9. März 1999N 223 Postulat WAK-NR (98.033) Amtliches Bulletin der Bundesversammlung des Gegenrechtes im konkreten Fall nicht abschliessend be- urteilt werden kann. Das ist ein grosser Mangel. Des weiteren ist die EBK im Gegenzug nicht immer daran interessiert, je- dem Land beziehungsweise jeder Aufsichtsbehörde, die Ge- genrecht gewährt, auch die Vor-Ort-Kontrolle gestatten zu müssen. Wir binden uns hier auch selber. Das mögen alle, die das so wichtig finden, auch bedenken. Es ist zudem im Hinblick auf die Gatt-WTO-Abkommen sehr problematisch. Wir haben darüber in der Botschaft berichtet. Zur Frage der zwingenden Begleitung durch die EBK oder die Revisionsstelle: Prima vista leuchtet das ein, und ich habe für die Ängste Verständnis, die hinter diesem Antrag stehen. Aber eines ist klar: Damit die EBK überhaupt die Zustimmung zur Vor-Ort-Kontrolle gibt, muss das Einsichtsbegehren klar definiert und abgegrenzt sein, und eine Begleitung ist schon deshalb nicht zwingend notwendig. Die betroffene Bank kann, wenn sie nicht einverstanden ist, von der EBK eine Verfügung verlangen, eine zwingende Begleitung, und das ist ein wichtiger Grund. Das würde die ohnehin bald horren- den Kosten für alle diese Aufsichtstätigkeiten noch weiter an- steigen lassen, und wir müssen ja die Kapazitäten der EBK ausweiten. Aber ich möchte die EBK-Kapazität nicht mit Be- gleiterinnen und Begleitern erweitern, sondern mit Fachleu- ten, die in viel wesentlicheren Bereichen tätig sind. Wo es nö- tig ist, kann die EBK die Begleitung sicherstellen. So gesehen wird in der Differenzbereinigung dieses Problem wahrscheinlich noch einmal auf Sie zukommen. Angenommen – Adopté Namentliche Gesamtabstimmung Vote sur l’ensemble, nominatif (Ref.: 2872) Für Annahme des Entwurfes stimmen – Acceptent le projet: Ammann Schoch, Antille, Bangerter, Beck, Binder, Blaser, Blocher, Bonny, Bortoluzzi, Brunner Toni, Bührer, Cavadini Adriano, Christen, Columberg, Comby, David, Debons, Dett- ling, Donati, Dormann, Ducrot, Dünki, Dupraz, Durrer, Eber- hard, Engelberger, Fasel, Fehr Lisbeth, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seengen, Florio, Friderici, Fritschi, Gadient, Giezen- danner, Gros Jean-Michel, Guisan, Gusset, Hasler Ernst, Heim, Hess Otto, Hess Peter, Hochreutener, Hollenstein, Imhof, Kalbermatten, Kühne, Kunz, Langenberger, Lauper, Lötscher, Maitre, Meier Hans, Mühlemann, Müller Erich, Nabholz, Ostermann, Pelli, Philipona, Raggenbass, Ruck- stuhl, Sandoz Marcel, Schenk, Scheurer, Schlüer, Schmid Samuel, Schmied Walter, Steiner, Stucky, Suter, Theiler, Tschuppert, Vetterli, Vogel, Weigelt, Weyeneth, Widrig, Wit- tenwiler, Wyss, Zapfl, Zwygart (81) Dagegen stimmen – Rejettent le projet: Aguet, Banga, Baumann Ruedi, Baumann Stephanie, Borel, Carobbio, de Dardel, Fässler, Fehr Jacqueline, Geiser, Gen- ner, Goll, Grobet, Gross Andreas, Gross Jost, Gysin Remo, Haering Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Hubmann, Jans, Jaquet, Leemann, Leuenberger, Maury Pasquier, Rechstei- ner Rudolf, Roth, Ruffy, Semadeni, Spielmann, Strahm, Stump, Tschäppät, Vermot, Vollmer, von Allmen, Weber Agnes, Widmer, Zbinden (39) Der Stimme enthalten sich – S’abstiennent: Béguelin, Gonseth, Kuhn, Meyer Theo, Rennwald, Steffen (6) Entschuldigt/abwesend sind – Sont excusés/absents: Aeppli, Alder, Aregger, Baader, Baumann Alexander, Baum - berger, Berberat, Bezzola, Bircher, Borer, Bosshard, Bühl- mann, Burgener, Cavalli, Chiffelle, Deiss, Dreher, Egerszegi, Eggly, Ehrler, Engler, Epiney, Eymann, Fankhauser, Fehr Hans, Föhn, Freund, Frey Claude, Frey Walter, Grendel- meier, Grossenbacher, Günter, Gysin Hans Rudolf, Hegetschweiler, Herczog, Jeanprêtre, Jutzet, Keller Chri- stine, Keller Rudolf, Kofmel, Lachat, Leu, Loeb, Marti Wer- ner, Maspoli, Maurer, Moser, Müller-Hemmi, Oehrli, Pidoux, Pini, Randegger, Ratti, Rechsteiner Paul, Ruf, Rychen, Scherrer Jürg, Schmid Odilo, Seiler Hanspeter, Simon, Speck, Stamm Judith, Stamm Luzi, Steinegger, Steinemann, Teuscher, Thanei, Tschopp, Vallender, von Felten, Waber, Wiederkehr, Ziegler (73) Präsidium, stimmt nicht – Présidence, ne vote pas: Heberlein (1) Abschreibung – Classement Antrag des Bundesrates Abschreiben der parlamentarischen Vorstösse gemäss Brief an die eidgenössischen Räte Proposition du Conseil fédéral Classer les interventions parlementaires selon lettre aux Chambres fédérales Angenommen – Adopté An den Ständerat – Au Conseil des Etats 99.3006 Postulat WAK-NR (98.033) Eigenmittelanforderungen an Banken. Aufsicht von Allfinanzunternehmen Postulat CER-CN (98.033) Fonds propres des banques. Surveillance des sociétés de bancassurance __________________________________________________________ Wortlaut des Postulates vom 26. Januar 1999 1. Der Bundesrat wird ersucht, dem Parlament in Zusam - menarbeit mit den betroffenen Kreisen einen Bericht über das Bankwesen vorzulegen. Darin soll er insbesondere die Eigenmittelanforderungen prüfen, die sich im Zusammen- hang mit den von den Banken auf eigene Rechnung durch- geführten Hochrisikogeschäften und mit den Systemrisiken stellen. Gegebenenfalls unterbreitet er dem Parlament Mass- nahmen zur Verringerung der Risiken solcher Geschäfte. 2. Der Bundesrat wird ebenfalls beauftragt, dahingehend zu wirken, dass bei den Verhandlungen des Basler Ausschus- ses eine generelle Verstärkung der Eigenmittelanforderun- gen an international tätige Banken und Finanzinstitute vertre- ten wird. 3. Schliesslich wird der Bundesrat beauftragt, dem Parlament einen Vorschlag zur gesetzlichen Regelung der Aufsicht von Allfinanzunternehmen vorzulegen. Texte du postulat du 26 janvier 1999 1. Le Conseil fédéral est prié de présenter au Parlement un rapport sur les banques élaboré en collaboration avec les mi- lieux concernés. Dans ce rapport, il examinera notamment les exigences que posent aux fonds propres les opérations à haut risque, que les banques effectuent pour leur propre compte, et les dangers de ce système. Le cas échéant, il sou- mettra au Parlement des mesures pour réduire les risques liés à ces opérations. 2. Le Conseil fédéral est également prié de défendre un ren- forcement général des exigences concernant les fonds pro- pres des banques et des instituts financiers qui opèrent à l’échelle internationale, au cours des négociations du Comité de Bâle.Motion groupe socialiste 224 N9 mars 199 9 Bulletin officiel de l’Assemblée fédérale 3. Enfin, le Conseil fédéral présentera au Parlement un projet de loi régissant la surveillance des sociétés de bancassu- rance. Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort. Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 24. Februar 1999 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Déclaration écrite du Conseil fédéral du 24 février 1999 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat. Überwiesen – Transmis 97.3659 Motion sozialdemokratische Fraktion Neubeurteilung des Status der Kantonalbanken durch den Bundesrat Motion groupe socialiste Redéfinition du statut des banques cantonales par le Conseil fédéral __________________________________________________________ Wortlaut der Motion vom 19. Dezember 1997 Mit der Fusion von UBS und SBV verschlechtert sich die Ver- sorgung der KMU mit Krediten weiter. Der Bundesrat wird da- her aufgefordert, auf seine Beschlüsse vom 22. Oktober 1997 betreffend den neuen Status der Kantonalbanken zu- rückzukommen und den Titel «Kantonalbank» mit einem kla- ren volkswirtschaftlichen Leistungsauftrag zu verbinden, der die Versorgung der jeweiligen Regionen und der KMU mit Krediten zu vernünftigen Konditionen sichert. Darüber hinaus darf eine Bank ohne Staatsgarantie den Titel «Kantonal- bank» nicht tragen. Wir fordern den Bundesrat auf, den Auftrag an das EFD zur Änderung des Bankengesetzes neu zu formulieren oder auf eine Revision zu verzichten. Texte de la motion du 19 décembre 1997 La fusion de l’UBS et de la SBS ne va qu’aggraver la situation des PME qui cherchent à obtenir des crédits. C’est pourquoi le Conseil fédéral est prié de revenir sur ses décisions du 22 octobre 1997 concernant le nouveau statut des banques cantonales et de faire en sorte que ces dernières reçoivent désormais un mandat de prestations clair en matière écono- mique, mandat qui garantisse aux PME et aux régions la pos- sibilité d’obtenir des crédits à des conditions raisonnables. En plus, aucune banque ne devra pouvoir porter le titre de banque cantonale si elle ne bénéficie pas de la garantie de l’Etat. Nous chargeons le Conseil fédéral de reformuler le mandat qu’il a confié au DFF, à savoir la révision de la loi sur les ban- ques, ou de renoncer purement et simplement à cette révision. Sprecherin – Porte-parole: Vermot Schriftliche Begründung Mit seinem Auftrag vom 22. Oktober 1997 will der Bundesrat den Kantonalbankbegriff im Sinne einer Deregulierung zu ei- nem Zeitpunkt aufweichen, in dem sich die Kreditversorgung der KMU vor allem als Folge der restriktiven Praxis der Grossbanken dramatisch verschlechtert. Trotz