<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00160</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204410&amp;W10_KEY=4467140&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00160</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.08.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bewilligungspflicht für Umnutzung eines Spielsalons in einen Sex-Videokabinen-Betrieb<br/><br/>Nutzungsänderung: Nicht jede Nutzungsänderung erfordert eine Bewilligung. Es ist jeweils aufgrund einer Gesamtbetrachtung und unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit zu prüfen, ob die mit der neuen Bewerbung verbundenen Auswirkungen intensiver sind oder sonst ein planungs- und baurechtlich geschütztes Rechtsgut berühren. (...) Vorliegend erscheint die Durchführung eines Bewilligungsverfahrens nicht als unverhältnismässig (E. 2).<br/><br/>Vertrauensschutz: Bei blosser Untätigkeit der Behörde ist das Entstehen einer Vertrauensgrundlage nur mit Zurückhaltung anzunehmen. Es genügt nicht, dass die Behörde untätig geblieben ist, sondern es müssen zusätzliche Anhaltspunkte bei dem oder der Betroffenen die Meinung aufkommen lassen, rechtmässig gehandelt zu haben. (...) Die Untätigkeit der Baubehörden zwischen Dezember 1995 und Januar 2002 erscheint als vergleichsweise lang und war geeignet den Eindruck entstehen zu lassen, die Behörde wolle die Sache auf sich beruhen lassen. (...) Entscheidend fällt ins Gewicht, dass der damalige Betriebsinhaber ausdrücklich um die verfügungsmässige Klärung der umstrittenen Bewilligungspflicht ersucht hatte. Wenn die Baupolizei daraufhin einen Augenschein durchführte und in der Folge über Jahre hinweg nichts von sich hören liess, so durften die Beschwerdeführenden annehmen, dass am Bewilligungserfordernis nicht länger festgehalten werde (E. 3.3).<br/>Durch die fehlende Betriebsbewilligung gemäss Unterhaltungsgewerbegesetz ist die Kausalität zwischen der von der Baupolizei geschaffenen Vertrauensgrundlage und den später erfolgten Dispositionen zur Weiterführung des Betriebs unterbrochen (E. 3.5).<br/>Abweisung<br/>Vgl. auch VB.2004.161;166;167!</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWILLIGUNGSPFLICHT">BEWILLIGUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISPOSITIONEN">DISPOSITIONEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KAUSALITÃT">KAUSALITÃT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NUTZUNGSÃNDERUNG">NUTZUNGSÃNDERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTÃTIGKEIT DER BEHÃRDE">UNTÃTIGKEIT DER BEHÃRDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 309 Abs. I lit. b PBG</span><br/><span class="gerade">§ 319 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 48 Abs. III VRG</span><br/><span class="gerade">§ 52 Abs. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Mit Beschluss vom 27. August 2003 stellte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich fest, dass fÃ¼r die bereits erfolgte Umnutzung des Erdgeschosses der Liegenschaft an der L-Strasse von einem Spielsalon in einen Sex-Videokabinen-Betrieb eine baurechtliche Bewilligung erforderlich sei.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den von der A GmbH als Betreiberin des Betriebs und der Erbengemeinschaft des verstorbenen B als EigentÃ¼mer der Liegenschaft erhobenen Rekurs wies die Baurekurskommission I am 27. Februar 2004 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 8. April 2004 liessen die </span>A GmbH sowie C und D als neue EigentÃ¼mer der Liegenschaft dem Verwaltungsgericht beantragen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen den Rekursentscheid aufzuheben und festzustellen, dass die vorgenommene NutzungsÃ¤nderung nicht bewilligungspflichtig sei. Zudem sei der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz schloss am 27. April 2004 auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin beantragte am 19. Mai 2004, die Beschwerde sei unter EntschÃ¤digungsfolge abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der Beschwerde zustÃ¤ndig. Der Entscheid Ã¼ber die Bewilligungspflicht ist ein Vorentscheid, der gemÃ¤ss § 48 Abs. 3 VRG angefochten werden kann. Auf das form- und, mit der erst am 10. MÃ¤rz 2004 erfolgten Zustellung an die Vertreterin der BeschwerdefÃ¼hrenden, auch fristgerecht erhobene Rechtsmittel ist einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Der Beschwerde kommt gemÃ¤ss § 55 Abs. 1 VRG aufschiebende Wirkung zu, wenn mit der angefochtenen Anordnung nichts anderes bestimmt wurde. Letzteres ist hier nicht der Fall, weshalb der entsprechende Beschwerdeantrag gegenstandslos ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baurekurskommission hat die Bewilligungspflicht der NutzungsÃ¤nderung des frÃ¼heren Spielsalons zu einem Sex-Videokabinen-Betrieb gemÃ¤ss § 309 Abs. 1 lit. b des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) bejaht, da sie bezÃ¼glich der Frage der erforderlichen PflichtabstellplÃ¤tze sowie in feuerpolizeilicher und bauhygienischer Hinsicht baurechtlich relevant sei. Auf diese AusfÃ¼hrungen ist in zustimmendem Sinn zu verweisen (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG). ErgÃ¤nzend ist anzufÃ¼gen, dass nicht jede NutzungsÃ¤nderung eine Bewilligung erfordert, sondern jeweils aufgrund einer Gesamtbetrachtung und unter BerÃ¼cksichtigung des Grundsatzes der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit zu prÃ¼fen ist, ob die mit der neuen Bewerbung verbundenen Auswirkungen in irgendeiner Hinsicht intensiver sind oder sonst ein planungs- und baurechtlich geschÃ¼tztes Rechtsgut berÃ¼hren. Bei diesem Entscheid besteht ein gewisser Beurteilungsspielraum, sodass in EinzelfÃ¤llen Ã¼ber die Notwendigkeit einer Bewilligung in guten Treuen unterschiedliche Auffassungen vertreten werden kÃ¶nnen. In der Literatur wird deshalb empfohlen, in ZweifelsfÃ¤llen ein Bewilligungsverfahren durchzufÃ¼hren (Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 209 ff.).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ob die streitbetroffene NutzungsÃ¤nderung tatsÃ¤chlich zu einem hÃ¶heren Parkplatzbedarf und vermehrten Immissionen fÃ¼hrt, ist im Rahmen des Bewilligungsverfahrens zu prÃ¼fen. Dasselbe gilt fÃ¼r die Frage, ob der Einbau von geschlossenen Kabinen in bisher nicht unterteilten RÃ¤umen Anlass zu zusÃ¤tzlichen bau- oder feuerpolizeilichen Anordnungen bietet. Entscheidend ist, dass fÃ¼r baurechtliche Auswirkungen dieser Art eine gewisse Wahrscheinlichkeit solcher Anordnungen besteht und deshalb die DurchfÃ¼hrung eines Bewilligungsverfahrens nicht als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint. Mit ihrem Entscheid hat die Vorinstanz weder ihre Untersuchungs- noch ihre BegrÃ¼ndungspflicht verletzt.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, die NutzungsÃ¤nderung kÃ¶nne aus GrÃ¼nden des Vertrauensschutzes nicht mehr einem baurechtlichen Bewilligungsverfahren unterworfen werden. Nachdem im Jahr 1995 der damalige Betriebsinhaber sich einem Bewilligungsverfahren widersetzt und im Lauf des diesbezÃ¼glichen Schriftenwechsels am 23. November 1995 ausdrÃ¼cklich eine FeststellungsverfÃ¼gung zur Frage der Bewilligungspflicht verlangt habe, sei durch die nachfolgende achtjÃ¤hrige UntÃ¤tigkeit der BehÃ¶rde eine Vertrauensgrundlage geschaffen worden, auf die sich der Betriebsinhaber und seine Rechtsnachfolger verlassen und gestÃ¼tzt darauf fÃ¼r sie nachteilige Dispositionen getroffen hÃ¤tten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerdegegnerin hÃ¤lt dem entgegen, die NutzungsÃ¤nderung falle aufgrund einer Gesamtbetrachtung unter die Bewilligungspflicht, welche ihrem Zweck entsprechend eher ausdehnend zu interpretieren sei â insbesondere auch deshalb, weil das Bewilligungsverfahren allfÃ¤lligen Nachbarn die MÃ¶glichkeit zur Wahrung ihrer Interessen bieten mÃ¼sse. Nach dem Beharren der Baupolizei auf der Bewilligungspflicht der streitbetroffenen NutzungsÃ¤nderung hÃ¤tten die BeschwerdefÃ¼hrenden bzw. ihr RechtsvorgÃ¤nger aus der nachfolgenden UntÃ¤tigkeit der BehÃ¶rden nicht auf einen Gesinnungswechsel schliessen kÃ¶nnen, sondern mit Nachdruck auf einem formellen Abschluss des Verfahrens bestehen mÃ¼ssen. Die jahrelange UntÃ¤tigkeit der Baupolizei sei darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren, dass wegen laufender Rechtsmittelverfahren Ã¼ber die ZulÃ¤ssigkeit des Ausschlusses von sexgewerblichen Betrieben in Gebieten mit hohem Wohnanteil wÃ¤hrend lÃ¤ngerer Zeit Ungewissheit bestanden habe.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Der in Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 verankerte Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des Vertrauens in behÃ¶rdliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begrÃ¼ndendes Verhalten der BehÃ¶rden (BGE 126 II 377 E. 3a; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich 2002 Rz. 622 ff. mit Hinweisen auch zum Folgenden). Voraussetzung dieses Schutzes ist:</span></p> <p class="Erwgung2"><span>1)<span> </span></span><span>eine Vertrauensgrundlage, das heisst ein Verhalten der BehÃ¶rde, das bei den betroffenen Privaten bestimmte Erwartungen auslÃ¶st;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>2)<span> </span></span><span>dass der oder die Betroffene in dieses Verhalten vertraut hat, das heisst, dass er oder sie von der Vertrauensgrundlage Kenntnis hatte und ihre allfÃ¤llige Fehlerhaftigkeit nicht kannte und auch nicht hÃ¤tte kennen sollen;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>3)<span> </span></span><span>dass der oder die Betroffene gestÃ¼tzt auf dieses Vertrauen eine Disposition getÃ¤tigt hat, die ohne Nachteil nicht rÃ¼ckgÃ¤ngig gemacht werden kann;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>4)<span> </span></span><span>dass nicht Ã¶ffentliche Interessen betroffen sind, die den Schutz des privaten Vertrauens Ã¼berwiegen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Aufgrund der insofern unbestritten gebliebenen Darstellung der BeschwerdefÃ¼hrenden und der Akten ergibt sich, dass der damalige Betriebsinhaber am 14. Juli 1995 zur Einreichung eines Baugesuchs fÃ¼r die Umnutzung des frÃ¼heren Spielsalons in ein Ladenlokal mit Videokabinen aufgefordert wurde. Mit Schreiben seines Anwalts vom 8. September 1995 liess der Betriebsinhaber die Bewilligungspflicht bestreiten, worauf er am 11. Oktober 1995 von einer juristischen Mitarbeiterin der Baupolizei erneut auf die Bewilligungspflicht aufmerksam gemacht wurde und ihm unter Androhung von Verwaltungszwang Frist bis 20. November 1995 angesetzt wurde, um entweder die neue Nutzung aufzugeben oder ein entsprechendes Baugesuch einzureichen. Diese Frist wurde auf Gesuch vom 17. November 1995 erstreckt, worauf der Betriebsinhaber am 23. November 1995 die Bewilligungspflicht mit eingehender BegrÃ¼ndung seines Rechtsvertreters erneut bestreiten und beantragen liess, es sei ein Entscheid Ã¼ber die Bewilligungspflicht der Nutzung des streitbetroffenen Lokals mit Video-Erotik-Spielautomaten samt zugehÃ¶rigem Erotik-Artikel-Verkauf, eventuell nur mit Video-Erotik-Spielautomaten zu erlassen. In der Folge fand nach im Rekurs- und im Beschwerdeverfahren unbestritten gebliebener Darstellung der BeschwerdefÃ¼hrenden im Dezember 1995 ein Augenschein der Baupolizei statt. An dieser Augenscheinsverhandlung bestritt der damalige Betriebsinhaber die Bewilligungspflicht weiterhin. In der Folge wurde die Frage der Bewilligungspflicht bis zum 14. Januar 2002 nicht wieder aufgegriffen.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>In der Zwischenzeit hatte der frÃ¼here Betriebsinhaber, nachdem er am 4. Dezember 1996 wegen Verstosses gegen das Unterhaltungsgewerbegesetz vom 27. September 1981 (UGG, LS 935.32) mit einer Busse von Fr. 3'000.- bestraft worden war, fÃ¼r den hier betroffenen sowie weitere Ã¤hnliche Betriebe um Bewilligungen gemÃ¤ss § 9 ff. UGG ersucht. Die Verweigerung dieser Bewilligungen durch die Vorsteherin des stÃ¤dtischen Polizeidepartements am 7. Februar 2000 wurde vom Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 13. Juli 2001 bestÃ¤tigt (VB.2000.00405, www.vgrzh.ch). In der Folge ersuchte die BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 1 als neue Betriebsinhaberin am 12. November 2001 bei der Verwaltungspolizei um die Erteilung der Betriebsbewilligung nach dem Unterhaltungsgewerbegesetz, worauf nach entsprechendem Hinweis der Verwaltungspolizei am 14. Januar 2002 die Baupolizei wieder aktiv wurde.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Es stellt sich in erster Linie die Frage, ob durch die lange UntÃ¤tigkeit der BehÃ¶rden nach dem unbeantwortet gebliebenen Brief des damaligen Betriebsinhabers vom 23. November 1995 und dem Augenschein der Baupolizei im Dezember desselben Jahres eine Vertrauensgrundlage geschaffen wurde.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Nach Lehre und Rechtsprechung ist bei blosser UntÃ¤tigkeit der BehÃ¶rde das Entstehen einer Vertrauensgrundlage nur mit ZurÃ¼ckhaltung anzunehmen (BGr, 19. September 2001, 1P.768/2000 E. 4c, <a href="http://www.bger.ch/"><span>www.bger.ch</span></a>, ZBl 103/2002, S. 188 und 195; VGr, 24. Januar 2002, BEZ 2002 Nr. 4 E. 4a; VGr, 12. Juni 1987, ZBl 89/ 1988, S. 261; Beatrice Weber-DÃ¼rler, Vertrauensschutz im Ã¶ffentlichen Recht, Basel/Frankfurt a.M. 1983, S. 228; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Bd. I, 3. A, ZÃ¼rich 1999, Rz. 879; HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 652). Es genÃ¼gt nicht, dass die BehÃ¶rde untÃ¤tig geblieben ist, sondern es mÃ¼ssen zusÃ¤tzliche Anhaltspunkte bei dem oder der Betroffenen die Meinung aufkommen lassen, rechtmÃ¤ssig gehandelt zu haben.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Baubewilligungsverfahren dient der ÃberprÃ¼fung eines Bauvorhabens auf seine Ãbereinstimmung mit den massgebenden planungs- und baurechtlichen sowie umweltrechtlichen Bestimmungen. Es soll im Interesse der Ãffentlichkeit, der Nachbarn und des Gesuchstellers eine rasche und autoritative KlÃ¤rung der Rechtslage gewÃ¤hrleisten (MÃ¤der, Rz. 34 f.); entsprechend gelten fÃ¼r die Behandlung der Baugesuche Fristen von 2 bzw. 4 Monaten (§ 319 Abs. 2 PBG). Die hier in Frage stehende UntÃ¤tigkeit der BaubehÃ¶rden zwischen Dezember 1995 und Januar 2002 erscheint in diesem Licht als vergleichsweise lang und war geeignet den Eindruck entstehen zu lassen, die BehÃ¶rde wolle die Sache auf sich beruhen lassen. Dieser Eindruck konnte umso leichter entstehen, als sich die Bewilligungspflicht der in Frage stehenden NutzungsÃ¤nderung â wie auch die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen VerfÃ¼gung vom 27. August 2003 einrÃ¤umt â erst aus einer Gesamtbetrachtung ergibt, was naturgemÃ¤ss einen gewissen Beurteilungsspielraum Ã¶ffnet. Entscheidend aber fÃ¤llt ins Gewicht, dass der damalige Betriebsinhaber ausdrÃ¼cklich um die verfÃ¼gungsmÃ¤ssige KlÃ¤rung der umstrittenen Bewilligungspflicht ersucht hatte. Wenn die Baupolizei darauf hin einen Augenschein durchfÃ¼hrte und in der Folge Ã¼ber Jahre hinweg nichts von sich hÃ¶ren liess, so durften die BeschwerdefÃ¼hrenden annehmen, dass am Bewilligungserfordernis nicht lÃ¤nger festgehalten werde. In dieser Auffassung wurden sie bestÃ¤rkt durch die Tatsache, dass unabhÃ¤ngig von einem Baubewilligungsverfahren von den zustÃ¤ndigen Amtsstellen sowohl die Klimaanlage als auch die Leuchtreklame Ã¼berprÃ¼ft worden waren und die stÃ¤dtischen BehÃ¶rden in der Folge dem Betrieb die Bewilligung gestÃ¼tzt auf das Unterhaltungsgewerbegesetz verweigerten. Auch wenn das Verhalten dieser Amtsstellen nicht der Baupolizei zuzurechnen ist, so war es doch geeignet, beim damaligen Betriebsinhaber den durch die UntÃ¤tigkeit der Baupolizei geschaffenen Eindruck zu verstÃ¤rken.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Hatte die BehÃ¶rde durch ihr Verhalten den Eindruck erweckt, nicht lÃ¤nger auf dem Baubewilligungsverfahren zu bestehen, so hatten entgegen der Auffassung der Beschwerde­gegnerin die BeschwerdefÃ¼hrenden bzw. ihre RechtsvorgÃ¤nger keinen Anlass, erneut auf einem formellen Entscheid Ã¼ber die Bewilligungspflicht zu beharren. Es wÃ¤re im Gegenteil Sache der BehÃ¶rde gewesen, dem damaligen Betriebsinhaber die heute geltend gemachten GrÃ¼nde fÃ¼r das Ausbleiben der am 23. November 1995 beantragten VerfÃ¼gung mitzuteilen und so das Entstehen einer Vertrauensgrundlage zu vermeiden. Da die Baupolizei unbestrittenermassen seit spÃ¤testens dem 14. Juli 1995 Ã¼ber die streitbetroffene NutzungsÃ¤nderung informiert war, ist hier die Frage bedeutungslos, ob sie sich das Wissen anderer Amtsstellen anrechnen lassen muss.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Da die streitbetroffene NutzungsÃ¤nderung nicht offensichtlich unter die Bewilligungspflicht fÃ¤llt, sondern diese umstritten war und sich erst aufgrund einer Gesamtbetrachtung ergibt (vgl. vorn E. 2), lÃ¤sst sich den BeschwerdefÃ¼hrenden bzw. ihren RechtsvorgÃ¤ngern nicht entgegenhalten, sie hÃ¤tten trotz der UntÃ¤tigkeit der Baupolizei die Notwendigkeit eines Bewilligungsverfahrens erkennen mÃ¼ssen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>Wie erwÃ¤hnt kann Vertrauensschutz in der Regel nur geltend machen, wer gestÃ¼tzt auf sein Vertrauen eine Disposition getroffen hat, die ohne Nachteil nicht wieder rÃ¼ckgÃ¤ngig gemacht werden kann. Zwischen Vertrauen und Disposition muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Dieser fehlt, wenn es aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung als glaubhaft erscheint, dass die Disposition auch ohne ein Vertrauen begrÃ¼ndendes behÃ¶rdliches Verhalten bzw. bei Kenntnis der Mangelhaftigkeit der Vertrauensbasis vorgenommen worden wÃ¤re (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 664 und 687; vgl. BGE 121 V 65 E. 2b).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, sie hÃ¤tten gestÃ¼tzt auf das von der Baupolizei geschaffene Vertrauen "gewichtige Dispositionen" getroffen und "immer wieder" in den Betrieb investiert. Soweit die BeschwerdefÃ¼hrenden damit eigene Investitionen geltend machen, ist diese Behauptung neu und deshalb im Beschwerdeverfahren gemÃ¤ss § 52 Abs. 2 VRG unzulÃ¤ssig; im Rekursverfahren haben sie lediglich geltend gemacht, der frÃ¼here Betriebsinhaber und nicht sie selber seien dergestalt tÃ¤tig geworden. Was diesen als ihren RechtsvorgÃ¤nger betrifft, so fand die Umnutzung von einem Spielsalon in einen Erotik-Video-Kabinenbetrieb vor dem Zeitpunkt statt, in welchem die UntÃ¤tigkeit der Baupolizei eine Vertrauensgrundlage schaffen konnte; diese Dispositionen sind also von vornherein unbeachtlich. Sodann musste dem frÃ¼heren Inhaber, nachdem er am 4. De­zem­ber 1996 wegen Verstosses gegen das Unterhaltungsgewerbegesetz gebÃ¼sst worden war (vgl. BGr, 28. Mai 1999), bewusst sein, dass er fÃ¼r seinen Betrieb auch eine Bewilligung nach diesem Gesetz benÃ¶tigte. Wenn er den Betrieb ohne diese mittlerweile rechtskrÃ¤ftig verweigerte Bewilligung (VGr, 13. Juli 2001, VB.2000.00405, www.vgrzh.ch) gleichwohl fortgesetzt hat, so sind auch allfÃ¤llige spÃ¤tere Dispositionen eigenmÃ¤chtig erfolgt und kann er sich dafÃ¼r nicht auf seinen guten Glauben berufen. Durch die fehlende Betriebsbewilligung gemÃ¤ss Unterhaltungsgewerbegesetz ist die KausalitÃ¤t zwischen der von der Baupolizei geschaffenen Vertrauensgrundlage und den spÃ¤ter erfolgten Dispositionen zur WeiterfÃ¼hrung des Betriebs unterbrochen. Wenn die behaupteten, nicht substanziierten Investitionen getÃ¤tigt wurden, ohne dass diese Bewilligung gemÃ¤ss Unterhaltungsgewerbegesetz vorlag, so wÃ¤ren sie nach allgemeiner Lebenserfahrung auch vorgenommen worden, ohne die von der Baupolizei hinsichtlich der baurechtlichen Bewilligung geschaffenen Vertrauensgrundlage. Dieser Schluss ist auch deshalb gerechtfertigt, weil bereits die Investitionen fÃ¼r die erstmalige Umnutzung ungeachtet der fehlenden Bewilligungen erfolgt waren.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Damit erweist sich die Beschwerde auch unter dem Gesichtswinkel des Vertrauensschutzes als unbegrÃ¼ndet.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens zur HÃ¤lfte der BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 1 und zu je einem Viertel den BeschwerdefÃ¼hrenden Nrn. 2.1 und 2.2 aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG), unter solidarischer Haftung fÃ¼r den Gesamtbetrag. Sodann sind die BeschwerdefÃ¼hrenden nach dem nÃ¤mlichen SchlÃ¼ssel gestÃ¼tzt auf § 17 Abs. 2 lit. a VRG zu einer ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die Beschwerdegegnerin zu verpflichten; dieser ist durch die Beantwortung der Beschwerde ein besonderer Aufwand entstanden, der nur durch juristisch geschultes Personal geleistet werden konnte.</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'560.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden zur HÃ¤lfte der BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 1 und zu je einem Viertel den BeschwerdefÃ¼hrenden Nrn. 2.1 und 2.2 auferlegt, je unter solidarischer Haftung fÃ¼r den Gesamtbetrag.</p> <p class="Einzug2">4. Die BeschwerdefÃ¼hrenden werden nach dem nÃ¤mlichen Verteiler zu einer ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die Beschwerdegegnerin verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Entscheids.</p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>