<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 0] </div> <div class="para">1P.321/1999/boh </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG</i> </div> <div class="para"> ********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>21. Februar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Nay, präsidierendes Mitglied </div> <div class="para">der I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter </div> <div class="para">Aeschlimann, Bundesrichter Féraud und Gerichtsschreiber </div> <div class="para">Karlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">E.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt </div> <div class="para">Markus Ineichen, Bärengasse 1, Sursee, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Regierungsrat des Kantons Z u g</u>, vertreten durch die </div> <div class="para">Sicherheitsdirektion des Kantons Zug, </div> <div class="para"> <u>Verwaltungsgericht des Kantons Z u g</u>, verwaltungsrechtliche </div> <div class="para">Kammer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para">Personalrecht, </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>A.- </u> </div> <div class="para"> E.________ arbeitet seit 1971 bei der Kantonspoli- </div> <div class="para">zei Zug. Er gilt als ausgesprochen pflichtbewusster, loyaler </div> <div class="para">und einsatzwilliger Polizeibeamter. Als E.________ im Sommer </div> <div class="para">1997 aus betrieblichen Gründen in die Polizeidienststelle </div> <div class="para">Baar versetzt werden sollte, erklärte er, diesem Wechsel </div> <div class="para">nicht gewachsen zu sein. Die in Aussicht gestellte Verset- </div> <div class="para">zung rief bei ihm eine Erschöpfungsdepression hervor. Er </div> <div class="para">wurde zu 100% arbeitsunfähig und konnte die vorgesehene neue </div> <div class="para">Funktion in Baar nicht übernehmen. Ein ärztliches Gutachten </div> <div class="para">vom 15. November 1997 kam zum Schluss, dass E.________ auf </div> <div class="para">Grund seines Gesundheitszustands eine Stelle mit Ausrück- </div> <div class="para">und Pikettdienst nicht mehr versehen könne, aber im Büro- </div> <div class="para">betrieb ohne Publikumsverkehr ab Anfang 1998 wieder voll ar- </div> <div class="para">beitsfähig sei. Für E.________ wurde in der Folge eine neue </div> <div class="para">Beschäftigung gesucht. Am 19. Mai 1998 entschied der Regie- </div> <div class="para">rungsrat des Kantons Zug, Polizeiwachtmeister E.________ ab </div> <div class="para">1. Juni 1998 ausserhalb des Stellenplans bei der Kantons- </div> <div class="para">polizei Zug weiterzubeschäftigen, die Jahresgrundbesoldung </div> <div class="para">ab dem 1. September 1998 auf die Klasse 13 Stufe 10 zu redu- </div> <div class="para">zieren und die Inkonvenienzentschädigung von Fr. 4'500.-- </div> <div class="para">pro Jahr zu streichen. Die übrigen Anstellungsbedingungen </div> <div class="para">wurden unverändert beibehalten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Gegen diesen Entscheid erhob E.________ eine Be- </div> <div class="para">schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Zug. Er ver- </div> <div class="para">langte, dass ihm weiterhin eine Jahresbesoldung auf der </div> <div class="para">Basis der Klasse 14 Stufe 10 sowie die volle Inkonvenienz- </div> <div class="para">entschädigung ausgerichtet werde. Das Verwaltungsgericht </div> <div class="para">wies die Beschwerde am 22. April 1999 ab und nahm zugleich </div> <div class="para">Vormerk davon, dass die Reduktion der Jahresgrundbesoldung </div> <div class="para">und der Wegfall der Inkonvenienzentschädigung erst ab dem </div> <div class="para">1. Dezember 1998 wirksam wurden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>B.- </u> </div> <div class="para"> E.