B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5191/2010 U r t e i l v o m 8 . J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig, Richterin Elena Avenati-Carpani, Gerichtsschreiber Marc Wälti. Parteien X._______, vertreten durch Y._______, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenversicherung, Verfügung vom 28. Juni 2010. C-5191/2010 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA, im Folgenden auch: Vorinstanz) mit Verfügung vom 28. Juni 2010 das Leistungsbegehren des kosovarischen Beschwerdeführers vom 1 5. März 2007 (Datum des Ein- gangs) abgewiesen hat, da zwischen der Schweiz und dem Kosovo seit dem 1. April 2010 keine zwischenstaatliche Vereinbarung mehr bestehe und bis zum 31. März 2010 keine Verfügung in der Sache ergangen sei, dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Beschwerde vom 14. Juli 2010 angefochten und die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz und die Gewährung de r gesetzlichen Leistungen in An wendung des Abkommens vom 8. Ju ni 1962 zwischen der Schwei zerischen Eidgenossenschaft und der Föder a- tiven Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung (SR 0.831. 109.818.1; im Folgenden: Sozialversicherungsabkommen) beantragt hat, dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 20. September 2010 die bisher ige Begründung der angefochtenen Verfügung vom 28. Juni 2010 bekräftigt und beantragt hat, in Abweisung der Beschwerde sei diese Verfügung zu bestätigen, dass der Beschwerdeführer den mi t Zwischenverfügung vom 27. Sep - tember 2010 einverlangten Verfahrensko stenvorschuss von Fr. 300. - am 6. Oktober 2010 geleistet hat, dass der Beschwerdeführer innert Frist keine Replik eingereicht hat und der Schriftenwechsel am 8. November 2010 geschlossen wurde, dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwalt ungs- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetze s vom 19. Juni 1959 über die In - validenversicherung (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist, dass die IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG ist und keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt, dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist, C-5191/2010 Seite 3 dass die Beschwerde im Übrigen frist - und formgerecht eingereicht (Art. 60 ATSG und Art. 52 und 63 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 20. D e- zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [Vw VG, SR 172. 021]) und der Verfahrenskostenvorschuss fristgerecht geleistet worden ist, sodass hierauf einzutreten ist, dass sich im vorliegenden Verfahren die Frage stellt, ob das Sozialver - sicherungsabkommen sowie die Verwaltungsvereinbarung vom 5. Juli 1963 betreffend die Durchführung dieses Abkommens (SR 0.831.109. 818.12) auf Bürger von Kosovo weiterhin anwendbar sind, dass sich das Bundesverwaltungsgerich t zu dieser Frage mit Grundsatz - urteil C -4828/2010 vom 7. März 201 1 geäussert und die Weiteranwen - dung des Sozialversicherungsabkommens bejaht hat, dass das Bundesgericht mit Urteil 9C_329/2011 vom 27. September 2011 auf die Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesverwaltungs - gerichts C-4828/2010 nicht eingetreten und das Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts C -4828/2010 vom 7. März 2011 damit in Rechtskraft er - wachsen ist, dass das Sozialversicherungsabkommen demnach auch im vorliegenden Fall weiterhin anwendbar ist, dass die Vorinstanz das Leistungsbe gehren des Beschwerdeführers da - her zu Unrecht mangels gültigem Sozialversicherungsabkommen mit dem Kosovo abgewiesen hat, dass die Beschwerde somit gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit sie die Prüfung des Leistungsbegehrens for tsetze und anschliessend in Anwendung des noch in Kraft stehenden Sozialversicherungsabkommens in der Sache neu verfüge (Art. 61 Abs. 1 VwVG), dass bei diesem Ausgang des Verfahre ns keine Verfahrenskosten zu er - heben sind (Art. 63 VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Feb- ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) und dem Beschwerdeführer der b e- reits geleistete Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 300. - nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten ist, dass dem nicht -anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer eine von der Vorinstanz zu entrichtende Parteientschädigung zusteht (Art. 64 Abs. 1 C-5191/2010 Seite 4 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21.Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173. 320. 2]), die mangels einer Kostennote aufgrund des aktenku n- digen und gebotenen Aufwands seines Vertreters auf Fr. 600.- festgesetzt wird (inklusive Auslagen; Mehrwertsteuer ist nicht geschuld et, vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer [MWSTG, SR 641.20] i.V.m. Art. 8 Abs. 1 MWSTG; Art. 9 Abs. 1 Bst. c, Art. 10 Abs. 1 und 2 sowie Art. 14 Abs. 2 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als dass die ange foch- tene Verfügung vom 28 . Juni 2010 aufg ehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit sie die Prüfung des Leistungs - begehrens fortsetze und anschliessend unter Anwendung des noch in Kraft ste henden Sozialversicherungsabkommens in der Sache neu ver - füge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erho ben. Der bereits geleistete Ver - fahrenskostenvorschuss von Fr. 300. - wird dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 600. - zu- gesprochen, die von der Vorinstanz zu leisten ist. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr._______) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. C-5191/2010 Seite 5 Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Stefan Mesmer Marc Wälti Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 600 4 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die U n- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: