B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-104/2012 law/auj U r t e i l v o m 5 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli, Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger. Parteien A._______, geboren am […], Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Felice Grella, Erdös & Lehmann Rechtsanwälte, […], Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 2. Dezember 2011 / N […]. D-104/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der aus Z._______ (Distrikt Jaffna) stammende Beschwerdeführer tamilischer Ethnie eigenen Angaben zufolge am 19. Februar 2008 von Colombo über Do ha (Qatar) nach Zürich -Kloten flog, wo er am 20. Februar 2008 am Flughafen um Asyl nachsuchte, dass der Beschwerdeführer zur Begründung des Asylgesuchs im Wesent- lichen geltend machte, er habe an seinem He imatort als Chauffeur eines Tuk-Tuk (Autorikscha) g earbeitet und sei am 3. Dezember 2006 von sr i- lankischen Armeeangehörigen wegen des Verdachts, die Liberation T i- gers of Tamil Elam (LTTE) zu unterstützen, verhaftet worden, dass die Soldaten ihn in einem Camp festgehalten, verhört, mit einem Holzstock geprügelt und einmal mit Elektroschocks gefoltert hätten, bis er bewusstlos geworden sei, dass er seine Wunden von einem Privatarzt habe behandeln lassen und von diesem Vorfall Narben am rechten Unterarm und auf der linken Kö r- perseite aufweise, dass man ihn nach einer Intervention seiner Eltern nach drei Tagen unter der Bedingung freigelassen habe, sich einmal wöchentlich im Camp zu melden, dass er dieser Meldepflicht fünfmal nachgekommen und jedes Mal in u n- erträglicher Weise schikaniert und geschlagen worde n sei, und Leute in einem weisen Van ihn hätten entführen wollen, weshalb er sich zunächst in einem Dorf und ab dem 24. März 2007 in Colombo bei einem Bekann - ten versteckt habe, dass man ihn gesucht habe, weil er sich der Meldepflicht entzogen habe, dass er sich im April 2007 mit einem Visum nach Indien begeben habe, um sich dort als Flüchtling registrieren zu lassen, man ihn aber nach drei Monaten ausgewiesen habe, dass er einige Tage nach der Rückkehr nach Sri Lanka im August 2007 in Colombo von der Polizei kontrolliert, verhaftet und befragt worden sei, dass man ihn korrekt behandelt und nach der Bezahlung eines Schmie r- geldes durch den Bekannten aus Colombo nach drei Tagen mit der Aufla-D-104/2012 Seite 3 ge, Colombo zu verlassen und nach Jaffna zurückzukehren , freigelassen habe, dass er am 19. Februar 2008 mithilfe des Bekannten über den Flughafen in Colombo habe ausreisen können, dass er kein Anhänger der LTTE sei, diese ihn aber jeweils an Märtyrer - Tagen gezwungen hätten, für sie Transporte auszuführen und sich an Strassendekorationen zu beteiligen, dass er beim letzten Telefongespräch mit seinen Eltern erfahren habe, die srilankischen Soldaten suchten ihn immer noch, gingen jedoch jeweils wieder weg, wenn seine Mutter sie anschreie, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka verhaftet und eingesperrt wür- de, weil er das Land illegal verlassen und in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt habe, und er allenfalls auch getötet würde, wenn die Behörden in Colombo mit denjenigen seines Dorfes Kontakt aufnehmen und erfahren würden, dass er seiner Meldeflicht nicht mehr nachgekommen sei, dass das BFM mit Verfügung vom 2. Dezember 2011 feststellte, der B e- schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, das Asylgesuch ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und d en Vollzug der Wegweisung anordnete, dass das Bundesamt zur Begründung im Wesentlichen ausführte, ange- sichts des geringen politischen Profils des Beschwerdeführers sei nicht davon auszugehen, dass dieser im jetzigen Zeitpunkt mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von asylrechtlich relevanten Schwierigkeiten bedroht sei, dass seine Vorbringen daher den Anforderungen an die Flüchtlingseige n- schaft gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standhielten und bei offensichtlich fehlen der asylrechtli- cher Relevanz auf die Prüfung allfälliger Unglaubhaftigkeitselemente ve r- zichtet werden könne, dass das BF M den Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers als zulässig, zumutbar und möglich beurteilte, dass der Beschwerdeführer am 5. Januar 2012 mittels seiner Rechtsver - treterin gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltung s-D-104/2012 Seite 4 gericht erheben und beantragen liess, es sei die vorinstanzliche Verf ü- gung aufzuheben und ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei ihm die vor- läufige Aufnahme zu gewähren, dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen liess, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und eine angemessene Pa r- teientschädigung zuzusprechen, dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 20. Januar 2012 feststellte, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten und dessen Antrag auf Fristansetzung zwecks Nachreichens weiterer Unterlagen abwies, dass er ferner das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Recht s- pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem- ber 1968 über das Verwaltungsverfahren ( VwVG, SR 172.021) abwies und den Beschwerdeführer aufforderte, bis am 6. Februar 2012 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu leisten, verbunden mit dem Hinweis, auf die Beschwerde werde nicht eingetreten, falls der Kostenvorschuss innert der angesetzten Frist nicht bezahlt werde, dass der Beschwerdeführer am 4. Februar 2012 den Kostenvorschuss leistete, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht au f dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 31 - 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass der Bes chwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e-D-104/2012 Seite 5 rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass der erhobene Kostenvorschuss am 4. Februar 2012 innert ang e- setzter Frist geleistet wurde und somit auf die frist - und formgerecht ein- gereichte B eschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufge - zeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver - zichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlinge n grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nati o- nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass das BFM in der angefochtenen Verfügung die Vorbringen des B e- schwerdeführers zu Recht als asylrechtlich nicht relevant beurteilt hat, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge drei Tage nach der ersten Festnahme im Dezember 2006 nach einer Intervention seine r El- tern freigelassen wur de (vgl. BFM-act. A10/14 S. 3, 5) und bei der zwe i- ten, einige Tage nach der Rückkehr aus Indien im Juli 2007 in Colombo erfolgten Inhaftierung korrekt behandelt sowie nach drei Tagen mit der Auflage, Colombo zu verlassen und nach Jaffna zurückzukehren, freige- lassen wurde (vgl. act. A10/14 F 75 S. 9), D-104/2012 Seite 6 dass er gemäss eigenen Angaben in Sri Lanka nie politisch aktiv war, keine Verbindungen zu den Tamil Tigers hat und keine wichtigen Persö n- lichkeiten der LTTE an seinem Herkunftsort kennt, für die Tigers aber j e- weils am Märtyrertag Transporte ausführen und sich an Strassendekor a- tionen beteiligen musste, weil sie ihm sonst sein Tuk -Tuk weggenommen hätten (act. A10/14 S. 4), dass übereinstimmend mit dem Bund esamt davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer nicht jeweils nach drei Tagen wieder aus der Haft entlassen worden wäre und er das Land in den Jahren 2007 und 2008 nicht zweimal legal mit seinem Pass hätte verlassen können, wenn die srilankischen Behörden ihn ernsthaft verdächtigt hätten, die LTTE aktiv zu unterstützen, dass sich in den Akten keine Anhaltspunkte dafür finden, dass die srilan- kischen Behörden im heutigen Zeitpunkt – mehr als zwei Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges – ein ernsthaftes Verfolgungsinteresse an der Person des Beschwerdeführers haben könnten, dass die Einwände in der Beschwerde an der fehlenden asylrechtlichen Relevanz der Vorbringen des Beschwerdeführers nichts zu ändern ver- mögen, dass die Darstellung in der Beschwerde ( vgl. Ziff. II 15 f. S. 5), der B e- schwerdeführer sei "wiederholt und massiv gefoltert" sowie im Camp a n- lässlich der Erfüllung seiner Meldepflicht "jedes Mal von den Streitkräften bewusstlos geprügelt worden", offensichtlich stark übertrieben und somit tatsachenwidrig ist, gab doch der Beschwerdeführer selbst an der Anh ö- rung zu Protokoll, seine Verletzungen stammten von einem einmaligen Einsatz von Elektroschoc ks während der ersten dreitätigen Inhaftierung im Dezember 2006 (vgl. act. A10/14 S. 7 F. 47, S. 5 F. 20), dass ferner die Ausführungen in der Beschwerde, wonach ein Bruder des Beschwerdeführers namens B._______, welcher ein bekanntes LTTE - Mitglied sei , am 20. Oktober 2008 von u nbekannten Jugendlichen er- schossen worden sei (vgl. Ziff. III 24 S. 7), als nachgeschoben und daher unglaubhaft zu qualifizieren ist, dass nämlich zu erwarten ist, dass der Beschwerdeführer diesen Bruder, der angeblich LTTE -Mitglied sei, nicht erst auf Beschwerdeebene, so n- dern bereits bei den Befragungen erwähnt hätte, er je doch anlässlich der Anhörung nur einen einzigen (im Heimatland lebenden) Bruder D-104/2012 Seite 7 (C._______) und keinen zweiten, auch nicht einen in einem Drittstaat le- benden Bruder erwähnt hat (vgl. act. A6/14 S. 3), dass die der Beschwerde beigelegten Beweismittel – ein vom 29. Dezem- ber 2011 datierendes Affidavit und eine Bestätigung der Hu man Rights Commission of Sri Lanka vom 23. Dezember 2011 – nicht geeignet sind, asylrechtlich relevante Sachverhalte nachzuweisen oder glaubhaft zu ma- chen, zumal keine Erklärung für die verspätete Geltendmachung der an- geblichen Existenz eines weiteren Bruders und bekannten LTTE-Mitglieds erfolgt und die Beweismittel schon deshalb mit den anlässlich der Befra- gungen gemachten Angaben des Beschwerdefüh rers nicht vereinbar sind, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge bei der legalen Wiedereinreise in Sri Lanka (nach der Ausweisung aus Indien) im Juli 2007 keine Probleme mit den Behörden hatte ( vgl. act. A10/14 F 67 f. S. 9) und die zweite, kurze Festnahme nicht bei der Einreise erfolgte, sondern beim Einkaufen, mithin anlässlich einer Routinekontrolle, wobei die Behandlung durch die Polizei korrekt war (vgl. act. A10/14 S. 3, 9), dass die srilankischen Sicherheitskräfte s ich mit Sicherheit nicht jeweils vom Geschrei der Mutter des Beschwerdeführers abschrecken lassen würden, wenn sie tatsächlich – wie in der Beschwerde behauptet – ernst- haft nach ihm und seinem Bruder fahnden würden, dass vor diesem Hintergrund die in der Beschwerde erhobenen Behaup- tungen, nach dem Beschwerdeführer werde weiterhin gefahndet, er müs- se bei einer Wiedereinreise mit der Verhaftu ng rechnen, sein Bruder C._______ befinde sich seit 2008 auf der Flucht und erhalte seither von einem Pastor in dessen Haus Schutz vor den nach ihm fahndenden sri- lankischen Behörden (vgl. Ziff. III 24 S. 7 sowie Bestätigungsschreiben der Human Rights Commission), in dieser Form nicht glaubhaft ersche i- nen, zumal die im Bestätigungsschreiben der Human Rights Commission festgehaltenen Angaben offensichtlich allein auf den nicht überprüften Aussagen der Mutter des Beschwerdeführers beruhen, dass mangels eines ersichtlichen aktuellen Verfolgungsinteresses der sri- lankischen Behörden an der Person des Beschwerdeführers nicht davon auszugehen ist, er habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in abse h- barer Zukunft ernsthafte Nachteile durch Verfolgungsmassnahmen der srilankischen Sicherheitskräfte zu befürchten, zumal er kein politisches D-104/2012 Seite 8 Profil aufweist, das ihn aktuell aus objektiver Sicht als gefährdet ersche i- nen liesse, dass das BFM das Asylgesuch demnach zu Recht abgelehnt hat, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht, weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizer i- schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den ge setzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen g e- mäss ständiger Praxis der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Au s- länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, i hr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich e r- hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes halb D-104/2012 Seite 9 das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-Re- foulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass daher aus den Vorbringen des Beschwerdeführers – unter Berück- sichtigung seiner Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie – auch keine kon- kreten und gewichtigen Anhaltspunkte für eine ihm in Sri Lanka drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausam e, unmenschliche oder erniedr i- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi ge gen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Be- schwerde Nr. 37201/06, §§ 124 127, mit weiteren Hinweisen), dass insbesondere auch allein aufgrund von bestehenden Körpernarben noch kein "real risk" für eine dem Beschwerdeführer im Falle der Rüc k- kehr nach Sri Lanka drohende menschenrechtswidrige Behandlung da r- getan ist (vgl. BVGE E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 10.4.2), dass zwar die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka nach dem Ende des Bürgerkriegs im Mai 2009 auch heute noch in verschied e- ner Hinsicht als problematisch zu bezeichnen ist (vgl. BVGE E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 8, Amnesty International [AI], Report 2011, S. 301 ff. [AI-Index: POL 10/001/2011]) und insbesondere unklar ist, wie die Regierung mit den ehemaligen Angehörigen und Anhängern der LTTE umgeht beziehungsweise weiter umgehen wird, dass jedoch in Bezug auf den Beschwerdeführer gestützt auf die obigen Erwägungen keine konkreten Hinweise dafür vorhanden sind , er könnte den sri lankischen Sicherheitskräften zum heutigen Zeitpunkt in spezif i- scher Weise als verdächtig erscheinen, weshalb auch unter den derzeit herrschenden Bedingungen in Sri Lanka kein konkreter Anlass zur A n- nahme besteht, ihm drohe eine entsprechende Gefährdung, dass sich der Vollzug der Wegweisung vorlie gend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio-D-104/2012 Seite 10 nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass das BFM sich bei der Bejahung der Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs auf das zur Publikation vorgesehene Grundsatzurteil BVGE E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 gestützt hat, dass gemäss diesem Urteil hinsichtlich des Distrikts Jaffna (Nordprovinz) – aus welchem der Beschwerdeführer stammt und wo er den Grossteil seines bisherigen Lebens verbracht hat – keine Situation allgemeiner Ge- walt herrs cht und die politische Lage nicht dermassen angespannt ist, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste (vgl. BVGE E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.2.1), dass für Personen, die aus der Nordprovinz stammen und diese vor Be- endigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, die aktuell vorliegenden Lebens- und Wohnverhältnisse abzuklären und auf die Z u- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs hin zu überprüfen sind, wobei na- mentlich die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes sowie die kon- kreten Möglichkeiten der Sicherung des Existenzminimums und der Wohnsituation als massgebliche Faktoren erscheinen (vgl. BVGE E-6220/ 2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.2.1.2), dass der Beschwerdeführer den Grossteil seines Lebens von der Geburt bis am 22. März 2007 an seinem im Distrikt Jaffna gelegenen Her kunfts- ort Z._______ verbracht hat (vgl. act. 6/14 S. 2), wo auch seine Eltern le- ben (vgl. act. 6/14 S. 3), dass daher davon auszugehen ist, dass er dort über ein tragfähiges soz i- ales Beziehungsnetz verfügt, das ihm auch nach mehrjähriger Landesab- wesenheit von Nutzen sein wird, dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, die persönliche und finan- zielle Lage des Beschwerdeführers in Sri Lanka habe sich seit seiner Ausreise erheblich verändert, weil die Eltern ihre Kokosnussplantage zur Finanzierung der Ausreise des Sohn es und mittlerweile auch se in Tuk- Tuk hätten verkaufen müs sen und heute mittello s seien, und der B e- schwerdeführer, welcher seinen Lebensunterhalt in der Heimat als selbst- ständiger Autorikscha-Fahrer bestritten habe, ohne diese s Arbeitsmittel bei einer Rückkehr in die Armutsfalle geraten würde, D-104/2012 Seite 11 dass aus den Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der Befragun- gen jedoch hervorgeht, dass seine Mutter für die Finanzierung seiner Ausreise lediglich eines von mehreren sich in Familienbesitz befindlichen Grundstücken verkauft ( vgl. act. A6/14 S. 6, A10/14 S. 10) und er selbst seine Familie als vermögend bezeichnet hat (vgl. act. A10/14 S. 10), wes- halb entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht nicht damit zu rechnen ist, er würde bei einer Rückkehr nach Sri Lanka aus wirtschaftli- chen Gründen in eine existenzbedrohende Situation geraten, dass sich das Vorbringen, nach seinem Bruder C._______, der sich bei einem Pastor versteckt halte, werde gefahndet, aufgrund vorstehender Erwägungen als unglaubhaft erweist, dass der Einwand in d er Beschwerde, der Beschwerdeführer werde im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka mit posttraumatischen Belastung s- störungen zu rechnen haben, weder substanziiert noch belegt wird, dass der Beschwerdeführer auf die Frage des BFM -Sachbearbeiters an der Anhörung, ob es möglich wäre, die Adresse des srilankischen Arztes zu beschaffen, welcher ihn nach den erlittenen Folterverletzungen behan- delt haben soll (vgl. act. A10/14 S. 5 F. 24-26, S. 11 F. 96) entgegnete, er habe seit seiner Ankunft in der Schweiz keine n Kontakt mehr zu seiner Mutter, dass diese Behauptung offensichtlich im Widerspruch zu diversen and e- ren Aussagen des Beschwerdeführers steht, aus denen hervorgeht, dass er mit seiner Familie telefonische Kontakte pflegt ( vgl. act. A10/14 S.10 F. 89, S. 9 F. 78; A6/14 S. 3), dass der Beschwerdeführer sich erneut eine wirtschaftliche Existen z- grundlage wird aufbauen können, wobei ihm auch der Familienbesitz zu- stattenkommen wird, dass demnach nicht davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer gerate im Falle der Rückkehr in den Heimatstaat aus sozialen, wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Gründen in eine existenzbedrohende Situation, dass angesichts der Aktenlage der rechtserhebliche Sachverhalt ist, wes- halb keine Veranlassung besteht, die angefochtene Verf ügung aufzuhe- ben und an die Vorinstanz zwecks Durchführung eines Beweisverfahrens zurückzuweisen, weshalb der in der Beschwerde (Ziff. III 30 S. 9) erhobe- ne Kassationsantrag abzuweisen ist, D-104/2012 Seite 12 dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Sri Lan- ka schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG) und es ihm obliegt, bei der Beschaffung gültiger Rei- sepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 A sylG, BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.), dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, in - wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzen, den rechtser- heblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellen oder una n- gemessen sein sollte (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuwei- sen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgeri cht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 4. Februar 2012 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind. (Dispositiv nächste Seite) D-104/2012 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer au f- erlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ver - rechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Jacqueline Augsburger Versand: