B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-3513/2012 U r t e i l v o m 2 2 . A p r i l 2 0 1 4 Besetzung Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Daniel Stufetti, Richter Pascal Mollard, Gerichtsschreiber Beat König. Parteien A._______, vertreten durch lic. iur. LL.M. Eugen Koller, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenrente (Verfügung der IVSTA vom 8. Juni 2012). A-3513/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der am 31. Januar 1952 geborene A._______ (im Folgenden: Versi- cherter) stammt aus Serbien und wohnt im Fürstentum Liechtenstein. In den Jahren 1974 bis 1990 war er in der Schweiz unselbständig erwerb s- tätig und entrichtete er Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlas- senen- und Invalidenversicherung. Vom 1. Januar 1994 bis Ende Novem- ber 2005 arbeitete er als Schlosser in Vaduz. Nachdem ihm mit Verf ü- gung der Liechtensteinischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversi- cherung vom 13. April 2006 bei einem Invaliditätsgrad von 54 % eine ha l- be Invalidenrente zugesprochen worden war, meldete er sich am 23. N o- vember 2006 infolge eines Diabetes Mellitus und degenerativen Verände- rungen der Lendenwirbelsäule bei der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (im Fo lgenden: IVSTA oder Vorinstanz) zum Bezug einer Rente d er schweizerischen Invalidenversicherung (IV) an. A.b Der liechtensteinische Versicherungsträger hielt mit Revisionsverf ü- gung vom 17. März 2008 an der bisherigen halben IV -Rente fest, weil keine wesentlic he Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. A.c Mit Verfügung vom 16. September 2008 wies die IVSTA das Renten- begehren des Versicherten ab. Das Bundesverwaltungsgericht hiess mit Urteil C-6596/2008 vom 15. Juli 2010 eine hiergegen erhobene B e- schwerde in dem Sinne gut, als es die Sache zur Durchführung ergä n- zender medizinischer Abklärungen sowie zum Erlass einer neuen Verf ü- gung an die Vorinstanz zurückwies. B. Nach Durchführung ergänzender Abklärungen verfügte die IVSTA am 8. Juni 2012 erneut, dass das Leistungsbegehren des Versicherten a b- gewiesen werde. Zur Begründung führte die IVSTA im Wesentlichen aus, den ergänzten Akten sei zu entnehmen, dass der Versicherte in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maschinenbediener zu 100 % arbeitsu n- fähig sei. Die Ausübung von leichteren, dem Gesundheitszustand besser angepassten Tätigkeiten sei ihm jedoch zu 100 % zumutbar, und zwar mit einer Erwerbseinbusse von 34 bzw. 42 %. Der vorliegende Invalidität s- grad begründe keinen Anspruch auf Leistungen der schwei zerischen In- validenversicherung. A-3513/2012 Seite 3 C. Hiergegen liess der Versicherte (im Folgenden: Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 3. Juli 2012 Beschwerde erh e- ben. Er beantragt, die Verfügung vom 8. Juni 2012 sei unter Kosten - und Entschädigungsfolgen vollumfänglich aufzuheben und es sei ihm ab 1. Oktober 2005 mindestens eine halbe IV -Rente und spätestens ab 1. Februar 2012 eine ganze Rente zuzusprechen. Ferner ersucht er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung. Zur Begründung macht der Beschwerdeführer zusammengefasst geltend, es sei einem am 26. Januar 2006 von der Klinik B._______ erstellten Gutachten zu folgen, wonach er zu 54 % invalid sei. Entgegen einem von der Vorinstanz eingeholten Gutachten des Zentrums für Medizinische Be- gutachtung (ZMB) der MEDAS vom 12. April 2011 könne namentlich mit Blick auf die bestehenden Rückenbeschwerden nicht davon ausgega n- gen werden, dass er in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Die Vorinstanz habe auch nicht hinreichend untersucht, ob eine allfäl- lige Restarbeitsfähigkeit verwertbar sei. Zudem habe sie im Rahmen des Einkommensvergleiches den Invaliditätsgrad nicht richtig berechnet. D. Mit prozessleitender Verfügung vom 16. Juli 2012 wurde der Beschwe r- deführer a ufgefordert, das beigelegte Formular "Gesuch um unentgeltl i- che Rechtspflege" ausgefüllt und mit den nötigen Beweismitteln versehen dem Bundesverwaltungsgericht einzureichen. Dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer fristgerecht nach. Das Bundesverwaltungsgericht hiess mit Zwischenverfügung vom 9. O k- tober 2012 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltl i- che Verbeiständung gut. E. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Oktober 2012 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und die Bestät igung der angefochtenen Verfügung. Sie führt zur Begründung insbesondere aus, aus medizin i- scher Hinsicht seien verschiedene leichte, vorwiegend im Sitzen ausg e- übte Tätigkeiten zumutbar. Die entsprechende Restarbeitsfähigkeit sei auf dem Weg der Selbsteingl iederung verwertbar und der Einkommensve r- gleich sei korrekt unter Gewährung eines leidensbedingten Abzuges von 25 % durchgeführt worden. A-3513/2012 Seite 4 F. Mit Schreiben vom 27. November 2012 verzichtete der Beschwerdeführer auf die Einreichung einer Replik. G. Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereich- ten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der folgenden Erwägu n- gen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Zu den anfechtbaren Verfügungen gehören jene der IVSTA, die zu den Vorinstanzen des Bu n- desverwaltungsgerichts gehört (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 übe r die Invaliden- versicherung [IVG, SR 831.20]). Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist in casu nicht gegeben (vgl. Art. 32 VGG). 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. d bis VwVG bleiben in sozialver sicherungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesges etzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Besti m- mungen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialve r- sicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversiche- rungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung anwendbar (Art. 1 a bis 70 IVG), s o- weit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden nach den allge meinen intertemporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht mangels anderslautender Übergangsbesti m- mungen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 1.3 Die Beschw erde wurde frist - und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 38 ff. und Art. 60 ATSG). Als Adressat der angefochtenen Verf ü- gung ist der Beschwerdeführer berührt und hat ein schutzwürdiges Int e- resse an deren Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 59 ATSG). A-3513/2012 Seite 5 Zusammenfassend ergibt sich, dass sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. 1.4 Gemäss Art. 19 Abs. 3 VGG sind die Richter und Richterinnen des Bundesverwaltungsgerichts zur Aushilfe in anderen Abteilungen verpflich- tet. Die Abteilung I des Bundesverwaltungsgerichts hat das vorliegende Beschwerdeverfahren im Zuge einer – auf einer abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit basierenden – Entlastungsmassnahme gegenüber der Abteilung III übernommen. Die ursprüngliche Verfahren snummer C­3513/2012 wurde daher auf A-3513/2012 geändert. 1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserh eblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die seitens der Vorinstanz am 8. Juni 2012 verfügte Abweisung des Rentengesuchs des Beschwerd e- führers zu Recht erfolgt war bzw. ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente der IV hat. 2. In materiell-rechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatb e- standes Geltung haben, wobei nach ständiger Praxis auf den im Zei t- punkt d es Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes (hier: 8. Juni 2012) eingetretenen Sachverhalt abgestellt wird (BGE 130 V 329, BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab die- sem Zeitpunkt nach den in Kraft stehenden Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). 2.1 Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und der IVV ist somit für die Invaliditätsbemessung auf die Fassung gemäss den am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Änderungen (5. IV -Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) abzustellen (für die Massgeblichkeit des früheren Rechts hinsichtlich des Zeitpunktes des allfälligen Rentenbeginns im vorliege n- den Fall vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerich ts C -6596/2008 vom 15. Juli 2010 E. 3.2). Soweit ein Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2012 zu prüfen ist, sind weiter die mit dem ersten Massnahmenpaket der 6. IV - Revision zu diesem Zeitpunkt in Kraft getretenen Gesetzesänderungen A-3513/2012 Seite 6 zu beachten (IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659], IVV in der Fassung vom 16. November 2011 [AS 2011 5679]). Nachfolgend wird auf die ab 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen verwiesen, ausser diese hätten mit der IV-Revision 6a eine Änderung erfahren. 2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursach- te und nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger dauernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit, sich im bisherige n Aufgabenbereich zu betätigen. Der Inval i- ditätsbegriff enthält damit zwei Elemente (vgl. UELI KIESER, ATSG - Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 8 Rz. 7): Ein medizinisches (G e- sundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches im weiteren Sinn (dauerhafte oder länger dauernde Ei n- schränkung der Erwerbsfähigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Un- fähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem a n- deren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbs- unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der E r- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen A r- beitsmarkt (Art. 7 ATSG). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gültig g e- wesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mi n- destens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Inva- liditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. Hie r- an hat die 5. IV -Revision nichts geändert (Art. 28 Abs. 2 IVG in der ab 2008 geltenden Fassung). Laut Art. 28 Abs. 1 ter IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) bzw. Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 geltenden Fassung) werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, jedo ch nur an Versicherte ausgerichtet, A-3513/2012 Seite 7 die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht völkerrechtliche Vereinbarungen eine abwei- chende Regelung vorsehen. Eine solche Ausnahme ist vorliegend nicht gegeben ( vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -6895/2011 vom 23. Oktober 2012 E. 2.5; insofern unzutreffend Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts C­6596/2008 vom 15. Juli 2010 E. 3.4). 2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen h a- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welche m Umfang und be- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kö nnen (BGE 125 V 251 E. 4, 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unte r- suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei- lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der m e- dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des E x- perten beg ründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grun d- sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeic h- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be- richt oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a ; zur grundsätzlich en Zuläs- sigkeit von MEDAS-Gutachten vgl. BGE 137 V 210). Auf Stellungnahmen eines der Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD), wel- che den IV -Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung stehen (vgl. Art. 59 Ab s. 2 bis Satz 1 IVG), kann nur abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen b e- weisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen (U r- teil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] I 694/05 vom 15. Dezem ber 2006 E. 2). Die RAD - Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall erforderlichen persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteile des B undesgerichts 9C_736/2009 vom 26. Januar 2009 E. 2.1, I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.3 und I 362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1). A-3513/2012 Seite 8 3. 3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hielt in seinem Urteil C -6596/2008 vom 15. Juli 2010 fest, dass die Vorinstanz "ergänzende Abklärungen insbesondere in somatischer Hinsicht bei Spezialärzten […] mit entspr e- chenden Facharztt iteln durchzuführen habe, wobei namentlich Fragen hinsichtlich der Auswirkungen sämtlicher Gesundheitsbeeinträchtigungen – auch die des Schwankschwindels – auf die Arbeits- und Leistungsfähig- keit des Beschwerdeführers interdisziplinär" zu untersuchen seien (E. 6). Um dieser Aufforderung Rechnung zu tragen, gab die Vorinstanz in der Folge eine interdisziplinäre medizinische Abklärung beim Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZMB) der MEDAS in Auftrag (vgl. Akten Vor- instanz, Doc. N. 7). Am 12. April 2011 erstatteten die Ärzte Dr. C._______ (Facharzt für o rthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bew e- gungsapparates), Dr. D._______ (Facharzt für Psychiatrie und Psych o- therapie), Dr. E._______ (Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin) und Dr. F._______ (Facharzt für Neurologie) vom ZMB ein interdisziplinäres Gutachten (vgl. Akten Vorinstanz, Doc. N. 33). Die vorliegend angefochtene Verfügung stützt sich in erster Linie auf das erwähnte MEDAS -Gutachten und einen Schlussbericht des RAD G._______ vom 26. Mai 2011, in welchem der RAD -Arzt Dr. H._______ (Facharzt FMH für Allgemeine Medizin und medizinischer Gutachter SIM) das Gutachten als beweiskräftig qualifiziert hat (vgl. Akten Vorinstanz, Doc. N. 50). 3.2 Im erwähnten MEDAS -Gutachten wurden im Wesentlichen folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt: - Chronisches Cervikalsyndrom mit cephaler Komponente, - Chronisches Lumbovertebralsyndrom bei degenerativen Lendenwi r- belsäulenveränderungen, - sensible, wahrscheinlich diabetische Polyneuropathie an den Füssen, - koronare und hypertensive Herzkrankheit, - beginnende Coxarthrose links, mittelgradig rechts. Ferner stellten die Gutachter folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: - Diabetes mellitus Typ 2, - Übergewicht (BMI 29), - Hyperlipidämie, - Chronischer Nikotinabusus. A-3513/2012 Seite 9 Gestützt auf diese Diagnosen kamen die Gutachter der MEDAS zum Schluss, dass der Beschwerdeführer seit 2004 keine schweren Arbeiten mehr verrichten könne und insbesondere seine ursprüngliche Tätigkeit als Maschinenbediener nicht mehr auszuüben vermöge. Hingegen sei der Beschwerdeführer ab 2004 ganztags vollschichtig einsetzbar "in einer den Leiden im Bereich von HWS und LWS angepassten Tätigkeit ohne repetitives Heben von Lasten, ohne Tätigkeiten in Zwangspositionen, o h- ne Arbeit über Schulterhöhe, also in einer vorwiegend leichten Tätigkeit mehrheitlich sitzend" (Akten Vorinstanz, Doc. N. 33 S. 40). 3.3 Das Gutachten der MEDAS ist zwar für die streitigen Belange umf as- send, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden . Je- doch ist es – wie im Folgenden aufgezeigt wird – in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der mediz inischen Situation nicht einleuchtend und enthält es keine begründeten Schlussfolgerungen: 3.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht führte in seinem Urteil C -6596/2008 vom 15. Juli 2010 aus, es falle mit Blick auf zwei aktenkundige Gutachten der Klinik B._______ vom 26. Januar 2006 und 4. Februar 2008 auf, dass sich hinsichtlich der im Jahre 2006 gestellten Diagnosen insofern eine Änderung ergeben habe, als dass im neueren der beiden Gutachten neu ein chronisches zervikozephales und zervikobrachiales Syn drom rechts- seitig seit dem Status nach einem HWS -Distorsions- Beschleunigungstrauma im Juni 2006 mit Auswirkungen auf die Arbeit s- fähigkeit diagnostiziert worden sei. Es komme hinzu, dass das im Jahre 2006 diagnostizierte lumbospondylogene Syndrom nach dem n eueren der beiden Gutachten (mittlerweile) eine Chronifizierung aufweise. Nach diesem Gutachten leide der Beschwerdeführer zudem neu auch an einer Dysthymia, einer Hochtoninnenohrschwerhörigkeit rechts und an einem Schwankschwindel, wobei diesen Diagnosen keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zugeschrieben worden seien (E. 4.2.2). Mit Bezug auf die Diagnosestellung habe sich somit im zweiten Gutachten vom 4. Februar 2008 im Vergleich zum ersten vom 26. Januar 2006 in der umschrieb e- nen Weise eine deutl iche Veränderung ergeben. Vor diesem Hintergrund stünde die Feststellung im neueren Gutachten vom 4. Februar 2008, w o- nach dem Beschwerdeführer leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten weiterhin ganztags zumutbar seien, im Widerspruch zur Beur- teilung der Restarbeitsfähigkeit im Gutachten aus dem Jahr 2006. Denn im Jahr 2006 sei festgestellt worden, dass der Beschwerdeführer ab Sommer 2005 eine körperlich leichte und wechselbelastete Tätigkeit z u-A-3513/2012 Seite 10 mindest in einem Teilarbeitspensum von 50 % ausüben könne. Die Gu t- achter hätten im Gutachten vom 4. Februar 2008 diesen Widerspruch auch nicht dadurch entkräftet, indem sie schlüssig sowie überzeugend dargelegt hätten, "inwiefern sich der Gesundheitszustand verbessert und sich die damit verbundene Restar beitsfähigkeit erhöht haben sollte resp. ob der Beschwerdeführer aufgrund eines objektiv geminderten Schwer e- grades der bisherigen (und neuen) Leiden oder einer verbesserten Le i- densanpassung sein tatsächliches Leistungsvermögen habe steigern können" (E. 4.2.3). Über den genannten Widerspruch könne trotz des Umstandes, dass keine revisionsrechtlichen Fragestellungen zur Disku s- sion stünden, nicht hinweggesehen werden (E. 4.2.4). 3.3.2 Das MEDAS-Gutachten vom 12. April 2011, das in der Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit im Ergebnis dem Gutachten der Klinik B._______ vom 4. Februar 2008 folgt, zeigt ebenso wenig wie letzteres Gutachten hinreichend nachvollziehbar auf, weshalb trotz des hiervor (E. 3.3.1) skiz- zierten Krankheitsverlaufes mit dem Hinzutreten einer Diagnose, welche unbestrittenermassen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hat, und der Chronifizierung einer früheren , ebenfalls sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Diagnose in Bezug auf die Restarbeitsfähigkeit in Verwe i- sungstätigkeiten zuungun sten des Beschwerdeführers vom Gutachten der Klinik B._______ vom 26. Januar 2006 abzuweichen ist. Zwar wird das letztere Gutachten mitsamt der damit abgegebenen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im MEDAS -Gutachten erwähnt (vgl. Akten Vorinstanz, Doc. N. 33 S. 33) und genügt e es grundsätzlich, wenn ein ärztlicher B e- richt in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist (vgl. vorn E. 2.4). Unter den vorliegend gegebenen Umständen jedoch hätten die MEDAS- Gutachter den hiervor genannten, vom Bundesverwaltungsgericht festge- stellten Widerspruch (vgl. vorn E. 3.3.1) in kritischer Würdigung des Gut- achtens der Klinik B._______ vom 26. Januar 2006 auflösen müssen, da sie im Ergebnis dem neueren Gutachten dieser Klinik folgten. Eine ent- sprechende Auseinandersetzung mit dem Gutachten vom 26. Januar 2006 erfolgte jedoch nicht. Vielmehr findet sich im Abschnitt "Kritische Würdigung vorhandener Arztberichte" des MEDAS -Gutachtens im W e- sentlichen lediglich eine Verweisung auf das (in sich nicht schlüssige) Gutachten der Klinik vom 4. Februar 2008, und zwar als Begründung, dass einer weiteren ärztlichen Einschätzung vom 6. November 2006, wo- nach eine vollständige Arbeitsunfähigkeit gegeben sei, nicht gefolgt we r- den könne (vgl. Akten Vorinstanz, Doc. N. 33 S. 43). A-3513/2012 Seite 11 3.4 Der vorstehend genannte Widerspruch wird auch nicht im Schlussb e- richt des RAD G._______ vom 26. Mai 2011 schlüssig geklärt. Denn zum einen hat Dr. H._______ darin unzutreffenderweise angenommen, im MEDAS-Gutachten sei einzig zum aktuellen Zustand des Beschwerdefüh- rers Stellung genommen worden. Zum anderen interpretierte Dr. H._______ zwar das Gutachten der Klinik B._______ vom 26. Januar 2006 im Schlussbericht dahingehend, dass danach eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführer s über 50 % hinaus voraussehbar gewesen sei. Selbst wenn das erwähnte Gutachten auf diese Weise zu verstehen wäre, liesse sich aber die darin abgegebene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit entgegen der Auffassung von Dr. H._______ nicht ohne Weiteres mit der spätere n Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die M E- DAS in Einklang bringen, da sich dem Gutachten der Klinik B._______ vom 26. Januar 2006 nicht entnehmen lässt, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers selbst bei Chronifizierung des lumbospondylogenen Syndroms sowie dem Hinzutreten des chronischen zervikozephalen und zervikobrachialen Syndroms über 50 % steigern lässt. Auch die von Dr. H._______ im Rahmen des Beschwerdeverfahrens ei n- gereichte Stellungnahme vom 11. Oktober 2012 enthält keine Ausführun- gen zum Krankheitsverlauf und dessen Auswirkung auf die Arbeitsfähi g- keit des Beschwerdeführers, welche das MEDAS -Gutachten trotz des hiervor festgestellten Mangels als in der Beurteilung der medizinischen Situation als einleuchtend erscheinen lassen. 3.5 Bei der dargestellten Sachlage kann nicht mit dem im Sozialversiche- rungsrecht massgeblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschei n- lichkeit (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b, mit Hinweisen) darauf geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer in medizinischer Hinsic ht – wie im angefochtenen Entscheid ausgeführt – leichtere, dem Gesundheitsz u- stand angepasste Tätigkeiten wie etwa leichte Tätigkeiten mit wechsel n- den Arbeitspositionen ohne Heben von Gewichten und ohne Zwangsha l- tung des Körpers zu 100 % ausüben kann. Vielmehr steht der massg e- bende Sachverhalt nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwi e- genden Wahrscheinlichkeit fest bzw. liegt eine unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts im Sinne von Art. 49 Bst. b VwVG vor. Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen und die angefoc h- tene Verfügung vom 8. Juni 2012 aufzuheben. Unter den gegebenen Umständen rechtfertigt es sich, die Sache gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG zu weiterer Abklärung des medizinischen Sac h-A-3513/2012 Seite 12 verhalts und neuem Entsche id an die Vorinstanz zurückzuweisen, da re- levante Fragen bisher vollständig ungeklärt blieben (vgl. hierzu BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Nach Vorliegen der Ergebnisse der vorzunehmenden ärztlichen Beurteilung hat die Vorinstanz gegebenenfalls ergänzende A b- klärungen hinsichtlich der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in die Wege zu leiten und einen neuen Einkommensvergleich durchzuführen. Wie aufgezeigt, ist ein wesentlicher Punkt im entscheidenden MEDAS - Gutachten ungeklärt geblieben . Unter den gegebenen Umstä nden e r- scheint im Rahmen der Neubeurteilung durch die Vorinstanz eine Würdi- gung der medizinischen Situation unter Berücksichtigung des Krankheits- verlaufes sowie unter vertiefter Auseinandersetzung mit den in den be i- den Gutachten der Klinik B._______ vom 26. Januar 2006 und 4. Februar 2008 gestellten Diagnosen als erforderlich. Es erübrigt sich deshalb, hier näher auf die seitens des Beschwerdeführers bezüglich des Beweiswerts des MEDAS-Gutachtens erhobenen Rügen und seine übrigen Vorbringen einzugehen. 4. 4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ve r- weigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht kosten - pflichtig. Die Verfahrenskosten sind in der Regel von der unterliegenden Partei zu tragen. Da eine Rückweisung zu neuem Entscheid praxisge- mäss als Obsiegen der beschwerdeführenden Partei gilt, sind keine Ve r- fahrenskosten zu erheben (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG; BGE 132 V 215 E.6.1). 4.2 Der durc h einen Anwalt vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, welche von der Vorinstanz zu leisten ist (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen v or dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Fehlt es – wie vorlie- gend – an einer Kostennote, ist die Parteientschädigung aufgrund der Ak- ten zu bestimmen (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des g e- botenen und aktenkundigen Aufwandes des Rechtsvertreters erachtet das Bundesverwaltungsgericht ei ne Parteientschädigung von Fr. 2 '500.– als angemessen (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE; für im Ausland wohnende Personen, welche die Dienste eines in der Schweiz ansässigen Recht s- vertreters in Anspruch nehm en, ist keine Mehrwertsteuer geschuldet A-3513/2012 Seite 13 [vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. a in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 des Meh r- wertsteuergesetzes vom 12. Juni 2009, MWSTG, SR 641.20]). 4.3 Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche Verbeiständung, welches mit Zwischenverfügung vom 9. Oktober 2012 gutgeheissen wurde, wird hinfällig, weil ihm keine Ve r- fahrenskosten auferlegt werden und ihm eine Parteientschädigung zur Deckung seiner Auslagen ausgerichtet wird (vgl. Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts C-6629/2010 vom 22. Dezember 2011). (Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite). A-3513/2012 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die Verfügung der Vorinstanz vom 8. Juni 2012 aufg ehoben und die Sache an die Vori n- stanz zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung im Si n- ne der Erwägungen über den Rentenanspruch neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 2'500.– zu bezahlen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde); – die Vorinstanz (Ref.-Nr. […]; Gerichtsurkunde); – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Gerichtsurkunde). Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Daniel Riedo Beat König Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die U n- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: