<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00514</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204833&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00514</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.02.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Vollzug der Reststrafe unter dem Regime der Halbfreiheit</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Gewährung des Vollzugs der Reststrafe in Halbfreiheit<br/>Nach den Richtlinien der Ostschweizer Strafvollzugskommission soll die Halbfreiheit neun Monate nicht übersteigen, wenn - wie hier - eine Bruttostrafe von neun Jahren zu verbüssen ist (2.1). Die Rekursinstanz (Justizdirektion) erlaubte dem Beschwerdeführer, zwölf seiner 15 Monate Reststrafe in Halbfreiheit zu verbüssen (2.2). Dies erweist sich im vorliegenden Fall als unverhältnismässig, da der Beschwerdeführer bereits vor sechs Jahren aus der Sicherheitshaft entlassen wurde und sich in der Freiheit bewährte (2.3).<br/>Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWÃHRUNG">BEWÃHRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HALBFREIHEIT">HALBFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RESTSTRAFE">RESTSTRAFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFVOLLZUGSRICHTLINIEN">STRAFVOLLZUGSRICHTLINIEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 37 Abs. 2 Ziff. 3 StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>A, geboren 1962, wurde vom Bezirksgericht ZÃ¼rich mit Urteil vom 9. Mai 1995 unter anderem wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz zu 12 ½ Jahren Zuchthaus, abzÃ¼glich 561 Tagen erstandener Untersuchungshaft, verurteilt. Mit Urteil vom 11. April 1996 bestÃ¤tigte das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich die erstinstanzliche Strafe, abzÃ¼glich 899 Tagen erstandener Untersuchungshaft. Das Kassationsgericht des Kantons ZÃ¼rich hob mit Beschluss vom 27. Oktober 1997 das Urteil des Obergerichts auf und wies die Sache an dieses zurÃ¼ck. Mit obergerichtlicher PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 17. Juli 1998 wurde A aus der Sicherheitshaft entlassen. Das Obergericht setzte mit Urteil vom 3. November 1999 das Strafmass neu auf 12 Jahre Zuchthaus fest, unter Anrechnung von 1'726 Tagen erstandener Haft. Eine von A erhobene Nichtigkeitsbeschwerde wies das Kassationsgericht mit Beschluss vom 28. Februar 2001 ab. Hingegen hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 11. Juli 2001 die eidgenÃ¶ssische Nichtigkeitsbeschwerde teilweise gut und hob das obergerichtliche Urteil vom 3. November 1999 auf. Mit Urteil vom 19. Dezember 2002 setzte das Obergericht die Strafe auf neun Jahre Zuchthaus fest. Das Urteil ist mittlerweile in Rechtskraft erwachsen.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>In der Folge lud das Amt fÃ¼r Justizvollzug (Strafvollzugsdienst) des Kantons ZÃ¼rich A auf den 25. Oktober 2004 zum Vollzug vor. Daraufhin liess A um Verschiebung des Strafantritts ersuchen. Weiter stellte er das Gesuch, die Reststrafe â die zu vollziehende Strafdauer belÃ¤uft sich unter BerÃ¼cksichtigung der dannzumaligen bedingten Entlassung noch auf etwas mehr als 15 Monate â sei unter dem Regime der Halbfreiheit zu erstehen. Mit VerfÃ¼gung vom 13. Juli 2004 wies der Strafvollzugsdienst das letztere Gesuch ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich hiess den von A gegen die VerfÃ¼gung des Strafvollzugsdienstes vom 13. Juli 2004 erhobenen Rekurs mit VerfÃ¼gung vom 21. Oktober 2004 teilweise gut, indem die Halbfreiheit fÃ¼r die Dauer von zwÃ¶lf Monaten gewÃ¤hrt wurde, sofern die weiteren Voraussetzungen dazu im Zeitpunkt der Versetzung erfÃ¼llt seien.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 29. November 2004 beantragte A die Aufhebung des Rekursentscheids sowie die GewÃ¤hrung der Halbfreiheit fÃ¼r die gesamte Dauer der Reststrafe unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zu Lasten des Amts fÃ¼r Justizvollzug. Dieses beantragte mit Schreiben vom 15. Dezember 2004 die Abweisung der Beschwerde, wie schon die Direktion der Justiz und des Innern mit Vernehmlassung vom 6. Dezember 2004.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Einzelrichterin</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>GemÃ¤ss § 38 Abs. 2 lit. b des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¤llt die Erledigung der Beschwerde gegen den Rekursentscheid der Direktion der Justiz und des Innern in die einzelrichterliche Kompetenz. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen (§ 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 VRG). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss § 43 Abs. 1 lit. g VRG ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht betreffend den Vollzug von Strafen und Massnahmen zwar grundsÃ¤tzlich ausgeschlossen. Sie ist jedoch unter anderem zulÃ¤ssig, wenn gegen solche Anordnungen die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 2 VRG). Das Rechtsinstitut der Halbfreiheit ist sowohl von bundesrechtlichen als auch von interkantonalen und kantonalen Bestimmungen normiert, weshalb sich das Verwaltungsgericht bereits frÃ¼her eingehend mit der ZustÃ¤ndigkeitsfrage befasst hat. Es ist zum Schluss gekommen, gesamthaft betrachtet Ã¼berwiege die bundesrechtliche Komponente, weshalb eine Anordnung betreffend die Halbfreiheit als VerfÃ¼gung im Sinn von Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 Ã¼ber das Verwaltungsverfahren mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht weiterziehbar sei (VGr, 4. MÃ¤rz 1998, VB.97.00524, teilweise in RB 1998 Nr. 30; ebenso VGr, 22. Januar 2002, VB.2001.00358, E. 1a, www.vgrzh.ch; vgl. auch BGr, 26. Mai 2003, 1P.231/2003, E. 1, www.bger.ch). Es ist daher auf die Beschwerde einzutreten, soweit der BeschwerdefÃ¼hrer durch die vorinstanzliche VerfÃ¼gung Ã¼berhaupt beschwert ist. Immerhin ist der BeschwerdefÃ¼hrer im Rekursverfahren insoweit durchgedrungen, als ihm die Halbfreiheit fÃ¼r die Dauer von zwÃ¶lf Monaten gewÃ¤hrt worden ist. In diesem Umfang fehlt es somit an einer so genannten Beschwer und kann der Rekursentscheid keiner ÃberprÃ¼fung unterzogen werden. Sodann geht es im vorliegenden Verfahren allein um die Frage, ob dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r die gesamte noch zu vollziehende Strafe die Halbfreiheit zu gewÃ¤hren sei, nicht aber, wie diese Vollzugsform konkret zu gestalten wÃ¤re. DarÃ¼ber hat vorab der Strafvollzugsdienst des Justizvollzugsamts zu befinden.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span class="Erwgung2Char"><span>Art. 37 Ziff. 3 Abs. 2 des Strafgesetzbuchs (StGB) sieht vor, dass Gefangene, die min</span></span><span>destens die HÃ¤lfte der Strafzeit verbÃ¼sst und sich bewÃ¤hrt haben, in freier gefÃ¼hrte Anstalten oder Anstaltsabteilungen eingewiesen oder aber auch ausserhalb der Strafanstalten beschÃ¤ftigt werden kÃ¶nnen. Voraussetzungen und Umfang der Erleichterungen regeln dabei die Kantone (Art. 37 Ziff. 3 Abs. 3 StGB). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach Ziffer 4 der Richtlinien der Ostschweizer Strafvollzugskommission Ã¼ber die GewÃ¤hrung der Halbfreiheit und anderer besonderer Vollzugsformen vom 13. November 1992 (Richtlinien) ist die Dauer der Halbfreiheit nach den individuellen VerhÃ¤ltnissen des Eingewiesenen zu bestimmen und setzt in der Regel einen Aufenthalt von sechs Monaten in der Vollzugsanstalt voraus. Die Halbfreiheit soll in der Regel bei einer Bruttostrafe bis 108 Monate â vorliegend geht es um eine neunjÃ¤hrige Zuchthausstrafe â neun Monate nicht Ã¼bersteigen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Diese Regeln sind klarerweise nicht starrer Natur, sondern erlauben eine Anpassung an die individuellen VerhÃ¤ltnisse. Dabei ist im Aug zu behalten, dass bei lÃ¤ngeren Freiheitsstrafen das "Progressivsystem" oder der "Stufenstrafvollzug" charakteristisch ist. WÃ¤hrend der ersten Stufe wird der Gefangene in Einzelhaft, hernach, wÃ¤hrend der zweiten Stufe, in Gemeinschaft gehalten (Art. 37 Ziff. 3 Abs. 1 StGB). Danach folgt gegebenenfalls die dritte Stufe des Vollzugs, indem der Betreffende â sofern er sich bewÃ¤hrt und mindestens die HÃ¤lfte der Strafzeit verbÃ¼sst hat â in eine freier gefÃ¼hrte Anstalt oder Anstaltsabteilung eingewiesen oder auch ausserhalb der Strafanstalt beschÃ¤ftigt wird (Art. 37 Ziff. 3 Abs. 2 StGB). Als vierte und letzte Stufe folgt in der Regel die bedingte Entlassung (Art. 38 Ziff. 1 StGB; vgl. auch VGr, 22. Januar 2002, VB.2001.00358, E. 2, www.vgrzh.ch). Dieses stufenweise Vorgehen dient der Wiedereingliederung des Verurteilten in den normalen Alltag, was nach einem langjÃ¤hrigen reglementierten Anstaltsleben mittels entsprechend sorgfÃ¤ltiger Vorkehrungen in Form von schrittweisen Vollzugslockerungen anzustreben ist (vgl. Benjamin BrÃ¤gger, Basler Kommentar, 2003, Art. 37 StGB N. 18; GÃ¼nter Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II, Bern 1989, § 3 Rz. 33 ff.; Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. A., ZÃ¼rich 1997, Art. 37 N. 1). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span class="Erwgung2Char"><span>Der Beschwerdegegner wies das Gesuch um Vollzug der Reststrafe unter dem Regime</span></span><span> der Halbfreiheit "zur Zeit" ab mit der BegrÃ¼ndung, eine mÃ¶gliche diesbezÃ¼gliche Bewilligung richte sich nach den Richtlinien. Im Falle des BeschwerdefÃ¼hrers sÃ¤hen diese eine HÃ¶chstdauer der Halbfreiheit von neun Monaten vor. Hier gehe es aber um eine lÃ¤ngere Dauer. Der BeschwerdefÃ¼hrer sei sich seit seiner Entlassung aus der Sicherheitshaft im Juli 1998 bewusst, dass es noch eine betrÃ¤chtliche Reststrafe zu verbÃ¼ssen gebe.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz hielt unter anderem fest, die Richtlinien hÃ¤tten nicht den Charakter starrer Regelungen, die in jedem Fall strikt zu befolgen seien. Im Fall des BeschwerdefÃ¼hrers sei von aussergewÃ¶hnlichen UmstÃ¤nden auszugehen. So habe er sich wÃ¤hrend der Haft bzw. des Strafvollzugs immer klaglos verhalten. Auch an die ihm fÃ¼r die Entlassung aus der Haft auferlegten strengen Auflagen habe er sich stets gehalten. In den nunmehr mehr als sechs Jahren, in denen er sich in Freiheit befinde, habe er sich wohl verhalten, und er sei wieder in die Gesellschaft integriert und fÃ¼hre ein eigenes Unternehmen. Zwar sei dem Amt fÃ¼r Justizvollzug durchaus zuzustimmen, dass lÃ¤nger dauernde Halbfreiheitsstrafen problematisch seien. Alles in allem erscheine es aber als gerechtfertigt, dem BeschwerdefÃ¼hrer die VerbÃ¼ssung der Reststrafe in Halbfreiheit in einem Ã¼ber das Ã¼bliche Mass hinausgehenden Umfang zu bewilligen. Allerdings sei es nicht angemessen, dem BeschwerdefÃ¼hrer den Vollzug vollumfÃ¤nglich in der Form der Halbfreiheit zu gestatten. Eine Halbfreiheitsstrafe von mehr als einem Jahr erscheine auch unter den vorliegend gÃ¼nstigen Voraussetzungen als zu lang. Das Amt fÃ¼r Justizvollzug sei deshalb anzuweisen, bereits nach VerbÃ¼ssung von drei Monaten der Reststrafe im offenen Vollzug zu prÃ¼fen, ob die Voraussetzungen fÃ¼r eine Versetzung in die Halbfreiheit gegeben seien.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, es verstosse gegen das Gleichheitsgebot, wenn im Kanton ZÃ¼rich von einer maximalen Dauer der Halbfreiheit von zwÃ¶lf Monaten ausgegangen werde, diese aber gemÃ¤ss Art. 37 StGB â nach VerbÃ¼ssen der HÃ¤lfte der Strafe, was bei ihm der Fall sei â, auch lÃ¤nger als zwÃ¶lf Monate dauern kÃ¶nnte. Dies werde beispielsweise im Kanton Tessin und Waadt auch so gehandhabt. Zudem fÃ¼hre die Vorinstanz keine GrÃ¼nde an, weshalb in der gegebenen Ausnahmesituation die Halbfreiheit auf zwÃ¶lf Monate beschrÃ¤nkt werden mÃ¼sse.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span class="Erwgung2Char"><span>Dass die Regelungen der Richtlinien nicht starrer Natur sind, wurde bereits dargelegt</span></span><span> und hat auch die Vorinstanz deutlich festgehalten. Ebenso ist gestÃ¼tzt auf die AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz davon auszugehen, dass auf Grund des bisherigen Verhaltens des BeschwerdefÃ¼hrers die Voraussetzungen fÃ¼r die GewÃ¤hrung der Halbfreiheit grundsÃ¤tzlich erfÃ¼llt sind und sogar Raum fÃ¼r eine Ausnahmeregelung gegeben ist. Problematisch ist einzig, dass die effektiv zu vollziehende Strafe bis zur frÃ¼hestmÃ¶glichen GewÃ¤hrung der bedingten Entlassung noch etwas mehr als 15 Monate dauert. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vorliegend fÃ¤llt auf, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seit Ã¼ber sechs Jahren in Freiheit lebt, mithin bezÃ¼glich Resozialisierung bzw. Wiedereingliederung in die Gesellschaft sowie ins Berufsleben faktisch mit einem Verurteilten vergleichbar ist, welcher schon die vierte Stufe des Vollzugs erlangt hat und bereits vor mehreren Jahren bedingt entlassen wurde. Allerdings betrÃ¤gt die Probezeit bei der bedingten Entlassung hÃ¶chstens fÃ¼nf Jahre (Art. 38 Ziff. 2 StGB), wÃ¤hrend der BeschwerdefÃ¼hrer hier sogar schon lÃ¤nger in Freiheit lebt. ZwangslÃ¤ufig kommt daher dem Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nun wieder in den Vollzug muss, mehr Vergeltungscharakter fÃ¼r das begangene Unrecht als der Zweck der VerbrechensverhÃ¼tung und Resozialisierung zu. Daher ist umso mehr zu beachten, dass der Vollzug keinen Ã¼ber die Freiheitsentziehung hinausgehenden Ãbelscharakter haben darf (Trechsel, Art. 37 N. 1). Sanktionen, die den Betroffenen aus einer gÃ¼nstigen Entwicklung herausreissen, sind nach MÃ¶glichkeit zu vermeiden (BGE 119 IV 125 E. 3b, 121 IV 97 E. 2c, 118 IV 342 E. 2f.), was auch bei der Gestaltung des Strafvollzugs im Einzelfall zu beachten ist. Den vorliegenden speziellen UmstÃ¤nden ist daher in BerÃ¼cksichtigung dieser GrundsÃ¤tze gebÃ¼hrend Rechnung zu tragen. Dies hat die Vorinstanz durch die GewÃ¤hrung der Halbfreiheit fÃ¼r die Dauer von zwÃ¶lf Monaten denn auch weitgehend getan. Allerdings erscheint es als nicht verhÃ¤ltnismÃ¤ssig, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r die weitere zur Diskussion stehende Strafdauer von etwas mehr als drei Monaten nicht auch die Halbfreiheit zu gewÃ¤hren, bedeutete dies doch eine "RÃ¼ckversetzung" im Rahmen der dritten Vollzugsstufe, welcher sich der BeschwerdefÃ¼hrer ohnehin zu unterziehen hat. Dies liefe auch dem Grundgedanken des Stufenstrafvollzugs zuwider und wÃ¼rde den BeschwerdefÃ¼hrer unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig hart treffen. Angesichts der ungewÃ¶hnlichen UmstÃ¤nde, nÃ¤mlich dass der BeschwerdefÃ¼hrer seit mehr als sechs Jahren in Freiheit lebt, sich wohl verhalten hat und es ausserdem bezogen auf die Frage der Halbfreiheit hier um eine relativ kurze Strafdauer geht, Ã¼ber welche noch zu befinden ist, erscheint es als rechtsverletzend im Sinn von § 50 Abs. 2 lit. c VRG, fÃ¼r die restlichen drei Monate nicht auch die Halbfreiheit zu gewÃ¤hren. Immerhin ist zu beachten, dass allein schon die Tatsache, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nach sechs Jahren wieder in den Vollzug muss, hart genug ist. Zudem ist der Vollzug in Form der Halbfreiheit bezÃ¼glich des Strafcharakters nicht zu unterschÃ¤tzen, belastet doch der permanente Wechsel von halber Freiheit in halbe Gefangenschaft sowie die stÃ¤ndigen ÃberprÃ¼fungen der Vereinbarungen den Betroffenen stark und kÃ¶nnen Krisen auslÃ¶sen (BrÃ¤gger, Art. 37 N. 18). Deswegen sollte die Halbfreiheit in der Regel nicht lÃ¤nger als zwÃ¶lf Monate dauern. Dieser Grundsatz gilt aber im Hinblick auf das Wohl des Verurteilten und ist hauptsÃ¤chlich im Rahmen einer ununterbrochenen StrafverbÃ¼ssung zu beachten. Wenn aber, wie vorliegend, aufgrund der speziellen UmstÃ¤nde eine RÃ¼ckkehr in den Vollzug den BeschwerdefÃ¼hrer ohnehin hart trifft, so ist umso mehr die fÃ¼r ihn psychisch gÃ¼nstigere Variante zu wÃ¤hlen. Der hier bereits zerstÃ¼ckelte Vollzug â mehrjÃ¤hrige Inhaftierung bis im Juli 1998, RÃ¼ckkehr in den Vollzug nach mehreren Jahren â sollte daher bezÃ¼glich der zu verbÃ¼ssenden Reststrafe nicht nochmals zerstÃ¼ckelt werden, indem der BeschwerdefÃ¼hrer wenige Monate im offenen Vollzug zu verbringen hat, bevor er in die Halbfreiheit versetzt wird. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Es ist daher dem BeschwerdefÃ¼hrer in Gutheissung der Beschwerde fÃ¼r die zu verbÃ¼ssende Reststrafe die Halbfreiheit zu gewÃ¤hren, wobei die ModalitÃ¤ten vom Beschwerdegegner zu regeln sind. Der BeschwerdefÃ¼hrer traut sich zu, die psychische Belastung der Ã¼ber das Ã¼bliche Mass hinausgehenden Dauer der Halbfreiheit bewÃ¤ltigen zu kÃ¶nnen. Er ist sich bewusst, dass ein Scheitern entsprechende Konsequenzen zur Folge hÃ¤tte.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nachdem die Beschwerde aus den dargelegten GrÃ¼nden insoweit gutzuheissen ist, erÃ¼brigt es sich, auf die Frage der Rechtsgleichheit im Vergleich zur Praxis anderer Kantone nÃ¤her einzugehen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span class="Erwgung2Char"><span>3.1 </span></span><span class="Erwgung2Char"><span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Ausserdem hat er dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung auszurichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Dasselbe gilt fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A. ZÃ¼rich 1999, § 17 N. 16, 31).</span></span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Dem BeschwerdefÃ¼hrer ist aus frÃ¼heren Verfahren hinlÃ¤nglich bekannt, dass sich die HÃ¶he der ParteientschÃ¤digung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen richtet (§ 12 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997, LS 175.252; VGr, 1. April 1998, VB.98.00053, auszugsweise in RB 1998 Nr. 6). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>FÃ¼r die Bemessung der ParteientschÃ¤digung sind diejenigen Aufwendungen, die mit der Einleitung des Rekursverfahrens und anschliessend mit dem Beschwerdeverfahren verbunden waren, zu berÃ¼cksichtigen. Von diesem Gesamtaufwand ist auszugehen, um davon die vom Gesetz geforderte <i>angemessene</i> ParteientschÃ¤digung zu berechnen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Das Beschwerdeverfahren hat ein anderer Anwalt gefÃ¼hrt als das Verfahren vor den Vorinstanzen. Die mit dem Wechsel verbundenen zusÃ¤tzlichen Kosten, wie erneutes Aktenstudium, hat der BeschwerdefÃ¼hrer selber zu verantworten bzw. sie kÃ¶nnen fÃ¼r die Bemessung der ParteientschÃ¤digung nicht massgeblich sein. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Zu berÃ¼cksichtigen ist sodann, dass sowohl im Rekurs- als auch im Beschwerdeverfahren die gleichen Rechtsfragen zur PrÃ¼fung anstanden. Der Prozessstoff erfuhr mit dem Gang des Verfahrens keine wesentliche Erweiterung, sodass auch aus diesem Grund dem notwendig aufzubringendem Aufwand Grenzen gesetzt waren (so schon VGr, 1. April 1998, VB.98.00053, E. 4b/c = RB 1998 Nr. 6, E. 3b/c). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Weiter ist zu beachten, dass bezÃ¼glich der Aufwendungen im Rekursverfahren keine Honorarnote vorliegt, weshalb sich der Ermessensspielraum fÃ¼r die Festsetzung einer ParteientschÃ¤digung entsprechend erweitert. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat es in solchen FÃ¤llen hinzunehmen, dass sich die mit der Festsetzung der ParteientschÃ¤digung betrauten BehÃ¶rden an ihrer bisherigen Praxis und an Ã¤hnlich gelagerten FÃ¤llen orientieren und dabei mangels Unterlagen dem fallspezifischen Aufwand weniger Rechnung tragen kÃ¶nnen, als wenn bereits eine Zusammenstellung Ã¼ber die Kosten vorlÃ¤ge (vgl. VGr, 1. April 1998, VB.98.00053, E. 4a = RB 1998 Nr. 6 E. 3a).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>FÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird hingegen ein Aufwand von 10,6 Stunden genannt und hiefÃ¼r ein Honorar von Fr. 4'202.- beansprucht, zuzÃ¼glich Barauslagen in der HÃ¶he von Fr. 41.- und Mehrwertsteuer. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Eine ParteientschÃ¤digung in diesem Umfang allein fÃ¼r das Beschwerdeverfahren erscheint aber als zu hoch. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass es sowohl im Rekurs- als auch im Beschwerdeverfahren um dieselben Rechtsfragen ging. Entsprechend wurde in der Beschwerdeschrift in etwa dasselbe ausgefÃ¼hrt, was schon Inhalt der Rekursschrift gebildet hatte. Ausserdem ist es zwar verstÃ¤ndlich, dass ein neu beigezogener Rechtsvertreter sich in den Fall einzuarbeiten hat, was zeitaufwendig ist. Dies kann aber im Rahmen der Festlegung der EntschÃ¤digung nicht zu Lasten des Beschwerdegegners berÃ¼cksichtigt werden. Festzuhalten ist aber auch, dass die zu beurteilende Rechtsfrage, nÃ¤mlich ob die Halbfreiheit fÃ¼r eine zwÃ¶lf Monate Ã¼bersteigende Dauer zu gewÃ¤hren sei, wenn auch aussergewÃ¶hnlicher, so doch nicht besonders komplizierter Natur war. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Unter den gegebenen UmstÃ¤nden erscheinen eine ParteientschÃ¤digung in der HÃ¶he von Fr. 2'200.- fÃ¼r das Rekurs- und eine solche von Fr. 1'600.- fÃ¼r das Beschwerdeverfahren, je inklusive Mehrwertsteuer, als angemessen. Letzterer Betrag reicht selbst beim vergleichsweise hohen Stundenansatz des Rechtsvertreters des BeschwerdefÃ¼hrers von gegen Fr. 400.- fÃ¼r die Deckung von rund 3 ½ Stunden Aufwand zuzÃ¼glich Barauslagen und Mehrwertsteuer aus. Nur am Rand sei angemerkt, dass auf die Beschwerde zum Teil nicht einzutreten ist, weshalb streng genommen auch nicht von einem vollumfÃ¤nglichen Obsiegen des BeschwerdefÃ¼hrers auszugehen ist.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Einzelrichterin</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird dem BeschwerdefÃ¼hrer der Vollzug der Reststrafe auch bezÃ¼glich der 12 Monate Ã¼bersteigenden Dauer bewilligt. Entsprechend werden Dispositiv-Ziffer III der VerfÃ¼gung des Justizvollzugs des Kantons ZÃ¼rich vom 13. Juli 2004 aufgehoben bzw. Dispositiv-Ziffer I der VerfÃ¼gung der Direktion der Justiz und des Innern vom 21. Oktober 2004 dahingehend ergÃ¤nzt, als in Gutheissung des Rekurses von A vom 20. August 2004 diesem die Halbfreiheit fÃ¼r die gesamte Reststrafe bewilligt wird. Der Justizvollzug des Kantons ZÃ¼rich wird eingeladen, die entsprechenden Vorkehrungen fÃ¼r die Gestaltung der Halbfreiheit in die Wege zu leiten. </p> <p class="Einzug2">Dispositiv-Ziffer II der VerfÃ¼gung der Direktion der Justiz und des Innern vom 21. Oktober 2004 wird insoweit abgeÃ¤ndert, als die gesamten Verfahrenskosten dem Beschwerdegegner allein auferlegt werden.</p> <p class="Einzug2">Dispositiv-Ziffer III der VerfÃ¼gung der Direktion der Justiz und des Innern vom 21. Oktober 2004 wird aufgehoben.</p> <p class="Einzug2">Im Ãbrigen wird auf die Beschwerde nicht eingetreten.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'200.- und Fr. 1'600.- (total Fr. 3'800.-, Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>