A bteilung IV D -4288/2006 {T 0/2} U rteil vom 29. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Bendicht Tellenbach, W alter Lang, H ans Schürch G erichtsschreiber Jürg H ünerw adel A ._______, B ._______, und C ._______, Irak, vertreten durch lic. iur. Susanne Sadri, Asylhilfe Bern, Bahnhöhew eg 44, 3018 Bern, und Anne-Françoise Venetz, C roix-R ouge Valais, Service d'Aide aux R éfugiés, R ue des R em parts 15, C P 310, 1951 Sion, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 26. O ktober 2005 i.S. Fam ilienzusam m enführung m it D ._______, und deren Kinder E._______ und F._______, Irak B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it getrennten Verfügungen vom 20. April 2005 hiess das BFM die Asylgesuche von A._______, B._______ sow ie des gem einsam en Sohnes C ._______ vom 23. Juni 2003 gut, w orauf ihnen die zuständige kantonale Behörde am 21. Juni 2005 ausländerrechtliche Aufenthaltsbew illigungen erteilte. B. M it Eingabe vom 10. O ktober 2005 ersuchten die Beschw erdeführer um Erteilung von Einreisebew illigungen sow ie von Asyl im R ahm en einer Fam ilienvereinigung für die im R ubrum genannten Personen (das heisst die erste Ehefrau des Be- schw erdeführers, D ._______, und die beiden gem einsam en, m inderjährigen Kinder E._______ und F._______), die drei volljährigen Söhne des Be- schw erdeführers aus erster Ehe (G ._______, H ._______ und I._______) und die drei (Stief-)Töchter der Beschw erdeführer (J._______, K._______ und L._______). C . M it Verfügung vom 26. O ktober 2005 – eröffnet am 28. O ktober 2005 – verw eiger- te das BFM den im G esuch erfassten Fam ilienm itgliedern der Beschw erdeführer die Einreisebew illigung und den Einbezug ins Fam ilienasyl im Sinne von Art. 51 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31). Bezüglich der ersten Ehefrau des Beschw erdeführers erw og die Vorinstanz dabei unter H inw eis auf Art. 105 des Zivilgesetzbuches vom 10. D ezem ber 1907 (ZG B, SR 210) und Art. 27 des Bundesgesetzes vom 18. D ezem ber 1987 über das Internationale Privatrecht (IPR G , SR 291), eine Asylgew ährung im R ahm en einer Fam ilienvereinigung w ürde zum Zustand einer Bigam ie in der Schw eiz führen, w elcher sich nicht m it dem schw eizerischen ordre public vertrage. D am it liege ein besonderer U m stand im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG vor, w elcher der Asylerteilung an D ._______ entgegen stehe; gleiches gelte darüber hinaus auch für die m it der ersten Ehefrau des Beschw erdeführers im Irak lebenden gem einsam en Kinder. D . M it Eingabe von lic. iur. Susanne Sadri, Asylhilfe Bern, vom 28. N ovem ber 2005 erhoben die Beschw erdeführer bei der dam als zuständigen Schw eizerischen Asyl- rekurskom m ission (AR K) gegen diese Verfügung Beschw erde und beantragten de- ren Aufhebung und den Einbezug ins Fam ilienasyl sow ohl betreffend die m inder- jährigen (Art. 51 Abs. 1 AsylG ) als auch die volljährigen Kinder (Art. 51 Abs. 2 AsylG ) gutzuheissen. Eventualiter w urde hinsichtlich der volljährigen Söhne G ._______, H ._______ und I._______ die Einreisebew illigung zw ecks Prüfung eigener Asylgründe beantragt. In verfahrensrechtlicher H insicht w urde um die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege ersucht. Zusam m en m it der Beschw erdeeingabe w urden ein ebenfalls als R ekurs bezeich- netes Schreiben von Frau Anne-Françoise Venetz, C roix-R ouge Valais, vom 17. N ovem ber 2005 sow ie drei Kautionsbestätigungen des Justizm inisterium s/G e- richtsverw altung von X._______, datierend vom 2. April 2003, betreffend die Söhne G ._______, H ._______ und I._______ im O riginal und m it deutscher Ü bersetzung eingereicht. E. M it an die R echtsvertreterin Susanne Sadri gerichteter Zw ischenverfügung vom 3 7. D ezem ber 2005 hiess der dam als zuständige Instruktionsrichter das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gut und verzichtete auf das Erheben eines Kostenvorschusses. W eiter w urde angezeigt, dass die der Beschw erdeein- gabe beigelegte und von den Beschw erdeführern m itunterzeichnete R ekursschrift von Frau Anne-Françoise Venetz vom 17. N ovem ber 2005 ohne anders lautende Erklärung als integrierender Bestandteil der Beschw erde betrachtet w erde. Es w ur- de ferner festgestellt, dass die vorinstanzliche Verfügung m angels ausdrücklicher Verzichtserklärung der ersten, sich im Irak befindlichen Ehefrau D ._______, betref- fend alle im G esuch beziehungsw eise der vorinstanzlichen Verfügung aufgeführten Personen als angefochten gelte. Schliesslich w urden die Beschw erdeführer darauf hingew iesen, dass der Eventualantrag, es sei den erw achsenen Söhnen des Be- schw erdeführers w egen Bestehens einer R eflexverfolgung und eigenen Flucht- gründen die Einreise in die Schw eiz zu erlauben, nicht G egenstand des vorliegen- den – auf die Frage der Fam ilienvereinigung im Sinne von Art. 51 AsylG be- schränkten – Beschw erdeverfahrens bilden könne. D ie erw achsenen Söhne w ur- den diesbezüglich auf das dafür vorgesehene Auslandverfahren verw iesen. F. M it Zw ischenverfügung gleichen D atum s forderte der Instruktionsrichter die von den Beschw erdeführern ebenfalls bevollm ächtigte Anne-Françoise Venetz auf, sich innert Frist dazu zu äussern, ob sie ebenfalls als R echtsvertreterin im Verfah- ren auftrete. Im U nterlassungsfalle w erde die R echtsvertreterin Susanne Sadri als alleinige R echtsvertreterin der Beschw erdeführer betrachtet. G . M it Eingabe vom 15. D ezem ber 2005 erklärte sich die R echtsvertreterin Anne- Françoise Venetz, dam it einverstanden, dass lic. iur. Susanne Sadri das Verfahren w eiterführe. H . D ie Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehm lassung vom 9. Januar 2006, w elche den Beschw erdeführern zur Kenntnisnahm e zugestellt w urde, die Abw eisung der Beschw erde. I. M it Eingabe von lic. iur. Susanne Sadri vom 15. M ärz 2006 brachten die Be- schw erdeführer vor, H ._______ sei vor einem M onat von den Sicherheitskräften in X._______ festgenom m en w orden und befinde sich nach w ie vor in H aft. Eine Freilassung sei lediglich unter der Bedingung der Leistung einer hohen Kaution oder der Ü berführung des Beschw erdeführers m öglich; der Beschw erdeführer m ache sich grosse Sorgen und erw äge gar eine R eise nach Syrien, um die Sache zu klären. J. M it Eingabe vom 7. April 2006 zeigte Anne-Françoise Venetz ihre erneute M anda- tierung durch die Beschw erdeführer an und legte eine entsprechende Vollm acht vom 7. April 2006 bei. Sie beantragte insbesondere eine Verfahrenstrennung be- treffend die m inderjährige Tochter der Beschw erdeführerin, J._______, sow ie deren einjährigen Kindes; zur Begründung führte sie aus, J._______ und deren Kind drohe im Irak w egen der U nehelichkeit des Kindes eine Verfolgung seitens der m ännlichen Bevölkerung sow ie ihrer Fam ilie. G leichzeitig teilte sie m it, dass einer der volljährigen Söhne des Beschw erdeführers vor etw a zw ei M onaten verhaftet w orden sei und die beiden anderen volljährigen Söhne ihre H eim atregion fluchtartig hätten verlassen m üssen. K. D er Instruktionsrichter teilte den Beschw erdeführern m it Zw ischenverfügung vom 4 26. April 2006 m it, dass über eine allfällige Verfahrenstrennung in einem späteren Zeitpunkt entschieden w erde. D ie m inderjährige Tochter der Beschw erdeführerin, J._______, und ihr Kind w urden bezüglich der geltend gem achten Verfolgungssituation auf das dafür vorgesehene Auslandverfahren verw iesen. D es W eiteren w urden die Beschw erdeführer aufgefordert, innert Frist die Personalien des Kindes von J._______ bekannt zu geben. L. M it Eingabe von Anne-Françoise Venetz vom 12. M ai 2006 w urden die Personali- en des Kindes von J._______ – bei w elchem es sich um den Sohn M ._______ handelt – bekannt gegeben. M it Schreiben vom 23. Juni 2006 ersuchte die R echtsvertreterin sodann um prioritäre Behandlung des Verfahrens. M . M it U rteil vom 28. Juni 2006 trennte die AR K das Beschw erdeverfahren der (Stief-) Töchter J._______, K._______ und L._______ sow ie des Enkelkindes M ._______ von dem jenigen der übrigen Fam ilienm itglieder, hiess die Beschw erde vom 28. N ovem ber 2005 insow eit gut und hob die Verfügung des BFM vom 26. O ktober 2005 teilw eise – sow eit diese Personen betreffend – auf. Im W eiteren w ies die AR K das BFM an, den genannten Personen die Einreise in die Schw eiz zu bew illigen, sie als Flüchtlinge anzuerkennen und ihnen gestützt auf Art. 51 Abs. 1 beziehungsw eise Abs. 2 AsylG Asyl zu gew ähren. Schliesslich w urde der Entscheid über die Ausrichtung einer Parteientschädigung bis zum Vorliegen des U rteils betreffend die übrigen Fam ilienangehörigen ausgesetzt. N . In der Folge gestattete das BFM den in Bst. M hievor genannten Personen die Ein- reise in die Schw eiz, w o es sie m it Verfügung vom 5. Juni 2007 als Flüchtlinge an- erkannte und ihnen Asyl erteilte. O . Am 29. August 2006 (Posteingang) reichten die drei volljährigen Söhne des Be- schw erdeführers bei der Schw eizerischen Vertretung in D am askus (Syrien) schrift- liche Asylgesuche ein. D as BFM w ies diese G esuche m it am 5. Februar 2007 er- öffneten Verfügungen vom 12. Januar 2007 ab und verw eigerte den Söhnen des Beschw erdeführers die Einreise in die Schw eiz. Am 6. Februar 2007 reichten G ._______, H ._______ und I._______ bei der Schw eizerischen Vertretung in D am askus Beschw erde gegen die Verfügungen vom 12. Januar 2007 ein; das R echtsm ittel w urde zuständigkeitshalber an das Bundesverw altungsgericht überm ittelt. P. M it Eingabe vom 28. Juni 2007 teilte Anne-Françoise Venetz m it, dass die erste Ehefrau des Beschw erdeführers, w elche sich m it den beiden m inderjährigen Kin- der E._______ und F._______ bei einem Bruder im Irak aufhalte, aufgrund ihres G esundheitszustandes und der schlechten w irtschaftlichen Situation nicht m ehr länger für diese Kinder sorgen könne und um eine rasche Bew illigung derer Einreise in die Schw eiz bitte, dam it sich der Beschw erdeführer um sie küm m ern könne. D ie R echtsvertreterin reichte in diesem Zusam m enhang ein entsprechen- des Schreiben von D ._______ m it englischer Ü bersetzung zu den Akten. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung:5 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesver- w altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht hat per 1. Januar 2007 die bei der per 31. D ezem - ber 2006 aufgelösten AR K hängigen R echtsm ittelverfahren übernom m en. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 W eder in der Beschw erdeeingabe vom 28. N ovem ber 2005, noch in der als integ- rierender Bestandteil dieser Beschw erde zu erachtender Eingabe von Anne-Fran- çoise Venetz vom 17. N ovem ber 2005 w ird die erste Ehefrau des Beschw erdefüh- rers, D ._______, erw ähnt; die Beschw erdeanträge beziehen sich vielm ehr explizit nur auf die (Stief-)Kinder des Beschw erdeführers. D er zuständige Ins- truktionsrichter der AR K hat den Beschw erdeführern indessen m it Zw ischenver- fügung vom 7. D ezem ber 2005 m itgeteilt, dass eine Einschränkung der Anfech- tung zulasten der ersten Ehefrau einer Verzichtserklärung dieser Person bedürfte. Eine ausdrückliche Erklärung diesen Inhaltes w urde zw ar bis zum Entscheidzeit- punkt nicht eingereicht. D ._______ hat jedoch m it Eingabe vom 28. Juni 2007 explizit nur um Bew illigung der Einreise für die Kinder E._______ und F._______ ersucht, nicht aber für sich selber. Vor diesem H intergrund ist davon auszugehen, dass nicht nur der Beschw erdeführer, sondern auch D ._______ selber offensichtlich nicht den W illen hat, in der Schw eiz w ieder als Fam ilie zusam m en zu leben; ihr Schreiben vom 28. Juni 2007 ist dem nach als konkludente R ückzugser- klärung zu w erten und das Beschw erdeverfahren insow eit als gegenstandslos ge- w orden abzuschreiben. 3.2 Angesichts des U m standes, dass die volljährigen Söhne des Beschw erdeführers im Verlaufe des vorliegenden Beschw erdeverfahrens den Irak verlassen und sich nach Syrien begeben haben, w o sie bei der Schw eizerischen Vertretung in D a- m askus je eigene Asylgesuche eingereicht haben – w elche auf Beschw erdeebene ebenfalls beim Bundesverw altungsgericht hängig sind – erscheint es ferner ange- zeigt, deren Fam iliennachzugsverfahren von dem jenigen von D ._______ und den 6 m inderjährigen Kindern E._______ und F._______ zu trennen; im vorliegenden U rteil w ird dem nach – unter Berücksichtigung der konkludenten R ückzugserklärung von D ._______ – einzig über die Frage der Erteilung einer Einreisebew illigung und der Asylgew ährung gestützt auf Art. 51 AsylG hinsichtlich der beiden letztgenannten Personen entschieden. 4. 4.1 G em äss Art. 51 Abs. 1 AsylG w erden Ehegatten von Flüchtlingen und deren m in- derjährige Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, sofern keine beson- deren U m stände dagegen sprechen. Besondere U m stände sind nach der R echt- sprechung der AR K, w elche vom Bundesverw altungsgericht w eitergeführt w ird, beispielsw eise anzunehm en, w enn das Fam ilienm itglied Bürger eines anderen Staates als der Flüchtling ist und die Fam ilie in diesem Staat nicht gefährdet ist, w enn der Flüchtling seinen Status seinerseits derivativ erw orben hat oder w enn das Fam ilienleben w ährend einer längeren Zeit nicht gelebt w urde und erkennbar ist, dass die Fam ilienm itglieder nicht den W illen haben, als Fam ilie zusam m enzu- leben. In jedem Fall bedingt die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft sodann, dass die anspruchsberechtigte Person ihren H eim at- oder H erkunftsstaat verlas- sen hat; im H inblick hierauf haben Personen, w elche nach Art. 51 Abs. 1 AsylG als Flüchtlinge anzuerkennen sind, aus Art. 51 Abs. 4 AsylG einen Anspruch auf Ertei- lung einer Einreisebew illigung, sofern sie sich im Ausland aufhalten und durch die Flucht vom anerkannten Flüchtling getrennt w urden (vgl. dazu zuletzt Entscheidun- gen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2006 N r. 7 E. 5.4. und 6.1.). M assgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung ist derjenige des Asyl- beziehungsw eise Beschw erdeentscheides. 4.2 D as BFM stellt sich in der angefochtenen Verfügung bezüglich D ._______ auf den Standpunkt, dass eine Asylgew ährung im R ahm en einer Fam ilienvereinigung zum Zustand einer Bigam ie in der Schw eiz führen w ürde, w elcher sich nicht m it dem schw eizerischen ordre public vertrage. D ie Vorinstanz verw eist dabei einerseits auf Art. 105 ZG B – gem äss dessen Abs. 1 ein Eheungültigkeitsgrund vorliegt, w enn zur Zeit der Eheschliessung einer der Ehegatten bereits verheiratet ist und die frühere Ehe nicht durch Scheidung oder Tod des Partners aufgelöst w orden ist – und andererseits auf Art. 27 IPR G , gem äss dessen Abs. 1 eine im Ausland ergangene Entscheidung in der Schw eiz nicht anerkannt w ird, w enn die Anerkennung m it dem schw eizerischen ordre public offensichtlich unvereinbar w äre. Sie führt aus, dam it liege ein besonderer U m stand im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG vor, w elcher der Asylerteilung an D ._______ entgegen stehe; gleiches gelte darüber hinaus auch für die m it ihr im Irak lebenden gem einsam en Kinder (vgl. BFM -Verfügung vom 26. O ktober 2005, S. 1f.). 4.3 D a der vom BFM gegenüber D ._______ geltend gem achte besondere U m stand nach Ansicht der Vorinstanz auch gegenüber deren m inderjährigen Kindern gilt, w äre er an sich einer eingehenderen Prüfung zu unterziehen. D ie Frage, ob eine im Ausland geschlossene M ehrfachehe als besonderer U m stand im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG dem Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft und der derivativen Asylgew ährung entgegen stehen kann, ist bislang in der schw eizerischen Asylrechtsprechung noch nicht letztinstanzlich entschieden w orden, ebenso w enig 7 w ie die Frage, ob sich ein allfälliger derartiger besonderer U m stand auch auf Kinder erstrecken könnte, die aus einer solchen Ehe hervorgegangen sind. Im vorliegenden Fall kom m t hinzu, dass es sich bei D ._______ um die erste Ehefrau des Beschw erdeführers handelt, m ithin der vom BFM erw ähnte Eheungültigkeitsgrund gem äss Art. 105 Abs. 1 ZG B von vornherein nicht gegeben sein kann; es w äre dem nach an sich zu klären, ob diese Erstehe überhaupt gegen den ordre public verstossen könnte, oder ob dies nicht nur ausschliesslich hinsichtlich der Zw eitehe des Beschw erdeführers in Betracht fiele. D ie Frage kann indessen letztlich offen bleiben. H insichtlich der Kinder E._______ und F._______ ist näm lich festzuhalten, dass diese zeitlebens m it ihrer M utter zusam m en gelebt haben. M it ihrem Vater – dem Beschw erdeführer – w ar für sie dem gegenüber seit Ende M ärz 1998 kein gem einsam es Fam ilienleben m ehr m öglich; ab diesem Zeitpunkt w ar der Beschw erdeführer zunächst w ährend über sechs M onaten in H aft, hielt sich anschliessend als Peshm erga in den Bergen auf und verliess am 20. M ai 2003 den Irak, um in der Schw eiz um Asyl nachzusuchen. N achdem die Trennung von ihrem Vater bereits im Alter von 8½ beziehungsw eise 7½ Jahren erfolgte, ist offensichtlich, dass sie in em otionaler H insicht bedeutend stärker an ihre M utter gebunden sind. D ieser U m stand und die Tatsache, dass D ._______ im Irak verbleibt, sprechen dafür, die heute knapp 18- beziehungsw eise 17-jährigen Kinder nicht aus ihrem gew ohnten U m feld zu entreissen. D aran ändert auch die Erklärung ihrer M utter nichts, w onach sie aufgrund ihres G esundheitszustandes und der w irtschaftlichen Situation nicht m ehr für ihre Kinder sorgen könne. Es erscheint vielm ehr naheliegend, dass sich die bald volljährigen Kinder nunm ehr um ihre M utter küm m ern können, zum al sie m it der U nterstützung durch ihren O nkel – bei w elchem alle drei Personen seit längerer Zeit leben – rechnen können. Vor diesem H intergrund liegt bezüglich E._______ und F._______ ein besonderer U m stand im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG vor. 5. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung – sow eit E._______ und F._______ betreffend – im Ergebnis Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und ange- m essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esagten hinsichtlich dieser Personen abzuw eisen; sow eit D ._______ betreffend, ist sie als durch R ückzug gegenstandslos gew orden abzuschreiben. 6. 6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten von Fr. 600.-- an sich den Beschw erdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D a ihnen m it Zw ischen- verfügung der AR K vom 7. D ezem ber 2005 die unentgeltliche R echtspflege ge- m äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG gew ährt w urde und sie aufgrund der Aktenlage nach w ie vor als bedürftig zu bezeichnen sind, ist indessen von einer Kostenauflage ab- zusehen. 6.2 D ie Beschw erdeführer sind m it ihrer Beschw erde vom 28. N ovem ber 2005 bis zum heutigen Zeitpunkt insow eit durchgedrungen, als diese m it U rteil der AR K vom 8 28. Juni 2006 bezüglich der (Stief-)Töchter J._______, K._______ und L._______ und des Enkelkindes M ._______ gutgeheissen w urde; in D ispositiv-Ziffer 6 des genannten U rteils w urde der Entscheid über die Ausrichtung einer Parteientschädigung bis zum Vorliegen des U rteils betreffend die übrigen Fam ilienangehörigen ausgesetzt. Betreffend die erste Ehefrau des Be- schw erdeführers und die beiden m inderjährigen Kinder aus erster Ehe w ird das R echtsm ittel m it dem vorliegenden U rteil abgew iesen, sow eit nicht durch R ückzug gegenstandslos gew orden; die Beschw erdeverfahren der drei volljährigen Söhne aus erster Ehe (D -1262/2007, D -1263/2007 und D -1264/2007) sind nach w ie vor beim Bundesverw altungsgericht hängig. D er G rad des D urchdringens beträgt m ithin im heutigen Zeitpunkt sow ohl hinsichtlich der Anzahl Verfahren als auch der Anzahl Personen ein D rittel, w eshalb das BFM anzuw eisen ist, den Beschw erde- führern eine entsprechend reduzierte Parteientschädigung auszurichten (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ), w elche aufgrund der zu beachtenden Bem essungsfaktoren (Art. 7 Abs. 2 i.V.m . Art. 10 Abs. 2 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]; EM AR K-M itteilungen 2000/1, Ziff. 2.1.) und des anhand der Akten zuverlässig abschätzbaren Zeitaufw andes ihrer R echtsvertreterinnen auf insge- sam t Fr. 200.-- (inklusive Auslagen) festzusetzen ist. Ü ber eine allfällige Ergänzung dieser Parteientschädigung w ird im abgetrennten Beschw erde- verfahren betreffend die volljährigen Söhne entschieden. (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde vom 28. N ovem ber 2005 w ird teilw eise – sow eit E._______ und F._______ betreffend – abgew iesen; sow eit D ._______ betreffend, w ird die Beschw erde als durch R ückzug gegenstandslos gew orden abgeschrieben. Betreffend G ._______, H ._______ und I._______ w ird das Beschw erdeverfahren w eitergeführt. 2. Es w erden keine Kosten erhoben. 3. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführern zufolge ihres teilw eisen O b- siegens gem äss U rteil der AR K vom 28. Juni 2006 eine reduzierte Parteientschädi- gung von Fr. 200.-- auszurichten. 4. D ieses U rteil geht an: - lic. iur. Susanne Sadri, Asylhilfe Bern, (eingeschrieben) - Anne-Françoise Venetz, C roix-R ouge Valais (Kopie) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten D er R ichter: D er G erichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Jürg H ünerw adel Versand am :