B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-4739/2012 U r t e i l v o m 9 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Pascal Mollard, Richter Michael Beusch, Gerichtsschreiber Beat König. Parteien A._______ AG, Beschwerdeführerin, gegen Zollkreisdirektion Schaffhausen, Bahnhofstrasse 62, 8201 Schaffhausen, handelnd durch die Oberzolldirektion (OZD), Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Zoll; Nichteintreten. A-4739/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die A._______ AG (nachfolgend: Zollpflichtige) meldete am 2. Februar 2012 bei der Zollverwaltung im EDV -Verfahren (e-dec) unter der Tari f- nummer 0703.1013 zwei für die B._______ AG in C._______ bestimmte Sendungen von "Setzzwiebeln innerhalb eines Kontingents" der holländ i- schen Hersteller D._______ und E._______ mit einer Rohmasse von ins- gesamt 4'170 kg zu einem Zollansatz von Fr. 248.- je 100 kg brutto an. Das Ergebnis der vom Zollcomputer durchgeführten Selektion lautete auf "frei ohne". Die Zollstelle Schaffhausen nahm in der Folge antragsgemäss die Abfertigung vor und erhob mit definitiven Veranlagungsverfügungen vom 3. Februar 2012 Zollbeträge von insgesamt Fr. 10'341.60 und Mehr- wertsteuern in der Höhe von insgesamt Fr. 436.25. B. Gegen diese Verfügungen erhob die Zollpflichtige mit Schreiben vom 22. Juni 2012 Beschwerde bei der Zollkreisdirektion Schaffhausen. Sie machte geltend, sie habe am 8. Februar 2012 im e -dec sowie am Folg e- tag bei der Zollstelle Schaffhausen eine Korrektur beantragt. Sie verlan g- te, diese bislang noch nicht durchgeführte Korrektur sei nun vorzune h- men. Der Beschwerde beigelegt war ein auf den 8. Februar 2012 datierendes Schreiben der Zollpflichtigen an die Zollstelle Schaffhaus en. Darin e r- suchte die Zollpflichtige um Berichtigung der genannten Veranlagung s- verfügungen, und zwar unter Anwendung eines Zollansatzes von Fr. 0.20 statt Fr. 248.- je 100 kg brutto. C. Mit Entscheid vom 20. August 2012 trat die Zollkreisdirektion Schaff hau- sen nicht auf die Beschwerde ein. Zur Begründung führte sie im Wesen t- lichen aus, die Zollpflichtige habe die 60 -tätige Beschwerdefrist nicht ein- gehalten. Der Eingang des Schreibens der Zollpflichtigen vom 8. Februar 2012 bei der Zollstelle habe nicht fe stgestellt werden können. D as Frist- versäumnis lasse sich im Übrigen nicht durch die fristgerecht übermitte l- ten Korrekturversionen der Einfuhrzollanmeldungen heilen. D. Gegen diesen Entscheid erhob die Zollpflichtige (nachfolgend: B e- schwerdeführerin) am 28. August 2012 "Einspruch" (recte: Beschwerde) A-4739/2012 Seite 3 beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt sinngemäss die Aufh e- bung des angefochtenen Beschwerdeentscheides, die nachträgliche Ve r- anlagung der Sendungen vom 2. Februar 2012 entsprechend ihrem Ko r- rekturantrag sowie die Rückerstattung der Zolldifferenz. E. In ihrer Vernehmlassung vom 31. Oktober 2012 beantragt die Oberzolld i- rektion (OZD) die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Auf die Eingaben der Parteien wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Grundsätzlich können Beschwerdeentscheide der Zollkreisdirektionen gemäss Art. 31 in Verbindung mit Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesve rwaltungsgericht (Verwaltungsgerichts- gesetz, VGG, SR 173.32) beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden (anstelle vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -53/2013 vom 3. Mai 2013 E. 1.1). Im Verfahren vor dieser Instanz wird die Zol l- verwaltung durch die OZD vertreten (Art. 116 Abs. 2 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, SR 631.0]). Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG nichts anderes bestimmt – nach den Vorschriften des Bunde s- gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021; vgl. Art. 37 VGG und Art. 2 Abs. 4 VwVG; siehe fe r- ner Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -53/2013 vom 3. Mai 2013 E. 1.1 und A-6660/2011 vom 29. Mai 2012 E. 1.1). Die Beschwerdeführe- rin ist zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auch wurde die Beschwerde form - und fristgerecht eingereicht (Art. 52 Abs. 1 und Art. 50 Abs. 1 VwVG) und der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet (vgl. Art. 21 Abs. 3 VwVG). 1.2 Nach der Rechtsprechung ist derjenige, auf dessen Begehren bz w. Rechtsmittel nicht eingetreten worden ist, – nur, aber immerhin – befugt, durch die ordentliche Beschwerdeinstanz überprüfen zu lassen, ob dieser Nichteintretensentscheid zu Recht ergangen ist (BGE 124 II 499 E. 1; Ur- teile des Bundesverwaltungsgerichts A-53/2013 vom 3. Mai 2013 E. 1.2, B-4598/2012 vom 11. März 2013 E. 1.4 und A-1305/2012 vom 10. Okt o- ber 2012 E. 1.2.1). Mit einer Beschwerde gegen einen Nichteintreten s-A-4739/2012 Seite 4 entscheid kann somit nur geltend gemacht werden, die Vorinstanz habe das Vorliegen der Ei ntretensvoraussetzungen zu Unrecht verneint. En t- sprechend kann die beschwerdeführende Partei nur die Anhandnahme beantragen, nicht jedoch die Änderung oder Aufhebung des angefocht e- nen Entscheides verlangen; grundsätzlich nicht einzutreten ist auf mat e- rielle Begehren. Damit wird das Anfechtungsobjekt auf die Eintretensfrage beschränkt, deren Verneinung als Verletzung von Bundesrecht mit B e- schwerde gerügt werden kann (BGE 132 V 74 E. 1.1; Urteile des Bu n- desverwaltungsgerichts A-5967/2012 vom 11. März 2013 E. 1.2 und A - 1805/2012 vom 14. Mai 2012 E. 1.2). Auf die vorliegende Beschwerde ist nach dem Ausgeführten nicht einz u- treten, soweit mit ihr über die Aufhebung des angefochtenen Entscheides hinaus sinngemäss die nachträgliche Veranlagung der Sendungen vom 2. Februar 2012 unter Anwendung eines korrigierten Zollansatzes (unter entsprechender Rückerstattung der Zolldifferenz) verlangt wird. 1.3 Mit der vorgenannten Einschränkung ist auf die Beschwerde einzutre- ten. 1.4 1.4.1 Auf das Verfahren der Zollveranlagung findet das VwVG keine A n- wendung (Art. 3 Bst. e VwVG). Gemäss ständiger Rechtsprechung unter- liegt das Veranlagungsverfahren – vorbehältlich der Verfahrensgarantien der Schweizerischen Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) und der allgemeinen Grundsätze des Verwaltungsrechts – grundsätzlich nur den vom Selbstanmeldungsprinzip getragenen besonderen Vorschri f- ten des Zollrechts (vgl. Art. 21 ff. ZG; Urteile des Bundesverwaltungsg e- richts A-53/2013 vom 3. Mai 2013 E. 1.3.1, A-1305/2012 vom 10. Oktober 2012 E. 1.3.1, A -992/2012 vom 6. August 2012 E. 1.2 und A -6922/2011 vom 30. April 2012 E. 1.2.1). 1.4.2 Das streitige Zollverfahren wird im ZG lediglich in den Grundzügen geregelt, nämlich bezüglich Anfechtungsobjekt, Zuständigkeit und B e- schwerdefrist (Art . 116 Abs. 1 bis 3 ZG). Im Übrigen verweist Art. 116 Abs. 4 ZG ausdrücklich auf die allgemeinen Bestimmungen der Bunde s- rechtspflege. Auf das Beschwerdeverfahren findet somit anders als im Zollveranlagungsverfahren (E. 1.4.1) grundsätzlich die allgemeine Verfah- rensordnung für die Verwaltungsrechtspflege des Bundes (VwVG) A n- wendung (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -53/2013 vom 3. Mai 2013 E. 1.3.2, A -5967/2012 vom 11. März 2013 E. 2.2 und A -A-4739/2012 Seite 5 2890/2011 vom 29. Dezember 2011 E. 1.3.2; REMO ARPAGAUS, Zollrecht, in: Koller/Müller/Tanquerel/Zimmerli [Hrsg.], Schweizerisches Bundesve r- waltungsrecht, 2. Aufl., Basel 2007, Rz. 447). 1.5 Nach der allgemeinen Beweislastregel hat, wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsa- che zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]). Bei Bewei s- losigkeit ist folglich zu Ungunsten desjenigen zu entscheiden, welcher die Beweislast trägt (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1217/2011 vom 29. Februar 2012 E. 2.5.2, mit Hinweisen). Grundsätzlich trägt in einem Verfahren für die Rechtzeitigkeit einer Parteihandlung diejenige Partei die Beweislast, welche diese Handlung vorzunehmen hat. Hat die Aus übung eines Rechts während einer Verwirkungsfrist zu erfolgen, trägt die das Recht ausübende Partei die Beweislast für die Einhaltung der Frist. Eine Umkehr der Beweislast gilt lediglich dann, wenn die Partei den Beweis der Rechtzeitigkeit aus Gründen nich t erbringen kann, welche von der Behörde zu verantworten sind (Urteil des Bundesgerichts C 13/06 vom 20. Juni 2006 E. 2.3.1, mit Hinweis). 2. 2.1 Nach Art. 7 ZG sind Waren, die ins Zollgebiet verbracht werden, grundsätzlich zollpflichtig und müssen nach dem ZG s owie nach dem Zolltarifgesetz vom 9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) veranlagt werden. Ausnahmen können sich ergeben aus Staatsverträgen, besonderen B e- stimmungen von Gesetzen sowie Verordnungen des Bundesrates, die sich auf das ZTG abstützen (Art. 2 Abs. 1 ZG, Art. 1 Abs. 2 ZTG). 2.2 Gemäss Art. 21 Abs. 1 ZG hat derjenige, der Waren ins Zollgebiet verbringt, verbringen lässt oder sie danach übernimmt, die Waren unve r- züglich und unverändert der nächstgelegenen Zollstelle zuzuführen. Di e- ser Artikel umschreibt somit den Kreis der sogenannt zuführungspflicht i- gen Personen. Es sind dies – wie die bundesrätliche Verordnung präzisie- rend festlegt – insbesondere der Warenführer, die mit der Zuführung b e- auftragte Person, der Importeur, der Empfänger, der Versender und der Auftraggeber (Art. 75 der Zollverordnung vom 1. November 2006 [ZV, SR 631.01]). Zuführungspflichtige Personen unterliegen der Anmeld e- pflicht (Art. 26 Bst. a ZG). A-4739/2012 Seite 6 2.3 2.3.1 Die anmeldepflichtige Person muss die der Zollstelle zugeführten, gestellten und summarisch an gemeldeten Waren innerhalb der von der Zollverwaltung bestimmten Frist zur Veranlagung anmelden und die B e- gleitdokumente einreichen (Art. 25 Abs. 1 ZG). Entsprechend dem das Zollverfahren beherrschenden Prinzip der Selbstanmeldung obliegt der anmeldepflichtigen Person die volle Verantwortung für die eingereichte Anmeldung und die vollständige, richtige und rechtzeitige Deklaration der Ware. Somit werden an die anmeldepflichtige Person hohe Anforderu n- gen mit Bezug auf ihre Sorgfaltspflichten gestellt (Urteil e des Bundesver- waltungsgerichts A-53/2013 vom 3. Mai 2013 E. 2.3.1, A -2326/2012 vom 5. Februar 2013 E. 2.3.1, A-6492/2011 vom 15. Januar 2013 E. 2.3.1 und A-992/2012 vom 6. August 2012 E. 2.3). Mit der Annahme durch die Zollstelle wird die Zollanmeldung fü r die a n- meldepflichtige Person verbindlich (Art. 33 Abs. 1 ZG) und grundsätzlich unabänderlich. Dieser Grundsatz der Unabänderlichkeit der angeno m- menen Zollanmeldung bildet einen Eckpfeiler des schweizerischen Zol l- rechts (Urteil des Bundesverwaltungsgerich ts A-6660/2011 vom 29. Mai 2012 E. 2.4, mit Hinweis). Gemäss Art. 33 Abs. 2 ZG legt die Zollverwa l- tung Form und Zeitpunkt der Annahme fest. 2.3.2 Die Zollanmeldung kann auch elektronisch erfolgen (Art. 28 Abs. 1 Bst. a ZG). Laut Art. 16 der Zollverordnung der Eidgenössischen Zollver- waltung (EZV) vom 4. April 2007 (ZV-EZV, SR 631.013, in der hier mas s- gebenden bis 31. Januar 2013 geltenden Fassung) in Verbindung mit Art. 33 Abs. 2 ZG gilt die elektronische Zollanmeldung als angenommen, wenn sie die summarisch e Prüfung des EDV -Systems der EZV erfol g- reich durchlaufen hat. Das EDV -System fügt der elektronischen Zolla n- meldung Annahmedatum und Annahmezeit hinzu (Art. 16 ZV-EZV in der bis am 31. Januar 2013 geltenden Fassung). Nach der Annahme der elektronischen Zollanmeldung führt das EDV -System eine Selektion auf der Grundlage einer Risikoanalyse durch (Art. 17 Abs. 1 ZV-EZV in der bis am 31. Januar 2013 geltenden Fassung). Lautet das Selektionse r- gebnis "frei ohne", gelten die Waren als freigegeben (Art. 17 Abs. 4 ZV- EZV in der bis am 31. Januar 2013 geltenden Fassung). Mit der Freigabe der gestellten Waren durch die Zollstelle endet der Gewahrsam der Zol l- verwaltung (Art. 78 ZV). 2.4 Hat die Zollstelle eine Veranlagungsverfügung ausgestellt, kann die anmeldepflichtige Person innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab dem Zeit-A-4739/2012 Seite 7 punkt, in dem die Waren den Gewahrsam der Zollverwaltung verlassen haben, der Zollstelle ein Gesuch um Berichtigung der Veranlagung einrei- chen, unter Beilage einer berichtigten Zol lanmeldung (Art. 34 Abs. 3 ZG). Änderungsanträge für Waren, die den Zollgewahrsam seit mehr als 30 Tagen verlassen haben, sind allenfalls als Beschwerden nach VwVG zu behandeln (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -53/2013 vom 3. Mai 2013 E. 2.4 und A -6660/2011 vom 29. Mai 20 12 E. 3.1; vgl. PAT- RICK RAEDERSDORF, in: Kocher/Clavadetscher [Hrsg.], Zollgesetz [ZG], Bern 2009, Art. 34 N. 4). Nach Ablauf der 30 -tägigen Frist darf jedoch nicht mehr zum Thema des ordentlichen Beschwerdeverfahrens gemäss Art. 116 ZG gemacht werden, was bereits Gegenstand der Zollanmeld e- berichtigung gemäss Art. 34 ZG hätte bilden können (Urteile des Bunde s- verwaltungsgerichts A-53/2013 vom 3. Mai 2013 E. 2.4, A -992/2012 vom 6. August 2012 E. 2.5 und A-6660/2011 vom 29. Mai 2012 E. 3.1). 2.5 Gegen Veranlagungsverfügungen der Zollstellen kann nach Art. 116 Abs. 1 und Abs. 3 ZG innert 60 Tagen ab dem Ausstellen der Veranl a- gungsverfügung bei der Zollkreisdirektion Beschwerde geführt werden. Auf das Beschwerdeverfahren findet im Übrigen das VwVG Anwendung (Art. 116 Abs. 4 ZG; dazu vorn E. 1.4.2). 2.6 Gesetzliche Fristen – wie namentlich Rechtsmittelfristen – sind in der Regel Verwirkungsfristen. Verwirkung bedeutet, dass ein Recht untergeht, wenn der Berechtigte bzw. Verpflichtete eine Handlung nicht innert der Frist vornimmt (anstelle vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A - 53/2013 vom 3. Mai 2013 E. 2.6.1). Die 30-tägige gesetzliche Frist von Art. 34 Abs. 3 ZG (vorn E. 2.4) bildet eine Verwirkungsfrist (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3213/2009 vom 7. Juli 2010 E. 4.2.3). Auch die Beschwerdefrist von Art. 116 Abs. 3 ZG (vorn E. 2.5) ist eine Verwirkungsfrist (vgl. Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A-6922/2011 vom 30. April 2012 E. 2.4). 3. Vorliegend begann die 60 -tägige Beschwerdefrist zur Anfec htung der Veranlagungsverfügungen am Tag nach deren Ausstellung, also am 4. Februar 2012 zu laufen (vgl. Art. 116 Abs. 3 und 4 ZG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 VwVG). Sie stand vom siebten Tage vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern still (v gl. Art. 116 Abs. 4 ZG in Verbi n- dung mit Art. 22a Abs. 1 Bst. a VwVG). Da der letzte Tag dieser Frist (21. April 2012) ein Samstag war, endete die Frist gemäss Art. 20 Abs. 3 A-4739/2012 Seite 8 VwVG am Montag, den 23. April 2012 (Art. 116 Abs. 4 ZG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 VwVG). Die Vorinstanz hat die bei ihr erhobene Beschwerde vom 22. Juni 2012 somit zu Recht als verspätet qualifiziert. Folgerichtig ist sie nicht darauf eingetreten. 4. 4.1 Es bleibt zu klären, ob die Beschwerdeführerin vor Erhebung ihrer Beschwerde vom 22. Juni 2012 ein Berichtigungsbegehren im Sinne von Art. 34 Abs. 3 ZG gestellt oder eine Beschwerde erhoben hat und deshalb die Zollverwaltung vor dem oder anstatt des Nichteintretensentscheides vom 20. August 2012 darüber hätte entscheiden müsse n; denn die B e- schwerdeführerin bringt sinngemäss vor, sie habe ihr Änderungsbege h- ren rechtzeitig gestellt, weshalb zu Unrecht ein Nichteintretensentscheid erfolgt sei. In diesem Zusammenhang macht die Beschwerdeführerin geltend, sie habe am 9. Februar 2012 bei der Zollstelle Schaffhausen einen schriftli- chen Korrekturantrag für die Veranlagungsverfügungen eingereicht und am Vortag im System e-dec Import die Korrekturversionen der hier fragl i- chen Zollanmeldungen erstellt. Sie habe zu spät erfahren, dass das Zoll- amt Schaffhausen die von ihr abgegebenen Originalunterlagen nicht mehr besitze. Die Zollverwaltung stellt demgegenüber in Abrede, dass bei ihr ein separater Berichtigungsantrag eingegangen sei. 4.2 Vorliegend ist zwar ein auf den 8. Februar 2012 datie rendes, an die Zollstelle "SH -Fracht" gerichtetes Begehren um Berichtigung der hier streitigen Veranlagungsverfügungen aktenkundig. Indessen ist weder substantiiert dargetan noch geht aus den Akten hervor, dass dieses Schreiben der Beschwerdeführerin tatsä chlich bei der Zollstelle Schaf f- hausen eingereicht wurde. Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdeführe- rin keine Ausführungen zur Frage macht, auf welche Weise sie das Schreiben der Zollstelle übermittelt haben will. Für die Annahme einer behördlichen Nachlässigkeit, welcher der Zollstelle anzulasten wäre, b e- stehen sodann keine Anhaltspunkte. Nichts daran zu ändern vermag der Umstand, dass die Zollstelle nach Darstellung der Beschwerdeführerin die von ihr (angeblich) abgegebenen Originalunterlagen "nicht meh r" ha- be (vgl. Beschwerde vom 28. August 2012). Da es sich bei der 30-tägigen Frist von Art. 34 Abs. 3 ZG um eine Verwirkungsfrist handelt (vgl. vorn E. 2.6), trägt die Beschwerdeführerin die Beweislast für die (rechtzeitige) A-4739/2012 Seite 9 Einreichung eines allfälligen B erichtigungsbegehrens (vgl. vorn E. 1.5). Vor diesem Hintergrund muss zu ihren Ungunsten angenommen werden, dass sie das genannte Schreiben vom 8. Februar 2012 weder bei der Zollstelle Schaffhausen, noch bei einer anderen Verwaltungsstelle einge- reicht hat. Nicht anders verhielte es sich, wenn das Schreiben der Beschwerdefü h- rerin vom 8. Februar 2012 als ordentliche Beschwerde an die dafür unzu- ständige Zollstelle Schaffhausen zu qualifizieren wäre. Denn auch für die Rechtzeitigkeit einer entsprechenden Besch werde trägt die Beschwerd e- führerin die Beweislast, weil es sich bei der 60 -tägigen Beschwerdefrist von Art. 116 Abs. 3 ZG ebenfalls um eine Verwirkungsfrist handelt (vgl. vorn E. 1.5 und E. 2.6). 4.3 4.3.1 Vorliegend ist aktenkundig und unbestritten, dass die Beschwerd e- führerin am 8. Februar 2012 die Deklarationen der hier fraglichen Se n- dungen im EDV -System der EZV korrigiert hat. Es fragt sich, ob diese Korrektur für sich allein als Berichtigungsbegehren im Sinne von Art. 34 Abs. 3 ZG betrachtet werde n kann oder ob dafür zwingend ein zusätzl i- ches Gesuch um Änderung der Veranlagungsverfügungen erforderlich ist. 4.3.2 Gemäss Art. 34 Abs. 3 ZG bedarf es für eine Änderung der Vera n- lagungsverfügung nach deren Ausstellung durch die Zollstelle eines en t- sprechenden Gesuches, wobei "gleichzeitig […] eine berichtigte Zolla n- meldung" einzureichen ist (vgl. vorn E. 2.4). Die Zollstelle gibt dem G e- such statt, wenn die anmeldepflichtige Person nachweist, dass die Waren entweder irrtümlich zu dem in der Zollanmeldung genannten Zollverfah- ren angemeldet worden sind (Art. 34 Abs. 4 Bst. a ZG), oder die Vorau s- setzungen für die beantragte neue Veranlagung schon erfüllt waren, als die Zollanmeldung angenommen wurde, und die Waren seither nicht ve r- ändert worden sind (Art. 34 Abs. 4 Bst. b ZG). 4.3.3 Nach dem eindeutigen Wortlaut von Art. 34 Abs. 3 ZG bedarf es für eine Berichtigung in formeller Hinsicht zum einen eines Gesuches um Änderung der Veranlagung und zum anderen einer gleichzeitig eing e- reichten, berichtigten Zollanmeldung. Dies stellt bereits klar, dass eine be- richtigte Zollanmeldung, hier im e-dec erfolgt, für sich allein nicht genügt. Der Zweck von Art. 34 Abs. 3 und 4 ZG ist es ferner, zu ermöglichen, an- genommene Zollanmeldungen – wenn die entsprechenden Vorausse t-A-4739/2012 Seite 10 zungen erfüllt sind – auf eine unkomplizierte Weise sowie ohne zusätzl i- che formelle Anforderungen wie im ordentlichen Beschwerdeverfahren zu berichtigen (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-6660/2011 vom 29. Mai 2012 E 3.1 und A -5069/2010 vom 28. April 2011 E. 2.6; RAE- DERSDORF, a.a.O., Art. 34 N. 5). Indessen war es nicht die Absicht des Gesetzgebers, mit dieser Regelung die hohen Anforderungen bezüglich der Sorgfaltspflicht der anmeldepflichtigen Person auszuhöhlen (vgl. RAEDERSDORF, a.a.O., Art. 34 N. 11 ). Es erscheint auch vor diesem Hintergrund als gerechtfertigt, in formeller Hinsicht nebst der berichtigten Zollanmeldung ein separates Gesuch um Änderung der Veranlagung zu verlangen. In der Literatur wird denn auch zu Recht ausgeführt, dass die anmeldepflichtige Person ein schriftliches sowie unterzeichnetes Gesuch um Korrektur einreichen müsse, wenn eine Veran lagungsverfügung b e- reits ausgestellt worden sei ( RAEDERSDORF, a.a.O., Art. 34 N. 13; vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -5069/2010 vom 28. April 2011 E. 2.4). Diese Betrachtungsweise macht auch aus rein praktischen bzw. systemtechnischen Überl egungen Sinn: Ändert ein Zollpflichtiger – wie hier – nach Ausstellung der Veranlagungsverfügungen seine Zolla n- meldung via e -dec, muss die für den Entscheid über den Berichtigung s- antrag im Sinne von Art. 34 ZG zuständige Behörde überhaupt erst von Letzterem erfahren; dies wird durch das Erfordernis eines separaten G e- suches sichergestellt. 4.3.4 Ein separates, schriftliches und unterzeichnetes Gesuch ist nach dem Ausgeführten für eine Korrektur der Veranlagung nach Art. 34 Abs. 3 und 4 ZG auch dann zwingend , wenn die Zollanmeldung elektronisch er- folgte. Zwar muss eine anmeldepflichtige Person, welche von der OZD zur elektronischen Zollanmeldung zugelassen wurde, nach Art. 8 Abs. 3 ZV-EZV in der bis 31. Januar 2013 geltenden Fassung alle zugeführten, gestellten und summarisch angemeldeten Waren elektronisch anmelden, und sind nach dieser Vorschrift andere Anmeldeformen nur zulässig, s o- fern die EZV die elektronische Zollanmeldung nicht anbieten kann. Diese Bestimmung regelt jedoch nur die Zollanmeldung und nich t die Korrektur von Veranlagungen. 4.3.5 Nach dem Ausgeführten bilden die seitens der Beschwerdeführerin am 8. Februar 2012 vorgenommenen Korrekturen im EDV -System der EZV keine Berichtigungsbegehren im Sinne von Art. 34 Abs. 3 ZG. 4.4 Zu Recht nicht gelt end gemacht wird im Übrigen, dass die von der Beschwerdeführerin am 8. Februar 2012 vorgenommenen Korrekturen im A-4739/2012 Seite 11 EDV-System der EZV als ordentliche Beschwerde hätten behandelt we r- den müssen. 4.5 Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Beschwerdefü h- rerin vor ihrer Beschwerde vom 22. Juni 2012 weder eine gegen die hier in Frage stehenden Veranlagungsverfügungen gerichtete Beschwerde noch ein Begehren im Sinne von Art. 34 Abs. 3 ZG um Berichtigung di e- ser Verfügungen eingereicht hat. Damit hat es bei dem zu Recht gefällten Nichteintretensentscheid der Vorinstanz sein Bewenden. Offen bleiben kann hier, ob das Ansinnen der Beschwerdeführerin, einen anderen Zol l- ansatz als den in den Veranlagungsverfügungen zugrunde gelegten A n- satz anwenden zu lassen, überha upt Gegenstand eines Verfahrens nach Art. 34 Abs. 3 und 4 ZG sein konnte, und nicht vielmehr ein solcher eines Beschwerdeverfahrens nach Art. 116 Abs. 1 ZG bilden müsste. 5. Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Ausgangsgemäss hat die unterliegende Beschwerdeführe- rin die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 1'000.- festzusetzen (Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 des Regl e- ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem g e- leisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Ver fahrenskosten von Fr. 1'000. - werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvo r- schuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) A-4739/2012 Seite 12 Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Daniel Riedo Beat König Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: