<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 495/99 Md </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>III. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Schön, Spira und Bundesrichterin Widmer; Ge- </div> <div class="para">richtsschreiber Condrau </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 31. März 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">S.________, Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle Bern, Chutzenstrasse 10, Bern, Beschwerdegegne- </div> <div class="para">rin, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Bern </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Die 1954 geborene S.________, verheiratet und </div> <div class="para">Mutter von fünf Kindern (geboren zwischen 1987 und 1994), </div> <div class="para">ist vollzeitlich als Hausfrau tätig. Am 22. Januar 1998 </div> <div class="para">meldete sie sich wegen Schulterschmerzen (Unfall mit Hume- </div> <div class="para">ruskopffraktur vom 22. Januar 1997) zum Bezug von Leistun- </div> <div class="para">gen der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle Bern holte </div> <div class="para">u.a. einen Arztbericht des Dr. med. H.________ vom 5. Feb- </div> <div class="para">ruar 1998 ein. Zudem veranlasste sie eine Abklärung der Be- </div> <div class="para">hinderung im Bereich der Haushaltführung (Bericht vom </div> <div class="para">22. Juni 1998). Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens </div> <div class="para">lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Verfügung </div> <div class="para">vom 4. September 1998). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Die von S.________ hiegegen erhobene Beschwerde </div> <div class="para">wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern am 20. Juli </div> <div class="para">1999 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt </div> <div class="para">S.________ sinngemäss die Zusprechung einer Invalidenrente. </div> <div class="para"> Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Verwaltungs- </div> <div class="para">gerichtsbeschwerde, während sich das Bundesamt für Sozial- </div> <div class="para">versicherung (BSV) nicht vernehmen lässt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das So- </div> <div class="para">zialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der angefoch- </div> <div class="para">tenen Verfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt, der </div> <div class="para">zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-362%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page366">BGE 121 V 366</a> </div> <div class="para">Erw. 1b mit Hinweisen). Die Verfügung der IV-Stelle Bern </div> <div class="para">datiert vom 4. September 1998. Die von der Beschwerdeführe- </div> <div class="para">rin im Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsge- </div> <div class="para">richt neu aufgelegten Arztzeugnisse, welche von einer am </div> <div class="para">16. Juni 1999 vorgenommenen Arthroskopie sowie Korrektur- </div> <div class="para">Osteotomie berichten, sind deshalb unbeachtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- a) Bei nichterwerbstätigen Versicherten im Sinne </div> <div class="para">von <span class="artref">Art. 5 Abs. 1 IVG</span> - so namentlich bei im Haushalt täti- </div> <div class="para">gen Versicherten - wird für die Bemessung der Invalidität </div> <div class="para">darauf abgestellt, in welchem Masse sie behindert sind, </div> <div class="para">sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (<span class="artref">Art. 28 </span></div> <div class="para">Abs. 3 IVG in Verbindung mit <span class="artref"><artref id="CH/831.201/27/1" type="start"></artref>Art. 26bis und 27 Abs. 1 IVV</span><artref id="CH/831.201/26^bis" type="end"></artref>; </div> <div class="para">spezifische Methode; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F104-V-135%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page136">BGE 104 V 136</a> Erw. 2a; AHI 1997 S. 291 </div> <div class="para">Erw. 4a). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Ver- </div> <div class="para">sicherten gilt die übliche Tätigkeit im Haushalt und allen- </div> <div class="para">falls im Betrieb des Ehepartners sowie die Erziehung der </div> <div class="para">Kinder (<span class="artref">Art. 27 Abs. 2 IVV</span>). </div> <div class="para"> Die Gewichtung der einzelnen Teilbereiche der Haus- </div> <div class="para">haltführung hat sodann nach Massgabe der Verwaltungsweisun- </div> <div class="para">gen (Rz 2122 der Wegleitung des BSV über die Invalidität </div> <div class="para">und Hilflosigkeit [WIH], gültig ab 1. Januar 1990) zu er- </div> <div class="para">folgen, deren Gesetzeskonformität durch die Rechtsprechung </div> <div class="para">ausdrücklich bestätigt worden ist (ZAK 1986 S. 234 Erw. 2c </div> <div class="para">betreffend die gleichlautende Rz 147.9 der bis 1. Januar </div> <div class="para">1985 gültig gewesenen Fassung der WIH). Hernach ist die </div> <div class="para">gesundheitlich bedingte Einschränkung in den einzelnen </div> <div class="para">Teilbereichen festzustellten, woraus sich schliesslich der </div> <div class="para">Invaliditätsgrad ermitteln lässt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die Vorinstanz hat die Einschränkung in den einzel- </div> <div class="para">nen Teilbereichen der Haushaltführung unter Bezugnahme auf </div> <div class="para">die Gewichtung der Aufgabenbereiche im Haushalt gemäss der </div> <div class="para">Wegleitung geprüft und dabei (wie die Verwaltung) einen In- </div> <div class="para">validitätsgrad von insgesamt 31 % ermittelt. Entgegen der </div> <div class="para">Auffassung der Beschwerdeführerin besteht kein Grund, der </div> <div class="para">Bemessung ihrer Invalidität ein anderes Schema zugrunde- </div> <div class="para">zulegen. Verwaltung und Vorinstanz haben die unfallbeding- </div> <div class="para">ten Behinderungen der Beschwerdeführerin auf die Besorgung </div> <div class="para">des Haushaltes in korrekter Weise berücksichtigt, worauf </div> <div class="para">verwiesen wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Zutreffend ist der Einwand der Beschwerdeführerin, </div> <div class="para">Verwaltung und Vorinstanz hätten nicht berücksichtigt, dass </div> <div class="para">ihr Ehemann von schweren Rückenleiden betroffen sei. Im </div> <div class="para">Gegensatz zu den ärztlichen Stellungnahmen wird im Abklä- </div> <div class="para">rungsbericht Haushalt vom 22. Juni 1998 ausgeführt, der </div> <div class="para">Ehemann könne die Umgebungsarbeiten besorgen und beim Tra- </div> <div class="para">gen schwerer Lasten helfen. Die Tatsache, dass der Ehemann </div> <div class="para">der Beschwerdeführerin bei der Verrichtung schwerer Tätig- </div> <div class="para">keiten im Haushalt nicht mithelfen kann, vermag sich vor- </div> <div class="para">liegend auf die Teilbereiche Einkauf/weitere Besorgungen </div> <div class="para">und Gartenpflege auszuwirken. Diese Teilbereiche ent- </div> <div class="para">sprechen je 10 % des gesamten Aufgabenbereichs, wobei die </div> <div class="para">IV-Stelle beim Bereich Einkauf/weitere Besorgungen bereits </div> <div class="para">eine Invalidität von 20 % und beim Bereich Gartenpflege </div> <div class="para">eine solche von 50 % festgesetzt hat (Abklärungsbericht </div> <div class="para">Ziff. 7.2 und 7.7). Bei dieser Sachlage vermag selbst eine </div> <div class="para">weitere Erhöhung dieser Ansätze den festgestellten Invali- </div> <div class="para">ditätsgrad von 31 % im <u>gesamten</u> Aufgabenbereich nur unwe- </div> <div class="para">sentlich zu erhöhen, jedenfalls nicht auf den für den An- </div> <div class="para">spruch auf eine Invalidenrente erforderlichen Mindestin- </div> <div class="para">validitätsgrad von 40 % (<span class="artref">Art. 28 Abs. 1 IVG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsge- </div> <div class="para"> richt des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche </div> <div class="para"> Abteilung, der Ausgleichskasse des Kantons Bern und </div> <div class="para"> dem Bundesamt für Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 31. März 2000 </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der III. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>