<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2006.00022</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205951&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2006.00022</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.06.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Staats- und Gemeindesteuern 2003</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Voraussetzungen der Berücksichtigung von Verlustüberschüssen<br/><br/>Eine nicht auf Fr. 0.-- lautende Einschätzung schliesst jede spätere Berücksichtigung von Verlustüberschüssen auch dann aus, wenn die nicht auf 0 lautende Veranlagung nicht nach pflichtgemässem Ermessen, sondern ordentlich vorgenommen worden ist; Bestätigung der Rechtsprechung (RB 1994 Nr. 41) und Verwerfung der Auffassung der Rekurskommission, welche bei ordentlichen Einschätzungen Verlustvorträge immerhin in demjenigen Umfang zulassen wollte, welcher in einer früheren Taxation nicht zur Verrechnung hätte gebracht werden können.<br/>Gutheissung der Beschwerde des kantonalen Steueramts, Aufhebung des Rückweisungsentscheids der Rekurskommission und Veranlagung des Pflichtigen.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSCHÃTZUNG MIT NULL">EINSCHÃTZUNG MIT NULL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINSCHÃTZUNG UND EINSCHÃTZUNGSGRUNDLAGEN">EINSCHÃTZUNG UND EINSCHÃTZUNGSGRUNDLAGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERLUSTVERRECHNUNG">VERLUSTVERRECHNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERLUSTVORTRAG">VERLUSTVORTRAG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 67 Abs. I DBG</span><br/><span class="gerade">Art. 79 Abs. I DBG</span><br/><span class="ungerade">§ 29 Abs. I StG</span><br/><span class="gerade">§ 70 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 149 Abs. III StG</span><br/><span class="gerade">Art. 25 Abs. II StHG</span><br/><span class="ungerade">Art. 67 Abs. I StHG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2006 Nr. 83</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, der als SelbstÃ¤ndigerwerbender drei Unternehmungen fÃ¼hrt, ist fÃ¼r die Steuerperiode 2002 aufgrund seiner SteuererklÃ¤rung rechtskrÃ¤ftig mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. 0 eingeschÃ¤tzt. FÃ¼r die Steuerperiode 2003 wurde er vom kantonalen Steueramt mit EinschÃ¤tzungs- und Einspracheentscheid vom 22. August 2005 bzw. 30. November 2005 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. â¦ veranlagt. Das Steueramt liess dabei die vom Pflichtigen geltend gemachten noch nicht verrechneten Vorjahresverluste von Fr. 126'950.- aus seinem VerlagsgeschÃ¤ft unter Berufung auf die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung nicht zum Abzug zu, weil die EinschÃ¤tzung der vorangegangenen Steuerperiode 2002 nicht mit Fr. 0 vorgenommen worden sei. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die Steuerrekurskommission II hiess den hiergegen gerichteten Rekurs des Pflichtigen am 6. MÃ¤rz 2006 teilweise gut und wies die Sache zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid an das kantonale Steueramt zurÃ¼ck. Sie stellte sich dabei (aus nÃ¤her dargelegten GrÃ¼nden) auf den Standpunkt, dass der bisherigen einschlÃ¤gigen Praxis des Verwaltungsgerichts nicht zu folgen sei. Deshalb mÃ¼sse das Steueramt prÃ¼fen, ob und in welchem Umfang noch nicht verrechnete Vorjahresverluste vorhanden gewesen seien.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 13. April 2006 beantragte das kantonale Steueramt, es sei der Rekursentscheid aufzuheben und der Einspracheentscheid sei wiederherzustellen.</p> <p class="Urteilstext">Die Steuerrekurskommission II und der Pflichtige schlossen auf Abweisung der Beschwerde, letzterer mit dem Antrag auf Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden.</p> <p class="Urteilstext">Wird ein RÃ¼ckweisungsentscheid der Rekurskommission angefochten, so kann er nicht bezÃ¼glich der ErwÃ¤gungen angefochten werden, die ihm zugrunde liegen. Das Verwaltungsgericht Ã¼berprÃ¼ft nur, ob die RÃ¼ckweisung gerechtfertigt war, was im Licht von § 149 Abs. 3 StG der Fall ist, wenn zu Unrecht noch kein materieller Entscheid getroffen wurde oder dieser an einem schwerwiegenden Verfahrensmangel leidet (RB 2001 Nr. 93, 2000 Nr. 130).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Verluste aus den sieben der Steuerperiode vorangegangenen GeschÃ¤ftsjahren kÃ¶nnen nach § 29 Abs. 1 StG abgezogen werden, soweit sie bei der Berechnung des steuerbaren Einkommens dieser Jahre nicht berÃ¼cksichtigt werden konnten. Eine entsprechende Bestimmung enthÃ¤lt § 70 Abs. 1 StG fÃ¼r juristische Personen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Wie das Verwaltungsgericht in seinem PrÃ¤judiz vom 17. Mai 1994 (RB 1994 Nr. 41 [Leitsatz] = StE 1995 B 72.19 Nr. 5) zum frÃ¼heren, im Wesentlichen (abgesehen von der kÃ¼rzeren Verrechnungsperiode) gleichen Recht (vgl. § 27 und § 46 lit. g des Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 [aStG]) erkannt hat, sind Verluste aus frÃ¼heren Steuerperioden nicht abzugsfÃ¤hig, wenn die EinschÃ¤tzung der vorangehenden Steuerperiode nicht auf ein steuerbares Einkommen von Fr. 0, sondern auf ein positives Einkommen gelautet hat, und zwar unabhÃ¤ngig davon, ob die EinschÃ¤tzung ordentlich oder nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen getroffen wurde.</p> <p class="Urteilstext">Das Gericht hat diesen Schluss zur Hauptsache damit begrÃ¼ndet, dass es nicht im Belieben des Steuerpflichtigen stehe, den in einem Vorjahr erlittenen Verlust, auch wenn dies im Hinblick auf erzieltes Einkommen mÃ¶glich wÃ¤re, zunÃ¤chst nicht geltend zu machen, sondern den Abzug erst in der nÃ¤chsten oder Ã¼bernÃ¤chsten Steuerperiode unter dem Titel des Verlusts aus einem Vorjahr zu verlangen. Vielmehr beanspruche der Grundsatz der EinjÃ¤hrigkeit der Bemessungsperiode den Vorrang gegenÃ¼ber der Verlustverrechnung im Folgejahr, welche lediglich eine im Interesse der Steuergerechtigkeit hilfsweise vorgesehene KompensationsmÃ¶glichkeit darstelle. HÃ¤tte der Steuerpflichtige objektiv betrachtet den geschÃ¤ftlichen Verlust in frÃ¼heren Steuerjahren zur Verrechnung bringen kÃ¶nnen, so sei eine spÃ¤tere Verlustverrechnung ausgeschlossen, und zwar unabhÃ¤ngig davon, ob der Steuerpflichtige die Verrechnung des Verlusts in der Erwartung, dadurch Steuern zu sparen, oder aus anderen GrÃ¼nden, aufgeschoben habe. Unterbleibe die Anrechnung eines Verlusts bei der ersten sich bietenden Gelegenheit, das heisst in der frÃ¼hest mÃ¶glichen Steuerperiode, so verwirke der Steuerpflichtige insoweit den Anspruch auf Verlustverrechnung, als der GeschÃ¤ftsverlust von EinkÃ¼nften aus anderen Einkommensquellen bzw. Bemessungsjahren hÃ¤tte abgezogen werden kÃ¶nnen. Vortragbar sei nur danach verbliebene Verlustsaldo. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Das Bundesgericht hat fÃ¼r die direkte Bundessteuer mit Blick auf die gleich gefassten Vorschriften von Art. 67 Abs. 1 und Art. 31 Abs. 1 bzw. Art. 211 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die direkte Bundessteuer (DBG) wiederholt entschieden, dass fÃ¼r den Fall, dass eine juristische Person in einer Steuerperiode zu einem Reingewinn veranlagt werde und sie diese Veranlagung nicht anfechte, Verluste aus dem massgeblichen GeschÃ¤ftsjahr bzw. die VerlustÃ¼bertrÃ¤ge aus frÃ¼heren GeschÃ¤ftsjahren in den nachfolgenden Steuerperioden nicht mehr zum Abzug gebracht werden kÃ¶nnten (Urteile vom 11. MÃ¤rz 2003 [2A.587/2002], StR 2003 365 ff., und 30. Oktober 2002 [2A.55/2002], StR 2004 193 ff.). Da die Verlustverrechnung nicht aufgeschoben werden dÃ¼rfe, rechtfertige der Verzicht auf die Ergreifung eines Rechtsmittels gegen eine derartige Veranlagung die Annahme, dass keine verrechenbare Verluste (mehr) vorlÃ¤gen. Insofern liege Ã¼ber das Bestehen von Verlusten bzw. Ã¼ber deren vollstÃ¤ndige Kompensation mit Gewinnen bis und mit Abschluss des zuletzt steuerlich erfassten GeschÃ¤ftsjahres ein rechtskrÃ¤ftiger Entscheid vor, auf welchen nicht mehr zurÃ¼ckgekommen werden kÃ¶nne, es sei denn, die Voraussetzungen einer Revision seien erfÃ¼llt. Hingegen lasse eine Veranlagung zu einem Reingewinn von Fr. 0.- die MÃ¶glichkeit der Verlustverrechnung nicht untergehen (vgl. Urteil vom 9. Mai 2001 [2A.192/2000], RDAF 2001 II 261 ff.). Unerheblich fÃ¼r die ZulÃ¤ssigkeit der Verlustverrechnung sei, ob eine juristische Person in der vorangegangenen Steuerperiode ordentlich oder nach Ermessen veranlagt worden sei. Erwachse eine Ermessensveranlagung, welche einen Reingewinn festsetze, in Rechtskraft, stehe verbindlich fest, dass im entsprechenden GeschÃ¤ftsjahr kein auf eine spÃ¤tere Steuerperiode Ã¼bertragbarer Verlust entstanden sei (Urteile vom 25. April 2002 [2A.32/2002] und 30. Oktober 2002 [2A.55/2002]). Dies gelte nicht nur fÃ¼r Verluste im fÃ¼r die Steuerperiode, fÃ¼r welche eine Ermessensveranlagung vorzunehmen war, massgeblichen GeschÃ¤ftsjahr, sondern auch fÃ¼r Verluste aus weiter zurÃ¼ckliegenden GeschÃ¤ftsjahren. Die SteuerbehÃ¶rde habe die Ermessensveranlagung nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen vorzunehmen (Art. 130 Abs. 2 DBG). Da sÃ¤mtliche Verluste stets mit dem nÃ¤chstmÃ¶glichen Gewinn zu verrechnen seien, mÃ¼ssten dabei auch allfÃ¤llige VerlustÃ¼berschÃ¼sse aus Vorjahren von Amtes wegen (nÃ¶tigenfalls geschÃ¤tzt und) berÃ¼cksichtigt werden. Resultiere bei der Ermessensveranlagung ein Gewinn als Saldo, gÃ¤lten mithin sÃ¤mtliche Vorjahresverluste im Rahmen der zeitlich befristeten Verlustverrechnung als verrechnet; die ordentliche zeitlich befristete Verlustverrechnung gemÃ¤ss Art. 67 Abs. 1 DBG werde durch eine (rechtskrÃ¤ftige) Ermessenstaxation unterbunden, es sei denn, es werde ein Reingewinn von Fr. 0.- veranlagt.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b>Die Vorschriften von § 29 Abs. 1 und § 70 Abs. 1 StG Ã¼ber die Verlustverrechnung bei SelbstÃ¤ndigerwerbenden und juristische Personen entsprechen praktisch wÃ¶rtlich <span>Art. 67 Abs. 1 und Art. 25 Abs. 2 des </span>Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG), welche ihrerseits mit Art. 67 Abs. 1 und Art. 31 Abs. 1 bzw. Art. 211 DBG Ã¼bereinstimmen. <span>Insofern ist von einer kanto­</span><span>nalrechtlichen Regelung auszugehen, die dem Bundesrecht ange­</span><span>glichen ist und der Steuerharmonisierung nicht widerspricht (vgl. BGr, </span><span>26. Oktober 2004, 2A.224/2004, E. </span><span>7.2). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist </span><span>im Interesse der vertikalen Steuerharmonisierung geboten,</span><span> derartige Bestimmungen gleich zu interpretieren</span><span>. Denn die­</span><span>ses Gebot verlange, dass die Rechtsfragen im kantonalen und eidge­</span><span>nÃ¶ssischen Recht gleich beurteilt wÃ¼rden. Eine andere Auslegung </span><span>wÃ¼rde auch den Zweck vereiteln, die Rechtsanwendung zu verein­</span><span>fachen, was mit dem Erlass des Steuerharmonisierungsgesetzes unter anderem verfolgt wird (vgl. BGE 130 II 202 E. 3.2, 65 E. 5.2</span><span>; vgl. auch BGE 128 II 66 E. 4b, 56 E. 6a S. 64; RDAF </span><span>2004 II 76, 2P.170/2003, E. 6). </span><span>Im Ãbrigen lÃ¤sst der </span><span>Wortlaut von </span><span>Art. 67 Abs. 1 und Art. 25 Abs. 2 </span><span>StHG keinen Freiraum offen, den die </span><span>Kantone in verschiedener Weise ausgestalten kÃ¶nnten (in diesem Sinn auch </span>Peter BrÃ¼lisauer/Stephan Kuhn, in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, 2. A., Basel etc. 2002, Art. 25 N. 45)<span>. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Sind demnach die fÃ¼r das kantonale Recht verbindlichen Vorschriften von </span><span>Art. 67 Abs. 1 und Art. 25 Abs. 2 </span><span>StHG im Sinn der </span><span>bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu </span>Art. 67 Abs. 1 und Art. 79 Abs. 1 <span>DBG auszulegen (vgl. vorn E. 2.2), welche ihrerseits der verwaltungsgerichtlichen Auslegung von </span>§ 29 Abs. 1 und § 70 Abs. 1 StG (vgl. vorn ErwÃ¤gung 2.3) sowie der herrschenden Lehre (vgl. BrÃ¼lisauer/Kuhn, Art. 67 DBG N. 9; Markus Reich/Marina ZÃ¼ger, in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2, Basel etc. 2000, Art. 31 N. 15 f.; ferner <span>Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, Therwil 2001, Art. 31 N. 8, sowie II. Teil, Therwil 2004, Art. 67 N. 10)</span> entspricht, besteht kein Anlass, hiervon im Sinn der gegenteiligen vorinstanzlichen Auffassung abzukehren. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Im Ãbrigen ist die von der Vorinstanz getroffene Unterscheidung danach, ob die rechtskrÃ¤ftige EinschÃ¤tzung "ordentlich" oder nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen (§ 139 Abs. 2 StG, Art. 46 Abs. 3 StHG, Art. 130 Abs. 2 DBG) getroffen wurde, sachlich unbegrÃ¼ndet. Zum einen liegt, wie das Verwaltungsgericht schon im erwÃ¤hnten PrÃ¤judiz vom 17. Mai 1994 (RB 1994 Nr. 41 [Leitsatz] = StE 1995 B 72.19 Nr. 5) festgehalten hatte, das Wesen der ErmessenseinschÃ¤tzung lediglich darin, eine besondere, nÃ¤mlich auf WahrscheinlichkeitsschlÃ¼ssen beruhende Methode der Sachverhaltsfeststellung bzw. BeweiswÃ¼rdigung zu sein. Zum anderen kÃ¶nnen nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung Veranlagungsentscheide nur mit Bezug auf die Festsetzung der Steuerfaktoren (vgl. § 139 Abs. 1 StG), bei natÃ¼rlichen Personen also des steuerbaren Einkommens und VermÃ¶gens, im Dispositiv des Entscheids rechtskrÃ¤ftig werden. DemgegenÃ¼ber nehmen die Motive eines Entscheids nicht an der Rechtskraft teil (vgl. RB 2001 Nr. 106, 1996 Nr. 44 je mit Verweisungen; vgl. auch BGr, 9. Mai 2001 [2A.192/2000], RDAF 2001 II 261 ff. E. 1 b/bb). In materielle Rechts­kraft erwachsen kann somit bloss die Festlegung der aus dem konkreten Steuerrechts­verhÃ¤ltnis fliessenden Steuerfaktoren bzw. der Steuerforderung, nicht hingegen die diesem RechtsverhÃ¤ltnis zu Grunde liegende Tatsachen­ oder Rechtslage. Bei periodisch zu erhebenden Steuern wird das SteuerrechtsverhÃ¤ltnis zeitlich begrenzt durch die einzelnen Steuerperioden. Im Rahmen der Beurteilung der EinschÃ¤tzung einer anderen Steuerperiode kann daher sowohl die tatsÃ¤chliche als auch die rechtliche Ausgangslage vollumfÃ¤nglich Ã¼berprÃ¼ft und, sofern erforderlich, abweichend gewÃ¼rdigt werden (vgl. BGE 121 II 273 E. 1a = StE 1997 B 93.4 Nr. 3; BGr, 17. Juli 1996, StE 1997 B 93.4 Nr. 4 mit Hinweisen; BGr, 4. Oktober 1967, ASA 37 [1968/69] S. 71). Daraus folgt, dass sich die Rechtskraft einer EinschÃ¤tzung nicht auch auf die ihr zu Grunde liegende Handels- und Steuerbilanz erstreckt (RB 2002 Nr. 109, E. 2c = StE 2003 B 72.11 Nr. 10). Insoweit macht es daher entgegen der Meinung der Rekurskommission keinen Unterschied, welche Art von Sachverhaltsermittlung einer EinschÃ¤tzung des steuerbaren Einkommens zugrunde liegt. Entscheidend ist lediglich der Umstand, ob das steuerbare Einkommen auf Fr. 0 festgelegt wird oder nicht. Wird ein (positives) Einkommen festgesetzt, begrÃ¼ndet dies die fÃ¼r kÃ¼nftige EinschÃ¤tzungen eine nicht widerlegbare Vermutung, alle verrechenbaren Verluste seien bereits berÃ¼cksichtigt worden. Denn anders lÃ¤sst sich im Licht der GrundsÃ¤tze der PeriodizitÃ¤t und der ungesÃ¤umten Verlustverrechnung ein positiver Einkommenssaldo nicht erklÃ¤ren. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Der Pflichtige ist fÃ¼r die Steuerperiode 2002 rechtskrÃ¤ftig mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. 0 eingeschÃ¤tzt worden. Nach dem Gesagten verbietet sich angesichts des positiven steuerbaren Einkommens die geltend gemachte Anrechnung von Verlusten dieser und frÃ¼herer Steuerperioden von Fr. 126'950.- in der streitbetroffenen Steuerperiode 2003.</p> <p class="Urteilstext">Demzufolge hat die Rekurskommission dadurch, dass sie die Sache zur Untersuchung des nicht zulÃ¤ssigen Verlustvortrags an das kantonale Steueramt zurÃ¼ckgewiesen hat, rechtsverletzend entschieden, da der Einspracheentscheid insoweit nicht an einem Verfahrensmangel leidet.</p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde. Der Pflichtige ist infolgedessen fÃ¼r die Steuerperiode 2003 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. 0 einzuschÃ¤tzen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Kosten des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens sind dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG), dem fÃ¼r das Beschwerdeverfahren auch die verlangte ParteientschÃ¤digung nicht zusteht (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Verbindung mit § 152 StG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschwerdegegner wird fÃ¼r die Steuerperiode 2003 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. 0 eingeschÃ¤tzt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Rekurskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">7. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>