<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2003.00023</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107424&amp;W10_KEY=13013571&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2003.00023</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.09.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 14.01.2005 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzung 1998</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Steuerbarkeit von Auszahlungen aus einem Schneeballsystem Bei den Auszahlungen der auf einem Schneeballsystem basierenden "D Portfolio Management" an die Pflichtigen handelt es sich nicht um steuerfreie Kapitalrückzahlungen, sondern um Vermögensertrag (E. 2; Bestätigung der Rechtsprechung). In Übereinstimmung mit der ständigen Rechtsprechung liegt allerdings bei während der einjährigen Verdachtsperiode der Schenkungspauliana ausbezahlten Gutschriften kein Einkommenszufluss vor. Teilweise Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN">ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: CLAY BENJAMIN">CLAY BENJAMIN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINKOMMENSSTEUER">EINKOMMENSSTEUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTSCHRIFT">GUTSCHRIFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KAPITALGEWINN">KAPITALGEWINN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PAULIANA">PAULIANA</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REALISATION">REALISATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHENKUNGSPAULIANA">SCHENKUNGSPAULIANA</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHNEEBALLSYSTEM">SCHNEEBALLSYSTEM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERMÃGENSERTRAG">VERMÃGENSERTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERRECHNUNG">VERRECHNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUFLUSS">ZUFLUSS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 19 aStG</span><br/><span class="gerade">Art. 124 OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 286 SchKG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2003 Nr. 82 S. 187</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der mit B verheiratete A tÃ¤tigte entgegen seiner Deklaration im Wertschriften- und Guthabenverzeichnis zur SteuererklÃ¤rung 1998 im Februar 1996 eine Anlage von Fr. 100'000.- bei "D Portfolio Management". Der SteuerkommissÃ¤r wÃ¼rdigte den Ertrag dieses Gutha­bens von Fr. 42'770.- (Periode 1.1.â 31.12.1997) als VermÃ¶gensertrag und schÃ¤tzte die Pflichtigen fÃ¼r Staats- und Gemeindesteuern 1998 â unter Vornahme weiterer, hier nicht mehr interessierender Aufrechnungen â am 1. Februar 2001 mit einem Reineinkommen von Fr. 87'100.- und einem ReinvermÃ¶gen von Fr. 0.- ein. Diesen Entscheid bestÃ¤tigte das kantonale Steueramt am 5. Februar 2002 auf Einsprache der Pflichtigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Steuerrekurskommission II am 31. MÃ¤rz 2003 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Diesen Entscheid liessen die Pflichtigen am 14. April 2003 mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht anfechten. Sie stellten dabei den Antrag, "der Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben und das Reineinkommen der Steuerpflichtigen sei auf Fr. 44'400.- statt Fr. 87'100.- festzusetzen; es sei insbesondere auf die Aufrechnung der von den Pflichtigen in der massgebenden Steuerperiode vereinnahmten Auszahlungen der 'D Portfolio Management' von Fr. 42'770.- abzusehen, da es sich hierbei um steuerlich nicht beachtliche RÃ¼ckzahlungen des Kapitals im Sinne von § 19 lit. c aStG" handle. Eventualiter liessen die Pflichtigen sinngemÃ¤ss beantragen, das Reineinkommen der Pflichtigen sei auf Fr. 63'200.- festzusetzen, womit lediglich die ausserhalb der Verdachtsperiode von Art. 286 SchKG erfolgten Auszahlungen steuerlich erfasst wÃ¼rden. Das ReinvermÃ¶gen und der RÃ¼ckerstattungsanspruch fÃ¼r die Verrechnungssteuer blieben unbestritten. Ausserdem beantragten die Pflichtigen die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das kantonale Steueramt schloss auf Beschwerdeabweisung, die Steuerrekurskommission II verzichtete auf Vernehmlassung. Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht angeordnet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Eingaben verschiedener Daten reichte der Vertreter der Pflichtigen eine Reihe weiterer SchriftstÃ¼cke zu den Akten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter Ã¼berwies am 5. August 2003 den Fall der Kammer zur Entscheidung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Mit der Steuerbeschwerde kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder un­vollstÃ¤ndige Feststel­lung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Re­kurskommission in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf An­gemes­senheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekursin­stanz zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.h. auf Er­messensÃ¼berschreitung und auf Ermessens­miss­brauch (RB 1999 Nr. 147).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Mangels Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels sind die von den Pflichtigen nachtrÃ¤glich eingereichten Eingaben aus dem Recht zu weisen (§ 148 Abs. 2 in Verbindung mit § 153 Abs. 3 StG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Die vorliegende Streitsache betrifft das Steuerjahr 1998, weshalb in materieller Hinsicht die Bestimmungen des (alten) Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 (aStG) zur Anwendung gelangen (§ 269 Abs. 1 StG). Sie sehen in § 19 lit. c aStG vor, dass EinkÃ¼nfte aus beweglichem VermÃ¶gen, wie Kapitalzinsen, Gewinnanteile, Dividenden und andere Leistungen, die keine RÃ¼ckzahlung des Kapitals oder des Gesellschaftsanteils darstellen, steuerbar sind. DemgegenÃ¼ber sind seit 1. Januar 1971 wegen Auf­hebung von § 23 und § 28 aStG durch Ãnderungsgesetz vom 5. Juli 1970 die auf beweglichem Privat­ver­mÃ¶gen realisierten Ka­pi­talge­winne steuerfrei (vgl. RB 1989 Nr. 21 = StE 1990 B 24.4 Nr. 18) bzw. die auf diesem VermÃ¶gen realisierten Kapital­verluste nicht abzugsfÃ¤hig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Ein steuerfreier Kapitalgewinn bzw. ein nicht abzugs­fÃ¤hi­ger solcher Verlust liegt dann vor, wenn der Mehr- bzw. Min­derwert eines VermÃ¶gensrechts des beweglichen Pri­vat­­ver­mÃ¶­gens dadurch realisiert worden ist, dass dieses Recht ver­Ã¤ussert, das heisst wirt­schaftlich betrachtet aus dem VermÃ¶gen des Steuerpflichtigen ausgeschieden ist. Steu­er­frei sind deshalb all jene WertzuflÃ¼sse beim Steuerpflichtigen, welche als Ge­gen­wert (Er­lÃ¶s) fÃ¼r das durch VerÃ¤usserung realisierte Ver­mÃ¶gensrecht erscheinen (RB 1987 Nr. 20 = StE 1988 B 24.4 Nr. 11). Hingegen sind EinkÃ¼nfte, die dem Steuerpflichtigen aus ei­nem pri­va­ten beweglichen VermÃ¶gensrecht zufliessen, ohne dass ihr Zufluss Folge einer Ver­Ã¤us­se­rung im umschriebenen Sinn ist, gemÃ¤ss § 19 lit. c aStG steuerbarer Ver­mÃ¶genser­trag (vgl. fÃ¼r die direkte Bundessteuer Urteil des Bundesgerichts vom 10. Juli 2001, StE 2001 B 21.1 Nr. 10; Urteil des Bundesgerichts vom 21. Oktober 1996 in ASA 66 [1997/98] 377 E. 2b).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Zuwachs des Gutha­bens bei "D Portfolio Management" stellt gemÃ¤ss konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts, auf welche sich das Verwaltungsgericht stÃ¼tzt, VermÃ¶gensertrag im Sinn von § 19 lit. c aStG dar. Die entsprechenden Entscheide sind den Parteien bekannt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Pflichtigen stÃ¼tzen ihren heutigen Hauptantrag vor allem auf ein Urteil der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons ZÃ¼rich vom 23. August 2002 und leiten daraus ab, dass allfÃ¤llige Zahlungen von "D Portfolio Management" an die Pflichtigen als KapitalrÃ¼ckzahlungen zu beurteilen seien, fÃ¼r welche keine Steuerpflicht bestehe. Gerade dies lÃ¤sst sich aus dem bereits der Vorinstanz eingereichten Urteil indessen nicht ableiten. Vielmehr ist festzuhalten, dass das Obergericht im fraglichen Entscheid eine paulianische Anfechtungsklage nach Art. 286 SchKG zu beurteilen hatte. Im Rahmen jenes Verfahrens hat das Obergerichts des Kantons ZÃ¼rich die monatlichen Abrechnungen als â kausales â Schuldbekenntnis im Sinn von Art. 17 OR beurteilt. AusdrÃ¼cklich hÃ¤lt das Obergericht fest, dass auch aus zivilrechtlicher Sicht nicht erkennbar sei, inwiefern das Schuldbekenntnis an sich unter WillensmÃ¤ngeln leide oder nichtig sein soll. Diese (zivil)­rechtliche Beurteilung des Obergerichts deckt sich â entgegen der Auffassung der Pflichtigen â mit derjenigen der Gerichte, welche solche GeschÃ¤fte in steuerrechtlicher Hinsicht zu wÃ¼rdigen hatten. Das Bundesgericht hat in seinem jÃ¼ngsten Entscheid zu "D Portfolio Management" (Urteil vom 27. Januar 2003, StE 2003 B 21.1 Nr. 11) bereits festgehalten, dass die Beurteilung sÃ¤mtlicher Instanzen in dem Punkt Ã¼bereinstimme, dass die vorgegebenen Gewinne an sich als fiktiv zu bezeichnen seien, nicht aber die Gutschriften, die im Schneeballsystem einen realen Hintergrund gehabt hÃ¤tten. Dies gilt aufgrund des AusgefÃ¼hrten auch fÃ¼r den zitierten Entscheid des Obergerichts des Kantons ZÃ¼rich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nachdem den Akten weiter zu entnehmen ist, dass sÃ¤mtliche aufgerechneten Gutschriften des "D Portfolio Management" auf Gutschriftsanzeigen beruhen, in welchen ein wÃ¤hrend der entsprechenden Periode erzielter Gewinn ausgewiesen wird, bleibt kein Raum, die fraglichen Zahlungen in KapitalrÃ¼ckzahlungen umzudeuten. Dies gilt jedenfalls soweit, als sie ausserhalb der Verdachtsperiode von Art. 286 SchKG erfolgten. Diese ZuflÃ¼sse bleiben damit aus steuerlicher Sicht VermÃ¶gensertrag.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die Einkommenssteuerpflicht entsteht grundsÃ¤tzlich mit dem Zufluss von EinkÃ¼nften (RB 1995 Nr. 34). Dabei ist der Rechtserwerb in jenem Zeitpunkt vollendet, in welchem der Steuerpflichtige einen festen Rechtsanspruch auf das VermÃ¶gensrecht erworben hat, es sei denn, die ErfÃ¼llung des Anspruchs sei besonders unsicher. Der Einkommenszufluss als faktischer Vorgang ist mit Erlangung der wirtschaftlichen VerfÃ¼gungsmacht Ã¼ber die zugeflossenen VermÃ¶genswerte abgeschlossen. Ist der Zufluss auch faktisch erfolgt, kann einzig eine gesetzliche oder vertragliche (RÃ¼ck-)Ablieferungspflicht die Zurechnung des Einkommenszuflusses verhindern. Allerdings kann sich nach der Rechtsprechung auf die Ablieferungspflicht nicht berufen, wer mit einer ErfÃ¼llung dieser Pflicht bei der Erlangung der wirtschaftlichen VerfÃ¼gungsmacht ernstlich gar nicht zu rechnen braucht. Den Einkommenszufluss hindern kann einzig ein liquider Anspruch auf Ablieferung, dessen Durchsetzung unmittelbar bevorsteht (vgl. RB 1998 Nr. 148 mit Hinweisen; Markus Reich in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/1, 2. A. Basel etc. 2002, Art. 7 StHG N. 33). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach Art. 286 Abs. 1 SchKG anfechtbar sind unter anderem alle Schenkungen und unentgeltlichen VerfÃ¼gungen, die der Schuldner innerhalb des letzten Jahres vor PfÃ¤ndung oder KonkurserÃ¶ffnung vorgenommen hat. Den Schenkungen gleichgestellt sind RechtsgeschÃ¤fte, bei denen der Schuldner eine Gegenleistung angenommen hat, die zu seiner eigenen Leistung in einem MissverhÃ¤ltnis steht (Art. 286 Abs. 2 Ziff. 1 SchKG). Ãber D bzw. "D Portfolio Management" wurde am 17. Juni 1998 der Konkurs erÃ¶ffnet. Die Jahresfrist oder Verdachtsperiode von Art. 286 SchKG hat somit am 17. Juni 1997 zu laufen begonnen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GestÃ¼tzt auf diese gesetzlichen Grundlagen hat sich die Konkursverwaltung gegenÃ¼ber den Anlegern in "D Portfolio Management" durchwegs auf den Standpunkt gestellt, die innerhalb der Verdachtsperiode von Art. 286 SchKG getÃ¤tigten Auszahlungen wÃ¼rden der paulianischen Anfechtung unterliegen, soweit damit nicht eine bestehende Kapitalschuld abgetragen wÃ¼rde. Einzig diese kÃ¶nne verrechnungsweise dem auf die Pauliana gestÃ¼tzten RÃ¼ckforderungsanspruch entgegengehalten werden. Wird im zivilrechtlichen Sinn Verrechnung erklÃ¤rt, so wird angenommen, dass Forderung und Gegenforderung seien, soweit sie sich ausgleichen, schon in dem Zeitpunkt getilgt worden, in dem sie sich zur Verrechnung geeignet einander gegenÃ¼berstanden (Art. 124 Abs. 2 OR). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Konkursverwaltung der "D Portfolio Management" hat denn auch entsprechende RÃ¼ckforderungen vorgenommen, und ihre Rechtsauffassung ist mit dem bei den Akten liegenden Urteil des Obergerichts des Kantons ZÃ¼rich bestÃ¤tigt worden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die ZuflÃ¼sse an die Anleger von "D Portfolio Management" sind aufgrund unrealistisch hoher Renditeversprechen erfolgt und haben real auf einem Schneeballsystem basiert. Es ist daher ein Frage der Zeit gewesen, bis dieses System zusammenbrechen musste und RÃ¼ckforderungsansprÃ¼che Dritter gegenÃ¼ber den Anlegern erhoben wurden. Konkret ist die RÃ¼ckleistungspflicht spÃ¤testens ab Beginn der Verdachtsperiode von Art. 286 SchKG derart dringend und von der Konkursmasse auch gerichtlich durchgesetzt worden, dass ab 17. Juni 1997 im Grundsatz kein Einkommenszufluss aus "D Portfolio Management" Zahlungen an die Anleger mehr resultieren konnte. Der entsprechende Zufluss ist durch die RÃ¼ckleistungspflicht neutralisiert worden. TatsÃ¤chlich haben sich Anleger denn auch nur deswegen erfolgreich gegen die RÃ¼ckleistungspflicht wehren kÃ¶nnen, indem sie diesen Begehren der Konkursmasse verrechnungsweise ihre Kapitalforderung entgegengestellt haben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese von der Auffassung der Vorinstanz abweichende Betrachtungsweise deckt sich Ã¼brigens mit der bundesgerichtlichen Bemerkung, dass eine Beurteilung der ZuflÃ¼sse aus "D Portfolio Management" als Einkommen dann nicht mehr gerechtfertigt sei, wenn der RÃ¼ckforderung unterliegende AnsprÃ¼che besteuert wÃ¼rden (vgl. Urteil vom 27. Januar 2003, StE 2003 B 21.1 Nr. 11 E. 2.3 in fine).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Den Pflichtigen sind fÃ¼r 1997 aus "D Portfolio Management" ausserhalb der Verdachtsperiode (bis 17. Juni 1997) insgesamt Fr. 16'070.- zugeflossen. Die vom kantonalen Steueramt vorgenommene Aufrechnung von Fr. 42'770.- ist daher auf diesen Betrag und damit um Fr. 26'700.- zu reduzieren. Die Pflichtigen sind demgemÃ¤ss mit einem Einkommen von (Fr. 87'189.- ./. Fr. 26'700.- = Fr. 60'489.- bzw. gerundet) Fr. 60'400.- einzuschÃ¤tzen, dies bei unverÃ¤ndertem VermÃ¶gen. Die Abweichung gegenÃ¼ber dem Eventualantrag der Pflichtigen erklÃ¤rt sich damit, dass sie die vom SteuerkommissÃ¤r richtigerweise fÃ¼r die vorliegende EinschÃ¤tzung nicht berÃ¼cksichtigte Zahlung vom 15. Januar 1997 Ã¼ber Fr. 2'730.-, welche den Dezember 1996 betroffen hat, ebenfalls nicht berÃ¼cksichtigt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dies fÃ¼hrt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten zu einem Drittel den BeschwerdefÃ¼hrenden und zu zwei Dritteln dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG). Die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung bleibt den BeschwerdefÃ¼hrenden angesichts des nur teilweisen Obsiegens versagt (§ 152 StG in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG und § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden werden fÃ¼r das Steuerjahr 1998 mit einem Reineinkommen von Fr. 60'400.- und einem ReinvermÃ¶gen von Fr. 0.- eingeschÃ¤tzt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens werden zu je einem Sechstel den BeschwerdefÃ¼hrenden, unter solidarischer Haftung fÃ¼r einen Drittel der Kosten, und zu zwei Dritteln dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden zu je einem Sechstel den BeschwerdefÃ¼hrenden, unter solidarischer Haftung fÃ¼r einen Drittel der Kosten, und zu zwei Dritteln dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>6. ...</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>