Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 8. Januar 2014 (810 13 241) ____________________________________________________________________ Erziehung und Kultur Spezielle Förderung an einer Privatschule Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Markus Clau- sen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Beat Walther , Gerichts- schreiberin Elena Diolaiutti Parteien A.___ , gesetzlich vertreten durch seine Eltern B.____ und C.____ , Beschwerdeführer, B.____ und C.____ , Beschwerdeführer, alle vertreten durch Claudia von Wartburg Spirgi, Advokatin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Spezielle Förderung an einer Privatschule (RRB Nr. 1176 vom 2. Juli 2013) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____, geboren am 26. Juni 2001, besuchte die Pr imarschule D.____. Aufgrund seiner Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und des Asperger-Syndroms wurde er im Rahmen der Integrativen Schulungsform (ISF) seit d em Schuljahr 2012/2013 sozialpädago- gisch unterstützt. B. Mit Schreiben vom 7. Dezember 2012 beantragten die Eltern von A.____, B.____ und C.____, beim Amt für Volksschulen (AVS) für das Schuljah r 2013/2014 die Privatschulung an der E.____ Schule zugunsten ihres Sohnes. Die Schulleit ung D.____, der Schulpsychologische Dienst und die Kinder- und Jugendpsychiatrie Liestal (K JP) unterstützten den Antrag der Eltern auf Spezielle Förderung im Einzelfall an der Privatschu le E.____ ab dem Schuljahr 2013/2014. Die Schulleitung der Sekundarschule F.____ sprach sich gege n den Besuch der Privatschule E.____ aus. C. Im Rahmen eines Telefongesprächs teilte das AVS B._ ___ mit, dass es beabsichtige, den Antrag auf Privatschulung von A.____ abzulehnen bzw . den Antrag ablehne. Nach einem stattgefundenen Mailverkehr zwischen den Eltern von A.____ und dem AVS lehnte das AVS mit Verfügung vom 5. März 2013 den Antrag auf Spezielle Fö rderung im Einzelfall an der E.____ Schule zugunsten von A.____ ab. D. Mit Eingabe vom 14. März 2013 erhoben B.____ und C .____ beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) Beschwerde und beantragten die Aufhebung der Verfügung des AVS, die Bewilligung der Speziellen För derung an der Privatschule E.____ und die Übernahme der vollständigen Kosten für die Beschulu ng von A.____ in der E.____ Schule ab Beginn des 1. Semesters der 1. Klasse der Oberstufe durch das Gemeinwesen; alles unter o/e-Kostenfolge. Die Eltern machten geltend, dass die ö ffentliche Schule A.____ den ihm zu- stehenden Grundschulunterricht nicht bieten könne. Im Üb rigen machten sie sinngemäss die Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, da die Abw eisung durch das AVS erfolgt sei, bevor sie dazu angehört worden seien. E. Der Regierungsrat wies am 2. Juli 2013 mit Beschluss Nr. 1176 die Beschwerde ab. Er begründete seine Abweisung im Wesentlichen damit, dass keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vorliege und das sozialpädagogische, inte grative Unterstützungs- und För- derangebot an der öffentlichen Volksschule ausreichend s ei, um A.____s persönliche Bedürf- nisse zu decken und ihm eine angemessene schulische Entwicklung zu gewährleisten. F. Mit Eingabe vom 12. Juli 2013 erhoben B.____ und C.____ sowie A.____, vertreten durch seine Eltern, Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Kantonsgericht), und beantragten die Aufhebung des regierungsrätlichen Beschlusses und wiederholten die bereits vor dem Regierungsrat ge stellten Anträge; alles unter o/e- Kostenfolge. Innert Frist reichten die Beschwerdeführer am 12. August 2013 die ergänzende Beschwerdebegründung ein. Aus dieser ist ersichtlich, dass A.____ auf Kosten der Eltern ab 12. August 2013 die 1. Klasse der E.____ Oberstufe bes uchte bzw. besuchen werde. Des Wei- teren hielten die Beschwerdeführer die Rüge der Verle tzung des Anspruchs auf rechtliches Ge- hör durch das AVS nicht mehr aufrecht. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. In seiner Vernehmlassung vom 14. Oktober 2013 beant ragte der Regierungsrat, vertre- ten durch die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (B KSD), die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. H. Mit verfahrensleitender Verfügung wurde der Fall a m 23. Oktober 2013 der Kammer zur Beurteilung überwiesen und der Beweisantrag der Beschw erdeführer auf Einholung einer Stel- lungnahme von G.____, KJP, abgewiesen. I. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen B.____ u nd C.____ und die in der Zwi- schenzeit beauftragte Advokatin, Claudia von Wartburg Spirgi, sowie H.____, Leiterin der Fach- stelle Spezielle Förderung, Amt für Volksschulen, und I._ ___, Leiterin der Rechtsabteilung der BKSD, als Vertreterinnen des Regierungsrates teil. Die Parteien halten an ihren bereits gestell- ten Anträgen fest. Auf die Ausführungen der Parteien wird – soweit erforderlich – in den Erwä- gungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da die Be schwerdeführer ein schutzwürdiges Interesse an die Aufhebung des angefochtenen Entschei des haben, die übrigen formellen Vo- raussetzungen gemäss den §§ 43 ff. VPO erfüllt sind und d ie Zuständigkeit des Kantonsge- richts sowohl örtlich als auch sachlich gegeben ist, kann auf die vorliegende Beschwerde einge- treten werden. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsg erichtlichen Beschwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsver letzungen zu überprüfen bzw. zu prü- fen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen re chtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Wei- teren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist de m Kantonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Strittig und zu prüfen ist, ob A.____ Anspruch auf Besuch der Privatschule E.____ auf Kosten des Staates hat. 4. Art. 19 der Eidgenössischen Bundesverfassung (BV) vom 18 . April 1999 gewährleistet einen Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht. Nach Art. 62 BV sind die Kantone für das Schulwesen zuständig (Abs. 1). Sie sorgen für einen ausreichenden Grundschulunterricht, der allen Kindern offen steht. De r Grundschulunterricht ist obligatorisch und untersteht staatlicher Leitung oder Aufsicht. An ö ffentlichen Schulen ist er unentgeltlich Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Abs. 2). Die Kantone sorgen für eine ausreichende So nderschulung aller behinderten Kinder und Jugendlichen bis längstens zum vollendeten 20. Altersjahr (Abs. 3). Dieses soziale Grundrecht auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht verleiht einen individuellen subjektiven Anspruch auf eine grundlegende Ausbildung. Es dient insbeson- dere der Verwirklichung der Chancengleichheit, indem in der Schweiz alle Menschen ein Min- destmass an Bildung erhalten sollen, das nicht nur für i hre Entfaltung, sondern auch für die Wahrnehmung ihrer Grundrechte unabdingbar ist (vgl. RENÉ RHINOW , Die Bundesverfassung 2000, Basel 2000, S. 341; U LRICH MEYER -BLASER /T HOMAS GÄCHTER , Der Sozialstaatsgedanke in: Verfassungsrecht der Schweiz, Daniel Thürer/Jean-François Aubert/Jörg Paul Müller [Hrsg.], Zürich 2001, § 34 N 32; Urteil des Kantonsgerichts, Ab teilung Verfassungs- und Verwaltungs- recht [KGE VV], vom 23. März 2005 [810 04 98] E. 2b). Der Unterricht muss für den Einzelnen angemessen und g eeignet sein und genügen, um die Schüler angemessen auf ein selbstverantwortliches Leben im modernen Alltag vorzubereiten (BGE 138 I 164 E. 3.1; 133 I 158 f. E. 3.1; 129 I 3 8 f. E. 7.3). Der verfassungsrechtliche An- spruch umfasst nur ein angemessenes, erfahrungsgemäss ausrei chendes Bildungsangebot an öffentlichen Schulen. Ein darüber hinausgehendes Mass an individueller Betreuung, das theore- tisch immer möglich wäre, kann mit Rücksicht auf das staatli che Leistungsvermögen nicht ge- fordert werden (BGE 138 I 165 E. 3.2 mit weiteren H inweisen). Der verfassungsmässige An- spruch auf unentgeltlichen Grundschulunterricht ist nicht g leichbedeutend mit dem Anspruch auf die optimale bzw. geeignetste Schulung eines Kindes (BGE 138 I 165 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 5.1. Die auf Art. 19 BV basierenden Grundsätze sind vom Kanton Basel-Landschaft im Bil- dungsgesetz konkretisiert worden. Nach § 4 Abs. 1 des kan tonalen Bildungsgesetzes (BiG) vom 6. Juni 2002 hat jedes Kind bis zum Abschluss der Se kundarstufe II Anspruch auf eine seine Fähigkeiten entsprechende Bildung. Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung haben Anspruch auf eine ihnen gemässe Sonderschulung od er Ausbildung (§ 4 Abs. 3 BiG). Nach § 5a BiG werden die Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung vorzugsweise in- tegrativ geschult, unter Beachtung des Wohles und der En twicklungsmöglichkeiten des Kindes oder des Jugendlichen sowie unter Berücksichtigung des sch ulischen Umfeldes und der Schul- organisation. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. g BiG umfasst das Bildungsangebot unter anderem bis zum Abschluss der Sekundarstufe II eine spezielle Förderung. F ür die im Kanton wohnenden Schü- lerinnen und Schüler sind an den öffentlichen Schulen des Kantons und der Einwohnergemein- den unter anderem der Unterricht und die Spezielle Fö rderung an der Volksschule und der Se- kundarschule II, die Sonderschulung und die Lehrmittel , Schulmaterialien und Unterrichtshilfen an der Volksschule unentgeltlich (§ 9 Abs. 1 lit. a – c BiG). 5.2. Das Schulangebot der “Speziellen Förderung“ wurd e mit dem BiG eingeführt und wird unter anderem in den §§ 43 bis 46 BiG geregelt. Die Spezielle Förderung steht bis zur Beendi- gung der Sekundarstufe II zur Verfügung (§ 6 Abs. 1 lit . g BiG). Die Spezielle Förderung hilft Schülerinnen und Schülern mit einer speziellen Begabung , einer Lernbeeinträchtigung oder einem Lernrückstand, ihre Fähigkeiten soweit als möglich innerhalb der öffentlichen Schulen zu Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht entwickeln (§ 43 BiG). Die Spezielle Förderung umfasst an der Volksschule nach § 44 BiG unter anderem die Kleinklasse für Schülerinnen und Schüler mit speziellen schulischen und sozialen Lernbedürfnissen im Kindergarten, an der Primarschule u nd den Anforderungsniveaus A und E der Sekundarschule oder an ihrer Stelle die integrative Schulungsform (Abs. 1 lit. b) und den Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler mit bes onderen Bedürfnissen im schriftsprachli- chen und mathematischen Bereich sowie in der Sprachentwicklung und Kommunikation (Abs. 1 lit. c). Die Aufnahme einer Speziellen Förderung gemäss § 44 A bs. 1 lit. a bis d setzt eine vorherige Abklärung durch eine vom Kanton bestimmte Fachstelle vo raus (§ 45 Abs. 1 BiG). Die BKSD kann ein Angebot der Speziellen Förderung einer Privatschule übertragen. Vorrang haben Mas- snahmen der Speziellen Förderung innerhalb der öffent lichen Schulen des Kantons und der Einwohnergemeinden (§ 46 Abs. 1 BiG). Die Bewilligu ng zur Aufnahme einer Speziellen Förde- rung an einer Privatschule erteilt die BKSD auf Antrag einer vom Kanton bestimmten Fachstelle (§ 46 Abs. 2 BiG). Nach der Verordnung für die Sekun darschulen (Vo Sek) vom 13. Mai 2003 führen der Schulpsychologische Dienst, der Kinder- und J ugendpsychiatrische Dienst und die Logopädischen Dienste im Kanton im Rahmen der Speziellen Förderung die Abklärungen durch (§ 14 Abs. 1 lit. a bis c). Bewilligungsbehörde ist das A mt für Volksschulen (§ 8 der Dienstord- nung des Amtes für Volksschulen vom 13. März 2012). 5.3. Von der Speziellen Förderung ist die Sonderschulu ng (§ 47 bis 49 BiG) zu unterschei- den. Diese ermöglicht die integrative Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit einer Behinderung – auch mit schweren Verhaltensstörungen – u nd umfassen im Unterschied zur integrativen Speziellen Förderung eine umfassendere und umfangreichere Unterstützung. Nach § 47 BiG vermittelt die Sonderschulung eine der Behin derung angepasste Bildung, fördert die Persönlichkeitsentwicklung, eine möglichst selbstständige L ebensführung und die Integration von Schülerinnen und Schülern mit einer Behinderung (§ 47 BiG). Das Angebot der Sonder- schulung umfasst nach § 48 Abs. 1 BiG unter anderem den Unterricht an Sonderschulen (lit. a), den Unterricht in teil- oder ganzstationären Einrichtu ngen (lit. b), Massnahmen, welche die in- tegrative Schulung an den öffentlichen Schulen des Kant ons und der Einwohnergemeinden ermöglichen und unterstützen (lit. c) und Therapien de r Sonderschulung (lit. d). Der Eintritt in eine Sonderschulung setzt eine Abklärung (§ 49 Abs. 1 BiG) und Bewilligung voraus (§ 49 BiG). 5.4. Es besteht keine Pflicht, die öffentlichen Schulen zu besuchen. Nach § 19 BiG bedür- fen die Führung von Privatschulen vom Kindergarten bis und mit der Sekundarstufe II sowie die private Schulung zu Hause während der Schulpflicht einer Bewilligung der BKSD (Abs. 1). Die Bewilligung wird erteilt, wenn die an die öffentlic hen Schulen gestellten Anforderungen erfüllt sind (Abs. 2). Die Privatschulen und die private Schulung zu Hause unterstehen während der obligatorischen Schulzeit der Aufsicht der BKSD (Abs. 3). 5.5. Es gilt somit zusammenfassend festzuhalten, dass ein Angebot der Speziellen Förde- rung einer Privatschule übertragen werden kann, Vorran g jedoch Massnahmen der Speziellen Förderung innerhalb der öffentlichen Schulen haben ( § 46 Abs. 1 BiG). Es gilt somit das Subsi- diaritätsprinzip. Des Weiteren hat die integrative Schul form den Vorrang (vgl. § 5a BiG für die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sonderschulung, § 43 BiG). Zudem umfasst der Anspruch a uf Grundschulunterricht “nur“ ein angemessenes, erfahrungsgemäss ausreichendes Bildungsangebot . Ein Anspruch auf die op- timale bzw. geeignetste Schulung eines Kindes besteht hingegen nicht. 6.1. Im Schuljahr 2012/2013 wurde A.____ aufgrund sei ner ADHS und des Asperger- Syndroms mit sieben Stunden integrativ sozialpädagogisch unterstützt. 6.2. Die KJP hält in ihrem kurzen Bericht vom 7. Deze mber 2012 fest, dass sie den Antrag der Schulleitung D.____ und des Schulpsychologischen Dienst es und der Eltern auf Spezielle Förderung im Einzelfall an der Privatschule E.____ ab d em Schuljahr 2013/2014 unterstützen würde. Im Rahmen der Abklärung in der KJP sei bei A. ____ das Asperger-Syndrom diagnosti- ziert worden. Die damit verbundenen Defizite würden ih m das Aufnehmen von Lerninhalten in grossen Gruppen (Reizüberflutung) erschweren. Aufgrund der sozialen Beeinträchtigung wäre A.____ in der Schule mit vielen verschiedenen und oft wechselnden Lehrpersonen und Klas- senzimmern überfordert. Die für das Störungsbild typisc hen sozialen Schwierigkeiten seien bei A.____ nicht so stark ausgeprägt, dass er im schulischen Kon text in Konflikt gerate. Er könne Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen und diese zu einem gewissen Grad aufrechterhalten. Auf- grund der kleinen Klassengrössen und des Bezugspersonensystems würde die KJP die E.____ für A.____ eine gute Lösung der Beschulung in der Obe rstufe halten. A.____ würde dort auch von den Angeboten der Coaching- und Hausaufgabenstunden profitieren. 6.3. Im Bericht des Schulpsychologischen Dienstes vom 3. Jan uar 2013 wird ausgeführt, dass A.____ aufgrund des Asperger-Syndroms Probleme beim Verstehen sozialer Zusammen- hänge und beim Begreifen resp. Planen von Abläufen P robleme habe. Da A.____ dementspre- chend im Schulalltag beim Verstehen und Umsetzen von Ar beitsanweisungen stark überfordert gewesen sei, habe er sein gutes Potenzial nicht in entspr echender Leistung umsetzen können, worunter auch sein Selbstvertrauen und seine psychische Be findlichkeit sehr gelitten hätten. Während er sich in der Schule eher still und überangep asst verhalten habe, habe er seine Frustrationen zu Hause abreagiert und sich dort oft agg ressiv verhalten. Die Hausaufgabensitu- ation sei für ihn und die Mutter eine tagtägliche Tor tur gewesen. Seit diesem Schuljahr werde A.____ daher im Rahmen von ISF sozialpädagogisch unterstü tzt. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Klassenlehrerin und der Sozialpädagoge erklären würden, dass A.____ dank sozial- pädagogischer Unterstützung im Unterricht etwas aktiver un d weniger verloren wirke und auch bessere Leistungen erbringe, sich die Situation zu Haus e aber sogar eher verschlimmert habe. Die Eltern würden berichten, dass A.____ grosse Mühe h abe, Arbeitsanweisungen richtig zu interpretieren und er massiv ausraste, wenn er eine Aufg abe nicht auf Anhieb lösen könne. Tobsuchtsanfälle, Heulkrämpfe und verweigertes Verhalte n seien an der Tagesordnung. A.____s Noten seien zwar recht erfreulich, doch sei der L ernaufwand, den die Eltern zu Hause mit A.____ dafür betreiben müssten, enorm. Häufig sei A.____ so schwierig, dass sie nicht mehr an ihn herankämen. Die Eltern und alle Fachperso nen seien sich einig, dass für A.____ anlässlich des Übertritts in die Sekundarstufe eine neue Beschulungsvariante gefunden werden müsse. A.____ wäre in einer öffentlichen Sekundarschule von den grossen Klassen, dem Fach- lehrersystem und den fachbedingten Zimmerwechseln klar übe rfordert. Eine sozialpädagogi- sche Betreuung im bisherigen Ausmass würde sicher nicht ausr eichen, um A.____ eine erfolg- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht reiche Schullaufbahn zu ermöglichen. Es sei ebenfalls nicht zu empfehlen, die sozialpädagogi- sche Betreuung via integrative Sonderschulung (InSo) aufzustocken. Denn A.____ sei kein kla- rer Sonderschüler. Zudem würde auch eine umfassende so zialpädagogische Unterstützung im Unterricht am grossen Problem der häuslichen Lern- und Aufgabensituation wenig ändern. A.____ brauche ein schulisches Umfeld, in welchem er in einer kleinen Klasse auf Sekundarni- veau E möglichst individuell gefördert werden könne. Let zteres sei zur Entlastung der häusli- chen Situation unerlässlich. Deshalb beantrage der Schul psychologische Dienst die Kostengut- sprache durch den Kanton für die Beschulung von A.____ an der E.____ Schule. Die Eltern würden für die Kosten der Nachmittagsbetreuung aufkom men. Erwähnt wurde auch, dass A.____s Bruder J.____, bei dem von einer ähnlichen Pro blematik ausgegangen werden könne, ebenfalls die E.____ besuche und sich dort erfreulich entwickle. 6.4. Im Beschlussprotokoll des Fachkonvents vom 29. Januar 2 013 des AVS wird festge- halten, dass A.____ motiviert sei und Noten zwischen 4 und 5.5 erziele. Unter Druck sei er schnell überfordert und finde für neue Aufgaben keinen Lösungsweg. Die mangelnde Fantasie sei stark ausgeprägt. Ohne Hilfe sei er überfordert, die s habe sich bei der zweiwöchigen Abwe- senheit des Sozialpädagogen gezeigt. A.____ störe den Un terricht nicht und sei integriert. Der Kontakt zu den Lehrpersonen sei gut. Er habe sich nach e ineinhalb Jahren geöffnet. Das Ver- halten zu Hause sei katastrophal. Durch den Sozialpädago gen habe die Hausaufgaben- Situation etwas entschärft werden können. 6.5. Die Schulleitung der Sekundarschule K.____ (die S ekundarschule K umfasst auch die Gemeinden D.____ und F.____) sah vor, die sozialpädagog ische Unterstützung zusammen mit einem anderen Schüler aus D.____ auf neun Stunden zu e rhöhen. Die Unterstützung könne vorbehältlich der Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Rahmen der Integrativen Sonderschulung sogar auf 20 Stunden ausgebaut werden. Sie erklärte zudem, dass für den Fall, dass A.____ in die Sekundarschule K.____ übertre te, “eine kleinere Klasse als 22 Schüler organisierbar“ sei. H.____ führt anlässlich der heutigen Verhandlung aus, dass für den Fall, dass A.____ die Sekundarschule in F.____ besucht hätte, sie die Klassengrösse im Auge be- halten hätten, z.B. hätte in der Klasse, die A.____ b esucht hätte, mehr Abteilungsunterricht stattgefunden. 6.6 Nach Angaben der Eltern an der heutigen Parteiver handlung geht es A.____ in der E.____ Schule sehr gut. Er besucht das Niveau P und hat gemäss eingereichtem Zeugnis mit Ausnahme vom Fach Französisch (Note 4.5) Noten zwischen 5 und 6. Der Kurzbericht der E.____ Schule vom 6. Januar 2014 äussert sich überaus po sitiv über die Motivation, die Leis- tungen und das sonstige Verhalten von A.____. Die El tern erklärten, dass es am Anfang der Einschulung in der E.____ Schule eine kurze Zeit sehr schwierig gewesen sei. Seit Mitte August 2013 gehe es A.____ aber sehr gut, er raste nicht mehr aus und habe keine gesundheitlichen Probleme (Kopfweh, Erbrechen) mehr. Die Hausaufgaben würde A.____ zum Teil in der E.____ Schule und zum Teil zu Hause erledigen. Die Eltern wür den ihm dabei im normalen Rahmen helfen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1. Aus den Akten geht hervor, dass die sozialpädagogisc he Unterstützung von A.____ zu besseren Leistungen in der Schule geführt hat. Die Si tuation, vor allem die Hausaufgabensitua- tion, hat sich aber zu Hause verschlechtert. Die Eltern erklären, dass sie zu Hause einen im- mensen Aufwand betrieben hätten, damit A.____ in der Schule die Leistungen habe erbringen können. Es ist nicht davon auszugehen, dass A.____ erst se it dem Zeitpunkt, seit dem er sozi- alpädagogische Unterstützung in der Schule erhalten hat, sehr stark durch die Eltern unterstützt worden ist. Die Tatsache, dass sich die schulische Situation jedoch seit der Einsetzung der so- zialpädagogischen Unterstützung gebessert hat, zeigt, da ss die Massnahmen schulisch gegrif- fen haben und A.