Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. Dezember 2020 (725 20 190 / 308) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Würdigung der Arztberichte Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen Allianz Suisse Versicherungs -Gesellschaft AG , Postfach, 8010 Zürich, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Der 1981 geborene A.____ arbeitete seit Mai 2018 als Hotel-Geschäftsführer für die B.____ AG in X.____ und war in dieser Eigenschaft bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesell- schaft AG (Allianz) obligatorisch unfallversichert, als er a m 5. November 2018 auf einem Fuss- gängerstreifen in C.____ von einem Auto angefahren wurde. Dabei zog er sich eine Hüftkontusion rechts und eine Handgelenkskontusion links zu. Die Allianz anerkannte ihre Leistungspflicht und übernahm die Heilbehandlungskosten. Gestützt auf die Beurteilung ihres Vertrauensarztes stellte Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Allianz ihre Leistungen mit Verfügung vom 11. Apr il 2019 per 5. Februar 2019 ein. Eine da- gegen erhobene Einsprache wies die Allianz mit Entscheid vom 14. April 2020 ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Da niel Altermatt, mit Eingabe vom 18. Mai 2020 Beschwerde am Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, die Allianz sei in Aufhebung des angefochtenen Ent- scheids zu verpflichten, die Kosten der Arthroskopie vom 8. März 2019 zu übernehmen und ihm für den Zeitraum vom 8. März bis mindestens 31. März 2019 ein Taggeld basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % auszurichten. C. Mit Vernehmlassung vom 16. Juli 2020 beantragte die Allianz, dass die Beschwerde ab- gewiesen werde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in C.____, weshalb die örtliche Zu ständigkeit des Kantonsgerichts Basel- Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver- waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versi- cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-sprache- entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG . Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 18. Mai 2020 ist demnach einzutreten. 2. Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin ih re Leistungspflicht für den Unfall vom 5. November 2019 anerkannt. Strittig ist jedoch, ob die gesetzlichen Leistungen durch den Unfallversicherer zu Recht per 5. Februar 2019 eingestellt wurden bzw. ob die danach angefalle- nen Kosten für die Arthroskopie vom 8. März 2019 sowie Taggeldleistungen vom 8. März bis mindestens 31. März 2019 – als Folge der Arthroskopie – von der Beschwerdegegnerin zu er- bringen sind. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewä hren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Zu dieser vom Unfallversicherer zu übernehmenden Heilbehandlung gehören unter ande- rem die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (Art. 10 Abs. 1 lit. d UVG). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetret enen Schaden (Krankheit, Arbeits- unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ur- sachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind a lle Umstände, ohne deren Vor- handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs ni cht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi- gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht wer- den kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störun g ein natürlicher Kausalzusammen- hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanw endende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliege nden Beweiswürdigung nach dem im Sozi- alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegende n Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs- anspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderl ichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des U nfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundhei tsschadens darstellt, wenn also Letz- terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursac hen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Nach der strengen bundesgerichtlichen Rechtsprechung betreffend die Unfall- kausalität von operativen Eingriffen ist diese selbst dann gegeben, wenn der betreffende Schaden auch ohne das Unfallereignis früher oder später einge treten wäre und der Unfall somit nur hin- sichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts eine unerlässli che Bedingung ("conditio sine qua non") darstellte. Anders verhält es sich lediglich dann, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rech- nen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen (Urteil de s Bundesgerichts vom 7. Juli 2016, 8C_337/2016, E. 4.1.1). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfall bedingten Ursachen eines Gesund- heitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlen- der ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine an-spruchs- aufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versi- cherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Diese Bewe isgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massge- bend (Urteil des Bundesgerichts vom 23. September 2014, 8C_419/2014, E. 3.2 mit Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistu ngsansprüche bedarf es verlässli- cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 23 1 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grun dsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweism ittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei- lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesonder e darf es bei einander widerspre- chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate- rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es a uf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsi chtlich des Beweiswertes eines Arzt- berichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die str eitigen Belange umfassend ist, auf all- seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweis e Berichten und Gutachten versiche- rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver sicherungsinternen ärztlichen Feststel- lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 3.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver- trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5). Bei der Abschätzung des Beweisw erts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte be- handelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom be- handelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzu- stufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutach- tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Exp erten anderseits nicht zu, ein Admi- nistrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslauten den Einschätzungen gelangen. Vor- behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichend e Beurteilung aufdrängt, weil die behan- delnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver är ztlicher Interpretation entspringende – As- pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkan nt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2014, 8C_677/2014, E. 7.2). 4. Grundsätzlich ist erwiesen und auch unbestritten, dass d ie über den 5. Februar 2019 anhaltenden Beschwerden am linken Handgelenk des Beschwerdeführers, welche zu einer MRT- Abklärung vom 8. Februar 2019 und danach zum arthrosko pischen Eingriff vom 8. März 2019 geführt haben, in keinem kausalen Verhältnis zum Unfal l vom 5. November 2018 standen, son- dern einen krankhaften Ursprung hatten. So hält der vo m Beschwerdeführer mit seiner Be- schwerde eingereichte Bericht des behandelnden Handchir urgen Dr. med. D.____, FMH Hand- chirurgie und FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 16. Mai 2019 fest, dass am 8. März 2019 während der Pr obebiopsie in der Histologie eine Rie- senzellsynovialitis des Handgelenks gefunden und am 11. April 2019 die totale Synovektomie bei diesem lokal aggressiv wachsenden, benignen Tumor durchgef ührt worden sei. Die Tatsache, dass im Jahr 2013 dieser Tumor bereits am gleichen Han dgelenk während einer Operation ge- funden worden sei, untermauere das vorherige Vorhandensein des Tumors bereits vor dem Unfall vom 5. November 2018. Es sei bekannt, dass diese Tumoren häufig klinisch erst nach einem Unfall oder Bagatellunfall auffällig würden. Im Rah men der diagnostischen Arthroskopie habe eine Unfallfolge ausgeschlossen werden können, nachdem auch das vorgängige MRI hinsichtlich Verletzungsfolge unauffällig gewesen sei. Man könne sich nun darüber streiten, ob nach einer Handgelenksdistorsion, welche offensichtlich und nachweislich ohne strukturelle Läsion vorgele- gen habe, die Wiederherstellung des Zustandes im Vergleich zu vor dem Unfall drei Monate dau- ere oder länger. In der Regel seien es aber drei Mo nate. Die diagnostische Arthroskopie vom 8. März 2019 sei zum Ausschluss von Unfallfolgen durchgeführt worden und könne bei entspre- chendem Goodwill der Unfallversicherung als Unfallbehand lung abgegolten werden. Bei unauf- fälligem Befund nach einer diagnostischen Arthroskopie sei mit einer Rehabilitation von zwei bis vier Wochen zu rechnen. Die gefundene Riesenzellsynovialitis des Handgelenks könne aber nicht mit dem Unfall in Verbindung gebracht werden. Die aktuellen Beschwerden des Beschwerdefüh- rers sowie die Bewegungseinschränkung seien am ehesten auf die totale Synovektomie zurück- zuführen und damit auf die vorhandene Erkrankung mit der Riesenzellsynovialitis. 5. Der Beschwerdeführer macht nun aber geltend, dass g estützt auf Art. 45 Abs. 1 ATSG der Versicherer die Kosten für die diagnostische Arthrosk opie vom 8. März 2019 und die an- schliessende Arbeitsunfähigkeit zu übernehmen habe. 5.1 Gemäss Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträ ger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahm en für die Beurteilung des An- spruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Die Beschwerdegegnerin hat die Arthroskopie nicht ange ordnet. Der Beschwerdeführer wendet aber ein, dass die Arthroskopie diagnostische Zwecke verfo lgt habe; sie habe nämlich zum Ziel Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gehabt, Unfallfolgen nachzuweisen oder auszuschliessen. Die Arthroskopie sei daher zur Beur- teilung des Anspruches unerlässlich gewesen, so dass sie von der Allianz hätte angeordnet wer- den müssen. 5.2 Praxisgemäss hat eine Versicherung eine Abklärung anzu ordnen und zu bezahlen, wenn die entsprechende Abklärung im Rahmen ihrer Untersuchungspflicht unerlässlich gewesen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2015, 9C_858/2014, E. 6). Der Beschwerdefüh- rer wurde nach dem Unfall vom 5. November 2018 gleich entags auf der Notfallstation klinisch untersucht und radiologisch abgeklärt. Die radiologische Abklärung der linken Hand hat ergeben, dass keine ossären Läsionen und keine frischen Blutungen vorlagen. Klinisch wurde in Bezug auf das linke Handgelenk eine Kontusion diagnostiziert. Wie der behandelnde Handchirurg bestätigt hat, heilt eine Kontusion in der Regel innert drei Monaten aus, so dass bei anhaltenden Beschwer- den in der Regel nicht mit überwiegender Wahrscheinl ichkeit von unfallkausalen Beschwerden auszugehen ist. Folglich ist fraglich, ob die Beschwerdegegnerin im Rahmen des Untersuchungs- grundsatzes weitere Abklärungen hätte vornehmen müssen. Immerhin ist einzuräumen, dass auf- grund der Röntgenuntersuchung am Unfalltag eine unfal lbedingte Sehnen- oder Bänderverlet- zung nicht ausgeschlossen werden konnte und dass die MRI-Abklärung vom 8. Februar 2019 nur 3 Tage nach Ablauf der dreimonatigen Frist seit dem Unfall erfolgt ist. Ob die MRI-Untersuchung vom 8. Februar 2019 als im Rahmen der Untersuchungspfli cht der Allianz unerlässliche Abklä- rung zu qualifizieren ist oder nicht, kann aber letztlich offenbleiben, denn die Allianz hat – wie sie in ihrer Vernehmlassung ausführt und was vom Beschwerdeführer in der Folge auch nicht bestrit- ten wurde – die MRI-Abklärung vom 8. Februar 2019 bez ahlt. Das MRI vom 8. Februar 2019 hat – wie Dr. D.____ klar festhält – keine Verletzungsfo lgen sichtbar gemacht, das SL- und LT-Band waren regelrecht dargestellt. Vielmehr sind ausschliesslich krankhafte Veränderungen, so der ausgeprägte synoviale Pannus, der Verdacht auf ein entzü ndliches Geschehen sowie das Ganglion sichtbar geworden. Aufgrund dieses Befundes gab es aus Sicht der Beschwerdegeg- nerin auch in Berücksichtigung ihrer Untersuchungspflicht keine Veranlassung, weitere Abklärun- gen vorzunehmen. Die Arthroskopie vom 8. März 2019 diente ausschliesslich der operativen Be- handlung eines krankhaften Geschehens und war zur weiteren Abklärung denkbarer Unfallschä- den nicht indiziert, nachdem bereits das MRI vom 8. Februar 2019 keine Hinweise auf mögliche Unfallfolgen gegeben hatte. Die Arthroskopie vom 8. März 2019 hat denn auch erneut bestätigt, dass intraoperativ keine Hinweise auf Unfallfolgen festgestellt werden konnten. 5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde gegnerin aufgrund der Ergeb- nisse der MRI-Untersuchung vom 8. Februar 2019 keine Veranlassung hatte, weitere Abklärun- gen vorzunehmen, so dass sie nach Übernahme der Kosten für die erwähnte MRI-Untersuchung ihre Leistungen zu Recht per 5. Februar 2019 eingestellt hat. Demzufolge ist die vorliegende Be- schwerde abzuweisen. 6. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliege nde Verfahren keine Kosten zu erheben. Gemäss dem Ausgang des Verfahrens wird keine Parteientschädigung ausgerichtet (Art. 61 lit. g ATSG). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde am 30. April 2021 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren Nr. 8C_314/2021) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht