{"Signatur": "BL_KG_001", "Spider": "BL_Gerichte", "Datum": "2019-01-08", "PDF": {"Datei": "BL_Gerichte/BL_KG_001_2019-01-08-sr-3_2019-01-08.pdf", "URL": "http://v2202109132150164038.luckysrv.de:8181/https://www.baselland.ch/politik-und-behorden/gerichte/rechtsprechung/kantonsgericht_rs/rechtsgebiet/strafrecht/entscheide-2019/2019-01-08-sr-3.pdf/@@download/file/2019-01-08-sr-3.pdf", "Checksum": "d1d28217d89e2e3b30d5b703a84ff5e6"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["2019-01-08-sr-3"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Land Kantonsgericht 08.01.2019 2019-01-08-sr-3"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "B\u00e2le-Campagne Kantonsgericht 08.01.2019 2019-01-08-sr-3"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Campagna Kantonsgericht 08.01.2019 2019-01-08-sr-3"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Land Kantonsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "B\u00e2le-Campagne Kantonsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Campagna Kantonsgericht "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Eventualvors\u00e4tzlich versuchte schwere K\u00f6rperverletzung\nGem\u00e4ss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gen\u00fcgen Faustschl\u00e4ge gegen den Kopf allein nicht zwingend f\u00fcr die Annahme einer (versuchten) schweren K\u00f6rperverletzung, sondern es m\u00fcssen weitere Umst\u00e4nde hinzukommen. Massgeblich sind insbesondere die Heftigkeit des Schlags und die Verfassung des Opfers. Bei Faustschl\u00e4gen und Fusstritten in den Kopfbereich eines am Boden liegenden Opfers \u2013 selbst wenn sich dieses zusammenrollt und den Kopf mit den H\u00e4nden zu sch\u00fctzen versucht \u2013 entspricht es der allgemeinen Lebenserfahrung, dass diese zu schwerwiegenden Beeintr\u00e4chtigungen der k\u00f6rperlichen Integrit\u00e4t f\u00fchren k\u00f6nnen und damit \u2013 je nach Verletzung \u2013 eine versuchte schwere oder vollendete schwere K\u00f6rperverletzung darstellen. Kopfst\u00f6sse erlauben selbst bei einer generell abstrakten Eignung f\u00fcr eine schwere K\u00f6rperverletzung nicht ohne weiteres den Schluss, der T\u00e4ter habe (eventual-)vors\u00e4tzlich hinsichtlich einer schweren K\u00f6rperverletzung gehandelt. Die K\u00f6rperverletzung muss vielmehr mit einem Tatmittel (Gift, Waffe oder ein anderer gef\u00e4hrlicher Gegenstand) ver\u00fcbt werden, das ein hohes Risiko einer schweren K\u00f6rperverletzung bewirkt. Da K\u00f6rperteile wie Arme und Beine oder Schultern nicht als gef\u00e4hrliches Werkzeug gelten, m\u00fcssen bei abstrakt lebensgef\u00e4hrlichen Tathandlungen ohne Tatwerkzeuge weitere Umst\u00e4nde hinzutreten, die im konkreten Fall auf den Eintritt und die Inkaufnahme einer schweren Verletzung schliessen lassen. Als schwere K\u00f6rperverletzung gelten nur ganz erhebliche Beeintr\u00e4chtigungen, deren Eintritt und damit Inkaufnahme nicht leichthin angenommen werden k\u00f6nnen (Erw. 1.6.6.2).\nIm vorliegenden Fall gab es zum vornherein keinen Kopfstoss, kein Werfen gegen ein Bush\u00e4uschen und keine zweimaligen Faustschl\u00e4ge ins Gesicht, nachdem die Privatkl\u00e4gerin zweimal zu Boden gegangen war. Es ist zudem nicht von einer besonderen Heftigkeit der Faustschl\u00e4ge auszugehen. Abgesehen davon hatte die K\u00f6rperverletzung keinen einzigen Tag Arbeitsunf\u00e4higkeit der Privatkl\u00e4gerin zur Folge. Es ist nicht bekannt, wie heftig die Privatkl\u00e4gerin ihren Kopf am Nachttisch angeschlagen hat, und ob der Beschuldigte dies wollte bzw. in Kauf nahm. Im Zweifel ist nicht davon auszugehen. Jedenfalls erfolgten die Faustschl\u00e4ge nicht unvermittelt, befanden sich doch die beiden Protagonisten in einer laufenden wechselseitigen k\u00f6rperlichen Auseinandersetzung. Des Weiteren ist weder eine \u00fcberdurchschnittliche k\u00f6rperliche Konstitution des Beschuldigten noch ein eingeschr\u00e4nktes Reaktionsverm\u00f6gen der Privatkl\u00e4gerin anzunehmen. Ebenso wenig ist aktenkundig, dass der Beschuldigte neben seinen F\u00e4usten irgendeinen Gegenstand zum Schlagen einsetzte. Schliesslich stehen weder zus\u00e4tzliche Fusstritte gegen den Kopf der Privatkl\u00e4gerin zur Diskussion noch lag diese w\u00e4hrend den Faustschl\u00e4gen auf dem Boden. Ebenso ist unbestritten, dass der Beschuldigte umgehend von der Privatkl\u00e4gerin abgelassen hat, als diese ihm sagte, sie m\u00fcsse zur weinenden gemeinsamen Tochter gehen (Erw. 1.6.6.2). In casu ist der Beschuldigte nicht der versuchten schweren, sondern der einfachen K\u00f6rperverletzung (zum Nachteil eines Ehegatten) schuldig zu sprechen (Erw. 1.6.7)."}], "ScrapyJob": "446973/44/1448", "Zeit UTC": "11.03.2024 05:43:52", "Checksum": "d7ba900270701c69a92898dac5a299ca"}