<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2025-06-12-5F_33-2025.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5F_33/2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 12. Juni 2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Bovey, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Hartmann, Bundesrichterin De Rossa, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________ AG, </div> <div class="para">Gesuchstellerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. B.________, </div> <div class="para">2. C.________, </div> <div class="para">3. B.________, </div> <div class="para">4. D.________, </div> <div class="para">alle vier vertreten durch Rechtsanwältin Rahel Plüss, </div> <div class="para">Gesuchsgegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Revision des Urteils 5A_318/2025 des Schweizerischen Bundesgerichts vom 30. April 2025. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Die A.________ AG (Gesuchstellerin) ist Stockwerkeigentümerin an den Einheiten uuu, vvv, www und xxx (Gewerbe-/Dienstleistungsräume mit Wertquote 127/1'000) in der Wohnüberbauung "E.________" an der F.________strasse yyy in U.________. B.________ und C.________ (Gesuchsgegner 1 und 2) sind Stockwerkeigentümer der Einheit zzz (Wohnräume mit Wertquote 58/1'000). </div> <div class="para">Die Gesuchstellerin strebt eine Umnutzung ihrer Gewerbe- bzw. Dienstleistungsräume zu Wohnräumen an, worüber an der Stockwerkeigentümerversammlung vom 9. März 2024 abgestimmt wurde. B.________ und C.________ stimmten dieser Umnutzung nicht zu. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Darauf stellte die Gesuchstellerin am 16. Oktober 2024 gegen B.________ und C.________, gegen deren Sohn (Gesuchsgegner 3) und gegen deren Rechtsanwältin (Gesuchsgegnerin 4) ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen, mit welchem sie namentlich verlangte, es sei diesen die weitere Verweigerung der Zustimmung zur Umnutzung zu untersagen, soweit dies erforderlich sei, um den Verkauf voranzutreiben, und es seien jegliche Massnahmen zu untersagen, die potenzielle Käufer davon abhielten, Kaufhandlungen aufzunehmen oder abzuschliessen. </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 15. Januar 2025 trat das Bezirksgericht Arbon auf das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen nicht ein. Die hiergegen erhobene Berufung hiess das Obergericht des Kantons Thurgau mit Entscheid vom 27. März 2025, soweit es darauf eintrat, dahingehend gut, dass es das erstinstanzliche Gesuch um vorsorgliche Massnahmen abwies (statt darauf integral nicht einzutreten). </div> <div class="para">Auf die hiergegen erhobene Beschwerde der Gesuchstellerin trat das Bundesgericht mit Urteil 5A_318/2025 vom 30. April 2025 mangels hinreichender Begründung nicht ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 5. Juni 2025 verlangt die Gesuchstellerin die Revision dieses Urteils sowie die Rückweisung an eine unbefangene kantonale Instanz zur vollständigen Neubeurteilung mit der Verpflichtung zu beschleunigter Behandlung. Ferner verlangt sie die unentgeltliche Rechtspflege. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Bundesgerichtliche Urteile erwachsen mit ihrer Ausfällung in Rechtskraft (<span class="artref">Art. 61 BGG</span>). Das Bundesgericht kann deshalb grundsätzlich nicht auf ein eigenes Urteil zurückkommen. </div> <div class="para">Einzig kann ein bundesgerichtliches Urteil auf Gesuch hin aus einem der in <span class="artref">Art. 121 ff. BGG</span> abschliessend genannten Gründe in Revision gezogen werden, wobei der Revisionsgrund in der Gesuchsbegründung darzulegen ist (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para">Im Übrigen ist zu beachten, dass die Revision nicht dazu dient, die Rechtslage erneut zu diskutieren und inhaltlich eine Wiedererwägung des ergangenen bundesgerichtlichen Urteils zu verlangen (vgl. dazu statt vieler: Urteil 5F_36/2022 vom 29. November 2022 E. 3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gesuchstellerin legt von der Sache her keinen Revisionsgrund dar, wenn sie behauptet, ohne Entscheid zur beantragten Nutzungsänderung bleibe der Verkauf der Stockwerkeinheiten blockiert, was einer Enteignung gleichkomme, und das zugrunde liegende Verfahren werde massiv verzögert bzw. die anhaltende Untätigkeit der Behörden verursache irreparable Vermögensschäden. Dabei geht es um eine Wiederholung der bereits im Beschwerdeverfahren 5A_318/2025 vorgebrachten Behauptungen, welche die Gesuchstellerin gewissermassen in Wiedererwägung gezogen wissen möchte. Soweit sie schliesslich den Revisionsgrund von <span class="artref">Art. 123 Abs. 1 BGG</span> anruft, reicht das abstrakte Vorbringen, zwischen Januar und Mai 2025 habe sie gegen die Bezirks- und Oberrichter sowie die weiteren beteiligten Personen in Justiz, Verwaltung und Anwaltskanzleien fundierte Strafanzeigen bei der Bundesanwaltschaft eingereicht, nicht, um den betreffenden Revisionsgrund zu substanziieren, denn abgesehen davon, dass eine Einwirkung durch strafbare Handlungen auf den Entscheid durch das blosse Einreichen von Strafanzeigen nicht ansatzweise erwiesen ist, würde sich die Einwirkung wenn schon auf die kantonalen Urteile und nicht auf das zu revidierende bundesgerichtliche Urteil beziehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist auf das Revisionsgesuch mangels plausibler Darlegung, inwiefern in Bezug auf das bundesgerichtliche Urteil 5A_318/2025 Revisionsgründe vorliegen könnten, nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Juristische Personen haben grundsätzlich keinen Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, denn sie sind nicht arm oder bedürftig, sondern bloss zahlungsunfähig oder überschuldet und haben in diesem Fall die gebotenen gesellschafts- und konkursrechtlichen Konsequenzen zu ziehen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.05.2025&amp;to_date=18.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IA-337%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page337">BGE 119 Ia 337</a> E. 4b; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.05.2025&amp;to_date=18.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-II-306%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page306">131 II 306</a> E. 5.2.1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.05.2025&amp;to_date=18.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-I-328%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page328">143 I 328</a></span> E. 3.1). Ohnehin war das Revisionsgesuch, wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, von Anfang an aussichtslos, weshalb es auch an den materiellen Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege fehlen würde (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). Das entsprechende Gesuch ist mithin abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Thurgau mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 12. Juni 2025 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Bovey </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>