B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4128/2014 U r t e i l v o m 11 . N o v e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer; Gerichtsschreiber Gert Winter. Parteien A._______, geboren (…), unbekannter Herkunft, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Juni 2014 / N (…). D-4128/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen Heimat- staat am 22. Januar 2013 und reiste über Nepal und ihm unbekannte Länder am 22. April 2013 unkontrolliert in die Schweiz ein, wo er am se l- ben Tag im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) M._______ ein Asylgesuch einreichte. Anlässlich der Befragung vom 7. Mai 2013 zur Person (BzP) sowie der einlässlichen Anhörung vom 20. Juni 2014 mach- te der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesent- lichen geltend, er sei Staatsangehöriger der Volksrepublik China, tibet i- scher Ethnie und sta mme aus dem Dorf N._______ (Gemeinde O._______, Präfektur P ._______). Von seinem achten Lebensjahr an ha- be er im Kloster (…) (Gemeinde Q._______, Bezirk R._______ bzw. S._______, Region S._______) als Mönch gelebt. Am Nachmittag des 19. Januar 2013 seien c hinesische Polizisten ins Kloster gekommen, als er in der Küche gearbeitet habe. Die Polizisten hätten das ganze Kloster durchsucht und dabei in seinem Zimmer eine Foto des Dalai Lama und ein Buch von Kundun (Dalai Lama) bzw. einige politische Büchlein übe r Tibet gefunden. Ein Mönch bzw. einige Mönche seien zu ihm in die Küche gekommen und hätten ihm berichtet, dass die Polizei diese Sachen g e- funden habe und er das Kloster sofort verlassen müsse, andernfalls er festgenommen werde. In der Folge habe er das K loster verlassen und sich in einer Höhle in den Bergen versteckt. Am Abend sei sein Onkel ge- kommen, und er sei über Lhasa, Shigatse und Dhingri nach Dram gereist, von wo aus er am 22. Januar 2013 illegal zu Fuss nach Nepal gelangt sei. B. B.a Mit Verfügung vom 25. Juni 2014 – eröffnet am 1. Juli 2014 – lehnte das BFM das Asylgesuch vom 22. April 2013 ab und ordnete die Wegwei- sung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung an , verbunden mit der Einschränkung, der Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China werde ausgeschlossen. B.b Zur Begründung dieser Verfügung machte die Vorinstanz im Wesent- lichen geltend, die vo m Beschwerdeführer geltend gemachte Herkunft werde bezweifelt, weil er kaum etwas über seine angebliche H erkunftsre- gion od er die dortigen Gepflogenheiten zu sagen vermöge. Selbst a uf Nachfrage hin habe er seine Vorbringen nicht vertiefen können und sich oft sogleich in Widersprüche verwickelt. Die spärlichen Angaben, die er D-4128/2014 Seite 3 gemacht habe, hätten sich zudem als unzutreffend erw iesen. So habe er bei der BzP zunächst erklärt, er habe keine Identitätskarte gehabt, bei der Anhörung dann jedoch angegeben, doch eine Identitätskarte besessen zu haben. In der Folge habe er auch nur rudimentär erklären können, wie er die Identitätskarte erhalten haben wolle . Des Weiteren habe er wide r- sprüchliche Angaben zum Bezirk gemacht, in dem sich sein Kloster b e- finde. Er habe kaum Angaben zum tibetischen Schulsystem machen kö n- nen und spreche so gut wie kein Chinesisch, was für einen chinesischen Staatsbürger höchst unüblich sei. Auch habe er weder die Telefonvorwahl noch das Autokennzeichen seiner Region oder Ortsnamen auf Chine- sisch korrekt angeben können. Die Begründung für seine Unkenntnis, er habe das Kloster nicht verlassen können, müsse als Ausrede taxiert we r- den. Insbesondere als Mönch hätte er sich gewisse Kenntnisse aneignen müssen. Ausserdem widerspreche dieser Erklärungsversuch s einen An- gaben, das Kloster für zw ei Besuche bei seinen Eltern und jährliche Rei- sen nach Lhasa verlassen zu haben. Schliesslich seien seine Schilderun- gen des Klosteralltags sowie des Wandels in seinem Kloster, dem Dorf und der Umgebung seit seiner Kindheit völlig unsubstanziiert ausgefallen. Durch die Feststellung, dass er aller Wahrscheinlichkeit nach nicht im von ihm behaupteten geografischen Raum gelebt habe, werde den vom ihm geltend gemachten Ausreise - beziehungsweise Asylgründen jegliche Grundlage entzogen. Dieser Schluss werde durch unsubstanziie rte und äusserst widersprüchliche Aussagen anlässlich der Befragungen best ä- tigt. So habe er bei der BzP erklärt, bei der Durchsuchung seien in sei- nem Zimmer einige politische Büchlein über Tibet gefunden worden. Bei der Anhörung habe er aber von ei nem Buch von Kundun gesprochen. Weiter habe er bei der BzP angegeben, einige Mönche seien zu ihm in die Küche gekommen und hätten ihm über das Vorgefallene berichtet. Bei der Anhörung habe er demgegenüber nur von einem Mönch gesprochen. All diese Widersprüche und Ungereimtheiten habe er anlässlich des ihm gewährten rechtlichen Gehörs nicht zufriedenstellend zu erklären oder aufzulösen vermocht. Er sei anlässlich der Anhörung zu keiner Zeit in der Lage gewesen, das Vorgefallene plausibel, detailliert und anschaulich zu schildern. Trotz mehrmaliger Aufforderung seien seine Aussagen kurz geblieben und hätten sich oft nur auf wenige Zeilen beschränkt. Oft habe er mit Gegenfragen geantwortet – wohl um Zeit zu gewinnen. Auch sonst habe er zögerlich un d ausweichend geantwortet, weshalb immer Nac h- fragen hätten gestellt werden müssen. Es sei nie auch nur ansatzweise ein klares Bild der Ereignisse oder gar der Eindruck entstanden, er habe das Geschilderte selbst erlebt. Dies gelte ebenso für die Schilderung sei- ner illegalen Ausreise in Richtung Nepal. Die vom Beschwerdeführer ge l-D-4128/2014 Seite 4 tend g emachten Asyl- und Ausreisegründe erwiesen sich damit als u n- glaubhaft. Wie bereits festgehalten, habe seine Hauptsozialisation ei n- deutig nicht in Tibet beziehungsweise der Volksrepublik China stattgefun- den. Mangels Aussagen, welche seine offensichtliche Unkenntnis der dor- tigen Gegebenheiten plausibel erklären könnten, sei davon auszugehen, der Beschwerdef ührer habe in seinem Leben nie einen Fuss auf tibet i- sches beziehungsweise chinesisches Gebiet gesetzt und sei somit – we- der illegal noch legal – auch nicht von dort ausgereist und den chines i- schen Behörden als ausgereister Staatsangehöriger bekannt. Somit l ä- gen keine subjektiven Nachfluchtgründe vor. Des Weiteren seien die Vo r- bringen des Be schwerdeführers nicht geeignet, die angegebene Staat s- angehörigkeit glaubhaft zu machen. Allein die Tatsache, dass er tibetisch spreche und wahrscheinlich tibetischer Ethnie sei, stelle naturgemäss keinen hinreichenden Beweis dafür dar, dass er chinesischer Staatsan- gehöriger sei. Auch wenn zahlreiche Tibet er ihre chinesische Staatsa n- gehörigkeit im Exil beibehielten, sei darauf hinzuweisen, dass in sbeson- dere Tibeter aus Indien vermehrt die in dische Staatsangehörigkeit bea n- tragten und diese auch erhielten, zum al es auch in Indien und Nepal R e- gionen gebe, die zum tibetischen Kulturkreis gehörten und in denen es eine einheimische tibetische Bevölkerung gebe. Nach dem Gesagten sei die tatsächliche Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers unbekannt. Was s chliesslich die Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs angehe, sei diese zwar grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen. Diese Untersuchungspflicht finde jedoch nach Treu und Glauben ihre vernünftigen Grenzen an der Mitwirkungspflicht der Ge- suchstellenden. Es sei nach ständiger Rechtsprechung des Bundesver- waltungsgerichts nicht Sache der Asylbehörden, bei fehlenden Hinweisen seitens der Gesuchstellenden, nach etwaigen Wegweisungsvollzugshi n- dernissen in hypothetischen Herkunftsländern zu forschen. Diesbezüglich sei auch auf de n publizierten Leitentscheid des BVGer E-2981/2012 vom 20. Mai 2014 zu verweisen. C. Mit Eingabe vom 21. Juli 2014 (Poststempel vom 22. Juli 2014) erhob der Beschwerdeführer Beschwerde und stellte die nachfolgend aufgeführ ten Rechtsbegehren: Der Entscheid des BFM sei aufzuheben. Es sei ihm die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Eventualiter sei ihm die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und die vorläufige Au f- nahme des Beschwerdeführers in der Schweiz wegen Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs anzuordnen. Es sei auf die Erhebung eines Ko s- tenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung zu D-4128/2014 Seite 5 gewähren. Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im Wesentl i- chen geltend, er habe immer die Wahrheit gesagt, stamme aus dem Dorf N._______ in China und bezweifle, dass der Sachbearbeiter des BFM, der die angefochtene Verfügung verfasst habe, über seine Herkunftsregi- on überhaupt Bescheid wisse. Indien oder Nepal würden ihn niemals au f- nehmen, weil er dort weder registriert sei noch eine Aufenthaltsbewill i- gung habe. Das Kloster liege sehr abgelegen, weshalb er auf einige Al l- tagsfragen keine sehr detaillierten Antworten habe geben können. Da r- über hinaus sei er anlässlich beider Befragungen aufgeforde rt worden, sich kurz zu halten. Dies und die ungewohnte Situation hätten ihn veru n- sichert und durcheinandergebracht. Anlässlich der Anhörung habe er deshalb von mehreren Mönchen gesprochen, weil er anlässlich der BzP noch befürchtet habe, er müsse den Name n des Mönchs nennen, doch habe er diesen nicht verraten wollen und daher von mehreren Personen gesprochen. Und schliesslich sei er zu seinem Fluchtweg nur anlässlich der BzP befragt worden. D. D.a Mit Zwischenverfügung vom 4. August 2014 wies der Instruktionsrich- ter des Bundesverwaltungsgerichts die Gesuche um Gewährung der u n- entgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ab und forderte den Beschwerdeführer auf, bis zum 1 9. August 2014 einen K ostenvorschuss von Fr. 600.– zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. D.b Der Beschwerdeführer leistete den einverlangten Kostenvorschuss am 18. August 2014. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt ni cht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei - nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d D-4128/2014 Seite 6 Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs . 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterl i- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehung s- weise einer zweiten Richterin entschieden (Art . 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, we s- halb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durc h- führung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund - sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali - tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die D-4128/2014 Seite 7 Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli - chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver - fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Die Vorbringen in der Beschwerdeschrift vermögen nicht zu einer ver- änderten Betrachtungsweise zu führen, zumal sich der Beschwerdeführer bereits hinsichtlich des Reisewegs widersprüchlich und wirklichkeitsfremd geäussert hat (vgl. Akten BFM A6/11 Ziff. 5.02 S. 6, A13/17 F106 ff. S. 11). So ist beispielsweise nicht davon auszugehen, der Beschwerd e- führer wisse nicht Bescheid über die von ihm benutzten Flugrouten und –destinationen und habe die Hilfe eines Schleppers in Anspruch genom- men, um nach Europa zu fliegen. Bezeichnenderweise war er denn auch nicht in der Lage, den schweizerischen Asylbehörden das "dunkelgrüne Büchlein auf den Namen B._______", das er bei der Einreise in den Schengen-Raum benutzt habe, zu übergeben. Angesichts seiner Vorbrin- gen hätte er indessen dazu in der Lage sein müssen. Dementsprechend hinterlassen seine Vorbringen zum Reiseweg einen wirklichkeitsfremden Eindruck. Sie sind praxisgemäss nicht lediglich als isolierte, unglaubhafte Vorbringen zu würdigen, sondern lassen darüber hinaus auch Rüc k- schlüsse auf die Glaubhaftigkeit einer geltend gemachten Verfolgungss i- tuation zu (Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asy l- rekurskommission [EMARK] 1998 Nr. 17 E. 4b S. 150). Dies bestätigt sich auch im vorliegenden Fall, drängt sich doch aufgrund der Akten keine s- falls der Schluss auf, der Beschwerdeführer habe sich lediglich bezüglich des Reisewegs unglaubhaft geäussert. 5.2 Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung zu Recht und mit ausführlicher Begründung festgestellt, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht stand und es lägen auch keine subjektiven Nachfluchtgründe vor ; zur Vermeidung vo n Wiederho- lungen wird auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Ve r- fügung verwiesen . Gewichtige Zweifel an der Glaubhaftigkeit bestehen insbesondere aufgrund der fehlenden Vertrautheit des Beschwerdefü h- rers mit der tibetischen Umgebung, in welcher er gelebt haben will, sowie der zahlreichen widersprüchlichen Schilderungen zu wesentlichen B e- gleitumständen der angeblichen Verfolgungssituation . Angesichts der zahlreichen Unstimmigkeiten drängt sich der Schluss auf, der Beschwe r- deführer habe eine Ver folgungssituation erfunden, die sich in einer ihm D-4128/2014 Seite 8 unbekannten Umgebung, noch dazu in einem Drittstaat (Volksrepublik China), ereignet haben soll . Es ist nach dem Gesagten davon auszug e- hen, dass der Beschwerdeführer eine andere als die wahre Identität o f- fengelegt hat. Bei Personen tibetischer Ethnie, die ihre wahre Herkunft verschleiern oder verheimlichen, ist nach der Praxis des Bundesverwa l- tungsgerichts vermutungsweise davon auszugehen, dass keine flüch t- lings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an ih- ren bisherigen Aufenthaltsort best ehen. Denn die Abklärungspflicht der Asylbehörden findet ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asyls u- chenden Person. Verunmöglicht ein Asylsuchender tibetischer Ethnie durch die Verletzung seiner Mitwirkungspflicht die Abklärung, welchen ef- fektiven Status er in Nepal respektive in Indien innehat, kann namentlich keine Drittstaatenabklärung im Sinne von Art. 31 a Abs. 1 Bst. c AsylG stattfinden. Überdies wird durch die Verheimlichung und Verschleierung der wahren Herkunft auch die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimatland verunmöglicht (vgl. Urteil des BVGer E-2981/2012 vom 20. Mai 2014 E. 5.9 f.). 5.3 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Asy lvorbringen des Beschwerdeführers den Anford erungen an das Glaubhaftma chen im Sinne von Art. 7 AsylG nicht genügen. An dieser Einschätzung können auch die weiteren Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe nichts ä n- dern. Das BFM hat das Asylgesuch des Beschw erdeführers demnach zu Recht abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol - chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). D-4128/2014 Seite 9 7.2 Grundsätzlich ist die Zulässigkeit, die Zumutbarkeit und die Möglich - keit des Wegweisungsvollzugs von Amtes wegen zu prüfen. Diese Unte r- suchungspflicht findet jedoch ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person (Art. 8 AsylG), welche auch die Substanziie - rungslast trägt (Art. 7 AsylG). Es ist jedoch nicht Sache der Asylbehörden, nach allfälligen Wegweisungshindernissen in hypothetischen Heimat - oder Herkunftsländern zu forschen, wenn eine asylsuchende Person ihre Herkunft verschleiert und keine eindeutigen Hinweise auf die tatsächliche Staatangehörigkeit vorliegen (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2, mit weite - ren Hinweisen). Ein Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China ist im vorinstanzlichen Entscheid ausdrücklich ausgeschlossen worden (vgl. BFM-Verfügung vom 25 Juni 2014, Dispositivziffer 5). 7.3 Im vorliegenden Fall hat der Bes chwerdeführer, der tibetischer Ethnie ist, keine Identitätspapiere eingereicht und auch seine behauptete chin e- sische Staatsangehörigkeit nicht glaubhaft gemacht. Aufgrund der unglaubhaften Ausführungen des Beschwerdeführers ist seine angebliche Herkunft aus der Volksrepublik China nicht glaubhaft. Vielmehr ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er vor seiner Ankunft in der Schweiz in der exiltibetischen Diaspora gelebt hat, wodurch sich allerdings no ch keine schlüssigen Erkenntnisse hinsichtlich seiner Staatsangehörigkeit ergeben. Eine Zuordnung der Staatsangehörigkeit ist indes nicht möglich, da der Ort der Sozialisation mit demjenigen der Staatsangehörigkeit nicht gleichzusetzen ist (vgl. EMARK, a.a.O. E. 3.2.1). 7.4 7.4.1 Im zur Publikation bestimmten Urteil E-2981/2012 hat das Bunde s- verwaltungsgericht in E. 5 ausgeführt, dass seine Rechtspre chung in Be- zug auf die Frage der Staatsangehörigkeit von im Exil lebenden Personen tibetischer Ethnie (EMARK, a.a.O., E. 4.3) insoweit zu präzisieren sei, als dass bei Personen tibetischer Ethnie, die ihre wahre Herkunft verschle i- ern oder verheimlichen, vermutungsweise davon auszugehen ist, dass keine flüchtlings - oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort bestünden. 7.4.2 Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer, der tibetischer Ethnie ist, keine Identitätspapiere eingereicht. Zudem erscheint seine be - hauptete chinesische Staatsangehörigkeit aufgrund seines Alltagswissens – wie den vorinstanzlichen Erwägungen zu entnehmen ist – nicht glaub-D-4128/2014 Seite 10 haft. Sodann sind seine Ausführungen bezüglich seiner Reise in die Schweiz widersprüchlich und wirklichkeitsfremd ausgefallen und somit ebenfalls unglaubhaft. Es ist davon auszugehen, der Beschwerdeführer habe nur unter Verwendung authentischer Identitäts- und Reisepapiere in die Schweiz gelangen können. Es kann seitens der Asylbehörden nicht eruiert werden, welche Staatsangehörigkeit er besitzt, weil er die ihm o b- liegende Mitwirkungspflicht verletzt, deren Folgen er insofern zu tragen hat, als seitens der Asylbehörden der Schluss gezogen werden muss, es spreche nichts gegen eine Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort, da er keine konkreten glaubhaften Hinweise geltend gemacht hat, die ge gen eine Rückkehr dorthin sprechen würden. 7.5 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich die für eine Rückkehr allen - falls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12), we shalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist. 7.6 Nach dem Gesagten fällt die Anordnung der vorläufigen Aufnahme des Beschwerdeführers in der Schweiz ausser Betracht. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge - richt [VGKE, SR 173.32 0.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. (Dispositiv nächste Seite) D-4128/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfa h- renskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Enzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Fulvio Haefeli Gert Winter Versand: