<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.1999.00101</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105282&amp;W10_KEY=13013583&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.1999.00101</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.01.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Unterschutzstellung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Unterschutzstellung von Bach-Ufergehölz und Böschungsbestockung. Die Gemeinde ist berechtigt, einen Entscheid der Baurekurskommission, welcher ihren Verzicht auf eine Unterschutzstellung aufhebt und sie zur Festsetzung von Schutzmassnahmen einlädt, mit Beschwerde anzufechten (E. 2). Verzichtet die zuständige Behörde auf ein Provokationsbegehren hin auf eine Schutzmassnahme, so ist eine ideelle Vereinigung legitimiert, hiergegen Rekurs zu erheben (E. 3). Schutzwürdigkeit von Biotopen. Interessenabwägung, wenn die Schutzmassnahme vom Grundeigentümer selber verlangt wird (E. 5). Eine kommunale Gewässerabstandslinie kann auch zur Bewahrung eines Natur- und Heimatschutzobjekts erlassen werden (E. 6). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BIOTOPSCHUTZ">BIOTOPSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDELEGITIMATION">GEMEINDELEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWÃSSERABSTANDSLINIE">GEWÃSSERABSTANDSLINIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Natur- und Heimatschutz ST: NATUR- UND LANDSCHAFTSSCHUTZ">NATUR- UND LANDSCHAFTSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UFERVEGETATION">UFERVEGETATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERBANDSBESCHWERDE">VERBANDSBESCHWERDE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 18 NHG</span><br/><span class="ungerade">Art. 18b NHG</span><br/><span class="gerade">§ 67 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 203 Abs. I lit. f PBG</span><br/><span class="gerade">§ 205 lit. b PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 338a Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">§ 21 lit. b VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2000 Nr. 12</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Eingabe vom 5. MÃ¤rz 1998 ersuchten N. und O. P. sowie I. und F. G.-H., EigentÃ¼mer der Parzellen Kat.Nrn. ...1 bzw. ...2, den Gemeinderat A. hinsichtlich des UfergehÃ¶lzes entlang des Grenzbachs um einen Entscheid Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit und den Umfang der Schutzmassnahmen gemÃ¤ss § 213 des Pla­nungs‑ und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG), eventuell die ErÃ¶ffnung des In­ventars oder die VerfÃ¼gung eines VerÃ¤nderungsverbots wÃ¤hrend der Verfahrensdauer. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschluss vom 2. Juni 1998 verneinte der Gemeinderat A. eine Schutz­wÃ¼r­dig­keit des UfergehÃ¶lzes auf den Parzellen Kat.Nrn. ...1 und ...2 im Sinn von § 213 PBG und verzichtete auf eine InventarerÃ¶ffnung oder die VerfÃ¼gung eines Ver­Ã¤nderungs­verbots. Die­ser Beschluss wurde am 19. Juni 1998 im Kantonalen Amtsblatt verÃ¶ffentlicht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Hiergegen erhoben I. und F. G.-H. sowie die Pro Natura ZÃ¼rich am 17. Juli 1998 Rekurs an die Baurekurskommission II. Sie beantragten, den angefochtenen Beschluss auf­zuheben, die SchutzwÃ¼rdigkeit der Ufervegetation am Grenzbach festzu­stel­len und den Ge­meinderat A. einzuladen, die notwendigen Schutzanordnungen zu erlassen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Entscheid vom 23. Februar 1999 trat die Baurekurskommission II auf den Re­kurs von I. und F. G. nicht ein, da diese durch den Verzicht auf Schutzmassnahmen keinen Rechtsnachteil erleiden wÃ¼rden. Den Rekurs der Pro Natura ZÃ¼rich hiess die Re­kurs­kom­mis­sion gut und lud den Gemeinderat A. ein, fÃ¼r den Grenzbach und des­sen Uferbe­sto­ckung im Bereich der GrundstÃ¼cke Kat.Nrn. ...1 und ...2 Schutzanord­nun­gen im Sinn von §§ 205 und 207 PBG festzulegen. Zur SchutzwÃ¼rdigkeit des Grenz­bachs mit seiner Ufer­ve­ge­tation fÃ¼hrte die Rekurskommission aus, anlÃ¤sslich des Augen­scheins habe festgestellt wer­den kÃ¶nnen, dass der Grenzbach im Bereich der beiden Par­zellen den relativ steilen Hang zum See hinunterfliesse und ein kleines Tobel bilde. Dieses weise auch im SpÃ¤t­herbst noch eine dichte und Ã¼ppige Vegetation auf, die durch hoch­stÃ¤mmige BÃ¤u­me, StrÃ¤u­cher und UnterhÃ¶lzer charakterisiert sei. So seien Ahorn‑, Esche‑, Vogel­beeren‑, Eibe‑ und HainbuchenbÃ¤ume zu erkennen. Dazwischen wÃ¼rden Hasel, Weide, Stechpalme, schwarzer Holunder, Schlehe, gemeiner Schneeball, Heckenkirsche und Efeu wachsen. Die vielseitige Bodenvegetation werde durch Pflanzen wie BÃ¤rlauch, Anemone, Waldprimel, Lappkraut, WaldschlÃ¼sselblÃ¼mchen, Walderdbeere, Brennessel, Brombeere, Veilchen usw. cha­rak­te­ri­siert. Verschiedene Vogelnester seien zwischen den Ãsten der BÃ¤ume und StrÃ¤u­cher sicht­bar, so dass auch von einer in ornithologischer Hin­sicht interes­santen und man­nig­fachen Fauna ausgegangen werden kÃ¶nne. Es sei im Weite­ren davon auszugehen, dass die fragli­che Bachuferbestockung auch anderen Tierarten, wie Amphi­bien und MÃ¤usen so­wie In­sek­ten einen geeigneten und abwechslungsreichen Le­bensraum bieten wÃ¼rde. Die Schutz­wÃ¼r­dig­keit des streitigen Bachufers lasse sich jedoch nicht allein mit diesen biolo­gi­schen und naturwissenschaftlichen Aspekten begrÃ¼nden. Mitentscheidend sei auch die ge­stal­terisch-Ã¤sthetische Wirkung. Gerade hier im relativ dicht Ã¼berbauten Gebiet erweise sich die ge­schilderte Uferbepflanzung nicht nur als wert­volle und natÃ¼rliche "grÃ¼ne Oase", die der Auflockerung der in den letzten Jahren entstan­denen dichten Ãberbauung diene. Ihre Be­son­derheit zeige sich auch darin, dass sie als von wei­tem her sichtbares grÃ¼nes "Band" in Erscheinung trete. Dieses schlÃ¤ngle sich den Hang fast bis zum See hinunter und lasse den ursprÃ¼nglichen, unverfÃ¤lschten, d.h. nicht kanali­sierten Bachverlauf hervortreten. Trotz der regen BautÃ¤tigkeit in den vergangenen Jahren sei der Bachverlauf im Bereich der Parzellen Kat.Nrn. ...1 und ...2 noch nicht entstellt; er wirke unverfÃ¤lscht und naturnah. Dadurch ver­lei­he er dem durch mehrheitlich freiste­hende EinfamilienhÃ¤user geprÃ¤gten Land­schaftsbild einen besonderen, Ã¼ber durchschnittli­che Ver­hÃ¤ltnisse klar hinausgehen­den Wert und Akzent. Der fragliche Bach mit seiner Ufervege­tation werde durch die be­ste­henden Ge­wÃ¤s­serabstandslinien nicht hinreichend geschÃ¼tzt. Der Grenzbach samt Ufer­ve­ge­tation stelle so­wohl in Ã¶kologischer Hinsicht als auch auf­grund seines gestalterisch-Ã¤sthe­tischen Wertes innerhalb der fraglichen land­schaftlichen und baulichen Umgebung eine unverdorbene, wert­volle Naturlandschaft im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. a und f PBG dar und sei somit als Schutzobjekt einzustufen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 31. MÃ¤rz 1999 liess die Politische Gemeinde A. dem Ver­waltungsgericht beantragen, den angefochtenen Entscheid der Baurekurskommis­sion II vom 23. Februar 1999 aufzuheben, soweit damit der Rekurs der Pro Natura ZÃ¼rich gut­ge­heissen und der Gemeinderat A. zur Festlegung einer Schutzanordnung ein­geladen werde, unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission II beantragte Abweisung der Beschwerde. Den nÃ¤mli­chen Antrag liessen die Beschwerdegegnerin sowie die Mitbeteiligten I. und F. G.-H. stel­len, verbunden mit dem Begehren um Zusprechung einer UmtriebsentschÃ¤di­gung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht holte mit Beschluss vom 7. Juli 1999 vom Gemeinderat A. einen Amtsbericht ein Ã¼ber die Frage, welche GrÃ¼nde zur VergrÃ¶sserung des GewÃ¤sserab­stands entlang des Grenzbachs gefÃ¼hrt haben. Der Gemeinderat erstattete sei­nen Bericht am 18. Oktober 1999. Die Parteien konnten hierzu Stellung nehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgen­den EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 5. Mai 1999, es sei die "Pro Natura", mithin die gesamtschweizerische Vereinigung, formell als Partei in das Verfahren einzubeziehen. Diese sei vor der Baurekurskommission II statuten­gemÃ¤ss stillschweigend von der "Pro Natura ZÃ¼rich" vertreten worden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Rekurs vom 17. Juli 1998 gegen den ‑ publizierten ‑ Gemeinderatsbeschluss vom 2. Juni 1998 wurde von der "Pro Natura ZÃ¼rich", d.h. der kantonalen Sektion der Pro Natura, erhoben. Die gesamtschweizerische Vereinigung "Pro Natura" ist weder selbst noch vertreten durch ihre Sektion als Rekurrentin aufgetreten. Wenn diese ‑ rechtskundig beraten ‑ ebenfalls Rekurs hÃ¤tte erheben wollen, hÃ¤tte dies unmissverstÃ¤ndlich erklÃ¤rt wer­den mÃ¼ssen. Es besteht kein Grund, die gesamtschweizerische Vereinigung neben ihrer ZÃ¼rcher Sektion in das Verfahren einzubeziehen. AnzufÃ¼gen ist, dass nach der Praxis des Bundesgerichts eine gesamtschweizerische ideelle Organisation auch dann zur Verwal­tungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht befugt ist, wenn im kantonalen Verfahren ihre Ã¶rtliche oder regionale Sektion auftrat, selbst wenn diese Sektion nicht ausdrÃ¼cklich im Namen der gesamtschweizerischen Organisation handelte; es genÃ¼gt eine erkennbare enge Bindung zwischen der gesamtschweizerischen Organisation und der prozessfÃ¼hren­den Sektion (BGE 123 II 289 E. 1.e.aa). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. GemÃ¤ss § 21 lit. b des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Ju­ni 1997 (VRG) kann eine Gemeinde, eine andere KÃ¶rperschaft oder eine Anstalt des Ã¶f­fent­lichen Rechts auch zur Wahrung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interes­sen ein Rechtsmittel ergreifen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese neue Bestimmung normiert eine allgemeine BehÃ¶rdenbeschwerde, welche das Gemeinwesen zur Anfechtung legitimiert, wo die besondere NÃ¤he zum angewandten Recht ein Ã¶ffentliches Interesse an dessen richtiger und einheitlicher Anwendung begrÃ¼n­det. Das Gemeinwesen war schon nach der bisherigen ‑ restriktiveren ‑ Rechtsprechung befugt, einen Entscheid der Baurekurskommission, der seinen Verzicht auf eine Unter­schutz­stellung aufhob und die Gemeinde zur Festlegung entsprechender Schutzmassnah­men ein­lud, mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weiterzuziehen (VGr, 5. Juli 1994, VB 94.0072). Daran Ã¤ndert nichts, dass hier die davon betroffenen GrundeigentÃ¼mer eine derartige Unterschutzstellung ausdrÃ¼cklich anbegehren. Denn eine solche vermag grund­sÃ¤tzlich in verschiedener Hinsicht Belastungen des Gemeinwesens auszulÃ¶sen, so z.B. hin­sichtlich Pflege und Unterhalt (§ 207 Abs. 2 PBG) sowie Ãbernahme‑ und Ent­schÃ¤di­gungs­verpflichtungen (§ 214 PBG). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. GemÃ¤ss § 338a Abs. 2 PBG sind gesamtkantonal tÃ¤tige Vereini­gungen, die sich seit wenigstens zehn Jahren im Kanton statutengemÃ¤ss dem Natur‑ und Heimatschutz oder verwandten, rein ideellen Zielen widmen, zum Rekurs und zur Beschwerde berechtigt, so­weit sie sich auf den III. Titel (Der Natur‑ und Heimatschutz; § 203 - 217 PBG) oder § 238 Abs. 2 PBG stÃ¼tzen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Unbestrittenermassen ist die Pro Natura ZÃ¼rich eine Vereinigung, welche sich seit mehr als zehn Jahren im Kanton statutengemÃ¤ss dem Natur‑ und Heimatschutz widmet. Das vorlie­gende Verfahren wurde durch das Provokationsbegehren der GrundeigentÃ¼mer P. und G. ausgelÃ¶st, welche vom Gemeinderat im Sinn von § 213 PBG einen Ent­scheid Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit und den Umfang allfÃ¤lliger Schutzmassnahmen hinsicht­lich des sich auf ihren GrundstÃ¼cken befindlichen UfergehÃ¶lzes verlangten. Der die Schutz­wÃ¼r­dig­keit ver­neinende Entscheid des Gemeinderats ist mithin in Anwendung des III. Titels des Planungs‑ und Baugesetzes ergangen. Entgegen der Auffassung der Be­schwer­defÃ¼hrerin war die Pro Natura damit berechtigt, den Entscheid des Gemeinderats A. mit Rekurs an­zu­fechten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. In materieller Hinsicht macht die BeschwerdefÃ¼hrerin eine Verletzung der Ge­meindeautonomie geltend. Die RechtsmittelbehÃ¶rden dÃ¼rften einen Entscheid, den der Ge­meinderat in Anwendung von § 211 Abs. 2 PBG getroffen habe, nur mit ZurÃ¼ckhaltung Ã¼berprÃ¼fen. Es sei vorab Sache der mit den Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen vertrauten lokalen Be­hÃ¶rden, die SchutzqualitÃ¤ten eines Objekts zu wÃ¼rdigen. Zudem sei dem Grundsatz des kon­zeptionellen Natur‑ und Heimatschutzes Rechnung zu tragen. Der Zwang zur Inventari­sierung der mÃ¶glichen Schutzobjekte solle sicherstellen, dass die BehÃ¶rde aufgrund von um­fassenden AbklÃ¤rungen und im Ãberblick Ã¼ber die ihr gestellte Gesamtaufgabe ent­schei­de. Es liege im Wesen des konzeptionellen Natur‑ und Heimatschutzes, dass in der Regel unter mehreren denkbaren Schutzobjekten auszuwÃ¤hlen sei, weil nicht alles WÃ¼nsch­bare geschÃ¼tzt werden kÃ¶nne. Diese Auswahlfreiheit obliege der zustÃ¤ndigen Ge­meinde­be­hÃ¶rde und sei im Rechtsmittelverfahren zu respektieren. Diese GrundsÃ¤tze habe die Re­kurs­kommission vorliegend missachtet. Das Inventar der kommunalen Natur­schut­zobjekte beruhe auf fachkundiger Ermittlung; der Grenzbach und seine Bepflanzung seien nicht als schÃ¼tzenswert in dieses aufgenommen worden. Zudem habe der Gemeinde­rat in seinem Be­schluss darauf hingewiesen, dass es in der Gemeinde A. eine grosse Anzahl von be­stock­ten UfergehÃ¶lzen, aber auch Baumgruppen und Hecken gebe, denen gegenÃ¼ber das streitige Objekt offenkundig geringere SchutzqualitÃ¤ten aufweise. Der ange­fochtene Ent­scheid beschrÃ¤nke sich in willkÃ¼rlicher Weise auf ein zufÃ¤llig her­ausgegriffe­nes Ein­zel­ob­jekt. Eine sinnvolle Schutzmassnahme mÃ¼sste aber auch die andere GewÃ¤sser­seite ein­be­zie­hen. Der angefochtene Entscheid lasse jede konzeptionelle Gesamt­sicht vermissen. ‑ Schliesslich sei auch § 203 Abs. 1 PBG verletzt. Es sei von keiner Partei je behauptet wor­den, es liege ein schÃ¼tzenswertes Biotop im Sinn von Art. 18 ff. des Bundes­gesetzes vom 1. Juli 1966 Ã¼ber den Natur‑ und Heimatschutz (NHG) bzw. § 203 lit. g PBG vor. Es fehle jeglicher Nachweis dafÃ¼r, dass ein Lebensraum fÃ¼r seltene oder vom Ausster­ben bedrohte Tiere und Pflanzen gefÃ¤hrdet wÃ¤re. Eine Ufervege­tation im Sinn von Art. 21 NHG liege nicht vor. Es sei unbegreiflich, dass die Vorinstanz ihren Entscheid auf § 203 lit. a PBG stÃ¼tze, denn von einem im wesentlichen unverdor­benen GewÃ¤sser samt Ufer und Be­wach­sung kÃ¶nne offensichtlich nicht die Rede sein. Der Grenzbach sei zu weiten Teilen ein­ge­dohlt; der streitige offene Abschnitt betrage lediglich ca. 50 m und sei in sei­nem Lauf ver­Ã¤n­dert worden. Er werde beidseits flankiert von dichter, stÃ¤dtischer Ãberbau­ung. Auf der Schwyzer-Seite, aber auch teilweise auf A.-Boden, stiessen die gestalteten GÃ¤r­ten direkt an den Bachlauf an. Dem Objekt gehe daher jede UnberÃ¼hrtheit ab. Auch auf § 203 lit. f PBG lasse sich der Entscheid nicht stÃ¼tzen. Zu Recht gehe die Baurekurs­kom­mis­sion davon aus, dass nicht jede beliebige Uferbestockung geschÃ¼tzt wer­den soll. Sie stelle aber auch selber fest, dass der Ã¶kologische Wert der Be­pflanzung fÃ¼r eine Unter­schutz­stellung nicht genÃ¼ge; dieser sei nicht grÃ¶sser als derjenige einer beliebi­gen Baum­grup­pe. Wertvolle EinzelbÃ¤ume fehlten. Die Bestockung auf Kat.Nrn. ...1 und ...2 setze keinen anderen Merkpunkt als es ein etwas verwilderter Garten im Siedlungsbe­reich tun wÃ¼rde. Die Vegetation am Grenz­bach sei weit weniger Ã¼ppig als bei verschiede­nen anderen GewÃ¤ssern, welche das Sied­lungs­weichbild der Ge­meinde durchzÃ¶gen. Auch hier lasse die Vorinstanz einen gesamt­heit­li­chen Beurteilungs­massstab vermissen. Weiter sei die fragli­che Bestockung fÃ¼r das Erscheinungsbild des Bachlaufs zwischen den beiden Gemeinden nicht kausal. Das Ziel der Sichtbarmachung der GrenzzÃ¤sur und der Trennung des Sied­lungs­gebiets werde durch andere Mittel als die Unterschutzstellung der Baum­gruppe zwi­schen SÃ¤umer‑ und Grenz­bachstrasse erreicht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Massnahmen des Natur‑ und Heimatschutzes stellen BeschrÃ¤nkungen des Ei­gentums dar und sind deshalb nach Art. 26 BV bzw. Art. 22</span><sup><span>ter</span></sup><span> Abs. 2 aBV nur zulÃ¤ssig, so­fern sie auf gesetzlicher Grundlage beruhen, im Ã¶ffentlichen Interesse liegen und dem Grund­satz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit entsprechen (RB 1988 Nr. 70 = BEZ 1988 Nr. 49). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Mit der Revision des Natur‑ und Heimatschutzgesetzes vom 19. Juni 1987 hat das Bundesrecht den Biotopschutz verstÃ¤rkt. GemÃ¤ss Art. 18b Abs. 1 NHG sorgen die Kan­tone fÃ¼r Schutz und Unterhalt der Biotope von regionaler und lokaler Bedeutung; laut Art. 18b Abs. 2 Satz 1 NHG sorgen die Kantone in intensiv genutzten Gebieten inner‑ und ausserhalb von Siedlungen fÃ¼r Ã¶kologischen Ausgleich mit FeldgehÃ¶l­zen, Hecken, Ufer­be­stockungen oder mit anderer naturnaher und standortgemÃ¤sser Vege­tation. Diese Be­stim­mun­gen erteilen den Kantonen einen Vollzugsauftrag fÃ¼r den Schutz und Unterhalt der re­gional und lokal bedeutsamen Biotope; deren konkreter Schutz erfolgt im Rahmen des Voll­zugs von Art. 18b NHG durch die Kantone. Es handelt sich mithin um eine den Kan­tonen vom Bund Ã¼bertragene Bundesaufgabe (vgl. hierzu Peter M. Keller/Jean-Baptiste Zufferey/Karl Ludwig FahrlÃ¤nder, Kommentar NHG, ZÃ¼rich 1997, Art. 18b N. 1 und 2; BGE 118 Ib 488, 121 II 161 E. 2.b.bb). Biotope im Sinn des Natur‑ und Heimatschutzge­setzes sind "LebensrÃ¤ume" (Art. 18 Abs. 1 NHG). Besonders zu schÃ¼tzen sind nach Art. 18 Abs. 1</span><sup><span>bis</span></sup><span> NHG Ufer­bereiche, Riedgebiete und Moore, seltene Waldgesellschaften, Hecken, FeldgehÃ¶lze, Trockenrasen und weitere Standorte, die eine ausgleichende Funktion im Na­tur­haushalt erfÃ¼llen. Aus dem franzÃ¶sischen Wortlaut von Art. 18 Abs. 1</span><sup><span>bis</span></sup><span> NHG (... les associations vÃ©gÃ©tales forestiÃ¨res rares, les haies, les bosquets ...) ist erkennbar, dass sich das Adjektiv "seltene" nur auf Waldgesellschaften und nicht auch auf Hecken und Feldge­hÃ¶lze bezieht. Wie auch nach § 203 lit. f PBG sind somit Hecken und FeldgehÃ¶lze Schut­zobjekte, ohne dass besondere Voraussetzungen erfÃ¼llt sein mÃ¼ssen (vgl. auch BEZ 1990 Nr. 3). Die in Art. 18 Abs. 1</span><sup><span>bis</span></sup><span> NHG explizit genannten Schutzobjekte gehÃ¶ren in aller Re­gel zu den Natur­gebieten, die besonderen Seltenheitswert haben und deren Erhaltung fÃ¼r das Ãberleben bedrohter Tier‑ und Pflanzenarten wichtig ist. Diese Standorte bieten viel­fÃ¤l­tigen Lebens­gemeinschaften eine unerlÃ¤ssliche Lebensgrundlage und bilden ein Ge­gen­gewicht zu der von Technik und Zivilisation stark geprÃ¤gten Landschaft. Sie erfÃ¼llen im intensiv ge­nutzten Naturhaushalt zudem eine wichtige biologische Funktion (Klaus A. Val­lender/Reto Morell, Umweltrecht, Bern 1997, S. 380). Gleichwohl mÃ¼ssen die Biotope "schutzwÃ¼rdig" (vgl. Art. 18 Abs. 1</span><sup><span>ter</span></sup><span> NHG, Art. 14 Abs. 3 und 4 der Verordnung vom 16. Januar 1991 Ã¼ber den Natur‑ und Heimatschutz [NHV]) sein; biologisch und landschaftlich vÃ¶llig wertlose Hecken sind nicht zu schÃ¼tzen (vgl. BEZ 1990 Nr. 3 E. 4a). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ein bestimmter Lebensraum ist dann ein Biotop von regionaler oder lokaler Be­deu­tung, wenn ihm die SchutzwÃ¼rdigkeit nach den Kriterien von Art. 14 Abs. 1 NHV zu­ge­spro­chen werden kann. Massgebend fÃ¼r die Bewertung sind dabei die gemÃ¤ss Anhang 1 NHV aufgefÃ¼hrten Ã¶kologischen Kennarten, die nach Art. 20 und AnhÃ¤nge 2 und 3 NHV geschÃ¼tzten Pflanzen‑ und Tierarten einschliesslich der gemÃ¤ss Anhang 4 NHV kantonal geschÃ¼tzten Arten sowie die vom BUWAL erlassenen oder anerkannten roten Listen ge­fÃ¤hrdeter oder seltener Pflanzen‑ und Tierarten. Je seltener und bedeutender die an einem Ort vorkommende Tier‑ und Pflanzenwelt ist, umso strengere Schutzmass­nahmen sind zu treffen (BGE 118 Ib 485 E. 3b). Handelt es sich nicht um ein schutzwÃ¼r­diges Biotop, kann der Schutz unter dem Titel des "Ã¶kologischen Ausgleichs" (Art. 18b Abs. 2 NHG) erfol­gen. Dieser bezweckt gemÃ¤ss Art. 15 Abs. 1 NHV insbesondere, iso­lierte Biotope mitein­ander zu verbinden, nÃ¶tigenfalls auch durch die Neuschaffung von Biotopen, die Artenviel­falt zu fÃ¶rdern, eine mÃ¶glichst naturnahe und schonende Boden­nutzung zu erreichen, Na­tur in den Siedlungsraum einzubinden und das Landschaftsbild zu beleben (vgl. Kel­ler/Zuf­ferey/FahrlÃ¤nder, Art. 18b N. 18 und 31 ff.). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese bundesrechtlichen Bestimmungen Ã¼ber den Biotopschutz sind auch bei Un­terschutz­stellung aufgrund des kantonalen Rechtes zu beachten (RB 1990 Nr. 70 = BEZ 1990 Nr. 3). Das kantonale Recht listet die Schutzobjekte in § 203 Abs. 1 PBG auf. Danach sind unter anderem im Wesentlichen unverdorbene Natur‑ und Kulturlandschaften sowie entsprechende GewÃ¤sser, samt Ufer und Bewachsung (lit. a) wie auch wertvolle BÃ¤ume und Baum­bestÃ¤nde, FeldgehÃ¶lze und Hecken (lit. f) Schutzobjekte. Entsprechend Art. 18b Abs. 2 NHG hÃ¤lt § 13 Abs. 2 der kantonalen Natur‑ und Heimatschutzverordnung vom 20. Juli 1977/15. Januar 1992 (NHV ZH) fest, dass zudem als Naturschutzobjekte FlÃ¤chen be­zeichnet werden kÃ¶nnen, welche dem Ã¶kologischen Ausgleich durch Vernetzung oder Wie­der­herstellung von Biotopen und Landschaften dienen sollen. Mit dieser kantonal­rechtli­chen Regelung kann in ausreichendem Masse dem vom Bundesrecht verstÃ¤rkten Bio­top­schutz nachgekommen werden (Alfred Kuttler, Orientierungspunkte zur Revision des ZÃ¼r­cher Planungs‑ und Baugesetzes, ZBl 91/1990, S. 296). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei der Ausscheidung von Biotopen von lokaler und regionaler Bedeutung und bei der Anordnung von Schutzmassnahmen kommt den Kantonen bzw. Gemeinden ein erheb­licher Beurteilungsspielraum zu ("une importante marge d'apprÃ©ciation" [BGE 121 II 161 E. 2.b.bb]). Sie haben im Einzelfall jeweils eine umfassende InteressenabwÃ¤gung vorzu­nehmen. Dabei sind die mit dem Natur‑ und Heimatschutzgesetz verfolgten Schutzziele den entgegenstehenden Ã¶ffentlichen und privaten Interessen gegenÃ¼berzustellen (Vallen­der/Morell, S. 381; Leo SchÃ¼rmann/Peter HÃ¤nni, Planungs‑, Bau‑ und besonderes Umwelt­schutzrecht, 3. A., Bern 1995, S. 312; BGE 118 Ib 485, E. 3b). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Im Licht der dargestellten neueren Rechtsgrundlagen zum Biotopschutz ergibt sich, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin teilweise von Ã¼berholten RechtsgrundsÃ¤tzen ausgeht. Die Rechtsauffassung, dass unter mehreren geeigneten Schutzobjekten eine <i>Auswahl</i> ge­troffen werden muss, hat GÃ¼ltigkeit bei Denkmalschutzobjekten (RB 1989 Nr. 67). Beim Biotopschutz hingegen ist diese Betrachtungsweise verfehlt. Es geht nicht darum, von mehreren Biotopen das "schÃ¶nste" oder "wertvollste" auszusuchen. Die aufgezeigten Ziele des bundesrechtlichen und kantonalen Biotopschutzes verlangen vielmehr, dass unter Ab­wÃ¤gung der betroffenen Interessen mÃ¶glichst <i>alle </i>schÃ¼tzenswerten Biotope zu schÃ¼tzen sind (VGr, 18. Dezember 1991, VB 91/0149, E. 7). Es besteht somit kein <i>Auswahl</i>ermes­sen der Gemeinde in dem Sinn, dass sie befugt wÃ¤re, aus einer Reihe von <i>schutzwÃ¼rdigen</i> Biotopen nur fÃ¼r eine Auswahl Schutzmassnahmen zu treffen; lediglich bei der Beantwor­tung der Frage, <i>ob</i> ein Objekt schutzwÃ¼rdig sei, steht ihr ein gewisser Beurteilungsspiel­raum zu (vgl. vorn E. 5b). Aus dem Inventar der kommunalen Natur‑ und Landschafts­schutzobjekte der Gemeinde A. von 1985 kann weiter nicht der Schluss gezogen werden, darin nicht aufgefÃ¼hrte Objekte seien biologisch und landschaftlich wertlos oder fÃ¼r den Ã¶kologi­schen Ausgleich ungeeignet und nicht zu schÃ¼tzen. Auch der Umstand, dass in A. andere Objekte mit grÃ¶sseren SchutzqualitÃ¤ten nicht inventarisiert oder unter Schutz ge­stellt wurden, fÃ¼hrt nicht zum zwingenden Schluss, dem vorliegend streiti­gen Ob­jekt sei von vornherein jede SchutzqualitÃ¤t abzusprechen. Schliesslich ist auch der Ein­wand unbe­helflich, eine sinnvolle Schutzmassnahme mÃ¼sste auch die andere ‑ im Kanton Schwyz gelegene ‑ GewÃ¤sserseite einbeziehen, da eine solche Ausweitung dem Kanton ZÃ¼rich ver­wehrt ist. Sofern SchutzobjektsqualitÃ¤t fÃ¼r beide GewÃ¤sserseiten vor­liegt, sind fÃ¼r die ZÃ¼r­cher Seite die entsprechenden Anordnungen zu treffen und ist die anstossende Schwy­zer Gemeinde um gleichwertige Massnahmen zu ersuchen. Trotz dieser rechts­irr­tÃ¼m­lichen Auffassung kann dem Gemeinderat aus den nachfolgenden ErwÃ¤gungen im Er­geb­nis gleichwohl keine Rechtsverletzung vorgeworfen werden, wenn er eine (wei­tere) Un­ter­schutzstellung des streitigen UfergehÃ¶lzes ablehnte. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. a) Die Baurekurskommission II fÃ¼hrte in ihrem Entscheid vom 23. Februar 1999 aus, im Bereich der Parzellen Kat.Nrn. ...1 und ...2 fliesse der Grenzbach den relativ stei­len Hang zum See hinunter und bilde ein kleines Tobel. Dieses weise auch im SpÃ¤t­herbst noch eine dichte und Ã¼ppige Vegetation auf, die durch ‑ im Entscheid der Art nach einzeln auf­ge­listete (vgl. vorn Prozessgeschichte Ziff. II) ‑ hochstÃ¤mmige BÃ¤ume, StrÃ¤u­cher und Un­ter­hÃ¶lzer charakterisiert sei. Die SchutzwÃ¼rdigkeit des streitigen Bachufers werde aber nicht allein mit diesen biologischen und naturwissenschaftlichen Aspekten be­grÃ¼ndet, son­dern auch durch die gestalterisch-Ã¤sthetische Wirkung. Sie trete als von wei­tem her sicht­ba­res grÃ¼nes "Band" in Erschei­nung. Dieses schlÃ¤ngle sich den Hang fast bis zum See hin­unter und lasse den ursprÃ¼ng­lichen, unverfÃ¤lschten Bachverlauf hervortreten. Trotz der re­gen BautÃ¤tigkeit sei der Bach­verlauf im fraglichen Bereich noch nicht ent­stellt; er wirke unverfÃ¤lscht und naturnah. ‑ Diese tatbestÃ¤ndlichen Feststellungen der Bau­re­kurs­kom­mis­sion grÃ¼nden unter anderem auf einem Augenschein vom 25. November 1998. Sie kÃ¶nnen vom Verwaltungsgericht grundsÃ¤tzlich auch im Beschwerdeverfahren berÃ¼ck­sich­tigt wer­den (RB 1981 Nr. 2).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kritik der BeschwerdefÃ¼hrerin an der Sachverhaltsdarstellung der Rekurskom­mission stellt diese nicht grundsÃ¤tzlich in Frage. Unbestritten ist, dass der Grenzbach im hier streitigen Abschnitt auf rund 50 m offen in einer kleineren tobelartigen GelÃ¤ndesenke verlÃ¤uft. Diese ist ‑ zumindest auf ZÃ¼rcher Seite ‑ mit hochstÃ¤mmigen BÃ¤umen sowie mit StrÃ¤uchern und Unterholz bewachsen. Die im Rekursentscheid detailliert aufgelisteten Ar­ten der vorkommenden BÃ¤ume, StrÃ¤ucher und Pflanzen beruhen nach den Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht auf eigenen Feststellungen der Rekurskommission, sondern seien der Rekursschrift vom 17. Juli 1998 entnommen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin legt aber nicht substanziert dar, welche Arten entgegen den Annahmen der Rekurskommission nicht vorkommen wÃ¼rden. Schliesslich deckt sich die Feststellung der Baurekurskommission II Ã¼ber die landschaftsprÃ¤gende Wirkung des Grenzbachs und seiner Bestockung mit den Aus­fÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrerin, insbesondere auch mit dem Amtsbericht vom 18. Oktober 1999. GestÃ¼tzt auf Art. 18b Abs. 2 NHG und § 13 Abs. 2 NHV ZH (Ã¶kologischer Ausgleich durch die Einbindung der Natur in den Siedlungsraum und Belebung des Land­schaftsbilds) sowie auf § 203 Abs. 1 lit. f PBG und § 13 Abs. 1 NHV ZH (Schutz von Feld­gehÃ¶lzen und Hecken) kann mit der Vorinstanz von einem schutzwÃ¼rdigen kommu­nalen Biotop ausgegangen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Laut § 205 PBG erfolgt der Schutz eines Schutzobjekts durch Massnahmen des Planungsrechts (lit. a), Verordnung (lit. b), VerfÃ¼gung (lit. c) oder Vertrag (lit. d). Schutz­massnahmen durch Verordnung oder VerfÃ¼gung sind laut § 9 NHV ZH anstelle oder in Er­gÃ¤nzung planungsrechtlicher Massnahmen anzuordnen, wenn und soweit diese und die Bau­vorschriften einen fachgerechten Schutz sowie Pflege und Unterhalt nicht sicherstellen (vgl. auch RB 1987 Nr. 66). Der planungsrechtliche Schutz erfolgt dabei in erster Linie durch Einteilung in Freihaltezonen, Festlegung von Abstandslinien an WaldrÃ¤ndern und GewÃ¤ssern sowie bau‑ und zonenrechtliche Regelungen zum Schutz des Baumbestands (§ 14 NHV ZH).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Die Gemeindeversammlung A. beschloss im Oktober 1984 Ã¼ber die kommunale Nutzungsplanung und schied im hier streitigen Bereich des Grenzbachs auf der ZÃ¼rcher Seite eine GewÃ¤sserabstandslinie von durchschnittlich 20 m aus. Schon in ihrer Re­kurs­ant­wort vom 7. September 1998 wie auch in ihrer Beschwerde­schrift vom 31. MÃ¤rz 1999 fÃ¼hr­te die Be­schwerdefÃ¼hrerin aus, die festgelegte GewÃ¤sserabstandslinie biete einen aus­rei­chenden Schutz fÃ¼r das Ã¶ffentliche GewÃ¤sser und das UfergehÃ¶lz. Wenn sich der Bach­verlauf ursprÃ¼nglich und unverfÃ¤lscht erhalten habe, so sei dies die Folge der von der Q.-Strasse bis zur Seestrasse beidseits der Kantonsgrenze bestehenden GewÃ¤s­serabstandslinie. ‑ Im Amtsbericht vom 18. Oktober 1999 fÃ¼hrte der Gemeinderat nÃ¤her aus, im Rahmen der Nutzungsplanung sei immer konsequent darauf geachtet worden, mit geeigneten Mitteln die Siedlungsgebiete zu trennen, damit eine ZÃ¤sur im Bebauungsmuster mÃ¶glichst er­kenn­bar bleibe. Im Zonenplan von 1968/69 sei entlang des Grenzbachs eine Freihaltezone aus­ge­schieden worden. AuslÃ¶ser fÃ¼r diese planerische Massnahme sei nicht der Baumbestand gewesen, sondern die Bildung einer Trennungslinie zwischen dem Kan­ton Schwyz und dem Kanton ZÃ¼rich. An Stelle dieser Freihaltezone sei dann 1984 eine Ge­wÃ¤s­serab­stands­linie von 20 m festgelegt worden. Beim Grenzbach stehe der "Tren­nungs­ge­dan­ke" be­zÃ¼g­lich des Siedlungsgebiets und nicht der Schutz von Fauna und Flora im Vor­der­grund. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Nach § 21 Abs. 1 des Wasserwirtschaftsgesetzes vom 2. Juni 1991 haben ober‑ und unterirdische Bauten und Anlagen gegenÃ¼ber offenen und eingedohlten Ã¶ffent­lichen OberflÃ¤chengewÃ¤ssern einen Abstand von 5 m einzuhalten. Die Bau‑ und Zonen­ordnung kann gegenÃ¼ber im Zonenplan eingetragenen GewÃ¤ssern Linien festlegen, die diesen kan­tonalrechtlichen Mindestabstand erhÃ¶hen und vom Grenzabstand gegenÃ¼ber Nachbar­grund­stÃ¼cken abweichen (§ 67 PBG). Dieser GewÃ¤sserabstand dient der Freihal­tung der GewÃ¤sser von Bauten und Anlagen, insbesondere zur Erhaltung von Erholungs­rÃ¤umen oder um den notwendigen GewÃ¤sserunterhalt vornehmen zu kÃ¶nnen (RB 1997 Nr. 68 E. 1 = BEZ 1997 Nr. 13). WÃ¤hrend dem kantonalen Mindestabstand vorab wasserbaupolizeili­che Funktion zukommt (Protokoll der Kommission des Kantonsrats zur Vorberatung des Pla­nungs‑ und Baugesetzes, S. 231, 257, 454 und 882; vgl. auch RB 1997 Nr. 68, 1987 Nr. 76), kÃ¶nnen einer kommunalen GewÃ¤sserabstandslinie andere Gesichtspunkte zu­grun­de liegen, insbesondere solche des Natur‑ und Heimatschutzes (VGr, 24. MÃ¤rz 1999, VB.98.00334, E. 3f). Innerhalb einer mit dieser Zwecksetzung erlassenen GewÃ¤sserab­standslinie dÃ¼rfen keine baulichen Massnahmen jeder Art getroffen werden, welche mit der Zielsetzung in Widerspruch stÃ¼nden. Einer derart erlassenen GewÃ¤sserabstandslinie kann somit durchaus eine gleichbedeutende Schutzfunktion zukommen wie einer Freihaltezone. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Aufgrund der vorn aufgezeigten Rechtslage kommt dem Grenzbach im hier streitigen Abschnitt nicht nur die Funktion einer reinen "ZÃ¤sur im Bebauungsmuster" zu, sondern er stellt auch entgegen der Auffassung des Gemeinderats ein schutzwÃ¼rdiges (lo­kales) Biotop dar. Sein Schutz wird aber durch die von der Gemeinde erlassene GewÃ¤sser­abstandslinie genÃ¼gend gesichert, denn bauliche Massnahmen jeder Art, welche die Beein­trÃ¤chtigung oder gar ZerstÃ¶rung der Uferbestockung zur Folge hÃ¤tten, wÃ¼rden dem richtig verstandenen Zweck der GewÃ¤sserabstandslinie widersprechen. In diesem Sinn ist kein weitergehender Schutz des Grenzbachs erforderlich. Die bisherige Bewahrung dieses lo­kalen Schutzobjekts zeigt, dass sein Schutz durch die bestehende planerische Massnahme (GewÃ¤sserabstandslinie) genÃ¼gend gesichert ist. Zudem darf vorliegend berÃ¼cksichtigt wer­den, dass die GrundeigentÃ¼mer die Anordnung von Schutzmassnahmen selber anbe­gehrten, deren Interessen damit den Schutzzielen des Naturschutzes nicht entgegenstehen, sondern sich mit diesen decken. Es kann angefÃ¼gt werden, dass es den mitbeteiligten Grund­ei­gen­tÃ¼­mern freisteht, einen weitergehenden Schutz durch eine privatrechtliche Re­gelung, z.B. durch eine Personaldienstbarkeit zugunsten der privaten Beschwerdegegnerin, sicher­zu­stel­len. Das Ã¶ffentliche Interesse verlangt vorliegend aber keinen weitergehenden Schutz, als durch den Erlass der kommunalen GewÃ¤sserabstandslinie bereits besteht. Zu­mindest kann dem Gemeinderat A. im Ergebnis keine Verletzung seines ihm zu­stehenden "er­heb­lichen Beurteilungsspielraums" (vgl. vorn E. 5b) vorgeworfen werden, wenn er den Er­lass wei­te­rer Schutzmassnahmen ablehnte. Daran Ã¤ndert nichts, dass der Gemeinderat die Schutz­wÃ¼r­digkeit als solche zu Unrecht verkannte. Die Beschwerde ist im Sinn dieser Er­wÃ¤­gun­gen gutzuheissen und der Entscheid der Baurekurskommission II auf­zuheben, soweit damit der Gemeinderat A. eingeladen wurde, fÃ¼r den Grenzbach und dessen Be­stockung (weitere) Schutzmassnahmen festzulegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. Zusammengefasst ergibt sich, dass die Beschwerde im Sinn der vorstehenden ErwÃ¤gungen gutzuheissen ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Anwendung von § 13 Abs. 2 VRG der unterliegenden Beschwerdegegnerin sowie den Mitbeteiligten Nrn. 1 aufzuerlegen. In gleicher Weise sind die Rekurskosten zu verlegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Eine ParteientschÃ¤digung steht der unterliegenden Beschwerdegegnerin sowie den Mitbeteiligten laut § 17 Abs. 2 VRG von vornherein nicht zu. Ebensowenig ist eine solche der BeschwerdefÃ¼hrerin zuzusprechen. Das Gemeinwesen besitzt in der Regel keinen An­spruch auf eine ParteientschÃ¤digung, da die Erhebung und Beantwortung von Rechtsmit­teln zu den angestammten amtlichen Aufgaben gehÃ¶rt (RB 1986 Nr. 5; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼­rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 17 N. 19). Vorliegend besteht kein Anlass von dieser Regel ab­zuweichen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>8. Nach den AusfÃ¼hrungen unter Ziff. 5b handelt es sich beim vorliegenden Streit um eine den Kantonen vom Bund Ã¼bertragene Bundesaufgabe. Letztinstanzliche kantonale Entscheidungen Ã¼ber den Schutz der in Art. 18b Abs. 1 und 2 NHG genannten Biotope oder den Ã¶kologischen Ausgleich stÃ¼tzen sich insoweit auf unmittelbar anwendbares Bun­desverwaltungsrecht. Soweit eine Verletzung desselben gerÃ¼gt wird, kann dieses Urteil mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 121 II 161 E. 2.b.cc; Keller/Zufferey/FahrlÃ¤nder, Art. 18b N. 8). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird im Sinn der ErwÃ¤gungen gutgeheissen. Der Entscheid der Bau­rekurskommission II vom 23. Februar 1999 wird aufgehoben, soweit damit der Ge­meinderat A. eingeladen wurde, fÃ¼r den Grenzbach und dessen Bestockung (weitere) Schutzmassnahmen festzulegen. </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>