Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. Dezember 2013 (720 12 53) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Invalidenrente; Würdigung des medizinischen Sachverhaltes und Überprüfung des Ein- kommensvergleichs; leidensbedingter Abzug von 10% bestätigt Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves T hommen, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch W erner Rufi, Advokat, Schmiedengasse 7, Postfach, 4104 Oberwil gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1963 geborene A.____ war zuletzt bis Ende Juli 2005 bei der B.____ als Feinme- chaniker angestellt. Am 13. Oktober 2004 kam es am Arbeit splatz zwischen dem Versicherten und einem anderen Mitarbeiter zu einer tätlichen Aus einandersetzung, bei welcher sich A.____ eine Ruptur des Trommelfells rechts und eine Kontusion im Kieferbereich zuzog. Die Schweize- rische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) erbrachte in de r Folge die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 1. Juli 2005 – bestätigt mit Einspr acheentscheid vom 31. Oktober 2005 - schloss die SUVA den Fall per 15. Juli 2005 folgenlos ab. A.2 Am 4. November 2005 ging bei der IV-Stelle Basel -Landschaft (IV-Stelle) eine Anmel- dung zum Leistungsbezug von A.____ ein. Unter Hinweis auf psychische Beschwerden, chroni- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sche Kopfschmerzen, Rückenprobleme und Schwindel beantragt e er eine Rente. Nach Abklä- rung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle - nach durchge- führtem Vorbescheidverfahren - das Leistungsbegehren mi t Verfügung vom 6. November 2006 aufgrund eines rentenausschliessenden Invaliditätsgrads von 32% ab. Nachdem der Versicher- te, vertreten durch Advokat Werner Rufi, gegen diesen Entscheid am 8. Dezember 2006 vor- sorglich Beschwerde erhoben hatte, zog die IV-Stelle die sen - noch vor Überweisung der Be- schwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsre cht (Kantonsgericht) - am 15. Dezember 2006 lite pendente in Wiedererwägung. Sie holte in der Folge weitere medizini- sche Unterlagen ein. A.3 Am 8. Juni 2008 stellte der Versicherte bei der IV -Stelle ein Gesuch um Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung. Die IV-Stelle klärte au ch diesbezüglich den rechtserheblichen Sachverhalt ab und kam mit Verfügung vom 24. Dezember 2009 zum Schluss, dass A.____ nicht hilflos im Sinne des Gesetzes sei und keinen Anspr uch auf eine Hilflosenentschädigung habe. Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte, wei terhin vertreten durch Advokat Rufi, am 2. Februar 2010 Beschwerde beim Kantonsgericht (vgl. Verfahren Nr. 720 10 28). Das Ver- fahren ist seit dem 22. März 2010 (bis zum Vorliegen ein es rechtskräftigen Entscheids betref- fend den Anspruch von A.____ auf eine Rente) sistiert. A.4 Am 11. Januar 2012 erliess die IV-Stelle erneut eine Rentenverfügung, wobei sie dem Versicherten von 1. Juni 2006 bis 30. Juni 2009 eine befristete Dreiviertelsrente zusprach. B. Hiergegen erhob der Versicherte, weiterhin vertrete n durch Advokat Rufi, am 13. Februar 2012 eine Beschwerde beim Kantonsgericht (V erfahren Nr. 720 12 53). Er bean- tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm vom 1. Juni 2006 bis Ende Juni 2009 eine ganze Rente auszurichten. Weiter sei ihm auch über den 30. Juni 2009 hinaus unbefristet eine ganze Rente, eventualiter für die Z eit ab 1. Juli 2009 eine Dreiviertelsrente zu- zusprechen. Subeventualiter sei ihm für die Zeit ab 1. Juli 2009 eine reduzierte angemessene Rente auszurichten; alles unter o/e-Kostenfolge. Zudem beantragte der Beschwerdeführer in verfahrensrechtlicher Hinsicht, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und das laufende Beschwerdeverfahren im Hinblick auf einen mög lichen Vergleich im Sinne von Art. 50 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialve rsicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 für den Zeitraum von mindestens drei Monaten bzw. bis zum Widerruf durch eine Partei zu sistieren. Es sei ihm zudem nach Aufhebun g der Sistierung eine angemessene Frist von mindestens 30 Tagen für das Einreichen einer ergänzenden Beschwerdebegründung zu gewähren. C. Mit Verfügung vom 20. März 2012 bewilligte das Kan tonsgericht dem Beschwerdefüh- rer die unentgeltliche Prozessführung und die unentge ltliche Verbeiständung mit Advokat Rufi als Rechtsvertreter. D. Die IV-Stelle liess sich am 22. Mai 2012 zur vorlieg enden Beschwerde vernehmen und beantragte deren Abweisung. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die der angefochtenen Verfügung zugrunde gelegten medizinischen Berichte nicht zu beanstanden seien. Ebenso sei der vorgenommene Einkommensvergleich, bei welchem vom Invalidenein- kommen ein leidensbedingter Abzug von 10% berücksichtigt worden sei, rechtens. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Am 2. Juli 2012 äusserte sich IV-Stelle zu den Verf ahrensanträgen und erklärte sich mit einer Sistierung des vorliegenden Verfahrens einverstanden. In der Folge verfügte das Kan- tonsgericht die Sistierung des Verfahrens bis 1. Oktobe r 2012 bzw. bis zum Abschluss der zwi- schen den Parteien laufenden Vergleichsverhandlung oder bis zu einem allfälligen Widerruf durch eine der Parteien. Nachdem der Beschwerdeführer a m 28. Februar 2013 mitteilte, dass die Vergleichsverhandlungen ergebnislos verlaufen seien , hob das Kantonsgericht die Sistie- rung mit Verfügung vom 4. März 2013 auf. F. Am 7. Juni 2013 reichte der Beschwerdeführer seine ergänzende Beschwerdebegrün- dung ein, wobei er im Wesentlichen an seinen Anträgen und an den bereits gemachten Ausfüh- rungen festhielt. Ergänzend beantragte er, dass das Kan tonsgericht ein polydisziplinäres Gut- achten einholen und eine Parteiverhandlung durchführen solle. G. Die IV-Stelle schloss am 9. August 2013 auf Abweisung der Beschwerde. H. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung hielten die Parteien an den gestellten An- trägen und Ausführungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht beim sachlich wie ört lich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Strittig und zu prüfen ist vorliegend der Rentena nspruch des Beschwerdeführers. 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die In validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 hat die versicherte Person Anspruch auf e ine ganze Rente, wenn sie zu mindes- tens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu minde stens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität w ird durch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar. Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund ein es Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invali- deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen , das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). De r Einkommensvergleich hat in der Re- gel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergeste llt werden. Aus der Einkommensdiffe- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht renz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemein e Methode des Einkommensver- gleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Eidgenössisch en Versicherungsgerichts (EVG, ab 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen [Bundesgericht]) mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizini- scher Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweisw ürdigung aufzustellen (vgl. die aus- führlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungs- verfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztin nen und -ärzte, welche aufgrund ein- gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat- ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweis- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht würdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht k onkrete Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/ bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze f inden für das IV- Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteile des EV G vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von be handelnden Ärzten darf und soll das Ge- richt der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf- tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Pa- tienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im R ahmen einer freien und umfas- senden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die pote ntiellen Stärken der Berichte behan- delnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allei n, dass eine Einschätzung vom be- handelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich ein- zustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und u mfassende Betreuung durch behan- delnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unter- schiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisc h tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmed izinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 50 6/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu neh- men, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Ei nschätzungen gelangen. Vorbehal- ten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte be- nennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind im Wesentlichen folgende Unterlagen zu berücksichtigen: 5.1 Der Beschwerdeführer befand sich nach einer Schlägere i am Arbeitsplatz am 13. Oktober 2004 und nach der Kündigung durch die Arb eitgeberin am 20. Oktober 2004 vom 22. November 2004 bis 4. März 2005 in der C.____. In deren Bericht vom 17. Mai 2005 wurden eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) bei Status nach Anpassungsproblematik nach Arbeitsplatzverlust und Gewaltanwendung durch ein en ehemaligen Arbeitskollegen, chro- nische Kopf- und Nackenschmerzen vom episodischen Spannungsty p und ein leichteres post- traumatisches Zervikalsyndrom als Diagnosen aufgeführt. Der Beschwerdeführer war vom 13. April 2005 bis 24. Mai 2005 erneut stationär in der C.____ hospitalisiert. Im Bericht vom 24. Juni 2004 wurden d ie bereits am 17. Mai 2005 genannten Di- agnosen wiederholt. Der Beschwerdeführer wurde bei sei ner Entlassung als zu 100% arbeits- unfähig eingeschätzt. Am 17. Oktober 2005 unternahm der Beschwerdeführer ein en Selbstmordversuch mit vorwie- gend Antidepressiva und Sedativen bei schwerer depressiver Episode mit fraglichen psychoti- schen Symptomen (vgl. Bericht der D.____ vom 18. Oktober 2005). Dem Austrittsbericht der C.____ vom 13. Dezember 2005 sind als Diagnosen ein St atus nach Tablettenintoxikation in suizidaler Absicht, eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) bei Status nach An- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht passungsproblematik nach Arbeitsplatzverlust und Gewaltan wendung durch einen ehemaligen Arbeitskollegen zu entnehmen. 5.2 Nachdem sich der Beschwerdeführer bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug angemel- det hatte, beauftragte diese Dr. med. E.____, FHM Psych iatrie und Psychotherapie, mit einer Begutachtung. Dieser diagnostizierte in seinem Bericht v om 26. März 2006 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ( ICD-10 F33.1). Der Beschwerdeführer sei anlässlich der Untersuchung depressiv gewesen. Er sei in sich zusammengesunken auf dem Stuhl gesessen und habe kaum spontan Blickkontakt auf genommen. Der Muskeltonus sei schlaff sowie die Mimik und Gestik herabgesetzt gewesen. Er habe auch Suizidgedanken er- wähnt. Die seiner Meinung nach ungerechtfertigte Kü ndigung des Arbeitsplatzes habe bei ihm eine depressive Krise verursacht, von der er sich bis anhi n nicht erholt habe. Er sehe in der tätlichen Auseinandersetzung mit seinem Arbeitskollegen den Grund für seine Schwierigkeiten und er möchte jetzt für das erlittene Unrecht eine K ompensation in Form einer Rente der SUVA und der IV. Dr. E.____ führte weiter aus, es könne vom Beschwerdeführer verlangt werden, dass er sich mit seinen Schwierigkeiten auseinandersetze. Der tätliche Konflikt mit einem Ar- beitskollegen, bei dem er leichte Verletzungen erlitte n habe, sei nicht hinreichend, um daraus eine lebenslange Arbeitsunfähigkeit ableiten zu könne n. Gemäss den Angaben des Beschwer- deführers sei geplant, dass er in einer geschützten Arbe itsstelle eine Arbeit aufnehmen werde. Dies sei sehr zu empfehlen. Neben der rezidivierenden dep ressiven Störung, leide der Be- schwerdeführer an Konzentrationsstörungen, Antriebsstöru ngen, einem sozialen Rückzug und depressiven Verstimmungen. Er sei deshalb sowohl in der angestammten als auch in einer an- gepassten Tätigkeit zu 20% in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. 5.3 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens äusserte sich die behandelnde Ärztin Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, am 26. Juli 2006 dahingehend, dass der Beschwerdeführer an einer schweren depressiven Erkranku ng mit multiplen vegetativen Störungen leide. Er sei zu 100% arbeitsunfähig. 5.4 Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), bezeichnete am 2. Oktober 2006 die Ausführunge n von Dr. E.____ als schlüssig und nachvollziehbar. Er schätze den Beschwerdeführer so ein, dass dieser über genügend Res- sourcen verfüge, um sich adäquat mit der Schlägerei am Arbeitsplatz auseinanderzusetzen. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit leuchte daher ein. Weiter führte er aus, dass die unterschied- lichen Angaben zur Schwere der depressiven Erkrankung zwis chen Dr. E.____ und Dr. F.____ sich nicht vergleichen lassen würden, weil die behandelnde Psychiaterin auf eine ICD- Kodierung verzichtet habe. Festzustellen sei, dass Dr. F .____ eine unterschiedliche Einschät- zung der gleichen psychischen Situation vornehme, was wahr scheinlich durch ihre Rolle als behandelnde Ärztin begründet sei. 5.5 Nachdem der Beschwerdeführer gegen die ablehnende Verfügung vom 6. November 2006 Beschwerde erhoben hatte, kam die IV-Stelle auf i hren Entscheid zurück und holte ein polydisziplinäres Gutachten bei der H.____ ein. In deren Bericht vom 27. Dezember 2007 wer- den folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsf ähigkeit genannt: (1) eine rezidivieren- de depressive Störung mit gegenwärtig mittelschwerer d epressiver Episode mit somatischem Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Syndrom (ICD-10 F32.11/21), (2) ein chronisches Zerviko zephalsyndrom (ICD-10 M43.0) ohne Hinweise auf ein radikuläres Reiz- oder ein sensomotori sches Ausfallsyndrom, am ehesten Kopfschmerzen vom Spannungstyp und (3) ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.86). In der Gesamtbeurteilung wurde festg estellt, dass nach den eingehenden somatischen Abklärungen das Zustandsbild des Beschwerdefü hrers nur psychiatrisch interpre- tiert werden könne. Entgegen seinem Verhalten in den anderen Untersuchungen habe der Be- schwerdeführer bei der psychiatrischen Exploration nämlich den Verlauf der letzten Jahre spon- tan geschildert und spontan zu weinen begonnen. Er sei dabei wiederholt auf die seit dem Un- fall eingetretenen negativen Lebensveränderungen zu spr echen gekommen. Während der psy- chopathologischen Exploration habe er sich bewusstseinsklar und allseits orientiert gezeigt. Die Prüfung der kognitiven Leistungsfähigkeit zeige eine p hasenweise herabgesetzte Konzentrati- onsfähigkeit. Auch sei die Aufmerksamkeitsleistung eingesc hränkt. Hinweise auf Halluzinatio- nen, Wahnerleben oder Ichstörungen hätten sich aber kei ne gefunden. Im Affekt hätten eine deprimierte Grundstimmung mit eingeschränkter Schwingungsfähigkeit und ausgeprägten Insuf- fizienzgefühlen sowie dem Gefühl des Verlusts der körper lichen Integrität im Vordergrund ge- standen. Zudem hätten sich eine leichtgradige psychomoto rische Unruhe und deutliche soziale Rückzugstendenzen gezeigt, so dass zusammenfassend von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittel- bis schwergradig ausgepräg t, mit einem somatischen Syndrom ausgegangen werden müsse. Aus diesem Grund bestehe bei m Beschwerdeführer aus psychi- atrischer Sicht eine 50%ige Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit. Die psychische Belastbarkeit sei sicher eingeschränkt, so dass Tätigkeiten unter Zeitdru ck nicht in Frage kommen würden. Desgleichen seien Arbeiten, die ein rasches Umstellungsvermögen und eine hohe Anpassungs- fähigkeit erfordern würden, nicht geeignet. Auch das F ühren von Kraftfahrzeugen oder das Be- dienen von Maschinen sei abzulehnen. Ergänzend wurde vermerkt, der Beschwerdeführer würde d ie untersuchende Ärzteschaft in der Präsentation seines Beschwerdebildes etwas ratlos zurücklassen. Dies äussere sich auch in den umfassenden Zusatzabklärungen. Ganz offensichtlich lä gen beim Beschwerdeführer Ver- deutlichungstendenzen vor, welche sich in allen Untersuch ungen zeigen würden. Dies zeige sich beispielsweise daran, dass im Zeitpunkt der ersten und damit vorhersehbaren Blutentnah- me mit Medikamentenspiegelbestimmung der Mirtazapin-Sp iegel weit über normal hoch gewe- sen sei und sich in einer zweiten unangemeldet durchgefü hrten Kontrolle derselbe unterhalb der Referenznorm gezeigt habe. Daneben müsse aber au ch festgestellt werden, dass der Be- schwerdeführer mehrmals mehrwöchige psychiatrisch bedingte Klinikaufenthalte gehabt und zwei medikamentöse Suizidversuche verübt habe. Auch we nn letzte Zweifel an der psychiatri- schen Diagnose nicht ausgeschlossen werden könnten, müsse m an doch aufgrund einer Ge- samtschau von einer 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgehen. 5.6 In den Akten findet sich weiter das psychiatrisch-psycho therapeutische Gutachten der C.____ vom 18. Mai 2009. Dr. med. I.____, FMH Psychiat rie und Psychotherapie, stellte fest, dass beim Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Arbeit sfähigkeit keine Störung gemäss ICD 10 (Kapitel V [F, psychische und Verhaltensstörunge n] WHO 1994]) vorliegen würde. Als weitere Diagnosen nannte Dr. I.____ (1) Angst und De pression, gemischt (F 41.2), (2) depres- sive Störung, gegenwärtig remittiert (F32.4) bei Stat us nach Anpassungsstörung (Arbeitsplatz- verlust bei gewalttätiger Auseinandersetzung mit Mita rbeiter am 13. Oktober 2004) mit Angst Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht und depressiver Reaktion gemischt (F 43.22) mit/bei narzi sstischer und sthenischer Persönlich- keit, (3) Tabakabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig Substan zgebrauch, und (4) Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung. In der Beurteilung zeigte Dr . I.____ auf, dass der Beschwerde- führer während der stationären Abklärungen vom 2. März 2009 bis 6. März 2009 ein demonstra- tives Bild mit Ablehnung von Hilfe durch das pflegerische Fachpersonal gezeigt und sich ange- messen selber versorgt habe. Er habe im Rahmen des Aufent haltes von einer Langweile be- richtet und den Wunsch geäussert, bald wieder austreten zu können. Auffallend sei ein de- monstratives und im Vergleich zu anderen Patienten mit ähnlich gelagerten psychischen Stö- rungen aggraviertes Verhalten, insbesondere im Hinblick a uf Ängstlichkeit, das durch ein zeit- weise auftretendes Zittern v.a. der Hände augenscheinlich gewesen sei. Als besonders belas- tend habe er die Auseinandersetzung am Arbeitsplatz am 13. Oktober 2004 genannt. Er fühle sich diesbezüglich ungerecht behandelt und er sei der Ansicht, eine Rente zugute zu haben. Es bestehe eine subjektive Arbeitsunfähigkeit in Folge die ser Auseinandersetzung. Eine depressi- ve Störung gemäss ICD-10 bestehe gegenwärtig objektiv nich t. Es lägen aber depressive Symptome parallel zu einer angstbetonten Symptomatik vor. Diese Angst beziehe sich u.a. auf die Zukunft und die Ehe. Aufgrund des sichtbaren Zitter n, v.a. der Hände, sei die Diagnose ei- ner Angst und depressiven Störung, gemischt, zu stellen. W eiter läge aber beim Beschwerde- führer unter Würdigung sowohl der Akten als auch aufgr und der eigenen Erhebungen keine psychiatrische Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig keit vor. Insbesondere bestünden keine Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung, eine psycho tische Störung, eine weitere für die Arbeitsfähigkeit relevante psychiatrische Störung gemä ss ICD-10 oder eine posttraumatische Belastungsstörung, da der Beschwerdeführer die dafür erforderlichen Eingangskriterien gemäss ICD-10 nicht erfülle. Bei dieser ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seien auch invalidi- tätsfremde Gesichtspunkte wie Herkunft, Ausbildung und familiäre sowie finanzielle Probleme berücksichtigt worden. Diese invaliditätsfremden Aspekte besässen vor allem therapeutische Relevanz und würden nicht in die Beurteilung der medizinisch-theoretischen Zumutbarkeit einer allfälligen Tätigkeit aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht eingehen. Weiter wurde im Gutachten kein ausgewiesener sozialer R ückzug des Beschwerdeführers be- stätigt. Von einem verfestigten, therapeutisch nicht m ehr angehbaren innerseelischen Verlauf einer Konfliktbewältigung könne ebenfalls nicht ausgega ngen werden, da psychiatrisch- psychotherapeutische Massnahmen nicht in einem angemessenen Rahmen in Anspruch ge- nommen würden. In diesem Zusammenhang wurden die Eta blierung einer angemessenen psy- chiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und eine kritisc he Evaluation der Pharmakothe- rapie mit Abgabe von Benzodiazepinen empfohlen. In Be zug auf die Arbeitsfähigkeit wurde festgestellt, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrisch-p sychotherapeutischer Sicht zu 100% als Hilfsarbeiter arbeitsfähig sei. Abschliessend wurde ausgeführt, dass die Durchführung von beruflichen Massnahmen durchaus Sinn machen würde. Da der Beschwerdeführer über- zeugt sei, eine Rente verdient zu haben, sei seine Motivation gering. Am 11. Juni 2009 ergänzte Dr. I.____, dass die von ihm i m Gutachten vorgenommene Ein- schätzung der Arbeitsfähigkeit ab März 2009 gelte. 6.1 Es ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 11. Januar 2012 bei der Beurteilung des Gesundheitszust andes und der Arbeitsfähigkeit des Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführers den Ablauf der medizinischen Entwicklun g in drei Phasen (Oktober 2005 bis Februar 2006, März 2006 bis März 2009, Zeit ab Apri l 2009) unterteilte. Dieser Gliederung ist auch vorliegend zu folgen. Weiter ist zu beachten, d ass sich die IV-Stelle zurecht in erster Linie auf die Ergebnisse stützte, zu denen die Ärzteschaf t der H.____ am 27. Dezember 2007 und Dr. I.____ am 18. Mai 2009 gekommen waren. Sowe it sie in der angefochtenen Verfügung auf die Ausführungen von Dr. E.____ vom 26. März 200 6 abstellte, kann ihr aber nicht gefolgt werden, was nachfolgend aufzuzeigen sein wird. 6.2.1 In Bezug auf den ersten zu beurteilenden Zeita bschnitt vom Oktober 2005 (Ablauf War- tejahr) bis Februar 2006 stützt die IV-Stelle ihren En tscheid auf die Ausführungen von Dr. E.____. Dabei kam sie zum Schluss, der Beschwerdefüh rer sei aufgrund der Diagnose ei- ner mittelgradigen depressiven Episode zu 20% in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Wäh- rend die diagnostische Beurteilung einleuchtet, liegen in Bezug auf die vorgenommene Ein- schätzung der Arbeitsfähigkeit konkrete Indizien vor, wel che gegen deren Zuverlässigkeit spre- chen. So beschrieb Dr. E.____ in seinem Gutachten vom 26. März 2006 den Beschwerdeführer als depressiven und in sich zusammengesunkenen Menschen, d er kaum fähig gewesen sei, spontan Blickkontakt zu haben. Er leide an Konzentrations- und Antriebsstörungen, einem sozi- alen Rückzug und depressiven Verstimmungen. In Bezug auf di e Prognose hielt Dr. E.____ fest, diese sei - obwohl der Beschwerdeführer intensiv a mbulant und stationär behandelt werde - ungünstig. Dennoch erachtete Dr. E.____ den Beschwerd eführer als zu 80% arbeitsfähig. Diese Einschätzung begründete er in erster Linie damit, dass der Beschwerdeführer bis anhin nicht bereit gewesen sei, sich mit der Schlägerei am Ar beitsplatz adäquat auseinanderzuset- zen. Dies sei ihm jedoch zumutbar und würde sich positiv auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden. So ist a ufgrund der Beurteilung des Gesund- heitszustandes von Dr. E.____ im Zeitpunkt der Untersuch ung von einem depressiven Men- schen mit Suizidgedanken auszugehen, der kaum angemessen an der Untersuchung teilneh- men konnte. In diesem Zeitpunkt verfügte der Beschwerdeführer nicht über genügend Ressour- cen, um sich mit der Schlägerei und dem Verlust des Arbe itsplatzes. Damit war der Beschwer- deführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausser Sta nde, sich mit den Ursachen seiner Depression auseinander setzen oder diese Ereignisse aus e igener Kraft zu verarbeiten. Die Annahme, er sei fähig, einer Arbeit im Umfang von 80 % nachzugehen, widerspricht damit dem tatsächlichen medizinischen Zustand des Beschwerdeführers, we shalb der Einschätzung von Dr. E.____ nicht gefolgt werden kann. Vielmehr ist auc h für diesen Zeitabschnitt auf die über- zeugende Einschätzung der H.____ abzustellen (vgl. nachfolgend E. 6.3.1 f.) und davon auszu- gehen, dass dem Beschwerdeführer eine adaptierten Tätig keit höchstens zu 50% zumutbar war. 6.2.2 In Bezug auf diesen Zeitabschnitt kann nicht auf die Einschätzungen der behandelnden Psychiaterin Dr. F.____ abgestellt werden. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass sie in praktisch allen Berichten und Attesten nur die subjektiv e Meinung des Beschwerdeführers wie- dergab, ohne diese kritisch und unter Berücksichtigung der ICD-Kodierung oder unter Berück- sichtigung der abweichenden Gutachtermeinungen zu hinterfragen. Damit können ihre Angaben aber weder objektiviert noch nachvollzogen werden und di e Schwere der Krankheit kann nicht belegt werden. Zudem steht die Diagnose einer dauernd en schweren Depression im Wider- spruch zu den anderen Berichten, in welchen übereinstim mend und überzeugend eine mittel- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwere Depression diagnostiziert wird. Zu berücksichtigen ist weiter, dass Berichte der behan- delnden Ärzte aufgrund der Verschiedenheit von Expertise und Therapie (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 18. August 2008, 9C_705/2007, E 4.1.1 mit zahlreichen Hinweisen) grundsätz- lich mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 351, E. 3b/cc). Dies gilt namentlich auch für die therapeutisch tätige Psychiaterin mit ihrem besonderen Vertrauensverhältnis zum Patienten (siehe auch Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 2006, I 655/05. E. 5.4). 6.3.1 Für die zweite zu beurteilende Phase von März 200 6 bis März 2009 kann mit der IV- Stelle auf die Erkenntnisse abgestellt werden, zu denen die Fachärzte der H.____ in ihrem Gut- achten vom 21. Dezember 2007 gekommen waren. Wie oben a usgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztin- nen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtunge n und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange keine Zweifel an deren Zuverlässigkeit bestehen. Solche Zweife l sind in Bezug auf die Ausführungen im Gutachten der H.____ vom 21. Dezember 2007 nicht er kennbar. Die untersuchenden Ärzte haben den Beschwerdeführer in den Fachbereichen Rheumat ologie, Psychiatrie und Neurolo- gie umfassend untersucht und die Ergebnisse dieser Abkläru ngen eingehend - auch unter Be- rücksichtigung der bereits vorhandenen Akten und der abweichenden ärztlichen Meinungen - in einer Konsensbesprechung erläutert und analysiert. Da bei kamen sie zum Schluss, dass die Beschwerden des Beschwerdeführers nur psychiatrisch erklärt w erden könnten, denn soma- tisch hätten sich trotz umfangreicher Zusatzuntersuchungen ke ine objektivierbaren Befunde erheben lassen können. Aus diesem Grund erachteten die Fachärzte den Beschwerdeführer sowohl aus rheumatologischer wie auch aus neurologischer Sicht für leichte bis mittelschwere Arbeiten nachvollziehbar als 100% arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht wurde dem Beschwerdeführer hingeg en gesamthaft eine 50%ige Ar- beitsunfähigkeit zuerkannt. Diese Zumutbarkeitsbeurteil ung wurde dahingehend begründet, dass der Beschwerdeführer eine Einschränkung der kogniti ven Leistungsfähigkeit im Sinne ei- ner herabgesetzten Konzentrationsfähigkeit und Aufmerks amkeit zeige. Auf affektiver Seite wurde der Beschwerdeführer als deprimiert, mit beschrä nkter Schwingungsfähigkeit und aus- geprägten Insuffizienzgefühlen beschrieben. Diese Symptom e wie auch eine leichtgradige psychomotorische Unruhe, deutliche soziale Rückzugstendenzen und die Diagnose einer re- zidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittel- b is schwergradig, mit somatischem Syndrom, führten letztlich zur nachvollziehbaren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. An der Aussagekraft des Gutachtens der H.____ vermag let ztlich auch deren eigene selbstkriti- sche Äusserung nicht zu ändern, wonach die Präsentation d es Beschwerdebildes eine gewisse Ratlosigkeit verursache, weil die geklagten Beschwerden und die erhobenen Befunde weit aus- einander liegen würden (vgl. auch das Schreiben der H._ ___ vom 14. März 2008 an die IV- Stelle, act. 66). Die H.____ führte diesbezüglich aus, der Beschwerdeführer habe versucht, die Gutachter durch die übertriebene Darstellung seiner Beschwerden von deren Vorhandensein zu überzeugen. Diese Aussage wurde durch Erläuterung der durchgeführten Medikamentenspie- gelbestimmung veranschaulicht. So sei der Wert bei ange kündigter Blutentnahme überdurch- schnittlich hoch gewesen. Wurde eine Blutentnahme ohne v orherige Anzeige durchgeführt, sei Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht er jedoch unterhalb der Referenznorm gewesen. Zusamme nfassend steht deshalb unter Be- rücksichtigung sämtlicher Aspekte des Gutachtens der H.____ f est, dass dieses die rechtspre- chungsgemässen Anforderungen an einen voll beweiskräftige n Arztbericht erfüllt, weshalb da- rauf abgestellt werden kann. 6.3.2 Soweit der Beschwerdeführer wiederum unter Hin weis auf die Ausführungen der be- handelnden Psychiaterin an der Diagnose einer schweren d epressiven Episode und an einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit festhält, kann hier auf die Erwägung 6.2.2 vorstehend hingewiesen werden, die auch für diese Zeitspanne gilt. Ebenso we nig kann ihm gefolgt werden, wenn er moniert, auf die Ausführungen der H.____ könne nicht abgestellt werden, weil die von ihr attes- tierte 50%ige Arbeitsfähigkeit den Angaben im Bericht der J.____ vom 6. Januar 2009 betref- fend berufliche Massnahmen widerspreche. Wie die Vorinst anz in ihrer Vernehmlassung vom 22. Mai 2012 unter Hinweis auf die geltende Rechtsprechung ausführte, worauf verwiesen wird, fehlt es dem Bericht der J.____ insbesondere an einer schlüssigen objektiven Begründung, weshalb die während der beruflichen Abklärung geleistet e Arbeit mangelhaft und kaum ver- wertbar sei. Dem Bericht betreffend berufliche Massnahme n der J.____ vom 6. Januar 2009 kommt daher kein Beweiswert zu. 6.4.1 Zu prüfen bleibt, ob sich die IV-Stelle in Bezu g auf die Zeit ab März 2009 zu Recht auf die Ausführungen im Gutachten der C.____ vom 18. Mai 2009 stützte, welches nach einem stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Zeit vom 2. März bis 6. März 2009 erstellt wurde. Das Gutachten erweist sich als umfassend und überze ugt sowohl in der Darstellung der medizinischen Situation wie auch in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Dr. I.____ kam auf- grund seiner eingehenden Untersuchungen und Beobachtun gen zum Schluss, dass beim Be- schwerdeführer keine Störung nach ICD-10 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. Insbesondere bestünden keine Persönlichkeits- oder psychoti sche Störungen. Ebenso wenig lägen andere die Arbeitsfähigkeit beeinflussende psychia trische Störungen oder eine posttrau- matische Belastungsstörung vor. Dr. I.____ betonte, dass d er Beschwerdeführer während des ganzen Aufenthalts ein demonstratives Bild und aggraviere ndes Verhalten zeigte. Er habe die Ereignisse am Arbeitsplatz als besonders belastend bezeich net und zum Ausdruck gebracht, dass er eine Rente zugute habe. Damit bestätigte Dr. I. ____ die bereits im Gutachten der H.____ erwähnte Verdeutlichungstendenz, wobei er von einer Aggravation spricht. Dass er auf- grund dieser Untersuchungsergebnisse zum Schluss kommt, dass b eim Beschwerdeführer kei- ne Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit g estellt werden kann, ist begründet. Eben- so ist ihm in seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit z u folgen, erachtet Dr. I.____ eine solche im Umfang von 100% in einer Hilfsarbeitertätigkeit ab März 2009 als zumutbar. 6.4.2 Was der Beschwerdeführer gegen die Schlussfolgeru ng im Gutachten der C.____ vom 18. Mai 2009 vorbringt, vermag daran nichts zu änder n. Erneut verweist er auf die Ausführun- gen von Dr. F.____, welche ihn weiterhin als 100% arbe itsfähig bezeichnet. Wie bereits mehr- fach begründet, überzeugen ihre Ausführungen wiederu m nicht. Zunächst ist darauf hinzuwei- sen, dass sie in ihrem Schreiben vom 20. November 2010 ei ne mittelgradige Depression diag- nostizierte, welche aber eine volle Arbeitsunfähigkeit oh nehin nicht rechtfertigt (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 24. August 2012, 8C_870/2011, E. 3.2) . Zudem fällt auf, dass der Be- schwerdeführer für die Behandlung der schweren depressive n Störung einzig zwei pflanzliche Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Medikamente einnimmt. Es ist fraglich, ob dies tatsächlich der adäquate therapeutische Ansatz für die Behandlung einer schweren Depression darstellt. Überdies ist Dr. F.____ der Ansicht, beim Beschwerdeführer weder eine Verdeutlichungstende nz noch eine Aggravation festgestellt zu haben. Sie verzichtete jedoch auf eine kritische Ausei nandersetzung mit diesem von mehre- ren Gutachterstellen beobachteten Verhalten, weshalb a uf ihre Ausführungen nicht abgestellt werden kann. 6.5 Zu berücksichtigen bleibt, dass der Beschwerdeführer Ende März 2012 einen Herzin- farkt erlitten hat. Auf die in diesem Zusammenhang gel tend gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustandes kann im vorliegenden Verfahren nicht eingegangen werden. Nach stän- diger Rechtsprechung hat das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der Verwal- tungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt zu beu rteilen hat, der zur Zeit des Verfü- gungserlasses gegeben war (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Tatsa- chen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, so llen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweis). Da- raus folgt, dass für die Beurteilung der vorliegenden B eschwerde der (medizinische) Sachver- halt massgebend ist, der am 11. Januar 2012 vorgelegen hat. Sollte es seither zu einer andau- ernden, relevanten Verschlechterung des Gesundheitszustand es des Versicherten gekommen sein, steht es diesem selbstverständlich offen, mit einem neuen Leistungsbegehren (vgl. zu den Voraussetzungen einer solchen Neuanmeldung: Art. 87 Abs . 2 und 3 IVV) an die IV-Stelle zu gelangen. 6.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die IV-Stelle für die Beurteilung des medizi- nischen Sachverhalts wie auch in Bezug auf die Einschätzu ng der Arbeitsfähigkeit für die Zeit ab März 2006 zu Recht auf die Ausführungen in den Gut achten der H.____ vom 21. Dezember 2007 und der C.____ vom 18. Mai 2009 abgestellt hat. Sie ging demnach zu Recht davon aus, dass der Beschwerdeführer in adaptierten leichten bis mittelschweren Hilfsarbeitertätigkeiten ab März 2006 zu 50% und ab März 2009 zu 100% arbeitsfähig ist. Soweit sich die Beschwerde- gegnerin in Bezug auf den Zeitabschnitt von Oktober 2005 bis März 2006 auf die Ausführungen von Dr. E.____ stützte, kann ihr indes nicht gefolgt w erden. Es erscheint angemessen, auch dieser Phase die überzeugende Einschätzung der 50%igen A rbeitsfähigkeit im Gutachten der H.____ vom 21. Dezember 2007 zugrunde zu legen. Damit lassen aber im vorliegenden Fall die vorhandenen medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Be urteilung der verbleibenden Rest- arbeitsfähigkeit des Versicherten bis zum Verfügungserlass zu, weshalb auf eine zusätzliche medizinische Abklärung verzichtete werden kann. Der Anspr uch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Korre lat – die Pflicht der Behörde als Be- weisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmä ssigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheid ung der Streitsache erheblich sind. Ge- langt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung z ur Überzeugung, dass die vorhande- nen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sa chverhalts ergeben und dieser dem- nach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragt es Beweismittel verzichtet werden. Eine solche antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter b undesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (vgl. BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (vgl. Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der I nvaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versi- cherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkom- men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalid ität und nach Durchführung der medizi- nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei- nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der E inkommensdifferenz der Invaliditäts- grad bestimmen lässt (vgl. BGE 104 V 136, E. 2a). 7.2 Die IV-Stelle ermittelte in ihrer Verfügung vom 11. Januar 2012 gestützt auf die Anga- ben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführer s ein Valideneinkommen von Fr. 67‘270.--. Für die Berechnung des Invalideneinkommens stellte die IV-Stelle auf die Schwei- zerische Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Sta tistik 2004, Tabelle TA1, Priva- ter Sektor, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4, ab . Den sich hieraus ergebenden Betrag von Fr. 4'588.-- monatlich bei 40 Wochenstunden passte sie an die Nominallohnentwicklung von 0.9% an und rechnete ihn auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,6 Stun- den um. Auf zwölf Monate hochgerechnet, ergab sich dadurch ein Betrag von Fr. 57‘774.--. 7.3 Der Beschwerdeführer rügt zu Recht weder das Valid en- noch das Invalideneinkom- men. Er macht jedoch geltend, dass dem von der IV-Stel le vorgenommene Einkommensver- gleich nicht gefolgt werden könne, weil sie lediglich ei nen leidensbedingten Abzug von 10% vom Invalideneinkommen vorgenommen habe. Aufgrund sein es Migrationshintergrundes, sei- nes fortgeschrittenen Alters, der langen Arbeitsabwesen heit und der Art seiner Erkrankung sei ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20% vorzunehmen. 7.3.1 Gesundheitlich beeinträchtigte Versicherte, die ni cht mehr voll leistungsfähig sind, ha- ben erfahrungsgemäss eine Reduktion des üblichen Lohna nsatzes hinzunehmen. Von einem anhand der Tabellenlöhne der LSE erhobenen Invalideneinkommen sind deshalb praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Gemäss Rechtsprechung des Bun desgerichts hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen si nd, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab ( leidensbedingte Einschränkung, Le- bensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalt skategorie und Beschäftigungsgrad), wel- che nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). 7.3.2 Vorliegend ist mit der Vorinstanz davon auszugehe n, dass kein Spielraum für einen leidensbedingten Abzug in Höhe von 20% besteht. Zunächst ist zu beachten, dass den medizi- nischen Einschränkungen des Beschwerdeführers bereits genüge nd Rechnung getragen wur- de, indem ihm von Oktober 2005 bis März 2009 eine Einsc hränkung in der Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert wurde. Da der Beschwerdeführer deshalb lediglich in einem Teilzeitpensum ar- beiten kann, wurde ihm von der Vorinstanz ein leiden sbedingter Abzug von 10% gewährt, was Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht zu beanstanden ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Januar 2012, 8C_604/2011, E. 4.2.2). Weiter bilden weder das Alter des Beschwer deführers von knapp 50 Jahren (vgl. Ur- teil des Bundesgerichts vom 15. März 2012, 9C_128/2012, E. 4) noch der Migrationshinter- grund und die damit wohl zusammenhängenden eingeschränkten Deutschkenntnisse (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2009, 8C_689/2008) ein en Grund zur Annahme, er würde sei- ne Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem wirt- schaftlichem Erfolg verwerten können. Weshalb und inwief ern diese Faktoren und auch die Ar- beitsabstinenz in seinem Fall abzugsrelevant sein sollte n, wird in der Beschwerdeschrift denn auch nicht dargelegt, weshalb es keinen Anlass gibt, in das Ermessen der Vorinstanz einzugrei- fen und einen höheren Abzug vorzunehmen. 7.3.3 Werden bei dem von der IV-Stelle ermittelten I nvalideneinkommen von Fr. 57‘774.-- ein leidensbedingter Abzug von 10% vorgenommen und die me dizinisch theoretische Arbeitsfähig- keit von 50% in der Zeit von Oktober 2005 bis März 2009 berücksichtigt, so resultiert daraus ein Invalideneinkommen in Höhe von Fr. 25‘998.--. Ab Apri l 2009 ist jedoch bei einer attestierten 100%igen Arbeitsfähigkeit von einem Invalideneinkommen von Fr. 51‘997.-- (Fr. 57‘774.-- x 90%) und einem Invaliditätsgrad von rund 23% auszugehen. 7.4 Aus der Gegenüberstellung von Valideneinkommen (Fr . 67‘270.--) und Invalidenein- kommen (Fr. 25‘998.--) resultiert für die Zeit vom Okt ober 2005 bis März 2009 ein Invaliditäts- grad von 61%. Unter Berücksichtigung von Art. 88 bis Abs. 2 lit. a IVV steht dem Beschwerdefüh- rer daher von Oktober 2005 bis Ende Juni 2009 eine Dr eiviertelsrente zu. Ab Juli 2009 hat er gestützt auf einen rentenausschliessenden Invaliditätsgr ad von rund 23% keinen Anspruch auf eine Invalidenrente mehr. Die gegen die Verfügung vom 11. Januar 2012 erhobene Beschwer- de erweist sich daher in Bezug auf die Zusprechung der D reiviertelsrente in den Monaten Okto- ber 2005 bis Februar 2006 als begründet; im Übrigen ist sie abzuweisen. 8. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden d ie Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt; gegenüber den Vorinstanzen bzw. den kantonalen Behörden werden indes grundsätzlich keine Verfahrenskosten erhoben. Vorlie- gend hat der Beschwerdeführer nur teilweise obsiegt, wobei der Anteil des Obsiegens ange- sichts des Umfangs der Gutheissung mit einem Viertel als a ngemessen zu betrachten ist. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- gehen demnach im Umfang von drei Vierteln - also Fr. 450.-- - zu Lasten des Beschwerdeführers. Im Übrigen ist zu beachten, dass dem Be- schwerdeführer mit Verfügung vom 20. März 2013 die unen tgeltliche Prozessführung bewilligt worden ist. Aus diesem Grund werden die vom Beschwerdeführer zu tragenden Verfahrenskos- ten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 8.2 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahr ens entsprechend ist dem Beschwer- deführer deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten de r IV-Stelle zuzusprechen. Da die Be- schwerde nur teilweise gutgeheissen wurde, kann dem Besch werdeführer nur eine reduzierte Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Parteientschädigung ausgerichtet werden (vgl. § 21 Abs. 1 VPO, wonach der ganz oder teilwei- se obsiegenden Partei eine angemessene Parteientschädig ung zugesprochen werden kann). Der Rechtsvertreter hat in seinen Honorarnoten vom 9. S eptember 2013 und vom 5. Dezember 2013 einen Zeitaufwand von 19.98 Stunden und Auslage n in der Höhe von Fr. 196.65 in Rech- nung gestellt. Werden auch die Bemühungen für die Par teiverhandlung angerechnet, rechtfer- tigt es sich, von einem Aufwand von insgesamt 22 Stunde n auszugehe, welcher - ebenso wie die Auslagen - aufgrund des lediglich teilweisen Obsie gens im Umfang von einem Viertel von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen ist. Dieser Aufwand von 5 Stunden und 30 Minuten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Stundenansatz von Fr. 250.-- zu vergüten. Die Beschwerdegegnerin hat dem Rechtsvertreter des Beschwerd eführers somit eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘538.10 (5 S tunden und 30 Minuten x Fr. 250.-- plus Auslagen in Höhe von Fr. 49.16 [Fr. 196.65 / 4] und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Die üb- rigen ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Da de m Beschwerdeführer mit Verfü- gung vom 20. März 2013 die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Ge richtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 180 .-- pro Stunde. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘366.90 (16 Stunden und 30 Minuten à Fr. 180.-- zu- züglich Auslagen von Fr. 147.50 + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver- fügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 11. Januar 2012 aufgeho- ben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer vo m 1. Oktober 2005 bis 30. Juni 2009 Anspruch auf eine Dr eiviertelsrente hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 450.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer ei ne reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘538.10 (inkl . Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘366.90 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.