A bteilung V E -3480/2006 {T 0/2} U rteil vom 20. Juni 2007 M itw irkung: R ichterin Kojic, R ichter Zoller, R ichterin Luterbacher G erichtsschreiberin Püntener A ._______, Beschw erdeführerin 1 B ._______, Beschw erdeführer 2 C ._______, Beschw erdeführer 3 alle Türkei, vertreten durch G uido Ehrler, Advokat, gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 23. D ezem ber 2003 in Sachen A syl und W egw eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführer, gem äss ihren Angaben Angehörige der arabischen Ethnie und alevitischen G laubens aus (...), H atay, verliessen ihren H eim atstaat am 8. August 2002 und reisten am 14. August 2002 in die Schw eiz ein, w o sie am 15. August 2002 um Asyl nachsuchten. Am 21. August 2002 w urden die Beschw erde- führerin 1 und der Beschw erdeführer 2 in der Em pfangsstelle (heute: Em pfangs- zentrum ) Basel befragt. B. Am 7. M ai 2003 w urde der Beschw erdeführer 2 durch die zuständige kantonale Behörde angehört. Im W esentlichen m achte er geltend, er habe am 23. Juli 2002 im D orf (...) und in (...) Flugblätter verteilt. D abei sei er von der Polizei festgenom m en und auf die Sicherheitsdirektion gebracht w orden, w o m an ihn ge- foltert, geschlagen und bis zum nächsten Tag festgehalten habe. Er sei nach der H erkunft der Flugblätter gefragt w orden, w orauf er zugegeben habe, diese von sei- ner M utter erhalten zu haben. In der Folge sei am 24. Juli 2002 bei ihm zu H ause eine R azzia durchgeführt w orden, w obei die Polizei verschiedene Zeitschriften und Flugblätter beschlagnahm t habe. Zudem habe m an nach seiner M utter, die nicht anw esend gew esen sei, gefragt. Im Ü brigen hätten jew eils am 23. Juli zur Erinne- rung an die Besetzung von H atay D em onstrationen stattgefunden. D ie von ihm verteilten Flugblätter, die anlässlich dieses G edenktages geschrieben w orden sei- en, hätten Parolen betreffend die R echte der arabischen Bevölkerung von H atay enthalten. D ie Flugblätter w ürden jew eils von einer G ruppe nam ens "arabische So- zialisten" produziert. D iese G ruppe existiere zirka seit dem Jahr 2000 und setze sich für die R echte der arabischen Bevölkerung sow ie anderer Ethnien in H atay ein. Im Anschluss an die R azzia vom 24. Juli 2002 sei ihm gedroht w orden, dass m an ihn im W iederholungsfall um bringen w ürde. In der Folge sei das H aus ständig beobachtet w orden, da m an nach seiner M utter gesucht habe. D iese habe sich je- doch m it H ilfe eines O nkels versteckt, w eil sie bereits am 26. Juni 2002 festge- nom m en und dabei gefoltert w orden sei. D am als sei w egen Kontakten seiner M ut- ter m it Kollegen aus der G ruppe der "arabischen Sozialisten" bereits eine R azzia in seinem Elternhaus durchgeführt und dabei seien Zeitschriften, Flugblätter und andere Papiere beschlagnahm t w orden. Er w isse nichts G enaues über die politi- sche Tätigkeit seiner M utter. Aus diesen G ründen habe sein O nkel ihm , seiner M utter (Beschw erdeführerin 1) und seinem Bruder C ._______ (Beschw erdeführer 3) zur Ausreise geraten und diese für sie vorbereitet. C . Aufgrund verschiedener gesundheitlicher Problem e, w elche in einem Arztzeugnis von D r. m ed. (...) vom 2. M ai 2003 attestiert w orden sind, m usste die Befragung der Beschw erdeführerin 1 durch die kantonale Behörde verschoben w erden. In der Folge w urden die folgenden ärztlichen Berichte eingereicht: -Bericht von (...), H om öopathische Ärztin, vom 24. M ai 2003 (für Beschw erde- führerin 1)3 -Bericht von D r. m ed. (...) vom 3. Juni 2003 (für Beschw erdeführerin 1) -Bericht von D r. m ed. (...), Kantonsspital (...), vom 5. Juni 2003 (für Beschw erdeführerin 1) -Bericht von D r. m ed. (...) vom 4. Juni 2003 (für Beschw erdeführer 2) -Bericht von D r. m ed. (...) vom 4. Juni 2003 (für Beschw erdeführer 3) D . Am 4. Septem ber 2003 erfolgte die Anhörung der Beschw erdeführerin 1 durch die kantonale Behörde. D abei m achte sie im W esentlichen geltend, sie habe seit der G ründung der G ruppierung der "arabischen Sozialisten" im Jahre 2000 m onatlich oder w öchentlich deren Flugblätter erhalten und diese zum Verteilen ihrem Sohn B._______ (Beschw erdeführer 2) gegeben. Zudem habe sie gelegentlich Araberinnen und Aleviten über die O rganisation aufgeklärt und sie zum M itm achen aufgefordert, um ihre R echte beim Staat einzufordern. Am 23. Juli 2002 sei B._______ beim Verteilen der Flugblätter von der Polizei festgenom m en w orden. Am 24. Juli 2002 habe zudem eine R azzia in ihrem H aus stattgefunden, w obei die Exem plare der legalen, jedoch vom G ouverneur von Antakya verbotenen Zeitschriften "Atak" und "Kizilbayrak" beschlagnahm t w orden seien. Sie habe dies von der Fam ilie, w o sie sich aufgehalten habe, erfahren. Sie w isse nicht, ob gegen ihren Sohn ein Verfahren eingeleitet w orden sei. Sie habe sich innerlich bereits am 26. Juni 2002, nachdem sie inhaftiert und auf der G endarm eriezentrale gefoltert und sexuell belästigt w orden sei, zur Ausreise entschossen. D am als sei bei ihr auf D enunziation hin eine R azzia durchgeführt w orden, nachdem eine Frau, die ihr Zeitschriften gebracht habe, beobachtet w orden sei. Sie sei bei der seinerzeitigen Festnahm e nach einem Tag w ieder freigelassen w orden, ohne dass ein Verfahren gegen sie eingeleitet w orden sei. D am als sei sie zu einem M enschenrechtsverein gegangen, w o m an ihr zu einem Arztbesuch geraten habe. Einen entsprechenden Arztbericht habe sie ihrem R echtsvertreter übergeben. Aus diesen G ründen sei sie zusam m en m it ihren Söhnen B._______ und C ._______ ausgereist. E. Am 21. O ktober 2003 reichte die Beschw erdeführerin zw ei Bew eism ittel (Bestäti- gung von (...), vom 16. O ktober 2003 und Schreiben von (...) vom 3. O ktober 2003 ) zu den Akten, aus denen hervorgehe, dass sie für die "arabischen Sozialisten" in H atay aktiv gew esen sei. F. Am 8. D ezem ber 2003 w urde bezüglich des Beschw erdeführers 2 ein ärztlicher Bericht vom 27. N ovem ber 2003 von D r. m ed. (...), Kinder- und Jugendpsychiatrie (...), eingereicht. G . Am 18. D ezem ber 2003 w urden die Beschw erdeführerin 1 und ihre Söhne ergän- zend befragt. D ie Beschw erdeführerin 1 führte anlässlich der ergänzenden Bundesanhörung aus, sie habe von ihrem Schw iegervater telefonisch erfahren, dass in ihrem H aus w iederum eine R azzia stattgefunden habe und das M ilitär w eiterhin nach ihr su- chen w ürde. Ihr Schw iegervater w erde unter D ruck gesetzt. D ie N am en der ande- ren politisch beteiligten Frauen könne sie aus Sicherheitsgründen nicht nennen.4 D er Beschw erdeführer 2 führte anlässlich der Bundesanhörung aus, er w isse nichts G enaues über die politische Tätigkeit und die Freunde seiner M utter. D iese habe er nie gesehen, da er in der Schule gew esen sei. Er habe davon erst bei der R azzia vom 26. Juni 2002 erfahren. Von der politischen Tätigkeit w isse er seit 2002, w eil er Flugblätter zu H ause entdeckt habe. In der Türkei habe er keine Ver- w andten, die sich politisch betätigt hätten oder festgenom m en, angeklagt und ver- urteilt w orden seien. Er selber habe erstm als am 23. Juli 2002 Flugblätter verteilt und desw egen m it den Behörden Schw ierigkeiten gehabt. D er Beschw erdeführer 3 m achte im W esentlichen geltend, er habe persönlich keine Problem e gehabt. Seine M utter und sein Bruder B._______ hätten seit Juni 2002 Problem e m it der Polizei gehabt, nachdem diese bei einer R azzia Zeitschriften und Flugblätter beschlagnahm t habe. D ie Beschw erdeführer reichten zudem ein w eiteres Bew eism ittel (Schreiben von (...), vom 10. D ezem ber 2003) zu den Akten. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen der Beschw erdeführer w ird auf die Akten verw iesen. H . D as Bundesam t stellte m it Verfügung vom 23. D ezem ber 2003 - eröffnet am 5. Ja- nuar 2004 - fest, die Beschw erdeführer erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte deren Asylgesuche ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung der Beschw erdeführer aus der Schw eiz. D ie Vorinstanz begründete ihre Verfügung im W esentlichen dam it, die Vorbringen der Beschw erdeführer w ürden den Anforde- rungen an die G laubhaftigkeit nicht standhalten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft w erden m üsse. D en Vollzug der W egw eisung in die Türkei befand die Vor- instanz für zulässig, zum utbar und m öglich. I. M it Eingabe vom 4. Februar 2004 an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragten die Beschw erdeführer durch ihren R echtsvertreter unter Kos- tenfolge die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die G ew ährung des Asyls. Eventualiter seien die Beschw erdeführer in der Schw eiz vorläufig aufzuneh- m en. In verfahrensrechtlicher H insicht w ird die Anhörung der Beschw erdeführer durch die AR K beantragt. Zudem w ird um G ew ährung der unentgeltlichen R echts- pflege unter Beiordnung des unterzeichnenden R echtsvertreters als am tlicher R echtsbeistand ersucht. Auf die Begründung im Einzelnen w ird, sow eit w esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. G leichzeitig w urden folgende Be- w eism ittel eingereicht: -(undatiertes) Arztzeugnis von D r. (...), Türkei, m it Ü bersetzung -Schreiben von (...) vom 16. O ktober 2003 (Ü bersetzung bei den Vorakten) -Flugblatt "H atay Tutsakligina" m it Ü bersetzung -Schreiben von (...) vom 10. D ezem ber 2003 (Ü bersetzung bei den Vorakten) -Telefax-Schreiben von (...) vom 23. Januar 2004 -Schreiben von (...) vom 26. Januar 2003 (recte 2004) m it Aufm arschplan der Sicherheitskräfte gegen Anw esen der Fam ilie D ._______ (Zeichnung)5 -Artikel der Zeitung "G ünay" vom (...) -Artikel der Zeitung "H atay" vom (...) betr. (...) -Artikel der Zeitung "Ö zyurt" vom (...) betr. (...) -Artikel der Zeitung "H atay" vom (...) betr. H .G . m it Ü bersetzung -Fotos der H äuser der Fam ilie der Beschw erdeführer -Schreiben des (...) vom 20. M ai 2003 (betr. Anhörung des Beschw erdeführers 2) -zw ei Bestätigungen der (...) vom 15. D ezem ber 2003 und 15. Januar 2004 -Arztbericht von D r. m ed. (...) vom 16. Januar 2004 -U ltraschallbericht (...) vom 20. Januar 2004 -Schreiben des R echtsvertreters an Kantonsspital (...) vom 28. Januar 2004 -Schreiben von D r. m ed. (...) vom 3. Februar 2004 J. M it verfahrensleitender Verfügung vom 16. Februar 2004 hiess der dam als zustän- dige Instruktionsrichter der AR K das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG gut und der bisherige R echtsvertreter, Advokat G uido Ehrler, w urde als unentgeltlicher am tlicher R echts- beistand eingesetzt. G leichzeitig w urde auf die Erhebung eines Kostenvorschus- ses verzichtet. K. D ie Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehm lassung vom 2. M ärz 2004 die Abw ei- sung der Beschw erde. L. In ihrer R eplik vom 24. M ärz 2004 hielten die Beschw erdeführer an ihren in der R echtsm itteleingabe gestellten Anträgen fest. Zudem w urden zw ei w eitere Bew eis- m ittel (Schreiben des M uthars (...) vom 17. M ärz 2004 in Telefax-Kopie m it Ü ber- setzung und Arztbericht der (...) vom 3. Februar 2004) zu den Akten gereicht. M . Am 8. April 2004 w urde ein w eiteres Bew eism ittel (Schreiben von (...) vom 29. M ärz 2004 sam t Ü bersetzung) sow ie das O riginal des Schreibens von (...) vom 17. M ärz 2004 nachgereicht. N . Am 29. Juli 2005 heiratete die Beschw erdeführerin 1 einen (...). O . M it verfahrensleitender Verfügung der AR K vom 29. August 2005 w urden die Be- schw erdeführer aufgefordert, gestützt auf die H eirat der Beschw erdeführerin 1 m it einem (...) bei der zuständigen kantonalen Behörde ein G esuch um Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung einzureichen und die AR K über die G esuchseinreichung in Kenntnis zu setzen. P. M it Eingabe vom 6. Septem ber 2005 reichte der R echtsvertreter die Kopie des G e- suchs der Beschw erdeführer um Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung ein. Q . Am 1. N ovem ber 2005 äusserte sich das Bundesam t zum Anspruch auf eine Auf- enthaltsbew illigung der Beschw erdeführerin 1 sow ie ihrer Söhne, w elcher nur bei 6 der Beschw erdeführerin 1 und dem Beschw erdeführer 3 gegeben sei. D er Be- schw erdeführer 2 sei bei der G esuchseinreichung bereits 18-jährig gew esen, w es- halb er sich nicht auf Art. 8 EM R K berufen könne. R . Am 28. N ovem ber 2005 reichten die Beschw erdeführer ein Schreiben des (...) vom 23. N ovem ber 2005 ein, w orin betreffend den Beschw erdeführer 2 festgestellt w urde, dass auf dessen G esuch um Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung nicht eingetreten w erden könne. S. Am 29. D ezem ber 2005 leitete das (...) zw ei Schreiben der Beschw erdeführer vom 29. N ovem ber 2005 und 13. D ezem ber 2005 w eiter, w orin diese an ihrem Asylverfahren festhielten. T. Am 23. M ai 2006 w urden betreffend den Beschw erdeführer 2 ein ärztlicher Bericht von D r. m ed. (...) vom 28. M ärz 2006 und ein Bericht von (...), H om öopathin, vom 7. April 2006, eingereicht. U . Im N ovem ber 2006 w ies der dam als zuständige Instruktionsrichter der AR K die Beschw erdeführer darauf hin, dass die AR K per 31. D ezem ber 2006 durch das Bundesverw altungsgericht ersetzt w erde, w elches seine Tätigkeit am 1. Januar 2007 in Bern aufnehm e und die Beurteilung der in diesem Zeitpunkt bei den Vor- gängerorganisationen hängigen R echtsm ittel übernehm e. V. Am 4. Januar 2007 w urde in Bezug auf den Beschw erdeführer 2 ein Exem plar sei- nes G esuchs um Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung vom 4. Januar 2007 sam t Beilage (Schreiben der (...) vom 20. D ezem ber 2006 ) eingereicht. W . Am 2. M ai 2007 teilte das Bundesverw altungsgericht die Ü bernahm e des Be- schw erdeverfahrens sow ie die Zuständigkeit für das Verfahren m it. X. Am 31. M ai 2007 reichte der R echtsvertreter aufforderungsgem äss die Kostennote ein. Y. In seiner Eingabe vom 11. Juni 2007 reichte der R echtsvertreter U nterlagen betref- fend ein G esuch für (...), den N effen der Beschw erdeführerin 1, ein. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen 7 nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängig gew esenen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). Auf die am 1. Janu- ar 2007 bereits hängigen Asylverfahren sind zudem die in diesem Zeitpunkt in Kraft getretenen Bestim m ungen der Asylgesetzänderung vom 16. D ezem ber 2005 (vgl. im Einzelnen AS 2006 4767) anw endbar (Abs. 1 der Ü bergangsbestim m un- gen zur Änderung vom 16. D ezem ber 2005). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as Bundesam t begründete seinen ablehnenden Entscheid dam it, die von den Be- schw erdeführern geltend gem achte Verfolgungssituation könne nicht geglaubt w er- den. So habe die Beschw erdeführerin 1 erklärt, sie habe seit dem Jahr 2000 w ö-8 chentlich oder m onatlich Flugblätter erhalten, w elche sie jew eils ihrem Sohn B._______ zum Verteilen gegeben habe. D em gegenüber habe B._______ erklärt, er habe erst seit 2002 von der politischen Tätigkeit seiner M utter gew usst und habe ein einziges M al - am 23. Juli 2002 - Flugblätter verteilt. Bei diesem W iderspruch handle es sich um einen zentralen Punkt der Asylvorbringen der Beschw erdeführer, w eshalb die Aussagen nicht den Tatsachen entsprechen w ürden. D ie Beschw erdeführer hätten diese unterschiedlichen Aussagen nicht erklären können. W eiter habe die Beschw erdeführerin 1 erstm als anlässlich der Bundesanhörung erw ähnt, selber auch Flugblätter verteilt und dam it zirka drei M onate vor ihrer Flucht aus Angst aufgehört zu haben. D em gegenüber hätten sie und ihr Sohn B._______ vorgebracht, sie hätten vor den Ereignissen von Juni/Juli 2002 und som it sechs W ochen vor der Ausreise keine Schw ierigkeiten m it den Behörden gehabt. D aher sei nicht nachvollziehbar, w esw egen die Beschw erdeführerin 1 bereits zirka drei M onate vor der Ausreise aus Angst m it dem Verteilen von Flugblättern aufgehört habe. Im W eiteren könne selbst unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation der Beschw erdeführer davon ausgegangen w erden, dass diese konkrete Angaben über ihre politischen Aktivitäten und Kontakte sow ie über die Erlebnisse und deren Begleitum stände m achen könnten. D azu seien sie jedoch in w esentlichen Punkten nicht in der Lage gew esen. So hätten sie auf entsprechende Fragen w iederholt stereotype, vage und ausw eichende Antw orten gegeben. D ie Beschw erdeführerin 1 habe nicht angeben können, ob es sich bei den "arabischen Sozialisten" um eine Partei handle oder nicht und habe keine Angaben zu dieser G ruppierung m achen können. Zudem hätten die Beschw erdeführer nicht gew usst, ob bei den anderen Personen, m it denen sie Kontakte gehabt hätten, R azzien stattgefunden hätten und ob auch andere Personen m itgenom m en oder gesucht w orden seien. W eiter hätten sie zu diesen Personen keine Angaben m achen w ollen, obw ohl diese bei den Behörden längst bekannt sein m üssten, zum al ihr H aus seit Jahren beobach- tet w orden sei und der Sohn B._______ zusam m en m it zw ei Kollegen festgenom m en w orden sein w olle. D ie diesbezüglichen D arlegungen w ürden jegliche R ealitätsm erkm ale entbehren, w ie sie von Personen erw artet w erden dürften, w elche tatsächlich Erlebtes w iederzugeben hätten. Im W eiteren hätten sich die Beschw erdeführer seither auch nicht G ew issheit darüber verschafft, ob es zu w eiteren Festnahm en, R azzien oder allfällig w eiteren M assnahm en gegen arabische Sozialisten gekom m en sei. Ein solches Verhalten sei m it der Situation von tatsächlich gefährdeten Personen nicht in Einklang zu bringen. D ie Schilderungen der Beschw erdeführer seien in w esentlichen Punkten zu w enig konkret, detailliert und differenziert dargelegt, um den Eindruck zu verm itteln, dass sie das G eschilderte selbst erlebt hätten. D ie eingereichten Bestätigungen seien als G efälligkeitsschreiben ohne Bew eischarakter zu bezeichnen. Schliesslich sei nicht ersichtlich, w esw egen die Behörden derart aufw ändige Erm ittlungen, w ie sie die Beschw erdeführerin 1 geltend gem acht habe, hätten betreiben sollen, zum al die Beschw erdeführer keine verbotenen Flugblätter verteilt hätten und diese auch nicht von einer verbotenen Partei gestam m t hätten. D er grosse Aufw and erscheine unverhältnism ässig. Zudem sei nicht plausibel, ein H aus über M onate hinw eg zu beobachten, ohne vorher jem als Fam ilienangehörige, w elche teilw eise in der N achbarschaft leben w ürden, in die Erm ittlungen einzubeziehen. Vielm ehr w ürden die türkischen Fahndungsbehörden alles daran setzen, etw as über den Verbleib 9 der gesuchten Personen in Erfahrung zu bringen. D en Aussagen der Beschw erdeführer könne nicht entnom m en w erden, dass Fam ilienangehörige - abgesehen von einem Ereignis im N ovem ber 2003 - jem als in die Erm ittlungen einbezogen w orden seien oder diese Schw ierigkeiten m it den heim atlichen Behörden gehabt hätten. 4.2 In der R echtsm itteleingabe w ird dazu eingew endet, die Festnahm e der Beschw er- deführerin 1 am 26. Juni 2002, bei der sie geschlagen w orden sei, w erde von ver- schiedenen Personen bestätigt (vgl. undatiertes Arztzeugnis von D r. (...), Antakya, Schreiben von (...), vom 16. O ktober 2003, und Schreiben von (...) vom 10. D ezem ber 2003). Zudem habe (...)., der Schw ager der Beschw erdeführerin 1, in seinem Schreiben vom 26. Januar 2003 darauf hingew iesen, dass die Beschw erdeführerin 1 anlässlich der Befragungen aus persönlichen, gesundheitlichen und sprachlichen G ründen nicht in der Lage gew esen sei, säm tliche Asylgründe vorzubringen. Ferner w ird gerügt, die Vorinstanz habe die vorgelegten Bew eise nicht richtig gew ürdigt. Auch die eintägige unbestrittene Festnahm e der Beschw erdeführerin 1 sei nicht gew ürdigt w orden. D er W iderspruch betreffend die H äufigkeit des Verteilens von Flugblättern durch den Beschw erdeführer 2 sei auf ein M issverständnis zurückzuführen. Zudem sei das Einstellen des Flugblattverteilens durch die Beschw erdeführerin 1 bereits drei M onate vor ihrer Ausreise auf die berechtigte Angst vor Folter zurückzuführen. D ie beschränkten Kenntnisse der Beschw erdeführerin 1 zur G ruppierung der "ara- bischen Sozialisten" könnten dam it erklärt w erden, dass die Beschw erdeführerin 1 nur die Prim arschule besucht und keinen Beruf erlernt habe. Zudem sei sie scheu und zurückhaltend. Schliesslich sei die politische Tätigkeit ihrer Fam ilienangehöri- gen eine Erklärung für das Vorgehen der G endarm erie gegen die Beschw erdefüh- rerin 1 und ihren Sohn B._______ D ie Beschw erdeführerin 1 habe die Frage nach der politischen Tätigkeit ihrer Fam ilie m it Angaben zu ihrer eigenen Kernfam ilie, ihren G eschw istern und Eltern, beantw ortet. Im W eiteren habe die angespannte politische Lage in der H erkunftsprovinz der Beschw erdeführer einen historischen H intergrund. H atay (Antakya) habe bis 1939 zu Syrien gehört. D ie arabisch sprechende Bevölkerung von H atay w erde von den türkischen Behörden w eiterhin diskrim iniert. Angesichts dieser Situation w ürden die Aktivitäten der "arabischen Sozialisten" von den türkischen Behörden verfolgt. D iese w ürden leicht unter Sezessionsverdacht geraten und einer erheblichen Verfolgungsgefahr ausgesetzt. D ie G ruppierung sei offiziell zw ar nicht verboten. Es bestünden seitens der lokalen Sicherheitsorgane jedoch G ründe, um deren Aktivitäten zu verhindern. Ausserdem ergebe sich betreffend die Beschw erdeführerin 1 aus dem engen zeitlichen Zusam m enhang zw ischen Flucht und D iagnose (posttraum atische Belastungsstörung) ein gew ichtiges Indiz dafür, dass die Festnahm e und M isshandlung vom 26. Juni 2002 das fluchtauslösende Traum a darstelle. Im W eiteren erscheine das Vorgehen der G endarm erie vor dem aktenkundigen politischen Engagem ent der Fam ilie der Beschw erdeführer sow ie den Spannungen in H atay als gezielter Schlag zur Einschüchterung einer Sym pathisantin einer als staatsgefährdend em pfundenen G ruppierung. Schliesslich w erde nach der Beschw erdeführerin 1 w eiterhin gefahndet. Bei einer H ausdurchsuchung sei belastendes M aterial gefunden w orden. 10 D ie Beschw erdeführer reichten auf Beschw erdeebene verschiedene Bew eism ittel zu den Akten. Im undatierten Schreiben von D r. (...), Antakya, w ird festgestellt, dass die Beschw erdeführerin 1 am 26. Juni 2002 festgenom m en w orden sei. Bei der U ntersuchung durch das G esundheitszentrum seien Spuren von Schlägen am Körper festgestellt w orden. In dem bereits im erstinstanzlichen Verfahren eingereichten Schreiben von (...) vom 16. O ktober 2003 bestätigte diese, die Beschw erdeführerin 1 sei am 26. Juni 2002 von der G endarm erie festgenom m en w orden. D abei sei sie geschlagen und psychisch unter D ruck gesetzt w orden, w eshalb sie beim (...) vorgesprochen habe. M an habe ihr erklärt, dass sie bei der Staatsanw altschaft von H atay eine Anzeige einreichen solle. Im Flugblatt "H atay Tutsakligina son" w erden Parolen der "arabischen Sozialisten" zitiert, das Ende der Besetzung von H atay durch türkische N ationalisten gefordert und zur U nterstützung der Anliegen der arabischen Ethnie aufgefordert. Im ebenfalls bereits bei der Vorinstanz eingereichten Schreiben von (...) vom 10. D ezem ber 2003 bestätigt dieser die politischen Aktivitäten der Beschw erdeführerin 1 und deren Festnahm e vom Juni 2002, bei der sie nach einem Tag freigelassen w orden sei und einen Schock erlitten habe. Zudem w ird eine D urchsuchung durch das M ilitär im H ause der Schw iegereltern der Beschw erdeführerin vom 23. Juli 2002 bestätigt. Zudem beklage sich der Schw iegervater der Beschw erdeführerin 1 bei seinem Verein w egen im m er w ieder durchgeführten D urchsuchungen. Im Schreiben von (...) vom 23. Januar 2004 hält dieser fest, die Beschw erdeführerin 1 sei ihm aufgrund ihrer politischen Tätigkeit bekannt. Sie sei Leserin seiner Zeitschrift. W egen politischer Problem e habe sie im Jahre 2002 ins Ausland fliehen m üssen. Im Schreiben des Schw agers (...) vom 26. Januar 2003 w eist dieser darauf hin, die Beschw erdeführerin 1 habe fälschlicherw eise angegeben, dass ihre Verw andten politisch nicht aktiv seien, w as nicht zutreffe. Er selber habe in der Schw eiz aus politischen G ründen Asyl erhalten. Bei Ferienbesuchen in der Türkei habe er und seine Schw ägerin (...) an m ehreren politischen Veranstaltungen teilgenom m en. Im Jahre 2001 sei in den H äusern der Fam ilie D ._______ eine R azzia durchgeführt w orden. Anhand einer Zeichnung stellte (...) zudem den Aufm arschplan der R azzia vom Som m er 2001 dar. In zw ei Artikeln der Zeitungen H atay und Ö zyurt vom (...) ist (...) anlässlich einer Versam m lung des (...) abgebildet. Im Artikel der Zeitung H atay vom (...) ist (...) abgebildet. In der dazu gehörigen Ü bersetzung w ird über eine Pressekonferenz des (...) von H atay berichtet, bei der die Freilassung von Festgenom m enen verlangt w ird. 11 Im Artikel der Zeitung G ünay vom (...) w ird (...), ein Schw ager der Be- schw erdeführerin 1, erw ähnt. Auf den eingereichten zw ei Fotos soll das Anw esen der Fam ilie D ._______ abgebildet sein. Im Schreiben des (...) vom 20. M ai 2003 w ird zur Befragung des Beschw erdeführers 2 Stellung genom m en. D arin w ird der Befrager der kantonalen Anhörung als ungem ütlich beschrieben, und er habe dem Beschw erdeführer 2 Fragen gestellt, die dieser nicht habe beantw orten können. Im Schreiben der (...) vom 15. Januar 2004 w ird die Beschw erdeführerin 1 als freundlich, zuverlässig und zurückhaltend beschrieben. In den Arztberichten von D r. m ed. (...) vom 16. Januar 2004 und 3. Februar 2004 sow ie einem U ltraschallbericht des (...) vom 20. Januar 2004 w erden Ausführungen zum G esundheitszustand der Beschw erdeführerin 1 gem acht. 4.3 D ie Vorinstanz stellt sich in ihrer Vernehm lassung auf den Standpunkt, die Aussa- gen der Beschw erdeführer seien derart unsubstanziiert und vage ausgefallen, dass sie jeglicher R ealitätsm erkm ale von tatsächlich verfolgten Personen entbeh- ren w ürden. Zudem handle es sich bei den Bew eism itteln um keine am tlichen D o- kum ente und sie w ürden teilw eise auf den Aussagen der Beschw erdeführerin 1 beruhen. D erartige Auskünfte von Bekannten und Verw andten w ürden oft aus rei- ner G efälligkeit ausgestellt, w eshalb ihr Bew eisw ert gering sei. Befrem dend sei der U m stand, dass der Schw ager der Beschw erdeführerin 1 nachträglich auf Ereignis- se hingew iesen habe, die die G efährdungssituation der Beschw erdeführerin 1 be- legen sollten, w elche jedoch von den Beschw erdeführern an keiner Befragung er- w ähnt und m it keinen D okum enten belegt w orden seien. Sow eit gerügt w orden sei, die Beschw erdeführerin 1 habe sich anlässlich der Befragungen nicht richtig aus- drücken können, sei darauf hinzuw eisen, dass die Beschw erdeführerin 1 - w ie im Ü brigen auch ihr Sohn B._______ - in der Em pfangsstelle explizit erw ähnt hätten, lieber auf Türkisch befragt zu w erden. Zudem hätten sie die R ichtigkeit der Protokolle nach der R ückübersetzung unterschriftlich bestätigt und nie irgendw elche sprachliche Problem e geltend gem acht. Im W eiteren bleibe der H auptw iderspruch betreffend die H äufigkeit des Verteilens von Flugblättern durch den Sohn B._______ bestehen. Schliesslich sei der Vorinstanz bekannt, dass m ehrere Schw äger der Beschw erdeführerin 1 in der Schw eiz leben w ürden. D ie Beschw erdeführer seien auch danach gefragt w orden, ob die in der Türkei verbliebenen Fam ilienangehörigen irgendw elche Schw ierigkeiten m it den heim atlichen Behörden gehabt hätten, w as sie jedoch verneint hätten. Im Ü brigen sei unerheblich, dass einzelne in der Schw eiz w ohnhafte Verw andte als Flüchtlinge anerkannt w orden seien, hätten die Beschw erdeführer doch m ehrm als bekräftigt, vor Juni/Juli 2002 keine Schw ierigkeiten m it den heim atlichen Behörden gehabt zu haben. Zudem w ürden m ehrere Verw andte der Beschw erdeführer nach w ie vor in der Türkei leben, w eshalb diese Fam ilienangehörigen den w eiteren Aufenthalt in der Türkei nicht w irklich als problem atisch einschätzen w ürden. 12 4.4 In ihrer R eplik w eisen die Beschw erdeführer darauf hin, die eingereichten Bestäti- gungen w ürden die Festnahm e und den hieraus entstandenen Schock der Be- schw erdeführerin 1 bestätigen. Im W eiteren sei bereits erw ähnt w orden, dass die Beschw erdeführerin 1 aus persönlichen und sozio-kulturellen G ründen auch in ih- rer M uttersprache Arabisch M ühe habe, sich auszudrücken. Arabisch w erde nur zu H ause gesprochen. Türkisch habe sie in der Schule gelernt. W eiter sei einer Be- stätigung des M uhtars (...) vom 17. M ärz 2004 zu entnehm en, dass im Som m er 2001 eine R azzia im Anw esen der Fam ilie D ._______ stattgefunden habe. D er G rund dafür sei die R ückkehr von (...) in die Türkei sow ie dessen enge Beziehungen zu Jugendlichen gew esen. D ie Beschw erdeführerin 1 habe in eine politische Fam ilie geheiratet. Entsprechend sei ihre G efährdungssituation auch unter dem G esichtspunkt der R eflexverfolgung zu w ürdigen. Schliesslich habe am 26. Februar 2004 im Anw esen der Fam ilie D ._______ eine w eitere R azzia stattgefunden, bei der die G endarm en nach Aussagen der anw esenden Schw ägerin (...) nach der Beschw erdeführerin 1 gesucht hätten. D ies sei auch im Schreiben des M uhtars (...) vom 17. M ärz 2004 bestätigt w orden. Insgesam t sei der N achw eis erbracht, w onach die Beschw erdeführerin 1 zum indest auf lokaler Ebene gesucht w erde. In einem nachgereichten Schreiben der Schw ägerin der Beschw erdeführerin 1 (...) vom 29. M ärz 2004 w ird bestätigt, dass in den H äusern der Fam ilie D ._______ am 26. Februar 2004 eine H ausdurchsuchung stattgefunden habe. 5. Vorab w ird in form eller H insicht gerügt, die Beschw erdeführerin 1 sei aus persönli- chen, gesundheitlichen und sprachlichen G ründen nicht in der Lage gew esen, säm tliche Asylvorbringen geltend zu m achen. Ihre M uttersprache sei Arabisch. Zu- dem leide sie an einer posttraum atischen Belastungsstörung. D azu ist Folgendes festzustellen: D ie Beschw erdeführerin 1 gab anlässlich der sum m arischen Befra- gung in der Em pfangsstelle Arabisch als ihre M uttersprache an. G leichzeitig nann- te sie Türkisch als bevorzugte Befragungssprache. D iesem W unsch w urde denn auch entsprochen und die drei Befragungen erfolgten in türkischer Sprache. D ie Beschw erdeführerin 1 hat im Verlaufe der Befragungen keine Bedenken bezüglich der Sprache geäussert. Ausserdem hat die Beschw erdeführerin 1 ihre Aussagen rückübersetzt erhalten und m it ihrer U nterschrift als richtig und vollständig aner- kannt. W as den Einw and des Schw agers (...) in seinem Schreiben vom 26. Januar 2003 betrifft, w onach die bei der Bundesanhörung am tierende D olm etscherin zu schnell gesprochen habe, so dass die Beschw erdeführerin 1 der Befragung nicht habe folgen können, w orauf sie selber w iederholt hingew iesen habe, können dem entsprechenden Protokoll keine solchen H inw eise entnom m en w erden. D asselbe gilt für die Aussagen von (...), w onach die D olm etscherin m it Spott und Beleidi- gungen reagiert habe. In einem solchen Fall hätte die H ilfsw erkvertretung, w elche die Einhaltung eines korrekten Ablaufs der Anhörung zu beobachten hat, Einw än- de gegen die Befragung angebracht. (vgl. auch Entscheidungen und M itteilungen der AR K in EM AR K 1996 N r. 13). Kom m t der befragende Beam te zum Schluss, der Einw and sei unbegründet, so hält er dies im Protokoll fest und gibt der H ilfs-13 w erkvertretung G elegenheit, den schriftlich form ulierten Einw and dem Protokoll beizufügen. Ein solcher Einw and ist vorliegend nicht angebracht w orden, w oraus zu schliessen ist, dass die Befragung ordnungsgem äss durchgeführt w urde (vgl. Akten A27 und A28). W eder die Beschw erdeführerin 1 noch der bei der Anhörung als Begleitperson anw esende (...) haben irgendw elche Andeutungen gem acht, dass die Beschw erdeführerin 1 durch die D olm etscherin daran gehindert w orden w äre, ihre G ründe anlässlich dieser Anhörung vorzubringen. D aher sind die nun auf Beschw erdeebene erhobenen Vorw ürfe durch (...) nicht überzeugend. Im W eiteren w urden im vorinstanzlichen Verfahren betreffend die Beschw erdefüh- rerin 1 verschiedene Arztzeugnisse (D r. m ed. (...) vom 14. August 2002, D r. m ed. (...) vom 5. Juni 2003 und D r. m ed. (...) vom 2. M ai 2003 und vom 3. Juni 2003) eingereicht, aus denen verschiedene physische und psychische gesundheitliche Leiden zu entnehm en sind. D iese führten dazu, dass die kantonale Anhörung der Beschw erdeführerin 1 entsprechend den Em pfehlungen von D r. m ed. (...), Psychiatrie und Psychotherapie, auf Septem ber 2003 verschoben w urde. In der Folge w urde die kantonale Befragung im Beisein von einem reinen Frauenteam sow ie dem Schw ager der Beschw erdeführerin 1 durchgeführt. D en Akten kann w eiter entnom m en w erden, dass die Befragung m it Sorgfalt und m it R ücksicht auf den G esundheitszustand der Beschw erdeführerin 1 erfolgt ist. Es w urden drei Pau- sen eingeschaltet, Fragen w iederholt und der Beschw erdeführerin 1 genügend Zeit zum Antw orten gegeben (vgl. Akte A22, S. 6, 7, 9). D abei w urde sie zur vorge- brachten Festnahm e vom 26. Juni 2002, bei der sie geschlagen und sexuell beläs- tigt w orden sei, befragt. An keiner Stelle des Protokolls geht hervor, dass die Be- schw erdeführerin 1 unkorrekt befragt w orden w äre. Es gibt keine Anzeichen dafür, w onach sich die Beschw erdeführerin 1 nicht getraut hätte, die Erlebnisse zu schil- dern. Zudem stim m te sie ausdrücklich zu, dass ihr Schw ager (...) bei der Schilde- rung von sexuellen Belästigungen der Befragung w eiterhin beiw ohnen könne (vgl. a.a.O ., S. 11 f.). Insgesam t ist davon auszugehen, dass es der Beschw erdeführerin 1 m öglich w ar, ihre Asylgründe um fassend vorzutragen. D as Bundesverw altungsgericht hat som it keinen Anlass, die protokollierten Aussagen der Beschw erdeführerin 1 nicht oder nur beschränkt für die Beurteilung des vorliegenden Asylverfahrens heranzuziehen und die Beschw erdeführerin 1 erneut zu befragen. H insichtlich des zusam m en m it der Beschw erdeschrift eingereichten Schreibens des (...) vom 20. M ai 2003, w orin festgestellt w ird, dass der kantonale Befrager anlässlich der Anhörung des Beschw erdeführers 2 'ungem ütlich' gew esen sei, können dem diesbezüglichen Befragungsprotokoll keine H inw eise entnom m en w erden, w onach diese Anhörung nicht ordnungsgem äss durchgeführt w orden w äre. So m achte der dort anw esende H ilfsw erksvertreter, bis auf eine Zusatzfrage, w eder w ährend der Anhörung noch im Anschluss an die Befragung irgendw elche Bem erkungen. D aher konnte davon ausgegangen w erden, dass die Anhörung ordnungsgem äss durchgeführt w urde. 6. N ach eingehender Prüfung der Akten gelangt das Bundesverw altungsgericht in m aterieller H insicht zum Schluss, dass die Vorinstanz die Vorbringen der Be- schw erdeführer zu R echt als unglaubhaft erachtet und deren Asylgesuche m it zu-14 treffender Begründung abgew iesen hat. 6.1 Vorab ist den vorinstanzlichen Erw ägungen zuzustim m en, w onach die Beschw er- deführerin 1 und ihr Sohn B._______ das Verteilen von Flugblättern unterschiedlich dargestellt haben. So erklärte die Beschw erdeführerin 1, sie habe seit dem Jahre 2000 w öchentlich oder m onatlich Flugblätter erhalten und diese jew eils ihrem Sohn B._______ gegeben, dam it dieser sie verteile (vgl. Akte A22, S. 7 f.). Auf die w iederholte Frage, w as sie m it den Flugblättern gem acht habe, antw ortete sie, B._______ habe sie jew eils zusam m en m it seinen Kollegen verteilt (vgl. a.a.O ., S. 8). Bei der Bundesanhörung m achte sie auf eine entsprechende Frage geltend, es sei nicht das erste M al gew esen, dass B._______ Flugblätter verteilt habe. M anchm al hätten sie auch zusam m en verteilt. B._______ habe oft in anderen D örfern oder in Städten verteilt. Sie habe ihm seit zw ei oder drei Jahren Flugblätter zum Verteilen gegeben. D ie Flugblätter habe in der R egel er verteilt. Auf den Vorhalt, w onach B._______ angegeben habe, lediglich einm al Flugblätter verteilt zu haben, bestritt die Beschw erdeführerin 1 dessen Angaben (vgl. Akte A28, S. 5). D em gegenüber m achte B._______ anlässlich seiner kantonalen An- hörung geltend, er habe am 23. Juli 2002 zusam m en m it Kollegen Flugblätter ver- teilt. D iese habe er von seiner M utter erhalten (vgl. Akte A14, S. 5 f.). Anlässlich der Bundesanhörung bejahte er die Frage, ob dies das erste M al gew esen sei, dass er Flugblätter verteilt habe. Auf die w eitere Frage, w er die Flugblätter früher - also vor dem 23. Juli 2002 - verteilt habe, gab er an, er w isse es nicht (vgl. Akte A27, S. 5). Zudem verm ochte er die anders lautenden Angaben seiner M utter nicht zu erklären. Vielm ehr entgegnete er, m an m öge seine M utter fragen. Aufgrund der klaren Antw orten des Beschw erdeführers 2 liegt bezüglich der Anzahl des Vertei- lens von Flugblättern entgegen der Argum entation in der R echtsm itteleingabe auch kein M issverständnis vor. D ie unterschiedlichen Aussagen der Beschw erde- führerin 1 und ihres Sohnes B._______ betreffen einen zentralen Punkt ihrer Asylbegründung, der schliesslich zu einer R azzia und einer behördlichen Suche nach der Beschw erdeführerin 1 geführt haben soll. D aher erscheinen die von der Vorinstanz erhobenen Zw eifel an der behaupteten politischen Tätigkeit der Beschw erdeführer berechtigt. Zu w eiteren Zw eifeln Anlass gibt im W eiteren die erstm als bei der Bundesanhö- rung gem achte Aussage der Beschw erdeführerin 1, w onach auch sie Flugblätter verteilt habe. W eiter ist nicht ersichtlich, w eshalb sie dam it bereits zirka drei M ona- te vor der Ausreise aus Angst aufgehört haben soll, m achten sie und ihr Sohn B._______ an anderer Stelle doch geltend, vor Ende Juni 2002 beziehungsw eise 23. Juli 2002 und som it bis sechs W ochen vor ihrer Ausreise keine Problem e m it den Behörden gehabt zu haben (vgl. Akten A28, S. 5 und 6 sow ie A2, S. 4). Entgegen der in der Beschw erdeschrift geäusserten Ansicht können diese unterschiedlichen Aussagen nicht m it den gesundheitlichen Problem en der Beschw erdeführerin 1 und von B._______ erklärt w erden. Ferner hinterlassen die protokollierten Aussagen der Beschw erdeführer einen un- substantiierten Eindruck. W ie die Vorinstanz in ihrer Verfügung zu R echt angeführt hat, verm ochten w eder die Beschw erdeführerin 1, die sich seit dem Jahre 2000 für 15 die "arabischen Sozialisten" und deren Anliegen regelm ässig engagiert haben w ill, noch ihr Sohn B._______ nähere Angaben zu dieser G ruppierung zu m achen (vgl. Akten A1, S. 4; A2, S. 4; A22, S. 6f. und 14; A27, S. 2). Indem sie dazu lediglich festhielten, es handle sich dabei um eine G ruppierung, die sich für die R echte der arabischen Ethnie und anderer Ethnien einsetze (vgl. Akten A14, S. 5 f.; A22, S. 7 ff.), sind som it w eitere berechtigte Zw eifel an der G laubhaftigkeit des geschilderten Sachverhalts anzubringen. Im m erhin w ill die Beschw erdeführerin 1 für diese G rup- pierung Zusam m enkünfte organisiert, Flugblätter verteilt und regelm ässige Kontak- te m it Personen aus diesem Kreis gepflegt haben (vgl. Akten A22, S. 6 ff.). Ferner entspricht die offenkundige U nkenntnis der Beschw erdeführer über allfällige w eite- re R azzien und U ntersuchungsm assnahm en bei Personen, die dieser G ruppierung nahestehen und solchen, m it denen sie in Kontakt gestanden hätten, nicht dem Verhalten von tatsächlich Betroffenen, w om it w eitere Zw eifel am vorgebrachten behördlichen Interesse an ihren Personen bestehen. Schliesslich fällt w eiter ins G ew icht, dass sich die Beschw erdeführerin 1 im Verlau- fe der Anhörungen m ehrm als w eigerte, nähere Angaben zu Personen zu m achen, m it denen sie innerhalb der G ruppierung der "arabischen Sozialisten" Kontakte ge- pflegt haben w ill (vgl. Akten A22, S. 6 f., 10; A28, S. 5). D ieses Verhalten sow ie ihre Antw orten, w onach die G ruppierung w eder einen Präsidenten oder andere führende Personen, kein Em blem , etc. hätten, w eisen vielm ehr darauf hin, dass sie sich auf einen konstruierten Sachverhalt abstützt. D ie unsubstantiierten Anga- ben können entgegen der in der Beschw erdeschrift vertretenen M einung auch nicht m it soziokulturellen Faktoren erklärt w erden. Angesichts der hievor aufgeführten zahlreichen U nglaubhaftigkeitselem ente m üs- sen die von den Beschw erdeführern geltend gem achten U nterstützungshandlun- gen zugunsten der G ruppierung "arabische Sozialisten" und die daraus erfolgten behördlichen Benachteiligungen vom 26. Juni 2002 und vom 23. Juli 2002 als un- glaubhaft bezeichnet w erden. Zu diesem Schluss kam im Ü brigen auch die Vorins- tanz in der angefochtenen Verfügung, so dass es sich, entgegen dem Einw and in der Beschw erdeschrift, erübrigte, diese auf ihre Asylrelevanz hin zu überprüfen. 6.2 An dieser Einschätzung verm ögen auch die zusam m en m it der Beschw erdeschrift eingereichten Bew eism ittel nichts zu ändern. So kann dem undatierten Arztzeugnis von D r. (...), in dem bei der Beschw erdeführerin 1 Spuren von Schlägen am Körper festgestellt w orden sind und auf deren Festnahm e vom 26. Juni 2002 hingew iesen w ird, keine rechtserhebliche Bew eiskraft beigem essen w erden. D ieses Schreiben ist nicht geeignet, die vorgebrachte behördliche Suche glaubhaft zu m achen. Ferner sind die eingereichten R eferenzschreiben von (...) vom 16. O ktober 2003, (...) vom 10. D ezem ber 2003, und von (...) vom 23. Januar 2004, als G efälligkeitsschreiben ohne m assgeblichen Bew eisw ert zu qualifizieren, w eshalb sie ebenfalls nicht geeignet sind, eine asylrechtlich relevante Verfolgung der Beschw erdeführerin 1 und ihrer Söhne glaubhaft darzutun. 6.3 Im Ü brigen ist den vorinstanzlichen Erw ägungen zuzustim m en, w onach nicht nachvollziehbar ist, dass die Behörden das H aus der Beschw erdeführerin 1 w egen 16 Verteilens von Flugblättern seit dem 26. Juni 2002 ständig beobachtet hätten, soll es sich doch um nicht illegale Flugblätter gehandelt haben, die zudem von einer nicht verbotenen Partei herausgegeben w orden seien. Aus diesen G ründen kann nicht geglaubt w erden, dass die Sicherheitskräfte einen derartigen Aufw and betrie- ben hätten. 6.4 Ferner w urde im Anschluss an die Vernehm lassung der Vorinstanz ein Schreiben von (...) vom 29. M ärz 2004 eingereicht, w orin geltend gem acht w urde, dass die G endarm erie am 26. Februar 2004 eine R azzia in den H äusern der Verw andten der Beschw erdeführerin 1 durchgeführt und nach der Beschw erdeführerin 1 gefragt habe. U nter Berücksichtigung der hievor festgestellten U nglaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschw erdeführer sow ie in Anbetracht dessen, dass das Schreiben von (...) kurz nach der Vernehm lassung der Vorinstanz verfasst w orden ist, w o festgestellt w orden w ar, dass die in unm ittelbarer N achbarschaft lebenden Verw andten offensichtlich nie in die Erm ittlungen einbezogen w orden seien, m acht das Schreiben einen eher bestellten Eindruck. Es ist daher nicht geeignet, eine behördliche Suche nach der Beschw erdeführerin 1 im heutigen Zeitpunkt glaubhaft zu m achen. Ebensow enig kom m t dem zusam m en m it der R eplik vom 24. M ärz 2004 einge- reichten Schreiben des M uthars (...) vom 17. M ärz 2004, in dem die vom Schw a- ger der Beschw erdeführerin 1, (...), erw ähnte R azzia vom Som m er 2001 im An- w esen der Fam ilie D ._______ bestätigt w ird, eine rechtserhebliche Bew eiskraft zu. Selbst w enn dam als im H eim atdorf der Beschw erdeführerin 1 eine R azzia stattgefunden haben sollte, ist darauf hinzuw eisen, dass die Beschw erdeführer anlässlich ihrer Befragungen nie ein solches Ereignis erw ähnt hatten, w om it nicht von einer persönlichen Betroffenheit der Beschw erdeführerin 1 ausgegangen w erden kann. Jedenfalls hätte von ihr erw artet w erden können, dass sie ein derartiges Ereignis im Zusam m enhang m it den Fragen zu allfälligen politischen Aktivitäten ihrer Verw andten erw ähnt hätte. Im W eiteren ist darauf hinzuw eisen, dass m ehrere G eschw ister der Beschw erde- führerin 1 nach w ie vor in der Türkei - in der näheren U m gebung des H eim atdorfes der Beschw erdeführerin 1 - w ohnhaft sind. W ie von der Vorinstanz zutreffend dar- gelegt, kann dies sehr w ohl als H inw eis gew ertet w erden, dass diese ihren Auf- enthalt nicht als problem atisch einschätzen. Vielm ehr spricht dieser U m stand da- gegen, dass die Beschw erdeführerin 1 oder ihre in der Türkei zurückgebliebenen Verw andten w egen eigenen politisch m issliebigen Tätigkeiten gesucht oder be- hördlich behelligt w erden. 6.5 Auf Beschw erdeebene w ird geltend gem acht, die Beschw erdeführerin 1 leide an einer posttraum atischen Belastungsstörung, deren U rsache die Festnahm e vom 26. Juni 2002 sei. D ies sei ein gew ichtiges Indiz für dieses Ereignis. D er behan- delnde Arzt D r. m ed. (...) teile diese Ansicht in seinem Arztbericht vom 3. Juni 2003. H ierzu ist Folgendes festzuhalten: In der R egel können die behandelnden Ärzte bezüglich traum atisierter Personen zw ar eine einigerm assen zuverlässige D iagno-17 se des vorliegenden Krankheitsbildes stellen. Bezüglich der U rsachen der Krank- heit sind sie indessen zu einem grossen Teil auf die Aussagen ihrer Patienten an- gew iesen. Som it kann ein ärztliches G utachten zw ar H inw eise darauf geben, dass die vom Asylsuchenden geltend gem achten U rsachen einer psychischen Erkran- kung (und som it dessen Asylvorbringen) glaubhaft sind. D as G utachten ist indes im m er nur als ein Elem ent in der gesam ten Aktenlage anzusehen und kann des- halb in der R egel für sich allein nicht Bew eis für die G laubhaftigkeit der Aussagen einer asylsuchenden Person bilden. D ie Beurteilung der G laubhaftigkeit der Vor- bringen der beschw erdeführenden Person ist vielm ehr eine R echtsfrage, deren Beantw ortung - w ie im Ü brigen auch die Bew eisw ürdigung - Aufgabe des R ichters respektive der R ichterin ist (vgl. EM AR K 1996 N r. 16 E. 3/e/bb S. 144; EM AR K 1999 N r. 5 E. 4f.bb S. 32; EM AR K 2002 N r. 13 E. 6c S. 115 f.). N ach dem G esag- ten sind die die Beschw erdeführerin 1 betreffenden m edizinischen Aussagen ledig- lich als Indizien für die G laubhaftigkeit der Beschw erdevorbringen anzusehen. Zu Beginn und im w eiteren Verlaufe des Asylverfahrens w urden für die Beschw er- deführerin 1 verschiedene Arztberichte eingereicht. D iesen kann entnom m en w er- den, dass die Beschw erdeführerin 1 verschiedene gesundheitliche - physische und psychische - Problem e hat, w eshalb sie seit ihrer Einreise in die Schw eiz in ärztli- cher Behandlung sei. Aus den Berichten geht hervor, dass die Beschw erdeführerin 1 an einer epigastrischen inkarzerierten N arbenhernie, einer H epatitis B, einer Splenom egalie sow ie an Anäm ie leidet. Am 25. August 2002 m usste sie notfallm ä- ssig ins Kantonsspital eingew iesen w erden, w o sie operiert w urde (Versorgung ei- ner epigastrisch inkarzerierten N arbenhernie). Im ärztlichen Attest von D r. m ed. (...) vom 3. Februar 2004 w ird der Beschw erdeführerin 1 eine Vergrösserung der M ilz attestiert, w elche bei m echanischem D ruck oder G ew altanw endung in diesem Bereich leicht rupturieren könne. Zudem ist sie seit Septem ber 2002 w egen D e- pressionen sow ie einer posttraum atischen Belastungsstörung in psychiatrischer Behandlung (vgl. Arztzeugnisse von D r. m ed. (...) vom 14. August 2002, von D r. m ed. (...) vom 2. M ai 2003 und vom 3. Juni 2003 sow ie von D r. m ed. (...) vom 5. Juni 2003). Bei den festgestellten physischen Beschw erden handelt es sich um Krankheiten, die offensichtlich nicht auf Schläge, w ie sie die Beschw erdeführerin 1 geltend ge- m acht hat, zurückzuführen sind. Sow eit im Arztzeugnis von D r. (...), vom 27. Juni 2002 festgehalten w ird, bei der Beschw erdeführerin 1 seien auf dem Körper Spuren von Schlägen vorhanden, sind diese ebenfalls auf einen anderen U rsprung zurückzuführen, als der von der Beschw erdeführerin 1 vorgebrachte. Ferner stützt sich der behandelnde Psychiater in seinen Arztberichten vom 2. M ai 2003 und vom 3. Juni 2003 auf die Aussagen der Beschw erdeführerin 1 und das eingereichte Arztzeugnis des (...) vom 27. Juni 2002. D ie Beschw erdeführerin 1 leide an einer m ittelgradigen depressiven Episode sow ie einer posttraum atischen Belastungsstörung. D er Arzt stützt sich ausschliesslich auf die Sachverhaltsdarstellung der Beschw erdeführerin 1 und auf die in diesem Zusam m enhang vorgebrachten gesundheitlichen Beschw erden. Er ist nicht w eiter der Frage nachgegangen, ob die diagnostizierten psychischen Beschw erden eine andere U rsache haben könnten, w ie beispielsw eise ihre gesundheitlichen 18 Problem e sow ie die Sorge um ihre gesundheitlich ebenfalls angeschlagenen Kinder, oder auch Problem e m it ihrem dam aligen Ehem ann. N am entlich die Krankheitsgeschichte der Beschw erdeführerin 1 und ihrer Söhne B._______ und C ._______, die ebenfalls an einer chronischen H epatitis B leiden, w erden - beispielsw eise im H inblick auf allfällige Prädispositionen - nicht m iteinbezogen. U nter diesen U m ständen lassen die Arztzeugnisse nicht den Schluss zu, dass die diagnostizierten Leiden der Beschw erdeführerin 1 ihren U rsprung in einem Ereignis m it flüchtlingsrelevantem H intergrund haben. 6.6 Schliesslich gelingt es den Beschw erdeführern auch nicht, eine drohende R eflex- verfolgung w egen der in der Schw eiz als Flüchtlinge anerkannten Schw äger der Beschw erdeführerin 1 (Brüder ihres Ex-Ehem annes) als überw iegend w ahrschein- lich gelten zu lassen. D iesbezüglich ist Folgendes festzuhalten: G em äss der nach w ie vor gültigen Praxis der AR K (vgl. EM AR K 2005 N r. 21), trifft es zw ar zu, dass in der Türkei staatliche R epressalien gegen Fam ilienangehörige von politischen Aktivisten unter Berücksichtigung der neusten Entw icklungen in der Türkei w eiterhin angew andt w erden, die als so genannte R eflexverfolgung flücht- lingsrechtlich erheblich im Sinne von Art. 3 AsylG sein können. D ie W ahrschein- lichkeit, O pfer einer R eflexverfolgung zu w erden, ist gem äss der genannten Praxis vor allem dann gegeben, w enn nach einem flüchtigen Fam ilienm itglied gefahndet w ird und die Behörde Anlass zur Verm utung hat, dass jem and m it der gesuchten Person in engem Kontakt steht. D iese W ahrscheinlichkeit erhöht sich, w enn ein nicht unbedeutendes politisches Engagem ent der reflexverfolgten Person für ille- gale politische O rganisationen hinzukom m t beziehungsw eise ihr seitens der Be- hörden unterstellt w ird (vgl. EM AR K 1994 N r. 5 S. 39 ff.). D ie soeben erw ähnten Voraussetzungen liegen im Fall der Beschw erdeführer nicht vor. Zw ar w ird in dem auf Beschw erdeebene eingereichten Schreiben des Schw a- gers (...) vom 26. Januar 2003 geltend gem acht, die Beschw erdeführerin 1 stam - m e aus einer bekannten politisch aktiven Fam ilie, deren M itglieder zum Teil in der Schw eiz als Flüchtlinge anerkannt w orden seien. H ingegen genügt der U m stand, dass zw ei Schw ägern der Beschw erdeführerin 1 - (...) und (...) - in der Schw eiz Asyl gew ährt w orden ist, nicht, um eine R eflexverfolgung als überw iegend w ahr- scheinlich erscheinen zu lassen. D ie Beschw erdeführer verm ochten ihre für die "arabischen Sozialisten" ausgeübte Tätigkeit - es soll sich bei dieser O rganisation ohnehin nicht um eine verbotene handeln - sow ie die daraus resultierenden Schw ierigkeiten nicht glaubhaft darzutun. Zudem m achten sie anlässlich ihrer Be- fragungen nie geltend, sich m it ihren früher politisch aktiven Schw ägern resp. O n- keln solidarisiert zu haben oder w egen diesen von den Behörden benachteiligt oder schikaniert w orden zu sein. W enn auch (...) in seinem Schreiben vom 26. Januar 2003 auf eine R azzia von 2001 hinw eist, die das ganze Anw esen der Fam i- lie der Beschw erdeführer betroffen haben soll, verm ögen die Beschw erdeführer daraus keine drohende R eflexverfolgung überw iegend w ahrscheinlich darzutun. Im m erhin w ill (...) sogar m ehrm als zw ecks m ehrw öchiger Ferien in die Türkei ge- reist sein und sich dabei - unter anderem im Juli 2003 - an politischen Veranstal- tungen (Protestkundgebung der (...) m it Berichterstattung in der Zeitung H atay 19 vom (...)) beteiligt haben. D em nach ist davon auszugehen, dass die in der Schw eiz lebenden, vor Jahren als Flüchtlinge anerkannten Verw andten offenbar keine R eflexverfolgung befürchten. Es ist dem nach nicht einzusehen, w eshalb die Beschw erdeführer w egen dieser Verw andten eine Verfolgung zu gew ärtigen hät- ten. D ie Beschw erdeführer verm ögen daher aus den eingereichten U nterlagen von (...) vom 26. Januar 2003 nichts zu ihren G unsten abzuleiten. Im Ü brigen ist auch aufgrund der eingereichten beiden Zeitungsartikel vom (...), w orin eine Verw andte bei einem Anlass des (...) abgebildet ist, nicht auf eine R eflexverfolgung der Beschw erdeführer zu schliessen. Ebensow enig kann dem Zeitungsartikel vom (...) betreffend (...), einem w eiteren Schw ager, der verschw unden sein soll, eine asylrechtliche Bedeutung zugunsten der Be- schw erdeführer beigem essen w erden. 7. W as ferner die geschilderten Schw ierigkeiten der Beschw erdeführer als Angehöri- ge der arabischen Ethnie betrifft, sind diese zu w enig intensiv, als dass ihnen Ver- folgungscharakter im Sinne des Asylgesetzes zukom m t. U m die vom Asylgesetz vorausgesetzte Intensität zu erreichen, m üssten zusätzliche staatliche M assnah- m en hinzukom m en, die im konkreten Einzelfall stärker sind als das, w as die ethni- sche M inderheit der Araber in H atay an sich hinnehm en m uss. W ie hievor ausführ- lich dargelegt, verm ochten die Beschw erdeführer keine individuelle Verfolgungsge- fahr glaubhaft zu m achen. Im Ü brigen ist festzuhalten, dass die Schw eizerische Asylpraxis bei Angehörigen dieser Ethnie nicht von einer so genannten Kollektiv- verfolgung beziehungsw eise einer generellen G efährdung ausgeht. D ie Zugehörig- keit der Beschw erdeführer zur ethnischen M inderheit der Araber ist für sich allein dam it w eder im Asyl- noch im W egw eisungspunkt von R elevanz. 8. Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Beschw erde oder auf die Bew eism ittel näher einzugehen, da sie am Ergebnis nichts ändern können. D er Sachverhalt ist aufgrund der Akten genügend abgeklärt und hinreichend erstellt. Es besteht som it keine Veranlassung für eine Botschaftsabklärung oder eine ergänzende Befragung der Beschw erdeführerin 1 durch das Bundesverw altungsgericht, w eshalb die entsprechenden Anträge abzu- w eisen sind. Zusam m enfassend folgt, dass die Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnten. D ie Vorinstanz hat die Asylgesuche der Beschw erdeführer dem nach zu R echt abgelehnt. 9. 9.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 20 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 9.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 9.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 9.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 10. G em äss Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfah- rensfragen (AsylV 1, SR 142.311) w ird die W egw eisung aus der Schw eiz nicht ver- fügt, w enn die asylsuchende Person im Besitze einer gültigen Aufenthalts- und N iederlassungsbew illigung ist. D er Beschw erdeführerin 1 und ihrem dam als noch m inderjährigen Sohn C ._______ (Beschw erdeführer 3) ist gestützt auf die H eirat der Beschw erdeführerin 1 m it (...) zw ischenzeitlich eine Aufenthaltsbew illigung B erteilt w orden. Aufgrund dieser Sachlage ist das vorliegende Be- schw erdeverfahren, sow eit die Beschw erdeführerin 1 und den Beschw erdeführer 3 betreffend, im W egw eisungs- und Vollzugspunkt infolge W egfalls des R echtsschutzinteresses gegenstandslos gew orden (vgl. EM AR K 2000 N r. 30 S. 248 ff.; 2001 N r. 21 S. 178). 11. D em gegenüber ist in Bezug auf den im Verlaufe des Asylverfahrens volljährig ge- w ordenen Beschw erdeführer 2 Folgendes festzuhalten: D ieser verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch hat er einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. N achdem das Asylgesuch rechtskräftig abgew iesen ist und er - abgesehen vom bisherigen Asylbew erberstatus - keinen Aufenthaltstitel für die Schw eiz besitzt oder beanspruchen kann, w urde seine W egw eisung (Ziffer 3 des D ispositivs der vorinstanzlichen Verfügung) dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 21 11.1 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer 2 nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Be- schw erdeführers 2 in die Türkei ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 11.2 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers 2 noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in sei- nen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N - Anti-Folterausschusses m üsste er eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder un- m enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m it w eite- ren H inw eisen). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in der Türkei lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig er- scheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 11.3 11.3.1 Bei der Beurteilung der Zum utbarkeit ist vorab m assgeblich, ob der Vollzug für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 4 AN AG : [...] kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn [...]). D am it w ird zum Ausdruck ge- bracht, dass aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflich- ten der Schw eiz, insbesondere dann auf den Vollzug der W egw eisung zu verzich- ten ist, w enn die R ückkehr in den H eim at- oder H erkunftsstaat für die betroffene Person angesichts der dort herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeich- net, eine konkrete G efahr darstellt (EM AR K 1998 N r. 25 E. 3d S. 223; Botschaft zum AVB, BBI 1990 II 668). Eine konkrete G efährdung kann sich aber auch daraus ergeben, dass eine notw endige m edizinische Behandlung im H eim at- oder H er- kunftsstaat nicht gew ährleistet w äre (vgl. EM AR K 1993 N r. 38 E. 6a S. 277; 1999 N r. 8 E. 7d S. 50). N eben einer konkreten G efährdung können aber auch andere U m stände im H eim at- oder H erkunftsstaat dazu führen, dass der Vollzug der W eg- w eisung - aus hum anitären Ü berlegungen - als nicht zum utbar erscheint. Entspre- chend kom m t den Asylbehörden im R ahm en der Anw endung von Art. 14a Abs. 4 AN AG ein Erm essensspielraum zu (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 E. 6b S. 123; 1994 N r. 18. E. 4d S. 140 f; W ALTE R KÄLIN , G rundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a.M ., S. 203). Im R ahm en dieses Erm essensspielraum s sind daher im vorliegen- den Fall, dem - w ie nachstehend dargelegt - eine aussergew öhnliche Konstellation zugrunde liegt, bei der Zum utbarkeitsprüfung m edizinische Aspekte einerseits und die Aspekte der Entw urzelung andererseits zu berücksichtigen.22 11.3.2 W ie den Akten entnom m en w erden kann, verliess der Beschw erdeführer 2 sei- nen H eim atstaat vor nahezu fünf Jahren als dam als 15-Jähriger zusam m en m it seiner M utter und seinem jüngeren Bruder C ._______, m it denen er seither in der Schw eiz lebt. Zw ar kann davon ausgegangen w erden, dass der Beschw erdeführer 2 in seinem H eim atstaat w eiterhin über ein Beziehungsnetz verfügt. Zu seinem Vater hat er gem äss den Akten indes seit m ehr als zehn Jahren keinen Kontakt m ehr. Vorliegend kann jedoch davon ausgegangen w erden, dass er zu seinen in der Schw eiz w ohnhaften nahen Verw andten in besonders engem Kontakt steht. So w urde das am 15. August 2002 gestellte G esuch der Beschw erdeführer um Kantonsum teilung m it Verfügung des Bundesam tes vom 30. Septem ber 2002 (w iedererw ägungsw eise) gutgeheissen und die Beschw erdeführer w urden dem Aufenthaltskanton ihrer nahen Verw andten zugew iesen. D ie Verfügung w urde dam it begründet, die Beschw erdeführerin 1 sei aufgrund ihrer gesundheitlichen Problem e und der länger dauernden m edizinischen Behandlung nicht in der Lage, ihre Kinder selber zu betreuen. W ie den entsprechenden Arztzeugnissen zu entnehm en ist, m usste die Beschw erdeführerin 1 unm ittelbar nach ihrer Einreise in die Schw eiz notfallm ässig operiert w erden. Aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes konnte die kantonale Anhörung erst im Septem ber 2003 durchgeführt w erden. Schliesslich heiratete die Beschw erdeführerin 1 am 29. Juli 2005 einen (...), w orauf sie und der dam als noch m inderjährige C ._______ eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung erhalten haben. D er Beschw erdeführer 2 w urde lediglich deshalb von einer B-Bew illigung ausgeschlossen, w eil er w enige Tage nach der H eirat seiner M utter volljährig w urde und das G esuch offenbar nicht sofort eingereicht w urde. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers 2 in den H eim atstaat - ohne seine M utter und seinen Bruder - w ürde aus den dargelegten G ründen zu einer nicht unbeträchtlichen fam iliären Belastungssituation führen. Zudem kann davon ausgegangen w erden, dass die in der Schw eiz w ohnhaften Verw andten ihm und seiner M utter sow ie seinem Bruder den notw endigen R ückhalt, auf den er aufgrund seiner gesundheitlichen Beschw erden (vgl. hienach) angew iesen ist, geben können. D iese Elem ente sind im Sinne der nach w ie vor gültigen konstanten Praxis der AR K bei der Prüfung der Frage der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs unter hum anitären G esichtspunkten m it zu berücksichtigen (vgl. EM AR K 1998 N r. 31 S. 260). D abei ist zu berücksichtigen, dass der Beschw erdeführer 2 einen w ichtigen Teil seiner entw icklungs- und integ- rationsm ässig prägenden Jahre in der Schw eiz verbracht hat, w as drohende Integ- rationsproblem e im H eim atstaat als w ahrscheinlich erscheinen liesse. Vor diesem H intergrund m uss die R eintegration des Beschw erdeführers 2 in der Türkei und der Aufbau einer Existenz als fraglich erachtet w erden. Schliesslich ist dem U m stand R echnung zu tragen, dass dem Beschw erdeführer 2 gem äss aktenkundiger Arztzeugnisse gesundheitliche Problem e attestiert w erden. Laut Arztbericht von D r. m ed. (...) vom 4. Juni 2003 leidet er an einer chronischen H epatitis B. Zudem stellte D r. m ed. (...), Kinder- und Jugendpsychiatrie, im Arzt- zeugnis vom 27. N ovem ber 2003 bei ihm eine posttraum atische Belastungsstörung fest. Als U rsache dafür käm en verschiedene Faktoren in Frage, unter anderem die schw ierige gesundheitliche Situation seiner M utter. Er sei auf seine in der Schw eiz w ohnhaften Verw andten angew iesen. Auch im Bericht der hom öopathischen Ärztin (...) vom 7. April 2006 w urde festgestellt, dass der psychische Zustand des Be-23 schw erdeführers 2 im Zusam m enhang m it der gesundheitlichen Situation seiner M utter sow ie seiner eigenen persönlichen Situation (Aufenthaltsstatus) stehe. D es- halb sei der fam iliäre Zusam m enhalt für seine Entw icklung von grosser Bedeutung. Im ärztlichen Bericht von D r. (...) vom 28. M ärz 2006 w urde die chronische H epa- titis B bestätigt und eine antivirale H BV-Therapie vorgeschlagen. Zudem w urde ihm ein progredienter Verlauf in R ichtung Zirrhose prognostiziert. Eine solche The- rapie kam für den Beschw erdeführer 2 aus Angst vor Arbeitsplatzverlust bisher nicht in Frage. D ies ist um so m ehr verständlich, als er seit August 2005 bei der (...) arbeitet, w o ihm eine Lehrstelle in Aussicht gestellt w ird und dam it beruflich gute Zukunftsperspektiven vorliegen. 11.3.3 In einer G esam tw ürdigung der geschilderten U m stände und hum anitären Aspek- te gelangt das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass der Vollzug der W eg- w eisung des Beschw erdeführers 2 als unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu qualifizieren ist. Er ist daher - da sich in den Akten keine Anhaltspunkte für die Annahm e entnehm en lassen, dass er die öffentliche Sicherheit und O rd- nung gefährden w ürde oder in schw erw iegender W eise verletzt hätte (vgl. Art. 14a Abs. 6 AN AG ) - in der Schw eiz vorläufig aufzunehm en. Es erübrigt sich daher, auf die w eiteren Vorbringen in den Eingaben der Beschw erdeführer näher einzugehen. 12. N ach dem G esagten ist die Beschw erde bezüglich der Verneinung der Flüchtlings- eigenschaft und der Asylgew ährung abzuw eisen. D ie Beschw erde ist, sow eit sie die Anordnung der W egw eisung und deren Vollzug betrifft, hinsichtlich der Be- schw erdeführerin 1 und ihres Sohnes C ._______ als gegenstandslos gew orden abzuschreiben. Sow eit sie den Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers 2 betrifft, ist sie gutzuheissen und insofern die Verfügung des BFF vom 23. D ezem ber 2003 hinsichtlich der D ispositiv-Ziffern 4 und 5 aufzuheben. Sodann ist das BFM anzuw eisen, dem Beschw erdeführer 2 w egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs die vorläufige Aufnahm e zu gew ähren. 13. 13.1 Vorliegend ist auf das m it der Beschw erdeschrift gestellte G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG , w elches m it Zw ischenverfügung vom 16. Februar 2004 gutgeheissen w orden ist, zurückzukom - m en und dieses m angels Bedürftigkeit des Beschw erdeführers 2 angesichts der solidarischen H aftbarkeit der Beschw erdeführer 1 - 3 für die Kosten des Beschw er- deverfahrens (Art. 85 und 86 AsylG , Art. 9 Abs. 2 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312], EM AR K 2000 N r. 6) w iedererw ägungsw eise abzuw eisen. W as die unentgeltliche Verbeiständung be- trifft, besteht dem gegenüber keine Veranlassung, darauf zurückzukom m en. N ach Kenntnis des Bundesverw altungsgerichts verfügt der Beschw erdeführer 2 näm lich über ein Sicherheitskonto im Sinne von Art. 86 AsylG , w elches einen Saldo von m ehreren Tausend Franken aufw eist. O bw ohl der Beschw erdeführer 2 nicht frei über dieses G uthaben verfügen kann, sind dam it die m utm asslichen Kosten des Beschw erdeverfahrens hinlänglich gedeckt, ohne dass dessen notw endiger Le-24 bensunterhalt beeinträchtigt w ird. Bei dieser Sachlage haben die Beschw erdefüh- rer die praxisgem äss aufgrund des teilw eisen O bsiegens um die H älfte reduzierten Verfahrenkosten in der H öhe von Fr. 300.-- zu bezahlen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). 13.2 D er vollum fänglich oder teilw eise obsiegenden Partei, der ein unentgeltlicher R echtsbeistand im Sinne von Art. 65 Abs. 2 Vw VG beigeordnet w orden ist, ist bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen eine Parteientschädigung im U m fang des O bsiegens zu entrichten (Art. 7 und 15 VG KE). Für den Teil des U nterliegens ist dem am tlich eingesetzten Anw alt eine Entschädigung auszurichten. 13.2.1 Sow eit die Beschw erdebegehren betreffend die Beschw erdeführerin 1 und den Beschw erdeführer 3 gegenstandslos gew orden sind (W egw eisung und Vollzug), ist über den Kosten- und Entschädigungspunkt gem äss den Prozessaussichten vor Eintritt der G egenstandslosigkeit zu entscheiden (Art. 5 und 15 VG KE). Vorliegend dürften die Prozessaussichten der Beschw erdebegehren im W egw eisungspunkt vor Eintritt der G egenstandslosigkeit bei einer G esam tw ürdigung der Akten als in- takt zu bezeichnen gew esen sein. Som it ist der Beschw erdeführerin 1 und dem Beschw erdeführer 3 für den gegenstandslos gew ordenen hälftigen Teil ihrer Be- schw erde (W egw eisungspunkt) eine angem essene Parteientschädigung zu ent- richten. W eiter ist für das teilw eise O bsiegen des Beschw erdeführers 2 im W eg- w eisungspunkt ebenfalls eine Parteientschädigung zuzusprechen. 13.2.2 D er R echtsvertreter w eist in seiner Kostennote vom 31. M ai 2007 für das vorlie- gende Beschw erdeverfahren einen Aufw and von 25 Stunden (à Fr. 200.--) sow ie Auslagen von Fr. 316.40 aus. D ieser Aufw and ist angesichts des relativ um fangrei- chen D ossiers als angem essen zu bezeichnen und vollum fänglich zu berücksichti- gen. D as BFM w ird nach dem G esagten angew iesen, den Beschw erdeführern in An- w endung von Art. 64 Abs. 1 Vw VG sow ie Art. 7 und 15 VG KE und unter Berück- sichtigung der in Betracht zu ziehenden Bem essungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VG KE) für den Teil ihres O bsiegens respektive für den Teil des gegenstandslos gew orde- nen Beschw erdeverfahrens eine Parteientschädigung von insgesam t Fr. 2'860.-- (H älfte) (inklusive Auslagen und M ehrw ertsteuer) zu entrichten. D em als unent- geltlicher R echtsbeistand eingesetzten R echtsvertreter w ird in Anw endung von Art. 65 Abs. 2 Vw VG sow ie Art. 7 ff. VG KE im U m fang des U nterliegens ein am tliches H onorar von Fr. 2'860.-- (andere H älfte) - (inklusive Auslagen und M ehrw ertsteuer) zugesprochen. D er Anspruch auf das am tliche H onorar w ird im U m fang der Partei- entschädigung gegenstandslos. (D ispositiv nächste Seite)25 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird bezüglich der beantragten Feststellung der Flüchtlingseigen- schaft und der Asylgew ährung abgew iesen. 2. D ie Beschw erde w ird, sow eit sie die W egw eisung sow ie den Vollzug der W egw ei- sung der Beschw erdeführerin 1 und des Beschw erdeführers 3 betrifft, als gegen- standslos gew orden abgeschrieben. 3. D ie Beschw erde w ird, sow eit sie den Vollzug der W egw eisung des Beschw erde- führers 2 betrifft, gutgeheissen. 4. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung des BFF vom 23. D ezem ber 2003 w erden, sow eit den Beschw erdeführer 2 betreffend, aufgehoben und das BFM w ird angew iesen, ihn vorläufig aufzunehm en. 5. D as G esuch um unentgeltliche R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird in W iedererw ägung der Zw ischenverfügung vom 16. Februar 2004 abgew iesen. D ie reduzierten Verfahrenskosten im Betrage von Fr. 300.-- (Spruch- und Schreibge- bühren) w erden den Beschw erdeführern auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Ta- gen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 6. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführern zufolge teilw eisen O bsiegens für das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ) von Fr. 2'860.-- zu entrichten. 7. D em als unentgeltlicher R echtsbeistand eingesetzten R echtsvertreter w ird in An- w endung von Art. 65 Abs. 2 Vw VG im U m fang des U nterliegens ein vom Bundes- verw altungsgericht auszurichtendes am tliches H onorar von Fr. 2'860.-- zugespro- chen. D er Anspruch auf das am tliche H onorar w ird im U m fang der Parteientschädi- gung gegenstandslos. 8. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführer, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Angefochtene Verfügung im O riginal und Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. ....) - D ie Instruktionsrichterin: D ie G erichtsschreiberin: Therese Kojic Alexandra Püntener Versand am :