B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-1779/2012 U r t e i l v o m 3 0 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), Richter Vito Valenti, Richter Francesco Parrino, Gerichtsschreiber Michael Rutz. Parteien A._______, vertreten durch Rechtsanwalt Klaus Dirksen, Dirksen & Schwadtke, Pickhuben 2, DE-20457 Hamburg, Beschwerdeführer, gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK, Avenue Edmond- Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Altersrente. C-1779/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1943 geborene, verheiratete A._______ (im Folgenden: Versicherter oder Beschwerdeführer) ist deutscher Staatsangehöriger und lebt heute in Deutschland. Er meldete sich am 3. September 2010 beim deutschen Sozialversicherungsträger zum Bezug einer schweizerischen Rente der Alters- und Hinte rlassenenversicherung (AHV) an, da er in den Jahren 1965 und 1966 auf den schweizerischen Schiffen MS B._______ und MS C._______ gearbeitet habe. D as entsprechende Antragsformular E 202 (inkl. Einlegeblatt 4 CH) ging zusammen mit weiteren Formularen am 20. Januar 2011 bei der Schweizerischen Ausgleichskasse ( im Folge n- den: SAK oder Vorinstanz) ein (Akten der SAK [im Folgenden: SAK-act.] 1). B. Die SAK forderte den Versicherten mit Schreiben vom 1. Februar 2011 auf, innert 60 Tagen Unterlagen einzureichen, die eine Beitragsdauer an die AHV von mindesten s einem vollen Jahr beweisen ( SAK-act. 3). Am 4. April 2011 erliess die SAK gestützt auf das Berechnungsblatt ( SAK- act. 4) eine Verfügung, mit der das Rentengesuch des Versicherten a b- gewiesen wurde, weil die Bedingung der einjährigen Mindestbeitragsda u- er nicht erfüllt sei (SAK-act. 5/8). Diese Verfügung wurde zusammen mit der Bescheinigung über de n Versicherungsverlauf in der Schweiz (Fo r- mular E 205) gleichentags dem deutschen Sozialversicherungsträger übermittelt (SAK-act. 5). C. Am 5. Mai 2011 reichte der Versicherte bezugnehmend auf das Schreiben vom 1. Februar 2011 zwei Kopien aus seinem Seefahrtsbuch ein, wonach er als dritter Offizier auf den schweizerischen Schiffen MS B._______ vom 25. Februar bis 3. September 1965 und MS C._______ vom 20. September 1965 bis 22. Juni 1966 für die schweizerischen Reederei- en D._______AG und E._______AG, beide mit Heimathafen L._______, Dienst geleistet hat (SAK-act. 6/2 und 6/3 ). Nachdem er sich mit Schre i- ben vom 5. August und 12. September 2011 nach dem Stand des Verfah- rens erkundigt hatte ( SAK-act. 8), teilte ihm die SAK am 3. Oktober 2011 mit, dass sein Schreiben vom 5. August 2011 als fristgerecht erhobene Einsprache betrachtet werde (SAK-act. 9) . Nach Abklärungen bei der Ausgleichskasse J._______ und der Ausgleichskasse K._______ hin- sichtlich der Beitragszeiten des Versicherten ( SAK-act. 10, 11, 14 bis 19, C-1779/2012 Seite 3 22 und 23) wies die SAK die Einsprache mit Entscheid vom 7. März 2012 ab (SAK-act. 24). D. Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 29. März 2012 beim Bundesverwa l- tungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei ihm eine Altersrente aus- zurichten (Akten im Beschwerdeverfahren [ im Folgenden: B-act.] 1). Zur Begründung liess er im Wesentlichen vorbringen, es sei aufgrund der eingereichten Kopien aus seinem Seefahrtsbuch nachgewiesen, dass er während 15 Monaten für schweizerische Arbeitgeber tätig gewesen sei und damit die einjährige Mindestbeitragsdauer erfülle. Weiter dürfe es ihm nicht zum Nachteil gereichen, dass der schweizerische Arbei tgeber rechtswidrig keine AHV-Beiträge abgerechnet und abgeführt habe. E. In ihrer Vernehmlassung vom 17. April 2012 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde (B-act. 3). Zur Begründung führte sie im W e- sentlichen aus, dass im individuellen Konto des Beschwerdeführers keine Einkommen registriert und demzufolge keine AHV -Beiträge einbezahlt worden seien. D er Beschwerdeführer habe weder im Einsprache- noch im Beschwerdeverfahren weitere Belege eingereicht, die beweisen wür- den, dass er AHV -Beiträge bezahlt habe bzw. solche von seinem Lohn abgezogen worden seien. Daher könnten ihm keine Einkommen und ke i- ne Beitragszeiten angerechnet werden. F. In der Replik vom 22. Mai 2012 liess der Beschwerdeführer vorbringen, dass seine früheren Arbeitgeber, die D._______AG und die E._______AG, die ihm zustehenden AHV-Beiträge unterschlagen hätten. Es sei kein Einzelfall, dass AHV -Beiträge von ausländi schen Arbeitneh- mern, insbesondere von Deutschen und Niederländern, auf schweizeri- schen Schiffen nicht abgeführt worden seien. Er habe Anspruch auf die Führung eines individuellen Kontos bei der Ausgleichskasse J._______ und beantrage die Berichtigung bzw. Errichtung eines individuellen Ko n- tos. Die Ausgleichskasse J._______ habe keine bzw. unzureichende Kon- trollen über die Abrechnung und Abführung von AHV -Beiträgen bei den Reedereien D._______AG und E._______AG geführt. Ansonsten hätte die Ausgleichskasse J._______ feststellen müssen, dass für ihn keine AHV-Beiträge abgerechnet und abgeführt worden seien (B-act. ad7). In C-1779/2012 Seite 4 einer weiteren Eingabe vom 22. Mai 2012 beantragte der Beschwerde- führer, dass der Ausgleichskasse J._______ zwecks Sicherstellung haf t- pflichtrechtlicher Regressansprüche der Streit zu verkünden sei (B- act. 7). G. Nachdem der Ausgleichskasse J._______ mit prozessleitender Verfügung vom 1. Juni 201 2 Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt wurde (B - act. 8), teilte diese mit Schreiben vom 4. Juni 2012 mit, aus den Akten und dem Zentralregister ergebe sich, dass die damaligen Arbeitgeber des Beschwerdeführers, die D._______AG und die E._______AG, der Au s- gleichskasse K._______ angeschlossen gewesen seien , weshalb diese beizuladen sei (B-act. 9). H. In der Folge wurde mit prozessleitender Verfügung vom 7. Juni 2012 der Ausgleichskasse K._______ Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt (B-act. 10). Diese teilte in ihrer Stellungnahme vom 14. Juni 2012 mit, dass die D._______AG nie über sie abgerechnet habe und auch die E._______AG nicht bei ihr erfasst sei. Hing egen habe die F._______AG, die identisch sei mit der G._______AG, über sie abgerechnet. Diese habe später mit der H._______AG – nunmehr I._______AG – fusioniert, die Mitglied bei ihr sei. Die F._______AG und die I._______AG hätten im hier interessierenden Zeitraum Einkommen von Personen verschiedener N a- tionalitäten abgerechnet, so auch von deutschen und niederländischen Staatsangehörigen. Die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitgeberkontro l- len seien regelmässig durchgeführt worden. Es sei kein Lohn für den B e- schwerdeführer gemeldet worden und es bestünden keine Hinweise da r- auf, dass er von einer bei ihr angeschlossenen Reederei Lohn bezogen habe, welche zu Unrecht nicht abgerechnet worden sei (B-act. 11). I. Die Vorinstanz verzichtete mit Eingabe vom 18. Juni 20 12 auf weitere Bemerkungen und hielt an ihrer Stellungnahme vom 17. April 2012 fest (B-act. 12). J. In seiner Triplik vom 13. August 2012 liess der Beschwerdeführer vorbrin- gen, dass die Unrichtigkeit seines individuellen Kontos offensichtlich sei. Die Vorins tanz habe zudem nicht dargelegt, wie sie ihrer gesetzlichen Kontrollpflichten seiner Arbeitgeber nachgekommen sei (B-act. 18). C-1779/2012 Seite 5 K. Die Vorinstanz verzichtete am 24. August 201 2 auf die Einreichung einer Quadruplik (B-act. 20), worauf der Schriftenwechsel mit verfahrensleiten- der Verfügung vom 3. September 2012 abgeschlossen wurde (B-act. 21). L. Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf die B e- schwerde einzutreten ist (BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen). 1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richt et sich nach Art. 37 des Bundesgesetzes über das B undesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 172.32) nach dem Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 172.021 ), soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Das VwVG findet aufgrund von Art. 3 Bst. d bis VwVG jedoch keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen des ATSG anwendbar, soweit die einze l- nen Sozialversicherungsgesetze des Bu ndes dies vorsehen. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die A l- ters- und Hinterlassenenver sicherung (AHVG, SR 831.10) sind die B e- stimmungen des ATSG anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Nach den allgemeinen intertempo- ralrechtlichen Regeln sind in verfahrensrechtlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, welche im Zeitpunkt der Beschwer- debeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 1.2 Nach Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 85bis Abs. 1 AHVG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der Vorinstanz. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. C-1779/2012 Seite 6 1.3 Als Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids vom 7. März 2012 ist der Beschwerdeführer beschwerdelegitimiert (Art. 59 ATSG, vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher grundsätzlich einzutreten (Art. 60 ATSG; vgl. auch Art. 20 Abs. 1 und 3, Art. 50 und Art. 52 VwVG). 1.4 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 7. März 2012 . Abzustellen ist auf jenen Sachverhalt, der zur Zeit des angefochtenen Entscheides gegeben war (vgl. dazu BGE 132 V 375). Das Anfechtungs- objekt ist der Ausgangspunkt und bildet den Rahmen fü r die Definition des Streitgegenstands. Dieser wird durch die Beschwerdeanträge festg e- legt, die sich im Rahmen des Anfechtungsobjekts, das heisst des Disposi- tivs des angefochtenen Entscheids, bewegen müssen. Der Beschwerd e- führer kann entweder den Anfechtun gsgegenstand in seiner Gesamtheit zur Überprüfung bringen oder aber den Streitgegenstand enger definieren als den Anfechtungsgegenstand. Der Streitgegenstand kann von den Par- teien im Lauf des Beschwerdeverfahrens aber grundsätzlich nicht mehr erweitert wer den (vgl. BGE 136 II 165 E. 5; CHRISTOPH AUER, in: A u- er/Müller/Schindler [Hrsg.] , Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 10 zu Art. 12). In diesem Beschwerdeverfahren liegen allfällige haftpflichtrechtlichen Ansprüche des Beschwerdeführers und die Frage nach der ordnungsgemässen Durchführung der periodischen Arbeitgeberkontrollen ausserhalb des An- fechtungsgegenstands und können daher nicht Streitgegenstand sein. Aus diesem Grund ist auf den Antrag des Beschwerdeführers, es sei der Ausgleichskasse J._______ zwecks Sicherstellung allfälliger haftpflich t- rechtlicher Regressansprüche der Streit zu verkünden bzw. diese sei bei- zuladen, nicht einzutreten. 2. Vorab sind die zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde mas sge- benden gesetzlichen Grundlagen und die dazu von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze darzulegen. 2.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen fü h- renden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 445 E. 1.2.1, BGE 127 V 466 E. 1, BGE 126 V 134 E. 4b). Der Beschwerdeführer wurde am (…) 2008 65 Jahre alt. Sein Anspruch auf eine ordentliche Altersrente war demnach im Monat nach Vollendung des 65. Altersjahrs, am 1. (…) 2008, entstanden (vgl. Art. 40 AHVG). Der zur Rechtsfolge der Rentenberecht i-C-1779/2012 Seite 7 gung führende Tatbestand (das Erreichen des Rentenalters) verwirklichte sich vorliegend somit im Jahr 2008. Damit ist für die Beurteilung des A n- spruchs des Beschwerdeführers auf die Altersrente auf jene Normen a b- zustellen, die im Zeitpunkt des Erreichens seines Rentenalters in Kraft standen. 2.2 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in Deutschland, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft e i- nerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten ist. Anhang II des FZA betreffend die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit wurde per 1. April 2012 geändert (Beschluss Nr. 1/2012 des Gemischten Ausschusses vom 31. März 2012; AS 2012 2345). Vorli e- gend ist auf die bis Ende März 2012 gültige Fassung (vgl. namentlich AS 2002 1527, A S 2006 979 und 995, AS 2006 5851, AS 2009 2411 und 2421) abzustellen, wonach die Vertrags parteien untereinander insbeso n- dere folgende Rechtsakte (oder gleich wertige Vorschriften) anwenden (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Abschnitt A Anhang II des FZA): die Verordnu ng (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (AS 2004 121 [vgl. auch AS 2008 4219, AS 2009 4831]; nach- folgend: Verordnung Nr. 1408/71) sowie die Verordnung (EWG) Nr. 574/72 des Rates vom 21. März 1972 über die Durchführung der Ver- ordnung (EWG) Nr. 1408/71 über die Anwendung der Systeme der sozia- len Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbststä ndige sowie deren Famil i- enangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu - und abwandern (AS 2005 3909 [vgl. auch AS 2009 621, AS 2009 4845]; nachfolgend: Veror d- nung Nr. 574/72). Im Rahmen des FZA ist auch die Schweiz als "Mitglied- staat" im Sinne dieser Koor dinierungsverordnungen zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 Anhang II des FZA), so dass vorliegend – mit Blick auf das im Jah- re 20 08 verwirklichte Rentenalter de s Beschwerdeführers – das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderersei ts über die Freizü - gigkeit (FZA ), insbesondere dessen Anhang II be treffend Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit, sowie die Ver ordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme C-1779/2012 Seite 8 der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selb ständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (Verordnung Nr. 1408/71, AS 2004 1 21) und die Verordnung (EWG) Nr. 574/72 vom 21. März 1972 über die Durchführung der Verordnung Nr. 1408/71 (Verordnung Nr. 574/72, AS 2005 3909) anzuwenden sind (Art. 153a Abs. 1 Bst. a AHVG; vgl. BGE 130 V 51 E. 4.2). Die neuen, ab dem 1. April 2012 in d en Beziehungen zwischen der Schweiz und d en EU-Mitgliedstaaten geltende Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäi- schen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Syst eme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.1) und die Ve r- ordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durc h- führung der Verordnung Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.11) , welche die Verordnungen Nrn. 1408/71 und 574/72 ersetzen, und der – seit demsel- ben Datum in Kraft stehende – revidierte Anhang II zum FZA sind vorli e- gend noch nicht anwendbar. Soweit das FZA bzw. die auf dieser Grundlage an wendbaren gemei n- schaftsrechtlichen Rechtsakte keine abweichenden Be stimmungen vo r- sehen, ist mangels einer einschlägigen gemeinschaftsrechtlichen bzw. abkommensrechtlichen Regelung die Ausgestaltung des Verfahrens s o- wie die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen und die Berechnung e i- ner schweizerischen Altersrente grundsätzlich Sache der innerstaatlichen Rechtsordnung (BGE 130 V 51 ff.; SVR 2004 AHV Nr. 16 S. 49; Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: Bundesgericht {BGer}] H 13/05 vom 4. April 2005, E. 1.1). De m- nach bestimmt sich vorliegend der Anspruch de s Beschwerdeführers auf eine Rente der AHV nach dem internen schweizerischen Recht. 3. Streitig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist, ob die Vori n- stanz die Rentenberechtigung des Beschwerdeführers zu Recht wegen ungenügender Beitragsdauer verneint hat. 3.1 Anspruch auf eine ordentliche AHV-Rente haben nur Versicherte, d e- nen für mindestens ein volles Jahr Einkommen, Erziehungs- oder Betreu- ungsgutschriften angerechnet werden können (Art. 29 Abs. 1 AHVG). Ein volles Beitragsjahr liegt gemäss Art. 50 der Verordnung vom 31. Oktober 1947 über die Alters - und Hinte rlassenenversicherung (AHVV, SR 831.101) vor, wenn eine Person insgesamt länger als elf Monate im Sinne von Art. 1 a oder 2 AHVG versichert war und während dieser Zeit C-1779/2012 Seite 9 den Mindestbeitrag bezahlt hat oder Beitragszeiten im Sinne von Art. 29ter Abs. 2 Bst. b und c AHVG aufweist. Wer weniger als ein ganzes Jahr Bei- träge an die schweizerische AHV geleistet hat, kann auch gestützt auf das FZA gegenüber der schweizerischen AHV keinen R entenanspruch erheben (Art. 48 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1408/71; BGE 13 0 V 33 5 E. 3.1; UELI KIESER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AHVG, 3. Aufl., Zürich 2012, Art. 153a, Rz. 3). 3.2 Hinsichtlich der Dauer der Beitragsleistung und der Höhe der Beiträge wird grundsätzlich auf die ind ividuellen Konten (IK) abgestellt, welche für jeden beitragspflichtigen Versicherten geführt werden und in welche die entsprechenden Daten eingetragen werden (vgl. Art. 30ter AHVG; Art. 137 ff. AHVV). Versicherte können die Berichtigung von IK - Eintragungen verlangen, bei Eintritt des Versicherungsfalles allerdings nur, soweit deren Unrichtigkeit offenkundig ist oder dafür der volle Beweis erbracht wird (Art. 141 Abs. 2 und 3 AHVV). Das gilt nicht nur für unricht i- ge, sondern auch für unvollständige bzw. fehl ende Eintragungen im IK , wie beispielsweise die Nichtregistrierung tatsächlich geleisteter Zahlu n- gen (BGE 117 V 261 E. 3a). Art. 141 Abs. 3 AHVV führt eine Beweisverschärfung gegenüber dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit ein, indem der volle Beweis verlangt wird. Aller dings soll dies nicht heissen, dass die Untersuchungsmaxime nicht gilt und der Ver- sicherte selbst diesen Beweis zu erbringen hat. Vielmehr soll dies hei s- sen, dass der Versicherte insofern erhöhte Mitwirkungspflichten hat, als dass er alles ihm Zumutbare unternehmen muss, um die Verwaltung oder das Gericht bei der Beschaffung des Beweismaterials zu unterstützen. Im Fall der Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus, die daraus Rechte ableiten will (vgl. BGE 117 V 261 E. 3b und 3d). Ge- mäss Definition gilt eine Tatsache als bewiesen und der volle Be weis als erbracht, wenn die Behö rde von deren Vorhandensein der art überzeugt ist, dass das Gegenteil als unwahrscheinlich erscheint (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspfl e- ge des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 105). 3.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei insgesamt 15 Mona te in der Schweiz erwerbstätig gewesen. Er verweist dabei insbesondere auf die von ihm eingereichten Auszüge aus seinem Seefahrtsbuch, wonach er in der Funktion als dritter Offizier vom 25. Februar bis 3. September 1965 auf der MS B._______ und vom 20. Sep tember 1965 bis 22. Juni C-1779/2012 Seite 10 1966 auf der MS C._______ auf schweizerischen Schiffen Dienst geleis- tet hat (SAK-act. 6/2 und 6/3). Die Vorinstanz hält dem entgegen, dass es trotz verschiedener Nachforschungen nicht möglich gewesen sei, für die behaupteten Beitragszeiten Belege zu finden. Eine Korrektur des indiv i- duellen Kontos des Beschwerdeführers sei deshalb nicht möglich. 3.4 Die vom Beschwerdeführer eingereichten Auszüge aus dem Se e- fahrtsbuch zeigen auf, dass er in den Jahren 1965 und 1966 während 15 Monaten auf zwei schweizerischen Schiffen Dienst geleistet hat. Da er zu jenem Zeitpunkt das 17. Altersjahr bereits zurückgelegt hatte, war er in einem beitragspflichtigen Alter. In den Akten finden sich jedoch keine Hinweise darauf, dass für die Jahre 1965 und 1966 Beitragszahlungen an die AHV geleistet wurden. Kopien von Lohnabrechnungen oder Loh n- ausweisen hat der Beschwerdeführer trotz Aufforderung (SAK-act. 3) kei- ne beigebracht. Gemäss den Ausführungen der Vorinstanz sind im indivi- duellen Konto des Beschwerdeführer s keine Einkommen registriert und demzufolge keine AHV -Beiträge einbezahlt worden (B -act. 3). Aus dem aktenkundigen Berechnungsblatt ergeben sich für die Jahre 1964 und 1965 keine Beitragszeiten zugunsten des Beschwerdeführers (SAK - act. 4). 3.5 Abklärungen der Vorinstanz bei den Ausgleichskassen J._______ und K._______ gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers blieben e r- gebnislos. Es konnte n keine Belege oder Hinweise für Versicherungs - bzw. Beitragszeiten des Beschwerdeführers ausfindig gem acht werden. Die Ausgleichskasse J._______ gab an, dass die beiden in L._______ ansässigen Reedereien D._______AG und E._______AG - die heute nicht mehr oder in ande rer Form existieren - gemäss ihrem Zentralregis- ter Mitglieder der Ausgleichskasse K._______ gewesen seien (B -act. 9, SAK-act. 11). Die Ausgleichskasse K._______ führt jedoch kein individ u- elles Konto des Beschwerdeführers (SAK -act. 26). Bei ihr sind die F._______AG und die I._______AG (früher: H._______AG) angeschlos- sen (B-act. 11). Es konnten jedoch keine Hinweise darauf gefunden wer- den, dass dem Beschwerdeführer von einer der angeschlossenen Reede- reien im relevanten Zeitraum Lohn ausbezahlt worden ist und davon AHV- Beiträge abgezogen worden sind (B-act. 11). Die Vorlage des Seefahrt s- buchs allein vermag unter diesen Umständen nicht nachzuweisen, dass dem Beschwerdeführer seinerzeit Beiträge vom Lohn abgezogen oder gar solche Beiträge an die AHV gezahlt worden sind. Der Beschwerde- führer hat auch nicht geltend gemacht, er habe mit seinen damaligen Ar- beitgebern Nettolohnvereinbarungen getroffen. Die Unrichtigkeit des IK C-1779/2012 Seite 11 des Beschwerdeführers ist folglich weder offenkundig noch wird dafür der volle Beweis erbracht. Die Dienstzeiten in den Jahren 1965 und 196 6 können unter diesen Umständen n icht als Beitragszeit en angerechnet werden. Aus den eingereichten Auszügen aus dem Seefahrtsbuch ist fe r- ner nicht ersichtlich, wie viel dem Beschwerdeführer gutzuschreiben g e- wesen wäre. Insgesamt sind damit die Voraussetzungen für eine Beric h- tigung gemäss Art. 141 Abs. 3 AHVV nicht erfüllt, weshalb davon ausz u- gehen ist, dass im individuellen Konto des Beschwerdeführers keine Ein- kommen registriert sind. 3.6 Der Vorinstanz ist nicht vorzuwerfen, sie hätte den Sachverhalt ung e- nügend abgeklärt, holte sie doch bei d en Ausgleichskassen Auskünfte über die abgerechneten Löhne der Arbeitgeber des Beschwerdeführers ein, woraus sich jedoch nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers able i- ten liess. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, welche weiteren Abklärungen hinsichtlich der Beitragsdauer des Beschwerdeführers noch hätten unte r- nommen werden können. Ferner vermag auch der Einwand des B e- schwerdeführers, die Ausgleichkassen seien ihren gesetzlichen Kontrol l- pflichten nicht nachgekommen, an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Bei Eintritt des Versicherungsfalls kann die Berichtigung des individuellen Kontos nur unter den Voraussetzungen von Art. 141 Abs. 3 AHVV korr i- giert werden. Dass diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, wurde b e- reits dargelegt. Im Übrigen bestehen auch keine Hinweise darauf, dass die zuständige Ausgleichskasse den gesetzlichen Pflichten nicht nachg e- kommen wäre und die periodischen Arbeitgeberkontrollen nich t durchge- führt hätte (vgl. Art. 68 AHVG und Art. 162 ff. AHVV). Gestützt auf die Ausführungen der Ausgleichskasse K._______ ist vielmehr davon auszu- gehen, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitgeberkontrollen r e- gelmässig durchgeführt wurden (B-act. 11). 3.7 Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass d er Beschwerde- führer mit den eingereichten Belegen nich t nachzuweisen vermag, dass er die Mindestbeitragspflicht gemäss Art. 29 Abs. 1 AHVG, welche g e- mäss Art. 48 Abs. 1 Verordnung Nr. 1408/71 auch im europäischen Ve r- hältnis massgebend ist, erfüllt hat. Die Vorinstanz hat ihm damit zu Recht keine Beitragszeit angerechnet, da nebst der Versicherteneigenschaft auch die erforderliche Beitragsleistung nicht festgestellt werden konnte. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. C-1779/2012 Seite 12 4. Das Verfahren ist kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG). Die obsiegende Vor- instanz hat als Bundesbehörde keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun desverwaltungsgericht [VGKE, SR 73.320.2]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird, soweit darauf eingetreten wird, abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […], Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Franziska Schneider Michael Rutz C-1779/2012 Seite 13 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: