Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 2. Juli 2015 (720 15 103) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Bemessung der Invalidität in Anwendung der gemischten Bemessungsmethode; Durch- führung einer Haushaltsabklärung bei einer mehrmonatigen vollstationären Hospitalisa- tion der versicherten Person nicht notwendig Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichterin E lisabeth Berger Götz, Kan- tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Dr. Yves Waldmann, Advokat, St. Johanns-Vorstadt 23, Postfach 1328, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1965 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Okto ber 1996 bis 30. Oktober 2011 im B.____ als Hausangestellte in einem 50%igen Arbeits pensum angestellt. Am 24. Februar 2011 meldete sie sich unter Hinweis auf Probleme mit dem rechten Knie und psychische Probleme bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Ab- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht klärung der gesundheitlichen, erwerblichen und hauswirt schaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft bei der Versicherten für d ie Zeit vom 1. August 2011 bis 30. April 2012 in Anwendung der gemischten Bemessungsmethode mit den Anteilen 50 % Haushalts- und 50 % Erwerbstätigkeit einen Invaliditätsgrad von 5 9 %. Für die Zeit danach betrage der Invaliditätsgrad 20 %. Gestützt auf dieses Ergebnis sprac h ihr die IV-Stelle nach durchgeführ- tem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 11. Februa r 2015 eine vom 1. August 2011 bis 30. April 2012 befristete halbe Invalidenrente zu. B. Gegen diese Verfügung erhob Advokat Dr. Yves Waldma nn namens und im Auftrag von Sultan Sevi am 16. März 2015 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung vom 11. Feb- ruar 2015 aufzuheben, soweit sie den Anspruch auf eine Invalidenrente ab 1. Mai 2012 vernei- ne. Es sei die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen und zur Neuberechnung des Ren- tenanspruchs ab 1. Mai 2012 an die IV-Stelle zurückzuwei sen. Eventualiter sei der Beschwer- deführerin auch über den 30. April 2012 hinaus minde stens eine unbefristete halbe Invaliden- rente zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. Zudem sei de r Beschwerdeführerin die unentgeltli- che Prozessführung und die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen; alles unter o/e- Kostenfolge. In der Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die gemischte Metho- de zu Unrecht angewandt worden sei, da die Versicherte b ei voller Gesundheit spätestens bei Beginn der Schulpflicht ihres jüngsten Kindes zu 100 % erwerbstätig wäre. Aufgrund ihrer Sprachprobleme sei es anlässlich der Haushaltsabklärung zu Missverständnissen gekommen. Es hätte deshalb damals eine Dolmetscherin bzw. ein Dol metscher beigezogen werden müs- sen. Ausserdem sei die Versicherte gemäss ärztlicher Einschätzung im Haushalt mindestens zu 50 % eingeschränkt. Dazu komme, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit der Begutachtung durch Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. D.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, vom 27. März 2013 erheblich verschlechtert habe. Zudem leide sie an nach wie vor nicht abgeklärten gesundheitlichen Beeinträchtigungen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 15. April 2015 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Mit Verfügung vom 23. April 2015 bewilligte das Gericht die unentgeltliche Prozessfüh- rung und Verbeiständung mit Advokat Dr. Yves Waldmann. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 16. März 2015 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der g esundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufga benbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitwei lig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bund esgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versiche rten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 11. Februar 2015) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Ge- sundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderl ich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.2 In der angefochtenen Verfügung vom 11. Februar 2 015 ermittelte die IV-Stelle den Inva- liditätsgrad der Versicherten in Anwendung der gemischt en Methode der Invaliditätsbemes- sung. Dabei ist sie davon ausgegangen, dass die Versichert e als Gesunde zu 50 % einer aus- serhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde und zu 5 0 % im Haushalt beschäftigt wäre. Die IV-Stelle wies zur Begründung der von ihr getrof fenen Methodenwahl und der Festlegung der Anteile der Erwerbstätigkeit und der Haushalttäti gkeit darauf hin, dass die Versicherte an- lässlich der Haushaltsabklärung vor Ort am 22. April 20 13 angegeben habe, sie würde ohne gesundheitliche Einschränkungen heute in einem Pensum von 50 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Vorliegend sei es nicht einleuchtend, dass e ine versicherte Person anfangs 50, die sich in einer finanziell einigermassen komfortablen Situation befinde, über keine berufliche Aus- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht bildung verfüge und sich primär stets familiären Aufgaben gewidmet habe, eine Vollzeiterwerbs- tätigkeit anstrebe. Zudem habe die Abklärungsperson mi t der Versicherten die Ausgangslage und die hypothetische Situation bezüglich Erwerbs im G esundheitsfall eingehend besprochen. Im Nachgang sei ihr der Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit mit den besprochenen Angaben zur Überprüfung der Richtigkeit und Unterschri ft zugestellt worden. Die Behauptung der Versicherten, dass sie den Inhalt des Schreibens nicht verstanden habe, sei nicht glaubhaft. Gemäss den Feststellungen der Dres. C.____ und D.____ se i die Versicherte nicht fähig, zu lesen und zu schreiben. Dies deute darauf hin, dass sie b ei jeglicher Korrespondenz Hilfe be- anspruchen müsse. Es sei deshalb davon auszugehen, dass der Inhalt des Fragebogens zur Erwerbstätigkeit ihr erklärt worden sei. Die Versichert e macht demgegenüber geltend, dass sie der deutschen Sprache nicht mächtig sei. Es sei deshalb u nvorstellbar, dass sie Fragen über den Umfang der Erwerbstätigkeit richtig verstanden hab e. Ohne gesundheitliche Beeinträchti- gungen würde sie spätestens seit Beginn der Schulpflic ht ihres jüngsten Sohnes aufgrund der angespannten finanziellen Verhältnisse zu 100 % arbeiten. 4.3 Dem Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit ist zu entnehmen, dass die Versi- cherte auf die Frage "Wie viele Stunden würden Sie he ute ohne gesundheitlichen Einschrän- kungen beruflich tätig sein?" antwortete, sie würde wi e bisher bei einer branchenüblichen Wo- chenarbeitszeit von 42 Stunden entsprechend einem 50% -Pensum 21 Stunden pro Woche ar- beiten. In der Begründung wurde ausgeführt, dass sie aus finanziellen und persönlichen Grün- den einem Erwerbspensum von 50 % nachgehen würde. Auf diese Weise hätte sie sich "in ihrer Freizeit" um die Hausarbeiten kümmern können. Eine Änderung des Pensums sei in den letzten Jahren vor dem Unfall nicht geplant gewesen. Dieses Pro tokoll wurde ihr mit Schreiben vom 4. Juli 2013 zugestellt. Am 15. Juli 2013 bestätigte sie mit ihrer Unterschrift dessen Richtigkeit. 4.4 Aufgrund dieser Erhebungen kann der von der Versiche rten vertretene Standpunkt in ihrer Beschwerde vom 16. März 2015, wonach sie im Gesundh eitsfall aus finanziellen Gründen zu 100 % erwerbstätig sein würde, nicht gefolgt werden . Die umfangreichen und detailliert er- hobenen Abklärungsergebnisse vor Ort erweisen sich als sch lüssig und legen nachvollziehbar dar, dass die Versicherte zum hier massgebenden Zeitpunkt d es Verfügungserlasses (= Feb- ruar 2015) zu 50 % arbeiten würde. Die erhobenen Verhältnisse geben denn auch keinen An- lass, an ihrer Richtigkeit zu zweifeln. So ging die Versi cherte gemäss den Angaben ihres Ar- beitgebers seit Stellenantritt im Jahr 1996 einem Teil zeitpensum im Umfang von 50 % nach (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 28. März 2011). Demzufolge arbeitete sie bereits vor ihrem Unfall vom 1. Januar 2009, bei welchem sie sich e ine erhebliche Knieverletzung zuzog, im Umfang von 50 %. Aus den Akten geht nicht hervor, d ass sie vor diesem Unfall gesundheit- lich aufgrund der am 18. Mai 2004 und 30. September 2005 bildgebend dokumentierten begin- nenden Gonarthrose massgeblich in ihrer Arbeitsfähigkei t eingeschränkt war. Es liegen somit keine gesundheitlichen Gründe vor, die gegen eine Pens umerhöhung im Sommer 2008, als ihr 2001 geborener Sohn schulpflichtig wurde, sprachen. Ih r Vorbringen in der Beschwerde, dass sie ohne ihre Beeinträchtigungen am Knie spätestens m it Eintritt des schulpflichtigen Alters ih- res Sohnes ihr Pensum wieder auf 100 % erhöht hätte, ist deshalb nicht stichhaltig. Weitere Anhaltspunkte für eine Erhöhung des Arbeitspensums im G esundheitsfall liegen nicht vor und werden von der Versicherten auch nicht geltend gemacht. Sie ist deshalb bei ihren Angaben Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht anlässlich der Abklärung vom 22. April 2013 zu behaften (vgl. dazu BGE 121 V 45 E. 2a S. 47). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind die ersten, intuitiven Angaben regelmässig als glaubhafter einzustufen als im Nachgang dazu gemachte, widersprechende Aussagen. Letz- tere bedingen eine kritische Würdigung, können sie doch - bewusst oder unbewusst - von nach- träglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder and erer Art beeinflusst sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2015, 8C_741/2014, E. 4.2). 4.5 Der Einwand des Rechtsvertreters, dass die Versicherte der deutschen Sprache nicht mächtig sei und es deshalb zu erheblichen Missverständnissen anlässlich der Abklärung ge- kommen sei, vermag an der Beweiskraft der dortigen Ang aben der Versicherten nichts zu än- dern. Den Ausführungen von Dr. D.____ ist zu entnehme n, dass die Versicherte genügend deutsch spricht und er sich mit ihr ohne Erschwernisse unte rhalten konnte. Zwar war bei der psychiatrischen Begutachtung eine Dolmetscherin anwesend, d eren Hilfe die Versicherte ge- mäss den Angaben von Dr. C.____ auch in Anspruch nahm. D a die Dolmetscherin jedoch von Beginn an übersetzte, konnte sich Dr. C.____ kein Bild üb er die Deutschkenntnisse der Versi- cherten machen. Es kann deshalb aus dem Beizug der Dolme tscherin nicht ohne weiteres ge- folgert werden, dass die Versicherte über mangelhafte Deutschkenntnisse verfügt; zumal den übrigen medizinischen Berichten und Gutachten keine Hinw eise für sprachliche Verständnis- schwierigkeiten zu entnehmen sind. Gleicher Auffassung war nicht zuletzt auch die Abklärungs- person, welche in ihrer Stellungnahme vom 17. September 2014 bestätigte, dass die Versicher- te in gebrochenem Hochdeutsch ausreichend Auskunft über d ie Haushaltssituation habe geben können und keine Anhaltspunkte bestanden hätten, dass sie die Fragen nicht verstanden habe. Entgegen der Ansicht der Versicherten kann aus dem Umsta nd, dass sie ihrem jüngsten Sohn nicht bei den Hausaufgaben helfen könne, nicht auf unge nügende mündliche Deutschkenntnis- se geschlossen werden. Denn ihre älteste Tochter unter stützt ihren jüngeren Bruder bei den Schulaufgaben nicht deshalb, weil die Versicherte gar k ein Deutsch verstehen würde, sondern weil sie weder lesen noch schreiben kann. Es sind somit weder den Akten noch in der Be- schwerde substantiierte Anhaltspunkte zu entnehmen, dass di e Versicherte der Fragestellung über die Aufteilung der Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall sprachlich nicht folgen konnte. 4.6 Soweit die Versicherte geltend macht, dass die Abklä rungsperson und nicht sie den Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbsfähigkeit ausgefüllt habe, so ist nicht ersichtlich, was sie daraus zu ihren Gunsten ableiten möchte. Wie die IV- Stelle in diesem Zusammenhang richtig ausführte, entspricht dieses Vorgehen der gängigen Praxis. 4.7 Aufgrund dieser Ausführungen ist davon auszugehen, d ass die Versicherte im Februar 2015 ohne Gesundheitsschaden einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 50 % nachgehen würde. Dass sich die persönlichen und finanziellen Verhältnisse sei t der Haushaltsabklärung mass- geblich veränderten, wird nicht geltend gemacht und ist aus den Akten auch nicht ersichtlich. Demgemäss gewichtete die IV-Stelle zu Recht in Anwendu ng der gemischten Methode die An- teile der Erwerbstätigkeit mit 50 % und der Haushaltstätigkeit mit 50 %. 5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gungen arbeitsunfähig ist. Die IV-Stelle stützte sich i n der angefochtenen Verfügung vom 11. Februar 2015 auf die Beurteilung der Dres. C.___ _ und D.____ vom 27. März 2013 ab. Da- rin diagnostizierten die beiden Gutachter ein chronische s Schmerzsyndrom mit medialer Gon- arthrose und beginnender Femoropatellararthrose rech ts, eine mittelschwere depressive Stö- rung und einen Verdacht auf dependente Persönlichkeitsz üge. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer Erwerbstätigkeit führte Dr. D.____ an, dass der Versicherten stehende und gehende Tä- tigkeiten, die mit Treppenauf- und -absteigen verbunde n seien, nicht mehr zumutbar seien. Da- gegen sei sie in der Lage, leichte wirbelsäulen- und w echselbelastende sowie vorwiegend sit- zende Arbeiten ab Juli 2009 zu 50 % auszuführen. Dr. C .____ kam zum Schluss, dass die Ver- sicherte aufgrund ihrer psychischen Beeinträchtigungen verm indert belastbar und verlangsamt sei sowie längere Erholungsphasen benötige. Eine klar st rukturierte Arbeit ohne Übernahme von Verantwortung oder Zeitdruck könne sie halbtags ausf ühren. Diese Zumutbarkeitsbeurtei- lung gelte seit Aufnahme der psychiatrischen Behandlung im März 2011. Während der (teil)stationären Behandlung in der E.____ von August 2011 bis Januar 2012 habe eine voll- ständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. In der Konsensbeurteilung wurde festgehalten, dass aus gesamtmedizinischer Sicht der Versicherten ab Juli 2009 zumutbar sei, eine leidensangepasste Tätigkeit im Umfang von 50 % auszuüben. 5.2 Das bidisziplinäre Gutachten vom 27. März 2013 erfül lt die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte. Die Gutachter untersuchten die Versicherte eingehend und umfas- send, sie gingen in ihren ausführlichen Fachgutachten e inlässlich auf deren Beschwerden ein, sie setzten sich mit den bei den Akten liegenden medizinisch en Unterlagen auseinander und vermittelten so ein umfassendes Bild über den Gesundhei tszustand der Versicherten (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Diese vorinstanzliche Würdigung des me- dizinischen Sachverhalts wird - was die Zumutbarkeit der A usübung einer beruflichen Tätigkeit betrifft - von der Versicherten auch nicht bestritten. 6. Streitig und zu prüfen ist hingegen, in welchem M asse die Versicherte zufolge ihrer ge- sundheitlichen Beschwerden im Haushalt eingeschränkt ist. 6.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Ab- klärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich d es Beweiswertes des Abklärungsberichts sind - analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztbe richten (BGE 134 V 232 E. 5.1) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein Haushaltsabkl ärungsbericht ist beweiskräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verfasst wird, we lche Kenntnis der örtlichen und räumli- chen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen und Beh inderungen hat, die sich aus den me- dizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berück- sichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteilig ten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Be- richtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angem essen detailliert bezüglich der ein- zelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; U rteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne da rstellt, in das Ermessen der Abklä- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch ätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebi etet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkret en Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (vgl. Urteil des Bunde sgerichts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 f. E. 4). 6.2 Leidet die im Haushalt tätige Person (auch) an psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gungen, so gilt es zusätzlich zu berücksichtigen, dass die gr undsätzliche Massgeblichkeit der Abklärungsberichte, auch wenn die erwähnten Anforderung en erfüllt wären, praxisgemäss ein- geschränkt ist (vgl. AHI-Praxis 2001 S. 162 E. 3d mit Hin weis). Im Urteil vom 22. Dezember 2003 (I 311/03, in deutscher Übersetzung publiziert in: AHI-Praxis 2004 S. 137 ff.) präzisierte das Bundesgericht seine Rechtsprechung zur Bemessung der In validität von ganz oder teilwei- se im Haushalt tätigen Personen, welche an einem psychi schen Gesundheitsschaden leiden (E. 5, insbesondere E. 5.3). Danach bildet die Abklärun g im Haushalt auch hier grundsätzlich ein geeignetes Mittel zur Invaliditätsbemessung im Aufga benbereich. Im Falle eines Wider- spruchs zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und d en fachmedizinischen Feststel- lungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewo hnten Aufgaben zu erfüllen, ist den ärztlichen Stellungnahmen aber in der Regel mehr Gewi cht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung (vgl. Urteil des Bundesgericht s vom 5. September 2011, 9C_201/2011, E. 2). Diese prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund d arin, dass es für die Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychi schen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit Hinweisen). Für die Rechtsa nwendung im konkreten Fall bedeutet dies, dass nach Massgabe der Kriterien, die von der Recht sprechung entwickelt worden sind, der Beweiswert sowohl der medizinischen Unterlagen (BGE 125 V 352 E. 3) als auch des Haushaltsabklärungsberichts zu beurteilen ist. Liegen gl eichermassen beweiskräftige Stellung- nahmen vor, muss geprüft werden, ob die gemachten Aussag en vereinbar sind oder einander widersprechen. Bestehen Divergenzen zwischen den Ergebni ssen der Haushaltsabklärung und den ärztlichen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherte n Person, ihre Haushaltstätigkeiten trotz des psychischen Leidens noch verrichten zu können, ist der medizinischen Einschätzung prinzipiell höheres Gewicht beizumessen (vgl. Urteile des B undesgerichts vom 28. Februar 2007, I 373/06, E. 4.3.2 und vom 6. September 2004, I 249/04, E. 5.1.1). 6.3.1 Aus dem "Abklärungsbericht Haushalt" vom 22. April 2013 bzw. 16. Juli 2013 geht her- vor, dass die Abklärungsperson zwei Zeitperioden in ihrer Beurteilung berücksichtigte: 1. Der Aufenthalt in der E.____ vom 22. August 2011 bis 9. D ezember 2011 (vollstationär) und vom 12. Dezember 2011 bis 5. Januar 2012 (teilstationär) und 2. die Zeit ab 6. Januar 2012. Sie kam nach ihren Abklärungen zum Schluss, dass die Einschränkungen im Haushalt in der ersten Zeitperiode 18,45 % und in der zweiten 0 % betrugen. Die Einschränkung von 18,45 % ist auf verschiedene im Haushalt anfallende Tätigkeiten zurückzufüh ren: Haushaltsführung (0,6 %), Ernährung (10 %), Wohnungspflege (4,25 %), Einkauf un d weitere Besorgungen (1,2 %) sowie Wäsche und Kleiderpflege (2,4 %). Bei sämtlichen Tätigkeiten wurde jeweils vermerkt, dass der Versicherten während der stationären Hospitalisation vo m 22. August 2011 bis 9. Dezember 2011 eine Betätigung im Haushalt nicht zumutbar gewe sen sei. Die einzelnen Haushaltstätig- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht keiten seien während dieser Zeit vom Ehemann, den Söh nen und teils von der verheirateten Tochter übernommen worden. Unter Berücksichtigung der M ithilfe der Familienangehörigen resultiere für die erste Zeitperiode eine Einschränkung von insgesamt 18,45 %. Seit Austritt aus der E.____ sei es der Versicherten zumutbar, ihre Arbe iten einzuteilen, so dass mit Unterstüt- zung der Familienangehörigen keine Einschränkungen im Haushaltsbericht beständen. 6.3.2 In Würdigung dieses Haushaltsberichts ist festzuhal ten, dass dieser von einer dafür qua- lifizierten Person verfasst wurde, welche Kenntnis von de n örtlichen und räumlichen Verhältnis- sen sowie den Beeinträchtigungen und Behinderungen der Versicherten hatte. Ferner ist der Bericht grundsätzlich plausibel und die verschiedenen Auf gabenbereiche wurden sorgfältig und ausführlich untersucht. Die Abklärungsperson führte in ihrem Bericht richtigerweise auf, dass es der Versicherten während ihres vollstationären Aufenthal ts in der E.____ vom 22. August 2011 bis 9. Dezember 2012 nicht möglich und somit auch nicht zumutbar gewesen sei, die anfallen- den Haushaltsarbeiten daheim zu erledigen. Konsequente rweise hätte sie aber für diese Zeit auf die Durchführung einer Haushaltsabklärung verzichten und eine 100%ige Einschränkung im Haushalt festhalten müssen. Denn eine Abklärung an Ort und Stelle gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV ist in einem solchen Fall unnötig, steht doch das Ausmass der effektiven Leistungsverminde- rung im Haushalt bereits fest. Es ist unter diesen Umständen auch nicht zulässig, der Versicher- ten unter dem Titel der Schadenminderungspflicht de r Familienangehörigen die Bewältigung von Haushaltsarbeiten ganz oder auch nur in gewissen Ber eichen anzurechnen. Ginge man nämlich davon aus, dass es zur Schadenminderungspflicht gehört, die behinderungsbedingt fehlende Leistungsfähigkeit im Haushalt soweit als mög lich durch die Mithilfe der Familie zu kompensieren, würde dies im Ergebnis dazu führen, dass n icht die Invalidität der behinderten Person, sondern die Leistungsfähigkeit der Familie, zu der die behinderte Person gehört, ge- messen wird. Im Extremfall könnte die Mithilfe einer vie lköpfigen Familie im Haushalt daher so gross sein, dass selbst eine bettlägerige Person im Haushal t als nicht invalid betrachtet werden müsste (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. April 2008, IV 2006/248, E. 5.1.1.). Demgemäss sind die Ergebnisse der Abklärungsperson für die erste Zeit- periode insofern zu korrigieren, als davon auszugehen ist, dass die Versicherte im Haushaltsbe- reich vollständig eingeschränkt war. Demgegenüber sind di e Ermittlungen der Abklärungsper- son für die Zeit ab 10. Dezember 2012 bis 5. Januar 20 12 und ab 6. Januar 2012 nicht zu be- anstanden. Gemäss den überzeugenden Ausführungen der Ab klärungsperson war es der Ver- sicherten während des teilstationären Aufenthalts möglich , gewisse Haushaltsarbeiten auszu- führen. Unter Berücksichtigung der Mithilfe der Familie ermittelte sie eine Einschränkung von 18,45 %. Da der teilstationäre Aufenthalt jedoch led iglich knapp 4 Wochen dauerte, ist die An- spruch beeinflussende Änderung der Einschränkung im Hausha ltsbereich nicht von Belang. Denn gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine solche Änderung erst zu beachten, nachdem sie oh- ne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin an- dauern wird. Seit der Entlassung aus der Klinik am 5. Januar 2012 ist es der Versicherten zu- zumuten, die Haushaltstätigkeiten derart einzuteilen, dass sie mit Hilfe der Familie sämtliche anfallende Arbeiten ausführen kann. Die Abklärungsperson begründete detailliert und sorgfältig, welche Tätigkeiten sie und die Familienangehörigen zumutbarerweise erledigen können. Es gibt keine Anhaltspunkte für Fehleinschätzungen oder für di e Unrichtigkeit der ermittelten Ein- schränkung von 0 %. Bis auf die für die erste Zeitperiod e (22. August 2011 - 5. Januar 2012) Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorzunehmende Korrektur stellt der Abklärungsbericht vom 2 2. April 2013 bzw. vom 16. Juli 2013 somit eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage dar. Für ein weiteres Eingreifen des Ge- richts in den vorinstanzlichen Ermessensentscheid besteht kein Anlass. 6.4 Soweit die Versicherte geltend macht, dass sich die von der Abklärungsperson festge- stellte Einschränkung als falsch erweisen würde, weil di ese gemäss dem Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 27. März 2013 mindestens 50 % b etrage und von der Ärzteschaft der E.____ in ihrem Bericht vom 18. Dezember 2013 auch b estätigt werde, kann ihr nicht gefolgt werden. Zwar hielt Dr. D.____ aus somatischer Sicht in seinem Gutachten vom 27. März 2013 fest, dass die Versicherte im Haushaltsbereich zu 50 % ei ngeschränkt sei. In diesem Zusam- menhang ist jedoch darauf hinzuweisen, dass bei einem W iderspruch des Abklärungsergebnis- ses zur medizinischen Einschätzung so wenig wie bei der Be messungsmethode des Einkom- mensvergleichs beim Betätigungsvergleich auf eine medi zinisch-theoretische Schätzung der Invalidität abgestellt werden kann. Massgebend ist die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Auf- gabenbereich zu betätigen, was unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse im Einzelfall festzustellen ist. Der Abklärungsbericht ist seiner Natu r nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnit ten. Rechtsprechungsge- mäss bedarf es des Beizugs einer ärztlicher Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutb arkeit zu äussern hat, nur in Aus- nahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Wider- spruch zu den ärztlichen Befunden stehen (AHI 2001 S. 16 1 E. 3c; Urteile des Bundesgerichts vom 28. Februar 2003, I 685/02, E. 3.2, und vom 21. Juni 2001, I 22/01, E. 3a, je mit Hinwei- sen). Vorliegend besteht kein Anlass an der Glaubwürdig keit der Angaben der Versicherten im Haushaltsbericht zu zweifeln. Dazu kommt, dass sich Dr. D.____ weder zu den einzelnen häus- lichen Verrichtungen äusserte noch den konkreten Umstände n Rechnung trug. Seine pauscha- len Ausführungen zur Mithilfe der Familie der Versiche rten lassen vermuten, dass er die Scha- denminderungspflicht der Familie nur ungenügend im Sinne der Rechtsprechung berücksichtig- te. Denn bei im Haushalt tätigen Personen darf ein in validitätsbedingter Ausfall nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Dritt- personen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verri chtet werden, denen dadurch nachge- wiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unve rhältnismässige Belastung ent- steht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei eine r Hausfrau zu berücksichtigende Mit- hilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als d ie ohne Gesundheitsschädigung übli- cherweise zu erwartende Unterstützung (siehe BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509 mit zahlreichen Hinweisen). Dieser Schadenminderungspflicht trug die Abklärungsperson Rechnung, weshalb deren Ergebnisse stärker zu gewichten sind als die entspre chende Beurteilung von Dr. D.____. Entgegen der Ansicht der Versicherten kann weder dem Be richt von Dr. med. F.____, FMH Neurologie, vom 12. Juni 2014 noch der Stellungnahme der G.____ vom 27. Juni 2014 ent- nommen werden, dass sich der physische Gesundheitszustand de r Versicherten seit dem Gut- achten von Dr. D.____ vom 27. März 2013 und dem Abklärungsbericht vom 22. April 2013 bzw. 16. Juli 2013 in einem erheblichen Ausmass verschlechterte. 6.5 Anders als bei Vorliegen von somatischen Beeinträch tigungen ist bei psychischen Lei- den im Fall eines Widerspruchs der ärztlichen psychiatrische n Stellungnahmen mehr Gewicht Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht einzuräumen als der Abklärung im Haushalt (vgl. E. 6.2) . Vorliegend widerspricht die hier massgebende Beurteilung von Dr. C.____ jedoch nicht d en Feststellungen im Abklärungsbe- richt. Im Gutachten vom 27. März 2013 äusserte sich Dr. C .____ noch nicht zu den Einschrän- kungen im Haushalt. Erst auf Anfrage der IV-Stelle na hm er in seinem Schreiben vom 30. Sep- tember 2014 dazu Stellung. Er hielt fest, dass die im Haushaltsbericht festgestellten Einschrän- kungen nachvollziehbar seien. Unter Berücksichtigung der Mithilfe von Ehemann und Kindern könne die Versicherte die anfallenden Haushaltsarbeite n ausführen. Einzig während der Hospi- talisation von August bis Dezember 2011 habe sie keine Arbeiten im Haushalt ausüben können. Seine Einschätzung stimmt somit mit derjenigen der Abklä rungsperson überein, weshalb ge- stützt auf die Beurteilung von Dr. C.____ nicht von ei ner höheren Einschränkung im Haushalt ausgegangen werden kann. Daran ändern auch die Berichte von Dr. med. H.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), vom 20. Januar 2014 und der E.____ nichts, in welchen eine Einschränkung von 50 % im Hausha lt festgehalten wurde. Sowohl Dr. H.____ als auch die Ärzteschaft der E.____ lassen in ihren Beurteilungen die Schadenmin- derungspflicht der Familienangehörigen ausser Acht, weshalb ihre Berichte nicht geeignet sind, die Einschätzung von Dr. C.____ vom 27. März 2013 in Zwe ifel zu ziehen. Zudem schloss sich Dr. H.____ mit Stellungnahme vom 19. Dezember 2014 vo llumfänglich der Beurteilung von Dr. C.____ vom 30. September 2014 an. 6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass für die Zeit vom 22. August 2011 bis 5. Januar 2012 eine 100%ige Einschränkung im Haushalt besteht. Für die Zeit ab 6. Januar 2012 kann unter Berücksichtigung der Mithilfe der Familienangehör igen der Versicherten keine Einschrän- kung mehr festgestellt werden. 7.1 Gestützt auf dieses Ergebnis erübrigt es sich, den Inva liditätsgrad für die Zeit vom 22. August 2011 bis 5. Januar 2012 zu ermitteln, da auf grund der 100%igen Arbeitsunfähigkeit im Erwerbs- und Haushaltsbereich auf einen Invaliditätsg rad von 100 % geschlossen werden kann. Dagegen hat eine konkrete Invaliditätsbemessung für die Zeit ab 6. Januar 2012 zu erfol- gen. 7.2 Gemäss Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad im Erwe rbsbereich aufgrund eines Ein- kommensvergleichs zu bestimmen (vgl. Erwägung 3.2). Die I V-Stelle nahm in der angefochte- nen Verfügung vom 11. Februar 2015 den erforderlichen Einkommensvergleich vor. Für die Zeit ab 6. Januar 2012 berechnete sie anhand der Gegenübe rstellung des Valideneinkommens von Fr. 32'033.-- und des zumutbarem Invalideneinkommens von Fr. 19'218.-- einen Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 40,01 %. Die konkrete Berechnung, die von der Versicherten in der vor- liegenden Beschwerde nicht beanstandet wurde, erweist si ch als rechtens. Es kann diesbezüg- lich vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 11. Februar 2015 verwiesen werden. 7.3 In Anwendung der gemischten Methode der Invalidit ätsbemessung ergibt sich für die Zeit ab 6. Januar 2012 in Berücksichtigung der zeitlichen Beanspruchung von 50 % im Erwerbs- und von 50 % im Haushaltsbereich bei einer Einschränkung im Haushaltsbereich von 0 % (0,50 % x 0 %) und einer solchen im Erwerbsbereich von 20 % (0,50 x 40,01 %) insgesamt ein Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invaliditätsgrad von 20 % gerundet (vgl. zur Rundungs praxis: BGE 130 V 121 ff.). Bei einem Invaliditätsgrad von weniger als 40 % besteht kein Rent enanspruch (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG). Daraus folgt, dass die Versicherte ab 1. August 2011 ges tützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. D ieser Rentenanspruch ist aber infolge der ab 6. Januar 2012 eingetretenen Verbesserung des Gesun dheitszustandes gestützt auf Art. 88a Abs. 2 IVV bis 30. April 2012 zu befristen. Die Verfügung der IV-Stelle vom 11. Februar 2015 ist demzufolge dahingehend abzuändern, dass die Ver sicherte vom 1. August 2011 bis 30. April 2012 Anspruch auf eine ganze Invalidenrent e hat. Im Übrigen ist die Beschwerde ab- zuweisen. 8.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom S treitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnitt- licher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksich- tigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich au f Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unte rliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend obsiegt die Versicherte n ur in einem sehr geringen Umfang. Es rechtfertigt sich deshalb, die Verfahrenskosten ihr aufzu erlegen. Der Versicherten wurde nun allerdings mit Verfügung vom 23. April 2015 die unen tgeltliche Prozessführung bewilligt. Aus diesem Grund gehen die Verfahrenskosten vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Da der Versicherten in der Verfügung vom 23. Apr il 2015 die unentgeltliche Verbeistän- dung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt wurde, ist die ser für seine Bemühungen aus der Ge- richtskasse zu entschädigen. Dieser wies in seiner Honorarno te vom 15. Mai 2015 einen Stun- denaufwand von insgesamt 9.7 Stunden (davon 1 Stunde Volontärin), was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rech tsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslag en von Fr. 116.--. Das Honorar für Anwältinnen und Anwälte beträgt bei unentgeltli cher Verbeiständung für den ab 1. Januar 2014 erbrachten Aufwand Fr. 200.-- pro Stunde (§ 3 A bs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte [TO] vom 17. November 2003 in der se it 1. Januar 2014 geltenden Fassung). Für Volontäre hat sich der Stundenansatz bei unentgeltl icher Verbeiständung in Höhe von Fr. 120.-- pro Stunde mit Inkrafttreten der Änderung der TO per 1. Januar 2014 nicht geändert. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'134.10 (8,7 Stunden à Fr. 200.-- und 1 Stunde à Fr. 120.--) zuzüglich Auslage n von Fr. 116.-- + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Abänderung der Verfügung vom 11. Februar 2015 wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin vom 1. August 2011 bis 30. A pril 2012 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Im Übrige n wird die Be- schwerde abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 2'134.10 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.