B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-5204/2019 U r t e i l v o m 7 . J u l i 2 0 2 1 Besetzung Richterin Marianne Ryter (Vorsitz), Richter Keita Mutombo, Richter Raphaël Gani, Gerichtsschreiberin Anna Strässle. Parteien A._______ AG, (…), Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössische Zollverwaltung EZV, Dienstbereich Grundlagen, Sektion Recht, Taubenstrasse 16, 3003 Bern, Vorinstanz, Gegenstand Zolltarif; chirurgische Markierstifte. A-5204/2019 Seite 2 Sachverhalt: A. Die A._______ AG hat ihren Sitz in (Sitz) und ist seit dem 2 3. Dezember 1992 im Handelsregister des Kantons (…) eingetragen. Sie bezweckt ge- mäss Handelsregister unter anderem (Zweck). B. B.a Mit amtlichem Fragebogen stellte die A._______ AG (nachfolgend: Ge- suchstellerin) am 1. April 2019 bei der Zollkreisdirektion (…) (nachfolgend: ZKD) eine Tarifanfrage im Sinne von Art. 20 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 (ZG, SR 631.0). Sie beschrieb die Ware im Fragebogen wie folgt: Zum Einmalgebrauch bestimmte sterile chirurgi sche Markierstifte zur ge- nauen und zuverlässigen Markierung der Eins chnittstelle vor der Opera- tion. Der Tarifanfrage lag eine Konformitätserklärung des amerikanischen Liefe- ranten vom 24. September 2016 bei, in welcher bestätigt wird, dass die verschiedenen aufgeführten Erzeugnisse – so unter anderem auch die chi- rurgischen Markierstifte – die Anforderungen an Medizinprodukte im Sinne der Richtlinie 93/42/EWG Anhang V erfüllen. B.b Die Gesuchstellerin schlug zur Einreihung die Tarifnummer 9018.9000 vor. C. Mit Schreiben vom 25. April 2019 (per E-Mail am 26. April 2019 verschickt) erteilte die ZKD der Gesuchstellerin eine verbindliche Zolltarifauskunft und reihte die chirurgischen Markierstifte – entgegen dem Vorschlag der Ge- suchstellerin – in die Tarifnummer 9608.2000 ein. Sie begründete dies ins- besondere damit, dass laut Erläuterungen zur Tarifnummer 9018 nur Wa- ren zählten, «wenn ihre Bestimmung zu medizinischen und chirurgischen Zwecken eindeutig erkennbar » sei. Alleine mit der sterilen Aufmachung lasse sich eine Einreihung in die Tarifnummer 9018 aber nicht begründen. Somit erfolge eine solche als Markierstift ins Kapitel 96. D. Mit Schreiben vom 30. April 2019 und unter Bezugnahme auf das gleichen- tags erfolgte Telefongespräch zwischen der Gesuchstelleri n und dem für die Zolltarifauskunft verantwortlichen Sachbearbeiter teilte die Gesuchstel- lerin mit, dass sie die Einstufung in die Tarifnummer 9608.2000 nicht nach- vollziehen könne und berief sich ferner auf Art. 21 der Zollverordnung vom A-5204/2019 Seite 3 1. November 2006 ( ZV, SR 631.01). Sodann machte die Gesuchstellerin auf die «fehlende» Rechtsmittelbelehrung aufmerksam und bat um ent- sprechende Informationen. E. Die ZKD überwies die Sache zur Prüfung der Tarifierung bzw. der Einrei- hungspraxis und zum Erlass einer Auskunftsv erfügung an die Oberzolldi- rektion (OZD) der Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) und informierte die Gesuchstellerin mit Schreiben vom 2. Mai 2019 darüber. F. Mit Schreiben vom 16. Mai 2019 teilte die OZD /EZV der Gesuchstellerin mit, dass eine auf schriftlich e Anfrage erteilte schriftliche Zolltarifauskunft keine beschwerdefähige Verfügung darstelle und daher keine Rechtsmit- telbelehrung enthalte. Auf Ersuchen habe die Zollverwaltung allerdings – vorbehältlich des Grundsatzes der Subsidiarität der Feststellungs verfü- gung gegenüber der rechtsgestaltenden Verfügung – eine anfechtbare Auskunftsverfügung zu erlassen. Hinsichtlich der Zolltarifierung machte die OZD/EZV die Gesuchstellerin auf das Urteil des Bundesverwaltungsge- richts A-1635/2015 vom 11. April 2016 aufmerksam, gemäss welchem chi- rurgische Markierstifte in die Tarifnummer 9608.2000 einzureihen seien und führte aus, dass sich die von der Zolltarifauskunft vom 25. April 2019 erfassten Markierstifte in keiner für die Tarifierung relevanten Weise von den damalig streitgegenständlichen unterscheiden würden. Die OZD/EZV bat die Gesuchstellerin