<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp323552"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>120 III 3<br/><br/><br/><div class="paraatf">2. Auszug aus dem Urteil der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer vom 1. Februar 1994 i.S. B. Immobilien AG (Rekurs)</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp324800"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf">Zustellung des Entscheides der kantonalen Aufsichtsbehörde und Fristbeginn für den Rekurs (<span class="artref">Art. 19 Abs. 1 SchKG</span>). <div class="paratf">Wird ihr Entscheid vom Beschwerdeführer nicht abgeholt und nimmt die kantonale Aufsichtsbehörde eine erneute Zustellung vor, so hindert dieses Vorgehen den Fristbeginn für die Einreichung des Rekurses nicht. </div> </div> </div> <a name="idp328928"></a> <a name="idp332832"></a> <br/><div> <a name="idp336624"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 3</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page3"></a><div class="center pagebreak">BGE 120 III 3 S. 3</div> </div> <div class="paraatf"> Das Obergericht des Kantons Zürich wies am 30. November 1993 die von der B. Immobilien AG gegen den Beschluss des Bezirksgerichts ... erhobene Beschwerde ab. Nachdem die B. Immobilien AG den ihr am 2. Dezember 1993 als Gerichtsurkunde zugestellten Beschluss nicht abgeholt hatte, wiederholte das Obergericht am 17. Dezember 1993 die Zustellung. Am 27. Dezember 1993 nahm die B. Immobilien AG den Beschluss des Obergerichts vom 30. November 1993 entgegen.</div> <div class="paraatf">Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts tritt auf den Rekurs der B. Immobilien AG vom 6. Januar 1994 nicht ein</div> <br/><div> <a name="idp340144"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">aus folgenden Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp341104"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span>Der Entscheid einer kantonalen Aufsichtsbehörde kann innert zehn Tagen seit dessen Mitteilung an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des <a name="page4"></a><div class="center pagebreak">BGE 120 III 3 S. 4</div>Bundesgerichts weitergezogen werden; der Rekurs ist bei der kantonalen Aufsichtsbehörde einzureichen (<span class="artref">Art. 19 Abs. 1 SchKG</span> und <span class="artref">Art. 78 Abs. 1 OG</span>).</div> <div class="paraatf">a) Das Bundesrecht legt fest, in welcher Weise die Betreibungsbehörden sich mit wem in Verbindung setzen (Art. 34, Art. 35, Art. 64 - <span class="artref">Art. 66 SchKG</span>). Das kantonale Recht bestimmt hingegen, in welcher Form ein Entscheid seiner Aufsichtsbehörden in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen den Adressaten mitzuteilen ist. Wann diese Zustellung im Hinblick auf den Fristbeginn für die Einreichung eines Rekurses an das Bundesgericht als vorgenommen zu gelten hat, ist wiederum eine Frage des Bundesrechts (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1994&amp;to_year=1994&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F97-III-7%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page7">BGE 97 III 7</a> E. 1 S. 9).</div> <div class="paraatf">d) Am 16. August 1993 war die Rekurrentin an das Obergericht gelangt. Ab diesem Zeitpunkt musste sie mit der Zustellung eines Entscheides dieser Instanz rechnen. Auf dem angefochtenen Beschluss findet sich der Vermerk, dass das Obergericht diesen am 2. Dezember 1993 den Parteien, dem Betreibungsamt und dem Bezirksgericht zusandte. Dass ihr demzufolge am 3. Dezember 1993 eine erste Abholungseinladung zuging, bestreitet die Rekurrentin nicht. Sie legt im übrigen auch keine Gründe dar, weshalb sie darauf allenfalls nicht hat reagieren können und beantragt auch keine Wiederherstellung der Frist (<span class="artref">Art. 35 Abs. 1 OG</span>). Der Beschluss gilt somit am 10. Dezember 1993 als zugestellt, womit die Frist zur Einreichung des Rekurses am 20. Dezember 1993 abgelaufen ist.</div> <div class="paraatf">Dass das zürcherische Verfahrensrecht die erneute Zustellung von Vorladungen und Entscheiden vorsieht (<span class="artref">§ 179 Abs. 1 und <artref id="CH/171.11/187/1" type="start"></artref>§ 187 Abs. 1 GVG</span><artref id="CH/171.11/179/1" type="end"></artref>/ZH), ändert an diesem Ergebnis nichts, da sich der Beginn der Rekursfrist gerade nicht nach kantonalem Recht richtet.</div> </div></body></html>