<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 0/2] </div> <div class="para">6S.219/2001/bue </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> K A S S A T I O N S H O F </div> <div class="para"> ************************* </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 29. Juni 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Schubarth, Präsident des </div> <div class="para">Kassationshofes, Bundesrichter Wiprächtiger, Bundes- </div> <div class="para">richterin Escher und Gerichtsschreiber Borner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> --------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">J.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Advokatin </div> <div class="para">Dr. Suzanne Lehmann, St. Alban-Anlage 67, Basel, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft des Kantons B a s e l - S t a d t, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para">Landesverweisung, bedingter Vollzug </div> <div class="para">(Nichtigkeitsbeschwerde gegen den Entscheid des Appel- </div> <div class="para">lationsgerichtsausschusses des Kantons Basel-Stadt vom </div> <div class="para">24. Januar 2001), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">wird im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span> in Verbindung mit </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 275bis BStP</span> in Erwägung gezogen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Das Strafgericht Basel-Stadt verurteilte </div> <div class="para">J.________ am 17. April 2000 wegen mehrfachen vollen- </div> <div class="para">deten und versuchten Betrugs und mehrfacher Urkunden- </div> <div class="para">fälschung (Check-Betrug) zu einer bedingten Gefängnis- </div> <div class="para">strafe von acht Monaten und einer unbedingten Landes- </div> <div class="para">verweisung von drei Jahren; gleichzeitig widerrief es </div> <div class="para">den bedingten Vollzug einer Gefängnisstrafe von drei </div> <div class="para">Monaten und einer Landesverweisung von fünf Jahren, die </div> <div class="para">die Staatsanwaltschaft des Kantons Genf am 10. November </div> <div class="para">1997 wegen einfacher Körperverletzung ausgesprochen </div> <div class="para">hatte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Auf Appellation des Verurteilten bestätigte das </div> <div class="para">Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt das erst- </div> <div class="para">instanzliche Urteil. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> J.________ führt Nichtigkeitsbeschwerde und </div> <div class="para">beantragt sinngemäss, der angefochtene Entscheid sei </div> <div class="para">aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die </div> <div class="para">Vorinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Ziel der Nichtigkeitsbeschwerde ist es, an- </div> <div class="para">stelle des für den Betroffenen nachteiligen Entscheids </div> <div class="para">einen für ihn günstigeren Entscheid zu erlangen. Der </div> <div class="para">Beschuldigte kann deshalb einen Entscheid nur bezüglich </div> <div class="para">solcher Punkte anfechten, die für ihn ungünstig lauten, </div> <div class="para">die ihn also beschweren. Andernfalls fehlt ein Rechts- </div> <div class="para">schutzinteresse (Wiprächtiger, Prozessieren vor Bundes- </div> <div class="para">gericht, 2. Auflage, N 6.37). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer ficht einzig seine Verur- </div> <div class="para">teilung zu einer Landesverweisung von drei Jahren und </div> <div class="para">deren unbedingten Vollzug an. Den Widerruf des bedingten </div> <div class="para">Vollzugs der Landesverweisung von fünf Jahren, den die </div> <div class="para">Vorinstanz im selben Urteil angeordnet hat, hat der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer - zu Recht - nicht angefochten. Es stellt </div> <div class="para">sich die Frage, ob der Beschwerdeführer durch die 3-jäh- </div> <div class="para">rige Landesverweisung überhaupt beschwert ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Werden zwei Landesverweisungen gestützt auf </div> <div class="para">verschiedene Straftaten ausgesprochen, so werden sie </div> <div class="para">nicht nacheinander, sondern gleichzeitig vollzogen (BGE </div> <div class="para">117 IV 229). Nachdem die Vorinstanz den bedingten Voll- </div> <div class="para">zug der 5-jährigen Landesverweisung widerrufen hat, ist </div> <div class="para">diese Nebenstrafe grundsätzlich vollstreckbar. Die zu- </div> <div class="para">sätzliche Verurteilung des Beschwerdeführers zu einer </div> <div class="para">Landesverweisung kürzerer Dauer geht - da die beiden </div> <div class="para">Landesverweisungen gleichzeitig zu vollziehen sind - im </div> <div class="para">Vollzug des Widerrufsentscheids vollständig auf. Der </div> <div class="para">erneuten Landesverweisung kommt rechtlich somit keine </div> <div class="para">selbständige Bedeutung zu. Mit anderen Worten könnte </div> <div class="para">weder die teilweise noch die vollständige Gutheissung </div> <div class="para">der Nichtigkeitsbeschwerde eine Besserstellung des Be- </div> <div class="para">schwerdeführers bewirken. Bei dieser Sachlage besteht </div> <div class="para">kein Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers an </div> <div class="para">einer Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Auf die </div> <div class="para">Nichtigkeitsbeschwerde ist somit nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Im Übrigen könnte - nach einer Aufhebung des </div> <div class="para">angefochtenen Entscheids und einer Bestätigung der Lan- </div> <div class="para">desverweisung von drei Jahren durch die Vorinstanz - die </div> <div class="para">anbegehrte Gewährung des bedingten Vollzugs gar zu einer </div> <div class="para">Schlechterstellung des Beschwerdeführers führen, weil </div> <div class="para">die Probezeit der 3-jährigen Landesverweisung allenfalls </div> <div class="para">länger dauern würde als die rechtskräftige Landesver- </div> <div class="para">weisung und der Beschwerdeführer bei einem nicht mehr </div> <div class="para"> </div> <div class="para">leichten Rückfall innerhalb der Probezeit zusätzlich zur </div> <div class="para">5-jährigen Landesverweisung auch die 3-jährige verbüssen </div> <div class="para">müsste, was bei der jetzigen Konstellation nicht möglich </div> <div class="para">ist. Deshalb stünde auch der Grundsatz der reformatio in </div> <div class="para">peius einer teilweisen Gutheissung der Nichtigkeits- </div> <div class="para">beschwerde entgegen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Der Beschwerdeführer stellt ein Gesuch um un- </div> <div class="para">entgeltliche Rechtspflege (Beschwerdeschrift S. 9 </div> <div class="para">Ziff. VI sowie act. 5/6). Da seine Begehren von vorn- </div> <div class="para">herein aussichtslos erschienen, ist das Gesuch abzu- </div> <div class="para">weisen (<span class="artref">Art. 152 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Folglich wird der Beschwerdeführer kosten- </div> <div class="para">pflichtig (<span class="artref">Art. 278 Abs. 1 BStP</span>). Bei der Bemessung der </div> <div class="para">Gerichtsgebühr ist jedoch seinen finanziellen Verhält- </div> <div class="para">nissen Rechnung zu tragen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit dem Entscheid in der Sache ist das Gesuch </div> <div class="para">um aufschiebende Wirkung gegenstandslos. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Auf die Nichtigkeitsbeschwerde wird nicht ein- </div> <div class="para">getreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird </div> <div class="para">abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- wird dem </div> <div class="para">Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft und dem Appellationsgericht (Aus- </div> <div class="para">schuss) des Kantons Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> --------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 29. Juni 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Im Namen des Kassationshofes </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html></html>