<h2>SubmittedText<h2><p>Wie lange noch gedenken insbesondere das Direktorium der Nationalbank, aber auch der Bundesrat den Schweizerfranken im Kielwasser des seit Beginn schwächlichen und jetzt ausgesprochen schwachen Euro schwimmen zu lassen? Will man erst dann Gegensteuer geben, wenn es eindeutig zu spät ist, d. h., wenn die damit zusammenhängende und sich bereits heute abzeichnende Inflationsgefahr Wirklichkeit geworden ist?</p><p>Ist es nicht höchste Zeit, Konsequenzen aus der ausserordentlich enttäuschenden Entwicklung des Euro-Kurses und der wenig überzeugenden Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) zu ziehen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Wechselkurs des Schweizerfrankens zum Euro ist für die Schweizer Wirtschaft von grosser Bedeutung, da über 50 Prozent unserer Exporte nach Euroland gehen und über 70 Prozent der Importe aus Euroland stammen. Solange die EZB die Inflation in Euroland tief halten kann, verteuern sich die aus Euroland importierten Produkte in der Schweiz nicht, auch wenn der Euro und der Franken gegenüber anderen Währungen zur Schwäche neigen. Hingegen verteuern sich die Produkte aus dem Nicht-Euro-Raum. Nach einer Phase mit einem sehr stabilen Schweizerfranken/Euro-Kurs begann sich der Franken gegenüber dem Euro aufzuwerten. Zwischen März und September 2000 hat der Franken gegenüber dem Euro rund 6 Prozent an Wert gewonnen. Somit hat sich die Gefahr einer importierten Inflation verringert.</p><p>Der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist es dank ihrer umsichtigen Politik gelungen, die lange ersehnte Konjunkturerholung zu unterstützen, ohne ein Inflationspotenzial zu schaffen. Für dieses Jahr wird eine Teuerungsrate von rund 1,5 Prozent erwartet. Im kommenden Jahr dürfte die Teuerung zwar aufgrund der guten Konjunkturentwicklung vorübergehend leicht über 2 Prozent liegen. Die in diesem Jahr durch die SNB vorgenommene Straffung der Geldpolitik sollte aber dazu beitragen, dass die Inflationsrate in den folgenden Jahren wieder unter der 2-Prozent-Marke liegen wird. Zudem hat sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal auf 2,5 Prozent abgeschwächt, was in etwa dem Potenzialwachstum entspricht. Es besteht somit keine Überhitzungsgefahr.</p>