<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 110 S.490</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">490</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>110 Besoldung. Diskriminierungsverbot.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Besoldungsklassen bzw. Lohnstufen nach dem früheren sowie nach</b></span><br/> <span class="ft2"><b>dem aktuellen Lohnsystem (Erw. 1).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Die nach dem früheren Recht vorgenommene Lohneinstufung erweist</b></span><br/> <span class="ft2"><b>sich unabhängig des Rechtsgleichheitsgebots sowie des Diskrimi-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nierungsverbots als nicht korrekt (Erw. 5).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Trotz Gleichwertigkeit der Stellen bestanden nach früherem Lohn-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>system zwischen der Beschwerdeführerin und den Vergleichspersonen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>grosse Lohnunterschiede; eine Diskriminierung im Sinne des</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Gleichstellungsgesetzes ist dargetan (Erw. 6).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Es bestehen keine objektiven Gründe, welche die Lohnunterschiede</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nach dem früheren Lohnsystem zu rechtfertigen vermöchten. Festle-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>gung der diskriminierungsfreien Besoldung (Erw. 7).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Der nach altem Recht korrekte Lohn, welcher innerhalb des nach</b></span><br/> <span class="ft2"><b>neuem Recht vorgesehenen Lohnbandes liegt, ist per 1. April 2001 un-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>verändert zu überführen (Erw. 8).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Festlegung des Lohnes nach neuem Recht; Rückweisung an die Vorin-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>stanz (Erw. 9).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 11. Juli 2005 in Sachen</span><br/> <span class="ft3">W. gegen Beschluss des Regierungsrates (BE.2003.50010).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">II. 1. a) Die materiellen Bestimmungen des Personalgesetzes</span><br/> <span class="ft1">traten auf den 1. April 2001 in Kraft (vgl. RRB vom 27. September</span><br/> <span class="ft1">2000, AGS 2000, S. 248). Gleichzeitig wurden die materiellen Be-</span><br/> <span class="ft1">stimmungen des Besoldungsdekret aufgehoben (vgl. § 50 Abs. 1 lit. a</span><br/> <span class="ft1">PersG). In Bezug auf das anwendbare Recht ergibt sich daraus</span><br/> <span class="ft1">Folgendes: Das Begehren betreffend Lohnansprüche vor dem 1. Ap-</span><br/> <span class="ft1">ril 2001 (im Folgenden: Lohnansprüche nach altem Lohnsystem) ist</span><br/> <span class="ft1">nach Massgabe des Besoldungsdekrets und dessen Folgeerlassen zu</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">491</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">beurteilen. In Bezug auf das Begehren betreffend Lohnansprüche ab</span><br/> <span class="ft1">dem 1. April 2001 (im Folgenden: Lohnansprüche nach neuem Lohn-</span><br/> <span class="ft1">system) sind demgegenüber das Personalgesetz und dessen Folgeer-</span><br/> <span class="ft1">lasse (insbesondere das Lohndekret) massgebend.</span><br/> <span class="ft1">b) Das alte Lohnsystem beruht auf einer Unterteilung in 30 Be-</span><br/> <span class="ft1">soldungsklassen (§ 19 BesD), welche sich teilweise überschnitten. In</span><br/> <span class="ft1">der Regel waren einer Funktion drei verschiedene Besoldungsklassen</span><br/> <span class="ft1">zugeordnet (vgl. Anhang I BesD). Die wesentlichsten Gesichtspunkte</span><br/> <span class="ft1">für den Entscheid, welcher Funktion eine bestimmte Stelle zuzuteilen</span><br/> <span class="ft1">war, waren in der sog. "Funktionsumschreibung" zusammengefasst</span><br/> <span class="ft1">(...).</span><br/> <span class="ft1">Zwischen dem Minimum der tiefsten und dem Maximum der</span><br/> <span class="ft1">höchsten der drei einer Funktion zugewiesenen Besoldungsklassen</span><br/> <span class="ft1">lag (jedenfalls in Bezug auf die vorliegend relevanten Funktionen) in</span><br/> <span class="ft1">der Regel eine Differenz von rund 39 % (z.B. Verwaltungsbeamte</span><br/> <span class="ft1">[Besoldungsklassen 9 - 11] 38,5 %, Verwaltungsbeamte mit beson-</span><br/> <span class="ft1">deren Aufgaben [12 - 14] 38,7 %, Sachbearbeiter [13 - 15] 38,9 %,</span><br/> <span class="ft1">Sachbearbeiter mit besonderen Aufgaben [15 - 17] 39,6 %, Sachbe-</span><br/> <span class="ft1">arbeiter mit besonderer Verantwortung [17 - 19] 38,9 %). Grund-</span><br/> <span class="ft1">sätzlich wurde den Mitarbeitenden Ende Jahr eine ordentliche</span><br/> <span class="ft1">Dienstalterszulage in der Höhe von einem Achtel der Differenz zwi-</span><br/> <span class="ft1">schen dem Minimum sowie dem Maximum einer Besoldungsklasse</span><br/> <span class="ft1">ausgerichtet (§ 30 BesD); abweichend hiervon wurde in einzelnen</span><br/> <span class="ft1">Jahren im Zusammenhang mit dem Voranschlag die Zulage halbiert.