<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00199</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106413&amp;W10_KEY=4467147&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00199</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.11.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Spitaltaxen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufklärung des Patienten über Kostenrisiken vor Eintritt in die Halbprivat-Abteilung<br/><br/>Das Verwaltungsgericht ist zuständig (E. 1).<br/>Die Taxen entsprechen denjenigen für das Kantonsspital Winterthur. Von der TaxO kann durch Verträge abgewichen werden (E. 2a).<br/>Bereits bei Eintritt stand fest, dass der Beschwerdegegner stationär behandelt werden muss (E. 2b).<br/>Die Umstände sprechen gegen die Annahme, der Beschwerdegegner sei nicht in der Lage gewesen, seinen Versicherungsstatus zu besprechen (E. 2c).<br/>Die Patienten sind über ihre Rechte und Pflichten aufzuklären. Die Aufklärungspflicht umfasst auch die Kosten der Behandlung (E. 2d).<br/>Die Halbpatienten-Erklärung, die eine Belehrung über die Kostenfolgen enthält, nimmt nicht auf Unfallopfer Bezug; die Kosten einer Operation lassen sich gestützt darauf nicht abschätzen. Es fehlte damit an einer genügenden Aufklärung (E. 2e).<br/>Da der Beschwerdegegner den Entscheid des Bezirksrats nicht angefochten hat, ist an diesem festzuhalten. Es rechtfertigt sich aber, den vom Beschwerdegegner geschuldeten Betrag festzusetzen und von einer Rückweisung abzusehen (E. 2f).<br/>Es ergibt sich ein Betrag von Fr. 1'913.80.- (E. 2g)<br/>Offen bleiben kann, ob neben der Aufklärungs- auch eine Abklärungspflicht bezüglich der Angaben der eintretenden Patienten besteht (E. 2h).<br/>Der Beginn des Zinsenlaufs wurde richtig festgesetzt (E. 2i).<br/>Der Beschwerdegegner bestritt erst vor Bezirksrat die Rechtsmässigkeit der Aufhebung des Rechtsvorschlags (E. 3b).<br/>Das Verwaltungsgericht ist zur Aufhebung des Rechtsvorschlags befugt (E. 3c).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Abgaberecht ST: GEBÃHREN">GEBÃHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HALBPRIVAT">HALBPRIVAT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PATIENTENERKLÃRUNG">PATIENTENERKLÃRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PATIENTENRECHT">PATIENTENRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSÃFFNUNG">RECHTSÃFFNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REFORMATIO IN PEIUS">REFORMATIO IN PEIUS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SPITALTAXE">SPITALTAXE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNFALLVERSICHERUNG">UNFALLVERSICHERUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 104 lit. I OR</span><br/><span class="gerade">§ 4 lit. II PRV</span><br/><span class="ungerade">§ 6 TaxO</span><br/><span class="gerade">§ 14 lit. II TaxO</span><br/><span class="ungerade">§ 63 lit. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A, geboren am 11. Juni 1941, wohnhaft in W, trat am 2. MÃ¤rz 1999 wegen einer nicht dislozierten Schenkelhalsfraktur links aufgrund eines Sturzes auf die linke HÃ¼fte um 15.45 Uhr in die Notfallstation des Stadtspitals Triemli in ZÃ¼rich ein, wo er bis am 19. MÃ¤rz 1999 stationÃ¤r behandelt wurde. Einer sofortigen Operation, vom leitenden Arzt empfohlen, widersetzte sich A, da er sich nicht von einer Ãrztin operieren lassen wollte. Der Eingriff konnte daher erst am 3. MÃ¤rz 1999 vorge­nommen werden. Da A erklÃ¤rt hatte, er sei halbprivat versichert, wurde er nach Unterzeichnung einer entsprechenden PatientenerklÃ¤rung vom 2. bis am 4. MÃ¤rz 1999 als Halbprivat-Patient gefÃ¼hrt und behandelt. In der Folge stellte sich heraus, dass A bloss allgemein versichert war, weshalb das Stadtspital Triemli am 25. Juni 1999 Rechnung Ã¼ber Fr. 8507.90 stellte. Nachdem A die Rechnung trotz Mahnungen nicht bezahlt hatte, leitete das Stadtspital Triemli die Betreibung ein, wogegen A Rechtsvorschlag erhob. Am 2. Mai 2000 erliess der Vorsteher des Gesundheits- und Umweltdeparte­mentes der Stadt ZÃ¼rich die VerfÃ¼gung Nr. 2019, in der A verpflichtet wurde, dem Stadt­spital Triemli Fr. 8507.90 nebst Zins von 5 % seit 31. Juli 1999 zu bezahlen; gleichzeitig wurde der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 1 (Betreibungsamt W, Zahlungsbefehl vom 23. MÃ¤rz 2000) aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die gegen diesen Entscheid gerichtete Einsprache A's vom 30. Mai 2000 wies der Stadtrat von ZÃ¼rich am 23. August 2000 unter Kostenauflage ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit Eingabe vom 25. September 2000 erhob A gegen diesen Entscheid Rekurs beim Bezirksrat mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei vollumfÃ¤ng­lich aufzuheben. Der Bezirksrat kam mit Beschluss vom 17. Mai 2001 in teilweiser Gut­heissung des Rekurses zum Schluss, dass A aufgrund seines Verhaltens alle durch die Krankenkasse nicht gedeckten Kosten fÃ¼r Unterkunft, Verpflegung und Behand­lung bis am nÃ¤chsten Arbeitstag vor der Operation zu Ã¼bernehmen habe. Zur genauen Berechnung dieser BetrÃ¤ge bzw. zur Rechnungsstellung wies der Bezirksrat die Sache an die Vorinstanz zurÃ¼ck.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Dagegen erhob die Stadt ZÃ¼rich mit Eingabe vom 20. Juni 2001 und damit recht­­­zeitig Beschwerde mit den AntrÃ¤gen, A habe dem Stadtspital Triemli Fr. 8507.90 nebst 5% Zins seit 31. Juli 1999 zu bezahlen, und in diesem Umfang sei der Rechts­vor­schlag von A aufzuheben. Schliesslich sei der Entscheid des Bezirksrates vom 17. Mai 2001 aufzuheben. Der Bezirksrat als Vorinstanz verzichtete auf Vernehmlassung. A seinerseits liess vollumfÃ¤ngliche Abweisung der Beschwerde bean­tragen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das Verwaltungsgericht hat vorab seine ZustÃ¤ndigkeit zu prÃ¼fen (§ 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997; VRG). Diese ergibt sich aus § 41 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 VRG. Da die BeschwerdefÃ¼hrerin nach § 21 lit. b in Verbindung mit § 70 VRG legitimiert ist (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kom­mentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 62) und auch die Ã¼brigen Voraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Die Taxen einer Behandlung in den stÃ¤dtischen KrankenhÃ¤usern der Stadt ZÃ¼rich richten sich nach der Taxordnung fÃ¼r die StadtspitÃ¤ler Waid und Triemli vom 8. Juli 1992 (TaxO-Stadt). Diese verweist in Art. 1 ergÃ¤nzend auf die Taxordnung der kantonalen Kranken­hÃ¤user vom 1. April 1992 (TaxO), soweit sie keine eigenen Regelungen enthÃ¤lt. FÃ¼r die Stadt­­spitÃ¤ler Triemli und Waid gelten die Taxen fÃ¼r das Kantonsspital Winterthur (Art. 5 Abs. 1 TaxO-Stadt; § 7 Abs. 1 lit. b TaxO). Die Taxen werden in erster Linie vom Patienten geschul­det (§ 19 lit. a TaxO). FÃ¼r die Taxen der Halbprivatpatienten gelten beson­dere Bestimmungen; namentlich haben sie das Ã¤rztliche Honorar zu Ã¼bernehmen (§§ 6 und 14 Abs. 2 TaxO).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach Art. 11 TaxO-Stadt bzw. § 21 TaxO kann der Vorstand des Gesundheits- und Wirtschaftsamtes (Stadt ZÃ¼rich) bzw. die Direktion des Gesundheitswesens (Kanton) mit Ver­sicherern, Anstalten und anderen Taxgaranten VertrÃ¤ge abschliessen, in denen von der (stÃ¤dtischen oder kantonalen) Taxordnung abgewichen wird. Solche VertrÃ¤ge sieht im Bereich der Unfallversicherung auch Art. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Unfallversicherung vom 20. MÃ¤rz 1981 vor. Von dieser ErmÃ¤chtigung haben die Unfallversicherer und die AkutkrankenhÃ¤user von Stadt und Kanton ZÃ¼rich mit Vertrag vom 1. Juli 1990 Ge­brauch gemacht (UVG-Vertrag). Dieser sieht die Behandlung der Patienten grundsÃ¤tzlich in der allgemeinen Abteilung vor. Wenn ein Patient oder dessen AngehÃ¶rige die Unterbrin­gung in einer hÃ¶heren Pflegeklasse verlangten, haben sie die damit verbundenen Mehrkos­ten zu Ã¼bernehmen (Art. 6 UVG-Vertrag).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Beschwerdegegner trat am 2. MÃ¤rz 1999 um ca. 15.45 in die Notfallstation des Stadtspitals Triemli ein. Der leitende Arzt, Dr. C, empfahl ihm notfallmÃ¤s­sig die Osteosynthese, worunter die Stabilisierung der Fraktur durch an der Bruchstelle plaz­ierte, meist durch Zweitoperation wieder zu entfernende KrafttrÃ¤ger (z.B. Schrauben, Platten) verstanden wird, um die frÃ¼hfunktionelle freie Ãbungsbehandlung zu ermÃ¶glichen (Pschyrembel Klinisches WÃ¶rterbuch, 258. A., Berlin 1998, S. 1173). Da sich der Beschwer­degegner weigerte, von einer Frau operiert zu werden, musste die Operation auf den nÃ¤chsten Tag verschoben werden, wo sie â nach Vorbereitung um ca. 14.30 Uhr â um ca. 16.00 stattfand. Der Beschwerdegegner verbrachte die Nacht im Spital. Bereits zu diesem Zeitpunkt stand jedoch fest, dass er nach der Operation stationÃ¤r im Spital wÃ¼rde verbleiben mÃ¼ssen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der Beschwerdegegner war beim Eintritt ins Spital Ã¼ber seine VersicherungsverhÃ¤ltnisse befragt worden. In der Rekursschrift gab er an erklÃ¤rt zu haben, er habe keine Halb­­privat-Versicherung fÃ¼r Unfallereignisse abgeschlossen, wisse aber nicht, wie er von seiner Arbeitgeberin (TA-Media) versichert sei. In der Beschwerdeantwort erklÃ¤rt der Beschwerdegegner, die von ihm unterzeichnete ErklÃ¤rung sei vÃ¶llig unverstÃ¤ndlich gewesen, und er sei davon ausgegangen, dass sein Unfall Ã¼ber die Unfallversicherung und nicht Ã¼ber die Krankenkasse abgewickelt wÃ¼rde. Nach Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin hat der Beschwerdegegner bei Spitaleintritt gegenÃ¼ber dem Pflegepersonal auf der Notfallstation mÃ¼nd­lich den Wunsch geÃ¤ussert, als Halbprivatpatient untergebracht zu werden. Jedenfalls unterzeichnete der Beschwerdegegner in der Folge am 2. MÃ¤rz 1999 eine "Halbprivatpatien­tenerklÃ¤rung", mit der er sich verpflichtete, die von anderen KostentrÃ¤gern nicht Ã¼bernom­menen Kosten seines Spitalaufenthaltes in der halbprivaten Abteilung selber zu Ã¼bernehmen. Entsprechend seinem Status als Halbprivatpatient wurde der Beschwer­degegner am nÃ¤chsten Tag vom leitenden Arzt Dr. C operiert.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat erwog im angefochtenen Entscheid, die vom Beschwerdegegner behaupteten grossen Schmerzen und Ãngste bei Unterzeichnung kÃ¶nnten seine UrteilsfÃ¤higkeit kaum wesentlich beeintrÃ¤chtigt haben, da sie ihn nicht davon abgehalten hÃ¤tten, die Operation durch eine Ãrztin zu verweigern und damit die Behandlung um einen Tag zu ver­schieben. Zudem habe er Schmerzmittel erhalten, wobei gemÃ¤ss einem Schreiben des Chefarztes Chirurgie, Prof. D, keine Anhaltspunkte dafÃ¼r vorlÃ¤gen, der Patient sei dadurch in seiner UrteilsfÃ¤higkeit vermindert worden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In der Tat sprechen diese UmstÃ¤nde gegen die Annahme, der Beschwerdegegner sei gar nicht in der Lage gewesen, die ihm gestellten Fragen und vorgelegten Unterlagen zu ver­­stehen und eine Unterredung Ã¼ber seinen Versicherungsstatus zu fÃ¼hren. Hingegen kann daraus noch nicht der gegenteilige Schluss gezogen werden, er sei ohne EinschrÃ¤nkung auf der durch ihn unterzeichneten ErklÃ¤rung zu behaften.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Nach § 4 Abs. 2 der Patientenrechtverordnung vom 28. August 1991 (PRV) sind die Patienten in geeigneter Weise Ã¼ber ihre Rechte und Pflichten aufzuklÃ¤ren. Diese Bestim­­mung ist auf das stÃ¤dtische Spital Triemli anwendbar (§ 1 PRV in Verbindung mit § 40 des Gesundheitsgesetzes vom 4. November 1962).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Spital hat die eintretenden Patienten dabei namentlich Ã¼ber die voraussichtlichen Kosten der Behandlung aufzuklÃ¤ren; insbesondere sind sie darauf aufmerksam zu machen, wenn keine ausreichende Versicherungsdeckung besteht, der Patient die Kosten also ganz oder teilweise selbst zu tragen hat (BGE 119 II 456 E. 2; VGr, 19. Dezember 1994, VB.1994.00173, E. 2). Bei notfallmÃ¤ssig eingelieferten Personen gelten zwar im Allgemeinen keine allzu strengen Anforderungen, doch sind auch sie bzw. die fÃ¼r sie <br/> handelnden Personen in adÃ¤quater Weise zu informieren (VGr, 23. September 1997, VB.1996.00214, E. 2a). Inhalt und Form der AufklÃ¤rung haben dem Bildungsgrad und der beruflichen Erfahrung des Adressaten zu entsprechen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Vorliegend fand bei Eintritt des Beschwerdegegners ins Stadtspital Triemli eine Unterredung statt, deren Ablauf und Inhalt von den Parteien zwar unterschiedlich geschildert wird, in deren Mittelpunkt aber nach Ã¼bereinstimmender Darstellung die gewÃ¼nschte Art der Behandlung und Unterbringung (allgemeine oder halbprivate Abteilung) und der Umfang des Versicherungsschutzes standen. Hin­gegen wurde weder vorgebracht noch bestehen Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass auch die voraussichtliche HÃ¶he der durch den Beschwerdegegner zu tragenden Kosten einer Behandlung und Unterbringung in der halbprivaten Abteilung einen Gegenstand dieser Unterredung gebildet habe. In der Folge dieser Besprechung unterzeichnete der Be­schwerdegegner das Formular der Halbprivatpatienten-ErklÃ¤­rung. Dieses ver­weist ganz oben bezÃ¼glich der Spitaltaxen-AnsÃ¤tze auf die Vereinbarungen zwischen den Krankenkassen des Kantons ZÃ¼rich und die Taxordnung fÃ¼r die StadtspitÃ¤ler Waid und Triemli. Danach werden die Tages- und PflegetaxenansÃ¤tze sowie die DepotansÃ¤tze fÃ¼r Kran­kenkassenpatienten einerseits und Selbstzahler anderseits aufgelistet. Anschliessend wird darauf hingewiesen, dass die Kosten fÃ¼r Arzthonorare, Operations- und AnÃ¤sthesie­kos­ten, medizinisch-technische Leistungen, Medikamente, medizinisches Material u.Ã¤., Transporte und weiteres mehr nicht in den obigen AnsÃ¤tzen enthalten seien, sondern zusÃ¤tzlich in Rechnung gestellt wÃ¼rden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Beschwerdegegner bemÃ¤ngelt zu Recht, dass das Formular nur auf die Kranken­kassen und deren Leistungen und Versicherten, hingegen nicht auf die Unfallversicherungen Bezug nimmt. Auch wenn Unfallpatienten bei der Aufnahme aus diesem Umstand kaum den Schluss ziehen durften, die Unterbringung in der halbprivaten Abteilung habe fÃ¼r sie persÃ¶nlich von vornherein keinerlei Kostenfolgen, musste so Unklarheit darÃ¼ber ent­stehen, inwieweit diese Bestimmungen auch auf sie anwendbar seien. Zu dieser Unsicherheit kommt hinzu, dass das Formular gerade in FÃ¤llen wie dem vorliegenden die GesamthÃ¶he der allenfalls durch den Patienten zu Ã¼bernehmenden Taxen nicht deutlich macht. Die Aufmerksamkeit der Lesenden wird primÃ¤r auf die Aufstellung der TagesansÃ¤tze gelenkt. Bei einem kÃ¼rzeren Spitalaufenthalt sind die sich daraus ergebenden Kosten nicht allzu hoch. Hingegen enthÃ¤lt das Formular keinerlei Hinweise auf die mÃ¶gliche HÃ¶he der unter Punkt 2. aufgezÃ¤hlten Positionen wie insbesondere Arzthonorare, Operations- und AnÃ¤sthesiekosten sowie medizinisch-technische Leistungen. Da vorliegend der Beschwer­degegner ca. einen Tag nach seinem Spitaleintritt operiert wurde, fielen innert kurzer Zeit bereits Kosten in der HÃ¶he von einigen Tausend Franken an. Das Risiko, Taxen in dieser HÃ¶he selbst tragen zu mÃ¼ssen, wird fÃ¼r in dieser Beziehung wenig kundige und erfahrene Patienten â zu denen auch der Beschwerdegegner zu rechnen ist â durch die Auflis­tung kaum erkennbar. Ein Indiz dafÃ¼r konnten hÃ¶chstens die DepotansÃ¤tze fÃ¼r die verschie­denen Patientenkategorien darstellen. Zum Einen lassen diese sich allerdings jedenfalls teil­­weise auch damit erklÃ¤ren, das Spital wolle auch fÃ¼r den Fall eines lÃ¤ngeren Aufenthalts genÃ¼gende Deckung erhalten, zum Andern sind diese BetrÃ¤ge fÃ¼r die eintretenden Patienten nur dann von Bedeutung, wenn im konkreten Einzelfall tatsÃ¤chlich die Leistung eines Depots verlangt wird. Vorliegend ist somit davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner Ã¼ber die erheblichen Kostenfolgen insbesondere einer Operation als Halbprivat-Patient nicht in angemessener Weise aufgeklÃ¤rt wurde. Dies fÃ¼hrt in analoger Anwendung der fÃ¼r das private Auftragsrecht entwickelten GrundsÃ¤tze (vgl. BGE 119 II 456) dazu, dass der Be­schwerdefÃ¼hrerin gegenÃ¼ber dem Beschwerdegegner keine Taxforderung fÃ¼r die Behand­lung und Unterbringung in der halbprivaten Abteilung zusteht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Die Beschwerde ist damit abzuweisen. Zwar fÃ¼hrten die vorangehenden ErwÃ¤gun­gen an sich zum Schluss, dem Beschwerdegegner seien Ã¼berhaupt keine Taxen fÃ¼r die Behandlung in der halbprivaten Abteilung aufzuerlegen, doch hat dieser â rechtskundig ver­treten â den Entscheid des Bezirksrats nicht angefochten. Da davon auszugehen ist, dass er der Unterbringung in dieser Abteilung bei kaum getrÃ¼btem Bewusstsein und in Kenntnis einer jedenfalls mÃ¶glicherweise mangelhaften Versicherungsdeckung zugestimmt und er davon auch profitiert hat (namentlich mit der Operation durch den leitenden Arzt), besteht kein Anlass, vom Verbot der reformation in peius â das gegenÃ¼ber Gemeinwesen nicht aus­nahms­los gilt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 63 N. 17) â abzuweichen. Damit ist vom Entscheid des Bezirksrats auszugehen. Im Interesse einer zÃ¼gigen Verfahrensabwicklung ist jedoch die An­gelegenheit nicht an den Stadtrat ZÃ¼rich zurÃ¼ckzuweisen, sondern der durch den Beschwerde­­gegner geschuldete Betrag durch das Gericht festzulegen (§ 63 Abs. 1 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>g) Der Bezirksrat erwog, der heutige Beschwerdegegner habe alle durch die Versicherung nicht gedeckten Kosten fÃ¼r Unterkunft, Verpflegung und Behandlung bis vor dem Zeitpunkt seiner Operation zu Ã¼bernehmen. Davon ausgehend, dass die an ihn gerichtete Rechnung die einzelnen Positionen offenbar in chronologischer Reihenfolge auflistet, ergibt sich folgende Aufstellung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Differenz der Grundtaxen fÃ¼r den 2. und 3. MÃ¤rz 1999 408.-</span></p> <p class="Einzug1"><span>Behandlungs- und Nebenkosten 2. MÃ¤rz (S. 1 der Rechnung) 738.05</span></p> <p class="Einzug1"><span> " " " " " (S. 2 " " ) 444.65</span></p> <p class="Einzug1"><span> " " " " " (S. 3 " " ) 75.60</span></p> <p class="Einzug1"><span> " " " 3. MÃ¤rz (S. 3 " " ) 247.50</span></p> <p class="Einzug1"><span>Total 1913.80</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>h) Offen bleiben kann bei dieser Sachlage, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin neben der AufklÃ¤rungspflicht auch eine AbklÃ¤rungspflicht bezÃ¼glich der Angaben der eintretenden Patienten trifft, deren Missachtung ebenfalls den Verlust von TaxansprÃ¼chen zur Folge hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>i) In der Rechnung vom 25. Juni 1999 wurde dem Beschwerdegegner eine Zahlungs­­frist von 30 Tagen angesetzt. Nach Ablauf dieser Frist befand er sich im Verzug (vgl. Wolfgang Wiegand, Basler Kommentar, 1996, Art. 102 OR N. 9). In der VerfÃ¼gung vom 2. Mai 2000 wurde der Beginn des (Verzugs-) Zinsenlaufs somit zu Recht auf den 31. Juli 1999 angesetzt (Art. 104 Abs. 1 des Obligationenrechts [OR]).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Der Beschwerdegegner bestreitet im Beschwerdeverfahren, dass der Rechtsvorschlag vom Vorstand des Gesundheits- und Umweltdepartements am 2. Mai 2000 zu Recht beseitigt worden sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) In der VerfÃ¼gung des Vorstandes des Gesundheits- und Umweltdepartementes der Stadt ZÃ¼rich vom 2. Mai 2000 wurde der Rechtsvorschlag gegen die Betreibung Nr. 1 des Betreibungsamtes W vollumfÃ¤nglich (d.h. im Umfang der ganzen Forderung von Fr. 8507.90 nebst Zins zu 5% seit 31. Juli 1999) aufgehoben. Dagegen erhob der Beschwer­degegner am 30. Mai 2000 Einsprache an den Stadtrat von ZÃ¼rich, ohne auf die Beseitigung des Rechtsvorschlages einzugehen; der Stadtrat wies mit Beschluss vom 23. August 2000 die Einsprache vollumfÃ¤nglich ab. Erst im Rekursverfahren vor Bezirksrat beanstandete der Beschwerdegegner die RechtmÃ¤ssigkeit der Beseitigung des Rechts­vor­schla­ges. Der Bezirksrat griff im angefochtenen Entscheid die Vorbringen des Beschwerdegegners zur Beseitigung des Rechtsvorschlages zwar auf, ohne jedoch darÃ¼ber zu entscheiden. Er hob in der Folge den Entscheid des Stadtrates vom 23. August 2000 auf und wies die Sache zur Rechnungsstellung im Sinne der ErwÃ¤gungen an diesen zurÃ¼ck, was wiederum die Aufhebung des Rechtsvorschlages durch den Stadtrat in diesem Umfang impliziert.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der Beschwerdegegner verlangt in der Beschwerdeantwort lediglich die BestÃ¤tigung des vorinstanzlichen Entscheides. Damit ist die Frage der Beseitigung des Rechtsvorschlages als solche nicht angefochten. Im Ãbrigen steht es dem Verwaltungsgericht in der vorliegenden Konstellation zu, einen Rechtsvorschlag zu beseitigen (dazu BGE 119 V 329 E. 2b, mit Hinweisen). Ferner hÃ¤lt der Beschwerdegegner die VerfÃ¼gung der Gesundheits- und Umweltdirektion vom 2. Mai 2000 als rechtlich unhaltbar, soweit darin die RechtsÃ¶ffnung angeordnet werde. Indessen kann im vorliegenden Verfahren auf die Kritik an der Ver­fÃ¼gung vom 2. Mai 2000 nicht mehr eingegangen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird im Sinne der ErwÃ¤gungen abgewiesen. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin den Betrag von Fr. 1'913.80 zuzÃ¼glich 5% Zins seit 31. Juli 1999 zu bezahlen.</p> <p class="Einzug2">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>