B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-5608/2017 U r t e i l v o m 5 . A p r i l 2 0 1 8 Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richter Hans Urech, Richter Pascal Richard, Gerichtsschreiber Joel Günthardt. Parteien X._______ AG, vertreten durch Rechtsanwalt Christian Zuberbühler, Beschwerdeführerin, gegen armasuisse Immobilien, Vergabestelle, Y._______ SA, vertreten durch Rechtsanwalt Alain Steullet, Beschwerdegegnerin. Gegenstand Öffentliches Beschaffungswesen - Thun, Gesamtsanierung Mannschaftskaserne I, BKP 244 Lüftungsanlagen (Meldungsnummer 985303; Projekt-ID 147892). B-5608/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 15. November 2016 schrieb die armasuisse (hiernach: Vergabestelle) auf der Internetplattform SIMAP (Informationssystem über das öffentliche Beschaffungswesen in der S chweiz) unter dem Projekttitel "Thun, Ge- samtsanierung Mannschaftskaserne I" das 3. Submissionspaket als Bau- auftrag im offenen Verfahren aus (Meldungsnummer 941139; Projekt -ID 147892), zu welchem unter anderem als Beschaffungs -Nr. 5 die Baukos- tenplannummer (BKP) 244 Lüftungsanlagen gehört. Eine Gesamtsanie- rung des Gebäudes sei zwingend notwendig. Zugleich gelte das Kasernen- gebäude als nationales Baudenkmal, was zu entsprechend hohen denk- malpflegerischen Anforderungen führe. Schliesslich sei die Kaserne an die aktuellen Bedürfnisse der Truppe anzupassen, damit sie auch künftig als Truppenkaserne genutzt werden könne (Ziffer 2.6 der Ausschreibung). B. Innert der gesetzten Frist bis zum 27. Dezember 2016 zur Einreichung der Angebote gingen total neun Offerten bei der Vergabestelle ein , worunter diejenigen der Z._______ AG, der Y ._______ SA und der X._______ AG. Am 6. Februar 2017 publizierte die Vergabestelle den Zuschlagsentscheid vom 31. Januar 2017 auf der Internetplattform SIMAP (Meldungsnummer 952817) unter Bekanntgabe der X._______ AG als Zuschlagsempfängerin. C. Am 24. Februar 2017 erhob die Z._______ AG Beschwerde gegen den am 6. Februar 2017 publizierten Zuschlag (vgl. dazu auch den Zwischenent- scheid des BVGer B-1249/2017 vom 30. März 2017). In ihrer Vernehmlas- sung vom 11. Mai 2017 teilte die Vergabestelle dem Bundesverwaltungs- gericht mit, dass sie die angefochtene Zuschlagsverfügung in Wiedererwä- gung gezogen habe. Die Vergabestelle reichte mi t ihrer Vernehmlassung auch die Schreiben an alle Anbieterinnen ein, welche ursprünglich die Aus- schreibungsunterlagen bezogen hatten, worin eine Überarbeitung der Aus- schreibungsunterlagen sowie damit verbunden die Neuevaluation der An- gebote angekündigt wurde. Die betroffenen Anbiete rinnen sollten zudem nach Bezug der neuen Ausschreibungsunterlagen die Gelegenheit erhal- ten, ein neues Angebot einzureichen. Gegen die Wiedererwägung erhob die Z._______ AG am 23. Mai 2017 ebenfalls Beschwerde beim Bundes- verwaltungsgericht (vgl. dazu die Zwischenverfügung des BVGer B- 2957/2017 vom 23. Juni 2017 ). Die genannten Verfahren wurden inzwi- schen als durch Rückzug erledigt abgeschrieben. B-5608/2017 Seite 3 D. Am 6. Juni 2017 stellte die Vergabestelle den Anbietern die revidierten Aus- schreibungsunterlagen mit Frist zur Einreichung eines Angebots bis zum 18. Juli 2017 zu. E. In der Folge gingen fristgerecht sechs Angebote ein, darunter dasjenige der Y ._______ SA sowie dasjenige der X._______ AG. Letzteres enthielt neben dem Grundangebot auch eine Variante in Bezug auf das Monobloc- Fabrikat. F. Am 11. September 2017 hat die Vergabestelle im Rahmen des erneut aus- geschriebenen Projekts "Thun, Gesamtsanierung Mannschaftskaserne I", Beschaffungs-Nr. 5, den Zuschlag betreffend die Baukostenplann ummer (BKP) 244 Lüftungsanlagen der Y ._______ SA erteilt und am 12. Septem- ber 2017 auf SIMAP publiziert (Meldungsnummer 985303). Die Offerte der Y ._______ SA als Zuschlagsempfängerin erhielt insgesamt 4.7 von maxi- mal 5 Punkten, während das Angebot der X._______ AG mit 4.5 Punkten (Rang 2) bewertet wurde. G. Mit Eingabe vom 2. Oktober 2017 gelangte die X._______ AG (hiernach: Beschwerdeführerin) mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht . Sie beantragt, es sei der Zuschlag gemäss Publikation vom 12. September 2017 aufzuheben und der Beschwerdeführerin zu erteilen. Eventualiter sei der Zuschlag aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vergabebehörde zurückzuweisen. Subeventualiter verlangt die Beschwerdeführerin die Feststellung der Rechtswidrigkeit. Im Übrigen beantragt sie, es seien keine Verfahrensko sten zu erheben und der Beschwerdeführerin eine angemessene Parteientschädigung zuzu- sprechen. Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin vor, dass zum einen frag- lich sei, ob es sich bei der vorgenommenen Wiedererwägung der Zu- schlagsverfügung nicht zumindest um einen vorübergehenden Verfahren- sabbruch gehandelt habe. Materiell beanstandet sie, es sei aufgrund der unzulässigen Nichtberücksichtigung des Skontos der offerierte Preis nicht korrekt bewertet worden. Ausserdem habe die unzulässige Nichtberück- sichtigung des von ihr vorgeschlagenen Monobloc-Fabrikats „Bösch“ in Verbindung mit dem Umstand, dass ihr für das im Sinne einer Variante B-5608/2017 Seite 4 ebenfalls angebotene Fabrikat „Grütt-Air/Weger“ Fr. 40'000.- Franken zu- züglich Mehrwertsteuer (ausmachend Fr. 43' 200.-) aufgerechnet worden seien, ebenfalls zu einer zu tiefen Bewertung beim Preis geführt. Soweit in der Offerte zum vorgeschlagenen Monoblocfabrikat widersprüchliche An- gaben gemacht worden seien, hätte die Vergabestelle bei der Beschwer- deführerin nachfragen müssen. Die Zuschlagsempfängerin sei sodann im Kriterium 4 (Organisation) um zwei Punkte, mindestens aber um einen Punkt zu hoch bewertet worden (gewichtet 0.2 bz w. 0.1 Punkte). Weiter liege ein Rechenfehler bei der Berechnung der Punktzahlen vor. Damit er- gebe sich ein Punktetotal der Beschwerdeführerin von 4.8 Punkten. Dem- gegenüber komme die Zuschlagsempfängerin auf ein Punktetotal von 4.5 oder aber maximal 4.6 Punkten. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, dass es der Zuschlagsemp- fängerin wohl nicht möglich gewesen sei, die Einheitspreise in der Offerte korrekt anzugeben, wobei rein summarische Preisangaben nicht zulässig seien. Aus diesen Gründen hätte deren Angebot nach Ansicht der Be- schwerdeführerin ausgeschlossen werden müssen. Sie führt weiter aus, dass die Zuschlagsempfängerin die Datenblätter bezüglich der Schallwerte des Fabrikats „Weger“ mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichk eit nicht eingereicht habe. In prozessualer Hinsicht sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, wobei dies in einem ersten Schritt superprovisorisch zu gesche- hen habe, und es sei Akteneinsicht zu gewähren. Die Beschwerde erweise sich alles andere als offe nsichtlich unbegründet. Das Rechtsschutzinte- resse der Beschwerdeführerin sei infolge Verletzung wesentlicher Verfas- sungs- und Vergabebestimmungen als besonders hoch zu werten. Entge- genstehende öffentliche oder private Interessen seien nicht ersichtlich. Deshalb sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. H. Mit superprovisorischer Anordnung vom 4. Oktober 2017 untersagte der Instruktionsrichter bis zum Entscheid betreffend die Erteilung der aufschie- benden Wirkung alle Vollzugsvorkehrungen, namen tlich den Vertrags- schluss mit der Zuschlagsempfängerin. Die Vergabestelle wurde mit der- selben Verfügung ersucht, bis zum 18. Oktober 2017 die vollständigen Ak- ten betreffend das in Frage stehende Vergabeverfahren einzureichen und zu den prozessualen Anträge n der Beschwerdeführerin Stellung zu neh- men. Der Zuschlagsempfängerin wurde mit Hinweis auf die Kostenfolgen B-5608/2017 Seite 5 freigestellt, ebenfalls eine Stellungnahme zu den prozessualen Anträgen einzureichen. I. Mit Eingabe vom 17. Oktober 2017 reichte die Vergabestelle die Vorakten mit Schwärzungsvorschlagen ein und teilte mit, dass sie sich dem Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung nicht widersetze. J. Innert erstreckter Frist erklärte die Y ._______ SA (hiernach: Beschwerde- gegnerin) mit Eingabe vom 26. Oktober 2017, sich am Verfahren als Partei zu beteiligen und sich der Anordnung der aufschiebenden Wirkung nicht zu widersetzen. Zudem werde um Akteneinsicht im Hauptverfahren ersucht. K. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs und unter Einhaltung des Ge- genrechts wurden den Parteien mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 27. Oktober 2017 die Beilagen 11b, 12 und 13b in teilweiser geschwärzter Form zusammen mit dem teilweise geschwärzten Aktenverzeichnis zuge- stellt. Weitergehende Akteneinsichtsbegehren wurden dagege n einstwei- len abgewiesen. L. Mit Eingabe vom 27. Oktober 2017 (Posteingang: 30. Oktober 2017) nahm die Beschwerdeführerin Bezug nehmend auf die offen gelegten Aktenstü- cke unaufgefordert Stellung zur Einhaltung des Temperaturwirkungsgrads in einem Verbundnetz von vier Monoblocs. M. Mit einzelrichterlicher Zwischenverfügung vom 30. Oktober 2017 wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung erteilt und die Vergabestelle er- sucht, eine Vernehmlassung in der Hauptsache einzureichen. Der Be- schwerdegegnerin wurde eine Stellungnahme innert gleicher Frist freige- stellt. N. Am 5. Dezember 2017 stellte die Beschwerdeführerin dem Bundesverwal- tungsgericht eine Kopie eines Sch reibens an die Ver gabestelle zu, worin sie einen Beschwerderückzug ausschliesst, jedoch eine Losaufteilung als gangbaren Weg bezeichnet. B-5608/2017 Seite 6 O. Innert erstreckter Frist reichte die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 8. Dezember 2017 ihre Stellungnahme in der Hauptsache ein. Sie führt ins- besondere aus, zur seitens der Beschwerdeführerin offerierten Variante „Bösch“ sei festzuhalten, dass die Vergabestelle richtigerweise einen Un- terschied gemacht habe zwischen der angebotenen bloss verzinkten Aus- führung und beschichteter Ausführung. P. Die Vergabestelle reichte ihre Vernehmlassung in der Hauptsache mit Schreiben vom 11. Dezember 2017 ein. Deren Beilagen 2, 3, 5 und 6 wur- den den Parteien am 12. Dezember 2017 zugestellt. Beilagen 4, 7 und 8 (Berechnungen der Vergabestelle) wurden den Pa rteien in teilweise ge- schwärzter Form am 14. Dezember 2017 zugestellt. Die Vergabestelle beantragt mit Eingabe vom 11. Dezember 2017 die Ab- weisung der Beschwerde. Zur Begründung fü hrt sie au s, dass mit Zwi- schenverfügung vom 23. Juni 2017 E. 5.2.3 und E. 5.2.4 bestätigt worden sei, dass nach neuerer Rechtsprechung bei einer Rückweisung alle ur- sprünglichen Anbieter wieder in die Evaluation miteinbezogen werden müssen. Gleiches müsse auch für die Wiedererwägung gelten. Ein Verfah- rensabbruch hätte sich als un verhältnismässig erwiesen, weshalb diese Vorgehensweise die einzig zulässige gewesen sei. In Bezug auf die Rüge des nicht berücksichtigen Fabrikats „Bösch“ macht die Vergabestelle geltend, dass der Wärmerückgewinnungsgrad, die Schalldämmwerte, die Monobloc-Disposition, fehlende Schwingungsfüsse und eine nicht durchgängige Qualitätsstufe Q2 dazu geführt hätten, dass das Grundangebot „für sich alleine betrachtet“ habe ausgeschlossen wer- den müssen. Demnach habe das Angebot der Beschwerdeführerin nur mit der ebenfalls offerierten Option „Fabrikat Grütt-Air/Weger“ unter Berück- sichtigung des damit verbundenen Mehrpreises von Fr. 40'000 bewertet werden können. Der Qualitätss tandard Q2 sei branchenüblich und durch die Ausschreibungsunterlagen in Verbindung mit den einschlägigen Nor- men für die Anbieter verbindlich. Die eingereichten Unterlagen zur Quali- tätsstufe Q2 und den Schalldämmwerten seien nun verspätet eingereicht worden. Sie würde n auch andere Werte aufweisen als die in der Offerte beigelegten Datenblätter. Eine Pflicht zur Nachfrage bei der Beschwerde- führerin habe nicht bestanden, da die nun eingereichten Datenblätter bele-B-5608/2017 Seite 7 gen, dass eine konforme Einreichung mit einem alternativen Fabrikat mög- lich wäre, und da keine Unklarheiten bestanden hätten. Die Bewertung der Beschwerdegegnerin sei in jeder Hinsicht korrekt erfolgt, namentlich be- treffend das Zusch lagskriterium 4 (Organisation). Der Vergabestelle komme zudem ein grosses Ermessen zu, wenn es um die Bewertung von Anbietern gehe. Ein Rechenfehler bestehe nicht, vielmehr sei in der ent- sprechenden Tabelle fälschlicherweise nur eine Stelle nach dem Komma angezeigt worden. Rechnerisch wäre auf zwei Stellen nach dem Komma genau eine gewichtete Punktzahl von 0.75 statt 0.8 bei den Zuschlagskri- terien 2 und 3 korrekt. Die Regel, dass auf eine Kommastelle gerund et werde, beziehe sich gemäss den Ausschreibungsunterlagen ausschliess- lich auf das Zuschlagskriterium 1 (Preis). Die Vergabestelle räumt schliess- lich ein, dass die Nichtberücksichtigung des Skontos zweifelhaft sei, weist aber zugleich darauf hin, dass eine Neuberechnung unter Berücksichti- gung des Skontos bei beiden Anbieterinnen nichts am Ergebnis zu ändern vermöge. Q. Q.a Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 10. Januar 2018 forderte das Bundesverwaltungsgericht die Vergabestelle um Nachreichung allfällig fehlender Unterlagen auf, um zu klären, ob die Beschwerdeführerin in ihrer Offerte bezüglich des Zuschlagskriteriums 4 (Formular 6 von Teil B der KBOB-Bestimmungen; technischer Bericht) – mit Ausnahme der Beilagen zu den Schlüsselpersonen – tatsächlich keine Beilagen eingereicht hat. Q.b Die Vergabestelle äussert sich mit Eingabe vom 17. Januar 2018 unter Einreichung der entsprechenden Dokumente dahingehend, dass sie sich bei der Bewertung des Zuschlagskriteriums 4 auf die Beilagen zu Formular 6 (2 Seiten zu den Schlüsselpersonen) und andererseits auf die im Ange- bot in Formular 1 gemachten Angaben betreffend die verfü gbaren Res- sourcen gestützt habe. Q.c Diesbezüglich entgegnet die Beschwerdeführerin in ihrer Replik vom 22. Januar 2018, dass sie alle bezüglich Zuschlagskriterium 4 einschlägi- gen Unterlagen eingereicht habe. Q.d Nachdem die Vergabestelle mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 23. Januar 2018 erneut aufgefordert worden war, sich zur Frage zu äussern, ob die beschwerdeführerischen Beilagen der Offerte vom 18. Juli B-5608/2017 Seite 8 2017 beigelegen hätten und ob s ie sich bei der Bewertung darauf abge- stützt habe, antwortete sie mit Stellungnahme vom 29. Januar 2018, dass das Organ igramm und die Mitarbeiterliste Teile der beschwerdeführeri- schen Offerte waren. Falls diese Unterlagen bei den dem Bundesverwal- tungsgericht zugestellten Unterlagen nicht enthalten gewesen seien , so handle es sich um ein Versehen. Das ändere jedoch nichts an der Tatsa- che, dass die Bewertung von Zuschlagskriterium 4 aufgrund der Angaben im Formular 1 getätigt w orden sei, wobei die Vergabe von fünf Punkten gemäss Notenschlüssel bei einer Teamgrösse von sechs oder mehr Per- sonen festgelegt worden sei. R. Innert erstreckter Frist teilt e die Beschwerdeführerin in ihrer R eplik vom 22. Januar 2018 mit, dass sie vollumfänglich an den mit Beschwerde vom 2. Oktober 2017 gestellten Rechtsbegehren festhalte. Sie macht insbeson- dere geltend, dass die Disposition der Monoblocs mit Schwingungsdämp- fer im Rahmen einer Bereinigung des Angebots möglich gewesen wäre, wobei allfällige Anpassungen keine Auswirkungen auf den Preis gehabt hätten. Weiter bringt sie vor, dass die Qualitätsstufe Q2 jedenfalls in der Beschwerde und gestützt auf die entsprechenden Beschwerdebeilagen korrekt deklariert worden se i. Die sich davon unterscheidende Dokumen- tation in der Offerte sei auf das Auslegungsprogramm zurückzuführen. Die Kosten für die Schwingungsdämpfer seien enthalten. Die nachgefragten Werte bezüglich der Schwingungsdämpfer und der Schalldämmung seien aufgeführt. Eine Angebotsänderung sei durch die nachgereichten Unterla- gen nicht erfolgt. Mit Verweis auf das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2015.00702 vom 2. März 2016 E. 6.3 führt sie aus, dass das offensichtliche Versehen betreffend der B eschichtung im Rahmen ei- ner technischen Bereinigung hätte behoben werden können. Die Nichtbe- rücksichtigung des Fabrikats „Bösch“ erweise sich demnach als rechtswid- rig. Die Vergabestelle führe in Beilage 7 korrekt auf, dass die Beschwerde- führerin 4.7 Punkte unter Einberechnung des Skontos bei beiden Anbietern erhalten würde. Bei Punktgleichheit könne ein Zuschlag nicht an die Be- schwerdegegnerin erfolgen, da ansonsten der Preis doppelt berücksichtigt würde. Das Angebot der Beschwerdeführerin sei gesamthaft ge sehen durch geringere Betriebskosten (wirtschaftlich) günstiger. B-5608/2017 Seite 9 S. S.a Mit Verfügung vom 23. Januar 2018 wurde die Replik der Beschwer- degegnerin (ohne Beilagen) und der Vergabestelle (mit Beilagen) zuge- stellt. Der Instruktionsrichter stellte es den Letztgenannten frei, umgehend Fristansetzung für die Erstattung einer Duplik zu beantragen, wobei ohne entsprechenden Antrag von einem Verzicht ausgegangen werde. S.b Mit Eingabe vom 25. Januar 2018 ersucht e die Beschwerdegegnerin um Ansetzung einer Frist zur Duplik. Diesem Antrag wurde am 26. Januar 2018 entsprochen. S.c Mit Duplik vom 16. Februar 2018 hält die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen fest. Sie bringt im Wesentlichen vor, dass sich die Disposition der Monoblocs aus den Ausschreibungsunterlagen ergebe. Weiter vertritt sie die Auffassung, dass Art. 25 VöB entgegen der Ansicht der Beschwerde- führerin kein Recht einräume, ihre Offerte nachträglich zu korrigieren. S.d Am 19. Februar 2018 verfügte das Bundesverwaltungsg ericht, dass der Schriftenwechsel ohne anders lautende und umgehend zu stellende Anträge geschlossen werden könne. Die Parteien verzichteten auf eine weitere Stellungnahme in der Sache selbst, wobei die Beschwerdegegne- rin am 22. Februar 2018 und die Beschwerdeführerin am 2. März 2018 jeweils eine Kostennote einreichten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind bzw. ob auf eine Be- schwerde einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und mit freier Kognition (Urteil des BVGer B-3797/2015 vom 13. Ap- ril 2016, auszugsweise publiziert als BVGE 2017/IV/4, E. 1.1 mit Hinweisen "Publicom"). 1.2 Gegen Verfügungen über den Zuschlag oder den Ausschluss in Verga- beverfahren steht die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht offen (Art. 27 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Bst. a und d des Bundesgesetzes vom 16. De- zember 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen [BöB, SR 172.056.1]). B-5608/2017 Seite 10 1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestimmt sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 ( VwVG, SR 172.021), soweit das BöB und das Verwaltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (vgl. Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann die Unangemes- senheit vor Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 1.4 1.4.1 Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO-Über- einkommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agreement [GPA, SR 0.632.231.422]) unter- stellt sind (BVGE 2008/48 E. 2.1 mit Hinweisen "Areal- und Gebäudeüber- wachung PSI"). Es ist anwendbar, wenn die Auftraggeberin dem Gesetz untersteht (Art. 2 Abs. 1 BöB), wenn der Beschaffungsgegenstand sachlich erfasst wird (Art. 5 BöB), der geschätzte Wert des zu vergebenden öffent- lichen Auftrages den entsprechenden Schwellenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB erreicht und keiner der Ausnahmetatbestände von Art. 3 BöB gegeben ist. 1.4.2 Die Vergabestelle ist Teil der allgemeinen Bundesverwaltung und un- tersteht damit dem BöB (Art. 2 Abs. 1 Bst. a BöB). Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c BöB bedeutet der Begriff "Bauauftrag" einen Ver- trag über die Durchführung von Hoch - und Tiefbauarbeiten im Sinne von Ziff. 51 der zentralen Produkteklassifikation (CPC -Liste) nach Anhang 1 Annex 5 GPA. Bei der Gesamtsanierung der Mannschaftskaserne im All- gemeinen, aber auch betreffend die Lüftungsanlagen gemäss BKP 244 ist – wie in der Ausschreibung festgehalten – von einem Bauauftrag auszuge- hen (vgl. Ausschreibung, Ziffer 1.8 sow ie Angaben zur Beschaffungs - Nr. 5). Die Beschaffung fällt damit gemäss Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 2 BöB in den sachlichen Anwendungsbereich des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen. Der Zuschlag wurde zum Preis von 2'228'321.20 Franken (inkl. Mehrwert- steuer und exkl. Skonto) vergeben. Gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. c BöB bzw. Art. 6 Abs. 2 BöB i.V.m. Art. 1 Bst. c der Verordnung des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) vom 23. No- vember 2015 über die Anpassung der Schwellenwerte im öffentlichen Be- schaffungswesen für die Jahre 2016 und 2017 (AS 2015 4743) beträgt der Schwellenwert für Bauwerke 8.7 Millionen Franken. Vergibt die Auftragge-B-5608/2017 Seite 11 berin für die Realisierung eines Bauwerks mehrere Bauaufträge, so ist de- ren Gesamtwert massgebend (vgl. Art. 7 Abs. 2 BöB). Die Verfahrensbe- teiligten gehen ausdrücklich (Beschwerde, Rz. 2) bzw. stillschweigend da- von aus, dass vorliegend die in Frage stehende Sanierung der Mann- schaftskaserne als Bauwerk anzusehen ist und den massgeblichen Schwellenwert erreicht. Da der Wert des Auftrags betreffend die Lüftungs- anlagen ausserdem zwei Millionen Franken erreicht, ist auch die Anrufung der sogenannten Bagatellklausel (Art. 14 der Verordnung vom 11. Dezem- ber 1995 über das öffentliche Beschaffungswesen [VöB, SR 172.056.11] ) ausgeschlossen (vgl. zum Ganzen d en Zwischenentscheid des BVGer B-1249/2017 vom 30. März 2017 E. 2.3 "Lüftung Kaserne Thun I"). 1.4.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass die vorliegend zu beurteilende Beschaffung in den Anwendungsbereich des BöB fällt. Ausnahmen im Sinne von Art. 3 BöB, namentlich betreffend die Erstellung von Bauten der Kampf- und Führungsinfrastruktur von Gesamtverteidigung und Armee ge- mäss Art. 3 Abs. 1 Bst. e BöB, sind nicht gegeben. 1.5 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vergabestelle teilge- nommen (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG) und ist durch die angefochtene Ver- fügung – der Zuschlag wurde einer Mitbewerberin erteilt – besonders be- rührt (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG). Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei der am 12. September 2017 publizierte Zuschlag aufzuheben und ihr selbst zu erteilen; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vergabestelle zurückzuweisen. Die Beschwerdeführerin rangiert an zwei- ter Stelle. Sie beanstandet im Wesentlichen sowohl die Bewertung der Of- ferte der Beschwerdegegnerin als auch diejenige ihres eigenen Angebots. Ausserdem verlangt sie den Ausschluss der Offerte der Beschwerdegeg- nerin. Würde das Gericht der Argumentation der Beschwerdeführerin be- züglich der Offertbewertung in Verbindung mit den geltend gemachten Re- chen- bzw. Rundungsfehlern folgen, so wäre ihr aufgrund des gemäss Be- wertung der Vergabestelle geringen Punkterückstands der Zuschlag zu er- teilen. Dasselbe gilt naheliegenderweise für den Fall, dass das Angebot der Zuschlagsempfängerin auszuschliessen wäre. Damit hat die Be- schwerdeführerin eine reelle Chance, den Zuschlag zu erhalten, womit ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der angefochtenen Verfügung (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG) zu bejahen ist. Dieses ist nach wie vor aktuell und praktisch (vgl. zum Ganzen BGE 141 II 14 E. 4.4 sowie das Urteil des BVGer B -3797/2015 vom 13. April 2016, auszugsweise publiziert als BVGE 2017/IV/4, E. 1.7 mit Hinweisen "Publicom"). B-5608/2017 Seite 12 1.6 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 30 BöB und Art. 52 Abs. 1 VwVG), der Rechtsvertreter hat sich rechtmässig ausgewiesen (vgl. Art. 11 VwVG) und der Kostenvorschuss wurde fristge- recht bezahlt (vgl. Art. 63 Abs. 4 VwVG). Zusammenfassend ergibt sich demnach, dass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. 2.1 Die Beschwerdeführerin rügt z unächst, dass es zweifelhaft sei, ob es sich beim Schreiben vom 11. Mai 2017 auf eine gültige Wiedererwägung des am 6. Februar 2017 publizierten Zuschlags im Sinne von Art. 58 VwVG handle. Es stelle sich die Frage, ob das gewählte Vorgehen nicht einem zumindest vorübergehenden Verfahrensabbruch g leichkomme (Be- schwerde, Rz. 4). 2.2 Die Vergabestelle geht im Rahmen ihrer Vernehmlassung vom 11. De- zember 2017 (S. 2 f.) davon aus, dass sie im Rahmen der den Anbietern ursprünglich zugestellten Ausschreibungsunterlagen in Bezug auf die an- zubietenden Monoblocs gegen das grundsätzliche Verbot der Verwendung von Marken zur Umschreibung der im konkreten Beschaffungsgeschäft verlangten technischen Spezifikation des Beschaffungsgegenstands verstossen hat. In der Zwischenverfügung B-2957/2017 vom 23. Juni 2017 E. 5.2.3 (und E. 5 .2.4) habe d as Bundesverwaltungsgericht ausdrücklich bestätigt, dass im Rahmen einer Wiedererwägung auch die Ausschrei- bungsunterlagen überarbeitet werden dürfen, falls dies zur Erreichung ei- nes sachgerechten Ergebnisses erforderlich sei, wobei nach neuerer Rechtsprechung bei einer Rückweisung alle ursprünglich Anbietenden wie- der in die Evaluation miteinbezogen werden können. Als Alternative wäre nur der Verfahrensabbruch zur Verfügung gestanden, welcher im Lichte von Art. 30 Abs. 1 und 3 VöB offensichtlich nicht zulässig gewesen sei. 2.3 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesverwaltungsgericht die Frage, ob die Wiedererwägung überhaupt ein Anfechtungsobjekt darstellt, obwohl diese in Art. 29 BöB nicht ausdrücklich genannt wird, bisher offen gelassen hat (Zwischenentscheid B-2957/2017 vom 23. Juni 2017 E. 5.3). Würde die Wiedererwägung vom 11. Mai 2017 als Anfechtungsobjekt be- trachtet, wie dies für den Widerruf gemäss Art. 11 BöB angenommen wird (vgl. dazu GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1377), so wäre die Rüge der Beschwerdeführerin betreffend die Unzulässigkeit derselben im Rahmen der Anfechtung des Zuschlags als verspätet zu betrachten. Davon scheint indessen die Lehre eher nicht auszugeh en (Zwischenentscheid B-5608/2017 Seite 13 des BVGer 2957/2017 vom 23. Juni 2017 E. 4.2 mit Hinweis auf MARTIN BEYELER, Der Geltungsanspruch des Vergaberechts, Zürich 2012, Rz. 2733). Aufgrund der nachfolgenden Erwägungen kann diese Frage in- dessen auch im vorliegenden Zusammenhang offen bleiben. 2.4 Die Aufhebung der ganzen Ausschreibung ohne Not kann im Ergebnis einem unzulässigen Abbruch ohne wichtigen Grund gleichkommen (vgl. dazu das Urteil des BVGer B-738/2012 vom 24. Oktober 2012 E. 3.1 "Ab- fallentsorgung"). Demzufolge darf di e Vergabestelle das Verfahren nach einer Rückweisung nicht leichthin abbrechen, um den Beschwerdeführer auszubooten ( GALLI/MOSER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Be- schaffungsrechts, 3. Aufl., Zürich 2013 , Rz. 1396). Generell wird in der Rechtsprechung zum Verfahrensabbruch festgehalten, dass eine Vergabe- stelle ein Vergabeverfahren abbrechen darf, wenn sachliche Gründe die- ses Vorgehen rechtfertigen und damit nicht die gezielte Diskriminierung von Bewerbern beabsichtigt ist (BGE 13 4 II 192 E. 2.3 "INSIEME"; Urteil des Bundesgerichts 2C_639/2017 vom 21. Dezember 2017 E. 1.4.7.1; Zwi- schenverfügung des BVGer B-2957/2017 vom 23. Juni 2017 E. 5.3 mit Hin- weisen "Lüftung Kaserne Thun II"). 2.5 Das Bundesverwaltungsgericht hat mit einzelrichterlicher Zwischenver- fügung B-2957/2017 vom 23. Juni 2017 E. 5.2.3 im Sinne einer prima facie- Würdigung entschieden, dass eine Vergabestelle, die hinreichenden An- lass hat anzunehmen, dass im Rahmen einer allfälligen Rückweisung auch entsprechende Hinweise in Bezug auf die Qualität der Ausschreibungsun- terlagen gemacht werden würden , auch diesbezüglich zur Wiedererwä- gung schreiten dürfe. Aufgrund einer gegen die Ausschreibungsunterlagen gerichteten Rüge wäre das Gericht jedenfalls befugt, im Rahmen der Rück- weisung nicht nur eine blosse Neuevaluation, sondern auch eine Klärung in Bezug auf gewisse in den Ausschreibungsunterlagen enthaltene Vorga- ben zu verlangen, bevor die Anbieter Gelegenheit zur entsprechenden An- passung ihrer Offerte erhalten (vgl. Zwischenverfügung des BVGer B-2957/2017 vom 23. Juni 2017 E. 5.2.3 "Lüftung Kaserne Thun II "). Auf die Zwischenverfügung des BVGer B -2957/2017 vom 23. Juni 2017 kann im vorliegenden Zu sammenhang vollumfänglich verwie sen werden. Die Aussage, dass auch Ausschreibungsunterlagen Thema einer Rückwei- sung sein können, erscheint auch folgerichtig vor dem Hintergrund der bun- desverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung, wonach die Ausschrei- bungsunterlagen kein selbständiges Anfechtungsobjekt im Sinne von Art. 29 BöB sind und in der Regel auch nicht als Bestandteil der Ausschreibung angesehen werden (BVGE 2014/14 E. 4.4 "Suchsystem Bund"; Urteil des B-5608/2017 Seite 14 BVGer B-4387/2017 vom 8. Februar 2018 E. 1.1 "Produkte zur Innenreini- gung"). Eine Wiedererwägung ist damit einerseits eine anerkannte Durch- brechung des Devolutiveffekts ( Zwischenverfügung des BVGer B-2957/2017 vom 23. Juni 2017 E. 5.2.2 "Lüftung Kaserne Thun II "; vgl. auch Andre a Pfleiderer, in: Waldmann/Weissenberger (Hrsg.), VwVG - Kommentar, Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 2 zu Art. 58). Andererseits kann sich die Wiedererwägung – wie soeben ausgeführt – jedenfalls in Fällen, in welchen die Ausschreibungsunterlagen gerichtlich prima facie bean- standet worden sind, auch auf diese beziehen. Damit ist aber in einer sol- chen Wiedererwägung auch mit Blick auf die Kohärenz der Rechtsordnung entgegen der Rechtsauffassung der Beschwerdeführerin in der Regel kein faktischer Abbruch ohne hinreic hende Begründung zu sehen . Die Be- schwerdeführerin macht im Übrigen auch nicht geltend, dass die vorge- nommenen Anpassungen von einer Wesentlichkeit wären oder den Anbie- terkreis in einer Weise verändern würden, welche den Rahmen des Zuläs- sigen sprengen würde. 2.6 Aufgrund des Gesagten gilt es im vorliegenden Fall zu prüfen, ob die Vergabestelle hinreichenden Anlass hatte, te ilweise auch die Ausschrei- bungsunterlagen in die Wiedererwägung miteinzubeziehen. Das Bundes- verwaltungsgericht hat im Verfahren B-1249/2017 am 30. März 2017 fest- gehalten, dass der Vergabestelle seitens der Beschwerdeführerin vorge- worfen werde, sich im Rahmen der technischen Beschreibung der Mo- noblocs zu Unrecht auf die Vorgabe eines bestimmten Produkts festgelegt zu haben. Es wäre – so das Gericht – Sache der Vergabestelle gewesen, den Verdacht, dass durch die Art der Prüfung im Ergebnis einem bestimm- ten Fabrikat der Vorzug gegeben worden ist, zu zerstreuen (Zwischenent- scheid B-1249/2017 vom 30. März 2017 E. 5.4 "Lüftung Kaserne Thun I"). Folgerichtig wurde mit Zwischenverfügu ng B -2957 vom 23. Juni 2017 (E. 5.2.3) festgestellt, dass die Vergabestelle hinreichenden Anlass hatte anzunehmen, dass im Rahmen einer allfälligen Rückweisung auch ent- sprechende Hinweise in Bezug auf die Qualit ät der Ausschreibungsunter- lagen gemacht werden dürfen. Damit stimmt auch der von der Vergabe- stelle deklarierte Zweck der Wiedererwägung überein. So sollten gemäss Eingabe vom 11. Mai 2017 im Verfahren B-1249/2017 die Produktbezeich- nungen wo möglich durch Umschreibungen ersetzt oder mit dem Vermerk „oder gleichwertig“ ergänzt werden (vgl. dazu auch E. 2.2 hiervor). Damit wäre selbst unter der Annahme eines faktischen Abbruchs jedenfalls von einer hinreichenden Begründung auszugehen. Die Beschwerdeführerin macht denn auch nicht geltend, die Anpassung der Ausschreibungsunter-B-5608/2017 Seite 15 lagen sei diskriminierend oder führe zu einer Beschränkung des Anbieter- marktes, die mit dem Vergab erecht nicht vereinbar wäre (vgl. dazu etwa BVGE 2017/ IV/4 E. 4.7.3 "Mobile Warnanlagen"). Im Übrigen wäre wohl auch davon auszugehen, dass sich aufgrund der Holzelemente des denk- malgeschützten Gebäudes besonders hohe Anforderungen etwa in Bezug auf die Schalldämmwerte rechtfertigen liessen, was aber mangels entspre- chender Rüge offen bleiben kann. 3. 3.1 Materiell rügt die Beschwerdeführerin namentlich, dass das von ihr vor- geschlagene Monobloc-Fabrikat „Bösch“ zu Unrecht nicht berücksichtigt worden sei; vielmehr sei im Rahmen der Bewertung fälschlicherweise das Angebot mit dem Fabrikat „GrüttAir/Weger“ zugrunde gelegt worden. Ge- mäss den Angaben des Debriefing habe man ihr eröffnet, dass die offe- rierte Variante mit dem Fabrikat „Bösch“ nicht den Anforderungen der Aus- schreibung entsprochen hätte, insbesondere da das Fabrikat nur verzinkt und nicht beschichtet offeriert worden sei und auch von den Schalldämm- werten und den Abmessungen nicht den Vorgaben entsprochen habe. Dies habe zur Folge gehabt, dass der Preis inklusive Mehrwertsteuer um Fr. 43'200.- bereinigt worden sei. Nach Ansicht der Beschwerdeführerinnen sind mit dem Fabrikat „Bösch“ alle technischen Vorgaben bezüglich der Motoren und Wärmerückgewin- nung eingehalten. Dasselbe gelte auch in Bezug auf die Anforderungen an die Schalldämmung. Die Abmessungen seien produktespezifisch und könnten deshalb nicht zu einer Schlechterbewertung führen. Die verlangte Qualitätsstufe 2 sei in den Ausschreibungsunterlagen nicht definie rt. Es könnte sich neben der SWKI-Richtlinie auch um eine „Weger“-interne Qua- litätsstufe handeln. Es sei jedoch korrekt „innen beschichtet“ offeriert (Qua- litätsstufe 2), jedoch zum Teil falsch dokumentiert worden („innen ver- zinkt“). Dies sei dem Auslegungsprogramm, also dem verwendeten Instru- ment zur Auslegung und Auswahl der zu offerierenden Komponenten, ge- schuldet. Es sei nicht bei allen Geräten erkannt worden, dass durch die manuelle Verstellung der Abmessungen das Auslegungsprogramm auf die „Standardvariante“ zurückgestellt habe („innen verzinkt“). Zudem habe es in den Datenblättern teilweise widersprüchliche Angaben, wobei die Verga- bestelle eine Pflicht gehabt hätte, nachzufragen. Somit sei erstellt, dass das Fabrikat „Bösch“ die Ausschreibungsvorgaben einhalte. B-5608/2017 Seite 16 Die Beschwerdeführerin legt mit Beschwerde vom 2. Oktober 2017 ergän- zende technische Angaben zum Fabrikat „Bösch“ ins Recht (vgl. insbeson- dere Beschwerdebeilagen 11, 12, 13a, 13b, 16a und 16b). 3.2 Die Vergabestelle stimmt den Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Auskunft beim Debriefing im Wesentlichen zu, wobei nicht die Abmes- sungen, sondern die Disposition der Monoblocs zum Ausschluss geführt habe (Vernehmlassung, Rz. 3). Die Vergabestelle sowie die Beschwerde- gegnerin bestreiten indes die erhobenen Vorwürfe und gehen davon aus, dass das „Fabrikat Bösch“ gemäss Offerte der Beschwerde führerin den Vorgaben nicht entspricht. 3.3 Nachfolgend wird zu prüfen sein, wie die seitens der Vergabestelle for- mulierte Anforderungen an die technischen Spezifikationen zu verstehen waren, insbesondere ob es s ich dabei um eine präzis einzuhaltende Vor- gabe handelt, deren Nichteinhaltung dazu führt, dass die Vergabestelle be- fugt oder gar verpflichtet ist, das in Frage stehende Angebot nicht in die Bewertung einzubeziehen. Vorab erscheinen aber einige Ausführungen zur Dogmatik der Unternehmervariante angezeigt. 3.4 3.4.1 Gemäss Art. 22a Abs. 1 der Verordnung vom 11. Dezember 1995 über das öffentliche Beschaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) steht es den Anbietern frei, zusätzlich zum Gesamtangebot Angebote für Varianten einzureichen, sofern die Auftraggeberin diese Möglichkeit nicht beschränkt oder ausgeschlossen hat. Als Unternehmervariante wird üblicherweise je- der Offertvorschlag bezeichnet, der inhaltlich von der ausgeschriebenen Leistung (Amtslösung; Amtsvorschlag) abweicht (vgl. Entscheid der BRK 2005-016 vom 13. Februar 2006, veröffentlicht in VPB 70.51 E. 4b/cc, m.H.). Wird nur eine Variante ohne Amtslösung eingereicht, so gilt die Of- ferte als unvollständig und ist auszuschliessen (vgl. BVGE 2007/13 E. 5.1 "Vermessung Du rchmesserlinie"; Urteil des BVGer B -5084/2007 vom 28. Januar 2008 E. 2.1 "Erneuerung Funksystem"; Zwischenentscheid des BVGer B -7216/2014 vom 7. Juli 2016 E. 5.4 ff. "Casermettatunnel"; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 751). Die sich aus Art. 22a Abs. 1 VöB ergebende Pflicht zur Einreichung einer dem Amtsvorschlag entspre- chenden Grundofferte wird einerseits damit begründet, dass es Aufgabe der Vergabestelle ist, alle Offerten vergleichbar zu machen, anderer seits aber auch damit, dass auf diese Weise sichergestellt werden soll, dass sich B-5608/2017 Seite 17 der Anbieter mit der Gesamtheit der Probleme des konkreten Beschaf- fungsgeschäfts auseinandersetzt ( Erläuternder Bericht zur Änderung der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 1. Januar 2010, S. 14 f. zu Art. 22a VöB [http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/mes- sage/attachments/17793.pdf, zuletzt besucht am 20. März 2018]; Urteil des BVGer B 5084/2007 vom 28. Januar 2008 E. 2.1 "Erneuerung Funksys- tem"). Im vorlieg enden Fall sind Varianten gemäss Ziffer 2.11 der Aus- schreibung zugelassen. Die Vergabestelle verlangt in der Ausschreibung aber ausdrücklich, dass die Amtsvariante in jedem Fall vollständig einzu- reichen ist. Die Beschwerdeführerin hat neben dem Grundangebo t eine Unternehmervariante eingereicht. Dabei hat sie wegen der Gewichtung des Preises mit 60 Prozent das günstigere, aber mit Blick auf die Aus- schreibungsbedingungen kritischere Produkt als Grundangebot und das unbestrittenermassen ausschreibungskonforme Produkt als Variante ein- gereicht. Die Vergabestelle geht zwar davon aus, dass das Grundangebot den Ausschreibungsunterlagen nicht entspricht , hat aber die Offerte der Beschwerdeführerin nicht mit dieser Begründung ausgeschlossen, son- dern diese aufgrund der Angaben gemäss der Unternehmervariante be- wertet. Damit braucht auch nicht weiter auf die Frage eingegangen zu wer- den, ob nicht eigentlich in der Variante das Grundangebot zu erblicken wäre. Die Vergabestelle macht auch vor Bundesverwaltungsgericht nicht geltend, die Unvollständigkeit der Grundofferte führe bereits als solche zum Ausschluss in dem Sinne, dass auch auf die Variante nicht weiter einzuge- hen wäre. Die Beschwerdeführerin wiederum vertritt die Auffassung, dass die Vergabestelle die Offerte gemäss ihrem Grundangebot hätte bewerten müssen. 3.4.2 Gemäss Art. 12 Abs. 1 BöB bezeichnet die Auftraggeberin die erfor- derlichen technischen Spezifikationen in den Ausschreibungs -, den Vergabe- und den Vertragsunterlagen. Produktanforderungen sind – so- weit sich aus der Ausschreibung nichts Anderes ergibt – absolute Kriterien; ihre Nichterfüllung führt unabhängig vom Vergleich mit den anderen Ange- boten zur Nichtberücksichtigung des Angebots ( BVGE 2017/IV/3 E. 4.3.2 mit Hinweisen "Mobile Warnanlagen "; H ANS RUDOLF TRÜEB, BöB-Kom- mentar in: Oesch/Weber/Zäch [Hrsg.], Wettbewerbsrecht II, Zürich 2011, Rz. 2 zu Art. 12 BöB). Gemäss Art. 16a VöB beschreibt die Auftraggeberin die Anforderungen an die geforderte Leistung (insbesondere deren techni- sche Spezifikationen) in hinreich ender Klarheit und Ausführlichkeit (Art. 16a Abs. 1 VöB) und teilt in jedem Fall mit, welche Anforderungen zwingend zu erfüllen sind (Art. 16a Abs. 3 VöB). B-5608/2017 Seite 18 3.4.3 Bei der Auswahl und Gewichtung der einzelnen Vergabekriterien ver- fügt die Vergabebehörde über einen breiten Ermessensspielraum, in wel- chen das Bundesverwaltungsgericht nur unter qualifizierten Voraussetzun- gen eingreift. Dies gilt namentlich für die Festlegung der technischen Spe- zifikationen (Zwischenentscheid des BVGer B -822/2010 vom 10. März 2010 E. 4.2 f. mit Hinweisen "Rohre für Kühlwasser") und entspricht dem spezialgesetzlichen Ausschluss der Ermessenskontrolle gemäss Art. 31 BöB (vgl. dazu GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1286 i.V.m. Rz. 1388). Die Lehre spricht insoweit von trotz Vergaberecht "gesicherten Handlungsspielräumen" (Urteil des BVGer B -3526/2013 vom 20. März 2014 E. 6.3 "HP-Monitore" mit Hinweis auf HUBERT STÖCKLI, Urteilsanmer- kung S9 zum Urteil des BGer 2P .1999 vom 2. März 2000, in: Baurecht 2001, S. 65; vgl. zum Ganzen BVGE 2017/IV/3 E. 4.3.3). 3.4.4 Vergabebehörden dürfen technische Spezifikationen im Regelfall nicht derart eng umschreiben, dass nur ein ganz bestimmtes Produkt oder nur ein einzelner Anbieter bzw. nur wenige Anbieter für die Zuschlagsertei- lung in Frage kommen (Urteil des BVGer B-4958/2013 vom 30. April 2014 E. 2.5.3 mit Hinweisen "Projektcontrollingsystem AlpTransit"; GALLI/MO- SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 405 ff., insb. Rz. 409). Demgegenüber ist die eher leistungsorientierte Umschreibung (anstelle der Definition der Konzeption oder beschreibender Produkteigenschaften), wie sie Art. VI Ziff. 2 Bst. a GPA favorisiert, zwar erwünscht, aber nicht zwingend (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2008.00347 vom 10. De- zember 2008 E. 7.2 mit Hinweisen). 3.4.5 Im Rahmen der Ausschreibung formulierte Beurteilungskriterien sind so auszulegen, wie sie von den Anbietern in guten Treuen verstanden wer- den konnten und mussten; auf den subjektiven Willen der Vergabestelle beziehungsweise der dort tätigen Personen kommt es nicht an ( BGE 141 II 14 E. 7.1 mit Hinweisen). Die Anbietenden dürfen grundsätzlich darauf vertrauen, dass die Vergabestelle die ausgewählten Beurteilungskriterien im herkömmlichen Sinn versteht. Tut sie dies nicht, muss das betreffende Kriterium entsprechend (möglichst detailliert) umschrieben werden, damit die Anbieter erkennen können, welchen Anforderungen sie bzw. ihre Offer- ten genügen müssen (Urteil des BVGer B -4958/2013 vom 30. April 2014 E. 2.6.1 mit Hinweisen "Projektcontrollingsystem AlpTransit"). B-5608/2017 Seite 19 3.5 3.5.1 Vorliegend hat die Vergabestelle als Qualitätsstufe für Apparate (Mo- noblocs) „Stufe 2“ verlangt (z.B. Positionen 244.11 oder 244.31), was von der Beschwerdeführerin nicht bestritten wird (Beschwerde, Rz. 24). 3.5.2 Bezüglich Qualitätsstufe 2 und Korrosionsschutz verweist die Verga- bestelle in ihrer Vernehmlassung auf das armasuisse-Dokument „tV (tech- nische Vorgabe) Energie, Gebäude und Haustechnik “ aus dem Jahre 2003, welches Bestandteil der Ausschreibungsunterlagen bildet und zu- gleich als Beilage 2 zur Vernehmlassung eingereicht worden ist (Stellung- nahme vom 11. Dezember 2017, Rz. 11). Die Ziffer 5.4.2 der „tV Energie, Gebäude und Haustechnik “ mit dem Titel „SWKI -Richtlinie 92 -2B Allge- meine Materialvorschriften Lüftung/ Klima“ enthält folgende Vorgabe: „In Bezug auf den Standard der Anlagekomponenten und Materialien gelten die SKWI-Richtlinien 92 -2B. In den Angebotsformularen ist darauf hinzuweisen. Insbesondere sind folgende Punkte zu beachten:  Ausreichender Korrosionsschutz  auf die uneingeschränkte Zugänglichkeit der Anlagenkomponenten  Ersatzmaterial ist in der benötigten Menge mitzuliefern“ 3.5.3 Die als Vernehmlassungsbeilage 6 eingereichte SWKI-Richtlinie 92- 2B in der Ausgabe 4/1993 beschreibt gemäss Seite A16 vier Qualitätsstu- fen, was von der Beschwerdeführerin auch ausdrücklich anerkannt wird (Beschwerdeschrift, Rz. 24) . Dabei steht SWKI für den Schweizerischen Verein von Wärme und Klima-Ingenieuren. Die Qualitätsstufe 2 unterschei- det sich dabei insoweit von d er Qualitätsstufe 1, als in Bezug auf die Luft innen im Unterschied zu „normal“ von „leicht korrosiv“ ausgegangen wird. Dieser Umstand wirkt sich wiederum auf die Anforderung an das Gehäuse und die Konstruktionsbauteile aus. 3.6 3.6.1 Soweit d ie Beschwerdeführerin nun vorbringt, dass die Ausschrei- bungsunterlagen zwar eine Qualitätsstufe Q2 vorsehe n, diese aber ge- mäss den Ausschreibungsunterlagen nicht spezifi ziert worden und in der Ausschreibung nirgends vermerkt sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Alle Verfahrensbeteiligten erwähnen die oben erwähnte SWKI -Richtlinie als B-5608/2017 Seite 20 branchenüblichen oder zumindest als schweizweit bekannten Standard un- ter Monobloc -Herstellern (Beschwerde, Rz. 24; Beschwerdeantwort, Rz. 13.2, und Vernehmlassung, Rz. 11), was darauf hindeutet, dass die Parteien die Ausschreibungsunterlagen gleich verstanden haben. Das in Erwägung 3.5.2 zitierte armasuisse -Dokument, welches unbestrittener- massen Teil der Ausschreibungsunterlagen war, verweist denn auch aus- drücklich auf diese Richtlinien. Damit bleibt für mögliche Annahmen, wie sie die Beschwerdeführerin behauptet, wonach diese Qualitätsstufe 2 eine “Weger“-interne Qualitätsstufe darstellen könnte (Beschwerde, Rz. 24), je- denfalls keinen Raum. Dementsprechend nimmt denn auch das von der Beschwerdeführerin eingereichte Schreiben der A._______ AG vom 22. September 2017 eindeutig auf die „Q2“ im hiervor beschriebenen Sinne Bezug (Beschwerdebeilage 14). Damit sind die entsprechenden Vorgaben, wonach die Geräte „beschichtet“ und nicht lediglich „innen verzinkt“ anzu- bieten sind, gemäss den Ausschreibungsunterlagen im vorliegenden Fall für alle Anbieter verbindlich. 3.6.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe entgegen der Auf- fassung der Vergabestelle „innen beschichtet“ offeriert. Zugleich räumt sie aber ein, dass sie in ihre m Angebot mit dem Fabrikat „Bösch“ den Quali- tätsstandard Q2 nicht durchgehend eingehalten habe (Beschwerdeschrift, Rz. 25 und Replik, Rz. 9). Sie anerkennt ausdrücklich, dass sie teilweise „innen verzinkt“ und teilweise „beschichtet“ offeriert hat. Allerdings wäre die Vergabestelle nach Ansicht der Beschwerdeführerin wegen der teilweise widersprüchlichen Angaben verpflichtet gewesen, Rücksprache mit ihr zu nehmen (Beschwerdeschrift, Rz. 24 bis 26). 3.6.3 Die Vergabestelle entgegnet, dass eine nachträgliche Änderung der Beschichtung als Mehrleistung zu qualifizieren sei, die üblicherweise mit einem Mehrpreis verbunden sei. Hätte die Vergabestelle die nachträgliche Änderung der Beschichtung gestattet, wäre dies einer unzulässigen Ange- botsänderung gleichgekommen. Bei den nachgereichten Unterlagen handle es sich nicht um unwichtige Detailangaben, welche im Rahmen ei- ner technischen Bereinigung allenfalls mittels Nachfrage hätten bereinigt werden müssen. Vielmehr seien alle Unterlagen im Angebot aber mit an- deren technischen Angaben enthalten gewesen. Erst mit der Beschwerde eingereichte Unterlagen seien nicht relevant (Vernehmlassung der Verga- bestelle vom 11. Dezember 2017, Rz. 11 f.). 3.6.4 Die Beschwerdeführerin wendet dagegen mit Replik vom 22. Januar 2018 ein, dass diese Angaben im Rahmen einer technischen Bereinigung B-5608/2017 Seite 21 problemlos hätten bereinigt werden können bzw. müssen, da es sich nicht um eine Mehrleistung handle (Replik, Rz. 9). Dass eingereichte Unterlagen nicht mehr für die Bewertung der Angebotskonformität berücksichtigt wer- den, sei nur bei schweren Mängeln eines Angebots zulässig. Zudem handle es sich nur um Klarstellungen, welche auch nach Ablauf des Einga- betermins eingereicht werden dürften , was sich auch au s dem Urteil VB 2015.00702 des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 2. März 2016 ergebe. Dies gelte insbesondere dann, wenn die Vergabestelle vor- bringe, dass ein Alternativprodukt dem Minimalstandard zum Amtsvor- schlag nicht entspreche (Replik, Rz. 10 und 13). 3.6.5 Die Beschwerdegegnerin dupliziert, dass die Bereinigung von Ange- boten nicht dazu dient, dass ein Anbieter im Nachhinein sein Angebot kor- rigieren könne (Duplik, Rz. 3). 3.6.6 Aufgrund der Ausführungen der Parteien steht jedenfalls fest, dass das Angebot der Beschwerdeführerin mit dem Fabrikat „Bösch“ in der Of- ferte den Qualitätsstandard Q2 durch die Angabe der falschen Beschich- tung („innen verzinkt“) nur teilweise erfüllt hat. Die Firma A._______ AG führt dazu in ihrem Schreiben vom 22. Sep tember 2017 (Beschwerdebei- lage 14) aus, es sei in den Datenblättern und Zeichnungen teilweise eine andere Bezeichnung – also „innen verzinkt“ – deklariert, was nicht richtig sei. Das Problem liege bei der Auslegungs-Software, was leider übersehen worden sei. Zu prüfen bleibt nachfolgend, ob die Vergabestelle der Be- schwerdeführerin im Rahmen der Offertbereinigung Gelegenheit zur Behe- bung dieses Mangels hätte geben müssen bzw. ob die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Unterlagen hätten berücksichtigt werden müssen. 3.7 3.7.1 Die Anbieter müssen ihre Offerte schri ftlich, vollständig und fristge- recht einreichen (vgl. Art. 19 Abs. 1 BöB). Die Auftraggeberin schliesst An- gebote und Anträge auf Teilnahme mit wesentlichen Formfehlern vom wei- teren Verfahren aus (vgl. Art. 19 Abs. 3 BöB). Dieser Regel liegt der Ge- danke zugrunde, dass die Vergabestelle anhand der eingereichten Offer- ten direkt zur Vergabe des Auftrags schreiten können soll (Urteil des BGer 2C_241/2012 vom 28. Juni 2012 E. 4.1 "Bioggio"; vgl. auch das Urteil des BVGer B-985/2015 vom 12. Juli 2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen "Studie Schie- nengüterverkehr"). Dementsprechend sind die Offerten grundsätzlich auf- grund der innert Frist eingereichten Angaben und Nachweise zu prüfen B-5608/2017 Seite 22 (vgl. Zwischenentscheid des BVGer B -7479/2016 v om 8. Mai 2017 E. 6.4.2; Urteile des BVGer B -4637/2016 vom 17. März 2017 E. 3.15.2 "Tunnelreinigung Gotthard-Basistunnel" und B-4366/2009 vom 24. Februar 2010 E. 7.3; Entscheid der BRK 2003-015 vom 1. September 2003, veröf- fentlicht in VPB 68.10 E. 3c/aa; Entscheid der BRK 2002-011 vom 8. Okto- ber 2002, veröffentlicht in VPB 67.5 E. 2b). Die Entgegennahme eines An- gebots, das den Vorgaben der Ausschreibung bzw. der Ausschreibungsun- terlagen nicht entspricht, ist im Hinblick auf das Gebot der Gleichbehand- lung de r Anbieter und dasjenige der Transparenz problematisch (vgl. BVGE 2007/13 E. 3.1 "Vermessung Durchmesserlinie", mit Ve rweis auf den Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen [BRK] 2005-017 vom 23. Dezember 2005, v eröffent- licht in: VPB 70.33 E. 2a/aa). Deshalb ist ein solches Ange bot unter dem Vorbehalt des Verbots des überspitzten Formalismus grundsätzlich auszu- schliessen (vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 456 f.). Dies gilt auch dann, wenn in der Folge das wirtschaftlich günstigste Angebot nicht berücksichtigt werden kann (BVGE 2007/13 E. 3.3 "Vermessung Durch- messerlinie"). 3.7.2 Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV liegt ein überspitzter Formalismus vor, wenn für ein Verfahren rigorose Formvorschriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge sachlich gerechtfertigt wäre, oder wenn die Behörde for- melle Vorschriften mit übertriebener Schärfe handhabt. Durch ein derarti- ges Vorgehen wird die Formstrenge zum blossen Selbstzweck, womit die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder gar verhindert werden kann (vgl. dazu grundlegend BGE 132 I 249 E. 5; vgl. auch E. 4.2 hiervor). Aus dem Verbot des überspitzten Formalismus wie auch aus Art. 9 BV kann die Verpflichtung der Behörde abgeleitet wer- den, den Privaten in gewissen Situationen von Amtes wegen auf Verfah- rensfehler hinzuweisen, die er begangen hat oder im Begriffe ist zu bege- hen (vgl. zum Ganzen BVGE 2007/13 E. 3.2 mit Hinweisen "Vermessung Durchmesserlinie"). Das Bundesverwaltungsgericht leitet aus dem Verbot des überspitzten Formalismus ab, dass in vergaberechtlichen Verfahren dem Anbieter in bestimmten Fällen Gelegenheit zu geben ist, den ihm vor- gehaltenen Formmangel zu beheben. In diesem Sinne kann der Aus- schluss namentlich als unverhältnismässig erscheinen, wenn lediglich Be- scheinigungen (etwa betreffend Bezahlung der Steuern) fehlen, deren Nachreichung sich nicht auf das Preis-/Leistungsverhältnis der Offerte aus- wirkt (Urteil des BVGer B-985/2015 vom 12. Juli 2015 E. 4.3.2 f. "Studie Schienengüterverkehr"; BVGE 2007/13 E. 3.3 "Vermessung Durchmesser- linie"; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 447 f.). B-5608/2017 Seite 23 3.7.3 Zusammenfassend unterscheidet die Praxis bei unvollständigen , aber auch bei nicht den Anforderungen entsprechenden Offerten drei Ka- tegorien: Eine erste Kategorie umfasst Angebote, welche die Vergabestelle aufgrund ihrer Mängel nicht ohne Verletzung des Transparenz- und Gleich- behandlungsgebots in die Bewertung einbeziehen kann, als o ausschlies- sen muss. Dabei ist an jene Fälle zu denken, in welchen die Unvollständig- keit wesentliche Punkte des Angebots betrifft und der Ausschlussgrund ein gewisses Gewicht aufweist (BVGE 2007/13 E. 3.3 "Vermessung Durch- messerlinie"; Aargauische Gericht s- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2005 S. 254 E. 2.1.1 sowie AGVE 1999 S. 341 ff. E. 3b/ee). In diesem Sinne sind Offerten, die unvollständig sind in Bezug auf Angaben, die sich auf das Preis-Leistungs-Verhältnis auswirken, grundsätzlich auszuschlies- sen (vgl. zu den Grenzen der Offertbereinigung insbesondere BVGE 2007/13 E. 3.4 "Vermessung Durchmesserlinie"). Eine zweite Kategorie von Offerten ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vergabestelle sie durch Rückfragen auf den verlangen Stand bringen darf, abe r nicht muss; die Vergabestelle verfügt demnach in diesem Rahmen über einen Ermessens- spielraum (BVGE 2007/13 E. 6.2 "Vermessung Durchmesserlinie"). Die dritte und letzte Kategorie lässt sich so umschreiben, dass die Mängel des Angebots derart geringfügig sind, dass die Vergabestelle zur Bereinigung derselben Hand bieten muss (vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGer B-3644/2017 vom 23. August 2017 E. 5.4 "Tunnelorientierungs- beleuchtung" und das Urteil des BVGer B -985/2015 vom 12. Juli 2015 E. 4.3.5 mit Hinweisen "Studie Schienengüterverkehr"). 3.7.4 Die korrekte Beschichtung hat vorliegend direkten Einfluss auf die Qualitätsstufe. Die Tragweite eines ungenügenden Korrosionsschutzes ist offensichtlich. Dass es sich bei der Frage nach der korrekten Beschichtung nicht lediglich um einen geringfügigen Unterschied handelt, zeigt sich auch aus dem Schreiben der A._______ AG, welche sich – wie in Erwägung 3.6.6 hiervor ausgeführt – schriftlich bei der Beschw erdeführerin für die fehlerhafte Dokumentation entschuldigt hat . Dabei ist unerheblich , dass sich die Beschwerdeführerin nachträglich bereit erklärt, diese Änderung ohne Mehrpreis auszuführen (Beschwerdeschrift, Rz. 30). Am Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2015.00702 vom 2. März 2016, auf welches sich die Beschwerdeführerin beruft, lässt sich der in Er- wägung 3.7.3 hiervor beschriebene Unterschied zwischen Mängeln und Unvollständigkeiten, auf deren Bereinigung die betroffene Anbieterin einen Anspruch hat, und solchen, die eine Konkurrentin dieser Anbieterin allen- falls dulden muss, sehr schön zeigen. Auch im vorliegenden Fall kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine Rückfra ge und Bereinigung zulässig B-5608/2017 Seite 24 gewesen wäre und von der Beschwerdegegnerin hätte geduldet werden müssen. Die falsche Angabe über die Qualität der Beschichtung („innen verzinkt“ statt „innen beschichtet“) war vorliegend dagegen aber nicht ohne Weiteres als Versehen erkennbar, zumal die Unterlagen nicht fehlten, son- dern teilweise unrichtig waren. Selbst wenn die Vergabestelle den Mangel erkannt hätte, wäre es nach dem zuvor Gesagten – soweit überhaupt zu- lässig – jedenfalls im Ermessen der Vergabestelle gelegen, ob sie eine Rückfrage an die Beschwerdeführerin stellt, da es sich nicht bloss um ei- nen geringfügigen Mangel handelt. Es bestand kein Anspruch darauf, dass die Vergabestelle Rücksprache nimmt, bevor sie d as den Vorgaben nicht entsprechende Angebot mit dem Fabrikat Bösch ausschliesst. Damit sind auch die nachträglich eingereichten Unterlagen unbeachtlich, welche auf- grund der unterschiedlichen Qualitätsstufen einer Angebotsänderung gleichkommen, worauf insbesondere die Beschwerdegegnerin hinweist. 3.7.5 Die Nichtberücksichtigung des teilweise nur verzinkt angebotenen Fabrikats „Bösch“ erweist sich demnach als rechtskonform. Bei diesem Er- gebnis braucht schliesslich nicht weiter geprüft zu werden, wie es sich mit den weiteren Rügen in Bezug auf das Fabrikat „Bösch“ verhält, da bereits die Nichterfüllung des Qualitätsstandards 2 ein Verstoss gegen die Aus- schreibungsbedingungen darstellt, der die Nichtberücksichtigung dieses Fabrikats zuliess, ohne dabei in überspitzten Formalismus zu verfallen. 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin wirft der Vergabestelle sodann vor, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht nicht vom Vergabeverfahren ausge- schlossen worden sei. Sie macht zum einen geltend, dass die Beschwer- degegnerin die Datenblätter bezüglich der Schallwerte nicht eingereicht habe. Zum andern rügt sie, dass es der Beschwerdegegnerin wohl nicht möglich gewesen sei, die Einheitspreise in der Offerte korrekt anzugeben, wobei rein summarische Preisangaben nicht zulässig seien, weshalb ein Ausschluss auch aus diesem Grund notwendig gewesen wäre (Beschwer- deschrift, Rz. 29). 4.2 Die Vergabestelle verweist bezüglich der Schallwerte auf Beilage 1 zur Vernehmlassung vom 11. Dezember 2017. In Bezug auf die Einheitspreise verweist sie auf die Vorakten, Griff 18, woraus hervorgehe, dass die Ein- heitspreise durch die Beschwerdegegnerin korrekt aufgeführt sind. B-5608/2017 Seite 25 4.3 Die Beschwerdegegnerin bestreitet diese Vorwürfe. Es sei teils auf die Preise anderer Positionen verwiesen worden. Diese Verweisung sei un- problematisch (Beschwerdeantwort, Rz. 16). 4.4 Die entsprechenden Datenblätter bezüglich der Schallwerte der Be- schwerdegegnerin zu den Schalldämmwerten , datierend vom 13. Juli 2017, wurden durch die Beschwerdegegnerin eingereicht (Beilage 1 der Vergabestelle zur Vernehmlassung vom 11. Dezember 2017). Aus den Of- fertunterlagen der Beschwerdegegnerin (Griff 18 der Vergabeunterlagen) geht schliesslich hervor, dass die Einheitspreise durch die Beschwerde- gegnerin korrekt eingetragen sind. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin betreffend Ausschluss der Beschwerdegegnerin erweisen sich somit als of- fensichtlich haltlos. 4.5 Anzumerken bleibt an dieser Stelle , dass die Datenblätter der Be- schwerdegegnerin von der Vergabestelle erst nachträglich im Rahmen des Schriftenwechsels eingereicht wurden, obwohl diese Unterlagen offen- sichtlich entscheidwesentlich sind. Ebenso wurden die Beilagen der Be- schwerdeführerin zum Zuschlagskriterium 4 – mit Ausnahme der Qualifika- tionen der Schlüsselpersonen – dem Bundesverwaltungsgericht nicht voll- ständig eingereicht (vgl. Instruktionsverfügung vom 18. Januar 2018 sowie Stellungnahmen der Vergabestelle vom 17. Januar 2018 und 29. Januar 2018). Es ist deshalb daran zu erinnern, dass die Vergabestelle verpflichtet ist, die Submissionsakten vollständig der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. XX Ziffern 4 und 6 Bst. g des GATT/WTO -Übereinkommens vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen [Government Pro- curement Agreement, GPA, SR 0.632.231.422]; Zwischenverfügung B-562/2015 vom 23. Juni 2015 E. 2.2 mit Hinweisen; GALLI/MO- SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1364). 5. 5.1 Die Beschwerdeführerin rügt weiter als „offensichtliche Missrechnung“, dass die gewichteten Punktzahlen falsch addiert worden seien, da gemäss den Ausschreibungsunterlagen die Punktzahlen auf eine Kommastelle zu runden seien; sie hätte insgesamt 4.6 statt 4.5 Punkte erhalten müssen . Für den Fall, dass die Vergabestelle den Additionsfehler damit begründen sollte, dass bei den Zuschlagskriterien Z2 und Z3 die gewichteten Punkte (15 Prozent von 5.0 Punkten) je 0.75 Punkte ergebe n, wäre ihr nicht bei- zupflichten, da gemäss den Erläuterungen zu den Zuschlagskriterien die B-5608/2017 Seite 26 Punktzahlen auf eine Kommastelle gerundet werden (Beschwerde, Rz. 40). 5.2 Die Vergabestelle sowie die Beschwerdegegnerin bestreiten diesen Vorwurf, unter anderem mit Verweis auf die von der Beschwerdeführerin ebenfalls angerufenen Bestimmungen zum Vergabeverfahren in Teil A, Seite 7 unten. Die Vergabestelle erläutert, dass kein Additionsfehler vor- liege, sondern in der Bewertungstabelle fälschlicherweise nur eine Kom- mastelle nach den Punktzahlen erscheine . Demnach sei die errechnete Punktzahl von 4.5 Punkten im Ergebnis korrekt. Die in den Ausschrei- bungsunterlagen enthaltene Vorgabe, wonach die Punktzahl für den Preis auf eine Kommastelle gerundet zu notieren sei, beziehe sich nicht auf die anderen Zuschlagskriterien und schon gar nicht auf gewichtete Punktzah- len. Eine andere Be wertung stünde im Widerspruch zu r kommunizierten Gewichtung und damit zu m Transparenzgebot (Vernehmlassung der Vergabestelle vom 11. Dezember 2017, Rz. 5 und 18) . Die Beschwerde- gegnerin erklärt, dass eine entsprechende Punktevergabe ohne Rundung bereits vom Bundesgericht akzeptiert worden sei. Es dürfe mangels einer entsprechenden Vorschrift zu keiner Rundung bei der gewichteten Punkte- vergabe kommen (Beschwerdeantwort vom 8. Dezember 2017, Rz. 24 ; Duplik, Rz. 11). 5.3 Am 22. Januar 2018 repliziert die Beschwerdeführerin , dass der An- sicht der Gegenparteien wonach sich die Rundungsvorschrift einzig und allein auf den Preis beziehe, entgegenstehe, dass in der Bewertungsmatrix (Beschwerdebeilage 8) auf eine Kommastelle gerundet worden sei (Replik, Rz. 19). 5.4 Die Beschwerdeführerin rügt bezüglich der Kalkulation ferner, dass der Skonto zu Unrecht nicht berücksichtigt worden sei ( Beschwerdeschrift, Rz. 18 f.). Die Vergabestelle räumt ein, dass aufgrund der einschläg igen Literatur und Rechtsprechung der Skonto wohl bei allen Anbietern hätte berücksichtigt werden müssen (Vernehmlassung, Rz. 6). Die Beschwerde- gegnerin dagegen bestreitet, dass der Skonto hätte eing erechnet werden müssen, wobei sie zugesteht, dass eine solche Auslegung zumindest mög- lich sei. Allerdings macht sie geltend, dass es im Ergebnis keine Rolle spiele, da die Beschwerdeführerin auch unter Berücksichtigung des Skon- tos gerundet 4.1 Punkte beim Zuschlagskriterium 1 (Preis) erhalten würde (Beschwerdeantwort, Rz. 9). In gleicher Weise äussert sich auch die Vergabestelle mit dem Hinweis, dass in der ursprünglichen Bewertung B-5608/2017 Seite 27 auch bei der Beschwerdegegnerin der Skonto nicht berücksichtigt worden sei (Vernehmlassung, Rz. 6). 5.5 Vergabestelle und Beschwerdegegnerin führen zu Recht aus, dass die Beschwerdeführerin beim Angebot mit dem Fabrikat „Grütt -Air/Weger“ auch unter Berücksichtigung des Skontos 4.1 Punkte beim Zuschlagskrite- rium 1 erhalten würde, was sich aus den Berechnungen der Vergabestelle mit sowie ohne die strittige Rundung zeigt, wobei auch der Skonto der Be- schwerdegegnerin berücksichtigt wird (vgl. Beilagen 4 und 8 der Vergabe- stelle). Auch die Beschwerdeführerin stellt sich richtigerweise nicht auf den Standpunkt, nur bei ihr, nicht aber bei der Beschwerdegegnerin sei der Skonto zu berücksichtigen (so zumindest implizit Replik, Rz. 15); aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz ergibt sich diesbezüglich eine klare Regel, womit Vergabestelle und Beschwerdegegnerin zuzustimmen ist, wenn sie festhalten, dass sich durch die Berücksichtigung des Skontos im Ergebnis nichts an der Bewertung ändert. Damit ist auf diesen Punkt nicht weiter einzugehen. 5.6 Zu prüfen ist demnach bezüglich der geltend gemachten Kalkulations- fehler, ob die Vergabestelle verpflichtet gewesen wäre, die Punktzahlen im Rahmen der Evaluation auf eine statt auf zwei Kommastellen zu runden, wie es die Beschwerdeführerin geltend macht (Beschwerdeschrift, Rz. 40). 5.7 5.7.1 Die Auftraggeberin hat die Angebote in technischer und rechneri- scher Hinsicht nach einem einheitlichen Massstab so zu bereinigen, dass sie objektiv vergleichbar sind (Art. 25 Abs. 1 VöB). Dabei ist die Durchfüh- rung einer genügenden Offertbereinigung eine Rechtspflicht der Vergabe- stelle (vgl. dazu das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2017.00559 vom 30. November 2017 E. 4.2.1 sowie GALLI/MO- SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 665). Dies setzt namentlich voraus, dass die Angebote nach der Durchführung objektiv vergleichbar sind. Für die Rechtmässigkeit der Offertevaluation ist erforderlich, dass die aufgrund der Offertbereinigung erstellte und in der Vergleichstabelle festgehaltene Rangfolge der Angebote gestützt auf Evaluationsunterlagen im Lichte der anwendbaren Kriterien sowie deren Gewichtung und der zu beurteilenden Offerten logisch nachvollziehbar ist ( GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 665, 676). Das Fehlen eines korrekten Evaluationsberichts ist als for- meller Mangel und damit als Verletzung des Transparenzgebotes zu wer-B-5608/2017 Seite 28 ten (Entscheid der Eidg. Rekurskommission für das öffentliche Beschaf- fungswesen BRK 1998 -012 vom 4. Februar 1999, publiziert in: Verwal- tungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 64.9, E. 2d; GALLI/MOSER/ LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 868). 5.7.2 Der im Rahmen der Offertevaluation ursprünglich vorgenommene Of- fertvergleich durch die Vergabestelle basierend auf dem Fabrikat „Grütt/Air-Weger“ ohne Berücksichtigung des Skontos sieht die folgende Rundung auf eine Kommastelle vor (Beilage 13a zur Vernehmlassung): Be- schwerde -gegnerin Be- schwer- deführe- rin Gewich- tung Punkte Gewich- tung x Punkte Punkte Gewich- tung x Punkte Z1 60% 5.0 3.0 4.1 2.5 Z2 15% 4.0 0.6 5.0 0.8 Z3 15% 4.0 0.6 5.0 0.8 Z4 10% 5.0 0.5 5.0 0.5 Gesamt 4.7 4.5 5.7.3 Gemäss den Berechnungen, welche die Vergabestelle im Beschwer- deverfahren basierend auf dem Fabrikat „Grütt/Air-Weger“ mit „Berücksich- tigung Skonto und Rundung auf zwei Kommastellen“ eingereicht hat, ergibt sich die folgende Aufstellung (Beilage 8 zur Vernehmlassung): B-5608/2017 Seite 29 Be- schwerde -gegnerin Be- schwer- deführe- rin Gewich- tung Punkte Gewich- tung x Punkte Punkte Gewich- tung x Punkte Z1 60% 5.0 3.0 4.1 2.5 Z2 15% 4.0 0.60 5.0 0.75 Z3 15% 4.0 0.60 5.0 0.75 Z4 10% 5.0 0.50 5.0 0.50 Gesamt 4.70 4.50 5.7.4 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, dass in den Ausschreibungsun- terlagen keine Rundung bei den gewichteten Punktzahlen vorgesehen sei, weshalb die Punkteverteilung wie folgt aussehen müsse (Beschwerdeant- wort, Rz. 24): B-5608/2017 Seite 30 Be- schwer- degegne- rin Be- schwer- deführe- rin Gewichtu ng Punkte Gewich- tung x Punkte Punkte Gewich- tung x Punkte Z1 60% 5.0 3.00 4.1 2.46 Z2 15% 4.0 0.60 5.0 0.75 Z3 15% 4.0 0.60 5.0 0.75 Z4 10% 5.0 0.50 5.0 0.50 Gesamt 4.70 4.46 5.7.5 In Bezug auf die Vorgaben betreffend die Rundung ist zunächst fest- zuhalten, dass die Beschwerdeführerin zutreffend ausführt, dass die Punktzahlen im Rahmen der Bewertung des Preises auf eine Kommastelle zu runden und mit der Gewichtung zu multiplizieren si nd. Indessen er- scheint bereits fraglich, ob diese für den Preis geltende Vorschrift auf für die anderen Zuschlagskriterien gelten soll. Wie die Beschwerdegegnerin zurecht ausführt (vgl. dazu E. 5.2 hiervor) gibt es aber jedenfalls keine Re- geln in den Ausschreibungsunterlagen, die eine Rundung bei der gewich- teten Punktevergabe, also dem Ergebnis, welches sich aus der Multiplika- tion der Punktzahl mit der Gewichtung ergibt, explizit vorschreiben. Die Vorschrift in Ziff. 3.2 von Teil A der Bestimmungen zum Vergabeverfahren für Werkleistungen auf Seite 7 unten (Griff 6a) bezieht sich schon nach deren Wortlaut ausschliesslich auf die Bestimmung der Punkte für das Zu- schlagskriterium Preis. 5.7.6 Die Vergabestelle räumt ein, dass es nicht Absicht gewesen sei, die gewichteten Punkte auf eine Kommastelle zu runden. Dabei handle es sich um einen Fehler, welcher in den Berechnungen zur Beilage 8 korrigiert worden sei (Vernehmlassung der Vergabestelle vom 11. Dezember 2017, Rz. 5). B-5608/2017 Seite 31 5.7.7 Aufgrund des Transparenzgebots ist von Bedeutung, dass die Ent- scheidung nachvollziehbar dokumentiert wird. Vorliegend lässt sich dabei nicht von der Hand weise n, dass die Offertauswertungen nicht so ausge- füllt worden sind, wie es die Vergabestelle geplant hat, da die zweite Stelle nach dem Komma in der Tabelle nicht aufgeführt ist . Mit anderen Worten wurde in der Tabelle gemäss Beilage 13a fälschlicherweise auf eine Kom- mastelle gerundet, obwohl die Punkte ohne Rundung zusammengerechnet worden sind. Das ist zwar mit Blick auf den Transparenzgrun dsatz nicht ideal. Richtig ist aber auch, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch darauf hat, dass ihre Benotung im Sinne des von ihr fälschlicherweise ver- muteten Rechenfehlers korrigiert wird. Vielmehr sind die Gesamtpunktzah- len korrekt addiert worden. Damit lässt sich die Punktzahl problemlos aus den Offertauswertungen herleiten. Die Beschwerdeführerin erreicht also – vorbehältlich der Rügen betreffend die Bewertung aufgrund des Zu- schlagskriteriums 4 – jedenfalls nicht mehr als 4.5 Punkte. 5.7.8 Aus der Systematik der Rundung auf zwei Stellen nach dem Komma stellt sich die letztlich die Frage, ob sich die Vergabestelle nicht konsequent an das von ihr aufgestellte Bewertungsmuster mit zwei Kommastellen zu halten hat, wie es die Beschwerdegegnerin vorbringt , w as dazu führen würde, dass das Angebot der Beschwerdeführerin mit 4.46 Punkten zu be- werten wäre. Diese Frage kann jedoch mit Blick auf die nachfolgenden Er- wägungen offen bleiben. Zusammenfassend würde die Beschwerdeführe- rin mit ihrem auf dem Fabrikat „Grütt-Air/Weger“ basierenden Angebot un- ter Berücksichtigung der Rundung auf zwei Kommastellen lediglich 4.5 Punkte und die Beschwerdegegnerin 4.7 Punkte erhalten. Gestützt auf die- sen Befund sind nun abschliessend die Rügen der Beschwerdeführerin be- treffend das Zuschlagskriterium 4 zu prüfen. 6. 6.1 Die Beschwerdeführerin bringt in Bezug auf das mit zehn Prozent ge- wichtete Zuschlagskriterium 4 (Organisation) vor, dass die Beschwerde- gegnerin, welche wie die Beschwerdeführerin selbst das Maximum von fünf Punkten erhalten hat, um zwei Punkte, mindestens aber um einen Punkt zu hoch bewertet worden sei. Sie macht zunächst geltend, dass die Schlüs- selpersonen der Zuschlagsempfängerin nicht über die gleichen Qualifikati- onen und Erfahrungen verfügen wie diejenigen der Besc hwerdeführerin, was bei den Kriterien Z2 („Referenzen des Anbieters“) und Z3 („Referen- zen der Schlüsselpersonen) denn auch folgerichtig dazu geführt habe, dass die Zuschlagsempfängerin lediglich mit 4 Punkten und damit einem B-5608/2017 Seite 32 Punkt weniger bewertet worden sei als die Beschwerdeführerin. Zum glei- chen Ergebnis führe aber auch die Berücksichtigung der Anzahl Monteure (Beschwerde, Rz. 34). Es sei durchaus denkbar, dass ein Anbieter über sehr gute Referenzen des Unternehmens sowie der Schlüsselpersonen verfüge, aber in Bezug auf das vertragsbezogenen Organigramm sowie Vorgehenskonzept nicht überzeuge (Beschwerde, Rz. 37). Schliesslich sei das Personal der in Thun domizilierten Beschwerdeführerin leichter ein- setzbar (Beschwerde, Rz. 38). 6.1.1 Die Vergabestelle und die Beschwerdegegnerin bestreiten die Vor- bringen der Beschwerdeführerin im Wesentlichen mit dem Verweis auf den Ermessensspielraum der Vergabestelle bei der Angebotsbewertung. Die Beschwerdegegnerin entgegnet zudem, dass eine Abgrenzung der Zu- schlagskriterien möglich sei, da es sich zum einen um die Referenzen der Anbieter (Z2) und beim anderen um die Referenzen der Schlüsselperso- nen gehe (Z3), während es letztlich bei der Organisation (Z4) um die Koor- dination gehe (Beschwerdeantwort, Rz. 21 und Vernehmlassung, Rz. 5). Die Vergabestelle führt zur Bewertung anhand des Zuschlagskriteriums 4 aus, dass die Frage, ob genügend qualifizierte Mitarbeiter vorhanden sind, unter den Zuschlagskriterien Z2 und Z3 bewertet werde. Die Bewertung von Zuschlagskriterium 4 sei daher primär quantitativer Natur. Nach An- sicht der der Vergabestelle geht eine Überlagerung von verschiedenen Zu- schlagskriterien (meint: im Sinne einer Doppelbewertung) nicht an, wes- halb auch die Argumentation d er Beschwerdeführerin, dass bei einer Note 4 im Zuschlagskriterium Z3 keine Maximalnote 5 im Zuschlagskrite- rium Z4 möglich sei, im Widerspruch zum Transparenzprinzip stehe (Ver- nehmlassung, Rz. 17). 6.2 Die Beschwerdeführerin repliziert im Wesentlichen, dass sie neben der Beilage zu den Schlüsselpersonen (als Beilage zum Formular 4) ein Orga- nigramm der X._______ AG, ein Vorgehenskonzept, eine Darstellung der Serviceorganisation, eine Mitarbeiterliste sowie eine ergänzende Selbstde- klaration, aus welcher ebenfalls Angaben zum Personal ersichtlich sind, eingereicht habe und bekräftigt ihre bisherigen Ausführungen. Die Be- schwerdegegnerin hält in ihrer Duplik demgegenüber an ihren Anträgen fest und bestreitet die beschwerdeführerischen Ausführungen. 6.3 Die Vergabestelle bestätigt mit Eingabe vom 29. Januar 2018, dass die beschwerdeführerischen Unterlagen Teil des Angebots waren. Dies ändere B-5608/2017 Seite 33 nichts an der Tatsache, dass die Note 5 bei e iner Teamgrösse von sechs oder mehr Personen festgelegt worden sei. 6.4 Bei der Auswahl und Gewichtung der einzelnen Zuschlagskriterien ver- fügt die Vergabebehörde über einen breiten Ermessensspielraum, in wel- chen das Bundesverwaltungsgericht nur unter qualifizierten Voraussetzun- gen eingreift (vgl. Urteile des BVGer B -4288/2014 vom 25. März 2015 E. 4.2 "Strombeschaffung für die Post ", B-6742/2011 vom 2. September 2013 E. 2.2 "6-Streifen-Ausbau Härkingen -Wiggertal" und B -6082/2011 vom 8. Mai 2012 E. 2.2 "Kontrollsystem LSVA"). Im Rahmen der Offertbe- wertung kommt der Vergabestelle ebenfalls ein gross er Ermessensspiel- raum zu, in welchen das Bundesverwaltungsgericht nicht eingreift (Art. 31 BöB). Eine Korrektur der Noten - bzw. Punktgebung kommt daher nur in Betracht, soweit sich diese nicht nur als unangemessen, sondern vielmehr als rechtsfehlerhaft erweist (vgl. Zwischenentscheide des BVGer B -6762/ 2011 vom 26. Januar 2012 E. 4.1 "Nachträge für die Systematische Samm- lung des Bundesrechts " und B -4621/2008 vom 6. Oktober 2008 E. 6.3 "GIS-Software für Rail Geo System ", mit Hinweis en; Urteil des BVGer B-6082/2011 vom 8. Mai 2012 E. 2.3 "Kontrollsystem LSVA"; GALLI/MO- SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1388). Stellt sich indessen die Frage, ob das tatsächlich angewandte Bewertungsschema mit Blick auf das Trans- parenzgebot den kommunizierten Zuschlagskriterien bzw. den seitens der Vergabestelle gemachten Angaben zur Bewertung entspricht, oder ob das Bewertungsschema im Ergebnis die angekündigte Gewichtung der Zu- schlagskriterien in Frage stellt, geht es nicht mehr um die Angemessenheit, sondern um die Rechtskonformi tät der vorgenommenen Bewertung (vgl. Entscheid der BRK 2001-003 vom 5. Juli 2001, in: VPB 65.94, E. 3d i.V.m E. 5a/ee; MARC STEINER, Das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht in Vergabesachen, in: Michael Leupold et al. (Hrsg.), Der Weg zum Recht, Festschrift für Alfred Bühler, 2008, S. 410; vgl. Zwischenentscheid des BVGer B-7216/2014 vom 24. Februar 2015 E. 4.6 "Casermettatunnel" und Urteil des BVGer B-5681/2015 vom 18. Mai 2016 E. 4.2). 