Kassationsgericht des Kantons Zürich Kass.-Nr. AA080174/U/ys Mitwirkende: die Kassationsrichter Bernhard G ehrig, Präsident i.V., Andreas Donatsch, die Kassationsrichterinnen Sylvia Frei, Yvona Griesser und der Kassationsrichter Matthias Brunner sowie die juristische Sekretärin Margrit Scheuber Sitzungsbeschluss vom 1. März 2010 in Sachen A. , …, Klägerin, Erstappellantin, Zweitappellatin und Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwalt .. …. gegen B. .. Versicherungs-Gesellschaft, …, Beklagte, Erstappellatin, Zweitappellantin und Beschwerdegegnerin vertreten durch Fürsprecher … … betreffend Forderung Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil der I. Zivilkammer des Ober- gerichts des Kantons Zürich vom 3. Oktober 2008 (LB070058/U) - 2 - Das Gericht hat in Erwägung gezogen: I. 1. Die Parteien hatten mit Beginn ab 1. Januar 1993 einen Unfallversiche- rungsvertrag abgeschlossen, welcher ei n Taggeld für eine Leistungsdauer von maximal fünf Jahren und Leistungen bei einer allfälligen Invalidität vorsah (BG act. 12/1). Mit einer Unfallmeldung vom 25. Januar 1999 meldete die Klägerin und Beschwerdeführerin der Beklagten und Be schwerdegegnerin einen Sturz in der Waschküche vom 28. November 1998, bei welchem sie sich verschiedene Verlet- zungen zugezogen habe, welche zur Arbeitsunfähigkeit geführt hätten (BG act. 12/3). Die Klägerin hatte offenbar bereits früher verschiedene Unfälle mit Ver- letzungen erlitten, für deren Aufzählung auf die ausführlichen Erwägungen im vor- instanzlichen Entscheid verwiesen werden k ann (KG act. 2, S. 4 ff.). Kurz gesagt handelt es sich um folgende Unfälle: 1968 Anfahren durch Camion; 1987 Sturz im Hallenbad mit Radiusfraktur rechts, Prell ungen etc.; Juni 1989 Unfall mit Auffahr- kollision und Schleudertrauma; Dezember 1989 Treppensturz; Juni 1990 tätlicher Angriff (Schlag ins Gesicht) auf die Kl ägerin mit Schädel-Gesichts-Trauma etc.; Dezember 1991 Unfall zwisc hen Tram und Personenwagen der Klägerin mit er- neutem Schleudertrauma etc.; Dezember 1993 Sturz auf das Br ustbein; 28. No- vember 1998 (prozessrelevanter) Sturz in der Waschküche mit Rippenbruch oder starker Quetschung links; Zahn verloren; Beule links frontal. Bei den Akten befin- den sich verschiedene Arztzeugnisse, unter anderem dasjenige des Universitäts- spitals vom 27. April 1999 bezüglich der Erstkonsultation vom 10. Dezember 1998 und einer zweiten Konsultation vom 21. Dezember 1998 (BG act. 12/4). Weiter suchte die Klägerin am 11. Januar 1999 den Chiropraktor Dr. N. auf, wobei sie über heftige Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel gefühle und Nacken-, Schulter- und Armbeschwerden rechts klagte (BG act. 82/1, S. 9). Anlässlich einer Computertomographie wurde bei der Klägerin am 7. Juli 1999 eine grosse media- ne Diskushernie C3/C4 festgestellt. Im Ma i 2001 wurde die Klägerin im Wald an- gegriffen und stürzte. In der Computertomographie wurde eine Fraktur im 4. Len- denwirbelkörper bei intaktem posterioren Aspekt, Retrolisthesis auf Höhe L1/L2, - 3 - sowie degenerative Veränderungen im Bereich der LS W und Protrusionen im Be- reich sämtlicher Bandscheiben festgestellt (BG act. 82/1, S. 4). Am 18. Juni 2001 wurde bei der Klägerin eine Diskushernie der Brustwir bel 9/10 und eine weitere zwischen dem 12. Brustwirbel und dem 1. Lendenwirbel festgestellt. Im April 2003 stürzte die Klägerin erneut und brach sich einen Brustwirbel (BG act. 192, S. 8). 2. Die Klägerin forderte mit Einrei chung der Weisung am 17. Mai 2000 beim Bezirksgericht Zürich von der Beklagt en auf Grund des Versicherungsvertrages die Bezahlung von Taggeldern im Umfang von Fr. 57'300.-- (BG act. 1) und erwei- terte später ihr Rechtsbegehren auf Fr . 628'300.--, unter Berücksichtigung eines Invaliditätskapitals (BG act. 209). Mit Ur teil vom 30. Mai 2007 verpflichtete die 4. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich die Beklagte, der Klägerin Fr. 15'720.-- zuzüglich 5% Zins seit 11. Juli 2001 so wie Fr. 262'500.-- zuzüglich 5% Zins seit 28. November 2003 zu bezahlen. In dies em Umfang wurde der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 69041 des Betreibungsamtes Zürich 2 aufgehoben. Die Kos- ten wurden den Parteien je zur Hälfte auferlegt und der Anteil der Klägerin zufolge der gewährten unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; die Prozessentschädigungen wurden wettgeschlagen (BG act. 235). 3. Gegen dieses Urteil erhoben beide Parteien Berufung. Die Klägerin bean- tragte, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr Fr. 233'300.-- (aus Taggeldanspruch), abzüglich vorprozessuale Zahlung Fr . 60'000.--, abzüglich Zahlung nach Pro- zesshängigkeit Fr. 70'000.--, total Fr. 130' 000.-- aus Taggeldanspruch, zuzüglich 5% Zins auf dem Betrag von Fr. 233'300 seit 11.07.2001, so wie Fr. 525'000.-- (aus Invalidität) zuzüglich 5% Zins seit 18.11.2003 zu bez ahlen (OG act. 250, S. 2). Die Beklagte beantragt e mit ihrer Zweitberufung, die Klage sei vollumfäng- lich abzuweisen (OG act. 253, S. 2). Mit Ur teil vom 3. Oktober 2008 wies die I. Zi- vilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich die Klage ab (Disp.-Ziff. 1), be- stätigte das erstinstanzliche Kostendispos itiv (Disp.-Ziff. 2) und auferlegte die Kosten der Klägerin, nahm die Kosten jedoch zufolge der ihr gewährten unentgelt- lichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse , soweit sie nicht durch die am 21. Juni 2004 gelei stete Barkaution von Fr. 2' 000.-- gedeckt waren (Disp.- Ziff. 3). Sodann wurden der Klägerin auch die Kosten des zweitinstanzlichen Ver-- 4 - fahrens auferlegt, jedoch w egen der gewährt en unentgeltlichen Prozessführung einstweilen ebenfalls auf die Gerichtskasse genommen (Disp.-Ziff. 6). Die Kläge- rin wurde weiter verpflichtet, der Beklagten für das erstinstanzliche Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 38'730.-- zuzüglich Fr. 2'943.50 (7,6% Mehr- wertsteuer) (Disp.-Ziff. 4), sowie Fr. 12' 910.-- für das zweitinstanzliche Verfahren (Disp.-Ziff. 7) zu bezahlen. 4. Gegen dieses Urteil hat die Klägerin und Besc hwerdeführerin (nachfol- gend: Beschwerdeführerin) kantonale Nicht igkeitsbeschwerde beim Kassations- gericht des Kantons Zürich erhoben. Sie beantragt mit ihrer Beschwerde die Auf- hebung des Urteils (KG act. 1, S. 2). Die von ihr ebenfalls beantragte aufschie- bende Wirkung wurde der Beschwerde mit Verfügung des Vizepräsidenten vom 13. November 2008 verliehen (KG act. 5). Die Vorinstanz hat auf eine Vernehm- lassung zur Beschwerde verzichtet (KG act. 9). Die Beklagte und Beschwerde- gegnerin (künftig: Beschwerdegegnerin) be antragte mit ihrer Beschwerdeantwort die Abweisung der Beschwer de, soweit darauf eingetreten werden könne, sowie die Bestätigung des angefocht enen Urteils (KG act. 10, S. 2). Die Beschwerde- antwort wurde der Beschwe rdeführerin zur Kenntnisnahme zugestellt (KG act. 11). II. 1. Die Beschwerdeführerin macht mit ihrer Nichtigkeitsbeschwerde vorerst geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht von ihr vorgebrachte Bedenken und den Antrag auf Beweisergänzung hinsichtlich das ärztliche Gutachten von Dr. med. Q. verworfen, indem sie willk ürliche tatsächliche Annahmen getroffen und den An- spruch der Beschwerdeführer in auf das rechtliche Gehör verletzt habe. In der Folge beanstandet die Beschwerdeführerin im Einzelnen ve rschiedene Erwägun- gen der Vorinstanz, welche sich mi t den gegen das Gutachten erhobenen Ein- wänden der Beschwerdeführerin im Berufungsverfahren befassten. Schliesslich zieht die Beschwerdeführerin den Schluss, das Obergericht sei insgesamt willkür- lich davon ausgegangen, da ss ein genügendes Gutacht en vorliege (KG act. 1, Ziff. 1., S. 3 - 17). - 5 - 1.1 Gemäss § 181 Abs. 1 ZPO hat das Ge richt ein unvollständiges, unklares oder nicht gehörig begründetes Gutachten von Amtes wegen ergänzen oder er- läutern zu lassen. Bei einem ungenügenden Gutachten ist ein neuer Sachver- ständiger zu ernennen (§ 181 Abs. 2 ZPO). Begründung eines Gutachtens bedeu- tet, dass der Gutachter die einzelnen Annahmen und die einzelnen Gedanken- gänge, auf Grund deren er zu seinen Sc hlussfolgerungen gelangt, darzulegen hat. Der Grundsatz, dass ein Gutachten ausreichend begründet sein muss, stellt einen wesentlichen Verfahrensgrundsatz im Sinne von § 281 Ziff. 1 ZPO dar. Ausserdem fliesst aus § 181 Abs. 2 ZPO und dem Grundsatz des Anspruches auf das rechtliche Gehör der Anspruch, dass ein weiteres Gutachten immer dann an- zuordnen ist, wenn ernsthafte Zweifel an de r Richtigkeit der Schlussfolgerungen eines vom Gericht ernannten Gutachters an gebracht sind. Das Kassationsgericht hat das Bestehen erheblicher Zweifel am Gu tachten frei zu überprüfen (ZR 85 Nr. 35). 1.2 Die Beschwerdeführeri n beanstandet mit ihrer Nichtigkeitsbeschwerde vorerst, die Vorinstanz habe in Verletzung ihres Anspruches auf das rechtliche Gehör und auf Grund willkürlicher tatsächlic her Annahmen zu Unrecht ihre Bean- standungen bezüglich Unvollständigkeit des Gutachtens und des Ergänzungsgut- achtens von Dr. med. Q. verworfen. So führe die Vorinstanz aus, entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin habe der Gutachter die Diskushernie C3/C4 nicht übersehen, sondern im Gutachten Be zug auf den Arztbericht von Dr. med. H. vom 28.07.99 genommen. Dies habe die Beschwer deführerin jedoch nie so geltend gemacht, sondern differenzierter beanstandet, dass der Gutachter sich zur Funktion der Diskushernie C3/C4 ni cht mittels eigener Feststellungen geäus- sert habe, d.h. nicht dazu, ob diese du rch den streitigen Unfall verursacht und welche ursächliche Rolle ihr bei den anhaltenden Beschwerden der Beschwerde- führerin nach dem Unfall zukomme. Die Vorinstanz gehe auf den vor erster und vor zweiter Instanz vorgebrachten Einwand der Unvollständigkeit des Gutachtens somit gar nicht ein. Es sei darauf hinzuw eisen, dass der Gutachter trotz der Er- gänzungsfrage des Bezirksgerichts, ob dies e Diskushernie auf das Unfallereignis vom 28.11.98 zurückzuführen sei und ob sie si ch auf die Arbeitsfähigkeit auswir- ke, dies nicht vollständig beantwortet habe, sondern nur schreibe, dass das Un-- 6 - fallereignis "kaum geeignet" gewesen sei, eine solche Diskushernie zu verursa- chen. Die Frage, ob der Unfall die Diskushernie C3/C4 bewirkt habe (bzw. bewirkt haben könne) bleibe unbeantwort et und der Gutachter äu ssere nur Zweifel dar- über, dass der Unfall so schwer gewesen sei, dass dies eine solche Diskushernie bewirkt haben könnte. Die Frage, ob die Diskushernie sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, beantworte das Gutachten gar nicht, obwohl sich diese Frage an sich ohne sichere Kenntnis vom Auslöser und den Umständen beantworten lasse. Die Vorinstanz habe daher einen Einwand der Beschwerdeführerin verworfen, den diese gar nicht vorgebracht habe und dafür den tatsächlich erhobenen Einwand (der Gutachter habe die Diskushernie zw ar aus dem Brief von Dr. G. ersehen, sich mit deren möglicher Entstehung durch den Unfall und deren Wirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab er nicht befasst) weder auf Richtigkeit hin geprüft, noch darauf, ob der Einwand geeignet sei, das Gutachten in Frage zu stellen (KG act. 1, S. 3 - 7). 1.3 Der Vorwurf der Beschwerdeführer in geht fehl. Nach Erstattung des Erstgutachtens hat das Bezirksgericht Zürich mit Schreiben vom 28. April 2003 (BG act. 98) dem Gutachter verschi edene Ergänzungsfragen un d Erläuterungs- begehren gestellt. So wurde auch darauf hi ngewiesen, dass im Gutachten auf ei- nen Bericht von Dr. H. vom 13.12.99 Bez ug genommen werde, welcher eine Dis- kushernie C3/C4 feststelle und die folgende Frage gestellt: "Ist diese Diskushernie auf das Unfallereignis vom 28.11.98 zurü ckzuführen? Wenn ja: Wirkt sich diese auf die Arbeitsfähigkeit der Klägerin aus (in welchem Ausmass)?" (BG act. 98, Ziff. 2, S. 2). Im Ergänzungsgutachten vo m 11.06.03 hat der Gutachter Dr. Q. un- ter "2. Ist die Diskushernie auf das Unfallereignis vom 28.11.1998 zurückzufüh- ren?" klar mit "Nein" geantwortet und hernach – gleichsam als Erklärung – ausge- führt, dass das Unfallereignis vom 28.11. 1998 kaum geeignet gewesen sei, eine solche Diskushernie zu verursachen, es dürfte sich dabei um eine Veränderung im Rahmen eines degenerativen Proze sses handeln. Dabei müsse man sich die angegebenen Verletzungen nochm als vor Augen führen (Rippenbruch - wobei dieser radiologisch nicht nachgewiesen worden sei; Zahn ausgeschlagen; Kopf im Nackenbereich angeschlagen; Brustbereich angeschlagen), wobei er Mühe habe, sich einen solchen Sturz vo rzustellen. Er zweifle au s mehreren Gründen (Unfall-- 7 - hergang nicht geklärt; anamnestische Angaben der Beschwerdeführerin nicht vollständig und teilweise ungenau; ausg eprägter Kausalitätswunsch der Be- schwerdeführerin; Beschwerdeführerin gi ng erst eine Woche nach dem Unfall zum Arzt) daran, dass der Unfall vo m 28.11.1998 massiv und somit geeignet ge- wesen sei, eine Diskushernie zu erwirken (BG act. 106, S. 3). Auch die Beanstan- dung der Beschwerdeführerin, das Gutach ten habe auch nichts zu den Auswir- kungen der Diskushernie auf die Arbeits fähigkeit gesagt, obwohl dies ohne ge- naue Kenntnis von Auslöser und Umständen zu beantworten gewesen wäre, geht an der Sache vorbei. Die Fragestellung im Schreiben des Bezirksgerichtes vom 28. April 2003 (BG act. 98) war diesbezüglich klar: die Frage nach den Auswirkun- gen war nur zu beantworten, wenn die Di skushernie auf das Unfallereignis vom 28.11.1998 zurückzuführen sei. Da der Gutachter dies verneinte, waren auch kei- ne Ausführungen zu allfälligen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu machen. Mit den Ausführungen von Dr. Q. im Er gänzungsgutachten zur Diskushernie hat sich die Vorinstanz im Übrigen in Erwägung III.A.4.e auf Seite 35 f. ausführlich auseinandergesetzt. Wenn die Vorinst anz unter diesen Umständen nur darauf hinwies, dass der Gutachter die Diskushernie bereits im ersten Gutachten er- wähnt habe und das Gutachten (inkl. Ergänzungsgutachten) bezüglich Diskus- hernie nicht für unvollständig hielt, wur de der Anspruch der Beschwerdeführerin auf das rechtliche Gehör nicht verletzt. 2.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter, die Vorinstanz sei auf Grund des Gutachtens von Dr. Q. zur An sicht gelangt, der Sturz vom 28.11.1998 habe keine Diskushernie zur Folge gehabt, weil sie willkürlich und aktenwidrig die (gegenteiligen) Aussagen der Ärzte Dr. H., Dr. N. und Dr. F. (BG act. 192, 193 und 198) nicht gewürdigt habe. Bezüglich der Ärzte Dr. H. und Dr. N. erwähne die Vorinstanz, diese seien Vertrauensärzt e der Beschwerdeführerin und hätten durch die langjährige Behan dlung und Betreuung zwar eine recht gute Kenntnis des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin, könnten aber wegen der be- stehenden besonderen Patienten-Arzt-Beziehun g nicht als vollkommen objektiv und neutral betrachtet werden. Die Beschwe rdeführerin moniert, die Ärzte seien einlässlich zur Wahrheit ermahnt und darauf hingewiesen worden, dass sie nicht als Sachverständige, sondern zu k onkreten eigenen W ahrnehmungen befragt - 8 - würden. Die Ärzte hätten behutsam und ausgewogen sowie ohne jeden Wider- spruch und objektiv ausgesagt. Es sei willkürlich und aktenwidrig, wenn die Vorin- stanz deren Aussagen generell nicht würdi ge. Zudem sei die Annahme der Vorin- stanz, der Sturz habe keine Diskushernie zur Folge gehabt, auch deshalb willkür- lich, weil sich diesbezüglic h nicht einmal der Gutachte r festlege (KG act. 1, Ziff. 1.1.1, S. 7 f.). 2.2 Die Vorinstanz führte aus, die erste Instanz habe sich bezüglich der Würdigung des Gutachtens nicht an die von ihr aufgeführten zutreffenden Vorga- ben gehalten. Die erste Instanz habe ausgeführt, auc h gegenüber Gerichtsgut- achten bestehe die freie richterliche Beweis würdigung. Die Freiheit des Richters finde ihre Grenze dort, wo das materielle Recht auf die Feststellungen des Exper- ten abstelle. Der Richter habe allgemein die Befähigung des Experten zu prüfen, sowie ob seine Schlüsse gehörig und üb erzeugend begründet se ien und die tat- sächlichen Feststellungen mit den Akt en übereinstimmen würden, dagegen dürfe er das Ergebnis des Gutachtens nich t aus Gründen erweiter n oder ändern, die sachfremd seien oder Kenntnisse erforder n würden, die er nicht besitze. Vom fachmännischen Befund werde der Richter nicht ohne triftigen Grund abweichen, ein Abweichen sei aber ohne Anhörung des Experten erlaubt. Die Vorinstanz führt weiter aus, die von der ersten Instanz unter Würdigung der gesamten Umstände, insbesondere der Feststellungen und Eins chätzungen der Ärzte Dr. med. H. und Dr. med. N. vorgenommene Korrektur der gutachterlichen Schätzung der Kausali- tät von 20% bis 30% sei unzulässig. Dem Gerichtsgutachter seien die Ausführun- gen von Dr. H. und Dr. N. bekannt gewesen und er habe diese auch umfassend dargelegt. Eine Abweic hung vom Gutachten wäre daher nur möglich, wenn hin- reichend dargelegt werden könnte, dass der Gutachter sich einfach grundlos über die Ausführungen der Ärzte hinweggesetzt hätte. Der Gutachter räume aber aus- drücklich ein, dass bezüglich seinem Gutachten ein Widerspruch zu anderen Arzt- bzw. Chiropraktorenberichten bestehe, nicht aber zu den von ihm daraus gezoge- nen Schlüssen, welche auf se ine Wertigkeit der frem den Befunde in Bezug zu den von ihm erfragten und erhobenen Befunden basieren würden (KG act. 2, S. 32 f. unter Hinweis auf BG ac t. 106 S. 2). Die Vorinstanz erwägt weiter, ein Ge- richtsgutachten könne nicht einfach in Ausübung pflichtgemässen Ermessens kor-- 9 - rigiert werden, sondern nur auf Grund entsprechenden Sa chverstandes, welcher in diesem Zusammenhang dem Richter abzusprechen sei. Zudem könnten die Ärzte Dr. H. und R. N. als Vertrauensärzt e der Beschwerdeführerin nicht als voll- kommen objektiv und neutral betrachtet werden und hätten seit Februar 1994 bzw. seit November 1996 keinen Kontak t mehr mit der Beschwerdeführerin ge- habt. Da weiter die Einwendungen der Beschwerdeführerin gegen den Gerichts- gutachter am Ziel vorbei schiessen wü rden, könne ohne weiteres auf das Gut- achten abgestellt werden (KG act. 2, S. 33). 2.3 a) Die Beanstandung der Beschwerdeführerin, nicht einmal der Gutach- ter lege sich betreffend Diskushernie verbindlich fest, geht an den Aussagen des Ergänzungsgutachtens vorbei. Dort wurde – wie bereits oben (Erw. 1.3) dargelegt – die Frage, ob die Diskushernie auf das Unfallereignis vom 28.11.1998 zurückzu- führen sei, klar verneint (BG act. 106, S. 3). b) Weiter moniert die Be schwerdeführerin, die Vorins tanz treffe willkürliche und aktenwidrige Annahmen, indem sie au f Grund des Gutachtens davon ausge- he, der Sturz vom 28.11. 1998 habe keine Diskushernie zur Folge gehabt, ohne die Zeugenaussagen der Ärzte Dr. H., Dr. N. und Dr. F. in die Beurteilung einzu- beziehen (KG act. 1, S. 7 f.). Auch diese Beanstandung geht an den Erwägungen der Vorinstanz vorbei. Diese ging auf Grund des Gutachtens davon aus, die Dis- kushernie C3/C4 rühre nicht vom St urz vom 28.11.1998 her. Sie hat diesbezüg- lich keine eigenen tatsächlichen Annahmen getroffen, sondern lediglich ausge- führt, auf die (im Detail angeführten) Ausführungen des Gutachters könne ohne weiteres abgestellt werden, weil sie al s schlüssig, nachvollziehbar und überzeu- gend erschienen (KG act. 2, S. 37). Zudem hat sie zuvor festgehalten, dass der Gutachter sich der Widersprüchlichkeit zu den andern Arzt- und Chiropraktoren- berichte bewusst gewesen sei und selbst darauf hinweise, dass der Gutachter je- doch keinen Widerspruch zu den von ihm daraus gezogenen Schlüssen sehe, welche auf seiner Wertigkeit der fr emden Befunde in Bezug zu den von ihm er- fragten und erhobenen Befunden basie re (KG act. 2, S. 35). Die Beschwerdefüh- rerin hätte somit in diesem Zusammenhan g allenfalls rügen können, die Vorin- stanz habe zu Unrecht auf das Gutacht en abgestellt bzw. ein neues (Ober-)Gut-- 10 - achten einholen müssen, da das Gutach ten ungenügend sei und ernsthafte Zwei- fel an der Richtigkeit der Schlussfolgerungen angebracht se ien, nicht jedoch, die Vorinstanz habe (eigene) wil lkürliche und aktenwidrige tatsächliche Annahmen getroffen (vgl. dazu aber die nachfolgende Erwägung 4). Die Vorinstanz hat wie erwähnt bezügl ich der (Fach-)Frage, ob die Diskus- hernie C3/C4 auf den Sturz vom 28.11.199 8 zurückzuführen sei, auf das Gutach- ten (inkl. Ergänzungsgutachten) von Dr. Q. abgestellt. Dieser verwies auch expli- zit auf die (zum Teil andersl autenden) Arztberichte und erklärte, er weiche inhalt- lich davon ab; die von ihm gezogenen Schlü sse basierten auf seiner Wertigkeit der fremden Befunde in Bezug zu den v on ihm erfragten und erhobenen Befun- den (BG act. 106, S. 2). Die Vorinstanz hatte somit die diesbezüglichen Zeugen- aussagen der Ärzte Dr. N. und Dr. H. im Hinblick auf die tatsächliche Frage nicht mehr einer eigenen Würdigung zu unterziehen. Einzig bezüglich der sich allenfalls stellenden Frage, ob das Gutachten von Dr. Q. ungenügen d sei und ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Schlussfolgerungen bestünden, waren diese Aus- sagen in die Würdigung einzubeziehen. Die Beschwerdeführerin hat aber bezüg- lich der Frage, ob die Diskush ernie auf den Unfall zurü ckzuführen sei, nicht gel- tend gemacht, das Gutachten von Dr. med. Q. sei wegen der Berichte von Dr. H. und Dr. N. ungenügend oder widersprüchlich (vgl. da zu aber die nachfolgenden Erwägungen 4 und 8.2). 2.4 Das in der vorstehenden Erwägung Gesagte gilt grundsätzlich auch für die Beanstandung der Beschwerdeführerin bez üglich Verlauf nach dem Sturz im November 1998, auf die Entwicklung de r Arbeitsfähigkeit und auf die anzuneh- mende Zustandsentwicklung zw ischen 1993 und dem Unfalldatum. Auch hier macht die Beschwerdeführerin vorerst gel tend, sie habe etliche Beweisurkunden, insbesondere Arztberichte, ins Recht gel egt, welche von der Vorinstanz nicht ge- würdigt worden seien (KG act. 1, Ziff. 1.1.2, S. 8 f.). Auch hier ist darauf hinzuwei- sen, dass die Vorinstanz auf das Guta chten von Dr. Q. abgestellt hat, welches diese Arztberichte erwähnt, jedoch zu einem anderen Ergebnis kommt. Die Vorin- stanz hatte bezüglich dieser Fachfragen an sich keine eigene Würdigung der Be- richte vorzunehmen und die Beschwerdeführe rin kann deshalb keine willkürliche - 11 - tatsächliche Würdigung bzw. keine (sinngemäss geltend gemachte) Verletzung des Anspruches auf das rechtliche Gehör darlegen (vgl. dazu aber die nachfol- genden Erwägungen 4 und 8.2). 3.1 Die Beschwerdeführerin macht gelt end, sie habe bereits seit Erhalt des Gutachtens gerügt, der Gutachter habe ungenügend zwischen Arbeitsfähigkeit und Erwerbsfähigkeit unterschieden und er habe namentlich angenommen, in Be- zug auf die 67-jährige Beschwerdeführerin könne nicht mehr nach der Arbeitsfä- higkeit gefragt werden. Gegen einen Gutach ter, der nicht zwischen "Arbeitsfähig- keit" und der sozialversicherungsrechtlic hen Dauer der Erwe rbsfähigkeit unter- scheiden könne, seien schwere Bedenken am Platz, zumal der Gutachter seiner Bemerkung noch anfüge, die Explorandin habe ... vor diesem Unfall schon unter den gleichen Beschwerden gelitten und eine Rippenfraktur sei radiologisch nicht nachgewiesen. Die Erwägung de r Vorinstanz, wonach daraus keine Schlüsse in Bezug auf die gutachter liche Eignung gezogen werden könnten, da die Be- schwerdeführerin mit 64 Jahren ins ordentliche Pensionsalter eingetreten sei, sich in den meisten Fällen die Frage nach der Arbeitsfähigkei t nur bis zu diesem Zeit- punkt stellen würde und daher die Fragestellung an den Gutachter anders hätte formuliert werden müssen, stelle keine Antwort auf die Bedenken der Beschwer- deführerin dar (KG act. 1, Ziff. 1.2, S. 9 f.). 3.2 Inwiefern die "schweren Bedenken" der Beschwerdeführerin durch die Erwägungen der Vorinstanz ni cht ausgeräumt sein sollten, ist nicht nachvollzieh- bar. Die Erwägung der Vorinstanz, wonach dem Gutachter nicht zum Vorwurf gemacht werden könne, er habe die Arbeitsfähigkeit mit der Erwerbsfähigkeit verwechselt, denn in den meisten Begutacht ungsfällen stelle sich die Frage nach der Arbeitsfähigkeit bzw. der Arbeitsunfähigkeit nur bis zum Zeitpunkt des Eintritts ins ordentliche Pensionsalter, was bei der Klägerin mit 64 Jahren der Fall gewe- sen sei und bei dieser Sachlage hätte die Fragestellung entsprechend anders formuliert werden sollen (KG act. 2, S. 12) , ist nicht zu beanstanden. Es ist durch- aus nachvollziehbar, wenn ein Gutachter fü r medizinische Fragen keine juristi- sche Unterscheidung zwischen Arbeitsfähi gkeit und Erwerbsfähigkeit getroffen, sondern eine allfällige Arbeitsfähigkeit – gerade weil sich diese Frage wie von der - 12 - Vorinstanz ausgeführt in den meisten ( anderen) Begutachtungsfällen nur bis zum Zeitpunkt des Eintritts des ordentlichen Pensi onsalters stellt – nur in diesem Kon- text gesehen hat. Zudem hat die erste In stanz den Gutachter anlässlich der Auf- forderung zur Beantwortung der Ergänzungsfragen und Erläuterungen mit Schrei- ben vom 28. April 2003 (BG act. 98) auf seinen Irrtum hingewiesen und ihn zur diesbezüglichen Ergänzung aufgefordert, we lche dieser im Ergänzungsgutachten (BG act. 106, S. 3 oben) auch vorgenommen hat, indem er ausführte, er sehe aus neurologischer Sicht die von ihm im Gutachten angegebene Ka usalität der Be- schwerden von 20% bis 30% hinsichtlich des Unfalles vom 28.11.1998; eine rest- liche Arbeitsunfähigkeit bzw. Invalidität könne nicht ne urologisch erklärt werden und dürfte mit den anderen Unfä llen, aber auch psychiatrisch erklärt werden kön- nen. Weshalb sodann "schwere Bedenken" am Platz wären, weil der Gutachter seiner zitierten Bemerkung als "Überdi es angefügt [habe], die Explorandin habe ... vor diesem Unfall schon unter den gl eichen Beschwerden gelitten, und eine Rippenfraktur sei radiologisch nicht nachgewiesen" (KG act. 1, S. 9 unten), er- scheint sodann nicht nachvollziehbar. 4.1 Die Beschwerdeführeri n beanstandet weiter, dass die Vorinstanz ihre Einwendungen verworfen habe, wonach de r Gutachter kei ne Angaben zur Ent- wicklung ihres Zustandes zwischen 1993 un d 1998 gemacht habe. Der Gutachter habe auf S. 17 des Gutachtens auf sech s ihm bekannte Vorgänge aus den Jah- ren vor 1993 hingewiesen un d drei Vorgängen von 1 989 bzw. 1990 starkes Ge- wicht als "erschwerende prätraumatische ... Beschwerden-Mitursachen" gegeben. Sodann habe er festgehalten, dass die aktuell beklagten Beschwerden schon vor dem Unfall 1998 vorgelegen hätten und dies insbesondere bereits in chronischer, also permanent vorhandener Form, wobei er auf Erhebungen 1989 und 1979 ver- wiesen habe. Jedoch habe der Gutachter mit keinem Wo rt gesagt, ob die seiner- zeitigen Unfallfolgen sich jeweils in der Zeit 1993 bis 1998 hätten bessern können: somit habe er sich eben mit den Jahren 1993 bis 1998 nicht befasst. Auch die Vorinstanz nehme auf diese Zeitlücke, die weder vom Ergänzungsgutachten noch durch die Befragung des Gutachters geschlo ssen werde, keinen Bezug, sondern weise nur auf die Bezugnahme des Gutachters auf Berichte von Dr. H. und Dr. N. hin, die ihrerseits zum Teil von der Pe riode 1993 bis 1998 hand elten. Jedoch ha-- 13 - be der Gutachter nicht in spezifischer Weise auf diese Berichte Bezug genom- men. Somit liege keine gutachterlic he Aussage darüber vor, wie sich die Schmerzsituation der Beschwerdeführerin in der Zeit von 1993 bis zum Unfall ent- wickelt habe oder haben könne (KG act. 1, S. 10 f.). Sodann sei im Gutachten entgegen der Annahme der Vorinstanz eben genau nicht ausgeführt, dieser sei auf Grund seines Fachwissens davon aus gegangen, dass die Beschwerdeführe- rin auch unmittelbar vor dem fraglichen Unfall nicht ganz habe beschwerdefrei sein können (KG act. 1, S. 11). 4.2 Die Vorinstanz führte aus, der Gutachter habe auf den Arztbericht von Dr. med. J. H. vom 08.05.2000 verwiesen, in dem dieser erkläre, dass die Explo- randin vor dem Unfall vom 28.11.1998 voll arbeitsfähig gewesen sei und keine Konsultation nötig gehabt habe. Der Gutachter habe auch Bezug genommen auf den Bericht von Dr. N. vom 15.05.2000, woraus sich ergebe, dass die Beschwer- deführerin letztmals 1996 be i ihm in Behandlung gewe sen sei und dieser die Prognose nach Abschluss der Behandlun g als günstig angegeben habe (BG act. 82/1, S. 10). Damit sei die Meinung der Beschwerdeführerin widerlegt, dass der Gutachter angabenlos die Zeit zwischen 1993 und 1998 übersprungen habe. Den Berichten der Medizinalpersonen habe der Gutachter vielmehr entnehmen kön- nen, dass es vor dem Unfall vom 28.11.1998 eine gewisse Zeit gegeben habe, in der die Beschwerdeführerin nicht in ärztlicher Behandlung gewesen sei. Wenn der Gutachter auf Grund der vorausgegangenen Unfälle und der dadurch verursach- ten und aufgezeigten Besch werden davon ausgegangen sei, dass die Beschwer- deführerin aufgrund seiner medizinischen und insbesondere neurologischen Kenntnisse auch unmittelbar vor dem fraglichen Unfall nicht vollkommen be- schwerdefrei habe sein können, sei diese gutachterliche Meinung nicht zu bean- standen (KG act. 2, Erw. 5/b/cc, S. 12 f.). 4.3 Die Ausführung der Be schwerdeführerin, es lägen keine Aussagen des Gutachters darüber vor, wie sich ihre Sc hmerzsituation in de r Zeit von 1993 bis 1998 entwickelt habe oder haben k önne, erweist sich als berechtigt. Der Gutach- ter hat in seinem Gutachten unter Hinwe is auf die Anamnese (seitens der Explo- randin) und auf die Akten festgehalten, das s alle aktuell [anlässlich des Gutach-- 14 - tens] beklagten Beschwerden (Kopf-, Na cken-, Schulter-, und Brustschmerzen, Schwindel, Wangenmissempfindung) bereits in chroni scher, also permanent vor- handener Form vor dem Unfall vom 28.11. 1998 vorgelegen hätten (BG act. 82/1, S. 17). Er verweist dazu weiter auf verschiedene 1979 bzw. 1989 festgestellte Vorkommnisse bzw. Veränderungen der Wi rbelsäule. Sodann hat der Gutachter diese Feststellung auch unter Hinweis auf die Arztberic hte von Dr. H. vom 08.05. 2000 und von Dr. N. vom 15.05.2000 (BG act. 82/1, S. 10) getroffen, welche auch Bezug auf die Zeit von 1993 bis 1998 g enommen haben. Im Ergänzungsgutach- ten hat er – auf den Hinweis der ersten In stanz hin, wonach ein Widerspruch zu zwei im Gutachten zitierten Arztberichten von Dr. H. vom 08.05.2000 und von Dr. N. vom 15.05.2000 bestehe (BG act. 98) – ex plizit darauf hingewiesen, dass zwar ein Widerspruch seines Gutachtens zu anderen Arzt- bzw. Chiropraktorberichten bestehe, nicht aber zu den von ihm daraus gezogenen Schlüssen, welche auf seiner Wertigkeit der fremden Befunde in Bezug zu de n von ihm erfragten und er- hobenen Befunde basiere (BG act. 106, S. 2 oben). Diese Aussage des Gutach- ters ist allerdings so allg emein wie nur möglich gehalten. Er setzt sich zwar for- mell, nicht jedoch materiell mit dem Inhalt der beiden Arztbericht e von Dr. H. vom 08.05.2000 und von Dr. N. vom 15.05.2000 auseinander. Es erscheint damit nicht nachvollziehbar begründet, welche "andere Wertigkeit" der fremden Befunde in Bezug zu den von ihm er hobenen Befunden bestehen k önnte. Der Widerspruch des Gutachtens zu den erwähnten Arztber ichten aus dem Jahr 2000 bleibt damit bestehen. Es wird nicht klar, auf welche Aktenstellen und auf welchen Teil der Anamnese er sich stützt, soweit er davon ausgeht, dass alle beklagten Beschwer- den bereits vor dem Unfall vom 28.11.199 8 in chronischer, also permanent vor- handener Form vorgelegen hatten, nachdem die zwei erwähnten Arztberichte (BG act. 12/8 und 12/10) von voller Arbeitsfähi gkeit der Beschwerdeführerin vor dem Unfall vom 28.11.1998 bzw. von einer gün stigen Prognose für die Zeit ab 1996 sprachen und gemäss weiterer Feststellung der Vorinstanz keine konkreten An- gaben der Beschwerdeführerin selber zu ihrem gesundheitlichen Zustand für die Zeit zwischen 1996 und 1998 vorlagen (KG act. 2, S. 31). Auch spricht sich das Gutachten – wie die Beschwerdeführerin zu Recht moniert – nicht darüber aus, in welchem Zusammenhang der sich in den Jahren 1993 bis 1998 offenbar verbes-- 15 - serte Zustand der Beschwerdeführerin zu den Unfallfolgen vom 28.11.1998 zu sehen ist bzw. wie sich dies ausgewirkt haben kann. Das Gutachten inkl. Ergän- zungsgutachten muss daher in diesem Zusammenhang als zumindest unvollstän- dig angesehen werden. Die Vorinstanz ko nnte somit nicht ohne Verletzung von § 181 ZPO davon ausgehen, die gutachterlic he Meinung sei nicht zu beanstanden, wonach der Gutachter aufgrund der vor ausgegangenen Unfälle und der dadurch verursachten und aufgezeigten Beschwe rden davon ausgegangen sei, dass die Beschwerdeführerin aufgrund seiner m edizinischen und in sbesondere neurologi- schen Kenntnisse auch unmittelbar vor dem fraglichen Unfall nicht vollkommen beschwerdefrei habe sein können (KG ac t. 2, S. 13 Mitte). Abgesehen davon könnte aus dem Gutachten (BG act. 82/1) und dem Ergänz ungsgutachten (BG act. 106) auch höchstens implizit gelesen werden, der Gutachter sei der Meinung gewesen, die Beschwerdeführerin habe vor dem Unfall nicht gänzlich beschwer- defrei gewesen sein können; explizit ist dies weder im Gutachten noch im Ergän- zungsgutachten so ausgeführt worden. 5.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter, es sei für den Gutachter und die Vorinstanz unzulässi g und willkürlich anzunehmen, der Unfall vom 28.11. 1998 habe keinen Rippenbruch zu r Folge gehabt. Die Vorinstanz zitiere zwar die Arztberichte richtig, jedoch stammten di e beiden im Gutachten erwähnten Berich- te nicht einfach von einem "unerfahrenen Assistenzarzt", sondern seien von ei- nem qualifizierten Oberarzt visiert worden und Dr. Sch. stelle zudem auf Röntgen- bilder vom 10.12.1998 und 21.12.1998 ab und ni cht auf jene der Erstkonsultation, zu welchen zudem der Gutachter Dr. Q. Zugang gehabt hätte. Die Feststellung, das Unispital Zürich habe zw eimal sachlich unrichtige Berichte erstellt, disqualifi- ziere den Gutachter (KG act. 1, Ziff. 1.4, S. 11 f.). Die Argumentation, Dr. Sch. stelle in seinem Be richt vom 29.11.1999 auf Röntgenbilder vom 10.12. 1998 und 21.12.1998 ab und nich t auf solche vom Un- falltag und der Gutachter Dr. Q. hätte di rekt Zugang zu den Aufnahme der Erst- konsultation, welche ja früher gewes en sei, gehabt, geht f ehl. Aus den von der Beschwerdeführerin zitierten BG act. 12/4 und 12/5, aus we lchen hervorgehe, dass anlässlich der Erstkonsultation tatsächlich Röntgenaufnahmen gemacht - 16 - worden seien, geht nichts anderes hervor, als dass Röntgenaufnahmen am 10.12. und 21.12.1998 gemacht wurden, und dass di e Erstkonsultation offenbar am 10.12.1998 stattfand (vgl. BG ac t. 12/5, S. 3, ad f). Im Bericht von Dr. Sch. wer- den denn auch Röntgenaufnahmen vom 10.12.1998 und 21.12.1998 erwähnt. Der Gutachter stellt sodann ebenfalls auf den Röntgenbefund vom 10.12.1998 und 21.12.1998 von Dr. K. P., Radiologie Universitätsspital Zürich ab (BG act. 26/11 und 26/12), gemäss welchem sich keine disl ozierten Rippenfrakturen zeigten (BG act. 82/1, S. 7). Am Unfalltag hatte die Beschwerdeführerin gar keinen Arzt aufge- sucht. Die Beanstandungen der Beschwerd eführerin gehen somit an der Sache vorbei. 5.2 Weiter moniert die Beschwerdeführ erin, die Vorinstanz gehe im Urteil (KG act. 2, S. 37, Erw. III.4 f) unter Bezugnahme auf das Gutachten davon aus, die Beschwerdeführerin habe keine Rippe nbrüche erlitten und leite daraus ab, dass es sich sinngemäss um einen "ha rmlosen Unfall" gehandelt habe. Abgese- hen davon, dass eine Rippenquetschung oft ebenso gravierende Folgen wie ein Rippenbruch haben könne, was auch Dr. Sch. feststelle, sei die Annahme der Vorinstanz, dass der Unfall "nicht sehr schlimm" gewesen sei, willkürlich und es handle sich auch im Gutachten nur um eine Annahme, nicht um eine Tatsachen- feststellung (KG act. 1, Ziff. 1.4.1, S. 12 f.). Wie bereits ausgeführt wurde, kann nicht von willkürlichen tatsächlichen An- nahmen der Vorinstanz gesprochen und diese auch nicht als solche gerügt wer- den, wo sie sich auf das Gutachten stüt zt (vgl. oben Erw. 2.3/2.4). Sodann ist auch der Gutachter davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin eine Rip- penstauchung erlitten habe, was auch sehr schmerzhaft sein könne und während mehreren Wochen bis Monaten zu Beschwe rden führen könne (BG act. 82/1, S. 17). Der Gutachter wiederum stützte sich in seinem Gutachten auf die Röntgen- befunde von Dr. P. vom 10.12.1998 und Dr. U. vom 21.12.1998 (BG act. 26/11 und 26/12) sowie auf den Bericht von Dr. Sch. vom 29.11.1999 (BG act. 26/6), welche übereinstimmend eine Rippenfraktur als nicht vorliegend bezeichneten. Zudem weist der Gutachter darauf hin, dass im (möglicherweise unvollständigen) Arztzeugnis vom 27.04.1999 der Klinik für Un fallchirurgie des Universitätsspitals - 17 - Zürich (BG act. 12/4) von keiner Rippenfraktur die Rede sei (BG act. 82/1, S. 7 f.). Diesbezüglich ergeben sich jedenfalls keine erheblichen Zweifel am Gutachten. 6.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet sodann, die Vorinstanz habe ihren Einwand, der Gutachter habe die Beschwer deführerin selber nur mangelhaft un- tersucht, willkürlich verworfen. Die von der Vorinstanz erwähnte "ergänzende neu- rologische Untersuchung" erweise sich als ausgesprochen mager (HWS-Rotatio- nen nach rechts und nach links; Anga ben über die Hirnnerven; Prüfung des Gangbildes; Wirbelsäulenbeweglichkeit; Arm-/Beinstatus, Sensibiliät; neuropsy- chologische Untersuchung im Hause; aber: keine eigenen Röntgenaufnahmen, CT, MRI-Untersuchungen). Die Vorinstanz werte die eigenen gutachtlichen Be- mühungen des Gutachters schönfärberisch, was heissen könne, willkürlich (KG act. 1, Ziff. 1.5, zu ee), S. 13). Den Einwand der Beschwerdef ührerin, der Gutach- ter sei davon ausgegangen, dass seine Fest stellungen an der Patientin weitge- hend das ergeben würden, was schon 1993 ge wesen sei müsse, erwähne die Vorinstanz zwar, sie gehe jedoch nicht darauf ein. Hingegen hebe die Vorinstanz hervor, dass der Gutachter eine umfa ssende Unfallanamnese vorgenommen ha- be. Die Beschwerdeführerin wendet diesbe züglich ein, nicht die Unfallanamnese, sondern das Aufzählen der früheren akt enkundigen Unfälle nehme breiten Raum ein. Auch sei aus dem Gutachten nicht et wa ersichtlich, dass der Gutachter eine besonders sorgfältige Anamnese vorgenom men hätte, sondern dass er der Be- schwerdeführerin schlicht nicht glaube, ih re Unfalldarstellung nicht verstanden habe und "grosse Mühe" gehabt habe, sich den beschriebenen Sturz vorzustel- len. Die Ausführungen der Vorinstanz wü rden insgesamt keine Antwort auf den Einwand der Beschwerdeführerin darstelle n, wonach der Gutachter aus seinen gutachtlichen Abklärungen und Befunden ohne Bedenken da rauf schliesse, der Zustand der Beschwerdeführerin sei im We sentlichen gleich wie 1993 (KG act. 1, Ziff. 1.5 zu ff), S. 14 -15). 6.2 Wie auch die Vorinstanz ausführt (KG act. 2, S. 14), hat sowohl eine neurologische (durch den Gutachter Dr. Q. am 31.07.2002 : BG act. 82/1) wie auch eine neuropsychologische Untersuc hung (durch die Neuropsychologische Abteilung des Universitätsspitals Zürich am 31.07.2002: BG act. 82/2) der Be-- 18 - schwerdeführerin stattgefunden. Die Vorinstanz führte sodann zu Recht aus, dass nach dem Unfall vom 28.11. 1998 bereits verschiedene Untersuchungen der Be- schwerdeführerin durch Medizinalper sonen stattgefunden hatten, und dass ver- schiedene Röntgenaufnahmen gemacht wo rden waren. Die Untersuchungsbe- richte und Röntgenaufnahmen standen dem Gutachter zur Verfügung und der Gutachter habe sich auf eine ergänzende neurologische Untersuchung beschrän- ken können (KG act. 2, S. 14). Wie bereits die Vorinstanz erwog, legte die Be- schwerdeführerin nicht dar, welche zu sätzlichen Untersuchungshandlungen der Gutachter hätte durchführen sollen. Zudem ist nicht ersichtlich, was weitere eige- ne neurologische Untersuchungen fast drei Jahre nach dem zu begutachtenden Unfall und nachdem in der Zwischenzeit of fenbar mindestens ein weiterer Unfall passiert war, hätten ergeben können. Auch im Beschwerdeverfahren wird dies nicht weiter ausgeführt, sondern die Besch werdeführerin beanstandet lediglich, die "ergänzende neurologische Untersuchung" erweise sich "als ausgesprochen mager", was jedoch unter den erwähnten Umständen nicht reicht, um ernsthafte Zweifel an den Schlussfolgerungen des Gutachtens zu begründen. Schliesslich ist anzumerken, dass im Gutachten nicht einfach festgehalten wurde, der Zustand der Beschwerdeführer in entspreche im Wesentlichen jenem von 1993. Im Gutachten wurden vielme hr differenziert die Angaben der Be- schwerdeführerin und jene aus den versch iedenen Arztberichten zu den jeweili- gen Schmerzen zusammengefasst und dem Vorzustand gegenüber gestellt, wo- bei durchaus auch auf Unterschiede zum Vorzustand hingewiesen wurde (BG act. 82/1, Ziff. 3, S. 11 - 13; z. B. "Exazerbation [d.h. Verschlimmerung] der vorbeste- henden Kopfschmerzen" etc.). Bei der Beantwortung der verschiedenen Fragen an den Gutachter führte dieser sodann aus , dass alle aktuell beklagten Be- schwerden (Kopf-, Nacken-, Schulter- und Brustschmerzen, Schwindel, Wangen- missempfindungen) bereits in chronischer, also permanenter Form vor dem Unfall vom 28.11.1998 vorgelegen hätten (zu dieser Annahme vgl. aber vorn Erw. 4.3). Insgesamt sei anzunehmen, dass der Un fall vom 28.11.1998 eine Verschlimme- rung des Vorzustandes verursacht habe, doch sei er mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit nicht alleine für die akt uellen Beschwerden verantwortlich (BG act. 82/1, S. 17). Damit ging auch der Gutachter davon aus, dass nach dem relevan-- 19 - ten Unfall eine Verschlimmerung der Beschwerden eingetreten sei. Dass der Gut- achter "ohne Bedenken darauf schliesst, der Zustand der Beschwerdeführerin sei im Wesentlichen gleich wie 1993", wie die Beschwerdeführerin beanstandet, kann daraus nicht gelesen werden. 7.1a) Schliesslich beanstandet die Besc hwerdeführerin, die Vorinstanz er- kläre den Widerspruch des Ergänzungsgutachtens zum Gutachten in Bezug auf den vom Gutachter angegeben Anteil des streitigen Unfalls an den Beschwerden der Beschwerdeführerin nicht; im Gutach ten werde der Anteil auf 20-30%, im Er- gänzungsgutachten jedoch (bezogen auf die Invalidität) auf 5-10% bemessen. Die Begründung der Vorinstanz, wonach die Unfa llkausalität an sich 20-30% sei, die Kausalität von 5-10% vom Gutachter aber aus rein neurologischer Sicht festge- setzt worden sei, stimme nicht mit den Ausführungen des Gutachters überein: im Gutachten sei von einem 20-30 prozentigen Anteil des Unfalls "an den Beschwer- den" die Rede, der Anteil der Vorzustände sei 70-80%; im Er gänzungsgutachten bleibe es unklar und auf alle Fälle werde der Anteil des Unfalls an der Invalidität nun eben einschränkungslos an ders, nämlich auf 5-10 % bemessen. Die Annah- me der Vorinstanz, es bestehe kein Wide rspruch, sei daher ak tenwidrig und will- kürlich. b) Die Vorinstanz führte dazu aus, der Gutachter halte den Unfall vom 28.11.1998 als eine mi twirkende Ursache der aktuellen Beschwerden. Auf die Frage, ob unfallfremde Faktor en mitgewirkt hätten, führ e er aus, insbesondere verschiedene Unfälle seien als ersch werende prätraumat ische Beschwerde- Mitursachen zu sehen; zudem müsse das Alter der Beschwerdeführerin mitbe- rücksichtigt werden. Nach 8 Unfällen, dem fortgeschrittenen Alter und der vorbe- stehenden degenerativen Veränder ungen der Halswirbelsäule sei es kaum mög- lich, den prozentualen Anteil eines jeweiligen Unfalles für die aktuellen Beschwer- den zu eruieren. Insgesamt sehe er aus ne urologischer Sicht die Unfallkausalität der Beschwerden mit dem Unfall vom 28.11.1998 zu 20 Prozent bis maximal 30 Prozent gegeben bzw. mitverantwortlich. Im Ergänzungsgutachten habe er aus- geführt, gemäss Ziff. 29 bis 33 [AVB; Anme rkung des Kassationsgerichts] würden sich keine organischen Defizite und somi t auch keine Invalidit ät finden; hingegen - 20 - dürfe man die aktuellen Beschwerden und die neuropsychologischen Defizite eine Invalidität von 20 Prozent bis 30 Prozent verursachend sehen. Alleine auf Grund des Unfalls vom 28.11.1998 seien aus neur ologischer Sicht die von ihm angege- bene Invalidität mit 5% bis 10% zu vera nschlagen, wobei klar gesagt werden müsse, dass es schwer sei, bei so viel en Unfällen eine klare Zuteilung vorzuneh- men (KG act. 2, S. 16 f.). Aus diesen Au sführungen des Gutachters sei kein Wi- derspruch zu erkennen, da er im Er gänzungsgutachen ebenfalls an der Unfall- kausalität von insgesamt 20-30% festhal te, jedoch die Prozentangabe insofern spezifiziere, als er die Kausalität auf 5-10% aus rein neurologischer Sicht festset- ze. Die beiden Prozentangaben würden sich daher auf zw ei ganz verschiedene Sachverhalte beziehen (KG act. 2, S. 17). c) Diesen Ausführungen kann beigefügt werden, dass der Gutachter im Er- gänzungsgutachten unter 3. die Ergänzung sfrage beantwortete, wie hoch er die medizinisch-theoretische Invalidität beziffe re, und zwar a) gesam thaft, d.h. unter Einbezug aller bisheriger Vorfälle und b) ob der Unfa ll vom 28.11.1998 die alleini- ge Ursache oder nur Teilursache sei (BG act. 98). Darauf führte er aus, die aktu- ellen Beschwerden und die neuropsycholog ischen Defizite verursachten eine In- validität von 20-30%, was aber als Resultierende alle r Unfälle und des Alters zu sehen sei. Allein aufgrund des Unfalles vom 28.11.1998 sei aus neurologischer Sicht die angegebene Invalidität mit 5% bis 10% zu veranschlagen, wobei es schwierig sei, bei so vielen Unfällen eine klare Zuteilung zu machen (BG act. 106, S. 4). Hingegen ging er im Gutachten selber unter Frage 2b und Ergänzungsfrage 1b auf die Frage nach der Verursachung bzw. Teilverursachung der aktuellen Be- schwerden durch den Unfall vom 28.11.1998 ein. Daraus geht hervor, dass sich die beiden Prozentangaben auf verschiedene Sachverhalte beziehen. 7.2 a) Im Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, di e Vorinstanz sei akten- widrig davon ausgegangen, aus der Unkenntnis des Gutachters des Kürzels "AVB" könne nicht auf dessen fehlende fachliche Qualität geschlossen werden, da dem Gutachter ja nicht ein Kürzel " AVB", sondern die AVB als solche, also die Bestimmungen in ihrer ganzen Länge zuge gangen seien und ihm die Einsicht in dieselben klar gezeigt hätte, was in den Ergänzungsfragen gemeint gewesen sei. - 21 - Die Vorinstanz nehme willkürlic h an, eine sorgfältige Würdigung aller zur Verfü- gung stehenden Akten durch den Gutachte r werde dadurch nicht ausgeschlos- sen. Sie äussere sich gar nicht zum Vorwurf der Beschwerdeführerin, der Gutach- ter habe die AVB nicht nur nicht verstanden, sondern offensichtlich auch nicht ge- lesen, was auf ein unsorgfältiges Vo rgehen schliessen lasse. Zudem sei von ei- nem medizinischen Gutachter zu erwart en, dass er wisse, um welche versiche- rungsrechtlichen Fragen es bei den medizinischen bzw. neurologischen Feststel- lungen gehe (KG act. 1, S. 16 f.). b) Wie die Vorinstanz zu Recht ausf ührte, war dem Gutachter offenbar ge- mäss seiner Ausführung im Gutachten (" Leider verstehen wir diese Frage nicht. Was bedeutet 'Ziff. 29 bis 33 AVB'? Sollte es sich um Akten handelt, so finden sich in den uns zur Verfügung gestellten Akten keine, welche mit Ziff. 29 numme- riert sind") das Kürzel "AVB" nicht geläufig. Dieses habe nichts mit einem medizi- nischen Fachausdruck zu tun, sondern mi t dem Versicherungsrecht und daraus könne nicht auf fehlende fachlic he Qualität des Gutachters zur Erstattung eines neurologischen Gutachtens geschlossen werden (KG act. 2, S. 19). An dieser Beurteilung können auch die im Beschwe rdeverfahren vorgebrachten Einwände der Beschwerdeführerin nichts ändern. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass der Gutachter in seinem Ergänzungsgutachten auf entsprechende Fragen und Hinweise des Gerichts (BG act. 98) die diesbezüglichen Fragen durchaus beant- wortet hat und dementsprechend dann auch die (spätestens mit den Ergänzungs- fragen) beigelegten AVB (BG act. 12/2 = 39 /1) gewürdigt hat. Dass eine solche "Würdigung" durch den Gutachter zuvor (i m ersten Gutachten) nicht möglich war und er allenfalls dieses Aktenstück gar nicht weiter beacht ete, nachdem er den Ausdruck "AVB" nicht verstanden hatte, erscheint nachvollziehbar und lässt dies- bezüglich – wie bereits die Vorinstanz ausführte – weder Zweifel an der fachlichen Qualifikation des Gutachters noch an der Sorgfältigkeit seines Vorgehens auf- kommen. 8.1 Insgesamt ist somit davon ausz ugehen, dass das Gutachten von Dr. med. Q. (BG act. 82/1) auch unter Einbez ug des Ergänzungsgutachtens (BG act. 106) zumindest bezüglich des gesundheit lichen Zustandes der Beschwerdeführe-- 22 - rin in der Zeit von 1993 bzw. 1996 bis zum fraglichen Unfall am 28.11.1998 un- vollständig und nicht nachvo llziehbar erscheint. Das Gutachten geht in seinen Schlussfolgerungen, nämlich der Beziffe rung der Unfallkausa lität der Beschwer- den, davon aus, dass die aktuell beklagten Beschwerden bereits vor dem Unfall in chronischer, also permanent vorhandener Form vorgelegen hätten (BG act. 82/1, S. 17), was aber – wie soeben ausgeführt wur de – nicht nachvollziehbar ist. Wi- dersprüche zu anderen vorliegenden Arzt berichten wurden vom Gutachter auch im Ergänzungsgutachten nicht nachvollziehbar beseitigt. Indem die Vorinstanz gleichwohl auf das Gutachten (in Verb indung mit dem Ergänzungsgutachten) ab- stellte, hat sie § 181 ZPO und damit einen wesentlichen Verfahrensgrundsatz ver- letzt. Die Vorinstanz wird zu entscheiden haben, ob sie das Gutachten diesbezüg- lich erneut vom Gutachter Dr. med. Q. ergänzen lässt, oder ob sie ein neues Gut- achten einholen will. 8.2 In diesem Zusammenhang ist s odann nochmals auf die vorstehenden Erwägungen 2.3 und 2.4 zurückzukommen. Zwar konnte die Beschwerdeführerin an angegebener Stelle keinen Nichtigkeitsgr und nachweisen, da sie lediglich rüg- te, die Vorinstanz sei von aktenwidri gen und willkürlichen ta tsächlichen Annahme ausgegangen, anstatt die Begründung und Nachvollziehbarkeit des Gutachtens in Zweifel zu ziehen. Jedoch werden – soweit die Vorinstanz zur Unfallkausalität auf das Gutachten und das Ergänzungsgutachten abstellte (KG act. 2, Erw. 4e, S. 35) – auch diese Erwägungen nach Ergänzung des Verfahrens allenfalls anzupassen sein. 8.3 Nachdem wie festgestellt das Gutach ten von Dr. med. Q. (in Verbindung mit dem Ergänzungsgutachten) als mangelh aft erscheint und diesbezüglich eine Ergänzung des Verfahrens nötig sein wird, ist nicht weiter auf die nachfolgenden Beanstandungen der Beschwerdeführerin (KG act. 1, Ziff. 2 und 3, S. 17 - 23) zu den von der Vorinstanz unter "III. A. Taggel dversicherung" (KG act. 2, S. 20 - 40) und "III.B. Invaliditätskapitalversicherung" (KG act. 2, S. 41 - 49) gemachten Er- wägungen einzugehen. Je nach Ausgang der Verfahrensergänzung wird die Vor- instanz diesbezüglich allenfalls neue Erwägungen anzustellen haben. - 23 - 9. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde hinsichtlich des Gutach- tens als begründet. Der vorinstanzliche Entscheid ist daher aufzuheben und die Sache zur Ergänzung des Verfahrens und zur neuen Entscheidung an die Vorin- stanz zurückzuweisen. III. Ausgangsgemäss wird im vorliegenden Verfahren die Beschwerdegegnerin, welche die Abweisung der Beschwerde beantragte, kosten- und entschädigungs- pflichtig (§§ 64 Abs. 2 und 68 ZPO). Das Gericht beschliesst: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird das Urteil der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 3. Oktober 2008 aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur Ergänzung des Verfahrens und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr für das Kassationsverfahren wird festgesetzt auf Fr. 23'300. 3. Die Kosten des Kassationsverfahrens werden der Beschwerdegegnerin auf- erlegt. 4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsver- treter der Beschwerdeführerin für das Kassationsverfahren eine Prozessent- schädigung von Fr. 13'880.40 (Fr. 12'900.-- zuzüglich 7,6% = Fr. 980.40 MWST) zu entrichten. 5. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine - 24 - Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG an das Sch.ische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. Der Streitwert beträgt Fr. 628'300.--. Sodann läuft die Frist von 30 Tagen zur Anfechtung des Urteils des Obergerichtes vom 3. Oktober 2008 mit Beschwerde an das Bundesgericht neu ab Empfang des vorliegenden Entscheides (Art. 100 Abs. 1 und 6 BGG). Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG. 6. Schriftliche Mitteilung an die Partei en, die I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich, sowie das Bezirksgericht Zürich, 4, Abteilung (CG000095), je gegen Empfangsschein. ______________________________________ KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die juristische Sekretärin: