<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Erschliessungsabgaben</span> <span class="page_no">355</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>I. Erschliessungsabgaben</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>76 Benützungsgebühren</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Ist der Hauptbeweis der Wasserlieferung erbracht, besteht für den</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Bezüger eine kausalhaftungsähnliche Situation, von der er sich durch</b></span><br/> <span class="ft2"><b>den Gegenbeweis befreien kann (erforderliches Beweismass).</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Aus einem Entscheid der Schätzungskommission nach Baugesetz vom</span><br/> <span class="ft5">15. Dezember 2009 in Sachen A.L. gegen Einwohnergemeinde O.</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft7">3.5.</span><br/> <span class="ft7">Aus den beiden von der Beschwerdegegnerin bei der Her-</span><br/> <span class="ft7">stellerfirma A. AG einerseits und bei der G. AG andererseits einge-</span><br/> <span class="ft7">holten Prüfungszertifikaten geht hervor, dass die Wasseruhr im be-</span><br/> <span class="ft7">treffenden Zeitpunkt einwandfrei funktioniert hat. Die Prüfung hat</span><br/> <span class="ft7">ergeben, dass die Messgenauigkeit des Zählers innerhalb der zulässi-</span><br/> <span class="ft7">gen Verkehrsfehlergrenze liegt. Aus diesen Prüfungsergebnissen</span><br/> <span class="ft7">kann geschlossen werden, dass nicht eine defekte Wasseruhr zum er-</span><br/> <span class="ft7">heblich erhöhten Wasserbezug geführt hat. Die Beschwerdegegnerin,</span><br/> <span class="ft7">die ihren Anspruch aus dem Zählerstand der Wasseruhr ableitet, hat</span><br/> <span class="ft7">somit den ihr auferlegten Hauptbeweis erbracht.</span><br/> <span class="ft7">3.6.</span><br/> <span class="ft7">Der Einwand des Beschwerdeführers, ein solcher Prüfungsbe-</span><br/> <span class="ft7">richt sei bei einem Rechtsstreit nicht verwertbar, wird in der Be-</span><br/> <span class="ft7">schwerde vom 17. Juli 2009 nicht weiter begründet. (...)</span><br/> <span class="ft7">3.7.</span><br/> <span class="ft7">Vorliegend gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die von un-</span><br/> <span class="ft7">abhängigen Dritten vorgenommenen Prüfungen in Zweifel zu ziehen</span><br/> <span class="ft7">sind. Könnten solche Prüfungsberichte im Verfahren grundsätzlich</span><br/> <span class="ft7">nicht verwendet werden, wäre eine Überprüfung der Funktionsfähig-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">SchätzungskommissionnachBaugesetz</span> <span class="page_no">356</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">keit der Wasseruhr gar nicht möglich. Auch die vom Beschwer-</span><br/> <span class="ft7">deführer vorgebrachte Argumentation, mit dem Prüfungsbericht sei</span><br/> <span class="ft7">lediglich bewiesen, dass die Wasseruhr auf dem Prüfstand einwand-</span><br/> <span class="ft7">frei funktioniert habe, jedoch nicht, dass sie auch vor Ort und Stelle</span><br/> <span class="ft7">korrekt gelaufen sei, wird nicht weiter begründet und vermag den</span><br/> <span class="ft7">Hauptbeweis nicht zu erschüttern. Zudem wurde die Wasseruhr ge-</span><br/> <span class="ft7">mäss Aussagen des Beschwerdeführers nach der Prüfung nicht mehr</span><br/> <span class="ft7">installiert und der Anschluss in der Scheune wurde plombiert. (...)</span><br/> <span class="ft7">Wenn der Beweis der Wasserlieferung erbracht ist, besteht für</span><br/> <span class="ft7">den Bezüger eine kausalhaftungsähnliche Situation, was bedeutet,</span><br/> <span class="ft7">dass es nicht um die Zuweisung einer Schuld geht. Somit hat der Be-</span><br/> <span class="ft7">züger voraussetzungslos für einen Wasserverlust einzustehen, sobald</span><br/> <span class="ft7">das Wasser den Zähler passiert hat (...). Wenn die Ursache des Was-</span><br/> <span class="ft7">serverlusts nicht klar eruierbar ist, würde daher der Gegenbeweis</span><br/> <span class="ft7">mindestens erfordern, dass eine Erklärung dargetan worden wäre, die</span><br/> <span class="ft7">eine Verantwortung des Wasserlieferanten zumindest als möglich er-</span><br/> <span class="ft7">scheinen liesse. Das ist vorliegend nicht der Fall. Die Begründungs-</span><br/> <span class="ft7">ansätze des Beschwerdeführers (Vergleich mit den Vorjahren; Aus-</span><br/> <span class="ft7">sage des Mieters, dass keine Vernässungen festzustellen gewesen</span><br/> <span class="ft7">seien; Umstand, dass ein einfaches Leitungssystem vorliegt [...]) las-</span><br/> <span class="ft7">sen zwar einerseits die Frage nach der Ursache des Wasserverlusts</span><br/> <span class="ft7">offen, bieten aber andererseits keinen Ansatz für eine Verantwort-</span><br/> <span class="ft7">lichkeit der Gemeinde.</span><br/> <span class="ft7">Schliesslich obliegt gemäss Wasserreglement der Schutz des</span><br/> <span class="ft7">Wasserzählers dem Abonnenten (§ 34 WR). Somit hat der Gebäude-</span><br/> <span class="ft7">eigentümer auch im Falle einer Manipulation an der Wasseruhr vor-</span><br/> <span class="ft7">aussetzungslos für den Schaden einzustehen.</span><br/></div> </div> </body> </html>