<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 118 S.467</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Bäuerliches Bodenrecht</span> <span class="page_no">467</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Bäuerliches Bodenrecht</b></span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>118</b></span> <span class="ft2"><b>Schutzwürdiges Interesse an der Feststellung des höchstzulässigen Preises</b></span><br/> <span class="ft2"><b>für ein landwirtschaftliches Gewerbe.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus einem Entscheid der Landwirtschaftlichen Rekurskommission vom</span><br/> <span class="ft3">31. Mai 2002 in Sachen H. AG gegen Finanzdepartement (Abteilung Land-</span><br/> <span class="ft3">wirtschaft).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">2. Gemäss Art. 84 lit. b BGBB kann, wer ein schutzwürdiges</span><br/> <span class="ft5">Interesse hat, von der Bewilligungsbehörde insbesondere feststellen</span><br/> <span class="ft5">lassen, ob der Erwerb eines landwirtschaftlichen Gewerbes bewilligt</span><br/> <span class="ft5">werden kann. Fehlt es der Beschwerdeführerin an einem solchen</span><br/> <span class="ft5">schutzwürdigen Interesse, so würde es schon an der Grundvorausset-</span><br/> <span class="ft5">zung der von der Vorinstanz erlassenen Verfügung fehlen, mithin</span><br/> <span class="ft5">wäre die Verfügung aufzuheben.</span><br/> <span class="ft5">Nach der Ansicht von Pfäffli (ZBGR 79 [1998], S. 91) kann von</span><br/> <span class="ft5">der Bewilligungsbehörde keine Feststellungsverfügung im Sinne von</span><br/> <span class="ft5">Art. 84 lit. b BGBB verlangt werden, sofern diese lediglich die</span><br/> <span class="ft5">Bestimmung des höchstzulässigen Preises im Falle einer Veräusse-</span><br/> <span class="ft5">rung zum Gegenstand habe. Der Erlass einer solchen Feststellungs-</span><br/> <span class="ft5">verfügung könne nur im Vorfeld eines konkreten Rechtsgeschäftes</span><br/> <span class="ft5">erfolgen, bei welchem der Erwerber bekannt sein müsse; eine Aus-</span><br/> <span class="ft5">nahme bilde lediglich die Preisfestlegung durch die Bewilligungsbe-</span><br/> <span class="ft5">hörde im Hinblick auf eine Zwangsversteigerung gemäss Art. 68</span><br/> <span class="ft5">Abs. 1 BGBB (Entscheid Nr. 94145 der Volkswirtschaftsdirektion</span><br/> <span class="ft5">der Kantons Bern vom 30. Mai 1994). Diese Frage wurde im Kanton</span><br/> <span class="ft5">Solothurn grundsätzlich gleich entschieden: Ein Grundeigentümer</span><br/> <span class="ft5">mit bloss vagen Verkaufsabsichten habe keinen Anspruch auf eine</span><br/> <span class="ft5">Feststellungsverfügung, in der die nach bäuerlichem Bodenrecht</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Landwirtschaftliche Rekurskommission</span> <span class="page_no">468</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">zulässige Preisgrenze festgelegt wird. Es genüge nicht, wenn der</span><br/> <span class="ft5">Grundeigentümer seine Verkaufsabsicht bekunde, aber keinen kon-</span><br/> <span class="ft5">kreten Vertragsentwurf vorlegen könne und nicht einmal einen inte-</span><br/> <span class="ft5">ressierten, mit ihm bereits in Verhandlung stehenden Dritten na-</span><br/> <span class="ft5">mentlich zu bezeichnen vermöge (Urteil des Verwaltungsgerichts des</span><br/> <span class="ft5">Kantons Solothurn vom 17. Juni 1996, in: SOG 1996 Nr. 34). Der</span><br/> <span class="ft5">von Pfäffli und dem Solothurner Verwaltungsgericht geäusserten</span><br/> <span class="ft5">Auffassung kann nicht gefolgt werden, wonach der Erwerber be-</span><br/> <span class="ft5">kannt sein müsse. Der höchstzulässige Preis ermittelt sich unabhän-</span><br/> <span class="ft5">gig von der Person des Erwerbers, folglich muss dieser noch nicht</span><br/> <span class="ft5">bekannt sein und trotzdem kann ein schutzwürdiges Feststellungsin-</span><br/> <span class="ft5">teresse vorliegen. Dem Solothurner Entscheid ist aber insofern bei-</span><br/> <span class="ft5">zupflichten, als lediglich Neugierde über den höchstzulässigen Preis</span><br/> <span class="ft5">kein hinreichendes Feststellungsinteresse bildet. Im vorliegend zu</span><br/> <span class="ft5">beurteilenden Fall geht es nicht bloss um vage Verkaufsabsichten</span><br/> <span class="ft5">oder Preisneugierde (vgl. ...), weshalb die Vorinstanz zu Recht das</span><br/> <span class="ft5">Feststellungsinteresse bejahte. Allerdings ist festzuhalten, dass die</span><br/> <span class="ft5">heutige Praxis der Abteilung Landwirtschaft die äusserste Grenze der</span><br/> <span class="ft5">Grosszügigkeit hinsichtlich der Bejahung des hinreichenden Fest-</span><br/> <span class="ft5">stellungsinteresses darstellt.</span><br/> <span class="ft5">(...)</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>