Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. April 2018 (720 17 192 / 96) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Invalidenrente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1966 geborene A.____ arbeitete in unterschi edlichen Pensen als Automechaniker bei der B.____ AG. Am 18. Juli 2007 meldete er sich unter Hinweis auf einen Bandscheibenvor- fall, Lähmungserscheinungen im linken Bein und ein Kribbeln im linken Fuss erstmals bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistung sbezug an. Nach Durchführung der berufli- chen, erwerblichen und gesundheitlichen Abklärungen ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditäts- grad von 5%. Gestützt auf dieses Ergebnis lehnte si e nach durchgeführtem Vorbescheidverfah- ren mit Verfügung vom 18. Juni 2012 einen Anspruch von A.____ auf eine Invalidenrente ab. Die dagegen durch den Versicherten zunächst beim Ka ntonsgericht Basel-Landschaft, Abtei- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und dana ch beim Bundesgericht, II. sozialrechtliche Abteilung (Bundesgericht), erhobenen Beschwerden wurden abgewiesen bzw. es wurde darauf nicht eingetreten (vgl. Urteile de s Kantonsgerichts vom 29. November 2012, 720 12 238, und des Bundesgerichts vom 30. April 2013, 9C_207/2013). A.2 Am 21. April 2015 meldete sich A.____ unter Hinw eis auf einen Darmkrebs mit Able- gern in der Lunge und der Leber erneut zum Leistungsb ezug bei der IV-Stelle an, wobei er be- rufliche Massnahmen und eine Rente beantragte. Diese kl ärte erneut den rechtserheblichen Sachverhalt ab. Gestützt auf die dabei gewonnenen Erken ntnisse sprach sie - nach Durchfüh- rung des Vorbescheidverfahrens - dem Versicherten mit Ve rfügung vom 17. Mai 2017 für die Zeit vom 1. Oktober 2015 bis 31. Mai 2016 eine befristete ganze Rente zu. B. Dagegen erhob A.____ am 15. Juni 2017 Beschwerde b eim Kantonsgericht und bean- tragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verf ügung und die Ausrichtung einer un- befristeten Rente. Zur Begründung brachte er im Wese ntlichen vor, dass die IV-Stelle sich auf unzureichende medizinische Unterlagen stütze. Er sei auf grund seiner medizinischen Be- schwerden nicht in der Lage, eine Arbeit in einem 100%igen Pensum zu verrichten. C. In ihrer Vernehmlassung vom 29. Juni 2017 beantrag te die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim sachlich wie ör tlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 15. Juni 2017 ist einzutreten. 2. Vorliegend ist strittig und zu prüfen, ob die IV-S telle den Anspruch des Beschwerdefüh- rers auf eine Invalidenrente zu Recht befristete. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 Bundesgesetzes über die Invali- denversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fä- higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht dur ch zumutbare Eingliederungsmassnah- men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % a rbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Die Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträ chtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilwei se Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allge- meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. O ktober 2000, Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem and ern Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen k önnte, in Beziehung gesetzt zum Er- werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht inva lid geworden wäre. Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 20 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 313 E. 3 a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Stü tzt sich der angefochtene Entscheid hin- gegen ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen, sind an die Beweis- würdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zwei- feln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztliche n Feststellungen ergänzende Abklä- rungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27 . Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 5.4 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des thera- peutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutacht ungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des damaligen Eidge- nössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärung en zu nehmen, wenn die behan- delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen . Vorbehalten bleiben Fälle, in de- nen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entsprin gende - Aspekte benennen, die im Rah- men der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt gebl ieben sind (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 6.1 Zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arb eitsfähigkeit des Beschwerde- führers liegen verschiedene medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht insgesamt gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni gen Gutachten und Berichte wiederge- geben werden, welche sich für den vorliegenden Entscheid als zentral erweisen. 6.2 In den Akten findet sich das durch die IV-Stelle im Rahmen der erstmaligen Anmeldung zum Leistungsbezug eingeholte Gutachten von Dr. med. C.__ __, FMH Rheumatologie und In- nere Medizin, welches am 29. März 2012 erging. Dr. C.__ __ diagnostizierte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Lumbovertebralsyndrom; d ie Epilepsie, der Verdacht auf eine Ulnarisneuropathie und die Adipositas würden die Arbei tsfähigkeit nicht beeinträchtigen. In sei- ner Zumutbarkeitsbeurteilung führte er aus, dass der a ngestammte Beruf als Automechaniker an und für sich nicht "unideal" sei, weil er wechselbe lastend sei und nur kurz in einer bestimm- ten Stellung gearbeitet werde. Der Anteil der günstigen Arbeiten dürfte bei 80% liegen, weshalb dem Beschwerdeführer eine entsprechende Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit at- testiert werde. Eine angepasste Beschäftigung ohne Hebe n, Stossen und Ziehen von Gewich- ten über 15 kg, ohne dauerndes Arbeiten in einer Zwa ngshaltung und welche nicht nur stehend oder sitzend ausgeübt werde könne, sei dem Beschwerdeführer zu 100% zumutbar. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Am 11. August 2015 diagnostizierte die behandelnd e Onkologin Dr. med. D.____, Oberärztin im Spital E.____, mit Auswirkung auf die Ar beitsfähigkeit ein primär hepatisch und wahrscheinlich auch pulmonal metastasiertes Karzinom des re ktosigmoidalen Übergangs bei Status nach neoadjuvanter Chemotherapie (Oktober 2014 - Dezember 2014), Metastasensek- tomie (Januar 2015), neoadjuvanter/adjuvanter Chemoth erapie (Januar 2015 - Februar 2015) und einer Chemotherapie nach Folfox Schema ab Mai 201 5. Ohne Auswirkung auf die Arbeits- fähigkeit lägen eine Epilepsie (anfallsfrei seit 2004) , eine arterielle Hypertonie und ein Status nach Bandscheibenprolaps vor. Der Beschwerdeführer sei s eit Oktober 2014 zu 100% arbeits- unfähig. 6.4 Dr. med. F.____, Facharzt Allgemeinmedizin, Regi onaler ärztlicher Dienst (RAD) bei- der Basel, führte am 24. September 2015 aus, dass auf grund der gestellten Diagnosen eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten und die attestierte Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar sei. Da die Therapie nicht abgeschlossen sei, läge ein instabiler Gesundheits- schaden vor. 6.5 In ihrer zusammenfassenden Beurteilung vom 16. Deze mber 2015 führte Dr. D.____ aus, dass beim Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Diagnos estellung ein metastasierendes, mässig-differenziertes, mikrosatellitenstabiles Adenokarzinom des rektosigmoidalen Übergangs festgestellt worden sei. Mit der Intension eines kurat iven Therapiekonzepts sei am 20. Oktober 2014 eine sogenannte neoadjuvante Therapie gemäss Folf ox-Schema begonnen worden. Hier habe sich bereits nach 2 Zyklen eine deutliche Regredienz des Primarius, der lokalen Lympha- denopathie, der hepatischen und auch der pulmonalen Metastasen gezeigt. Am 6. Januar 2015 sei eine Metastasensektomie pulmonal im Bereich des rechte n Unterlappens erfolgt. Zwischen der Lungenoperation und der explorativen Laparotomie mit Lebersegmentresektion und der Operation des Primarius am 31. März 2015 sei ein 3. Zyklu s des neoadjuvanten Chemothera- peutikums gegeben worden. Im Anschluss an die Operation en im März 2015 sei eine Komple- mentierung der Chemotherapie im Sinne einer adjuvant en Therapie durchgeführt worden. Der Beschwerdeführer habe insgesamt 6 Zyklen der vorgenannt en Chemotherapie erhalten. In ei- nem Kontroll-CT vom 26. August 2015 hätten sich keiner lei Anhaltspunkte für eine Tumormani- festation thorako-abdominal gezeigt. Eine Stomarückverle gung habe im Dezember 2015 kom- plikationslos erfolgen können. Der Beschwerdeführer wer de nun gemäss den Leitlinien der Nachsorge übergeben. Ziel sei es, ihn zu 100% in sein Arbeitsleben zu reintegrieren. 6.6 Am 13. April 2016 teilte Dr. D.____ mit, dass bei m Beschwerdeführer keine Diagnose mehr mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünde. E r sei wieder zu 100% arbeitsfähig und eine Wiedereingliederung ab 1. März 2016 werde empfohlen. 6.7 Der RAD-Arzt Dr. F.____ nahm am 28. April 2016 zu den vorgenannten Berichten von Dr. D.____ Stellung und kam in seiner versicherungsmedi zinischen Beurteilung zum Schluss, dass in der Zeit von Oktober 2014 bis Februar 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewie- sen sei. Ab März 2016 sei der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit zu 80% und in einer angepassten Verweistätigkeit zu 100% arbeitsfähig; alle nfalls seien berufliche Massnahmen zu prüfen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.8 In den Akten findet sich auch ein psychotherapeutisc her Verlaufsbericht des behan- delnden Psychologen lic. phil. G.____, Psychotherapeut FSP , vom 24. Januar 2017, bei wel- chem der Beschwerdeführer seit 8. Dezember 2016 in Beha ndlung steht. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer an einer Anpassungss törung mit längerer Angst- und depressiver (leicht bist mittel) Reaktion (F43.22) leid e. Er befinde sich seit langer Zeit in einer depressiven Entwicklung und die gesprächstherapeutische Beh andlung werde als entlastend empfunden. Er nehme Besprochenes auf und versuche es in seinen Alltag zu integrieren. Prob- leme mit der Arbeitsintegration könnten jedoch nur auf der Ebene der kognitiv/emotionalen Ver- arbeitung angegangen werden und würden durch die realen Möglichkeiten limitiert. Eine profes- sionelle Unterstützung der Invalidenversicherung mit ein em Aufbau von Leistungsfähigkeit und einem Coaching oder einer Umschulung wären als die Mittel der Wahl anzusehen. 6.9 Zu den Ausführungen des behandelnden Psychologen h ielt der RAD-Arzt Dr. F.____ nach Durchführung einer interdisziplinären Besprechung m it RAD-Arzt Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und gestützt auf dessen Aktennotiz vom 3. Februar 2017, am 4. Februar 2017 fest, dass aus psychiatrischer Sicht aktu ell keine objektivierbare Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege, weil die Befu nde im Bericht von lic. phil. G.____ nicht für eine Funktionseinschränkung sprechen würden. Diese entsprächen eher einer Dysthymia bzw. einer subsyndromalen Störung/Verstimmung, welche invalidenversicherungsrechtlich ohne Relevanz sei. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 17. Mai 2017 bei der Würdigung des massgebenden medizinischen Sachverhalts und b ei der Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit des Beschwerdeführers insbesondere auf d ie Ausführungen in den Berichten von Dr. C.____ vom 29. März 2012, der behandelnden Onkolog in Dr. D.____ vom 16. Dezember 2015 und 13. April 2016 sowie ihres RAD-Arztes Dr. F.__ __. Sie ging deshalb davon aus, dass der Versicherte in seiner angestammten Arbeit als Autom echaniker zu 80% und in einer ange- passten Verweistätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei. Die se vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5. 3 f. hiervor), ist den im Rahmen des Ver- waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezia lärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie n ach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier in Bezug auf die Ausfüh- rungen von Dr. C.____ und Dr. D.____ nicht vor. Dem G utachten von Dr. C.____ ist - wie be- reits im Urteil des Kantonsgerichts vom 29. November 2012, 720 12 238, E. 5.1 ausgeführt - bei der Beweiswürdigung auch vorliegend volle Beweiskraft zu zuerkennen, entspricht es doch den durch das Bundesgericht genannten Voraussetzungen an e in medizinisches Gutachten. Auch die aktuellen Berichte von Dr. D.____ kommen diesen Vorg aben nach, erfüllen sie doch alle rechtsprechungsgemässen Bedingungen an eine taugliche m edizinische Beurteilungsgrundla- ge. Sie weisen weder formale noch inhaltliche Mängel auf und sind für die streitigen Belange umfassend. Dr. D.____ führt nachvollziehbar und einleuchtend aus, dass beim Beschwerdefüh- rer ab 1. März 2016 aus onkologischer Sicht keine Diagno se mehr mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit vorliege und er daher in sämtlichen Täti gkeiten zu 100% arbeitsfähig sei. Da die Berichte von Dr. D.____ insbesondere die onkologischen Aspekte berücksichtigten, der Be- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer aus rheumatologischer Sicht aber weiterhi n zu 20% in der Arbeitsfähigkeit ein- geschränkt war, berücksichtigte die IV-Stelle die Zumutba rkeitsbeurteilung von Dr. C.____ vom 29. März 2012. Sie ging daher davon aus, dass er in der angestammten Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit aufweise und eine Verweistätigkeit zu 100% zumutbar sei. Dieses Vorgehen ist insbesondere mit Blick auf den ansonsten unveränderten somatischen Gesundheitszustand nicht zu beanstanden und wird im Übrigen auch vom Besch werdeführer nicht bemängelt. Nicht anders ist die Situation in Bezug auf die Ausführungen von Dr. F.____ zu beurteilen. Allerdings ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass auf das Er gebnis versicherungsinterner ärztli- cher Abklärungen - zu denen die RAD-Berichte gehören - nicht abgestellt werden kann, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit bestehen (Urteil des Bun- desgerichts vom 12. April 2017, 8C_839/2016, E. 3.1 f .; BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7). Solche Zweifel sind vorliegend jedoch nicht erkennbar. Dr. F.____ nahm schlüssig zu den ärztlichen Berichten von Dr. D.____ Stellun g und kam zu Recht zum Schluss, dass darauf abgestellt werden könne. In Bezug auf den p sychologischen Verlaufsbericht von lic. phil. G.____ vom 24. Januar 2017 ist festzuhalten, dass Dr. F.____ als Facharzt der Allge- meinmedizin nicht über die notwendige fachlichen Qual ifikation verfügt, um den praxisgemäs- sen Anforderungen an einen psychiatrischen/psychotherapeut ischen Bericht zu genügen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Nachdem er den Bericht von lic. phi l. G.____ jedoch dem RAD-Psychiater Dr. H.____ zur Beurteilung unterbreitet hatte, durft e die IV-Stelle ohne weiteres auf die Ausfüh- rungen des RAD-Arztes Dr. F.____ vom 4. Februar 2017 ab stellen und davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht keinen Gesun dheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufweist. 7.2 Daran ändern die Ausführungen des Beschwerdeführer s nichts. Er macht mit Blick auf eine Epilepsie, eine Krebserkrankung, Rückenbeschwerden u nd eine psychische Belastung zunächst geltend, dass er in seiner angestammten Tätigke it als Automechaniker nicht in einem 100%igen Pensum arbeiten zu können. Dabei ist zu beacht en, dass die IV-Stelle ihn gestützt auf die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. C.____ als Au tomechaniker lediglich zu 80% als ar- beitsfähig erachtet. Zudem trifft es nicht zu, dass di e Beschwerdegegnerin die im Rahmen der Tumorerkrankung durchgeführten Operationen unbeachtet liess. Diesen wurde durch den Be- richt von Dr. D.____ vom 16. Dezember 2016 genügend Rech nung getragen. Die Onkologin wies dabei sowohl auf die Lungen- und Leberoperatione n im Januar 2015 und März 2015 als auch auf die Stoma-Rückverlegung im Dezember 2015, wel che komplikationslos verlaufen sei, hin. Die vom Beschwerdeführer erwähnte Angst, wieder an Krebs zu erkranken, ist nachvoll- ziehbar und verständlich. Ebenso leuchtet ein, dass die re gelmässig besuchte Psychotherapie bei lic. phil. G.____ dem Beschwerdeführer gut tut und ihn entlastet. Diese Umstände ändern aber an der von der IV-Stelle angenommenen 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätig- keit nichts und auch die weiteren Ausführungen des beh andelnden Psychologen lic. phil. G.____ führen nicht zu einem anderen Ergebnis. Dieser diagnostiziert zwar eine Anpassungs- störung, nimmt in der Folge aber keine Zumutbarkeitsbe urteilung vor. Lic. phil. G.____ wies zudem hauptsächlich auf die Notwendigkeit eines Coaching s bei der Reintegration in den Ar- beitsprozess hin. Daraus kann jedoch keine Einschränkun g der Arbeitsfähigkeit abgeleitet wer- den. Zudem erwähnt lic. phil. G.____ den als belastend beschriebenen und seit der Erkrankung an Darmkrebs bestehenden Stuhldrang - entgegen den An gaben des Beschwerdeführers - nicht, weshalb sich auch daraus keine Arbeitsunfähigkei t folgern lässt. In Bezug auf die Epilep- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sie steht unbestritten fest, dass der Beschwerdeführer an dieser Krankheit leidet, jedoch seit vielen Jahren keinen Anfall mehr hatte. Aus diesem Grun d wurde die Epilepsie in sämtlichen Arztberichten zu Recht als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beschrieben. Eben- so wenig kann dem Beschwerdeführer gefolgt werden, wenn er eine Arbeitsunfähigkeit wegen seinen Rückenbeschwerden gelten macht. Auch in dieser Hi nsicht werden aktuell keine Befun- de mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mehr genannt. 7.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle g estützt auf die vorhandenen medizinischen Berichte davon ausgehen musste, dass der Beschwerdeführer von Oktober 2014 bis Ende Februar 2016 zu 100% arbeitsunfähig war. Ab 1. März 2016 bestand beim Beschwer- deführer wiederum eine 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit, weshalb die IV- Stelle ihm zu Recht von Oktober 2015 (Ablauf Wartejahr ) bis Mai 2016 (vgl. Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Janua r 1961) eine ganze Rente zugespro- chen hat. Die Beschwerde erweist sich daher als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 8. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Ve rfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfa hrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferleg t. Der Beschwerdeführer ist im vor- liegenden Verfahren die unterliegende Partei, weshal b ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Diese werden mit dem bereits geleisteten Kostenvo rschuss in Höhe von Fr. 800.-- ver- rechnet. Die ausserordentlichen Kosten werden beim nicht anwaltlich vertretenen Beschwerde- führer wettgeschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwerde- führer auferlegt und mit dem geleisteten Vorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht