<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SR.2022.00019</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222848&amp;W10_KEY=13045536&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SR.2022.00019</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 30.11.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist noch nicht rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nachsteuern (Staats- und Gemeindesteuern 2008-2015)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Steuerliche Qualifikation von Rentenleistungen einer deutschen berufsständischen Versorgungseinrichtung für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte. Die steuerpflichtigen Ehegatten stammen beide aus Deutschland und sind ausgebildete Zahnärzte. Fraglich ist, ob die im Rahmen einer straflosen Selbstanzeige nachträglich deklarierten Renten als Leibrenten zu qualifizieren und nach § 22 Abs. 3 StG bzw. Art. 22 Abs. 3 DBG zum Satz von 40 % nachzubesteuern sind, wovon die Pflichtigen ausgehen, oder ob die Rentenzahlungen â wie vom kantonalen Steueramt vertreten â als Einkünfte nach § 22 Abs. 1 StG bzw. Art. 22 Abs. 1 DBG nachzubesteuern sind. Zum Zweck der Qualifikation der erhaltenen Einkünfte muss vorab auf den Charakter der erhaltenen Rente eingegangen werden und ist zu prüfen, ob die Vorsorge gemäss dem Versorgungswerk mit einer schweizerischen Vorsorge (staatliche, berufliche oder private Vorsorge) vergleichbar ist (E. 2.4). Nach dem deutschen Alterssicherungssystem sind die berufsständischen Versorgungseinrichtungen der ersten Säule zuzuordnen. Darstellung der schweizerischen Rechtsprechung in Bezug auf die deutsche Rentenversicherung und verschiedene deutsche berufsständische Versorgungswerke (E. 2.6). Zunächst waren die Pflichtigen als in Deutschland tätige Zahnärzte Pflichtmitglieder des berufsständischen Versorgungswerks und ersetzte ihre Pflichtmitgliedschaft die gesetzliche Rentenversicherung bzw. die erste Säule der Alterssicherung Deutschlands, da die berufsständische "Ersatzversicherung" grundsätzlich dem Sicherungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung entsprechen muss. Nach dem Umzug in die Schweiz waren die Pflichtigen freiwillig beim deutschen Versorgungswerk weiterversichert. Durch die freiwillige Weiterführung mutierte die Versicherung nicht zur Ã-la-carte-Vorsorgelösung im Sinn einer Säule 3b: Vielmehr änderte sich der Charakter der Versicherung mit der freiwilligen Weiterführung der staatlichen Versicherung nicht (E. 2.9). Mit dem kantonalen Steueramt ist davon auszugehen, dass die den Pflichtigen ausbezahlten Renten im Rahmen der freiwilligen Weiterversicherung beim deutschen Versorgungswerk grundsätzlich mit einer AHV-Rente bzw. einer Leistung aus 1. Säule vergleichbar sind; vgl. aber E. 4 zum Eventualantrag bzw. zur teilweisen Qualifikation der Leistungen als 2. Säule (E. 2.13). Kein Verstoss gegen Art. 127 Abs. 2 BV, weil die Pflichtigen entgegen dem Korrespondenzprinzip bzw. dem Waadtländer Modell die Beiträge an das deutsche Versorgungswerk in der Vergangenheit nicht oder nur eingeschränkt abziehen konnten (E. 3). Anwendbarkeit der Übergangsbestimmungen von § 270 StG bzw. Art. 204 DBG auf die erhaltenen Renten der Pflichtigen? Grundsätzlich besteht der Versorgungsschutz des infrage stehenden Versorgungswerks primär in der Sicherung der Grundversorgung entsprechend der AHV/IV der Schweiz. Denn der Leistungskatalog der berufsständischen Versorgungseinrichtungen ist grundsätzlich dem der gesetzlichen Rentenversicherung nachgebildet. Entsprechend sind auch die Beiträge an das berufsständische Versorgungswerk analog der deutschen Rentenversicherung ausgestaltet: So sind nämlich ab dem Tag, ab welchem die Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung wirkt, die gleichen Beiträge an das Versorgungswerk zu zahlen, die ohne diese Befreiung zur gesetzlichen Rentenversicherung zu entrichten wären. Darüber hinaus können jedoch freiwillige Mehrzahlungen bis zu einem allgemeinen Jahreshöchstbeitrag erfolgen. Damit können die Versicherten mit freiwilligen Mehrbeträgen ihre Rente über die Grundsicherung hinaus erhöhen. Diese Möglichkeit der freiwilligen Mehrzahlungen besteht für die gesetzliche Rentenversicherung grundsätzlich nicht. Wird von freiwilligen Beitragszahlungen im berufsständischen Versorgungswerk Gebrauch gemacht, enthält die Versicherung im berufsständischen Versorgungswerk auch Elemente, welche der schweizerischen 2. Säule entsprechen. Diesfalls setzt sich auch die Rentenleistung des berufsständischen Versorgungswerks anteilmässig zusammen aus Leistungen, die der schweizerischen 1. Säule und der 2. Säule entsprechen. Da sowohl Einkünfte aus der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung als auch Einkünfte aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge nach Art. 22 Abs. 1 DBG bzw. § 22 Abs. 1 StG steuerbar sind, kommt der Unterscheidung nur Bedeutung zu im Hinblick auf eine allfällige Anwendung von Art. 204 DBG bzw. § 270 StG, wie sie hier infrage steht. Folglich ist in Bezug auf die den Pflichtigen ausbezahlten Renten eine Aufsplittung vorzunehmen: Ihre Beiträge an das deutsche Versorgungswerk, die über dem Höchstbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung lagen, haben 2.-Säule-Charakter (E. 4). Unzulässiges Entgegenkommen des kantonalen Steueramts gegenüber den Pflichtigen, indem es den Ausgleichs- bzw. Verzugszinsenlauf im Einspracheverfahren nicht weitergeführt hat, sondern die Zinsen auf dem Stand der ursprünglichen Verfügung belassen hat (E. 5.2). Teilweise Gutheissung der Rechtsmittel und Rückweisung der Sache zur Neuberechnung der Nachsteuern und der Zinsen an das kantonale Steueramt. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AHV/IV">AHV/IV</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃRZTEKASSE">ÃRZTEKASSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLÃNDISCHE SOZIALVERSICHERUNG">AUSLÃNDISCHE SOZIALVERSICHERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUFLICHE VORSORGE">BERUFLICHE VORSORGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUFSSTÃNDISCHES VERSORGUNGSWERK">BERUFSSTÃNDISCHES VERSORGUNGSWERK</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DEUTSCHE RENTENVERSICHERUNG">DEUTSCHE RENTENVERSICHERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DEUTSCHLAND">DEUTSCHLAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DOPPELBESTEUERUNGSABKOMMEN (DBA)">DOPPELBESTEUERUNGSABKOMMEN (DBA)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KORRESPONDENZPRINZIP">KORRESPONDENZPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEIBRENTE">LEIBRENTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHSTEUER">NACHSTEUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHSTEUERVERFAHREN">NACHSTEUERVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RENTE">RENTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RENTENLEISTUNG">RENTENLEISTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SÃULE 3B">SÃULE 3B</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALVERSICHERUNG">SOZIALVERSICHERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERBARES EINKOMMEN">STEUERBARES EINKOMMEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGEEINRICHTUNG">VORSORGEEINRICHTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WAADTLÃNDER MODELL">WAADTLÃNDER MODELL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: 1. SÃULE">1. SÃULE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: 2. SÃULE">2. SÃULE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: 3-SÃULENSYSTEM">3-SÃULENSYSTEM</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 127 Abs. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 18 DBA-D</span><br/><span class="ungerade">Art. 21 DBA-D</span><br/><span class="gerade">Art. 22 Abs. I DBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 22 Abs. III DBG</span><br/><span class="gerade">Art. 33 Abs. I lit. d DBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 151 Abs. I DBG</span><br/><span class="gerade">Art. 204 Abs. I lit. a DBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 516 Abs. I OR</span><br/><span class="gerade">§ 22 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 22 Abs. III StG</span><br/><span class="gerade">§ 160 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 270 Abs. II StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=59816" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">SR.2022.00019<br/> SR.2022.00020</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">30. November 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A,<b> </b><br/> 2. B,<b> <br/> </b>beide vertreten durch RA C und/oder RA D,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Rekurrierende und</span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Kanton ZÃ¼rich, vertreten durch das kantonale Steueramt,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Nachsteuern<br/> (Staats- und Gemeindesteuern 2008â2015 sowie</span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>direkte Bundessteuer 2008â2015),</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Ehegatten (nachfolgend: die Pflichtigen) A, geboren 1934, und B, geboren 1937, stammen beide aus Deutschland und sind ausgebildete ZahnÃ¤rzte. Nachdem der Ehemann wenige Monate in Deutschland als Zahnarzt erwerbstÃ¤tig war, verlegten die Ehegatten ihren Wohnsitz im Jahr 1965 in die Schweiz. B war daraufhin zwischen 1968 und 1971 zwischenzeitlich wieder als ZahnÃ¤rztin in Deutschland tÃ¤tig. Ab 1973 Ã¼bten die Ehegatten ihre zahnÃ¤rztliche TÃ¤tigkeit in einer eigenen Zahnarztpraxis in E (ZH) aus und wohnten in F (ZH). GestÃ¼tzt auf eine straflose Selbstanzeige der Ehegatten vom 28. September 2018 erÃ¶ffnete das kantonale Steueramt am 12. November 2018 ein Nachsteuerverfahren. Nicht deklariert wurden u.<span> </span>a. Renten der Versorgungseinrichtung G, welche die Ehegatten seit dem 1. April 1999 (A) bzw. 1. Dezember 2001 (B) monatlich ausbezahlt erhielten. Die Pflichtigen vertraten die Ansicht, diese seien als Leibrenten zu qualifizieren und daher zum Satz von 40 % nachzubesteuern. Mit VerfÃ¼gung vom 3. Februar 2021 rechnete das kantonale Steueramt die Renten indes zu 100 % auf und auferlegte den Pflichtigen fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuern 2008â2015 eine Nachsteuer (samt Zins) von Fr. â¦; fÃ¼r die direkte Bundessteuer 2008â2015 wurde ihnen eine Nachsteuer (samt Zins) von Fr. â¦ auferlegt. Von einer Strafverfolgung wurde abgesehen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen die NachsteuerverfÃ¼gung erhoben die Pflichtigen Einsprache. Diese wurde vom kantonalen Steueramt mit Einspracheentscheid vom 15. Juni 2022 abgewiesen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Rekurs bzw. Beschwerde vom 2. August 2022 beantragten die Pflichtigen dem Verwaltungsgericht, der Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts vom 15. Juni 2022 sei unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen aufzuheben und es seien die Renten der Versorgungseinrichtung G als Leibrenten im Sinn von § 22 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) und Art. 22 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die direkte Bundessteuer (DBG) zu 40 % zu besteuern und die Nachsteuergrundlagen entsprechend abzuÃ¤ndern. Eventualiter seien die Renten der Versorgungseinrichtung G fÃ¼r die Zwecke der direkten Bundessteuer lediglich zu 3/5 (Art. 204 Abs. 1 lit. a DBG) und fÃ¼r die Zwecke der Staats- und Gemeindesteuern zu 4/5 (§ 270 Abs. 2 StG) zu besteuern. Ãberdies seien die Verzugszinsen angemessen zu reduzieren.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 4. August 2022 vereinigte die AbteilungsprÃ¤sidentin i.V. die Verfahren SR.2022.00019 betreffend Nachsteuern Staats- und Gemeindesteuern 2008â2015 und SR.2022.00020 betreffend Nachsteuern direkte Bundessteuer 2008â2015.</p> <p class="Urteilstext">Mit Rekurs- bzw. Beschwerdeantwort vom 19. August 2022 stellte das kantonale Steueramt den Antrag, das Begehren der Rekurrierenden bzw. BeschwerdefÃ¼hrenden sei unter Kostenfolge abzuweisen und die im Einspracheentscheid vom 15. Juni 2022 festgesetzte Nachsteuer sei zu bestÃ¤tigen. Mit Replik vom 31. August 2022 hielten die Rekurrierenden bzw. BeschwerdefÃ¼hrenden an ihren AntrÃ¤gen fest. Mit Duplik vom 9. September 2022 nahm das kantonale Steueramt zur Replik Stellung. Darauf folgte am 21. September 2022 die Triplik der Rekurrierenden bzw. BeschwerdefÃ¼hrenden und am 28. September 2022 die Quadruplik des kantonalen Steueramts. Am 12. Oktober 2022 erstatteten die Rekurrierenden bzw. BeschwerdefÃ¼hrenden die Quintuplik. Das kantonale Steueramt verzichtete in der Folge auf eine weitere Stellungnahme.</p> <p class="MsoNormal"><span>Die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung (ESTV) liess sich nicht vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Rekurs bezÃ¼glich Nachsteuern fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuern fÃ¼r die Steuerperioden 2008â2015 (SR.2022.00019) und die Beschwerde bezÃ¼glich Nachsteuern fÃ¼r die direkte Bundessteuer ebenfalls fÃ¼r die Steuerperioden 2008â2015 (SR.2022.00020) betreffen dieselben Pflichtigen und dieselbe Rechtslage, weshalb die Verfahren mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 4. August 2022 zu Recht vereinigt wurden.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die Pflichtigen sind aufgrund ihres Wohnsitzes in der Schweiz bzw. im Kanton ZÃ¼rich und somit aufgrund persÃ¶nlicher ZugehÃ¶rigkeit im Sinn von Art. 3 Abs. 1 DBG beziehungsweise Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (sog. Steuerharmonisierungsgesetz; StHG) und § 3 Abs. 1 StG in der Schweiz bzw. im Kanton ZÃ¼rich steuerpflichtig. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b>Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen EinkÃ¼nfte (§ 16 Abs. 1 StG bzw. Art. 16 Abs. 1 DBG). Darunter fallen gemÃ¤ss § 22 Abs. 1 StG bzw. Art. 22 Abs. 1 DBG alle EinkÃ¼nfte aus der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (1. SÃ¤ule), aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge (2. SÃ¤ule) und aus anerkannten Formen der gebundenen Selbstvorsorge (SÃ¤ule 3a), mit Einschluss der Kapitalabfindungen und RÃ¼ckzahlungen von Einlagen, PrÃ¤mien und BeitrÃ¤gen. Als EinkÃ¼nfte aus der beruflichen Vorsorge gelten insbesondere Leistungen aus Vorsorgekassen, aus Spar- und Gruppenversicherungen sowie aus FreizÃ¼gigkeitspolicen (§ 22 Abs. 2 StG bzw. Art. 22 Abs. 2 DBG). FÃ¼r Leistungen aus der SÃ¤ule 3b gilt der allgemeine Grundsatz, wonach alle wiederkehrenden und einmaligen EinkÃ¼nfte der Einkommenssteuer unterliegen (§ 16 Abs. 1 StG; BGE 130 I 205 E. 7.6.2). Eine reduzierte Besteuerung von EinkÃ¼nften aus einer SÃ¤ule 3b ist fÃ¼r Leibrenten sowie EinkÃ¼nfte aus VerpfrÃ¼ndung vorgesehen (§ 22 Abs. 3 StG bzw. Art. 22 Abs. 3 DBG). Die reduzierte Besteuerung bei Leibrenten trÃ¤gt dem Umstand Rechnung, dass ein Teil der Rente eine RÃ¼ckzahlung des durch den Versicherungsnehmer geleisteten Kapitals darstellt (vgl. zur entsprechenden Regel im DBG BGE 130 I 205 E. 7.6.5; BGE 131 I 409 E. 5.4). <span>Unter dem Begriff Leibrente versteht man die vom Leben einer Person abhÃ¤ngige Verpflichtung des Rentenschuldners, dem RentenglÃ¤ubiger zeitlich wiederkehrende Leistung zu erbringen (Art. 516 Abs. 1 des Obligationenrechts [OR]). Keine Leibrente liegt insbesondere dann vor, wenn der RentenglÃ¤ubiger die Rente gestÃ¼tzt auf eine Risikoversicherung ausbezahlt erhÃ¤lt. Diesfalls hat der RentenglÃ¤ubiger die Rente zwar mittels seiner PrÃ¤mien auch mitfinanziert, doch hat es sich dabei bloss um RisikoprÃ¤mien gehandelt, die zu keiner Kapitalbildung gefÃ¼hrt haben. Der RentenglÃ¤ubiger hat seine PrÃ¤mien nicht ausschliesslich fÃ¼r den Erwerb der Rente aufgewendet, sondern in erster Linie fÃ¼r die Risikoabdeckung. Die ausbezahlte Rente enthÃ¤lt daher auch keine KapitalrÃ¼ckzahlungskomponente, die eine reduzierte Besteuerung rechtfertigen wÃ¼rde (</span>Felix Richner et al., Handkommentar zum DBG, 2. A., ZÃ¼rich 2009, Art. 22 N. 58; Felix Richner et al., Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, 4. A., ZÃ¼rich 2021, § 22 N. 57<span>).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Steuerbar nach § 22 Abs. 1 StG bzw. Art. 22 Abs. 1 DBG sind auch Leistungen von auslÃ¤ndischen staatlichen Sozialversicherungseinrichtungen (Richner et al., Art. 22 N. 22; Richner et al., § 22 N. 21). Das <span>Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom VermÃ¶gen vom 11. August 1971 (DBA CH-D; SR 0.672.913.62) weist das Besteuerungsrecht fÃ¼r RuhegehÃ¤lter</span><span> </span><span>und Ã¤hnliche VergÃ¼tungen, die einer in einem Vertragsstaat ansÃ¤ssigen Person fÃ¼r frÃ¼here unselbstÃ¤ndige Arbeit gezahlt werden, unter Vorbehalt von Art. 19 DBA CH-D dem AnsÃ¤ssigkeitsstaat zu (Art. 18 DBA CH-D). RuhegehÃ¤lter und Ã¤hnliche VergÃ¼tungen fÃ¼r eine frÃ¼here selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit kÃ¶nnen gestÃ¼tzt auf Art. 21 DBA CH-D ebenfalls im AnsÃ¤ssigkeitsstaat besteuert werden (vgl. Andreas Helbing/Mathias HÃ¤ni in: Martin Zweifel/Michael Beusch/RenÃ© Matteotti [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Internationales Steuerrecht, Basel 2015, Art. 21 OECD-MA N. 41; VGr, 23. Februar 2011, SB.2010.00107, E. 4.1 = StE 2011 B 26.12 Nr. 8 mit Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Es ist unbestritten, dass die erst mit strafloser Selbstanzeige</span> vom 28. September 2018 deklarierten Rentenzahlungen der Versorgungseinrichtung G <span>in der Schweiz besteuert werden dÃ¼rfen. Ebenso unbestritten sind die Voraussetzungen </span>von § 160 Abs. 1 StG bzw. Art. 151 Abs. 1 DBG fÃ¼r eine Nachbesteuerung der genannten Rentenzahlungen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Fraglich ist, ob die nachtrÃ¤glich deklarierten Renten als Leibrenten zu qualifizieren und nach § 22 Abs. 3 StG bzw. Art. 22 Abs. 3 DBG zum Satz von 40 % zu besteuern sind, wovon die Pflichtigen ausgehen, oder ob die Rentenzahlungen â wie vom kantonalen Steueramt vertreten â als EinkÃ¼nfte nach § 22 Abs. 1 StG bzw. Art. 22 Abs. 1 DBG zu besteuern sind. Zum Zweck der Qualifikation der erhaltenen EinkÃ¼nfte muss vorab auf den Charakter der Rente der Versorgungseinrichtung G eingegangen werden und ist zu prÃ¼fen, ob die Vorsorge gemÃ¤ss dem Versorgungswerk mit einer schweizerischen Vorsorge (staatliche, berufliche oder private Vorsorge) vergleichbar ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Die Versorgungseinrichtung G wurde im Jahr â¦ gegrÃ¼ndet (vgl. ...). Die Mitgliedschaft in der G besteht kraft Gesetz (Pflichtmitgliedschaft), d.<span> </span>h. sie muss nicht beantragt oder vertraglich vereinbart werden. Mitglieder kraft Gesetz sind alle nicht berufsunfÃ¤higen, zur BerufsausÃ¼bung berechtigten Ãrzte, ZahnÃ¤rzte und TierÃ¤rzte, wenn sie im ZustÃ¤ndigkeitsbereich der Versorgungseinrichtung beruflich tÃ¤tig sind. Gesetzliche Aufgabe der Versorgungseinrichtung G ist es, ihren Mitgliedern Leistungen in Form von Alters-, BerufsunfÃ¤higkeits- und Hinterbliebenenversorgung zu gewÃ¤hren. Das Versorgungswerk ist eine rechtsfÃ¤hige Anstalt des Ã¶ffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung (siehe zum Ganzen: BroschÃ¼re "Versorgungseinrichtung G kompakt", Ziff. 1.1/IV/3 sowie Satzung der Versorgungseinrichtung G in der Fassung vom 1. Dezember 1995 [Stand: Januar 2022], abrufbar unter â¦ [nachfolgend: Satzung der Versorgungseinrichtung G]). Die Versorgungseinrichtung G wird durch ein offenes Deckungsplanverfahren finanziert; dies im Gegensatz zur gesetzlichen Rentenversicherung (Deutsche Rentenversicherung [DRV]), welche im Umlageverfahren finanziert wird (BroschÃ¼re "Versorgungseinrichtung G kompakt", Ziff. 1.2). Die Pflichtmitglieder einer berufsstÃ¤ndischen Versorgungseinrichtung kÃ¶nnen sich auf Antrag von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen (§ 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Sozialgesetzbuch VI â SGB VI). Niedergelassene Ãrzte, ZahnÃ¤rzte und TierÃ¤rzte, die selbstÃ¤ndig sind, brauchen sich nicht befreien zu lassen, weil sie nicht der Versicherungspflicht in der Deutschen Rentenversicherung (DRV) unterliegen (BroschÃ¼re "Versorgungseinrichtung G kompakt", Ziff. 1.3). Ab dem Tag, ab welchem bei angestellten Mitgliedern die Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung wirkt, sind die gleichen BeitrÃ¤ge an die Versorgungseinrichtung G zu zahlen, die ohne diese Befreiung zur gesetzlichen Rentenversicherung zu entrichten wÃ¤ren (BroschÃ¼re "Versorgungseinrichtung G kompakt", Ziff. 3.1). SelbstÃ¤ndig erwerbstÃ¤tige Mitglieder haben als Pflichtbetrag 18 % des reinen Berufseinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Deutschen Rentenversicherung Bund und 7 % des Teils des reinen Berufseinkommens, der die Beitragsbemessungsgrenze der Deutschen Rentenversicherung Bund Ã¼bersteigt, zu zahlen (BroschÃ¼re "Versorgungseinrichtung G kompakt", Ziff. 3.3). Ferner kÃ¶nnen auch freiwillige Mehrzahlungen bis zu einem allgemeinen JahreshÃ¶chstbeitrag erfolgen (BroschÃ¼re "Versorgungseinrichtung G kompakt", Ziff. 3.4 ff.). Die Pflichtmitgliedschaft endet, wenn die Mitgliedschaftsvoraussetzungen nicht mehr vorliegen, z.<span> </span>B. wenn die BerufstÃ¤tigkeit nachhaltig aufgegeben oder an einen Ort ausserhalb des ZustÃ¤ndigkeitsbereichs verlegt wird. Nach dem Ende der Pflichtmitgliedschaft kann die Mitgliedschaft bei der Versorgungseinrichtung G grundsÃ¤tzlich auf schriftlichen Antrag freiwillig mit den gleichen Rechten und Pflichten fortgesetzt werden (BroschÃ¼re "Versorgungseinrichtung G kompakt", Ziff. 5.2). </p> <p class="Urteilstext">Die in der BroschÃ¼re "Versorgungseinrichtung G kompakt" umgesetzten gesetzlichen Vorgaben zur Versorgungseinrichtung G finden sich im Gesetz Ã¼ber das Ã¶ffentliche Versorgungswesen (VersoG), GVBl. S. 371, BayRS 763-1-I. GemÃ¤ss Art. 28 Abs. 1 VersoG haben die Versorgungsanstalten, zu denen auch die Versorgungseinrichtung G gehÃ¶rt, Versorgung fÃ¼r ihre Mitglieder und deren Hinterbliebenen in FÃ¤llen der BerufsunfÃ¤higkeit, des Alters und des Todes zu gewÃ¤hren. Bei den Versorgungsanstalten besteht Pflichtmitgliedschaft (Art. 30 Abs. 1 VersoG). Ausgeschiedene Pflichtmitglieder kÃ¶nnen nach Massgabe der Satzung freiwillige Mitglieder bleiben (Art. 30 Abs. 3 VersoG). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b>Die berufsstÃ¤ndischen Versorgungswerke reprÃ¤sentieren einen Versorgungstypus eigener Art, welcher der ersten SÃ¤ule des gegliederten und auf drei SÃ¤ulen beruhenden deutschen Alterssicherungssystems entspricht (Kerstin WindhÃ¶vel/Claudia Funke/Jan-Christian MÃ¶ller, Fortentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer ErwerbstÃ¤tigenversicherung, DÃ¼sseldorf 2011, S. 90; Deutscher Bundestag, Alterssicherung bei selbstÃ¤ndiger TÃ¤tigkeit: Welche AltersvorsorgemÃ¶glichkeiten sind fÃ¼r SelbstÃ¤ndige vorgesehen?, WD 6-3000-022/12, 2012, Ziff. 1; vgl. auch Maximilian Fuchs/Ulrich Preis/Wiebke Brose [Hrsg.], Sozialversicherungsrecht und SGB II, 3. A., Berlin/Boston 2021, § 43 Rz. 8 und 9). Das DreisÃ¤ulensystem Deutschlands ist dem Schweizer Vorsorgesystem Ã¤hnlich, aber nicht deckungsgleich. So qualifizierte das Bundesgericht etwa den Versicherungsschutz der Deutschen Rentenversicherung (DRV) als der AHV-Rente Ã¤hnlich (BGr, 21. MÃ¤rz 2011, 2C_530/2010, E. 2.2). Die staatliche DRV enthalte aber auch Elemente, welche in der Schweiz von der beruflichen Vorsorge abgedeckt wÃ¼rden, ohne dass die DRV deswegen zu einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge wÃ¼rde (BGr, 21. MÃ¤rz 2011, 2C_530/2010, E. 3.3.3 f.; vgl. dazu bereits BGr, 17. MÃ¤rz 2006, 2A.643/2005, E. 3.3 zur Bundesversicherungsanstalt fÃ¼r Angestellte [BfA], <i>heute:</i> Deutsche Rentenversicherung [DRV]). DemgegenÃ¼ber qualifizierte das Bundesgericht die Einzahlungen einer in der Schweiz tÃ¤tigen deutschen Ãrztin, welche diese im Zusammenhang mit der freiwilligen FortfÃ¼hrung ihrer Mitgliedschaft beim Versorgungswerk einer deutschen Ãrztekammer tÃ¤tigte, als BeitrÃ¤ge an die berufliche Vorsorge im Sinn von Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG. Vor ihrem Zuzug war die besagte Ãrztin Pflichtmitglied des Versorgungswerks der Ãrztekammer und gehÃ¶rte nicht der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung an (BGr, 28. Juni 2019, 2C_461/2018). Die von einer in der Schweiz tÃ¤tigen Ãrztin geleisteten Zahlungen an die Versorgungseinrichtung H (freiwillige Weiterversicherung) wertete das Bundesgericht in einem Ã¤lteren Entscheid als individuelle Selbstvorsorge im Sinn der SÃ¤ule 3b: So habe bezÃ¼glich der BeitrÃ¤ge der Steuerpflichtigen an die deutsche Vorsorgeeinrichtung keine betragsmÃ¤ssig feste Zahlungsverpflichtung bestanden. Ein solches System komme einer sog. Ã -la-carte-Versicherung gleich, welche mit den in der Schweiz massgebenden vorsorgerechtlichen Prinzipien der PlanmÃ¤ssigkeit und der KollektivitÃ¤t nicht vereinbar sei. Von einer den schweizerischen Einrichtungen der kollektiven beruflichen Vorsorge gleichwertigen Institution kÃ¶nne bei dieser deutschen Vorsorgeeinrichtung nicht die Rede sein (BGr, 19. Februar 2001, StE 2001 B 27.1 Nr. 25). Mit Bezug auf eine deutsche Vorsorgeeinrichtung einer Ãrztekammer mit freiwilliger Weiterversicherung eines Arztes nach Zuzug in die Schweiz verwarf das Verwaltungsgericht die nach Ansicht der Pflichtigen der SÃ¤ule 3b zuzuordnenden und als Leibrente zu qualifizierenden Rentenzahlungen. Vielmehr stelle die genannte Ãrzteversorgung einen Zweig der staatlichen Sozialversicherung dar, welche ungeachtet der freiwilligen WeiterfÃ¼hrung des VorsorgeverhÃ¤ltnisses der AHV gleichzustellen sei, weshalb die Renten nach § 22 Abs. 1 StG zu besteuern seien (VGr, 23. Februar 2011, SB.2010.00107, E. 3.2). Betreffend die BeitrÃ¤ge eines Arztes an die Versorgungseinrichtung G kam sodann die Steuerrekurskommission des Kantons Basel-Stadt zum Schluss, diese kÃ¶nnten weder als BeitrÃ¤ge an die gebundene Selbstvorsorge (SÃ¤ule 3a) noch unter einem anderen Titel zum Abzug zugelassen werden (StRK BS, 13. Januar 1994, Nr. 6/1994). Die Camera di diritto tributario del Tribunale d'appello des Kantons Tessin verneinte die Gleichsetzung der Renten der Versorgungseinrichtung G mit Leibrenten und unterwarf diese der Besteuerung nach Art. 22 Abs. 1 DBG (CDT TI, 9. Februar 2018, GeschÃ¤ftsnr. 80.2017.74 und 80.2017.75, RtiD II-2018, 439 ff.). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.7 </b>Das kantonale Steueramt erwog im Einspracheentscheid, die Versorgungseinrichtung G sei mit einer Versicherung gemÃ¤ss der schweizerischen AHV vergleichbar. Die berufsstÃ¤ndischen Versorgungswerke wÃ¼rden die Pflichtversorgung bezÃ¼glich der Alters-, InvaliditÃ¤ts-, und Hinterbliebenenversorgung sicherstellen. Vergleichbar seien diese Einrichtungen mit den Verbandsausgleichskassen, welche in der Schweiz die 1. SÃ¤ule fÃ¼r die den jeweiligen VerbÃ¤nden angeschlossenen Arbeitgeber und Arbeitnehmer durchfÃ¼hren wÃ¼rden. Obwohl teilweise auch Parallelen zur schweizerischen 2. SÃ¤ule bestÃ¼nden, wÃ¼rden diese Vorsorgeeinrichtungen nicht der 2. SÃ¤ule, welche in Deutschland betriebliche Vorsorge genannt werde, angehÃ¶ren. Die Versorgungseinrichtung G sei hinsichtlich der Deckung der verschiedenen Risiken BerufsunfÃ¤higkeit, Erreichen der Altersgrenze und Tod der gesetzlichen Rentenversicherung gleichgestellt. Dies ergebe sich aus dem Umstand, dass sich die Versorgungseinrichtungsmitglieder von der Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen kÃ¶nnten. Diesfalls seien diese ausschliesslich in der Versorgungseinrichtung G versichert, was ihnen einen analogen Versicherungsschutz bieten mÃ¼sse. Dieser Schutz mÃ¼sse sich entsprechend ebenfalls auf die Risiken Krankheit, BeeintrÃ¤chtigung der ErwerbstÃ¤tigkeit und Tod erstrecken. Somit beinhalte die Versicherung in der Versorgungseinrichtung G zwangslÃ¤ufig auch eine Risikodeckung. Demzufolge handle es sich bei der Versorgungseinrichtung G um eine staatlich anerkannte Sozialversicherung.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.8 </b>Die Pflichtigen bringen gegen das Argument der Pflichtversicherung vor, praktisch ihr gesamtes Versicherungsguthaben sei freiwillig wÃ¤hrend ihrer Sozialversicherungsunterstellung in der Schweiz einbezahlt worden. Eine Pflichtversicherung habe es fÃ¼r sie damit gar nicht gegeben. Die BeitrÃ¤ge seien daher â analog dem Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2001 (StE 2001 B 27.1 Nr. 25) â ihrer freien, individuellen Selbstvorsorge (SÃ¤ule 3b) zuzuordnen. Ferner seien sie obligatorisch der schweizerischen 1. SÃ¤ule unterstellt gewesen und wÃ¼rden seit Eintritt ins Rentenalter eine AHV-Rente beziehen. Es sei unzutreffend, dass die Versorgungseinrichtung G in ihrem Fall die gesetzliche Rentenversicherung ersetzt hÃ¤tte. Vielmehr habe die AHV in Bezug auf die ab dem Zuzug in die Schweiz verdienten Lohneinkommen die bisherigen gesetzlichen deutschen Pflichtversicherungen ersetzt. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.9 </b>Hinsichtlich der Versicherung bei der Versorgungseinrichtung G sind <i>zwei Phasen</i> zu unterscheiden: In einer <i>ersten Phase</i> waren die Pflichtigen als in Deutschland tÃ¤tige ZahnÃ¤rzte Pflichtmitglieder des berufsstÃ¤ndischen Versorgungswerks. Da weder behauptet noch ersichtlich ist, dass die Pflichtigen je BeitrÃ¤ge an die deutsche Rentenversicherung geleistet hÃ¤tten, kann davon ausgegangen werden, dass sie sich auf eigenen Antrag (§ 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI) von der Versicherungspflicht bei der gesetzlichen Rentenversicherung haben befreien lassen. In dieser ersten Phase hat ihre Pflichtmitgliedschaft bei der Versorgungseinrichtung G die gesetzliche Rentenversicherung bzw. die erste SÃ¤ule der Alterssicherung Deutschlands ersetzt, musste die berufsstÃ¤ndische "Ersatzversicherung" grundsÃ¤tzlich dem Sicherungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung entsprechen (vgl. dazu Fuchs/Preis/Bose [Hrsg.], § 46 Rz. 84). Nach dem Umzug in die Schweiz bzw. in einer <i>zweiten Phase</i> waren die Pflichtigen weiterhin freiwillig bei der Versorgungseinrichtung G versichert. Durch die freiwillige WeiterfÃ¼hrung mutierte die Versicherung bei der Versorgungseinrichtung G nicht zur Ã -la-carte VorsorgelÃ¶sung im Sinn einer SÃ¤ule 3b: FÃ¼r die Mitglieder, die die Mitgliedschaft bei der Versorgungseinrichtung G freiwillig fortsetzen, gelten nÃ¤mlich die gleichen Beitragsbestimmungen wie fÃ¼r Mitglieder kraft Gesetzes (siehe § 28 Ziff. 2 der Satzung der Versorgungseinrichtung G). Der Charakter der Versicherung Ã¤nderte sich mit der freiwilligen WeiterfÃ¼hrung der staatlichen Versicherung nicht. Auch waren die BeitrÃ¤ge der HÃ¶he nach nicht frei wÃ¤hlbar, sondern bestanden trotz MÃ¶glichkeit von freiwilligen Mehrzahlungen EinzahlungshÃ¶chstgrenzen (vgl. § 27 der Satzung der Versorgungseinrichtung G). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.10 </b>An der Vergleichbarkeit der von der deutschen Versorgungseinrichtung G erhaltenen Renten mit einer Schweizer AHV-Rente Ã¤ndert sich auch nichts, wenn die Renten nach deutschem Steuerrecht als "Leibrenten" besteuert wÃ¼rden, wie die Pflichtigen vorbringen. Denn von der deutschen Begrifflichkeit der Leibrente kann nicht auf die rechtliche Bedeutung der Leibrente nach Schweizer Recht geschlossen werden (vgl. VGr, 19. Oktober 2022, SB.2022.00040 und SB.2022.00041, E. 4.1 [zur Publikation vorgesehen]). Der VollstÃ¤ndigkeit halber ist jedoch anzufÃ¼hren, dass die von den Pflichtigen angerufene Bestimmung des deutschen Einkommenssteuergesetzes (EStG) von § 22 Nr. 1 Satz 3 lit. a dem Wortlaut nach "Leibrenten <i>und andere Leistungen</i>" erfasst. Unter den Begriff "<i>andere Leistungen</i>" fallen namentlich Leistungen, die von berufsstÃ¤ndischen Versorgungseinrichtungen erbracht werden (§ 22 Nr. 1 Satz 3 lit. a aa) EStG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.11 </b>Schliesslich bringen die Pflichtigen mit Bezug auf ein Schreiben der Versorgungseinrichtung G vom 29. November 2018 vor, die von ihnen einbezahlten PrÃ¤mien seien kapitalbildend gewesen, was Ã¼ber eine Verrentung zu Leibrenten in entsprechenden HÃ¶hen fÃ¼hre. Die KapitalrÃ¼ckzahlungskomponenten von 54,3 % (Pflichtige) bzw. 65,14 % (Pflichtiger) wÃ¼rden durch die von der Versorgungseinrichtung G bescheinigten Ertragsanteilskomponenten bestÃ¤tigt, welche im Fall von B 45,7% und im Fall von A 34,86% betragen hÃ¤tten. Somit liege eine kapitalbildende Versicherung vor, welche im Gegensatz zu einer Risikoversicherung stehe. Denn Renten einer Risikoversicherung wÃ¼rden nicht reduziert als Leibrenten besteuert, da es sich bei den PrÃ¤mien um reine RisikoprÃ¤mien handle, die zu keiner Kapitalbildung gefÃ¼hrt hÃ¤tten. Vorliegend seien die bis 31. Dezember 2004 ausbezahlten Rentenzahlungen in einen steuerpflichtigen Ertragsanteil und in einen nicht der Einkommenssteuer unterliegenden KapitalrÃ¼ckzahlungsanteil zerlegt worden. </p> <p class="Urteilstext">Im Zusammenhang mit diesen AusfÃ¼hrungen verweist das kantonale Steueramt in seiner Duplik zutreffend darauf, dass mit der EinfÃ¼hrung des neuen AlterseinkÃ¼nftegesetzes [AltEinkG] vom 5. Juli 2004 und dem damit verbundenen Wechsel von der vorgelagerten zur nachgelagerten Rentenbesteuerung per 1. Januar 2005 die RenteneinkÃ¼nfte der Pflichtigen nach deutschem Steuerrecht einer gÃ¼nstigeren Ertragsanteil-Besteuerung unterliegen wÃ¼rden, da sie bis zum 31. Dezember 2004 wÃ¤hrend mehr als 10 Jahren BeitrÃ¤ge in die Versorgungseinrichtung G einzahlten, die hÃ¶her waren als der HÃ¶chstbetrag zur gesetzlichen Rentenversicherung. Damit wÃ¤re auf sie die sog. Ãffnungsklausel anwendbar gewesen und wÃ¤re die bezogene Rente in einen nachgelagert zu besteuernden Anteil und in einen mit dem Ertragsanteil zu besteuernden Teil aufgeteilt worden (§ 22 Nr. 1 Satz 3 lit. a bb) Satz 2 EStG; vgl. auch Ziff. 13 des AltEinkG). Auf diese Regelung nehmen die Schreiben der Versorgungseinrichtung G vom 29. November 2018 denn auch explizit Bezug: "Vom Ruhegeld von der Versorgungseinrichtung G unterliegt ein Anteil von 34,86 % bzw. 45,70 % der Ertragsanteilbesteuerung nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb des deutschen Einkommenssteuergesetzes." Aus der Besteuerung der Renten, wie diese nach deutschem Recht erfolgen wÃ¼rde, kÃ¶nnen die Pflichtigen jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten: Aus der Aufteilung in einen zu besteuernden Rentenanteil und einen nicht zu besteuernden Rentenanteil kann nicht auf einen KapitalrÃ¼ckzahlungsanteil geschlossen werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.12 </b>In Bezug auf den geltend gemachten KapitalrÃ¼ckzahlungsanteil fÃ¼hren die Pflichtigen als zentralen Unterschied der Renten der deutschen Versorgungseinrichtung G zu AHV-Renten sodann an, Letztere wÃ¼rden auf einem reinen Umlageverfahren beruhen, wÃ¤hrend die Renten der Versorgungseinrichtung G auf einer Verrentung der geleisteten Beitragszahlungen basiere. Das Leistungssystem der Versorgungseinrichtung G sei beitragsbezogen, d.<span> </span>h. die HÃ¶he der Versorgungsleistung sei abhÃ¤ngig von den wÃ¤hrend der Mitgliedschaft geleisteten BeitrÃ¤gen. </p> <p class="Urteilstext">Die Versorgungseinrichtung G wird anders als die gesetzliche Rentenversicherung oder die schweizerische AHV nicht im Umlageverfahren, sondern im offenen Deckungsplanverfahren finanziert. Dabei werden Elemente des Umlage- und des Kapitaldeckungsverfahrens miteinander verbunden (vgl. zu den Begriffen: Fuchs/Preis/Brose [Hrsg.], § 45 Rz. 1 ff.). Das offene Deckungsplanverfahren verlangt indessen keine unmittelbare Ãquivalenz zwischen BeitrÃ¤gen und Leistungszusagen. Die Leistung ist also nicht ausschliesslich von der HÃ¶he und Anzahl der eingezahlten BeitrÃ¤ge abhÃ¤ngig. Vielmehr wird auch der kÃ¼nftige Zugang an neuen, meist jungen Kammermitgliedern in die Ãquivalenzbeziehung mit einbezogen (Deutscher Bundestag, Aktuelle Fragen zur Finanzierung der berufsstÃ¤ndischen Altersversorgung, 2022, WD 6 â 3000 â 100/21). Die fehlende Ãquivalenz ergibt sich auch aus einer GegenÃ¼berstellung der von den Pflichtigen einbezahlten BeitrÃ¤ge und den ihnen ausbezahlten Renten (siehe Schreiben der Versorgungseinrichtung G vom 2. August 2018 und 29. November 2018): </p> <p class="Urteilstext"> </p> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid"> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"><i>Einzahlungen Pflichtige:</i></p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"><i>Rentenauszahlungen Pflichtige:</i></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1968â1984: EUR â¦</p> </td> <td> <p class="Urteilstext">Ab 1.12.2001: mindestens EUR â¦ pro Jahr.</p> <p class="Urteilstext">2002â2007, 2018â2022 (11 Jahre): total mindestens EUR â¦</p> <p class="Urteilstext">2008â2017 (gemÃ¤ss Schreiben vom 2. August 2018): total EUR â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1985â2000: EUR â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Total EUR â¦</p> </td> <td> <p class="Urteilstext">Bis 1.12.2022: mindestens total EUR â¦</p> </td> </tr> </table> <p class="Urteilstext"> </p> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid"> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"><i>Einzahlungen Pflichtiger:</i></p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"><i>Rentenauszahlungen Pflichtiger:</i></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1965â1984: EUR â¦</p> </td> <td> <p class="Urteilstext">Ab 1.4.1999: mindestens EUR â¦ pro Jahr</p> <p class="Urteilstext">1999â2007, 2018â2022 (14 Jahre): total mindestens EUR â¦</p> <p class="Urteilstext">2008â2017 (gemÃ¤ss Schreiben vom 2. August 2018): total EUR â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1985â1999: EUR â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Total EUR â¦</p> </td> <td> <p class="Urteilstext">Bis 1.4.2022: mindestens total EUR â¦</p> </td> </tr> </table> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Allein schon aufgrund der erheblichen Divergenz der PrÃ¤mien und der RentenhÃ¶he kann nicht davon ausgegangen werden, dass es sich bei den ausbezahlten Renten lediglich um ausbezahltes Sparguthaben zuzÃ¼glich Ertragskomponente gehandelt hat. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.13 </b>Vielmehr haben die Pflichtigen die PrÃ¤mien bzw. die BeitrÃ¤ge nicht ausschliesslich fÃ¼r den Erwerb der Rente aufgewendet, sondern in erster Linie fÃ¼r die Risikoabdeckung Alter, ErwerbsunfÃ¤higkeit und Tod. Diese Versicherungskomponente ist der Leibrente fremd (siehe E. 2.2 sowie VGr, 23. Februar 2011, SB.2010.00107, E. 2.3). Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die den Pflichtigen ausbezahlten Renten im Rahmen der freiwilligen Weiterversicherung bei der Versorgungseinrichtung G grundsÃ¤tzlich mit einer AHV-Rente bzw. einer Leistung aus der 1. SÃ¤ule vergleichbar sind (vgl. aber E.4 zum Eventualantrag bzw. zur teilweisen Qualifikation der Leistungen als 2. SÃ¤ule). Der Hauptantrag der Pflichtigen, die Renten seien der reduzierten Besteuerung gemÃ¤ss § 22 Abs. 3 StG bzw. Art. 22 Abs. 3 DBG zu unterwerfen, ist daher abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Pflichtigen erblicken in der vollen Besteuerung der ihnen ausbezahlten Renten gemÃ¤ss § 22 Abs. 1 StG bzw. Art. 22 Abs. 1 DBG eine Verletzung des verfassungsmÃ¤ssigen Gebots der Besteuerung nach der wirtschaftlichen LeistungsfÃ¤higkeit im Sinn von Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV). In ihrem Fall seien die von ihnen geleisteten BeitrÃ¤ge namentlich wegen der Sozialversicherungsunterstellung in der Schweiz nicht, oder nur in sehr beschrÃ¤nktem Ausmass des allgemeinen Versicherungsabzugs abziehbar gewesen. In Umsetzung des Korrespondenzprinzips bzw. des WaadtlÃ¤nder Modells wÃ¤re eine vollumfÃ¤ngliche Besteuerung der Renten nur dann gerechtfertigt, wenn auch die BeitrÃ¤ge vollstÃ¤ndig abziehbar gewesen wÃ¤ren oder wenn es sich um nicht beitragsbezogene Leibrenten gehandelt hÃ¤tte. Somit sei aufgrund der fehlenden bzw. massiv eingeschrÃ¤nkten AbzugsmÃ¶glichkeiten in der Vergangenheit vorliegend eine reduzierte Besteuerung der Renten zu 40 % sachgerecht.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>BeitrÃ¤ge an auslÃ¤ndische Sozialversicherungen werden grundsÃ¤tzlich nur zum Abzug zugelassen, wenn eine in der Schweiz steuerpflichtige Person weiterhin â ausschliesslich â dem Sozialversicherungsregime des auslÃ¤ndischen Staates untersteht (BGr, 28. Juni 2019, 2C_461/2018, E. 2.2.1). Das Bundesgericht gelangte im Anwendungsbereich des FreizÃ¼gigkeitsabkommens bei freiwilliger Weiterversicherung einer Person im Bereich InvaliditÃ¤t, Alter und Leistungen an Hinterbliebene in Anwendung der Verordnung [EG] Nr. 883/2004 des EuropÃ¤ischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.1) zum Schluss, dass eine freiwillige Weiterversicherung mÃ¶glich sei, wenn die Person nach den Rechtsvorschriften des anderen Mitgliedstaats pflichtversichert sei und sie in der Vergangenheit zu einem Zeitpunkt ihrer beruflichen Laufbahn aufgrund oder infolge einer BeschÃ¤ftigung oder selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit den Rechtsvorschriften des ersten Mitgliedstaats unterlag und ein solches Zusammentreffen nach den Rechtsvorschriften des ersten Mitgliedstaats ausdrÃ¼cklich oder stillschweigend zugelassen sei. Solche BeitrÃ¤ge kÃ¶nnten unter der Voraussetzung, dass sie mit BeitrÃ¤gen an eine schweizerische Vorsorge vergleichbar seien, nach Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG von den EinkÃ¼nften abgezogen werden (BGr, 28. Juni 2019, 2C_461/2018, E. 3 ff.). Diese Regelung ist auf die Pflichtigen, welche ihre BeitrÃ¤ge an die Versorgungseinrichtung G vor Inkrafttreten des FreizÃ¼gigkeitsabkommens leisteten, in zeitlicher Hinsicht nicht anwendbar. Es ist daher mit den Pflichtigen davon auszugehen, dass sie ihre BeitrÃ¤ge an die Versorgungseinrichtung G nicht steuermindernd zum Abzug bringen konnten. Das Verwaltungsgericht hielt indessen bereits mit Urteil vom 23. Februar 2011 (SB.2010.00107, E. 3.3) fest, dass § 22 Abs. 1 StG bzw. Art. 22 Abs. 1 DBG eine bloss teilweise Besteuerung der Rentenleistungen unter BerÃ¼cksichtigung der eigenen Beitragsleistungen des Vorsorgenehmers nicht zulÃ¤sst (vgl. BGr, 17. MÃ¤rz 2006, 2A.643/2005 E. 3.3; frÃ¼her BGE 88 I 125). Ferner wurde das Korrespondenzprinzip nicht in jedem Bereich vollumfÃ¤nglich durchgesetzt: So wurde etwa die volle AbzugsfÃ¤higkeit fÃ¼r BeitrÃ¤ge an Einrichtungen der beruflichen Vorsorge (sog. WaadtlÃ¤nder Modell) erst ab 1. Januar 1987 verwirklicht (vgl. dazu die Botschaft Ã¼ber die Anpassung der direkten Bundessteuer an das Bundesgesetz Ã¼ber die berufliche Vorsorge vom 1. Mai 1984, BBl 1984 II 725, 731; BGE 130 I 205 E. 7). In Bezug auf die vor Inkrafttreten dieser Regelung geleisteten BeitrÃ¤ge an die berufliche Vorsorge wurde das Korrespondenzprinzip nicht absolut verwirklicht, was zur Regelung von Art. 204 DBG bzw. § 270 StG fÃ¼hrte (vgl. Martin Steiner/Peter Lang in: Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die direkte Bundessteuer, 3. A., Basel 2017, Art. 204 N. 4; BGE 116 Ia 264; BGE 116 Ia 277). Ein Verstoss gegen Art. 127 Abs. 2 BV ist darin nicht zu erblicken.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Eventualiter fÃ¼hren die Pflichtigen aus, die Renten der Versorgungseinrichtung G wÃ¼rden Leistungen aus beruflicher Vorsorge (2. SÃ¤ule) darstellen, weil die Versicherung in der Versorgungseinrichtung G eine ErwerbstÃ¤tigkeit in spezifischen Berufskategorien voraussetze und nicht weiter â namentlich nicht auch auf nichterwerbstÃ¤tige Personen â gefasst sei, wie dies beispielsweise bei der Schweizer AHV als 1. SÃ¤ule der Fall sei. Bei Qualifikation der Leistungen der Versorgungseinrichtung G als solche der 2. SÃ¤ule seien die Ãbergangsbestimmungen von Art. 204 Abs. 1 lit. a DBG bzw. § 270 Abs. 2 StG anwendbar.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Unter dem Titel "Ãbergangsbestimmungen" statuiert Art. 204 Abs. 1 lit. a DBG, dass Renten und Kapitalabfindungen aus beruflicher Vorsorge, die vor dem 1. Januar 1987 zu laufen begannen oder fÃ¤llig wurden oder die vor dem 1. Januar 2002 zu laufen beginnen oder fÃ¤llig werden und auf einem VorsorgeverhÃ¤ltnis beruhen, das am 31. Dezember 1986 bereits bestand, wie folgt steuerbar sind: zu drei FÃ¼nfteln, wenn die Leistungen (wie Einlagen, BeitrÃ¤ge, PrÃ¤mienzahlungen), auf denen der Anspruch des Steuerpflichtigen beruht, ausschliesslich vom Steuerpflichtigen erbracht worden sind. Im kantonalen Steuergesetz findet sich eine Ã¤hnliche Bestimmung fÃ¼r Renten und Kapitalzahlungen aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge von SelbstÃ¤ndigerwerbenden, die vor dem 1. Januar 1987 zu laufen begannen oder fÃ¤llig wurden oder die vor dem 1. Januar 2002 zu laufen beginnen oder fÃ¤llig werden und auf einem VorsorgeverhÃ¤ltnis beruhen, das am 31. Dezember 1985 bereits bestand. Solche werden laut § 270 Abs. 2 StG nur zu vier FÃ¼nfteln besteuert.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b>In zeitlicher Hinsicht sind die Voraussetzungen fÃ¼r die Anwendbarkeit der Ãbergangsbestimmungen auf den Fall der Pflichtigen gegeben, da das VorsorgeverhÃ¤ltnis bereits am 31. Dezember 1985 bzw. 1986 bestanden hat und die Leistungen vor dem 1. Januar 2002 zu laufen begonnen haben. Im Fall von B werden die Renten seit dem 1. Dezember 2001, im Fall von A seit dem 1. April 1999 ausbezahlt. Bevor der Frage nachgegangen wird, ob die Renten der Versorgungseinrichtung G auch Elemente der 2. SÃ¤ule enthalten, womit auch der sachliche Anwendungsbereich der genannten Bestimmungen erÃ¶ffnet wÃ¤re, ist vorab zu prÃ¼fen, ob die Ãbergangsbestimmungen bei deutschen Renten Ã¼berhaupt zur Anwendung kommen kÃ¶nnen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Das Steuerrekursgericht des Kantons ZÃ¼rich und die damalige Steuerrekurskommission I lehnten in zwei Entscheiden die Anwendung von Art. 204 DBG und § 270 Abs. 1 StG auf deutsche Renten ab. <span>Diese Regelung</span>en seien<span> spezifisch auf die Ãnderung des Besteuerungssystems aufgrund der BVG-Revision</span> ausgerichtet<span>: A</span>m <span>1. Januar 1987 wechselten sowohl der Bund als</span><span> </span><span>auch der Kanton ZÃ¼rich von ihrem bisherigen System der Besteuerung der beruflichen</span><span> </span><span>Vorsorge (beschrÃ¤nkte AbzugsfÃ¤higkeit der BeitrÃ¤ge und beschrÃ¤nkte Besteuerung der</span><span> </span><span>Leistungen) zum WaadtlÃ¤nder Modell (vollumfÃ¤nglicher Abzug der BeitrÃ¤ge bei vollumfÃ¤ngliche</span>r<span> Besteuerung der Leistungen). Demnach </span>wÃ¼rden <span>sie sich â entsprechend dem Wortlaut der Bestimmungen â auch nur auf EinkÃ¼nfte aus der beruflichen Vorsorge nach BVG</span> beziehen (vgl. auch Peter Locher, Kommentar zum Bundesgesetz Ã¼ber die direkte Bundessteuer, III. Teil, Art. 102-222 DBG, Basel 2015, Art. 204 N. 6; BGr, 8. Juni 2010, 2C_830/2009, E. 3.1 = StR 65, 783, 787)<span>. Eine durch ErwerbstÃ¤tigkeit im Ausland nach den Bestimmungen des betreffenden Landes erworbene Rente </span>werde<span> von der Ãbergangsproblematik im Zusammenhang mit dem Wechsel zum WaadtlÃ¤nder Modell nicht berÃ¼hrt, weshalb eine Ausdehnung des Anwendungsbereichs dieser Bestimmung auf solche Renten abzulehnen </span>sei <span>(Steuerrekursgericht des Kantons ZÃ¼rich, 30. MÃ¤rz</span> 2015, StE 2015 B 26.11 Nr. 4 E. 2c; StRK I [ZH], 19. November 2009, 1 ST.2009.237/1 DB.2009.117, E. 2). Bei beiden zitierten Urteilen lag der Sachverhalt so, dass die betroffenen Pflichtigen erst nach der Ãnderung des Besteuerungssystems aufgrund der BVG-Revision in die Schweiz gezogen sind. Das Steuerrekursgericht prÃ¤zisierte seine Rechtsprechung mit Entscheid vom 8. August 2011 in Bezug auf die genannten Ãbergangsbestimmungen im Licht des Diskriminierungsverbots gemÃ¤ss FreizÃ¼gigkeitsabkommen (FZA): So geniesse ein Arbeitnehmer aus dem EU-Raum laut Art. 9 Abs. 2 Anhang I FZA in der Schweiz die gleichen steuerlichen und sozialen VergÃ¼nstigungen wie die inlÃ¤ndischen Arbeitnehmer und ihre FamilienangehÃ¶rigen. Das Steuerrekursgericht erwog, dass es mit dem Diskriminierungsverbot nicht in Einklang gebracht werden kÃ¶nne, wenn einem Pflichtigen, der seine Anstellung in der Schweiz bereits vor dem Systemwechsel aufgenommen hÃ¤tte und seine BeitrÃ¤ge an eine auslÃ¤ndische Pensionskasse nach damals geltendem Recht bei der hiesigen Einkommenssteuer nicht bzw. nicht vollumfÃ¤nglich hÃ¤tte in Abzug bringen kÃ¶nnen, die Anwendung der Ãbergangsbestimmungen mit der BegrÃ¼ndung verwehrt wÃ¼rde, die entsprechenden Ausnahmeregelungen bezÃ¶gen sich nur auf Renten aus schweizerischen VorsorgeverhÃ¤ltnissen. Im vorliegenden Fall sei der Pflichtige aber erst 1989 und damit nach dem Systemwechsel in die Schweiz zugezogen und habe die von ihm an eine dÃ¤nische Vorsorgeeinrichtung geleisteten PensionskassenbeitrÃ¤ge immer vollumfÃ¤nglich abziehen kÃ¶nnen, weshalb er vom Wechsel zum WaadtlÃ¤nder Modell nicht betroffen gewesen sei (Steuerrekursgericht des Kantons ZÃ¼rich, 8. August 2011, 2 DB.2011.60/2 ST.2011.90, E. 3d). Aus der dargestellten Rechtsprechung erhellt, dass solche Steuerpflichtige, die ihren Wohnsitz schon vor dem Systemwechsel in die Schweiz verlegt hatten und weiterhin BeitrÃ¤ge an auslÃ¤ndische Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der 2. SÃ¤ule leisteten, von den Ãbergangsbestimmungen von Art. 204 DBG und § 270 StG â bei ErfÃ¼llen der weiteren Voraussetzungen â profitieren kÃ¶nnen. Da die Pflichtigen im vorliegenden Fall bereits seit 1965 in der Schweiz wohnhaft sind bzw. der schweizerische Wohnsitz bereits vor dem Systemwechsel bei der Rentenbesteuerung per 1. Januar 1987 begrÃ¼ndet wurde und die Pflichtigen weiterhin BeitrÃ¤ge an die deutsche Versorgungseinrichtung G leisteten, die sie nicht oder nur beschrÃ¤nkt vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen konnten, ist die Anwendung der Ãbergangsbestimmungen von Art. 204 DBG und § 270 StG aufgrund des freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Diskriminierungsverbots grundsÃ¤tzlich geboten. Dies setzt allerdings voraus, dass die BeitrÃ¤ge an die Versorgungseinrichtung G auch als BeitrÃ¤ge an die 2. SÃ¤ule qualifiziert werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Das kantonale Steueramt bringt gegen eine Qualifizierung der BeitrÃ¤ge als berufliche Vorsorge vor, die Versorgungseinrichtung G trete an Stelle der staatlichen Rentenversicherung Bund, welche eher mit der schweizerischen AHV als mit einer beruflichen Vorsorge verglichen werden kÃ¶nne. Aus Sicht des Verwaltungsgerichts besteht der Versorgungsschutz der Versorgungseinrichtung G â wie in E. 2.13 festgehalten â primÃ¤r in der Sicherung der Grundversorgung entsprechend der AHV/IV der Schweiz. Denn der Leistungskatalog der berufsstÃ¤ndischen Versorgungseinrichtungen ist grundsÃ¤tzlich dem der gesetzlichen Rentenversicherung nachgebildet (Klaus Heubeck, Die Finanzierung der berufsstÃ¤ndischen Versorgung, KÃ¶ln 2014, abrufbar auf der Internetseite der Arbeitsgemeinschaft berufsstÃ¤ndischer Versorgungseinrichtungen e. V. [ABV]). Entsprechend sind auch die BeitrÃ¤ge an die Versorgungseinrichtung G analog der deutschen Rentenversicherung ausgestaltet (siehe zum Folgenden auch E. 2.5): So sind nÃ¤mlich ab dem Tag, ab welchem die Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung wirkt, die gleichen BeitrÃ¤ge an die Versorgungseinrichtung G zu zahlen, die ohne diese Befreiung zur gesetzlichen Rentenversicherung zu entrichten wÃ¤ren (BroschÃ¼re "Versorgungseinrichtung G kompakt", Ziff. 3.1). SelbstÃ¤ndig erwerbstÃ¤tige Mitglieder haben als Pflichtbetrag 18 % des reinen Berufseinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Deutschen Rentenversicherung Bund und 7 % des Teils des reinen Berufseinkommens, der die Beitragsbemessungsgrenze der Deutschen Rentenversicherung Bund Ã¼bersteigt, zu zahlen (BroschÃ¼re "Versorgungseinrichtung G kompakt", Ziff. 3.3). DarÃ¼ber hinaus kÃ¶nnen jedoch freiwillige Mehrzahlungen bis zu einem allgemeinen JahreshÃ¶chstbeitrag erfolgen (BroschÃ¼re "Versorgungseinrichtung G kompakt", Ziff. 3.4 ff.). Damit kÃ¶nnen die Versicherten mit freiwilligen MehrbetrÃ¤gen ihre Rente Ã¼ber die Grundsicherung hinaus erhÃ¶hen. Diese MÃ¶glichkeit der freiwilligen Mehrzahlungen besteht fÃ¼r die gesetzliche Rentenversicherung grundsÃ¤tzlich nicht (vgl. aber § 187a SGB VI zum Ausgleich von Rentenminderungen). Wird von freiwilligen Beitragszahlungen im berufsstÃ¤ndischen Versorgungswerk Gebrauch gemacht, enthÃ¤lt die Versicherung im berufsstÃ¤ndischen Versorgungswerk auch Elemente, welche der schweizerischen 2. SÃ¤ule entsprechen. Diesfalls setzt sich auch die Rentenleistung des berufsstÃ¤ndischen Versorgungswerks anteilsmÃ¤ssig zusammen aus Leistungen, die der schweizerischen 1. SÃ¤ule und der 2. SÃ¤ule entsprechen. Da sowohl EinkÃ¼nfte aus der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung als auch EinkÃ¼nfte aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge nach Art. 22 Abs. 1 DBG bzw. § 22 Abs. 1 StG steuerbar sind, kommt der Unterscheidung nur Bedeutung zu im Hinblick auf eine allfÃ¤llige Anwendung von Art. 204 DBG bzw. § 270 StG, wie sie hier infrage steht. Folglich ist in Bezug auf die den Pflichtigen ausbezahlten Renten eine Aufsplittung vorzunehmen: Ihre BeitrÃ¤ge an die Versorgungseinrichtung G, die Ã¼ber dem HÃ¶chstbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung lagen, haben 2.-SÃ¤ule-Charakter. Aus den Schreiben der Versorgungseinrichtung G vom 31. Oktober 2005 und 29. November 2018 ergibt sich, dass B BeitrÃ¤ge im Umfang von 45,70 % an die Versorgungseinrichtung G leistete, welche Ã¼ber dem HÃ¶chstbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung lagen. Ebenso leistete A im Umfang von 34,86 % BeitrÃ¤ge Ã¼ber den HÃ¶chstbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung hinaus. Entsprechend sind vom jÃ¤hrlichen Ruhegeld von B von 45,70 % und vom jÃ¤hrlichen Ruhegeld von A 34,86 % als Gelder mit 2.-SÃ¤ule-Charakter zu qualifizieren. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, weil das Versorgungswerk der Versorgungseinrichtung G mit einer schweizerischen Vorsorge vergleichbar ist bzw. als gleichwertig betrachtet werden kann, soweit BeitrÃ¤ge Ã¼ber den HÃ¶chstbetrag zur gesetzlichen Rentenversicherung hinaus geleistet wurden. ErfÃ¼llt sind namentlich die Kriterien der reglementarischen Verpflichtung zur Leistung der BeitrÃ¤ge, was auch fÃ¼r freiwillige Mitglieder der Versorgungseinrichtung G gilt (siehe E. 2.5). Die BeitrÃ¤ge sind gebunden und quantitativ im Rahmen. Ferner handelt es sich bei der Versorgungseinrichtung G um eine anerkannte Vorsorgeeinrichtung (siehe E. 2.5). Auch die grundlegenden Erfordernisse des schweizerischen Rechts an die berufliche Vorsorge (KollektivitÃ¤t, Gleichbehandlung, PlanmÃ¤ssigkeit, Versicherungsprinzip, Angemessenheit) sind eingehalten (zu den Kriterien im Einzelnen vgl. BGr, 28. Juni 2019, 2C_461/2018, E. 2.2 und E. 4 ff.). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.6 </b>Dies ergibt folgende Grundlagen fÃ¼r die Nachsteuerberechnung der Pflichtigen (B):</p> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid"> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"><i>Steuer-periode:</i></p> </td> <td> <p class="Urteilstext"><i>Nicht deklarierte EinkÃ¼nfte: Rente aus Versorgungseinrichtung G (EF):</i></p> </td> <td> <p class="Urteilstext"><i>100 % steuerbar nach Art. 22 Abs. 1 DBG/<br/> § 22 Abs. 1 StG:</i></p> </td> <td> <p class="Urteilstext"><i>3/5 steuerbar nach Art. 204 Abs. 1 lit. a DBG (CH):</i></p> </td> <td> <p class="Urteilstext"><i>4/5 steuerbar nach § 270 Abs. 2 StG (ZH):</i></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2008</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">54,3 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦ </p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦ </p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2009</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">54,3 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2010</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">54,3 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2011</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">54,3 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid"> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2012</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">54,3 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2013</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">54,3 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2014</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">54,3 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2015</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">54,3 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">45,70 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> </table> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r den Pflichtigen (A) ergibt dies folgende Grundlagen fÃ¼r die Nachsteuerberechnung:</p> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid"> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"><i>Steuer-periode:</i></p> </td> <td> <p class="Urteilstext"><i>Nicht deklarierte EinkÃ¼nfte: Rente aus Versorgungseinrichtung G (EM):</i></p> </td> <td> <p class="Urteilstext"><i>100 % steuerbar nach Art. 22 Abs. 1 DBG/<br/> § 22 Abs. 1 StG:</i></p> </td> <td> <p class="Urteilstext"><i>3/5 steuerbar nach Art. 204 Abs. 1 lit. a DBG (CH):</i></p> </td> <td> <p class="Urteilstext"><i>4/5 steuerbar nach § 270 Abs. 2 StG (ZH):</i></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2008</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">65,14 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2009</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">65,14 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2010</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">65,14 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2011</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">65,14 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2012</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">65,14 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2013</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">65,14 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2014</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">65,14 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2015</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">65,14 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">34,86 % von Fr. â¦ = Fr. â¦</p> </td> </tr> </table> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext">In Bezug auf den Eventualantrag sind die Rechtsmittel demzufolge teilweise gutzuheissen. Es rechtfertigt sich, die Sache zur rechnerischen Umsetzung und zur Neuberechnung der Nachsteuern an das kantonale Steueramt zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die Pflichtigen beantragen schliesslich eventualiter, die erhobenen "Verzugszinsen" seien angemessen zu reduzieren. Die Bearbeitungszeit beim kantonalen Steueramt bis zum Erlass der VerfÃ¼gung habe rund zwei Jahre betragen, die Bearbeitungszeit zur Einsprache weitere rund eineinhalb Jahre. Diese Bearbeitungszeiten seien unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig lange und es widersprÃ¤che Treu und Glauben, wenn die Pflichtigen die durch die VerzÃ¶gerungen aufgelaufenen "Verzugszinsen" zu tragen hÃ¤tten. Entsprechend werde eine angemessene Reduktion der "Verzugszinsen" beantragt. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Vorab ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei den den Pflichtigen auferlegten Zinsen betreffend Nachsteuern im Bereich der <i>Staats- und Gemeindesteuern</i> gerade nicht um Verzugszinsen im eigentlichen Sinn, sondern um Ausgleichszinsen handelt (vgl. BGr, 30. September 2015, 2C_116/2015 und 2C_117/2015, E. 5; Richner et al., § 160 N. 43). Mit dem massvollen Ausgleichszinssatz wird insbesondere der Tatsache Rechnung getragen, dass der Ausgleichszins auch bei VerzÃ¶gerungen erhoben wird, die nicht auf Fehler der Steuerpflichtigen zurÃ¼ckzufÃ¼hren sind. Die Bearbeitungsdauer von NachsteuerverfÃ¼gungen liegt nicht in der Macht der Steuerpflichtigen, weshalb bis zum Abschluss des Nachsteuerverfahrens nur der Ausgleichszins verlangt wird und nicht der hÃ¶here Verzugszins (vgl. dazu BGr, 30. September 2015, 2C_116/2015 und 2C_117/2015, E. 5.5.1). Angesichts der KomplexitÃ¤t des Falls erscheint die Bearbeitungszeit durch das kantonale Steueramt vorliegend gerade noch angemessen. Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots wurde wÃ¤hrend der Dauer des Verfahrens vor dem kantonalen Steueramt durch die Pflichtigen nicht vorgebracht. Das kantonale Steueramt weist in der Rekurs- bzw. Beschwerdeantwort sodann darauf hin, es habe den Ausgleichszinsenlauf im Einspracheverfahren nicht weitergefÃ¼hrt, sondern die Ausgleichszinsen in der EinspracheverfÃ¼gung auf dem Stand der ursprÃ¼nglichen VerfÃ¼gung vom 3. Februar 2021 belassen. Dieses Vorgehen, um den Pflichtigen entgegenzukommen, erweist sich aber als unzulÃ¤ssig. GemÃ¤ss § 160 Abs. 1 StG wird die Nachsteuer samt Zins eingefordert. Die Zinspflicht ist von Bundesrechts wegen verbindlich mit der Nachsteuerpflicht verknÃ¼pft (vgl. Art. 53 Abs. 1 StHG). Nachsteuern sind ab dem Verfalltag der jeweiligen Steuerperiode zu verzinsen (§ 52 der Verordnung zum Steuergesetz vom 1. April 1998 [StV]). Dieser Zins ist bis zur rechtkrÃ¤ftigen Beendigung des Nachsteuerverfahrens geschuldet (vgl. BGr, 30. September 2015, 2C_116/2015 und 2C_117/2015, E. 5.5.2). Demzufolge hat das kantonale Steueramt bei der Neuberechnung auch die Verzinsung nachzufÃ¼hren. Die dadurch resultierende VerbÃ¶serung sollte durch die geringere Zinsbelastung aufgrund der teilweisen Gutheissung des Rekurses wieder ausgeglichen werden. Ist dies nicht der Fall, hÃ¤tte das kantonale Steueramt die VerbÃ¶serung den Pflichtigen vorgÃ¤ngig anzudrohen und ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme zu bieten. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Auch im Bereich der direkten Bundessteuer ist die Zinsberechnung zu aktualisieren und geht es nicht an, die Nachsteuern lediglich bis 3. Februar 2021 zu verzinsen. Denn auch hier wird die nicht erhobene Steuer gemÃ¤ss Art. 151 Abs. 1 DBG samt Zins als Nachsteuer eingefordert. Bei NachsteuerfÃ¤llen beginnt die Zinspflicht 30 Tage nach der ursprÃ¼nglichen FÃ¤lligkeit (Art. 3 Abs. 1 lit. b der Verordnung des EFD vom 10. Dezember 1992 Ã¼ber FÃ¤lligkeit und Verzinsung der direkten Bundessteuer, SR 642.124). Der hier anwendbare Verzugszinssatz ist der Zinssatzverordnung des EFD vom 25. Juni 2021 (SR 631.014) zu entnehmen (Art. 3 Abs. 2 der Verordnung des EFD vom 10. Dezember 1992 Ã¼ber FÃ¤lligkeit und Verzinsung der direkten Bundessteuer). GemÃ¤ss Art. 4 Abs. 3 lit. a der Zinssatzverordnung des EFD vom 25. Juni 2021 betrÃ¤gt der Verzugszins fÃ¼r die direkte Bundessteuer vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2021 3,0 %. DemgegenÃ¼ber brachte das kantonale Steueramt bei der Zinsberechnung ab der Steuerperiode 2020 lediglich noch einen Zinssatz von 0,5 % zur Anwendung. Dieses Versehen ist von Amtes wegen zu korrigieren. Die mit der Aufdatierung der Zinsberechnung bis zur Rechtskraft der NachsteuerverfÃ¼gung verbundene VerbÃ¶serung sowie die erwÃ¤hnte Korrektur des falschen Zinssatzes sollten durch die geringere Zinsbelastung aufgrund der teilweisen Gutheissung der Beschwerde wieder ausgeglichen werden. Ist dies nicht der Fall, hÃ¤tte das kantonale Steueramt die VerbÃ¶serung den Pflichtigen vorgÃ¤ngig anzudrohen und ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme zu bieten. FÃ¼r eine Reduktion der Zinsbelastung aufgrund der lÃ¤ngeren Bearbeitungsdauer besteht aber kein Raum. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten sind der Rekurs und die Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen teilweise gutzuheissen und ist die Sache zur Neuberechnung der Nachsteuern und der Zinsen an das kantonale Steueramt zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>7.1 </b>Nach § 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 162 Abs. 3 Satz 2 StG sind die Gerichtskosten der unterliegenden Partei aufzuerlegen. Bei teilweiser Gutheissung werden die Kosten anteilsmÃ¤ssig aufgeteilt. Da die Pflichtigen lediglich mit einem ihrer EventualantrÃ¤ge teilweise durchdringen (teilweise Vergleichbarkeit der Renten der Versorgungseinrichtung G mit Leistungen der schweizerischen 2. SÃ¤ule; teilweise Anwendung von Art. 204 Abs. 1 lit. a DBG und § 270 Abs. 2 StG, siehe zum Ganzen E. 4.6), sind die Kosten des Rekursverfahrens zu 4/5 den Pflichtigen und zu 1/5 dem Rekursgegner aufzuerlegen. Der gleiche VerteilschlÃ¼ssel gilt fÃ¼r das Beschwerdeverfahren (Art. 144 Abs. 1 DBG in Verbindung mit Art. 153 Abs. 3 DBG). </p> <p class="Erwgung2"><b>7.2 </b>Eine ParteientschÃ¤digung ist den Ã¼berwiegend unterliegenden Rekurrierenden bzw. BeschwerdefÃ¼hrenden nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] in Verbindung mit § 152 und § 162 Abs. 3 Satz 2 StG; Art. 64 Abs. 1-3 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG] in Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 und Art. 153 Abs. 3 DBG; vgl. Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich 2014 etc., § 17 N. 21; VGr, 21. September 2011, SB.2011.00037, E. 4). Das kantonale Steueramt hat keine EntschÃ¤digung verlangt. </p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>8.1 </span></b><span>Nach Art. 90 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) steht die Beschwerde an das Bundesgericht offen gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen (Endentscheide). Dagegen ist ein RÃ¼ckweisungsentscheid in der Regel als Vor- oder Zwischenentscheid im Sinn von Art. 93 BGG zu qualifizieren, gegen welchen eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. BGG nur zulÃ¤ssig ist, wenn â alternativ â der Entscheid einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeifÃ¼hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten fÃ¼r ein weitlÃ¤ufiges Beweisverfahren ersparen wÃ¼rde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG; BGE 133 V 477 E. 4.2 S. 481 f. mit Hinweisen). Dient die RÃ¼ckweisung â wie hier â einzig der rechnerischen Umsetzung des oberinstanzlich Angeordneten und bleibt der Verwaltung keine Entscheidungsfreiheit, </span>werden RÃ¼ckweisungsentscheide nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als Endentscheide behandelt (BGE 140 V 321 E. 3.2 f.; BGr, 28. September 2022, 2C_827/2021 und 2C_850/2021, E. 1.2).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>8.2 </span></b><span>Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. BGG erhoben werden. Aufgrund von Reorganisationsmassnahmen beim Bundesgericht ist die Beschwerde bis Ende 2022 an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14 und ab 1. Januar 2023 an das Schweizerische Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern zu adressieren.</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Der Rekurs im Verfahren SR.2022.00019 betreffend Nachsteuern (Staats- und Gemeindesteuern 2008â2015) wird im Sinn der ErwÃ¤gungen teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur Neuberechnung der Nachsteuern im Sinn der ErwÃ¤gungen an das kantonale Steueramt zurÃ¼ckgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Beschwerde im Verfahren SR.2022.00020 betreffend Nachsteuern (direkte Bundessteuer 2008â2015) wird im Sinn der ErwÃ¤gungen teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur Neuberechnung der Nachsteuern im Sinn der ErwÃ¤gungen an das kantonale Steueramt zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr fÃ¼r das Verfahren SR.2022.00019 wird festgesetzt auf <br/> Fr. 7'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 87.50</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 7'087.50</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die GerichtsgebÃ¼hr fÃ¼r das Verfahren SR.2022.00020 wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 52.50</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 5'052.50</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Kosten des Rekursverfahrens (SR.2022.00019) werden den Rekurrierenden je zu 2/5, unter solidarischer Haftung fÃ¼r 4/5 der Kosten, und zu 1/5 dem Rekursgegner auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens (SR.2022.00020) werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je zu 2/5, unter solidarischer Haftung fÃ¼r 4/5 der Kosten, und zu 1/5 dem Beschwerdegegner auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) erhoben werden. </span></p> <p class="Einzug2"><span>9. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) das Sekretariat der GeschÃ¤ftsleitung des kantonalen Steueramts;<br/> c) das Steueramt der Gemeinde F;<br/> d) die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung (ESTV). </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Im Namen des Verwaltungsgerichts</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Der Vorsitzende</span><span>: Die Gerichtsschreiberin:</span></p> <p class="Erwgung2"> </p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext">Versandt:</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>