Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 3. April 2019 (810 18 220) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Baugesuch für zwei Mehrfamilienhäuser mit Autoeinstellhalle Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Stef an Schulthess, Markus Clausen, Daniel Häring, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreibe- rin Stephanie Schlecht Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin gegen Baurekurskommission des Kantons Basel -Landschaft , Beschwer- degegnerin B.____ AG , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Caspar Baader, Advokat Einwohnergemeinde C.____ , Beigeladene Betreff Baugesuch für 2 Mehrfamilienhäuser mit Autoei nstellhalle (Entscheid der Baurekurskommission vom 24. April 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Am 22. März 2016 reichte die B.____ AG beim Bauin spektorat des Kantons Basel-Land- schaft (Bauinspektorat) das Baugesuch Nr. 0534/2016 ein. Das Bauprojekt sieht auf der Parzelle Nr. 1276, Grundbuch (GB) C.____, den Bau zweier Mehrfamilienhäuser mit Autoeinstellhalle vor. B. Gegen das Bauvorhaben erhob während der gesetzlich en Auflagefrist A.____, Stock- werkeigentümerin der benachbarten Parzelle Nr. 1272, G B C.____, beim Bauinspektorat Ein- sprache. Nachdem die B.____ AG am 26. Juli 2016 und am 12. September 2016 bereinigte Pläne eingereicht hatte, hielt die Einsprecherin an ihrer E insprache fest (vgl. Eingabe vom 11. August 2016). Mit Entscheid Nr. 100/16 vom 4. Januar 2017 wies das Bauinspektorat die Einsprache ab, soweit es darauf eintrat, und verwies die Einsprecherin bezüglich der privatrechtlichen Einspra- chen auf den Zivilweg. Dagegen erhob A.____ mit Einga be vom 19. Januar 2017 Beschwerde bei der Baurekurskommission des Kantons Basel-Landschaft (Baurekurskommission; Verfahren Nr. 17-001). Sie monierte neben anderen für das vorl iegende Beschwerdeverfahren nicht mehr relevanten Gesetzesverletzungen die Nichteinhaltung der Gebäudelänge des geplanten Hauses B. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass die Trafostation auf der Parzelle Nr. 3291, GB C.____, welche an der nordöstlichen Grundstücksecke der Parzelle Nr. 1276 zu liegen komme, zur Ge- bäudelänge des Hauses B zu zählen sei und dadurch die maximal zulässige Gebäudelänge von 23 m überschritten werde. C. Die B.____ AG reichte am 20. April 2017 bereinig te Pläne ein, welche zu einer Neuauf- lage des Bauvorhabens führten. Dagegen erhob A.____ während der gesetzlichen Auflagefrist erneut Einsprache. D. Mit Verfügung vom 26. April 2017 sistierte die Baur ekurskommission das hängige Ver- fahren Nr. 17-001 betreffend die Beschwerde von A.____ gegen den Entscheid des Bauinspek- torats Nr. 100/16 vom 4. Januar 2017 bis auf weiteres. E. Mit Entscheid Nr. 052/17 vom 29. September 2017 wie s das Bauinspektorat die zweite Einsprache von A.____ ab, soweit es darauf eintrat, und verwies die Einsprecherin bezüglich der privatrechtlichen Einsprachen auf den Zivilweg. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 18. Ok- tober 2018 Beschwerde bei der Baurekurskommission (Verfahren Nr. 17-028). F. Mit Verfügung vom 6. März 2018 hob die Baurekurskomm ission die Sistierung des Ver- fahrens Nr. 17-001 auf und vereinigte die Baurekursverfahren Nr. 17-001 und Nr. 17-028 betref- fend das Baugesuch Nr. 0534/2016. G. Die von A.____ gegen den Entscheid des Bauinspektorat s Nr. 052/17 vom 29. Septem- ber 2017 erhobene Beschwerde (Baurekursverfahren 17-028) wies die Baurekurskommission mit Entscheid Nr. 17-001/028 vom 24. April 2018 ab und schrieb diejenige gegen den Entscheid des Bauinspektorats Nr. 100/16 vom 4. Januar 2017 (Baureku rsverfahren Nr. 17-001) zufolge Ge- genstandslosigkeit ab. Die Baurekurskommission erwog im Wesentlichen, dass die Trafostation für die Gebäudelänge des Hauses B unbeachtlich sei und demzufolge keine Überschreitung der maximal zulässigen Gebäudelänge vorliege. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Mit Eingabe vom 5. August 2018 erhob A.____ beim K antonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde g egen den Entscheid der Baure- kurskommission vom 24. April 2018. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Baubewilligung für das Baugesuch Nr. 0534/201 6 betreffend die Parzelle Nr. 1276 sei nicht zu erteilen. Ferner stellt sie die Begehren, es seien ihr die "Spesen" aus den Baurekursver- fahren (Nr. 17-001 und Nr. 17-028) nach Ermessen des Kantonsgerichts zu vergüten (vgl. Be- schwerdebegründung vom 2. Oktober 2018). I. Mit Eingabe vom 6. November 2018 reichte die beig eladene Einwohnergemeinde C.____ ihre Vernehmlassung ein. J. Die B.____ AG, vertreten durch Caspar Baader, Advo kat in Gelterkinden, beantragt in ihrer Stellungnahme vom 5. Dezember 2018 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. K. Mit Vernehmlassung vom 5. Dezember 2018 beantragt di e Baurekurskommission, ver- treten durch das Bauinspektorat, die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. L. Mit Verfügung vom 12. Dezember 2018 wurde der Fa ll der Kammer zur Beurteilung über- wiesen. M. Am 15. Dezember 2018 reichte die Beschwerdeführerin eine Replik ein. N. Mit Eingabe vom 21. Januar 2019 reichte der Recht svertreter der privaten Beschwerde- gegnerin seine Honorarnote ein. O. Am 28. März 2019 zeigte Dr. René Müller, Fürsprech er in Brugg, die Vertretung der Be- schwerdeführerin an und ersuchte um Verschiebung der Par teiverhandlung mit Augenschein. Dieser Antrag wurde mit Präsidialverfügung vom 28. März 2019 abgewiesen. P. An der heutigen Parteiverhandlung mit vorangehende m Augenschein in C.____ nördlich der verfahrensgegenständlichen Parzelle Nr. 1276 nehmen A.____, nicht mehr vertreten durch Dr. René Müller, ein Begleiter der Beschwerdeführeri n, eine Vertreterin und ein Vertreter der Baurekurskommission, ein Vertreter des Bauinspektorats, die private Beschwerdegegnerin, ver- treten durch die Ehegatten D.____ und Advokat Caspar Baader, sowie ein Vertreter der Einwoh- nergemeinde teil; die Parteien halten an ihren Anträgen fest. Auf die Ausführungen der Parteien in den Eingaben sowie auf diejenigen anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wird, soweit er- forderlich, in den Urteilserwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 134 Abs. 5 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998 in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 können Entscheide de r Baurekurskommission durch die Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Betroffenen und die Gemeinden beim Kantonsgericht angefochten werden. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist somit gegeben. Zur Beschwerde befugt ist gemäss § 47 Abs. 1 lit. a VPO, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutz- würdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat . Im Baubewilligungsverfahren sind Nachbarn zur Beschwerde legitimiert, wenn sie darlegen können, dass sie persönlich durch das Bauvorhaben einen praktischen, wirtschaftlichen oder ande rs gearteten Nachteil erleiden (BGE 104 Ib 245 E. 5; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 3. November 2010 [810 10 93] E. 1.2). Diese Voraussetzungen gelten nach der Rechtsprechung in der Regel als erfüllt, wenn die Liegenschaft des Beschwerde führenden Nach- bars unmittelbar an das Baugrundstück angrenzt oder allenfalls nur durch einen Verkehrsträger davon getrennt wird. Auf abstrakt bestimmte Distanzwerte kommt es dabei nicht an (BGE 121 II 171 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 1C_500/2009 vom 1. Februar 2010 E. 2.3; KGE VV vom 11. November 2015 [810 14 383/384] E. 1). Die Beschwe rdeführerin ist Stockwerkeigentümerin des an die Bauparzelle Nr. 1276 nördlich angrenzenden G rundstücks bzw. der nur durch eine Quartierstrasse davon getrennten Parzelle Nr. 1272. Als solche ist sie durch das Bauvorhaben besonders betroffen und die Beschwerdelegitimation im Sinne von § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist folg- lich zu bejahen. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüll t sind, ist auf die verwal- tungsgerichtliche Beschwerde einzutreten. 2.1 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Untersch reitung oder Missbrauch des Er- messens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden. Die Überprüfung der Angemessenheit des angefochtenen Entscheids der Baurekurskommission ist dem Kantonsgericht dagegen verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 2.2 Gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG) vom 22. Juni 1979 wird in Fällen wie dem vorliegenden die volle Überprüfung der Angemessenheit durch wenigstens eine unabhängige kantonale Beschwerdebehörde verlangt. Die Baurekurskom- mission und die in deren Verfahren anwendbare Kogniti onsregelung (vgl. § 32 Abs. 1 lit. c des Verwaltungsverfahrensgesetzes [VwVG BL] vom 13. Juni 1988) erfüllen diese Voraussetzungen ohne weiteres, weshalb die in § 45 Abs. 1 lit. c VPO vorgesehene Kognitionseinschränkung des Kantonsgerichts den Anforderungen des RPG genügt (KGE VV vom 11. November 2015 [810 14 383/384] E. 2.3). Die Überprüfung der Angemessenheit des angefochtenen Entscheids ist dem Kantonsgericht somit (bundesrechtskonform) verwehrt. Ausser dem auferlegt sich das Kantons- gericht in Übereinstimmung mit der Praxis des Bundesgerichts bei der Auslegung der massgebli- chen unbestimmten Rechtsbegriffe Zurückhaltung, weil den kantonalen Behörden und der Bau- rekurskommission ein gewisser Beurteilungsspielraum zukomm t, wenn der Entscheid Vertraut- heit mit den tatsächlichen Verhältnissen oder besondere Fachkenntnisse voraussetzt. Verfügt eine Behörde über besonderes Fachwissen, so ist ihr be i der Bewertung von ausgesprochenen Fachfragen ein gewisser Beurteilungsspielraum zu belass en, soweit sie die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderliche n Abklärungen sorgfältig und umfas- send durchgeführt hat (BGE 135 II 384 E. 2.2.2; KGE VV vom 22. Januar 2014 [810 13 264] E. 2; Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht BLKGE 2007 Nr. 41 E. 3.3; ULRICH HÄFELIN /GEORG MÜLLER /FELIX UHLMANN , Allgemeines Ver- waltungsrecht, 7. Auflage, Zürich 2016, Rz. 442 ff.). 2.3 Die Interventionsmöglichkeiten des Kantonsgerichts si nd somit begrenzt und auf die Kontrolle von Rechts- und Sachverhaltsverletzungen beschrä nkt, wobei die Rechtsanwendung unter Beachtung der gebotenen Zurückhaltung überprüft wird. 3. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob das geplante Bauprojekt mit dem zu erstellenden Mehrfamilienhaus B die gemäss Zonenreglement Siedlung der Einwohnergemeinde C.____ (ZRS) vom 5. Februar 2014 (Genehmigung des R egierungsrats mit Beschluss Nr. 1313 vom 25. August 2015) vorgesehene maximal zulässige Gebäudelänge überschreitet. 4.1 Die Vorinstanz hat im streitgegenständlichen Entsche id erwogen, dass der Wortlaut der umstrittenen Bestimmung unklar und damit auslegungsbedürftig sei. Aus den Materialien ergebe sich einzig, dass hinsichtlich der Bestimmung zur Gebäude länge von der Planungskommission drei verschiedene Varianten vorgeschlagen worden seien, ohne dass der Begriff der Gebäude- gruppe klar definiert worden sei. Allerdings habe die Gemeinde als Hüterin der Zonenvorschriften in diesem Zusammenhang erläutert, dass mit Gebäudegruppe ein Ensemble habe angesprochen werden sollen, welches aus mehreren Gebäuden bestehe, die wiederum in Bezug auf die Anord- nung, Grösse und Funktion einheitlich aufeinander abgestimmt seien. Die Vorinstanz erachtet die geschilderte Darlegung als nachvollziehbar und aus ihrer Sicht sei darin die ratio legis der um- strittenen Bestimmungen zu sehen. Demzufolge weise eine Gebäudegruppe einen funktionalen Zusammenhang zwischen den Einzelgebäuden auf. Da die Trafostation keinen funktionalen oder anderweitigen Bezug zu den geplanten Mehrfamilienhäu sern aufweise, könne sie nicht als Teil einer Gebäudegruppe qualifiziert werden und sei deshalb nicht zur Gebäudelänge hinzuzuzählen. Es könne ferner nicht Sinn und Zweck der Bestimmung se in, dass eine dem Quartier allgemein dienende Trafostation die einen Bauparzellen mehr belaste als andere. Es gebe zusammenfas- send keine Anhaltspunkte dafür, dass die Bezeichnung Gebäudegruppe auch Trafostationen um- fassen solle. Vielmehr habe der Gesetzgeber mit diese r Bestimmung beabsichtigt, sogenannte Talsperren zu verhindern, was im vorliegenden Fall bei der Trafostation und dem Haus B offen- sichtlich nicht der Fall sei. Demzufolge würden die Traf ostation und das projektierte Mehrfami- lienhaus B keine Gebäudegruppe im Sinne von Art. 24 Abs. 2 und 3 ZRS bilden und die Trafosta- tion sei für die Ermittlung der Gebäudelänge somit unbeachtlich. 4.2 Die Beschwerdeführerin kritisiert die vorinstanzliche Auslegung des Begriffs Gebäude- gruppe und stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt , dass es sich bei der Trafostation um ein Gebäude handle, welches mit dem geplanten Mehrfamilienhaus B eine Gebäudegruppe bilde und somit bei der Ermittlung der Gebäudelänge zu berücksichtigen sei. Es sei zu beachten, dass die Trafostation in der Gebäudedatenbank von GeoView BL erfasst, mit einem eidgenössischen Gebäudeidentifikatoren Nr. 245000798 und einer Hausnummer versehen sei. Die E.____ nutze das Trafohaus aktuell zwar zur Unterbringung ihrer te chnischen Installation. Würde diese ent- fernt, würde ein leeres Gebäude zurückbleiben, welche s anderweitig, z.B. als Schopf, genutzt werden könne. Demzufolge falle die Trafostation klar in die Kategorie der Nebenbauten. Des Weiteren ruft sie für ihre Auslegung die Bestimmungen der Interkantonalen Vereinbarung über Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB) vom 23. Apr il 2009 an und macht geltend, dass die Definition des Begriffs "Kleinbaute" gemäss IVHB eindeutig sei und auf die Trafostation zutreffe. Demnach stelle die Trafostation ein Gebäude dar, bilde zusammen mit dem vorgesehenen Mehr- familienhaus B eine Gebäudegruppe und sei folglich bei der Berechnung der Gebäudelänge zu berücksichtigen. Das streitgegenständliche Bauprojekt übe rschreite somit die in der Wohnzone W maximal zulässige Gebäudelänge von 23 m. Damit rügt d ie Beschwerdeführerin zusammen- fassend die unrichtige Rechtsanwendung in Bezug auf die Auslegung des Zonenreglements. 4.3 Die private Beschwerdegegnerin macht geltend, dass es vorliegend nicht darum gehe, zu definieren, ob die Trafostation ein Gebäude und we lche Art von Gebäude sie darstelle, son- dern um die Frage, ob diese zusammen mit dem auf dem Grundstück Nr. 1276 zu errichtenden Haus B Bestandteil einer Gebäudegruppe sei und damit zur Ermittlung der massgeblichen Ge- bäudelänge hinzuzurechnen sei. Eine Qualifikation der Trafostation als Nebenbaute im Sinne von Art. 23 Abs. 2 ZRS komme nicht in Frage, weil es an e inem hierfür erforderlichen funktionalen Zusammenhang zur Hauptbaute fehle. Für die Qualifikation einer Baute als Nebenbaute sei das Bestehen einer dazugehörigen Hauptbaute gemäss Zonenre glement zwingend vorausgesetzt. Vorliegend fehle ein Konnex zur Hauptbaute, da die T rafostation nicht nur den geplanten Mehr- familienhäusern auf der Parzelle Nr. 1276 diene, sonde rn als technische Erschliessungsanlage allen daran angeschlossenen Liegenschaften im ganzen Q uartier "X.____ weg/Y.____ weg/ Z.____" diene. Würden Trafostationen den Nebenbauten gleichgestellt, müsste dies folgerichtig auch für Verteilkästen von Gemeinschaftsantennenanlagen und Wasserhydranten gelten. Nach dem Gesagten stehe fest, dass keine Gebäudegruppe vorli ege und die massgeblichen Voraus- setzungen für die Anwendung von Art. 24 ZRS somit nicht gegeben seien. Deshalb sei die Tra- fostation für die Ermittlung des massgeblichen Rechtecks nach Art. 24 Abs. 1 ZRS nicht einzu- beziehen, sondern nur das Haus B. Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin könne daher auch nicht von einer Talsperre ausgegangen werden, welche die Aussicht der Beschwerdeführe- rin aus ihrem oberhalb davon gelegenen Haus beeinträchtige. 4.4 Die Beigeladene stellt sich ebenfalls auf den Stand punkt, dass es sich bei der Trafosta- tion weder um eine Haupt- noch Nebenbaute im Sinne des Zonenreglements handle. Die Tra- fostation stehe in keinem sachlichen Zusammenhang mit den geplanten Bauten auf der Parzelle Nr. 1276. Für die Ermittlung der Gebäudelänge des Ha uses B sei die Trafostation demzufolge unbeachtlich. Es sei zu berücksichtigen, dass vorliegend nicht die vermessungstechnische, son- dern die baurechtliche Definition einer Baute massgebend sei und demzufolge die Argumentation der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Qualifikation der Trafostation ins Leere gehe (vgl. Vernehmlassung der Beigeladenen vom 6. November 2018). 5. Vorab ist festzuhalten, dass § 57 der Verordnung zum Raumplanungs- und Baugesetz (RBV, vgl. Titel zu § 57 "Nebenbauten #") vom 27. Oktober 1998 gemäss § 1a RBV ausschliess- lich für die Gemeinden gilt, welche die IVHB noch nicht übernommen haben. Für diejenigen Ge- meinden, die ihre Zonenvorschriften noch nicht an die IVHB angepasst haben, gilt weiterhin das bisherige Recht (§ 139a RBG). Die durch die IVHB definierten Baubegriffe und Messweisen sind nicht direkt anwendbar, d.h. sie müssen erst ins kantonale Recht überführt werden (vgl. Vorlage Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht an den Landrat des Kantons Basel-Landschaft Nr. 2008-229 zum Beitritt zur IVHB vom 23. Sep- tember 2008, S. 2). Nach dem Beitritt des Kantons Bas el-Landschaft zur IVHB hat der Regie- rungsrat die erforderlichen Anpassungen des RBG und der zugehörigen Verordnungen vorge- nommen und per 1. Januar 2015 in Kraft gesetzt. Die Gemeinden erhalten eine auf Gesuch hin erstreckbare Umsetzungsfrist von 15 Jahren seit Inkrafttreten, innert welcher sie ihre kommuna- len Vorschriften an die mit der Übernahme der IVHB v erbundenen Änderungen anpassen müs- sen. In Anbetracht, dass das Zonenreglement Siedlung der Gemeinde C.____ an der Einwohner- gemeindeversammlung vom 5. Februar 2014 beschlossen wur de (genehmigt durch den Regie- rungsrat mit Beschluss Nr. 1313 vom 25. August 2015), i st davon auszugehen, dass die Ge- meinde die IVHB noch nicht übernommen hat, womit § 57 RBV vorliegend anwendbar ist und das diesbezügliche Vorbringen der Beschwerdeführerin ins Leere geht. 6.1 Eine Baubewilligung darf nur erteilt werden, we nn das Bauvorhaben den gesetzlichen Bestimmungen entspricht (§ 129 Abs. 1 RBG). Das Bauvor haben befindet sich gemäss rechts- kräftigem Zonenplan der Einwohnergemeinde C.____ in der Wohnzone W. Das ZRS regelt die Vorgaben für die Gebäudelänge in Art. 2 und 24 ZRS: Die Gebäudelänge beträgt in der Wohn- zone 23 m (Art. 2 ZRS). Die Gebäudelänge ist die längere Seite des flächenkleinsten Rechtecks, welches die projizierte Fassadenlinie umfasst (Art. 24 Abs. 1 ZRS). Dieses flächenkleinste Recht- eck umfasst nicht nur das Hauptgebäude, sondern erstreckt si ch auf eine allfällig vorhandene Gebäudegruppe. Als ein Gebäude gelten in diesem Zusam menhang auch Gebäudegruppen, wenn sie mit Nebenbauten baulich verbunden sind und/od er wenn der oberirdisch unbebaute Freiraum zwischen den Einzelgebäuden weniger als 6 m be trägt (Art. 24 Abs. 2 ZRS). Als ein Gebäude gelten auch Gebäudegruppen über die Parzelle ngrenzen hinaus, wenn sie aufgrund von Näher- und Grenzbaurechten unter die Bestimmung in Abs. 2 fallen (Art. 24 Abs. 3 ZRS). 6.2 Im vorliegenden Baugesuch misst das geplante Mehrfami lienhaus B eine Länge von 23 m. Auf der nordöstlich daran angrenzenden Nachbarspa rzelle Nr. 3291 steht mit einem Ab- stand von weniger als 6 m eine Trafostation der E.___ _. Die Grundeigentümerin der Nachbars- parzelle bzw. die E.____ hat der Baugesuchstellerin mit Dienstbarkeitsvertrag vom 23. Septem- ber 2016 ein Näher- und Grenzbaurecht eingeräumt. 7.1 Die Parteien legen die in Bezug auf die Ermittlu ng der Gebäudelänge massgeblichen Bestimmungen unterschiedlich aus. Zu prüfen ist somit, wie der Begriff Gebäudegruppe im Sinne von Art. 24 Abs. 2 und 3 ZRS zu verstehen ist und ob die Trafostation mit dem geplanten Mehr- familienhaus B eine solche Gebäudegruppe darstellt. 7.2 Die Gesetzesauslegung hat zum Ziel, den rechtsverbi ndlichen Sinn eines Rechtssatzes, über dessen Tragweite Unklarheiten bestehen, zu ermitt eln. Auslegung ist notwendig, wo der Gesetzeswortlaut nicht klar ist oder wo Zweifel bestehen, ob ein scheinbar klarer Wortlaut den wahren Sinn der Norm wiedergibt (H ÄFELIN /M ÜLLER /U HLMANN , a.a.O., Rz. 177 ff.). Ausgangs- punkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Bestimmung. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Auslegungen möglich, so muss nach seiner wahren Tragweite gesucht werden un- ter Berücksichtigung aller Auslegungselemente, namentlich von Sinn und Zweck sowie der dem Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Text zugrundeliegenden Wertung. Wichtig ist ebenfalls der Sinn, der einer Norm im Kontext zu- kommt. Vom klaren, d.h. eindeutigen und unmissverständli chen Wortlaut darf nur ausnahms- weise abgewichen werden, wenn triftige Gründe dafür vo rliegen, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn der Regelung wiedergibt. Solche Gründe können sich aus der Entstehungsge- schichte der Bestimmung, aus ihrem Sinn und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit andern Gesetzesbestimmungen ergeben (vgl. KGE VV vom 29. August 2018 [810 18 41] E. 4.3.1). Ein Gesetz ist somit aus sich selbst heraus, d.h. nach dem Wort laut, Sinn und Zweck und den ihm zugrundeliegenden Wertungen auf der Basis einer teleologischen Verständnismethode auszule- gen. Auszurichten ist die Auslegung auf die ratio legis, die zu ermitteln dem Gericht allerdings nicht nach den subjektiven Wertvorstellungen der Richter aufgegeben ist, sondern nach den Vor- gaben des Gesetzgebers. Die Auslegung des Gesetzes ist zwar nicht entscheidend historisch zu orientieren, im Grundsatz aber dennoch auf die Regelu ngsabsicht des Gesetzgebers und die damit erkennbar getroffenen Wertentscheidungen auszuri chten, da sich die Zweckbezogenheit des rechtsstaatlichen Normverständnisses nicht aus sich selbst begründen lässt, sondern aus den Absichten des Gesetzgebers abzuleiten ist, die es mit Hilfe der herkömmlichen Auslegungs- elemente zu ermitteln gilt. Die Gesetzesauslegung hat sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass nicht schon der Wortlaut allein die Rechtsnorm darstellt, sondern erst das an Sachverhalten ver- standene und konkretisierte Gesetz. Gefordert ist die sachlich richtige Entscheidung im normati- ven Gefüge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis mit Blick auf die ratio legis. Dabei be- folgt das Bundesgericht einen pragmatischen Methodenpluralismus und lehnt es namentlich ab, die einzelnen Auslegungselemente einer hierarchischen Prioritätsordnung zu unterstellen. Die Gesetzesmaterialien können beigezogen werden, wenn sie auf die streitige Frage eine klare Ant- wort geben (vgl. BGE 140 II 289 E. 3.2 m.w.H.; Urtei le des Bundesgerichts 1C_271/2011 vom 27. September 2011 E. 4.4.1; 1C_156/2011 vom 15. Juli 2011 E. 3.5.1; 1C_442/2008 vom 9. Juli 2009 E. 2.1; 1P.586/2004 vom 28. Juni 2005 E. 4.4; H ÄFELIN /M ÜLLER /U HLMANN , a.a.O., Rz. 177 ff.; KGE VV vom 29. August 2018 [810 18 41] E. 4.3.1; KGE VV vom 1. November 2017 [810 17 125] E. 7.2). 7.3 Nach dem Wortlaut der Bestimmung von Art. 24 ZRS liegt eine Gebäudegruppe vor, wenn eine bauliche Verbindung zur Nebenbaute besteht o der alternativ, wenn der oberirdisch unbebaute Freiraum zwischen den Einzelgebäuden weniger als 6 m beträgt. Die Trafostation ist mit dem zu erstellenden Mehrfamilienhaus B nicht baul ich verbunden und erfüllt somit die erste Tatbestandsvariante von Art. 24 Abs. 2 ZRS nicht. Folglich ist die zweite Tatbestandsvariante zu prüfen, wonach der oberirdisch unbebaute Freiraum zwi schen den Einzelgebäuden weniger als 6 m beträgt. Zu beachten ist dabei, dass die Parzellengrenze im Falle von Näher- und Grenzbau- rechten unbeachtlich ist. Den Verfahrensakten kann entn ommen werden, dass auf dem Grund- stück der E.____ ein Näherbaurecht zu Gunsten des Mehrfam ilienhauses B lastet und der Frei- raum zwischen dem Trafohaus und dem Mehrfamilienhaus 4.5 m beträgt. Der Wortlaut legt nahe, dass die Trafostation und das geplante Mehrfamilienh aus B eine Gebäudegruppe im Sinne von Art. 24 Abs. 2 und 3 ZRS bilden könnten. Gleichwohl kann diese Regelung nicht so verstanden werden, dass sämtliche Bauten auf einem Grundstück oder auf mehreren Grundstücken losgelöst von ihrer Anordnung auf der Parzelle oder den Parzelle n für die Ermittlung der Gebäudelänge Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht zusammenzurechnen sind. Die Tragweite des Begriffs Gebäudegruppe ist mit der grammatikali- schen Auslegung allein somit nicht zu ermitteln. Diese Frage lässt sich aber unter Zuhilfenahme weiterer Auslegungsmethoden klären. 7.4 Die Vorinstanz verwies im Rahmen der historischen Ausl egung insbesondere auf ein Sitzungsprotokoll der Planungskommission vom 1. Dezember 2 009. Diesem kann entnommen werden, dass drei Varianten zur Bestimmung der Gebäudelänge vorgeschlagen wurden. Die drei Varianten unterschieden sich jeweils im Absatz 2 und lauteten wie folgt: "Variante 1, ohne Mass 2 Als ein Gebäude gelten in diesem Zusammenhang auch Gebäudegruppen, wenn sie mit Nebenbauten baulich ver- bunden sind und/oder wenn die Gebäudegruppen aufgrund der Stellung der Einzelbauten optisch verbunden wirken. Variante 2, mit Mass 2 Als ein Gebäude gelten in diesem Zusammenhang auch Gebäudegruppen, wenn sie mit Nebenbauten baulich ver- bunden sind und/oder wenn der oberirdisch, unbebaute Freiraum zwischen den Einzelgebäuden kleiner als 3 m gross ist. Variante 3, mit Eingliederungsgebot 2 Gebäudegruppen sind bezüglich ihrer Höhe und gegenseitiger Stellung so anzuordnen, dass nicht der optische Ein- druck von Bauten entsteht, die länger als die zulässige Gebäudelänge sind." Die Variante 2 wurde ins geltende Zonenreglement auf genommen, wobei der unbebaute Frei- raum zwischen den Einzelgebäuden nicht wie vorgeschlagen auf weniger als 3 m, sondern auf weniger als 6 m festgelegt wurde. Damit kann der Beschwerdeführerin zwar insofern beigepflich- tet werden, als die ursprünglich vorgeschlagene Formul ierung im Vergleich zur beschlossenen Fassung durch die Erhöhung des Abstandes der Einzelgebäude und durch den eingefügten Ab- satz 3 (vgl. E. 6.1 hiervor) verschärft wurde. Doch lässt sich daraus hinsichtlich der Konkretisie- rung des Begriffs nichts Näheres ableiten. Es kann immer hin festgestellt werden, dass die Va- riante 1 im Unterschied zur streitgegenständlichen Zone nreglements-Bestimmung in Bezug auf den Begriff Gebäudegruppe kein definiertes Mass enthalten hätte. Massgebendes Kriterium wäre unter anderem gewesen, ob die Stellung der Einzelbaut en optisch verbunden wirken. In eine ähnliche Richtung zielte die Formulierung der Variante 3, wonach Gebäudegruppen bezüglich ihrer Höhe und Stellung so anzuordnen gewesen wären, dass nicht der optische Eindruck von Bauten, die länger als die zulässige Gebäudelänge seien, entstanden wäre. Die verschiedenen Varianten lassen allerdings keine eindeutigen Rückschlüsse auf die Tragweite des Begriffs Ge- bäudegruppe zu. Anderweitige Materialien sind nicht vorhanden und deshalb lässt sich der Wille des Gesetzgebers nicht klar ermitteln. Aus dem Gesagten fol gt, dass die historische Auslegung vorliegend wenig ergiebig ist, weil sich den Materialie n keine Hinweise auf den Willen des Ge- setzgebers entnehmen lassen und sie deshalb auch keinen ei ndeutigen Schluss betreffend die hier interessierende Fragestellung zulassen. 7.5 Bleibt zu prüfen, ob die teleologische Auslegung nä here Hinweise darauf geben kann, was eine Gebäudegruppe umfasst. Zunächst kann in diesem Zusammenhang darauf verwiesen werden, dass sämtliche Vorschriften über Geschosszahl, Geb äudehöhe, Gebäudelänge, auch Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht über den Grenzabstand, sodann über Überbauungs- und A usnützungsziffern sicherheits-, ge- sundheits- und feuerpolizeiliche Zwecke verfolgen, hierin begründet und im Allgemeinen auch gerechtfertigt sind (P ETER HÄNNI , Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 6. A uf- lage, Bern 2016, S. 313). Es ist davon auszugehen, dass m it der Beschränkung der Gebäude- länge bezweckt wurde, die städtebaulich unerwünschte opti sche Riegelbildung bzw. eine soge- nannte Talsperre zu verhindern und die Möglichkeit von Ein- und Durchblicken auf die Parzelle zu erhalten. Der Vertreter der Gemeinde bestätigte dies im Rahmen des heutigen Augenscheins. Der Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach Sinn und Zweck der Bestimmung darin be- stehe, dass bei der Erstellung einer Baute auch die Umgebung und bereits bestehende Gebäude zu berücksichtigen seien und die Trafostation folglich als Nebenbaute im Sinne von Art. 23 Abs. 2 ZRS zur Gebäudelänge des zu erstellenden Mehrfamilienhauses B hinzuzurechnen sei, kann aus folgenden Gründen nicht gefolgt werden: Das Vorbrin gen der Beschwerdeführerin, bei der Tra- fostation handle es sich um eine Nebenbaute im Sinne des Zonenreglements, geht an der Sache vorbei. Art. 23 ZRS hält fest, dass als Hauptbauten Ba ukörper und Bestandteile gelten, welche der zonenkonformen Nutzung gemäss Art. 2 ZRS dienen. In sbesondere sind dies Wohnen, Ar- beiten und Dienstleistungen (Abs. 1). Abs. 2 definier t als Nebenbauten eingeschossige Bauten (freistehend oder angebaut), welche anders genutzt werd en, z.B. Garagen, Schöpfe, Velo- und Containerunterstände, Garten- und Gerätehäuschen, überdachte Sitzplätze, Carports, Pergolen und dergleichen. Diese Aufzählung ist zwar nicht abschli essend, dennoch kann allein aufgrund dieses Umstands nicht der Schluss gezogen werden, dass jede beliebige eingeschossige Baute eine Nebenbaute darstellt. Wie die Beschwerdegegner zutreffend ausgeführt haben, weisen die im Zonenreglement aufgezählten Bauten jeweils einen engen funktionalen Zusammenhang zur Hauptbaute auf. Die Trafostation ist eine technisch u nabdingbare Baute und dient der Versor- gungssicherheit. Als Versorgungsanlage weist sie im Vergleich zu den übrigen in der Umgebung liegenden Wohnhäusern keinen besonderen funktionalen Bezug zur geplanten Baute (Haus B) auf. Sie dient vielmehr einem grossen Benutzerkreis zur S tromversorgung, ist unabhängig und ihr Standort hängt nicht von einer privaten Planung, sondern von einer technischen Notwendigkeit ab. Der Auffassung der Beschwerdeführerin ist damit entgegenzuhalten, dass für die Qualifikation als Nebenbaute im Sinne des Zonenreglements ein funktionaler Zusammenhang zur Hauptbaute verlangt wird und ein solcher zwischen der Trafostation und dem geplanten Mehrfamilienhaus B nicht erkennbar ist. Folglich ist die Trafostation nicht als Nebenbaute im Sinne von Art. 23 Abs. 2 ZRS zu qualifizieren und insofern für die Berechnung der Gebäudelänge unbeachtlich. Zu beach- ten ist weiter, dass die Gebäudelänge ein baupolizeili ches Mass darstellt und somit das Nut- zungsmass begrenzt. Entsprechend spielen auch bei der Beurteilung, ob es sich um ein Gebäude bzw. um eine Gebäudegruppe im Sinne von Art. 24 Abs. 2 ZRS handelt, konstruktive und funk- tionelle Aspekte eine Rolle. Mangels Vorliegens eines funktionalen Zusammenhangs zwischen der Trafostation und dem Haus B ist somit davon auszugehen, dass diese keine Gebäudegruppe im Sinne der umstrittenen Zonenreglements-Bestimmung bilden. Vorschriften über die Gebäude- länge dienen darüber hinaus aber auch ästhetischen Zwecken. Ob ein Gebäude oder Gebäude- teil als ein oder mehrere Baukörper gilt, ist daher a uch aufgrund der optischen Wirkung zu ent- scheiden. In ästhetischer Hinsicht ist die Trafostation fü r die Berechnung der Gebäudelänge ebenfalls unbeachtlich, weil die optische Erscheinung de r lediglich 9 m 2 umfassenden, in den Hang gebauten Trafostation vernachlässigbar ist. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht vermerkt, dass nach dem Augenschein auch erstellt ist, dass die Fern- und Durchsicht der Be- schwerdeführerin aufgrund der mit einem Höhenunterschi ed erstellten Trafostation nicht beein- trächtigt wird, weil sie auch vom Erdgeschoss ohne weiteres über die Trafostation hinaus zu bli- cken vermag. Damit kann auch aus diesem Grund eine Traf ostation von der streitgegenständli- chen Bestimmung von Art. 24 Abs. 2 ZRS nicht gemeint sein. Die Beschwerdegegnerin ist des- halb zu Recht davon ausgegangen, dass der Begriff Gebäudegruppe auf der Grundlage der all- gemein anwendbaren Auslegungsmethoden dahingehend zu verstehen ist, dass damit eine Gruppe von Bauten bezeichnet wird, welche zueinander angeordnet und meist in ihrer Grösse aufeinander abgestimmt sind sowie eine funktionale un d in der Regel auch eine städtebauliche Einheit bilden. Klassische Beispiele sind – wie dies ber eits die Vorinstanz dargelegt hat – Schloss-, Burg- und Hofanlagen oder auch Kasernenanlag en. Mit der Bestimmung sollten also sogenannte Talsperren oder Riegelbauten verhindert w erden und für diese Beurteilung ist das Erscheinungsbild einer Baute oder mehrerer Bauten auch entscheidend. Mit anderen Worten will die Norm verhindern, dass sich mehrere Gebäude optisch praktisch als ein Gebäude präsentieren bzw. in einem solchen Fall deren Gebäudelängen zusammengezählt werden können. Vorliegend kann keine Rede davon sein, dass die Trafostation und das z u erstellende Mehrfamilienhaus B in einem baulich-funktionalen Zusammenhang stehen, sodass sie zusammen als eine Gebäude- gruppe resp. ein Gebäude im Sinne von Art. 24 Abs. 2 ZRS erscheinen würden. Im Gegenteil sind sie als zwei funktional eigenständige Bauten zu betr achten. Damit ist der überzeugenden Auffassung der Vorinstanz, wonach die Trafostation zusam men mit dem geplanten Mehrfami- lienhaus B keine Gebäudegruppe in Sinne von Art. 24 Abs. 2 und 3 ZRS bilde und somit nicht zur Gebäudelänge zu zählen sei, zu folgen, und es kann festgehalten werden, dass das im streitge- genständlichen Bauprojekt vorgesehene Mehrfamilienhaus B die maximale Gebäudelänge von 23 m nicht überschreitet. Demzufolge ist die Beschwerde unter diesem Titel als unbegründet ab- zuweisen. 8. Die Beschwerdeführerin beantragt schliesslich, es seien ihr die Spesen für die beiden Baurekursverfahren (Nr. 17-001 und Nr. 17-028) nach Ermessen des Kantonsgerichts auszurich- ten. Für das Baurekursverfahren Nr. 17-001 wurden der Beschwerdeführerin weder Verfahrens- kosten auferlegt noch hat sie der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung zu bezahlen. Es ist somit nicht ersichtlich, und wird von der Beschwerde führerin auch nicht substantiiert gel- tend gemacht, inwiefern ihr Spesen entstanden sind. Ihre diesbezügliche Rüge erweist sich folg- lich als unbegründet. Für das Baurekursverfahren Nr. 1 7-028 wurden der Beschwerdeführerin gestützt auf § 20a Abs. 1 VwVG BL Verfahrenskosten in d er Höhe von Fr. 400.-- auferlegt. Die Beschwerdeführerin wurde zudem verpflichtet, der Beschwe rdegegnerin eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 2'956.-- (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen (vgl. § 22 Abs. 2 und Abs. 6 VwVG BL). Die Kostenverteilung vor der Vorinsta nz erfolgte nach dem Unterliegensprin- zip, was nicht zu beanstanden ist. Der Beschwerdeschrift kö nnen keine Ausführungen entnom- men werden, aus welchen Gründen im vorliegenden Fall vo n der üblichen Kostenverlegung ab- gewichen werden sollte. Des Weiteren ist nicht ersichtlich, und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht, dass und in welcher Höhe ihr anderweitige Spesen entstanden sein könnten. Damit erweist sich diese Rüge der Beschwerdeführ erin als gesamthaft unbegründet. Demzufolge ist ihre Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Re- gel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass a uferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorlie- gend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- der unterlegenen Beschwerdeführe- rin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. 9.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann ge mäss § 21 Abs. 1 VPO für den Bei- zug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Ge- genpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Verfah rensausgang ist der privaten Be- schwerdegegnerin im vorliegenden Verfahren eine Partei entschädigung zuzusprechen, wobei der geltend gemachte Aufwand von 20.49 Stunden à Fr. 250.-- als angemessen erscheint. Hin- zuzurechnen ist noch der Zeitaufwand für die heutige Parteiverhandlung und deren Vorbereitung, sodass insgesamt 24.99 Stunden zu entschädigen sind. Demzufolge hat die Beschwerdeführerin der privaten Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigun g in der Höhe von Fr. 6'899.35 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) auszurichten. Die übrigen Parteikosten sind wettzuschlagen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- gehen zu Lasten der Beschwerdeführerin und werden mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- verrechnet. 3. Die Beschwerdeführerin hat der privaten Beschwerde gegnerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 6'899.35 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) zu bezahlen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschla- gen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 16. September 2019 Beschwerde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 1C_493/2019) erhoben.