<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 7] </div> <div class="para">U 218/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV. Kammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Borella, Bundesrichterin Leuzinger und Bundesrichter </div> <div class="para">Kernen; Gerichtsschreiber Schäuble </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 21. November 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">M.________, 1957, Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat </div> <div class="para">Dominik Zehntner, Spalenberg 20, 4051 Basel, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Fluhmattstrasse </div> <div class="para">1, 6004 Luzern, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Versicherungsgericht des Kantons Solothurn, Solothurn </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Der 1957 geborene M.________ war seit dem 1. Mai </div> <div class="para">1994 als Aussendienstmitarbeiter bei der Firma E.________ </div> <div class="para">AG angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt </div> <div class="para">(SUVA) obligatorisch gegen Unfälle versichert. </div> <div class="para">Am 22. Juni 1994 wurde er auf der Autobahn A1 </div> <div class="para">(Grauholz) während eines Staus in eine Auffahrkollision </div> <div class="para">verwickelt, als ein von hinten herannahendes Auto auf </div> <div class="para">seinen eben zum Stillstand gebrachten Personenwagen auffuhr. </div> <div class="para">Der vom Versicherten am 4. Juli 1994 konsultierte </div> <div class="para">Internist Dr. med. H.________ diagnostizierte ein Schleudertrauma </div> <div class="para">der Halswirbelsäule (HWS) und eine alte Spondylose </div> <div class="para">C5-C6. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen. </div> <div class="para">Am 16. Dezember 1995 erlitt M.________ ausserdem eine Prellung </div> <div class="para">des linken Auges an einer Türkante, als er aus einem </div> <div class="para">Auto stieg. Die SUVA kam auch für diesen Unfall auf. Gestützt </div> <div class="para">auf den kreisärztlichen Untersuchungsbericht des Dr. </div> <div class="para">med. S.________ vom 25. Juni 1997 eröffnete sie dem Versicherten </div> <div class="para">mit Verfügung vom 27. Juni 1997, es lägen keine </div> <div class="para">behandlungsbedürftigen organischen Unfallfolgen mehr vor. </div> <div class="para">Die psychischen Beschwerden stünden nicht in adäquat kausalem </div> <div class="para">Zusammenhang mit dem Unfall vom 22. Juni 1994, weshalb </div> <div class="para">die Leistungen für Taggeld und Behandlungskosten auf </div> <div class="para">den 30. Juni 1997 eingestellt würden. Daran hielt sie mit </div> <div class="para">Einspracheentscheid vom 21. Januar 1998 fest. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit der </div> <div class="para">M.________ die Übernahme der Heilbehandlung sowie die </div> <div class="para">Zusprechung von Taggeld, eventuell einer Invalidenrente </div> <div class="para">beantragt, wies das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn </div> <div class="para">mit Entscheid vom 19. Mai 1999 ab. Auf den Antrag auf </div> <div class="para">Zusprechung einer Integritätsentschädigung trat es nicht </div> <div class="para">ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C.- M.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">führen mit dem Antrag, in Aufhebung des vorinstanzlichen </div> <div class="para">Entscheides sei ihm eine Invalidenrente basierend auf einem </div> <div class="para">Invaliditätsgrad von 75 % und eine Integritätsentschädigung </div> <div class="para">in noch zu bestimmender Höhe zuzusprechen. Eventuell sei </div> <div class="para">die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und zur Bestimmung </div> <div class="para">der Leistungshöhe an die Vorinstanz oder den Unfallversicherer </div> <div class="para">zurückzuweisen. </div> <div class="para">Die SUVA schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. </div> <div class="para">Das Bundesamt für Sozialversicherung </div> <div class="para">lässt sich nicht vernehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit Blick auf die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">in Aussicht gestellten und vom Beschwerdeführer nachträglich </div> <div class="para">eingereichten medizinischen Unterlagen (siehe das Gutachten </div> <div class="para">des PD Dr. med. W.________, Augenarzt FMH, vom </div> <div class="para">1. Dezember 1999 und den audio-neurootologischen Bericht </div> <div class="para">des Dr. med. A.________, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, </div> <div class="para">Hals- und Gesichtschirurgie, vom 28. Dezember </div> <div class="para">1999) wurde ein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt. Gestützt </div> <div class="para">auf die kreisärztlichen Beurteilungen vom 29. Dezember </div> <div class="para">1999 und vom 18. Januar 2000 hält die SUVA an ihrem </div> <div class="para">Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Die Vorinstanz ist auf den Beschwerdeantrag betreffend </div> <div class="para">Integritätsentschädigung mangels Anfechtungsgegenstandes </div> <div class="para">nicht eingetreten. </div> <div class="para">Nach der Rechtsprechung genügen Verwaltungsgerichtsbeschwerden </div> <div class="para">gegen Nichteintretensentscheide, die lediglich </div> <div class="para">eine Auseinandersetzung mit der materiellrechtlichen Seite </div> <div class="para">des Falles enthalten - ungeachtet eines allenfalls vorhandenen </div> <div class="para">Antrages -, dem Gültigkeitserfordernis einer sachbezogenen </div> <div class="para">Begründung nicht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-V-335%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page335">BGE 123 V 335</a>, 118 Ib 134 </div> <div class="para">Erw. 2 mit Hinweisen). </div> <div class="para">Mit dem Anspruch auf eine Integritätsentschädigung </div> <div class="para">befasst sich der Beschwerdeführer in Antrag und Begründung </div> <div class="para">seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde lediglich in materiellrechtlicher </div> <div class="para">Hinsicht. Zu der im vorliegenden Verfahren </div> <div class="para">in diesem Punkt einzig überprüfbaren Frage, ob das kantonale </div> <div class="para">Gericht zu Recht nicht auf das Begehren um Zusprechung </div> <div class="para">einer Integritätsentschädigung eingetreten ist (vgl. BGE </div> <div class="para">121 V 159 Erw. 2b mit Hinweis; SVR 1997 UV Nr. 66 S. 225 </div> <div class="para">Erw. 1a), äussert er sich nicht. Damit fehlt es insoweit am </div> <div class="para">Formerfordernis einer sachbezogenen Begründung, wonach aus </div> <div class="para">der Beschwerdeschrift ersichtlich sein muss, in welchen </div> <div class="para">Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet </div> <div class="para">wird (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F113-IB-287%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page287">BGE 113 Ib 287</a> f. Erw. 1 mit Hinweisen). Deshalb ist </div> <div class="para">der vorinstanzliche Entscheid, soweit er auf Nichteintreten </div> <div class="para">lautet, der Überprüfung durch das Eidgenössische Versicherungsgericht </div> <div class="para">entzogen. Ferner kann bei dieser Verfahrenslage </div> <div class="para">auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde, soweit mit ihr </div> <div class="para">die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung beantragt </div> <div class="para">wird, nicht eingetreten werden. </div> <div class="para">Streitig und zu prüfen bleibt allein, ob die SUVA im </div> <div class="para">Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 22. Juni 1994 auch </div> <div class="para">über den 30. Juni 1997 hinaus Leistungen (Heilkosten, Taggelder) </div> <div class="para">auszurichten hat. Abzuklären ist insbesondere die </div> <div class="para">Frage, ob der Zusammenhang zwischen dem Unfall und den </div> <div class="para">bestehenden Beschwerden (u.a. neuropsychologische Ausfälle </div> <div class="para">und Sehstörungen) gegeben ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Das kantonale Gericht hat die Rechtsprechung zu </div> <div class="para">dem für die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten </div> <div class="para">natürlichen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-V-335%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page337">BGE 119 V 337</a> Erw. 1, 118 V 289 </div> <div class="para">Erw. 1b, je mit Hinweisen) und adäquaten Kausalzusammenhang </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-III-110%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page112">BGE 123 III 112</a> Erw. 3a, 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, </div> <div class="para">122 V 416 Erw. 2a, 121 V 49 Erw. 3a mit Hinweisen) zwischen </div> <div class="para">dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, </div> <div class="para">Invalidität, Tod) zutreffend dargelegt. Darauf kann </div> <div class="para">verwiesen werden. </div> <div class="para">Zu präzisieren bleibt, dass die zu den Verletzungen </div> <div class="para">nach klassischem Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung </div> <div class="para">zum natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V </div> <div class="para">335, 117 V 359) auch auf Verletzungen nach einem Schleudertrauma </div> <div class="para">"äquivalenten" Mechanismus (Kopfanprall mit Abknickung </div> <div class="para">der HWS; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2) und bei </div> <div class="para">Vorliegen eines Schädel-Hirntraumas anwendbar ist, wenn und </div> <div class="para">soweit sich dessen Folgen mit jenen eines Schleudertraumas </div> <div class="para">vergleichen lassen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-369%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page369">BGE 117 V 369</a>). In <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-V-335%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page340">BGE 119 V 340</a> hat </div> <div class="para">das Eidgenössische Versicherungsgericht - im Zusammenhang </div> <div class="para">mit Schleudermechanismen der HWS - dargelegt, dass zuallererst </div> <div class="para">die medizinischen Fakten, wie die fachärztlichen Erhebungen </div> <div class="para">über Anamnese, objektiven Befund, Diagnose, Verletzungsfolgen, </div> <div class="para">unfallfremde Faktoren, Vorzustand usw. die </div> <div class="para">massgeblichen Grundlagen für die Kausalitätsbeurteilung </div> <div class="para">durch Verwaltung und Gerichtsinstanzen bilden. Das Vorliegen </div> <div class="para">eines Schleudertraumas wie seine Folgen müssen somit </div> <div class="para">durch zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sein. Trifft </div> <div class="para">dies zu und ist die natürliche Kausalität - auf Grund fachärztlicher </div> <div class="para">Feststellungen in einem konkreten Fall - unbestritten, </div> <div class="para">so kann der natürliche Kausalzusammenhang ebenso </div> <div class="para">aus rechtlicher Sicht als erstellt gelten, ohne dass ausführliche </div> <div class="para">Darlegungen zur Beweiswürdigung nötig wären (BGE </div> <div class="para">119 V 340 Erw. 2b/aa). Auch in Fällen ohne organisch nachweisbare </div> <div class="para">Beschwerden bedarf es für die Leistungsberechtigung </div> <div class="para">gegenüber dem Unfallversicherer, dass die geklagten </div> <div class="para">Beschwerden medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen </div> <div class="para">Beeinträchtigung zugeschrieben werden können und dass diese </div> <div class="para">Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit </div> <div class="para">in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfall </div> <div class="para">steht. Dafür ist unter Umständen ein interdisziplinäres </div> <div class="para">Zusammenwirken der verschiedenen medizinischen Fachrichtungen, </div> <div class="para">nötigenfalls unter Einschluss der Neuropsychologie, </div> <div class="para">erforderlich. Zu beachten sind hier die Schwierigkeiten, </div> <div class="para">die sich aus dem Umstand ergeben, dass der im Zusammenhang </div> <div class="para">mit der HWS-Verletzungen sich manifestierende </div> <div class="para">Beschwerdekomplex mitunter noch andere Ursachen haben kann, </div> <div class="para">was aber nicht von vornherein zur Verneinung der natürlichen </div> <div class="para">Kausalität führen darf, da der Unfall als eine Teilursache </div> <div class="para">für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs </div> <div class="para">genügt. Andererseits vermag auch die Neuropsychologie, nach </div> <div class="para">derzeitigem Wissensstand, es nicht, selbstständig die Beurteilung </div> <div class="para">der Genese abschliessend vorzunehmen. Spricht nach </div> <div class="para">der Aktenlage medizinisch vieles für Unfallkausalität der </div> <div class="para">ausgewiesenen Beschwerden, ohne dass aber vom unfallärztlichen </div> <div class="para">Standpunkt aus der Zusammenhang direkt mit Wahrscheinlichkeit </div> <div class="para">zu bejahen wäre, können die neuropsychologischen </div> <div class="para">Untersuchungsergebnisse im Rahmen der gesamthaften Beweisführung </div> <div class="para">bedeutsam sein. Das setzt aber voraus, dass der </div> <div class="para">Neuropsychologe - im Einzelfall - in der Lage ist, überprüf- </div> <div class="para">und nachvollziehbare, mithin überzeugende Aussagen </div> <div class="para">zur Unfallkausalität zu machen, die sich in die anderen </div> <div class="para">(interdisziplinären) Abklärungsergebnisse schlüssig einfügen. </div> <div class="para">Blosse Klagen über diffuse Beschwerden genügen somit </div> <div class="para">keineswegs für den Beweis der Unfallkausalität (BGE 119 V </div> <div class="para">341 Erw. 2b/bb). </div> <div class="para">Bei der Beurteilung der Adäquanz von psychischen Unfallfolgen </div> <div class="para">ist wie folgt zu differenzieren: zunächst ist </div> <div class="para">abzuklären, ob der Versicherte beim Unfall ein Schleudertrauma </div> <div class="para">der HWS, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung </div> <div class="para">(Distorsion der HWS) oder ein Schädel-Hirntrauma </div> <div class="para">erlitten hat. Ist dies der Fall, sind bei Unfällen aus dem </div> <div class="para">mittleren Bereich die in <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page366">BGE 117 V 366</a> Erw. 6a und 382 </div> <div class="para">Erw. 4b umschriebenen Kriterien anzuwenden. Andernfalls </div> <div class="para">erfolgt die Adäquanzbeurteilung in den dem mittleren </div> <div class="para">Bereich zuzuordnenden Fällen nach den Kriterien gemäss BGE </div> <div class="para">115 V 140 Erw. 6c/aa (siehe zur Begründung der teilweise </div> <div class="para">unterschiedlichen Kriterien: <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page366">BGE 117 V 366</a> Erw. 6a, letzter </div> <div class="para">Absatz). In Fällen, in welchen die zum typischen Beschwerdebild </div> <div class="para">eines Schleudertraumas der HWS gehörenden Beeinträchtigungen </div> <div class="para">zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur </div> <div class="para">vorliegenden ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz </div> <div class="para">in den Hintergrund treten, ist die Beurteilung unter dem </div> <div class="para">Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall </div> <div class="para">vorzunehmen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-V-98%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page98">BGE 123 V 98</a> Erw. 2). </div> <div class="para">Im Weiteren kann auf die vorinstanzlichen Ausführungen </div> <div class="para">zum Untersuchungsgrundsatz und zum Beweiswert von ärztlichen </div> <div class="para">Gutachten und Berichten (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-157%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page157">BGE 122 V 157</a> ff.) verwiesen </div> <div class="para">werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- SUVA und Vorinstanz stellen sich auf den Standpunkt, </div> <div class="para">dass in somatischer Hinsicht die Folgen des Unfalles </div> <div class="para">vom 22. Juni 1994 (Schleudertrauma der HWS) spätestens am </div> <div class="para">30. Juni 1997 ausgeheilt gewesen seien und dass nurmehr eine </div> <div class="para">psychische Problematik vorliege, welche jedoch in keinem </div> <div class="para">relevanten Kausalitätsverhältnis zum Unfall stehe, da es </div> <div class="para">hiezu an der erforderlichen Adäquanz fehle. Dasselbe gelte </div> <div class="para">auch für das Unfallereignis vom 16. Dezember 1995. Dabei </div> <div class="para">stellten sie im Wesentlichen auf den Austrittsbericht der </div> <div class="para">Rehaklinik X.________ vom 16. Oktober 1996 sowie die Beurteilungen </div> <div class="para">des Dr. med. F.________ vom 20. Februar und </div> <div class="para">5. März 1997, Dr. med. S.________ vom 25. Juni 1997 und Dr. </div> <div class="para">med. B.________ vom 2. Juni 1997 ab. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer bestreitet nebst der Verneinung </div> <div class="para">somatischer Unfallrestfolgen, dass es an der Adäquanz der </div> <div class="para">Kausalität zwischen Unfall und geltend gemachtem Beschwerdebild </div> <div class="para">fehle. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- a) Zum Nachweis somatischer Unfallfolgen stützt </div> <div class="para">sich der Beschwerdeführer unter anderm auf das audio-neurootologische </div> <div class="para">Gutachten des Dr. med. A.________ vom 28. Dezember </div> <div class="para">1999, der in seinem Bericht zum Schluss gelangt, </div> <div class="para">dass die noch bestehenden Beschwerden des Versicherten auf </div> <div class="para">Grund der verschiedenen von ihm durchgeführten audio-neurootologischen </div> <div class="para">Untersuchungen objektivierbar und mit grosser </div> <div class="para">Wahrscheinlichkeit in direktem, natürlichem Kausalzusammenhang </div> <div class="para">mit dem Unfall vom 22. Juni 1994 stünden. Die SUVA </div> <div class="para">wendet dagegen ein, dass die von Dr. med. A.________ erhobenen </div> <div class="para">Befunde auf Untersuchungsmethoden beruhen, welche </div> <div class="para">zumindest als nicht standardisiert bezeichnet werden müssen. </div> <div class="para">Die Wertungen des Privatgutachters seien äusserst </div> <div class="para">spekulativ und vor allem in Bezug auf die Kausalitätsbeurteilung </div> <div class="para">unzutreffend. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Nach der Rechtsprechung gilt eine Behandlungsmethode </div> <div class="para">dann als wissenschaftlich anerkannt, wenn sie von </div> <div class="para">Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf </div> <div class="para">breiter Basis anerkannt ist. Entscheidend sind dabei die </div> <div class="para">Ergebnisse der Erfahrungen und der Erfolg einer bestimmten </div> <div class="para">Therapie (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-472%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page476">BGE 120 V 476</a> Erw. 4a mit Hinweisen). </div> <div class="para">Es entzieht sich der Kenntnis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, </div> <div class="para">ob die von Dr. A.________ angewendeten </div> <div class="para">Untersuchungen zum Nachweis einer Hirnorganizität von </div> <div class="para">Schleudertraumen tauglich und wissenschaftlich anerkannt </div> <div class="para">sind (vgl. RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316 Erw. 6 betreffend </div> <div class="para">SPECT-Untersuchung; Dr. med Marincic, "Arbeitsrelevanz und </div> <div class="para">Invalidisierungspotenzial von verstibulären und Gleichgewichtsstörungen", </div> <div class="para">Kongress-Band: "Invalidität und berufliche </div> <div class="para">Reintegration" von Joseph Mürner und Thierry M. </div> <div class="para">Ettlin, Basel 2000). Dr. med. T.________ erklärte in seiner </div> <div class="para">Beurteilung vom 18. Januar 2000, welche der SUVA-Stellungnahme </div> <div class="para">vom 19. Januar 2000 beilag, die Validierung der </div> <div class="para">audio-neurootologischen Untersuchung im Rahmen einer anerkannten </div> <div class="para">universitären Institution mit Schwerpunkt und entsprechender </div> <div class="para">Erfahrung in neurootologischer Diagnostik als </div> <div class="para">wünschenswert. Das Eidgenössische Versicherungsgericht kann </div> <div class="para">sich dieser Meinung anschliessen, weshalb die Sache - im </div> <div class="para">Hinblick auf die Gewährleistung des doppelten Instanzenzuges </div> <div class="para">(vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=12.11.2001&amp;to_date=01.12.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-244%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page244">BGE 127 V 244</a>) - an die Vorinstanz zurückzuweisen </div> <div class="para">ist, damit sie hierüber ein Gutachten veranlasse, </div> <div class="para">vorzugsweise durch an einer universitären Institution </div> <div class="para">tätige Fachleute. Diese werden auch zur Frage Stellung </div> <div class="para">nehmen, ob die Durchführung der Untersuchungen im vorliegenden </div> <div class="para">Fall den wissenschaftlichen Anforderungen genügt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">5.- a) Der Beschwerdeführer stützt sich zum Nachweis </div> <div class="para">des Kausalzusammenhangs des Weitern auf das Privatgutachten </div> <div class="para">des PD Dr. W.________, welcher zwischen den Migraine-Anfällen </div> <div class="para">mit Aura, getriggert durch Lesen oder helle Reflexe, </div> <div class="para">und dem Unfall einen wahrscheinlichen, bei der Dysfunktion </div> <div class="para">der subjektiven visuellen Bewegungswahrnehmung einen überwiegend </div> <div class="para">wahrscheinlichen Kausalzusammenhang annimmt. Die </div> <div class="para">SUVA bestreitet diesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Da im Sozialversicherungsrecht zum Nachweis einer </div> <div class="para">Tatsache die überwiegende Wahrscheinlichkeit erforderlich </div> <div class="para">ist, und da der Privatgutachter die verschiedenen Wahrscheinlichkeitsgrade </div> <div class="para">unterscheidet, kann der erforderliche </div> <div class="para">Kausalzusammenhang der Migraine von vornherein ausgeschlossen </div> <div class="para">werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Richtigkeit der Kausalitätsbeurteilung bezüglich </div> <div class="para">der Dysfunktion der subjektiven visuellen Bewegungswahrnehmung </div> <div class="para">kann vom Gericht nicht beurteilt werden. Es gilt das </div> <div class="para">bezüglich des Gutachtens von Dr. A.________ Gesagte, weshalb </div> <div class="para">die Sache auch zur gutachterlichen Überprüfung der </div> <div class="para">Wissenschaftlichkeit bezüglich der Feststellungen des PD. </div> <div class="para">Dr. W.________ an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. In teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, </div> <div class="para">soweit darauf einzutreten ist, wird der </div> <div class="para">angefochtene Entscheid des Versicherungsgerichtes des </div> <div class="para">Kantons Solothurn vom 19. Mai 1999 aufgehoben und die </div> <div class="para">Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit sie im </div> <div class="para">Sinne der Erwägungen verfahre und über die Beschwerde </div> <div class="para">neu entscheide. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III. Die SUVA hat dem Beschwerdeführer für das Verfahren </div> <div class="para">vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht eine </div> <div class="para">Parteientschädigung von Fr. 2500.- (einschliesslich </div> <div class="para">Mehrwertsteuer) zu bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht </div> <div class="para">des Kantons Solothurn und dem Bundesamt für Sozialversicherung </div> <div class="para">zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 21. November 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident Der Gerichts </div> <div class="para">der IV. Kammer: schreiber: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>