B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5113/2019 U r t e i l v o m 31 . J a n u a r 2 0 2 0 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Barbara Balmelli, Richterin Contessina Theis, Gerichtsschreiberin Kathrin Rohrer. Parteien A._______, geboren am (…), Pakistan, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung; Verfügung des SEM vom 3. September 2019 / N (…). D-5113/2019 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat anfangs 2016 und ge- langte eigenen Angaben zufolge am (…) via verschiedene Länder illegal in die Schweiz, wo er am 1. September 2016 beim Empfangs- und Verfah- renszentrum (EVZ) B._______ ein Asylgesuch einreichte. B. Aufgrund erheblicher Zweifel an der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Minderjährigkeit wurde – mit seinem Einverständnis – am 9. Septem- ber 2016 eine Handknochenanalyse zur Altersbestimmung durchgeführt, wobei die forensische Schätzung ein Skelettalter von 19 Jahren oder älter ergab. C. C.a Am 20. September 2016 wurde der Beschwerdeführer im EVZ zu sei- ner Person, zu seinem Reiseweg sowie summarisch zu seinen Gesuchs- gründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). Anschliessend wurde ihm im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs mitgeteilt, die von ihm geltend gemachte Minderjährigkeit sei nicht glaubhaft, weshalb er für das weitere Verfahren als volljährige Person behandelt werde. C.b Zur Begründung seines Gesuchs machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen gelte nd, er sei ein pakistanischer Sunnite der Ethnie der Paschtunen und sei am (…) in C._______ (D._______) geboren. Da es in diesem Dorf Probleme mit den Taliban gegeben habe, sei seine Familie , als er die dritte Klasse besucht habe, nach E._______ (F._______) gezo- gen, wo er bis zur achten Klasse in die Schule gegangen sei. Dort habe er auch bis zu seiner Ausreise gelebt. Im (…) sei sein ältester Bruder wegen Drogenschmuggels zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nach des- sen Festnahme seien er und sein mittlerer Bruder von Mitgliedern einer Drogenbande aufgesucht worden. Diese Leute hätten sie beide auf falsche Art ausnützen wollen. Sowohl sein Vater als auch seine Mutter hätten die Probleme mit den Drogenhändler n der Polizei zwar gemeldet, allerdings habe diese nichts dagegen unternommen. Aufgrund dessen hätten er und sein Bruder Pakistan etwa im (…) verlassen. Weiter sagte er aus, dass er bei seiner Einreise in Ungarn daktyloskopiert worden sei und wahrheits- widrig den (…) als Geburtsdatum angegeben habe, um nicht in ein ge- schlossenes Camp für Minderjährige zu kommen. Auch in Italien seien ihm die Fingerabdrücke abgenommen worden und er habe sich dort ebenfalls D-5113/2019 Seite 3 als volljährig ausgegeben. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs hielt er je- doch weiterhin an seiner angeblichen Minderjährigkeit fest und stellte in Aussicht, dass er Unterlagen beschaffen werde, d ie sein Alter belegen könnten. C.c Als Beleg für das geltend gemachte Geburtsdatum vom (…) reichte der Beschwerdeführer am 28. September 2016 eine Scan-Kopie seines Geburtsscheins zu den vorinstanzlichen Akten. D. Mit Verfügung vom 21. Oktober 2016 trat das SEM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete die Wegweisung aus der Schweiz nach Ungarn an und forderte den Beschwerdeführer auf, die Schweiz spä- testens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. E. E.a Mit Urteil D-6854/2016 vom 20. Juni 2017 hiess das Bundesverwal- tungsgericht die gegen die Verfügung vom 21. Oktober 2016 erhobene Be- schwerde gut, hob die angefochtene Verfügung auf und wies die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück. E.b In der Folge teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 1. September 2017 mit, dass in seinem Fall das Dublin-Verfahren beendet worden sei und das nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren durchge- führt werde. F. F.a Anlässlich der Anhörung vom 21. August 2018 wurde der Beschwerde- führer – im Beisein einer Hilfswerkvertretung (HWV) – eingehend zu den Gründen seines Asylgesuchs befragt. F.b Er brachte im Wesentlichen vor, dass der älteste seiner drei Brü der, welcher bereits mehrere Male kurzzeitig wegen kleinerer Delikte im Ge- fängnis gewesen sei, zu einer Haftstrafe von 25 Jahren verurteilt worden sei, nachdem er beim Schmuggeln von (…) erwischt worden sei. Obwohl er von Mitgliedern einer Drogenbande hereingelegt worden sei, habe er, selbst als er ins Gefängnis gekommen sei, aus Furcht von di esen umge- bracht zu werden, die Namen der Hauptschuldigen nicht nennen wollen. Sein ältester Bruder habe auch seine Familie vor dieser kriminellen Bande gewarnt und ihnen geraten, nicht zu sagen, dass sie miteinander verwandt seien. Nach der Verhaftung hätten die Drogendealer angefangen, ihn und seinen älteren Bruder aufzusuchen. Anfangs hätten junge Leute ein bis D-5113/2019 Seite 4 zwei Mal pro Monat versucht, sie freundlich anzuwerben und zu überreden, bei ihnen zu arbeiten und für sie mit Drogen zu handeln. Da sie diese An- gebote ausgeschlagen beziehungsweise nicht angenommen hätten, seien sie immer öfter beschimpft und weiter unter Druck gesetzt worden. Ihr Vater habe sich bei der Polizei über diese Personen beschwert und Anzeige er- stattet. Nach dem Tod des Vaters hätten die Drogendealer angefangen, ihn und seinen Bruder zu verfolgen und mit Waffen zu bedrohen. Sie hätten von ihnen verlangt, den Schaden auszugleichen, welcher ihr ältester Bru- der verursacht haben soll . Sowohl ihre Mutter als auch er selbst hätten mehrere Male vergebens bei der Polizei vorgesprochen. Zudem habe er Hilfe bei einem lokalen Politiker gesucht, wobei dieser sich – genau wie die Polizei – nicht in die Angelegenheit habe einmischen und sich gegen die Drogenbande einsetzen wollen. Da sie keine Unterstützung erhalten hätten und deshalb davon ausgegangen seien, dass die Behörden in die illegalen Drogengeschäfte involviert seien, sei zunächst sein älterer Bruder nach G._______ geflohen. Diesem sei er – nachdem ihm seine Mutter zur Flucht geraten habe – gefolgt. Von G._______ aus habe sein Bruder dann die Weiterreise in den Iran organisiert. G. Der Beschwerdeführer – handelnd durch seine damalige Rechtsvertrete- rin – reichte mit Schreiben vom 2 0. Februar 2019 Kopien von fremdspra- chigen Verfahrensakten betreffend die Anklage gegen seinen Bruder (ohne Übersetzung in eine Amtssprache ) als Beweismittel zu den vorinstanzlichen Akten. H. Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 3. September 2019 stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtling seigenschaft nicht und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. I. Mit Schreiben vom 24. September 2019 zeigte die Rechtsvertreterin der Vorinstanz die Beendigung des Mandatsverhältnisses an. J. Mit Eingabe vom 2. Oktober 2019 reichte der Beschwerdeführer beim Bun- desverwaltungsgericht Beschwerde ein. Dabei beantragte er, die ange- fochtene Verfügung sei aufzuheben, soweit sie den Vollzug der Wegwei- sung anordne. Weiter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung D-5113/2019 Seite 5 nicht zumutbar und er vorläufig in der Schweiz aufzunehmen sei. Es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ihm sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Gleichzeitig reichte er – nebst weiteren Beweismitteln – eine Unterstützungsbestätigung der (…) zu den Akten. K. Mit Zwischenverfügung vom 10. Oktober 2019 teilte der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer mit, er dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschus- ses und überwies die Akten der Vorinstanz zur Vernehmlassung. L. Mit Vernehmlassung vom 15. Oktober 2019 hielt das SEM an seinen bis- herigen Ausführungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. M. Das Bundesverwaltungsgericht liess dem Beschwerdeführer am 29. Okto- ber 2019 die Vernehmlassung zur Kenntnisnahme zukommen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das Asylgesetz (AsylG; SR 142.31) nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.2 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS 2016 3101) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 2. 2.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher D-5113/2019 Seite 6 zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 2.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht ( aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist demge- mäss einzutreten. 3. Die Kognition des Bundesverwaltungsge richts und die zulässigen Rügen richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. Art. 112 des Ausländer- und Integrationsgesetzes [AIG; SR 142.20] sowie BVGE 2014/26 E. 5). 4. Die vorliegende Beschwerde rich tet sich gemäss den Rechts begehren ausdrücklich gegen den angeordneten Wegweisungsvollzug (Aufhebung der Dispositivziffern 4 und 5 der vorinstanzlichen Verfügung vom 3. Sep- tember 2019). Die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft, die Ablehnung des Asylgesuchs und die Anordnung der Wegweis ung des Beschwerde- führers (Dispositivziffern 1 bis 3 der angefochtenen Verfügung) blieben hin- gegen unangefochten und sind damit in Rechtskraft erwachsen. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet demnach einzig die Frage, ob die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug nach Pakistan zu Recht als durchführbar erklärte oder ob allenfalls anstelle des Vollzugs eine vorläu- fige Aufnahme anzuordnen ist. 5. 5.1 Die Vorinstanz beurteilte den Wegweisungsvollzug in ihrer Verfügung vom 3. September 2019 als zulässig, zumutbar sowie technisch möglich. Weder die in Pakistan vorherrschende politische Situation noch andere Gründe würden gegen die Zumutbarkeit der Rückführung sprechen. Ferner D-5113/2019 Seite 7 würden keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Be- schwerdeführer aus individ uellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur bei einer Rückkehr nach Pakistan in eine existenz- bedrohende Situation geraten würde. Zudem bestehe die Möglichkeit, ei- nen Antrag um Rückkehrhilfe zu stellen, womit die Chance einer erfolgrei- chen Wiedereingliederung erhöht und der Aufbau einer nachhaltigen Exis- tenzgrundlage unterstützt werden würde. Es sei auch nicht von einer kul- turellen Entwurzelung auszugehen, da aufgrund des dreijährigen Aufent- halts in der Schweiz noch keine genügend starke, persönliche Bindung an die Schweiz bestehe. Insgesamt sei im Fall des Beschwerdeführers das Vorliegen von besonders begünstigenden Faktoren zu bejahen. 5.2 In Bezug auf den Vollzug der Wegweisung räumte der Beschwerdefüh- rer in seiner Rechtsmitteleingabe vom 2. Oktober 2019 zwar ein, dass keine Verfolgung aus einem der im Asylgesetz genannten Gründe vorlie- gen würde. Dennoch könne er nicht in sein Heimatland zurückkehren. Im Falle einer Heimkehr müsse er mit grosser Wahrscheinlichkeit damit rech- nen, dass die Drohungen und Verfolgungen durch die Drogenhändler wie- deraufgenommen und diese ihn in ernste Gefahren bringen würden, wenn er die Zusammenarbeit weiterhin verweigern würde. Er müsse dort um sein Leben fürchten und hätte keine Möglichkeit, einer Arbeit nachzugehen, mit der er seinen Lebensunterhalt finanzieren könnte. Im Übrigen würde ihn alleine der Gang zur Arbeit sichtbar und angreifbar machen. Auch sei der andauernde Druck auf Dauer psychisch nicht aushaltbar und schon die bis- herigen Erlebnisse hätten zu starken Ängsten sowie Schlafstörungen ge- führt. Schliesslich b rachte der Beschwerdeführer unter Hinweis auf sein Schulzeugnis, den Lehrvertrag sowie auf Unterstützungsbriefe und Refe- renzschreiben vor, dass er sich seit seiner Einreise vor über drei Jahren in der Schweiz bereits sprachlich, schulisch, kulturell und sozial sehr gut in- tegriert habe. Bei einer Wegweisung sei er folglich der Gefahr einer Ent- wurzelung ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund sei er in der Schweiz vor- läufig aufzunehmen. 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). D-5113/2019 Seite 8 6.2 Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernis- sen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be- weisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das he isst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft- machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2). 7. 7.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz den Vollzug der Wegwei- sung des Beschwerdeführers nach Pakistan zu Recht als zulässig, zumut- bar und möglich bezeichnet hat. 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gez wungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied- rigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 Der in A rt. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung schützt nur Personen, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. 7.3.1 Vorliegend hat das SEM die Asylvorbringen des Beschwerdeführers als nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG bewertet und rechtskräftig festgestellt, dass er die Flücht lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht erfüllt. D-5113/2019 Seite 9 Zur Begründung führte das SEM aus, dass nebst den biografischen Anga- ben und seiner schulischen Laufbahn auch die vom Beschwerdeführer gel- tend gemachten Asylvorbringen Ungla ubhaftigkeitselemente aufweisen würden. So habe er insbesondere seine Angaben zu den Problemen mit der Drogenbande zeitlich nicht einordnen können. Diese chronologischen Ungereimtheiten habe er sodann nicht plausibel entkräften können. Weiter habe er bei s einen Befragungen widersprüchliche Aussagen sowohl zur Anzahl der Drogenhändler, welche ihn aufgesucht haben sollen, als auch zur Todesursache seines Vaters getätigt. Zudem sei das Verfolgungsmotiv unklar geblieben. Aufgrund der vagen und ausweichenden Schilderungen sei weder erkennbar, weshalb der Beschwerdeführer und sein Bruder ins Visier der Drogenhändler gelangt seien, noch weshalb sich die Druckver- suche und die Verfolgungssituation vor der Ausreise markant zugespitzt haben sollen. Auch ob die Verfolgu ng im Sinne eines Racheaktes im Zu- sammenhang mit der Verhaftung seines ältesten Bruders oder den Tätig- keiten seines anderen Bruders stehen würde oder ob man ihn – wie zahl- reiche andere Jugendliche auch – lediglich als Drogenhändler habe anwer- ben wollen, habe sich nicht erschlossen. 7.3.2 Der Beschwerdeführer bestritt insbesondere die Ausführungen der Vorinstanz bezüglich der Widersprüche seiner Aussagen. Die Abweichun- gen in der chronologischen Einordnung der Kontaktaufnahmen und Dro- hungen durch die Drogenbande würden daher rühren, dass sich diese über einen mehrjährigen Zeitraum abgespielten hätten, er damals lediglich zwi- schen (…) alt gewesen wäre und diese bereits mehrere Jahre zurückliegen würden. Hinzu komme, dass er im chronologischen Darstellen noch uner- fahren und damit nicht immer präzis sei. In diesem Zusammenhang führte der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die entsprechende Passage in der BzP auch an, er habe nicht nur von Drogenhändler im Singular gespro- chen. Hinsichtlich der unterschiedlich protokollierten Aussagen zur Todes- ursache seines Vaters machte er sodann Übersetzungsfehler geltend und gab an, sein Vater sei im Alter von ca. (…) eines natürlichen Todes gestor- ben. Weiter hielt der Beschwerdeführer fest, dass die zahlreichen für seine Glaubwürdigkeit sprechenden Elemente in der angefochtenen Verfügung keine Berücksichtigung erfahren hätten. Hierzu verwies er pauschal auf seine Aussagen in der Anhörung, welche zahlreiche Realkennzeichen und Details enthalten würden. Schliesslich würden auch die eingereichten Ge- richtsakten, welche sich auf seinen ältesten Bruder beziehen würden, indi- rekt seine Glaubwürdigkeit stützen. Insgesamt seien se ine Aussagen glaubhaft, weshalb bei der Beurteilung des Asylgesuchs auf diese abzu- stellen sei. D-5113/2019 Seite 10 7.3.3 Auf die Frage, ob der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Gesuchs- einreichung minderjährig war, ist nicht mehr einzugehen. Zum einen nimmt er dazu in der Rechtsmitteleingabe nicht Stellung, zum anderen ist er zwi- schenzeitlich volljährig. 7.3.4 7.3.4.1 Die in der angefochtenen Verfügung angeführten Argumente der Vorinstanz hinsichtlich der biografischen Angaben des Beschwerdeführers und deren zeitlichen Einordnung vermögen nicht allesamt zu überzeugen. Der Vorinstanz ist insoweit zuzustimmen, als dass im Protokoll der Anhö- rung zunächst bei den vom Beschwerdeführer frei geschilderten Asylgrün- den aufgeführt wurde, sein Vater sei getötet worden (vgl. SEM-Akte A/38, F 51) und später, auf die diesbezügliche explizite Nachfrage, eine natürli- che Todesursache als Antwort festgehalten wurde (vgl. SEM-Akte A/38, F 85 ff.). Sie übersieht dabei allerdings, dass der Beschwerdeführer bereits anlässlich der BzP und auch zu Beginn der Anhörung ni cht von einer Tö- tung s prach (vgl. hierzu SEM-Akten A9 sowie A/38, F 34 f.). Im Übrigen stellte er auf die entsprechende Frage, wie der Vater getötet worden sei, klar, dass dieser im Alter von ungefähr (…) – wie jeder andere Mensch – eines normalen, natürli chen Todes gestorben sei (vgl. SEM-Akte A/38, F 85 ff.). Vor diesem Hintergrund ist – wie der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe vorbringt – bei der in der Anhörung protokollierten Tö- tung von einem Missverständnis respektive einem Übersetzungsf ehler auszugehen. Auch ist mit dem Beschwerdeführer einig zu gehen, dass er bereits in der BzP von Problemen mit Drogenhändlern im Plural sprach (vgl. hierzu SEM -Akten A/9, Ziffer 7.01). Insoweit liegen demnach keine Widersprüche vor. Demgegenüber ist der Vorinstanz beizupflichten, dass der Beschwerdefüh- rer wesentliche und einschneidende Lebensereignisse nicht eindeutig chronologisch einzuordnen vermochte. So konnte er keine genauen Zeit- angaben zur Ausreise aus seinem Heimatland machen (vgl. SEM-Ak- ten A/9, Ziffer 5.01 und A/38, F 19 f.). Weiter antwortete er vage und wider- sprüchlich auf Fragen hinsichtlich der ersten Begegnungen mit der Dro- genbande. Hierzu gab er während der Anhörung zunächst zu Protokoll, die Mitglieder hätten ihn lange nachdem sein Bruder ins Gefängnis gekommen sei zum ersten Mal im Laden kontaktiert (vgl. SEM-Akte A/38, F 57). Spä- ter brachte er vor, die Besuche hätten bereits mit der Verhaftung seines Bruders begonnen (vgl. SEM-Akte A/38, F 60). Auch auf die wiederholten D-5113/2019 Seite 11 Fragen bezüglich der Zeitspanne des Kontakts mit den Mitgliedern der Dro- genbande gab er ausweichende oder allgemeine Antworten (vgl. SEM- Akte A/38, F 56 ff.). Ergänzend ist festzuhalten, dass er weder die Inhaftie- rung seines ältesten Bruders (vgl. SEM-Akten A/9, Ziffer 7.01 und A/38, F 93) noch den Tod seines Vaters (vgl. SEM-Akte A/38, F 34) exakt datie- ren konnte. In diesem Zusammenhang vermögen die vom Beschwerdefüh- rer vorgebrachten Argumente, der seither vergangenen langen Zeitdauer, des jugendlichen Alters und der Unerf ahrenheit im chronologischen Dar- stellen, nicht zu überzeugen. Nach Würdigung all dieser Aspekte erachtet das Bundesverwaltungsge- richt die biografischen Angaben des Beschwerdeführers als nicht glaub- haft. 7.3.4.2 Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid im Asylpunk t im We- sentlichen damit, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Probleme mit einer Drogenbande als unglaubhaft erscheinen würden. Die- ser Einschätzung schliesst sich das Bundesverwaltungsgericht an, wobei zur Begründung vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann. Für die Unglaubhaftigkeit des Verfolgungsvorbringens sprechen des Wei- teren die folgenden Überlegungen: Der Beschwerdeführer beantwortete die wiederholten Rückfragen bezüglich der konkreten Drohungen nicht ein- deutig und unpräzis (vgl. exemplarisch SEM -Akte A/38, F 51, F 61 ff., F 64 f. oder F 67). Wäre er tatsächlich mehrfach bedroht und körper lich drangsaliert worden, wäre davon auszugehen, dass er diese Vorkomm- nisse substantiierter erzählen könnte, zumal es gerade diese Vorfälle ge- wesen sein sollen, die zu seinem Ausreiseentschluss geführt haben sollen und die er auch gegen eine Rückkehr nach Pakistan anführt (vgl. SEM- Akte A/38, F 92). Überdies weisen seine Schilderungen – entgegen der in der Rechtsmitteleingabe vertretenen Ansicht – kaum Realkennzeichen auf. Persönliche Eindrücke, Hinweise auf die eigene Befindlichkeit und detail- reiche Schilderungen blieben in der gesamten Anhörung die Ausnahme. Darüber hinaus vermag er für die geltend gemachten Drohungen und kör- perlichen Übergriffe durch die Mitglieder der Drogenbande keinen einzigen Beweis vorzulegen, obwohl sein Vater und auch seine Mutter diesbezüglich wiederholt mit der Polizei in Kontakt gestanden haben sollen (vgl. SEM- Akte A/38, F 70 ff.). Hätten die Übergriffe tatsächlich wie geschildert statt-D-5113/2019 Seite 12 gefunden, wäre davon auszugehen, dass diese auch dokumentarisch be- legt worden wären (beispiels weise mit Polizeirapporten) und es dem Be- schwerdeführer möglich wäre, entsprechende Dokumente beizubringen. 7.3.4.3 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist festzuhalten, dass die Glaubhaftigkeitsprüfung der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung betreffend den Beschwerdeführer überzeugt. 7.3.5 Nach dem Gesagten ist das Non-Refoulement-Prinzip im Sinne der vorgenannten flüchtlingsrechtlichen Bestimmungen vorliegend nicht tan- giert. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Pakistan ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Eine entsprechende konkrete Gefahr, die dem B e- schwerdeführer für den Fall einer Ausschaffung nach Pakistan drohen könnte, ist im vorliegenden Fall nicht ersichtlich. Wie bereits ausführlich dargelegt wurde, gelang es dem Beschwerdeführer nicht, die angeblichen Probleme mit einer Drogenbande nachzuweisen oder glaubhaft zu ma- chen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Pakistan lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erschei- nen. Insgesamt liegen somit keine hinreichenden Anhaltspunkte vor, dass ihm im Fall einer Rückkehr in sein Heimatland eine Verletzung von völkerrecht- lichen Vorschriften drohen wird. Infolgedessen ist der Vollzug der Wegwei- sung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmun- gen zulässig. D-5113/2019 Seite 13 7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 7.4.1 Vorab ist festzuhalten, dass die in der Beschwerdeschrift geltend ge- machte gute Integration in der Schweiz und die kulturelle Entwurzelung im Falle einer Rück kehr des Beschwerdeführers nach Pakistan nicht von rechtlicher Bedeutung ist, da es im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung nur um die Ermittlung der im Heimatstaat bestehenden konkreten Gefährdung geht (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.3 m.w.H. und EMARK 2006 Nr. 13 E. 3.5). 7.4.2 In Pakistan herrscht aktuell keine Situation von allgemeiner Gewalt, Krieg oder Bürgerkrieg, die zur Annahme führen müsste, jede dorthin zu- rückkehrende Person sei mit erheblicher Wahrscheinlichkeit konkret ge- fährdet. Die Sicherheitslage im Heimatstaat des Beschwerdeführers spricht somit nicht gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Weiter ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer gleichwohl aus persönlichen Gründen konkret gefährdet sein könnte, beziehungsweise ob ihm die sozi- ale und wirtschaftliche Wiedereingliederung gelingen kann. 7.4.3 Übereinstimmend mit den Ausführungen der Vorinstanz stehen dem Wegweisungsvollzug auch keine individuellen Gründe wirtschaftlicher, so- zialer oder gesundheitlicher Natur entgegen. Diesbezüglich kann auf die zutreffende Argumentation in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Beim Beschwerdeführer handelt es si ch um einen jungen und – soweit aus den Akten ersichtlich ( vgl. SEM-Akten A/9, Ziffer 8.02, A/21 und A/38, F 102 f.) – gesunden Mann. Die erstmals auf Beschwerdeebene vorgebrachten Ängste und Schlafstörungen wurden denn auch – bis auf eine Erwähnung im Referenzschreiben vom 29. September 2019 von sei- nem Berufsschullehrer, H._______ – nicht belegt. Der Beschwerdeführer verfügt in E._______ mit seiner Mutter, seinem jüngeren Bruder sowie sei- nen beiden verheirateten Schwestern über ein intaktes und tragfähiges Verwandtschafts- und Beziehungsnetz, auf welches er zurückgreifen kann (vgl. SEM-Akten A/9, Ziffer 3.01 und A/38, F 17 f., F 22 f., F 42 ff.). Es ist davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr in sein Heimatland bei sei- ner Familie wohnen kann und diese ihn bei seiner sozialen sowie wirt- schaftlichen Wiedereingliederung unterstützen wird. Er ist ausserdem ledig und damit familiär ungebunden. Zudem verfügt er über eine Schul bildung (vgl. SEM-Akten A/9, Ziffer 1.17.04 und A/38, F 31) und konnte in der D-5113/2019 Seite 14 Schweiz zusätzliche Ausbildungen absolvieren respektive erste Arbeitser- fahrungen sammeln, womit er sich in Pakistan um eine Arbeitsstelle bemü- hen und sich eine Existen zgrundlage aufbauen kann. Besondere Um- stände, aufgrund derer der Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr in eine existenzielle Notlage geraten könnte, sind vorliegend keine ersichtlich. Mit Blick auf seine anderslautenden Vorbringen in der Beschwerdeschrift bleibt der Beschwerdeführer auf die Möglichkeit hinzuweisen, individuelle Rück- kehrhilfe (Art. 93 AsylG i.V.m. Art. 63 ff. der Asylverordnung 2 vom 11. Au- gust 1999 [AsylV 2, SR 142.312]) zu beantragen, was ihm die wirtschaftli- che Wiedereingliederung in Pakistan erleichtern könnte . Insgesamt kann nach alledem angenommen werden, dass ihm aufgrund der vorhandenen Strukturen, seines Alters, seiner Erfahrungen und den ihm zumutbaren Be- mühungen die soziale und wirtschaftliche Reintegration gelingen wird. 7.4.4 Unter Berücksichtigung aller wesentlichen Gesichtspunkte erweist sich der Vollzug der Wegweisung als zumutbar. 7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer , sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich- nen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme gestützt auf Art. 83 Abs. 1–4 AIG fällt somit ausser Betracht. 8. Somit ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht ver- letzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Es erübrigt sich daher, auf die weiteren geltend gemachten Beschwerdevorbringen und eingereichten Beweismittel einzugehen. Die Beschwerde ist folglich abzu- weisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da indessen mit Zwischenver- fügung des Instruktionsrichters vom 10. Oktober 2019 das Gesuch um Ge- währung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 D-5113/2019 Seite 15 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurde und den Akten keine Anhaltspunkte auf eine massgebende Veränderung der finanziellen Verhältnisse zu entneh- men sind, ist auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-5113/2019 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Kathrin Rohrer Versand: