A bteilung III C -1120/2006 {T 0/2} U rteil vom 4. Juni 2007 M itw irkung: R ichter Antonio Im oberdorf (Kam m erpräsident); R ichterin Ele- na Avenati-C arpani; R ichterin R uth Beutler; G erichtsschreiber R udolf G run. A ._______, Beschw erdeführerin, vertreten durch H errn D r. iur. H ans W üst, R echtsanw alt, Seefeldstrasse 62, 8008 Zürich, gegen B undesam t für Polizei (fedpol), D ienst für Analyse und Prävention, Zentralstel- le W affen, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend W affengesetz (Typenprüfung Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. Am 7. April 2004 w urde die Vorinstanz (Zentralstelle W affen des Bundes- am tes für Polizei, fedpol) von der Kantonspolizei Zürich bezüglich der w af- fenrechtlichen Einstufung des Sturm gew ehrs SIG M odell 57 C om m ando cal. 7,5x55 (G P 11), hergestellt von der Beschw erdeführerin, angefragt. D ie Vorinstanz legte die Anfrage am 10. Juni 2004 dem Arbeitssausschuss W affen und M unition (AW M ) vor, der beschloss, die W affe einer Typenprü- fung im Sinne von Art. 16 Abs. 1 der Verordnung vom 21. Septem ber 1998 über W affen, W affenzubehör und M unition (W V, SR 514.541) zu unter- ziehen. Auf entsprechende Aufforderung hin stellte die Beschw erdeführe- rin der Vorinstanz am 24. August 2004 eine M usterw affe zu. B. M it Verfügung vom 8. N ovem ber 2004 stellte die Vorinstanz fest, das Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando cal. 7,5x55 gälte als zur halbauto- m atischen H andfeuerw affe um gebaute Seriefeuerw affe im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes über W affen, W affenzubehör und M uni- tion vom 20. Juni 1997 (W G , SR 514.54). D er Erw erb, das Tragen und Verm itteln an Em pfängerinnen und Em pfänger in der Schw eiz sow ie die Einfuhr dieser W affe sei som it verboten (Art. 5 Abs. 1 Bst. a W G ). Für den Erw erb, das Tragen und die Verm ittlung an Em pfängerinnen und Em pfän- ger in der Schw eiz und für die Einfuhr sei eine Ausnahm ebew illigung not- w endig (Art. 5 Abs. 3 und 3bis W G ). Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, dass das Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando zw ar auf der Basis des Schw eizer O rdonnanz-Sturm - gew ehrs M od. 57 aufgebaut sei und Baugruppen aufw eise, w elche m it die- sem identisch seien (Verschlussgehäuse, Verschluss, Abzuggehäuse), sich sonst aber in m ehreren Punkten von dieser O rdonnanzw affe unter- scheiden w ürde (kürzerer Lauf und M antelrohr, andere M ündungsbrem se, keine Zw eibeinstütze, M ontageschiene für Zielgeräte, Teleskopschaft, kür- zerer Kolbenhals, schw ächere Schliessfeder, Pistolengriff). D ie identischen Baugruppen stam m ten von einer Schw eizer O rdonnanz-Seriefeuerw affe, w elche von den M ilitärstellen auf Einzelfeuer (H albautom at) abgeändert w orden seien. D as Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando gelte daher nicht als ordonnanzähnliche W affe im Sinne von Art. 4 Abs. 3 der Verord- nung vom 5. D ezem ber 2003 über das Schiessw esen ausser D ienst (Schiessverordnung, SR 512.31) i.V.m . Art. 32 der Verordnung des VBS vom 11. D ezem ber 2003 über das Schiessw esen ausser D ienst (Schiess- verordnung – VBS, SR 512.311). Eine Privilegierung im Sinne von Art. 5 Abs. 5 W G von zu halbautom atischen H andfeuerw affen abgeänderten schw eizerischen O rdonnanz-Seriefeuerw affen gelte nur für W affen, w ie sie von der Arm ee zum Eigentum abgegeben w ürden und im Schiessw esen ausser D ienst zugelassen seien. C . M it Eingabe vom 9. D ezem ber 2004 beantragt die Beschw erdeführerin durch ihren R echtsvertreter die vollum fängliche Aufhebung der vorinstanz- lichen