</span><br/> <span class="ft1">Zusätzlich konnten bei entsprechender Leistung ausserordentliche</span><br/> <span class="ft1">Dienstalterszulagen zugesprochen oder eine Beförderung in die</span><br/> <span class="ft1">nächsthöhere Besoldungsklasse derselben Funktion vorgenommen</span><br/> <span class="ft1">werden. Wesentlich erscheint, dass das System in erheblichem Masse</span><br/> <span class="ft1">von Automatismen geprägt war; durch die Ausrichtung einer ordent-</span><br/> <span class="ft1">lichen Dienstalterszulage kam dem Alter bzw. dem Dienstalter eine</span><br/> <span class="ft1">grosse Bedeutung zu. Dies zeigt sich namentlich darin, dass die</span><br/> <span class="ft1">Bandbreite zwischen Minimum und Maximum innerhalb der vorlie-</span><br/> <span class="ft1">gend interessierenden Besoldungsklassen jeweils bei knapp 25 % lag</span><br/> <span class="ft1">(z.B. Besoldungsklasse 10: 24,5 %, 11: 24,5 %, 12: 24,5 %, 13:</span><br/> <span class="ft1">24,6 %, 14: 24,5 %); allein mittels der ordentlichen Dienstalterszula-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">492</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">gen konnte grundsätzlich innert acht Jahren ein entsprechender An-</span><br/> <span class="ft1">stieg der Besoldung erreicht werden.</span><br/> <span class="ft1">c) Gemäss dem neuen Lohnsystem setzt sich der Lohn zusam-</span><br/> <span class="ft1">men aus einem Positionslohn, einem Leistungsanteil und allfälligen</span><br/> <span class="ft1">Lohnzulagen (§ 4 LD). Der Positionslohn beruht primär auf einer Ar-</span><br/> <span class="ft1">beitsplatzbewertung unter zusätzlicher Berücksichtigung der Arbeits-</span><br/> <span class="ft1">marktsituation (§ 5 LD). Die Bandbreite für den Leistungsanteil be-</span><br/> <span class="ft1">trägt 40 % des Positionsanteils; innerhalb dieses Leistungsbandes</span><br/> <span class="ft1">wird der Lohn jährlich angepasst u.a. nach Massgabe von Fach-,</span><br/> <span class="ft1">Selbst- und Sozialkompetenz sowie nach der Umsetzung der Erfah-</span><br/> <span class="ft1">rung (§ 6 LD). Die Zuordnung zu einer bestimmten Funktion (und</span><br/> <span class="ft1">damit zum entsprechenden Positionslohn und dem dazugehörigen</span><br/> <span class="ft1">Leistungsband) erfolgt nach Massgabe der ausgeübten Tätigkeit und</span><br/> <span class="ft1">damit grundsätzlich unabhängig von der Ausbildung und Erfahrung</span><br/> <span class="ft1">des betroffenen Stelleninhabers. Jedem Arbeitsplatz ist eine be-</span><br/> <span class="ft1">stimmte Lohnstufe zugeordnet. Automatismen wie Teuerungs- oder</span><br/> <span class="ft1">Dienstalterszulage wurden abgeschafft.</span><br/> <span class="ft1">d) § 35 Abs. 4 LD bestimmt, dass der Grosse Rat mit den Über-</span><br/> <span class="ft1">führungsbestimmungen in Anhang III u.a. "die Staffelung der Ein-</span><br/> <span class="ft1">führung des neuen Lohnsystems" regelt. Das Lohndekret sieht somit</span><br/> <span class="ft1">explizit vor, dass das neue Lohnsystem nicht auf ein bestimmtes</span><br/> <span class="ft1">Datum vollständig implementiert wird, sondern dass der Grosse Rat</span><br/> <span class="ft1">eine Übergangszeit festlegen kann.</span><br/> <span class="ft1">Aus Ziff. 1 und 5 Anhang III LD ergibt sich, dass die Besoldun-</span><br/> <span class="ft1">gen nach altem Lohnsystem per 1. April 2001 grundsätzlich unverän-</span><br/> <span class="ft1">dert überführt wurden und individuelle Anpassungen nach Massgabe</span><br/> <span class="ft1">des neuen Lohnsystems erst per 1. Januar 2002 erfolgten. Ziff. 2 re-</span><br/> <span class="ft1">gelt die Behandlung der sog. "Gewinner" (bisheriger Bruttolohn liegt</span><br/> <span class="ft1">unterhalb des Minimums der neuen Lohnstufe) bzw. "Verlierer" (bis-</span><br/> <span class="ft1">heriger Bruttolohn liegt oberhalb des Maximums der neuen Lohn-</span><br/> <span class="ft1">stufe). Ziff. 4 Abs. 1 bestimmt, dass Mitarbeiterinnen und Mitar-</span><br/> <span class="ft1">beiter, deren bisherige Bruttobesoldung über dem Maximum der</span><br/> <span class="ft1">neuen Lohnstufe liegt, von einer nominellen Besitzstandsgarantie</span><br/> <span class="ft1">profitieren, sofern die Summe gebildet von Lebensalters- und Dienst-</span><br/> <span class="ft1">altersjahren mindestens 60 ergibt.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">493</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">2. <i>(Allgemeine Erwägungen betreffend Rechtsgleichheit und</i></span><br/> <span class="ft4"><i>Diskriminierungsverbot)</i></span><br/> <span class="ft1">3. a) Die Beschwerdeführerin ist im Bereich X. tätig. Die ver-</span><br/> <span class="ft1">wendeten Funktionsbezeichnungen sind unterschiedlich: Sachbear-</span><br/> <span class="ft1">beiterin (vgl. Anstellungsverfügung vom 10. Mai 1995), Sachbear-</span><br/> <span class="ft1">beiterin/Revisorin (vgl. Stellenbeschrieb vom 29. April 1996) bzw.</span><br/> <span class="ft1">Revisorin (vgl. u.a. aktuellen Staatskalender). Im Bereich X. sind</span><br/> <span class="ft1">vier Mitarbeitende angestellt, einerseits der leitende Revisor A., an-</span><br/> <span class="ft1">derseits B. und C. als Revisoren sowie die Beschwerdeführerin.</span><br/> <span class="ft1">b) <i>(Darstellung des beruflichen Werdegangs der Beschwerde-</i></span><br/> <span class="ft4"><i>führerin sowie der beiden Vergleichspersonen B. und C.)</i></span><br/> <span class="ft1">c) <i>(Lohnvergleich zwischen B., C. und der Beschwerdeführerin</i></span><br/> <span class="ft4"><i>ab 1995)</i></span><br/> <span class="ft1">4. In Bezug auf die Behandlung des vorliegenden Falles ist es</span><br/> <span class="ft1">unabdingbar, die Beurteilung nach Massgabe des alten Lohnsystems</span><br/> <span class="ft1">(Erw. 5 - 7 hienach), des neuen Lohnsystems (Erw. 9 hienach) sowie</span><br/> <span class="ft1">der Übergangsregelung (Erw. 8 hienach) strikt zu trennen. Dabei ist</span><br/> <span class="ft1">wesentlich, dass ein Lohnsystem nicht allein dadurch gegen das Dis-</span><br/> <span class="ft1">kriminierungsverbot oder das Rechtsgleichheitsgebot verstösst, weil</span><br/> <span class="ft1">eine andere Bewertung ebenfalls mit guten Gründen vertretbar wäre</span><br/> <span class="ft1">oder gar aus der Sicht bestimmter arbeitswissenschaftlicher Theorien</span><br/> <span class="ft1">besser begründet erschiene (vgl. Hansjörg Seiler, Gleicher Lohn für</span><br/> <span class="ft1">gleichwertige Arbeit, ZBl 2003 S. 128 mit Hinweisen). So lässt sich</span><br/> <span class="ft1">beispielsweise allein aus dem Umstand, dass eine altrechtliche</span><br/> <span class="ft1">Besoldung dem neuen Lohnsystem widerspricht, nicht auf deren Wi-</span><br/> <span class="ft1">derrechtlichkeit schliessen.</span><br/> <span class="ft1">5. a) Das alte Lohnsystem sah unter anderem folgende Funktio-</span><br/> <span class="ft1">nen vor: Sachbearbeiter mit besonderer Verantwortung (Lohnstufe 17</span><br/> <span class="ft1">- 19), Sachbearbeiter mit besonderen Aufgaben (15 - 17), Sachbear-</span><br/> <span class="ft1">beiter (13 - 15), Verwaltungsbeamter mit besonderen Aufgaben</span><br/> <span class="ft1">(Lohnstufe 12 - 14), Verwaltungsbeamter (9 - 11). Die entsprechen-</span><br/> <span class="ft1">den Tätigkeitsgebiete waren gemäss der "Funktionsumschreibung"</span><br/> <span class="ft1">(vgl. Erw. 1/b hievor) zur Hauptsache wie folgt umschrieben:</span><br/> <span class="ft3">Sachbearbeiter mit besonderer Verantwortung</span><br/> <span class="ft3">"Selbständiges Bearbeiten eines Sachgebietes, das vertiefte Spezialkennt-</span><br/> <span class="ft3">nisse erfordert. Führen von Verhandlungen. Redigieren von Berichten und ein-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">494</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">fachen Botschaften. Führen anspruchsvoller Protokolle. Qualifizierte Beratung</span><br/> <span class="ft3">Dritter."</span><br/> <span class="ft3">Sachbearbeiter mit besonderen Aufgaben</span><br/> <span class="ft3">"Selbständiges Bearbeiten eines abgegrenzten Sachgebietes mit entspre-</span><br/> <span class="ft3">chenden Abklärungen und Verhandlungen. Selbständige Erledigung von Kor-</span><br/> <span class="ft3">respondenz. Vorbereiten von Verfügungen und Regierungsbeschlüssen."</span><br/> <span class="ft3">Sachbearbeiter</span><br/> <span class="ft3">"Weitgehend selbständiges Bearbeiten eines klar abgegrenzten Sachgebie-</span><br/> <span class="ft3">tes mit entsprechenden Abklärungen. Selbständige Erledigung von Korrespon-</span><br/> <span class="ft3">denzen."</span><br/> <span class="ft3">Verwaltungsbeamter mit besonderen Aufgaben</span><br/> <span class="ft3">"Bearbeiten eines begrenzten Sachgebietes. Ausführen der damit zusam-</span><br/> <span class="ft3">menhängenden Arbeiten wie Korrespondenz, einfache Berichte und Protokolle.</span><br/> <span class="ft3">Erteilen von Auskünften."</span><br/> <span class="ft3">Verwaltungsbeamter</span><br/> <span class="ft3">"Sekretariatsarbeiten, Schreibarbeiten, Registratur, Maschinenschreiben</span><br/> <span class="ft3">nach Vorlage, Diktat oder Stichworten. Einfache Korrespondenz."</span><br/> <span class="ft1">b) <i>(Darstellung Stellenbeschrieb Beschwerdeführerin)</i></span><br/> <span class="ft1">c) Die Einstufung der Beschwerdeführerin in die Besoldungs-</span><br/> <span class="ft1">klassen 10 und 11 entspricht der Funktion "Verwaltungsbeamtin".</span><br/> <span class="ft1">Aufgrund des Vergleichs zwischen den Tätigkeitsgebieten gemäss</span><br/> <span class="ft1">der "Funktionsumschreibung" sowie dem Stellenbeschrieb ist diese</span><br/> <span class="ft1">Funktionseinteilung nicht nachvollziehbar; auch eine Einteilung als</span><br/> <span class="ft1">"Verwaltungsbeamtin mit besonderer Verantwortung" würde dem</span><br/> <span class="ft1">Aufgabengebiet kaum gerecht. Vielmehr erscheint eine Zuordnung</span><br/> <span class="ft1">zumindest zur Funktion "Sachbearbeiter" als angezeigt. Bezeichnen-</span><br/> <span class="ft1">derweise wird im angefochtenen Entscheid zumindest die Frage</span><br/> <span class="ft1">aufgeworfen, ob diese Funktion nicht "angebracht und zwingend"</span><br/> <span class="ft1">gewesen wäre. Die Zuordnung würde sich im Übrigen decken mit</span><br/> <span class="ft1">den Funktionsbezeichnungen in der Anstellungsverfügung ("Sachbe-</span><br/> <span class="ft1">arbeiterin") und im Stellenbeschrieb ("Revisorin/Sachbearbeiterin").</span><br/> <span class="ft1">In Bezug auf die fachlichen Anforderungen setzt die "Funk-</span><br/> <span class="ft1">tionsumschreibung" für Sachbearbeiter Folgendes voraus: "Kauf-</span><br/> <span class="ft1">männische Grundausbildung (Berufslehre oder Handelsschule),</span><br/> <span class="ft1">mehrjährige Erfahrung, spezielle Fachkenntnisse." Gemäss den Aus-</span><br/> <span class="ft1">sagen der Juristin der Abteilung Personal und Organisation anlässlich</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">495</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">der Verhandlung vor dem Personalrekursgericht wurden damit nicht</span><br/> <span class="ft1">die individuellen, sondern die generellen Anforderungen an die</span><br/> <span class="ft1">Stelleninhabenden definiert. Mitarbeitende, welche das Anforde-</span><br/> <span class="ft1">rungsprofil nicht erfüllten, wurden nicht einer tieferen Funktion</span><br/> <span class="ft1">zugewiesen. Vielmehr setzte man den Lohn zuunterst im Lohnband</span><br/> <span class="ft1">der entsprechenden Funktion an, ohne je unter den Minimalwert zu</span><br/> <span class="ft1">gehen. Eine Regelung analog zu § 8 Abs. 2 PLV, wonach aus-</span><br/> <span class="ft1">nahmsweise für eine befristete Übergangszeit der Anfangslohn bis zu</span><br/> <span class="ft1">15 % unter dem Positionslohn festgesetzt werden durfte, gab es nach</span><br/> <span class="ft1">altem Recht noch nicht. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft1">bei Amtsantritt noch über keine einschlägigen Fachkenntnisse</span><br/> <span class="ft1">verfügte, wäre somit der Einreihung als Sachbearbeiterin nicht</span><br/> <span class="ft1">entgegen gestanden. Hinzu kommt, dass sie im massgebenden Zeit-</span><br/> <span class="ft1">punkt bereits über eine spezifische Berufserfahrung von zwei Jahren</span><br/> <span class="ft1">verfügte.</span><br/> <span class="ft1">d) Insgesamt ergibt sich anhand der "Funktionsumschreibung",</span><br/> <span class="ft1">dass die Beschwerdeführerin zumindest als Sachbearbeiterin hätte</span><br/> <span class="ft1">eingestuft werden müssen. Unabhängig vom Rechtsgleichheitsgebot</span><br/> <span class="ft1">sowie vom Diskriminierungsverbot erweist sich die Besoldungsein-</span><br/> <span class="ft1">reihung nach altem Recht als nicht korrekt.</span><br/> <span class="ft1">6. a) Gemäss der Arbeitsplatzanalyse ABAKABA, welche dem</span><br/> <span class="ft1">neuen Lohnsystem zugrunde liegt (vgl. die ausführliche Darstellung</span><br/> <span class="ft1">in AGVE 2004, S. 392 ff.), sind die Funktionen von B., C. und der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführerin identisch bewertet. Nach der Darstellung der</span><br/> <span class="ft1">Anstellungsbehörde besteht seit Amtsantritt der Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft1">grundsätzlich dieselbe Aufgabenzuteilung. Folglich ist davon auszu-</span><br/> <span class="ft1">gehen, dass die Arbeitsplatzanalyse dasselbe Resultat erbracht hätte,</span><br/> <span class="ft1">wenn sie zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt wäre.</span><br/> <span class="ft1">Die Stellenbeschriebe der Beschwerdeführerin sowie von C.</span><br/> <span class="ft1">von 1996 lauten weitgehend gleich. (...)</span><br/> <span class="ft1">Aufgrund der Identität der Arbeitsplatzbewertungen sowie den</span><br/> <span class="ft1">praktisch gleichlautenden Stellenbeschrieben lässt sich auf die</span><br/> <span class="ft1">Gleichwertigkeit der Stellen schliessen. Zwar führt die Anstellungs-</span><br/> <span class="ft1">behörde mehrmals aus, die externe Revisionstätigkeit von C. und B.</span><br/> <span class="ft1">sei höher zu gewichten als die interne der Beschwerdeführerin. Dies</span><br/> <span class="ft1">widerspricht indessen nicht nur dem Resultat der Arbeitsplatzbewer-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">496</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">tung, sondern insbesondere auch den Aussagen des unmittelbar Vor-</span><br/> <span class="ft1">gesetzten der Beschwerdeführerin (insbesondere: "In fachlicher Hin-</span><br/> <span class="ft1">sicht muss die Beschwerdeführerin das selbe Wissen aufweisen, wie</span><br/> <span class="ft1">es C. und B. haben"; "die Anforderungen im Aussendienst unter-</span><br/> <span class="ft1">scheiden sich von denjenigen im Innendienst. Jeder muss zusätzliche</span><br/> <span class="ft1">bzw. andere Kenntnisse haben; im Durchschnitt sind die Anforderun-</span><br/> <span class="ft1">gen aber als gleich zu bezeichnen."). Die Argumentation der Anstel-</span><br/> <span class="ft1">lungsbehörde erweist sich insofern als unbehelflich.</span><br/> <span class="ft1">b) Trotz der erwähnten Gleichwertigkeit der Stellen (vgl. lit. a</span><br/> <span class="ft1">hievor) bestehen zwischen der Beschwerdeführerin einerseits sowie</span><br/> <span class="ft1">C. und B. anderseits grosse Lohnunterschiede (vgl. Erw. 3/c hievor).</span><br/> <span class="ft1">Wie für die Vorinstanz ist damit für das Personalrekursgericht glaub-</span><br/> <span class="ft1">haft eine Diskriminierung im Sinne des Gleichstellungsgesetzes dar-</span><br/> <span class="ft1">getan. Gemäss Art. 6 GlG obliegt es folglich dem Arbeitgeber nach-</span><br/> <span class="ft1">zuweisen, dass trotz gegenteiliger Vermutung der Lohnunterschied</span><br/> <span class="ft1">objektiv gerechtfertigt ist bzw. keine Benachteiligung der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführerin aufgrund des Geschlechts vorliegt (BGE vom 20. August</span><br/> <span class="ft1">2003, publiziert in Jahrbuch des Schweizerischen Arbeitsrechts, Bern</span><br/> <span class="ft1">2004, S. 287 ff. Erw. 3.4; BGE 127 III 207 ff., Erw. 3/b; Sabine Stei-</span><br/> <span class="ft1">ger-Sackmann in: Margrith Bigler-Eggenberger/Claudia Kaufmann</span><br/> <span class="ft1">[Hrsg.], Kommentar zum Gleichstellungsgesetz, Basel 1997, Art. 6</span><br/> <span class="ft1">GlG N 60).</span><br/> <span class="ft1">c) Die Vorinstanz sowie die Anstellungsbehörde vertreten die</span><br/> <span class="ft1">Auffassung, ein Vergleich der Einstufungen sei nicht statthaft, da mit</span><br/> <span class="ft1">C. und B. im Rahmen interner Stellenwechsel Vereinbarungen getrof-</span><br/> <span class="ft1">fen worden seien, die sich im Nachhinein als fragwürdig erwiesen</span><br/> <span class="ft1">hätten. Dadurch seien sie schliesslich zu hoch entlöhnt worden.</span><br/> <span class="ft1">Der Einwand ist nicht stichhaltig. Vorab erscheint es unhaltbar,</span><br/> <span class="ft1">gegenüber einzelnen Mitarbeitenden Lohnversprechen abzugeben</span><br/> <span class="ft1">und anderen Mitarbeitenden mit Verweis auf die Fragwürdigkeit die-</span><br/> <span class="ft1">ser Versprechen eine äquivalente Besoldung zu verweigern. Dies gilt</span><br/> <span class="ft1">in concreto umso mehr, als die angeblichen Versprechen unmittelbar</span><br/> <span class="ft1">vor bzw. zwei Jahre nach der Anstellung der Beschwerdeführerin er-</span><br/> <span class="ft1">folgten und es sich folglich keineswegs um "Altlasten" einer frühe-</span><br/> <span class="ft1">ren Praxis handelte. Insbesondere aber gilt es zu beachten, dass auch</span><br/> <span class="ft1">der Vorgänger von C., D., sowie A. vor seiner Beförderung zum Be-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">497</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">reichsleiter nicht als Sachbearbeiter, sondern in einer höheren Stufe</span><br/> <span class="ft1">als die Beschwerdeführerin eingeteilt waren (D.: Sachbearbeiter mit</span><br/> <span class="ft1">besonderen Aufgaben; A.: Sachbearbeiter mit besonderen Aufgaben</span><br/> <span class="ft1">oder Sachbearbeiter mit besonderer Verantwortung). Der Umstand,</span><br/> <span class="ft1">dass A. offenbar auch noch in einzelnen Projekten mitarbeitete, ist</span><br/> <span class="ft1">dabei nicht allzu hoch zu gewichten; bezeichnenderweise wird nicht</span><br/> <span class="ft1">geltend gemacht, er wäre andernfalls anstelle der Besoldungsklasse</span><br/> <span class="ft1">17/16 analog zur Beschwerdeführerin als Verwaltungsbeamter einge-</span><br/> <span class="ft1">stuft worden. Ein Vergleich der Besoldungen der Beschwerdeführe-</span><br/> <span class="ft1">rin einerseits sowie C. und B. anderseits erweist sich daher ohne</span><br/> <span class="ft1">Weiteres als gerechtfertigt.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss den Darstellungen der Anstellungsbehörde bewegte</span><br/> <span class="ft1">sich die anfängliche Besoldung der Beschwerdeführerin auf ähnli-</span><br/> <span class="ft1">chem Niveau wie diejenige ihrer Vorgängerin E.. Für die Beurteilung</span><br/> <span class="ft1">des vorliegenden Falls lassen sich daraus jedoch keine relevanten</span><br/> <span class="ft1">Rückschlüsse ziehen. Es kann daher offen bleiben, ob allenfalls E.</span><br/> <span class="ft1">höher hätte entschädigt werden müssen oder ob - bedingt durch</span><br/> <span class="ft1">rechtliche Neuerungen per 1. Januar 1995 - die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft1">wesentlich qualifiziertere Arbeiten zu übernehmen hatte.</span><br/> <span class="ft1">7. a) Nicht diskriminierend sind nach der Rechtsprechung in der</span><br/> <span class="ft1">Regel Lohnunterschiede, die auf objektiven Gründen beruhen. Dazu</span><br/> <span class="ft1">gehören zunächst Gründe, die den Wert der Arbeit selbst beeinflus-</span><br/> <span class="ft1">sen können, wie Ausbildung, Dienstalter, Qualifikation, Erfahrung,</span><br/> <span class="ft1">konkreter Aufgabenbereich, Leistung oder Risiken. Darüber hinaus</span><br/> <span class="ft1">können Lohnunterschiede aber auch aus Gründen gerechtfertigt sein,</span><br/> <span class="ft1">die nicht unmittelbar die Tätigkeit der Arbeitnehmerin oder des</span><br/> <span class="ft1">Arbeitnehmers berühren, sondern sich - wie etwa familiäre Belastun-</span><br/> <span class="ft1">gen und das Alter - aus sozialen Rücksichten ergeben. Schliesslich</span><br/> <span class="ft1">kommt als Rechtfertigungsgrund für Lohnunterschiede die konjunk-</span><br/> <span class="ft1">turelle Lage in Betracht, soweit ihre Berücksichtigung einem wirkli-</span><br/> <span class="ft1">chen unternehmerischen Bedürfnis entspricht. Allerdings kann auch</span><br/> <span class="ft1">mit derartigen, formal geschlechtsneutralen Kriterien unter Umstän-</span><br/> <span class="ft1">den eine indirekte Diskriminierung verbunden sein, wie beispielswie-</span><br/> <span class="ft1">se dann, wenn dem Dienstalter zu grosses Gewicht für die Entlöh-</span><br/> <span class="ft1">nung beigemessen wird, ohne Rücksicht auf nach wie vor typischer-</span><br/> <span class="ft1">weise von Frauen zu verzeichnende Karriereunterbrüche aufgrund</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">498</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">familiärer Pflichten. In der Regel vermögen objektive Gründe im</span><br/> <span class="ft1">umschriebenen Sinne jedoch eine unterschiedliche Entlöhnung zu</span><br/> <span class="ft1">rechtfertigen, wenn sie für die konkrete Arbeitsleistung und Lohnge-</span><br/> <span class="ft1">staltung auch wirklich wesentlich sind und entsprechend konsequent</span><br/> <span class="ft1">die Löhne derselben Arbeitgeberin beeinflussen (vgl. zum Ganzen</span><br/> <span class="ft1">BGE 127 III 207, Erw. 3/c; 125 III 368, Erw. 5, je mit zahlreichen</span><br/> <span class="ft1">Hinweisen).</span><br/> <span class="ft1">b) Die rückwirkende Lohnerhöhung wird (infolge Verjährung)</span><br/> <span class="ft1">erst für die Zeit ab dem 1. September 1997 beantragt. C. war damals</span><br/> <span class="ft1">47 Jahre alt, B. 46 und die Beschwerdeführerin 30. Letztere war so-</span><br/> <span class="ft1">mit erheblich jünger als ihre beiden Arbeitskollegen.</span><br/> <span class="ft1">C. war 1997 bereits seit 16 Jahren beim Kanton tätig, die Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin seit 10 und B. seit 9 Jahren. Im Weiteren ergibt</span><br/> <span class="ft1">sich, dass C. während den gesamten 16 Jahren im betroffenen Amt</span><br/> <span class="ft1">arbeitete und daher eine grosse Berufserfahrung in fachverwandten</span><br/> <span class="ft1">Bereichen aufwies. B. verfügte 1997 über 2 Jahre Erfahrung im Be-</span><br/> <span class="ft1">reich X. (1988 - 1990) sowie über 7 Jahre zusätzliche Berufserfah-</span><br/> <span class="ft1">rungen im Finanzsektor. Die Beschwerdeführerin konnte sich 1997</span><br/> <span class="ft1">über eine zweijährige Erfahrung im Bereich X. ausweisen; weitere</span><br/> <span class="ft1">fachverwandte Berufserfahrungen besass sie nicht.</span><br/> <span class="ft1">In Bezug auf die Ausbildung ist wesentlich, dass C. zusätzlich</span><br/> <span class="ft1">zur KV-Lehre die Höhere Kaufmännische Berufsschule absolvierte.</span><br/> <span class="ft1">Er ist insofern deutlich besser qualifiziert als B. und die Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führerin. Deren Ausbildungen dürfen vorliegend als gleichwertig</span><br/> <span class="ft1">angesehen werden.</span><br/> <span class="ft1">Weitere objektive Gründe, welche eine unterschiedliche Besol-</span><br/> <span class="ft1">dung zu rechtfertigen vermöchten, sind nicht ersichtlich und werden</span><br/> <span class="ft1">auch nicht geltend gemacht.</span><br/> <span class="ft1">c) Aufgrund der Gleichwertigkeit ihrer Stellen hätten die Mitar-</span><br/> <span class="ft1">beitenden des Bereichs X. nach altem Recht derselben Funktion</span><br/> <span class="ft1">zugeordnet werden müssen. Diese Folgerung ergibt sich sowohl auf-</span><br/> <span class="ft1">grund der Aussagen der Juristin der Abteilung Personal und Organi-</span><br/> <span class="ft1">sation als auch aufgrund des Schreibens der Abteilung Personal und</span><br/> <span class="ft1">Organisation, Sektion Besoldungen und Sozialleistungen, an den</span><br/> <span class="ft1">Rechtsdienst Regierungsrat vom 28. Februar 2003 (letzter Abschnitt)</span><br/> <span class="ft1">und gilt zumindest für die Zeit ab dem 1. September 1997, als die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">499</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführerin bereits über eine zweijährige spezifische Berufs-</span><br/> <span class="ft1">erfahrung verfügte. Dementsprechend war zu diesem Zeitpunkt</span><br/> <span class="ft1">zwischen den drei Mitarbeitenden des Bereichs X. ein Besol-</span><br/> <span class="ft1">dungsunterschied von maximal rund 39 % (vgl. Erw. 1/b hievor) ge-</span><br/> <span class="ft1">rechtfertigt.</span><br/> <span class="ft1">Innerhalb derselben Funktion hätte C. aufgrund seines Alters,</span><br/> <span class="ft1">seines Dienstalters, seiner Berufserfahrung und seiner Ausbildung</span><br/> <span class="ft1">sehr weit oben eingereiht werden müssen, die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft1">demgegenüber relativ weit unten. Eine Differenz von 30 - 35 % er-</span><br/> <span class="ft1">weist sich dementsprechend als angezeigt.</span><br/> <span class="ft1">Aufgrund der Bedeutung, welche im alten Lohnsystem dem</span><br/> <span class="ft1">unterschiedlichen Alter eingeräumt wurde (vgl. Erw. 1/b hievor),</span><br/> <span class="ft1">wäre B. in der erwähnten Funktion relativ hoch, jedoch in Anbetracht</span><br/> <span class="ft1">der übrigen Kriterien sicherlich tiefer als C. eingereiht worden.</span><br/> <span class="ft1">Gegenüber der Beschwerdeführerin rechtfertigt es sich, von einer</span><br/> <span class="ft1">Differenz von rund 25 % auszugehen.</span><br/> <span class="ft1">d) Gestützt auf die erwähnten Vergleiche lässt sich unabhängig</span><br/> <span class="ft1">von der Zuteilung in eine bestimmte Besoldungsklasse für das Jahr</span><br/> <span class="ft1">1997 der diskriminierungsfreie Lohn der Beschwerdeführerin auf</span><br/> <span class="ft1">Fr. 72'000.-- (bei einem 100%-Pensum) festlegen. Objektive Gründe,</span><br/> <span class="ft1">welche die Differenz zur effektiven Besoldung von Fr. 65'334.20 (bei</span><br/> <span class="ft1">einem 100%-Pensum) zu rechtfertigen vermöchten, sind nicht er-</span><br/> <span class="ft1">sichtlich. Diese widerspricht demzufolge dem Diskriminierungsver-</span><br/> <span class="ft1">bot. Die Prüfung, ob zusätzlich auch ein Verstoss gegen das Rechts-</span><br/> <span class="ft1">gleichheitsgebot vorliegt, erübrigt sich, da die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft1">daraus keine weitergehenden Ansprüche abzuleiten vermöchte.</span><br/> <span class="ft1">e) In Bezug auf die Folgejahre ergibt sich kein Hinweis darauf,</span><br/> <span class="ft1">dass ein Grund bestanden hätte, der Beschwerdeführerin 1998, 1999</span><br/> <span class="ft1">und 2000 die ordentliche Dienstalterszulage zu verweigern; per</span><br/> <span class="ft1">1. Januar 2001 wurden keine ordentlichen Dienstalterszulagen ausge-</span><br/> <span class="ft1">richtet. Eine ordentliche Dienstalterszulage im Bereich der vorlie-</span><br/> <span class="ft1">gend relevanten Besoldungsklassen betrug ca. Fr. 2'000.--/Jahr.</span><br/> <span class="ft1">Darauf ist im Folgenden abzustellen. Der korrekte, d.h. diskriminie-</span><br/> <span class="ft1">rungsfreie Lohn zur Zeit der Überführung ins neue Lohnsystem hätte</span><br/> <span class="ft1">somit Fr. 78'000.-- (bei einem 100%-Pensum) betragen. Dies ent-</span><br/> <span class="ft1">spricht einer Differenz gegenüber C. von 22,3 %, gegenüber B. von</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">500</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">19,3 %. Aufgrund der nach wie vor bestehenden objektiven Gründe</span><br/> <span class="ft1">für einen Besoldungsunterschied (vgl. lit. b hievor) lassen sich diese</span><br/> <span class="ft1">Differenzen nach Massgabe des Diskriminierungsverbots sowie des</span><br/> <span class="ft1">allgemeinen Rechtsgleichheitsgebots nicht beanstanden.</span><br/> <span class="ft1">8. a) Bei der Ausgestaltung des Übergangsrechts geniesst der</span><br/> <span class="ft1">Gesetzgeber eine erhebliche Gestaltungsfreiheit, doch darf er dabei</span><br/> <span class="ft1">nicht Unterscheidungen treffen, die rechtsungleich bzw. sachlich</span><br/> <span class="ft1">nicht haltbar sind (ZBl 2000, S. 384 mit Hinweisen).</span><br/> <span class="ft1">Mit den Überführungsregelungen in Anhang III Lohndekret</span><br/> <span class="ft1">wollte der Gesetzgeber einen sozialen Übergang vom alten zum</span><br/> <span class="ft1">neuen Lohnsystem erreichen und dabei kombiniert auf die Dienst-</span><br/> <span class="ft1">jahre und das Lebensalter Rücksicht nehmen (vgl. Botschaft vom</span><br/> <span class="ft1">31. Mai 2000 betreffend Anhänge I, II und III zum Lohndekret,</span><br/> <span class="ft1">S. 12). Diese Zielsetzung gelangt u.a. in der Besitzstandsgarantie</span><br/> <span class="ft1">gemäss Ziff. 4 Anhang III zum Ausdruck (vgl. Erw. 1/d hievor). Die</span><br/> <span class="ft1">Regelung bewegt sich ohne Weiteres im Rahmen des erwähnten</span><br/> <span class="ft1">gesetzgeberischen Gestaltungsspielraums. Dabei liegt es in der Natur</span><br/> <span class="ft1">der Sache, dass irgendwo Abgrenzungen vorgenommen werden müs-</span><br/> <span class="ft1">sen. Die Bestimmung, dass Mitarbeitende mit Lebensalters- und</span><br/> <span class="ft1">Dienstaltersjahren von mindestens 60 von einer nominellen Besitz-</span><br/> <span class="ft1">standsgarantie profitieren, lässt sich folglich nicht beanstanden.</span><br/> <span class="ft1">Dieselbe Beurteilung ergibt sich in Bezug auf die Regelungen,</span><br/> <span class="ft1">wonach per 1. April 2001 die bisherigen Löhne grundsätzlich (d.h.</span><br/> <span class="ft1">wenn sie innerhalb des Leistungsbandes gemäss neuer Lohnstufe la-</span><br/> <span class="ft1">gen) unverändert überführt wurden (Ziff. 1) und individuelle Lohn-</span><br/> <span class="ft1">anpassungen erst auf den 1. Januar 2002 erfolgten (Ziff. 5). Durch</span><br/> <span class="ft1">diese Staffelung der Überführung in die neue Lohnstufe einerseits</span><br/> <span class="ft1">und der Einführung des Leistungslohns anderseits sollten eine gewis-</span><br/> <span class="ft1">se Stabilität garantiert sowie eine grosse Unruhe vermieden werden</span><br/> <span class="ft1">(vgl. zum Ganzen: Protokoll der Sitzung der Nichtständigen Kom-</span><br/> <span class="ft1">mission Nr. 17 "Personalvorlagen" vom 3. Juli 2000, S. 673, Voten</span><br/> <span class="ft1">Mörikofer und Scholl). Allenfalls mag auch der Respekt davor, die</span><br/> <span class="ft1">Personaladministration zu überlasten, eine Rolle gespielt haben.</span><br/> <span class="ft1">b) Der bisherige Lohn von C. und B. liegt über dem Leistungs-</span><br/> <span class="ft1">band, welches gemäss neuem Lohnsystem für ihre Funktion vorgese-</span><br/> <span class="ft1">hen ist. Sie erfüllen indessen die Voraussetzungen für die Gewährung</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">501</span></div> <div class="page" id="S12"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">der Besitzstandsgarantie nach Ziff. 4 Anhang III Lohndekret. Der</span><br/> <span class="ft1">Umstand, dass ihr Lohn unverändert überführt wurde, lässt sich folg-</span><br/> <span class="ft1">lich nicht beanstanden.</span><br/> <span class="ft1">Die Besoldung der Beschwerdeführerin wurde ursprünglich un-</span><br/> <span class="ft1">verändert überführt. Aufgrund der entsprechenden Empfehlung der</span><br/> <span class="ft1">Schlichtungskommission wurde sie nachträglich von Fr. 69'719.65</span><br/> <span class="ft1">auf Fr. 74'120.90 (je bezogen auf ein 100%-Pensum) erhöht. Auf-</span><br/> <span class="ft1">grund der obigen Ausführungen (vgl. Erw. 5 - 8 hievor) hätte sie im</span><br/> <span class="ft1">Zeitpunkt der Überführung nach altem Recht noch höher, nämlich</span><br/> <span class="ft1">mit Fr. 78'000.-- entlöhnt werden müssen. Dieser Lohn, welcher</span><br/> <span class="ft1">innerhalb der Lohnstufe 9 liegt, ist zu überführen; für eine zusätz-</span><br/> <span class="ft1">liche Erhöhung per 1. April 2001 besteht kein Anlass.</span><br/> <span class="ft1">9. a) Die Löhne von C. und B. bewegen sich ausserhalb des für</span><br/> <span class="ft1">sie vorgesehenen Lohnbandes und sind besitzstandsgeschützt. Ent-</span><br/> <span class="ft1">sprechend lassen sich nach Massgabe des neuen Rechts aus dem</span><br/> <span class="ft1">Vergleich mit ihnen keine Lohnansprüche zugunsten der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführerin ableiten. Insofern ist unwesentlich, ob bzw. in welchem</span><br/> <span class="ft1">Mass die Beschwerdeführerin über bessere Mitarbeiterbeurteilungen</span><br/> <span class="ft1">verfügt, in den letzten Jahren mehr Weiterbildungsveranstaltungen</span><br/> <span class="ft1">besuchte, etc.</span><br/> <span class="ft1">b) Die Beschwerdeführerin befindet sich nach neuem Lohnsys-</span><br/> <span class="ft1">tem in der Lohnstufe 9. Es besteht kein Hinweis darauf, dass sie ei-</span><br/> <span class="ft1">ner anderen Lohnstufe hätte zugeteilt werden müssen. Massgebend</span><br/> <span class="ft1">für die Lohnentwicklung innerhalb einer Lohnstufe sind gemäss § 36</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 PLV die für die Leistungshonorierung verfügbare Lohnsum-</span><br/> <span class="ft1">me, die auf Grund des jährlichen Gesprächs erfolgte Beurteilung der</span><br/> <span class="ft1">Leistungen der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters, die aktuelle</span><br/> <span class="ft1">Lohnposition der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters innerhalb des</span><br/> <span class="ft1">Leistungsanteils sowie das pflichtgemässe Ermessen der Anstel-</span><br/> <span class="ft1">lungsbehörde.</span><br/> <span class="ft1">Gestützt auf die Überführung auf der Basis von Fr. 78'000.-- pro</span><br/> <span class="ft1">Jahr (vgl. Erw. 8 hievor) ist nach Massgabe der obgenannten</span><br/> <span class="ft1">Kriterien die Lohnentwicklung der Beschwerdeführerin für die Fol-</span><br/> <span class="ft1">gejahre neu festzulegen. Dabei stellt das sog. Lohntool ein Hilfsmit-</span><br/> <span class="ft1">tel dar; allerdings bildet es eine blosse Richtschnur, von welcher die</span><br/> <span class="ft1">Anstellungsbehörde abweichen kann.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">502</span></div> <div class="page" id="S13"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Es rechtfertigt sich, in Bezug auf den Lohn ab dem 1. Januar</span><br/> <span class="ft1">2002 das Verfahren an die Anstellungsbehörde zurückzuweisen. Sie</span><br/> <span class="ft1">ist gehalten, ausgehend vom Lohn von Fr. 78'000.--/Jahr die</span><br/> <span class="ft1">Lohnentwicklung nach neuem Lohnsystem neu festzulegen. Nach</span><br/> <span class="ft1">dem heutigen Kenntnisstand besteht grundsätzlich kein Anlass, eine</span><br/> <span class="ft1">Lohnentwicklung analog zur Berechnung nach Lohntool als unrecht-</span><br/> <span class="ft1">mässig anzusehen. Allenfalls ergibt sich aufgrund der jüngsten Ent-</span><br/> <span class="ft1">wicklungen im Bereich X. im Hinblick auf die nächste Lohnrunde</span><br/> <span class="ft1">eine differenzierte Betrachtung.</span><br/></div> </div> </body> </html>