________ hat gegen den Entscheid des Verwaltungs- </div> <div class="para">gerichts vom 22. April 1999 eine staatsrechtliche Beschwerde </div> <div class="para">beim Bundesgericht eingereicht. Er beantragt, es sei der an- </div> <div class="para">gefochtene Entscheid wegen Verletzung des Gleichbehandlungs- </div> <div class="para">gebots und des Willkürverbots aufzuheben und die Sache zur </div> <div class="para">Neubeurteilung an das Verwaltungsgericht zurückzuweisen. Die </div> <div class="para">Sicherheitsdirektion des Kantons Zug ersucht namens des Re- </div> <div class="para">gierungsrats um Abweisung der Beschwerde, soweit darauf ein- </div> <div class="para">zutreten sei. Denselben Antrag stellt das Verwaltungsge- </div> <div class="para">richt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> In einem zweiten Schriftenwechsel halten die Betei- </div> <div class="para">ligten an ihren Anträgen fest, soweit sie sich nochmals ge- </div> <div class="para">äussert haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Staatsrechtliche Beschwerden müssen nach <span class="artref">Art. 90 </span></div> <div class="para">Abs. 1 lit. b OG die wesentlichen Tatsachen und eine kurzge- </div> <div class="para">fasste Darstellung darüber enthalten, welche verfassungsmäs- </div> <div class="para">sigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern sie durch </div> <div class="para">den angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden </div> <div class="para">sind. Das Bundesgericht prüft nur klar und detailliert er- </div> <div class="para">hobene und, soweit möglich, belegte Rügen; der Grundsatz der </div> <div class="para">richterlichen Rechtsanwendung gilt insoweit im Bereich der </div> <div class="para">Verfassungsbeschwerde nicht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-I-71%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page71">BGE 125 I 71</a> E. 1c S. 76). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Diesen Anforderungen genügt die vorliegende Be- </div> <div class="para">schwerde nicht in allen Teilen. Auf Rügen, die keinen klaren </div> <div class="para">Bezug zu den geltend gemachten Verfassungsverletzungen haben </div> <div class="para">oder nicht genügend belegt sind (vgl. E. 2c und 3b), ist </div> <div class="para">nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, die </div> <div class="para">vom Regierungsrat beschlossene Kürzung seines Lohns beruhe </div> <div class="para">auf einer willkürlichen Anwendung des kantonalen Gesetzes- </div> <div class="para">rechts und stelle im Vergleich zu anderen Angestellten eine </div> <div class="para">unzulässige Ungleichbehandlung dar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Nach § 32 Abs. 1 des Gesetzes über das Arbeits- </div> <div class="para">verhältnis des Staatspersonals vom 1. September 1994 (Perso- </div> <div class="para">nalgesetz, PG) kann Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die </div> <div class="para">nicht von Verfassungs wegen vom Volk oder vom Kantonsrat ge- </div> <div class="para">wählt sind, jederzeit eine den Fähigkeiten und der Eignung </div> <div class="para">entsprechende andere Funktion zugewiesen werden. Eine mit </div> <div class="para">einer anderen Stelle oder Arbeit verbundene Besoldungsreduk- </div> <div class="para">tion kann nur unter Einhaltung der Kündigungsfrist und des </div> <div class="para">Kündigungstermins angeordnet werden (<span class="artref">§ 32 Abs. 3 PG</span>). Dane- </div> <div class="para">ben sieht auch <span class="artref">§ 50 PG</span> Gehaltskürzungen vor. Nach dieser </div> <div class="para">Bestimmung können bei ungenügender Leistung, Fähigkeit oder </div> <div class="para">Eignung unter Einhaltung der Kündigungsfristen und -termine </div> <div class="para">jederzeit Gehaltserhöhungen ganz oder teilweise rückgängig </div> <div class="para">gemacht werden, und es kann die Versetzung in eine tiefere </div> <div class="para">Gehaltsstufe oder Gehaltsklasse angeordnet werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die kantonalen Instanzen sind gestützt auf ein </div> <div class="para">ärztliches Gutachten zum Schluss gelangt, dass der Beschwer- </div> <div class="para">deführer nicht mehr polizeidiensttauglich, wohl aber an </div> <div class="para">einer anderen Stelle ausserhalb des Stellenplans noch voll </div> <div class="para">arbeitsfähig sei. Insbesondere sei ein Einsatz mit Ausrücken </div> <div class="para">und Pikettdienst nicht mehr möglich, und auch eine Tätigkeit </div> <div class="para">mit Publikumsverkehr komme nicht mehr in Betracht. In der </div> <div class="para">dem Beschwerdeführer aus sozialen Gründen ermöglichten Wei- </div> <div class="para">terbeschäftigung ausserhalb des Stellenplans sahen der Re- </div> <div class="para">gierungsrat und das Verwaltungsgericht eine Änderung seiner </div> <div class="para">ursprünglichen Funktion, die gemäss § 32 Abs. 3 bzw. <span class="artref">§ 50 PG</span> </div> <div class="para">eine Reduktion der bisherigen Besoldung um eine Lohnklasse </div> <div class="para">rechtfertige. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Nach Ansicht des Beschwerdeführers ist diese An- </div> <div class="para">wendung der genannten kantonalen Bestimmungen willkürlich </div> <div class="para">und verletzt daher <span class="artref">Art. 4 aBV</span> bzw. <span class="artref">Art. 9 BV</span>. Von einer </div> <div class="para">Funktionsänderung könne nicht gesprochen werden, da er jetzt </div> <div class="para">wieder als Mitarbeiter beim Spezialdienst Wirtschaftsdelikte </div> <div class="para">(WID) tätig sei und die genau gleiche Arbeit verrichte, die </div> <div class="para">er schon vom Oktober 1994 bis September 1996 ausgeführt </div> <div class="para">habe, als er noch eine Lohnklasse höher eingestuft gewesen </div> <div class="para">sei. Die angeordnete Lohnreduktion sei allein aus finanzpo- </div> <div class="para">litischen Gründen erfolgt, was nicht haltbar sei, wenn sie </div> <div class="para">nur einen Einzelnen treffe. Ausserdem sehe <span class="artref">§ 50 PG</span> eine Ge- </div> <div class="para">haltskürzung wegen Krankheit, wie sie der Beschwerdeführer </div> <div class="para">erlitten habe, nicht vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Es trifft zwar zu, dass der Beschwerdeführer heute </div> <div class="para">wieder als Sachbearbeiter beim WID eingesetzt wird und dabei </div> <div class="para">weitgehend die gleichen Aufgaben übernimmt wie bereits in </div> <div class="para">den Jahren 1994-96. Er ist jedoch heute nicht mehr voll </div> <div class="para">polizeidiensttauglich und wird nur noch ausserhalb des Stel- </div> <div class="para">lenplans beschäftigt. Der Wegfall der Polizeidiensttauglich- </div> <div class="para">keit ist entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers </div> <div class="para">keineswegs irrelevant. So kann er heute nicht mehr für den </div> <div class="para">Pikettdienst eingesetzt werden, wozu er in den Jahren 1994-96 </div> <div class="para">gemäss Funktionsbeschreibung jederzeit herangezogen werden </div> <div class="para">konnte. Ferner ist es heute wegen der fehlenden vollen Poli- </div> <div class="para">zeidiensttauglichkeit nicht mehr möglich, den Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rer entsprechend den betrieblichen Bedürfnissen kurzfristig </div> <div class="para">für andere polizeiliche Aufgaben einzusetzen. Dies ist ja </div> <div class="para">auch der Grund, weshalb seine Weiterbeschäftigung nur noch </div> <div class="para">ausserhalb des Stellenplans in Frage kam. Es ist daher nicht </div> <div class="para">willkürlich, wenn das Verwaltungsgericht in der neuen Be- </div> <div class="para">schäftigung ausserhalb des Stellenplans eine Funktionsände- </div> <div class="para">rung gemäss <span class="artref">§ 32 PG</span> sah, die eine Lohnreduktion nach sich </div> <div class="para">zieht. Zudem konnte es die Gehaltskürzung ohne Willkür auf </div> <div class="para"><span class="artref">§ 50 PG</span> abstützen. Der Beschwerdeführer übersieht, dass die </div> <div class="para">Kürzung seines Lohns nicht wegen seiner Krankheit, sondern </div> <div class="para">wegen der ungenügenden Eignung infolge Wegfalls der vollen </div> <div class="para">Polizeidiensttauglichkeit erfolgt ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Auch das Ausmass der Lohnreduktion erscheint ohne </div> <div class="para">weiteres vertretbar. Wenn der Beschwerdeführer rügt, eine </div> <div class="para">Rückstufung sei nur innerhalb einer Lohnklasse, aber nicht </div> <div class="para">in eine untere Klasse zulässig, übersieht er, dass <span class="artref">§ 50 PG</span> </div> <div class="para">ausdrücklich auch die Versetzung in eine tiefere Gehalts- </div> <div class="para">klasse vorsieht. Ebenso wenig trifft es zu, dass die kan- </div> <div class="para">tonalen Behörden bei der Rückstufung der langjährigen Er- </div> <div class="para">fahrung und Treue des Beschwerdeführers keine Beachtung ge- </div> <div class="para">schenkt hätten. Auch wenn der Regierungsrat allenfalls auf </div> <div class="para">eine Besoldungsherabsetzung hätte verzichten können, wie </div> <div class="para">dies der Beschwerdeführer behauptet, lässt dies die getrof- </div> <div class="para">fene Massnahme nicht willkürlich erscheinen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Rüge, die umstrittene Lohnreduktion beruhe auf </div> <div class="para">einer willkürlichen Anwendung des kantonalen Rechts und ihr </div> <div class="para">Ausmass sei willkürlich, erweist sich somit als unbegründet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Der Beschwerdeführer macht allerdings auch eine </div> <div class="para">Ungleichbehandlung geltend, da es im kantonalen Polizeikorps </div> <div class="para">mindestens zehn andere Beschäftigte gebe, die trotz einge- </div> <div class="para">schränkter Polizeidiensttauglichkeit keine Lohnreduktion </div> <div class="para">hinnehmen müssten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Grundsatz der Rechtsgleichheit nach <span class="artref">Art. 4 aBV</span> </div> <div class="para">bzw. <span class="artref">Art. 8 Abs. 1 BV</span> verlangt, dass Gleiches nach Massgabe </div> <div class="para">seiner Gleichheit gleich und Ungleiches nach Massgabe seiner </div> <div class="para">Ungleichheit ungleich behandelt wird. Die Rechtsgleichheit </div> <div class="para">ist demnach verletzt, wenn zwei gleiche tatsächliche Situa- </div> <div class="para">tionen ohne sachlichen Grund unterschiedlich behandelt wer- </div> <div class="para">den (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-IA-257%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page257">BGE 117 Ia 257</a> E. 3b S. 259). Die Sicherheitsdirektion </div> <div class="para">legt in ihrer Vernehmlassung dar, dass eine eingeschränkte </div> <div class="para">Polizeidiensttauglichkeit bei keinem Mitarbeiter folgenlos </div> <div class="para">bleibe. Vielmehr werde jeder einzelne Fall umfassend ge- </div> <div class="para">prüft, und es würden die gebotenen Massnahmen getroffen. So </div> <div class="para">sei auch beim Beschwerdeführer vorgegangen worden. In der </div> <div class="para">Beschwerde wird dies bestritten, aber kein konkreter Fall </div> <div class="para">angeführt, in dem trotz einer vergleichbar eingeschränkten </div> <div class="para">Polizeidiensttauglichkeit auf eine Lohnreduktion verzichtet </div> <div class="para">worden wäre. Der Beschwerdeführer verweist in diesem Zusam- </div> <div class="para">menhang lediglich auf ein vertrauliches internes Schreiben </div> <div class="para">der Kantonspolizei vom 19. März 1998, in dessen Besitz er </div> <div class="para">versehentlich gelangte. Er legt indessen mit keinem Wort </div> <div class="para">dar, inwiefern aus diesem Schreiben auf eine rechtsungleiche </div> <div class="para">Behandlung seines Falls geschlossen werden könnte. Wenn er </div> <div class="para">das Schreiben, das angeblich Daten zum Gesundheitszustand </div> <div class="para">von Korpsangehörigen enthält, aus Gründen des Persönlich- </div> <div class="para">keitsschutzes nicht einreichen wollte, so hätte er die Rügen </div> <div class="para">der Ungleichbehandlung zumindest in anonymisierter Form </div> <div class="para">näher substanziieren können. Der Beschwerdeführer bringt </div> <div class="para">aber auch sonst keinerlei Anhaltspunkte einer rechtsunglei- </div> <div class="para">chen Behandlung vor. Unter diesen Umständen erweist sich die </div> <div class="para">Rüge der Ungleichbehandlung als unbegründet, soweit auf sie </div> <div class="para">angesichts der mangelhaften Substanziierung überhaupt einzu- </div> <div class="para">treten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die vom </div> <div class="para">Regierungsrat beschlossene Streichung der jährlichen Inkon- </div> <div class="para">venienzentschädigung von Fr. 4'500.-- sei willkürlich und </div> <div class="para">stelle eine unzulässige Ungleichbehandlung dar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Nach § 2 des Reglements über die Nebenbezüge der </div> <div class="para">Kantonspolizei vom 17. Juni 1997 beziehen alle Korpsangehö- </div> <div class="para">rigen eine Inkonvenienzentschädigung von Fr. 4'500.-- pro </div> <div class="para">Jahr (Abs. 1). Dabei gilt ein Drittel als Funktionszulage </div> <div class="para">und bildet Bestandteil des versicherten Gehalts (Abs. 2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer wei- </div> <div class="para">terhin dem kantonalen Polizeikorps angehört und daher nach </div> <div class="para">dem Wortlaut der genannten Bestimmung Anspruch auf eine In- </div> <div class="para">konvenienzentschädigung hat. Das Verwaltungsgericht weicht </div> <div class="para">im angefochtenen Entscheid nun allerdings vom klaren Wort- </div> <div class="para">laut der genannten Norm ab, da dieser nach seiner Auffassung </div> <div class="para">offenbar nicht den wirklichen Sinn der Bestimmung wieder- </div> <div class="para">gibt. Es erklärt, die Nebenbezüge der Angehörigen des Poli- </div> <div class="para">zeikorps sollten die besonderen Belastungen des Polizei- </div> <div class="para">diensts abgelten. Die Inkonvenienzentschädigung decke alle </div> <div class="para">jene Belastungen ab, die nicht bereits durch die speziellen </div> <div class="para">Zulagen für Pikett-, Nacht-, Sonntags- und Schichtdienst </div> <div class="para">(vgl. §§ 3 ff. des erwähnten Reglements) ausgeglichen wür- </div> <div class="para">den. Mit der Zuweisung einer Arbeit ausserhalb des Stellen- </div> <div class="para">plans sei der Beschwerdeführer den besonderen Belastungen </div> <div class="para">des Polizeidiensts nicht mehr unterworfen, weshalb er keine </div> <div class="para">Inkonvenienzentschädigung mehr beanspruchen könne. Seine </div> <div class="para">Situation unterscheide sich in diesem Punkt von jener der </div> <div class="para">übrigen Angehörigen des Polizeikorps und sei umgekehrt </div> <div class="para">gleich wie jene der übrigen Staatsangestellten, denen eben- </div> <div class="para">falls kein Anspruch auf eine Inkonvenienzentschädigung zu- </div> <div class="para">stehe. Aus Gründen der Gleichbehandlung könne dem Beschwer- </div> <div class="para">deführer eine solche Entschädigung nicht mehr ausgerichtet </div> <div class="para">werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Nach der ständigen Rechtsprechung ist es nicht aus- </div> <div class="para">geschlossen, ausnahmsweise auch von einem klaren Wortlaut </div> <div class="para">abzuweichen, wenn triftige Gründe dafür vorliegen, dass der </div> <div class="para">Wortlaut nicht den wahren Sinn der Norm wiedergibt. Solche </div> <div class="para">Gründe können sich aus der Entstehungsgeschichte der Bestim- </div> <div class="para">mung, aus ihrem Sinn und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit </div> <div class="para">anderen Vorschriften ergeben (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-177%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page177">BGE 125 V 177</a> E. 2a S. 180). </div> <div class="para">Die dargelegten Erwägungen des Verwaltungsgerichts zeigen </div> <div class="para">nicht mit der erforderlichen Schlüssigkeit auf, warum im </div> <div class="para">vorliegenden Fall eine Abweichung vom klaren Wortlaut gebo- </div> <div class="para">ten ist. Sie lassen vor allem ausser Acht, dass der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer weiterhin bei der Polizei arbeitet und daher </div> <div class="para">gewissen Belastungen, die diese Anstellung ganz generell mit </div> <div class="para">sich bringt, ausgesetzt ist. Dies würde dafür sprechen, dem </div> <div class="para">Beschwerdeführer die Inkonvenienzentschädigung weiterhin </div> <div class="para">auszurichten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Im Ergebnis ist der angefochtene Entscheid gleich- </div> <div class="para">wohl nicht unhaltbar und damit nicht willkürlich. Es er- </div> <div class="para">scheint vertretbar, in der Inkonvenienzentschädigung ein </div> <div class="para">Entgelt nur für die besonders belastenden Nachteile des </div> <div class="para">Polizeidiensts und nicht auch für gewisse allgemeine Unan- </div> <div class="para">nehmlichkeiten (besondere Exponiertheit in der Öffentlich- </div> <div class="para">keit usw.) zu sehen. Zu den zuerst genannten Nachteilen </div> <div class="para">zählen etwa die von der Sicherheitsdirektion hervorgehobenen </div> <div class="para">Gefährdungen, die sich bei der Ermittlung schwerer Straf- </div> <div class="para">taten ergeben können. Vor allem aber fällt die Tatsache ins </div> <div class="para">Gewicht, dass die Inhaber einer im Stellenplan enthaltenen </div> <div class="para">Funktion jederzeit mit Versetzungen an einen anderen Ort </div> <div class="para">rechnen müssen, um die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebs </div> <div class="para">zu gewährleisten. Eine solche vorgesehene Versetzung verur- </div> <div class="para">sachte beim Beschwerdeführer die erwähnten ernsthaften ge- </div> <div class="para">sundheitlichen Probleme, was belegt, dass sie sehr belastend </div> <div class="para">sein kann. Es ist daher nicht willkürlich, wenn ausserhalb </div> <div class="para">des Stellenplans Beschäftigten bei der Polizei, die kaum </div> <div class="para">noch besonderen Gefahren ausgesetzt sind und nicht mehr wie </div> <div class="para">die übrigen Korpsangehörigen kurzfristig versetzt werden </div> <div class="para">können, trotz des entgegenstehenden Wortlauts keine Inkon- </div> <div class="para">venienzentschädigung ausgerichtet wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Der Beschwerdeführer sieht in der Streichung der </div> <div class="para">Inkonvenienzentschädigung ebenfalls eine gegen <span class="artref">Art. 4 aBV</span> </div> <div class="para">bzw. <span class="artref">Art. 9 Abs. 1 BV</span> verstossende Ungleichbehandlung. Er </div> <div class="para">substanziiert diese Rüge aber ebenso wenig wie im Zusammen- </div> <div class="para">hang mit der Lohnreduktion. Sie vermag daher aus den bereits </div> <div class="para">erwähnten Gründen (E. 2c) nicht durchzudringen. </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerde ist demnach in dem Umfang, in dem </div> <div class="para">auf sie einzutreten ist, unbegründet und daher abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Bei diesem Ausgang sind die Kosten des bundesge- </div> <div class="para">richtlichen Verfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Bundesgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, </div> <div class="para">soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird dem Be- </div> <div class="para">schwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Regie- </div> <div class="para">rungsrat und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, verwal- </div> <div class="para">tungsrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 21. Februar 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>