B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4721/2016 brl U r t e i l v o m 2 6 . M a i 2 0 1 7 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richter Markus König, Richter Thomas Wespi, Gerichtsschreiber Patrick Weber. Parteien A._______, geboren am (…), Somalia, vertreten durch lic. iur. Monika Böckle, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 29. Juni 2016 / N (…). D-4721/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer Somaliland An- fang März 2014 und gelangte nach Äthiopien. Über den Sudan reiste er weiter nach Libyen, von wo aus er auf dem Seeweg Italien erreichte. Am 30. Juni 2014 reiste er in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Am 4. Juli 2014 führte die Vorinstanz die Befragung zur Person (BzP) durch. Der Beschwerdeführer machte geltend, somalischer Staatsbürger zu sein und in (…) (Somaliland) gelebt zu haben. Er gehöre dem Clan der B._______ an. Er sei ausgereist, weil er im Heimatland weder habe studie- ren noch arbeiten können. Zudem sei die medizinische Versorgung nicht hinreichend. Nach einem Problem im (…)bereich gehe es ihm aktuell ge- sundheitlich wieder gut. In Somaliland sei es zu keinen Schwierigkeiten mit den Behörden oder Drittpersonen gekommen. B. Anlässlich der Anhörung vom 15. Mai 2015 schilderte der Beschwerdefüh- rer vorerst wiederum die Perspektivlosigkeit in seinem Herkunftsland. Er habe dort keine Existenzgrundlage gehabt. Er sei verwahrlost und obdach- los geworden. Ferner brachte er vor, ein e junge Frau vergewaltigt zu ha- ben. Die Angehörigen des Opfers hätten ihn daraufhin bedroht. Von Freun- den habe er erfahren, dass er durch deren Brüder verfolgt werde. Er habe zudem mit einer Bestrafung im Rahmen der Scharia -Gesetzgebung rech- nen müssen. Demzufolge sei er ausgereist. Wegen der geltend gemachten geschlechtsspezifischen Verfolgung wurde die Anhörung abgebrochen, um dem Beschwerdeführer Gelegenheit zu geben, in einem reinen Männerteam entsprechende Vorbringen zu präsen- tieren. C. Im Rahmen der Anhörung vom 1. April 2016 hielt der Beschwerdeführer fest, vor zwei Monaten im (…)bereich operiert worden zu sein. Seit der Operation fühle er sich nicht gut. Er leide unter psychischen Beschwerden und trage sich mit Suizidgedanken. Seine Männlichkeit sei in Frage ge- stellt. Er sei auf die Unterstützung durch eine medizinische Fachperson und Dolmetscherdienste angewiesen. Im Zusammenhang mit dem sexuel- len Vorfall legte er dar, eine Beziehung zu einem jüngeren Mädchen ange- fangen zu haben. In der Folge habe er sie „quasi“ vergewaltigt. Deren An- gehörige hätten geplant, ihn entweder zu beseitigen oder lebenslang ins D-4721/2016 Seite 3 Gefängnis zu bringen, was er du rch seine Freunde erfahren habe. Auch die Polizei habe vorgesprochen. Er habe sich noch etwa eine Woche im Freundeskreis aufgehalten und sei anschliessend ausser Landes geflohen. D. Am 20. April 2016 ging beim SEM ein medizinischer Operationsbericht vom 1. Februar 2016 ein. E. Mit Verfügung vom 29. Juni 2016 – eröffnet am 30. Juni 2016 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte d as Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegwei sung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug. Im Asylpunkt erwog die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe auf Fragen zu Belangen seines geltend gemachten Herkunftsgebiets wiederholt nicht überzeugende Antworten geben können. Die Herkunft sei in Anbetracht der korrekten und vollständigen Angaben zum Clan und den vorherrschenden Strukturen zwar glaubhaft, wobei aufgrund gewisser Unstimmigkeiten und mangelnder Substanz in den Aussagen aber davon auszugehen sei, dass er das Land mutmasslich wesentlich früher als angegeben verlassen habe. Die Zweifel am angegebenen Ausreisezeitpunkt hätten sich aufgrund der erst in der Anhörung geltend gemachten Vergewaltigung verstärkt. Die Tat- sache, dass er in der BzP noch ausschliesslich wirtschaftliche und medizi- nische Gründe für die Ausreise geschildert habe, führe zu Zweifeln auch an diesem Vorbringen. Unbesehen dieser Sachlage erscheine seine Angst vor einem Todesurteil durch das Scharia-Gericht in Anbetracht der gesetz- lichen Lage vor Ort ungerechtfertigt beziehungsweise übertrieben. Täter in Vergewaltigungsdelikten schienen relativ schadlos aus traditionellen Kon- fliktlösungen zwischen den betroffenen Clans hervorzugehen. So würden nicht mit Tötung im Zusammenhang stehende Delikte meist friedlich gelöst. Der Einwand des Beschwerdeführers, es habe seiner Familie an Geld für eine solche Lösung gefehlt, überzeuge nicht, zumal seine Flucht nach Eu- ropa offensichtlich finanzierbar gewesen sei. Zusammenfassend ergebe sich, dass die geltend gemachte Verfolgung im Zusammenhang mit der Vergewaltigung nicht nur durch deren Nachschub, sondern auch durch die oberflächliche und aufgebauschte Schilderung konstruiert wirke. Es falle auf, dass er seine Vorbringen kontinuierlich ausgebaut und gesteigert habe. Diese Darlegungen hielten demna ch den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht stand. Den ferner vorgebrachten wirtschaftlichen und medizinischen Fluchtgründen komme keine Asylrelevanz zu. D-4721/2016 Seite 4 Den Vollzug der Wegweisung erachtete das SEM für zulässig, zumutbar und möglich. Die „Republik Somaliland“ verfüge über eine in weiten Lan- desteilen institutionalisierte Staatsgewalt. Die Menschenrechtssituation habe sich in den letzten Jahren merklich verbessert, und die wirtschaftliche Lage mache Fortschritte. Seit 1991 seien viele Flüchtlinge zurückgekehrt. Der Beschwerdeführer sei Teil eines in der fraglichen Region etablierten Clans und verfüge über verschiedene soziale Anknüpfungspunkte. Er sei volljährig und bei guter Gesundheit, so dass nichts gegen die Zumutbarkeit des Vollzugs spreche. Daran könnten auch die geltend gemachten medizi- nischen Probleme mit den (…) nichts ändern, zumal er in der BzP gar keine diesbezüglichen Beschwerden erwähnt respektive in der Schweiz adä- quate Behandlung erhalten habe. Zudem habe die gesundheitliche Ein- schränkung bereits im Heimatland bestanden. Ohnehin handle es sich nicht um eine lebensbedrohliche Krankheit, weshalb auch in dieser Hin- sicht kein Vollzugshindernis bestehe. F. Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 2. August 2016 beantragte der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung der vor- instanzlichen Verfügung , die Feststellung seiner Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung. Eventualiter sei die Unzulässigkeit beziehungs- weise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeur- teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In formeller Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG, um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses und um Verbeiständung (Art. 110a Abs. 1 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer brachte vor, die Vorinstanz habe seinen Anspruch auf das rechtliche Gehör verletzt, weil sie nicht ausreichend auf den medi- zinischen Sachverhalt eingegangen sei. Er leide seit seiner Geburt an bei- derseitiger (…). Auch wenn die Vorinstanz zu Recht nicht von einem le- bensbedrohlichen Zustand ausgehe, sei dieser von medizinischen Sach- verständigen gemäss ärztlichem Bericht vom 20. Juli 2016 immerhin als derart besorgniserregend eingeschätzt worden, dass eine umgehende Be- handlung eingeleitet worden sei. Dies wohl angesichts des Lebensalters des Patienten, da das genannte Leiden in Westeuropa wenn möglich bis zum vollendeten ersten Lebensjahr kuriert werde. Die Vorinstanz gebe keine Antwort darauf, wie der Vollzug der Wegweisung mit der Fortführung der eingeleiteten Behandlung korrespondieren soll. Die entsprechenden D-4721/2016 Seite 5 Erwägungen zur Gesundheit verletzten die Untersuchungs - und Begrün- dungspflicht. Ferner sei im Sachverhalt noch von der korrekten Clanzuge- hörigkeit die Rede. Bei der Prüfung der Zumutbarkeit des Vollzugs hinge- gen werde eine andere Zugehörigkeit vermerkt. Auch wenn es sich hier um einen Copy-and-paste-Fehler handeln dürfte, sei für den Adressaten nicht klar, auf welche allenfalls ebenso unrichtigen weiteren Fakten sich die Vor- instanz bei der Analyse der Zumutbarkeit stütze. Entsprechend habe eine Rückweisung der Sache an das SEM zu erfolgen. Das SEM gehe zu Unrecht von der Unglaubhaftigkeit der geltend gemach- ten Asylgründe aus. Es liege auf der Hand, dass ein Beschwerdeführer eine Vergewaltigung in einem gemischten Team anlässlich der BzP noch nicht erwähne. Diese Problematik sei bei der ersten Anhörung erkannt wor- den, weshalb später eine weitere Anhörung in einem reinen Männerteam stattgefunden habe. Entsprechend könne dem Beschwerdeführer die Ver- spätung des Vorbringens klarerweise nicht angelastet werden. Der Um- stand, wonach er gemäss SEM seine Vorbringen kontinuierlich ausgebaut und gesteigert habe, sei auf den erforderlichen Abbruch der ersten Anhö- rung zurückzuführen und sei ebenfalls kein Unglaubhaftigkeitselement. Unzulässig sei, wegen Ungereimtheiten in den Angaben zur Verfolgung im Vergleich der beiden Protokolle auf die Unglaubhaftigkeit des Kernvorbrin- gens zu schliessen, da die erste Anhörung aus den genannten Gründen habe abgebrochen werden müssen. Die weiteren vom SEM aufgelisteten Ungereimtheiten – so auch bei seinem Umgang mit der geltend gemachten Situation nach dem Vorfall und den Aussagen zu Belangen vor Ort – ver- möchten ebenfalls nicht zu überzeugen , und zwar umso weniger, als die sprachliche Qualität der Protokolle bescheiden sei und die Hilfswerkvertre- tung gemäss jetzt eingereichtem Zusatzblatt zutreffend auch seine dama- lige psychische Befindlichkeit als angeschlagen bezeichne. Nach dem Ge- sagten erfülle er die Anforderungen an die Glaubhaftigkeit der asylrelevan- ten Verfolgung. Betreffend Vollzug sei deutlich, dass ein Verbleibe n des Beschwerdefüh- rers zumindest bis zum Abschluss der Behandlung die Prognose für den Gesundheitszustand klar verbessere. Dem Gericht wurden die in der Rechtsschrift aufgeführten Beilagen über - mittelt. D-4721/2016 Seite 6 G. Mit Zwischenverfügung vom 8. August 2016 verzichtete das Bundesver - waltungsgericht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und hiess das Gesuch gemäss Art . 65 Abs. 1 VwVG gut. Das Gesuch um amtliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 110a AsylG wurde ebenfalls gut- geheissen und d ie rubrizierte Rechtsvertreterin zur amtlichen Rechtsbei- stand bestellt. H. Mit Vernehmlassung vom 23. August 2016 beantragte das SEM die Abwei- sung der Beschwerde. Es sei dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine medizinische Notlage, welche die Unzumutbarkeit des Vollzugs begründen würde, darzutun. Die bloss potenzielle Gefährlichkeit eines Leidens reiche dazu nicht aus. I. Mit Replik vom 8. September 2016 hielt der Beschwerdeführer an seinen Vorbringen fest. Das SEM gehe zu Unrecht davon aus, dass seine medizi- nische Behandlung abgeschlossen sei. Vielmehr stehe ein weiterer Eingriff bevor. In Somalia könne er nicht adäquat medizinisch nachversorgt wer- den. Der Eingabe lag eine ergänzte Kostennote bei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). D-4721/2016 Seite 7 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 6 AsylG in Verbindung mit Art. 12 VwVG stellen die Asylbehörden den Sachverhalt von Amt es wegen fest (Untersuchungs- grundsatz). Dabei muss die Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände ab- klären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen. Unrichtig ist die Sach- verhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwid- riger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Un- vollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Behörde trotz Unter- suchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder wenn nicht alle für die Entscheidung wesentlichen Sachumstände be- rücksichtigt wurden. Die Behörde ist dabei jedoch nicht verpflichtet, zu je- dem Sachverhaltselement umfangreiche Nachforschungen anzustellen. Zusätzliche Abklärungen sind vielmehr nur dann vorzunehmen, wenn sie aufgrund der Aktenlage als angezeigt erscheinen (vgl. dazu CHRISTOPH AUER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 15 zu Art. 12; BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Mülller/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 28 zu Art. 49). Alle erheblichen Parteivorbringen sind sodann zu prüfen und zu würdigen (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 35 Abs. 1 VwVG), wobei sich das Ergebnis der Würdigung in der Entscheidbegründun g niederzuschlagen hat (vgl. Art. 35 VwVG). Nach den von Lehre und Praxis entwickelten Grundsätzen hat die verfügende Behörde im Rahmen der Entscheidbe- gründung die Überlegungen zu nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Begründung des Entscheides muss so abgefasst sein, dass die Betroffenen ihn gegebenenfalls sachgerecht an- fechten können. Die Behörde muss sich jedoch nicht mit jeder tatbeständ- lichen Behauptung auseinandersetzen, sondern kann sich auf die für den D-4721/2016 Seite 8 Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Mit der Pflicht zu Of- fenlegung der Entscheidgründe kann zudem in der Regel verhindert wer- den, dass sich die Behörde von unsachgemässen Motiven leiten lässt. 3.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Erwägungen des SEM zu seiner Ge- sundheit verletzten die Untersuchungs - und Begründungspflicht. Diese Einschätzung erweist sich aber nur allenfalls im Ansatz als berechtigt. So ist die Feststellung des SEM, er sei bei guter Gesundheit, in Anbetracht der bereits damals aktenkundigen Operation wegen des (…) und einer allfälli- gen Fortsetzung der Behandlung doch eher fragwürdig (vgl. Arztbericht vom 1. Februar 2016). Allerdings relativierte die Vorinstanz in den Folges- ätzen diese Feststellung, thematisierte die geltend gemachten me dizini- schen Probleme mit den (…) und hielt insbesondere fest, es handle sich dabei nicht um eine lebensbedrohliche Krankheit, weshalb auch in dieser Hinsicht kein Vollzugshindernis bestehe. Entgegen der Beschwerdeargu- mentation gab die Vorinstanz demnach durchaus eine Antwort darauf, wie der Vollzug der Wegweisung mit der Fortführung der eingeleiteten Behand- lung korrespondieren solle, indem es eine allfällige Fortsetzung der Be- handlung vor Ort für nicht entscheidrelevant erachtete. Anzufügen ist, dass sich der jetzt eingereichte ärztliche Bericht vom 20. Juli 2016 noch nicht bei den Akten befand. Ferner trifft zu, dass das SEM die Clanzugehörigkeit im Sachverhalt richtig erfasste, im Erwägungsteil aber mit Verweisen auf Pro- tokollstellen, welche den vorliegenden Akten so nicht entnommen werden können, offenbar eine redaktionelle Unsorgfältigkeit beging. Andererseits hielt das SEM im Asylpunkt fest, der Beschwerdeführer habe korrekte und vollständige Angaben zur Clanzugehörigkeit – demnach B._______ – ge- macht, und ging offenbar von der geltend gemachten und nicht der im Voll- zugspunkt plötzlich aufgeführten Zugehörigkeit aus. Im Weiteren wurde vorliegend ein Schriftenwechsel durchgeführt, in welchem das SEM insbe- sondere seine Erwägungen zur Gesundheit des Beschwerdeführers noch- mals verdeutlichte. Im Rahmen der Replik konnte er dazu Stellung nehmen Vor diesem Hintergrund ist von einer Heilung allfällig verletzter Gehörsan- sprüche auszugehen, und die Rückweisung der Sache an das SEM erüb- rigt sich. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder we gen ihrer D-4721/2016 Seite 9 politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Vorbringen sind dann glaub haft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen oder den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen und sie dürfen nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren. Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig er- scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbrin- gen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (Art. 7 Abs. 3 AsylG), wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch dar stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet nach- schiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwir- kung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für ge- wisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen de s Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwie- gende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung spre- chen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamt würdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhalts darstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1). 4.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Anhörungsprotokolle wiesen Mängel in sprachlicher Hinsicht auf. Relevante Mängel sind aber schon in- sofern nicht zu erkennen, als er jeweils angab, den Dolmetscher gut zu verstehen, und unterschriftlich die Korrektheit der Protokolle bestätigte. Entsprechend muss er sich auf seine Aussagen behaften lassen. Im Wei- teren wurde seinen psychischen Befindlichkeiten wiederholt Rechnung ge- tragen und die erste Anhörung abgebrochen. Dass er bei der Fortsetzung der Anhörung in unzulässiger Weise unter Druck gesetzt worden wäre, ist als unzutreffend zu bezeichnen. Vielmehr wurde ihm ausführlich dargelegt, D-4721/2016 Seite 10 welche Verfahrensmöglichkeiten verbunden mit welchen Konsequenzen bestehen würden. Das Protokoll vom 1. April 2016 erscheint mithin auch in Berücksichtigung seiner offensichtlich angespannten psychischen Situa- tion als vollumfänglich verwertbar. Hingegen ist im Sinne der Beschwerde- vorbringen einzuräumen, dass die erste Anhörung wegen des neu geltend gemachten sexuellen Vorfalls abgebrochen wurde und gleichwohl festge- haltene Aussagen im Zusammenhang mit der deswegen vorgebrachten Verfolgung bei der Würdigung der Glaubhaftigkeit nur bedingt beigezogen werden können. Ein solcher Beizug ist aber g emäss nachstehenden Aus- führungen ohnehin nicht erforderlich. 4.4 Das SEM bezeichnet die geltend gemachte Vergewaltigung verbunden mit drohenden Racheakten als nachgeschoben. Diese Einschätzung über- zeugt. Es mag zwar zutreffen, dass Opfer von sexueller Gewalt – auch we- gen der Zusammensetzung des Teams bei der BzP – mitunter Mühe be- kunden, das Erlittene bereits zu diesem Zeitpunkt zu formulieren, zumal sie traumatisiert sind. Eine solche Traumatisierung ist beim Beschwerde- führer aber schon mangels eines entsprec hend eingereichten psychiatri- schen Berichts in keiner Weise belegt. Vielmehr ist zu berücksichtigen, dass er gemäss seinen Schilderungen als Täter und nicht als Opfer in Er- scheinung trat, weshalb die Verspätung des Vorbringens entgegen den Be- schwerdevorbringen auf mutmasslich asyltaktische Gründe zurückzufüh- ren ist. Beeinträchtigt wird die Glaubhaftigkeit sodann auch dadurch, dass er im Rahmen der Anhörung vom 1. April 2016 zwar mit Realkennzeichen versehene Aussagen zu seine n gesundheitlichen Empfindungen , nicht aber zur Vergewaltigung und deren Folgen machte (vgl. A 23/16 Antworten 5 und 28 ff.). Namentlich die erlittene beziehungsweise drohende Verfol- gung schilderte er ausgesprochen stereotyp beziehungsweise unsubstan- ziiert und vermochte so nicht den Eind ruck von tatsächlich Erlebtem oder Befürchtetem zu vermitteln (vgl. a.a.O. Antworten 46 ff.). Überzeugende Beschwerdeargumente für eine andere Sichtweise fehlen wiederum. Es ist demzufolge von einem blossen Verfolgungskonstrukt auszugehen. Im Wei- teren sind die generellen Vorbringen des Beschwerdeführers zu seiner Si- tuation im Heimatland zutreffend als nicht asylrelevant gewürdigt worden. 4.5 Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass d er Be- schwerdeführer keine Gründe nach Art . 3 AsylG nachweisen oder glaub- haft machen konnte. Die Beschwerdevorbringen und Beweismittel recht- fertigen keine andere Einschätzung. Die Vorinstanz hat die Flüchtlingsei- genschaft zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt. D-4721/2016 Seite 11 5. 5.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die We gweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn v ölkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. D-4721/2016 Seite 12 6.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per- sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be - schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspu nkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste er eine konkrete Gefahr (« real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Herkunftsgebiet des Heimat- staats lässt den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 6.5 6.5.1 Das Bundesv erwaltungsgerichts geht in seiner Praxis davon aus, dass der Vollzug von Wegweisungen in den zentralen und südlichen Teil von Somalia grundsätzlich unzumutbar ist, ein solcher jedoch unter Um- ständen in die nördlichen Landesteile (Somaliland und Puntland) e rfolgen kann (vgl. BVGE 2014/27 E. 6.5 m.w.H.). 6.5.2 Aus den im Gesetz genannten Gefährdungssituationen ergibt sich, dass nicht beliebige Nachteile oder Schwierigkeiten die Annahme einer D-4721/2016 Seite 13 konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG rechtfertigen, son- dern ausschliesslich Gefahren für Leib oder Leben. Die von der Weg- oder Ausweisung betroffene Person muss demnach im Falle einer Rückkehr in den Heimat- oder Herkunftsstaat dort in eine existenzielle Notlage geraten. Eine konkrete Gefährdung liegt folglich i m Allgemeinen nicht schon des- halb vor, weil die wirtschaftliche Situation und damit die allgemeinen Le- bensbedingungen im Heimat- oder Herkunftsstaat schwierig sind, dort bei- spielsweise Wohnungsnot oder hohe Arbeitslosigkeit herrschen, oder weil eine im Vergleich zur Schweiz weniger entwickelte medizinische Infrastruk- tur besteht. Von einer Unzumutbarkeit ist vielmehr erst dann auszugehen, wenn die ungenügende Möglichkeit der Weiterbehandlung eine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2; EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d S. 50 ff. sowie 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.). 6.5.3 Der Beschwerdeführer ist volljährig und verfügt vor Ort über zahlrei- che soziale Anknüpfungspunkte im Verwandten - und Freundeskreis (vgl. A 6/11 S. 5; A 19/12 Antworten 88 ff.; A 23/16 Antwort 70). Es ist mithin von einem ausreichenden sozialen Netz (auch im Clan-Bereich) und in Anbe- tracht der vorhandenen sozialen Strukturen entgegen den Beschwerdevor- bringen doch von gewissen finanziellen Möglichkeiten auszugehen. Andererseits wurde beim Beschwerdeführer ein (…)leiden diagnostiziert und gemäss Aktenlage eine Operation durchgeführt. Auch in der Be- schwerde wird nicht geltend gemacht, es handle sich dabei um einen le- bensbedrohlichen Zustand. Auch wenn die Nachbehandlung – so nach der allfälligen zweiten Operation, falls sie denn bereits stattfand oder vor der Ausreise noch stattfindet – vor Ort kaum mit schweizerischen Massstäben zu vergleichen ist, gibt es auch in Somaliland öffentlichen Quellen zufolge Einrichtungen, die im Bedarfsfall vo m Beschwerdeführer aufgesucht wer- den könnten . Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass – wenn auch unter erschwerten Bedingungen – der Zugang des Beschwerdefüh- rers zu einer allenfalls e rforderlichen medizinischen Nachbehandlung im Heimatland gewährleistet ist. Insgesamt muss somit nicht davon ausge- gangen werden, dass ihm aus gesundheitlichen Gründen eine konkrete Gefahr droht, und zwar umso weniger, als es ihm unbenommen ist, medi- zinische Rückkehrhilfe zu beantragen. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. D-4721/2016 Seite 14 6.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor- läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich , dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm mit Zwischenverfü- gung vom 8. August 2016 die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und sich an den Voraussetzungen dazu nichts geändert hat, sind indessen keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 9.2 Nachdem dem Beschwerdefüh rer die unentgeltliche Rechtsverbei - ständung gewährt und die rubrizierte Rechtsvertreterin als Rechtsbeistän- din eingesetzt wurde, ist ihr ein amtliches Honorar auszurichten. 9.3 Das Bundesverwaltungsgericht geht bei amtlicher Vertretung (wie mit Zwischenverfügung vom 8. August 2016 ausgeführt) in der Regel von ei- nem Stundenansatz Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht-anwaltliche Vertrete- rinnen und Vertreter aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Es wird nur der notwendi - ge Aufwand entschädigt. Die Rechtsbeiständin reichte am 8. September 2016 eine Kostennote ein. Der zeitliche Aufwand erscheint angemessen, wobei aber ein Stundenan- satz von Fr. 150.– anzusetzen ist. Demnach ist ihr zulasten der Gerichts- kasse ein amtliches Honorar von Fr. 1220.– (inkl. MWSt) auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-4721/2016 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Der amtlichen Rechtsbeiständin wird ein Honorar zulasten der Ge richts- kasse in der Höhe von Fr. 1220.– zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber Versand: