<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-04-13-1B_181-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1B_181/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 13. April 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Jametti, präsidierendes Mitglied, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Störi. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para">vertreten durch B.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">René Ernst, Strafgericht Basel-Stadt, </div> <div class="para">Schützenmattstrasse 20, 4009 Basel. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Strafverfahren; Ausstand, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des </div> <div class="para">Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt, </div> <div class="para">Einzelgericht, vom 9. März 2022 (DGS.2022.5). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Im Verfahren betreffend Verlängerung der gegen A.________ verhängten stationären Massnahme stellte ihr Vater, B.________, ein Ausstandsgesuch gegen den Strafgerichtspräsidenten René Ernst. Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt trat darauf am 12. Januar 2022 nicht ein mit der Begründung, der Vater sei nicht legitimiert, ein Ausstandsgesuch für seine Tochter zu stellen. </div> <div class="para">Am 19. Januar 2022 setzte der Strafgerichtspräsident die auf den 20. Januar 2022 angesetzte Verhandlung wegen der Erkrankung des Vertreters des Amts für Straf- und Massnahmenvollzug ab. </div> <div class="para">Am 20. Januar 2022 beantragte der Strafgerichtspräsident beim Zwangsmassnahmengericht, gegen A.________ Sicherheitshaft bis zum 22. April 2022 anzuordnen, da die Durchführung der (abgesetzten) Verhandlung vor dem Ablauf der stationären Massnahme (28. Januar 2028) nicht möglich sei. </div> <div class="para">Am 25. Januar 2022 stellte A.________ durch ihren Rechtsvertreter, Advokat Lutz, ein Ausstandsbegehren gegen den Strafgerichtspräsidenten Ernst. </div> <div class="para">Am 9. März 2022 wies das Appellationsgericht das Ausstandsbegehren gegen den Strafgerichtspräsidenten Ernst ab. </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 8. April 2022 erhebt B.________, unter Beilage des Appellationsgerichtsentscheids vom 9. März 2022, "Rekurs" gegen das Appellationsgericht. Er teilt mit, "sie" hätten am 29. März 2022 eine Gerichtsverhandlung gehabt, aber noch kein schriftliches Urteil bekommen. Die psychiatrische Begutachtung der Tochter sei falsch und widersprüchlich, es bestünden keine Anhaltspunkte für eine akute Eigen- oder Fremdgefährdung. Seine Tochter sei in der Abteilung R4 der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel nicht sicher, sie sei dort körperlichen und sexuellen Angriffen ausgesetzt. </div> <div class="para">Vernehmlassungen wurden keine eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid in einer strafrechtlichen Angelegenheit. Dagegen steht die Beschwerde nach <span class="artref">Art. 78 ff. BGG</span> offen. Es ist allerdings Sache des Beschwerdeführers, sowohl darzulegen, dass die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, soweit das nicht offensichtlich ist (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=27.03.2022&amp;to_date=15.04.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-249%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page249">BGE 133 II 249</a> E. 1.1; 353 E. 1), als auch, dass der angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=27.03.2022&amp;to_date=15.04.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-III-127%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page127">BGE 135 III 127</a> E. 1.6; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=27.03.2022&amp;to_date=15.04.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-II-244%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page244">134 II 244</a> E. 2.1 und 2.2; je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer setzt sich mit dem Entscheid des Appellationsgerichts vom 9. März 2022, den er seiner Eingabe beigelegt hat, nicht auseinander und legt nicht dar, inwiefern er Bundesrecht verletzen könnte. Das ist auch nicht ersichtlich, weshalb auf die Beschwerde wegen Verletzung der Begründungspflicht nicht eingetreten werden kann. </div> <div class="para">Aus der Begründung, soweit verständlich, ergibt sich zwar, dass sich seine Eingabe gegen die Verlängerung der stationären Massnahme in der Sache zu richten scheint. Darüber wurde nach den Angaben des Beschwerdeführers am 29. März 2022 entschieden. Ein Urteil ist indessen beim Bundesgericht nur anfechtbar, wenn es u.a. kantonal letztinstanzlich ist - was bei einem Entscheid des Strafgerichts nicht der Fall ist - und wenn es in vollständiger Ausfertigung eröffnet wurde (<span class="artref">Art. 100 Abs. 2 BGG</span>), was nach den Angaben des Beschwerdeführers noch nicht geschehen ist. Die Beschwerde ist auch in dieser Hinsicht unzulässig. Dazu kommt, dass der Beschwerdeführer, was ihm offenbar bereits vom Appellationsgericht im Entscheid vom 12. Januar 2022 klargemacht wurde, nicht befugt ist, für seine Tochter Rechtsmittel zu ergreifen. </div> <div class="para">Auf die Beschwerde ist somit nicht einzutreten, wobei auf die Erhebung von Gerichtskosten ausnahmsweise verzichtet werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, René Ernst, C.________ und dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, Einzelgericht, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 13. April 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied: Jametti </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Störi </div> </div></body></html>