B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-792/2011 U r t e i l v o m 2 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richterin Marianne Teuscher, Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann. Parteien A._______, Beschwerdeführer, vertreten durch B._______, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Einreiseverbot. C-792/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein 1987 geborener brasilianischer Staatsangehö- riger, kam im Juni 2002 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz zu seiner Mutter, die gestützt auf ihre Heirat mit einem Schweizer Bürger bereits seit 1997 hier lebte. In der Folge erhielt er eine Niederlassung s- bewilligung im Kanton Zürich. B. Gemäss den Feststellungen der kantonal -zürcherischen Migrationsb e- hörde in einer Verfügung vom 23. Juli 2010 (zu deren Inhalt siehe nac h- folgend Bst. E) besuchte der Beschwerdeführer in der Schweiz zunächst eine Integrations - und eine Berufswahlschule, fand anschliessend aber keine Lehrstelle. In der Folge war er grossmehrheitlich arbeitslos; im Ja h- re 2005 arbeitete er mit einem Teilzeitpensum als Aushilfe für ein Pers o- nalrestaurant, in den Jahren 2007 und 2008 war er temporär für zwei Zweigstellen der Schweizerischen Post tätig. C. Am 4. Februar 2009 wurde der Beschwerdeführer im Anschluss an einen Raubüberfall auf die Zweigstelle der Schweizerischen Post in X._______ AG verhaftet und in Untersuchungshaft versetzt. Ab dem 21. August 2009 befand er sich im vorzeitigen Strafantritt. D. Mit Urteil des Bezirksgerichts Brugg vom 20. Januar 2010 wurde der B e- schwerdeführer des bandenmässigen Raubs und der mehrfachen Frei- heitsberaubung – begangen am 2. Dezember 2008, 31. Januar 2009 und 4. Februar 2009 zum Nachteil schweizerischer Poststellen – schuldig ge- sprochen und zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt ; dies u n- ter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft und des vorzeitigen Strafantrittes. Der Vollzug von 18 Monaten der ausgesprochenen Fre i- heitsstrafe wurde vom Gericht unter Ansetzung einer dreijährigen Prob e- zeit ausgesetzt. E. Gestützt auf die erwähnte Verurteilung widerrief das Migrationsamt des Kantons Zürich mit Verfügung vom 23. Juli 2010 die Niederlassungsbewil- ligung des Beschwerd eführers und wies ihn aus der Schweiz weg . Den dagegen erhobene n Rekurs wies die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich mit Entscheid vom 4. November 2010 ab. Eine dagegen beim C-792/2011 Seite 3 Verwaltungsgericht des Kantons Zürich erhobene Beschwerde blieb ebenfalls erfolglos (Urteil vom 25. Mai 2011). Da diesem Rechtsmittel die aufschiebende Wirkung entzogen worden war, hatte der Beschwerdefü h- rer die Schweiz schon am 29. Dezember 2010 verlassen müssen. F. Ebenfalls schon vor dem Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich – am 14. Dezember 2010 – hatte die Vorinstanz nach vorgängiger Gewährung des rechtlichen Gehörs gegenüber dem Beschwerdeführer ein neunjähr i- ges Einreiseverbot verfügt und gleichzeitig die Ausschreibung der Fer n- haltemassnahme im Schengener Informationssystem (SIS ) angeordnet. Das Einreiseverbot wurde damit begründet, dass der Beschwerdeführer mit seinem deliktischen Verhalten in schwerer Weise gegen die öffentl i- che Sicherheit und Ordnung verstossen habe beziehungsweise diese g e- fährde. Einer allfälligen Beschwerde entzog das Bundesamt vorsorglich die aufschiebende Wirkung. G. Dagegen gelangte der Beschwerdeführer mit einer Rechtsmitteleingabe vom 28. Januar 2011 an das Bundesverwaltungsgericht . Darin lässt er durch seine Vertreterin beantragen , die vorinstanzliche Verfügung sei er- satzlos aufzuheben. Zur Begründung bringt er sinngemäss vor, das ve r- fügte Einreiseverbot sei nicht verhältnismässig . In der Schweiz lebten seine Mutter und seine Verlobte ( die Vertreterin im Beschwerdeverfa h- ren). W eitere Familienangehörige lebten in Staaten innerhalb Europas. Durch die Fernhaltemassnahme würden Besuche bei diesen Personen erheblich erschwert. Seine Mutter sei psychisch krank und deshalb auf seinen Beistand angewiesen. Zudem beabsichtige er mit seiner Verlobten Ehevorbereitungen zu treffen. H. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 15. April 2011 auf Abweisung der Beschwerde. Dabei verwies sie auf die Ernsthaftigkeit der vom Beschwerdeführer geschaffenen Fernhaltegründe und auf die ihm of- fenstehende Möglichkeit, in begründeten Fällen um zeitweise Ausse r- kraftsetzung der Massnahme ersuchen zu können. I. Der Beschwerdeführer liess sich replikweise nicht mehr vernehmen. C-792/2011 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Verfügungen des BFM, mit denen ein Einreiseverbot im Sinne von Art. 67 des Ausländergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) verhängt wird, unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltung s- gericht (Art. 112 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 31 ff. des Verwaltungsgerichtsg e- setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). 1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts ande- res bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist - und formgerecht eing e- reichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Streit- sache e ndgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset zes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er - messens, die unrich tige oder unvollständige Feststellung des rechtser - heblichen Sachverhaltes sowie – soweit nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrech t von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Be - gründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder ab - weisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E.5.1 und BVGE 2011/1 E. 2). 3. 3.1 Die angefochtene Verfügung datiert vom 14. Dezember 2010. Auf den 1. Januar 2011 trat als Folge der Weiterentwicklung des Schengen -Be- sitzstandes eine neue Fassung von Art. 67 AuG in Kraft. Das Einreisever- bot gestützt auf den revidierten Art. 67 Abs. 2 AuG kann gegenüber au s- ländischen Personen verfügt werden, die gegen die öffentliche Sicherheit C-792/2011 Seite 5 und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder die- se gefährden (Bst. a), Sozialhilfekosten verursacht haben (Bst. b) oder in Vorbereitungs-, Ausschaffungs- oder Durchsetzungshaft genommen wer- den mussten (Bst. c). Das Einreiseverbot wird für eine Dauer von höch s- tens 5 Jahren verfügt. Für eine längere Dauer kann es angeordnet we r- den, wenn die betroffene Person eine schwerwiegende Gefahr für die ö f- fentliche Sicherheit und Ordnung darstellt (Abs. 3). Aus humanitären oder anderen wichtigen Gründen kann die zuständige Behörde von der Ve r- hängung eines Einreiseverbots absehen oder ein Einreiseverbot vollstän- dig oder vorübergehend aufheben (Abs. 5). 3.2 Die Vorinstanz stützte das Einreiseverbot noch auf Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG in der Fassung vom 1. Januar 2008 (AS 2007 5457). Dieser Fern- haltegrund der Gefährdung oder Verletzung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung wurde in Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG vom 1. Januar 2011 u n- verändert übernommen; diesbezüglich kann ohne Weiteres auf das neue Recht abgestellt werden. 3.3 Die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG bildet den Oberbegriff für die Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter. Sie umfasst unter anderem die Unverletzlichkeit der objekt i- ven Rechtsordnung und der Rechtsgüter Einzelner wie des Lebens , der Gesundheit, der Freiheit, des Eigentums usw. (vgl. BBl 2002 3809; vgl. auch RAINER J. SCHWEIZER / PATRICK SUTTER / NINA WIDMER, in: Rainer J. Schweizer [Hrsg.], Si cherheits- und Ordnungsrecht des Bundes, SBVR Bd. III/1, Basel 2008, Teil B Rz. 13 mit Hinweisen). In diesem Sinne liegt nach Art. 80 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zu- lassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201) ein Ve r- stoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung un ter anderem vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfü gungen missachtet werden. Eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung setzt voraus, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Aufenthalt der betroffenen Person in der Schweiz mit erheblicher Wa hrscheinlichkeit zu einem Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung führt (Art. 80 Abs. 2 VZAE). 4. 4.1 Gemäss Art. 21 und Art. 24 der Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengene r Informationssystems der zweiten Generation (SIS II) (SIS-II-VO, Abl. L 381 vom 28. Dezember 2006, S. 4-239) – die per 9. Ap-C-792/2011 Seite 6 ril 2013 die in den hier relevanten Punkten inhaltlich gleichen Art. 94 und Art. 96 des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchf ührung des Übereinkommens betreffend den schrittweisen Abbau der Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen (Schengener Durchführungsübereinkommen, SDÜ, Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19-62) abgelöst haben (vgl. den Beschluss des Rates 2013/158/EU vom 7. März 2013, Abl. L 87 vom 27. März 2013, S. 10-11, i.V.m. Art. 52 Abs. 1 SIS-II-VO) – wird ein Einrei- severbot gegen Drittstaatsangehörige im Sinne von Art. 3 Bst. d SIS -II- VO im SIS ausgeschrieben, wenn die Relevanz und Bedeutung des Fa l- les eine Ausschreibung rechtfertigen. 4.2 Die Ausschreibung bewirkt, dass der betroffenen Person die Einreise in das Hoheitsgebiet aller Schengen-Mitgliedstaaten verboten ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. d und Art. 13 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [Schengener Grenzkodex, SGK, Abl. L 105 vom 13. April 2006, S. 1 -32]). Die Mitgliedstaaten können einer solchen Person aus humanitären Grü n- den oder Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internation a- ler Verpflichtungen die Einreise in das eigene Hoheitsgebiet gestatten (vgl. Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK) bzw. ihr ein Schengen- Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit ausstellen (vgl. Art. 25 Abs. 1 Bst. a [ii] der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parl a- ments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der G e- meinschaft [Visakodex, Abl. L 243 vom 15. September 2009, S. 1-58]). 5. Das deliktische Verha lten des Beschwerdeführers, das vom Strafgericht mit einer dreijährigen Freiheitsstrafe sanktioniert wurde, erfüllt ohne We i- teres den Fernhaltegrund einer Verletzung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung gemäss Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG. Auf den 1. Janua r 2011 ist (wie bereits dargelegt; vgl. Ziff. 3.1) Art. 67 Abs. 3 AuG in Kraft getreten, der – insbesondere in seiner Auslegung durch das Bundesgericht – in Gestalt einer schwerwiegenden Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung qualifizierte Grün de verlangt, falls eine Fernhaltemassnah- me von mehr als fünf Jahren Dauer verhängt werden soll (vgl. BGE 139 II 121 E. 6 S. 129 ff. ). Ob der neue Art. 67 Abs. 3 AuG als milderes Recht rückwirkend auf den vorliegenden Sachverhalt angewendet werden kann, muss indessen nicht abschliessend beurteilt werden. Denn die Dauer der Massnahme ist, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, auch auf der Grundlage des neuen Rechts nicht zu beanstanden (vgl. Ziff. 6.1.2 ff.). C-792/2011 Seite 7 6. Bei der Prüfung, ob die Massnahme als solche und i n der ausgesproche- nen Dauer in richtiger Ausübung des Ermessens ergangen und ang e- messen ist, gilt es in erster Linie den Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu achten. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine wertende Abwägung vo r- zunehmen zwischen dem öffentlic hen Interesse an der Massnahme e i- nerseits und den von der Massnahme beeinträchtigten privaten Intere s- sen des Betroffenen andererseits. Die Stellung der verletzten oder g e- fährdeten Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhal- tens und die pers önlichen Verhältnisse des Verfügungsbelasteten bilden dabei den Ausgangspunkt der Überlegungen (vgl. statt vieler ULRICH HÄ- FELIN / GEORG MÜLLER / FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. vollständig überarbeitete Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 613 ff.). 6.1 Das öffentliche Interesse an einer Fernhaltung des Beschwerdefü h- rers stellt sich auf der Grundlage der Akten wie folgt dar: 6.1.1 Mitte November 2008 beschlossen der Beschwerdeführer und ein Mittäter, Raubüberfälle auf abgelegene und personell schwach dotierte Poststellen zu be gehen. Auf die Idee kamen sie deshalb, weil der B e- schwerdeführer während kurzer Zeit selbst bei der Post gearbeitet hatte und deshalb die betrieblichen Abläufe kannte. Motiv für die geplanten Straftaten war Geldmangel. Der Beschwe rdeführer erwarb auf dem Schwarzmarkt eine Schreckschusspistole samt Munition , wobei er an- nahm, dass es sich um eine vollwertige Faustfeuerwaffe handle. Am 2. Dezember 2008 überfielen er und ein Mittäter die Poststelle in Y ._______ ZH, die sie eine Woche z uvor ausgekundschaftet hatten . Da- bei passten sie morgens der Postangestellten ab und zwangen sie an- schliessend unter Waffengewalt zur Herausgabe von Schweizer Franken und Euro im Wert von insgesamt mehr als 30'000 Franken . Nach der Geldübergabe sperrten di e Täter die Postangestellte in die Toilette des Postgebäudes ein, wo sie erst gut eine Stunde später von ihrem Vorg e- setzten befreit werden konnte. Das erbeutete Geld teilten der Beschwe r- deführer und sein Mittäter hälftig unter sich auf. Zwei Monate später – am 31. Januar 2009 – setzten der Beschwerdefüh- rer, der bereits erwähnte Mittäter und eine weitere Person den Plan eines zweiten Überfalls in die Tat um. Tatort war auch diesmal eine kleine Post- stelle im Kanton Zürich. Wiederum passten die Täter morgens einer Postangestellten auf ihrem Weg zur Arbeit ab und verlangten von ihr u n- ter Waffengewalt Zugang zum Gebäude. Als die Postangestellte den C-792/2011 Seite 8 Räubern erklärte, sie könne die Tür nicht alleine öffnen, liessen die drei von ihrem Vorhaben ab. Dies auch deshalb , weil sich ein Linienbus nä- herte und die Täter befürchteten, der Überfall könnte entdeckt werden. Nur Tage später, am 4. Februar 2009, verübten die drei Täter einen weite- ren Überfall; diesmal auf die Poststelle in X._______ AG. Dabei zwangen zwei der Täter (der Dritte hatte die Aufgabe eines Aufpassers in der Nähe des Gebäudes) die Angestellte nach Feierabend unter Waffengewalt, die Personaltüre der bereits geschlossenen Poststelle zu öffnen . Solche r- massen gelang es ihnen, rund 20'000 Franken zu erbeuten. Wiederum war geplant, die Angestellte in der Toilette einzusperren. Dieses Vorhaben scheiterte aber, weil die Täter keinen Schlüssel zur Verriegelung der To i- lettentür fanden. Da die Personaltüre der Poststelle wieder versperrt war, zwangen die Räuber die Angestellte schliesslich, ihnen die Türe zu öf f- nen. Nachdem schon beim ersten Öffnen der Personaltür durch einen Bewegungsmelder Alarm ausgelöst worden war und die Postangestellte ihrerseits von den Tätern unbemerkt einen Alarmknopf betätig en konnte, war bereits ein Kantonspolizist vor Ort, als die Täter den Tatort verlassen wollten. Der Beschwerdeführer blieb mit der Beute im Gebäude. Nac h- dem er zunächst vergeblich versucht hatte, eine geschlossene Türe mit Schüssen aus seiner Waffe zu öffnen, ergab er sich der Polizei. Das e r- beutete Geld konnte sichergestellt werden. 6.1.2 Das öffentliche Interesse an einer Fernhaltung des Beschwerdefüh- rers ist objektiv betrachtet sehr hoch einzuschätzen . Er hat ausgespr o- chen schwere Straftaten begangen und dies wiederholt. 6.1.3 Das massnahmenauslösende Fehlverhalten ist aber auch in subjek- tiver Hinsicht nicht zu bagatellisieren. Der Beschwerdeführer hat in ku r- zen Abständen wiederholt plan- und bandenmässig delinquiert und dabei die körperliche Integrität seiner Opfer in schwerer Wei se beeinträchtigt. Erheblich ins Gewicht fällt schliesslich auch, dass er offenbar nur durch seine Verhaftung von der Begehung weiterer gleichartiger Straftaten ab- gehalten werden konnte. 6.1.4 Unter dem sicherheitspolizeilichen Aspekt der Gefahrenabwehr gilt schliesslich auch zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer sich während seines Aufenthalts in der Schweiz beruflich nicht integrieren konnte und zuletzt Schulden in der Höhe von rund 40'000 Franken hatte. C-792/2011 Seite 9 6.1.5 Über die berufliche und soziale Entwicklung des Beschwerdeführers nach Entlassung aus dem Strafvollzug und zwangsweiser Ausreise aus der Schweiz ist weiter nichts aktenkundig. Vor dem Hintergrund der b e- gangenen schweren Delinquenz kann allein aufgrund der Strafverbü s- sung und der seither verstrichenen Zei t nicht schon darauf geschlossen werden, von ihm gehe heute schon keine schwerwiegende Gefahr mehr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus. 6.2 6.2.1 Dem öffentlichen Interesse an seiner Fernhaltung stellt der B e- schwerdeführer die Beziehung zu seiner hier lebenden Mutter und zu sei- ner Verlobten entgegen. Insbesondere seine Mutter sei auf seinen Be i- stand angewiesen, weil sie psychisch krank sei. 6.2.2 Die solchermassen geltend gemachten privaten Interessen gilt es allerdings zu relativieren. Denn ein Zusammenleben in der Schweiz wird nicht erst durch die verhängte Fernhaltemassnahme, sondern schon- durch den Widerruf der Niederlassungsbewilligung verunmöglicht. Dass die in der Schweiz lebende Mutter auf Beistand des Beschwerdeführers angewiesen wäre und eine solche Un terstützung wirksam nur durch de s- sen ständige Präsenz gesichert werden könnte, ist im übrigen nicht e r- stellt. Aus den Akten der kantonalen Migrationsbehörde zu schliessen lebt auch eine Schwester des Beschwerdeführers in der Schweiz und es ist nicht ersichtlich, weshalb diese der Mutter nicht zur Seite stehen sollte. Im Übrigen wurde der Beschwerdeführer von der Vorinstanz schon in de- ren Vernehmlassung vom 15. April 2011 auf die Möglichkeit hingewiesen, in begründeten Fällen ein Gesuch um befristete Ausserkraftsetzung der Massnahme stellen zu können (Art. 67 Abs. 5 AuG). Dass der Beschwer- deführer in der Zwischenzeit von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht hätte, ergibt sich aus den Akten nicht. Das beschwerdeweise geltend ge- machte Anliegen, die hier l ebenden Verwandten und seine Verlobte zu- mindest besuchsweise sehen zu können, ist nicht zuletzt auch vor diesem Hintergrund stark zu relativieren. 6.2.3 Der Beschwerdeführer wendet in der Rechtsmitteleingabe auch ein, die Fernhaltemassnahme hindere ihn an einer Heirat seiner in der Schweiz lebenden Verlobten. Soweit er sich damit auf ein in Artikel 12 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und Art. 14 d er Bundesverfa s- sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) garantiertes Recht auf Ehe berufen will, kann ihm auch in dieser C-792/2011 Seite 10 Rüge nicht gefolgt werden . Er unterlässt es aufzuzeigen, inwiefern die gegen ihn verfügte Fernhaltemassnahme einen Eheschluss zwischen ihm und seiner Verlobten verunmöglichen sollte. 7. Eine wertende Gewichtung der sich gegenüberstehenden Interessen führt das Bundesverwaltungsgericht daher zum Schluss, dass die verhängte Massnahme sowohl vom Grundsa tz her wie auch in der ausgesproch e- nen Dauer eine verhältnismässige und angemessene Massnahme zum Schutze der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt. 8. Der Beschwerdeführer ist nicht Staatsangehöriger eines zum Schengen - Raum gehörigen Staates. Aufgru nd der Ausschreibung im SIS ist es ihm untersagt, den Schengen -Raum zu betreten. Der darin liegende Eingriff wird durch die Bedeutung des Falles gerechtfertigt (vgl. Art. 21 i.V.m. Art. 24 Abs. 2 SIS -II-Verordnung). Dies gilt umso mehr, als die Schweiz im Geltungsbereich des Schengen-Rechts die Interessen der Gesamtheit aller Schengen-Staaten zu wahren hat (vgl. BVGE 2011/48 E. 6.1). Wie erwähnt, bleibt es den Schengen -Staaten unbenommen, der ausg e- schriebenen Person bei Vorliegen besonderer Gründe die Einre ise ins ei- gene Hoheitsgebiet zu gestatten (vgl. auch Art. 67 Abs. 5 AuG). Die Vo r- aussetzungen für die Ausschreibung des Einreiseverbots sind demnach erfüllt. 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt; sie ist auch angemessen (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i. V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und En t- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (SR 173.320.2). Dispositiv S. 11 C-792/2011 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. […]) – das Migrationsamt des Kantons Zürich (Beilage: Akten ZH […]) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Andreas Trommer Denise Kaufmann Versand: