<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00616</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223983&amp;W10_KEY=13045528&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00616</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.04.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Nachträglicher Familiennachzug eines minderjährigen Kindes, nachdem die Grossmutter als Hauptbetreuungsperson erkrankt ist und keine Betreuungsalternativen im Heimatland bestehen.] Die minderjährige Beschwerdeführerin ersuchte nach Ablauf der fünfjährigen Nachzugsfrist um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihrer in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Mutter. Die Grossmutter der Beschwerdeführerin als bisherige Hauptbetreuungsperson ist aus gesundheitlichen Gründen erwiesenermassen nicht mehr in der Lage, sich kindgerecht um die Beschwerdefüherin zu kümmern. Eine Betreuungsalternative besteht nicht. Es liegt ein wichtiger familiärer Grund für einen nachträglichen Familiennachzug vor (E. 4). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 47 Abs. 3 lit. b AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 47 Abs. 4 AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=65654" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00616</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">18. April 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Michael Spring. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, gesetzlich vertreten durch B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoBodyText">diese vertreten durch RA C, </p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Familiennachzug,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, eine 2011 geborene albanische StaatsangehÃ¶rige, reiste am 3. November 2022 in die Schweiz ein und stellte am 18. November 2022 ein Gesuch um eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihrer seit dem 10. Januar 2016 im Kanton ZÃ¼rich aufenthaltsberechtigten Mutter, B, geboren 1992, von Albanien. B ist in zweiter Ehe seit dem 8. Januar 2016 mit dem in der Schweiz niedergelassenen nordmazedonischen StaatsangehÃ¶rigen D, geboren 1975, verheiratet. Das Paar hat eine 2016 geborene gemeinsame Tochter. A lebte bis zu ihrer Einreise in die Schweiz bei ihren Grosseltern mÃ¼tterlicherseits in Albanien. </p> <p class="Urteilstext">Am 11. Mai 2023 wies das Migrationsamt das Aufenthaltsgesuch von A ab und diese aus der Schweiz weg, da keine wichtigen GrÃ¼nde fÃ¼r den verspÃ¤teten Nachzug vorliegen wÃ¼rden.</p> <p class="Urteilstext"><b>II.</b></p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen erhobenen Rekurs von A wies die Sicherheitsdirektion am 12. September 2023 ab, und sie setzte ihr eine neue Ausreisefrist bis 4. November 2023 an.</p> <p class="Urteilstext"><b>III</b>.</p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 13. Oktober 2023 beantragte A dem Verwaltungsgericht, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Rekursentscheid aufzuheben und das Aufenthaltsgesuch gutzuheissen; eventualiter sei die Sache zur vollstÃ¤ndigen Feststellung des Sachverhalts und zum Neuentscheid an die Sicherheitsdirektion zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 17. Oktober 2023 auf eine Vernehmlassung. Das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung1">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts auf dem Gebiet des AuslÃ¤nderrechts zustÃ¤ndig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Streitgegenstand ist die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Mutter, welche Ã¼ber eine Aufenthaltsbewilligung verfÃ¼gt. Ledigen Kindern unter achtzehn Jahren von Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung kann gestÃ¼tzt auf Art. 44 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist, sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind und die nachzuziehende Person keine ErgÃ¤nzungsleistungen bezieht oder wegen des Familiennachzugs beziehen kÃ¶nnte. Da die Mutter der BeschwerdefÃ¼hrerin durch die Ehe mit dem niedergelassenen D Ã¼ber ein gefestigtes Aufenthaltsrecht verfÃ¼gt, kann die BeschwerdefÃ¼hrerin sich sodann auch auf das Recht auf Achtung des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 der <span>EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (</span>EMRK, SR.0.101) bzw. Art. 13 der Bundesverfassung (BV, SR 101) berufen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der Anspruch auf Familiennachzug muss gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AIG innerhalb von fÃ¼nf Jahren geltend gemacht werden. Kinder Ã¼ber zwÃ¶lf Jahren mÃ¼ssen innerhalb von zwÃ¶lf Monaten nachgezogen werden. Diese Frist beginnt nach Art. 47 Abs. 3 lit. b AIG bei AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern mit der Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des FamilienverhÃ¤ltnisses zu laufen. Entscheidend ist das Datum der Gesuchstellung, sowohl fÃ¼r die Fristwahrung als auch fÃ¼r das Nachzugsalter (BGE 136 II 497 E. 3.4). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin wurde 2011 geboren. Ihre Mutter verfÃ¼gt seit dem 10. Januar 2016 Ã¼ber eine Aufenthaltsbewilligung. Das am 18. November 2022 gestellte Gesuch erfolgte damit unbestritten nicht innerhalb der im Januar 2021 abgelaufenen fÃ¼nfjÃ¤hrigen Nachzugsfrist. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Da das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht innert Frist erfolgt ist, ist ihr Nachzug nur mÃ¶glich, wenn wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG bestehen. Die wichtigen familiÃ¤ren GrÃ¼nde fÃ¼r den nachtrÃ¤glichen Familiennachzug sind in KonformitÃ¤t mit dem Recht auf Familienleben gemÃ¤ss Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV auszulegen (BGE 146 I 185 E. 7.1.1 mit Hinweisen; BGr, 8. Juni 2022, 2C_571/2021, E. 7.2 â 23. Mai 2022, 2C_692/2021, E. 5.1). Der historische Gesetzgeber beabsichtigte beim Erlass von Art. 47 Abs. 4 AIG, die Integration durch einen mÃ¶glichst frÃ¼hen Nachzug der Familienmitglieder zu fÃ¶rdern, indessen nicht, die NachzugsgrÃ¼nde auf nicht vorhersehbare Ereignisse zu beschrÃ¤nken (BGr, 15. September 2022, 2C_375/2022, E. 5.1.1, auch zum Folgenden). PraxisgemÃ¤ss geht das Bundesgericht davon aus, dass eine Familie, die freiwillig jahrelang getrennt gelebt hat, dadurch ihr beschrÃ¤nktes Interesse an einem ortsgebundenen (gemeinsamen) Familienleben zum Ausdruck bringt. In einer solchen Konstellation, in der die familiÃ¤ren Beziehungen wÃ¤hrend Jahren Ã¼ber die Grenzen hinweg besuchsweise und Ã¼ber die modernen Kommunikationsmittel gelebt wurden und dies auch so weitergefÃ¼hrt werden kann, Ã¼berwiegt deshalb regelmÃ¤ssig das der ratio legis von Art. 47 Abs. 4 AIG zugrunde liegende legitime Interesse an der EinwanderungsbeschrÃ¤nkung, solange nicht objektive, nachvollziehbare GrÃ¼nde, welche von den Betroffenen zu bezeichnen und zu rechtfertigen sind, etwas anderes nahelegen. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG liegen vor, wenn das Kindswohl nur durch Familiennachzug in die Schweiz gewÃ¤hrleistet werden kann (Art. 75 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit [VZAE, SR 142.201]). Entgegen dem Wortlaut der Verordnungsbestimmung ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts indes nicht ausschliesslich auf das Kindswohl abzustellen. Es bedarf vielmehr einer Gesamtbetrachtung unter BerÃ¼cksichtigung aller relevanten Elemente im Einzelfall (BGr, 27. Oktober 2022, 2C_451/2022, E. 4.3 â 8. Juni 2022, 2C_571/2021, E. 7.1 â 21. September 2022, 2C_323/2018, E. 8.2.1). Die blosse MÃ¶glichkeit, dass die Familie zusammengefÃ¼hrt wird, stellt fÃ¼r sich allein keinen wichtigen familiÃ¤ren Grund dar. Wenn das Nachzugsgesuch nach Ablauf der Frist gestellt wird und die Familie freiwillig getrennt gelebt hat, sind andere GrÃ¼nde erforderlich (BGE 146 I 185 E. 7.1.1; BGr, 8. Juni 2022, 2C_571/2021, E. 7.1 in fine). Der Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit gebietet indessen, dass die Verweigerung der Vereinigung der Familie in der Schweiz im Ã¶ffentlichen Interesse geeignet, erforderlich und zumutbar erscheint, das heisst, es muss ein sachgerechtes VerhÃ¤ltnis zwischen Mittel und Zweck bestehen. Besondere Beachtung ist dabei dem Schutz des Kindsinteresses beizulegen, mÃ¶glichst mit beiden Elternteilen gemeinsam bzw. wenigstens mit einem Elternteil aufwachsen zu kÃ¶nnen und nicht von ihnen bzw. ihm getrennt zu werden. Bei der InteressenabwÃ¤gung ist dem Kindswohl und dem grundlegenden BedÃ¼rfnis des Kindes â als einem (wesentlichen) Element unter anderen â folglich besonders Rechnung zu tragen. Erforderlich ist eine WÃ¼rdigung bzw. Gewichtung der gesamten UmstÃ¤nde des Einzelfalls (vgl. BGr, 19. Januar 2021, 2C_484/2020, E. 4.2 mit Hinweisen; BGE 144 I 91 E. 5.1 f., 143 I 21 E. 5.5.1).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin bringt vor, dass ihre Grosseltern sie aus gesundheitlichen GrÃ¼nden nicht mehr betreuen kÃ¶nnen, nachdem ihre Grossmutter einen Hirnschlag erlitten habe. Die Frist fÃ¼r den Nachzug habe sie sodann auch deshalb verpasst, weil ihre Mutter ihr Ausreiserecht aus Albanien erst habe gerichtlich erstreiten mÃ¼ssen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>GemÃ¤ss einem Ã¤rztlichen Bericht des UniversitÃ¤tskrankenhauses von Tirana vom 1. November 2022 erlitt die 1948 geborene Grossmutter der BeschwerdefÃ¼hrerin am 21. Oktober 2022 einen Hirnschlag wegen einer HerzrhythmusstÃ¶rung mit nachtrÃ¤glicher Einblutung ins Gehirn. In der Folge zeigten sich eine HalbseitenlÃ¤hmung und SprechstÃ¶rungen. Bei ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus hatte sich ihr neurologischer Status verbessert: sie hatte ihre SprachfÃ¤higkeiten wiedererlangt und die LÃ¤hmung hatte sich zurÃ¼ckgebildet, ihr Kreislauf war stabil. Am 6. Juni 2023 erlitt die Grossmutter gemÃ¤ss einem Ã¤rztlichen Bericht des Krankenhauses von E einen epileptischen Anfall. Laut einem Ã¤rztlichen Attest vom 4. Oktober 2023 ist sie im Alltag auf Pflege angewiesen. Es ist damit hinreichend belegt, dass die Grossmutter nicht mehr in der Lage ist, sich kindgerecht um die BeschwerdefÃ¼hrerin zu kÃ¼mmern. Entgegen der Vorinstanz ist von einer relevanten Ãnderung der BetreuungsverhÃ¤ltnisse im Heimatland auszugehen, zumal der Grossvater auch bereits 71 Jahre alt und gesundheitlich angeschlagen ist bzw. er nunmehr auch die Grossmutter unterstÃ¼tzen muss. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat keine weiteren nÃ¤heren Verwandten in Albanien, welche sie in der Vergangenheit dort auch (mit)betreut hÃ¤tten bzw. zu welchen sie einen engen Bezug hat. Die Geschwister ihrer Mutter leben nachweislich alle im Ausland und ihr Vater sitzt seit zirka 2014 eine lÃ¤ngere Haftstrafe ab. Das VerhÃ¤ltnis zur Familie ihres Vaters ist gemÃ¤ss den Akten jedenfalls nicht als eng einzustufen und die BeschwerdefÃ¼hrerin hat â soweit ersichtlich â nie bei dieser gelebt. Ihre Mutter hat seit der Trennung von ihrem Vater die alleinige Obhut inne und versuchte gemÃ¤ss den eingereichten albanischen Dokumenten Ã¼ber lÃ¤ngere Zeit erfolglos, den leiblichen Vater sowie dessen Familie zu kontaktieren, um die Erlaubnis fÃ¼r die Ausreise der BeschwerdefÃ¼hrerin aus Albanien zu erhalten. Mit Beschluss des Bezirksgerichts E vom 23. Mai 2022 wurde der Mutter der BeschwerdefÃ¼hrerin diese Erlaubnis schliesslich erteilt. Nach dem Gesagten gebietet es das Kindswohl, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin nunmehr von ihrer Mutter und ihrem Stiefvater in der Schweiz betreut wird. Mit der Erkrankung der Grossmutter, welche bislang die Hauptbetreuungsperson der BeschwerdefÃ¼hrerin war, ist vorliegend ein wichtiger Grund fÃ¼r den verspÃ¤teten Nachzug gegeben. UmstÃ¤nde, die gegen einen Nachzug sprechen, sind nicht ersichtlich. Die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung erweist sich damit als rechtswidrig.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die Beschwerde ist gutzuheissen. Der Beschwerdegegner wird angewiesen, der BeschwerdefÃ¼hrerin eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 [teilweise] in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG). Desgleichen hat dieser der BeschwerdefÃ¼hrerin eine angemessene ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- fÃ¼r das Rekurs- und Fr 1'500.- fÃ¼r das Beschwerdeverfahren (je einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Dispositiv-Ziff. I und II des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 12. September 2023 sowie die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 11. Mai 2023 werden aufgehoben. Das Migrationsamt wird angewiesen, der BeschwerdefÃ¼hrerin eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. III und IV des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 12. September 2023 werden die Rekurskosten dem Beschwerdegegner auferlegt und wird dieser verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration.</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>