Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 29. Januar 2019 (470 18 330) ____________________________________________________________________ Strafprozessrecht Nichtanhandnahme des Verfahrens Besetzung Vizepräsident Markus Mattle, Richterin Helena Hess (Ref.), Richter Daniel Häring; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung WK, Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin B.____ , Beschuldigter C.____ , Beschuldigter Gegenstand Nichtanhandnahme des Verfahrens (Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, vom 11. Oktober 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Schreiben vom 24. August 2018 erstattete A.____ An zeige gegen C.____ und B.____ sowie gegen namentlich nicht genannte Drittbeteiligte wegen des Vorwurfs des "organisierten Verbrechens und kriminellen Aktivitäten im Bereich der u ngetreuen Geschäftsführung, kriminel- len Handlungen wie Absprachen von Werkverträgen, Zahl ungen auf Drittkonten von Seiten von Subunternehmern und Kunden sowie Mitarbeitern". In der Folge versuchte die Staatsanwalt- schaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, mittels schr iftlichen Aufgebots vom 20. September 2018 sowie telefonischer Vorladung (Akten notiz vom 26. September 2018), den Anzeigeerstatter zu einer Befragung am 1. Oktober 201 8 aufzubieten, um ihm die Möglichkeit zu geben, seine Anzeige zu substantiieren. Nachdem der Anzeigeerstatter diesen Termin un- entschuldigt nicht wahrgenommen hatte, lud ihn die St aatsanwaltschaft mit Schreiben vom 1. Oktober 2018 auf den 8. Oktober 2018 erneut vor. D ieser Termin wurde vom Anzeigeerstat- ter jedoch gleichermassen ignoriert, obwohl ihm das besa gte Schreiben vom 1. Oktober 2018 am 4. Oktober 2018 zugestellt wurde. Am 11. Oktober 201 8 rief der Anzeigeerstatter den in der Sache zuständigen Staatsanwalt an, um einen Termin für die Befragung zu vereinbaren. Im Verlaufe dieses telefonischen Gespräches informierte di eser den Anzeigeerstatter, dass glei- chentags eine Nichtanhandnahmeverfügung erlassen worden sei. Daraufhin reichte A.____ bei der Staatsanwaltschaft mit Datum vom 12. Oktober 2018 eine als "Beschwerde zum Telefonat mit Herrn D.____ zur Einleitung der Nichtanhandnahm e der Strafanzeigen vom 9. August 2018 (WK1 18 1____) und 24. August 2018 (WK1 18 2____)" bezeichnete Eingabe ein. Diese Einga- be wurde von der Staatsanwaltschaft am 16. Oktober 201 8 dem Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Strafrecht, überwiesen, verbunden mit dem Hinweis, dass das Verfahren WK1 18 1____ nach wie vor hängig und lediglich im Ve rfahren WK1 18 2____ eine Nichtan- handnahmeverfügung ergangen sei. Gestützt auf diese Akt enlage wurde der Anzeigeerstatter mit Brief des Kantonsgerichts vom 18. Oktober 2018 aufg efordert, sich mit Frist bis zum 29. Oktober 2018 vernehmen zu lassen, ob er an seiner Beschwerde gegen die telefonische Ankündigung der Nichtanhandnahmeverfügung vom 11. Oktober 2018 festhalte. B. Mit Eingabe vom 29. Oktober 2018 reichte der Anzeige erstatter beim Kantonsgericht eine neuerliche Beschwerde ein, dieses Mal gegen die zwischenze itlich ergangene Nichtanhand- nahmeverfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Oktober 2018 betreffend das Verfahren WK1 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 18 2____, wobei er sinngemäss deren Aufhebung beantrag te. In besagter Verfügung erkannte die Staatsanwaltschaft was folgt: Das Verfahren wird in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a und lit. b StPO nicht an Hand genommen (Ziff. 1). Di e Kosten gehen zu Lasten des Staates (Ziff. 2). Den beschuldigten Personen werden gemäss Ar t. 430 Abs. 1 lit. c StPO keine Ent- schädigung und keine Genugtuung zugesprochen (Ziff. 3). Aufgrund dieser Sachlage wurde mit Schreiben des Kantonsgerichts vom 30. Oktober 2018 die neuerliche Eingabe vom 29. Oktober 2018 als Beschwerde entgegengenommen und gleichzeitig d ie Eingabe vom 12. Oktober 2018 als obsolet abgelegt. Auf die Begründung der angefochtenen Verfügung vom 11. Oktober 2018, der Beschwerde vom 29. Oktober 2018 sowie der nachfolgend en Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. C. Mit Eingabe vom 26. November 2018 verzichtete der Beschu ldigte C.____ auf die Mög- lichkeit zur Stellungnahme. Der Beschuldigte B.____ liess sich nicht vernehmen. D. Demgegenüber begehrte die Staatsanwaltschaft in ihre r Beschwerdeantwort vom 27. November 2018, die Beschwerde von A.____ sei unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Be- schwerdeführers vollumfänglich abzuweisen. E. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 23. November 201 8 wurde der Antrag des Be- schwerdeführers vom 22. November 2018 auf superprovisorisch e Gewährung der aufschieben- den Wirkung und Anordnung von verfahrensleitenden und vorsorglichen Massnahmen abge- wiesen. Erwägungen 1. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Rechtsmittelinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 20 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO sowie aus § 15 Abs. 2 EG StPO. Nach Art. 310 Abs. 2 StPO in Verbin- dung mit Art. 322 Abs. 2 StPO sowie Art. 393 Abs. 1 l it. a StPO ist die Beschwerde zulässig gegen die Verfügungen und die Verfahrenshandlungen v on Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden. Gemäss Abs. 2 von Art. 393 S tPO können mit der Beschwerde Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Übersch reitung und Missbrauch des Er- messens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a ); die unvollständige oder unrichti- ge Feststellung des Sachverhaltes (lit. b); sowie Unang emessenheit (lit. c). Nach Art. 310 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 StPO sow ie Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Be- schwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entsch eide innert zehn Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen. Zweifelhaft ist in casu die Legitimation des Beschwerd eführers zur Ergreifung des Rechtsmit- tels; diese wird in Art. 310 Abs. 2 StPO in Verbindun g mit Art. 322 Abs. 2 StPO sowie Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Als Anzeigeerstatter ist der Beschw erdeführer ein Verfahrensbeteiligter gemäss Art. 105 Abs. 1 lit. b StPO. Verfahrensbeteilig ten stehen, wenn sie in ihren Rechten unmittelbar betroffen sind, die zur Wahrung ihrer In teressen erforderlichen Verfahrensrechte einer Partei zu (Art. 105 Abs. 2 StPO), wozu auch das B eschwerderecht zählt. Nach Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschützte s Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen. Zur Beschwerde gegen die Einstel- lung legitimiert sind diejenigen Verfahrensbeteiligten, die ein rechtlich geschütztes Interesse an deren Aufhebung haben, d.h. durch die Einstellungsverfügung beschwert sind. Zu diesem Kreis gehören die Privatkläger. Betroffene Personen, die sich bis zum Abschluss des Vorverfahrens nicht als Privatkläger konstituiert haben, können die Ei nstellungsverfügung mangels Parteistel- lung allerdings grundsätzlich nicht anfechten (Art. 118 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 StPO und Art. 382 Abs. 1 StPO). Unter Berücksichti gung des Anspruchs auf rechtliches Gehörs gilt diese Einschränkung jedoch dann nicht, wenn d ie betroffene Person noch keine Gelegenheit gehabt hat, sich zur Frage der Konstitui erung zu äussern, so etwa, wenn eine Ein- stellung ergeht, ohne dass die Strafverfolgungsbehörde diese zuvor auf ihr Konstituierungsrecht aufmerksam gemacht hat, oder bei einer Nichtanhandnahm e (vgl. zum Ganzen BGer 1B_298/2012 vom 27. August 2012 E. 2.1, mit Hinweise n zur Lehre und Praxis; Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafproze sses, BBl 2005, 1308 Fn. 427). Die Strafverfolgungsbehörden trifft denn auch eine entspr echende Auf- und Abklärungspflicht (vgl. Art. 118 Abs. 4 StPO), deren Versäumnis nicht zu einer Verwirkung der Verfahrensrechte der betroffenen Person führen soll. Im vorliegenden Fall ist zufolge der Nichtanhandnahmeverfü- gung davon auszugehen, dass der Anzeigeerstatter keine Ge legenheit gehabt hat, sich als Pri- vatkläger zu konstituieren. Insofern ist die Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers auch ohne formelle Konstituierung als Privatkläger im Zweifel zu bejahen. Fraglich bleibt aber, ob die Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdefrist in casu eingehalten worden ist. Diesbez üglich ergibt sich aus den Akten, dass die angefochtene Verfügung vom 11. Oktober 2018 dem Beschwerdeführer am 19. Oktober 2018 zugestellt worden ist, womit die gleichentags auf gegebene Beschwerde vom 29. Oktober 2018 fristgerecht eingereicht worden ist. Nachdem im Üb rigen die Anforderungen an eine rechtsgenügliche Begründung bei sogenannten Laienbeschwerden nicht allzu hoch anzusetzen sind und die angefochtene Verfügung zweifellos ein taug liches Anfechtungsobjekt darstellt, ist insgesamt auf das vorliegende Rechtsmittel einzutreten. 2.1 Die Staatsanwaltschaft führt zur Begründung des angef ochtenen Entscheids im Wesentli- chen aus, der Strafanzeige des Anzeigeerstatters vom 24. A ugust 2018 lasse sich kein straf- rechtlich relevanter Sachverhalt entnehmen. Insbesondere gehe aus dessen vagen Ausführun- gen nicht hervor, war wann und inwiefern deliktisch tät ig geworden sein soll. Eine Subsumption der pauschalen Vorwürfe unter bestehende Strafbestimm ungen sei anhand der Strafanzeige nicht möglich. Die schriftliche Einladung der Staatsanwaltschaft vom 20. September 2018, seine Anzeige anlässlich einer Befragung am 1. Oktober 2018 zu substantiieren, habe der Anzeigeer- statter unentschuldigt nicht wahrgenommen. Auch die er neute schriftliche Einladung vom 1. Oktober 2018, am 8. Oktober 2018 zur Befragung zu erscheinen, habe er ignoriert. Dies ob- wohl der Anzeigeerstatter darauf hingewiesen worden sei, dass die Staatsanwaltschaft mangels hinreichenden Tatverdachts kein Verfahren eröffnen bzw . eine Nichtanhandnahmeverfügung erlassen werde, sollte er keine ergänzenden Angaben zur S trafanzeige machen. Dieses Ein- schreiben habe der Anzeigeerstatter nachweislich am 4. O ktober 2018 in Empfang genommen. Somit sei kein hinreichender Tatverdacht auf etwaige Delikte gegeben und demnach im Sinne von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO eindeutig kein Tatbest and erfüllt. Überdies gelte es festzuhalten, dass der Forderung des Anzeigeerstatters, eine (erneute) strafrechtliche Untersuchung gegen die Verantwortlichen der am 25. August 2008 Konkurs ge gangenen E.____ GmbH aufzuneh- men, allenfalls das Verbot der doppelten Strafverfol gung gemäss Art. 11 StPO entgegenstehe, womit in diesem Zusammenhang ein Verfahrenshinderni s im Sinne von Art. 310 Abs. 1 lit. b StPO bestehe. 2.2 Demgegenüber ist der Beschwerdeführer im Wesentliche n der Ansicht, die Zustellung der Nichtanhandnahmeverfügung durch die Staatsanwaltschaft vom 11. Oktober 2018 sei nicht zu- lässig und rechtens, da die Frist zur Befragung auf den 8. Oktober 2018 festgelegt worden sei, was in klarem Widerspruch mit der Abholfrist der Post per 9. Oktober 2018 sei. Dieser formelle Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fehler lasse keinen Spielraum zu, eine solche Nichtanhan dnahmeverfügung zu erlassen. Er habe erst am Mittwochabend, den 10. Oktober 2018, das Einschreiben aufgemacht und gele- sen, da er davon ausgegangen sei, keine Frist zu versäumen . Er könne verstehen, dass der Konkurs der Generalunternehmung E.____ GmbH sowie die Strafuntersuchungen gegenüber den Verantwortlichen abgeschlossen seien, allerdings str ebe er mit seiner Strafanzeige vom 24. August 2018 eine Revision an, da er inzwischen neue Beweise und Indizien zusammenge- tragen habe. 3.1 a) Eine Nichtanhandnahmeverfügung hat zu ergehen, wenn die Staatsanwaltschaft allein aufgrund der Ermittlungsergebnisse oder der Strafanzeige die Untersuchung nicht eröffnet, weil die Führung eines Verfahrens geradezu aussichtslos erscheint. Dies ist gemäss Art. 310 Abs. 1 StPO unter anderem der Fall, wenn feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind (lit. a) oder wenn Verfahrenshindernisse bestehen (lit. b). Das Prinzip „in dubio pro duriore“ schreibt vor, dass eine Nichtanhandnahme von der Staatsanwaltschaft nur ausgesprochen werden darf, wenn es klar erscheint, dass der Sachverhalt nicht strafbar ist oder nicht bestraft werden kann. Die Bestimmung besitzt zwingen- den Charakter, weshalb bei Vorliegen der in Art. 310 Abs. 1 StPO genannten Gründen der Staatsanwaltschaft kein Ermessen in Bezug auf den Erla ss einer Nichtanhandnahmeverfügung zukommt. Sind die Nichtanhandnahmegründe nicht mit abs oluter Sicherheit gegeben, hat das Verfahren eröffnet zu werden. Entsprechend kommt ein e Nichtanhandnahme nur in Frage, wenn keine Untersuchungshandlungen vorgenommen werden m üssen. Es muss sich folglich allein aus den Akten um sachverhaltsmässig und rechtlich klar e Fälle handeln. Mit dem soforti- gen Entscheid, kein Untersuchungsverfahren durchzuführen, soll primär verhindert werden, dass Personen durch grundlose Anzeigen oder Ermittlunge n Nachteile verschiedenster Art entstehen sowie nutzlose Umtriebe anfallen (ESTHER OMLIN , in: Basler Kommentar, Schweizeri- sche Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 8 zu A rt. 386 StPO, mit Hinweisen; NATHAN LANDSHUT / THOMAS BOSSHARD , in: Zürcher Kommentar zur Schweizerischen Strafpro- zessordnung, 2. Auflage, Zürich 2014, N 1 f. zu Art. 310 StPO, mit Hinweisen; BGer 1B_368/2012 vom 13. Mai 2013 E. 3; BGE 137 IV 285 E. 2.3). b) Der Nichtanhandnahmegrund der eindeutigen Nichterfül lung der fraglichen Straftatbe- stände oder der Prozessvoraussetzungen gemäss Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO liegt vor, wenn mit Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sicherheit feststeht, dass der zur Beurteilung vorliege nde Sachverhalt unter keinen Straftatbe- stand fällt oder gar nicht verfolgbar ist (OMLIN , a.a.O., N 9 zu Art. 310 StPO). Die Situation muss sich für die Staatsanwaltschaft demnach so präsentieren, dass gar nie ein Verdacht hätte an- genommen werden dürfen oder der Anfangsverdacht voll ständig entkräftet worden ist. Der Staatsanwaltschaft kommt bei der Beurteilung der Frage, ob klare Straflosigkeit gegeben ist, ein gewisser Spielraum zu. Bei missbräuchlichen oder von vorn herein aussichtlosen Strafanzeigen hat ebenfalls eine Nichtanhandnahme zu erfolgen. Wirr e und nicht einzuordnende Anzeigen können allenfalls sogar formlos abgelegt werden (L ANDSHUT / BOSSHARD , a.a.O., N 4 zu Art. 310 StPO; BGE 138 IV 86 E. 4.1.2). Bei blossen Z weifeln, ob ein Straftatbestand vorliegt oder ob der Nachweis strafbaren Verhaltens gelingen wird, darf keine Nichtanhandnahme erfol- gen. In diesen Fällen ist die Untersuchung zu eröffnen oder der Tatverdacht durch eigene oder polizeiliche Ermittlungen abzuklären (L ANDSHUT / BOSSHARD , a.a.O., N 5 zu Art. 310 StPO; BGer 1B_478/2012 vom 26. November 2012 E. 2.2). Obsc hon nicht explizit erwähnt, kann eine Nichtanhandnahmeverfügung nach Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO auch ergehen, wenn offenkundig ein Rechtfertigungsgrund besteht. Eine Untersuchungs eröffnung kann unterbleiben, wenn ein tatbestandsmässiges Verhalten (z.B. aufgrund einer Amtspf licht) erlaubt oder gar geboten ist (LANDSHUT / BOSSHARD , a.a.O., N 5a zu Art. 310 StPO; O MLIN , a.a.O., N 11a zu Art. 310 StPO; BGer 1B_158/2012 vom 15. Oktober 2012 E. 2.6). c) Die Staatsanwaltschaft darf gemäss Art. 310 Abs. 1 li t. b StPO weiter kein Verfahren an die Hand nehmen, in welchem negative Prozessvoraussetzu ngen, sogenannte Prozesshinder- nisse, vorliegen. Hierbei zu nennen sind die Verjährung sowie das Verbot der Doppelverfolgung nach Art. 11 StPO (OMLIN , a.a.O., N 10 zu Art. 310 StPO). 3.2 Gemäss herrschender Lehre und Praxis hat der Beschwerdefüh rer genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides er anficht; der Antrag mu ss auf Änderung oder Aufhebung ei- ner oder mehrerer Dispositivpunkte lauten. Dabei hat d er Beschwerdeführer zum Ausdruck zu bringen, in welchem Sinne er die angefochtene hoheitliche Verfahrenshandlung geändert haben möchte. Der Streitgegenstand kann vom Beschwerdeführer nicht frei bestimmt werden, sondern wird durch die angefochtene Verfahrenshandlung verbind lich festgelegt. Sodann hat der Be- schwerdeführer genau anzugeben, welche Gründe einen anderen Entscheid nahe legen. In der Begründung ist schlüssig zu behaupten, dass und weshalb ein Beschwerdegrund gegeben ist. Schliesslich hat sich die Beschwerdebegründung mit den Er wägungen des angefochtenen Ent- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheids auseinanderzusetzen (P ATRICK GUIDON , in: Basler Kommentar, Schweizerische Straf- prozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 9b ff. zu Ar t. 396 StPO, mit Hinweisen). Im vorlie- genden Fall wird die Richtigkeit der tatsächlichen und rechtlichen Erwägungen im angefochte- nen Entscheid nicht bestritten, sondern lediglich behauptet, das Einschreiben der Staatsanwalt- schaft vom 1. Oktober 2018 betreffend Einladung zu einer ergänzenden Befragung am 8. Okto- ber 2018 hinsichtlich der Substantiierung der Strafanze ige vom 24. August 2018 sei erst am 10. Oktober 2018 zur Kenntnis genommen worden. Darübe r hinaus lässt sich der Beschwerde- führer vernehmen, weshalb seiner Ansicht nach Gründe fü r ein Revisionsverfahren vorlägen, was aber in keinem Zusammenhang steht zur vorliegend angefochtenen Nichtanhandnahme- verfügung. Wenngleich bei einer sogenannten Laienbesch werde die Hürden in Bezug auf das Vorliegen der formellen Eintretensvoraussetzungen und namentlich die Begründungsdichte grundsätzlich nicht allzu hoch anzusetzen sind, führt dies nicht dazu, dass die Rechtsmittel- instanz eine materiell unsubstantiierte Beschwerde umfass end zu prüfen hat. Diesbezüglich ist festzustellen, dass die Ausführungen des Beschwerdeführer s in seiner Beschwerde vom 29. Oktober 2018 im Grossen und Ganzen an dem durch die Nichtanhandnahmeverfügung vom 11. Oktober 2018 verbindlich festgelegten Verfahrensgeg enstand vorbei gehen, und dieser es verpasst hat, sich mit den massgeblichen Erwägungen im an gefochtenen hoheitlichen Akt – wonach erstens mangels Substantiierung kein hinreichender Tatverdacht gegeben sei sowie zweitens zufolge der im Jahre 2010 rechtskräftig abgeschl ossenen Strafuntersuchung ein Ver- fahrenshindernis bestehe – auseinanderzusetzen und darzu legen, welche Gründe einen ande- ren Entscheid nahelegen. Infolgedessen ist zu konstatier en, dass die Beschwerde schlicht ma- teriell nicht begründet ist. Hinzu kommt, dass der Beschwe rdeführer bei seiner Rüge, wonach die Befragung bei der Staatsanwaltschaft trotz der bis zum 9. Oktober 2018 laufenden Abholfrist bei der Post bereits auf den 8. Oktober 2018 angeset zt worden sei, und er den Brief erst am 10. Oktober 2018 geöffnet habe, übersieht, dass die Ab holfrist für eine eingeschriebene Sen- dung nicht gleichzusetzen ist mit der tatsächlichen Zuste llung. Zutreffend ist zwar, dass es dem Beschwerdeführer grundsätzlich unbenommen gewesen wäre, das Schreiben zu einem beliebi- gen Zeitpunkt innerhalb der Abholfrist bis zum 9. Oktobe r 2018 entgegenzunehmen, und er in der Folge möglicherweise erst nach dem 8. Oktober 2018 vom angesetzten Einvernahmetermin Kenntnis erlangt hätte, was ihm in diesem Falle nicht hätte angelastet werden dürfen. In casu aber ist unbestritten und mittels Akten auch zweifelsfr ei erstellt, dass ihm das fragliche Schrei- ben am 4. Oktober 2018 zugestellt worden ist, womit di e Staatsanwaltschaft ohne Zweifel hat davon ausgehen können, dass ihm der Inhalt dieses Schreib ens vor der am 8. Oktober 2018 Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht angesetzten Einvernahme bekannt gewesen ist. Im Übri gen kann es auch keine Rolle spielen, wann der Beschwerdeführer das Schreiben gelesen haben will, vielmehr gilt nach der Zustel- lung eines behördlichen Schreibens die Kenntnisnahme de ssen Inhalts als vorausgesetzt. Dies umso mehr, als in casu weder besondere Umstände ersichtlich sind noch solche von Seiten des Beschwerdeführers geltend gemacht werden, dass dieser t rotz der konkreten Entgegennahme des Schreibens am 4. Oktober 2018 begründetermassen an der Kenntnisnahme dessen Inhalts bis zum 10. Oktober 2018 verhindert gewesen sein sollte. Nach diesen Erwägungen ist die Beschwerde vom 29. Oktober 2018 gegen die Nichtanhand- nahmeverfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Oktober 2018 vollumfänglich abzuweisen. 4. Bei diesem Verfahrensausgang gehen nach Art. 428 Abs. 1 StPO die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 800.-- (be inhaltend eine Gebühr von CHF 750.-- sowie Auslagen von CHF 50.--) zu Lasten des Beschwerdeführers. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 800.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 750.-- sowie Auslagen von CHF 50.--) gehen zu Lasten des Beschwerdeführers. Vizepräsident Markus Mattle Gerichtsschreiber Pascal Neumann