Verfügung.3 In der Begründung w ird geltend gem acht, die vorliegende W affe m it der Bezeichnung 57 C om m ando sei auf der Basis des Schw eizer O rdonnanz- Sturm gew ehrs M od. 57 aufgebaut, w obei ausnahm slos solche G ew ehre verw endet w ürden, die seitens der M ilitärverw altung anerkannterm assen auf Einzelfeuer um gebaut und alsdann den ehem aligen Arm eeangehörigen unentgeltlich ins Privateigentum abgegeben w orden seien. U nbestritten sei, dass die Beschw erdeführerin beim G ew ehr M od. 57 C om m ando die m assgebenden und entscheidenden Baugruppen des Schw eizer O rdonnanz-Sturm gew ehrs 57, näm lich Verschlussgehäuse, Verschluss und Abzugsgehäuse, nicht abgeändert habe. R echtlich habe dies zur Fol- ge, dass die "technischen H erzstücke" der W affe und ihre Funktionsw eise unverändert und identisch seien m it dem auf Einzelfeuer abgeänderten O r- donnanz-Sturm gew ehr M od. 57. Es handle sich som it nach w ie vor um eine ehem alige Schw eizer O rdonnanz-Seriefeuerw affe, die von den M ilitär- stellen auf eine halbautom atische W affe abgeändert w orden sei. Ebenso klar und unbestreitbar sei, dass das Sturm gew ehr 57, so w ie es von den M ilitärstellen den Arm eeangehörigen abgegeben w erde, grundsätzlich und in technischer H insicht unter Art. 5 Abs. 1 Bst. a W G falle. D a die U nterstellung dieser W affe unter Art. 5 Abs. 1 Bst. a W G unstreitig sei, sei aber gar keine Typenprüfung gem äss Art. 16 der W affenverordnung erforderlich. D ie m assgebende R echtsgrundlage finde sich in Art. 5 Abs. 5 W G , w onach zu halbautom atischen H andfeuerw affen abgeänderte schw eizerische O rdonnanz-Seriefeuerw affen nicht als W affe im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. a W G gelten w ürden. D as Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando sei auf der Basis des Schw eizer O rdonnanz-Sturm gew ehrs M od. 57 aufgebaut. Am technischen H erzstück der W affe sei nichts verän- dert w orden, sodass nach w ie vor eine ehem alige O rdonnanz-Seriefeuer- w affe vorliege, die auf Einzelfeuer um gebaut w orden sei. Auf die äussere Erscheinung könne und dürfe rechtlich nicht abgestellt w erden, denn m assgebend sei einzig und allein die Tatsache, dass das ehem alige O r- donnanz-Sturm gew ehr vom G esetzgeber gew ollt privilegiert w orden sei. W enn eine solche O rdonnanzw affe im Aussehen verändert w erde, könne das Privileg solange nicht dahin fallen, als an den "H erzstücken" nichts verändert w erde. D ie Vorinstanz nehm e eine w illkürliche Auslegung der Bestim m ung in Art. 5 Abs. 5 W G vor. D er G esetzgeber habe bew usst die Schw eizer O rdonnanz-W affen, die ins Privateigentum abgegeben w ürden, privilegieren w ollen, w eil es sich dabei um eine alte schw eizerische Tradi- tion handle. M it dem eigentlichen Schiessw esen habe dies nichts zu tun und sei auch nicht so begründet w orden. D er G esetzgeber habe auch nicht angeordnet, dass das Sturm gew ehr 57 im Privateigentum in unveränder- tem O riginalzustand belassen w erden m üsse. D ie gesetzliche Privilegie- rung beruhe auf dem G edanken, dass für den Erw erb, den Besitz und den Verkauf der W affe keine Ausnahm ebew illigung nach Art. 5 Abs. 3 W G er- forderlich sei. Sodann sei auch kein sachlicher G rund ersichtlich, w eshalb die hier zur D iskussion stehende W affe nur w egen den äusseren Änderun- gen plötzlich der Ausnahm ebew illigungspflicht unterstehen solle. D enn durch den äusserlichen U m bau w erde die M issbrauchsgefahr in keiner W eise erhöht. D avon abgesehen w erde das Sturm gew ehr SIG M od. 57 4 C om m ando durchaus im ausserdienstlichen Schiessw esen verw endet, und kom m e beim Schw eizer Verband für dynam isches Schiessen zum Einsatz. D . D ie Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehm lassung vom 2. Februar 2005 die Abw eisung der Beschw erde und hält dagegen, dass es sich beim Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando nicht m ehr um eine privilegierte W affe handeln könne, da diese den O rdonnanzstatus verloren habe. In dieser Form sei sie nicht für das Schiessw esen ausser D ienst zugelassen. Bei der parlam entarischen Beratung des W affengesetzes sei der Privile- gierung gem äss Art. 5 Abs. 5 W G grosse Bedeutung beigem essen w or- den. U rsprünglich sei die Privilegierung der H andänderung lediglich von der Arm ee zum ehem aligen Arm eeangehörigen vorgesehen gew esen. M it dem H inw eis, dass der Erw erb solcher W affen auch anderen Personen für die Teilnahm e an Schiessw ettbew erben erm öglicht w erden m üsse, hätten Schützenkreise opponiert. Im Ü brigen erfolge die Abgabe von abgeänder- ten schw eizerischen O rdonnanzw affen durch die Arm ee nur, w enn der ent- sprechende Schiessnachw eis erbracht w orden sei (Art. 11 Abs. 1 Bst. b der Verordnung vom 5. D ezem ber 2003 über die persönliche Ausrüstung der Arm eeangehörigen, VPAA; SR 514.10). D ie Vorinstanz verw eist ferner auf ein U rteil des Bundesgerichts vom 17. Septem ber 2001 (2A.227/2001), w onach für die Beurteilung einer Seriefeuerw affe ausschliesslich der U rzu- stand der W affe relevant sei. D ies w äre die seriefeuertaugliche Arm eever- sion und nicht der privilegierte U m bau als H albautom at. Schliesslich sei bei der D iskussion über die Abgabe von Sturm gew ehren M od. 57 durch die Arm ee in Bezug auf das M issbrauchspotenzial vom VBS (dam als EM D ) festgehalten w orden, dass das Sturm gew ehr 57 für allfällige krim inelle Ein- sätze w egen seiner G rösse und U nhandlichkeit w enig geeignet sei. D ieser Aspekt sei beim Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando nicht m ehr gege- ben. E. In der R eplik vom 7. M ärz 2005 hält die Beschw erdeführerin vollum fänglich an ihrer Beschw erde fest und w eist im W esentlichen nochm als darauf hin, das die fragliche W affe den O rdonnanzstatus nicht verloren habe, w eil sie technisch genau gleich funktioniere w ie alle anderen W affen, die von der Schw eizer Arm ee an die austretenden Arm eeangehörigen abgegeben w ür- den. D er G rund für die Privilegierung sei letztlich die hohe Anzahl der W af- fen in privaten H aushalten gew esen. O hne Privilegierung w äre näm lich die private Veräusserung solcher W affen (inkl. Ü bergabe innerhalb der Fam i- lie) erheblich erschw ert w orden. Für eine H andänderung w äre jedes M al eine kantonale Ausnahm ebew illigung notw endig gew esen, w elche sehr restriktiv erteilt w ürde. Auf die w eitere Begründung w ird – sow eit entscheiderheblich – in den Er- w ägungen eingegangen.5 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und Art. 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des Bundesam tes für Polizei (fedpol) betreffend W affengesetz (Art. 31 und Art. 33 Bst. d VG G ). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t die bei Inkrafttreten des Verw al- tungsgerichtsgesetzes bei Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m is- sionen oder bei Beischw erdediensten der D epartem ente hängigen R echts- m ittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 D as Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht richtet sich nach dem Vw VG , sow eit das G esetz nichts anderes bestim m t (Art. 37 VG G ). 2. D ie Beschw erdeführerin ist legitim iert; auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde ist einzutreten (Art. 48 ff. Vw VG ). 3. G em äss Art. 16 Abs. 1 W V m uss bei der Zentralstelle W affen eine Typen- prüfung beantragt w erden, w enn U nklarheit darüber besteht, ob es sich bei einer W affe um eine verbotene W affe nach Art. 5 Abs. 1 Bst. a des G eset- zes handelt. D ie Beschw erdeführerin w endet vorw eg ein, eine Typenprüfung sei in casu gar nicht erforderlich, w eil es sich beim Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om - m ando nach w ie vor um eine zu einer halbautom atischen H andfeuerw affe um gebaute Seriefeuerw affe gem äss Art. 5 Abs. 1 Bst. a W G handle, w as sich ohne Beizug von Fachleuten feststellen lasse. Sie verkennt jedoch, dass es sich bei der Typenprüfung nicht nur um eine technische Ü berprü- fung handelt, sondern – als Ergebnis der Prüfung – auch um die rechtliche Schlussfolgerung, ob die fragliche W affe nach der Abänderung als verbo- tene W affe (nach Art. 5 Abs. 1 Bst. a W G ) einzustufen ist oder gem äss Art. 5 Abs. 5 W G nicht darunter fällt. D ass bei näherer Betrachtung auch ohne den Beizug von entsprechenden Fachleuten festgestellt w erden kann, dass Verschluss, Verschlussgehäuse und Abzugsgehäuse identisch sind m it denjenigen des Schw eizer O rdonnanz-Sturm gew ehrs 57, spricht des- halb nicht gegen die D urchführung einer Typenprüfung. Zudem ist auf- grund der vorgenom m enen Änderungen der W affe (insbesondere durch die Verkürzung des Laufes und des Kolbenhalses sow ie der Verw endung einer anderen M ündungsbrem se) auch nicht ohne w eiteres erkennbar, dass w esentliche Elem ente w ie Verschluss, Verschlussgehäuse und Ab- zugsgehäuse denjenigen des Schw eizer O rdonnanz-Sturm gew ehrs 57 ent- sprechen, sonst w äre die Vorinstanz diesbezüglich nicht von einer kanto- nalen Polizeibehörde, w elche sich m it W affen auskennen dürfte, angefragt 6 w orden. D ie Typenprüfung nach Art. 16 Abs. 1 W V ist der einzige von der G esetzgebung vorgesehene W eg, um eine derartige Ü berprüfung vorzu- nehm en. Im Ü brigen ist die Beschw erdeführerin der Aufforderung, eine M usterw affe zum Zw ecke der Typenprüfung bei der Zentralstelle W affen vorzulegen, ohne W iderspruch nachgekom m en, w eshalb es nicht angeht, die D urchführung als solche nachträglich in Frage zu stellen, nur w eil m an m it dem Ergebnis nicht einverstanden ist. 4. G em äss Art. 5 Abs. 1 Bst. a W G sind der Erw erb, das Tragen und das Ver- m itteln an Em pfänger und Em pfängerinnen im Inland sow ie die Einfuhr von Seriefeuerw affen und zu halbautom atischen H and- oder Faustfeuerw affen um gebauten Seriefeuerw affen sow ie ihren besonders konstruierten Be- standteilen verboten. Zu halbautom atischen H andfeuerw affen abgeänderte schw eizerische O rdonnanz-Seriefeuerw affen gelten nicht als W affe im Sin- ne von Absatz 1 Buchstabe a (Art. 5 Abs. 5 W G ). 4.1 W ährend sich die Vorinstanz auf den Standpunkt stellt, beim Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando handle es sich nicht m ehr um eine privilegierte W affe, da diese den O rdonnanzstatus verloren habe, m acht die Beschw er- deführerin geltend, für die fragliche W affe gelte nach vor die Privilegierung nach Art. 5 Abs. 5 W G , da am "technischen H erzstück" der W affe (Ver- schluss, Verschlussgehäuse und Abzugsgehäuse) nichts verändert w orden sei. 4.2 U nbestritten ist, dass es sich beim Sturm gew ehr SIG M od C om m ando um eine zur halbautom atischen H andfeuerw affe um gebaute Seriefeuerw affe handelt, w elche grundsätzlich den Verboten und Einschränkungen nach Art. 5 Abs. 1 W G unterliegt. Ebenso unbestritten ist, dass die fragliche W affe vor den von der Beschw erdeführerin durchgeführten Änderungen eine zur halbautom atischen H andfeuerw affe abgeänderte schw eizerische O rdonnanz-Seriefeuerw affe w ar, die gem äss Art. 5 Abs. 5 W G von den oben erw ähnten Verboten und Einschränkungen ausgenom m en ist. Indem w esentliche Bestandteile w ie Verschluss, Verschlussgehäuse und Abzugs- gehäuse unverändert blieben, ist ferner auch klar, dass es sich nicht m ehr um eine Seriefeuerw affe handelt. D er Status des Sturm gew ehrs SIG M od. 57 C om m ando ist som it für den Ausgang des Verfahrens von entscheiden- der Bedeutung. 5. G esetze sind in erster Linie aus sich selbst heraus, d.h. nach W ortlaut, system atischer Stellung, Sinn und Zeck und den ihnen zugrunde liegenden W ertungen, aber auch nach der Entstehungsgeschichte auszulegen (vgl. BG E 125 II 113 E. 3a S. 117 m it w eiteren H inw eisen). Auszugehen ist vom W ortlaut, doch kann der W ortlaut einer N orm nicht allein m assgebend sein. Besonders w enn der Text unklar ist oder verschiedene D eutungen zulässt, m uss nach seiner w ahren Tragw eite gesucht w erden unter Be- rücksichtigung w eiterer Auslegungselem ente, w ie nam entlich der Entste- hungsgeschichte der N orm und ihrem Zw eck. D as Bundesgericht hat sich bei der Auslegung von Erlassen stets von einem M ethodenpluralism us lei- ten lassen und nur dann allein auf das gram m atikalische Elem ent abge- stellt, w enn sich daraus zw eifelsfrei eine sachlich richtige Lösung ergab 7 (BG E 124 II 193 E. 5a S. 199 m it w eiteren H inw eisen). 5.1 Sow ohl die gram m atikalische als aus auch die system atische Auslegung führen in casu nicht zu einem eindeutigen Ergebnis. Insbesondere die gram m atikalische Auslegung beantw ortet die Frage nicht, ob das Sturm ge- w ehr SIG M od. 57 C om m ando noch einer schw eizerischen O rdonnanz-Se- riefeuerw affe gem äss Art. 5 Abs. 5 W G entspricht, w ie sie den Arm eean- gehörigen nach ihrer Entlassung zu Eigentum übergeben w orden sind. Auch die system atische Auslegung (Stellung der betreffenden Bestim m ung im G esetz bzw . Zusam m enhang m it anderen Bestim m ungen) hilft nur be- dingt w eiter. Im m erhin stellt die in Art. 5 Abs. 5 W G geregelte Privilegie- rung eine Ausnahm e zum G rundsatz dar, w onach die zu halbautom ati- schen H andfeuerw affen um gebauten Seriefeuerw affen den in Art. 5 Abs. 1 W G festgehaltenen Verboten und Einschränkungen unterliegen. D ies lässt darauf schliessen, dass eine Klassifizierung, ob die fragliche W affe – un- abhängig vom G rad der Änderungen – noch derjenigen entspricht, w ie sie den ehem aligen Arm eeangehörigen zu Eigentum abgegeben w orden ist, nur m it einer gew issen Zurückhaltung vorzunehm en ist. Ferner gelten nach Art. 5 Bst. c W V bei H andfeuerw affen das Verschlussgehäuse, der Ver- schluss sow ie der Lauf (und nicht – w ie von der Beschw erdeführerin vor- gebracht – das Abzugsgehäuse) als w esentliche W affenbestandteile. In casu w urde der Lauf gekürzt und m it einer anderen M ündungsbrem se ver- sehen. D ie Änderung zum indest eines w esentlichen W affenbestandteils spricht in diesem Zusam m enhang eher für die Version der Vorinstanz, w o- nach es sich beim Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando nicht m ehr um eine privilegierte O rdonnanzw affe handelt. 5.2 D ie historische Auslegung (Entstehungsgeschichte von Art. 5 Abs. 5 W G ) und die teleologische Auslegung (Sinn und Zw eck der Bestim m ung) liefern schon schlüssigere Ergebnisse. D ie besagte Bestim m ung lautete im G e- setzesentw urf vom 24. Januar 1996 (vgl. BBl 1996 I 1053 ff.) w ie folgt: "Zu halbautom atischen H andfeuerw affen abgeänderte O rdonnanz-Seriefeuer- w affen dürfen aktiven oder ehem aligen Angehörigen der Arm ee überlas- sen w erden. Absatz 1 Buchstabe a (von Art. 5 W G ) gilt für diese W affen nicht". D ass bei dieser Form ulierung – w ie von der Beschw erdeführerin geltend gem acht – nicht in erster Linie der Verw endungszw eck dieser W af- fen im Vordergrund stand, ist auf den ersten Blick nachvollziehbar. D ie parlam entarischen Beratung im N ationalrat, die zur heutigen Fassung der betreffenden Bestim m ung führte, relativierte jedoch den Sinn und Zw eck dieser Privilegierung. W ie schon die Vorinstanz in ihrer Vernehm lassung zutreffend festhielt, w ar ursprünglich lediglich die Privilegierung der H andänderung dieser W affen von der Arm ee zum ehem aligen Arm eeange- hörigen vorgesehen. Im Parlam ent w urde hingegen unter H inw eis auf den Schiesssport und die vielen, ausschliesslich m it O rdonnanzw affen ge- schossenen W ettkäm pfe argum entiert, dass es auch Schützinnen und Schützen, die nie M ilitärdienst geleistet haben (nam entlich Jugendlichen und Frauen), m öglich sein soll, Sturm gew ehre käuflich zu erw erben, um m it ihnen ihrem Sport nachgehen zu können (vgl. insbesondere die Voten der N ationalräte W eigelt und O ehrli, Am tliches Bulletin der Bundesver-8 sam m lung [AB] 1997 N 29 f.). D em Sinn und Zw eck der Privilegierung von Art. 5 Abs. 5 W G in der endgültigen Fassung entspricht es som it, den Schützinnen und Schützen w eiterhin das traditionelle Schiessen auf 300 m (Feldschiessen und andere Schützenfeste) ohne Einschränkungen offen zu halten. D ies ist aber m it dem Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando nicht m ehr m öglich. D ass das Sturm gew ehr 57 im klassischen Schiess- sport (auf der D istanz 300 m ) – w ie von der Beschw erdeführerin geltend gem acht – unbedeutend gew orden ist, trifft im Ü brigen keinesw egs zu. Von den rund 44'000 G ew ehrschützen am letzten Eidgenössischen Schützen- fest 2005 in Frauenfeld schossen über 6'000 ihre Program m e m it dieser W affe. Am Kantonalschützenfest 2006 im O berw allis betrug der Anteil rund 15 % (knapp 2000 von knapp 13'000 G ew ehrschützen). D ie Anzahl der Schützinnen und Schützen m it dem Sturm gew ehr 57 ist dank der Zulas- sung der neuen Zielvorrichtung in letzter Zeit sogar gestiegen, w eil sie jetzt m it den anderen O rdonnanzgew ehren (Karabiner, Sturm gew ehr 90) resul- tatm ässig m ithalten können (vgl. dazu "D as aufgerüstete Stgw 57 in voller Blüte" im M agazin der Schw eizer Schützinnen und Schützen [SC H Ü TZEN - KÖ N IG ] N r. 1 vom M ärz 2007, S. 22). D as Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando hingegen entspricht auch nicht m ehr den Anforderungen an eine O rdonnanzw affe, w ie sie für das Schiessw esen ausser D ienst (Bundesübungen, freiw illige ausserdienstli- che Schiessübungen, Schiesskurse) gem äss Art. 4 der Schiessverordnung zugelassen ist. Allfällige Änderungen am O rdonnanz-Sturm gew ehr (H ilfs- m ittel und Vorrichtungen w ie verstellbare Zw eibeinstützen und andere Ziel- vorrichtungen) sind zw ar m öglich, jedoch erst nachdem sie von der G ruppe Verteidigung des VBS bew illigt w orden sind (vgl. Art. 33 Schiessverord- nung – VBS). D ass das Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando bereits an Ü bungen und W ettkäm pfen des Verbandes für D ynam isches Schiessen, der auch angeschlossenes M itglied (m it beratender Stim m e) des Schw ei- zerischen Schiesssportverbandes (SSV) ist, zum Einsatz kam , sagt noch nichts aus über die Beurteilung bzw . Einstufung der W affe nach der W af- fengesetzgebung, da es schliesslich nicht an den Verbänden liegt, dies selbst festzulegen. 5.3 Entgegen den Vorbringen der Beschw erdeführerin ist ferner das M iss- brauchspotenzial des Sturm gew ehrs SIG M od. 57 C om m ando grösser als bei der den ehem aligen Arm eeangehörigen abgegebenen O rdonnanzw af- fe, w elche – w ie die Vorinstanz zutreffend ausführte – w egen seiner G rösse und U nhandlichkeit (bei den Arm eeangehörigen desw egen scherz- haft auch als "Fischrute" bezeichnet) kaum geeignet ist für allfällige krim i- nelle Einsätze. G anz anders ist dies bei der vorliegenden W affe. D urch die Verkürzung des Laufs und des Kolbenhalses ist die W affe nur noch 72,5 cm lang und 4,4 kg schw er (ursprünglich 110 cm lang und 5,7 kg schw er). Sie kann daher viel leichter verborgen w erden (z. B. unter einer Jacke oder einem M antel) und ist beispielsw eise für R aubüberfälle viel eher geeignet. D ie Annahm e der Vorinstanz, dass es sich vorliegend nicht um eine privile- gierte O rdonnanzw affe handelt, steht dem nach auch nicht im W iderspruch zum Verfassungsartikel (vgl. Art. 107 der Bundesverfassung der Schw eize-9 rischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]), w onach der Bund Vorschriften gegen den M issbrauch von W affen, W affenzubehör und M unition erlässt (vgl. dazu auch das Votum von Bundesrat Koller bei der parlam entarischen Beratung des W affengesetzes, AB 1997 S 441). Zw ar trifft es zu, dass es sich beim Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando nach w ie vor um eine halbautom atische H andfeuerw affe handelt, die – w ie die von der Arm ee abgeänderte Version – nicht seriefeuertauglich ist. Für die Beurteilung der W affe ist dies aber nicht entscheidend, zum al auch andere deaktivierte Seriefeuerw affen (sogenannte D ekow affen) dem Verbot von Art. 5 Abs. 1 W G unterliegen (vgl. dazu das dem Vertreter der Beschw er- deführerin bekannte U rteil des Bundesgerichts 2A.227/2001 vom 17. Sep- tem ber 2001 E. 2b). Ausserdem kann nicht die R ede davon sein, dass vor- liegend lediglich das Aussehen der W affe verändert w orden ist. W ie be- reits ausgeführt, w urde der Lauf und dam it ein w esentlicher W affenbe- standteil gekürzt und m it einer anderen M ündungsbrem se versehen. D a- durch funktioniert sie auch nicht m ehr gleich. D er gekürzte Lauf bew irkt eine R eduzierung der M ündungsgeschw indigkeit (von 750 m /s auf 545 m /s). W eil die Pulverladung der G ew ehrpatrone 11 auf Läufe von 60 cm ausgelegt ist, entsteht beim gekürzten Lauf des Sturm gew ehrs SIG M od. 57 C om m ando trotz der neuen M ündungsbrem se m it vier Längsschlitzen ein beachtlicher Feuerball, da ein Teil des Pulvers vor der W affenm ündung verbrennt. D er "G asschlag" des vor dem Lauf verbrennenden Pulvers äussert sich dabei in einer D ruckw elle, die vom Schützen deutlich zu ver- spüren ist (vgl. Bericht im Schw eizer W affenm agazin [SW M ], Ausgabe 1/2003, S. 11). H inzu kom m t, dass die Verkürzung des Kolbenhalses auch eine entsprechende Anpassung von Schliessfeder, Schliessfederstange und Schliessfederrohr nach sich zieht, sonst w ürde das autom atische N achladen der W affe nicht m ehr funktionieren. D er insgesam t aufw endige und arbeitsintensive U m bau der W affe hat som it nicht nur eine teilw eise andere Funktionsw eise der W affe zur Folge, sondern dient – w as im H in- blick auf die ratio legis der Ausnahm ebestim m ung von Art. 5 Abs. 5 W G besonders ins G ew icht fällt – auch w eitgehend einem anderen Zw eck als vom G esetzgeber vorgesehen. 5.4 Auch die per 1. M ärz 2002 in Kraft gesetzte R evision des W affengesetzes, w elche den Begriff der besonders konstruierten W affenbestandteile ein- führte (vgl. Botschaft vom 24. M ai 2000 betreffend das Bundesgesetz über die Straffung der Bundesgesetzgebung im Bereich von W affen, Kriegsm a- terial, Sprengstoff sow ie zivil und m ilitärisch verw endbarer G üter, BBl 2000 3369 ff.) deutet darauf hin, dass es sich bei der abgeänderten W affe nicht m ehr um eine vom Verbot ausgenom m ene O rdonnanzw affe handelt. Im Sinne einer Ausfüllung einer G esetzeslücke w urde das Verbot in Art. 5 Abs. 1 Bst. a W G auf besonders konstruierte Bestandteile von Seriefeuer- w affen und zu halbautom atischen H and- und Faustfeuerw affen um gebau- ten Seriefeuerw affen ausgedehnt. N ach Art. 5a W V gelten Bestandteile von Feuerw affen, die speziell für diese W affen entw ickelt oder abgeändert w urden und in derselben Ausführung nicht auch für andere Zw ecke ver- w endbar sind, als besonders konstruierte W affenbestandteile. N icht als be-10 sonders konstruiert gelten W affenbestandteile w ie Federn, N orm stifte, Splinten, Schrauben oder die H olz- und Kunststoffteile der Schäftung. G e- m äss dieser N egativum schreibung könnten in casu beispielsw eise die M ündungsbrem se und der Teleskopschaft unter den Begriff der besonders konstruierten W affenbestandteile fallen. D er Zw eck der Ausdehnung des Verbots in Art. 5 Abs. 1 Bst. a w ar hingegen die Verhinderung der Einfüh- rung von Bestandteilen in die Schw eiz, w elche für eine R ückum w andlung von H albautom aten in Seriefeuerw affen verw endet w erden können (vgl. das Votum von Ständerat Peter Bieri, AB 2000 S 929 f.). D ies ist bei den besagten Bestandteilen zw eifellos nicht Fall. D ie Frage, ob es sich beim Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando auch w egen der Ausdehnung des Verbots auf die besonders konstruierten W affenbestandteile nicht m ehr um eine privilegierte O rdonnanzw affe handelt, kann aufgrund der obgenannten Erw ägungen letztlich aber offen gelassen w erden. 6. U nter Berücksichtigung säm tlicher Auslegungsm ethoden ist som it zusam - m enfassend festzuhalten, dass das Sturm gew ehr SIG M od. 57 C om m ando unter das Verbot von Art. 5 Abs. 1 Bst. a W G fällt und insbesondere w egen des aufw endigen U m baus, der nicht nur unw esentliche W affenbestandteile betrifft, und des dadurch veränderten Verw endungszw eckes nicht m ehr der Privilegierung von Art. 5 Abs. 5 W G unterliegt. W ie von der Vorinstanz festgestellt, ist dem nach für den Erw erb, das Tragen und die Verm ittlung dieser W affe an Em pfänger und Em pfängerinnen im Inland sow ie für die Einfuhr eine Ausnahm ebew illigung notw endig (vgl. Art. 5 Abs. 3 und 3bis W G ). 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt. D er rechtserhebliche Sachverhalt w urde richtig und vollständig festgestellt, und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Er- m essen pflichtgem äss und zutreffend gehandhabt (Art. 49 Vw VG ). D ie Be- schw erde ist daher abzuw eisen. 8. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend w ird die unterliegende Be- schw erdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfah- renskosten sind auf Fr. 800.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). D ispositiv Seite 1111 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 800.-- w erden der Beschw erdeführerin auf- erlegt. Sie sind durch den am 24. D ezem ber 2004 geleisteten Kostenvor- schuss gleicher H öhe gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (G erichtsurkunde; Beilage: M itteilung vom 20. Februar 2007 betr. Spruchkörper in Kopie) D er Kam m erpräsident: D er G erichtsschreiber: Antonio Im oberdorf R udolf G run R echtsm ittelbelehrung G egen dieses U rteil kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D as angefochtene U rteil und die Bew eism ittel sind, sow eit sie die Partei in H änden hat, bei- zulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :