<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00445</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204083&amp;W10_KEY=13013569&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00445</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.03.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Rückerstattung von Sozialhilfeleistungen: Im vorliegenden Fall ist zu unterscheiden zwischen der Rückerstattung wirtschaftlicher Hilfe einerseits, die nach sozialhilferechtlichen Kriterien zu prüfen ist, und der Rückerstattung weitergeleiteter Arbeitslosenversicherungs-Taggelder, die nach den Bestimmungen des Sozialversicherungsrechtes zu beurteilen ist (E. 1). Entgegen der vorinstanzlichen Ansicht lässt sich die Rückerstattung wirtschaftlicher Hilfe vorliegend nicht auf § 26 SHG stützen (E. 2.1). Gemäss § 27 Abs. 1 SHG hat die Rückerstattung zu erfolgen, wenn die Realisierung von Vermögenswerten in erheblichem Umfang nachträglich möglich und zumutbar wird (E. 2.2.1). Bei der IV-Rentennachzahlung handelt es sich um einen erheblichen Vermögenswert (E. 2.2.2). Auch nach Abzug des empfohlenen Vermögensfreibetrags von Fr. 4'000.- für Einzelpersonen verbleibt ein erheblicher Vermögenswert (E. 2.2.3). Die Einwände des Beschwerdeführers sind unbehelflich, weshalb die wirtschaftliche Hilfe zurückzuerstatten ist (E. 2.2.4). Die Rückerstattung der von der Sozialhilfebehörde weitergeleiteten und ausbezahlten Arbeitslosenversicherungs-Taggelder ergibt sich aus dem im öffentlichen Recht geltenden Grundsatz, wonach Zuwendungen, die aus einem nicht verwirklichten oder nachträglich weggefallenen Grund erfolgten, zurückgefordert werden können (E. 3.1). Zu prüfen ist jedoch, ob die Sozialbehörde ein Erlassgesuch des Beschwerdeführers nach den einschlägigen sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen hätte gutheissen müssen (E. 3.2.1). Vorliegend ist dies zu bejahen. Die Sozialhilfe trägt das Risiko, dass sie sich mehr Taggelder auszahlen liess, als sie im gleichen Zeitraum für die wirtschaftliche Hilfe tatsächlich aufbrachte E. 3.2.2-3.2.4). Teilweise Gutheissung der Beschwerde und Kostenfolge (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSLOSENTAGGELD">ARBEITSLOSENTAGGELD</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSLOSENVERSICHERUNG">ARBEITSLOSENVERSICHERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: IV-RENTE">IV-RENTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKERSTATTUNGSPFLICHT">RÃCKERSTATTUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALVERSICHERUNGSRECHT">SOZIALVERSICHERUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERMÃGENSFREIBETRAG">VERMÃGENSFREIBETRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 20 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 26 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 27 Abs. 1 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 43 Abs. 1 Ziff. e VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>Zwischen Juli 1996 und MÃ¤rz 1997 bezog A vom Amt fÃ¼r Jugend- und Sozialhilfe der Stadt ZÃ¼rich (AJS), heute Soziale Dienste ZÃ¼rich, wirtschaftliche Hilfe im Um­fang von Fr. 18'337.-. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>FÃ¼r den gleichen Zeitraum Ã¼berwies die Arbeitslosenkasse B (ALK), dem AJS Taggelder fÃ¼r den HilfeempfÃ¤nger Ã¼ber Fr. 23'297.85. Nach Abzug der bisherigen Hilfeleistungen zahlte das Amt A den verbleibenden Saldo zu seinen Gunsten Ã¼ber Fr. 4'960.85 aus (Abrechnung vom 27. Mai 1997). ZusÃ¤tzlich erhielt dieser von der ALK direkt Taggelder Ã¼ber Fr. 5'288.50 ausbezahlt. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Von September bis November 1997 bezog A erneut wirtschaftliche Hilfe Ã¼ber insgesamt Fr. 6'030.-. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons ZÃ¼rich sprach A mit VerfÃ¼gung vom 21. Oktober 1997 rÃ¼ckwirkend per 1. Juli 1995 eine volle IV-Rente zu. Dabei hatte der Versicherte vorgÃ¤ngig beziehungsweise nach dem Entscheid erfolglos versucht, die IV-Stelle anstelle der Berentung zu einer Berufsberatung eventuell Umschulung zu bewegen. Aufgrund des Rentenentscheids Ã¼berwies die Sozialversicherungsanstalt dem AJS eine Rentennachzahlung im Umfang von Fr. 43'164.-. Dieses zahlte dem HilfeempfÃ¤nger den nach Abzug der erneuten Hilfeleistung resultierenden Saldo Ã¼ber Fr. 37'134.- aus (Abrechnung vom 11. MÃ¤rz 1998).</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>C. </span></b><span>Das Kantonale Amt fÃ¼r Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) verneinte am 3. Februar 1998 rÃ¼ckwirkend per 1. Juni 1996 die VermittlungsfÃ¤higkeit von A und damit dessen Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung. Der Entscheid wurde vom Versicherten angefochten und letztinstanzlich am 29. Dezember 2000 durch das EidgenÃ¶ssische Versicherungsgericht bestÃ¤tigt. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>In der Folge verlangte die ALK am 4. Mai 2001 den Gesamtbetrag der ausbezahlten Taggelder, das heisst Fr. 28'586.35 von A zurÃ¼ck. Eine gegen diese VerfÃ¼gung erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons ZÃ¼rich am 20. Sep­tember 2001 ab. Dagegen beschwerte sich A erfolgreich beim EidgenÃ¶ssischen Versicherungsgericht, welches die Sache am 19. Dezember 2001 zur weiteren AbklÃ¤rung an die ALK zurÃ¼ckwies. Das Gericht erwog im Wesentlichen, die RÃ¼ckerstattungspflicht treffe den LeistungsempfÃ¤nger und damit gegebenenfalls auch das FÃ¼rsorgeamt als DrittauszahlungsempfÃ¤nger. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>GestÃ¼tzt auf diesen Entscheid verpflichtete die ALK das AJS einerseits zur RÃ¼ckzahlung von Fr. 23'297.85 (VerfÃ¼gung vom 19. MÃ¤rz 2002) und A andererseits zur RÃ¼ckzahlung von Fr. 5'288.50 (VerfÃ¼gung vom 20. MÃ¤rz 2002). Gegen beide VerfÃ¼gungen erhob A erfolglos Beschwerden beim kantonalen (Urteil vom 24. April 2002) und EidgenÃ¶ssischen Versicherungsgericht (Urteil vom 28. August 2002). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ein von A am 15. April 2002 gestelltes Gesuch um Erlass der gegen ihn erhobenen RÃ¼ckzahlungsverpflichtung wies das Amt fÃ¼r Wirtschaft und Arbeit des Kantons ZÃ¼rich (AWA) mangels GutglÃ¤ubigkeit des Gesuchstellers am 28. Oktober 2002 vorerst ab. Eine dagegen erhobene Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht am 5. Februar 2003 gut, worauf das AWA den Erlass am 21. MÃ¤rz 2003 gewÃ¤hrte. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>D. </span></b><span>Die Einzelfallkommission der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich verpflichtete A am 17. De­zember 2002 dazu, den Sozialen Diensten die bezogene wirtschaftliche Hilfe im Umfang von Fr. 23'297.85 zurÃ¼ckzuerstatten. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte die BehÃ¶rde an, im Zeitpunkt der Auszahlung der ÃberschÃ¼sse sei dem Amt nicht bekannt gewesen, dass der Anspruch auf Arbeitslosentaggelder rÃ¼ckwirkend aberkannt worden sei. Der HilfeempfÃ¤nger habe das Amt Ã¼ber die VerfÃ¼gung des KIGA nicht informiert und damit unvollstÃ¤ndige Angaben gemacht. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die dagegen erhobene Einsprache wies die Einspracheinstanz und GeschÃ¤ftsprÃ¼fungskommission der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich (EGPK) am 8. Juli 2003 ab. </span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diesen Entscheid erhob A Rekurs an den Bezirksrat ZÃ¼rich und beantragte, auf die RÃ¼ckerstattung sei entweder definitiv zu verzichten oder es sei die EGPK aufzufordern, die Einsprache erneut zu Ã¼berprÃ¼fen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Bezirksrat wies das Rechtsmittel am 6. November 2003 ab. Die Verfahrenskosten wurden auf die Staatskasse genommen. Auch nach Meinung der Rekursinstanz hatte der Pflichtige die Meldepflicht verletzt. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen den Rekursentscheid wandte sich A am 1. Dezember 2003 an das Verwaltungsgericht und beantragte, auf die RÃ¼ckerstattung sei zu verzichten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Bezirksrat beantragte am 19. Dezember 2003 ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde. Die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich stellte am 2. Februar 2004 den gleichen Antrag unter Verweis auf den Einsprache- und den Rekursentscheid.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span> zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanzen stÃ¼tzen die RÃ¼ckerstattungsverpflichtung auf das Sozialhilfegesetz vom 14. Juni 1981 (SHG) in seiner ursprÃ¼nglichen bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Fassung. FÃ¼r die Einzelfallkommission und den Bezirksrat bildet Grundlage der Verpflichtung ausschliesslich § 26 SHG (RÃ¼ckerstattung bei unrechtmÃ¤ssigem Bezug), die EGPK hatte neben § 26 SHG auch den § 27 Abs. 1 SHG in Verbindung mit § 20 SHG (RÃ¼ckerstattung nach Hilfeleistung infolge nicht realisierbarer VermÃ¶genswerte) angewendet. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die sozialhilferechtlichen RÃ¼ckforderungstatbestÃ¤nde regeln die RÃ¼ckerstattung gewÃ¤hrter wirtschaftlicher Hilfe. Es ist fraglich, ob diese Voraussetzung vorliegend gegeben ist. Die dem BeschwerdefÃ¼hrer zwischen Juli 1996 und MÃ¤rz 1997 sowie von September bis November 1997 ausbezahlten Hilfeleistungen Ã¼ber Fr. 18'337.- und Fr. 6'030.- wurden durch die Drittauszahlungen der ALV-Taggelder und die der IV-Rente bereits voll gedeckt. Gegenstand der RÃ¼ckforderung bilden heute letztlich unrechtmÃ¤ssig ausbezahlte ALV-Tag­gelder, die das AJS teilweise zur Deckung der getÃ¤tigten wirtschaftlichen Hilfe verwendet und teilweise an den UnterstÃ¼tzten weitergeleitet hat. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach den ErwÃ¤gungen im angefochtenen Entscheid schliesst dieser Sachverhalt eine RÃ¼ckforderung wirtschaftlicher Hilfe nach SHG nicht aus. Der Bezirksrat erwog, dass der durch die RÃ¼ckzahlung der ALV-Taggelder beim AJS entstandene Fehlbetrag dem Fallkonto der Sozialhilfe des BeschwerdefÃ¼hrers angelastet werde und es sich daher letztlich doch um eine RÃ¼ckforderung wirtschaftlicher Hilfe handle. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dieser Argumentation kann gefolgt werden, soweit heute tatsÃ¤chlich keine Deckung mehr fÃ¼r die zwischen Juli 1996 und MÃ¤rz 1997 gewÃ¤hrte wirtschaftliche Hilfe besteht. Insofern geht es tatsÃ¤chlich um eine RÃ¼ckerstattung ungedeckter wirtschaftlicher Hilfe. Soweit die RÃ¼ckforderung sich jedoch auf die an den BeschwerdefÃ¼hrer weitergeleiteten ALV-Taggelder bezieht, Ã¼berzeugt sie nicht. Die RÃ¼ckforderung wirtschaftlicher Hilfe ist an bestimmte sozialhilferechtliche Voraussetzungen geknÃ¼pft und damit grundsÃ¤tzlich zu unterscheiden von der RÃ¼ckforderung von Drittleistungen, welche die SozialhilfebehÃ¶rde lediglich als Zahlstelle fÃ¼r den HilfeempfÃ¤nger entgegengenommen und diesem weitergeleitet hat. GegenÃ¼ber derartigen RÃ¼ckforderungen mÃ¼ssen dem HilfeempfÃ¤nger die gleichen Einreden und EinwÃ¤nde zugestanden werden, die er gegen die direkte RÃ¼ckforderung hÃ¤tte. Der Versicherte soll durch die Auszahlung von SozialversicherungsansprÃ¼chen Ã¼ber eine SozialhilfebehÃ¶rde als Drittauszahlungsstelle in seinen Rechten jedenfalls nicht verkÃ¼rzt werden. WÃ¤ren die dem BeschwerdefÃ¼hrer damals zustehenden TaggeldÃ¼berschÃ¼sse direkt ausbezahlt worden, so hÃ¤tte er gegen die RÃ¼ckerstattungsverpflichtung der ALK sÃ¤mtliche sozialversicherungsrechtlichen EinwÃ¤nde vorbringen kÃ¶nnen, so insbesondere auch die fÃ¼r einen Erlass sprechenden HÃ¤rtegrÃ¼nde. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>DemgemÃ¤ss gilt es im Folgenden zu unterscheiden zwischen der RÃ¼ckerstattung wirtschaftlicher Hilfe (Fr. 18'337.-) einerseits, die nach sozialhilferechtlichen Kriterien zu prÃ¼fen ist, und der RÃ¼ckerstattung der weitergeleiteten ALV-Taggelder (Fr. 4'960.85), die nach den Bestimmungen des Sozialversicherungsrechtes zu beurteilen ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Nach § 26 SHG ist zur RÃ¼ckerstattung verpflichtet, wer unter unwahren oder unvoll­stÃ¤ndi­gen Angaben wirtschaftliche Hilfe erwirkt hat. Die darin liegende Verletzung der in § 18 SHG und § 28 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 (SHV) geregelten Auskunfts- und Meldepflicht fÃ¼hrt zu einem unrechtmÃ¤ssigen Leistungsbezug, welcher ohne weitere Voraussetzung die RÃ¼ckerstattung rechtfertigt. Die Vorinstanzen werfen dem BeschwerdefÃ¼hrer unter diesem Titel vor, dass er die VerfÃ¼gung des KIGA vom 3. Februar 1998, mit welcher ihm rÃ¼ckwirkend die VermittlungsfÃ¤higkeit aberkannt worden war, nicht rechtzeitig gemeldet habe. Nach ihrer Auffassung hÃ¤tte das AJS in Kennt­nis dieser VerfÃ¼gung voraussichtlich mit der Auszahlung der IV-Rentengelder zugewartet, bis Klarheit Ã¼ber die RÃ¼ckerstattung der ALV-Taggelder geherrscht hÃ¤tte.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>§ 26 SHG setzt voraus, dass sich die BehÃ¶rde durch die unwahren oder unvollstÃ¤ndigen Angaben zur Auszahlung unrechtmÃ¤ssiger wirtschaftlicher Hilfe veranlasst sah. Im vorliegenden Fall wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer grundsÃ¤tzlich zu Recht wirtschaftliche Hilfe gewÃ¤hrt. Seine angeblich unvollstÃ¤ndigen Angaben haben denn auch nicht die Hilfeleistung erwirkt, sondern nur dazu gefÃ¼hrt, dass das Amt im MÃ¤rz 1998 darauf verzichtete, einen erst in der Zukunft entstehenden Fehlbetrag im Fallkonto durch die IV-Rentengelder zu decken. Ob § 26 SHG auch in diesem Fall zur Anwendung gelangt, ist Ã¤usserst fraglich. Die Frage kann jedoch offen bleiben, da der Vorwurf aus einem anderen Grund nicht stichhaltig ist:</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Entgegen der Auffassung der Vorinstanzen sprechen die Akten dagegen, dass das AJS in Kenntnis der VerfÃ¼gung des KIGA auf die Abrechnung vom 11. MÃ¤rz 1998 verzichtet und damit zugewartet hÃ¤tte. Das AJS war nÃ¤mlich von Anfang an Ã¼ber die IV-Anmeldung des BeschwerdefÃ¼hrers im Bilde und wusste, dass sich eine IV-Vollrente und Arbeitslosentaggelder fÃ¼r den gleichen Zeitraum ausschliessen und dass bei einem Rentenentscheid mit einer RÃ¼ckerstattungsforderung der ALK zu rechnen war. Dementsprechend wurde in einer Aktennotiz vom 24. September 1997 vermerkt, der BeschwerdefÃ¼hrer habe vermutlich keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosentaggelder, da er eine IV-Rente erhalte. In einem GesprÃ¤ch vom 19. November 1997 wies der BeschwerdefÃ¼hrer die Sozialarbeiterin C sogar ausdrÃ¼cklich darauf hin, dass die ALK die gesamten Taggelder zurÃ¼ckverlangen werde, was diese bestÃ¤tigte. Bei diesem GesprÃ¤ch zeigte sich auch, dass das AJS vor allem am Abschluss des Falles und der definitiven Abrechnung Ã¼ber die IV-Rentennachzahlung interessiert war, hingegen fÃ¼r die sozial­versicherungs­recht­lichen Aspekte des Falles und die diesbezÃ¼glichen Hinweise des BeschwerdefÃ¼hrers kaum Interesse aufbrachte.<i> </i>Mit der VerfÃ¼gung des KIGA und der da­rauf gestÃ¼tzten RÃ¼ckforderung der ausbezahlten Taggelder war daher schon seit lÃ¤ngerem zu rechnen. Dass das AJS trotz dieser Erwartung dennoch mit dem BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber die IV-Rentennachzahlung abrechnete, lag wohl daran, dass beide Parteien erwarteten, die RÃ¼ckzahlungspflicht werde ausschliesslich den BeschwerdefÃ¼hrer und nicht das Amt treffen. Entgegen den ErwÃ¤gungen im angefochtenen Entscheid kann nÃ¤mlich nicht angenommen werden, dass das AJS als in solchen Dingen erfahrene BehÃ¶rde mit einer gegen sie gerichteten RÃ¼ckforderung rechnete. Selbst die hierfÃ¼r zustÃ¤ndigen Instanzen wie die ALK und das Sozialversicherungsgericht hatten in ihren Entscheiden vom 4. Mai 2001 und 20. September 2001 noch ausschliesslich den BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r rÃ¼ckerstattungspflichtig erachtet. Erst am 19. Dezember 2001 erkannte das EidgenÃ¶ssische Versicherungsgericht, dass das FÃ¼rsorgeamt in dem Masse selber rÃ¼ckerstattungspflichtig werde, als es DrittauszahlungsempfÃ¤nger war. Dass das AJS dem BeschwerdefÃ¼hrer mit der Abrechnung vom 11. MÃ¤rz 1998 tatsÃ¤chlich zu viel ausbezahlt hatte, wurde daher frÃ¼hestens Ende 2001 bzw. mit der Rechtskraft der RÃ¼ckerstattungsverfÃ¼gung Ende August 2002 klar. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die RÃ¼ckerstattungspflicht lÃ¤sst sich daher nicht auf § 26 SHG abstÃ¼tzen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.1 </span></b><span>Nach § 27 Abs. 1 zweiter Satzteil SHG hat die RÃ¼ckerstattung unter den Vor­aus­setzungen von § 20 SHG zu erfolgen, wenn die Realisierung von Grundeigentum oder ande­ren VermÃ¶genswerten in erheblichem Umfang nachtrÃ¤glich mÃ¶glich und zumutbar wird. In diesem Fall weist die wirtschaftliche Hilfe von Anfang an lediglich den Charakter einer Bevorschussung zur ÃberbrÃ¼ckung eines Li­quiditÃ¤tsengpasses auf, was regelmÃ¤ssig in der Unterzeichnung ei­ner RÃ¼ckerstattungsver­pflichtung durch den HilfeempfÃ¤nger zum Ausdruck kommt. Als nicht realisierbare VermÃ¶­genswerte gelten neben dem Grundeigentum etwa unverteilte Erbschaften, Postcheck- und Bankguthaben, Wertschriften etc. sowie die als Erwerbsersatz rÃ¼ckwirkend und kumuliert ausgerichteten Leistungen der Sozialversicherer. In diesen FÃ¤llen wird nÃ¤mlich die Realisierung des vorerst nur obligatorisch bestehenden Rentenanspruchs erst mit der RentenverfÃ¼gung und der darauf ge­stÃ¼tzten Rentennachzahlung mÃ¶glich (vgl. RB 1999 Nr. 83 mit Hinweisen; VGr, 20. September 2000, VB.2000.00267; VGr, 19. Juni 2003, VB.2002.00431 [zur Publikation in RB 2003 vorgesehen], beide unter www.vgrzh.ch). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Keine formelle Voraussetzung der RÃ¼ckerstattung nach § 20 Abs. 1 SHG bildet nach Wortlaut und Sinn dieser Bestimmung das Vorliegen einer unterzeichneten RÃ¼ckerstattungsverpflichtung. Das Unterzeichnen einer solchen Verpflichtung wird nur "in der Regel" verlangt und erleichtert in ers­ter Linie die Durchsetzung einer infrage stehenden RÃ¼ckerstattung. Sie bildet insoweit nicht Gegenstand der Voraussetzungen einer RÃ¼ckerstattung, sondern gehÃ¶rt zu den DurchfÃ¼hrungsmodalitÃ¤ten (RB 1999 Nr. 82). Namentlich wird damit der Einwand des Pflichtigen ausgeschlossen, er habe mit einer RÃ¼ckerstattung nicht rechnen mÃ¼ssen und sich in gu­ten Treuen darauf verlassen dÃ¼rfen, dass die wirtschaftliche Hilfe nicht nur bevorschussend bezahlt werde (VB.2000.00267; VB.2002.00431).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.2 </span></b><span>Zu prÃ¼fen ist, welche nicht realisierbaren Aktiven dem BeschwerdefÃ¼hrer zur Zeit der ihm gewÃ¤hrten wirtschaftlichen Hilfe zustanden. GemÃ¤ss der RentenverfÃ¼gung vom 21. Oktober 1997 betrug die IV-Rentennachzahlung fÃ¼r die Zeit bis MÃ¤rz 1997 Fr. 31'068.- (18 x Fr. 1'474.- plus 3 x Fr. 1'512.-). Diese Nachzahlung stellt einen Ver­mÃ¶genswert in erheblichem Umfang im Sinne von § 20 Abs. 1 SHG dar. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Unbestritten ist sodann, dass der BeschwerdefÃ¼hrer beim Bezug der wirtschaftlichen Hilfe zwischen Juli 1996 und MÃ¤rz 1997 damit rechnen musste, dass die bezogenen Gelder zurÃ¼ckzuerstatten sein wÃ¼rden, wenn ihm nachtrÃ¤glich Versicherungsleistungen als Erwerbsersatz zukommen sollten. Damals standen zwar vorerst die Taggelder der ALV im Vordergrund. Der BeschwerdefÃ¼hrer hatte sich aber bereits am 29. Juli 1996 auch bei der IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt angemeldet, wenngleich er damals nur um eine Berufs­beratung, eventuell Umschulung, Wiedereinschulung oder Arbeitsvermittlung ersucht hatte. Die nachtrÃ¤glich zugesprochene Vollrente trat jedenfalls an die Stelle der ursprÃ¼nglichen Arbeitslosentaggelder.</span></p> <p class="Erwgung3"><span>Die Voraussetzungen fÃ¼r eine RÃ¼ckerstattung nach § 27 Abs. 1 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 SHG sind damit grundsÃ¤tzlich gegeben. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.3 </span></b><span>Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist bei RÃ¼ckerstattungen nach § 27 Abs. 1 in Verbindung mit § 20 SHG auch bei Rentennachzahlungen ein Freibetrag zu gewÃ¤hren, da nur in einem diesen Freibetrag Ã¼bersteigenden Umfang von einem VermÃ¶genswert in erheblichem Umfang gesprochen werden kann. Die dadurch entstehende Ungleichbehandlung zwischen Hilfesuchenden mit blockiertem und Personen mit sofort realisierbarem VermÃ¶gen ist dabei hinzunehmen, solange das SHG noch in seiner bis Ende 2002 geltenden Fassung zur Anwendung gelangt (vgl. VGr, 10. Juli 2003, VB.2003.00111 E. 3c, www.vgrzh.ch). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>DemgemÃ¤ss ist von den bis MÃ¤rz 1997 zugegangenen IV-Geldern Ã¼ber Fr. 31'068.- der nach den Richtlinien der schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien in der Fassung vom Dezember 2002, Kap. E.2.1) empfohlene VermÃ¶gensfreibetrag von Fr. 4'000.- fÃ¼r Einzelpersonen in Abzug zu bringen. Damit verfÃ¼gte der BeschwerdefÃ¼hrer da­mals Ã¼ber nicht realisierbare Aktiven von Fr. 27'068.-, welche grundsÃ¤tzlich zur Deckung der gewÃ¤hrten ÃberbrÃ¼ckungshilfe herangezogen werden dÃ¼rfen. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat daher unter diesem Titel den gesamten Betrag der empfangenen wirtschaftlichen Hilfe von Fr. 18'337.- zurÃ¼ckzuerstatten.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.4 </span></b><span> Bei dieser Beurteilung erweisen sich die vom BeschwerdefÃ¼hrer im Rekurs- und Beschwerdeverfahren erhobenen EinwÃ¤nde als nicht stichhaltig, soweit er darin das Verfahren und die Entscheide der verschiedenen Sozialversicherungsinstanzen kritisiert. Im Rahmen der RÃ¼ckforderung nach Sozialhilferecht sind die sozialversicherungsrechtlichen Entscheide und insbesondere auch die verfÃ¼gte Berentung des BeschwerdefÃ¼hrers als tatsÃ¤chliche Gegebenheiten zu berÃ¼cksichtigen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die ALK die VermittlungsfÃ¤higkeit des BeschwerdefÃ¼hrers nur vortÃ¤uschte und ob es eventuell noch mÃ¶glich gewesen wÃ¤re, den BeschwerdefÃ¼hrer mit bestimmten Massnahmen der IV-Stelle erneut vermittlungsfÃ¤hig zu machen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Bezogen auf die dem BeschwerdefÃ¼hrer vom AJS ausbezahlten ALV-Taggelder Ã¼ber Fr. 4'960.85 ergibt sich die RÃ¼ckerstattungspflicht vorerst aus dem im Ã¶ffentlichen Recht geltenden Grundsatz, wonach Zuwendungen, die aus einem nicht verwirklichten oder nachtrÃ¤glich weggefallenen Grund erfolgten, zurÃ¼ckgefordert werden kÃ¶nnen (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grund­riss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 4. A., ZÃ¼rich 2002, Rz. 187). Diesen Grundsatz wendet das Verwaltungsgericht im Ãbrigen auch im Sozialhilferecht bei RÃ¼ckforderung wirtschaftlicher Hilfe an, wenn keine spezialgesetzliche RÃ¼ckforderungsgrundlage besteht (vgl. VGr, 12. September 2001, VB.2001.00218; VGr, 5. September 2002, VB.2002.00223, beide unter www.vgrzh.ch). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die ALK hat die an das AJS ausbezahlten Taggelder gestÃ¼tzt auf Art. 95 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 Ã¼ber die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die InsolvenzentschÃ¤digung (AVIG, in der bis Ende 2002 geltenden Fassung) zurÃ¼ckgefordert. Die Beschwer­de­gegnerin durfte gestÃ¼tzt darauf die RÃ¼ckzahlung veranlassen. Sie hat es auch nicht etwa versÃ¤umt, fÃ¼r sich ein Erlassgesuch zu stellen, da dieses mangels persÃ¶nlicher HÃ¤rte offensichtlich chancenlos gewesen wÃ¤re. Damit ist nachtrÃ¤glich der Grund fÃ¼r die Weiterleitung des nach Abzug der wirtschaftlichen Hilfe verbleibenden Taggeldsaldos an den BeschwerdefÃ¼hrer weggefallen. Der BeschwerdefÃ¼hrer selber anerkennt denn auch durchaus, dass die ALV-Gelder gar nie hÃ¤tten ausbezahlt werden dÃ¼rfen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.2.1 </span></b><span>Zu prÃ¼fen bleiben die Chancen auf einen Erlass, den der BeschwerdefÃ¼hrer zusammen mit seinem am 15. April 2002 eingereichten Gesuch hÃ¤tte beantragen kÃ¶nnen. Dieser PrÃ¼fung steht nicht entgegen, dass die Beschwerde an das Verwaltungsgericht gemÃ¤ss § 43 Abs. 1 lit. e des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) nicht zulÃ¤ssig ist gegen Anordnungen Ã¼ber Erlass und Stundung geschuldeter Abgaben. Das Verwaltungs­gericht versteht diese Bestimmung zwar allgemein extensiv und wendet sie etwa auch auf die RÃ¼ckzahlung verschiedener Ã¶ffentlicher UnterstÃ¼tzungsleistungen an (vgl. VGr, 13. November 2003, VB.2003.00252 [zur Publikation in RB 2003 vorgesehen], www.vgrzh.ch). Jedoch stellt sich die Erlassfrage im vorliegenden Zusammenhang direkt als Folge davon, dass das AJS durch die Weiterleitung der ALV-Taggelder an die Stelle des Sozialversicherers getreten ist. Das AJS hÃ¤tte daher das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers nach den einschlÃ¤gigen sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen so prÃ¼fen mÃ¼ssen, wie wenn es selber das AWA wÃ¤re. Gegen die Verweigerung eines sozialversicherungsrechtlichen Erlasses durch das AWA hÃ¤tten dem BeschwerdefÃ¼hrer sowohl die kantonale wie auch die eidgenÃ¶ssische Verwaltungsgerichtsbeschwerde zur VerfÃ¼gung gestanden. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.2.2 </span></b><span>Nach Art. 95 Abs. 2 AVIG (in der bis Ende 2002 geltenden Fassung) wird die RÃ¼ckerstattung auf Gesuch hin ganz oder teilweise erlassen, wenn die leistungsempfangende Person beim Bezug gutglÃ¤ubig war und die RÃ¼ckerstattung eine grosse HÃ¤rte bedeuten wÃ¼rde. Auf das Erlassverfahren sind die zu den Erlassvoraussetzungen gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 Ã¼ber die Alters- und Hinterlassenversicherung (AHVG, in der bis Ende 2002 geltenden Fassung) entwickelten Regeln analog anwendbar (BGE 126 V 50 E. 1 und 2). </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.2.3 </span></b><span>In seinem Entscheid vom 5. Februar 2003 prÃ¼fte das Sozialversicherungsgericht die GutglÃ¤ubigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers im Zeitpunkt des Empfangs der ALV-Gelder und bejahte sie. Es erwog, es gebe keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass sich der Be­schwerdefÃ¼hrer damals bewusst gewesen wÃ¤re, dass der Leistungsbezug zu Unrecht erfolge. Auch habe er bei gebÃ¼hrender Aufmerksamkeit nicht erkennen kÃ¶nnen, dass sein Verhalten zur spÃ¤teren Verneinung der VermittlungsfÃ¤higkeit fÃ¼hren wÃ¼rde. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ohne fÃ¶rmlich an diesen Entscheid gebunden zu sein, bestehen fÃ¼r das Verwaltungsgericht keine GrÃ¼nde, von dieser Beurteilung der GutglÃ¤ubigkeit im massgebenden Zeitpunkt abzuweichen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob die GutglÃ¤ubigkeit im vorliegenden Verfahren nicht zusÃ¤tzlich auch im Zeitpunkt der Auszahlung der IV-Rentennachzahlung im MÃ¤rz 1998 geprÃ¼ft werden mÃ¼sste. Dies ist jedoch zu verneinen. HÃ¤tte das AJS nÃ¤mlich in diesem spÃ¤teren Zeitpunkt bereits von der RÃ¼ckerstattungsforderung der ALK gewusst, so hÃ¤tte es zwar eine Verrechnung der AnsprÃ¼che des BeschwerdefÃ¼hrers auf Auszahlung der IV-Gelder mit der RÃ¼ckerstattungsforderung erwÃ¤gen dÃ¼rfen. Die ZulÃ¤ssigkeit dieser Verrechnung hÃ¤tte aber ebenfalls vorausgesetzt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nicht den Erlass der RÃ¼ckerstattungsforderung hÃ¤tte beanspruchen kÃ¶nnen. Dabei wÃ¤re wiederum dessen GutglÃ¤ubigkeit im Zeitpunkt des Empfangs der ALV-Gelder ausschlaggebend gewesen.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.2.4 </span></b><span>Weitere Voraussetzung fÃ¼r den Erlass bildet das Vorliegen einer grossen HÃ¤rte im Sinne von Art. 47 Abs. 1 AHVG (in der bis Ende 2002 geltenden Fassung). Diese ist gegeben, wenn das nach den Bestim­­mungen Ã¼ber die ErgÃ¤nzungsleistungen ermittelte Jahres­einkommen den nach Art. 2 AbsÃ¤tze 1 und 3 des Bundesgesetzes vom 19. MÃ¤rz 1965 Ã¼ber die ErgÃ¤nzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG, in der bis Ende 2002 geltenden Fassung) massgebenden Grenzbetrag nicht erreicht (Art. 79 Abs. 1<sup>bis</sup> der Verordnung vom 31. Oktober 1947 Ã¼ber die Alters- und Hinterlassenversicherung, in der bis Ende 2002 geltenden Fassung). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das AWA errechnete in seinem Entscheid vom 21. MÃ¤rz 2003 das massgebende Einkommen des BeschwerdefÃ¼hrers auf Fr. 0.- und erachtete damit die Erlassvoraussetzungen als erfÃ¼llt. Gleich ist vorliegend zu entscheiden. Ausgehend vom Beiblatt des AWA resultiert auch bei Reduktion der dort aufgefÃ¼hrten Schuld aus der RÃ¼ck­erstattungsforderung auf Fr. 18'337.- ein anrechenbares VermÃ¶gen von nur Fr. 6'766.40, womit sich das massgebliche Jahreseinkommen von Fr. 11'899.60 nicht erhÃ¶ht (kein den Betrag von Fr. 25'000 Ã¼bersteigendes VermÃ¶gen). Damit bleibt die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben des BeschwerdefÃ¼hrers negativ, und der massgebende allgemeine Lebensbedarf von Fr. 16'880.- (vgl. Art. 1 lit. a der Verordnung 01 vom 18. Sep­tember 2000 Ã¼ber Anpassungen bei den ErgÃ¤nzungsleistungen zur AHV/IV, AS 2000 2636) ist bei weitem nicht erreicht. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>WÃ¤ren demnach die weitergeleiteten ALV-Gelder direkt an den BeschwerdefÃ¼hrer ausbezahlt worden, so hÃ¤tte er sein Erlassgesuch vom 15. April 2002 um diesen Betrag erweitern kÃ¶nnen und wÃ¤re damit aller Wahrscheinlichkeit nach auch erfolgreich gewesen. Demnach ist dem BeschwerdefÃ¼hrer der Erlass hier ebenfalls zu gewÃ¤hren. Indem das AJS sich von der ALK mehr an Taggeldern auszahlen liess, als sie im gleichen Zeitraum fÃ¼r die wirtschaftliche UnterstÃ¼tzung des BeschwerdefÃ¼hrers tatsÃ¤chlich aufbrachte, Ã¼bernahm sie letztlich auch das Risiko dieses Erlasses.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen. Die vom BeschwerdefÃ¼hrer zurÃ¼ckzuerstattende wirtschaftliche Hilfe reduziert sich auf den Betrag von Fr. 18'337.-. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Verfahrenskosten zu vier FÃ¼nfteln dem BeschwerdefÃ¼hrer und zu einem FÃ¼nftel der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet <span>die Kammer</span>:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. DemgemÃ¤ss wird der Beschwerde­fÃ¼hrer verpflichtet, den Sozialen Diensten der Stadt ZÃ¼rich den Betrag von Fr. 18'337.- zurÃ¼ckzuerstatten. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'200.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'260.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden zu vier FÃ¼nfteln dem BeschwerdefÃ¼hrer und zu einem FÃ¼nf­tel der Beschwerdegegnerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext"><span>4. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>