<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">402</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">[...]</span><br/> <span class="ft3"><b>85</b></span> <span class="ft3"><b>Art. 25 Abs. 1 WaG und § 24 Abs. 1 AWaV</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Kantonale Bewilligungspflicht für die Veräusserung von Wald in öffent-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>lichem Eigentum an Private</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Anforderungen an die waldrechtliche Bewilligungsprüfung; Be-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>schränkung auf die Beurteilung einer allfälligen Beeinträchtigung</b></span><br/> <span class="ft3"><b>der Waldfunktionen</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Keine Beeinträchtigung der Waldfunktionen alleine durch die Ver-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>äusserung von Wald in öffentlichem Eigentum an Private, d.h. kein</b></span><br/> <span class="ft3"><b>prinzipieller, absoluter Vorrang einer öffentlichen Eigentümerschaft</b></span><br/> <span class="ft3"><b>bei der Veräusserung von Wald in öffentlichem Eigentum</b></span><br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Regierungsrats vom 3. Mai 2017 i.S. Ortsbürgerge-</span><br/> <span class="ft5">meinde T. gegen die Verfügung der Abteilung Wald des Departements Bau,</span><br/> <span class="ft5">Verkehr und Umwelt (RRB Nr. 2017-000478).</span><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">3.1</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Art. 25 Abs. 1 WaG bedürfen die Veräusserung von</span><br/> <span class="ft1">Wald im Eigentum von Gemeinden und Korporationen sowie die</span><br/> <span class="ft1">Teilung von Wald einer kantonalen Bewilligung. Diese darf nur er-</span><br/> <span class="ft1">teilt werden, wenn dadurch die Waldfunktionen nicht beeinträchtigt</span><br/> <span class="ft1">werden. Zu diesen durch den Wald zu erfüllenden Funktionen zählt</span><br/> <span class="ft1">das Waldgesetz namentlich die Schutz-, Wohlfahrts- und Nutzfunk-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">403</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">tion (Art. 1 Abs. 1 lit. c WaG). Der Wald ist demgemäss insbesondere</span><br/> <span class="ft1">so zu bewirtschaften, dass er seine Funktionen dauernd und uneinge-</span><br/> <span class="ft1">schränkt erfüllen kann (Nachhaltigkeit). Die Kantone haben hiezu</span><br/> <span class="ft1">Planungs- und Bewirtschaftungsvorschriften zu erlassen, wobei den</span><br/> <span class="ft1">Erfordernissen der Holzversorgung, des naturnahen Waldbaus und</span><br/> <span class="ft1">des Natur- und Heimatschutzes Rechnung zu tragen ist (Art. 20</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 und 2 WaG).</span><br/> <span class="ft1">Für den Vollzug der Waldgesetzgebung und insbesondere für</span><br/> <span class="ft1">die Aufsicht über die Waldbewirtschaftung ist im Kanton Aargau die</span><br/> <span class="ft1">Abteilung Wald des Departements Bau, Verkehr und Umwelt zustän-</span><br/> <span class="ft1">dig. Sie ist in diesem Rahmen auch ausdrücklich zuständig für Be-</span><br/> <span class="ft1">willigungen zur Veräusserung von Wald im Eigentum von Gemein-</span><br/> <span class="ft1">den und Korporationen sowie zur Teilung von Wald (§ 24 Abs. 1 der</span><br/> <span class="ft1">Verordnung zum Waldgesetz des Kantons Aargau, AWaV, vom</span><br/> <span class="ft1">16. Dezember 1998). (...)</span><br/> <span class="ft1">3.2</span><br/> <span class="ft1">Aufgrund der waldrechtlichen Vorgaben steht es zwar grund-</span><br/> <span class="ft1">sätzlich jedem frei, Wald zu kaufen oder zu verkaufen. Während die</span><br/> <span class="ft1">Veräusserung von privaten Waldgrundstücken bewilligungsfrei mög-</span><br/> <span class="ft1">lich ist, sofern dabei nicht gleichzeitig eine Teilung von Waldgrund-</span><br/> <span class="ft1">stücken stattfindet, benötigt die Veräusserung von Wald in öffentli-</span><br/> <span class="ft1">chem Eigentum stets einer Bewilligung (Art. 25 Abs. 1 WaG). Dieses</span><br/> <span class="ft1">Bewilligungserfordernis gilt neben den Gemeinde- und Korpo-</span><br/> <span class="ft1">rationswaldungen grundsätzlich auch für den Staatswald, das heisst</span><br/> <span class="ft1">für die Veräusserung von Wald in kantonalem Eigentum. Da der</span><br/> <span class="ft1">Kanton in diesen Fällen allerdings selbst handelt, bedarf es hierfür -</span><br/> <span class="ft1">entgegen der Veräusserung von Wald im Eigentum von Gemeinden</span><br/> <span class="ft1">und Korporationen - keiner besonderen Bewilligungsregelung in der</span><br/> <span class="ft1">Waldgesetzgebung.</span><br/> <span class="ft1">In Bezug auf das Bewilligungserfordernis für die Veräusserung</span><br/> <span class="ft1">von Wald in öffentlichem Eigentum lässt sich der bundesrätlichen</span><br/> <span class="ft1">Botschaft zum Entwurf für ein Bundesgesetz über die Walderhaltung</span><br/> <span class="ft1">und den Schutz vor Naturereignissen (Waldgesetzentwurf, E WaG)</span><br/> <span class="ft1">vom 29. Juni 1988 grundsätzlich nur entnehmen, dass die im damals</span><br/> <span class="ft1">noch geltenden Forstpolizeirecht gemachte Unterscheidung in der</span><br/> <span class="ft1">Behandlung von Privatwald und öffentlichem Wald angesichts der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">404</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Bedrohung des Waldes nicht mehr gerechtfertigt sei und im neuen</span><br/> <span class="ft1">Recht deshalb mit einer Ausnahme verschwinden solle. Diese Aus-</span><br/> <span class="ft1">nahme betreffe die Veräusserung und die Teilung von Wald. Eine</span><br/> <span class="ft1">derartige Einschränkung rechtfertige sich, da sich eine Zersplitterung</span><br/> <span class="ft1">des Eigentums auf die Walderhaltung nachteilig auswirken könne.</span><br/> <span class="ft1">Von der Öffentlichkeit würden denn auch jährlich grosse Summen</span><br/> <span class="ft1">aufgebracht, um aufgeteilte Waldparzellen wieder zusammenzulegen</span><br/> <span class="ft1">und einer einheitlichen Pflege und Bewirtschaftung zu unterstellen</span><br/> <span class="ft1">(BBl 1988 III 204).</span><br/> <span class="ft1">Die als Ausnahme zur grundsätzlichen Gleichstellung von Pri-</span><br/> <span class="ft1">vatwald und öffentlichem Wald vorgesehene Einschränkung der</span><br/> <span class="ft1">freien Veräusserung durch ein generelles Bewilligungserfordernis</span><br/> <span class="ft1">wird gemäss der Botschaft zum Waldgesetzentwurf lediglich mit den</span><br/> <span class="ft1">nachteiligen Auswirkungen der Waldzersplitterung und den hohen</span><br/> <span class="ft1">Aufwendungen der Öffentlichkeit für die Zusammenlegung aufge-</span><br/> <span class="ft1">teilter Waldparzellen begründet. Dem verankerten Bewilligungser-</span><br/> <span class="ft1">fordernis hat demzufolge primär das Ziel zuzukommen, die Zersplit-</span><br/> <span class="ft1">terung von Wald zu verhindern, um damit zweckmässige und arron-</span><br/> <span class="ft1">dierte Besitzgrössen zu erhalten sowie die Bewirtschaftung von Wäl-</span><br/> <span class="ft1">dern soweit notwendig besser sicherzustellen. Art. 25 WaG ist dem-</span><br/> <span class="ft1">entsprechend auch im 1. Abschnitt des 4. Kapitels des Waldgesetzes</span><br/> <span class="ft1">aufgeführt, welches die Pflege und Nutzung des Waldes zum Gegen-</span><br/> <span class="ft1">stand hat. Dies deutet darauf hin, dass es sich bei Art. 25 WaG um</span><br/> <span class="ft1">keine unmittelbar dem physischen Schutz des Waldes dienende Vor-</span><br/> <span class="ft1">schrift handelt (vgl. hiezu das 2. oder 3. Kapitel des Waldgesetzes),</span><br/> <span class="ft1">sondern um eine, welche die Nutzung und Pflege des Waldes zum</span><br/> <span class="ft1">Gegenstand hat. Der mit Art. 25 WaG verfolgten Zielsetzung kommt</span><br/> <span class="ft1">somit bei einer Waldveräusserung insbesondere dann grosse Bedeu-</span><br/> <span class="ft1">tung zu, wenn mit dieser Veräusserung zugleich die Teilung einer</span><br/> <span class="ft1">Waldparzelle einhergeht. Eine derartige Teilung von Wald kann die</span><br/> <span class="ft1">Waldbewirtschaftung durchaus erschweren oder sogar verunmögli-</span><br/> <span class="ft1">chen, wobei dies wirtschaftliche oder technische Ursachen haben</span><br/> <span class="ft1">kann.</span><br/> <span class="ft1">Die Bewilligungspflicht für die Veräusserung von öffentlichem</span><br/> <span class="ft1">Wald ist somit einerseits zwar Ausdruck für eine differenzierte Be-</span><br/> <span class="ft1">handlung von Privatwald und öffentlichem Wald. Der Botschaft zum</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">405</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Waldgesetzentwurf lässt sich denn auch zumindest eine gewisse Be-</span><br/> <span class="ft1">vorzugung öffentlicher Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer</span><br/> <span class="ft1">entnehmen, indem für die Veräusserung von Wald im öffentlichen Ei-</span><br/> <span class="ft1">gentum eine generelle Bewilligungspflicht statuiert worden ist und</span><br/> <span class="ft1">zudem festgehalten wird, dass Staatswald grundsätzlich nicht ver-</span><br/> <span class="ft1">äussert werden solle (BBl 1988 III 204). Andererseits verzichtete der</span><br/> <span class="ft1">Gesetzgeber selber aber gerade darauf, restriktive Voraussetzungen</span><br/> <span class="ft1">für die Erteilung einer derartigen Bewilligung festzulegen. Insbeson-</span><br/> <span class="ft1">dere lassen sich der Botschaft zum Waldgesetzentwurf in diesem Zu-</span><br/> <span class="ft1">sammenhang keine expliziten Aussagen zu einer allfällig be-</span><br/> <span class="ft1">absichtigten Privilegierung zugunsten einer öffentlichen Käufer-</span><br/> <span class="ft1">schaft entnehmen. Desgleichen fehlen in der Botschaft auch Darle-</span><br/> <span class="ft1">gungen, wonach der Gesetzgeber eine private Waldeigentümerschaft</span><br/> <span class="ft1">gegenüber einer öffentlichen Waldeigentümerschaft generell als</span><br/> <span class="ft1">schlechter geeignet für die Bewirtschaftung des Waldes, ja sogar als</span><br/> <span class="ft1">regelrechte Gefährdung für die Waldfunktionen betrachtet hätte, so</span><br/> <span class="ft1">dass schon der Verkauf von öffentlichem Wald an Private an sich als</span><br/> <span class="ft1">Beeinträchtigung der Waldfunktionen einzustufen wäre. Konsequen-</span><br/> <span class="ft1">terweise hat der Gesetzgeber hierfür deshalb auch keine explizite Re-</span><br/> <span class="ft1">gelung statuiert und beispielsweise auch darauf verzichtet, ein gene-</span><br/> <span class="ft1">relles Verbot oder zumindest restriktive Voraussetzungen für die Be-</span><br/> <span class="ft1">willigung einer Veräusserung von öffentlichem Wald an Private zu</span><br/> <span class="ft1">erlassen. Vielmehr beschränkte sich der Gesetzgeber darauf, den</span><br/> <span class="ft1">Grundsatz zu statuieren, wonach durch die Veräusserung von Wald in</span><br/> <span class="ft1">öffentlichem Eigentum die Waldfunktionen nicht beeinträchtigt wer-</span><br/> <span class="ft1">den dürfen.</span><br/> <span class="ft1">Von einer Beeinträchtigung der Waldfunktionen alleine durch</span><br/> <span class="ft1">die Veräusserung von öffentlichem Wald an Private ist nicht auszuge-</span><br/> <span class="ft1">hen. Die Abteilung Wald äusserte zwar die Auffassung, dass eine</span><br/> <span class="ft1">öffentliche Eigentümerschaft in der Regel besser dafür sorgen dürfte,</span><br/> <span class="ft1">dass neben einer naturnahen Holzproduktion auch Erholungs- und</span><br/> <span class="ft1">Freizeitbedürfnisse sowie Naturschutzanliegen der örtlichen Be-</span><br/> <span class="ft1">völkerung gleichwertig beachtet würden (...). Daraus darf indessen</span><br/> <span class="ft1">kein prinzipieller, absoluter Vorrang der öffentlichen Eigentümer-</span><br/> <span class="ft1">schaft bei der Veräusserung von öffentlichem Wald abgeleitet wer-</span><br/> <span class="ft1">den. Ein solcher prinzipieller Vorrang findet denn auch weder im</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">406</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Wortlaut, noch in der Systematik des Waldgesetzes, noch in dessen</span><br/> <span class="ft1">Materialien oder dem Sinn und Zweck von Art. 25 Abs. 1 WaG eine</span><br/> <span class="ft1">Grundlage. Eine derart grundlegende Wertung müsste aber im</span><br/> <span class="ft1">Waldgesetz selber unmissverständlich zum Ausdruck kommen, was</span><br/> <span class="ft1">vorliegend jedoch gerade nicht der Fall ist. Art. 25 Abs. 1 WaG sieht</span><br/> <span class="ft1">eine Verweigerung der Bewilligung zur Veräusserung von öffentli-</span><br/> <span class="ft1">chem Wald vielmehr nur dann vor, wenn die Waldfunktionen durch</span><br/> <span class="ft1">diese beeinträchtigt werden.</span><br/> <span class="ft1">Abgesehen davon, dass sich die Bewirtschaftung von Wald</span><br/> <span class="ft1">durch Private ohnehin nicht generell als weniger professionell und</span><br/> <span class="ft1">sachgemäss als etwa jene durch Ortsgemeinden oder politische Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinden einstufen lässt, ist schliesslich zu beachten, dass auch Pri-</span><br/> <span class="ft1">vate der Aufsicht der kantonalen forstlichen Behörden unterliegen.</span><br/> <span class="ft1">Dementsprechend besitzen die zuständigen Behörden auch genügend</span><br/> <span class="ft1">Möglichkeiten, bei einer Beeinträchtigung von öffentlichen Interes-</span><br/> <span class="ft1">sen zu intervenieren, soweit es der Schutz der Waldfunktionen erfor-</span><br/> <span class="ft1">dert. Bei Indizien für eine entsprechende Beeinträchtigung ist es</span><br/> <span class="ft1">denn auch ohne weiteres angebracht, die Anordnung geeigneter Auf-</span><br/> <span class="ft1">lagen in Erwägung zu ziehen (vgl. zum Ganzen: Urteil des Verwal-</span><br/> <span class="ft1">tungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Dezember 2010 i.S.</span><br/> <span class="ft1">Alpgenossenschaft Wolzen gegen Volkswirtschaftsdepartement des</span><br/> <span class="ft1">Kantons St. Gallen und Ortsgemeinde Wattwil betreffend Verweige-</span><br/> <span class="ft1">rung der forstrechtlichen Bewilligung zur Veräusserung von Wald an</span><br/> <span class="ft1">Private; www.gerichte.sg.ch, Verwaltungsgericht, B 2010/110).</span><br/> <span class="ft1">4. Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts</span><br/> <span class="ft1">4.1</span><br/> <span class="ft1">Nach der dargelegten Rechtslage verbleibt es zu prüfen, ob die</span><br/> <span class="ft1">Abteilung Wald der vorliegend nachgesuchten Veräusserung der</span><br/> <span class="ft1">Waldparzelle Nr. X an die B. zu Recht ihre Bewilligung erteilte.</span><br/> <span class="ft1">Hiezu ist einzig zu beurteilen, ob mit dieser Veräusserung eine</span><br/> <span class="ft1">Beeinträchtigung der Waldfunktionen im Sinne von Art. 25 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">WaG verbunden ist. Dagegen ist es grundsätzlich nicht von Rele-</span><br/> <span class="ft1">vanz, ob vorgängig neben B. noch weitere Kaufinteressentinnen und</span><br/> <span class="ft1">-interessenten, insbesondere auch Körperschaften des öffentlichen</span><br/> <span class="ft1">Rechts, zur Diskussion gestanden haben beziehungsweise allenfalls</span><br/> <span class="ft1">in die Evaluation der Veräusserin hätten einbezogen werden sollen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">407</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">So gehört es im Rahmen der waldrechtlichen Beurteilung einer nach-</span><br/> <span class="ft1">gesuchten Veräusserung nicht zu den Pflichten der Bewilligungsbe-</span><br/> <span class="ft1">hörde, selber nach weiteren möglichen Käuferschaften Ausschau zu</span><br/> <span class="ft1">halten oder die Waldverkäuferin beziehungsweise den Waldverkäufer</span><br/> <span class="ft1">zumindest anzuhalten, ihr neben der konkret nachgesuchten Veräus-</span><br/> <span class="ft1">serung allenfalls noch weitere Veräusserungsoptionen zur Auswahl</span><br/> <span class="ft1">zu unterbreiten. Wenn die gesetzlichen Voraussetzungen für die Be-</span><br/> <span class="ft1">willigung der Veräusserung erfüllt sind, stünde es der Bewilligungs-</span><br/> <span class="ft1">behörde ohnehin nicht zu, die Waldeigentümerin beziehungsweise</span><br/> <span class="ft1">den Waldeigentümer zu verpflichten, das betreffende Waldstück an</span><br/> <span class="ft1">eine andere Käuferschaft als vorgesehen zu veräussern. Eine derar-</span><br/> <span class="ft1">tige Vorgehensweise würde die beim Waldverkauf ebenfalls gelten-</span><br/> <span class="ft1">den privatrechtlichen Grundsätze (Vertragsfreiheit) noch weiter be-</span><br/> <span class="ft1">lasten, was zu vermeiden ist. Demgemäss kann die Bewilligungsbe-</span><br/> <span class="ft1">hörde das ihr konkret unterbreitete Veräusserungsgesuch nur ableh-</span><br/> <span class="ft1">nen oder - allenfalls unter Auflagen - bewilligen. Vorliegend war die</span><br/> <span class="ft1">Abteilung Wald somit auch nicht verpflichtet, den Gründen für die</span><br/> <span class="ft1">mit der Beschwerdeführerin als Standortgemeinde letztlich nicht zu-</span><br/> <span class="ft1">stande gekommene Veräusserungsvereinbarung nachzugehen oder</span><br/> <span class="ft1">sogar selber auf eine entsprechende Veräusserung hinzuwirken. Im</span><br/> <span class="ft1">Zeitpunkt der Bewilligungserteilung konnte sich die Abteilung Wald</span><br/> <span class="ft1">somit auf die Feststellungen beschränken, dass die Waldparzelle im</span><br/> <span class="ft1">Januar 2015 zwar öffentlich - in der Wochenzeitung "(...)" - zum</span><br/> <span class="ft1">Kauf ausgeschrieben und zusätzlich auch der Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft1">selber zum Kauf angeboten worden sei, ein verbindliches und damit</span><br/> <span class="ft1">konkret zu beurteilendes Angebot seitens der Beschwerdeführerin je-</span><br/> <span class="ft1">doch - im Unterschied zu jenem der B. - gefehlt habe. Ob die Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin als öffentlich-rechtliche Körperschaft zur Bewirt-</span><br/> <span class="ft1">schaftung der konkreten Waldparzelle gleichermassen oder grund-</span><br/> <span class="ft1">sätzlich sogar noch besser geeignet wäre als die B., war für die Ab-</span><br/> <span class="ft1">teilung Wald für ihren Bewilligungsentscheid somit nicht ausschlag-</span><br/> <span class="ft1">gebend und konnte deshalb auch offen gelassen werden. Dasselbe</span><br/> <span class="ft1">gilt auch für das vorliegende Beschwerdeverfahren, das heisst die</span><br/> <span class="ft1">nachstehende Beurteilung hat sich auf die bewilligte und vorliegend</span><br/> <span class="ft1">angefochtene Veräusserung an die B. zu beschränken (...).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">408</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">4.2</span><br/> <span class="ft1">Gemäss der Aktenlage ist es grundsätzlich - auch seitens der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführerin - unbestritten geblieben, dass die B. in der Lage</span><br/> <span class="ft1">ist, die Waldbewirtschaftung ordnungsgemäss auszuführen. Zudem</span><br/> <span class="ft1">lassen sich den Akten auch keine Anhaltspunkte entnehmen, dass die</span><br/> <span class="ft1">vorgesehene Veräusserung eine Beeinträchtigung der Waldfunktionen</span><br/> <span class="ft1">nach sich ziehen könnte. Vielmehr erweist sich die B. aufgrund ihrer</span><br/> <span class="ft1">Struktur und Anlage grundsätzlich als geeignet, Wald sachgemäss zu</span><br/> <span class="ft1">bewirtschaften und zu pflegen. Als kantonale Naturschutzorganisa-</span><br/> <span class="ft1">tion hat sie denn auch den Schutz, die Pflege, den Erhalt und die</span><br/> <span class="ft1">Wiederherstellung der natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen,</span><br/> <span class="ft1">Tieren und Pflanzen zum Ziel. Insbesondere setzt sie sich dabei auch</span><br/> <span class="ft1">für die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt (Biodi-</span><br/> <span class="ft1">versität) ein. (...)</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/> <span class="ft1">Nach dem Gesagten sind mit der Veräusserung der Waldparzelle</span><br/> <span class="ft1">Nr. X an die B. keine Beeinträchtigungen der mit der Waldgesetzge-</span><br/> <span class="ft1">bung verfolgten Ziele zu erwarten. Die durch die Abteilung Wald der</span><br/> <span class="ft1">Ortsbürgergemeinde H. erteilte Bewilligung steht dementsprechend</span><br/> <span class="ft1">im Einklang mit Art. 25 Abs. 1 WaG und der diesbezügliche Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheid vom 30. Juli 2015 lässt sich daher rechtlich nicht beanstanden.</span><br/> <span class="ft1">Die durch die Ortsbürgergemeinde T. gegen die Bewillligung der</span><br/> <span class="ft1">Veräusserung an die B. erhobene Beschwerde ist demzufolge</span><br/> <span class="ft1">vollumfänglich abzuweisen.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/></div> </div> </body> </html>