<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2017-03-15-5A_170-2017.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para"> <b>5A_170/2017 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 15. März 2017</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter von Werdt, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Marazzi, Bovey </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">med. pract. B.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Fürsorgerische Unterbringung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau, 1. Kammer, vom 3. Februar 2017. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">A.________ (geb. 1949) wurde im Jahr 2002 erstmals in der Klinik D.________ hospitalisiert, wobei eine chronisch-paranoide Schizophrenie mit unvollständiger Remission seit 1997 (ICD-10 F20.04) festgestellt wurde. </div> <div class="para">Seit 1997 hatte A.________ stetig zugenommen und trug statt der anfänglichen Kleidergrösse 36 zwischenzeitlich die Grösse 56. In den Jahren 2015 und 2016 nahm sie rund 100 kg ab und ernährte sich nach eigenen Angaben nur noch von Cornflakes und Orangensaft. Aufgrund ihres unsicheren Ganges fiel sie einer Polizeistreife auf, welche sie nach Hause begleitete und sich dazu veranlasst sah, die C.________ AG zu avisieren. Darauf wurde A.________ von med. pract. B.________ am 23. Januar 2017 mit fürsorgerischer Unterbringung in die Klinik D.________ eingewiesen. </div> <div class="para">Mit Urteil vom 3. Februar 2017 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau die von A.________ erhobene Beschwerde ab. </div> <div class="para">Mit Fax vom 27. Februar 2017 hat A.________ gegen dieses Urteil eine Beschwerde eingereicht. Auf entsprechende Aufforderung hin hat sie am 6. März 2017 ein unterzeichnetes Exemplar nachgereicht. Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt, aber die kantonalen Akten beigezogen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Angefochten ist der kantonal letztinstanzliche Entscheid betreffend fürsorgerische Unterbringung; die Beschwerde ist zulässig (Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 6, <span class="artref">Art. 75 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/90" type="start"></artref>Art. 90 BGG</span><artref id="CH/173.110/75/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para">Die Beschwerde hat eine Begründung zu enthalten, in welcher in gedrängter Form dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>), was eine Auseinandersetzung mit der Begründung des angefochtenen Entscheides erfordert (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=42&amp;from_date=13.03.2017&amp;to_date=01.04.2017&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">BGE 140 III 115</a> E. 2 S. 116). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Klinik D.________ diagnostizierte bei Klinikeintritt eine paranoide Persönlichkeit (ICD-10 F60.0) und ging von einer anhaltenden wahnhaften Störung aus (ICD-10 F22.0). An der verwaltungsgerichtlichen Verhandlung bestätigte der Gutachter, dass die Beschwerdeführerin an einer Störung aus dem schizophrenen Formenkreis leide, aus der eine wahnhafte Entwicklung entstanden sei. Aus den Ausführungen des zuständigen Oberarztes und der Beschwerdeführerin selbst anlässlich der Verhandlung erhellte, dass hinter der Mangelernährung ihre Überzeugung steht, dass falsche Bewegungen Löcher im Körper hervorrufen und zu einem "Kraftabgang" führen würden. Nach ihren Aussagen sind ihre Hände voller Löcher und füllen sich nur langsam wieder. Sie hielt sich auch nicht in der Lage, ein Blatt Papier zu heben, da dieses zu schwer sei und so weitere Löcher entstehen würden. </div> <div class="para">Das Verwaltungsgericht bejahte eine psychische Störung im Sinn von <span class="artref">Art. 426 Abs. 1 ZGB</span> und erachtete die fürsorgerische Unterbringung als unabdingbar. Die Beschwerdeführerin habe sich aufgrund der Mangelernährung und des aktuten Schwächezustandes bei Klinikeintritt in einem schlechten Ernährungszustand befunden und sie habe ungepflegt und ausgezehrt gewirkt; sie sei nicht mehr in der Lage gewesen, ihr Verhalten und ihren Zustand aus eigener Kraft zu ändern. Aufgrund der fehlenden Krankheitseinsicht und Therapiebereitschaft könne sie heute noch nicht entlassen werden, weil sie zu einer angemessenen medikamentösen Behandlung und einer Umstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten nicht bereit sei, obwohl die Laborbefunde der Blutuntersuchung klare Mangelerscheinungen aufzeigten. Der Gutachter gehe von einer massiven Verschlechterung der physischen Gesundheit aus, wenn die Beschwerdeführerin die medikamentöse Behandlung abbrechen würde. Dies drohe aufgrund der fehlenden Krankheitseinsicht bei bloss ambulanter Behandlung. Die Unterbringung sei deshalb nach wie vor erforderlich und verhältnismässig, weil nur so ein rascher Rückfall und eine erneute Klinikeinweisung verhindert werden könne. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin verlangt die sofortige Entlassung. Zur Begründung bringt sie einzig vor, sie sei eine gesunde Frau und wolle nach Hause, wo sie die Dinge ihres Alltags seit Jahrzehnten selbständig erledige. Diese Begründung genügt den in E. 1 dargelegten Anforderungen nicht und bestätigt im Übrigen die fehlende Krankheitseinsicht, wie sie vom Verwaltungsgericht festgestellt worden ist. Das Verwaltungsgericht hat im Übrigen ausführlich die bestehende Behandlungsbedürftigkeit dargestellt, welche offensichtlich besteht, und sich auch zur Eignung der Klinik geäussert. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist. Entsprechend den konkreten Umständen wird auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, dem einweisenden Arzt, der Klinik D.________ und dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 15. März 2017 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: von Werdt </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>