B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-5060/2011 und A-5064/2011 U r t e i l v o m 4 . J u n i 2 0 1 2 Besetzung Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Michael Beusch, Richterin Salome Zimmermann, Gerichtsschreiberin Iris Widmer. Parteien X._______ AG, Y._______, beide vertreten durch …, Beschwerdeführende, gegen Oberzolldirektion (OZD), Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Zoll; Import von Nüsslisalat; Kontingent; Solidarhaftung. A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Die X._______ AG (Ort) bewirtschaftet gemäss Handelsregister eintrag einen Gemüsebaubetrieb und verarbeitet und handelt mit Gemüse und Früchten. Y._______ ist Präsident des Verwaltungsrat es sowie als G e- schäftsführer tätig. B. Die Zollkreisdirektion Schaffhausen führte im Jahr 2010 gegen die X.______ AG sowie gegen die Firma A._______ AG (Ort), ebenfalls eine im Gemüsehandel tätige Firma, eine Strafuntersuchung durch. Dabei stellte sie Folgendes fest: B.a In den Jahren 2004 und 2005 sei die Firma A._______ AG für sechs Einfuhren von Nüsslisalat ( insgesamt 2'639 kg brutto) als Empfänger in und Importeur in angemeldet gewesen. Die sechste Sendung habe Y ._______ zudem selber bei der B._______ (Land) bestellt. Den Einfuhr- verzollungen hätten jeweils auf die A._______ AG lautende Rechnungen beigelegen. Die Ware sei auf Firmenfahrzeugen der "X._______-Gruppe" transportiert und zur X. _______ AG gebracht worden. Die Rechnungen, lautend auf die A._______ AG, seien in die Buchha ltung der X._______ AG übernommen und die Rechnungsbeträge von der X._______ AG di- rekt an den Lieferanten, die B._______, bezahlt worden. Die Einfuhrve r- zollungskosten für sämtliche Sendungen seien von der A._______ AG übernommen und der X._______ AG weiterverrechnet worden. Finanziel- le Transaktionen zwischen der A._______ AG und der B._______ seien bezüglich der fraglichen Lieferungen keine festgestellt worden. B.b Aus diesem Sachverhalt folge rte die Zollkreisdirektion , dass bei sämtlichen Sendungen die X._______ AG die Empfängerin und Importeu- rin der Ware gewesen sei. Im Zeitpunkt der Einfuhr sei die X._______ AG an der Ware verfügungsberechtigt gewesen. Die A._______ AG sei dem- nach zu Unrecht als Empfängerin und Importeurin der Ware angemeldet und ihre Generaleinfuhrbewilligung (GEB) und ihr Einfuhrkontingent seien ebenfalls zu Unrecht verwendet worden. B.c Durch diese "Falschanmeldung" der Importeurin und der Empfängerin sei der Nüsslisalat mangels entsprechenden Kontingents bei der X._______ AG fälschlicherweise zum Kontingentszollansatz (KZA) statt zum Ausserkontingentszollansatz (AKZA) der einschlägigen Tarifnummer veranlagt worden. A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 3 C. Aufgrund dieses Sachverhaltes (Bst. B) forderte die Z ollkreisdirektion mit Nachforderungsverfügung vom 29. September 2010 von der X._______ AG insgesamt Fr. 59'837.65 (Fr. 46'076.95 Zolldifferenz, Fr. 1'064.55 Mehrwertsteuer, Fr. 12'696.15 Verzugszins) nach. Gleichzeitig erklärte sie mit Verfügung über die Leistungspflicht ebenfalls vom 29. September 2010 Y ._______ für eine dieser S endungen (Lieferung vom 22. März 2005) im Umfang von Fr. 5'598.45 (Fr. 4'347.55 Zolldifferenz, Fr. 63.05 Mehrwertsteuer, Fr. 1'187.85 Verzugszins) für solidarisch l eistungspflich- tig. D. Gegen diese Verfügungen erhoben die X._______ AG sowie Y ._______ jeweils am 1. November 2010 Beschwerde bei der Eidgenössischen Oberzolldirektion (OZD). Am 19. Juli 2011 wurden die Beschwerden je mit einem separaten Entscheid abgewiesen. E. Am 13. September 2011 gelangten die X._______ AG (Beschwerdeführe- rin) sowie Y ._______ (Beschwerdeführer) mit je separaten Beschwerden ans Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragen jeweils übereinstimmend die Aufhebung des angefochtenen Entscheides, eine Parteientschäd i- gung sowie die Vereinigung der Verfahren. In ihren Vernehmlassungen je vom 4. November 2011 beantragt die OZD (Vorinstanz) die kostenfällige Abweisung der Beschwerden. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Entscheide der OZD können gemäss Art. 31 in Verbindung mit Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 ü ber das Bundesverwa l- tungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) beim Bu n- desverwaltungsgericht angefochten werden. Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG nichts anderes bestimmt – nach den Vorschriften des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1 968 über das Verwaltungsverfa h- ren (VwVG, SR 172.021). Die Beschwerdeführe nden sind durch den je- weils angefochtenen Entscheid berührt und haben ein schutzwürdiges In- teresse an dessen Aufhebung (Art. 48 VwVG). Auf die form - und fristge- recht eingereichten Beschwerden ist deshalb einzutreten. A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 4 1.2. Am 1. Mai 2007 sind das Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG, SR 631.0) sowie die dazugehörige Verordnung vom 1. November 2006 (ZV, SR 631.01) in Kraft getreten. Am 1. Januar 2010 trat das Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über d ie Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20) in Kraft. Per 1. Januar 2012 wurden überdies die Allgemeine Verordnung vom 26. Oktober 2011 über die Einfuhr von landwirtschaftlichen Erzeu g- nissen (Agrareinfuhrverordnung, AEV, SR 916.01) sowie die Verordnung vom 12. Oktober 2011 über die Statistik des Aussenhandels (SR 632.14) in Kraft gesetzt. In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massge b- lich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhaltes Geltung haben. Neues Recht wirkt s omit weder zurück noch voraus; w e- der erfasst das neue Recht früher vollendete Sachverhalte, noch hat neues Recht Bedeutung, bevor es in Kraft tritt. Altes Recht bleibt weite r- hin massgeblich für Sachverhalte, die sich vor der Aufhebung erfüllt h a- ben. Auf altrechtliche Veranlagungen ist deshalb nach wie vor das alte – formell aufgehobene – Recht anwendbar, selbst wenn die Weitergeltung dieses bisherigen Rechts nicht ausdrücklich vorgesehen ist (vgl. MARKUS WEIDMANN, Das intertemporale Steuerrecht in der Rechtsprechung, in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 76 S. 633 ff., S. 638, mit weiteren Hinweisen). Indessen ist eine Rückwirkung zum Vorteil des b e- troffenen Privaten gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung au s- nahmsweise möglich, sofern dies im Gesetz ausdrücklich vorgesehen ist (BGE 105 Ia 36 E. 3, 99 V 200 E. 2; Urteile des Bundesverwaltungsge- richts A-5654/2009 vom 26. November 2010 E. 2.1, A-1766/2006 und A-55/2007 vom 25. September 2008 E. 1.2; vgl. dazu ausführlich WEID- MANN, a.a.O., S. 641 f.). Der vorliegende Sachverhalt hat sich in den Jahren 2004 und 2005 zuge- tragen, also vor in Kraft treten der genannten Gesetze und der erwähnten Verordnungen. Spezifische Übergangsbestimmungen, welche eine be- günstigende Rückwirkung vorsehen, wurden n icht geschaffen. Die vorlie- gende Sache untersteht deshalb der (alten) Zollrechtsordnung (vgl. Zol l- gesetz vom 1. Oktober 1925 [aZG, AS 42 287 und BS 6 465] sowie der Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollgesetz [aZV, AS 42 339 und BS 6 514]), dem Bundesgeset z vom 2. September 1999 über die Meh r- wertsteuer (aMWSTG, AS 2000 1300), der AEV vom 7. Dezember 1998 (aAEV, AS 1998 3125) sowie der Verordnung vom 5. Dezem ber 198 8 über die Statistik des Aussenhandels (AS 1988 2047). A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 5 1.3. Grundsätzlich bildet jeder vorinstanzliche Entscheid ein selbständ i- ges Anfechtungsobjekt und ist deshalb einzeln anzufechten. Es ist g e- rechtfertigt, von diesem Grundsatz abzuweichen und die Anfechtung in einem gemeinsamen Verfahren mit einem einzigen Urteil zuzulassen, wenn die einz elnen Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusa m- menhang stehen und sich in allen Fällen gleiche oder ähnliche Recht s- fragen stellen (vgl. BGE 131 V 224 E. 1, 123 V 215 E. 1; statt vieler: Ur- teile des Bundesverwaltungsgerichts A-1615/2006 und A-1616/2006 vom 4. November 2009 E. 1.2, A-1630/2006 und A -1631/2006 vom 13. Mai 2008 E. 1.2 mit Hinweisen). Unter den gleichen Voraussetzungen können auch getrennt eingereichte Beschwerden in einem Verfahren vereinigt werden. Ein solches Vorgehen dient der Verfahrensökonomie und liegt im Interesse aller Beteiligten ( ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs gericht, Basel 2008, Rz. 3.17). Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt, stehen die Sachverhalte doch in engem inhaltlichem Zusammenhang und stellen sich gleiche oder gleichartige Recht sfragen. Dementsprechend hat der Vertreter der B e- schwerdeführenden die angefochtenen Entscheide auch mit weitgehend übereinstimmenden Argumenten angefochten. Es rechtfertigt sich daher, antragsgemäss die beiden Beschwerdeverfahren zu vereinigen und in e i- nem einzigen Urteil zu erledigen. 2. 2.1. Jede Wareneinfuhr über die schweizerische Zollgrenze unterliegt der Zollpflicht (vgl. Art. 1 Abs. 1 aZG). Gemäss Art. 1 Abs. 2 aZG umfasst die Zollpflicht die Befolgung der Vorschriften für den Verkehr über die Grenze (Zollmeldepflicht) und die Entrichtung der gesetzlichen Abgaben (Zollzah- lungspflicht). Der Zollmeldepflicht unterliegt, wer eine Ware über die Grenze bringt, sowie der Auftraggeber (Art. 9 Abs. 1 aZG). Die Zollza h- lungspflicht entsteht mit Bestätigung der Annahme der Zolldeklaration (Art. 11 Abs. 1 i.V.m. Art. 35 aZG) und liegt dem Zollmeldepflichtigen, den übrigen in Art. 9 aZG genannten Personen, sowie demjenigen ob, für dessen Rechnung die Ware eingeführt worden ist. Sie haften solidarisch für die geschuldeten Abgaben (Art. 13 Abs. 1 aZG). Unter den Begriff "Personen" werden auch juristische Personen subsumiert (vgl. HEINZ SCHREIER, in: Kocher/Clavadetscher [Hrsg.], Hand kommentar Zollgesetz [nachfolgend: Handkommentar Zollgesetz] , Bern 2009, Art. 6 N. 8 mit Hinweisen, vgl. nun die ausdrückliche Re gelung in Art. 6 Bst. a ZG, vgl. dazu auch MICHAEL BEUSCH, Handkommentar Zollgesetz, Art. 70 N. 7 ). A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 6 Die Zollzahlungspflichtigen sind übe rdies bei der Einfuhr für die Meh r- wertsteuer steuerpflichtig (Art. 73 aMWSTG i.V.m. Art. 75 aMWSTG). Der Gesetzgeber hat den Kreis der Zollzahlungspflichtigen weit gezogen. Nach ständiger Rechtsprechung ist auch der Begriff des Auftraggebers weit zu fassen: Als solcher gilt nicht nur derjenige, der im zivilrechtlichen Sinne mit dem Transporteur einen Frachtvertrag abschliesst, sondern j e- de Person, welche die Wareneinfuhr tatsächlich veranlasst (Urteil e des Bundesgerichts 2C_747/2009 vom 8. April 2010 E. 4.2, 2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 E. 2.1, 2A.82/2005 vom 23. August 2005 E. 2.1.2, mit zahlreichen Hinweisen ; Urteil e des Bundesverwaltungsgerichts A-4812/2007 vom 17. Juni 2010 E. 2.1.1, A-1766/2006 und A -55/2007 vom 25. September 2008 E . 