A bteilung IV D -4576/2007 law /bah {T 0/2} U rteil vom 3. Septem ber 2007 M itw irkung:R ichter W alter Lang, R ichterin C laudia C otting-Schalch, R ichter Fulvio H aefeli G erichtsschreiber C hristoph Basler A ._______, geboren _______, Afghanistan, vertreten durch Annelise G erber, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 26. Juni 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer, ein ethnischer H azara schiitischen G laubens m it letztem W ohnsitz in Kabul, verliess sein H eim atland eigenen Angaben gem äss am 28. Juli 2006 und gelangte am 31. August 2006 in die Schw eiz, w o er gleichentags um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Em pfangszentrenbefragung, die am 6. Septem ber 2006 in A._______ stattfand, sagte er aus, er habe in einem Teppichgeschäft ge- arbeitet und dort Lehrlinge betreut. Am 23. Juli 2006 sei einer dieser Lehrlinge durch eine Teppichknüpfm aschine verletzt w orden; auf dem W eg ins Spital sei er verstorben. D er Vater des Lehrlings sei sehr w ütend gew esen und habe ihn hin- richten lassen w ollen, da er geglaubt habe, sein Sohn sei absichtlich getötet w or- den. M an habe ihn in ein G efängnis gebracht, von w o aus ihm die Flucht gelungen sei. D er stellvertretende G efängnisdirektor habe einer W ache verm utlich G eld ge- geben und diese habe ihn gehen lassen. Am 11. O ktober 2006 führte (die kantonale Behörde) eine Anhörung des Be- schw erdeführers durch. D ieser m achte im W esentlichen geltend, er habe in den letzten acht Jahren zu H ause als Teppichknüpfer gearbeitet. Er habe zusam m en m it seiner Schw ester zw ei Knüpfstühle gehabt und zuletzt vier Lehrlinge betreut. Am N achm ittag des 23. Juli 2006 sei es zu einem U nfall gekom m en, bei dem einer der Lehrlinge am Kopf verletzt w orden sei. Als er m it ihm im Spital angekom m en sei, sei er bereits tot gew esen. D ie Verw andten des Lehrlings hätten ihn beschul- digt, diesen geschlagen zu haben. Sie hätten ihn in ihrem H aus in ein Zim m er ge- sperrt. M an habe ihn befragt und er habe gesagt, dass es sich um einen U nfall ge- handelt habe; er sei jedoch trotzdem bereit, Blutzoll zu bezahlen. Am folgenden Tag habe die Fam ilie des Lehrlings ihn der Polizei übergeben. Seine M utter habe ihn im G efängnis besucht und ihm gesagt, sie w erde sich m it dem stellvertreten- den C hef des Polizeipostens (...) in Verbindung setzen; dieser sei ein guter Freund seines Vaters gew esen. Er w isse nicht, ob seine M utter diesem M ann G eld gege- ben habe, jedenfalls sei er nach drei oder vier Tagen von einem W achsoldaten freigelassen w orden. Er fürchte sich nun vor dem Bruder des Verstorbenen und dem afghanischen Staat. Seine M utter habe am 27. Juli 2006 einen Brief erhalten, w onach er zum Tode verurteilt w orden sei. Er glaube, dieser Brief sei vom Präsi- denten des G erichts aufgesetzt w orden, und er hätte am 6. August 2006 hingerich- tet w erden sollen. B. M it Verfügung vom 26. Juni 2007 trat das BFM gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Art. 32 Abs. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht ein; gleichzeitig verfügte es die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnete deren Vollzug an. C . M it Eingabe an das Bundesverw altungsgericht vom 5. Juli 2007 beantragte der Be- schw erdeführer durch seine Vertreterin, es sei auf sein Asylgesuch einzutreten. Es sei festzustellen, dass der W egw eisungsvollzug unzulässig und unzum utbar sei und ihm in der Folge die vorläufige Aufnahm e zu gew ähren. G egebenenfalls sei die angefochtene Verfügung zu kassieren. Es sei ihm die unentgeltliche R echts- pflege zu gew ähren. D er Eingabe lagen m ehrere Internetauszüge zur allgem einen 3 Lage in Afghanistan und eine Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit des Beschw erdeführers vom 19. Januar 2007 bei. D . M it Zw ischenverfügung vom 10. Juli 2007 hiess der Instruktionsrichter des Bun- desverw altungsgerichts das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echts- pflege gem äss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) gut. D er Vorinstanz w urde G ele- genheit zur Einreichung einer Vernehm lassung gegeben. E. D as Bundesam t beantragte in seiner Vernehm lassung vom 13. Juli 2007 die Ab- w eisung der Beschw erde. D ie Vernehm lassung w urde dem Beschw erdeführer m it Zw ischenverfügung vom 24. Juli 2007 zur Kenntnis ohne R eplikrecht gebracht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorins- tanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Ver- fügungen des BFM gestützt auf das AsylG ; das Bundesverw altungsgericht ent- scheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 52 Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. G em äss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG w ird auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, w enn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einrei- chung des G esuchs R eise- oder Identitätspapiere abgeben. D iese Bestim m ung fin- det jedoch keine Anw endung, w enn Asylsuchende glaubhaft m achen können, sie seien dazu aus entschuldbaren G ründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ), oder w enn auf G rund der Anhörung sow ie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt w ird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ) oder w enn sich auf G rund der Anhörung die N otw endigkeit zusätzlicher Abklärungen zur Fest- stellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG ).4 4. 4.1 D as BFM begründete seine Verfügung dam it, dass der Beschw erdeführer inner- halb der 48-Stunden-Frist keine R eise- oder Identitätspapiere abgegeben habe. Er habe geltend gem acht, eine Identitätskarte besessen zu haben, die er nicht habe m itnehm en können, da sich diese zu H ause befunden habe und er direkt aus dem G efängnis geflohen sei. D a seine M utter ihn im G efängnis besucht habe, hätte er ihr m itteilen können, dass er seine Identitätskarte auf der Flucht benötigen w erde. N ach seiner Flucht sei er noch einige Tage in Afghanistan verblieben; dort und auch im Iran, w o er sich aufgehalten habe, hätte er sich um die Beschaffung eines Identitätsdokum ents küm m ern können, denn es m üsse ihm bekannt gew esen sein, dass er sich im Ausland ausw eisen können m üsse. In den Akten finde sich kein N achw eis, dass er sich in der Schw eiz ernsthaft um die Beschaffung eines Identi- tätsdokum entes geküm m ert habe. Som it lägen keine entschuldbaren G ründe vor, die es ihm verunm öglichten, ein R eise- oder Identitätspapier einzureichen. H insichtlich der angeblich gegen den Beschw erdeführer ausgesprochenen Todes- strafe und die Inhaftierung durch die Polizei lägen erhebliche U ngereim theiten vor. Es sei nicht nachvollziehbar, w eshalb er das Todesurteil bei der Em pfangszentren- befragung m it keinem W ort erw ähnt habe. Es sei nicht einsichtig, w eshalb ein an- gebliches Todesurteil gegen ihn zuerst seiner M utter in Form eines Briefes m itge- teilt w erden solle. H ätte die Fam ilie des verstorbenen Lehrlings seinen Tod ge- w ollt, hätte sie ihn w ohl kaum der Polizei übergeben. D ie geltend gem achten Vor- bringen könnten nicht den Tatsachen entsprechen. D er Beschw erdeführer erfülle som it die Flüchtlingseigenschaft nicht und zusätzliche Abklärungen zur Feststel- lung derselben oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses seien nicht erforder- lich. 4.2 In der Beschw erde w ird geltend gem acht, N ichteintretensentscheide seien in der R egel innerhalb von zehn Arbeitstagen nach der G esuchstellung zu treffen und sum m arisch zu begründen. D a der Beschw erdeführer sein Asylgesuch am 31. Au- gust 2006 gestellt habe, sei es nicht zulässig, erst am 26. Juni 2007 einen N icht- eintretensentscheid zu treffen. D ie geltend gem achte Verfolgung durch die Fam ilie des verunfallten Lehrlings sei ernst zu nehm en, er könne schon aus diesem G rund nicht nach Kabul zurückkehren. Es w erde nicht beantragt, seine Flüchtlingseigen- schaft festzustellen, sondern um die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ersucht. Es erstaune, dass die Vorinstanz den neuesten Entw icklungen in Afghanistan kei- ne R echnung trage. In den M edien w erde von Kriegszuständen gesprochen und die Taliban verfolgten das Ziel, den G egner durch Anschläge auf Zivilisten zu zer- m ürben. 5. 5.1 Vorab ist zu festzustellen, dass Antragstellung und Beschw erdebegründung nicht leicht verständlich sind und der Klärung bedürfen. Aufgrund der Form ulierung der Beschw erde ist zu schliessen, dass die Auffassung vertreten w ird, die Vorinstanz hätte einerseits keinen N ichteintretensentscheid fällen dürfen, w eil die dafür vorge- sehene Frist von zehn Arbeitstagen längst abgelaufen gew esen sei, und sie ande- rerseits zusätzliche Abklärungen zum Vorliegen von W egw eisungsvollzugshinder-5 nissen hätte m achen m üssen. N icht beanstandet w ird in der Beschw erde hinge- gen, dass die Vorinstanz davon ausgegangen ist, es lägen keine entschuldbaren G ründe für das N ichteinreichen von R eise- und Identitätspapieren vor und es seien keine zusätzlichen Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft nötig. 5.2 D er in der Beschw erde vertretenen Auffassung, das BFM hätte keinen N ichteintre- tensentscheid m ehr fällen dürfen, w eil die in Art. 37 AsylG festgelegte Behand- lungsfrist von zehn Arbeitstagen längst abgelaufen sei, ist nicht beizupflichten. G e- m äss dem in Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurs- kom m ission [EM AR K] 2002 N r. 15 publizierten G rundsatzentscheid hat das BFM auf ein Asylgesuch auch dann nicht einzutreten, w enn die Voraussetzungen für ei- nen N ichteintretensentscheid gem äss Art. 32 bis 34 AsylG gegeben sind, die in Art. 37 AsylG enthaltene Entscheidungsfrist von zw anzig Arbeitstagen nach der G esuchstellung jedoch längst abgelaufen ist. D as Bundesverw altungsgericht hat auch in Anbetracht der m it der R evision des Asylgesetzes verkürzten Entschei- dungsfrist von zehn Arbeitstagen keine Veranlassung, diesbezüglich eine Praxis- änderung in Betracht zu ziehen, da es sich bei der erw ähnten Frist lediglich um eine O rdnungsfrist handelt, deren N ichteinhaltung hinsichtlich der Frage des N icht- eintretens auf das Asylgesuch keine rechtlichen Konsequenzen nach sich zieht. 5.3 D as Bundesverw altungsgericht hat im zur Publikation vorgesehenen U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 5.7 festgehalten, dass der G esetzgeber im Zu- sam m enhang m it dem N ichteinreichen von Identitätspapieren in Bezug auf den Prüfungsum fang gegenüber den übrigen N ichteintretenstatbeständen eine Ver- schärfung einführen w ollte, um dem Anreiz, Identitätspapiere einzureichen, m ög- lichst grossen N achdruck zu verschaffen. Führt eine sum m arische Prüfung zum Ergebnis, dass der Asylgesuchsteller die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich er- füllt, ist auf das Asylgesuch einzutreten (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ). Führt eine ebenso sum m arische Prüfung im Sinne von Art. 40 AsylG zum Ergebnis, dass der Asylgesuchsteller die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht erfüllt und offenkun- dig keine W egw eisungsvollzugshindernisse bestehen, w ird auf sein Asylgesuch nicht eingetreten. Ein N ichteintretensentscheid gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG im pliziert som it zw ingend das (offenkundige) Fehlen der Flüchtlingseigen- schaft, w as zum indest in der Begründung der Verfügung des BFM ausdrücklich festzuhalten ist. Ausgeschlossen ist das N ichteintreten gem äss Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG jedoch in all jenen Fällen, die einer eingehenden Prüfung bedürfen und die nicht sum m arisch begründet w erden können. W eitere Abklärungen in diesem Sinne beziehen sich dem nach auf Sachverhaltsfragen w ie auch auf R echtsfragen. 5.4 D as Bundesverw altungsgericht schliesst sich der Auffassung des BFM an, w onach die vom Beschw erdeführer vorgebrachten Fluchtgründe unglaubhaft erscheinen. Bei der Befragung im Em pfangszentrum erw ähnte er ein angeblich gegen ihn ver- hängtes Todesurteil m it keinem W ort; seine Erklärung bei der kantonalen Anhö- rung, m an habe ihm gesagt, er solle sich kurz fassen, ist nicht stichhaltig, da er ausreichend G elegenheit gehabt hätte, ein solch zentrales Elem ent zu erw ähnen. D es W eiteren kann auch in Anbetracht der allgem einen Lage in Kabul nicht davon ausgegangen w erden, der Beschw erdeführer w äre zum Tode verurteilt w orden, ohne einem G ericht vorgeführt zu w erden, zum al er jegliche Tötungsabsicht be- stritten haben w ill. Schliesslich erscheint auch das Vorbringen, w onach dem Be- schw erdeführer das Todesurteil nicht eröffnet w orden sei, der G erichtspräsident 6 aber seiner M utter einen Brief geschrieben habe, als nicht nachvollziehbar. Zudem m achte er bei der Em pfangszentrenbefragung geltend, der stellvertretende G efängnisdirektor habe ihm zur Flucht verholfen, w ährend er bei der kantonalen Anhörung behauptete, der stellvertretende C hef eines Polizeipostens habe dies getan. Angesichts der gesam ten Aktenlage ist davon auszugehen, der Beschw erdeführer habe Afghanistan aus anderen als den genannten G ründen verlassen. U nter diesen U m ständen erübrigen sich w eitere Ausführungen zur - ohnehin nicht bestrittenen - Auffassung der Vorinstanz, der Beschw erdeführer habe keine entschuldbaren G ründe für das N ichteinreichen von Identitätspapieren. 5.5 Aus den vorstehenden Erw ägungen ergibt sich, dass das BFM aufgrund der Ak- tenlage nach der Befragung vom 11. O ktober 2006 das N ichtbestehen der Flücht- lingseigenschaft einerseits (w as unbestritten ist) und - w ie sich aus den nachfol- genden Erw ägungen zum Vollzug der W egw eisung ergibt - das Fehlen von W eg- w eisungsvollzugshindernissen andererseits gleicherm assen offenkundig w aren. Es sind keine Anhaltspunkte für die Annahm e zu erkennen, das BFM habe, um zu sei- ner so lautenden Erkenntnis zu gelangen, eine m ehr als bloss sum m arische m ate- rielle Prüfung vornehm en oder zusätzliche sachliche oder rechtliche Abklärungen treffen m üssen. U nter den dargelegten U m ständen besteht auch im R ahm en des vorliegenden Beschw erdeverfahrens kein Anlass zu w eiteren Sachverhaltsabklä- rungen. Es erübrigt sich, auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde einzu- gehen, da diese an der rechtlichen W ürdigung nichts zu ändern verm ögen. D as BFM ist dem nach zu R echt gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m . Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 6.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e-7 zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 7. D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 8. 8.1 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, die Flüchtlingseigenschaft gleichsam offensichtlich nicht besteht, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegen- den Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 8.2 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Af- ghanistan dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Fol- terausschusses m üsste er eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschli- che Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, m it w eiteren H in- w eisen), w as ihm unter H inw eis auf die unglaubhaften Vorbringen nicht gelungen ist. D ie allgem eine M enschenrechtssituation in Afghanistan lässt den W egw ei- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 8.3 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung einer völkerrechtlichen Verpflichtung der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Si- tuation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om en- te, w ie beispielsw eise der N ichtdurchführbarkeit einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). W ie vorstehend erw ähnt, ist der Beschw erdeführer Angehöriger der Ethnie der H azara und stam m t aus Kabul, w o er bis im Juli 2006 gelebt hat. G em äss Praxis 8 gilt eine R ückkehr in die Provinz Kabul als unter bestim m ten U m ständen zum utbar (vgl. EM AR K 2006 N r. 9), auch w enn es zurzeit auch in der G rossregion um Kabul zu Anschlägen kom m t und sich die allgem eine Lage in Afghanistan verschärft hat. D ie Bejahung der Zum utbarkeit eines aus der Provinz Kabul stam m enden Asylsuchenden - w o die allgem eine Situation als relativ stabil zu bezeichnen ist, setzt indessen die Existenz eines tragfähigen fam iliären oder anderw eitigen Bezie- hungsnetzes sow ie eine gesicherte W ohnsituation voraus; m ithin ist bei der Beur- teilung der individuellen Zum utbarkeitskriterien eine differenzierte Beurteilung an- gezeigt (vgl. EM AR K 2003 N r. 30 Erw . 7b S. 193 f.). G em äss den anlässlich der Befragungen gem achten Angaben hat der Beschw er- deführer in Kabul zusam m en m it seiner M utter und vier G eschw istern ein einfa- ches H aus bew ohnt, in dem er gleichzeitig ein G eschäft als Teppichknüpfer ge- führt hat. Er hat nach m ehrjähriger Tätigkeit vier Lehrlinge anstellen und bezahlen können. Er hat som it in Afghanistan ein soziales Beziehungsnetz und auch seine W ohnsituation darf als geregelt bezeichnet w erden. Es ist davon auszugehen, dass er seine frühere Erw erbstätigkeit - gem äss seinen Angaben habe seine Schw ester ebenfalls in der Teppichknüpferei gearbeitet - w ieder w ird aufnehm en können, w eshalb er sich w irtschaftlich reintegrieren können w ird. Er gehört zw ar der Ethnie der H azara an und ist schiitischen G laubens, m achte anlässlich der Be- fragungen jedoch nicht geltend, seiner Ethnie oder seines G laubens w egen Prob- lem e gehabt zu haben. N ach dem G esagten kann aufgrund der Aktenlage nicht davon ausgegangen w erden, der Beschw erdeführer gerate im Falle der R ückkehr nach Kabul, w o er über ein tragfähiges Fam ilien- und Beziehungsnetz sow ie eine gesicherte W ohnsituation verfügt, aus individuellen G ründen w irtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Art in eine existenzbedrohende Lage. Es steht ihm folglich vielm ehr offen, sich w ieder in der Stadt Kabul anzusiedeln. D em nach er- w eist sich der Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers nach Afghanistan nicht als unzum utbar. 8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 8.5 Zusam m enfassend ergibt sich, dass das BFM den Vollzug der W egw eisung zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet hat. D ie Anordnung der vorläu- figen Aufnahm e fällt dem nach ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D a ihm m it Zw ischenverfügung vom 10. Juli 2007 die unentgeltliche R echtspflege gew ährt w urde und sich an den Vorausset- zungen dazu nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - die Vertreterin des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (Kopie; R ef.-N r. _______) - (die kantonale Behörde) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: W alter Lang C hristoph Basler Versand am :