um Mitteilung, ob diese die Angelegenheit bei die- ser Sachlage weiterverfolge wolle und gab ihr bejahendenfalls zudem Ge- legenheit, ihren Standpunkt noch zu begründen. Schliesslich machte die OZD/EZV die Gesuchstellerin darauf aufmerksam, dass zwischen der Ein- reihung im Zolltarif und Art. 21 ZV kein Zusammenhang bestehe. G. Mit Schreiben vom 22. Mai 2019 liess die G esuchstellerin verlauten, bei den in der Konformitätserklärung aufgeführten Erzeugnissen handle es sich eindeutig um Medizinprodukte. Sie – die Gesuchstellerin – verwies diesbezüglich einerseits auf die CE -Kennzeichnung «CE-0086», welche für die Konformität als Medizinprodukt gemäss Medizinprodukteverord- nung vom 1. Juli 2020 (MepV, SR 812.213) stehe und andererseits auf die Gebrauchsanweisung, welche das Produkt als Medizinprodukt bezeichne. Schliesslich machte sie auf die Tatsache aufmerksam, dass das Produkt für seinen Verwendungszweck als Medizinprodukt steril geliefert werde. A-5204/2019 Seite 4 H. Mit Auskunftsverfügung vom 30. September 2019 reihte die OZD/EZV die streitgegenständlichen chirurgischen Markierstifte in die Tarifnummer 9608.2000 ein. Darin hielt sie unter anderem fest, die chirurgischen Mar- kierstifte seien in die Nummer mit der genaueren Warenbezeichnung – vor- liegend in die Tarifnummer 9608 – einzureihen. I. Gegen die Auskunftsverfügung vom 30. September 2019 erhob die Ge- suchstellerin (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 7. Okto- ber 2019 vor Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragt sinn- gemäss, die angefochtene Auskunftsverfügung sei aufzuheben und die chirurgischen Markierstifte in die Tarifnummer 9018.9000 einzureihen. Letztere gälten nämlich als Medizinprodukte. J. Mit Vernehmlassung vom 2 0. November 2019 beantragt die OZD /EZV (nachfolgend auch: Vorinstanz) die kostenfällige Abweisung der Be- schwerde vom 7. Oktober 2019 und verweist zur Begründung vollumfäng- lich auf die Erwägungen der angefochtenen Verfügung. K. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligt en und die vorliegenden Akten wird – soweit entscheidrelevant – im Folgenden eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezem- ber 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) gege- ben ist (Art. 31 VGG). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor und die ange- fochtene Auskunftsverfügung vom 30. September 2019 stellt eine Verfü- gung im Sinne von Art. 5 VwVG dar (Urteil des BGer 2C_423/2012 vom 9. Dezember 2012 E. 3.7; vgl. nachfolgend eingehender: E. 2.1). Die Vor- instanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwal- tungsgericht ist somit zur Behandlung der Beschwerde zuständig. A-5204/2019 Seite 5 1.2 1.2.1 Die Tarifeinreihung einer Ware erfolgt grundsätzlich im Rahmen der Zollveranlagung anlässlich der Einfuhr (vgl. nachfolgend zur verbindlichen Tarifauskunft: E. 2.1). Die Vorschriften des VwVG finden gemäss dessen Art. 3 Bst. e auf das Verfahren der Zollveranlagung keine Anwendung. Die- ser Vorbehalt gilt jedoch nicht für das Rechtsmittelverfahren (inkl. das ver- waltungsinterne Beschwerdeverfahren), sondern nur für das eigentliche bzw. ergänzende Zollveranlagung sverfahren ( vgl. auch: Art. 116 Abs. 4 ZG; statt vieler: Urteile des BVGer A -1635/2015 vom 11. April 2016 E. 1.2.1 f. und A-5907/2013 vom 4. April 2014 E. 1.3.1 f., je mit weiteren Hinweisen; MARTIN KOCHER, in: Kocher/Clavadetscher, Zollgesetz [ZG], Bern 2009 [nachfolgend: Kommentar ZG], Art. 116 N. 9 f.). 1.2.2 Das vorliegende Verfahren richtet sich somit – soweit das VGG nichts anderes bestimmt – nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG). 1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be- schwerdeführung legitimiert. Die Beschwerde wurde zudem frist- und form- gerecht eingereicht (vgl. Art. 20 i.V.m. Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf das Rechtsmittel ist somit einzutreten. 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent- scheid grundsätzlich in vollem Umfang. Die Beschwerdeführerin kann mit der Beschwerde neben der Verletzung von Bundesrecht auch die unrich- tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sowie die Unangemessenheit rügen (vgl. Art. 49 VwVG). 2. 2.1 Die Tarifierung kann mitunter schwierig und aufwändig sein, weshalb die Wirtschaftsteilnehmenden die Möglichkeit haben, einen schriftlichen Antrag für eine verbindliche Tarifauskunft bei der Zollverwaltung zu stellen (BARBARA SCHMID, Kommentar ZG , Art . 19 N. 22 mit Hinweisen). Laut Art. 20 Abs. 1 ZG erteilt die Zollverwaltung auf diese schriftliche Anfrage hin eine schriftliche Auskunft unter anderem über die zolltarifarische Ein- reihung. Hierbei kommt unter Vorbehalt von Art. 20 Abs. 3-5 ZG einzig schriftlich erteilten Auskünften Rechtsverbindlichkeit zu (vgl. zur Geltung in zeitlicher und sachlicher Hinsicht: KOCHER, Kommentar ZG, Art. 20 N. 9 ff.). Gerichtlich überprüfbar ist die Auskunft jedoch erst, wenn sie in Form einer anfechtbaren Verfügung im S inne von Art. 5 VwVG ausgestaltet ist. Das A-5204/2019 Seite 6 Bundesgericht hat in seinem Urteil 2C_423/2012 vom 9. Dezember 2012 E. 3.7 erkannt, dass die Zollverwaltung auf Ersuchen eine Auskunftsverfü- gung im Sinne von Art. 5 VwVG zu erlassen hat. Die Behörde kann jedoch auch von Amtes wegen eine solche Feststellungsverfügung erlassen , wenn sie ein öffentliches Feststellungsinteresse aufzeigt (Art. 25 Abs. 1 VwVG, vgl. BGE 137 II 199 E. 6.5.1 mit Hinweisen; zum Ganzen ausführ- lich: Urteil des BVGer A-3459/2014 vom 11. Februar 2015 E. 2.1.1). Die angefochtene Auskunftsverfügung der Vorinstanz vom 30. September 2019 entspricht unbestrittenermassen den materiellen Kriterien gemäss Art. 5 VwVG und enthält die in Art. 35 VwVG genannten formellen Ele- mente (vgl. hierzu ausführlich: Urteil des BVGer A-3459/2014 vom 11. Feb- ruar 2015 E. 2.1.2 f.). Sodann hat die Beschwerdeführerin um eine solche ersucht. 2.2 Jede Wareneinfuhr über die schweizerische Zollgrenze unterliegt grundsätzlich der Zollpflicht (vgl. Art. 7 ZG). Die Waren müssen nach dem ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz vom 9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) veranlagt werden. Gemäss Art. 1 Abs. 1 ZTG sind alle Waren, die über die schweizerische Zollgrenze ein- und ausgeführt werden, nach dem Gene- raltarif zu verzollen, welcher in den Anhängen 1 und 2 des ZTG enthalten ist. 2.3 Unter dem Begriff Generaltarif (vgl. dazu auch Art. 3 ZTG) ist ein unter Beachtung der inländischen Gesetzgebung und unter Berücksichtigung der nationalen Bedürfnisse geschaffener Zolltarif zu verstehen. Er enthält die Tarifnummern, die Bezeichnungen der Waren, die Einreihungsvor- schriften, die Zollkontingente sowie die höchstmöglichen Zollansätze, wie sie grösstenteils im Abkommen vom 15. April 1994 zur Errichtung der Welt- handelsorganisation (GATT/WTO -Abkommen, SR 0.632.20, für die Schweiz in Kraft getreten am 1. Juli 1995) konsolidiert worden sind. Die Struktur des Generaltarifs basiert auf der Nomenklatur des internationalen Übereinkommens vom 14. Juni 1983 über das Harmonisierte System zur Bezeichnung und Codierung der Waren (nachfolgend: HS -Übereinkom- men, SR 0.632.11, für die Schweiz in Kraft getreten am 1. Januar 1988; vgl. statt vieler: Urteile des BVGer A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.2, A-5624/2018 vom 19. Juli 2019 E. 4.1 und A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.1.1). A-5204/2019 Seite 7 Der Gebrauchstarif (vgl. dazu Art. 4 ZTG) entspricht im Aufbau dem Gene- raltarif und enthält die aufgrund von vertraglichen Abmachungen ermässig- ten Zollansätze. Er widerspiegelt die in Erlassen festgelegten gültigen Zoll- ansätze (vgl. zum Ganzen auch Botschaft vom 19. September 1994 zu den für die Ratifizierung der GATT/WTO -Übereinkommen [Uruguay -Runde] notwendigen Rechtsanpassungen, BBl 1994 IV 950 ff., 1004 f.; siehe auch Botschaft vom 22. Oktober 1985 betreffend das Internationale Überein- kommen über das Harmonisierte System zur Bezeichnung und Codierung der Waren [HS] sowie über die Anpassung