Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 28. Oktober 2021 (731 21 222 / 288) ____________________________________________________________________ Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung Gutheissung der Klage: Die Klägerin konnte für den strittigen Zeitraum mit überwiegen- der Wahrscheinlichkeit nachweisen, dass sie zu 100% arbeitsunfähig war; der Beklagten ist es nicht gelungen, den Hauptbeweis der Klägerin mit einem Gegenbeweis zum Schei- tern zu bringen. Beurteilung der Zumutbarkeit eines Berufswechsels sowie eines teilwei- sen Leistungsanspruchs mittels Einkommensvergleich im Rahmen einer Eventualbe- gründung. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Klägerin, vertreten durch Michael Oesc hger, Advokat, Freie Strasse 82, Postfach 340, 4010 Basel gegen innova Versicherungen AG , Bahnhofstrasse 4, 3073 Gümligen, Beklagte Betreff Leistungen A. Die 1985 geborene A.____ arbeitete vom 1. März 20 16 bis 31. Mai 2020 als medizini- sche Praxisassistentin in der Praxis von Dr. med. B.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, und Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht war in dieser Eigenschaft im Kollektiv-Versicherungsvertr ag ihres Arbeitgebers bei der innova Versicherungen AG (innova) kollektiv krankentaggeldversiche rt. Ab 6. Dezember 2019 war die Versicherte vollständig arbeitsunfähig. In der Folge richtete die innova die vertraglich vereinbar- ten Krankentaggeldleistungen an die Versicherte aus. Mi t Schreiben vom 10. Dezember 2020 stellte sie die Leistungen unter Berücksichtigung einer Übergangsfrist von eineinhalb Monaten per 1. Februar 2021 indessen mit der Begründung ein, dass der Versicherten gestützt auf das von ihr eingeholte Gutachten der SMAB AG (SMAB) ab d iesem Zeitpunkt eine leichte, überwie- gend sitzende Tätigkeit, mit der Möglichkeit der eigen gewählten Positionswechsel, zu 80% zu- mutbar sei. Auf Intervention der Rechtsschutzversicherung verlängerte die innova die Über- gangsfrist mit Schreiben vom 7. Mai 2021 rückwirkend au f drei Monate bis zum 11. März 2021. An der Leistungseinstellung hielt sie weiterhin fest. B. Mit Klage vom 13. Juli 2021 beantragte die Versiche rte, vertreten durch Michael Oeschger, Advokat, die innova sei zur Zahlung von Fr. 22'256.75 (entsprechend den Taggeld- leistungen in der Höhe von Fr. 175.25 vom 11. März 202 1 bis zum 15. Juli 2021) nebst Zins zu 5% seit dem 13. Mai 2021 (mittlerer Verfalltag) zu ve rurteilen; Teilklage, Mehrforderung vorbe- halten; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass das SMAB-Gutachten unvollständig, nicht schlüssig und ni cht nachvollziehbar sei. Gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte sei über den 11. März 2021 hinaus bis heute eine voll- ständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit aus gewiesen. Dessen ungeachtet sei ihr ein Berufswechsel nicht zumutbar. C. In ihrer Klageantwort vom 23. Juli 2021 schloss die in nova auf Abweisung der Klage. D. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 28. Oktober 20 21 hielten die beiden Parteien im Wesentlichen an ihren bereits schriftlich dargelegten S tandpunkten fest. Auf deren Vorbringen ist – soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwägu ngen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung unt erstehen gemäss Art. 2 Abs. 2 des Bundesgesetzes betreffend die Aufsic ht über die soziale Krankenversiche- rung (Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, KVAG) vom 26. Se ptember 2014 dem Bundesge- setz über den Versicherungsvertrag (Versicherungsvertragsgese tz, VVG) vom 2. April 1908. Streitigkeiten im Bereich dieser Zusatzversicherungen si nd somit privatrechtlicher Natur, wes- halb strittige Ansprüche darüber in einem zivilprozessual en Verfahren geltend zu machen sind. Das Verfahren im Zivilprozess regelt die Schweizerische Zivi lprozessordnung (ZPO) vom 19. Dezember 2008. 1.2 Die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts ergibt sich aus Art. 7 ZPO in Verbin- dung mit § 54 Abs. 1 lit. d des kantonalen Gesetzes üb er die Verfassungs- und Verwaltungs- prozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993. Wie das K antonsgericht mit Grundsatzent- scheid vom 1. Dezember 2011 festgehalten hat, ist bei K lagen betreffend Streitigkeiten aus Zu- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht satzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung keine vor gängige Schlichtung durchzu- führen. Diese Klagen sind vielmehr direkt am Kantonsger icht, Abteilung Sozialversicherungs- recht, einzureichen (Beschluss des Kantonsgerichts vom 1. Dezember 2011, 731 11 262). 1.3 Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach Art. 9 ff. ZPO. Der dem vorliegenden Fall zugrundeliegende Versicherungsvertrag ist als Konsument envertrag im Sinne von Art. 32 ZPO zu qualifizieren, weshalb die Klage am Wohnsitz der versi cherten Person eingereicht werden kann (Art. 32 Abs. 1 lit. a ZPO; vgl. U RS FELLER /JÜRG BLOCH , in: Sutter-Somm/Hasen- böhler/Leuenberger, ZPO-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 32 N 45 ff.). Nichts anderes ergibt sich im vorliegenden Fall aus Ziffer H4 der Al lgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der Beklagten, Ausgabe Januar 2013 (Klagebeilag e 3), wonach ein Wahlgerichtsstand am Wohnsitz der versicherten Person besteht. Nachdem die K lägerin Wohnsitz im Kanton Ba- sel-Landschaft hat, ist das angerufene Gericht somit auch örtlich zuständig. 2. Materiell streitig und zu beurteilen ist, ob die Kl ägerin über den 11. März 2021 hinaus Anspruch auf Ausrichtung von Krankentaggeldleistungen hat . Vorab ist in diesem Zusammen- hang näher auf die beweisrechtlichen Gegebenheiten einzugehen. 3.1 Nach Art. 247 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO ist der vorliegende Prozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Die Untersuchungsmaxi me gebietet es dem Gericht zwar, den Sachverhalt mit eigenen Mitteln abzuklären un d mit vertretbarem Aufwand zu einem hinreichend sicheren Beweisergebnis zu gelangen; es ist dabei aber nicht an Beweisanträge gebunden und kann auch von sich aus Beweis erheben. Die Parteien werden dadurch jedoch nicht von der Mitwirkung an der Erhebung der Beweise un d der Erstellung des Sachverhaltes entbunden. Sie sind es, die primär die Verantwortung für die Ermittlung des Sachverhaltes tra- gen. Das Bundesgericht hat die in den kantonalen Vorgä ngernormen zu Art. 247 Abs. 2 ZPO enthaltene Untersuchungsmaxime daher bisweilen auch als gemilderte Verhandlungsmaxime bezeichnet. Nur wenn an der Vollständigkeit der Behau ptungen oder Beweise ernsthafte Zwei- fel bestehen, muss das Gericht nachforschen. Diese Nachf orschung besteht aber allein darin, die Parteien auf ihre Mitwirkungspflicht sowie auf di e Pflicht zum Beibringen von Beweisen hin- zuweisen. Die Untersuchungsmaxime zwingt das Gericht nicht dazu, das Beweisverfahren be- liebig auszudehnen oder alle möglichen Beweise abzuneh men. Ebenso wenig verleiht die Un- tersuchungsmaxime den Parteien Anspruch auf ein bestimmtes Beweismittel. Das Gericht muss die betroffene Partei nur einmal auf etwaige Unzulä nglichkeiten in ihren Tatsachenbehauptun- gen und Beweismitteln hinweisen. Bei anwaltlicher Ver tretung ist das Mass der gerichtlichen Mitwirkung auf "krasse Fälle" beschränkt. Indessen verpfli chtet die Untersuchungsmaxime das Gericht, ordnungsgemäss eingebrachte und taugliche Beweismittel zu berücksichtigen, wenn es von der Nichterweislichkeit einer bestimmten Tatsache ausg ehen will. Die Untersuchungsma- xime ändert nichts an der formellen Beweislast. Kann et wa das Bestehen einer entscheidungs- erheblichen Tatsache durch das Gericht weder bejaht noch verneint werden, so entscheidet das Gericht trotz Untersuchungsmaxime gemäss Art. 8 des Schwei zerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 nach Beweislastgesichtspunkten (vgl. BERND HAUCK , in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Kommentar, 3. Auf l., Zürich 2016, Art. 247 Abs. 2 N 33 ff.). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, hat gemäss Art. 8 ZGB derjenige das Vor- handensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, di e rechtsbegründenden Tatsachen zu be- weisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebend en bzw. rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet (BGE 130 III 321 E. 3.1). Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung müssen im Privatversicherungsrecht die anspruchsbegrün- denden Tatsachen lediglich mit dem Beweisgrad der übe rwiegenden Wahrscheinlichkeit erwie- sen sein (BGE 130 III 327 E. 3.5). Das gilt auch für den Beweis von anspruchshindernden Tat- sachen (Praxis 80/1991, Nr. 230, S. 964 f. E. 3b [Urtei l des Schweizerischen Bundesgerichts vom 22. November 1990]). 3.3 In einem neueren Entscheid vom 31. August 2021 (4A _117/2021) hat das Bundesge- richt die Grundsätze zur Beweislastverteilung erneut bekräftigt. Nach der erwähnten Grundregel (Art. 8 ZGB) hat demnach der Anspruchsberechtigte – i n der Regel der Versicherungsnehmer, der versicherte Dritte oder der Begünstigte – die Tat sachen zur "Begründung des Versiche- rungsanspruches" (Marginalie zu Art. 39 VVG) zu beweis en, also namentlich das Bestehen ei- nes Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versicherungsfalls und den Umfang des Anspruchs. Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung berechtigen oder die den Ver sicherungsvertrag gegenüber dem An- spruchsberechtigten unverbindlich machen. Anspruchsberecht igter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistungen je ihr eigenes Bewei sthema und hierfür je den Hauptbeweis zu erbringen. Dies trifft auch dann zu, wenn sich beide Beweisthemen im gleichen Verfahren gegenüberstehen (Urteil des Bundesgerichts vom 31. August 2021, 4A_117/2021, E. 3.3.1). 3.4 Der Beweis gilt als erbracht, wenn das Gericht nach o bjektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist. A bsolute Gewissheit kann dabei nicht ver- langt werden. Es genügt, wenn das Gericht am Vorliege n der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleib ende Zweifel als leicht erscheinen. Aus- nahmen von diesem Regelbeweismass, in denen eine überw iegende Wahrscheinlichkeit als ausreichend betrachtet wird, ergeben sich einerseits a us dem Gesetz selbst und sind anderer- seits durch Rechtsprechung und Lehre herausgearbeitet wor den (Urteil des Bundesgerichts vom 31. August 2021, 4A_117/2021, E. 3.3.1). 3.5 Gelangt das Gericht in Würdigung von Beweisen zur Ü berzeugung, eine Tatsachenbe- hauptung sei bewiesen oder widerlegt, ist die Beweislast verteilung gegenstandslos (BGE 109 II 251 E. 3.5). Diesfalls liegt freie Bewe iswürdigung vor, die bundesrechtlich nicht geregelt ist, auch nicht durch Art. 8 ZGB. Diese Bestimmung schreibt dem Gericht nicht vor, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären und wie das Ergebnis davon zu würdigen ist (BGE 112 II 179); sie schliesst selbst vorweggenommene Be weiswürdigung und Indizienbewei- se nicht aus (BGE 109 II 31 E. 3b und 344/45). Eine b eschränkte Beweisabnahme verletzt Art. 8 ZGB daher nicht, wenn das Gericht schon nach der en Ergebnis von der Sachdarstellung einer Partei überzeugt ist, gegenteilige Behauptungen also für unbewiesen hält (BGE 114 II 290 Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 2). Ebenso schliesst der im Verfahren zur Beurteilung von Streitigkeiten aus einer Zusatzver- sicherung zur sozialen Krankenversicherung herrschende Unters uchungsgrundsatz die antizi- pierte Beweiswürdigung nicht aus (Urteil des Bundesge richts vom 9. November 2006, 5C.206, E. 2.1). 3.6 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stelle n ärztliche Berichte und sogar vom Versicherer eingeholte Gutachten keine Beweismittel im Sinne von Art. 168 Abs. 1 ZPO, sondern lediglich eine substantiierte Parteibehauptung dar. Mithin gilt die sozialversicherungs- rechtliche Rechtsprechung nach BGE 125 V 351 unter dem A nwendungsbereich der ZPO nicht (BGE 141 III 433 E. 2.6 mit weiteren Hinweisen). Bei Krankentaggeldern handelt es sich um vorübergehende Leistungen und nicht um Dauerleistunge n wie beispielsweise eine Invaliden- rente. Mit den Krankentaggeldern soll in erster Linie die unmittelbare Sicherung des Einkom- mens im Krankheitsfall bewerkstelligt werden. Die Anfor derungen an den Nachweis krankheits- bedingter Einschränkungen sind deshalb für die Begründu ng des Anspruchs auf Krankentag- gelder nicht zuletzt auch aus Gründen der Praktikabilität tiefer anzusetzen als für den Nachweis der Invalidität (Urteil des Kantonsgerichts vom 14. März 2013, 731 12 236 / 49, E. 4.1). Zu ver- weisen ist schliesslich auf das Äquivalenzprinzip. Die Versicherten versichern einen bestimmten Lohn bzw. danach bemessene Krankentaggelder und bezahle n dafür die entsprechenden Prä- mien. Der mit der Schadenminderung geforderte Beruf swechsel führt meistens zu einer einsei- tigen Herabsetzung der geschuldeten Versicherungsleistungen zugunsten der Taggeldversiche- rung, was letztlich dem Äquivalenzprinzip zuwiderläuft. Bei der Bejahung der Zumutbarkeit ei- nes Berufswechsels ist daher eine gewisse Zurückhaltung an gezeigt (C HRISTOPH HÄBERLI /D AVID HUSMANN , Krankentaggeld, versicherungs- und arbeitsrechtliche Aspekte, 2015, Rz. 353). 3.7 Als Teil des Privatrechts räumt das VVG den Parteie n weitgehende Vertragsfreiheit ein, solange sie die Schranken der Rechtsordnung beacht en. Da das VVG ausser in Art. 87 keine spezifischen Bestimmungen zum Krankentaggeld enthält, sind die vertraglichen Vereinba- rungen der Parteien, das heisst in erster Linie die AV B massgebend. Das Schweizerische Obli- gationenrecht (OR) gilt immer subsidiär, wenn das VVG, das hinsichtlich des (Zu- satz-)Versicherungsvertrages zahlreiche vom OR abweichende oder dieses ergänzende Best- immungen enthält, eine Frage nicht regelt (vgl. Art. 100 Abs. 1 VVG). 4. Zwischen den Parteien vorliegend nicht streitig ist, dass die Klägerin im Zeitpunkt der eintretenden Arbeitsunfähigkeit, am 6. Dezember 201 9, versichert war und in grundsätzlicher Hinsicht aus dem zwischen der Beklagten und ihrem Arbeitg eber geschlossenen Versiche- rungsvertrag ein Anspruch auf Versicherungsleistungen best eht. Gemäss Ziff. A1 der vorlie- gend ebenso unbestritten anwendbaren AVB bilden die wirtschaftlichen Folgen von Krankhei- ten, und sofern vertraglich vereinbart, von Unfällen Gegenstand des Versicherungsschutzes. Krankheit ist nach Ziff. A5 Abs. 1 AVB jede Beeinträ chtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist un d die eine medizinische Untersu- chung oder Behandlung erfordert und eine Arbeitsunfäh igkeit zur Folge hat. Arbeitsunfähigkeit ist laut Ziff. B2 AVB die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi- schen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfäh igkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Die versicherten Leistungen werden bei ärztlich be- scheinigter, vollständiger oder teilweiser Arbeitsunfä higkeit nach Ablauf einer allfälligen Warte- frist bezahlt. Die Leistungsdauer beginnt mit dem erste n Tag der ärztlich bescheinigten Arbeits- unfähigkeit von mindestens 25 Prozent, jedoch frühestens 3 Tage vor Beginn der ärztlichen Behandlung (Ziff. B1 Abs. 1 AVB). Die Wartefrist beginnt mit dem 1. Tag der ärztlich festgestell- ten Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25 Prozent, frühe stens jedoch 3 Tage vor Beginn der ärztlichen Behandlung (Ziff. B4 Abs. 1 AVB). Arbeitneh mende Personen sind versichert, wenn zwischen ihnen und dem Versicherungsnehmer ein Arbeitsver hältnis besteht (Ziff. A4 Abs. 3 AVB). Für den einzelnen versicherten Arbeitnehmer begin nt die Versicherung mit dem Tag des Arbeitsantritts, frühestens jedoch mit dem in der Poli ce bezeichneten Vertragsbeginn oder mit dem in einer schriftlichen Aufnahmebestätigung von innova angegebenen Datum (Ziff. E2 Abs.1 AVB). Wie eingangs dargelegt, richtete die Beklagte de nn auch bis zur Einstellung der Leistun- gen per 11. März 2021 Taggelder aus. Streitig und zu prüfen ist hingegen, ob und in welchem Umfang die Klägerin über diesen Zeitpunkt hinaus, ab 1 2. März 2021, Anspruch auf Ausrich- tung von Krankentaggeldern hat. 5.1 Der Angelegenheit liegen für den Zeitraum der st rittigen Taggeldausrichtung folgende medizinische Unterlagen von Relevanz zu Grunde: 5.2 Mit Bericht vom 10. Februar 2020 diagnostizierte Dr . med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, ein lumboradikuläres Schmerzsyndrom L5/S 1 ohne Nervenwurzelkompression. Ziel sei es, die exazerbierte Situation zu stabilisier en und Schmerzfreiheit zu erreichen. Die Nennung eines Zeithorizonts sei derzeit noch etwas schwier ig. Eine Rückkehr in die ange- stammte Tätigkeit sei aus heutiger Sicht aber problemlos möglich. 5.3 Am 29. Mai 2020 stellte Dr. C.____ in Bezug auf den Verlauf fest, dass die Patientin nur wenig auf die Physiotherapie anspreche. Derzeit komm e weder eine Tätigkeit im ange- stammten Bereich in Frage noch sei eine Verweistätigkeit möglich, da die Patientin nicht einmal 10 Minuten schmerzfrei sitzen könne. Die Prognose sei mittelfristig gut, sodass eine Rückkehr in die angestammte Tätigkeit problemlos möglich sei. 5.4 Im Rahmen eines Verlaufsberichts vom 12. Juni 2020 di agnostizierte Dr. C.____ ein radikuläres Reiz- und Ausfallsyndrom L5/S1 beidseits bei konstitutionell engem Spinalkanal und foraminaler Enge, einen Verdacht auf eine posttrauma tische Belastungsstörung sowie einen Verdacht auf eine Depression. Hinsichtlich der Rückenschmerze n stellte er einen zögerlichen Verlauf mit wiederholten Exazerbationen bei geringsten Belastungen fest. Dies sei einer der komplexeren Arbeitsausfälle. Eine Operation in diesem Alter sei aber der letzte Ausweg. Ferner attestierte er weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten. 5.5 Die SMAB erstattete im Auftrag der Beklagten am 1 0. bzw. 16. Oktober 2020 ein bidis- ziplinäres Gutachten. Darin wurden aus bidisziplinärer Sicht als Hauptdiagnosen mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit chronische Schmerzen der Lendenwirbelsäule (LWS) mit Bewe- gungseinschränkung und Auffälligkeiten der paravertebr alen Muskulatur und Verdacht auf radi- kuläre Symptomatik L4/5 sowie L5/S1 rechts sowie ein Ver dacht auf eine Sakroiliitis rechts mit Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht pseudoradikulärer Ausstrahlung in das rechte Bein erho ben. Als Nebendiagnosen wurden eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) und eine chronische Sch merzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) aufgeführt. Aus orthopädischer Sicht wurde festgehalten, die angeg ebenen Schmerzen der LWS bzw. des rechten Iliosakralgelenks (ISG) seien nachvollziehbar und zu objektivieren. Dies nicht nur durch die klinischen Untersuchungsbefunde, sondern auch durch d as Verhalten der Versicherten während der Untersuchung und die geschilderten anamne stischen Angaben. Die in der Ver- gangenheit durchgeführten CT-Untersuchungen könnten diese Beschwerden jedoch nicht erklä- ren. Insgesamt bestehe aufgrund der zu objektivierenden klinischen Symptomatik in der ange- stammten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100% b is zur weiteren Diagnostik im Sinne der MRI-Untersuchung. Für eine adaptierte, leichte Tätigke it (überwiegend im Sitzen mit der Mög- lichkeit der selbst gewählten Positionswechsel ohne Gerüst- und Leitertätigkeiten) bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Im psychiatrischen Fachteil wurde ausgeführt, dass im Rahm en des im Querschnitt erhobenen psychopathologischen Befunds Hinweise für das Vorhandense in einer Anpassungsstörung hät- ten ausgemacht werden können. Hierbei handle es sich u m Zustände von subjektiver Bedräng- nis und emotionaler Beeinträchtigung, die im Allgeme inen soziale Funktionen und Leistungen behindern würden, und während des Anpassungsprozesses nach einer einschneidenden Le- bensveränderung oder belastenden Lebensereignissen auftr eten würden. Hier gebe es eine individuelle Prädisposition oder Vulnerabilität, die beim Auftreten und der Form der Anpas- sungsstörung eine bedeutsame Rolle spiele. Im vorliegend en Fall äussere sich die Anpas- sungsstörung durch eine leichte depressive Stimmung, Angst und Sorge. Diese Form der de- pressiven Anpassungsstörung spiele auch eine Rolle bei der Schmerzverarbeitung von einem wohl anatomisch begründeten Schmerz im Bereich der LWS . In diesem Zusammenhang werde auch die chronische Schmerzstörung mit psychischen und soma tischen Faktoren evident. Für eine posttraumatische Belastungsstörung gebe es keine Hinweise. Die psychiatrischen Diagno- sen seien nicht der Hauptgrund für die Arbeitsunfähigke it. Aus psychiatrischer Sicht sei sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätig keit ein Arbeitspensum von 100% zu- mutbar. 5.6 Am 5. Dezember 2020 nahm Dr. med. D.____, FMH A llgemeine Innere Medizin, Ver- trauensarzt RVK, Stellung zum Gutachten der SMAB. Zusammenfassend vermöge das Gutach- ten aus somatischer Sicht nicht vollständig zu überzeuge n. Somatisch fänden sich neben den anamnestischen Angaben einzig klinische Befunde, welche in einer rein deskriptiven Diagnose wiedergegeben würden. Nachdem eine zusätzliche MRI-Bil dgebung wegen Klaustrophobie nicht möglich gewesen sei, beruhe die Diagnose ausschliessl ich auf Anamnese, klinischen Un- tersuchungsbefunden und dem Verhalten der Patientin während der Untersuchung. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit führte er aus, dass gemäss Gutach ten sämtliche Arbeiten (überwiegend sitzend und mit der Möglichkeit selbst gewählte Positionsw echsel vorzunehmen) durchgeführt werden könnten. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.7 Am 21. Dezember 2020 berichtete Dr. med. E.____, Fachärztin für Neurologie, dass seit Sommer 2020 neue Symptome hinzugekommen seien (Taubheitsgefühl über dem Knie und Schienbein rechts bis in die rechte Grosszehe ausstrahlend) . Diese sensiblen Ausfallerschei- nungen seien demnach deutlich stärker aufgetreten. Le ider sei ein MRI im Bereich der LWS im Herbst nicht möglich gewesen. Es werde nun eine Medika mentenkombination versucht, um die Patientin in einen möglichst schmerzarmen Zustand zu ver setzen. Anschliessend würde noch- mals ein MRI angestrebt. Seit Januar 2020 sei die Patientin zu 100% arbeitsunfähig. 5.8 Mit Stellungnahme vom 15. Februar 2021 äusserte si ch Dr. C.____ zum SMAB- Gutachten. Es sei nicht verständlich, weshalb die Orth opädie federführend sei. Zum einen im- pliziere dies, dass die psychische Situation hinsichtlich de r Arbeitsunfähigkeit eine untergeord- nete Rolle spiele, was nicht der Fall sei. Zum anderen hätten die wenigsten Orthopäden eine Kompetenz in der Wirbelsäulenchirurgie. Es hätte für di e Beurteilung vielmehr einen Neurochi- rurgen gebraucht. Vom Verlauf und der klinischen Präsen tation könne eine Instabilität in den unteren Lendenwirbeln vermutet werden. Dies werde vom Gutachter völlig ignoriert. Hinsichtlich des psychiatrischen Fachteils sei zu bemängeln, dass keine diagnostische Testung durchge- führt worden sei. Zur Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht müsse sich aber die zuständige Psychologin äussern. Es sei mit den Gutachtern einig zu g ehen, dass die Prognose mittelfristig gut sei. Aktuell bestehe aber eine Arbeitsunfähigkeit von 100% in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit. 5.9 In ihrem Bericht vom 26. Februar 2021 diagnostizier te Dipl.-Psych. F.____, Psycholo- gische Psychotherapeutin, eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), eine Ago- raphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01), spezifische (isolierte) Phobien (ICD-10 F40.2), eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F33.1) sowie ei ne anhaltende chronische Schmerz- störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F4 5.41). Die Patientin habe die psychotherapeutische Behandlung initial aufgrund einer depressiven Stimmungslage und der Schmerzsymptomatik aufgenommen. Im weiteren Verlauf der Therapie seien mehr Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung aufgrund ihre r Vorgeschichte in den Vordergrund getreten. Ferner seien diverse spezifische Phobien aufg etreten. Aufgrund dieser Diagnosen sei aktuell eine psychische Stabilisierung dringend indiziert. Es sei davon auszugehen, dass die psychische Belastung zum grössten Teil mit den Schmerzsymptom en korreliere. Eine Ver- weistätigkeit könnte aktuell höchstens zu 20% zugemutet w erden. Tätigkeiten ausserhalb ihres Qualifikationsniveaus seien indessen generell zu vermeid en, da sie ihren fragilen Selbstwert beeinträchtigen und psychisch destabilisierend wirken wü rden. Um einem sekundären Krank- heitsgewinn sowie einer Fixierung auf die Schmerzen vo rzubeugen, sei nach ausreichender Stabilisierung der Patientin ein Arbeitstraining zu begrüssen, in welchem die Belastbarkeit adä- quat erfasst werden könne. In einem weiteren Schritt w äre eine sukzessive Rückkehr ins Be- rufsleben zu planen. 5.10 Am 3. März 2021 nahm Dr. D.____ zu den neu beige brachten Unterlagen Stellung. Er gelangte dabei im Wesentlichen zur Auffassung, dass an d en Schlussfolgerungen im SMAB- Gutachten festgehalten werden könne. Der CT-Befund vom 7. Februar 2020 spreche gegen die von Dr. C.____ angeführte Instabilität. Zudem wäre ei ne Instabilität bereits durch die beigezo- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gene Neurochirurgin abgeklärt worden. Alsdann wäre hi erfür ein MRT nötig. Im SMAB- Gutachten werde aus orthopädischer Sicht nachvollziehbar b eschrieben, welche angepasste Tätigkeit für eine Arbeitsfähigkeit von 80% in Frage komme. 5.11 Mit Stellungnahme vom 18. März 2021 äusserte sich Dr . D.____ erneut zur aktuellen medizinischen Aktenlage. Aus somatischer Sicht gebe es keine neuen Aspekte. Im Rahmen der psychiatrischen Exploration hätten keine psychiatrischen Diag nosen mit Krankheitswert erho- ben werden können, obwohl die Patientin zu diesem Zeitpunkt bereits bei Dipl.-Psych. F.____ in Behandlung gestanden sei. Selbst wenn weitere, von D ipl.-Psych. F.____ angeführte Diagno- sen vorliegen würden, so sei von keinem, eine Arbeitsunf ähigkeit begründenden Leiden mit Krankheitswert auszugehen. Ein andauerndes psychiatrisches Leiden mit Krankheitswert würde sodann den Beizug einer fachpsychiatrischen Person voraussetzen, was bisher nicht erfolgt sei. Eine Arbeitsunfähigkeit von 100% sei aufgrund des SMAB-Gutachtens nicht ausgewiesen. 5.12 Mit Bericht vom 10. März 2021 führte Dr. E.____ aus, dass das lumbovertebrale und lumbospondylogene Schmerzsyndrom mit am ehesten pseudorad ikulärem Reizsyndrom L5 rechts für die Arbeitsfähigkeit relevant sei. Die Re levanz und das Ausmass des Schmerzsyn- droms auf die Leistungsfähigkeit der Patientin seien nicht ausreichend gewürdigt worden. Lei- der habe sich das lumbovertebrale Schmerzsyndrom in der Zw ischenzeit chronifiziert und aus- geweitet. Diese Auffassung würde auch die leitende Ärzt in der Rehaklinik Rheinfelden teilen, welche auch eine intensive Rehabilitation empfehle. Es bestünden Diskrepanzen in der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit durch den begutachtenden Neurologen (recte: Orthopäden). Er attes- tiere eine Arbeitsunfähigkeit von 100% in der angestamm ten Tätigkeit als medizinische Praxi- sassistentin, welches eine wechselbelastende und keine schwe re körperliche Arbeit sei. Indes- sen sei die Tätigkeit mit häufigem Stehen verbunden, w eshalb die Arbeitsunfähigkeitsbeurtei- lung nachvollziehbar sei. Demgegenüber sei nicht nachvo llziehbar, dass in einer angepassten leichten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80% bestehen soll. 6.1 Vorliegend stellt sich die Frage, ob es der Kläge rin gelungen ist, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, dass sie im massgeblichen Zei traum arbeitsunfähig war und damit Anspruch auf Taggeldleistungen der Beklagten hat. Aufgrund der AVB wird das versicher- te Taggeld bei ärztlich bescheinigter, vollständiger ode r teilweiser Arbeitsunfähigkeit ausgerich- tet (vgl. E. 4 hiervor). Für den Zeitraum vom 6. Dezem ber 2019 bis 31. Januar 2021 liegen zum einen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von Dr. C.____ in den Akten, die eine volle Arbeits- unfähigkeit ausweisen (vgl. Klageantwortbeilage 9). Hin zu kommen die hierzu ergangenen Be- urteilungen von Dr. C.____ vom 10. Februar 2020, 29. Mai 2020, 12. Juni 2020 und 15. Februar 2021 sowie ferner die Berichte von Dipl. Psych. F.____ vom 26. Februar 2021 und Dr. E.____ vom 21. Dezember 2020 und 10. März 2021, die der Kläg erin ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 100% für den Zeitraum bis 10. März 2021 bescheinigen (vgl. E. 5.2. 5.3, 5.4, 5.7, 5.8, 5.9 und 5.12 hiervor). Diese ärztlichen Bescheinigungen begr ünden eine rechtsgenügliche Grund- lage für die Inanspruchnahme der Taggeldleistungen gem äss Ziff. B1 Abs. 1 AVB. Was na- mentlich den vorliegend strittigen Zeitraum vom 11. Mär z 2021 bis 15. Juli 2021 anbelangt, so finden sich für diesen Zeitraum zwar keine Arbeitsunfähi gkeitszeugnisse in den Akten. Die Klä- gerin hat jedoch anlässlich der Parteiverhandlung vor K antonsgericht glaubhaft bestätigt, dass Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihr für die ganze Dauer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigu ngen ausgestellt worden seien. Im Wei- teren hat sie ebenso glaubhaft dargelegt, dass eine Rü ckmeldung der Universitätsklinik G.____ betreffend weitere Therapiemassnahmen ausstehend sei, na chdem die bisher durchgeführten Therapien (Physiotherapie, Osteopathie, Kraniosakralthe rapie) zu keiner wesentlichen Verbes- serung geführt hätten. Die Beklagte hat das Vorliegen dieser Bescheinigungen bzw. die darin ausgewiesene volle Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf de n angestammten Tätigkeitsbereich nicht bestritten. Dabei fällt auch ins Gewicht, dass das von i hr eingeholte SMAB-Gutachten ebenfalls eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tä tigkeit ausweist und auch der Vertrauens- arzt Dr. D.____ in seinen im Nachgang an das Gutachten ergangenen Beurteilungen eine sol- che nicht in Abrede stellt. Vor diesem Hintergrund kan n der Hauptbeweis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für den gesamten massgeblichen Zeitrau m als von der Klägerin erbracht erachtet werden. Unter diesen Umständen ist der Bewei santrag der Klägerin, wonach Dr. C.____ und Dipl. Psych. F.____ als sachverständige Z eugen zu befragen seien, in antizi- pierter Beweiswürdigung (vgl. E. 3.5 hiervor) abzuweisen. 6.2 In einem weiteren Schritt ist zu beurteilen, ob es der Beklagten gelungen ist, mit den von ihr eingeholten ärztlichen Unterlagen den von der Klägerin erbrachten Hauptbeweis zu er- schüttern bzw. ob ihr damit der Gegenbeweis in Bezug au f die Arbeitsfähigkeit in einer Ver- weistätigkeit gelingt. Dabei ist zunächst in Erinnerung zu rufen, dass Parteigutachten gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht die Qualität von Beweismitteln im Sinne von Art. 168 Abs.1 ZPO, sondern von blossen Parteibehauptungen beizum essen ist (vgl. E. 3.6 hiervor). In Bezug auf das von der Beklagten eingeholte bidisziplinä re Gutachten der SMAB vom 10. bzw. 16. Oktober 2020 ist festzuhalten, dass es keine (nachvoll ziehbare) Begründung für die darin attestierte Arbeitsfähigkeit von 80% in Bezug auf ein e Verweistätigkeit enthält. Diese Einschät- zung lässt sich auch nicht mit der medizinischen Aktenlage i n Einklang bringen. Dr. C.____ be- schrieb in seinem Bericht vom 29. Mai 2020, dass die Pa tientin nicht einmal 10 Minuten schmerzfrei sitzen könne. Die Versicherte teilte ferner a uch im Rahmen der gutachterlichen Befunderhebung mit, dass sie nicht länger sitzen könne. Hierzu wurde im SMAB-Gutachten ausgeführt, dass das Einnehmen von sitzenden Positionen a nlässlich der Untersuchung mit Schmerzäusserungen verbunden gewesen sei. Diese Feststel lungen lassen sich aber mit dem formulierten Zumutbarkeitsprofil einer Arbeitsfähigke it von 80% in einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit in keiner Weise vereinbaren. Wie Dr. E.____ in ihrer Stellungnahme vom 10. März 2021 sodann zutreffend ausführt, handelt es sich auch bei der angestammten Tätigkeit als me- dizinische Praxisassistentin um eine wechselbelastende, und nicht um eine schwere, Tätigkeit. Im Gutachten der SMAB wird in Bezug auf die angestammt e Tätigkeit als medizinische Praxi- sassistentin in Übereinstimmung mit den Feststellungen der medizinischen Fachpersonen eine vollschichtige Arbeitsunfähigkeit anerkannt. Vor diesem Hi ntergrund ist nicht einsehbar und es wird in keiner Weise dargelegt, weshalb demgegenüber eine angepasste Tätigkeit mit ver- gleichbarem Anforderungsprofil im Umfang von 80% zum utbar sein soll. Im Weiteren wird in Bezug auf die von den Gutachtern als Beispiel angefüh rten Büroarbeiten ebensowenig näher begründet, wie sich diese mit den beklagten Schmerzen b ei der Einnahme von sitzenden Posi- tionen vereinbaren lassen sollen. Dem Gutachten fehlt es denn auch in grundsätzlicher Hinsicht an einer Auseinandersetzung mit abweichenden ärztlichen Beurteilungen. Schliesslich steht das attestierte Zumutbarkeitsprofil auch im Widerspruch zur gu tachterlichen Aussage, wonach eine Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht MRI-Untersuchung erforderlich sei, um die bei der Befunderhebung erhobenen (nachvollziehba- ren) objektivierbaren Befunde zu klären. Unter diesen Um ständen ist das SMAB-Gutachten nicht geeignet, den von der Klägerin erbrachten Haupt beweis zu erschüttern. Hinzu tritt, dass das SMAB-Gutachten angesichts der im Anschluss hierzu ergang enen zahlreichen weiteren Berichte nicht echtzeitlich bzw. für den im vorliegenden Klageverfahren strittigen Zeitraum nicht aussagekräftig ist. Während das Gutachten vom 10. bzw. 16 . Oktober 2020 datiert, beginnt die strittige Zeitspanne erst ab dem 11. März 2021. In Bezug auf die Stellungnahmen von Dr. D.____ ist festzuhalten, dass dieser die Versicherte nie persönlich gesehen bzw. untersucht hat, weshalb seine blossen Aktenstellungnahmen ebenfal ls keine erheblichen Zweifel am Hauptbeweis zu erwecken vermögen. Dies umso weniger, al s er selbst ausführte, dass er das rheumatologische Fachgutachten als nicht überzeugend erachte, gleichwohl aber ledigli ch auf- grund der Akten und im Widerspruch zu seinen eigenen Ausführungen rückwirkend eine Ar- beitsfähigkeit von 80% in einer Verweistätigkeit bestätigt. Aus dem Gesagten resultiert, dass es der Beklagten ni cht gelungen ist, den Hauptbeweis der Klägerin mit einem Gegenbeweis zum Scheitern zu bringen. 7. Selbst wenn – entgegen den obigen Ausführungen – eine Arbeitsfähigkeit von 80% in Bezug auf eine Verweistätigkeit aus medizinisch-theoreti scher Sicht bejaht würde, wäre in ei- nem weiteren Schritt zu klären, ob der Klägerin angesich ts ihrer Schadenminderungspflicht ein Berufswechsel zumutbar wäre (Art. 61 VVG). Würde dies wiederum bejaht, müsste zudem ge- prüft werden, ob der Klägerin beim Wechsel in eine Verweistätigkeit ein Restschaden entstünde und ihr daher ein teilweiser Leistungsanspruch verbliebe . Dies wäre mittels Einkommensver- gleich zu beurteilen. Im Sinne einer Eventualbegründun g nimmt das Kantonsgericht nachfol- gend zur Zumutbarkeit eines Berufswechsels in eine Verw eistätigkeit sowie zum Einkommens- vergleich Stellung. 8.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 Satz 1 VVG ist die anspruchsbere chtigte Person verpflichtet, nach Eintritt des befürchteten Ereignisses tunlichst für Minderung des Schadens zu sorgen. Zur Erfüllung der Schadenminderungsobliegenheit kann ein Berufswechsel angezeigt sein. Erwartet der Versicherer von der versicherten Person einen solche n Berufswechsel, muss er sie dazu auffordern und ihr eine angemessene Frist setzen, um sich anzupassen und eine Stelle zu fin- den. Bei der Beantwortung der Frage nach der Zumutb arkeit eines Berufswechsels im konkre- ten Fall stellt die medizinisch-theoretische Würdigung n ur einen ersten Schritt dar. Dem Versi- cherer ist es jedoch nicht erlaubt, eine Reduktion seiner Leistungen einzig aufgrund eines theo- retisch möglichen Berufswechsels, welcher in der Praxis gar nicht realisierbar ist, vorzunehmen. Zu würdigen ist vielmehr die konkrete Ausgangslage. Es ist zu beurteilen, welche reellen Chan- cen die versicherte Person angesichts ihres Alters und der Situation auf dem Arbeitsmarkt hat, eine Arbeit zu finden, welche ihrer gesundheitlichen B eeinträchtigung Rechnung trägt. Es ist ausserdem zu prüfen, ob der versicherten Person ein en tsprechender Berufswechsel unter Be- rücksichtigung ihrer Ausbildung und ihrer Arbeitserfahr ung tatsächlich zugemutet werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Januar 2017, 4A_495/20 16, E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). Bei der Bejahung der Zumutbarkeit eines Berufswechsels ist aufgrund des Äquivalenzprinzips eine gewisse Zurückhaltung angezeigt (vgl. E. 3.6 hiervor). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Vorliegend verletzte die Beklagte die rechtsprechun gsgemäss vorgeschriebene Ver- weisgenauigkeit, wie dies auch von der Klägerin zu Recht geltend gemacht wird. Dies indem sie ihre Leistungen gestützt auf die bescheinigte medizinisch- theoretische Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit gemäss SMAB-Gutachten vom 10. bzw.16 Okt ober 2020 per 1. Februar 2021 einstellte, ohne auf die Frage einzugehen, ob die Klä gerin auf dem konkreten Arbeitsmarkt in einer Verweistätigkeit im Umfang von 80% überhaupt ree lle Chancen hätte (vgl. Schreiben der Beklagten vom 10. Dezember 2020, Klageantwortbeilage 16). Wie sich den Akten entnehmen lässt, wurde die Beklagte seitens der Rechtsschutzversicherung der Klägerin bereits mit Schreiben vom 18. Februar 2021 auf diesen Umstand hi ngewiesen. In weiteren Schreiben vom 10. März 2021 und 13. April 2021 wurden diese Ausführ ungen bekräftigt. Die Leistungseinstel- lung vom 10. Dezember 2020 vermag den rechtsprechungsg emässen Anforderungen in keiner Weise zu genügen. Gleichermassen verhält es sich in Bezug auf das Schreiben vom 7. Mai 2021 (Klageantwortbeilage 17). Darin verlängerte di e Beklagte die Übergangsfrist rückwirkend auf drei Monate, mithin auf den 11. März 2021, was ni cht angeht und womit sie den Anforde- rungen an eine rechtsgenügliche Abmahnung zum Berufswechsel in keiner Weise gerecht wird. Hinzu kommt, dass die analoge Anwendung von Art. 21 Ab s. 4 ATSG voraussetzt, dass die Versicherung die versicherte Person neben der schriftlichen Abmahnung auch auf die Rechts- folgen hinweist, welche eintreten, wenn die Verweistät igkeit nicht aufgenommen wird. Ein dies- bezüglicher Rechtsfolgehinweis fehlt sowohl im Schreibe n vom 10. Dezember 2020 als auch in demjenigen vom 7. Mai 2021. Dessen ungeachtet gilt e s nicht zuletzt mit Blick auf die zu ge- währende Übergangsfrist zu berücksichtigten, dass eine Rückk ehr in den angestammten Beruf vonseiten der Ärzteschaft nicht ausgeschlossen, mithin d ie angestammte Tätigkeit nicht als dauernd unzumutbar beurteilet worden ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2019, 4A_73/2019, E. 3.1). Selbst wenn man aber – in Abwei chung zu den vorstehenden Erwägun- gen – in den Ausführungen von Dr. D.____ vom 4. März 2021, wonach das gutachterlich attes- tierte Zumutbarkeitsprofil auch einer Tätigkeit als m edizinischen Praxisassistentin mit gewissen Anpassungen entspreche, eine zumutbare Verweistätigkeit erblicken möchte, hätte eine ent- sprechende Übergangsfrist frühestens zu diesem Zeitpunkt gewährt werden können. Recht- sprechungsgemäss muss eine solche Übergangsfrist drei bis fü nf Monate betragen, wobei sich vorliegend wohl eine solche von fünf Monaten als angem essen erweisen würde. Während die- ser Zeitspanne wären Taggelder, dem Zweck der Übergang sfrist entsprechend, weiterhin ge- mäss der Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf zu l eisten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2019, 4A_73/2019, E. 3.3.2 mit weiteren Hinweisen), womit den auch der vorlie- gend streitige Zeitraum abgegolten wäre. Aus dem Gesagten folgt, dass sich die Einstellung der Ta ggeldleistungen per 11. März 2021 auch unter diesen Aspekten als mangelhaft erweist. 9.1 Lediglich der Vollständigkeit halber ist noch au f Folgendes hinzuweisen: Nach Ablauf der angesetzten Übergangsfrist für einen Berufswechsel entfällt der Leistungsanspruch zuguns- ten der versicherten Person nicht einfach, sondern muss ne u beurteilt werden. Die Versiche- rung hat einen Einkommensvergleich vorzunehmen, indem sie das Einkommen ohne Erkran- kung dem tatsächlich erzielten Einkommen in der Verweis tätigkeit gegenüberstellt. Geht die versicherte Person nach Ablauf der Übergangsfrist keiner neuen Beschäftigung nach oder ist Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht deren Umfang oder der dadurch erzielte Lohn tiefer a ls bisher, so muss der Einkommensver- gleich mit einem hypothetisch erzielbaren Einkommen vorge nommen werden. Bei der Bemes- sung des hypothetischen Einkommensvergleichs ist auf den konkreten Arbeitsmarkt abzustellen (vgl. HÄBERLI /HUSMANN , a.a.O., Rz. 547 ff. mit weiteren Hinweisen). Die a nhand des Einkom- mensvergleichs ermittelte Leistungseinbusse ergibt einen Prozentsatz. Dieser Prozentsatz des ursprünglich vereinbarten Taggeldanspruchs ergibt schliessl ich den verbleibenden Leistungs- anspruch der versicherten Person (vgl. Urteil des Bundesge richts vom 5. Januar 2017, 4A_495/2016, E. 2.1 ff.). 9.2 Die Beklagte ist vorliegend ohne Vornahme eines Ei nkommensvergleichs davon aus- gegangen, dass aufgrund der von ihr angenommenen Arb eitsfähigkeit von 80% in einer Ver- weistätigkeit keine Erwerbseinbusse von mindestens 25% me hr verbleiben würde. Wenngleich es nicht Aufgabe des Kantonsgerichts ist, eine Berechnun g der Vergleichseinkommen vorzu- nehmen, ist der Vollständigkeit halber auf Folgendes h inzuweisen: Ausgehend von einer Ar- beitsfähigkeit von 80% für Bürotätigkeiten würde man b spw. gestützt auf die Tabelle TA1, Sek- tor Dienstleistungen 45-96, Kompetenzniveau 2, Spalte Frauen, der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018, ein Einkommen von Fr. 46'262.-- (Fr. 4'81 9.-- x 12 x 0.8) errechnen. Aus der Ge- genüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 79'950.-- und des errechneten hypothetischen Einkommens von Fr. 46'262.-- resultierte eine Erwerbse inbusse von Fr. 33'688.-- bzw. ein Ar- beitsunfähigkeitsgrad von 42%, welcher noch über dem a nspruchsbegründenden Schwellen- wert einer Arbeitsunfähigkeit von 25% liegen würde (vgl. Ziff. B1 Abs. 1 AVB). 10.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist festzuha lten, dass die Klägerin ihre Ar- beitsunfähigkeit und damit ihren Leistungsanspruch rech tsgenüglich nachgewiesen hat. Diesen Beweis vermag die Beklagte gestützt auf die von ihr ve ranlassten medizinischen Abklärungen nicht zu entwerten. Selbst wenn ihr dies gelingen würde, ist im Sinne einer Eventualbegründung festzuhalten, dass die Beklagte den Beweis für die Zumut barkeit der Aufnahme einer Ver- weistätigkeit nicht erbracht hat. Schliesslich hat die Bekla gte auch die Beurteilung einer allfälli- gen verbleibenden Leistungspflicht mittels Einkommensver gleich unterlassen. Wie bereits dar- gelegt, hat die Beklagte sowohl die Dauer und den Gr ad der geltend gemachten Arbeitsunfä- higkeit in der angestammten Tätigkeit als auch die ge stützt darauf ermittelte Anzahl Taggelder zu keinem Zeitpunkt bestritten. Nachdem vorliegend keine ernsthaften Zweifel an der Vollstän- digkeit der Beweise ausgemacht werden können und die Be klagte auch nicht geltend macht, die Arbeitsunfähigkeit sei nicht rechtsgenüglich dargeta n, kann der geltend gemachte Taggeld- anspruch im Umfang von Fr. 22'256.75 als genügend nach gewiesen gelten. Die Beklagte ist demnach zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von F r. 22'256.75 aus der Kollektiv- Krankentaggeldversicherung zu bezahlen. Dies führt zur Gutheissung der Klage. 10.2 Gemäss Art. 100 Abs. 1 VVG in Verbindung mit Ar t. 104 des Obligationenrechts (OR) vom 30. März 1911 – den AVB sind keine Bestimmungen übe r den Verzugszins zu entnehmen – sind auf diesem Betrag auch die ab 15. Januar 2018 (m ittlerer Verfall) vom Kläger geltend gemachten Verzugszinsen zu 5% geschuldet, was von der Bekl agten ebenfalls unbestritten blieb (F RANZ HASENBÖHLER , in: Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, VVG, Hein rich Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Honsell/Nedim Peter Vogt/Anton K. Schnyder [Hrsg.], B asel/Genf/München 2001, Art. 20 VVG N 81). 11. Nach dem Ausgeführten ist die Beklagte in Gutheissun g der Klage zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 22'256.75 zuzüglich 5% Zins seit 13. Mai 2021 zu bezahlen. 12.1 Der im vorliegenden Verfahren anwendbare Art. 1 14 lit. e ZPO bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Von der Erhebung von Verfahrenskosten ist deshalb abzusehen. 12.2 Die Klägerin ist mit ihrem Leistungsbegehren dur chgedrungen und hat folglich gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO Anspruch auf Ausrichtung einer Parte ientschädigung zulasten der Beklag- ten. Der Rechtsvertreter der Klägerin hat in seiner H onorarnote vom 28. Oktober 2021 für das vorliegende Klageverfahren einen Zeitaufwand von 24 S tunden und 30 Minuten ausgewiesen, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sa chverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiese- nen Auslagen im Umfang von Fr. 252.30. Dementsprechend hat die Beklagte der Klägerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 6'524.45 (inkl. Auslagen und 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Demgemäss wird e r k a n t : ://: 1. Die Klage wird gutgeheissen und die Beklagte ve rpflichtet, der Klägerin den Betrag von Fr. 22'256.75 zuzüglich 5% Zins seit 13. Mai 2021 zu bezahlen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beklagte hat der Klägerin eine Parteientschäd igung in der Höhe von Fr. 6'524.45 (inkl. Auslagen und 7,7% Mehrwertsteue r) zu bezah- len. http://www.bl.ch/kantonsgericht