<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2023.00120</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224013&amp;W10_KEY=13045528&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2023.00120</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.05.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 09.12.2024 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Staats- und Gemeindesteuern 2020</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Abzug von Schulkosten für eine Privatschule: Der geschiedene Kindsvater hat der Pflichtigen monatlich die hälftigen Schulkosten für die unter ihrer alleinigen Sorge stehenden Tochter bezahlt. Die Pflichtige hat ihrerseits die Hälfte bezahlt. Umstritten ist, ob sich dabei um Unterhaltsbeiträge handelt, die einkommensseitig aufzurechnen sind.] Das vom Kindsvater bezahlte Schulgeld basierte auf einem gemeinsamen Entschluss der Eltern. Damit erfolgen diese Zahlungen des Kindsvaters nicht auf einer rein freiwilligen Basis, sondern sind in Erfüllung einer familienrechtlichen Rechtspflicht geleistet worden. Sie qualifizieren daher aus steuerlicher Sicht als Unterhaltsbeiträge und sind bei der Pflichtigen als alleinige Inhaberin der elterlichen Sorge über die gemeinsame Tochter einkommensseitig aufzurechnen (E. 3.1). Die von der Pflichtigen bezahlte andere Hälfte des Schulgelds ist ebenfalls in Erfüllung der familienrechtlichen Unterstützungspflicht erfolgt. Indessen steht die Tochter unter der alleinigen elterlichen Sorge der Pflichtigen. Damit entfällt für diese Leistung der Pflichtigen die steuerliche Abzugsfähigkeit (E. 3.2.1). Es werden dadurch auch keine Grundrechte der Pflichtigen verletzt (E. 3.2.2). Unbedeutend für die steuerliche Beurteilung ist schliesslich, dass der Kindsvater seinen Anteil an den Kosten der Privatschule mit einem separaten Zahlungsauftrag getrennt von den übrigen Unterhaltsbeiträgen bezahlt hat (E. 3.2.4). Gutheissung der Beschwerde des Kantosn Zürich. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=65928" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">SB.2023.00120<br/> SB.2023.00121</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">8. Mai 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Kanton ZÃ¼rich, </span><span>vertreten durch das kantonale Steueramt,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch D AG, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2020 sowie </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>direkte Bundessteuer 2020,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A (nachfolgend: die Pflichtige) deklarierte fÃ¼r die Steuerperiode 2020 betreffend die Staats- und Gemeindesteuern ein steuerbares Einkommen von Fr. â¦ sowie ein steuerbares VermÃ¶gen von Fr. â¦ bzw. fÃ¼r die direkte Bundessteuer ein Einkommen von Fr. ... Hiervon abweichend schÃ¤tzte das kantonale Steueramt die Pflichtige am 22. Februar 2022 fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuern mit einem Einkommen von Fr. â¦ bei unverÃ¤ndertem VermÃ¶gen ein und veranlagte sie fÃ¼r die direkte Bundessteuer mit einem Einkommen von Fr. ... Entgegen ihrer Deklaration rechnete das kantonale Steueramt der Pflichtigen â neben hier nicht mehr interessierenden geringfÃ¼gigen Korrekturen â das von ihrem Ex-Mann fÃ¼r die Tochter B erhaltene Schulgeld von Fr. â¦ einkommensseitig als Unterhaltsbeitrag auf.</p> <p class="Urteilstext">Die hiergegen erhobenen Einsprachen wies das kantonale Steueramt am 31. MÃ¤rz 2023 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Entscheid vom 24. Oktober 2023 hiess die Einzelrichterin des Steuerrekursgerichts die von der Pflichtigen erhobenen Rechtsmittel gut und verzichtete auf die Aufrechnung des vom geschiedenen Ehemann an die Pflichtige bezahlten Schulgelds. Es handle sich bei diesen Leistungen nicht um UnterhaltsbeitrÃ¤ge im steuerrechtlichen Sinn, sondern um freiwillige Leistungen, welche weder bei der Pflichtigen aufzurechnen noch beim geschiedenen Ehemann abzugsfÃ¤hig seien. Die Gerichtschreiberin des Steuerrekursgerichts gab eine abweichende Minderheitsmeinung auf Abweisung der Rechtsmittel zu Protokoll.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 6. Dezember 2023 beantragte das kantonale Steueramt dem Verwaltungsgericht die EinschÃ¤tzung bzw. Veranlagung der Pflichtigen gemÃ¤ss Einspracheentscheid vom 31. MÃ¤rz 2022. </p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Vorinstanz am 12. Dezember 2023 auf Vernehmlassung verzichtete, beantragte die Pflichtige am 8. Januar 2024 die Abweisung der Rechtsmittel, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. Die eidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.</p> <p class="Urteilstext">Der Einzelrichter Ã¼berwies den Fall der Kammer zur Entscheidung, da eine Frage grundsÃ¤tzlicher Bedeutung zu entscheiden ist (§ 38b Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Die vorliegenden Beschwerden SB.2023.00120 (Staats- und Gemeindesteuern 2020) und SB.2023.00121 (direkte Bundessteuer 2020) betreffen dieselbe Pflichtige, den gleichen Sachverhalt und dieselbe Rechtslage, weshalb die Verfahren mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 7. Dezember 2023 zu Recht vereinigt wurden.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach § 23 lit. f StG bzw. Art. 23 lit. f DBG sind UnterhaltsbeitrÃ¤ge, die ein Steuerpflichtiger bei Scheidung, gerichtlicher oder tatsÃ¤chlicher Trennung fÃ¼r sich erhÃ¤lt, sowie UnterhaltsbeitrÃ¤ge, die ein Elternteil fÃ¼r die unter seiner elterlichen Sorge oder Obhut stehenden Kinder erhÃ¤lt, steuerbar. Im Gegenzug legt § 31 lit. c StG bzw. Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG fest, dass die UnterhaltsbeitrÃ¤ge an den geschiedenen, gerichtlich oder tatsÃ¤chlich getrenntlebenden Ehegatten sowie die UnterhaltsbeitrÃ¤ge an einen Elternteil fÃ¼r die unter dessen elterlicher Sorge oder Obhut stehenden Kinder, nicht jedoch Leistungen in ErfÃ¼llung anderer familienrechtlicher Unterhalts- oder UnterstÃ¼tzungspflichten, von den EinkÃ¼nften abgezogen werden. Diese Bestimmungen verwirklichen das Kongruenz- oder Korrespondenzprinzip; weil der LeistungsempfÃ¤nger die BeitrÃ¤ge als EinkÃ¼nfte zu versteuern hat, kann sie der Leistungserbringer abziehen (BGr, 18. Dezember 2019, 2C_139/2019, E. 2.1.4).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b>UnterhaltsbeitrÃ¤ge fÃ¼r Kinder haben ihre zivilrechtliche Grundlage in der Unterhaltspflicht der Eltern (Art. 276 ff. ZGB) und kÃ¶nnen gegebenenfalls durch UnterhaltsvertrÃ¤ge, die je nachdem durch die KindesschutzbehÃ¶rde oder das Gericht zu genehmigen sind (Art. 287 ZGB), oder durch das Gericht festgelegt werden (Art. 279 ZGB). Zum Unterhalt eines Kinds im Sinn von Art. 276 ZGB gehÃ¶rt alles, was das Kind fÃ¼r sein Leben und seine kÃ¶rperliche, geistige und sittliche Entfaltung benÃ¶tigt. Neben existenziellen GrundbedÃ¼rfnissen wie<span> </span><span>Unterkunft, Nahrung, Bekleidung, KÃ¶rper- und Gesundheitspflege oder Ausbildung zÃ¤hlen hierzu beispielsweise auch BeitrÃ¤ge an kulturelle oder sportliche BetÃ¤tigungen, Erholung, Unterhaltung oder Taschengeld (BGr, 6. Juni 2014, 2C_1008/2013, E. 2.2; VGr, 18. Januar 2012, SB.2011.00082, E. 2.2; VGr, 18. August 2004 = StE 2005 B 27.2 Nr. 28, E. 3.1.1; Christiana Fountoulakis/Peter Breitschmid in: Thomas Geiser/Christiana Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar ZGB I, 6. A., Basel 2018, Art. 276 ZGB N. 20 ff.; Silvia Hunziker/Jsabelle Mayer-Knobel in: Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz Ã¼ber die direkte Bundessteuer, 4. A., Basel 2022, Art. 23 DBG N. 28 f.).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Als UnterhaltsbeitrÃ¤ge im Sinne von § 23 lit. f StG bzw. Art. 23 lit. f DBG gelten dabei regelmÃ¤ssig oder unregelmÃ¤ssig wiederkehrende UnterstÃ¼tzungen und Unterhaltsleistungen zur Deckung des laufenden Lebensbedarfs, die dem EmpfÃ¤nger keinen VermÃ¶genszuwachs verschaffen (BGr, 31. MÃ¤rz 2016, 2C_503/2015, E. 3.1; Felix Richner et al., Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, 4. A., ZÃ¼rich 2021, § 23 StG N. 58; Felix Richner et al., Handkommentar zum DBG, 4. A., ZÃ¼rich 2023, Art. 23 DBG N. 60 ff). Die UnterhaltsbeitrÃ¤ge sind unabhÃ¤ngig davon steuerbar, ob sie als wiederkehrende Leistungen (eigentliche UnterhaltsbeitrÃ¤ge), durch indirekte Zahlungen (Ãbernahme von Miet- oder Schuldzinsen, KrankenkassenprÃ¤mien, Steuern, Schulgeldern etc.) oder mittels Naturalleistungen erfolgen (vgl. BGr, 6. Juni 2014, 2C1008/2013, E. 2.3.2; Peter Locher, Kommentar zum DBG, Teil I, 2. A., Basel 2019, Art. 23 N. 65 ff.; Richner et al., § 23 StG N. 63; Richner et al., Art. 23 DBG N. 64). Die UnterhaltsbeitrÃ¤ge werden in der Regel in einem gerichtlichen Urteil oder einer Vereinbarung festgehalten. Sie sind aber auch dann steuerbar, wenn der Leistende sie ohne richterliches Urteil oder schriftliche Vereinbarung ausrichtet (VGr, 18. Januar 2012, SB.2011.00082, E. 2.1; VGr, 18. August 2004 = StE 2005 B 27.2 Nr. 28; Richner et al., § 23 StG N. 59). Als beim Leistenden abzugsfÃ¤hig und beim EmpfÃ¤nger steuerbar sind neben den gemÃ¤ss gerichtlichem Urteil bzw. Scheidungskonvention/Unterhaltsvereinbarung monatlichen Zahlungen auch zusÃ¤tzliche BeitrÃ¤ge an Zahnarztkosten, Jugendmusik-Unterricht, Klaviermiete und -transport oder an ein Ferienlager (VGr, 18. August 2004 = StE 2005 B 27.2 Nr. 28). Solche zusÃ¤tzlichen BeitrÃ¤ge bezwecken die Deckung des laufenden Lebensbedarfs und fÃ¼hren nicht zu einem VermÃ¶genszuwachs. Sie werden nicht freiwillig im Sinn einer (nicht einkommenssteuerrelevanten) Schenkung, sondern unmittelbar in ErfÃ¼llung der gesetzlichen Unterhaltspflicht fÃ¼r unmÃ¼ndige Kinder nach Art. 133 ZGB i.V.m. Art. 276 ZGB erbracht (Hunziker/Mayer-Knobel, Art. 23 DBG N. 28 f.).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Auch wenn â wie vorliegend â die Bezahlung von Schulgeld fÃ¼r das unmÃ¼ndige Kind nicht gerichtlich angeordnet bzw. in der Scheidungskonvention der Parteien vorgesehen ist, kann dies nicht dazu fÃ¼hren, dass derartige Zahlungen im Sinn einer (nicht einkommenssteuerrelevanten) Schenkung erbracht werden. Entscheiden sich Eltern gemeinsam, ihre Kinder in einer Privatschule unterrichten zu lassen, basieren die dafÃ¼r anfallenden Kosten auf einem gemeinsamen Entschluss der Eltern, wie sie ihre gesetzliche Unterhaltspflicht in Bezug auf die Schulbildung ihrer Kinder erfÃ¼llen mÃ¶chten. Dies schliesst gerade aus, dass von einer freiwilligen und als Schenkung zu qualifizierenden Leistung der Eltern an ihr Kind auszugehen ist (vgl. VGr, 13. Januar 2021, SR.2020/27/28, E. 3.2.2. und E. 3.3.). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung geht auch dann von steuerlich beachtlichen Unterhaltsleistungen aus, wenn keine gerichtliche Anordnung oder ein entsprechender Vertrag zwischen den Eltern vorliegt und die Leistungen in ErfÃ¼llung einer (familienrechtlichen) Rechtspflicht erbracht werden (BGr, 27. Dezember 2022, SC_160/2022, E. 2.1). </span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der Kindsvater hat im Steuerjahr 2020 der von ihm geschiedenen Ehefrau monatlich Fr. â¦ als hÃ¤lftigen Beitrag fÃ¼r die Schulkosten der unter ihrer alleinigen Sorge stehenden gemeinsamen Tochter B bezahlt. Diese monatlichen Zahlungen sind unbestritten und nachgewiesen. Die Pflichtige hat ihrerseits die gesamten Schulkosten bezahlt und damit wie mit dem Kindsvater vereinbart ebenfalls Fr. â¦ pro Monat als Schulgeld aufgewendet. <a id="_Hlk166069402">Die vom Kindsvater 2020 unter dem Titel "Schulgeld" bezahlten Fr. â¦ basieren damit auf einem gemeinsamen Entschluss der Eltern, wie sie in Bezug auf die Schulbildung der Tochter B ihre Unterhaltspflicht im Sinn von Art. 276 ZGB erfÃ¼llen wollen. Damit erfolgen diese Zahlungen des Kindsvaters nicht auf einer rein freiwilligen Basis, sondern sind in ErfÃ¼llung einer familienrechtlichen Rechtspflicht geleistet worden. Sie qualifizieren daher aus steuerlicher Sicht als UnterhaltsbeitrÃ¤ge im Sinn von § 23 lit. f StG bzw. Art. 23 lit. f DBG und sind bei der Pflichtigen als alleinige Inhaberin der elterlichen Sorge Ã¼ber die gemeinsame Tochter einkommensseitig aufzurechnen. </a>Dass diese BeitrÃ¤ge in der Scheidungskonvention der Pflichtigen und des Kindsvaters nicht vorgesehen sind und damit nicht gerichtlich angeordnet sind, Ã¤ndert an ihrem Charakter als Unterhaltsleistungen nichts (vgl. E. 2.4 vorstehend): In der Praxis ist festzustellen, dass es bei geschiedenen Ehegatten hÃ¤ufig zu Abweichungen zwischen den gemÃ¤ss Scheidungsurteil geschuldeten und den tatsÃ¤chlich bezahlten BeitrÃ¤gen kommt, weil die Parteien wegen geÃ¤nderter UmstÃ¤nde in formloser Absprache eine AbÃ¤nderung der BeitrÃ¤ge vereinbaren. Dies hat das Steuerrecht zu berÃ¼cksichtigen, soweit die effektiven Zahlungen â wie hier â nachgewiesen sind (vgl. fÃ¼r die direkte Bundessteuer: Hunziker/Mayer-Knobel, Art .23 DBG N 28 in fine mit zahlreichen Hinweisen). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Was die Pflichtige hiergegen vorbringt, rechtfertigt keine andere Beurteilung:</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Die Pflichtige hat 2020 die andere HÃ¤lfte des Schulgelds fÃ¼r die gemeinsame Tochter im Betrag von Fr. â¦ bezahlt. Diese <a id="_Hlk166069530">Zahlung ist bei richtiger Betrachtung ebenfalls in ErfÃ¼llung der familienrechtlichen UnterstÃ¼tzungspflicht der Pflichtigen gegenÃ¼ber ihrer Tochter im Sinn von Art. 276 ZGB erfolgt. Indessen steht die Tochter wie dargelegt unter der alleinigen elterlichen Sorge der Pflichtigen. Damit entfÃ¤llt fÃ¼r diese Leistung der Pflichtigen die steuerliche AbzugsfÃ¤higkeit </a>gestÃ¼tzt auf § 31 lit. c StG bzw. Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG: UnterhaltsbeitrÃ¤ge sind aufgrund des Korrespondenzprinzips nur dann vom Einkommen abziehbar, wenn sie an den Elternteil fÃ¼r die unter seiner elterlichen Sorge stehenden Kinder geleistet werden. Diese Voraussetzung ist bei einer Zahlung von Schulgeld durch denjenigen Elternteil, der die alleinige elterliche Sorge innehat, gerade nicht erfÃ¼llt. Aus der Sicht der Pflichtigen handelt es sich bei diesen Zahlungen um steuerlich nicht abziehbare Lebenshaltungskosten. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Ebenso wenig sind die von der Pflichtigen angerufenen Grundrechte (Rechtsgleichheitsgebot, Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen LeistungsfÃ¤higkeit oder WillkÃ¼rverbot) verletzt: Zutreffend ist, dass beim gegebenen Sachverhalt die Pflichtige die Zahlungen des Kindsvaters an das Schulgeld als EinkÃ¼nfte versteuern muss und die von ihr ebenfalls geleisteten BeitrÃ¤ge an das Schulgeld nicht von ihrem steuerbaren Einkommen absetzen kann. Indessen korrigiert das Gesetz diese unterschiedliche Behandlung, indem der Kindsvater und die Pflichtige in anderen Bereichen gerade aufgrund des Umstands, dass die Pflichtige alleinige Inhaberin der elterlichen Sorge Ã¼ber das gemeinsame Kind ist, unterschiedlich behandelt werden. So kommt die Pflichtige im Gegensatz zum Kindsvater bei den Staats- und Gemeindesteuern in den Genuss des Verheiratetentarifs (§ 35 Abs. 2bis und § 47 Abs. 2bis StG) bzw. bei der direkten Bundessteuer des Einelterntarifs (Art. 36 Abs. 2bis DBG). Weiter steht der Pflichtigen der Sozialabzug fÃ¼r die unmÃ¼ndige Tochter zu (§ 34 Abs. 1 lit. a StG) sowie der Versicherungsabzug. Damit ist die unterschiedliche steuerliche Behandlung des Inhabers der elterlichen Sorge und des unterhaltsverpflichteten Kindsvaters ohne Beteiligung an der elterlichen Sorge auch vor den von der Pflichtigen angerufenen VerfassungsgrundsÃ¤tzen vertretbar. Inwieweit das Bundesgericht beim klaren Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen des DBG bzw. des Bundesgesetzes Ã¼ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) aufgrund von Art. 190 der Bundesverfassung an eine den angefÃ¼hrten VerfassungsgrundsÃ¤tzen allenfalls widersprechende Regelung gebunden wÃ¤re, hat das Verwaltungsgericht nicht zu beurteilen. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.3 </b>Die Pflichtige lÃ¤sst ausfÃ¼hren, der Kindsvater habe nur einer Kostenbeteiligung an der Privatschule der Tochter zugestimmt, wenn sie sich ebenfalls an den Kosten zur HÃ¤lfte beteilige. Sie offeriert den Kindsvater als Zeugen hierfÃ¼r und lÃ¤sst weiter ausfÃ¼hren, eine unterschiedliche Behandlung dieser beiden Zahlungen verletze ihre Grundrechte.</p> <p class="Erwgung3">FÃ¼r das Verwaltungsgericht ist der von der Pflichtigen behauptete Sachverhalt durchaus wahrscheinlich und wird auch vom BeschwerdefÃ¼hrer nicht bestritten. Aus diesen GrÃ¼nden kann auf die Einvernahme des Kindsvaters verzichtet werden. Indessen Ã¤ndert dies an der rechtlichen Beurteilung nichts: Nach dem Gesagten (vgl. E. 3.2.2 vorstehend) ist in der unterschiedlichen steuerlichen Bewertung der Zahlungen der Pflichtigen und des Kindsvaters fÃ¼r die Privatschule der gemeinsamen Tochter keine Verletzung von Grundrechten der Pflichtigen erkennbar. Daran Ã¤ndert auch der Umstand nichts, dass der Kindsvater seine Zahlungen von Zahlungen der Pflichtigen in gleicher HÃ¶he abhÃ¤ngig gemacht hat. Dies belegt im Ãbrigen nochmals, dass die Zahlungen des Kindsvaters auf einem gemeinsamen Entschluss der Eltern beruhten, wie sie die Schulung der Tochter vornehmen wollten. Dies schliesst â wie bereits dargelegt (vgl. E. 2.4. vorstehend) â die Qualifizierung der Zahlungen als freiwillige Leistung des Kindsvaters gerade aus. Entgegen den AusfÃ¼hrungen der Pflichtigen liegt damit auch eine klare und bezifferte Vereinbarung Ã¼ber diese als Unterhalt zu qualifizierenden Zahlungen vor. Unbestritten und aktenmÃ¤ssig ausgewiesen ist weiter, dass die Zahlungen fÃ¼r die Tochter an die Pflichtige im dargelegten, vereinbarten Ausmass auch erfolgt sind. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.4 </b>Ebenfalls <a id="_Hlk166069873">unbedeutend fÃ¼r die steuerliche Beurteilung </a>des vorliegenden Sachverhalts <a id="_Hlk166069879">ist </a>aus Sicht des Verwaltungsgerichts und entgegen der vorinstanzlichen Auffassung, <a id="_Hlk166069888">dass der Kindsvater seinen Anteil an den Kosten der Privatschule mit einem separaten Zahlungsauftrag getrennt von den Ã¼brigen UnterhaltsbeitrÃ¤gen bezahlt hat</a>. Sodann zeichnen sich UnterhaltsbeitrÃ¤ge gerade dadurch aus, dass sie zur Deckung des laufenden Lebensbedarfs der EmpfÃ¤nger dienen und keinen VermÃ¶genszuwachs bei diesem bewirken (vgl. Hunziker/Meyer-Knobel, Art. 23 DBG N 28a). Auch daraus lÃ¤sst sich â wiederum entgegen der Auffassung der Vorinstanz â nichts fÃ¼r die Rechtsauffassung der Pflichtigen ableiten. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.5 </b>Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde. Die Pflichtige ist gemÃ¤ss Einspracheentscheide vom 31. MÃ¤rz 2023 fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuern mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ bei einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. â¦ einzuschÃ¤tzen und fÃ¼r die direkte Bundessteuer mit einem Einkommen von Fr. â¦ zu veranlagen. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekurs- und des erst- und zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG; Art. 144 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Eine ParteientschÃ¤digung bleibt der Beschwerdegegnerin fÃ¼r das Rekurs- und das erst- und zweitinstanzliche Beschwerdeverfahren versagt (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG in Verbindung mit § 152 und § 153 Abs. 4 StG sowie Art. 64 Abs. 1â3 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 Ã¼ber das Verwaltungsverfahren [VwVG] in Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 und Art. 145 Abs. 2 DBG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2020 (<span>SB.2023.00120) wird gutgeheissen. Die Beschwerdegegnerin wird fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuern, Steuerperiode 2020, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. â¦ eingeschÃ¤tzt (Tarif gemÃ¤ss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif).</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Beschwerde betreffend direkte Bundessteuer 2020 (SB.2023.00121) wird gutgeheissen. Die Beschwerdegegnerin wird fÃ¼r die direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2020, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ veranlagt (Tarif gemÃ¤ss Art. 36 Abs. 2 DBG; Verheirateten-/Einelterntarif).</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Kosten der Verfahren vor Steuerrekursgericht werden der Beschwerdegegnerin auferlegt und es steht ihr fÃ¼r das Rekurs- und erstinstanzliche Beschwerdeverfahren keine ParteientschÃ¤digung zu.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die GerichtsgebÃ¼hr im Verfahren SB.2023.00120 wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 87.50</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 587.50</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die GerichtsgebÃ¼hr im Verfahren SB.2023.00121 wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 52.50</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 552.50</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Es werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>9. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) das Steuerrekursgericht;<br/> c) das Sekretariat der GeschÃ¤ftsleitung des kantonalen Steueramts;<br/> d) das Steueramt der Stadt C;</span></p> <p class="Einzug2"><span> e) die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>