Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. September 2021 (715 21 183 / 261) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber i.V. Benja- min Appius Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advo- katin, Advokatur Biaggi, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 2102, 4002 Basel gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Die 1968 geborene A.____ war vom 1. Dezember 2020 bis 28. Februar 2021 als Mitar- beiterin Pflege und Betreuung im Alterspflegeheim B. ____ in X. ____ in befristeter Anstellung tätig. Am 17. Februar 2021 kündigte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis in der Probezeit un- ter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist von sieb en Tagen auf den 28. Februar 2021. Am 24. Februar 2021 meldete sich A.____ beim Regiona len Arbeitsvermittlungszentrum Y. ____ (RAV) zur Arbeitsvermittlung an und erhob am 25. Februar 2021 bei der Öffentlichen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) ab dem 1. März 2021 Anspruch auf Arbeitslo- senentschädigung. Mit Verfügung vom 23. März 2021 stell te die Arbeitslosenkasse A.____ ab dem 1. März 2021 wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigke it für 20 Tage in der Anspruchsbe- rechtigung ein. Eine gegen diese Verfügung erhobene E insprache wies die Einspracheinstanz des Kantonalen Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit Baselland (KIGA), Abteilung Öffentli- che Arbeitslosenkasse, mit Entscheid vom 17. Mai 2021 ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin R affaella Biaggi, am 14. Juni 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteil ung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Sie beantragte, der Einsprachentscheid vom 17. Mai 2021 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, ihr die gesetzliche n Leistungen ohne Einstellung in der Anspruchsberechtigung auszurichten; unter o/e-Kostenfolg e. Zur Begründung hielt sie im We- sentlichen fest, dass sie die Arbeitslosigkeit nicht (eventu al-)vorsätzlich herbeigeführt und selbstverschuldet habe. C. Die Arbeitslosenkasse schloss mit Vernehmlassung vom 9. Juli 2021 auf Abweisung der Beschwerde. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obl igatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Ju ni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge richt erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung m it Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obli gatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 da s Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Ver fügungserlasses die Kontrollpflicht er- füllt. Vorliegend kam die Beschwerdeführerin ihren Kon trollpflichten im Kanton Basel- Landschaft nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Ka ntonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige ge- richtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprac heentscheide der Versicherungs- träger gemäss Art. 56 ATSG, weshalb auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gegeben ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 14. Juni 2021 ist demnach einzutreten. 1.2 Nach § 55 Abs. 1 VPO entscheidet das Präsidium der Abteilung Sozialversiche- rungsrecht des Kantonsgerichts bei Streitigkeiten bis zu e inem Streitwert von Fr. 20‘000.--. Hier ist eine Einstelldauer in der Anspruchsberechtigung im Umfang von 20 Tagen bei einem Tag- geld von Fr. 133.05 zu beurteilen. Demnach liegt der Streitwert bei Fr. 2'661.--. Deshalb ist die Beschwerde präsidial zu entscheiden. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person a lles Zumutbare unternehmen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. K ommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellu ng in der Anspruchsberechtigung verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Fun ktion einer Haftungsbegrenzung der Versi- cherung für Schäden, die die versicherte Person hätte v ermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältn ismässigkeits- und Verschul- densprinzip beherrscht (T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Schind- ler/Tanquerel/Tschannen/Uhlmann, Schweizerisches Bunde sverwaltungsrecht, Soziale Sicher- heit, 3. Auflage, Basel 2016, Rz. 828 ff.). 2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicher te Person in der Anspruchsberech- tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Ein Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt dann vor, wen n und soweit der Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeid baren Verhalten der versicherten Person liegt, für das die Versicherung die Haftung nich t übernimmt (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 3. Februar 2009, 8C_842/2008, E. 3.2, mit Hinweis). Die Arbeitslosigkeit gilt nament- lich dann als selbstverschuldet, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten dem Arbeitge- ber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben ha t (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Sinne von A rt. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt keine fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus wichtigen Gründen nach Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) vom 30. M ärz 1911 voraus. Das Verhal- ten muss auch nicht zwingend eine Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten darstellen, sondern es genügt, dass die versicherte Person durch ihr sonstiges V erhalten innerhalb und ausserhalb des Betriebs berechtigten Anlass zur Kündigung gab (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versiche- rungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; ARV 1987 Nr. 7; 1982 Nr. 18). Dabei müssen nicht zwingend Beanstandungen in beruflicher Hinsicht vorgelegen haben. Es genügt beispielsweise, dass cha- rakterliche Eigenschaften im weiteren Sinne, die den Ar beitnehmer für den Betrieb als untrag- bar erscheinen lassen, zur Entlassung geführt haben (vgl. BGE 112 V 242, E. 1). 2.3 Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens der Inte rnationalen Arbeitsorganisation über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (Über- einkommen Nr. 168 der IAO), das für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in Kraft getreten ist, kann eine Leistung, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder Teilzeitarbeitslosigkeit oder Verdienstausfall infolge einer vorübergehenden Arbeit seinstellung ohne Unterbrechung des Beschäftigungsverhältnisses Anspruch gehabt hätte, nur gek ürzt werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vo rsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat. Sodann führt nicht jedes schuldhafte Verhalten de r versicherten Person, das der Arbeitge- berin Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat, zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG . Das vorwerfbare Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IAO vielmehr vorsätzlich erfolgt sein, wobei auch Eventualvorsatz genügt (vgl. Urteil des EVG vom 4. Juni 2002, C 371/01, E. 2b). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Eventualvorsatz ist im Zusammenhang mit Art. 44 lit . a AVIV anzunehmen, wenn die versicherte Person vorhersehen kann oder damit rechnen mu ss, dass ihr Verhalten zu einer Kündigung durch den Arbeitgeber oder die Arbeitgeber in führt (NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). Im Rahmen von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIG darf somit bei blosser Fahrlässigkeit keine Einstellung in der Anspruchsberechtigung erfolgen (J ACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der An- spruchsberechtigung, Zürich 1998, S. 76 f.). Im Entscheid vom 6. Juni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f. hat das Bundesgericht – unter Hinweis auf den im Strafrecht geltenden Massstab – festgestellt, dass Eventualvorsatz und bewusste Fahrlässigkei t auf der Wissensseite überein- stimmen, indem dem Täter oder der Täterin die Möglichkeit, das Risiko der Tatbestandsverwirk- lichung bewusst ist. Die entscheidende Differenz liegt auf der Willensseite. Auch wer die Mög- lichkeit der Tatbestandsverwirklichung – hier der Arbeitge berkündigung – erkennt, kann sich, selbst leichtfertig, über sie hinwegsetzen, d.h. darauf ve rtrauen bzw. mit der Einstellung han- deln, dass schon nichts passieren werde (bewusste Fahrlässigke it). Demgegenüber erfordert der Eventualvorsatz, dass die versicherte Person sich für di e Tatbestandsverwirklichung ent- scheidet, sie in Kauf nimmt. Weitestgehend ausser Frage stehen dürfte das Willenselement nur, wenn die versicherte Person die Kündigung durch den Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin für so naheliegend hält, dass die Bereitschaft, sie als Folge ih res Verhaltens hinzunehmen, vernünf- tigerweise nicht mehr bezweifelt werden kann, oder wenn sie ihr, im eigentlichen Sinn des Wor- tes, erwünscht oder recht war, wie wohl auch noch im F alle schierer Gleichgültigkeit. Als Faust- regel formuliert: Dass die versicherte Person die Tatbest andsverwirklichung in Kauf genommen hat, liegt grundsätzlich näher, je wahrscheinlicher es ihr erschien, dass sie eintreten könnte, und je weniger sie sie innerlich ablehnte, und umgekehr t (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2008, 8C_504/2007, E. 5.4 mit Hinweis). Z u den Umständen, die allenfalls auf eventualvorsätzliches Verhalten schliessen lassen, gehören d ie Grösse des der versicherten Person bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, di e Schwere der Sorgfaltspflichtver- letzung, die Beweggründe und die Art der Tathandlung. Das Gericht darf vom Wissen der versi- cherten Person auf deren Willen schliessen, wenn sich ihr d er Eintritt des Erfolgs als so wahr- scheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Fol ge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Was d ie versicherte Person wusste, woll- te und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen und ist somit Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob im Lichte der festgestellten Tatsachen der Schluss auf Eventualvorsatz berechtigt erscheint (vgl. BGE 138 V 74 E. 8.4.1 mit Hinweisen; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f.). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verw altungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständ ige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (vgl. BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus de n Akten ergebender Anhaltspunkte hin- reichender Anlass besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl . BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundes- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1; T HOMAS LOCHER /T HOMAS GÄCHTER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl., Bern 2014, § 70 Rz. 3 und 20 ff.). 3.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG vom 6. Oktober 2000; Art. 61 lit. c ATSG ). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache erst und nur dann als bewiesen an- nehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (RENÉ WIEDERKEHR /K ASPAR PLÜSS , Pra- xis des öffentlichen Verfahrensrechts, Eine systematische Ana lyse der Rechtsprechung, Bern 2020, Rz. 1313 m.w.H.). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderun gen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, 121 V 45 E. 2a, 121 V 204 E. 6b). Eine Ausnahme hierzu bildet die An wendung von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV (vgl. Urteil des EVG vom 17. Oktober 2000, C 53/00, E. 3a). Praxisgemäss muss das der versi- cherten Person im Rahmen dieser Bestimmung zur Last gele gte Verhalten in beweismässiger Hinsicht klar feststehen, ansonsten eine Einstellung ausser Betracht fällt (vgl. Urteile des EVG vom 7. November 2002, C 365/01, E. 2 und vom 8. Oktob er 2002, C 392/00, E. 3.1; siehe im Weiteren auch BGE 112 V 242 E. 1; SVR 1996 ALV Nr. 7 2 S. 220 E. 3b/bb; N USSBAUMER , a.a.O., Rz. 829). 3.3 In seiner Beweiswürdigung ist das Gericht regelmässi g auf die Parteivorbringen und insbesondere auf die Aussagen des Arbeitgebers angewiese n. Dieser sollte eine Sachverhalts- darstellung abgeben, ohne am Ausgang des Verfahrens i nteressiert zu sein und ohne ein Inte- resse daran zu haben, die versicherte Person in einem ungünstigen Licht erscheinen zu lassen. Solange kein Grund besteht, an den Aussagen des Arbeitg ebers zu zweifeln, ist auf diese ab- zustellen. Es darf hingegen insbesondere dann nicht ein zig auf dessen Aussagen zu den Um- ständen der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältni sses abgestellt werden, wenn diese be- stritten und durch keine weiteren Indizien gestützt w erden (vgl. BGE 112 V 242 E. 1; ARV 1999 Nr. 8 S. 39 E. 7b; vgl. Urteil des EVG vom 8. März 20 01, C 102/00, E. 1a). Denn eine Einstel- lung in der Anspruchsberechtigung kann, wie eben darge stellt, nur verfügt werden, wenn das der versicherten Person zur Last gelegte Verhalten klar feststeht und vorsätzlich erfolgte. Bei Differenzen zwischen dem Arbeitgeber und der Arbeitnehm erin darf somit nicht ohne Weiteres auf ein fehlerhaftes Verhalten der Arbeitnehmerin ge schlossen werden, wenn der Arbeitgeber nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für w elche er keine Beweise anführen kann (vgl. Urteil des EVG vom 26. April 2001, C 380/00, E. 2b; BGE 112 V 242 mit Hinweisen; NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). 4. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zur Kündig ung Anlass gegeben und deshalb die Folgen einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zu tragen hat. Insbesondere ist zu prüfen, ob ihr von der Arbeitslosenkasse zu Recht ein (eventual)vorsätzliches Ver halten zur Last gelegt worden ist. Der rechtserhebliche Sachverhalt präsentiert sich wie folgt: Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Das Kündigungsschreiben des damaligen Arbeitgebers vom 17. Februar 2021 enthielt keine Ausführungen zum Grund der Kündigung. Im Antra g auf Arbeitslosenentschädigung vom 25. Februar 2021 führte die Versicherte aus, sie habe im Probezeitgespräch vom 10. Februar 2021 den Wunsch geäussert, die Probezeit zu verlängern. Zu jenem Zeitpunkt sei sie bereits auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle gewesen. In der Arbeitgeberbescheinigung vom 1. März 2021 legte der ehemalige Arbeitgeber eine Ak tennotiz des Probezeitgesprächs vom 10. Februar 2021 bei. Daraus ergibt sich, dass sich die B eschwerdeführerin aus arbeitsstruktu- rellen, gesundheitlichen und persönlichen Gründen am Arbeitsplatz nicht wohl gefühlt habe und zwischen ihr und anderen Mitarbeitenden Unstimmigkeiten bestanden hätten. Klärende Ge- spräche mit den Betroffenen habe die Versicherte abgele hnt, da solche von ihr als schwierig empfunden worden seien. Eine Kündigung per 28. Febru ar 2021 sei im Sinne der Versicherten gewesen. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs führte sie am 12. März 2021 aus, dass sie eine Verlängerung der Probezeit gewünscht habe, der Arbeitgeber dies aber nicht ermöglicht habe. 4.2 Am 19. März 2021 bestätigte Dr. med. C.____, FMH Allgemeinmedizin, dass der Ver- sicherten bis auf Weiteres die Tätigkeit im Pflegeberuf nicht zumutbar sei. 4.3 Die Verfügung vom 23. März 2021 hielt fest, die K ündigung sei auf Wunsch der Versi- cherten erfolgt. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 11. April 2021 Einsprache. Darin führte sie aus, sie sei gesundheitlich eingeschränkt und dür fe keine schweren Lasten anheben. Obwohl der Arbeitgeber ihr zugesichert habe, dass wenig körperliche Arbeiten anfallen würden, habe sie aufgrund der Corona-Situation pflegeaufwend ige Arbeiten verrichten müssen. Im Pro- bezeitgespräch vom 10. Februar 2021 habe sie die Arbeit sorganisation und den Klientenum- gang bemängelt, insbesondere habe sie sich am Verhalt en einer vorgesetzten Pflegefachfrau gegenüber den Klienten gestört. Dies habe sie dem Arb eitgeber bereits in einem früheren Ge- spräch anvertraut. Das Angebot, ein klärendes Gespräch mit dieser vorgesetzten Pflegefach- frau unter Anwesenheit des Arbeitgebers zu führen, hab e sie nicht wahrgenommen, weil dies nicht ihre Aufgabe sei. Die Versicherte hielt weiter f est, der Arbeitsweg sei beschwerlich gewor- den, da sie sich am Arbeitsplatz nicht mehr wohl gefühlt habe und sie nicht hinter der pflegeri- schen und betreuerischen Arbeitsweise habe stehen können. Aus diesen Gründen habe sie gegenüber dem Arbeitgeber den Wunsch geäussert, die Probezeit zu verlängern, da sie bereits eine neue Arbeitsstelle gesucht habe. Der Arbeitgeber habe mitgeteilt, dass eine Verlängerung der Probezeit gesetzlich nicht zulässig sei, weshalb sie in nerhalb der Probezeit, d.h. auf Ende Februar 2021 künden müsse. Anfänglich sei sie mit der S elbstkündigung einverstanden gewe- sen, später habe sie aber arbeitslosenrechtliche Nachteil e befürchtet. Deshalb habe sie dem Arbeitgeber eröffnet, sie werde nur künden, wenn sie eine neue Anstellung gefunden habe. Da- raufhin sei am 17. Februar 2021 die Kündigung ergan gen. Auf Nachfrage der Einsprach- einstanz führte der ehemalige Arbeitgeber am 10. Mär z 2021 aus, es habe sich aus mehreren Gesprächen ergeben, dass die Versicherte keine Fortsetzun g des Arbeitsverhältnisses ge- wünscht habe. 5.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 17. Mai 20 21 begründete die Arbeitslo- senkasse die Einstellung in der Anspruchsberechtigung damit, dass die Beschwerdeführerin zur Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kündigung Anlass gab, indem sie mit dem Arbeitsverhältn is unzufrieden gewesen sei, sich auf neue Arbeitsstellen beworben habe und dies dem ehemal igen Arbeitgeber freimütig bekundet habe. Deshalb habe sie um eine Verlängerung der Prob ezeit gebeten, da die Kündigungsfrist lediglich sieben Tage gedauert hätte. Damit habe sie i hr fehlendes Interesse gezeigt, das Ar- beitsverhältnis fortzusetzen, weshalb nicht erstaune, dass ihr gekündet worden sei. Demge- mäss habe sie mit der Kündigung rechnen müssen und diese eventualvorsätzlich herbeigeführt, weshalb die Einstelldauer von 20 Tage gerechtfertigt sei. 5.2 Das der Versicherten zur Last gelegte Verhalten muss in beweismässiger Hinsicht klar feststehen, damit eine Einstellung in Betracht kommt ( vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. März 2016, 8C_22/2016, E. 4.2 mit Hinweisen). Es genügt (vgl. E. 2.2), dass das allgemeine Verhalten der versicherten Person Anlass zur Kündigung gegeben hat; Beanstandungen in be- ruflicher Hinsicht müssen nicht vorgelegen haben. Es bedarf ferner auch nicht eines Fehlverhal- tens der Versicherten, das den Arbeitgeber zu einer fri stlosen Kündigung berechtigen würde. Entscheidend ist allein das Wissen bzw. Wissenkönnen und -müssen der Versicherten um die Möglichkeit, durch ihr Handeln eine Kündigung zu bewir ken. Es ist aktenkundig und unbestrit- ten, dass die Beschwerdeführerin freimütig ihre Unzufr iedenheit über die Arbeitsstelle und ihre Stellenwechselabsicht äusserte und gekündet hätte, so bald sie eine ihr entsprechende Stelle gefunden hätte. Weiter ist davon auszugehen, dass sie die Verlängerung der Probezeit wünsch- te, um innerhalb der siebentägigen Frist künden zu könn en. Offensichtlich hatte sie kein Inte- resse das Arbeitsverhältnis über die Probezeit hinaus weit erzuführen. Dies deckt sich mit ihrer Aussage im Probezeitgespräch vom 10. Februar 2021, wonach eine Kündigung des Arbeitsver- hältnisses in der Probezeit in ihrem Sinne sei. Auch wen n es der Beschwerdeführerin offen- steht, sich jederzeit auf andere Stellen zu bewerben, wäre es ihr arbeitslosenrechtlich zumutbar gewesen, am damaligen Arbeitsverhältnis festzuhalten, bi s sie eine neue Anstellung gefunden hätte. Vor diesem Hintergrund erscheint die Beschwerde führerin das Verhältnis zum Arbeitge- ber über Gebühr erschwert zu haben. Demgemäss leuchtet ein, dass der damalige Arbeitgeber kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit hatte . Im Lichte dieser Umstände ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin durch ihr Verhalten den Ver lust ihrer Anstellung in Kauf nahm. Demzufolge liegt ein einstellrechtlich relevantes Verha lten im vorstehend umschriebenen Sinn vor, das der Beschwerdeführerin in Bezug auf den Eintr itt der Arbeitslosigkeit zur Last zu legen ist. 5.3 Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführ erin nichts zu ändern. Sie macht geltend, die Fortführung der Tätigkeit sei ihr gesu ndheitlich nicht mehr zumutbar gewesen. Ent- gegen der Zusicherung des ehemaligen Arbeitgebers habe sie schwere Arbeiten verrichten müssen, obwohl ihr diese gesundheitlich nicht zumutbar ge wesen seien. Dies habe auch ihr Hausarzt im Bericht vom 19. März 2021 bestätigt, wonach ihr der Pflegeberuf bis auf Weiteres nicht möglich sei. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Be schwerdeführerin – wie sie in ihrer Einsprache selbst vorbrachte – wusste, was der Pflegeberu f mit sich bringen würde. Auch die geltend gemachte Corona-Situation ändert daran nicht s, zumal im Zeitpunkt des Anstellungs- beginns die besondere Lage bereits bekannt war. Zudem ist der von der Beschwerdeführerin eingereichte Arztbericht vom 19. März 2021 nicht echtze itlich, da das Arbeitsverhältnis zu die- sem Zeitpunkt seit mehr als einem halben Monat beendet war. Zwar bescheinigt das Attest vom Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 19. März 2021 eine Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiter es für den Pflegeberuf, enthält aber keine Angaben zum Gesundheitszustand, zum zeitlichen Verlauf und zur Zumutbarkeit. Es eignet sich daher nicht zu Beweiszwecken bezüglich der zu beurteilenden Angelegenheit. Weiter war die Beschwerdeführerin seit dem 17. Mai 2021 wiederum im Pflegebereich bei einer anderen Pfle- georganisation tätig, was gegen eine Arbeitsunfähigkeit im Pflegeberuf spricht. Schliesslich le- gen die Ausführungen der Beschwerdeführerin nahe, dass in erster Linie ihre Unzufriedenheit an der Arbeitsweise und nicht gesundheitliche Gründe zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses führten. 5.4 Im Weiteren führt die Beschwerdeführerin aus, di e Kündigung liege nicht darin begrün- det, dass sie die bereits vor Stellenantritt bekannten st rukturellen Probleme im Probezeitge- spräch angesprochen habe. Stattdessen sei der Arbeitgeb er mit ihren Arbeitsleistungen zufrie- den gewesen. Er habe aber erkannt, dass die Versicherte körperlich beeinträchtigt sei und menschlich und fachlich nicht ins Team passe. Die Probezeit diene dazu, die fachliche und per- sönliche Eignung der Arbeitnehmerin zu prüfen. Dabei bleibe es den Parteien unbenommen, sich auch gegen ein Arbeitsverhältnis zu entscheiden, wesh alb es einer versicherten Person offenstehe, sich im Probezeitgespräch frei zu äussern, ohne dass ihr ein Fehlverhalten anzulas- ten wäre. Der Beschwerdeführerin ist zwar darin zuzustimm en, dass die arbeitsrechtliche Pro- bezeit eine Eignungsprüfung bezweckt und ihr in Bezug auf die Fortsetzung des Arbeitsverhält- nisses eine gewisse Unsicherheit entspringt. Gleichwohl ist d er arbeitsrechtliche Begriff der Probezeit von seinen arbeitslosenrechtlichen Rechtsfolgen abzugrenzen. Gemäss AVIG-Praxis ALE, Staatssekretariat seco, Fassung vom Juli 2021, D75, S. 299 zeitigt eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses während der Probezeit arbeitslosenve rsicherungsrechtliche Folgen. Daher ist möglich, dass sich eine Auflösung des Arbeitsverhältnisse s in der Probezeit im Rahmen des arbeitsrechtlich Zulässigen bewegt, während versicherungsrech tlich dennoch Einstelltage ver- fügt werden. Dies folgt aus den unterschiedlichen Zi elrichtungen des Arbeitsrechts und des Ar- beitslosenrechts. Erstere bezweckt einen privatrechtlichen I nteressenausgleich zwischen Ar- beitgeber und -nehmer, wohingegen letztere die Folge n des sozialversicherungsrechtlichen Risikos einer Arbeitslosigkeit regelt. So ist bei der Ein stellung in der Anspruchsberechtigung massgebend, ob die Kündigung berechtigt veranlasst ersche int. Diese muss sich, wie oben in Erwägung 2.2 und 5.2 dargelegt, nicht zwingend auf ar beitsrechtliche Pflichtverletzungen bzw. berufliche Beanstandungen stützen, sondern es genügen U mstände, welche die Arbeitnehme- rin für den Arbeitgeber als untragbar erscheinen lassen. Vorliegend sind diese, wie in Erwägung 5.2 gezeigt, gegeben. 5.5 Schliesslich hatte der Arbeitgeber der Beschwerdefü hrerin bereits vor dem Probezeit- gespräch vom 10. Februar 2021 nahe gelegt, die von ihr beanstandete Unstimmigkeiten mit der vorgesetzten Pflegefachfrau anzusprechen, wenn nötig un ter Anwesenheit des Arbeitgebers. Die Beschwerdeführerin nahm dieses Angebot jedoch nicht wahr, sondern wünschte die Auflö- sung des Arbeitsverhältnisses. Allerdings wäre es der Besch werdeführerin zumutbar gewesen, zuerst klärende Gespräche zu führen, zumal der Arbeitgeber anbot, zwischen der Versicherten und der ihr vorgesetzten Pflegefachfrau zu vermitteln . Indem die Beschwerdeführerin dieses Angebot ablehnte, schien ihr die Bereitschaft zu fehle n, an einer konstruktiven Lösung mitzu- wirken. Nach dem Gesagten hat die Beschwerdeführerin mi t ihrem Verhalten das Risiko, ar- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht beitslos zu werden, zumindest eventualvorsätzlich in Kauf g enommen, weshalb ein Verschul- den an ihrer Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG und Art. 44 Abs. 1 AVIV zu bejahen ist. Die von der Kasse verfügte Einstellung in d er Anspruchsberechtigung erweist sich als rechtmässig. 6.1 Zu prüfen bleibt die Dauer der Einstellung. Dies e bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Sie beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage be i mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 AVIV). Innerhalb d ieses Rahmens fällt die Arbeitslosen- kasse ihren Entscheid nach pflichtgemässem Ermessen. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozialver- sicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts bzw. der en präsidierende Person bei Prä- sidialentscheiden die angefochtene Verfügung auch auf d eren Angemessenheit zu überprüfen. Sie greift jedoch bei der Beurteilung der durch die V orinstanz angeordneten Einstellungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in deren Ermessensspielr aum ein (ARV 2000 Nr. 8 S. 42 E. 2c). 6.2 Die Unterschreitung des grundsätzlichen Sanktionsrahm ens für ein schweres Ver- schulden kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung dann angezeigt sein, wenn beson- dere Umstände im Einzelfall vorliegen, die das Verschu lden leichter als schwer erscheinen las- sen. Diese können sich auf die subjektive Situation der b etroffenen Person oder auf eine objek- tive Begebenheit beziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. August 2017, 8C_342/2017, E. 4.3 mit Hinweis auf BGE 130 V 125 E. 3.5). 6.3 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist im vorli egenden Fall von einer selbstver- schuldeten Arbeitslosigkeit auszugehen. Bei einer selbstver schuldeten Arbeitslosigkeit läge der praxisgemäss angenommene Einstellungsrahmen für die Beme ssung der Einstelltage im Be- reich des schweren Verschuldens, mithin zwischen 31 und 6 0 Tagen. Vorliegend hat die Ar- beitslosenkasse das Verschulden der Beschwerdeführerin als mittelschwer eingestuft und die Einstellungsdauer auf 24 Tage festgesetzt. Dabei hat di e Beschwerdegegnerin zu Gunsten der Beschwerdeführerin zu Recht die arbeitsplatzspezifischen sowie die gesundheitlichen Probleme berücksichtigt, welche zur Reduktion um jeweils zwei, insg esamt vier Tage, d.h. einer Einstel- lung von 20 Tage führte. Weitere verschuldensmindernde Gründe sind vorliegend nicht ersicht- lich. In Würdigung der gesamten objektiven und subjek tiven Umstände sowie unter Berücksich- tigung der Tatsache, dass der Sanktionsrahmen für schwere s Verschulden unterschritten wor- den ist, erweist sich die Sanktionshöhe als vertretbar und ist demzufolge nicht zu beanstanden. Das Kantonsgericht sieht daher keinen Anlass, in das vorinstanzliche Ermessen einzugreifen. 6.4 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist der angefoc htene Einspracheentscheid vom 17. Mai 2021 nicht zu beanstanden. Daher ist die vorliegende Beschwerde abzuweisen. 7. Gemäss Art. 61 lit. f bis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistu ngen kos- tenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorg esehen ist. Sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht vor, kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Ge- richtskosten auferlegen. Da das AVIG keine Kostenpflicht vo rsieht und sich die Parteien weder Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht mutwillig noch leichtsinnig verhalten haben, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird keine P arteientschädigung zugesprochen (Art. 61 lit. g ATSG). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht