B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-6007/2011 U r t e i l v o m 2 4. J u l i 2 0 1 2 Besetzung Richter Frank Seethaler (Vorsitz), Richter Stefan Mesmer, Richterin Eva Schneeberger, Gerichtsschreiberin Marion Sutter. Parteien F._______, vertreten durch Rechtsanwalt Francisco José Vázquez Bür- ger, Avenida La Habana 9-1°, ES-32003 Ourense, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Ave- nue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Rentenanspruch. B-6007/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1957 geborene spanische Staatsangehörige F._______ (im Folgen- den: Beschwerdeführer) hat in den Jahren 1977 bis 1995 mit Unterbr ü- chen in der Schweiz als Koch sowie als Chauffeur gearbeitet und hierbei Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenver- sicherung entrichtet. Mit Gesuch vom 29. Oktober 2010 meldete er sich bei der IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (im Folgenden: Vori n- stanz) zum Bezug von Leistun gen der schweizerischen Invalidenvers i- cherung an. B. Nach der Durchführung des Abklärungsverfahrens erliess die Vorinstanz den Vorbescheid vom 30. Mai 2011, mit welchem sie eine Abweisung des Gesuchs in Aussicht stellte. Zur Begründung führte sie aus, dass den ihr vorliegenden Unterlagen keine ausreichende Arbeitsunfähigkeit während der Dauer eines Jahres entnommen werden könne. Trotz der geltend gemachten Gesundheitsbeeinträchtigung bleibe die Ausübung einer E r- werbstätigkeit in einem rentenausschliessenden Ausmass zumutbar. Der Beschwerdeführer, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt Francisco José Vázquez Bürger, reichte mit Eingaben vom 6. Juni 2011 und 13. Juli 2011 Gegenbemerkungen ein. Die Vorinstanz hielt indessen an ihrer Au f- fassung fest und wies das Gesuch mit der Verfügung vom 26. September 2011 ab. C. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 25. Oktober 2011 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit fo l- genden Anträgen (im Originaltext): Wir fordern hier a) rückwirkend die Gewährung einer schweizerischen Invalidenrente, insb e- sondere und unbedingt zwingend b) in Form einer fachmedizinisch korrekten Abklärung, welche dann durch Fachärzte, die mit den schweizerischen sozialmedizinischen und sozialrech t- lichen Richtlinien und Massstäben vertraut sind, durchgeführt wird c) unter Kostenfolgen. B-6007/2011 Seite 3 Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe keine eigene medizinische Untersuchung in der Schweiz veranlasst. In ih- rer Einschätzung habe sie zu Unrecht einzig auf die Untersuchung des spanischen Versicherungsträgers abgestellt und die ihr von ihm eing e- reichten weiteren medizinischen Unterlagen ignoriert. Sein tatsächliches Krankheitsbild sei wesentlich schwerwiegender, als die Amtsärztin der Vorinstanz annehme. Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer dem Bundesverwaltungsgericht diverse Unterlagen ein, die indessen – mit Ausnahme der Arztberichte von Dr. G._______ vom 12. August 2011 und von Dr. D._______ vom 28. März 2011 – bereits in den vorinstanzlichen Akten enthalten sind. D. Mit Vernehmlassung vom 3. Januar 2012 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf die eing e- holte Stellungnahme ihres regionalen ärztlichen Dienstes vom 21. D e- zember 2011 (im Folgenden: RAD). In dieser führt Dr. med. Z._______ zu den mit der Beschwerde neu eingereichten Unterlagen aus, der kardiol o- gische Bericht von Dr. D._______ vom 12. August 2011 bestätige die be- reits bekannte Diagnose der koronaren Herzkrankheit bei Status nach i n- feriorem Infarkt im Jahre 2009. Dem Bericht sei ebenfalls zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer diesbezüglich frei von Symptomen sei. Z u- sammenfassend liege keine Funktionsstörung des Herzens vor, die eine rentenrelevante Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit zu begrün- den vermöchte. Aus dem Arztbericht von Dr. G._______ vom 28. März 2011 ergebe sich der Befund einer Tendinitis der linken Schulter, eine Sehnenruptur werde demgegenüber ausgeschlossen. Eine blosse Tend i- nitis führe indessen normalerweise nicht zu e inem bleibenden und damit rentenrelevanten Ausfall der Gelenksfunktion. Dies gelte vorliegend umso mehr, als die Tendinitis offenbar bisher noch nicht einmal behandelt wo r- den sei. Eine Beurteilung durch Schweizer Ärzte sei vorliegend nicht e r- forderlich, da sämtliche erforderlichen objektiven Daten und Befunde b e- reits vorlägen. Gemäss dem Formular E 213 sei zum Beispiel eine sehr gute Wirbelsäulenbeweglichkeit gegeben . Ebenfalls sei der Zehen- und Fersengang normal und es seien keine senso -motorischen Ausfälle der oberen und unteren Extremitäten ersichtlich. Beidseitig als normal erwe i- se sich sodann die Schulterbeweglichkeit sowie das Gangbild, bei allsei- tiger Erhaltung der Muskeleigenreflexe. Schliesslich würden die kardiolo- gischen Berichte, inklusive dem n euesten vom 12. August 2011 von Dr. D._______, eine normale Pumpfunktion des Herzens bestätigen. B-6007/2011 Seite 4 E. Mit Zwischenverfügung vom 9. Januar 2012 wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400. -- zu über- weisen sowie eine Re plik einzureichen. Am 17. Januar 2012 ging ein Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 420. -- beim Bundesverwaltungsge- richt ein. F. Mit Replik vom 13. Januar 2012 hält der Beschwerdeführer an seinen Rechtsbegehren fest. Erstmals in diesem Verfahren äussert er ei ne grundsätzliche Kritik an Gutachten, welche der spanischen Versich e- rungsträger durch seine Vertrauens - beziehungsweise Amtsärzte erste l- len lässt: Die spanischen Amtsärzte würden über keine Facharztausbi l- dung verfügen und seien deshalb auf den spanischen Sozialversiche- rungsträger als Arbeitgeber angewiesen. Auf Grund dieser Abhängigkeit könne ein solches Gutachten nicht als objektiv gelten. Bezüglich des Formulars E 213 kritisiert der Besc hwerdeführer sodann, bei den Be - obachtungen auf Seite 3 seien nicht einmal die Körpergrösse und das Körpergewicht des Beschwerdeführers festgestellt worden. Die auf Seite 4 vorgesehenen Messungen seien nicht durchgeführt worden und auf Seite 6 würden die Hinweise auf eine grundlegende Untersuchung des Herzens (wie zum Beis piel eine Blutdruckmessung, ein Echo -Doppler oder ein Belastungs -EKG) fehlen. Diese Mängel in wesentlichen Bela n- gen liessen die aus diesem Dokument gezogenen, für den Beschwerd e- führer nachteilige Schlüsse als fraglich erscheinen. G. Mit Duplik vom 26. Janua r 2012 hält die Vorinstanz an ihrer Vernehmla s- sung fest. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nach - folgenden Erwägungen eingegangen. B-6007/2011 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 in Verbindung mit Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwaltungsg e- richt Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der schweizerischen IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.1 Im Streit liegt die Verfügung der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (Vorinstanz) vom 26. September 2011. Das Bundesverwaltungsgericht ist damit zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. 1.2 Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Int eresse an deren Aufhebung oder Änd e- rung, so dass er im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Okto- ber 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist. 1.3 Auf die frist- und formgerecht (Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bunde s- gesetzes über das Verwaltungsverfahren VwVG; SR 172.021) eingereich- te Beschwerde ist – nachdem der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet worden ist – einzutreten. 2. Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur Anwendung gelangen. 2.1 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 26. September 2011) eing e- tretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). Weiter sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 329). Vorliegend ist damit grundsätzlich das pe r 1. Januar 2003 in Kraft getretene ATSG anwendbar sowie die materiellen Bestimmungen des IVG und der IVV, welche am 1. Januar 2008 in Kraft traten (5. IV -Revision). Noch keine Anwendung findet das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene erste Massnahmenpaket der 6. IV-Revision (IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659]). B-6007/2011 Seite 6 2.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz auf Grund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26bis und 28 – 70) anwend- bar, soweit das IVG nicht a usdrücklich eine Abweichung vom ATSG vo r- sieht. 2.3 Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681), insbesondere dessen Anhang II betreffend die Koo r- dinierung der Systeme der sozialen Sicherheit, anzuwenden ist ( Art. 80a IVG). Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu - und abwandern, haben die in den pe r- sönlichen Anwendungsbereich der Verordnung fallenden, in einem Mi t- gliedstaat wohnenden Personen auf Grund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats grundsätzlich die gleichen Rechte und Pflichten wie die Staatsangehörigen dieses Staates. Noch keine Anwendung finden die neuen europäischen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 und (EG) Nr. 987/2009. Soweit das FZA beziehungsweise die auf dieser Grundlage anwendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte keine abweichenden Bestimmungen vorseh en, richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens sowie die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen einer schweizerischen Invalidenrente grundsätzlich nach der innerstaatlichen Rechtsordnung (BGE 130 V 257 E. 2.4). Entsprechend bestimmt sich vorliegend der A n- spruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung ausschliesslich nach dem innerstaatlichen schweizerischen Recht, insb e- sondere nach dem IVG sowie der Verordnung über die Invalidenversiche- rung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 831.210). 2.4 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdeve r- fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Mis s- brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder u n- vollständige Feststellung des Sachverhalts sowie die Unangemessenhei t des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). B-6007/2011 Seite 7 2.5 Im Sozialversicherungsprozess gilt grundsätzlich der Untersuchung s- grundsatz. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz findet jedoch sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen). Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen En t- scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vors ieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanford e- rungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen mögliche n Geschehensabläufen als die wah r- scheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hi n- weisen). 3. Im vorliegenden Verfahren ist streitig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht das Vorliegen der Anspruchsvo r- aussetzungen für den Bezug einer Invalidenrente verneint hat. 3.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat, wer invalid im Sinn des Gesetzes ist (Art. 7, 8, 16 ATSG; Art. 4, 28, 28a, 29 IVG) und beim Versicherungsfall mindestens während dreier Jah- re (Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invali- denversicherung geleistet hat. Diese zwei Bedingungen müssen kumul a- tiv erfüllt sein. 3.2 Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen während mehr als dreier Jahre Beiträ ge an die die Alters -, Hinterlassenen - und Invalide n- versicherung geleistet, so dass die Voraussetzung für den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente zweifellos erfüllt ist. Zu prüfen bleibt d a- mit, ob und gegebenenfalls ab wann und in welchem Umfang d er B e- schwerdeführer invalid im Sinn des Gesetzes ist. 3.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist In- validität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrec hen, Krankheit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit ve r- ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verble i- bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmö glichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist B-6007/2011 Seite 8 die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych i- schen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisher i- gen Beruf oder Aufga benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 3.4 Der Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität beurteilt sich nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der ab dem 1. Januar 2008 gültigen Fassung). Hiernach haben jene Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähi g- keit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herste l- len, erhalten oder verbessern können (Bst. a); während eines Jahres oh- ne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind (Bst. b); und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Bst. c). 3.4.1 Nach dem seit dem 1. Januar 2008 geltenden Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG stellt der Ablauf der einjährigen Wartezeit eine der kumulativ zu erfül- lenden grundsätzlichen Voraussetzungen für den Rentenanspruch dar. Das zeitliche Erfordernis der einjährigen Arbeitsunfähigkeit limitiert den Zeitraum, in welchem sich der rentenbegründend e Sachverhalt verwir k- licht haben muss. Zur Eröffnung der Wartezeit von einem Jahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG reicht eine Einschränkung von 20 % aus. Wie viel über der Erheblichkeitsschwelle von 20 % der Grad der best e- henden Arbeitsunfähigkeit anfänglich lag, spielt grundsätzlich keine Rolle. Die Berechnung der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit kann nach M o- naten vorgenommen werden (siehe ULRICH MEYER, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, in: Erwin Murer / Hans -Ulrich Stauffer, Recht- sprechung des Bundesgerichts zu Sozialversicherungsrecht, 2. Aufl., Zü- rich/Basel/Genf 2010, N. II.2. zu Art. 28, S. 279 f.). 3.4.2 Ein wesentlicher Unterbruch der einjährigen Wartezeit wird durch eine volle Arbeitsfähigkeit von 30 Tagen definiert (Art. 29 ter IVV). Ein sol- cher kann nur dann angenommen werden, wenn während mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen eine wirtschaftlich verwertbare Arbeitsfähi g- keit bestand, ohne Rücksicht auf die Entlöhnung. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Versicherte während dieser Zeit auch tatsächlich vollschich- tig in seinem bisherigen Beruf erwerbstätig war . Tritt nach einem wesent- lichen Unterbruch eine Arbeitsunfähigkeit ein, so beginnt die Wartefrist wieder von Neuem zu laufen, ohne Anrechnung der bis zum wesentlichen Unterbruch bereits zurückgelegten Perioden von Arbeitsunfähigkeit (siehe ULRICH MEYER, a.a.O., N. II.2. zu Art. 28, S. 283). B-6007/2011 Seite 9 3.4.3 Die massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invalid i- tätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine ha l- be Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent A n- spruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mi n- destens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Gemäss Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 Prozent entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und Staatsangehörige der Europäischen G e- meinschaft, denen bei einem Invaliditätsgrad ab 40 Prozent eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie in einem Mitgliedstaat der Europäischen G e- meinschaft Wohnsitz haben. 3.4.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den G e- sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we l- chem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinwei- sen). Die – arbeitsmedizinische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen b e- steht darin, sich dazu zu äussern, inwiefern die versicherte Person in ih- ren körperlichen oder geistigen Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist. Die Frage, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der med i- zinischen Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der versicherten Person in Frage komm en, ist demgegenüber nicht von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Verwaltung bzw. von der B e- rufsberatung zu beantworten (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versich e- rungsgerichts [heute: Bundesgericht] I 457/04 vom 26. Oktober 2004, in: SVR 2006 IV Nr. 10, E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 17 E. 2b). 3.5 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs - und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versich e- rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst B-6007/2011 Seite 10 ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belang e umfassend ist, auf allseitigen Unter- suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darl e- gung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen S i- tuation einleucht et und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die B e- zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts vom 26. Januar 2006 [I 268/2005] E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hi n- blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. 4. Wie bereits vorangehend ausgeführt, hat die Vorinstanz mit der angefoch- tenen Verfügung vom 26. September 2011 eine Le istungspflicht verneint, da den Unterlagen keine ausreichende Arbeitsunfähigkeit während der Dauer eines Jahres entnommen werden könne. Damit verweist die Vori n- stanz auf die Rentenvoraussetzung im Sinne von Art. 28 Bst. b IVG. Im Nachfolgenden ist deshalb vorab zu prüfen, ob der Beschwerdeführer während der Dauer eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch zu durchschnittlich 40 % arbeitsunfähig gewesen ist. 4.1 Der Beschwerdeführer hat sich am 29. Oktober 2010 bei der Vori n- stanz zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet. Im Fragebogen für Versicherte vom 19. Januar 2011 sowie im Frageb o- gen für Selbständige vom 11. März 2011 gab der Beschwerdeführer die nachfolgenden Arbeitsunfähigkeitsperioden an, bezüglich welcher sich die beiden in den v orinstanzlichen Akten liegenden Arbeitsunfähigkeitszeu g- nisse von Dr. A._______ sowie Dr. Q._______ in bestätigendem Sinn äussern:  2. April 2009 bis 6. April 2009 (4 Tage)  30. August 2009 bis 12. Mai 2010 (255 Tage)  15. Juni 2010 bis 2. Juli 2010 (17 Tage) B-6007/2011 Seite 11  ab dem 7. Januar 2011 (262 Tage bis 26. September 2011) Das vorinstanzliche Verfahren fand sodann mit Verfügung vom 26. Se p- tember 2011 Abschluss. 4.2 Aus dem Vorangehenden ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer während mehrheitlich zwei Perioden als arbeitsunfähig erklärt wurde, dies zum einen während der Zeitspanne vom 2. April 2009 bis 2. Juli 2010 s o- wie zum anderen während der Zeitspanne ab dem 7. Januar 2011. Der massgebende Beurteilungszeitraum liegt damit zwischen dem 2. April 2009 und dem 26. Septe mber 2011 (Verfügungsdatum; vgl. vorangehend Erwägung 2.1 und 4.1 in fine). Die vom Beschwerdeführer bezeichneten Krankheitsabsenzen während der ersten, vom 2. April 2009 bis 2. Juli 2010 dauernden Periode betra- gen insgesamt 276 Tage und sind somit von vo rnherein deutlich kürzer als ein Jahr. Diese erste Periode enthält indessen Abschnitte, in denen der Beschwerdeführer keine Arbeitsunfähigkeit dargetan hat und eine solche auch nicht ausgewiesen ist, nachdem der Beschwerdeführer dies- bezüglich keine Arztunt erlagen eingereicht hat. Die Folgerung der RAD - Ärztin und der sich darauf stützende Befund der Vorinstanz ist für die ers- te Periode infolgedessen nachvollziehbar. 4.3 Danach enthalten die Akten erst wieder einen Hinweis auf eine A r- beitsunfähigkeit ab dem 7. Ja nuar 2011. Zwischen der ersten und der zweiten Periode verging damit über ein halbes Jahr, in welchem der B e- schwerdeführer nicht krankgeschrieben war. Auch für diesen Zeitraum sind keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ausgewiesen. Es ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zwischen dem 3. Juli 2010 und dem 6. Januar 2011, das heisst während 188 Tagen, vollumfänglich a r- beitsfähig war. Damit liegt zwischen den beiden erwähnten Perioden se i- ner Arbeitsunfähigkeit ein wesentlicher Unterbruch im Sinne von Art. 29ter IVV beziehungsweise von mehr als 30 Tagen, womit die einjährige Warte- frist am 7. Januar 2011 neu zu laufen begann. 4.4 Für die Zeit ab dem 7. Januar 2011 liegt sodann lediglich das Arbeits- unfähigkeitszeugnis von Dr. Q._______ vom 7. Januar 2011 vor. Über die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit enthält dieses keine Ang a- ben. Selbst wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers davon ausgega n- gen würde, dass ihm das Zeugnis eine Arbeitsunfähigkeit seit dem 7. J a- nuar 2011 bis heute bescheinige, so kann im vorliegenden Verfahren l e-B-6007/2011 Seite 12 diglich die Zeitspanne bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 26. September 2011 berücksichtigt werden. Damit wird auch mit der e r- wähnten zweiten Periode der von ihm geltend gemachten Arbeitsunfähi g- keit die Vorausse tzung der einjährigen Wartezeit nicht erfüllt. Eine Z u- sammenrechnung mit den früheren Arbeitsunfähigkeitszeiten ist nach dem Gesagten ausgeschlossen. Insofern erweist sich das Gesuch daher im jetzigen Zeitpunkt als verfrüht und die Beschwerde ist zur Zeit als un- begründet abzuweisen. 5. Als unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten zu tragen, die sich aus der Gerichtsgebühr und den Auslagen zusa m- mensetzen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie werden unter Berücksicht i- gung des Umfanges und d er Schwierigkeit der Streitsache im vorliege n- den Verfahren auf Fr. 400. – festgesetzt (Art. 63 Abs. 4bis VwVG sowie Art. 1, 2 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem bereits geleisteten Verfahrenskostenvorschuss in der Höhe von Fr. 420. – verrechnet. Der zuviel bezahlte Betrag von Fr. 20.– wird dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorli e- genden Urteils zurückerstattet. Dem unterliegenden, anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer wird keine Parteientschädigung zugesprochen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). Die obsiegende Vorinstanz hat nach Art. 7 Abs. 1 e contrario und Abs. 3 VGKE ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. B-6007/2011 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 400. – werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrech net. Der zuviel bezahlte Betrag von Fr. 20.– wird dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein ; Rückerstattungsformular) – die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde) – Bundesamt für Sozialversicherungen (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Frank Seethaler Marion Sutter Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173. 110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Untersch rift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 25. Juli 2012