Bu nde s ve rw altungs ge r icht Tr i buna l adm inis tr a tif fé dé r al Tr i buna le amm inis tr at ivo fe de r ale Tr i buna l adm inis tr a ti v fe de r al Abteilung V E-147/2009 U r t e i l v o m 2 0 . A p r i l 2 0 1 2 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richterin Gabriela Freihofer, Gerichtsschreiberin Sarah Straub. Parteien A._______, geboren (…), Äthiopien, vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flüchtlingseigenschaft und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. Dezember 2008 / N (…). E-147/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin verliess Äthiopien eigenen Angaben zufolge im September 1999 und lebte danach vier Jahre in Nairobi (Kenia). Am 3. August 2003 gelangte sie auf dem Luftweg in die Schweiz, wo sie glei- chentags im (…) ein erstes Mal um Asyl nachsuchte. Am 4. August 2003 bewilligte das BFF (Bundesamt für Flüchtlinge, seit 1.1.2005: BFM) zur Prüfung ihres Asylgesuches die Einreise. Am 8. August 2003 erfolgte in (…) die Kurzbefragung und am 16. September 2003 die Anhörung zu den Asylgründen durch (…). Zur Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin gel- tend, man habe ihren V ater aufgrund seiner eritreischen Herkunft aufge- fordert, Äthiopien mit seinen Kindern zu verla ssen. Weil es nicht mehr möglich gewesen sei, sich zu verstecken, und sie ins Gefängnis hätten kommen können, sei sie im Alter von dreizehn Jahren mit ihrem V ater und den Brüdern nach Kenia gefl ohen, jedoch bei einer Grenzkontrolle von diesen getrennt worden. Eine Frau habe sich um sie gekümmert und sie nach Kenia mitgenommen. Dort habe sie illegal als Haushälterin gearbei- tet, bis ein Mann namens B._______ Mitleid mit ihr gehabt und ihre Aus- reise organisiert habe. Ihre äthiopische Mutter sei m it der jüngsten Schwester in Äthiopien geblieben. Die Beschwerdeführerin verneinte, irgendetwas über die passierten Län- der und Orte sowie die benutzten Verkehrsmittel zu wissen, und gab kei- nerlei Ausweispapiere zu den Akten. Mit V erfügung vom 12. Mai 2004 lehnte das BFF das Asylgesuch der Be- schwerdeführerin ab, verfügte ihre Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den V ollzug an. Zur Begründung führte das Bundesamt aus, die V orbringen seien nicht asylrelevant. Da ihre Mutter Äthiopierin sei, könne die Beschwerdeführerin die äthiopische Nationalität beantragen. Ausser- dem habe sie als T ochter eines Eritreers die Möglichkeit, in Eritrea Schutz zu suchen. Es bestünden für den Fall einer Rückkehr nach Eritrea keine Hinweise auf eine gemäss Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung. Zudem sei die Wegwei- sung die Regelfolge der Ablehnung des Asylgesuchs und deren V ollzug – sowohl nach Eritrea als auch nach Äthiopien – zulässig, zumutbar und möglich. E-147/2009 Seite 3 Mit Urteil vom 25. Juni 2004 trat die vormals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) auf die gegen diese V erfügung eingereichte Beschwerde vom 18. Juni 2004 (Poststempel) wegen verspäteter Einrei- chung nicht ein. A.b Mit Schreiben vom 12. November 2006 (Poststempel vom 13. N o- vember 2006) suchte die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter ein zweites Mal um Asyl nach und beantragte, es sei ihre Flüchtlingse i- genschaft festzustellen und sie sei aufgrund von subjektiven Nachflucht- gründen vorläufig in der Schweiz aufzunehmen, eventualiter sei ihr unter Feststellung der Unzumutbarkeit beziehungsweise Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Zur Stüt- zung ihrer V orbringen reichte sie eine Mitgliedschaftsbestätigung der Eri- trean Liberation Front - Revolutionary Council (ELF-RC) zu den Akten. Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin aus, sie habe sich in der Schweiz politisch betätigt und an öffentlichen Veranstaltungen und De- monstrationen gegen die äthiopische Regierung teilgenommen. Sie sei als aktives oppositionelles Mitglied der äthiopischen Gemeinde in der Schweiz bekannt und ihre Aktivitäten hätten ein Ausmass erreicht, we l- ches geeignet sei, ein ernsthaftes V orgehen der äthiopischen Behörden zu bewirken und im Falle einer Rückkehr nach Äthiopien eine konkrete Gefährdung zu begründen. Unter dem Gesichtspunkt der nachträglichen Änderung der Sachlage in tatsächlicher Hinsicht machte sie geltend, b ei einer Ausweisung nach Äthiopien müsse sie mit einer Ausschaffung nach Eritrea rechnen. Da sie sich lange Zeit in Europa aufgehalten habe, müs- se sie befürchten, bei einer Einreise strengen V erhören unterzogen zu werden. Es sei davon auszugehen, dass die se über ihre eritreische Ab- stammung und Staatsangehörigkeit informiert seien. Sie habe im Jahr e 2003 kurz vor einer Deportation gestanden und wäre in Eritrea mit S i- cherheit in den Militärdienst eingezogen worden. Dieser Pflicht habe sie sich durch die Ausreise nach Kenia entzogen. Damit stelle die Flucht in die Schweiz eine Flucht vor dem Wehrdienst dar, welche in Eritrea straf- rechtlich geahndet und unverhältnismässig hart bestraft werde. Die dorti- ge Situation für rückkehrende Asylsuchende habe sich wesentlich ve r- schlechtert. Aufgrund dieser Nachfluchtgründe erfülle sie die Flüchtlings- eigenschaft. Am 23. November 2006 setzte das BFM den V ollzug der Wegweisung im Sinne einer vorsorglichen Massnahme einstweilen aus. Am 5. Dezember 2006 ersuchte es die Schweizerische Botschaft in Addis Abeba (in der E-147/2009 Seite 4 Folge: die Botschaft) abzuklären, ob die Beschwerdeführerin an der a n- gegebenen Adresse gewohnt habe, ob sich dort noch Angehörige aufhiel- ten, ob ihr V ater tatsächlich zum V erlassen des Landes aufgefordert wor- den sei und ob der derzeitige Aufenthalt des V aters und der Geschwister bekannt sei. Mit Schreiben vom 13. Februar 2007 teilte die Botschaft mit, die angege- bene Adresse in Addis Abeba sei völlig unbekannt und entspreche nicht der administrativen Klassifikation der urbanen Zentren. Hingegen existie- re d ie im Empfangsstellenprotokoll angegebene Adresse in C._______, wo sie angeblich mit ihrer Familie gelebt habe, und eine Abklärung vor Ort habe ergeben, dass die Familie bis 1999 dort gelebt habe, allerdings stimme die Hausnummer mit der angegebenen nicht überein. Es seien keine Familienangehörigen mehr dort wohnhaft. Gemäss behördlicher Auskunft sei der Vater nicht Eritreer gewesen und auch nicht deportiert worden, vielmehr habe er als medizinischer Angestellter im lokalen G e- fängnis gearbeitet und sei ungefähr im Jahre 1998 krankheitshalber ver- storben. Die Mutter und die beiden Brüder der Beschwerdeführerin seien danach innerhalb der Stadt umgezogen. Zu diesem Abklärungsergebn is nahm die Beschwerdeführerin am 30. März 2007 Stellung und reichte eine Bestätigung der "zuständigen V erwaltungsbehörde" ein, wonach ihr V ater im Jahre 1992 des äthiopisch- en Kalenders (1999/2000 nach abendländischem Kalender) ausgereist und sein Aufenthaltsort seither unbekannt sei. Ihre Brüder würden sich derzeit als Asylsuchende in Südafrika aufhalten. Mit V erfügung vom 15. Mai 2007 qualifizierte das BFM die Eingabe vom 12. November 2006 als Wiedererwägungsgesuch und lehnte dieses ab, stellte fest, die V erfügung vom 12. Mai 2004 sei rechtskräftig sowie voll- streckbar und einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. Zur Begründung führte es aus, die Erläuterungen in der Stel- lungnahme vermöchten die Abklärungsresultate der Botschaft nicht zu entkräften und der eingereichten Bestätigung der heimatlichen V erwa l- tungsbehörde komme angesichts der weit verbreiteten Korruption und der problemlosen Beschaffbarkeit solcher Dokumente kein Beweiswert zu. Damit würden keine Gründe vorliegen, welche die Rechtskraft der V erfü- gung beseitigen könnten. A.c Die dagegen erhobene Beschwerde vom 15. Juni 2007 hiess das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 9. August 2007 gut, hob die an-E-147/2009 Seite 5 gefochtene Verfügung teilweise auf und wies die Sache zur Neubeurte i- lung an die Vorinstanz zurück. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, das BFM habe die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 12. No- vember 2006 zu Unrecht als Wiedererwägungsgesuch behandelt und den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Am 20. Oktober 2008 setzte das B undesamt den Wegweisungsvollzug einstweilen aus. Anlässlich der Anhörung vom 24. November 2008 brachte die Beschwer- deführerin vor, sie sei gegen die äthiopische und ebenso gegen die erit- reische Regierung und sie habe an Demonstrationen teilgenommen. Da sie Eritreerin sei, könne sie nicht nach Äthiopien zurückkehren. Auch nach Eritrea könne sie nicht gehen, weil dort keine Demokratie herrsche und sie mit einem Aufgebot für den Militärdienst rechnen müsse. Am (…) sei sie Mitglied der ELF-RC geworden, habe seit dem Jahre 2006 an zir- ka fünf V ersammlungen teilgenommen und einmal mithilfe eines Überset- zers einer Rednerin eine Frage gestellt. Ausserdem habe sie sich an un- gefähr sechs Demonstrationen gegen die äthiopische Regierung beteiligt, letztmals im Jahre 2007 oder 2008 in (…). Eine Rückkehr nach Äthiopien sei nicht möglich, da sie von dort deportiert worden sei und verhaftet wer- den könnte. Zudem habe sie dort keine Familie mehr, zu welcher sie ge- hen könnte. Bei einer Rückkehr nach Eritrea drohe ihr die T odesstrafe oder Gefängnis. Es treffe nicht zu, dass ihr V ater medizinischer Angestell- ter des lokalen Gefängnisses gewesen sei, er habe als Chauffeur gear- beitet. B. Mit V erfügung vom 8. Dezember 2008 – eröffnet am 10. Dezember 2008 – stellte das BFM erneut fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte ihr Asylgesuch vom 12. Novem- ber 2006 ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung aus der Schweiz und den V ollzug an. Für die Begründung und Einzelheiten wird auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen. C. Am 9. Januar 2009 gewährte das B undesamt dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin Einsicht in die entscheidwesentlichen Akten. D. Die Beschwerdeführerin liess den vorinstanzlichen Entscheid mit Eingabe E-147/2009 Seite 6 vom 9. Januar 2009 anfechten und beantragte in materieller Hinsicht die vollumfängliche Aufhebung der V erfügung des BFM, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft aufgrund von subjektiven Nachfluchtgründen und die vorläufige Aufnahme in der Schweiz, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme infolge Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumut- barkeit des Wegweisungsvollzuges. In prozessu aler Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und den V erzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, alles unter Entschädigungs- und Kostenfolge zulasten der V orinstanz. Für die Begründung der Rechtsbe- gehren wird, soweit für den Entscheid wesentlich, auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen. E. Die vormals zuständige Instruktionsrichterin stellte mit Zwischenverf ü- gung vom 19. Januar 2009 fest, die Beschwerdeführerin könne den Aus- gang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig erachtete sie die Beschwerdebegehren aufgrund einer summarischen Prüfung der Ak- ten als aussichtslos, wies die Gesuche um V erzicht auf die Erhebung ei- nes Kostenvorschusses und um Gewährung der unentgeltlichen Rechts- pflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das V erwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ab und forder- te die Beschwerdeführerin unter Androhung des Nichteintretens auf die Beschwerde im Unterlassungsfall auf, bis zum 3. Februar 2009 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.- zu bezahlen. F. Mit Schreiben vom 22. Januar 2009 ersuchte die Beschwerdeführerin um Wiedererwägung dieser Zwischenverfügung sowie V erzicht auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses und reichte eine Kopie des Flüchtling s- ausweises (der Republik Südafrika) ihres V aters sowie die Faxkopie eines Schreibens, worin ihr V ater und drei Zeugen bestätigen, dass sie eritrei- scher Nationalität sei, zu den Akten. G. Das Gesuch um Wiedererwägung wurde von der Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 28. Januar 2009 abgewiesen. Der Kostenvorschuss wurde in der Folge fristgerecht bezahlt. H. Mit Schreiben vom 26. Februar 2009 reichte die Beschwerdeführerin die E-147/2009 Seite 7 Originale der am 22. Januar 2009 eingereichten Unterlagen (Flüchtlings- ausweis ihres V aters und Bestätigungsschreiben) zu den Akten. I. Das BFM hielt in seiner V ernehmlassung vom 15. März 2012 an seiner V erfügung vom 8. Dezember 2008 vollumfänglich fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. J. In der Replik vom 28. März 2012 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest und reichte eine Passkopie ihrer Mutter, eine Kopie des Personalausweises und eine E-Mail ihres Bruders zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des V erwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen V erfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das V erfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am V erfahren vor der V orinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene V erfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. E-147/2009 Seite 8 2. Mit Beschwerde kann die V erletzung von Bund esrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere V orbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den T atsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein V erhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsland eine Gefährdungssituation erst ge- schaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (Art. 54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingse i- genschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Au sschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352, mit weiteren Hinweisen). E-147/2009 Seite 9 4. 4.1 Zur Begründung des angefochtenen Entscheids führte die V orinstanz aus, die Beschwerdeführerin habe im Rahmen ihres ersten Asylverfa h- rens keine politisch motivierte V erfolgung durch die äthiopischen Behör- den glaubhaft machen können. Es sei deshalb nicht anzunehmen, sie sei vor Verlassen ihres Heimatstaates ins Blickfeld der äthiopischen Behö r- den geraten oder als Regimegegnerin registriert worden. Damit sei auch nicht davon auszugehen, dass sie in der Schweiz unter spezieller Beo- bachtung seitens äthiopischer Behörden gestanden habe. Sie habe nicht plausibel darlegen können, aufgrund der Staatsangehörig- keit ihres V aters Eritreerin zu sein und deswegen zu riskieren, bei einer allfälligen Rückkehr nach Äthiopien nach Eritrea deportiert zu werden. Die Auskunft der Botschaft vom 13. Februar 2007, wonach der V ater nicht Eritreer sei und im lokalen Gefängnis gearbeitet habe, sei durch das ein- gereichte Schreiben des V orsitzenden der heimatlichen V erwaltung vom 30. März 2007 inhaltlich nicht widerlegt. Es könne nicht nachvollzogen werden, warum sie sich für eine eritreische Organisation engagiere, gleichzeitig jedoch die Infiltration der eritreischen Anlässe durch die äthiopischen Behörden befürchte. Sie bezeichne sich zwar als Eritreerin, habe aber bis anhin nicht genügend Hinweise auf eine eritreische Staatsbürgerschaft geliefert. Überdies beteilige sie sich auch an Demonstrationen gegen die äthiopische Regierung, mache jedoch diesbezüglich keine Befürchtungen hinsichtl ich einer V erfolgung wegen exilpolitischer Aktivität geltend. Es gelinge ihr sodann nicht, die Ziele der Organisationen oder die effektiven Probleme des jeweiligen Landes zu definieren und sich in politisch konsequenter Weise für die eine oder an- dere Oppositionstätigkeit zu entscheiden. Aufgrund der Akten sei nicht davon auszugehen, die äthiopischen Behör- den hätten von der Mitgliedschaft der Beschwerdeführerin bei der ELF - RC Kenntnis genommen. Auch sei von einer eher passiven Mitgliedschaft auszugehen, da sie zwar an Sitzungen teilnehme, jedoch bisher nur eine einzige Frage über einen Dolmetscher habe stellen lassen und sich zw i- schen den Sitzungen nur sehr wenig bis gar nicht politisch engagier e. Schliesslich würden die V ersammlungen in tigrinischer Sprache abgehal- ten, die sie jedoch nicht aktiv beherrsche. Sie habe sich somit zwar exil- politisch betätigt, aber angesichts der Vielzahl von exilpolitischen Aktivitä- ten mit nicht selten hunderten von T eilnehmern sei es unwahrscheinlich, E-147/2009 Seite 10 dass die heimatlichen Behö rden die Beschwerdeführerin hätten identif i- zieren können. Die vorgebrachten subjektiven Nachfluchtgründe würden den Anford e- rungen an die Flüchtlingseigenschaft somit nicht standhalten. Das Asy l- gesuch sei deshalb abzulehnen. Da die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, könne auch der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht angewendet werden. Ferner würden sich aus den Akten keine A n- haltspunkte dafür ergeben, dass ihr im Falle einer Rückkehr in den He i- matstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK ver- botene Strafe oder Behandlung drohe. Weder die im Heimatstaat der Beschwerdeführerin herrschende politische Situation noch andere Gründe würden gegen die Zumutbarkeit der Rück- führung nach Äthiopien sprechen. Ausserdem sei der Vollzug der We g- weisung technisch möglich und praktisch durchführbar. 4.2 In der Rechtsmitteleingabe führt die Beschwerdeführerin aus, sie sei eritreischer Herkunft und fühle sich dem eritreischen V olk sehr nahe. Die Abklärungen der Botschaft, wonach ihr V ater nicht Eritreer sei, würden nicht der Wahrheit entsprechen. Entgegen der Behauptung der V ori n- stanz komme dem beigebrachten Schreiben des V orsitzenden der he i- matlichen V erwaltung, welches mit Stempeln der zuständigen Amtsstellen und der erforderlichen Registernummer versehen sei, Beweiswert zu, und es sei angemessen zu würdigen. Als sie Äthiopien mit dem V ater verlas- sen habe, hätten sie kurz vor einer Deportation nach Eritrea gestanden. Aus V erbundenheit zum eritreischen V olk habe sie sich in der Schweiz der ELF -RC angeschlossen und exilpolitisch betätigt. Der eritreische Nachrichtendienst verfüge auch in der Schweiz über ein weit verbreitetes System von Spitzeln. Die exilpolitische Aktivität berge deshalb ein eno r- mes Risiko und wiederholte Präsenz in der Öffentlichkeit werde von den eritreischen Behörden registriert und verfolgt. Es sei zu bezweifeln, dass dabei zwischen qualifizierten Aktivitäten und blossen Mitläufern unte r- schieden werde. Ausserdem würde eine geringe exilpolitische Aktivität die V ermutung, sie sei regierungsfeindlich gesinnt, noch bestärken. Umge- kehrt sei zu erwarten, dass ihr allein aufgrund der T atsache, dass sie ein Asylgesuch gestellt und sich einer Rückkehr nach Eritrea entzogen habe, eine regierungsfeindliche Einstellung vorgeworfen werde. E-147/2009 Seite 11 Es liege in der Natur der Sache, dass die Beschwerdeführerin keinen Be- weis dafür erbringen könne, dass die eritreischen Behörden Kenntnis von ihren Aktivitäten hätten. Einen solchen Beweis habe sie jedoch nicht zu erbringen. D ie Glaubhaftmachung der V erfolgung wegen exilpolitischer Aktivitäten sei ihr indessen gelungen. Sie erfülle somit die Flüchtlingse i- genschaft. Die V orinstanz habe im Übrigen die Problematik der V erfolgung in Eritrea aufgrund der Wehrpflichtverweigerung nicht aufgegriffen. V or ihrer Aus- reise habe die Beschwerdeführerin kurz vor der Deportation nach Eritrea gestanden und sei im Militärdienstalter gewesen. Die Flucht sei eine Flucht vor dem eritreischen Wehrdienst gewesen, welche in Eritrea straf- rechtlich verfolgt und unverhältnismässig hart bestraft werde. Es sei fest- zuhalten, dass sich die Situation für rückkehrende Asylsuchende wesent- lich verschlechtert habe. Ihr drohe bereits aufgrund der T atsache, dass sie in der Schweiz ein Asyl verfahren durchlaufen habe, eine hohe Haf t- strafe, Folter und V erschleppung. Aufgrund ihrer exilpolitischen Aktivitäten hätte sie mit grosser Wahrscheinlichkeit politische V erfolgung zu befürch- ten. Die Furcht, im Falle einer Rückkehr nach Äthiopien flüchtlingsrechtlich re- levanter Verfolgung ausgesetzt zu sein, sei aufgrund der bereits erlittenen Nachteile objektiv nachvollziehbar und begründet, da die zwischen 1998 und 2002 erfolgten Deportationen grundsätzlich geeignet gewesen seien, einen unerträglichen psychischen Druck im Sinne von Art. 3 AsylG zu er- zeugen. Eine Rückschiebung nach Äthiopien sei demzufolge nicht nur un- zumutbar, sondern aus völkerrechtlichen Gründen unzulässig. Sodann könne sie auch in ihrem Heimatstaat Eritrea keinen Schutz vor flüchtlingsrelevanter V erfolgung beanspruchen, da sie auch dort begrün- dete Furcht vor V erfolgung habe. 4.3 In seiner V ernehmlassung führte das BFM aus, die Beschwerdeführe- rin habe als T ochter eines Eritreers grundsätzlich Anrecht auf die eritrei- sche Staatsangehörigkeit. Es gebe jedoch keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass sie jemals als eritreische Staatsangehörige registriert worden wäre oder sich darum bemüht hätte. Auch habe sie nie in Eritrea gelebt. Nach äthiopischem Recht habe sie als T ochter einer Äthiopierin Anspruch auf die äthiopische Staatsangehörigkeit. Es sei nicht nachvollziehbar, wa- rum sie, nachdem sie in Äthiopien aufgewachsen und dort zur Schule ge- gangen sei, die äthiopische Staatsangehörigkeit nicht haben sollte. E-147/2009 Seite 12 4.4 Die Beschwerdeführerin bringt in ihre r Replik vor, Kinder aus Ehen zwischen einer Äthiopierin und einem Eritreer würden nicht automatisch die äthiopische Staatsbürgerschaft erhalten, dies sei vom V erhalten des eritreischen Elternteils und der betroffenen Person gegenüber Äthiopien abhängig. Äthiopiern, welche deportiert worden seien, sei die Staatsa n- gehörigkeit entzogen worden. Die äthiopische Staatsbürgerschaft sei ihr spätestens mit ihrer Flucht entzogen worden. Ein Wegweisungsvollzug sei auch aufgrund des Fehlens eines tragfähigen Beziehung snetzes un- zumutbar. 5. 5.1 Die Beschwerdeführerin macht im vorliegenden Asylverfahren hi n- sichtlich einer Rückkehr nach Äthiopien geltend, aufgrund ihrer exilpoliti- schen Tätigkeiten in der Schweiz bestünden subjektive Nachfluchtgründe. Im Folgenden ist daher einzig zu prüfen, ob sie durch ihr V erhalten nach der Ausreise aus dem Heimatland, namentlich wegen ihres exilpolitischen Engagements in der Schweiz, Anlass für eine zukünftige V erfolgung durch die äthiopischen Behörden gesetzt hat und aus diesem Grund (in- folge subjektiver Nachfluchtgründe) die Flüchtlingseigenschaft erfüllt. V on der V orinstanz wird nicht bestritten, dass sich die Beschwerdeführe- rin in der Schweiz exilpolitisch betätigt hat. Exilpolitische Aktivitäten kön- nen indessen nur dann im Sinne von subjektiven Nachfluchtgründen zur Flüchtlingseigenschaft führen, wenn zumindest glaubhaft gemacht wird, dass im Falle einer Rückkehr infolge der Exilaktivität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit flüchtlingsrechtlich relevanter V erfolgung zu rech- nen wäre. 5.2 5.2.1 Gemäss Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. etwa Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D -5036/2009 vom 11. Ok- tober 2010 und E -4290/2008 vom 3. September 2010) ist zwar davon auszugehen, dass die äthiopischen Sicherheitsbehörden die Aktivitä - ten der Exilgemeinschaften im Rahmen ihrer (beschränkten) Möglich - keiten überwachen und mittels elektronischer Datenbanken regist rie- ren. Unter diesen Umständen ist anzunehmen, dass im Ausland agie - rende Personen, welche erkennbar in oppositionellen Organisationen aktiv waren oder mit ihr sympathisierten, identifiziert werden könnten und im Falle einer Zwangsrückschaffung dem äthiop ischen Sicher - heitsdienst bereits am Flughafen bekannt würden. Demnach dürfte davon auszugehen sein, dass die Sicherheitsorgane eine zwangswei -E-147/2009 Seite 13 se aus dem Ausland zurückgeführte Person, die Anhänger oder Mit - glied einer regimekritischen Organisation war oder noch ist, nach wie vor als zu verfolgende n Gegner der Regierung ansehen würden, so - lange von dieser Person vor ihrer Ausreise aus dem jeweiligen Gast - land kein eindeutiges Bekenntnis zur verfassungsmässigen Ordnung Äthiopiens und eine klare Abkehr vo n den bisherigen Aktivitäten dieser regimekritischen Organisationen vorliegt. Angesichts der beschränkten Ressourcen des äthiopischen Nachrichtendienstes stellt sich die Frage nach der Wahrscheinlichkeit und dem Ausmass einer allfälligen Über - wachung in de r Schweiz, welche indessen vorliegend offenbleiben kann. V on Bedeutung ist dagegen die tatsächliche Erkennbarkeit der behaupteten exilpolitischen Tätigkeit, die Individualisierbarkeit de r Be- schwerdeführerin und de ren konkrete exilpolitische Tätigkeit (vgl . im Sinne von Beispielen die vorgenannten Urteile des Bundesverwal - tungsgerichts). Die äthiopischen Behörden haben nur dann ein Inte - resse an der Identifizierung einer Person, wenn deren Aktivitäten als konkrete Bedrohung für das politische System wahrgen ommen wer - den. 5.2.2 Ein exponierter exilpolitischer Einsatz der Beschwerdeführerin, der sie ins Zentrum des Interesses des äthiopischen Nachrichtendienstes rü- cken könnte, ist aufgrund der Akten zu verneinen, da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, sie habe sich in besondere Art und Weise betätigt. Mit Si- cherheit gehört sie nicht zur Zielgruppe des "harten Kerns" von aktiven oppositionellen Äthiopiern im Ausland, für die sich die äthiopischen B e- hörden interessieren. Sie hat lediglich zirka sechs Mal an einer Demon - stration gegen die äthiopische Regierung teilgenommen (vgl. Akten BFM, B22/15 S. 11) und keinerlei Beweise für eine allfällige Erkennbarkeit ihrer exilpolitischen Tätigkeit eingereicht. Zudem ist mit der V orinstanz festzu- stellen, dass sie offensichtlich Mühe bekundete, die effektiven Probleme in Äthiopien zu definieren (vgl. B22 /15 S. 10), und sowohl exilpolitische Aktivitäten gegen die äthiopische als auch gegen die eritreische Regi e- rung geltend macht. Es gelingt ihr jedoch nicht, sich in politisch kons e- quenter Wiese für die eine oder andere Oppositionstätigkeit zu entschei- den, was bei einem starken Engagement für eine Organisation zu erwar- ten wäre. Die exilpolitische Tätigkeit der Beschwerdeführerin in der Schweiz lässt sie nicht als besonders engagierte und exponierte oder gar staatsgefährdende exilpolitische Aktivistin erscheinen. Vielmehr erweckt ihr Engagement den Eindruck einer Mitläuferin ohne eigentliche politische oder ideologische Überzeugung. Damit erfüllt sie nicht das Profil einer E-147/2009 Seite 14 Person, welche dem äthiopischen Regime durch ihre (exil-)politische Tä- tigkeit ernsthaften Schaden zufügen könnte. Zudem gibt es keine Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin von allenfalls an den Kundgebungen anwesenden Spitzeln des äthiopischen Geheimdienstes identifiziert und in der Folge registriert worden wäre. Ins- gesamt erscheint es daher ungeachtet der Überwachungsaktivitäten der äthiopischen Behörden nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass diese von der exilpolitischen Tätigkeit der Beschwerdeführerin Kenntnis erlangt, sie namentlich identifiziert und registriert haben, und dies umso mehr, als der äthiopische Nachrichtendienst nur über beschränkte Ressourcen ver- fügt. Des Weiteren dürfte den äthiopischen Behörden aufgefallen sein, dass die exilpolitische Betätigung vieler Asylsuchender nach der Able h- nung ihrer Asylgesuche regelmässig stark zunimmt respektive intensiver wird oder überhaupt erst ab diesem Zeitpunkt einsetzt, was das geltend gemachte politische Engagement als zweifelhaft erscheinen lässt. Es feh- len denn auch jegliche Hinweise darauf, dass gegen die Beschwer - deführerin aufgrund ihrer exilpolitischen Tätigkeit in der Schweiz in Äthio- pien ein Strafverfahren oder andere behördliche Massnahmen eingeleitet worden wären, obwohl die Anklageerhebung gegen abwesende Personen in Äthiopien gerade im Zusammenhang mit im Ausland lebenden regime- kritischen Aktivisten nicht unüblich ist. An dieser Stelle ist im Übrigen un- ter Hinweis auf die in Art. 8 AsylG verankerte Mitwirkungspflicht festzuhal- ten, dass es nicht Sache der schweizerischen Asylbehörden sein kann, jede auch nur ansatzweise und abstrakt mögliche Gefährdungssituation im Heimatland der Beschwerdeführerin abzuklären. 5.2.3 Gestützt auf diese Ausführungen ist zu schliessen, dass die heimat- lichen Behörden die Beschwerdeführerin – sofern sie von deren Aktivitä- ten überhaupt Kenntnis erlangt haben oder in Zukunft erlangen werden – nicht als ko nkrete und ernsthafte Bedrohung für das politische System erachten und sie deswegen bei einer Rückkehr nach Äthiopien mit flücht- lingsrechtlich relevanter V erfolgung rechnen müsste. Ebenso wenig ver- mag der Umstand, dass sie sich seit über acht Jahren in der Schweiz aufhält, zu einer anderen Einschätzung führen. Es ist nicht anzunehmen, dass sie schon aufgrund dieses langen Auslandaufenthaltes bei ihrer Rückkehr vom äthiopischen Staat der subversiven Staatstätigkeit ve r- dächtigt wird und eine V erfolgung zu befürchten hat. E-147/2009 Seite 15 5.3 5.3.1 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, aufgrund ihrer eri t- reischen Staatsbürgerschaft würde sie bei einer Rückkehr nach Äthiopien von den dortigen Behörden nach Eritrea deportiert werden. Dort wieder- um habe sie be gründete Furcht vor V erfolgung, dies einerseits aufgrund ihrer exilpolitischen Tätigkeit für die ELF -RC sowie anderseits weil ihre Flucht aus Äthiopien eine Flucht vor dem eritreischen Wehrdienst gew e- sen sei, welche unverhältnismässig hart bestraft werde, und schlies slich weil sie in der Schweiz ein Asylverfahren durchlaufen habe. 5.3.2 Wie die V orinstanz in ihrer V ernehmlassung zutreffend festgestellt hat, konnte die Beschwerdeführerin nicht darlegen, dass sie als eritre i- sche Staatsangehörige registriert worden wäre oder sich um eine Regist- rierung bemüht hätte. Zudem hat sie weder geltend gemacht, jemals in Eritrea gewesen zu sein, noch irgendwelche Beweismittel für ihre eritrei- sche Staatsbürgerschaft vorgelegt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sie die eritreisch e Staatsbürgerschaft nicht besitzt. Hingegen geht aus den Akten hervor, dass sie in Äthiopien geboren und aufgewachsen ist und mindestens einen äthiopischen Elternteil hat. Damit ist sie aller Wahrscheinlichkeit nach äthiopische Staatsbürgerin oder hat jed enfalls einen Anspruch darauf. Nach dem Gesagten kann offenbleiben, ob der V ater der Beschwerdeführerin tatsächlich Eritreer ist. Unbehelflich ist auch das Vorbringen, dass deportierten Äthiopiern die Staatsbürgerschaft entzogen worden sei, da die Beschwer deführerin geltend macht, Äthio- pien aus Furcht vor einer Deportation verlassen zu haben, mithin einer solchen entgangen zu sein. 5.3.3 Aufgrund vorstehender Ausführungen hat die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Äthiopien nicht zu befürchten, von den Behörden nach Eritrea ausgeschafft zu werden. Ob sie in Eritrea begründete Furcht vor Verfolgung hätte, muss deshalb nicht geprüft werden. 5.4 Die geltend gemachten subjektiven Nachfluchtgründe sind somit nicht geeignet, eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsfurcht zu be - gründen, weshalb die Beschwerdeführerin nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass keine subjek- tiven Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG vorliegen, weshalb das BFM zu Recht die Flüc htlingseigenschaft der Beschwer deführerin verneint und das Asylgesuch abgelehnt hat. E-147/2009 Seite 16 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den V ollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733; Entscheidungen und Mitteilun- gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und der vormali- gen ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Y ar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Ba- sel 2009, Rz. 11.148). 7.2 Die erwähnten drei Bedingungen für einen V erzicht auf den V ollzug der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit) sind alternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der V ollzug der Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwe- senheit in der Schweiz gemäss den Bestim mungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). Wie den nachfol- genden Erwägungen zu entnehmen ist, erweist sich der V ollzug der Weg- weisung vorliegend als un zumutbar. Damit kann praxisgemäss auf eine Erörterung der b eiden andern V oraus setzungen eines rechtmäs sigen Wegweisungsvollzugs verzichtet werden (vgl. etwa BVGE 2009/51 E. 5.4). E-147/2009 Seite 17 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der V ollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.2 In konstanter Praxis wird von einer grundsätzlichen Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Äthiopien ausgegangen (vgl. bereits EMARK 1998 Nr. 22). Der zweieinhalb Jahre dauernde Grenzkrieg zw i- schen Äthiopien und Eritrea wurde im Juni 2000 mit einem von der Orga- nisation für die Einheit Afrikas (OAU) vermittelten Waffenstillstand und ei- nem von beiden Staaten am 12. Dezember 2000 unterzeichneten Fri e- densabkommen beendet. Trotz Abzugs der UN-Friedenstruppen aus Eri- trea im März 2008 und aus Äthiopien im August 2008 gibt es im heutigen Zeitpunkt keinen offenen Konflikt im Grenzgebiet zwischen Äthiopien und Eritrea, eine Lösung der Grenzproblematik und eine Normalisierung zwi- schen den beiden Staaten ist jedoch nach wie vor nicht in Sicht. Auch die allgemeine Sicherheitslage in Äthiopien ist labil. Addis Abeba und eine Reihe von Provinzstädten haben in den letzten Jahren vermehrt Bo m- benanschläge zu verzeichnen, welche sowohl militärische als auch zivile Opfer gefordert haben (vgl. zur Lage: PETER K. MEYER, SFH, Äthiopien, Update: Aktuelle Entwicklungen bis Juni 2009, Bern, 11. Juni 2009, S. 6 ff.) 7.3.3 Äthiopien gilt sodann als eines der zehn ärmsten Länder der Welt. Die Lebensumstände für den Grossteil der am oder unter dem Existenz- minimum lebenden Bevölkerung sind in jeder Hinsicht (Einkommen, E r- nährungssicherung, Gesundheit, Bildung, Wohnraumversorgung) extrem prekär. Im Frühling 2008 kam es im Osten/Südosten des Landes zu einer Dürre, in deren Folge Hunderttausende von Nutztieren verendeten und die eine Hungersnot in der Bevölkerung auslöste. Daneben führen sin t- flutartige Regenfälle immer wieder zu massiven Zerstörungen und Opfer- zahlen sowie Hundertausenden von intern V ertriebenen. Die Existenzbe- dingungen sind für die Mehrheit der Bevölkerung äu sserst hart und bei Ernteausfällen oft auch lebensbedrohlich. Die rasante Inflation der letzten Jahre (teilweise über 30 %) drückt immer mehr Haushalte auch im städti- schen Bereich unter die absolute Armutsgrenze, so dass sie nicht mehr in der Lage sind, die zum Überleben notwendigen Nahrungsmittel zu erwer- ben. Zum Aufbau einer sicheren Existenz sind ausreichend finanzielle E-147/2009 Seite 18 Ressourcen und gut vermarktbare berufliche Fähigkeiten sowie intakte familiäre und soziale Netzwerke unabdingbar. Arbeitsplätze bleiben trotz des gestiegenen Wirtschaftswachstums der letzten Jahre auch in städt i- schen Gebieten rar. Für wenig qualifizierte Arbeiter ist die Arbeitssituation nochmals schwieriger. Auch die Gesundheitsversorgung ist mangelhaft, grosse T eile der ländlichen Gebiete haben überhaupt keine Gesundheits- einrichtungen. Die sozioökonomische Situation von alleinstehenden Frauen in Äthiopien präsentiert sich sodann überaus schlecht. Die Arbeitslosigkeit von Frauen in Addis Abeba wird auf 40 bis 55 % geschätzt. Faktoren, die die Wahr- scheinlichkeit erhöhen, dass eine Frau in Äthiopien einer eigenständigen Erwerbstätigkeit nachgehen kann, sind eine höhere Schulbildung, das Leben in der Stadt, das V erfügen über finanzielle Mittel, Unterstützung durch ein soziales Netzwerk sowie Zugang zu Informationen (vgl. http:ethiopia.unfpa.org/drive/Gender.pdf, zuletzt abgerufen am 1 2. April 2012). Ohne diese V oraussetzungen bleiben Frauen oft nur A ktivitäten, welche gesundheitliche Risiken bergen, so beispielsweise in der Prostitu- tion oder in Haushalten, wo sie regelmässig verschiedenen Formen der Gewalt, auch sexueller, ausgesetzt sind (vgl. ALEXANDRA GEISER, SFH, Äthiopien: Rückkehr einer jungen alleinstehenden Frau, Bern, 13. Okt o- ber 2009). Auch wenn Addis Abeba bessere Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten bietet als andere Städte oder ländliche Regionen, wird dies durch die grosse Arbeitsmigration wieder relativiert. Arbeitsplätze für wenig qualifi- zierte Rückkehrer bleiben auch in städtischen Gebieten rar. Auf eine Ar- beitsstelle, für die nur eine niedrige Qualifikation erforderlich ist, kommen zum T eil mehrere Hundert Bewerberinnen. Näher zu betrachten ist nebst der wirtschaftlichen Perspektive auch die gesellschaftliche Akzeptanz alleinstehender Frauen und insbesondere von Rückkehrerinnen. So ist es für alleinstehende und zurückkehrende Frauen schwer, sozialen Anschluss zu finden, da nicht verheiratete und allein lebende Frauen von der Gesellschaft – auch der städtischen – nicht akzeptiert werden. Alleinstehende Frauen werden in der Nachb arschaft nicht gern gesehen, sie gelten als suspekt, da die kulturelle Norm für un- verheiratete Frauen ein Leben in der Familie vorsieht. Eine Wohnung zu finden ist in der Regel nur über Bekannte möglich. Allgemein wird davon ausgegangen, dass sie auf der Suche nach sexuellen Abenteuern seien. Wird eine alleinstehende Frau Opfer sexueller Gewalt, wird ihr die Schuld E-147/2009 Seite 19 gegeben (vgl. Österreichisches Rotes Kreuz, ACCORD, Austrian Centre for Country of Origin und Asylum Research and Documentation, Reisebe- richt Äthiopien, Dezember 2004). 7.3.4 Den Akten ist nicht zu entnehmen, dass sich die Rückkehrperspek- tive für die heute sechsundzwanzigjährige, unverheiratete Beschwerd e- führerin anders als vorstehend beschrieben darstellen würde. Eigenen Angaben zufolge hat sie zwar während acht Jahren die Schule besucht, danach jedoch Äthiopien mit ihren Brüdern und dem V ater verlassen und während einigen Jahren als Haushaltshilfe in Kenia gearbeitet, bis sie schliesslich in die Schweiz kam. Heute lebe ihre gesamte Familie in Süd- afrika. In Äthiopien verfüge sie nach der jahrelangen Landesabwesenheit weder über ein verwandtschaftliches noch ein sonstiges soziales Bezi e- hungsnetz. Gemäss Auskunft vom 13. Februar 2007 war die Familie der Beschwe r- deführerin in C._______ wohnhaft, der Vater sei an einer Krankheit ver- storben. Die Beschwerdeführerin hat diese Auskunft bestritten und die Kopie eines Flüchtlingsausweises des V aters, eine Passkopie der Mutter mit südafrikanischem Visum und die Kopie eines Personalausweises des Bruders als Beweismittel eingereicht. Den eingereichten Kopien kommt zwar nur ein sehr beschränkter Beweiswert zu, aber es bleibt festzustel- len, dass keine Anhaltspunkte dafür bestehen, es würden sich heute noch nahe Angehörige der Beschwerdeführerin in Äthiopien aufhalten. Daran ändern auch die Abklärungsergebnisse der Botschaft nichts, wonach die Mutter und die Brüder der Beschwerdeführerin nach dem T od des V aters (ungefähr im Jahre 1998) in ein anderes Quartier von C._______ umge- zogen seien, jedoch keine Angaben zu einem aktuellen Wohn- oder Auf- enthaltsort gemacht werden. Sodann gibt es keine Anzeichen dafür, die Beschwerdeführerin habe versucht, durch falsche Angaben ihre Identität und ein allfälliges Beziehungsnetz in Äthiopien zu verschleiern. Es ist deshalb vom Fehlen eines tragfähigen familiären Netzes auszugehen. In Anbetracht des Fehlens eines Schulabschlusses, der vorgängigen Aus- führungen zur prekären Situation auf dem Arbeitsmarkt und der bereits (mindestens) achtjährigen Landesabwesenheit dürfte ein Einstieg in die Berufswelt äusserst fraglich sein. Die Beschwerdeführerin wäre bei einer Rückkehr nach Äthiopien aller V oraussicht nach auf sich allein gestellt , und es bestünde die reelle Gefahr, dass sie aufgrund der vorherrschen- den V erhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit einer konkreten Gefähr- dung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ausgesetzt würde. E-147/2009 Seite 20 Angesichts der gesamten Umstände ist der V ollzug der Weg weisung nach Äthiopien demnach als unzumutbar zu bezeichnen. 7.4 Aus den Akten gehen keine Hinweise auf allfällige Ausschlussgründe von der vorläufigen Aufnahme im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG hervor. Die Voraussetzungen für die Gewährung einer vorläufigen Aufnahme sind folglich erfüllt. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene V erfügung hinsichtlich des angeordneten Wegweisungsvollzugs Bundesrecht ver- letzt. Die Beschwerde ist somit im V ollzugspunkt gutzuheissen. Das BFM ist anzuweisen, die Beschwerdeführerin wegen Unzumutbarkeit des Weg- weisungsvollzuges vorläufig aufzunehmen. 9. Bei diesem Ausgang des V erfahrens wäre der Beschwerdeführerin grundsätzlich ein reduzierter Anteil der V erfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Angesichts ihres teilweisen Obsiegens ist j edoch diesbezüglich auf die Zwischenverfügung vom 19. Januar 2009 zurüc k- zukommen. Da zudem aufgrund der Akten von der Bedürftigkeit der B e- schwerdeführerin auszugehen ist, ist das Gesuch um Gewährung der un- entgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG – soweit nicht durch die teilweise Gutheissung der Beschwerde hinfällig geworden – wiedererwägungsweise gutzuheissen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist ihr zurückzuerstatten. Der vertretenen Beschwerdeführerin ist angesichts ihres teilwei sen Ob- siegens in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V .m. Art. 7 Abs. 1 und 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine praxisgemäss um die Hälfte reduzierte Entschädigung für die ihr notwen- digerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Eine Kostennote wurde nicht zu den Akten gereicht. Auf das Nachfordern einer solchen kann indessen verzichtet werden, da sich der notwendige V ertretung s- aufwand aufgrund der Akten hinr eichend zuverlässig abschätzen lässt (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemes- sungsfaktoren (Art. 8-13 VGKE) ist der Beschwerdeführerin zu Lasten der V orinstanz eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 600.- zuzuspre- chen. E-147/2009 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Feststellung der Unz u- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme beantragt werden. Im Übrigen wird sie abgewiesen. 2. Die Ziffern 4 u nd 5 des Dispositivs der vorinstanzlichen Verfügung vom 8. Dezember 2008 werden aufgehoben und das BFM wird angewiesen, die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführerin anzuordnen. 3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird – soweit es nicht durch die teilweise Guthei s- sung der Beschwerde hinfällig geworden ist – gutgeheissen. Es werden keine V erfahrenskosten erhoben und der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 4. Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin eine reduzierte Par- teientschädigung von Fr. 600.- (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) zu entrichten. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und (…). Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Sarah Straub V ersand: