B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-682/2016 U r t e i l v o m 1 8 . F e b r u a r 2 0 1 6 Besetzung Einzelrichterin Christa Luterbacher, mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli, Gerichtsschreiberin Regina Derrer. Parteien A._______, geboren am (…), Russland, vertreten durch lic. iur. Kathrin Stutz, Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA), Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung); Verfügung des SEM vom 28. Januar 2016 / N (…). E-682/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin – ein russische Staatsangehörige tschetsche- nischer Ethnie, zuletzt wohnhaft in B._______ – verliess ihre Heimat eige- nen Angaben zufolge am 1. Januar 2016 zusammen mit ihrer Mutter und ihren drei Brüdern mit dem Taxi in Richtung C._______. Von dort aus reiste sie am 8. Januar 2016 mit dem Flugzeug in die Schweiz weiter. Am 9. Ja- nuar 2016 stellte sie zusammen mit ihrer Mutter und ihren drei Brüdern am Flughafen (…) ein Asylgesuch. Gleichentags wurde ihnen die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigert und für maximal 60 Tage der Transitbe- reich des Flughafens (…) als Aufenthaltsort zugewiesen. Am 12. Januar 2016 wurden die Beschwerdeführerin und ihr Bruder, D._______, zu ihrer Person und summarisch zu ihren Gesuchsgründen befragt, währe nd ihre Mutter, E._______, und ihr jüngerer Bruder, F._______, bereits einen Tag zuvor zu diesen Themen angehört wurden. Am 19. Januar 2016 wurden die Beschwerdeführerin, ihre Mutter und ihre volljährigen Geschwister im Rahmen der einlässlichen Bundesanhörung nach Art. 29 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) nochmals im Detail zu ihren Asylgründen vernommen. Anlässlich der Befragungen zur Person und der Bundesanhörungen m achte die Be- schwerdeführerin im Wesentlichen folgendes geltend: A.b Ihr Vater sei Bezirkspolizist im Dorf G._______ gewesen, habe aber hauptsächlich in H._______ gearbeitet, weil sich dort die Polizeiz entrale befunden habe. Ansonsten könne sie nicht viel über dessen Arbeit berich- ten, da der Vater weder sie noch den Rest der Familie in seine Angelegen- heiten eingeweiht habe. So wisse sie nur, dass er für das Dorf G._______ verantwortlich und folglich mit Dorfangelegenheiten , unter anderem auch mit Büroarbeiten, beschäftigt gewesen sei. Was er genau gemacht habe, entziehe sich aber ihren Kenntnissen, habe sie das doch nie interessiert . Auch kenne sie die Arbeitskollegen ihres Vaters nicht, da sie nur selten in H._______ und noch nie an seinem Arbeitsplatz gewesen sei. Anfang August 2015 sei ihrem Vater bei der Arbeit gekündigt worden, wes- halb er schriftlich Anzeige bei seinem Arbeitgeber erstattet und sich nach den Gründen seiner Entlassung erkundigt habe. Daraufhin sei er mehrmals aufgefordert worden, diese Anzeige zurückzuziehen. Zudem habe man von ihm verla ngt, ein Schreiben einzureichen , wonach er selbst gekündigt habe. Dies habe er jedoch abgelehnt. Trotz ihrer Nachfrage nach dem Grund der Kündigung habe ihr Vater ihr – wie üblich – nichts Konkretes erzählt. Er habe ihr lediglich mitgeteilt, dass sie mit der Zeit alles erfahren E-682/2016 Seite 3 werde. Ihr Vater habe wohl gewusst, dass bei der Polizei irgendwelche dunkeln Geschäfte im Gange seien, habe er doch entsprechende Andeu- tungen gemacht. Am 10. Oktober 2015 sei sie mit ihrem Bruder, D._______, zu ihren Gros- seltern mütterlicherseits in deren Heimatdorf gefahren, um diese zu besu- chen. Vom Dorf aus habe sie am 12. Oktober 2015 noch mit ihrem Vater telefoniert. Am 15. Oktober 2015 seien ih re Mutter und ihr Bruder, F._______, zusammen mit ihrem Onkel mütterlicherseits dann ins Dorf ge- kommen und hätten sie darüber unterrichtet, dass der Vater in der vergan- genen Nacht von unbekannten Leuten entführt worden sei. Nach Ansicht der Beschwerdeführerin hänge die Entführung ihres Vaters damit zusam- men, dass er über seine Arbeit etwas gewusst habe, das ihm zum Verhäng- nis geworden sei. Konkretes wisse sie aber nicht darüber. Noch am 15. Ok- tober 2015 hätte sie zusammen mit ihrer Mutter, ihren Geschwister n und ihrem Onkel mütterlicherseits das Dorf der Grosseltern wieder verlassen und seien zu ihrer Tante I._______ nach B._______ gefahren, wo sie zu- nächst einmal untergekommen seien. Danach hätten sie an verschiedenen Orten bei verschiedenen Verwandten gewohnt, bevor sie ausgereist seien. [Im Oktober] 2015 habe ihre Mutter bei der Polizei eine Vermisstenanzeige betreffend ihren Vater eingereicht. An welchem Ort sie diese Anzeige de- poniert habe, wisse sie nicht. Danach sei die Mutter einige Male von unbe- kannten Personen angerufen und bedroht worden, dass man sie und ihre Familie ebenfalls entführen werde, wenn sie die Anzeige nicht zurückziehe. Die Mutter habe dies jedoch nicht gemacht, da der Vater ja irgendwie ge- sucht werde müsse. Auf Anraten des Onkels und einer Tante mütterlicherseits hätten sie, ihre Mutter und ihre drei Geschwister am 1. Januar 2016 B._______ mit dem Taxi verlassen und seien am 2. Januar 2016 in C._______ angekommen, wo sie bis zu ihrem Abflug am 8. Januar 2016 bei Verwandten gelebt hät- ten. Die ältere Schwester der Beschwerdeführerin, welche verheiratet sei und (…) Kinder habe, sowie mehrere Tanten und Onkel mütterlicher- und väterlicherseits lebten nach wie vor in Tschetschenien. A.c Gemäss den vorinstanzlichen Akten fand die Grenzpolizei des Flugha- fens (…) die zerstörten Reisepässe der Beschwerdeführerin, ihrer Mutter und ihrer mitreisenden Geschwister. So sei jeweils nur noch die Personali- enseite vorhanden, während der Einband und sämtliche Inhaltsseiten ent- fernt und entsorgt worden seien. Die Ausweisprüfstelle der Kantonspolizei E-682/2016 Seite 4 (…) befand die Reisepässe daher als gesamthaft verfälscht. Die Persona- lienseiten enthielten demgegenüber keine Fälschungsmerkmale. Ihnen ist zu entnehmen, dass alle Reisepässe zwischen dem 7. und dem 19. Okto- ber 2015 ausgestellt wurden ( A._______: […] Oktober 2015; Mutter der Beschwerdeführerin: […] Oktober 2015; J._______: […] Oktober 2015; F._______: […] Oktober 2015; D._______: […] Oktober 2015). Danach be- fragt, was mit ihrem Reisepass geschehen sei, gab die Beschwerdeführe- rin zu Protokoll, dass ihre Mutter diese zerrissen habe. Sie hätten die Pässe vor ihrer Ausreise in B._______ erstellen lassen. Dazu hätten sie persönlich beim Passbüro vorsprechen und ihre Fingerabdrücke und Foto- grafien abgeben müssen. Nach ungefähr einem Monat hätten sie die Do- kumente abholen können. Weshalb die Reisepässe vor respektive nur kurz nach dem fluchtauslösenden Ereignis ausgestellt worden waren, könne sie nicht erklären. Sie s ei aber der Ansicht, dass sie die Dokumente erst da- nach hätten machen lassen. Weiter legte die Beschwerdeführerin wie auch ihre Mutter und ihre mitrei- senden Geschwister – mit Ausnahme ihres jüngsten Bruders J._______, für den eine Kopie seines Geburtsscheins eingereicht wurde – Kopien ihrer russischen Inlandspässe ins Recht. Zum Verbleib des Originals dieses Do- kumentes gab die Beschwerdeführerin zu Protokoll, dass dieses früher zu Hause im Safe gewesen sei, der Safe nach der Entführung ihres Vaters aber verschwunden sei. Mit E-Mail vom 19. Januar 2016 traf bei der Polizei am Flughafen (…) eine elektronische Kopie einer Anzeige der Tante der Beschwerdeführerin an die Staatsanwaltschaft H._______ vom 19. Januar 2015 ein. Dieser ist im Wesentlichen zu entnehmen, dass der Vater der Beschwerdeführerin in der Nacht auf den 15. Oktober 2015 entführt worden sei, die Mutter der Be- schwerdeführerin von Unbekannten aufgesucht und bedroht worden sei, nachdem sie bei der Staatsanwaltschaft von B._______ wegen der Entfüh- rung ihres Mannes Anzeige erstattet habe, und die anzeigeerstattende Tante von unbekannten Leuten über den Aufenthaltsort der Beschwerde- führerin und ihrer Familie befragt und bedroht worden sei. Mit demselben E-Mail wurde ferner eine elektronische Kopie einer Bescheinigung des An- waltskollegiums H._______ vom 19. Januar 2015 eingereicht. Diesem Do- kument ist zu entnehmen, dass dieselbe Tante der Beschwerdeführerin bei der genannten Organisation aus denselben Gründen wie bei der Staatsan- waltschaft Anzeige erstattet hat. E-682/2016 Seite 5 Am 20. Januar 2016 traf schliesslich ein E-Mail einer in der Schweiz leben- den Verwandten der Beschwerdeführerin ein, in welchem diese darum er- sucht, ihre Koordinaten an die Familie der Beschwerdeführerin weiterzulei- ten, damit diese mit ihr in Kontakt treten können. B. Mit Verfügung vom 28. Januar 2016 – gleichentags eröffnet – verneinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin, lehnte ihr Asylge- such ab und wies sie aus dem Transitbereich des Flughafens (…) weg. Zur Begründung hielt es im Wesentlichen fest, dass die Vorbringen der Be- schwerdeführerin den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhielten, weshalb ihr Asylgesuch abzulehnen sei. Den We- geweisungsvollzug erachtete es als zulässig, zumutbar und möglich. Auf die genaue Entscheidbegründung wird in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. C. Mit Eingabe beim Bundesverwaltungsgericht vom 3. Februar 2016 liess die Beschwerdeführerin gegen diesen SEM-Entscheid Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und zur Neu- beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, es sei ihr Asyl zu gewähren, zumindest sei ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen, eventualiter sei sie wegen Unzulässigkeit, allenfalls Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll- zugs vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. Ferner liess sie beantragen, es sei ihr die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und es seien ihr Verfah- ren und die Verfahren ihrer Mutter respektive ihres jüngsten Bruders und ihrer mitreisenden volljährigen Geschwister, F._______ und D._______, zu vereinigen. Schliesslich liess sie darum ersuchen, dass auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ihr die unentgeltliche Rechts- pflege, inklusive Verbeiständung, zu gewähren sei. Der Beschwerde wurden die Kopie der Personalienseite des Reisepasses und des Inlandpasses der Beschwerdeführerin beigelegt. Auf die Beschwerdebegründung wird in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom 5. Februar 2016 hielt das Bundesverwaltungs- gericht fest, dass die Beschwerde form- und fristgerecht sei und ihr mithin aufschiebende Wirkung zukomme. E-682/2016 Seite 6 E. Am 11. Februar 2016 liess das SEM dem Gericht zwei die Beschwerdefüh- rerin betreffende Formulare "Meldung medizinischer Fälle" zukommen, de- nen zu entnehmen ist, dass diese am 9. Februar 2016 zur Nachkontrolle bei einem Arzt respektive einer Ärztin war. F. Am 15. Februar 2016 liess das SEM dem Gericht ein weiteres die Be- schwerdeführerin betreffendes Formular "Meldung medizinischer Fälle" zu- kommen, dem zu entnehmen ist, dass diese am 15. Februar 2015 erneut beim Arzt war, weil sie sich am 11. Februar 2016 wieder an der Hand ver- letzt hat, Schmerzen hat und einen Finger nicht mehr spürt. G. Die Geschwister und die Mutter der Beschwerdeführerin liessen ebenfalls am 3. Februar 2016 gegen die sie betreffenden Verfügungen vom 28. Ja- nuar 2016 Beschwerde erheben. Die Urteile des Bund esverwaltungsge- richts in ihren Verfahren ergehen gleichzeitig mit dem vorliegenden Ent- scheid. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzu- treten. E-682/2016 Seite 7 1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgericht s und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche Beschwerde. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwe ch- sels verzichtet. 4. 4.1 Das SEM hielt in seiner ablehnenden Verfügung bezüglich Flüchtlings- eigenschaft und Asyl im Wesentlichen fest, dass d ie Beschwerdeführerin weder über die Arbeit ihres Vaters, noch über die Gründe seiner Verfolgung und die Drohungen gegenüber ihrer Mutter stichhaltige und detaillierte An- gaben habe machen können. So habe sie die Arbeit ihres Vaters nicht be- schreiben können. Sie habe zwar ausgesagt, dass er Dorfpolizist gewesen sei und sich mit Dorfangelegenheiten befasst habe. Weitere Detai ls über seine Aktivitäten fehlten indes gänzlich, habe sie doch nicht einmal ange- ben können, ob e r patrouilliert oder Verbrecher gejagt habe. Auch über seine Arbeitskollegen habe sie nichts berichten können. Als Begründung für seine Entführung habe sie zwar angegeben, dass diese vermutlich mit seiner Entlassung in Verbindung stehe. Über diese Kündigung habe sie aber auch nicht stichhaltig aussagen können. Es könne nicht geglaubt wer- den, dass die Beschwerdeführerin über Jahre hinweg mit ihrem Vater zu- sammengelebt habe, ohne in der Lage zu sein, über irgendwelche Infor- mationen bezüglich dessen Arbeit zu verfügen. Ihre substanzlosen Antwor- ten erweckten vielmehr den Eindruck, dass die ge schilderte Polizeiarbeit ihres Vaters erfunden sei. Schliesslich sei die Beschwerdeführerin auch nicht in der Lage gewesen, überzeugend über die telefonischen Drohun- gen infolge der von der Mutter bei der Polizei aufgegeben Vermisstenan- zeige Auskunft zu geben. So habe sie nicht angeben können, auf welchem Polizeiposten ihre Mutter die Anzeige erstattet habe. Auch habe sie über die Anzahl der Drohanrufe keine genauen Aussagen machen können, son-E-682/2016 Seite 8 dern pauschal von ein paar Telefonaten gesprochen. Wer die Täter gewe- sen seien, entziehe sich ebenfalls ihren Kenntnissen. Zudem habe sie auch nicht gewusst, ob die Polizei – nach Erstattung der Vermisstenanzeige – nach ihrem Vater gesucht habe. Im Allgemeinen erstaune, dass die Be- schwerdeführerin all die gravierenden Ereignisse vor der Ausreise aus dem Heimatland kaum mit ihren Angehörigen b esprochen haben wolle. Dies passe nicht zum Bild einer verfolgten und zur Flucht gezwungenen Familie. Ferner erstaune es, dass die Beschwerdeführerin den Auslandpass nach der angeblichen Entführung ihres Vaters beantragt haben wolle. So sei ihr Reisepass gemäss der Personalienseite dieses Dokuments am (…) Okto- ber 2015 ausgestellt worden. Der Antrag datiere somit von Mitte Septem- ber 2015, das heisst einige Wochen vor der angeblichen Entführung des Vaters. Folglich könne die Ausstellung des Reisepasses nicht – wie von der Beschwerdeführerin angegeben – mit der vorgebrachten Verfolgung in Ver- bindung stehen. Die auf Nachfrage gegebene Antwort der Beschwerdefüh- rer, sie habe nicht geschaut, was für ein Datum auf dem Pass stehe, ge- nüge nicht, um den dargelegten Wid erspruch aufzulösen. Schliesslich sei befremdend, dass sie anlässlich der eingehenden Anhörung nicht gewusst habe, ob die Verwandten ihres Vaters etwas unternommen hätten, um die- sen ausfindig zu machen. Bezüglich der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs führte das SEM aus, dass aufgrund der Verneinung der Flüchtlingseigenschaft auch der Grund- satz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht angewendet werden könne. Ferner ergäben sich aus den A kten keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr in den Heimat- staat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbo- tene Strafe oder Behandlung drohe. Mit Blick auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs hielt das SEM fest, dass sich die Sicherheitslage in Tschetschenien in den letzten Jahren kontinuierlich und nachhaltig verbes- sert habe. So herrsche heute keine Situation allgemeiner Gewalt mehr vor. Auch die Menschenrechtslage habe sich verbessert. Wahll ose Personen- kontrollen und Inhaftierungen durch das russische Militär oder tschetsche- nische Sicherheitskräfte kämen nicht mehr vor. Zurückgegangen seien vor allem auch die Entführungsfälle. Nach Einschätzung der UNO und des In- ternationalen Komitees des Rot en Kreuzes (IKRK) bestehe heute in Tschetschenien auch keine humanitäre Krise mehr. Ebenso sei die medizi- nische Grundversorgung mittlerweile wieder gewährleistet. Im vorliegen- den Fall sprächen auch keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit E-682/2016 Seite 9 des Wegweisungsvollzugs, sei die Beschwerdeführerin doch jung, grund- sätzlich gesund und arbeitsfähig. A uch verfüge sie in ihrem Heimatland über ein intaktes Beziehungsnetz, berufliche Erfahrung als administrative Aushilfe ihrer Mutter, sowie über eine gesicherte Wohnsituation. 4.2 4.2.1 Auf Beschwerdeebene wurde einleitend ausgeführt , dass die Asyl- gründe der Beschwerdeführerin eng mit jenen ihrer Mutter zusammenhin- gen. Weiter sei zu erwähnen, dass sie bei den Ereignissen vom 14. res- pektive 15. Oktober 2015 nicht dabei gewesen sei. Dem Vorhalt des SEM, sie habe zur Arbeit ihres Vaters nur dürftige Angaben machen können, sei entgegenzuhalten, dass die Beschwerdeführerin noch jung sei und sich nicht gross mit der Arbeit ihres Vaters beschäftigt habe. Sie habe gewusst, dass er Polizist sei und wo er stationiert gewesen sei. Aber was dieser ge- nau gearbeitet habe, habe sie nicht interessiert. Ferner habe der Vater – wie bereits im Rahmen der Beschwerdeeingabe der Mutter ausgeführt – nicht gewollt, dass seine Familie zu viel über seine Arbeit wisse. Bei der Entführung des Vaters sei sie nicht dabei gewesen, weshalb sie dazu keine Angaben machen könne. Als Familienmitglied sei sie aber derselben Ge- fahr ausgesetzt wie ihre Mutter und ihre Geschwister. 4.2.2 Bezüglich der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs wurde mit Verweis auf die Beschwerdeeingabe der Mutter des Weiteren ausgeführt, dass gemäss dem deutschen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Sicherheits- und Menschenrechtslage in der Nordkaukasusregion weiter angespannt sei. Bei Operationen von Sicherheitskräften unter anderem in Tschetschenien sei es zu schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen wie rechtswidrigen Festnahmen, Folter und anderen Misshandlungen, Ver- schwindenlassen und aussergerichtlichen Hinrichtungen gekommen. Über Menschenrechtsverletzungen zu berichten, sei schwierig und gefährlich. Nach dem Menschenrechtszentrum "Memorial" seien in Tschetschenien zwischen Oktober und Dezember 2015 zudem mindestens 24 Personen gekidnappt worden. Diese Berichte belegten die Sc hilderungen d er Be- schwerdeführerin betreffend die Entführung ihres Vaters. Nach Berichten von "Memorial" wollten viele das Verschwinden ihrer Familienangehörigen nicht öffentlich machen. Die Mutter der Beschwerdeführerin habe eine An- zeige erstattet, weshal b es für sie und ihre Familie in ihrem Heimatstaat gefährlich geworden sei und sie diesen hätten verlassen müssen. Der Wegweisungsvollzug sei auch deshalb unzumutbar, weil sich die Be- schwerdeführerin und ihre Familie psychisch in einer schwierigen Situation befänden. Dies werde vom Schweizerischen Roten Kreuz bestätigt. E-682/2016 Seite 10 4.2.3 Zusammen mit der Beschwerde der Mutter de r Beschwerdeführerin wurde eine Kopie eines Briefes ihres Onkels mütterlicherseits vom 1. Feb- ruar 2016 eingereicht. Diesem ist im Wesentlichen zu ent nehmen, dass dieser Onkel im August 2015 Augenzeuge einer Festnahme des Vaters der Beschwerdeführerin durch bewaffnete und maskierte Leute in Tarnanzü- gen geworden sei. Nach drei Tagen – der Onkel habe in dieser Zeit über Nachforschungen bei Bekannten nicht herausfinden können, wohin der Va- ter gebracht worden sei – sei der Vater der Beschwerdeführerin wieder frei- gelassen worden und habe den Onkel um Hilfe gebeten. Er sei in sehr schlechtem Zustand gewesen, habe kaum auf den Beinen stehen können und habe beri chtet, dass er gefoltert worden sei. Der Onkel habe ihn schliesslich zu sich nach Hause genommen und gepflegt. Dort habe ihn der Vater über die Gründe seiner Mitnahme und Folter aufgeklärt. Er habe ihm mitgeteilt, dass er geholfen habe, Rebellen Dokumente auszustellen. In Haft sei von ihm unter Folter verlangt worden, dass er eine vollständige Liste derjenigen Rebellen abgebe, denen er Dokumente gemacht habe. Er sei unter dem Vorwand aus der Haft entlassen worden, dass er diese Liste an einem Ort habe und d ass niemand ausser ihm diese finden würde. In dieser desolaten Situation habe er den Onkel der Beschwerdeführerin ge- beten, ihm zu helfen, über seine Bekannten Auslandspässe für ihn und seine Familie auszustellen, damit sie das Heimatland verlassen könnten. Der Onkel habe dies dann in die We ge geleitet, habe der Mutter der Be- schwerdeführerin und ihrer Familie aus Sicherheitsgründen aber nichts von dieser ganzen Geschichte erzählt. Im Grunde wüssten die Mutter der Be- schwerdeführerin und ihre Kinder noch heute weder über die erste Entfüh- rung, noch über die Folter Bescheid. Während der dreitätigen Haft habe die Mutter geglaubt, der Vater sei bei der Arbeit. Die einzige, die der Onkel der Beschwerdeführerin in die Angelegenheit eingeweiht habe, sei eine Tante mütterlicherseits, K._______, gewesen. Am 15. Oktober 2015 sei der Vater dann erneut entführt worden. Die M utter der Beschwerdeführerin habe deswegen [im Oktober] 2015 eine Vermisstenanzeige bei der Polizei erstattet. Daraufhin habe sie Drohanrufe erhalten und sei zum Rückzug der Anzeige aufgefordert worden. Der Onkel der Beschwerdeführerin und ihre Tante K._______ seien dann in die Wohnung der Eltern der Beschwerde- führerin in B._______ gereist, wo sie von Nachbarn erfahren hätten, dass Armeeangehörige dorthin gekommen seien und zur Mutter der Beschwer- deführerin und zu deren Kindern Fragen gestellt hätten. Danach hätten sich der Onkel und die Tante K._______ entschieden, die Beschwerdeführerin und ihre Angehörigen nach C._______ zu bringen, damit diese ausreisen könnten. Die Pässe der Familienmitglieder habe der Onkel glücklicher- weise bei sich gehabt. E-682/2016 Seite 11 Ferner wurde zusammen mit der Rechtsmitteleingabe der Mutter der Be- schwerdeführerin ein E -Mail des Schweizerischen Roten Kreuzes an s SEM ins Recht gelegt, dem zu entnehmen ist, dass es d er Beschwerde- führerin und ihren Angehörigen gemäss Beobachtung der Organisation sehr schlecht gehe, die Mutter der Beschwerdeführerin während den Be- ratungen ständig weine und die Beschwerdeführerin und ihre volljährigen Geschwister apathisch wirkten. Die Mutter der Beschwerdeführerin habe dringend um ärztliche Unterstützung gebeten, da sie sich nicht um ihre Kin- der kümmern möge. Sie habe grosse Angst, dass sie sich etwas antun würde. 5. In Würdigung aller Akten kommt das Bundes verwaltungsgericht zum Schluss, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrele- vante Verfolgung glaubhaft zu machen. 5.1 So ist dem SEM beizupflichten, dass es unplausibel erscheint, dass die Beschwerdeführerin sowie ihre volljährigen Geschwi ster und auch ihre Mutter über den Inhalt der Arbeit ihres Vaters respektive Ehemannes kaum etwas wissen. Dass der Vater respektive Ehemann die Beschwerdeführe- rin, ihre Geschwister und ihre Mutter nicht von vorneherein über seine be- haupteten Geschäfte mit den Rebellen orientiert haben will, ist nicht aus- zuschliessen. Dass er aber während den mehr als zehn Jahren, in denen er nach Angaben der Mutter der Beschwerdeführerin bei der Polizei gear- beitet haben soll, zu Hause nie etwas über seine ansonsten nicht hochver- trauliche Arbeit (gemäss Schilderungen der Mutter der Beschwerdeführerin das Einholen von Unterlagen zwecks Ausstellung und Verlängerung von Inlandspässen) oder über sein Arbeitsumfeld berichtet haben soll, so dass die Beschwerdeführerin keinerlei konkrete Angaben dazu machen konnte und ihr Bruder F._______ vermutete, dass der Vater Verbrecher jage, wäh- rend die Mutter von administrativen Arbeiten sprach, erscheint abwegig und überzeugt auch mit Blick auf das Argument, er habe seine Familie dadurch schützen wollen, nicht. Vielmehr entsteht dadurch, wie vom SEM zu Recht angeführt, der Eindruck, der Beruf des Vaters respektive Ehe- mannes sei erfunden. Daran ändert auch nichts, dass die Beschwerdefüh- rerin sowie ihre volljährigen Geschwister und ihre Mutter Angaben über den Karriereverlauf respektive den Arbeitsort des Vaters beziehungsweise Ehe- mannes machen konnten, sind doch auch ihre diesbezüglichen Ausführun- gen wenig detailliert und ersetzen plausible Schilderungen betreffend den Inhalt der Arbeit des Vaters respektive Ehemannes beziehungsweise des- sen Arbeitsumfeld nicht. E-682/2016 Seite 12 5.2 Des Weiteren ist auch nicht nachvollziehbar, wieso die Beschwerde- führerin und ihre volljährigen Geschwister sowie ihre Mutter, auch nach- dem sie in C._______ ins Flugzeug gestiegen sind, noch derart wenig über die Gründe der Entführung ihres Vaters respektive Ehemannes wussten, machte der Onkel der Beschwerdeführerin in seinem mit der Beschwerde der Mutter eingereichten Schreiben vom 1. Februar 2016 doch geltend, dass er – und sogar seine Schwester K._______ – bereits seit geraumer Zeit über die Probleme des Vaters respektive Ehemannes informiert gewe- sen sei. Vor diesem Hintergrund wäre zu erwarten gewesen, dass der On- kel die Beschwerdeführerin, ihre volljährigen Geschwister oder zumindest ihre Mutter spätestens auf der Reise nach oder während des mehrtägigen Aufenthaltes in C._______ – und nicht erst nach Ergehen des erstinstanz- lichen Asylentscheids mittels Brief an die Schweizerischen Behörden – über die genauen Gründe ihrer Flucht und mithin über die Probleme ihres Vaters respektive Ehemannes orientiert hätte. Des Weiteren ist auch nicht verständlich, wie die Beschwerdeführerin und ihre Geschwister, insbeson- dere aber ihre Mutter nicht gemerkt haben sollen, dass ihr Vater respektive Ehemann im August 2015 derart malträtiert wurde, dass er – nach Angaben des Onkels der Beschwerdeführerin in seinem Brief – kaum mehr auf eige- nen Beinen habe stehen können. So sind ihren Befragungsprotokollen we- der entsprechende Vermutungen, noch Hinweis e dafür zu entnehmen, dass der Vater respektive Ehemann Anfang August 2015 länger nicht nach Hause gekommen war. Stattdessen sagten alle ohne jeglichen Vorbehalt aus, dem Vater beziehungsweise Ehemann sei Anfang August 2015 ge- kündigt worden, weshalb er sich dagegen gewehrt habe. Eine solche Ein- sprache gegen seine Entlassung macht aber vor dem Hintergrund des Vor- bringens des Onkels der Beschwerdeführerin in seinem Brief keinerlei Sinn, hätte sich der Vater respektive Ehemann doch kaum gegen eine Kün- digung seines Arbeitsverhältnisses zur Wehr gesetzt, wenn sein Arbeitge- ber tatsächlich herausgefunden hätte, dass er unberechtigt Pässe an Staatsfeinde ausgestellt hatte. 5.3 Überdies erscheint es äusserst zweifelhaft, dass die Personen, welche den Vater – gemäss Brief des Onkels der Beschwerdeführerin – im August 2015 entführt haben sollen, diesen nach dreitägiger Haft und Folter unbe- aufsichtigt freiliessen, damit er eine Liste mit Namen von Rebellen besor- gen könne, die er auch in Begleitung eines der Entführer hätte holen kön- nen, und dabei das nicht unerhebliche Risiko eingingen, dass er die Flucht ergreift. So widerspricht es denn auch jeglicher Logik, dass der Vater – wenn den Schilderungen des Onkels in seinem Brief Glauben geschenkt würde und er im August 2015 tat sächlich freigekommen wäre – sich von E-682/2016 Seite 13 August bis Oktober 2015 in seiner Wohnung in B._______ (nach Angaben der Mutter der Beschwerdeführerin die Meldeadresse der Familie) aufge- halten haben soll. Vielmehr wäre zu erwarten gewesen, dass er, wenn er die Liste mit den Namen von Rebellen nicht herausgeben wollte oder konnte, sofort nach seiner Freilassung mit seiner Familie geflohen oder un- tergetaucht wäre. In jedem Fall erscheint es aber nicht plausibel, dass der Beschwerdeführerin und ihren Geschwistern sowie ihrer Mutter im Oktober 2015 noch Reisepässe ausgestellt worden wären, wenn deren Vater res- pektive Ehemann die Liste mit den Namen der Rebellen nicht an dessen Entführer ausgehändigt hätte. So ist angesichts des Zwecks der Fest- nahme des Vaters im August 2015 – eine Liste mit Namen von Rebellen zu erhalten, denen er in seiner Funktion als Polizist Dokumente ausgestellt haben soll – davon auszugehen, dass hinter der ersten Entführung staatli- che Akteure gestanden haben müssten. Selbst wenn der Vater seinen Ent- führern von August 2015 die gewünschte Liste mit den Namen der Rebel- len ausgehändigt hätte, was sich dem Schreiben des Onkels der Be- schwerdeführerin nicht entnehmen lässt, hätte er sich – aus Angst vor der Rache der Rebellen respektive weiterer Massnahmen seitens staatlicher Akteure – wohl kaum in seiner Wohnung in B._______ aufgehalten, son- dern wäre mit seiner Familie ebenfalls untergetaucht, bis der Onkel der Beschwerdeführerin die Reisepässe verfügbar gemacht hätte. Die An- nahme, dass für die zweite Entfü hrung im Oktober 2015 auch der Staat verantwortlich gewesen ist, ist vor dem Hintergrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführerin, ihren Geschwistern und ihrer Mutter kurze Zeit davor beziehungsweise danach Reisepässe ausgestellt wurden, aber ebenfalls unplausibel. Folglich kommt einzig in Frage, dass für die zweite Entführung die Rebellen verantwortlich waren. Unter diesen Umständen wäre aber da- von auszugehen, dass die Beschwerdeführerin und ihre Angehörigen – welche eigenen Angaben zufolge in (…) Verwandte haben – innerhalb der Russischen Föderation über eine zumutbare Fluchtalternative verfügen (vgl. BVGE 2009 Nr. 52 E. 10.2.5, Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 17 E. 8.3.3 so- wie Urteil des BVGer D-7054/2014 und D-7056/2014 vom 22. April 2015 E. 5.5 [als Referenzurteil publiziert]). 5.4 Selbst wenn den Ausführungen des Onkels de r Beschwerdeführerin sowie ihrer Ahnungslosigkeit und der Ahnungslosigkeit ihrer Geschwister und Mutter Glauben geschenkt würde und sich bereits im August 2015 ein fluchtauslösendes Ereignis zugetragen hat – was eine Ausstellung der Rei- sepässe vor der zweiten Entführung im Oktober 2015 erklären würde – ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin, ihre Mutter und E-682/2016 Seite 14 ihre Brüder ihre Reisepässe zerstört haben. Zusammen mit den ungereim- ten Aussagen der Beschwerdeführerin und ihrer volljährigen Geschwister sowie ihrer Mutter betreffend die Reise von B._______ nach C._______, erweckt dies den Verdacht, dass die Beschwerdeführerin und ihre Angehö- rigen etwas zu verbergen haben. Dies wiederum erhärtet die Zweifel an der Glaubhaftigkeit ihrer Asylvorbringen. 5.5 Ohnehin vermochten insbesondere die bei der Entführung anwesen- den Familienangehörigen, der Bruder F._______ und die Mutter, die Ereig- nisse seit dem 14. respektive 15. Oktober 2015 nicht glaubhaft zu schil- dern. So ist dem SEM mit Verweis auf seine Verfügungen betreffend die Beschwerdeführerin und ihre Angehörigen zuzustimmen, dass diese sich zu den Ereignissen vom 14. respektive 15. Oktober 2015 wiederholt wider- sprochen haben. Ihre dazu auf Nachfrage hin vorgebrachten Erklärungen vermögen diese Widersprüche nicht auszuräumen. Vielmehr erwecken sie den Eindruck, die Beschwerdeführerin und ihre Angehörigen hätten sich zwischen den Kurzbefragungen und den einlässlichen Anhörungen über ihre jeweiligen Aussagen abgesprochen. Dies wiederum deutet darauf hin, dass die Asylvorbringen der Beschwerdeführerin und ihrer Angehörigen nicht selbst erlebt, so ndern erfunden sind. Besonders auffällig erscheint dies bezüglich den Angaben zum Ort, an dem der Bruder F._______ die Mutter nach der Entführung gefunden habe. Während die Mutter bei ihrer eingehenden Anhörung F._______s Version anlässlich dessen Kurzbefra- gung zu Protokoll gab, passte F._______ seine Aussage anlässlich der ein- gehenden Anhörung an jene an, welche seine Mutter bei ihrer Kurzbefra- gung vorgetragen hatte. Dass die Mutter – wie von F._______ vorgetragen – bei der eingehenden Anhörung aus Angst seine Version zu Protokoll ge- geben habe, überzeugt mit Blick darauf, dass beide beim geschilderten Vorfall anwesend gewesen sein wollen, nicht. Ferner führte die Mutter an- lässlich ihrer Kurzbefragung an, F._______ habe ihren Bruder angerufen, nachdem die Entführer das Haus verlassen hätten. F._______ trug anläss- lich seiner Kurzbefragung demgegenüber vor, seine Mutter habe ihren Bru- der nach der Entführung telefonisch kontaktiert. Die auf Nachfrage hin vor- gebrachte Erklärung, F._______ und seine Mutter hätten sich erst in der Schweiz – Monate nach dem Ereignis – darüber unterhalten, wer den Bru- der respektive Onkel angerufen habe, woraufhin sich die Mutter telefonisch von ihrem Bruder habe bestätigen lassen, dass sie ihn angerufen habe, überzeugt nicht. So wäre doch gerade infolge der Abwesenheit d er Be- schwerdeführerin und ihres Bruders D._______ anlässlich der Entführung des Vaters zu erwarten gewesen, dass die Beschwerdeführerin, ihre Ge-E-682/2016 Seite 15 schwister und ihre Mutter den Hergang dieses Vorfalls bereits vor ihrer Aus- reise diskutiert hätten. Schliesslich gab die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Kurzbefragung zu Protokoll, dass F._______ und die Mutter noch am 15. Oktober 2015 ins Dorf der Grosseltern, wo sie und D._______ sich zu dieser Zeit aufgehalten hätten, gekommen seien und die Familie noch am gleichen Tag zur Tante I._______ nach B._______ gefahren sei, von wo aus sie in der Folge bei verschiedenen Verwandten untergekommen seien. Im Widerspruch dazu gab die Mutter zu Protokoll, sie und F._______ seien am 15. Oktober 2015 von ihrer Wohnung aus zu ihrer Schwester I._______ gefahren. Am nächsten Tag seien sie dann zuerst ins Dorf ihrer Eltern und anschliessend zu Verwandten ihres Vaters gefahren. Angesichts dieser und der in den angefochtenen Verfügungen zusätzlic h erwähnten Unge- reimtheiten, erscheint der Vorfall vom 14. respektive 15. Oktober 2015 nicht glaubhaft. Auch wenn die Beschwerdeführerin, wie von ihr geltend gemacht, anläss- lich der Entführung des Vaters vom 14. respektive 15. Oktober 2015 nicht anwesend war und somit, wie auf Beschwerdeebene vorgetragen, keine Angaben zu diesem Vorfall machen kann, sind die diesbezüglichen Aussa- gen ihrer Familienmitglieder für die Beurteilung ihres Asylgesuchs mass- geblich, da die Beschwerdeführerin ihr Gesuch im Wesentlichen mit dem Ereignis vom 14. respektive 15. Oktober 2015 begründet. 5.6 Schliesslich erscheint es auch unglaubhaft, dass lediglich die Be- schwerdeführerin, ihre mitreisenden Geschwister und ihre Mutter von Ver- folgung bedroht sind, während ihr Onkel, der bei der ersten Verhaftung des Vaters im August 2015 gar dabei gewesen sein will, sowie die anderen An- gehörigen mütterlicher- und väterlicherseits unbehelligt in Tschetschenien weiterleben können. In diesem Zusammenhang ist auch nicht nachvoll- ziehbar, wieso die Tante der Beschwerdeführerin nochmals Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet hat, nachdem die Anzeige der Mutter der Be- schwerdeführerin angeblich mit Drohungen gegen Leib und Leben verbun- den war. 5.7 Nach dem Gesagten und mit Verweis auf die in den angefochtenen Verfügungen der Beschwerdeführerin, ihrer Geschwister und ihrer Mutter darüber hinaus angeführten Ungereimtheiten unter anderem betreffend de- ren Biographie (Arbeitstätigkeit und Schulbildung), ging das SEM zutref- fenderweise von der Unglaubhaf tigkeit ihrer Asylvorbringen aus und hat ihre Asylgesuche mithin zu Recht abgelehnt. Daran ändert auch das Vor- bringen, es gehe der Beschwerdeführerin, ihren Geschwistern und ihrer E-682/2016 Seite 16 Mutter psychisch sehr schlecht, wie auch das Schweizerische Rote Kreuz bestätigt habe, weshalb sie sich widersprüchlich geäussert hätten, nichts. So wurden keine ärztlichen Zeugnisse eingereicht, die konkrete psychi- sche Einschränkungen der Beschwerdeführerin und ihrer Angehörigen mit Einfluss auf deren Befragungsfähigkeit belegen würden. Die am Flughafen unter anderem aufgrund der Appetitlosigkeit und Apathie der Beschwerde- führerin und ihrer Angehörige n durchgeführten Untersuchungen weisen auch nicht auf entsprechende Beschwerden hin. 6. Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Auf- enthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Ihre Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Bei der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be- weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigste ns glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegensteh en (Art. 83 Abs. 3 AuG). 7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 E-682/2016 Seite 17 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30] ). Dieses flüchtlings- rechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, die di e Flücht- lingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungsweise Art. 1A FK erfüllen. 7.2.2 Der Beschwerdeführerin ist es – wie vorstehend dargelegt – nicht ge- lungen, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das i n Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Rückschiebungsverbots vorliegend keine Anwen- dung findet. Sodann sind keine Anhaltspunkte für eine menschenrechts- widrige Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK ersichtlich, die der Be- schwerdeführerin im Heimat- oder Herkunftsstaat drohen könnten. Daran vermag auch der Verweis in der Rechtsmitteleingabe vom 3. Februar 2015 auf Berichte des deutschen Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und von "Memorial" betreffend rechtswidrige Festnahmen und Verschwin- denlassen nichts zu ändern, da die Beschwerdeführerin keine entspre- chende Gefahr bezüglich ihrer Person glaubhaft machen konnten. 7.2.3 Der Vollzug der Wegweisung ist damit sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 7.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in seinem Urteil vom 23. De- zember 2009 (vgl. BVGE 2009/52) eingehend mit der Lage in Tschetsche- nien befasst und ist zum Schluss gelangt, es herrsche dort keine Situation allgemeiner Gewalt oder von kriegerischen Auseinanderse tzungen, wes- halb der Wegweisungsvollzug abgewiesener tschetschenischer Asylbe- werber in der Regel zumutbar sei. Die Situation in der Heimat de r Be- schwerdeführerin hat sich seither weiter beruhigt. Zwar ist die Bewegungs- freiheit angesichts der hohen Präsenz von Sicherheitsbeamten in und um Grosny eingeschränkt. Auch kommt es immer noch zu Gefechten mit Ext- remisten. So verübten islamistische Rebellen am 4. Dezember 2014 einen Angriff auf einen Verkehrspolizeiposten ausserhalb von Grosny und an- schliessend auf e in Medienhaus im Zentrum der Stadt, welcher mehrere Todesopfer gefordert hat. Seither wurde aber nicht mehr von Vorfällen ent- sprechenden Ausmasses berichtet. So kann Tschetschenien derzeit denn E-682/2016 Seite 18 auch insgesamt – im Unterschied zur Nachbarrepublik Dagestan, die eine grössere ethnische Heterogenität aufweist und in der mehrere Gruppen um politischen und ökonomischen Einfluss ringen – als relativ stabil bezeichnet werden (vgl. Neue Zürcher Zeitung [NZZ], Der Krieg in den Köpfen, 7. Feb- ruar 2014; NZZ, Diktatur i m Kaukasus, Kadyrows unheimlicher Schatten, 4. April 2015; vgl. ferner Urteile des BVGer D-3406/2015 vom 9. Juni 2015 E. 7.3.1 und D-7213/2013 vom 2. September 2014 E. 6.3.1). Gemäss dem oben erwähnten Urteil vom 23. Dezember 2009 erweist sich indessen der Wegweisungsvollzug für gewisse Kategorien von Personen nach Tschetschenien als unzumutbar, da ihnen weiterhin Menschenrechts- verletzungen drohen können: Aktivisten der Zivilgesellschaft, kritische Journalisten, Rebellen und deren Familienangehörige, Aufstä ndische, die nach der Amnestierung eine Integration in die tschetschenischen Sicher- heitskräfte verweigert haben, Personen mit Verbindung zum Mashkadov - Regime, die sich weigerten, sich dem Kadyrow -Regime zu unterstellen, Personen, die Menschenrechtsverletzu ng vor internationalen Gerichten geltend machten sowie Dienstverweigerer (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.2.3). Die Beschwerdeführerin gehört indessen keiner dieser Kategorien an, wes- halb der Vollzug der Wegweisung grundsätzlich als zumutbar bezeichnet werden kann. 7.3.2 Es bleibt im Folgenden zu prüfen, ob allenfalls individuelle Gründe gegen den Vollzug der Wegweisung sprechen könnten. 7.3.2.1 Die Beschwerdeführerin machte im vorinstanzlichen Verfahren gel- tend, sie sei ungefähr im November 2015 zu Hause von der Treppe ge- stürzt und habe sich dabei die Hand verletzt. Ferner habe sie seither Ge- dächtnisprobleme. Den Akten ist zudem zu entnehmen, dass die Be- schwerdeführerin in der Flughafenunterkunft aus dem Bett gefallen ist und sich erneut an der bereits in Mitleidenschaft gezogenen Hand verletzt hat. Die Mutter der Beschwerdeführerin gab zudem an, dass diese im Transit in Ohnmacht gefallen und deshalb zum Arzt gegangen sei. Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin – sollte sie angesichts dieser Beschwerden eine weitere Behandlung benötigen – in Tschetschenien, und alternativ in anderen Teilen der Russischen Föderation, sowohl bezüg- lich allfälliger somatischer als auch bezüglich möglicher psychischer Lei- den ausreichend medizinisch versorgt werden könnte, sie auch tatsächlich Zugang zu den bestehenden Behandlungsmöglichkeiten hat und sie diese weitestgehend unentgeltlich wird erhalten können (vgl. Urteil des BVGer E-4413/2011 vom 4. Juli 2013 E. 6.1.2, m.w.H.). E-682/2016 Seite 19 7.3.2.2 Es bestehen auf individueller Ebene auch keine anderen Hinweise dafür, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer Rückkehr nach Tschetsche- nien in eine konkrete, ihre Existenz bedrohende Situation geraten könnte. So besuchte sie neun Jahre die Schule und unterstützte danach ihrer Mut- ter, insbesondere in administrativer Hinsicht, in deren Betrieb. Ferner ver- fügt die Mutter der Beschwerdeführerin in B._______ über eine Eigentums- wohnung. Schliesslich hat d ie Beschwerdeführerin in B._______ und so- wohl im Heimatdorf ihrer Mutter, als auch im Heimatdorf ihres Vaters meh- rere nahe Verwandte, welche sie bei Bedarf bei einer Rückkehr nach Tschetschenien unterstützen können. 7.3.3 Insgesamt kann der Vollzug der Wegweisung sowohl in genereller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar bezeichnet werden. 7.4 Schliesslich ist davon auszugehen, dass der Vollzug der Wegweisung auch möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). Es obliegt der Beschwerdeführerin, bei der Beschaffung allfällig notwendiger Dokumente mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung ei- ner Überprüfung gemäss Art. 106 Abs. 1 AsylG beziehungsweise Art. 49 VwVG standhält. Die Beschwerde ist mithin abzuweisen. 9. Da die Beschwerdevorbringen der Beschwerdeführerin, ihrer volljährigen Geschwister und ihrer Mutter von vorneherein als aussichtslos zu bezeich- nen waren, ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, inklusive Ver- beiständung, abzuweisen. Der Antrag bezüglich der Vereinigung der Ver- fahren der Beschwerdeführerin mit den Verfahren ihrer volljährigen Ge- schwister, D._______ und F._______, respektive mit dem Verfahren ihrer Mutter ist mit Verweis auf das Dokument A17/1 im N-Dossier (…) ebenfalls abzuweisen. Nachdem einer Verfahrensvereinigung abgesehen davon aber nichts entgegengestanden hätte, da die A sylvorbringen der Be- schwerdeführerin, ihrer volljährigen Geschwister und ihrer Mutter ein und E-682/2016 Seite 20 denselben Lebenssachverhalt betrafen, werden die Kosten für das vorlie- genden Verfahren im Beschwerdeverfahren der Mutter (E -692/2016) ver- legt. Es sind mithin im vorliegenden Verfahren keine Kosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite) E-682/2016 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung, inklusive Verbeiständung, wird abgewiesen. 3. Das Gesuch um Vereinigung der Verfahren d er Beschwerdeführerin mit den Verfahren E-690/2016 ( D._______), E-691/2016 ( F._______) und E-692/2016 (E._______) wird abgewiesen. 4. Die Kosten für das vorliegende Verfahren werden im Verfahren E-692/2016 verlegt. Mithin sind im vorliegenden Verfahren keine Kosten zu erheben. 5. Es ist keine Parteientschädigung geschuldet. 6. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM, die Flughafenpo- lizei und die zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Regina Derrer