<h2>SubmittedText<h2><p>Laut Auskunft des Bundesamtes für Statistik (BFS) gibt es in der Schweiz keine Statistik zu den Lebenshaltungskosten und somit auch keine Vergleichsmöglichkeit der Lebenshaltungskosten in den einzelnen Kantonen. Es gibt zwar ein Projekt, diese Lücke in der amtlichen Statistik zu schliessen; die Arbeit ist jedoch noch in der Projektphase. Der Landesindex der Konsumentenpreise ist gesamtschweizerisch. Eine Unterscheidung nach Kantonen gibt es nicht. Nur Basel, Genf und Zürich erheben eigene Daten. Laut Auskunft der Sektion Preis und Verbrauch im BFS gibt es auch keine Erhebung der Haushaltausgaben mit kantonalem Vergleich.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, diese Lücke zu schliessen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Es stehen bereits Statistiken zur Verfügung, die einen Bezug zu der in der Einfachen Anfrage erwähnten Thematik haben, namentlich der Landesindex der Konsumentenpreise sowie die Einkommens- und Verbrauchserhebungen (EVE). Diese Informationen beziehen sich jedoch nicht auf die Ebene der Kantone, sondern nur auf die gesamte Schweiz bzw. auf die Grossregionen. Eine verfeinerte Regionalisierung oder alternative statistische Informationsquellen müssten noch erarbeitet werden.</p><p>Der Landesindex ist zwar ein Preisindex, er wird aber in der Regel als Ersatzindikator für die Entwicklung der Lebenshaltungskosten im Zeitablauf herangezogen. Er wird vom Bundesamt für Statistik (BFS) nur auf nationaler Ebene ermittelt. Regionale Ergebnisse publizierte das BFS bis Anfang 1993 für die damals 48 Indexgemeinden. Ab Mai 1993 stellte das BFS diese Berechnungen im Einvernehmen mit den interessierten Kreisen ein. Die Erfahrung zeigte nämlich, dass die längerfristige Preisentwicklung über mehrere Jahre nach Regionen relativ gleichförmig verläuft. Eine Wiederaufnahme der Berechnung regionaler Preisindizes durch das BFS ist deshalb nicht vorgesehen.</p><p>Die EVE liefern jährlich Informationen über Niveau und Struktur der Ausgaben der Haushalte nach verschiedenen sozio-ökonomischen Kriterien, etwa nach Haushaltgrösse, Haushaltzusammensetzung und Einkommensniveau. Aufgrund der Stichprobengrösse von jeweils rund 3700 Haushalten beschränkt sich die Möglichkeit der regionalen Differenzierung der Resultate auf die sieben statistischen Grossregionen. Diese Tiefenschärfe der Regionalisierung entspricht auch der internationalen Praxis für solche Erhebungen. Bereits in dieser Form kosten die EVE rund 3 Millionen Franken pro Jahr. Für aussagekräftige Ergebnisse nach Kantonen müsste die Stichprobe auf mindestens 15 000 Haushalte ausgedehnt werden. Dies wäre sehr teuer und sprengt die Möglichkeiten des Budgets für statistische Erhebungen.</p><p>Als neue, dritte Informationsquelle kommt eine Statistik der regionalen Preisvergleiche in Frage, die Hinweise über das unterschiedliche Niveau der Lebenshaltungskosten in den Kantonen liefert. Vorgespräche zwischen den interessierten regionalen statistischen Ämtern und dem BFS für ein allfälliges Jointventure zur Durchführung entsprechender Erhebungen fanden, wie in der Einfachen Anfrage erwähnt, bereits statt.</p><p>Die Methode lehnt sich an diejenige von Eurostat, dem Statistischen Amt der EU an. Eurostat betreibt ein Erhebungssystem zur Darstellung der internationalen Preis- und Kaufkraftunterschiede in Zusammenarbeit mit den Mitgliedländern, an dem sich auch die Schweiz beteiligt. Die teilnehmenden Länder führen die Preiserhebungen für den Konsum der privaten Haushalte mit Hilfe einer Direkterhebung in ihren Hauptstädten durch. Analog dazu ist eine regionale Erhebung in der Schweiz denkbar. Als Erhebungsorte kommen die Kantonshauptstädte in Frage. Es würde genügen, eine solche Erhebung in mehrjährigen Abständen durchzuführen, da sich die Verhältnisse nicht so schnell ändern. Die Feldarbeit wäre unter der Federführung des BFS an ein externes Befragungsinstitut zu übertragen. Dabei würden mehrere Equipen eingesetzt, die zeitlich parallele Erhebungen durchführen. Pro Preisvergleich wäre insgesamt mit Kosten in der Grössenordnung von einer halben Million Franken zu rechnen. Die Durchführung einer ersten solchen Erhebung in Zusammenarbeit mit den Kantonen soll im Rahmen der Erarbeitung des neuen statistischen Mehrjahresprogrammes 2003/2007 geprüft werden.</p>  Antwort des Bundesrates.