B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1760/2025 U r t e i l v om 1 4 . M a i 2 0 2 5 Besetzung Einzelrichterin Roswitha Petry, mit Zustimmung von Richter Manuel Borla, Gerichtsschreiberin Flavia Mark. Parteien A._______, geboren am (…), Syrien, vertreten durch MLaw Clara Ahlgren, (…), Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG); Verfügung des SEM vom 6. März 2025 / N (…). E-1760/2025 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin suchte am 6. Januar 2025 in der Schweiz um Asyl nach. B. Ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführerin mit der «Euro- dac»-Datenbank ergab, dass sie am (…) 2024 in Bulgarien ein Asylgesuch eingereicht hatte. C. C.a Am 14. Januar 2025 gewährte das SEM der Beschwerdeführerin – im Rahmen des persönlichen Gesprächs gemäss Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit- gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internatio- nalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) und im Beisein ih- rer Rechtsvertretung – das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Bulgariens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zu einer all- fälligen Rückkehr dorthin sowie zum medizinischen Sachverhalt. Dabei machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass sie (…) Monate in Bulgarien geblieben sei und ein Asylgesuch gestellt habe. Sie habe dort bleiben müssen, um ihre Mutter, die hingefallen sei und sich den (…) gebrochen habe, zu betreuen. Ih r Ehemann, welcher ihr gegen- über gewalttätig gewesen sei, habe sie anschliessend von Bulgarien illegal nach B._______ und schliesslich nach C._______ gebracht. Dort habe er ein Gesuch um Familiennachzug für sie eingereicht. Sie habe der verant- wortlichen Pe rson aber gesagt, dass sie den Familiennachzug stoppen solle. Würde sie nach Bulgarien zurück kehren, wäre sie vor ihrem Ehe- mann sodann nicht sicher und ihr Leben wäre in Gefahr. Zudem gäbe es dort keine gesundheitliche Betreuung, so hätten die bulgarischen Behör- den auch ihrer Mutter nicht geholfen. Betreffend ihre gesundheitliche Situ- ation führte sie aus, sie sei müde. Sie hätte am Tag der Anhörung einen Termin bei der Pflege gehabt, da sie aber in ein anderes Camp transferiert werde, würde der Termin erst dort stattfinden. C.b Gleichentags ersuchte die Vorinstanz die bulgarischen Behörden um Wideraufnahme der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO. E-1760/2025 Seite 3 D. Mit Eingabe vom 14. Januar 2025 reichte die Beschwerdeführerin eine E-Mail von der zuständigen (…) Behörde betreffend den Antrag auf Fami- lienzusammenführung zu den Akten. E. Am (…) 2025 lehnten die bulgarischen Behörden das Ersuchen der Vo- rinstanz um Wiederaufnahme der Beschwerdeführerin gestützt auf die Dublin-III-VO ab und teilten mit, die Beschwerdeführerin verfüge in Bulga- rien seit dem (…) 2024 über subsidiären Schutz («subsidiary protection»); es sei gestützt auf das Rückübernahmeabkommen ein erneutes Gesuch bei der zuständigen Stelle einzureichen. F. Mit Schreiben vom 21. Januar 2025 teilte die Vorinstanz der Beschwerde- führerin – unter Beilage des Schreibens der bulgarischen Behörden – mit, Abklärungen hätten ergeben, dass ihr in Bulgarien subsidiärer Schutz ge- währt worden sei. Sie beabsichtige daher, gestützt auf Art. 31 a Abs. 1 Bst. a AslyG (SR 142.31) auf ihr Asylgesuch nicht einzutreten und gewähre ihr diesbezüglich das rechtliche Gehör. G. Mit Stellungnahme vom 28. Januar 2025 teilte die Beschwerdeführerin mit, sie hätte keine andere Wahl gehabt, als in Bulgarien Schutz zu beantragen. Grund dafür sei die gesundheitliche Situation ihrer Mutter gewesen, die an (…)problemen gelitten h abe und dringend hätte behandelt werden müs- sen. Obwohl der Familie ein Schutzstatus gewährt worden sei, habe die Mutter keine adäquate medizinische Behandlung erhalten und sei gezwun- gen gewesen, im Bett zu bleiben. Zudem seien auch die weiteren Lebens- bedingungen in Bulgarien prekär. Sie und ihre Familie hätten weder Zu- gang zu einer Unterkunft noch zu ausreichend Lebensmitteln gehabt. Schliesslich sei sie in Bulgarien bedroht worden. Ihr Ehemann, von dem sie sich aufgrund erlebter häuslicher Gewalt getrennt habe, habe zahlrei- che Kontakte und Bekannte in Bulgarien, was sie in konkrete Gefahr bringe. Die Polizei zeige jedoch kein Interesse an der Situation von Asyl- suchenden und biete keinen ausreichenden Schutz. H. Am (…) 2025 ersuchte das SEM die bulgarischen Behörden um Rücküber- nahme der Beschwerdeführerin gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 E-1760/2025 Seite 4 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rück- führung illegal aufhältiger Drittsta atsangehöriger (EU-Rückführungsrichtli- nie) sowie auf das bilaterale Abkommen vom 21. November 2008 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Republik Bulga- rien über die Rückübernahme von Personen mit unbefugtem Aufenthalt (SR 0.142.112.149). I. Am (…) 2025 stimmten die bulgarischen Behörden dem Rückübernahme- ersuchen der Vorinstanz zu, da die Beschwerdeführerin über subsidiären Schutz in Bulgarien verfüge. J. J.a Das SEM übermittelte am 4. März 2025 den Entwurf des angekündig- ten Nichteintretensentscheids zur Stellungnahme. J.b Am 5. März 2025 reichte die Rechtsvertretung ihre Stellungnahme ein. Darin hielt sie fest, die Beschwerdeführerin sei zutiefst erschüttert über den vorliegenden Entscheidentwurf u nd sei sofort in Tränen ausgebrochen. Während der Besprechung habe sie äusserst verzweifelt gewirkt und an- gegeben, Suizidgedanken zu hegen und die Hoffnung auf eine sichere Zu- kunft aufgegeben zu haben. Sie sei eine alleinstehende Frau, die unter le- bensbedrohlicher häuslicher Gewalt durch ihren getrenntlebenden Ehe- mann leide. Die traumatischen Erlebnisse in Bulgarien, insbesondere die Hetzjagd, die ihr Ehemann über Schleppernetzwerke gegen sie in Gang gesetzt habe, hätten in ihr begründete Furcht geweckt, dass sich diese Er- fahrungen wiederholen könnten. In diesem Falle wäre sie noch nicht ein- mal krankenversichert und hätte folglich keinen Zugang zu notwendiger medizinischer Versorgung. Ferner sei Bulgarien bei Bedrohungen durch Drittpersonen offensichtlich weder schutzfähig noch schutzwillig. Im Übri- gen sei Bulgarien auch weder willens noch in der Lage, grundlegende Auf- nahmebedingungen zu gewährleisten. Personen, denen in Bulgarien inter- nationaler Schutz gewährt werde, seien zwar rechtlich den bulgarischen Staatsangehörigen gleichgestellt, doch die Annahme, dass Geflüchtete da- mit auch dieselben faktischen Möglichkeiten wie bulgarische Staatsange- hörige hätten, ihre Grundbedürfnisse zu decken, sei realitätsfremd. Seit über zehn Jahren verfolge Bulgarien eine «Zero-Integration» Politik. K. Mit Verfügung vom 6. März 2025 – gleichentags eröffnet – trat das SEM in Anwendung von Art. 31 a Abs. 1 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch der E-1760/2025 Seite 5 Beschwerdeführerin nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug nach Bulgarien an. Ferner wurden ihr die editi- onspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis ausgehändigt. L. Mit Eingabe der rubrizierten Rechtsvertreterin vom 13. März 2025 liess die Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhe- ben und beantragte, es sei die Verfügung der Vorinstanz vom 6. März 2025 aufzuheben und sie anzuweisen, auf das Asylgesuch der Beschwerdefüh- rerin einzutreten und eine vorläufige Aufnahme zu erteilen, eventualiter sei die Verfügung der Vorinstanz vom 6. März 2025 aufzuheben und die Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Kostenvorschusserhebung. Des Weiteren beantragte sie im Sinne vorsorglicher Massnahmen, der vorlie- genden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörde sei anzuweisen, von einer Überstellung abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der aufschiebenden Wir- kung entschieden habe. M. Am 14. März 2025 bestätigte die Instruktionsrichterin den Eingang der Be- schwerde und hielt fest, die Beschwerdeführerin könne den Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei- lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorlie- gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden; die Be- schwerdeführerin ist als Verfügungsadressat in zur Beschwerdeführung E-1760/2025 Seite 6 legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4 Gemäss Art. 55 Abs. 1 VwVG kommt der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu. Die Vorinstanz hat die aufschiebende Wirkung in der angefochtenen Verfügung nicht entzogen. Auf den Antrag, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, ist nicht weiter einzugehen. 2. 2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 31a Abs. 1 –3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer- deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). Bezüglich der Frage des Wegweisungsvollzugs hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt. 3. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet. Sie ist im Ver- fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Be- gründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 4. 4.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid im Wesentlichen damit, dass durch die Zustimmung der bulgarischen Behörden bestätigt sei, dass die Beschwerdeführerin nach ihrer Rückkehr weiter über eine gültige und ver- längerbare Aufenthaltsberechtigung verfüge. Personen mit Schutzstatus in Bulgarien könnten sich sodann auf die sogenannte Qualifikationsrichtlinie berufen, wonach sie bulgarischen Bürgern und Bürgerinnen in Bezug auf die Fürsorge und den Zugang zu Gerichten gleichgestellt seien respektive in Bezug auf die Erwerbstätigkeit oder die Gewährung einer Unterkunft an- deren Ausländern und Ausländerinnen gleichgestellt seien. Unterstüt- zungsleistungen und weitere Rechte müssten direkt bei den zuständigen E-1760/2025 Seite 7 Behörden eingefordert werden, falls notwendig auf dem Rechtsweg. Zu- dem stehe auch die Möglichkeit offen, sich ergänzend um Hilfe an eine der vor Ort tätigen Hilfsorganisationen zu wenden. Wenngleich anzuerkennen sei, dass die Lebensbedingungen in Bulgarien für die gesamte Bevölke- rung schwierig seien, liege es an ihr, die Regelvermutung der Asylbehörde umzustossen und konkret nachzuweisen, dass Bulgarien ihre Rechte völ- kerrechtswidrig verweigern und Unterstützungsleistungen entsprechend unterlassen würde. Im vorliegenden Zeitpunkt sei, bundesverwaltungsge- richtlicher Rechtsprechung folgend, nicht von einem «real risk» auszuge- hen, dass sie bei einer Rückkehr nach Bulgarien einer menschenrechts- widrigen Behandlung ausgesetzt wäre. Die in der Stellungnahme zum Ent- scheidentwurf eingebrachten Berichte zur Situation in Bulgarien würden nicht eine auf ihren Einzelfall bezogene Situation begründen und keine Ele- mente enthalten, welche eine Abweichung von der aktuellen Einschätzung der Situation in Bulgarien durch das SEM rechtfertigen würden. Im Übrigen sei hinsichtlich der Situation mit ihrem Ehemann festzuhalten, dass Bulga- rien über eine Polizeibehörde verfüge, die sowohl als schutzwillig als auch als schutzfähig g elte. Zudem sei Bulgarien als Signatarstaat der EMRK auch dem Diskriminierungsverbot verpflichtet. Sollte sie sich von der Poli- zei rechtswidrig behandelt fühlen, würden sodann re chtsstaatliche Be- schwerdeinstanzen bestehen, an welche sie sich wenden könne. Die Be- fürchtung, ihr Ehemann würde in Bulgarien durch Bestechung von Staats- angestellten ihr Leben erschweren können, sei denn auch als subjektiv zu bewerten. Bezüglich der medizi nischen Versorgung führte die Vorinstanz schliesslich aus, dass diese in Bulgarien für Personen mit Schutzstatus ge- währleistet sei. Dies gelte auch für allfällige psychologische respektive psy- chiatrische Behandlungsmöglichkeiten. Sollten die von ihr erwähnten Sui- zidgedanken anhalten, könne sie sich an das medizinische Fachpersonal wenden, damit geeignete Hilfestellung und nötigenfalls Massnahmen ein- geleitet werden könnten. 4.2 Auf Beschwerdeebene wird im Wesentlichen vorgebracht, Bulgarien sei weder willens noch in der Lage, grundlegende Aufnahmebedingungen zu gewährleisten. Rückkehrende mit Schutzstatus würden nicht in Aufnah- mezentren aufgenommen werden, da diese ausschliesslich für Personen im laufenden Asylverfahren vorgesehen seien. Sodann seien Personen mit Schutzstatus bei der Suche nach einer eigenen Wohnung von grossen Schwierigkeiten betroffen. Das gelte auch für den Zugang zur Sozialhilfe, da eine Person diese nur bei der ASA-Gebietseinheit beantragen könne, in der sie ihren Wohnsitz habe und offiziell gemeldet sei. Auch bezüglich des Zugangs zum Arbeitsmarkt würden sich die gesetzlichen Voraussetzungen E-1760/2025 Seite 8 von den reellen Möglichkeiten, als Person mit Schutzstatus eine Arbeits- stelle zu finden und sich zu integrieren, unterscheiden. Wenn Schutzbe- rechtigte t atsächlich an eine Arbeitsstelle gelangen könnten, sei dies grundsätzlich im Niedriglohnsektor, wobei die Lebenshaltungskosten kaum gedeckt werden könnten. Ähnliche Schwierigkeiten würde es beim Zugang zur gesundheitlichen Versorgung geben, da Asylsuchende ab dem ersten Tag nach der Schutzanerkennung keine vom Staat gedeckte Krankenver- sicherung mehr erhalten würden. Die Beschwerdeführerin und ihre Familie hätten während des Aufenthalts in Bulgarien unter äusserst prekären Be- dingungen gelebt. Die bulgarischen Behörden hätten ihnen weder eine Un- terkunft noch Lebensmittel zur Verfügung gestellt. Die Kosten für die medi- zinische Versorgung hätten sie sodann selbst tragen müssen, weshalb sie Schulden hätten aufnehmen müssen, um zu überleben. Da im Übrigen die Familienmitglieder, insbesondere die (…)kranke Schwester der Beschwer- deführerin, auf ihre alltägliche Unterstützung angewiesen seien, habe sie keine reale Möglichkeit, eine Arbeit aufzunehmen, um selbständig für den Lebensunterhalt aufzukommen. Schliesslich sei die Beschwerdeführerin als Opfer von häuslicher Gewalt als besonders vulnerable Person zu betrachten. In diesem Zusammen- hang stelle sich die Frage, ob die bulgarischen Behörden in Bezug auf von Gewalt betroffenen Frauen schutzbereit seien, dies insbesondere im Hin- blick auf die ohnehin äusserst schwierigen Lebensbedingungen der Schutzberechtigten und die erheblichen systemischen Mängel im bulgari- schen Asylverfahren. 5. 5.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben, welche vorab zu beurteilen sind, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirk en (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts - pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043 ff. m.w.H.). Die Beschwerde- führerin moniert, die Vorinstanz habe den Untersuchungsgrundsatz ver- letzt, indem sie keine a usreichenden Abklärungen bezüglich des psychi- schen Zustands der Beschwerdeführerin und ihrer Vulnerabilität aufgrund der erlebten häuslichen Gewalt getätigt oder abgewartet habe, obwohl kon- krete Hinweise dafür bestünden, dass die Beschwerdeführerin unter schwerwiegenden psychischen Beschwerden, wie den von ihr erwähnten Suizidgedanken, leide. Bei Vorliegen von Indizien, dass es sich um eine besonders vulnerable Person handeln könnte, sei abzuklären, ob tatsäch- lich eine solche Vulnerabilität bestehe, welches die konkreten Bedürfnisse E-1760/2025 Seite 9 der Betroffenen seien und ob diesen in Bulgarien angemessen entspro- chen werden könne. Gegebenenfalls seien individuelle und konkrete Ga- rantien von den bulgarischen Behörden einzuholen, um die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs sicherzustellen (vgl. Referenzurteil BVGer F - 7195/2018 vom 11. Februar 2020, E. 7.4.2). Ferner habe die Vorinstanz auch die Begründungspflicht verletzt. Ihre Be- gründung beziehe sich hauptsächlich auf die Richtlinie 2011/95/EU des Eu- ropäischen Parlaments u nd des Rates vom 13. Dezember 2011 (soge- nannte Qualifikationsrichtlinie). Diese halte jedoch lediglich fest, welche Verpflichtungen ein Staat habe. Es könne basierend darauf aber nicht be- urteilt werden, inwiefern die bulgarischen Behörden deren Verpflichtungen auch tatsächlich nachkommen würden oder inwiefern die Beschwerdefüh- rerin einen praktischen Anspruch auf Unterstützungsleistungen habe. Der Begründung fehle es sodann an konkreten und reellen Abklärungen. Die in den Stellungnahmen zum rechtlichen Gehör und zum Entscheidentwurf ausgeführten Schilderungen zu den systemischen Mängeln im bulgari- schen Asylsystem seien von der Vorinstanz nicht ausreichend berücksich- tigt oder mit eigenen Quellenangaben widerlegt worden. 5.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin hat sich die Vor - instanz in ihrer Verfügung einlässlich mit der Situation von Personen mit einem Schutzstatus in Bulgarien, namentlich derjenigen von Personen mit subsidiärem Schutz, auseinandergesetzt und festgestellt, die bestehenden Unzulänglichkeiten würden nicht in einer Weise auftreten, welche darauf schliessen liesse, Bulgarien sei grundsätzlich nicht gewillt oder nicht fähig, Schutzberechtigten die ihnen zustehenden Rechte und Ansprüche zu ge- währen. Es hat dabei auf die geltenden EU-Richtlinien sowie die einschlä- gige Rechtsprechung verwiesen. Diesbezüglich ist sodann anzumerken, dass sich das von der Beschwerdeführerin genannte Urteil F -7195/2018 mit der Situation von Dublin -Rückkehrern auseinander setzt, was vorlie- gend gerade nicht der Fall ist. Folglich ist die Vorinstanz der ihr obliegen- den Begründungspflicht in genügender Weise nachgekommen. Der Um- stand, dass die Vorinstanz zu einer anderen Einschätzung der Lage kommt als die Beschwerdeführerin, ändert daran nichts. Die Beschwerdeführerin verkennt zudem, dass das SEM seiner Begründungspflicht Genüge tut, wenn es im Rahmen der Begründung die wesentlichen Überlegungen nennt, welche es seinem Entscheid zugrunde legt. Ferner finden sich in den Akten keine Hinweise auf gesundheitliche Be- schwerden, die gegen einen Wegweisungsvollzug sprechen würden. E-1760/2025 Seite 10 Deshalb ist das Vorgehen der Vorinstanz, die Einreichung eines allfälligen Arztberichts in antizipierter Beweiswürdigung nicht abzuwarten, nicht zu beanstanden. Sie war denn auch nicht gehalten, weitere Abklärungen in diesem Zusammenhang zu tätigen. 5.3 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vor - instanz zurückzuweisen. Das en tsprechende Eventualbegehren ist abzu- weisen. 6. Bei Bulgarien als Mitgliedstaat der EU handelt es sich um einen sicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG. Gemäss den Akten ist der Beschwerdeführerin in Bulgarien internationaler Schutz gew ährt wor- den und die bulgarischen Behörden haben ihrer Rückübernahme aus- drücklich zugestimmt. Die Beschwerdeführerin kann nach Bulgarien zu- rückkehren, ohne eine Rückschiebung in Verletzung des Non Refoule- ment-Gebotes befürchten zu müssen. Das SEM ist demzuf olge zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf ihr Asylgesuch nicht eingetre- ten. 7. Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es – wie hier in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG – darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweis ung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine ausländer- rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch au f Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 8.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz (insbesondere Art. 33 Abs. 1 des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und E-1760/2025 Seite 11 andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 und 4 EMRK) einer Weiterreise der Aus- länderin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Dritt- staat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss Art. 6a AsylG besteht zugunsten sicherer Drittstaaten – wie Bul- garien einer ist – die Vermutung, dass diese ihre völkerrechtlichen Ver- pflichtungen, darunter im Wesentlichen das Refoulement -Verbot und grundlegende menschenrechtliche Garantien, einhalten. Es obliegt der be- troffenen Person, diese Legalvermutung umzustossen. Dazu hat sie ernst- hafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, dass die Behörden des in Frage stehenden Staates im konkreten Fall das Völkerrecht verletzen, ihr nicht den notwendigen Schutz gewähren od er sie menschenunwürdigen Le- bensumständen aussetzen würden, respektive dass sie im in Frage ste- henden Staat aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftli- cher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. Urteile des BVGer E-3453/2022 vom 27. Dezember 2022 E. 8.4 und E-6592/2020 vom 12. Januar 2021 E. 8.2, je m.w.H.). 8.2.1 Die Beschwerdeführerin hat in Bulgarien einen subsidiären Schutz- status zugesprochen erhalten. Als Schutzberechtigte kann sie sich auf die Garantien der Richtlinie 2011/95/EU des europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 (Qualifikationsrichtlinie) berufen – insbe- sondere die Regel betreffend den Zugang zu Beschäftigung [Art. 26], Bil- dung [Art. 27], Sozialhilfeleistungen [Art. 29], Wohnraum [Art. 32] und me- dizinischer Versorgung [Art. 30] –, zu deren Einhaltung Bulgarien als EU - Mitgliedstaat völkerrechtlich verpflichtet ist. Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Rückkehr nach Bul- garien mit beach tlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an- dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Es ist unbestritten, dass die Lebensbedingungen in Bulgarien für die gesamte Bevölkerung mitunter schwierig sind; dennoch ist unter diesen Umständen im heutigen Zeitpunkt nicht von einem «real risk» auszugehen, dass d ie Beschwerdeführerin bei einer Rü ckkehr in diesen Staat einer menschenrechtswidrigen Behandlung ausgesetzt wäre. Auch unter Be- rücksichtigung der Schwächen des bulgarischen Aufnahmesystems vermag die blosse Möglichkeit, in nicht absehbarer Zeit aus nicht voraus- sehbaren Gründen in eine missliche Lebenssituation zu geraten, die einer Aussetzung einer existenziellen Notlage und andauernden E-1760/2025 Seite 12 menschenrechtswidrigen Behandlung gleichkäme, die Schwelle eines ent- sprechenden «real risk» nicht zu erreichen. 8.2.2 Was die geltend gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen betrifft, ist festzuhalten, dass eine zwangsweise Wegweisung von Perso- nen mit gesundheitlichen Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellt. Die geltend gemachten psychischen Probleme der Beschwerdeführerin stellen sich nicht als so schwerwiegend dar, dass eine Gefahr der Verletzung von Art. 3 EMRK besteht (zu den An- forderungen vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] sowie zur neueren Praxis des EGMR das Urteil Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180 –193 m.H.). Zu- dem ist darauf hinzuweisen, dass diese nicht belegt wurden und insbeson- dere auch auf Beschwerdeebene keine entsprechenden Arztbericht e zu den Akten gereicht oder in Aussicht gestellt wurden. Dementsprechend handelt es sich bei ihr entgegen den beschwerdeweisen Ausführungen nicht um eine besonders vulnerable Person. Des Weiteren verpflichtet Art. 3 EMRK einen Konventionsstaat grundsätz- lich nicht dazu, bei einer Konfrontation mit suizidalen Neigungen von einer zu vollziehenden Weg- oder Ausweisung Abstand zu nehmen. Solange der Konventionsstaat Massnahmen ergreift, um die Umsetzung der Suiziddro- hung zu verhindern, vermag die Ausschaffung nicht gegen Art. 3 EMRK zu verstossen (vgl. den Unzulässigkeitsentscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 i.S. D. und andere gegen Deutschland, Nr. 33743/03, angeführt in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommis- sion [EMARK] 2005 Nr. 23 E. 5.1 S. 212). Auch gemäss konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts können Suiziddrohungen für sich alleine den Vollzug einer Wegweisung nicht in Frage stellen, solange konkrete Massnahmen zur Verhütung der Umsetzung einer Drohung getroffen wer- den (vgl. statt vieler das Urteil des BVGer D -2644/2021 vom 28. Januar 2022 E. 7.3.4.6, vgl. auch die Rechtsprechung des Bundesgerichts: Urteil des BGer 2C_856/2015 vom 10. Oktober 2015 E. 3 m.w.H., BGE 139 II 393 E. 5.2.2). Allenfalls weiterhin bestehenden oder sich gar akzentuieren- den suizidalen Tendenzen ist im Hinblick auf einen zwangsweisen Weg- weisungsvollzug durch geeignete medizinische Massnahmen und Betreu- ung entgegenzuwirken. 8.2.3 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit als zulässig. E-1760/2025 Seite 13 8.3 8.3.1 Bei der Beu rteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist vorab erneut festzuhalten, dass Bulgarien an die Qualifikationsrichtlinie ge- bunden ist. Auch wenn eine adäquate Eingliederung der Beschwerdefüh- rerin in die sozialen Strukturen Bulgariens als Person mit internationalem Schutzstatus mit nicht zu verkennenden Erschwernissen verbunden sein dürfte, vermögen ihre Vorbringen die hohen Anforderungen an eine kon- krete Gefährdung im Sinn von Art. 83 Abs. 4 AIG nicht zu erfüllen. 8.3.2 Von der Beschwerdeführerin darf denn auch unter Berücksichtigung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden, sich bei Unterstützungsbe- darf – solcher medizinischer Art oder wegen allfälliger Übergriffe von Dritt- personen – an die bulgarischen Behörden zu wenden und die erforderliche Hilfe einzufordern, nötigenfalls auf dem Rechtsweg. 8.3.3 Mit Bezug auf den Gesundheitszustand ist festzuhalten, dass aus medizinischen Gründen nach konstanter Praxis nur dann auf Unzumutbar- keit des Wegweisungsvollzugs zu schliessen ist, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Zielstaat nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Person führen würde. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und dringende medizinische Behandlung er- achtet, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz ab- solut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls noch nicht vor, wenn im Zielstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizi- nische Behandlung möglich ist (vgl. die publizierte Praxis des Bundesver- waltungsgerichts unter BVGE 2011/50 E. 8.3, 2009/52 E. 10.1, 2009/51 E. 5.5, 2009/28 E. 9.3.1 und 2009/2 E. 9.3.2). Bulgarien verfügt über die notwendige medizinische Infrastruktur zur Be- handlung von psychischen Leiden. Die Beschwerdeführerin hat das Ge- richt nicht davon überzeugt, dass sie in Bulgarien keinen Zugang zu einer medizinischen Behandlung hätte, welche zur Gewährleistung einer men- schenwürdigen Existenz gegebenenfalls notwendig ist. Bei dieser Sach- lage besteht auch kein Anlass zur Einholung individueller Garantien der bulgarischen Behörden. 8.3.4 Betreffend die befürchtete Bedrohung in Bulgarien durch ihren Ehe- mann ist in Übereinstimmung mit den Ausführungen der Vorinstanz sodann festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin sich bei Bedarf in Bulgarien an E-1760/2025 Seite 14 die zuständigen Stellen, welche als schutzfähig und schutzwillig zu erach- ten sind, wenden und falls nötig auch den Rechtsweg beschreiten kann. 8.3.5 Insgesamt ist nicht davon auszugehen, die Beschwerdeführerin ge- rate bei einer Rückkehr nach Bulgarien in eine existenzgefährdende Situ- ation. An dieser Einschätzung ändern die von der Beschwerdeführerin the- matisierten Länderberichte nichts . Die Vorinstanz hat in diesem Zusam- menhang richtigerweise darauf hingewiesen, dass diese nicht eine auf ih- ren Einzelfall bezogene Situation begründen und keine Abweichung der aktuellen Einschätzung der Situation in Bulgarien rechtfertigen. 8.3.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, die gesetzliche Vermutung gemäss Art. 83 Abs. 5 AIG, dass der Vollzug der Wegweisung in den EU-Staat Bulgarien zumutbar ist, umzustossen. 8.4 Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als möglich zu erachten (vgl. Art. 83 Abs. 2 AIG). 8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die ange fochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung ist abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – von vornherein aussichtslos waren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 Vw VG nicht erfüllt sind. Das Gesuch um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht wird mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache gegenstandslos. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdefüh- rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest- zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten E-1760/2025 Seite 15 und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-1760/2025 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versa nd des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Roswitha Petry Flavia Mark Versand: