Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 20. März 2019 (810 18 232) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz / Man- gelhafte Integration im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsricht er Hans Furer, Markus Clau- sen, Daniel Häring, Niklaus Ruckstuhl, Gerichtsschreiberin i.V. Sarah Rivoli Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Burim Imeri , Rechtsanwalt gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligun g und Wegweisung aus der Schweiz (RRB Nr. 1168 vom 14. August 2018) A. Der kosovarische Staatsangehörige A.____, gebor en 1987, reiste am 13. September 2013 zwecks Ehevorbereitung in die Schweiz ein. Am 4. Oktober 2013 heiratete A.____ in Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B.____ die deutsche Staatsangehörige C.____, geboren 1987, und erhielt in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung. B. Vor seiner legalen Einreise in die Schweiz am 13. September 2013 trat A.____ wie folgt strafrechtlich in Erscheinung: − Am 22. April 2009 verurteilte das Untersuchungsrichtera mt Freiburg A.____ wegen rechtswidrigen Aufenthalts zu einer Geldstrafe von 5 Ta gessätzen zu Fr. 10.-- sowie zu einer Busse von Fr. 100.--. − Am 23. September 2009 verurteilte das Untersuchungsr ichteramt Freiburg A.____ wegen rechtswidriger Einreise und rechtswidrigen Aufenthalts z u einer Geldstrafe von 4 Tages- sätzen zu Fr. 10.--. − Am 29. Dezember 2011 verurteilte die Staatsanwaltscha ft des Kantons Bern, Biel A.____ wegen rechtswidrigen Aufenthalts zu einer Freiheitsstrafe von 20 Tagen. C. Im Jahr 2016 wurde das Ehepaar von April bis November von der Sozialhilfe unter- stützt und hat Sozialleistungen in der Höhe von insgesamt Fr. 11'521.75 erhalten. D. Aufgrund der einvernehmlichen Trennung der Ehegatt en am 1. Dezember 2016 infor- mierte das Amt für Migration des Kantons Basel-Landscha ft (AfM, heute: Amt für Migration und Bürgerrecht, AFMB) A.____ und C.____ mit separaten Schreiben vom 15. Dezember 2016 über die Prüfung der weiteren Aufenthaltsregelung von A.____ und bat gleichzeitig um die Beantwor- tung diverser Fragen. A.____ und C.____ nahmen mit Sch reiben vom 28. bzw. 27. Dezember 2016 dazu Stellung. E. Mit Urteil vom 5. Januar 2017 bewilligte das Zivilkr eisgericht Basel-Landschaft Ost den Ehegatten das Getrenntleben und stellte fest, dass sie di eses per 1. Dezember 2016 aufge- nommen haben. F. Mit Strafbefehl vom 25. Juli 2017 verurteilte die S taatsanwaltschaft Basel-Landschaft A.____ wegen einfacher Körperverletzung mit einem g efährlichen Gegenstand, Sachbeschädi- gung, Nötigung und Hausfriedensbruchs zu einer bedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 70.-- sowie zu einer Busse von Fr. 2'300.--. G. Das AfM gewährte A.____ und C.____ mit separaten Schreiben vom 2. Januar 2018 das rechtliche Gehör zur allfälligen Nichtverlängerung d er Aufenthaltsbewilligung von A.____ sowie dessen Wegweisung aus der Schweiz. A.____ und C.____ nahmen das rechtliche Gehör mit Schreiben vom 16. bzw. 24. Januar 2018 wahr. H. Am 19. März 2018 verfügte das AfM die Nichtverlänge rung der Aufenthaltsbewilligung von A.____ und forderte diesen auf, die Schweiz bis spät estens 20. April 2018 zu verlassen. Das AfM führte zur Begründung im Wesentlichen aus, dass zwa r von einer Ehedauer auszuge- hen sei, die länger als drei Jahre gedauert habe, A.__ __ jedoch keine erfolgreiche Integration im Sinne der schweizerischen Ausländergesetzgebung attesti ert werden könne. Zudem seien Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht keine Elemente ersichtlich, welche einen weiteren Aufen thalt aus wichtigen persönlichen Grün- den erforderlich machen würden. Auch die Voraussetzungen für die Annahme eines persönli- chen Härtefalles seien nicht gegeben und die Wegweisung von A.____ erweise sich insgesamt als verhältnismässig. I. Gegen diese Verfügung erhob A.____, nachfolgend i mmer vertreten durch Burim Imeri, Rechtsanwalt in Stein im Kanton Aargau, am 29. März 2 018 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). J. Mit Beschluss Nr. 1168 vom 14. August 2018 (RRB) wies de r Regierungsrat die von A.____ gegen die Verfügung des AfM vom 19. März 2018 e rhobene Beschwerde ab und ver- fügte weiter, dass A.____ die Schweiz innert 30 Tagen a b Rechtskraft des Beschlusses zu ver- lassen habe. K. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 27. August 20 18 Beschwerde beim Kantons- gericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (K antonsgericht), mit den Rechtsbegeh- ren: 1. Es sei der Entscheid des Regierungsrats vom 14. August 2018 aufzuheben; 2. Es sei dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung zu verlä ngern und von einer Wegweisung desselben aus der Schweiz abzusehen; 3. Unter o/e-Kostenf olge. Mit Eingabe vom 27. Sep- tember 2018 reichte A.____ dem Kantonsgericht seine Beschwerdebegründung ein. L. Mit Eingabe vom 29. Oktober 2018 teilte der Beschwe rdeführer dem Kantonsgericht mit, dass er per 25. Oktober 2018 eine Festanstellung bei der D.____ GmbH in B.____ erhalten habe, und reichte den entsprechenden Arbeitsvertrag ein. M. Ebenfalls mit Eingabe vom 29. Oktober 2018 liess sich d er Beschwerdegegner ver- nehmen und schloss auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. N. Mit Verfügung vom 31. Oktober 2018 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. O. Mit Eingabe vom 30. November 2018 reichte der Recht svertreter des Beschwerdefüh- rers seine detaillierte Honorarnote ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdige s Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Der Beschwerdeführer ist Adressat des angefochtenen Entscheids und hat Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Da auc h die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die vorliegende Beschwerde einzutreten. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und die damit einhergehende Wegwei- sung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (vgl. Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländ erinnen und Ausländer und über die Integration [AIG] vom 16. Dezember 2005 [bis 31. Dezember 2018 und soweit im Folgenden die altrechtliche Fassung massgeblich ist: AuG]; vgl. auch Art . 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschrif- ten und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermesse n über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rec htsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen einen solchen vor (BGE 133 I 185 E. 2.3; MARC SPESCHA , in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka [Hrsg.], Kommenta r Migrationsrecht, 4. Auflage, Zürich 2015, N 1 ff. zu Art. 3 AuG; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/ Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). 4.2 Vorab kann festgehalten werden, dass zwischen der Sch weiz und dem Kosovo keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, welche dem Besc hwerdeführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz einräumen würde. 5. Gemäss Art. 7 lit. d des Abkommens zwischen der Schwe izerischen Eidgenossen- schaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ih ren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA) vom 21. Juni 1999 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA haben Fami- lienangehörige einer Person, die Staatsangehörige e iner Vertragspartei ist und ein Aufenthalts- recht hat, das Recht, bei dieser Person Wohnung zu nehmen. Der Ehegatte gilt ungeachtet sei- ner Staatsangehörigkeit als Familienangehöriger (Art. 3 Abs. 2 lit. a Anhang I FZA). Der Be- schwerdeführer hat somit als Ehegatte einer EU-Bürgeri n mit Aufenthaltsrecht in der Schweiz zwar grundsätzlich einen (abgeleiteten) staatsvertraglich en Anspruch auf die Belassung bzw. Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehe formell fortdauert (vgl. BGE 130 II 113 E. 8). Dieses abgeleitete Aufenthaltsrecht steht jedoch unter dem Vorbehalt des Rechts- missbrauchs (vgl. BGE 130 II 113 E. 9); fehlt der Wille zur Gemeinschaft und dient das formelle Eheband ausschliesslich noch dazu, die ausländerrechtlichen Zulassungsvorschriften zu umge- hen, fällt der Anspruch dahin (BGE 139 II 393 E. 2. 1). Am 1. Dezember 2016 haben sich der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführer und seine deutsche Ehefrau einvernehmli ch getrennt. Mit Urteil vom 5. Ja- nuar 2017 hat das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost di e Trennung der Ehe bewilligt. Unter diesen Umständen kann der Beschwerdeführer aus dem Frei zügigkeitsrecht keinen Anwesen- heitsanspruch mehr ableiten. 6.1 Für Staatsangehörige der EU-Mitgliedstaaten und deren Familienangehörige gilt das Ausländergesetz nur insofern, als das FZA keine abweiche nden Bestimmungen enthält oder das AuG eine für die ausländische Person vorteilhaftere R egelung vorsieht (Art. 2 Abs. 2 AuG). Der nacheheliche Aufenthalt ist im FZA nicht geregelt . Zudem dürfen Bürgerinnen und Bürger der EU sowie deren Angehörige aufgrund des Diskriminier ungsverbots von Art. 2 Abs. 2 FZA freizügigkeitsrechtlich nicht schlechter gestellt werden a ls Staatsangehörige der Schweiz. Vor diesem Hintergrund bleibt nachfolgend zu prüfen, ob der Aufenthaltsanspruch des Beschwerde- führers auch entfallen wäre, wenn er Ehegatte einer S chweizerin oder einer hier niedergelasse- nen Ausländerin aus einem Drittstaat ausserhalb der EU oder EFTA gewesen wäre (vgl. M ARC SPESCHA , a.a.O., N 6 zu Art. 50 AuG; Urteil des Kantonsgerich ts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 14. Dezember 2016 [810 15 34] E. 4.3 ff.). 6.2 Ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und Schwe izern sowie von Personen mit Niederlassungsbewilligung haben Anspruch auf Erteilu ng und Verlängerung der Aufenthaltsbe- willigung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (vgl. Ar t. 42 Abs. 1 bzw. 43 Abs. 1 AuG). Nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft b esteht der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewill igung gemäss Art. 50 Abs.1 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre gedauer t hat und eine erfolgreiche Integra- tion besteht (lit. a) oder wenn wichtige persönliche G ründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). Massgeblicher Zeitpu nkt für die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft ist nach der bund esgerichtlichen Rechtsprechung in der Regel die Aufgabe der Haushaltsgemeinschaft; demgegen über ist nicht relevant, wie lange die Ehe nach Beendigung des Zusammenlebens formell noch best anden hat (BGE 136 II 113 E. 3.2). Daneben ist kumulativ das Erfordernis einer er folgreichen Integration zu prüfen (BGE 140 II 289 E. 3.5.3). Gemäss Art. 77 Abs. 4 der V erordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 (in der bis 31. Dezember 2018 gültig gewe- senen Fassung) liegt eine erfolgreiche Integration nam entlich vor, wenn die Ausländerin oder der Ausländer die rechtsstaatliche Ordnung und die Wert e der Bundesverfassung respektiert (lit. a) sowie den Willen zur Teilnahme am Wirtschaft sleben und zum Erwerb der am Wohnort gesprochenen Landessprache bekundet (lit. b). Das Adverb "namentlich" weist auf den nicht abschliessenden Charakter der in dieser Bestimmung aufg ezählten Kriterien hin (Urteil des Bundesgerichts 2C_175/2015 vom 30. Oktober 2015 E. 2.2) . Im vorliegenden Fall dauerte die Ehe von der Eheschliessung am 4. Oktober 2013 bis zur Au flösung der Haushaltsgemeinschaft am 1. Dezember 2016 drei Jahre und knapp zwei Monate, womit die zeitliche Voraussetzung von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG unbestrittenermassen erfü llt ist. Zu prüfen bleibt einzig, ob der Be- schwerdeführer die erforderliche gelungene Integration aufweist. 6.3 Die Vorinstanz stellt im angefochtenen Entscheid da s Kriterium der erfolgreichen In- tegration in Abrede. Ein Bemühen um das Erlernen ein er Landessprache sei zwar insgesamt Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ersichtlich und der Beschwerdeführer scheine auch sozial in tegriert zu sein. Dennoch falle ins- besondere seine Verurteilung durch die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 25. Juli 2017 wegen einfacher Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand, Sachbeschädigung, Nötigung und Hausfriedensbruchs negativ ins Gewicht. Von einer geringfügigen Straffälligkeit könne nicht mehr die Rede sein. Auch wenn das strafrech tliche Verhalten des Beschwerdefüh- rers für sich allein noch keinen Grund für einen Widerruf seiner Aufenthaltsbewilligung darstelle, so stehe es doch der Annahme einer erfolgreichen Integ ration entgegen. Dies vor allem auch im Zusammenhang mit den strafrechtlichen Verurteilung en aufgrund seines früheren illegalen Aufenthalts in der Schweiz. Der Beschwerdeführer lebe seit Oktober 2013 legal in der Schweiz, habe sich aber bereits zuvor über eine längere Zeit hinw eg illegal in der Schweiz aufgehalten und sei dafür dreimal strafrechtlich verurteilt worden. In wirtschaftlicher Hinsicht sei von einer mässigen Integration des Beschwerdeführers auszugehen. Sei t er über eine Aufenthaltsbewilli- gung verfüge, sei er zwar immer wieder temporär ange stellt gewesen und habe grösstenteils selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen können. Denn och habe das Ehepaar zwischen April und November 2016 Sozialhilfeleistungen in der Höhe vo n Fr. 11'521.75 bezogen. Ausserdem verfüge der Beschwerdeführer über keine berufliche Au sbildung und es sei ihm bis anhin nicht gelungen, eine Festanstellung zu erlangen. Nach einer Gesamtwürdigung aller Umstände sei der Beschwerdeführer als nicht erfolgreich integriert zu betrachten. 6.4 In Bezug auf die Frage der erfolgreichen Integra tion bringt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdebegründung vor, dass er in der Zwischenzei t den Deutschkurs vollständig besucht habe, sodass das erforderliche Sprachniveau A1.2 j etzt schriftlich habe bestätigt wer- den können. Zudem habe er sich mit seiner Frau stets auf Deutsch verständigt, da sie der alba- nischen Sprache nicht mächtig sei. Des Weiteren sei er e ntgegen der Auffassung der Vorinstanz wirtschaftlich voll integriert. Nachdem er sei t seiner Einreise in die Schweiz immer wieder temporär gearbeitet habe, verfüge er seit dem 25. Oktober 2018 über eine unbefristete Anstellung bei der D.____ GmbH in B.____ (vgl. Eingabe vom 29. Oktober 2018). Seine soziale Integration werde von der Vorinstanz nicht bestritte n. Er habe einen grossen Bekanntenkreis in der Schweiz und spiele Fussball. Hinsichtlich seines Legalv erhaltens sei zu berücksichtigen, dass es sich um keine schwerwiegenden Delikte gegen die öff entliche Sicherheit handle. Er habe sich bei allen Beteiligten entschuldigt und sich se ither gesetzeskonform verhalten. Ange- sichts seiner erfolgreichen Integration sei von einer Wegw eisung abzusehen und seine Aufent- haltsbewilligung sei zu verlängern. 6.5 Beim Erfordernis der erfolgreichen Integration n ach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, den es auszuleg en gilt. Ob die Vorinstanz diesen unbestimmten Rechtsbegriff richtig angewendet hat, ist e ine Rechtsfrage, die vom Kantonsge- richt grundsätzlich frei überprüft werden kann (vgl. E. 2). Bezüglich der Integration ist zunächst positiv zu würdigen, dass der Beschwerdeführer über Grun dkenntnisse der deutschen Sprache verfügt (vgl. Kursbestätigung des Ausländerdienstes Basella nd vom 5. Juli 2018) und er sich in seiner Freizeit für zwei Fussballvereine engagiert. Des We iteren gilt es zu seinen Gunsten zu berücksichtigen, dass auf seinen Namen gemäss Betreibungsr egisterauszug vom 28. August 2018 keine Betreibungen oder Verlustscheine registrier t sind. Während seines Aufenthalts in der Schweiz bemühte er sich stets um Arbeit und erhiel t über eine Arbeitsvermittlungsstelle di- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht verse temporäre Einsätze im Bereich Logistik. Zuletzt war e r in einem temporären Anstellungs- verhältnis für die E.____ GmbH als Logistiker tätig. Trotz diverser temporärer Arbeitseinsätze ist es dem Beschwerdeführer während seines Aufenthalts in der Schweiz nicht gelungen, seinen Lebensunterhalt durchgehend selbst zu bestreiten. Von April bis November 2016 mussten seine Ehefrau und er von der Sozialhilfe unterstützt werde n. Das Ehepaar hat insgesamt Sozialhilfe- leistungen in der Höhe von Fr. 11'521.75 bezogen, was bei der vorliegenden Prüfung der erfolg- reichen Integration des Beschwerdeführers negativ ins Gewicht fällt. Aus den Akten ist des Wei- teren ersichtlich, dass der Beschwerdeführer bereits vor s einem legalen Aufenthalt in der Schweiz hier arbeitstätig war. So ist seinem Lebenslauf zu entnehmen, dass er vor Dezember 2013 während 16 Monaten im Blumenladen F.____ in G. ____ sowie während weiteren drei Monaten bei der H.____ AG gearbeitet hatte. Da der Beschwerdeführer erst seit Oktober 2013 über eine legalen Aufenthaltsstatus in der Schweiz verfü gt, ist davon auszugehen, dass er die- se Tätigkeiten illegal ausgeübt hat. Dieses Verhalten des Beschwerdeführers spricht insbeson- dere vor dem Hintergrund, dass er in den Jahren 2009 und 2011 insgesamt dreimal wegen rechtswidriger Einreise bzw. rechtswidrigen Aufenthalts ve rurteilt wurde (vgl. Strafregisteraus- zug vom 30. Januar 2018), gegen die Annahme einer erfo lgreichen Integration. Die genannten Straftaten liegen zwar bereits einige Zeit zurück. Tro tzdem müssen sie unter dem Gesichts- punkt des Respekts gegenüber der Schweizerischen Rechtsor dnung negativ in die Bewertung einfliessen. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer auch während seines legalen Aufenthalts in der Schweiz gegen die hiesige Rechtsordnung verstossen h at. Mit Strafbefehl vom 25. Juli 2017 wurde er von der Staatsanwaltschaft Basel-Landsch aft wegen einfacher Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand, Sachbeschädigung, N ötigung und Hausfriedensbruchs zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 100 Tagessätze n à Fr. 70.-- sowie zu einer Busse von Fr. 2'300.-- verurteilt. Auch wenn die vom Beschwer deführer verübten Straftaten keine schwerwiegenden Delikte gegen die öffentliche Sicherheit darstellen, kann vorliegend nicht mehr von geringfügiger Delinquenz die Rede sein. Indem der Beschwerdeführer zunächst ge- zielt diverses Geschirr auf sein Opfer warf sowie anschlie ssend mit einem kleinen Küchenmes- ser wahllos in die Richtung desselben stach und ihm dabei geringfügige Schnittverletzungen zufügte, liess er eine hohe Gewaltbereitschaft erkennen ( vgl. Strafbefehl vom 25. Juli 2017, S. 2). Unter diesen Umständen kann unter Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nicht von einer geglückten Integration gesproc hen werden. In beruflicher Hinsicht ist es dem Beschwerdeführer unter dem Druck des Wegweisungsver fahrens zwar noch gelungen, eine Festanstellung zu finden. Diese Tatsache kann jedoc h nach einer Gesamtwürdigung aller integrationsrelevanten Aspekte, insbesondere aufgrund d er wiederholten Delinquenz des Be- schwerdeführers sowie der damit verbundenen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, nicht zu der Annahme einer erfolgreichen Integration führen. Dem Gesagten zufolge muss ein Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung unter dem Titel von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG vorlie- gend infolge mangelhafter Integration verneint werden. 7.1 Wenn kein Anspruch auf Erteilung oder Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung be- steht, kann eine solche dennoch ermessensweise gewährt bzw . verlängert werden. Gemäss Art. 33 Abs. 3 AuG wird die Aufenthaltsbewilligung be fristet erteilt und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliege n. Die Bewilligung kann selbst bei Vor- liegen von Widerrufsgründen ermessensweise verlängert we rden, zumal ein Widerrufsgrund Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lediglich Ausdruck dafür ist, dass an der Wegweisung der a usländischen Person ein gewichti- ges öffentliches Interesse besteht (T AMARA NÜSSLE in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländ erinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 33 AuG N 33). Dazu bedarf es eines Ermessens entscheids, welcher nach den allge- meinen Grundsätzen pflichtgemäss und unter Berücksichtigun g der Umstände des Einzelfalls zu treffen ist (vgl. A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Übersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., N 8.84; BENJAMIN SCHINDLER , in: Caroni/Gächter/Turnherr [Hrsg.], a.a.O., N 7 zu Art. 96). Im Rahmen ihrer Ermessensausübung haben die Behörden gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen und die persönlichen Verhältnisse so wie den Grad der Integration zu be- rücksichtigen. 7.2 Im angefochtenen RRB Nr. 1168 vom 14. August 2018 hat der Regierungsrat, welchem volle Kognition im Bereich der Ermessensprüfung zukommt, diese Kriterien ausführlich geprüft und seinen Entscheid nachvollziehbar begründet. Somit h at sich der Regierungsrat mit den in Frage stehenden Interessen auseinandergesetzt und sein Ermessen pflichtgemäss ausgeübt. Eine Überschreitung, Unterschreitung oder ein Missbrauch des Ermessens ist nicht erkennbar. Eine weitergehende inhaltliche Angemessenheitskontroll e ist dem Kantonsgericht verwehrt (vgl. E. 2). Demzufolge ist es nicht zu beanstanden, dass e s der Regierungsrat abgelehnt hat, dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung ermessensweise zu belassen. 8.1 In jedem Fall rechtfertigt sich die Nichtverlänger ung der Aufenthaltsbewilligung nur dann, wenn die jeweils im Einzelfall vorzunehmende Inte ressenabwägung die entsprechende Massnahme auch als verhältnismässig erscheinen lässt. Dabei sind die öffentlichen Interessen an der Wegweisung des Beschwerdeführers dessen privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz sorgfältig gegenüberzustellen. Zu berücksichtig en gilt es bei der nachfolgenden Prüfung die Dauer der Anwesenheit, die persönlichen B eziehungen zur Schweiz, die berufliche Situation, die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, das p ersönliche Verhalten sowie den Integra- tionsgrad (BGE 135 II 377 E. 4.3). 8.2 Als zulässiges öffentliches Interesse fällt dabei zunäch st das Durchsetzen der Einwan- derungspolitik in Betracht. Die Schweiz verfolgt gegenüber Ausländern ausserhalb des Raumes der Europäischen Union (EU) respektive der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) be- treffend Aufenthaltsberechtigungen eine restriktive Politik. Eine solche ist im Hinblick auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen schweizerischer und auslä ndischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Ein gliederung der in der Schweiz bereits ansässigen Ausländer und die Verbesserung der Arbeitsma rktstruktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung zulässig (BGE 137 I 247 E. 4 .1.2). Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung dieser fremdenpol izeilichen Ziele eine geeignete und er- forderliche Massnahme darstellt. 8.3 Diesem öffentlichen Interesse sind die privaten Inter essen des Beschwerdeführers gegenüberzustellen. Der Beschwerdeführer bringt vor, in der Schweiz vollumfänglich integriert zu sein. Er habe stets am Erwerbsleben teilgenommen, sei sozial integriert und verfüge zudem über die erforderliche sprachliche Integration. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.4 Zunächst ist festzuhalten, dass der heute 31-jährige Beschwerdeführer seit September 2013, d.h. also seit rund fünfeinhalb Jahren, legal in der Schweiz lebt, wobei die Duldung seines Aufenthalts in der Schweiz im letzten Jahr auf die aufsc hiebende Wirkung der Rechtsmittel zu- rückzuführen ist. Sein Leben hat er jedoch grösstenteils i n seiner Heimat, dem Kosovo, ver- bracht. Insbesondere die prägenden Kinder- und Jugendja hre durchlebte er in seinem Heimat- staat, weshalb die Aufenthaltsdauer nicht massgeblich zu seinen Gunsten ins Gewicht fallen kann. Im Kosovo leben auch die nächsten Verwandten des B eschwerdeführers, mit denen er in Kontakt steht. Sowohl seine Eltern als auch seine vier Ge schwister sowie zwei Onkel und eine Tante wohnen im Kosovo (Eingabe des Beschwerdeführers an s AfM vom 24. Januar 2018, S. 3). Hier in der Schweiz verfügt er in der Zwischenzw eit zwar offenbar über eine gute Bezie- hung zu seiner von ihm gerichtlich getrennten Noch-Ehefr au. Diese und allenfalls weitere von ihm gepflegte Kontakte lassen sich jedoch auch ohne weite res mittels Briefen, moderner Kom- munikationsmittel (Skype etc.) sowie gegenseitiger Besuche aufrechterhalten. Wie oben bereits ausgeführt wurde, ist der Beschwerdeführer während se ines relativ kurzen Aufenthalts in der Schweiz mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten (vgl. E. 6.4) und vermag sich somit auch nicht auf ein Legalverhalten zu berufen. Hinsicht lich der Zumutbarkeit seiner Heimkehr in den Kosovo ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer die Rückkehr in sein Heimat- land keine überdurchschnittlichen Schwierigkeiten bereiten wird. Er hat dort die Schule besucht und gearbeitet, bevor er seine Heimat im Alter von 2 6 Jahren verlassen hat, womit gleichzeitig davon ausgegangen werden darf, dass er mit den dortige n Gepflogenheiten noch immer ver- traut ist. Ungünstigere wirtschaftliche Verhältnisse la ssen eine Rückkehr überdies nicht als un- zumutbar erscheinen. Einer Rückkehr steht somit nichts im W ege und eine solche stellt insbe- sondere auch keine grosse Härte dar. Unter Beachtung de r vorerwähnten Aspekte erscheinen die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung sowi e die Wegweisung des Beschwerdefüh- rers aus der Schweiz als zumutbar. Gewichtige private Inte ressen, welche den genannten aus- länderrechtlichen Massnahmen entgegenstehen, sind vorlieg end nicht ersichtlich. Insgesamt überwiegen die ordnungs- und sicherheitspolizeilichen Interessen an der Wegweisung die priva- ten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz. Der angefochtene Ent- scheid erweist sich somit als verhältnismässig. 8.5 Festzuhalten bleibt, dass der Beschwerdegegner die V oraussetzungen für die Erteilung einer Härtefallbewilligung im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles geprüft und das Vorliegen eines Härtefalls zu Recht verneint hat. 8.6 Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung u nd die damit verbundene Wegwei- sung des Beschwerdeführers erfolgten nach dem Gesagten zu Recht. Somit erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist demnach abzuweisen. 9.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahre ns zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht koste npflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Ab s. 3 VPO). Vorliegend sind die Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem unter liegenden Beschwerdeführer aufzuer- legen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. 9.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Bei- zug einer Anwältin bzw. eines Anwalts eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die Parteikosten sind demnach wettzuschlagen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V.