Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. Mai 2019 (720 19 72 / 131) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rentenrevision / Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch E lisabeth Maier, Advoka- tin, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1966 geborene A.____ hatte sich im Mai 2008 un ter Hinweis auf chronische Rü- ckenschmerzen, einen Bandscheibenvorfall und Arthrose in der Lendenwirbelsäule erstmals bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. Die IV-Stelle Basel-Landschaft ermittelte in der Folge einen Invali ditätsgrad von 17 %, worauf sie mit Verfü- gung vom 17. September 2010 einen Rentenanspruch des Versicherten abwies. Am 3. Oktober 2013 meldete sich A.____ unter Hinweis auf chronische lumbale Rückenschmerzen erneut zum Bezug von IV-Leistungen an. Nachdem sie die gesundheitli chen und die erwerblichen Verhält- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht nisse abgeklärt hatte, ermittelte die IV-Stelle beim V ersicherten nunmehr einen Invaliditätsgrad von 67 %. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach die IV-S telle A.____ mit Verfügung vom 15. Oktober 2014 rückwirkend ab 1. Mai 2014 eine Dreiviertelsrente zu. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2017 ersuchte der Versich erte die IV-Stelle unter Hinweis, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe, um Zus prache einer ganzen Rente. Gestützt auf die in der Folge vorgenommenen medizinisch en Abklärungen gelangte die IV- Stelle zur Auffassung, dass sich der Gesundheitszustand von A.____ nicht verschlechtert, son- dern vielmehr verbessert habe mit der Folge, dass bei ih m lediglich noch ein Invaliditätsgrad von 24 % vorliege. Die IV-Stelle hob deshalb die laufende Dreiviertelsrente des Versicherten mit Verfügung vom 5. Februar 2019 auf das Ende des der Zust ellung der Verfügung folgenden Mo- nats auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokatin Elisabeth Maier, am 1. März 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter s ei die Angelegenheit zu weiteren Ab- klärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unte r o/e-Kostenfolge, wobei ihm die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit seiner Rechtsvertrete- rin zu bewilligen seien. C. In ihrer Vernehmlassung vom 22. März 2019 beantragt e die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Mit Verfügung vom 26. März 2019 bewilligte das Kant onsgericht dem Beschwerdefüh- rer gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die un- entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Ver beiständung mit Advokatin Elisabeth Maier als Rechtsvertreterin. E. Am 12. April 2019 reichte der Beschwerdeführer ei n Schreiben des behandelnden Arz- tes Dr. med. B.____, Innere Medizin FMH, vom 6. April 2019 ein. Die IV-Stelle teilte am 25. April 2019 mit, dass sie auf eine Stellungnahme zu diesem Bericht verzichte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 1. März 2019 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle in de r angefochtenen Verfügung vom 5. Februar 2019 die laufende Dreiviertelsrente des Versicherten zu Recht auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats aufgehoben hat. 5.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Ans pruchs (Viertelsrente, halbe Rente, Dreiviertelsrente, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) ausw irkt (BGE 134 V 131 E. 3). Ein Revisi- onsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicher- ten Person, wozu namentlich der Gesundheitszustand gehört . Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der pathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unt erschiedlichen Einschätzung der Ar- beitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden. Umgek ehrt ist - bei an sich gleich geblie- benem Gesundheitszustand - eine Angewöhnung oder Anpass ung an die Behinderung, welche zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führt, revisi onsrechtlich von Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5 .1 mit zahlreichen Hinweisen). Dar- über hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein Revisions- grund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, we nn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wan dlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). 5.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Ur teil des Bundesgerichts vom 29. Au- gust 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtl ichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung üb er eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist genügend unterm auert, wenn die ärztlichen Sachver- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.2 mit Hinweis). 5.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2. 3). Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 15. Oktober 2014 bei e inem Invaliditätsgrad von 67 % ab 1. Mai 2014 eine Dreiviertelsrente zu. Im Dezember 201 7 ersuchte der Versicherte mit dem Hinweis, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert ha be, erneut um Ausrichtung einer ganzen Rente. Gestützt auf die in der Folge vorgenomm enen medizinischen Abklärungen ge- langte die IV-Stelle zur Auffassung, dass sich der Gesu ndheitszustand des Versicherten nicht verschlechtert, sondern vielmehr verbessert habe mit der Folge, dass lediglich noch ein Invalidi- tätsgrad von 24 % vorliege. Sie hob deshalb die laufende Dreiviertelsrente des Versicherten mit Verfügung vom 5. Februar 2019 auf das Ende des der Zus tellung der Verfügung folgenden Mo- nats auf. Nach dem Gesagten beurteilt sich somit die F rage, ob eine Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausgerich- teten Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachver halts, wie er im Zeitpunkt der ursprüngli- chen Rentenverfügung vom 15. Oktober 2014 bestanden ha t, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 5. Februar 2019. 6. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundh eitszustand und - damit einher- gehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versicherte n tatsächlich, wie von der IV-Stelle gel- tend gemacht, seit Erlass der Rentenverfügung vom 15. Oktober 2014 in einer anspruchserheb- lichen Weise verbessert haben. 6.1 In der Verfügung vom 15. Oktober 2014, mit welch er sie dem Versicherten eine Drei- viertelsrente zugesprochen hatte, stützte sich die IV-Stel le bei der Beurteilung des Gesund- heitszustands und der Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen au f das rheumatologische Gutachten von Dr. med. C.____, Rheumatologie FMH, Innere Medizi n FMH und Manuelle Medizin SAMM, vom 8. Mai 2014. Darin erhob der genannte Facharzt als Diagnosen mit Einfluss auf die Ar- beitsfähigkeit ein chronisches lumboradikuläres Reizsyndrom L5 rechts ohne motorische Aus- fälle mit/bei medio-rechtslateraler grosser Diskushernie L4/5 und grosser medianer rechtslateral betonter Diskushernie L5/S1 (MRI 22.05.2013) sowie ein chronisches Zervikalsyndrom mit spondylogener Ausstrahlung links bei grosser rechtsseitiger Diskushernie C6/7 links (MRI 22.05.2013). Als Leiden ohne Einfluss auf die Arbeitsf ähigkeit hielt Dr. C.____ eine arterielle Hypertonie und eine Schwerhörigkeit (mit zwei Hörgerä ten versorgt) fest. In Bezug auf die Ar- beitsfähigkeit führte der Gutachter aus, im angestamm ten Beruf als Coiffeur müsse der Versi- cherte vor allem stehend und zum Teil mit erhobenen Ar men arbeiten. In dieser Tätigkeit be- stünde deshalb keine Arbeitsfähigkeit mehr. Das Profi l einer Verweistätigkeit umfasse eine kör- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht perlich leichte Tätigkeit, die nicht nur stehend oder n ur sitzend, nicht in Zwangsstellungen und nicht repetitiv vornüberbeugend zu verrichten sei, und die kein Heben, Stossen oder Ziehen über 7,5 kg erfordere. Für eine derartige Verweistätigkeit bestehe „heute auch trotz der diversen Einschränkungen lediglich eine Arbeitsfähigkeit von maxi mal 30 % bezogen auf ein Ganz- tagspensum“. 6.2 Medizinische Grundlage der im vorliegenden Verfahre n angefochtenen Verfügung vom 5. Februar 2019 bildet das von der IV-Stelle in Auft rag gegebene bidisziplinäre (rheumatologi- sche/psychiatrische) Gutachten von Dr. C.____ und PD Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psy- chotherapie FMH, vom 18./23. Mai 2018. 6.2.1 Im rheumatologischen (Teil-) Gutachten vom 23. Mai 2018 diagnostizierte Dr. C.____ beim Exploranden folgende Leiden mit Einfluss auf di e Arbeitsfähigkeit: (1) ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit/bei (1.1) spondylogener Ausstra hlung rechts, intermittierend wahr- scheinlich radikuläres Reizsyndrom rechts ohne sensomotorische Ausfälle, und (1.2) medio- rechtslateraler rückläufiger Diskushernie L4/5 und grössen stationärer medianer rechtslateraler Diskushernie L5/S1 (MRI 22.05.2013; 22.02.2017); (2) e in chronisches Zervikalsyndrom mit/bei (2.1) rechtsseitiger Diskushernie C6/7 links (MRI 22.05. 2013) und (2.2) intermittierend spondy- logener Ausstrahlung wechselseitig, mal rechts, ohne rad ikuläre Symptomatik. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhob Dr. C._ ___ ein Thorakovertebralsyndrom mit/bei medianer Diskusprotrusion BWK2/3 und medianer Diskushernie BWK6/7 mit leichter Impression der Myelonvorderfläche (MRI BWS 22.02.2017) sowie ohn e Hinweise auf eine radikuläre Prob- lematik, eine Epicondylitis radialis links, Angaben von Sch ulterschmerzen beidseits mit/bei kli- nisch normaler aktiver und passiver Beweglichkeit und keinen Schonungszeichen, einen Status nach Tendovaginitis de Quervain linksseitig 2016, heute beschwerdefrei, eine arterielle Hyper- tonie, eine hochgradige Schallempfindungs-Schwerhörig keit (Dg 2008), mit Hörgeräten ver- sorgt, einen Diabetes mellitus Typ II (Dg 10/2017), ein e Adipositas WHO Grad I (BMI 33,2 kg/m 2), eine chronische Rhinopathie, nicht allergisch, sowie e inen Verdacht auf eine Thalassä- mia minor. Zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten führte Dr. C.__ __ aus, im angestammten Beruf als Coif- feur müsse - wie bereits im Vorgutachten festgehalten - von einer vollständigen Arbeitsunfähig- keit ausgegangen werden. Das Profil einer Verweistätigk eit umfasse eine körperlich leichte Tä- tigkeit, die nicht nur stehend oder nur sitzend, nicht in Zwangsstellungen und nicht repetitiv vornüberbeugend zu verrichten sei, und die kein Heben, Stossen oder Ziehen über 7,5 kg er- fordere. Zudem sei es ungünstig, wenn er mit den Armen dauernd auf oder über Schulterhöhe arbeiten müsse. Gelegentliches Arbeiten mit den Armen in diesen Stellungen sei jedoch zuläs- sig. Für eine derartige Verweistätigkeit bestehe heute eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bezogen auf ein Ganztagspensum. Die Frage der IV-Stelle, ob sich in der medizinischen Aktenlage im Vergleich zur Erstbeurteilung vom Mai 2014 eine Veränderung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit ergeben habe, bejahte Dr. C.____. Klinisch sei es zu einer wesentlichen Verbesserung gekommen, auch sei die Diskopathie L4/5 deutlich regredient. Subjektiv w ürden zwar mehr Beschwerden ange- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht geben, dies vor allem zervikal wie lumbal und im Schulter bereich, weniger thorakal. Zudem lie- ge neu ein Diabetes mellitus vor und es sei laut dem E xploranden zu einer Verschlechterung der Schwerhörigkeit gekommen. Objektiv zeige sich aber e ine wesentliche Verbesserung. Schaue man sich den Status an, so habe sich 2014 ein hi nkender Explorand mit Fall des Lotes 4cm links der Rima ani präsentiert, heute zeige sich ein n ormales Gangbild ohne Ausweichsko- liose. Damals sei der Lasègue positiv gewesen, heute sei er negativ. Zudem hätten sich bis heute keinerlei Atrophien, d.h. keinerlei Schonungszeichen, gebildet. Für die subjektiven Schul- terbeschwerden finde er heute keine objektiven Befunde ausser einer diffusen Druckdolenz der Schultern und einer Druckdolenz am Epicondylus laterali s links. Subjektiv hätten sich die Be- schwerden verstärkt, wobei sich hier eben vermehrt weichtei lrheumatische Befunde (Verspan- nungen Supraspinatus, Druckdolenz Schultern beidseit s, Epicondylus links, Beckenkämme beidseits) finden liessen. Dies führe auch zu einer subj ektiv stärkeren Schmerzempfindung. Diese Beschwerden hätten aber per se keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Insgesamt habe sich die Arbeitsfähigkeit aufgrund der klinischen Befunde wesentlich verbessert, sodass er heu- te im Vergleich zum Vorgutachten vom Mai 2014 zu eine r anderen Beurteilung komme. Wäh- rend in der angestammten Tätigkeit weiterhin eine vo llständige Arbeitsunfähigkeit bestehe, ge- he er heute in einer Verweistätigkeit von einer 70 %-igen Arbeitsfähigkeit aus. 6.2.2 Der psychiatrische Gutachter PD Dr. D.____ gelangt e in seinem (Teil-) Gutachten vom 18. Mai 2018 zur Auffassung, dass beim Versicherten aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werde n könne. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er einen Verdacht au f eine anhaltende somatoforme Schmerzstö- rung (ICD-10 F45.4) fest. In seiner Beurteilung wies PD Dr. D.____ darauf hin, dass die qualita- tiven Funktionsfähigkeiten des Exploranden aus rein psy chiatrischer Sicht vollständig erhalten seien. Beim Versicherten bestehe deshalb sowohl in seiner angestammten Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit. 6.2.3 In ihrer abschliessenden gesamtmedizinischen Konsen sbesprechung wiesen Dr. C.____ und PD Dr. D.____ darauf hin, dass für di e Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die rheumatologische Einschätzung massgebend sei, da aus psych iatrischer Sicht keine Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. 6.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung bei der Beurteilung des ak- tuellen medizinischen Sachverhalts und beim Entscheid übe r die Frage, ob seit der im Oktober 2014 erfolgten Rentenzusprache eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands und - damit einhergehend - der Arbeitsfähigkeit des Versi cherten eingetreten ist, auf die Ergebnisse des bidisziplinären Gutachtens von Dr. C.____ und PD D r. D.____ vom 18./23. Mai 2018. Sie ging demzufolge davon aus, dass sich der Gesundheitszusta nd des Beschwerdeführers seit Oktober 2014 erheblich verbessert habe mit der Folge, dass dieser aktuell in einer leidensadap- tierten Verweistätigkeit wieder zu 70 % arbeitsfähig sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Sp ezialärztinnen und -ärzte, die auf- grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sow ie nach Einsicht in die Akten Be- richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutach- ten von Dr. C.____ und PD Dr. D.____ vom 18./23. Ma i 2018 weist weder formale noch inhaltli- che Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verla ngt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der medizinischen Situati- on ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinan- der und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. S odann erfüllt es auch die Anforderun- gen, denen es unter revisionsrechtlichem Blickwinkel zu genügen hat, zeigt es doch hinreichend und schlüssig auf, dass und inwiefern es seit Oktober 2014 zu einer effektiven Verbesserung des Gesundheitszustands und - damit einhergehend - der Arbeitsfähigkeit des Versicherten gekommen ist. 7. Die Vorbringen des Versicherten vermögen an dieser B eurteilung nichts zu ändern. 7.1 Der Beschwerdeführer macht als erstes geltend, dass keine neuen Elemente tat- sächlicher Natur vorliegen würden, aus denen sich e ine Verbesserung des Gesundheitszu- stands ergebe. Es verhalte sich vielmehr so, dass m it der verstärkten Rückenproblematik und der Verschlechterung des Gehörs zusätzliche, si ch negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende Beeinträchtigungen hinzugetreten seien. Dieser Betrachtungsweise des Be- schwerdeführers kann nicht gefolgt werden. Der rheumatologische Gutachter Dr. C.____ legt diesbezüglich schlüssig dar, dass die Diskopathie L4/5 im V ergleich zur Voruntersuchung deut- lich regredient sei. Zudem zeige sich heute ein normales Gangbild ohne Ausweichskoliose, während sich 2014 noch ein hinkender Explorand mit F all des Lotes 4cm links der Rima ani präsentiert habe. Sodann sei der damals positiv gewesene Lasègue mittlerweilen negativ und es hätten sich bis heute keinerlei Atrophien, d.h. kein erlei Schonungszeichen, gebildet. Entge- gen der Auffassung des Beschwerdeführers nimmt deshalb Dr. C.____ in seiner aktuellen Beur- teilung nicht bloss eine unterschiedliche Würdigung ein es im Wesentlichen unverändert geblie- benen medizinischen Sachverhalts vor - was unter revision srechtlichen Gesichtspunkten unbe- achtliche wäre -, sondern er legt vielmehr schlüssig und nachvollziehbar dar, dass es seit der ursprünglichen Rentenzusprache zu einer wesentlichen Ve rbesserung des Gesundheitszu- stands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten gekommen ist. 7.2 Der Beschwerdeführer rügt im Weiteren hauptsächlich, dass die IV-Stelle den medizi- nischen Sachverhalt sowohl in somatischer als auch in psychischer Hinsicht ungenügend abge- klärt habe. 7.2.1 In somatischer Hinsicht macht der Beschwerdeführer z unächst geltend, eine Durch- sicht der beiden zu vergleichenden Gutachten von Dr. C.__ __ ergebe, dass dieser im aktuellen Gutachten von einer deutlichen Regredienz der 2014 fe stgestellten Diskopathie L4/5 ausgehe. Diesbezüglich müsse, so der Beschwerdeführer, die Bildg ebung konsultiert werde. Laut Bericht von Dr. med. E.____, Radiologie FMH, vom 22. Februar 2017 über die gleichentags erfolgte MRT der BWS und der LWS sei von einer "rechts eher etwa s an Grösse abnehmenden Dis- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht kushernie LWK 4/5 mit Berührung der Wurzeln L5" auszugeh en; der Bericht erwähne ferner die "bekannte, teilweise progrediente bilaterale Spondylar throse LWK 4/5". Somit könne gestützt auf die Bildgebung nicht nachvollzogen werden, weshalb Dr. C.____ von einer deutlichen Re- gression der Diskopathie ausgehe. Immerhin räume aber au ch er ein, dass diese nach wie vor geeignet sei, eine zeitweilig intermittierende radiku läre Reizsituation zu erklären. Ferner falle auf, dass Dr. C.____ die teilweise progrediente Spondyl arthrose L4/5, soweit ersichtlich, nicht kommentiere. Der Gutachter stelle wesentlich auf die K linik ab und halte fest, dass bei der Ex- ploration keine radikulären Symptome nachweisbar gewe sen seien. Andererseits schliesse er das weitere Auftreten solcher Symptome nicht aus. Er habe es jedoch unterlassen, dazu fremd- anamnestische Auskünfte beim behandelnden Arzt Dr. B.____ einzuholen, womit die anamnes- tischen Auskünfte betreffend Häufigkeit und Intensität der radikulären Symptome nicht weiter eruiert bzw. validiert worden seien. Dr. B.____ weise indessen explizit auf die kürzeren Interval- le zwischen den Schmerzepisoden hin. Die klinische Beurteil ung von Dr. C.____ finde somit weder in der Bildgebung noch in den Feststellungen von Dr. B.____ eine hinreichende Stütze. 7.2.2 Was die Bildgebung zu den Rückenbeschwerden a ngeht, hielt Dr. E.____ im Be- richt vom 22. Februar 2017 unter anderem eine eher etwas abnehmende Grösse bzw. eine partielle Zurückbildung der Diskushernie LWK 4/5 re chts fest; ausserdem beschrieb er eine teilweise progrediente Spondylarthrose LWK 3/4 beid seits ohne wesentliche spinale oder foraminale Stenose. Die Feststellung des Gutachters Dr. C.____, wonach sich die Dis- kushernie L4/5 deutlich rückläufig gezeigt habe, de ckt sich demnach mit dem vorhandenen bildgebenden Material. Für die Beurteilung der Frag e, ob es zu einer Verbesserung der Situation gekommen ist, ist nun aber ohnehin nicht die Grösse der Diskushernie entschei- dend, von Bedeutung ist vielmehr, dass der Gutachte r im Vergleich zur Voruntersuchung aktuell keine radikulären Reizungen mehr feststelle n konnte. Zum Einwand, es seien keine fremdanamnestischen Abklärungen vorgenommen worden, ist anzumerken, dass solche für die Erstellung eines Gutachtens grundsätzlich n icht unabdingbar sind. Ob eine Fremda- namnese angezeigt ist, muss jeweils nach den konkre ten Umständen des E inzelfalls beur- teilt werden . V orliegend fällt auf , dass Dr. C.____ im Rahmen des Erstgutachtens Rück- sprache mit Dr. B.____ genommen hatte und zwar i m Zusammenhang mit der Medikation mit “Tilur“ und “Tilur retard“ sowie mit der Frage einer stationären Behandlung. Anlässlich der aktuellen Exploration wäre eine - erneute - Rüc ksprache mit Dr. B.____ allenfalls zwar wünschbar, zweifellos aber nicht zwingend erforderl ich gewesen, denn im Rahmen der ak- tuellen Verlaufsbegutachtung musste Dr. C.____ kein e Zweifel an der Anamnese hegen, wodurch er auch keine konkrete Veranlassung für ein e Rückfrage hatte. In diesem Zu- sammenhang ist auch anzumerken, dass Dr. B.____ in seinem Schreiben an die IV-Stelle vom 6. März 2018 unter anderem festhielt, dass eine weiterführende fachärztliche Abklä- rung der Rücken- und Schulterproblematik nicht gepl ant und sinnvoll sei; die Di agnosen seien h inreichend geklärt, die Bildgebung ausgeschöpft, die Neurologie sei ebenfalls bes- tens dokument iert und ein operat ives Vorgehen sei nicht indiziert . Insgesamt ist deshalb nicht zu beanstanden, dass der Gutachter auf fremda namnestische Erhebungen verzichtet hat. Beizupflichten ist dem Beschwerdeführer hingegen, s oweit er geltend macht, der Gut- achter Dr. C.____ habe nicht ausgeschlossen, dass d ie nach wie vor bestehenden Proble- me auch radikuläre Symptome auslösen könnten. Solch e dürften aber weit weniger häufig Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht auftreten, als der Versicherte gegenüber seinem Hau sarzt angab. Diesbezüglich ist auf die Medikamentenspiegelkontrolle betreffend die Einnahm e des Medikaments “Tilur“ zu ver- weisen: Während der Beschwerdeführer angab, wegen d er Verschlechterung der Schmerzsituation täg lich morgens e in “Tilur“ und morgens und abe nds je ein “Tilur retard“ einzunehmen, deutete die Kontrolle des Medikamenten spiegels auf das Gegenteil hin. 7.2.3 Im Weiteren bestreitet der Beschwerdeführer, dass die somatischen Beschwerden abschliessend durch einen Rheumatologen beurteilt w erden könnten. Seines Erachtens wäre zusätzlich eine neurologische Begutachtung erf orderlich gewesen. Diesem Einwand kann nicht gefolgt werden. Wie den Akten entnommen werden kann, nahm der Beschwer- deführer in den letzten Jahren - im Gegensatz zu fr üher - keine fachärztliche neurologische Behandlung oder Beratung mehr in Anspruch (vgl. den Hinweis von Dr. med. F.____, Neu- rologie FMH, auf dem am 22. Januar 2018 an die IV-S telle retournierten Fragebogen). Zu- dem hielt auch Dr. B.____ in seinem Schreiben vom 6 . März 2018 fest, dass die Neurologie vollständig dokumentiert sei, womit auch seitens de s behandelnden Arztes kein Bedarf an einer gutachterlichen neurologischen Abklärung geäu ssert wurde. 7.2.4 Der Beschwerdeführer moniert sodann, es sei k eine abschliessende Beurteilung der aktenkundigen Schwerhörigkeit erfolgt. Die IV-S telle stütze ihre Einschätzung, wonach sich die Schwerhörigkeit nicht in relevanter Weise auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, auf einen Bericht der RAD-Ärztin Dr. med. G.____, Fachä rztin für Physikalische und Rehabili- tative Medizin, vom 2. Oktober 2018. Demgegenüber h abe Dr. B.____ dargelegt, dass eine IV-rechtliche Relevanz des Leidens gegeben sei, da für den Versicherten ein lärmiger Ar- beitsplatz mit mehreren Mitarbeitenden oder Kunden im Gespräch nicht in Frage komme. Diesbezüglich seien auch die Erhebungen von Dr. med . H.____, Hals-, Nasen-, Ohren- krankheiten FMH, vom 18. Januar 2018 zu beachten, w onach von einem Gesamtgehörs- verlust von 87 % auszugehen sei. Dr. H.____ habe da rgelegt, dass die eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit die Möglichkeiten der Koord ination der Arbeit und den persönli- chen Umgang mit den Kunden beschränke. Die bisherig e Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht eingeschränkt, weitere Angaben könnten nicht gemacht werden. Somit fehle aber eine fachärztliche Einschätzung der Auswirkungen de r Schwerhörigkeit auf die Arbeitsfä- higkeit, weshalb auch insoweit eine unvollständige Abklärung der Verhältnisse vorliege. Diesen Ausführungen des Beschwerdeführers ist entge genzuhalten, dass auch der behan- delnde HNO-Arzt Dr. H.____ dem Versicherten keine A rbeitsunfähigkeit attestiert, sondern lediglich dargelegt hat, dass eine eingeschränkte K ommunikationsfähigkeit bestehe, wel- che die Möglichkeit der Koordination der Arbeit wie auch den persönlichen Umgang mit Kunden einschränke. Dies wird denn auch von der IV- Stelle anerkannt, gleichzeitig hält diese aber - zu Recht - auch fest, dass der Beschwe rdeführer an einem ruhigen Arbeits- platz durch die vorhandene Schwerhörigkeit nicht zu sätzlich in der Arbeitsfähigkeit einge- schränkt sei. Dazu kommt, dass die IV-Stelle dem Ve rsicherten mit Mitteilung vom 9. Feb- ruar 2018 eine Kostengutsprache für eine binaurale Hörgerätepauschale als Hilfsmittel der IV erteilt hat. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3.1 In psychiatrischer Hinsicht lässt d er Beschwerdeführer eine unvollständige Feststel- lung des Sachverhalts durch den Gutachter PD Dr. D.____ rügen. Seine Rechtsvertreterin ver- weist diesbezüglich auf die Ausführungen des Hausarztes Dr. B.____. Dieser gehe davon aus, dass der Versicherte anlässlich der Begutachtung dissimuliert haben müsse, da er ihn eindeutig depressiv und resigniert erlebe. Die gutachterlichen An gaben zum sozialen Verhalten seien falsch. Mittels Fremdanamnese lasse sich belegen, dass sich der Patient zunehmend zurück- gezogen habe und die Treffen mit einem Kollegen kaum mehr stattfinden würden. Es sei auch schwierig, ihm Freude zu bereiten. Am wohlsten fühle er sich allein zu Hause, er lebe völlig zu- rückgezogen. Die Angaben zum Psychostatus im Gutachten sei en deshalb nicht nachvollzieh- bar. Es bestehe eine mittelgradige depressive Episode, w eshalb eine antidepressive Therapie indiziert sei. Allerdings dürfte es laut Dr. B.____ schwer sein, den Versicherten dazu zu motivie- ren. 7.3.2 Aus diesen Einwänden kann der Beschwerdeführer vorliegend nichts zu seinen Guns- ten ableiten. So vermag allein der Umstand, dass der Hausarzt den Versicherten anders erlebt als der Gutachter, dessen Beurteilung zweifellos nicht in Frage zu stellen. Als unbegründet er- weist sich sodann die Rüge, dass PD Dr. D.____ fremdanam nestische Abklärungen hätte vor- nehmen müssen, denn in den gesamten medizinischen Akten finden sich - mit Ausnahme der Berichte von Dr. B.____ - keinerlei Hinweise auf eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung. Was die Einschätzung von Dr. B.____ betrifft, ist zu be achten, dass dieser in seinem Bericht vom 27. Dezember 2017 noch von einem Verdacht auf ein e depressive Entwicklung ausging. Bereits im Bericht vom 13. Januar 2018 diagnostizier te er dann eine mittelgradige depressive Episode, wobei er festhielt, dass eine antidepressive Th erapie wahrscheinlich kommende Wo- che begonnen werde. Auf eine entsprechende Rückfrage der IV-Stelle hin antwortete Dr. B.____ am 6. März 2018, dass er zu einer möglichen psychiatrischen Behandlung nichts sagen könne, ausser dass der Versicherte einer solchen nur schwer zugänglich wäre. In die- sem Zusammenhang ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung vom 16. Mai 2018 angab, noch nie Psyc hopharmaka genommen und sich keiner psychotherapeutischen Behandlung unterzogen zu hab en. Wie die IV-Stelle zutreffend geltend macht, wäre jedoch bei einer ernsthaften psych ischen Erkrankung - trotz der geltend gemachten Scham bezüglich eines psychischen Leidens - di e Aufnahme einer fachärztlichen Behandlung zu erwarten gewesen. Eine solche habe jed och nicht stattgefunden, was gegen einen Leidensdruck spreche. Hält man sich all diese Aspekt e vor Augen, so ist als Ergebnis klarerweise festzuhalten, dass die gutachterlichen Einschät zungen von PD Dr. D.____ nicht zu beanstanden sind. 7.4 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass sich der G esundheitszustand und - damit einhergehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versicherten im Vergleich zur Situation, wie sie im Zeitpunkt der Rentenzusprache im Oktober 2014 vorgelegen hat, in einer anspruchs- erheblichen Weise verbessert haben. Somit hat die IV-S telle in der angefochtenen Verfügung das Vorliegen der Revisionsvoraussetzungen des Art. 17 Abs. 1 ATSG zu Recht bejaht. 8.1 Gestützt auf dieses Zwischenergebnis ist in einem nä chsten Schritt zu prüfen, wie sich die geschilderte Entwicklung auf den Rentenanspruch des B eschwerdeführers auswirkt. Zur Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beantwortung dieser Frage sind die Anspruchsberechtigun g und allenfalls der Umfang des An- spruchs pro futuro zu prüfen. Es gilt mit anderen Wort en, auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts den Invaliditäts grad bei Erlass der streitigen Revisions- verfügung zu ermitteln, woraus sich die Anspruchsberecht igung und allenfalls der Umfang des Anspruchs ergeben (Urteile des Bundesgerichts vom 3. Apri l 2017, 9C_766/2016, E. 1.2, und vom 29. Juni 2015, 9C_173/2015, E. 2.2, je mit Hinweisen). 8.2 Ausgangspunkt der Beurteilung des (heutigen) Ren tenanspruchs bildet die Frage, in welchem Ausmass der Versicherte aufgrund seiner gesundhe itlichen Beeinträchtigungen ar- beitsunfähig ist. Wie bereits weiter vorne ausgeführ t (vgl. E. 6.2 hiervor), ist laut dem bidiszipli- nären Gutachten von Dr. C.____ und PD Dr. D.____ vom 18./23. Mai 2018 davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit wieder zu 70 % arbeits- fähig ist. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 6.3 hiervor ) kommt diesem Gutachten voller Be- weiswert zu, so dass bezüglich der aktuellen Einschätzung de r Arbeitsfähigkeit des Beschwer- deführers auf diese gutachterliche Zumutbarkeitsbeurteilung abgestellt werden kann. 8.3 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist de r Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimme n. Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 5. Februar 2019 den erforderlichen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstellung von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen ei- nen Invaliditätsgrad von 24 % ermittelt. 8.4 Der Beschwerdeführer beanstandet im Zusammenhang mit der konkreten Berechnung einzig, dass ihm die IV-Stelle bei der Bemessung des Inva lideneinkommens einen unzu- reichenden Abzug vom Tabellenlohn gewährt habe. 8.4.1 Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fall auf der Grundlage von statisti- schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Perso- nen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr be schränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesu nder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzu g entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobe i die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufli che Merkmale der versicherten Per- son wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nation alität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes h aben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, we nn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür be- stehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehr erer dieser Merkmale ihre gesund- heitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem al lgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch- schnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmun g der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesa mt auf höchstens 25 % des Tabel- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht lenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2; vgl. z um Ganzen auch BGE 126 V 80 E. 5b/bb und cc). 8.4.2 Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefocht enen Verfügung einen Abzug vom Tabel- lenlohn von 5 % vorgenommen. Der Beschwerdeführer era chtet diesen Abzug als zu gering. Zur Begründung weist er darauf hin, dass ihm in der ur sprünglichen Rentenverfügung vom 15. Oktober 2014 bereits ein leidensbedingter Abzug von 10 % gewährt worden sei. Im vorlie- genden Revisionsverfahren sei nun einerseits anerkannt worden, dass eine Weichteilproblema- tik bestehe, die vorübergehend die Arbeitsfähigkeit erheblich einschränken könne. Weiter werde in Bezug auf die Schwerhörigkeit eine qualitative Einsc hränkung nicht in Frage gestellt. Unter zusätzlicher Berücksichtigung des aktualisierten Leistungsprofi ls einer Verweistätigkeit zeige sich, dass die entsprechenden Anforderungen im Vergleich zur Situation im Oktober 2014 noch um zusätzliche, nicht zu vernachlässigende Faktoren erweit ert worden seien. Diesem Umstand müsse mit einer Erhöhung und nicht mit einer Herabsetz ung des leidensbedingten Abzugs Rechnung getragen werden. Die IV-Stelle hält diesen E inwänden entgegen, der Beschwerde- führer könne aus dem Umstand, dass ihm in der früheren Verfügung ein höherer Abzug ge- währt worden sei, nichts zu seinen Gunsten ableiten, da bei jeder Rentenbeurteilung über einen allfälligen Abzug neu zu befinden sei. Ihrer Ansicht nach rechtfertige sich vorliegend in Anbe- tracht des dem Versicherten ärztlicherseits attestierten Belastungsprofils kein höherer Abzug als ein solcher von 5 %. 8.4.3 Wie die IV-Stelle zutreffend geltend macht, kan n der Beschwerdeführer aus dem Um- stand, dass ihm bei der erstmaligen Rentenzusprechung ei n Abzug von 10 % gewährt worden war, nichts zu seinen Gunsten ableiten, weil bei jede r Rentenbeurteilung über einen allfälligen Abzug neu zu befinden ist (Urteil des Bundesgerichts vom 25. August 2017, 8C_403/2017, E. 4.4.2 mit Hinweisen). Wenn der Abzug jedoch bei grundsätzlich gleichbleibendem Leistungs- profil für die Verweistätigkeit halbiert werden soll , bedarf dies einer Begründung. Eine solche fehlt hier sowohl in der angefochtenen Verfügung als auch in der Vernehmlassung der IV-Stelle. Ein sachlicher Grund für einen tieferen Abzug kann alle nfalls im Umstand erblickt werden, dass dem Versicherten ärztlicherseits wieder eine deutlich höh ere Arbeitsfähigkeit attestiert wird. Vorliegend kann die Frage der Höhe des leidensbedin gten Abzugs, welcher dem Versicherten zu gewähren ist, letztlich aber offen bleiben. Selbst be i Vornahme eines 10 %-igen oder sogar eines 15 %-igen Abzugs vom Tabellenlohn würde sich näm lich kein rentenbegründender Invali- ditätsgrad ergeben. Somit kann von Weiterungen zu dieser Frage abgesehen werden. 8.5 Die vorinstanzliche Bemessung des massgebenden Validen - und des zumutbaren In- valideneinkommens erweist sich in den übrigen Punkten als korrekt. Die von der IV-Stelle ermit- telten Zahlen sind denn auch - abgesehen vom vorstehend e rörterten Einwand - in der vorlie- genden Beschwerde nicht weiter beanstandet worden. Un ter diesen Umständen kann hier von weiteren Ausführungen zum Einkommensvergleich abgesehe n und stattdessen vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 5. Februar 2019 ver- wiesen werden. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Da der aktuell ermittelte Invaliditätsgrad des Besch werdeführers unter 40 % liegt, hat dieser grundsätzlich keinen Anspruch (mehr) auf eine IV-Re nte. Die von der IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 5. Februar 2019 angeordn ete Rentenaufhebung erweist sich daher als rechtens, wobei die Aufhebung gestützt auf Art. 88 bis Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 k orrekterweise vom ersten Tag des zwei- ten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an erfolgte. Die gegen die betreffende Ver- fügung erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 800 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun aller- dings mit Verfügung vom 26. März 2019 die unentgeltl iche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 10.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 26. März 2019 die unentgeltliche Verbei- ständung mit seiner Rechtsvertreterin bewilligt worden i st, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin des Beschwe rdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 12. April 2019 für das vorliegende Verfahren eine n Zeitaufwand von 13,5 Stunden geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sach verhalts- und Rechtsfragen als ange- messen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgew iesenen Auslagen von Fr. 121.60. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honor ar in der Höhe von Fr. 3‘038.85 (13,5 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 121.60 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 10.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘038.85 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht