Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Juni 2014 (725 14 95) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Anspruch auf Versicherungsleistungen nach Autounfall; natürlicher Kausalzusammen- hang verneint; Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Erich Züblin, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. A.____ arbeitete vom 9. Oktober 2002 bis Ende Ju ni 2003 in einem Teilzeitpensum (28,35 Std./pro Woche) bei der B.____ und war durch die Arbeitgeberin bei der Schweizeri- schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Be- rufskrankheiten versichert. Am 9. Dezember 2002 erlitt A.____ einen Autounfall. Nach dem Un- fall begab sich die Versicherte ins Spital C.____, wo eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS), Prellungen der Lendenwirbelsäule (LWS), ein Verdacht auf eine Commotio cerebri und ein psy- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht chischer Ausnahmezustand diagnostiziert wurden (vgl. Arztzeugnis UVG vom 29. Januar 2003). Die SUVA erbrachte in der Folge die gesetzlichen Lei stungen (Heilkosten, Taggeld). Mit Verfü- gung vom 30. Oktober 2013 stellte sie die Versicherungsl eistungen betreffend das Unfallereig- nis vom 9. Dezember 2002 per 31. Dezember 2013 ein. Zur Begründung führte sie im Wesentli- chen aus, dass zwischen den anhaltenden Beschwerden der Ve rsicherten und dem Unfaller- eignis vom 9. Dezember 2002 mit überwiegender Wahrschei nlichkeit kein Kausalzusammen- hang mehr bestehe. Daran hielt die SUVA auf Einsprach e hin mit Entscheid vom 18. Februar 2014 fest. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat E rich Züblin, am 20. März 2014 Be- schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie bean- tragte, es sei der Einspracheentscheid vom 18. Februar 2 014 aufzuheben und die Beschwer- degegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistunge n über den 31. Dezember 2013 hin- aus auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, die Beschwerdegegnerin habe während 11 Jahren Heilungskosten und Taggelder erbracht, weil sie von der anfänglich gutachterlich bestätigten traumat ischen Hirnverletzung mit Epilepsie und einem hirnorganischen Psychosyndrom ausgegangen sei. Diese Diagnosen seien mittels Elekt- roenzephalogramm (EEG) vom 20. Februar 2002 objektivi ert und bildgebend respektive appa- rativ im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichts nach gewiesen worden. Es sei unglaub- würdig und entspreche einer Verdrehung der Tatsachen, wenn die SUVA nunmehr behaupte, es habe damals bloss der Verdacht einer entsprechenden Ges undheitsstörung bestanden. Die Beschwerdegegnerin könne zudem mittels der vorhandenen m edizinischen Akten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen, dass heute k eine traumatische Hirnverletzung mit Epilepsie und hirnorganischem Psychosyndrom mehr bestehe. Weiter sei auch nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin unter einer vorbestehenden Persönlichkeitsstörung leide, welche heute alleine für die vorhandenen Gesundheitsstörunge n verantwortlich sei. Schliesslich hielt die Beschwerdeführerin fest, dass den vorhandenen medizin ischen Akten nicht die volle Be- weiskraft zukomme. C. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Mai 2013 beantragt e die SUVA die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bunde sgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 AT SG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in D.____, weshal b die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs . 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Ar t. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 20. März 2014 ist demnach ein- zutreten. 2. Mit Verfügung vom 30. Oktober 2013 resp. mit Einspr acheentscheid vom 18. Februar 2014 stellte die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen per 31. Dezember 2013 ein. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin über diesen Zeitpunkt hinaus weiterhin Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung hat. 3. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in d er obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Per- son. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person A nspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid ist . Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund- heitszustandes der versicherten Person mehr erwartet wer den kann und allfällige Eingliede- rungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschloss en sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebl iche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art . 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ä rztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 4.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UV G setzt als erstes voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfä- higkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürli cher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen K ausalzusammenhangs sind alle Um- stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erf olg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit e ingetreten gedacht werden kann. Entspre- chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natü rlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmit telbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper- liche oder geistige Integrität der versicherten Person b eeinträchtigt hat, das Ereignis mit ande- ren Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auc h die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen ). Ob zwischen einem schädigenden Er- eignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürl icher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdig ung nach dem im Sozialversicherungs- recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinl ichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründu ng eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 4.2 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversiche rers erst, wenn der Unfall nicht die na- türliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darst ellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich n ach dem schicksalsmässigen Verlauf ei- nes krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326, U 180/93 E. 3b mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheit sschadens mit dem im Sozialversi- cherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwieg enden Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruch saufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistu ngsbegründender natürlicher Kausalzu- sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person , sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2). Der Beweis des Wegfalls de s natürlichen Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbra cht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu ve rlangen, dass kein Gesundheits- schaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsscha dens ihre kausale Bedeutung verlo- ren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgericht vom 10. März 2010, 8C_963/2009, E. 2.1). 5.1 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterla gen nach dem für den Sozialversiche- rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an fö rmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi alversicherungsgericht alle Be- weismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be urteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, weshalb es auf die eine und nicht auf di e andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entsc heidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a , 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 5.2 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesg erichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, wel che aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6. Vorliegend sind im Wesentlichen nachfolgende Berichte zu berücksichtigen: 6.1.1 Dem Arztzeugnis UVG des Spitals C.____ vom 29. Janu ar 2003 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin am 9. Dezember 2002 einen Verkehrsunfall erlitten hat. Im Rah- men der Befundaufnahme wurde festgestellt, sie sei bei vollem Bewusstsein (Glasgow Coma Scale [GCS] 15) und die Pupillen seien isokor und mit telweit gewesen; zudem hätte sich eine prompte Lichtreaktion beidseits gezeigt. Weiter hätten keine neurologischen Auffälligkeiten, jedoch ein Druckschmerz über dem LWS-Bereich, dem linke n Knie sowie dem rechten unteren Schulterblatt bestanden. Als Diagnosen wurden eine HWS -Distorsion und eine LWS-Prellung sowie ein Verdacht auf eine Commotio cerebri und ein psychischer Ausnahmezustand genannt. Die Beschwerdeführerin sei bis mindestens 13. Dezember 2002 zu 100% arbeitsunfähig. 6.1.2 Dr. med. E.____, FMH Innere Medizin, diagnostiz ierte am 20. Januar 2003 eine Kon- tusion der HWS und der LWS. Es bestünden unverändert sta rke Schmerzen im Bereich des Nackens und des ganzen Rückens, verbunden mit Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörun- gen, depressiver Verstimmung und weiteren Symptomen. Di e Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, längere Zeit zu sitzen oder andere Stellung en einzunehmen. Sie sei ausser Stande, Auto zu fahren. 6.1.3 Der Neurologe Dr. med. F.____, FMH Neurologie , untersuchte die Beschwerdeführerin am 20. Februar 2003. Seinem Bericht vom 21. Februar 2003 ist zu entnehmen, dass eine leich- te bis mässige Allgemeinveränderung mit Schwerpunkt temporal links und ein Verdacht auf eine epileptogene Läsion in diesem Gebiet sowie intermitti erende Vigilanzschwankungen vorlägen. Um einer Chronifizierung vorzubeugen, erachtete Dr. F. ____ eine intensive 3 - 4 Wochen dau- ernde stationäre Rehabilitation für dringend angezeigt. 6.1.4 Am 17. März 2003 wurde im Auftrag von Dr. F:___ _ im Institut G.____, ein triplanares natives MRI des Kopfes der Beschwerdeführerin durchgefüh rt. Als Indikation ist dem Bericht vom 19. März 2003 ein Unfall am 9. Dezember 2002 mit V erdacht auf ein leichtes Schädelhirn- trauma zu entnehmen. Die radiologische Untersuchung e rgab sodann, dass keine fokalen oder Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht diffusen Hirnparenchymläsionen posttraumatischer oder anderweiter Natur erkennbar seien und weder Epi- noch Subduralhämatome vorlägen. Die Weite und das Signalverhalten der Liquor- räume seien ebenso wie die konfigurierten Temporalla ppen und der Hippocampus beidseits normal. 6.1.5 Dr. F.____ diagnostizierte am 22. Mai 2003 ein leichtes Schädel-Hirntrauma mit hoch- gradigem Verdacht auf eine epileptogene Läsion mit p artiell-komplexen Anfällen. Erneut emp- fahl er eine stationäre Rehabilitation während 3 - 4 Wochen. 6.1.6 In der Zeit vom 17. Juni 2003 bis 29. Juli 2003 befand sich die Beschwerdeführerin in der Rehaklinik H.____. Im Austrittsbericht vom 20. August 2003 werden als Diagnosen ein Sta- tus nach Verkehrsunfall (Frontal- und Rechtsseitenkollisi on) am 9. Dezember 2002 mit wahr- scheinlicher Distorsion der HWS, ein Verdacht auf ein le ichtes Schädel-Hirntrauma, auf eine Distorsion im Bereich des thorakolumbalen Übergangs, auf eine Contusio capitis occipitalis und auf eine Commotio cerebri genannt. Seit dem Unfall leide die Beschwerdeführerin zudem an Dämmerzuständen mit epileptogenen Potentialen im EEG, einem zervikozephalen Symptom- komplex, einem thorakolumbalen Schmerzsyndrom, einer vegetativen Dysregulation, neuropsy- chologischen Funktionsstörungen und einer Anpassungsstörung mit Angst und Depression. Während des Aufenthalts in der Rehaklinik H.____ habe die Beschwerdeführerin an einem mul- tidisziplinären Therapieprogramm (Physio- und Ergothera pie, psychologische Einzelbetreuung, logopädische Therapie und neuropsychologische Abklärungen) teilgenommen. Gesamthaft hät- ten die Beschwerden nur geringfügig beeinflusst werden können. Die Beschwerdeführerin habe aber eine bessere Akzeptanz derselben und einen besseren Umgang damit gezeigt. Ziel sei es, eine weitere psychische und physische Stabilisierung zu err eichen. Die Arbeitsunfähigkeit be- trage weiterhin 100%. 6.1.7 Die Beschwerdeführerin begab sich nach dem Austri tt aus der Rehaklinik H.____ in Behandlung von lic. phil. I.____, Fachpsychologe für Ne uropsychologie und Psychotherapie. Am 9. September 2003 diagnostizierte er aus klinisch-psycho logischer und neuropsychologi- scher Sicht unter anderem mässig schwere neuropsychologische Hirnfunktionsstörungen sowie derzeit eine schwere ängstlich-depressive Anpassungsstörung mit Anteil an einer posttraumati- schen Belastungsstörung. Ein knappes Jahr später - am 19. August 2004 - berichtet e lic. phil. I.____, dass sich die ängst- lich-depressive Anpassungsstörung in Regression befinde. Rest symptome einer posttraumati- schen Belastungsstörung würden weiterhin bestehen, seien aber im Vergleich zu vor einem Jahr in den Hintergrund getreten. Die im Vergleich m it der Vortestung unverändert weiterbeste- henden neuropsychologischen Funktionsstörungen seien im Wesentlichen Folge einer anläss- lich des Unfalls vom 9. Dezember 2002 erlittenen Hirnver letzung bzw. eines Schädel- Hirntraumas. Ebenso seien seines Erachtens die vermehrte Reizbarkeit und Affektlabilität sowie die verminderte Impulskontrolle als Unfallfolgen zu betrachten. An diesen Ausführungen hielt lic. phil. I.____ auch i n seinem Bericht vom 7. November 2005 fest. Es lägen bei der Beschwerdeführerin weiterhin un verändert mässig schwere subkortikale, frontolimbische und -temporale Hirnfunktionsstörungen be idseits vor, welche links mehr ausge- prägt seien. Ebenso bestünde eine ängstlich-depressive An passungsstörung, welche aufgrund Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht der chronischen Dauerbeschwerden und des Beschwerdeverlaufs gut nachvollziehbar sei. Eine posttraumatische Belastungsstörung sei in Form von Restsymptomen weiterhin zu diagnostizie- ren. 6.1.8 Der Neurologe Dr. F.____ führte in seinem ärztl ichen Zwischenbericht vom 28. Januar 2004 aus, dass die Beschwerdeführerin beim Unfall am 9. Dezember 2002 ein leichtes Schä- del-Hirntrauma sowie eine HWS- und eine LWS-Distorsion erlitten habe und als Folge davon an kognitiven Defiziten leide. In Bezug auf den Verlauf fü hrte er unter anderem aus, dass sich die Schmerzen seit dem Austritt aus der Rehaklinik H.___ kaum verändert hätten. Hingegen wür- den kaum mehr epileptische Dämmerzustände auftreten. Diese Angaben bestätigte Dr. F.____ in seinen Berichte n vom 18. August 2004, vom 29. März 2005 und vom 21. Oktober 2005, wobei er die LWS-Beschwerden als unfallfremd bezeichnete. 6.1.9 Am 20. September 2006 erging das polydisziplinär e Gutachten der J.____. Die unter- suchenden Ärzte diagnostizierten eine mittelgradige dep ressive Episode mit somatischem Syn- drom, eine teilremittierte posttraumatische Belastungsst örung, eine symptomatische Epilepsie mit rezidivierenden komplex-partiellen Anfällen bei S tatus nach milder traumatischer Hirnverlet- zung bei Verkehrsunfall am 9. Dezember 2002, ein chron isches zervikovertebrales bis - brachiales Schmerzsyndrom, eine Migräne ohne Aura und m ittelschwere neuropsychologische Defizite. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestün den ein intermittierendes lumbovertebral- es Schmerzsyndrom, eine leichte Supraspinatustendopathi e der rechten Schulter, eine mögli- che beginnende Coxarthrose links, eine morbide Adiposita s und eine residuenlos verheilte Ex- tensoren-Sehnenläsion am Zeigerfinger links. In der G esamtbeurteilung wurde zunächst zum neuropsychologischen Beschwerdekreis festgestellt, dass sich fo rmal mittelschwere bis schwe- re Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeitsfunktionen und - testspezifisch - des Arbeitstempos sowie insgesamt leichte bis mittelschwere Einschränkungen der verbal-episodischen Gedächt- nisleistungen objektivieren lassen würden. Die Rechenleistungen seien grenzwertig ausgeprägt. Im Bereich exekutiver Leistungen würden sich Einschränkunge n bei der konsequenten Beibe- haltung von Zuordnungsregeln zeigen. Die Arbeitsfähigk eit betrage aus neuropsychologischer Sicht bei einer Tätigkeit als Büroangestellte 50%; bei freier Zeiteinteilung sei es der Beschwer- deführerin möglich, dieses Pensum zu leisten. Die Frage, ob Aussicht auf teilweises oder voll- ständiges Abklingen der neuropsychologischen Defizite besteh e, bejahten die Gutachter inso- fern, als sich Erfolge in der medikamentösen Behandlun g sowie der psychischen Situation der Beschwerdeführerin erreichen lassen würden. Als äusserst ungünstig für die Prognose erweise sich jedoch gegenwärtig die von der Beschwerdeführerin selbst bekundete Überzeugung, den Endzustand nach dem Unfallereignis erreicht zu haben, was wenig Veränderungsmotivation signalisiere. In psychiatrischer Hinsicht sei die Beschwerde führerin zu 40% in der Arbeitsfähig- keit eingeschränkt, wobei eine Verbesserung der Arbeitsfä higkeit durch die Aufnahme einer ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung u nd eine Medikamenten- Compliance möglich sei. Nach zumindest teilweiser Remission der depressiven Symptomatik könne eine störungsspezifische, kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung der posttrauma- tischen Belastungsstörung erfolgen. Eine konsequente U msetzung der therapeutischen Mass- nahmen sei bei der Versicherten anzuraten, um eine wei tere Chronifizierung zu verhindern. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Eine psychiatrische Reevaluation habe nach vollumfängl icher Umsetzung der therapeutischen Massnahmen nach circa einem Jahr zu erfolgen. In Bezug auf die rheumatologischen Beschwerden wurde i m Gutachten der J.____ festgestellt, dass die Beschwerdeführerin für mittelschwere bis schwere Tä tigkeiten nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer adaptierten Arbeit sei eine 80%ige Arbeitsfähigkeit zu attestieren. 6.1.10 Im Zwischenbericht vom 13. August 2007 wies lic. p hil. I.____ auf Fort-, aber auch auf Rückschritte in der Behandlung hin. Ein therapeutischer E rfolg habe aber nicht erzielt werden können. Ein solcher sei auch von einer im Sinne der J.__ __-Gutachter vorgeschlagenen neu aufgegleisten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung nicht zu erwarten. Unter der neuerlichen Einnahme des Medikamentes Zoloft, verordne t von Dr. F.____, fühle sich die Be- schwerdeführerin jedoch etwas ausgeglichener. An der psychischen Grenzbelastbarkeit, welche aus der unverändert fortbestehenden komplexen Beschwerdel age und der adaptierten Wahr- nehmung resultiere, sowie bei der Bewältigung ihrer alltäglichen Aufgaben und Pflichten, ände- re dies kaum etwas. 6.1.11 Der SUVA-Kreisarzt Dr. med. K.____, FMH Psychiat rie und Psychotherapie, nahm am 20. September 2007 zu den Ausführungen von lic. phil. I.___ und im Gutachten der J.____ Stel- lung. Er erachtete die bisherige Behandlung durch den Psychologen als adäquat, verständlich und nachvollziehbar. Die psychiatrische Einschätzung der J.___ _ sei hingegen eher theore- tisch. Deren prognostische Einschätzung gründe sich vielmehr auf Hypothesen und weniger auf einer ausführlichen Beurteilung des bisherigen Verlaufs. 6.1.12 Am 28. Mai 2008 erfolgte eine kreisärztliche Un tersuchung bei Dr. med. L.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegung sapparates. In seiner versiche- rungsmedizinischen Beurteilung führte er aus, dass sich dif fuse Schmerzen auf HWS-Höhe auf Palpation ohne relevante Verspannungen zeigen würden, wobei ein strukturell objektivierbares Korrelat nach allen medizinischen Abklärungen nicht vorh anden sei. Eine Hirnfunktionsstörung sei zwar diagnostiziert worden. Diese stehe aber nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem Zusammenhang mit dem Unfall, sei doch nach demse lben keine Bewusstlosigkeit doku- mentiert worden. Bildgebend seien aus unfallmedizinisch er Sicht keine strukturell objektivierba- ren Unfallfolgen vorhanden. Der Zustand sei stabil und im Sinne eines Endzustandes aus rein medizinischer Sicht zu werten. 6.1.13 Lic. phil. I.____ führte in einem weiteren Be richt vom 20. Juni 2008 aus, dass die Be- schwerdeführerin nach einem Verkehrsunfall an einem or ganischen Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma mit Wesensänderung und erhöhter Er schöpfbarkeit, einer symptomatischen Epilepsie mit rezidivierenden komplex-partiellen Anfäll en, einem chronischen zervikozephalen und -brachialem Schmerzsyndrom, einer anhaltenden bzw. re zidivierenden mässig schweren depressiven Störung mit Schlafstörung und nachfolgender Tagesmüdigkeit leide. Weiter wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin prätraumatisch gesund gewesen sei. Es bestünden keinerlei Hinweise für Auffälligkeiten der Persönlichkeitsstruktur. 6.1.14 Die Beschwerdeführerin befand sich vom 27. bis 30. April 2010 in der Klinik M.____. Im neurologisch-psychiatrischen Gutachten vom 19. Oktober 2010 wurden eine anhaltende soma- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht toforme Schmerzstörung sowie eine somatoforme Entwicklu ng mit depressiven, neurastheni- schen und dissoziativen Zügen bei einem Status nach Unfall im Dezember 2002 mit HWS- Distorsionstrauma, Verdacht auf Commotio cerebri und psychischem Ausnahmezustand, einem Status nach Anpassungsstörung mit Angst und Depression, ei nem Status nach partieller post- traumatischer Belastungsstörung (2006 teilremittiert), einem Status nach mittelgradiger depres- siver Episode mit somatischem Syndrom (2006), bei fehlende n Hinweisen auf eine posttrauma- tische zerebrale Pathologie, eine Epilepsie und neuropsyc hologische Beeinträchtigungen sowie ein Vitamin-D Mangel diagnostiziert. Dem in drei Ber eiche gegliederten Gutachten ist zu ent- nehmen, dass es aus neurologisch-epileptologischer Sicht keine Anhaltspunkte für eine trauma- tische Läsion oder einen anderweitigen pathologischen Pr ozess gebe. Auch unter Zuzug der Echtzeitdokumentationen ergäben sich keine zwingenden Anhaltspunkte auf eine milde trauma- tische Hirnläsion. Eine Commotio cerebri sei aufgrund de s Unfallablaufs mit Anschlagen des Kopfes nicht ausgeschlossen, eine strukturelle posttrau matische Hirnpathologie sei allerdings vor allem zufolge der Ergebnisse der bisher durchgeführten Bildgebung als nicht wahrscheinlich anzusehen. Somit sei nicht von einer posttraumatischen ep ileptogenen Hirnpathologie auszu- gehen. Auch eine anderweitige epileptogene Hirnpath ologie offenbare die Bildgebung nicht. Im Rahmen der Begutachtung sei ein 4-tägiges Langzeit-EE G abgeleitet worden, bei dem kein patiententypisches Ereignis in Form eines von der Beschwe rdeführerin so genannten „Ausset- zers“ habe aufgezeichnet werden können. Das EEG zeige ei nen normalen Befund und eine Wortfindungsstörung sei nicht erkennbar. Es ergäben sich a us der bei der Klinik M.____ durch- geführten Diagnostik keine Hinweise auf das Vorliegen einer Epilepsie. In neuropsychologischer Hinsicht hielten die Gutachter fest, dass sich aktuell kei ne relevanten Beeinträchtigungen ergä- ben. Die in den Berichten des behandelnden Psychologen lic. phil. I.____ und auch im Gutach- ten der J.____ erwähnten neuropsychologischen Defizite h ätten nicht bestätigt werden können. In der aktuellen Testung habe sich gezeigt, dass die Besch werdeführerin über ein unter dem Normbereich liegendes allgemeines kognitives Leistungsniveau verfüge. Es würden sich aber - in Übereinstimmung mit der J.____ - Anhaltspunkte auf eine nicht durchgehend vorhandene Testmotivation und Anstrengungsbereitschaft zeigen. Di e in der Untersuchung gezeigte An- triebsminderung und die reduzierte Reaktions- und Verar beitungsgeschwindigkeit würden oft als kognitive Begleitsymptome einer affektiven bzw. psychia trischen Störung beobachtet. Aus psychologisch-psychiatrischer Sicht wurde ein insuffizienter Be handlungsstand konstatiert. Ein primär auf das Coping mit als organisch bedingt einge schätzten Teilleistungsstörungen fokus- sierter therapeutischer Zugang müsse retrospektiv im Licht e der aktuellen somatischen Aus- schlussdiagnostik als problematisch eingeschätzt werden. Sow ohl Anpassungsstörungen als auch somatoforme Störungen seien prinzipiell behandel bar. Dies setze aber voraus, dass der Patient oder die Patientin und der Therapeut bzw. di e Therapeutin die Überzeugung teilen wür- den, aktiv die Behandlung der Beschwerden anstreben zu wollen. Sowohl der gewählte thera- peutische Zugang als auch die korrespondierende Überzeug ung der Beschwerdeführerin hin- sichtlich des Endzustands der Beschwerden - wie bereits im neuropsychologischen Gutachten der J.____ festgehalten - hätten sich in prognostischer H insicht sicherlich nicht günstig ausge- wirkt. 6.1.15 Nachdem sowohl lic. phil. I.____ am 7. Januar 2011 wie auch Dr. F.____ am 17. Juni 2011 das Gutachten der Klinik M.____ als mangelhaft, nicht umfassend und die Schlussfolge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungen als nicht korrekt bezeichneten, holte die SUVA bei Dr. med. N.____, FMH Neurologie, SUVA Versicherungsmedizin Luzern, eine neurologische und bei Dr. med. O.____, Facharzt Psychiatrie, eine psychiatrische Stellungnahme ein. Dr. N.____ führte am 21. November 2011 aus, die neuro logischen Ausführungen im Gutachten der Klinik M.____ seien nachvollziehbar, begründet und w ürden sich auf objektivierbare Befun- de stützen. Die Auseinandersetzung mit den Vorbefunden sei detailliert und überzeugend. Die Kritik am Gutachten durch lic. phil. I.____ sei zwar int eressant, jedoch geprägt vom Prinzip post hoc-ergo propter hoc. Es sei anhand der Untersuchungen in der Klinik M.____ anzuerkennen, dass keine strukturellen Hirnläsionen als Erklärung neurol ogischer/neuropsychologischer oder psychiatrischer Beschwerden als Folge des Unfalls vom 9. Dezember 2002 ausgewiesen seien. Der Kritik von Dr. F.____ am Gutachten der Klinik M.__ __ entgegnete Dr. N.____ mit der Ar- gumentation, dass ein funktionelles MRI des cranio-zervikal en Übergangs nicht geeignet sei, verlässliche Aussagen zu allfälligen Läsionen der Bänder zu machen. Dr. F.____ müsse aner- kennen, dass keine strukturelle Läsion als Erklärung epile ptischer Anfälle ausgewiesen sei. Es sei auch allgemein wissenschaftlich anerkannt, dass eine leichte traumatische Hirnverletzung nicht geeignet sei, eine Epilepsie auszulösen bzw. zu erklären. Dr. O.____ hielt aus psychiatrischer Sicht am 5. Januar 2 012 zum Gutachten der Klinik M.____ fest, dass der Aktenauszug, die Exploration und die neur opsychologische Testuntersuchung zwar gut strukturiert und umfassend seien. Problematisch sei aber die psychologisch- psychiatrische Beurteilung. So sei für die Diagnose einer dissoziativen wie auch einer somato- formen Schmerzstörung erforderlich, dass emotionale Konf likte oder psychosoziale Probleme genannt würden, die schwerwiegend genug seien, um als e ntscheidende ursächliche Einflüsse zu gelten. Hierzu äussere sich der Gutachter aber nicht. Es werde einzig über die Persönlich- keitsentwicklung der Beschwerdeführerin und eine wahrschei nlich unfallunabhängige, konflikt- hafte Versorgungsautarkie-Problematik spekuliert. Auf dem Boden der vorliegenden Beurteilung seien die Aussagen zur Leistungsfähigkeit aber nicht ausreichend begründet. Dr. O.____ erach- tete eine ergänzende psychiatrische Begutachtung als angezeigt. In ihrer Stellungnahme zum Schreiben des Rechtsvertret ers der Beschwerdeführerin vom 24. Januar 2012 erachtete Dr. N.____ am 23. April 201 2 eine weitere neurologische Abklärung als nicht erforderlich. Die Argumentation von Advokat Zü blin, wonach die Ergebnisse der EEG- Untersuchung in der Klinik M.____ diskussionswürdig seien , weil sie unter dem Einfluss von epilepsiehemmenden Medikamenten erfolgt seien, sei nich t stichhaltig, denn das Absetzen der Medikamente würde nichts zur inhaltlich kausalen Klärung beitragen. 6.1.16 In der Folge beauftrage die SUVA Dr. med. P. ____, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie, mit der Untersuchung der Beschwerdeführerin. In seinem Gutachten vom 31. Mai 2013 diagnostizierte er (1) eine kombinierte Persönlichkeitsst örung mit ängstlich-depressiven und emotional-instabilen Zügen, beeinträchtigter Spannu ngsregulation, Dissoziationsneigung und Somatisierungstendenz sowie (2) eine rezidivierende ängs tlich-depressive Störung, gegenwär- tig remittiert. In seiner zusammenfassenden Beurteilung hielt Dr. P.____ fest, dass bei der Be- schwerdeführerin eine kombinierte Persönlichkeitsstörung vo rliege, welche bis ins frühe Er- wachsenenalter nicht fassbar gewesen, jedoch durch das Unfallereignis manifest geworden sei. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Persönlichkeitsstörung zeige eine vielgestaltige Sympto matik (von ausgeprägter emotiona- ler Instabilität mit rezidivierenden Verstimmungszustände n bis hin zu depressiv-suizidalen Ein- brüchen, beeinträchtigter Spannungsregulation mit dem Drang, sich selbst zu verletzen, Selbstwertproblematik, Überforderungsgefühlen, dissozia tive Neigung und Somatisierungsten- denz). Im Verlauf sei es wiederholt zu längeren depressiv en Phasen gekommen, welche diag- nostisch als komorbide rezidivierende Störung aufgefasst w erden könnten. In der ersten Zeit nach dem Unfallereignis hätten sich zudem Anteile ein er posttraumatischen Belastungsstörung gezeigt, welche aber aktuell remittiert sei. Zwar sei die Persönlichkeitsstörung nach dem Unfall manifest geworden, dieser sei aber nicht die Ursache de rselben; das Unfallereignis habe viel- mehr durch die mit ihm verbundenen sozialen Belastungen (Verletzung, Behandlung, Ängste) die bis zu diesem Zeitpunkt nicht manifeste Störung aufg edeckt. Es müsse jedoch davon aus- gegangen werden, dass sich die Persönlichkeitsstörung mi t fortschreitendem Lebensalter und unter den damit zusammenhängenden psychosozialen Belastun gen (Eintritt ins Berufsleben, Heirat, Mutter werden etc.) auch ohne Einwirkung eine s Unfallgeschehens geäussert hätte. Gleichzeitig hätten die unfallbedingten Einflüsse abgenommen, weshalb der Status quo sine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht sei. 7.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid stützte sich die SUVA in erster Linie auf die neurologisch-epileptologischen Abklärungsergebnisse im Gu tachten der Klinik M.____ vom 19. November 2010 und auf das Gutachten von Dr. P.__ __ vom 31. Mai 2013. Sie ging dem- nach davon aus, dass die geklagten gesundheitlichen Bee inträchtigungen zwar möglicherweise im Zusammenhang mit dem Trauma vom 9. Dezember 2002 s tünden. Ein überwiegend wahr- scheinlicher natürlich kausaler Zusammenhang bestehe gem äss diesen Berichten nicht, wes- halb sie die Leistungen per Ende Dezember 2013 habe einstellen dürfen. Die Beschwerdefüh- rerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen sei und sie weiterhin Anspruch auf Leistungen der SUVA habe. In Bezug auf die beim Unfall erlittenen Verletzungen an der LWS sind sich die Parteien einig, dass diese nicht mehr unfallkausal sind. 7.2.1 Wie in Erwägung 5.2 ausgeführt, ist den im Rahm en des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weitere n Hinweisen). Solche Indizien sind weder den neurologisch-epileptologischen Ausführungen im Gutachten der Klinik M.____ vom 19. November 2010 noch jenen von Dr. P.____ vom 31. Ma i 2013 zu entnehmen. Vorweg ist jedoch betreffend die psychologisch-psychiatrische Beurteilung im Gutachten der Klinik M.____ vom 19. November 2010 festzustellen, dass darauf zu Recht nicht abgestellt wurde. In Überein- stimmung mit den Ausführungen des SUVA-Kreisarztes Dr. O .____ vom 5. Januar 2012 weist das Gutachten der Klinik M.____ in diesem Teilbereich Mängel betreffend die psychiatrische Beurteilung, die Diagnosestellung und die Begründung auf. Dass die Vorinstanz unter diesen Umständen eine ergänzende psychiatrische Begutachtung bei Dr. P.____ veranlasste, ist nach- vollziehbar und nicht zu beanstanden. Überzeugend, umfa ssend und einleuchtend präsentierte sich demgegenüber der neurologisch-epileptologische Teil des Gutachtens der Klinik M.____. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Fachärzteschaft stützte sich dabei auf die umfangreich en Vorakten und die Ergebnisse der stationäre Untersuchung der Beschwerdeführerin, welche zwischen dem 27. und 30. April 2010 stattfand. Dabei wurde ein 72-Stunden EEG-Monitoring durchgeführt. Die Beschwerdeführerin wurde daher einer umfassenden Untersuchung unterzogen und die Ergebnisse dieser Abklä- rungen wurden eingehend - auch unter Berücksichtigung d er abweichenden ärztlichen Meinun- gen - in einer Konsensbesprechung erläutert und analysie rt. Die Auswertung dieser Untersu- chungsergebnisse ergab, dass bei der Beschwerdeführerin w eder Hinweise für eine Epilepsie noch für eine organische Hirnschädigung vorliegen. Weit er ist auch die neuropsychologische Begutachtung in der Klinik M.____ nicht zu beanstanden, bei welcher festgestellt wurde, dass die neuropsychologischen Funktionsdefizite nicht durch den Unfall verursacht wurden. 7.2.2 In psychiatrischer Hinsicht überzeugen die Feststell ungen von Dr. P.____. In seinem gründlichen, die Anamnese und die Vorakten ausführlich berücksichtigenden Gutachten vom 31. Mai 2013 kam er nachvollziehbar zum Schluss, dass die von ihm gestellten Diagnosen (kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-depre ssiven und emotional-instabilen Zügen, beeinträchtigter Spannungsregulation, Dissoziationsneig ung und Somatisierungstendenz und rezidivierender ängstlich-depressiver Störung, gegenwärti g remittiert) nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 9. Dezember 2002 zurückzuführen sind. Er nahm ausführlich zu den seinen Untersuchungsergebnissen widersp rechenden Berichten des behan- delnden Psychologen lic. phil. I.____ Stellung und wie s darauf hin, dass dieser seine Beurtei- lung auf der Annahme, die Beschwerdeführerin habe ein e organische Hirnverletzung erlitten, basiere. Nachdem aufgrund der Ausführungen im Gutacht en der Klinik M.___ feststehe, dass keine Hirnverletzung vorliegt, könne lic. phil. I.____ n icht gefolgt werden. Gestützt auf die stich- haltige Beurteilung von Dr. P.____ und der neurologi sch-epileptologischen Abklärung der Klinik M.____ durfte die SUVA davon ausgehen, dass die von d er Beschwerdeführerin weiterhin ge- klagten Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlic hkeit in einem natürlichen Kausal- zusammenhang mit dem Autounfall vom 9. Dezember 2002 stehen. 7.3.1 Daran ändern die Ausführungen in der Beschwerde nichts. Mit Blick auf die Begrün- dungen von Dr. F.____ ist festzustellen, dass er sowohl be treffend die Diagnosestellung als auch bezüglich der Behandlung der Beschwerden von einer leichten traumatischen Hirnverlet- zung und einer Epilepsie ausging. Dr. F.____ äusserte in seinem Bericht vom 21. Februar 2003 aufgrund seiner EEG-Ableitung vom 20. Februar 2003 d en Verdacht auf eine epileptologene Läsion. Die in der Folge im Institut G.____ am 17. Mä rz 2003 durchgeführte MRI-Untersuchung zeigte jedoch keine fokalen oder diffusen Hirnparenchym läsionen posttraumatischer oder an- derweitiger Natur und keine Epi- oder Subduralhämato me. Damit konnten aber eine unfallbe- dingte strukturelle Hirnschädigung und die Verdachtsdiag nose einer Epilepsie bzw. einer leich- ten traumatischen Hirnverletzung bereits einen Monat nach der EEG-Untersuchung bei Dr. F.____ ausgeschlossen werden. Die von ihm in die Wege geleiteten Abklärungen mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT; fmri) ändern an diesen Schlussfolgerungen nichts. Zwar ergaben diese Untersuchungen Hinweise auf beidseitige Läsionen des Ligamen- tums transversums atlantis Grad III nach Krakenes und eine Läsion des linken Ligamtentum alare Grad II nach derselben Klassifikation (vgl. Berich t des Zentrums Q.____ vom 14. Februar 2007). Daraus kann aber aufgrund der überzeugenden A usführungen im Gutachten der Klinik M.____ weder auf eine traumatische Hirnverletzung no ch auf eine Epilepsie geschlossen wer- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht den. Zudem kommt den mittels fMRT/fmri erhobenen Befu nden für die Beurteilung der Unfall- kausalität von Beschwerden nach Schleudertraumen der HW S und äquivalenten Unfallmecha- nismen nach dem aktuellen Stand der medizinischen Wissensch aft kein Beweiswert zu, wes- halb darauf vorliegend nicht abgestellt werden kann (vg l. Urteil des Bundesgerichts vom 5. September 2011, 8C_310/2011, E. 4.2). Die Behauptung, wonach die Beschwerdeführerin an einer unfallbedingten Epilepsie leide, wurde schliesslich durch die Klinik M.____ widerlegt. Zwar ist mit der Beschwerdeführerin einig zu gehen, dass der Verlust der von Dr. F.____ erstellten EEG-Ableitung vom 20. Februar 2003 in der Klinik M._ ___unverständlich ist. Der Beweiswert des Gutachtens der Klinik M.____ (als eine auf Epilepsie leiden spezialisierte Institution) vom 19. November 2011 wird dadurch aber nicht geschmäle rt. Dies umso mehr, als in diesem Gut- achten auch auf die EEG-Ableitung von Dr. F.____ Bezug genommen und betont wird, dass die hierbei beschriebenen Graphoelemente nicht beweisend fü r das Vorliegen einer Epilepsie sei- en. Zu bedenken ist auch, dass anlässlich der Erstbehandlung der Beschwerdeführerin im Spi- tal C.____ am 9. Dezember 2002 festgestellt worden war , dass diese bei vollem Bewusstsein nach der GCS gewesen sei, was als weiterer Hinweis dar auf zu werten ist, dass die Beschwer- deführerin keine Hirnläsionen erlitt (vgl. E. 6.1.1 vorstehend). 7.3.2 Ebenso wenig kann den Ausführungen von lic. phi l. I.____ gefolgt werden. Wie Dr. F.____ ging er von einer traumatischen Hirnverlet zung und einer Epilepsie als Basis für die gestellten Diagnosen aus. Nachdem nunmehr feststeht, da ss die Beschwerdeführerin keine Hirnpathologie und auch keine Epilepsie aufweist, basie rt seine Behandlung auf einer unzutref- fenden Beurteilung. Dies wird denn auch durch Dr. P._ ___ einleuchtend dargelegt. Er fasste in seinem Bericht vom 31. Mai 2013 die von lic. phil. I.__ __ genannten Beschwerden zusammen und wies verständlich nach, dass diese mangels Hirnverletzu ng nicht als organisches Psycho- syndrom und organische Persönlichkeitsstörung bezeichnet w erden könnten, sondern auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung zurückzuführen seien. Diese Beurteilung zeigte er nachvoll- ziehbar gestützt auf die Anamnese und die eigene Untersu chung der Versicherten auf. Es wird aufgrund seiner Ausführungen klar, dass die Beschwerdefü hrerin mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit bereits vor dem Unfall an einer Persönlichke itsstörung gelitten hat, diese sich aber erst durch das Ereignis vom 9. Dezember 2002 manifestierte. 7.3.3 Weiter kann die Beschwerdeführerin aus dem Umstan d, dass ihr die Beschwerdegeg- nerin während mehr als elf Jahren Leistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeldern ausgerichtet hat, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die dadurch erfolgte (faktische) Anerken- nung der Leistungspflicht bedeutet nicht etwa, dass die Beschwerdegegnerin nachträglich nur unter den Voraussetzungen der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision auf die bisher gewährten Versicherungsleistungen zurückkommen darf. Wie d as damalige Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrec htliche Abteilungen) in BGE 130 V 380 ff. entschieden hat, ist es dem Unfallversicherer fre igestellt, die durch Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc et pro futuro oh- ne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwägun g oder der prozessualen Revision einzustellen und den Fall abzuschliessen, wenn er nachträ glich zur Auffassung gelangt, die Leistungszusprechung sei anfänglich unrichtig gewesen. Eine Leistungseinstellung mit Wirkung ex nunc et pro futuro bedeutet nämlich - so das damalige EVG - kein Rückkommen auf die bis- her gewährten Versicherungsleistungen. Nur wenn der Unf allversicherer diese zurückfordert, Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht muss er den hierfür erforderlichen Rückkommenstitel der prozessualen Revision oder der Wie- dererwägung ausweisen. Will er aber - wie im vorliegen den Fall - nicht so weit gehen, sondern die bisher zu Unrecht ausgerichteten Leistungen stehen lassen, ist Verfügungsgegenstand nur die zukünftige Leistungseinstellung, welche - wenn ma teriell-rechtlich begründet und mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen - der Unfallve rsicherer ohne Rückkommens- voraussetzungen und damit ohne Bindung an früher ausg erichtete Leistungen vornehmen kann (BGE 130 V 384 E. 2.3.1 mit weiteren Hinweisen). 7.3.4 Schliesslich ist nicht nachvollziehbar, auf welche me dizinischen Unterlagen die Be- schwerdeführerin ihre Behauptung stützt, dass die Hirnverletzung mit Epilepsie und einem hirn- organischen Psychosyndrom anfänglich gutachterlich bestätigt gewesen sei, denn die kurz nach dem Unfall aufgrund anerkannter Methoden (EEG/M RI) durchgeführten Abklärungen konnten keine objektivierbaren Befunde aufzeigen. Selb st Dr. F.____, auf den sich die Be- schwerdeführerin stützt, ging ursprünglich nur von einem Verdacht auf eine epileptogene Läsion aus. 7.3.5 Fehl geht die Beschwerdeführerin auch, wenn si e unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 5. Dezember 2012, 8C_476/2001, beha uptet, der Status quo sine habe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden können. Im genannten Urteil hielt das Bundesgericht im Wesentlichen dafür, dass der S tatus quo sine nicht nur aufgrund eines Aktengutachtens bestätigt werden könne, welches zudem - entgegen sämtlichen anderen Berichten - eine Teilursächlichkeit des Unfalls verneine. Die Beschwerdeführerin wurde vorlie- gend in der Klinik M.____ umfassend durch auf Epilepsie spezialisierte Fachärzte der Neurolo- gie begutachtet. Diese kamen nach einer fundierten Unt ersuchung zum Schluss, dass der Sta- tus quo sine erreicht sei, weshalb ohne weiteres davon auszugehen ist. 7.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der m edizinischen Unterlagen die Unfallkausalität zwischen dem Unfallereignis vom 2. Dezem ber 2002 und den heute noch gel- tend gemachten Beschwerden unter Berücksichtigung des Be weisgrades der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu verneinen ist. Die blosse Möglichkeit der Unfallkausalität genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches der SUVA nicht (BGE 1 19 V 338 E. 1). Genau so we- nig reicht für die Begründung eines Leistungsanspruches der SUVA die Tatsache, dass die gel- tend gemachten Beschwerden erst nach dem Unfall aus dem Jahre 2002 eingetreten sind. In seiner Rechtsprechung hat das Bundesgericht diesbezüglich fest gehalten, dass eine gesund- heitliche Schädigung nicht bereits dadurch als durch ein Unfall verursacht gilt, weil sie zeitlich nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 341 f. E 2bb). Demgemäss ist die Beschwerde abzu- weisen. 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Verfahrensa usgang entsprechend wettzuschla- gen Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht