<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, im Hinblick auf die anstehende Revision des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) die Reorganisation der zweiten Säule zu prüfen und dabei dem Grundsatz der individuellen Äquivalenz den Vorrang einzuräumen. Der Sinn einer solchen Umgestaltung würde im folgenden bestehen: Die erste Säule, die auf dem Grundsatz des sozialen Ausgleichs beruht, hat den Zweck, den Existenzbedarf sicherzustellen. Die zweite Säule, die auf den Grundsatz der individuellen Äquivalenz abstellt, hat den Zweck, die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise zu ermöglichen. Diese beiden Ziele sollten deutlicher voneinander getrennt werden. Die Beseitigung der bestehenden Verflechtung zwischen AHV einerseits und beruflicher Vorsorge andererseits würde einen klareren und effizienteren Einsatz der Instrumente ermöglichen, mit denen die spezifischen Ziele der zwei Säulen - Umverteilungssolidarität zur Sicherstellung des Existenzminimums (AHV); versicherungsmathematische Solidarität jenseits der Schwelle des Existenzminimums (BVG) - erreicht werden können.</p><p>Eine striktere Trennung der beiden Säulen der Altersvorsorge sollte, was ihre Zielsetzungen und ihre Instrumente betrifft, die berufliche Vorsorge zum eigentlichen Gegengewicht der AHV werden lassen. Indem man die zweite Säule von den Umverteilungsfunktionen befreit, gibt man dem Wettbewerb mehr Raum, was eine höhere Effizienz zur Folge hat. Mit der Einführung der vollen Freizügigkeit, mit höheren Kapitalerträgen, mit der Senkung der Verwaltungskosten und einer verbesserten Transparenz könnten die heutigen Schwächen des Systems zum grossen Teil abgebaut werden.</p>