Kassationsgericht des Kantons Zürich Kass.-Nr. AA080104/U/la Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz K uhn, Präsident, Andreas Donatsch, die Kassationsrichterin Yvona Griesser, die Kassationsrichter Reinhard Oertli und Georg Naegeli sowie der juristische Sekretär Jürg-Christian Hürlimann Sitzungsbeschluss vom 8. Juni 2009 in Sachen T AG , …, Beklagte, Appellatin, Anschlussappellantin und Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwalt … gegen G , …, Klägerin, Appellantin, Anschlussappellatin und Beschwerdegegnerin vertreten durch Rechtsanwalt … betreffend Forderung Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil der I. Zivilkammer des Ober- gerichts des Kantons Zürich vom 7. Mai 2008 (LA060035/U) - 2 - Das Gericht hat in Erwägung gezogen: I. 1. Die Beklagte betreibt das Restaurant S* in Zürich. Mit Arbeitsvertrag vom 19. November 2003 wurde die Klägerin mi t Arbeitsbeginn am 5. Januar 2004 als Köchin bei der Beklagten eingestellt. Die Klägerin wurde mit Arztzeugnis von Frau Dr. M "vom 3. Juni 2004 bis auf weiteres 100% arbeitsunfähig" geschrieben. Die Beklagte machte geltend, die Klägerin habe am 28. Mai 2004 per Ende Juni 2004 gekündigt. Am 14. Juli 2004 teilte W in Vert retung der Klägerin der Beklagten mit, die Klägerin habe nicht gekündigt und werde nach ihrer Genesung wieder zur Ar- beit erscheinen. In der Folge kündigte di e Beklagte der Klägerin mit Schreiben vom 27. Juni 2004 vorsorglich per 31. August 2004, wobei sie darauf hinwies, dass das Arbeitsverhältnis per Ende Juni 2004 von der Klägerin gekündigt worden sei. Die Beklagte befand sich seit dem 29. Februar 2004 mit der Prämienzahlung für die kollektive Krankentaggeldversicherung in Verzug. Demzufolge ruhte die Leis- tungspflicht der Versicherung bis zur Bezahlung der Prämien, d. h. bis am 7. Juni 2004. Die Versicherung ve rweigerte daher den Versicherungsschutz und eine Leistungspflicht für die Klägerin, da diese bereits am 3. Juni 2004 erkrankt sei. 2. Mit Eingabe vom 13. September 2004 erhob die Klägerin beim Arbeitsge- richt Zürich Klage und verlangte die Beza hlung von insgesamt Fr. 35'810.05 (vgl. zu den einzelnen Positionen KG act. 2 S. 2). An der erstinstanzlichen Hauptver- handlung anerkannte die Beklagte die Ford erung in der Höhe von Fr. 7'509.10 (Umsatzbeteiligung März 2003, 3 Tage nicht kompensierte Ferien, 19,6 Ruhetage und 2,25 Ferientage; KG act. 6/2/13). Das Arbeitsgericht führte ein Beweisverfah- ren zu den Fragen durch, ob die Klägerin vom 3. Juni 2004 bis 31. August 2004 zu 100% arbeitsunfähig gewe sen sei, ob sie das Arbeitsverhältnis am 28. Mai 2004 per Ende Juni 2004 gekün digt und erklärt habe, sie werde ab dem 3. Juni 2004 Überstunden und Ferienguthaben kompensieren sowie ob die Klägerin wäh- rend ihrer (bestrittenen) Arbeitsunfähigkei t zwei Wochen in Ibiza in den Ferien geweilt habe (Prot. I S. 16). - 3 - Die Erstinstanz erachtete es als erwiesen, dass die Kläge rin ab 3. Juni 2004 auf- grund einer psychischen Erkrankung arbei tsunfähig gewesen sei sowie dass sie im Mai 2004 per Ende Juni 2004 gekündigt habe. Sie hiess mit Urteil vom 1. No- vember 2006 die Klage im Umfang von Fr. 6'115.85 gut und verpflichtete die Be- klagte zur Bezahlung dieses Betrages sowie des anerkannten Betrages von Fr. 7'509.10; im Mehrbetrag wurde die Klage abgewiesen (KG act. 6/1/64 S. 24). 3. Gegen das erstinstanzliche Urteil erhob die Klägerin mit Eingabe vom 15. November 2006 Berufung. Mit ihrer am 12. Februar 2007 erstatteten Berufungs- antwort erhob die Beklagte zugleich Ansch lussberufung. Im Berufungsverfahren anerkannte die Beklagte die Klage – nebst des bereits anerkannten Betrages – im Umfang von weiteren Fr. 450. 70, wovon das Obergericht Vormerk nahm (KG act. 2 S. 27). Zu prüfen blieben im Beruf ungsverfahren der Anspruch auf Ersatz der Kranken- taggelder für die Monate Juli und August 2004 (Fr. 10'562.40), die von der Be- klagten bestrittenen Entschädigungen für ni cht bezogne Ferien (Fr. 1'463.35 brut- to) sowie die Abgeltung von Überstunden (Fr. 4'783.90 brutto). Die übrigen Positi- onen bildeten nicht mehr Gegenstand de s Berufungsverfahrens. Es war auch nicht mehr zu prüfen, ob die Klägerin im Mai 2004 per Ende Juni 2004 gekündigt habe, da die Klägerin die entsprechende Be weiswürdigung der Erstinstanz zwar nicht anerkannte, aber ausdrücklich auf eine Anfechtung verzichtete (KG act. 2 S. 8; vgl. auch KG act. 1 S. 3 Ziff. 5). Mit Urteil vom 7. Mai 2008 verpflichtete di e I. Zivilkammer des Obergerichts die Beklagte (nachfolgend Beschwerdeführerin), der Klägerin (nachfolgend Be- schwerdegegnerin) nebst den anerkannten Beträgen weit ere Fr. 16'227.55 (Fr. 10'562.40 Ersatz Krankentaggelder und Fr. 5'665.15 Feri en und Überstunden) zu bezahlen (KG act. 2 S. 25 und 27). 4. Gegen diesen obergerichtlichen Beschluss richtet sich die vorliegende, am 18. Juni 2008 und somit rechtzeitig eingereichte Nichtigkeitsbeschwerde, mit wel- cher die Beschwerdeführerin die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses ver- langt (KG act. 1 S. 2). - 4 - Am 11. Juli 2008 reichte die Beschwerdegegnerin innert Frist die Beschwerde- antwort ein. Sie ersucht um unentgeltlic he Rechtspflege und beantragt die Abwei- sung der von der Beschwerdeführerin gestellten Begehren (act. 10 S. 2). Die Vorinstanz verzichtete auf eine Vernehmlassung (KG act. 8). Die Beschwerdeantwort wurde der Beschwerdeführerin zur Kenntnisnahme zuge- stellt (KG act. 11). Mit Eingabe vom 28. Juli 2008 nahm die Beschwerdeführerin zur Beschwerdeantwort Stellung (KG act. 13). Die Stellungnahme wurde der Be- schwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt (KG act. 14). II. 1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Schluss der Vorinstanz, die Be- schwerdegegnerin sei seit dem 3. Juni 2004 arbeitsunfähig gewesen, beruhe zu ihrem Nachteil auf willkürlicher Beweiswürdigung und leide damit unter dem Nich- tigkeitsgrund von § 281 Ziff. 2 Teil 2 ZPO (KG act. 1 S. 3, Ziff. 5 am Schluss). 2. Die Vorinstanz gelangte zum Schl uss, der der Beschwerdegegnerin aufer- legte Beweis, dass sie entsprechend ih rer Behauptung ab dem 3. Juni 2004 und damit während des noch bestehenden Arbe itsverhältnisses und somit während der Phase des Unterbruchs der Versicherungsdeckung zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei, sei erbracht worden. Dabei stützte sich die Vorinstanz überwiegend auf die Zeugenaussagen der Ärztin Dr. M (KG act. 2 S. 12 ff.). 2.1 Die Beweiswürdigung der Vorinstanz erweise sich, so die Beschwerdeführe- rin, aus verschieden Gründen als willkürlich. So habe Dr. M den Zeitpunkt des Beginns der Arbeitsunfähigkeit, den 3. Juni 2004, allein gestützt auf die ihr von der Beschwerdeführerin am 15. Juli 2004 ge- machten Angaben attestiert. Gesehen habe sie ihre Patienti n am 26. Mai 2004 und dann erst wieder am 15. Juli 2004. Arztzeugnisse, di e sich allein auf die Pati- entenschilderung abstützten und ohne eigene objektive Feststellungen und zu- dem erst Monate später aus gestellt würden, seien ni cht beweisbildend. Es sei willkürlich, wenn die Vorinstanz die Arbeitsunfähigkeit ab 3. Juni 2004 gestützt auf ein solches Arztzeugnis als erwiesen erachte (KG act. 1 S. 5f, Ziff. 2.2 und 2.3). - 5 - Ebenso sei es willkürlich, wenn die Vori nstanz aus der Mitteilung der Beschwer- deführerin vom 3. Juni 2004 an U, sie fühle sich unwohl, ableite, die Beschwerde- führerin hätte sich am 3. Juni 2004 als nicht arbeitsfähig gefühlt (S. 6, Ziff. 2.4). Es sei unzulässig, wenn die Vorinstanz wie selbstverständlich und ohne dass es von der Beschwerdegegnerin je behauptet wo rden wäre, davon ausgehe, diese Äus- serung gegenüber U stehe im Zusammenhang mi t den am 26. Mai 2004 diagnos- tizierten rein psychischen Beschwerden (S. 7, Ziff. 3.1). Das Attest von Dr. M basiere auf rei nen Mutmassungen. Dabei sei der einzige Anhaltspunkt, auf welchen Dr. M ihre Mutmassungen abzustützen glaubte, näm- lich der Grund warum die Beschwerdegegne rin den Termin vom 23.6.04 bei ihr verpasst habe, unzutreffend. Diese Mu tmassung, der Beschwerdegegnerin müs- se es schlechter gegangen sein, da sie den vereinbarten Termin versäumt habe, habe sich als nachweislich falsch erwie sen; die Beschwer degegnerin habe den Termin nicht verpasst, weil es ihr schlechte r ging, sondern weil sie in den Ferien auf Ibiza weilte. Das Abste llen auf blosse Mutmassungen stelle eine willkürliche Beweiswürdigung dar (S. 8, Ziff. 3.2). Nun meine die Vorinstanz, die fehlend e eigene Wahrnehmung der Ärztin betref- fend den Zeitpunkt des 3. Juni 2004 dadurch heilen zu können, dass Dr. M aus eigener Wahrnehmung anlässlich der Konsultation vom 26.5.04 auch die Arbeits- fähigkeit am 3. Juni 2004 habe beurteil en können. Dr. M habe von sich aus nicht darauf hingewiesen, dass si e die Beschwerdeführerin ber eits am 26.5.04 für ar- beitsunfähig gehalten habe – zu dieser Antw ort sei sie erst durch die Suggestiv- frage des Rechtsvertreters der Gegenparte i geführt worden. Von sich aus habe Dr. M vielmehr berichtet, dass sich der Zustand erst im Juli 2004 verdunkelt habe. Tatsache sei, dass Dr. M die Beschwerdeführerin am 26.5.04 eben nicht arbeits- unfähig geschrieben hatte. Dass sie arbei tsfähig war, habe die Beschwerdeführe- rin dadurch bewiesen, dass si e während sechs voller Arbeitstage ihre volle Ar- beitsleistung habe erbringen kö nnen. Ohne in Willkür zu verfallen habe somit die Vorinstanz nicht basierend auf der angeblich am 26.5.04 festgestellten (und wi- derlegten) Arbeitsunfähigkeit auf eine solche am 3. Ju ni 2004 schliessen dürfen (S. 8 ff., Ziff. 4.1- 4.4). - 6 - Die Beschwerdegegnerin habe sich in den Jahren 2002/03 in einer intensiven Be- handlungsphase bei Dr. M befunden und sei trotzdem nie krankgeschrieben wor- den, weshalb psychische Krankheit und Arbei tsunfähigkeit nicht gleichzusetzen seien. Dr. M habe ausgesagt, am positiven Stimmungsbild in Bezug auf die Ar- beitsstelle habe sich bei der Konsultation im Juli 2004 etwas geändert; im Juli sei alles schwarz gefärbt gewesen. Die Begr ündung der Vorinstanz, die Schwarzfär- bung müsse bereits Ende Mai eingetreten sein, sei durch die Aussagen der Zeu- gin M geradezu widerlegt und somit willkür lich. Da die Beschwerdegegnerin seit Jahren psychischen Schwankungen unterworfen gewesen sei, ohne dass diese je zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt hätten, müsse verlangt werden, dass die be- hauptete Arbeitsunfähigkeit durch Wahrnehmung des Sachverständigen zum massgeblichen Zeitpunkt belegt ist und nich t auf Mutmassungen und Interpretati- on beruhe. Dies tue aber die Vorinstanz und verfalle so in Willkür (S. 11-14, Ziff. 4.5-4.9). 2.2 Da somit der der Beschwerdeg egnerin obliegende Hauptbeweis aufgrund der willkürlichen Beweiswürdi gung als gescheitert zu bet rachten sei, bedürfe es keines Gegenbeweises. Trotzdem seien Ausführungen zur Aktenwidrigkeit und Willkür im Zusammenhang mit dem Gegenbew eis anzubringen (S. 14 Ziff. 5). Im Wesentlichen argumentiert die Beschwerdeführerin, alle drei Zeuginnen hätten im Kerngehalt übereinstimmend ausgesagt, di e Beschwerdegegnerin habe sich im Zeitpunkt der Kündigung (28.5.04) über eine neue in Aussicht stehende berufliche Herausforderung gefreut und sei voller Tatendrang gewesen; dass die Beschwer- degegnerin krank und nicht arbeitsfähig gewesen wäre, habe keine der Zeugin- nen berichtet. Ebenso habe U bestätigt, da ss die Beschwerdegegnerin auf Ibiza habe beruflich Fuss fassen wollen und Geld für das dortige Projekt benötigt habe. Gegen die Annahme einer Kran kheit am 3.6.08 spreche auch der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin auch nach ihrer Rückkehr aus Ibiza bei der Arbeitgebe- rin nicht mit einem Wort erwähnt habe, sie sei im vergangen Monat krank gewe- sen, sondern allein ihr Restguthaben an nicht kompensiert en Tagen geltend ge- macht habe. Ebenso wenig habe die Vorinst anz berücksichtigt, dass sich die Be- schwerdeführerin am 23.6.08 eben gerade nicht zu ihrer Ärztin begeben habe, um sich krankschreiben zu lassen. In Wirklichkeit sei die Beschwerdeführerin eben - 7 - nicht krank gewesen, sondern habe auf Ibiz a Ferien verbracht und ihre neue dor- tige berufliche Tätigkeit vorbereitet (S. 14 ff.). 3. Mit ihrer Beschwerdeantwort beant ragt die Beschwerdegegnerin die Abwei- sung der Nichtigkeitsbeschwerde (KG act. 10 S. 2). Sie erachtet die Kritik an der Beweiswürdigung in allen Punkten für unzutreffend. Die Vorinstanz sei in willkür- freier Beweiswürdigung zum Schluss gelangt, dass die Beschwerdegegnerin am 3.6.08 krank gewesen sei (KG act. 10 S. 4 ff.). III. Die Beschwerdegegnerin ersucht um unent geltliche Prozessführung und Rechts- vertretung auch für das Kassationsverf ahren (KG act. 10 S. 2). Die der Be- schwerdegegnerin bereits in den vorinstanzlichen Verfahren gewährte unentgeltli- che Rechtspflege dauert aufgrund der unve ränderten Verhältnisse fort, eines neuen formellen Entscheides bedarf es dazu nicht. IV. 1. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vori nstanz habe „in nicht mehr vertretbarer Weise bzw. in willkürlicher Beweiswü rdigung den der Beschwerdegegnerin oblie- genden Hauptbeweis als gelungen erachtet und damit den Nichtigkeitsgrund von § 281 Ziff. 2 ZPO gesetzt“ (KG act. 1 S. 20) . Im Folgenden ist daher auf die vo- rinstanzliche Beweiswürdigung und die dagegen erhobenen Rügen einzugehen. 2.1 Mit ärztlichem Zeugnis vom 15. Juli 20 04 bestätigte Dr. M, dass die seit dem 5. August 2002 in ihrer Behandlung stehen de Beschwerdegegnerin„vom 3. Juni 2004 bis auf weiteres 100% arbeitsunfähig“ sei (KG act. 6/2/4/11c). Als Zeugin er- klärte sie, sie habe die Beschwer degegnerin wegen Stimmungsschwankungen, Depressionen und Essstörungen behandelt. Bis April 2003 se i es eine intensive Behandlung mit meist wöchentlichen Termi nen gewesen. Vom 5. April 2004 bis zum Suizidversuch vom 8. Juli 2004 und dem anschliessenden Klinikaufenthalt habe es eine längere Behandlungsphase gegeben (Prot. I S. 25 ff.). Gestützt darauf hielt die Vorinstanz fest, es sei durchaus möglich, dass die Be- schwerdegegnerin wegen ihrer Depression schon vor dem 7. Juni 2004 zu 100% - 8 - arbeitsunfähig gewesen sei, doch bleibe no ch offen, ob die Arbeitsunfähigkeit tat- sächlich schon vor diesem Datum eingetret en sei (KG act. 2 S. 13 unten). Diese Zwischenfeststellung der Vorinstanz ist zutreffend und wird nicht beanstandet. 2.2 U, Geschäftsführer der Beschwerdef ührerin, erklärte als Zeuge, die Be- schwerdegegnerin habe am 28.5.04 per 3.6.04 gekündig t. Am 28.5. und dann nach den Pfingsten am 1.6. und 2.6.04 habe sie normal gearbeitet, am 3.6.04 – ihrem letzten Arbeitstag – sei sie nicht zur Arbeit erschienen. Zur Begründung ha- be sie am Telefon angegeben, sie fühle sich nicht wohl und werde eine Woche später ihre Sachen abholen, bevor sie nach Ibiza in die Ferien gehe (Prot. S. S. 38f.). Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, ein blosses „sich nicht gut fühlen“ bedinge üb- licherweise keine Abwesenheit von der Arbei tsstelle. Doch sei dieses Verhalten der Beschwerdegegnerin vor allem im Lichte der Aussagen der Zeugin Dr. M zu würdigen. 2.3 Als Zeugin räumte Dr. M ein, das s sie die Beschwerdegegnerin vor dem Su- izidversuch (8.7.2004) letztmals am 26. Mai 2004 gesehen h abe und dann erst wieder am 15. Juli 2004. Somit steht fest , dass das ärztliche Attest nicht gestützt auf einen von der Ärztin am 3. Juni 2004 gewonnenen Eindruck von der Patientin gestellt wurde. Gefragt, weshalb sie in ihrem Zeugnis den 3. Juni 2004 als Beginn der Arbeitsunfähigkeit genannt habe, gab Dr. M zu Protokoll: „Das war, weil die Patientin mir das erzählt hat, wie es ihr gi ng in der Zeit nach dem 26. Mai, als ich sie gesehen habe“ (Prot. I S. 29f.); gemeint ist, wie es ihr die Patientin am 15. Juli 2004 erzählt hat. Zu Recht wendet die Be schwerdeführerin ein, durch die Auf- nahme des Datums des Beginns der Arbeitsunfähigkeit allein gestützt auf die An- gaben der Beschwerdegegnerin in das von ihr ausgestellte ärztliches Zeugnis ha- be Dr. M eine Parteibehauptung ärztlich attestiert (KG act. 1 S. 5 f.). Ein solches Vorgehen ist nur zulässig, wenn die Ärztin konkrete, von ihr verifizierte, Anhalts- punkte für die Richtigkeit der Angabe ihrer Patientin gehabt hätte. 3. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Urteil zum Schluss, dass solche An- haltspunkte bestanden. Diese Beweiswürdigung erweist sich nicht als willkürlich. - 9 - 3.1 Die Zeugin hatte anlässlich der Kons ultation vom 26. Mai 2004 – also eine Woche vor dem 3. Juni 2004 – festgestell t, dass die Beschwerdegegnerin in einer Phase gewesen sei, in der sie sehr hektisch gewesen sei und gelacht und ge- weint habe. Sie habe der Beschwerdegegnerin bei de r Verabschiedung gesagt, sie sei wieder brutal auf der Überhol spur. Sie habe das Gefühl gehabt, dass gehe so nicht mehr lange. Es sei eine inst abile Stimmung mit wenig Schlaf, Lachen, Weinen gewesen; die Beschwerdegegnerin sei sehr reizbar gewesen. Aufgrund dieses Krankheitsverlaufs habe die Ze ugin angenommen, dass die Angabe der Beschwerdegegnerin, sie sei ab 3. Juni 2004 arbeitsunfähig gewesen, zutreffend gewesen sei (zum Ganzen S. 14 f. des angefochtenen Urteils). 3.2 Die Vorinstanz stellte bei der Würdigung dieser Aussagen darauf ab, dass die Zeugin, welche die Beschwerdegegnerin innert drei Jahren insgesamt 81 Mal gesehen hatte, deren Krankheitsbild zuve rlässig habe beurteilen können. Die Zeugin habe bereits Ende Mai 2004 Zweifel an der Arbeits fähigkeit der Klägerin gehabt; im Grunde habe sie die Klägerin damals nicht mehr für arbeitsfähig erach- tet. Die Vorinstanz wies auf die kurze Zeit zwischen der letzten Konsultation und dem behaupteten Beginn der Ar beitsunfähigkeit hin und folgerte, dass die Zeugin für die Angabe der Beschwerdegegnerin, sie sei ab 3. Juni 2004 arbeitsunfähig gewesen, in den eigenen Befunden vor und nach diesem Datum hinreichende Bestätigung gefunden habe, wobei insbesondere di e Wahrnehmungen vom 26. Mai 2004 von Bedeutung gewes en seien. Angesichts dieser Wahrnehmungen, der Kenntnis der Zeugin von der langjährigen Krankheitsgeschichte der Be- schwerdegegnerin und der Ab meldung vom Arbeitsplatz am 3. Juni 2004 könne auf dieses Datum als Beginn der Arbeitsunfähigkeit abgestellt werden (KG act. 2 S. 17 f.). Diese Würdigung der vorhandenen Beweise ist durchaus vertretbar, jedenfalls nicht völlig unhaltbar und damit willkürlich. 4. Die Einwendungen der Beschwerdef ührerin sind nicht geeignet, die Argu- mentation der Vorinstanz zu entkräften. 4.1. Die Beschwerdeführerin trägt vor, die von Dr. M am 15. Juli 2004 retrospek- tiv per 3. Juni 2004 attestierte Arbeitsunfähigkeit habe nicht auf entsprechenden - 10 - Angaben der Patientin beruht, sondern er klärtermassen auf eigenen Mutmassun- gen über die mögliche Entwicklung des v on Dr. M am 26. Mai 2004 festgestellten Beschwerdebildes (KG act. 1 Ziff 2.2 S. 5) . In Ziff. 3.2 S. 7 der Beschwerdeschrift rügt die Beschwerdeführerin, mit alle in aufgrund von Angaben des Patienten er- stellten Arztzeugnissen und Mutmassungen über die möglic hen Auswirkungen des bisherigen Krankheitsverlaufs lasse sich kein Beweis über die tatsächliche Arbeitsunfähigkeit zu einem bestimmt en Zeitpunkt führen, zumal es der Be- schwerdegegnerin möglich und zumutbar gewesen wäre, sich den Beweis für Be- stand und Beginn der angeblichen Arbeitsunfähigkeit rechtzeitig zu sichern. Indessen beruhte die Schlu ssfolgerung der Zeugin Dr. M nicht einfach auf Mut- massungen, sondern auf der Würdigung ei ner Reihe von verifizierten Anhalts- punkten, welche die Aussage der Beschwe rdegegnerin über den Eintritt der Ar- beitsunfähigkeit plausibilisierten. Mit dies en Anhaltspunkten setzt sich die Be- schwerdeführerin nicht auseinander. Wie vorstehend dargelegt, ist es zulässig, aus solchen Anhaltspunkten auf die Ri chtigkeit der Angaben zu schliessen, wel- che die Patientin über ihre Arbeitsunfähigkeit macht. Damit fallen auch die Ausführungen in Zi ff. 2.3. und 2.4 S. 6 der Beschwerde- schrift ins Leere. 4.2 In Ziff. 3.1 führt die Beschwerdeführ erin zusammengefasst aus, die Vorin- stanz habe die Verhandlungsmaxime ve rletzt, weil sie davon ausgegangen sei, die Beschwerdegegnerin habe sich am 3. Juni 2004 wegen Beschwerden abge- meldet, die im Zusammenhang mit den am 26. Mai 2004 diagnostizierten Be- schwerden gestanden seien. Dies habe die Beschwerdegegnerin nie behauptet. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, die von der Beschwerdegegnerin behaupte- te Arbeitsunfähigkeit sei auf die psychische Erkrankung zurückzuführen, sei daher unhaltbar(KG act. 1 S. 7). Der Vorwurf der Verletzung der Verhandlungsmaxime ist nicht nachvollziehbar, drehte sich doch das ganze Verfahren um die Behauptung der Beschwerdegeg- nerin, sie sei wegen psychischen Beschwer den, die schliesslich in einen Freitod- versuch gemündet hatten, ab 3. Juni 2004 arbeitsunfähig gewesen. Die Vorin- stanz stützte sich bei ih ren Erwägungen massgeblich auf die Zeugin Dr. M; diese - 11 - stellte ihrerseits auf die Schilderungen der Beschwerdegegnerin über ihre psychi- schen Beschwerden in der Zeit vom 26. Ma i bis 15. Juli 2004 ab, die sie anhand ihrer eigenen Feststellungen vom 26. Mai 2004, ihrer aus 81 Konsultationen ge- wonnenen Kenntnis des Krankheitsbildes der Beschwerdegegnerin und dem am 8. Juli 2004 erfolgten Freitodversuch verifizierte (Prot. I S. 29 ff.). Die Erwägungen der Vorinstanz sind nachvollziehbar, ih re Schlussfolgerung, dass die Beschwer- degegnerin ab 3. Juni 2004 ar beitsunfähig gewesen sei, jedenfalls nicht unhalt- bar. 4.3 Die Beschwerdeführerin rügt, der einzige Anhaltspunkt, auf welchen Frau Dr. M sich bei ihren Mutm assungen über die weitere En twicklung des seinerzeit festgestellten Krankheitsverlaufs abgestü tzt habe, sei der Umstand gewesen, dass die Beschwerdegegnerin den Termin vo m 23. Juni 2004 bei ihr verpasst ha- be. Dr. M habe daraus gefolgert, es mü sse der Beschwerdegegnerin schlechter gehen, wenn sie den vereinbarten Konsul tationstermin versäumt habe. Diese Mutmassung habe sich als nachweislich falsch erwiesen (KG act. 1 S. 8). Entgegen den Vorbringen der Besch werdeführerin ergibt sich indessen aus den Aussagen der Zeugin, dass diese ihre Schlussfolgerung, die Beschwerdegegnerin sei ab 3. Juni 2004 arbeitsunfähig gewese n, nicht auf den verpassten Konsultati- onstermin im Juni abstützte, sondern auf ihre Feststellungen am 26. Mai 2004 und ihre Gespräche mit der Beschwerdegegnerin nach deren Suizidversuch am 8. Juli 2004 (vgl. Prot. I S. 29 f.). Die Rüge der Beschwerdeführerin ist daher nicht geeignet, die Schlussfolgerungen der Vorinstanz zu entkräften. In den vorinstanzlichen Erwägungen nahmen die Auss agen der Zeugin Dr. M über den verpassten Konsultationstermin im Übrigen eine völl ig untergeordnete Bedeutung ein (vgl. S. 18 des angefochtenen Urteils); es handelte sich nicht um eine tragende Erwägung. Die Vorinstanz stellte vielme hr schwergewichtig darauf ab, dass die Zeugin das Kr ankheitsbild der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Erfahrungen und der letzten Konsultation, die kurz vor dem behaupteten Beginn der Arbeitsunfähigkeit begann, zuverlässi g beurteilen konnte. Das ist wie darge- legt vertretbar. - 12 - 4.4 In Ziff. 4.2 der Beschwerdeschrift r ügt die Beschwerdeführerin, die Zeugin Dr. M habe dem Termin vom 26. Mai 2004 praktisch keine Bedeutung beigemes- sen, insbesondere nicht mit Bezug auf eine Arbeitsunfähigkeit. Erst als ihr die entsprechende Antwort durch den Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin in den Mund gelegt worden sei, habe die Zeugin angegeben, der Beschwerdegeg- nerin bereits am 26. Mai 2004 gesagt zu haben, dass sie krank und arbeitsunfähig sei (KG act. 1 S. 9). Dem kann ebenfalls nicht gefolgt werden. Die Zeugin brachte vor der eingescho- benen Befragung der Beschwerdegegnerin klar zum Ausdruck, dass sie anläss- lich der Konsultation vom 26. Ma i 2004 den Eindr uck gehabt habe, "das gehe so nicht mehr lange". Die Zeugin beschrieb detailliert die instabile Stimmung der Be- schwerdegegnerin. Sie sagte aus, sie habe der Beschwerdegegnerin bei der Ver- abschiedung in der Tür gesagt, sie sei wiede r brutal auf der Überholspur. Sie (die Zeugin) habe das Gefühl g ehabt, das gehe so nicht mehr lange. Diese Antworten sind absolut vereinbar mit den Auss agen nach der eingeschobenen Befragung der Beschwerdegegnerin, als die Zeugin die Frage bejahte, ob sie der Beschwer- degegnerin am 26. Mai 2004 gesagt habe, dass sie krank und arbeitsunfähig sei, und ob sie ihr geraten habe, sie solle die Arbeit aussetzen und sich erholen. Im Übrigen zieht die Vorinstanz aus dieser Aussage gar keine Schlüsse. Sie stützt die Annahme der Arbeitsunfähigkeit ab 3. Juni 2004 auf die Aussagen der Zeugin über den Zustand der Beschwerdegegnerin am 26. Mai 2004 und ihre Aussagen darüber, was die Beschwerdegegnerin ihr nach dem Suizidversuch erzählt hatte. Wie bereits erwähnt ist es vertretbar, wenn die Vorinstanz die Beschreibung des Zustandes der Beschwerdegegnerin am 26. Mai 2004 für ein ausreichendes Indiz dafür hielt, dass die Beschwerdegegnerin ta tsächlich ab 3. Juni 2004 arbeitsunfä- hig gewesen sei, wie di e Beschwerdegegnerin dies der Zeugin nach ihrem Sui- zidversuch mitgeteilt hatte. Dass die Beschwerdegegnerin vom 26. Mai bis 2. Juni 2004 weitergearbeitet hatte, entkräftet die Schlussfolgerungen der Zeugin nicht, auf welche die Vorinstanz abstellte. 4.5 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, Tatsache sei, dass Dr. M die Be- schwerdegegnerin, selbst wenn sie sie al s arbeitsunfähig betrachtet haben sollte, am 26. Mai 2004 nicht arbeitsunfähig ges chrieben habe. Gerade aufgrund der - 13 - Schilderung der Zeugin M gewinne man alles andere als den Eindruck, die psy- chischen Probleme der Beschwerdegegnerin hätten bei ihr eine Arbeitsunfähigkeit bewirkt. Gegenteils mache es den Anschei n, dass gerade die Arbeit bzw. die neue Arbeitsstelle sie aufges tellt und ihr geholfen hätt en, ihre Beziehungsproble- me zu bewältigen. Gemäss den Aussagen von Dr. M habe die Beschwerdegegne- rin selbst zum Ausdruck gebracht, sie wolle unbedingt weiterarbeiten, als Dr. M ihr eröffnet habe, sie solle mit der Arbeit aussetzen. Dass die Beschwerdegegnerin in der Folge auch arbeit sfähig gewesen sei, habe sie un ter Beweis gestellt, indem sie an sechs vollen Arbeitstagen ihre Arbe itsleistung erbracht habe. Dies sei mit einer angeblichen Arbeitsunfähigkeit nicht zu vereinbaren (KG act. 1 S. 10 f. Ziff. 4.3). Die Vorinstanz hat sich über mehrere Seiten mit der medizinischen Vorgeschichte der Beschwerdegegnerin, mit den Kons ultationen im Mai 2004 und den Wahr- nehmungen der Zeugin Dr. M und mit den di ese indirekt bestätigenden Aussagen des Zeugen U auseinander gesetzt und is t zum Schluss gekommen, angesichts der eigenen Wahrnehmungen de r Zeugin Dr. M, der K enntnis der langjährigen Krankengeschichte der Beschwerdegegnerin und der Abmeldung vom Arbeits- platz am 3. Juni 2004 könne auf dieses Datum als Beginn der Arbeitsunfähigkeit abgestellt werden. Die Vorinstanz führte in diesem Zusammenhang zu Recht aus, dass sich eine psychische Erkrankung un d deren Verlauf nicht mit mathemati- scher Genauigkeit nachweisen liessen. Aus dem Umstand, dass die Klägerin trotz der dargelegten Beobachtunge n und Beurteilungen von Dr. M nach dem 26. Mai 2004 noch bis zum 2. Juni 2004 weiter gearbeitet habe, könne daher nichts abge- leitet werden (KG act. 2 S. 18 f.). Diese Schlussfolgerungen, mit denen sich die Beschwerdeführerin nicht im Einzelnen auseinandersetzt, sind nachvollziehbar und vertretbar. Die Ausführungen in der Be schwerdeschrift sind jedenfalls nicht geeignet, die vorinstanzliche Argumentation als unhaltbar und damit willkürlich er- scheinen zu lassen. 4.6 Die Beschwerdeführerin führt aus, offensichtlich gehe auch Dr. M davon aus, dass die am 26. Mai 2004 allenfalls bestehende Arbei tsunfähigkeit durch die nachfolgende Arbeit während sechs Tagen widerlegt worden sei. Dr. M habe ja auch nicht den 26. Mai 2004 als Beginn der Arbeitsunfähigkeit angegeben. Auf - 14 - die angeblich am 26. Mai 200 4 von Dr. M attestierte Ar beitsunfähigkeit habe die Vorinstanz für die Beurteil ung einer angeblich en Arbeitsunfähigke it ab 3. Juni 2004 nicht abstellen dürfen, ohne in Willkür zu verfallen (KG act. 1 S. 11 Ziff. 4.4). Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, wo die Vorinstanz aus einer angeblich am 26. Mai 2004 attestierten Arbeitsunfähigk eit auf den Bestand der Arbeitsunfähig- keit am 3. Juni 2004 geschlossen habe. Aus den tragenden Er wägungen auf den S. 17 bis 20 des angefocht enen Urteils geht eine solche Beurteilung nicht hervor. Die Argumentation der Vorinstanz ist weit differenzierter. Auch mit diesem Argu- ment legt die Beschwerdef ührerin keine willkürliche Beweiswürdigung der Vorin- stanz dar. 4.7 Die Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung, ent gegen der Vorinstanz sei der Umstand, dass die Be schwerdegegnerin in den Ja hren 2002/2003 trotz einer intensiven Behandlungsphase nicht krank ge schrieben worden sei, sehr wohl von Bedeutung; damit sei erwiesen, dass Kr ankheit und Arbeitsunfähigkeit nicht gleichzusetzen seien (KG act. 1 S. 11 Ziff. 4.5). Auch damit legt die Beschwerde- führerin keine willkürliche Beweiswürdigung durch die Vorinstanz dar. 4.8 Die Beschwerdeführerin rügt unter Hinweis auf S. 19 des angefochtenen Ur- teils, die Vorinstanz gehe in Widerspruch zur Zeugenaussage von Dr. M davon aus, der Gemütszustand der Beschwerdegegner in habe sich bereits im Mai 2004 verdüstert. Auf S. 19 des angefochtenen Urteils schreibt die Vorins tanz, die Zeugin M habe ausgesagt, im Juli 2004 habe sich die Begeisterung der Beschwerdegegnerin für den Arbeitsplatz verändert, es sei alles schwarz gefärbt gewesen. Die Vorinstanz folgerte, nachdem die Beschwerdegegnerin seit dem 3. Juni 2004 nicht mehr für die Beschwerdeführerin gearbeitet habe, müsse sich diese Aussage jedoch (auch) auf einen früheren Zeitpunkt bezieh en. Es könne daher nicht mit der Be- schwerdeführerin gesagt werden, Ende Mai sei alles noch rosa gefärbt gewesen. Auch diese Erwägung der Vorinstanz ist vertretbar. Wenn die Beschwerdeführerin seit 3. Juni 2004 nicht mehr bei der Be schwerdegegnerin arbeitete, liegt es in der Tat nahe, Aussagen, welche di e Beschwerdeführerin im Ju li 2004 über die Ar- beitsstelle gemacht hatte, auf den Zeitpunk t zurück zu beziehen, in dem sie noch - 15 - tatsächlich an der Arbeitsstelle tätig war. Die Vorinstanz führte auch zu Recht aus, dass sich aus den Aussagen der Zeugin M nicht entnehmen lasse, die Beschwer- degegnerin sei Ende Mai euphorisch gewesen. Gegenteils hatte die Zeugin gros- se Stimmungsschwankungen (Weinen, Lachen) , Hektik, eine instabile Stimmung und Reizbarkeit festgestellt (vgl. S. 14 f. des angefochtenen Urteils). 4.9 In Ziff. 4.9 der Beschwe rde rügt die Beschwerdeführ erin, es sei willkürlich, für den Nachweis der behaupt eten Arbeitsunfähigkeit auf blosse Mutmassungen und Interpretationen abzustellen; die Arbei tsunfähigkeit müsse durch eine "Echt- Zeitbeurteilung" nachgewiesen werden, d.h. durch eigene Wahrnehmungen eines Sachverständigen zum massgeblichen Ze itpunkt (KG act. 1 S. 14). Dem kann nicht gefolgt werden; vielmehr sind die Gerichte in der Würdigung der vorhande- nen Beweismittel frei. Dass die Beweiswürd igung der Vorinstanz insgesamt ver- tretbar war, wurde vorstehend dargelegt. 5. Insgesamt gelingt es der Beschw erdeführerin nicht, die Würdigung der Hauptbeweise durch die Vorinstanz grundlegend in Frage zu stellen. V. 1. Die Vorinstanz kam nach ausführlicher Würdigung der von der Beschwerde- führerin angerufenen Gegenbewei smittel zum Schluss, die Überzeugungskraft des Hauptbeweises werde damit nicht derart erschüttert, dass er in Frage zu stel- len sei (KG act. 2 S. 20 ff., 24). 2.1 Die Beschwerdeführerin räumt ei n, dass die Aussagen der Zeugen darüber, was die Beschwerdegegnerin für Zukunftspl äne geäussert habe, nicht im Detail übereinstimmend gewesen seien (KG act. 1 S. 14 Ziff. 5.1), wie dies bereits die Vorinstanz festgestellt hatte (KG act. 2 S. 21). Die Beschwerdeführerin vertritt aber die Auffassung, den Aussagen der Ze ugen sei immerhin gemeinsam, dass die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit der von ihr ausgesprochenen Kündigung von künftigen Arbeitsprojekten gesprochen habe (KG act. 1 a.a.O.). 2.2 Die Vorinstanz hatte dazu festge stellt, der Zeuge B habe keine Angaben über den Zeitpunkt der gemeinsamen Besich tigung eines Ladens in Rh mit der Beschwerdegegnerin machen kö nnen; die Aussage nehm e nicht Bezug auf an-- 16 - fangs Juni 2004. Die Beschwerdegegnerin k önne daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten (KG act. 2 S. 21). Die Aussagen der Zeugin N wa ren gemäss der Darstellung im angefochtenen Ur- teil äusserst vage. Die Zeugin habe betont, man dürfe sie nicht bei ihren Aussa- gen behaften. Die Vorinstanz schloss daraus, dass auch mit diesen Aussagen die Zeugenaussage von Dr. M, wonach die Beschwerdegegnerin am 3. Juni 2004 krank gewesen sei, nicht in Frage gestell t worden sei. Zudem stünden die Aussa- gen von Frau N im Widerspruch zu den Aussagen der Zeugin H und seien damit wenig glaubhaft. Die Zeugin Ea schliesslich konnte ledi glich Aussagen darüber machen, dass die Beschwerdegegnerin am Tag der Kündigung, d.h. am 28. Mai 2004, auf sie einen freudigen Eindruck gemacht habe. Die Vorins tanz stellte auch fest, dass die An- gabe von Frau Ea, wonach die Beschwerde gegnerin ein anderes Angebot gehabt habe, in keiner anderen Zeugenaussage eine Stütze finde. Gemäss H habe die Beschwerdegegnerin vielmehr gesagt, sie wolle ein eigenes Restaurant eröffnen. H habe ausgesagt, sie habe nach Kräften versucht, die Beschwerdegegnerin zu halten, da U mit ihr sehr glücklich gew esen sei. Diese Aussage stehe im Wider- spruch zur Aussage der Zeugin N, die erklärt habe, H habe von der Beschwerde- gegnerin verlangt, sie müsse sich bei U en tschuldigen, wenn sie bleiben wolle (KG act. 2 S. 21 f.). 2.3 Es ist vertretbar, wenn die Vorinst anz bei derart lückenhaften und teilweisen widersprüchlichen Zeugenaussagen zum Schlus s kam, sie stellten weder die Zeugenaussagen von Dr. M in Frage, noch ergebe sich bei einer gesamthaften Würdigung ein in sich stimmiges Bild, wonach die Beschw erdegegnerin anfangs Juni gesund und voller Tatendrang gewesen sei. 2.4 Die Beschwerdeführerin hält dem entgegen, die Aussagen der genannten Zeugen zeichneten sehr wohl ein stimmiges Bild, wonach die Beschwerdegegne- rin zumindest mit Bezug auf ihre angek ündigte Veränderung ihrer beruflichen Si- tuation voller Tatendrang war. Daran k önnten die Widersprüche in den Aussagen zwischen der Zeugin N und der Zeugin H über die angeblich verlangte Entschul- digung nichts ändern. Die Beschwerdeführer in ergeht sich in Spekulationen dar-- 17 - über, wonach es durchaus möglich sei, das s Frau H in der Phase, in der die Be- schwerdegegnerin sich auf ihr neues Restaurant gefreut habe, Frau N gefragt ha- be, wie sie die Beschwerdegegnerin wohl halten könnte bzw. in einem späteren Zeitpunkt, als diese wegen des Scheiterns des Projektes vielleicht doch froh ge- wesen wäre, bei der Beschwerdeführerin bleiben zu können, die Hauptinhaberin dies von einer Entschuldigung abhängig machen würde. Ein unauflöslicher Wi- derspruch sei nicht ersichtlich (KG act. 1 S. 15). Mit diesen Ausführungen ist indessen nicht darzulegen, dass die gegenteilige Beweiswürdigung der Vorinstanz schlechte rdings unvertretbar und damit willkür- lich wäre. Vielmehr bleibt es dabei, dass die von der Vorinstanz erkannten Wider- sprüche in den Zeugenaussagen den Schluss als vertretbar erscheinen lassen, es ergebe sich daraus kein in sich stimmi ges Bild über den Zustand der Beschwer- degegnerin anfangs Juni. 3. Die Beschwerdeführerin rügt, die Fe ststellung der Vorinstanz, die Angabe der Zeugin Ea finde in keiner anderen Zeugenaussage eine Stütze, sei aktenwid- rig. Die Angabe der Zeugin Ea, wonach die Beschwerdegegnerin ein anderweiti- ges Angebot gehabt habe, finde eine Stütze in der Aussage des Zeugen Vida, der in diesem Zusammenhang sogar ausdrücklich von einem Angebot gesprochen habe, das die Beschwerdegegnerin erhalt en habe. (KG act. 1 S. 16). Indessen findet sich an der von der Beschwerdeführerin angegebenen Stelle – Prot. I S. 84 – keine entsprechende Aussage, weshalb di e Rüge der Aktenwidrigkeit ins Leere stösst. 4. Die Vorinstanz hält fest, aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin nachträglich ihr persönliches Werkzeug, nämlich die Messer und weitere Utensi- lien abgeholt habe, könne nicht auf das Fehlen einer Depression geschlossen werden. Die Schlussfolgerung en der Beschwerdeführerin hierzu seien reine Ver- mutungen (KG act. 2 S. 22). Dem hält die Beschwerdeführerin lediglich entgegen, wer gelähmt und arbeitsunfähig von Depre ssionen darnieder liege, sei wohl kaum darum besorgt, dass seine Messer geschliffen würden (KG act. 1 S. 16). Damit ist eine willkürliche Beweiswürdigung der Vorinstanz nicht dargetan. - 18 - 5.1 Die Vorinstanz erwog, die Auss agen des Zeugen U, wonach die Beschwer- degegnerin nach ihrer Rückkehr am 2. Juli 2004 erklärt habe, sie benötige CHF 20'000, "um auf Ibiza etwas realisie ren zu können", könne die Diagnose ei- ner Depression und die dam it verbundene bzw. daraus abgeleitete Arbeitsunfä- higkeit nicht derart erschüttern, dass ni cht darauf abgestellt werden dürfte. Die knappe und keinerlei Einzelheiten enthaltende Aussage des Zeugen lasse keine Rückschlüsse auf konkrete von der Klägerin damals ernsthaft und voller Energie verfolgte Zukunftspläne zu, die nicht mit einer Depression und einer Arbeitsunfä- higkeit vereinbar wären (KG act. 2 S. 22 f.). 5.2 Die Beschwerdeführerin hält dem ent gegen, davon ausgehend, dass im Ar- beitsrecht allgemein angenommen werde, da ss ein Arbeitsunfähiger nicht in der Lage sei, sich um eine Stelle zu bemühen, bzw. erst recht um eine selbständige Erwerbstätigkeit, könne geschlossen werd en, dass es bei jemandem mit der Ar- beitsunfähigkeit nicht weit her sein könne, der sich auf die besagte Weise um eine neue Erwerbstätigkeit bemühe. Die behauptete Arbeits unfähigkeit müsse unter solchen Umständen in Zweifel gezogen werden (KG act. 1 S. 16 f.). Auch dabei handelt es sich indessen lediglich um appellatorische Kritik. Damit kann nicht dar- gelegt werden, dass die Schlussfolgerung der Vorinstanz, die behauptete Aussa- ge der Beschwerdegegnerin k önne die Diagnose einer Depression nicht grundle- gend erschüttern, schlechterdings unvertretbar und damit willkürlich war. 6.1 Die Vorinstanz erwog, die Tatsac he, dass die Beschwerdegegnerin im Juni 2004 ihre Ärztin nicht aufgesucht habe, könne die Aussagekraft von deren Anga- ben nicht umstossen. Vielmehr könne aus ihren Aussagen genauso gut geschlos- sen werden, dass die Beschwerdegegnerin gerade bei instabilen Verhältnissen nicht regelmässigen Kontakt mit ihrer Ärztin gehabt habe (KG act. 2 S. 23). 6.2 Die Beschwerdeführerin rügt, gerade bei einer psychischen Krankheit hänge es im Hinblick auf eine allfällige Arbeits unfähigkeit primär davon ab, ob sich die betroffene Person entsprechend eingeschränkt fühlte oder eben nicht. Es sei da- her von vornherein unhalt bar, "über die vom Betroffenen selbst angenommene und nach aussen auch manifestierte Arbei tsfähigkeit während einer bestimmten Periode hinweg die zu einem ausserhal b dieser Periode angeblich gemachten anderslautende Feststellung eines Arztes zu setzen". Nicht nur die Tatsache, - 19 - dass es der Beschwerdegegnerin am 2. Juli 2004 nicht ansatzweise in den Sinn gekommen sei, auf ihre damals angeblich bereits seit einem Monat andauernde Arbeitsunfähigkeit hinzuweisen, sondern insbesondere die zahlreichen in die glei- che Richtung weisenden Indi zien seien sehr wohl geei gnet, unüberwindliche Zweifel daran aufkommen zu lassen, dass die Beschwerdegegnerin im massgeb- lichen Zeitraum arbeitsunfähig gewesen sei (KG act. 1 S. 17 f.). 6.3 Die Beschwerdeführerin unterlässt es, die "zahlreic hen in die gleiche Rich- tung weisenden Indizien" näher zu bezeichnen, weshalb sich ihre Rüge à priori als ungenügend substantiiert erweist. Jedenfalls legt die Beschwerdeführerin nicht dar, weshalb die Argumentation der Vorinstanz geradezu unhaltbar und damit will- kürlich sei. 7.1 Die Beschwerdeführerin wirft in diesem Zusamm enhang der Vorinstanz vor, das Wesen des Gegenbeweises zu verkenn en, wenn sie meine, das Nichterwäh- nen der Krankheit am 2. Juli 2004 widerlege die Aussage der Zeugin M nicht. Der Gegenbeweis sei bereits dann erfolgreich, wenn er die Überzeugungskraft des Hauptbeweises erschüttere (KG act. 1 S. 18). 7.2 Die Vorinstanz hatte indessen nicht erwogen, das Nichterwähnen der Krankheit am 2. Juli 2004 widerlege die Au ssage der Zeugin M nicht. Vielmehr erwog sie, das Verhal ten der Beschwerdegegnerin könne die Aussagekraft der Angaben von Frau Dr. M nicht umstossen (KG act. 2 S. 23). Damit drückte die Vorinstanz aus, dass der Gegenbeweis di e Überzeugungskraft des Hauptbewei- ses nicht habe erschüttern können. Das ist in Anbetracht der insgesamt wenig übereinstimmenden Aussagen der zum G egenbeweis angerufenen Zeugen und der in sich stimmigen Aussagen der Zeugin Dr. M vertretbar. 8.1 Die Beschwerdeführerin r ügt, es sei unhaltbar, wie die Vorinstanz die Tatsa- che, dass die Beschwerdegegnerin ihre Är ztin ausgerechnet im fraglichen Zeit- raum nicht aufgesucht habe, zugunsten der Beschwerdegegnerin auslege. Die Beschwerdegegnerin habe den vo rgesehenen Termin vom 23. Juni 2004 nicht deshalb verpasst, weil sie sich in besonders schlechtem Zustand befunden habe, sondern weil sie sich in den Ferien befun den habe. Nach der doch sehr vereinfa- chenden Betrachtungsweise der Ärztin soll es also der Beschwerdegegnerin dann - 20 - relativ gut gegangen sein, wenn sie die Te rmine eingehalten habe, bzw. schlecht, wenn sie sie verpasst habe. Demnach müsse es der Beschwerdegegnerin am 26. Mai 2004 relativ gut gegangen sei, habe sie doch diesen Termin nicht verpasst. Es gehe aber gar nicht darum, ob die Be schwerdegegnerin im Juni 2004 einen vereinbarten Termin verpasst habe, sond ern darum, dass sie ihre Ärztin auch ausserhalb eines allenfalls vereinbarten Termins nicht k onsultiert habe, als es ihr angeblich schlecht gegangen sei. Als es ihr nämlich erwiesenermassen schlecht gegangen sei, nämlich ab dem 8. Juli 2004, habe sie ihre Ärztin sehr wohl kontak- tiert. Das hätte die Beschwerdegegnerin wo hl auch im Juni gemacht, wenn es ihr derart schlecht gegangen wäre (KG act. 1 S. 18 f. Ziff. 5.5). 8.2 Die Vorinstanz hatte in dies em Zusammenhang erwogen, die Tatsache, dass die Klägerin im Juni 2004 ihre Är ztin nicht aufgesucht habe, könne die Aus- sagekraft der Angaben von Dr. M nicht umstossen. Aus ihrem Aussagen könne ebenso gut geschlossen werden, dass die Beschwerdegegnerin bei instabilen Verhältnissen nicht regelmässigen Kontakt mit ihrer Ärztin gehabt habe (KG act. 2 S. 23). Das ist in Anbetracht der Auss agen von Dr. M eine haltbare Beweiswürdi- gung. 9 Die Beschwerdeführerin trägt vor, die von der Beschwerdegegnerin bis zu- letzt bestrittene, jedoch nachgewiesene Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit der von ihr ausgespr ochenen Kündigung selbst von nichts anderem ausgegangen sei, als dass sie im Juni 2004 ih r Überstunden- und Fe- rienguthaben kompensieren wür de, sei ein weiteres Indiz dafür, dass die Be- schwerdegegnerin damals auc h wirklich kompensiert habe (KG act. 1 S. 19 Ziff. 5.6). Die Beschwerdeführerin legt indesse n nicht dar, wo und inwiefern die Vorin- stanz in diesem Punkt einen Nichtigkeit sgrund gesetzt habe. Auf die Rüge kann daher nicht eingetreten werden. 10.1 Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich, die Vori nstanz habe nicht auf das sich aus den Indizien er gebende Gesamtbild abgestellt, sondern jedes einzelne Indiz zerpflückt. Auch wenn jedes einzelne Indiz für sich allein keine begründeten Zweifel am Ergebnis des Hauptbeweises zu lasse, liessen sie in ihrer Gesamtheit unüberwindbare Zweifel daran zurück, weshal b sich die Beweiswürdigung durch die Vorinstanz als willkürlich erweise (KG act. 1 S. 19 f. Ziff. 5.7). - 21 - 10.2 Die Vorinstanz hält in diesem Zusammenhang fest, die Beschwerdeführerin mache geltend, die Beschwe rdegegnerin sei nach der Kündigung vom 28. Mai 2009 voller Tatendrang gewesen. Sie habe in ausgelassener Stimmung Gästen des Lokals gegenüber gesagt, sie habe gekündigt und von einem eigenen Projekt am Rhein gesprochen, wo sie ein Geschäft habe eröffnen wollen. Dies spreche klar gegen eine Arbeitsunfähigkeit. Die Vorinstanz fährt fort, der Zeuge B, der frü- her mit der Beschwerdegegnerin zusa mmen gearbeitet habe und weiterhin Kon- takte zur Beschwerdegegnerin unterhalten habe, so die Vorinstanz, bestätige zwar, dass er mit der Beschwerdegegnerin in Rh einen Laden angeschaut habe, doch habe er keinerlei Angaben über den Zeit punkt der entsprechenden Besichti- gung machen können. Zudem habe er erwä hnt, er habe der Beschwerdegegnerin gesagt, das könne nicht funktionieren. Aus dieser Aussage könne die Beschwer- deführerin daher nicht zu ih ren Gunsten ableiten. Die Aussage nehme nicht Be- zug auf Anfangs Juni 2004. Die Zeugin N, regelmässiger Gast im Restaurant S*, habe dagegen erklärt, sie wisse, dass die Beschwerdegegnerin gekündigt habe und in Stein am Rhein ein Restaurant habe eröffnen wo llen, was dann aber nicht geklappt habe. Als sie mit der Beschwerdegegnerin gesprochen habe, habe diese gesagt, sie würde gerne noch (bei der Be schwerdeführerin) bleiben. Die Lebens- partnerin von U habe ihr dann gesagt, die Beschwerdegegnerin könne noch blei- ben, wenn sie sich entschuldigen wür de. Auf Ergänzungsfragen der Beschwerde- führerin, ob die Beschwerdegegnerin ins Ausland habe gehen wollen, habe N wei- ter festgehalten, dass sie denke, es habe sich um einen Arbeitsaufenthalt gehan- delt. Es sei die Rede von arbeiten gewesen . Man dürfe sie aber nicht (bei ihren Aussagen) behaften. Sie wisse es nicht mehr genau, es wäre ungerecht, wenn sie etwas sagen würde. Sie habe auch nich t gewusst, wie oft sie die Beschwerde- gegnerin nach dem entsprechenden Gespräch noch gesehen habe. Damit, so die Vorinstanz, werde auch mit diesen Aussa gen die Zeugenaussage von Dr. med. M, wonach die Beschwerdegegnerin am 3. Juni 2004 krank gewes en sei, nicht in Frage gestellt. Die Aussagen stünden zudem in Widerspruch zu den nachfolgen- den Aussagen der Zeugi n H und seien damit wenig glaubhaft. Die Zeugin Ea, ebenfalls regelmässiger Gast im Restaur ant S*, führe schliesslich aus, die Be- schwerdegegnerin sei am Tag der Kündigung erfreut gekommen und habe ihr und - 22 - anderen Leuten gesagt, dass sie gekündig t habe und „gegangen wäre“. Sie habe schon früher gesagt, dass sie etwas Neues habe, sie habe ein Angebot bekom- men. Diese Aussagen belegten einzig, dass die Beschwerdegegnerin am Tag der Kündigung, d.h. am 28. Mai 2004, auf die Zeugin einen freudigen Eindruck ge- macht habe. Mehr könne daraus nicht geschlossen werden. Die Angabe, wonach die Beschwerdegegnerin ein anderweitiges Angebot gehabt habe, finde sodann in keiner anderen Zeugenaussage eine Stütze. H, die Lebenspartnerin von U und mit 80 % Beteiligung Hauptaktionärin der Beschwerdeführerin, habe nach ihren Angaben die Beschwerdegegnerin „einmal gefragt, ob sie wirklich gehen wolle. Sie sagte zu mir, sie wolle ein eigenes Restaurant eröffnen“. Sie habe in weiteren Gesprächen „viel probiert, dass sie bleibt“, da U mit ihr „sehr glücklich“ gewesen sei. Sie habe gewollt, dass die Beschwerdegegnerin bleibe, da U sehr zufrieden gewesen sei. Sie habe N gefragt, was sie machen müsse, damit die Beschwerde- gegnerin bleibe. Dies stehe, so die Vorinstanz, in Widerspruch zu den Aussagen der Zeugin N, die – wi e oben angeführt – erklärt habe, dass die Beschwerdegeg- nerin gesagt habe, sie wäre gerne geblieb e4n, und dass sie sich bei U hätte ent- schuldigen müssen. Die Vorinstanz fasst zusammen, die von der Beschwerdeführerin zum Gegenbe- weis angeführten Zeugenauss agen stellten weder bei einer Würdigung der ein- zelnen Aussagen die Zeugenaussagen von Dr. med M in Frage, noch ergäben sie bei einer gesamthaften Würd igung ein in sich stimmi ges Bild, wonach die Be- schwerdegegnerin anfangs Juni gesund und vollere Tatendrang gewesen sei, weshalb entgegen den Aussagen von Dr. m ed. M nicht von der bestätigten Ar- beitsunfähigkeit ausgegangen werden dürf e (KG act. 2 S. 20 – 22 Erw. II/A/3/e/bb). Die Beschwerdeführerin verkennt somit, dass die Vorinstanz die Gegenbeweis- mittel sehr wohl gesamthaft würdigte. Nur kam sie zu anderen Schlüssen als die Beschwerdeführerin: Sie stellte nach ausführlicher Würdigung und Gegenüber- stellung der zum Gegenbew eis angeführten Zeugenauss agen fest, dass diese kein in sich stimmiges Bild ergeben hä tten, wonach die Klägerin anfangs Juni 2004 gesund und voller Tatendrang gewesen sei (KG act. 2 S. 22). In Anbetracht der wenig übereinstimmenden, öfters s ogar widersprüchlichen Aussagen der - 23 - Zeugen, auf welche die Besch werdeführerin abstellt, ist diese Würdigung nach- vollziehbar und vertretbar, also nicht willkürlich. 11. Damit ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. VI. Obwohl der Streitwert im Beschwerdev erfahren Fr. 16'227.55 beträgt und somit unter Fr. 30'000.00 liegt, gelangt aufgrund des erstinstanzlichen Streitwerts von Fr. 38'810.00 Art. 343 OR (gebührenfreie s einfaches und rasches Verfahren) nicht zur Anwendung. Ausgangsgemäss wird somit die Beschwerdeführerin kosten- und entschädi- gungspflichtig (§§ 64 Abs. 2 und 68 ZPO). Zudem hat die Beschwerdeführerin den un entgeltlichen Rechtsvertreter der ob- siegenden Beschwerdeführerin für Umtriebe im Beschwerdeverfahren angemes- sen zu entschädigen. Die Zusprechung der Mehrwertsteuer wurde nicht bean- tragt. Das Gericht beschliesst: 1. Die Beschwerde wird abgew iesen, soweit darauf eingetreten werden kann . 2. Die Gerichtsgebühr für das Kassationsverfahren wird festgesetzt auf Fr. 2'620.--. 3. Die Kosten des Kassationsverfahrens werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. 4. Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsvertre- ter der Beschwerdegegnerin eine Prozessentschädigung von CHF 2'200.00 (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen. - 24 - 5. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. Der Streitwert beträgt Fr. 16'227.55. Sodann läuft die Frist von 30 Tagen zur Anfechtung des Urteils des Obergerichtes vom 7. Mai 2008 mit Beschwerde an das Bundesgericht neu ab Empfang des vorliegenden Entscheides (Art. 100 Abs. 1 und 6 BGG). Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG. 6. Schriftliche Mitteilung an die Partei en, die I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich sowie das Arbeitsgericht Zürich (AN040812), je gegen Empfangsschein. ______________________________________ KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der juristische Sekretär: