Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. Oktober 2018 (720 16 294 / 267) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Eine für eine Revision der ursprünglich zugesprochenen IV-Rente erforderliche wesentli- che Verbesserung in den gesundheitlichen oder erwerblichen Verhältnissen liegt nicht vor. Zwingende Gründe, die ein Abweichen vom gerichtlichen Gutachten rechtfertigen würden, verneint. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , vertreten durch Daniel Tschopp , Advokat , Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1975 geborene A.____ erlitt am 2. Januar 199 5 anlässlich eines Verkehrsunfalls unter anderem eine Distorsion der Hals- und Wirbels äule (HWS). Als Folge dieses Unfalls musste sie ihren für Sommer 1995 geplanten Lehrabsc hluss verschieben. 1996 konnte sie schliesslich eine kaufmännische Lehre bei der damal igen B.____ AG abschliessen. Ab 2001 arbeitete sie in einem Pensum von 50% bei der C.____ AG. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Verfügung vom 23. September 1999 sprach ihr di e IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) rückwirkend ab Januar 1997 zunächst eine ganze IV -Rente und ab August 1997 eine halbe IV-Rente zu. Die für den Unfall der Versicherte n zuständige Schweizerische Unfallversi- cherungsanstalt (Suva) sprach ihr am 31. Oktober 2000 b zw. am 10. Januar 2001 eine Rente der Unfallversicherung auf der Basis einer Erwerbsfähigk eit von 60% zu. Die Rente der Invali- denversicherung wurde in den Jahren 2001 und 2004 infolge unveränderter Verhältnisse bestä- tigt. Ende Februar 2003 kündete die Versicherte ihre b isherige Anstellung. In der Folge arbeite- te sie mit Unterbrüchen an diversen Stellen. Seit dem Jahre 2005 war sie zunächst stellenlos, arbeitete in der Folge jedoch wieder in unselbständig er Stellung und ab 2011 als selbständig Erwerbstätige im Bereich der Raumpflege von Privathaushalten. C. Im Jahre 2008 leitete die IV-Stelle eine weitere Rentenrevision ein. Zwecks Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse veranlasste sie eine polydisziplinäre Begutachtung durch das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI), in dessen Gutachte n vom 11. Februar 2009 mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte bis mittel gradige depressive Episode und ein chroni- sches zervikozephales Schmerzsyndrom mit begleitenden migränif ormen Kopfschmerzen diag- nostiziert wurden. Die Arbeitsfähigkeit im angestammten Tätigkeitsbereich sowie in sämtlichen körperlich leichten bis kurzzeitig mittelschweren Verweistät igkeiten wurde mit 70% bemessen. Nachdem der regional-ärztliche Dienst der IV-Stelle ( RAD) zum Schluss gekommen war, dass das ABI-Gutachten keine Verbesserung des Gesundheitszustan ds, sondern lediglich eine Ver- besserung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten belege , wurde die Weiterausrichtung der hal- ben IV-Rente bestätigt. D. Nach dem Inkrafttreten der IVG-Revision 6a leitete d ie IV-Stelle im Jahr 2012 eine er- neute Rentenrevision ein. In diesem Rahmen veranlasste sie wiederum eine polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten durch die MEDAS Zentralsc hweiz (Medas). Im entsprechenden Gutachten der Medas vom 1. Juli 2013 wurden bei der V ersicherten mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit chronische Kopfschmerzen mit Übergang zu einer Migräne ohne Aura diagnosti- ziert. Die Medas kam zum Schluss, dass die Arbeitsfähigk eit in der gegenwärtigen Tätigkeit als Raumpflegerin, in einer kaufmännischen Tätigkeit oder in einer vergleichbaren Verweistätigkeit 80% betrage. Aufgrund dieser gutachterlichen Ergebnisse wurden der Versicherten gestützt auf die Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a im Hinblick auf eine Rentenaufhebung sodann mögliche Eingliederungsmassnahmen durch die IV-Stelle au fgezeigt. Ein Arbeitstraining wurde in der Folge im März 2015 abgebrochen. E. Gestützt auf einen IV-Grad von 20% hob die IV-Stell e nach Durchführung des Vorbe- scheidverfahrens am 27. Juli 2016 die bisher ausgerichtete halbe IV-Rente per Ende August 2016 auf. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten d urch Advokat Daniel Tschopp, am 12. September 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantr agte, es sei ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung weiterhin eine halbe IV-Rente auszurichten. Zur Begründung liess sie im Wesentlichen vorbringen, dass es sich bei der Beurteilu ng ihrer gesundheitlichen Verhältnis- se im Gutachten der Medas um eine abweichende Beurteilu ng eines gleichgebliebenen, medi- zinischen Sachverhalts handle. Die für eine Rentenrevision vorausgesetzte Änderung des mas- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sgebenden Sachverhalts liege somit nicht vor. Die IV-Stel le schloss mit Vernehmlassung vom 28. November 2016 auf Abweisung der Beschwerde. Mit Replik, Duplik und Triplik hielten die Parteien in der Folge an ihren bereits zuvor dargelegten Rechtsstandpunkten fest. F. Anlässlich einer ersten Urteilsberatung am 20. Juli 2017 kam das Kantonsgericht zum Schluss, dass gestützt auf bis zu diesem Zeitpunkt vorgelegen e Aktenlage keine abschliessen- de Beurteilung der strittigen Angelegenheit möglich sei. Es beauftragte deshalb die Academy of Swiss Insurance (asim) mit einer polydisziplinären Begutach tung der Versicherten. Das ent- sprechende Gutachten der asim erging am 27. April 2018 und kam namentlich zum Schluss, dass die Versicherte sowohl in ihrer angestammten Tätig keit als auch in einer Verweistätigkeit im Umfang von 50% arbeitsfähig sei und prognostisch keine weitere Verbesserung ihrer Leis- tungsfähigkeit erwartet werden könne. G. Mit Stellungnahme vom 3. Mai 2018 hielt die Versich erte an ihren früheren Rechtsbe- gehren fest. Gestützt auf das asim-Gutachten sei erstel lt, dass kein Revisionsgrund vorliege. Die IV-Stelle führte in ihrer Stellungnahme vom 19. Juni 2018 aus, dass das gerichtliche Gut- achten der asim gemäss RAD-Beurteilung nachvollziehbar und schlüssig ausgefallen sei. Es stelle sich allerdings die Frage, ob nicht allenfalls zwi ngende Gründe vorliegen würden, um ausnahmsweise von der Einschätzung der medizinischen Expert en der asim abzuweichen. So habe die Versicherte effektiv eine höhere Arbeitsleistun g erbracht, als ihr im Gerichtsgutachten der asim attestiert worden sei, weil sie nebst der Eing liederungsmassnahme noch selbständig im Reinigungsbereich gearbeitet habe. Diesen Umstand hätten die Gutachter der asim ver- kannt. Sollte im Missverständnis der Gutachter kein zwingen der Grund für ein Abweichen oder für eine ergänzende Abklärung erkannt werden, wäre in dessen von einem unveränderten Ge- sundheitszustand und damit vom Fehlen eines Revisionsgrundes auszugehen. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 in der nach dem 1. Juli 2006 gültig en Fassung kann gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsgericht am Ort der IV- Stelle innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werd en. Das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, ist deshalb gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 örtlich und sachlich zuständig. Auf die form- und f ristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten. 2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, w enn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht destens 40% invalid ist. Invalidität im Sinne dieser Bestimmung ist die durch einen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden als Folge von G eburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 IVG in Verbindung mi t Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.3 Die Annahme einer invalidisierenden psychischen Gesun dheitsbeeinträchtigung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach e inem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 39 8 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psych ischen Leiden belastenden psycho- sozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein invalidi- sierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, da s die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachz ugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - für die Gesellschaft gar untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird die Invalidität nur für diesen Teil nach Art. 16 ATSG, im Aufgabenbereich hingegen nach Art. 28a Abs. 2 IVG be- messen. Es sind der Anteil einerseits der Erwerbstätigkeit und andererseits der Tätigkeit im Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aufgabenbereich festzulegen und es ist der Invalidität sgrad in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). 4.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Rent en für die Zukunft zu erhöhen, her- abzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgra d in einer für den Anspruch erhebli- chen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wese ntliche Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsg rad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Rechtsprechung anerkennt als Revisionsgrun d namentlich die erhebliche Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes; eine Rente kann ferner auch revidiert werden, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitsschadens erheblich verändert haben (BGE 109 V 116 E. 3b mit Hinweisen). Nach Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversi cherung (IVV) vom 17. Januar 1961 ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspr uchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Änderung der Leistung von dem Zeitp unkt an zu berücksichtigen, in wel- chem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit andauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentl iche Unterbrechung drei Monate ge- dauert hat und voraussichtlich weiter andauern wird. Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfä- higkeit ist die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berü cksichtigen, sobald sie ohne wesent- liche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV). 4.2 Ob eine anspruchserhebliche Tatsachenänderung eing etreten ist, beurteilt sich durch den Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt de r letzten Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der Neubeurteilung. Zei tlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet somit die letzte, der versicherten Person eröffnete und rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkom- mensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung i n den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 114 E. 5). 5. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegn erin den Rentenanspruch der Versi- cherten ab 1. September 2016 zu Recht aufgehoben hat. Eine materielle Prüfung des Renten- anspruchs samt Abklärung des medizinischen Sachverhalts erfol gte letztmals im Rahmen des im Jahre 2008 eingeleiteten Revisionsverfahrens, in dessen Verlauf die IV-Stelle das polydiszip- linäre ABI-Gutachten vom 11. Februar 2009 eingeholt hat (IV-Dok 49). Wie das Kantonsgericht allerdings bereits in seinem Beschluss vom 20. Juli 2017 fe stgehalten hat, ist dieses Gutachten mit Blick auf eine integrale und einlässliche Prüfung de r medizinischen Verhältnisse nicht valid. Hintergrund bildet der Umstand, dass anlässlich dieser B egutachtung weder in orthopädischer bzw. rheumatologischer noch in neuropsychologischer Hinsicht eine fachgerechte Abklärung erfolgt ist. Obschon die ursprüngliche Rentenzusprechung vom 23. September 1999 (IV-Dok 9) just auf orthopädisch und neuropsychologisch bedingte Einsch ränkungen zurückzuführen war, ist dem ABI-Gutachten in dieser Hinsicht jedenfalls kein e vertiefte Auseinandersetzung zu ent- nehmen. Die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach sich da s ABI mit den früheren neuropsy- chologischen Abklärungen nicht eingehend genug auseinand er gesetzt habe, erweist sich da- her als zutreffend: Zu beachten ist, dass die Suva der Versicherten mit Verfügung vom 31. Ok- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tober 2000 nebst einer IV-Rente der Unfallversicherung eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 50% zugesprochen hatte (IV-Dok 15, S. 3). Diese Zuspra- che stützte sich auf die Beurteilung des Integritätsschadens vom 18. Januar 2000 (IV-Dok 58, S. 219), der zufolge die Integritätseinbusse alleine wegen neuropsychologischer Defizite 45% betragen hatte. Diese Einschätzung fusste ihrerseits auf einer neuropsychologischen Untersu- chung der Versicherten durch Dr. phil. D.____, Fachpsychol ogin für Psychotherapie und Neu- ropsychologie FSP, vom 29. Dezember 1999 (IV-Dok 43 S. 60 ff.), wonach deutliche Minderleis- tungen in der Aufmerksamkeit, beim Gedächtnis und in den kognitiven Frontalhirnfunktionen festzustellen gewesen waren. Entgegen der von der IV-Stelle in diesem Zusammenhang in ihrer Eingabe vom 4. April 2017 vertretenen Auffassung hat si ch das ABI in seinem Gutachten vom 11. Februar 2009 mit diesen neuropsychologisch bedingte n Einschränkungen aber nicht ausei- nander gesetzt, da es einzig neurologische und psychiatrische Fach-Abklärungen getätigt, je- doch keine neuropsychologischen Testungen vorgenommen hat. Diese Unterlassung stellt ei- nen gravierenden Mangel bei der Abklärung allenfalls veränderter gesundheitlicher Verhältnisse dar. Nicht nachvollziehbar ist zudem, weshalb das ABI tr otz der medizinischen Vorgeschichte auf eine orthopädische bzw. rheumatologische Abklärung verzichtet hat. Auch diese Disziplinen schon dazumal näher abzuklären wäre unzweifelhaft gebote n gewesen, nachdem die Arbeits- fähigkeit der Versicherten in einer rückenadaptierten Tä tigkeit gemäss dem orthopädischen Gutachten des Spitals E.____ vom 17. August 1999 (IV-Dok 43, S. 69 ff.) ursprünglich ebenfalls lediglich 50% betragen hatte. Bei dieser Sachlage kan n mitnichten davon gesprochen werden, das Revisionsgutachten des ABI vom 11. Februar 2009 habe auf einer integralen und umfas- senden Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse beruh t, wie es rechtsprechungsgemäss aber Voraussetzung gewesen wäre, um mit Blick auf einen zeitlich korrekten Referenzzeitpunkt darauf abstellen zu können. Erschwerend tritt hinzu, da ss auch der RAD im Juli 2009 davon ausgegangen ist, dass mit Blick auf die nur spärliche Ak tenlage im Zeitpunkt der ABI- Begutachtung von unveränderten Verhältnissen auszugehen sei (IV-Dok 50, S. 1). Mangels sonstiger genügender Abklärungen der gesundheitlichen V erhältnisse resultiert somit, dass für die vorliegend strittige Beurteilung, ob mittlerweile eine wesentliche Verbesserung des Gesund- heitszustandes der Versicherten eingetreten ist, deren a ktueller Gesundheitszustand mit den medizinischen Verhältnissen im Referenzzeitpunkt der urs prünglichen Rentenzusprache im September 1999 zu vergleichen ist (so auch Urteil des B undesgerichts vom 7. Juni 2017, 9C_143/2017, E. 3.2.1 f.). Prozessthema bildet demnac h die Frage, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit September 1999 in erheblicher Weise geändert haben und in welchem Aus- mass die Versicherte aufgrund ihrer gesundheitlichen Bee inträchtigungen künftig noch arbeits- fähig ist. 5.1 Gemäss Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leiste n (Satz 1); bei langer Dauer wird aber auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese positivrechtliche Begriffsumschreibung wei cht mithin nicht wesentlich vom Be- griff der Arbeitsunfähigkeit gemäss früherer Rechtspraxi s ab; vielmehr zeichnet sich die Über- führung in das geschriebene Recht durch einen hohen Gra d an Rechtskontinuität aus. Die diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen EVG bleibt f olglich weitestgehend anwendbar Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). Zu ergänzen bleibt, dass die Umschreibung der Arbeitsunfähigkeit in Art. 6 ATSG weder mit der am 1. Januar 2004 in Kraf t getretenen 4. IV-Revision noch mit der seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden 5. IV-Revision Änderungen erfahren hat. 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem U mfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsfähig oder arbeitsun fähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilde n die ärztlichen Stellungnahmen eine wich- tige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche andere Erwerbstä- tigkeit als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der ve rsicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden kann (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozialversiche- rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge setz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforde rungen nicht. Das Gericht hat viel- mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es vo n allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Der Unter- suchungsmaxime entsprechend hat das Gericht von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund e iner Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die hohe Wahrsc heinlichkeit für sich hat, der Wirklich- keit zu entsprechen (BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerisch e Sozialversicherungsrecht kennt demnach keinen Grundsatz, wonach die Versicherungsorgane im Zweifel zu Gunsten der Versicherten zu entscheiden haben. Ein Anspruch auf Lei stungen besteht nur, wenn die Vo- raussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 5.4 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse hat d as Gericht die ihm von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellenden Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro- zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B eweisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicher ungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei lung des streitigen Rechtsanspruches Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist en tscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). 5.5 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung au fzustellen. So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zw ingende Gründe" von den Ein- schätzungen des medizinischen Experten abweicht, dessen Aufga be es ist, seine Fachkennt- nisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um ei nen bestimmten Sachverhalt medizi- nisch zu erfassen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Gleichwoh l wie bei Gutachten externer Spezial- ärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht insbesondere einem von ihm eingeholten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zue rkennen, solange "nicht konkrete In- dizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (B GE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). Schliesslich lässt es die Natur des Begutachtungsauftrags ei nes amtlich bestellten fachmedizi- nischen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b), ein Administrativ- oder Gerichtsgutacht en stets in Frage zu stellen und zum An- lass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vor- behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil beispiels- weise die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rei n subjektiver ärztlicher Interpretation ent- springende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der vorliegend angefo chtenen Verfügung vom 27. Juli 2016 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im W esentlichen auf das Verlaufs- Gutachten der Medas vom 1. Juli 2013 (IV-Dok 92). Sie ging demzufolge davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert habe und ihr seit der Begutach- tung durch die Medas die Ausübung sowohl der ausgeübten Putztätigkeiten in Privathaushalten als auch die früher ausgeübte Tätigkeit als kaufmännische Angestellte im Umfang von 80% zu- mutbar sei. Gleiches gelte für jede andere Verweistätig keit. Wie oben ausgeführt (E. 5.2 hier- vor) ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärz- tinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei de r Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Bereits anlässlich der ers- ten in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatun g vom 20. Juli 2017 gelangte das Kantons- gericht nun allerdings zur Auffassung, dass dem im Rahmen der strittigen Revision eingeholten Gutachten der Medas keine ausschlaggebende Beweiskraft zukom me. Anlass, an den entspre- chenden Schlussfolgerungen zu zweifeln, gab insbesondere der Umstand, dass das Medas- Gutachten mit Blick auf die strittige Rentenrevision den Fokus in zeitlicher Hinsicht auf das nicht valide ABI-Gutachten aus dem Jahre 2009 gelegt hatte (Ziffer 5.4 des Medas-Hauptgutachtens, S. 17). Jener mit Blick auf die strittige Revision zeitli ch mithin falsche Vergleich stellt einen be- deutenden Mangel in Bezug auf die vorliegend massgeben de Frage dar, ob sich der Gesund- heitszustand der Versicherten wesentlich verändert hat. Hinsichtlich der anlässlich der ur- sprünglichen Rentenzusprechung 1999 dazumal durch Dr. D .____ erhobene, zentrale Vermin- derung der Aufmerksamkeitsleistungen und Beeinträchtigung der Frontalhirnfunktionen tritt hin- zu, dass das neuropsychologische Medas-Teilgutachten vom 28. Januar 2013 zwar keine kog- nitiven Dysfunktionen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkei t mehr festgestellt hat, andererseits jedoch davon ausgeht, dass aufgrund der verminderten me ntalen und körperlichen Belastbar- keit eine zeitliche Einschränkung im Tagesverlauf bestehe , deren Ausmass nicht zuverlässig festgelegt werden könne (vgl. a.a.O., S. 6). Diese Auss age ist unpräzise. Unklarheiten resultie- ren aber auch in Bezug auf das neurologische Medas-Teil gutachten, demzufolge sich in den früheren neurologischen Untersuchungen keine neurologi schen Defizite ergeben hätten. Mit Blick auf den vorliegend massgebenden Referenzzeitpunkt per 1999 ist diese Aussage in dieser Form nicht nur nicht nachvollziehbar, sondern falsch. So geht aus dem neurologischen Gutach- ten des Spitals F.____ vom 7. Juni 1999 sehr wohl hervor , dass eine bleibende Beeinträchti- gung der Belastbarkeit angenommen werden müsse (a.a.O. , S. 8, IV-Dok 43). Fraglich ist schliesslich der Umstand, weshalb die im neurologischen Meda s-Teilgutachten zusätzlich zu den chronischen Kopfschmerzen mit Auswirkung auf die Arbeit sfähigkeit erhobene Diagnose eines chronischen Schmerzsyndroms im Medas-Hauptgutachten b ei den Diagnosen aber ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt worden ist. Zumal das Gutachten der Medas mit Blick auf die im Zeitpunkt des strittigen Verfügungserla sses vom 27. Juli 2016 massgebenden Verhältnisse bereits rund drei Jahre alt war, waren di e Abklärungsergebnisse aus dem Verwal- tungsverfahren somit nicht ausreichend beweiskräftig genug , als dass das Gericht darauf hätte abstellen können. Nachdem sich deshalb mit Beschluss des Kan tonsgerichts vom 20. Juli 2017 die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens als unerlässl ich erwiesen hatte, steht hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefü hrerin nunmehr das gerichtliche Gutach- ten der asim vom 27. April 2018 im Zentrum der divergierenden Parteistandpunkte. 6.2 Dem Gerichtsgutachten der asim vom 27. April 2018 liegen Untersuchungen in den Bereichen Innere Medizin, Psychiatrie, Rheumatologie, Neuropsychologie und Otorhinolaryngo- logie (HNO) zu Grunde. Darüber hinaus wurden durch die asim etliche neue Bildgebungen mit- tels MRI und Röntgen erstellt sowie diverse Laborunter suchungen veranlasst. Die Ärzteschaft der asim diagnostiziert in diesem Gutachten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in psychiat- rischer Hinsicht eine chronische Schmerzstörung mit somatische n und psychischen Faktoren. Es bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 %. Das Schmerzerleben werde durch die individuelle Wahrnehmung und eine selbstauferlegte Belastungslimite geprägt. Selbst bei einer optimal angepassten Tätigkeit sei davon auszug ehen, dass bei nur ungenügender Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fähigkeit zur Abgrenzung immer wieder Überforderung ssituationen auftreten würden, bei wel- chen das Schmerzerleben exazerbiere. In neurologischer H insicht diagnostizierten die Gutach- ter mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Kopfschmerze n in Form einer Migräne ohne Aura, chronische Spannungskopfschmerzen bei Verdacht auf Analget ika-Überkonsum und Verdacht auf Kopfschmerzen, zurückzuführen auf eine psychiatrische Erkrankung, sowie Kopfschmerzen rheumatologischer Ätiologie in Form eines chronischen zervikozephalen Schmerzsyndroms und Zervikalgien bei degenerativen Veränderungen der HWS. In rheumatologischer Hinsicht diag- nostizierten die Gutachter mit Auswirkung auf die Arbei tsfähigkeit ein chronisches zervikover- tebrales sowie chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom. Eine quantitative Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei isoliert betrachtet kaum möglich , sondern müsse interdisziplinär erfol- gen. Eine aus muskuloskelettärer Sicht etwas anforderung sreichere Reinigungstätigkeit dürfte zufolge vermehrten Pausenbedarfs im Umfang von 20% bi s 30% mässig eingeschränkt sein. Eine Bürotätigkeit hingegen sei kaum signifikant eing eschränkt. Allerdings könnten sich nicht muskuloskelettäre Faktoren einschränkend auswirken. Im HNO- Fachgutachten der asim diag- nostizierten die Fachgutachter schliesslich mit rein qual itativer Auswirkung auf die Arbeitsfähig- keit intermittierende, Sekunden anhaltende Schwindelbe schwerden ohne eindeutige Hinweise für eine peripher-vestibuläre Funktionsstörung sowie diskrete Zeichen einer zentral-vestibulären Funktionsstörung. Es lägen lediglich sehr diskrete Zeichen vor, weitere Hinweise für eine Patho- logie hätten sich nicht ergeben. Aus HNO-Sicht bestehe so mit keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit Ausnahme qualitativer Einschrä nkungen in dem Sinne, dass die Explo- randin grundsätzlich weder sturzgefährdende Arbeiten noc h Tätigkeiten durchführen sollte, bei welchen sie regelmässig rasche Kopfrotationen durchführen müsse. In polydisziplinärer Hinsicht kamen die Gutachter der asim zum Schluss, dass im Vergleich zu den Vorgutachten diagnostisch eine letztlich andere Ein ordnung bzw. Gewichtung der bisheri- gen Beschwerden vorgenommen werden müsse. Eine Verbesser ung des Gesundheitszustan- des könne aber nicht bestätigt werden. Führend sei die Diagnose einer chronischen Schmerz- störung mit somatischen und psychischen Faktoren auf der Gr undlage eines schweren, unbe- wussten emotionalen Konflikts. Das Ausmass der Schmerzstörun g sei hoch, der Leidensdruck plausibel und die Einschränkung ohne Weiteres begründba r. Eine Diskrepanz, wonach die so- matisch nachweisbaren objektiven Befunde und die aus ne uropsychologischer Sicht aktuell nur leichtgradigen kognitiven Einschränkungen das Ausmass de r erlebten Limitierung nicht voll- ständig erklären könnten, sei nur scheinbar vorhanden u nd im Rahmen der psychiatrischen Diagnose zu sehen. Die Schmerzstörung und der zugrunde li egende Konflikt seien von einer solchen Schwere, dass diese Differenz nicht überwunden w erden könne. Hierfür spreche auch, dass die Explorandin über Jahre hinweg in verschiedene n Untersuchungen vergleichbare ob- jektive Befunde präsentiert habe. Unter Berücksichtigung der diagnostisch im Vergleich zu den Vorbegutachtungen abweichenden Einordnung sei von eine m seit Jahren stabilen und somit auch chronifizierten Beschwerdebild auszugehen. Die in den Gutachten 2009 und 2013 postu- lierten Verbesserungen des Gesundheitszustands seien infolg e einer falschen diagnostischen Einordnung ein Fehlschluss , da die Symptome quasi vorder gründig in die jeweilige fachspezifi- sche Kategorie verpackt worden seien, es aber an einer schlüssigen interdisziplinären Einord- nung der sich auch in den Vorgutachten ergebenden Diskrep anzen hinsichtlich der zugrunde liegende Schmerzstörung gefehlt habe. Die Beschwerden seien als unverändert zu beurteilen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die vermeintliche Verbesserung der gesundheitlichen Verhä ltnisse sei ein Trugschluss. Die Arbeitsfähigkeit sei weiterhin mit 50% einzustufen. E ine nennenswerte Veränderung im weite- ren Verlauf sei nicht zu erwarten. In Beantwortung des vorgelegten Fragenkatalogs gaben die asim-Gutachter an, dass gesamt- medizinisch von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit in de r angestammten, kaufmännischen Tätig- keit auszugehen sei. Die Leistungsfähigkeit der Explorandin habe sich seit ihrer Berentung nicht wesentlich verändert. In einer Verweistätigkeit könne sie ebenfalls keine höhere Arbeitsfähigkeit erzielen. Es sei nicht davon auszugehen, dass zu irgendeinem Zeitpunkt eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Im Verlaufe der Zeit habe die Arbeits- und Leis- tungsfähigkeit konstant um 50% betragen. Es sei der Expl orandin in verschiedenen Arbeitssitu- ationen wie auch in der Wiedereingliederungsmassnahme n icht gelungen, ihre Leistungsfähig- keit über 50% zu steigern. Entsprechend sei weiterhin v on einer 50%-igen Leistungsfähigkeit auszugehen. Verglichen mit den gesundheitlichen Verhäl tnissen, wie sie im Zeitpunkt der ur- sprünglichen Rentenzusprechung im September 1999 vorgelegen hätten, habe im Zeitpunkt der Revisionsverfügung vom 27. Juli 2016 keine Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse vorgelegen. Die attestierte Arbeitsfähigkeit im Umfan g von 50% sei mit den Abklärungsresulta- ten der Eingliederungsversuche vereinbar. Diese Leistungs fähigkeit entspreche der möglichen Belastbarkeit auf Dauer. 7.1 Beide Parteien gehen grundsätzlich darin einig, d ass die medizinischen Abklärungser- gebnisse der asim vollständig und die daraus abgeleitete n Diagnosen nachvollziehbar und schlüssig sind. Dies zu Recht: Es kann in dieser Hinsicht auf d ie Stellungnahme des RAD vom 8. Juni 2018 verwiesen werden (Beilage zur Eingabe de r IV-Stelle vom 19. Juni 2018), wonach die medizinisch-diagnostischen Feststellungen im Gerichtsgutachten, die daraus resultierenden Schlussfolgerungen betreffend die funktionelle Leistun gsfähigkeit sowie die damit verbundenen somatisch und psychischen Fähigkeitseinbussen umfassend und p lausibel und die festgestell- ten Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50% in der angestammten Tätigkeit der Versicherten als kaufmännische Angestellte und in je der anderen erwerblichen Tätigkeit nachvollziehbar und schlüssig begründet worden sind. In Üb ereinstimmung mit der asim geht zudem auch der RAD davon aus, dass die Prognose für ein e Steigerung der Arbeitsfähigkeit schlecht sei. Er schliesst sich sodann der Einschätzung der a sim an, dass die Ergebnisse der beruflichen Massnahmen eine Teil-Limitierung der Arbe itsfähigkeit aufzeigen würden. Schliess- lich geht er davon aus, dass die Zusatzfragen im Gerich tsgutachten korrekt und schlüssig be- antwortet worden sind (a.a.O., S. 2 f.). Diese Auffa ssung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (E. 5.5 hiervor), weicht das Gericht bei ei nem Gerichtsgutachten nicht ohne zwin- gende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend besteht kein Anlass, vo n den Ergebnissen des zitierten asim-Gerichtsgutachtens abzuweichen. Das Gutachten der a sim erfüllt die rechtsprechungsge- mässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage: Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bun desgericht verlangt (oben, Erwägung 5.3 hiervor) und auch vom RAD bestätigt wird – für die str eitigen Belange umfassend, ist in Kennt- nis der Vorakten abgegeben worden und beruht auf alls eitigen und vor allem sehr detaillierten Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Untersuchungen zum Psychostatus der Versicherten. Ebenfalls berücksichtigt es alle deren geklagte Beschwerden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Die g erichtlichen Gutachter der asim setzen sich ausserdem mit den bei den Akten liegenden fachärztli chen Einschätzungen, auseinander. Sie vermögen insbesondere schlüssig zu begründen, dass die bisher durch die Vorgutachten des ABI und der Medas berücksichtigten Beschwerden diagnos tisch abweichend eingeordnet werden müssen, und sich die in diesen vorangehenden Gu tachten der Jahre 2009 und 2013 postulierte Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse deshalb als Trugschluss erweist. 7.2 Welche diagnostischen Überlegungen der zu beurteil enden Gesundheitsschädigung letztlich zu Grunde liegen, spielt mit Blick auf die da raus resultierende Arbeits- und Leistungsfä- higkeit der Versicherten keine Rolle. Mit Blick auf die strittige Rentenrevision ist einzig relevant, ob sich die gesundheitlichen Verhältnisse seit der ursprünglichen Rentenzusprache im Septem- ber 1999 wesentlich geändert haben. Diese Frage wir d durch die Gerichtsgutachter in Überein- stimmung mit den erhobenen Befunden insbesondere im fa chpsychiatrischen Gutachten der asim klar und deutlich mit der Begründung verneint, dass die funktionelle Leistungseinschrän- kung der Versicherten sehr gut anhand des Abschlussberichts zur Eingliederungsmassnahme vom September 2015 aufgezeigt werden könne. Dies triff t zu: Aus der veränderten diagnosti- schen Einschätzung einer chronischen Schmerzstörung resultie ren eine veränderte Einschät- zung der funktionellen Auswirkungen und eine Einschränkun g der Arbeitsfähigkeit alleine aus psychiatrischen Gründen im Umfang von 50%, weil das Schme rzerleben durch die individuelle Wahrnehmung und die selbstauferlegte Belastungslimite geprägt wird. Hintergrund bildet der Umstand, dass bei ungenügender Fähigkeit zur Abgrenzung i mmer wieder Überforderungssitu- ationen auftreten, bei welchen das Schmerzerleben exaz erbiert. Die einhergehend erhobenen Minderleistungen in neuropsychologischer Hinsicht sind in V erbindung mit der von der Versi- cherten beklagten Schmerzsymptomatik dabei als Korrelat di eser affektiven Störung zu inter- pretieren (Neuropsychologisches Fachgutachten der asim, S. 16). Die von der asim bemessene Leistungs- und Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 50% deckt sich quantitativ mit den für die ini- tiale Rentenzusprache im September 1999 massgeblichen Beurteilungen in neuropsychologi- scher Hinsicht. Wie die asim im gerichtlichen Gutachten zu treffend festgehalten hat (a.a.O., Hauptgutachten, S. 2 a.E.), wurde die Arbeitsfähigkei t der Versicherten durch Dr. D.____ be- reits im Untersuchungsbericht vom 29. Dezember 1999 mit e benfalls nur 50% bemessen (IV- Dok 43, S. 63). Wie nunmehr auch die asim war bereits d ie erstbeurteilende Neuropsychologin davon ausgegangen, dass die Versicherte mit einer in di esem Umfang bemessenen Arbeitsfä- higkeit an die ihre Kapazitätsgrenzen stösst (IV-Dok, S. 6 3). Auf der Basis der Begutachtungen durch das Spital E.____ vom 17. August 1999 und des Spi tals F.____ vom 7. Juni 1999 war dazumal ausserdem auch in neurologischer und orthopädisch er Hinsicht von einer nur 50%- igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen worden (IV-Dok 43, S. 74 und IV-Dok 43, S. 88). Unbesehen der rektifizierten diagnostischen Einordnung (asim-Haupt gutachten, Antwort ad Frage 7, S. 18) erhellt damit, dass letztlich von unveränderten gesundheitlichen Verhältnissen auszugehen ist. 7.3 Die IV-Stelle stellt die medizinischen Schlussfolgeru ngen der asim nicht in Frage. Sie wirft in ihrer abschliessenden Stellungnahme vom 19. Ju ni 2018 jedoch die Frage auf, ob hin- sichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht al lenfalls ausnahmsweise triftige Gründe für Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht ein Abweichen von den gutachterlichen Feststellungen vo rlägen. Sie führt dazu aus, dass die Beschwerdeführerin effektiv eine höhere Leistungsfähigkeit erbracht habe, als ihr von den asim- Gutachtern attestiert worden sei und verweist in diesem Zusammenhang auf ihre bereits dupli- cando vorgebrachten Ausführungen vom 4. April 2017. Dort hatte die IV-Stelle dargelegt, dass die Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung ihrer selb ständigen Tätigkeit als Reinigungs- fachfrau deutlich mehr als die im Rahmen der Eingliede rungsmassnahmen geleisteten 50% gearbeitet habe. Im Zusammenhang mit dem Schlussbericht der G.____ vom 3. September 2014 betreffend die Vermittelbarkeit der Versicherten (IV-Dok 126) weist die IV-Stelle sodann auf die der asim von ihr unterbreitete Zusatzfrage hi n. In Beantwortung dieser Frage habe die asim festgehalten, dass das Pensum der Versicherten letztlich bei 50% habe stabilisiert werden können. Diese Antwort der asim stehe nun aber im Widersp ruch zur Tatsache, dass die Be- schwerdeführerin zusätzlich einer selbständigen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei. Im Ergeb- nis sei von den Gutachtern der asim verkannt worden, dass die Versicherte effektiv eine höhere Leistungsfähigkeit gezeigt habe. Ob darin zwingende Gr ünde für ein Abweichen vom gerichtli- chen Gutachten der asim zu sehen seien, müsse das Gericht entscheiden. 7.3.1 Wie die IV-Stelle zutreffend ausführt, weicht das Gericht nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung medizinischer Experten in einem Geri chtsgutachten ab (oben, Erwägung 7.1). Ein Grund für ein Abweichen kann insbesondere d ann gerechtfertigt sein, wenn gegen- sätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Ger icht als triftig genug erschei- nen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, indem es auch ohne eine Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweiche nde Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b). Solche Umstände liegen hier nicht vor. 7.3.2 Es trifft zwar zu, dass die Versicherte seit 2011 u nd damit bereits während den veran- lassten Eingliederungsmassnahmen auch selbständig erwerbstä tig gewesen ist. Anlässlich der asim-Begutachtung hat sie angegeben, dass sie aktuell im U mfang von rund sechseinhalb Stunden pro Woche als Raumpflegerin in Privathaushalte n arbeite. Früher habe sie noch mehr gearbeitet, mittlerweile jedoch aus gesundheitsfremd en Gründen einzelne Kunden verloren (asim-Hauptgutachten, S. 8). Diese Angaben decken sich mit den Unterlagen, welche die Ver- sicherte dem Gericht im Rahmen des Beschwerdeverfahrens zwe cks Nachweises ihrer Bedürf- tigkeit zur Erlangung der unentgeltlichen Rechtspflege (UP) eingereicht hat. Gemäss Auszug aus ihrem individuellen Konto (IK) vom 2. März 2017 erzi elte sie im Jahr 2015 ein Einkommen aus selbständiger Tätigkeit im Umfang von Fr. 15‘531.— (Einzelbeilage zur Duplik vom 4. Juli 2017). Ausgehend von einem durchschnittlichen Stundenansa tz von Fr. 38.— (vgl. Rechnungen, in UP-Unterlagen, Beilagen 3 zur Ei ngabe der Beschwerdeführerin vom 5. Oktober 2016) resultiert bei einer Arbeitsdauer nach Ferien im Umfang von 48 Wochen pro Jahr ein approximatives Wochenpensum als Selbständige im Umfang von achteinhalb Stunden. Auf der Basis einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden entspricht dies in etwa 20% einer Vollzeitstelle, während die nunmehr a namnestisch im Gerichtsgutachten der asim deklarierten sechseinhalb Stunden einem Pensum von kn app 16% entsprechen. Dass dieses zusätzliche Pensum während den noch laufenden Eing liederungsmassnahmen geleistet worden ist, ergibt sich sodann ebenfalls aus den Akten (IV-Dok 126). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3.3 Der IV-Stelle ist beizupflichten, dass die in sel bständiger Stellung während den Ein- gliederungsmassnahmen geleisteten Pensen vordergründig den Eindruck erwecken mögen, dass die Versicherte nebst ihrer vom asim attestierten 50%-igen Arbeitsfähigkeit in der Lage wäre, in einem Renten relevanten Umfang tatsächlich ein e höhere Arbeitsfähigkeit zu erbrin- gen. Eine solche Sichtweise greift indessen zu kurz: Die Akten zeigen nämlich auf, dass die Versicherte im Rahmen ihrer beruflichen Eingliederung letztlich nie in der Lage war, gemessen an den Anforderungen im ersten Arbeitsmarkt tatsächlich ein hälftiges Arbeitspensum zu bewäl- tigen. Im März 2014 startete sie ihr Arbeitstraining mi t einem Pensum zunächst von lediglich zwei Stunden pro Wochentag, wobei eine monatliche Steigerung des Pensums um eine Stunde beabsichtigt worden war (Zielvereinbarung G.____ vom 5 . März 2014, IV-Dok 108). Diese Pen- sensteigerung konnte zwar bereits Ende März 2014 erreicht werden; gleichzeitig hielt die Ein- gliederungsverantwortliche aber fest, dass die Versicher te gemeinsam mit dem Nachmittags- einsatz und dem Anfahrtsweg sehr ausgelastet sei (IV-Do k 109). Die Ende April 2014 verein- barte Konsolidierung eines ab Juni 2014 konstant hälftigen Pensums (IV-Dok 115) stellte sich in der Folge als erneute Belastungssituation dar, welche z usammen mit den Nachmittagseinsät- zen als Selbständige offenbar genau jene gesundheitlich e Probleme provozierte (IV-Dok 116), wie sie die Gerichtsgutachter der asim nunmehr unter dem Titel der funktionellen Auswirkungen noch heute für eine Exazerbation der letztlich psychisch bedingten Beschwerden als massge- bend erachtet haben (Psychiatrisches Fachgutachten der asim , S. 11 f.). Auch wenn das Ein- gliederungspensum im Rahmen eines nachfolgenden Arbeit sversuchs bei 50% stabilisiert wur- de, ist dem entsprechenden Schlussbericht andererseits sodann zu entnehmen, dass die Versi- cherte effektiv ein Pensum von lediglich 38,56% erbracht hat (IV-Dok 136). An diesem Um- stand, wonach die Versicherte mithin nicht einmal in ein em geschützten Rahmen eine hälftige Arbeitsfähigkeit zu erreichen in der Lage war, ändert nichts, dass die krankheitsbedingten Ab- senzen zumindest teilweise auf eine IV-fremde Stirnhöh lenentzündung im Dezember 2015 zu- rückzuführen waren, weil bereits zuvor Mitte November 201 5 wiederholte Absenzen ebenfalls wegen jenen gesundheitlichen Problemen zu verzeichnen waren, wie sie nunmehr vom asim im gerichtlichen Gutachten vom 27. April 2018 als leistung slimitierend beschrieben worden sind (IV-Dok 136, S. 2 und 8). Ein anschliessend in die Weg e geleitetes Arbeitstraining in einem Stellenvermittlungsbüro mit dem Ziel, die Leistungen d er Versicherten im ersten Arbeitsmarkt auszutesten, scheiterte bereits nach wenigen Monaten (IV -Dok 140). Hinzu tritt, dass die beab- sichtigte Konsolidierung eines hälftigen Arbeitspensums – stets bezogen auf die geschützten Umstände einer Eingliederung – unter Einbezug eines b egleitenden Coachings vereinbart wor- den war. Der Arbeitsalltag der Versicherten war mit a nderen Worten durch Rahmenumstände geprägt, die sich im Vergleich zu den Realitäten auf d em ersten Arbeitsmarkt klarerweise ent- lastend und schonend ausgewirkt haben (Zielvereinbarun g vom 23. April 2016, IV-Dok 115). Die ohnehin unter 50% dokumentierten Präsenzzeiten w ährend der Eingliederung können mit- hin keineswegs mit einer vollen Leistungsfähigkeit glei chgesetzt werden. Damit aber erhellt, dass die Versicherte nebst ihrer selbständigen Raumpflege tätigkeit von maximal 20% nicht in der Lage wäre, im ersten Arbeitsmarkt zusätzlich ein Pensu m von 50% mit entsprechend unli- mitierter Leistungsfähigkeit zu absolvieren. Damit kann jedenfalls auch nicht gesagt werden, die Beschwerdeführerin habe in der Vergangenheit effektiv eine höhere Leistungsfähigkeit erbracht, als ihr von den Gutachtern der asim pro futuro nunmehr attestiert worden ist. Wenn die Gutach- ter der asim im Wissen um die selbständige Tätigkeit al s Raumpflegerin die Einschätzung ver- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht treten, dass eine Leistungsfähigkeit von 50% der möglichen Belastbarkeit entspricht, kann darin demnach kein zwingender Grund für ein Abweichen von ihr en gutachterlichen Schlussfolgerun- gen erkannt werden. Dies gilt umso mehr, weil die die asim-Gutachter – anders als bei einer ohnehin zeitlich begrenzten Eingliederung ausserhalb des ersten Arbeitsmarkts – die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu Recht la ngfristig und auf Dauer eingeschätzt haben (asim-Hauptgutachten, Antwort ad Frage 9, S. 18). 7.4 Es liegt in der Natur des Begutachtungsauftrags, di e medizinischen Verhältnisse nicht nur zu erheben, sondern in ihrer Gesamtheit erneut un d damit allenfalls auch abweichend im Vergleich zu den übrigen medizinischen Unterlagen zu be werten. Der Umstand, dass die asim- Gutachter im Vergleich zu den – ohnehin nicht validen – Vorbegutachtungen in den Jahren 2009 und 2013 zwar zu einer diagnostischen Neueinschätzun g, im Ergebnis indessen zu einer Verneinung einer Veränderung in den gesundheitlichen Verhältnissen gelangen, ist einer um- fassenden polydisziplinären Begutachtung geradezu inhärent. Er stellt für sich allein genommen keinen Grund für die Nichtverwertbarkeit des gerichtlich en Gutachtens dar. Massgebend ist vielmehr, ob das fragliche Gutachten den rechtsprechungsg emässen Kriterien zufolge (oben, Erwägung 5.4 f.) überzeugend ausgefallen ist. Dies ist h ier wie soeben dargelegt der Fall. Die Gutachter der asim haben die Versicherte umfassend untersucht und gelangen mit Blick auf die teils gar gescheiterten Eingliederungsmassnahmen zum nachv ollziehbaren Ergebnis, dass der Versicherten weiterhin eine hälftige Restarbeits- und L eistungsfähigkeit verbleibt. Unbesehen der diagnostischen Einordnung deckt sich ihre Einschätzung damit letztlich mit der initialen Be- urteilung von Dr. D.____ per Ende 1999, der zufolge bereits dazumal davon ausgegangen wor- den war, dass die Versicherte mit einer Arbeitsfähigkei t von 50% an die Grenze des Möglichen stösst (oben, Erwägung 7.2). Wie schon damals legen die Gerichtsgutachter gestützt auf ihre diagnostische Neueinordnung der Funktionsstörungen ausserdem schlüssig dar, dass diese nur hälftige Arbeits- und Leistungsunfähigkeit der Versichert en nicht anhand einer Momentaufnah- me, sondern mit Blick auf eine längerfristige Prognose e rfolgt ist. Diese Schlussfolgerung ist ohne Weiteres nachvollziehbar. Im Ergebnis ist deshalb mi t den Gerichtsgutachtern festzuhal- ten, dass bei der Beschwerdeführerin sowohl in der ange stammten Tätigkeit als auch in einer allfälligen Verweistätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt unverändert von einer (Rest-) Arbeitsfä- higkeit von 50% auszugehen ist. 8. Vergleicht man den nunmehr vorliegenden Sachverhalt mit den gesundheitlichen Ver- hältnissen, wie sie der letztmaligen Rentenzusprache durch die IV-Stelle im September 1999 zu Grunde gelegen hatten, so ergibt sich zusammenfassend, dass eine anspruchsmindernde Än- derung in den gesundheitlichen Verhältnissen auszuschliess en ist. Mit Blick auf die erwerbli- chen Auswirkungen der gesundheitlichen Verhältnisse zeigt sich im Gegenteil eine unveränder- te Situation. Die gestützt auf die ergänzenden Abklärun gen des medizinischen Sachverhalts durch das Gerichtsgutachten der asim offensichtlich weiterhi n hälftige Erwerbs- und Arbeitsun- fähigkeit der Versicherten geht gemäss den hievor in Erw ägung 5.3 aufgezeigten Beweisregeln zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Gestützt auf die überze ugend ausgefallenen Erhebungen im gerichtlichen Gutachten der asim vom 27. April 2017 r esultiert jedenfalls keine wesentliche Verbesserung in den gesundheitlichen oder erwerblichen Verhältnissen. Damit fehlt es an ei- nem Revisionsgrund, wie er für die Herabsetzung der ursprünglich verfügten Rente nach Art. 17 Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht ATSG indessen vorausgesetzt wäre, so dass die Beschwerdeführ erin weiterhin Anspruch auf Ausrichtung einer halben Invalidenrente besitzt. Die ge gen die angefochtene Verfügung der IV- Stelle vom 27. Juli 2016 gerichtete Beschwerde ist bei diesem Ergebnis demnach gutzuheis- sen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1000.— festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenr ahmens einheitlich auf Fr. 800.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfa hrenskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlieg end ist die Beschwerdegegnerin unterlegene Partei, weshalb sie grundsätzlich die Verf ahrenskosten zu tragen hätte. Gemäss § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO werden der Vorinstanz bzw. den kantonalen Behörden gemäss Verwal- tungsverfahrensgesetz vom 13. Juni 1988 keine Verfahrensko sten auferlegt. Auf die Erhebung von Verfahrenskosten ist deshalb zu verzichten. 9.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtliche Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Ve rsicherungsträger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeor dnet hat. Hat er keine Massnah- men angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übe rnehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder B estandteil nachträglich zugesproche- ner Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gerich t als notwendig erachteten Beweis- massnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine sol che indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten d er durch das Gericht in Auftrag gegebe- nen Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen (BGE 1 37 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 20. Juli 2017 zum Ergebnis ge- langt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Hintergrund bildete der Umstand, dass sich das Verwaltung sgutachten der Medas vom 1. Juli 2013 hinsichtlich der mit Blick auf die ursprüngliche Re ntenzusprache per September 1999 zu berücksichtigen Fachdisziplinen zwar als vollständig erwiesen , den Fokus in zeitlicher Hinsicht jedoch auf das nicht valide ABI-Gutachten aus dem Jahr e 2009 gelegt hatte. Dieser mit Blick auf die strittige Revision zeitlich mithin falsche Vergle ich stellte einen bedeutenden Mangel dar. In Anbetracht dieser Umstände war die gerichtliche Begu tachtung durch die asim deshalb nicht nur angezeigt, sondern unerlässlich. Im Lichte der geschilderten Rechtsprechung sind die resul- tierenden Kosten, welche sich gemäss Honorarrechnung der a sim auf Fr. 21‘‘978.10 belaufen (Rechnung vom 12. Juli 2018), demnach der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 9.3 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO steht der obsiegenden Beschwe rdeführerin eine Parteient- schädigung zu. Der Honorarnote vom 2. August 2018 zufolge beläuft sich der geltend gemachte Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf insgesamt 20 Stunden. Dieser Aufwand erweist sich angesichts der sich stellenden Sachverhalts- un d Rechtsfragen sowie des mehrfa- chen Schriftenwechsels als angemessen und ist praxisgemäss z u einem Stundenansatz von Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 250.— zu entgelten. Ebenfalls nicht zu beanstande n sind die geltend gemachten Auslagen im Umfang von insgesamt Fr. 170.40. Es ergibt sich demnach eine Parteientschädigung zu Las- ten der Beschwerdegegnerin in der Höhe von insgesamt F r. 5‘568.50 (20 Stunden à Fr. 250.— und Auslagen in der Höhe von Fr. 170.40 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfüg ung der IV-Stelle vom 27. Juli 2016 aufgehoben und es wird und es wird der Beschwerdefüh- rerin mit Wirkung ab 1. September 2016 weiterhin ein e halbe Rente der Invalidenversicherung zugesprochen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 21‘978.10 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle hat der Beschwerdeführerin eine Par teientschädigung in der Höhe von Fr. 5‘568.50 (inkl. Auslagen und 7,7% Me hrwertsteuer) zu bezahlen.