<h2>SubmittedText<h2><p>Im Kanton Freiburg wurde in den letzten Jahren das Angebot im öffentlichen Regionalverkehr stark ausgebaut. Ein Herzstück der Erweiterung ist die Direktverbindung Bulle-Romont-Freiburg, welche in den Hauptverkehrszeiten bis nach Bern verlängert wird. Bereits bei der Einführung dieser Fernverkehrslinie wurde diskutiert, ob der Regioexpress auch in Düdingen halten soll. Mit Verweis auf die Kapazitäten der S-Bahn wurde schliesslich darauf verzichtet.</p><p>Die Nachfrage nach einem besseren Anschluss Düdingens an den Schienenverkehr hat in den letzten Jahren zugenommen. Täglich nutzen viele Pendler aus der Region Sense das Angebot der S-Bahn-Züge in den Grossraum Bern und zurück. Die Waggons der Betreiberin BLS sind jedoch regelmässig überfüllt, während die vorbeifahrenden Regioexpress-Züge selten ausgelastet sind. Die Lage hat sich verschärft, seit viele Pendler aus Freiburg wegen der Haltestelle Bern Europaplatz die S-Bahn anstelle des Regioexpresses benutzen. Der Bedarf nach einem Halt des Regioexpresses in Düdingen ist grösser denn je. Der Agglo-Rat der Region Freiburg hat Ende April 2015 eine Resolution für einen entsprechenden Halt auf der Strecke Bulle-Bern in Düdingen einstimmig unterstützt. Ein entsprechendes Angebot käme den Kunden zugute und würde zu einer ausgeglichenen Auslastung der bestehenden Linien führen.</p><p>Angesichts dieser Umstände bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie bewertet er die aktuelle Auslastung des Schienenverkehrs zwischen Freiburg und Bern in den Hauptverkehrszeiten?</p><p>2. Ist er der Meinung, dass eine bessere Koordination zwischen den bestehenden Angeboten des Regioexpresses und der S-Bahn auf der Strecke Bulle-Romont-Freiburg-Bern möglich ist?</p><p>3. Plant das Bundesamt für Verkehr auf den kommenden Fahrplanwechsel 2015 die Einführung eines Halts des Regioexpresses in Düdingen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Auf der S1 zwischen Freiburg und Bern werden in der Hauptverkehrszeit 200 Meter lange Doppelstockzüge der BLS eingesetzt. Auf dem Linienast Bern-Thun der S1 ist die Nachfrage etwa 25 Prozent höher als auf dem Linienast Bern-Freiburg.</p><p>Der am meisten benutzte Zug am Morgen von Freiburg nach Bern, Bern an um 7.44 Uhr, weist im Jahresdurchschnitt eine Auslastung der Sitzplätze von rund 65 Prozent auf. Auch beim nachfragestärksten Zug am Abend liegt die Auslastung in derselben Grössenordnung. Bei steigender Nachfrage können weitere Züge der S1 mit 200 statt 100 Meter langen Zügen gefahren werden.</p><p>Die Regioexpress-Züge (RE-Züge) der SBB werden aufgrund des Flügelkonzeptes und betrieblicher Restriktionen mit einstöckigen, 150 Meter langen Zügen gefahren. In den Spitzenzeiten sind diese Züge zwischen Freiburg und Bern gut bis sehr gut ausgelastet.</p><p>2. Düdingen verfügt über halbstündliche S-Bahn-Verbindungen in Richtung Freiburg und Bern mit modernem Rollmaterial und hoher Kapazität. In Freiburg und Bern bestehen Anschlüsse in alle Richtungen. Die Einführung eines dritten Zughaltes in Düdingen pro Stunde und Richtung hätte zur Folge, dass sich die Reisenden auf mehr Züge verteilen, ohne dass mit einer spürbaren Erhöhung der Passagierzahlen oder einer Verbesserung des Modalsplits zu rechnen ist.</p><p>Aktuell ist eine Arbeitsgruppe von Bund, Kantonen und SBB daran, ein Alternativkonzept für den Korridor Bern-Freiburg-Bulle/Lausanne vorzuschlagen, das auch den RE-Halt Düdingen beleuchtet. Die Haltepolitik in Düdingen kann im Langfristhorizont jedoch erst bestimmt werden, wenn die Angebotsziele und deren Machbarkeit für die Gesamtstrecke klar sind.</p><p>Im Rahmen des Step-Ausbauschrittes 2030 sieht der Kanton Freiburg für Düdingen eine bessere Erschliessung vor. Der Halt des RE-Zuges ist eine Option, die Verlängerung der RER Romont-Freiburg eine andere. Damit soll Düdingen besser in die Agglomeration Freiburg eingebunden werden.</p><p>3. Weder die SBB noch das Bundesamt für Verkehr planen auf den kommenden Fahrplanwechsel im Dezember 2015 eine Einführung von RE-Halten in Düdingen. Dagegen sprechen finanzielle wie technische Gründe:</p><p>- Ein zusätzlicher Halt der RE-Züge in Düdingen würde auf der S1 der BLS zu Erlösausfällen in der Grössenordnung von jährlich 700 000 Franken führen. Weder Bund noch Kanton Bern sind bereit, die entsprechend höhere Abgeltung zu finanzieren.</p><p>- Die Einführung eines RE-Halts in Düdingen würde eine Verlängerung der Fahrzeit um 2 Minuten bedeuten. Dies verursacht Probleme im Bahnhof Bern, da dasselbe Gleis für einen anderen Fernverkehrszug gebraucht wird.</p><p>- Um den RE-Halt in Düdingen umzusetzen, wäre im Abschnitt Düdingen-Flamatt eine Zugfolgezeit von 2 Minuten notwendig. Dies würde umfangreiche Investitionen in die Sicherungsanlagen bedingen, die weder geplant noch finanziert sind.</p><p>- In den kommenden Jahren sind Bauarbeiten auf der Strecke Freiburg-Bern vorgesehen, welche zeitweise zu einer reduzierten Kapazität der Strecke führen. Die RE-Reisenden werden dabei zwischen Freiburg und Bern auf die IC-Züge verwiesen. Eine Kontinuität des RE-Halts in Düdingen könnte daher nicht gewährleistet werden.</p>  Antwort des Bundesrates.