Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. Mai 2013 (720 11 20) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revision; Festsetzung der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit; keine verwertbare Restar- beitsfähigkeit; Gerichtsgutachten Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgnaz Jer mann, Kantonsrichter Michael Guex, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, 4143 Dornach 1 gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1972 geborene A.____ meldete sich am 24. Dezem ber 2003 unter Hinweis auf eine zweifache Herzklappenoperation bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Ren- tenbezug an. Die dazumal zuständige IV-Stelle des Kantons Solothurn sprach ihr mit Verfügung vom 29. Oktober 2004 eine Hilflosenentschädigung leichten Grades ab 1. Oktober 2004 und mit Verfügung vom 16. Februar 2005 rückwirkend ab 1. Oktober 2004 eine ganze IV-Rente in An- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht wendung der gemischten Methode mit den Anteilen von je 50% im Erwerb und im Haushalt aufgrund eines ermittelten IV-Grads von 82% zu. B. Im August 2007 leitete die IV-Stelle Basel-Landschaf t (IV-Stelle) eine Rentenrevision von Amtes wegen ein. Gestützt auf die Haushaltsabklärung vom 16. Dezember 2009 reduzierte sie den Rentenanspruch in Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs gestützt auf einen IV-Grad von 58% mit Verfügung vom 20. November 2010 auf eine halbe IV- Rente. C. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Da niel Altermatt, Rechtsanwalt, am 12. Januar 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfü- gung weiterhin eine ganze IV-Rente auszurichten. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass es an einem Revisionsgrund fehle, weil sich ihr G esundheitszustand seit der erstmali- gen Rentenzusprache nicht verbessert, sondern vielmehr versch lechtert habe. Das massge- bende Gutachten, auf welches sich die IV-Stelle bei ihr em Revisionsentscheid abgestützt habe, berücksichtige nicht alle gesundheitlichen Beschwerden und sei widersprüchlich. D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 14. Juli 2011 auf Abweisung der Be- schwerde. Gestützt auf das massgebende Gutachten des B.___ _ sei der Beschwerdeführerin eine körperlich leichte Tätigkeit ohne Verletzungsgefah r und ohne zu grossen Zeit- und Leis- tungsdruck in vorwiegender sitzender Position im Umfang vo n 50% zumutbar. Es stünden ihr auf einem theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend solche Arbeiten zur Verfügung. E. Mit Replik vom 19. September 2011 reichte die Beschwe rdeführerin einen Bericht ihres behandelnden Kardiologen sowie ein Schreiben des kardi ologischen Operateurs ein und hielt im Übrigen an ihren Rechtsbegehren fest. Mit Duplik vom 13. Oktober 2011 hielt die IV-Stelle ihrerseits an ihrem bisherigen Standpunkt fest. F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 20. Oktober 2011 stellte das Gericht den Fall aus und holte beim behandelnden Kardiologen ergänzende A uskünfte hinsichtlich der verbleiben- den Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Verweistätigkeit ein. Die entsprechenden Auskünfte ergingen am 8. November 201 1. Auf eine nochmalige Nachfra- ge des Gerichts hielt der behandelnde Kardiologe mit B ericht vom 23. November 2011 fest, dass auch für eine Verweistätigkeit keine Arbeitsfähigke it der Versicherten mehr vorliege. Mit Eingabe vom 8. Dezember 2011 stellte sich die IV-Stelle mit Verweis auf eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes RAD auf den Standpunkt , dass die Arbeitsfähigkeit hin- sichtlich einer Verweistätigkeit nicht abschliessend beurte ilt werden könne, weshalb eine Ver- laufsbegutachtung zu erfolgen habe. Die Beschwerdefü hrerin liess mit Eingabe vom 15. De- zember 2011 geltend machen, dass aufgrund der Aussagen ihres behandelnden Kardiologen von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in jeder Tät igkeit ausgegangen werden müsse. Mit Präsidialverfügung vom 19. Dezember 2011 wurde ein p olydisziplinäres Gutachten bei der C.____ in den Disziplinen Kardiologie, Neurologie und Psychologie angeordnet. In ihrer Ver- nehmlassung vom 6. Januar 2012 erklärte sich die IV-Stel le mit der C.____ als Gutachterstelle Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht einverstanden und bat um Prüfung, ob allenfalls auch e ine orthopädische und / oder rheumato- logische Mitbegutachtung angezeigt sei. In ihrer Stell ungnahme vom 7. Januar 2012 stellte die Beschwerdeführerin die Zusatzfrage, inwieweit sich die epileptischen Beschwerden auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Mit Schreiben vom 13 . Januar 2012 erteilte das Gericht der C.____ den entsprechenden Begutachtungsauftrag. G. Das Gutachten der C.____ erging am 20. Dezember 20 12. Mit Stellungnahme vom 28. Februar 2013 nahm die IV-Stelle zum Gutachten d er C.____ Stellung und hielt unter Ver- weis auf die Vernehmlassung des RAD vom 10. Januar 2013 fest, dass die Anamnese und die klinischen Erhebungen der C.____ das Ergebnis des B-Gutach tens vom 21. April 2009 bestäti- gen würden. Die C.____ beurteile den gleichen Sachve rhalt lediglich abweichend zur Beurtei- lung des B.____. Dabei werde nicht nachvollziehbar begr ündet, weshalb sich die Einschrän- kungen aus kardiologischer und psychiatrischer Sicht additiv a uswirken würden. Mit Eingabe vom 1. März 2013 liess die Beschwerdeführerin geltend ma chen, dass aufgrund des C.____- Gutachtens davon auszugehen sei, dass sie weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente habe. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist - soweit notwendig - in den nachfolgenden Erwä- gungen - einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes übe r Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 in der nach dem 1. Juli 2006 gültigen Fassung kann gegen Verfügungen der kan- tonalen IV-Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Das Kantonsgericht des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, ist deshalb gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Ge- setzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 örtlich und sachlich zuständig. Auf die form- und fristg erecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten. 2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 20 08 anwendbaren Fassung) hat die versi- cherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min- destens 50 Prozent und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Invalidität im Sinne dieser Bestimmung ist die durch ei nen körperlichen, geistigen oder psychi- schen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, K rankheit oder Unfall verursach- te, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernd e ganze oder teilweise Erwerbsunfähig- keit vgl. (Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG) . Die Invalidität wird durch eine Beeinträchti- gung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit ode r Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Die Annahme einer insbesondere invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (vgl. BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (vgl. BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträch- tigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumu tbar oder - als alternative Vorausset- zung - für die Gesellschaft gar untragbar (vgl. BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Rente n für die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Die Rechtsprechung anerkennt als Revisionsgrund namentlich die erhebliche Verbes- serung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes; eine Rente kann ferner auch revi- diert werden, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen ei nes an sich gleich gebliebenen Ge- sundheitsschadens erheblich verändert haben (vgl. BGE 109 V 116 E. 3b mit Hinweisen). Nach Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversi cherung (IVV) vom 17. Januar 1961 ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspr uchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Änderung der Leistung von dem Zeitp unkt an zu berücksichtigen, in wel- chem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit andauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentl iche Unterbrechung drei Monate ge- dauert hat und voraussichtlich weiter andauern wird. Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfä- higkeit ist die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berü cksichtigen, sobald sie ohne wesent- liche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (vgl. Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV). 3.2 Ob eine anspruchserhebliche Tatsachenänderung eing etreten ist, beurteilt sich durch den Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der Neubeurteilung. Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer an- spruchserheblichen Änderung bildet somit die letzte, der versicherten Person eröffnete und rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkom- mensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung i n den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (vgl. BGE 133 V 114 E. 5). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Streitig und zu prüfen ist im vorliegenden Fall, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenan- spruch der Versicherten zu Recht mit Wirkung ab 1. Janua r 2011 auf eine halbe IV-Rente redu- ziert hat. Prozessthema bildet die Frage, ob sich die ta tsächlichen Verhältnisse der Beschwer- deführerin seit Erlass der letzten Rentenverfügung der IV-Stelle des Kantons Solothurn vom 16. Februar 2005 in erheblicher Weise geändert haben und in welchem Ausmass die Versicher- te aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen weiterhin arbeitsfähig ist. 4.1 Bis zum Inkrafttreten des ATSG fehlte es an einer L egaldefinition des Begriffes der Ar- beitsunfähigkeit. Gemäss der Rechtsprechung galt eine Per son als arbeitsunfähig, die infolge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ihre bisherige Tätig keit nicht mehr, nur noch beschränkt oder nur unter der Gefahr, ihren Gesundheitszustand zu verschlimmern, ausüben konnte (so zuletzt in BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen) . Der Grad der Arbeitsunfähigkeit wurde unter Berücksichtigung des bisherigen Berufs festgesetzt, so lange von der versicherten Person nach einer gewissen Übergangsfrist (vgl. BGE 114 V 287 E. 3d) nicht verlangt werden konnte, ihre restliche Arbeitsfähigkeit in einem anderen Beruf szweig zu verwerten (vgl. BGE 114 V 283 E. 1d mit Hinweisen). Diese Umschreibung der Arbeitsunfähigkeit ist in die Definition des ATSG eingeflossen, nach dessen Art. 6 die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit ist, im bisheri- gen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu le isten (Satz 1); bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese positivrechtliche Begriffsumschreibung wei cht mithin nicht wesentlich vom Be- griff der Arbeitsunfähigkeit gemäss früherer Rechtspraxi s ab; vielmehr zeichnet sich die Über- führung in das geschriebene Recht durch einen hohen Gra d an Rechtskontinuität aus. Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen EVG bleibt folglich weitestgehend anwendbar (vgl. BGE 130 V 345 E . 3.1.1). Zu ergänzen bleibt, dass die Umschreibung der Arbeitsunfähigkeit in Art. 6 ATSG wed er mit der am 1. Januar 2004 in Kraft getretenen 4. IV-Revision noch mit der seit 1. Januar 2 008 in Kraft stehenden 5. IV-Revision Änderungen erfahren hat. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und i nsbesondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlich en Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (vgl. U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg .], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von i hrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozi- alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofe rn das Gesetz nichts Abweichen- des vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wah rscheinlichkeit zu fällen. Die blos- se Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den B eweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu fol gen, die es von allen möglichen Ge- schehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BG E 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Der Untersuchungsmaxime entsprechend h at das Gericht von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Par tei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgr undsatzes aufgrund einer Be- weiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumin dest die hohe Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerische Sozi- alversicherungsrecht kennt demnach keinen Grundsatz, wonac h die Versicherungsorgane im Zweifel zu Gunsten der Versicherten zu entscheiden haben . Ein Anspruch auf Leistungen be- steht nur, wenn die Voraussetzungen dafür mit überwie gender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (vgl. ZAK 1983 S. 259). 4.4 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse hat d as Gericht die ihm von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellenden Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro- zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B eweisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicher ungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei lung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist en tscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinwei- sen). Rechtsprechungsgemäss ist es dem Sozialversicherungsgerich t demnach nicht verwehrt, gestützt ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen zu entscheiden. Wie das Bundesgericht unlängst präzisiert hat, sind in solchen Fällen jedoch strenge Anforderungen an die Beweiswürdigung in dem Sinne zu stellen, dass be i auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellunge n ergänzende Abklärungen vor- zunehmen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrec htliche Abteilung, vom 27. Juli 2009, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8C_113/2009, E. 3.2 mit Verweisen). Demgegenüber sol l bei Gerichtsgutachten "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen der medizinische n Experten abgewichen werden. Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spezialärzte, welch e von Versicherungsträgern im Ver- fahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den A nforderungen der Rechtsprechung ent- sprechen, darf das Gericht insbesondere einem von ihm ein geholten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Exper- tise sprechen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). S chliesslich lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begut- achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu neh- men, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Ei nschätzungen gelangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2. 1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung au fdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewü rdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5.1 Im Zusammenhang mit der ursprünglichen Rentenfestse tzung stützte sich die IV-Stelle des Kantons Solothurn im Wesentlichen auf den Arztbericht von Dr. D.____, FMH Allgemein- medizin, vom 14. Januar 2004. Diesem Bericht zufolge seie n ein rheumatisches Aortenvitium bei Status nach Aortenklappenersatz 1997 und 2003 bei L ungenödem und Prothesenthrombo- se und Status nach Erweiterungsplastik, eine schwere Mit ralinsuffizienz postoperativ und ein anxiodepressives Syndrom zu diagnostizieren. Die gesundheit lichen Beschwerden manifestier- ten sich als erhebliche körperliche Anstrengungsintoleran z mit Atemnot, massiver allgemeiner Schwäche und muskulärer Verspanntheit vor allem im Ober körper. Sowohl physisch wie auch seelisch sei auf längere Sicht keine verwertbare Erwerb s- oder Haushaltsfähigkeit mehr gege- ben. 5.2 Im Zusammenhang mit der von der IV-Stelle in die Wege geleiteten Revision stehen im Zentrum der divergierenden Standpunkte der Parteien i nsbesondere das von der Verwaltung eingeholte polydisziplinäre Gutachten des B.____ vom 21. April 2009 einerseits und das ge- richtliche Gutachten der C.____ vom 20. Dezember 2012 andererseits. 5.2.1 Mit Gutachten vom 21. April 2009 diagnostiziert e die Ärzteschaft des B.____ mit Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit eine valvuläre Herzkrankh eit bei Status nach Aortenklappenersatz bei Insuffizienz 1997 und Status nach Aortenklappenersatz a m 17. Oktober 2003 sowie Status nach Mitralklappenersatz bei schwerer Insuffizienz am 21. F ebruar 2007, Dauerantikoagulation und eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit, eine depressive Störung gegenwärtig leichter Episode mit Somatisierungstendenzen sowie ein Verdacht auf eine gemischte dissozia- tive Störung mit Anteilen einer dissoziativen Sensibil itäts- und Empfindungsstörung sowie einer dissoziativen Bewegungsstörung. Kardiologisch sei die Explo randin kompensiert. Die Echokar- diographien würden normal funktionierende Klappen mi t einer normalen Auswurffraktion doku- mentieren. Die letzten Langzeit-EKG-Ableitungen im Oktober 2008 hätten einen Sinusrhythmus Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit erhaltener Frequenz-Variabilität ergeben. Es sei ke in Korrelat zu den subjektiv empfunde- nen Palpitationen gefunden worden. Die körperliche Le istungsfähigkeit sei jedoch reduziert. Nach der dritten Herzoperation im Februar 2007 seien r ezidivierende paroxysmale Ereignisse mit Schwindel, begleitet von Übelkeit, Schwitzen, Müdigkeit und zum Teil Stuhlabgang aufgetre- ten. Die Ursache dieser Schwindelanfälle sei insgesamt unklar. Aufgrund der negativen Resul- tate somatischer Abklärungen und unter Berücksichtigung de s Resultats der psychiatrischen Erhebung stelle sich die Frage, ob allenfalls psychische F aktoren mitspielten. Nebst der disso- ziativen Symptomatik sei von einer gewissen depressiven Er lebnisverarbeitung auszugehen, welche sich heute in einer leichten Episode einer depressi ven Störung manifestiere. Die Aus- breitung der Schmerzen auf den ganzen Körper sei ebenfalls als Somatisierung im Rahmen des depressiven Leidens zu beurteilen. Für die zuletzt ausge übte Tätigkeit als Raumpflegerin, wel- che doch zum Teil mit deutlichen körperlichen Anstrengungen und einem Verletzungsrisiko ver- bunden sei, sei die Explorandin seit dem zweiten kardiologischen Eingriff im Oktober 2003 nicht mehr arbeitsfähig. Eine alternative Tätigkeit müsse kör perlich leicht und vorwiegend, jedoch nicht unbedingt ausschliesslich sitzend sein, ohne Verletzun gsgefahr und ohne allzu grossen Zeit- und Leistungsdruck. In einer derartigen Tätigkei t sei die Explorandin zu 50% arbeitsfähig. Die Einschätzung des Hausarztes, wonach die Explorandin v ollständig arbeitsunfähig sei, sei aufgrund der objektivierbaren Befunde nicht nachvollzi ehbar. So habe die Kardiologie des Spi- tals E.____ die Explorandin am 5. Juni 2008 in einer a lternativen leichten Tätigkeit zu 50% als arbeitsfähig eingeschätzt. In diesem Bericht sei berei ts darauf hingewiesen worden, dass eine deutliche Diskrepanz zwischen den objektivierbaren Befunde n und der subjektiven Einschät- zung bestehe. 5.2.2 Mit polydisziplinärem Gutachten der C.____ vom 20 . Dezember 2012 wurde bei der Beschwerdeführerin mit Einfluss auf die Arbeitsfähigke it eine rheumatische Herzkrankheit mit Status nach Aortenklappenersatz, Re-Aortenklappenersatz un d Erweiterungsplastik, Status nach Mitralklappenersatz bei schwerer Insuffizienz und Sta tus unter anderem nach rheumati- schem Fieber in der Kindheit, im weiteren eine postope rative Sternumdehiszenz, eine Angst- und depressive Störung gemischt sowie eine nicht näher be zeichnete somatoforme Schmerz- störung diagnostiziert. Aus kardiologischer Sicht liege ein weitgehend stabiler Gesundheitszu- stand bei normaler links-ventrikulärer Pumpfunktion und echokardiographisch visuell guter Klappenbeweglichkeit vor. Die linksventrikuläre Auswurffr aktion habe sich praktisch normali- siert. Es finde sich jedoch eine leicht bis mittelschwer eingeschränkte Leistungsfähigkeit in der Spiroergometrie bei ausbelasteter Explorandin, wobei diese Einschränkung in erster Linie kar- dial durch die valvuläre Herzkrankheit bedingt sein dürf te, andererseits aber auch durch die Dekonditionierung und den Konditionsmangel. Man gehe mit der bisherigen Beurteilung einig, dass die Tätigkeit als Raumpflegerin nicht mehr möglich sei. Aus gesamtmedizinischer Sicht sei wegen der Addition und Kombination der kardialen, somatischen Müdigkeit mit der psychischen Müdigkeit bei Angst- und depressiver Störung gemischt aktue ll keine Arbeitsfähigkeit für jede Verweistätigkeit vorhanden. Aus rein kardiologischer Sicht resultiere bedingt durch die Notwen- digkeit vermehrter Pausen insgesamt eine Leistungsfäh igkeit von etwa 40%, wobei nur sehr leichte körperliche Tätigkeiten in Frage kämen, welche nur im Sitzen durchgeführt werden dürf- ten. In neurologischer Hinsicht sei die Explorandin voll arbeitsfähig. Einschränkungen ergäben sich hier in qualitativer Hinsicht, indem von Arbeiten in der Höhe aufgrund möglicher epilepti- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht scher Anfälle mit Sturzgefahr abgesehen werden müsse. Es bestehe weiterhin eine massive Tagesmüdigkeit, welche sich als Grundmüdigkeit äussere, ve rstärkt durch eine Leistungsintole- ranz, welche belastungsabhängig dazukomme. Es dürfte sich dabei um eine multifaktorielle Müdigkeit handeln, wobei sich einerseits somatische Faktore n und andererseits eine psychi- sche Komponente finden lasse. Die Kombination aus somati scher und psychischer Müdigkeit führe aktuell zu einer vollständigen Aufhebung der Arb eitsfähigkeit. Aus kardialer und somati- scher Sicht bestehe bedingt durch die deutliche Müdigkeit und Leistungsintoleranz eine Ar- beitsunfähigkeit von 60% für leichte sitzende Tätigkeiten . Gleichzeitig verstärke die bestehende Angst- und depressive Störung gemischt die Müdigkeit, so dass zusätzlich auch eine 40%-ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bestehe. Di e beiden Komponenten addierten sich, so dass gesamtmedizinisch eine vollständige Arbeitsunfähigk eit sowohl als Reinigungskraft als auch für jede Verweistätigkeit resultiere. Dem psychiatrischen Fachgutachten der C.____ vom 12. Sept ember 2012 kann ergänzend entnommen werden, dass während der Exploration eine b einahe rigid wirkende Fixierung auf die körperlichen Beschwerden aufgefallen sei. Zusammenf assend könne von einer Persönlich- keit ausgegangen werden, die einerseits durch die schwer e Herzerkrankung mit multiplen ope- rativen Eingriffen sowie durch die neurologischerseits di agnostizierte Epilepsie körperlich ein- geschränkt sei. Durch das dysfunktionale Krankheitsbewält igungsmuster hätten sich diese der- art akzentuiert, dass eine Bewältigung der Aufgaben im Alltag sowie im Familienleben nicht mehr möglich sei. 6.1 Die IV-Stelle hat ihrer Verfügung vom 20. Novem ber 2010 die medizinischen Abklä- rungsergebnisse des B.____-Gutachtens vom 21. April 2009 zu Grunde gelegt und ist davon ausgegangen, dass sich der Gesundheitszustand der Versichert en als Folge des erneuten Ein- griffs in Form eines Mitralklappenersatzes gebessert hab e und ihr daher die Ausübung einer leichten Tätigkeit im Umfang von 50% zumutbar sei. In i hrer Eingabe vom 28. Februar 2013 betreffend das gerichtliche Gutachten der C.____ hat si e mit Verweis auf die Stellungnahme des RAD vom 10. Januar 2013 beantragt, an diesen im Ve rwaltungsverfahren eingeholten Er- kenntnissen festzuhalten. Diese Auffassung vermag nicht zu überzeugen. So ist festzustellen, dass derselbe RAD-Arzt, der mit Stellungnahme vom 10. Ja nuar 2013 an den Beurteilungser- gebnissen des B.____ festhält, in seiner vorangehenden Stellungnahme vom 1. Dezember 2011 noch explizit die Meinung vertreten hatte, dass das B.____-Gutachten vom 21. April 2009 nicht mehr aktuell und deshalb eine Folgebegutachtung zu empfehlen sei (vgl. Stellungnahme RAD, Dr. F.____, FMH Allgemeinmedizin und zertifiziert er medizinischer Gutachter, vom 1. Dezember 2011). Wie bereits aus der verfahrensleitend en Verfügung des Gerichts vom 19. Dezember 2011 hervorgeht, war diese RAD-Stellung nahme ausschlaggebend dafür, dass auch die IV-Stelle nicht mehr an ihrem Abweisungsantr ag der Beschwerde festgehalten hat (vgl. Stellungnahme der IV-Stelle vom 8. Dezember 201 1). Die IV-Stelle hat in jener Stellung- nahme zu Recht vielmehr auf die Durchführung einer po lydisziplinären Verlaufsbegutachtung geschlossen, weil die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht genau festgelegt werden konnte und im bereits da zumal zweieinhalb Jahre zurückliegen- den Gutachten des B.____ vom 21. April 2009 diverse wi chtige Zusatzinformationen gefehlt hatten, welche es gesamtmedizinisch zu berücksichtigen galt ( vgl. Stellungnahme RAD, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. F.____, vom 1. Dezember 2011). Zumal der RAD-Ar zt in seiner neuerlichen Stellungnahme in zeitlicher Hinsicht fälschlicherweise in Frage stellt, o b eine wesentliche Änderung der ge- sundheitlichen Verhältnisse seit der B.____-Begutachtun g im Jahre 2009 eingetreten sei, er- weist es sich deshalb als nicht nachvollziehbar, wenn sich die IV-Stelle nunmehr wieder auf den Standpunkt stellt, dass auf das B.____-Gutachten abgestellt werden könne. 6.2 Daran vermag auch die von der IV-Stelle in Anlehnu ng an die RAD-Stellungnahme vertretene Auffassung nichts zu ändern, wonach die B.___ _- und C.____-Gutachter zwar den- selben medizinischen Sachverhalt vorgefunden, diesen aber unterschiedlich interpretiert hätten. Wie sich auch aus den Erwägungen des RAD-Arztes in desse n Stellungnahme vom 1. Dezem- ber 2011 ergibt, liegt es gerade in der Natur des Begutachtungsauftrags, die medizinischen Ver- hältnisse nicht nur zu erheben, sondern in ihrer Gesamt heit erneut und damit allenfalls auch abweichend im Vergleich zu weiteren medizinischen Unte rlagen zu bewerten. Der Umstand, dass die C.____-Gutachter zu einer anderen Würdigung de r erhobenen Befunde und medizini- schen Sachlage gelangt sind, ist einer umfassenden polydi sziplinären Begutachtung somit ge- radezu inhärent und stellt für sich allein genommen ke inen Grund für deren Nichtverwertbarkeit dar. Massgebend ist vielmehr, ob das fragliche Gutachten für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die g eklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten und der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind . Diese Frage ist zu bejahen. Es ist in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, dass bei Gerichts gutachten "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen der medizinischen Experten abgewichen werden soll (vgl. Erwägung 4.4. hievor). Solche Gründe liegen hie r keine vor. Die Gutachter des C.____ haben die Versicherte umfassend untersucht und gelange n zum nachvollziehbaren Ergebnis, dass ihr in einer ihren Leiden angepassten Verweistätigk eit keine verwertbare Restarbeitsfähig- keit mehr verbleibt. 6.2.1 Entgegen der von der IV-Stelle in Anlehnung an den RAD vertretenen Auffassung legt das C.____-Gutachten sehr wohl nachvollziehbar dar, weshalb die festgestellten Einschränkun- gen aus kardiologischer und psychiatrischer Sicht im Gegen satz zum Gutachten des B.____ addiert werden müssen. So ist schlüssig erstellt, dass sich die diagnostizierte Müdigkeit in eine Grundmüdigkeit und in eine Leistungsintoleranz unterteilen lässt und daneben auch eine belas- tungsabhängige, vorzeitige Erschöpfbarkeit besteht. Obschon das B.____ wie auch der behan- delnde Kardiologe ein gutes Resultat der Herzoperati onen bestätigen, hat die im Rahmen der Begutachtung zusätzlich durchgeführte Ergometrie jedoch eine weiterhin auch mittelschwer eingeschränkte Leistungsfähigkeit ergeben (vgl. C.____-Gutachten, S. 17). Just diese Untersu- chung war anlässlich der Begutachtung durch das B.____ a ber gerade nicht durchgeführt wor- den (vgl. B.____-Gutachten, S. 27). Damit aber besteht begründeterweise eine zusätzlich limi- tierende Leistungsintoleranz, welche die ohnehin multi faktorielle Grundmüdigkeit verstärkt (vgl. C.____-Gutachten, S. 19, Antwort ad Frage 9) u nd in der Kombination zwischen somati- scher und psychisch bedingter Müdigkeit zu einer vollständige n Aufhebung der Arbeitsfähigkeit insgesamt führt. Diese Schlussfolgerung des C.____ stimm t denn auch im Ergebnis mit der Einschätzung des behandelnden Kardiologen überein, won ach weiterhin eine ausgeprägte, Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht ausschliesslich kardiologisch erklärbare Tagesmüdigkeit bestehe und einer Verweistätig- keit gar in rein sitzender Position mit extremer Skepsis begegnet werden müsse (vgl. Stellung- nahme von Dr. G.____, FMH Kardiologie und Innere Me dizin, vom 8. November 2011). Sie deckt sich ebenso mit den früheren Erhebungen im Nachgang zur dritten Herzoperation im Feb- ruar 2007, wonach die Versicherte kardiologisch zwar kompe nsiert war, weiterhin jedoch eine mittels Spyroergometrie objektivierte, ausgeprägte Leistu ngsintoleranz im Vordergrund gestan- den hat (vgl. Arztbericht des Spitals H.____ vom 13. Februar 2008). 6.2.2 Was schliesslich die psychiatrische Verfassung der Versich erten betrifft, ist den beiden massgebenden Gutachten der Befund einer Fixierung auf die körperlichen Beschwerden zu entnehmen. Dabei geht zwar auch der psychiatrische Gutach ter des B.____ von einer nicht übersehbaren Einengung des Gedankengangs auf die gesu ndheitlichen Probleme aus. In Ab- weichung zur letztlich etwas deutlicheren Befunderhebung einer beinahe rigiden Fixierung, wie sie der psychiatrische Gutachter des C.____ aufgrund ein er umfangreicheren und damit auch aussagekräftigeren Anamneseerhebung vorgenommen hat, fi ndet dieser Befund im Gutachten des B.____ aber eine offensichtlich geringere Berücksicht igung. Dies zeigt sich bereits daran, dass der psychiatrischen Beurteilung keine eigenständige Einschätzung der rein psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu Grunde liegt (vgl. B .____-Gutachten, S. 28 ff; Psychiatrisches Fachgutachten der C.____ vom 12. September 2012, S. 4 ff.). Dass bei der Versicherten nach notabene mittlerweile drei Herzoperationen eine bes ondere psychische Befindlichkeit vorliegt, vermag in Übereinstimmung mit den übrigen medizinischen Akten aber ohne Zweifel zu über- zeugen und wird durch das gerichtliche Gutachten der C._ ___ gerade in Form einer additiven Wirkung somatisch und psychisch bedingter Auswirkung auf di e Arbeitsfähigkeit ausdrücklich bestätigt (vgl. auch kardiologisches Gutachten des Spitals E.____ vom 5. Juni 2008). Es erweist sich deshalb auch unter diesem Blickwinkel als durchaus na chvollziehbar, dass die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 40% zu jener aus somatisch en Gründen im Umfang von 60% hinzuzuaddieren ist. 6.2.3 Vergleicht man diesen nunmehr vorliegenden Sachv erhalt mit den gesundheitlichen Verhältnissen, wie sie der erstmaligen Rentenzusprache durch die IV-Stelle Solothurn vom 16. Februar 2005 zu Grunde gelegen hatten, so ergibt sich, dass eine anspruchserhebliche Tat- sachenänderung auszuschliessen ist. Ein Vergleich mit den da zumal für die Rentenbemessung herangezogenen medizinischen Verhältnissen gemäss Arztberich t von Dr. D.____ vom Januar 2004 zeigt mit Blick auf die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Verhältnisse viel- mehr eine unveränderte Situation. So manifestierten sich die gesundheitlichen Beschwerden schon dazumal in einer erheblichen körperlichen Anstren gungsintoleranz mit insbesondere ei- ner massiv allgemeinen Schwäche. Schon damals war deshalb davon auszugehen, dass phy- sisch und seelisch auf längere Sicht keine verwertbare Er werbs- oder Haushaltsfähigkeit mehr gegeben ist. Jene medizinische Situation deckt sich somit a uch mit den aktuell massgebenden Verhältnissen einer polydisziplinär bedingten, vollständigen Erwerbsunfähigkeit. 6.3 Die gestützt auf die ergänzenden Abklärungen des med izinischen Sachverhalts durch das Gerichtsgutachten der C.____ vom 20. Dezember 2012 offensichtlich vollständige Erwerbs- und Arbeitsunfähigkeit der Versicherten geht gemäss den h ievor in Erwägung 4.3 aufgezeigten Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beweisregeln zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Gestützt auf diese überzeugend ausgefalle- nen Erhebungen zu den gesundheitlichen Verhältnissen resultiert auch nach der von der Vorin- stanz infolge Statuswechsels der Versicherten zu Recht n ach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs vorgenommenen Rentenbemessung ein I V-Grad von 100% und mithin weiterhin Anspruch auf eine ganze IV-Rente. Damit fehlt es an einem Revisionsgrund, wie er für die Herabsetzung der ursprünglich verfügten ganzen Ren te nach Art. 17 ATSG indessen vor- ausgesetzt wäre, so dass die Beschwerdeführerin weiterh in Anspruch auf Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente wie bisher besitzt. Die gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 20. November 2010 gerichtete Beschwerde ist demnach gutzuheissen. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden d ie Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt; gegenüber den Vorinstanzen bzw. den kantonalen Behörden werden indes grundsätzlich keine Verfahrenskosten erhoben. Da vorliegend die Vorinstanz unterlegen ist, ist auf die Er hebung von Verfahrenskosten zu verzich- ten und der geleistete Kostenvorschuss ist der Beschwerdef ührerin zurückzuerstatten. Die Auf- wendungen für die gerichtliche Begutachtung durch die C .____ sind demgegenüber der IV- Stelle aufzuerlegen. So sind gemäss Art. 78 Abs. 3 IVV die Kosten von Abklärungsmassnah- men von der IV-Stelle dann zu tragen, soweit sie für di e Zusprechung von Leistungen unerläss- lich waren (vgl. BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Diese Vo raussetzung ist vorliegend gegeben, nach- dem das Gericht mit Beschluss vom 19. Dezember 2011 zum Sch luss gekommen war, dass eine abschliessende Beurteilung gestützt auf die bis zu jenem Zeitpunkt vorgelegene Aktenlage nicht möglich war und insbesondere die Frage der der Versicherten noch verbleibenden Er- werbsfähigkeit in einer Verweistätigkeit näherer Prü fung bedurft hat. Die Kosten der C.____ für das Gerichtsgutachten belaufen sich gemäss Rechnungen vom 31. Dezember 2012 auf insge- samt Fr. 13'769.75. Zuzüglich den Dolmetscherkosten gemäss Rechnung des Ausländerdiens- tes Baselland vom 3. Januar 2013 im Umfang von Fr. 247. 50 ergeben sich gerichtliche Begut- achtungskosten von total Fr. 14'017.25, welche die IV-Stelle somit zu tragen hat. 7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahren s entsprechend ist der Beschwerde- führerin deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Ihr Rechtsver- treter hat in seiner Honorarnote vom 10. April 2013 einen Zeitaufwand von insgesamt 19,5 Stunden sowie Auslagen von Fr. 180.-- ausgewiesen, wa s sich angesichts der mehrfach not- wendigen Stellungnahmen, insbesondere im Zusammenhan g mit dem gerichtlichen Begutach- tungsauftrag, im Quervergleich mit gleichgelagerten Fällen als angemessen erweist. Die Bemü- hungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen für durch schnittliche Fälle zur Anwen- dung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entsch ädigen. Damit ist der Beschwerde- führerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine P arteientschädigung in der Höhe von Fr. 5'459.40 (19,5 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 180.-- zuzüglich 8% Mehr- wertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügu ng der IV-Stelle Ba- sel-Landschaft vom 29. November 2010 aufgehoben und es wird fest- gestellt, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine ganze IV-Rente besitzt. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 14'017.25 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 5'459.40 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) auszurichten.