Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2023 66 Entscheid vom 29. November 2023 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident lic.iur. Karl Gasser, Richter Irene Thalmann, Richterin MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________ gegen 1.Bezirksrat Küssnacht, Seeplatz 2/3, Postfach 176, 6403 Küss- nacht, 2.Amt für Raumentwicklung ARE, Bahnhofstrasse 14, Postfach 1186, 6431 Schwyz, 3.Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Postfach 1260, 6431 Schwyz, Vorinstanzen, 4. C.________, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. D.________ Gegenstand Planungs- und Baurecht (nachträgliche Baubewilligung)2 Sachverhalt: A.A.________ sind Eigentümer der Liegenschaft KTN 001. Die nordwestlich gelegene Liegenschaft KTN 002 ist im Eigentum von C.________. B.Die Liegenschaft KTN 001 wurde 1952 mit einem Ferienhaus überbaut und in den Folgejahren mehrfach umgebaut. Unter anderem wurde 2018 das Bauge- such Nr. 2018/78 für einen Anbau eines Balkons auf Stützmauern über die ge- samte Breite der seeseitigen Fassadenfront mit neuem Treppenaufgang bewilligt (vgl. zur Baugeschichte gesamthaft VGE III 2021 122 vom 18.2.2022 Ingress Bst. A). C.1Mit E-Mail vom 15. April 2019 kontaktierte die Bezirksverwaltung den Archi- tekten der Eigentümer KTN 001 und informierte, die Nachbarin habe mitgeteilt, es sei links neben der neuen Treppe ein Anbau/Raum erstellt worden, der so nicht bewilligt worden sei. Dieser Raum gelte als Anbau und müsse einen Grenzabstand für Nebenbauten von 2.50m einhalten; er weise aber einen zu ge- ringen Abstand auf. Es müsse ein neues Baugesuch eingereicht werden (vgl. Vi- act. II-02 / Mappe Baugesuch Nr. 2018/78). Am 6. November 2019 reichten A.________ ein Baugesuch ein für einen Abstell- raum und eine Palisade, beides bereits erstellt (Vi-act. II-02 / Mappe Baugesuch Nr. 2019-140). Demgemäss wurde an die 2018 bewilligte Wandscheibe zur Ab- stützung des Balkons an der Nordostseite ein Abstellraum erstellt, indem alle Seiten geschlossen und südöstlich eine Tür eingebaut wurde. Am 17. Februar 2020 erhoben C.________ Einsprache gegen dieses nachträgliche Baugesuch. C.2Mit Gesamtentscheid vom 16. Juli 2020 verfügte das Amt für Raumentwick- lung, die kantonale Baubewilligung werde für den Abstellraum verweigert und für die Palisade erteilt; die Einsprache werde aus kantonaler Sicht gegen den Ab- stellraum gutgeheissen und gegen die Palisade abgewiesen. Der Bezirksrat Küssnacht beschloss am 19. August 2020 (BRB Nr. 393; Auszug): 1. [Palisade] 2. In teilweiser Gutheissung der von C.________ (…) eingereichten Einsprache wird die nachträgliche Bewilligung für den im Erdgeschoss auf der Nordseite des Wohnhauses angebauten Abstellraum auf Grundstück KTN 001, verwei- gert, ebenso eine nachträgliche Ausnahmenbewilligung hierfür. 3. A.________ werden verpflichtet, diesen Abstellraum soweit abzubrechen und zurückzubauen, als dieser nach erfolgtem Teilabbruch/Teilrückbau in nordöst- licher Richtung gegenüber der Liegenschaft KTN 002 einen Grenzabstand von mindestens 2.50 m aufweist, womit sich zugleich auch im entsprechend reduzierten Umfang für den Abstellraum die nachträgliche Bewilligung erteilen 3 lässt. Für die Vollendung der Abbruch- und Rückbauarbeiten wird eine Frist von sechs Monaten ab Rechtskraft des vorliegenden Beschlusses gesetzt. C.3Gegen den Bezirksratsbeschluss Nr. 393 erhoben A.________ am 11. September 2020 Beschwerde beim Regierungsrat. Mit RRB Nr. 413/2021 vom 15. Juni 2021 vereinigte der Regierungsrat zwei die Liegenschaft KTN 001 be- treffende Beschwerden und beschloss hinsichtlich des nicht bewilligten Abstell- raumes (Auszug): 2. Die Beschwerde II wird insoweit teilweise gutgeheissen, als die den Abstell- raum betreffenden Dispositiv-Ziffern 2-4 und 6-7 des Beschlusses Nr. 393 der Vorinstanz 1 vom 19. August 2020 und die Dispositiv-Ziffer 1 des Gesamtent- scheides der Vorinstanz 2 vom 16. Juli 2020 aufgehoben werden und die Sa- che zu weiteren Sachverhaltsabklärungen im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die Vorinstanzen zurückgewiesen wird. C.4Am 13. Juli 2021 liessen A.________ gegen den Regierungsratsbeschluss Nr. 413/2021 vom 15. Juni 2021 beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde einreichen und beantragen, die Sache sei unter Aufhe- bung des Regierungsratsbeschlusses zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Mit VGE III 2021 122 vom 18. Februar 2022 trat das Verwal- tungsgericht auf die Beschwerde nicht ein, soweit mit dem allgemein gehaltenen Beschwerdeantrag auch die Aufhebung des Regierungsratsbeschlusses Disposi- tiv-Ziffer 2 betreffend Abstellraum beantragt wurde (VGE III 2021 122 vom 18.2.2022 Dispositiv-Ziff. 3). D.Am 2. Juni 2022 gewährte der Bezirk Küssnacht den Beschwerdeführern das rechtliche Gehör zu den Erwägungen des Regierungsrates betreffend Ab- stellraum. Der Schriftenwechsel wurde am 7. November 2022 abgeschlossen. Mit Gesamtentscheid B2020-0032 vom 18. November 2022 hiess das Amt für Raumentwicklung (ARE) die Einsprache von C.________ gut und die kantonale Baubewilligung für das Baugesuch für den bereits erstellten Abstellraum wurde im Sinne der Erwägungen und gestützt auf die Stellungnahme der zuständigen Stelle verweigert. Mit BRB Nr. 572 vom 14. Dezember 2022 beschloss der Bezirksrat Küssnacht (Auszug): 1. In teilweiser Gutheissung der von C.________ […] eingereichten Einsprache wird die nachträgliche Bewilligung für den im Erdgeschoss auf der Nordostseite des Wohnhauses angebauten Abstellraum auf Grundstück KTN 001, […], ver- weigert, ebenso eine nachträgliche Ausnahmebewilligung hierfür, soweit im Sinne der Erwägungen dieser Abstellraum durch die mit Beschluss der Bau- kommission vom 14. August 2018 erteilte Baubewilligung bestandesrechtlich nicht geschützt ist.4 2. A.________ werden im Sinne der Erwägungen kumulativ verpflichtet, innert Frist von sechs Monaten ab Rechtskraft des vorliegenden Beschlusses a) den vom Beschluss der Baukommission vom 14. August 2018 erfassten tal- seitigen (südöstliche) Teil des Abstellraumes soweit abzubrechen und zurückzubauen, als dieser nach erfolgtem Teilabbruch/Teilrückbau in Rich- tung Nordosten gegenüber der Liegenschaft KTN 002 einen Grenzabstand von mindestens 1.42 m aufweist, und b) den vom Beschluss der Baukommission vom 14. August 2018 nicht erfass- ten bergseitigen (nordwestlichen) Teil des Abstellraumes soweit abzubre- chen und zurückzubauen, als dieser nach erfolgtem Teilabbruch/Teilrückbau in Richtung Nordosten gegenüber der Liegenschaft KTN 002 einen Grenz- abstand von mindestens 2.50 m aufweist, womit sich zugleich auch im ent- sprechend reduzierten Umfang für den Abstellraum die nachträgliche Bewil- ligung erteilen lässt. E.Gegen BRB Nr. 572 vom 14. Dezember 2022 erhoben A.________ am 16. Januar 2023 Beschwerde beim Regierungsrat, welcher die Beschwerde mit RRB Nr. 277/2023 vom 4. April 2023 abwies. F.Am 2. Mai 2023 lassen A.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde erheben mit den Anträgen: 1. Die Beschwerde sei gutzuheissen. 2. Der Beschluss Nr. 227/2023 des Regierungsrates des Kantons Schwyz vom 4. April 2023 sei aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vor- instanz zurückzuweisen. 3. Eventualiter sei der Beschluss Nr. 277/2023 des Regierungsrates des Kantons Schwyz vom 4. April 2023 insoweit aufzuheben, als der bergseitige (nordwestli- che) Teil des Anbaus insoweit nicht zurückzubauen ist, als er im Sinne von § 61 Abs. 2 PBG das gewachsene Terrain nicht mehr als einen Meter überragt. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegner in solidarischer Haftbarkeit, eventualiter zu Lasten der Vorinstanzen. G.Mit Schreiben vom 5. Mai 2023 erklärt das ARE seinen Verzicht auf Ver- nehmlassung, das Sicherheitsdepartement mit Schreiben vom 8. Mai 2023. Der Bezirksrat Küssnacht beantragt mit Vernehmlassung vom 17. Mai 2023 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen zu Lasten der Beschwerdefüh- rer. Die Beschwerdegegner beantragen am 26. Juni 2023 vernehmlassend: 1. Es sei die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. 2. Es seien die Kosten den Beschwerdeführern, eventuell der Vorinstanz 1 zu überbinden und es sei den Beschwerdegegnern eine angemessene Parteien- tschädigung zuzüglich 7.7% MWST zuzusprechen.5 Mit Eingaben je vom 28. September 2023 nehmen die Beschwerdeführer Stel- lung zu den Vernehmlassungen des Bezirksrates und der Beschwerdegegner. Der Bezirksrat verzichtet am 3. Oktober 2023 auf eine Duplik, die Beschwerde- gegner am 18. Oktober 2023. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Gegenstand dieses Verfahrens bildet ausschliesslich das nachträgliche Baubewilligungsverfahren betreffend Abstellraum beim Erdgeschoss. Dieser Ab- stellraum wurde in Abänderung der Baubewilligung 2018 errichtet. Damals wurde der Anbau eines Balkons auf Stützmauern über die gesamte Breite der seesei- tigen Fassadenfront mit neuem Treppenaufgang bewilligt (vgl. Ingress Bst. B). Erstellt wurde an die 2018 bewilligte Wandscheibe zur Abstützung des Balkons an der Nordostseite ein Abstellraum, indem alle Seiten geschlossen und südöst- lich eine Tür eingebaut und der Treppenaufgang anders gestaltet wurde (vgl. In- gress Bst. C.1). Planlich zeigt sich folgende Änderung: Auszug Plan 01-18-0-2a; Baugesuch 2018/78; bewilligt 14.8.2018 Auszug Plan 100P/528; Baugesuch 2019/140; 1.2Nachdem das ARE und der Bezirksrat die nachträgliche Baubewilligung 2020 verweigert und einen (Teil-)Rückbau angeordnet hatten (vgl. Ingress Bst. C.2), hob der Regierungsrat 2021 diesen Beschluss auf und wies die Angele- genheit zu weiteren Abklärungen an den Bezirksrat zurück (RRB Nr. 413 vom 15.6.2021; vgl. Ingress Bst. C.3). Der Regierungsrat erwog, mit dem Einbau einer von den Beschwerdeführern vorgeschlagenen Trennwand im Inneren des Ab- stellraumes entstünden nicht zwei separate Abstellräume und der so entstehen- de nordwestliche Teil werde dadurch nicht zu einer unterirdischen Baute. Auch die Entfernung der Tür reiche nicht aus (E. 8.1). Und weiter (E. 8.2): 6 Die von der Vorinstanz 1 angeordnete Rückversetzung der nordöstlichen Seiten- wand bzw. der Teilrückbau des Abstellraums bis auf einen Abstand von 2.5 m ab der nordöstlichen Grenze gegenüber dem Grundstück KTN 002 ist zwar aufgrund der materiellen Bauvorschriften angezeigt, widerspricht aber der im vereinfachten Verfahren erteilten Bewilligung vom 14. August 2018 […]. Ein Teil der nordöstli- chen Seitenwand des Abstellraumes bzw. die Wandscheibe bei der ursprünglich geplanten Variante der Aussentreppe hat die Baukommission nämlich am 14. Au- gust 2018 bewilligt. Zwar hat die Baukommission […] festgehalten, dass diese Wandscheibe zusammen mit der Balkonplatte und den restlichen Stützmauern be- reits eine (offene) Nebenbaute darstelle und daher mit einem Grenzabstand von 1.42m den minimalen Grenzabstand von 2.50 m deutlich unterschreite. Trotzdem erteilte die Vorinstanz 1 die Baubewilligung mit der Begründung, dass die Ei- gentümer des Grundstücks KTN 002 mit Vereinbarung vom 26. Juli 2018 den Ei- gentümern von KTN 001 ein Grenzbaurecht für Nebenbauten eingeräumt hätten. Tatsächlich befindet sich auch die erwähnte Vereinbarung in den Verfahrensakten. Allerdings haben die Beschwerdegegner diese Vereinbarung nicht unterzeichnet, sondern G.________ im Namen der Beschwerdegegner. Eine entsprechende Vollmacht liegt jedoch nicht in den Verfahrensakten. Zudem behaupten die Be- schwerdegegner, dass G.________ gar keine Vollmacht zur Einräumung des Näherbaurechts gehabt hätte. Zudem reichten sie ein E-Mail im vorinstanzlichen Verfahren ein, aus dem hervorgeht, dass die Beschwerdegegner G.________ be- auftragen, Einsprache beim Bauamt Küssnacht (vermutlich gegen das mit Be- schluss vom 14. August 2018 bewilligte Baugesuch) zu erheben. Folglich ist un- klar, ob das Näherbaurecht für Nebenbauten entlang der nordöstlichen Grunds- tücksgrenze zwischen KTN 001 und KTN 002 (rechtmässig) besteht oder nicht. Genauso wenig ist klar, unter welchen Umständen die Bewilligung vom 14. August 2018 erteilt wurde. Es ist dem Regierungsrat unbekannt, ob die Baukommission von den Beschwerdeführern durch die Einreichung der (möglicherweise ungülti- gen) Vereinbarung vom 26. Juli 2018 (möglicherweise sogar absichtlich) getäuscht wurde. Es ist daher auch unklar, ob die Baubewilligung vom 14. August 2018 mit- tels Revision oder Wiedererwägung bzw. Widerrufs teilweise aufgehoben werden müsste. Daher kann auch vorliegend nicht beurteilt werde, ob die angeordnete Rückversetzung der nordöstlichen Seitenwand zulässig ist. Es ist daher in teilwei- ser Gutheissung der Beschwerde die angeordnete Rückversetzung der nordöstli- chen Seitenwand des Abstellraums vorerst aufzuheben und die Sache zur Sach- verhaltsabklärung, allenfalls zur Anpassung der Bewilligung vom 14. August 2018 und zu neuem Entscheid über die Rückbaumassnahmen an die Vorinstanz 1 zurückzuweisen. 1.3Der Bezirk lud sowohl die Beschwerdeführer als auch die Beschwerdegeg- ner ein, zu den regierungsrätlichen Erwägungen Stellung zu nehmen. In der Fol- ge entschieden das ARE am 18. November 2022 und der Bezirksrat am 14. De- zember 2022 neuerlich über das nachträgliche Baugesuch betreffend Abstell- raum. 1.3.1Das ARE stellte fest, gemäss Prüfbericht des Bezirks halte der erstellte Ab- stellraum den baurechtlichen Grenzabstand nicht ein. Hinreichende Gründe für eine Abstandsunterschreitung habe die Bauherrschaft keine vorgebracht. Auch 7 sprächen überwiegende öffentliche Interessen gegen die Unterschreitung von Abstandsvorschriften. Die kantonale Baubewilligung werde daher in Gutheissung der Einsprache verweigert. Über allfällige Rückbaumassnahmen habe der Be- zirksrat zu befinden. 1.3.2Im BRB Nr. 572 vom 14. Dezember 2022 führte der Bezirksrat aus, die Baukommission habe 2018 im vereinfachten Verfahren einen Balkonanbau ab- gestützt auf der Nordseite des Gebäudes auf einer Wandscheibe bewilligt, wobei diese Wandscheibe und die Balkonplatte zusammen mit den umliegenden Stützmauern als offene Nebenbaute qualifiziert worden sei, welche mit 1.42m den notwendigen Grenzabstand von 2.50m zwar unterschreite, mit einer Verein- barung zwischen den Eigentümern KTN 001 und KTN 002 aber ein Grenzbau- recht für Nebenbauten vereinbart worden sei. Dieser Beschluss sei damals den Nachbarn (auch KTN 002) angezeigt worden; Einsprache sei nicht erhoben wor- den. Eine neuerliche Überprüfung der Vereinbarung zeige nun allerdings, dass diese kein Grenzbaurecht entlang der nordöstlichen Grenze zu Gunsten KTN 001 enthalte. Damit sei (mit Bezug auf die regierungsrätlichen Erwägungen) nicht relevant, ob die Vereinbarung rechtsgenüglich zustande gekommen sei. 2018 habe keine förmliche Zustimmung der Eigentümer KTN 002 für ein Näherbau- recht vorgelegen, diese Eigentümer hätten aber trotz expliziter Anzeige auch kei- ne Einsprache erhoben. Im Ergebnis stehe fest, dass im Zusammenhang mit dieser Nebenbaute zufolge Nichteinhaltung des erforderlichen Grenzabstandes von 2.50m die Baubewilligung zu Unrecht erteilt worden sei. Weiter stellte der Bezirksrat fest, die damalige Baubewilligung vom 14. August 2018 sei in einem gesetzmässigen Verfahren erteilt worden und die Nachbarn KTN 002 hätten die Möglichkeit erhalten, Einsprache zu erheben, wovon sie kei- nen Gebrauch gemacht hätten. Das bewilligte Vorhaben sei dann realisiert wor- den ohne ersichtliche Erkenntnisse, dass die Bauherrschaft die gewährte Grenz- abstandsunterschreitung gewissermassen bösgläubig erwirkt hätten. Es bleibe daher kein Raum für einen Widerruf der (materiell fehlerhaften) Baubewilligung; Rechtssicherheit und Vertrauensschutz gingen dem Interesse an der Durchset- zung des objektiven Rechts vor. Allerdings, so der Bezirksrat weiter, falle massgeblich ins Gewicht, dass zum ei- nen die bewilligte Wandscheibe nicht den bewilligten Grenzabstand von 1.42m einhalte, sondern neuerdings lediglich 1.34m, und dass zum andern diese bewil- ligte Nebenbaute ohne Bewilligung zu einem Abstellraum mit einer Gesamtfläche von 9.7m2 erweitert worden sei mit einem Grenzabstand nordöstlich von 1.42m bis südöstlich 1.34m zu KTN 002. Für dieses von der Baubewilligung nicht abge- deckte Mehrmass lasse sich kein Bestandesschutz ableiten, weshalb sich hierfür 8 keine nachträgliche ordentliche Baubewilligung erteilen lasse und auch keine Ausnahmebewilligung. Im Ergebnis verpflichtete der Bezirksrat die Beschwerdeführer gestützt auf § 87 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes (PBG; SRSZ 400.100) vom 14. Mai 1987 zu Rückbaumassnahmen und zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustan- des (vgl. Ingress Bst. D). 1.4Die von den Beschwerdeführern gegen die Nichtbewilligung und Rückbau- massnahmen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat mit dem vorliegend angefochtenen RRB Nr. 277/2023 vom 4. April 2023 ab (VG-act. 07). Soweit die Beschwerdeführer vorbrächten, es liege beim Abstellraum eine bewilligungsfähi- ge unterirdische Baute, welche nur einen Grenzabstand von 1m einzuhalten ha- be, vor, verwies der Regierungsrat auf seinen RRB Nr. 413 vom 15. Juni 2021, worin er bereits festgestellt habe, dass keine unterirdische Baute im Sinne von § 61 Abs. 1 PBG vorliege. Dem Plan Nr. 102P/528 vom 22. August 2019, Fassa- de Osten, lasse sich entnehmen, dass die Fassade des Abstellraumes deutlich mehr als 1m über das Terrain hinausrage. Zudem würden der nordwestliche und südöstliche Teil des Abstellraumes aufgrund der durchgehenden und einheitlich in Erscheinung tretenden Nordostfassade keine eigenständigen Baukörper bilden und könne daher der nordwestliche Teil auch nicht losgelöst vom südöstlichen Teil als unterirdische Baute betrachtet werden. Die Vorinstanz habe den Abstell- raum zu Recht als materiell und formell baurechtswidrig beurteilt und die Baube- willigung verweigert. Ebenso bestätigte der Regierungsrat die Pflicht zum Rückbau und zur Wieder- herstellung des rechtmässigen Zustands. Dies habe er im Grundsatz bereits mit RRB Nr. 413 vom 15. Juni 2021 getan. Die bereits damals von den Beschwerde- führern vorgebrachten milderen Massnahmen habe der Regierungsrat schon damals als ungeeignet abgelehnt. Neue Vorschläge brächten die Beschwerde- führer keine vor und seien auch nicht ersichtlich. Verneint hat der Regierungsrat ebenso, dass der Rückbau unverhältnismässig sei und hierfür kein öffentliches Interesse bestehe, weil der südöstliche Teil des Abstellraumes bloss 8cm zu nahe an der Grenze liege und damit innerhalb des Toleranzmasses von +/-10cm. Gemäss Regierungsrat betreffe die Unterschrei- tung vom notwendigen Grenzabstand (von 2.5m) mehr als 1.07m; der südöstli- che Teil reiche bis zu 1.34m an die Grenze heran. Der Abstand von 1.42m sei 2018 irrtümlich ohne rechtliche Grundlage bzw. ohne Näherbaurecht bewilligt worden; eine weitere Verschärfung sei nicht zulässig. Es liege keine nur gering- fügige Abstandsverletzung vor. Der angeordnete Rückbau sei erforderlich und geeignet, um die Einhaltung des Grenzabstandes sicherzustellen.9 Schliesslich betont der Regierungsrat, dass die Beschwerdeführer den Abstell- raum eigenmächtig ohne Baubewilligung über das ohnehin schon irrtümlicher- weise bewilligte Mass hinaus erweitert hätten. Zwar könne sich auch ein bös- gläubiger Bauherr auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit berufen. Er müs- se aber in Kauf nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, nämlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem lnteresse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes erhöhtes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berücksichtigen würden. Vorliegend würden die öffentlichen und privaten Interessen an der Wiederherstellung des rechtmäs- sigen Zustandes deutlich überwiegen. 2.1.1Die Beschwerdeführer machen geltend, die Rechtsauffassung des Regie- rungsrats, wonach der Abstellraum nicht als unterirdische Baute qualifiziert wer- den könne, sei rechts- und aktenwidrig. Im Plan Nr. 102P/528 vom 22. August 2019 sei der Verlauf des gewachsenen Terrains eingetragen. Der nordwestliche Anbau rage ab der nordseitigen Rückwand bis zur Fassadenflucht der Südfassa- de nicht mehr als einen Meter über das gewachsene Terrain hinaus. Insoweit könne in diesem Bereich gar kein Rückbau verfügt werden, da klar eine unterirdi- sche Baute vorliege, welche bis an die Grenze heran gebaut werden dürfe. Rechtswidrig und willkürlich sei auch die regierungsrätliche Betrachtungsweise, der nordwestliche Teil könne nicht losgelöst vom südöstlichen Teil betrachtet werden. Nach Ansicht der Beschwerdeführer kann der unterirdische Bauteil pro- blemlos losgelöst vom südöstlichen Teil betrachtet und auch entsprechend ge- staltet werden. 2.1.2Die Vorbringen der Beschwerdeführer sind unbehilflich. Vorab ist festzuhal- ten, dass der strittige Abstellraum (vgl. oben E. 1.1) ein Ganzes darstellt. Für die- sen Abstellraum wurde ein nachträgliches Baugesuch eingereicht und dieser Ab- stellraum wurde als nicht bewilligungsfähig beurteilt. Es gibt keinen nordwestli- chen und keinen südöstlichen Teil, der je eigenständig beurteilt werden könnte. Auch besteht keine Fassadenflucht zur Südfassade, welche den Abstellraum un- tertrennen würde. Es handelt sich bei den Darstellungen der Beschwerdeführer allesamt um rein theoretische, nicht einmal planmässig vorhandene Betrachtun- gen. Diese Ausführungen vermögen keine Rechtsfehler der vorinstanzlichen Er- wägungen zu belegen. Den Beschwerdeführern kann auch nicht gefolgt werden in der Darstellung, der Abstellraum rage nicht mehr als 1m über das gewachsene Terrain. Soweit sie dabei zum einen in Bf-act. 3 eine Messung an einem Punkt der Fassade (Fassa- denflucht Südfassade) vornehmen, so muss festgehalten werden, dass diese 10 Hausecke nichts mit dem strittigen Abstellraum gemein hat, schon gar keine Fas- sade des Abstellraumes bildet. Der Abstellraum dehnt sich noch über 2m Rich- tung Süd aus (vgl. Ausführung zuvor; Ausschnitt unter E. 1.1; vgl. auch Plan 102P/528; Baugesuchsunterlagen Nr. 2019-140). Massgebend für die Beurtei- lung, ob eine unterirdische Baute vorliegt, ist die Fassadenhöhe und dies gemes- sen vom ausgemittelten gewachsenen Boden in der Fassadenmitte (vgl. § 61 Abs. 2 PBG i.V.m. § 60 Abs. 2 PBG). Selbst wenn der gewachsene Boden dem Plan 102P/528 oder dem Bf-act. 3 (Ansicht Treppe; Plan Schenkel Vermessun- gen AG vom 8.12.2014) entnommen würde (vgl. hierzu nachfolgend), zeigt sich, dass die Fassadenhöhe fassadenmittig sowohl an der östlichen Fassade als auch an der südlichen Fassade weit über einen Meter beträgt. Eine Fassade, wie in Bf-act. 3 eingetragen, weist der Abstellraum nicht auf. 2.1.3Der Begriff des "ausgemittelten gewachsenen Bodens" ist im Gesetz nicht näher umschrieben; es handelt sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der auslegungsbedürftig ist. Auszugehen ist vom nachgewiesenen ursprünglichen Terrainverlauf, wobei diese Nachweismöglichkeit nicht dazu führen darf, dass ein "gewachsenes Terrain" baurechtlich auf unabsehbare Zeit auf diesen eruierbaren Verlauf fixiert bleibt. Weicht es in diesem Sinne für einen nicht absehbaren Zeit- horizont vom tatsächlichen Bodenverlauf ab, widerspricht das der Realität der durch planerische und bauliche Massnahmen mitgestalteten Umwelt. Ein Abwei- chen vom jeweils aktuellen gestalteten als gewachsenem Terrain zum eruierba- ren Geländeverlauf drängt sich nur dort auf, wo kumulativ diese Abweichung of- fensichtlich ist und das Abstellen auf das bestehende Terrain zu baupolizeilich unhaltbaren Ergebnissen führt. Gemäss Rechtsprechung des Verwaltungsge- richts ist der Begriff des gewachsenen Bodens bzw. Terrains mithin dynamisch und nicht statisch zu verstehen (vgl. VGE III 2015 114 vom 18.2.2016 E. 1.2 mit Verweis auf EGV-SZ 2005 B 8.9, bestätigt in Urteil BGer 1C_157/2016 vom 6.9.2016). Weder Bf-act. 3 (Ansicht Treppe; Plan Schenkel Vermessungen AG vom 8.12.2014) noch Bf-act. 4 (Plan Schnitt aus dem Baubewilligungsverfahren 1977) und auch nicht Plan 102P/528 (Baugesuchsunterlagen Nr. 2019-140) weisen das gewachsene Terrain aus. Bei Bf-act. 3 messen die Beschwerdeführer von der bestehenden Treppe aus, welche geschaffenes Terrain darstellt. Bei Bf-act. 4 ziehen die Beschwerdeführer eigenhändig (blauer Strich) eine Linie vom Terrain bei der nördlichen Fassade / Grundstücksgrenze zum eingezeichneten 'Terrain Alt' im Süden. Auch dieses 'Terrain Alt' hat aber nichts gemein mit dem ursprüng- lichen gewachsenen Terrain, sondern wurde nachweislich im Rahmen des Baus des Ferienhauses aufgeschüttet und dann beim Umbau 1977 wieder (teilweise) 11 abgetragen. Dies ergibt sich aus den Baubewilligungsunterlagen von 1952 (Plan Nr. 6), welche bereits Gegenstand des Verfahrens III 2021 122 bildeten (und nun im Verfahren III 2023 20 liegen; den Parteien bekannt ist). Was die Eruierbarkeit des ursprünglichen gewachsenen Bodens anbelangt, so zeigt ein Blick in das Bild- und Kartenmaterial von swisstopo (www.map.geo.admin.ch; Swissimage Zeitreise) etwa fürs Jahr 1952 einen gleichmässig abfallenden Hang vom E.________ (Weg) hin zum F.________ (Weg). Auch die Landkarte mit den Höhenkurven (www.map.geo.admin.ch; Zeitreise Kartenwerke, z.B. 1955) zeigt einen gleichmässig abfallenden Hang. Damit aber entspricht das ursprüngliche gewachsene Terrain einer gleichmässig abfallenden Linie von nördlich des Hau- ses bis hinunter zur Strasse. Allerdings lässt sich auch dieser Bodenverlauf nicht mehr exakt eruieren; tendenziell liegt er aber tiefer als der heutige Treppenver- lauf (gemäss Plan 102P/528). Ginge man somit vom ursprünglichen Terrain aus, könnte - entgegen der Darstellung der Beschwerdeführer - erst recht nicht von einer unterirdischen Baute gesprochen werden. Welcher Verlauf (bei dynami- scher Betrachtung) effektiv als gewachsenes Terrain zu betrachten ist, kann vor- liegend aber offen bleiben, nachdem selbst gemäss heutigem (geschaffenen) Terrainverlauf, Treppenverlauf in Plan 102P/528, keine Fassade höchstens 1m über das gewachsene Terrain ragt (vgl. § 61 Abs. 2 PBG; Art. 40 Baureglement Küssnacht). 2.1.4Zusammenfassend haben die Vorinstanzen damit in nicht zu beanstanden- der Weise festgestellt, dass der strittige Abstellraum keine unterirdische Baute darstellt, sondern eine Nebenbaute, welche einen Grenzabstand von 2.5m ein- zuhalten hat. Diesen Abstand hält der Abstellraum nicht ein, weshalb er materiell baurechtswidrig und nicht bewilligungsfähig ist. Zu Recht wurde daher die nachträgliche Baubewilligung und ebenso eine Ausnahmebewilligung verweigert. 2.2Weiter machen die Beschwerdeführer geltend, der angefochtene Entscheid verletze den Grundsatz der Verhältnismässigkeit, könne doch ein Rückbau ma- ximal nur bis zur Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustands verfügt wer- den, weshalb eventualiter beantragt werde, den angefochtenen Entscheid inso- weit aufzuheben, als der bergseitige (nordwestliche) Teil des Anbaus insoweit nicht zurückzubauen sei, als er im Sinne von § 61 Abs. 2 PBG das gewachsene Terrain nicht mehr als einen Meter überrage. Diesbezüglich gilt es zu wiederho- len, dass eine Grundlage, den Abstellraum nicht als Ganzes, sondern - wie die Beschwerdeführer im Eventualantrag Ziffer 3 fordern - den nordwestlichen Teil gesondert zu beurteilen, nicht besteht, da schlichtweg keine 'nordwestliche Bau- te' gegeben ist. Vielmehr errichteten die Beschwerdeführer ohne Bewilligung ei- nen Abstellraum und reichten für diesen einen Abstellraum ein nachträgliches 12 Baugesuch ein. Wie zuvor ausgeführt, stellten die Vorinstanzen nun zu Recht fest, dass dieser Abstellraum nicht bewilligt werden kann. Im Übrigen gilt es die Frage des Rückbaus da zu prüfen und nicht im Rahmen der Bewilligungsfähig- keit des Abstellraumes. Bleibt anzufügen, dass der Bezirksrat im BRB Nr. 572 vom 14. Dezember 2022 Dispositiv Ziff. 2b den Rückbau des von der Baubewilli- gung 2018 nicht erfassten Teiles des Abstellraumes nur (aber immerhin) soweit angeordnet hat, dass sich im reduzierten Umfang die nachträgliche Bewilligung erteilen lässt. Hierzu gilt es immerhin zu ergänzen, dass auch bezüglich dieses nordwestlichen Teils (d.h. Dispositiv-Ziff. 2b) noch zu klären gilt, was bereits Ge- genstand der Baubewilligung 2018 bildete oder gar damals schon bestehend war und damit ebenfalls Bestandesschutz geniesst. Allein aus den Plänen (vgl. Aus- züge oben E. 1.1) lässt sich nicht zweifelsfrei schliessen, inwiefern die nordwest- lichen und nordöstlichen Mauern im August 2018 nicht auch bewilligt wurden oder gar schon Bestand hatten (vgl. Farbgebung der Pläne, wonach grau in der Regel bestehend ist, rot geplant). Bevor dies nicht geklärt ist, kann auch das Ausmass des Rückbaus nicht festgelegt werden. Beizupflichten ist den Be- schwerdeführern schliesslich insofern, dass eine nachträgliche Baubewilligung (wie sie vom Bezirksrat in Beschluss-Dispositiv Ziff. 2b in Aussicht gestellt wird) nicht nur für eine Nebenbaute mit einem Grenzabstand von 2.5m erteilt werden kann, sondern ebenso für eine den Grenzabstand von 1m einhaltende unterirdi- sche Baute. 3.1.1Strittig ist des Weitern der angeordnete Rückbau des Abstellraumes. Das ARE äusserte sich nicht zum Rückbau, sondern verwies diesbezüglich auf die Zuständigkeit des Bezirksrates. Der Bezirksrat hielt fest, schon mit RRB Nr. 413/2021 vom 15. Juni 2021 habe der Regierungsrat den Rückbau im Grundsatz bestätigt; im anschliessenden Verfahren III 2021 122 vor Verwal- tungsgericht hätten sich die Beschwerdeführer nicht zur Rückbaupflicht geäus- sert. Entsprechend rechtfertige es sich im öffentlichen Interesse, gestützt auf § 87 Abs. 2 PBG die Bauherrschaft mit der Anordnung entsprechender Rück- baumassnahmen zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes zu ver- pflichten (vgl. dazu BRB Nr. 572 vom 14.12.2022 Dispositiv Ziff. 2; oben Ingress Bst. D). 3.1.2Soweit die Beschwerdeführer vor Regierungsrat geltend machten, die Sei- tenwand des südöstlichen Teiles des Abstellraumes liege bloss 8cm zu nahe an der Grenze und damit innerhalb des Toleranzmasses von +/- 10cm, betonte der Regierungsrat, der notwendige Abstand betrage 2.5m und werde beim nordwest- lichen Teil um mehr als 1.07m unterschritten und südöstlich reiche der Abstell- raum bis 1.34m an die Grenze und verletze den (ohnehin irrtüm-13 lich/unrechtmässig) bewilligten Abstand von 1.42m um weitere 8cm. Es liege ins- gesamt keine nur geringfügige Verletzung bzw. Abweichung von den Bauvor- schriften vor. Eine weitere Verschärfung sei unzulässig. Die Abweichung von 8cm auf den bewilligten Abstand von 1.42m mache über 5% aus, die Abwei- chung von 1.07m beim gesetzlichen Abstand von 2.5m gar fast 43%. Der ange- ordnete Rückbau sei geeignet, um die Einhaltung des Grenzabstandes sicherzu- stellen und er sei erforderlich; weniger einschneidende und ebenfalls geeignete Wiederherstellungsmassnahmen seien auf jeden Fall nicht ersichtlich. Weiter nahm der Regierungsrat eine Interessenabwägung insofern vor, als er feststellte, die Beschwerdeführer hätten den Abstellraum bösgläubig gebaut, weshalb dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes erhöhtes Gewicht beizumessen sei. Die Beschwerdeführer hätten lediglich ein finanzielles Interesse, indem sie die Kosten für den Rückbau einsparen könnten. Dem stün- den die öffentlichen Interessen an der Einhaltung der Grenzabstände gegenüber (nachbarschützende Funktion, baupolizeiliche Interessen wie Schutz vor über- springendem Feuer und Wohnhygiene, rechtsgleiche Rechtsanwendung). Vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdeführer die Bauvorhaben bewusst ohne vorgängige Einholung einer Bewilligung ausgeführt hätten bzw. von der Baube- willigung abgewichen seien, könne das private (finanzielle) Interesse jedoch nur leicht gewichtet werden. Die erwähnten öffentlichen und privaten Interessen an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes und an einer rechtsglei- chen Rechtsanwendung würden deutlich überwiegen, weshalb der Regierungsrat die vom Bezirksrat verfügte Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes bestätigte bzw. schützte. 3.1.3Gemäss Beschwerdeführer ist der angeordnete Rückbau auf den 2018 be- willigten Grenzabstand von 1.42m (vgl. oben Ingress Bst. D) unverhältnismässig. Die Vorinstanz habe zutreffend festgehalten, dass der südöstliche Anbau ab der Fassadenflucht der Südfassade mit einem Abstand von 1.42m zu KTN 002 bau- bewilligt sei. Im Rahmen der Realisierung des Bauprojektes sei dieser bewilligte Abstand um zusätzliche 6-8cm unterschritten worden; die Rechtswidrigkeit ver- stärke sich dadurch um etwas über 5%, sei damit äusserst minim und bewege sich innerhalb der vom Bezirk praxisgemäss gehandhabten Toleranzgrenze von 10cm. Zudem würden weder nachbarschützende noch baupolizeiliche noch feu- erpolizeiliche Gründe für eine Wiederherstellung sprechen. Tatsache sei, dass entlang der östlichen Parzellengrenze des Baugrundstückes auf KTN 002 eine mit einem Fusswegrecht zu Gunsten anderer Grundstücke belastete Treppenan- lage verlaufe; hier könne gar nicht überbaut werden. Ein Entzug von Licht und Sonne oder Aussicht sei damit auch nicht verbunden. Es sei auch nicht ersicht- lich, in wie fern feuerpolizeiliche Aspekte verletzt sein sollten. Es bestehe über-14 haupt kein öffentliches Interesse an der Wiederherstellung des ursprünglichen baubewilligten Zustandes. Die verfügte Wiederherstellung verursache im Gegen- satz dazu umfangreiche, völlig unverhältnismässige bauliche Massnahmen, wel- che durch die geringe Abweichung vom baubewilligten Zustand nicht gerechtfer- tigt seien. 3.2.1Formell rechtswidrige Bauten, die nachträglich nicht bewilligt werden kön- nen, müssen grundsätzlich beseitigt werden (BGE 136 II 359 E. 6; Urteil BGer 1C_119/2023 vom 25.7.2023 E. 4.2). Ist eine formell widerrechtlich erstellte Bau- te wie der vorliegend strittige Abstellraum nicht (weder ordentlich noch aus- nahmsweise) bewilligungsfähig, stellt sich die Frage, wie der rechtmässige Zu- stand wiederherzustellen ist. Solche Wiederherstellungsmassnahmen bedürfen einer gesetzlichen Grundlage (§ 87 Abs. 2 PBG) und sie müssen im öffentlichen Interesse liegen. Schliesslich muss die Massnahme verhältnismässig sein (Eig- nung, Erforderlichkeit, Verhältnismässigkeit im engeren Sinn; vgl. BGE 145 I 156 E. 4.1; Urteile BGer 1C_75/2022 vom 5.9.2023 E. 5.1; 1C_187/2022 vom 28.2.2023 E. 5.3). Die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands kann unterbleiben, wenn die Abweichung vom Erlaubten nur unbedeutend ist oder die Wiederherstellung nicht im öffentlichen Interesse liegt, ebenso, wenn die Bauherrschaft in gutem Glauben angenommen hat, die von ihr ausgeübte Nutzung stehe mit der Baubewilligung im Einklang, und ihre Weiterführung nicht schwerwiegenden öffentlichen Interes- sen widerspricht (BGE 132 II 21 E. 6 mit Hinweis). Auf die Verhältnismässigkeit kann sich auch eine Bauherrschaft berufen, die nicht gutgläubig gehandelt hat. Sie muss aber in Kauf nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwä- gungen, namentlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baulichen Ord- nung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustands erhöhtes Gewicht beimessen und die der Bauherrschaft allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berücksichtigen (BGE 132 II 21 E. 6.4; Urteil BGer 1C_119/2023 vom 25.7.2023 E. 4.2). 3.2.2Eine gesetzliche Grundlage für die Rückbaumassnahmen ist mit § 87 Abs. 2 PBG zweifellos gegeben, was auch seitens der Beschwerdeführer nicht bestritten wird. Sodann hat die Vorinstanz zu Recht festgestellt, dass die Be- schwerdeführer nicht gutgläubig handelten, nachdem sie für den Balkonanbau mit stützenden Wandscheiben eine Baubewilligung eingeholt, dann aber abwei- chend von der Baubewilligung einen Abstellraum erstellt haben. Diese Bösgläu- bigkeit gilt es zu berücksichtigen.15 3.2.3Die Beschwerdeführer negieren das Vorliegen eines öffentlichen Interesses an der Wiederherstellung zu Unrecht. Hinsichtlich des geforderten öffentlichen In- teresses gilt es gemäss Bundesgericht zu betonen, dass ein generelles öffentli- ches Interesse besteht an der Durchsetzung des materiellen Baurechts und der konsequenten Verhinderung von Bauten, die den materiellen Bauvorschriften wi- dersprechen, und zwar auch dann, wenn es sich nicht um Bauten ausserhalb der Bauzone handelt. Gerade auch innerhalb der Bauzone, wo regelmässig gebaut wird, besteht ein Interesse, dass die Bauvorschriften bzw. die bewilligten Pläne eingehalten werden. Entscheidend sind auch präjudizielle Aspekte. Es soll nicht der Eindruck vermittelt werden, dass einfach vollendete Tatsachen geschaffen werden können und die Wiederherstellung unterbleiben kann, wenn sich etwa die Nachbarn nicht daran stören bzw. sich nicht vehement dagegen wehren. Schliesslich stellt die Einhaltung der Rechtsordnung ganz generell eine wichtige Voraussetzung für das gesellschaftliche Zusammenleben dar (vgl. Urteil BGer 1C_365/2022 vom 8.12.2022 E. 7.4.1; bestätigt in Urteil BGer 1C_119/2023 vom 25.7.2023 E. 4.3). Vorliegend stören sich die Nachbarn offensichtlich an der Nichteinhaltung des Baurechts und wehren sich dagegen. Zudem hat der Regierungsrat auch zu Recht darauf hingewiesen, dass sich die Nichtbeachtung des Baurechts durch die Beschwerdeführer nicht nur auf den aktuellen Zustand, sondern ebenso auf die Entwicklungsmöglichkeiten der Nachbargrundstücke auswirkt, weshalb sie ein Interesse an der Einhaltung der Grenzabstände haben. Zu Unrecht verneinen die Beschwerdeführer auch die Betroffenheit der Wohnhygiene. Der strittige, den Grenzabstand verletzende Abstellraum steht nicht alleine da, sondern bildet Stütze für den Balkon. Entsprechend tritt auch der nutzbare Balkon in den Grenzabstand hinein, was - im Vergleich zum 2018 bewilligten Projekt - eine wei- tergehende Nutzung möglich macht und die Wohnhygiene der Nachbarschaft zumindest tangiert. Ein öffentliches Interesse und privates Interesse der Nach- barn an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ist damit zweifellos zu bejahen. 3.2.4Während im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung bei Eignung und Erforderlichkeit auf die objektive Sicht abzustellen ist, beurteilt sich die Verhält- nismässigkeit im engeren Sinne primär aus der subjektiven Sicht des Verfü- gungsadressaten. Der angestrebte Zweck muss in einem vernünftigen Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln bzw. zu den zu seiner Verfolgung notwendigen Be- schränkungen stehen. Der Eingriff in Grundrechte darf in sachlicher, räumlicher, zeitlicher und personeller Hinsicht nicht einschneidender sein als erforderlich (Ur- teil BGer 1A.119/2002 vom 26.9.2002 E. 2.1; BGE 128 I 3 E. 3e/cc). Bei der Ab-16 wägung zwischen den öffentlichen und privaten Interessen spielt das Mass der Abweichung eine Rolle. Ein Abbruchbefehl erweist sich beispielsweise dann als unverhältnismässig, wenn die Abweichung vom Gesetz gering ist und die berühr- ten allgemeinen Interessen den Schaden, der dem Eigentümer durch den Ab- bruch entstünde, nicht zu rechtfertigen vermögen (BGE 111 Ib 224 E. 6b). Selbst ein Bauherr, der sich nicht in gutem Glauben befindet, kann sich dabei gegenü- ber einem Abbruchbefehl auf den Verhältnismässigkeitsgrundsatz berufen. Er muss aber in Kauf nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägun- gen, nämlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustands erhöhtes Gewicht beilegen und die dem Bauherrn allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berücksichtigen (vgl. VGE III 2021 60 vom 14.9.2021 E. 4.1; VGE III 2020 1 vom 27.5.2020 E. 1.3; VGE III 2019 122 vom 24.10.2019 E. 3.5.2; VGE III 2015 234 vom 21.4.2016 E. 2.1.4, mit Hinweisen). Die Eignung ist dem angeordneten Rückbau zweifelsohne zuzusprechen, ver- mag der rechtmässige Zustand damit doch wiederhergestellt zu werden. Sie wird denn von den Beschwerdeführern auch nicht bestritten. Der Rückbau hat auf das baurechtlich materiell und formell rechtmässige Mass zu erfolgen, damit der rechtmässige Zustand wiederhergestellt ist. Erforderlich ist hierfür grundsätzlich ein Rückbau, wie er im Bezirksratsbeschluss Nr. 572 vom 14. Dezember 2022, Dispositiv-Ziffer 2 angeordnet wurde (vgl. aber E. 2.2 und nachfolgend). Massgebend ist, was am 14. August 2018 bewilligt wurde (vgl. oben E. 1.1, 2.2). Soweit die Beschwerdeführer weniger Rückbaumassnahmen als mildere Massnahmen fordern (etwa Belassen eines nordwestlichen Teils des Abstellraumes), so handelt es sich hierbei (soweit nicht von der Bewilligung 2018 gedeckt) weiterhin um formell rechtswidrige Bauten, wobei zu ergänzen ist, dass die Beschwerdeführer bis dato auch überhaupt keine überprüfbaren Pläne von geforderten milderen Massnahmen vorgelegt haben. Eine entsprechende Beur- teilung ist deshalb schlicht nicht möglich. Mithin ist auch die Erforderlichkeit der angeordneten Rückbaumassnahmen zu bejahen. 3.2.5Voraussetzung der Rückbaumassnahmen ist schliesslich auch deren Ver- hältnismässigkeit im engeren Sinne. Der angestrebte Zweck muss in einem ver- nünftigen Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln stehen (vgl. zuvor E. 3.2.4). Das ARE hat die Prüfung der Rückbaumassnahmen und damit auch die Verhält- nismässigkeitsprüfung dem Bezirksrat überlassen. Der Bezirksrat hat mit dem Hinweis, der Rückbau habe bereits im früheren Verfahren Gegenstand gebildet, ohne dass sich die Beschwerdeführer hierzu geäussert hätten, keine Verhältnis- mässigkeitsprüfung vorgenommen. Der Regierungsrat hat die Verhältnismässig-17 keit mit Hinweis auf die Bösgläubigkeit der Beschwerdeführer und der in der Fol- ge Höhergewichtung der öffentlichen Interessen bejaht. Eine eigentliche Prüfung der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne hat keine Vorinstanz vorgenommen. Nach dem Gesagten steht ausser Frage, dass der formell und materiell bau- rechtswidrige Abstellraum (vorbehältlich der Verhältnismässigkeit i.e.S.) zurück- gebaut werden muss. Die Massnahme ist sowohl geeignet als auch erforderlich. Auch ist in die Waagschale zu werfen, dass die Beschwerdeführer 2018 eine Baubewilligung erhielten, dann jedoch eigenmächtig eine Projektänderung vor- nahmen und ohne Bewilligung einen Abstellraum sowie neuen Treppenaufgang errichtet haben. Aufgrund dieser Bösgläubigkeit müssen die Beschwerdeführer gewärtigen, dass dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustands erhöhtes Gewicht beigemessen wird. Indes haben auch sie Anspruch darauf, dass ihre subjektive Sicht bezüglich Zweck-Mittel-Relation beachtet wird. Ausgangslage ist die, dass 2018 bei der Südfassade ein fassadenbreiter Balkon bewilligt wurde, der südöstlich auf Wandscheiben abgestützt wird (vgl. oben E. 1.1). Diese Wandscheiben wurden bis 1.42m an die Grenze bewilligt, was zwar irrtümlich und zu Unrecht erfolgt ist, aber Bestandesschutz geniesst (vgl. BRB Nr. 572 vom 14.12.2022). Bei der Realisation wurde die Wandscheibe - irrtümlich oder bewusst - noch um weitere bis 8cm an die Grundstücksgrenze verschoben, so dass der effektive Grenzabstand an der südöstlichsten Ecke noch minimale 1.34m misst. Für die Beschwerdeführer handelt es sich dabei um eine geringfü- gige Abweichung, was gemäss Regierungsrat nicht der Fall ist. Geringfügig ist eine Abweichung, wenn nur um Weniges von der materiellen Vorschrift abgewi- chen wird und sie der Bauherrschaft keinen oder nur einen geringen Nutzen bringt. Entscheidend sind diesbezüglich auch präjudizielle Aspekte (Fritz- sche/Bösch/Wipf, Züricher Planungs- und Baurecht, Bd. 1, 5. A., Zürich 2011, S. 483). Es ist eine wertende Abwägung vorzunehmen, welche im konkreten Fall das öffentliche Interesse an den Massnahmen und die durch ihre Wirkung beein- trächtigten privaten Interessen der Betroffenen miteinander vergleicht (Häfe- lin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, S. 138 Rz. 614; Beeler, Die widerrechtliche Baute, S. 76 ff.; VGE III 2016 65 vom 23.11.2016 E. 10.1). So kann Unverhältnismässigkeit vorliegen, wenn die Abweichung vom Ge- setz gering ist und die berührten allgemeinen Interessen den Schaden, der dem Bauherrn durch den Rückbau entstünde, nicht zu rechtfertigen vermögen. Mass- geblich ist somit nicht nur die numerische Abweichung, sondern ebenso deren Wirkung für die Bauherrschaft sowie die öffentlichen Interessen. Diese Prüfung haben die Vorinstanzen zu Unrecht nicht vorgenommen.18 Ein eigentlicher Nutzen, welchen die Beschwerdeführer aus der unbestrittenen Abweichung (bis 8cm) ziehen könnten, ist prima vista nicht direkt ersichtlich, wo- bei unbestritten ist, dass sowohl die Fläche des Abstellraumes als auch die Fläche des darüber liegenden Balkons dadurch minim grösser ist (wobei sich der unbewilligt geänderte Treppenaufgang auf die Balkonfläche bedeutender aus- wirkt). Dieser Mehrnutzen aus der Mehrunterschreitung des Grenzabstandes kann gleichwohl als gering bezeichnet werden. Auch der Einfluss auf die nach- barschaftlichen Interessen (namentlich Wohnhygiene) ist nicht erheblich, zumin- dest vermögen auch die Beschwerdegegner keine erheblichen Nachteile aufzu- zeigen. Sodann ist den Beschwerdeführern insoweit beizupflichten, als die Vor- instanzen öffentliche Interessen wohl aufgelistet haben (Brandschutz, Wohnhygi- ene, rechtsgleiche Rechtsanwendung), aber keine eigentliche Abwägung der In- teressen vornahmen und insbesondere den Einfluss der Abweichung auf diese Interessen nicht prüften, zumindest nicht aufzeigten (unbestritten ist, dass das Baurecht verletzt ist, was ein nicht geringes öffentliches Interesse verletzt). Damit sollen nicht die grundsätzliche Unzulässigkeit der Unterschreitung verharmlost oder die öffentlichen Interessen negiert werden, namentlich, weil vom ohnehin schon kleinen (zu Unrecht) bewilligten Grenzabstand von 1.42m ausgegangen wird. Seitens Vorinstanzen gänzlich unbeachtet blieben die notwendigen Rückbau- massnahmen. Der Regierungsrat erwähnt wohl die finanziellen Interessen der Beschwerdeführer bzw. die Kosten, welche durch den Rückbau anfallen, welche aber weniger zu gewichten seien. Dies ist im Grundsatz nicht zu beanstanden. Allerdings sind diese Kosten gänzlich unbekannt. Immerhin gilt es zu berücksich- tigen, dass die um bis zu 8cm zurückzubauende Mauer eine den Balkon tragen- de Wandscheibe darstellt. Was dies für das Gesamtbauwerk bedeutet und wie vor diesem Hintergrund der Rückbau erfolgen kann/soll, ist völlig unbekannt. Zumindest ist nicht ausgeschlossen, dass eine Rückversetzung dieser tragenden Wand um bis zu 8cm in Bezug auf die Verbesserung der Situation der Nachbarn oder des Brandschutzes bzw. in Bezug auf die Einschränkung der Nutzungsmög- lichkeit der Beschwerdeführer geradezu unverhältnismässig ist und schikanös wäre (vgl. Beeler, a.a.O., S. 77). 3.2.6Nicht zu beanstanden ist der angeordnete Rückbau BRB Nr. 572 vom 14. Dezember 2022 Dispositiv-Ziffer 2b, wenn dieser den 2018 nicht bewilligten Teil des Abstellraumes betrifft. Dieser stellt mit einem Grenzabstand von nur 1.42m zweifelsohne keine geringfügige Abweichung (zum gesetzlichen Grenzabstand von 2.5m) dar, weshalb für diese Rückbaumassnahme auch die Verhältnismäs- sigkeit i.e.S. ohne weiteres zu bejahen ist. Allerdings gilt es auf das bereits unter 19 E. 2.2 Ausgeführte hinzuweisen: In Bezug auf diesen 'nordwestlichen' Teil des Abstellraumes ist unklar, was Gegenstand der Baubewilligung 2018 bildete oder gar vorbestehend war. Auch hier kann der Bestandesschutz gelten. Soweit der Bezirksrat hier einen Rückbau nur soweit verlangt, bis sich eine nachträgliche Baubewilligung erteilen lässt, so gilt es dabei auch hier den Bestandesschutz zu berücksichtigen. 3.3Die Beschwerde erweist sich damit als teilweise begründet. Die nachträgli- che Baubewilligung für den Abstellraum wurde zu Recht verweigert (BRB Nr. 572 vom 14.12.2022 Dispositiv-Ziffer 1). Hinsichtlich der Rückbaumassnahmen aber hat der Bezirksrat zu Unrecht gar keine Verhältnismässigkeitsprüfung vorge- nommen. Der Regierungsrat beschränkt sich auf die Feststellung, die finanziellen Interessen der Beschwerdeführer seien geringer als die öffentlichen (und priva- ten) Interessen einzustufen. Eine Prüfung der Verhältnismässigkeit i.e.S. bezo- gen auf den im BRB Nr. 572 vom 14. Dezember 2022 Dispositiv Ziffer 2 ange- ordneten Rückbau, insbesondere auch der den Balkon tragenden Wandscheibe um bis zu 8cm, fehlt gänzlich. Da aber nicht ausgeschlossen ist, dass ein solcher Rückbau in Bezug auf das Kosten/Nutzen-Verhältnis geradezu schikanös sein könnte, kann von dieser Prüfung nicht abgesehen werden. Die Sache ist daher an die Vorinstanz 1 zurückzuweisen, damit sie zusammen mit der Bauherrschaft die erforderlichen baulichen Massnahmen hinsichtlich des Rückbaus gemäss BRB Nr. 572 vom 14. Dezember 2022 Dispositiv Ziffer 2 im Detail klärt und sie dann eine Verhältnismässigkeitsprüfung vornimmt. Dies setzt in einem ersten Schritt voraus, dass sich die Parteien im Klaren sind, was vom Rückbau betroffen ist, was Bestandesschutz geniesst oder vorbestehend war. Diese Klärung drängt sich sowohl hinsichtlich des 'nordwestlichen Teils' (vgl. oben E. 2.2 und 3.2.6) als auch des 'südöstlichen Teils' auf, welcher aufgrund des neuen Treppenaufgangs baulich im Vergleich zur Bewilligung 2018 wesentlich verändert wurde. Miteinzu- beziehen ist sodann nicht bloss die Wandscheibe, sondern ebenso die Balkon- brüstung, welche sich bekanntlich auf dieser Wandscheibe befindet, den bewillig- ten Grenzabstand - vermeintlich - ebenfalls unterschreitet und dadurch die nach- barschaftlichen Interessen ebenfalls zu tangieren vermag, aber womöglich mit weniger Aufwand rückbauen lässt. Erst wenn der geforderte Rückbau planerisch feststeht, kann auch die Verhältnismässigkeit i.e.S. beurteilt werden. Weiter gilt es, die regierungsrätliche Erwägung im Grundsatze zu bestätigen, dass die den Beschwerdeführern anfallenden Rückbaukosten die Massnahme nicht per se un- verhältnismässig machen. Namentlich aufgrund der vorliegenden Bösgläubigkeit müssen die finanziellen Interessen bezogen auf das Interesse an der Durchset- zung des Baurechts geringer gewichtet werden. Aber auch dies ist eine Frage 20 des Masses und muss in angemessener Zweck-Mittel-Relation stehen, was es durch die Vorinstanz 1 noch zu klären gilt. 4.1Diesem Verfahrensausgang entsprechend sind die Verfahrenskosten von Fr. 2'400 (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) zu Fr. 1'200 den Be- schwerdeführern (unter solidarischer Haftung) und zu je Fr. 400 dem Bezirk, dem Kanton und den Beschwerdegegnern (unter solidarischer Haftung) aufzuerlegen (§ 72 VRP). 4.2Aufgrund des teilweisen Obsiegens besteht seitens der Beschwerdeführer wie auch der Beschwerdegegner je Anspruch auf eine reduzierte Parteientschä- digung. Diese ist in Beachtung des kantonalen Gebührentarifs für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975, welcher für das Honorar im Ver- fahren vor Verwaltungsgericht in § 14 einen Rahmen von Fr. 300 bis Fr. 8'400 vorsieht, und unter Beachtung der in § 2 des Gebührentarifs enthaltenen Kriteri- en sowie in Ausübung des pflichtgemässen Ermessens auf insgesamt je Fr. 1'200 (inkl. Barauslagen und MwSt) festzusetzen. Der Bezirk und der Kanton haben den Beschwerdeführern je einen Betrag von Fr. 400 zu leisten. Der Anteil der Beschwerdegegner (Fr. 400) wird an die von den Beschwerdeführern an die Beschwerdegegner zu leistenden Parteientschä- digung angerechnet, so dass die Beschwerdeführer diesen noch einen Betrag von Fr. 800 zu bezahlen haben. 4.3Dispositiv Ziff. 2 und 3 des angefochtenen RRB Nr. 227/2023 vom 4. April 2023 ist aufzuheben und die Sache zur Neuverlegung der Kosten und Parteien- tschädigung an die Vorinstanz zurückzuweisen.21 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. In teilweiser Gutheissung wird der RRB Nr. 277/2023 vom 4. April 2023 in- soweit aufgehoben, als BRB Nr. 572/2022 vom 14. Dezember 2022 Dispo- sitiv Ziffer 2 aufgehoben und die Sache zur Prüfung der Rückbaumass- nahmen im Sinne der Erwägungen und neuem Entscheid an die Vorinstanz 1 zurückgewiesen wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Dispositiv Ziff. 2 und 3 des angefochtenen RRB Nr. 227/2023 vom 4. April 2023 werden aufgehoben und die Sache zur Neuverlegung der Kosten und Parteientschädigung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 3. Die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens von Fr. 2'400.-- (Ge- richtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) werden zur Hälfte den Be- schwerdeführern in solidarischer Haftbarkeit (Fr. 1'200.--) und zu je Fr. 400.-- dem Kanton, dem Bezirk Küssnacht und den Beschwerdegeg- nern (diesen in solidarischer Haftbarkeit) auferlegt. Auf die kantonsinterne Verrechnung wird verzichtet; der Bezirk und die Be- schwerdegegner haben ihre Betreffnisse innert 30 Tagen auf das Postkonto IBAN CH10 0900 0000 6002 2238 6 des Verwaltungsgerichts zu überwei- sen. Die Beschwerdeführer haben am 4. Mai 2023 einen Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- geleistet, so dass ihnen Fr. 1'300.-- aus der Gerichtskasse zurückerstattet werden. 4. Die Beschwerdeführer und die Beschwerdegegner haben je Anspruch auf eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'200.-- (inkl. Bar- auslagen und MwSt) zu Lasten der Gegenpartei(en). Der Bezirk und der Kanton haben den Beschwerdeführern je Fr. 400.-- zu bezahlen. Die Be- schwerdeführer haben den Beschwerdegegnern Fr. 800.-- zu bezahlen. 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau- sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).22 6. Zustellung an: - den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer (2/R) - die Rechtsvertreterin der Beschwerdegegner (2/R) - den Bezirksrat Küssnacht (R) - das Amt für Raumentwicklung (EB) - den Regierungsrat des Kantons Schwyz (EB) - und das Sicherheitsdepartement, Rechts- und Beschwerdedienst (EB). Schwyz, 29. November 2023 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Die Gerichtsschreiberin: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 7. Dezember 2023