des schweizerischen Zolltarifs, BBl 1985 III 357, 377 f.). Der Gebrauchstarif, der für die Praxis primär re- levant ist, umfasst demnach neben den unverändert gebliebenen Ansätzen des Generaltarifs alle zu einem bestimmten Zeitpunkt handelsvertraglich vereinbarten Zollansätze und die autonom gewährten Zollpräferenzen. Der Gebrauchstarif enthält zudem auch die in besonderen Erlassen geregelten, aufgrund autonomer M assnahmen ermässigten Zollansätze (Urteile des BVGer A -6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.2, A -3404/2017 vom 16. März 2018 E. 2.2 und A -1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.1.1; BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, Wie harmonisiert ist das Harmonisierte System wirklich? in: Zollrevue, 1/2017 S. 12 ff., S. 12; vgl. COTTIER/HER- REN, Kommentar ZG, Einleitung Rz. 103). 2.4 Der Generaltarif wird in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts (AS) nicht veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt durch Verweis (Art. 5 Abs. 1 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 [PublG, SR 170.512]). Der Generaltarif kann jedoch mitsamt seinen Änderungen bei der OZD ein- gesehen oder im Internet abgerufen werden (www.ezv.admin.ch bzw. www.tares.ch). Dasselbe gilt für den Gebrauchstarif (Art. 15 Abs. 2 und An- hänge 1 und 2 ZTG). Trotz fehlender Veröffentlichung in der AS kommt dem Generaltarif Gesetzesrang zu (statt vieler: BGE 142 II 433 E. 5; Urteile des BVGer A -6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.3, A -3404/2017 vom 16. März 2018 E. 2.3 und A -1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.1.2; BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, a.a.O., S. 12). 2.5 2.5.1 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens (E. 2.3) – darunter die Schweiz – sind verpflichtet, ihre Tarifnomenklaturen mit dem Harmonisier- ten System in Übereinstimmung zu bringen und beim Erstellen der natio- nalen Tarifnomenklatur alle Nummern und Unternummern des Harmoni- sierten Systems sowie die dazugehörenden Codenummern zu verwenden, ohne dabei etwas hinzuzufügen oder zu ändern. Sie sind weiter verpflich- tet, die allgemeinen Vorschri ften für die Auslegung des Harmonisierten A-5204/2019 Seite 8 Systems (vgl. nachfolgend: E. 2.5.4) sowie alle Abschnitt-, Kapitel- und Un- ternummern-Anmerkungen anzuwenden. Sie dürfen den Geltungsbereich der Abschnitte, Kapitel, Nummern oder Unternummern des Harmonisierten Systems nicht verändern und haben seine Nummernfolge einzuhalten (Art. 3 Ziff. 1 Bst. a des HS -Übereinkommens; vgl. zum Ganzen: Urteile des BVGer A-703/2019 vom 8. Juni 2020 E. 2.2.1, A-6248/2018 vom 8. Ja- nuar 2020 E. 3.4.1 und A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.2.1; BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, a.a.O., S. 14). 2.5.2 Die Nomenklatur des Harmonisierten Systems bildet somit die syste- matische Grundlage des schweizerischen Generaltarifs, dessen Kodierung durchwegs als achtstellige Tarifnummer pro Warenposition ausgestaltet und damit gegenüber der sechsstelligen Nomenklatur des Harmonisierten Systems um zwei Stellen verfeinert ist. Somit ist die schweizerische No- menklatur bis zur sechsten Ziffer völkerrechtlich bestimmt. Die siebte und achte Position bilden schweizerische Unternummern, denen grundsätzlich ebenso Gesetzesrang zukommt, soweit sie mit Erlass des ZTG geschaffen worden sind. Da sowohl Bundesgesetze als auch Völkerrecht für die Zoll- verwaltung und alle anderen Rechtsanwender nach dem s og. Anwen- dungsgebot massgebendes Recht darstellen, ist diesfalls das Bundesver- waltungsgericht an die gesamte achtstellige Nomenklatur gebunden (Art. 190 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; vgl. statt vieler: Urteile des BVGer A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.4.2 und A-5624/2018 vom 19. Juli 2019 E. 4.4; vgl. auch REMO ARPAGAUS, Zollrecht, 2. Auf. 2007, Rz. 578). 2.5.3 Die Vertragsstaaten des HS -Übereinkommens beabsichtigen eine einheitliche Auslegung der völkerrechtlich festgelegten Nomenklatur (vgl. Art. 7 Ziff. 1 Bst. b und c und Art. 8 Ziff. 2 des HS-Übereinkommens). Hierzu dienen unter anderem die «Avis de classement» (nachfolgend: Ein- reihungsavisen) und die «Notes explicatives du Système Harmonisé» (nachfolgend: Erläuterungen), welche vom Rat für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Zollwesens (Weltzollrat; heute: Weltzollorganisation) auf Vorschlag des Ausschusses des Harmonisierten Systems genehmigt wor- den sind (Art. 1 Bst. e und f i.V.m. Art. 7 Ziff. 1 Bst. a-c i.V.m. Art. 8 Ziff. 2 und 3 des HS -Übereinkommens; Urteil des BVGer A -1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.2.2). Diese Vorschriften sind als internationales Staats- vertragsrecht für das Bundesverwaltungsgericht verbindlich. Die Vertrags- staaten ha ben einzig nach Art. 7 Ziff. 1 sowie Art. 8 Ziff. 1 und 2 des HS-Übereinkommens die Möglichkeit, die Überprüfung oder Änderung der Erläuterungen und der Einreihungsavisen zu veranlassen. Dennoch bleibt A-5204/2019 Seite 9 Raum für nationale Regelungen. So kann die OZD zum Beispiel zusätzlich sog. schweizerische Erläuterungen erlassen. Diese können unter www.tares.ch abgerufen werden. Die schweizerischen Erläuterungen sind als Dienstvorschriften ( ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 579) bzw. Verwaltungsver- ordnungen für die Justizbehörden nic ht verbindlich (zur Rechtsnatur und Bindungswirkung von Verwaltungsverordnungen anstelle vieler: BGE 141 V 175 E. 2.1; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bun- desverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.173 f.; zum Ganzen: Urteile des BVGer A-703/2019 vom 8. Juni 2020 E. 2.2.3 und A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.4.3; BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, a.a.O., S. 17 f.). 2.5.4 Hinsichtlich der Auslegung sehen die von den schweizerischen Zoll- behörden angewendeten «Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des Harmonisierten Systems» (nachfolgend: AV), welche mit den «Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des Harmonisierten Systems» des offiziellen Textes des HS-Übereinkommens übereinstimmen, in Ziff. 1 vor, dass für die Tarifeinreihung einer Ware der Wor tlaut der Nummern und der Ab- schnitt- oder Kapitel-Anmerkungen sowie die weiteren Allgemeinen Vor- schriften, soweit diese dem Wortlaut der Nummern und der Anmerkungen nicht widersprechen, massgebend sind. Bei der Bestimmung der zutreffen- den Tarifnummer ist somit stufenweise in der gesetzlich bzw. staatsvertrag- lich festgelegten Reihenfolge (Tariftext – Anmerkungen – Allgemeine Vor- schriften) vorzugehen. Die nächstfolgende Vorschrift ist immer erst dann heranzuziehen, wenn die vorangehende Bestimmung nicht zum Z iel ge- führt, d.h. keine einwandfreie Tarifierung ermöglicht hat (Urteile des BVGer A-703/2019 vom 8. Juni 2020 E. 2.2.4 und A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.4.4). Auf die Auslegung der schweizerischen Unternummern ist vorliegend nicht einzugehen. 2.5.5 Für di e Tarifeinreihung massgebend ist die Art und Beschaffenheit der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle gestellt worden ist. Auf den Verwendungszweck ist demgegenüber nur dann abzustellen, wenn dies in den einzelnen Tarifpositionen als Einreihun gskriterium aus- drücklich festgehalten ist. Ist Letzteres nicht der Fall, kommt dem Verwen- dungszweck wie auch dem Preis, der Verpackung und der Bezeichnung durch den Hersteller oder Empfänger der Ware lediglich hinweisende, nicht aber ausschlaggebende Bedeu tung zu (statt vieler: Urteile des BVGer A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.4.5, A-3045/2017 vom 25. Juli 2018 E. 2.5.1 und A-3459/2014 vom 11. Februar 2015 E. 2.4.1). A-5204/2019 Seite 10 2.5.6 Kommen für die Einreihung von Waren zwei oder mehrere Nummern in Betracht, sieht Ziff. 3 AV folgende drei Einreihungsmethoden vor: a) Die Nummer mit der genaueren Warenbezeichnung geht vor; b) Waren, die aus verschiedenen Stoffen oder Bestandteilen bestehen, werden nach dem Stoff oder Bestandteil eingereiht, der ihnen ihren wesentlichen Charakter verleiht und c) Die Ware ist der in der Nummernfolge zuletzt genannten gleichermassen in Betracht kommenden Nummer zuzuweisen. Die ge- nannten Vorschriften sind in der aufgeführten Reihenfolge anzuwenden, das heisst, die Vorschrift der Ziff. 3b AV ist nur dann anzuwenden, wenn die Vorschrift der Ziff. 3a AV für die Einreihung keine Lösung gebracht hat usw. Die Vorschriften finden zudem nur Anwendung, wenn sie dem Wort- laut der Nummern und der Abschnitt- oder Kapitel-Anmerkungen nicht wi- dersprechen (hierzu ausführlich statt vieler: Urteil des BVGer A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.4.7 mit weiteren Hinweisen). 2.6 Die Tarifeinreihungen ausländischer Zollbehörden sind für die schwei- zerische Zollverwaltung formell nicht verbindlich. Allerdings müssen sach- lich überzeugende Gründe vorliegen, damit die schweizerische Zollverwal- tung ein identisches Produkt anders qualifiziert, als dies Zollverwaltungen der anderen Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens tun. Auch das Bun- desverwaltungsgericht ist an die Tarifentscheide ausländischer Zollbehör- den oder Gerichte formell nicht gebunden, kann aber ausländische Ent- scheidungen berücksichtigen, soweit diese sachlich und rechtlich überzeu- gen (Urteile des BVGer A -5273/2018 vom 17. Juli 2019 E. 2.3.6, A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.9 und A-3459/2014 vom 11. Februar 2015 E. 2.5; BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, a.a.O., S. 18). 3. 3.1 Dem Abschnitt XVIII «Optische, fotografische oder kinematografische Instrumente, Apparate und Geräte; Mess -, Prüf - oder Präzisionsinstru- mente, -apparate und -geräte; medizinische und chirurgische Instrumente, Apparate und Geräte; Uhrmacherwaren; Musikinstrumente; Teile und Zu- behör für diese Instrumente, Apparate und Geräte », Kapitel 90 des Ge- brauchstarifs war im massgeblichen Zeitpunkt unter anderem folgende Ta- rifnummerneinteilung zu entnehmen: A-5204/2019 Seite 11 90 Optische, fotografische oder kinematografische In- strumente, Apparate und Geräte; Mess -, Prüf - oder Präzisionsinstrumente, -apparate und -geräte; medizi- nische und chirurgische Instrumente, Apparate und Geräte; Teile und Zubehör für diese Instrumente, Ap- parate und Geräte 9018 Instrumente, Apparate und Geräte für medizinische, chirurgische, zahnärztliche oder tierärztliche Zwecke, einschliesslich Apparate und Geräte für die Szintigra- fie und andere elektromedizinis che Apparate und Ge- räte sowie Apparate und Geräte zum Prüfen des Seh- vermögens: 9018.9000 - andere Instrumente, Apparate und Geräte Dem schweizerischen Gebrauchstarif war aus dem Abschnitt XX «Ver- schiedene Waren und Erzeugnisse», Kapitel 96 Folgendes zu entnehmen: 96 Verschiedene Waren 9608 Kugelschreiber; Schreiber und Markierstifte, mit Filz- spitze oder mit anderen porösen Spitzen; Füllfederhal- ter und andere Füllhalter; Durchschreibstifte; Füll- stifte; Federhalter, Bleistifthalter und ähnliche Waren; Teile (einschliesslich Kappen und Klipse) dieser Wa- ren, ausgenommen solche der Nr. 9609: 9608.2000 - Schreiber und Markierstifte, mit Filzspitze oder mit ande- ren porösen Spitzen Für Einfuhren von Waren aus den Vereinigten Staaten der Tarifnum- mer 9018.9000 galt hierbei ein Zollansatz von Fr. 0.-- je 100 kg brutto (Nor- malansatz), für Waren der Tarifnummer 9608.2000 galt ein solcher von Fr. 77.-- je 100 kg brutto (Normalansatz). 3.2 3.2.1 In den Erläuterungen zu Kapitel 90 ist – soweit hier relevant – in Be- zug auf die Tarifnummer 9018 zusammengefasst festgehalten, dass hier- her eine besonders grosse Anzahl von Instrumenten, Apparaten und Gerä- ten gehörten, die in fast allen Fällen üblicherweise die Handhabung durch Ärzte usw. verlangten, um bspw. eine Operation durchzuführen. Hierbei würden in der Human - und Veterinärmedizin zahlreiche Instrumente ver- wendet, die eigentlich Werkzeuge seien, wobei diese Waren nur dann hier- her gehörten, wenn ihre Bestimmung zu medizinischen und chirurgischen Zwecken eindeutig erkennbar sei (vgl. hierzu ausführlich auch: Urteil des BVGer A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.7.2). A-5204/2019 Seite 12 3.2.2 Den Erläuterungen zu Kapitel 96 ist – wiederum soweit vorliegend relevant und stark zusammengefasst – unter Allgemeines zu entnehmen, dieses Kapitel umfasse unter anderem Schreibwaren sowie verschiedene andere Waren, die nicht in anderen Nummern der Nomenklatur erfasst seien. Bezüglich der Tarifnummer 9608 heisst es, zu dieser Nummer ge- hörten unter anderem Schreiber und Markierstifte mit Filzspitze oder mit anderen porösen Spitzen (Ziff. 2; vgl. wiederum ausführlich: Urteil des BVGer A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.7.3). 3.3 Laut Anmerkungen zu Kapitel 96 gehörten nicht zu diesem Kapitel Wa- ren des Kapitels 90 (unter anderem Bürstenwaren, der offensichtlich für medizinische, chirurgische, zahnärztliche oder tierärztliche Zwecke zur Verwendung gelangenden Art [Nr. 9018]; Ziff. 1 Bst. f; siehe auch: Urteil des BVGer A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.6). Den Anmerkungen zu Kapitel 90 lässt sich nichts entnehmen, was sich für den vorliegenden Fall als relevant erweisen würde. 4. Im vorliegenden Fall ist zu klären, ob die chirurgische Markierstifte der Be- schwerdeführerin (vgl. zum Beschrieb: Sachverhalt Bst. B.a) in die Tarif- nummer 9018.9000, so die Meinung der Beschwerdeführerin, oder in die Tarifnummer 9608.2000, so die Auffassung der Vorinstanz, einzureihen sind. 4.1 Die Beschwerdeführerin macht zusammengefasst geltend, Schreiber und Markierstifte, mit Filzspitze oder mit anderen porösen Spitzen laut Ta- rifnummer 9608.2000 könnten nach der aktuellen Gesetzeslage nicht für chirurgische Zwecke verwendet werden. Daher seien die vorliegenden chi- rurgischen Markierstifte, mit CE-Kennzeichnung für die Konformität als Me- dizinprodukt gemäss MepV und entsprechend formulierter Gebrauchsan- weisung, als Medizinprodukt zu sehen und in die Tarifnummer 9018.9000 einzureihen. Die Vorinstanz hält entgegen, für die Tarifeinreihung einer Ware seien ins- besondere der Wortlaut der Nummern sowie der Abschnitt- oder Kapitelan- merkungen massgebend; nicht relevant sei hingegen, ob die Erzeugnisse die Anforderungen an Medizinprodukte erfüllten bzw. mit Letzteren konform seien. Es bestehe auch kein Zusammenhang zwischen der Tarifeinreihung und der in Art. 21 ZV vorgesehenen Zollbefreiung. Die chirurgischen Mar- kierstifte seien sowohl vom Wortlaut der Tarifnummer 9608 als auch von jenem der Tarifnummer 9018 erfasst; diesfalls sei die Ware in die Nummer A-5204/2019 Seite 13 mit der genaueren Warenbezeichnung einzureihen. Vorliegend sei das Bundesverwaltungsgericht bereits im Verfahren A-1635/2015 zum Schluss gekommen, dass der Wortlaut der Tarifnummer 9608 genauer sei. Da sich die gesetzlichen Grundlagen nicht geändert hätten, seien die vorliegenden Markierstifte ebenfalls in diese Tarifnummer einzureihen. 4.2 4.2.1 Massgebend für die Tarifeinreihung einer Ware ist in erster Linie der Wortlaut der Nummern und der Abschnitt - oder Kapitel -Anmerkungen (E. 2.5.4). Vorliegend sind d ie chirurgischen Markierstifte sowohl vom Wortlaut der Tarifnummer 9018.9000, als auch von jenem der Tarifnum- mer 9608.2000 erfasst (vgl. bereits: Urteil des BVGer A -1635/2015 vom 11. April 2016 E. 6.1.3). Auch die Erläuterungen zu Kapitel 90 sowie 96 (E. 3.2) sowie die Anmerkungen (E. 3.3) lassen keine eindeutige Tarifein- reihung der Markierstifte zu, weshalb in der gesetzlich bzw. staatsvertrag- lich festgelegten Reihenfolge die Allgemeinen Vorschriften, so weit diese dem Wortlaut der Nummern und der Anmerkungen nicht widersprechen, massgebend sind (E. 2.5.4; vgl. auch: Urteil des BVGer A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 6.2). 4.2.2 4.2.2.1 Die Allgemeinen Vorschriften bestimmen in deren Ziff. 3a, dass , wenn für die Einrei hung von Waren zwei oder mehrere Nummern in Be- tracht kommen, die Ware in die Nummer mit der genaueren Warenbezeich- nung einzureihen ist. Hierbei sind – wie bereits in Erwägung 2.5.6 aufge- zeigt – die Vorschriften der Ziff. 3b und Ziff. 3c AV nur dann anzuwenden, wenn diejenige der Ziff. 3a bzw. Ziff. 3b AV für die Einreihung keine Lösung gebracht haben (vgl. auch: Urteil des BVGer A -1635/2015 vom 11. April 2016 E. 6.3.1). 4.2.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits in seinem Urteil A-1635/2015 vom 11. April 2016 festgestellt, dass die Tarifnum- mer 9018.9000, welche von «andere[n] Instrumente[n], Apparate[n] und Geräte[n]» spreche, keine sehr genaue Warenbezeichnung enthalte . Die Erläuterungen sprächen denn auch von einer besonders grossen Anzah l von Instrumenten udgl. (vgl. E. 3.2.1). Dies ganz im Gegensatz zum Wort- laut der Tarifnummer 9608.2000, welcher sich insbesondere auf «Schrei- ber und Markierstifte» beziehe und somit genauer sei. D ie chirurgischen Markierstifte seien laut der Vorschrift der Ziff. 3a AV folglich in die Tarifnum- mer 9608.2000 einzureihen (ausführlich: Urteil des BVGer A -1635/2015 vom 11. April 2016 E. 6.3.2 f.). A-5204/2019 Seite 14 4.2.3 Unbestritten ist vorliegend zu Recht, dass sich die relevanten gesetz- lichen Grundlagen (vgl. hierzu bereits: E. 2 un d 3) seit dem Urteil A-1635/2015 vom 11. April 2016 nicht geändert haben. Sodann ist der Vor- instanz beizupflichten, dass kein Zusammenhang zwischen der Tarifeinrei- hung und der in Art. 21 ZV vorgesehenen Zollbefreiung besteht. Für die Tarifeinreihung sind die bereits erwähnten gesetzlichen Grundlagen rele- vant. In sachverhaltlicher Hinsicht bringt die Beschwerdeführerin jedenfalls nichts vor und es ergibt sich auch nicht aus den Akten , dass sich die vor- liegend streitgegenständlichen chirurgischen Markierstifte nicht mit jenen im Verfahren A-1635/2015 vergleichen lassen bzw. sich in einer für die Ta- rifierung relevanten Art und Weise von den damalig streitgegenständlichen unterscheiden würden. Die vorliegenden chirurgischen Markier stifte sind daher in die Tarifnummer 9608.2000 einzureihen. Hieran vermag auch der Hinweis der Beschwerdeführerin auf den Verwen- dungszweck bzw. die Konformität als Medizinprodukt und die Gebrauchs- anweisung nichts zu ändern: Rechtsprechungsgemäss und wie bereits mit Urteil des BVGer A-1635/2015 vom 11. April 2016 festgestellt, kommt der sterilen Verpackung der streitbetroffenen Markierstifte (vgl. insb. E. 6.1.2 des erwähnten Urteiles) sowie der Bezeichnung durch den Hersteller der Ware – vorliegend im Rahmen seiner Gebrauchsanweisung – für die Ta- rifeinstufung lediglich hinweisende, nicht aber ausschlaggebende Bedeu- tung zu. Da vorliegend der Verwendungszweck – hier als Medizinprodukt – in den Tarifpositionen nicht als Einreihungskriterium ausdrücklich festge- halten ist, kommt auch ihm lediglich hinweisende Bedeutung zu (vgl. auch: E. 2.5.5). 4.3 Nach dem Gesagten sind die streitgegenständlichen chirurgischen Markierstifte – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – der Zolltarifnum- mer 9608.2000 zuzuordnen und die Beschwerde ist abzuweisen. 5. 5.1 Ausgangsgemäss sind die auf Fr. 1’000.-- festzusetzenden Verfahrens- kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfah- renskosten zu verwenden. 5.2 Weder der unterliegenden Beschwerdeführerin noch der Vorinstanz ist eine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten A-5204/2019 Seite 15 und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltung sgericht [VGKE, SR 173.320.2] e contrario und Art. 7 Abs. 3 VGKE). 6. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet über Tarifstreitigkeiten im Sinne von Art. 83 Bst. l des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) letztinstanzlich. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1’000.-- werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Der Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezahlung der Ver- fahrenskosten verwendet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Marianne Ryter Anna Strässle Versand: