B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-956/2012 U r t e i l v o m 7. O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richterin Elena Avenati-Carpani, Richterin Marianne Teuscher, Gerichtsschreiber Daniel Grimm. Parteien A._______, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Vischer, Herostrasse 7, 8048 Zürich, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Einreiseverbot. C-956/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der aus dem Kosovo stammende Beschwerdeführer (geb. […]) gelangte im August 1990 im Rahmen des Familiennachzugs zwecks Verbleibs bei seinen Eltern in die Schweiz. Kurz darauf erhielt er von der zuständigen kantonalen Migrationsbehörde direkt die Niederlassungsbewilligung. Im November 1999 hat er in seinem Heim atland eine serbische Staatsange- hörige geheiratet. Aus dieser Ehe gingen drei gemeinsame Kinder (geb. 2003, 2005 bzw. 2007) hervor. Die Ehefrau und die Kinder, alle hierzulande ansässig, sind ebenfalls im Besitze einer Niederlassungsb e- willigung. B. B.a Während seiner Anwesenheit in der Schweiz trat der Beschwerdefüh- rer wiederholt strafrechtlich in Erscheinung. Nach zwei Strafverfügungen der Jugendanwaltschaft des Kantons Luzern in den Jahren 1997 und 1998 (u.a. wegen einfacher Körperverletzung) verurteil te ihn das Amts - statthalteramt Luzern am 30. Dezember 2002 wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch zunächst zu einer Busse von Fr. 200.-. Weitere Verurteilungen durch die gleiche Behörde erfolgten gemäss Strafregister- auszug am 5. Juni 2003 (Busse von Fr. 200.- wegen Hausfriedensbruchs) und am 14. August 2003 (bedingte Haftstrafe von zwei Monaten sowie Busse von Fr. 1'000.- wegen Strassenverkehrsdelikten). Mit Urteil vom 26. September 2003 bestrafte ihn das Kriminalgericht des Kantons L u- zern wegen Raubes sodann mit einem Jahr und vier Monaten Gefängnis bedingt, bei einer Probezeit von drei Jahren. B.b Wegen dieser Verurteilungen und weil er vom Februar 2005 bis im Sommer 2007 in vier Fällen , wenn auch in geringf ügigerem Masse, for t- delinquierte (Strassenverkehrsdelikte, Tätlichkeiten), wurde der Betroff e- ne vom Amt für Migration des Kantons Luzern am 13. August 2007 ver- warnt. B.c Am 3. August 2009 erkannte das Amtsstatthalteramt Hochdorf den Beschwerdeführer weiterer Strassenverkehrsdelikte (u.a. En twendung ei- nes Motorfahrzeuges zum Gebrauch und Führen eines Personenwagens ohne Führerausweis) schuldig und bestrafte ihn mit einer unbedingten Geldstrafe von fünfzehn Tagessätzen à Fr. 70.- sowie einer Busse von Fr. 1'000.-. Zuletzt verurteilte ihn das K riminalgericht des Kantons Luzern am 2. Juli 2010 wegen mehrfacher schwerer Verstösse gegen das B e- täubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 1951 (BetmG, SR 812.121) und C-956/2012 Seite 3 Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer unbedingten Freiheits- strafe von dreieinhalb Jahren. C. Das Migrationsamt des Kantons Luzern widerrief mit Verfügung vom 14. Oktober 2010 die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und wies ihn an, die Schweiz nach der Entlassung aus dem Strafvollzug zu verlassen. Auf ein dagegen eingereichtes , v erspätetes Rechtsmittel trat das Justiz -und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern mit En t- scheid vom 14. Januar 2011 nicht ein (bestätigt durch das Urteil des Ve r- waltungsgerichts des Kantons Luzern vom 11. Juli 2011). Vier Tage nach der am 21. Januar 2012 erfolgten bedingten Entlassung aus dem Stra f- vollzug kehrte der Beschwerdeführer freiwillig in den Kosovo zurück. D. Nachdem dem Beschwerdeführer am 30. November 2011 das rechtliche Gehör zur Verhängung einer Fernhaltemassnahme gewährt worden war, erliess die Vorinstanz am 20. Januar 2012 ein ab dem 26. Januar 2012 gültiges, zeitlich unbefristetes Einreiseverbot. Gleichzeitig ordnete sie die Ausschreibung dieser Massnahme im Schengener Informationssystem (SIS) an und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wir- kung. Unter Bezugnahme auf Art. 67 des Ausländergesetzes vom 16. De- zember 2005 (AuG, SR 142.20) begründete das Bundesamt die Mas s- nahme damit, der Betroffene sei vom Kriminalgericht des Kantons Luzern am 26. September 2003 wegen Raubes zu e inem Jahr und vier Monaten Gefängnis und am 2. Juli 2010 wegen Verbrechen gegen das BetmG (mehrfache Begehung) sowie Vergehen gegen das Waffengesetz zu ei- ner 3 ½-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Rechtskräftige Verurtei- lung verschiedener Gerichte lägen ausserdem wegen Sachbeschäd i- gung, mehrfachen Hausfriedenbruchs und wiederholter Verkehrsregelver- letzungen vor. Überdies habe der Beschwerdeführer weggewiesen we r- den müssen. Angesichts dieser schweren Verstösse und der damit ei n- hergehenden Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung e r- scheine der Erlass einer Fernhaltemassnahme angezeigt. Private Int e- ressen, welche das öffentliche Interesse an künftigen kontrollierten Ei n- reisen zu überwiegen vermöchten, ergäben sich weder aus den Akten noch sei en solche im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs geltend gemacht worden. E. Mit Rechtsmitteleingabe vom 20. Februar 2012 an das Bundesverwa l-C-956/2012 Seite 4 tungsgericht beantragt der Beschwerdeführer die Aufhebung der ang e- fochtenen Verfügung und die Beschränkung des Einreiseverbots auf eine Dauer von fünf Jahren. Hierzu lässt er im Wesentlichen vorbringen, ein Einreiseverbot auf unbestimmte Zeit stelle die härteste der in diesem B e- reich vorgesehenen Sanktionen dar. Wohl treffe zu, dass er durch sein deliktisches Verhalten die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet habe, falsch sei aber, wenn das BFM seine privaten Interessen von vorn- herein ohne jegliche Begründung negiere. Der Beschwerdeführer habe den grösseren Teil seines Lebens hierzulande verbracht, hier zum Teil noch die Schulen besucht und gearbeitet. Mit seiner Ehefrau lebe er seit April 2000 in der Schweiz zusammen, wo auch die Kinder geboren seien, die wie Schweizerkin der aufwachsen würden. Zum Kosovo habe er ke i- nerlei Bezug . Obgleich das deliktische Verhalten nicht verharmlost we r- den dürfe, habe es doch noch nicht jene Grenze überschritten, welche e i- ne unbefristete Fernhaltemassnahme rechtfertigte. Am meisten falle die mehrfache Zuwiderhandlung gegen das BetmG ins Gewicht . Der Be- schwerdeführer könne jedoch nicht als gewalttätig und besonders gefäh r- lich eingestuft werden; er gehöre mithin nicht zu jenen Tätern, deren Z u- tritt zu unserem Land für immer verhindert werden mü sste. Schon ein fünfjähriges Einreiseverbot sei als harte Sanktion auf zufassen; ein schwerwiegender Fall im Sinne von Art. 67 Abs. 3 AuG liege aber noch nicht vor. Für die Kinder bedeutete die verhängte Sanktion, dass sie ihren Vater während längerer Zeit nur in den Ferien sehen könnten und weitge- hend ohne ihn aufwachsen würden. Es sei im berechtigten Interesse der Familie, die aus legitimen Gründen in der Schweiz bleiben wolle, das Ein- reiseverbot im Sinne des Antrages zu befristen. Schliesslich trage die a n- gefochtene Verfügung keine Unterschrift und es werde darauf auch keine zuständige Person vermerkt, weshalb es bereits an der Gültigkeit besa g- ten Entscheids mangle. F. In ihrer Vernehmlassung vom 10. April 2012 spricht sich die Vorinstanz für die Abweisung der Beschwerde aus und ergänzt, zwecks Besuchs der Ehefrau und der Kinder in der Schweiz könne das Einreiseverbot auf be- gründetes Gesuch hin befristet suspendiert werden . Diese Vernehmla s- sung wurde dem Beschwerdeführer am 13. April 2012 zur Kenntnis g e- bracht. G. Der weitere Akteninhalt – einschliesslich der beigezogenen Akten des C-956/2012 Seite 5 Amtes für Migration des Kantons Luzern – wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägungen Berücksichtigung finden. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgeset- zes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Au s- nahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Dazu gehört auch das BFM, das mit der A n- ordnung eines Einreiseverbotes eine Verfügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges Anfechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausn ahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts a n- deres bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsbetroffener leg itimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte B e- schwerde ist somit einzutreten (Art. 49 ff. VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Streit- sache endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgeri chtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtse r- heblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerd e- verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen C-956/2012 Seite 6 gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2011/1 E. 2 sowie 2012/21 E. 5.1). 3. 3.1 In formeller Hinsicht rügt der Rechtsvertreter, die angefochtene Verfügung enthalte weder eine Unterschrift noch den Namen einer zuständigen Pe r- son. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich mit der aufgeworfenen Rechtsfrage in einem Grundsatzurteil auseinander gesetzt und ist dabei zum Schluss gelangt, dass ein zentral von einem dazu berechtigten Mi t- arbeitenden des BFM erstelltes und mit dem Kürzel der ausstellenden Person versehenes Einreiseverbot, welches elektronisch an die zuständi- ge kantonale Ausländerbehörde übersteuert und durch diese eröffnet wird, den Anforderungen an die Schriftlichkeit der Eröffnung von Verf ü- gungen auch ohne eigenhändige oder faksimilierte Unterschrift genügt (Urteil des BVGer C -2492/2008 vom 31. August 2009 E. 3.3.4 – 3.3.6; vgl. auch Urteil des BVGer C -4752/2010 vom 26. April 2012 E. 4.3). Dies ist vorliegend geschehen . Die verfügende Person ist aufgrund des Kü r- zels bei der Rubrik Referenz/Aktenzeichen ohne weiteres identifizierbar und die el ektronisch übermittelte Verfügung wurde am 20. Januar 2012 vom Amt für Migration des Kantons Luzern korrekt eröffnet. Die erhobene Rüge erweist sich deshalb als unbegründet. 3.2 Soweit der Rechtsvertreter beanstandet, die privaten Interessen se i- nes Mandanten würden ohne jede weitere Begründung negiert, erhebt er sodann implizit die Rüge der Verletzung der Begründungspflicht. Gemäss Art. 35 Abs. 1 VwVG sind die Behörden verpflichtet, ihren Entscheid zu begründen. Die Begründungspflicht ist Teilgehalt des Anspruc hs auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101). Sie soll verhindern, dass die Behörden sich von unsachlichen Motiven lei- ten lassen und es der betroffenen Perso n ermöglichen, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Eine sachgerechte Anfechtung ist nur möglich, wenn sich sowohl die Partei wie auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens ku rz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseina n- dersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesent-C-956/2012 Seite 7 lichen Gesichtspunkte beschränken. Die Anforderungen an die Begrü n- dung sind umso höher, je weiter der Entscheidungsspielraum und je komplexer die Sach- und Rechtslage ist. Bei schwerwiegenden Eingriffen wird eine sorgfältige Begründung verlangt (vgl. zum Ganzen BGE 137 II 266 E. 3.2 S. 270 f.; BGE 133 I 270 E. 3.1 S. 277; BVGE 2009/35 E. 2.2.1; BVGE 2007/27 E. 5.5.2; ebenso LORENZ KNEUBÜHLER, in: A u- er/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 4 ff. und insb. Rz. 9 ff. zu Art. 35 VwVG). 3.3 Eine Verletzung des Gehörsanspruchs führt grundsätzlich zur Aufhe - bung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Im Falle der Verletzung der Begründungspflicht kann der Mangel auf Rechtsmittelebene geheilt werden, wenn die Vorinstanz die Entscheidsgründe in einer den gesetzlichen Anforderungen genügenden Weise dar legt und die Rechtsmittelinstanz der betroffenen Partei im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels die Möglichkeit einräumt, sich dazu zu äus sern (vgl. LORENZ KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 19 ff. zu Art. 35 mit Hinweisen). 3.4 Die Begründung der angefochtenen Verfügung ist in der Tat ziemlich summarisch gehalten. Es geht daraus aber hervor, aus welchen Gründen die Vorinstanz eine längerfristigere Fernhaltemassnahme für angezeigt erachtete. Mit der Nennung der wichtigsten Verurte ilungen und Deliktar- ten sowie der Hervorhebung der Schwere der Straftaten und der Häufig- keit der Delinquenz – die beanstandeten Verhaltensweisen dürften dem Beschwerdeführer hinlänglich bekannt sein – hat sie nämlich zumindest im Ansatz konkretisiert, weshalb sie von einem schwerwiegenden Fall im Sinne von Art. 67 Abs. 3 AuG ausging. Ebenso lässt sich der Begründung entnehmen, dass eine Interessenabwägung zwischen dem öffentlichen Interesse an einem Einreiseverbot einerseits und den geltend gemachten privaten Interessen andererseits stattgefunden hat, wenn auch sprachlich unbeholfen ausgedrückt (vgl. Sachverhalt Bst. D). Dies erweist sich im dargelegten Kontext als ausreichend. Das BFM ist seiner Begründung s- pflicht demnach in (knapp) genügender Weise nachgekommen. 4. Mit Inkrafttreten des AuG am 1. Januar 2008 wurde das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121) abgelöst (vgl. Art. 125 AuG i.V.m. Ziffer I des Anhangs 2 zum AuG). Das AuG beansprucht Geltung au f alle Verfahren, die nach C-956/2012 Seite 8 seinem Inkrafttreten eingeleitet wurden, sei es auf Gesuch hin oder von Amtes wegen (vgl. Art. 126 Abs. 1 AuG e contrario; ferner BVGE 2008/1 E. 2 mit Hinweisen). Wenn bei der Anwendung des neuen Rechts auf Verhältnisse abgestell t wird, die – wie vorliegend – zum Teil noch unter der Herrschaft des alten Rechts entstanden sind und beim Inkrafttreten des neuen Rechts anda u- ern, liegt eine unechte Rückwirkung vor, die – vorbehältlich des Vertrau- ensschutzprinzips – grundsätzlich zuläss ig ist ( ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. vollständig überarbeitete Aufl., Zürich / St. Gallen 2010, Rz. 337 ff.). 5. 5.1 Das Einreiseverbot gestützt auf Art. 67 Abs. 2 AuG (in der seit dem 1. Januar 2011 gültigen Fassung, zum Ganzen vgl. BBl 2009 8881 und AS 2010 5925) kann gegenüber ausländischen Personen verfügt werden, die gegen die öffentliche Sicher heit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder d iese gefährden (Bst. a), Sozialhilfeko s- ten verursacht haben (Bst. b) oder in Vorbereitungs-, Ausschaffungs- oder Durchsetzungshaft genom men wer den mussten (Bst. c). Das Einreis e- verbot wird für eine Dauer von höchs tens 5 Jahren verfügt. Für eine lä n- gere Dauer kann es angeordnet werden, wenn die betroffene Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung da r- stellt (Abs. 3). Aus humanitären oder anderen wichtigen Gründen kann die zuständige Behörde von der Verhängung eines Einreiseverbots abse- hen oder ein Einreiseverbot vollstän dig oder vorübergehend aufheben (Abs. 5). 5.2 Das Einreiseverbot ist eine Massnahme zur Abwendung einer künft i- gen Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [nachfolgend: Botschaft], BBl 2002 3813). Die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG bildet den Oberbegriff für die Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter; sie umfasst u.a. die Unver- letzlichkeit der objektiven Rechtsordnung und der Rechtsgüter Einzelner (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 3809). In diesem Sinne liegt nach Art. 80 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201) ein Verstoss gegen die öffentli- che Sicherheit und Ordnung u.a. vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen missachtet werden. Die Verhängung eines Ei n- reiseverbots knüpft an das Bestehen eines Risikos einer künftigen G e-C-956/2012 Seite 9 fährdung an. Gestützt auf die Umstände des Einzelfalls ist eine Prognose zu stellen. Dabei ist naturgemäss in erster Linie das vergangene Verha l- ten der betroffenen Person zu berücksichtigen ( vgl. Urteil des BVGer C-820/2009 vom 9. März 2011 E. 5.2 mit Hinweisen). 5.3 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung die Ausschrei - bung des Einreiseverbots im SIS angeordnet. Nach Art. 21 und Art. 24 der Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Inf orma- tionssystems der zweiten Generation (SIS II, Abl. L 381 vom 28. Dezember 2006, S. 4-23; nachfolgend SIS-II-VO), welche per 9. April 2013 die in den hier relevanten Punkten gleichlautenden Art. 94 und Art. 96 des Schengener Durchführungsübereinkommens [SDÜ, Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19 -62] abgelöst ha ben (vgl. den Beschluss des Rates 2013/158/EU vom 7. März 2013, Abl. L 87 vom 27. März 2013, S. 10-11 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 SIS -II-VO), wird ein Einreiseverbot gegen eine Person, die nicht das Bürgerrecht eines EU-Staates besitzt, nach Massgabe der Bedeutung des Falles im SIS ausgeschrieben. Die Au s- schreibung bewirkt grundsätzlich, dass der Person die Einreise in das Hoheitsgebiet aller Schengen -Mitgliedstaaten verboten ist (vgl. Art. 5 Abs 1 B st. d und Art. 13 Abs. 1 Schengener Grenzkodex [SGK], Abl. L 105 vom 13. April 2006, S. 1-32). Die Mitgliedstaaten können einer so l- chen Person aus humanitären Gründung oder Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen aber die Einreise in das eigene Hoheitsgebiet gestatten bzw. ihr ein Schengen -Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit ausstellen (vgl. Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK sowie Art. 25 Abs. 1 Bst. a [ii] Visakodex, Abl. L 243 vom 15. September 2009). 6. Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt kam (siehe Sachverhalt Bst. B.a – B.c vorst e- hend). Zuletzt wurde er wegen Drogendelikten und Vergehens gegen das Waffengesetz zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt (vgl. Urteil des Kriminalgerichts des Kantons Luzern vom 2. Juli 2010). Die Voraussetzungen für die Verhängung eines Einreiseverbots gemäss Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG sind damit ohne Zweifel erfüllt, was auch der Parteivertreter, der für seinen Mandanten lediglich eine Befri s- tung der Massnahme auf fünf Jahre verlangt, dem Grundsatz nach ane r- kennt. C-956/2012 Seite 10 7. Es ist im Folgenden zu prüfen, ob die Massnahme in richtiger Ausübung des Ermessens ergangen und angemessen ist. Der Grundsatz der Ve r- hältnismässigkeit steht dabei im Vordergrund. Unter diesem Gesicht s- punkt ist eine wertende Abwägung vorzunehmen zwischen dem öffentl i- chen Interesse an der Massnahme einerseits und den von der Massna h- me beeinträchtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits. Die Stellung der verletzten oder gefährdeten Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die persönlichen Verhältnisse des Verfügungsbelasteten bilden dabei den Ausgangspunkt der Überlegungen (vgl. statt vieler HÄFELIN / MÜLLER / UHLMANN, a.a.O., Rz. 613 ff.). 7.1 Das Fehlverhalten des Beschwerdeführers wiegt aus präventivpolizei- licher Sicht schwer (zur Zulässigkeit der Berücksichtigung generalpräven- tiver Aspekte in Konstellationen, in denen wie hier kein s ogenannter Ver- tragsausländer betroffen ist, vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5 mit Hinweisen). Ausländische Straftäter, die durch Verbreitung harter Drogen die Gesundheit anderer gefährden oder beeinträchtigen, sind nach Mö glichkeit von der Schweiz fernzuhalten. Damit soll der weiteren Ausbreitung des verbotenen Handels mit Betä u- bungsmitteln entgegengewirkt werden. Aufgrund der relativen Häufigkeit solcher Taten ist zum Schutz der Allgemeinheit durch eine kontinuierliche und strenge Verwaltungspraxis zu verdeutlichen, dass schwere Wide r- handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz mit langjährigen Fernha l- temassnahmen geahndet werden. Der Schutz der öffentlichen Sicherheit und Gesundheit ist dabei durch Abschreckung nicht nur de s jeweiligen Straftäters, sondern auch anderer potenzieller Rechtsbrecher weitest möglich zu gewährleisten (zur strengen Praxis des Bundesgerichts in die- sem Bereich siehe BGE 131 II 352 E. 4.3.1 S. 359 f. mit Hinweis , Urteile des Bundesgerichts 2C_282/2012 vorerwähnt sowie 2C_768/2011 vom 4. Mai 2012 E. 4.3 und 2C_1029/2011 vom 10. April 2012 E. 3.3.1). Kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer die öffentliche Ordnung noch in anderen schützenswerten Bereichen verletzt hat. Es genügt an dieser Stelle der Verweis auf die Verurteilungen wegen Raubes und Vergehens gegen das Waffengesetz. 7.2 Auch in subjektiver Hinsicht wiegt das Fehlverhalten des Beschwe r- deführers, insbesondere mit Blick auf die letzten strafrichterlich beurtei l- ten Taten, ausgesprochen schwer. Gemäss den kantonalen Akten wurde der Beschwerdeführer am 22. September 2009 verhaftet, da er unter dem Verdacht stand, in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. Während der C-956/2012 Seite 11 Strafuntersuchung gab er zu, am 21. September 2009 zirka 1,8 Kil o- gramm Kokain en bloc entgegengenommen und danach bei sich gelagert zu haben. Von dieser Menge hat er rund 300 Gramm für sich abgezweigt, wovon wiederum etwa 100 Gramm für einen Dritten bestimmt waren. Die restlichen 200 Gramm hätte er in gestreckter Form verkauf en wollen und den Res tblock von 1,5 Kilogramm weitergegeben, wozu es wegen der Anhaltung nicht mehr kam. Ferner gestand er ein, bereits im Frühjahr 2009 einmal mit ungefähr 100 Gramm Kokain gehandelt und illegalerwe i- se eine Maschinenpistole mit 100 Schuss Munition erworben zu haben. Aufgrund des unangefochten gebliebenen Urteils des Kriminalgerichts des Kantons Luzern vom 2. Juli 2010 ist von einem schweren Verschu l- den und einer beträchtlichen kriminellen Energie auszugehen. Der B e- schwerdeführer, der selber kein Kokain konsumie rte, hat sich – vorwie- gend um Spielschulden zu begleichen – in Drogengeschäfte eingelassen und war dadurch bereit, die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen e r- heblichen Gefahren auszusetzen. Erschwerend komm en seine führende Stellung am fraglichen Deal s owie der Umstand hinzu, dass er nicht von sich aus vom Handel mit Kokain Abstand nahm, sondern erst infolge se i- ner Verhaftung. Angesichts dessen ist dem öffentlichen Interesse an einer langjährigen Fernhaltung grosses Gewicht beizumessen. 7.3 Im Rahmen der zu stellenden Prognose fällt sodann massgeblich ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer über Jahre hinweg immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Wohl plädiert der Parteivertreter dafür, seinen Mandanten nicht als gewalttätig oder besonders gefährlich einzu- stufen. Mit Blick auf die übernommene Menge harter Drogen und den Be- sitz der Maschinenpistole erscheint dieser Einwand freilich nicht geeignet, das deliktische Tun des Betroffenen zu relativieren. Auch die zeitlich schon ziemlich weit zurückliegende Vorstrafe wegen Raubes (siehe Urteil des Kriminalgerichts des Kantons Luzern vom 26. September 2003) kann, da Teil einer Reihe von Verurteilungen, nicht einfach ausgekla m- mert werden. Gegen den Beschwerdeführer spricht ferner, dass er sich trotz Verwarnung durch die kantonale Migrationsbehörde ( August 2007) und einem stabilen familiären Umfeld nicht von der Begehung weiterer Straftaten abhalten liess , sondern seine deliktische Tätigkeit im Jahre 2009 im Gegenteil gar noch intensivierte. Unter dem spezifischen Aspekt des Ausländerrechts (vgl. dazu BGE 137 II 233 E. 5.2.2 S. 236 f.) muss er – vor allem wegen de s zuletzt abgeurteilten Handels mit Kokain – mithin über Jahre hinweg als Risikofaktor für die öffentliche Sicherheit betrachtet werden. C-956/2012 Seite 12 Aufgrund der vorstehenden Ausführungen kann n icht ernsthaft in Frage gestellt werden, dass vom Beschwerdeführer nach wie vor eine schwer- wiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht, wel- che die Verhängung einer mehr als fünf Jahre dauernden Fer nhalte- massnahme zulässt (vgl. Art. 67 Abs. 3 AuG sowie BGE 139 II 121 E. 6.2 und 6.3). 8. Hinsichtlich seiner persönlichen Interessen weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass er seit 1990 in der Schweiz lebe und keine festen Bi n- dungen zu seinem Heimatland mehr habe. Seine Ehefrau und die drei gemeinsamen Kinde r seien mit Niederlassungsbewilligungen ebenfalls hierzulande ansässig. 8.1 Zunächst ist hervorzuheben, dass allfällige Einschränkungen des Pr i- vat- bzw. Familienlebens des Beschwerdeführers im vorliegend en Z u- sammenhang aufgrund sachlicher und funktioneller Unzuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts nicht Verfahrensgegenstand sein können, soweit sie auf das Fehlen eines dauerhaften Aufenthaltsrechts in der Schweiz zurückzuführen sind. Die Erteilung und Verlängerung von Au f- enthaltsbewilligungen fällt grundsätzlich in die Zuständigkeit der Kantone, wobei im Falle einer Bewilligungserteilung das bestehende Einreiseverbot aufzuheben wäre. Die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers wurde von der kant onalen Migrationsbehörde am 14. Oktober 2010 w i- derrufen. Die Pflege regelmässiger Kontakte zu den engsten Familiena n- gehörigen scheitert damit bereits am fehlenden Anwesenheitsrecht (zum Ganzen vgl. BVGE 2013/4 E. 7.4.1 mit Hinweisen). Im Verfahren bezüg- lich Widerrufs der Niederlassungsbewilligung abgehandelt wurde ferner der Aspekt des Voraufenthalts; er bildet in casu ebenfalls nicht Verfa h- rensgegenstand. Somit stellt sich nurmehr die Frage, ob das über die Verweigerung des Aufenthaltsrecht hinausgehende, durch das Einreis e- verbot zusätzlich bewirkte Erschwernis vor Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) und Art. 13 Abs. 1 BV standhält. 8.2 Wie vom BFM in der Vernehmlassung angetönt, besteh en die Wi r- kungen des Einreiseverbots nicht darin, dem Beschwerdeführer während der Geltungsdauer der Massnahme Besuchsaufenthalte bei ihm nahe stehenden Personen in der Schweiz schlichtweg zu untersagen. Er hat vielmehr die Möglichkeit, aus humanitären ode r anderen wichtigen Grü n- den mittels Gesuch die zeitweilige Suspension der angeordneten Fer n-C-956/2012 Seite 13 haltemassnahme zu beantragen (Art. 67 Abs. 5 AuG). Die Suspension wird aber praxisgemäss nur für eine kurze und klar begrenzte Zeit g e- währt (vgl. BVGE 2013/4 E. 7.4.3 mit Hinweis). Im dargelegten Umfang und Rahmen kann den geltend gemachten privaten Interessen indessen Rechnung getragen werden. Daneben ist es der aus dem selben Kultu r- kreis stammenden Gattin und den Kindern zumutbar, den Beschwerd e- führer im Heimatland zu besuchen und den Kontakt auch mittels Telefon und modernen Kommunikationsmitteln aufrecht zu erhalten. Zu beachten gilt es überdies, dass laut den kantonalen Akten beide Elternteile rege Beziehungen zum Kosovo pflegen. Dem mitzuberücksichtigenden Wohl der Kinder (vgl. Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes [SR 0.107]) wird damit Genüge getan. Abgesehen davon schafft das verfassungs - und konventionsrechtlich ga- rantierte Grundreicht auf Familienleben keine ortsbezogenen Rechte (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285 f.). 8.3 Selbst wenn von einem unter dem Gesichtspunkt von Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 EMRK relevanten Eingriff ausgegangen würde, wäre ein solcher unter den konkreten Begebenheiten gestützt auf Art. 8 Ziff. 2 EMRK als gerechtfertigt zu erachten. Das deliktische Verhalten des B e- schwerdeführers erreicht nämlich zweifelsfrei die erforderliche Schwere, um unter besagtem Blickwinkel einen Eingriff in das Privat - und Familien- leben zu begründen (vgl. Urteil des BVGer C-3593/2009 vom 18. Juni 2012 E. 7.3 mit Hinweisen). 9. Ein Einreiseverbot auf unbestimmte Dauer wird verhängt, wenn zum Zeit- punkt seiner Anordnung keine zuverlässige Prognose darüber abgegeben werden kann, wie lange seitens der betroffenen Person ein Risiko für die öffentliche Sicher heit und Ordnung ausgehen wird (vgl. BVGE 2013/4 E. 7.3). Die fehlende Befristung bedeutet nicht, dass die Massnahme für immer Gültigkeit haben soll. Treten wesentliche neue Sachumstände ein oder verhält sich die betroffene Person während längerer Zeit klaglos, so kann dies zum Anlass für einen Antrag auf wiedererwägungsweise Übe r- prüfung durch die Vorinstanz genommen werden (für Nichtfreizügigkeit s- berechtigte wie den Beschwerdeführer siehe Urteil des Bu ndesgerichts 2C_487/2012 vom 2. April 2013 E. 4.5.2 und 4.5.3). Der Beschwerdeführer wurde im Januar 2012 aus dem Strafvollzug en t- lassen, worauf er in sein Heimatland zurückkehrte. Angesichts der schwe- ren Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und seiner son s-C-956/2012 Seite 14 tigen Verstösse gegen zum Teil hochrangige Rechtsgüter konnte die Vor- instanz zum Verfügungszeitpunkt noch keine zuverlässige Prognose zur Frage abgeben, wie lange vom Betroffenen ein Risiko für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen wird. Die seither ve rgangene Bewäh- rungszeit ist viel zu kurz, als dass in unmittelbarer oder mittelbarer Z u- kunft schon von einer grundlegenden und gefestigten Wandlung ausg e- gangen werden könnte (vgl. BGE 130 II 493 E. 5 S. 504). Vom B e- schwerdeführer ist daher zu verlangen, si ch vorerst während einiger Zeit im Ausland zu bewähren. Die unbefristete Anordnung ist somit nicht zu beanstanden. 10. Eine wertende Gewichtung der sich gegenüberstehenden Interessen führt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass das auf unbestimmte Dauer erlassene Einreiseverbot eine verhältnismässige und angemess e- ne Massnahme zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung da r- stellt. 11. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung ferner die Ausschre i- bung des Einreiseverbots im SIS angeordnet. De r Beschwerdeführer ist kosovarischer S taatsangehöriger und damit Drittstaatsangehöriger im Sinne von Art. 3 Bst. d SIS-II-VO. Aufgrund der Ausschreibung im SIS ist es ihm untersagt, den Schengen -Raum zu betreten. Der darin liegende Eingriff wird durch die Bedeutung des Falles gerechtfertigt (vgl. Art. 21 i.V.m. Art. 24 Abs. 2 SIS -II-VO). Dies gilt umso mehr, als die Schweiz im Geltungsbereich des Schengen-Rechts die Interessen der Gesamtheit al- ler Schengen-Staaten zu wahren hat (vgl. BVGE 2011/48 E. 6.1). Wie er- wähnt, bleibt es den Schengen -Staaten unbenommen, der ausgeschri e- benen Person bei Vorliegen besonderer Gründe die Einreise ins eigene Hoheitsgebiet zu gestatten (vgl. auch Art. 67 Abs. 5 AuG). Die Vorausset- zungen für die Ausschreibung des Einreiseverbots sind demnach erfüllt. 12. Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lic h- te von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist de s- halb abzuweisen. 13. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem B e- schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. C-956/2012 Seite 15 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Sie werden mit dem am 9. März 2012 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] retour) – das Amt für Migration des Kantons Luzern ad LU […] (in Kopie) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Antonio Imoberdorf Daniel Grimm Versand: