10/23 Verfahren PVG 2022 Verfahren. – Rechtsmittelbelehrung in Staatshaftungsfällen; ein Wei- terzug an das Kantonsgericht Graubünden entfällt nach dieser neuen Praxisfestlegung des Bundesgerichts; für medizinische Haftpflichtfälle sind weiterhin erstinstanz- lich die Regionalgerichte zuständig (E.3.3). Procedura. – Indicazione dei rimedi giuridici nei casi di responsabili- tà dello Stato; secondo la nuova prassi del Tribunale fe- derale decade la via di diritto al Tribunale cantonale dei Grigioni; i Tribunali regionali continuano a essere com- petenti in prima istanza per i casi di responsabilità civile medica (consid. 3.3). Erwägungen: 3.3. Zur Rechtsmittelbelehrung gilt es, in Abkehr zur bis- herigen Praxis des Verwaltungsgerichts in Staatshaftungsfällen gestützt auf Art. 85b VRG (Gebot des doppelten Instanzenzugs in Zivilsachen), auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts im Urteil 2C_817/2020 vom 27. Dezember 2021 hinzuweisen, wonach medi- zinische Haftpflichtansprüche ungeachtet der Natur ihrer Rechts- grundlage (öffentliches Recht oder Privatrecht) direkt beim Bundes- gericht (I. zivilrechtliche Abteilung) mit Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. BGG angefochten werden können (E.1.3.1). Es gebe keinen Grund, diese Rechtsprechung aus dem Medizinalhaftpflicht- recht auf andere Gebiete der Staatshaftung auszudehnen. Auch der Gesetzgeber gehe davon aus, dass Staatshaftungssachen grund- sätzlich der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und nicht der Beschwerde in Zivilsachen unterlägen (E.1.3.2). Eine Weiterzugmöglichkeit des erstinstanzlichen Endentscheids des Verwaltungsgerichts mit Beschwerde oder Berufung an das Kan- tonsgericht besteht nach diesem Bundesgerichtsurteil also nicht mehr. U 18 73 Urteil vom 13. Dezember 2022 134 23