<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 53 S.259</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Fürsorgerische Freiheitsentziehung</span> <span class="page_no">259</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>VI. Fürsorgerische Freiheitsentziehung</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>53 Verhältnismässigkeit der fürsorgerischen Freiheitsentziehung trotz</b></span><br/> <span class="ft3"><b>fehlender Behandlungsfähigkeit; Anstaltseinweisung zur Sicherstellung</b></span><br/> <span class="ft3"><b>der persönlichen Fürsorge.</b></span><br/> <span class="ft3"><b>-</b></span> <span class="ft3"><b>Geistesschwäche bei Demenz (Erw. 2.3.).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Trotz fehlender Behandlungsfähigkeit ist eine fürsorgerische Frei-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>heitsentziehung dann verhältnismässig, wenn ein konkretes Fürsor-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>gebedürfnis vorliegt, welches im ambulanten Rahmen nicht mehr</b></span><br/> <span class="ft3"><b>abgedeckt werden kann (Erw. 3.2.2.).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Anstaltsunterbringung zur Sicherung eines menschenwürdigen Da-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>seins, wenn nötige persönliche Fürsorge nur noch durch langfristigen</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Aufenthalt in geeigneter Anstalt sichergestellt werden kann</b></span><br/> <span class="ft3"><b>(Erw. 3.3.3.).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Psychiatrische Klinik als geeignete Anstalt bei (Alzheimer-) Demenz</b></span><br/> <span class="ft3"><b>(Erw. 4.).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 1. Kammer, vom 2. Dezember 2005 in</span><br/> <span class="ft4">Sachen H. Z. gegen Entscheid der Klinik Königsfelden.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">H.Z., der mit seiner Lebenspartnerin R.S. in deren Einfamilien-</span><br/> <span class="ft6">haus zusammen lebt, wurde nach diversen Konflikten vom Be-</span><br/> <span class="ft6">zirksarzt wegen Hinweisen auf ein fortgeschrittenes dementielles</span><br/> <span class="ft6">Syndrom in die Klinik Königsfelden eingewiesen. Die Klinikärzte</span><br/> <span class="ft6">diagnostizierten bei Klinikeintritt eine beginnende Alzheimer-De-</span><br/> <span class="ft6">menz kombiniert mit depressivem Syndrom. Den ärztlichen Angaben</span><br/> <span class="ft6">zufolge stünden Gedächtnisstörungen im Vordergrund, zudem be-</span><br/> <span class="ft6">stehe ein schweres bis mittelgradiges Defizit in der Krankheitsein-</span><br/> <span class="ft6">sicht und in der Selbstbeurteilung. Der Beschwerdeführer habe in</span><br/> <span class="ft6">den letzten Jahren eine Wesensveränderung durchgemacht. Im Vor-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">260</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">dergrund stehe auch eine Wahnhaftigkeit. Zudem sei ein depressives</span><br/> <span class="ft6">Syndrom diagnostiziert worden. Der Verlauf sei nicht sehr erfreulich.</span><br/> <span class="ft6">Der jetzige Zustand sei wohl das Maximum, das erreicht werden</span><br/> <span class="ft6">könne. Die Desorientierung und die Vergesslichkeit seien Faktoren,</span><br/> <span class="ft6">welche die Wahnhaftigkeit noch verstärkten. Das sei typisch für De-</span><br/> <span class="ft6">menzerkrankungen. Der Patient finde Sachen nicht mehr und verar-</span><br/> <span class="ft6">beite dies wahnhaft. Zusammen mit der fehlenden Impulskontrolle</span><br/> <span class="ft6">werde der Beschwerdeführer unberechenbar. Aufgrund dieser ärztli-</span><br/> <span class="ft6">chen Befunde steht für das Verwaltungsgericht die Diagnose einer</span><br/> <span class="ft6">kortiko-subkortikalen Demenz gemischter Genese (Alzheimer/vasku-</span><br/> <span class="ft6">lär) fest, was bedeutet, dass eine psychische Krankheit besteht.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">2.3.</span><br/> <span class="ft6">2.3.1. Weil die medizinische Betrachtungsweise, d.h. die Frage,</span><br/> <span class="ft6">ob eine psychische Erkrankung vorliegt, nicht mit der Definition der</span><br/> <span class="ft6">Geisteskrankheit bzw. Geistesschwäche nach ZGB übereinstimmt,</span><br/> <span class="ft6">sondern sich letztere nach dem äusseren Erscheinungsbild richtet,</span><br/> <span class="ft6">kann die juristische Beurteilung von der medizinischen abweichen</span><br/> <span class="ft6">(AGVE 1985, S. 205 mit Hinweis; Eugen Spirig, in: Zürcher Kom-</span><br/> <span class="ft6">mentar, Art. 397a - 397f ZGB, Zürich 1995, Art. 397a N 32 mit</span><br/> <span class="ft6">Hinweisen).</span><br/> <span class="ft6">2.3.2.</span><br/> <span class="ft6">2.3.2.1. Gemäss einem Bericht des Sozialdienstes X. vom</span><br/> <span class="ft6">28. Oktober 2005 sei die Problematik des Beschwerdeführers und</span><br/> <span class="ft6">R.S. der Gemeinde und dem Sozialdienst schon länger bekannt ge-</span><br/> <span class="ft6">wesen. Nach ihrer Einschätzung sei der Beschwerdeführer dement.</span><br/> <span class="ft6">Dies äussere sich in einem extremen Misstrauen, in Wutausbrüchen</span><br/> <span class="ft6">mit weggeschmissenen Sachen und in Drohungen gegenüber R.S.</span><br/> <span class="ft6">wie: "Ich zünde das Haus an", "ich jage das Haus in die Luft", "ich</span><br/> <span class="ft6">besorge mir eine Waffe, dann wirst Du sehen, was passiert". R.S.</span><br/> <span class="ft6">wünsche sich seit längerer Zeit, dass der Beschwerdeführer ausziehe.</span><br/> <span class="ft6">Bisher ausgesprochene Kündigungen habe er ignoriert. In letzter Zeit</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Fürsorgerische Freiheitsentziehung</span> <span class="page_no">261</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">habe sich die Situation verschärft. Laut R.S. sei auch ein tätlicher</span><br/> <span class="ft6">Angriff erfolgt.</span><br/> <span class="ft6">2.3.2.2. Anlässlich eines Familiengesprächs in der Klinik Kö-</span><br/> <span class="ft6">nigsfelden am 8. November 2005 gab R.S. an, der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft6">habe sich seit mindestens vier Jahren zunehmend verändert. Be-</span><br/> <span class="ft6">gonnen habe es damit, dass er beim Autofahren nicht mehr gewusst</span><br/> <span class="ft6">habe, wohin und er rechts und links verwechselt habe. Trotz Aus-</span><br/> <span class="ft6">weisentzug im August 2003 sei er weiterhin Auto gefahren, seither</span><br/> <span class="ft6">sei es "bergab" gegangen. Er habe zunehmend Bestehlungsideen ent-</span><br/> <span class="ft6">wickelt. Zudem habe er plötzlich geglaubt, das von R.S. 1990 ge-</span><br/> <span class="ft6">kaufte Haus gehöre ihm. Er habe auch vermehrt sein Geld irgendwo</span><br/> <span class="ft6">im Haus versteckt, um es nachher nicht mehr zu finden. Insbesondere</span><br/> <span class="ft6">nachts habe der Beschwerdeführer jeweils Suchaktionen nach ver-</span><br/> <span class="ft6">schiedenen Dingen gestartet. Es habe in den letzten Jahren und ins-</span><br/> <span class="ft6">besondere Monaten zunehmend "Auswüchse" im Sinne von Beschul-</span><br/> <span class="ft6">digungen, Beschimpfungen und aggressiven Ausbrüchen gegeben.</span><br/> <span class="ft6">Der Beschwerdeführer meinte, er wisse nichts von den Vorfällen.</span><br/> <span class="ft6">Zudem gehöre das Haus weiterhin ihm. Das sei Diebstahl, wenn das</span><br/> <span class="ft6">Haus nicht mehr ihm gehören würde. Er wisse auch nichts davon,</span><br/> <span class="ft6">dass er hätte Miete bezahlen müssen.</span><br/> <span class="ft6">2.3.2.3. (...)</span><br/> <span class="ft6">2.3.2.4. Gemeindeammann Y. berichtete an der heutigen Ver-</span><br/> <span class="ft6">handlung, der Beschwerdeführer habe am 28. Oktober 2005 zwei</span><br/> <span class="ft6">Mal geäussert, dass er R.S. umbringen wolle. Im Vorfeld sei es</span><br/> <span class="ft6">bereits zu einer Tätlichkeit gekommen.</span><br/> <span class="ft6">2.3.2.5. Der Beschwerdeführer wusste anlässlich der Verhand-</span><br/> <span class="ft6">lung auf sehr viele Fragen keine Antwort zu geben. Zum Beispiel auf</span><br/> <span class="ft6">die Fragen, welches seine letzte Arbeitsstelle vor der Pensionierung</span><br/> <span class="ft6">gewesen sei, ob er Vermögen habe, wann seine Scheidung gewesen</span><br/> <span class="ft6">sei, warum er keinen Kontakt mehr zu seinen Söhnen habe, seit wann</span><br/> <span class="ft6">er bei R.S. wohne und wie viel Miete er bezahle. Darauf ange-</span><br/> <span class="ft6">sprochen, ob er mit dem Gedächtnis ein Problem habe, verneinte er</span><br/> <span class="ft6">und sagte, dass man etwas vergesse, wenn man es vergessen wolle.</span><br/> <span class="ft6">Bei mehreren Fragen bat er R.S. oder Y., ihm bei der Beantwortung</span><br/> <span class="ft6">zu helfen. Der Beschwerdeführer gab zu, gedroht zu haben, das Haus</span><br/> <span class="ft6">von Frau S. anzuzünden und meinte, das sei etwas, das man in einer</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">262</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">angespannten Diskussion so sage. Obwohl R.S. wünscht, dass der</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführer auszieht, äusserte dieser mehrmals, er wolle zu ihr</span><br/> <span class="ft6">zurückgehen. Auf das Altersheim Z. angesprochen meinte der Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführer, wenn er dahin müsse, dann passiere etwas, eher</span><br/> <span class="ft6">gehe er in den Rhein als ins Altersheim. Unverständlich war, dass der</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführer behauptete, das Einfamilienhaus gehöre ihm und</span><br/> <span class="ft6">R.S., obwohl er nicht wusste, wer von beiden im Grundbuch</span><br/> <span class="ft6">eingetragen ist.</span><br/> <span class="ft6">2.3.3. Gesamthaft betrachtet zeigen der Bericht des Sozial-</span><br/> <span class="ft6">dienstes X. vom 28. Oktober 2005, die von der Lebenspartnerin ge-</span><br/> <span class="ft6">machten glaubwürdigen Schilderungen sowie die Äusserungen des</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführers an der Verhandlung erhebliche Auffälligkeiten</span><br/> <span class="ft6">seiner Denk- und Verhaltensweisen. Da diese schon länger andauern</span><br/> <span class="ft6">und über weite Strecken befremdend und schwer nachvollziehbar</span><br/> <span class="ft6">sind, ist zumindest das Vorliegen einer Geistesschwäche im juristi-</span><br/> <span class="ft6">schen Sinne zu bejahen.</span><br/> <span class="ft6">3.1. Allein die Tatsache, dass eine Person an einer Geistes-</span><br/> <span class="ft6">schwäche im Sinne des ZGB leidet, genügt nicht zur Anordnung und</span><br/> <span class="ft6">Aufrechterhaltung einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung. Diese</span><br/> <span class="ft6">einschneidende Massnahme ist nur dann zulässig, wenn das Fürsor-</span><br/> <span class="ft6">gebedürfnis des Betroffenen unter Berücksichtigung seiner eigenen</span><br/> <span class="ft6">Schutzbedürftigkeit und der Belastung der Umgebung sie erfordert</span><br/> <span class="ft6">und andere, weniger weitgehende Vorkehren nicht genügen</span><br/> <span class="ft6">(Art. 397a Abs. 1 und 2 ZGB; AGVE 1997, S. 240; 1992, S. 276;</span><br/> <span class="ft6">1990, S. 223; Thomas Geiser in: Basler Kommentar, ZGB I/2,</span><br/> <span class="ft6">2. Auflage, Basel/Genf/München 2002, Art. 397a N 12 f.; Spirig,</span><br/> <span class="ft6">a.a.O., Art. 397a N 259 f.).</span><br/> <span class="ft6">3.2.</span><br/> <span class="ft6">3.2.1. Eine Verwaltungsmassnahme muss geeignet sein, das im</span><br/> <span class="ft6">öffentlichen Interesse angestrebte Ziel zu erreichen (Ulrich Häfe-</span><br/> <span class="ft6">lin/Georg Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Auflage, Zü-</span><br/> <span class="ft6">rich/Basel/Genf 2002, Rz. 581). Sie muss im Hinblick auf das im öf-</span><br/> <span class="ft6">fentlichen Interesse angestrebte Ziel erforderlich sein und darf in</span><br/> <span class="ft6">sachlicher, räumlicher, zeitlicher und personeller Beziehung nicht</span><br/> <span class="ft6">über das Notwendige hinausgehen (Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 591,</span><br/> <span class="ft6">594) und sie muss durch ein das