aller Beteue- rung vor allem der Grossbanken, insbesondere von UBS und SBV, das KMU-Geschäft nicht abzugeben, ist klar, dass die- ses Geschäft beim Ziel einer Eigenkapitalrendite von 15 bis 20 Prozent noch uninteressanter wird bzw. mit unerträglichen Kreditkonditionen verbunden wird. In dieser Situation müssen sich die Kantonalbanken erst recht auf ihre angestammte Aufgabe zurückbesinnen, d.h. ihre Region und die KMU mit Krediten zu vernünftigen Konditionen versorgen. Die vorgesehene Privatisierung bis zu 70 Prozent und die damit verbundene Börsenkurspflege (Shareholder value), sowie der allfällige Wegfall der Staats- garantie sind mit dieser Aufgabe nicht vereinbar. Die vom Bundesrat in die Wege geleitete Revision des Ban- kengesetzes steht somit den aktuellen volkswirtschaftlichen Bedürfnissen unseres Landes diametral entgegen. Développement par écrit Par ses décisions du 22 octobre 1997, le Conseil fédéral en- tend déréglementer le secteur des banques cantonales, à un moment où les PME éprouvent de plus en plus de difficultés à obtenir des crédits, surtout en raison de la politique restric- tive pratiquée par les grandes banques. Malgré les affirma- tions des banques, surtout des grandes banques, et plus par- ticulièrement de l’UBS et de la SBS, qui disent ne pas vouloir renoncer au secteur des PME, il est clair que ce domaine reste pour elles inintéressant et que des banques dont l’ob- jectif est de réaliser des rendements de 15 à 20 pour cent sur leurs fonds propres ne peuvent pas se permettre d’offrir aux PME des conditions de crédit favorables. Face à cette situation, les banques cantonales doivent reve- nir à leur mission traditionnelle, à savoir fournir des crédits à des conditions raisonnables à leur région et aux PME. Le pro- jet de privatisation des banques cantonales, jusqu’à concur- rence de 70 pour cent, la valeur actionnariale liée à ces pri- vatisations et la possible disparition de la garantie de l’Etat sont autant d’éléments incompatibles avec cette mission. La révision de la loi sur les banques lancée par le Conseil fé- déral va donc totalement à contre-courant des besoins éco- nomiques actuels de notre pays. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 27. Mai 1998 Der Bundesrat hatte im Zusammenhang mit der Beantwor- tung diverser parlamentarischer Vorstösse und Anfragen Ge- legenheit, sich zu verschiedenen Aspekten und Konsequen- zen der Fusion der beiden Grossbanken zu äussern. So hat er bereits zur Motion der sozialdemokratischen Fraktion (97.3661) betreffend die Schaffung einer eidgenössischen KMU-Bank festgehalten, dass er die Bedenken bezüglich der Kreditversorgung der KMU versteht, ohne allerdings zu den gleichen Schlüssen wie die Motionäre zu gelangen. Die Schaffung einer KMU-Bank wurde u.a. im Hinblick auf die damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen und Risiken abgelehnt. Bezüglich der Risiken wurde auch auf die Pro- bleme von verschiedenen Kantonalbanken verwiesen, um darzulegen, dass auch staatliche Finanzinstitute nicht in der Lage sind, eine nicht markt- und risikogerechte Kreditpolitik zu verfolgen, wenn ihnen nicht die hierfür notwendigen staat- lichen Förderungsmittel zur Verfügung gestellt werden. Die Motionäre verlangen nun, dass die Kantonalbanken über einen noch zu formulierenden bundesrechtlichen Leistungs- auftrag veranlasst werden, die Versorgung der jeweiligen Re- gionen und der KMU mit Krediten zu vernünftigen Konditio- nen sicherzustellen. Dazu kann folgendes festgestellt wer- den: – Der Bund soll auf diese Weise die Kantonalbanken zwin- gen, Kredite zu gewähren, wo dies die Grossbanken auf- grund ihrer eigenen Markt- und Risikoabklärungen nicht mehr tun. Damit würden aber die risikoträchtigeren Kredite von den Grossbanken zu den Kantonalbanken verschoben, was die nicht gerade erfreuliche Ertragslage von einigen Kantonalbanken und damit deren Probleme noch verschär-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat WAK-NR (98.033) Eigenmittelanforderungen an Banken. Aufsicht von Allfinanzunternehmen Postulat CER-CN (98.033) Fonds propres des banques. Surveillance des sociétés de bancassurance In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1999 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 07 Séance Seduta Geschäftsnummer 99.3006 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.03.1999 - 08:00 Date Data Seite 223-224 Page Pagina Ref. No 20 045 462 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.