B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4129/2025 U r t e i l v o m 1 6 . J u n i 2 0 2 5 Besetzung Einzelrichter Kaspar Gerber, mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer; Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch MLaw Andrea Di Cugno, HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren (…), Beschwerdeführerin, Gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung (sicherer Drittstaat); Verfügung des SEM vom 30. Mai 2025. E-4129/2025 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin reiste gemäss eigenen Angaben am 3. März 2025 in die Schweiz ein, wo sie am gleichen Tag um Asyl nachsuchte. Am 11. März 2025 nahm das SEM ihre Personendaten auf. B. Ein Abgleich ihrer Fingerabdrücke mit der «Eurodac» -Datenbank vom 7. März 2025 ergab, dass sie am (…) 2024 in Griechenland eingereist war und dort am (…) 2024 ein Asylgesuch einreicht hatte. Demgemäss gewähr- ten die griechischen Behörden ihr am 27. September 2024 Schutz. C. C.a Am 11. März 2025 ersuchte das SEM die griechischen Behörden ge- stützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemein same Normen und Ver- fahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal anwesender Dritt- staatsangehöriger (Rückführungs-Richtlinie) und auf das Abkommen zwi- schen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Helleni- schen Republik über die Rücküberna hme von Personen mit irregulärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729) um Rückübernahme der Beschwerdeführe- rin. C.b Die griechischen Behörden stimmten diesem Ersuchen am 31. März 2025 zu und teilten mit, dass die Beschwerdeführerin am (…) 2024 in Grie- chenland als Flüchtling anerkannt worden sei und über eine Aufenthaltsbe- willigung (gültig bis zum […] 2027) verfüge. D. Anlässlich des persönlichen Gesprächs vom 25. April 2025 gewährte das SEM der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und zur Rückführung in einen sicheren Drittstaat. Dabei brachte sie vor, sie habe nicht vorgehabt, in Griechenland zu blei- ben, aber auf ihrer Reise nach Mitteleuropa sei sie auf der Insel B._______ gezwungen worden, ihre Fingerabdrücke zu hinterlegen. Als sie nach drei Monaten in einem Camp der Insel ihre Aufenthaltsbewilligung erhalten habe, sei sie nach Athen gereist, wo sie bei einer Bekannten in einem un- terirdischen Raum Unterschlupf gefunden habe. Sie sei jedoch weder fi- nanziell unterstützt worden noch habe sie – trotz Bemühungen – Arbeit er- halten. Auch habe sie während ihres (…)monatigen Aufenthalts in Athen weder eine Steuer- oder eine Sozialversicherungsnummer (sog. AFM- und E-4129/2025 Seite 3 AMKA-Nummer) erhalten noch kenne sie das HELIOS -Programm. Sie habe lediglich ein griechisches Dokument besessen, mit welchem sie ei- nen griechischen Reisepass erhalten hätte. Aber den Reisepass selber habe sie nie bekommen, da sie vorher – gegen Ende des (…) Monats des Jahres 2025 – mit einem Flugzeug und illegalen Papieren nach Italien aus- gereist sei. Bei einer Rückkehr befürchte sie ein extrem schwieriges Leben in Unsicherheit. Zum medizinischen Sachverhalt führte sie aus, sie sei in Griechenland er- kältet und erschöpft gewesen, weshalb sie dort einen medizinischen Dienst konsultiert habe. Das empfohlene Medikament habe sie sich jedoch nicht leisten können. Derzeit leide sie an Schlafproblemen und an psychischen Beschwerden, wobei sie ausführte, schon in Eritrea habe sie aufgrund ei- nes bestimmten Erlebnisses an einer Depression gelitten und sei behan- delt worden. E. Mit Eingabe vom 9. Mai 2025 wurden zwei Schulzeugnisse der Beschwer- deführerin ([…] Schuljahr 2015/16 und […] Schuljahr 2016/17), Kopien der Identitätskarten ihrer Eltern und eine Kopie des Familienregisterauszuges zu den vorinstanzlichen Akten gereicht. F. Aus einem Verlaufsblatt von Medic -Help im Bundesasylzentrum (BAZ) Schaffhausen (mit letztem Termin vom 9. Mai 2025) ergibt sich, dass sie sich mehrmals über Grippe symptome, Kopf- und Regelschmerzen, Übel- keit und Erbrechen sowie über Schlafstörungen beklagt hatte und medika- mentös behandelt wurde. G. G.a Am 28. Mai 2025 liess das SEM der Rechtsvertretung den Entscheid- entwurf vom 27. Mai 2025 zukommen und gewährte ihr das rechtliche Ge- hör zur Absicht, einen Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG (SR 142.31) zu erlassen und sie nach Griechenland wegzuweisen. G.b Mit Eingabe vom 30. Mai 2025 äusserte sich die Beschwerdeführerin dahingehend, dass sie mit dem Entscheidentwurf nicht einverstanden sei. Müsste sie nach Griechenland zurückkehren, wäre sie – mangels Unter- stützung – auf sich alleine gestellt, da sie mit einer Aufenthaltsbewilligung nicht in einem Camp leben dürfe und auch nicht in den unterirdischen E-4129/2025 Seite 4 Raum zurückkehren könne, da ihre Bekannte nicht mehr in Athen sei. Fer- ner gehe es ihr weder psychisch noch physisch gut, weshalb sie mehrmals Medic-Help aufgesucht habe. Die Depression, die sie im persönlichen Ge- spräch vom 25. April 2025 erwähnte, sei darauf zurückzuführen, dass sie mit etwa 14 oder 15 Jahren in den eritreischen Militärdienst eingezogen worden sei, wo sie von einer unbekannten Person vergewaltigt worden sei. Anschliessend sei sie wegen ihrer epileptischen Anfälle , die etwa einmal jährlich aufgetreten seien, zu Hause geblieben. Sie habe das medizinische Personal bei Medic -Help um psychologische Hilfe gebeten, doch die ses habe ihr mitgeteilt, eine solche sei derzeit nicht verfügbar. Aufgrund dieser neuen Sachlage sei der medizinische Sachverhalt nicht ausreichend er- stellt, weshalb das SEM ersucht w erde, ihren Gesundheitszustand durch Fachärzte oder -ärztinnen weiterführend abzuklären. Zusammenfassend sei die aktuelle Unsicherheit eine grosse psychische Belastung für die Beschwerdeführerin, welche sich mit der Rückkehr nach Griechenland nur verschlimmern würde. Aufgrund dessen und wegen der grossen Mängel im griechischen Asyl - und Sozialsystem sei sie als eine alleinstehende und vulnerable Person anzuerkennen, welche keinerlei Un- terstützung erhalte , weshalb ihr in Griechenland trotz Asylzuerkennung eine existenzielle Notlage drohe, zumal das SEM keine Garantien durch die dortigen Behörden eingeholt habe. H. Mit Verfügung vom 30. Mai 2025 (eröffnet am 2. Juni 2025) trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein und ordnete die Weg- weisung aus der Schweiz nach Griechenland sowie den Wegweisungsvoll- zug an. I. Hiergegen liess die Beschwerdeführerin am 6. Juni 2025 durch ihre Rechtsvertretung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben. Sie beantragte, nach Aufhebung der Verfügung sei das SEM anzuweisen, sie in der Schweiz vorläufig aufzunehmen; eventualiter sei die Sache zur vollständigen Sachverhaltserstellung sowie zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen; subeventualiter sei nach Rückweisung der Sache an das SEM dieses anzuweisen, bei den griechischen Behörden – hinsicht- lich der Sicherstellung einer adäquaten Unterkunft, der Verpflegung und des Zugangs zur medizinischen Versorgung – eine schriftliche individuelle Zusicherung einzuholen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei ih r die E-4129/2025 Seite 5 unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. J. Am 10. Juni 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist [Art. 108 Abs. 3 AsylG], und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind offensichtlich erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu erläutern sein wird – als offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrich- terlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs- weise einer zweiten Richterin, ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist (Art. 111 Bst. e sowie Art. 111a Abs. 1 und Abs. 2 AsylG). 2. 2.1 Vorliegend wurde lediglich der Wegweisungsvollzug angefochten (Zif- fer 4 des Verfügungsdispositivs) und um Erteilung der vorläufigen Auf- nahme ersucht. Auch die Beschwerdebegründung beschränkt sich auf die Vollzugspunkte. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet somit ein- zig der Vollzug der Wegweisung. 2.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 Vw VG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 In formeller Hinsicht rügte die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 12 VwVG) und des rechtlichen Gehörs (Art. 29 ff. VwVG), da die Vorinstanz davon abgesehen habe, die gesund- heitliche Situation der Beschwerdeführerin vollständig abzuklären, zumal E-4129/2025 Seite 6 sie ihre psychischen Probleme bei Medic -Help nicht nur bei der Erstkon- sultation vorgebracht, sondern auch anschliessend ihre Schlafstörungen geltend gemacht habe, wobei das medizinische Personal ihr mi tgeteilt habe, ein Termin bei einem Psychologen oder einer Psychologin sei nicht möglich. Sodann wäre die Vorinstanz verpflichtet gewesen darzulegen, in- wiefern die Beschwerdeführerin effektiv Zugang zu den notwendigen Be- handlungen in Griechenland hätte. Schliesslich habe die Vorinstanz es un- terlassen, das Vorliegen eines Härtefalls im Sinne von Art. 6 Abs. 4 der Rückführungs-Richtlinie zu prüfen beziehungsweise individuelle Garantien seitens der griechischen Behörden einzu holen. Diese formelle n Rügen sind vorab zu prüfen, da ihre Begründetheit zur Kassation der angefochte- nen Verfügung führen könnte. 3.2 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher oder aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent- scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksicht igt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs- rechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043 m.w.H.). Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV i.V.m. Art. 29 VwVG haben die Parteien An- spruch auf rechtliches Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befug- nisse umfasst, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Ver- fahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3 m.w.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die Begrün- dung muss so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte Anfechtung er- möglicht. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Partei- standpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2 m.w.H.). 3.3 Nach Prüfung der Akten stellt das Gericht fest, dass das SEM den me- dizinischen Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt hat und angesichts der ausführlichen Erwägungen in seiner Verfügung auch seiner Begründungs- pflicht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs nachgekommen ist. So legte es dar, die Beschwerdeführerin habe sich während ihres gesamten Aufent- halts von ungefähr 2.5 Monaten mehrfach aufgrund körperlicher Beschwer- den an Medic -Help gewandt; die psychischen Probleme (Depression, E-4129/2025 Seite 7 welche in Eritrea behandelt worden sei; A19) habe sie – nach der Erstkon- sultation am 7. März 2025 – nur noch als Schlafstörungen bezeichnet, wel- che, wie a uch ihre physischen Schmerzen, adäquat behandelt worden seien. Aus dem Verlaufsblatt von Medic-Help (A19) ist ferner nicht ersicht- lich, wie im persönlichen Gespräch (A16 S. 6) und in der Beschwerde be- hauptet, dass die Beschwerdeführerin das medizinische Personal um psy- chologische Hilfe gebeten hätte, weshalb im Verfügungszeitpunkt auch keine diesbezüglichen Termine ausstehend waren (A21). Dieser Behand- lungsansatz ist angesichts dessen, dass es während ihres Aufenthalts im BAZ aufgrund der Akten nicht zu ein er Verschlechterung ihres Gesund- heitszustandes gekommen ist, als angemessen zu betrachten. Vor diesem Hintergrund gelangte das SEM zum Schluss, dass die körperlichen und psychischen Gesundheitsbeschwerden der Beschwerdeführerin nicht der- art gravierend seien, dass sie einem Wegweisungsvollzug nach Griechen- land entgegenstünden. Ohne ihre gesundheitlichen Beschwerden zu ba- gatellisieren, erlaubten die Aussagen der Beschwerdeführerin (A16) und die Einträge im Verlaufsblatt von Medic-Help (A19) dem SEM nach Ansicht des Gerichts abzuschätzen, ob weitere medizinische Abklärungen – auch in Bezug auf eine effektive Behandlung in Griechenland – notwendig sind. Somit ist es nicht zu beanstanden, dass das SEM in antizipierter Beweis- würdigung (vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3 m.w.H.) auf die Erhebung weiterer Untersuchungen oder Beweise verzichtet hat. Mit der vorinstanzlichen An- nahme, der Wegweisungsvollzug sei zulässig wie auch zumutbar, sah das SEM implizit keine Veranlassung, vorliegend einen Härtefall anzunehmen (bzw. die Bes chwerdeführerin aus humanitären Gründen vorläufig aufzu- nehmen) oder allfällige Zusicherungen seitens der griechischen Behörden einzuholen. Allein die Tatsache, dass das SEM die Vulnerabilität der Be- schwerdeführerin anders einschätzt als sie selber, führt nicht zu einer Ver- letzung der Untersuchungs - und Begründungspflicht. Auf Beschwerde- ebene wurden denn auch keine neuen ärztlichen Berichte eingereicht und auch sonst keine inhaltlichen Ergänzungen zum Sachverhalt gemacht. 3.4 Die formellen Rügen erweisen sich somit als unbegründet und es be- steht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung deshalb aufzuhe- ben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das diesbezügliche Eventualbegehren ist abzuweisen. 4. 4.1 Das SEM hielt in seiner Verfügung im Vollzugspu nkt im Wesentlichen Folgendes fest: E-4129/2025 Seite 8 4.1.1 Der Vollzug der Wegweisung von Personen mit einem Schutzstatus nach Griechenland sei g estützt auf die Rechtsprechung des Bundesver- waltungsgerichts grundsätzlich zulässig (vgl. Referenzurteil BVGer E-3427/2021 und E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.2 m.w.H.), wobei das Gericht das griechische Gesetz berücksichtigt habe, welches seit dem 11. März 2020 die Streichung von Geld- und Sachleistungen nach Erhalt des Schutzstatus vorsehe, da es davon ausgehe, dass schutzberechtigte Personen grundsätzlich in der Lage seien, ihre existentiellen Bedürfnisse abzudecken. Daher könne nicht von einem dysfunktionalen Aufnahmesys- tem gesprochen werden, durch welches den betroffenen Personen mit be- achtlicher Wahrscheinlichkeit eine Verletzung von Art. 3 EMRK drohe. Das SEM wies sodann darauf hin, dass sich schutzberechtigte Personen auch auf die Garantien der Richtlinie 2011/95/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 (Qualifikations-Richtlinie) berufen könnten, zu deren Einhaltung Griechenland verpflichtet sei. In ihrer Stellungnahme vom 30. Mai 2025 habe die Beschwerdeführerin ausgeführt, so das SEM weiter, in Griechenland werde sie von einer exis- tentiellen Notlage bedroht sein, weil das Asylsystem überlastet sei und Per- sonen mit Schutzstatus keine staatliche Unterstützung erhalten würden , wobei eine Klage hiergegen nicht hilfreich sei, da eine solche an hohe Ge- bühren geknüpft sei, keine aufschiebende Wirkung habe und ein langwie- riges Verfahren nach sich ziehe. Auch diesbezüglich verwies das SEM auf die Garantien der Qualifikations -Richtlinie und hielt fest, dass keine kon- kreten Hinweise vorlägen, wonach die Beschwerdeführer nach einer Rück- kehr nach Griechenland einer unmenschlichen oder erniedrigenden Be- handlung im Sinne von Art. 3 EMRK ausgesetzt sei, weshalb auch kein Anlass zur Einholung individueller Zusicherungen seitens der griechischen Behörden bestehe. 4.1.2 Ferner sei gestützt auf das zuvor erwähnte Referenzurteil der Vollzug der Wegweisung einer schutzberechtigten Person nach Griechenland im Sinne der Legalvermutung nach Art. 85 Abs. 5 AIG auch für vulnerable Per- sonen zumutbar. Davon ausgenommen seien einzig Familien mit Kindern und äusserst vulnerable Personen. In Bezug auf die von der Beschwerde- führerin geschilderte Situation – Unterkunft bei einer Bekannten, keine fi- nanzielle Unterstützung und keine Möglichkeit einer Erwerbstätigkeit – ver- wies das SEM ein weiteres Mal auf die Qualifikations-Richtlinie, welche Zu- gang zu Sozialleistungen, zum griechischen Arbeitsmarkt und zur Gesund- heitsversorgung garantiere. Darüber hinaus bestehe auch die Möglichkeit, sich bei karitativen Organisationen oder Integrationsprojekten Hilfe zu E-4129/2025 Seite 9 besorgen. Trotz der Bemühungen der Beschwerdeführerin, die ihren Le- benslauf vorbereitet und mit diesem verschiedene potentielle Arbeitgeber angeschrieben (aber keine Antwort erhalten) habe, habe sie, so das SEM, die in Griechenland verfügbaren Unterstützungsangebote nicht ausge- schöpft. Auch sei es ihr als Schutzberechtigte r zuzumuten, eine griechi- sche Steuer - und Sozialversicherungsnummer (sog. AFM - und AMKA - Nummer) sowie – falls sie anfänglich nicht in der Lage sei, ihren Lebens- unterhalt zu bestreiten – ein garantiertes Mindesteinkommen zu beantra- gen. Durch diese Bemühungen könne sie verhindern, dass sie nach ihrer Rückkehr in Griechenland in eine Notlage geraten werde. Hinsichtlich des griechischen Gesundheitssystem wies das SEM darauf hin, dass der Zugang zu diesem den Besitz einer Sozialversicherungsnum- mer (sog. AMKA-Nummer) voraussetze, wobei bei lebensbedrohlichen Si- tuationen allen Personen, unabhängig von ihrem rechtlichen Status, der Zugang zur notfallmässigen Versorgung garantiert sei. Die von der Be- schwerdeführerin vorgebrachten physischen Beschwerden wie Übelkeit, Regel- und Kopfschmerzen oder Grippesymptome sowie ihre epileptischen Anfälle (einmal pro Jahr), welche sie erstmals in ihrer Stellungnahme vom 30. Mai 2025 erwähnt habe, stünden sodann einem Wegweisungsvollzug nicht entgegen. Dies gelte auch für die psychischen Beschwerden wie die erwähnte Depression oder Schlafstörungen (vgl. statt vieler Urteil BVGer D-3123/2023 vom 16. Juni 2023 E. 5.3.1). 4.2 In ihrer Beschwerde führte die Beschwerdeführerin aus, dass bei hoher Verletzlichkeit der betroffenen Person die Legalvermutung der Zumutbar- keit des Wegweisungsvollzugs nicht zur Anwendung komme. Dies gelte auch für die Beschwerdeführerin, die in Eritrea zwangsweise in den Militär- dienst eingezogen und dort verge waltigt worden sei, wozu sie bis anhin von der Vorinstanz nicht befragt worden sei. Aufgrund dieser traumatischen Erlebnisse sei sie in psychischer Hinsicht schwer belastet, was sich kör- perlich wie auch psychisch in Form von Schlafproblemen und Albträumen zeige. Sodann lägen anders, als vom bereits erwähnten Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts verlangt, keine begünstigenden Umstände vor. Die Beschwerdeführerin verfüge weder über Arbeitserfahrung und noch spreche sie Griechisch, weshalb sie nicht in der Lage sei, sich um einfachste Grundbedürfnisse zu kümmern. Hinsichtlich der Gesundheits- versorgung brachte sie vor, ohne Sozialversicherungsnummer habe nie- mand in Griechenland Zugang zu den Gesundheitsdiensten. Die Aktivie- rung einer solchen Nummer setze jedoch einen Arbeitsvertrag voraus, weshalb nichterwerbstätige Personen mit Schutzstatus die Leistungen der E-4129/2025 Seite 10 Gesundheitsversorgung nicht in Anspruch nehmen könnten. Sodann gebe es weder Notunterkünfte noch sei auf dem freien Wohnungsmarkt Wohn- raum für schu tzberechtigte Personen erhältlich. Von möglichen Hilfspro- grammen wie HELIOS+ seien rückkehrende Personen ausgeschlossen, zumal jene auch kaum genügend Kapazitäten hätten. Im Weiteren habe die Beschwerdeführerin keinen Zugang zu Sozialleistungen, da diese e i- nen fünfjährigen rechtmässigen Aufenthalt voraussetz ten würden. Ferner stehe der Beschwerdeführerin der Zugang zum Arbeitsmarkt zwar offen, doch seien die Hürden für anerkannte Schutzberechtigte zu hoch; staatli- che Programme zur Arbeitsintegration seien nicht vorhanden. Zusammenfassend sei der Vollzug der Wegweisung für die Beschwerde- führerin als vulnerable Person weder zulässig noch zumutbar. 5. 5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so re gelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernisse gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 5.2 5.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom- mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 5.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Referenzurteil E-3427/2021 und E-3431/2021 vom 28. März 2022 festgehalten, dass der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland für Personen, die dort einen Schutzstatus erhalten haben, grundsätzlich zulässig ist. In Griechenland ist nicht von einer Situation auszugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus E-4129/2025 Seite 11 eine unangemessene und erniedrigende Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK droht. Trotz der schwierigen Verhältnisse geht das Gericht davon aus, dass international schu tzberechtigte Personen grundsätzlich in der Lage sind, ihre existenziellen Bedürfnisse abzudecken (vgl. a.a.O. E. 11.2 m.w.H.). Diese Regelvermutung kann im Einzelfall umgestossen werden, wobei es der betroffenen Person obliegt, ernsthafte Anhaltpunkte dafür vor- zubringen, dass die griechischen Behörden im konkreten Fall das Völker- recht verletzen, ihr nicht den notwendigen Schutz gewähren oder sie men- schenunwürdigen Lebensumständen aussetzen würden (vgl. a.a.O. E. 11.4). 5.2.3 Wie das SEM in der angefochtenen Verf ügung zu Recht feststellte, ergeben sich aus den Akten keine konkreten Hinweise dafür, dass der Wegweisungsvollzug der Beschwerdeführerin den völkerrechtlichen Ver- pflichtungen der Schweiz entgegenstünde, zumal davon auszugehen ist, dass Griechenland als sicherer Drittstaat Schutz vor Refoulement gewährt und auch in Bezug auf Art. 3 EMRK seinen Verpflichtungen nachkommt. Die Vorbringen in der Beschwerde vermögen ferner die Regelvermutung nicht umzustossen. Die Beschwerdeführerin hat sich nach der Schutzge- währung nur sehr kurz in Griechenland aufgehalten. Vor diesem Hinter- grund und gestützt auf ihre Angaben zu ihren Bemühungen, sich in Grie- chenland eine Lebensgrundlage aufzubauen, ist nicht davon auszugehen, dass sie alles ih r Zumutbare unternommen ha t, um in Griechenland Zu- gang zu den ihr zustehenden Leistungen zu erhalten. Ihr aktueller Gesund- heitszustand lässt ferner nicht befürchten, dass sie bei einer Überstellung nach Griechenland eine ernsthafte, rapide und irreversible Verschlechte- rung ihrer Lage zu erwarten hätte, wie dies für eine Annahme der Unzuläs- sigkeit des Wegweisungsvollzugs aus medizinischen Gründen gefordert wird. 5.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung zulässig. 5.3 5.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 5.3.2 Mit Blick auf die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung (Art. 83 Abs. 5 AIG) nach Griechenland von Personen, die dort einen Schutzstatus erhalten haben, stellte das Gericht in seinem E-4129/2025 Seite 12 Referenzurteil E-3427/2021 und E -3431/2021 vom 28. März 2022 weiter fest, dass di eser grundsätzlich auch für vulnerable Personen – wie zum Beispiel Personen, welche an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustufen sind – Gültigkeit zukommt. Nicht länger aufrechterhalten wurde hingegen die Legalvermutung der Zu- mutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung bei äusserst vulnerablen Perso- nen – wie zum Beispiel unbegleiteten Minderjährigen oder Personen, de- ren psychische oder physische Gesundheit in besonders schwerwiegender Weise beeinträchtigt ist –, welche im Falle einer Rückkehr nach Griechen- land Gefahr laufen, dauerhaft in eine schwere Notlage zu geraten, weil sie nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft die ihnen zustehenden Rechte vor Ort einzufordern. In diesen Fällen ist der Wegweisungsvollzug nur bei Be- stehen besonders begünstigende r Umstände zumutbar (vgl. a.a.O. E. 11.5). Auch diese Vermutung kann im Einzelfall umgestossen werden, wobei es wiederum der betroffenen Person obliegt, ernsthafte Anhalt spunkte dafür vorzubringen, dass sie in Griechenland aufgrund von individuellen Umstän- den sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. a.a.O. E. 11.4). 5.3.3 Nach Durchsicht der Akten gelangt das Gericht zum Schluss, dass das SEM in der angefochtenen Verfügung die Zumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs mit zutreffender Begründung bejaht hat und nicht davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin im Falle einer Rückführung nach Griechenland in eine existenzielle Notlage ger iete. Insgesamt kann auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Obschon die von ihr geschil- derten Erlebnisse in Griechenland zu bedauern sind, vermögen die Aus- führungen in der Beschwerde zur Gesundheitsversorgung, zur Unterkunft und Verpflegung und zum Zugang zu einer Erwerbstätigkeit vor dem be- reits erwähnten Hintergrund, dass sie während ihres kurzen Aufenthalts in Griechenland nicht alles ihr Zumutbare unternommen hat, um von den grie- chischen Behörden adäquate Hilfe zu erhalten, nicht zu überzeugen. Auf- grund ihres Schutzstatus und ihrer Aufenthaltsbewilligung hat sie die Mög- lichkeit, in Griechenland eine AMKA-Nummer zu beantragen, und es ste- hen ihr grundsätzlich die Garantien der Qualifikations-Richtlinie (insbeson- dere Zugang zu Beschäftigung, Bildung, Sozialhilfeleistungen, Wohnraum und medizinischer Versorgung) zu. Es darf ihr zugemutet werden, sich bei Unterstützungsbedarf, beispielsweise bei der Wohnung s- und Arbeitssu- che sowie auch zum Erhalt des Reisepasses, an die griechischen E-4129/2025 Seite 13 Behörden zu wenden und die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg einzufordern. Nichtregierungsorganisationen können ihr in die- ser Hinsicht ebenfalls behilflich sein. Aus den vorinstanzlichen Akten ergibt sich nicht, dass es sich bei der Be- schwerdeführerin um eine äusserst vulnerable Person handelt. Gegen die verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden wurden ihr Medikamente verschrieben; weitere ärztliche Termin e waren im Verfügungszeitpunkt nicht ausstehend. Wie das SEM in der angefochtenen Verfügung – mit Ver- weis auf die einschlägige Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge- richts – bereits korrekt festgehalten hat, sind die psychischen und physi- schen Probleme der Besch werdeführerin – ohne diese zu verkennen – nicht als gravierende Erkrankungen im Sinne der Praxis des Bundesver- waltungsgerichts einzustufen. Sie vermögen nicht den Schweregrad zu er- reichen, bei dem davon auszugehen wäre, es handle sich bei ihr um eine äusserst vulnerable Person, für welche sich der Vollzug der Wegweisung grundsätzlich als unzumutbar erweisen würde . Mangels konkreter Hin- weise, die diese Annahme widerlegen, ist davon auszugehen, dass ihre gesundheitlichen Probleme bei Bedarf in Griechenland be handelt werden können, zumal die medizinische Versorgung dort grundsätzlich gewährleis- tet ist und die griechischen Behörden im Rahmen der Überstellung über die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführe rin informiert werden (vgl. hierzu statt vieler Urteil BVGer D-1383/2022 vom 31. März 2022 E. 6.6 m.w.H.). 5.3.4 Nach dem Gesagten ist es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, die Regelvermutung, der Wegweisungsvollzug nach Griechenland sei zu- mutbar, umzustossen. Angesichts dessen besteht auch keine Veranlas- sung zur Einholung individueller Garantien bezüglich einer angemessenen Unterbringung, Nahrung und medizinischen Versorgung nach ihrer Rück- kehr nach Griechenland, weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist. 5.4 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich schliesslich auch als möglich, zumal die griechischen Behörden am 31. März 2025 der Rückübernahme der Beschwerdeführerin explizit zugestimmt haben und sie über eine bis September 2027 gültige Aufenthaltsbewilligung verfügt. 5.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). E-4129/2025 Seite 14 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange- messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 7. 7.1 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses er- weist sich mit vorliegendem Urteil als gegenstandslos. 7.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, weil sich – unbesehen der finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin – die Beschwerde ent- sprechend den vorstehenden Erwägungen von vorneherein als aussichtlos erwiesen hat. Demzufolge sind ihr die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-4129/2025 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Kaspar Gerber Patricia Petermann Loewe Versand: