B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-6563/2011 U r t e i l v o m 2 5 . J u n i 2 0 1 2 Besetzung Richterin Marianne Ryter Sauvant (Vorsitz), Richterin Kathrin Dietrich, Richter Christoph Bandli, Gerichtsschreiberin Yvonne Wampfler Rohrer. Parteien A._______, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Fischer, Hotelgasse 1, Postfach 316, 3000 Bern 7, Beschwerdeführer, gegen Fachstelle für Personensicherheitsprüfungen im Bereich Informations- und Objektsicherheit (IOS), Papiermühle- strasse 20, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Personensicherheitsprüfung. A-6563/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ arbeitet als (…) bei der Armee. Es handelt sich um eine Funk- tion mit besonderer Sicherheitsempfindlichkeit, für welche die periodische Durchführung einer Personensicherheitsprüfung vorgesehen ist. A._______ stimmte der Sicherheitsprüfung am 5. Januar 2011 zu und ermächtigte die Fachstelle für Personensicherheitsprüfung im Bereich I n- formations- und Objektsicherheit (IOS) , die e rforderlichen Daten gemäss Art. 20 des Bundesgesetzes vom 21. März 1997 über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS, SR 120) zu erheben. Am 8. Au- gust 2011 stimmte A._______ schriftlich einer Fristverlängerung zur D a- tenerhebung zu. B. Die Fachstelle erhielt im Verlaufe des Verfahrens Kenntnis von mehreren strafrechtlich relevanten Vorfällen: Am 8. Januar 2008 verurteilte die Staatsanwaltschaft des Kantons X._______ A._______ wegen Pornographie (mehrfache Begehung nach Art. 197 Abs. 3 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezem- ber 1937 ([ StGB, SR 311.0] ) und über elektronische Mittel beschaffte Pornographie (mehrfache Begehung nach Art. 197 Abs. 3bis StGB) , be- gangen vom 11. Juli 2001 bis 24. Januar 2007, zu einer Geldstrafe von 120 Tagsätzen zu Fr. 70. -, bedingt vollziehbar. Die Probezeit wurde auf zwei Jahre angesetzt sowie eine Busse von Fr. 4'000.- verhängt. Der Begründung des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft des Kantons X._______ ist zu entnehmen, dass bei A._______ aufgrund der Meldung der österreichischen Internetkontrollstelle am 30. Januar 2007 eine Hausdurchsuchung durchgeführt worden war. Dabei wurden mehrere Da- tenträger mit illegalem pornographischen Material (vier Computer, Disket- ten, CD etc.) sowie diverse Videokassetten und DVD sichergestellt. In s- gesamt wurden über 1'000 pornographische Bilddateien (Kinder und G e- waltdarstellungen) auf sämtlichen drei privaten Computer festgestellt. Un- ter den sogenannten Favoriten waren ca. 70 verdächtige Internetseiten gespeichert, bei d enen es sich mehrheitlich um Homepages mit kinde r- pornographischem Inhalt handelte. Auf sämtlichen privaten Computer konnte in den temporären Internetdateien wie auch in den wiederherg e- stellten Ordnern weitere verbotene Pornographie festgestellt werden. Auf insgesamt 51 DVD und 9 Video waren Szenen mit illegaler Pornographie dargestellt (verbotene Gewaltanwend ung, Ausscheidungen, Sodomie); A-6563/2011 Seite 3 auf zwei CD waren verbotene Szenen (pornographische Bilder mit Ki n- dern und Tieren), auf einer Diskette verbotene, pornog raphische Bilder (Gewaltdarstellungen) gespeichert. C. Am 18. August 2011 führte die Fachstelle eine persönliche Befragung von A._______ durch. Mit Schreiben vom 24. August 2011 brachte die Fac h- stelle A._______ zur Kenntnis, dass sie beabsichtige, eine Risik overfü- gung mit Auflagen oder eine negative Risikoverfügung zu erlassen. Die Fachstelle führte dazu aus, dass bei einer Risikoverfügung mit Auflagen A._______ seine bisherige Funktion künftig allenfalls nur mit bestimmten Einschränkungen wahrnehmen kön ne. B ei einer negativen Risikoverfü- gung könne er seine Funktion eventuell nicht mehr wahrneh men und müsse in diesem Fall mit einer Versetzung oder Entlassung rechnen. Die Fachstelle gab A._______ Gelegenheit, zu den Vorbringen der Fac h- stelle schriftlich Stellung zu nehmen. Davon machte dieser mit Schreiben vom 18. Oktober 2011 Gebrauch. D. Am 3. November 2011 erliess die Fachstelle eine negative Risikoverf ü- gung, wonach A._______ als Sicherheitsrisiko erachtet wurde (Ziff. 1). Von seiner Weiterverwendung in der Funktion als (…) bei der Armee sei abzusehen (Ziff. 2). Zudem dürfe ihm kein Zugang zu VERTRAULICH und GEHEIM klassifizierten (…) gewährt werden (Ziff. 3). E. Gegen diese Verfügung erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerdefüh- rer) am 5. Dezember 2011 Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht und beantragt deren Aufhebung und Rückweisung an die verfügende B e- hörde zum Erlass einer Verfügung mit rechtsgenüglicher Begründung. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und festzustellen, dass de r Beschwerdeführer kein Sicherheitsrisiko darstelle und der ersuchenden Stelle sei entsprechend zu empfehlen, dem Beschwerdeführer Zugang zu VERTRAULICH und GEHEIM (…) zu gewähren. Zur Begründung bringt er in der Hauptsache vor, es liege eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. des Begründungsgebots vor, da die Vori n- stanz auf wesentliche Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme vom 18. Oktober 2011 in der angefochtenen Verfügung nicht eingegangen sei und die gutachterliche Einschätzung von Dr. med. A-6563/2011 Seite 4 Y ._______ ohne Begründung nicht berücksichtigt habe. Eventualiter führt er an, er stelle kein oder a llenfalls ein sehr geringes Sicherheitsrisiko dar. Nach einer umfassenden Interessenabwägung sei offensichtlich, dass e i- ne negative Risikoverfügung für den Beschwerdeführer unverhältnismä s- sig gravierende Konsequenzen habe. Er würde nach vier Jahren ei n- wandfreiem Verhalten noch einmal für seine Taten bestraft, welche bereits strafrechtlich geahndet worden und abgeschlossen seien. F. In ihrer Vernehm lassung vom 17. Februar 2012 schliesst die Fachstelle (Vorinstanz) auf Abweisung der Beschwerde. Sie bringt u.a. vor, in A n- wendung des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung vermittle die gu- tachterliche Einschätzung keine neuen Erkenntnisse, welche Einflus s auf die Risikobeurteilung der Fachstelle gehabt hätten. Die entscheidreleva n- ten Elemente habe die Fachstelle in der negativen Risiko verfügung b e- rücksichtigt. G. Der Beschwerdeführer reicht am 12. April 2012 Schlussbemerkungen ein. H. Auf weitere Vorbringen der Parteien sowie die sich bei den Akten befindli- chen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfolge n- den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal- tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwer- den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern sie von Behörden erlassen wurden, die gemäss Art. 33 VGG als Vorinst anzen gelten, und überdies keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Die Fachstelle IOS ist eine Organisationseinheit des Departements für Verteidigung, Bevö l- kerungsschutz und Sport (VBS). Sie gehört somit zu den Behörden nach Art. 33 Bst. d VGG und ist da her Vorinstanz des Bundesverwaltungsg e- richts. Die Personensicherheitsprüfung fällt nicht unter die Ausnahme von Art. 32 Abs. 1 Bst. a VGG betreffend das Gebiet der inneren und äuss e- ren Sicherheit (vgl. THOMAS HÄBERLI, in: Basler Kommentar zum Bundes-A-6563/2011 Seite 5 gerichtsgesetz, 2. Aufl., Basel 2011, Art. 83 Rz. 24 sowie HANSJÖRG SEI- LER, in: Seiler/von Werdt/Güngerich [Hrsg.] Handkommentar zum Bu n- desgerichtsgesetz [BGG], Bern 2007, Art. 83 Rz. 17 mit weiteren Hinwe i- sen). Das Bundesverwaltungsgericht ist damit zur Beurteil ung der vorli e- genden Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 21 Abs. 3 BWIS). 1.2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 1.3. Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders be- rührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ä n- derung hat. Der Beschwerdefüh rer ist als Adressat der angefochtenen negativen Risikoverfügung zur Beschwerde legitimiert. 1.4. Auf die im Übrigen frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 50 und Art. 52 VwVG) ist daher einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG). Gerügt werden kann also auch die Unangemessenheit einer angefocht e- nen Verfügung (Art. 49 Bst. c VwVG). Bei der Beurteilung der Frage, ob eine bestimmte Person ein Sicherheit s- risiko darstellt, steht der Vorinstanz aber zum einen ein gewi sser Beurtei- lungsspielraum zu. Zum anderen geht es hierbei um die Beurteilung be- sonderer Umstände, für welche die Vorinstanz über besondere (Fach-) Kenntnisse verfügt. Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich deshalb bei der diesbezüglichen Prüfung eine gewisse Zurückhaltung. Soweit die Überlegungen der Vorinstanz als sachgerecht erscheinen, ist deshalb nicht in deren Ermessen einzugreifen (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bu n- desgerichts 8C_788/2011 vom 2. Mai 2012 E. 5.1.2.; Urteile des Bundes- verwaltungsgerichts A-3037/2011 vom 27. März 2012 E. 2, A -4582/2010 vom 20. Januar 2012 E. 2, A -6275/2010 vom 27. April 2011 E. 2, A-527/2010 vom 19. Oktober 2010 E. 2). 3. Der Beschwerdeführer macht in seinem Hauptantrag eine Verletzung des A-6563/2011 Seite 6 rechtlichen Gehörs bzw. des Begründungsgebots geltend, indem die Vor- instanz auf wesentliche Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme vom 18. Oktober 2011 in der angefochtenen Verfügung nicht eingegangen sei und die gutachterliche Einschätzung von Dr. med. Y ._______ ohne Begründung nicht berücksichtigt habe. 3.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) und verleiht den von einem zu treffenden Entscheid Betroffenen verschiedene Mitwirkungs- rechte. Das rechtliche Gehör umfasst diverse Teilgehalte, so das Recht auf Informationen über den Verfahrensausgang, die Möglichkeit sich zu äussern, bevor entschieden wird, und dabei angehört zu werden, das Recht auf Akteneinsicht sowie auf ein en begründeten Entscheid ( RENÉ RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS/DANIELA THURNHERR/DENISE BRÜHL-MOSER, Öffentliches Prozessrecht, 2. Aufl., Basel 2010, Rz. 323 ff.; JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz: im Rahmen der Bundesverfassung, der EMRK und der UNO- Pakte, 4. Aufl., Bern 2008, S. 860 ff.). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, was bedeutet, dass eine Verletzung desselben grundsätzlich zur Aufhebung des Entscheids führt, ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst. Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann ausnahmsweise als geheilt ge l- ten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei prüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hi n- aus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwerwi e- genden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rüc k- weisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestel l- ten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2, 133 I 201 E. 2.2, BGE 132 V 387 E. 5.1, BGE 127 V 437 E. 3d.aa mit Hinweisen sowie Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-2970/2010 vom 22. März 2012 E. 8.2 und A-527/2010 vom 19. Oktober 2010 E. 3.1). 3.2. Art. 35 Abs. 1 VwVG schreibt in gesetzlicher Konkretisierung des An- spruchs auf rechtliches Gehör die Begründungspflicht bei schriftlichen Verfügungen vor. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstel- lung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung A-6563/2011 Seite 7 berücksichtigt (BGE 136 I 229 E. 5.2; 124 I 49 E. 3a und 124 I 241 E. 2; je mit Hinweisen). Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren En t- scheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit a l- len Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des En t- scheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz we iterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2 und 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen ; vgl. auch LORENZ KNEU- BÜHLER, Die Begründungspflicht, Bern 1998, S. 22 ff.). Diesen Anforderungen wird de r Entscheid der Vorinstanz gerecht. Diese hat sich in ihrer Verfügung – wenn auch nicht ausführlich – mit den Vor- bringen in der Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 18. Oktober 2011 auseinandergesetzt. Wie der Beschwerdeführer selber vorbringt, hat die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung u.a. im Zusammenhang mit den Verurteilungen des Beschwerdeführers zusätzliche Ausführungen zur damaligen Deliktsbegehung gemacht. Was den Arztbericht vom 12. Oktober 2011 anbelangt, vermag er – wie nachfolgend aufgezeigt wird (E. 3.3 und 7 ff.) – am Vorliegen eines Sicherheitsrisikos nichts zu ändern. Der Beschwerdeführer war sich denn auch, wie sich an den Vorbringen in der Beschwerde zeigt, über die Tragweite des angefochtenen Entscheids im Klaren und ohne weiteres imstande, diesen sachgerecht anzufechten. Der Vorwurf der mangelhaften Begründung bzw. der Verweigerung des rechtlichen Gehörs erweist sich damit als unbegründet. Zudem hat sich die Vorinstanz im Rahmen ihrer Vernehmlassung ans Bundesverwa l- tungsgericht ausführlich mit den Vorbringen des Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme vom 18. Oktober 2011 auseinandergesetzt und der Beschwerdeführer erhielt in der Folge die Möglichkeit, sich hierzu in se i- nen Schlussbemerkungen zu äussern. Der Beschwerdefüh rer konnte folglich seine Argumente im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsge- richt vorbringen. Das Bundesverwaltungsgericht hat volle Kognition (vgl. E. 2) und damit die Möglichkeit, die Argumente des Beschwerdefüh- rers im gleichen Umfang zu prüfen wie die Vorinstanz, weshalb eine allfäl- lige Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt zu betrachten wäre. 3.3. Der Beschwerdeführer reicht neben dem genannten Arztbericht vom 12. Oktober 2011 im Verlaufe des Verfahrens zwei weitere Arztberichte A-6563/2011 Seite 8 von Dr. med. Y ._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM (Swiss Insurance Medicine) , vom 29. November 2011 und 8. März 2012 ein. Die Behörden legen ihrem Entscheid denjenigen Sachverhalt zu Grunde, wie er sich im Zeitpunkt der Entscheidung darstellt. Entsprechend sind selbst verspätete Parteivorbringen zu berücksichtigen, wenn sie als au s- schlaggebend erscheinen (Art. 32 Abs. 2 VwVG). Dies bedeutet, dass die Parteien auch im Beschwerdeverfahren vor Bundesverwaltungsgericht noch neue Sachverhaltsumstände und Beweismittel vorbringen können (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.204, 2.206 mit Hinweisen). Entsprechend sind die genannten Beweismittel fü r den vo r- liegenden Entscheid zu berücksichtigen. 3.3.1. Aus dem Arztbericht vom 12. Oktober 2011 geht hervor, dass der Beschwerdeführer zweimal von Dr. med. Y ._______ befragt worden ist (20.9.2011 und 30.09.2011). Dr. med. Y ._______ stellt in seinem Bericht unter dem Titel "Beurteilung bzw. Angaben meines Arztberichtes bezü g- lich Diagnose " mässig ausgeprägte akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) fest. Bezüglich der Integrität hält er fest, dass der B e- schwerdeführer an sich sehr integer sei. Es mangle ihm aber an seiner Fähigkeit, seine Integrität in kritischen Befragungssituationen klar darz u- stellen. Der Beschwerdeführer sei ein ehrlicher, sexuell etwas verklem m- ter, nicht sehr introspektionsfähiger, aber auf gesellschaftlichen Druck po- sitiv reagierender C harakter. Die Einsichtsfähigkeit sei in ausreichendem Ausmass vorhanden, damit er dazu geführt werde, kein illegales porn o- graphisches Material mehr zu konsumieren. Dr. med Y ._______ geht ge- mäss dem erwähnten Bericht davon aus, dass das Rückfallrisiko sehr klein ist. 3.3.2. Bei der Würdigung der Beweise ist die Behörde keinen Regeln u n- terworfen, es gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes über den Bundeszivilprozess vom 4. Dezember 1947 [BZP , SR 273]). Für den Be weiswert eines Arz t- berichts ist unabhängig von dessen Herkunft entscheidend, ob der B e- richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unters u- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei- lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgeru n- gen des Experten begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E . 3a; vgl. auch A-6563/2011 Seite 9 Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5050/2011 vom 12. Januar 2012 E. 8.6, B-1655/2011 vom 13. Oktober 2011 E. 6.1). Der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, rechtfertigt somit keine Zweifel an ihrem B e- weiswert. Eine solche Stellungnahme ist dann beweista uglich, wenn sie als schlüssig erscheint, nachvollziehbar begründet sowie in sich wide r- spruchsfrei ist und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.148; BGE 125 V 351, E. 3b dd und ee; vgl. auch BGE 136 III 161 E. 3.4.2). In Bezug auf Berich- te von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter der Erfahrungsta t- sache indes Rechnung tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hi n- blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels fällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3cc). Diese Er- fahrungstatsache befreit das Gericht indessen nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch die von der betroffenen Person aufgelegten Berichte mitz uberücksichtigen sind (BGE 135 V 465 E. 4.5). Die Frage, ob ein medizinisches Gutachten auch inhaltlich schlüssig, nachvollziehbar und widerspruchsfrei ist, kann nur im Kontext mit der Gesamtheit der einschlägigen Akten beurteilt werden (Urteil 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.2). Vorliegend fällt auf, dass die Einschätzung von Dr. med. Y ._______ vor- wiegend auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers beruht. Diese werden keiner eingehenderen medizinischen Analyse unterzogen oder tiefer hinterfragt. A llerdings wird festgehalten, dass das Verhalten des Beschwerdeführers (welcher als eher einfach strukturierte Persö n- lichkeit erfasst wird), sich nicht aufgrund tieferer Einsicht geändert habe (er konsumiert legale Pornographie), sondern einzig, um weiteren straf- rechtlichen Verurteilungen vorzubeugen. Wenn Dr. med. Y ._______ im Rahmen sukzessiver Berichte (12. Oktober 2011, 29. November 2011 und 8. März 2012) und mehreren Behandlungsgesprächen schliesslich noch von einem sehr geringen Rückfallrisiko spricht, so kann einerseits festge- halten werden, dass er damit mit der Einschätzung der Fachstelle – ein Rückfallrisiko bestehe – grundsätzlich überei nstimmt, die Risikoanalyse der Fachstelle (vgl. dazu ausführlich E. 7 ff. nachfolgend) andererseits dadurch nicht zu relativieren vermag. Denn wenn selbst Dr. med. Y ._______ als behandelnder Arzt, welcher aufgrund seiner auftragsrecht- lichen Vertrauensstellung eher zu G unsten seines Patienten aussagen dürfte, von einem Rückfallrisiko spricht und in Bezug auf die Einsic htsfä- higkeit festhält, dass der Beschwerdeführer sein Verhalten nicht aufgrund tieferer Einsicht geändert hat , vermögen die Arztberichte die Einschät-A-6563/2011 Seite 10 zung der Vorinstanz im Wesentlichen nicht in Frage zu stellen . Dessen ungeachtet umfasst die Pflicht einer korrekten Beweiswürdi gung, dass auch die von der betroffenen Person aufgelegten Berichte mit zu berück- sichtigen sind (BGE 135 V 351 E. 3cc). Die Vo rinstanz hätte demgemäss den Arztbericht vom 12. Okto ber 2011 in ihre Würdigung mit einbeziehen müssen. Indem sie dies unterliess, hat sie das rechtliche Gehör des B e- schwerdeführers verletzt. Das Bundesverwaltungsgericht hat jedoch volle Kognition (vgl. E. 2) und damit die Möglichkeit, die vom Beschwerdefü h- rer eingereichten Arztberichte im gleichen Umfang zu prüfen wie die Vor- instanz. Weiter erscheint die Gehörsverletzung nicht als besonders schwer, weshalb diese im vorliegenden Beschwerdeverfahren als geheilt zu betrachten ist. 4. Ziel der Personensicherheitsprüfung ist es, bei Personen, die eine nach Art. 19 Abs. 1 Bst. a bis e BWIS sensible Arbeit verrichten oder verrichten würden, Sicherheitsrisiken aufzudecken. Nach Art. 20 Abs. 1 BWIS we r- den im Rahmen der Personensicherheitsprüfung sicherheitsrelevante Da- ten über die Lebensführung der betroffenen Person erhoben, insbesonde- re über ihre engen persönlichen Beziehungen und familiären Verhältni s- se, ihre finanzielle Lage, ihre Beziehungen zum Ausland und Aktivitäten, welche die innere oder die äussere Sicherheit in rechtswidriger Weise ge- fährden können. Über die Ausübung verfassungsmässiger Rechte we r- den keine Daten erfasst. Gemäss dem Zweckartikel von Art. 1 BWIS dient das Gesetz der Sicherung der demokratischen und rechtsstaatlichen Grundlagen der Schweiz sowie dem Schutz der Freiheitsrechte ihrer B e- völkerung. Der Bundesrat hat in seiner Botschaft vom 7. März 1994 aus- geführt, eine der heikelsten und intensivsten Bedrohungen der inneren Sicherheit entstehe dann, wenn an besonders wichtigen Schlüsselposit i- onen eingesetzte Personen Verrat übten, gegen den Staat selber arbeite- ten oder seine Institutionen auf rechtswidrige Art verändern wollten. Es sollten nur Personen eingesetzt werden, die nicht erpressbar seien und Gewähr böten, das ihnen entgegengebrachte Vertrauen nicht zu mis s- brauchen (BBl 1994 II 1147). Als Sich erheitsrisiken im Sinne des BWIS gelten insbesondere Terrorismus, verbotener Nachrichtendienst, gewalttä- tiger Extremismus, kriminelle Handlungen, Korruption, finanzielle Probl e- me, Abhängigkeiten, Erpressbarkeit und exzessiver Lebenswandel (vgl. unter vielen die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3037/2011 vom 27. März 2012 E. 5.1 sowie A-4582/2010 vom 20. Januar 2012 E. 4). A-6563/2011 Seite 11 5. Am 1. April 2011 ist die Verordnung vom 4. März 2011 über die Pers o- nensicherheitsprüfungen (PSPV, 120.4) in Kraft getreten. Gemä ss der Übergangsbestimmung von Art. 32 Abs. 3 PSPV gilt indes für Persone n- sicherheitsprüfungen, die vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung eing e- leitet worden sind, das bisherige Recht. Auf den vorliegenden Fall findet demnach noch die Verordnung vom 19. Dezember 2001 über die Pers o- nensicherheitsprüfungen (aPSPV, AS 2002 377) Anwendung. 6. 6.1. Vorweg ist festzuhalten, dass g emäss Rechtsprechung bei der Pe r- sonensicherheitsprüfung nicht nur aufgrund "harter" Fakten entschieden werden kann. Es geht vielmehr darum, e ine Risikoeinschätzung vorz u- nehmen, welche aufgrund von Erhebungen gemacht wird. Dass es sich bei den aus den erhobenen Daten gezogenen Schlussfolgerungen auch um Annahmen und Vermutungen handeln kann, liegt in der Natur der S a- che, da bei der Personensiche rheitsprüfung eine Prognose über ung e- wisse künftige Sacherhalte vorgenommen werden muss. Gerichtlich überprüft werden kann zum einen, ob die getätigten Erhebungen auf z u- lässige Weise erfolgt sind, zum andern, ob die erhobenen Daten a n- schliessend korrekt ge würdigt worden sind. Die Bejahung eines releva n- ten Sicherheitsrisikos im Sinne des BWIS kann dabei auch aufgrund der Summe mehrerer Risikoquellen gerechtfertigt sein, selbst wenn einzelne davon für sich genommen kein relevantes Sicherheitsrisiko darstellen würden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_788/2011 vom 2. Mai 2012 E. 5.2.2.; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -3037/2011 vom 27. März 2012 E. 5.2. und A-4582/2010 vom 20. Januar 2012 E. 6.2 f.). 6.2. Zudem ist nicht massgebend, ob den Beschwerdeführer am Vorli e- gen eines allfälligen Sicherheitsrisikos ein Verschulden trifft oder nicht. Weiter dürfen in die Beurteilung des Sicherheitsrisikos keine sozialen Überlegungen einfliessen. Nicht relevant ist ferner die Qualitä t der A r- beitsleistung des Beschwerdeführers. Soziale Aspekte und die positive Arbeitsleistung des Beschwerdeführers können hingegen vom Arbeitg e- ber beim Entscheid über die Form der Weiterbeschäftigung mitberüc k- sichtigt werden, zumal dieser gemäss Art. 21 Abs. 4 Satz 2 BWIS nicht an die Beurteilung der Fachstelle gebunden ist (vgl. Urteile des Bundesve r- waltungsgerichts A-4673/2010 vom 7. April 2011 E. 6, A -802/2007 vom 3. Dezember 2007 E. 5 und A -705/2007 vom 6. August 2007 E. 5 je mit weiteren Hinweisen). A-6563/2011 Seite 12 7. Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer in seiner Funktion als (…) bei der Armee ein erhöhtes Sicherheitsrisiko im Sinn des BWIS darstellt. Im Rahmen der Beurteilung, ob eine Person ein Sicherheitsrisiko im Si n- ne des BWIS darstellt, ist stets eine Abwäg ung zu treffen zwischen der Sicherheitsempfindlichkeit der Funktion und dem konkreten Risiko, das von der betroffenen Person ausgeht. Je heikler eine Funktion ist, desto tiefer ist die Schwelle für ein Sicherheitsrisiko anzusetzen (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3037/2011 vom 27. März 2012 E. 6.1 und A-8451/2010 vom 20. September 2011 E. 7 und 8.3 mit Hinweisen). 8. 8.1. Die Fachstelle hat sich in den Erwägungen ihrer Risikoverfügung vom 3. November 2011 wie folgt geäussert: Der Beschwerdeführer habe einen weitreichenden Einblick in klassifizierte Dokumente wie (…). Als (…) bekleide er eine Schlüsselstelle im (…) und trage zum (…) bei. Er führe (…), stelle u.a. (…) sicher. Für die Erfüllung seiner Funktion bra u- che er uneingeschränkten Zugang zu GEHEIM und VERTRAULICH klas- sifizierten (…), zu GEHEIMEM (…). Es handle sich somit um eine Funkt i- on mit einer Sicherheitsempfindlichkeit, welche beim Eintreten eines E r- eignisses Schadenpotentiale verschiedenster Art beinhalte. Die Fachstel- le habe daher eine P rognose darüber zu erstellen, ob er zukünftig zwe i- felsfrei Gewähr für Integrität, Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit bieten werde. Als nicht integer, nicht vertrauenswürdig oder unzuverlässig sei anzusehen, wer in Bezug auf eine konkrete Aufgabe im sicherheits- empfindlichen Bereich und nach objektiver, verschuldensabhängiger Sicht keine Gewähr dafür biete, dass er in Zukunft eine solche Aufgabe ohne Risiko für die Eidgenossenschaft ausüben werde. Die aktenkundigen Vergehen sowie die Ausführungen anlässlich der B e- fragung des Beschwerdeführers liessen erkennen, dass d er regelmässi- ge, über Jahre fortgesetzte Konsum und das Sammeln von illegalen po r- nographischen Bildern/Filmen sowie dessen Verharmlosung und seine geringe Einsicht anlässlich der Personensicherheitsprüfung entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme vom 18. Oktober 2011 sehr wohl seine Integrität trübten, seine Vertrauenswür- digkeit minderten sowie ein mangelndes Gefahrenbewusstsein unterstrei- chen würden. Diese Män gel hinsichtlich Integrität, Vertrauenswürdigkeit und Gefahrenbewusstsein führten zum Schluss, dass er die geforderten A-6563/2011 Seite 13 Voraussetzungen einer sensitiven Funktion nicht erfülle, auch wenn das Delikt in keinem direkten Zusammenhang zu seiner beruflichen Tätig keit stehe. Durch seine Weiterverwendung in einer sicherheitsempfindlichen Funktion werde somit für die (…) und letztendlich für die Schweizer A r- mee und die Eidgenossenschaft ein erhöhtes Sicherheitsrisiko generiert. 8.2. Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, die Vorinstanz habe seine in der Stellungnahme vom 18. Oktober 2011 bereits dargelegten Ausfü h- rungen zu seinem beruflichen Werdegang und seiner Person in keiner Weise gewürdigt bzw. für die (unterbliebene) Interessenabwägung nicht hinzugezogen. Zusammenfassend lasse sich diesbezüglich festhalten, dass er dem Bund während bislang 23 -jähriger Dienstzeit – auch in knapp vier Jahren Dienstzeit nach der vorliegend zur Diskussion stehe n- den Verurteilung – stets ein guter, verlässlicher und loyaler Mitarbeiter und auch im zivilen Bereich grundsätzlich als gesetzestreuer und anstä n- diger Bürger zu qualifizieren sei. Es stelle sich demnach die Frage, ob einzig die vorliegend zur Diskussion stehende strafrechtliche Verurteilung zur Begründung eines Sicherheitsrisikos ausreiche. Zur Integrität, Vertrauenswürdigkeit und dem Gefahrenbewusstsein bringt er zusammenfassend vor, dass die Verurteilung wegen des Konsums von illegaler Pornographie für sich alleine keine n Verlust der Vertrauenswür- digkeit und Integrität zu begründen vermöge. Der Beschwerdeführer habe die von ihm begangenen Gesetzesübertretungen von Beginn weg au s- serordentlich ernst genommen und keinesfalls verharmlost. Dass er a n- lässlich des Gesprächs mit der Fachstelle offenbar einen gegenteiligen Eindruck hinterlassen habe, sei darauf zurückzuführen, dass es ihm au s- serordentlich schwer gefallen sei, seine Handlungen gegenüber einer jüngeren Frau zu reflektieren. Auch Einsichtsfähigkeit sei in genügendem Masse vorhanden gewesen, sei dem Beschwerdeführer doch bewus st, welche Folgen sexuelle Handlungen für das betroffene Kind haben kö n- nen, was er gegenüber der Fachstelle auch zum Ausdruck gebracht h a- be. Selbst wenn ein – vermutlich aus Selbstschutz errichteter – minimaler Mangel an Einsicht in das Handlungsunrecht zu erkennen wäre, würde diese Tatsache für sich allein bei Weitem nicht genügen, um die Integrität des Beschwerdeführers in Frage zu stellen. Die Vertrauenswürdigkeit h a- be durch die erwähnten Vorfälle in keiner Weise gelitten, da die zur Di s- kussion stehenden Delikte keinerlei Bezug zu seiner Berufstätigkeit au f- weisen würden und entsprechend nie ein Vertrauensbruch erfolgt sei. Ge- fahrenbewusstsein sei beim Beschwerdeführer heute in ausreichendem Masse vorhanden. Seit seiner Verurteilung wisse er um die Strafba rkeit A-6563/2011 Seite 14 seines damaligen Handelns und habe eine verlässliche Strategie entw i- ckelt, um eine Rückfallgefah r auszuschliessen. Es sei nicht ersichtlich, aus welchen Gründen er seine sensitive Aufgabe beim VBS nicht mehr sollte wahrnehmen können, nachdem er diese auch nach seiner Verurtei- lung über lange Zeit weiter einwandfrei verrichtet habe. Es erscheine reichlich paradox, ihm heute die Vertrauenswürdigkeit und Integrität w e- gen einer über vier Jahre zurückliegenden Delinquenz absprechen zu wollen, nachdem sowohl während der Delinquenz wie auch in den über vier Jahren nach den Taten von Seiten der Arbeitgeberin nie eine en t- sprechende Feststellung gemacht worden sei. Der Beschwerdeführer ha- be weiterhin gute bis sehr gute Leistungen am Arbeitsplatz erbracht und sei dem VBS – wie in den knapp 23 Jahren in Bundesdiensten zuvor – ein verlässlicher und loyaler Arbeitnehmer gewesen. 8.3. Die Vorinstanz hält dem entgegen, sie habe die Ausführungen des Beschwerdeführers zu seinem beruflichen Werdegang und zu seiner Per- son gewürdigt. Wie bereits in der angefochtenen Verfügung ausgeführt, sei bei der Beurteilung des Sicherheitsrisikos die Qualität der Arbeitslei s- tung jedoch nicht relevant. Ebenso dürften in die Beurteilung des Siche r- heitsrisikos keine sozialen Überlegungen einflies sen. Soziale Aspekte und die positive Arbeitsleistung des Beschwerdeführers könnten hing e- gen vom Arbeitgeber bei Entscheid über die Form der Weiterbeschäft i- gung mitberücksichtigt werden. Im Weiteren bringt sie vor, die Straftaten seien zwischen dem 11. Jul i 2001 und dem 24. Januar 2007 begangen worden. Der Beschwerdefü h- rer habe sich somit über die Dauer von beinahe sechs Jahren mehrfach strafbar gemacht, in dem er illegale Pornographie konsumiert habe, was auf jeden Fall einen Integritätsverlust zu begründe n vermöge. Dass sich der Beschwerdeführer der Strafbarkeit seines Handelns bis zur Eröffnung eines Strafverfahrens, immerhin handle es sich bezüglich Kinderporn o- graphie auch um ca. 8jährige Mädchen, nicht bewusst gewesen sei, kö n- ne ebenfalls nicht gehört werden und erscheine bedenklich. Die Auswertung der Computerfestplatten und anderer Speichermedien habe ergeben, dass er unter anderem eine grosse Menge Dateien mit hartem pornographischem Inhalt (insgesamt über 1'000 Bilder) willentlich abgespeichert habe. Gemäss Spezialisten der Kriminalpolizei liege bei "mehr als 100 Bilder" ein schwerer Fall von verbotener Pornographie vor. Zudem bringt sie gestützt auf Fachliteratur vor, es sei aufwändig, im I n- ternet Kinderpornographie-Seiten zu finden. A ngesichts der grossen A-6563/2011 Seite 15 Menge verbotener Pornographie in seinem Besitz könne nicht mehr nur von Neugier gesprochen werden. Anlässlich der Befragung habe er zu- dem angegeben, pornographische Bilder unorganisiert auf seinem Lau f- werk gespeichert und gesammelt zu haben, wenn ihm eines besonders gut gefiel, um es später wieder anschauen zu können. Auch von den nicht mehr funktionstüchtigen PC's, auf welchen allesamt illegale Pornographie von der Polizei festgestellt worden sei, habe er sich nicht trennen können. Die Fachstelle komme daher zum Schluss, dass der Konsum und Besitz illegaler Pornographie in seinem Leben eine grossen Stellenwert inne h a- be respektive hatte. In Bezug auf das Vorbringen des Beschwerdeführers , er konsumiere nur noch legale Pornographie, hält sie fest, dass der Beschwerdeführer heute noch in einem Sexshop DVD beziehe, in welchem er, gemäss seinen A n- gaben unwissentlich , illegale Pornographie erworben habe. Der B e- schwerdeführer setze sich somit wissentlich dem Risiko aus, erneut ill e- gale Pornog raphie zu erwerben. Im Weiteren schliesse der vom B e- schwerdeführer ins Recht gelegte Arztbericht von Dr. med. Y ._______ ein Rückfallrisiko nicht aus, sondern beurteile es als sehr klein. 8.4. Unter dem Titel "Integrität und Vertrauenswürdigkeit" ist zu prüfen, ob darauf vertraut werden kann, dass der Beschwerdeführer bei der Au s- übung seiner Tätigkeit loyal zu seiner Aufgabe steht, mithin ob er Gewähr dafür bietet, das ihm entgegengebrachte Vertrauen nicht zu missbra u- chen. Nach der Rechtsprechung des Bundesverwa ltungsgerichts macht nicht jede Verurteilung wegen kriminelle r Handlungen eine Person zum Sicherheitsrisiko. Auszugehen ist vielmehr von der Art des Delikts, den Umständen und den Beweggründen der Delinquenz. Es ist zu fragen, ob die damaligen Umstände Rüc kschlüsse auf Charakterzüge des B e- schwerdeführers zulassen, die einen Risikofaktor darstellen. Weiter spielt eine Rolle, ob es sich um ein einmaliges Vergehen handelt oder ob der Betroffene wiederholt delinquiert hat und ob davon ausgegangen werden muss, d ass Wiederholungsgefahr besteht. Zu berücksichtigen ist auch, wie lange das Delikt beziehungsweise die Verurteilung zurückliegt. Auch die Höhe der Strafe ist für sich allein nicht entscheidend; ist das Stra f- mass aufgrund einer herabgesetzten Zurechnungsfäh igkeit tief ausgefa l- len, kann gerade dieser Umstand Anlass zu besonderer Vorsicht sein. Bei der Beurteilung des sich im Delikt manifestierenden Sicherheitsrisikos muss aber auch der Frage nachgegangen werden, ob seither Umstände hinzugetreten sind, welche die Verurteilung in den Hintergrund treten oder anders beurteilen lassen, d.h. ob sich die Risikobeurteilung zugunsten A-6563/2011 Seite 16 der zu überprüfenden Person geändert hat. Vorab sind die Umstände des Einzelfalls massgebend (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3037/2011 vom 27. März 2012 E. 6.2. und A-5050/2011 vom 12. Januar 2012 E. 5.2; Entscheid der Rekurskommission VBS vom 27. Oktober 2004, veröffentlicht in VPB 70.25, E. 3a; je mit Hinweisen). 8.4.1. Der Beschwerdeführer hat sich in der Zeit vom 11. Juli 2001 bis zum 24. Januar 2007 mehrfachem Herstellen harter Pornographie (Art. 197 Ziff. 3 StGB) und mehrfachem Besitz von harter Pornographie (Art. 197 Ziff. 3bis StGB) schuldig gemacht. Dafür wurde er mit Strafbe- fehl der Staatsanwaltschaft des Kantons X._______ mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 70.–, bedingt vollziehbar unter Ansetzung e i- ner Probezeit von zwei Jahren, und einer Bus se in der Höhe von Fr. 4'000.– verurteilt. 8.4.2. Es ist zu prüfen, ob darauf vertraut werden kann, dass der B e- schwerdeführer bei der Ausübung seiner Tätigkeit loyal zu seiner Aufgabe steht (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-527/2010 vom 19. Ok- tober 2010 E. 6.3.4 mit weiterem Hinweis), mithin ob er Gewähr dafür bie- tet, das ihm entgegengebrachte Vertrauen nicht zu missbr auchen ( vgl. E. 8.4). Wie bereits ausgeführt ( E. 8.4. ), macht nicht jede Verurteilung wegen einer kriminellen Handlung eine Person zum Sicherheitsrisiko. 8.4.3. Dass die Vorinstanz die wohlwollende Beurteilung der jetzigen A r- beitgeberin sowie das Arbeitszeugnis d es ehemaligen Arbeitgebers nicht berücksichtigt hat, entspricht geltender Rechtsprechung (vgl. E. 6.2 sowie die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-4673/2010 vom 7. April 2011 E. 6.5.3 und A-7894/2009 vom 16. Juni 2010 E. 5.3). Demnach ist die Qualität der Arbeitsleistung des Betroffenen für die Beurteilung, ob er ein Sicherheitsrisiko darstellt, grundsätzlich nicht relevant (vgl. hierzu aber auch E. 8.4.4). Demgegenüber ist die Verurteilung wegen Pornograph ie für die Beurte i- lung der Vertrauenswürdigkeit bzw. Integrität des Beschwerdeführers r e- levant, obwohl der Beschwerdeführer die Straftaten nicht in seiner Fun k- tion in der Armee, sondern im Privatbereich begangen hat, zwischenzei t- lich nicht mehr straffällig geworden ist und sich einer Therapie unterzogen hat; sodann befand sich der Beschwerdeführer in einer schwierigen fam i- liären Situation (Trennung von der Ehefrau im Jahr 2001). Gegen seine Vertrauenswürdigkeit bzw. Integrität spricht, dass sich der Beschwerd e- führer über eine Dauer von einigen Jahren (2001 bis 2007) mehrfach A-6563/2011 Seite 17 strafbar machte. Ausserdem legte der Beschwerdeführer im vorinstanzl i- chen Verfahren in Bezug auf die begangenen Taten zwar ein ehrliches, aber auch wenig sensibles, teils widersprüchliches Verhalten an den Tag. Im Rahmen seiner Befragung hat er einerseits dargelegt, dass er über keinen Internetanschluss mehr verfüge , womit er sicherstellen könne, keine illegale Pornographie mehr zu konsumieren. Andererseits hat er sich gegenüber der Fachstelle dahingehend geäussert, dass zwar auf seinem PC nichts gefunden werden könne, es jedoch in Bezug auf seine DVD Sammlung etwas anders aussehen könnte; da könnte vielleicht die eine oder andere DVD mit leicht sado-masochistischem Inhalt gefunden werden, welche er aber in einem normalen Sexshop in (…) gekauft habe. Diese Aussage vermag das Vorbringen des Beschwerdeführers, die B e- fragung durch eine jüngere Frau habe ihn verunsichert, nicht zu relativi e- ren. Darüber hinaus hat sich die Vorinstanz in ihrer angefochtenen Verf ü- gung unter Ziffer 3.3 vertieft mit der Vertrauenswürdigkeit und Integrität des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Sie legt hierbei plausibel und nachvollziehbar dar, dass der regelmässige, über Jahre fortgesetzte Konsum und das Sammeln von illegalen pornographischen Bi l- dern/Filmen sowie dessen Verharmlosung und seine geringe Einsicht a n- lässlich der Personensicherheitsprüfung seine Integrität trüben, seine Vertrauenswürdigkeit mindern sowie ein mangelndes Gefahrenbewusst- sein unterstreichen. Auch dem Arztbericht von Dr. Y ._______ vom 12. Ok- tober 2011 lässt sich lediglich entnehmen (vgl. E. 3.3 ), dass der B e- schwerdeführer zwar an sich integer ist und dass die Einsichtsfähigkeit in ausreichendem Ausma ss vorhanden sei, damit der Beschwerdeführer dazu geführt werde, kein illegales pornographisches Material mehr zu konsumieren. Es ist deshalb der Vorinstanz dahingehend zuzustimmen, dass eine Wi e- derholung nicht ausgeschlossen werden kann. Die vom Beschwerdefüh- rer ins Recht gelegten Arztberichte lassen keinen anderen Schluss zu, bejahen diese doch ein mögliches Rückfallrisiko, wenn sie dies auch als sehr klein bzw. gering beurteilen (Berichte vom 12. Oktober 2011, 29. No- vember 2011 und 8. März 2012). Eine solche Tat kann sich auch in der heutigen Situation des Beschwerdeführers wiederholen, gerade weil er anscheinend weiterhin Filmmaterial konsumiert, dess en Legalität nicht immer klar ist, und er sich anlässlich der Befragung durch die Fachstelle sinngemäss dahingehend geäussert hat, dass sich bei ihm zu Hause viel- leicht die eine oder andere DVD mit leicht sado -masochistischem Inhalt finden lasse . Es besteht somit die Gefahr, dass der Beschwerdeführer wieder illegales Material konsumieren könnte. Eine entsprechende The-A-6563/2011 Seite 18 rapie bietet für die Prävention eines Rückfalls keinen absoluten Schutz. Das den Erlass eines Strafbefehls provozierende Verhalten des B e- schwerdeführers, seine Aussagen anlässlich der durch die Vorinstanz durchgeführten Befragung sowie nicht zuletzt auch die ins Recht gelegten Arztberichte lassen Rückschlüsse auf seine Persönlichkeit und Vertrau- enswürdigkeit bzw. Integrität zu. Vorliegend bestehen denn auch keine Umstände, welche die Verurteilung in den Hintergrund treten oder anders beurteilen lassen , wie es das Bundesverwaltungsgericht im kürzlich e r- gangen Urteil A-3037/2011 vom 27. März 2012 für mehrheitlich im Bag a- tellbereich anzusiedelnde Strassenverkehrsdelikte, die mehr als fünf Ja h- re zurückliegen, festgehalten hat. 8.4.4. Dem Beschwerdeführer ist insofern Recht zu geben, dass Äuss e- rungen über seine Arbeitsleistung für die Beurteilung seiner Vertrauen s- würdigkeit nicht gänzlich unbedeutend und gebührend mit zu berücksic h- tigen sind. Dennoch geben Arbeitsbeurteilungen nur Auskunft darüber, ob eine Person mit Bezug auf die Erfüllung ihrer arbeitsvertraglichen Pflic h- ten zuverlässig und vertrauenswürdig ist. Für die hier entscheidende Fr a- ge, ob der Beschwerdeführer über die für die Verneinung eines Siche r- heitsrisikos im Sinne von BWIS und PSPV notwe ndige Integrität und Ver- trauenswürdigkeit verfügt, sind die genannten Schreiben indes nicht von vorrangiger Bedeutung (vgl. Urteil e des Bundesverwaltungsgerichts A-4673/2010 vom 7. April 2011 E. 6.5.4 und A-527/2010 vom 19. Oktober 2010 E. 6.3.4.3 mit weiterem Hinweis). 8.4.5. Folglich ist der Schluss der Vorinstanz, dass Mängel hinsichtlich der Integrität bzw. Vertrauenswürdigkeit des Beschwerdeführers vorha n- den sind, welche bei seiner Funktion ein erhöhtes Sicherheitsrisiko gen e- rieren, jedenfalls im Ergebnis nicht zu beanstanden. 9. 9.1. Zur Erpressbarkeit bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er habe sich bewusst dagegen entschieden, die Verurteilung gegen au s- sen offen zu legen , da es ihm äusserst unangenehm gewesen sei, diese strafbaren Handlungen sein em privaten bzw. beruflichen Umfeld zu kommunizieren. Im privaten Bereich hätte die offene Kommunikation nur zusätzliche Schwierigkeiten bedeutet, die ihn in seinem Umgang mit dem Problem zusätzlich belastet hätten. Auch im beruflichen Bereich habe keine Notwendigkeit bestanden, die Verurteilung mitzuteilen, da die Straf- tat keinerlei Bezug zu seiner dienstlichen Tätigkeit aufweise. Mittlerweile A-6563/2011 Seite 19 sei sein berufliches Umfeld aber informiert. Zudem sei er überzeugt, dass es sich um einmalige Verfehlungen handle. Diese Ansicht werde durch die Feststellungen von Dr. med. Y ._______ bestätigt. Ein Rückfallrisiko könne fast vollständig ausgeschlossen werden. Da in der Schweiz ein Strafregisterauszug nur unter besonderen Voraussetzungen zu erlangen sei, erscheine äuss erst unwahrscheinlich, dass Dritte gerade den B e- schwerdeführer als lohnendes Ziel für allfällige Erpressungsversuche auswählen könnten. Er sei zudem im Umgang mit allfälli gen Erp res- sungsversuchen geschult. Des Weiteren trage er beruflich zivile Kleider und seine Berufsbezeichnung im Telefonbuch sei (…). Zusammenfassend lasse sich festhalten, dass Erpressungsgefahr nicht vorliege. Sollte auch die Information des privaten Umfelds notwendig werden, werde der B e- schwerdeführer diesen Schritt unternehmen. Wie ber eits angesprochen, habe er in der kurzen Zeit grosse Fortschritte gemacht, seine Handlungen zu kommunizieren und zu reflektieren. 9.2. Die Vorinstanz führt zu d iesem Punkt an, dass nach wie vor nur ein kleiner Kreis von Personen aus dem beruflichen Umfeld des Beschwerde- führers über seinen Konsum von illegaler Pornographie Bescheid wisse. Die Tatsache, dass seine Mitarbeitenden nicht informiert seien und der Beschwerdeführer sein privates Umfeld erst dann informieren würde, falls es notwendig sein sollte, seien n icht ausreichend, um im Bereich der E r- pressbarkeit nicht von einem grundsätzlichen Sicherheitsrisiko auszug e- hen. 9.3. Die Botschaft zum BWIS sieht vor, dass an wichtigen Schlüsselste l- len nur Personen eingesetzt werden sollen, die nicht erpressbar sind und Gewähr bieten, das ihnen entgegengebrachte Vertrauen nicht zu mis s- brauchen (BBl 1994 II 1147). Wie bereits in E. 8.4. ausgeführt, gelten un- ter anderem kriminelle Handlungen, Abhängigkeit und Erpre ssbarkeit als Sicherheitsrisiken. Das Risiko einer Erpressun g ist kleiner, wenn das persönliche Umfeld und der Arbeitgeber über den "Makel", der für die Erpressung verwendet werden könnte, informiert sind (vgl. Urteil e des Bundesverwaltungsg e- richts A-4673/2010 vom 7. April 2011 E. 6.6.3. und A-527/2010 vom 19. Oktober 2010 E. 6.3.3 mit weiterem Hinweis). Vorliegend sind mittler- weile die Vorgesetzten des Beschwerdeführers, nicht jedoch seine Mita r- beitenden und ebenso wenig sein privates Umfeld über die begangenen Straftaten informiert. Die durch den Beschwerdefüh rer begangenen Ve r- gehen sind an sich zwar nicht staatsgefährdend. Wie die Vorinstanz j e-A-6563/2011 Seite 20 doch zu Recht festgestellt hat, ist der Beschwerdeführer aufgrund des Schuldspruchs betreffend mehrfache Pornograph ie und seiner nur tei l- weisen Offenlegung desselben erpressbar. Ihm könnte gedroht werden, die Presse oder interessierte Stellen über seine strafbaren Handlungen in Kenntnis zu setzen. In einem solchen Fall bestünde eine reelle Gefahr, dass sich der Beschwerdeführer erpressen liesse, um zu verhindern, dass die schweizerische oder ausländische Öffentlichkeit oder auch sein diesbezüglich allenfalls immer noch nicht informiertes privates Umfeld von seiner Verurteilung erfahren. Dass der Beschwerdeführer bereit wäre, sein persönliches Umfeld über die Verurteilung z u informieren, wenn es unumgänglich sein sollte, erlaubt zur Zeit keine andere Würdigung. 10. Sodann sind allfällige Risikofaktoren auch hinsichtlich des Spektakelwerts zu würdigen. Bei der Beurteilung des Spektakelwerts geht es nicht primär darum, den Staat vor allfälligen Blamagen zu schützen. Es soll vielmehr materieller wie auch immaterieller Schaden präventiv abgewendet und das störungsfreie Funktionieren der betroffenen Institution bzw. der Ei d- genossenschaft als solcher gewahrt werden. Die Annahme eines Sicher- heitsrisikos ist dann gerechtfertigt, wenn ein konkreter Zusammenhang zwischen dem vorgeworfenen Sicherheitsrisiko und der dadurch entsta n- denen Bedrohung des Institutionsvertrauens gegeben ist (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3037/2011 v om 27. März 2012 E. 6.4., A-4582/2010 vom 20. Januar 2012 E. 9.4.1 und A -8451/2010 vom 20. September 2011 E. 11.3 je mit weiteren Hinweisen). Die Vorinstanz führt zu Reputationsverlust und Spektakelwert an, das VBS geniesse ein sogenanntes Institutionenver trauen, welches ihm die Bevölkerung entgegenbringe. Werde diese Reputation durch negative Er- eignisse beeinträchtigt, sinke das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat bzw. in das politische System. Das VBS habe demzufolge darauf bedacht zu sein, ausschliess lich Personen mit einer einwandfreien Lebensfü h- rung, einem untadeligen Leumund und persönlichen Umfeld in sensitiven Funktionen zu beschäftigen, die nach objektivem Ermessen den Ruf des Departements nicht gefährden könnten. Im vorliegenden Fall sei der Zus ammenhang einer konkreten Bedrohung des Institutionenvertrauens durch die offensichtlichen Gefährdun gen durch mangelnde Integrität sowie Vertrauenswürdigkeit, mangelhaftes Gefahrenbewusstsein sowie erhöhte Erpressungsgefährdung konkret g e- geben. Das Eintreten eines Ereignisses werde aufgrund der Erwägungen A-6563/2011 Seite 21 als wahrscheinlich und der daraus entstehende Schaden bzw. Spekt a- kelwert als hoch erachtet. Die Fachstelle gehe davon aus, dass das VBS bei einer Weiterverwendung des Beschwerdeführers kurz- bis mittelfristig nachteilig belastet werde. 10.1. Im Zusammenhang mit dem von der Vorinstanz festgehaltenden Reputationsverlust und Spektakelwert bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, die Verurteilung sei im Jahr 2008, mithin vor knapp vier Jahren erfolgt. Seither habe er – wie bereits in den 20 Jahren in Bunde s- diensten zuvor – seine dienstlichen Aufgaben weiterhin einwandfrei und loyal wahrgenommen. In dieser Zeit habe das Ansehen der Verwaltung keinerlei Schaden genommen und es bestehe auch nie die Gefahr, dass dies der Fall sein würde. Die Verurteilung sei nicht publik und werde auch – bei angemessenem und rechtlich korrektem Verhalten aller involvierter Personen – der Öffentlichkeit weiterhin nicht bekannt werden. Entspr e- chend sei nicht ersichtlich, inwiefern d ie vorbestehende Verurteilung dem Ansehen der Verwaltung nachteilig sein sollte. Selbst wenn die Verurte i- lung publik werden sollte, wäre kein Reputationsverlust für die Verwaltung zu befürchten, denn der Beschwerdeführer sei keine Person des öffentl i- chen I nteresses und die begangenen Straftaten würden keinerlei Rel e- vanz für sein berufliches Aufgabenfeld aufweisen, wie dies beispielsweise bei jenen Berufsgruppen, die in ihrem Arbeitsfeld mit Kindern zu tun hä t- ten, der Fall wäre. 10.2. Dazu führt die Vorinstanz aus , der Beschwerdeführer verkenne, dass er eine sicherheitsempfindliche Funktion ausübe, in der er Zugang zu GEHEIM (…) sowie GEHEIMEN (…) habe, was eine Sicherheitspr ü- fung der Stufe 11 voraussetze. Die Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend den Fall, dass die Verteilung publik würde, unterstreiche seine mangelnde Sensibilität bezüglich der bestehenden Gefährdungen. Er scheine sich auch nicht bewusst zu sein, dass die Öffentlichkeit bei einem Bekanntwerden seiner Verurteilung wegen illegaler Pornographie – vor al- lem in Bezug auf die Kinderpornographie – und in Anbetracht seiner Funktion, sehr empfindlich reagieren würde. 10.3. Der im Eintretensfall zu beurteilende negative Medien - oder Öffent- lichkeitswert ist als sogenannter Spektakelwert bekannt. Der Beschwe r- deführer nimmt als (…) eine Schlüsselstelle ein und kann in dieser Funk- tion auch von öffentlichem Interesse sein. Für die Beurteilung der Siche r- heitsempfindlichkeit ist überdies nicht nur auf die konkrete Funktion des Beschwerdeführers alleine abzustellen. Vielmehr ist er auch als Teil der A-6563/2011 Seite 22 Institution zu betrachten und zu beurteilen. Die Öffentlichkeit im In - und Ausland reagiert auf Delikte gegen die sexuelle Integrität, in sbesondere im Zusammenhang mit Minderjährigen, sehr empfindlich. Würde der dem Erlass des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft des Kantons X._______ vom 8. Januar 2008 zugrunde liegende Sachverhalt tatsächlich publik gemacht, so hätte dies zur Folge, dass das Institutionenvertrauen, we l- ches das VBS sowohl im In- als auch im Ausland geniesst, arg strapaziert werden würde. Die Vorinstanz hat somit den Spektakelwert im Falle einer Weiterverwendung des Beschwerdeführers in seiner sicherheitsempfindli- chen Funktion in Verbindung mit dem Eintreten eines Ereignisses zu Recht als hoch beurteilt. 11. Die Vorinstanz ist bei ihrem Entscheid wie jede Verwaltungsbehörde an den Grundsatz der Verhältnismässigkeit gebunden (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV). Die Verfügung muss demnach im Hinblick auf das im öffentlichen Interes- se angestrebte Ziel erforderlich sein; sie hat zu unterbleiben, wenn eine gleich geeignete, aber mildere Massnahme für den angestrebten Erfolg ausreichen würde. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die dem Beschwe r- deführer auferlegt werden ( Urteil des Bundesgerichts 8C_788/2011 vom 2. Mai 2012 E. 5.3; BGE 131 V 107 E. 3.4.1, BGE 130 I 65 E. 3.5.1 je mit Hinweisen; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -802/2007 vom 3. Dezember 2007, A -705/2007 vom 6. August 2007 E. 9.1 und A-7512/2006 vom 23. August 2007 E. 4.2; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜL- LER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010, Rz. 581). Für die Beurteilung, ob der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen für den Beschwerdeführer steht, ist eine sorgfältige Abwägung der entgegenstehenden öffentlichen und privaten Interessen vorzunehmen. 11.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass mit der fraglichen Verurte i- lung kein oder lediglich ein ausserordentlich geringes Sicherheitsrisiko für den Staat bestehen würde. Die Fachstelle habe sich hauptsächlich vom Aussageverhalten des Beschwerdeführers anlässlich der Befragung vom 18. August 2011 leiten lassen, welche – durch Dr. med. Y ._______ bestä- tigt – ihn in ein falsches Licht rücke. Das konkrete Schutzinteresse des Staates sei entsprechend gering zu gewichten. Auf der anderen Seite würden die äusserst gewichtigen Interessen des Beschwerdeführers st e- hen, welche bislang von der Fachstelle weder erhoben noch gewichtet worden seien. Aufgrund von der mit Zwischenverfügung vom 14. Juli 2011 A-6563/2011 Seite 23 von der Fachstelle angegebenen Empfehlung, dem Beschwerdeführer bis auf Weiteres keinen Zugang zu VERTRAULICH und GEHEIM klassifizier- ten (…) zu gewähren, sei er vom Dienst freigestellt worden. In der Zw i- schenzeit sei ihm gar die fristlose Kündigung angedroht worden. Der heu- te (…)-jährige, welcher kurz im Anschluss an seine Lehre im Jahr (…) in einem Monopolbereich (Armee und Sicherheit) in den Bundesdienst ei n- getreten sei, habe ausserhalb des Bundes keine berufliche Pe rspektive. Entsprechend würde er zum Sozialversicherungs - und später Fürsorg e- fall, sollte sich das VBS – gestützt auf die angefochtene negative Risik o- verfügung – gegen eine Weiterbeschäftigung entscheiden. Eine negative Risikoverfügung würde auch dazu führ en, dass er seine Unterhaltspflic h- ten nicht mehr erfüllen könne. Angesichts der Tatsache, dass die zur Beurteilung stehende Straftat nunmehr knapp vier Jahre zurückliege und sich der Beschwerdeführer seither wohlverhalten und seine beruflichen Aufgaben we iterhin zuverläs- sig und einwandfrei wahrgenommen habe, erscheine die verfügte Mas s- nahme – negative Risikoverfügung – in hohem Masse unverhältnismä s- sig. Während auf der einen Seite die Verwirklichung eines allfälligen S i- cherheitsrisikos ausser Betracht fall e oder zumindest höchst unwah r- scheinlich sei, drohe auf der Seite des Beschwerdeführers der Wegfall der beruflichen und privaten Existenz, obschon er sich intensiv bemüht habe, die von der Fachstelle gerügten Schwächen in der Kommunikation seiner früheren Handlungen zu verbessern und zu seinen Taten zu st e- hen. Weiter sei darauf hinzuweisen, dass die Weiterbeschäftigung des Beschwerdeführers beruflich möglich und – zumindest von seinem unmit- telbaren Umfeld – gar erwünscht wäre. In den Schlussbemerkungen führt der Beschwerdeführer zudem an, dass die Vorinstanz von falschen Voraussetzungen ausgehe. Seit der Neuo r- ganisation (…) im Juni 2011 benötige er beruflich keinen Zugang mehr zu (…), sondern lediglich nur (…). zu VERTRAULICH klassifizierten (…). Zudem komme der Funktion des Beschwerdeführers eine deutlich geri n- gere Bedeutung zu, als geltend gemacht werde. Es seien ihm aktuell l e- diglich (…) Mitarbeitende unterstellt, wovon (…) direkt. Entsprechend be- stehe durchaus die Möglichkeit einer Sicherheitsverfügung mit Auflagen. 11.2. Die Ausführungen der Vorinstanz betreffend die Verhältnismässi g- keit der erlassenen negativen Risikoverfügung vom 3. November 2011 sind sehr kurz gehalten und beschränken sich im Wesentlichen auf the o- retische Grundlagen (vgl. Ziffer 4 der angefo chtenen Verfügung); die Be-A-6563/2011 Seite 24 urteilung ist jedoch im Ergebnis nicht zu beanstanden. Der Beschwerde- führer hat auch unter Berücksichtigung einer allfälligen Rückstufung eine sicherheitsempfindliche Funktion inne, die ein hohes Mass an Vertra u- enswürdigkeit voraussetzt. Die Abklärungen der Vorinstanz haben zudem gezeigt, dass nicht nur hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit, sondern auch hinsichtlich der Sensibilität, des Gefahrenbewusstseins und des R i- sikoverhaltens ein Sicherheitsrisiko auszumachen ist. Hinzu kommt, dass die Öffentlichkeit im In- und Ausland sehr empfindlich auf Delikte gegen die sexuelle Integrität, insbesondere im Zusammenhang mit Minderjähr i- gen reagiert und im Falle eines negativen Ereignisses im Inland wie im Ausland mit einem Schadenspotentia l zulasten letztlich der Schweiz zu rechnen ist. Das Schutzinteresse des Staates ist folglich als hoch zu qu a- lifizieren. Der Vorinstanz ist zudem beizupflichten, dass keine mildere Massnahme ersichtlich ist, welche ebenso wie der Erlass einer negativen Risikoverfügung zum angestrebten Ziel führen würde, das Schadensp o- tenzial sofort und nachhaltig möglichst klein zu halten. Insbesondere sind keine Vorkehren ersichtlich, welche das Risiko der Erpressbarkeit sowie vor allen Dingen des im Eintretensfall resulti erenden Reputationsverlus- tes und Spektakelwerts verhindern würden. Je gewichtiger das eine und je weniger gewichtig das andere Interesse ist, desto eher fällt die Intere s- senabwägung zugunsten des erheblicheren Interesses aus (BGE 135 II 402 E. 4.6.1; Urtei le des Bundesverwaltungsgerichts A -194/2011 und A-212/2011 vom 25. April 2012 E. 9.3.3., A -203/2011 vom 12. April 2012 E. 9.3.3.). Da in die Beurteilung des Sicherheitsrisikos keine sozialen Überlegungen einfliessen (E. 6.2), überwiegt das öffentliche Interesse an der Wahrung der inneren und äusseren Sicherheit bzw. an der Verme i- dung eines Sicherheitsrisikos und dessen gravierenden Folgen gege n- über dem privaten Interesse des Beschwerdeführers an einer weiteren Ausübung seiner momentanen Funktion als (…) der Armee . Überdies wird die Frage einer allfälligen Weiterbeschäftigung des Beschwerdefü h- rers – möglicherweise in einer anderen Funktion oder mit anderen Befu g- nissen – vom Arbeitgeber zu prüfen und zu entscheiden sein. 12. Aufgrund vorstehender Erwägungen ergibt sich somit, dass die Vori n- stanz zu Recht angenommen hat, der Beschwerdeführer stelle unter B e- rücksichtigung der gesamten Umstände in seiner Funktion als (…) ein Si- cherheitsrisiko dar bzw. biete keine Gewähr für eine risikofreie Erfüllung seiner Aufgaben und Pflichten. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. A-6563/2011 Seite 25 13. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt der Beschwerdeführer auch un- ter Berücksichtigung der als nicht besonders schwer beurteilten Gehör s- verletzung (vgl. E. 3.3.2) als vollständig unterliegende Partei, weshalb er in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten zu tragen hat. Diese sind auf Fr. 1'500.-- festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem geleist e- ten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. 14. Angesichts seines vollständigen Unterliegens steht dem Beschwerdefü h- rer keine Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 VGKE). A-6563/2011 Seite 26 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) – das Generalsekretariat VBS (Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Marianne Ryter Sauvant Yvonne Wampfler Rohrer Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwe r- deführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). A-6563/2011 Seite 27 Versand: