Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 10. September 2019 (400 19 86) ____________________________________________________________________ Obligationenrecht Anforderungen an eine genügend substantiierte Mängelrüge im Werkvertrag Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader, Richterin Barbara Jermann Richter- ich (Ref.), Richter Dieter Freiburghaus; Gerichtsschreiberin Karin Wies- ner Parteien A.____ AG , vertreten durch Rechtsanwalt Linus Schweizer, Dammstrasse 19, 6300 Zug, Klägerin gegen B. ____ , vertreten durch Advokat Roman Zeller, Wasserturmplatz 3, Postfach 578, 4410 Liestal, Beklagter und Berufungskläger Gegenstand Forderung / Nachbesserung Berufung gegen das Urteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 18. Oktober 2018 A. Mit Offerte vom 11. September 2007 bot die Fenste rbaufirma A.____ AG B.____ diverse Fenster und Schiebetüren für seine Liegenschaft in Frenkendorf zum Preis von CHF 148'169.60 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht an. B.____ nahm das Angebot an, worauf der Einbau un d die Montage der Fenster und Schie- betüren im Verlauf der zweiten Hälfte des Jahres 2008 sowie im Verlauf des Jahres 2009 er- folgte. Die Schlussrechnung vom 12. März 2010 betrug CH F 147’963.60, wovon die geleistete Akontozahlung im Betrag von CHF 90'000.00 abgezogen w urde, so dass noch ein Restbetrag von CHF 57'963.60 resultierte. Dieser Betrag blieb von B.____ jedoch unbezahlt. Mit Schreiben vom 7. März 2010 und 18. September 2011 monierten er und seine Frau C.____ fehlende Dich- tungen, das Ablösen von Dichtungen bei den Schiebetür en, den defekten Schliessmechanis- mus des Küchenfensters, den Wärmedurchtritt durch die Hol zrahmen bei der Terrassenflügel- tür, so dass sich Vereisungen bildeten sowie fehlende I solation in den Rahmen der Schiebetü- ren. Diese Mängel müssten vor der Bezahlung der Restfo rderung von der A.____ AG behoben werden. In der Folge leitete die A.____ AG am 24. J uni 2014 die Betreibung gegen B.____ für den Betrag von CHF 57'963.60 nebst Zins zu 5% seit dem 2 2. März 2010 ein. Gegen diese Be- treibung erhob B.____ Rechtsvorschlag, so dass die A.__ __ AG das Schlichtungsverfahren einleitete, welches mit der Klagbewilligung vom 23. März 2015 endete. B. Mit Klage vom 22. Juni 2015 an das Zivilkreisgericht Basel -Landschaft Ost beantragte die A.____ AG, vertreten durch Rechtsanwalt Linus Schweize r, es sei B.____ zu verpflichten, der Klägerin CHF 57'963.60 zuzüglich 5% Zins seit 22. Mär z 2010 zu bezahlen. Zudem sei in der Betreibung Nr. xxxxxxxx beim Betreibungsamt Liestal vom 3. Se ptember 2014 die definitive Rechtsöffnung zu erteilen. Alles unter o/e-Kostenfolg e zu Lasten des Beklagten. In seiner Klagantwort/Widerklage vom 16. November 2015 begehrte B.____ die Abweisung der Klage. Überdies sei die Klägerin und Widerbeklagte zu verurte ilen, in Nachbesserung des Werkes die Fenster in der Liegenschaft des Beklagten und Widerklägers an der X.____strasse 22 in Y.____ durch Fenster mit niedrigerem, öffentlich-rechtlich zul ässigem wärmetechnischen Dämmwert unter Rückvergütung des Minderpreises der Fensterscheiben hierfür zu ersetzen, und die Dich- tungen bei den Fenstern fachgerecht anzubringen. Es sei der Klägerin und Widerbeklagten eine Frist zur Mängelbehebung gemäss Ziffer 2 hiervor von einem Jahr ab Rechtskraft dieses Urteils anzusetzen. Es sei der Beklagte und Widerkläger für den Fall, dass die Klägerin und Widerbe- klagte ihren Pflichten gemäss den Ziffern 2 und 3 hiervor nicht nachkomme, zu ermächtigen, die Nachbesserung auf Kosten der Klägerin und Widerbeklagt en vornehmen zu lassen. Eventuali- ter sei die Klägerin und Widerbeklagte zu verurteilen, dem Beklagten und Widerkläger in Minde- rung des Werkpreises eine angemessene, vom Gericht festz usetzende Entschädigung zu be- zahlen. Es sei die Klägerin und Widerbeklagte zu verurt eilen, dem Beklagten und Widerkläger die Kosten von CHF 400.00 des Schlichtungsgesuchs zu bezah len. Unter o/e-Kostenfolge. Die A.____ AG hielt in ihrer Replik/Widerklageantwort vom 2. Februar 2016 sowie in ihrer Widerkla- geduplik vom 6. September 2016 an ihren Rechtsbegehre n fest und beantragte überdies die Abweisung der Widerklage. Auch B.____ hielt in seiner Duplik/Widerklagereplik vom 20. Juni 2016 an seinen Rechtsbegehren fest. C. Anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 6. Dezember 2016 vor dem Gerichtspräsiden- ten des Zivilkreisgerichts Ost wurde der Fall der Dreier kammer überwiesen, die Zeugen D.____ und E.____ zur Hauptverhandlung geladen und eine geri chtliche Expertise über die eingesetz- ten Fenster bei der F.____ AG angeordnet. Mit Urtei l vom 18. Oktober 2018 hiess die Dreier- kammer des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost die Kla ge gut und verurteilte B.____, der Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.____ AG den restlichen Werklohn von CHF 57'963.60 n ebst Zins zu 5% seit dem 26. August 2011 zu bezahlen. Das weitergehende Zinsbegehren wurd e abgewiesen. In der Betreibung Nr. xxxxxxxx des Betreibungsamts des Kantons Basel-Landschaft w urde der Rechtsvorschlag für den hiervor genannten Betrag definitiv beseitigt. Die Widerklage wurde teilweise gutgeheis- sen und die A.____ AG verurteilt, bei der von der Exp ertin F.____ AG im Rahmen ihrer Exper- tise vom 5. Dezember 2017 kontrollierten Stelle im Erdg eschoss der Liegenschaft von B.____ nachträglich noch die fehlende Ausschäumung anzubringen . Die weitergehende Widerklage wurde abgewiesen. Die Zahlungsbefehlskosten von CHF 103.30, die Friedensrichterkosten von CHF 400.00 sowie die Gerichtskosten von CHF 20'000.00 zuzüglich der Expertisekosten von insgesamt CHF 13'182.05 wurden B.____ auferlegt. B.__ __ hatte der A.____ AG eine Partei- entschädigung von CHF 34'628.70 inkl. Spesen und inkl. CHF 2'475.80 MWSt zu bezahlen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, der restl iche Werklohn im Betrag von CHF 57'963.60 nebst Zins sei unbestritten. B.____ ha be sich jedoch auf den Rückbehalt dieser Summe aufgrund der Mängel berufen. Da er mit seiner Widerklage jedoch nur zu einem kleinen Teil durchgedrungen sei, rechtfertige sich der Rückbehalt nicht, weshalb der Restwerklohn zu bezahlen und die Betreibung in diesem Umfang aufzuh eben sei. Deshalb seien ihm sämtliche Verfahrenskosten aufzuerlegen. D. Mit Eingabe vom 5. April 2019 an das Kantonsgericht Bas el-Landschaft, Abteilung Zivil- recht, erklärte B.____ (nachfolgend Berufungskläger) di e Berufung gegen das Urteil vom 18. Oktober 2018 und stellte folgende Rechtsbegehren: 1. Es sei das Urteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 18. Oktober 2018 aufzuheben. 2. Es sei die Klage der A.____ AG vom 22. Juni 2015 abzuweisen. 3. Es sei die Berufungsbeklagte zu verurteilen, in Na chbesserung des Werkes die Dichtungen bei den Fenstern fachgerecht anzubringen. 4. Es sei der Berufungsbeklagten eine Frist zur Mänge lbehebung gemäss Ziffer 3 hiervor von einem Jahr ab Rechtskraft dieses Urteils anzusetzen. 5. Es sei der Berufungskläger für den Fall, dass die Berufungsbeklagte ihren Pflichten gemäss Ziff. 3 und 4 hiervor nicht nachkommt, zu ermächtigen, die Nachbe sserung auf Kosten der Berufungsbe- klagten vornehmen zu lassen. 6. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen. 7. Unter o/e-Kostenfolge. E. In ihrer Berufungsantwort vom 6. Juni 2019 begehrte d ie A.____ AG (nachfolgend Beru- fungsbeklagte) die Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) zulasten des Berufungsklägers. Auf die Ausführung en der Rechtsschriften im Beru- fungsverfahren wird in den Erwägungen eingegangen. F. Mit Verfügung vom 7. Juni 2019 schloss die Kantonsgericht spräsidentin den Schriften- wechsel und ordnete den Entscheid durch die Dreierkammer aufgrund der Akten an. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen 1. Gegen erstinstanzliche Endentscheide in vermögensrechtli chen Angelegenheiten kann Berufung erhoben werden, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 li t. a und Abs. 2 ZPO). Vorliegend beträgt der Streitwert CHF 57'963.60, so dass die Streitwertg renze erreicht ist. Die Berufung ist innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides bzw . seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet bei d er Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die schriftliche Begründung des angefochtenen Entscheids wurde dem Rechtsvertreter des Berufungsklägers am 6. März 2019 zuge stellt. Die Rechtsmittelfrist lief bis zum 5. April 2019 und ist durch die gleichentags aufg egebene Berufung eingehalten. Der Ge- richtskostenvorschuss wurde vom Berufungskläger fristgerecht bezahlt. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO ist die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht de s Kantonsgerichts für die Beurteilung der vorliegenden Berufung sachlich zuständig. 2.1 Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung u nd/oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden (Art. 310 ZPO). Die Z ulässigkeitsvoraussetzungen der Beru- fung sind von Amtes wegen zu prüfen. Der Berufungskläger beanstandet die unrichtige Fest- stellung des Sachverhalts in Bezug auf die gerügten un d vom Experten bestätigten Mängel der fehlenden Abdichtung sowie die falsche Rechtsanwendung hinsichtlich der Nachbesserung und des Werklohnrückbehalts. Damit macht er zulässige Rügen geltend. Obwohl die ZPO die Beru- fungsanträge nicht ausdrücklich erwähnt, geht das Kanton sgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, mit Lehre und Rechtsprechung einig, dass die B erufung solche enthalten muss (vgl. ZHK ZPO-Reetz/Theiler, Art. 311 N 33 ff.; DIKE -Komm. ZPO-Hungerbühler, Art. 311 N 14 ff.; Seiler, Die Berufung nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Kap. N 872 ff.). Dies ergibt sich aus der Begründungspflicht, da eine Beg ründung notwendigerweise Anträge voraussetzt, welche mit der Begründung substantiiert w erden (vgl. BGE 137 III 618 E. 4.2.2), und aus Art. 221 Abs. 1 lit. b ZPO, welcher auch für die Rechtsmittelschrift zur Anwendung kommt (vgl. BGE 138 III 216 E. 2.3). Aus dem Rechtsbe gehren muss sich ergeben, inwieweit die Angelegenheit weiterhin im Streite liegt. Die B erufungsanträge müssen so bestimmt sein, dass sie im Falle der Gutheissung der Berufung unveränd ert zum Urteil der Berufungsinstanz erhoben werden können (vgl. BGE 137 III 619 E. 4.3). Aus dem Verbot des überspitzten Forma- lismus (Art. 29 Abs. 1 BV) ergibt sich, dass auf eine Ber ufung mit formell mangelhaften Rechts- begehren ausnahmsweise einzutreten ist, wenn sich aus der Begründung, allenfalls in Verbin- dung mit dem angefochtenen Entscheid, ergibt, was der Berufungskläger in der Sache verlangt. Rechtsbegehren sind auch in zweiter Instanz im Lichte der Begründung auszulegen ( BENEDIKT SEILER , in: Die Berufung nach ZPO, Schulthess Verlag 2013, N 881). 2.2. Der Berufungskläger beantragt in seiner Berufung vom 5 . April 2019 mit Rechtsbegehren 3 das Folgende: »Es sei die Berufungsbeklagte zu verurte ilen, in Nachbesserung des Werkes die Dichtungen bei den Fenstern fachgerecht anzubringe n». Der Berufungskläger stellt somit dasselbe Rechtsbegehren wie bereits bei der Vorinstanz. Die Expertise vom 5. Dezember 2017 hat jedoch gezeigt, dass es sich bei der vom Berufungskläger monierten, angeblich fehlenden Abdichtung um die fehlende Isolation der Fenster mit Polyurethanschaum handelt. Der Beru- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht fungskläger hat sein Rechtsbegehren dessen ungeachtet so belassen und nicht entsprechend verdeutlicht. Die Vorinstanz hingegen hat in Ziffer 3 d es Urteilsdispositivs zu Recht nicht die Formulierung des Berufungsklägers gewählt, sondern die Berufungsbeklagte verurteilt, «…bei der kontrollieren Stelle im Erdgeschoss des Beklagten n achträglich noch die fehlende Aus- schäumung anzubringen». Spätestens nach Vorliegen des vo rinstanzlichen Urteils hätte vom anwaltlich vertretenen Berufungskläger erwartet werden dürfen, sein unbestimmtes Rechtsbe- gehren in der Berufung zu konkretisieren, so dass es auch zum Urteilsdispositiv erhoben wer- den kann. Wird ein Rechtsbegehren nachträglich zwecks V erdeutlichung anders formuliert, so geht damit keine inhaltliche Änderung der Klage einh er, weshalb keine Klagänderung vorliegt (SEILER in: Die Berufung nach ZPO, N 1379; BGer 5A_621/2012 vom 30. März 2013, E. 4.3.2). Eine derartige Konkretisierung des Rechtsbegehrens ist som it jederzeit möglich. Wird das zu unbestimmte Rechtsbegehren im Verlauf des Verfahrens jedoch nicht verdeutlicht, läuft die kla- gende Partei Gefahr, dass auf das unsubstantiierte Recht sbegehren nicht eingetreten wird. Nach Ansicht des Kantonsgerichts ist das Rechtsbegehren 3 des Berufungsklägers zu unbe- stimmt, als dass es zum Urteilsdispositiv erhoben werden kö nnte. Aus der Begründung der Be- rufungsschrift wird hingegen ersichtlich, dass der Berufungskläger die angeblich fehlende Isola- tion sämtlicher Fenster in der Liegenschaft mit Polyure thanschaum verlangt. Um nicht das Ver- bot des überspitzten Formalismus zu verletzen, wird auf di e Berufung auch hinsichtlich des for- mell mangelhaften Rechtsbegehrens 3 eingetreten. Der Berufungskläger hat es hingegen gänz- lich unterlassen, seine Rechtsbegehren 4 und 5 zu begrün den, so dass auf diese beiden Rechtsbegehren nicht einzutreten ist. 3. Der Berufungskläger beanstandet im vorinstanzlichen Ver fahren zwei Mängel: Das Be- schlagen der Fenster sowie deren fehlende Abdichtung. Da er die eingeklagte Werklohnrestfor- derung von CHF 57'963.60 nicht bestritt, stellte sich d er Vorinstanz die Frage, ob er berechtigt sei, den eingeklagten Restwerklohn aufgrund seiner wid erklageweise geltend gemachten Män- gel zurückzubehalten. Diesbezüglich erwog die Vorinsta nz, die Expertin habe festgestellt, dass das Beschlagen der Fenster nicht auf falsch eingebautes o der mangelhaftes Glas zurückzufüh- ren sei. Die Berufungsbeklagte hätte den Berufungskläger vor der definitiven Bestellung der Fenster über die bekannte Beschlagsproblematik aufklären müssen. Das Fehlen einer solchen Abmahnung habe zur Folge, dass die Fenster als mangelh aft im Sinne von Art. 368 Abs. 1 OR zu gelten hätten. Bezüglich der beanstandeten Abdichtungen habe die Expertise ergeben, dass die Berufungsbeklagte entgegen der Offerte vom 11. Sep tember 2007 nicht für die äussere Ab- dichtung der Fenster verantwortlich gewesen sei. Die vie rseitige Isolierung der Fenster und He- beschiebetüren mit wärmedämmendem Polyurethanschaum se i hingegen von der Berufungs- beklagten vorzunehmen gewesen. Deshalb habe die Berufung sbeklagte für die im Gutachten bei den kontrollierten Fenstern im Erdgeschoss festgestel lte fehlende Schäumung einzustehen, so dass die Fenster auch in dieser Hinsicht als mangelhaft im Sinne von Art. 368 Abs. 1 OR anzusehen seien. Weiter sei zu prüfen, ob die entsprechende Mängelrüge rechtzeitig erfolgt sei. Gemäss Art. 172 Abs. 1 und 2 der SIA Norm 118 bestehe eine Rügefrist von zwei Jahren, wel- che mit dem Tag der Abnahme des Werkes zu laufen begin ne. Die Abnahme habe am 11. De- zember 2009 stattgefunden. Dafür spreche auch der Umsta nd, dass die G.____ AG dem Bau- leiter der Berufungsklägerin am 11. Dezember 2009 ein e Werkgarantie in Form einer Solidar- bürgschaft ausgestellt habe. In den Mängelrügen des Be rufungsklägers vom 7. März 2010, 18. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht September 2011 und 19. August 2013 sei der Beschlag der Fenster nicht moniert worden, so dass der Berufungskläger daraus keine Mängelrechte für si ch in Anspruch nehmen könne. Für die beanstandeten Abdichtungen könne er sich jedoch au f sein Nachbesserungsrecht berufen, weshalb die Berufungsbeklagte zu verpflichten sei, bei der von der Expertin kontrollierten Stelle im Erdgeschoss der Liegenschaft nachträglich noch die fehl ende Ausschäumung anzubringen. Überdies sei der Rückbehalt des Restwerklohnes nur gerechtf ertigt, wenn durch den entspre- chenden Mangel die Tauglichkeit des Werkes unmittelbar u nd insbesondere erheblich beein- trächtigt werde oder wenn vom Mangel eine unmittelba re Gefahr für Leib und Leben ausgehe. Da dies vorliegend klarerweise nicht der Fall sei, hab e der Berufungskläger der Berufungsbe- klagten den Restwerklohn im Betrag von CHF 57'963.60 n ebst Zins zu 5% seit dem 26. August 2011 zu bezahlen. Gleichzeitig sei der Rechtsvorschlag in der erhobenen Betreibung in diesem Umfang definitiv zu beseitigen. Da die Berufungsbeklag te mit ihrer Klage weitestgehend durch- gedrungen sei, während dem der Berufungskläger mit sei ner Widerklage zum überwiegend grössten Teil unterlegen sei, seien sämtliche Kosten dem Berufungskläger aufzuerlegen. 4. Der Berufungskläger anerkennt in seiner Berufung vom 5 . April 2019 das vorinstanzliche Urteil in Bezug auf das Beschlagen der Fenster. Angefochten werden dagegen die Gutheissung der Forderungsklage und die lediglich eingeschränkte Verpflichtung der Berufungsbeklagten zur Nachbesserung der Dichtungen bei nur wenigen Fenstern. Aus dem Gutachten gehe klar her- vor, dass der Mangel bei der fehlenden Abdichtung aus P olyurethanschaum zwischen den Fensterleibungen und der Gebäudekonstruktion liege. D ie Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass die Berufungsbeklagte lediglich verurteilt werde, «bei der von der Expertin (…) kontrollier- ten Stellen im Erdgeschoss der Liegenschaft des Beklagten nachträglich noch die fehlende Ausschäumung anzubringen» sei sachlich und rechtlich falsc h. Der Berufungskläger habe der Berufungsbeklagten vorgeworfen, die Dichtungen bei d en Fenstern nicht angebracht zu haben. Diesen Vorwurf habe die Berufungsbeklagte eingestanden. Es sei erstellt, dass die Berufungs- beklagte den umstrittenen wärmedämmenden Polyurethanschaum bei keinem einzigen Fenster angebracht habe. Daran ändere auch nichts, dass beim Blowerdoor-Test lediglich bei vier Fens- tern festgestellt worden sei, dass Luft vom Gebäudeinne rn nach aussen trete. Mit dem vorlie- genden Urteil verletze das Zivilkreisgericht die Rechte des Berufungsklägers nach Art. 368 Abs. 2 OR resp. Art. 169 SIA 118. Der Berufungskläger habe ausdrücklich Nachbesserung des ge- rügten Mangels verlangt und wegen der Forderung des Be rufungsbeklagten die gesamte Rest- forderung zu Recht zurückbehalten. Die Höhe des Rückbe halts sei korrekt. Der vom Gericht eingesetzte Experte habe für die Nachbesserungskosten bei vier grossen Fenstern mit rund CHF 4'000.00 gerechnet. Die vertragskonforme, wärmedäm mende Ausschäumung aus Po- lyurethanschaum fehle bei insgesamt 35 Fenstern. Folglich erreichten die Sanierungskosten ungefähr die Kosten der Forderung der Berufungsbeklag ten. Der Berufungskläger sei überdies berechtigt, den Restwerklohn gemäss Art. 82 OR zurückzubeh alten, da es sich bei der fehlen- den Wärmedämmung um einen wesentlichen Mangel handle. Beim Rückbehaltsrecht handle es sich um ein zulässiges Mittel zur Durchsetzung des Nachbesserungsanspruchs. Da der Mangel bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht behoben sei und die Kosten für die Abdichtung bei den Fensterleibungen inklusive der Folgekosten in der Höhe der Forderung der Berufungsbeklagten von CHF 57'963.60 lägen, könne er die gesamte Restanz d er Werklohnforderung nach Art. 82 OR nach wie vor zurückbehalten, bis der Mangel behoben sei. Der Berufungskläger erblickt Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zudem eine Rechtsverletzung in der Verteilung der Gerich ts- und Anwaltskosten gemäss Ziffer 9 der Erwägungen des angefochtenen Urteils. 5. Die Berufungsbeklagte bestreitet in ihrer Berufungsa ntwort einerseits das Vorliegen einer rechtsgenügenden Mängelrüge des Berufungsklägers und an dererseits das Eingeständnis ih- rerseits, die Dichtungen sowie den Polyurethanschaum be i den Fenstern nicht angebracht zu haben. Dies seien reine Parteibehauptungen des Berufu ngsklägers. Der Gutachter sowie die Vorinstanz hätten korrekt festgestellt, dass sie nicht für die äussere Abdichtung der Fenster verantwortlich gewesen sei. Zudem habe die Expertise be stätigt, dass die Fenster nach den Regeln der Baukunde erstellt worden seien. Sie habe i hre Arbeiten korrekt und mangelfrei er- bracht. Der Berufungskläger begründe seinen Rückbehalt de s Restwerklohnes mit der unsub- stantiierten und unbelegten Behauptung, bei sämtlichen Fenstern fehle der Polyurethanschaum. Diese Behauptung sei jedoch reine Spekulation. Es sei auch unklar, wie der Berufungskläger zu seiner Behauptung bezüglich der angeblich mangelhaften Isolation komme, zumal die Isolation nicht in ihren Aufgabenbereich falle. Da es sich vorlie gend nicht um einen wesentlichen Mangel handle, sei der Berufungskläger auch nicht berechtigt, d ie Restwerklohnforderung zurückzube- halten. Deshalb sei die Berufung abzuweisen. 6.1 Der Berufungskläger behauptet, die Polyurethanausschäum ung fehle bei sämtlichen Fenstern der Liegenschaft und sei von der Berufungsbeklagten in Nachbesserung ihres Werkes noch anzubringen. Die Berufungsbeklagte bestreitet jed och das Vorliegen einer rechtsgenügli- chen Mängelrüge. Unbestritten geblieben ist hingegen d ie Feststellung der Vorinstanz, wonach die Abnahme der Fenster am 11. Dezember 2009 stattfan d und ab diesem Datum die zweijäh- rige Rügefrist gemäss Art. 172 SIA-Norm 118 zu laufen begann. Innert Frist wurden vom Beru- fungskläger zwei Mängelrügen erhoben: Am 7. März 2010 sowie am 18. September 2011. 6.2 Art. 367 Abs. 1 OR besagt, dass der Bestellter nach Ab lieferung des Werkes, sobald es nach dem üblichen Geschäftsgange tunlich ist, dessen Bescha ffenheit zu prüfen und den Un- ternehmer von allfälligen Mängeln in Kenntnis zu setze n hat. Über den Inhalt der Mängelrüge enthält weder Art. 367 Abs. 1 OR noch Art. 163 Abs. 1 SIA Norm 118 eine aussagekräftige Re- gelung. Rechtsprechung und Lehre gehen davon aus, dass der Mangel, der gerügt werden soll, genau anzugeben ist, so dass der Unternehmer erkennen kann , was an seinem Werk bean- standet wird (BGer 4C.258/2001 vom 5. September 2002 E. 3.1). Die Mängelrüge des Bestel- lers «muss sachgerecht substantiiert sein». Eine nur all gemeine Erklärung, «das Werk sei mangelhaft», genügt für die Mängelrüge grundsätzlich nicht. Vielmehr hat der Besteller jeden Mangel, den er rügen will, hinreichend genau anzugeb en, bei mehreren Mängeln also nicht nur die «Hauptmängel». Er hat die Mängel nach ihrer Ersc heinungsform (z.B. «Risse in der Haus- mauer») und gegebenenfalls nach ihrer Lage (z.B. «Südf ront») so exakt zu bezeichnen, dass der Unternehmer erkennen kann, was an seinem Werk beanstandet wird, um welche Mängel es somit geht. Kurzum: Der Unternehmer muss der Mitteilung des Bestellers entnehmen können, in welchem Punkt und in welchem Umfang der Besteller das Werk als mangelhaft erachtet. Das setzt weder voraus, dass der Bestellter sich einer technisch en Sprache bedient, noch dass er die gerügten Mängel fachlich richtig umschreibt oder sie in allen Einzelheiten schildert. Vielmehr genügt es, wenn der Besteller den aus seiner subjektive n Sicht vorhandenen Mangel so be- schreibt, wie er ihn selber sieht und beschreiben kann, w ozu es unter Umständen ausreicht, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass er auf die ungünstigen Auswirkungen des Mangels hin weist. Die Ursache des mitgeteilten Mangels braucht der Besteller jedenfalls nicht anzugeben , auch nicht, wenn er fachkundig ist, da sich seine gesetzliche Anzeigepflicht schon nach dem Wor tlaut des Gesetzes auf den Man- gel selbst beschränkt ( PETER GAUCH , in: Der Werkvertrag, Schulthess Verlag, 6. Aufl., N2 128 ff.) 6.3 Die erste Mängelrüge vom 7. März 2010 hält folgende Mängel fest: «1. Es sind Dichtun- gen nicht vorhanden. 2. Dichtungen lösen sich bei den Schiebetüren. 3. Küchenfenster schliesst nicht dicht, aufgrund der Mechanik des GEZE-Antriebs». Di e zweite Mängelrüge vom 18. Sep- tember 2011 beanstandet unter anderem das Folgende: « … 3. Wir haben an den Terrassenflü- geltüren ein Wärmedurchtritt durch die Holzrahmen ode r fehlende Abdichtung, die so stark ist, dass sich im Lamellen Storenkasten und am Boden vor den Fenstern Eis bildet. Foto anbei. 4. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist, dass wir an der Innenseite der Rahmen der Schiebetüren massive Vereisungen immer wieder feststellen. Fotos anbei . Wir erinnern daran, dass an allen Schiebetüren in den Rahmen die Isolation gefehlt hatt e, oder nicht vollständig war». In der ers- ten Mängelrüge vom 7. März 2010 wird pauschal festgeste llt, dass Dichtungen nicht vorhanden seien, sich Dichtungen bei den Schiebetüren lösten und da s Küchenfenster nicht schliesse. Vorliegend wird die Nachbesserung der Dichtungen (rect e Ausschäumung) der Fenster bean- tragt. Somit sind die Positionen zwei und drei der Män gelrüge vom 7. März 2010 irrelevant, da es sich bei Punkt zwei um die Schiebetüren und bei Pun kt drei um den Schliessmechanismus handelt. Aus Position 1 «Es sind Dichtungen nicht vorhanden» kann der Unternehmer indessen nicht erkennen, was konkret gerügt wird. Es bleibt unkl ar, um welche Dichtungen es sich han- delt, ob diejenigen der Schiebetüren oder auch der Fe nster. Weiter bleibt offen, welche Fenster vom Mangel betroffen sind – diejenigen im Untergeschoss , Obergeschoss oder Erdgeschoss? Dem Unternehmer stellt sich auch die Frage, ob an den Fenstern sämtliche Dichtungen oder lediglich die vertikalen oder horizontalen fehlen? Auf grund dieser unbestimmten Mängelrüge wird dem Unternehmer nicht klar, was genau moniert wir d. Es kann somit festgestellt werden, dass die erste Mängelrüge vom 7. März 2010 zu unbestimmt und allgemein formuliert ist, als dass der Unternehmer daraus lesen könnte, was er zu verb essern hat. In der zweiten Mängel- rüge vom 18. September 2011 wird der Berufungskläger ko nkreter, indem er den Wärmedurch- tritt bei den Terrassenflügeltüren moniert sowie massive Vereisungen an der Innenseite der Rahmen der Schiebetüren geltend macht. Gleichzeitig le gt er dieser Mängelrüge Fotos bei. In diesem zweiten Schreiben werden aber nur Schiebetüren bemängelt, keine Fenster. Sämtliche Beanstandungen beziehen sich auf die Schiebetüren, wel che im vorliegenden Fall nicht mehr im Streit liegen. Deshalb ist die zweite Mängelrüge f ür die Nachbesserung der angeblich feh- lenden Ausschäumung der Fenster nicht relevant und das G ericht hat lediglich auf die erste Mängelrüge vom 7. März 2010 abzustellen. Diese Mängel rüge ist aber nicht sachgerecht sub- stantiiert. Wie ausgeführt sind die Mängel pauschal un d nicht einzeln bezeichnet worden («Es sind Dichtungen nicht vorhanden»). Eine genaue Angabe hinsichtlich Art, Umfang und gegebe- nenfalls Ort des Mangels fehlt komplett, sodass die Beru fungsbeklagte nicht abschätzen kann, in welchen Punkten und in welchem Umfang der Berufun gskläger das Werk bemängelt. Eine derart ungenügend substantiierte Mängelrüge genügt de n gesetzlichen Anforderungen nicht und gilt somit als nicht erfolgt. Die Berufung ist d eshalb bereits mangels rechtzeitig erhobener Mängelrüge abzuweisen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Der vorinstanzliche Entscheid setzt sich mit der Frage n ach der genügenden Substantiie- rung der Mängelrüge nicht näher auseinander, sondern stellt in Erwägung 7 pauschal fest, dass »für das vom Beklagten beanstandete Fehlen der Abdichtu ngen bei den Fenstern eine hinrei- chende und fristgerechte Mängelrüge als vorhanden angese hen werden könne». Daraus wird nicht ersichtlich, gestützt auf welche Mängelrüge des B erufungsklägers eine genügende Sub- stantiierung der angeblich fehlenden Fensterisolation m it Polyurethanschaum hergeleitet wird. Da die Berufungsbeklagte den Einwand der fehlenden S ubstantiierung der Mängelrüge jedoch bloss in ihrer Berufungsantwort erwähnt und keine eige ne Anschlussberufung erhoben hat, ist darauf nicht weiter einzugehen. 7.2 Selbst wenn das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht , ebenfalls davon ausgehen würde, dass eine genügend substantiierte Mängelrüge vorliegt, wäre die Berufung auch aufgrund fol- gender Erwägungen abzuweisen: Das Gutachten der F.__ __ AG vom 5. Dezember 2017 be- fasst sich ab Seite 6, Punkt 2, mit den Abdichtungen der eingebauten Fenster und Türen und hält zunächst auf Seite 6, Antwort 2.1, fest, dass nur U ndichtigkeiten bei den vertikalen Leibun- gen vorlägen. Auf Seite 7, Antwort 2.5, führt der E xperte aus, das Problem der ungenügend abgedichteten Fenster und Türen sei bei den grossen Fenstern auf der Gartenseite im Erd- und Sockelgeschoss entstanden und betreffe vier Leibungen. Fü r die Behebung dieses Problems bei diesen vier Leibungen rechnet der Experte in Ziffer 2.6 mit Kosten von ca. CHF 4'000.00. Unter Ziffer 2.7 erwähnt der Experte, bei der Blower door-Messung habe sich gezeigt, dass Luftundichtigkeiten zwischen der Sockelleiste und den Le ibungen vorhanden seien. Von Seiten des Fensterbauers fehle die Ausschäumung bei der kontrolli erten Stelle im Erdgeschoss. Die- ses Ausführungsdetail komme nur einmal vor. Im Bericht des Experten vom 6. Juli 2018, in wel- chem die Erläuterungs- und Ergänzungsfragen zur Expertise vom 5. Dezember 2017 beantwor- tet werden, antwortet der Experte auf Frage 4.c, ob das Fehlen des wärmedämmenden Po- lyurethanschaums sowie das Fehlen der wasserfesten Fugenversiegelung mit einer elastischen witterungsbedingten Dichtmasse ganz oder teilweise mitver antwortlich sei für die Undichtigkeit der Leibungen das Folgende: «Der fehlende Polyuretha nschaum ist ein Hohlraumfüller. Die innere Kittfuge und eine äussere Abklebung, die nicht vorhanden ist, ist für die Luftdichtigkeit massgebend». Das Gutachten stellt somit eindeutig fest, dass aufgrund der durchgeführten Blowerdoor-Messung lediglich bei den vier Fensterleibun gen im Erdgeschoss der isolierende Polyurethanschaum fehlt. Weshalb der Berufungskläger nach Vorliegen des klaren Gutachtens die Ansicht vertritt, die Polyurethanausschäumung fehle bei sämtlichen Fenstern, ist nicht nach- vollziehbar. Entgegen der Aussage des Berufungsklägers gest eht die Berufungsbeklagte das angebliche Fehlen der Polyurethanausschäumung bei allen Fenstern nicht ein, sie bestreitet im Gegenteil das behauptete Eingeständnis ihrerseits expl izit. Es liegen folglich keine Beweise für das Fehlen der Polyurethanausschäumung bei sämtlichen ei ngebauten Fensterleibungen vor. Deshalb hat die Vorinstanz die Berufungsbeklagte ledigl ich zur Nachbesserung der vier festge- stellten Fensterleibungen verpflichtet. Die Expertise ste llt überdies klar, dass für die Dichtigkeit der Fenster nicht die isolierende Polyurethanausschäum ung, sondern die innere Kittfuge und die äussere Abklebung massgebend sind. Dafür ist aber – w ie die Expertise ebenfalls korrekt festgestellt hat – nicht die Berufungsbeklagte verantwo rtlich. Wenngleich unklar bleibt, auf wel- che Mängelrüge des Berufungsklägers sich die Vorinstanz ab gestützt hat, ist sie zutreffend von nur vier nachzubessernden Fensterleibungen im Betrag von CHF 4'000.00 ausgegangen. Sie Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat gleichzeitig festgestellt, dass es sich dabei nicht um einen wesentlichen Mangel im Sinne von Art. 161 SIA Norm 118 handelt, der eine Rückstellung des gesamten Restwerklohnes in der Höhe von CHF 57'963.60 rechtfertige. Demgemäss ist das vo rinstanzliche Urteil zu bestätigen und die Berufung abzuweisen. 8. Schliesslich bleibt über die angebliche Rechtsverletzung der vorinstanzlichen Kostenver- teilung zu entscheiden. Der Berufungskläger bezifferte den Streitwert seiner vorinstanzlichen Widerklage mit CHF 180'000.00 bis CHF 200'000.00. Durchgedrungen ist er unbestrittenermas- sen mit CHF 4'000.00 für die Ausschäumung der vier Fenste rleibungen im Erdgeschoss der Liegenschaft. Dies entspricht 2% seiner widerklageweise eingeklagten Forderung. Auf der an- deren Seite obsiegte die Berufungsbeklagte mit ihrer R estwerklohnforderung komplett. Die Vo- rinstanz erwog deshalb zu Recht, dass der Berufungskläger zum überwiegend grössten Teil mit seiner Widerklage unterlegen sei, so dass es sich rechtf ertige, ihm sämtliche Gerichtskosten aufzuerlegen und ihn gleichzeitig verpflichtete, der Gegenpartei eine Parteientschädigung zu entrichten. In dieser Kostenverteilung ist keine Rechtsverletzung ersichtlich. 9. Es hat sich gezeigt, dass die Berufung abzuweisen ist. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend sind dem Berufungskläger in Anwendung von Art. 106 Abs. 1 i.V. mit Art. 95 Abs. 1 ZPO die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist gestützt auf § 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. f Ziff. 2 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (Gebüh- rentarif, GebT; SGS 170.31) auf pauschal CHF 6‘000.0 0 festzulegen und dem Berufungskläger aufzuerlegen. Überdies hat der Berufungskläger der Ber ufungsbeklagten für das Rechtsmittel- verfahren eine Parteientschädigung zu entrichten. Die Berufungsbeklagte hat dem Kantonsge- richt Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, am 24. Juni 2019 eine Honorarnote eingereicht, mit welcher ein Honorar von CHF 7'539.00 (inkl. MWSt) gel tend gemacht wird. Die betreffende Rechnung wurde dem Rechtsvertreter des Berufungsklägers zu r Kenntnisnahme zugestellt. Dieser hat sich zur Höhe der beantragten Parteientschädi gung namens seines Klienten nicht geäussert. Die Bemessung des Honorars gemäss Streitwert entspricht den einschlägigen ge- setzlichen Bestimmungen (§ 7 Abs. 1 i.V.m. § 10 TO). Zud em erscheint die beantragte Partei- entschädigung angemessen. Allerdings ist es aufgrund der vermuteten Vorsteuerabzugsbe- rechtigung der beklagten Aktiengesellschaft nicht angezeig t, auf dem Honorar die Mehrwert- steuer (in casu CHF 539.00 ausmachend) hinzuzuschlagen (vgl . Entscheide des Kantonsge- richts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, 400 11 38 E 4.5. sowie 410 16 205 E. 12). Dem- entsprechend reduziert sich das Honorar um die berechnete Mehrwertsteuer, so dass der Beru- fungsbeklagten eine Parteientschädigung von CHF 7'000.00 zuzusprechen ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren von CHF 6‘000.00 wird dem Berufungskläger auferlegt. Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten für das R echtsmittel- verfahren eine Parteientschädigung von CHF 7'000.00 zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer Gerichtsschreiberin Karin Wiesner