Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. Dezember 2012 (720 12 185) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Begutachtung Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Markus Mattle, Kan- tonsrichter Michael Guex, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Monica Armesto, Advo- katin, indemnis, Spalenberg 20, 4001 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Begutachtung (756.1439.7620.66) A.1 A.____ meldete sich am 13. November 1998 unter Hin weis auf einen 1997 erlittenen Unfall mit Distorsion der Halswirbelsäule (HWS), Tinni tus, Muskelverkrampfungen (Verspan- nung), dauernde Spannungskopfschmerzen, Rückenschmerzen und Migräne bei der Invaliden- versicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) A.____ mit Verfügung vom 12. Dezember 2000 aufgrund eines in Anwendung der allgemeinen Bemessungsmethode ermit- telten Invaliditätsgrads von 45% rückwirkend ab 1. Mai 19 98 eine Viertelsrente und ab 1. Au- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht gust 1998 aufgrund eines Invaliditätsgrads von 50% ein halbe Rente zu. Im Mai 2003 leitete die IV-Stelle eine Revision des Leistungsanspruchs ein und er mittelte aufgrund einer Verschlechte- rung des Gesundheitszustandes einen Invaliditätsgrad von 60%. Infolge der 4. IV-Revision wur- de der Versicherten mit Verfügung vom 29. November 2 004 rückwirkend ab 1. Januar 2004 eine Dreiviertelsrente zugesprochen. An diesem Anspruch w urde auch nach Durchführung der Revision im Jahr 2007 festgehalten. A.2 Die IV-Stelle leitete sodann im Juli 2010 eine w eitere Revision des Anspruchs ein, in deren Folge die medizinische Abklärung bei den behande lnden Ärzten keine Veränderung des Gesundheitszustandes ergab. Mit Vorbescheid vom 1. April 2011 kündigte die IV-Stelle jedoch die Aufhebung der bisherigen Dreiviertelsrente auf, na chdem unter Berücksichtigung der nun- mehr anwendbaren gemischten Methode ein Invaliditätsgr ad von 37% resultiere. Aufgrund der dagegen erhobenen Einwände im Vorbescheidverfahren un tersuchte die IV-Stelle sowohl den gesundheitlichen als auch den haushalterischen Sachverhal t weiter und leitete eine rheumato- logische Begutachtung bei Dr. med. B.____, FMH Rheuma tologie und Allgemeine Innere Medi- zin, ein. Nachdem die Notwendigkeit einer Begutachtung von der Versicherten, vertreten durch Advokatin Monica Armesto, bestritten wurde, erliess die I V-Stelle am 11. Mai 2012 eine Zwi- schenverfügung, mit welcher sie eine bidisziplinäre Begut achtung bei Dr. B.____ und bei Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, anor dnete. Zur Begründung wies sie in erster Linie auf die Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmepaket, in Kraft seit 1. Januar 2012; nachf olgend Schlussbestimmungen) des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 hin. Gemäss deren lit. a Abs. 1 seien Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisc h unklaren syndromalen Beschwerde- bildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen worden seien, innerhalb von drei Jahren nach In-Kraft-Treten dieser Änderung zu überprüfen. B. Hiergegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Advokatin Armesto, Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht ( Kantonsgericht). Sie beantragte, in Aufhebung der Zwischenverfügung vom 11. Mai 2012 sei die Beschwerdebeklagte anzuweisen, die Rentenrevision ohne erneute Begutachtung fortzufüh ren; unter o/e- Kostenfolge. Zur Be- gründung wurde im Wesentlichen angeführt, dass eine erneute Begutachtung der Versicherten nicht erforderlich sei. D. In ihrer Vernehmlassung vom 28. September 2012 schlo ss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Zwischenverfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bej ahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Be i der Rüge der Beschwerdeführe- rin, die in Aussicht gestellte Begutachtung sei nicht no twendig, weil der medizinische Sachver- halt bereits genügend abgeklärt sei bzw. sich nicht veränd ert habe, handelt es sich um eine materielle Einwendung, wie sie den kantonalen Gerichten nunmehr beschwerdeweise unterbrei- tet werden kann (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7). Auf die im Übrigen form- und fristgerecht erhobe- ne Beschwerde vom 11. Mai 2012 ist einzutreten. 2.1 Streitig ist, ob sich die Beschwerdeführerin einer bidisziplinären Begutachtung bei den Dres. B.____ und C.____ unterziehen muss. 2.2 Gemäss lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen sind Ren ten, die bei pathogenetisch- ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundla- ge gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach In- Kraft-Treten dieser Änderung zu überprüfen. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 des Bu ndesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetz ungen einer ordentlichen Rentenre- vision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Vor liegend wird auch von der Beschwerde- führerin nicht bestritten, dass es sich bei der am 15. M ai 1997 erlittenen HWS-Distorsion und deren Folgen um ein Geschehen im vorgenannten Sinne h andelt . Eine Überprüfung des Leis- tungsanspruchs gestützt auf diese Bestimmungen ist daher grundsätzlich zu bejahen. 3. Art. 43 Abs. 1 ATSG statuiert die Sachverhaltsabkl ärung von Amtes wegen, wobei es im Ermessen des Versicherungsträgers liegt, darüber zu befinde n, mit welchen Mitteln diese zu erfolgen hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt i hm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von me dizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtsla ge. Gestützt auf den Untersu- chungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zu- mindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann. Die für die Beurteilung des Leistungsanspruchs von Amt es wegen durchzuführenden Abklärun- gen im Sinne von Art. 43 ATSG beinhalten indessen rech tsprechungsgemäss nicht das Recht des Versicherungsträgers, eine „second opinion“ zum bere its in einem Gutachten festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn ihm dieser nicht passt (Urt eil des Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_957/2010, E. 6.1). 4. Zu prüfen ist, ob die Begutachtung der Beschwerdef ührerin nicht nur der Einholung einer unzulässigen "second opinion" dient. Um diese Frage be antworten zu können, müsste die vor- liegende medizinische Aktenlage auf ihre Vollständigkei t und Schlüssigkeit hin überprüft wer- den. Eine solche eingehende Überprüfung würde aber d azu führen, dass der Endentscheid im Hinblick auf die Beurteilung der medizinischen Sachlage weitgehend präjudiziert würde. Unter Berücksichtigung, dass die Verfahrenshoheit bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens bei der IV-Stelle liegt und ihr deshalb im Rahmen der Ve rfahrensleitung ein grosser Ermessens- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht spielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebun- gen zukommt, muss im vorliegenden Verfahren die richterliche Prüfung bei einer knappen Beur- teilung der Aktenlage im Sinne einer Plausibilitäts- resp. Missbrauchskontrolle ihr Bewenden haben. Entscheidend ist, ob die Gründe, die die IV-Ste lle für die Notwendigkeit weiterer medizi- nischer Abklärungen anführt, plausibel erscheinen. Demna ch greift das Gericht bei der Frage der Notwendigkeit einer weiteren Begutachtung in das Ermessen der mit der Abklärung betrau- ten Verwaltung nur dann ein, wenn klar erkennbare Fe hleinschätzungen vorliegen, eine Begut- achtung von vornherein untauglich angelegt wäre oder An haltspunkte bestehen, dass sich die IV-Stelle bei ihrem Entscheid von sachfremden Motiven leiten liess. 5.1 Die Beschwerdegegnerin beabsichtigt, die Beschwerde führerin sowohl in rheumatologi- scher wie auch in psychiatrischer Hinsicht begutachten zu lassen. 5.1.1 In Bezug auf die rheumatologischen Beschwerden e rgibt sich in Würdigung der medizi- nischen Unterlagen folgendes Bild: Bei der Beschwerdefü hrerin wurden gestützt auf die Anga- ben von Prof. Dr. med. D.____, FMH Neurologie, erstma ls im Bericht vom 15. Mai 1998 eine HWS-Distorsion, ein Zervikozephalsyndrom, zervikogene migrä noforme Kopfschmerzen und vorbestehende chronisch-rezidivierende Spannungskopfschmerzen diagnostiziert. Am 13. Ok- tober 1999 nannte Prof. D.____ wiederum eine HWS-Di storsion mit konsekutiv zervikozepha- lem Symptomenkomplex, ein thorakales und lumbovertebral es Syndrom bei Fehlhaltung und muskulärer Dysbalance und leichte neuropsychologische Funktionsstörungen. Gestützt auf die- se Angaben sprach die IV-Stelle der Beschwerdeführerin am 12. Dezember 2000 bei einem Invaliditätsgrad von 45% ab Mai 1998 eine Viertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von 50% ab 1. August 1998 eine halbe Rente zu. Im Rahmen de r im Mai 2003 eingeleiteten Rentenrevi- sion teilte die Beschwerdeführerin am 27. Juni 2003 sin ngemäss mit, dass sich ihr Gesund- heitszustand seit der Rentenzusprechung verschlechtert habe . Prof. D.____ hielt denn auch gegenüber dem behandelnden Arzt Dr. med. E.____, FMH Allgemein Innere Medizin, am 12. August 2002 fest, dass sich ein verstärktes myofasciales Synd rom rechtsbetont im Schul- tergürtel und linksbetont im Bereich der Nackenmuskulatur zeige. Dr. E.____ diagnostizierte am 15. Dezember 2003 eine HWS-Distorsion, ein Zervikalsyndro m, ein Zervikozephalsyndrom und vorbestehende chronische rezidivierende Spannungskopfschmerzen. Da die Beschwerden sich verstärkt hätten, sei die Beschwerdeführerin bis auf weit eres zu 60% arbeitsunfähig. Gestützt auf diese Angaben sprach die IV-Stelle der Beschwerdef ührerin ab 1. Januar 2004 eine Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 60% zu. Gemäss den Ausführungen im Formular "Revi- sion der Invalidenrente" vom 29. Mai 2007 war der Gesu ndheitszustand der Beschwerführerin gleichgeblieben. Dies wurde auch durch Prof. D.____ am 2. Juli 2007 bestätigt. Dr. med. F.____ des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) hielt a m 31. Juli 2007 fest, dass dem Bericht von Prof. D.____ folgend davon auszugehen sei, dass die Situation nicht erheblich anders als bei der Rentenerhöhung per 1. Januar 2004 zu beurteil en sei. Im Juli 2010 leitete die IV-Stelle erneut eine Revision der Rente ein, in deren Verlauf Prof. D.____ am 4. November 2010 mitteil- te, dass die Diagnosen unverändert seien seit dem Unfa ll am 15. Mai 1997. Der RAD-Arzt Dr. med. G.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, führte am 17. November 2010 aus, dass bei der Beschwerdeführerin weiterhin eine unveränderte ge sundheitliche Situation seit der letzten Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Revision mit einer Restarbeitsfähigkeit von 40% besteh e. Hierbei sei auf den Verlaufsbericht von Prof. D.____ vom 4. November 2010 abzustützen. 5.1.2 Eine Würdigung der zitierten medizinischen Unterl agen zeigt, dass die Versicherte seit 1998 unverändert an den Folgen der beim Unfall vom 15 . Mai 1997 erlittenen HWS-Distorsion mit konsekutiv zervikozephalem Symptomenkomplex, thorakalem und lumbovertebralem Syn- drom bei Fehlhaltung und muskulärer Dysbalance, leichte n neuropsychologischen Funktions- störungen sowie vorbestehenden chronischen rezidivierende n Spannungskopfschmerzen lei- det, was auch vom RAD-Arzt Dr. G.____ nicht bestritten wird. Dieser Beschwerdekomplex schränkt die Beschwerdeführerin seit 2003 zu 60% in der A rbeitsfähigkeit ein. Bei im Wesent- lich gleich gebliebener Diagnose und Symptomatik ist abe r keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes festzustellen, welche Anlass zu einer nunmehr anderen Zumutbarkeits- beurteilung geben könnte. An diesem Ergebnis ändert entgegen der Auffassung Beschwerde- gegnerin nichts, dass es sich bei Prof. D.____ und Dr. E. ____ um die behandelnden Ärzte der Beschwerdeführerin handelt, lassen ihre Berichte doch n icht den Schluss zu, sie hätten auf- grund ihres Vertrauensverhältnisses zugunsten ihrer Patie ntin ausgesagt (vgl. BGE 125 V 351 ff. e contrario). Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass die RAD-Ärzte Dr. F.____ und Dr. G.____ die Angaben der behandelnden Ärzte ni cht beanstandeten und der IV-Stelle empfahlen, den Berichten von Prof. D.____ und Dr. E. ____ zu folgen. Unter diesen Umständen erscheint eine rheumatologische Untersuchung der Beschwerdeführerin aber als unnötig. Daran ändert die in Art. 43 Abs. 1 ATSG statuierte Abklärung spflicht wie auch der der IV-Stelle zu- kommende Ermessensspielraums bezüglich Notwendigkeit, Umf ang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen nichts, denn eine somatische Begu tachtung kann vorliegend nicht als unentbehrlich erachtet werden, dient sie doch nach Ansicht des Gerichts lediglich der Einho- lung einer "second opinion" zum bereits bekannten medizinischen Sachverhalt. 5.2.1 Anders verhält es sich jedoch in Bezug auf die be absichtigte psychiatrische Begutach- tung. In diesem Zusammenhang moniert die Beschwerdeführerin, dass bei ihr keine psychische Komorbidität vorliege. Aus diesem Grund sei eine psychi atrische Begutachtung unnötig, denn eine solche würde die für die Beurteilung der Zumutb arkeitskriterien entscheidenden Aspekte nicht klären können. Zudem sei die Beurteilung dieser Kr iterien ohnehin eine Rechtsfrage, die nicht durch die Mediziner zu beantworten sei. 5.2.2 Der Beschwerdeführerin ist mit der Vorinstanz da hingehend zuzustimmen, als die Frage der Überwindung der Schmerzen letztlich eine Rechtsfrag e darstellt. Um diese Rechtsfrage beantworten zu können, ist die Verwaltung bzw. das Ger icht jedoch auf eine Beurteilung des medizinischen Gesundheitszustandes angewiesen. Wie die Vor instanz richtig festhält, bilden die fachärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundhei tszustand und zu dem aus me- dizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotenzial unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls i nwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihre r Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist (Urteil des Bunde sgerichts vom 21. März 2012, 9C_936/2011, E. 3.1; BGE 130 V 352 E. 2.2.5). Bei i hrer Einschätzung der psychischen Res- sourcen des Exploranden oder der Explorandin, mit den S chmerzen umzugehen, haben die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht begutachtenden Ärzte notwendigerweise auch die durch K laus Foerster entwickelten Kriterien zur Prognosestellung und Beurteilung der Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit massgebenden Kriterien zu beachten (chronische körperliche Begleite rkrankungen; ein mehrjähriger, chronifi- zierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progr edienter Symptomatik ohne länger dau- ernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, thera- peutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verla uf einer an sich missglückten, psy- chisch aber entlastenden Konfliktbewältigung [primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krank- heit"]; das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung [auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz] trotz ko operativer Haltung der versicher- ten Person; vgl. K LAUS FOERSTER , Begutachtung und Erwerbsfähigkeit bei Patienten mit psy- chogenen Störungen, SZS 1996 S. 486 ff., 498 sowie P sychiatrische Begutachtung im Sozial- recht, in: Psychiatrische Begutachtung, 3. Aufl. 2000, S. 509, 511; vgl. auch H ANS -JAKOB MOSI- MANN , Somatoforme Störungen: Gerichte und [psychiatrische] Gutachten, SZS 1999 S. 1 ff. und 105 ff., und Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 20 00, I 554/98, E. 2c; BGE 135 V 201 E. 7.1.3) und sich daran zu orientieren (ULRICH MEYER , Die Rechtsprechung zur Arbeitsunfähig- keitsschätzung bei somatoformen Schmerzstörungen, in: Med izin und Sozialversicherung im Gespräch, 2006, S. 221). Entgegen der Beschwerdeführerin beziehen sich diese Ausführungen nicht nur auf die Beurteilung von somatoformen Schmerzst örungen, sondern auf sämtliche pa- thogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebi lder ohne nachweisbare organi- sche Grundlage (BGE 136 V 279 E. 3.2.3). Wie das Bunde sgericht in diesem Entscheid weiter ausführte, rechtfertigt es sich daher, die im Zusammenh ang mit somatoformen Schmerzstörun- gen entwickelten Kriterien auch für die Beurteilung d er invalidisierenden Wirkung einer spezifi- schen HWS-Verletzung ohne organisch nachweisbare Funktion sausfälle analog anzuwenden. Nicht erforderlich ist, dass sich eine psychiatrische Experti se in jedem Fall über jedes einzelne der genannten Kriterien ausspricht; massgeblich ist eine Gesamtwürdigung der Situation (SVR 2005 IV Nr. 6 S.21, I 457/02 E. 7.4 mit Hinweis, nich t publ. in: BGE 130 V 396). Unter Berück- sichtigung dieser Rechtsprechung, die letztlich ihren N iederschlag in den Schlussbestimmun- gen gefunden hat, liegt es vorliegend auf die Hand, d ass sich die Beschwerdeführerin einer psychiatrischen Untersuchung unterziehen muss. Dies umso mehr , als bis heute die Frage der Überwindung der Schmerzen nie gestellt wurde. Dabei ist auch zu beachten, dass sich die psy- chiatrische Begutachtung nicht nur unter dem Aspekt der Komorbidität von erheblicher Schwe- re, Ausprägung und Dauer aufdrängt, sondern auch weite re Faktoren zu beurteilen sind. Damit ist die psychiatrische Begutachtung im vorliegenden Fall für die Beurteilung des Leistungsan- spruchs als notwendige Abklärung im Sinne von Art. 43 ATSG zu bezeichnen. 5.3. Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzustellen, dass die Notwendigkeit einer Begutachtung der Versicherten in psychiatrischer Hinsicht p lausibel erscheint. Demgegenüber kann der Vorinstanz in Bezug auf die beabsichtigte rheu matologische Untersuchung nicht ge- folgt werden, besteht bei summarischer Prüfung der vorh andenen medizinischen Unterlagen doch keine Notwendigkeit, die Beschwerdeführerin auch so matisch abzuklären. Die Beschwer- de ist in diesem Sinne teilweise gutzuheissen. 6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend hat die IV-Stelle zu Unrecht eine rheumat ologische Begutachtung bei Dr. B.____ in Auftrag gegeben. Wie vorstehend ausgeführt, erweist si ch die Beschwerde in diesem Punkt als begründet. Es rechtfertigt sich, der Beschwerdeführerin aus diesem Grund nicht die bei voll- ständigem Unterliegen praxisgemäss erhobenen Verfahrensko sten im Umfang von Fr. 600.--, sondern lediglich solche in der Höhe von Fr. 300.-- zu a uferlegen. Der Beschwerdeführerin ist demzufolge der zuviel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 300.-- zurückzuerstatten. 6.2 Infolge der teilweisen Gutheissung der Beschwerde, hat die IV-Stelle der Beschwerde- führerin eine reduzierte Parteientschädigung auszuricht en (vgl. § 21 Abs. 1 VPO). Mit Blick auf die Rechtsbegehren ist die Beschwerdeführerin insoweit durchgedrungen, als sie sich lediglich einer psychiatrischen Begutachtung bei Dr. C.____ zu unt erziehen hat. Es ist daher angemes- sen, den von der IV-Stelle zu entrichtenden Anteil auf die Hälfte des insgesamt geltend ge- machten Zeitaufwands festzusetzen. Im Übrigen sind die ausserordentlichen Kosten dem Aus- gang des Verfahrens entsprechend wettzuschlagen. Die Re chtsvertreterin wies in ihrer Hono- rarnote vom 24. Oktober 2012 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 4,58 Std. sowie Auslagen von Fr. 36.50 aus. Somit hat die IV-Stelle der Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren bei einem in Sozialve rsicherungsprozessen für durch- schnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenans atz von Fr. 250.-- eine reduzierte Parteientschädigung in Höhe von Fr. 638.-- (2,29 Stund en à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 18.25 plus 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 7. Beim vorliegenden Entscheid handelt es sich um einen selbständig eröffneten Zwi- schenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn e ine Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unt er den in Art. 93 Abs. 1 BGG ge- nannten Voraussetzungen zulässig. Wie das Bundesgericht nunm ehr im Grundsatzurteil vom 9. Mai 2012, 9C_950/2011, festgestellt hat, sind kanto nale Entscheide über Beschwerden ge- gen Verfügungen der IV-Stellen betreffend die Einholung von medizinischen Gutachten nicht an das Bundesgericht weiterziehbar, sofern nicht Ausstandsgründe beurteilt worden sind. Der Ent- scheid darüber, ob die Voraussetzungen für eine Beschwer de im vorliegenden Fall erfüllt sind, obliegt dem Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittel belehrung erfolgt unter diesem aus- drücklichen Vorbehalt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Zwi- schenverfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 11. Mai 2012 aufgehoben und festgestellt, dass sich die Beschwerdeführ erin nur einer psychiatrischen Untersuchung zu unterziehen hat. 2. Der Beschwerdeführerin werden Verfahrenskosten in d er Höhe von Fr. 300.-- auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvo rschuss verrech- net. Der zuviel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 300.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdefü hrerin eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 638.-- (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs