B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4851/2013 U r t e il v o m 1 6 . D e z e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richterin Claudia Cotting-Schalch, Richter Markus König, Gerichtsschreiberin Jeannine Scherrer-Bänziger. Parteien A._______, geboren (…), Syrien, vertreten durch Hansjörg Trüb, Asylbrücke Zug, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flüchtlingseigenschaft und Asyl; Verfügung des BFM vom 25. Juli 2013 / N (…). E-4851/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer , ein syrischer Staatsangehöriger und ethnischer Kurde mit letztem Wohnsitz in (…) verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge Mitte Mai 2011 . Er sei auf dem Landweg via die Türkei nach Griechenland gereist, wo er von den griechischen Behörden aufg e- griffen und nach einem Gefängnisaufenthalt von (…) am (…) freigelassen worden sei. Am 1. November 2011 habe er Griechenland in einem Last- wagen verlassen und sei am 3. November 2011 in die Schweiz gelangt; gleichentags suchte er um Asyl nach. Am 10. November 2011 fand die Befragung zur Person (BzP) statt, am 18. Juli 2013 die Anhörung. Der Beschwerdeführer führte zur Begründung seines Gesuchs aus, er sei in (…) aufgewachsen und dort während acht Jahren zur Schule gegangen. Danach sei er als (…) angelernt worden und habe diese Tätigkeit bis zu seinem 17. oder 18. Altersjahr in (…), da- nach für ein Jahr in (…) ausgeübt. Ab dem Jahr (…) habe er (…) Militär- dienst geleistet. Von Mitte 2009 bis Mitte 2010 habe er als (…) in (…) ge- arbeitet und i n der Folge einige Monate bei seinem Vater in dessen (…-)geschäft in (…) ausgeholfen. Am (…) habe er zusamme n mit 15 Freunden eine Demonstration gegen die syrische Regierung durchg e- führt. Sein Vater, der Mitglied der (…) sei, sei damit einverstanden gew e- sen. Es hätten 75 bis 80 Personen mobilisiert werden können. Er und sein Bruder B._______ hätten diese in der Absicht fotografiert, die Fotos zur Veröffentlichung an C._______ zu schicken. Im Verlauf der Demonst- ration hätten Polizisten gewaltsam interveniert und wahllos auf die D e- monstranten eingeschlagen. Er sei zu einem Freund in das Dorf (…) ge- flohen. Dieser habe in Erfahrung gebracht, dass s ein Vater und sein Bru- der festgenommen worden seien, das Geschäft seines Vaters von den Behörden zerstört und nach ihm gesucht worden sei. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer eine Kop ie seiner Identitätskarte zu den Akten. B. Mit am 29. Juli 2013 eröffneter Verfügung vom 25. Juli 2013 stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte dessen Asylgesuch vom 3. November 2011 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Gleichzeitig verfügte es wegen Unz u- mutbarkeit des Vollzuges der Wegweisung die vorläufige Aufnahme. E-4851/2013 Seite 3 C. Mit Eingabe vom 28. August 2013 erhob der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und be an- tragte in materieller Hinsicht die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl. I n prozessualer Hinsicht ersucht e er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Verzicht auf die E r- hebung eines Kostenvorschusses. D. Am 3. September 2013 bestätigte der Instruktionsrichter den Eingang der Beschwerde. Mit Zwischenverfügung vom 1 1. September 2013 hiess er das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut , ver- zichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und räumte dem BFM Gelegenheit zur Vernehmlassung ein; diese ging am 27. September 2013 beim Gericht ein. E. Das Gericht erhielt d ie Replik des Beschwerdeführers am 17. Oktober 2013. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und ents chei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgül- tig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet si ch nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). E-4851/2013 Seite 4 1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerd e- führung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eing e- reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG) ist einz u- treten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Da der Beschwerdeführer zufolge Unzumutbarkeit des Vollzugs der Weg- weisung vorläufig aufgenommen wurde, beschränkt sich das Verfahren auf die Frage, ob das B undesamt zu Recht das Asylgesuch des B e- schwerdeführers abgelehnt und ihn aus der Schweiz weggewiesen hat. 3. 3.1 Der Beschwerdeführer bemängelt in verschiedener Hinsicht die Quali- tät der Anhörung und rügt den Verfahrensmangel der unvollständigen r e- spektive unrichtigen Abklärung des Sachverhaltes. Diese verfahren s- rechtlichen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wäre n, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. A LFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Ve r- waltungsrechtspflege des Bundes; 3. Auf l., Zürich 2013, S. 403 f., m.w.H.). 3.2 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 der Bundesver- fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101], Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verf ü- gende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Der Anspruch auf rechtliches Gehör u mfasst meh- rere Teilgehalte – unter anderem auch das Recht auf Anhörung –, deren Auslegung anhand der drei Hauptfunktionen des rechtlichen Gehörs vo r- zunehmen ist: Richtige Wahrheits- und Rechtsfindung, persönlichkeitsbe- zogenes Mitwirkungsrecht des Einzelnen und Schranke staatlichen Machtmissbrauchs (vgl. BERNHARD WALDMANN/JÜRG BICKEL, in: Praxi s- kommentar VwVG, Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Zürich 2009, Art. 29 N 47 ff.; PATRICK SUTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Ko m- mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Z ü- rich 2008, Rz. 8 zu Art. 29). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist fo r-E-4851/2013 Seite 5 meller Natur, dessen Verletzung, ungeachtet der Erfolgsaussichten in der Sache selbst, in der Regel zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung führt. 3.3 Das in Art. 30 VwVG statuierte Recht auf Anhörung umfasst das Recht auf Orientierung und Äusserung und ist bei der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts von herausragender Bedeutung. Darin eingeschlossen ist das Recht des Einzelnen , zu allen Fragen Ste llung zu nehmen, und der Anspruch, dass sich die verfügende Behörde mit den vorgebrachten Argumenten auseinandersetzt. Das bei der Anhörung zu erstellende Protokoll soll alle Fragen und Antworten wortgetreu wiederge- ben (Art. 29 Abs. 3 AsylG); es wird nach der Anhörung rückübersetzt und ist von den Beteiligten zu unterzeichnen. Die asylsuchende Person ist vor der Rückübersetzung darauf hinzuweisen, dass sie auf allfällige Überse t- zungs- oder Protokollfehler aufmerksam zu machen hat. 3.4 Soweit in der Beschwerde im Sinne eine s blossen Hinweises vorge- bracht wird, der grossen zeitlichen Distanz zwischen Befragung und A n- hörung sei bei der Beurteilung der Aussagen Rechnung zu tragen , rügt der Beschwerdeführer keine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Eine sol- che ist auch nicht ersichtlich, nachdem weder dargelegt wird noch den Akten zu entnehmen ist , inwiefern der Sachverhalt aufgrund der Zei t- spanne von rund 18 Monaten zwischen Befragung und Anhörung nicht mehr hätte ermittelt werden können beziehungsweise wel che Aussagen im Einzelnen und inwiefern diese voneinander abweichen sollten. Im Üb- rigen darf erwartet werden, dass zumindest die Kernelemente der Asy l- begründung übereinstimmend geschildert werden können. 3.5 Der Beschwerdeführer beanstandet, er sei bei der Anh örung von e i- ner Person befragt worden, d ie zum ersten Mal eine Anhörung durchg e- führt habe und durch einen Vertreter des BFM unterstützt worden sei. Dieser habe mehrmals in ruppigem Ton in die Anhörung eingegriffen und ihn in seinen Ausführungen gestoppt, so dass folgende entscheidwesent- lichen Begebenheiten nicht ausführlich oder gar nicht zur Sprache ge- kommen seien: Umstände der Verhaftungen seines Vaters, der Verha f- tung seines Bru ders B._______ (…) und seiner Schwester D._______ (…), der Flucht des Vaters zusammen mit den Geschwistern D._______, E._______ und F._______ (…) und das polizeiliche Aufsuchen der Mutter und des Bruders B._______ zu Hause und deren Befragung nach dem Verbleib des Beschwerdeführers. Diese Beanstandungen finden im Anhö- rungsprotokoll (vgl. Akten BFM A15/15) keine Stütze. Es ist di esem viel-E-4851/2013 Seite 6 mehr zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer ausreichend Gelegen- heit geboten wurde, sich zu den ihm wesentlich erscheinenden Punkten zu äussern (vgl. a.a.O. F 66, 68 –71). Von dieser Mög lichkeit machte er auch Gebrauch, liess sich zu den in der Beschwerde erwähnten Beg e- benheiten vernehmen (vgl. a.a.O. FF 65, 69, 98, 99) und bestätigte schliesslich, er habe alles ihm wesentlich Erscheinende vorbringen kön- nen (vgl. a.a.O. F 107). 3.6 Der Beschwerdeführer rügt weiter, es habe Verständigungsprobleme mit dem Dolmetscher gegeben, und verweist auf den im Anhörungsproto- koll festgehaltenen Einwand des Hilfswerkvertreters, wonach diesem fraglich erscheine, ob die Flüchtlingseigenschaft und allfällige We gwei- sungshindernisse rechtsgenüglich hätten abgeklärt werden können. Auf Verständigungsschwierigkeiten mit dem Dolmetscher hatte der B e- schwerdeführer gleich zu Beginn der Anhörung hingewiesen. Auf en t- sprechenden Vorschlag des BFM hin erklärte er sich damit einversta n- den, jeweils umgehend auf Unklarheiten hinzuweisen, damit wiederholt werden könne (vgl. a.a.O. F 1 –F 5); so wurde es in der Folge auch ge- handhabt (vgl. a.a.O. F 44 f., 48 f., 62–64, 78, 110). Dem Protokollverlauf sind keine Hinweise darauf zu e ntnehmen – und auf Beschwerdeebene wird dies auch nicht geltend gemacht –, dass die Wahrheitsfindung we- gen Verständigungsschwierigkeiten unverhältnismässig erschwert oder gar verunmöglicht worden wäre, zumal es dem Beschwerdeführer im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht zugemutet werden durfte, auf solche Probleme hinzuweisen und seine Antworten gegebenenfalls zu wiederho- len. Entsprechend bes tätigte er die Richtigkeit der ihm rückübersetzten Antworten mit seiner Unterschrift. Bezeichnender weise wird die lediglich pauschal vorgebrachte Rüge in der Beschwerdeschrift nicht substanziiert, so dass offenbleibt, welche Aussagen unprotokolliert geblie ben sein so l- len. 3.7 Bei dieser Sachlage besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben. Das BFM hat den Sac h- verhalt richtig und vollständig abgeklärt und das rechtliche Gehör nicht verletzt. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-E-4851/2013 Seite 7 tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ih rer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Zur Begründung des angefochtenen Entscheides führte die Vori n- stanz aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anford e- rungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG und den Anforderu n- gen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AslyG nicht standhalten. In der BzP habe er geltend gemacht, Leute für die Demonstration mobil i- siert zu haben, indem er zu diesen nach Hause gegangen sei. Man habe sich dann vor der Schule (…) versammelt, wo die Demonstration ihren Anfang genommen habe. In der Anhörung hingegen habe er vorgebracht, er und Freunde hätten Leute, welche aus einer Moschee gekommen se i- en, angesprochen und vor der Moschee versammelt, wo die Demonstr a- tion ihren Anfang genommen habe. Auch bezüglich des Ablaufs der D e- monstration seien die Angaben widersprüchlich. So solle die Demonstr a- tion gemäss BzP in der Nähe des Bazars in (…) nach ungefähr einer Stunde von der Polizei aufgelöst worden sein, gemäss Anhörung indes- sen habe die Polizei bereits nach einer halben Stunde interveniert, als der Demonstrationszug in der Nähe des (…) vorbeigezogen sei. In der Anhö- rung habe er zu Protokoll gegeben, sein Vater sei festgenommen und nach ihm selbst sei gesucht worden, weil sie währ end der Demonstration Fotos gemacht hätten, welche in Illustrierten veröffentlicht worden seien; später habe er die Frage, ob er wisse, ob die Fotos veröffentlicht worden seien, verneint und angegeben, die Fotos seien nicht publiziert worden. Bei der BzP habe der Beschwerdeführer ausgesagt, er habe im (…) Leu- te für eine Demonstration mobilisiert, welche mit der Hilfe von zirka E-4851/2013 Seite 8 15 weiteren Personen zustande gekommen sei. Bei der Anhörung dage- gen habe er seine eigene Rolle als Organisator deutlich in den Hint er- grund gerückt: Als Hauptdrahtzieher würden sein Vater und ein gewisser G._______., beide Mitglieder der (…), in Erscheinung treten ; e r selbst und sein Bruder hätten lediglich Fotos gemacht und diese dem Vater ge- geben. Auch habe er bei der Anhörung unbegr eiflicherweise angegeben, nicht zu wissen, um welches Medium es sich bei C._______ handle, ob- wohl er gemäss seinen Angaben bei der BzP die Fotos zur Veröffentl i- chung an diesen (…) habe weiterleiten wollen. Er habe auch nicht plausibel darlegen können, wes halb er als erklärte r- massen apolitische Person eine Demonstration hätte organisieren sollen. Deshalb sei nicht nachvollziehbar, weshalb er gesucht werden sollte, während die weiteren Beteiligten, der Vater und sein Bruder, bereits fre i- gelassen worden seien. Nicht nachvollziehbar sei zudem, weshalb die sy- rischen Behörden einen derartigen Aufwand betreiben sollten, um eine Person zur Rechenschaft zu ziehen, die ein einziges Mal an einer D e- monstration beteiligt gewesen sei. Der Beschwerdeführer könne nur ungenügend substanziiert erzählen, warum er die Demonstranten überhaupt mobilisiert habe. Er sei nicht in der Lage, die zentralen Ereignisse, namentlich die Demonstration und die Polizeiintervention, detailliert zu schildern. Er könne nicht glaubhaft darstellen, dass er die treibende Kraft bei der Organisation der Demonstration gewesen sei. Auch als exponierter Oppositioneller könne er nicht gelten. Bekanntlich würden die syrischen Behörden energisch gegen regimekritische Aktivitä- ten vorgehen. Wäre er tatsächlich politisch exponiert gewesen, so dass er die Aufmerksamkeit der überall in Syrien gegenwärtigen Geheimdienste auf sich gezogen hätte, wäre er von diesen mit S icherheit bereits belangt worden. Seine Befürchtungen seien deshalb als unbegründet und somit als nicht asylbeachtlich zu betrachten. Das BFM erachte im vorliegenden Fall den Vollzug der Wegweisung nach Syrien aufgrund der dortigen Sicherheitslage als nicht zumutbar. Deshalb sei er in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. 5.2 In der Beschwerde wird zum Vorwurf der widersprüchlichen Angaben vorgebracht, die Aussagen hinsichtlich Mobilisierung der Teilnehmer im Vorfeld der Demonstration würden verschiedene Phasen betreffen und E-4851/2013 Seite 9 sich nicht widersprechen. Der Beschwerdeführer sei zu 15 Freunden nach Hause gegangen, um sie zu mobilisieren und mit ihnen das Vorg e- hen zu besprechen. Der Hauptharst der Teilnehmenden sei jedoch bei der Moschee hinzugekommen. Hinsichtlich des Anfangs der Demonstration habe ihn offens ichtlich ver- wirrt, dass er in der BzP in anderem Zusammenhang nach der Schule ge- fragt worden sei. Vor der Demonstration hätten sich die 15 Freunde beim Beschwerdeführer zu Hause getroffen und somit nahe beim Schulhaus. Das sei der Anfang der Demonstration gewesen, nicht aber der Besamm- lungsort. Sie seien dann zur Moschee gegangen, wo sich die weiteren Teilnehmer dazu gesellt hätten. Es wäre nicht sinnvoll gewesen, diese beim Schulhaus zu versammeln, da sich die Schule abseits des Zentrums befunden habe und am Freitag geschlossen gewesen sei. Der (…) befinde sich nahe beim Bazar, er liege also direkt in der Ei n- kaufsregion. Örtlich gesehen bestehe somit kein Widerspruch. Hinsich t- lich der Frage, ob die Polizei nach einer halben Stunde oder nach einer Stunde e ingegriffen habe, sei auf die grosse zeitliche Distanz zwischen der BzP und der Anhörung zu verweisen. Diese s Vorhalten müsse als spitzfindig gewertet werden. Die Fotos der Demonstration vom (…) seien nicht veröffentlicht worden. Die Sicherheitskräfte hätt en sie zerstört. Er habe sich nicht widerspr o- chen; aus dem Kontext ergebe sich, dass er sich bei Frage F 67 zu den Problemen seines Vaters habe äussern wollen, welche auch für ihn rel e- vant gewesen seien. Er habe keine parteipolitische Funktion gehabt. Sein Vater hingegen sei in der Partei, jedoch nicht als führendes Mitglied. Er und seine Freunde sei- en aus eigenem Dafürhalten von der Notwendigkeit einer Demonstration überzeugt gewesen. Sie hätten das Vorgehen nach Konsultation des V a- ters gemeinsam besproch en. Der Beschwerdeführer sei der Vordenker und Motivator gewesen, jedoch nicht als Führungsperson im Vordergrund gestanden. Dass er in F 103 G._______. erwähnt habe, müsse auf einem Missverständnis beruhen. Die Demonstration sei ganz klar eine Initiative von ihm, seines Vaters und seiner Freunde gewesen. Die Frage nach C._______ sei eher als Frage nach der politischen Au s- richtung zu verstehen und nicht nach der Erscheinungsform. Es sei ve r- ständlich, dass er als apolitische Person keine Aussagen zur politis chen E-4851/2013 Seite 10 Ausrichtung von C._______ habe machen können. Nachdem es die Idee des Vaters gewesen sei, Fotos zu machen und diese zu publizieren, kö n- ne von ihm nicht erwartet werden, dass er sich mit den Medien auskenne. Die Freilassung des Vaters sei im Zusammenhang mit (…) zu sehen. Er und weitere Familienmitglieder seien wiederholt massiv behelligt worden, weshalb sie später ebenfalls geflohen seien. Es sei daher durchaus nachvollziehbar, dass die Sicherheitskräfte den Beschwerdeführer als Hauptdrahtzieher der Demonstration zur Rechenschaft ziehen wollten. Die protokollierten Aussagen seien ausreichend substanziiert. Zu beac h- ten sei aber auch, dass er wiederholt nicht habe ausreden können. Allfä l- lige Unklarheiten seien auf die schlechte Qualität der Anhörung zurückzu- führen. Wenn das BFM feststelle, er sei kein exponierter Oppositioneller gew e- sen, ansonsten er mit Sicherheit bereits belangt worden wäre, müsse es sich vorwerfen lassen, den wesentlichen Sachverhalt nicht verstanden zu haben. Er sei ers tmals am (…) öffentlich in Erscheinung getreten. Beim Eingreifen der Polizei sei er geflohen. Die Behörden hätten somit keine Gelegenheit gehabt, gegen ihn vorzugehen. Er habe nie behauptet, ein Oppositioneller zu sein. Mit der Demonstration habe er sich i n den Augen der Behörden jedoch zu einem solchen gemacht. Wie die Ereignisse nach der Flucht zeigen würden, werde er wegen des Anzettelns der D e- monstration gesucht. Als Kurde sei sein Risiko zudem grösser, als Staats- feind bestraft zu werden. 5.3 Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung zu den materiellen Vor - bringen des Beschwerdeführers an, dessen nachgereichte Stellungna h- me generiere eine Reihe weiterer Widersprüche. Es werde ihr dort die Behauptung unterstellt, eine apolitische Person könne keine Demons tra- tion organisieren. Diese Behauptung sei in der angefochtenen Verfügung jedoch nicht zu finden. Es sei vollkommen unp lausibel, dass eine erklä r- termassen apolitische Person Initiant einer Demonstration hätte sein so l- len. Dies werde durch die Tatsache gestützt, dass der Beschwerdeführer sich über seine eigene Rolle bei der Demonstration nicht im Klaren sei. Weiter sei festzuhalten, dass er im Nachhinein einer Partei beigetreten sein wolle, von der er lediglich wisse, dass es sich um eine demokrat i- sche Partei handle. Damit werde das Argument hinfällig, er sei von der syrischen Regierung als Oppositioneller wahrgenommen und deswegen verfolgt worden. Auch die mit der Beschwerde eingereichten Beweismittel E-4851/2013 Seite 11 würden lediglich zeigen, dass es Kundgebungen gegeben hab e. Sie se i- en deshalb nicht geeignet, die geltend gemachte Exponiertheit des B e- schwerdeführers zu beweisen. 5.4 Der Beschwerdeführer hält in der Replik fest, die Vorinstanz erwähne, die nachgereichte Stellungnahme generiere weitere Widersprüche. Ohne konkrete Hinweise, worin diese bestehen sollten, könne er dazu nicht Stellung nehmen. Er habe eine zwar kurze , aber plausible Motivation für die Demonstration vorgebracht, seine Rolle sei klar gewesen – soweit sie dies bei einer erstmaligen Unternehmung überhaupt habe sein können – , und es bedürfe keiner politischen Erfahrung, um einen solchen Anlass gemeinsam zu organisieren. Der Beitritt zur Partei nach der Einreise in die Schweiz habe nichts mit den Fluchtgründen zu tun. Er habe die V i- deoaufnahmen unter seinem eigenen Namen auf (…) publiziert, womit er sich tatsächlich exponiert habe. 6. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass das Bundesamt das Beweismass des Glaubhaftmachens auf den vorliegenden Fall korrekt zur Anwendung geb racht hat. Es b e- gründete in der angefochtenen Verfügung einlässlich und überzeugend, weshalb die Flüchtlingseigenschaft nicht glaubhaft dargetan sei. Die En t- gegnungen auf Beschwerdeebene vermögen – wie nachfolgend aufg e- zeigt – die vorinstanzlichen Erwägungen nicht zu entkräften. 6.2 Der Beschwerdeführer bezeichnet sich als apolitische Person. Er b e- fürchtet allerdings, er gelte in den Augen der syrischen Behörden als O p- positioneller, weil er bei der Demonstration vom (…) erst- und einmalig in Erscheinung getreten sei. Das Gericht erachtet diese Furcht aufgrund der Akten als nicht begründet. Sein Engagement ist mit jenem des Bruders B._______ gleichzusetzen: Die Demonstration wurde von ihm, seinem Bruder B._______, seinem Vater und Freunden organisiert, und er hat an- lässlich der Demonstration Fotos gemacht (vgl. A15/15 F 73). Vor dem Hintergrund, dass der Bruder nach der Verhaftung freigelassen worden ist und sich seit Dezember 2011 unbehelligt in (…) aufhält (vgl. Aufzeichnun- gen in der Beilag e zur Beschwerde), ist nicht ersichtlich, welches erns t- hafte Interesse die syrischen Behörden im jetzigen Zeitpunkt am B e- schwerdeführer haben könnten. Etwas anderes lässt sich auch nicht aus der Verhaftung der Schwester D._______, die nach (…) Tagen freigelas- sen worden ist, und der wiederholten Verhaftung des Vaters ableiten. Im Unterschied zum Beschwerdeführer war dieser bereits zum damaligen E-4851/2013 Seite 12 Zeitpunkt Mitglied der (…) und machte, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen worden war, "wieder Fotos" (vgl. A 15/15 F 96), so dass nicht auszuschliessen ist, dass dessen weitere Verhaftungen in einem neuen Kontext erfolgt sind. Das Interesse der syrischen Behörden dürfte de m- nach am Vater ungleich höher sein als am Beschwerdeführer und dessen Bruder, welche ein einziges Mal an einer Demonstration beteiligt gew e- sen sind. Es ist – wie das BFM zutreffend festgehalten hat – nicht nach- vollziehbar, weshalb die syrischen Behörden einen derartigen Aufwand betreiben sollten, um den Beschwerdeführer zur Rechenschaft zu ziehen. 6.3 Das BFM hat im Übrigen zu Recht auf verschiedene Widersprüche in zentralen Vorbringen des Beschwerdeführers hingewiesen. Dessen Be- gründung seiner unterschiedlichen Angaben zur Mobilisierung der D e- monstrationsteilnehmenden vermag nicht zu überzeugen. Seinen Aussa- gen in der BzP zufolge mobilisierten er und seine Freunde die Teilne h- menden ausschliesslich durch (vorgängige) Hausbesuche. Auch wenn sich anlässlich der Demonstration vermutungsweise spontan weitere Teil- nehmende, allenfalls auch solche, die aus der Moschee herauskamen, angeschlossen haben mögen, so lassen die Aussagen anlässlich der B e- fragung keinen Raum für das Beschwerdevorbringen, der Hauptharst der Teilnehmenden sei aus der Moschee herausgekomm en. Entsprechend unvereinbar sind auch die Aussagen zum Ort, wo die Demonstration ihren Anfang genommen habe (vgl. BzP A6/12 S. 8: "Vor dem Schulhaus (…)" beziehungsweise in der Anhörung A15/15 F 81: "Vor der Moschee “). Die Argumentation des Beschwerdeführers auf entsprechenden Vorhalt in der Anhörung (vgl. a.a.O. F 82), er habe nicht gesagt, sie hätten sich bei der Schule des Dorfes versammelt, trifft gemäss Protokoll nicht zu. Auch das Vorbringen auf Beschwerdeebene, es habe ihn offensichtlich verwirrt, dass er in der BzP in anderem Zusammenhang nach der Sc hule gefragt worden sei, erweist sich nach dem Protokoll offensichtlich als blosse Schutzbehauptung. Das Fotografieren der Demonstranten wird vom B e- schwerdeführer als Kernelement für seine angebliche Verfolgung im He i- matland erwähnt (vgl. A15/15 F67). Zutr effend hat das BFM darauf hi n- gewiesen, dass mit Fotos den syrischen Behörden Beweismittel über die Demonstranten geliefert würde und eine Verfolgung deswegen nicht plausibel sei; eine entsprechende Nachfrage konnte der Beschwerdefü h- rer nicht schlüssig beantworten (vgl. BzP A6/12 S. 8), was grundsätzliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit dieses Vorbringens weckt . Auch sind die Angaben betreffend d ie Veröffentlichung der Fotos widersprüchlich. Die Entgegnung auf Beschwerdeebene wird durch das Anhörungsprotokoll (vgl. A15/15 F67) nicht gestützt. E-4851/2013 Seite 13 6.4 Das Bundesamt hat nach dem Gesagten zu Recht festgestellt, dass der Beschwerdeführer keine Verfolgung in seiner Heimat glaubhaft zu machen vermochte. Dass er die Frage nach C._______ möglicherweise falsch verstanden hat und seine abweichenden Zeitangaben zum Eingrei- fen der Polizei für sich allein betrachtet nachvollziehbar sein mögen, kann an dieser Einschätzung nichts ändern. 7. 7.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch ein exi l- politisches Engagement in der Schweiz Grund für eine zukünftige Verfo l- gung durch die syrischen Behörden gesetzt hat und deshalb (infolge su b- jektiver Nachfluchtgründe) die Flüchtlingseigenschaft erfüllt, wie er dies geltend macht. Dabei kann e s sich angesichts der Entwicklung in Syrien nur um grundsätzliche Erwägungen handeln, ist doch die Zukunft des a k- tuellen Regimes mit seinem Sicherheitsapparat, auf den auch vorliegend Bezug genommen wird, völlig offen. 7.2 Allgemein sind subjektive Nachfluchtgründe dann anzunehmen, wenn eine asylsuchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Ve r- folgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit su b- jektiven Nachfluchtgrü nden erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. Entscheidungen und Mitteilu n- gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 16 E. 5a, m.w.H.). Der Asylausschlussgrund von Art. 54 AsylG ist absolut zu verstehen und mithin unabhängig davon anzuwenden, ob Nachfluch t- gründe missbräuchlich gesetzt worden sind oder nicht (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 S. 66 ff.). Es ist daher nicht entscheidend, welchen mutmassl i- chen Zweck die asylsuchende Person durch ihre exi lpolitischen Tätigkei- ten zu erreichen versucht hat. Massgebend ist vielmehr, ob die heimatl i- chen Behörden das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich ei n- stufen und dieser deswegen bei einer Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nachweis einer begründeten Furcht massge b- lich (Art. 3 und 7 AsylG; vgl. zum Ganzen auch BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352; UNHCR, Handbuch über Verfa h- ren und Kriterien zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Genf 1979, Neuauflage: UNHCR Österreich 2003, Rz. 96, S. 25). E-4851/2013 Seite 14 7.3 Dass der syrische Geheimdienst im Ausland aktiv ist und gezielt Inform a- tionen über Personen syrischer Herkunft sammelt, ist bekannt. Di eser Umstand reicht für sich allein genommen jedoch nicht aus, um eine b e- gründete Verfolgungsfurcht glaubhaft zu machen. Dafür müssten zusät z- liche, konkrete Anhaltspunkte – nicht rein theoretische Möglichkeiten – vorliegen, dass der Beschwerdeführer tatsäc hlich das Interesse der syr i- schen Behörden auf sich zog respektive als regimefeindliches Element namentlich identifiziert und registriert wurde. So werden nach dem Kenntnisstand des Bundesverwaltungsgerichts exilpolitische Aktivitäten erst dann wahrgenomme n, wenn ein exponiertes exilpolitisches Wirken an den Tag gelegt wird. An dieser Einschätzung vermag auch die derze i- tige Situation in Syrien nichts zu ändern. Angesichts der blutigen Ause i- nandersetzungen ist davon auszugehen, dass das Schwergewicht der Aktivitäten der mittlerweile gesch wächten syrischen Sicherheitskräfte nicht mehr bei einer grossflächigen Überwachung der im Ausland lebe n- den Opposition liegt. Seinen Angaben zufolge ist der Beschwerdeführer in der Schweiz der (…) beigetreten und hat "Videoaufnahmen unter seinem eigenen Namen auf (…) publiziert". Regimkritische Einträge wie – soweit erkennbar – in den Videobotschaften des Beschwerdeführers auf (…) sind bei einer Vielzahl von Asylsuchenden festzustellen und gehen nicht über eine massentyp i- sche exilpolitische Tätigkeit hinaus. Vorliegend ist indessen – was von entscheidender Bedeutung ist – eine tragende Rolle des Beschwerdefüh- rers innerhalb der exilpolitischen Bewegung der syrischen Kurden in der Schweiz nicht erkennbar, und es wird eine so lche auch nicht geltend g e- macht; der Beschwerdeführer ist eigenem Bekunden nach eine apoliti- sche Person. Es liegt kein exponiertes exilpolitisches Wirken vor und e r- scheint insgesamt nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass der B e- schwerdeführer identifiziert wurde. Er kann sich somit nicht auf eine b e- gründete Furcht vor künftiger Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG r e- spektive auf Art. 54 AsylG berufen. 7.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Asylvorbringen des B e- schwerdeführers den Anforderungen an d ie Glaubhaftigkeit nicht zu g e- nügen vermögen , und die geltend gemachten subjektiven Nachfluch t- gründe sind nicht geeignet, eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfol - gungsfurcht zu begründen. An dieser Einschätzung vermögen die weit e- ren Ausführungen in den Eingaben auf Beschwerdeebene nichts zu ä n-E-4851/2013 Seite 15 dern. Die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft und die Abweisung der Asylgesuche sind folglich zu bestätigen. 8. 8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die We gweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung nicht z u- lässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 8.2 Einzig im Sinne einer Klarstellung ist abschliessend festzuhalten, dass sich aus den zuvor angestellten Erwägungen nicht der Schluss e r- gibt, der Beschwerdeführer sei zum heutigen Zeitpunkt angesichts der Entwicklung in Syrien in seinem Heimatstaat nicht gefährdet. Indessen ist eine solche Gefährdungslage ausschliesslich unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 4 AuG einzuord nen, wonach der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein kann, wenn sie im Heimat - oder He r- kunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Der generellen Gefährdung aufgrund der aktuellen Situation in Syrien im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG wurde durch das BFM mit der Anordnung der vorläuf i- gen Aufnahme des Beschwerdeführers wegen Unzumutbarkeit des We g- weisungsvollzugs Rechnung getragen. 9. Aus diesen Erwägungen er gibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da das Gesuch um Gewä h- rung der unentgeltlichen Prozessführung mit Zwischenverfügung vom 11. September 2013 gutgeheissen wurde, ist jedoch auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) E-4851/2013 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und H._______. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Jeannine Scherrer-Bänziger