____ auch gute Leistungen erbringen konnte. Die Situation zu Hause war aber sehr schwierig. Die Eltern erklären in ihrer Beschwerdesc hrift, dass sich die schulischen Prob- leme in der Situation zu Hause - vor allem im Verhalte n von A.____ direkt nach der Schule und während den anschliessenden Hausaufgaben – widerspiege ln würden. Die Folge dieser schuli- schen Probleme seien Schlafstörungen bis zu teilweisem Er brechen, Kopf- und/oder Bau- schmerzen während der Nacht bis vor Schulbeginn. Die „hä uslichen Probleme“ seien das logi- sche Resultat von A.____s Schulsituation. 7.2. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Oktober 2013 führt die BKSD aus, dass im Kanton Basel-Landschaft statistisch bei jedem dritten Kind eine Lernbeeinträchtigung diagnostiziert sei. Dabei seien die ADHS- und Asperger-Diagnosen die am h äufigsten diagnostizierten Störungs- bilder. Als Asperger-Syndrom wird eine tiefgreifende Entwicklungsstörung innerhalb des Autis- musspektrums bezeichnet, die vor allem durch Schwächen in den Bereichen der sozialen Inter- aktion und Kommunikation gekennzeichnet ist sowie von e ingeschränkten und stereotypen Ak- tivitäten und Interessen bestimmt wird. Beeinträchtigt ist vor allem die Fähigkeit, nonverbale und parasprachliche Signale bei anderen Personen intuitiv zu erkennen und intuitiv selbst auszu- senden. I.____ führt anlässlich der heutigen Parteiverh andlung aus, dass in den letzten fünf Jahren das Asperger-Syndrom 87-fach mehr diagnostiziert worden sei. In ihrer Vernehmlas- sung vom 14. Oktober 2013 führt die BKSD aus, dass davo n auszugehen sei, dass sich die Lernwiderstände der Kinder mit einer Lernbeeinträchtigung beim Bearbeiten der Hausaufgaben in sogenannten Entlastungs-Ausbrüchen im familiären Um feld zeigen würden. Damit könne die Familiensituation stark beansprucht und belastet werden, dies sei jedoch kein Indikator für eine Privatschulung, solange ein ausreichender Unterricht in der Schule gewährleistet werde. Im schulischen Kontext hätten die Unterstützungsmassnahmen de r Primarschule gegriffen und A.____ habe dadurch eine gute Soziabilität und konti nuierliche Lernleistungen gezeigt. Der Ar- gumentation des Kinderarztes, dass das Privatschulangebot mit zusätzlicher Hausaufgabenbe- treuung zu einer Beruhigung der häuslichen Situation führe, werde nicht widersprochen. Diese Vorgaben würden allerdings keinen Privatschulzugang, son dern die Klärung der Hausaufga- bensituation bedingen. 7.3. Die ADHS und das Asperger Syndrom können – wie die BKSD in ihrer Vernehmlas- sung vom 14. Oktober 2013 ausführt – auch im familiär en Umfeld zu starken Belastungen füh- ren. Dies führt jedoch nicht zu einem Anspruch auf den Be such einer Privatschule. Dem Argu- ment, dass A.____ in einer grossen Klasse überfordert s ei, ist entgegenzuhalten, dass A.____ in der ehemaligen Primarschule in einer Mehrjahrgang sklasse mit 25 Schülern war. Trotz der grossen Klasse ist es ihm mit der sozialpädagogischen Unters tützung – und der Unterstützung Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Eltern – gelungen, gute schulische Leistungen zu erzi elen. Gemäss Bericht der KJP würden die Defizite von A.____ ihm das Aufnehmen von Lerninhalten in grossen Gruppen (Reizüberflu- tung) erschweren. Aufgrund der sozialen Beeinträchtigung wäre er in einer Schule mit vielen verschiedenen und oft wechselnden Lehrpersonen und Klass enzimmern überfordert. Der Schulpsychologische Dienst äussert sich inhaltlich gleich. Es gilt der Vorrang der öffentlichen Schulen gegenübe r den privaten Schulen und der integrati- ven Lösungen gegenüber den separierenden Lösungen (sie he auch Art. 2 lit. b der Interkanto- nalen Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereic h der Sonderpädagogik vom 25. Okto- ber 2007). Wie ausgeführt sind das Asperger-Syndrom und die ADHS nicht selten diagnostizier- te Störungsbilder bei Kindern. In diesem Zusammenhang hält die BKSD in ihrer Vernehmlas- sung vom 14. Oktober 2013 auch fest, dass in den Bereiche n ADHS und Asperger Syndrom heute die allermeisten Schülerinnen und Schüler integrativ unterstützt würden. Ein Merkmal der ADHS ist unter anderem die Problematik der Aufmerksamkei t und der schnelleren Ablenkbar- keit. Schwächen in den Bereichen der sozialen Interaktion und Kommunikation kennzeichnen dagegen das Asperger Syndrom. Die von der KJP und vom Schulpsychologischen Dienst ge- nannten Gründe für die Privatbeschulung, nämlich die Kl assengrösse, das Fachlehrersystem und der Zimmerwechsel sind typisch für die Ausgestaltung der Sekundarstufe I der öffentlichen Schulen und der integrativen Schulungsform und damit systemimmanent. Hätte der Gesetzge- ber auch für Schülerinnen und Schüler, bei welchen Bee inträchtigungen in der Fähigkeit der Aufmerksamkeit und der sozialen Interaktion und Kommunika tion diagnostiziert werden, nicht das System der Sekundarstufe I der öffentlichen Schulen mit integrativer Schulungsform bevor- zugt, so hätte er nicht den Vorrang der öffentlichen Schulen und der integrativen Schulungsform gewählt. Daraus ist abzuleiten, dass auch bei den Diagnosen ADHS und Asperger-Syndrom die Schwierigkeiten der Schülerinnen und Schüler mit der typischen Ausgestaltung der öffentlichen Schulen und der integrativen Schulungsform (Lehrerwec hsel, Zimmerwechsel, Klassengrösse) in einem besonderen Grad ausgeprägt sein müssen, dam it der Vorrang der öffentlichen Schule mit der integrativen Schulungsform zugunsten einer Privatschule fallen gelassen wird. Die KJP und der Schulpsychologische Dienst favorisieren die E.___ _ Schule, sie führen in ihren Berich- ten aber nicht aus, dass eine Beschulung in der E.____ g eradezu notwendig ist. Inwiefern die Klassengrösse, das Fachlehrersystem und der Zimmerwechsel ger ade bei A.____, bei dem zumal das Asperger Syndrom nicht stark ausgeprägt ist, dazu f ühren, dass ein angemessener Schulunterricht nicht möglich ist, und ihn – im Gegensa tz zu den anderen Kindern mit ADHS und/oder Asperger-Syndrom, welche die öffentlichen Sch ulen besuchen – derart überfordern, dass ein angemessener Unterricht nicht möglich ist – wird nicht ausgeführt. Es ist im vorliegenden Fall nicht zu urteilen, ob die E .____ Schule – mit allenfalls kleineren Klassen, kleinerer Anzahl Lehrpersonen, weniger Zimmerwe chsel, Tages-, Sozial- und Coaching-Angeboten – die bessere Lösung darstellt, son dern lediglich, ob die öffentliche Schu- le einen angemessenen Unterricht anbieten kann. Unter anderem dank der sozialpädagogi- schen Massnahmen haben sich die Schulleistungen von A.____ stabilisiert und er hat Fort- schritte gemacht. Die schulischen Massnahmen haben somit Erfo lg gezeigt und der Anspruch auf angemessenen Unterricht ist erfüllt. Der Anspruch a uf angemessenen Unterricht erstreckt sich nicht auch auf die Entlastung der schwierigen Hausa ufgabensituation und der sich daraus Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ergebenden familiären Belastung, auch wenn diese im Zu sammenhang mit den Beeinträchti- gungen von A.____ stehen. Die Sekundarschule F.____ s ah die Möglichkeit vor, dass A.____ weiterhin von einer erheblichen sozialpädagogischen Unt erstützung profitieren könne und es wurde in Aussicht gestellt, dass die Klasse weniger als 22 Schüler und Schülerinnen zählen würde. Aufgrund des geltenden Vorrangs der öffentlich en Schulen und der integrativen Schu- lungsform und dem Anspruch auf angemessenem aber nicht optimalsten Unterricht, ist die Be- schwerde abzuweisen. 8.1. Es bleibt noch die Frage der Kosten zu klären. Bez üglich der Auferlegung der Verfah- renskosten hält § 20 Abs. 3 VPO fest, dass diese in der Reg el der unterliegenden Partei in an- gemessenem Ausmass auferlegt werden, wobei den Vorinsta nzen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Konstellationen – keine Kosten auferlegt werden. 8.2. Die Beschwerdeführer berufen sich auf das Bundesgese tz über die Beseitigung von Be- nachteiligungen von Menschen mit Behinderungen (BehiG ) vom 13. Dezember 2002 und ver- langen die Unentgeltlichkeit des Verfahrens. Der Beschwerdegegner erklärt, es liege bei A.____ keine Behinderung vor, so dass das BehiG nicht zur Anwendung komme. 8.3. Das BehiG vermittelt Behinderten gewisse Rechtsans prüche bei Bauten, Einrichtungen oder Fahrzeugen (Art. 7 BehiG) und Dienstleistungen (A rt. 8 BehiG). So kann etwa, wer durch das Gemeinwesen im Sinne von Art. 2 Abs. 5 des Gesetzes (also bei der Inanspruchnahme von Aus- und Weiterbildung) benachteiligt wird, verlangen , dass das Gemeinwesen die Benachteili- gung beseitigt oder unterlässt (Art. 8 Abs. 2 BehiG). Entsprechende Verfahren nach Art. 7 und 8 BehiG sind im Grundsatz unentgeltlich (Art. 10 Abs. 1 B ehiG). Art. 10 Abs. 1 BehiG über die Kostenfreiheit von Verfahren für Ansprüche nach Art. 7 oder 8 BehiG ist an sich von der kanto- nalen Behörde von Amtes wegen anzuwenden. Vorausgesetzt ist aber immerhin, dass es in der Sache wirklich um einen solchen Anspruch geht, nicht bloss um eine andere Problematik, die einen gewissen Zusammenhang mit Behinderungen hat. D ass und weshalb es sich um einen Anspruch nach Art. 7 bzw. 8 BehiG handelt, hat derjeni ge darzutun, der daraus Rechte ableitet (Urteil des Bundesgerichts 2C_930/2011 vom 1. Mai 2012 E. 3.1 f. mit weiteren Hinweisen). Der Mensch mit Behinderungen (Behinderte, Behinderter ) ist eine Person, der es eine vor- aussichtlich dauernde körperliche, geistige oder psychische Be einträchtigung erschwert oder verunmöglicht, alltägliche Verrichtungen vorzunehmen, sozi ale Kontakte zu pflegen, sich fort- zubewegen, sich aus- oder fortzubilden oder eine Erwerbst ätigkeit auszuüben (Art. 2 Abs. 1 BehiG). Die Legaldefinition der Behinderung im Sinn e des Behindertengleichstellungsgesetzes geht damit weiter als diejenige der Invalidität im Si nne des Bundesgesetzes über die Invaliden- versicherung (IVG) vom 19. Juni 1959. Verlangt wird aber immerhin, dass die genannten Ver- richtungen etc. "erschwert oder verunmöglicht" werden. Da runter fällt nicht jede Abweichung von einer in irgendeiner Weise definierten "Normalit ät", sondern nur eine Beeinträchtigung von einem bestimmten Gewicht (Urteil des Bundesgerichts 2C_ 930/2011 vom 1. Mai 2012 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). Eine Benachteiligung bei de r Inanspruchnahme von Aus- und Weiter- bildung liegt insbesondere vor, wenn die Dauer und Ausgestaltung des Bildungsangebots sowie der Prüfungen den spezifischen Bedürfnissen Behinderter nicht angepasst sind (Art. 2 Abs. 5 lit. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht b BehiG). Wer durch das Gemeinwesen im Sinne von Art. 2 Abs. 5 BehiG benachteiligt wird, kann beim Gericht oder bei der Verwaltungsbehörde ve rlangen, dass das Gemeinwesen die Benachteiligung beseitigt oder unterlässt (Art. 8 Abs. 2 BehiG). So hat das Bundesgericht im Bereich der Schulbildung entschieden, dass eine Behinderung im Sinne von Art. 2 Abs. 1 BehiG vorliegt, wenn eine Schulung in der Regelschule nicht mö glich ist (vgl. Urteil 2C_588/2011 vom 16. Dezember 2011, E. 3.6), ebenso bei einer stärkere n Defizienz (etwa der Hörfähigkeit), die nicht einfach ausgeglichen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_154/2009 vom 28. September 2009 E. 4; KGE VV vom 6. November 2013 [810 12 329] E. 6). Die Beschwerdeführer machen geltend, dass die aufgrund der ADHS (A.____ ist deswegen gemäss Aussagen der Eltern bei der IV-Stelle registrier t) und des Asperger-Syndroms gegebe- ne Beeinträchtigung, welche die Ausbildung von A.____ erschwere, den Besuch der Privatschu- le E.____ zwingend mache, da diese Schule eine Organi sation aufweise, welche - im Gegen- satz zu der öffentlichen Schule - den Beeinträchtigungen von A.____ am besten Rechnung tra- ge und nur in diesem Rahmen ein angemessener Unterricht erfolgen könne. Damit machen die Beschwerdeführer geltend, dass dieses Verfahren eine Be nachteiligung bei der Inanspruch- nahme der Ausbildung zum Gegenstand hat. Das AVS sieht im Beschlussprotokoll als Lösung die Weiterführung der sozialpädagogischen Begleitung über ISF oder InSo vor. Damit sieht das AVS als Ablehnung für den Schulbesuch der E.____ auch d ie Möglichkeit der Weiterführung der sozialpädagogischen Begleitung im Rahmen der Sonder schulung vor. Das Verfahren ist demzufolge kostenlos, weshalb keine Verfahrenskosten auferlegt werden. 8.4. Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder obsiege nden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientsch ädigung zu Lasten der Gegenpar- tei zugesprochen werden. Demzufolge werden die Parteikosten wettgeschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin