<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00131</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206102&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00131</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 30.08.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Tief- und Gartenbauarbeiten für Püntenareale: Ausschluss wegen Mängeln der Offerte.<br/><br/>Der Ausschluss eines Angebots wegen Verletzung wesentlicher Formerfordernisse ist nur dann adäquat, wenn es sich um wesentliche Mängel handelt. Bei der Beurteilung eines solchen Mangels der Offerte ist im Interesse der Vergleichbarkeit der Angebote und der Gleichbehandlung der Anbietenden ein strenger Massstab anzulegen. Unter Umständen ist die Vergabebehörde allerdings dazu verpflichtet, auf geringfügige Formfehler hinzuweisen und zu deren Beseitigung beizutragen (E. 5.2).<br/><br/>Die auf dem Formular "Referenzobjekte" verlangte Angabe der jeweiligen Bausummen floss direkt in die Beurteilung des Zuschlagskriteriums "Erfahrungen des Anbieters" ein, weshalb ihr Fehlen keinen untergeordneten Mangel der Offerte darstellt (E. 5.3.1). Aufgrund der alleinigen Nachforderung eines anderen, wenn auch wichtigen Formulars konnten die Beschwerdeführerinnen nicht darauf vertrauen, dass ihre Offerte im Übrigen vollständig sei und zusammen mit den anderen Angeboten bewertet würde (E. 5.3.2). Der Vergabebehörde steht unter dem Vorbehalt der Gleichbehandlung und des Verhältnismässigkeitsprinzips beim Entscheid darüber, inwieweit sie Mängel beheben (lassen) will, ein gewisser Ermessensspielraum zu. Das Angebot der Beschwerdeführerinnen wurde zu Recht ausgeschlossen (E. 5.3.3).<br/><br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSS EINES ANBIETERS">AUSSCHLUSS EINES ANBIETERS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERICHTIGUNG">BERICHTIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERGÃNZUNG">ERGÃNZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSEN">ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSSPIELRAUM">ERMESSENSSPIELRAUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMULAR">FORMULAR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MANGEL">MANGEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNVOLLSTÃNDIGES ANGEBOT">UNVOLLSTÃNDIGES ANGEBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERSPRÃCHLICHES VERHALTEN">WIDERSPRÃCHLICHES VERHALTEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 28 lit. h SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 29 SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 30 SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 21. Oktober 2005 erÃ¶ffnete die Stadt Winterthur ein offenes Verfahren fÃ¼r die Vergabe von Tiefbau- und GÃ¤rtnerarbeiten, mit welchen bei der Deponie L zwei Areale mit FamliengÃ¤rten fertig gestellt werden sollen.</p> <p class="Urteilstext">Die ausgeschriebenen Arbeiten wurden gemÃ¤ss Beschluss des Bauausschusses bzw. des Stadtrats von Winterthur vom 20./22. Februar 2006 an die E AG vergeben, welche gemÃ¤ss OffertÃ¶ffnungsprotokoll das zweitgÃ¼nstigste Angebot im Betrag von Fr. 1'183'626.90 eingereicht hatte. Das gÃ¼nstigste Angebot zum Preis von Fr. 1'143'587.45 der als Arbeitsgemeinschaft offerierenden B AG und C AG wurde wegen UnvollstÃ¤ndigkeit der Submissionsunterlagen ausgeschlossen, was diesen mit Schreiben vom 27. Februar 2006 erÃ¶ffnet wurde.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen liessen die B AG und die C AG am 13. MÃ¤rz 2006 gemeinsam Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und diesem die Aufhebung des Vergabeentscheids sowie der AusschlussverfÃ¼gung und die RÃ¼ckweisung der Sache zur Erteilung des Zuschlags an sie beantragen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Gleichzeitig liessen sie um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ersuchen.</p> <p class="Urteilstext">Die Stadt Winterthur stellte mit Beschwerdeantwort vom 28. MÃ¤rz 2006 Antrag auf Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie einzutreten sei, unter Kostenfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerinnen. Im Weiteren schloss sie auf Abweisung des Gesuchs um Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Die Mitbeteiligte liess sich nicht vernehmen. In der Replik vom 8. Mai 2006 und der Duplik vom 30. Mai 2006 hielten die Parteien an ihren AntrÃ¤gen fest.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 12. April 2006 wurde der Beschwerde vorlÃ¤ufig â bis zum Abschluss des zweiten Schriftenwechsels â aufschiebende Wirkung erteilt; mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 14. Juni 2006 wurde das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung gutgeheissen. Mit Eingabe vom 27. Juli 2006 ersuchte die Stadt Winterthur diesbezÃ¼glich um WiedererwÃ¤gung und beantragte den Entzug der aufschiebenden Wirkung, eventualiter sei rasch Ã¼ber die Beschwerde zu entscheiden.</p> <p class="Urteilstext">Die Parteivorbringen werden, soweit rechtserheblich, im Rahmen der nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der revidierten Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. MÃ¤rz 2001 (IVÃ¶B) sowie § 2 des Gesetzes vom 15. September 2003 Ã¼ber den Beitritt zur revidierten Interkantonalen Vereinbarung zur Anwendung.</p> <p class="Urteilstext">Der Ausschluss vom Verfahren ist ein selbstÃ¤ndig anfechtbarer Entscheid (Art. 15 Abs. 1<sup>bis</sup> lit. d IVÃ¶B).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nicht berÃ¼cksichtigte Anbietende sind zur Beschwerde gegen den Vergabeentscheid legitimiert, wenn sie bei deren Gutheissung eine realistische Chance haben, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, in welchem sie ein neues Angebot einreichen kÃ¶nnen; andernfalls fehlt ihnen das schutzwÃ¼rdige Interesse an der BeschwerdefÃ¼hrung (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11; § 21 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Vorliegend ist die Legitimation der BeschwerdefÃ¼hrerinnen ohne weiteres zu bejahen, da sie geltend machen, zu Unrecht vom Vergabeverfahren ausgeschlossen worden zu sein. Mit einem Offertbetrag von Fr. 1'143'587.45 haben sie zudem das preislich gÃ¼nstigste Angebot eingereicht.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit dem vorliegenden Entscheid wird dem Eventualantrag gemÃ¤ss Eingabe vom 27. Juli 2006 entsprochen. Gleichzeitig wird damit das gestellte WiedererwÃ¤gungsgesuch betreffend aufschiebende Wirkung gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen beanstanden in der Beschwerdeschrift die ungenÃ¼gende BegrÃ¼ndung der AusschlussverfÃ¼gung und machen sinngemÃ¤ss eine Verletzung ihres rechtlichen GehÃ¶rs geltend.</p> <p class="Urteilstext">Nach den Spezialvorschriften von Art. 13 lit. h IVÃ¶B und § 38 Abs. 2 der Submissionsverordnung vom 23. Juli 2003 (SubmV) ist die Vergabestelle bei der ErÃ¶ffnung einer VerfÃ¼gung lediglich zu einer summarischen BegrÃ¼ndung verpflichtet; nur auf Gesuch eines Anbieters hin hat sie diesem die wesentlichen GrÃ¼nde fÃ¼r seine NichtberÃ¼cksichtigung bekannt zu geben (§ 38 Abs. 3 lit. d SubmV). Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts kann eine allfÃ¤llige Verletzung des Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r infolge Fehlens einer ausreichenden BegrÃ¼ndung durch die im Rahmen der Beschwerdeantwort nachgereichte BegrÃ¼ndung sowie die einem BeschwerdefÃ¼hrenden eingerÃ¤umte Gelegenheit, mittels Replik zur Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen, geheilt werden (RB 2000 Nr. 59 = BEZ 2000 Nr. 25 E. 4a). Eine weitere ErgÃ¤nzung im Rahmen eines vom Gericht angeordneten zweiten Schriftenwechsels ist dagegen grundsÃ¤tzlich nicht zulÃ¤ssig (VGr, 19. Juni 2002, VB.2001.00360, E. 5d, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Urteilstext">Vorliegend ergÃ¤nzte die Beschwerdegegnerin ihre BegrÃ¼ndung auf Verlangen des Vertreters der BeschwerdefÃ¼hrerinnen mit einem Telefax-Schreiben vom 9. MÃ¤rz 2006. Ob mit dieser ErgÃ¤nzung die wesentlichen GrÃ¼nde im Sinn von § 38 Abs. 3 lit. d SubmV bekannt gegeben wurden, kann offen bleiben. Jedenfalls hat die Beschwerdegegnerin den Ausschluss mit ihrer Beschwerdeantwort begrÃ¼ndet bzw. die BegrÃ¼ndung ergÃ¤nzt und ist damit ihrer BegrÃ¼ndungspflicht nachgekommen. Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen konnten zu dieser BegrÃ¼ndung in ihrer Replik Stellung nehmen. Eine allfÃ¤llige Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs wurde damit geheilt.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die Beschwerdegegnerin hat das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerinnen gemÃ¤ss AusfÃ¼hrungen in der Beschwerdeantwort zum einen deshalb ausgeschlossen, weil die Offerte nicht rechtsgÃ¼ltig unterzeichnet worden sei, weil die Angaben zur Baustelleneinrichtung sowie eine GerÃ¤teliste gefehlt hÃ¤tten und auf den beiden ReferenzblÃ¤ttern die Bausummen der Referenzobjekte nicht angegeben worden seien. Zum andern habe der Arbeitsgemeinschaft der BeschwerdefÃ¼hrerinnen "die organisatorische LeistungsfÃ¤higkeit und damit die Eignung" abgesprochen werden mÃ¼ssen. â Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerinnen letztere BegrÃ¼ndung fÃ¼r den Ausschluss als nachgeschoben rÃ¼gen, kann auf vorstehende ErwÃ¤gung 4 verwiesen werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>GemÃ¤ss § 28 lit. h SubmV kÃ¶nnen Anbietende von der Teilnahme ausgeschlossen werden wegen Verletzung wesentlicher Formerfordernisse, insbesondere wegen fehlender Unterschriften oder UnvollstÃ¤ndigkeit des Angebots. Diese Rechtsfolge ist jedoch nur dann adÃ¤quat, wenn es sich um wesentliche MÃ¤ngel handelt (RB 1999 Nr. 61 = BEZ 1999 Nr. 25 E. 6 = ZBl 101/2000, S. 265; Herbert Lang, Offertenbehandlung und Zuschlag im Ã¶ffentlichen Beschaffungswesen, ZBl 101/2000, S. 225 ff., 235). Bei der Beurteilung eines solchen Mangels der Offerte ist im Interesse der Vergleichbarkeit der Angebote und der Gleichbehandlung der Anbietenden ein strenger Massstab anzulegen (VGr, 18. August 2004, VB.2004.00133, E. 2.3.1, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Urteilstext">NachtrÃ¤gliche ErgÃ¤nzungen des Angebots sind nur im Rahmen von Berichtigungen und ErlÃ¤uterungen nach §§ 29 und 30 SubmV zulÃ¤ssig. <span>Die Vergabestelle hat nach § 29 Abs. 2 SubmV die Aufgabe, offensichtliche Rechnungs- und Schreibfehler zu berichtigen, und nach § 30 SubmV kann sie von den Anbietenden verlangen, dass sie ihre Eignung und ihr Angebot nÃ¤her erlÃ¤utern. Unter UmstÃ¤nden ist die VergabebehÃ¶rde auch dazu verpflichtet, auf geringfÃ¼gige Formfehler hinzuweisen und zu deren Beseitigung beizutragen, da sich â wie eben erwÃ¤hnt â ein Ausschluss vom Verfahren nur bei wesentlichen MÃ¤ngeln des Angebots rechtfertigt (VGr, </span>18. Mai 2005, VB.2005.00153, <span>E. 2.4, www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.1 </b>Die Angaben Ã¼ber die Baustelleneinrichtung und die GerÃ¤teliste sowie die Bausummen der Referenzobjekte wurden in den Ausschreibungsunterlagen ausdrÃ¼cklich verlangt: Die Angaben Ã¼ber die Baustelleneinrichtung und die GerÃ¤teliste in Ziffer 311 der objektbedingten besonderen Bestimmungen, die Bausummen auf dem Formular "Referenzobjekte" in der Spalte "Kurzbeschrieb". Dass diese Informationen fehlen, zeigt sowohl die von der Beschwerdegegnerin eingelegte Originalofferte der BeschwerdefÃ¼hrerinnen als auch durch die von den BeschwerdefÃ¼hrerinnen eingereichte Kopie ihrer Offerte. Die gegenteilige Behauptung der BeschwerdefÃ¼hrerinnen, sie hÃ¤tte mit der ursprÃ¼nglichen Offerteingabe eine Baustelleneinrichtungs- und GerÃ¤teliste der BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 1 ein- und eine solche der BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 2 mit dem Formular "Angaben zur Unternehmung" nachgereicht, wird durch nichts belegt. Die fehlenden Bausummen wurden erst in der Replik angegeben.</p> <p class="Urteilstext">Insbesondere die Angabe der Bausummen floss direkt in die Beurteilung des mit 30 % gewichteten Zuschlagskriteriums "Erfahrungen des Anbieters aufgrund der Referenzobjekte" ein. Ihr Fehlen stellt demnach keinen untergeordneten Mangel der Offerte dar.</p> <p class="Urteilstext">Zur Bekanntgabe der Unterkriterien war die Beschwerdegegnerin entgegen der Meinung der BeschwerdefÃ¼hrerinnen nach der Praxis des Verwaltungsgerichts nicht verpflichtet (VGr, 22. Juli 2005, VB.2005.00136, E. 4.1, www.vgrzh.ch, mit weiteren Hinweisen).</p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.2 </b>WÃ¤hrend des Vergabeverfahrens hatte die Beschwerdegegnerin den BeschwerdefÃ¼hrerinnen nach Eingang der Offerten Gelegenheit gegeben, das betreffend die BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 2 fehlende Formular "Angaben zur Unternehmung", welches im Ingress den Hinweis enthÃ¤lt, dass bei Arbeitsgemeinschaften fÃ¼r jede beteiligte Unternehmung ein separates Formular auszufÃ¼llen sei und dass Angebote mit fehlenden oder mangelhaft ausgefÃ¼llten Formularen ausgeschlossen werden, nachzureichen. In Bezug auf die weiteren fehlenden oder nicht ausreichenden Angaben hatte die Beschwerdegegnerin dies jedoch nicht getan, was sie in der Beschwerdeantwort damit erklÃ¤rt, dass deren Fehlen bei einer ersten Durchsicht der Offerte entgangen sei. Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen machen (allerdings im Zusammenhang mit der fehlenden Unterschrift) geltend, es sei widersprÃ¼chlich und damit als ein Verstoss gegen Treu und Glauben zu werten, wenn die Beschwerdegegnerin hernach ihr Angebot wegen weiterer MÃ¤ngel der Offerte ausgeschlossen habe.</p> <p class="Urteilstext">Aufgrund der alleinigen Nachforderung dieses einen, wenn auch wichtigen Formulars konnten die BeschwerdefÃ¼hrerinnen jedoch nicht darauf vertrauen, dass die Offerte im Ãbrigen vollstÃ¤ndig sei und zusammen mit den anderen Angeboten bewertet wÃ¼rde. Die sinngemÃ¤sse ErklÃ¤rung der Beschwerdegegnerin, dass das Fehlen des rosafarbenen und damit gut ersichtlichen Formulars bei einer ersten Durchsicht der Offerte sofort aufgefallen und deshalb vom auswertenden IngenieurbÃ¼ro telefonisch verlangt worden war, wÃ¤hrend die Ã¼brigen MÃ¤ngel der Offerte erst bei eingehender PrÃ¼fung im Rahmen der Bewertung auffielen, erscheint als plausibel und war auch fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerinnen nachvollziehbar. Es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die BeschwerdefÃ¼hrerinnen aufgrund dieses Umstands eine fÃ¼r sie nachteilige Disposition getroffen hÃ¤tten (vgl. dazu Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich etc. 2002, Rz. 660).</p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.3 </b>Im Ãbrigen sind der weiteren Einholung fehlender Angaben zur Behebung der MÃ¤ngel im Rahmen von Berichtigungen und ErlÃ¤uterungen nach §§ 29 und 30 SubmV wegen der fÃ¼r das Vergabeverfahren wichtigen GrundsÃ¤tze der GewÃ¤hrleistung der Gleichbehandlung aller Anbietenden, der unparteiischen Vergabe sowie der Sicherstellung der Transparenz des Vergabeverfahrens (Art. 1 Abs. 3 lit. b und c IVÃ¶B) Grenzen gesetzt, selbst wenn dies wie im vorliegenden Fall dazu fÃ¼hrt, dass das gÃ¼nstigste Angebot nicht berÃ¼cksichtigt werden kann (RB 1999 Nr. 72 = BEZ 2000 Nr. 6 E. 4b a.E.). Der VergabebehÃ¶rde steht Ã¼berdies beim Entscheid darÃ¼ber, inwieweit sie MÃ¤ngel beheben (lassen) will, ein gewisser Ermessensspielraum zu (vgl. sinngemÃ¤ss RB 2003 Nr. 50 = BEZ 2003 Nr. 48 E. 3c a.E.); dies selbstverstÃ¤ndlich unter dem Vorbehalt der Gleichbehandlung und des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzips.</p> <p class="Urteilstext">Das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerinnen wurde somit zu Recht gestÃ¼tzt auf § 28 lit. h SubmV vom Vergabeverfahren ausgeschlossen, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die BeschwerdefÃ¼hrerinnen kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG); eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen von vornherein nicht zu. Die Beschwerdegegnerin hat kein EntschÃ¤digungsbegehren gestellt.</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 210.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 5'210.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden je zur HÃ¤lfte den BeschwerdefÃ¼hrerinnen unter solidarischer Haftung auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>