private überwiegendes öffentliches</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Fürsorgerische Freiheitsentziehung</span> <span class="page_no">263</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Interesse gerechtfertigt sein (Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 615). Dies</span><br/> <span class="ft6">gilt auch im Falle einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung. Dass</span><br/> <span class="ft6">dabei die Verhältnismässigkeit gewahrt werden muss, drückt</span><br/> <span class="ft6">Art. 397a ZGB mit den Worten aus: "...wenn ihr die nötige persönli-</span><br/> <span class="ft6">che Fürsorge nicht anders erwiesen werden kann". Die fürsorgerische</span><br/> <span class="ft6">Freiheitsentziehung muss also ultima ratio bleiben (Spirig, a.a.O.,</span><br/> <span class="ft6">Art. 397a N 258 f.).</span><br/> <span class="ft6">3.2.2. In der Regel soll der Klinikaufenthalt eine (meist medi-</span><br/> <span class="ft6">kamentöse) Behandlung ermöglichen, die notwendig erscheint und</span><br/> <span class="ft6">wegen des Zustands und Verhaltens der betroffenen Person nicht</span><br/> <span class="ft6">ambulant erfolgen kann. Das Verwaltungsgericht hat in seiner bishe-</span><br/> <span class="ft6">rigen Rechtsprechung daher festgehalten, die fürsorgerische Frei-</span><br/> <span class="ft6">heitsentziehung sei unverhältnismässig, wenn nur vage Aussichten</span><br/> <span class="ft6">auf einen Behandlungserfolg bestünden und der Betroffene nicht in</span><br/> <span class="ft6">hohem Masse selbst- oder fremdgefährlich sei (AGVE 1993, S. 310</span><br/> <span class="ft6">ff.). Bei Gefahr eines sofortigen Rückfalls könne jedoch keine Ent-</span><br/> <span class="ft6">lassung erfolgen (AGVE 1994, S. 352 ff.). Es sei - namentlich in</span><br/> <span class="ft6">schweren Fällen - zu prüfen, ob die Behandlungsfähigkeit der be-</span><br/> <span class="ft6">troffenen Person gegeben ist. Der mit dem Freiheitsentzug verbun-</span><br/> <span class="ft6">dene Eingriff in die persönliche Freiheit sei in der Regel unverhält-</span><br/> <span class="ft6">nismässig, wenn der Freiheitsentzug weitgehend den Charakter einer</span><br/> <span class="ft6">blossen Verwahrung annimmt (AGVE 1988, S. 265). Diese Recht-</span><br/> <span class="ft6">sprechung ist zugeschnitten auf die Vielzahl der Fälle fürsorgerischer</span><br/> <span class="ft6">Freiheitsentziehungen von psychisch kranken Menschen, die in</span><br/> <span class="ft6">einem akuten Zustand (z.B. wegen Exazerbation einer paranoiden</span><br/> <span class="ft6">Schizophrenie) in eine Psychiatrische Klinik zur stationären Be-</span><br/> <span class="ft6">handlung eingewiesen werden. Das Ziel ist in diesen Fällen eine</span><br/> <span class="ft6">Verbesserung des Zustands und eine Stabilisierung durch medika-</span><br/> <span class="ft6">mentöse Behandlung, um danach die Patienten wieder aus der Klinik</span><br/> <span class="ft6">zu entlassen und in einem ambulanten Rahmen weiter zu behandeln.</span><br/> <span class="ft6">Daneben umfasst Art. 397a ZGB aber auch andere Situationen,</span><br/> <span class="ft6">in denen einer psychisch kranken (bzw. süchtigen oder verwahrlos-</span><br/> <span class="ft6">ten) Person die notwendige persönliche Fürsorge nur noch durch eine</span><br/> <span class="ft6">stationäre Betreuung und Pflege erwiesen werden kann, ansonsten</span><br/> <span class="ft6">ihr ein menschenwürdiges Leben verunmöglicht wird. Diese Voraus-</span><br/> <span class="ft6">setzung kann unabhängig vom Vorliegen einer Behandlungsfähigkeit</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">264</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">erfüllt sein. Zu denken ist beispielsweise an Personen mit einer De-</span><br/> <span class="ft6">menzerkrankung, welchen aufgrund dieser Geistesschwäche bzw.</span><br/> <span class="ft6">Geisteskrankheit ein selbständiges Wohnen verunmöglicht ist (z.B.</span><br/> <span class="ft6">wegen Vergesslichkeit, Orientierungslosigkeit, körperlicher Pflege-</span><br/> <span class="ft6">bedürftigkeit, Verwahrlosungsgefahr, Selbstgefährdung) und welche</span><br/> <span class="ft6">an einer Krankheit leiden, die im heutigen Zeitpunkt weder durch</span><br/> <span class="ft6">Therapie noch durch medikamentöse Behandlung geheilt werden</span><br/> <span class="ft6">kann. Das Fürsorgebedürfnis solcher Patienten, welche z.B. aufgrund</span><br/> <span class="ft6">einer Alzheimer-Demenz an einer Geisteskrankheit im juristischen</span><br/> <span class="ft6">Sinne leiden, kann in einer engmaschigen Betreuung, Pflege und</span><br/> <span class="ft6">Kontrolle bestehen, die unter Umständen nur noch in einem</span><br/> <span class="ft6">professionellen stationären Rahmen erwiesen werden kann, weil eine</span><br/> <span class="ft6">1:1 Betreuung im privaten Umfeld aufgrund der Belastung der</span><br/> <span class="ft6">Umgebung einerseits und der Schutzbedürftigkeit des Betroffenen</span><br/> <span class="ft6">andererseits oft nicht mehr möglich ist. Fehlt es somit an einer ei-</span><br/> <span class="ft6">gentlichen Behandlungsfähigkeit, so ist im Rahmen der Verhältnis-</span><br/> <span class="ft6">mässigkeitsprüfung abzuklären, ob das konkrete Fürsorgebedürfnis</span><br/> <span class="ft6">eine fürsorgerische Freiheitsentziehung rechtfertigt, d.h. ob dieses in</span><br/> <span class="ft6">einem ambulanten Rahmen nicht mehr abgedeckt werden kann.</span><br/> <span class="ft6">Diese konstante Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ent-</span><br/> <span class="ft6">spricht der neueren Lehre. So führt Elisabeth Scherwey aus: "Die</span><br/> <span class="ft6">Freiheitsentziehung muss die persönliche Fürsorge sicherstellen und</span><br/> <span class="ft6">hat die Anstaltsentlassung innert nützlicher Frist herbeizuführen.</span><br/> <span class="ft6">Eine Relativierung erfährt diese Aussage bei unheilbaren Zuständen,</span><br/> <span class="ft6">wenn Ziel und Zweck der fürsorgerischen Freiheitsentziehung, näm-</span><br/> <span class="ft6">lich die Wiedererlangung der Selbstständigkeit und Eigenverant-</span><br/> <span class="ft6">wortung einer Person, nicht erreicht werden kann, die Anordnung</span><br/> <span class="ft6">einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung sich aber gleichwohl auf-</span><br/> <span class="ft6">drängt und rechtfertigt. Dies kann beispielsweise auf Personen mit</span><br/> <span class="ft6">altersbedingter Verwirrtheit zutreffen. Hier ist die Anstaltsunter-</span><br/> <span class="ft6">bringung zur Erbringung der notwendigen persönlichen Betreuung</span><br/> <span class="ft6">und zur Sicherung eines menschenwürdigen Daseins trotz fehlender</span><br/> <span class="ft6">Behandelbarkeit zulässig. In solchen Einzelfällen steht nicht mehr</span><br/> <span class="ft6">die Entlassung im Vordergrund, sondern die Sicherung eines men-</span><br/> <span class="ft6">schenwürdigen Daseins (unter Umständen mit ständigem Aufenthalt</span><br/> <span class="ft6">in der hiefür geeigneten Anstalt). Welcher Art die persönliche Für-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Fürsorgerische Freiheitsentziehung</span> <span class="page_no">265</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">sorge zu sein hat und in welchem Umfang sie zu gewähren ist, hängt</span><br/> <span class="ft6">von den Umständen und Bedürfnissen des Einzelfalles ab" (Elisabeth</span><br/> <span class="ft6">Scherwey, Das Verfahren bei der vorsorglichen fürsorgerischen Frei-</span><br/> <span class="ft6">heitsentziehung, Diss. Lachen 2004, S. 15 f.; vgl. auch dazu Geiser,</span><br/> <span class="ft6">a.a.O, Vor Art. 397a-f, N 9).</span><br/> <span class="ft6">3.3.</span><br/> <span class="ft6">3.3.1. Am Zustandsbild und am Verhalten des Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft6">rers hat sich seit der Abweisung des Entlassungsgesuches am</span><br/> <span class="ft6">16. November 2005 bis zur heutigen Verhandlung nichts Wesent-</span><br/> <span class="ft6">liches verändert. Die medikamentöse Behandlung ändert nichts am</span><br/> <span class="ft6">Vorliegen einer kortiko-subkortikalen Demenz, sie führt einzig zu</span><br/> <span class="ft6">einer gewissen Beruhigung des Beschwerdeführers und damit zu</span><br/> <span class="ft6">einer besseren Sozialverträglichkeit. Die Frage der Rechtsmässigkeit</span><br/> <span class="ft6">der Abweisung des Entlassungsgesuchs kann deshalb gleichzeitig mit</span><br/> <span class="ft6">der Frage einer allfälligen Entlassung im Urteilszeitpunkt überprüft</span><br/> <span class="ft6">werden. Die betroffene Person muss entlassen werden, sobald ihr</span><br/> <span class="ft6">Zustand es erlaubt (Art. 397a Abs. 3 ZGB; § 67f EG ZGB). Es ist</span><br/> <span class="ft6">demnach zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt</span><br/> <span class="ft6">entlassen werden kann (AGVE 1992, S. 276, 285; 1990, S. 224;</span><br/> <span class="ft6">Gottlieb Iberg, Aus der Praxis der fürsorgerischen Freiheitsentzie-</span><br/> <span class="ft6">hung, in: Schweizerische Juristenzeitung 79/1983, S. 297).</span><br/> <span class="ft6">3.3.2. Der Beschwerdeführer verlangt sinngemäss die sofortige</span><br/> <span class="ft6">Entlassung aus der Klinik, er fühle sich nicht krank und werde in der</span><br/> <span class="ft6">Klinik zu Unrecht behandelt. Anlässlich der Verhandlung erklärte der</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführer, er wolle nach seiner Entlassung zu R.S. zurück.</span><br/> <span class="ft6">Darauf angesprochen, dass er nicht mehr zu R.S. zurückkönne,</span><br/> <span class="ft6">meinte der Beschwerdeführer, wenn er das Geld bekomme, das im</span><br/> <span class="ft6">Haus stecke, dann gehe er in die Ostschweiz. Zudem erwähnte der</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführer eine Familie H.. Frau H. habe ihm vor langer Zeit</span><br/> <span class="ft6">anerboten, er könne zu ihr kommen. Auf das Altersheim Z. ange-</span><br/> <span class="ft6">sprochen meinte der Beschwerdeführer, dahin wolle er nicht, sonst</span><br/> <span class="ft6">passiere etwas, dann gehe er eher in den Rhein.</span><br/> <span class="ft6">3.3.3.</span><br/> <span class="ft6">3.3.3.1. Nach Aussagen des zuständigen Assistenzarztes habe</span><br/> <span class="ft6">sich das Zustandsbild des Beschwerdeführers seit der Einweisung</span><br/> <span class="ft6">nicht gross verändert. Der behandelnde Oberarzt fügte an, der jetzige</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">266</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Zustand sei wohl das Maximum, das erreicht werden könne. Die</span><br/> <span class="ft6">Desorientierung und die Vergesslichkeit seien Faktoren, welche die</span><br/> <span class="ft6">Wahnhaftigkeit verstärkten. Zusammen mit der fehlenden Impuls-</span><br/> <span class="ft6">kontrolle werde der Beschwerdeführer unberechenbar. Solange der</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführer in der Klinik sei und behandelt werde, sei er rela-</span><br/> <span class="ft6">tiv ruhig, die Situation könne aber schnell eskalieren. Er beurteile die</span><br/> <span class="ft6">Selbstgefährdung des Beschwerdeführers als hoch, dieser sei sehr</span><br/> <span class="ft6">impulsiv, das habe mit der vaskulären Komponente der Demenz zu</span><br/> <span class="ft6">tun. Der Beschwerdeführer habe eine Hemmschwäche, so dass er</span><br/> <span class="ft6">Impulse direkt umsetze. Dabei handle es sich um eine organische</span><br/> <span class="ft6">Hirnschädigung, weshalb dies nicht verbessert werden könne. Eine</span><br/> <span class="ft6">Verlegung ins Altersheim Z. zum jetzigen Zeitpunkt könnte er nicht</span><br/> <span class="ft6">verantworten, was aber nicht heisse, dass der Beschwerdeführer zu</span><br/> <span class="ft6">einem späteren Zeitpunkt nicht verlegt werden könnte.</span><br/> <span class="ft6">3.3.3.2. Für das Verwaltungsgericht steht aufgrund der Kran-</span><br/> <span class="ft6">kengeschichte, der ärztlichen Aussagen und des an der heutigen Ver-</span><br/> <span class="ft6">handlung gewonnenen Eindrucks fest, dass trotz adäquater medika-</span><br/> <span class="ft6">mentöser Behandlung des Beschwerdeführers nicht mit einem gross-</span><br/> <span class="ft6">artigen Behandlungserfolg gerechnet werden kann. Alzheimer-De-</span><br/> <span class="ft6">menz wird durch einen fortschreitenden Verlust von Zellen im Ge-</span><br/> <span class="ft6">hirn ausgelöst. Bis heute gibt es keine Behandlung, die Alzheimer-</span><br/> <span class="ft6">Demenz heilen oder aufhalten könnte (vgl.</span> <span class="ft6">Dörner/Plog/Teller/</span><br/> <span class="ft6">Wendt, Irren ist menschlich, Lehrbuch der Psychiatrie/ Psychothera-</span><br/> <span class="ft6">pie, Bonn, 2002, S. 417). Der Beschwerdeführer ist aufgrund seiner</span><br/> <span class="ft6">Vergesslichkeit, wahnhaften Verarbeitung und fehlenden Impulskon-</span><br/> <span class="ft6">trolle fürsorgebedürftig. Diese drei Komponenten verunmöglichen</span><br/> <span class="ft6">ein selbstständiges Wohnen. Glaubwürdig schilderte die Lebens-</span><br/> <span class="ft6">partnerin die Abhängigkeit des Beschwerdeführers sowie sein Un-</span><br/> <span class="ft6">vermögen, selbstständig einen Haushalt zu führen. Auch an der Ver-</span><br/> <span class="ft6">handlung zeigten sich massive Defizite der Gedächtnisleistung, die</span><br/> <span class="ft6">Verstärkung der Wahnsymptomatik aufgrund der Vergesslichkeit und</span><br/> <span class="ft6">die glaubwürdige Suizidandrohung, falls der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft6">beispielsweise ins Altersheim Z. verlegt würde. Unter diesen Um-</span><br/> <span class="ft6">ständen ist trotz der Diagnose einer leichten bis mittelgradigen</span><br/> <span class="ft6">Demenz eine engmaschige Betreuung notwendig, die ausserhalb</span><br/> <span class="ft6">einer geschlossenen Anstalt eine 1:1 Betreuung rund um die Uhr mit</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Fürsorgerische Freiheitsentziehung</span> <span class="page_no">267</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">zusätzlicher fachlicher Hilfe bedeuten würde. Das Fürsorgebedürfnis</span><br/> <span class="ft6">des Beschwerdeführers wurde in den letzten Jahren von R.S. erfüllt.</span><br/> <span class="ft6">Dies erweist sich heute aber als unmöglich. R. S. äusserte anlässlich</span><br/> <span class="ft6">der Verhandlung, es sei definitiv, dass der Beschwerdeführer nicht zu</span><br/> <span class="ft6">ihr zurückkehren könne, sie habe Angst vor ihm. Zudem erlaubt es</span><br/> <span class="ft6">ihr Gesundheitszustand nicht, dem Beschwerdeführer die notwendige</span><br/> <span class="ft6">persönliche Fürsorge zukommen zu lassen. Eine Entlassung ins</span><br/> <span class="ft6">Einfamilienhaus von R.S. kommt somit nicht in Frage. Eine andere</span><br/> <span class="ft6">Möglichkeit im Umfeld des Beschwerdeführers gibt es nicht. Die</span><br/> <span class="ft6">nötige persönliche Fürsorge kann offensichtlich nur durch einen</span><br/> <span class="ft6">langfristigen Aufenthalt in einer geeigneten Anstalt sichergestellt</span><br/> <span class="ft6">werden. Eine weitere stationäre Betreuung und kontrollierte</span><br/> <span class="ft6">Medikation kann dem Beschwerdeführer auf längere Sicht mehr</span><br/> <span class="ft6">Freiheiten und eine bessere Lebensqualität ermöglichen als eine</span><br/> <span class="ft6">Entlassung.</span><br/> <span class="ft6">3.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aufrechterhal-</span><br/> <span class="ft6">tung der fürsorgerischen Freiheitsentziehung gerechtfertigt und</span><br/> <span class="ft6">verhältnismässig ist.</span><br/> <span class="ft6">4.</span><br/> <span class="ft6">4.1. Die Unterbringung muss in einer "geeigneten Anstalt" er-</span><br/> <span class="ft6">folgen. Zu diesem Begriff gibt es keine Legaldefinition. Der mit der</span><br/> <span class="ft6">fürsorgerischen Freiheitsentziehung verfolgte primär therapeutische</span><br/> <span class="ft6">Zweck gibt jedoch hinreichend darüber Aufschluss, was unter einer</span><br/> <span class="ft6">geeigneten Anstalt zu verstehen ist. Eine Anstalt ist dann "geeignet",</span><br/> <span class="ft6">wenn sie mit den ihr normalerweise zur Verfügung stehenden orga-</span><br/> <span class="ft6">nisatorischen und personellen Mitteln in der Lage ist, wesentliche</span><br/> <span class="ft6">Bedürfnisse nach Fürsorge und Betreuung des Eingewiesenen zu</span><br/> <span class="ft6">befriedigen (BGE 112 II 487 f.). Dabei muss das konkrete Behand-</span><br/> <span class="ft6">lungskonzept genügend Erfolg versprechen, d.h. die Aussicht be-</span><br/> <span class="ft6">stehen, dass die Gründe, welche zur Einweisung führten, auf irgend</span><br/> <span class="ft6">eine Weise behoben oder doch zumindest mit einer gewissen Er-</span><br/> <span class="ft6">folgsaussicht behandelt werden können. Eine Anstalt, welche diese</span><br/> <span class="ft6">Anforderungen nicht erfüllt, kann nicht als "geeignet" angesehen</span><br/> <span class="ft6">werden (Spirig, a.a.O., Art. 397a N 129 f., 203, 205; AGVE 1993,</span><br/> <span class="ft6">S. 316 mit Hinweisen; 1992, S. 279).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">268</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Es handelt sich bei diesem Begriff um ein eigenes Tatbe-</span><br/> <span class="ft6">standsmerkmal. Deshalb ist die fürsorgerische Freiheitsentziehung in</span><br/> <span class="ft6">Fällen, wo eine Anstaltsunterbringung zwar grundsätzlich gerechtfer-</span><br/> <span class="ft6">tigt und angezeigt wäre, aber keine geeignete und zur Aufnahme des</span><br/> <span class="ft6">Betroffenen bereite oder verpflichtete Anstalt gefunden werden kann,</span><br/> <span class="ft6">unzulässig. Eine Einweisung in eine nicht geeignete Anstalt würde</span><br/> <span class="ft6">zudem eine untaugliche Massnahme darstellen und damit auch gegen</span><br/> <span class="ft6">den Grundsatz der Verhältnismässigkeit verstossen (AGVE 1993,</span><br/> <span class="ft6">S. 317; Gottlieb Iberg, Aus der Praxis der fürsorgerischen Freiheits-</span><br/> <span class="ft6">entziehung, in: Schweizerische Juristenzeitung 79/1983, S. 296 f. mit</span><br/> <span class="ft6">Hinweisen).</span><br/> <span class="ft6">4.2.Es stellt sich die Frage, ob die Klinik Königsfelden eine ge-</span><br/> <span class="ft6">eignete Anstalt für die Unterbringung des Beschwerdeführers ist,</span><br/> <span class="ft6">oder ob es eine besser geeignete Institution gibt.</span><br/> <span class="ft6">Das Verwaltungsgericht stimmt dem zuständigen Oberarzt zu,</span><br/> <span class="ft6">dass momentan aufgrund der fehlenden Impulskontrolle in Verbin-</span><br/> <span class="ft6">dung mit der Wahnsymptomatik des Beschwerdeführers sowie unter</span><br/> <span class="ft6">Berücksichtigung der Belastung für die Umgebung ein Übertritt in</span><br/> <span class="ft6">ein offenes Pflegeheim wie z.B. das Altersheim Z. nicht in Frage</span><br/> <span class="ft6">kommt. Dabei wäre das Risiko sehr gross, dass der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft6">rer aus der offenen Institution entweichen und sich selbst gefährden</span><br/> <span class="ft6">würde bzw. dass er versuchen würde, R.S. aufzusuchen und sie zu</span><br/> <span class="ft6">drängen, ihn wieder aufzunehmen. Vorderhand ist die Klinik Königs-</span><br/> <span class="ft6">felden die geeignete Anstalt, da hier die Möglichkeit besteht, den</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführer in einem geschlossenen Teil unterzubringen und</span><br/> <span class="ft6">nötigenfalls - z.B. bei Impulsdurchbrüchen oder akuter Suizidalität -</span><br/> <span class="ft6">adäquate Zwangsmassnahmen anzuordnen. Eine konstante psychia-</span><br/> <span class="ft6">trische Betreuung ist sodann in der aktuellen Phase ebenfalls notwen-</span><br/> <span class="ft6">dig, weshalb keine andere Institution als die Klinik Königsfelden</span><br/> <span class="ft6">geeignet ist, dem Beschwerdeführer die notwendige persönliche</span><br/> <span class="ft6">Fürsorge zu erweisen.</span><br/> <span class="ft6">4.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass es zum gegenwärtigen</span><br/> <span class="ft6">Zeitpunkt keine Alternative zu einer stationären Behandlung und</span><br/> <span class="ft6">Betreuung des Beschwerdeführers in der Klinik Königsfelden gibt,</span><br/> <span class="ft6">weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.</span><br/></div> </div> </body> </html>