3.1.1). Mit Urteil vom 8. April 2010 hat das Bundesgericht im Verfahren 2C_747/2009 an seiner (in BGE 89 I 542 publizierten) Rechtsprechung festgehalten, wonach auch die als Organ für eine juristische Person handelnde natürliche Person selber als Au f- traggeberin im Sinn von Art. 9 Abs. 1 aZG gilt (vgl. E. 5.2; vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -4812/2007 vom 17. Juni 2010 E. 2.1.2). Der Zweck dieser weit gefassten Regelung über die Zollzahlungspflicht liegt im öffentlichen Interesse, die Einbringlichkeit der Zollabgaben zu ga- rantieren, für welche die Zollschuldner und Zollschuldnerinnen solidarisch haften. Sie ist aber auch Ausdruck des im Zollrecht geltenden und streng verstandenen Selbstdeklarationsprinzips (vgl. bereits BGE 89 I 542 E. 4, Urteil des Bu ndesgerichts 2C_747/2009 vom 8. April 2010 E. 4.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -1766/2006 und A -55/2007 vom 25. September 2008 E. 3.1; vgl. zur vergleichbaren Regelung im ZG : RE- MO ARPAGAUS, Zollrecht, in : Koller/Müller/Tanquerel/Zimmerli [Hrsg.] , Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XII, 2. Aufl., Basel 2007, Rz. 425). 2.2. Die Ein - und Ausfuhrzölle werden durch den Zolltarif (Anhang zum Zolltarifgesetz vom 9. Oktober 1986 [ZTG, SR 632 .10]) festgesetzt (Art. 21 aZG). A uch wenn dieser Tarif in der Systematischen Sammlung des Bundesrechts nicht mehr publiziert wird (ZTG Anhänge 1 und 2, Fn. 29), stellt er weiterhin anwendbares Bundesrecht dar und behält er Gesetzesrang. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach an diesen Ta- rif gebunden (Art. 190 d er Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; vgl. statt vieler: Urteil A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 7 des Bundesverwaltungsgerichts A -829/2011 vom 30. Dezember 2011 E. 2.5.1). 2.3. 2.3.1. Die im Zusammenhang mit dem Beitritt der Schweiz zur Weltha n- delsorganisation (WTO) per 1. Juli 1995 und der Ratifizierung der en t- sprechenden GATT/WTO -Übereinkommen (Abkommen vom 15. April 1994 zur Errichtung der Welthandelsorganisation, SR 0.632.20; Überei n- kommen über die Landwirtschaft, Anhang 1A.3 zum Abkommen) eing e- führte Regelung betreffend die Einfuhr von Agrarprodukten erlaubt den Import sowohl inner- als auch ausserhalb eines Zollkontingents. Die Ei n- fuhr innerhalb eines Kontingents unterliegt gewöhnlich einem geringeren Zollansatz (KZA) als jene ausserhalb (AKZA) . Kommt der AKZA zur A n- wendung, wirkt dieser regelmässig prohibitiv (vgl. BGE 129 II 160 E. 2.1, 128 II 34 E. 2b, Urteile des Bundesgerichts 2C_82/2007 vom 3. Juli 2007 E. 2.1 und E. 2.2, 2A.1/2004 vom 31. März 2004 E. 2.1; ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 625 f.). 2.3.2. Das Bundesgesetz vom 29. April 1998 über die Landwirtschaft (Landwirtschaftsgesetz, LwG, SR 910.10) legt innerhalb der welthandel s- rechtlichen Verpflichtungen die Rahmenbedingungen für die Produktion und den Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse fest ( Art. 7 ff., vgl. insbes. Art. 21 LwG betreffend Zollkontingente). Die aAEV konkretisiert diesbezüglich die Landwirtschaftsgesetzgebung. Für die Zuständigkeit und das Verfahren zur Festsetzung der Zollansätze verweist Art. 19 LwG, soweit dieses Gesetz selbst nichts anderes bestimmt, auf die Zollgeset z- gebung (vgl. hinsichtlich der Zolltarife insbes. Anhänge des ZTG und A n- hang 1 aAEV). 2.3.3. Die Einfuhr bestimmter – durch den Bundesrat durch Verordnung festzulegender – landwirtschaftlicher Erzeugnisse bedarf zur statistischen Überwachung grundsätzlich einer Bewilligung (Art. 24 Abs. 1 LwG). N e- ben der statistischen Erfassung dient die Bewilligungspflicht der Kontrolle der Verteilung und Ausnützung von Zollkontingenten (BBl 1996 IV 122; vgl. auch Urteil des Bun desgerichts 2A.53/2004 vom 2. August 2004 E. 2.3). Auf dieser gesetzlichen Grundlage verlangt die Agrareinfuhrveror d- nung, dass diese Bewilligung in der Form einer Generaleinfuhrbewilligung (GEB) erteilt wird (Art. 1 Abs. 1 aAEV). Die GEB ist unbefristet gü ltig und nicht übertragbar (Art. 1 Abs. 3 aAEV). Die zollmeldepflichtige Person muss in der Zolldeklaration die Nummer der GEB des Importeurs (GEB -A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 8 Inhaber) angeben (Art. 1 Abs. 4 aAEV gemäss der in den Jahren 2004 und 2005 gültigen Fassung [AS 1998 3125]). Wer über eine GEB verfügt, kann für die Importe der von der aAEV er- fassten landwirtschaftlichen Erzeugnisse Zollkontingentsanteile erwerben. Die Zollkontingentsanteile werden den Berechtigten dabei durch Hoheit s- akt zugeteilt (Art. 12, Art. 13 Abs. 2, Art. 16 ff. aAEV). Einfuhren innerhalb des Kontingents werden zum privilegierten Satz (KZA) verzollt; ausse r- halb der Kontingentsmenge ist der reguläre (höhere) Zollansatz des G e- neral- bzw. Gebrauchstarifs anwendbar (AKZA; Art. 1 ff. und Anhänge des ZTG; vgl. hierzu auch vorne E. 2.2, 2.3.1). 2.3.4. Nüsslisalat ist Regelungsgegenstand der Agrareinfuhrverordnung (vgl. Anhang 1 Ziffer 10 [Marktordnung Frischgemüse] aAEV). Wer Nüss- lisalat in die Schweiz einführen will, bedarf demnach einer GEB und muss – will er sie zum K ZA einführen – über einen entsprechenden Zoll kontin- gentsanteil verfügen. 2.4. 2.4.1. Ein Zollkontingentanteilsinhaber kann mit anderen Zollkontingen t- anteilsberechtigten vereinbaren, dass die Einfuhren von landwirtschaftl i- chen Erzeugnissen des Zollkontingentanteilsberechtigten dem Zollkontin- gentsanteil des Anteilsinhabers angerechnet werden. Die Vereinbarung der Ausnützung hat vor der Annahme der Zolldeklaration zu erfolgen und ist dem Bundesamt für Landwirtschaft ( BLW) vor der Einfuhrabfertigung schriftlich zu melden (Art. 14 Abs. 1 und 2 aAEV gemäss der in den Ja h- ren 2004 und 2005 gültigen Fassung [AS 1998 3125]). In der Zolldeklar a- tion ist die GEB -Nummer derjenigen zollkontingentsanteilsberechtigten Person anzugeben, welche das landwirtschaftliche E rzeugnis einführt (Art. 14 Abs. 3 aAEV gemäss der in den Jahren 2004 und 2005 gültigen Fassung [AS 1998 3125]; vgl. auch oben E. 2.3.3). 2.4.2. Die Übertragbarkeit von Rechten und Pflichten im öffentlichen Recht ist durch dessen zwingenden Charakter grundsätzlich ausg e- schlossen (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/ St. Gallen 2010 , Rz. 826 ff.). Dies gilt insbesondere, wenn eine Bewilligung an eine bestimmte Person geknüpft ist, was im Verwaltungsrecht regelmässig der Fall ist. Wenn deshalb die Übertragbarkeit der durch Hoheitsakt zuget eilten Zollkontingente (vgl. E. 2.3.3) durch Gesetz oder Verordnung ausgeschlossen oder beschränkt wird, ist dagegen grundsätzlich nichts einzuwenden (Urteil e des Bundes-A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 9 verwaltungsgerichts A-2206/2007 vom 24. November 2008 E. 2.4.2, A-1723/2006 vom 22. August 2007 E. 3.4.1). Das Bundesverwaltungsg e- richt hat die Übereinstimmung der Regelung betreffend die Ausnützung von Zollkontingentsanteilen Dritter mit dem übergeordneten Recht best ä- tigt (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -1737/2006 vom 22. August 2007 E. 3.4, insbes. E. 3.4.3, mit Hinweis). Es hat in diesem Zusamme n- hang zudem wiederholt entschieden, dass Einfuhren unter Ausnützung einer fremden GEB -Nummer und bzw. oder von Zollkontingenten zulas- ten von Drittfirmen (z.B. mangels einer vorschriftsgemässen Vereinb a- rung über die Ausnützung von Zollkontingentsanteilen) zum AKZA zu ver- zollen sind (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-2206/2007 vom 24. November 2008 E. 2.4.2, A-1737/2006 vom 22. August 2007 E. 4, A-1757/2006 vom 21. Juni 2007 E. 3.1, A -1678/2006 vom 5. März 2007 E. 3.2, A-1688/2006 vom 22. März 2007 E. 3). 2.5. 2.5.1. Die Zollmeldepflichtigen unterliegen im Zollverfahren besonderen gesetzlichen Mitwirkungspflichten (Art. 29 ff. aZG ). Hinsichtlich der Sor g- faltspflichten werden hohe Anforderungen an sie gestellt. Sie müssen die Zolldeklaration abgeben und haben für deren Richtigkeit einzu stehen (Art. 31 aZG i.V.m. Art. 47 Abs. 2 aZV [zum Selbstdeklarationsprinzip vgl. BGE 112 IV 53 E. 1a, Urteile des Bun desgerichts 2A.539/2005 vom 12. April 2006 E. 4.5, 2A.1/2004 vom 31. März 2004 E. 2.1, 2A.457/2000 vom 7. Februar 2001, veröffentlicht in: ASA 70 S. 334 E. 2c; statt vieler: Urteile des Bundes verwaltungsgerichts A-2925/2010 vom 25. Nov ember 2010 E. 2.4, A -2293/2008 vom 18. Mai 2010 E. 2.1.1, A -5612/2007 vom 1. März 2010 E. 2.1.2 ]). Bei Einfuhren innerhalb bzw. ausserhalb der z u- geteilten Kontingente gilt ausnahmslos das Prinzip der Eigenverantwo r- tung. Sind im Zeitpunkt der Einfuhr nicht sämtliche Voraussetzungen für eine Verzollung nach dem KZA erfüllt, gelangt zwingend der AKZA zur Anwendung, es sei denn, ein allgemeiner Zollbefreiungs - oder ein Zollbe- günstigungstatbestand (beispielsweise Art. 14 f. bzw. Art. 16 ff. aZG) liege vor (Urtei le des Bundesverwaltungsgerichts A-2206/2007 vom 24. N o- vember 2008 E. 2.5.1, A-1730/2006 vom 4. Februar 2008 E. 2.2, A-1688/2006 vom 22. März 2007 E. 2.3, A -1678/2006 vom 5. März 2007 E. 2.3). 2.5.2. Zur Erfüllung der Zollmeldepflicht gehört auch die Befolgung de r bundesrechtlichen Vorschriften über die Handelsstatistik, die Monopole und die Regale, sowie der weiteren Erlasse des Bundes, bei deren Durchführung die Organe der Zollverwaltung mitzuwirken haben (Art. 7 A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 10 Abs. 1 aZG). Die ausführende Verordnung über die Statistik des Aussen- handels von 1988 bestimmt, dass die Einfuhrdeklaration den Namen des Empfängers, und wenn dieser nicht der Importeur ist, den Namen und die Adresse des Importeurs enthalten muss. Empfänger ist diejenige natürli- che oder juristische Person im Zollinland, der die Ware zugeführt wird. Importeur ist, wer die Ware ins Zollinland einführt oder auf seine Rec h- nung einführen lässt (Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Statistik des Aussenhandels von 1988 ; vgl. hierzu auch Urteil e des Bundesverwa l- tungsgerichts A-2206/2007 vom 24. November 2008 E. 2.5.2, A-1757/2006 vom 21. Juni 2007 E. 2.4). Wer als Importeur im Sinne die- ser Verordnung gilt, beurteilt das Bundesgericht etwa danach, wie die Handelsbeziehungen ausgestaltet sind – also wer die Ware be stellt bzw. wer direkten Kontakt zum ausländischen Lieferanten gehabt hat – sowie danach, wer in den Zollunterlagen aufgeführt ist, an wen die Ware geli e- fert worden ist, wie die Rechnungsstellung zwischen den Beteiligten ve r- lief und wer beim Grenzübertritt über die Ware wirtschaftlich verfügte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_388/2007 vom 12. November 2007 E. 5.2). 2.6. 2.6.1. Eine Zollübertretung begeht unter anderem, wer für Waren Zollbe- freiungen oder Zollermässigungen erwirkt, ohne dass die Voraussetzu n- gen für den zollfreien Warenverkehr oder die Zollbegünstigung zutreffen (Art. 74 Ziff. 9 ZG). Eine Zollübertretung begeht ausserdem, wer dem Bund zum eigenen Vorteil Zölle vorenthält oder sich einen unrechtmäss i- gen Zollvorteil verschafft oder die gesetzmäs sige Veranlagung gefährdet oder verhindert (Art. 74 Ziff. 16 aZG). Laut Art. 80 Abs. 1 aZG findet der zweite Titel des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über d as Verwal- tungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) auf Zollwiderhandlungen Anwendung. Gemäss Art. 12 Abs. 1 VStrR ist die infolge einer Widerhandlung zu U n- recht nicht erhobene Abgabe ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer Person nachzuentrichten. Art. 12 Abs. 2 VStrR ergänzt, dass zur Nac h- leistung verpflichtet ist, wer in den Genuss des unrechtmässigen Vort eils gelangt ist, insbesondere der zur Zahlung der Abgabe Verpflichtete oder der Empfänger der Vergütung oder des Beitrages. Voraussetzung für die Anwendbarkeit von Art. 12 Abs. 2 VStrR ist eine objektive Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes (BGE 129 II 160 E. 3.1, 115 Ib 360 E. 3a). Nicht verlangt ist insbesondere eine strafrechtliche Verantwortlichkeit, ein Verschulden ( BGE 106 Ib 221 E. 2c, Urteil des Bundesgerichts 2A.603/2003 vom 10. Mai 2004 E. 3.2) oder gar die Ei n- leitung eines Strafverfahrens, vielmehr genügt es, dass der durch die Nichtleistung der Abgabe entstandene unrechtmässige Vorteil seinen A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 11 Grund in einer Widerhandlung im objektiven Sinn hat ( BGE 129 II 160 E. 3.2, Urteile des Bundesgerichts 2C_ 132/2009 vom 7. Januar 2010 E. 4.1, 2A.660/2006 vom 8. Juni 2007 E. 6.2, 2A.461/2003 vom 20. Janu- ar 2004 E. 3.1 ). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat der unrechtmässige Vorteil im Vermögensvorteil zu liegen, der durch die Nichtleistung der Abgabe entstanden ist, wobei ein solcher nicht nur in der Vermehrung der Aktiven, sondern auch in einer Verminderung der Passiven bestehen kann, indem der Leistungspflichtige insofern unrech t- mässig bevorteilt ist, als er die Leistung infolge der Widerhandlung nicht erbringen muss (BGE 114 Ib 94 E 4a, 110 Ib 310 E. 2c, Urteile des Bun- desgerichts 2A.199/2004 vom 15. November 2004 E. 2.2.1, 2A.233/1999 vom 2. Dezember 1999 E. 3b; vgl. auch etwa Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A-4812/2007 vom 17. Juni 2010 E. 2.2.1). 2.6.2. Zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nachleistungspflichtigen gehören insbesondere jene Personen, welche dem Kreis der Zollza h- lungspflichtigen nach Art. 13 und 9 aZG entsprechen. Diese haften selbst dann, wenn sie nichts von der falschen Deklaration wussten (BGE 107 Ib 198 E. 6c/d), denn sie gelten ipso facto als durch die Nichtbezahlung der Abgabe bevorteilt (Urteil des Bundesgerichts 2A.82/2005 vom 23. August 2005 E. 3.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -4812/2007 vom 17. Juni 2010 E. 2.2.1, A -2293/2008 vom 18. Ma i 2010 E. 2.3, A-5828/2008 vom 1. April 2010 E. 3.2). Sie sind direkt unrechtmässig b e- vorteilt, weil sie die geschuldeten Abgaben infolge der Widerhandlung nicht entrichten mussten. Der Genuss dieses Vorteils soll den Leistung s- pflichtigen mit dem Institut der Nachleistungspflicht entzogen werden. Diese Personen – für welche die gesetzliche Vermutung eines unrech t- mässigen Vermögensvorteils gilt – haften solidarisch für den gesamten nicht erhobenen Abgabebetrag. Sie bleiben deshalb selbst dann lei s- tungspflichtig, wenn sie selber aus der Widerhandlung keinen persönl i- chen Nutzen gezogen haben (Urteile des Bundesgerichts 2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 E. 2.2, 2A.19 9/2004 vom 15. November 2004 E. 2.2.1, 2A.603/2003 und 2A.580/2003 vom 10. Mai 2004 E. 3.3.1; Urtei- le des Bundesverwaltungsgerichts A-1751/2006 vom 25. März 2009 E. 4, A-1741/2006 vom 4. März 2008 E. 2.2.1, A-1726/2006 vom 28. Januar 2008 E. 3.1). 2.7. Das Gebot der Verhältnismässigkeit verlangt, dass die vom Geset z- geber oder von der Behörde gewählten Massn ahmen für das Erreichen des gesetzten Zieles geeignet, notwendig und für den Betroffenen zumut- bar sind. Der angestrebte Zweck muss in einem vernünftigen Verhältnis A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 12 zu den eingesetzten Mitteln bzw. zu den zu seiner Verfolgung notwend i- gen Beschränkungen steh en. Der Eingriff in Grundrechte darf in sachl i- cher, räumlicher, zeitlicher und personeller Hinsicht nicht einschneidender sein als erforderlich und hat zu unterbleiben, wenn eine gleich geeignete, aber mildere Massnahme für den angestrebten Erfolg ausreich en würde (BGE 128 II 292 E. 5.1 mit Hinweisen; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 581 ff., 591). Die Frage der Verhältnismässigkeit stellt sich folglich nur in Fällen, in denen mehrere Massnahmen zur Erfüllung eines Ziels zur Verfügung stehen (vgl. auch U rteil des Bundesgerichts 2A.65/2003 vom 29. Juli 2003 E. 4; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -2206/2007 vom 24. November 2008 E. 4.3.2, A-1723/2006 vom 19. September 2007 E. 3.2). 3. 3.1. Im vorliegenden Fall konnte hinsichtlich der Lieferungen vom 30. De- zember 2004, 12., 26. und 28. Januar 2005 sowie 5. Februar 2005 nicht festgestellt werden, wer genau den Nüsslisalat bei der B._______ (Land) bestellt hat . Unstrittig ist aber, dass die Bestellung jeweils durch einen Mitarbeiter der X._______ AG erfolgte. Hinsichtlich der Liefe rung vom 22. März 2005 gesteht Y ._______ ein, die Ware selbst geordert zu ha- ben. Unbestritten ist weiter, dass die Ware von Deutschland aus jeweils auf Firmenfahrzeugen der X._______ AG an die X._______ AG geliefert wurde. Unstrittig ist sodann, dass die Rechnungen für die Ware – obwohl diese jeweils auf die A._______ AG lauteten – von der X._______ AG di- rekt der B._______ bezahlt worden sind. Die Einfuhrverzollungskosten für sämtliche Sendungen sind von der A._______ AG zunächst übernommen und der X._______ AG sodann weiterverrechnet worden. Weitere finan- zielle Transaktionen zwischen der A._______ AG und der X._______ AG bezüglich der strittigen Sendungen wurden keine festgestellt. Auch dies liegt nicht im Streit . Auf der Zollanmeldun g wurde unbestrittenermassen die A._______ AG als Importeurin und Empfängerin deklariert und deren GEB-Nummer genannt. 3.2. Die Vorinstanz schliesst auf der Grundlage dieses Sachverhalts zu Recht, dass Empfängerin und tatsächliche Importeurin – auch im Sinne des Zollrechts – die X._______ AG war: Mitarbeiter der X._______ AG bzw. Y ._______ selbst haben die Ware bei der B._______ bestellt. Somit trat die X._______ AG, der das Verhalten ihrer Mitarbeiter zugerechnet wird, als Auftraggeberin (vgl. E. 2.1) auf. Die Ware wurde stets der X._______ AG zugeführt, womit sie als Empfänge-A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 13 rin gilt (vgl. E. 2.5.2). Zudem wurde die Ware jeweils von der X._______ AG selbst ins Zollinland eingeführt, was sie bereits als Importeurin qualifi- ziert (vgl. E. 2.5.2). Für ihre Qualifikation als Importeurin spricht ausser- dem der Umstand, dass sie die Lieferantin direkt bezahlt hat, auch wenn die Rechnungsstellung formell anders verlief (vgl. dazu auch unten ). Ab- gesehen von der Weiterverrechnung der Verzollungskosten wurden zw i- schen der A._______ AG und der X._______ AG bezüglich der strittigen Sendungen keine finanziellen Transaktionen festgestellt , weshalb die A._______ AG keinerlei wirtschaftliche Verfügungsmacht über die Ware ausübte. Wie aus den Akten hervorge ht, war die A._______ AG am Han- del mit dem Nüsslisalat zwischen der X._______ AG und der B._______ nicht beteiligt . V iel eher ist von einer direkten Handelsbeziehung zw i- schen der X._______ AG und der B._______ auszugehen, was die Funk- tion der X._______ AG als Importeurin bestätigt (vgl. E. 2.5.2). Gemäss den von den Beschwerdeführenden unbestrittenen Aussagen von C._______ von der A._______ AG ist denn auch "[d]er Y ._______ (…) selber zur B._______ gegangen und hat dort die Ware eingekauft. Nur hat er dort die Ware, welche er über uns gekauft hat, dort selber ausgel e- sen und dann die Ware auch selber bezahlt" (act. Y2, Einvernahmeproto- koll C._______ vom 14. Dezember 2009, S. 5). Die A._______ AG hatte also zu keinem Zeitpunkt die Verfügungsberech- tigung über die Ware. Sie wurde demnach – wie die Vorinstanz korrekt ausführt – zu Unrecht als Importeurin und Empfängerin deklariert: Die Ware wurde – wie bereits erwähnt – von der deutschen Gemüsefirma di- rekt der X._______ AG zugeführt, weshalb die A._______ AG als Empfängerin ausser Frage steht (vgl. E. 2.5.2). Aber auch als Importeurin kommt d ie A._______ AG nicht in Betracht : Da – wie gesehen – die A._______ AG die Ware nicht selbst eingeführt hat, könnte sie nur dann als Importeurin betrachtet werden, wenn die Ware auf ihre Rechnung ein- geführt wor den wäre . Die Rechnung en wurden vorliegend zwar formell auf die A._______ AG ausgestellt. Da aber die Ware jeweils direkt von der X._______ AG an die Lieferantin bezahlt worden ist, ist angesichts auch der übrigen Umstände davon auszugehen, dass es sich bei dieser Form der Rechnungsstellung lediglich um einen Vorwand handelte. Die A._______ AG war bei den Einfuhren folglich einzig insofern invol- viert, als dass si e der X._______ AG ihr Kontingent und ihre GEB - Nummer zur Ver fügung gestellt hat . Kontingente sind aber persönlich. Nur unter Einhaltung gewisser Formalitäten können sie abgetreten wer- den (vgl. E. 2.4.2). Derartige Abtretungen haben hier nicht stattgefunden, A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 14 sollten diese denn – was aber offen bleiben kann – im vorliegenden Fall überhaupt zulässig gewesen sein . In der hier gewählten Form dürfen Kontingente jedoch nicht zur Verfügung gestellt bzw. ausgenützt werden , vielmehr führte dieses Vorgehen im vorliegenden Fall zu einer unrichtigen Deklaration von "Importeurin" und "Empfängerin". 3.3. Es bleibt, auf die übrigen Argumente der Beschwerdeführenden ei n- zugehen, sofern diese nicht bereits implizit oder explizit widerlegt worden sind. 3.3.1. Die Beschwerdeführenden rügen eine einseitige und unvollständige Darstellung des Sachverhaltes durch die Vo rinstanz. Diese sehen sie primär darin, dass weder die X._______ AG noch Y ._______ als Impor- teure bezeichnet werden könnten, denn D._______ von der A._______ AG habe stets die Kontrolle über die Zollkontingente gehabt. Es habe nur importiert werden können, was er erlaubt habe. Folglich habe er die Ver- antwortung für die Bestellungen, die Einteilungen der Kontingente und den Verkauf der Ware getragen. Die Entscheidungs- und Verfügungsge- walt über die zu importierende Menge und Art der Ware habe stets bei ihm gelegen. Bei dem von den Beschwerdeführenden gewählten Vorge- hen habe es sich um ein technisch vereinfachtes Verfahren gehandelt, das von allen Beteil igten als zulässig erachtet worden sei. Dabei sei zu beachten, dass die A._______ AG die Ware sowieso an die X._______ AG habe verkaufen wollen und die X._______ AG aus rein praktischen Gründen gewisse Aktivitäten der A._______ AG übernommen habe. Die Zollverwaltung demgegenüber betrachte das Ganze aus einer rein forma- listischen Perspektive und stelle bloss auf formale Abläufe ab. 3.3.2. Zunächst ist den Beschwerdeführenden entgegenzuhalten, dass es sich bei der Frage danach, wer als Importeur gilt , um eine Recht s- und nicht um eine Sachverhaltsfrage handelt. Inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt durch ihre angeblich formalistische Betrachtung unvollstän- dig festgestellt haben soll, ist nicht ersichtlich. Vielmehr hat sie den Sach- verhalt unter Berücksichtigung der vom Bundesgericht als massgebend erachteten Kriterien für die Bestimmung des Empfängers und des Impo r- teurs (vgl. E. 2.5.2) sowie der Vorgaben für die Ausnützung fremder Kon- tingentsanteile (vgl. E. 2.4.1) gewürdigt. Die Ausnützung von Kontingentsanteilen eines anderen Kontingentsb e- rechtigten ist – darauf wurde bereits hingewiesen (vgl. E. 3.2) – nur unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben möglich (vgl. E. 2.4). Indem die A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 15 Beschwerdeführenden vorliegend aus "praktischen G ründen" ein ihrer Auffassung nach "vereinfachtes Verfahren" zur Optimierung der Logistik wählten, wurden diese Vorgaben betreffend die Übertragung von Kontin- gentsanteilen missachtet. Es ist deshalb nicht von Belang, ob die A._______ AG stets die Kontrolle über die Zollkontingente inne hatte. A l- lein dadurch wird sie nicht zur Importeurin. Dabei spielt es keine Rolle, dass alle Beteiligten von der Zulässigkeit des Vorgehens überzeugt w a- ren. Ebenso wenig ist für die rechtliche Qualifizierung des Sachverhaltes beachtlich, aus welchen Gründen dieses Vorgehen praktiziert worden ist. Die Beschwerdeführenden sind in diesem Zusammenhang daran zu eri n- nern, dass die Zollnachforderungen die Konsequenz der im Zollrecht für die Deklaration sowie für die ordnungsgemässe Bewirtschaftung der Zol l- kontingente geltenden Formstrenge sind. Nur eine konsequente und ei n- heitliche Handhabung der gesetzlichen Formvorschriften vermag in di e- sem Bereich den Grundsätzen der Rechtssicherheit und Rechtsgleich heit zu genügen (vgl. E. 2.3.3, 2.4.1). Dies auch deshalb, weil die Einfuhr von landwirtschaftlichen Erzeugnissen allgemein bekannten strengen For m- vorschriften unterliegt, die besonders von damit vertrauten Importeuren und Grosshändlern wie die X._______ A G ohne unverhältnismässigen Aufwand eingehalten werden können. Vor diesem Hintergrund spielt es deshalb keine Rolle, dass es – wie die Beschwerdeführenden behaupten – wirtschaftlich auf dasselbe hinausläuft, wenn die A._______ AG die Wa- re selber bestellt, sie in die Schweiz eingeführt und in der Folge der X._______ AG übergeben hätte. 4. 4.1. Wie die Vorinsta nz zu Recht darlegt, führte die falsche Deklaration von "Importeurin" und "Empfängerin" dazu, dass die sechs Sendungen Nüsslisalat unter der GEB-Nummer und zu Lasten des Kontingentsanteils der A._______ AG zum KZA statt – mangels entsprechenden Kontingents bei der X._______ AG – zum AKZA zur Einfuhr angemeldet wurden. I m vorliegenden Fall führt dies zu einer unrechtmässigen Abgabebegünst i- gung bzw. zu einem unre chtmässigen Abgabevorteil, welche bzw. wel- cher ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer Person nachzuentrichten ist (vgl. E. 2.6.1). 4.2. Die Waren wurden von Mitarbeitern der X._______ AG (Lieferungen vom 30. Dezember 2004, 12., 26. und 28. Januar 2005 und 5. Februar 2005) sowie von Y ._______ (Lieferung 22. März 2005 ) bestellt. Die Handlungen der G enannten sind der X._______ AG zuzurechnen. Folg- lich ist sie als jene (juristische) Person zu qualifizieren, die die Ware als A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 16 Auftraggeberin über die Grenze h at bringen lassen (vgl. E. 2.1). Auch in diesem Zusammenhang ist unbeachtlich, dass die Bestellmengen jeweils von D._______ von der A._______ AG kontrolliert worden sein sollen. Somit gehört die X._______ AG zum Kreis der Zollzahlungspflichtigen (vgl. E. 2 .1), was ihre N achleistungspflichtig im Sinne von Art. 12 Abs. 2 VStrR begründet (vgl. E. 2.6.2). Wie bereits mehrfach erwähnt, hat Y ._______ die Lieferung vom 22. März 2005 bestellt. Er gilt ebenfalls als Auftraggeber und somit als diejenige Person, die die Ware über die Zol l- grenze hat bringen lassen (vgl. E. 2.1) . Demnach gehört auch er zum Kreis der solidarisch haftenden Zollzahlungspflichtigen (vgl. E. 2.1), was seine Nachleistungspflicht im Sinne von Art. 12 Abs. 2 VStrR für die g e- nannte Wareneinfuhr begründet (vgl. E. 2.6.2). Dass Y ._______ in sub- jektiver Hinsicht keine Absicht gehabt haben sol l, zu einem unrechtmä s- sigen Vorteil zu gelangen, spielt für die Nachleistungspflicht kei ne Rolle, da er als Zollzahlungspflichtiger ipso facto als bevorteilt gilt (vgl. E. 2.6.1). 4.3. Die Beschwerdeführenden beanstanden die Höhe der Nachforderu n- gen. Diese seien prohibitiv. Prohibitivzölle wirkten gleich wie menge n- mässige Beschränkungen und solche seien unzulässig. Im vorliegenden Fall führten die Nachforderungen zu einem unverhältnismässigen Resul- tat, das nicht mehr geschützt werden dürfe und welches zudem gegen die in Art. 27 BV verankerte Wirtschaftsfreiheit verstosse, da die Existenz der Beschwerdeführenden durch die prohibiti ve und unver hältnismässige Nachforderung gefährdet werde. 4.3.1. Den Beschwerdeführenden ist möglicherweise nicht zu widerspr e- chen, wenn sie beanstanden, dass der AKZA prohibitiv wirke (vgl. E. 2.3.1). In der Rechtsprechung wurde allerdings wiederholt bestätigt, dass das System der Zollkontingente, in dem die innerhalb des Zollko n- tingents getätigten Importe mit einem jeweils tieferen Zoll belastet w er- den, als jene, die über das Kontingent hinaus erfolgen (selbst bei deren prohibitiver Wirkun g, vgl. E. 2.3.1), sich im Einklang mit den staatsve r- traglichen Verpflichtungen der Schweiz erweisen. Zudem ist zu beachten, dass dem ZTG (inklusive Anhänge) Gesetzes rang zukommt und gemäss Art. 190 BV Bundesgesetze und Völkerrecht für das Bundesgericht un d die anderen rechtsanwendenden Behörden massgebend sind (vgl. etwa BGE 128 II 34 E. 4b, Urteil e des Bundesgerichts 2A.608/2004 vom 8. Februar 2005 E. 3.2, 2A.53/2004 vom 2. August 2004 E. 3.4.2; Urteile des Bundesverwal tungsgerichts A-1699/2006 vom 13. Se ptember 2007 E. 2.1, A -1737/2006 vom 22. August 2007 E. 3.1 ff., A -1743/2006, A-1744/2006 und A -1745/2006, alle vom 12. Juni 2007, jeweils E. 4, A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 17 A-1678/2006 vom 5. März 2007 E. 2.2; vgl. auch bereits Entscheide der Eidgenössischen Zollrekurskommission [ ZRK] 2004-032 und 2004 -033, beide vom 14. Juli 2005, E. 2a.aa bis E. 2b, 2002-112 vom 17. April 2003 E. 2a und E. 2b). Weitere Ausführungen zur behaupteten Verletzung der Wirtschaftsfreiheit erübrigen sich somit. 4.3.2. Was schliesslich den Vorwurf der Verletzung der Verhältnismässig- keit betrifft, so verkennt das Bundesverwaltungsgericht nicht, dass die im Streit liegenden Nachforderungen gerade auch gemessen am Warenwert für die Beschwerdeführerenden ein beträchtliches Ausmass aufweisen . Weil jedoch die X._______ AG für die beanstandeten Nüsslisalateinfu h- ren nicht über ein Zollkontingent verfügte (vgl. oben E. 3) und somit die Voraussetzungen für die Anwendung des KZA nicht erfüllt waren, kam zu Recht der AKZA zu Anwendung. Die OZD hatte keine Wahl verschiedener Mittel, mithin keinen Ermessensspielraum (vgl. E. 2.7), sondern war ve r- pflichtet, den Beschwerdeführenden den gesetzlich vorgeschriebenen AKZA bzw. die Differenz zum KZA in Rechnung zu stellen. Der Zolltarif nach dem AKZA wiederum beruht – wie bereits erwähnt – auf einer genü- genden gesetzlichen Grundlage (vgl. E. 2.2). Das Gebot der Verhältni s- mässigkeit ist insoweit nicht verletzt. 5. Entsprechend sind die Beschwerden vollumfänglich abzuweisen. Die Ver- fahrenskosten im Betrage von Fr. 3'600.-- sind den Beschwerdeführenden unter solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen. Sie sind mit den geleisteten Kostenvorschüssen in der Höhe von Fr. 800. -- (Y ._______) und von Fr. 2'800.-- (X._______ AG), insgesamt ausmachend Fr. 3'600. --, zu ver- rechnen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Ein e Parteientschädigung an die B e- schwerdeführenden ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). (Dispositiv nächste Seite) A-5060/2011 und A-5064/2011 Seite 18 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Verfahren A-5060/2011 und A-5064/2011 werden vereinigt. 2. Die Beschwerden werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von 3'600.-- werden den Beschwerde- führenden unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt und mit den von ihnen insgesamt in derselben Höhe geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet. 4. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführenden (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Riedo Iris Widmer Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Bewei smittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: