Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Januar 2022 (725 20 472 / 20) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Rückweisung der Angelegenheit an den Unfallversicherer zur weiteren Abklärung des Sachverhalts Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Anouck Zehntner , Ad- vokatin, Indemnis Rechtsanwälte, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A. A.____, geboren 1968, arbeitete als Sachbearbeiter in bei der B.____ GmbH mit Sitz in Z.____ und war bei der Suva obligatorisch gegen Unfälle versichert. Am 10. August 2013 war sie als Beifahrerin eines Personenwagens in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt und erlitt eine Ellbogenluxationsfraktur rechts, die mehrere Operationen notwendig machte. Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Am 9. April 2014 zog sie sich bei einem Treppensturz eine proximale Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Humerusfraktur rechts zu, die ebenfalls einen operativen Eingriff erforderlich machte. Auch für dieses Unfallereignis richtete die Suva die gesetzlichen Leistungen aus. Aus organisatorischen Gründen löste die B.____ GmbH das Arbeitsverhältnis per Ende Februar 2015 auf. Am 1. Februar 2017 begann die Versicherte erneut als Sachbearbeiterin bei der B.____ GmbH zu arbeiten. Auf- grund der Arbeitsaufnahme stellte die Suva ihre Leistungen ein und verneinte mit Verfügung vom 9. Mai 2017 gestützt auf die Ergebnisse einer kreisärztli chen Untersuchung vom 23. Juni 2015 einen Rentenanspruch mangels unfallbedingter Erwerbsei nbusse und sprach der Versicherten bei einer Integritätseinbusse von 35 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 44'100.-- zu. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 23. Oktober 2017 liess A.____ der Suva unter Hinweis auf erneute Schulter-/Ellbogenbe- schwerden rechts einen Rückfall melden (act. 237). Die Suva anerkannte in der Folge die Rück- fallkausalität der geltend gemachten Beschwerden. Im w eiteren Verlauf wurden bei der Versi- cherten eine Erschöpfungsdepression bzw. ein mittelschweres depressives Zustandsbild diag- nostiziert. Schliesslich wurden am 10. Dezember 2018 bei posttraumatischer Omarthrose der rechten Schulter sowie partieller Humeruskopfnekrose eine inverse Schulterprothese rechts so- wie eine partielle Osteosynthesematerialentfernung am rechten Ellbogen vorgenommen. Nach Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse sprach die Suva A.____ mit Verfü- gung vom 21. April 2020 ab 1. Mai 2020 bei einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 76'287.- - eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfäh igkeit von 51 % zu. Eine Erhöhung der Integritätsentschädigung lehnte sie ab. Dagegen erhob die Versicherte am 6. Mai 2020 Einspra- che und beantragte die Ausrichtung der gesetzlichen Versich erungsleistungen. Mit Entscheid vom 5. November 2020 wies die Suva die Einsprache ab, soweit sie darauf eintrat. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, ver treten durch Advokatin Anouck Zehntner, mit Eingabe vom 10. Dezember 2020 Beschwer de beim Kantonsgericht Basel-Land- schaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und liess unter o/e-Kostenfolge be- antragen, es sei der Einspracheentscheid vom 5. November 2 020 insofern abzuändern, als die Beschwerdegegnerin dazu zu verpflichten sei, ihr eine Invalidenrente im Umfang von 100 % und eine Integritätsentschädigung für den psychischen Gesundheitsschaden auszurichten sowie die Kosten für die Heilbehandlung (Psychotherapie) zu übernehmen. In der Begründung wurde aus- geführt, dass der Invaliditätsgrad durch die Beschwerdegegnerin nicht korrekt bemessen worden sei. Einerseits sei sie von einem zu tiefen Valideneinkommen ausgegangen, andererseits stütze sie sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und d amit bei der Ermittlung des Invalidenein- kommens auf einen kreisärztlichen Bericht, der nachträglich heimlich abgeändert worden sei, so- dass diesem von vornherein kein Beweiswert zukomme. Darübe r hinaus leide die Beschwerde- führerin aufgrund des Unfalles an einer schweren komplexen posttraumatischen Belastungsstö- rung sowie an einer schweren Depression mit psychotischen Inhalten. Die damit verbundene Ar- beitsunfähigkeit und der Anspruch auf eine Integritä tsentschädigung sowie die Vergütung der Kosten der Heilbehandlung seien von der Beschwerdegegnerin zu Unrecht verneint worden. C. Mit Vernehmlassung vom 27. Januar 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab- weisung der Beschwerde und die Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 5. November 2020. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Nach Beizug der IV-Akten und der Akten des Krankentag geldversicherers Schweizeri- sche Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG wurde die Angelegenheit mit Verfügung des instru- ierenden Präsidenten vom 11. März 2021 der Dreierkammer zur Beurteilung überwiesen. E. Anlässlich seiner Urteilsberatung vom 12. August 2021 kam das Kantonsgericht zum Schluss, dass der medizinische Sachverhalt unvollständig abgeklärt und der Beschwerdeführerin vor der Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und der Rückweisung der Angele- genheit an die Beschwerdegegnerin Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde zu geben sei. In der Folge ersuchte es die Beschwerdeführerin um Mitteilung, ob sie ihre Beschwerde zurückziehe oder ob sie an dieser festhalte. Gleichzeitig wies es darauf hin, dass ein allfälliges Urteil gemäss § 1 Abs. 4 des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 im Zirkularverfahren ergehen würde (vgl. Beschluss vom 12. Au- gust 2021 mit Hinweis auf BGE 137 V 314). F. Mit Eingabe vom 14. Oktober 2021 teilte die Beschwe rdeführerin mit, dass sie an der Beschwerde festhalte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim örtlich wie sac hlich zuständigen Kantonsgericht er- hobene Beschwerde vom 10. Dezember 2020 ist einzutreten . Wie bereits im Ausstellungsbe- schluss vom 12. August 2021 festgehalten, ergeht das nachfolgende Urteil im Zirkulationsverfah- ren gemäss § 1 Abs. 4 VPO. 2.1 Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmunge n des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangs- bestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Un- fälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben , nach bisherigem Recht gewährt. Da der vorliegend zu beurteilenden Streitigkeit zwei Ereignisse aus den Jahren 2013 und 2014 zugrunde liegen, finden nachfolgend die bis 31. Dezember 2016 m assgebenden Bestimmungen Anwen- dung. 2.2 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun- fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Okto- ber 2000), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruc h auf ein Taggeld. Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (A rt. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG An- spruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Di ese wird mit der Invalidenrente fest- gesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Für diese Leistungen h at der Unfallversicherer grundsätzlich nur unter der Voraussetzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein- getretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürli- cher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. 2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhang s sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um- schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzus ammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige In- tegrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weg- gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene g esundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kau- salzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber di e rechtsanwendende Behörde im Rah- men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im S ozialversicherungsrecht üblichen Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 126 V 360 E. 5b) zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs- anspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1). 2.4 Ursachen im Sinn des adäquaten Kausalzusammenhangs si nd diejenigen Ereignisse, die nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet sind, einen Erfolg von der Art des eingetretenen her beizuführen, der Eintritt des Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint. De r Voraussetzung des adäquaten Kau- salzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegre nzung zu (BGE 129 V 177 E. 3.2 f.). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Er- eignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate Kau- salzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickel- ten Regeln zu beurteilen ist (BGE 112 V 30 E. 1b). Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingre nzung der sich aus dem natürlichen Kau- salzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb). Stehen hingegen psychische Unfallfolgeschäden zur Beurteilung, so hat eine beson- dere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Danach ist für die Be jahung des adäquaten Kausalzusam- menhangs im Einzelfall erforderlich, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Ent- stehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist bzw. ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 133 E. 7). 2.5 Die vorübergehenden Leistungen wie Taggelder und Heilbehandlung hat der Unfallver- sicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – nur so lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Was darunter zu verste- hen ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit. Dabei muss die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen (BGE 134 V 109 E. 4.3). Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistu ngen mit gleichzeitiger Prüfung des An- spruches auf eine Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Prüfung der Adäquanz, d.h. der Falla bschluss, ist bei Anwendung der Praxis gemäss BGE 115 V 133 in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, i n dem von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge- sundheitszustandes mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 6.1, 144 V 354 E. 4.2). Ob der Fallabschluss rechtzeitig erfolgt ist, kann erst geprüft werden, wenn der medizinische Sach- verhalt rechtsgenüglich erstellt ist (Urteil des Bundesge richts vom 29. September 2015, 8C_170/2015, E. 4.2). 2.6 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistu ngsansprüche – insbesondere bei der Feststellung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person – ist die rechtsanwendende Behörde auf verlässliche medizinisch e Entscheidungsgrundlagen ange- wiesen (BGE 134 V 231 E. 5.1, 132 V 93 E. 4). Das Ger icht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der fre ien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisrege ln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass alle Beweismittel, una bhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen sind und danach zu entscheiden ist, o b die verfügbaren Unterlagen eine zu- verlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einander widersprechenden medizinischen Berichten der Prozess nicht erledigt werden, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abgestellt wird (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf all- seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1). Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen kommt nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu. An die Beweiswürdigung sind strenge Anforderungen zu stellen, w enn ein Versicherungsfall ohne Ein- holung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E . 5.1). Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversi- cherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG) beherrscht sind. Danach haben Verwaltung und Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Sie dürfen eine Tatsa- che nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Zwischen den Parteien nicht umstritten sind der Zeit punkt des Fallabschlusses aus so- matischer Sicht und die damit verbundene Prüfung der Adäquanz der psychischen Beschwerden, die Höhe des versicherten Verdienstes sowie die Höhe de r Entschädigung für die Schädigung der körperlichen Integrität der Beschwerdeführerin durch die beiden Unfallereignisse. Streitig ist hingegen, ob der angefochtene Entscheid auf einer ge nügenden medizinischen Aktenlage ba- siert, ob die Berechnung des Validen- und des Invalidene inkommens in korrekter Weise vorge- nommen wurde und ob die Leistungseinstellung per Ende April 2020 zu Recht ohne Berücksich- tigung der Auswirkungen der psychischen Beeinträchtigunge n auf die Erwerbsfähigkeit und die Integrität der Beschwerdeführerin erfolgte. 4.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet zunächst die von d er Beschwerdegegnerin festge- setzte Höhe des Invalideneinkommens. 4.2.1 In diesem Zusammenhang stellt sie die ungenüge nde Abklärung des somatischen und des psychiatrischen Sachverhalts durch die Beschwerdegegnerin fest und moniert den Beweis- wert der kreisärztlichen Einschätzung von Dr. med. C.____, Facharzt für Chirurgie und Kreisarzt der Suva. 4.2.2 Dr. C.____ untersuchte die Beschwerdeführerin a m 28. Januar 2020 (act. 348). Im glei- chentags erstellten kreisärztlichen Bericht hielt er die folgenden Diagnosen fest: • offene Luxationstrümmerfraktur des linken Ellbogens Typ Monteggia am 10. August 2013 mit/bei o Status nach offener Reposition und Osteosynthese am 10. August 2013 o Status nach Revision im Bereich des Radiusköpfchens we gen erneuter Luxation und tem- porärer Transfixation des Radiusköpfchens am 13. August 2013 o Status nach Entfernung des transfixierenden Spickdraht es am 13. September 2013 o Status nach Metallentfernung am Olecranon, Korrektu r der verkürzten Ulna mit Se- questrektomie, Spongiosaplastik und tricorticalem Beckenspan sowie Reposition des Ra- diusköpfchens und modifizierte Ligamentum anulare-Pla stik sowie Reosteosynthese am 25. November 2013 • 4-Part proximale Humerusfraktur rechts am 9. April 2 014 mit/bei o Status nach offener Reposition der proximalen Humer usfraktur und Osteosynthese mittels Philosplatte und zusätzlicher 6-Loch-Viertelrohrplatte am 16. April 2014 o Status nach Arthroskopie der rechten Schulter mit part ieller Synovektomie anterior sowie Osteosynthesematerialentfernung durch den deltoideopectoralen Zugang o Status nach partieller Humeruskopfnekrose rechts o Status nach Implantation einer inversen Schulterprot hese rechts und partieller Osteosyn- thesematerialentfernung an der Ulna rechts am 10. Dezember 2018 In der Beurteilung verwies Dr. C.____ auf einen äusser st protrahierten Verlauf mit deutlicher Schmerzproblematik nach der Humeruskopfnekrose rechts und Funktionseinschränkungen be- züglich der rechten Schulter und des rechten Ellbogens und dem seit 2015 zusätzlichen Auftreten eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS). Nach der Implantation der inversen Schulterprothese rechts mit partieller Osteosynthesematerialentfernung an der rechten Ulna habe Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich zwar der Bewegungsumfang bezüglich der rechten Schu lter verbessern lassen können, es persistiere jedoch ein ausgeprägtes chronisches Schmerzsyndrom mit zunehmend auch Schmer- zen und Beschwerden bezüglich der linken oberen Extremität im Sinne einer Überlastungsreak- tion. Wie auch vom behandelnden Arzt festgestellt, kön nten durch weitere operative Eingriffe keine namhaften Verbesserungen des Gesundheitszustands mehr bewirkt werden, auch bezüg- lich Schmerztherapie seien die Möglichkeiten ausgeschöpft. Er empfehle einen Therapieversuch mit traditioneller chinesischer Medizin. Die Physiotherapie müsse zwingend im Sinne einer Erhal- tungstherapie fortgeführt werden. Aufgrund des ausgeprägten Funktionsverlusts der rechten obe- ren Extremität und zunehmend auch durch eine durch Komp ensation bedingte Überlastung der linken Extremität sei ein alleiniges Heimprogramm siche r nicht zielführend. Es müsse deshalb überwiegend wahrscheinlich damit gerechnet werden, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten durch das Weglassen der Physiotherapie im Sin ne einer weiteren Funktionsein- schränkung bzw. einer Zunahme der Schmerzen bezüglich beid er oberen Extremitäten ver- schlechtern würde. In Zusammenhang mit dem Belastbarkei tsprofil äusserte er sich folgender- massen: Bezüglich des rechten Armes bestehe schmerzbedingt p raktisch eine Funktionslosig- keit. Der rechte Arm könne nur kurzzeitig für wenige Min uten als Zu- dienhand benutzt werden. Das Aufstützen auf einer Unterfläche, wie es zum Beispiel für Büroar- beiten notwendig sei, sei aufgrund der ausgeprägten Allodynie des proximalen Unterarmes rechts nicht möglich. Zudem seien Überkopfarbeiten rechts gar n icht, links nur kurzzeitig möglich. Das Heben von bereits sehr leichten Gegenständen führe rechts zu einer deutlichen Schmerzprogre- dienz, sodass eine Belastbarkeit des rechten Armes nicht mög lich sei. Zudem seien repetitive Umwendbewegungen der rechten Hand nicht möglich. Aufg rund der deutlich eingeschränkten Halte- und Greiffunktion rechts seien keine Arbeiten auf Leitern und Gerüsten oder Tätigkeiten, die eine funktionierende Greif- oder Haltefunktion vor aussetzen würden, möglich. Eine Ausset- zung gegenüber Kälte, Vibrationen oder Schlägen sei nicht möglich. Aufgrund der kompensato- rischen Überlastungsreaktion mit einer Epicondylitis humeri radialis und ulnaris und einer deutli- chen muskulären Problematik sei zunehmend auch die linke obere Extremität nicht mehr belast- bar. Mit Datum vom 26. März 2020 änderte Dr. C.____ seinen Bericht vom 28. Januar 2020 ab. Nach dem Satz "Aufgrund der kompensatorischen Überlastungsreaktion mit einer Epicondylitis humeri ulnaris und radialis und einer deutlichen muskulären P roblematik ist zunehmend auch die linke obere Extremität nicht mehr belastbar." fügte er die folgenden zwei Sätze in den Bericht ein: "Dies ist aber nicht als direkte Unfallfolge zu sehen. Unter Berücksichtigung der genannten Einschrän- kungen (funktionelle Einhändigkeit) wäre aus unfallkausaler Sicht grundsätzlich eine ganztägige Tätigkeit möglich.". 4.2.3 Dr. C.____ erklärte im Bericht nicht, was ihn zu d ieser nachträglichen Korrektur bewogen hatte. Er hob die Abänderung der Passage weder optisch hervor noch wies er an anderer Stelle auf die Gründe für die Änderung der Zumutbarkeitsbeurteilung hin. Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung vom 21. April 2020 und im Einspracheentscheid vom 5. November 2020 auch mit keinem Wort auf die Änderung des Zumutbarkeitsprofils ein, obwohl die zuständige Sachbe- arbeiterin der Beschwerdegegnerin mit Aktennotiz vom 28 . Januar 2020 festgehalten hatte, Dr. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht C.____ habe der Versicherten im Anschluss an die Untersuchung mitgeteilt, sie sei faktisch ein- armig und es sei keine Tätigkeit mehr zumutbar. Es fin det sich damit keine Erklärung, weshalb die am 28. Januar 2020 festgehaltene Formulierung, wonach keine Tätigkeit mehr zumutbar sei, zwei Monate später nicht mehr hätte gelten sollen. Eine derartig einschneidende Abänderung der Zumutbarkeitsbeurteilung ist aber nachvollziehbar zu erklären; fehlt diese, ist die Aussage- und damit die Beweiskraft des Berichts stark in Zweifel zu ziehen. Weitere Zweifel an der Verlässlichkeit der Beurteilung vom 26. März 2020 werden durch den Umstand geweckt, dass RAD-Ärztin Dr. med. D.____, Fachärztin für Physikalische und Rehabi- litative Medizin, im Rahmen der Prüfung des Leistungsan spruchs der Beschwerdeführerin ge- genüber der Schweizerischen Invalidenversicherung den ur sprünglichen kreisärztlichen Bericht vom 28. Januar 2020 würdigte und zum Schluss gelangte , dass angesichts der kreisärztlich er- hobenen Befunde aktuell keine verwertbare Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt bestehe. Die Einschränkungen seien auf die somatischen Unfallfolgen zurückzuführen. Dr. D.____ hielt weiter fest, dass in einer angepassten Tätigkeit ab 28. Septem ber 2017 bis auf Weiteres eine Arbeits- fähigkeit von 0 % vorliege (Stellungnahme vom 7. Februar 2020). Bei Dr. D.____ handelt es sich um eine langjährige erfahrene Mitarbeiterin des RAD der IV-Stelle Basel-Landschaft. Sie stellte die Beurteilung von Dr. C.____ in keinerlei Hinsicht in Frage. Dieser Umstand sowie die kommen- tarlose Abänderung des Profils wecken starke Zweifel an der Zuverlässigkeit des Berichts vom 26. März 2020, weshalb zur Beurteilung der unfallbedin gten somatischen gesundheitlichen Be- schwerden, des Grads der Arbeitsfähigkeit und des Zumutbarkeitsprofils nicht auf die kreisärztli- che Beurteilung von Dr. C.____ abgestellt werden kann. Andere medizinische Berichte, die diese Fragen beantworten würden, liegen nicht vor. Soweit d ie Beschwerdeführerin beantragt, es sei aufgrund des ursprünglichen Berichts von Dr. C.____ von einer 100 %-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, kann ihr indessen nicht gefolgt werden. Der Widerspruch, der durch die Vorgehens- weise von Dr. C.____ entstanden ist, lässt sich nicht zugunste n des ersten Berichts auflösen, weshalb von der Beschwerdegegnerin in somatischer Hinsicht weitere medizinische Abklärungen zu treffen sind, bevor über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin, insbesondere über die Höhe des Invalideneinkommens, entschieden werden kann. 4.3 Hinzu kommt und wird von der Beschwerdeführerin zu Re cht moniert, dass es die Be- schwerdegegnerin versäumte, die psychischen Leiden der Beschwerdeführerin zum – aus soma- tischer Sicht richtig gewählten und unbestritten gebliebenen – Zeitpunkt des Fallabschlusses me- dizinisch abklären zu lassen und deren Unfallkausalität rechtsgenüglich unter Beizug der Praxis des Bundesgerichts gemäss BGE 115 V 133 zu prüfen. Die beiden Unfallereignisse zeigen sich unter Einbezug des schwierigen Heilungsprozesses auf den ersten Blick nicht als derart banal, dass ihnen von vorneweg eine massgebende Bedeutung an der Entstehung einer psychisch be- dingten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit abgesprochen werden könnte. Aus diesem Grund kann auch nicht auf die Prüfung der natürlichen Kausalitä t der psychischen Beschwerden verzichtet werden. Gemäss Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. me d. E.____, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3. Dezember 2019 bestand ein massi v verschlechtertes Zustandsbild im Sinne einer mittelschweren Depression. Auch Dr. C.____ erwähnte im Bericht vom 28. Januar 2020, eine Fortführung der psychiatrischen Therapie durch Dr. E.____ sei sicher empfehlenswert, da nebst den funktionellen Einschränkungen und der Schmerzproblematik bei der Untersuchung Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht vor allem auch die sehr gedrückte Stimmung und eine rel evante Belastung auffallen würden. Soweit die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 20. April 2020 ohne weitere Begründung festhielt, die psychogenen Störungen würden nicht in einem adäquaten Zusammenhang mit dem erlittenen Ereignis stehen, weshalb diesbezügliche Leist ungen entfallen würden, kann ihr somit nicht gefolgt werden. Eine Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist erst möglich, wenn klar ist, um welche psychischen Beschwerden es sich letztlich genau handelt. Hier besteht eben- falls weiterer Abklärungsbedarf, bevor über den Rente nanspruch, die Integritätsentschädigung für allfällige psychische Unfallfolgen und die Übernah me der Kosten für eine Heilbehandlung in Form einer Psychotherapie entschieden werden kann. 4.4 Der Beschwerdeführerin ist somit darin zuzustimmen, dass der angefochtene Entscheid der Beschwerdegegnerin in Verletzung des Untersuchungsgr undsatzes gemäss Art. 43 ATSG zustande gekommen ist. Nach pflichtgemässer Würdigung d er vorhandenen ärztlichen Unterla- gen ergibt sich insgesamt kein hinreichend nachvollziehbares Bild über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und dessen Auswirkungen auf die Ar beitsfähigkeit. Zur Klärung dieser Frage bedarf es einer fachärztlichen Expertise. Im Rahme n eines verwaltungsexternen Gutach- tens gemäss Art. 44 ATSG wird die Beschwerdegegnerin bi disziplinär psychiatrisch und schul- terorthopädisch abzuklären haben, inwiefern die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer somatischen und psychischen Beschwerden in der Arbeitsfähigkeit eingesc hränkt ist. Dabei wird auch die Frage gutachterlich zu klären sein, inwiefern die physischen und psychischen Beschwerden na- türlich unfallkausal sind. 4.5 In Anbetracht der Tatsache, dass der medizinische Sach verhalt derzeit nicht genügend abgeklärt ist, erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit den Rügen der Beschwerdeführerin be- treffend die Berechnung des Invalideneinkommens durch die Beschwerdegegnerin (Kompetenz- niveau 1 oder 2, Höhe des leidensbedingten Abzugs). 5.1 Zwischen den Parteien ist sodann die Höhe des Valid eneinkommens umstritten. Da die- ses nicht von den von der Beschwerdeführerin aufgrund d er Unfallereignisse erlittenen gesund- heitlichen Einschränkungen abhängig ist und sich beide Par teien in ihren Rechtsschriften dazu geäussert haben, ist diese Frage spruchreif. 5.2 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheide nd, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwie-gen- den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange- passten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Ge-sundheits- schaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E . 4.1). Ein zuletzt bezogener (hoher) Verdienst ist nur dann als Valideneinkommen heranzuzuziehen, wenn mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit feststeht, dass er weiterhin erzielt worden wäre. Erfolgte der Stellenverlust aus in- validitätsfremden Gründen, ist der Validenlohn anhand von Durchschnittswerten zu bestimmen (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2020, 8C_234/2020, E. 3 mit weiteren Hinweisen). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Die Beschwerdegegnerin geht von einem Valideneink ommen von Fr. 105'600.-- (Fr. 8'800.-- x 12) aus. Gemäss Arbeitsvertrag zwischen der Beschwerdeführerin und der B.____ GmbH vom 30. Januar 2017 wurde jedoch ein Jahreslohn vo n Fr. 114'400.-- (Fr. 8'800.-- x 13) vereinbart. Die Begründung der Beschwerdegegnerin, de r Vertrag sei am 27. März 2017 noch nicht unterschrieben gewesen, greift ins Leere. Die Be schwerdeführerin weist zu Recht darauf hin, dass ein Einzelarbeitsvertrag gemäss Art. 320 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, Fünfter Teil: Obligationenrecht (OR) vom 30. März 1911 keiner besonderen Form bedürfe und die Unte rzeichnung des Vertrages keine zwin- gende Voraussetzung für die Gültigkeit desselben sei. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin sodann, im Jahr 2020 wäre es zu einer Anpassung des Arbei tsvertrages mit einer Lohnkürzung (kein 13. Monatslohn mehr) gekommen, da die Arbeitgeb erin immer wieder mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen gehabt habe, ist nicht belegt. D amit ist davon auszugehen, dass das Valideneinkommen im Zeitpunkt der frühestmöglichen Re ntenzusprache im Mai 2020 Fr. 114'400.-- betragen hätte. 6. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizini sche Aktenlage nicht möglich ist. Der angefochtene Einspracheentscheid ist deshalb aufzuheben u nd die Angelegenheit ist zur Ver- vollständigung des medizinischen Sachverhalts an die Beschwe rdegegnerin zurückzuweisen. Anschliessend wird diese gestützt auf die Ergebnisse der A ktenergänzung über den Leistungs- anspruch der Beschwerdeführerin neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 7.1 Art. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen, hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 82a ATSG) hält fest, dass das Verfahre n vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 7.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteient- schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Be- schwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 22. März 2021 für das vorliegende Verfahren ei- nen Zeitaufwand von 14 Stunden und 15 Minuten geltend gemacht. Dieser Aufwand erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Recht sfragen als angemessen. Die Bemü- hungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgem äss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstan- den sind sodann die geltend gemachten Auslagen von Fr. 53.60. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3 '894.50 (14 Stunden und 15 Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 53.60 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerde- gegnerin zuzusprechen. 8. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge- gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständi gkeit und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an- schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent- scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch f ür einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset- zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). Bei m vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässi g. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrun g erfolgt unter diesem ausdrückli- chen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefoch- tene Einspracheentscheid vom 5. November 2020 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erw ägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurück- gewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin e ine Parteient- schädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 3'894.50 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht