A bteilung IV D -6013/2007 haf/w ig {T 0/2} U rte il v o m 1 3 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichter Fulvio H aefeli (Vorsitz), R ichter W alter Lang, R ichter D aniel Schm id, G erichtsschreiber G ert W inter. A ._______, geboren (...), Staatsangehörigkeit unbekannt, alias A ._______, geboren (...), staatenlos, alias A._______, geboren (...), Staatsangehörigkeit unbekannt, (...), Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. N ichteintreten auf Asylgesuch und W egw eisung; Verfügung des BFM vom 29. August 2007 / N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandD -6013/2007 D as B undesverw altungsgericht stellt fest und erw ägt: dass der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge am 24. oder 25. Juli 2007 via Italien und unter U m gehung der G renzkontrolle in die Schw eiz gelangte und am 26. Juli 2007 im (...) um Asyl ersuchte, dass er anlässlich der sum m arischen Befragung im (...) vom 6. August 2007 im W esentlichen geltend m achte, er sei palästinensischer H erkunft und in G aza geboren, dass er nach dem Tod seiner Eltern G aza im Jahre 1990 verlassen und sich nach Kairo begeben habe, dass er dort auf der Strasse gelebt und kein norm ales Leben geführt habe, dass der Beschw erdeführer keinerlei Identitätspapiere zu den Akten reichte, dass eine vom BFM (Fachstelle "Lingua") beauftragte Expertenperson am 13. August 2007 in Form eines Telefongesprächs m it dem Be- schw erdeführer eine landeskundlich-kulturelle und linguistische Analy- se zur Verifikation seines Sozialisationsraum es bzw . -m ilieus durch- führte, dass das Bundesam t dem Beschw erdeführer am 24. August 2007 zu den R esultaten der Lingua-Analyse und zum beabsichtigten E rlass ei- ner N ichteintretensverfügung das rechtliche G ehör gew ährte, dass das BFM m it Verfügung vom 29. August 2007 - eröffnet am 4. Septem ber 2007 - in Anw endung von A rt. 32 Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug anordnete, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 6. Septem ber 2007 ge- gen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde er- hob, dass die vorinstanzlichen Akten am 11. Septem ber 2007 beim Bundes- verw altungsgericht eintrafen (A rt. 109 Abs. 2 AsylG ), S eite 2 D -6013/2007 dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden ge- gen Verfügungen (A rt. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) des BFM ent- scheidet (A rt. 105 AsylG i.V.m . A rt. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass der Beschw erdeführer legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde, an deren Form als Laienbe- schw erde keine allzu hohen Anforderungen zu stellen sind, einzutreten ist (A rt. 108a AsylG sow ie A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 Abs. 1 und 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentschei- de praxisgem äss auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it dar- auf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefoch- tene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (Entscheidungen und M itteilun- gen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2004 N r. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell zu prüfen hat, w eshalb dem Bundesverw altungsgericht einzig diesbezüglich volle Kognition zu- kom m t, dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeent- scheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (A rt. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass gem äss A rt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf Asylgesuche nicht einge- treten w ird, w enn Asylsuchende die Behörden über ihre Identität täu- S eite 3 D -6013/2007 schen und diese Täuschung aufgrund der Ergebnisse der erkennungs- dienstlichen Behandlung oder anderer Bew eism ittel feststeht, dass das Bundesam t seinen auf den Tatbestand der Identitätstäu- schung fussenden Entscheid im Kern auf die R esultate der vorerw ähn- ten Lingua-Analyse stützt, dass es die durchgeführte Analyse nach Auffassung der Vorinstanz dem G utachter erm öglicht habe, m it Sicherheit die geographisch- sprachliche Zuordnung des Beschw erdeführers zum M aghreb - und zw ar sehr w ahrscheinlich zu Algerien - festzustellen, dass der G utachter die geographisch-sprachliche H erkunft aus jedem anderen H erkunftsland, also auch Palästina, ausdrücklich ausge- schlossen habe, dass das Bundesam t im W eiteren abschliessend zur Erkenntnis ge- langt, der Beschw erdeführer habe die Behörden über seine Identität getäuscht, zum al die anlässlich der G ew ährung des rechtlichen G e- hörs am 24. August 2007 gem achten Vorbringen des Beschw erdefüh- rers nicht geeignet seien, die R ichtigkeit des Analyseresultats in Frage zu stellen, dass diese Schlussfolgerung der Vorinstanz nach Prüfung der Akten durch das Bundesverw altungsgericht zu bestätigen und dem zufolge vorliegend der Tatbestand der Identitätstäuschung als erfüllt zu erach- ten ist, w obei vorab auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erw ägungen verw iesen w erden kann (vgl. A rt. 109 Abs. 3 BG G i.V.m . A rt. 6 AsylG ), dass dazu ergänzend festzuhalten bleibt, dass der in A rt. 1 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) definierte Begriff der Identität im asylrechtlichen Sinn unter anderem die Staatsangehörigkeit um fasst und in casu der Be- schw erdeführer gem äss der bei den Akten liegenden Lingua-Analyse eindeutig nicht, w ie von ihm geltend gem acht, aus dem palästinensi- schen M ilieu stam m t und w eder in G aza, Aegypten noch Libyen sozia- lisiert w urde, dass das Bundesverw altungsgericht Lingua-Analysen des BFM nicht als Sachverständigengutachten (A rt. 12 Bst. e Vw VG ; A rt. 57 ff. des Bundesgesetz vom 4. D ezem ber 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273] i.V.m . A rt. 19 Vw VG ), sondern als schriftliche Auskünfte S eite 4 D -6013/2007 einer D rittperson (A rt. 12 Bst. c Vw VG ; A rt. 49 BZP i.V.m . A rt. 19 Vw VG ) anerkennt, ihnen indessen - sofern bestim m te Anforderungen an die fachliche Q ualifikation, O bjektivität und N eutralität des Experten w ie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit und N achvollziehbarkeit der Analysen erfüllt sind - erhöhten Bew eisw ert zum isst (vgl. dazu EM AR K 2003 N r. 14 E. 7 S. 89; 1998 N r. 34 S. 284 ff.), dass dem nach Lingua-Analysen - unter Vorbehalt der erw ähnten Vor- aussetzungen - geeignet sind, den N achw eis einer Identitätstäuschung in Sinne von A rt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG zu erbringen (vgl. EM AR K 1999 N r. 19 E. 3d S. 125 f.), dass dem im vorliegenden Fall zu beurteilenden Analysebericht m an- gels H inw eisen auf Voreingenom m enheit oder ungenügende Sach- kenntnis des Experten beziehungsw eise auf fehlende Sorgfalt bei der Analysearbeit erhöhter Bew eisw ert zu bescheinigen ist, dass gestützt auf die Lingua-Analyse m it hinreichender Sicherheit als erstellt zu erachten ist (vgl. EM AR K 1999 N r. 19 E. 3d S. 125 f.), dass der Beschw erdeführer nicht, w ie von ihm geltend gem acht, in G aza, Aegypten noch Libyen sozialisiert w urde und auch nicht dem palästi- nensischen M ilieu zugerechnet w erden kann, w eshalb von einer Identi- tätstäuschung durch Angabe einer tatsachenw idrigen Staatsangehö- rigkeit beziehungsw eise Staatenlosigkeit auszugehen ist, dass der Beschw erdeführer dieser Einschätzung bereits im R ahm en des ihm vorinstanzlich gew ährten rechtlichen G ehörs keine stichhalti- gen Argum ente entgegenzuhalten verm ochte, zum al er die fehlende Kenntnis seiner angeblichen U m gebung - alles andere als überzeu- gend - m it fehlender Alphabetisierung zu erklären versuchte, dass er der Verfügung des BFM in seiner Beschw erdeeingabe eben- falls nichts Substanzielles entgegenhält, vielm ehr sinngem äss an sei- nen Vorbringen festhält und lediglich seine bereits anlässlich der Kurz- befragung angesprochene Perspektivenlosigkeit m it Bezug auf seine angebliche H eim at w iederholt, dass das BFM nach dem G esagten zu R echt in Anw endung von A rt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten ist, S eite 5 D -6013/2007 dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz zur Folge hat (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe- w illigung erteilt hat und der Beschw erdeführer zudem keinen Anspruch auf E rteilung einer solchen hat (vgl. EM AR K 2001 N r. 21), w eshalb die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und dem nach vom Bundesam t zu R echt angeordnet w urde, dass das Bundesam t, ist der Vollzug nicht zulässig, nicht zum utbar oder nicht m öglich, das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern regelt (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ; A rt. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Auf- enthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 [AN AG , SR 142.20]), dass die Zulässigkeit, Zum utbarkeit und M öglichkeit des Vollzugs grundsätzlich von Am tes w egen zu prüfen ist, diese U ntersuchungs- pflicht jedoch nach Treu und G lauben ihre G renzen an der M itw ir- kungspflicht der beschw erdeführenden Person findet (A rt. 8 AsylG ), die im Ü brigen auch die Substanziierungslast trägt (A rt. 7 AsylG ), und es nicht Sache des Bundesverw altungsgerichts ist, nach allfälligen W egw eisungshindernissen in hypothetischen H erkunftsländern zu for- schen, dass der Beschw erdeführer deshalb die Folgen seiner m angelhaften M itw irkung respektive Verheim lichung seiner w ahren Identität und H er- kunft zu tragen hat, indem verm utungsw eise davon auszugehen ist, es w ürden einer W egw eisung in den tatsächlichen H eim atstaat keine lan- des- oder völkerrechtlichen Vollzugshindernisse im Sinne von A rt. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . A rt. 14a Abs. 2 bis 4 AN AG entgegenstehen (vgl. EM AR K 2005 N r. 1 E. 3.2.2. S. 4 f.), dass nach dem G esagten som it keine W egw eisungshindernisse vorlie- gen und der vom Bundesam t verfügte Vollzug der W egw eisung zu be- stätigen ist, dass es dem Beschw erdeführer dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (A rt. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde ab- zuw eisen ist, S eite 6 D -6013/2007 dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (A rt. 16 Abs. 1 Bst a VG G i.V.m . A rt. 1 bis 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen sind (A rt. 63 Abs. 1 und 5 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite) S eite 7 D -6013/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw er- deführer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (durch Verm ittlung des BFM , (...), m it der Bitte, dieses U rteil dem Beschw erdeführer gegen beigelegte Em pfangsbestätigung auszuhändigen, ihm die Verfügung notfalls zu übersetzen und die Em pfangsbestätigung dem Bundesverw altungs- gericht zukom m en zu lassen; Beilagen: Einzahlungsschein, Em pfangsbestätigung) - das BFM , (...), m it der Bitte, die beigelegte Beschw erdeakte in Kopie im D ossier abzulegen (R ef.-N r. N (...); vorab per Telefax) - (...) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Fulvio H aefeli G ert W inter Versand: S eite 8