Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. Mai 2012 (720 12 26 / 134) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Befristete Rentenerhöhung bei vorübergehender Verschlechterung des Gesundheitszu- standes Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dieter F reiburghaus, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1964 geborene, zuletzt als Landschaftsgätner/Werkh of-Mitarbieter tätig gewesene A.____ hatte sich am 14. Juli 2005 unter Hinweis auf R ücken-, Schulter- und Kreislaufprobleme bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bez ug von Leistungen angemeldet. Nachdem sie die gesundheitlichen und die erwerblichen V erhältnisse des Versicherten abge- klärt hatte, sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft A.____ mit Verfügungen vom 5. August 2009 und 16. November 2009 gestützt auf einen Invaliditätsg rad von 67 % rückwirkend ab 1. März 2006 eine Dreiviertelsrente zu. Diese Verfügungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Am 10. März 2011 ersuchte A.____ die IV-Stelle unter Hinweis auf eine Verschlechterung sei- nes Gesundheitszustandes um Erhöhung der laufenden Rente. Die IV-Stelle nahm neue Abklä- rungen des medizinischen Sachverhaltes vor und ermittelt e in der Folge ab 2. Februar 2011 einen Invaliditätsgrad des Versicherten von 100 % und a b 17. Mai 2011 einen solchen von 68 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stell e A.____ nach durchgeführtem Vorbe- scheidverfahren mit Verfügung vom 22. Dezember 2011 fü r den Zeitraum vom 1. Mai 2011 bis 31. August 2011 eine befristete ganze Rente zu. Gleichzeitig hielt sie fest, dass der Versicherte ab 1. September 2011 wiederum Anspruch auf die bisherige Dreiviertelsrente habe. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 23. Januar 2012 Beschwerde beim Kantons- gericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgeri cht), in welcher er sinngemäss deren Aufhebung verlangte. Zur Begründung machte er im Wese ntlichen geltend, dass die Verfügung nicht korrekt zu Stande gekommen sei. Die IV-Stelle habe es insbesondere unterlassen, im Hinblick auf die Beurteilung seines aktuellen Gesundheit szustandes Kontakt mit seinem Haus- arzt aufzunehmen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. März 2012 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Am 14. Mai 2012 reichte der Beschwerdeführer der I V-Stelle eine Kopie des Formulars “Arbeitsunfähigkeitszeugnis Nordwestschweiz“ mit verschiedene n Einträgen seines Hausarztes Dr. med. B.____, Allgemeine Medizin FMH, zu Umfang und Dauer seiner Arbeitsunfähigkeit ein. Die IV-Stelle leitete diese Eingabe am 16. Mai 2012 zusammen mit einer kurzen Stellungnahme an das Kantonsgericht weiter. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 23. Januar 2012 ist demnach einzutreten. 2.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Ar t. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2007 gült ig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung) hat die versicherte Per- son Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindes tens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wen n sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung]). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, d as die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invalidität sgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 3.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Perso n eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle dem Beschwerdeführer mit Verfügungen vom 5. August 2009 un d 16. November 2009 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 67 % rückwirkend ab 1. März 20 06 eine Dreiviertelsrente zugespro- chen. Nachdem der Versicherte mit Schreiben vom 10. Mär z 2011 um Erhöhung der laufenden Rente ersucht hatte, sprach ihm die IV-Stelle mit Ve rfügung vom 22. Dezember 2011 für den Zeitraum vom 1. Mai 2011 bis 31. August 2011 eine befristete ganze Rente zu. Gleichzeitig hielt Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sie fest, dass der Versicherte ab 1. September 2011 wiederum Anspruch auf die bisherige Drei- viertelsrente habe. Demgemäss beurteilt sich die Frage, o b eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Er höhung der laufenden Dreiviertelsrente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er i m Zeitpunkt der Verfügungen vom 5. August 2009 und 16. November 2009 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt des Erlas- ses der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 22. Dezember 2011. 4. Die Parteien sind sich einig, dass sich der Gesundheit szustand bzw. das Ausmass der Restarbeitsfähigkeit des Versicherten seit der Zusprechung der laufenden Dreiviertelsrente in einem rentenrevisionsrechtlich relevanten Sinne verände rt hat. Strittig ist jedoch, ob diese Ver- änderung lediglich vorübergehender oder aber dauerha fter Natur war. Während die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung für den Zeitraum vom 2. Februar 2011 bis 16. Mai 2011 eine vor- übergehende Verschlechterung bejaht hat, ist der Beschwe rdeführer - zumindest sinngemäss - der Auffassung, dass anfangs Februar 2011 eine dauerha fte Verschlechterung seines Gesund- heitszustandes und seiner Arbeitsfähigkeit eingetreten sei. 4.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Ve rsicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilu ngen) bleibt folglich weitestgehend an- wendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.1 In den ursprünglichen Verfügungen vom 5. August 20 09 und 16. November 2009, mit denen sie dem Versicherten eine Dreiviertelsrente zugesprochen hatte, stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen auf ein Gutachten der Klinik C.____ vom 10. März 2008. Darin w urden beim Versicherten als rheuma- tologische Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfäh igkeit ein zervikovertebrales und zer- vikozephales Syndrom rechtsbetont (ICD-10: M54.2) und eine Periarthropathia humeroscapula- ris rechts mit Impingementsyndrom (ICD-10: M75.1) festge halten. Der Versicherte sei deswe- gen aus rheumatologischer Sicht für die zuletzt ausgeübt e Tätigkeit als Gemeindearbeiter noch zu 30 % arbeitsfähig. In einer leidensadaptierten Ver weistätigkeit könne von einer etwas höhe- ren, 50 %-igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. 5.2 Nachdem der Versicherte im März 2011 eine Verschlecht erung seines Gesundheitszu- standes geltend gemacht hatte, leitete die IV-Stelle e in Rentenrevisionsverfahren ein. Bei den Unterlagen, welche sie zur Abklärung des aktuellen medi zinischen Sachverhalts einholte, findet sich als erstes ein Bericht der Klinik D.____ vom 18. Feb ruar 2011. Diesem kann entnommen werden, dass der Versicherte auf Grund einer Kardiopath ie unklarer Ätiologie vom 2. bis 15. Februar 2011 in der genannten Klinik hospitalisie rt war. Dort sei es mittels Steigerung und Umstellung der medikamentösen Therapie im Verlaufe d es Aufenthaltes zu einer deutlichen Symptomregredienz gekommen, so dass man den Patienten in gutem Allgemeinzustand nach Hause habe entlassen können. Laut einem weiteren Ber icht der Klinik D.____ vom 17. Mai 2011 über eine gleichentags erfolgte Verlaufskontrolle präsentierte sich der Versicherte nun- mehr kardial kompensiert, mit normalem und rhythmischem Auskultationsbefund und ohne Herzinsuffizienzzeichen. Echokardiographisch hätten sich im Ve rgleich zum Zeitpunkt der Hospitalisation erfreulicherweise eine Verbesserung der A uswurffraktion sowie ein deutlicher Rückgang der diastolischen Funktionsstörung gezeigt. Dr. B .____, der Hausarzt des Versicher- ten, wiederum wies in seinem Bericht vom 6. Juni 2011 darauf hin, dass die bereits früher erho- benen rheumatologischen und orthopädischen Befunde die Arbeit als Landschaftsgärtner im bekannten Masse beeinflussen würden. Die zusätzlich aufget retene hypertensive Kardiopathie führe ebenfalls zu einer Reduktion der Leistungsfähigkei t. In der Folge holte die IV-Stelle bei Dr. med. E.____, Allgemeine Medizin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, eine Beurteilung ein. Dr. E.____ gelangte in seinem Bericht vom 8. August 2011 zur Auffas- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sung, dass beim Versicherten seit der Rentenzusprechung e in neuer Gesundheitsschaden (hy- pertensive Herzkrankheit mit Herzinsuffizienz) aufgetreten sei, welcher dazu geführt habe, dass im Zeitraum zwischen 2. Februar 2011 und 16. Mai 2011 keine Arbeitsfähigkeit vorgelegen ha- be. Die massive kardiale Einschränkung sei aber lediglic h vorübergehender Natur gewesen. Der Zustand habe sich nach entsprechender Therapie wiede r soweit verbessert, dass daraus keine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resu ltiere. Es könne deshalb ab 17. Mai 2011 wieder von einer Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Umfang von 50 % ausgegangen wer- den, die auf die Gesundheitsstörungen im Bewegungsapp arat zurückzuführen sei und welche die Basis der Rentenverfügungen vom 5. August 2009 und 16. November 2009 gebildet habe. Da der Versicherte im Rahmen des Vorbescheidverfahrens eine von Dr. B.____ am 17. Oktober 2011 verfasste Zusammenstellung der aktuell vorhandenen Diagnosen eingereicht hatte, holte die IV-Stelle hierzu eine ergänzende RAD-Stellungnah me ein. Mit Schreiben vom 3. November 2011 wies RAD-Arzt Dr. E.____ darauf hin, dass der Hausarzt die im Februar 2011 festgestellte Herzinsuffizienz in seiner Diagnoseliste ebenfalls als „zur Zeit kompensiert“ bezeichne. Die üb- rigen Diagnosen würden die bereits früher bekannten Le iden betreffen, welche bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit allesamt berücksichtigt worden seien. Somit würden sich aus der Zu- sammenstellung von Dr. B.____ keine neuen Gesichtspunkte ergeben. 5.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 22. Dezember 2011 bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. E.____ in seinen Beurteilungen vom 8. Augus t 2011 und 3. November 2011 gelangt ist. Sie ging demzufolge davon aus, dass es beim Versich erten seit der Rentenzusprechung zu einer vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszusta ndes gekommen sei, welche dazu geführt habe, dass im Zeitraum zwischen 2. Februar 2011 und 16. Mai 2011 keine Arbeits- fähigkeit vorgelegen habe. Danach könne aber wieder v on einer Arbeitsunfähigkeit im bisheri- gen Umfang von 50 % ausgegangen werden, welche bereits Basis der Rentenverfügungen vom 5. August 2009 und 16. November 2009 gebildet habe. Diese Würdigung des medizinischen Sachverhaltes durch die Vorinstanz ist nicht zu beanstanden . Dr. E.____ setzt sich in seinen Beurteilungen einlässlich mit den bei den Akten liegend en medizinischen Unterlagen auseinan- der und er vermittelt so ein schlüssiges Bild über den aktuellen Gesundheitszustand des Versi- cherten. Er zeigt nachvollziehbar auf, wie sich der Gesun dheitszustand und die Restarbeitsfä- higkeit des Beschwerdeführers seit der ursprünglichen Ren tenzusprechung entwickelt haben. Zudem weist er zu Recht darauf hin, dass sich seine Beurt eilung, wonach die im Februar 2011 aufgetretene massive kardiale Einschränkung lediglich vo rübergehender Natur gewesen ist, insofern auch mit der Einschätzung des Hausarztes Dr. B.____ deckt, als dieser die im Februar 2011 festgestellte Herzinsuffizienz in seiner Diagnoseliste vom 17. Oktober 2011 ebenfalls als „zur Zeit kompensiert“ bezeichnet. 5.4 Was der Beschwerdeführer vorbringt, vermag zu keiner anderen Beurteilung des mass- gebenden medizinischen Sachverhaltes zu führen. Der Versi cherte macht insbesondere gel- tend, dass es die IV-Stelle unterlassen habe, vor Verfügu ngserlass Kontakt mit seinem Haus- arzt aufzunehmen. Dieser Einwand erweist sich als unbegründet. Entgegen der Darstellung des Versicherten hat die IV-Stelle im Rahmen des Revisionsver fahrens beim Hausarzt Dr. B.____ eine ausführliche Beurteilung eingeholt (vgl. dessen B ericht vom 6. Juni 2011). Zudem hat der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Versicherte seinem Einwandschreiben vom 19. Oktober 2011 eine per 17. Oktober 2011 aktua- lisierte Diagnoseliste seines Hausarztes beigelegt. Die I V-Stelle hat dieses Schreiben in der Folge dem RAD-Arzt Dr. E.____ unterbreitet, welcher i n seiner ergänzenden Beurteilung vom 3. November 2011 dazu Stellung genommen hat. Die Rüge des Versicherten, dass die IV-Stelle vor Verfügungserlass keinen Kontakt mit seinem Hausarzt Dr. B.____ aufgenommen habe, trifft demnach nicht zu. Ebenso wenig sind dessen Beurteilungen bei der Würdigung des medizini- schen Sachverhaltes unberücksichtigt geblieben. Nichts zu sei nen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer schliesslich auch aus dem Formular “Arb eitsunfähigkeitszeugnis Nordwest- schweiz“ mit verschiedenen Einträgen seines Hausarztes, welch es er am 14. Mai 2012 zu den Akten gegeben hat. Darin attestiert ihm Dr. B.____ zwa r seit 22. November 2011 periodisch jeweils eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, wie die IV-Stelle in ihrer Stellungnahme vom 16. Mai 2012 zutreffend festhält, beziehen sich diese At teste aber ausschliesslich auf den an- gestammten Beruf des Versicherten als Landschaftsgärtner. Zur massgebenden Frage der Ar- beitsfähigkeit in einer zumutbaren Verweistätigkeit e nthält das Formular keine Angaben, so dass dieses im vorliegenden Verfahren beweisrechtlich nicht weiter verwertbar ist. 5.5 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist somit festzuhalt en, dass sich der Gesundheits- zustand des Versicherten zwar am 2. Februar 2011 auf Grund eines neu aufgetretenen Herzlei- dens verschlechtert hat, entgegen der Auffassung des Besc hwerdeführers handelte es sich dabei aber lediglich um eine vorübergehende und nicht um eine dauerhafte Verschlechterung seines Gesundheitszustandes und - damit einhergehend - se iner Restarbeitsfähigkeit. Die IV- Stelle ist gestützt auf die medizinische Aktenlage zu Recht davon ausgegangen, dass beim Ver- sicherten im Zeitraum vom 2. Februar 2011 bis 16. Mai 2011 vorübergehend eine vollständige und anschliessend wiederum - wie bis anhin - eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat. 6.1 Auf der Basis dieser Arbeitsunfähigkeitsgrade hat d ie IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 22. Dezember 2011 die massgebenden Invali ditätsgrade des Versicherten be- stimmt. Für die Dauer der vorübergehenden vollständige n Arbeitsunfähigkeit (2. Februar 2011 bis 16. Mai 2011) ist sie zu Recht von einem Invaliditätsg rad von 100 % ausgegangen. Was die daran anschliessende Zeit ab 17. Mai 2011 betrifft, h at sie den erforderlichen Einkommensver- gleich (vgl. E. 2.3 hiervor) vorgenommen. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 80'937.-- und eines zumutbar en Invalideneinkommens von Fr. 26'089.-- einen Invaliditätsgrad von 68 % ermittelt. Die konkrete Berechnung, die vom Versi- cherten in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet worden ist, erweist sich als rech- tens. Es kann diesbezüglich vollumfänglich auf die entspr echenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 22. Dezember 2011 verwiesen werden. 6.2 Ein Invaliditätsgrad von 100 % (ab 2. Februar 20 11) verleiht grundsätzlich Anspruch auf eine ganze Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 68 % (ab 17. Mai 2011) besteht ein An- spruch auf eine Dreiviertelsrente. In diesem Zusammenhang gilt es nun allerdings die Bestim- mung von Art. 88a der Verordnung über die Invalidenve rsicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 zu berücksichtigen. Bezieht die versicherte Person wie im vorliegenden Fall bereits eine IV- Teilrente, so ist im Falle einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflus- sende Änderung erst zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht te angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit wiederum ist die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabse tzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in welchem angenom men werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in je dem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauer t hat und voraussichtlich weiter an- dauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). Vorliegend ist di e vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustandes und der Erwerbsfähigkeit des Versich erten am 2. Februar 2011 einge- treten. Da sie in der Folge bis am 16. Mai 2011 und so mit während mehr als drei Monaten an- gedauert hat, ist sie im Hinblick auf eine Erhöhung de r laufenden Rente ab anfangs Mai 2011 zu berücksichtigen. Die IV-Stelle hat die laufende Dreivi ertelsrente des Versicherten deshalb richtigerweise mit Wirkung ab 1. Mai 2011 auf eine g anze Rente erhöht. Am 17. Mai 2011 ist allerdings wieder eine anspruchsbeeinflussende, dauerh afte Verbesserung der Erwerbsfähig- keit eingetreten. Somit hat der Beschwerdeführer aber lediglich bis Ende August 2011 Anspruch auf eine ganze Rente. Für die Zeit danach, d.h. mit W irkung ab 1. September 2011, besteht - auch darin ist der IV-Stelle beizupflichten - wieder um Anspruch auf die bereits vor der befriste- ten Rentenerhöhung ausgerichtete Dreiviertelsrente. 6.3 Zusammenfassend ist demnach als Ergebnis festzuhalten, dass die IV-Stelle dem Versi- cherten zu Recht für den Zeitraum vom 1. Mai 2011 bis 3 1. August 2011 eine befristete ganze Rente zugesprochen und gleichzeitig festgehalten hat, d ass dieser ab 1. September 2011 wie- derum Anspruch auf die bisherige Dreiviertelsrente hat. Die gegen die betreffende Verfügung vom 22. Dezember 2011 erhobene Beschwerde erweist sich a ls unbegründet, weshalb sie ab- gewiesen werden muss. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.