6.5 Die nicht-monetären Zuschlagskriterien Z2 (Referenzen des Anbieters; Ge- wichtung 15 Prozent), Z3 (Referenzen der Schlüsselpersonen; Gewichtung 15 Prozent) und Z4 (Organisation; Gewichtung 10 Prozent) werden g e- mäss Ziffer 3.2 von Teil A der Bestimmungen zum Vergabeverfahren für Werkleistungen, welches Bestandteil der Ausschreibungsunterlagen bildet (Griff 6a), wie folgt definiert: B-5608/2017 Seite 34 6.5.1 Zuschlagskriterium 2: „Referenzen der Unternehmung über die Ausführung von 2 mit der vorgesehenen Aufgabe vergleichbaren, realisierten Projekten in den letzten 10 Jahren. Für die Angaben sind Formular 3 (Teil B, KBOB-Dokument Nr. 13) zu verwenden.“ 6.5.2 Zuschlagskriterium 3: „Referenzen der Schlüsselperson über die Ausführung von 2 mit der vorgesehe- nen Aufgabe vergleichbaren, realisierten Projekten in den letzten 10 Jahren. Es können auch Referenzobjekte angegeben werden, welche durch die Schlüssel- person bei einem früheren Arbeitgeber massgebend bearbeitet wurden oder aber bereits in den Referenzen der Unternehmung aufgeführt sind. Für die Angaben ist das Formular 4 (Teil B, KBOB-Dokument Nr. 13) zu verwenden. Als Schlüsselpersonen gelten Personen, welche bei der Vertragsabwicklung fol- gende Funktionen ausüben sollen: 1. Projektleiter 2. Montageleiter“ 6.5.3 Zuschlagskriterium 4: „Vertragsbezogenes Organigramm des Unternehmers mit Nennung der für die Vertragserfüllung vorgesehenen Personen und deren Funktion. Als Beilagen gemäss Formular 6 (Teil B, KBOB-Dokument Nr. 13) einzureichen.“ 6.5.4 Bezüglich Zuschlagskriterium 4 wird gemäss Formular 6 von Teil B der Bestimmungen zum Vergabeverfahren für Werkleis tungen, welches Bestandteil der Ausschreibungsunterlagen bildet (Griff 6b), ein technischer Bericht erwartet (max. 2 A4-Seiten). Dieser hat die technischen Vorbehalte und offene Fragen, ein vertragsbezogenes Organigramm des Unterneh- mers mit Nennung der für die Vertragserfüllung vorgesehenen Personen und deren Funktion (als Beilage zu diesem Formular einzureichen) zu ent- halten. Zusätzlich werden zum Angebot aus Sicht des Unternehmers und zur Organisation gemäss Z4 folgende Unterlagen eingefordert: Organi- gramm; Nachweis Kapazität (Mitarbeiterliste), Qualifikation Schlüsselper- son 1 sowie Qualifikation Schlüsselperson 2. 6.5.5 Gemäss den allgemeinen Bedingungen ( Leistungsabgrenzungen zwischen Projektverfasser und Unternehmer) wird die benötigte Personal- Kapazität und die Qualifikation wie folgt definiert: „Personal-Kapazität: B-5608/2017 Seite 35 Das Terminprogramm bedingt, dass ständig min. zwei Montagegruppen an ver- schiedenen Arbeitsorten im Bau tätig sind. Qualifikation Personal: Für das Projekt ist ein fertig ausgebildeter Chefmonteur mit eidg. Fachausweis vor Ort zuständig. Als Kontakt und Unternehmerbauleitung ist ein Projektleiter mit dem Anforderungsprofil Suissetec zuständig. (Eine Person für Chefmonteur und Pro- jektleiter ist nicht zulässig).“ 6.5.6 Die Bewertung und damit die Punkteverteilung bei den übrigen Krite- rien (mit Ausnahme der Bewertung Z1 Preis) erfolgt nach Ziff. 3.2 von Teil A der Bestimmungen zum Vergabeverfahren für Werkleistungen , welches Bestandteil der Ausschreibungsunterlagen bildet (Griff 6a): „ 5 Sehr gute Erfüllung Qualitativ ausgezeichnet, sehr grosser Beitrag zur Zielerreichung 4 Gute Erfüllung Qualitativ gut 3 Genügende Erfüllung Durchschnittliche Qualität, den Anforderungen der Ausschreibung entsprechend 2 Ungenügende Erfüllung Angaben ohne ausreichenden Bezug zum Projekt 1 Sehr schlechte Erfüllung Ungenügende, unvollständige Angaben 0 Nicht beurteilbar Keine Angaben“ 6.6 6.6.1 Soweit die Beschwerdeführerin nun vorbringt, dass die „räumliche Verfügbarkeit“ hätte berücksichtigt werden müssen, verkennt sie die klare Rechtslage. Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bunde sgerichtes kann der Anfahrtsweg bei der Bewertung von Zuschlagskriterien nur bei einem sachlichen Zusammenhang berücksichtigt werden, wenn dies nicht der Bevorzugung von Ortsansässigen dient. Auf den geografischen Stand- ort der Anbieter darf sogar nur aus zwingenden Gründen abgestellt wer- den, weshalb sich die Rüge der Beschwerdeführerin als unbehelflich er- weist (vgl. statt vieler den Entscheid der BRK 1998 -003 vom 8. Oktober 1998, pub liziert in: VPB 63.16, E. 6c, und zum Ganzen GALLI/MO- SER/LANG/STEINER, a.a.o., Rz. 843 mit Hinweisen). Im Übrigen ist der An- fahrtsweg unter den in Bezug auf das Zuschlagskriterium 4 massgeblichen Gesichtspunkten auch nicht erwähnt. B-5608/2017 Seite 36 6.6.2 Vorliegend haben die Verfahrensbeteiligten die gemäss Formular 6 angegebenen Unterlagen eingereicht, welche bei Zuschlagskriterium 4 be- wertet werden. In Bezug auf die beschwerdeführerischen Beilagen wurde dies durch die Vergabestelle nachträglich bestätigt (Stellungnahmen der Vergabestelle vom 17. Januar 2018 und 29. Januar 2018). Die Beschwer- degegnerin hat namentlich einen „Organisationsplan“ (Organigramm) so- wie einen Ausführungsplan (vertrags bezogenes Organigramm) einge- reicht. Aus den Zuschlagskriterien 2 bis 4 geht hervor, dass einerseits die Referenzen der Unternehmung, die Referenzen der Schlüsselpersonen und schliesslich die Organisation der Anbieter bewertet werden. Die Verga- bestelle hat dabei in Bezug auf die Organisation primär auf die Anzahl der Mitarbeiter abgestellt und bei einer Teamgrösse von sechs Mitarbeitern die volle Punktzahl erteilt. Die Anzahl an Mitarbeitern lässt sich aus der Mitar- beiterliste, aus dem vertragsbezogenen Organigramm sowie aus Formular 1 herleiten. Diese Bewertungsmethode ist möglicherweise abstrakt gese- hen insofern zu beanstanden, als sie der Logik der Eignungsprüfung nahe- kommend etwas undifferenziert ist. Dies ändert aber nichts am Umstand, dass die Beschwerdegegnerin ebenfalls wie gefordert ein vertragsbezoge- nes Organigramm eingereicht hat, aus dem die eingesetzten Mitarbeiter für dieses Projekt hervorgehen. Daraus ist ersichtlich, dass die Beschwerde- gegnerin entgegen der beschwerdeführerischen Rügen nach den Akten ebenfalls über einen stattlichen Mitarbeiterstab mit langjähriger Erfahrung verfügt. Dass die Beschwerdegegnerin über die nötige Anzahl an Mitarbei- tern verfügt, ergibt sich nämlich zweifellos aus den Angaben in Formular 1. Daran vermag auch der beschwerdeführerische Verweis auf das Organi- gramm gemäss We bauftritt der Beschwerdegegnerin nichts ändern. Die Equipen (Montagegruppen) werden denn auch nicht im Zuschlagskriterium 4 aufgeführt, sondern finden sich in den allgemeinen Bestimmungen der Ausschreibungsunterlagen wieder. Damit kann die Beschwerdeführerin mit Blick auf den der Vergabestelle zustehenden Ermessensspielraum jeden- falls keine Bewertung der Zuschlagsempfänger bzw. Beschwerdegegnerin erstreiten, welche unter vier Punkten liegt. Der Vergabestelle ist auch inso- fern zuzustimmen, als es in ihrem Er messen steht, der Qualifikation der Schlüsselpersonen angesichts deren Berücksichtigung unter Z3 im Rah- men der Organisation lediglich eine untergeordnete Rolle beizumessen. Demnach ist zusammenfassend davon auszugehen, dass die Beschwer- degegnerin auch bei erfolgreicher Bewertungsrüge höchstens einen Punkt (gewichtet 0.1) weniger im Zuschlagskriterium 4 erhielte. Damit resultierte insgesamt eine Punktzahl von 4.5 für die Beschwerdeführerin sowie vo n 4.6 für die Beschwerdegegnerin , womit die Beschwerdeführeri n den Zu- schlag auch dann nicht erhalten würde. Demnach braucht nicht näher auf B-5608/2017 Seite 37 die Frage einzugehen, wie bei gleicher Punktzahl vorzugehen wäre (vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 835). 7. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. Bei dies em Verfahrensausgang unterliegt die Be- schwerdeführerin, weshalb ih r die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 7.1 Die Gerichtsgebühr bestimmt sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanz ieller Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 2 Abs. 1 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008, VGKE, SR 173.320.2 ). Für Streitigkeiten mit Vermögensinteresse legt Art. 4 VGKE den Gebührenrahmen aufgrund des Streitwertes fest. Im vorliegenden Fall ist die Gerichtsgebühr unter Berücksichtigung des Um- stands, dass bis zum vorliegenden Entscheid aufgrund übereinstimmender Anträge der Verfahrensbeteiligten eine keineswegs aufwendige, einzelrich- terliche Zwischenverfügung betreffend die aufschiebende Wirkung gefällt worden ist, aufgrund des Streitwertes auf Fr. 6'000.- festzusetzen. Sie ist der unterliegenden Beschwerdeführer in aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 8'000. - zu verrechnen. Der Saldo im Betrag von Fr. 2'000.- wird der Beschwerde- führerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstat- tet. 7.2 Der obsiegenden, anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin ist zu Lasten der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung für ihr erwach- sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten des Beschwerdever- fahrens zusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 des Regle- ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Diese ist aufgrund der eingereichten Kostennote festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Die Beschwerdegegnerin hat mit Eingabe vom 22. Februar 2018 eine de- taillierte Kostennote eingereicht und macht ausgehend von einem Aufwand von insgesamt 20 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 300.- Kosten von Fr. 6'912.95.- inklusive Mehrwertsteuer geltend. Der von der Be- schwerdegegnerin geltend gemachte zeitliche Aufwand von 20 Stunden ist unbestritten und ebenso wenig zu beanstanden wie der geltend gemachte B-5608/2017 Seite 38 Stundenansatz. Die Parteientschädigung umfasst indessen vorliegend kei- nen Mehrwertsteuerzuschlag im S inn von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE, weil die im Register der mehrwertsteuerpflichtigen Personen eingetragene Be- schwerdegegnerin als vorsteuerabzugsberechtigte Partei zu behandeln ist (vgl. Urteil des BGer 4A_465/2016 vom 15. November 2016 E. 3.2.3). Da- mit ist der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung von Fr. 6'408.60 zuzusprechen. Als Bundesbehörde hat die obsiegende Vergabestelle keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 6'000.- werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 8'000.- verrechnet. Der Restbetrag von Fr. 2'000.- wird ihr nach Eintritt der Rechts- kraft dieses Urteils zurückerstattet. 3. Der Beschwerdegegnerin wird eine Parteientschädigung von Fr. 6'408.60 zulasten der Beschwerdeführerin zugesprochen. B-5608/2017 Seite 39 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungsformular) – die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 147892; Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Marc Steiner Joel Günthardt Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts- schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be- schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 6. April 2018