<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Aktionsplan zu lancieren, um den fairen Handel mit Rohstoffen und verarbeiteten Produkten aus Entwicklungsländern zu fördern. Dabei müssen alle beteiligten Stakeholder (Handel, Gastronomie, Labelorganisationen, Seco, Deza und NGO) involviert werden.</p><p>Der Aktionsplan soll unter anderem folgende Handlungsfelder beinhalten:</p><p>1. Zielvereinbarungen mit den beteiligten Unternehmen (Importeure, Detailhändler, Gastronomie) mit der Absicht, das Angebot fair gehandelter Produkte zu vergrössern.</p><p>2. Fair gehandelte Produkte als Standard im öffentlichen Beschaffungswesen etablieren.</p><p>3. Unterstützung von Kleinbauernfamilien in Entwicklungsländern bei der Fair-Trade-Zertifizierung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit.</p><p>4. Die bestehenden Zollpräferenzen (Generalized System of Preferences, GSP) auf verarbeitete Produkte aus fairem Handel ausweiten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit einem vielseitigen Engagement zugunsten des fairen Handels hat der Bundesrat seit der Gründung des Labels Fairtrade Max Havelaar 1992 stets verdeutlicht, dass er Fairtrade als privater Initiative zur Verbesserung der Lage der ärmsten Kleinproduzentinnen und -produzenten sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Entwicklungsländern positiv gegenübersteht. Über Zahlungsbereitschaft von Konsumentinnen und Konsumenten wird mit Fairtrade ein wichtiger Beitrag an die Armutsreduktion in den Entwicklungsländern geleistet. Das Label hat sich mittlerweile als marktkonformes Instrument zur Stärkung des fairen und nachhaltigen Handels durchgesetzt und geniesst bei den Kunden ein grosses Vertrauen. Der Bundesrat erachtet daher einen von der öffentlichen Hand entwickelten Aktionsplan zur Förderung des fairen Handels als nicht angemessen.</p><p>Insbesondere im Rahmen der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit des Staatssekretariates für Wirtschaft (Seco) bleibt der Bund aber bestrebt, das "Erfolgsmodell Fairtrade" weiterhin in komplementärer Weise zu unterstützen, um die positiven Wirkungen des fairen Handels weiter entfalten zu können. Im Fokus stehen dabei Wertschöpfungsketten-Projekte in Partnerländern der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit, wie beispielsweise die Stärkung des Kakaosektors in Ghana nach den Prinzipien des fairen Handels. Ausserdem unterstützt das Seco punktuell gezielte Sensibilisierungsmassnahmen in der Schweiz wie im Rahmen der Fairtrade Town Initiative, welche darauf abzielt, das Bewusstsein und das Engagement für Fairtrade unter Städten und Gemeinden zu stärken.</p><p>In Bezug auf das Allgemeine Präferenzsystem ("GSP") der Schweiz zugunsten der Entwicklungsländer besteht im Rahmen einer möglichen nächsten Revision die Möglichkeit, die Berücksichtigung von Kriterien des fairen bzw. nachhaltigen Handels einer Kosten-Nutzen-Analyse zu unterziehen, welche gleichzeitig die Vereinbarkeit mit dem internationalen Handelsrecht in Betracht zieht. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass dem Anliegen der Motion bereits Rechnung getragen wird.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.