in der Obhut der psychisch labilen Mutter lebten, welche zudem von der Sozialhilfe abhÃ¤ngig sei. Eine GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Sicherheit gehe von ihm nicht aus, die von der Vorinstanz erwÃ¤hnte strafrechtliche Verurteilung liege rund neun Jahre zurÃ¼ck. Gesamthaft gesehen wÃ¼rden die privaten Verbleibeinteressen das Ã¶ffentliche Interesse an einer Wegweisung Ã¼berwiegen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Eine auslÃ¤ndische Person, die bereits frÃ¼her erfolglos um Erteilung oder VerlÃ¤ngerung einer Aufenthaltsbewilligung ersucht hat, kann grundsÃ¤tzlich jederzeit ein neues Gesuch bei der ersten Instanz einreichen (vgl. Peter Uebersax/Stefan Schlegel, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Uebersax et al. [Hrsg.], AuslÃ¤nderrecht, 3. A., Basel 2022, S. 403 ff., Rz. 9.496). Das Gesuch darf allerdings nicht dazu dienen, die Fristen fÃ¼r die Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen bzw. im ursprÃ¼nglichen Verfahren VersÃ¤umtes nachzuholen und rechtskrÃ¤ftige Entscheide in Frage zu stellen (BGE 146 I 185 E. 4.1, 136 II 177 E. 2.1; BGr, 27. Juli 2021, 2D_22/2021, E. 2.2; VGr, 16. Juni 2022, <span>VB.2022.00163</span>, E. 3.2). Ein entsprechendes Gesuch mÃ¼ssen die VerwaltungsbehÃ¶rden deshalb grundsÃ¤tzlich nur materiell behandeln, wenn sich die Rechtslage oder die tatsÃ¤chlichen UmstÃ¤nde seit dem ersten Entscheid wesentlich geÃ¤ndert haben oder wenn die gesuchstellende Person â im Sinn einer Revision gemÃ¤ss §§ 86aâ86d VRG â erhebliche Tatsachen und Beweismittel namhaft macht, die ihr im frÃ¼heren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen fÃ¼r sie rechtlich oder tatsÃ¤chlich unmÃ¶glich war oder keine Veranlassung bestand (zum Ganzen BGr, 17. Februar 2022, 2C_861/2021, E. 3.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Wesentlich ist eine VerÃ¤nderung der Sachlage dann, wenn sie geeignet ist, ein anderes Ergebnis in der Sache herbeizufÃ¼hren (vgl. BGE 136 II 177 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Massgeblich ist eine Gesamtbetrachtung. Die VerÃ¤nderung eines einzelnen Elements, das bei der AbwÃ¤gung im frÃ¼heren Entscheid mitberÃ¼cksichtigt wurde, fÃ¼hrt noch nicht zwingend zu einer materiellen PrÃ¼fung des Gesuchs. Vielmehr geht es unter dem Blickwinkel eines Eintretensanspruchs vor erster Instanz einzig um die Frage, ob sich im rechtserheblichen Sachverhalt die Gewichte seit dem letzten Entscheid derart verschoben haben, dass im konkreten Fall ein anderer Ausgang realistischerweise in Betracht kommt (zum Ganzen VGr, 13. Juni 2024, VB.2024.00263, E. 2.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Vorliegend kam die Sicherheitsdirektion im Rekursentscheid vom 19. Dezember 2023 zum Schluss, dass der BeschwerdefÃ¼hrer mittlerweile offenbar ein unbegleitetes, regelmÃ¤ssiges und ausgedehntes Besuchsrecht inklusive Ãbernachtungen ausÃ¼be, weshalb in affektiver Hinsicht von einer genÃ¼gend engen Beziehung zu seinen Kindern ausgegangen werden kÃ¶nne. Das ergibt sich im Wesentlichen auch aus einem Schreiben des Sozialzentrums G der Stadt F vom 28. November 2023. Vor Verwaltungsgericht legt der BeschwerdefÃ¼hrer weiter erstmals einen von den Sozialen Diensten der Stadt F am 28. September 2023 Ã¼ber ihn ausgestellten Kontoauszug vor. Aus diesem wird ersichtlich, dass er in der Zeit von Februar 2022 bis September 2023 Zahlungen von Fr. 12'700.- an die (den Kindesunterhalt mutmasslich bevorschussende) BehÃ¶rde leistete. Weiter reicht er Kassenbelege ein, aus denen hervorgeht, dass er in der Zeit von Oktober 2022 bis Dezember 2022 KleidungsstÃ¼cke und Spielsachen im Wert von rund Fr. 400.- und im Juli 2023 zwei Mobiltelefone im Wert von gesamthaft Fr. 350.- kaufte. Eines der Telefone soll fÃ¼r seine Tochter gewesen sein. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b>Wie gesehen (vgl. vorne E. 4.2), muss die nachtrÃ¤gliche VerÃ¤nderung eines einzelnen Elements, welches im frÃ¼heren Entscheid mitberÃ¼cksichtigt wurde, noch nicht zwingend zu einer materiellen PrÃ¼fung des WiedererwÃ¤gungsgesuchs fÃ¼hren. SachumstÃ¤nde, wie etwa eine Intensivierung familiÃ¤rer Beziehungen, die sich nur dadurch ergeben haben, dass die betroffene Person einer rechtskrÃ¤ftigen Wegweisung nicht Folge geleistet hat, haben zudem rechtprechungsgemÃ¤ss ein reduziertes Gewicht bei der Beurteilung, ob ein Anspruch auf neue Beurteilung besteht. Andernfalls wÃ¼rde diejenige Person, die sich Ã¼ber rechtskrÃ¤ftige Entscheide hinwegsetzt, bevorzugt gegenÃ¼ber denjenigen, die sich daran halten, was rechtsstaatlich nicht angeht (vgl. BGr, 19. Oktober 2021, 2C_313/2021, E. 3.4 mit Hinweisen; VGr, 3. MÃ¤rz 2022, VB.2021.00580, E. 2.3). Das AusgefÃ¼hrte ist hier namentlich in Bezug auf die affektive Beziehung zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und seinen Kindern zu beachten. Der Beschwerdegegner hat diese in der VerfÃ¼gung vom 12. April 2023 unter dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf Achtung des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101) bzw. Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101) geprÃ¼ft (vgl. sogenannter umgekehrter Familiennachzug; dazu etwa BGE 144 I 91 E 4.2 ff.). VerstÃ¤rkt hat sich die Beziehung soweit erkennbar erst nach der mit selbiger VerfÃ¼gung rechtskrÃ¤ftig angeordneten Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers. Ihr kommt im Ergebnis kein hinreichendes Gewicht zu, das zu einer materiellen PrÃ¼fung des WiedererwÃ¤gungsgesuchs fÃ¼hren mÃ¼sste. </p> <p class="Erwgung3">Das mit der Intensivierung der affektiven Beziehung einhergehende gesteigerte BetreuungsverhÃ¤ltnis und die weiteren Naturalleistungen sowie Unterhaltszahlungen liegen nicht in dem Ausmass vor, als dass darin nun eine besonders enge wirtschaftliche Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers zu seinen Kindern erkennbar wÃ¤re. Neue Sachverhaltselemente stellen insofern zudem nur die zwei Ãberweisungen, welche er aktenkundig nach der VerfÃ¼gung vom 12. April 2023 tÃ¤tigte, sowie der Kauf der Mobiltelefone dar. Die weiteren Zahlungen und KÃ¤ufe hÃ¤tten bereits im erstinstanzlichen Verfahren zur BewilligungsverlÃ¤ngerung geltend gemacht sowie belegt werden mÃ¼ssen. Es ist nicht ersichtlich, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer dies rechtlich oder tatsÃ¤chlich unmÃ¶glich war oder keine Veranlassung hierzu bestand. Die Vorinstanz tÃ¤tigte vor Erlass der ablehnenden VerfÃ¼gung denn auch entsprechende SachverhaltsabklÃ¤rungen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer sodann (sinngemÃ¤ss) geltend macht, dass er sich tadellos verhalten habe, kann ihm nicht gefolgt werden. Bis zur Erteilung der Aufenthaltsbewilligung weigerte er sich wÃ¤hrend mehreren Jahren, das Land zu verlassen. Damit und mit seiner weiteren Delinquenz, namentlich im BetÃ¤ubungsmittelbereich, hat er wiederholt gegen die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen. Zuletzt wurde er mit rechtskrÃ¤ftigem Strafurteil des Bezirksgerichts F vom 7. Juli 2023 des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der mehrfachen Drohung sowie der mehrfachen Beschimpfung schuldig gesprochen und mit einer bedingten Geldstrafe von 100 TagessÃ¤tzen zu Fr. 30.- bestraft. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.4 </b>Die geltend gemachte gesundheitliche BeeintrÃ¤chtigung der Kindsmutter bleibt im Weiteren eine Behauptung und kann nicht berÃ¼cksichtigt werden. FÃ¼r einen Anspruch auf neue Beurteilung hat die betroffene Person glaubhaft zu machen und mit geeigneten Beweismitteln zu belegen, welche tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse sich derart verÃ¤ndert haben, dass es sich rechtfertigt, die Situation erneut zu Ã¼berprÃ¼fen (vgl. zum Ganzen BGr, 6. Dezember 2021, 2C_678/2021, E. 4.2 mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.5 </b><b> </b>Auf die weiteren AusfÃ¼hrungen in der Beschwerde ist schliesslich nicht einzugehen, da sie sich insbesondere gegen die vom Beschwerdegegner vorgenommene rechtliche WÃ¼rdigung und dessen InteressenabwÃ¤gung in der VerfÃ¼gung vom 12. April 2023 wenden. Die WiedererwÃ¤gung dient jedoch nicht dazu, die Fristen fÃ¼r die Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen bzw. im ursprÃ¼nglichen Verfahren VersÃ¤umtes nachzuholen (BGE 136 II 177 E. 2.1; BGr, 27. Juli 2021, 2D_22/2021, E. 2.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Zusammenfassend vermochte der BeschwerdefÃ¼hrer keine neuen SachumstÃ¤nde darzutun, die ein anderes Ergebnis in der Sache ernstlich nahelegen. Ihm kommt kein Anspruch auf WiedererwÃ¤gung der rechtskrÃ¤ftigen VerfÃ¼gung vom 12. April 2023 zu. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung ist ihm nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ersucht um die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege fÃ¼r das Beschwerdeverfahren. GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusÃ¤tzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2">Die Mittellosigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers ist zu bejahen. Sein Begehren kann zudem gesamthaft betrachtet nicht als offensichtlich aussichtslos bezeichnet werden, und der Beizug einer Rechtsvertretung ist gerechtfertigt. Demnach ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gutzuheissen und dem BeschwerdefÃ¼hrer in der Person seines Rechtsanwalts ein <br/> unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>GemÃ¤ss § 9 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2018 (LS 175.252) wird der unentgeltlichen Rechtsvertretung der notwendige Zeitaufwand nach den StundenansÃ¤tzen des Obergerichts fÃ¼r die amtliche Verteidigung entschÃ¤digt, wobei die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Falls berÃ¼cksichtigt und Barauslagen separat entschÃ¤digt werden. Die EntschÃ¤digung betrÃ¤gt nach § 3 der Verordnung Ã¼ber die AnwaltsgebÃ¼hren vom 8. September 2010 (LS 215.3) in der Regel Fr. 220.- pro Stunde.</p> <p class="Urteilstext">Der Rechtsvertreter des BeschwerdefÃ¼hrers hat trotz zweimaliger Aufforderung durch das Gericht keine Kostennote eingereicht. Die EntschÃ¤digung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes ist daher zu schÃ¤tzen und wird auf Fr. 1'700.- festgesetzt (Barauslagen und Mehrwertsteuer inklusive).</p> <p class="Urteilstext"><b>5.4 </b>Es gilt den BeschwerdefÃ¼hrer auf § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG aufmerksam zu machen, wonach eine Partei, der unentgeltliche Rechtspflege gewÃ¤hrt wurde, Nachzahlung leisten muss, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig; ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 und 4 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen und Rechtsanwalt B als unentgeltlicher Rechtsbeistand fÃ¼r das Beschwerdeverfahren bestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt, jedoch unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Rechtsanwalt B wird fÃ¼r seinen Aufwand im verwaltungsgerichtlichen Verfahren mit insgesamt Fr. 1'700.- (inklusive Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschÃ¤digt. Die Nachzahlungspflicht des BeschwerdefÃ¼hrers bleibt vorbehalten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Sie ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das SEM;</span></p> <p class="Einzug2"><span> d) die Gerichtskasse (zwecks Ausrichtung der EntschÃ¤digung).</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>