B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1733/2016 U r t e i l v o m 1 4 . F e b r u a r 2 0 1 8 Besetzung Richterin Andrea Berger-Fehr (Vorsitz), Richter Gérald Bovier, Richterin Gabriela Freihofer, Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien A._______, geboren am (…), China (Volksrepublik), vertreten durch lic. iur. B._______, (…), Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 15. Februar 2016 / N (…). E-1733/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin suchte am 6. Januar 2015 in der Schweiz um Asyl nach. Am 15. Januar 2015 fand die Befragung zur Person (BzP; Akten SEM A7/15) und am 15. Juni 2015 die vertiefte Anhörung statt (A32/15). Zu ih- rem persönlichen Hintergrund brachte sie vor, sie sei tibetischer Ethnie mit Staatsangehörigkeit der Volksrepublik China und stamme aus dem Bezirk C._______, Gebiet Chamdo. Anlässlich ihrer Heirat im Jahre 2002 sei sie von ihrem Herkunftsort D._______ zu ihrem Ehemann nach E._______ umgezogen. Aus der Ehe stammten ein Sohn und eine Tochter. Zur Be- gründung ihres Asylgesuches brachte sie im Wesentlichen vor , im (…) habe ihr Ehemann an verschiedenen Strassenkreuzungen Flugblätter an- gebracht und sich danach ins Ausland abgesetzt. In der Folge seien regel- mässig Polizisten zu ihr nach Hause gekommen und hätten nach dem Ver- bleib ihres Ehemannes gefragt. Ihr sei Haft angedroht worden. Im Mai (…) habe sie auf Anraten ihrer Verwandtschaft ihren Wohnort verlassen und sei über Lhasa und Ngari nach Delhi (Indien) gereist, wo sie seit dem (…) über ein Jahr gelebt habe. Danach sei sie in Begleitung eines westlichen Man- nes auf dem Luftweg in ein ihr unbe kanntes Land gereist und habe von dort innert zirka vier Stunden die Schweiz erreicht. Ob sie auf dieser Reise irgendwo das Flugzeug habe wechseln müssen, wisse sie nicht. Sie habe ihren Ehemann in der Schweiz ein Mal zufällig getroffen, aufgrund unter- schiedlicher Lebensauffassungen würden sie jedoch getrennt leben. Die Beschwerdeführerin reichte während des vorinstanzlichen Verfahrens den schweizerischen Behörden keine rechtsgenüglichen Reise- oder Iden- titätsdokumente ein. Hingegen gab sie eine Fotografie, die sie und ihre Geschwister zeigen soll, und zwei Bestätigungsschreiben der tibetischen Exilgemeinschaft in Indien zu den Akten, die ihre tibetische Herkunft belegen sollen. B. Der Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführerin mit der Daten- bank Eurodac ergab, dass sie am 20. Dezember 2014 in Spanien ein Asyl- gesuch eingereicht hatte. Gemäss Anfrage bei den spanischen Behörden gab sie anlässlich einer dortigen Befragung an, weder verheiratet zu sein noch Kinder zu haben. Hierzu gewährte das SEM der Beschwerdeführerin am 12. März 2015 das rechtliche Gehör. E-1733/2016 Seite 3 C. Am 14. Juli 2015 führte eine externe sachverständige P erson im Auftrag der Fachstelle LINGUA mit der Beschwerdeführerin ein Gespräch im Sinne eines Sprach- und Herkunftstestes durch. Der darauf gestütz te LINGUA- Bericht vom 11. September 2015 (A38/12) kommt zum Schluss, die Sozia- lisation (geografischer Raum beziehungsweise sozio -ethnisches Milieu) der Beschwerdeführerin habe sehr wahrscheinlich nicht im Gebiet Chamdo, Autonomes Gebiet Tibet, Volksrepublik China, sondern sehr wahrscheinlich in einer exiltibetischen Gemeinschaft ausserhalb der Volks- republik China stattgefunden. D. Mit Schreiben des SEM vom 9. Dezember 2015 wurde der Bes chwerde- führerin das rechtliche Gehör zu den von ihr in Spanien angegebenen und anders lautenden Personalien (F._______) und zum Ergebnis des LIN- GUA-Berichts gewährt. E. Mit Stellungnahme des von der Beschwerdeführerin mandatierten Rechts- vertreters vom 30. Dezember 2015 (A47/13) wurde vom gewährten recht- lichen Gehör Gebrauch gemacht. Dem Schreiben wurden eine Fotografie der Beschwerdeführerin und eine Handskizze (Darstellung der geografi- schen Lage der Heimatregion der Beschwerdeführerin mit Nennung der umliegenden Ortschaften) beigelegt. Der Rechtsvertreter ersuchte um Ak- teneinsicht. F. Am 4. Januar 2016 gewährte das SEM Einsicht in die edierbaren Akten des vorinstanzlichen Dossiers. G. Mit Verfügung vom 15. Februar 2016 (gemäss Rückschein eröffnet am 23. Februar 2016) stellte das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Weg- weisung aus der Schweiz und beauftragte den zuständigen Kanton – unter Ausschluss des Vollzugs in die Volksrepublik China – mit dem Vollzug der Wegweisung. E-1733/2016 Seite 4 H. Mit Eingabe vom 17. März 2016 (Postaufgabe 18. März 2016) an das Bun- desverwaltungsgericht beantragte die Beschwerdeführerin, es sei der Ent- scheid des SEM vom 15. Februar 2016 vollständig aufzuheben und ihr Asyl sowie die Aufenthaltsbewilligung B zu erteilen , eventualiter sei der Ent- scheid des SEM vom 15. Februar 2016 zu kassieren und an das SEM zu- rückzuweisen oder ihr die Flüchtlingseigenschaft und der F -Ausweis für vorläufig Aufgenommene zu erteilen. Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und der Beschwerdeführerin zu erlauben, den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abzuwarten. In prozessualer Hinsicht wurde weiter beantragt, es sei ihr die unentgeltli- che Rechtspflege und ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren, so- wie auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Mit der Beschwerde reichte sie eine weitere Handskizze zu den Akten, die der Darstellung der geografischen Lage der Heimatregion der Beschwer- deführerin und der umliegenden Ortschaften dienen soll. I. Mit Schreiben vom 22. März 2 016 bestätigte das Bundesverwaltungsge- richt den Eingang der Beschwerde. J. Mit Zwischenverfügung vom 24. März 2016 stellte das Bundesverwaltungs- gericht fest, dass der vorliegenden Beschwerde von Gesetzes wegen auf- schiebende Wirkung zukommt (Art. 55 VwVG i.V. m. Art. 6 AsylG [SR 142.31]) und die Beschwerdeführerin den Abschluss des Verfahrens in der Schweiz abwarten kann (Art. 42 AsylG). Auf die Gesuche um unent- geltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Beiordnung eines amtlichen Anwalts im Sinne von Art. 110a Abs.1 Bst. a AsylG werde zu einem späteren Zeitpunkt eingegangen. Auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses werde aktuell verzichtet. Die Vorinstanz wurde ersucht, in- nert Frist eine Vernehmlassung einzureichen. K. Mit Vernehmlassung vom 1. April 2016 nahm das SEM zur Beschwerdesa- che Stellung. E-1733/2016 Seite 5 L. Mit Verfügung vom 6. Apri l 2016 gab das Bundesverwaltungsgericht der Beschwerdeführerin Gelegenheit, sich innert Frist zur Vernehmlassung zu äussern. M. Nach verschiedentlich gewährten Fristerstreckungsgesuchen nahm die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 25. Mai 2016 zur Vernehmlassung des SEM Stellung und reichte zudem fünf Fotografien zu den Akten. N. Mit Schreiben vom 12. Juli 2016 reichte der Rechtsvertreter eine Honorar- note ein. O. Auf entsprechende Anfrage des Rechtsvertreters vom 29. Juni 2017 teilte ihm das Gericht mit Schreiben vom 5. Juli 2017 mit, hinsichtlich des Erle- digungszeitpunktes des vorliegenden Verfahrens könnten keine verbindli- chen Angaben gemacht werden, gemäss Prioritätenordnung werde das Verfahren jedoch in einem vertretbaren Zeitrahmen zum Abschluss zu brin- gen sein. P. Mit Schreiben vom 9. Januar 2018 wurde die Beschwerdeführerin über ei- nen gerichtsinternen Zuständigkeitswechsel informiert. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverw altungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwerde- führerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliess lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt E-1733/2016 Seite 6 werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Zusammenhang mit dem Wegwei- sungsvollzug kann zudem die Unangemessenheit gerüg t werden (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 49 VwVG; vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Asylsuchende sind verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhalts mit- zuwirken. Sie müssen insbesondere ihre Identität offenlegen sowie Reise- papiere und Identitätsausweise abgeben (Art. 8 AsylG und Art. 2a Asylver- ordnung 1 über Verfahrensfragen [Asylverordnung 1, AsylV 1, SR 142.311]). Der Untersuchungsgrundsatz findet unter anderem seine Grenzen an der Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG, vgl. BVGE 2014/12 E. 6 S. 213 f.). 4. 4.1 Der LINGUA-Bericht vom 11. September 2015 – welcher sich sowohl auf eine Evaluation der landeskundlich-kulturellen Kennnisse als auch auf eine linguistische Analyse stützt – kommt zum Schluss, dass die Beschwer- deführerin sehr wahrscheinlich nicht wie angegeben in Tibet s ozialisiert worden sei, sondern sehr wahrscheinlich in einer exiltibetischen Gemein- schaft ausserhalb der Volksrepublik China. 4.2 Bezüglich der landeskundlich-kulturellen Kenntnisse der Beschwerde- führerin stellte der Bericht zusammenfassend fest, sie habe zwar für die meisten der untersuchten Bereiche (administrative Einteilung und Regions- kenntnisse, Distanzen, Sehenswürdigkeiten, Landwirtschaft, Schulwesen, Personalausweis und Diverses) ein paar zutreffende Antworten geben kön- nen, es seien aber meist auch unzu treffende oder unplausible Antworten dabei gewesen. Insbesondere im Bereich der Regionskenntnisse, des Schulwesens und zu Fragen der Ausstellung des Personalausweises seien die Kenntnisse lückenhaft gewesen. Sie habe insgesamt keine hinreichen- den Kenntnisse im landeskundlich-kulturellen Bereich nachweisen können, um einen längeren Aufenthalt im Kreis C._______ annehmen zu können. Die Kenntnisse würden nicht dem entsprechen, was man von einer einhei- mischen Person mit dem vorgeblichen Alter und dem angegebenen sozia- len, ethnischen und tätigkeitsbezogenen Hintergrund der Beschwerdefüh- rerin erwarten könne. Hinsichtlich der linguistischen Analyse (soziolinguistisches Profil der für die Analyse relevante Region, Phonetik/Phonologie, Morphologie, Lex ikon) wurde im Bericht zusammenfassend festgehalten, die Beschwerdeführerin habe angegeben, sich bis zu ihrer Ausreise aus Tibet nie auss erhalb des E-1733/2016 Seite 7 eigenen Kreises ( C._______) aufgehalten zu haben. Sie sei am Anfang des Gesprächs explizit darum gebeten wor den, ihren Heimatdialekt zu sprechen. D ie Spra che der Beschwerdeführerin sei zwar merklich von Kham-tibetischen Merkmalen beeinflusst, weise aber auch und insbeson- dere in allen drei untersuchten Bereichen Phonetik/Phonologie, Morpholo- gie und Lexikon überwi egend Lhasa-tibetische oder exiltibetische Merk- male auf. Es sei aber nicht davon auszugehen, dass sie während ihres Aufenthaltes in Indien (etwas über ein Jahr) und der Schweiz (etwa ein Jahr) ihren lok alen Heimatdialekt verloren hätte . Aufgrund der Analys e lasse sich festhalten, dass sie sehr wahrscheinlich nicht den Dialekt von C._______, sondern eine Spielart der exiltibetischen Koine gesprochen habe. Die Kham-tibetischen Merkmale in ihrer Sprache seien vermutlich auf einen familiären Hintergrund zurückzuführen oder auf ein Kham-tibeti- sches Milieu im Exil. Sie habe über relativ geringe Kenntnisse des Chine- sischen verfügt, was eher nicht einer Bewohnerin Tibets mit dem Profil der Beschwerdeführerin entspreche. 4.3 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verf ügung – unter ande- rem unter einer Analyse des LINGUA -Berichts – im Wesentlichen zum Schluss, obwohl die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen tibetischer Ethnie sei, würden ihre mangelhaften Länder- beziehungsweise Regional- kenntnisse, ihre verwirrenden Angaben zu ihren Familienverhältnissen und ihrer Identität, die fehlenden Identitätspapiere sowie die unglaubhaft vor- getragenen Asylgründe nahelegen, dass sie weder die Person sei, die sie angebe zu sein, noch dass sie in der von ihr angegebenen Region soziali- siert worden und demnach auch nicht die geltend gemachte Ehe eingegan- gen sei. Ihre Vorbringen würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten. Daran vermöchten auch die als Be- weismittel eingereichten Bilder, Bestäti gungsschreiben sowie die einge- reichte Skizze nichts zu ändern. Zur Begründung stützte sich das SEM einerseits auf wesentliche Aspekte der Erkenntnisse aus dem LINGUA-Bericht – wobei an dieser Stelle auf die entsprechenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und soweit entscheidwesentlich, auf die nachfolgenden Erwägungen zu verweisen ist – und erkannte darauf, die im Rahmen des rechtlichen Gehörs erhobenen Einwände hätten die Feststellungen des Experten nicht in Frage zu stellen vermocht. Durch die Feststellung, dass die Beschwerdeführerin aller Wahr- scheinlichkeit nach nicht im von ihr behaupteten geografischen Raum ge- lebt habe, werde den von ihr geltend gemachten Ausreise - beziehungs- weise Asylgründen jegliche Grundlage entzogen. Andererseits führte das E-1733/2016 Seite 8 SEM zur Begründung aus, dieser Schluss werde durch markante Unglaub- haftigkeitselemente in der Schilderung ihrer Asylgründe bestätigt. So habe gemäss ihren Aussagen anlässlich der BzP ihr angeblicher Ehemann ge- gen 19.00 Uhr abends das Haus verlassen, um Plakate aufhängen zu ge- hen. In der Anhörung habe sie ausgesagt, er habe das Haus gegen 01.00 Uhr verlassen. Zudem würden ihre Angaben zum zeitlichen Ablauf grund- sätzlich nicht mit denjenigen ihres angeblichen Ehemannes übereinstim- men. Ausserdem habe sie in der BzP gesagt, die Polizei sei nach der Flucht ihres angeblichen Ehemannes während drei Jahren täglich vorbeigekom- men und einen Monat nach der Flucht des Mannes habe die Polizei ihr Gefängnis in Aussicht gestellt. In der Anhörung habe sie jedoch angege- ben, die Polizei sei zu Beginn drei Mal in der Woche, später vie r bis fünf Mal in der Woche vorbeigekommen und habe bereits am ersten Tag nach der Flucht des Mannes angekündigt, dass ihr Gefängnis bevorstehe. An- lässlich der Anhörung im Rahmen des rechtlichen Gehörs auf diverse Wi- dersprüche angesprochen, habe sie weder diese noch die weiteren Wider- sprüche entkräften können. Sie habe auch nicht einleuchtend erklären kön- nen, warum sie trotz der sehr häufigen Besuche der Polizei nie inhaftiert worden und warum sie erst drei Jahre nach Beginn der häufigen Besuche der Polizei ausgereist sei (A32/15 S. 8 und 9). Nach Einschätzung des SEM seien ferner die Schilderungen und Angaben der Beschwerdeführerin zur Ausreise aus dem Tibet, zu ihren Kindern und zu ihrem (angeblichen) Ehemann ausgesprochen kurz und nichtssagend, oberflächlich, ausweichend und teils widersprüchlich ausgefallen. Bezüg- lich der entsprechenden Ausführungen im Einzelnen ist auf die angefoch- tene Verfügung zu verweisen. Der Beschwerdeführerin sei es nicht gelungen, ihre Hauptsozialisierung in der Volksrepublik China sowie ihre Asylgründe glaubhaft darzulegen. Viel- mehr sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie vor ihrer Ankunft in der Schweiz nicht in der Volksrepublik China, son- dern in der exiltibetischen Diaspora gelebt habe. Da sie keine konkreten, glaubhaften Hinweise auf einen längeren Aufenthalt in einem Drittstaat dar- gelegt habe, komme das SEM zum Schluss, dass keine flüchtlings - oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort bestehen würden. D abei verweist das SEM auf das Urteil des BVGer vom 20. Mai 2014 E-2981/2012 E. 5.8. – 5.10. Bezüglich des Wegweisungsvollzuges führte das SEM aus, die Lehre stelle sich auf den Standpunkt, eine grobe Verletzung der Mitwirkungspflicht E-1733/2016 Seite 9 könne den Vollzug der Wegweisung nicht verhindern, wenn, wie vorlie- gend, durch die betreffende Person eine sinnvolle Prüfung der wahren Her- kunft verunmöglicht werde. Die Untersuchungspflicht der Behörden betref- fend Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollz u- ges würde ihre Grenzen jedoch nach Treu und Glauben an der Mitwir- kungspflicht der Beschwerdeführerin finden, welch e im Übrigen auch die Substanziierungslast trage. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundes- verwaltungsgerichts sei es nicht Sache der Asylbehö rden, bei fehlenden Hinweisen seitens der Beschwerdeführerin nach etwaigen Hindernissen des Wegweisungsvollzuges in hypothetischen Herkunftsländern zu for- schen. 4.4 In der Rechtsmitteleingabe macht die Beschwerdeführerin vorab gel- tend, sie habe gleich bei der ersten Befragung mit der Einreichung von stichfesten Beweismitteln – mit Einreichung eines Fotos – deutlich und klar gemacht, dass sie aus Tibet stamme und dort sozialisiert worden sei. Mit der Eingabe vom 30. Dezember 2015 (Wahrnehmung des rechtlichen Ge- hörs) sei ein weiteres Foto eingereicht worden, das die Beschwerdeführe- rin als junge Frau und eine Kollegin in einer traditionellen tibetischen Klei- dung in C._______ zeigen würden. Zudem trage die Beschwerdeführerin eine Schürze, welche nur verheiratete Frauen tragen würden. Gleichzeitig sei eine Skizze eingereicht worden. Das SEM habe diese Fotos sowie die Skizze in keinster Weise einer rechtlichen Würdigung unterzogen, wie es dies aufgrund der Untersuchungspflicht und seiner Pflicht zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes von Amtes wegen hätte vornehmen müssen. Hätte es dies korrekterweise getan, hätte es unweigerlich zum Schluss kommen müssen, dass die Beschwerdeführerin selbstverständlich in Tibet gelebt habe und dort sozialisiert worden sei. Das SEM sei von Be- ginn weg nicht an einer objektiven Feststellung des Sachverhaltes interes- siert und vorurteilsbehaftet gewesen und habe Gründe gesucht, um die Beschwerdeführerin irgendwie wegweisen zu können. Damit habe das SEM in krasser und völlig inak zeptabler Weise den Grundsatz des fairen Verfahrens gemäss Art. 6 EMRK sowie die Feststellung des rechtserhebli- chen Sachverhaltes gemäss Art. 106 AsylG verletzt. Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin in der Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen geltend, sie habe ihre Asylgründe und ihre Flucht aus Tibet so ausführlich und konkret geschildert, wie ihr dies möglich gewesen sei und die Argumentation des SEM erschöpfe sich hauptsächlich darin, ihr zu unterstellen, dass sie nicht aus Tibet stamme und dort sozia lisiert worden sei und ihr Unkenntnisse von Sachverhalten vorgeworfen würden, welche E-1733/2016 Seite 10 sie als nicht begründet erachte. Dabei bringt sie zu den in der angefochte- nen Verfügung dargelegten Vorhalten zum Teil ausführlichere Gegendar- stellungen vor, die der Erklärung der aus Sicht des SEM bestehenden Un- stimmigkeiten ihrer Sachvorbringen dienen würden. Zudem hält sie etwa den in der angefochtenen Verfügung angeführten widersprüchlichen Aus- sagen bezüglich der vorgebrachten Asylgründe sprachliche Missverständ- nisse oder Missverständnisse in der Übersetzung entgegen. Auch sei zu berücksichtigen, dass sie aufgrund ihrer Situation während des ganzen Asylprozesses sehr unter Druck gestanden und sehr ängstlich und nervös gewesen sei, Fragen falsch zu verstehen und darauf fa lsch zu antworten. Da sie eine einfache Frau vom Lande ohne jegliche Schulbildung sei, sei bezüglich ihrer Antworten auf politische, kulturelle und soziale Fragen auch ein viel tieferer Massstab anzulegen als bei einer gebildeten Person. Ge- messen an den ge samten persönlichen Umständen habe sie im ganzen Asylverfahren treffliche Antworten gegeben. Aufgrund der glaubhaften Vorbringen der Beschwerdeführerin sei ein Sachverhalt erstellt, der zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl führe. Ein allfälliger Wegweisungsvollzug in den Heimatstaat China sei weder möglich noch zulässig oder zumutbar. 4.5 In seiner Vernehmlassung führt das SEM im Wesentlichen aus, entge- gen der in der Beschwerde erhobenen Rüge seien sehr wohl alle bis zum Zeitpunkt des Entscheides vom 15. Februar 2016 eingereichten Beweis- mittel in der angefochtenen Verfügung gewürdigt worden. Eine tieferge- hende Würdigung der Beweismittel sei als überflüssig erachtet worden, da es sich von selbst verstehe, dass aufgrund des grossen Altersunterschie- des völlig unklar bleiben müsse, ob es sich beim kleinsten auf der einge- reichten Foto abgelichteten Kind, wie von ihr angegeben, um die Be- schwerdeführerin handle oder nicht. Bezüglich der zweiten Foto , die die Beschwerdeführerin zusammen mit einer anderen Frau in Tibet zeigen soll, müsse gesagt werden, dass es sich bei der Landschaft im Hintergrund of- fensichtlich um ein Bild handle und dass die Foto daher keine Schlüsse auf dessen Aufnahmeort zulasse. Was die zwei Bestätigungsschreiben der exil-tibetischen Gemeinschaft in Indien angehe, so könnten diese, ange- sichts der Papierlosigkeit der Beschwerdeführerin, einzig auf ihren Anga- ben beruhen. E-1733/2016 Seite 11 In der Beschwerde sehe es der Rechtsvertreter als eine Unterstellung des SEM, dass die Beschwerdeführe rin den Asylbehörden mitgeteilt habe, dass die Polizei ihr bereits am nächsten Tag nach der Flucht ihres angeb- lichen Ehemannes Gefängnis in Aussicht gestellt habe. Dies habe sie nicht gesagt. Anlässlich der Anhörung vom 15. Juni 2015 in den Antworten zu den Fragen 53 bis 55 erkläre die Beschwerdeführerin sehr wohl, dass die Polizisten ihr einen Tag nach dem Weggang ihres angeblichen Ehemannes gesagt hätten, dass sie sie ins Gefängnis stecken würden. In der Frage 55 behaupte sie sogar, dass sie nie etwas von einem Zeitraum von einem Mo- nat gesagt habe. Dies stehe im Widerspruch zu den Angaben in der Be- schwerde unter Punkt 10.14. Bezüglich der Nachbarorte ihres Heimatortes könne der Beschwerdefüh- rerin zuerkannt werden, dass sie einen Ort in der Anhörung, im Telefonin- terview wie auch in der Skizze genannt habe. Mit gutem Willen könnten noch jeweils zwei Orte in jeweils zwei Akten als gleich benannt angesehen werden. Die anderen Ortsangaben würden sich in den drei oben genann- ten Akten unterscheiden. So würden die geografischen Kenntnisse der Be- schwerdeführerin bei Weitem nicht ausreichen, um eine Herkunft und So- zialisation in Tibet zu belegen. Letztlich sei auf zwei Widersprüche in der Beschwerde hinzuweisen. Unter Punkt 10.11 in der Beschwerde heisse es, der angebliche Ehemann habe sich ein Jahr nach seiner Ausreise telefonisch bei der Beschwerdeführerin gemeldet. Unter Punkt 10.15 wiederum stehe, dass sie in der „Folgezeit“ keinen Kontakt zu ihrem angeblichen Ehemann gehabt habe und deshalb die Fragen der Polizei nicht habe beantworten können, was impliziere, dass sie bis zu ihrer eigenen Ausreise keinen Kontakt zu ihrem angeblichen Ehemann gehabt habe. Zudem werde in der Beschwerde unter Punkt 10.19 angeführt, die Be- schwerdeführerin habe den spanischen Behörden de n Namen des Ehe- mannes und der Kinder verschwiegen. Tatsächlich aber habe sie den spa- nischen Behörden angegeben, wed er Ehemann noch Kinder zu haben, was einen erheblichen Unterschied mache. 4.6 In der Replikschrift wird vorab auf die mit dieser Eingabe neu eing e- reichten Fotografien verwiesen, welche als Beweismittel auf eindeutige Weise die Sozialisierung der Beschwerdeführerin im von ihr behaupteten Sozialisierungsraum in D._______, C._______, Osttibet, China belegen E-1733/2016 Seite 12 würden. Die Fotografien wurden wie folgt bez eichnet: „Foto meiner Man- dantin in Lhasa, Tibet, mit einer Kollegin aus C._______“, „Foto des Hei- matdorfes D._______, C._______, meiner Mandantin“, „Foto meiner Man- dantin im Haus ihres Ehemannes in E._______, C._______“, „Foto von der Stadt E._______, C._______ sowie vom Haus meiner Mandantin in E._______“ und „Foto meiner Mandantin in Lhasa, Tibet, vor dem Jokhang- Tempel, mit einer Kollegin aus C._______“. Die einzelnen Fotografien wer- den in der Replikeingabe beschrieben und interpretiert. Den Ausführungen in der Vernehmlassung des SEM wird entgegnet, in der angefochtenen Verfügung auf Seite 6 würden zwar Fotos und Beweismittel erwähnt, aber das SEM setze sich damit nicht in geringster Weise substan- ziiert auseinander, mithin erfolge keinerlei Begründung, weshalb die einge- reichten Beweismittel angeblich ungenügend sein soll ten. Damit verletze das SEM das rechtliche Gehör gemäss Art. 25 Abs. 2 BV, insbesondere die Begründungspflicht und den Unter suchungsgrundsatz. Zudem handle es sich in diesem Kontext um eine willkürliche antizipierte Beweiswürdigung, weil aufgrund der eingereichten Beweise der rechtlich erhebliche Sachver- halt hätte neu beurteilt werden müssen, da die eingereichten Fotos den Schluss zugelassen hätten, dass die Beschwerdeführerin in dem von ih r behaupteten Sozialisierungsraum gelebt habe. Zwar zeige das anlässlich der BzP eingereichte Foto die Beschwerdeführerin als Kind. Aber das Foto hätte das SEM dahin bringen müssen, dass offenkundig zumindest Indizien für den geltend gemachten Sozialisieru ngsraum bestünden und dass die von der Beschwerdeführerin behauptete Identität und der Sozialisierungs- raum somit zutreffen könnten. Bei der Landschaft im Hintergrund auf der zweiten im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Foto handle es sich zwar um ein Bild, jedoch um ein Bild mit offensichtlich chinesischen Moti- ven (chinesischer Kaiserpalast, chinesische Schriftzeichen und rotchinesi- schen Fahnen), weshalb es evident sei, dass dieses Foto in China aufge- nommen worden sein müsse und es daher entgegen den Behauptungen des SEM sehr wohl Rückschlüsse auf den Aufnahmeort zulasse. In Bezug auf die Anhörung vom 15. Juni 2015 werde bestritten, dass die Beschwerdeführerin behauptet haben soll e, dass die Polizei einen Tag nach dem Verschwinden des Ehemannes mit der Inhaftierung gedroht habe. Sie habe die Fragen 53, 54 und 55 anlässlich der Anhörung offen- sichtlich falsch verstanden, weshalb sie auch diese falschen Antworten ge- geben habe. Dies sei zum grossen Teil ihrer eigenen Nervosität geschul- det, da sie sich no ch nie in einem solchen Verfahren fernab der Heimat befunden habe. Auch sei sie unkonzentriert und mit ihren Gedanken bei E-1733/2016 Seite 13 ihren in Tibet zurückgelassenen Kindern und ihrer Familie gewesen. Inso- fern könne ein angeblicher Widerspruch, wie es das SEM hier unterstellen wolle, nicht abgeleitet werden. Die Beschwerdeführerin habe im Rahmen der Befragungen die Nachbar- dörfer ordnungsgemäss und wie von ihr verlangt bezeichnet und auch an- lässlich der Eingabe vom 30. Dezember 2015 eine Skizze ihrer Heimatre- gion eingereicht, woraus die Nachbardörfer hervorgehen würden. Entge- gen dem Vorhalt des SEM in der angefochtenen Verfügung (Seite 3, letzter Absatz) gebe es keine weiteren an D._______ näher gelegenen Ortschaf- ten, als die Beschwerdeführerin habe benennen können. Schliesslich sei festzuhalten, dass die vom SEM in der Vernehmlassung bezeichneten Widersprüche in den Ausführungen der Beschwerdeschrift nicht tatsächlich bestehen würden, sondern vom SEM konstruiert worden seien. Richtig sei, dass sich der Ehemann etwa ein Jahr nach seiner Flucht bei der Beschwerdeführerin zuhause ein Mal telefonisch gemeldet habe. Die Beschwerdeführerin habe zum Zeitpunkt ihrer eigenen Flucht ausser diesem Telefongespräch keinen Kontakt zum Ehemann gehabt. Auch bezüglich des zweiten Vorwurfs des SEM bestehe kein Widerspruch respektive ein vom SEM künstlich konstruierter. Die Beschwerdeführerin habe den spanischen Behörden die Namen ihres Ehemannes und ihrer Kinder verschwiegen, indem sie den Behörden mitgeteilt habe, dass sie keine Kinder und keinen Ehemann habe. 5. 5.1 Mit der Beschwerde (und der Replikschrift) werden die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, der Begründungspflicht, der vollständi- gen und richtigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie verschiedene Bundesrechtsverletzungen gerügt. 5.2 Namentlich wird vorgebracht, in der angefochtenen Verfügung auf Seite 6 würden zwar Fotos und Beweismittel erwähnt, das SEM setze sich aber damit nicht in geringster Weise substanziiert auseinander, mithin er- folge keinerlei Begründung, weshalb die eingereichten Beweismittel an- geblich ungenügend sein soll ten. Damit verletze das SEM das rechtliche Gehör gemäss Art. 25 Abs. 2 BV, insbesondere die Begründungspflicht und den Untersuchungsgrundsatz. Zudem handle es sich in diesem Kontext um eine willkürliche antizipierte Beweiswürdigung, weil aufgrund der einge- reichten Beweise der rechtlich erhebliche Sachverhalt hätte neu beurteilt E-1733/2016 Seite 14 werden müssen, da die eingereichten Fotos den Schluss zugelass en hät- ten, dass die Beschwerdeführerin in dem von ihr behaupteten Sozialisie- rungsraum gelebt habe. 5.3 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander- seits stellt es ein pe rsönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ein- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor Er- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisan- trägen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise ent- weder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin- gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form - und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streit- frage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so ab- gefasst sein, dass der oder die Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlich en Überlegun- gen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 5.4 Die im Beschwerdeverfahren erhobenen entsprechenden Rügen sind unbegründet. So hat das SEM die im vorinstanzlichen Verfahren einge- reichten Beweismittel ohne Zweifel abgenommen und in der angefochte- nen Verfügung in die rechtliche Würdigung einbezogen. Auch wenn die ent- sprechende Textpassage „Daran vermöchten auch die als Beweismittel eingereichten Bilder, Bestätigungsschreiben sowie die Skizze nichts zu än- dern“ für sich betrachtet kurz ausgefallen sein mag, wird do ch ersichtlich, dass das SEM die Beweismittel im Rahmen des Gesamtkontextes mitbe- rücksichtigte. Das SEM hat demnach die formellen Anforderungen an eine hinreichende Begründungspflicht nicht verletzt. Mit der Rüge, das SEM E-1733/2016 Seite 15 habe eine willkürliche antizipiert e Beweiswürdigung vorgenommen , und mit dem Vorbringen, die eingereichten Fotos hätten den Schluss zugelas- sen, dass die Beschwerdeführerin in dem von ihr behaup teten Sozialisie- rungsraum gelebt habe, verkennt die Rechtsvertretung, dass es sich dabei nicht um die Frage einer formellen Verletzung der Begründungspflicht han- delt, sondern um die der materiell -rechtlichen Würdigung. Die Frage wird denn auch unter diesem Aspekt zu prüfen sein. 5.5 Mit der Beschwerde wird weiter gerügt, das SEM habe bezüglich der Abklärung der Identität und des Sozialisierungsraumes der Beschwerde- führerin die Untersuchungspflicht verletzt und den diesbezüglichen rechts- erheblichen Sachverhalt nicht hinreichend erstellt beziehungsweise auf der Basis eines nicht hinreichend erstellten Sachve rhaltes entschieden. Die Rüge erweist sich als unbegründet. Der in Art. 12 VwVG statuierte Untersuchungsgrundsatz, wonach die Be- hörde den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt und sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel bedient, findet seine Grenze an der Mitwirkungs- pflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG). Dazu gehört, die Identität offen- zulegen und Identitätspapiere abzugeben, an der Feststellung des Sach- verhaltes mitzuwirken und die Asylgründe darzulegen, allfällige Beweismit- tel vollständig zu bezeichnen und unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung der biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungsp flicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri- ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor- den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe- sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ / HÄNER / BERT- SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). Das Bundesverwaltungsgericht kann den rechtserheblichen Sachverhalt, wie ihn die Vorinstanz festgestellt hat, uneingeschränkt überprüfen (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Es ist dazu in dem Masse verpflichtet, als die Be- schwerdepartei die Sachverhaltsfeststellungen oder die ihr zugrunde lie- gende Beweiswürdigung als fehlerhaft rügt und sich mit der angefochtenen E-1733/2016 Seite 16 Verfügung sachbezogen auseinandersetzt (vgl. CHRISTOPH AUER, Streitge- genstand und Rügeprinzip im Spannungsfeld der verwaltungsrechtlichen Prozessmaximen, Diss. Bern 1997, S. 79 f.; Urteil des BVGer E -36/2008 vom 30. November 2011, E. 5.1). Die Beschwerdeführerin hat weder Reise - noch Identitätspapiere einge- reicht, die geeignet wären, etwas zur Klärung ihrer Identität beziehungs- weise Herkunft beizutragen. Die f ehlende Beibringung eines Identitäts- nachweises stellt eine Verletzung der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG dar, auf die sie die Vorinstanz anlässlich der Erstbe- fragung explizit hinwies (SEM-Akten A7/15 S. 2). Die Behörde hat lediglich den Nachweis zu erbringen, dass eine asylsuchende Person über ihre Identität getäuscht hat (Herkunftsanalysen der Fachstelle LINGUA werden ausdrücklich als zulässiger „Nachweis“ aufgeführt: BVGE 2013/10 E. 9.1, so bereits Entscheidungen und Mitteilungen d er Schweizerischen Asylre- kurskommission [EMARK] 2003/27 E. 4a). Was den Bericht der Fachstelle LINGUA anbelangt, wurde sowohl eine lan- deskundlich-kulturelle als auch eine linguistische Analyse durchgeführt, wobei die beauftragte Person über eine entsprech ende Befähigung ver- fügt. Bei einem solchen LINGUA-Bericht handelt es sich zwar nicht um ein Sachverständigengutachten im Sinne von Art. 12 Bst. e VwVG (vgl. hierzu Art. 57–61 BZP [SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG), sondern um eine schriftliche Auskunft einer Drittperson im Sinne von Art. 12 Bst. c VwVG. Das Bundes- verwaltungsgericht misst diesen LINGUA-Analysen dennoch erhöhten Be- weiswert bei, sofern bestimmte Anforderungen an die fachliche Qualifika- tion, Objektivität und Neutralität der Expertin oder des Experten sowie die inhaltliche Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit gegeben sind, denen eine solche Prüfung zu entsprechen hat (so auch bei reinen LINGUA -All- tagswissensevaluationen, vgl. Urteil des BVGer D -5625/2013 vom 29. September 2014 E. 4.4.1 f.). Diese Vor aussetzungen sind vorliegend erfüllt. Die hier zu beurteilende Analyse ist fundiert und mit einer überzeu- genden sowie ausgewogenen Begründung versehen, die zu keinen Bean- standungen Anlass gibt. Zudem bestehen an der fachlichen Qualifikation der sachverständigen Person keine Zweifel (A39 /1). Somit wird dem vor- liegenden LINGUA -Bericht erhöhter Beweiswert beigemessen und von dessen inhaltlichen Richtigkeit und Vollständigkeit ausgegangen. Das SEM hat in rechtskonformer Weise einen LINGUA -Bericht eingeholt, der Be- schwerdeführerin die wesentlichen Erkenntnisse des Berichts zum rechtli-E-1733/2016 Seite 17 chen Gehör eröffnet und somit den in Frage stehenden rechtlich erhebli- chen Sachverhalt hinreichend und in Ausschöpfung seiner Möglichkeiten abgeklärt. 5.6 Der Sachverhalt ist, soweit für den Entscheid erheblich, vollständig und richtig festgestellt. Die Beschwerdeführerin hatte in genügendem Ausmass Gelegenheit, zu ihrer Identität, ihrer Herkunft, ihren Asylgründen und zu ihrer Situation Stellung zu nehmen und allfällige Beweismittel einzureichen; sie hat sich denn auch im Beschwerdeverfahren ausführlich geäussert und weitere Beweismittel eingereicht. Der sinngemässe Antrag, die angefoch- tenen Verfügung sei aufgrund eines nicht hinreichend erstellten rechtser- heblichen Sachverhaltes aufzuheben und die Sache aus diesem Grund an das SEM zurückzuweisen, ist unbegründet und somit abzuweisen. 6. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätz- lich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zu- gehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begrün- dete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernst- hafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychi- schen Druck bewirken . Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rech- nung zu tragen (Art. 3 AsylG). Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Be- hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege- ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbrin gen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anfo rderungen an das Glaubhaft- machen der Vorbringen in einem publizierten Entscheid dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). E-1733/2016 Seite 18 7. 7.1 Die in entscheidwesentlicher Hinsicht gezogenen Schlussfolgerungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung sind in ihrem Resultat we- der in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstanden. Die ange- fochtene Verfügung ist einlässlich begründet und stützt sich bezüglich der Frage der Herkunft, soweit entscheidwesentlich, auf einen fundierten LIN- GUA-Bericht. Die Ausführungen und Erklärungsversuche auf Beschwerde- ebene vermögen nicht aufzuzeigen, dass die vorinstanzliche Beweiswürdi- gung zu entscheidwesentlichen Kernaspekten Bundesrecht verletzen würde. Dies ist aufgrund der Aktenlage auch nicht ersichtlich. 7.2 Bezüglich der geltend gemachten Asylgründe hält das Gericht die Feststellungen des SEM in der angefochtenen Verfügung und in der Ver- nehmlassung als zutreffend und hinreichend begründet, wona ch sich die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Ausreisegründe aus ihrem Heimatland als unglaubhaft darstellen. Das SEM legt in der angefochtenen Verfügung zu Recht dar, dass gemäss ihren Aussagen anlässlich der BzP ihr angeblicher Ehemann gegen 19.00 Uhr abends das Haus verlassen hat, um Plakate aufhängen zu gehen. In der Anhörung sagte sie aus , er habe das Haus gegen 01.00 Uhr verlassen. Auch ist nicht zu beanstanden, wenn das SEM in der Vernehmlassung dem Einwand in der Beschwerde, dies habe sie so nicht gesagt, entgegenhält, anlässlich der Anhörung vom 15. Juni 2015 habe die Beschwerdeführerin in den Antworten zu den Fra- gen 53 bis 55 sehr wohl erklärt, dass die Polizisten ihr einen Tag nach dem Weggang ihres angeblichen Ehemannes gesagt hä tten, dass sie sie ins Gefängnis stecken würden, und auf die Frage 55 sogar behaupte, dass sie nie etwas von einem Zeitraum von einem Monat gesagt habe, was im Wi- derspruch zu den Angaben in der Beschwerde unter Punkt 10.14 stehe. In der Replik wird vorerst bestritten, dass die Beschwerdeführerin behauptet haben soll, dass die Polizei einen Tag nach dem Verschwinden des Ehe- mannes mit der Inhaftierung gedroht habe. Unmittelbar folgend wird hinge- gen geltend gemacht, sie habe die Fragen 53, 54 und 55 anlässlich der Anhörung offensichtlich falsch verstanden, weshalb sie auch falsche Ant- worten gegeben habe. Der Erklärungsversuch, dies sei zum grossen Teil ihrer eigenen Nervosität geschuldet, da sie sich noch nie in einem solchen Verfahren fernab der Heimat befunde n habe , und sie sei auch unkon- zentriert und mit ihren Gedanken bei ihren in Tibet zurückgelassenen Kin- dern und ihrer Familie gewesen, ist in Berücksichtigung der Aktenstellen und der gesamten Umstände offenkundig unbehelflich. Das Aussagever- halten der Beschwerdeführerin zu einem solchen in vieler Hinsicht prägen- den Ereignis ist derart grundlegend unterschiedlich ausgefallen, das den E-1733/2016 Seite 19 Schluss nicht zulässt, sie habe dies im vorgebrachten Rahmen selbst er- lebt. Demnach fallen aufgrund der Aktenlage zentrale und entscheidwe- sentliche Aspekte des geltend gemachten Sachverhaltes derart wider- sprüchlich aus, die mit tatsächlich Erlebtem nicht vereinbar erscheinen. Den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Asylgründen ist dem- nach eine glaubhafte Basis entzogen. Es kann somit auf eine tiefere Ein- lassung auf die weiteren Vorbringen verzichtet werden, etwa wonach die Beschwerdeführerin nach der Flucht ihres Ehemannes im (…) von der Po- lizei während drei Jahren täglich oder vier bis fünf Mal in der Woche oder zu Beginn drei Mal in der Woche zuhause nach dessen Aufenthalt befragt worden sei. Aufgrund des nicht glaubhaft gemachten Anlasses einer poli- zeilichen Suche sind auch die daraus angeblich entstandenen Folgen in Zweifel zu ziehen. Daraus folgt, dass auch die Konfiszierung der Identitäts- karte der Beschwerdeführerin durch die Polizei nicht geglaubt werden kann (A32/15 F86/87). Zudem brachte die Beschwerdeführerin vor, sie habe sich als (…)-Jährige (was dem Jahre (…) entsprechen würde) einen Personal- ausweis ausstellen lassen, der zehn Jahre gültig gewesen sei (bis ins Jahr […]), sich jedoch keinen neuen besorgt . Demnach hätte es auch keinen Sinn ergeben, wenn die Polizei im Jahre (…) einen alten ungültigen Perso- nalausweis hätte beschlagnahmen sollen. Im Weiteren ergäbe sich aus der Darstellung der Beschwerdeführerin, dass sie seit dem Jahre (…) bis zu ihrer Ausreise dem Tibet im Mai (…) über mehr als fünf Jahre ohne gültigen Ausweis in Tibet gelebt hätte. Der Erklärungsversuch in der Beschwerde, die meisten Menschen in C._______ würden sich meist nicht ausserhalb dieses Ortes begeben, weshalb auch die Beschwerdeführerin auf eine Er- neuerung des Personalauseises verzichtet habe, vermag aufgrund der auch in Tibet geltenden generellen obligatorischen Ausweispflicht nicht zu überzeugen. Es wird in der Beschwerde denn auch selbst eingeräumt, bei Reisen etwa nach Lhasa sei ein Personalausweis hingegen erforderlich, da man unweigerlich in Polizeikotrollen gerate. Die Schilderung der Be- schwerdeführerin, während der Reise nac h Lhasa im Mai (…) in einem Transportwagen habe sie sich bei Sicherheitskontrollen jeweils hinten un- ter dem Sitz versteckt (A7/15, Pt. 5.02), wirkt angesichts der bekanntlich konsequenten Durchführung der entsprechenden Kontrollen durch routi- nierte Sicherheitsleute wenig nachvollziehbar. 7.3 Es ist klarzustellen, dass das SEM die tibetische Abstammung und Eth- nie der Beschwerdeführerin nicht in Zweifel zieht. Die Beschwerdeführerin und ihre Rechtsvertretung verkennen im Rahmen der im vorinstanzlichen Verfahren eingebrachten Stellungnahme vom 30. Dezember 2015 und auf E-1733/2016 Seite 20 Beschwerdeebene durchwegs, dass das SEM in der angefochtenen Ver- fügung auch nicht die Auffassung vertrat, die Beschwerdeführerin sei nicht in Tibet geboren und habe nie dort gelebt. Wenn das SEM aus führt, die Beschwerdeführerin habe „aller Wahrscheinlichkeit nach nicht im“ von ihr „behaupteten geografischen Raum gelebt“ (angefochtene Verfügung S. 5 oben), ist dies im Gesamtkontext so zu verstehen, als die Beschwerdefüh- rerin nicht, wie von ihr vorgebracht, zum wesentlichen Teil ihres Lebens im osttibetischen Raum von C._______ verbracht habe und dort sozialisiert worden sei. Dies brachte das SEM auch mit den Folgerungen zum Aus- druck, es sei ihr nicht gelungen, ihre Hauptsozialisierung in der Volksre- publik China glaubhaft darzulegen und dass sie vor ihrer „Ankunft in der Schweiz nicht in der Volksrepublik China, sondern in der exiltibetischen Diaspora gelebt“ habe (angefochtene Verfügung II, 2., S. 6). Bei dieser ent- scheidwesentlichen Einschätzung stützt sich das SEM zu Recht auf die gegebene Aktenlage und insbesondere auf die Erkenntnisse des LINGUA- Berichts. Nach Auffassung des Gerichts kann sehr wohl davon ausgegan- gen werden, wie nachfolgend auszuführen sein wird, dass die Beschwer- deführerin die Kindheit und allenfalls einen Teil ihrer Jugend in einem tibe- tischen Gebiet verbracht hat. Dies ist letztlich jedoch nicht entscheidrele- vant. 7.4 Wie bereits ausgeführt, hat sich das SEM zu Recht auf den LINGUA - Bericht abgestützt, dem vorliegend ein erhöhter Beweiswert beizumessen ist (E. 5.5). Die linguistische Analyse hat ergeben, die Sprache der Be- schwerdeführerin sei zwar merklich von Kham-tibetischen Merkmalen be- einflusst, weise aber auch und insbesondere in allen drei untersuchten Be- reichen Phonetik/Phonologie, Morphologie und Lexikon durch überwie- gend Lhasa -tibetische oder exiltibetische Merkmale aus. Diese sprach- kundliche Analyse steht der Beteuerung der Beschwerdeführerin insoweit entgegen, sie spreche den (reinen) osttibetischen C._______dialekt (so etwa A47/13 S. 3) . Die Beschwerdeführerin macht e weiter geltend , sie habe jedoch bereits in Tibet auch die zentraltibetische Sprache anlässlich von Reisen nach Westtibet gelernt zu verstehen und zu sprechen (A47/13 S. 7). Di ese Angabe widerspricht wiederum der Schilderung, die meisten Menschen in C._______, so auch die Beschwerdeführerin, würden sich nicht ausserhalb von C._______ begeben (und deshalb auf eine Erneue- rung des P ersonalausweises verzichten [ Beschwerde S. 6 ]). Abgesehen davon hält das Gericht aufgrund der Aktenlage dafür, dass die Sprache der Beschwerdeführerin sehr wohl zwar merklich von Kham-tibetischen Merk- malen beeinflusst ist und der Dialekt von C._______ zur Gruppe der Kham- Dialekte gehört. Dieser sprachliche Einfluss kann auf die erlernte Sprache E-1733/2016 Seite 21 während der Kindheit oder Jugendjahre der Beschwerdeführerin in C._______ und somit auf familiäre Hintergründe oder auf ein Kham-tibeti- sches Milieu ausserhalb Tibets zurückgeführt werden. Aufgrund der jedoch festgestellten überwiegenden Lhasa-tibetischen und/oder exiltibetischen Merkmale in ihrer Sprache sowie der nachvollziehbaren fachkundlichen Er- kenntnisse, wonach sie insgesamt in Berücksichtigung ihres Alters sowie ihres angegebenen sozialen, ethnischen und tätigkeitsbezogenen Hinter- grundes keine hinreichenden Kenntnisse im landeskundlich-kulturellen Be- reich nachweisen könne, um einen längeren Aufenthalt im K reis C._______ annehmen zu können, kommt das Gericht zur Einschätzung, dass die Beschwerdeführerin jedenfalls nicht wie geltend gemacht, bis im März (…) hauptsächlichen im osttibetischen Kreis C._______ sozialisiert worden ist. 7.5 Zum Aspekt der Kenntnis der Beschwerdeführerin bezüglich der Nach- barorte ihres H eimatortes enthält sich das Gericht einer vertieften Ausei- nandersetzung. Selbst wenn dem Vorbringen in der Replik gefolgt werden könnte, wonach sie im Rahmen der Befragungen die Nachbardörfer ord- nungsgemäss und wie von ihr verlangt bezeichnet und auch anlässlich der Eingabe vom 30. Dezember 2015 eine Skizze ihrer Heimatregion einge- reicht habe, woraus die Nachbardörfer hervorgehen würden, ist festzuhal- ten, dass die Bezeichnung derartiger geografischer Gegebenheiten ohne nennenswerten Aufwand erlernbar ist und abgerufen werden kann. Für die Einschätzung einer wahren Herkunftsangabe sind entsprechende Kennt- nisse demnach von erheblich untergeordnetem Gewicht. Dies trifft umso mehr auf eine vorfabrizierte eingereichte Skizze zu. 7.6 Die Prüfung der Akten ergibt, dass die Einschätzung des SEM, die Schilderungen und Angaben der Beschwerdeführerin zur Ausreise aus Ti- bet, zu ihren Kindern und zu ihrem (angeblichen) Ehemann seien ausge- sprochen kurz und nichtssagend, oberflächlich, ausweichend und teils wi- dersprüchlich ausgefallen, zu stützen ist. Bezüglich der entsprechenden Ausführungen im Einzelnen kann auf die angefochtene Verfügung verwie- sen werden. Die Entgegnungen auf Beschwerdeebene sind in entscheid- wesentlicher Hinsicht nicht als stichhaltig zu werten. 7.7 Die Beschwerdeführerin machte im vorinstanzlichen und insbesondere auch im Beschwerdeverfahren geltend, ihre Hauptsozialisierung in Tibet und ihre Sachvorbringen mit Fotografien als Beweismittel stützen zu kön- nen. Dies gelingt nicht. Vielmehr sind die eingereichten Fot ografien als E-1733/2016 Seite 22 nicht taugliche Beweismittel zu werten, den wesentlichen geltend gemach- ten Sachverhalt, bis im Jahre (…) in Tibet, oder gar ausschliesslich im ost- tibetischen Raum gelebt zu haben, glaubhaft zu machen oder gar als Tat- sache zu erhärten. Das auf der anlässlich der BzP eingereichten Fotografie abgebildete Kind kann offenkundig nicht mit hinreichender Bestimmtheit als mit der Person der Beschwerdeführerin identisch erkannt werden. Selbst wenn dem so wäre, könnte dies in entscheidwesentlicher Hinsicht nicht als relevant gelten. Mit der Replikschrift werden fünf Fotografien eingereicht und wie folgt bezeichnet: 1. „Foto meiner Mandantin in Lhasa, Tibet, mit einer Kollegin aus C._______“, 2. „Foto des Heimatdorfes D._______, C._______ , meiner Mandantin“, 3. „Foto meiner Mandantin im Haus ihres Ehemannes in E._______, C._______ “, 4. „Foto von der Stadt E._______, C._______ sowie vom Haus meiner Mandantin in E._______“ und 5. „Foto meiner Mandantin in Lhasa, Tibet, vor dem Jokhang-Tempel, mit einer Kol- legin aus C._______“. Dabei wird geltend gemacht, diese würden als Be- weismittel auf eindeutige Weise die Sozialisierung der Beschwerdeführerin im von ihr behaupteten Sozialisierungsraum in D._______, C._______ , Osttibet, China belegen. Entgegen dem Vorbringen ist nicht ersichtlich, in- wiefern die Fotografien vorliegend in entscheidrelevanter Hinsicht als sach- dienliche Beweismitte l tauglich wären. Die blossen Luftaufnahmen des Heimatdorfes D._______ und der Stadt E._______ (Fotografien 2 und 4) sind für das vorliegende Verfahren beweismässig nichtssagend. Die Foto- grafie 1 wurde in Kopie bereits im vorinstanzlichen Verfahren eingereicht. Auch wenn vorgebracht wird, die Fotografie zeige die Be- schwerdeführerin in Lhasa mit einer Kollegin, die aus C._______ stamme, und das Bild im Hintergrund auf dieser Fotografie lasse aufgrund chinesi- scher Motive (chinesischer Kaiserpalast, chinesische Schriftzeichen und rotchinesischen Fahnen) evidenterweise den Schluss zu, dass dieses Su- jet in China aufgenomm en worden sein müsse, kann daraus keine Hauptsozialisierung der Beschwerdeführerin im osttibetischen Raum ab- geleitet werden. Dasselbe muss für die Fotografie 3 gelten. In objektiver Hinsicht muss zudem auch festgestellt werden, dass die Fotografien 1 und 3 irgendwo aufgenommen worden sein können, mit der Einschränkung des technisch erreichbaren Empfangsgebietes des auf der Fotografie 3 er- scheinenden Televisions-Senders. Selbst wenn die Fotografien 1 und 3, die die Beschwerdeführerin als – im Übrigen sehr jugendlich aussehende – verheiratete Frau mit der dafür typischen Schürze (pangden) zeigen, auf tibetischen Gebiet aufgenommen worden sind, vermögen sie nicht darzu- tun, dass sie auch wie geltend gemacht bis zu ihrer Ausreise im osttibeti- schen Raum gelebt hat. Das Gleiche gilt für die Fotografie 5, auf der die E-1733/2016 Seite 23 Beschwerdeführerin offenkundig in Lhasa vor dem Jokhang-Tempel abge- bildet ist. Auch bei aller gebotenen Zurückhaltung von Alterseinschätzun- gen aufgrund von Fotografien erscheint die Beschwerdeführerin auf die- sem Bild erheblich jünger als (…)-jährig, ihrem Alter im Zeitpunkt der an- geblichen Ausreise aus dem Tibet im Mai (…). Dies wiederum würde die Erkenntnisse aus dem LINGUA -Bericht bestätigen. Die in diesem Bericht vorgenommene Herkunftsanalyse ist – wie das Gericht bereits festgestellt hat – fundiert und mit einer überzeugenden sowie ausgewogenen Begrün- dung versehen, die zu keinen Beanstandungen Anlass gibt. Zudem beste- hen an der fachlichen Qualifika tion der Sachverständigen keine Zweifel, weshalb der vorliegenden Herkunftsanalyse erhöhter Beweiswert zuge- messen werden kann und das Gericht, soweit von entscheid wesentlicher Bedeutung, von ihrer inhaltlichen Richtigkeit und Vollständigkeit ausgeht. Der LINGUA-Bericht ist zwar nicht das einzige Element, welches es bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Herkunft zu berücksichtigen gilt. Vorlie- gend sind aber aufgrund der Beurteilung des gesamten Aussageverhaltens der Beschwerdeführerin und der gesamten Aktenlage die rechtlichen Schlussfolgerungen des SEM in der angefochtenen Verfügung nicht zu be- anstanden; somit ist die Verfügung des SEM vom 15. Februar 2016 zu be- stätigen. 7.8 Nach den obigen Erwägungen kann darauf verzichtet werden, auf die weiteren Beurteilungsaspekte in der angefochtenen Verfügung und die ent- sprechenden umfangreichen Entgegnungen der Beschwerdeführerin auf Beschwerdeebene vertiefter einzugehen, da sie am Ergebnis des vorlie- genden Urteils nichts zu ändern vermöchten. Immerhin bleibt anzufügen, dass die vom SEM zu Recht festgestellten verwirrenden Angaben zu den Familienverhältnissen und zur Identität, die fehlenden Identitätspapiere so- wie die unglaubhaft vorgetragenen Asylgründe zusätzlich erhebliche Zwei- fel an den wahren Angaben zu ihrer Sozialisierung und ihrer Herkunft i m entscheidrelevanten Zeitraum erwecken müssen. 7.9 Nach dem Gesagten ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin vor der Ankunft in der Schweiz nicht nur seit ihrer geltend gemachten Ausreise im Mai (…) nicht in der Volksrepublik China, sondern seit bedeutend längerer Zeit in der exiltibetischen Diaspora gelebt hat. Die mit der Beschwerde eingereichten Fotografien vermögen an dieser Erkenntnis nichts zu ändern. E-1733/2016 Seite 24 7.10 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass zwar davon aus- zugehen ist, dass die Beschwerdeführerin tibetischer Ethnie is t. In Über- einstimmung mit dem SEM ist jedoch festzustellen, dass die Beschwerde- führerin bezüglich ihrer Asylgründe unglaubhaft und über den Zeitraum ih- rer Herkunftsgeschichte in entscheidwesentlicher Hinsicht und relevantem Umfang täuschende Angaben gemacht hat. Schliesslich ist dem SEM zu- zustimmen, dass die Schilderungen der Beschwerdeführerin zu ihrem Flucht- und Reiseweg ebenfalls unglaubhaft ausgefallen sind. Die Be- schwerdeführerin vermag weder die Flüchtlingseigenschaft im Zeitpunkt ih- rer Ausreise noch subjektive Nachfluchtgründe nachzuweisen oder zumin- dest glaubhaft zu machen. Folglich ist es ihr nicht gelungen, für den Zeit- punkt ihrer Ausreise eine asylrechtlich relevante Verfolgung, die sie in ihrer Heimat vor ihrer Ausreise erlitten hat oder in begründeter Weise zukünftig befürchten müsste, aufzuzeigen oder glaubhaft zu machen. Die Beschwer- deführerin hat die Folgen dieses V erhaltens zu verantworten und auch in Anwendung der in BVGE 2014/12 E. 5.10 entwickelten Rechtsprechung hat das SEM daher zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerde- führerin verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt. 8. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (BVGE 2013/37 E 4.4, 2009/50 E. 9). Die Wegwei- sung ist nicht zu beanstanden. 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisu ng nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 9.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen g ilt ge- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be- weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 9.3 In BVGE 2014/12 präzisierte das Gericht seine Praxis gemäss EMARK 2005 Nr. 1 dahingehend, dass bei Personen tibetischer Ethnie, die E-1733/2016 Seite 25 ihre wahre Herkunft verschleiern oder verheimlichen, vermutungsweise da- von auszugehen sei, dass keine flüchtlings- oder wegweisungsbeachtli- chen Gründe gegen eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort be- ständen. Denn die Abklärungspflicht der Asylbehörden finde ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person. Verunmögliche ein tibetischer Asylsuchender durch die Verletzung seiner Mitwirkungspflicht die Abklärung, welchen effektiven Status er (etwa) in Nepal respektive in Indien innehabe, könne namentlich keine Drittstaatenabklärung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG stattfinden. Überdies werde durch die Ver- heimlichung und Verschleierung der wahren Herkunft auch die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimatland verunmöglicht (vgl. BVGE 2014/12 E. 5.9 f.). In Berücksichti- gung dieser Rechtsprechung ist der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten. 9.4 Da die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen tibetischer Ethnie ist und dadurch auch die Möglichkeit nicht auszuschliessen ist, dass sie die chinesische Staatsangehörigkeit besitzt, ist vorliegend der Wegweisungs- vollzug nach China – in Übereinstimmung mit der entsprechenden Fest- stellung in der angefochtenen Verfügung – auszuschliessen, da ihr dort ge- gebenenfalls eine Refoulement-Verletzung droht. 10. Aus diesen Er wägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde- führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenverfügung vom 24. März 2016 wurde der Entscheid über die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um amtliche Verbeiständung gemäss Art. 110a Abs. 1 AsylG auf einen späte- ren Zeitpunkt verwiesen. 12. Aufgrund der Aktenlage ist davon auszugehen , dass die Beschwerdefüh- rerin prozessual bedürftig ist. Gleichzeitig müssen die Beschwerdebegeh- ren im Zeitpunkt der Einreichung als nicht geradezu aussichtslos bezeich- net werden, was vorliegend zu bejahen ist. Demnach ist das Gesuch um E-1733/2016 Seite 26 Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen. Trotz Unterliegens der Beschwerdeführerin sind demzufolge keine Kosten aufzuerlegen. 13. Mit der Beschwerde wurde beantragt, in der Person des Rechtsvertreters einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bestellen. Soweit damit sinnge- mäss ein Gesuch um Einsetzung des Rechtsvertreters als unentgeltlicher Rechtsbeistand im Sinne von Art. 110a Abs. 3 AsylG gestellt worden sein sollte, ist festzustellen, dass unter anderen etwa im Verfahren E-201/2017 mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 31. Januar 2017 unter ausfü hrlicher Begründung festgehalten wurde , dass der Rechtsvertreter nach wie vor aufgrund der Anzahl der von ihm bisher be- trauten Asylverfahren nicht davon ausgegangen werden könne, dass die Beratungs- und Vertretungstätigkeiten im Asylbereich zu seinen wesentli- chen Berufsaufgaben gehören würden. Demnach könne lic. iur. B._______ nicht unter die Kategorie der Personen mit universitärem juristischen Hoch- schulabschluss im Sinne von Art. 110a Abs. 3 AsylG subsumiert werden, die sich "mit der Beratung und Vertretung von Asylsuchenden befassen". Das vorliegende allenfalls sinngemässe Gesuch um Einsetzung des Rechtsvertreters als unentgeltlicher Rechtsbeistand im Sinne von Art. 110a Abs. 3 AsylG ist demnach abzuweisen, da die vorgesehenen persönlichen Voraussetzungen beim von der Beschwerdeführerin mandatierten Rechts- vertreter fehlen. 14. Einer bedürftigen Partei in einem nicht aussichtslosen Verfahren wird ein Anwalt bestellt, wenn sie nicht imstande ist, ihre Sache selber zu vertreten (Art. 65 Abs. 2 VwVG). Für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsver- beiständung ist das Kriterium ausschlaggebend, ob die Partei zur Wahrung ihrer Rechte notwendigerweise der professionellen juristischen Hilfe eines Anwaltes bedarf (BGE 122 I 49 E. 2c [S. 51 ff.]; 120 Ia 43 E. 2a [S. 44 ff.]). In Verfahren, welche – wie das vorliegende – vom Untersuchungsgrund- satz beherrscht sind, sind strengere Massstäbe an die Gewährung der un- entgeltlichen Rechtsverbeiständung anzusetzen (vgl. die diesbezüglich weiterhin Gültigkeit beanspruchende und fortzuführende Praxis in: Ent- scheide und Mitteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 6 E. 9 f. [S. 51 ff.], vgl. auch BGE 122 I 8 E. 2c [S. 10]) und es im asylrechtlichen Beschwerdeverfahren normalerweise im We- sentlichen um die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geht. E-1733/2016 Seite 27 Besondere Rechtskenntnisse sind daher zur wirksamen Beschwerdefüh- rung im Regelfall nicht zwingend erforderlich, weshalb praxisgemäss die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG nur in besonderen Fällen gewährt wird, in welchen in r echtlicher oder tat- sächlicher Hinsicht erhöhte Schwierigkeiten bestehen. Das vorliegende Verfahren erscheint weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht be- sonders komplex, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbei- ständung abzuweisen ist. Es ist demnach auch keine Parteientschädigung zu sprechen. (Dispositiv nächste Seite) E-1733/2016 Seite 28 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gutge- heissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das Gesuch um amtliche Einsetzung des Rechtsvertreters als unentgeltli- cher Rechtsbeistand wird abgewiesen. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Andrea Berger-Fehr Christoph Berger